Mittwoch, 16. Dezember M6 ttt 294 Wes Blatt 186. Jahrgang Stellen-, Vereins-, gemein* nütpge Anzeigen sowie ein* jpaltige Eelegenheitsanzei* gen 5 Rpf .Familienanzei* gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Dru* und Verlag: vrühl'sche UntoerfilStsvuch- und Steindruckerei «.Lange in Stehen. Schrijtieitung und Geschästrftelle: SKulstratze 7 Meng-n°bichiusf-s Annahme oon anze.gea füi oie Mittagsnummer bis»' ,UbroesVormittags ©runöprette für l mm hohe für Anzeigen oon 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von 70mm Breite 50 Rpf..Platzvorschrift nach oorh Vereinbg.25" „ mehr. Ermätztgte Srundpretse: Erscheine eagiich. außa Sonntag» anb feiertags Beilagen. Vie Jlluitnerte (Bienenei Familien blätter Hetmai im Bild Die Scholl» monatstBe$ugspreis: Mil 4 ‘Beilagen RM I.B5 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr e .25 Auch bei Nichterscheinen oon einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Aernsprechanfchlüfse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Siehrn poftscheckkonto: Srantfurt am Main 11686 Siebener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Das Lebensrecht Der Gudetendeutschen. Frankreichs Jauernsiihrer Don unserem -pp -Äerichterstailer. G ne Antwort an den tschechoslowakischen Außenminister. innerten. Seit einigen Wochen befaßt sich Henry Dorgeres 1935 trieben vorbehalten. und für den Staat eine gesunde Landwirtschaft bedeutet. Er erfüllt damit eine wichtige Aufgabe, ob hieraus etwas Neues entsteht, ob es Henry Ausfuhr 99,44 81,23 19,16 49,81 Reichskommissar für die Preisbildung s e l b st vor, bei der Festsetzung der Kohlenpreise immer. Handelt es sich um Preise mit räumlich begrenzter Auswirkung, dann sind für ihre Bindung in Preußen die Oberpräsidenten und in den übrigen Ländern die obersten Landesbehörden zuständig. Die im Spinnstoffgesetz geregelte Preisermittlung erfolgt nach den Vorschriften dieses Gesetzes. Einfuhr 271,73 126,89 93,94 124,65 Einfuhr 147,93 139,59 103,39 98,23 Ausfuhr 136,41 82,6 28,93 49,46 Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Paris, Dezember 1936. klar gegeben. Das eigentliche agrarpolitische Programm ist im wesentlichen ein genossenschaftliches. Henry Dorgeres sagt immer wieder den Bauern, daß sie ihre Notlage zum Teil selbst verschuldet haben, weil sie zu individualistisch und zu egoistisch eingestellt seien, immer nur für sich draufloswirtschaften, ohne die Zusammenhänge zu be- USA. Japan Deutschland vor dem ordentlichen Gericht zu stellen ist. Der Reichskommissar für die Preisbildung entscheidet, ob bei Zuwiderhandlung gegen Preisvorschriften ein Tätigkeitsverbot verhängt wird, das in feinen Auswirkungen der Vernichtung der wirtschaftlichen Existenz des Volksgenossen gleichkommt. Wegen Rückwirkungen auf die Produktion hat er sich auch das Recht der Betriebsschließung bei Erzeugerbe- Preisüberwachungsstellen in Preußen sind die Regierungspräsidenten, in Hessen die ober en Landesbehörden. Sie können Strafantrag stellen und hierbei Verhandlungen vor dem Sondergericht bei schweren Zuwiderhandlungen beantragen. Ihre Befugnisse können sie auf die u n- teren Verwaltungsbehörden weiter Prag, 15. Dez. (DNB.) Der Senator der Sudetendeutschen Partei Pfrogner nahm im Prager Senat zur Karlsbader Rede des tschechoslowaki- chen Außenministers Dr. K r o f t a und zum deutsch-tschechischen Problem im allgemeinen Stellung. Der Senator führte u. a. aus, der theoreti- chen Erörterung über dieses Thema sei es genug. Jetzt müsse die praktische Tat folgen. Die Rede des tschechoslowakischen Außenministers Dr. Krofta in Karlsbad erwecke den Eindruck, als ob ie auf Bestellung gehalten worden sei und den Zweck gehabt hätte, den Rahmen der deutschen Forderungen oon vornherein zu begrenzen. Der Außenminister erkenne die Lebenswichtigkeit der Deutschen für den Staat an. Es müsse aber auch erkannt werden, daß die Sudetendeutschen umso wertvollere Glieder des Staates fein werden, je mehr sie sozial, wirtschaftlich, kulturell und national gesund sind. Die geographische Verbundenheit und die rokl- schaflliche Ergänzung zwischen deutschen und tschechischen Gebieten sei durch die k ü n st t i ch e Verlegung wichtiger Wirtschaftszweige in das Innere des Landes vielfach zerrissen worden, ein Prozeß, der eine empfindliche und aus die Dauer unerträgliche Verarmung des deutschen Gebietes zur Folge habe. Wenn der Staat die Unantastbarkeit der Staatsgrenzen immer wieder betone, so forderten die Sudetendeutschen mit gleichem Rechl die vorbehaltlose Anerkennung der Unantastbarkeit ihrer Sprachgrenze durch den Staat. Die erste Voraussetzung für die Lösung des deutsch-tschechischen Problems sei die Schaffung des Status quo ante durch die Wiederherstellung der aus dem alten Oesterreich übernommenen Autonomie. Die zweite Forderung sei die der nationalen Teilung aller autonomen kulturellen wirtschaftlichen und sozialen Körperschaften. Die dritte Forderung sei die volle, uneingeschränkte Freiheit aller von den Völkern aus eigener Kraft und mit eigenen Mitteln geschaffenen Selbsthilfeeinrichtungen auf allen Gebieten. „Beseitigen Sie als erstes die staatsseind- tichen Umtriebe Ihrer Grenzler- organisationen und Ihrer Tschechi- s i e r u n g s v e r e i n e, die die Atmosphäre durch ihre eingesiandenen Eroberungsgelüste und anderes ständig vergiften und so kein sauberes Verhältnis zwischen den Deutschen und dem Staat aufkommen lassen. Der Minister verlangt von uns sogar die Erfüllung unserer historischen Aufgabe, nämlich Band und ' Mittler zu sein zwischen Deutschen Italienische Truppen besehen die Landschaft Kassa. Rom 15. Dez. (DNB.) Die unter General Malta' operierende italienische Truppenabteilung bat nach Ueberwindung großer Gelandefchwieng- keiten die wegen ihrer Fruchtbarkeit besonders berühmte Landschaft Kaffa und deren Hauptstadt B o n g a, besetzt. Auf dem Vormarsch kam es und Slawen. Was uns der Minister zu- sichert, ja sogar zur pflicht macht, das wird uns in Wirklichkeit als staatsfeindliches Verhalten angekreidet. Wir fordern Arbeitsfreiheit für unsere Volksgenossen, das heißt das Recht auf Arbeit in dem großen deutschen Siedlungsgebiet, wenn sie ihr Brot in der engeren Heimat nicht finden können. Die tschechischen Behörden dagegen verweigern unseren Arbeitsbewerbern die Pässe. Wir verlangen Lernfreiheit und verstehen darunter den Austausch der Errungenschaften auf allen wissenschaftlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Gebieten. Die tschechische Regierung verbietet uns, deutsche Bü-| cher, aus dem Deutschen Reich und Oesterreich stam-1 menbe Lehr- und Lernbehelfe und schnürt uns so vom deutschen Geistesleben ab. Wie lassen sich diese Tatsachen mit den Versicherungen und Versprechungen des Ministers vereinbaren? Wir sind bereit, den Wunschzettel unserer bestimmten Forderungen vorzulegen. Jetzt kommt es darauf an, ob d i e Tschechen den Willen und den Wunsch haben, an das Problem des Staates und seine Lösung heranzugehen." Der Donauraum. Krofta für wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Deutschland. Die Proteste der Gemüsebauern der Pariser Umgebung gegen d i e Agrarpolitik der französischen Regierung nehmen zum zweiten Male einen bedrohlichen Charakter an. Der Bauernführer Henry Dorgeres, der knapp 40 Jahre alt ist, entstammt einer wohlhabenden Fleischerfamilie Nordfrankreichs, genoß eine gute Schulbildung, verbrachte den Krieg hinter der deutschen Front, wurde dabei von deutscher Seite zeitweilig inhaftiert und trat nach dem Kriege als Schriftleiter in eine landwirtschaftliche Zeitung ein. Die Artikel zeichnete er nicht mit feinem Namen Henry d ' Hal- l u i n, sondern mit dem Pseudonym Henry Dorgeres, unter dem er sehr bald einer der bekanntesten Agrarpolitiker Frankreichs wurde. Seit Jahren ist er der Führer weiter Kreise der Landwirtschaft des Nordens und des Westens, vor allem der Normandie, der Bretagne und der Pariser Umgebung, zu ihm bekennen sich gerade viele der Bauern die einen erheblichen Teil ihrer Erzeugnisse verkaufen müssen und zu Leidtragenden des starken Preisfalles der letzten Jahre wurden. Sie folgten ihm, wenn er sie zu Lieferstreiks oder zu Steuerstreiks oder gar zur Besetzung öffentlicher Gebäude aufforderte; unter feiner Führung kamen die Bauern in Bewegung, kam es oft zu machtvollen Kundgebungen, die den deutschen Beobachter an die Verhältnisse in Deutschland um 1930 bis 1932 er- Lhma in der MettwiiMafi. Durch die Gefangennahme Tschiangkaischeks in Sianfu in der Provinz Schensi haben die Börsen in Nanking, Schanghai und Hankau einen starken Schock erhalten. Die wirtschaftliche Lage ganz Chinas schien zunächst durch die Gefangensetzung des Hauptes der Nankinger Zentralregierung aus den Fugen zu gehen, aber mit der ihnen innewohnenden Zähigkeit haben die Chinesen bald wieder das Gleichgewicht gefunden, und die Strömung selbst dürfte, wenn sich der Konflikt nicht zu größeren Maßen auswächst, keinen Einfluß auf die sich langsam bessernde Wirtschaftslage des Landes haben. Das riesige Reich, das nach der Schätzung des Jahres 1926 448 Millionen Einwohner zählte, 121 auf den Quadratkilometer — in Deutschland waren es 1930 134 — ist von einer sehr fleißigen Bevölkerung bewohnt, die zu mindestens 8 0 Prozent Ackerbau treibt An Einwohnern zählt die Provinz Schensi rund 18 Millionen, 86 auf den Geviertkilometer, also bedeutend weniger als im chinesischen Durchschnitt. Das Land ist bergig, der Ackerbau selbst ist dort nur durch intensive Arbeit möglich. Demzufolge gehört Schensi nicht zu den reichen Provinzen Chinas. Sein Wert liegt darin, daß es die Ueberleitung zur Mongolei bildet. Die Hauptstadt Sianfu hat wenig Industrie, sie ist nach dem Muster der altchinesischen Städte noch mit Wällen umgeben, und nur einige Forts scheinen jetzt in bet Umgebung der Stadt auf den Bergen von den Truppen Tschanghsuelinangs in Eile angelegt zu werden. China nennt sich, was kaum bekannt fein dürfte, offiziell „Das große chinesische Volks- reich" (Ta Tschung Hua Min Kuo). Die Kämpfe der Zentralregierung in Nanking unter Tschianqkai- schek um die Einheit des Landes sind bekannt. Wirt- Ware Lage in Schensi. Tschiangkaischeks Berater berichtet. Nanking, 15. Dez. (DNB.) Der britische Berater des Marschalls Tschiangkaischek, der zur Unterhandlung nach Sianfu geflogen war, D o n a l b, ist am Dienstag nach Loyang zuruckgekehrt und hat von dort aus der Gattin Tschiangkaischeks telephonisch mitgeteilt, daß Marschall Tschiangkaischek i m Hauptquartier des Befriedu n g s k o m - mifsars von Schensi weile. Er habe selbst zwei persönliche Unterredungen mit ihm geführt. Dtzr Marschall sei gesund und zuversicht- l i ch Donald soll ferner telegraphisch berichtet haben, die Rebellen hätten ihm versichert, daß sie dem Ministerpräsidenten kein Leid zufugen würden. Sie würden ihm folgen, falls er, anstatt gegen seine eigenen kommunistischen Landsleute zu kämpfen, die Waffen gegen Japan e r g r e i f e n und sich mit der Entfernung der Pa- ufisten aus den Regieruugsämtern einverstanden erkläre Donald glaubt, daß der Konflikt in wenigen Tagen geregelt sein werde. — Nach einer vom Daily Herald" verbreiteten Lesart hat Tschangh- f'ueliang von dem Ministerpräsidenten em Bündnis mit Svwjetrußland gegen Japan gefordert, was jedoch abgelehnt worden fei. Die Truppen der Nankingregierung haben am Dienstagabend d i e Stadt Sianfu, den vitz des aufständischen GeneralsTschanghsueliang, vollkommen umzingelt. Die Regierungstruppen haben vorläufig Bereitschaftsstellungen bezogen und warten die Befehle der Nankingregierung ab. lieber Nanking ist der B e l a g e r u n g s z u st a n d verhängt worden, mit dem die üblichen Einschränkungen des Versammlungsrechts, des Verkehrs und die 'Nachrichtenkontrolle verbunden sind. Prag, 15. Dez. (DNB.) Der tschechoslowakische Außenminister Dr. Krofta hielt im Prager Jndu- politischen Einflüssen, und daß sie bei allen west- r t e B e am , f , J @ e m ü । e sich im ganzen befriedigend. Krofta schloß: „Es war haben. Im Namen dieser Gemüsebauern vereng niemals unsere Absicht, uns der wirtschaftlichen Zu- Dorgeres eine 6 h iP/r n unh an- fammenarbeit Deutschlands mit Mitteleuropa ent- eine Eirm a fe i g\u n g be r 6 .tu er ri unb p" „ f:nh sm;r hnhpn niirh nn dem Dorgeres: er wendet sich borthin, wo die Not am hf>uHrhsn\terreicbifchenUebereintom= größten ist, greift bie brennendsten Fragen auf und nnn ll Juli Dofitioe Anfänae qefunben. Die bemüht sich um bie Einleitung einer Aktion unb bie Annäherung zwischen Deutschland) unb Italien könnte Herbeiführung von Hilfsmaßnahmem ^egen ann hi" S n f f u n a e i n e r m i 11 e I eu r o p ä i f d) e n man kaum von einem einheitlichen in sich geschlvsse- W i r tl ch ° f t" 2 r g ° N i s ° t i ° N n U r M ch - n°n Programm Henry Dorgeres sprechen. t e r n. Es ist unerläßlich, baß alle Aktionen unter- Es liegt eine zusarnrnenfassenbe Darstellung fei- stützt werben, bie auf eine ähnliche zweiseitige Wirt- ner Gebauten vor, bie er nieberschrieb, als er schaftsannäherung hinauslaufen. Es wäre aber zu 1933 von einer breimonatigen Gefängnisstrafe 27 wünschen, baß alle mitteleuropäischen Staaten sich Tage absitzen mußte. Der Titel lautet: „Hoch bie über ein bestimmtes Minbestprogramm einigen. Heugabel n", weswegen ihn bie Gegner oft mit ber Heugabel in ber Hanb, auch mit Frack und - " Zylinder'so seine adlige Abstammung tronifierenb, • X c. fi mit «HnitJuull einer Zigarre in einem etwas steifen Gesicht wiederholt zu Zusammenstößen mi^ Rau 2)iefe Schritt ist wie die Reden und die der band en, die schwere Verluste erlitten un hilosen Zeitungsartikel im wesentlichen ein flam- uEommen °uf gerieben Protest dagegen, daß im Verlauf ber Krise hÖer berf für lanbwirtschattliche Erzeugnisse stärker sich bie italienische Verwaltung inLurüdgegangen finb als für bie Waren, bie bie roieber ein Stuck naher an bie Suban-G nze £QUer'n' kaufen müssen, unb baß bie Steuerlasten berangefdjobm, oon ber bas 120 Mom^ter ub- t murbm. mirb darqelegt, baß bie östlich °°n Gore gelegene Bonga nur noch etwa Sa|^n vergleich zur Vorkriegszeit an Probuk- 140 Kilometer Lustlinie entfernt ist. L b a g Zwei- bis Dreifache »erkaufen ------- müssen, um gleiche Mengen an Maschinen, Die Wahrnehmung ber Befugnisse de- ^^^e°Ag^Sm'°i^°"g^d^: ftarä für öiepTCI0bilöling lid) falsch bezeichnet, zumal sie bie Spekulanten be- günftigt und das Aufkommen von Trusts gefordert Berlin, 15. Dez. (DNB.) Der Reichskommissar . heftige Vorwürfe werden gegen die Parla- für die Preisbildung veröffentlicht im Reichsanzei- rnentarier erhoben, weil sie die Belange ber Laub» ger vom 14. Dezember 1936 eine Erste Anorbn'mg ^^^e nicht genügend beachtet hätten. Die Abgeord» über die Wahrnehmung seiner Aufgaben und Be- nefcn werden als Schieber hingestellt, von denen fugniffe. Die Vorschritten enthalten organisatorische bis 200 Gefängnisstrafen zu erwarten hätten, : und verfahrensrechttiche Bestimmungen. Es wird wenn man über ihre Tätigkeit eine gewissenhafte : unterschieden zwischen dem Recht der Preisbildung Untersuchung durchführen würde. 1 und der Preisüberwachung. . Der positive Teil der Schrift läßt klar erkennen, Die Preisbildung nimmt grundsätzlich der haß H°nry Dorgeres ein Mensch ist, der im Rahmen eines bürgerlichen und völkischen Staates die Landwirtschaft "neu organisieren will, dabei auf- bauenb auf der Familie als der entscheidenden Zelle. Der Trennungsstrich gegenüber den Kommunisten und Sozialisten, die sich ebenfalls seit einiger Zeit den notleidenden Landwirten zuwenden, ist somit achten und das alle Bauern verbindende Band zu sehen. Stets ruft er ihnen zu: Schließt euch in Genossenschaften zusammen, arbeitet gemein« leren io e i w u 11 u « h => u c v u t u t ......Jam an einer besseren Orga Nis a t i o n des übertragen, soweit die festzusetzende Ordnungsstrafe Absatzes und an einer Verbesserung der Reichsmark 500 nicht überschreitet und Strafantrag Q u a I i t a t eurer Erzeugnisse. Das sind Gedanken. -- r" die denen der neuen deutschen Agrarpolitik weitgehend entsprechen, aber man soll vorsichtig sein mit Schlußfolgerungen, denn man kann noch n:d)t von einem Proaramm sprechen, sondern nur von ersten Ansätzen. Vorläufig ist Henry Dorgeres nur der Agitator, der die unzufriedenen Bauern fam® melt unb bie Stäbter baran erinnert, was für sie sich legen, ist bamit zu rechnen, baß er auch fernerhin aufsteigt, zumal wir im Gegensatz zu den anberen brei Partnern in China keinerlei politische Interessen, bie häufig bie Handelspolitik burchkreuzen, wahrzunehmen haben, rt. schaftlich hat bas Lanb unter ber Regierung Tschiangkaischeks, zumal nach bem Verzicht auf bas chinesische Silbergelb im November 1935, eine große Elastizität bewiesen. China bietet ben Jnbustrie- länbern vornehmlich Europas große Geschäftsmöglichkeiten, bie zum Teil noch nicht voll ausgenutzt werben. Das Lanb braucht internationale Anleihen, unb unter Führung Englanbs, ber Teilnahme ber Vereinigten Staaten unb Frankreichs hatte sich ein internationales Bankenkonsortium gebitbet, bem auch Italien unb vor allem Japan angehörten, bessen Arbeiten in biesem Frühjahr begannen, aber nicht vorwärts kamen, weil Japan sich weigerte, sich an einer internationalen Anleihe für China zu beteiligen. Japans Forberung geht nämlich barauf, Chinas Wieberaufbau selbst zu finanzieren unb in die Hanb zu bekommen, währenb sich bie Nanking- Regierung weigerte, biesem Verlangen zu willfahren. Inzwischen kam ber Konflikt über bie Seezo11e, ber es ber Nanking-Regierung unmöglich machte, bie Zinsen für bie bisherigen chinesischen Anleihen zu bezahlen, ba Japan im Narben Chinas ein unfiangreiches Schmuggelgeschäft organisiert hatte. Man hat seit einiger Zeit nichts mehr von biesem Konflikt gehört, ber bas Nervenzentrum der Nanking-Reyierung, seine Finanzpolitik, so weitgehenb beeinflußte. Die chinesische Handelsbilanz läßt sich nun nicht nach europäischem Vorbild klar erläutern, ba die Ausfuhrzahlen ber amtlichen chinesischen Statistik in großem Umfange Lieferungen nach Durch- qangslänbern, nicht Lieferungen nach ben eigentlichen Bestimmungsländern enthalten, woburch b e r deutsche Anteil am chinesischen Hanbel z. B. zahlenmäßig u n t e r ben wirklichen Käufen Deutschland in China liegt. Bis zum Jahre 1929 war Japan auf bem chinesischen Markt stark im Vordringen, bis ber Boykott ber japanischen Waren eine Wenbung brachte. Im vorigen Jahr hat zwar Japans Hanbel mit China sich erholt, jeboch nicht entfernt in bem Maße seiner Einbußen burch bie Boykottbewegung. Unter ben vier wichtigen Lieferländern hat allein Deutschland einen stetigen Fortschritt gemacht. Seine Ausfuhr nach China ist von 8 9 v. H. im Jahre 1934 auf fast 12 d. 5). bes gesamten chinesischen Außenhandels im Jahre 1935 getieqen, bie Gn gl anb er stehen mit 10,48 v. H. an britter Stelle. Die vier wichtigsten Lander im China-Geschäft sind die Vereinigten Staaten von Nordamerika, die fast ein Viertel des chinesischen Außenhandels bestreiten, Japan, das rund 14 v H einnimmt, dann folgen D eutf ch l a n d und Enaland. Die Handelsbilanz ergibt m mexikanischen Dollars ausgedrückt, wobei im Vorjahre der Kurswert des Dollars etwa 90 Neichs- %nnige betrug, folgendes Bild in Millionen mexikanischer Dollar: England * d-s chmefstchen ms; fgise Vs ’S“'“ emnchtungen. Die EnMn ! Kapitulbe- SÄ Wirren in China Dorgöres gelingt, völlig andere Grundlagen für die französische Landwirtschaft zu schaffen, diese Frage muß vorläufig offen bleiben. Liefe,streik der französischen Gemüsebauern. Die Aufgabe der Verteilerschast in der Ernährungstvirlschast. Arbeitstagung der Verteilerschast des Rhein-Main-Gaues. Paris, 15. Dez. (DNB.) Der Lieferftreik der Gemüsebauern des Pariser Bezirks wird ab heute durchgeführt. In den Zentralmarkthallen find Gemüse- und Fruchtstände fast völlig leer. Der Bauern- fuhrer Dorgöres ließ der Presie mitteilen, daß ab Mittwoch die Gemüsebauern in ganz Frankreich die Belieferung der Städte mit Frischgemüse einstellen werden. Auch Algerien werde kein Gemüse mehr nach Frankreich liefern. Eine Abordnung der Gemüsebauern hat im Landwirtschaftsministerium Forderungen unterbreitet hinsichtlich eines besonderen Zoll- und Preisschutzes gegen die ausländische Einfuhr sowie einer mengenmäßigen Beschränkung der Einfuhr und höherer Preise. Frankreich undderGtreitumAlexandrette Genf, 15. Dez. (DNB.) Im Völkerbundsrat hat Unterstaatssekretär Viönot den französischen Standpunkt in dem Streit um Alexandrette und Antiochien dargelegt. Das strittige Gebiet sei seinerzeit mit dem übrigen Syrien Frankreich a l s Mandatsgebiet zugeteilt worden. Die Verpflichtungen, die Frankreich in dem französisch-türkischen Abkommen von 1921 hinsichtlich der Verwaltungsautonomie des Sandschak übernommen habe, würden für Syrien auch nach dem Aufhören des Mandats unverändert f o r t b e ft e h e n. Frankreich betrachte sich nicht als zuständig für Verhandlungen, die den Rahmen des Abkommens von 1921 und die Bestimmungen des Mandates überschreiten würden. Ueberdies gelte es die Einheit Syriens zu wahren, deren Bestätigung durch den französisch-syrischen Vertrag in der ganzen arabischen Welt freudige Zustimmung gefunden habe. Die französische Regierung sei mit der Entsendung neutraler Beobachter in das strittige Gebiet und an die syrisch-türkische Grenze einverstanden. Frankreich könne jedoch nicht Maßnahmen zustimmen, die eine teilweise Aufhebung des Mandates und eine Vorwegnahme der endgültigen Lösung bedeuten würden. Deutschland feiert Svinhusvud. Eine deutsch-finnische Studienstiftung. Berlin, 15. Dez. (DNB.) Aus Anlaß des 75. Geburtstages des finnischen Staatspräsidenten Soinhufvud, veranstaltete die Nordische Verbindungsstelle und die Nordische Gesellschaft im Weißen Saal des Berliner Schlosses eine Feierstunde. Der Saal war mit der weiß-blauen Fahne Finnlands und der Fahne des Dritten Reiches geschmückt. Der Feierstunde wohnten zahlreiche hervorragende Vertreter von Partei und Staat bei, u. a. die Reichsminister Graf Schwerin von Krosigk, Freiherr Eltz von Rübenach und S e l d t e, Stabschef Lutze und Reichsarbeitsführer j) i e r I, der alte deutsche Finnlandkämpfer Graf von der Goltz und Korpsführer Hühnlein. Generalmusikdirektor Hermann Stange leitete die Feierstunde mit Beethovens Ouvertüre zu „Leonore" ein. Mit herzlichem Beifall begrüßt, übernahm sodann der finnische Dirigent Tauno Hanni k a i n e n die Leitung des Orchesters und spielte die zweite Sinfonie des finnischen Komponisten Jean Sibelius. Die feiern in Helsinki. Helsinki, 15. Dez. (DNB.) Die Feier des 75. Geburtstages des finnischen Staatspräsidenten Svinhusvud gestaltete sich zu einer herzlichen Kundgebung der ganzen Bevölkerung Finnlands für sein verehrtes Staatsoberhaupt. Die Stadt Helsinki trug reichen Festschmuck. Abends erstrahlten die öffentlichen Gebäude im Scheinwerferlicht der Kriegsflotte Fast jedes Haus der Stadt war festlich beleuchtet. Die Deutsch - Finnische Gesellschaft überreichte dem Präsidenten, der Ehrenmitglied der Gesellschaft ist, eine prachtvolle Buchausgabe über das deutsche Waidwerk. Die deutsche Kolonie, die deutsche Handelskammer in Finnland und die deutsche Schule überbrachten eine kostbare Bernsteinschale ostpreußischer Arbeit. Abends fuhr das Vräsidentenpaar durch die erleuchtete Stadt in die Ausstellungshalle, während einige Tausend Pfadfinder mit brennenden Fackeln Spalier bildeten. Die Sängerchöre und Musikorchester der Stadt vereinten sich zu einer musikalischen Huldigung. Operndirektor Mantere hielt die Festrede, worauf Präsident Soinhufvud seinen Dank für alle Huldigungen aussprach. Kleine politische Rachrichten. Der Führer und Reichskanzler empfing den königlich-ungarischen Innenminister v. Kozma zu einer Aussprache über schwebende politische Fragen. An der Besprechung nahmen teil: Der königlich-ungarische Gesandte in Berlin Feldmarschall- Leutnant Sztojay, Reichsminister des Innern Dr. Frick sowie die Staatssekretäre Dr. Meißner und Dr. Lammers. * Der Führer und Reichskanzler hat auf Vorschlag des Reichsministers der Justiz, Dr. Gürt- ner, den Hauptstellenleiter und Leiter des Amtes für Gnadensachen in der Kanzlei des Führers der NSDAP., Oberst Berkenkamp, auf die Dauer von fünf Jahren zum ehrenamtlichen Mitglied des Volksgerichtshofes ernannt. * Die Reichsfrauenführerin Frau Gertrud Scholz- Kl i n k wurde als Mitglied in die Akademie für deutsches Recht berufen. Damit ist zum ersten Mal eine Frau in die Akademie für deutsches Recht berufen worden. Die Mitarbeit der Reichsfrauenführerin erstreckt sich auf die Gebiete des Familienrechtes und die Rechtsfragen der Bevölkerungspolitik. Der Leiter des Außenamtes der Deutschen Evang. Kirche, D. Theodor Häckel, sprach im Gemeindehaus der Stockholmer deutschen St. Gertruds - Gemeinde über die religiöse Weltlage. Unter den Anwesenden sah man den deutschen Gesandten Prinz Viktor zu Wied. Bischof Häckel schilderte den Kampf um die große Entscheidung zwischen den beiden Strömungen, die heute das Weltgeschehen erfüllten, zwischen dem Internationalismus und der völkischen Idee. In seinem tiefsten Sinn gehe dieser Kampf um die entscheidenden religiösen Werte des christlichen Glaubens NSG. Die flaupttagung der gesamten rhein- mainischen Verteilerschast in der Festhalle zu Frankfurt a. M., vereinigte die Verteiler unseres Gebietes zu einer eindrucksvollen Kundgebung. Hauptabteilungsleiter III, Moses, von der Landesbauernschaft Hessen-Nassau, betonte, daß diese Tagung die Zusammengehörigkeit aller in der Ernährungswirtschaft tätigen Menschen zum Ausdruck bringen soll und erörterte das Reichsnährstandsgesetz, das Bauer, Handel und Verarbeiter zusammengefaßt habe. Wenn früher der Marktausgleich auf Grund von Angebot und Nachfrage durch die Spekulation geschaffen wurde, so steht dem jetzt die dem ganzen Volk verbundene Ausgleichswirtschaft gegenüber, bei der aber nie die Privatinitiative ausgeschaltet wird. Die Märkte sind geordnet. Der Bauer hat seine Existenz- minimumpreise, Nährstandshandel und Nährstands- induftrie aber haben die im nationalsozialistischen Sinne zu verantwortende Verdienstspanne. Reichsabteilungsleiter Willkomm (Berlin) hob hervor, daß Ernährungswirtschaft und Ernährungsindustrie nicht auf die Ordnung der Warenbewegung zwischen Erzeuger und Verbraucher verzichten können. Während der Systemzeit, als infolge der Arbeitslosigkeit der Umsatz der Berteilerbetriebe immer mehr zurückging, hat man immer weitere Betriebe in die Warenbewegung eingeschaltet. Die Geschlossenheit der Träger der Warenoermittlung innerhalb der Marktordnung ist durch die Fachschaften gewährleistet. Ein Verteiler müsse fachlich tüchtig und charakterlich ehrbar sein. Verteilerschutz sei durch die festen Preise und die Garantie der Warenabnahme gegeben. Da der Lebensrnittel- Umsatz unseres Volkes in normalen Zeiten feststeht, muß auch die Zahl der Verteilerbetriebe festgelegt werden. Am Montag konnte die schweizerische Landesregierung ein in der Geschichte der Eidgenossenschaft seltenes Ereignis feiern, das 2 5jährige Amts- jubiläum des Bundesrats Dr. G. Motta, Vorsteher des Eidgenössischen Politischen Departements. Der Jubilar wird am 29. Dezember d. I. 65 Jahre alt. Er wird für das Jahr 1937 zum fünften Male Bundespräsident der Schweiz. * Präsident Roosevelt kehrte nach einer Abwesenheit von fast einem Monat wieder in die Heimat zurück. Auf der „Interamerikanischen Frie- denssicherungskonferenz" in Buenos Aires wurden Unstimmig angenommen ein Protokoll über Nichteinmischung in die Angelegenheiten anderer Staaten und ein Abkommen zur Erhaltung des Friedens durch gemeinsame Beratung und Schiedsgerichte. * Im Auftrage des Senates überreichte Senats- iräsident Federzoni dem Duce einen Ehren- legen als Sinnbild dafür, daß Mussolini mit „sicherer Hand den mit den Mitteln des Hinaus- zögems und der Bosheit geschaffenen Knoten Reichshauptabteilungsleiker III Dr. Korke (Berlin) ging auf das Mißverhältnis ein, das in der Zahl von 6 Millionen Erzeuger und einer Million verarbeitender und Verteilerbetriebe besteht. Der Systemlosigkeit hat die nationalsozialistische Wirtschaftsführung das Leistungsprinzip gegenübergestellt, der egolstifchen Wirtschaftsweise die gebundene Wirtschaft, die eine Pflichtwirtschaft gegenüber dem Volk bedeutet, und der Zerschlagung der Wirtschaft die Erzeugungsschlacht. Rein organisatorisch war die Selbstverwaltung der Wirtschaft zum Prinzip erhoben worden. Die Marktverbände vereinigten alle an der Ernährungswirtschaft beteiligten Gruppen. Dies war die einfachste Art, diesen Riesenapparat zu meistern, der 40 bis 50 v. H. des Volkes umfaßt. Die Voraussetzung einer Erzeugungssteigerung sind der stetige Preis und die Absatzgarantie für den Erzeuger. Der Schutz des Verbrauchers liegt darin, daß die Preise für Lebensrnittel stabil bleiben. Hierbei geht es darum, den Ausgleich zu schaffen zwischen den schwankenden Erzeugungskosten beim Erzeuger und den gleich- bleibenden Gehältern und Löhnen des Verbrauchers. Die Preisfestsetzungen müssen mit Erfahrungen untermauert werden. Deshalb erwächst für die Marktordnung neben dem Erzeuger- und Verbraucherschutz als dritte Aufgabe die Notwendigkeit, die Warenbewegung in die Hand zu nehmen durch den Schlußschein und die Andienungspflicht. In Zeiten natürlichen Ueberschusses tritt dann eine Regelung durch die Vorratswirt- fchaft ein. Nachdem Dr. Korte die Verteiler nochmals darauf hingewiesen hatte, daß die Marktordnung für sie durch den von vornherein feststehenden Preis das Risiko weitgehendste ausgeschaltet hat, ging er weiter auf die Anordnungen der Hauptvereinigungen der Wirtschaftsverbände ein. Eine einzige Anordnung erfaßt die Milchwirt- durchschnitt". Mussolini betonte, daß diese Ehrung „mit der nun vollständig gewordenen Besetzung aller Gebiete des Imperiums zufarn- menfalle, dessen Grenzen wie auch alle übrigen Grenzen Italiens in jedem Zeitpunkt tatkräftig von einem scharfen und sichergeführten Schwert verteidigt werden sollen". * In Niederländisch-Jndien ist es den Behörden gelungen, bei Durchsicht der aus Europa eingetroffenen Post umfangreiche Sendungen kommunistischen Propagandamaterials zu beschlagnahmen. Es handelt sich um Hetzschriften, die z. T. gedruck, z. T. mit Vervielfältigungsapparaten hergeftellt waren. Der Aufgabeort dieser kommunistischen Sendungen ist Brüssel. * Der bisherige fowjetrussische Handelsvertreter in London, Oserski, ist von feinen Amtspflichten entbunden und nach Moskau zurückberufen worden. Oserski soll mit besonderen Aufgaben im neugegründeten Moskauer Kriegsindustriekommis- sariat betraut werden. chaft für das ganze nächste Jahr. Dasselbe gilt ür die Eierwirtschaft, bei der eine restlose Er- affung des gesamten Anfalls eintreten wird, für die Viehwirtschaft, für die Getreidewirtschaft usw. Das ganze Gebiet der Ernährungswirtschaft wird bis März nächsten Jahres in zehn Anordnungen erfaßt. Landesbauernführer Dr. Wagner appellierte dann in aufrüttelnden Worten an die Verteiler, einen dienstbereiten Idealismus zur Richtschnur ihres Handelns zu machen. Er wisse genau, daß an den Stand des Verteilers ungewohnte und chwierige neue Aufgaben herangetragen worden ind, aber die Verteiler selbst haben heute die leberzeugung, daß unsere nationalsozialistische Marktordnung unbedingt richtig für ein intelligentes ehrliebendes, lebenskluges Volk ist. So wie der Bauer muß auch der Verteiler sich vor Augen halten, daß der neue Idealismus jede Leistung im Dienst der Volksgemeinschaft möglich macht. Der Landesbauernführer lehnte eindeutig alle übereifrigen Störenfriede ab, die meinen, den Radikalismus für sich gepachtet zu haben. Der Nationalsozialismus führt das Leben unseres Volkes mit aller Entschiedenheit zum Ziel. Notwendig ist für unseren schweren Weg die Kameradschaft aller anständigen Volksgenossen. Um die Ernährung Deutschlands zu sichern, muß alles das an Ehrlichkeit, Mut, Uneigennützigkeit und Schaffenskraft mobilisiert werden, was im deutschen Volk vorhanden ist. Wir wollen uns zum stolzen Dienst an der Volksgemeinschaft erziehen und über allen Kleinigkeiten des Tages das völkische Ideal niemals außer acht lassen, das der Führer uns gegeben hat. schen Freiwilligen auf feiten der spanischen Bolschewisten auf 1500 bis 2000 Mann. „Unfere Luftflotte ist die mächtigste der Welt." Die neue sowjetrussische Luftaufrnstung im Gange. Moskau, 15. Dez. (DNB.) Die auf dem Sowjetkongreß angekündigte neue große Luftauf- rüftung der Sowjetunion ist in vostem Gange. Die „Jswestija" berichtet, daß in der Ukraine im laufenden Jahr 7%mal mehr Flieger ausgebildet worden sind als im Vorjahr. Weiterhin wurden in der Ukraine 11 neue Aeroklubs gebildet. Die „Prawda" stellt fest, daß die Sowjetunion zwar heute schon die mächtigste Luftflotte der Welt besitze, daß ihre Interessen aber gebieterisch eine weitere Vermehrung erforderten. Das Land besitze bereits 167 Fliegerklubs, und neue würden geschaffen werden. Es fei also möglich, d i e Forderung nach 15 0 0 0 0 Fliegern zu verwirklichen. Das Blatt verlangt, daß die Disziplin g e st ä r k t und die Ausbildung verbessert würde. Die Zahl der Unfälle fei außerordentlich groß, und das fei oft die Folge einer oberflächlichen Ausbildung der Instrukteure. Vor allem die Jugendverbände müßten die Fliegerausbildung zu ihrer eigensten Sache machen. Der Jugend müsse zugerufen werden: „(Euer Platz ist im Flugzeug!" Kunst und Wissenschaft. Deutsch-italienisches konzerl in Rom. Uebedragung im Rundfunk. Am Mittwochabend findet in Rom unter dem Ehrenschutz des Deutschen Botschafters, von H a s - sell, im Teatro Adriano ein Konzert statt, in dem unter Leitung des bekannten römischen Dirigenten Pros. Molinari die Kammersängerin der Berliner Staatsoper Frau Erna Berger zusammen mit dem berühmten italienischen Bariton De Luca Arien von Händel, Mozart und Strauß fingen wird. Der Abend dürfte ein gesellschaftliches Ereignis ersten Ranges werden. Im Reich wird es um 21.30 Uhr auf den Deutschlandsender und die Reichssender Berlin, Königsberg und München übertragen. Verleihung des Goncourt-Preises. Der Goncourt-Preis, der die höchste Anerkennung darstellt, die in Frankreich einem Roman zuteil werden kann, ist an den Schriftsteller Maxence van der Mersch für feine Erzählung „Die Spur Gottes" verliehen worden. Der Schriftsteller, dem schon voriges Jahr nur eine Stimme der Preisrichter für den Preis fehlte, hat diesmal von zehn Stimmen sieben erhalten. Er wurde im Jahre 1907 in Roubaix geboren; feine Bücher schildern hauptsächlich das Leben seiner flandrischen Heimat. Aus aller Welt. Lin Teil des Turmes von „Elbe I“ geborgen. Ein Teil des Turmes vorn Feuerschiff „Elbe I" wurde durch den Bergungsdampfer „Reiher" in den Cuxhavener Hafen eingebracht. Als festgestellt wurde, daß das Wrack nicht mehr gehoben werden konnte, hat man Turm und Masten des Feuerschiffes abgesprengt, um damit ein Hindernis für die Schiffahrt aus dem Weg zu räumen. In den letzten Tagen mußten die Bergungen unterbrochen werden, da die Berger wegen des ungünstigen Wetters ihre Liegestelle in der Elbmündung verlassen mußten. Sobald die See wieder ruhiger geworden ist, werden die Sprengarbeiten fortgesetzt. Eifenbahnräuber Erich Schüller verübt Selbstmord. 3m Zeichen der Nichteinmischung Der Zustrom von „Freiwilligen" über die spanisch-französische Grenze dauert an. Waffentransporte als „Konserven" deklariert. Paris, 16. Dezember. (DNB. Funkspruch.) Der Transport von Waffen und Freiwilligen .von Frankreich nach Katalonien geht ununterbrochen weiter. Wie das „Echo de Paris" mitteift, haben zwischen dem 5. und 8. Dezember 6 0 0 Freiwillige bei Le Perthus die Grenze überschritten; 2 5 00 Freiwillige sind in Sonderzügen über Cerberes nach Barcelona befördert worden. Am Montag seien, so schreibt das Blatt, große W a f - enladungen bei Ceberes über die Grenze gebracht worden, die aus Holland und Belgien gekommen und für die Durchfahrt durch Frankreich als „Konserven" deklariert waren. Ein Geschwader von 6 Jagdflugzeugen aus Belfort kommend habe in Toulouse eine Zwischenlandung vorgenommen und fei nach Auffüllung von Brennstoffvorräten in Richtung Bilbao weitergeflogen. Die Marxisten von Katalonien hätten 25 Devoitine-Flugzeuge bestellt zum Preise von 1 500 000 Franken je Flugzeug. In Grange wurden gegenwärtig 200 für Barcelona bestimmte Lastkraftwagen fertiggestellt. Der Sonderberichterstatter des „Jour", der in der „Freiwilligen"-Zentrale Perpignan Erkundigungen eingezogen hat, meldet, daß täglich etwa 5 0 0 bis 6 0 0 Freiwillige von Perpignan aus nach Barcelona gehen. Allein zwischen dem 19. und 30. November seien mehr als 1600 Freiwillige über Perpignan nach Katalonien beordert worden. Am 25. November sei ein Sonderzug abgegangen, in dem sich einige Franzosen und Belgier, zumeist aber Tschechoslowaken und Sowjetrussen befanden. Die Sowjetrussen hätten einen militärischen Eindruck gemacht und wären gruppenweise durch die Straßen von Perpignan marschiert. Auf der katalanischen Seite würden die Freiwilligen einer strengen ärztlichen Untersuchung unterzogen; alle nicht genügend kräftigen Freiwilligen sowie die Verdächtigen, würden wieder zurückgeschickt; in den letzten Tagen eien 300 zurückgekommen. Oer Bolschewismus bedroht auch England. „Daily Mail" fordert Fernhaltung vom spanischen Konflikt. London, 16. Dez. (DNB. Funkspruch.) „Daily Mail" weist darauf hin, daß sich in der Gegend von Madrid heute 35000 voll ausgerüstete owjetrussische Soldaten und 2 5 0 0 0 ranzösische Kommunisten befänden und ordert, daß England sich nicht in den spanischen Konflikt verwickeln lassen dürfe. Es habe niemals irgendein Zweifel darüber bestanden, fo schreibt „Daily Mail" weiter, daß Deutschland und Italien unter keinen Umständen eine rote Regierung in Spanien dulden würden. Bestimmt würde die Welt es lieber sehen, wenn diese Entschlossenheit praktischen Ausdruck fände, als daß sich in Südwesteuropa eine Moskauer Rotte für die Dauer feft= etze; denn eine rofe Regierung in Spanien würde der erste Schrill auf dem Wege z u einer roten Regierung in Frankreich fein, was wiederum b i e ernstesten Folgen für England haben dürfe. Es dürfe nicht behauptet werden, daß der Kommunismus nicht über den Aermelkanal gelangen könne. Jedermann wisse, daß er dies könne und tue. Soeben habe die Labour-Party ein Flugblatt veröffentlicht, in dem erklärt werde, daß auf den britischen Inseln nicht weniger als 11 kommunistische Organisationen sich bemühten, mit Moskauer Geldmitteln in Höhe von vielen tausend Pfund England unter bolschewistische Kontrolle zu bringen. Erst vor einer Woche habe der spanische Kommunist Oliver in Valencia erklärt, daß die Roten nach einem Siege ihre große Armee nach anderen Ländern senden würden, um dort den Kampf gegen den Faschismus fortzusetzen. Die Verschärfung der Moskauer Wühlereien beweise, wie zwingend es für England sei, sich von den spanischen Verwicklungen fernzuhalten. Die Wahrheit über Spanien. Paris, 16. Dez. (DNB. Funkspruch.) Im „Figaro" schreibt Wladimir d,Ormesson, in Frankreich tue man so, als ob in Spanien die Demokratie, Ordnung und Freiheit gegen aulrührische Generäle verteidige, die nur Truppen hinter sich hätten. Die Wahrheit sei, daß im anarcho-kommunistischen Lager die größte Unordnung, Terror und Ungerechtigkeit herrschten. Auf der nationalen Seite aber sei das Leben wieder normal geworden. Die Verwaltung und der Verkehr funktionierten und die Bevölkerung habe sich einmütig hinter Franco gestellt, der in ihren Augen nicht nur der Führer einer Militärbewegung, sondern d i e Seele einer nationalen Volksbewegung sei. Warum wolle man also das Gegenteil glauben machen? Warum behandele man jemanden als Feind, mit dem man morgen verhandeln müsse? Warum müsse man Frankreichs Sache systematisch mit der Sache der Unordnung und der Anarchie verbinden? Auch britische Freiwillige bei den spanischen Bolschewisten. London, 15. Dez. (DNB.) Die Beteiligung britischer Staatsangehöriger an den Kämpfen in Spanien beschäftigt die britische Regierung. Ein Gesetz aus dem Jahre 1870 stellt die Teilnahme von britischen Staatsangehörigen an Kriegen, an denen Großbritannien nicht beteiligt ist, unter Strafe. Eine Entscheidung, ob dieses Gesetz auch auf me Kämpfe in Spanien Anwendung findet, ist jedoch anscheinend noch nicht gefallen. Wie notwendig eine derartige Maßregel ist, ergibt sich aus dem kommunistischen Organ „Daily ©orte r", das triumphierend berichtet, daß eine Kompanie, die nur aus Briten bestehe, in Madrid eingetroffen fei. In London schätzt man heute schon die Zahl der briti- Der vom Sondergericht in Breslau wegen des Eisenbahnüberfalls in Rothwaffer (Oberlausitz) zum Tode verurteilte Eisenbahnräuber Erich S ch ü I • | l e r hat in feiner Zelle des Gerichtsgefängnisses in Görkitz Selbstmord verübt. Schweres Feuergefecht mit Gangster in Reuyork. 3n nächster Nähe des Broadway erlebte Neuyork eine große Jagd auf den berüchtigten Banditen Brünette, bei der stärkste Polizeikräfte eingesetzt werden mußten. Der Gangster hatte sich mit feiner Bande in einem Haus der 102. Straße verbarrikadiert. Unter Führung des Chefs der Geheimen Bundespolizei, Edgar Hoover, umzingelten 2- Beamte der Geheimpolizei und 100 Polizisten das Haus. Nachdem alle umliegenden Wohnungen ge- Empfang der Angto-GermanFellowship Ribbentrop über die deutsch-englischen Beziehungen. kümnt waren, wurde das Haus des Banditen von den Dächern der Nachbarhäuser und von der Straße aus mit Maschinengewehren beschossen. Auch Tränengasbomben wurden geworfen. Erst nachdem das Haus durch den Bombenabwurf in Branö geraten war, ergab sich der Gangster. Das Feuergefecht zwischen seiner Bande und der Polizei hatte eine volle Stunde gedauert. Während des aufregenden Zwischenfalles sammelten sich auf dem Broadway und den anliegenden Straßen riesige Menschenmassen. Die Feuerwehr unternahm trotz der starken Beschießung des Hauses mutige Löschversuche. Hinrichtung eines Mörders. In Nordhausen ist der 1914 geborene Werner Schußmann h i n g e r i ch t e t worden. Schußmann ist durch Urteil des Schwurgerichts in Nordhausen vom 18. Juni 1936 wegen Mordes zum Tode verurteilt worden, weil er am Abend des 31. Dezember 1935 in Sangerhausen den Nachtwächter Helmbold in der dortigen Maschinenfabrik mit einem Beil erschlagen hatte, um die Fabrikkasse zu berauben. Kleines Kind durch kochendes Wasser verbrüht. In Koblenz ereignete sich ein trauriger Unfall, dem ein zweieinhalb Jahre altes Kind zum Opfer fiel. Das Kind stürzte in eine in der Küche aufgestellte Wanne mit kochendem Wasser und zog sich so schwere Verbrennungen am ganzen Körper zu, daß es bald nach der Einlieferung ins Kran- kenhaus ft a r b. Jugendlicher Leichtsinn führt in den Tod. Eine schon ost gerügte Unsitte hat in der rheinischen Ortschaft Macken ein Todesopfer gefordert. Ein achtjähriger Junge hatte sich auf der Verbindungsstange zwischen einem Lastkraftwagen und Anhänger gesetzt. Beim Abspringen kam er zu Fall und geriet unter die Räder des Anhängers. Der Junge trug so schwere Verletzungen davon, daß er kurz darauf starb. Internationale Falschmünzerband in Yokohama. Großes Aussehen erregte die Verhaftung von Mitgliedern einer internationalen Falschmünzerbande in Yokohama. Beteiligt sollen Amerikaner, Franzosen, Dänen, Weißrussen und Japaner sein. Die bisher verhafteten fünf Personen, ein französischer Rechtsanwalt, der bei einer Botschaft in Tokio angestellt sein soll, ferner zwei Dänen und zwei Japaner, frühere Bankdirektoren und Beamte im Hofministerium, sollen nach Angabe der Agentur Domei in Verbindung mit Bank- teitern und politischen Persönlichkeiten in China stehen. Die Hauptbeteiligten sollen in Schanghai tätig sein, unter denen sich ein früherer südamerikanischer Handelsattache namens Omaria befinden soll, der, wie Domei weiter ausführt, der Schwiegersohn des 1925 gestorbenen Zarengenerals Kuross a t k i n ist. Zu den anderen Tätern sollen ein Däne, ein Franzose und ein Amerikaner, die Vertreter bekannter Firmen und Theaterunternehmer sind, zu rechnen sein. Nach Domei sollen bereits Maschinen und Druckereien für die Herstellung von 15 Millionen chinesischen Dollarnoten der chinesischen Zentralbank eingerichtet worden sein. Das Verbrechen sei durch die Verhaftung eines gewissen L u t t a , der dänischer Staatsangehöriger sein soll, aufgedeckt und verhindert worden. Die Polizei habe Lutta bei seinem Eintreffen in Yokohama verhaftet. Indischer Postzug in Flammen. Auf der Eisenbahnstrecke zwischen Bombay und Kalkutta ist in einer der vergangenen Nächte ein Postzug in Brand geraten, in dem sich die mit dem englischen Dampfer „Ranpura" eingetroffene englische Brief- und Paketpost befand. Mit Ausnahme der für den Gouverneur von Bengalen bestimmten Scyriftstücke ist die gesamte Post den Flammen zum Opfer gefallen. Die Sendung war im Hinblick auf die bevorstehenden Weihnachtsfeiertage besonders umfangreich und umfaßte 600 Postsäcke. London, 16. Dez. (DNB. Funkspruch.) Zu Ehren des deutschen Botschafters von Ribbentrop veranstaltete die Anglo-German Fellowship im Grosvenor-Hotel unter dem Vorsitz von Lord Mount Temple einen großen Empfang, an dem etwa 700 Personen teilnahmen. Nach den Trinksprüchen auf den König von England uni) den Führer und Reichskanzler hielt der frühere Luftfahrtminister Lord Londonderry eine Rede. Er erklärte, daß im Interesse des Friedens völlig neue Wege beschritten werden müßten und schlägt zu diesem Zweck die Einberufung einer Versammlung her großen Männer der heutigen Welt vor. In Europa könne ein Anfang gemacht werden mit einer Zusammenkunft der führenden Persönlichkeiten Deutschlands, Italiens, Englands und Frankreichs. Er habe Sowjetrußland absichtlich a u s g e l a s s e n , das sich die Unterminierung all der Einrichtungen in anderen Ländern zum Ziele gesetzt habe, die nach Ansicht dieser Staaten ihre eigene Stabilität verbürgten. (Beifall.) Die Gefahr liege darin, daß der Friedenswille eines Tages von den kriegerischen Vorbereitungen überrannt werde. Es werde die Zeit kommen, da alle Nationen stark seien und es für diese großen Nationen kein anderes Ventil gebe als den Krieg. Es liege an den Menschen, den Ausblick zum Kriege schleunigst zu schließen und den herrlichen Ausblick zum Frieden zu öffnen. Botschafter von Ribbentrop führte dann u. a. aus: Die Anglo-German Fellowship und ihre Schwesterorganisation die Deutsch- englische Gesellschaft in Berlin wollen fern von der Politik des Tages ein besseres Verstehen zwischen Großbritannien und Deutschland herbeiführen. Es ist ihr Bestreben, einen engeren Kontakt zwischen den führenden Männern des kulturellen, wirtschaftlichen und politischen Leben der beiden Länder zu schaffen, um eine dauernde Freundschaft zwischen diesen beiden verwandten Völkern herbeizuführen. Erst heute erhielt ich die Mitteilung, daß ein führendes Mitglied der Hamburger Zweigstelle der Gesellschaft 'eine Anzahl von Stipendien für britische Studenten zur Verfügung gestellt hat. Es ist mir ein Vergnügen, Ihnen heute mitzuteilen, daß wir von jetzt an jedes Jahr in der Lage fein werden, vier britische Studenten an die Universitäten von Hamburg und Berlin einzuladen. Der Zweck dieser Stiftung ist, die kulturellen Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern zu fördern und zu vertiefen. Deutschland war entschlossen, die diskriminierenden Bestimmungen des Versailler Vertrages, die kein großes Volk auf die Dauer ertragen haben würde, zu beseitigen. Um dieses Ziel durch Vereinbarungen zu erreichen, hat der Führer und Reichskanzler seine Angebote an die Welt gemacht. Aber in einer Welt, die noch immer in einer Mentalität befangen war, die wir als den „Geist von Versailles" kannten, blieben diese unbeantwortet. Es ist tief bedauerlich, heute feststellen zu müssen, daß von allen diesen Angeboten zur Abrüstung, Rüstungsbegrenzung, zum Abschluß von Nichtangriffspakten, Garantiepakten und anderen Friedensgarantien, die in diesen vier Jahren vorgeschlagen wurden, nur w e - nige Erfolg hatten. Wenn schließlich doch eine Frage wenigstens geregelt werden konnte, so ist dies auf den traditionellen britischen Weitblick in Flottenfragen zurückzuführen, den der Führer und Reichskanzler teilte. Das deutsch-englische Flottenabkommen erweckte große Hoffnungen, daß weitere Schritte in Richtung auf eine Gesamtregelung der europäischen Probleme möglich sein würden. Ilm diese Zeit jedoch fand eine unterirdische Wacht, die unser Führer in Deutschland ausgemerzt hatte, erneut Eingang in Europa. Es machte sich bald bemerkbar, daß ihr störender Einfluß und ihre destruktive Lehre eine Konsolidierung Europas verhindern mühten. Die Lehre der Komintern hat Deutschland einmal an den Rand des Abgrundes gebracht. Selbstverständlich hat jedes Land seine eigene Art, mit dieser Seuche, sobald sie aufkritl, fertig zu werden. Ich kann hier nur aus vollem herzen unserem Wunsche Ausdruck geben, daß kein anderes Volk dieser Welt die gleichen Erfahrungen wie wir machen möge. Jedenfalls sollten die Völker auf der Hut sein, und ich bin davon überzeugt, daß die Welt erst dann zur Ordnung und friedlicher Entwicklung zurückkehren kann, wenn diese destruktiven Ideen verschwunden sind. Aber die Unruhe der Gegenwart ist aus besonderem Grunde zurückzufüyren und diese sind wirtschaftlicher Natur. Als in diesem Jahre bedauerlicherweise klar wurde, daß die Aussichten auf eine baldige politische Lösung nicht günstiger würden, d. h. also, daß auch wirtschaftliche Vereinbarungen in weitem Felde lagen, stellte der Führer den Vierjahresplan auf, um durch ihn den Lebensstandard seines Volkes zu heben. Das deutsche Volk muß leben und wird leben, und der Führer war — um die lebenswichtigen Bedürfnisse seines Volkes zu befriedigen — mcht gewillt, auf einen allgemeinen wirtschaftlichen Wiederaufschwung zu warten. Er konnte fermer nicht warten, bis Deutschland wieder im Besitze des Nutzens auf feine Kolonialansprüche sein würde, für die, wie ich aufrichtig hoffe, eine Lösung bald gefunden werden möge. Der Führer und Reichskanzler, dessen erster und letzter Gedanke am Tag das Wohlergehen des deutschen Arbeiters ist, mußte handeln, und er hat gehandelt. Sie sehen heute die gesamte deutsche Nation in begeisterter Mitarbeit am 23 i e r- jahresplan. Ader Deutschland wünscht keineswegs vollständige Autarkie. Deutschland will wieder ein Volk sein, das seiner Tagesarbeit ohne ständige wirtschaftliche Sorge nachgehen kann. Der Vierjahresplan ist ein Schritt in dieser Richtung. Der Führer sieht nach wie vor in dem Besitz von Kolonien für die Versorgung mit Rohstoffen einer- eits und dem Welthandel anderseits die beiden wichtigsten Faktoren für die Erhaltung und Steigerung des Lebensstandards des deutschen Volkes. Eine vernünftige Lösung der Kolonialfrage ist daher äußerst erwünscht und liegt meiner Auffassung nach, auf lange Sicht gesehen, i n unser aller Interessen. In der gegenwärtigen Welt der Besitzenden und der Besitzlosen ist ein freier Güteraustausch notwendiger denn je, damit der Lebensstandard der Länder mit der gleichen Zivilisation auf ein einigermaßen gleichmäßiges Niveau gebracht wird. Ein Ausgleich ist meiner Ansicht nach mehr als irgend eine andere Maßnahme geeignet, jene Zufriedenheit zu schaffen, die die beste Garantie ür den Weltfrieden und den Wohlstand gibt, und n der Tat, ich glaube, daß dies die beste Lö- ung ist! Deutschland hat sich nach seinem Wiedereintritt in den Kreis der Großmächte daran gewöhnt, a u f eigenen Füßen zu stehen. Es wird niemals jemanden gestatten, die Sicherheit seines Volkes zu bedrohen. Aber unabhängig und im Vertrauen auf feine Stärke ist es heute nach wie vor bereit, auf gleichem Fuße mit den anderen Nationen an der Herstellung eines dauerhaften Friedens in der Welt mitzuarbeiten. Deutschland und England haben in ihrer langen Geschichte nur einen Streit gehabt. Dieser Krieg war ein fürchterlicher und tragischer Fehler, der sich niemals wiederholen darf. Keiner würde dabei gewinnen können. Wir alle wissen heute, daß ein zweiter Konflikt zwischen unseren beiden großen Völkern e i n anderer Weltkrieg, nichts anderes als die Weltrevolution, den Bolschewismus und die Zerstörung alles dessen bedeuten würde, was uns seit Generationen teuer ist. Büchertisch. — Egon von Kapherr: „Die Heideleute von Babenhuse n". Roman. Mit vielen Lichtbildern von Hermann Fischer (Braunschweig). Preis geheftet 3,50 Mk., Seinen 4,80 Mk. Brunnen- Verlag, Willi Bischoff, Berlin. — (490) — Das Erscheinen seines letzten Romans hat Egon von Kapherr nicht mehr erlebt Der große Natur- schilderer hat hier noch einmal Schicksale aus einem mecklenburgischen Dorf verwoben mit dem Leben der heimatlichen Tierwelt. Voll vielfältiger Eindrücke stehen Landschaft, Menschen und Tiere vor uns, alles hat seine Geschichte, das Dorf, der Wald, das Haff, der Mensch, das Tier und alles wird ungekünstelt, schlicht und wahr erzählt. Eine Reihe künstlerisch und biologisch wertvoller Naturaufnahmen ergänzt das Werk. — 21 u g u ft e Supper: Das Mädchen Peter und der Fremde. Roman. Preis in Seinen geb. 4,40 Mark. Verlag C. Bertelsmann in Gütersloh. — (527) — Ein frohes Idyll abseits der Heerstraße. Wenn der Fremde wider Willen auf einem Ackergaul ans Gartentor des fliederumdufte- ten Grünhaus gerät, wenn dieser Gaul selber mit dem Klingelzug den seltsamen Besuch meldet, so umfängt uns gleich zu Anfang unserer Geschichte Humor und Heiterkeit. Da ist der prächtige Großvater, dessen Wille noch nach seinem Tode die eigenwillige Hausgemeinschaft regiert. Da ist vor allem Großvaters Liebling, die muntre Petronella. „Peter" wird sie gerufen, läuft in Jungenhosen und macht beim Sturz vom Kutschbock zugleich mit dem Ackerboden und dem Fremden Bekanntschaft. Doch wie nun ein überreiches Herz eine scheue Mädchenblüte in drei Frühlingstagen erschließt, und wie das mancherlei Frohe und Nachdenkliche in und um Grünhaus zum guten Ende sich fügt, das mag jeder selbst nachlesen. — Heinrich Schusser: Fritz Haase startet ins Leben. Ein lustiges Buch mit Zeichnungen von Fritz Koch-Gotha. 240 Seiten. Broschiert 3,50 Mark, Seinen 4,80 Mark. Brunnen- Verlag Willi Bischoff, Berlin. — (492) — Als erstes erzählendes Werk legt uns Heinrich Schuster einen Kleinstadtroman vor. Es sind Lausbubenge- lchichten, die manchmal an Sudwig Thoma anklingen, aber doch von ganz anderer Art. Dazu die köstlichen Bilder von Fritz Koch-Gotha. Viele werden an dem Buch ihren Spaß haben. Lin Bahnbrecher der medizinischen Mffenschast Zu Ernst von Bergmanns 100. Geburtstage am t6. Dezember. Ernst von Bergmann stammte aus einer bal-- tischen Pastorenfamilie. Seine Vorfahren waren starke gebietende Persönlichkeiten, gewohnt, in dem großen Kreis ihrer bäuerlichen Gemeinde väterlich zu walten und zu herrschen, zugleich waren sie aber auch Männer von starken wissenschaftlichen Neigungen und Fähigkeiten. Ernst von Bergmann fühlte als Jüngling keine Neigung zum theologischen Studium, sondern wünschte sich an der Universität Dorpat als Student der Historisch-Philosophischen Fakultät einzuschreiben. Eine scheinbare Zufälligkeit, nämlich der Umstand, daß diese Liste bereits gefüllt war, schenkte der Medizin einen ihrer bahnbrechenden Jünger. Seine Jugend und sein Mannesalter bis zum 40. Lebensjahr waren eng mit seiner Heimatuniversität Dorpat verknüpft, wo er an der chirurgischen Klinik lehrte und schon mit 35 Jahren ordentlicher Professor wurde. Keineswegs aber waren dies stille Gelehrtenjahre, sondern, abgesehen von einer vierzehnmonatigen Studienreise an die deutschen Universitäten, wurde die Zeit von drei Kriegen unterbrochen, dem preußisch-österreichischen von 1866, dem deutsch-französischen von 1870 und dem russisch-türkischen von 1877, in denen Bergmann seine volle Kraft in den Dienst der Kriegslazarette stellte. Seine Erfahrungen in der antiseptischen und aseptischen Wundbehandlung sind zum größten Teil auf dem Schlachtfelde erworben. Damals war es noch üblich, mit Sonde und Zange in den frischen Wunden nach der Kugel zu suchen, wodurch Infektionen geradezu herausgefordert wurden. Bergmann lehrte dagegen, daß die frische Schußwunde aseptisch sei und am besten heile, wenn sie nur sauber verbunden und das verletzte Glied zur völligen Ruhe gebracht würde. „Wenn meine ganze Tätigkeit auf dem Hauptverbandplatz", so sagte er selbst über seine Erfahrungen im russisch-türkischen Krieg, „in nichts weiterem bestanden hätten, als zu gipsen und den sehr ausgezeichneten und lieben Kollegen in die Arme zu fahren, so oft sie ihre Sonde an den frischen Wunden versuchen wollten, um mit meinem Veto die Schußöffnungen vor dieser neuen metallischen Noxe zu schützen, ich hätte mich großen Verdienstes rühmen können." Das antiseptische Verfahren zur Bekämpfung der damals noch furchtbar wütenden Wundkrankheiten wie des Wundfiebers, des Wundstarrkrampfes und des H o f p i t a l b r a n d e s war kurz vor Bergmann von Lister in die Chirurgie eingeführt worden und wurde durch Bergmann und feine Schule weiter ausgebaut. Durch feine eigenen Erfahrungen belehrt, ging Bergmann jedoch von der Antifeptik zur Aseptik über und tat damit den entscheidenden Schritt, auf dem die ganze Entwicklung der modernen Chirurgie ruht. Mochte auch anfangs ein Teil der Mediziner Bergmanns Lehre widersprechen, so war ihre Wahrheit dennoch so überzeugend, daß sie sich in kürzester Zeit durchsetzte und heute längft zur selbstverständlichen Voraussetzung jeder chirurr^chen Behandlung geworden ist. Als Lehrer in Würzburg, wohin er unmittelbar nach der Rückkehr aus dem russisch-türkischen Kriege berufen wurde, wie auch später in Berlin, trug er Generationen von jungen Aerzten feine Erkenntnisse selber vor. Und in besonders glücklicher Weise verband sich in feiner Persönlichkeit der große Arzt mit dem großen Lehrer, der Mann des praktischen Handelns und Heilens mit dem wissenschaftlichen Forscher. Der hinreißende Schwung seines Temperaments, die reckenhafte Gestalt mit dem scharf geprägten bedeutenden Kopf, der klassische und dabei o unmittelbar frei strömende Stil seines Vortrags vermittelte allen seinen Schülern unvergeßliche Eindrücke. Bekannt ist die tragische Rolle, die Bergmann bei der tödlichen Erkrankung des Kronprinzen und späteren Kaisers Friedrich spielte. Von Anfang hatte Bergmann wie auch seine Gehilfen das Leiden richtig erkannt, aber mit all ihrer Einsicht und ihrem tatbereiten Willen zu helfen, mußten sie hinter dem Engländer Mackenzie zurückstehen, der das Vertrauen der Kronprinzessin dadurch zu gewinnen wußte, daß er sie bis zuletzt mit trügerischen Hoffnungen hinhielt. Von der erschütternden und oft ins Unwürdige abgleitenden Tragödie, die sich in San Remo rings um den Todkranken abspielte, geben Bergmanns von Arend Buchholtz in seiner Biographie veröffentlichten Briefe ein lebendiges Zeugnis. Als endlich der todgeweihte Kaiser in die Heimat zurückgekehrt war, erhob sich gebieterisch die Frage, wie lange er noch zu leben haben würde. Für die innere und äußere deutsche Politik hing viel davon ab, und so suchte Bismarck Klarheit darüber bei Bergmann. Dieser schreibt darüber: „Ich hatte ein einstündiges Gespräch mit diesem wunderbaren Manne. In demselben setzte er mir auseinander, wie er es für Gewissens- und Ueber^eugungssache halte, seinem Kaiser nachzugehen, und wie viel er bei der Betrachtung des schwer leidenden Mannes selbst mitfühle. Er habe nach beiden Richtungen sich feste Grenzen gezogen. Im Nachgeben wolle er bis an das Aeußerfte gehen, denn er sehe in dem Kaiser seinen von Gott ihm gegebenen Herrn, dessen Wünsche er, soweit sein Gewissen und seine deutsche Gesinnung ihm erlaubten, erfüllen wolle, anderseits möchte er seine Kräfte nicht ganz erschöpfen, weil er glaube, daß sie dem Nachfolger nützlich fein könnten. Er fühle aber sich erschöpft in dem täglichen Ringen, den Kaiser zurückzuhalten. Folglich müsse er wissen, wie lange er das zu ertragen haben werde. Mackenzie hätte anderen gegenüber — er spräche nicht mehr mit ihm — gesagt: noch ein Jahr. Das sei für ihn Grund, jetzt abzutreten, denn das übersteige die Kräfte seiner 73 Jahre. Ich blieb in meiner Antwort auf dem Termin, den ich am 11. März, also vor drei Monaten, ihm genannt. Ich hatte die Freude, daß er mir in großen Zügen ein Bild seiner Tätigkeit gab, seiner echt deutschen Ueberzeugung. Er war dazwischen tief bewegt, namentlich wenn er davon sprach, wie so gern er dem Kaiser ein langes Leben wünschen würde. Wenn die Wahlen unter dem jetzigen Regiment geschehen, so fürchte er sehr viel: der Krieg wäre dann noch das geringste. Du kannst Dir denken, wie mir zu Mute war, aber ich dachte: du mußt ihn erhalten, und du erhältst ihn, wenn du sagst: es dauert nicht länger, als du im März prophezeit. „Es ist bis jetzt alles so eingetroffen, wie Sie ge- Das £> e i m a < t> tt rf> t> odeutsch en Walde! 3ungfud)d «5larf verkleinerte Abb. aus Waldweben) WNwWKhO« Die Lebensgemeinschaft des deutschen Waldes in Bildern iso Naturaufnahmen aus dem Tierrundpflanzen- leben des heimatlich en Waldes auf 128 Kupfertief, brurftafeln, mit lebendigem und aufschlußreichem Einführunostext von K.GerhardundG. Wolff preis i n Leinen R M. 4.80 »Das ist eine herrliche Well! Die beiden Kameramänner sind chr bis in köstliche Verschwiegenheiten nahe gekommen. — Köstlich ist alles und zauberhaft schön." Dresdner Anzeiger Verlangen Sie das bebilderte Derbeblatt Zu beziehen durch jede Gießener Buchhandlung oder direkt vom Hugo Benuühlcr »erlag, Berlin-Lichlerselde Klavierunterricht Natalie Hoos, staatl. geprüft Danziger Straße 5. 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WeihnaKtsbücher für die Zugend ter anderem finden sich dort zwei grundsätzliche Aufsätze über Sinn und Inhalt des Weihnachtsfestes, ein Märchen, das den Mythos der Weihnachtszeit zum Inhalt hat und sich gut zum Dorlesen eignet, sowie Vorschläge für die G e st a l - tung einer Wintersonnenwende mit Feuersprüchen und Liedern. Auch auf das Dezemberheft 1935 der NS.-Monatshefte sowie auf das Werk „Bauernbrauch im Jahreslauf" von Hans Strobel weist das Kulturamt der Reichsjugendführung hin. Die Gebiete und Obergaue der Hitler-Jugend bzw. des BDM. haben ferner den Entwurf eines Weihnachtsspieles erhalten. Die Gebietsführungen der HI. außerdem den Entwurf zu einer gemeinsamen Sonnenwendfeier mit der SS. Arbeitsbehelfe für Weihnachts- und Wintersonnwendfeiern finden sich ferner im Dezemberheft 1935 der Führerinnenbriefe „Mädel voran", in Heft 1 der Reihe „Feierabend", die vom Reichsarbeitsdienst im Verlag „Nationaler Aufbau" in Leipzig herausgegeben wird, außerdem in dem Heft „Weihnachten irrt Kamsradenkreis" (Hanseatische Verlagsanstalt, Hamburg), das außer einigen grundsätzlichen Ausführungen eine Zusammenstellung von Gedich- Sie Weihnachts- und Winter- sonnwendfeiern der HZ. Anweisungen Ses Kulturam'es der :R3$. In ihrer Feiergestaltung unterscheidet die Hitler- Jugend die Feiern zur W i n t e r s o n n e n- w e nd e und die W e i h n a ch t s f e i e r n. Während die Wintersonnenwende eine Feier der Formatio- Feier der Gemeinschaft ist, muß das deutsche Weihnachtsfest in erster Linie als eine Feier der Familie angesehen werden. Die Formationen der Hitler-Jugend und des BDM. begehen ihre Wintersonnenwende am 21. Dezember £raufe?ejmf Feuer. Dazu werden vom Kulturamt der RIF. .olgende Einzelheiten bekanntgegeben: In allen Standorten, in denen mindestens ein Sturm bzw. ein Sturmbann der SS. besteht, wird die Wintersonnenwende von der Hitler-Jugend und der SS. gemeinsam begangen. Hierbei übergibt die SS. der Hitler-Jugend die Sonnenwendfackel, die dann in jedem Jahr zu Sommersonnenwende von der Hitler-Jugend wiederum der SS. übergeben wird. An dieser gemeinsamen Sonnenwendfeier mit der SS. nimmt aber nicht die gesamte HI. der einzelnen Standorte teil, sondern nur eine Abordnung der Hitler-Jugend und des Deutschen Jungvolks in einer Höchststärke von 300 Mann. Die zu der gemeinsamen Sonnenwendfeier abgeordneten Einheiten der Hitler-Jugend und des Deutschen Jungvolks beteiligen sich auch an der Ausgestaltung dieser Gemeinschaftsfeier. Die übrigen Einheiten der Hitler-Jugend und des Deutschen Jungvolks gestalten ihre Wintersonnenwendfeiern an anderen Plätzen, und zwar gefolgschafts- bzw. fähnleinweise. Die Einheiten des BDM. und die Jungmädel begehen ihre Wintersonnenwendfeiern unter sich und gesondert von der Hitler-Jugend Sollten jedoch auch Weihnachtsfeiern im Kameradenkreise, bei Elternabenden, in Betrieben und dergleichen von der Hitler-Jugend gestaltet werden, so ist darauf zu achten, daß diese Feiern lediglich auf das Fest hinsühren und vorbereiten, aber es nicht selbst vorwegnehmen. Diese Feiern sollen nicht das eigentliche Weihnachtsfest in der Familie ersetzen, sondern neben diesen stehen. Die Hitler-Jugend wird deshalb bei diesen Feiern auch keine Weihnachtsbäume, sondern lediglich grüne Tannenzweige mit brennenden Kerzen oder Kränze mit Lichtern verwenden. Weihnachts-, Märchen- oder Stegreifspiele an Hand von Märchen sollen im Mittelpunkt solcher Feiern stehen, Lieder, Musikstücke und Vorlesungen die Feier umrahmen. lieber den tieferen Sinn des Weihnachtsfestes soll kurz gesprochen oder vorgelesen werden. Die Gestalt unseres alten „Knecht Ruprecht", der Scherzgeschenke und ähnliches verteilt, soll dabet wieder erscheinen. Die Kameraden und Kameradinnen, denen das Glück eines wirklichen Familienlebens durch irgendwelche Umstände vorenthalten ist und denen es deshalb nicht möglich ist, das Weihnachtsfest im Kreise der Familie zu begehen, soll von den Jungen und Mädeln der Hitler-Jugend zu den Feiern ihrer eigenen Familie eingeladen werden. Das Kulturamt der Reichsjugendführung hat an die Banne, Jungbanne und Untergaue eine Aufstellung des wichtigsten Behelfsmaterials sowohl für die Wintersonnenwende als auch für die Weihnachtsfeiern herausgegeben. Dadurch ist es den unteren Einheiten der nationalsozialistischen Jugendorganisationen möglich, von diesen genannten Dienststellen Auskünfte und Anregungen über die G e st a l t u n g ihrer Wintersonnenwend- und Weihnachtsfeiern einzuholen. Auch das Dezemberheft der amtlichen Zeitschrift der Rsichsjugendfüh- rung „Die Spielschar" bringt solches Material. Un- — Admiral Scheers Lebenserinnerungen: Vom Segelschiff zum U-Boot. 6. bis 8. Tausend bearbeitet von Fregattenkapitän a. D. A. Scheibe. Mit vielen Bildern und Karten. Preis: Leinenband 6,80 Mark. Verlag von Quelle & Meyer, Leipzig. — (486) — Wie die Skagerrakschlacht als unvergängliche Ruhmestat der deutschen Marine in der Geschichte weiterlebt, so auch der Name jenes Mannes, der den Sieg in dieser größten Seeschlacht der Neuzeit den deutschen Waffen sicherte. Mit diesem dankbaren Erinnern begrüßen wir diese zweite Auflage der Lebenserinnerungen des Admirals Scheer. Heute knüpft unsere neu erstandene Kriegsmarine stolz an das Heldentum der Kämpfer vom Skagerrak und ihres Führers an. Die Erinnerungen Scheers geben das persönliche Erleben einer vierzigjährigen Dienstzeit wieder, die ihn vom Seekadetten zum Admiral emporsteigen sah und die eng verknüpft ist mit dem unaufhaltsamen Erstarken der deutschen Vorkriegsflotte. Die lebendigen Schilderungen enthüllen ein wesentliches Stück deutscher Kolonial- und Flottengeschichte und geben eine authentische Darstellung von den Leistungen der deutschen Marine im Weltkrieg. So ist das Werk ein Vermächtnis an die neuerstandene deutsche Kriegsmarine, ein Buch, das besonders unsere Jugend für die Erlebnisse, Aufgaben und Heldentaten im Seemannsleben begeistern wird. — Konteradmiral a. D. Lützow: Leinen los! Leben und Kämpfen auf der Kriegsflotte. Mit 39 Abbildungen. 4 Mark. Verlagsbuchhandlung Dürr & Weber, Leipzig C 1. — (438) — Wie die deutsche Kriegsmarine seit 40 Jahren ihre Aufgabe aufgefaßt hat, davon erzählt das Buch. Es wendet sich in erster Linie an die Jugend, die febenbrge Vorstellungen vom Werden und Sein der Kriegsmarine haben will. Es gibt einen Begriff davon, wie der Führer und Reichskanzler eine Kriegsmarine für Deutschlands Politik und Zukunft einschätzt. Es zeigt, daß nach der Ueberlieferung, die durch die Marine seit 40 Jahren gelegt ist, der Deutsche sich auf den Meeren und im Ausland führen kann. Alles nicht im trockenen, lehrhaften Ton, sondern packend und bilderreich; ein Jugend- und Volksbuch im besten Sinne. — Müller - Rüdersdorf: Friedrich der Große, König und Held. 134 Seiten. Kart. 2.— RM. Ganzl. 3.— NM. Dürrsche Buchhandlung, Leipzig C 1. — (439.) — Für Feiern, die zu Ehren Friedrichs des Großen veranstaltet werden, ten und Prosastücken, die zum Vorlesen geeignet sind, enthält. Auch Teile aus der Edda sowie ein Märchen aus Grimm und Andersen hält das Kulturamt der RIF. zur Ausgestaltung dieser Feiern für brauchbar. Die für solche Feiern der HI. geeigneten Spiele sind: „Goldmarie und Pechmarie" von Hedwig von Ohlfers, erschienen in der Reihe „Spiele der deutschen Jugend" im Arwed Strauch-Verlag, Leipzig; ferner ein Spiel „Der Hampelmann" von Hans Baumann im Verlag Voggenreiter in Potsdam. Für die Gestaltung der Weihnachtsfeiern geeignete Lieder enthält das Weihnachtsliederblatt des Kulturamtes der RIF., das im Verlag Kallmeyer, Wolfenbüttel, erscheint; ferner das Liederheft aus dem gleichen Verlag „Eine Flamme ward gegeben" mit Sonnwendliedern und Feuersprüchen.' Das neue BDM.-Liederbuch „Wir Mädel singen" bringt ebenfalls einige geeignete Lieder. Musikftücke enthält das Musikhlatt zu dem oben erwähnten Weihnachtsliederblatt des Kulturamtes, sowie die Musikblätter der Hitler-Jugend und die Jnstrumentalhefte zu den Blättern „Die junge Gefolgschaft." hat Müller-Rüdersdorf feine Sammlung herausgegeben. Jedem, der in der Schule, in der nationalsozialistischen Organisation oder sonst in einer Gemeinschaft Schicksal und Bedeutung des großen Königs lebendig werden lassen will, bietet sich die vorliegende reichhaltige Sammlung als Stoffquelle an. In drei Teilen enthält es Meisterstücke aus berühmten geschichtlichen und biograpbischen Werken (Carlyle, Jäger, Koser, Petersdorfs, Einhart, Lamprecht, Lüdtke, vom Großen Generalstab und von Friedrich dem Großen selbst) aus Erzäblungs- büchern (von Willibald Alexis, Nettelbeck, Dahms, Müller-Rüdersdorf u. a.), Balladen und Gedichte (von Schubart, Fontane, Ewald v. Kleist, Kopifch, Schernberg, Fouaue u. a.), Saaen und Schwänke. — MaxBuchheim: „Landjahr — Heil!" gebunden 2,80 RM., kartoniert 2 RM. Verlag der Dürrschen Buchhandlung, Leipzig C 1. — (440) — Hier hat ein Schulmann auf Grund der Briefe und Berichte feiner Schüler und Schülerinnen das Erleben des Landjahrs zusammengestellt. Er formte die Einzeltatfachen zu einer einheitlichen Handlung und gestaltete so bei freier Erfindung von Ort und Personen einen Bericht, der die Wirklichkeiten des Landjahres wiedergibt, die Freuden und Schönheiten, aber auch die Sorgen und Nöte. Das Buch ist erfüllt von dem Frohsinn und der Unbekümmertheit unserer Jugend und zeigt den großen Wert dieser zielbewußten Landfahrerziehung für den einzelnen, für unser Volk und im besonderen für das künftige Deutschland. — A u f guter Fahrt. Ein Jahrbuch für unsere Jungen. 2. Folge. 384 Seiten. Ueber 250. Abbildungen im Text und zwei mehrfarbige Sonderbeilagen „Entwicklung des Flugwesens" und „Große Geländespielkarte" zum Leistunaswettbewerb mit 50 wertvollen Preisen. Leinen 6 Mark. Verlag Josef Kösel & Friedrich Pustet, München. — (363.) — Ein schneller Kampfpflieger ist das Symbol dieses Bandes, der uns gleichsam im Flug mitnimmt „Auf gute Fahrt" über deutsches Land in der Schönheit seiner Berge, Seen und Wälder. Wir übersehen das engmaschige Netz seiner Verkehrsadern zu Land, zu Wasser und in der Luft und finden das gesamte Flugwesen mit besonderer Sorgfalt vor uns ausgebreitet. Wir blicken hinein in das Laboratorium des Wissenschaftlers, in die Werkstatt des Technikers. Aber uns wird auch Zeit aelassen zu Sport und Spiel, eine Tabelle der Olympiasieger läßt noch einmal den glanzvollen Verlauf der Olympischen Spiele und unserer deutschen Triumphe lebendig werden. Man gibt uns harte Nüsse zu knacken, Denksportaufgaben für den Leistungswettbewerb, an dem sich jeder deutsche Junge unter 18 Jahren beteiligen kann. Wer Glück hat, gewinnt einen der 50 wertvollen Preise, ein Faltboot vielleicht, ein Fahrrad, Skier oder eine Ziehharmonika. Und bann vertiefen wir uns in eine der abenteuerlichen Geschichten, steigen vielleicht in „Die Höhle am Rabenberg" ober erleben „Drei Wochen in ber grünen Hölle". — Otto Boris: Worpel. Die Jugenb eines Elchhirsches. Mit zahlreichen Zeichnungen von Professor Walter Klemm. Ganzleinen 4,20 Mark. K. Thienemanns Verlag, Stuttgart. — (500) — Der Autor selbst über sein Buch: Es war auf ber Ku- rischen Nehrung, am Maienmorgen, so recht ein Tag für Mücken, ba traf ich Worpel. Wie er sich aus bem Sumpf hob, hatte ich einen wenig ermu- tigenben Einbruck. Ein Platzhirsch bulbet ein gleichherrliches Wesen nicht in seinem Revier. Es war wohl besser, baß ich ihn mir aus ber Ferne ansah. Ich zog aber über ben alten Grobian Erkunbunaen ein. Unb so erfuhr ich seine Intimitäten, seine Memelabenteuer, seinen Wolfkampf, seine Rüpeleien mit ben Fischweibern unb sein Teufelchenspielen. Er wirb biese Zeilen wohl nicht lesen können, benn er ist nicht einmal in eine Volksschule gegangen, aber wenn ich ihn wieber auf ber Nehrung ober im Luch fehen sollte, wirb er sich trotzbem mir überlegen fühlen. Ich habe ben Krieg hinter mir, Worpel aber auch verschiebenes Geschieße; vielleicht noch zehn Jahre währt es, bann scheibet er aus. Wer meinen Freund kennen lernen will, muß ihn — statt einer Fahrt in das Urwaldsland nach Dftpreu- ßen — schon aus dem vorliegenden Buch nehmen. — Josephine Siebe: Heimat im stil« len Tal. Eine Erzählung für junge Mädchen aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges. 142 Seiten. Ganzleinen mit farbigem Schutzumschlag von Franz Bilko. 2,50 Mark. Herold-Verlag GmbH., Stutt- gart-W. — (426) — In Deutschlands vergangene Tage weist dieses schöne und bewegende Jugendbuch von Josephine Siebe zurück. Hier wird eine verarmte Adelsfamilie geschildert, die auf einem einsamen Gutshof im Thüringerland ihren Sitz hat. Stolz und frei wachsen die Buben und Mädchen dort auf, bis das Schicksal sie hinaus in die Welt auf abenteuerliche Kriegsfahrten ober in höfische Dienste an ben Fürstenhof von Weimar führt. Aber Glanz unb Ruhm vermögen bas Bilbnis ber Heimat nicht aus ihren Herzen zu löschen. Immer steht die Sehnsucht nach dem stillen Tal über ihnen, bis sie nach vielerlei Irrungen und Gefahren in seine Geborgenheit zurückkehren dürfen. — Ern st Eimer: Lisbet unb Peter. Eine Kinbergeschichte. 79 Seiten. 0,80 Mark. Hermann Schaffstein Verlag in Köln. — (300) — Das Büchelchen bes in Hessen auch als Maler bekannten Verfassers, mit Feberzeichnungen von Professor Fritz L o e h r ausstaffiert, ist eine schlichte fintier» rümliche Erzählung, berichtenb von ber Neujahrsbrezel unb vom Schneemann, vom Drachensteigen- lassen unb vom Weihnachtsabend, vom verfressenen Raben, von der übermütigen Philippine und von der bösen Frau im Schweinestall, was alles von kleinen Leuten hierzulande gerne gelesen werden wird. — W i e ber Christbaum e n t ft a n b. Ein Märchen. Neugestaltet nach Friebrich Gerstäcker von Wolfgang O e r i n g k. Mit Feberzeichnungen von W. Helwig. Halbl. 1,90 Mk. A. Anton & Coo., Leipzig CI. — (517) — Wie ber Christbaum entstaub? Es gibt viel kluge Abhanblungen über biese Frage, bie alle mehr ober weniger ber Wahrheit nahekommen mögen, aber boch wohl kaum je ein Kinb befriebigen werben. So hat ber Dichter ein Märchen ersonnen, bas eine wunberschöne Antwort auf bie so oft gestellte Frage gibt. Olgamsatton als Grundlage Mlbewußter Führung. Bmn jührgaugsweisen Aufbau der HI. und desJungvolks imGebietHesfen-Nassau(13). NSG. Der Nationalsozialismus erbrachte nicht nur ben Beweis für ben Wert, fonbern auch für die unbedingte Notwendigkeit einer straffen, sinn- und zweckentsprechenden Organisation. Es steht nun einmal fest, daß Ideen zu ihrer Verwirklichung einer festen Organisationsform bedürfen. Wo diese fehlt, wo es an klarer Ausgestaltung mangelt, zer- flattern alle ausrichtenden, zu einem bestimmten Ziel hinlenkenden Bestrebungen, besteht die Gefahr der Cliquenbildung. Es steht aber gleichfalls fest, daß zu schnelles Organisieren einen toten Mechanismus hervorbringen heißt. Denn Organisieren ist nie Selbstzweck, sondern hat stets höheren Zielen dienstbar zu sein, sie muß also ausreifen. Für die junge Generation des neuen Deutschland ist jetzt die endgültige Organisationsform, nämlich bei jahrgangweise Auf bau der HI. geschaffen worben. Er wird die einheitliche Grundlage für die zukünftige Arbeit der Einheiten, ihrer Führer und Führerinnen abgeben. Dieser Aufbau hat den Vorteil, daß in einer Ein he i t stets gleichaltrige (Jungen oder Madel) zu sammengefaßt find, und damit der Erziehungsarbeit ein fester Ausgangspunkt gegeben ist. Das Gebiet H e s f e n - N a f f a u der HI. hat diesen Gedanken konsequent durchgefuhrt. Seme Organisationsabteilung hat einen Plan ausgearbei- tet, nach dem bereits die klemsten Einheiten, d H. die Jungenschaften, diesem Aufbau unterworfen werden. Jede der 4 Jungenschaften eines Jungzuges erfaßt also etwa 10 Jungen einer Alters- ftl3n d-r Praxis wirkt sich die,- Neuordnung, die am 1. Dezember 1936 abgeschlossen worden ist °l- gendermahen aus: die 4 Jungzug- eines Fähnleins sind wie folgt aufgeteilt: Jungzug 4 in die Jungenschaften 16 15 14 13 Jungzug 3...... 5 Jungzug 2 „ „ " 4 3 2 1 dS 2°. April neuausgenommene Zehnjährige wird nun überall in di- Jungenschaft 4 (8 12 16) seines für ihn zuständigen Jungzugs in dem bett. Fähnlein einfleglieberX wo er -m Jahr lang mtt ten gleichaltrigen Kaul, roden Dienst: tut Am 20. April des nächsten Jahres wird seine Jungenfchaft zur Jungenschaft 3 (7, 11, 15) erhoben, die sich nun aus Elfjährigen rekrutiert, im nächsten Jahr zur Jungenschaft 2 (6, 10, 14) der 12jährigen und danach zur Jungenschaft 1 (5, 9, 13) der 13- jährigen, um dann schließlich in die für sie zuständige HJ.-Gesolgschaft als „Schar 4" geschlossen überwiesen zu werden. Der weitere Weg führt ben Jungen in ber Gemeinschaft seiner gleichaltrigen Kameraben als 15- jährigen burch bie Schar 3, bann burch bie Scharen 2 unb 1, von wo er mit bem 18. Lebensjahr in bie (Blieberungen ber Partei überwiesen wirb, im Arbeitsdienst seinen Mann stellt und seine zwei Jahre in der Wehrmacht abdient, um damit den Gang durch die Schule der Nation zu vollenden. So wird während der achtjährigen Gemeinschaft in der HI. die weltanschauliche und körperliche Schulung gleichmäßig und lebendig dem j e w e i l i g e n A l t e r und Auffassungsvermögen angepaßt und die Gewähr dafür gegeben, daß die Erziehungsarbeit ein voller Erfolg wird und die Besten dieser Gemeinschaft zu Führern ausgelesen werden, um den Nachwuchs der Führerschaft des politischen Lebens zu garantieren. Mädellanddienst im Winter. Die Scheunen bergen das (Betreibe, die Kartoffeln sind zum Teil verkocht unb in ben Silos nerftampft. Auf ben Feldern stehen lange Mieten, in denen Rüben und Wruken für den Winter aufbewahrt sind. Die letzten Felder wurden umgepflügt — die Hauptarbeit draußen ist getan. Aber auf dem Hof geht es um so lebhafter zu. Da summt und brummt der Dreschkasten, und aus der Scheune tönt lautes Lachen und Sprechen. Manchmal wird von früh bis spät gesungen. Im Strohfach, im Getteidefach, auf den Dresch- fäften und beim Spreutragen — überall ersetzen Landdienstmädel eine Arbeitskraft. Wenn es zuerst auch noch nicht recht ging, so übt sich doch die Arbeit, und jetzt merkt man es kaum, daß wir vor acht Monaten noch „Stadtmädel" waren. Im Winter haben wir schon um 4 Uhr Feierabend. Jetzt — wo der Abend lang ist, steht im Mittelpunkt der Heimabend, auf dem wir Schulung betreiben oder über einer Werkarbeit sitzen. Stroh steht uns in großen Mengen zur Verfügung, und aus diesem billigen Material werden die praktischsten und hübschesten Dinge hergestellt. Da gibt es Untersätze für unsere Kannen und Vasen, kleine Körbchen für Handarbeiten, und manchmal flechten wir gemeinsam Strohmatten. Natürlich hat unser Landdienstheim im Laufe der Zeit ein ganz anderes Aussehen bekommen. Nachdem die Bauern merkten, daß wir gerne arbeiten wollten und auch etwas leisteten, schickten sie uns Möbel, Decken, Blumen und Geschirr. Oft bekommen wir von den Bäuerinnen Kuchen geschickt. Noch ein Aufgabengebiet fällt uns zu. Wir helfen der NSV. An den langen Abenden stricken wir mit dem BDM. des Dorfes jeder ein Paar Strümpfe. Dabei lernen wir Lieder, und oft sitzen die Dörfler bei uns im Heim und erzählen die alten Geschichten und Sagen. Einmal im Monat ist Dorfgemeinschaftsabend. Darauf freut sich das ganze Dorf. Jung und alt ist dabei, wenn der Mädellanddienst Schattenspiele, Stegreifspiele zeigt und manchmal auch eine Kasperle-Vorstellung gibt. Zwischendurch wird bann gemeinsam gesungen, und zum Schluß tanzen wir. Die alten Leute des Dorfes freuen sich sehr, wenn wir ihnen die alten Volkstänze zeigen. Dann fühlen sich Bauer und Bäuerin wieder jung, und wenn sie besonders dazu aufgelegt find, tanzen sie uns wohl auch mal einen alten Tanz vor. .Dafe wir ihn sofort lernen ist selbstverständlich, und so leben durch unser Landdienstmädel allmählich die alten Tänze wieder auf. Oft werden wir Landdienstmädel zu den Festen geladen. Mal verlobt sich oder heiratet eine Bauerntochter. Neulich wurden wir zur Taufe eingeladen. Das sechste Kind einer Deputantenfamilie wurde getauft und die Landdienstführerin war sogar Taufpatin. Besonders schön aber war das Erntedankfest. Wir selber durften es gestalten und haben dem Dorf damit eine ganz große Freude gemacht. Beinahe neun Monate arbeiten wir Lanbdienst- mädel im Dorf. Einige Mädel entschlossen sich, für längere Zeit hier im Dorf zu bleiben. Die Bauern selber hätten es gerne gesehen, wenn die ganze Gruppe geblieben wäre. So hatten wir letztens im Landdienstheim eine lange Besprechung. Das Ergebnis ist gut: Van den zehn Mädeln wollen sechs noch hierbleiben, die anderen gehen zur Stadt zurück. „Wir haben viel gelernt", sagen sie. Am liebsten aber möchten sie mal Siedlerfrau werden. Im nächsten Jahr werden neue Mädel in den Mädellanddienst gehen. Ihnen aber muß gesagt werden, daß der Mädellanddienst zwar viel Freude und Befriedigung bringt, aber kein idyllischer Sommeraufenthalt ist und nichts mit falscher „Erntewagenromantik" zu tun hat. Hier beißt es jeden Tag etwas leisten und mit allen Mädeln und dem Dorf Kameradschaft halten und vorbildlich in der ganzen Haltung sein. A. Cw. Zum erstenmal aus Brettern. Schwer ums Herz war uns allmählich doch geworden, als unsere Eisenbahn durch den Harz dampfte — und der Regen immer noch unerbittlich an das Abteilfenster trommelte. Das letzte Mal umsteigen! Wir buckelten unser Gepäck nach dem anderen Gleis, wo die kleine Harzbahn hielt. Endlich waren wir am Ziel. St.» Andreasberg im Oberharz! Der Bahnhof liegt unten im Tal. Mit einer kleinen Zahnradbahn oder mit dem Omnibus fährt man zur Stadt hinauf. Am Berge steht unsere Jugendherberge, ein kleines einfaches Holzhaus. Am nächsten Mprgen steht eine vergnügte Schar vor der Herberge. Wer wird je die ersten Stunden auf Brettern vergessen? Diese steifen langen Dinger scheinen anfangs endlos und unlenkbar zu fein. Auf dem großen Schneefeld herrscht bald ein Gewirr von Stöcken und Brettern. Dort lernen wir nun erst einmal Beinheben und -senken, in die Kniebeuge gehen und die Hauptsache — das Wenden. Wir stehen auf einem Bein, müssen das andere so hochheben, daß es nicht mehr den Boden berührt... und es dann mit halber Drehung wieder neben das andere Bein setzen. Schwierige Sache! Aber wir gehen mit Eifer ans Heben, und stolz ziehen wir nach der ersten Uebungsftunbe heim. Wann werden wir das erstemal im herrlichen Tempo den Abhang hinuntersausen? Wie stolz sind wir, als wir das erstemal mit geschulterten Brettern den Uebungshang hinaufklettern. Zuerst dürfen wir in der Tiefenhocke abfahren. Vorwärts kommen alle allerdings auf verschiedene Art. Nur eines haben wir gemeinsam. Unten muß sich jede den Schnee vom Anzug klopfen. Nach einiger Zeit steigen wir dann im Grätenschritt den Hang hinauf, das geht bedeutend schneller. Nun kommt der Schneepflug heran. „Hocke! Fersen hin—a—u—s!" ruft der Schilehrer immer wieder. Wir blicken jetzt sehr verschieden drein. Doch ganz gleich, ob es glückt ober nicht, wir steigen unermüdlich den Hang hinauf, stellen uns oben wieder auf und warten, bis die Reihe an uns ist. Schnell sind da die 20 Mädel hinuntergesaust. Manch eine landet noch oft mit der Nase im Schnee. Aber — Aller Anfang ist schwer! Nach 14 Tagen Lehrzeit kommt doch der Tag, an bem biefelben 20 Möbel mit ihren Schiern den Brocken „bezwingen". • SJ.-fporrf HZ.-Gportwarte werden geschult. Die Hitler-Jugend ist nach dem Abkommen zwischen dem Reichsjugendführer und dem Reichssportführer noch stärker als bisher bemüht, für die körperliche Ertüchtigung der ihnen anvertrauten Jungen zu sorgen. 75 HI. -Sportwarte sind nach Berlin entsandt worden und nehmen dort an einem großenSchulungskurses inderReichs- a k a d e m i e teil. Erstklassige Lehrkräfte sind eingesetzt worden, um den Sportwarten, die in ihren Bannen als Stellenleiter für körperliche Ertüchtigung eingesetzt sind, gründlichen Unterricht in Fußball, Handball, Boxen und Gymnastik zu erteilen. Den Fußballern steht der Verantwortliche für die deutsche Nationalmannschaft, Dr. Otto Nerz, zur Verfügung und um die Durchbildung und Ausbildung im Handball kümmert sich der alte Pionier S ch e l e n z. Neben der sportlichen Durchbildung wird aber auch die weltanschauliche Schulung gepflegt. So werden Reichssportführer von Tschammer und Osten und Obergebietsführer C e r f f vor den HI.-Sportwarten sprechen. Oie Aufgaben des OOAE. im Krastfohrsport Die Gliederungen des NSKK. führen nach den Richtlinien des Führers des deutschen Kraftfahrsports, Korpsführer Hühnlein, sämtliche öffentlichen Kraftfahrsport-Veranstaltungen durch. Der Deutsche Automobil-Club, der damit von einer Reihe früherer Aufgaben entbunden ist, wendet sich in Zukunft dem Kraftfahrsport innerhalb der Gefolgschaften der einzelnen Ortsgruppen zu. Fuchsjagden, Ballonverfolgungsfahrten, Geschicklichkeits- und Findigkeitsprüfungen sollen den Mitgliedern der DDAC.-Ortsgruppen Gelegenheit geben zur sportlichen Ertüchtigung und zur Steigerung der Fahrfertigkeit und Fahrdisziplin. Daneben führen noch einige DDAC.-Ortsgruppen ihre bisherigen Renn-Veranstaltungen durch, und zwar handelt es sich bei der DDAC.-Ortsgruppe Teterow um zwei Rennen auf dem Teterower Bergring, bei der DDAC. - Motorrad - Ortsgruppe Hamburg um zwei Rennen auf der Trabrennbahn Hamburg - Farmsen, bei der DDAC. - Ortsgruppe München um ein Rennen auf der Trabrennbahn München-Daglfing und bei der DDAC.- Ortsgruppe Kotzenau um zwei Rennen auf der Sandbahn Kotzenau. 30 deutsche Studenten in Zell am See. Elf Kationen bei den Akademischen Dell - Winterspielen. Die V..Akademischen Welt-Winterspiele in Zell am See hatten am Dienstag ersten Nennungsrer- min. dem der endgültige Meldeschluß am 5. Jan. 1937 folgen wird. Das Amt für Leibesübungen der Hochschule Oesterreich konnte als Veranstalter der Anfang Februar stattfindenden Welt-Winterspiele bereits elf bindende Zusagen entgegennehmen. Neben Deutschland haben Frankreich, Italien. Jugoslawien, Lettland, die Tschechoslowakei, Oesterreich, Polen, die Sckiweiz, Liechtenstein und Ungarn zugesagt. Deutschlands Studentenjugend wird mit 20 Skiläufern und 10 Eishockeyspielern vertreten sein. Auch die übrigen Nationen haben starke Mannschaften angekündigt. Oesterreich rechnet noch mit der Zusage von Litauen, Holland, Bulgarien und den nordischen Ländern. Peter siedel unterwegs nach Südamerika. Einer der verdienstvollsten deutschen Segelflieger, Dipl.-Jng. Peter Riedel, der bis 1. Dezember bei der Deutschen Lufthansa als Verkehrsflieger tätig war, tritt am 16. Dezember die Ausreise nach Kolumbien an, um in weiterer Ausübung seines Berufes in die Dienste der Deutsch-Kolumbischen Gesellschaft „Scadtka" zu treten. Der deutsche Segelflugsvort hat Peter Riedel viel zu verdanken. Er und Wolf H i r t h waren es in der Hauptsache, in deren Händen die Heranbildung und Formung des deutschen Segelfliegernachwuchses lagen. Dittmar, Hofmann, Fischer und andere gingen durch Riedels Schule. Er ist nach wie vor entschlossen, seine großen Erfahrungen dem deutschen Segelflugsport zur Verfügung zu stellen und wird, wie bisher, wissenschaftlicher Mitarbeiter für den Flugzeugbau der Ingenieurschule Weimar bleiben. In Südamerika erhofft man sich von Peter Riedel naturgemäß eine starke Aufwärtsentwickelung des Segelflugsports. Schöner Erfolg der Handball-Winterhilfsspiele. Das Ergebnis der vom Fachamt Handball am 8. November in allen deutschen Gauen veranstalteten Winterhilfsspiele liegt vor. Insgesamt gingen 27 138,81 Mark ein, womit der Einsatz des Vorjahres nicht unerheblich übertroffen wurde. Der Erfolg der Opferspiele wäre bestimmt noch ein größerer gewesen, wenn nicht an diesem Tage das allgemein schlechte Wetter den Besuch der zahlreichen und vielseitigen Veranstaltungen ungünstig beeinflußt hätte. Auf jeden Fall können die Handballspieler und ihr Fachamt auf das Ergebnis stolz sein, haben sie doch gezeigt, daß sie inmitten der Volksgemeinschaft stehen und sich mit ihr eng verbunden fühlen. Auf die einzelnen Gaue entfallen folgende Beträge: Gau I etwa 309,79 Mark, Gau II etwa 695,58 Mark, Gau III etwa 2170,34 Mark, Gau IV etwa 925,32 Mark, Gau V etwa 2050 Mark, Gau VI etwa 5962,31 Mark, Gau VII etwa 1002,52 Mark, Gau VIII etwa 1643,46 Mark, Gau IX etwa 2101,94 Mark, Gau X etwa 1250 Mark, Gau XI etwa 1011,47 Mark, Gau XII (Hessen) etwa 1 4 80,25 Mark, Gau XIII etwa 1371,50 Mark, Gau XIV etwa 1013,17 Mark, Gau XV etwa 2784,45 Mark, Gau XVI etwa 1366,71 Mark. Großer plan für Englands Leichtathleten. In den führenden Kreisen der englischen Leichtathletik ist man mit dem bei den £l. Olympischen Spielen 1936 in Berlin erzielten Erfolg nicht zufrieden. Allgemein herrscht die Ansicht, daß in Anbetracht des Ansehens des Britischen Weltreichs eine weitaus größere Zahl von Siegen und Plätzen hätte erzielt werden müssen. Es sind bereits Bestrebungen mit dem Ziel im Gange, Englands Leichtathletik für die kommenden Weltspiele eine breitere Grundlage zu verschaffen und kampfstärker als je zu machen. Einer der einflußreichsten Männer des Jnselreichs, der Brigadegeneral Critchley hat zu diesem Zweck einen wohldurchdachten Plan ausgearbeitet. Danach sollen in jedem Jahre bis 1940 im White-City-Stadion zu London drei große internationale Sportfeste veranstaltet werden, zu denen die bedeutendsten Athleten der Welt zur Teilnahme eingeladen werden sollen. Die Reisekosten und den Unterhalt wollen die Veranstalter aus einem schon sichergestellten Garantiefonds in Höhe von 15 000 Pfund tragen. Brigadegeneral Critchley hat seinen Plan dem Ehrensekretär des englischen Verbandes, dem früheren Olympiasieger Douglas Lowe, zur Annahme unterbreitet. Neuer Zweikampf Cambridge - Oxford Eine alte Sporttradition liegt über den beiden bedeutendsten Colleges der englisch sprechenden Welt, über Cambridge und Oxford. Sie erlebt ihren Höhepunkt in der Austragung des berühmten Achterrennens auf der Thmefe. Daneben gehen zahlreiche andere Zweikämpfe auf sportlichem Gebiet einher. Im Querfeldeinlauf, den im Vorjahr die dunkelblauen Oxforder gewannen, siegten diesmal die hellblauen Cambridges, deren Läufer die dr^i ersten Plätze belegten. Kurze Sportnotizen. Der Box-Länderkampf Irland gegen Deutschland in Belfast endete mit einer hohen 14:2- Niederlage der deutschen Boxer. Die beiden deutschen Punkte resultieren aus dem Punktsieg des Hamburger Mittelgewichtlers Baumgarten über den Iren Boyd. * SS. - Obersturmführer Temme trug beim ostpreußischen Hallenturnier in Königsberg einen Doppelsieg davon, und zwar gewann er auf „Nordland" die beiden Hauptprüfunqen des Schlußtages. * Die deutsche S t u d e n t e n - F u ß b a l l e l f wird den am 7. Januar im Londoner Wembley- Stadion stattfindenden Länderkampf gegen England in folgender Aufstellung bestreiten: Bonk (Preußen, Berlin): H. Vogel (Blauweiß, Berlin): Simon (BSV. 92, Berlin); Braun (SC. 99, Köln): Richter (Preußen, Berlin); Th. Vogel (SC. 99, Köln); Zöllner (Kurhessen, Marburg); Breindl (Wacker, München); Lindemann (Kickers. Offenbach); Gähler (Bayern, München): Prysock (Minerva, Berlin).' * Der Ringerländerkampf Oesterreich gegen Deutschland wird, einer Meldung des „Wiener Sport-Tageblattes" zufolge, Ende Januar oder Anfang Februar wahrscheinlich in Innsbruck durchgeführt. Wirtschaft. Zihein-Mainische Börse. Wittagsbörfe weiter freundlich. Fwd. Frankfurt a. M., 15. Dez. Die Börse eröffnete auf den meisten Marktgebieten in weiter etwas festerer Tendenz. Es lagen kleine Kaufaufträge der Kundschaft vor, so daß zumeist Erhöhungen von durchschnittlich 1 v. H. eintraten. Das Geschäft blieb jedoch weiterhin klein, und bei der Enge der Märkte ergaben sich teilweise kräftigere Kurssteigerungen. Am Aktienmarkt wurden Montan- und Chemiewerte bevorzugt gekauft. Sehr fest lagen erneut Harpener mit 157 (152,50), Mannesmann stiegen auf 117,65 bis 118 (116,75), Verein. Stahl auf 122,90 (122), Hoesch auf 118,50 (117,65) und Buderus auf 123,50 (122,75). IG. Farben gewannen 0,50 v. H. auf 167,75, Scheideanstalt 2,50 v. H., Deutsche Erdöl 2 v. H. und Th. Goldschmidt 0,75 o. H. Elektroaktien setzten bis 1 v. H. fester ein, Siemens erhöhten sich um 1,75 o. H. auf 192,75, lebhafter waren AEG. mit 38,13 bis 38,40 (38). Stärkere Nachfrage erhielt sich für Kunstseide Bemberg zu 108 (106,25). Von Zellstoffpapieren gewannen Aschaffenburg 2,25 auf 140,25. Am Schiffahrtsaktienmarkt zogen Hapag auf 14,90 (14,25) an, Nordd. Lloyd unv. 14,90. Von Einzelnsten gewannen Deutsche Linoleum und Muag je 1,25 d. Sy, Reichsbank 1 und Westdeutsche Kaufhof 0,13 v. H. Am Rentenmarkt blieben Kommunal-Um- schuldung mit 89,90 und Zinsoergütungsscheine mit 94,15 gut behauptet. Rhein. Städte-Altbesitz 114,50 (114), do. Süddeutsche 115 (114,50). Reichsaltbesitz ca. 116,25 (116). Zertif. Dollar-Bonds lagen 0,25 bis 0,50 v. H. schwächer. Von Auslandswerten erschienen sämtliche Schweiz. Bahn-Anleihen mit „Minus-Zeichen". Im Verlaufe ergaben sich am Aktienmarkt weitere Erhöhungen von 0,50 bis 1 v H., das Geschäft war teilweise lebhafter. Höher waren u. a.: Harpener mit 157,50 nach 157 (insgesamt plus 5 v. H.), Hoesch mit 119 nach 118,50, Daimler 118,90 bis 120,50 (119), IG. Farben 168,25 nach 167,75, Bemberg 109 nach 108. Rheinstahl kamen mit 150,50 bis 151,25 (148,75), AG. für Verkehr mit 121,75 (120,50) zur Notiz. Renten blieben ruhig und unverändert, Altbesitzanleihe 116,25 nach 116,13, auch Städte-Altbesitz wurden noch etwas gefragt. Goldpfandbriefe und Stadtanleihen sowie Kommunal-Obligationen lagen unverändert, Liquidationspfandbriefe wichen nach beiden Seiten 0,13 bis 0,25 v. H. ab. Industrie- Obligationen waren teilweise 0,25 bis 0,50 v. H. höher. Von Auslandsrenten 4 v. H. Steg von 1883 19,50 (19,40). Im Freiverkehr nannte man Adlerwerke 102 bis 104, Wayß & Freytag 123,50 bis 125,50, Growag 92 bis 94 und Ufa 60,50. — Tagesgeld unverändert 3 v. H. Abendbörse fest. Auch an der Abendbörse war die Haltung am Aktienmarkt fest, und bei etwas größeren Umsätzen als bisher erfuhren die Kurse im Vergleich zum Berliner Schluß meist Erhöhungen von 0,25 bis 0,50 v. H. Lebhafter waren Verein. Stahl mit 124, Mannesmann mit 118,75, ferner AEG. mit 38,90 bis 39. Weiter fest Bemberg mit 111,50 (109, aber 110,50 in Berlin), Scheideanstalt mit 265 (263,50) und Geffürel mit 144 (142,75). Gefragt waren außerdem Westdeutsche Kaufhof mit 60,75 (60,50), Metallgesellschaft mit 252,25. JG.-Farben lagen mit 168 unv. Am Kassamarkt zogen Großbankaktien je 0,25 v. H. an. Der Rentenmarkt lag mehr ruhig. Altbesitz unv. 116,25. Die zur Notiz gekommenen Auslandrenten waren nahezu unverändert. Im Freiverkehr nannte man Wayß & Freytag mit 124 bis 126. U.a. notierten: Altbesitz 116,25, 6proz. JG.-Farben 133,75, 5proz. innere Mexikaner 6, 3proz. do. 5,75, 4,5proz. Ungarn von 1914 5,80, AEG. 38,90 bis 39, Bemberg 111,50, Betula 173,50, Buderus 123,50, Deutsche Erdöl 143,50, Scheideanstalt 265, Elektr. Lieferungen 136, JG.-Farben 168, Geffürel 144. Frankfurter Obst- und Gemüjemarkt. Frankfurt a. M., 15. Dez. (Fwd.) Am G e - m ü j e m a r k t blieben die Zufuhren im allgemeinen noch gut. Nachfrage nicht befriedigend. Für Spinat sind die Preise, leicht gefallen, sonst blieben sie unverändert. Ausl. Blumenkohlangebot gering, bei leicht erhöhten Preisen lebhaftes Geschäft. U. a. notierten: Blumenkohl, Steige 9 St., 3,75 bis 4,50 Pisa, do. 15 und 18 St. 5,50 bis 6,00 Neapel, Es- karol 5 bis 15, Feldsalat (groß) 35 bis 50, do. klein 50 bis 80, Gelberüben 3 bis 4, Gewürzel, gr. Bdl., 30 bis 45, Karotten 4 bis 5, Kohlrabi 3 bis 5, Lauch 2 bis 5, Rettich 5 bis 15, Rosenkohl 15 bis 18, Rote Rüben 4 bis 6, Rotkraut 2Vz bis 5, Sellerie, j. n. Gr., 8 bis 30, Spinat 15 bis 18, Schwarzwurzel 15 bis 25, 22 bis 23 holl., Tomaten (Haus) 45 bis 60, Weißkraut 2 bis 3, Wirsing 3V2 bis 5, Winterkohl 7 bis 9, Weiße Rüben 5 bis 6, Zwiebeln 5Vz bis 6. Obst und Südfrüchte. Aepfelangebot gut, von Birnen gering. Verkauf langsam. Preise kaum verändert. Nüsse reichlich angeboten, Geschäft bei unv. Preisen schleppend. U. a. notierten: Aepfel I 30 bis 35, II 20 bis 28, III 15 bis 20, Landsberger 25 bis 30, Anhalter 22 bis 28, Schafsnase 16 bis 22, Birnen I 24 bis 30, II 16 bis 20, III 10 bis 14, Pastoren Auslese 20 bis 27, andere 14 bis 18, Bananen 12V2-k§-Kiste netto 5,00 bis 6,00 Kam., 4,50 bis 5,00 Bras., Kranz-Feigen 25 kg 10,50 bis 12,00, Haselnüsse 35 bis 45 ital., Walnüsse 28 bis 35 ital., 20 bis 24 jugosl., 28 bis 35 bulgarische. Rindermarkt in Gießen. Auf dem gestrigen Rinder-Nutzviehmarkt in Gießen standen 323 Stück Großvieh, 97 Fresser und 96 Kälber zum Verkauf. Es kosteten: Milchkühe oder hochtragende Kühe 1. Qualität 430 bis 520 Mark, 2. Qualität 270 bis 350 Mark, 3. Qualität 180 bis 250 Mark; Rinder Va= bis Vijährig 90 bis 140 Mk., Vi- bis 2jährig 130 bis 200 Mark, tragend 250 bis 430 Mark. Kälber bis 2 Wochen 18 bis 25 Mark, bis 4 Wochen 30 bis 45 Mark, bis 6 Wochen 50 bis 55 Mark. Marktoerlauf: langsam, aeringer Ueberstand. Nächster Markt: 19. Januar 1937. Heue Devisen-Anmeslie. DNB. Die Deutschland durch den Zusammenbruch der Weltwirtschaft und der Weltwährung aufgenötigte Devisenbewirtschaftung hat zu einer Reihe von Devisenvorschriften geführt, in denen jeweils Strafbestimmungen für Zuwiderhandlungen enthalten sind. Diese Strafbestimmungen haben ihren Zweck nicht voll erfüllt. Es ist bekannt, daß gewissenlose Elemente immer wieder versucht haben, Lücken in der Devisengesetzgebung auszunutzen und ihr Geld ins Ausland zu verbringen. Um diesem Treiben endgültig einen Riegel vorzuschieben, ist kürzlich das Gesetz zur Aenderung der Devisengesetze beschlossen worden, das die in den Devisenbestimmungen noch verbliebenen Lücken geschlossen hat. Gleichzeitig wurde das Gesetz über Wirtschaftssabotage verabschiedet, das bei Kapitalschiebungen in schweren Fällen sogar die Todesstrafe vorsieht. Damit ist für jedermann klargestellt, daß das nationalsozialistische Deutschland nicht gewillt ist, das weitere Treiben gemeingefährlicher Wirtschaftsverbrecher mit anzusehen. Wer Wirtschaftsverrat begeht, begeht Landesverrat und wird wie der Landesverräter bestraft. Bevor aber die volle Schwere des Gesetzes zur Anwendung kommt, soll denjenigen, die sich wieder in die Front der anständig^.. Deutschen eingliedern wollen, noch einmal Gelegenheit gegeben werden, sich zu besinnen und ihren devifenrechtlichen pflichten nachzukommen, ohne die Strafe befürchten zu muffen. Deshalb hat auf Vorschlag des Beauftragten für den Vierjahresplan, Ministerpräsident Generaloberst Göring, die Reichsregierung ein Gesetz über die Gewährung von Straffreiheit für Devisenzuwiderhandlungen vorn 15. Dezember 1936 erlassen. Ls sieht vor, daß derjenige, der seine bisher unter Verletzung der Devifengesehe nicht angebotenen Vermögenswerte, gleichviel ob sie stch im Inland, ober Auslande befinden, bis zum 31. Januar 1937 der Reichsbank (unmittelbar ober burch Vermittlung einer Devisenbank) anbietet, ber Bestrafung aus bem Gesetz wegen Wirtschaftssabotage nicht verfällt und Straffreiheit für alle Strafen erlangt, die er bereits durch die Verletzung der Devisenvorschriften und mit ihr zusammenhängenden laten verwirkt hat. Die Einzelheiten sind in den Durchführungsbestimmungen geregelt, die gleichzeitig erlassen werden. Jedermann, ber diese letzte Gelegenheit, tätige Reue zu üben, und sich wieder in die Volksgemeinschaft einzureihen, ungenutzt vorübergehen läßt, muß sich darüber klar sein, daß weitere Schonung nicht geübt wird und gegen ihn die schweren Stra- fen, die die geltenden Gesetze androhen, zur Anwendung kommen. '■Datum 5% Deupche 'Jieictiöanlettje o. 1927 4% Deutsche Reich-anl. von 1934 6Vio/o Dvung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablöi.-Schuld mii Ausloi.-Rechten......... Wo Deutsche Retchspostichatzan Weisungen von 1934. I ..... Wo ehern. 8% Hessischer Volks float 1929 (rückzahlb. 102%) Wo ehem. 8% Hessische Landes baut Darmstadt Gold R. 12... W/o ehern 4tz% Hess. Landes Hypothekenbank DarmstadtLiau. W/o ehern. 8% Darmst. Komm Landesb.Goldichutdverlchr R.' Oberhessen Prooinz-Anleihe mi> Auüloi.-Rechten ............ Deutsche Komm. Cammelabl. An leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 4%% ehem.8% Franks. Hyv.-Ban' Golbpfe. 15 unkündbar bis 1935 5’/2% ehern. 4>/2% Franks. Hyp. Bank-Ligu.-Pfandbriefe...... Wo ehern. 4»/2% Rheinische HyP.-Bank-Liau.-Goldpfe. ... Wo eh?m. 8% Pr. Landespfanp briefanstalt, Pfandbriefe R 19 *y2o/> ehern. 7% Pc. Landespfand briefanst., Gold Komm. Chi. 20 Steuergutich.BerrechnungSk. 34-38 4% Oesterretchtsche Goldrente... 4,20% Oesterreichische Silberrente 4% Ungarische Goldrente ....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 W/o desgt. von 1913......... 5% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie I Kurszettel der Berliner und frankfurter Börse Frankfurt a. DL Datum 2,492 Äecln>,l5 Oezemve? 61,16 61,40 159,5 159 34,25 203 Die hinter den Papieren die so 232 151,25 123,5 24,13 62,73 57,02 l 62,99 57,24 119 158 120,5 159,25 133,5 183 o 5 6 0 7 9 5 6 5 0,757 42,12 0,151 3,053 54,58 47,14 12,23 5,395 11,625 135,68 13,11 0,710 5,666 61,44 49,05 11,10 63,02 57,29 20,27 8,769 o 8 0 0 s 12 11 Schluß- furd 33,75 95 203 F. G. Farben-Jndustrte Scheideanstalt..... Goldschmidt Rütgerswerke Metallgesellschaft 106.25 161,25 138 148,25 122 23 133,5 132 182 111,5 162 140,25 168 265 128,5 139 152,25 167,25 260 127 136,75 150 34 9” 203,5 ey, 6 , 12 .. 4 sy, 0 .. 5 . 5 ?y, Philipp Holz mann .... Zementwerk Heidelberg Cementwerk Karlstadt.. Mansselder Bergbau .. Kokswerke........... Rheinische Braunkohlen Rheinstahl ........... Bereinigte Stahlwerke. Otavi Minen ........ Kaliwerke Aschersleben. Kaliwerke Westeregeln. Kaliwerke Salzdetfurth oueno» Um Brüssel .... ■Rio de Jan. Sofia..... Kopenhagen Danzig .... London.... HelsingforS. Paris ..... Holland ... Italien.... Zaoan ..... Jugoslawien CSlo..... : Wien Lissabon... Stockholm.. Schweiz ... Spanien... Prag...... Budapest .. Reu York ... 60,65 226 Amenlanuche Roten Belgische Noten................ " Dänische Noten ..............e.\ Englische Noten .............. Französische Noten...........'*** Holländische Noten Italienische Noten ' Norwegische Noten Deutsch Oesterreich, ä 100 Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten........,,'**** Schweizer Noten................. Spanische Noten Ungarische Noten 133 | 134,25 161. 162 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a.M. Gritzner...................... Mainkraftwerke Höchst 4 Süddeutscher Zucker io| Schultheis Patzenhofer Aku (Allgemeine Kunstseide) Bemberg................. Zellstoff Waldhof Zellstoff Aschaffenburg Dessauer Gas ............. Daimler Motoren Deutsche Linoleum Orenstein 6 Koppel Westdeutsche Kaufhof Chade.................... Accumulatoren-Fabrik Conti-Gummi............. Schlupl. Abend- börf • 15.12 14-Dezem er Am liehe Jlotieruni Geld | Brie G'ld 2,45 41,92 54,32 12,175 11,555 135,07 14-12 iso" "Brief 2,47 42,08 54,54 12.215 11,595 135,61 Dividende an. Retchsbankdtskont 4 d. Sy, Lombardzinsfuß 5 v. H. 15.Dezember Amtliche Notierung Geld | Brie' Frankfurt o. Dl. Berlin Frankfurt a.M. Berlin Schluß- kurs Schluß». Abend- börie Schluß, kurs Swlußk. Mittag» börse Schlußkurs Schutz. Abend- börv- Schlußkurs ischlupk. Mittag. 14 12 15 12 14 1z 15.12 Datum 14.12 15.12 14-12. 15-12. 101,13 101,1 101.13 101,1 4% oeggt. Serie h........ 97,9 97,75 97,9 97,75 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 102 102 102 — 4y2%Rumän.vereinh.Rentev.l913 9,65 9,65 Vi 5,35 26,13 116 116,25 4% Rumänische vereinh. Rente . 5,3 5,275 26,5 26,4 116 116,25 2 54% Anatolier............. 99,8 99,8 99,9 99,8 Hamburg-Amertka-Paket .....o 14,25 14,65 14,75 15,25 38 93,75 98,75 98,75 — Hamburg-Südam. Dampfschiff. ö Norddeutscher Lloyd .........o 14,9 14,9 38’5 14,75 97 97 97 — A.G. für Berkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 120,5 121,75 120,4 123,75 122',25 124 108,25 100,6 100,6 — — Commerz, und Privat-Bank ... 4 Deutsche Bank und Disconto- 108,25 108,5 108 93 93,13 — — Gesellschaft................ 4 Dresdner Bank............ 4 108,75 105,25 186 109,25 105,75 108,5 105 186,25 109 105,5 187 _ 130 Reichsbank ............... i> 122 122,25 122 121,75 A.E.G...................... 0 Bekula......... § 97,25 97,25 97.25 100,75 97,5 97,25 100,75 97,5 172,5 134 148 138,5 141,5 131 139 155,25 191 136 173,5 136 149,5 139,75 144 133 156,5 192.75 137,9 173,4 135 149 139 141,9 131,5 139,4 155,25 191,75 136,75 173,25 135,75 149,5 139,9 142,75 130,25 134,5 156,25 193.5 137,75 100,65 100,? 97,5 100,6 100,65 97,5 ^ektr. LteferungSgesellschcht... g Licht und Kraft ............. 7 Felten 6 Guilleaume......... 4 Äesellsch.f.Elektr. Unternehmung. 6 -Rheinische Elektrizität ....... g 'Rhein. Wests. Elektr.......... g Schuckert &(5,o......... 6 95 109,8 95 95 95 110 -iemens 8 Halske........ g 109,9 109,9 Lahmeyer L Co.............. 7 21 — 21 21,13 BuderuS ................... . 122,75 140,5 152,5 117,65 144 124 116,75 123,5 143.5 157,5 119 175 145 124,5 118,75 123 140,65 153,5 117,4 175 144,25 124 116,5 123,5 143 25 157,75 119,4 176 145 125,25 118,4 6,8 5,85 8,5 6,9 1,9 7 5,9 6,25 8,6 1,85 6,8 5,75 8,75 Deutsche Erdöl .............. 4 Harvener................. 2’/2 Hoesch Eilen—Köln-Neuessen .. 3 Ilse Bergbau ...............e Ilse Bergbau Genüsse........ 6 Klöcknerwerke ............... 3 Mannesmann-Röhren........ 3 Berlin Schluß« turs Schluß!. Mittagbörse 14 12 15.12- 151 152,5 137,5 138,5 217,65 218,25 148,65 150,5 121,75 123,9 23,25 24,13 133 135 131,75 133,5 182,5 183,5 167,13 168 —— — 127 128,5 138 139,25 151 151,5 I 133,25 134,5 - - I - - 99,25 100 — 105,75 110,5 161 162,9 138 140 109,4 109,65 119.13 121 157,75 160 88,5 90 60 60,5 232 227 — 159 159 0,753 0,757 0,753 42,06 42,14 42,04 0,149 0,151 0,149 3,047 3,053 3,047 54,48 54,58 54,48 47,04 47,14 47,04 12,20 12,23 12,20 5,385 5,395 5,385 11,605 11,625 11,605 135,43 135,71 135,40 13,09 13,11 13,09 0,708 0,710 0,708 5,654 5,666 5,654 61,32 61,44 61,32 48,95 49,05 48,95 11,08 11,10 11,08 62,90 63,02 62,90 57,18 57,30 57,17 20,48 20,52 20,23 8,756 8,774 8,751 2,488 2,492 2,488 Banknoten. Nr. 2Y§ Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Mittwoch, 16. Dezember (936 Freizeiistunden in der Gießener Artillerie-Kaserne. Ein Besuch bei Rekruten und Alten Männern. Seit acht Wochen nun tragen die Rekruten des Jahrgangs 1936 das Ehrenkleid des deutschen Soldaten. In schöner Kameradschaft steht ihnen Der „ölte Knochen" zur Seite, der noch im vorigen Frühjahr nicht geahnt hatte, daß der Dienst mit der Waffe als Auszeichnung ihm ein zweites Jahr befchieden sein werde. Mit beiden eng verbunden in joldatlscher Kameradschaft erfüllen die Offiziere und Unteroffiziere ihren Dienst als Waffenträger der Aber vom Dienst soll in diesem Zusammenhang einmal nicht weiter gesprochen werden. Geschütz- und Karabinerexerzieren, Fußdienst, Reiten und Pferdepflege, Fahrübungen, Appelle mit den verschiedensten „Brocken" als soldatische Selbstverständlichkeiten unter des Dienstes ewig gleichgestellte Uhr, seien hier nur angedeutet. Reben der militärischen Ausbildung wird der junge Soldat natürlich auch mit dem Zeitgeschehen bekanntgemacht, wozu der regelmäßig stattfindende weltanschauliche Unterricht in ausgiebigem Maße Gelegenheit bietet. Dadurch bleiben die Soldaten in ständiger enger Verbindung mit den Geschehnissen im Vaterland und in der Welt, sie können die Weite ihres Blickes vertiefen und erhalten und dadurch an der Aufbauarbeit des gesamten Volkes ständig inneren Anteil haben. Heute möchten wir jedoch einiges davon erzählen, wie unsere Jungs der Gießener Artillerie-Abteilung (III/Art.-Regt. 9) ihre Freizeit verbringen, und wie sie jetzt bei den Vorbereitungen zur Weihnachtsfeier sind. * Ein trüber, regenfeuchter Dezembertag neigt sich dem Abend zu. Im Dämmerlicht ist nur noch eine Abteilung auf dem Kasernenhof beim Fußexerzieren zu sehen. Wir besuchen in Begleitung des Abteilungs-Adjutanten eine Gruppe Artilleristen, die in einem Speisesaal im Wirtschaftsgebäude mit dem Einüben der wunderbaren Komposition „Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre" beschäftigt ist, die bei der Weihnachtsfeier die Stunde verschönen soll. Ein rechter Soldat kann vieles; er kann nicht nur singen, sondern er kann, wenn er neben dem militärischen Schneid mindestens noch gutes musikalisches Gehör hat, auch einen Männerchor einüben; den Beweis dafür liefert der Wachtmeister, der hier in der Ar- tilleriefaferne den mehrstimmigen Chor mit feinen Männern einpaukt; ein Soldat am Klavier und ein „Landser" mit der Violine helfen dabei wacker mit. Man sieht es den Männern an, daß sie mit Begeisterung bei der Sache sind und daß ihnen dieser Beitrag zur Verschönerung der Weihnachtsfeier jetzt schon innerlich Freude bereitet. Wir wandern dann wieder einmal — wie schon oft vor Wochen und Monaten — durch die Mannschaftsgebäude der Kaserne. Erneut können wir uns erfreuen an der ausgezeichneten Unterbringung unserer Artilleristen. Da sind die schönen, großen und hellen Mannschaftsstuben; sie sind mit militärischer Schlichtheit eingerichtet, aber freundlich und anheimelnd in ihrer ganzen Aufmachung, hygienisch vorbildlich und außerdem durchweg gut geheizt. Da findet der Besucher nichts mehr von qualmenden und rußigen Defen, keine Spur mehr von düsteren Petrolumlampen, wie man derlei Dinge vor dem Kriege in den Kasernen hatte. Durch die Zentralheizung werden die Stuben und die Korridore in angenehmer Weise erwärmt, und helle elektrische Beleuchtung macht auch in den dunkeln Abendstunden den Aufenthalt in den Stuben sehr angenehm. Daß unsere neuen Kasernengebäude auch wunderbare Wasch- und Duschräume, sowie alle übrigen sanitären Anlagen in neuzeitlicher Einrichtung innerhalb der Gebäude haben, ist von uns bei früheren Gelegenheiten schon geschildert worden, es sei aber hier noch einmal erwähnt. ♦ Reben den Wohnräumen und den Gesundheitseinrichtungen können die Artilleristen innerhalb ihres Hausblocks aber auch andere Annehmlichkeiten genießen. Beispielsweise sind freundliche Lesezimmer eingerichtet worden, in denen die Soldaten, Unteroffiziere und Mannschaften kameradschaftlich ungezwungen beieinander, nach dem Dienst des Tages ihrer geistigen Erholung leben können. Da sitzen sie in einem schönen Lesezimmer beieinander, dessen Tische freundlich gedeckt sind. Das Zimmer wird durch Hänge- und Stehlampen erhellt, es weist bequeme Stühle auf und besitzt — außerdem als wertvollen Wandschmuck Gemälde und Bilder, die von der Stadt Gießen in anerkennenswerter Weise zur Ausschmückung der Räume zur Verfügung gestellt wurden. Wer von den Feldgrauen keine Lust zum Lesen hat — obwohl Zeitungen, Zeitschriften und Bücher auch in unserer Artilleriekaserne reichlich vorhanden sind — der kann sich im Lesezimmer mit einem gleichgesinnten Kameraden beim edlen Schachspiel prächtig unterhalten. In dem angenehm erwärmten und durch seine Aufmachung sehr freundlichen Raume können unsere Soldaten schöne Stunden der Ocrholuna verbringen. Andere Männer vertreiben sich die Feierabendzeit auf den Mannschaftsstuben. Gegenwärtig sieht man in den Stuben den lichtergeschmückten Adventskranz als besonderen Zimmerjchmuck. Bei dem Schein der Kerzen sitzen die Jungs am Abend beisammen und basteln irgendwelche Sachen für die gemeinsame Weihnachtsfeier; andere wieder sind schon erfüllt von der weihnachtlichen Vorfreude, denn sie haben bereits spitz bekommen, welcher Art ihr Weihnachtsgeschenk ist, das ihnen die Batterie aus irgendwelchen Quellen beschafft hat; da sieht man z. B. eine nette Rasiergarnitur, oder ein Paar schöne Hosenträger, Briefpapier und andere hübsche Sachen. Gemütlich sitzen die Kameraden der Stube beim gemeinsamen Abendessen an ihrem Tische, über dem der Adventskranz mit seinen leuchtenden Kerzen hängt und die Weihnachtsoorfreude in die Herzen der jungen Soldaten bringt Wie bei jeder berittenen Truppe, so ist natürlich auch bei unserer Gießener Artillerieabteilung die Freundschaft zwischen Mann und Pferd besonders innig. Es ist immer wieder eine Freude, wenn man — wie wir z. B. am gestrigen Dienstagabend — bei einem Gang durch die Ställe sieht, mit welcher außerordentlichen Liebe und Sorgfalt die jungen Soldaten um ihren Kamerad Pferd bemüht sind. Und was einer da nicht weiß, das verraten ihm die anderen, und gemeinsam erhöhen sie ihr Wissen und ihre Kenntnisse über das Pferd, wobei ein solcher vierbeiniger Kamerad aus seiner Box auch einmal in die Stallgasse herausgeholt wird, um hier unmittelbar als Gegenstand des Lernens zu dienen. Das geht auch in einer freien Viertelstunde so vor sich, denn ein rechter Soldat — und das wollen doch alle unsere jungen Rekruten und auch die „alten Knochen" samt und sonders sein — ist immer bemüht, seine militärischen Kenntnisse über Waffen und Tier soweit wie nur irgendmöglich zu vertiefen. * Und nun ein Wort über die Kameradschaft in unserer Artilleriekaserne. Es ist nur zu sagen, daß die kameradschaftliche Verbundenheit unter den Gießenern Jüngern der heiligen Barbara vorbildlich ist. Jeder Vater und jede Mutter, deren Sohn seiner Dienstpflicht bei dieser Truppe genügt, kann versichert fein, daß ihr Junge in dieser Gemeinschaft von Offizieren,. Unteroffizieren und Mannschaften gut geborgen ist, weil eben überall das ungeschriebene Gesetz der Soldatenkameradschaft vornehmste Richtschnur für alle ist. Wir haben uns bei unserem gestrigen Besuche mit zahlreichen Rekruten unterhalten. Da waren neben bedächtigen auch ville uxe Jungs anzutreffen; als Landsleute der engeren Heimat ein Landwirtssohn aus Berstadt bei Hungen, Landwirtssöhne aus Rieder-Ohmen und Liederbach im Kreise Alsfeld, ein junger Soldat aus Gießen, ein anderer aus Löhnberg bei Weilburg, einige aus der Büdinger und der Franfurter Gegend, ein junger Kamerad aus Fulda, der ein besonders humorgesegneter Junge ist, der seine Stube schon morgens um 4.30 Uhr beim Wecken durch Mutterwitz und zünftigen Humor in prächtige Laune versetzt und in der gleichen lustigen Weise noch am Abend seinen Mann steht; aber auch die „alten Knochen", die ihr zweites Dienstjahr nun als Stubenälteste ober sonst als beispielgebende Soldaten in besonderer Weise auszufüllen haben; und schließlich die mit den jungen Mannschaften in engster Wohngemeinschaft lebenden Unteroffiziere — sie alle miteinander machen, ungeachtet der selbstverständlichen Wahrung der militärischen Disziplin, den erfreulichen Eindruck einer einzigen, großen, in harmonischster Gemeinschaft lebenden Familie. Man kann wiederum die erfreuliche Feststellung machen, daß die Offiziere, die eine derartige Truppe führen, mit Freude und Stolz auf ihre Soldaten blicken können, deren Formung und Erziehung im weitesten Sinne diesem Worte ihr gutes Werk ist. * Von allen jungen Soldaten, die als Rekruten oder als alte Männer mit Eifer ihren Dienst erfüllen, kann man immer wieder hören, daß sie gern Soldat geworden sind und sich im Militärleben wohlfühlen. Diele von ihnen haben denn auch die Absicht, länger als die gesetzlich vorgeschriebeuen zwei Jahre zu dienen. Diese freudige Bereitwilligkeit bekunden schon Rekruten, die in den wenigen Wochen ihres Soldatseins bereits die hohen Werte und die Freuden des Waffendienstes so reich schätzen gelernt haben, daß bei ihnen der Wille zum Kapitulieren jetzt schon vorhanden ist. Und noch eine weitere Feststellung ist bei den Unterhaltungen mit den Rekruten von besonderem Interesse. Man hört nämlich übereinstimmend, daß ihnen die Ausbildung im Arbeitsdienst für ihre Militärzeit außerordentlich gut zustatten kommt und daß sie durch diese gute Vorbildung den Kameraden, die die Schule des Arbeitsdienstes nicht kennengelernt hatten, in mancherlei Dingen des militärischen Dienstes um einige Längen voraus sind. Diese Wahrnehmung stellt der segensreichen Einrichtung des Arbeitsdienstes ein neues, glänzendes Zeugnis aus, denn sie offenbart, daß in den Kolonnen mit der erdbraunen Uniform auch nach dieser Richtung hin ein sehr wertvolles Stück Aufbauarbeit zum Besten der jungen deutschen Generation geleistet wird. Gerne sprechen daher die jungen Soldaten von ihrer Dienstzeit im Reichsarbeitsdienst. Uebrigens kann man diese fruchtbare Arbeit auch an dem schneidigen Marschtritt und an den schönen Marschgesängen erkennen, wenn die Formationen des Arbeitsdienstes, oder die Abteilungen der jungen Rekruten schon nach wenigen Wochen ihres Militärdienstes in bester Marschdisziplin durch die Straßen ziehen. So gewinnt man bei einem Besuche in tier Freizeit unserer Gießener Artilleristen nach mancherlei Richtung immer wieder wertvolle Erkenntnisse und beste Eindrücke von den jungen Soldaten, denen durch die Großtat unseres Führers der reiche Segen K Haben Sie gern Gä[ie ? Dann setzen Sie iW diesmal Schaumwein vor. Sie werden überrascht fein, was der für Talente zum Vorschein bringt. LJ SCHAUMWEIN ■fcingt Jvotvsinn! A Links: Ruhestunde im Lesezimmer. — Rechts: Beim Abendessen in der Mannschaftsstube mit dem Adventskranz. — (Aufnahmen |2j: Pfaff, Gießen.) ZU Er ier- Die Weihnachtsgans Don (Sorge Spervogel. „Rein. Drei Mark und Schluß." „Und du willst sie auch nicht, Wellern?" „Rein. Fünf Mark und weg damit." „Tscha, dann geben Sie her", sagt Hickfank dem Fremden und zählt nach: eins, zwei, drei, greift in die Tasche und zählt weiter: vier, v fünfzig, sechzig, siebzig, achtzig, neunzig, fünf. „Fünf Mark, Wellern. Hier!" Wellern zählt nach. „Stimmt." „Dann kann er ja weiterfahren, nid)?" „Jawoll " „Gegen Hickfank? Den kennt er. Dem läuft er aus Bekanntschaft nach." „Ja, ja", brummt Hickfang und reibt die Fußspitze an seinem Bein. „Einerlei. Die Gans hat sich gegen meinen Wagen geworfen, und dafür kann ich nichts." „Sich selbst gegen den Wagen geworfen? Hickfank, hat sie sich gegen den Wagen geworfen? Hickfank!" „Hier war ich", sagt Hickfank, „und er der Ganter, meine ich, hier. Und der Wagen kam so. Da wußte er wohl nicht, wo er hinsollte, der Ganter, meine ich, und da hätte er höchstens —" „Ich habe keine Zeit", unterbricht ihn der Herr. „Behalten Sie Ihren Ganter. Hier haben Sie drei Mark für den Schaden. Ich betone aber, daß ich schuldlos bin und der Bursche verdient hat, was ihm geschehen ist." „Was soll ich denn damit", sagt Wellern Dühr- kopp und versetzt dem Ganter einen verächtlichen Tritt. „Fünf Mark, dafür können Sie ihn mitnehmen." Hickfank läuft das Wasser im Munde zusammen. So eine Gans für fünf Mark! Was für ein Braten! Er würde genügen, alle acht Mäuler feiner Familie zu Weihnachten satt und zufrieden zu machen — ohne die Keulen! Die Keulen in den Rauch und das Schmalz in den Topf ... Hickfank wiegt den Kopf und spitzt die Ohren. * „Drei Mark, keinen Pfennig mehr. Ich brauche keine überfghrene Gans." „Fünf Mark, und id) will von der Gans nichts mehr wissen!" Der Herr hat keine Zeit mehr und öffnet den Wagenschlag. „Hier geblieben!" brüllt Wellern. „Hickfank, hol den Gendarm!" Vadder Hickfank schrickt auf. Braten, Keulen, Leber, Schmalz und Daunen .. acht hungrige Mäuler, und Weihnachten vor der Tür. Was muß zum Feste alles her? Da ist an keinen Braten zu denken, was kostet ein Braten für acht! Vadder Hickfank legt sein Rad auf die Erde. „Sie wollen die Gans nicht haben?" fragt er den Herrn. Was tut Wellern Dührkopp den lieben Tag lang? Er geht mit der Sonne ums Haus. Rach dem Kaffee sitzt er auf der Morgenbank, nach dem Frühstück auf Der Bank an der Tür, nach Mittag auf der Bank unterm Busch, nach der Vesper auf der Milcheimerbank und am Abend wieder auf der Bank an der Tür. Wellern Dührkopp kann sich das wohl leisten. Was soll ein alter Mann nicht in der Sonne sitzen und seinen Tabak wegschmöken? Das soll er gern, wenn er den Hof seinem Jungen abgegeben hat Aber Wellern sagt, erst soll ihm einer zeigen. Daß es bessere Köpfe gibt als seinen, Dann will er Den Altenteilvertrag gern unterschreiben. Ein warmer Spätherbst, über dem Bach jenseits Der Straße beginnen die Mücken in Schwärmen zu tanzen Mücken im Dezember. Sie tanzen über den Gänsen, die am Ufer umherstehen und ihr Gefieder putzen. Vadder Hickfank, der von der Arbeit auf Feinem Rade den Sommerweg entlangkommt, weiß, was nun geschehen wird. Er sieht zur Seite: der alte dicke Dührkopp sitzt auf der Milcheimerbank und tut so, als gehörte ihm kein riesiger grauer Ganter, vor dessen Flugeihieben ieder Hund im Dorfe ausreifet, und als vernehme er nichts davon, wie er nun mit Zischen und Trompeten au den kleinen Hickfank losgeht. Indem kommt schnell und leise ein glanzvolles, prächtiges Auto heran, sein $)orn brüllt auf, daß d°r Gant-r zusammenfahrt und den Radfahrer nur nach eben schnell m den Arhuh iwickt um sich nun unter dem Geschrei ®rn^Oän|e bem neuen Feind entgegenzustürzen Wieder brüllt das fiorn. die Bremsen kreischen aus Der Ganter will auffliegen, ^mächtigen Flügel dazu^ läßt "e? aus ftlnern" vorgesUeckte7 Halse ein Ast, unk dann MÄÄ neiäqi unb der dicke graue Ganter oallstandig tot Eäs«“ 3", ^i^y'^^aqt der Mann, dem das ,tralouen'?ie5 b^rüblr wegfliegen?“ schreit, Weitem, '■°^hroi^lea6"riBe3“"eiSe9en°,^®r |(f’nctI unä „Und die ©ans ist meine." „Von mir aus", sagt der Herr und lacht. „Jawoll", sagt Wellern Dührkopp. Was für eine Gans! Hickfank hebt sie auf. Eine Gans für acht. „Eck heww mien Willen fregen", knurrt Wellern, als der Wagen anfährt, steckt die Pfeife an und geht wieder hin zur Milcheimerbank. „Er auch", sagt Hickfank. „Und ich auch", fügt er vergnügt hinzu. Was für eine allmächtige Weihnachtsgans! Zwei Mark, ist das ein Geld dafür? „Wenn wir alle Engel wären." Lichtspielhaus. Wenn wir .. mir find aber nicht ... jedenfalls nicht alle von uns. Und bestimmt nicht die, die so tun oder so aussehen. Zum Beispiel der Kanzleivorsteher Christian Kempenich, der in einem kleinen Moselstädtchen ein beschauliches und unbescholtenes Dasein führt. Richt daß ihm geradezu Flügel wüchsen, aber als er eines Tages zur Kindtaufe bei Verwandten nach Köln fährt,'hat er wahrhaftig die besten Absichten. Bloß hinterher, schon auf dem Heimweg vom Familienfest durch die Hohe Straße, da reitet ihn der Teufel (obwohl es erst bloß Neugier ist, aber mit der Neugier fängt es meistens an) — und bann nimmt die Sache ein böses und unvorhergesehenes Ende. Er wird da in eine Sache verwickelt, welche nach und nach die übelsten Folgen zeitigt und ihn am Ende in Gestalt von peinlich amtlichen Aktenstücken verfolgt und bedroht — als Beamten wie- als Ehemann. Verheiratet ist er nämlich auch, und Lügen und Leugnen macht das Abenteuer immer größer und legt ihn schließlich richtig rein. Aber nicht ihn allein. Denn seine junge, nette Frau hat die Abwesenheit ihres Mannes dazu benutzt, um bei schönstem Wetter einen Ausflug auf der Mosel zu machen — und zwar auch ohne Nebenabsichten. Jedenfalls ist es nicht ihre Schuld, daß sie nicht allein in Koblenz ankommt, wo mittlerweile der letzte Zug weg ist. Unangenehmer ist die Eintragung ihres Gemahls im Fremdenbuch eines Kölner Hotels, und am allerunangenehmsten, daß in diesem Hotel in jener bewußten Nacht aus einem Zimmer die Bettwäsche gestohlen wurde. Zwar werden Kempenichs dieses Diebstahls schnöderweise ganz zu Unrecht bezichtigt, aber in der Verhandlung kommt ja nun am Ende alles an den Tag: freilich nicht, wer den Diebstahl beging, aber wer in der Nacht nach Himmelfahrt nicht in feinem angestammten Bett geschlafen hat. (Worin er zweifellos, ohne vergeblich nach einem Alibi suchen zu müssen, gewesen wäre — wenn wir alle Engel wären.) Das konnte ja nun alles auch ein bißchen anders ausgehen, als es hier zuguterletzt geschieht; aber darauf kam es diesmal nicht an, sondern der Regisseur Carl Froelich, einer der ersten des deutschen Films, hat sich ein Vergnügen daraus gemacht, das Abenteuer zwischen Rhein und Mosel mit Witz und Laune bis in seine letzten Konsequenzen auszumalen. Für die Art feiner Inszenierung scheint uns interessant und charakteristisch, zu erfahren, daß sein Drehbuch nur ein schmales Manuskript darstellte. Froelich kam es darauf an, die Atmosphäre einzufangen, die Umwelt zu zeigen, in der so ein Ausflug ins Abenteuer Umschlägen kann; dabei mußte er seinen Darstellern möglichst freie Hand lassen; wir hören z. B. von einer größeren Szene im Atelier, die der Autor Heinrich S p o e r l (samt Dialog) auf einer einzigen Schreibmaschinenseite untergebracht hat. Der hierin angedeutete improvisatorische Stil kam vor allem Rühmanns Darstellung zugute, der als Kempenich hier so recht in seinem Element ist. Er erlebt das Abenteuer auf eine unnachahmliche Weise: wie er sich reinreitet, wie er sich rauszuschwindeln versucht, wie er sich in peinlicher Verlegenheit windet, sich schamhaft versteckt, um alsbald wieder hochzukommen und „anzugeben", — das muß man gesehen haben. Leni Marenbach als Frau Kempenich war früher in Darmstadt beim Theater, kann aber nicht verleugnen, daß sie Rheinländerin ist, und das paßt hier gerade hin: sie kann sprachlich und temperamentsmäßig davon Gebrauch machen und macht es vorzüglich. Harald Paulsen ist (als kleiner Gesangslehrer) auch in die Geschichte verstrickt und bestä- tigt aufs neue seine überraschende darstellerische Vielseitigkeit, seinen Sinn für Humor und nebenbei aud) seine Herkunft von der Operette. Von den übrigen seien Will Dohm (Kommissar), Paul M e o e r o w (Amtsrichter) und Lotte Rausch als rheinische Dienstmagd Maria mit Anerkennung hervorgehoben. — Der Film, mit den Prädikaten „staatspolitisch und künstlerisch besonders wertvoll" ausgezeichnet, erschien bei der Tobis Europa. * Im Beiprogramm sieht man eine interessante Fox-Wochenschau, einen Werbefilm für die Arbeitsbeschaffungslotterie, außerdem einen sehr aufschlußreichen Bildstreifen „Der Spiegel aus Papier", der als volksbildender, kulturell wertvoller Lehrfilm in lebendiger Form Dem Beschauer einen Einblick in die geistige und technische Arbeit eines großen deutschen Zeitungsbetriebes gewährt und der Aufmerksamkeit aller Besucher angele'gentlid) empfohlen sei. Dr. Hans Tyriot. HI-Einsatz für das WHW. Vom 18. bis 20. Dezember sammelt Hitler-Jugend, Jungvolk und BDM. für das Winterhilfswerk des deutschen Volkes. Die Jugend des Führers steht in vorderster Front im Kampf gegen Hunger und Kälte. Wie in den vergangenen Jahren, setzt sie auch in diesem Winter alles daran, der Volksgemeinschaft mit ihren Kräften zu dienen. Drei volle Tage ruft sie das deutsche Volk auf, durch seine Opfer jedem ein frohes Weihnachtsfest bereiten zu helfen. Die HJ- Sammlung für das WHW. steht unter der Parole: .»HI. marschiert im Kampf gegen hunger und Kälte." Winterbi'fsovveu 6er HiNenuoend Die Vannsührung des Vannes 116 lädt die Bevölkerung Gießens herzlich zu dem am Donnerstag, 17. Dezember, auf dem Vrandplah 19.30 Uhr ftatt- findenden Eröffnungsappell der Hitlerjugend ein. Programm. Aanfarenmarfch des Jungvolks. Lied: Nur der Freiheit gehört unser Leben ... Verlesung des Tagesbefehls des Reichsjugend- fuhrers durch den Bannführer. Rede des Gebietsabteilungsleiters, llnterbann- führers Dettmar. Fanfarenmarsch des Jungvolks. Rede des Kreislelters Dr. Hildebrandt. llebergabe der Sammelbüchsen an eine Gefolgschaft. Deutschlandlied und Horst-Dessel-Lied. Die Bannführung des Bannes 116 erwartet von allen Volksgenossen recht zahlreiche Beteiligung. Vetr.: Dinterhilfs-Eröffnungsappell der HI. Sämtliche Gefolgschaften und Sondereinheiten Gießens, sywie der gesamte Bannstab haben am Donnerstag, 17. Dez., 19.30 Uhr, auf dem Brandplatz anzutreten. Betr.: WHD. - Sammlung der HI. Sämtliche Gefolgschaftsführer haben sich umgehend mit den Ortsgruppenleitern wegen der Sammlung in Verbindung zu fetzen. Betr.: Adventsfeier. Im Cafs Ebel, Gießen, Burggraben (Eingang Marktplatz), findet Donnerstag, 17. Dezember, eine Adventsfeier statt. An der Feier, die Dienst ist, haben sämtliche Gefolaschaftsführer, Unterbannführer, Führer der'Sondereinheiten, sowie der gesamte Bannstab teilzunehmen. Beginn 20.45 Uhr. Vetr.: Dienst der Spielschar 1/116. Zum dritten Singabend tritt die gesamte Spielschar am Freitag, 18. Dezember, 20.30 Uhr, vor der allen Pestalozzischule (Wernerwall) an. Vetr.: Schiehlehrgang. Sonntag, 20. Dez., findet der Schießlehrgang statt. Oienstbefehl. Am Donnerstag, 17. Dezember, treten die Mädelgruppen 1, 2, 3 und 4/116 zum Eröffnungsappell der Sammlung für das WHW. um 19.15 Uhr am Brandplatz an. Die Gruppenführerinnen veranlassen das entsprechende. An olle ZM.-Führerinnen m!1->terqau 116* Am Mittwoch, 16. Dez., um 20.15 Uhr, singen IM. aus sämtlichen Obergauen im Rundfunk. Die Sendung ist von euch zu hören. Die JM.-Gruppen- führerinnen geben an den Untergau ihre Kritik, welcher Obergau am besten gesungen hat. Am Samstag sammeln im Rahmen der Reichsstraßensammlung der HI. alle Jungmädel für das Winterhilfswerk. Die Führerin des Untergaues 116. Mehrere Stunden Verdunkelung! Gießener, bereitet euch für die große Verdunkelung im Januar 1937 vor! Die Polizeidirektion Gießen teilt uns folgendes mit: Am 13. Januar 1937 wird in Gießen sowie im ganzen Kreis Gießen eine Verdunkelung durchgeführt. Die Verdunkelung wird, im Gegensatz zu den früheren Verdunkelungen, mehrere Stunden dauern. Die ganz schlauen Dunkelmänner, die es bei den seitherigen Uebungen nicht für nötig hielten, ihre Wohnungen abzudunkeln und die kurze Zeit ohne Licht in der Wohnung gesessen haben, werden sich diesmal bequemen müssen, ihre Wohnung auch abzudunkeln. Ls soll nicht versäumt werden, an dieser Stelle gleichzeitig darauf hinzuweifen. daß gegen solche Personen, die sich der Mitarbeit entziehen, mit aller Schärfe vorgegangen wird. Die Verdunkelung am 13. Januar 1937 beginnt mit (Eintritt der Dunkelheit und endet gegen 21.30 Uhr. Die Derdunkelungsübung wird folgendermaßen durchqefuhrt: Mit Eintritt der Dunkelheit fetzt die eingeschränkte Beleuchtung ein. Der Beginn der vollen Verdunkelung wird durch akusttsche Zeichen bekanntgegeben. Was wird beim Verdunkeln verlangt? 1. In allen Wohnungen. Mit Eintritt der Dunkelheit müssen sämtliche Wohnungen abgedunkelt sein. Hier gibt es keinen Unterschied zwischen eingeschränkter Beleuchtung und voller Verdunkelung. Räume, die nur vorübergehend benutzt werden, wie Speisekammern, Badezimmer, Aborte und bergt, sind ebenfalls zu verdunkeln, damit die Hebung durch unverhoffte Benutzung solcher Räume nicht gestört wird. Besondere Aufmerksamkeit ist den Dachfenstern zu widmen, sofern sie in Verbindung mit Wobnunaen stehen. Gerade solche Fenster können im Ernstfall eine Stadt, verraten und somit alle anderen Vorsichtsmaßnahmen zunichte machen. Jeder Haus- haltunasvorstand ist für die richtige Verdunkelung feiner Wohnung verantwortlich. 2. Hotels, Wirtschaften. Veherbergungsstätten und Büros. Für diese Lokale bzw. Räume gilt dasselbe wie für die Wohnungen mit dem Zusatz, daß hier sicherwirkende Lichtschleusen gefordert werden. Die Inhaber von Uebernachtungsstätten haben Vorsorge zu treffen, daß die Gäste die Anordnungen der Verdunkelung beachten. Da in derartigen Räumen und Lokalen die Derdunkelungsarbeiten viel Zeit erfordern, wird empfohlen, schon jetzt mit den Vorbereitungen zu beginnen. Auch hier ist besonderes Augenmerk auf Dachfenster und Oberlichter zu richten. Oberlichter sind unbedingt abzudunkeln. In anderen Städten haben Inhaber solcher Lokale. dunkle Vorhänge angebracht, die sich bei den Verdunkelungsübungen gut bewährt haben. 3. Verkaufsräume. Verkaufsräume werden ebenfalls mit Eintritt der Dunkelheit nach außen vollständig verdunkelt. Die Schaufenster sind mit Eintritt der Dunkelheit mit eingeschränkter Beleuchtung zu beleuchten. Die Jnnenbeleuchtung der Verkaufsstätten ist voll zu benutzen. Lichtreklamen dürfen am Tage der Verdunkelungsübung nicht beleuchtet werden. 4. Industrie. Die Industrie schließt sich ebenfalls der Verdunkelungsübung an. Die Anordnungen werden durch den örtlichen Leiter des Werkluftschutzes getroffen. 5. Oeffentlicher Verkehr. ''a) Fahrzeugverkehr: Von Eintritt der Dunkelheit bis zur vollen Verdunkelung dürfen die Fahrzeuge innerhalb der Ortschaften nur mit Standlicht (Parklicht) fahren. Außerhalb der Ortschaften kann abgeblendet gefahren werden. Von Beginn der vollen Verdunkelung dürfen die Fahrzeuge nur mit Abblendklappen fahren. Außerhalb der Ortschaften kann während dieser Zeit mit Standlicht gefahren werden. Fahren ohne Licht ist verboten. b) Fußgänger: Von Eintritt der Dunkelheit bis zur vollen Verdunkelung geht der Publikumsverkehr uneingeschränkt weiter. Mit dem Eintritt der vollen Verdunkelung ist der Verkehr auf die notwendigen Gänge zu beschränken, d. h. der sogenannte Bummel hat zu unterbleiben. Besucher des Theaters, der Lichtspielhäuser und sonstiger Veranstaltungen unterliegen nur der Beschränkung, sich nicht länger auf der Straße aufzuhalten, als 3um Hin- oder Rückweg erforderlich ist. 6. Oefsentliche Beleuchtung. Die öffentliche Beleuchtung brennt von Eintritt der Dunkelheit bis zur vollen Verdunkelung nur in eingeschränktem Maße. Mit Beginn der vollen Verdunkelung werden sämtliche öffentliche Lampen ausgeschaltet. Von diesem Zeitpunkt an brennen nur noch sogenannte Richtlampen. Die Fahrzeugführer werden somit zur größten Vorsicht ermahnt, damit Unfälle vermieden werden. (Siebener, tut eure Vfticht und beweist, daß ihr gewillt seid, am Aufbau des Luftschutzes mitzu- helsen. Die vorausgeganqenen Teilübungen haben bereits, bis auf einzelne Ausnahmen, bewiesen, daß die Bevölkerung von Gießen die Notwendigkeit des zivilen Luftschutzes erkannt hat. Damit die Verdunkelung am 13. Januar 1937 ein voller Erfolg wird, wird erwartet, daß jedermann die getroffenen Anordnungen genauestens befolgt. In Zweifelsfällen kann bei der Polizeidirektton und dem Reichsluftschutzbund Auskunft eingeholt werden. der zweijährigen Militärdienstzeit wieder zutell geworden ist, em Vorteil, der für alle jungen deutschen Menschen, die die Ehre haben, das Kleid des deutschen Soldaten tragen zu dürfen, für die ganze Zeit ihres Lebens ein wertvoller Gewinn fein wird, Der aber auch für die Gesamtheit unseres Volkes in vielfacher Weise reichen Nutzen bringt. B. Aus Der provinzialhaupistadt. Weibnachtsengel auf der Parkbank. Daß sich in dieser rauhen, nebelkalten Zeit jemand auf einer Bank in den städtischen Anlagen nieder- läßt, gehört wohl zu den Seltenheiten. Niemand wird Lust verspüren, zwischen kahlen Büschen auf einem feucht vereisten Brett zu sitzen und über den struppig-grauen Rasen zu starren. Und doch habe ich neulich auf solch einer Bank gesessen, und sogar zu zweien, nämlich mit einem Weihnachtsengel. Ach so, ein Kindermärchen? Nein, kein Kindermärchen. Pure Wirklichkeit war dieses Abenteuer, und ich kann ungläubigen Fragern nicht nur die betreffende Bank zeigen, sondern auch noch den betreffenden Weihnachtsengel vorweisen. Denn der befindet sich heute in meiner Wohnung und steht hier lächelnd neben der Schreibtischlampe. Aber es muß wohl alles der Reihe nach erzählt werden. Also ich schlenderte geruhsam über die Wege der winterlichen Anlagen. Es war kalt, aber ich hatte den Mantelkragen hochgeschlagen und sah ganz vergnügt den Drosseln zu, die geschäftig im Fallaub unter den Büschen lärmten. Ich folgte der raschelnden, langsam durch das lichte Unterholz vorrückenden Schar nach und bemerkte plötzlich einen kleinen bunten Fleck im fahlen Grau der Umgebung. Dieser bunte Fleck leuchtete von einer abseitigen Bank, und natürlich ging ich hinüber, um die Ursache festzustellen. Das ist die Vorgeschichte meiner Begegnung mit dem Weihnachtsengel. Denn das Bunte auf der Bank, das war tatsächlich ein richtiges kleines Eng- lein, mit weißen Flügeln und einem Licht in der Hand. Es faß eigentlich nicht auf der Bank, sondern es stand. Aber selbst der Aufsichtsbeamte, so streng er sonst gegen Leute vorgehen mag, die mit Füßen auf die Anlagenbänke treten, hätte in diesem Fall nichts dawider gesagt. Denn ein Weihnachtsengel ist kein „Publikum", sondern eine mystische Erscheinung. / Verblüfft betrachtete ich mein ungewöhnliches Gegenüber und rief ein wenig respektlos aus: „Nanu, wie kommst du denn hierher?" Aber der Weihnachtsengel antwortete nicht, denn er war aus Holz. Doch freundlich lächelte mir feine Winzigkeit entgegen, und so nahm ich denn ohne viel Umstände neben ihm Platz. Ich griff den Engel auf und besah ihn mir genau. Sehr niedlich sah er aus und war ausgesprochen fröhlich mit einem buntgetupften Kleidchen und rosigen Bäckchen bemalt. Auf ausgestreckten Händen trug er eine kleine rote Kerze, die schon zur fiälfte abgebrannt war. Jeder hat solchen Holzweihnachtsengel schon in den Auslagen der Geschäfte gesehen, indes gewiß noch niemals auf einer Bank in den städtischen Anlagen. Die Umstände waren es, die das daumenhohe Figürchen zu einem kleinen Wunder machten, wie es sinniger gerade für die Adventszeit nicht gedacht werde kann. Mit einem Streichholz entzündete ich den Kerzenrest meiner Nachbarin, und während ich mir am Flämmchen die Hände wärmte, dachte ich darüber nach, wieso der Engel auf die Anlagebank gekommen sein mochte. Spielende Kinder, vergeßliche Erwachsene? Der Engel sagte gar nichts, er leuchtete nur still wie es Engelsart ist, und lachte mit feinen Pausbäckchen. Allmählich brannte das Flämmchen ab, und ich begann zu frieren. Ratlos starrte ich auf den Weih- nachtsengel an meiner Seite nieder und versuchte, mich der iuristischen Bestimmungen über Fund und Fundablieferung zu entsinnen. Aber dann wurde mir klar, daß ein au^"raewöhnlicher Tatbestand auch außeraewöhnliche Maßnahmen erforderte. Zwischen einem Weihnachtsengel in der Adventszeit und einem Portemonnaie in de- Straßenbahn bestehen unübersehbare Unterschiede. Unmöglich konnte ich das win- zia zarte Englein in der kalten Einsamkeit zurück- laffen. Und so steht es denn h°ute, mit neuer roter Kerze ausgerüstet, neben der Schreibtischlampe und lacht, allen juristischen Problemen zum Trotz, pausbäckig auf diese Zeilen nieder. v. M. Tageskatender für Mittwoch. NS.-Lehrerbund, Fachschaft Körperliche Erziehung, Arbeitsaemeinschaft für Mädchenturnen. 16 Uhr, in der Neue Pestalozzischule. — Stadttheater: 15 bis 17.15 Uhr, , Vrinzessin Allerliebst": 19.30 bis 21.30 Uhr. ..Der Kampf mit dem Tatzelwurm". — Gloria-Palast, Seltersweg: Ein kleiner goldener Ring". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: ..Wenn wir alle Engel wären". — Landschaftsbund Volkstum und Heimat: 20 Uhr. Lichtbildervortrag von Lic. von der Au, Dgrmstadt. über „Heimisches Brauchtum im Ablauf des Menschenlebens in der Aula des Gymnasiums. — Petruskapelle: 20.15 Uhr, Vortrag von Pfarrer Lic. Saun. Okarben, über . Aufwärts aus eigener Kraft oder Erlösung?". — Bekenntnisaemeinde Gießen: 20.15 Uhr Vortrag von Pfarrer Koch. Oberwetz. über „Christlicher Glaube und Weltanschauung" im Jobannessaal. — Weihnachtsausstellung der oherhessischen Künsller: ab 17 Uhr im Turmhaus am Brand. Stadttheater Gießen. Heute nachmittag findet die Ausführung des Märchenspiels „Prinzessin Allerliebst" oder „Der wundersame Regenschirm" von Friedrich Forster statt. Die Spielleitung hat Karl V 0 l ck. Die musikalische Leitung führt der Kapellmeister Ernst Bräuer. Leitung der Tänze: Irmgard Zenner. Die Vorstellung beginnt um 15 Uhr und endet 17.15 Uhr. Außer Miete. — Am Abend geht der Lustspielerfolg „Der Kampf mit dem Tatzelwurm" von Leo Lenz und Ralvh Arthur Roberts in Szene. Die Spielleitung führt Wolfgang Kühne. Mittwoch-Miete. 13. Vorstellung. Anfang 19.30 Uhr, Ende 21.30 Uhr. Spielpfanänberung im Stadttheater. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Infolge anhaltender Erkrankungen im Personal findet die Erstaufführung von „Gyges und fein Ring", Trauerspiel von Friedrich Hebbel, am Freitag, 18. Dezember, nicht statt. Dafür geht am Freitag das rheinische Volksstück „Der Sprung aus dem Alltag", Lustspiel von Heinrich Zerkaulen, in Szene, und wird somit in den offiziellen Spielplan aufgenommen. Die Spielleitung führt Fritz Walter. Oer 27. Dezember kein allgemeiner Derkaufssonntag. Fwd. Die Lage des Weihnachtsfestes führt in diesem Jahre dazu, daß am 25., 26. und 27. Dezember drei Feiertage aufeinander folgen. Es war deshalb angeregt worden, den 27. Dezember (Sonntag) allgemein zum Warenverkauf für einige Stunden freizugeben. Wie nunmehr vom Reichsarbeitsministerium mitgeteilt wird, ist nicht beabsichtigt, dieser Anregung zu entsprechen. Für den Verkauf am 27. Dezember sind deshalb grundsätzlich die Richtlinien über den Sonntagsverkauf im Bedürfnisgewerbe maßgebend. Diese Richtlinien sehen einen regelmäßigen Sonntagsoerkauf für bestimmte Waren vor, die der Gefahr des Verderbs ausgesetzt sind, und regeln den Sonntagsverkauf in ländlichen Gegenden. An einzelnen Orten sind von den Landesregierungen erlassene Ausführungsanweisungen hierfür maßgebend. Soweit für den 27. Dezember eine Erweiterung der Verkaufsmöglichkeiten gewünscht wird, ist es notwendig, mit den zuständigen Behörden in Verbindung zu treten. Eine Ausnahmegenehmigung ist ebenfalls erforderlich, wenn die Erlaubnis zum Nachfüllen der Automaten während der Weihnachtsfeiertage gewünscht wird. Ablauf der Antragsfrist für das Derwundeten-Abzeichen. DNB. Die Frist für Anträge auf den Berechtigungsausweis für das Verwundetenabzeichen läuft mit dem 31.Dezember 1936 ab. Soweit von den Antragsberechtigten Anträge noch nicht gestellt worden sind, sind sie rechtzeitig bei den zuständigen Bersorgungsämtern einzureichen. Die Frist wird nicht verlängert. Der Reichs- und preußische Arbeitsminister hat jedoch mit Rücksicht auf die Feiertage die Versorgungsämter angewiesen, die bis einschließlich Montag, 4. Januar 1937, bei ihnen eingehenden Anträge als rechtzeitig gestellt anzusehen. Lungmcidel schwimmen auch imWinter! Schwimmen ist der gesündeste Sport. Kein anderer Zweig unserer körperlichen Ertüchtigung ist so sauber und arbeitet in gleicher Weise den ganzen Körper so durch, wie das Schwimmen. Selbstverständlich gehört deshalb auch das Schwimmen zur Grundausbildung des Jungmädels. Die Gießener Jungmädel haben' das Glück, diesen abhärtenden und allen gesundheitlichen Schäden vorbeugenden Sport auch im Winter betreiben zu können. Die ängstlichen Eltern, die irrtümlicherweise im Schwimmen eine Erkältungsgefahr sehen, müssen bedenken, daß wir nicht heiß baden, sondern in Wasser von 17 Grad schwimmen. Das bedeutet, daß wir nach einer gründlichen Reinigung des ganzen Körpers eine halbe Stunde lang schwimmen,' springen und fröhliche Wasserspiele betreiben. Die Schwimmabteilung der Gießener IM. wird vom Schwimmverein Gießen betreut. Dies gewährleistet eine sorgfältige Schulung, von fröhlichen Wassergewöhnungsspielen der Jüngsten und Nichtschwimmerinnen zum guten Stil der verschiedenen Schwimmarten und schönen Sprüngen bis zum edlen Rettungsschwimmen der ältesten IM. Best- geschulte Kräfte werden diese verantwortungsvolle und schöne Aufgabe übernehmen. Alle IM. werden sich zu Weihnachten den schwarzen Schwimmanzug und das Kovftuch mit dem HJ.-Abzeichen wünschen. Das Kopftuch wird über die Bademütze gebunden und verhindert wesentlich das Naßwerden der Haare. Am Ende der Schwimm- stunde müssen alle nochmal unter die kalte Dusche. Beim darauffolgenden Trockenreiben wird die Haut nochmals besonders kräftig durchblutet. Nichts schützt besser vor Erkältung, als eine gesunde Haut. Eltern, seid nicht überängstlich! Laßt die Jung- mädel auch im Winter schwimmen und laßt sie sich damit Mut, Selbstvertrauen und Verantwortungsgefühl erwerben. AGOAp. Ortsgruppe Gießeu-Süd. Hilfskaffe. Diejenigen Angehörigen der SA., SS., Marine- SA., Reiter-SA., des NSKK. und der Werkscharen, die im Bereich der Ortsgruppe Gießen-Süd wohnen, können ihren Beitrag zur Hilfskasse noch entrichten am: Mittwoch, 16. Dezember, Donnerstag, 17. Dezember, und Freitag, 18. Dezember, jeweils in der Zeit von 20 bis 22 Uhr auf der Geschäftsstelle der Ortsgruppe, Frankfurter Str. 29 H. Wer bis dahin nicht bezahlt hat, wird bei der Hilfskasse in München abgemeldet und hat sich daraus entstehende Folgen selbst zuzuschreiben. Trauer feier für Louis K eck. Am gestrigen Dienstagnachmittag wurde Louis Frech, der warmherzige Erzähler und Sänaer seiner Heimatstadt Gießen, auf dem Neuen Friedhof zur letzten Ruhe gebettet. Viele Freunde und Bekannte gäbe ihm das letzte Ehrengeleit und die Fülle der Kränze und der Blumen war Ausdruck der liebevollen Verehrung und der Anhänglichkeit an diesen bescheidenen Menschen mit einem jungen Herzen und sonnigen Humor. Die Turnerfahne, der er ein Lebensalter in Treue gefolgt war, hielt die Ehrenwache. In den von Kapellmeister K r e n g e I feinfühlend vorgetragenen Weisen des Mozartschen „Ave Maria" klang die Erinnerung an bas begnadete Talent Louis Frech an, aus dem heraus er feine künstlerischen Fähigkeiten in Lied, Schrift und Farbe in den Dienst der Allgemeinheit stellte. Pfarrer Ausfeld fand ausgezeichnete Worte für diesen treubesorgten, nimmermüden Menschen, der seiner Heimat so viel in seinen Liedern und Beschreibungen des alten Gießens geschenkt hat. Er zeich- nete ein Lebensbild dieses aufrechten deutschen Mannes, der aus feiner religiösen Frömmigkeit heraus zur Heiterkeit des Herzens gelangte, durch die feine künstlerischen Neigungen zur Entfaltung kamen, sowohl in feinen Auszeichnungen und Bildern, als auch in dem Bilde der „Wartburg", das er der Johannesgemeinde geschenkt hatte. Nach dem Gebet des Pfarrers nahm die Altersvereinigung 1858/1908 Abschied von ihrem Altes- fameraöen, dann ließen die „Union" und die Leitung der Gießener Altersoereinigungen ihm, dem Ehrenpräsidenten beider Vereinigungen, den letzten Abschiedsgruß sagen; ihm, der lange Jahre hindurch diesen Vereinigungen die Treue gehalten und in Freundschaft zu ihnen gestanden hat, war mit Worten nicht der Dank abzustatten, der ihm, wie der Svrecher sagte, aus ganzem Herzen zu sagen wäre. So sollen die von Louis Frech mit tiefem Ernst und köstlichem Humor geschaffenen Li"der, die er der Allgemeinhet übergeben hatte, stin Vermächtnis fein, das bester als ein erzenes Denkmal die Erinnerung in den Herzen bewahren soll. Auch der Sprecher des Männerturnvereins hatte Louis Frech, der fast feit der Gründung dem Mtv. anne- hörte und als fein erster Turnmart der Turner-fache aroßen Aufschwung gab, viel zu danken. Wie der Mtv., so haben ihn auch der alte H"ssenaau der DT. und der Gau Hessen im neuen RfL. durch Verleihung des Ehrenbriefes ausgezeichn-tt. Der Rttv. wird den frischen Turner, frohen Wanderer und fröhlichen Dichter, der als aufrechter deutscher Mann durchs Leben gegangen ist, ein bleibendes Andenken sichern. Noch einmal senkte sich die Turnerfahne über der Bahre, während die altoertrauten Weisen vom guten Kameraden erklangen. Dann schloß mit den stimmungsvollen Weisen von Schuberts „Ruhe in Frieden" die einbrucksnolle Trauer» feier für einen „freien, braven Bursch", dem das alte, traute Gießen es angetan hatte, so daß er ihm die schönsten Lieder fang. De Herr Oberbürgermeister hatte als Zeichen der Dankbarkeit unserer Stadt für den Enttchlcttee einen Kranz mit Beileidsschreiben übermitteln lassen, ferner war als Vertreter des Oberbüraer- meifters und der Stadt Bürgermeister Dr. Hamm bei der Trauerfeier zuaegen, verzichtete iedoch her bisherigen Gepflogenheit entsprechend, auf eine Ansprache, nachdem der Oberbürgermeister selbst in seinem Schreiben die Trauer der Stadt und ihrer Verwaltung bereits zum Ausdruck gebracht hatte. Volksdeutscher Abend des VOA. Die Ortsgruppe Gießen des Volksbundes für das Deutschtum im Ausland hielt gestern in der Aula der Universität einen Volksdeutsche Abend ab. Die Veranstaltung fand mit einem Liedvortrag des Bäuerischen Gesangvereins /Leitung: Musiklehrer Bla ß) einen würdigen Auftakt. Der Chor sang das „Lied der Ausländsdeutschen" von Rinkens. Sodann hielt der Leiter der Ortsgruppe des VDA., Kreisdirektor Dr. Lotz, eine kurze Ansprache. Er wies darauf hin, daß der Abend ein volksdeutscher Ruf fein solle, der bas Wissen um unser Volkstum lebendig machen und den Kampf unserer volksdeutschen Brüder im Ausland veranschaulichen solle. Der Ruf solle aber auch hinausdringen zu den 35 Millionen Deutschen im Ausland und sie wissen lassen, daß ihnen das Reich für ihr deutsches Volkstum Stütze und Rückenstärkung fei. Der Volksbund, fei auf den Plan getreten als Kampfgefährte des Führers in der deutschen Sache. Dr. Lotz sagte bann ben zahlreichen Besuchern herzlichen Dank für bas burch ihre Anwesenheit gegebene Zeichen ber Verbundenheit mit ber Sache bes VDA. Er bankte ferner allen, die sich für bie Ausgestaltung bes Abenbs zur Verfügung stellten. Nachbem Jntenbant Schultze-Griesheim brei Gedichte von Eichendorff zum Vortraa gebracht batte, hielt Lehrer K ö b l e r, ber Rebner bes Abenbs, einen großangelegten Vortrag unter dem Thema „Spanien als Kamvfplatz zweier Weltanschauungen". Der Vortragenbe. ber brei Fabre mng in Spanien weilte unb sich eingehenb mit der Geschichte des Landes und mit Land unb Leute beschäftigt batte, sprach aus seinem reichen Wissen über bie Ursachen, bie zu ben gegenwärtigen Kämpfen in Spanien geführt haben. Er schilberte xu- Gute Möbel bei Koos Giessen Schulstr:6 Oberheffen u erfüllen hat, nicht zu unterschätzen. Zwei Chöre vlgten. Dann konnte man noch einmal Herrn sehr stark die jungen, 14. Dez. Infolge der schlechten, ungesunden Witterung herrscht in unserem Städtchen ' ' “ ' Grippe- berg) unter Leitung des Musikzugführers Di e t laus- geführt wurde. Unter der ausgewählten Mustkfolge verdienen vor allem die schneidigen Märsche. Ouvertüren, Walzer und Potpourris hervorgehoben zu werden. Die Erwartungen, die man an die Ausführung des reichhaltigen Programms geknüpft hatte, wurden bei weitem übertroffen. Stürmischen Beifall erntete die Kapelle nach jedem Musikstück, so daß sie sich gezwungen sah, Einlagen zu geben. — Heute vormittag fand im Rathaussaale die Schlußbesprechung über die R e i ch s b o d e n s ch ä tz u n g für die Grundbesitzer der Laubacher Waldgemarkung statt. Zn einem lehrreichen Vortrag gab der Geologe S ch ö n h a l s vom Landesfinanzam^ DarmÜa0t an Hand der Karten eine eingehende Darlegung übe.- die Schätzungsergebnisse sowie das Verfahren und den Zweck der Bodenschätzung, die von den Zuhörern mit großem Interesse verfolgt wurde. Samen sie hochbewertet nach Hause. Als letzte Schau in diesem Jahre fand am Sonntag die 4. Kreisgeflügelausstellung in Watzenborn-Steinberg statt. Oie Gießener Züchter stellten dazu 33 Tiere. Sie errangen darauf 6 Ehren- und 13 Klassenpreise. 23mal verdienten sie sich die Note sehr gut und 3uthergemeinde, Studienasiessor Reichard, einige Dorte und bat eindringlich, den Wert eines Chores, >ie Verkündigung des Wortes, die er auch im Lied Tank in zwei weiteren Liedern Horen. Nach einer urzen Pause und einem Gemeindelied hielt Pfar- er Lic. Flechsenhaar (Ulfa) seinen Vortrag iber „Die Adoentshoffnung für die Kirche Jesu Christi." Nach einem kurzen Dantes- und Schlußwort von Kirchenvorsteher Prof. Dr. H e p d i n g lang die Gemeinde noch „Gelobet seist du Jesu gliedern stellt. In Würdigung der regen und aufbauenden Arbeit )es Gießener Vereins und anläßlich seines 40jäh- rigen Bestehens hat der Vorsitzende der Landes- achqruppe, Herr Ackermann, zugesagt, die Landesfachgruppenschau 1937 in Gießen abzubalten. Schon in kurzerZeit sollen die Vorarbeiten beginnen. Jugend an die Front! HI. sammelt vom 18. bis 20. Dezember für das Whw. Christ." Gießener Geflügelzuchtverein. Man berichtet uns: Wieder einmal stellten die Mitglieder 1 .'s Gießener Geflügelzuchtvereins ihre Tiere in den Wettbewerb, und wieder einmal Landkreis Gießen "Y* Watzenborn-Steinberg, 14. Dez. Infolge der immer mehr zunehmenden Grippe- erkrankungen mußte die Schule auf acht Tage geschloffen werden. * Lich, 15. Dez. Betrauert von vielen Freunden und dem größten Teil der Bevölkerung unserer Stadt und der Umgebung verschied am Sonntag der in weiten Kreisen bekannte und geschätzte „Alte Löwenwirt" Hermann Jhring im Alter von nahezu 76 Jahren. Ausgerüstet mit reichen Geistesgaben und einem unbestechlichen Urteil war er seinen Standesgenossen allezeit ein williger und hilfsbereiter sachverständiger Berater. Seine Schulbildung genoß er auf der damaligen Realschule zu Gießen, ein beabsichtigtes Studium wurde jedoch nicht-möglich, da ihn häusliche Verhältnisse zum vorzeitigen Abschluß seines Bildungsganges veranlaßt hatten. So wurde er, wie seine Väter, Landwirt und hat auch in diesem Berufe Vorbildliches geleistet. Don seiner außerordentlichen Beliebtheit und Wertschätzung zeugte der große Trauerzug, der sich heute durch die Straßen der Stadt bewegte. Dor dem Sarge schritten die Vereine, deren Mitglied der Dahingeschiedene war, dem Sarge folgten viele hiesige und auswärtige Trauergäste. Am Grabe würdigte der Geistliche die vielfachen Verdienste des Entschlafenen. Die Heimatfreunde werden ihn besonders schmerzlich vermissen, denn sein bewundernswertes Gedächtnis war ihnen häufig eine Stütze. Viele Ereignisse der Heimatgeschichte vermochte er mit prächtigem Humor gewürzt wiederzugeben. Mit Hermann Jhring ist ein deutscher Mann von echtem Schrot und' Korn dahingegangen. * Cid), 14. Dez. Zehn Kameradschaften des Kreisverbandes Gießen (Kyffhäufer- bund) erhielten im Saale des Kam. Wilhelm Lotz zu Nieder-Beffingen ihre neuen Bundesflaggen. Hierzu waren erschienen der neue Kreisführer Dr. Monnard, der Derwaltungsführer ©lebe, der Propagandaobmann K ö h r e s. die beiden Unterabschnittsführer Börmer und Keil und 104 weitere Kameraden. Nach Abschreiten der Fahnenfront durch den Kreis^ührer bewillkommnete Bürgermeister Maul die Anwesenden im Namen der dortigen Ortsgruppe, und er fand anerkennende Worte für den Kyffhäuserbund. Unterabschnittsfüh- rer Börmer dankte dem stellv. Ortsgruppenleiter, stellte die Kameraden vom Kreisoerband^ vor, begrüßte sie und dankte ihnen für ihr Erscheinen. Dann sprach der Kreisführer, der u. a. sagte: Der Kyffhäuserbund hat eine große Tradition, wir sind die Träger. Das verpflichtet uns zur Wahrung der soldatischen Tugenden Gehorsam, Treue, Hingabe. Die Fahne ist das Symbol. Kein echter Soldat läßt seine Fahne im Stick. In dankbarer Erinnerung gedenken wir all Derer, die der deutschen Fahne gefolgt sind bis in den Tod. Ich übergebe hiermit den Kameradschaften die von höherer Stelle schon geweihten Fahnen zu treuen Händen. Unserm Führer, der uns Kyffhäuserleuten ins Eiserne Kreuz das Hakenkreuz verlieh, versprechen wir treueste Gefolgschaft. Der allmächtige Gott schütze ustd segne ihn zum Heile unseres Volkes und Vaterlandes! Ein dreifaches Sieg-Heil auf den Führer, das Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lied beschlossen die kernige Ansprache. Nach dem Wegtreten der Fahnenträger mit ihren schmucken Fahnen begann der gemütliche Teil, bei dem auch zahlreiche alte Soldatenlieder erklangen. Die Feier verlief in würdiger, soldatischer Weise. Der Saal war vom Besitzer in den deutschen Farben reich geschmückt. Der Kreisiührer ließ es sich nicht nehmen, den 88jähri- gen Kameraden (Veteran von 1870/71) Blei in seiner Behausung aufzusuchen und zu begrüßen. sechsmal gut. Rückblickend auf die nun hinter uns liegende Llusstellungszeit kann festgestellt werden, daß über« all da, wo Gießener Züchter ihre Tiere dem Preis- "ichterstab überließen, diese durchweg mit hohen 3?roerfungen bedacht wurden. Vier Mitglieder sogar (Bauer, Rhodeländer; Heimborn, schw. Wiener; Becker, Orloff; und Thunken, HUUKUCL , XJCU.CL, | , LAX VW ^wergrhodeländer) zeigten die besten Tiere ihrer Kasse und erwarben sich dadurch die Berechtigung, an der Reichssiegerschau in Berlin teilzunehmen. Ganz besonders gehört hier der Erfolg von Mitglied Heimborn sestgehalten zu werden, der als Senior des Vereins noch unermüdlich an der 23er- i Besserung seiner schwarzen Italiener arbeitet. Schönheit und Leistung! Höchste Vollendung der Kasse! Hinweg mit allen Kreuzungstieren! Das ist jie Forderung, die die Vereinsleitung den Mittätigt werden. Große (Strafkammer Gießen. Der 47jährige Ludwig Mitze aus Eichelsdorf (Kreis Schotten) war feit dem Jahre 1911 Gemeinderechner von Eichelsdorf. Die Anklage legte ihm zur Last, in den Jahren 1924 bis 1936 erhebliche Beträge aus der Gemeindekasse entwendet und für sich verbraucht zu haben. Der Angeklagte gab im Laufe der gestrigen Verhandlung die Höhe der von ihm unterschlagenen Beträge mit etwa 5000 Mark an, während die Revisionsbeamten des Kreisamtes einen Fehlbetrag in Höhe von 18 000 Mark errechnet hatten. Der Angeklagte verschleierte in raffinierter Weise seine Verfehlungen dadurch, daß er doppelte Bücher führte. In feinen von ihm persönlich geführten privaten Aufzeichnungen vermerkte er die Einzahlungen, wie sie tatsächlich erfolgt sind, dagegen trug er in die eigentlichen Geschäftsbücher der Gemeindekasse die Beträge, die er für sich verwandte, nicht ein. Die jeweils vierteljährlich anzufertigenden Auszüge fälschte der Angeklagte. Er verstand es Unter Ausschluß der Öffentlichkeit wurde der 25 Jahre alte K. Sch. aus Staden (Kreis Friedberg) wegen tätlicher Beleidigung einer Frau zu drei Monaten Gefängnis, abzüglich zwei Monate Untersuchungshaft, verurteilt. Außerdem wurden dem AngeklaKen die Kosten des Verfahrens auferlegt. Wegen . Vornahme unzüchtiger Handlungen an einem minderjährigen Mädchen verurteilte das Gericht unter Ausschluß der Öffentlichkeit den 26- jährigen A. E. aus Stornfels (Kreis Schotten) zu einem Jahr vier Monaten Gefängnis. Sechs Monate Untersuchungshaft wurden dem Angeklagten angerechnet. lachst den landschafllichen Charakter Spaniens und mrad) von dem Entwicklungen in kultureller und wirtschaftlicher Hinsicht. Dann ging er auf die Geschichte Spaniens ein, die seit über IVz Jahrtausende eine Geschichte der Unruhe und des Blutver- -iehens gewesen sei. In eingehenden Darlegungen beschäftigte sich der Vortragende ferner mit den Starken Einflüssen der katholischen Kirche auf das geben in diesem Lande, lieber die Zeit der Mau- renberrjdjaft, der Inquisition und des Guerillakrieges führte der Redner seine Zuhörer in die Gegenwart und vermittelte dabei ein anschauliches Vild von dem völkischen Leben in Spanien. Zahlreiche Lichtbilder, eigene Aufnahmen des Dortra- -enden, unterstützten das gesprochene Wort. Lebhafter Beifall dankte dem Redner für seine Aus- Rührungen. Kreisdirektor Dr. Lotz schloß dann den Abend mit dem Sieg-Heil auf den Führer Adolf Hitler. Adventfeier der £u beraemeinde. Am dritten Advent hatte die Luchergemeinde, wie alljährlich, ihre Mitglieder und Freunde zu einer Üldoentsfeier in die Turnhalle am Oswaldsgarten ungeladen. Eine große Gemeinde hatte sich eingebunden. Das gemeinsam gesungene Lied „Macht hoch die Tür" eröffnete die Fsier, dann führten d:e Kinder der Kinderkirche ein Spiel von der Geburt h. Treis (Lumda), 14. Dez. Wie in den umliegenden Gemeinden, so sind auch bei uns die Schulen wegen der zunehmenden Gripve- erkrankungen geschlossen worden. — Die Auf- räumungsarbeiten an der in der vorigen Woche eingestürzten Kirchhofsmauer, deren Trümmer die ganze Dorfstraße mehrere Meter lang bedeckten und jeden Verkehr hinderten, sind nun beendet; jede weitere Gefahr ist ausgeschlossen. Wegen des Abbruchs der Mauer, die schon seit vorigem Jahr Sprünge zeigte, waren seit difem Sommer Verhandlungen zwischen Kirchenvorstand, Hochbauamt und Denkmalpfleger im Gange, die aber infolge- der Urlaubszeit der Beamten und des Pfarrer- Wechsels ins Stocken geraten waren. Ob die Mauer in der seitherigen Gestalt neu hergerichtet, oder ihre Lage unter Aufwendung größerer Mittel, vielleicht auch durch Anbringung eines der Gemeinde noch fehlenden Ehrenmales für die Gefallenen des Weltkrieges verändert wird, werden die weiteren Verhandlungen ergeben. Man sollte die jetzt gegebene Gelegenheit, wie auch die zur Verbreiterung der an dieser Stelle unübersichtlichen Fahrbahn, nicht ungenützt vorübergehen lassen. Lhristi auf. Konzertfänger K. E. Tank erfreute >ann durch den Gesang von zwei Hirtenliedern, von Arau Heermann auf dem Klavier begleitet. Die Konfirmanden und Konfirmandinnen und Glieder , 'er weiblichen Jugend wechselten hierauf in bunter Kolge im Aufsagen von Verheißungen und Advents- . ßedichten und Singen von Weihnachtskanons. An- chließend sprach der Leiter des Kirchenchors der wandte. Auf Grund der Beweisaufnahme, die bis in die späten Abendstunden des gestrigen Tages anbauerte, kam das Gericht zu der Ueberzeugung, daß der Angeklagte etwa 7000 bis 8000 Mark unterschlagen hat. Wegen Unterschlagung im Amte verurteilte ihn. die Große Strafkammer zu einem Jahr und sechs Monaten Gefängnis unter Anrechnung von drei Monaten und zwei Wochen Untersuchungshaft. Mit Rücksicht auf das ehrlose Verhalten des Angeklagten wurden ihm die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von drei Jahren aberkannt. Das Gericht berücksichtigte insbesondere bei der Strafzumessung, daß der Angeklagte, der kinderlos verheiratet ist, ein Gehalt von etwa 200 Mark bezogen und keine Not gekannt hat, sowie die Höhe der von ihm unterschlagenen Gelder. ** Frühere Auszahlung von Dienst- meisterhaft, die bezügen an Weihnachten und Neujahr, verhindern. In Der Reichschatthalter Hessen — Landesregierung 9r”n — verordnet an alle unterstellten Behörden, Gemeinden, Gemeindeverbände und sonstige Körperschaften des öffentlichen Rechtes: Mit Rücksicht auf das Weihnachts- und Neujahrsfest können gezahlt werden: die am 25. Dezember 1936 fällig werdenden Dienstbezüge der Angestellten und die Lohne der Arbeiter am Mittwoch, 23. Dezember, und bie am 1. Januar 1937 fällig werdenden Löhne für die Arbeiter am Mittwoch, 30. Dezember. Die für diese Zahlungen erforderlich werdenden Ueberroeifungen auf Bank- und sonstige Konten sowie diejenigen auf dem Postwege dürfen jeweils entsprechend früher ge- Entdeckung seiner Verfehlungen zu! kreis Schotten. ____________ _ diesem Jahre kamen die Verseh- s^s Laubach, 14. Dez. Die NS.-Gemeinschast lungen des Angeklagten durch Revisionsbeamte ans ! r a f t d u r ch Freude" hatte für gestern abend Tageslicht. Der Angeklagte t)at die von ihm ent» । 3U einem B l a s m u f i k k o n z e r t im „Solmser wendeten Beträge dazu verwandt, daß er sich einen $of" eingeladen, das von dem 37 Mann staken Neubau hinstellte und das unterschlagene Geld auch Musikzug des SA.-Hilfswerkslagers NW 4 (Fried- zur Bezahlung der erforderlichen Einrichtung ver-~ - ............. „ h am» Kirche und Schule. Landkreis GieNen = Lang-Göns, 12. Dez. Dom 13. bis 17. Dezember findet in unserer Gemeinde eine Evangelisationswoche statt. Jeden Tag um 20 Uhr ist eine Versammlung in der Kirche. Redner ist Missionar Ruff aus Frankfurt a. M Die Vorträge werden unter dem Hauptthema „Das Aller- notwendigste" -stehen. An allen Tagen um 15 Uhr werden im Gemeindehaus Bibel stunden abgehalten. § Queckborn, 14. Dez. Am Samstagabend hielt Missionar Blümer von der Leipziger Mission in unserer Kirche einen Lichtbildern or- tr a g über das Missionsgebiet im ehemaligen Deutsck-Ostafrika. Man bekam einen Eindruck von der afrikanischen Landschaft, besonders von dcm schneebedeckten Gebirgsstock des Kilimandscharo, in dessen Nähe der Vortragende gearbeitet hatte. Dann wurde man vertraut gemacht mit den Sitten und Gebräuchen der dortigen Stämme, konnte einen Blick tun in die Arbeit der Missionare, Seelsorge, Lehrerausbildung und Krankenbehandlung. Auch sah man manche Erfolgs ihrer Tätigkeit an den schönen Gotteshäusern, die von den eingeborenen Christen gebaut worden sind. Manchem wurde so wieder einmal eine Aufklärung über Sinn und Zweck der Missionsarbeit gegeben, daß auch gerade durch die deutschen Missionare in fernen Landen das Ansehen unseres Vaterlandes gefördert wird. Der Abend war gut besucht. * Ettingshausen, 14. Dez. Gestern predigte hier Missionar Blümer von der Leipziger Mission und zeigte am Abend schöne Lichtbilder von unserer alten Kolonie Deutsch-Ostafrika, in der er 25 Jahre tätig war. Dieselben Veranstaltungen fanden auch in der Gemeinde Hattenrod statt. Leider ließ der Besuch des Missionsgottesdienstes hier sehr zu wünschen übrig. Viele Einwohner sind grippekrank. Rundfunkprogramm Donnerstag, 17. Dezember: 6 Uhr: Choral, Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten: 8.10: Gymnastik. 8.30: Musik am Morgen. 9.30: Nachrichten. 10: Schulfunk. Volkslieder. 11: Hausfrau, hör zu! 11.30: Landfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: Musik für alle! Kreuz und quer durch unsere deutsche Heimat. 13: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. 13.15: Musik für alle! 14. Nachrichten. 1410: Dienst am Kunden. 15: Volk und Wirtschaft. 15.15: Kinderfunk. 16: Wir laden Sie zu einem Tänzchen am Rhein. 17: Kleines Konzert zur Dämmerstunde. 17 30: Bunter Kranz, gestochten für Bücherfreunde. 17.45: Ratgeber für den Weihnachtsbüchertisch. 18: Blasmusik. 19: Querschnitt durch die 11. Olympischen Spiele. 22: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. Mutti, diese — die schmeckt so gut. Mutti lächelt, denn Zahnpasta ißt man ja nicht Aber die Zunge ist dennoch stark beteiligt und da ist das milde und wunderbar schöne Aroma der Nivea-Zahnpast® eine gute Hilfe, um auch die Kinder zur Zahnpflege anzuhalten. Wege im Nebel. Roman von Käthe Melmer. (Copyright by Aufwärts-Derlag, Berlin SW 68.) 34 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Aufs höchste betroffen, hatte auch Janna zugehört. Doch schon fuhr Rammelt fort. Stcrmmelnd entrangen sich ihm die Worte: . „Ja! Ich selbst--habe auf sie geschossen-- habe sie verwundet--" ______ [ Ein dumpfes Stöhnen brach plötzlich aus feiner Brust. Die Anstrengung schien zu groß gewesen zu sein. Ehe einer der Anwesenden es verhindern konnte, schlug er schwer mit dem Kopf auf die Bett- Schreckensbleich starrte Janna auf den Arzt, der den Kopf auf das Herz des Patienten gelegt hatte. Der Kommissar faßte sich zuerst. I, Ist er .. ",Nein!" erwiderte der Oberarzt, sich wieder aufrichtend. „Nur wieder eine, tiefe Bewußtlosigkeit Aber ich fürchte, es wird schwer halten, ihn noch I einmal zu einer Aussage zu bringen." IXX. Sonntag morgen. . Am Rande der Kleinstadt ein kleines, Hub- sches Haus.--- Inge Schlicht- Heimat wo sie allein mit ihrer alten Mutter wohnte, feit,0er Vater vor nur wenigen Jahren an plötzlicher Krankheit gestorben war .. In dem gemütlich ausgestatteten Wohnzimmer saßen die decken Frauen soeben beim Kaffeetrinken „Komm. Jyge!" mahnte die alte Dame, Inge den zierlichen Brotteller herüberreichend. „Du ißt viel zu wenig! Dabei siehst du so elend aus, daß man Angst bekommen könnte, du fielest im nächsten Augenblick um!" „Wirklich, Muttchen, ich möchte nichts mehr essen, ich habe gar keinen Hunger." „Keinen Hunger! Das höre ich nun schon seit Tagen von dir, Inge! Kind, Xi hast etwas! Meinst ' bu, ich fühle es nicht? Jrgsrck etwas beschäftigt : Vch, lastet auf dir!" „Laß doch Muttchen, es ist wirklich nichts!" Aber Frau Charlotte ließ sich nicht abschrecken. „Dann faae mir einmal etwas anderes, was ich dich immer schon habe fragen wollen: Es gehen da so allerlei Gerüchte um, daß die Brand AG. nicht mehr feststehen soll. Weißt du etwas davon?" „Was die Leute nur immer über die Angelegenheiten anderer zu klatschen haben müssen!" fuhr Inge auf. „Leider handelt es sich hier ja aber nicht um Privatangelegenheiten, und es sind auch nicht die Leute, die hauptsächlich darüber sprechen, sondern die Presse selbst, die solchen Vermutungen Ausdruck gibt!" wandte die alte Dame vorsichtig ein. „Noch gestern stand eine derartige Notiz in der Mittags- zeitung. Hier, lies selbst!" „Ja, ich weiß schon", antwortete Jnae, ohne die Zeitung, die ihre Mutter ihr entgegenhielt, weiter anzuseyen. „Ich habe sie gestern selber gelesen. Fettgedruckte Überschriften brachten einige Zeitungen sogar: „Brand AG. in Schwierigkeiten?" „Ueber- steht die Brand AG. den Prozeß?"--und was dergleichen Titel mehr sind. Dabei ist eben das das einzig wirkliche Hebet das gefährlich werden kann! Nur so werden dann die Leute mißtrauisch und ziehen die Hilfsmittel zurück, die sonst vielleicht alles noch retten könnten!" Inge hatte sich völlig in Eifer geredet. Ihre Wangen glühten. Erstaunt sah Frau Charlotte zu ihr herüber. „Jedenfalls scheint es dir also nicht unbekannt zu sein, daß art den Gerüchten etwas Wahres ist?" fragte sie ernst. „Natürlich ist etwas Wahres daran!" erwiderte Inge. „Ohne weiteres könnte es ja auch sonst nicht in der Presse veröffentlicht werden. Aber ich glaube einfach nicht daran, daß die Brand AG. nerfagt! Ich glaube es einfach nicht!" Ohne Uebergang legte Inge plötzlich den Kopf auf die Arme und begann fassungslos zu schluchzen. „Aber Kind, was ist denn mit dir? Was hast du denn nur auf einmal? Wenn du glaubst, daß die ganze Geschichte nicht so ernst wird, bann ist es doch gut! Ich habe dich nur gefragt, weil ich Angst hafte, du würdest bei einem Zusammenbruch der Firma auch deine Stellung oerliereni" „Deswegen ist es doch gar nicht!" sagte Inge, noch immer schluchzend. „Ach, wenn er nur nicht so furchtbar darunter zu leiden hätte!" „Wer hätte darunter zu leiden?" Von wem sprichst du denn, Inge?" „Der Generaldirektor! Ach, Mutter, Mutter, ich habe ihn ja so lieb! Ich habe ihn ja so lieb!" Wieder schüttelte das Weinen sie, während sie das Gesicht in den Händen verbarg. Beruhigend strich Frau Charlotte ihr mit der Hand über das Haar. „Mein liebes Kind, ich habe es ja schon längst geahnt!" sagte sie mit dem innigen Blick des Verstehens. „Und nun komm und erzähl mir alles, das wird dir gut tun!---" Noch lange saßen die beiden Frauen an diesem Sonntagmorgen beisammen. Inge hielt nun nicht mehr zurück, erzählte alles. Wie ihr das verstörte Benehmen Brands schon seit langem aufgefallen fei, wie er sich ihr endlich gestern morgen anvertraut, ihr von den Schwierig- keilen des Werkes gesprochen habe. Wie er ihr schließlich in furchtbarer Verzweiflung von dem Kampf mit Rammelt erzählt habe, dessen unglücklicher Ausgang die furchtbarsten Folgen für ihn haben könne ---- „Wenn er es nur beweisen könnte, daß es nur ein unglücklicher Zufall war, daß der Schlag gegen Rammelt nicht aus Absicht, sondern in der Verteidigung, in der Gegenwehr geschah!" rief Jnye aus. „Aber die beiden waren ja ganz allein, kein Zeuge hat die Tat gesehen! Und sonst spricht ja alles nur gegen ihn: der unglückliche Prozeß,-- die Verhandlungen Olga Willnoffs mit Rammelt wegen des Gutachtens, die sie doch in Walter Brands Namen führte,--die Tatsache, daß er selbst so verstört war, als er die Sache bei der Sanitätswache meldete, — und vor allem, daß er es zunächst verschwiegen hat, daß er Rammelt niederschlug!" „Das war allerdings auch ein großer Fehler von ihm!" murmelte Frau Charlotte. „Gewiß, Mutter! Aber wer in seiner Lage hätte in einem solchen Augenblick nicht ebenso gehandelt? Es mußte ihm ja sofort klar sein, daß niemand es ihm bei den gegebenen Umständen glauben würde, daß er Rammelt nur im Handgemenge getroffen, unglücklich getroffen hat! Er hoffte außerdem, daß es dem Arzt gelingen werde, ihn bald ins Bewußtsein zurückzurufen, daß die Sache dann zwischen ihm und Rammelt bleiben werde! So hat er die Sanitäter glauben lassen, er, Walter Brand, habe den Bevollmächtigten nur dort liegend gefunden ..." „Und eben das ist ihm nun zum größten Verhängnis geworden!" nickte Frau Charlotte. „Wer konnte aber auch wissen, daß zur gleichen Zeit die Polizei nach Dr. Rammelt suchte, daß dieser in der Zwischenzeit nicht nach Hause gekommen war, daß sein Hausgesinde ihn plötzlich suchen ließ, --daß eben alles so furchtbar zusammen kam?! Aber ttotzdem, Mutter, wenn ich auch selber nicht alles verstehe,--ich glaube an ihn, ich glaube an ihn!" „Und ich glaube, daß du recht daran tust, mein Kind!" erwiderte die alte Dame gütig. „Ich habe den Generaldirektor ja nur zwei- oder dreimal gesehen, aber in seinem Gesicht steht nichts Unlauteres; ich selbst hatte den Eindruck, daß dieser Mann in ihn gesetztes Vertrauen nicht täuscht! Aber nun sage mir noch eins, Inge: In welchem Verhältnis steht der Generaldirektor zu Olga Willnoff?" „Genau weiß ich das auch nicht, Thitter! Aber etwas anderes weih ich, und mein innerstes Gefühl sagt es mir: Olga Willnoff meint es mit Walter Brand nicht ehrlich!" „Und woraus schließt du das?" „Weil sie einen unaufrichtigen, hinterhältigen Eindruck macht, Mutter! Und wenn du etwas Genaueres wissen willst: Weil sie noch vor wenigen Tagen spät nachts mit dem Bevollmächtigten Rammelt hier in ein Nachtcafs gegangen ist, während sie Brand glauben ließ, sie befände sich in Oberhof!" „Und woher weißt du das, Inge?" rief Frau Charlotte erstaunt. „Ich habe sie beide selber gesehen, Mutter! Es war an dem Abend, weißt du noch, als ich den Zug hierher versäumt hatte---Und ich irre mich bestimmt nicht, es war Olga Willnoff! Vor dem Excelsior war es! Ihr rotes Haar ist ja unverkennbar! Und sonst--man braucht ja nur zuzu» sehen, wie ein Herr einer Dame aus dem Wagen hilft, um zu wissen, wie sie zueinander stehen! lieber das Gutachten haben sie dort in der Bar ganz bestimmt nicht verhandelt!" (Fortsetzung folgt!) ■ sSsNIiSII CARL]\[gwACK GIESSEN SELTERSWEG 81 Alle Neuheiten in grosser Auswahl, gute Qualitäten, niedrige Preise: Scholten ca. 70 cm bi ., für sportliche Kleider und Kinde kleider 2.80 2.65 1.95 0.95 Wollkrepp Caid ca. 78 cm breit, viele , __ moderne Famen.. 1.75 Einfarbige Wollstoffe HO 92 cm br., gute Qualitäten 3.90 3.60 2.95 2.75 Modische Seidenstoffe 92/94 cm br., neue kunstseid. Gewebe, reizende Farben 4.90 3.90 2.95 Mantelstoffe ca. 140 cm br., einfarbigu.gemustert, sehrgroße Aus wähl 8.90 6.90 4.90 3.90 - CARL HEINZ- SCHLÜTE! 4 I \; Wenn Sie sich einen eigenen Wagen anschaffen wollen, dann lieber von vornherein etwas mehr arregen und gleich einen H ~ N O M AG kaufen. Viersitzer-Kabrio von 2350 RM. an Probefahrt und illustr. Drucksachen kostenlos Vertretun g: 7951 D FernspnMa^A. Kircher Bleichstr. 15 Gießen, Neustadt 5 8055 A NS: Ruf 4165 Wir zeigen Ihnen in 14 Schaufenstern was Sie brauchen — Geschenke tw'dert1. 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