Dienstag, 17. Marz 1956 186. Jahrgang Nr.65 Erstes Blatt Gießener Anzeiger Viele Tausende im Vanne der Wrer-Rede und begab sich dann sofort im Kraft- Der Wrer spricht in der Zranksurter Whalle der zur Y 3n der Festhalle frühen - ■ - " > r> - r d * 0 f o m p o Aufstess X ö - s. 2 * Q 3 8 % 0 Zeichen, weitere Banner flankieren die Aufgänge zum Rednerturm, ein ungemein eindrucksvolles Bild in ein Meer von Licht getaucht, als Gaupro- pagandaleiter Müller-Scheld , dem die Gesamtorganisation der Versammlung und die Ausschmückung der Festhalle oblag, pünktlich die Kundgebung eröffnet. Während das Deutschland-Lied ertönt erlöschen die Scheinwerfer und an den gewaltigen Spannungen der Kuppel glühen wie Perlschnüre Tausende von kleinen Lichtern auf, die dem weiten Raum eine weihevolle Stimmung geben. Mit Jubel werden die nun eintreffenden Ehrengäste begrüßt. Als dann Gauleiter Sprenger das Wort nimmt, betritt, von den Massen sofort erkannt und begeistert umsubelt, Ministerpräsident General der Flieger Hermann Göring die Führerloge, tritt auf den Rednerturm neben den 'B'f? Gauleiter und dankt den Tausenden für den herzlichen Willkomm. Dann spricht der Gauleiter. DasTreugelöbniSHeffen-RaffauS Nach dreijähriger nationalsozialistischer Aufbauarbeit auf allen Gebieten. Gauleiter Sprenger führte u. a. aus: Volksgenossen, Volksgenossinnen! Wir alle grüßen den Führer des deutschen Volkes, der in unserem Gau, in unserer herrlichen Stadt Frankfurt a. M. weilt, und der in ganz kurzer Zeit die Festhalle betritt. (Bravorufe.) Wir grüßen ihn ganz besonders als den Befreier (Beifall). In einem übergroßen Teil des Gaues Hessen-Nassau haben wir es durchgekostet, was es heißt, unter einer fremden Besatzung, unter Kanonen und Maschinengewehren eines fremden Heeres leben zu müssen. Wir haben es bedrückend empfunden, daß das übrige Deutschland befreit und beschirmt ist, wir aber unsere Söhne im deutschen Heer nicht in unserem Gau, nicht in unserer Landschaft sehen durften. Wir danken dem Führer ganz besonders, und die Herzen der ganzen Bevölkerung schlagen ihm entgegen. Er tritt sekt vor uns und ruft das deutsche Volk auf, nach drei Jahren nationalsozialistischer Negierung s e l b st ein Urteil abzugeben über das, was in der Zwischenzeit geschehen ist. Ein alter Traum bester deutscher Menschen wurde Wirklichkeit: das deutsche Volk stellte sich geschla^"n hinter den Führer. Ein Führer — eine Gefolgschaft, und diese Vertrauens- basis war es. die die Aufbauarbeit ermöglichte, die es ihm ermöglichte. Deutschland die Stellung in der Welt zu geben, die dem deutschen Volk gebührt. Von 7 Millionen Arbeitslosen wurden unter der Regierung des Führers 4,5 Millionen Menschen i n Arbeit gebracht. Wir wissen alle, daß keiner von diesen 4,5 Millionen Millionär geworden ist, wir wissen aber, daß er so viel hat, daß er seine Familie ernähren kann und wissen, daß er dadurch, daß er Arbeit bekommen bat, wieder innerlich st o l z ist. Nicht nur die Fabrikbetriebe, sondern auch das Handwerk, hat an diesem Aufstieg teilgenommen. Das gesamte deutsche Handwerk hat im Jahre 1935 einen Umsatz von 14,5 Milliarden getätigt. Diese Zahl spricht von Erfolgen, an die das Handwerk in den Jahren 1932 und vorher nie geglaubt hat. Die gesamte Industrie, die 1932 einen Umsatz von 34,8 Milliarden hatte, konnte ihren Umsatz steigern auf 58.5 Milliarden. Es steht fest, daß auch b i e Einkommen in der Zwi- qewaltige Rund der Halle. Spruchbänder an den Brüstungen mahnen den Wähler, am 29. März seine Pflicht zu tun: „Die Welt blickt auf Adolf Hitler, der Führer aber blickt auf dich, und jede Stimme am 29. März ist eine Waffe in der Hand des Führers". Don der hohen Kuppel herab wallen die roten Hakenkreuzfahnen, dazwischen das feierlich ernste Tuch der SS., das lebhafte Blau des Luftsportverbandes, Fahnen mit den Symbolen der HI., der Arbeitsfront, des Arbeitsdienstes, des NSKK. und der anderen Gliederungen der Bewegung. Im Hintergrund der Führerloge leuchtet das Hoheitszeichen silbern vom roten Tuch. Der hohe Rednerturm ist weit in die Halle vorgebaut, ein gewaltiger Scheinwerfer ergießt feine Lichtfluten in die Saalmitte. SA.- und SS.-Musikzüge vertreiben den Tausenden, die auf den Führer warten, mit den alten Kampfliedern der Bewegung und schneidigen Märschen die Zeit. Kurz vor Beginn der Kundgebung kommandiert einer der ältesten SA.-Führer Frankfurts, der SA.-Standartenführer Hermann H i r t h, den Einmarsch der Fahnen und Standarten. 300 Mann Reichsarbeitsdienst, 240 Mann Werkscharen, 660 Mann der Deutschen Arbeitsfront folgen ihnen und nehmen in den Gängen Aufstellung. Die Standarten umsäumen das Hoheits- 33 'S ■ =5« liegen in dunklem Braun und Grün unter uns. Sanft taucht die Führermaschine vor uns wieder in das Wolkenmeer und wenig später haben auch wir den Nebel durchstoßen, sehen den funkelnden Bogen des Mains, die schnurgerade Linie der Reichsautobahn, dann sind wir auch schon nach wundervollem Fluge kurz nach 18 Uhr am Ziel. Der Empfang aus dem Flugplatz. Auf dem Frankfurter Flugplatz Rebstock, abseits der Stadt hatten sich schon lange vor Ankunft des Führers die führenden Persönlichkeiten der Partei aus dem Gau Hessen-Nassau, der SA., SS. und der übrigen Gliederungen, sowie die Spitzen der Wehrmacht und Behörden eingefunden. Gegen 18.15 Uhr erschienen am sonnenvergoldeten Himmel die silbernen Vögel und senkten sich im Gleitflug zur Erde nieder. Aus der zweiten Maschine entstieg, von jubelnden Heilrufen der Wartenden begrüßt, der Führer. In seiner Begleitung befanden sich Obergruppenführer Brückner, Reichspressechef Dr. Dietrich und der militärische Adjutant Ma- jor Hohbach. D^r Führer begrüßte die Erschienenen, vor allem auch Reichsführer der SS., Himmler, den Führer der Leibstandarte Sepp Dietrich, sowie Brigadeführer Schreck. Ein kleines Mädchen überreichte ihm freudestrahlend einen Blumenstrauß. 3 3' V C •» Sc 3 5 3 r ® HZ" ■n er E ■«ts ' Z-A |2 = -c-2 1 ES® 'S-2, der Rhein-Main-Gau die hohe Ehre zu würdigen wissen, die ihnen der Führer damit erweist, daß er gerade an diesem stolzen Erinnerungstag v Verkündung deutscher Wehrfreiheit persönlich Bevölkerung- Hessen-Nassaus sprechen will. benommen. Der Führer schritt die Frontei i M , wagen uu| Den Weg zur Stadt, nach der Wohnung des Gauleiters und Reichsstatthalters Sprenger. hg Vor dem Flughollengebäude hatten eine Ehren- e der : Zehrmacht sowie der Luftwaffe Pcrüg s-Hs Vom Flugplatz an bis zur Hohenzollernstraße stand die SA., von dort an die SS. in Doppelreihe Spalier, um die Menge, die, obwohl es erst in letzter Minute bekannt wurde, daß der Führer mit dem Flugzeug kommen würde, Kopf an Kopf die Straßen säumte und den Führer mit einer grenzenlosen Begeisterung empfing, zurllckzuhalten. Vor der Wohnung des Gauleiters ertönten Sprechchöre, die den Führer zu sehen verlangten. Alle umliegenden Häuser, Fenster und Dächer, selbst die Bäume waren von begeisterten Volksgenossen besetzt, die nicht müde wurden, nach ihrem Führer zu rufen. Frankfurt im Fefischmuck. Die alte Reichsstadt, die größte Wirtschaftsmetropole des Rhein-Main-Gebiets, hat sich von den kleinen winzigen Gäßchen und den schönen stimmungsvollen Plätzen der Altstadt bis weit hinaus in die Vororte und Stadtrandsiedlungen für den Empfang des Führers würdig geschmückt. Ein Meer von Fahnen, grüne Girlanden, festliche Ehrenpforten geben ein prächtiges Bild der Freude, die alle Kreise der Bevölkerung an diesem Tage erfüllen. Schon in den Vormittagsstunden trafen die ersten Lastautos mit Volksgenossen aus der Umgebung ein, die den Führer hören und sehen wollen. Je mehr man sich dem Bahnhof nähert, desto größer wird der Andrang der Menschenmassen und desto beängstigender der Verkehr. Den Bahnhofs- platz schmücken zwei Riesenpylonen. Die ganze Front des Bahnhofsgebäudes verschwindet hinter Hakenkreuzfahnen und Tannengrün. In der Bahnhofshalle und auf den Querbahnsteigen herrscht schon jetzt starker Verkehr. Die ersten Sonderzüge vom Rhein und vom Taunus sind eingetroffen und haben Tausende auswärtiger Volksgenossen nach Frankfurt gebracht. Rings um den Bahnhofsplatz ein Fahnenmeer. Vom Bahnhofsplatz bis zur Festhalle ist kaum noch durchzukommen. Der Eingang in die Hohenzollernstraße ist von einem Riesentriumphbogen überspannt. Der Verkehr und das Leben und Treiben, das hier, schon viele Stunden vor Beginn der Kundgebung, herrscht, übersteigt alles bisher Dagewesene. Daran sieht man, wie sehr die Liebe zum Führer und die Begeisterung zu seinen großen Taten in den breiten Volksmässen Platz gegriffen hat, wie ihm heute jedes deutsche Herz entgeoenschlägt. Vor der Festhalle, in der ca. 30 000 Volksgenossen den Führer sehen und hören können, ist der weite Platz so vorbereitet worden, daß Zehntausende die Rede des Führers durch den Lautsprecher verfolgen können. Auch in den umliegenden breiten Straßen und Alleen bis hinauf zum Opernplatz sind Lautsprecher rp V5r • § I * aufgestellt, so daß jedermann Gelegenheit haben wird, den Worten des Führers zu lauschen. Viele Stunden vor der Oeffnung der Festhalle belagern schon nahezu 1000 Volksgenossen die Tore, um ja einen guten Platz zu erwischen. Sie sind mit Lesestoff, einer Thermosflasche und Butterstullen aus- aerüstet, und werden nun unentwegt ausharren, bis sie erst einmal in die Halle hineindürfen. Inzwischen treffen ständig neue Besucher von auswärts ein. Besonders groß ist der Verkehr mit Autobussen. Schon seit den Mittagsstunden kündigen freudig gestimmte Menschenmasfen, die in gespannter Erwartung hinter dem Spalier der SA. und der anderen Formationen der Bewegung in den Zufahrtsstraßen zum Festhallen-Gelände auf und nieder wallen, dem Führer, daß Frankfurt und Ein Volk hinter einem Führer! Lleberwältigendes Treugelöbnis -es Gaues Heffen-Tlaffau in der Frankfurter Festhalle Der Führer am Rednerpult. (Aufnahmen [3J: Neuner, Gießener Anzeiger.) Tag der Freude und des Stolzes. Eigener Bericht des „Gießener Anzeigers". Frankfurt a. M., 16. März. „Tag der Wehrmacht!" Das deutsche Volk gedenkt heute der ersten Wiederkehr des Tages der Verkündung der Wehrfreiheit durch den Führer. Die deutsche West mark wird sich heute in besonders eindringlicher Weise der Bedeutung des Schrittes bewußt, den der Führer nun auch mit der Aufhebung der entmilitarisierten Zone getan hat. Nach der Wiederaufrichtung der vollen Souveränität des Reiches kann jetzt auch die Westmark sich wieder sicher fühlen im Schutze des Reiches, und sie ist überglücklich, daß ihr der Führer Gelegenheit gibt, ihm persönlich schon so bald ihren Dank abstatten zu können. Nachdem vor wenigen Tagen die Südwestecke des Reiches in Karlsruhe dem Vorkämpfer deutscher Freiheit und Ehre hatte huldigen können, steht heute am Tage der Wehrmacht Frankfurt und der Gau Hessen- Nassau im Mittelpunkt des Wahlkampfes, der den letzten Deutschen in die Front Adolf Hitlers führen soll. Der Flug des Führers nach Frankfurt. Der Führer war kurz vor 16.30 Uhr auf dem Tempelhofer Feld in Berlin zum Fluge nach Frankfurt aufgestiegen. Ueber den Flug berichtet der den Führer begleitende DNB.-Vertreter: Durch ein wattedickes Wolkenmeer klettern die Führermaschine und das Begleitflugzeug „General von Hoeppner" rasch höher und höher in südwestlicher Richtung. Achthundert, tausend, zwölfhundert, fünfzehnhundert, zweitausend Meter zeigt der Höhenmesser, aber immer noch jagen Nebelschwaden an den Fenstern vorbei. Bei 2500 Meter fällt gleißend die Sonne auf die silbernen Vögel, die mit 240 Stundenkilometer ihrem Ziele zujagen. Am Horizont, der ein zartes Pastellblau trägt, türmen sich die Wolken wie gewaltige Brandungswellen. Der dichte Dunstschleier über dem Wolkenmeer flimmert in allen Farben des Regenbogens. Nur hin und wieder wird der Blick auf die Erde frei. Die Südhänge des Harzes sind noch schneebedeckt, der Thüringer Wald aber und der Taunus ^65-* «"'o c * s"3 Sa « 5 sd 2 o 3 D S * □. 3 Cf ft st« ° 3 M VH» W ,«* C Cffl2. : «PcrS ■ ’ E2Lo' Die riesige F e st h a l l e ist schon in den Nachmittagsstunden überfüllt. Eine erwartungsvoll gespannte Menge hat das weite Parkett und alle Ränge bis auf den letzten Platz besetzt. Das leuchtende Rot der Farben der Bewegung beherrscht das SSS ÄXa€*a**a**^I**««, infolge höherer Gewalt * am aa < aa r Stellen-, ©ereins», gemein* MM Seneral-Anzeiger für Sberhchen WWW o ' * behördliche Anzeigen 6Rpf. zranWam Main 11688 Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfitats Buch- und Steindruckerei R. Lange in Gießen. Schriftiettung und Geschäftsstelle: Zchulftrahe 7 Mengenabschlüsse Staffel 8 iM schenzelt allmählich angestiegen sind und es möglich wurde, Daß Spareinlagen zurückgelegt werden konnten. Aber nicht allein Arbeit und Brot wurde geschaffen, sondern die Menschen, die in den Arbeitsprozeß hineingenommen wurden, sind als deutsche Manner in die Arbeit hineingestellt worden. Der Begriff Brotgeber — Brotnehmer, Arbeitgeber — Arbeitnehmer ist restlos verschwunden. Jeder deutsche Mensch, der in diesen drei Jahren der Regierung Adolf Hitlers in Arbeit gekommen ist, kann sich als lebendiger Träger des Nationalsozialismus fühlen; so ist jeder einzelne ein lebendiges Beispiel des Tat gewordenen Nationalsozialismus. Wer dennoch zweifelt, dem kann man nur sagen: gehe mit offenen Augen durch die deutschen Gaue. Es gibt keine Stadt mehr in Deutschland, wo nicht die Aufbaudenkmäler Adolf Hitlers praktisch zu sehen sind. (Beifall.) Wer sehen will, der kann sehen, wer aber sieht und dann nicht glauben will, der ist schlechten Willens. (Bravorufe.) Schauen Sie die Denkmäler an, die aus unserem Gau herausragen: die Autobahn, zu der der Führer den ersten Spatenstich tat. Mit diesem Werk hat der Führer ein neues Jahrhundert des Verkehrs eingeleitet. Und. bei der Autobahn entsteht ein Flughafen, wie er in dieser Ausdehnung in der Welt zur Zeit nicht besteht — ein Zeugnis nationalsozialistischen Willens und nationalsozialistischer Energie (Beifall). Dementsprechend ist auch die Neuschaffung von Autos in Deutschland in geradezu unerhörtem Maße gestiegen. Das Siedlungswesen nimmt bei uns einen besonderen Raum ein. Während andere redeten, legten wir schon die Grundzüge fest. Wir wollen die Menschen bodenständig machen. Die Leistungen, die der einzelne dafür aufzuwenden hat, müssen im Verhältnis zu seinem Lohne stehen. Es darf nicht möglich sein, daß ein Arbeiter 55 Mark Wochenlohn hat und 49 Mark Miete im Monat zahlen muß. Wir haben in Unserem Gau seit dem 30. Januar 1933 über 3000 Siedlerstel - l e n geschaffen. Die Häuser werden nach 35 Jahren Eigentum des Betreffenden sein. Er hat dann seine Miete bezahlt, und gleichzeitig das Kapital amortisiert, das für den Bau aufgewendet werden mußte. Der B a u e r n st a n d ist im Dritten Reich wieder zum geachteten Stand des deutschen Volkes gemacht worden: er ist wieder eingeglieder in die Volksgemeinschaft uno erhält durch die Marktordnung eine gesicherte Lebensmöglichkeit. In unserem Gau haben wir m den Rhein- niederungenimRied bereits so viel Land dem Sumpf entrungen, daß ein neues Dorf entstehen konnte, R i e d r o d e genannt. Das Gesetz, das diese Arbeiten ermöglichte, stammt erst vom 3. Juni 1933, ist also von der hessischen Regierung unter der Regierung Adolfs Hitlers ausgearbeitet worden. Dem Arbeitsdienst, der hier tatkräf- tig mitgeholfen hat, gilt es, an dieser Stelle besonderen Dank auszusprechen. Neben dieser Rodung hat er 120000 Morgen Ackerland oer- bessert. hier sehen wir, wenn wir zusammenstehen, kann uns niemand kleinkriegen. Volksgenossen! Lehrt die anderen sehen, die nicht sehen wollen, macht ihnen die Augen auf, sie m ü s f e n sehen, und wenn sie gesehen haben, werden sie auch glauben. In diesem Wirken sind wir ewig: Ein Volk hinter einem Führer. Wir danken dem Führer, daß er das hoheitsrecht ganz Deutschlands wiederhergestellt hat, und dah er diese Zone einbezogen hat in den kreis des gesamten deutschen Reiches, wir danken dem Führer als Schirmherrn des Friedens, als Schöpfer der Wehr und sind willens, hinter ihn zu treten am 29.März, hier gibt es nur eins: Alles, was zur Wahlurne geht, ist deutsch, darum kann es auch nur eines geben, eine Stimme, d i e Stimme aller Deutschen für den Führer. „Run, deutsches Volk, tue Seine Pflicht!" Der Führer spricht. Während der letzten Worte des Gauleiters, denen stürmischer Beifall folgt, dringen bereits die Töne des Präsentiermarsches von draußen herein. Der Menge bemächtigt sich äußerste Spannung. Als nun der Führer im Hintergrund der Loge sichtbar wird, bringen ihm Tausende, die von ihren Plätzen aufgesprungen sind, ein minutenlang sich wiederholendes Heil zum Willkommen. Nach kurzen Be- arüßungsworten des Gauleiters an den Befreier Deutschlands betritt der Führer unter sich wiederholenden Jubelkundgebungen der Massen den Rednerturm. Seine ersten Worte aehen immer wieder unter im Sturm der Begeisterung und des Jubels. Dann aber hat der Führer schnell die Massen in den Bann seiner Rede gezwungen. Stürmische Zustimmung wird ihm zuteil, als er einleitend die Beziehungen zwischen Volk und Führertum darlegt und erklärt, daß das Volk die Quelle seiner Kraft sei, aus dem er immer wieder die notwendige Stärkung schöpfen müsse. Mit seiner Ironie glossiert er das Parteileben der Systemzeit und stellt der formalen Demokratie dieser Jahre des moralischen, wirtschaftlichen und politischen Verfalls die wahre Demokratie des Führerstaates entgegen. Als er erklärt, daß er nichts anderes getan habe, als sich vorurteilslos an die Aufgabe zu machen, die ihm die Verhältnisse gestellt hätten, und daß er geleistet habe was menschenmöglich war, lohnt ihn minutenlanger stürmischer Beifall der Versammlung. Atemlos hängen die Tausende an den Lippen des Führers, vom ersten bis zum letzten Wort gehen sie mit größter Anteilnahme mit, seine faszinierenden Formulierungen, die einprägsamen Bilder und Vergleiche seiner Rede, die warme Sprache, in der er immer wieder an das Vertrauen des Volkes appelliert und die Gemeinschaft zwischen Volk und Führer als Quelle der Kraft der Nation unterstreicht, reißen die Massen immer wieder au stürmischen Zustimmungskundgebungen hin. „Ich selbst", so erklärt der Führer unter minutenlangen Heil-Rufen der Menge, „fühle mich als die Vorhut einer unbesiegbaren Gemeinschaft, hinter mir steht Der Glaube und das Vertrauen eines großen Volkes." Der Führer sprach weiter von dem großen nationalsozialistischen Erziehungswerk, von der inneren Gläubigkeit, mit der sich ein Volk einer Idee ergeben müsse, die lebensgestaltend wirken solle. Die Formung des deutschen Menschen zu einem neuen geschlossenen Typus sei das Ziel dieser Arbeit. Die gleiche minutenlange sich immer wiederholende Zustimmung fand der Führer bann, als er auf Die außenpolitischen aktuellen Fragen einging und erklärte, daß über allen Paragraphen das von Gott gegebene natürliche Lebensrecht eines Volkes stehe. Begeisterte Heil-Rufe kündeten ihm die Zustimmung der Tausende, als er erklärte, er sei kein Usurpator, von Bajonetten umgeben, sondern der Volksgenosse unter Volksgenossen! So wie er sein Leben lang für die deutsche Volksgemeinschaft gekämpft habe, so wolle er auch eine aufrichtige Verständigung unter den Völkern Europas, und wie er im innerpolitischen Kampf unter die Vergangenheit einen Strich gezogen habe, so wünsche er auch, den Hader zwischen den Völkern der Vergessenheit anheimzugeben. „Ich kann dem deutschen Volk", so erklärte der Führer, „jederzeit die Frage vorlegen, will st du Frieden mit Frankreichs und ich bin überzeugt, auch das französische Volk wird die gleiche Frage bejahen." Unbeschreiblicher Jubel setzte ein, als der Führer zum Schluß ausrief: I ch erwarte deine Entscheidung, deutsches Volk, und werde diese Entscheidung als des Volkes Stimme ansehen. Ich habe meine Pflicht dreieinhalb Jahre lang getan, nun, deutsches Volk, tue d u jetzt die Deine. Gib nun die Geste, die man von dir erwartet! Immer wieder branden die Heil-Rufe der Tausende zur Kuppel empor, nachdem der Führer geendet hat, und erst die Nationalhymnen unterbrechen den Sturm der Begeisterung. Der große Zapfenstreich auf dem Opemplay. Nach der Kundgebung in der Festhalle war der Opernplatz Brennpunkt für Die ganze Stadt. Die Bevölkerung Frankfurts, feit kurzem der Wehr- macht herzlich zugeneigt und nun verbunden, wie die Gießener feit Jahren, war ganz im Banne des erwarteten Großen Zapfenstreiches, den die jüngere Generation von der Wehrmacht ja bisher überhaupt noch nicht zu hören bekommen hatte. So sollte denn der große militärifche Aufzug ein Erlebnis werden. Und er wurde es auch! Da war niemanden aus den Vororten der Weg in das Zentrum der Stadt zu weit, da wurde keinem der Abend zu lang ober die Nacht zu spät. * Das Opernhaus mit seiner vielgestaltigen und prunkvollen Fassade war übergossen vom Lichte vieler starker Scheinwerfer, stand hell vor dem Nachthimmel, war glänzender Hintergrund für die feierliche Stunde, die der Zapfenstreich bedeutete. Links und rechts der Auffahrt flankierten Reichs- friegsHaggen an hohen Masten, die Fahnen selbst riesenyaft in ihrem Ausmaß, das Gebäude. Zahlreiche Hakenkreuzfahnen flatterten im leichten Nacht- wind von den Stangen. Im Lichte der Scheinwerfer glühte das Rot, klar stand das Hakenkreuz im leuchtend weißen Kreis. Lange bevor der Aufmarsch der Spielmannszüge, der Tromveterkorps, der Fanfarenbläser und der vier Musikkorps zu erwarten war, umgaben Zehntausende den Platz. Immer neue Menschenmassen strömten nach der Beendigung der Führerrede hinzu — alle wollten das Schauspiel, das der Frankfurter Bevölkerung jahrzehntelang vorenthalten geblieben war, miterleben. Menschenmauern, mühsam zurückgehalten von der absperrenden SS. und SA., riegelten alle zum Opernplatz führenden Stra- ßen hermetisch ab. Lediglich die Mainzer Landstraße — in der auf einer langen Strecke die SA. Spalier bildete, war für den Wagen des Führers und die Wagen der Ehrengäste offengehalten. lieber- all wurde der Führer auf seiner Fahrt von der Festhalle zum Opernplatz mit stürmischen Heilrufen begrüßt. — Als dann die Soldaten unter den Klangen der Musikkorps aufmarschierten, herrschte auf dem weiten Platz in den dichten Reihen der Zuschauer atemlose Stille. Aber neu erklang der Jubel, als sich der F ü h - r e r mit feinen Mitarbeitern und Offizieren der Wehrmacht auf dem Balkon des Opernhauses zeigte. Ein Offizier meldete mit klarer, weit über den Platz hallender Stimme den Großen Zapfenstreich. In straffer Haltung standen die Soldaten vor ihrem Obersten Befehlshaber. Den vielen Zuschauern, soweit sie die Ereignisse auf dem Platze verfolgen konnten, bot sich ein stimmungsvolles Bild. Das flackernde Licht der Fackeln spielte über die Instrumente, blitzte in den aufgepflangten Bajonetten. Andächtig folgte dann die Menge den Klängen des Großen Zapfenstreiches, den Trommelwirbeln des Lockens, der Fülle der schneidigen Melodien, dem Klang der Pfeifen und der Hörner, den Signalen, dem schönen Dankgebet, — bis schließlich das Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lied die Feier abschlossen. Begeistert sang die Menge mit. Nachdem der Kommandierende des Großen Zapfenstreiches dem Führer die abschließende Meldung erstattet hatte, huldigte die Menge noch einmal dem Führer in begeisterten Heilrufen, solange, bis die Kraftwagen mit dem Führer und den Gästen allen Augen entschwunden waren. Während die Soldaten anschließend durch verschiedene Straßen des Stadtzentrums zogen, säumten wiederum große Menschenmengen die Straßenzüge, denn jedermann wollte auch die Soldaten noch einmal sehen und ihre schneidige Musik hören. In schier rasendem Lauf stürmten viele den Straßen zu, die die Soldaten passierten. Erst sehr allmählich ebbte die Begeisterung über die großen Ereignisse des Tages ab. Noch nach Mitternacht waren die marschierenden Kolonnen der SS., der SA. und des Arbeitsdienstes unterwegs: in den Straßen herrschte ein beängstigender Kraftfahrzeugverkehr und im Bahnhof sammelten sich zur Rückfahrt alle jene, die von auswärts gekommen waren, um diesen Tag mitzuerleben. Frankfurts großer Tag wird in allen, die dabei fein konnten, lange nachklingen. Starke Beachtung der Frankfurter Führer-Rede in London. London, 17. Wärz (DRV. Funkfpr.) Die geff- rige Rede des Führers in Frankfurt a. TU. wird von der Morgenprefje wiederum In General Göring in Frankfurt. H ft ; 1. / j i'" ■ M Kurz nach 9 Uhr traf Ministerpräsident General der Flieger Hermann Göring in Frankfurt a.M. ein. Er wurde von einer großen Menschenmenge begeistert begrüßt. Auf dem Frankfurter Flughafen begrüßte er die Angehörigen der Luftwaffe, die vor ihren Maschinen Paradeausstellung genommen hatten. langen Auszügen veröffentlicht. Sämtliche Blätter heben das Friedensangebot an Frankreich hervor, und unterstreichen, dah Die Zuhörerschaft mit einem begeisterten 3a die Frage beantworteten, ob das Kriegsbeil mit Frankreich begraben werden solle. Der Tag der Wehrmacht in Frankfurt. Großes Wecken—Feierlicher Appell. LPD. F r a n f f u r t a. M., 16. März. Der Tag, an dem der Führer vor einem Jahr die Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht proklamierte, ist auch von den Frankfurter Truppen feierlich begangen worden. Zum ersten Mal erlebte Frankfurt wieder ein militärisches Wecken. Um 6.30 Uhr traten die Kapellen in der Gutleutkaserne an und zogen durch eine Reihe von Straßen wieder zur Kaserne zurück. Eine große Menschenmenge hatte in den Straßen Aufstellung genommen und folgte begeistert der flotten Marschmusik und dem strammen Marschschritt der Soldaten. Spater traten die Truppen des Standorts Frankfurt a. M. im Hofe der Gutleutkaserne zu einem Appell an. Bei dieser Gelegenheit nahm der Standortälteste noch einmal Gelegenheit, der Stadt Frankfurt für die mustergültige Unterbringung und die herzliche Aufnahme Der Truppen den Dank auszusprechen. Die Truppe selbst werde ihren Dank dadurch zum Ausdruck bringen, daß sie in echt soldatischer Weise ihre Pflicht nach besten Kräften tue mit jener grenzenlosen Hingabe, die keines Aufhebens nach außen bedürfe. Oberbürgermeister Staatsrat Dr. Krebs gab dem Wunsche Ausdruck, daß die Kameradschaftlichkeit, die die Truppen untereinander verbinde, auch im Verhältnis zur neuen Garnison gepflegt und gefördert werde. Die ganze Bevölkerung freue sich, daß sie wieder ihre Garnison habe. Diese Verbundenheit solle aber auch gepflegt werden i m Verhältnis zur Bewegung. Beide seien berufen, zwar auf getrennten Arbeitsgebieten, aber doch in innigster Gemeinschaft den neuen Menschen zu formen. Die militärischen Dienstgebäude zeigten heute zum erstenmal in Frankfurt die Reichskriegsflagge. Adolf Hitler— ein Garant des Friedens! Michsminister Kerrl spricht in Ostpreußen. Braunsberg (Dftpr.), 17. März. (DNB.) Die Sporthalle der Truppführerschule des Reichsarbeitsdienstes war bis auf den letzten Platz gefüllt und viele Hunderte warteten draußen an den Lautsprechern, um die Rede des Reichsministers Kerrl zu hören. Mit stürmischen Heilrufen begrüßt, betrat der Reichsminister die Halle. Nach einer Begrüßung durch den Kreisleiter nahm Reichsminister Kerrl das Wort. Zum dritten Male, so führte er aus, ruft der Führer heute an die Wahlurne. Der 30. Januar 1933 brachte die große Wende, zugleich den Beginn eines neuen Abschnittes in der Weltgeschichte. Der Minister schilderte das Chaos, das in Deutschland herrschte, als Adolf Hitler das Steuer in die Hand nahm. Seine Proarammpunkte standen fest. Am 12. Oktober 1933 verkündete der Führer der Welt und dem deutschen Volk den Austritt Deutschlands aus dem Völkerbund. Unter stürmischem Beifall betonte der Minister, daß das ganze deutsche Volk damals hinter Dem Führer stand in dem Verlangen nach Gleichberechtigung, nach voller Freiheit und der Wahrung der deutschen Ehre. Damals ging das erste Aufatmen durch das deutsche Volk. And heule vor einem 3ahr erfolgte Der zweite Schlag. Der Führer gab am 16. März 1935 DeulschlanD Die Wehrhoheit und Damit auch Die Ehre wieDer. Das herrlichste Heer, Das Die Welt je gesehen, entstand in neuer Gestalt als ein wahres Instrument des Friedens. Deutschland ist heute schon der Uederzeugung. daß Hitler ein Garant des Friedens ist, und die ganze Welt wird zu dieser Ueberzeugung gelangen. Der Minister erinnerte an das Flottenabkommen mit England als einen Schritt, dem ganz Europa und die Welt hätte folgen sollen. Wieder jubelten die Massen dem Minister zu, als er an die Ereignisse des 7 März 1936 erinnerte Der Führer wird nicht — führ'e Reichsminister kerrl weiter aus — mit lauten Versprechungen vor das Volk treten. Er weist nur auf die letzten drei Fahre nationalsozialistischer Führung hin, und die Taten dieser Zeit sprechen für ihn. Man denke nur daran, dah von 7 Millionen A r - b e i t s l o s e n heute 5 Millionen zu den Ar- beitsplähen wieder zurückgekehrt sind. And die übrigen wissen, dah es dem Führer gelingen wird, auch die restlichen zwei Millionen wieder an die Arbeitsstätten zu führen. Der Minister wies dann auf das großzügige Winterhilfswerk des Führers hin. „Gott hat das Programm des Lebens hineingeschrieben mit rotem Blut in Deine Adern deutsches Volk. Inwendig klingt in Dir das Gewissen: Tue Deine Pflicht, gehe in der Nation auf. Das ist auch der tiefe Sinn des Christentums, wie es der Führer immer vertreten hat. Liebe Deinen Nächsten ebenso wie Dich selbst. Der Nationalsozialismus wird weiter kämpfen in der Eroberungsschlacht um die Seele des deutschen Menschen. Immer wieder hat der Führer gesagt: Bleibt auch jetzt, nachdem wir die Macht haben, die alten, so wie er selbst geblieben ist, immer bescheiden und anspruchslos. Alle stehen hinter dem Führer in unerschütterlicher Manneszucht. Er kämpft für den Sieg und wir kämpfen für ihn. Deutschland ist erwacht, die Sehnsucht ist erfüllt, das deutsche Volk hat zu seiner Pflicht zurückgefunden. Nun genügt es aber nicht, daß am 29. März in einem Wahlzettel ein Kreuz gemacht wird, es muß Darüber hinaus das ganze Leben ein Schwur werben, Dem Führer gegenüber die Pflicht zu tun: Deutschland, Deutschland über alles!" Geschloffen für Adolf Hitler! Ein Aufruf der Reichsvereinigung ehemaliger Kriegsgefangener. B r a u n s ch w e ig , 16. März. (DNB.) Auf einer Tagung des Harzgaues der Reichsoereinigung ehemaliger Kriegsgefangener verlas der Bundesführer Freiherr von Lersner folgenden Wahlaufruf: „Deutschland, ein Symbol der Einigkeit. Der Schöpfer dieser Einigkeit Adolf Hitler. Kameraden! Es gibt für uns nur einen Gedanken für den Wahltag, nur eine Parole: Das ganze deutsche Volk geschlossen für Adolf Hitler! Adolf Hitler hat um ein einiges Deutschland gerungen, er hat es geeint. Jetzt ringt er um ein einiges Europa. Unsere Einigkeit muß Beispiel sein. Jedes Volk soll frei fein, jedes Volk soll aus feinem Wesen sich entwickeln. Wir Kriegsgefangenen, die wir in Frankreich waren, sagen: das französische Volk will Den FrieDen. Wir Kriegsgefangenen, Die wir in RußlanD waren, sagen: das russische Volk will den Frieden. Wir alle sagen wie der Führer: der Bolschewismus ist nicht Rußland, der Bolschewismus ist niemals ein Volk, der Bolschewismus ift Haß und Vergiftung an der ganzen Welt, geschürt von Juden. Ganz Europa sieht heute auf Den Führer. Der Führer sieht auf sein Deutsches Volk. Wir sehen auf ihn. Der Deutsche Wahltag, ein Tag des Bekennens eines ganzen Volkes zu seinem Führer. Es gibt kein Wenn und kein Aber, es gibt nur: Bekennen für Deutschland Oer Führer. Man hat einmal gesagt. Daß Das Große das Einfache und das Einfache das Große fei. Wenn auf einen, fo paßt dies Wort auf Hitler. Sein ganzes Wesen und feine ganze Gedankenwelt ist eine geniale Vereinfachung der seelischen Rot und Zerrissenheit, die das deutsche Volk nach dem Kriege erfüllte. Er hat sie auf den allgemein gültigsten Renner gebracht, und darum allein konnte seine Idee siegen, weil er sie oorlebte und sie im Vorleben auch dem kleinen Mann aus der Straße in ihrer ganzen Tiefe und Abgründigkeit verständlich machte. Man muh ihn nicht nach feinen Siegen, sondern nach feinen Riederlagen gesehen haben, um zu wissen, welch ein Mann er ist. Riemais, daß er unter einem Schlag zusammensank, niemals, daß er den Mut oder Den Glauben verlor. Dr. Goebbels 1933. Ernennungen in der deutschen Diplomatie. Berlin, 16. März. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler hat zu Botschaftern ernannt: Den GesanDten Dr. SchmiDt»Elskop in Rio De Janeiro, Den GesanDten Dr. Freiherrn von Thermann in Buenos Aires, Den GesanDten Dr. Freiherrn von Schoen in Santiago de Chile. Der Führer und Reichskanzler hat Den GesanDten in Kopenhagen, Dr. Freiherrn v. Richthofen, zum Gesandten in Brüssel ernannt. urt a.K a f e n en hatten. Standort; kaserne zu heil nahm l Teleaen- gültige Un. der Trup, uppe lelbst ck bringen, glicht nach i Hingabe, -ebs gab adichaftlich. binde, auch 'Pflegt und I freue sich, habe. Diele werden int Selbe seien rieten, aber n Menschen heute zum flagge. Ws! licht zu tun: ! ralles!' Ritter! iigung ner. ) Huf eine iigung efov mdrsführer \ Dahiaus' rifltelt. Ter Kameraden! jen für den nze beut' lftzitlerl rtschland p um ein ehw öeispiel feit I aus feiner anflenen, d s franze Wir Kriegs- aren, fa0en: Frieden r Bolfche' r Bolfche^ hewismus >ß Belt gesch^ auf den U '"»nn'rf nnen I“' jro6'b;' os ®'°6 6 ffiorl 0,1 ^ganje» L'S f?«» >r. v. ■»» > fof b(r'' SS;1: ,Ä-r Zwei Erlasse des Führers am Tage der Wehrmacht. Fahnen in alter und neuer Zeit. Don Martin LeziuS Hoffnungsvolle Stimmung in der englischen preffe Wunsch geäußert, daß die Tür für eine all« gemeine Regelung geöffnet werde und die Aussprache verallgemeinert werden solle. F l a n- d i n habe leidenschaftlich erklärt, daß Frankreich unter einem „Angriff" leide. Der Vertrag würde es berechtigt haben, Gewalt mit Gewalt zu beantworten. Es hätte sich aber entschlossen, die Angelegen- heit vor den Völkerbund zu bringen und erwarte eine gerechte und angemessene Behandlung. Deutschland als gleichberechtigt mit den übrigen Locarnomächlen zur Teilnahme an der Londoner Ratssitzung eingeladen. Die Verleihung von Truppensahnen. Berlin, 16. März. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler hat folgenden Erlaß an die Wehrmacht gerichtet: Am heutigen ersten Jahrestage der Wiedergeburt der deutschen Wehrfreiheit verleihe ich der Wehrmacht Truppenfahnen. Dem ruhmreichen Werdegang der alten Wehrmacht wurde durch die Ereignisse von 1918 ein Ende bereitet. Wehrhafter, durch Jahrhunderte erprobter Soldatengei st aber kann zu Zeiten nationalen Unglücks wohl unterdrückt, jedoch niemals besiegt werden. Die neuen Fahnen mögen dafür ein Sinnbild fein. Das Weitere veranlaßt der Reichskriegsminister. Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht. Gez.: Adolf Hitler. Die Antwort des Völkerbundsrates. London. 16. März. (DNB.) Das Telegramm, das der Generalsekretär auf Anweisung des Völkerbundsrates an die deutsche Regierung andte, hat folgenden Wortlaut: „Ich habe die Ehre, Eurer Exzellenz die Antwort des Völkerbundsrates auf Ihr Telegramm vom 15. März mitzuleilen. Deutschland wird an der Prüfung der durch die ranzösische und belgische Regierung unterbreiteten Frage unter den gleichen Bedingungen teilnehmen wie die Vertreter der übrigen Garantiemächte, deren Stellung unter dem Vertrag dieselbe ist wie die Deutschlands, d. h. mit dem vollen Recht der Aussprache, wobei die Stimmen der drei Mächte bei der Errechnung der Einmütigkeit nicht gezählt werden, hinsichtlich der zweiten Frage ist es n i ch t Sache des Rates, der deutschen Regierung die Versicherung zu geben, die sie wünscht." Die Ratssitzung beendet, indem er vorschlug, daß der Völkerbundsrat sich mit der Hinzuziehung Deutschlands zur Ratssitzung einverstanden erklären sollte. Falls es teilnehmen sollte, seien ihm die gleichen R e ch t e wie die anderen durch Locarno geschulten Staaten zu gewähren. Der dänische Außenminister Munch habe als einziger die Möglichkeit erörtert, die Besprechungen des Rates über die Frage der Verletzung hinaus auszudehnen. Er habe den Der frühere Oppositionsführer Lansbury erklärte auf einer kirchlichen Kundgebung in Edin- bourgh, daß die gegenwärtige Krise das Ergebnis der unheilvollen Rache sei, die die Si e g e r bei Kriegsende an einer besiegten Nation geübt hätten. Die Seele des deutschen Volkes, so fügte Lansbury hinzu, könne niemals getötet werden. Sitzung des -I3er-Ausfchuffes. London, 17. März. (DNB.) Der 13-Ausfchuß des Völkerbundes wird am Mittwoch in London zusammentreten und sich hauptsächlich mit den Antworten der italienischen und der abessinischen Regierung auf die Aufforderung befassen, eine Lösung im Rahmen der Genfer Satzungen zu suchen. Oer rote Terror in Spanien. Wieder zahlreiche Tote und Kirchenschändungen. Madrid, 17.März. (DNB. -F.unkspruch.) Die blutigen Zusammenstöße zwischen politischen Gegnern dauern in ganz Spanien weiterhin an. In Jumilla in der Provinz Murcia wurden im Verlaufe mehrerer Schießereien zwei spanische Faschisten, ferner ein Grundbesitzer und ein Sozialdemokrat getötet und mehrere Personen verletzt. In Vil-anueva de Castellon bei Valencia kam es zu einem Feuergefecht zwischen Linksradikalen und Angehörigen der valencianischen Rechtspartei. Zwei Rechtsparteiler wurden getötet, drei schwer verletzt. In Mieres in der Provinz Oviedo erschossen Marxisten einen politischen Gegner, als er eine Gastwirtschaft verließ. Auch aus Foz Morcino wird ein Toter gemeldet. In Sevilla in der Provinz Valencia kam -es bei einer Demonstration der Marxisten zu Kirchen» schändunaen. Das Portal der Gemeindekirche wurde eingeschlagen, die Inneneinrichtung auf die Straße geschleppt und unter dem Jubel der marxistischen Zuschauer verbrannt. Zn Freiro überfielen Linksradikale das Pfarrhaus und raubten die Ersparnisse des Geistlichen sowie dessen Schmuckgegenstände. In Oviedo sind sämtliche Bauarbeiter, etwa 4000 Mann, in den Streik getreten. Sie drohen, für den Fall, daß sie ihre Forderungen nicht durchsetzen, mit dem Generalstreik im ganzen Lande Asturien. London, 16. März. (DNB.) Der Völkerbundsrat trat am Montag gegen 19.30 Uhr im St.» James-Palast nach mehrstündiger geheimer Beratung zu einer kurzen öffentlichen Sitzung zusammen, um zu der deutschen Antwort auf seine am Samstag ergangene Einladung Stellung zu nehmen. Vor der Behandlung dieses Punktes erhielt jedoch der französische Außenminister Fl and in das Wort, um im Namen der französischen und der belgischen Regierung einen gemeinsamen Entschließunasentwurf vorzulegen, der olgendermaßen lautet: „Auf Antrag der französischen und der belgischen Regierung stellt der Rat fest, daß Deutschland einen 23 er ft o g gegen Artikel 43 des Dersail - l e r Vertrages begangen hat, indem es am 7 März Truppen in die entmilitarisierte Zone, wie sie im Artikel 41 des Versailler Vertrages und des Locarnovertrages bezeichnet ist, einrücken ließ und dort unterbrachte. Der Generalsekretär wird aufgefordert, sofort die Unterzeichner des genannten Vertrages über den Beschluß des Rates in Kenntnis zu setzen." Der Ratspräsident erklärte hierzu, daß der Rat im Augenblick zweifellos nicht in eine Erörterung über diesen Entschließungsentwurf eintreten wolle. Eine Vertagung der Aussprache sei besonders notwendig angesichts der Erörterungen in der heutigen Geheimsitzung des Völkerbundsrates. Das Ergebnis dieser Aussprache und der Prüfung der deutschen Antwort sei es, daß der Generalsekretär ein Telegramm an die deutsche Regierung gesandt habe, worin 1. erklärt werde, daß sie an der Prüfung der durch die französische und belgische Regierung aufgeworfenen Fragen unter den gleichen ®ebingungen teu= nehmen werde wie die m gleicher Rechtsstellung befindlichen Mächte. Was den zweiten Punkt betreffe (Prüfung der deutschen Vorschläge), so sei es nicht Sache des Rates, die von Deutschland verlangten Zusicherungen zu geben. Damit war die Sitzung beendet. Die n ä ch st e d f s e n 11 ich e Sitzung wurde auf Dienstag, 15.30 Uhr, anberaumt. Die Locarno-Mächte werden am Dienstag vormittag um 12 Uhr MEZ. im Foreign Office ihre Beratungen fortsetzen. Sie werden bei dieser Gelegenheit ihre schriftlich niedergelegten Ansichten austauschen. London, 17. März. (DNB-Funkspruch.) Ueber den Verlauf der Geheimsitzung des Völkerbunds- rotes vom Montag berichtet Reuter, daß sie sehr lebhaft gewesen fei. Eden habe die Aussprache den Ausbruch von Feindseligkeiten zu verhindern. Sie sollte vielmehr sicher st ellen, daß Frank» reich beim Ausbruch des nächsten Krieges nicht aufgehalten würde und daß es in der Lage wäre, sofort in das Herz des Feindlandes vorzu stoßen. General Hamilton schreibt weiter, daß auf Grund des französischsowjetrussischen Paktes die Tschechoslowakei zu einem Flugplatz für die Schwärme der sowjetrussischen Bombenflugzeuge werden müsse. Im Norden stehe der große Bär. Die meisten Soldaten seien der Ansicht, daß Deutschland gerade noch zur rechten Zeit aus diesem Netz herausgekommen sei. London, 17. März. (DNB. Funkspruch.) Die Morgenblätter stellen eine leichte Entspannung der Lage auf Grund der gestrigen Entwicklung fest. Sie sind der Ansicht, daß die Aussichten durch die klarere Auslegung und ruhige Prüfung der deutschen Antwort an den Rat etwas besser seien. „Daily Telegraph" (konservativ) schreibt, die gestrigen Vorgänge im Völkerbundsrat würden die Hoffnungen auf eine Regelung erneut beleben. Unter Umständen, bei denen eine Erhitzung der Gemüter möglich gewesen wäre, habe der Rat mit Ruhe und Einsicht gehandelt. Die Erklärung, daß das Wort „alsbald" in der Mitteilung an den Völkerbund über den Wunsch der Behandlung des deutschen Friedensvorschlags nicht die Bedeutung von „s o f o r t" haben solle, die ihm zugeschrieben worden sei, habe viel zur Entspannung beigetragen. Der Völkerbund habe sich versammelt, um die „Verletzung" von Locarno zu behandeln und da müsse sein einziges Geschäft auf diesen Sitzungen sein. Unter allen Mächten sei der stärkste Wunsch vorhanden, jeden Vorschlag zu prüfen, der Hoffnung auf eine Zukunft d e s Friedens biete, der unbefleckt von gegenseitigem Mißtrauen sei. . Die „Times" schreibt: Gestern herrschte eine leichte, aber merkliche Verbesserung in der internationalen Atmosphäre als Ergebnis der Auslegung des Wortes „alsbald". Auf jeden Fall scheint es, daß die deutsche Antwort dazu beigetragen hat, eines der Hindernisse in den Augen der französischen Staatsmänner für eine unmittelbare Fühlungnahme in London mit einem Vertreter der deutschen Regierung zu beseitigen Unter der Ueberschrift „Friede" sagte „Daily Herald" (Arbeiterpartei): Alle anderen Fragen der gegenwärtigen Krise sind unbedeutend gegenüber der Gelegenheit, eine allgemeine europäische Regelung der Befriedung und Sicherheit durch den Völkerbund auszuhandeln. Eine solche Regelung wird von Hitler angeboten. Deutschland hat jetzt nach 18 Jahren seine Gleichberechtigung genommen. Ist es nicht klug, öle Gelegenheit wahrzunehmen? Deutschland hat lediglich verlangt, was ihm gehört, und keinen Tropfen Blut vergossen. Ein Urteil soll ausgesprochen werden, aber kann Europa Steine werfen? Haben wir, die wir in allen diesen Jahren die Gleichberechtigung Deutschlands nicht zugestanden haben, keine Verantwortlichkeit? Hat nicht Deutschland weniger als eine gerechte Behandlung seit 1918 erfahren? Der wahre Zweck der Rheinlandzone. Offenherzige Worte eines englischen Generals. London, 17. März. (DNB. Funkspruch.) Die englischen Blätter veröffentlichen weiterhin zahlreiche Zuschriften. In der Mehrzahl der Briefe, die zum Teil von Abgeordneten stammen, wird dem deutschen Standpunkt in der Rheinlandfrage Verständnls entgegengebracht. In einer bündigen Zuschrift an die „Times" erklärt der bekannte General SirIan Hamilton, die Rheinlandzone sei nicht geschaffen worden, um Vor Unterzeichnung des neuen Londoner Flottenvertrages. London, 17.März. (DNB.) Die Flotten- konferenz, die ihre Arbeiten in den letzten Tagen weiter fortsetzte, hat die e r ft e L e s u n g b e s Vertragsentwurfes abgeschlossen. Man nimmt an, daß das gesamte Vertragswert Anfang nächster Woche zur Unterzeichnung kommen wird. Die Abordnung der Vereinigten Staaten hat bereits Plätze für die S) e i m f a r 1 zum 26. März belegt. Ein Teil der Besprechungen am Montag hat sich auf die sogenannte Sicherheitsklausel bezogen, die besonders sorgfältig formuliert mitt). Wie Reuter erklärt, wird in einem Sonderanhang zum Flottenabkommen die 15 er - wendung von U. -Booten in Knegszeiten geregelt werben. Man sieht in unserem Bilb die neue Dienstauszeichnung, und zwar von links nach rechts: 4. Klasse (mattsilbern) für vierjährige^ Dienstzeit, ^asse ^hell- bronziert) für zwölfjährige Dienstzeit, 2. Klasse (versilbert) für 18jährige Dienstzeit und 1. Klasse (vergoldet) für Lchahnge Dienstzeit. (Scherl-Bilderdienst.) 8 3. Die Dienstauszeichnung wird i n v i e r K l a s s e n für vier-, zwölf-, achtzehn- und fünfundzwanzig- jährige Dienstzeit verliehen. § 4. Die Dienstauszeichnung wird am kornblumenblauem Band an der Ordensschnalle getragen. § 5. Dem Beliehenen wird ein Besltzzeugnis ausgestellt. Der Reichskriegsminister und Oberbefehlshaber der Wehrmacht erläßt die zur Durchführung diefer Verordnung erforderlichen Vorschriften. Berlin, 16. März 1936. Der Führer und Reichskanzler. Gez.: Adolf Hitler. Der Reichskriegsminister und Oberbefehlshaber der Wehrmacht. Gez.: von Blomberg. „Dem Soldaten soll seine Fahne heilig sein, er darf sie nie verlassen." Aus dem 9. Kriegsartikel der alten Armee. Zum Jahrestage der Wieberherstellung der beut- schen Wehrfreiheit hat der Führer der Wehrmacht, und zwar allen Truppen der drei Wehrmachtsteile, neue Fahnen verliehen. Diese Fahnen sind ein Symbol, daß die Zeiten der Unfreiheit vorüber sind, und die Wehrmacht wird diese Fahnen führen unter der alten Fahnendevise: Für Ruhm und Vaterland! f r v In diesem Augenblick wird es besonders interessieren, Näheres über den Ursprung und die Geschichte der Fahnen zu erfahren. Der Ursprung der Fahnen, wie sie noch heute in vielen Staaten der Welt den Regimentern voranwehen, geht auf die einfachen Feldzeichen zurück, die schon in vorgeschichtlichen Zeiten der Stamm oder die Horde, wenn zu einem kriegerischen Unternehmen ausgewogen wurde, mit sich führte. Sie fällten die Zugehörigkeit andeuten, das Zeichen sein, das Die Kämpfenden zusammenhielt, und, von weitem schon erkenntlich, den Versprengten und Abgekommenen ein Sammeln ermöglichen. Zu allen Zeiten galt es als Ehrenpflicht des Soldaten, feine Fahne bis zum letzten Atemzug au verteidigen. Auch der Landsknechtsfähnrich durfte feine Fahne nie (offen, „hotte er keine Hand mehr, sie zu halten, so muhte er sie zwischen die Zähne fassen oder sich in ihr umfangreiches Tuch hüllen, 5 bis er ausgeatmet hatte" Immer waren Brenn- * punkte des Kampfes, wo die Fahne aus dem Gewalthaufen herausragte und ihr Tuch im Winde knatterte, wo die Reiterfähnlein hinter ihren Stan- J barten über das Blachfeld hinwegbrauften und zu- ■ fammenprallend sich der Stoß in wilde und erbitterte Einzelkämpfe auslöste. Eroberte Fahnen und , Standarten, Geschütze und Kesselpauken haben stets । als sichtbare Unterpfänder eines Sieges gegolten , und brachten dem Regiment, das sich die Trophäen . aus der Mitte der Feinde herausgeholt, höchsten Ruhm und Ehre. Schimpf und Schande war aber ’ der Lohn derer, die ihre Feldzeichen dem Feinde < gelassen, ohne das Letzte zu ihrer Rettung getan 1 zu haben. Ueber die ersten Fahnen, die ein brandenburgisches Regiment führte, besitzen wir zuverlässige Nachrichten. Es waren die Feldzeichen des Regiments Hillebrand Kracht, später das älteste Regiment der preußischen Armee, im Jahre 1626 errichtet. Sie waren von blauseidenem Tuche und auf ihnen war „gemahlet ein geharnischter Arm aus einer Wolke mit einem Rappier, darunter gesetzt ein Tops mit glühenden Kohlen, das gleichsam die Hand darüber brenne. Mit der Ueberschrift: „Lebe beständig, kein Unglück ewig k." Ein gutes Wort, wie geschaffen für einen Soldaten. Dars er sich doch nicht allzu lange trüben Gedanken hingeben, wenn einmal eine Sache nicht nach Wunsch gegangen und die Sonne sich hinter den Wolken verkrochen hat und gar kein Hoffnungsstrahl den grauen Nebelflor durchbrechen will. Aber noch eine andere Fahne kennen wir aus dieser frühen Zeit, es ist Sie der altmärki - schen Bauern, die beim Schwedeneinfall von 1675 sich als Landsturm zusammentaten. Denn ihr Kurfürst konnte nicht helfen, er weilte im fernen Elsaß und stand gegen den Marschall Turenne im Felde. In ihrer Herzenseinfalt wußten die Bauern nichts anderes auf ihre Fahne zu schreiben als das, was ihre Herzen bewegte: „Wir bauern von geringem Guth, dienen unserm Gnädigsten Chursürsten und Herrn mit unserem Bluth". Rührend ungelenke Worte, aber doch schon der gleiche Heldensinn wie das spätere „Mit Gott, für König und Vaterland!" das anno Dreizehn im Befreiungskrieg die Preußen zum Sieg führte. Zunächst stand es noch vollkommen im Belieben eines Regimentsinhabers, was für ein Symbol die Fahnen seines Truppenteils führen sollten. Auch der damalige Kronprinz von Preußen, der spätere Soldatenkönig, machte von diesem Vorrecht Gebrauch. Er verlieh seinem Regiment Kronprinz, das in unseren Vorkriegsjahren fortbestand, ein Fahnenbild, das in seiner handgreiflichen Sinnfal- ligkeit eine mehr als deutliche und allen verständliche Sprache führte. Es befindet sich auch auf vielen Gebäuden, die während der Regierungszeit Friedrich Wilhelm I. errichtet wurden, so z. B. art der Garnisonkirche in Potsdam. Es ist der A d l e r, der mit g e s pr e i z t e n F l üa e l n zur Sonne fliegt mit der Umschrift: „Non soll cedit (Erweicht nicht der Sonne). Was sollte dieses Symbol besagen? Zur damaligen Zeit regierte in Frankreich der Sonnenkönig Ludwig XIV., mit dessen Truppen sich die Brandenburger schon in manchem heißen Kampf gemessen hatten. Jene trugen ihrem Königlichen Herrn zu Ehren auf ihren Feldzeichen eine ober mehrere strahlende Sonnen. Daß die junge aufstrebende Macht der brandenburgischen Kurfürsten aber nicht gesonnen war, sich vor dem groß- mächtigen Frankreich ängstlich ins Mausloch zu verkriechen, sollte der Adler, der mit dem Schwert und den zuckenden Blitzen in den bewehrten Fängen die Sonne angeht, zum Ausdruck bringen. Als die ersten Dukaten mit dem gleichen Emblem die Königliche Münze verließen, do steckten die politischen Kannegießer die Köpfe zusammen und tuschelten, daß dies wenig Freundschaft mit Frankreich verspräche. König Friedrich dem Zweiten, nachher der Große genannt, war jedoch bei seinem Regierungsantritt viel an einem guten Einvernehmen mit Frankreich gelegen, das ja auch in dem bald darauf ausbrechenden Ersten schlessischen Kriege an seine Seite trat und mit ihm gegen Oesterreich zu Felde zog. Er änderte deshalb das Fahnensymbol. Die französische Sonne mit der aggressiven Umschrift verschwand, dafür erhielten die Fahnen dann die Devise, die sie bis in unsere Tage geführt hoben: „pro gloria et patria , für Ruhm und Vaterland. Die Stiftung von Dienstauszeichnungen. Der Führer und Reichskanzler hat anläßlich des Jahrestages der Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht folgende Verordnung erlassen: Am ersten Jahrestage der Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht stifte ich die Dienstaus- Zeichnung als Anerkennung treuer Dienste in der neuen Wehrmacht. § 1. Die Dienstauszeichnung wird allen Angehörigen der Wehrmacht verliehen, die sich am 16. März 1935 oder später im aktiven Wehrdienst befanden. § 2. Nichtehrenvolles Ausscheiden aus der Wehrmacht verwirkt den Anspruch auf Verleihung und das Recht zum Trogen der Dienstauszeichnung. - Der deutschen Landfrau Dank an den Führer im Auslande die Auf der einen Seite hemmt Milliarden RM.) Bezugsquellen weist nach: Hassia-Sprudel Bad Vilbel 1675 V Gießen, Alsfeld, den 16. März 1936. Frau Lina Noack, geb. Albrecht Gießen, im März 1936. 1677 D Gießen (Neustadt 61), den 17. März 1936. 01239 6-Zimmer-Wohng. «£.730 » I.SIock.z. I.Juli r7i " n™.1 u X mit flieh. Wasser Berdienstmöglicbkeit laufend eingestellt. miti hofsarbetten ne- 5-Zim.-Part.-Wohö. Licher «Straße 7. ^assia - Sprudelt Das ist ein Ergebnis, sämtlicher früherer Jahre (Rückgang um 0,54) (Steigerung um 3,57). welches die Entwicklung in den Schatten stellt. ZuHause6-7Uhr Georg-Philivv- Gail-Str. 16 I. mit Bad, Loggia ver 1. April oder spät, zu vermiet. Mechanische Kleiderfabrik Alsfeld Gs. Metv. Süteitto, SUSfeW k. Sefs (In 1. Januar 1931 1. Januar 1933 1. Februar 1936 10,77 10,23 13,80 Auf alle Fälle Vetter die billige Möbel -Einkaufsquelle! Austeilung und Verkauf nur Wiesenstr. 6 Selbst während der Jahre höchster Scheinblüte 1926 bis 1928 konnte kein gleichstarker Spartrieb in Deutschland festgestellt werden. Aber auch im Vergleich mit dem Ausland ergibt sich ein außerordentlich günstiges Bild. Wohl ist auch im Ausland während der letzten Jahre fast überall ein beachtlicher Wirtschaftsaufschwung zu verzeichnen. Aber nirgends ist der Einlagenbestand der Kassen auch nur annähernd in dem Tempo gestiegen, wie dies seit 1933 in Deutschland der Fall ist. Bei den französischen Caisses rür die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgänge unseres lieben Entschlafenen sagen wir unseren tiefempfundenen Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Katharine Hanauer Ww. und Kinder. Belgien Dänemark Frankreich Großbritannien Italien Niederlande Oesterreich Polen Schweiz Tschechoslowakei Bereinigte Staaten Kanada zu vermiet. «550 Bender LudwigsplatzlO. Anzus. 5-7 Uhr. ZdR. Mitten in den Frühling hinein, mitten in das eifrige, fleißige Schaffen der deutschen Landfrau in Haus und Hof und Garten ertönt die Botschaft der deutschen Freiheit, vom Herzen Deutschlands ausgehend in alle Welt hinaus. Es ist uns Deutschen, als müsse sie bis an die Sterne dringen, als müßte die keimende Saat im Schoß der Erde, müßten die knospenden Bäume, die eisbefreiten Bäche und Ströme sie vernehmen, denn der Führer, der diese Botschaft in die Welt hinaus schickte, sprach aus der Seele seines Volkes, er ist ja selbst der Herzschlag aller Deutschen, ist ihr ehrlicher Wille, ist die Verkörperung ihres stolzesten Heldenbildes. Und wenn solch eine Stimme erklingt, dann müssen wir wohl unser Werkzeug beiseite legen und stille stehen, hinaushorchen in die weite Welt und ebenso hineinhorchen in unser Inneres. Dann werden die Forderungen des Alltags für eine Weile still und bescheiden zurücktreten, damit wir uns in unserem Herzen ganz klar werden können über das, was sich in diesen Frühlingstagen ereignet hat und was es gerade auch für uns bedeutet. Wir stehen mitten im Leben unseres Volkes, unsere Stimme wiegt nicht leichter darin, als die Stimme der Männer. Wenn der Führer sein Volk fragt, dann fragt er auch uns, seine Bitte, ihm für das herrliche Werk der Befreiung noch nachträglich die Zustimmung zu erteilen, ist auch an uns gerichtet. Könnte wohl auch nur eine einzige unter uns sein, die nicht glücklich darüber ist. daß sie nun die Möglichkeit hat, durch diese Zustimmung, dieses Ja-sagen dem Führer zu danken, für all das Große zu danken, das er uns und unseren Kindern schon in diesen ersten drei Jahren seiner Regierung gegeben hat? Als er am 30. Januar 1933 das Steuer des deutschen Staatsschiffes in die Hand nahm, lag Deutschland nod) gefesselt in den Ketten des unheilvollen, menschenunwürdigen Diktats von Versailles. Adolf Hitler hat diese Ketten zerbrochen, hat d i e Schande von Versailles ausgelöscht, hat uns und unseren Kindern wieder ein Leben in Ehre und Freiheit sichergestellt, sucht. Q1236 Gärtnerei Volk | Empfehlungen"] Achtung! Achtung! la tiaosmacher- Wurstwaren in allen Sorten liefert anWieder- Verkäufer lissvv (Buftao Mertz Steinfurth Bei Boö-Houhtlm. Vertreter gesuchtl Zuverlässiges Mädchen mit guten Zeugnissen gesucht. And.Johannes- kirche 5 v. 1638V und Telefon sofort zu vermiet. 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Man bedenke, daß von Anfang 1931 bis Anfang 1933 eine halbe Milliarde Mark von den Kassen abgezogen worden war und daß in den drei nächsten Jahren 3V2 Milliarden wieder zugeflossen sind! Wir verfügen jetzt über die bisher nach dem Kriege niemals erreichte Summe von 13,8 Milliarden Mark Spargelder. Im Namen der Hinterbliebenen danke ich herzlich für die vielen Zeichen der Teilnahme beim Tode unserer lieben Schwester, Schwägerin und Tante Fräulein Anna Albrecht, Lehrerin TORPEDO nur RM. 186.— schon für 8.30 monatlich Alleinverkauf: Niederhausen Gießen ,085a Bahnhofstraße Bestand an Spareinlagen in Deutschland. Williges Iflflesmöödien f. alle vorkomm. Hausarbetten z. 1. Avril gesucht. Zu erfr.im Gieß. Anzeiger. „74V Zuverlässiges Mädchen für tagsüber ob. ganz in kl. Haushalt mit 2 Kind, zum 1.Avril 1936 m Dauerstellung gesucht. 01244 Dr. Kruse Aulweg Nr. 34. 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Dafür schätzt man die Strumpfgelder des französischen Volkes auf nicht weniger als 40 bis 45 Milliarden Franken Aehnlich liegen die Verhältnisse in der Schweiz und in Holland. Drei Jahre Spareinlagenentwicklung in zwölf Ländern. (In Mill, der betr. Währung) geringer geworden ist. Lediglich inDeutschland ist es gelungen, bei stabiler Währung die Spartätigkeit und den Sparwillen des Volkes kräftig zu fördern. Das Vertrauen zur Staatsführung hat es ermöglicht. Aus aller Welt. Eine Ludendorffstraße in Berlin. Berlin, 16. März. (DNB.) Anläßlich des Jahrestages der wiedererlangten Wehrfreiheit hat der Berliner Polizeipräsident mit Zustimmung des Reichs- und preußischen Ministers des Innern und im Einvernehmen mit dem Oberbürgermeister bzw. Staatskommissar der Stadt Berlin die im Verwaltungsbezirk Tiergarten gelegene Steg- litzer Straße in Ludendorffstraße umbenannt. Hochverratsprozeß gegen österreichische Marxisten. Wien, 16. März. (DNB.) Am Montag beginnt in Wien der größte Hochoerratsprozeß der Nachkriegszeit. Angeklagt sind 30 Marxisten, die versucht haben, die aufgelösten Parteiorganisationen wieder aufzuziehen und Vorbereitungen getroffen haben, einen allgemeinen Volkswider st a n d herbeizuführen, das herrschende Regime zu stürzen und die Diktatur des Proletariats zu errichten. Die Hauptangeklaaten sind der ehemalige Schriftleiter der Wiener „Arbeiterzeitung" Karl Hans Sailer und die Marxistenführerin Marie Embart. Unter den übrigen Angeklagten befinden sich Rechtsanwälte, Schriftsteller, ehemalige Parteisekretäre, Bundesbahnbeamte, Straßenbahnschaffner, Hochschüler und Metallarbeiter. Mehrere von ihnen sind Juden. In der Anklageschrift wird hervorgehoben, daß im September 1934 in Wien eine geheime sozialistische Konferenz stattgefunden habe, bei der sich die sozialdemokratischen und kommunistischen Parteianhänger zu einer neuen Einheitspartei zusammengeschlossen hätten. Ein zentrales Aktionskomitee sei gegründet worden, das Anweisungen für eine Zersetzungsarbeit im Schutzkorps, in der Polizei und der Gen- darmerie und Anweisungen für den Straßenkampf ausgearbeitet hätte. Lawinenschäden in Jlorbifalien. In den norditalienischen Alpentälern besteht in. folge des plötzlich eingetretenen ro a r V1 e II u r u 9« lingswetters große Lawinengefahr. Vor allem in den piemontesischen Bergen wird das Nieder- gehen von zahlreichen Lawinen gemeldet, die bedeutende Sachschäden verursacht haben. In Val« grisanche wurden alle Telephon- und Telegraphen- leitungen von den Schneemassen zerrissen; die Verbindung mit der Außenwelt ist vollständig unterbrochen. Einzelheiten über die Lawrnenschaden fmo daher noch nicht bekannt. Ein junger Mann wurde durch eine Lawine getötet. Das Val bi Cogne ist seit zehn Tagen für Fahrzeuge nicht befahrbar. Zahlreiche Arbeiterkolonnen sind damit beschäftigt, die Schneemassen zu beseitigen und Schneetunnels zu graben, damit der Verkehr wieder ausgenommen werden kann. Schreckenstat in einem schwedischen Gerichtssaal. In Nyköping, einer kleinen Stadt 100 Kilometer südlich von Stockholm, wurde der Gerichtssaal zum Schauplatz einer blutigen Szene. Ein Anwalt, der sich offenbar wegen des Verbotes, vor dem Gericht zu plädieren, rächen wollte, stürzte, in jeder Hand einen Revolver, in den Saal und gab annähernd 12 Schüsse in der Richtung des Verhand- lungstisches ab. Der Ankläger und ein Arbeiter, der gerade als Zeuge vernommen wurde, wurden getötet. Ein Anwalt wurde v e r l e tz t. Die übrigen Mitglieder des Senats blieben wie durch ein Wunder unverletzt. Nachdem der Täter die Magazine feiner beiden Revolver leergeschossen hatte, zog er einen dritten und tötete sich selbst. Weiterbericht des Reichswelkerdienskes. Ausgabeort Frankfurt. Die Zufuhr polarmaritimer Luftmassen, in deren Bereich es auch bei uns gestern zu einzelnen Schau- ern kam, hat zum Aufbau eines festländischen Hochdruckgebietes geführt. In der vergangenen Nacht kam es zu verbreiteten Strahlungsfrösten, lieber Nordeuropa setzte sich lebhafte Wirbeltätigkeit fort, die ihren Einfluß langsam südwärts ausbreiten wird. Es kann daher mit einem Uebergang zu unbeständigerem, aber auch milderem Wetter gerechnet werden., Aussichten für Mittwoch: Zunächst viel- fach aufheiternd, später wieder Bewölkungszunahme und besonders nach Norden hin aufkommende Niederschlagsneigung, meist westliche Winde, im gan-^ zen milder. Aussichten für Donnerstag: Bei west- licher Luftzufuhr ziemlich mild, aber leicht unbe- ständiges Wetter mit einzelnen Niederschlägen. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bildert Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Deck. Verantwort- lich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. 2). 21. II. 36: 10 556. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch-und Steindruckerei R. Lange,K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf.» mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. und das alles ohne Feindseligkeit gegen unsere Nachbarn, ohne Waffenklirren, sondern mit einem Friedenswillen, wie er aufrichtiger, männlicher und ehrenhafter wohl noch von keinem Staatsmann offenbart worden ist. Hätte der Führer in den drei ersten Jahren nichts anderes vollbracht, sein Volk wäre ihm allein für diese Tat zu ewigem Dank verpflichtet. Aber hat er nicht bei all seinem jahrelangen, sorgenschweren Ringen um Freiheit und Frieden noch Zeit gefunden, sich um jede einzelne Lebensäußerung seines Volkes sorgend zu bemühen? Hat er nicht vor allem die Mütter und die Kinder, die ganze deutsche Familie überhaupt in seinen starken Schutz genommen. Durch das Ehestandsdarlehen hat er Tausende und aber Tausende Ehen gegründet, die sonst nie geschlossen worden wären, durch den Mutterschutz hat er tausend und aber tausend deutschen Müttern neue Lebenskraft gegeben, durch das Erbh 0 fgefetz hat er tausend und aber tausend deutschen Bauernfamilien die Heimat gerettet, durch die großzügigen S i e d l u n g e n hat er tausend und aber tausend deutsche Menschen wieder in der mütterlichen Erde Wurzeln schlagen lassen. Aber auch über den häuslichen Herd, über die Werkarbeit der Landfrauen hat er seine Hand gehalten. Durch die Erneuerung der bäuerlichen Lebenskraft hat auch die bäuerliche Hauswirtschaft als Mittelpunkt der bäuerlichen Familie wieder ihre alte Bedeutung als Kraftquelle des gesamten Betriebes zurückerhalten. Wo ist ein Staatsmann, der d i e M u t t e r zu der wichtigsten und wertvollsten Staatsbürgerin erklärt, der für die Mütter und Kinder soviel getan hat, wie Adolf Hitler? Darum wollen wir dankbaren Herzens am 29. März unsere A.n t w 0 r t auf des Führers Frage geben. Es soll später in der Geschichte von uns Landfrauen nicht gesagt werden dürfen, daß wir in dieser geschichtlichen Stunde versagt, auf den durch unsere Undankbarkeit den neugeschmiedeten, blanken Ehrenschild Deutschlands einen Makel gebracht hätten. Reichstagswahl am 29. März 1936; hier: Stimmscheine. Stimmscheine für obige Wahl werden vom Montag, dem 23. bis einschließlich Samstag, dem 28. lfd. Mts. im Stadthaus, Bergstraße 2tt-Zimmer Nr. 18-während der Dienststunden von 8 bis 13 Uhr ausgestellt, jedoch nur in den nachstehenden gesetzlich zugelassenen Fällen. Hiernach erhält auf Antrag einen Stimmschein: ein Stiinmberechtigler, der in eine Stimmliste oder Stimmkartei eingetragen ist, 1. wenn er sich am Abstimmungstage während der Abstimmungszeit aus zwingenden Gründen außerhalb seines Stimmbezirks auf hält: 2. wenn er nach Ablauf der Einspruchsfrist (8 13) seine Wohnung in einen anderen Stimmbezirk verlegt: 3. wenn er infolge eines körperlichen Leidens oder Gebrechens in seiner Bewegungsfreiheit behindert üt und durch den Stimmschein die Möglichkeit erhält, einen für ihn günstiger gelegenen Abstimmungsraum aufzusuchen; II. ein Stimmberechtigter, der nicht in eine Stimmliste oder Stimmkartei eingetragen oder darin gestrichen ist, 1. wenn er nachweist, daß er ohne sein Verschulden die Einspruchsfrist versäumt hat: 2. wenn er wegen Rubens des Stimmrechts nicht eingetragen oder gestrichen war, der Grund aber nach Ablauf der Einspruchsfrist weggefallen ist; 3. wenn er Auslandsdeutscher war und feinen Wohnort nach Ablauf der Einspruchsfrift in das Inland verlegt hat: 4. wenn er Auslandsdeutscher ist und sich am Wahltag im Inland aufhält. Den Grund zur Ausstellung eines Stimmschemes hat der Antragsteller auf Erfordern glaubhaft zu machen. Ueber seine Berechtigung, den Antrag zu stellen und den Stimmschein in Empfang zu nehmen, muß er sich gehörig ausweifen. 1663C Gießen, den 17. März 1936. Ritter, Oberbürgermeister. Sdnihbranche Tüchtige Verkäuferinnen ,E86V für sofort oder später gesucht. Angebote unter Nr. 3125 an Germer & Wagner, Gießen. Kleine Anzeigen richten sich an die Bevölkerung der engeren Heimat! Darnm: Kleinanzeigen in dieHei- matzeitung, den BießenerAnieigei | Vermietungen] 6-ZimmJoliii. mit 2 Entresol- zimmern, Badezimmer u.Heiz., Wilhelmftr.lOp, sof. z. verm. i«viO Näh. A. Becker, Kevlerstraße 9. Lonystraßc 20 1. Stock, große 5-Zimmer-Woiing. Etagenheizung, vollst, eing. Bad, ab Avril zu verm. Garage Vorhand. Näheres zu erfr. im 3. Stock. 1685D | Mietgesuche"| 6-Zimmer- Wohnung geräumig, i. gut. freier Lage, mit allem Komfort, von ruhig. Ehepaar ver 1. Juli gesucht. 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Dienstag, l7.MrzM6 Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Hr.65 Zweites Blatt 1 Rede, über deren Takt man streiten kann, die aber e inhaltlich den in der hiesigen Regierung vertretenen Ein Mann reist durch Deutschland Siegreich im Kamps gegen Darüber aber gibt der Bauer Tiessen sich keine rechts und links an W,e d7s°Wens sich erre °n daraus h-r- M-eigen und stellt geteilte Bratschen und Cell. vorgehend^ verkündet der Zahler, hier Raphael, dem Bastarwsa gegenüber. ints an dse Landstraße h7an und össnen Rechenichaft er ist kein Mann van vielen Warten letzten Augenblick, wenn man direkt vor ober spitzstnd.gen U-berlegungem Er rst v ° m^F u h. Der Beginn des zweiten Teiles widmet eine Sopranarie mit einer längeren instrumentalen Einleitung der Vogelwelt: dem stolzen Adler, der Lerche frohem Lied und dem zarten Taubenpaar, dessen Girren charakteristisch bei den Instrumenten widerhallt. Der Nachtigall „süße Kehle", noch nicht zur Klage gestimmt, erfüllt den zweiten Teil dieser überaus reizvollen Soloschilderung. Wie von einem mystischen Schauer durchwebt ist der Fruchtbarkeitssegen für die Tiere; Haydn läßt hier die Violinen sich erst im ihnen steht, auf neues der einzelnen Taae. . „ Die instrumentale Einleitung der „Schöpfung , die die „Vorstellung des Chaos vermitteln soll, läßt allmählich aus dissonanzenreicher Starrheit Ä .... i rx « r \inn nnrnita novi kalter Westwind von , Fahrt, hohe Deiche arbeiten sich immer wieder von In einer schmucken, geräumigen Bauernstube m einem sauberen und st a t t l i ch e n Siedlungshaus endet dann schließlich die kalte und beschwerliche Reise. Das Ziel ist erreicht; der Koog, m dem man weilt, ist der letzte vor dem Meer und hecht Adolf-Hitler-Koog, und der Mann, dem man gegenübersitzt, ist der Ortsbauernsührer Tressen der erste Siedler auf Boden, der vor drei Jahren noch von den Fluten der Nordsee überspült wurde. Man hat in des W o r t e s w a h r st e r B edeutung Neuland erreicht, und wenn man die eigene Hand in die schwere, breite und harte des Bauern Tiessen versenkt, braucht man gar keine Phantasie, um zu erfassen, daß man hier vor einem wirklichen Pionier d e s deutschen Volkes steht. Der Bauer Tiessen und all die 91 anderen Siedler, die im Adolf-Hitler-Koog, den Marne in Holstein, Mitte März. IL Leben im Ado^-Atl-r-Kooa Ansichten durchaus enspricht. Amerikas Außenpolitik wendet sich ab von der Außenwelt und konzentriert sich auf den eigenen Erdteil, wo man einen f e st e n Zusammenschluß der 21 Staaten schaffen will, zur gemeinsamen Verteidigung der langgestreckten Küsten, falls nötig, besonders aber zur F ö r d e - rung des Handels zwischen Nord- und Südamerika. Mehrere Handelsverträge der neueren Art hot Außenminister hüll bereits mit lateinamenka- nischen Staaten geschlossen; weitere werden folgern Breite Autostraßen werden sich von Nord- nach Südamerika erstrecken; der Flugverkehr wird immer mehr ausgebaut. Das alles bedingt gegenseitiges Vertrauen; und Senator Pittmann hat in seiner Rede ausdrücklich betont, daß die Monroedoktrm nur dem Schutz gegen Angriffe von außen her, nicht aber der Unterdrückung oder Bevormundung Lateinamerikas dienen sollte. Die jetzt von Roosevelt vorgeschlagene Konferenz wird daher — wenn auch vielleicht nicht expressis ver- bis — dieMonroedoktrindurch em Dokument gemeinsamer Abwehr ausländischer Angriffe ersetzen. Das neue Neutralitätsgesetz der USA. nimmt bezeichnenderweise alle lateinamerikanischen Staaten, die m einen Krieg mit außeramerikanijchen Mächten verwickelt werden sollten, von dem Ausfuhrverbot aus. Es soll hier also künftig heißen: Alle für einen und einer für alle: pax Americana aus eigenen Kräften, ohne Appelle an den Völkerbund in Genf. b a r f e i t. Im Winter 1928 wurde daher auf Drangen des panamesischen Präsidenten Alfaro eine panamerikanische Konferenz nach Washington einberufen, um sich über das Problem zwangsweiser Entscheidung von allen Streitfällen durch ein Schieds- gericht schlüssig zu werden. Diese Konferenz begann an dem Tage, an dem im Chaco der lange blutige Krieg zwischen Bolivien und Paraguay ausbrach, der erst in diesen Wochen endgültig zum Abschluß kam. Weder Völkerbund noch Kellogg-Pakt vermochten den Krieg zu beenden, und die Doktrin, die Präsident Monroe 1823 verkündet hatte, machte es den USA. recht schwer, eine gerade Linie in ihrer Politik gegenüber dem Chaco-Krieg einzuschlagen, denn weder wollten sie selbst sich in lateinamerikanische Streitigkeiten in der Rolle des großen Bruders einmischen, noch paßte ihnen die Hineinziehung europäischer Kommissionen in Angelegenheiten dieses Kontinents. So pjurbe zwar 1929 in Washington ein Schlichtungsprotokoll gezeichnet, aber nur von wenigen Staaten ratifiziert. Der Chaco-Krieg ging weiter, 'breitete sich aber immerhin nicht auf weitere lateinamerikanische Staaten aus, was jedenfalls einen gewaltigen Fortschritt darstellte. Das Verhältnis zu den USA. blieb dagegen weiterhin schlecht: die amerikanischen Truvven in Nikaragua, das Protektorat über Kuba, die Streitigkeiten mit Mexiko erzeugten Mißtrauen und Abneigung gegen die große Schwesterrepublik, und ^iese, unter den republikanischen Regierungen von harding, Coolidge und Hoover, betonte immer wieder die Monroedoktrin in einer Form, die in Lateinamerika scharfen Protest hervorrief. Dann kam Franklin D. Roosevelt im Marz 1933 ans Ruder und erklärte sofort, daß er fortan die „Politik des guten Nachbarn" be- setzt worden, damit er aus ihm herauswirtschafte, was aus ihm für des Volkes Wohl herauszuwirt- schäften ist. Er hat für Frau und Kinder zu sorgen und seine muskulösen Arme, seine breite Brust und seinen Hellen Verstand dafür einzufetzen, daß sie m Gegenwart und Zukunft genügend zu essen haben. Er muß aus dem jungfräulichen Boden an Ernte so viel ziehen, daß noch eine ganze Menge Menschen in der Stadt davon satt werden. Reden — nein, reden gehört nicht zu seinen Aufgaben. Man muß ihn schon fragen, direkt und aufs Ziel losgehend, dann gibt er gern Auskunft. Und so erzählt er, im breiten Platt seiner Land- schäft, wie hier im Jahre 1933, kaum fünf Monate nach der Machtübernahme, der erste Spaten» st i ch getan wurde, um nach jahrzehntelanger Pause dem Meer wieder einmal Neuland abzugewinnen. Oben im Norden, bei Tönning, fingen sie im Rahmen des Lohse-Programms (nach dem Oberpräsidenten der Provinz Schleswig-Holstern so genannt) mit dem her mann-Göring-Koog an. hier bei Marne riegelten sie mit einem 9,3 Kilometer langen Deich den Jnnenteil der Dieksander Bucht ab und legten so den Grund zu dem 1333 hek- tar großen und 92 Siedlungen fassenden Koog, der den Namen des Führers, der alles erst ermöglichte, trägt. Im Frühjahr 1935 konnte die erste Saat dem Boden anvertraut, im Herbst d i e e r ft e (Ernte eingebracht werden, und die Siedler, die bis dahin in kleinen Holzbaracken gewohnt hatten, konnten im Beisein des Führers mit den ersten 70 000 Zentner selbstgebauten Hafers in ihre neuen Heime ein- ziehen. Ein neues Geschlecht wächst heran. Jetzt haben sie Wintergerste und etwas Weizen gesät, im nächsten Jahre soll Raps dran kommen. die ersten Worte des Schöpfungsberichtes, die der Chor in ihrer Eindringlichkeit unterstreicht und die mit der Lichtwerdung zu einem geradezu überwältigenden Aufstrahlen des Urlichtes hinführen bei glänzender Farbigkeit des Orchesters. Uriels Tenorarie ztzigt ein Abbild des Kampfes zwischen dem Licht und den Geistern der Finsternis, deren Verzweiflung ein Chorfugato roiebergibt, und in beglückender Einfachheit und ungetrübter Schönheit verkündet der Chor das Erstehen der „neuen Welt'. Die Teilung der Wasser, unter und über dem Firmament, und das damit verbundene Naturgeschehen werden greifbar im begleiteten Rezitativ des Raphael: „heftige Stürme, fliegende Wolken, feurige Blitze und Donner, der allerquickende Regen, der allverheerende Schauer, der leichte flockige Schnee" erfahren-symbolische Musikeinkleidung. Nun preist Gabriel (Sopran) das Lob des zweiten Tages, unterstützt vom Chor der Himmelsbürger. Die Sammlung der Wasser prägt sich in der Baßarie des Raphael ab, das ungestüme Meer, das herauswachsen der Berge, der breite Strom und das Idyll am Bache. Dem durch das Pflanzenleben erweckten Naturgefühl wird Ausdruck in einer Sopranarie, die dem Inhalt gemäß den Charakter des alten Sizilianos ausweitet. Der Chor faßt die Grundstimmung in einem prächtigen Satz mit Jubel zusammen, dem ein Fermateneinhalt vor Eintritt des Schlusses einen besonderen Akzent gibt. Der vierte Tag läßt in einem kurzen Orchestersatz die Sonne a'üstrahlen, im Geaensatz dazu des Mondes „leiser Glanz" und „sanfter Schimmer" in fast romantisierender Weise. Die „Söhne Gottes" rufen seine Macht aus in dem Chor: „Die Himmel er- , zählen die Ehre Gottes", dem das Engelterzett in , den Mittelsätzen ergreifende musikalische Kontraste : gibt; zum Schluß zeigt der Chor starke klangliche Ballungen bei höchster Strahlkraft, hier sowohl wie , auch in den bisher erwähnten Chorsätzen sei be= . sonders auf die überaus einfache, eingängliche, ja . ans Volkstümliche grenzende Art von Haydns . Motiven verwiesen, ebenso aber auf die Klarheit , und Selbstverständlichkeit seiner immer wieder aufs , neue zu bewundernden Eindringlichkeit der kontra- - punktischen Kunst. trägt erste schöne Ernte. Bon unserem Sonderberichterstatter. glaubt man, jetzt endlich an der See zu sein und jedesmal findet man sich dann wieder m einem von neuen Deichen eingefriedeten weiten Stuck Land. „K o o g" nennen die Einheimischen die zwischen den Deichen sich erstreckende Nutzfläche, und wer in der deutschen Muttersprache auch in ihren Dialekten Bescheid weiß, dem fällt ein, daß man mit „Koog im Plattdeutschen die Gegenden bezeichnet, die mit Hilfe von dem Meere aufgezwungener Deiche dem „blanken Hans", der stürmischen Nordsee, abgetrotzt worden sind. Zu Besuch beim Bauern Treffen. den „blanken Hans". - Der Nordsee abgerungenes Land pax Americana. Son unserem (K.G.S.)-Äerichterstatter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Washington, Februar 1936. Lateinamerika Hinweisen kann. Aber es wäre ungerecht und verfehlt, ihm unehrliche oder egoistische Motive zu unterschieben. Roosevelt handelt erstens aus ehrlicher Friedensliebe (und die Verhütung weiterer tragischer Kriege wie des im Chaco ist sicher eine Konferenz wert) und zweitens als verantwortlicher Staatsmann. Der Krieg Italiens gegenAbefsinienunddasDorgehenJa- p ans in China sind Ereignisse, die Amerika zu äußerster Vorsicht warnen. In das Netz europäischer Politik will Amerika unter feinen Umständen hineingezogen werden, und gegen Japan glaubt es sich rüsten zu müssen, weil im Fernen Osten sowohl wirtschaftliche Interessen wie Prestige-Gründe auf dem Spiele stehen. Deswegen hat man — wenn auch schweren Herzens auf ein N e ut r a l i t ä t s p r o g r a m m Verzicht e t, das der amerikanischen Regierung indirekt gewaltigen Einfluß (durch Absperrung der Ausfuhr von Oel, Eisen, Kupfer und anderer Rohstoffe) auf Kriege dritter Staaten verschafft hätte. Und deswegen stehen im Kongreß zwei gemalt i g e Wehretats zur Beratung: 545 Millionen Dollar für das Heer und 550 Millionen Dollar für die Flotte, beides einschließlich großer Posten für Flugzeuge und für Ausbau der Küstenverteidigungen in hawai sowie vom Panamakanal bis hinauf nach geheißen. v . Diese Beendigung des blutigen Bruderkrieges im Chaco nahm in der letzten Januar-Woche Präsident Roosevelt zum Anlaß, um eine neue Friedenskonferenz vorzuschlagen, die emen gemeinsamen Wall gegen Kriege in Amerika errichten oll. lieber die Beweggründe zu dieser Einladung ind viele Vermutungen geäußert worden. Es mag ein daß es seiner Regierung im Wahlkampf, der'diesmal sehr erbittert ist, vielleicht etwas nutzt, wenn er auf die Konsolidierung der Beziehungen zu Die Wunder des fünften Tages preisen die drei Erzengel zunächst eitzzeln mit typischer Ausmalung, besonders in der Baßpartie („das Wälzen des Leviathan"), dann im sanierten Satze, und endlich künden Engelterzett und Chor gemeinsam den Ruhm Gottes. Dem sechsten Schöpfungstage ist ein besonders breiter Anteil gewährt. Das begleitete Baßrezitativ führt die Hauptvertreter der Tierwelt in musikalischer Reflektidn vor: den brüllenden Löwen, den emporschießenden Tiger, den schnellen Hirsch, das edle Roß, die weidende Herde, das schwirrende Heer der Insekten und das am Boden kriechende Gewürm. Die daraus emporwachsende Baßarie zeigt mannigfache Züge bildhafter Abprägung (z B. „den Boden drückt der Tiere Last"). Der zweite Teil dieser Arie gibt dem Sehnen nach dem Geschöpf Ausdruck, das Gottes Güte preisen soll, nach dem Menschen. Nach Verkündung der Menschenerschaf- fung würdigt die Tenorarie des Uriel den Mann als den König der Natur, des Schöpfers Ebenbild, und die sich ihm anschmiegende Gattin. Den Beschluß des sechsten Tages und damit des zweiten Teiles der Schöpfung bilden zwei gewaltige Chorsätze, dessen zweiter als Doppelfuge gipfelt. Dazwischen liegt eine Gebetsszene der drei Erzengel voll weihegetragener Feierlichkeit; von starkem Erschauern zeugt hier die Baßstelle: „Du wendest ab dein Angesicht". Die Einleitungsmusik zum dritten Teile läßt den jungen und schönen Paradiesmorgen erleben; von drei Flöten geführt, ist sie in ihrer lyrischen Tiefe einer der stimmungsstärksten Punkte des Werkes. Das beglückte Menschenpaar (Gabriel übernimmt die Eva, Raphael den Adam) erfüllt die erste Pflicht dem Schöpfer gegenüber in einem Dankes- duett, dem der psalmvdierende Chor respondiert, ein Stilmoment, das von Haydn aus in die Zukunft weist. Die Lobpreisungen der beiden münden in einen Hymnus des Chores, der aus versunkener Gebetsstimmung in ein Fugato hinüber führt, dann aber aus dem unisono zu hohem Preise aufwallt. Ein Rezitativ stellt den Manu als Führer der Ehegemeinschaft seiner Begleiterin gegenüber; in einer großen Szene spricht sich das unendliche, ungetrübte Glück des sich liebenden Paares aus. Dm zweifellosen Gipfel des ganzen Werkes, ja, im Rahmen unserer gesamten Chorliteratur, bildet der Schlußchor. Nach einer kurzen homophonen Aufforderung zum Preise roädift eine geradezu gigantische Doppelfuge heraus, dem stellt sich das Soloquartett gegenüber. Der Schluß erhebt sich vom unisono aus zu höchster klanglicher Monumentalität. In der Gelöstheit der Form und doch in der zwingenden Kraft der Gestaltung der höchste Ausdruck'des sechsundsechzigjährigen und doch innerlich so jugendfrischen Meisters Haydn. Dr. H. Joseph Haydns Oratorium „Oie Schöpfung". Zum bevorstehenden VIII. Konzert des Gietzener Konzertvereins Der gewaltige Eindruck der Londoner Händel- Feier im Jahre 1791 wurde für Joseph Haydn gur Anregung, sich dem Gebiet des Oratoriums zuzuwenden; denn im Vergleich zu seinem früheren instrumentalen Schaffen, das sich nur an einen bestimmten Kreis von hörenden richtete, konnte ihm em Chorwerk eine weit größere Auswirkungsbafis eröffnen. Nach feinen bisherigen Erfahrungen auf dem Gebiet des Oratoriums sah er jetzt durch Händel den Weg für sein künftiges Schaffen gewiesen. Gelegentlich seines zweiten Londoner Aufenthaltes wurde er auf Lindleys Text „The Creation of World" aufmerksam, der in Anlehnung an Miltons „Verlorenes Paradies" einst für h ä n - d e l bestimmt gewesen war. Der Wiener Kaiserliche Bibliocheksdirektor van ©mieten, ein tatkräftiger händelfreund, der übrigens schon bei der Textierung der „Sieben Worte" Haydns geholfen hatte, übernahm die Ueberfetzung bzw. die Bearbeitung des deutschen Textes. .. . Die dreiteilige Anlage der „Schöpfung wie auch der verhältnismäßig starke Choranteil weifen unzweifelhaft auf Händels Vorbild hin; dennoch geht Haydn über das von Händel überkommene Erbe hinaus. Bei Haydn, der die neu erwachte Instrumentalmusik mit ihren individuellen Ausdruckswerten einem hohen Grade der Vollendung zugefuhrt hatte, bricht im Gegensatz zu handetz dessen subiek- tives Erleben mehr dem eines Menschheitstypus entspricht, die mehr persönliche Aneignung und Durchformung des Stoffes hervor, hatten die weltanschaulichen Wandlungen seines Zeitalters den Sinn für die innere Symbolik des Naturerlebens geweckt, so sieht Haydn darüber hinaus mit seinem tief im Religiösen wurzelnden, glaubig-ncu- oen Gotteserleben in jeder Erscheinungsform der Natur eine Offenbarung des Göttlichen. Auf diesem Urgründe sollte das alle Zeiten überdauernde monumentale Werk erstehen. „Ich war auch nie so fromm, als während der Zeit, da ich an der -Schöpfung* arbeitete. Täglich fiel ich auf meine Knie nieder und bat Gott, daß er mir Kraft zur Ausführung meines Werkes verleihen möge. Das sta ke Verantwortungsgefühl Haydn s gegenüber feiner großen Aufgabe findet in nichts einen beredteren Ausdruck, als in den uberlieser- ten Skizzen zur „S ch ö p s u n g", die uns bezeich- nenbe Einblicke in das Ringen um den endgültigen Ausdruck gewähren. Denn die Anforderungen Alaska. _ . Deswegen schließlich hielt Senator P i 11 m a n n, der einflußreiche Vorsitzende des Ausschusses fur Aus- j märtige Angelegenheiten, vor wenigen Tagen eine 1 scharfe Rede gegen die japanische Regierung, eine des Textes wie auch das instrumentale Gewand forderten eine besondere Durchformung. Während in den früheren chorischen Werken für Haydn, zumal in der Kirchenmusik, der musikalische Faktor entscheidend war, läßt er hier den Text bestimmend für die musikalische Durchdringung werden. Das Jneinandergreifen von Solisten und Chor, die Durchbildung der einzelnen Arien im engsten Anschluß an den Text entwickelt sich in jedem Falle neu, nicht mehr gebunden durch die traditionelle Form. Das Eingehen gerade in den Arien auf die Ausdeutungsmöglichkeiten im Text, ohne sich dabei in Einzelheiten zu verlieren, lassen immer wieder aufs neue die Unerschöpflichkeit feiner formenden Kräfte bewundern. In den ariosen Teilen, die aus den Rezitativen unmittelbar herauswachsen aminat er sich im Anschluß an bte ’Bielfalhgteit der Bilder des Textes die mannigfaltigsten mufika- llschen Einkleidungen ab, ohne dabei m eine bloße Abschilderung zu verfallen oder sich gar so in Einzelheiten zu verlieren, daß man den zusammen- faffenben Zug vermissen könnte. Die Urtt.le über diese vermeintlichen Tonmalereien sind nicht ,miper einheitlich gewesen, weil man oft nur Aeußerlich- feiten bann sah. Die bildhafte Durchges altung ergibt sich aber mit Notwendigkeit. Immer aß handn zunächst die betreffende Erscheinung musikallsche Gestalt gewinnen, und erst dann gibt er das Wort über den Eindruck; er folgt damit dem Brauch des Melodramas. v s , Daß gerade nun auch die Ausdruckswerte der Jnstrumentalsprache einen ganz besonderen Faktor in der „Schöpfung" einnebnvn, entspricht h a y d n s Stellung als Symphoniker. Was er aber 'M einzelnen gemäß der Situation des Werkes gibt, das stößt gegenüber dem Vorausgegangenen zweifellos auf Neuland vor, oft sogar mit bedeutungsvollen folgen werde. Er nahm denn auch die Truppen aus Haiti zurück, hob das Protektorat über Kuba auf und betonte im Herbst 1933, daß er nie allein in Lateinamerika intervenieren werde, daß vielmehr die Erhaltung des Friedens auf diesem Erdteil gemeinsame Sache aller amerikanischen Staaten sei. Im Herbst 1933 folgte die Panamerikanische Konferenz in Montevideo, wo Außenminister hüll ein feierliches Gelübde der Nichteinmischung abgab. Die Stimmung wurde alsbald besser, und im Mai 1934 wurde der Leticia-Streitfall zwischen Peru und Kolumbien, der sich über zwei Jahre hingezogen hatte, durch ein Schiedsgericht beigelegt, ohne daß es zu dem drohenden Kriege kam. Im Juni 1935 stellten endlich auch Paraguay und Bolivien ihre Feindseligkeiten ein, und das Friedensprotokoll, von den USA. und anderen amerikanischen Regierungen in langwierigen Beratungen ausgearbeitet, wurde soeben von den bisher so feindlichen Brüdern gut- Zügen für die Zukunft. Gemäß dem Text gliedert sich das Werk in drei Hauptteile. Der erste umfaßt die ersten vier Tage= w"rs> während im sroHten Teil die Erschaffung der Lebewesen und, als ihre Krone, der Mensch er- scheint. Wie zw'i große Stollen bereiten diese bei- den Teile den Abgesang vor: Das glückselige Le- ben d-s ersten Menschenpoores vor dem Sunden- fall im Lichte der Liebe und 'M Tiefgefuhl der Dankbarkeit gegen den Schöpfer gibt dem dritten Teile den Inhalt. Die Rolle de-’ Erg-Mers des älteren Oratoriums ist an die drei Erzengel Gabriel (Sopran), Uriel (Tenor) und Raphael (Bah) auf- geteilt; der biblische Bericht eröffnet die Geschehnisse Dor hundertzehn Jahren rief General Bolivar die Staaten der westlichen halbkugel zu einer Friedenskonferenz nach Panama. Ihm schwebte der Gedanke vor, im Gegensatz zu der Intrigen-Politik in Europa, der Atmosphäre des Wiener Kongresses, die Völker Amerikas zu einem Vertrauens b und zusammenzubringen, der dann die zwischen ihnen entstehenden Streitigkeiten zu schlichten sich bemühen sollte. Auf dieser Konferenz wurde der Grundsatz der schiedsrichterlichen Vermittlung festgelegt, allerdings ohne Zwangsklausel. Viele Jahre verflossen, Regierungen tarnen und gingen in Südamerika, der Bürgerkrieg in den Vereinigten Staaten legte Nordamerika für geraume Zeit lahm, und erst im Jahre 1889 wurde wieder ein panamerikanischer Kongreß einberufen, der erste, auf dem alle amerikanischen Republiken vertreten waren. Ein weiterer Kongreß tagte 19 01/02 in Mexiko und entschloß sich zur Einführung zwangsweiser Vermittlung, mit Ausnahme von Fragen, die die „Unabhängigkeit oder die nationale Ehre" betreffen. Zwölf Staaten, darunter die USA., unterzeichneten bieles Abkommen nicht, und der Vertrag, dem durch obige Ausnahmen ohnehin das Rückgrat zum großen Teil genommen war, ist n i e in Aktion getreten. Dann kam 1923 der sogenannte „Gondra-Vertra g", vorgeschlagen von Manuel Gondra, Präsidenten von Paraguay, der zwecks Vermeidung von Kriegen zwischen den amerikanischen Staaten die Einsetzung von unparteiischen Untersuchungskommissionen vorsah. Daneben schlossen einzelne lateinamerikanische Länder unter sich Schlichtungsverträge ab, ein paar fügten diese Bestimmung sogar in ihre Verfassungen ein, aber de facto änderte sich in den hundert Jahren von 1826 kaum etwas an dem von Bolivar gefaßten Gedanken freiwilliger Schiedsgerichts- Bäld hinter Hamburg taucht das Auto, auf gut geschotterten geraden Landstraßen fahrend, in die breite und weite Landschaft Schleswig-Holsteins em. Der Bli^ verliert sich über Hecken und Gräben hin- mea bis fern an den Horizont. Selten unterbrechen Wälder das flach gespannte Grün der Wiesen und der eben aufkeimenden Aecker. Und wenn man erst einmal Brunsbüttel und den Nordostsee- Kanal hinter sich gelassen hat, ziehen sich selbst die Häuser und Siedlungen auseinander. Weit wohnt der Nachbar vom Nachbarn, denn dieser Menschenschlag hier will, seiner Natur nach, auf eigenen Beinen stehen und hat es nicht gern, wenn jemand anders ihm mit gutgemeinten, aber unerbetenen Ratschlägen, ins Gehege kommt. Es ist das Land der Dithmarscher, der Menschen, die sich in jahrhundertelangen Kämpfen gegen das Meer und Dänemark ihre Selbständigkeit bewahrt haben und die auf der anderen Seite nie auf den Gedanken verfallen sind, anderen Menschen die ihre zu nehmen, sie also, wie üblich im sonstigen Deutschland der vergangenen Jahrhunderte, leibeigen zu machen. Das Wort „L e w e r d o d a s S k l a v stammt zwar van ihren nördlichen und südlichen Nachbarn, den Friesen, aber es stand von jeher auch ............ bei ihnen an oberster Stelle im Leben. K a m"v'f u m d i e Scholle' ausgenommen"haben. In diese Landschaft, deren Boden schwer und reich Pf und unmittelbare Vorkämpfer für ein ift, und, Uber d,e °'^7«Kor'd7-7 h°r°°Ll7ht'di- neues Deutschland. . . .. ..... A ;M ■■ * Wirtschaft Aus -en preußischen Nachbargebieten. V. •I Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. HL Oatum | 14-3. 7| 150,65 4| 111,13 Banknoten. ”1 -I 198 1 198! II 28,75 198 48 90,25 118 95,75 157,9 30,13 305,5 173 183 212 106 119 28 89 198 93,5 129,13 130 11,0 Pf. 10,5 „ 10,0 „ 9,5 „ 9,0 „ 0 6 5 0 7 0 8 0 0 131,5 216,5 111,4 82 17,65 122,75 119,5 , 01 . 4 101 Schluß« kurs TI. . 12 .. 8 Oie neuen Kierpreise in ihrer Auswirkung auf Erzeuger und Verbraucher. Die mit Wirkung vom 6. Februar festgesetzten Erzeugerpreise für inländische Hühnereier in Höhe von minbeftens 1,20 und höchstens 1,25 RM. je Kilogramm liegen im Vergleich zu den Eierpreisen des Jahres 1935 nur für den Monat Februar unter den letztjährigen Preisen. Dagegen übersteigen sie in den Monaten März und folgende, d. h. während der Zeit der Hauptlegetätigkeit, den letztjährigen Preis von 1,05 bis 1,10 RM. um 15 Pf. je Kilogramm; das kommt einer Erhöhung des Eierpreises je Stück von rund 0,8 bis 1 Pf. gleich. Für das ganze Jahr gerechnet wird sich daher der Erzeuger trotz der geringeren Februarpreise besser stehen als im letzten Jahr. Trotzdem braucht die breite Masse der Verbraucherschaft auch in diesem Jahr keine höheren Preise zu bezahlen. Denn die Preise im März für vollfrische deutsche Eier entsprechen den letztjährigen Märzpreisen, die bis Anfang Juni 1935 gegolten haben; auch für dieses Jahr ist vorgesehen, die Preise gleichfalls bis zur Beendigung der Eierschwemme auf derselben Höhe zu halten. Der Verbraucherpreis beträgt mit Wirkung vom 6. Februar 1936 für Schultheis Pahenhofer ....... Aku (Allgemeine Kunstseide) .. Bemberg................... Ortsgruppen. . Die Buchum M sämtliche 3 Kngestelltenschc rung. ergeht) c Wir machen dieser Termin i je Stück bzw. für frische Eier in den gleichen Klassen jeweils % Pf. weniger. Für ungekennzeichnete Hühnereier, die im Inland erzeugt sind, beträgt der Verbraucherhöchstpreis ab 17. Februar 1936 je Stück 8 Pf. Die Preise für ausländische Eier sind dieses Jahr ebenfalls ungefähr die gleichen wie im letzten Jahr in den Monaten März und folgende. Wir erkennen hieraus, wie die Marktordnung in gleicher Weife für Erzeuger und Verbraucher sorgt. Rhein-Mamische Börse. Mtlagsbörse fester. Frankfurt a. M., 16. März. Zum Wochenbeginn war die Börse bei allerdings nur kleinen Umsätzen weiter befestigt auf die zuverlässigere Beurteilung der außenpolitischen Lage. Daneben fanden verschiedene Wirtschaftsmeldungen Beachtung und gaben der Tendenz etwas Anregung. Auf kleine Käufe der Kulisse — das Publikum hielt sich vom Geschäft weiterhin fern — ergaben sich am Aktienmarkt meist Erhöhungen von 0,50 bis 1 v. H. Zeitweise lebhafter lagen Montanaktien, von denen Vereinigte Stahlwerke, Rheinstahl, Mannesmann und Laurahütte je 0,75 v. H., Harpener 1,25 v. H. und Hoesch 0,50 v. H. anzogen. IG. Farben erhöhten sich bei kleinen Umsätzen um 0,65 v. H., Deutsche Erdöl um 0,90 v. H. Von Elektrowerten wurden RWE. mit plus 1,25 v. H. gefragt, auch Schuckert gewannen 1 v. H., Lah- meyer, Licht und Kraft und Bekula bis 0,50 v. H.; Siemens blieben mit 166,50 unverändert. Erhöhtes Interesse wandte sich einigen Maschinenwerten zu, insbesondere Moenus waren gefragt und auf Der VD7N. stellt aus am 21., 22., 23. März im Neuen Studentenheim. 9 6 6 böden abgehalten wurde, hatte sich Lehrer Schneider von hier erworben. Sein Vortrag „Rechte und Pflichten des Luftschutzhauswartes hinterließ bei allen Zuhörern einen nachhaltigen Eindruck. Mit einem Planspiel und einem gefelligen Abend fand die Veranstaltung ihr Ende. Runvfunkprogramm. Mttwoch, 18. März. 6 Uhr: Choral — Morgenspruch. — Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Polizeiliche Morgenmeldung. 9.30: Musik am Morgen. 10.15: Schulfunk. 10.45: Nachrichten. 11: Hausfrau hör zu! 11.30: Sendepause. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten. — Nachrichten aus dem Sendebe- zirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.10: Allerlei von Zwei bis Drei. 15: Wirtschafts' bericht. 15.15: Wenn die Stadt noch schläft. Morgenstunde in einer Bäckerei. 15.30: Vergnügliche Historie (II). Anekdoten aus dem Weltkrieg. 15.45: Bücherkunde des Monats. 16: Konzert. 17: Kleine Volksmusik. Gesungen und gespielt. 17.30: Alte Turn und Taxis. Bericht aus einer Briefmarkensammlung. 18 bis 19.25: Singendes, klingendes Frankfurt! (Unser bunter Frankfurter Nachmittag.) 19.30: Stunde der jungen Nation. 20: Nachrichten. 20.10: Frühling in Sicht. Teilübertragung aus dem bunten Abend mit der NSG. „Kraft durch Freude". 22: Nachrichten. 22.10: Kurzparole des Polizeipräsidenten Meusel, Mainz. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.30: Frohes Hessenvolk. 23: Wir bitten zum Tanz! Robert Gaden spielt. 24 bis 2: Nachtmusik. Briefkasten -er Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) Fr. V. Die bei Ihnen auf monatliche Kündigung beschäftigte Hausangestellte ist nicht berechtigt, ihre Dienststelle ohne Einhaltung der vertraglich vereinbarten Kündigungsfrist zu verlassen, falls nicht ein bestimmter Grund zur sofortigen Kündigung des Dienstverhältnisses vorliegen sollte. Sie ziehen die Hausangestellte am besten durch die Deutsche Arbeitsfront, Kreiswaltung Gießen, Schanzenftraßs, zur Rechenschaft. Kosten sind mit einem derartigen Vorgehen nicht verbunden. Die Geltendmachung eines etwaigen Schadenersatzanspruches hat vor dem Arbeitsgericht zu erfolgen; dieses Verfahren ist gebührenpflichtig. Schweinemarkt in Alsfeld. CX3 Alsfeld, 16. März. Auf dem heutigen Schweinemarkt waren 394 Schweine zum Verkauf aufgetrieben. Es kosteten 6 bis 8 Wochen alte Ferkel 24 bis 28 Mark, 8 bis 10 Wochen acks Tiere 28 bis 32 Mark, Läuferschweine 35 bis 33 Mark. Der Handel verlief gut, es verblieb jedoch ein Ueberstand von etwa 150 Ferkeln. Oie Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 253: Abänderung der Bestimmungen über die Wertpapier-Nummernkontrolle und die Versendung von Zinsscheinen in das Ausland. — 254: Neuzusammenfassung der Bestimmungen über den Per- Sranfhirt a. M. | Berlin 9. G. Farben-Jndustrte Scheideanstalt........ Goldschmidt ......... Rütgerswerke ........ Metallgelellschaft...... Zellstoff Waldhos........... Zellstoff Aschaffenburg ...... Dessauer Gas ............., Daimler Motoren........... Deutsche Linoleum.......... Orenstetn L Koppel ......... Westdeutsche Kaufhof........ Chade .................... Accumulatoren-Fabrik....... Conlt-Gummt.............. Gritzner................... Mainkrastwerke Höchst a.M.. Süddeutscher Zucker........ Tagest« ,D Gymnasm MUh-md fernen im -ö M Schömbk Mole*, Fachjchast Mrealschule .-Mtheater: 2( .Wa-Palast, .Wpielhaus, S.'jnung". — 0 ^Herbergen: sMsims Bersc mit flurmhau- lchllung von li'-ldors. $ Ne von 20 I k^lag-Abonne Ivette „Die bl Ürigentenputt: ( egt in den ßö fyn) 6 d) u 11 { Gaslspit „1 Ars dem Sta Wem das ( Januar eine so snjerec Theater Kollektiv zu eir Nttstay, 19. Der bunte Reil s'eht neben den tßrogrami W, toie man /eben kann, i[t ju Arv Äon einem Löwen angefallen und schwer verletzt. Lpd. Marburg, 16. März. Als Sonntagnachmittag ein im hiesigen Tiergarten als Wärter und Löwendresseur tätiger jungen Mann den Löwenkäfig betrat, um mit Vorführungen zu beginnen, wurde er d o n einem jungen Löwen an - gefallen und zu Boden gestreckt. Ein alter Mäh- nenlöwe, der dem Wärter sehr anhänglich ist, suchte seinen Herrn zu schützen und den Angreifer abzuwehren, der aber nicht von seinem Opfer ablassen wollte, lieber dem am Boden liegenden Wärter entstand eine wüste Beißerei. Kurz entschlossen ergriff ein vor dem Käfig stehendes junges Mädchen, eine Verwandte des Tiergartenbesitzers, eine Mistgabel, öffnete den Löwenkäfig und drang mutig auf die sich wie rasend gebärdenden Bestien ein. Es gelang ihr, ein Bein des arg zugerichteten jungen Mannes zu erfassen und diesen aus dem Käfig zu zerren. Mit lebensgefährlichen Kratz- und Bißverletzungen brachte man den Wärter in die Klinik. Kreis Wetzlar. (D Krofdorf, 16. März. Die Handarbeitslehre- .n unserer Volksschule, Frau Johannette Kuhl, veranstaltete am Sonntag in der Schule am Glei- berger Weg eine Handarbeitsschau. In den beiden Fluren des Schulhauses lagen auf langen Tischreihen und hingen an den Wänden hunderterlei handgearbeitete Sachen und Sächelchen, geschmückt mit allerlei frischem Grün, aufgebaut nach dem Grundsatz: Vom Leichten zum Schweren! Mit großer Zufriedenheit nahmen die zahlreichen Besucher Kenntnis von dem Umfang und der Vielseitigkeit der Jahresarbeit. Die Ausstellung gereichte der Handarbeitslehrerin Frau Kuhl, die nun schon neun Jahre in diesem Fach die Mädchen vom 3. bis 8. Schuljahr in bester Weise betreut, zur Ehre, sie spiegelte gleichzeitig auch das Verständnis und Können bei den Schülerinnen und den Eltern. §Odenhausen, 16. März. In den beiden vergangenen Wochen fand auch in unserer Gemeinde ein Luftschutzkursus statt, der von der Ortsgruppe Launsbach veranstaltet wurde. Die Beteiligung war sehr stark. Theoretische Vorträge wechselten mit praktischen Hebungen ab. Die Notwendigkeit des Luftschutzes wurde allen eindringlich vor Auyen geführt. Besondere Verdienste um die Durchführung des Kursus, der auch in der Nachbargemeinde Salz- Schaffung von Neulind sind, die Siedlung durchzuführen." Der Bauer Tiessen aber hat für Die Beantwortung der in der Denkschrift angeschnittenen Frage, ob es gelingen wird, die Siedlung durchzuführen, seine eigne Antwort. Er erzählt von den z w e i S ch u l e n, die sie für den Adolf-Hitler-Koog bekommen haben, er erzählt leise und bedächtig von dem F r a u e n - A r b e i t s d i e n st, der mit zwan- zig jungen Mädchen aus allen Teilen Deutschlands angerüdt ist, um notfalls den Siedlerfrauen zu helfen. Und dann meint er, daß man beides, Arbeitsdienst und Schulen, bald brauchen werde. Die Zeit der Einrichtung und Einwohnung in die neue Umgebung fei ja wohl vorbei, es laufe jetzt alles so, wie es solle. Und dann schließt er mit einem behäbigen und stolzglücklichen Lächeln mit der Bemerkung, daß seit der Einweihung des Koogs in den zweiundneunzig Feuerstellen schon zwanzig Kinder gebo- r e n wurden, aber daß bis Weihnachten nach bester Kenntnis wohl noch achtzig neue Bür - ger d e s Adolf-Hitler-Koogs zu er- warten feien, Zwillinge nicht mitgerechnet. Mit vierhundert Köpfen fei man seinerzeit eingezogen, in Jahresfrist würden es fünfhundert fein. Und das würde ja wohl den Fortgang der Siedlung sichern. In nächster Zeit schon würden sie alle Erbhof- bauern werden, und Söhne von Erbhofbauern würden es dann fein, die, jetzt geboren, dereinst die Siedlung weiter ins Meer hinaustreiben würden. Der Adolf-Hitler-Koog und feine Leute wissen, was sie dem Vaterlande schuldig sind. Und sie wissen^ wie man ihm dankt und dient. Wilhelm Schulze. vollfrische Eier, Sonderklasse große Eier, ^.-Klasse mittelgroße Gier, 8-Klasse gewöhnliche Eier, E-Klasse kleine Eier, v-Klasse sonenverkehr auf Seeschiffen und die Küstenschiffahrt. — 255: Die unerlaubten Abzüge im schweizerischen Verrechnungsverkehr mit Deutschland. — 256: Tschechoslowakischer Umrechnungskurs für Reichsmark. — 257: Aufhebung der Einfuhrkontingentierung für Einzelteile von Kesseln in Frankreich. — 258: Durchaus normale Geschäftsabwicklung Griechenlands mit Deutschland. — 259: Nähere Bestimmung über die Inanspruchnahme der Deoisenfrel- grenze. — 260: Reiseverkehrserleichterungen mit der Tschechoslowakei. — 261: Die Niederlande im Jahre 1935. ♦ * G e b u h r e n g e s e tz für bas Auswärtige Amt und die A u s l a n b s b e h ö r d e n n eb ft Tarif. Die Industrie- und Handelskammer Gießen macht auf vorgenanntes Gesetz vom 8. März 1936, das im RGBl. I vom 10. März 1936 ver- öffentlich ist, aufmerksam. In dem dem Gesetz beigefügten Tarif sind die Gebühren, die für Abschriften, Beglaubigungen, Aufbewahrungen und Aushändigungen, Auskünfte, Bescheinigungen usw. erhoben werden, enthalten. Nähere Auskunft erteilt die Kammer. 84,75 bis 85 (83,50) erhöht, auch Muag stiegen um 1 v. H., Daimler um 0,50 v. H. und Junghans um 0,25 o. H. Linoleumaktien lagen uneinheitlich, Deutsche Linoleum 159 (157,90), dagegen Conti Linoleum Zürich 152 (155). Im einzelnen eröffneten Zellstoff Aschaffenburg 1,25 v. H., Westdeutsche Kaufhof 0,40 o. H., Hapag und Reichsbank je 0,13 o. H. freundlicher; Süddeutsche Zucker und Kunstseide AKU. setzten behauptet ein. Nach den ersten Notierungen schrumpfte das Geschäft stark zusammen und die höchsten Kurse blieben nicht immer ganz behauptet. Der Rentenmarkt lag sehr still und kurs- mäßig nahezu unverändert. Altbesitz verloren 0,10 v. H., (Späte Schuldbuchforderungen, Kommunal- Umschuldung, Zinsoergütungsscheine und 6proz. Vereinigte Stahlwerke eröffneten wie am Samstag. Von fremden Werten kamen Anatolier mit unverändert 37 und 4 v. H. Rumänen mit 5,05 (5,13) zur Notiz. In der zweiten Börsenstunde war das Geschäft am Aktienmarkt klein. Die Haltung blieb freundlich und auf der nach den ersten Notierungen ein- S lenen Basis bestand Kaufinteresse. Rheinstahl, . und Lahmeyer zogen noch etwas an, Vereinigte Stahlwerke gaben 0,50 v. H. nach. Von später notierten Werten gewannen Felten 2,50 v. H. auf 115,50, AG. für Verkehr 1,50 v. H. auf 106,25 bis 106,50 bis 106,25, Gesfürel und Scheideanstalt je 1 v. H., Gement Heidelberg 1,13 v. H. Die variablen Rentenpapiere lagen im Verlaufe unverändert. Goldpfandbriefe und Kom- munal-Obligationen sowie die meisten Stadtanleihen zeigten die letzten Kurse, während Liquidationspfandbriefe zumeist etwas abbröckelten. Von fremden Werten lagen Ungarn und Mexikaner etwas fester, dagegen Rumänen mäßig niedriger. Tages- geld ratter erleichtert auf 2,75 (3) v. H. Die Abendbörse fiel aus. - Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 16. März. Das Weizenangebot aus dem näheren Bezirk wird von den Mühlen ausgenommen, während am Oberrhein ein übergroßes Angebot aus Norddeutschland teilweise unter Festpreis vorliegt. Die Versorgung mit Roggen ist durch die Zuweisungen der RfG. vielerorts gebessert worden, jedoch ist die Nachfrage der Mühlen noch recht lebhaft. In Futtergerste und Hafer finden Umsätze nur vereinzelt und nur in kleinen Mengen statt. Der Meylabsatz hielt sich stetig. Am Futtermittelmarkt ist die Lage durch erhöhte Zuteilungen von Kleie von den ober- und nieder- rheinischen Bezirken etwas entspannter. Biertreber und Malzkeime blieben angeboten. In Rauhfutter kann der Bedarf bei stetigen Preisen gedeckt werden. Gs notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in RM.: Weizen W 13 211, w 16 214, W 19 218, W 20 220, Roggen R 12 174, R 15 177, R 18 181, R 19 183 Großhandelspreis der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste —, Hafer —. Weizenmehl W 13 28,35, W 16 28,60, W 19 28,60, W 20 28,95, Roggenmehl R 12 22,45, Philipp Holzmann .... Zementwerk Heidelberg dementroerf Karlstadt.. und an die Gärten und die Viehwirtschaft muß man dann denken. Bäume müssen heran, und die 38 Kilometer Straßen, die sie jetzt schon haben, müssen bepflanzt und verschönert werden. Wenn alles endgültig steht, können sie genug Brotgetreide erzeugen, daß sie nebenbei noch eine Stadt von 20000 Ginwohnern das ganze Jahr Hindurch ernähren können. Mit 64 Bauernstellen zwischen 3 und 30 Hektar und 28 Arbeiterund Handwerkerstellen zwischen ein und drei Hektar arbeiten sie daran. Die erste Grnte ist zwar eine gute Durchschnittsernte gewesen, aber dieser frische, unverdorbene Boden wird noch viel mehr hergeben, wenn er erst einmal richtig durchgearbeitet ist. Denn dieser Koog ist nicht nur der Arbeitsbeschaffung wegen in Angriff genommen worden, er ist vor allem der Siedlung und damit der Menschen wegen entstanden. Gine Denkschrift, die anläßlich der Ginweihung des Koogs durch den Führer herausgegeben wurde, drückt das so aus: „Das letzte Ziel all dieser mit so großer Mühe vollbrachten Arbeit aber ist die Besiedlung des dem Meere abgerungenen Raumes mit deutschen Bauern und Arbeitern. Auf dieses Ziel ist bei früheren Gindeichungen nie der Hauptwert gelegt worden; der einmal gewonnene Boden wurde mehr ober weniger nach kapitalistischen Gesichtspunkten verkauft oder verpachtet. Er st dem nationalsozialistifchen Staat blieb es vorbehalten, den neu« gewonnenen Boden zur Bildung von neuem Bauerntum nach seinen Ideen zu besiedeln. Dieser Staat sieht sogar die große Mühe des Deichbaues als nicht lohnend an, wenn es nicht gelingt, auf den neuen Flächen, die neben anderen Meliorationen die einzige Möglichkeit der So*rf*t tu Äu d-r $0[ L®“"1 führe hort' ।! «m 22. $ W «m (Dion IWfurt a fti" lUr die 9 feg bleibt ’Ä*" Ä L Dritte m|f b 1 beauftrag' i*l * "'1 Melcher Mr W 6t5. . * IgllW« roUt6e Wlnscheme Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. R 15 22,80, R 18 23,30, R 19 23,50 plus 0,50 RM. Fracht-Ausgleich. Weizenmehl 16,75—17,00, Weizenfuttermehl 13,00—13,25. Weizenkleie W 13 16,65, W 16 10,80, W 19 11,00, W 20 11,10, Roggenkleie R 12 9,95, R 15 10,15, R 18 10,40, R 19 10,50 Mühlenfestpreise ab Mühlenstation. Sojaschrot mit Monopolzuschlag 16,20, Palmkuchen m. M. 16,80, Grdnußkuchen m. M. 18,30. Treber 18,50, Trockenschnitzel 9,16 Großhandelspreis ab Fabrikstation. Heu 7,75, Weizen- und Roggenstroh drahtgepreßt 3,50—3,70, gebündelt 3,20—3,50. Kartoffeln: Industrie hies. Gegend 3,40, gelbfleischige h. G. 3,30, weiß-, rot- und blauscha- lige h. G. 3,05 RM. per 50 Kilogramm bei Wag- gonbezug. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 16. März. Auftrieb: Rinder 448 (gegen 389 am letzten Montagsmarkt), darunter 65 Ochsen, 49 Bullen, 287 Kühe, 47 Färsen. Zum Schlachthof direkt: 2 Ochsen, 4 Kühe Kälber 504 (491), Schafe 57 (39), Schweine 3762 (3219). Notiert wurden pro ein Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen a) 43 bis 45 (am 9. Marz 43 bis 45), b) 40 bis 41 (41). Bullen a) 43 (43), b) 39 (— . Kühe a) 42 (39 bis 42), b) 35 bis 38 (34 bis 38), c) 33 (28 bis 33), d) 25 (25). Färsen a) 44 (42 bis 44), b) 40 (40), Kälber a) 66 bis 70 (69 bis 72), b) 59 bis 65 (64 bis 68), c) 49 bis 58 (52 bis 63), d) 38 bis 48 (40 bis 51). Lämmer und Hämmel b2) 47 bis 50 (46 bis 49), c) 43 bis 46 (—). Schweine al) 57 (57), a2) 57 (57), bl) 56 (56), b2) 55 (55), c) 53 (53), d) 51 (51), e) 40 bis 51 (51). Sauen gl) 57 (57), g2) 57 (57). Marktverlauf: Rinder und Schweine wurden zugeteilt. Kälber, Hämmel und Schafe ruhig, ausverkauft. Großhandelspreise für Fleisch und für Fettwaren. Beschickung: 1226 Viertel Rindfleisch, 104 ganze Kälber, 4 Hämmel, 256 halbe Schweine. Notiert wurden pro 50 Kilogramm in Mark: Ochsenfleisch a) höchster Preis 80, b) höchster 69. Bulleüfleisch a) höchster 76, b) höchster 66, c) höchster 58. Kuhfleisch a) höchster 75, b) höchster 65, c) höchster 54. Färsenfleisch a) höchster 80, b) höchster 69. Kalbfleisch b) 78 bis 88, c) 70 bis 78. Hammelfleisch b) 90 bis 95. Schweinefleisch b) höchster 74. Fettwaren. Roher Speck unter 7 Zentimeter höchster 80, Flomen höchster 80. Marktverlauf: ruhig. lln ®Äu“d| Hw te*"' W a Murten , KVu ■N" P Um s0 Ug nai rfeA N. kJ^qc rW X, fei“; WH! ®?je Deutsche Schanzens^' derartigen Verfahren ist , NSG. „Kraft durch Freude": 20.30 bis 21.45 Hhr fröhliche Gymnastik (nur für Frauen) im Lyzeum; HO bis 21 Hhr und 21 bis 22 Hhr (nur für Frauen) Schwimmen im Volksbad; 21 bis 22 Hhr Reiten, ! Reitschule Schombs. — NSLB. Abteilung „Höhere jSchule", Fachschaft „Neuere Sprachen": 16 Hhr in ter Oberrealschule Sitzung der Arbeitsgemeinschaft. - Stadttheater: 20 bis 23 Hhr: „Die blaue Mazur". - Gloria-Palast, Seltersweg: „Der Ammenkönig". - Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Herr ohne Bohnung". — Ortsverband Gießen für Deutsche Jugendherbergen: 20 Hhr im Singsaal des Realgymnasiums Versammlung. — Oberhessischer Kunst- ierein (Turmhaus am Brandplatz): 16 bis 17 Hhr Ausstellung von Gemälden von Richard Geßner, Düsseldorf. Stadttheater Giehen. Heute von 20 bis 23 Hhr als 22. Vorstellung im -ienstag-Abonnement die Tanz- und Schlaaer- iperette „Die blaue Mazur" von Fr. Lehär. Am 'ririgentenpult: Ernst Bräuer. Die Spielleitung legt in den Händen von Paul W r e d e. Tänze: Ihery Schultheis. Gastspiel im Stadttheater Gießen: „Die acht Entfesselten." Ars dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Nachdem das Gastspiel der „acht Entfesselten" im fanuar eine so große Nachfrage aus allen Teilen inferec Theaterbesucher ausgelöst hat, wurde dieses Kollektiv zu einem nochmaligen Gastspiel für Donnerstag, 19. März, von der Intendanz verpflichtet. 1 er bunte Reigen der umfangreichen Darbietungen ssht neben den besten und bewährten Nummern des litten Programms auch Neuheiten vor. Ein Theater- jcbent), wie man ihn in dieser Form nur selten er» Men kann, ist zu erwarten. (Siehe heutige Anzeige.) Deutsche Arbeitsfront. An alle Ortsgruppen- und Vetriebsgemeinschaftswatter. Die Buchumschreibung wird am 30. März 1936 fir sämtliche Mitgliedsbücher (außer der Deutschen Angestelltenschaft, wozu noch besondere Aufforde- ung ergeht) eingestellt. Wir machen nochmals darauf aufmerksam, daß l.eser Termin allen Mitgliedern bekanntzumachen ist. Sonderzug nach Köln am Sonntag, 19. April. Am Sonntag, 19. April, fahren wir einen Son- ' erzug nach Köln, der Domstadt am Rhein. Der vahrpreis beträgt 3,90 Mk., mit Mittagessen 4,80 Nark. Anmeldeschluß: 4. April. Jeder Volksgenosse, er an dieser Fahrt teilnehmen will, muß das Anmeldeformular in dem Monatsprogramm aus- iüllen und mit dem Betrag feinem zuständigen -KdF."°Wart oder auf der Kreisdienststelle „KdF. , 2chanzenstraße 18, abgeben. ©porfamf »Kraft durch Freude". heute folgende Kurse: Fröhliche Gymnastik und Spiele, Frauen. Von 20.30 bis 21.45 Hhr, Lyzeum, Dammstraße 26. PTiiaji Die loeueuiuny uei euuyuuiyen roi|rei- 9 bis 12, Wirsing, das Pfund 20 bis 30, Weißkraut ung Deutschlands in ihrer Auswirkung auf die 115 bis 18, Rotkraut 18 bis 20, Gelbe Ruben 10 bis Der Führer und die deutsche Kunst Konzert In Berlin .. W 4 15, Rote Rüben 10 bis 12, Spinat 18 bis 20, Unterkohlrabi 8, Grünkohl 15 bis 20, Rosenkohl 20 bis 35, Feldsalat 70 Pf. bis 1 Mk., Tomaten 30 bis 40, Zwiebeln 10 bis 18, Meerrettich 30 bis 70, Schwarzwurzeln 25 bis 40, Kartoffeln 4 bis 4%, 10 Pfund 43 Pf., der Zentner 3,50 bis 3,70 Mk., Aepfel, das Pfund 20 bis 50 Pf., Zwetschenhonig 40 bis 45, junge Hähne 90 Pf. bis 1 Mk., Blumenkohl 25 bis 50, Salat 20 bis 30, Endivien 10 bis 25, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 20, Sellerie 10 bis 40, Radieschen, das Bund 15 Pf. * ** Die Vorprüfung für Beamtenanwärter. Oberregierungsrat Dr. Schoen- Hals als Vorsitzender der Prüfungskommission des Kreisamts Gießen gibt bekannt, daß der Termin für die Abnahme der Vorprüfung für Beamtenanwärter auf Montag, 23. März, 9 Uhr, im Sitzungssaale des Kreisamtes in Gießen festgesetzt ist. Zur Teilnahme an dieser Prüfung sind berechtigt alle Verwaltungsanwärter der Provinzial- und Kreisverwaltung und der Gemeinden des Kreises Gießen, mit Ausnahme der Stadt Gießen, deren Vorbereitungsdienst nach den vom Hessischen Gemeindetag erlassenen vorläufigen Richtlinien für die Ausbildung der Verwaltungsanwärter usw. abgeschlossen ist, und die beabsichtigen, in diesem oder spätestens im nächsten Jahre die erste Verwaltungsprüfung abzulegen. Meldungen sind bis spätestens 21. März bei Oberregierungsrat Dr. Schoen- Hals als Vorsitzenden der Prüfungskommission einzureichen. *♦ Sonntags-Rückfahrkarten zum Faselmarkt in Butzbach am 19.März werden auch am Bahnhof Gießen ausgegeben. Die Karten gelten zur Hinfahrt vom 18. März, 12 Uhr, bis 19. März und zur Rückfahrt vom 18. März bis 20. März, 12 Uhr (spätester Antritt der Rückfahrt). ** Balkenbrand. Am Sonntag gegen 21.30 Uhr wurde der Feuerwache ein Balkenbrand im Hause Sonnenstraße 11 gemeldet. Zwei Feuerwehrmänner der Wache eilten mit einem Preßto-Feuer- löscher schleunigst an die Unfallstelle, wo sie bis gegen 23 Uhr mit der Bekämpfung der Flammen und der Beseitigung des Brandherdes zu tun hatten. Rach dieser etwa anderthalbstündigen Arbeit war jegliche Gefahr endgültia beseitigt, so daß die wackeren Feuerwehrleute wieder zum Depot zurückkehren konnten. ♦* Wiedersehensfeier der 11. Kompanie Leibgarde-Jnfanterie-Regi- ment 115. Am 10. Mai findet in Darmstadt eine Wiedersehensfeier der 11. Kompanie Leibgarde- Jnfanterie-Regiment 115 statt. An die Kameraden der 11. Kompanie Leibg.-J.-R. 115 in Krieg und Frieden ergeht der Ruf, unverzüglich ihre genauen Anschriften an Kamerad Karl Hahn, Darmstadt, Erbacher Straße 9, zu richten, damit sie laufend über die vorgesehene Wiedersehensfeier unterrichtet werden können. Auch ist erwünscht, daß die Kameraden Adressen anderer ehemaliger Angehöriger der 11. Kompanie Leibg.-J.-R. 115 an vorstehende Adresse gelangen lassen, denn es soll erreicht werden, daß möglichst viele alte Kameraden nach Darmstadt kommen. Daß großes Interesse für diese Wie- oersehensfeier besteht, beweist die unerwartet große Zahl von bereits eingesandten Anmeldungen. OJL-tfpott Leichtathletik, G. Richtberg, bei einer leider nicht allzu zahlreichen Beteiligung durchgeführt. Am Start waren Mannschaften der Spielvereinigung 1900, des VfB.-R., dann des Turnvereins Heuchelheim und des Sportvereins Garbenteich. Erfreulich war die verhältnismäßig gute Beteiligung der Jugend. In der Klasse der Aktiven I kam es zu einer Begegnung der Läufer der Spielvereinigung 1900 mit der Mannschaft des Turnvereins Heuchelheim. Erwartungsgemäß sicherten sich die Turner einen sicheren Sieg. Es stand von vornherein fest, daß die energischen drei Brüder Erich, Franz und Hans Reidel nicht zu schlagen waren. Mit über einer halben Runde Vorsprung der etwas über einen Kilometer langen Strecke, gingen sie durch das Ziel. Lediglich Mootz konnte sich auf den ersten Runden behaupten. In der Aktiven-Klasse II kamen die 1900er gegen die weniger routinierten Läufer von Garbenteich zu einem klaren Sieg. JnderJugendklasse^.und8 (viermal eine Runde) gab es einen spannenden Kampf zwischen Svieloereinigung 1900 und VfB.-R. Rach anfänglicher Führung durch die Jungens vom Waldsportplatz, kamen die Blauweißen auf und sicherten sich den Sieg mit 4,5 Sekunden Vorsprung. In der Jugendklasse C und D blieb der Sieg ebenfalls bei der Spielvereinigung 1900. Allerdings lagen die Jungens von Heuchelheim nur zwei Meter zurück. Die Ergebnisse. Aktive Klasse I (4 mal 2 Runden): 1. Tv. Heuchelheim (A. Kreiling, E. Reidel, F. Reidel, H. Reidel) 29:21,8 Min.; 2. Spielvgg. 1900 Gießen 31:23 Min. Aktive Klasse II (4 mal 1 Runde): 1. Spielvereinigung 1900 Gießen (Tränker, Baumstieger, Peters, Bepperling) 14:05 Min.; 2. Tv. Garbenteich 15:49 Min. Jugendklasse, Klasse A u. B (4 mal 1 Runde): 1. Spielvgg. 1900 Gießen (Hz. Adolph, den, im Laufe der nächsten Woche wird die Urn- tellung beendet sein. In dem kurz nach Ostern beginnenden Anfänger-Unterricht wird nach der neuen Schriftform gelehrt, und in allen übrigen Kursen wird, soweit eine Umstellung der Teilnehmer bis dahin noch nicht stattgefunden hat, erst wiederholt und dann in der altbekannten Weise weitergeübt. Da in der freien Kürzung, jetzt Ell- chrift genannt, die seitherigen Kürzungsmöglichkeiten: wie weitere Kürzungsregeln, Stamm- und Formkürzungen bestehen bleiben, auch ein großer Teil der Regeln wie tonlose Endsilbe, Ableitungen von mein, dein usw., unsere unserer, die Silben eien, eier, Verbindungen ohne Häkchen und dergleichen mehr wieder zu verwenden sind, kann der Schnellschreiber von einer Umstellung Abstand nehmen. Er wird sich nur mit der neuen Schriftform in bezug auf Schreibrichtigkeit in der Verkehrsschrift vertraut machen, um beim Leistungsschreiben erfolgreich zu bestehen. Es ist zunächst eine lieber« gangsfrist von einem Jahr festgelegt worden, innerhalb der die alte und die neue Schriftform nebeneinander verwandt werden kann. Ein Teil der Wettschreiber hat diesmal schon von der neuen Schriftform Gebrauch gemacht. 3 Jahre Nationalsozialismus. Die Reichskulturkammer tagt Leistungsschreiben der Deutschen Steuographeuschast Ortsgruppe Gießen. Gerätemannschastskämpfe in Wieselt. Am Sonntag traten in Wieseck die Mannschaften Turnverein 1846 Gießen, Turnverein W i e sed und Turnverein Lollar zum Runden-Geräte- Wettkampf an. Hier zeigten sich die Lollarsr überlegen und der Kampf wurde von ihnen mit 814 Punkten vor Wieseck mit 781, und Turnverein 1846 Gießen mit 759 Punkten gewonnen Die Einzelergebnisse waren folgende: Barren: Lollar 213, Wieseck 199, Gießen 190 P.; Reck: Lollar 190, Wieseck 193, Gießen 173 P.; Pferd: Lollar 317, Wieseck 291, Gießen 296 P; Freiübung: Lollar 94, Wieseck 98, Gießen 100 P. Die besten Einzelturner waren: 1 Walter Biem (Lollar) 217 P.; 2. Werner (Wieseck) 206 P.; 3. Moos (Lollar) und Lepper (Wieseck) je 205 P. Der Jugend-Runden-Gerätekampf. Es nahmen die Vereine Tv. 1846 Gießen, Tv Wieseck, Tv Treis und Tv. Lollar mit V einer Mannschaft teil. Unter der Leitung des Turm bruders Müller (Gießen) nahm der Kampf einen flotten Verlauf. Zum Schluffe zeigte das Ergebnis, daß sich alle Mannschaften gleichwertig waren uni die Mannschaft des Tv. 1846 Gießen mit 530 P als glücklicher Sieger hervorgehen konnte. Mit nm 2 Punkten Abstand folgte die Mannschaft Treu 528 Punkte. Dritter wurde mit 523 Punkten bei Tv. Lollar. Vierter der Tv. Wieseck mit 516 P. Am Schlüsse der Veranstaltung betonte bei Kampfleiter Müller (Gießen) die Gleichwertigkei aller Mannschaften und ermahnte gleichzeitig dii Teilnehmer, fernerhin der Turnerei und somit beir Vaterlande treu weiter zu dienen und Hamit amt einen Stein zum Aufbau des neuen Reiches bei;m tragen. Mit einem Treugelvbnis zu Führer, W In gewissen Zeitabständen veranstaltet die auf Veranlassung des Reichsministers des Innern geschaffene Deutsche Stenographenschaft Leistungs- schreiben in Kurzschrift und Maschinenschreiben, um allen Mitgliedern und Kursusteilnehmern Gelegew heit zu geben, ihre Schreibfertigkeit zu prüfen, sich eine Urkunde zu erringen, die infolge ihres amtlichen Charakters bei allen ©tellenberoerbungen von größter Wichtigkeit ist, die aber auch gleichzeitig als Ausweis gegenüber Behörden, Körperschaften usw. Gültigkeit hat. Aus dieser Erkenntnis heraus hatten sich — wie man uns berichtet — am Sonntag wieder rund 140 Kurzschriftler der Ortsgruppe Gießen der Deutschen Stenographenschaft in den Räumen der Oef- fentlichen Handelslehranstalt eingefunden, um im friedlichen Wettkampf ihr Können wieder einmal zu beweisen. Ein Teil der Gemeldeten konnte wegen der Kaufmannsgehilfenprüfung nicht erscheinen; ebenso konnte eine Anzahl Stenographen von der Wehrmacht sich an dem Wettbewerb nicht beteiligen. An diesem Wettbewerb kann nur derjenige Stenograph teilnehmen, der durch dauernde Schulung m den Kursen vorbereitet ist, denn dieses Schreiben ist nicht mit einem gewöhnlichen Diktat zu vergleichen, das gelegentlich einmal in den Stunden gegeben und übertragen wird, sondern es ist eine Prüfung strengster Art. Einmal muß der Teilnehmer beweisen, daß er gut leserlich stenographieren kann, dann muß er auch in der Lage sein, den Text, der ihm ja unbekannt ist, fehlerfrei zu übertragen, wobei selbstverständlich der größte Wert auf die Orthographie und Interpunktion gelegt wird. Für die genaue Einhaltung der Zeit ist ebenfalls Sorge getragen, da ein Aufsichtsführender jeweils mit der Uhr kontrolliert. Daß sich auch diesmal wieder eine so große Anzahl Kurzschriftler beteiligte, ist der Beweis für die intensive und wertvolle Arbeit, die in den Unterrichtsstunden der Deutschen Stenographenschaft geleistet wird. Es wurde in den Abteilungen 60 bis 240 Silben geschrieben. Vor Beginn des Wettschreibens hielt der Ortsgruppenführer Heinz Graf eine Ansprache, in der er zunächst auf die Bedeutung dieser Leistungsprüfung hinwies. Gleichzeitig überreichte er den Schriftfreunden, die bei der letzten Handelskammerprüfung erfolgreich bestanden hatten, die Urkunde und das Leistungsabzeichen der Reichsführung, und zwar: in Silber, Schriftfreund Oberzahlmeistster Bötig, in Bronze den Mitgliedern Anni Kompf, Karl Meister und Hans Becker. Er beglückwünschte die Schriftfreunde und forderte die Mitglieder auf, danach zu streben, um ebenfalls in den Besitz dieser wertvollen Auszeichnungen zu kommen. Dann wies er nochmals auf die am nächsten Sonntag in Gießen von der Industrie- und Handelskammer in der Öffentlichen Handelslehranstalt angesetzte Frühjahrsprüfung für Geschäftsstenographen hin. Seine weiteren Ausführungen galten der neuen Schriftform nach der Urkunde vom 30. Januar 1936. Die Deutsche Stenographenschaft hat an der Vereinfachung der Deutschen Kurzschrift mitgearbeitet. Alle Unterrichtsleiter der Ortsgruppe haben sich mit der neuen Schriftform schon vertraut gemacht, und man hat einstimmig den großen Fortschritt in bezug auf leichte Erlernbarkeit, Vereinfachung des Regelwerks usw. fest- gestellt. Jeder, der bisher die Deutsche Kurzschrift erlernte, wird ohne besonderes Umlernen die neue Schriftform lesen und schreiben können, jeder der die neue Schriftform ohne stenographische Vorkenntnisse erlernt, wird auch die bisherige Schriftform lesen können, so daß eine Entwertung des vorhandenen Schriftgutes nicht eintritt. Um den Mitgliedern und Kursusteilnehmern der Ortsgruppe nicht besondere Opfer in finanzieller und zeitlicher Hinsicht aufzuerlegen, hat in den jetzt laufenden Kursen die Umlernung zum Teil schon stattgefun- Gelände-Staffellauf im Kreise GießenI» Ortwei^M K°ch> d» Der Gelände-Staffellaus des Kreises Gießen Gießen 2. Mannsch. 15:05,2 Min.; 4. Tv Heuchel« wurde unter der Leitung des Kreisfachwartes für heim QoirhtnthfoHP ru i rh t h »r n hoi oinor loihor Jugendklasse C u. D (4 mal V2 Runde): 1, Spielvgg. 1900 Gießen 1. Mannsch. (Theiß, S). Adolph, Schmück, W. Adolph) 7:06,6 Min.; 2. Tv. Heuchelheim 1. Mannsch. 7:06,9 Min.; 3. To Heu« chelheim 2. Mannsch. 7:56,6 Min.; 4. VfB.-R. Oie- ßen; 5. Spielvgg. 1900 Gießen 2. Mannsch. „Oer Ammenkönig." Gloria-Palast. Rach der Komödie „Das Tal des Lebens" von Max Dreyer hat die Europa einen Kostümfilm mit dem zunächst rätselhaften Titel „Der Ammen- könig" gedreht. Bearbeitung: Axel Eggebrecht, Ernst Hasselbach, Erich K r ö h n k e. Was es mit den Ammen des Dorfes Neubronn und dem von ihnen alljährlich gewählten König auf sich hat, wird man bald gewahr: die lebenslustigen Bewohner des Dörfchens wollen keine Ehesteuer bezahlen und verzichten deshalb darauf, zu heiraten. Das ist aber auch alles, worauf sie verzichten, und der Kindersegen der kleinen Gemeinde ist ebenso ansehnlich wie die Schar der in den markgräflichen Ländern berühmten und geschätzten Reubronner Ammen. Die naive Lebensfreude des munteren Dörfchens steht in merklichem Kontrast zu dem Ton am markgräflichen Hofe, wo man bisher vergeblich auf die Geburt eines gesunden Thronerben gewartet hat. Auf welche Weise der alternde Markgraf dennoch zu dem mit den traditionellen Böllerschüssen begrüßten Erbprinzen kommt, das Dorf Reubronn dagegen von der seinen Bewohnern so lästigen Steuer befreit wird, mag man sich selber im Film vor Augen führen. Es spielt da nicht nur eine berühmte wundertätige Quelle, in welcher Seine Durchlaucht nächtlicherweile ein erfrischendes Bad nimmt, eine Rolle, sondern auch eine Liebhaber-Aufführung (im wahrsten Sinne des Wortes), wobei der „Ammenkönig" aus Reubronn und die Markgräfin nach dem Muster der weiland Großen Katharina von Rußland die Hauptakteure sind. Die immerhin heikle Fabel des Filmes, dessen Tendenz gegen Muckertum und Prüderie zugunsten einer gesunden Lebensfreude durchaus unmißverständlich wirkt, wurde von der Spielleitung, Hans S t e i n h o f f, in großem Stil und in der reizvollen Einkleidung ins galante Kostüm des 18. Jahrhunderts, mit beträchtlichem Aufwande an Statisterie und Staffage herausgebracht. Die Kameraleute Karl P u t h, Rudolf Bredtfch neider, H. W. Ger- l a ch haben neben weiträumigen Freilichtaufnahmen einige aparte Rokokoszenen eingefangen, die rein bildmäßig, auch außerhalb des Rahmens der Handlung, eine stilvoll-malerische Wirkung ergeben. Die Titelrolle spielt Gustav Knuth mit einem naiv-gutmütigen Naturburschentum und der imposanten äußeren Erscheinung, wie sie für diese betont männliche Figur unerläßlich war. Käthe Gold, das Gretchen des Berliner Staatsschauspiels, im Film aus ..Amphitryon" auch in der Provinz bekannt geworden, gibt eine jugendliche, scharmante Markgräfin. Ihren Duodezgemahl, eine etwas fatale Figur, gibt Romanowski) mit anerkennenswer-1 ter Diskretion; die Rolle hätte gefährlich entgleisens können. Marie Luise Claudius und Fita B e n k- h o f f zeichnen sich als resolute Wortführerinnen des Ammendorfes aus. Erika von Thellmann und Theo Lingen feien von der höfischen Partei noch genannt. — Der Film läuft seit gestern im Gloria-Palast. Aus dem Beiprogramm ist die neue Foxtonwoche und ein lehrreicher Film der deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger hervorzuheben. — r — Oer Schrecken der Prärie. Von Erich Paehrnann Wenn man die Absicht hat, in die Prärien auszuwandern, um dort unter Indianern, Büffelherden und Grislybären unsagbar wüste Abenteuer zu bestehen, so ist man nach einem Reiseweg von zehn Kilometer dem Ziele noch nicht sehr nahe gerückt. So weit waren die beiden erst gekommen, Old Jones, der Einäugige, und der Rote Bill, als ihnen die Beine schon so schwer am Leibe hingen, daß sie eine Marschpause einlegen mußten. Sie setzten sich auf den Straßenrand und gestanden sich, daß eine Landstraße nach Hamburg sich in die Länge zu ziehen scheine. Dann versanken sie in ein weitläufiges Grübeln und aßen dabei den Reiseproviant auf, zwei Schinkenbröte und eine Tüte Würfelzucker, die ursprünglich bis Amerika reichen sollten oder wenigstens bis auf das hohe Meer, wo sie aus ihrem Schiffsoerdeck aufzutauchen dachten. Der rote Bill war der erste, der mit feinen Gedanken zu Ende kam, vielleicht weil er der Aeltere und Erfahrenere war; er zählte zwölf Jahre, während Jones der Einäugige, obwohl Trapper und Büffeljäger von ziemlichem Ruf, erst ins elfte ging. Bill also beförderte seinen Zuckerpriem in die andere Backe und sagte: „Weißt du, Jones, zurück können wir ja nun nicht. Ick mit meinem Fünfer in Geographie und du mit Deinem Holzzettel von wegen wiederholter Störung des Unterrichts. Mein Alter wamst mich elend durch, das weiß ich jetzt schon." „Ja, ja", versetzte Old Jones trübe, „glaubst du, meiner nicht?" „Glaub's schon. Also müssen wir bis Hamburg. Aber bloß — es ist bloß so eine verflucht lange (rtfe bis dahin. In Amerika, da könnten wir uns ein Pferd einfangen und hinreiten, wo wir wollten. Aber so — ich dachte mir, wenn wir nun die 2Iutos anhalten und lassen uns immer eine Strecke nntnehmen." „Aber die fragen dann doch im Auto, wo wir herkamen und wo wir hinwollten und so, und denn kommt alles raus." „Du bist ein Schaf, Jones. Wir müssen das eben richtig deichseln. Wir müssen eben — ich hab mir da einen mächtig feinen Plan ausgedacht. Paß mal auf." Sie rutschten auf ihrem Grabenbord zusammen, und der Rote Bill entwickelte im Flüsterton einen Plan, der sich sehen lassen konnte, denn Old Jones schlug vor Begeisterung auf die nackten Jungensknie des Roten ♦ Dr. med. Wagner, Sanitätsrat und Kreisphysi- kus, hatte zum Glück nur auf knapp fünfzig Kilometer aufgedreht, als plötzlich ein Bürschchen auf die Straße sprang und unter übermäßigen Anstalten mitten auf der Fahrbahn umherhüpfte und mit einem altersgrauen Taschentuch Signale gab. Dr. Wagner dachte an einen Jungensstreich und wollte im Schrittempo vorüberfahren, da sah er neben der Straße einen zweiten Knaben liegen, der sich in heftigen Schmerzen wand. Er sprang aus dem Wagen und trat an den Jungen heran. „Was ist denn los. Kleiner? Tut dir was weh?" „Ja — au — auauau —" „Was denn? Wo denn? Dreh doch mal rum, daß ich sehen kann. Ist dir denn was passiert?" „Jaja — au — au — au —" „Aber was denn? Zum Kuckuck, dreh dich doch mal rum und antworte vernünftig —" Der Junge ließ nur ein überaus klägliches Stöhnen hören und kroch, krumm vor Schmerz, halb in einen Ginsterbusch hinein. Dr. Wagner wandte sich also an den zweiten Knaben: „Hat er was gegessen?" „Gegessen hat er was, aber bloß Beeren, dunkcl- rote Beeren, die hat er gegessen, und dann hat er Wasser getrunken, aus so'nem Tümpel im Wald, aber bloß ein paar Schluck, weil es so eklig schmeckte. Und bann ist er hier hingefallen und heult und will nicht weiter. Und da dachte ich, wenn Sie so gut fein wollten und nähmen uns ein Stück mit, dachte ich da —" Wie auf ein Stichwort brach der Kranke in ein so herzzerreißendes Wehklagen aus, daß Dr. Wagner ihn kurzerhand aufhob und hinten in feinem Wagen verstaute. Den anderen schob er hinterdrein. Dann wendete er und fuhr mit viel Gas nach der Stadt zurück. Hätte er jetzt einen Blick hinter sich geworfen, so hätte er feststellen können, daß die Gesichter seiner Wagengäste beim Wenden sehr lang geworden waren und mit jedem Kilometer länger wurden. ♦ Als der Wagen vor dem dunkeldrohenden Portal des Allgemeinen Krankenhauses vorgefahren war und Old Jones von dem Arzt und einer her- zugeeilten Krankenschwester in die Aufnahme geführt wurde, quoll ihm die Beklemmung so lieii im Halse hoch, daß ihm die dicken Schweißtropsei auf das bleiche Gesicht traten. Zudem roch es in Aufnahmezimmer bedrückend nach Karbol und Epi ritus, und die Schwestern huschten auf leisen Sah len durch die Gänge, und das ganze Haus war mi seinen gedämpften Geräuschen wie in eine trostlos Leidensatmosphäre getaucht. Um das Unglück vol zu machen, kamen auch noch zwei Männer in roei ßen Kitteln hereingeeilt und traten mit dem Kreis physikus in eine Ecke, wo sie düstere lateinisch Gespräche wechselten. An des einen Kittel glühte ek greller roter Fleck. Das war zuviel für Old Jones. Er rutschte nad vorn auf die Sitzkante und hob verstört den Jii»' ger, als wenn er in der Schule melden müßte, hätte gestern aus Nichtswürdigkeit geschwänzt. Dii Männer jedoch bemerkten ihn nicht;' der Rote M' knuffte ihm heimlich in die Seite und suchte jeinei Arm herabzuziehen. Aber Jones Mut war rettungslos dahin. Er ho! sich von seinem Stuhl hoch und wandelte, ein W des Jammers, hinter seinem Meldefinger her air die lateinischen Herren zu. „Ach bitte — ich halb' bloß — ich will's auch nie mehr wieder tun —" „Nanu, was heißt denn das, Bürschchen?" „Ich wollte bloß — wir hatten alles gelogen. mit den Beeren und so — weil wir nach Hambul! wollten und denn auf ein Schiff — nid), Bill? und dann nach Amerika —" Es war still im Raum. Vier Augengläser stark" ten gefährlich auf den zerknirschten Sünder berat. Aber als er dann weitersprach und in seiner Singt: stammelte von den geplanten Jagdfahrten durch Staaten Neuyork oder Illinois, von Grislybarer: und Büffelherden, die sie zu dezimieren dachlen. brachen die ßatainer in ein schallendes Gelachte'' aus. „Da wolltet ihr also so'n bißchen in Amerilc: herumabenteuern? Gefällt euch wohl in der Schul': nicht mehr? Dachtet wohl, in Amerika gäb’s fein'! Schulen, wie?" „Ja, in der Prärie nicht, dachten wir." „Na, dann kommt mal mit, Bürschchen, dann ntiC- ich euch zu euren Vätern heimfahren und baff1 sorgen, daß sie euch „Schrecken der Prärie" rat' allen Regeln der Kunst die Hosen strammziehA Sie schlichen hinaus und krochen voll schwarz"' Ahnungen wieder in den Wagen. Unterwegs, auf der Fahrt durch die Stadt, vek" spürte Dr. Wagner plötzlich großen Appetit auf Zigarre und ging darob in einen Tabakladen. Seltsamerweise hielt er sich bei der Wahl W Sorte so lange auf, daß der Wagen leer war, alü er wieder auf die Straße trat. Ganz in der Feri'! sah er die beiden Büsseljäger in höllischer Eile 15 die Ecke biegen. iü* S 'm beft« SP» ü- 4 sowohl nm S udti t ’ffi 2. X 2. Schul" 6‘m 61 jugtnd’N1 m «HO trat ni'i o ?iinerge|d)lol A von seiner bi feit e fr Zweiten ) hiel, den Gegner W des Ai !.SMchelhe'w Meißen Han B war und Ä'M die vergangen Ü! öaalmeifter’ falschen Radfo um vorzüglicl g 2er-Wall; jtin dürfen. Ein Eimer mehr bei fr Rabfahr ütung ber ! n, hatte gut Ä ein Ko Hingen statt, elierftabt, Dä S'tgebenbe De ren usw. ga zahlreich ersch sanden. Am C Spiele in ben In Serien aus düngen roarer An ber M e ten Stammel- 1885 Gießen Niedergirmes vertreten: Kr 1. unb 2. M unb ßimburg einer SDlannft, Nrmes fomi die vUgtnbllo von Niebergii gegenüber. 3m ersten standen sich: bel-Aalte (!) tanipfreiches (Mener oej 5" Schüße J‘,e^rginnei(i nnOen sich r 8en bekennen *2. Ma e? Unenlsch v'ommel-Bou IW von N "We sich Nj N "Aalvohs, j Lalker Aonian ^berrechtzs 14 5°«le6ung Hs LZ % A •in i;?Qs er Ki 1 ?ir qeiSr U' "W iibend?VQc ar, 3UrWg l&s "Hf -"t. "?hi > Mn.; 2. VsM 'n.; 3. ’> 4. Tv heuG wl V» Runde):; nsch- (Theiß, j 6,6 ÜJlin.; 2.1 im.; 3. Id. fy. 4. DsB.-R. 0. Mannsch. e in Wiesei die Mannschaft noerein Wies,! Runden-GerL die Lollar« üb< )n ihnen mit CM i Turnverein 16 neu waren fülgenti , Gießen 190 1 Gießen 173 $ , Gießen 296 1 '8, Gießen 100: : 1 Walter Bier: tteseck) 206 P.;l ?(etten IM.^W inb ,n L tiuti J von v xn(fu» fallendes A SV* Älj! ..»ÄS Si<»' und Vaterland wurde Ne Veranstaltung in mustergültiger Weise beendet. ÄfB.-Reichsbahn Gießen. Jugend-Fußball. Die 1. Jugend lieferte im Kampf gegen Großen- Linden das beste Spiel der letzten Spielserie. Es war erstaunlich, was beide Mannschaften leisteten. Die Gießener hatten dabei gegenüber den Gästen immer ein leichtes Plus au verzeichnen. Ihr Sturm kam allerdings erst in Der zweiten Halbzeit in Fahrt. Den Sieg stellte die Gießener Läuferreihe, die sich sowohl im Aufbau als auch in der Abwehr durchaus bewährte, sicher. Mit 3:1 endete das Spiel für Gießen. VfB.-R. 2. Jugend — Großen-Linden 2. Jugend 4:1 (1:0). Im Spiele der zweiten Jugendmann- schäften beider Vereine konnten die Gäste erst in der zweiten Halbzeit trotz heftigster Gegenwehr einwandfrei bezwungen werden. Die 1. Schülermannschaft wurde in Garbenteich mit 3:1 Toren geschlagen. Die 2. Schülermannschaft erzielte gegen Klein- Linden 2. Schüler ein Unentschieden, das Ergebnis entspricht dem Spielverlauf. Zugend-Iußball der Spielvgg. 1900. Eine Enttäuschung bereitete die erste Jugend, indem sie sich hoch (1:4) chlagen ließ. Die Mannschaft trat mit drei Ersatzleuten an und kam nie Äu einer geschlossenen Lei tung. Der Gegner zeigte sich von seiner besten Seite und hat den Sieg ver- oient. Der zweiten Jugend gelang es auch im Rückspiel, den Gegner klar zu schlagen. Jedoch sah es zu Anfang des Spieles nicht nach einem Sieg aus, denn Heuchelheim ging in Führung und letzte den Blau-weißen hart zu. Als dann aber der Ausgleich erzielt war und bald darauf der Führungstreffer fiel, kam die Mannschaft gut auf und schoß noch weitere drei Tore, denen die Gäste nur eins entgegensetzen konnten. Ein prächtiges Spiel zeigte wieder die erste Schülermannschaft. Sie schlug den Gegner Klein- Linden auch in dieser Höhe verdient. Klein-Linden wehrte sich in der ersten Halbzeit tapfer und es gelangen den kleinen Blau-weißen nur zwei Tore. Nach Halbzeit jedoch zeigte die Mannschaft, was sie kann. Immer wieder wurde der Ball in den Strafraum des Gegners gebracht und noch neunmal fand er den Weg ins Tor. 11:0 endete das Spiel. Sportverein 1920 Heuchelheim. Am Sonntag führte Heuchelheim 4 Mannschaften ins Feld. Die 1. Mannschaft spielte auf eigenem Platze gegen die 1. Elf Werdorf. In den ersten Minuten konnte Heuchelheim durch einen verwandelten Elfmeterball in Führung gehen und bis Aur Halbzeit auf Grund der guten Aufbauarbeit der Läuferreihe und der sauberen Kombination des Sturmes auf 4:0 erhöhen. Nack der Halbzeit stellte Werdorf um und hatte nun meyr vom Spiel. Durch »Fehler der Heuchelheimer Verteidigung erdorf zu drei Erfolgen. Das Spiel wurde abwechslungsreicher und Heuchelheim mußte sich mächtig anstrengen, um noch zweimal einzusenden. Viele sichere Torgelegenheiten hätten bei etwas mehr Schußfreudigkeit des Sturmes verwandelt werden können. Mit dem Stand 6:3 trennten sich beide Mannschaften nach einem fair durchgeführten Spiel. Vorher spielte die 1. Jugend gegen die 1. Jugend Werdorf und lieferten ein flottes Spiel, das Heuchelheim mit 3:1 für sich entscheiden konnte. Am Vormittag mußte die 2. Jugend gegen die 2. Jugend 1900' Gießen eine 2:5-Niederlage hinnehmen. Die 2. Mannschaft konnte in Krofdorf gegen die 1. Elf nicht aufkommen und mußte sich mit 3:5 geschlagen bekennen. Saalmeisterschasten des Bezirks Gießen im DRV. 1885 Gießen Meister im 2 er Radball. Am vergangenen Sonntag fanden in Anfpach/Ts. die Saalmeisterschaften des Bezirk Gießen im Deutschen Radfahrer-Verband statt. Die Meldungen waren vorzüglich, ganz besonders gut waren diese im 2er-Radball; im Roigenfahre'n hätten sie besser fein dürfen. Ein Zeichen, daß die Saalsportler sich immer mehr dem Kampfsport widmen. Der Radfahrer-Verein Anspach, dem die Ausrichtung der Meisterschaften übertragen worden war, hatte gut organisiert. Am Samstagabend fand bereits ein Kommers mit faalfportlichen Vorführungen statt. Die Vereine von Großen-Linden, Stierstadt, Walter Göbel (Niedergirmes) sowie der gastgebende Verein zeigten im Einradreigen, Kunstfahren usw. ganz beachtliche Leistungen, die bei den zahlreich erschienenen Zuschauern großen Beifall fanden. Am Sonntagvormittag begannen dann die Spiele in Den einzelnen Klassen. Die Spiele wurden tn Serien ausgetragen. Durch die Vielzahl der Meldungen waren 31 Spiele abzuwickeln. In der M e i st e r k l a s s e waren die Mannschaften Stommel-Baum und Deibel-Von-Eiff vom RV. 1885 Gießen sowie Walter Göbel-Nolte vom RV. Niedergirmes am Start. — In der 6-Klasse waren vertreten: Krofdorf 1. und 2. Mannschaft, Anspach 1. und 2. Mannschaft, sowie Aßlar, Wölfersheim und Limburg mit je einer Mannschaft. — Mit je einer Mannschaft von 1885 Gießen, Ansprach, Niedergirmes sowie zwei Mannschaften von Aßlar war die Besetzung in Der K r e i s k l a s s e gut. In der Jugendklasse standen sich zwei Mannschaften von Niedergirmes und eine Mannschaft von Wieseck gegenüber. Im ersten Spiel der Meisterklasfe standen sich Deibel-Don-Eiff (1885 Gießen) und Göbel-Nolte (Niedergirmes) gegenüber. Es war ein kampfreiches und sehr schnelles Spiel. Die beiden Gießener verstanden sich sehr gut im Zuspiel und ihre Schüsse waren immer gut placiert. Von den Niedergirmesern hatte man mehr erwartet. Sie mußten sich mit 10:5 Toren (Halbzeit 5:2) geschla- gen bekennen. Das zweite Spiel 1885 Gießen 1. gegen 2. Mannschaft endete nach schönem Kampf 5:5 Unentschieden. Die Gießener 1. Mannschaft Stommel-Baum hatte nun noch gegen Die Mannschaft von Niedergirmes anzutreten. Auch hier mußte sich Niedergirmes Dem besseren Können Der Gießener beugen, Die alle Register zogen. Somit ftanDen Die beiDen Gießener Mannschaften punktgleich unD mußten nochmals zu einem Entschei- Dungskampfspiel antreten. In diesem Spiel, das dem Sieger die Meisterschaft des Bezirks brachte, zeigten beide Mannschaften ganz Hervorragendes. Stommel-Baum konnten nur ganz knapp 6:5 gegen Deibel-Von-Eif gewinnen. In der B-älaffe hatten sich für die Endspiele folgende Mannschaften placiert: Krofdorf (Feiling-Bender), Aßlar (Diehl- Neuhaus), Limburg (Hergenhahn-Schneider), Krofdorf (Leicht-Heyer). In dieser Reihenfolge konnten die einzelnen Mannschaften die Plätze belegen. — In der Kreisklasse konnte die Mannschaft Lotz-Freitag (Niedergirmes) ihren Aweiten Sieg in dieser Klasse buchen und Die Mannschaften von Aßlar und Anspach auf die Plätze verweisen. — In Der Jugendklasse siegten Roll-Schäfer (Niedergirmes) im entscheidenden Spiel ganz knapp mit 1:0 Toren gegen Schnabel-Rupp (Wieseck). Die Nachmittags-Veranstaltung begann mit dem Einmarsch der Sportler. Bezirksführer Bitten- d o r f (Freiendiez) hieß die Kameraden willkommen. Ein Zwölfer-Schulreigen des festgebenden Vereins leitete den sportlichen Teil des Nachmittags ein. Neben den Radballspielen kam aber auch das Kunstfahren zur Vorführung. Im Einer-Kunstfahren konnte Gaßmann (Großen-Linden) gut gefallen. Walter Göbel (Niedergirmes) konnte feinen Titel als Einer-Meister des Bezirks mit Erfolg verteidigen. Seine Uebungen fanden reichen Beifall. — Die Achter-Kun st reigenmannfchaft vom RV. Ansprach errang im Alleingang die Meisterschaft. Zsmayr wieder im Training. Der Olympiasieger im Gewichtheben der Mittelgewichtsklasse, Rudolf I s m a y r - München, hat seine im Dezember erlittene Verletzung in Hohen- lychen soweit wieder ausgeheilt, daß er das Training wieder aufnehmen konnte. Bis zu Den Deutschen Meisterschaften am 10. Mai in Essen roirD Jsmayr hoffentlich roieDer in bester Verfassung sein. Leinbergel-Iußball Msus-ein Erfolg. 66 Jugendliche waren zu dem Leinberger-Kursus erschienen. Die Arbeit war praktisch und theoretisch. Morgens 6.30 Uhr wurde aufgestanden, gebadet und Kaffee getrunken. Nach Dem Marsch von Der Hardt nach dem Waldsportplatz wurde Dort um 8 Uhr mit Der Arbeit begonnen. Kurze Körperschule! Dann begann Der theoretische Unterricht. Darauf wurde das Durchgenommene auf Dem UebungsfelD in die Praxis umgesetzt. In dieser abwechselnden Reihenfolge verging Der Morgen, und um 12.15 Uhr wurde gemeinschaftlich Mittag gegessen. Nach einer Pause bis 14 Uyr wurde Die Uebungsarbeit roieDer ausgenommen. In kurzem Trainingsspiel hatte jeher Gelegenheit, das Erlernte in der Mannschaftszusammenarbeit unter Beweis zu stellen. Am Freitag hielt der Gruppenleiter Michel Den Vortrag „Quer Durch Die Fußballregeln". Er beschränkte sich dabei nicht Darauf, die Regeln und ihre Auslegung zu bringen, sonDern machte sie an HanD von Beispielen allgemein verständlich. Wenn auch Die Arbeit an jeden der Teilnehmer sehr große Anforderungen stellte, so waren doch die strahlenden Gesichter der Jugendlichen Dank genug. Samstag um 14.30 Uhr traten die Jugendlichen zum Schlußappell an. Der Kreisfachamtsleiter für Fußball Henkel (Gießen) richtete an die^Jugend- lichen die Schlußworte. Er führte folgendes aus: Es fei bei Den vielen Vereinen nicht möglich, Daß alle Jugendlichen auf einmal erfaßt würden. Aber gerade Diejenigen, die hier zusammengezogen worden seien, hätten jetzt die Aufgabe, das Erlernte nicht für sich zu behalten, sondern innerhalb Der Vereine an ihre KameraDen roeitergugeben und Damit Dazu beizutragen, Daß Das spielerische Können Der Jugendmannschaften sich hebe. Man wolle in Diesen Kursen keinesfalls Den Vereinen Die Erziehungsarbeit ihrer Jugend abnehmen, sondern sie nur in dieser Richtung fördern. Bei Der Verschieden- heit eines jeDen Menschen könne man nur Die Grundlagen vor Augen führen, die Die Pfeiler des Sportes überhaupt bilden. Anständigkeit, Ritterlichkeit und ein in jeder Beziehung lauterer Charakter müsse von jedem Sportsmann gefordert werben. Er erinnerte auch Die Jugendlichen Daran, daß fie immer eingeDenk sein müßten Der VerDienste Des Mannes, Dem Der Sport Des heutigen Deutsch« lanDs seine Größe unD seinen neuen Aufschwung verdanke, unserm Führer ADolf Hitler. Der Schlußappell wurde in üblicher Weise geschlossen. Das Adschluhspiel ^-Mannschaft — B-Mannschaft 2:3. Mit diesem Spiel hatte Leinberger erneut Gelegenheit, wieder einmal zu zeigen, daß es durchaus möglich ist, bei genügendem Spielermaterial in kürzester Zeit bei intensivem Training zwei Mannschaften zusammenzustellen, von denen jede Mannschaft eine Einheit bildet. Die -^-Mannschaft war technisch ohne Zweifel besser, aber zu weich vor dem Tore. Demgegenüber spielt die B-Mannschast ein weites, raumgreifendes Spiel, das vollkommen auf Erfolg eingestellt war. Aus dem Spielverlauf ist zu berichten, daß die B-Mannfchaft überraschend durch haltbaren Schuß in Führung ging und diese bis zur Halbzeit behaupten konnte. In der 2. Halbzeit wurde das Spiel noch schneller. Die B-Mann- schäft erhöhte auf 2:0. Dann vergab der Mittelstürmer Der ^.-Mannschaft eine zwingende Torgelegenheit. In Der Mitte Der zweiten Halbzeit verkürzte Die ^.-Mannschaft auf 2:1, mußte aber schon im Gegenangriff Durch Den Linksaußen Der B-Mannschaft ein Drittes Tor hinnehmen. Dem Rechtsaußen Der ^-Mannschaft gelang es, Durch Flankenwechsel des Linksaußen das Endergebnis herzustellen. Beide Mannschaften spielten sehr fair und auch sehr ruhig. Aus aller Well. Beerdigung des englischen Großadmirals Lord Veatty. In London fand die Beerdigung des verstorbenen Großadmirals Lord B e a 11 y statt. Beatty führte in der Schlackt am Skagerrak Das englische Schlachtkreuzer- GeschwaDer, unD rourDe später als Nachfolger LorD Ie11icoe 5 zum Oberbefehlshaber Der englischen Hochseeflotte ernannt. In Würdigung Der großen VerDienste um EnglanD erfolgte Die feierliche Beisetzung in Der St. Pauls- Kathedrale, wo zahlreiche Persönlichkeiten, Die sich in Der englischen Geschichte einen Namen gemacht haben, bereits ihre letzte Ruhe gefunDen haben. An Den Beisetzungsfeierlichkeiten nahm Der Herzog von Port als Vertreter Des Königs sowie Der Herzog von Kent teil. DeutschlanD war Durch den Botschafter von H o e s ch und den Marineattache Kapitän zur See W a ß n e r vertreten. Tausende von Menschen umsäumten die Straßen, als sich der Leichenzug von White Hall nach der City zu in Bewegung setzte. Der auf einer Lafette liegende Sarg war mit der Flagge des „Lion", des Flaggschiffes Beattys in Der Skagerrak-Schlacht be- Deckt. Die letzte Ruhestätte BeattyA Der im Bolks- munD der Nelson des modernen England genannt wird, befindet sich in unmittelbarer Nähe der Gruft Lord Jellicoes in der St. Pauls-Kathedrale. Große Neulandgewinnung in der Hamburger Marsch. Als eine der Hauptaufgaben hat die national» sozialistische Reichsregierung die Gewinnung neuen Ackerbodens für die Ernährung des deutschen Volkes in Angriff genommen. Nicht nur an Der Westküste roirD mit immer sichtbarerem Erfolg an diesem Werk gearbeitet, sonDern auch in Den Hamburger Marschgebieten, die den Unterlauf Des Elbftromes umgeben, roirD jetzt in großzügiger Weise Die Gewinnung von Neuland vorgenommen werden. Zunächst sollen nicht weniger als 10 000 Kilometer alter unbrauchbarer Bewäfserungsgrä- ben zugeschüttet roerDen, Die Dann Durch neue Gräben für eine vorbildliche künstliche Bewässerung ersetzt werden. Weiterhin finD an Der Dove und an Der Süderelbe großzügige Deicharbeiten in Aussicht genommen, Durch Die neues fruchtbares AckerlanD mit einer Gesamtfläche von rund 200 Hektar gewonnen werden. Es handelt sick hier um Außendeichsländereien, die durch Sommerdeiche umgeben weiden sollen, um eine Überschwemmung Der fruchtbaren ßänDereien unmöglich zu machen. Luxemburger Kraftfahrer an der Mosel tödlich verunglückt. Zwischen Rivenich unD Neumagen an Der Mosel stürzte ein SchuhwarenhänDler aus Ettelbrück in Luxemburg mit seinem Kraftwagen eine 200 Meter hohe Weinbergböschung hinab und verunglückte tödlich. Ein Mitfahrer wurde nur leicht verletzt. Die Ursache des Unglücks soll in einem Reifenschaden zu suchen sein. Schwerer Autozusammenstoh im Nebel. Bei Percha in Oberbayern stießen im dichten Nebel zwei Kraftwagen in voller Fahrt zusammen. Die vier Insassen des einen Autos, Die zum Skilaufen nach Garmisch-Partenkirchen fahren wollten, rourDen schwer, teilweise lebensgefährlich verletzt. Notlandung des Verkehrsflugzeuges Dien—Rom. Das Verkehrsflugzeug Wien—Rom mußte bei heftigem Schnee sturm im Gebiet der 2000 Meter hohen Saualto in Kärnten not!anben. Das Flugzeug wurde schwer beschädigt, ein Fahrgast, ein italienischer Staatsangehöriger, verletzt. Da die Funkanlage des Flugzeugs intakt geblieben war, konnten die Flugplatzleitung in Klagenfurt verständigt werden, die die Zusammenstellung einer Hilfsmannschaft veranlaßte. Erprobte Bergführer und Skiläufer sind bereits unterwegs. Außerordentlich starker Schneefall und Nebel erschweren das Vordringen in dem alpinen Gebiet. Kirchliche Nachrichten Evangelische Gemeinden. Mittwoch, Den 18. März. Fohanneskirche. 18 Uhr: 4. PassionsanDacht; Pfr. AusfelD. Donnerstag, Den 19. März. Kapelle des Allen Friedhofs. 20.15 Uhr: PassionsanDacht; Pfr. Anthes. Freitag, Den 20. März. Pelruskapelle, Wetzlarer Weg. 20 Uhr: PassionsanDacht; Pfr. Trapp. Oie Tippgräfin. Vornan von Klothilde v Gtegmann Urheberrechtsschutz: Aufwärts-Verlag, Berlin, SW 68. 14. Fortsetzung. Nachdruck verboten! „Zeiten schlecht, Bwana!" verstänDigte er sich mit Arlesi in seinem Drolligen Kisuaheli-Deutsch. „Männer aus Ulaya (Europa) selten geroorDen! Wenn Du willst Pflanzung von anDeren Bwana besuchen oder auf (Elefanten jagen — Bata ist Der rechte Mann. Meine schwarze Bibi sein tot — ich ganz allein!" Pepita Arlesi tauschte einen kurzen Blick mit Dem Herzog unD nickte. Dann sagte er freunDlid) zu Bata: „Jawohl, Bata, Du sollst uns wieder führen!" Zu Walter Heßling gewandt, meinte Pepita: „NiemanD kennt den Urwald so genau wie Bata. Wenn wir uns seiner Führung anoertrauen, finD wir gesickert — das heißt", fügte er mit zweifelndem Lämeln hinzu, „im Urwald ist es so wie im ganzen Leben — sicher ist nur eins: der Tod!" „Mache unser Afrikababy nicht traurig!" schalt der Herzog lachend. „Schließlich sind wir beide auch lebend zurückgekommen." „Aber Prinz Bonaglia nicht!" warf Heßling schwer ein. Plötzlich — angesichts dieser ganzen fremden Erde, Der schwarzen Menschen, Des undurchdring» lichen WalDDickichts, Das er vor sich sah — kam ihm die Tollkühnheit Dieser Unternehmung so recht zum Bewußtsein. Aber er schalt sich selbst. Tat er nicht alles, was er unternahm, für Mariella? Das war ein Ziel, für das es sich lohnte, zu leben, und, wenn nötig, auch zu sterben. Es war der letzte Abend, ehe die Reise in den Urwald ging. Noch einmal sahen die Drei Männer an Bord ihrer Motorjacht bei einem kühlen Trunk Zusammen. Heßling erfuhr die Einzelheiten der früheren verunglückten Expeditionen und des geheimnisvoller Verschwindens von Prinz Giovanni di Bonaglia. „Wir waren also", so erzählte Pepito Arlesi, "Oni Fuß des Kilimandscharo angekommen. Nur ein Dichter, mein lieber Heßling, tonnte Ihnen die märchenhafte Schönheit des.,Weißen Königs', Des Kilimandscharo, beschreiben. Beim Untergang Der Sonne lag er eines Abends vor uns mit schneebedeckten Gipfeln. Ergriffen starrten wir zu den ewigen schneebedeckten Häuptern empor, als plötzlich der Brunstschrei eines Bergelefanten uns aufhorchen ließ. Da packte Bonaglia Das Jagdfieber. Er ließ sich nicht zurückhalten. Dor allem, weil ein Ayoba, ein Zwergjäger, in unserer Begleitung ihn immerfort von Den (Elefantenbullen erzählte, Die sich hier in Der Nähe herumtrieben. ,Wenn Die Goma' — Die (Eingeborenentrommel — ,ruft. Daß Das Frühstück gerüstet ist, bin ich roieDer Da!' sagte er. Dann ließ er sich Proviant auf Den Weg mitgeben, warf seine Büchse über unD versah sich mit Munition, währenD Ayoba Das schwere Elefantengewehr und ein Bündel Speere trug. Ehe wir uns versahen, war er mit Dem Zwergjäger im Unterholz Der UrroälDer, Die am Fuße Des Meißen Königs' lagen, verschwunden. Seitdem haben wir ihn nicht mehr gesehen." Erschüttert fragte Walter Heßling: „Konnten Sie ihn nicht roieDerfinDen?" „Wir begannen sofort eine Suchexpedition nach ihm. Sie kennen den Urwald nicht, Doktor Heßling. Aber Sie werden ihn bald kennenlernen. Dann werden Sie begreifen, was es beDeutet, wenn man einen Menschen im UrroalD suchen will. Ein undurchdringliches Dickicht. Mannshohe Büsche auf der Erde, von Farren, von tausend unbekannten Sträuchern, von stacheligen und verfilzten Zweigen. Lianen, die sich wie verschlunge Seile quer über den Weg ziehen. Ananasgebüsche mit ihren stachligen Blättern und Früchten wuchern so wild, daß man sie mit dem Messer wegkappen muß. Tausenderlei Getier und Gewürm kriecht, fliegt herum, nistet in den Zweigen. Die riesenhaften Ameisen, Termiten, ziehen in langen Karawanen ihren Weg. Wehe den Menschen, die in ihre Bahn geraten! In wenigen Minuten können sie über und über bedeckt sein von diesen riesenhaften Tieren, die einen giftigen Saft ausspritzen. Ueberall Gefahr: Schlangen, Hornissen, Spinnen, Raubgetier, wie wir es uns in unseren europäischen Wäldern niemals denken können. Unter ungeheuren Beschwerden ging unsere Suchexpedition ihren Weg. Die Goma dröhnte unaufhörlich, und alle ver- I fügbaren Leute setzten wir auf Giovannis Spur. Alles blieb vergeblich." „Da, als unsere Leute spät am Abend entmutigt wieder ums Lagerfeuer sahen und ich mich mit Pepita ins Zelt, Das wir gemeinsam bewohnten, zu einer Rücksprache zurückgezogen hatten", nahm Der Herzog nun Die Erzählung auf, „vernahmen wir plötzlich eine Stimme: ,Hodi Bwana? — Erlaubst du, daß ich eintrete, Herr?' Der Zwergjäger Ayoba stand vor Dem Zelteingang. Wir fuhren auf. Schreck und Hoffnung rourDen in uns wach. Wie beDauerte ich es, Daß ich Die Sprache Ayobas nicht kannte! So mußte ich es Arlesi überlassen, sich mit ihm zu unterhalten. Nur an Dem GesichtsausDruck meines FreunDes sah ich, Daß irgenD etwas Schreckliches geschehen war. Fetzt manDte er sich zu mir. Verzweiflung ftanD in feinen Augen: ,Prinz Bonaglia ist tot!' Das war alles, was er herausbrachte. ,Tot?' Ich war völlig fassungslos. Ich schäme mich nicht, zu gestehen, Daß bei Dieser Schreckensnachricht meine Augen sich mit Tränen füllten. ,Wie kam es?’ fragte ich. Arlesi übersetzte mir, was Der Zwergjäger ihm sagte. ,Ein großer Bergelefantenbulle, Der sich beDroht sah, hat Bonaglia angenommen!' sagte Arlesi. Das beDeutet meist, daß solch Unglücklicher von Dem roütenDen Tier Derart zugerichtet wird, daß er nicht mehr zu retten ist. UnD so war es auch hier. ,Der (Elefant hat Bwana Bonaglia in Den Erdboden gestampft', sagte Der Zwergjäger. Unser Schmerz war unenDlich. Wir konnten im Augenblick nicht mehr mit Dem Zwergjäger spre- chen. So geboten wir Ayoba, Draußen bei Den Leuten auf uns zu warten, bis wir ihn weiter befragen konnten. Stumm saßen wir beide dann in unserem Zelt. Stumm hielten wir Totenfeier für den Freund. Plötzlich sagte Pepito: ,Die Waffen Giovannis? Wo hat Ayoba die Waffen?' Wir rannten hinaus, den Zwergjäger au befragen. Aber wir fanden ihn nicht meyr im Lager. Er war plötzlich verschwunden. Niemand wußte, roo- hin. Wir sahen ihn nicht. Ein schrecklicher Verdacht keimte in uns auf. Ayoba, wenn er am Tode Bonaglias schuld war?. .Karokel (Posten)!' schrie Pepito der Lagerwache zu. Doch keiner der Anwesenden hatte Den Zwergjäger kommen ober gehen sehen. Er stand ebenso schnell im Kreise der Schwarzen, wie er wieder daraus entkommen war!, berichtete einer der Präger. Von den Waffen des Verschwundenen wußten sie überhaupt nichts. Nur Juma, Der kleine Küchen- askari, murmelte fast lautlos vor sich hin: .Akkamann großer MeDizinmann, Bwana. Juma hat Furcht vor seinem Zauber!' Natürlich wäre ich nie auf Den Gedanken ge- kommen, an derlei ungereimtes Zeug zu glauben. Aber ich wurde stutzig, denn Bata, den ich als einen besonnenen Mann kannte, sagte zu mir: -Der kleine Küchenjunge hat recht, Herr! Wenn der Zwergjäger Ayoba Den Zauberblick angewandt hat, mit dem er uns alle in Angst unD Schrecken ZU setzen vermochte, Bwana, so ist sehr wohl mög« lief), daß ihm Dein Freund überallhin gefolgt ist, wie Ayoba ihn hieß. Auch vermag der Akka aus allerlei Kräutern eine Farbe herzustellen, Die einen schneeweißen Körper lange Zeit hinDurch tiefschwarz zu färben vermag. UnD hast Du jemals etwas von Dem Saft Der Raphiapalmen gehört, Bwana? Wenn ihm ein besonDeres Kraut beigemischt roirD, lähmt dieser wohlschmeckende Trunk, von Dem man nicht genug bekommen kann. Die Sinne der Menschen. Wenn also der Zwergjäger Bwana Bonaglias Haut dunkel färbt, ihm bann durch den Zauber- blick den Sinn gelähmt hat, dann konnte er ihn sehr wohl verschleppt haben, wenn er ihn nicht getötet hat. Denn die Zwergjäger sind böse.' So sprach Bata. Wie Dem auch gewesen fein mag — wir haben Giovanni nicht mehr wieder- gesehen. Wer weiß, ob unser Versuch jetzt nicht auch vergeblich ist!" Der Herzog und Arlesi sahen ernst vor sich him Walter Heßlings Herz war tief erschüttert. Würde er den Vater Mariellas finden? Oder war er tot, und jagte man einem Trugbild nach? Kleine, liebe, arme Mariella!, dachte er. Könnte ich dir den Vater wiederbringen und dich glücklich machen! Ob sie ihn ganz vergessen hatte, der hier fern von ihr weilte? Und der doch keinen anderen Gedanken hatte, als ihr zu helfen. Ja, er wollte ihr helfen. Sie sollte glücklich werden. Den letzten Blutstropfen wollte er daransetzen, das schwor er sich in dieser Stunde. (Fortsetzung folgt l) Oberhessen. Landkreis Dietzen. < Heuchelheim, 16. März. Die älteste Einwohnerin unseres Dorfes, Frau Anna Jankowiak, Witwe, geb. Nicolaus, feierte heute ihren 8 8. Geburtstag. Die Hochbetagte ist körperlich und geistig noch verhältnismäßig rüstig. S Lollar, 16. März. Dieser Tage fand im Gasthause von Konrad Moos, dahier, die diesjährige ordentliche Generalversammlung des Vereins Kinderfreund statt, der eine Kinderschule und Krankenpflege unterhält. Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden, Pfarrer Guß- mann- Kirchberg, gedachte dieser der verstorbenen Mitglieder, die in üblicher Weise geehrt wurden, und erstattete sodann den Jahresbericht für 1935. Daraus ist zu erwähnen, daß die Kinderschule durchschnittlich von 75—80 Kindern besucht wurde, die Krankenschwester tätigte 6743 Krankenbesuche und 19 Nachtwachen. Weil die Arbeitskräfte erfreulicherweise sich nicht änderten, ging die Arbeit in den alten, bewährten Bahnen. Beiden Schwestern wi>?de gedankt. Der Vorsitzende erwähnte dann die größeren und kleineren Spenden, die dem Verein zuflossey. Genannt und bedankt wurde die Gemeinde Lollar, die Evangelische Kirchliche Frauenhilfe, die Buderusschen Eisenwerke und Frau Wwe. Becker-Lollar. Es wurde bemängelt, daß für die große Gemeinde Lollar nur 368 zahlende Mitglieder vorhanden seien und Familien, die die Krankenpflege seit Jahren in Anspruch nehmen, abseits stünden. Es soll eine großzügige Propagandatätigkeit entfaltet werden; Bürgermeister Böhm versprach, in diesem Sinne einen öffentlichen Aushang zu machen. Die für richtig befundene Rechnung wurde von dem Rechner, Rektor o. D. D a a b, erläutert. Die Finanzlage ist nicht ungünstig, es konnte ein Baukapital gesammelt werden. Das Haus ist baulich in Ordnung. Der Vorsitzende sprach dem Rechner für seine bewährte Arbeit den Dank der Versammlung aus. Mit herzlichen Mahnworten an die Anwesenden, dem sozialen Werke der Freude an Kindern und Kranken auch später, wenn er nicht mehr unter ihnen weile, das Interesse zu erhalten, und mit dem Hinweis auf die starke Hand des Führers, die uns den Frieden erhalten werde, schloß der Vorsitzende mit dreifachem Sieg-Heil auf den Führer offiziell die Versammlung, die aber noch im gemütlichen Austausch einige Stunden beieinander blieb. CO Daubringen, 16. März. Hier fand bei Gastwirt Erb die ordentliche Generalversammlung des Vereins Kinderfreund und Krankenpflege unter dem Vorsitz des Pfarrers G u ß m a n n (Kirchberg) statt, der auch den Jahresbericht gab. Unter den verstorbenen Mitgliedern wurde auch eine Witwe genannt, denn in unserer Gemeinde, die von Anfang an große Liebe für Kinderschule und Krankenpflege zeigte, können auch die „interessierten" Alten mit einem halben Beitrag vollberechtigtes Mitglied sein. Da niemand abseits steht, ist die erfreuliche Tatsache zu konstatieren, die von dem Vorsitzenden rühmend und dankend hervorgehoben wurde, daß Daubringen, das noch nicht die Hälfte der Einwohnerzahl von Lollar hat, beinahe so viele Mitglieder zählt als jene große Gemeinde. Das bedeutet natürlich eine sehr solide finanzielle Grundlage der Vereinsarbeit. Beide Schwestern blieben der Gemeinde zu ihrer Freude erhalten. Die Krankenschwester Marie leistete 4716 Krankenbesuche und 20 Nachtwachen. Beiden Schwestern wurde für ihre selbstlose Tätigkeit warmer Dank ausgesprochen. Ebenso wurde Mulen-Dereidigilng auf dem Schiffenberg. J I : ' i A V . * S* © L < Die Vereidigung. — (Aufnahme: Photo-Pfaff, Gießen.) Bei dem Erg.-Batl. 53 ist es schon seit langem Brauch, daß die Vereidigungen der Rekruten auf dem Schiffenberg stattfinden. Auch am gestrigen Montag, dem Tag der Wehrmacht, wurde dort oben wiederum eine Rekruten-Vereidigung vorge- nommen. Die Kompanien marschierten von ihrer Unterkunft geschlossen zum Schiffenberg, wo sie bei ihrer Ankunft vor dem stellv. Bataillonskommandeur Hauptmann K r e v e t vorbeimarschierten. Danach erfolgte die Aufstellung zur Vereidigung. Bald darauf traf der Divisionskommandeur ein, der nach Entgegennahme der Meldung die Front des Bataillons abschritt, und sodann eine Ansprache an die Mannschaften richtete. Nach Choralmusik folgten die Ansprachen der Geistlichen der beiden Konfessionen. Nunmehr wurde unter präsentiertem Gewehr eines Ehrenzuges die Vereidigung der Rekruten vorgenommen, die mit dreimaligem Sieg- Heil-Ruf auf den Führer und Obersten Befehlshaber der Wehrmacht und dem Gesang der beiden Nationalhymnen abschloß. Anschließend verlas der Bataillonsadjutant, Oberleutnant Th öle, die beiden neuesten Erlasse des Führers und Obersten Befehlshabers an die Wehrmacht. Damit fand die militärische Feier ihren Abschluß. Die Mannschaften traten weg zum Essenempfang aus der Feldküche, anschließend verbrachten sie noch einige Stunden in kameradschaftlichem Beisammensein in den Räumen des Schiffenbergs. der Gemeinde, der Reichsbahndirektion Frankfurt a. M., dem Spar- und Vorschußverein, den Buderusschen Eisenwerken usw. für die Beihilfe gedankt. Rechner Braun erstattete den Bericht über die Rechnung. Sie war vorgeprüft und für richtig befunden worden. Dem Rechner Braun, sowie dem ihn während der Krankheit treulich assistierenden 81jährigen Ehrenmitglied A l b a ch wurde gebührender Dank gezollt. Mit ernsten Worten der Ermahnung für die Zukunft und mit einem begeistert aufgenommenen Sieg-Heil auf den Führer unseres Volkes schloß der Vorsitzende die Versammlung. + Grünberg, 16. März. Am Sonntag veranstaltete das Goethe-Orchester ein Konzert in der Turnhalle. Unter Leitung von Veterinärarzt Dr. Herdt bot das annähernd 30 Mann starke Orchester — einige auswärtige Kräfte waren zugezogen worden — durchweg Leistungen, die auf beachtlicher Höhe standen. Die Zuhörer belohnten die Darbietungen mit reichem Beifall, wofür das Orchester mit einigen Zugaben dankte. Eine wesentliche Bereicherung erfuhr das Konzert durch die Mitwirkung des Pianisten Julius Hahn (Gießen), der in meisterhafter Weise „Fantasie Impromptu" von Chopin und „Elfte Rhapsodie" von Liszt spielte und dafür reichen Beifall erntete. Den Höhepunkt des Abends bildete das Auftreten der noch jugendlichen Tochter des Dirigenten als Sängerin. Mit einem Schlafliedchen und ganz besonders in dem Frühlingsstimmenwalzer von Strauß überraschte sie die Zuhörer mit ihrer wunderbaren Sopranstimme. Starker Beifall belohnte ihre Leistung. Das Konzert hinterließ bei den Besuchern einen nachhaltigen Eindruck, da hier Musik dargeboten wurde, die weit das Maß des Gewohnten überstieg. 5) Lich, 16. März. Gestern nachmittag veranstalteten die Schützengesellschaft Lich und der Kleinkaliberschießsport - Verein Lich auf ihren Schießständen auf dem Roteschütt bzw. auf der Hardt ein Opferschießen z u - gunsten des Winterhilfswerks. Die Einnahme wird nach Abzug der Unkosten restlos dem Winterhilfswerk zugeführt. Die Schützengesellschaft beschloß außerdem noch, gleichzeitig einen namhaften Betrag aus der Dereinskasse dem genannten Zweck zu überweisen. D Hungen, 16. März. Das landwirtschaftliche Anwesen des Hch. Kraft in der Unterstadt ging zum Preise von 18 000 Mark durch Kauf an den hiesigen Landwirt Otto Falk über. Das Wohn- haus des Kriegsmvaliden Karl Semmler in der Grünberger' Straße wurde durch Kauf zum Preise von 8500 Mark von dem Steuersekretär Lauer erworben. Kreis Schotten. □ Laubach, 16. März. Anläßlich des auf den 5. Juli festgesetzten K r e i s t u r n f e st e s ist von der hiesigen Stadtverwaltung beschlossen worden, auf dem vor dem städtischen Schwimmbad liegenden „Obersee" einen Sportplatz zu errichten. Das Wiesengelände wird im Wege des Tausches durch die Stadt erworben. Die für die Errichtung des Sportplatzes erforderlichen Erdbewegungen werden von Mitgliedern verschiedener Formationen und Vereine in gemeinschaftlicher Arbeit durchgeführt.— | Die Errichtung einer Kleinsiedlung an der 1 Straße nach Gonterskirchen neben dem Bon-Eiff- schen Anwesen ist vorgesehen. Träger der Siedlung wird die Gemeinnützige Eigenheim-, Spar- und Wohnungsbau AG. in Frankfurt a. M. (Gewobag). Die Stadt stellt das Gelände und die Rauhmauer- fteine unentgeltlich. — Gestern nachmittag hatten sich die Mitglieder des hiesigen Schützenvereins dadurch in den Dienst des Winterhilfswerks gestellt, daß sie ein Opferschießen veranstalteten. Der Reinertrag wurde restlos dem WHW. abgeliefert. Die Preisoerteilung wurde abends im „Schützenhof" von dem Vereinsführer, Bürgermeister Högy, vorgenommen, wonach fol- aende Ergebnisse erzielt wurden: Opferscheibe (K l e i n k a l i b e r): 1. Hermann Kröck, 56 Ringe; 2. Fritz Kircher, 52 Ringe; 3. Friedr. Zimmer, 49 Ringe; 4. Friedr. Stotz, 48 Ringe; 5. Otto Högy, | 48 Ringe; 6. Gustav Schmidt jun., 44 Ringe, i Meisterscheibe: 1. Otto Högy, 32 Ringe; 2. Friedr. Zimmer, 30 Ringe; 3. Hch. Wahl, 29 Ringe. Die Tagesehrenscheibe gewann Otto Högy. Den besten Schützen konnten Ehrendiplome ausgehändigt werden. Mainz am Tag der Wehrmacht. LPD. Mainz, 16. März. Der Feiertag der deutschen Wehrmacht gestaltete sich in Mainz,' das nun seit zehn Tagen durch die historische Tat des Führers wieder Soldaten in seinen Mauern beherbergen darf, zu einem Freudentag. Schon in dem reichen Floggenschmuck der Häuser fany die innere Verbundenheit der Bevölkerung mit der Wehrmacht zum Ausdruck. Die Straßen waren schon in den frühen Morgenstunden von Menschen .dicht belebt, die Zeugen des langentbehrten Weckens* sein wollten, mit dem der Tag der Wehrmacht einge- I leitet wurde. Bis zum Mittag wuchs die Menschenmenge immer stärker an, die die Truppen^ des Standortes, die um diese Zeit mit klingendem Spiel zur Besichtigung in der GFZ.-Kaserne zogen, herzlich begrüßten. Der Standortälteste und der Kreisleiter Oberbürgermeister Dr. Barth hielten bei der Besichtigung Ansprachen, in denen die Verbundenheit der Bevölkerung und Wirtschaft in herzlichen Worten zum Ausdruck kam. Anschließend verlas der Standortälteste die beiden Erlasse des Führers an die Wehrmacht und brachte dann ein dreifaches Sieg-Heil auf den Führer und Obersten Befehlshaber der Wehrmacht aus Dem Appell ' wohnte eine Reihe von Ehrengästen bei. Mit dem großen Zapfenstreich, der im 117er-Chrenhof stattfand, fand der Tag feinen Ausklang. HAlitdunga: Haupt-Niederlage in Gießen: Jean Weisel, Sonnenstraße 6 Tel. Nr. 3888. Schriften kostenlos Bei Nieren-, Blasen-und Frauenleiden, Harnsäure, Eiweiß, Zucker Frequenz 1 9 3 5: 22300 Dienstag und Mittwoch, S‘/2 Uhr abends: Großes ftfiauftotfien im Saale des Rest. „Andres*4, Sonnenstr. Das Kochwunder Tänzers neuer Heißluttherd mit patentierter Rippenheizung. Garantiert stets warme Küche, Tag und Nacht heißes Wasser. In 25 Minuten Ein wecken von 60 Gläsern ohne Weckapparat auf einmal. Kochen, Braten, Backen, Dünsten in einem Kochraum. Kein Ruß, kein Rauch, kein Funkenflug. Stets saubere Töpfe, kein Aufpassen mehr und kein Rühren von Speisen. 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Gelee, ohne Graten, große Portion, 20») Giefeener Konzertverein Donnerstag, 19. März 1936, 20 Uhr, in der Stadtkirche: tB32D Havdn.SchöM Oratorium für Soli, Chor und Orchester Der Akad. Gesangverein Das Städt. Orchester Ria Ginster (Sopran) Willi Lorscheider ■Tenor» Gustaf Blee ' 6tntlPrfl „terS«””' poM Berlin, her oersomm Mgung ni lundgebu tinem ein y der Gau! impf um 3 -inst in den. yntömpfe m te und der l vurde mit in unb nicht an 3i Eine 6tun hie Pharusse ein einziges ebenso gerat hem Hof jir Partei und getreten. Un am Rande men, um i Dank und ’ Umvillküi Ansangsjah diesem Sac und Opfe kreuzes verteil Die „Naziburg des Auberufen. iut)r der M Cpren besetzt ist, hinein unt ilf „bitte l che 'Ilona $r hat kau W mitten o« Wb Damit tan ordnun Goebbels 3m Nu Biergläsei die kleine Bbii ff i öer heißx r ui Jerausgetr Ausgang ( ter und in 'tii.Si ch "nett Stiert eii « dUhl < , Das war heute zn 8lrbei Sfran " 'Ms! bi h Warf. Srt,l'l mii -tz-L ®'"ge fnl" S-'fenb s** fe djerÄ