mH * <<. > >, / -r-^^^WWW - HTßlLE; üb.Gloria-Pak .viertel Wf H. HALB0T1 Seltersweg ließen und r.-. ch das Grescü? luflich erwöta r.u.N9*t 1 üflc errichtet ft t OHM 4-16 RKE ,Abteiluni f ,M6^I digkeit rstge- iltunfr MAIN Ile 0(1(1 meiner Dame nur guter tsc Preise bedenlu iuf meine Monaj- aufmerksam, <- tadt, Hügelftc:; rprüfungslomr i Goetheftaßel. trprüfungMiw । i, fidmmerer|iK: mmer ©ormf > ------------• Nr. 269 Erstes Blatt Montag, 16. November Mb 186. Jahrgang Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhesfen Erlchetm tügttch, autzer HHH Ä ä Annahme von Anzeigen Sonntags «nd Feiertags jHMF ▼ W ▼ für die Miltagsnummer W.-LSL i A> AUAiAAAi lIlAA AA MZ IDlvnCIWl ZiniClQu sss V W< «ton* SZM- Seneral-Anzeiger für Sberhefsen -KM richten. Anzeiger Gtetzen t/ ir J 6 II gen, Bader-, Unterrichts- u. Postscheckkonto: behördliche Anzeigen 6Rpf. Kranifun am Main 11686 Druck unv Verlag: vrühl'sche Unwerfitats Buch- und ZteindruSerei R. Lange In Stehen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Zchulftrahe 7 Mengenabschlüsse Staffel 8 Die Preisbildung. Wenn es auch in der Luft lag, daß der Reichskommissar für die Preisbildung nach der gesetzlichen Festlegung seiner Vollmachten in grundlegenden Ausführungen vor der'Oeffentlichkeit über Ziel und Inhalt seiner Aufgabe und die Grundsätze ihrer Durchführung sprechen würde, so liegt doch ein tiefer Sinn darin, daß diese Rede gerade auf dem Er st en Deutschen Fachkongreß für das Prüfun gs- und Treuhandwesen gehalten wurde; denn Art und Umfang der Aufgabe des Reichskommissars für die Preisbildung machen ja diesen zu nichts geringerem, als zum erst en Treuhänder des deutschen Volkes, dem es nunmehr obliegt, den sozial schwachen Schichten aus den Einkommensverhältnissen heraus den Daseinskampf zu ermöglichen, um die politische Freiheit des deutschen Volkes auch wirtschaftlich für die Dauer zu untermauern. Wenn schon alsbald nach der Schaffung dieses Reichskommissariats und der Ernennung seines Trägers zum Ausdruck gebracht wurde, daß feine Funktionen und Befugnisse grundsätzlich anders und erheblich weitergehend sein würden als diejenigen früherer Preiskommissare, so ergibt sich das schon ohne weiteres aus der nationalsozialistischen Auffassung vom Wesen des Preises, die nichts mehr gemein hat mit den überlieferten Preistheorien der Nationalökonomie. Infolgedessen lag es nahe, daß die Einführungsrede des neuen Reichskommissars auf einer eingehenden Darstellung und Erläuterung der nationalsozialistischen Theorie oder, richtiger gesagt, Erkenntnis der Preisbildung aufbaute; diese kann mit den Worten des Reichskommissars kurz dahin formuliert werden, daß in der Volkswirtschaft alle wirtschaftlichen Vvr- gängtz, gleichgültig, wie umfangreich das Warenvorkommen und öer Bedarf sind, einer wirtschaftlichen Gesamtordung zu dienen haben, die Grundlage der Lebensmöglichkeit und Sicherheit des ganzen Volkes ist — im Gegensatz zu der fteihändlerischen Theorie, nach der ausschließlich Nachfrage und Angebot den Preis bestimmen, was im Grunde nichts anderes lehrt, als daß der Warenanbietende das Recht hat, irgendeine entstehende Situation im wirtschaftlichen Vorgang, soweit er sie zu bestimmen und zu lenken vermag, so zu seinem Vorteil auszunutzen, wie ihm das immer möglich ist. Wenn auch die Nachftage/Angebot-These im zwischenstaatlichen Verkehr Geltung hat und immer behalten wird, weil es keine überstaatliche Autorität gibt, die sie entthronen könnte, so rechtfertigt sich ihre Anerkennung deswegen noch lange nicht auf nationalwirtschaftlichem Gebiet, auf dem der Einzelne der Gesamtheit des eigenen Volkes gegenübertritt und wo feine Existenz auf den von der Gesamtheit getragenen Grundlagen aufbaut. Gerade weil sich im internationalen Verkehr infolge des dort wirkenden Gesetzes von Nachfrage und Angebot die Wirtschaft vielfach als politische Waffe offenbart, mit der ein anderes Volk in eine gewisse Abhängigkeit gezwungen werden kann, erwächst einer völkischen Wirtschaft mit weitschauender Staatsführung die Pflicht, eigennützige und destruktive Preisbildungstendenzen nicht wirksam werden zu lassen, um die nationalwirtschaftlichen Kräfte voll zur Entfaltung zu bringen und die eigene Volkswirtschaft soweit als möglich unabhängig von ausländischer Willkür zu machen. Ausgehend von dieser grundlegenden Auffassung vom Wesen des Preises ergibt sich für das Wirken des neuen Reichskommissars, daß dieser nicht ausschließlich, noch nicht einmal entscheidend, etwa nur eine überwachende Tätigkeit ausüben, das er auch nicht nur dann in den Gang der Wirtschaft eingreifen wird, wenn besondere Notstände bereits eingetreten sind, sondern daß s ch o n die Entwicklung der Preise nach Möglichkeit durch geeignete Vorausmaßnahmen gesteuert werden wird, gemäß dem von der nationalsozialistischen Staatsführung durch Einsetzung des Reichskommissars zum Ausdrück gebrachten entschiedenen Willen, immer und überall zugunsten der breiten Oeffentlichkeit einzugreifen, wo Unvernunft, Gewinnsucht oder Verantwortungslosigkeit einen Schaden für Nation und Staat heraufbeschwören. Die also vornehmlich auf das Positive gerichtete kontrollierende, fördernde, ordnende, sichernde, aufspürende und wegweisende Tätigkeit des neuen Reichskommissars wird nun nach dessen eigenen ausdrücklichen Feststellungen nicht nur keine sinnlose Vergewaltigung der Wirtschaft bedeuten, die nur auf einer Verkennung der für den Ablauf des wirtschaftlichen Geschehens notwendigerweise wirksamen Kräfte beruhen könnte; im Gegenteil, Persönlichkeiten, wirkliche Initiative, echtes Kaufmannstum und gesundes Streben sollen nicht nur Anerkennung finden, sondern dort, wo ihnen die Wirksamkeit aus der Ungunst der Umstände versagt ist, er ft recht zum Durchbruch gebracht werden. Allerdings darf es eben nicht als leistungsmäßiger Ausfluß von Initiative und Unternehmertum angesehen werden, für eine Ware unter Ausnutzung einer Mangellage einen möglichst hohen Preis herauszuschlagen, vielmehr besteht wirkliche Leistung darin, etwaigen Mangellagen diszipliniert entgegenzutreten und nach Möglichkeit vorausschau- end allen Situationen zu begegnen, die solche Man- gellagen überhaupt erst schaffen können. Nur da soll also das Streben des Einzelnen eine Beschränkung erfuhren, wo dies im Gesamt- interef fe erforderlich ist, wo die ganz auf sich selbst gestellte Wirtschaft nicht den rechten Maßstab für die Abgrenzung von Gemein- und berechtigtem Eigennutz hat und wo sie nicht die innere Kraft und Disziplin aufbringt, die erforderlich sind, um ernstliche Schäden aus einem Mißbrauch augenblicklicher Schwierigkeiten zu verhindern. Demnach kann es die Wirtschaft, zumal wenn ihre Organisationen es sich angelegen sein lassen, einen Ehrenkodex zu schaffen, der jeden einzelnen zum Einhalten notwendiger Richtlinien und Maßnahmen verpflichtet, schließlich weitgehend selbst bestimmen, wie weit ein von ihr als „Eingriff" empfundenes Eingreifen des Reichskommissars notwendig oder entbehrlich wird. Es liegt in der Natur der Dinge, daß sich überall da, wo menschliches Denken und Trachten die Verhältnisse subjektiv gestaltet, immer eine gewisse Kluft zwischen der Wirklichkeit und dem von der Ethik schon in das Gebiet des Abstrakten hinausgeschobenen Ziele auftut. Dieser Erkenntnis hat sich der Reickskommissar ebensowenig verschlossen, wie er andererseits seinen entschlossenen Willen zum Ausdruck gebracht hat, mit Hilfe der NSDAP, und ihrer Gliederungen, als der berufenen Lebensschule des deutschen Volkes, diesem die höheren Gesetze der Gesamtheit näher zu bringen. Volkswirtschaftliche Aufgaben der Wirtschaftsprüfer. Weimar, 15. Nov. (DNB.) Auf der Schlußkundgebung der Wirtschaftsprüfer und -treuhänder- Tagung führte nach Uebermittelung von Grüßen der Reichsregierung und der Partei Reichsminister Dr. Frank u. a. aus: Die Sammlung der deutschen Volkswirte und Wirtschaftstreuhänder in unserem nationalsozialistischen Rechtswahrerbund ist beendet. Alle Kraft kann jetzt der hohen Aufgabe gewidmet werden, in einer Gemeinschaft mit allen Rechtswahrern die Einheit auch von Recht und Wirtschaft im nationalsozialistischen Reich herbeizuführen und so durch Zusammenarbeit eine förderliche Leistung im Dienste des Nationalsozialismus zuoollbringen. Wenn unter den liberalisti- schen Rechtsoerhältnifsen die Bücherrevisoren die Wirtschaftsprüfer und die Steuerberater oft in Abhängigkeit von wirtschaftlichen Mächten gerieten, so hat der Wirtschafts- und Buchprüfer des Dritten Reiches Wahrer des Betriebes zu fein, in dem er feine Arbeit zum Wohle der Allgemeinheit ausübt, zugleich aber auch ein ernsthafter Mahner, wenn der Betrieb gegen die Grundsätze der Volksgemeinschaft verstößt.' Rechnungslegung und Prüfungswesen müssen in noch höherem Maße als bisher den volkswirtschaftlichen Zwecken dienstbar gemacht werden. Die Wirtschaftsbeobachtung und -beurteilung, aufgebaut auf der gewissenhaften Wirtschaftsprüfung, kann eine richtige Stütze für Durchführung des Vierjahresplanes fein. Ich rufe Sie daher auf, in Ihrem Bereich alle Kräfte anzustrengen, das Wirtschaftsprüfungswesen immer mehr in den Dienst des Volkes zu stellen. Jußbatt-Län-erkampf Deutschland gegen Italien 2:2. Großes sportliches Ereignis in der Reichshauptstadt. Unter den Gästen des Landerkampfes befanden sich u. a. auch (von links nach rechts) General Vaccaro, Botschafter A t t o l i c o , Reichsmimster Dr. Goebbels, Reichsfportführer von Tschammer und Oft en und Stabschef Lutze. — (Scherl-Bilderdienft-M.) parlamentarischer Sekretär statt Munitionsminister. London, 16. Nov. (DNB. Funkspruch). Die „Morning Post" meldet, daß man zur Beschleunigung des englischen Rüstungsprogramms die Ernennung eines parlamentarischen Sekretärs im Verteidigungsministerium erwäge, der mit besonderen Vollmachten für die Regelung der Waffen- und Munitionsbelieferung ausgestattet wurde. Damit wolle die Regierung dem wiederholt geäußerten Wunsch auf Ernennung eines Munitionsministers entgegenkommen. Ferner sei geplant, daß die Marineluft st reitkräste in Kriegszeiten der ausschließlichen Kontrolle der Admiralität unter st ehen sollen. Bisher wurden die Marineluftstreitkräfte von der Admiralität und vom Luftfahrtministerium gemeinsam verwaltet, was zu einer Verzögerung in der Aufrüstung der Luftwaffe geführt habe. brechen, mußten alle Kräfte eingesetzt werden, da unter lieber bekannt: die oben geschilderten Kämpfe wird noch Um die Widerstandslinien der Roten zu 13 Uhr dauerte. Zu dieser Stunde waren die Roten nicht nur bis zu ihren Stellungen zurückgeworfen worden, sondern es wurden auch unter heftigem Gewehrfeuer und Handgranatenangriffen d i e Eisenbahnbrücken der Rordbahu über den Manzanares, ungefähr 300 Meter vom Rordbahu- hof entfernt, gesprengt. Don diesem Augenblick an begann der Angriff mit Tanks, denen Infanterie foHe, die in ihrem Angriffseifer sogar die Tanks überholte. Die Universitätsstadt Neue Karte von dem Vormarsch der Nationalisten auf Madrid. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Gräben ihrer eingenommen. Derteidigungslinien Die Roten haben zwei St. Jean-de-Luz, 16. Rov. (DRV. Funk- spruch.) General Oueipo de Llano hat über den Sender Sevilla folgendes Telegramm des Generals Franco aus Salamanca verlesen: „Seit dem frühen Morgen haben an der Front von Madrid die roten Milizen angegriffen, woraus sich ein heftiges Gefecht entwickelte, das bis Linien und Gräben auf das modernste angelegt waren. Während der Kämpfe wurde das fog. „internationale Bataillon" vernichtend geschlagen. Die roten Milizen wurden von ihrer sowjetrufsischen Führung in großen Massen gegen die Linien der Nationalisten geworfen, ohne Rücksicht auf die dadurch verursachten sowjetrussischer Leitung die Sranco melde! Einnahme des llniverWsviettels von Madrid. Das „internationale Bataillon" vernichtend geschlagen. — Merkliches Nachlassen des roten Widerstandes. — Roter Panzerzug zerstört. wurde vollkommen eingenommen. Darauf setzten um 17 Uhr drei Abteilungen unter Führung des Obersten Sague den Dormarsch über Bombilla, Paseo de Rosales und in die Straßen von Madrid fort, wobei ein merkliches Rach- lassen des roten Wider st andes zu merken war." Der General schloß mit einem „Divat Espana!" In Katalonien, das sich bekanntlich in eine Sowjetrepublik umgewandelt hat, herrschen geradezu unbeschreibliche Zustände. Ueberall regiert die Faust, es gilt nur das Wort des Stärkeren und selbstverständlich das der sowjetrussischen Militärs, die in immer größerer Zahl in die Erscheinung treten. In Barcelona, der Hauptstadt Kataloniens, hat die Unterwelt die Macht vollends an sich gerissen. Was sich in Barcelona noch „katalanische Regierung" nennt, ist ein Schattengebilde, mit dem die Bolschewisten nur operieren, um nach außen hin den Eindruck zu erwecken, als herrsche hier noch so etwas wie eine staatliche Ordnung. Je wilder die Unordnung ist, je qualvoller das Dasein der Bevölkerung wird, je ungehemmter sich der Pöbel mit der Flinte in der Faust Tag und Nacht austoben darf, desto ungestörter kann die Sowjetmacht in Katalonien verankert werden. Daß die an den blut- und raub- lustigen Pöbel ausgegebenen Parolen auf Aus - länderfeindfchaft, vornehmlich aber auf Hochzüchtung eines hemmungslosen Deutschenhasses abgestellt sind, braucht nicht besonders heroorge- Anarchie in Katalonien. Abberufung des Konsularkorps aus Barcelona? hoben zu werden. Wo der Bolschewik den Ton angibt, da wird zunächst einmal ganz gründlich auch gegen alles Deutsche Front gemacht. Die Deutschen in Barcelona wissen ein bitteres Lied von diesem Haß zu singen. Immer wieder fallen die roten Raubgefellen in die Wohnung von Ausländern ein, stets von neuem wird der deutsche konsularische Vertreter von diesen Stützen der Sowjetrepublik bedrängt. Es ist ihm allmählich unmöglich gemacht worden, seine Aufgaben als Konsul zu erfüllen. Aehnlich geht es den übrigen Auslandsvertretern. Ja, die Roten in Barcelona arbeiten sogar mit Hochdruck an der Herausforderung des Auslandes. In letzter Zeit sind wiederholt Barkassen der vor Barcelona liegenden englischen un1' italienischen Kriegsschiffe beschossen worden. C dürfte sich unter diesen Umständen wohl für da gesamte Ausland empfehlen, für einen schleunigen Abtransport aller Nichtspanier zu sorgen, die konsularischen Vertretungen aufzulösen und die Anker zu lichten. Wir haben jedenfalls keine Neigung, irgendwie in diesen Strudel der Auflösung in Barcelona hineingezogen zu werden. großen Verluste der Roten. Jeder, der zurückwich wurde sofort erschossen. Trotz dieser verzweifelten Maßnahmen und trotz Verwendung des neuesten sowjetrussischen Kriegsmaterials wurden die roten Linien glatt durchbrochen. Der nationale Sender Cadiz berichtet, daß ein auf dem Madrider Südbahnhof stehender Panzerzug der Roten von nationaler Artillerie völlig zerstört worden fei, wobei ein großer Teil der Insassen um Leben gekommen sei. Weiter meldet der Sender, daß die roten Machthaber in Madrid unter Androhung des Erschießens d i e Ueberfieblung der Madrider Einwohne r s ch t f t in das von General Franco als vor nationalen Fliegerangriffen gesicherte Stadtviertel zu verhindern versuchten. — Die anarchistische Leitung in Alicante verweigerte Marxistenführern und marxistischen Abordnungen die Ausreiseerlaubnis nach Frankreich, da sie eine Flucht der Marxisten befürchte. p $ de ö DÄIÄ. ft ? JT» P Auftakt zur Winterarbeit der Hitlerjugend Heffen-Aassaus. Der stellvertretende Gauleiter auf der Führertagung in Wiesbaden. NSG. Im Paulinenschlößchen sind die HJ.-Führer zu ihrer Tagung zusammengekommen. In Vertretung des verhinderten Gauleiters Reichsstatthalter Sprenger sprach zu den versammelten Hitler-Jugend- Führern der stellvertretende Gauleiter, Staatsrat deiner. Er erinnerte daran, daß Langemarck nicht nur ein B e i s p i e l, sondern heldenhafter Opfergang war, der nicht zu sein brauchte, wenn die vergangene Generation ihre Verpflichtung erfüllt hätte, wie es hätte sein sollen. Millionen blieben aber damals unausgebildet und, als das Staatsschiff im Sturm stand und alle Mann an Bord mußten, fehlte den Jns-Feld-Rückenden die notwendige Ausbildung, ein Beispiel, das sich nicht wiederholen darf. Aus ihrem Widerstandswillen klang das Lied Deutschlands auf als das erste Lied der deutschen Revolution. Sie stießen das Tor des deutschen Widerstandswillens auf. 1919 schien es dann für alle Zeiten geschloffen. Aber Adolf Hitler öffnete es aufs neue, und durch dieses Tor ziehen wir heute in die Zukunft. Staatsrat Reiner schloß an den Hinweis, daß heut« für die Vorbereitung der Jugend geschieht, was zu tun ist, die Aufforderung an, sich dessen würdig zu erweisen. Die Jugend müsse das Vertrauen rechtfertigen. Ein Volk ist nicht nur groß, wenn es sich durch Waffengewalt zum Sieger macht, sondern wenn es sich auf allen Gebieten überlegen zeigt. Deshalb geben wir unserer Jugend eine vorbildliche Erziehung. Die Kirchen mögtji unbesorgt sein; denn wir wissen unsere Kinder anständig zu erziehen. Der Beweis für die Anerkennung des Schöpfers ist der Segen, der auf unserer Arbeit ruht. Wir haben Ehrfurcht vor Gott, aber keine Angst vor dem Teufel. Wenn es aber Leute gibt, die glauben, daß wir zu wenig beten in ihrem Sinn, dann mögen sie das für uns tun. Wir Deutsche stehen auf dem Standpunkt, daß es zu handeln gilt nach dem Wort: „Hilf dir selbst, so hilft dir Gott!". Alles andere ist Feigheit und Niedertracht. Es gilt beweiskräftige Argumente zu zeigen, um zu überzeugen. Weltanschauung zu besitzen heißt, sich mit den Verhältnissen seines Volkes auseinanderzusetzen und zwar unter dem Gesichtspunkte der Allgemeingültigkeit. Dabei gibt es keine Auslegung in der Ansicht des Führers. Wir danken es dem Führer, daß er uns den freien Blick in die Welt gegeben hat. Er hat uns gezeigt, was wir so lassen können, wie es ist, und was es zu ändern gilt. Zweite Voraussetzung ist, daß jeder dort, wo er steht, seine Pflicht erfüllt. Das ist die Voraussetzung für die Weiterentwicklung unseres Volkes. Führer ist daher nur, wer seiner Gefolgschaft nicht mehr zumutet, als sie leisten kann. Als Parole gab Staatsrat Reiner: Hart zu fein in den Grundsätzen und großzügig in den Nebensächlichkeiten. Wenn wir in diesem Sinne dem Führer nachfolgen, wird sich alles zum Besten wenden. Gebietsführer Brandt entwickelte das Programm der Hitler-Jugend. 1933 war die Aufgabe, alle Jugendoereine und -organi- fationen zu zerschlagen. Heute gibt es keine andere Organisation, die über die Jugend bestimmend ist. Jetzt muß die HI. Lei st ungen fordern und Anforderungen stellen. Die Möglichkeit hierfür bietet die neue Disziplinarordnung. Das Ziel ist die Schaffung einer Gemeinschaft junger Aktivisten. Im Mittelpunkt steht die Führerfrage. Der Grundsatz der jungen Führung ist keine Idee irgendeines Mannes, sondern der Wille des Führers. Wir wollen die junge Führung, nicht aber die zu junge Führung. Die Schwierigkeiten liegen dabei in der Ueberlaftung der Jugend durch Ansprüche von allen Seiten. Wehrpflicht, Arbeitsdienst und alle anderen Gliederungen stellen bei dem rasend schnellen Aufbau große Anforderungen an die junge Generation. Durch Schulung der 14 000 Führer sucht die HI. den Ausgleich. Ein ausgiebiges Programm sucht alle planmäßig zu erfassen. Führerfahrten ergänzen diese Arbeit. In der Dienstgestaltung sind einige Aenderungen vorgesehen. Die Heimabende finden nur noch 14tägig statt. Daneben treten 14tägige Dienst- a b e n d e , die die erforderlichen Voraussetzungen für den Dienst geben sollen. Die Ordnungsübungen werden zeitlich beschränkt, dafür aber um so straffer. Trotz aller örtlichen Schwierigkeiten müssen aber zukünftig wöchentlich in jeder Einheit Sportabende durchgeführt werden. In Winterlagern werden 8000 Hitlerjungen erfaßt, die im Sommer saisonbedingt verhindert sind. Als Abschluß der Winterarbeit findet eine große A u s st e l l u n g der HI, statt, die das Wollen der Jugend an das Volk herantragen soll. Fünf Sonderaktionen sind außerdem vorgesehen. Der Volksgemeinschaftsabend soll die Menschen zusammenfassen und Neues an die Stelle früherer Unterhaltung sehen. Die Aktion „Schönheit des Heimes" wird zeigen, daß die HI. versteht, auch aus bescheidenen Mitteln etwas zu gestalten. Unter der Bezeichnung „JungerSozialis- m u s" werden die hitlerjungen beweisen, was sie leisten können, und andererseits ihre Forderungen anmelden, die zur Stärkung und Stählung für die Arbeit notwendig sind. 3m Februar sehen die Vorbereitungen für Fahrten und Sommerlager ein. Am Schluß der Din- terarbeit steht die A u s st e l l u n g, die für Disziplin und Ordnung unserer Jugend wirbt. Nach einem Appell an den gemeinsamen Einsatz der Führerschaft legte Gebietsführer Brandt ein Bekenntnis zur Partei ab. Wir brauchen nicht zu beten und nicht zu flennen, wenn wir nur unsere Pflicht tun. Die Kolonne, die dort marschiert, ist unser Dom, unser Heim ist unsere Kanzel. Vor uns steht der Führer; deshalb sind wir voller Fanatismus und greifen nach dem Ziel des nächsten Tages. Wir wollen die Mahner sein durch unsere Taten, so rief Gebietsführer Brandt den Führer der HI. zu. Der Vorsprung der Alten Garde ist so groß, daß wir ihn nicht so leicht einholen. Desto größer muß unser Eifer sein. Während der Führer des Standortes Wiesbaden am Denkmal der Gefallenen einen Kranz niederlegte und die versammelten HJ.-Führer der für Deutschland Gefallenen gedachten, fand die Führertagung der HI. in den Liedern unseres Volkes ihren Ausklang. bn.- Das Vermächtnis der Helden von Langemarck. Feierstunde der deutschen Lugend. Berlin, 15. Nov. (DNB.) In einer weihevollen Feierstunde gedachte am Sonntag die Hitler-Jugend in der D^utschlandhalle gemeinsam mit der Wehrmacht und der nationalsozialistischen Bewegung der gefallenen Helden von Langemarck, deren Opfertod sich in diesen Tagen zum 22. Male jährte. Äor der Feier legte Reichsjugendführer Baldur von Schirach gemeinsam mit dem Gauleiter Adolf Wagner (München) und dem Vorsitzenden des Langemarck- Ausschusses, General Freiherr von Grote, am Ehrenmal Unter den Linden einen Kranz nieder. Bei der Feierstunde in der Deutschlandhalle waren u. a. zugegen Stabschef der SA. Lutze, Reichsarbeitsfuhrer H i e r l, der stellvertretende Gauleiter von Berlin Görlitz er, der Chef des Wehrmachtamtes General Keitel, General Kesselring, die Obergruppenführer v. I a g o w, Herzog von Koburg und Heißmeyer< Reichskriegsopferführer Oberlindober, die Amtsleiter der Reichsjugendführung, die Rektoren der Berliner Hochschulen sowie zahlreiche Generäle der alten Armee und der Wehrmacht und weitere hohe Vertreter der Partei und des Staates. Beim Fahneneinmarsch wurde neben den Bannern der nationalsozialistischen Jugend auch die L a n g e m a r ck - Traditionsfahne des Königin-Augusta - Garde-Grenadier- Regiments in den Saal getragen. Das dichterische Heldendenkmal des Langemarck-Kampfes, die Langemarck-Kantate „Die Briefe d e r Gesa l l e n e n" von Wolfgang Eberhard Möller und Georg B l u m e n \ a a t, die alljährlich auf der Langemarckfeier aufgeführt wird, leitete die Feierstunde ein. Das Landesorchester des Gaues Groß- Berlin, eine vielköpfige Singschar der HI. und der Sprecher Georg Keppler gestalteten dieses von der Jugend für das Andenken der Helden geschaffene Werk in meisterhafter Form. Reichsjugendführer Baldur v. S ch i r a ch sprach über die Bedeutung der Feierstunde. Zum dritten Male findet sich die Jugend des Dritten Reiches mit den Soldaten des großen Krieges zusammen, um am Tage von Langemarck jenes Opfertodes zu gedenken, der als leuchtendes Vorbild für alle Zeiten die deutsche Jugend verpflichte. Der Leiter des Traditionsgaues München-Oberbayern, Gauleiter Adolf Wagner, schilderte aus eigenem Erleben den Kampf der jungen Freiwilligen im großen Kriege. In packenden Worten brachte er den Jungen das Erlebnis der Front nahe, das alle trennenden Schranken niederriß und ein Millionenheer zu einer einzigen ftahlharten Kameradschaft zusammenschloß. Doch der unerhörte Einsatz der Front und der Opfertod der Besten hätten vergeblich bleiben müssen, wenn nicht Adolf Hitler nach dem Zusammenbruch das ganze deutsche Volk ebenso wieder zu einer Frontkameradschaft im Frieden zusammengeschlossen und ihm eine starke Wehr wiedergegeben hätte. Hinter den Gefallenen des Weltkrieges und der Bewegung stehe jetzt eine Jugend, die bereit fei, das Erbe anzutreten, um es dereinst ebenso rein und unbefleckt an kommende Geschlechter weiterzugeben. Das heutige Deutschland der Ordnung und der Stärke sei A V - J'm Glockenturm des Reichssportfeldes in Berlin wird am Sonntag die Lanaemarck-Gedenkhalle feierlich eingeweiht. Hier sieht man die Fahne des Dritten Reiches über der eingemauerten Kassette mit Erde von dem Kampffeld von Langemarck in der Gedenkhalle. — (Scherl-Bilderdienst-M.) der beste Garant für die Wiedergenesung Europas und der Welt. Dann erneuerte Baldur v. Schirach das feierliche Gelöbnis der deutschen Jugend, das Vermächtnis der Toten von Langemarck hochzuhalten und jederzeit wie sie, bereit und entschlossen zu sein, Ehre und Freiheit der Nation zu verteidigen Im Anschluß an die Feierstunde wurden in der Langemarck- Gedenkhalle im Glockenturm des Reichssportfeldes an der von Stahl eingehüllten Erde von Langemarck Kränze niedergelegt. Die Freiheit der deutschen Wasserstraßen. Eine Erklärung der Neichsregieruna hebt die Internationalisierungs-Bestimmungen des Berfailler Diktats auf. Berlin, 14. Nov. (DNB.) Die beteiligten deutschen Missionen bei den in den internationalen Stromkommissionen für Rhein, Donau, Elbe und Oder vertretenen Regierungen haben diesen Regierungen ein Schreiben übermittelt, das folgenden Inhalt hat: Die Freiheit der Schiffahrt auf allen Wasserstraßen und die Gleichbehandlung aller in Frieden lebenden Staaten auf diesen Wasserstraßen sind vor dem Weltkrieg fast hundert Jahre lang die Grundlagen einer fruchtbaren Zusammenarbeit zwischen den Anliegern der schiffbaren Ströme gewesen. Demgegenüber ist in Versailles im Widerspruch mit dem Grundgedanken der Gleichberechtigung auch auf diesem Gebiet einseitig zum Nachteil Deutschlands ein künstliches und den praktischen Bedürfnissen der Schiffahrt zuwiderlaufendes System geschaffen worden, das Deutschland eine dauernde internationale Ueberwa - chung seiner Wasser st raßen aufzuzwingen suchte, indem es die deutschen Hoheitsrechte mehr oder weniger auf internationale Kommissionen unter weitgehender Mitwirkung von Nichtuser- ftaaten übertrug. Die deutsche Regierung hat sich aufs ernsteste bemüht, diese unerträgliche Regelung durch anderweitige Vereinbarungen zu beseitigen. Die deutschen Bevollmächtigten in den Kommissionen Haden in langwierigen Verhandlungen versucht, spätestens zum 1. Januar 1937 einen Zustand herzustellen, der mit dem deutschen Standpunkt verträglich gewesen wäre. Ein Erfolg tft diesen Bemühungen versagt geblieben, weil die anoeren beteiligten Mächte sich nicht haben entschließen können, ein System aufzugeben, das in seinen Grundlagen mit den deutschen Hoheitsrechten unvereinbar ist. Uederdies ist am Rhein der nächst Deutschland wichtigste Uferstaat, das Königreich der Niederlande, den im Mai d. I. getroffenen Vereinbarungen nicht beigetreten; es find aber gerade an diesem Strome klare Verhältnisse notwendig. An der Elbe ist es nicht gelungen, die neue Regelung von der Versailler Grundlage zu lösen und insbesondere den Zustand zu beseitigen, daß vier Nichtuferstaaten ohne besondere Interessen an der Elbeschiffahrt auch heute noch den Anspruch erheben, Garanten der Schiffahrtsfreiheit auf diesem Strome zu sein. Für den deutschen Oderstrom besteht noch heute, wenn auch ohne Beteiligung Deutschlands, eine internationale Kommission mit einem im Jahre 1920 ohne deutsche Mitwirkung provisorisch bestellten französischen Generalsekretär. An der Donau haben zehn Jahre Bemühungen des Donau-Uferstaates Deutschland um Wiedereintritt in die Donaumündungs-Komission keinerlei Erfolge gehabt. Die von der deutschen Regierung mit allem Nachdruck seit Ende Mai d. I. betriebene Revision der Donauakte hat trotz allen Entgegenkommens Deutschlands keinerlei Fortschritte gemacht. Endlich glauben die anderen Mächte, in bezug aus den Kaiser- Wilhelm-Kanal an der Deutschland in Versailles aufgezwungenen willkürlichen Beschränkung der deutschen Hoheitsrechte festhalten zu wollen. Die deutsche Regierung kann es nicht verantworten, die vorstehend gekennzeichnete Lage der Dinge noch länger hinzunehmen. Sie sieht sich deshalb zu der Erklärung gezwungen, daß sie die im Versailler Vertrag enthaltenen Bestimmungen über die auf deutschen Gebiet befindlichen Wasserstraßen und die auf diesen Bestimmungen beruhenden internationalen Stromakte nicht mehr als für sich verbindlich anerkennt. Sie hat dementsprechend beschlossen, die für d e n R h e i n am 4. Mai getroffene vorläufig^ Vereinbarung (mo- dus vivendi) gemäß deren Artikel 3 Absatz 2 mit sofortiger Wirkung hiermit zu kündigen und von der Unterzeichnung der für die Elbe entworfenen Vereinbarung gleichen Charakters abzusehen. Damit entfällt eine weitere Mitarbeit Deutschland in den Versailler Stromkommissionen. Die Vollmachten der bisherigen deutschen Delegierten sind erloschen. Zugleich teilt die deutsche Regierung folgende von ihr getroffene Regelung mit: Die Schiffahrt auf den auf deutschem Gebiet befindlichen Wasserstraßen steht den Schiffen aller mit dem Deutschem Reich in Frieden lebendenStaa- ton offen. Es findet kein Unterschied in der Behandlung deutscher und fremder Schiffe statt; das gilt auch für die Frage der Schiffahrtsabgaben. Dabei setzt die deutsche Regierung voraus, daß auf den Wasserstraßen der anderen beteiligten Staaten Gegenseitigkeit gewährt wird. Außerdem wird die deutsche Regierung die deutschen Wasserstraßenbehörden anweisen, mit den zuständigen Behörden der anderen Anliegerstaaten gemeinsame Fragen zu erörtern und darüber gegebenenfalls Vereinbarungen zu treffen. Das Echo im Ausland. Die Nachrichten von der Wiederherstellung der Reichshoheit über die deutschen Wasserstraßen hat in London starke Beachtung gesunden. Reuter erklärt, die deutschen Maßnahmen seien zu erwarten gewesen; Deutschland hätte allerdings versuchen sollen, eine Revision der Bestimmungen auf dem Verhandlungswege zu erzielen. Der deutsche Schritt berühre englische Interessen nicht; bie deut- schen Maßnahmen brächten keine Schlechterstellung der Schiffahrtsrechte der Ausländer. — Der „Eve» ning Standard", der „Star" und „Evening News sprechen von einer Zerreißung der letzten Ketten von Versailles durch Deutschland. * In zuständigen französischen Kreisen wird erklärt, daß die Regierung vorläufig ihre Haltung zur neuen „einseitigen Kündigung" der Verträge nicht feftlegen könne. Es sei anzunehmen, daß alle von diesem Schritt betroffenen Länder miteinander in Fühlung treten würden. Eine gewissenhafte Prüfung der deutschen Note sei notwendig, um sich über die praktischen Folgen des deutschen Schrittes Klarheit zu verschaffen. — „Paris Soir" schrei^ u. a., die Nachricht habe sowohl in Paris als auch in London keinen guten Eindruck gemacht. Man könnte aber nicht behaupten, daß sie besonders überrasche. — Der „Excelsior" schreibt, die Reichsregierung habe jetzt endgültig mit dem Versailler Vertrag aufgeräumt. Die Frage sei, ob man in Berlin etwa die Absicht habe, eine Art Monopol über die Schiffahrt auf deutschen Flüssen auszuüben. Auf alle Fälle werde man früher oder später neue internationale Abmachungen treffen müssen, denn die Schiffahrt auf den mitteleuropäischen Flüssen könne unmöglich der „Willkür" einer einzigen Macht überlassen bleiben. — Das „Oeuvre" stellt fest, daß Deutschland dem Versäiller Vertrag den Gnaden- stoß versetzt habe, wodurch besonders in den deutsch-tschechoslowakischen Beziehungen eine vollkommen neue Lage geschaffen worden fei. — Das „Echo de Paris" ist der Ansicht, daß eine unmittelbare und energische Antwort unmöglich sei, nachdem man sehr viel ernstere „Verletzungen" des Versailler Vertrages geduldet habe. Hinsichtlich des Kaiser-Wilhelm-Kanals habe Berlin sich vor allem das Recht vorbehalten wollen, der sow- jetrussischen Flotte im gegebenen Fall die Durchfahrt zu sperren. — Auch das „Journal" lenkt die besondere Aufmerksamkeit auf den Kaiser-Wilhelm-Kanal. Dieser Kanal, der das Baltikum mit der Nordsee verbindet, durchlaufe ausschließlich deutsches Gebiet. Indem Deutschland den Artikel 380 des Versailler Vertrages kündige, fordere es das Recht, nach Gutdünken die Durchfahrt durch den Kanal regeln zu formen. — Der „Populaire" spricht von einem neuen Faustschlag auf den Tisch. * Der Schritt der deutschen Regierung hat in H o l - land starke Beachtung gefunden. Der „Telegraaf" stellt fest, daß hiermit die letzten Beschränkungen aus dem Versailler Vertrag, die auf das gegenwärtige deutsche Reichsgebiet Bezug hätten, aus dem Wege geräumt feien. Was nun vom Versailler Vertrag noch übrig bleibe, bezöge sich in der Hauptsache auf die deutschen Kolonien und die Veränderungen der alten deutschen Reichsgrenzen. Die Verhaftungswelle in Gowjetrußland. Insgesamt 18 Reichsdeutsche betroffen. Moskau, 14.Nov. (DNB.) Zu den bisher bekannt gewordenen sechs Verhaftungen von Reichsdeutschen in Moskau ist ein 7. Fall hinzugetreten, der sich im gleichen Zeitpunkt ereignete, aber erst nachträglich den deutschen Stellen zur Kenntnis gebracht wurde. 3n Leningrad find im ganzen, soweit bisher bekannt geworden ist, 11 Reichsdeutsche verhaftet worden. Diese Festnahmen sind sämtlich am 10. November erfolgt. Gleichzeitig taufen in Moskau Nachrichten aus verschiedenen Orten der Sowjetunion über eine Verhaftungswelle großen Umfanges ein, die Bürger der Sowjetunion aus den verschieden st en Kreisen betroffen hat. Das englisch-polnische Gespräch. Polens Interesse am europäischen Gleichgewicht. Warschau, 15. Nov. (DNB.) Der „Krakauer Illustrierte Kurier" stellt fest, daß die Auffassung falsch sei, daß in London so etwas wie ein englisch- französisch-polnischer Block entstanden sei. Weder London noch Warschau seien Anhänger der Idee einer Einkreisung Deutschlands, sondern hätten nur ein Ziel im Auge: die Aufrechterhaltung des europäischen Gleichgewichts. Der „Expreß Po- ranny" schreibt, die Grundsätze der polnischen Re- vublik seien: Eigene Kraft, gute Beziehungen mit den Nachbarn, das Bündnis mit Frankreich und Rumänien. Die Interessen Polens erforderten, daß diese Grundlagen durch einen Westpakt nicht beeinträchtigt würden, der sich also weder auf das Bündnis mit Frankreich, noch auf Polens gute Beziehungen zu Deutschland nachteilig auswirken dürfe. Die Bemerkung sei falsch, daß Polen sich dem Völkerbund wieder nähere und sich dem Block der pazifistischen Staaten anzuschließen wünscke. Polen habe ja deutlich genug festgestellt, daß es sich gar keinem Block anzuschließen beabsichtige. Die Warschauer Politik verfolge immer die gleiche Linie: gute Beziehungen zu den Nachbarstaaten im Osten und Westen, Bündnisse und internationale Zusammenarbeit. Eine selisame Meuterei. Jugendliche Militärmusiker eines englischen Regiments verbarrikadieren sich. London, 16. Nov. (DNB. Funkspruch.) Eine sonderbare „Meuterei" von 16 Knaben, die beim 2. Bataillon des Lestershire-Regiments als Mili» t ä r m u s i k e r dienen, spielte sich während des Wochenendes in der Kaserne von Ebrington in der nordirischen Grafschaft Londonderry ab. Die jugendlichen Musiker, die mit den Dienstvorschriften unzufrieden waren, schlossen sich in der Nacht zum Sonntag in einem Kasernenraum ein und verbarrikadierten die Tür mit eisernen Bettstellen und anderen Möbelstücken. Als sie am Sonntagmorgen dem Appell nicht Folge leisteten, wurden sie zunächst aufgefordert, sich freiwillig zu „ergeben". Da sie sich weigerten, wurde die Militärfeuerwehr eingesetzt, die mit Hilfe gewaltiger Wasserstrahlen die Fenster zerschmetterte und den Widerstand der Knaben zu brechen versuchte. Auch dieses Mittel blieb ohne Erfolg. Die Feuerwehrleute versuchten hierauf durch die Fenster in den verbarrikadierten Raum einzudringen, wurden aber in einem „erbitterten Gefecht", in dem sich die Knaben mit allen möglichen Wurfgeschossen verteidigten, zurückgeschlagen. Als nächste Maßnahme wurde das ganze Gebäude von Soldaten umzingelt. Die fugendlichen „Meu- »etroffen. ’n bisher be- ngen von ein 7. J a (( eilpunkl er- ihen Stetten enUgta) nt geworden tet worden. 10. November ii Nachrichten Ion über eine in, die Bür- n oerschie- icht. r .Krakauer * Aufsagung ein engliich- fei. Weder ler der Idee n hätten nur ades euro« „Expreß P°' olnischen Re« iehungen mit ankreich und irderten, dag Westpa. 6er M ich, noch »?l nd nadjttilH Ito, 606?“' unh sich * mjiM*” t ntfMM lchließ-" folg« imm« Den * ndnil!- und P'S %:* SS 0fl nw hen erei cng>i>^" »ft* rt? J'(9 gjlil’’ l*^ * >t, ""ferne” Xn 2119 «•*# "«Achte. ?n aeu latinfiol. „lelegraaf* 1hingen aus egenwäriige i dem Wegr Her Dertraa mptsache auf lerungen der M Lattung ■ Ertrag Km4 * M'! nonder M'llenhnste MS, um sick Iir^«e- M a/s auch DUt. Koers über. ■ai?Srm9ie* Miller Der. Berlin M über die Ü ben. Auf Mr neue in, M'denn die Mussen könne Macht über. Mfest, daß Munden. Mrs in den ■ . eine voll. ■ ^1. — Daz M unmittel. Msei, nach. M des Der. Mchtlich des 1 sich M. der f 0 w. Men Fall die Wrnal» lenkt I Kaiser-M. »altikum mit Isschließ. ■ Deutschland »es kündige, 1 die Durch, nen. - Der Faustschlag FreiwilligesürKriegsmarineund Lustwaffe die halten wolle. im ander ZU die Oer Führer beim Konzert der Londoner Philharmoniker Tags darauf gab das Londoner Philharmonische Orchester unter Leitung von Sir Th. B e e ch a m im Leipziger Gewandhaus mit beispiellosem Erfolg ein Konzert. Vorher fand in der Wandelhalle eine bvücksichtigt werden. Den Freiwilligen, die Fnühjahr 1937 eintreten wollen, wird deshalb geraten, sich sofort bei einem Truppenteil Fliegertruppe oder Luftfahrtnachrichtentruppe melden. Anläßlich seiner Ernennung zum Marschall sind dem Oberbefehlshaber der polnischen A r m e e aus allen Ländern Glückwunschtelegramme Das Burgenland feierte die 1 5 j ä h r ig e Zugehörigkeit zu Oe st erreich durch eine Festsitzung im burgenländischen Landtag, an der Bundespräsident M i k l a s teilnahm. Bundeskanzler Dr Schuschnigg wies auf den deutschen Meine politische Nachrichten Der Reichsführer SS. und Chef der deutschen Polizei klärt in einem Runderlaß vom 9. November dieses Jahres eindeutig den Begriff der Polizeigewalt als Hoheitsrecht des Staates. Die Bezeichnung „Polizei" müsse allein den mit der Durch- ührung polizeilicher Aufgaben be- rauten staatlichen Behörden überlassen bleiben. Daher bedeute es eine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung, wenn pri- oate Einrichtungen sich die Bezeichnung „Polizei" beilegen. > 3m Herbst beweist sich dann, was der junge Soldat gelernt hat, und ob er ein Kerl geworden ist, wie die Panzerabwehrwaffe ihn braucht. — Hin- : aus geht es zu einer großen Hebung im Manöver. — Heber Baumstümpfe und durch tiefe Erdlöcher, hoch spritzt der Dreck. Für die Männer am Steuer gibt es kein Hindernis. Mann und Maschine sind eine lebendige Einheit. Das Fahrzeug stemmt sich hinten fest auf den Boden, tastet sich vorwärts, rutscht, gleitet, krallt sich fest und windet sich durch, unaufhaltsam. Befehlsempfänger vom Kompanietrupp erwarten und weisen die Kompanie in die Bereitstellung. Kompanietrupps wie Zugtrupps fahren sofort weiter vor in die Linie der Feuerstellung. Hier wird der Einsatz der Züge und innerhalb der Züge, der Einsatz der Geschütze festgelegt. Warnposten werden vorgeschickt bis in die Höhe der Infanterie. Kaum ist die Arbeit beendet, müssen Befehlsempfänger zurück und die Kompanie vorholen. Alles geht wie der Blitz. Geschmeidig sausen die Fahrzeuge, die eben noch gut getarnt einträchtig in einer Fichten- dickung beieinander gestanden hatten, durch das Gelände, hier in einem Ginsterfeld untertauchend und dort von einer Talmulde aufgesogen. — Ein Geschützwagen fährt an einen Abhang. Auf halber Höhe ein Zeichen. Blitzschnell springen de Bedienungsmannschaften vom Fahrzeug, das im gleichen Augenblick wendet. Zwei, drei Handgriffe. Das Geschütz ist abgeprotzt. In gebückter Stellung wird es gegen den Hügel vorgezogen, hinter dem der gegnerische Angriff erwartet wird. Gut gedeckt lauert es auf die Peute, um sie anzupacken und zu vernichten. Jeder Nero der Bedienungsmannschaft ist gespannt. Jeden Augenblick kann' der Befehl zum Feuern kommen. In der Ferne sieht man Nebelschwaden, die ganze Geländestriche in ein undurchdringliches Weißgrau hüllen. Im Schutz dieser einzigartigen Deckung also will der Gegner angreifen. Dann aber tauchen aus dem Grau die schwarzen Hmrisse der angreifenden Kampfwagen auf. Sekunden nur, und schon zerreißt der erste Schuß die lastende Stille. Heberall hebt es an, das Gebell der Abwehrkanonen, die, nachdem der Gegner in Sicht ist, diesen aufs Korn nehmen und beschießen, daß es nur so eine Art ist. Die Hebung ist beendet: kurze Kommandos, und chon sammelt sich die Kompanie auf der (Strafe. ün kurzer Marsch mit dem schönen Gefühl erfüllter Zflicht bringt die Kompanie in das Manöoer- quartier. So verfliegt die Dienstzeit in Windeseile, man weiß kaum wie. Jeder hat unendlich viel gelernt in harter Schule fürs gan^e Leben, jeder ist aber auch berechtigt stolz auf die in engster Gemein- chaft geborene Kameradschaft. Hnd wenn am Abend vor der Entlassung die Kompanie vereint beim Glase Bier zusammensitzt, dann rollen noch einmal die vergangenen Monate vorüber, und jeden be- chleicht Wehmut, daß sie schon zu Ende sein sollen, und daß man nun auseinander gehen soll. De< Soldatenbund vereint die Kameraden wieder. Sie behalten die Fühlung mit der Truppe und sind weiter Waffenträger des deutschen Volkes. Immer aber bleiben sie „Soldaten — Kameraden". ein Briefumschlag mit Anschrift des Bewerbers. Vorstellung in Wilhelmshaven oder Kiel ohne ausdrückliche Aufforderung dazu ist nur erwünscht, wenn der Bewerber genügend Barmittel für die Hin- und Rückreise besitzt. Das Reichsluftfahrtministerium gibt bekannt: 1. Die Annahme von Freiwilligen für die Einstellung im Frühjahr 1937 wird Ende November 1936 geschlossen. Verspätet eingehende Gesuche können für die Frühjahrseinstellung 1937 nicht mehr 2. Für die Herbsteinstellung 1937 sollen sich ... Freiwilligen ebenfalls sobald wie möglich melden und zwar bei jedem Truppenteil der Luftwaffe (Fliegertruppe, Flakartillerie, Luft- zugeganqen. Ein Telegramm des Ministerpräsidenten Generaloberst Göring veröffentlichen fast alle polnischen Blätter im Wortlaut. Weiter wird darauf hingewiesen, daß der deutsche Mili- t ä r a t t a ch 6 dem Marschall Ryd^-Smialy ein Handschreiben des Generalfeldmarschalls v. B l 0 m- b e r g überreicht fjat. Begrüßung durch die Stadt Leipzig statt. Oberbürgermeister Dr. (Börbeler erinnerte daran, daß Thomas Beecham in Leipzig kein Uebefannter sei; das Londoner Orchester habe sich bereits nach vierjährigem Bestehen Weltruf erworben. Als Erinnerungsgabe der Stadt überreichte er ein Bild des Leipziger Rathauses. Als Hausherr des Gewandhauses und im Namen des Gewandhaus-Kapellmeisters Prof. Abendroth sprach Dr. v. Hase herzliche Grußworte. Mit dem Wunsche, daß sich die große Tradition dieses Hauses fruchtbringend auch für die Ausländer, die in ihm konzertieren, auswirken möge, widmete er dem Orchester eine Faksimile-Ausgabe der K-Mollmesse von Bach. Sir Th. Beecham erklärte in seiner Erwiderung, er erinnere sich gern an seine letzte Deutschlandreise und besonders gern an Leipzig, denn hier herrsche die Atmosphäre Bachs, und Bach schätze man in ganz England über alles. Er wünsche, daß aus seinem Orchester von dieser Atmosphäre etwas zuteil würde. Mehrere englische Blätter berichten über die außerordentlich freundschaftliche und begeisterte Aufnahme, die das Londoner Philharmonische Orchester mit seinem Dirigenten Sir Thomas Beecham in Deutschland gefunden hat. „Daily Telegraph" schreibt, daß sich der Besuch der englischen Musiker augenscheinlich zu einem großen Erfolg gestalte. Bemerkenswert sei auch die spontane Perbrüderung zwischen den Londoner Philharmonikern und den deutschen Orchestern, mit denen sie zusammengetroffen seien. Die Tatsache, daß der Führer und andere hervorragende deutsche Persönlichkeiten dem ersten Konzert des Londoner Philharmonischen Orchesters beiwohnten, wird besonders hervorgehoben. Charakter des Burgenlandes hin. Der Bundespräsident unterstrich, daß Oesterreich auch in Zukunft ' * besten Beziehungen zur ungarischen Nation unter- Oie Londoner Philharmoniker in Leipzig und Dresden. Auf ihrer Deutschlandreise weilten die Londoner Philharmoniker unter ihrem berühmten Leiter Sir Thomas B e e ch a m in Dresden. Das von ihnen in der Sächsischen Staatsoper veranstaltete Konzert gestaltete sich $u einem künstlerischen und gesellschaftlichen Ereignis erster Ordnung. In der Regierungsloge hatten u. a. Reichsstatthalter und Gauleiter Mutlchmann mit den sächsischen Ministern Dr. Fritsch, Lenk und Kamps, sowie Oberbürgermeister Z ö r n e r Platz genommen. Sir Thomas wurde bei seinem Erscheinen mit herzlichem Beifall empfangen. Er dirigierte das umfangreiche Proaramm auswendig und bewies eine Beherrschung des Stoffes und der Stilarten, die höchste Bewunderung abnötigten. Im Anschluß an das Konzert hatte Reichsstatthalter M u t s ch m a n n die Londoner Philharmoniker mit ihrem Leiter zu einem Empfang geladen. Der Gastgeber wies auf die engen kulturellen Beziehungen zwischen Deutschland und England hin und sprach die Hoffnung aus, daß diese Beziehungen durch die in Deutschland so begeistert aufgenommene Reise der Londoner Philharmoniker noch eine Vertiefungg erfahren möchten. Sir Thomas Beecham dankte und unterstrich die Bedeutung Deutschlands für das Musikleben der Welt. Die großen deutschen Tonmeister hätten sich auch in England längst Heimatrecht erworben. Berlin, 14. Noo. (DNB.) Zu Beginn jedes Vierteljahres werden Freiwillige für den Flottendienst der Kriegsmarine eingestellt. Meldungen mindestens ein Jahr vorher. Dienstzeit 4 bis 5 Jahre, für Unteroffiziere 12 Jahre und mehr. Besonders günstige Aussichten bestehen für Freiwillige, die einen der folgenden Berufe erlernt haben: Schlosser aller Arten, Kupferschmiede, Elektriker aller Arten, Klempner, Feinmechaniker, Installateure, Mechaniker, Former, Schmiede, Musiker aller Instrumente. Die Freiwilligen müssen den Geburtsjahrgängen 1915 bis 1920 angehören. Sie sollen für ihr Alter gut entwickelt, kräftig gebaut und frei von solchen Fehlern sein, die ihre Gesundheit, Beweglichkeit und Ausdauer beeinträchtigen. Das E i n st e l l u n g s g e s u ch ist mit dem Vermerk „Einstellung in den Flottendienst" an den II. Admiral der Ostsee (Einstellung) oder an den II. Admiral der Nordsee (Einstellung) in Wilhelmshaven zu richten. Frühzeitige'Meldung ist schon mit Rücksicht auf den vorher abzuleistenden Arbeitsdienst notwendig. Von allen Bewerbern sind dem Einstellungsgesuch beizufügen: a) Freiwilligenschein (von Nichtgemusterten) oder Wehrpaßauszug (von bereits Gemusterten), die bei der polizeilichen Meldebehörde zu beantragen sind: b) ein Lebenslauf (selbst geschrieben), enthaltend Name, Geburtstag und -ort, Schulbesuch, Beruf, Beschäfti-1 gung, Arbeitsdienst, Reichssportabzeichen, Seefahrtzeit, Führerscheine, Kenntnisse, Anschrift; c) zwei Paßbilder in bürgerlicher Kleidung ohne Kopfbedeckung, nicht in Uniform (Größe 3,7:5,2); d) Rumänien errichtet ein Marine- und ßuft» sahrtministerium. Diesem Ministerium wird die Heeres- und Handelsluftfahrt, die Kriegs- und Handelsmarine sowie der meteorologische und hydrographische Dienst unterstellt. — Ferner wurde ein oberster R a t für Fragen der Luftfahrt und der Marine und ein Ausschuß zur Zusammenfassung der nationalen Verteidigung eingesetzt. Man sieht den F ü h r e r in der Loge. Links die Reichsminister Freiherr von Neurath, Dr. Frick und Dr. Goebbels; rechts vom Führer Generalfeldmarschall von Blomberg und Freiherr von Eltz-Rübenach. — (Scherl-Bilderdienst-M.) terer" setzten hierauf die als Barrikade verwendeten Möbelstücke in Brand, nur durch sofortiges Eingreifen der Feuerwehr konnte eine Feuersbrunst vermieden werden. Schließlich gelang es dem Bataillonskom- mandeur, durch gütliche Bitten und Der- sprechungen die Knaben zu überreden, den Widerstand aufzugeben. Sie konnten das Dienst- gebärde verlassen, ohne gemaßregelt werden. Panzer-Abwehr. Das Modernste und Neuartigste hat immer seinen besonderen Reiz, so auch unsere motorisierte Kraftfahrkampftruppe. Wer aber weiß darüber mehr als in Zeitschriften oder Kino, Wochenschau oder bei Paraden zu sehen ist? Im folgenden soll daher ein kurzes Bild von dem Leben in einer Panzerabwehr-Abteilung gegeben werden. Am Gestellungstage mit Sammeltransport im neuen Standort eingetroffen, ist der Rekrut zwar meistens leicht enttäuscht, nicht schon am Bahnhof mit Kraftwagen abgeholt zu werden, sondern schön „per pedes apostolorum“ mit Koffern und Schachteln beladen, genau wie die Kameraden der Infanterie, in die Kaserne zu marschieren. Auch die andere Illusion, schon am nächsten Tage mit der Fahrschule durch die Landschaft zu fahren, muß zunächst noch unerfüllt bleiben; denn Die Hauptaufgabe ist, den neu gebackenen Rekruten zum Soldaten zu erziehen und ihn den militärischen Gebrauch seiner Glieder zu lehren. In den ersten Wochen herrscht die infanteristische Ausbildung vor, man lernt soldatische Grundbegriffe, Gebrauch von Handwaffen, allerlei im inneren Dienst, vermischt mit Sport zur Erholung und Auflockerung der Glieder. Daneben läuft die abwechslungsreiche Sonderausbil- d u n g am Panzerabwehrgeschütz, am leichten Maschinengewehr, der Pistolen 08, Fahr- und tech. nischer Unterrid)t als Krattradiahr-'r, Protz-Kraft- wagen-Fahrer und Lastkrastwagen-Fahrer. Außerdem gibt es Ausbildung als Funker, Fernsprecher, Hornist, Entfernungsmeßmann und Scherenfernrohrmann und nicht zuletzt auch die des mit Recht so beliebten Goulasch-Kanoniers. Ausbildung und Unterweisung im Gebrauch der Gasmaske und Handgranate, im Schanzzeuggebrauch, im Tarnen, im Sichsrungs- und Meldedienst, im Luft- und Gasschutz, im Flugzielbeschuß, im Geländefahren und in der Kraftfahrzeugpflege erweitern das militärische Wissen. Wir sehen, wie vielseitig die Ausbildung ist, und daß aufgeweckte, irische junge Leute ihren militärischen Ehrgeiz voll und ganz befriedigen können. Orientieren im Gelände, Kartenlesen, taktische Ausbildung für den Einsatz der Panzerabwehrwaffe, blitzschnelles Erfassen der Absichten des Gegners, um feinen Angriff zu stoppen, sich tarnen gegen Flieger und gegen die anfahrenden feindlichen Panzerwagen, das alles soll in der Winterausbildung gelernt werden. Im Frühjahr wird dann das Erlernte im Z u g • u n d Kompanieoerband geübt und weiter gefördert. In langen Marschübungen bei Tag und Nacht, durchsetzt mit wirklichkeitsnahen Hebungen, lernt der Panzerabwehrschütze, der nunmehr dem Rekrutenstadium entwachsen ist, die ganze Fülle und Vielseitigkeit seiner Waffe kennen. Er weiß, daß er ein Geschütz mit ausgezeichneter Treffgenauigkeit hat, welches jeden Kampfwagen im Angriff vernichtet, und es ist ihm ein erhebendes Gefühl, Lob und Anerkennung, wenn er, nachdem die anstrengende Hebung den Einsatz der letzten Kraft erforderte, bei der abschließenden Kritik hört: „Der Panzerangriff ist abgewehrt". Bei diesen Hebungen lernt er aber auch die deutsche Landschaft in ihrer Schönheit kennen und lieben, und 'wenn nach der Hebung ein gutes Quartier winkt, ist alle Müdigkeit vergessen. Solche Gelegenheiten bestätigen immer wieder in schöner Weise die Zusammengehörigkeit von V 0 lk und Wehrmacht, und wenn ein Manöverball das Ganze krönt, werden Freundschaften geknüpft, die nicht selten unvergänglich sind. Göring und des Generalforstmeisters Dr. von Keudell der Tagung Erfolg und hob hervor, daß der Naturschutz in der Hand des Reichsforstmeisters nunmehr zusammengefaßt sei. Erst im Dritten Reich habe der Naturschutz die richtige Gestaltung erhalten. Er sei jetzt auf die umfassende Erhaltung der Schönheiten der Natur gerichtet und schütze nicht nur Einzelheiten, sondern ganze Landschaften. Der Redner versicherte, daß der Reichsforstmeister sobald als möglich eine Vereinheitlichung im Natur- schütz im Schutze der heimischen Vogelwelt und der wildlebenden Tiere herbeiführen werde. Ministerialrat Dr. H i e ck e vom Reichserziehunas- minifterium gab bekannt, daß soeben vom Reicks- arbeitsminifter eine neue Verordnung über Die Baugestaltung, die sich gerade auf den S ch u tz d e r Landschaft gegen Verunstaltungen erstrecke, erlaßen worden sei. Der Naturschutzreferent des Reichsforstmeisters Dr. Hans Klose sprach über das Thema „Schutz der Landschaft". Neben das Wort „Schönheit der Arbeit" müsse der Leitsatz „Schönheit der Scholle" gestellt werden. Der württembergische Landesbeaustragte für Naturschutz, Prof. Dr. Hans Schwenke! (Stuttgart), hielt einen Lichtbildervortrag „Naturschutz und Landschaftspflege in der dörflichen Flur". Er betonte, das Ziel der Arbeit müsse sein, die dörfliche Flur zweckmäßig und schön zu gestalten. Gleichzeitig solle auf alles Ueberlieferte, insbesondere auf vorgeschichtliche Reste, Rücksicht genommen und Altes mit Neuem harmonisch verbunden werden. Wesentlich sei die Zusammenarbeit zwischen Kultur- bauämtern, Bauernschaft, Arbeitsdienst und Natur- schutzbehörden. Der Referent im Reichserziehungs- Ministerium, Professor Dr. Werner Weber, sprach über das Thema „Naturschutz im Rahmen der völkischen Gestaltungsaufgaben". Zum Schluß gab Professor Dr. Schönichen eingehende Erläuterungen über die Naturschutzverordnung vom 18. Mär§ 1936. Die Bedeutung dieses Gesetzeswerkes beruhe vor allem darin, daß für das gesamte Reichsgebiet einheitliche Bestimmungen geschaffen worden seien. Die Erziehung des Führernachwuchfes. Dr. Ley vor den Gauarrrtswaltern auf der Ordensburg Vogelfang. Gmünd (Eifel), 15. Nov. (DNB.) Auf der Reichstagung aller Gauamtsleiter der NSDAP, die seit dem 10. November auf der Ordensburg Vogelsang bereits zahlreiche leitende Männer der NSDAP., wie den Reichspressechef, den Reichs- arztefuhrer, den Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen u. a. gehört hatten, sprach Dr. Ley über seine Ausgabe beim Aufbau der Partei und ihrer Verbände. Die Partei habe schon in den ersten Jahren gelernt, daß ohne Anhalt an ft a r t e Persönlichkeiten und ohne intensive und stetig wiederholte Werbung für den als richtig erkannten Gedanken der Erfolg aller Organisation in Zweifel gestellt sei. Die DAF. sei die Organisation des Volkes unter der Leitung einer in der NSDAP, zusammengefaßten Führerschaft. Sie habe demzufolge so wenig geistige Zusammenhänge mit den früheren Systemen der Gewerkschaften ober der Hnternehmeroerbände, wie sie materielle Verbindung dazu habe. Weder wirtschaftliche noch Jnter- essennottvendigkeiten bestimmten sie, sondern ausschließlich die politischen Ziele der Partei. Die Partei erhebe durch sie den ausdrücklichen Anspruch auf die Menschenführung. Die Schulung des Führerkorps der NSDAP, und die Erziehung des Führernachwuchses seien auf ganz neuem Wege, die Vereinbarung zwischen Dr. Ley und dem Reichs- erziehungsminister verspreche, daß das bloße Examenwissen für die Beurteilung der Jugend nicht mehr maßgeblich fein werde. Die Partei werde der Fähigkeit ohne Rücksicht auf Geld und Elternstand die Bahnen in die Führerstellung des deutschen Volkes brechen. Von den Aufbauschulen aus ständen der Jugend die Ordensburgen offen. Sie sollten das künftige politische Führerkorps an Körper, Seele und Geist zur Vollkommenheit bilden. Die körperliche Ertüchtigung der politischen Leiter werde eine unabwendbare Forderung bleiben. Nicht ohne Grund sei seit Jahren der Vorbeimarsch einer Truppe eine Probe auf die gute Haltung der Soldaten gewesen. T äußere Haltung solle ein Ausdruck der inneren Gesinnung fein, körperliche Tüchtigkeit aber setze Gesundheitserhaltung voraus. Trauerfeier für Direktor Blöcker. Berlin, 14. Nov. (DNB.) Im Preußenhaus fand die Trauerfeier für den verdienstvollen stellvertretenden Leiter der Reichsstelle für Raumordnung, Direktor W. H. Blöcker, einen, der nächsten Mitarbeiter des Reichsministers Kerrl, statt. Nach der einleitenden Trauermusik sprach zunächst der Geistliche, Prof. Elwein. Nach dem Vaterunser trat Ministerpräsident Generaloberst G ö - ring, der dem Verstorbenen persönlich nahe stand, an den Sarg, um in seinem und zugleich im Namen des erkrankten Reichsministers Kerrl Abschied zu nehmen. Dein Freund und dein Minister, sagte er, kann heute nicht bei dir sein. Wohl nie hat er seine eigene Krankheit mehr bedauert, als in dieser Stunde. Auch wir sind alte Freunde nicht erst heute, sondern schon damals draußen, als wir das Vaterland verteidigen durften. Es ist eine besondere Tragik, daß du, der du draußen so oft dem Tode ins Auge sahst, hier in der Heimat so früh von uns gerissen wurdest. Deine Arbeit ist heute das Fundament, auf dem das Volk in dem bevorstehenden Kampf um feine Unabhängigkeit aufbaut. Reichsinspektor für das deutsche Straßenwesen Dr. Jng. Todt betonte, daß der Verstorbene einer der ersten Männer gewesen sei, der an der Gestaltung der Straßen des Führers mitgearbeitet habe. Für die Mitarbeiter der Reichsstelle für Raumordnung sprach Regierungsrat Schepers Worte des Dankes an den Mann, der allen ein Vater, Freund und Führer gewesen sei. Den letzten Gruß seiner Kameraden von der Fliegerwaffe aus dem Felde überbrachte SA.-Oberführer Ernst. Erste Neichstagung für Naturschutz. Die erste Reichstagung für Naturschutz fand in Berlin statt. An der Veranstaltung, die von der Reichsstelle für Naturschutz durchgeführt wurde, nahmen etwa 600 Naturfreunde aus dem ganzen Reiche teil. Professor Dr. S ch ö n i ch e n , der Leiter der Reichsstelle für Naturschutz, betonte, daß das Bedürfnis bestehe, sich über die Fragen des Naturschutzes eingehend zu unterrichten. Nun fei die Naturschutzgesetzgebung, auf die ein Viertel- jahrhundert vergeblich gewartet worden sei, innerhalb weniger Monate vollendet worden. Oberlandesforstmeister Professor Dr. Eberts wünschte im Namen des Reichsforstmeisters Generaloberst nachrichtentruppe, Regiment General Göring). 3. Bevorzugt eingestellt werden: a) Mitglieder des Deutschen Luftsportoerban- des, soweit sie 1. dessen Stürmen angehören, 2. an Lehrgängen bei den Hebungsstellen teilgenommen haben, 3. den Luftsporteinheiten der HI. angehören; b) Inhaber von Flugzeugführerscheinen: c) Personal der Luftverkehrsgesellschaften und der Luftfahrtindu- Istrie; d) Angehörige der HI., SA., SS., des NSKK. 4. Merkblatt für den Eintritt als Freiwilliger bei den Wehrbezirkskommandos, Wehrmeldeämtern und allen Truppenteilen der Luftwaffe. Daivenftl der Seit)' besinden stärksten für V Do ft feibe, 2 Ä Wolle, b an das b hilft ich ist öle ö Lislra Vannnool senerss nenD auch, daß Kilo nach der angel die weiter tes gehein ein Lind Bauwwol besitzen, b Gebieten land von zogen. Dk das; man zMen. Kers gen, gab Seide" Hauptoe Acetatko zur Sui Grundm entweder fäden,) i dings so wird gefi mit Sui kommt e« Jur gt geoibei mäd)tii wie si bebau' Stave die la Trane stlüssi Backe herau Rieser Art ! Unh scharfe nun h rissen, gelangt Sie ' große E ttnsthasb gang all Interesse oeutend Ziel alle, MW W I. b ®cWtspi ganzen § Jnn rh ®°ren. (f ?«.* f» >*.* s* •y n Aeq 'vor toSnt «rbte? * Ä Die Organisation der gewerblichen irtschast. Das Verhältnis zu den marktregelnden Verbänden. Berlin, 14. Noo. (DNB.) Reichswirtschasts- minister Dr. Schacht hat einen Erlaß heraus- gegeben, in dem die Organisation der gewerblichen Wirtschaft zur Gemeinschaftsarbeit auf technischem und b e t r i e b w i r t s ch a f t - lichen Gebiet angehalten und ihr Verhältnis au den marktregelnden Verbänden geklärt wird. Auf technischem Gebiet wird die Mitwirkung bei der Durchführung des Vierjahresplane s im Vordergrund stehen. Hierzu gehören insbesondere alle Fragen der R o h st o f f e r z e u - g u n g und der R o h st o f f e r s p a r n i s. Alt eingewurzelte Vorstellungen, die von vermeintlichen prioatwirtschaftlichen Rentabilitätsgrundsätzen bestimmt waren, sind darauf zu überprüfen, ob sie gegenüber den großen Zielen des Vierjahresplanes noch eine Berechtigung haben. Bei den betriebswirtschaftlichen Aufgaben würden ein einwandfreies betriebssicheres Rechnungswesen und ein auf gleichartiger Kostenermittlung beruhender Unkostenvergleich die Wirtschaftlichkeit der deutschen Unternehmungen in Richtung auf eine Kosten- und Preissenkung und auf eine Verhinderung unnötiger Preissteigerungen fördern. Alle Veröffentlichungen Hierzu bedürfen der Billigung durch das Reichswirtschaftsministerium. Für das Verhältnis der Organisation der gewerblichen Wirtschaft zu den marktregelnden B u k a r e st, 14. Roo. (DNB.) Das Bukarester Ministerium des Aeußeren veröffentlich eine g e - meinsame Erklärung der drei Staaten der Kleinen Entente zu den Ergebnissen der Wiener Konferenz der Staaten der römischen Protokolle: „Rach Kenntnisnahme jenes Teiles der amtlichen Verlautbarung der Wiener Tagung, der die Gleichberechtigung in Rüstungsfragen betrifft, erachtet es die Kleine Entente für notwendig, daran zu erinnern, daß sie noch im 2Nai 1933 ausdrücklich erklärt t)at, daß sie sich in Rüstungsfragen dem Grundsatz der Gleichberechtigung an- fchlieht, jedoch nur unter der Bedingung, daß i Lösungen solcher Art nur auf dem Wege freier Verhandlungen gleichzeitig mit der Festsetzung ausdrücklicher Sicherheiten angestrebt werden." Ebenso wie die Mailänder Rede Mussolinis scheinen auch die Wiener Besprechungen in Rumänien größere Beunruhigung als in den übrigen Staaten der Kleinen Entente hervor- qerufen "zu haben. Nach Besprechungen zwischen Außenminister Antonescu und den Bukarester Gesandten der Kleinen Entente kündigte der „Universal" eine gemeinsame Stellungnahme an. Die Fühlungnahme zwischen Bukarest, Belgrad und Prag führte dann zur Abfassung der vorstehenden gemeinsamen Erklärung. In Bukarest findet der versöhnliche Ton der Erklärung besondere Beachtung. Man ist geneigt, darin einen ausdrücklichen Beweis für den Wunsch der Kleinen Entente zu sehen, jede überstürzte Beschlußfassung zu vermeiden und die Lösung auf dem Verhandlungswege zu suchen. Der versöhnliche Ton soll auf den Einfluß Bugrads zurückgehen. König Carol eröffnete am Sonntag die Paria m e n t s t a g u n g mit der Verlesung einer Thronrede. Die Thronrede unterstreicht den Willen, die dringende Verstärkung der Armee fortzusetzen. Zur Außenpolitik wird ausgeführt: Inmitten der Wirren, die bas internationale Leben erregen, wird die Außenpolitik Rumäniens ohne Wanken mit Ruhe dem höchsten Ziele nachstreben, Verbänden wird der Grundsatz aufrechterhalten, daß den Gliederungen der Organisation der gewerblichen Wirtschaft marktregelnde Maßnahmen ohne eine besondere Einwilligung verboten sind, da eine Aufhebung dieses allgemeinen Verbotes zu einer Durchkartellierung der gewerblichen Wirtschaft führen würde, die im Hinblick auf die Notwendigkeit, Löhne und Preise stabil zu erhalten, nicht zu verantworten ist. Neu wird angeordnet, daß die Organisation der gewerblichen Wirtschaft über den markttegelnden Verbänden steht und zur Mitwirkung bei der vom Reichswirtschaftsminister ausgeübten Aufsicht über die markttegelnden Verbände heranaezogen werden soll. Leitung und Geschäftsführung der Gruppen und Kammern sind von derjenigen der markttegelnden Verbände zu trennen. Die Wirtschaftsgruppen haben Kartelloerzeichnisse zu führen. Sie erhalten die hierfür notwendige Befugnis, von den marktregelnden Verbänden und ihren Mitgliedern Auskünfte zu verlangen. Schließlich erhalten die Reichswirtschaftskammer und die Reichsgruppen Industrie und Handel das Recht, Vertreter zu allen Besprechungen und Versammlungen der markttegelnden Verbände zu entsenden, sich zu unterrichten und gegen Beschlüsse, die ihrer Stellungnahme widersprechen, bei dem Reichswirtschaftsminister Einspruch zu erheben. nämlich Aufrechterhaltung des Friedens und Unversehrtheit der für die Ewigkeit gezogenen Grenzen. Meine Regierung ist überzeugt, daß dieses Ziel durch die freundschaftliche Zusammenarbeit aller Völker im Rahmen des Völkerbundes und durch die V e r - ft ärkung unserer Bündnisse erreicht werden kann. Die Regierung ist auch nach wie vor entschlossen, jede Aktion zu unterstützen, die dazu bestimmt ist, das Ansehen und die Macht der Genfer Institution zu vergrößern, und gleichzeitig die bestehenden Bündnisse auszu bauen und zu vertiefen, indem die Regierung zu diesem Zwecke in ständiger enger Fühlungnahme mit den Lenkern aller verbündeten Staaten bleibt. Zu den Bekundungen dieser Fühlungnahme gehören die wiederholten Konferenzen der Kleinen Entente und der Balkan- Entente. Die Kleine Entente hat in diesem Jahr eine neue Verstärkung erhalten infolge des Beschlusses, daß die ihr angehörenden Staaten in regelmäßig wiederkehrenden Konferenzen zusam- menttefsen sollen. Kunst und Wissenschaft. Iilmpionier Oskar Meßter 70Zahre alt. Einer der erfolgreichen Pioniere der deutschen Kinotechnik ist Oskar Meßter, der am 21.November 7 0 Jahre alt wird. Am Aufttieg der Kinematographie vom primitiven Kintopp der Jahrhundertwende bis zum Kunstfilm der Gegenwart hat er entscheidenden Anteil. Vor allem kommt Meßter das Verdienst zu, als Erster brauchbare Vorführungsgeräte hergestellt und in der Praxis eingeführt zu haben. Seine grundlegende Erfindung vom Jahre 1896 sicherten den regelmäßigen Ablauf des Bildstreifens. Seit dieser Zeit hat er die technische Ausgestaltung und den organischen Aufbau der deutschen Filmindustrie in starkem Maße mit- bestimmt. 1903 veranstaltete Meßter die ersten öffentlichen Tonbildvorführungen. Er hat die Wochenschau eingeführt und ging als Erster zu Atelieraufnahmen mit künstlichem Licht über, die die Filmaufnahmen von den Launen des Wetters unabhängig machten. Auch die ersten Aufnahmeateliers, die allen Anforderungen entsprachen, verdanken ihm ihre Entstehung. Während des Weltkrieges hat Meßter mit seinen filmtechnischen Arbeiten für die Geländeaufklärung vom Flugzeug aus wertvolle Dienste geleistet. Er entwickelte eine Spezialkamera für Flieger, den Reihenbildner, der auf allen Kriegsschauplätzen Verwendung fand. Auch für tzie künstlerische und schauspielerische Gestaltung des Films hat Meßter viel getan. Die ersten Filmgrößen wurden von ihm entdeckt. Carl Fröhlich und Henny Porten, Ida W ü st und Ian - nings haben bei ihm ihre Laufbahn begonnen. Hochschulnachrichten. Von den amtlichen Verpflichtungen wurden entbunden die ordentlichen Professoren Dr. Wilhelm Stoeltzner (Kinderheilkunde) an der Universität Königsberg, Dr. Ernst Moro (Kinderheilkunde) an der Universität Heidelberg und Dr. Hermann P e ck e r t (Zahnheilkunde) an der Universität Tübingen. Aus aller Wett. 50 000-rNark-Gewinn gezogen. In der heutigen Vormittagsziehung der zweiten Klasse der 48.Z274. Preußisch-Süddeutschen Klassenlotterie wurde auf die Nummer 33 895 ein Gewinn von 50 000 Mark gezogen. Die Lose werden in Achteln jeweils in Thüringen und Berlin gespielt. Das Verhol der Besteigung der Eiger-Rordwand aufgehoben. Die Regierung des Kantons Bern hat das vorläufige Verbot der Besteigung der Eiger- Nordwand ausgehoben. Das Verbot war erlassen worden, nachdem eine Reihe von Bergsteigern an der Eiger-Nordwand tödlich verunglückt war. Sollten neue Versuche zur Besteigung der Nordwand unternommen werden, so wird sich die Regierung des Kantons weitere Maßnahmen vorbehalten. Wildgewordener Bär erschossen. Ein aufregender Vorfall trug sich in Hirten bei Mayen (Rheinprovinz) zu. Bei durchziehenden fahrenden Leuten hatte sich ein Bär l o s g e r i ff e n und griff feine Verfolger wütend an. Um ein Unheil zu verhüten, mußte der Jagdhüter herbeigehott werden, der den wildgewordenen Bären mit drei wohlgezielten Schüssen niederstreckte. Schweres Autounglück bei Epinal. Ein schweres Automobilunglück ereignete sich in der Nähe von Vincy unweit von Epinal. Ein Automobil, in dem eine Boxmannschaft aus Nancy Platz genommen hatte, stieß mit einem Privatwagen zusammen, und beide Wagen stürzten in den Abgrund. Sie wurden vollkommen zer- trümmert. Der Besitzer des Privatwagens war auf der Stelle tot. Von den Insassen des anderen Autos wurden acht so schwer verletzt, daß sie sofort ins Krankenhaus von Nancy gebracht werden mußten. Unter den Schwerverletzten befindet sich auch der elsässische Gehermeister Siebert. Jüdischer Warenhausbesiher wegen Steuerhinterziehung und Rassenschande verhaftet. Gegen den jüdischen Warenhausbesitzer Josef Meier in Duisburg hatte das Duisburger Finanzamt eine Untersuchung eingeleitet, in der sich herausstellte, daß der Jude Steuern in Höhe von etwa 100 000 Mark hinterzogen hatte. Bei den Vernehmungen gab Meier zur Begründung seiner hohen persönlichen Ausgaben an, daß seine außerehelichen Beziehungen sehr viel Geld gekostet hätten. Auf Grund dieser Aussage wurde er unter dem Verdacht der Rassenschande verhaftet. Trotz seiner hartnäckigen Leugnungsversuche konnte er anhand erdrückenden Beweismaterials überführt werden, daß er sich in mehreren Fällen des Verbrechens der Rassenschande schuldig gemacht hat. Umfangreiche Fahndungen in Düsseldorf ergaben, daß sich der Jude dort in verschiedenen Pensionen unter falschem Namen eingetragen hatte. Ein 28jähriges Mädchen aus Duisburg, das jahrelang mit dem Juden in zahlreichen Orten des In- und Auslandes gelebt hatte, mußte zugeben, daß sie den Verkehr mit Meier auch nach Erlaß der Nürnberger Gesetze fortgesetzt hat. Sie traf sich mit ihm auch in Bern, weil ihr Meier erklärt hatte, daß dort die deutschen Gesetze keine Gültigkeit hätten. Zur Zeit steht noch nicht fest, wie groß die Zahl der Opfer ist, die sich der Jude mit seinen niedrigen Verführungskünsten willfährig gemacht hat. In den meisten Fällen handelt es sich um Angestellte des Warenhauses, deren wirt- schaftliche Abhängigkeit Meier ausnutzte. Sühne für die Urmitzer Mordtat. Der Prozeß wegen der Ermordung des Matrosen Gobel vor 14 Jahren in Urmitz am Rhein wurde vor dem Schwurgericht in Koblenz zu Ende geführt. Das Gericht verkündete folgendes Urteil: Die beiden Angeklagten Johann Höfer und Wilhelm Höfer werden wegen gemeinschaftlicher Körperverletzung mit Todesfolge zu je vier Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust verurteilt. Der Haftbefehl wurde aufrechterhalten. In der Urteilsbegründung betonte der Vorsitzende, daß die Angeklagten auf Grund erdrückender Tatsachenbeweise im Sinne der Anklage völlig überführt werden konnten. Eifersuchtsdrama in Belgrad. Auf dem Platz am Nationaltheater in Belgrad ereignete sich ein Zwischenfall, der um diese verkehrsreiche Stunde großes Aufsehen erregte. Graf Artur Oischitsch wurde von seiner Freundin, der Wienerin Maria Raab, mit der ihn schon seit mehr als 20 Jahren Freundschaft verbindet, auf offener Sttaße überfallen und durch mehrere Dolch« stiche getötet. Oischitsch hatte Maria Raab vor etwa 20 Jahren in Wien kennengelernt und lebte seit dieser Zeit mit ihr zusammen. Da dje Raab glaubte, Grund zur Eifersucht zu haben, kam es in der letzten Zeit vielfach zu Auseinandersetzungen, die schließlich zu schweren Unstimmigkeiten führten. Graf Oischitsch beschloß deshalb, sich von der Frau zu trennen. — Beim Verhör erklärte Frau Raab, daß sie die Tat aus Verzweiflung über die Trennung begangen habe. Goldschmuggler in Paris verhaftet. Am Ostbahnhof in Paris wurden drei Ausländer verhaftet, die in ihren mit doppeltem Boden versehenen Koffern für 600000 Franken Goldmünzen unerlaubterweise über die Grenze schmuggeln wollten. Die französische Polizei hatte die drei beobachtet, als sie Goldmünzen zu erhöhtem Preise aufkauften. In den Pässen der Schmuggler sind nicht weniger als 15 Grenzüberttitte aus der letzten Zeit vermerkt, ein Beweis dafür, daß sie nicht bei ihrem ersten Goldtransport gefaßt worden sind. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Im Bereiche zusammensinkender Kaltluft hat sich über das Wochenende verhältnismäßig freundliches Wetter eingestellt. Inzwischen ist ein neuer Teilwirbel vom Atlantik zur Nordsee vorgestoßen und hat bereits in der Nacht zum Montag unserem Bezirk Witterungsverschlechterung und Regen gebracht, der sich am Montag noch verstärken wird. Anschließend kann in einem Zwischenhoch wieder Besserung erwartet werden, die aber nur ganz vorübergehend bleiben wird, da bei Irland bereits ein neuer Wirbel in Entwicklung ist. Aussichten für Dienstag: Zunächst wieder zeitweilig aufheiternd, dann neue Witterungsverschlechterung und Regen, lebhafte südliche bis westliche Winde, etwas milder. Lufttemperaturen am 15. November: mittags 8,3 Grad Celsius, abends 1,8 Grad; am 16. November: morgens 4,7 Grad. Maximum 9,4 Grad, Minimum heute nacht —0,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 15. November: abends 4,5 Grad, am 16. November: morgens 3,2 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 2,3 Stunden. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. X. 36: 10 000. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pst mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Kleine Entente und Wiener Konferenz. Oer Wunsch nach Verhandlungen über die Rüstungsangleichung Oesterreichs und Ungarns. sucht. 7285D 9röentl.23jä6r. MM sucht Stelle als Hausmädchen in Wirtschaft, Hotel od.Kantme. Zuschriften erbeten an Anni Grat, Herborn, ossis Hotel L» Ritter. Caf6 Amend. Weg. Verheirat, meines jetzigen Mädchens wird zuml.Dez.tücht. Hausangestellte fürKücheu.Hcms gesucht. 7 2780 Vogt. Goethesir.32 9flW- oder MmWen gesucht. 05326 Krofdorfer Str. 6 Keine Zeugnisse in Urschrift sondern nur Zeugnis- abschriften dem Bewerbungsschreiben beilegen i — Lichtbilder undBewerbungsunter- lagen müssen zur Vermeidung von Verlusten auf der Rückseite Namen und Anschrift des Bewerbers tragen! Ordentl.,jünger. Mädchen für einige Tage der Woche tn Haushalt gesucht Näheres i.d. Geschäftsstelle des Gieß. Anz. 05315 Nettes MM für die Kaffee- Küche sofort ge- Achtung! Stellenangebote] BeMWtr wer einmal ksenkel's für den hiesigen Bezirk, Verdienstmöglichkeit sehr gut Schriftliche Angebote unter 05317 an den Gießener Anzeiger. Leistungsfähiger Verlag sucht für seine 10-Pfennig-Funkzeitschrift (40 Seiten stark, Kupfertiefdruck) Zu sof. Eintritt Mädchen für Küche und Haus gesucht. Bewerbungen: Einsendung der Zeugnisabschr.a. ßahnhofsßaststatteo Gießen. 7275D Gröberes ssgenml sucht geeigneten WMmnn für den provisionsweisen Einkauf von Fichten-, Tannen- u. Kiefernrundholz. Schr. Angeb. u. 7276V an den Gieß. Anzeig. W.Mann für Samstags u. Sonntags f. den Verkauf von Zigaretten und Zigarren im Caf6 gesucht. 72840 Cali Amend. Familiendrucksachen Verlobungsanzeigen Vermahlungsanzeigen Geburtsanzeigen bei Brühl, Schulstr. 7 Nachlässe von 3 bis 20 v. H. erhalten Sie bei wiederholten Ver- öffentllchungen einer Anzeige / Fische wieder billiger! Heute und Dienstag Zum Kochen Va kg von 45 an Filet.......kg von 50 an Makrelen, lebende Aale, Heilbutt und alle übrigen Sorten empfiehlt A. Koch Nachfolger Mäusburg 15, Ruf 3612. 7281a w Verschleimung? überraschend gut wirkt Melrosum mit seinen, der Natur entnommenen Wirkstoffen. Zur Pflege der Luftwege leistet Melrosum vorzügliche Dienste. FLASCHE 1.65, Kl. Fl. 1.- Zu haben: Löwen-Drog. W. Kl!* hinget Nacht, Seltersweg 69; Drog. O.Winterhotl, KreuNtiatz 9/10. Schönes,großes, wenig gebraucht. Herren- Zimmer (dunkel Eiche) vreisw. zu verk. Bleichstr. 361 | Kaufgesuche | Gebrauchter HL- Mantel (Gr. 1,80 Meter) u. dunkelbl. Uniformmantel zu kaufen gesucht. Schr. Angeb. u. 05321 a. d.G.A. | Verschiedenes | Jroedtfaetämpiunflon Schwarzarbeit köuaeu Arbeits-Angebote von Haobwerkem nur mit Namensnennung n. unter Vorlage besGewerbenachweifes ausgenommen werben. 1,2 spezial- Opel-Limousine steuerfrei, 4-Gang, 20 000 Kllomet.gefahr., 3 60 BMW.-Cabriolet nicht steuerfrei, Maschine überholt, preisgünst. zu verkauf. Näh. Willy Lotz Wetzlar Pfannenstielg. 7 Tel. 2389. [7273p Leichter Feder- W.-Wogen u.leicht^öauern- wagen, gut erhalten, zu ver- kauf en. 05316 Georg Barth Reiskirchen bei Gießen. NüPhlÜQQP von3bis20v*H‘erhaltenSiebeiwieder- lluullldüuu holten Veröffentlichungen einer Anzeigei Größeres industrielles Unternehmen sucht Stenotypistin mit höherer Schulbildung und Spracbkennt- nissen, wenigstens 140 — 160 Silben Stenographie und kaufmännischer Praxis. Bewerbungen mit Lebenslauf, Zeugnisabschriften und Lichtbild sind zu richten unter 7277D an den Gießener Anzeiger. | Vermietungen | Schöne 05312 5 -Zimmer- Wohnung Balkon, Bad, versetzungshalb, z.l.Januar 1937 zu vermieten. Walltorstr. 75. Schöne 727rt. Der Jahresabschluß zeigt auf beiden Seiten die Summe von 928 001,80 Mark. Die Gewinn- und Verlustrechnung schließt in Aufwänden und Erträgen mit je 422 034,83 Mark ab. Die Gewinn- und Verlustrechnung, die bin Versammlungsteilnehmern ebenfalls in allen Einzelheiten gedruckt vorlag, ließ erkennen, daß die Gesamtaufwendungen trotz erhöhter Steuern und trotz höherer Abschreibungen zurückgegangen sind. In einem Ausblick kam zur Sprache, daß die Entwicklung der Genossenschaft im laufenden neuen Geschäftsjahr als recht günstig zu bezeichnen sei. Die Monate Juli, August, September und Oktober haben bereits eine Umsatz st eigerung von 52 0 00 Mark gebracht. Auch für die kommenden Monate erhofft man durch die Belebung des Arbeitsmarktes eine weitere Verbesserung des Umsatzes. Oer Bericht des Aufsichtsrates. Im Bericht des Aufsichtsrates, der von der Versammlung durch den Aufsichtsratsvorsitzenden Heinrich Schneider erstattet wurde, wurde betont, daß die Verbrauchergenossenschaft zunächst den Nachweis chrer Leistungsfähigkeit erbringen mußte. Die form gebrachte Kunstseide wird noch einmal einer Nachbehandlung unterzogen und gelangt nach einem nochmaligen Trocknen in einen Sortier- und Packraum, von wo aus der Versand der verschiedensten Qualitäten vorgenommen wird. Die Vielseitigkeit der Qualität ist deshalb so groß, weil die einzelnen Verarbeitungsgebiete besondere Fadenstärken und durchbrechen, das Gewoge mit köstlichem funkelndem Geschmeide krönen, wenn sie den ganzen Herr- Weitere ist nun Sache der Spinnereien, Webereien und Wirkereien, aus diesem schneeigen Vließ die verschiedenartigsten Stoffgebilde herzustellen. Ungemein reizvoll ist es auch, in Premnitz die Viskose-Spinnerei der Kunstseide-- f a b r i k zu verfolgen. Dort laufen Tausende von Fäden ujit) jeder dieser Fäden läuft für sich allein auf eine Spule. Die auf diesen Spulen befindlichen Fadenlagen werden nach dem Auswaschen und Trocknen in textilen Betrieben gezwirnt, d. h. mit einem Drall versehen. Die dann weiter in Strang- Jahresbericht der Verbrauchergenossenschaft, der den Versammlungsteilnehmern auch gedruckt oorlag, sei folgendes entnommen: Das abgelaufene Geschäftsjahr ist das erste nach dem Erlaß des Gesetzes über die Verbrauchergenossenschaften vom 21. Mai 1935. Dieses Gesetz brachte im wesentlichen zwei Feststellungen. Diejenigen Genossenschaften, bei denen eine Wiederherstellung ihrer Wirtschaftlichkeit aussichtslos erschien, mußten sich auflösen. Den gesunden Genossenschaften dagegen wurde die volle Gleichberechtigung ihrer wirtschaftlichen Stellung zugestanden. Die Verbrauchergenossenschaft Gießen gehörte nicht zu denjenigen Vereinigungen, die es nötig hatten, von der nach dem Gesetz erleichtert möglichen Auflösung Gebrauch zu machen. Daß die Gießener Genossenschaft die Fährnisse der letzten zwei Jahre erfolgreich Überstand, verdankt sie der Treue und der aenossen- schaftlichen Einsicht ihrer Mitglieder. Durch das vorerwähnte Gesetz ist der Weg für eine positive Weiterarbeit frei. Die Entwicklung im Berichtsjahr wird manchen Zweifler davon überzeugt haben, daß ängstliche Erwägungen über das Schicksal der Genossenschaft unangebracht waren. Der Gesamtumsatz der Verbrauchergenossenschaft Gießen betrug im Berichtsjahr 1 683 526.34 Mark gegenüber dem Vorjahre mit einem Umsatz von 1 690 874,99 Mark. Das bedeutet eine Minderung um 7348,65 Mark (0 43 v. H.). Der Umsatzverlust ist durch die Schließung der Verteilunqs- stellen Neuen Bäue und Kinzenbach sowie durch die Aufhebung der Fleischverteilungsstelle ab 1. Januar 1936 entstanden. Der Bäckereibetrieb zeigte im abgelaufenen Geschäftsjahr eine günstige Entwicklung. Der Umsatz in diesem Betrieb betrug 165 968.26 Mark gegenüber dem Vorjahre mit einem Umsatz von 153 763 39 Mark. Die Steigerung beläuft sich auf 12 204,87 Mark, um 7,9 v. H. Diele Mitglieder wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr wieder treue Abnehmer der eigenen Bäckerei. Die Fleischerei wurde am 31. Dezember 1935 geschlossen. Bedingt durch die schwierige Lage ließ es sich nicht länger verantworten, die Fleischerei aufrechtzuerhalten. Das Kohlengeschäft gestaltete sich im abqelaufenen Geschäftsjahr zufriedenstellend. Der Gesamtumsatz der Kaffeerösterei bewegte sich mit 56 261 Mark auf der Höhe des Vorjahres.________________ Iahresrückschau der Verbraucheraenossenschast Gießen Wie die Bistra-Faser entsteht Ein Werkbesuch in Premnitz. Von Dieter von der Schulenburg. gewaltigen Kesseln, Tanks und Rohren, an denen Ventile und Druckmesser auf allerlei geheime Vorgänge schließen lassen, die hier im Innern, unseren Blicken entzogen, vor sich gehen. Luftdicht muß alles verschlossen sein, denn hier tritt nun der flüchtige Schwefelkohlenstoff hinzu, geht mit unserer Natronzellulose eine Verbindung ein, und das Erzeugnis aus dieser ist nun nicht mehr der weißliche Faserstoff, sondern ein ganz neues, braungelbes Produkt, das die Chemiker Tanthat nennen. Der Name ist dem Griechischen xanthos, gelb, entnommen. Wird nun Tanthat abermals mit Natron- V. A. Ganz in der Nähe von Rathenow, etwa auf < der Hälfte der nach Brandenburg weiterführenden ' Straße, liegt das Dorf Premnitz. Hohe, rauchende < Schlote, weitläufige Werkanlagen, Hallen, Säle und ' Verladeschuppen mit Prähmen, Eisenbahngleise, । Heizräume und Kesselhäuser mit gewaltigen Rohrleitungen von der vielfachen Dicke einer Python- ' schlänge weisen schon von weitem den Weg und , verraten nach wenigen Minuten, wo man sich befindet. Im Musterzimmer steht man zunächst betroffen vor der unerhörten Fülle und Vielseitigkeit des ' Materials, das hier in Premnitz, wenigstens im Rohstoff, hergestellt wird. Da liegen auf langen Tischen Damen st offe aller Art, Unterwäsche, Strümpfe, namentlich Damenstrümpfe von einer Feinheit und Weichheit der Seidenqualität, daß sie sich wie Oel anfassen. Da befinden sich schwere Anzugstoffe auf den Tischen, stärksten Strapazieranforderungen gewachsen, wie für Militär zw ecke, Arbeitsdienst usw. Da sind ferner Mischstoffe mit Leinen oder Kunstseide, Wollstoffe unter Zusatz von XT-Faser her- gestellt, die nach einem neuen Verfahren erzeugt wird. Und es ist eine prächtige, ebenfalls ganz weiche Wolle, die an Hasenwolle oder Kamelhaar erinnert, an das bekannte Angora-Kasha etwa, dem Tierprodukt nicht nachstehend. Um so wirkungsvoller aber ist die Erklärung, daß schon 25 v. H. Zusatz von Vistrafaser zu den in Deutschland verarbeiteten Baumwollmengen und Wollmengen eine Devisenersparnis von 100 bis 20 0 Millionen Reichsmark ausmacht. Sehr interessant ist auch, daß die Vistrafaser schon früher zu Millionen Kilo nach Amerika ging. Das seinerzeitige Abgehen der angelsächsischen Länder vom Goldstandard hat die weitere Entwicklung dieses deutschen Absatzgebietes gehemmt. Bezeichnend ist aber die Tatsache, daß ein Land wie die Vereinigten Staaten, die selbst Baumwolle als natürlichen Rohstoff im Ueberfluß besitzen, die nächst Aegypten und wenigen anderen Gebieten auf der Erde Anbau- und Hauptausfuhrland von Baumwolle sind, Vistrafaser von uns bezogen. Der Bedarf nach ihr wächst drüben stetig, so daß man dazu übergegangen ist, sie dort selbst herzustellen. Die erste Anregung, eine Faser künstlich zu erzeugen, gab 1734 Reaumur. Anfangs der 80er Jahre gelang es dann dem Grafen Chardonnet, Kunstfäden fabrikatorisch herzustellen, die er „künstliche Seide" nannte. Verbesserungen folgten, bis die vier Hauptverfahren: das Nitrat-, Kupfer-, Viscofe- und Acetatkunstseideverfahren technisch in großem Stil zur Durchführung gelangten. Allen ist das gleiche Grundmaterial, die Zellulose, zu eigen, die man entweder in Form von Sinters (d. H. Baumwollfäden.) vL^wend^t oder aus dem Fichtenholz, neuerdings sogar aus der Rotbuche gewinnt. Das Holz wird geschält, von Aesten befreit, naß geschliffen und mit Sulfitlauge gekocht. In großen Papptafeln kommt es dann zur Verarbeitung in Vistrafaser. Zur größten praktischen Bedeutung gelangte das Viskoseverfahren, das die Engländer Croß, Bevan und Beadle entdeckten. Nach diesem wird auch in dem großen Werk von Premnitz gearbeitet. In der „Sägerei" sehen wir zunächst die mächtigen Stapel der weißen Pappe, der Zellulose, wie sie hier angeliefert wird. Mit Aetznatronlauge behandelt, wird sie zu Natronzellulose. Stapel für Stavel, auf Karren herbeigeschafft, wandert io in die lange Reihe eiserner, mit dieser Sauge gefüllter Tröae. Wie Söschpapier saugt jede Tafel gierig die Flüssigkeit auf, bis am Ende der Tröge sich die Backen einer Presse zusammenschieben, die Flüssigkeit herauspressen und nun die feuchten Tafeln im Riesentrichter einer Zerkleinerungsmaschine, einer Art von Fleischwolf im Großen, verschwinden. Unter dem Gedröhn von Walzen, an denen sich scharfe Messer und Hacken befinden, werden sie nun in dieser Zerfaserungsmaschine in Stücke gerissen, bis zu einer lockeren, flauschigen Masse. Diese gelangt wieder weiter in ein oberes Stockwerk mit lauge und Wasser aufgelöst, gewinnt man eine sirupartige, klebrige Flüssigkeit, die in ihrer Beschaffenheit und Farbe genau dem Bienenhonig ähnelt. Sie heißt nun Viskose, nach dem lateinischen Wort viscosus - klebrig, zähe, und ist nun die begehrte Spinnflüssigkeit, genau wie sie die Seidenraupe als Fibroin in ihrem Selbe produziert. Jetzt treten wir in eine der riesigen Werkhallen, in der hohe kastenartige Spinnmaschinen stehen. Man sieht Spulen über die Fäden laufen. Und merkwürdig, scheinen nicht diese aus einer Flüssigkeit zu steigen, die in einer Rinne mählich dahinfließt? All diese Dutzende und aber Dutzende von zuerst zwirnsfeinen Fäden, die da aus dem Rinnsal wie feine Fontänen emporsteigen, vereinen sich am Ende der Spinnmaschine zu einem Strang, laufen weiter, nehmen Nachbarn auf, um endlich einer Walzenanlage zugeleitet zu werden, die ihnen den Ueberschuß der Spinnlösung abquetscht. Dann sieht man noch das weiße, nun breite Band in einen schier endlosen Kanal untertauchen, der nichts weiter als eine Klär- und Reinigungsanlage, zuerst mit allerlei Säuren, dann mit heißem Wasser gefüllt, darstellt. Treten wir aber noch zunächst einmal an die Spinnmaschinenkästen mit ihren Rinnen, sehen wir vor unseren Augen, wie sich ein neues unfaßbares Wunder vollzieht. In dieses sogenannte Fällbad hinein tauchen gebogene Rohre, an deren Ende sich jedesmal eine Düse befindet. Diese ist ein unerhörtes Meisterstück von Präzision und wurde zuerst von einem Uhrmacher namens Eilfeld aus Gröbzig hergestellt. Sie besteht nämlich aus Edelmetall- Legierungen, oder aus einem ganz eigenartigen Metall, einem neuen Werkstoff, dem Tantal, das von der Glühlampenindustrie her bekannt ist. Die Düsen aus diesem Metall haben winzige Oeff- nungen, bis zu 0,1 mm feine, und je nach der Stärke des erstrebten Fadens befinden sich nun 24 bis 50 derartige Löcher auf ihrem Kopfende oder bei größeren Düsen 1000, ia sogar 2000 Oeffnun- gen. Bei der Feinheit des Fadens zählt man nach ,',Denier". Die Zahl des Denier gibt das Gewicht -eines Fadens von 9000 m Fadenlänge an. Der aus einem Düsenloch kommende Faden kann heute bis zu einer Feinheit von 1 den. hergestellt werden, d. h. 9000 m des einzelnen Fadens wiegen nur 1 g. Durch so unendlich feine Deffnungen der Düsen wird die Viskose hinausgedr-'-ckt und springt nun als Kapillarfaden fontänenhaft aus dem Svinnbad empor, vereinigt sich mit 700 anderen, um dann zu einem normalen Strang von rund IV2 Millionen Einzelfäden anzufchw"llm. Hat nun ein solcher Strang die gesamte Kläranlage mit ihren etwa sechs Bädern durchlaufen, fo schneidet eine Schneidmaschine den endlosen «Strang, in kleine Stücke von 30 bis 40 mm Länge, einer Stapellänge, wie sie die Baumwolle verarbeitende Industrie am besten verwerten kann. Blütenhafter Flockenschnee rieselt auf der anderen Seite von der Schneidmafchine herab. Er stürzt in ein neues Bad, die Schneeflocken werden zu wollarkigem Faserstoff, der sofort zu einer gewaltigen Trockenanlage weitertransvortiert wird, bis er dann im Verpackungsraum als weiche blütenweiße Flocke wieder zum Vorschein kommt und zu großen Ballen von etwa 150 kg verpackt werden kann. Die Produktion der Zellwolle hat damit ihr Ende erreicht, sie ist versandfertig. Das rung ihre Vollendung, indem vor dem Verpacken die Seiden noch einmal genauestens durchgesehen werden. Die feinen weichen geschulten Frauenhände und geschulte Frauenaugen sorgen dafür, daß nur ganz glatte Fäden zum Versand weitergegeben werden, und daß auch nicht das winzigste Härchen den fertigen Strumpf oder das fertige Gewebe stört. Nach dem ungewöhnlichen Erlebnis des Betriebsrundganges durch die großen Hallen der Viftra- Abteilung und die weiten hellen Räume der Kunstseidefabrik steigt in uns die Vision des Fichtenwaldes auf, wie er dasteht, jetzt zur Herbstzeit im ersten Frühlicht, wenn die Morgennebel vom feuchten Moosgrund auffteigen, die glatten nassen Stämme in hauchdünne Spitzenschleier einhüllen, wenn die ersten Sonnenstrahlen das Waldesdunkei Die preußische Oisziplm. Aus den Papieren eines alten friderizianischen Offiziers. Die Disziplin unter Friedrich II. hatte einen große Strenge und Spannung in sich tragenden, ernsthaften Charakter. Sie war auf die Anstrengung aller Willenskräfte gegründet und stellte das Interesse des königlichen Dienstes auch bei unbedeutend scheinenden Gelegenheiten als das höchste Ziel aller Bestrebungen des ganzen Lebens eines preußischen Soldaten dar. Schon Friedrich Wilhelm I betrachtete die Disziplin von einem solchen Gesichtspunkt und wollte seinen Thronerben der ganzen Strenge militärischer Gesetze unterwerfen, wenn ihm nicht Vorstellungen gemacht worden wären. Gewiß war es nicht Grausamkeit, zu der dieser Fürst keine Anlagen hatte, sondern der Be- griff von verletzter Pflicht, der ihn vermochte, den jugendlichen Freund Friedrichs II, den ungluck. lichen Kutte, Grotzsohn eines Feldmarschalls und Sohn eines Generalleutnants, auf dem Schaffot sterben zu lassen. Die preußische Disziplin sollte weiter dringen, als es eine gewöhnliche Vorschrift vermag. Sie war darauf berechnet, bis in das Innerste des, Gemütes zu wirken, wohin keine menschliche Macht zu reichen pflegt, und dort ganz andere Vorstellungen hervorbringen als diejenigen sind, die auf die sonst gebräuchliche Art von treuer Pflichterfüllung erzeugt werden. Deshalb gab es viele Gewohnheiten und, außer dem Reglement für die Offiziere und den Kriegsartikeln für die Unteroffiziere und Soldaten, wenig Gesetze und Verordnungen. Durch die Gewohnheit innerhalb eines gewisftn Geleises und Vorstellungen, von Pflichten und Rechten und überhaupt einer Haltung, die das ganze Leben umfaßte, sollte die Armee zu ihrer Selbständigkeit Gelangen, und weder die Neigung noch den Willen haben, von der vorgezeichneten Bahn abzuweichen Reglement und Kriegsartikel, leicht zu übersehende Vorschriften, umfaßten die Hauptgesetze für die Armee; das übrige lag zum größten Teil in ererbten und fest bestehenden Gewohnheitsrechten, unter der Garantie des streng abgemessenen Pflicht- begrifts. Die Wirkungen, welche hieraus hervorgiN- gen, mußten von einer ganz eigentümlichen Art fein, um die Armee zwar keineswegs zum Staat im Staate, wohl aber auf eine solche Art zu konstituieren, daß sie als ein befattderes und abge-lon» bertes Institut, das des Besten, des Ganzen wegen vorhanden war. betrachtet werden konnte. Andere Armeen hatten ebenfalls ihre Eigentümlichkeiten, allein diese wichen wesentlich von denen der Armee Friedrichs II. ab. In dieser war der Monarch selbst der erste Befehlshaber; in jenen wurden die Befehle der Herrscher durch besonders dazu bestimmte Organe erlassen. Hier sah und ordnete der König alles selbst: dort ließ der Monarch durch seine höheren Diener ordnen und größtenteils auch nachsehen. Hier kannte der König den allergrößten Teil seiner Offiziere, und zwar insbesondere die Generale und Stabsoffiziere; dort waren sie nicht immer, sondern selten von dem Herrscher gekannt. Hier war die Ovrganisation, es war das Korps der Ofsiziere, auf eine originelle Art beschaffen; dort wurden die Armeen durch Behörden verwaltet, es galt Gunst und Ungunst, auch die Kabale und die Intrige vom General bis zum Subalternen, und jeder suchte sein Glück zu machen, sich vorzudrängen, bemerkt zu werden, wogegen die ruhiae Haltung der preußischen Offiziere gewaltig abftach. Kurz, der Verschiedenheiten waren sehr viele in den größten wie in den kleinsten Dingen, bis auf Benennungen und Namen, Zahlen und Abzeichnunasarten, Orden und Uniformen; alles in dem Grundprinzip, in dienstlichem Verhältnis, von dem in anderen großen Armeen Vorhandenen total abweichend. Man hat sehr viel darüber geredet, wie grausam man mit den Rekruten bei dem Exerzieren umge- qangen wäre, wie man sie mit dem Stock mißhandelt und wegen des kleinsten Fehlers geschlagen habe. Die Wahrheit aber ist, daß dies keineswegs stattfand, und daß junge Offiziere und Unteroffiziere, die sich dergleichen zuschulden kommen ließen, dafür hart mitgenommen wurden. Man dachte an fein Mißhandeln, sondern man verlangte von dem Unterrichtenden Geduld. Was würde denn auch aus solchen mit dem Stock lediglich und allein dressierten Rekruten geworden sein, und wie hätte man den Menschen nach und nach zum wahren Soldaten (denn das war doch das Ziel) bilden können, wenn man ihn von Hause aus durch die Furcht einge- schüchtert hätte? Der Rekrut wurde mit einem alten Soldaten zusammen in ein Quartier gelegt und von diesem gewissermaßen zu seinem Stande erzogen. Es wurde ihm nicht allein das Putzen der Waffen, des Pferdes, der Ausrüstungsstücke, der Anzug und dergleichen gelehrt, sondern er wurde in feinem Benehmen gegen den Offizier, den Unteroffizier, gegen seinen Kameraden, gegen den Bürgersmann und gegen andere Stände, durch Wort und Beispiel und nicht nach einem Lehrbuch unterwiesen. Man lehrte ihn zu kommen und zu gehen, zu fragen und zu antworten, zu grüßen und zu danken, und überhaupt diejenige Haltung in seinem Betragen zu gewinnen, die man von einem preußischen Soldaten zu fordern gewohnt war. Es ist ganz natürlich, daß in einer solchen Armee, wie es die Friedrichs II. war, die Unterordnung einen bedeutenden Grad erreicht hatte. So wie man in der ganzen Kriegsgeschichte dieses Heeres kein Beispiel findet, daß diese Folgeleistung und dieses unbedingte Biegen unter dem Willen des Befehlshabers jemals auf eine zweifelhafte, oder gar auf eine empörende Weife mißbraucht worden wäre und zum Spiel eines Oberen gedient hätte, ebenso läßt sich auch begreifen, daß diese Unterordnung um des Dienstes willen keine Grenzen kannte. Der Grund, auf dem sie stand, war daher sehr fest, er war eisern. So ist der Fall bekannt, daß ein Regiment im Siebenjährigen Kriege das Dorf Kleinburg bei Breslau während der Schlacht wegnehmen sollte und deshalb dagegen vorging, während es aus dem Dorfe beschossen wurde. Der Kommandeur, Oberst von K l i tz i n g, ließ darauf mit Bataillonen im Vorgehen chargieren (Ladeübungen machen); weil aber die Leute schlecht anschlugen, mehrere Male absetzten, bis endlich das Anschlägen gut und vorschriftsmäßig geriet, ohne daß die mindeste Unordnung entstanden wäre, oder gar ein Mann vorgeschossen hätte. Diese an sich unbedeutende und wenig bekannte Anekdote beweist, wie sehr ein Kommandeur sein Regiment in der Gewalt hatte. Solche Truppen behielten denn auch bei jedem Mißgeschick eine große Haltung und konnten schnell wieder gesammelt und in Ordnung gebracht werden. Das bewies das Beispiel nach der verlorenen Schlacht von Kunersdorf, wo ein General imstande war, durch zwei Grenadiere die in Unordnung fliehende Menge aufzuhalten und zu formieren. — Es bedarf keines Hinweises, daß eine solche Armee nicht in Sklavensinn versunken sein konnte, sondern vielmehr den wahren Soldatengeist in sich trug, und daß dieser ihr notwendig durch ihre Institutionen eingeimpft worden war. Jedem das Seine, vor allem aber den Soldaten als Soldaten behandeln, als einen Menschen, der sich selbst um des Ganzen willen vergessen soll. Das war der Gesichtspunkt in der Armee Friedrichs II. F. E. OerSiegeszug des „Gchifferklaviers". Kürzlich gab es in London einen Tag der Ziehharmonikaspieler, und wenn man nach dem Eindruck der außerordentlichen Begeisterung bei den Wettbewerbern und den Zuhörern in den beiden großen öffentlichen Sälen urteilen will, in denen der nationale Meisterschaftskampf und das große internationale Fest der Ziehharmonikaspieler zugleich stattfanden, so muß man zugeben, daß die Engländer im Begriff sind, leidenschaftliche Liebhaber des „Schifferklaviers" zu werden, und das bis jetzt Erreichte konnte wohl gefallen. Taufende füllten die Zentralhalle, und Hunderte lauschten noch draußen, als der Saal gefüllt war. Noch vor fünf Jahren hörte man falten, wenn überhaupt, eine Ziehharmonika aus einem englischen Hause klingen. Jetzt hat sie aber in England eine neue Heimat gefunden und ist das Lieblingsinstrument des ganzen Familienkreises in so manchem Heim geworden. Die ersten hundert Jahre nach ihrer Erfindung in Wien im Jahre 1829 wurde die Ziehharmonika in der Welt nicht mit der gebührenden Schätzung behandelt. Erst vor wenigen Jahren erkannte ein Mitglied einer Tanzkapelle in Neuyork die Möglichkeiten, die dieses Instrument in sich barg, und nun begann ihre Beliebtheit in aller Welt zu wachsen. Ziehharmonika-Klubs taten sich überall zusammen, auf dem Festland, in den Vereinigten Staaten wie auch in Groß-Britannien, und Überall erklangen nun die melodischen, klassischen und weniger klassischen Weisen, für die sie so wohl geeignet ist. Die Engländer beklagen es, daß vorläufig der Ruf „Baut mehr Ziehharmonikas" in England keinen nennenswerten Aufschwung brachte. Ziehharmonikas müßten vielmehr aus Deutschland und Italien eingeführt werden. Englische Instrumentenbauer haben den Kunstgriff noch nicht recht heraus, wie man die stählernen Zungen des Instrumentes am vollendetsten zum Klingen bringt. Jedenfalls zeigten die englischen Ziehharmonikakünstler dieser Tage ihrer Zuhörerschaft, wie man den Jnstrumen- ten den Ton inniger Empfindung abzulocken ver- mag, und ein Zusammenspiel von 200 Könnern in farbenprächtigen Kostümen bot auch äußerlich ein schönes Bild. Unter den Wettbewerbern befanden sich Kinder von sieben Jahren. Auch ein Blind-r spielte vor dem beifallsfreudigen Publikum. Die beiden Siegerinnen waren 16 Jahre alt. Dcrwal!:ing u:.d Au^ich5-ra!) waren *>nr außerordentlich schwere Ausgaben gestellt. Unter voller Würdigung der Tragweite und bewußter Verantwortungsfreudigkeit entschied man sich unter allen Umständen zur Erhaltung und weiteren Festigung der Genossenschaft. Im abgelaufenen Geschäftsjahr fanden neun Sitzungen des Aufsichtsrates, 22 gemeinschaftliche Sitzungen von Vorstand und Aufsichtsrat, sowie 49 Sitzungen der Revisionskommission statt. Es gab keinerlei Einwendungen. Das Ergebnis der Revision war durchaus befriedigend. Die Aufsichtsratsmitglieder nahmen an sämtlichen Inventuren der Verteilungsstellen und des Zentrallagers teil. Die Zusammenarbeit zwischen Vorstand und Aufsichtsvat war nach der Umbildung des Vorstandes gut. Sodann gab der Aufsichtsratsvorsitzende Heinrich Schnei d e r von der Einsetzung des hauptamtlichen Geschäftsführers Schenck (früher in Wetzlar) Kenntnis, der in Zukunft in gemeinsamer Arbeit mit Geschäftsführer Storck in zweckmäßiger Abgrenzung der Arbeitsgebiete die Leitung der Geschäfte übernehme. Ferner wurde der Genossenschaftler Reitz zum ehrenamtlichen Vorstandsmitglied ernannt, gleichzeitig soll er als Verbindungsmann zur Deutschen Arbeitsfront tätig sein. Geschäftsführer Schenck machte sodann in kurzen Ausführungen grundsätzlicher Art auf die Zielsetzungen der Verbrauchergenossenschaften, auf die M ihrer Arbeit aufmerksam und kennizcichnet-; die Aufgabengebiete, Die der Führung der Genossenschaft gestellt sind. Genossenschafter Reitz wies darauf hin, daß für die Zukunft nicht nur das Vertrauen der Mitglieder zur Genossenschaft end- aültig gesichert werden, sondern auch eine stete harmonische Zusammenarbeit von Vorstand, Auf- sichtsrat und Vertrauensrat gewährleistet sein müsse. In monatlichen Besprechungen würden in Zukunft alle die Genossenschaft berührenden Fragen eingehenden Besprechungen unterzogen. Genossenschafter Brückmann gab sodann den Revisionsbericht des Verbandes südwestdeutscher Verbrauchergenossenschaft im Wortlaut bekannt, der von der Versammlung mit großer Befriedigung ausgenommen wurde. Der Aufsichtsratsoorsitzende schlug daraufhin vor, den Jahresbericht zu genehmigen und den Vorstand, sowie den Aufsichtsrat zu entlasten. Die Vertreteroersammlung entsprach einstimmig dem gestellten Antrag. Für das satzungsgemäß ausscheidende Aufsichtsratsmitglied Schmidt wurde der Genossenschafter Jakob G ü n d e r o t h , der sich im Laufe einer 30jährigen Tätigkeit große Verdienste um die Genossenschaft erwarb, einmütig zum Auf- sichtsratsmitglied bestimmt. Mit einem dreifachen Sieg-Heil auf Führer und Vaterland wurde die Versammlung geschlossen. Hessische Vereinigung für Volkskunde. Weiter hörte man, daß die Flurnamenforschung in Hessen weiter vorangeschritten ist. Von dem von der Vereinigung herausgegebenen „Flurnamenbuch des Volksstaates Hessen", das künftig die Bezeichnung „Hessisches Flurnamenbuch", führen wird, liegen jetzt 10 Hefte im Druck vor; sie geben dem Heimatforscher wertvollstes Rüstzeug in die Hand. Es sind erschienen: 1. Die Flurnamen von Schlitz (Wilhelm Hotz); 2. Die Flurnamen von Kohden und Salzhausen (Ludwig Fleck); 3. Die Namen der Gemarkung Bessungen (H. Kraft); 4. Die Namen der Gemarkung Darmstadt (Walter von Hahn); 5. Die Namen der Gemarkung Großen- Linden (Otto Schulte); 6. Die alten Namen der Gemarkungen Wald-Michelbach und Aschbach im Odenwald (Hermann Meyer); 7. Die alten Namen der Gemarkungen Hähnlein, Bickenbach und Alsbach an der Bergstraße (Wilhelm Reeg); 8. Die Namen der Gemarkungen Schornsheim und Udenheim in Rheinhessen (Erich Walldorf); 9. Die Namen der Gemarkungen Bingen und Büdesheim (Josef Altenkirch); 10. Die alten Namen.der Gemarkung Butzbach (Burkhart Werner). Im Druck befinden sich die Arbeiten über die Gemarkung Wörrstadt in Rheinhessen und über die Gemarkung Glauberg in Oberhessen. Druck- fertig sind die Arbeiten über den Ingelheimer Grund (11 Gemarkungen), sowie über die Gemarkungen Wimpfen, Büdingen, Gießen, Lorsch, Cleeberg im Taunus und Naunstadt im Taunus. Unter dem Vorsitz von Universitätsprofessor Dr. Alfred Götze (Gießen) tagte am Samstag der Vorstand der Hessischen Vereinigung für Volkskunde in der Universitätsbibliothek zu einer wichtigen Besprechung. Prof. Götze gab zu Beginn der Sitzung einen Rückblick auf die Arbeit der letzten Jahre, um anschließend kurz die Zukunftsaufgaben aufzuzeigen. An Stelle des am Erscheinen verhinderten Rechners, Studienrat Richard O ß w a l d (Friedberg), erstattete der Schriftführer, Prof. Keller (Friedberg), den Bericht über die Kassenlage. Leider ist die Mitgliederzahl weiter zurückgegangen. Es soll versucht werden, neue Freunde und Anhänger zu gewinnen. Der Band 34 (1935) der „Hessischen Blätter für Volkskunde" wird zur Zeit den Mitgliedern zugestellt. Unter der bewährten Leitung von Professor Dr. H e p d i n g (Gießen) ist hier in bezug auf Ausstattung und Inhalt wieder ein Werk herausgekommen, an dem jeder Freund der Heimatforschung und Volkskunde seine Freude haben wird. Die wertvollen Beiträge zeigen, daß im Hessenlande tüchtige Leute an der volkskundlichen Arbeit sind. Wie Prof. Dr. Hepding, der im Auftrage der Hessischen Vereinigung für Volkskunde die „Blätter" nun schon seit vielen Jahren herausgibt, Mitteilen konnte, befindet sich der Band 35 im Druck; er wird spätestens im März 1937 erscheinen. Diese Mitteilung wurde von der Versammlung lebhaft begrüßt. Marme-Kameradschast Gießen. Die Gießener Freunde der Marine standen noch ganz unter dem Eindruck des erst vor wenigen Tagen mit der Wanderstreife vom Kreuzer „Leipzig" verlebten schönen Kameradschaftsabends, als die Marine-Kameradschaft Gießen für Samstagabend zu einer neuen Veranstaltung einlud: zu ihrem diesjährigen Labskaus-Esfen. Nach altem Brauche waren diesem Rufe ins Marine-Bootshaus wieder zahlreiche Freunde mit Angehörigen und Gästen gefolgt. Die „Kombüse (Schiffsküche) der Marine-Kameradschaft hatte, wie gewohnt, wieder für eine ganz vorzügliche Zubereitung des traditionellen „Labskaus" gesorgt und erntete dafür wohlverdienten, kräftigen und dankbaren Zuspruch ihrer Gäste. Da war mancher von den „alten" Seeleuten, dem das Herz höher schlug, wenn er sich, im Gedenken an seine Marine-Dienstzeit, einen „zünftigen Schlag" der beliebten Seemannskost aus der dampfenden Schüssel holte; aber auch die „Jungen" waren nicht weniger eifrig und mit nicht geringerem Genuß „bei der Sache". Der Führer der Marine-Kameradschaft Gießen, Heinrich L i ch, begrüßte mit herzlichen Worten die Gäste und Kameraden. Die Marine-Kameradschaft freue sich besonders, daß sich zu ihren Veranstaltungen gerade auch die jungen Freunde der Marine stets so zahlreich einfänden, wie dies auch am Samstagabend wieder durch den Besuch der Vertreter vom Stabe des Bannes der HI., sowie durch die Anwesenheit der Kameraden von der Marine- SA. und Marine-HI. zum Ausdruck kam. Wie sehr die bei der Gießener Marine gepflegte Freundschaft zwischen alt und jung auch den Kameraden von der Deutschen Kriegsmarine gefallen habe, das beweise folgender soeben eingegangener Brief aus Wilhelms-, Haven, den Kameradschaftsführer Lich den Besuchern zur Kenntnis brachte: „Der Kommandant des Kreuzers ,Leipzigs. Wilhelmshaven, den 12.11.1936. An den Führer der Marine-SA. Gießen Herrn Oberleutnant der Reserve Mettenheimer. An den Führer der Marine-Kameradschaft Gießen Herrn Lich. Es drängt mich, Ihnen und den Kameraden des Nationalsozialistischen Deutschen Marine-Bundes für die vorbildliche Kameradschaft herzlich zu danken, die Sie meiner Funk-Mannschaft auf der Wanderftreife entgegengebracht haben. Es war meinen Soldaten ein Erlebnis, aus Ihrer Gastfreundschaft zu erkennen, wie tief die junge Marine im Volke wurzelt, und mit welcher Liebe die alten und jungen Kameraden an ihr hängen. Durch solche Geschlossenheit werden wir den Gedanken immer weiter ins Volk hineintragen: ,Seefahrt tut notsi. Heil Hitler! Ihr sehr ergebener Otto Schenk, Kapitän zur See." Die Teilnehmer am Labskaus-Essen übermittelten der Wanderstreife des Kreuzers „Leipzig" herzliche Grüße durch einen in launiger Versform gehaltenen Brief, der von allen Besuchern unterschrieben wurde, und der von der großartigen Stimmung Kunde gab, die bald an allen Tischen herrschte. Zwischen die guten musikalischen Darbietungen der Kapelle schalteten sich frohe gemeinsame Lieder und heitere Vorträge ein; besonderen Beifall erzielten der obligatorische Labskaus-Rundgesang, aus der poetischen Feder des Kameradschaftsführers stammend, sowie ein vom „Bänkelsänger" des Kreuzers „Leipzig" abgehörter humoristischer Gesang, vor-. Landkreis Gießen. * Hungen, 15. Nov. Um das W i n t e r h i l f s- w e r k auch in diesem Jahre erfolgreich zu gestalten und damit das Werk unseres Führers zu unterstützen, bedarf es des restlosen Einsatzes aller Volksgenossen. Die NS.-Frauenschaft Hungen konnte durch eine Sammlung Honig und Gelee, insgesamt 445 Pfund dem Winterhilfswerk zur Verfügung stellen. Auch die bisher durchgeführten Haussammlungen zeitigten ebenfalls sehr gute Ergebnisse. Kreis Biedenkopf. * Wommelshausen, 13. Nov. Gestern fanden zwei Leute aus Wommelshausen bei Gladenbach in einem Waldstück eine Stelle mit frischen reifen Preißelbeeren. Sie konnten beide einen großen Strauß mit nach Hause nehmen. Rundfunkprogramm. Dienstag, 17. November. 6 Uhr: Choral; Morgenspruch; Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Werkkonzert. 9.30: Zum Tag der deutschen Hausmusik. 10: Schulfunk. 10.30: Sendepause. 11.30: Landfunk. 11.45: Zum Tag der deutschen Hausmusik. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittagskonzert II. 14.10: Nach Tisch gönnt euch ein wenig Rast, seid bei Frau Musika zu Gast! 15: Volk und Wirtschaft. 15.15: Das deutsche Lied. 16: Unterhaltungskonzert. 17: Jugendliche Musikanten spielen zum Tag der Hausmusik. 17.30: „Bei der Lampe trautem Schimmer ..." 17.50: „Nebel ..." 18: Unterhaltungskonzert. Als Einlage: Eine Viertelstunde deutsche Hausmusik. 19: Hessen-Nassau unter sich! 19.30: Kampf dem Verderb. 19.40: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: Großes Orchesterkonzert. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 22.30: Berühmte Stimmen auf seltenen Schallplatten. Große italienische Sänger. 23: Von Hamburg: Unterhaltungs- und Volksmusik. 24 bis 2: Nachtmusik. getragen von Marine Kameradschaft und Marine- SA. Bei aller Fröhlichkeit und Ausgelassenheit gedachten die Besucher aber auch der großen und ernsten Aufgaben des deutschen Volkes und seines Führers. Eine zugunsten des Winterhilfswcrkes durchgeführte Tellersammlung erbrachte eine Spende von 10,05 Mark und beweist die Bereitwilligkeit aller Teilnehmer, sich über die gute Kameradschaft der schön verlaufenen Veranstaltung hinaus auch der großen Kameradschaft des gesamten deutschen Volkes verpflichtet zu fühlen. (Sine Wasser-Groteske. LPD. Schotten, 15. Nov. „Kleine Ursachen, große Wirkungen" — an dieses alte Sprichwort muß man denken, wenn man die köstliche Schiebergeschichte hört, die in der Nähe von Schotten passiert ist. Dort litt die Wasserversorgung des früheren Hauses „Lug ins Land", des Lehrerheims, das abseits von Schotten an der Landstraße nach Gedern liegt, schon seit Monaten empfindlich Not. Die Leitung wollte trotz aller Mühen und „Anzapfungen" nicht genug Wasser geben, so daß das Wasser zum Tränken des Jungviehs auf der Jung- oiehweide täglich sogar in Fässern herangeschafft werden mußte. Das ging monatelang so. Man kam auch auf die Vermutung, die Wasserzufuhr sei bei Kulturbauarbeiten einer Nachbargemeinde beschädigt, oder gar abgegraben worden. Daraufhin gab es Auseinandersetzungen mit der Gemeinde. Endlich entschloß man sich dieser Tage, der Sache ganz gehörig auf den Grund zu gehen. Zu diesem Zweck wurden Wasserleitungssachoerständige und auch die Kulturbauämter in Gießen und Lauterbach in Anspruch genommen. Hin und her wurde überlegt, alle Eventualitäten wurden erwogen, bis schließlich der Vorschlag gemacht wurde, doch einmal an der Ouellfassung selbst nachzusehen. Gesagt, getan! Und hier erlebte man die große lieber« raschung, die — Groteske. Man fand nämlich, daß der Hauptschieber des Wasserzuleitungsrohres zu drei Viertel — zuge- dreht war. Kein Wunder, daß unter diesen Umständen das kostbare Naß nur spärlich floß. Nun ein kurzer Griff, der Schieber ging vollständig auf — und damit war alle Wassernot mit einem Schlag beendet. Eine kuriose, nicht alltägliche Versorgungsschwierigkeit hatte ihr Ende gefunden. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstagnach- mittag geschloffen. Wirtschaft. Maßnahmen gegen überhöhte Kurse der Auslandwerte. Fwd. Die Entwicklung der Kurse für Auslandswerte ist immer noch mit Zurückhaltung zu betrachten. Hierauf ist insbesondere im Interesse des Schutzes des Publikums hinzuweisen. Wie der Fwd. erfährt, sehen die Börsenbehörden die Spannung zwischen den Auslands- und den Jnlandskursen immer noch als überhöht an. Jedenfalls entspricht die Entwicklung der Kurse im Freitagnachmittagsverkehr nicht der Gesamtlage. Die Makler-Kammer der Berliner Börse ist angewiesen worden, in den Fällen, in denen etwa die gestrigen Kurse bzw. Schlußkurse überschritten werden, die Notiz zu streichen. (Einschließlich Otavi.) Nhein-Mainische Börse. Schwächer. F r a n k f u r t a. M., 14. Nov. Die Börse lag zum Wochenschluß nahezu geschäftslos, die Haltung war vorwiegend schwächer. Die Entwicklung der Kurse für Auslandwerte, insbesondere die im gestrigen Abendbörsenverkehr eingetretenen Steigerungen, haben die Börsenbehörden, die die Spannung zwischen den Ausland- und Jnlandkursen immer noch als überhöht ansehen, zu folgender Maßnahme veranlaßt: „Sämtliche Auslandwerte dürfen heute nicht fortlaufend notiert werden. Sollte der heutige Einheitskurs dieser Papiere höher als gestern sein, so ist auch der Einheitskurs zu streichen." Diese Maßnahme löste naturgemäß starke Zurückhaltung aus und führte auch in deutschen Papieren zu Verkäufen. Der Aktienmarkt erfuhr daher zu den ersten Kursen Rückgänge von 1 F>is 2 v. H. Am Montanmarkt ließen Verein. Stahl auf 123 bis 121 50 (124), Klöckner auf 125 bis 124,50 (126,50), Harpener auf 154 (156) nach, ferner bröckelten Hoesch und Mannesmann bis 0,50 v. H. ab. Von chemischen Werten verloren Scheideanstalt 2 v. H., JG.-Farben 1,5 v. H. Elektroaktien schwächten sich 0,25 bis 0,50 v. H., Siemens 1,25 v. H. ab. Maschinen- und Motorenwerte und Westdeutsche Kaufhof gaben bis 0,50 v. H. nach. Bemberg gingen auf 115 bis 113 (116) zurück. Etwas höher lagen Reichsbank (plus 1 v. H.) und Cement Heidelberg (plus 0,50 v. H.), Holzmann und Rheinmetall lagen unverändert. Am Rentenmarkt zogen Altbesitz 0,40 v. H. an, Kommunal-Umschuldung mit 89,90, späte Schuldbuchforderungen mit 98,13 und Zinsvergütungs- jcheine mit 93,95 blieben behauptet. Zertifizierte Dol- lar-Bopds nannte man etwas schwächer. 2m Verlaufe blieb das Geschäft am Aktienmarkt sehr klein, die Kurse bröckelten vielfach weiter ab. Hoesch 118 nach 119, Mannesmann 115,75 nach 116,75, Metallgesellschaft 150,50 nach 151, Reichsbank 185,50 nach 186,50, JG.-Farben kamen mit 169,25 (171,50), Rheinstahl mit 151,50 (153,25) zur Notiz. Etwas höher lagen MAN. mit 118,50 (117,75). Variable Anleihen lagen still und unverändert. Am Pfandbriefmarkt ergaben sich geringfügige Abweichungen für Liquidationswerte, auch Stadtanleihen lagen etwas uneinheitlich, aber meist unverändert. IG.-Farben-Bonds gingen weiter zurück auf 134,65 (135,50). Auslandwerte erschienen durchweg mit Minuszeichen. Der größte Teil der Papiere blieb gestrichen. Notiert wurden: Aku 57 (68,90), Cha'de, sämtliche Serien 238,50 (A bis C 291), (D 265.50) und (E am 10. Nov. 312,50), 4proz. Ungarn Gold 8,50 (10), IG. Chemie Basel volle 155,25 (158,50), dieselben leere 138 (140,50), Otavi Minen 28 bez. Brief rep. 60 v. H. Abnahme (35). Frankfurter Schtachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 16. Nov. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Seit dem letzten Markt dem Schlachthof zugeführt: 32 Ochsen, 2 Bullen, 20 Kühe, 10 Färsen; Vorauftrieb: 789 Rinder (108 Ochsen, 84 Bullen, 483 Kühe, 114 Färsen), 460 Kälber, 127 Schafe, 3493 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 38 bis 45 Mark, Bullen 35 bis 43, Kühe 20 bis 43, Färsen (Kalbinnen) 35 bis 44, Kälber 40 bis 65, Hämmel 45 bis' 48, Schafe 27 bis 35, Schweine 51 bis 57 Mark. Marktverlauf: Rinder, Kälber und Schweine zugeteilt, Hämmel und Schafe ruhig. Schweinemarkt in Alsfeld. * Alsfeld, 16. Nov. Auf dem heutigen Schweine markt waren 259 Ferkel, davon 215 Händlerschweine, aufgetrieben. Bei flottem Verkauf verblieb geringer Ueberstand. Es fofteteten 6 bis 8 Wochen alte Tiere 13 bis 16 Mark, für 8 bis 10 Wochen alte 16 bis 18 Mark, über 10 Wochen alte 22 bis 25 Mark, Einlegerschweine bis 45 Mark. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v.H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt a. M. Zterlin Frankfurt a.M. Berlin Frankfurt a. M. Berlin Devisenmarkt Berlin - — Tranfhirf n TU Schluß- kurS Schluyk. Schluß- kurS Schlußk. Schluß- kurS SchluM. Abend- böri Schluß- kurS Schlußk. Mittag- börie Schluß- kurS SchlUlrl. Abendbörse Schlußk. Mittaa- börfc Abendbörse Mittag- börse Schluß- kurS 13.November 14.November Datum 13 11- 14 11 13-11 - |14 11• Datum 13-11. 14-11. 13.11 14-11. Datum 13.11. 14-11. 13-11- 14-11. Amulche Geld Notierung Brief Amtliche Notierung Geld | Brie* 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 4% Deutsche Neichsanl. von 1934 6%% Doung-Anlelhe von 1930 . Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mli Ausloj.-Rechten ............ 4y»% Deutsche Reichspostschatzan Weisungen von 1931, I....... 4Vi% ehem. 8% Hessischer Volks staat 1929 lrückzahlb. 102%) .. *¥1% ehem. 8% Hessische Landes bank Darmstadt Gold R. 12... 6%% ehem 4H% Hess. Landes Hypothekenbank DarmstadtLiau. 4Yi% ehem. 8% Darmst. Komm Landcsb.Goldschuldverschr R.6 Lberhessen Provinz-Anleihe mi Auslos.-Rechlen ............ Deutsche Komm. Cammelabl. An leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten *Y*% ehem.8% Franks. Hyp.-Van! Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 6y,% ehem. 4*z2% Franks. Hyp. Bank-Liqu.'Pfandbriese...... 6Yt% ehem. 4*/,% Rheinisch. Hyp.-Bank-Ligu.-Goldpfe. ... 4*4% ehem. 8% Pr. Landespfand briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 4y,% ehem. 7% Pr. Landespfand briefanst., Gold Komm. Obl. 20 Steuergutsch. Verrechnung»!. 34-38 4% Oesterreichische Goldrente... 4,20% Oesterreichische Silberrente 4% Ungarische Goldrente ....... 4% Ungarische Staatsrcnte v. 1910 4*4% dcSgl. von 1913.......... *>% abgest. Golomexikaner von 99 4% Türkische Bagdaobahn-Anleihe Serie l..................... 101,4 98 118,4 99,9 98,75 97 100,25 93 122,4 97 100,5 100,75 101,4 98 118,75 99,9 98,75 97 100,4 93 122,13 97 100,5 100,65 101,4 98 118,75 100 97 122,4 97 101 101,4 98 118,9 99,9 98,5 122,4 97 100,75 4% oesgl. Serie ii ............ 5% Rumän. vereint). Rente v. 1903 4yr%Rumän.vereinh.Rentev.l913 4% Rumänische vercinh. Rente . 2y4% Anatolier .............. Hamburg-Amerika-Paket .....o Hamvurg-Süvam. Dampfschiff. o Norddeutscher Lloyd .........o -l-G. für Verkehrswesen Akt. .: 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz- und Privat-Bank ... 4 Deutsche Bank und Dtsconto» Gesellschaft................ 4 Dresdner Bank.............. 4 lteichsbank .................. A.E.G...................... 0 Bekula..................... 8 Elettr. Lieferungsgeielstchaft... 6 Vidn und Kraft ............. 7 Felten & Guilleaume......... 4 'iesetlsch.f.Elektr.Unlernehmung. 6 Rheinische Elektrizität ........ 6 Rhein. Wests. Elektr.......... 6 Schuckert LCo............... g Siemens L Halske............ 8 LahmeyerLEo.............. 7 Buderus ................... <. Deutsche Erdöl ..............4 Harpener................. 2% Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. 3 Ilse Bergbau ............... 6 Ilse Bergbau Genüsse........ 6 Klücknerwerke ............... 3 Mannesmann-Röhren........ g 7 10,5 6,1 32,75 14,75 14,65 124,5 125,5 109,5 111 108,5 185,5 166 136 156 138,5 145,25 5,5 31 14,65 14,5 122,5 109 107,5 107,5 185,5 166 135,5 157 137,5 143,5 130 137 160 196,25 143,5 121 141,25 153 117,5 147,75 125 115,5 6,55 10,25 5,9 32,65 14,4 38 14,25 124,25 126,13 109,5 111 108,5' 185,13 166,65 136 155,5 138 145,75 10 5,55 31 14,65 38,25 14,65 122 126 109 107,5 107,5 185,25 — 166,5 133,5 155,5 136,5 143,25 Manöselver Bergbau....... 6y, Kokswerke .................. 6 Rheinische Braunkohlen .....12 Rheinstahl .................. 4 Vereinigte Stahlwerke......öy, Otavi Minen ............... 0 Kaliwerke Aschersleben........5 Kaliwerke Westeregeln........ 6 Kaliwerke Salzdetfurth..... 7ya 3. G. Farben-Industrie.......7 Scheideanstalt...............9 Goldschmidt ................ 6 Rütgerswerke ............... 6 Metallgesellschaft............. 6 Philipp Holzmann...........4 Zementwerk Heidelberg ...... 7 Eementwerk Karlstadt......... 6 Schultheis Pcchenhofer .......4 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. O Bemberg................... 5 Zellstoff Waldhof ............g Zellstoff Aschaffenburg .......0 Dessauer Gas ............... 7 Daimler Motoren............0 Deutsche Linoleum...........8 Lrenstein & Koppel ..........0 Westdeutsche Kaufhof.........0 Chade...................... 9 Accumulatoren-Fabrü....... 12 Eonti-Gummi.............. 11 Gritzner....................0 Mainkraftwerke Höchst 4 Süddeutscher Zucker ........ 10 153,25 124 35 140,5 135 171,5 271 128,75 139,5 151,25 135 166 68,9 116 162 138,5 123 167,5 60,5 291 170 34,5 203 229,5 150,5 120,5 28 140,5 135,5 168,5 258 129 139 150,25 134,75 166,5 57 113 162 138,5 121,5 167,9 59 238,5 169,5 35 95 203 157 138 225,25 152,75 123,25 33,4 140,5 136,75 171,65 128,75 139,5 150,9 .... 101,9 67,25 115,75 162,25 139,25 110,5 121,9 168 92 60,5 281 201,5 170 34,9 203 155 137 230 149,9 120,13 28 141 136 187 168,5 127,5 138,5 152 tz 101,4 57 111,5 158 137,5 109 120,5 168,5 91,75 58,13 240 202 169 34,75 203 oueno» Airc Brüssel .... Rio de Jan. Sofia..... Kopenhagen Danzig .... London.... HelsingforS. Paris ..... Holland ... Italien.... 3apart..... Jugoslawien Oslo...... ■ Wien...... -.'chabon... Stockholm... Schweiz ... Spanien... Prag....... Budapest .. Reuyork ... 0,691 42,08 0,145 3,047 54,17 47,04 12,13 5,35 11,54 133,96 13,09 0,708 5,654 60,96 48,95 11,015 62,54 57,15 21,98 8,771 2,488 0,695 42,16 0,147 3,053 54,27 47,14 12,16 5,36 11,56 134,22 13,11 0,710 5,666 61,08 49,05 11,035 ' 62,66 57,27 22,02 8,789 2,492 Banknoten ■ 0,690 42,10 0,145 3,047 54,26 47,04 12,15 5,365 11,56 134,17 13,09 0,709 5,654 61,06 48,95 11,035 62,64 57,16 21,98 8,771 2,487 0,694 42,18 0,147 3,053 54,36 47,14 12,18 5,375 11,58 134,43 13,11 0,711 5,666 61,18 49,05 11,055 62,76 57,28 22,02 8,789 2,491 97,5 95 109,8 10 8 8,25 11.65 97,5 95 109,8 8,5 7,5 97,5 95 109,9 24,5 2,3 9,85 8 8,3 11,9 97,5 95 109,9 24 2,25 8,13 7 8 10,8 137,75 162 197,5 144,25 124 142,25 156 119,5 — 147,5 126,25 117,13 130 137,65 162 197,5 144,25 122,9 142,5 156 119,25 191 148,25 126 117,25 137 159 195 144,5 120,25 140,75 150 116 185,25 147 123,75 115,25 Berlin,14.November Geld Brief Amentanyche Roten.............. Belgische Noten.................. Dänische Noten ................. Englische Noten ................. französische Noten............... Holländische Noten............... Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, ä 1OO Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten............... Schweizer Noten................. Spanische Noten................. Ungarische Noten................ 2,449 41,96 54,10 12,125 11,51 133,83 60,90 62,47 57,01 2,469 42,12 54,22 12,168 11,55 134,37 61,14 62,73 57,23 Nr. 269 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhesfen) Montag, lö.November 1936 LangemaMeier der Gießener Siudenienschast. Langemarck-Symbol und beilige Verpflichtung für die deutsche Jugend, Gedenken an den Opfergang der jungen Helden, Selbstverständlichkeit für die ganze deutsche Nation! Langemarck — ein Ruhmesblatt auch in der Geschichte der Deutschen Studentenschaft, Erhaltung des Geistes von Langemarck dauernde Pflicht. Ein ernster Herbstmorgen mit spärlicher Sonne sieht die Jugend angetreten, straff diszipliniert, vor einem Denkmal, das an den Heldentod der gefallenen Brüder und Kameraden erinnert. Alter, Kriegsgeneration, Jugend und Zukunft des deutschen Vplkes stehen vereint unter siegreichen Fahnen und gedenken in berechtigtem Stolz einer Jugend, die ihr Höchstes, das Leben, einsetzte für die gesamte Nation. Soldaten und Kämpfer der Bewegung haben v4-CM W-* * Die Gießener Studenten ehrten die Gefallenen von Langemarck am Denkmal der gefallenen 116er auf dem Landgraf-Philipp-Platz. (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.) ‘ sich zusammengefunden als Repräsentanten eines wiedererstandenen starken und geeinten Reichs. Der gestrige Sonntagvormittag wurde für die Teilnehmer an der Langemarck-Gedenkfeier der Gießener Studentenschaft auf dem Landgraf-Phlipp- Platz vor dem Gefallenendenkmal zu einem starken Erleben. Fahnenabordnungen standen im Kreis um den würdig geschmückten Steiü, und zahlreich waren die Vertreter, die Abordnungen, Ehrengäste und die Gießener Bevölkerung zur Feierstunde erschienen. Der Musikzug der SA.-Standarte 116 eröffnete mit einer dem Ernst der Stunde angepaßten Weise das Gedenken. Dann sprach der Leiter der Gießener Studentenschaft, Hochschulgruppenführer pg. Alb. Trank Er führte u. a. ungefähr folgendes aus: Wir sind heute zusammengekommen, um einen Tag der Besinnung und einen Tag des Dankes zu begehen, einen Tag des Dankes an diejenigen Kameraden, die bei Langemarck ihr Leben ließen, damit Deutschland lebe. Ich danke Ihnen allen, daß Sie gekommen sind, um mit uns der Kameraden von Langemarck zu gedenken und eine Stunde der Einkehr zu halten. Ganz besondere Freude ist es für uns, hier unter unseren Ehrengästen einige Mitkämpfer von Langemarck begrüßen zu können. Sie wissen wohl am besten, welch heldenmütiger Geist die jungen Bataillone beseelte, als sie mit dem Deutschlandlied auf den Lippen in die feindlichen Feuergarben stürmten. Es ist viel und oft über Langemarck gesprochen, es ist oft besungen und gefeiert worden, und ich will nicht der Tatsache erneut gedenken — nein, wir wollen uns heute noch einmal klar und bewußt werden, was uns Langemarck heute und in alle Ewigkeit zu sagen hat. Langemarck ist Symbol für die soldatische Haltung deutscher Männer, für das unbedingte Gefühl höchster Pflichterfüllung, für die heiße und nie versagende Vaterlandsliebe, für deutsches Heldentum. Langemarck hat uns gezeigt, aus welchem Schrot und Korn der deutsche Student ist, und wir wollen voll Genugtuung feststellen: dieser Geist von Langemarck lebt auch heute in unserer Jugend. Langemarck ist geblieben in der studentischen Jugend über jene Zeiten hinweg, in denen Vaterland und Heimat, Mut und Heldentum, Opfersinn und Tatkraft nichts weiter darstellten als abstrakte Begriffe. Langemarck ist geblieben über Versailles und Rheinlandbesetzung, über Poung-Plan und Dawes-Plan. Langemarck hat yelebt im 9. November 1923, hat gelebt in Männern wie Schlageter und Horst Wessel, hat gelebt in all denen, die das Dritte Reich erkämpft haben. Langemarck aber soll und wird ewig ein Mahnmal für uns sein, und zwar immer dann, wenn wir wankend und weich werden, wird immer dann ein Mahnmal sein, wenn Deutschlands Jugend nicht zusammensteht wie ein Mann, um zu leben und zu kämpfen für unser höchstes Gut, für Deutschland. So wollen wir denen von Langemarck danken und ihnen geloben: Ihr steht in ehernen Lettern in der Geschichte unseres Volkes geschrieben und seid Ansporn und Glaube alle Zeit. Deutschland grüßt euch und dankt euch für eure Opfer und ist stolz auf euch. Deutschland ist wieder frei und stark geworden. Ihr aber, Kameraden von Langemarck, seid nicht umsonst gefallen. Horst Wessel steht bei euch, und wir rufen euch zu: Deutschland lebt heute, morgen, immerdar! Nach diesen Worten spielte die Kapelle das Lied vom guten Kameraden, und der Studentenführer legte am Gefallendenkmal im Namen der Studentenschaft einen Kranz mit dem Symbol des Dritten Reiches nieder. Ein Musikstück leitete über zur Uebertragung der Langemarck-Gedenkfeier in der Deutschlandhalle in Berlin. Nach der Langemarck-Kantate sprach der Reichsjugendführer, daran anschließend der Gauleiter des Traditionsgaues München, Pg. Wagner. Nach Beendigung der Berliner Feierstunde kam das Gelöbnis der Gießener Studentenschaft auf den Reichsstudentenführer und auf den Führer und Kanzler des deutschen Volkes. pg Trank führte dazu folgendes aus: Der Geist von Langemarck war Einigkeit, Geschlossenheit und Einsatzbereitschaft. Ich glaube, wir können den Männern von Langemarck keinen größeren Dank abstatten, als den, daß wir nunmehr in einer Front marschieren mit dem neuen Führer des ganzen deutschen Studententums an der Spitze für unser geliebtes Vaterland. So geloben wir unserem Reichsstudentenführer Dr. Scheel unverbrüchliche Treue und niemals wankend werdende Gefolgschaft. Damit aber dieser Geist von Langemarck in uns Form und Inhalt bekommt, geloben wir dem Manne, der den Geist eines neuen Langemarck in die Herzen der deutschen Jugend brachte, ewige Treue. Mit dreifachem Sieg-Heil auf den Führer und mit dem Deutschland- und dem Horst-Wessel-Lied endete nach dem Abmarsch der Fahnengruppe die in allen Teilen würdig verlaufene Gedenkfeier. SOZchreAlpenveremsarbeiNnGießen-Obecheffen Am Samstag beging die Sektion Gießen-Ober- heffen des Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins in schlichter und würdiger Weise die Feier des 50jährigen Bestehens der Sektion. Am Nachmittag fand in der Aula des Gymnasiums eine Testsihung statt, zu der sich neben den Mitgliedern de. Vereins auch zahlreiche Ehrengäste eingefunden hatten. Die Feierstunde wurde von Frau Elfriede Fischer (Flügel) und Herrn Reinhard Mürrle (Violine) mit Max Regers Präludium für Violine und Klavier in schöner Weise eingeleitet. Anschließend sprach Frl. W e y l einen Prolog, der der 50jährigen Arbeit der Sektion gewidmet war. Sektionsführer W r e d e hielt sodann die einleitende Ansprache, in der er in großen Zügen über die Entstehung und das Wirken des Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins, sowie über die großen und idealen Aufgaben der Vereinigung sprach. Er erinnerte an die Gründung des Oesterreichischen Vereins in Wien und an die im Jahre 1869 in Münschen erfolgte Gründung des Deutschen Vereins, ferner an die Vereinigung der beiden Vereine im Jahre 1873 in Bludenz, von der dann in jahrzehntelangem Wirken eine außerordentlich fruchtbare Arbeit zur Erschließung des Alpengebiets mit ihren vielfachen Aufgaben erfolgte. Mit rund 200 000 Mitgliedern in 460 Sektionen und 515 allgemein zugänglichen Hütten, über 100 Sektionshütten, sowie einem Wegenetz in den Alpen von rund 30 Kilometer ist der Verein zu einem bedeutenden Faktor für die Alpen geworden. Der Redner erinnerte sodann an die Verständigung zwischen Deutschland und Oesterreich und die damit wieder gegebene Möglichkeit zum Besuche aller Teile der Alpen. Seine Ansprache klang aus in dem freudig aufgenommenen Sieg-Heil-Gruß an den Führer. Die beiden ersten Verse der Nationalhymnen wurden dann gemeinsam gesungen. Professor Dr. B o e ck hielt sodann die Festrede, in der er zunächst an die im August 1886 von Mitgliedern vorgenommene Gründung der Sektion Gießen und an den ersten Vorsitzer der Sektion, Professor G a r e i s, erinnerte. Zehn Jahre später zählte die Sektion bereits 124 Mitglieder, ihre Tätigkeit erstreckte sich neben der Pflege des Besuchs und des Interesses an den Alpen auch auf die Pflege der heimatlichen Wanderungen, auf Vorträge usw. Weiter erinnerte der Vortragende an die im Winter 1896 aus einem Teil der Sektion Gießen entstandene Gründung der Sektion Oberhessen, sowie an die Tätigkeit in beiden Sektionen. Er verwies in diesem Zusammenhänge auf die Berichte im „Gießener Anzeiger", die fortlaufend über die Arbeit der beiden Sektionen Mitteilungen machten. Von besonderem Interesse waren Angaben des Redners über die Entstehung der Gießener Hütte in den Kärntner Tauern, wobei besonders der Verdienste des damaligen Vorsitzers der Sektion Gießen, Prof. Hedherich, gedacht wurde. Im März 1911 tauchte der Gedanke auf, in den Alpen eine Hütte zu bauen, im Sommer 1911 wurde in den Kärntner Tauern die Baustelle erworben, an der sich seitdem die Gießener Hütte befindet, die mit einem Aufwand von rund 27 000 Mark gebaut und völlig schuldenfrei Ende 1912 fertiggestellt war. Am 24. August 1913 fand die feierliche Einweihung der Hütte statt, wobei Professor H e d d e r i ch als ihr Schöpfer die Festrede hielt. Seine Verdienste um dieses Werk wurden dadurch anerkannt und geehrt, daß ein schöner Aussichtsplatz in der Nähe der Gießener Hütte den Namen „Hedderichs-Ruh" erhielt. Der Vortragende machte sodann auf das Anwachsen der Mitgliederzahl in der Gießener Organisation der Alpenvereinsfreunde aufmerksam, wies kurz auf die Unterbrechung der Vereinsarbeit während der Kriegsjahre, sowie auf die Schwierigkeiten der Nachkriegszeit hin und hob weiter als besonders bedeutsam die im Januar 1935 erfolgte Verschmelzung der beiden Gießener Sektionen zur „Sektion Gießen-Oberhessen" hervor. Nach einem Gedenken an die verstorbenen Mitglieder der Sektion schloß der Redner seine Ausführungen mit herzlichen Wünschen für die Weiterarbeit der Sektion Gießen- Oberhessen für die Erschließung der Alpen, die Vertiefung der Beziehung zwischen den Deutschen hüben und drüben dc^ Grenze, sowie zum Segen der deutschen Volkstu'risarbeit. Herzliche Glückwünsche wurden der Sektion Gießen-Oberhessen sodann von einem Vertreter der Sektion Frankfurt a. M., der zugleich auch im Namen des Hauptausschusses und des Verwaltungsausschus- ses des Hauptvereins sprach, ferner von einem Vertreter des DeutschenBergsteigerverbandes, und von einem Sprecher des Vogelsberger Höhenklubs in Gießen und von einem Vertreter des Skiklubs Gießen dargebracht. In sämtlichen Ansprachen wurde die Arbeit der Gießener Alpenvereinsfreunde während der verflossenen fünf Jahrzehnte mit herzlichen Worten der Anerkennung gerühmt. Sektionsführer W r e d e brachte den herzlichen Dank der Sektion für diese Ehrungen zum Ausdruck. Sodann teilte er mit, daß laut Beschluß bes Ältestenrats die Gießener Sektionsmitglieder Kaufmann und Bücherrevisor V a u b e l, Oberstudienrat i. R. Prof. Trapp und Amtsgerichtsrat Jöckel in dankbarer Würdigung ihrer 40jährigen Mitarbeit in der Sektion Gießen-Oberhessen zu deren Ehrenmitgliedern ernannt wurden. Die Mitteilung und die damit verbundene Beglückwünschung der drei anwesenden Herren wurde von der Festoersammlung mit lebhaftem Beifall ausgenommen. Nachdem Frau Gertrud W e y l Franz Schuberts Lied „Dem Unendlichen" unter Begleitung von Frau Fischer am Flügel als schöne Bereicherung der Feier zum Vortrag gebracht hatte, sprach Sektionsführer Wrede das Schlußwort, in dem er die 50jährige Arbeit der Sektion als 50 Jahre Bautätigkeit an der großen deutsch-österreichischen Volksgemeinschaft bezeichnete und den Willen der Sektion Gießen-Oberhessen zur weiteren Arbeit an diesem Werk betonte. Damit will die Sektion Gießen- Oberhessen treue Hüterin des gesamtdeutschen Gedankens und gute Betreuerin der Alpenvereins- ideale sein. Oer Testabend. Am Abend hatte die jubilierende Sektion mehr als vierhundert Mitglieder und Gäste zu einem zünftigen Hüttenabend in den Räumen des Clubs versammelt. Der Festsaal war mit viel Grün und bunten Bändern liebevoll ausgeschmückt. Ein fast lebensgroßes Modell der Gießener Hütte und der riesige, lustig bemalte Prospekt im Hintergrund verdeutlichten sinnreich das gewünschte Lokalkolorit. Unter Mitgliedern und Gästen herrschte die zünftige Bergsteigertracht vor. Krachlederne und Wadenstrümpfe, Mieder und Dirndlkleid beherrschten das Bild. Der Tiroler „Rote" und die Maßkrüge mit Löwenbräu versinnbildlichten auch in der leiblichen Atzung den Charakter des Festes. Von Herrn Nieren vom Stadttheater poetisch eingeführt, begann dann der Aufstieg der bewährten Alpinisten der Sektion zur Gießener Hütte mit Bergstock, Spitzhacke, Rucksack und Seil, nicht immer wird so lustige Musik die letzten hundert Meter so erleichtert haben, wie heute am Jubiläumstage. Vor der Hütte entwickelte sich dann ein lustiges Treiben, das schnell auf den ganzen Saal Übergriff, zumal noch eine Reihe hübscher Einlagen, von Herrn Nieren frisch und munter angekündigt, für allgemeine Erheiterung sorgten. Ein gemeinsam gesungenes Festlied, von Richard Trapp gedichtet, lustige Schnadahüpferl des Wurzel-Sepps, hübsche Tanzeinlagen der drei Solotänzerinnen des Stadttheaters (ein gemütlicher Aelpler, der sehr flott getanzte Radetzky-Marsch und ein anmutiger Straußscher Walzer) fanden starken Beifall. Besondere Begeisterung rief aber die leibhaftig in Person erschienene Geiß des Hüttenwarts hervor, die dem Sektionschef ein „Meckerer-Buch" überreichte für die Spezialwünsche besonders eigenwilliger oberhessischer Dickschädel. Eine reich ausgestattete Tombola, erinnerungsvolle Lichtbilder und Filmstreifen von Wanderungen der Sektion in Nah und Fern und schließlich der Tanz als Seele aller Feste ließen die sorgfältig vorbereitete und wohlgelungene Jubelfeier in fröhlichster Stimmung erst in den frühen Morgenstunden harmonisch ausklingen. Lungmädel sammeln Kleinkinderwäsche. Die Jungmädel unserer Stadt traten am Samstag recht nachdrücklich in Erscheinung. Während des ganzen Vormittags waren sie unterwegs und auch am Nachmittag sah man noch viele mit ihren Handwagen bei eifriger Sammeltätigkeit. Vormittags sah man sie in schöner Geschlossenheit singend durch die Straßen ziehn und hinter den marschierenden Gruppen wurden die schön geschmückten und mit Aufschriften versehenen Wagen hergezogen. Die Sammeltätigkeit wurde nach dem Werbeumzug mit großem Eifer aufgenommen. Unser Bild zeigt die Mädchen bei der Vorbereitung und Schmückung der Handwagen. (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.) 7 V. . . >x - : 77 ■ Aus her Provinzialhaupistadt. ' v>- Ansich. del Gietzener Hütte des Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins, Sektion Gießen- Oberhessen, 2239 Meter, mit ©offener Scharte und Säuleck, 3080 Meter. Montag früh. Noch ruht die Stadt im Schutze der Dunkelheit. Das Licht der Laternen brennt unentwegt, aber es wird eingehüllt von den Dunstschwaden des Frühnebels, der sich kühl und feucht herniedersenkt. Aus der Richtung des Bahnhofs dringt der schrille Pfiff einer Lokomotive, ihm folgt das bekannte Rattern fahrender Züge. Es klingt eigenartig und wirklichkeitsfern angesichts der düsteren, morgenstillen Stunde, in der alles Leben verbannt zu sein scheint. Doch es ist die erste Regung des Werktages, der eine neue Arbeitswoche einleitet. Denn im Bahnhofsgelände begegnen sich die ersten Frühzüge. Mit hellerleuchteten Abteilen gleiten sie über die Schienen, durchdringen Dunkelheit und Nebeldunst und tragen ihre Insassen zur Stätte ihrer beruflichen Pflicht. Spärlich ist die Unterhaltung in diesen Abteilen. Kaum, daß einmal ein Wort fällt. Die Nüchternheit des anbrechenden Montags gebietet die Schweigsamkeit wie ein ungeschriebenes Gesetz. Gelegentlich sitzt auch ein verspäteter Sonntagsgast zwischen den Männern im Arbeitskittel, aber er wirkt beinahe stilwidrig und nimmt sich aus wie ein Bruder Leichtfuß in der Runde ernster und wortkarger Gesellen. In der Stadt wird es allmählich lebhafter. Straßenbahnen kommen surrend und klingelnd ihres Weges, Omnibusse lassen ihre riesigen Scheinwerfer spielen und die Lampen der Radfahrer gleiten über die Straße wie tanzende Irrlichter. Zuerst sind es nur wenige Fußgänger, aber je mehr es auf sieben Uhr zu geht, um so größer wird die Schor, die über die Bürgersteige eilt und hastig die Straßen überquert. Worte werden auch hier nicht viel gewechselt. Den Kragen hochgeschlagen, die Hände in den Taschen vergraben, ziehen sie dahin. Aber das Erlebnis des Sonntags schwingt in ollen nach. Das ist es, was dem Montagmorgen seine besondere Note gibt. Und je nachdem dieses Erlebnis friedlich oder geräuschvoll, heiter ober betrübend war, beschäftigt es den einzelnen. Gewiß, er äußerst sich jetzt noch nicht darüber, aber in der Frühstückspause wird er es wohl tun, denn die Frühstückspause am Montag hat ihren eigenen Reiz. Sie ist erfüllt von persönlichen Mitteilungen, von Berichten, von Tagesereignissen, von Sportnachrichten, kurz, von all jenen Geschehnissen, die der Sonntag so vielgestaltig abrollen ließ. Vorerst ist es freilich noch zeitiger Morgen. Indessen schickt sich der Werktag an, den verklungenen Sonntag gänzlich zu verabschieden. Und wenn es auch in der kurzen Zeitspanne zwischen sieben und acht Uhr noch einmal etwas ruhiger aus den Straßen wird; um acht Uhr tritt der Montagmorgen in feine vollen Rechte. Dann läuft die Maschinerie des Alltags wieder in gewohnter Weise und sputet sich, einen Wochenabschnitt zu erfüllen, der sich wie ein gewaltiger, den Rhythmus der Arbeit kündender Brückenbogen von einem Sonntag zum anderen spannt. ' H. W. Sch. Vornotizen. Tageskalender für TNonlag. Stadttheater: 20 Uhr „Der Bettelstudent" (nur für Militär). — Gloria-Palast, Seltersweg: „Eine Frau ohne Bedeutung." — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Liebelei." — Goethe-Bund und Kaufmännischer Verein: 20 Uhr Filmvortrag von Curt Vackebera „Kreuz und quer durch Südamerika" in der Neuen Aula der Universität. — Oberhessischer Kunstoerein, Turmhaus am Brand: 17 bis 18 Uhr Ausstellung von Oelgemälden, Aquarellen und Tempera. — Christliche Gemeinde, Zu den Mühlen 2: 20.30 Uhr Evangelisations-Vortrag. Die christliche Gemeinde Zu den Mühlen 2 veranstaltet in der Zeit vom 16. bis 22. November Eoangelisationsvorträge durch Pred. K. Buße- m e r, Lehrer an der Prediyerscbule in W.-Doh- winkel. Auf die heutige Anzeige sei hingewiesen. Sonntagsruhe am Buß- und Bettage. Die Polizeidirektion Gießen teilt uns folgendes mit: Für die Heilighaltung des Buß- und Bettages am 18. November ist die Verordnung des Herrn Reichsministers des Innern und des Herrn Reichsministers für Volksaufklärung und Propaganda vom 16. März 1934 maßgebend. Hiernach sind verboten alle öffentlich bemerkbaren Arbeiten, die geeignet sind, die äußere Ruhe des Tages zu beeinträtigen, sofern ihre Ausführung nicht nach Reichsrecht besonders zugelassen ist. Während der ortsüblichen Zeit Heute Fliegeralarm! Gießener, beachlel genau die Anordnungen der Polizei für den heutigen Fliegeralarm. Die richtunggebenden Bestimmungen waren am vorigen Donnerstag in einer Bekanntmachung im Gießener Anzeiger zu lesen. Am Samstag teilte die Polizei wichtige Ergänzungen mit. Alle Volksgenossen in Gießen bekunden auch hier die von der Polizei geforderte größte Disziplin! des Hauptgottesdienstes find verboten: 1. öffentliche Versammlungen, sofern hierdurch der Gottesdienst unmittelbar gestört wird; 2. alle der Unterhaltung dienenden öffentlichen Veranstaltungen, sofern nicht ein höheres Interesse der Kunst, Wissenschaft oder Volksbildung, oder ein politisches Interesse vorliegt; 3. Auf- und Umzüge, sportliche und turnerische Veranstaltungen sowie Hetz- und Treibjagden auf Wild, sofern hierdurch der Gottesdienst unmittelbar gestört wird. Ueber diese für die anerkannten Feiertage und Sonntage geltenden Bestimmungen hinaus sind für den Buß- und Bettag noch des weiteren verboten: a) sportliche und turnerische Veranstaltungen gewerblicher Art und ähnliche Darbietungen, sowie turnerische und sportliche Veranstaltungen nicht gewerblicher Art, sofern sie mit Auf- oder Umzügen, mit Unterhaltungsmusik oder Festveranstaltungen verbunden sind; b) in Räumen mit Schankbetrieb musikalische Darbietungen jeder Art (also auch ernste Musik); c) alle anoeren der Unterhaltung dienende öffentliche Veranstaltungen, sofern bei ihnen der diesem Tage entsprechende ernste Charakter nicht gewahrt ist. Goldenes Dienstjubilöum bei der Reichsbahn. Das Jubiläum einer 50jährigen Dienstzeit bei der Reichsbahn feierte Obersekretär August Luh aus Klein-Linden. Aus diesem Anlaß fand im Dienstzimmer des Reichsbahn-Amtmannes Wahl eine schlichte Feier statt, bei der Reichsbahn-Bäurat Wilke vom Betriebsamt 1 dem Jubilar die Glückwünsche und Ehrendiplome des Generaldirektors der Reichsbahn und der Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. überbrachte. Anschließend würdigte der Vorsteher des Bahnhofs, Amtmann Wahl, die Verdienste Luhs während der für einen Eisenbahner seltenen Dienstdauer von 50 Jahren. ck führte den KlavierkU mit Schätzer, W&, Vvtz er Ar DhorMrek VM . iS Partie des mitwirken- Format ift Er fuhrt semen^23er^n gewissenhaft Barbarafeier der Gießener Artilleristen imuf Konzerts. Herr Storc guter Anpassung durch. Die Partie des ----------- den Knabenchores liegt so hoch, daß sie kaum von Knabenstimmen bewältigt werden kann. Trotzdem entledigten sich die jungen Sänger, abgesehen von einer sehr exponiert liegenden Stelle, mit viel Eifer und freudiger Anteilnahme ihrer Aufgabe. Der Leiter des Konzerts, Herr Mustklehrer *» Aufgehobene Straßensperre. Die Straßensperre auf der Reichsstraße Schotten — L a u b a ch wird ab 19. November aufgehoben. und zielbewuht, so daß eine ruhige und stete Weiterentwicklung gewährleistet ist. a Zu Beginn sang der Verein zwei Chöre von Schubert, dynamisch gut entwickelt, den Eingangs- chor aus der deutschen Messe und die „Wehl Dieser Chor, der wegen seiner sehr großen Schwierigkeiten nur wenigen Vereinen zugänglich ist, ließ nach der Seite der Reinheit stellenweise noch einige Wünsche offen. Dem Gedenken des großen Romantikers Carl Maria von Weber, dessen 150. Geburts- Es ist eine alte schöne Sitte, daß die Artilleristen einmal im Jahre, und zwar zum 4. Dezember oder einem nahegelegenen Tage, den Gedenktag der heiligen Barbara, der Schutzgöttin der Arttllene, begehen. Dieser Brauch wurde, soweit die Kampftage es gestattete, bei den meisten Artilleristen auch im Felde treulich eingehalten. Jene Barbara-Feiern sind daher besonders im Gedächtnis der alten Artilleristen erhalten. M . Dem Brauche folgend, veranstaltete der Arttllene- verein Gießen am Samstagabend im Caf6 Leib feine Barbarafeier, die zugleich als Gründungsfeier des Vereins durchgeführt wurde. Der große Saal war außerordentlich stark besetzt, insbesondere waren auch die Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften unserer aktiven Gießener Artilleristen m sehr großer Zahl erschienen. Der Kameradschaftsführer des Artillerieoereins konnte denn auch mit freudiger Genugtuung betonen, daß der Artillerieverein Gießen tief in der Bevölkerung verwurzelt sei und sich in engster Kameradschaft mit den aktiven Jüngeren der heiligen Barbara verbunden fühle. Der Musikzug der SA.-Standarte 116 unter Leitung des Musikzugführers Herrmann eröffnete den in allen Teilen wohlgelungenen Abend mit flotter Marschmusik und ließ dieser dann zwei schöne klassische Kompositionen folgen. Kameradschaftsführer Müller entbot hierauf den Ehrengästen, insbesondere den Vertretern der Partei, der Wehrmacht und der Stadt Gießen, ferner den Vertretern der anderen Gießener Soldatenkameradschaft und den Vereinsmitgliedern mit ihren Angehörigen herzlichen Willkommensgruß. Er verwies dann auf die von den Soldatenkameradschaften stets freudig und in vollem Ausmaß erfüllte Aufgabe, das Erbe der Front und den Kameradschaftsgeist der Feldsoldaten weiterzutragen und ausstrahlen zu lassen auf das ganze deutsche Volk und mit aller Kraft für die Sache des deutschen Volkes und für die Stärkung des nattonalen Gedankens einzutreten. Er hob hervor, daß gerade die alten Soldaten in den Sol- datenkameradfchaften den Wiederaufstieg unseres Volkes unter der Führung des Frontkameraden Adolf Hitler besonders freudig begrüßt haben, weil sie in dieser Aufbauarbeit des Führers das verwirklicht sehen, was ihrem innersten Fühlen und ihrem ganzen Denken als alte Soldaten entspricht. Seine Ansprache schloß mit dem fteudigen Treugelöbnis und dem herzlichen' Gruß an den Frontsoldaten und Führer der Deutschen Adolf H i t - l e r. Dieser Gruß wurde von der großen Feier- gemeinschast mit Begeisterung ausgenommen und fand eine schöne Verkörperung in einem lebenden Bild, das auf der Bühne alte Arttlleristen mit der Fahne des Artillerievereins, aktive Kameraden der Gießener Artillerie und eine Darstellung der Schutzheiligen der Artillerie, der heiligen Barbara, huldigend vor einer Büste des Führers zeigte. Mit der Wiedergabe von Richard Wagners Marsch „Einzug der Gäste auf der Wartburg" durch den SA.-Musikzug wurde die feierliche Gefallenenehrung eingeleitet. Der Kameradfchaftsführer rief dabei in kurzen Worten das große Opfer der Gefallenen für Deutschlands Bestand und Freiheit in das Gedächtnis der Zuhörer zurück und wies auf den heldischen Sinn in unserem Volke hin, dessen Söhne immer bereit seien, ihr Höchstes, ihr Leben, einzusetzen für das ganze Volk, und die anständig und tapfer zu sterben wissen im ehrlichen Kampfe für das deutsche Vaterland. Als Beispiel dafür verlas er eine Stelle aus einem Kriegsbericht des englischen Höchstkommandierenden an der Westfront im Weltkrieg, Marschall H a i g, der den HeldenDie Kameraden vom Büro des Bahnhofs Gießen ließen Kamerad Luh für seine verständnisvolle Zusammenarbeit und für den kameradschaftlichen Geist danken und ihm ein Ehrengeschenk überreichen. Obersekretär Luh, der im nächsten Jahr mit der Erreichung der Dienstaltersgrenze in den Ruhe- tand teten will, dankte ergriffen für die Ehrungen. Konzert des Gesangvereins „Heiterkeit" Es ist außerordentlich erfreulich, wenn die fleißige Jahresarbeit eines Vereins durch so guten Besuch belohnt wird, wie es bei dem Konzert des Gesangvereins „Heiterkeit" am Samstagabend der Fall war. Ohne Zweifel hat das dazu beigetragen, daß man durch Hinzuziehung eines jugendlichen Geigerund eines Knabenchores weitere Kreise für die Veranstaltung interessierte. Diese Tatsache sollte für unsere Gesangvereine ein Hinweis sein, die Grenzen ihrer Aufführungen nie zu eng zu ziehen, wie es oft geschieht, sondern sie durch Verbindungen verschiedenster Art fruchtbringender und anziehender zu gestalten. Den größten Teil der reichhaltigen Folge bestritt der Verein selbst. Wie man von ihm gewohnt ist, stellte er in seiner Gesamtheit eine klangschöne und oynamisch bewegliche Einheit dar, in der besonders der erste Tenor durch Weichheit und Ergiebigkeit der Tongebung auffällt. Die deutliche Sprache konnte zum großen Teil den auf der Folge fehlenden Text ersetzen. Mit Recht legt der Leiter größten Wert auf geschlossene Atemführung und weichen Tonansatz. kampf des deutschen Arttllerie-Unterofsiziers Kruge r in der Schlacht bei Cambrai schildert, wo der deutsche Unteroffizier als einziger Ueberlebender seiner Batterie sein Geschütz bis zur letzten Granate und Handgranate gegen eine vielfache englische Uebermacht verteidigte, um schließlich im Kampf geqen den übermächtigen Feind zu fallen. Diese Ruhmestat ist in dem Ehrenmal der deutschen Feldarttllerie, das vor einigen Wochen in Köln geweiht wurde, für alle Zeiten festgehalten. Ein lebendes Bild auf der Bühne, das eine getreue Wiedergabe dieses Ehrenmals zeigte und von alten und akttven Gießener Artilleristen zu beiden Seiten flankiert war, vertiefte die Wirkung dieser eindrucksvollen Heldenehrung, die zugleich all den Toten galt, die im Kampfe für Deutschland an den Fronten des Krieges und im Freiheitskampf der Bewegung ihr Leben Hingaben. Um die schöne Gestaltung der beiden lebenden Bilder machten sich die Dereinskameräden K n i e l i n g und D a tz besonders verdient. Nach einem flotten Militärmarsch sprach der Kommandeur unserer Gießener Artillerieabteilung, Oberstleutnant Döring, auch als Vertreter des Standortältesten, zugleich im Namen aller übrigen Ehrengäste. Er gedachte jener freudigen Tage, die uns Gießenern zum ersten Male Arttlleristen in Garnison brachten, erinnerte kurz an den Abmarsch jener Abteilung im März dieses Jahres, konnte aber auch hervorheben, daß der Führer, der seine deutschen Volksgenossen noch niemals enttäuscht hat, auch hier wieder alle Hoffnungen der Gießener erfüllte, indem er wieder Arttlleristen in Gießen in Garnison ziehen ließ. Oberstleutnant Döring versicherte den alten Artilleristen, wie den alten Soldaten unserer Stadt überhaupt, daß seine Abteilung stets gerne und nach jeder Richtung hin gute Kameradschaft mit den alten Soldaten halten und insbesondere die enge Verbundenheit mit jenen Männern pflegen werde, die einst selbst den schwarzen Kragen getragen haben. Die Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften der Artillerieabteilung grüßten am Schluffe der Ansprache ihres Kommandeurs die alten Arttlleristen und ihren Kameradfchaftsführer mit kräfttgem, dreimaligem Hurra. Kameradschaftsführer Müller sprach dem Korn- mandeur herzlichen Dank der alten Arttlleristen aus und nahm mit freudiger Genugtuung die für beide Teile verpflichtende Versicherung der guten Kameradschaft auf mit der Feststellung: das soll ein Wort sein! Im weiteren Verlaufe des Abends wurden die Kameraden Karl Carle, Heinrich Datz, Otto Fischbach und Heinrich Weimar in dankbarer Anerkennung ihrer 25jährigen Mitgliedschaft und Mitarbeit im Verein durch die Verleihung der silbernen Ehrennadel ausgezeichnet. Ihnen zu Ehren wurde gemeinsam das Gießener Artilleristen, lied gesungen. Herzliche Worte des kameradschaftlichen Grußes und der treuen Waffenbrüderschaft, sowie der hingebungsvollen Dienstbereitschaft für das deutsche Volk sprach noch Kamerad A l b a ch aus Hatten- rod. Ferner teilte der Kameradschaftsführer einen Gruß des früheren Gießener Arttlleriekommandeurs, Major Welte, mit. Der SA.-Musikzug erfreute noch mit weiteren schönen Darbietungen feiner prächtigen instrumentalen Kunst. Angeregte kameradschaftliche Unterhaltung nahm daneben weiterhin das Interesse der alten und der aktiven Soldaten in Anspruch. Den Abschluß der schönen 23er- anstaltung bildete Tanz, dem sich besonders die junge Welt eifrig widmete.__ tag wir in diesem Jahr feiern, waren drei seiner schönsten Männerchöre gewidmet, von denen besonders das „Frühlingslied" durch Differenzierung der einzelnen Stimmgattungen und die dynamische Steigerung zu ausgezeichneter Wirkung kam. Anerkennung verdient auch der sichere Molleinsatz bei dem Schwertlied. Großen Anklang fanden bei den Hörern die beiden derben Soldatenlieder: „Der verliebte Fähnrich" und „Wenn die Soldaten." Das „Deutsche Arbeitslied" von Trunk geht durch exponierte Stimmlage, sowohl nach der Höhe, als auch nach der Tiefe, stark an die Grenze der Männerstimme. Der Verein wurde feiner Aufgabe gerecht. Wir hatten wiederum den Eindruck, daß der Saal des Studentenheimes akkustifch nicht recht geeignet ist, es geht zuviel Klang verloren. Als Solist war Herr Alfons Forstner (Baß), Mitglied des Gießener Stadttheaters, verpflichtet worden. Der Sänger verfügt über ein von Natur aus ausgiebiges Organ, das den Registern gut ausgeglichen ist, auch die Spr< Vie ist gepflegt und deutlich. Die Atemführung wirkt noch etwas unruhig und kurz, was sich bei den beiden Schubert- liedern nicht günstig auswirkte, bei denen die Ge- sangsböaen breiter und ausladender gebracht werden müssen. Nicht am Platze war nach den beiden Soldatenchorliedern die auch zu farblos vorgetragene Schumannsche Frühlingsfahrt. Hier hätte aus inhaltlichen und stilistischen Gründen der Sänger ein zu der Lortzing-Arie passendes Lied wählen sollen. Die genannte Arie fang Herr Forstner sehr zu Dank der Hörer, so daß sie wiederholt werden mußte, und er zeigte mit diesem Lied sogar augenfällig, daß seine Stärke das Theater ist und der Weg zur Konzertbühne nicht eben einfach ist. In anerkennenswerter Weife begleitete ein Vereinsmitglied, Herr Schmitz, den Sänger. Von den Hörern wurde es als eine angenehme Abwechslung empfunden, daß neben dem Gesanglichen auch die Instrumentalmusik zu Worte kam. Mit einer Sarabande von Bach und Moment musical von Schubert, das besonderen Beifall erhielt, zeigte Herr Schüttler wieder einmal, daß die ihm anvertrauten Schüler in guten Händen sind, und das Concerto grosse von Vivaldi, in dem der Meister neben seinen fortgeschrittenen Schülern wirkte, war einer der Höhepunkte des Gießener Gtadtiheater. V. Morgenveranstaltung: Virtuose Musik von G.F. Händel. Auf dem Programm der gestrigen Sonntagmorgenveranstaltung stand im wesentlichen Orchester- und Vokalmusik von G. F. Händel, und zwar hörten wir zuerst das Concerto grosse Nr. 10 in g-moll für Solo-Oboe und Streicher mit Continuo. Ueber dem vom Cembalo geführten, verhältnismäßig kleinen, aber geschloffen wirkenden Klangkörper des Streichorchesters erhebt sich die Oboenstimme folistisch und spielerisch, in schnörkliger Figuration über der dunkleren Grundierung des harmonischen Unterbaus. Im Wechsel der kurzen Sätze — Allegro, Largo, Allegro — äußert sich ein überwiegender Kammerspielcharakter des Werkes; Händel, der Theatraliker und Melodramatiker, läßt sich von hier aus nur ahnen. Aus der reinen und einfachen Linienführung des Konzertes ist zu empfinden, daß hier nicht mit großer, leidenschaftlicher Gebärde, sondern ganz aus innigem Gefühl heraus musiziert wird, wobei die Cembalo-Stimme dem Konzert ein eigenartiges, altertümliches Gepräge gibt. Unter der Leitung von Kapellmeister Bräuer wurde das Concerto von den Streichern des Städtt- schen Orchesters sauber und klangvoll vorgetragen; Willi Weber (Oboe) führte den Solopart technisch einwandfrei mit feiner Klangwirkung. Den Schluß des Programms bildete das Konzert in B-dur für Harfe und Streicher, gespielt von Luise Frank (Harfe) mit den Streichern des Städtischen Orchesters unter Leitung van Ernst Bräuer. Der eigentümliche Charakter dieses Stückes geht von dem Umstand aus, daß die Harfe hier in großen Partien als Solo-Instrument mit selbständiger Wirkung behandelt ist, während man sie sonst fast nur als Stimme im Gesamtorchester (und auch da meist nur ein paar Takte lang) herauszuhören gewohnt ist. Der klangliche Gesamteindruck ist auch hier ein wenig altertümlich, ein wenig spielerisch und doch feierlich zugleich, wobei der Jn- strumentalton der Harfe irgendwie mit der Cembalostimme des Concerto grosso korrespondiert. Luise Frank behandelte die schwierige Solopartie mit großer Einfühlung in einer Form, welche die Bezeichnung als ,virtuose Musik" durchaus rechtfertigte. * Gustav Bley (Bariton) sang, von Herrn Bräuer am Cembalo begleitet, zunächst eine Ariette „Alma mia" aus „Floridante", eine sanfte und lyrisch getönte Weise, mit fülligem, schwellendem Organ warm und ausdrucksvoll, in der Wirkung weder vom fremden Text noch von der etwas spitzen Begleitung beeinträchtigt. Auch die Canzonetta „Ch* io mal vi possa" gab dem umfänglichen und geschulten Organ des Solisten dankbare Möglichkeiten der Entfaltung. Wir hörten ferner zwei Arien des Manoah aus „Samson", „Willig trägt mein Vaterherz" und „Dein Heldenarm war stets mein Sang", mit schönem Ausdruck, zart ausklingend; in der letzten Arie war, sowohl für den Sänger als auch für die Begleitung, der im modernen Sinne virtuose Sttl der Musik am ausgeprägtesten zu empfinden. Das musikalische Programm der Morgenfeier wurde durch Rezitationen von Herrn Kühne unterbrochen und variiert. Der Vortragende kennzeichnete Händels Musik als Höhepunkt und Ausklang des Barock, als an einen musikgeschichtlichen Wendepunkt stehend, und bemühte sich, mit Proben zeitgenössischer Dichtung den Uebergang vom barocken Pathos zu persönlicherem Ausdruck auch vom Literarischen her zu beleuchten. Dies gelang, wie wir fanden, am überzeugendsten mit zwei Gedichten des berühmten und unglücklichen Christian Günther: „Der Seelen Unsterblichkeit" und dem „Abendlied", das den Lesern der Familienblätter vielleicht erinnerlich ist. Auch Gerhard T e r st e e - g e n s „Andacht" darf in diesem Zusammenhang herangezogen werden, während Neukirch und Haller für un§ heute doch wohl nur noch historisches Interesse haben. Recht amüsant wirkten teilweise die Gedichte Voltaires (in der Ueber- setzung von Hermann Bürte), doch schien es uns nicht ganz leicht, von hier aus eine mehr als chronologische Beziehung zur Händelschen Musik herzustellen. • Die Morgenfeier war erfreulich gut besucht; die Hörer dankten mit reichem Beifall. hth. Frühling im November. Ein grauer nebelschwerer Novembertag. Mit einer Schar arbeitsmüder Menschen schiebe ich mich in ein Abteil der Berliner Stadtbahn. Es ist ein Abteil für „Traglasten und Hunde", aus dem uns schwere, feuchtwarme Luft entgegenschlägt. Auch die, die hier ohne Tragkörbe und Zeitungsballen einsteigen, sehen aus, als trügen sie eine Last an bleiern Herbsttag. Es ist nichts Frohes um uns her. Selbst der große Wolfshund sieht griesgrämig in dieser Enge aus. Ein Maulkorb muß ihm umgebunden werden, denn er scheint Lust zu haben, den Umstehenden an die Beine zu fahren. Ich werde an die Wand neben einen Mann gepreßt, der die frischen Farben eines Gärtners hat und einen jungen Baum mit sich führt, dessen blätterlose Krone schräg über meinem Kopf zur Decke strebt und meinen Hut bedenklich bedroht. Ich bin diesem reisenden Laumchen nicht wohl gesonnen und starre mißmutig in das dürre Geäst über mir. Da haftet mein Blick auf einmal an den grünlichen, geschwellten Blattknospen, und plötzlich rührt eine freundlich Vision an mein Herz. Ich sehe dieses Apfelbäumchen in einem Garten stehen von Licht und Luft umspielt. Ich sehe, wie diese Vlattknospen sich unter einem heiteren Frühlingshimmel entfalten. Und eines Tages wird es blühen! Dieser dürre Stecken wird in einer Schönheit dastehen, die nichts Irdisches mehr hat und in feinen rosig angetönten Blüten werden die Bienen summen. Und auf einmal weicht die Last des Taaes von mir. Ich fühle es inmitten der Nebelschwaden des Herbstes, in diesem trüben dunstigen Abteil fahren wir mit dem Frühling, mit dem Leben. Die dunklen Tage werden vorübergehen ... Leicht rühre ich an den jungen Stamm und dankbar: Wachse und gedeihe. Segen über dich! M. v. O. Die Hochzeitsreise als Abenteuer. Zu einer eigenartigen Hochzeitsreise brach jetzt ein englisches Ehepaar auf. Beide sind leidenschaftliche Segler, und statt wie andere Brautpaare in Möbelgeschäften verbrachten sie ihre Verlobungszeit auf Schiffswerften, bis sie eine Segeljacht gefunden hatten, die allen ihren Bedürfnissen vollkommen entsprach. Eine Wohnung brauchten sie für ihr junges Glück nicht zu mieten, denn die Hochzeitsreise auf der Jacht ist auf zwei Jahre berechnet und soll um die Welt führen. Die Jacht ist ein großes 300-Tonnen-Boot, mit allen nur erdenklichen Bequemlichkeiten für die Eigner wie auch für die 12 Mann Besatzung ausgestattet. Mit dieser Besatzung hat es ebenfalls seine eigene Bewandtnis. Sie sind keine Berufsmatrosen, sondern entstammen den verschiedensten Berufen, ein Arzt, ein Professor, ein Rechtsanwalt, ein Mechaniker, ein Koch und andere. Wie haben sie sich alle an Bord dieses Schiffes zusammengefunden? Auf die einfachste und' nüchternste Art von der Welt. Durch eine Zeitungsanzeige. Der Bräutigam ließ eine unscheinbare kleine Anzeige in der „Times" erscheinen: „Suche junge gesunde Männer, die für mindestens 2 Jahre frei sind und über eine Summe von 100 Pfund Sterling verfügen können". Es meldeten sich 600, von denen er sich die aussuchte, die ihm am besten gefielen, und die er ein paar Wochen auf einer Segelschule ausbilden ließ. Und nun sind also diese 14 Menschen hier zusammen, für zwei Jahre einander auf Gedeih und Verderb verbunden, unterwegs nach unbekannten Küsten und Meeren, am Beginn eines Abenteuers, dessen Verlauf und Ausgang niemand voraussagen kann. Der Steuermann ist ein alter Freund des Kapitäns und ein erprobter Seemann. Die anderen sind einander alle unbekannt und mehr oder weniger Neulinge auf hoher See. Wie wird ihnen nach einigen Monaten das Abenteuer gefallen? Wochenlange Einsamkeit und Eintönigkeit des Ozeans, lange Sturm- und Schlechtwetterzeichen? Werden sich alle sachlich bewähren? Und wird es keine Reibungen untereinander geben, menschlich unvermeidliche Spannungen, die sich unter den gegebenen Umständen bis zur Unerträglichkeit steigern können? Und die junge Frau? Das einzige weibliche Wesen unter 13 Männern? Wird sie nicht nach ein paar Monaten das Schiff und die ganze Besatzung verwünschen? Jedenfalls werden nach zwei Jahren alle Beteiligten um allerhand Erlebnisse und Erfahrungen reicher sein. Zeitschristen. — „D e r Naturforscher", vereint mit „Natur und Technik" (Vierteljährlich 2,50 Mark, Einzelheft 1 Mark, Hugo Bermühler Verlag, Berlin- Lichterfelde N) bringt im November-Heft u. a. einen Aufsatz über die Möglichkeiten und Grenzen tier- seclenkundlicher Forschung von Dr. Werner Fischel. Dieser Aufsatz geht alle an, die mit Tieren zu tun haben. Der Forscher brachte soeben eine sehr ausführliche Heine Tierseelenkunde „Tiere mit Gefühl und Verstand im Hugo Bermühler Verlag heraus. Professor Dr. Werner Schmidt veröffentlicht seine Forschungsergebnisse über die rassenbiologischen Fragen bei unseren Waldbäumen. An Hano von Aufnahmen seiner Versuchsanordnungen und andern Walde zeigt er, daß die Erträgnisse des deutschen Waldes wirtschaftlicher gestaltet werden können. Dr. Münchberg schildert die Wassermilbenlarven als Libellenschmarotzer. Prof. Dr. Thienemann hat am Tobasee auf Sumatra die merkwürdigen Kannenpflanzen, die uns in Deutschland nur aus den Gewächshäusern bekannt sind, untersucht und ist zu dem Ergebnis gekommen, daß in dem Saft ihrer Kannen nicht alle Insekten verdaut werden, sondern daß es eine ganz artenreiche Tierwelt gibt, die in dieser Derdauungsflüssigkeit sehr wohl leben kann. Professor Dr. Krejci- Graf, Berlin, teilt Ergebnisse seiner Forschungen über die Bildung von Erdöl mit. Mit ausgezeichneten Aufnahmen berichtet Dr. Rein über die Hege- und Zuchterfolge im „eiszeitlichen Wildgehege". Kleine Beiträge und Forschungsergebnisse, Anregungen zur Naturbeobachtung, Bücherschau und Preisaufgabe schließen das vielsettige, reich bebilderte Heft ab. Deutschland-Italien 2:2. — Großkampf vor 100000 im Olympia-Stadion. Ein deutscher Erfolg. Zum ersten Male nach den Olympischen Spielen war das Olympische Stadion in Berlin wieder der Schauplatz eines Großereignisses. Schon nach drei Monaten erlebten die Berliner wieder das von den Olympischen Spielen her gewohnte Bild. 100 000 Zuschauer standen und saßen um das weite und fahnengeschmückte Oval, auf dem der sechste Fuß- ball-Länderkampf zwischen Deutschland und Italien abrollte. 100 000 Zuschauer gerieten wieder, wie bei den Spielen, in Begeisterung, nahmen lebhaften Anteil an den spannenden und interessanten Geschehnissen auf dem grünen Rasen. Sie erlebten einen spannenden und abwechslungsreichen Kampf. Sie erlebten eine ausgezeichnete Vorstellung der deutschen Mannschaft gegen eine so starke Fußball- Nation wie Italien, die sich eindeutig durch FIFA» Weltmeisterschaft und Olympiasieg empfiehlt. Auf der Ehrentribüne sah man u. a. Reichsminister Dr. Goebbels, Reichspressechef Dr. Dietrich-, die Staatssekretäre Pfundtner und Ohnesorge, Stabschef Lutze, Reichsfugendführer Baldur von Schirach, den italienischen Botschafter Attolico und viele andere Mitglieder des diplomatischen Korps, den Reichssportführer von Tschammer und Osten und die führenden Männer des Fachamts Fußball. Festliches Olympia-Stadion. Wo im August die Fahnen von 50 Nationen wehten, flatterten an diesem cherbstsonntaa Hakenkreuzflaggen, das italienische Banner und — zu Ehren des Schiedsrichters — die schwedische Flagge. Reibungslos vollzogen sich An- und Abmarsch der Massen. Die von den Olympischen Spielen her eingespielte Organisation bewährte sich auch hier glänzend, so daß der äußere Gesamteindruck dieser Veranstaltung sich würdig an die zwei großen Wochen anschließt, die das Reichssportfeld und das Olympiastadion während der olympischen Wochen erlebten. Der Kampf ist aus! Er brachte Deutschland einen Teilerfolg. Zum ersten Male hat auf deutschem Boden eine deutsche Nationalelf gegen Italien überhaupt Tore geschossen, nachdem die Italiener die bisher gegen Deutschland auf deutschem Boden ausgetragenen Länderspiele (1:0 in Duisburg und 2:0 in Frankfurt) „zu Null" gewonnen hatten. Die Gesamtbilanz der sechs zwischen beiden Nationen ausqetragenen Länderspiele zeigt einen deutschen Sieg und ein Unentschieden gegenüber vier italienischen Siegen. Deutschlands einziger Sieg wurde in jenem denkwürdigen Treffen 1929 in Turin mit 2:1 errungen, wo Heiner Stuhlfauth, Hans Jakobs großer Vorgänger, der Held des Tages war. Der Musikzug der Leibstandarte Adolf Hitler verkürzte den Massen, die schon ab 12 Uhr die Ränge besetzt hielten und mit Interesse dem Vorspiel der Berliner Iungmannen folgten, die Zeit in den Pausen. Kurz vor Beginn erhoben sich die Zuschauer zu stillem Gedenken an die Opfer der ,Hsis". Die Mannschaften kommen... Ungeheuer ist die Spannung, als der Lautsprecher nochmals die beiden Mannschaften bekannt gibt. Pünktlich um 14.15 Uhr betreten die Italiener, geführt von dem Standart-Verteidiger Allemandi, das Spielfeld, gleich hinterher die deutsche Mannschaft mit Szepan an der Spitze. Die SS.-Kapelle spielt die italienische Nationalhymne, den Königsmarsch und die Giovineza, dann das Deutschland- und HorstMessel-Lied. Eklöw ruft Allemandi und Szepan zur Wahl. Italien gewinnt, und Allemandi wäblt den steifen Seitenwind zum Bundesgenossen. Italiens Elf in weißer Hose und azur-blauem Hemd, und die deuffche Vertretung in schwarzer Hose und weißem Hemd mit rotem Kragen stellen sich in folgender Aufftellung zusammen: Italien: Olivieri Monzeglio Allemandi Serantoni Ändreolo Darglien II Pasinati Perazzolo Piola Ferrari Colaussi. Urban Szepan Siffling Gellesch Elbern Kitzinqer Goldbrunner Janes " Muntert Münzenberg Deutschland: Jakob Der Kampf beginnt. — Italien führt! Die ersten Minuten zeigen beide Mannschaften angesichts der ungeheuer großen und kontinentalen Rekord darstellenden Zuschauermenge befangen. Aber schon in der dritten Minute ist der Bann gebrochen. Nach einer Flanke von rechts verläßt Jakob sein Tor, die Verteidiger kamen nicht zurück, und der Linksaußen Colaussi köpfte ins ungedeckte Tor. Die italienische Kolonie bejubelte be- aeistert diesen für Deutschland überraschenden Anfang. Aber Siffling gleicht aus! Der Kampf wird nun spannend und interessant. Vorerst haben die Italiener mehr davon, aber langsam kommt auch die deutsche Elf auf und zeigt, daß sie nicht gewillt ist, sich bedingungslos dem Weltmeister zu beugen. In der 39. Minute Deutschland führt 2:1. Aber schon zwei Minuten später führt Deutschland 2:1. Wieder ist es Siffling, der gut stehend, von Kitzinger den Ball erhält und zum zweiten Male unhaltbar einsendet. Nun ist der Jubel der Massen nicht mehr zu beschreiben. Noch lange nach diesem Erfolg, als Italien längst verbissen um den Ausgleich kämpft, haben sich die Massen nicht beruhigt. Dann aber erlöst der Pausenpfiff die bangenden Zuschauer. Nach der Pause. In der Pause erscheint, lebhaft von den Zuschauern begrüßt, Reichsminister Dr. Goebbels. Dann geht es weiter, der Kampf wird härter, und Italien kämpft mit Rieseneinsatz um den Ausgleich, der den Südländern auch nach sechs Minuten gelingt. Ferrari schießt aus kurzer Entfernung unter dem sich werfenden Jakob ins Netz. Italien har ausgeglichen! Nun erleben die Zuschauer fast 40 Min. lang einen spannenden und immer wieder reizvollen Kampf, in dessen Verlauf die Italiener längere Zeit den deutschen Strafraum beherrschen, an der eisenharten Hintermannschaft und Deckung aber ein unüberwindliches Hindernis finden. Auch die deutschen Angriffe scheitern, wenn nicht Pech aussichtsreiche Gelegenheiten verdirbt, an der guten und aufmerksamen Hintermannschaft der Italiener. Der Kampf geht zu Ende. Die Massen bejubeln den deutschen Teilerfolg und zollen auch in sportlich einwandfreier Weise dem Weltmeister, der auch in Berlin seinem Ruf durchaus gerecht wurde, Anerkennung und Achtung. Einer der größten kontinentalen Länderkämpfe war vorüber. Die Mannschaften in kritischer Würdigung. Die italienische Mannschaft setzte sich aus Spielern zusammen, die durchweg etwas kleiner waren als ihre Gegner. Aber doch waren sie ihrem südlichen Temperament und ihrer Schnellkraft entsprechend im Kovfballspiel eine Klasse für ftd). Verblüffend war der entschlossene Einsatz im Naykampf. Ändreolo war der Punkt, von dem aus sich das raumgreifende betont hohe Flügelspiel als erfolgreichste Angriffswaffe entwickelte. Seine Vorlagen nützten die beiden Außen Pasenati und Colaussi zu wiederholten gefährlichen Angriffen aus. Beide Flügelstürmer sind klein und flink, so daß die wuchtige deutsche Verteidigung einen schweren Stand hatte. Im Jnnensturm entwickelte sich Ferrari zur treibenden Kraft. Von den Außenläufern war Varglien II auf der linken Seite der erfolgreichere Spieler. Schlagsicherheit kennzeichnete die beiden Verteidiger. Olivieri im Tor arbeitete stets zuverlässig. Nicht allzu glücklich war der Auftakt für Deutschland. Die Niedergeschlagenheit Münzenbergs nach dem ersten Tor der Italiener wirkte sich noch einige Zeit aus. Der Sturm spielte ver- kramptft, zu oft wurde in die Deckung hineingelaufen, ungenau zugespielt und ungenau geschossen. Das Ausgleichstor brachte den Umschwung. Die Mannschaft gewann jetzt mehr Sicherheit, spielte kraftvoller und zielstrebiger und zeigte vor allem im Angriff eine gute Kombinationsarbeit. Der Sturm wurde von den beiden Außenläufern Janes und Kitzinger wirksam unterstützt. Besonders der Düsseldorfer betätigte sich als großer Aufbauspieler. Von der besten Seite zeigte sich Goldbrunner, der Piola kalfftellte. Im Sturm war Gellesch technisch und im Zuspiel gut. Elbern und Urban gefielen durch gute Flanken. Der deutsche Mannschaftsführer Szepan hinterließ nicht den Eindruck von Prag. Vorbildlich aber waren seine Ballbehandlung und das Zuspiel. Siffling zeigte immer dann, wenn er mit dem Ball spielte, seine technischen Fähigkeiten. Sein größtes Verdienst war es, durch zwei schöne Tore den äußeren Erfolg dieses Kampfes sicher» gestellt zu haben. Jakov gefiel durch sein entschlossenes Dazwischensahren. Die deutsche Verteidigung wurde nach der ersten Viertelstunde sicherer, erreichte aber bei weitem nicht ihre Form von Glasgow. Werbeabend des Reichsbundes für Leibesübungen. Die Ortsgruppe Gießen des Reichsbundes für Leibesübungen veranstaltete am Samstagabend in der Neuen Aula der Universität einen gehaltvollen Werbeabend, der leider — wohl veranlaßt durch die vielen Veranstaltung Sen am gleichen Abend — wenig gut besucht war. 'ameraden des Musikzuges der Standarte 116 leiteten mit musikalischen Darbietungen den Abend ein. Der Leiter der Ortsgruppe Gießen des RfL., Dr. König, hielt eine kurze Begrüßungsansprache, in der er besonders die Vertreter der Partei und ihrer Gliederungen, der Wehrmacht, des Arbeitsdienstes, sowie der städtischen und staatlichen Behörden herzlich willkommen hieß. Dr. König umriß dann in kurzen Zügen die großen Aufgaben des Reichsbundes für Leibesübungen, er rief im Zusammenhang damit Erinnerungen wach, an die Zersplitterung der Kräfte im deutschen Sport vor der Machtergreifung durch den Führer und wies hin auf die Breitenarbeit, die für die Zukunft im RfL. geleistet werden solle, ohne jedoch die Ausbildung der Spitzenkönner zu vernachlässigen. Der RfL. solle ein Erziehungsverband sein, um deutsche Jugend für die Gegenwartsaufgaben vom Leibe her zu stärken und zu kraftvollem Einsatz bereit zu machen. Ein Anfang für diese Arbeit sei der Vertrag zwischen dem Reichsjugendführer und dem Reichssportfuhrer. Im weiteren Verlauf des Abends hielt der 93er» tretet der Gauführung des Reichsbundes für Leibes- Übung, Sportkamerad Beuermann» Kassel, einen anregenden Lichtbildervortrag über das Wesen, Ziele und Aufgaben der deutschen Sporthilfe. Er kennzeichnete den hohen ethischen Sinn der Hilfsbereitschaft aller Sportfreunde, die in der Erlegung des Sportgroschens beim Besuch jeglicher Veranstaltung zum Ausdruck komme. Das Geld, das durch diesen Sportgroschen aufkomme, ermögliche eine segensreiche Arbeit auf dem Gebiete der Wiederherstellung verunglückter Sportkameraden und darüber hinaus die Förderung mancher großen Sache. An Hand vieler Lichtbilder schilderte der Redner die Einrichtungen und das Leben im deutschen Sportsanatorium Hohenlychen, in dem während des dreijährigen Bestehens bisher schon über 1500 Sportkameraden Heilung finden konnten. Der Vortrag wurde dankbar und mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. Der zweite Teil des Abends war der Aufführung eines Filmes gewidmet, der im Auftrag des Reichssportführers hergestellt worden war und in straffer Zusammenfassung einen Ueberblick über die großen Ereignisse während der Olympischen Spiele in Berlin gab. Vom Fackelstaffellauf bis zur erhebenden Schlußfeier wurden die Besucher des Abends Zeugen großartigen Geschehens der Olympischen Spiele. Mit Worten des Dankes an den Führer, den Erneuerer des deutschen Sportlebens fand der Werbeabend seinen Abschluß. Gauliga-Handball-Ergebnisse Der Tabellenführer des Gaues Hessen und Gaumeister Kurhessen Kassel verteidigte die ungeschlagene Spitzenposition erfolgreich. Mit 12:10 (3:6) fiel der Sieg der Kurhessen gegen den Spielverein recht knapp aus. Der Spieloerein rechtfertigte mit diesem Ergebnis seinen guten Platz in der Tabelle. Da der Tv. Wetzlar in Bettenhausen 8:3 (4:2) geschlagen wurde, steht der Spielverein hinter Kurhessen allein an zweiter Stelle. Die Kasseler Turngemeinde suchte und fand Anschluß nach oben durch einen klaren Sieg mit 16:3 (7:2) über Kurhessen Marburg. Das zwischen dem Tv. Kirchbauna und Tuspo. Kassel angesetzte Spiel wurde verlegt. SB. Kaffel an der Spitze. Fußball-Meisterschaftsspiele in Hessen. Nach den Meisterschaftsspielen am 15. November liegt im Fußballgau Hessen der Spieloerein Kassel, der diesmal Kurhessen Marburg mit 4:0 (4:0) klar bezwang, an der Spitze der Tabelle. Die Kasseler 8MM Jubelnde Begeisterung erhob sich im ganzen Stadion, als bereits in der ersten Halbzeit das zweite Tor für Deutschland eingesandt werden konnte. — (Scherl-Bilderdienst-M.) läuft Siffling gut in Stellung, Szepan schiebt ihm den Ball zu, und unhaltbar zischt das Leder in die untere Ecke. Deutschland hatte ausgeglichen. Großer Jubel brach aus. Die Massen gerieten in helle Begeisterung. Italien dreht mächtig auf. Wege im Nebel. Vornan von Käthe Mehner. (Copyright by Auftvärts-Verlag, Berlin SW 68.) 9. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) „Wenn es sie so sehr interessiert, Fräulein Will- nof... Warum sollte ich es Ihnen als der Toch- ter meines alten Rechtsanwaltes nicht sagen? Rammelt steht im Mittelpunkt meines Interesses, weil er als Sachverständiger und Bevollmächtigter der „Vereinigten Zuckerwerke" ein Gutachten über die zu meinem Konzern gehörige Grube „Mar- arer zu machen hat, also mein nicht zu unter- schätzender Gegner ist!" „Ja, ich weiß davon! Mem Vater hat mir bereits einiges drüber angedeutet. Da wird also mein Vater als Sachwalter der Brand AG. wohl die Verhandlung mit Rammelt führen müssen, soweit es um die Untersuchung der Grube und die Material- kenntnisse geht? Oder werden Sie selbst mit Rammelt verhandeln?" m £ ... „Leider eben beides nicht! Ihr Herr Vater ist für Fragen der geologischen Untersuchung ja leider nicht zuständig. Vielleicht ist er hier auch nicht ganz der richtige Mann!" „Und Ihr Herr Bruder?" „Mein Bruder Gerhard ist leider seit seiner Rückkehr noch gar nicht im Werk gewesen. Er ist letzt zu seiner Erholung noch in Oberhof! Außerdem lehnt er es unoerständlicherweise ab, in dieser Angelegenheit für mich einzuspringen. Und ich selbst.. „Und Sie selbst, Herr Generaldirektor? Warum sprechen Sie nicht weiter?" „Wenn ich die Wahrheit sagen soll — — ich selbst suhle mich einer Verhandlung über diese Dinge mit einem Mann wie Rammelt einfach nicht gewachsen! Es ist vielleicht schlimmt, es ein§ugestehen, aber es ist trotzdem wahr! Ich bin nun einmal kein Diplomat,--es liegt mir einfach nicht..." „Wie wäre es denn, Herr Generaldirektor, wenn ich mein Heil bei Rammelt versuchte? Gewisser- maßen als Bevollmächtigte meines Vaters? Viel- leicht läge mir dergleichen mehr? Sie wissen, daß ich viel für meinen Vater gearbeitet habe, ich weiß also mit dergleichen Sachen Bescheid! Natürlich verstehe ich von den geologischen Befunden ebenso wenig wie mein Vater. Aber in bezug auf die Einstellung Rarnmelts, feine vorläufigen Ergebnisse, auf denen Sie bann aufbauen konnten, — — könnte ich Ihnen vielleicht doch etwas nützen!" Mit steigender Bewunderung hatte Walter Brand den Worten Olgas gelauscht. „Das würden Sie wirklich tun, Fräulein Will- noff?" Stürmisch fast rief er es aus, ergriff impulsiv ihre Hand? „Wie sollte ich Ihnen nur jemals dafür danken, wenn Sie mir diesen Dienst erweisen wollen!" „Aber das ist doch kaum der Rede wert!" gab Olga zurück. „Es kostet mich ja weiter gar keine Mühe. Wenn Sie einverstanden sind, werde ich meine Freundin Fräulein Heller sofort anrufen, ob mein Besuch ihr angenehm ist. So läßt sich dann eine Unterredung zwischen Rammelt und mir am zwanglosesten bewerkstelligen!" Damit erhob sie sich auch schon, lächelte dem Generaldirektor zu, — ein verschlossenes, undurchdringliches Lächeln — und begab sich hinaus, das Nachtgespräch mit Janna Heller unmittelbar anzumelden. Ein langer, bewundernder Blick Walter Brands folgte ihr. Olga sagte sich, daß Nachtgespräche gewöhnlich schnell kamen, so zog sie es vor, am Apparat zu warten. Mit heißen Händen legte sie den Hörer auf die Gabel, nahm dann erregt und erwartungsvoll auf dem niedrigen Sessel neben dem Apparat Platz. Was sollte sie eigentlich sagen, als Grund für die Anmeldung ihres Besuches angeben? Janna in die Angelegenheit einzuweihen, schien nicht ratsam, ganz und gar nicht! Etwas peinlich war es außerdem auch, nach diesem Vorfall im Caf6 „Central"! Daran hatte sie vorhin gar nicht mehr gedacht... Das schrille Signal des Fernamts zerriß ihre Betrachtungen. Hastig erhob sie sich, ergriff den Hörer. Eine fremde Stimme schallte ihr zu ihrer lieber» raschung entgegen. „Ist Fräulein Heller zu sprechen? Hier Olga Willnoff." „Nein, das gnädige Fräulein ist leider nicht anwesend." „Nicht anwesend? Wer ist denn am Apparat?" „Hier spricht das Mädchen von Frau von Bergmann. Fräulein Heller ist nämlich verreist!" „Verreist? Ja, wohin denn? Vielleicht zusammen mit Herrn Dr. Rammelt?" „Nein, das gnädige Fräulein ist allein gefahren. Nach Oberhof! Wenn Sie die Adresse wissen wollen: „Hotel Thüringer Hof"!" „Oberhof!!" Knackend ließ Olaa den Hörer fallen. Keinen Dank, keine Entschuldigung an das Mädchen! Zu heftig hatte diese Entdeckung sie getroffen! Die wildesten Gedanken jagten sich in ihrem Hirn. Also Janna und Gerhard waren beide in Oberhof! Alle Vorsicht, die beiden auseinanderzuhalten, hatte nichts genützt! Janna hatte alle Hemmungen einfach über Bord geworfen, ihrer Verlobung mit Rammelt zum Trotz! Glühende Eifersucht, lodernder, ungezügelter Haß gegen beide kochte in Olga Willnoff auf. Nur noch ein Wunsch lebte in ihr: Janna und Gerhard auseinanderzutreiben, sich an Janna zu rächen, die ihr Gerhard zum zweitenmal weggenommen ... Daß Gerhard ihr niemals Hoffnung auf sich gemacht, ihr nie ein Recht gegeben hatte, ihn als zugehörig zu ihr anzufehen, gestand sie sich nicht ein! Grau und verzerrt erschien in diesem Augenblick ihr Gesicht. In grenzenloser Wut verzogen sich ihre Mundwinkel. Zusammengeballt lagen ihre Hände noch immer auf dem kleinen Tisch, auf dem der Apparat stand, der ihr die Nachricht vermittelt hatte. Sicher wußte Ralf Rammelt von alledem nichts! Und sicher auch hatte Janna den ersten Schritt getan, sich Gerhard wieder zu nähern! O, wie sie sie haßte! Lange saß sie so. Dann endlich sprang sie mit einem gewaltsamen Ruck auf. Grübeln half nichts, handeln mußte sie jetzt, handeln! Forschend betrachtete sie ihr Bild im Spiegel, glättete ihr Gesicht, bis das alte, undurchsichtige Lächeln wieder darauf stand. Dann endlich begab sie sich zurück in den Salon, wo Walter Brand bereits eifrig sprechend mit ihrem Vater zusammen- saß. „Doch keine Absage?" fragte der Justizrat seine Tochter, der von dem Generaldirektor inzwischen über Olgas Plan unterrichtet war. „Das nicht! Aber auch keine Zusage: Ich habe meine Freundin gar nicht sprechen können. Sie ist mit ihrem Verlobten in Oberhof! Wenn ich also mit Rammelt sprechen will, müßte ich schon dorthin fahren!" Keiner der Herren ahnte etwas von ihrer Lüge, als Olga ihnen ihren Plan entwickelte, gleich am folgenden Morgen abzureisen, Rammelt in zwanglosem Gespräch zu einer Besprechung über das Gutachten zu veranlassen. Immer von neuem versicherte Walter Brand sie seiner Bewunderung, seiner großen Dankbarkeit für den Dienst, den sie der Brand AG., den sie ihm selber leisten wollte. Olga hörte indessen schon kaum mehr zu. Die Vorstellung, daß sie unangemeldet, heimlich in Oberhof auftauchen, Janna und Gerhard bei ihren verborgenen Zusammenkünften beobachten könnte, trieb ihr das Blut schneller durch die Adern. Ein grausames Lächeln spielte um ihre Lippen, während sie sich die Vorstellung ausmalte, wie sie erst Beweise sammeln, dann die Ahnungslosen um so sicherer auseinanderbringen würde? Der bewundernde Blick Walters, den sie plötzlich auf sich ruhen fühlte, gab ihr einen neuen Gedanken ein: Würde es nicht ein leichtes fein, den Eindruck, den sie auf den Generaldirektor zu machen schien, zu vertiefen, Walter Brand an sich zu fetten? Neben der Angelegenheit mit dem Gutachten bekam sie dann vielleicht sogar doppelten Einfluß auf die Angelegenheiten der Brand AG., konnte dann diesen Einfluß verwenden, wie es ihr besagte, vielleicht sogar gerade gegen Gerhard Brand, gegen den Bruder des Generaldirektors der Brand AG.! Wie das geschehen sollte, wußte sie freilich jetzt noch nicht. Aber das würde sich schon finden! Vorläufig galt es nur, Walter Brand sich gefügig zu machen, ihn in ihren Bann zu ziehen und nicht mehr loszulasien ... Sie wurde plötzlich von sprühender Lebhaftigkeit, und es gelang ihr auch, Walter Brand mit liebenswürdigen Phrasen und Einfällen dazu zu bringen, ebenfalls ganz aus sich herauszugehen. Und in Der Tat war Walter Brand auch bereit» völlig in ihrem Bann! (Fortsetzung folgt!) haben es in sieben Spielen auf 11:3 Punkte gebracht und dürfen sich durchaus Hoffnungen machen. Hessen Hersfeld und Germania Fulda besitzen aus acht Spielen 11:5 Punkte. Germania Fulda bestätigte ihre feine Form und schickte die gefährliche Elf von Kewa Wachenbuchen mit 3t0 (1:0) geschlagen heim. Hanau 93 dagegen hatte sich mächtig zu strecken, um dem SC. 03 Kassel ein knappes und glückliches 2:1 (1:1) abtrotzen zu können. Gau Bayern: 1. FC. Nürnberg — VfB. Coburg 1:0; 1. FC. 05 Schweinfurt — VfB. Ingolstadt 3:1; BC. Augsburg — SpVgg. Fürth 1:0; 1860 München — ASV. Nürnberg 3:0. Zugendfußball im Dienste des WHW. Wie im vergangenen Jahre so steht auch dieses Jahr wieder die Fußballjugend zugunsten des Winterhilfswerks auf den Fußballfeloern und zwar sind am Bußtag folgende Paarungen vorgesehen: H e uchelheim: Heuchelheim — Mein-Linden. Lich: Lich-Steinbach komb. — Garbenteich (Lich). Großen-Buseck: Großen-Buseck — Alten- Buseck-Wieseck komb. (Wieseck). Daubringen: Daubringen — Lollar-Staufenberg komb. (Lollar). Leihgestern: Großen-Linden — Watzenborn- Steinberg-Leihgestern komb. (Großen-Linden). Gießen: VfB.-Platz: Stadtjugendmannschaft Ib — Allendorf (Lahn)-Großen-Linden komb. (für Gießen: VfB.-R., für Landjugend: Allendorf). Gießen: VfB.-Platz: Stadtjugendmannschaft IIc — Saasen-Ettingshausen komb. (für Gießen: 1900, für Landjugend: Saasen). Die Jugendleiter der kombinierten Mannschaften wollen sich miteinander in Verbindung setzen über die Mannschaftsaufstellungen. Die ' Mannschaft in Klammer stellen die Kleidung. Da vor diesen Spielen jeweils die aktiven Mannschaften spielen, werden die Jugendspiele von diesen Schiedsrichtern geleitet. Das Hauptinteresse wird wohl das Spiel: Borussia Fulda 1. Jugend — Sfabfjugenb- mannschafl Gießen I. finden. Die Stadtjugendmannschaft, die aus den beiden hiesigen Vereinen zusammengestellt ist, tritt in folgender Aufstellung an: Werner (1900); Schreier (1900), Goß (1900); Krieger (VfB.), Kirchner (1900), Kurz (VfB.); Möhl (VfB.), Schlitz (VfB.), Theis (1900), Godqlück (VfB.), Weihrauch (1900). Der Gegner aus Fulda ist hier in Gießen weniger bekannt. Die Mannschaft ist Meister ihres Kreises und hatte dieses Jahr schon viele Erfolge verzeichnen. Sie erzielte in sechs Spielen 76 Tore, was auf einen guten Sturm schließen läßt. In der Verteidigung ist noch der linke Verteidiger zu erwähnen, der schon zehnmal in der 1. Mannschaft gespielt hat. Die Gießener Stadtjuaendmannschaft muß somit mit aller Energie kämpfen, um einen ebenbürtigen Gegner abzugeben. In der Mannschaft sollte kein Versager sein. Ein Sieg der heimischen Mannschaft wäre ein großer Erfolg. Das Spiel findet auf dem Sportplatz der Spielvereinigung 1900 statt und zwar vor dem Spiel der aktiven Mannschaften. Man hofft, daß dieser Tag ein Erfolg für das Winterhilfwerk sein wird. BfB.-Reichsbahn Gießen. VfB.-R. I — Naunheim I 0:1. Die stillen Hoffnungen, die man im VfB.-Lager auf einen siegreichen Ausgang des Spieles gehegt hatte, wurden zu Nichte gemacht. Es ist tragisch für die Mannschaft, daß sie trotz größten Einsatzes sich am Schlüsse des Spieles immer wieder geschlagen bekennen muß. Es darf aber hierbei nicht verkannt werden, daß die Naunheimer die geschlossenere Mannschaft stellten, die in den meisten Fällen immer wieder einen Bruchteil der Sekunde eher am Ball war, als die Leute der Platzbesitzer. Der überragende Mannschaftsteil der Naunheimer war in diesem Spiele die Verteidigung. Die Läuferreihe verfügt über gute Aufbau- und Abwehrspieler. Im Sturm enttäuschte der Linksaußen Keusch, während die Gebrüder Hattert immer wieder Gelegenheit hatten, ihre Gefährlichkeit unter Beweis zu stellen. Das Spiel selbst war ohne Zweifel das spannendste und schnellste Treffen dieser Serie. Beide Mannschaften kämpften unter allem Einsatz. Die Gießener Mannschaft stellte sich dem gut amtierenden Schiedsrichter Gutmann-Atzbach mit: Balser; Schwarz, Stephan; Hauptfeld,' Knauß, Feuster; Neue Dienstgradabzeichen beim Heer. Für die unteren Dien ft grabe des Heeres wurden neue Abzeichen eingeführt, die auf dem Aermel des Waffenrocks, der Feldbluse und des Mantels getragen werden. Für den Drillichrock ist die Anordnung der Abzeichen dieselbe, nur das Material ist verschieden. Von links nach rechts zeigt unser Bild die Abzeichen für den Oberschützen, den Gefreiten, den Obergefreiten und überzähligen Obergefreiten mit weniger als sechsjähriger Gesamtdienstzeit, den Obergefreiten mit mindestens sechsjähriger Gesamtdienstzeit und den Stabsgefreiten. (Scherl-Bilderdienst-M.) Fehling, Mund, Krämer, Heß, Szponick. Balser im Tor hielt, was zu halten war. Schwarz und Stephan ergänzten sich in der Verteidigung gut. Der überragende Mann der Läuferreihe war dieses Mal Hauptfeld, der auch der beste Spieler auf dem Platze war. Der VfB.-Sturm spielte zu uneinheitlich, um eine Hintermannschaft, wie die Naunheimer, überwinden zu können. Die VfBer hatten Anstoß, der aber schon in der Läuferreihe endete. Langsam schälte sich eine leichte Feldüberlegenheit der Naunheimer heraus. Eine Ecke für jeden der Gegner brachte nichts ein. Dann war plötzlich Keusch am Ball, zwei VfBer bedrängten ihn, aber er konnte trotzdem flanken, den Schrägschuß berührte Stephan mit der Hand, und der fällige Elfmeter wurde nach Wiederholung von Hattert verwandelt. Trotz aller Bemühungen änderte sich an diesem Ergebnis bis zur Halbzeit nichts. Nach Wiederbeginn sah es vorerst sehr trübe für die Platzbesitzer aus. Die Naunheimer beherrschten das Feld, und die VfBer hatten Glück, als die Schüsse des Halblinken und des Halbrechten von der Latte ins Aus sprangen. Dann konnten sich die Gießener, bei denen jetzt Feuster stürmte, langsam von der Umklammerung freimachen. Als bei einem Eckball Knauß gut aufs Tor köpfte, glaubte man schon an den Ausgleich; der Torhüter von Naunheim hielt aber den Ball. Ebenso konnte er einen scharfen Schuß von Szprmick unschädlich machen. Als auch noch der gleiche Spieler an dem herausgelaufenen Tormann vorbei den Ball neben das Tor trat, war die letzte Ausgleichsgelegenheit dahin. VfB.-R. II — Naunheim II 2:2. Dieses Spiel enttäuschte. Beide Mannschaften zeigten nicht die gewohnten Leistungen. Die Naunheimer gingen in Führung, um kurze Zeit später den Ausgleich der VfBer zulassen zu müssen. In der zweiten Halbzeit gingen die Gießener durch Kopfball in Führung, mußten aber ein weiteres Tor der Naunheimer hinnehmen. Das Resultat entspricht den beiderseitigen Leistungen. Spielvereinigung 1900 Gießen. Bissenberg — 1900 5:1. Die Hoffnung der Blauweißen, in Bissenberg zu einem Sieg zu kommen, ist fehlgeschlagen, denn die Bissenberger zeigten gestern, daß sie trotz aller Unkenrufe zu den Mannschaften gehören, die aus einer Niederlage, die sie mal auf eigenem Platze erhalten, die entsprechende Lehre ziehen. Der Beginn stand im deutlichen Zeichen der Blauweißen. Die Gastgeber werden stark zurückgedrängt, und ihre Gegenstöße werden meist schon von der Läuferreihe abgefangen. Es herrschte oft große Bedrängnis im Strafraum, und die Angriffswelle der 1900er kann nur mit Mühe und Not abgestoppt werden. Daß es in dieser Zeit zu keinen Erfolgen kam, verdanken sie gewissermaßen dem Pech, das den Aktionen der Blauweißen anhaftete, denn als solches muß man es schon bezeichnen, wenn zwei Schüsse von Heilmann an Latte und Pfosten abspringen und ein Strafstoß von demselben um das bewußte Haar daneben geht. Dies alles schien dazu angetan, daß die Spieler den Mut verloren und dadurch dem Gegner das Feld überließen. Als dieser dann in der 35. Minute zum Führungstreffer kam, sah man ein völlig verändertes Bild. Jetzt waren es die Platzbesitzer, die den Ton angaben. Dies steigerte sich in der zweiten Hälfte noch mehr, als sie auf 3:0 davonzogen. 1900 gruppierte etwas um. Lippert ging in den Sturm, um vielleicht noch eine Aende- rung herbeizuführen. Das schien auch der Fall zu fein, denn als Heuser bei einem großen Durcheinander auf 3:1 verbessern konnte, kam noch einmal etwas Hoffnung auf. Als aber wiederum die Latte als Hindernis im Wege stand, gab die Elf alle Bemühungen auf. Diese Lage machten sich die Platzbesitzer zunutze, wodurch es zu einem Resultat kam, das nur wenige erwartet hatten, am allerwenigsten die Blauweißen selbst. Die Bissenberger hatten wieder ihre vollständige Elf zur Stelle, was sich vorteilhaft auswirkte. Besonders die Gebrüder Singel waren die Hauptstützen der Mannschaft. Als sich die Erfolge einstellten, befaßte die anderen Spieler ein solcher Eifer, daß der Gegner nicht mehr zur Entfaltung kam. Bei den Blauweißen war der Sturm wieder das Schmerzenskind. Schiedsrichter Keller war sehr sicher. Kurze Sportnotizen. Württembergs Fußball-Gauelf traf am Sonntag vor 6000 Zuschauern auf eine sehr stark aus Spielern der Straßburger und Mühlhausener Berufsspielervereine zusammengestellte elsässische Mannschaft. Die Schwaben hatten einen sehr guten Tag und gewannen mit 6:2 (1:1). Einen deutschen Sieg im Handball gab es durch den deutschen Studentenmeister Breslau, der in der schlesischen Metropole den AZS. Warschau mit 15:7 besiegte. Hollands Rugbyspieler leisteten im vierten Länderspiel gegen eine deutsche B-Mannschaft, das am Sonntag in Hilversum stattfand, der deutschen Fünfzehn starken Widerstand und unterlagen mit 16:28 recht knapp. Bei der Pause lagen die Deutschen noch 23:0 im Vorteil. U rfi den „Eichenschild" der Hockey- Frauen wurde am Sonntag mit vier Spielen die Zwischenrunde ausgetragen. Von den süddeutschen Gaugruppen ist noch Baden-Württemberg nach einem nach Verlängerung über Bayern erstrittenen l:0-Sieg im Rennen, während Südwest-Hessen nach tapferer Gegenwehr von Brandenburg 3:2 geschlagen wurde. Der Verteidiger Nordmark siegte 3:1 über Rheinland und Niedersachsen gewann 5:0 über Mitte. Kilian-Dopel belegten im Neuyorker Sechstagerennen, das in der Nacht zum Sonntag zu Ende ging, den zweiten Platz mit zwei Runden Rückstand hinter den französischen Siegern Jgnat- Diot. Zurückgelegt wurden insgesamt 4891 Kilometer. Olympiasieger Pa lusalu-Estland, der am Samstag am Sportpressefest in Berlin teilgenommen hatte, traf am Sonntagmorgen mit Europameister Homfischer in Nürnberg zusammen. Zur großen Enttäuschung der Zuschauer gab der Estländer den Kampf nach etwa 12 Minuten Dauer auf. Das Berliner „Fest der Sportpresse" wurde am Samstagabend in der ausverkauften Deutschlandhalle durchgeführt. In vier Stunden Dauer rollte ein in feiner Buntheit nicht zu überbietendes Programm, in dem fast alle Sportarten zu Worte kamen, an den Augen der Zuschauer vorüber. MnnschaslsriiWli um die Vezirksmeisterschast. I. Krast- und Sportklub 1893 unterliegt knapp gegen BfK. Alsfeld. Am Samstag standen sich die Mannschaften von Gießen und Alsfeld im Kampf gegen die Bezirks- meisterschaft in Alsfeld gegenüber. Leider mußte Gießen ohne Unteroffizier Vetter antreten. Auch Emmerich war verhindert. Oie Ergebnisse. Vorkampf 12:9 für Alsfeld. Bantam: Kornmann (Gießen) kann den Gau- meister Schuchmann nicht gefährden. Er leistet jedoch tapferen Widerstand und erliegt in 5 Minuten einem Ausheber. —F eher: Hier ist Otto Schott zu schwer und A. Funk (Gießen) erhielt die Punkte. In einem Freundschaftskampf ist Funk klar der Bessere. — Leicht: Wenzel (Gießen) hat gegen den starken Kister I. einen schweren Stand. In einer kritischen Situation in der 3. Minute erweist sich Kister als der Stärkere und drückt Wenzel die Brücke ein. — Welter: Klotz (Gießen) gelingt es, feinen Sieg gegen den mehrfachen Gaumeister Steinbach zu wiederholen. In der 10. Minute gelingt Klotz ein Hamerlok, durch den Steinbach auf die Schultern kommt. — Mittel: Becker war die Ueberraschung des Abends, denn er lag bis zur Bodenrunde gegen Schwalm (Alsfeld) klar in Führung, als er sich in der 11. Minute durch Armzug überraschen ließ. — Halbschwer: Hier hatte Gießen für Vetter keinen Ersatz zur Stelle, so daß Kister II. (Alsfeld) kampflos Sieger wurde. — Schwer: Der neue Mann der Gießener Mannschaft, der Oberschütze Hansen (früher Polizei Hamburg) gefiel ausgezeichnet und besiegte Fischer (Alsfeld) in 5 Minuten durch Hamerlok. Rückkampf 17:3 für Alsfeld. In diesem Kampf war die Gießener Mannschaft sehr vom Pech verfolgt. Hansen und Becker unterlagen knapp nach Punkten. Alsfeld hatte umgestellt. Bantam: Kornmann hält sich in diesem Kampf noch besser, denn er unterliegt erst in der 6. Minute einem Doppelnelson Schuchmanns. — Feder: Funk wird wiederum Sieger gegen Schott (durch Aufgabe). — Leicht: Wenzel kann Kister zuerst stark gefährden, jedoch ist der Alsfelder auf der Hut und siegt durch Abfangen eines Armzugs. — Welter: Alsfeld hat umgestellt und hat diesmal Klotz den Alsfelder Schwalm zum Gegner. Klotz hat jedoch Pech und kommt durch unglücklichen Hamerlok in eine Brückenlage, aus der er sich nicht mehr befreien kann. — Mittel: Becker liefert Steinbach einen hartnäckigen Kampf und unterliegt nur knapp nach Punkten. —Halbschwer: Hansen hat diesmal den Alsfelder Kister II. zum Gegner und zeigt wirklich, was er kann. Wenn Kister zu einem knappen Punktsieg kam, so verdankt er dies nur der offenen Ringweise Hansens, denn Hansen setzt die gewagtesten Griffe an und kommt dadurch mehrmals selbst in Gefahr. Lichtspielhaus jwS Heute Nontag in Neiiaiiffiilirung N Eine anerkannte Spitzenleistung des deutschen Tonfilms! Magda Schneider Luise Ullrich Olga Tschechowa Willy Eichberger Wolfgang Liebeneiner Gustav Gründgens in: Liebelei I Nach dem unvergeßlichen Bühnenwerk von Arthur Schnitzler. Regie: Max Ophüls. Beiprogramm u. Fox-Ton-Woche Achtung! Dienstag, 17. Nov., u. Mittwoch, IS.Nov., nachm 2.15 Uhr: 2 Märchen-Vorstellungen Aschenbrödel Im Beiprogramm Grimms Märchenfilm: Die Wichtelmänner Unvergeßliche Stunden für groß u.klein. E DTERIVI Führt euere Kinder ins Paradies des Märchenlandes. - Preise: Kinder 0.30,0.50. Erwachsene 0.50 u. 0.75. ____________________________________________7251 A i PO LA ST Giessen I WM Höhne Heute Montag Süddeutsche W URAUFFÜHRUNG] o Der Film der großen Schauspieler-Besetzung! Käthe Dorsch, die blutyoüe Bühnenkünstlerin — Marianne Hoppe, die lebensnahe Darstellerin txustav Gründgens, die interessante Schauspielerpersönlichkeit — Albert Lieven — Käthe Haak — Pani Henkels Regie: Hans Steinhof!, nach dem bekannten Bühnenstück von Oskar Wilde Ein Film für Alle! Wochenschau-Beiprogramm 725oA Täglich 4, 6, 8.30 Uhr Christliche Gemeinde Zu den Mühlen 2 Evangelisations-Vorträge vom 16. bis 22. November 1936 durch Herrn K. Bussemer, Prediger, Wr-Vohwinkel jeweils abends 8V, Uhr. Vortrags-Folge: Montags: Kann der Mensch von beute noch an dieBibel glauben? Dienstags JstSiindeCinbildung? Mittwoch: Der liebel größtes — Die Schuld. Von Dienstag bis Freitag sowie Sonntag nachm. jeweils 372 Uhr daselbst Bibelstunde. 727oD Jedermann herzlichst eingeladen! Vornehm I Geschmackvoll I Persönlich I Diese wesentlichen Eigenschaften der guten Familien-Drucksache bietet Ihnen In zahlreichen neuzeitlichen Ausführungsarten und Papieren zu mäßigenPrelsen Brühl’sche Druckerei, Schulstr. 7, Ruf 2251 HEin guter eilkräuter- Tee hilft auch Ihnen. Schon unsre Vorfahren erkannten den großen Wert der Kräuter-Tees und ihre Wirkung auf Nerven, Gefäße und innere Organe. Unser Fachgeschäft führt Kräuter best. Beschaffenheit und besitzt gute Erfahrungen, die Ihnen bei allen Fragen von Nutzen sind. Darum werden Sie zufrieden sein mit einer Kräuter-Kur (Tee, Säfte. Bade-Extrakte, sanitäre btärkungs - Mittel usw.) von 7279Ö Kräuterhaus Jung Gießen, in der Mäusburg Wichtig für Naturfreunde! 500 Gramm von 50 & an Marktstr. 23. 7a80A Tel. 2417. haus' eux-fWEi Wichtige Neuerscheinung! Moon Menu. Heren nach der Naturschuhverordnung vom 18. MSrz 1936 (RGBl. I Seite 181) und den ergänzenden Bestimmungen, ausführlich erläutert von Professor Dr. W. Weber, o. ö. Prof, der Rechte und Referent im Reichs- und Preutzischen Ministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung, und Pros. Dr. Waliber Schoenichen, Letter der Reichsstelle für Naturschutz. Gebunden RM. 3,60. Bestellungen durch alle Buchhandlungen. OugoBermflnier Bering. Betiln-Etmierf. Einen wunderbaren frischen Geruch und einen dauerhaften Harthochglanz, der nicht glatt macht, bekommen die Wohnräume mit Regina-Hartwach s. Es ist geprüft u. empfohlen vom Reichsverband deutscher Hausfrauen-Vereine. GEEINT HARTGLANZWACHS Für farbige Böden REGINA - BEIZE Zu haben bei: 1981v Central - Drogerie Emil Karn; Kreuz-Drogerie Aug. Noll; Kronen-Drog. Gebr. Michel t f l »C L E <3 S NS