Donnerstag, 16. Zull 1936 186. Jahrgang Nr. 164 Erster Blatt Eichener Anzeiger Bericht Untere nationalsozialistische Olympia-Ausgabe Der Rundfunk und die Olympischen Spiele Spielen Vir müssen uns darüber klar sein, daß die sportlich: Höchstleistung, die der Nationalsozialismus aus seiner ganzen Ideenwelt heraus bejaht, nicht nur eine Frage des guten Willens, sondern ebenso eine Frage der physischen Konstitution des gesamten Volkes ist. Ich darf feststellen, daß die Vorbereitungen, die wir ge- getroffen haben, um eine schlagkräftige Mannschaft bei der, Spielen herauszustellen, so sorgfältig und so sachverständig geschehen sind, wie es nur immer möglich war, und ich darf sagen, dah alles das, was man billigerweise erreichen konnte, von uns auch wohl erreicht ist. Aber wir wollen die Augen davor nicht verschließen, daß wir diese Olympischen Spiele im wesentlichen getragen sehen von Männern und Frauen, die in den Kriegs- oder Nachkriegsjahren geboren sind und die unerhörte Entbehrungen und Zeiten des Elends und der leiblichen und seelischen Not durchmachen mußten. Den Jahrgängen, auf die wir im wesentlichen angewiesen sind, fehlt — das ist eine allgemeine Feststellung, die durch einzelne Beispiele in keinem Punkt erschüttert wird — rein konstitutionell die Kraft, die Leistungen zu vollbringen, die nun einmal bei Olympischen Spielen erforderlich sind. Sie müssen ein Vielfaches mehr an Willensanspannung und Ein- s a tz geben als die glücklichen anderen Völker. Wir sind uns also infolgedessen darüber im klaren, daß der nationalsozialistische Aufbau der Leibeserziehung auch von der Seite der Leistung her nach den Olympischen Spielen nicht etwa abgeschlossen ist, sondern dann erst recht beginnt, um eine auch körperlich hochwertige und leistungstüchtige deutsche Rasse heranzuziehen. Das ist das eine, was ich vorausschicken möchte. Ich glaube, dann aber unsere Aufmerksamkeit auch einmal auf die Tatsache lenken zu dürfen, die im Trubel der Ereignisse fast unterzugehen scheint. rer die Namen der bisher ausgewählten Männer und Frauen bekannt, die die hohe Ehre haben werden, Deutschland in den Wettkämpfen zu ver- treten. (Vgl. den Bericht im heutigen Sportteil. Die Schriftleitung.) Einschließlich der noch zu be- nennenden Mannschaften werden 430 Aktive, unter ihnen 47 Frauen, die deutschen Farben vertreten. Alle diese Mannschaften müssen nach ihrer Ausstellung festlich und sportlich eingekleidet werden. Der Großteil der deutschen Mannschaft wohnt im Olympischen Dorf. In seinem Schlußwort erklärte der Reichssport- sichrer: Die deutsche Olympiamannschaft muh in Haltung und Charakter Ausdruck der neuen Lebensform unseres Volkes sein. Sie besteht deswegen einzig und allein aus Kameraden und Kameradinnen, die zu einem gemeinsamen Ziel verschworen sind. Witten unter dieser Wannschaft stehen die Verantwortlichen. Auch sie sind Kämpfer für das gleiche Ziel, und Wannschaft und Führer sind Wänner und Frauen gleichen Auftrags und damit gleichen wertes. Es muß das Bestreben der deutschen Mannschaft und ihrer gesamten Führung sein, eine so vorbildliche Haltung einzunehmen, daß sie beispielhaft wirkt und so von der gesamten Oeffentlichkeit verstanden wird. Nur so wird es der gesamten Weltöffentlichkeit offenbar werden, daß die Deut- schen ein Sportvolk geworden sind, ein Volk, welches fair, kameradschaftlich und gastfreundlich aus innerer Haltung und Erziehung ist. Die Olympischen Spiele mit ihren Wettkämpfen, denen wir entgegensetzen, sind nicht ein Abschluß einer sportlichen Entwicklung, sondern der Beginn eines neuen starken Vorstohes der Leibesübungen als Kulturfaktor im Dritten Leistungen beiträgt, sind wir auch frei von jener Überheblichkeit, die einst so manche Vertreter des deutschen Volkes in der Welt unbeliebt gemacht hat. Und wir vergessen nie, daß es keine „Internationale des Nationalsozialismus" gibt. Deshalb versuchen wir auch nicht, Angehörige fremder Nationen zu unserer Weltanschauung, die ja aus unserem Volke heraus geboren ist, zu „bekehren". Aber trotzdem wollen wir in diesen Wochen der Welt zeigen, daß das nationalsozialistische deutsche Volk in einem Geiste lebt und handelt. Wir wollen die Parole der Gastfreundschaft gegenüber unseren Besuchern wirklich zur Parole jedes Volksgenossen werden lassen. Wo es auch sei, in den Städten, wie in den Dörfern, auf der Eisenbahn, wie auf den Straßen, wollen wir alle uns unseren Gästen zuvorkommend zeigen, wollen ihnen, die unser Reich nicht kennen und oft unserer Sprache nicht mächtig sind, den Vortritt lassen und ihnen behilflich sein, wenn sie der Unterstützung bedürfen. habe. In wohl überlegter Abstufung werde auch dem Verlangen nach Entspannung und innerem Ausgleich durch ein großes musikalisches Rahmenprogramm, bei dem die Unterhaltungsmusik vorherrsche, Rechnung getragen. Auch hinsichtlich der Sprachpflege stelle die Aeberlragung mit den Namen von 6000 Aktiven aus 53 Nationen und 50 verschiedenen Sprachen besondere Anforderungen. Zu diesem Zweck ist für die deutschen Rundfunksprecher ein phonetisches Lexikon zur Erreichung einer einheitlichen Aussprache geschaffen worden. die Olympischen Spiele als das große Weltereignis und die größte Aufgabe, die jemals dem deutschen Sport gestellt worden ist. Ich halte es, so sagte von Tschammer und Osten dann weiter, für erforderlich, einige Ueberlegungen in unser Gedächtnis zurückzurufen, die wir angestellt haben, bevor wir uns an die schwere Arbeit der Vorbereitung begaben, und die wir durch unsere Tätigkeit selbst immer wieder bestätigt gefunden haben. Die öffentliche Meinung in der Welt und in jedem einzelnen Land wertet nur die absolute Leistung bei den Olympischen Spielen. Wer Sieger ist, ist der umjubelte Liebling der Massen, wessen Kräfte nicht ausreichten, oder wer nicht Glück genug hatte, aber steht ganz im Schatten. Was für den einzelnen gilt, gilt auch für die Nation. Wir als verantwortliche Männer des deutschen Sports müssen den klaren Blick behalten für das Ausmaß der tatsächlichen Leistung, völlig ab- eits des Gewinnens der goldenen Medaillen. Berlin, 16. Juli. (DNB.) Die NSK. schreibt unter der Überschrift: „Unsere «nationalsozialistische Olympia-Aufgabe" u. a.: Besondere Gesetze der Gastfreundschaft von Volk zu Volk erwachsen uns aus unserer nationalsozialistischen Haltung. Gerade aus unserem nationalsozialistischen Denken heraus empfinden wir eine besondere Achtung vor jedem, der sich zu seinem Volk bekennt. Wir wissen, daß unsere Bescheidenheit und unser freundschaftliches Entgegenkommen gegenüber dem, der als Repräsentant eines fremden Volkes unser Gast ist, der schönste Ausdruck unseres eigenen Nationalstolzes.ist. Wir sind erfüllt von der Freude, diesen Männern und Frauen ein Deutschland zeigen zu können, dessen Ausbau ein gemeinsames Werk unseres Führers und unseres ganzen Volkes ist, aber, gerade weil wir wissen, wie viel Arbeit und Opfer jeder von uns auch heute noch zu diesen großen möchten. Mit der Aufgabe des Rundfunks, über die Berichterstattung hinaus die Verbindung mit künstlerischen und geistigen Zusammenhängen zu pfle- Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8l/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm hohe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von 70 mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Dereindg.25°/g mehr. Ermäßigte Grundpreise: Es ist die Leistung des Nationalsozialismus für die Durchsetzung des olympischen Gedankens. Stellen Sie sich einmal vor, die Olympischen Spiele hätten im Jahre 1932 in Deutschland durchgefuhrt werden müssen. Denken Sie an die Sechs-Millio- nen-Armee der hungernden Erwerbslosen in Deutschland, die ohne Hoffnung in den Tag hineinlebten und aus ihrer ganzen elenden Lebenshaltung heraus ein Gegner eines solchen Weltfestes hätten sein müssen. Stellen Sie sich vor, die marxistische Propaganda, die es sich nicht nehmen laßt, im Jahre 1936 in Barcelona eine Art Gegenolympiade aufzuziehen, hätte die Gelegenheit gefunden, diese Sechs-Millionen-Masse der Enterbten gegen die Spiele in Bewegung zu setzen. Ueberjegen S:e weiter, wie es überhaupt möglich gewesen wäre, die materiellen Voraussetzungen für die Durchführung der Spiele zu schaffen, die Kampfplatze auszubauen. Stellen Sie sich das Palaver vor, welches in dem von Parteien ehemals wild zerrissenen deutschen Vaterland, in den Parlamenten des Reiches der Bundesstaaten, der Stadt Berlin um jede einzelne Maßnahme sich erhoben hatte und stellen Sie dem gegenüber die eine gigantische Entscheidung unseres Führers und Volkskanzlers Adolf Hilter, die uns kampfsiätten bescherte, wie sie in der Welt einzigartig dastehen. Denken Sie daran, wie das ganze deutsche Volk begeistert ist von dem olympischen Gedanken, wie es seine ganze Kraft da- Das, wenn ich so sagen darf, weltanschauliche Fundament für die Leibesübungen aus neuem deutschen Geist ist gelegt, und es ist lediglich eine Frage der Jahre und eine Frage eines systematischen Aufbaues einer wieder gesund gewordenen Jugend, daß wir auch leistungs- mähig die letzten, wie wir freimütig zugeben, Lücken ausfüllen werden. Der Reichssportführer berichtete bann im einzelnen über die Schulungsarbeit in den olympischen Kursen und ihre Ergebnisse in den verschiedenen Sportzweigen. Nach diesem Ueberblick über die letzten Schulungsmaßnahmen gab der Reichssportfüh- Reich. Die Vorbereitungen dazu werden im Deutschen Reichsbund für Leibesübungen getroffen. Wenn der Befehl gegeben wird zur Ausführung, müssen alle, die sich dieser Kulturaufgabe verbunden fühlen, bereit sein zum Einsatz. Berlin, 15. Juli. (DNB.) Der deutsche Rundfunk gab am Mittwochnachmittag der in- und ausländischen Presse einen Ueberblich über die nunmehr abgeschlossenen Vorbereitungen zu den Olympischen Spielen. Reichssendeletter Hadanwvski wies darauf hin, daß der deutsche Rundfunk mit den internationalen Sendern in einer Verbundenheit zusammenarbeite wie niemals zuvor, daß er aber auch eine Aufgabe zu bewältigen habe, wie sie in dieser Größe bisher den deutschen und den Sendern der Welt nicht Vorgelegen habe. Durch den Rundfunk werde die deutsche Kampfbahn mit ihren über 100 000 Plätzen zu einem gigantischen Forum, in dem alle Völker der .Erde Teilnehmer und Zuhörer der Olympischen Spiele würden. Die Weltringsendung vom 5. Iuli habe die Zuverlässigkeit und Leistungsfähigkeit unter Beweis gestellt. Die Zahl der Uebertragungen von den Olympischen Kampfstätten sei unvorstellbar groß. Mit Hilfe des Parallelverkehrs würden dort etwa 4500 Sportsendungen insgesamt in den Aether geschickt. Zur Sicherstellung sei der Olympia-Welt- sender, die Zentrale von 40 Ländern, eingerichtet, die über eine Hauptschalttafel, ein Wunderwerk deutscher Präzisionsarbeit, über Kabel und Kurzwellen auf die Sender der Welt geschaltet würden. Welche Bedeutung dieser Schalttafel zukomme, gehe daraus hervor, daß ein einziger Kontakt auf dieser riesigen Tafel allein in einem Lance, in Nordamerika, über 200 Sender zu versorgen Berlin, 15. Juli. (DNB.) Am Mittwochnachmittag hielt der Deutsche Olympische Anschütz im „Haus des deutschen Sports auf dem Reichssportfeld eine Tagung ab, auf der der Reichssportführer von Tschammer und Osten in einem ausführlichen Bericht die deut- chen Vorbereitungen für die Olympischen Spiele darlegte und die deutsche Olympiamannschaft für die Leichtathletik, das Boxen, Fechten und Hockey bekanntgab, während für die weiteren 14 Sportarten, deren Meldeschluß später liegt, die namentliche Aufftellung noch folgen wird. 430 Aktive, unter ihnen 47 Frauen, werden die deutschen Farben auf der Olympiade vertreten. In feinem B-- dezeichnete Reichsspottsührer von Tschammer und Osten Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblatter Heimat im Bild - Die Scholle Monatr-Vezugrprelr: Mit 4 Beilagen NM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr.. * -25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernfprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach. richten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: granffurt am Blain 11086 Jedem ausländischen Sprecher wurdeh ein oder mehrer Sprachführer, die auch zugleich als Funkhelfer tätig sein könnten, beigegeben. Für die Berichterstattung des Auslandes ist ein besonderer Führer gedruckt, in dem sie alle Kampfstätten, alle sportlichen Auskünfte und einen Nachweis der Berliner Museen, Theater und Sehenswürdigkeiten finden. Für die Freizeit der Rundfunksprecher wird ihnen ein Olympia-Paß zur Verfügung gestellt, da- mit sie auch außerhalb ihrer Tätigkeit in lebendiger Verbindung mit den sportlichen Ereignissen bleiben. Der Reichssendeleiter schloß mit der Erwartung, daß die aktivste Jugend, die Sportjugend der Welt, und die aktivste Geistigkeit, die Presse, sowie der aktivste Avantgardist des Nachrichtenwesens, der Rundfunk, auch nach den Olympischen * " in Freundschaft verbunden bleiben Immer vorwärts! Berlin, 15. Juli. (DNB.) Das Inter- este an den Reichsfchahanweisungen (4^- prozentige auslosbare Schahanweifungen des Deutschen Reiches 1936 II. Folge) ist allgemein rege gewesen. Das Zeichnungsergebnis ist infolgedessen recht erfreulich. Der vom Reichsanteihekonsortium zur Zeichnung aufgelegte Betrag ist um einige Millionen überzeichnet worden. Die Zuteilung an die Zeichner erfolgt mit Rücksicht auf den in Ansehung des Gesamtbetrages unerheblichen Betrag der lleberzeich- nung im Interesse einer glatten Abwicklung in voller höhe. Die Re ich s anleih e ist innerhalb der kurzen Frist, die für die Zeichnung vorgesehen war, nicht nur in voller Höhe vorn Kapitalmarkt ausgenommen worden, es ist sogar eine Ueberzeichnu n g erfolgt. Damit hat das deutsche Volk sich abermals geschlossen hinter die Politik des Wiederaufbaues gestellt, wobei wieder ein- mal zu unterstreichen ist, daß dieser Wiederaufbau sich aus eigener Kraft vollzieht. Der Wiederaufstieg verzichtet auf ausländische Kredite, verzichtet auch darauf irgendwie einen ausländischen Kapitalmarkt in Anspruch zu nehmen. Rund 3,5 Milliarden Mk. sind in anderthalb Jahren von den deutschen Sparern aufgebracht worden, um die Vorfinanzierung der großen Arbeitsbeschaffung langfristig zu decken. Diese Vorfinanzierung mußte zunächst kurzfristig aufgebracht werden, also mit Hilfe der Reichsbank, wobei aber von Anfang an feststand, daß es sich dabei nur um einen Uebergang handelte, daß also der kurzfristig gegebene Kredit jeweils nach Lage des Kapitalmarktes in einen langfristigen Kredit umgewandelt werden würde. Das Zeitmaß, in dem ich die Umwandlung vollzieht, ist überraschend chnell, denn die Summe von 3,5 Milliarden Mark teilt eine beträchtliche Leistung des deutschen Kapitalmarktes dar. Diese Leistung ist um so großer, als der Wiederaufstieg der Wirtschaft auch sonst große Kapitalien erfordert hat, für die ebenfalls nur der deutsche Kapitalmarkt zur Verfügung stand. Wir sind besonders stolz darauf, daß der Kapitalaufwand in Deutschland der Arbeitsbeschaffung diente, also einer Maßnahme, die im nationalsozialistischen Geist gehalten ist. Es ist wirklich ein deutsches Wunder, das sich vor unseren Augen vollzieht. Planmäßig erfolgt der Arbeitseinsatz, planmäßig werden die Arbeitslosen wieder in den Wirtschaftsprozeß eingerecht, um mit dieser Einrichtung auch die Gesamtleistung der deutschen Wirtschaft steigern zu helfen. Was im überwundenen marxistischen November-Staat nicht einmal erörtert, geschweige denn gewagt wurde, nämlich die Arbeitsbeschaffung 1 m großen Rahmen, das wurde nach der Machtergreifung sofort in Angriff genommen. Die $or= aussetzung war dabei, daß der Wiederaufstieg sich ununterbrochen vollziehen muß, daß mit diesem Vollzug aber auch die Grundlage geschajfen wird, um den neuen Arbeitseinsatz durchführen zu können. Je größer und stärker der Erfolg war je mehr die Erzeugung stieg, desto größer und starker wurde auch der Kapitalmarkt. Schon die Entwicklung bei den Sparkassen, sowie bet den öffentlich- rechtlichen Kreditanstalten überhaupt hat gezeigt, daß in Deutschland mit dem Sparwillen auch das Vertrauen wieder zurückgekehrt und gewachsen ist. Ohne feltenfestes Vertrauen gibt es nach den Erfahrungen der Nachkriegszeit, insbesondere nach der Inflation, keine neue Spartätigkeit. Auf diese Spartätigkeit kommt es an, denn wenn das Reich sich an das deutsche Volk wendet, so muß der Ruf von möglichst allen Volksgenossen ge- Nationalsozialismus und olympischer Gedanke Eine Rede des Reichssportführers im Deutschen Olympischen Ausschuß. hört werden. _ .. . t Mit Stolz können mir feststellen, daß dieser Rus bei der Zeichnung dieser Reichsanleihe gehört wurde, denn gerade die Masse der kleinen Sparer war es, die für die Vollzeichnung gesorgt hat. Daß die Industrie, daß dte Wirtschaft überhaupt in all ihren Gruppen ebenfalls namhafte Summen gezeichnet hat, war zu^ erwarten. Denn die Wirtschaft hat nach den Fehlschlagen im Staat des früheren Systems soviel gelernt, um für eine richtige Kapitalleitung besorgt zu sein, .öu dieser richtigen Kapitalleitung gehört es, der Allgemeinheit die Kapitalien zur Verfügung zu stellen, die im Umlaufprozeß der Wirtschaft verdient worden sind. Darin drückt sich auch aus, daß d 1 e echte Kapitalbildung wieder eingesetzt hat, also eine Kapitalbildung, die nicht versucht, dieses Kapital mühelos durch Börsengewinne und andere zweifelhafte Dinge zu schöpfen. Der Erfolg dieser Reichsanleihe bürgt auch dafür, daß das Reich die Arbeit für den Wiederauf- ftieq weiter fortsetzen kann, ohne mit allzu patzen Sorgen für die Zukunft belastet zu fein. Die Technik dar Vorfinanzierung hat sich als richtig erwiesen, was mit Nachdruck betont werden mutz, auch gegenüber der ausländischen Finanzpresse, die so tut, als fei sie über deutsche Verhältnisse besonders gut unterrichtet, während sie tatsächlich nicht die geringste Ahnung von ihnen hat. Das deutsche Volk kann auch weiter davon überzeugt fern, daß die Ersparnisse, die es dem Reich in Form von Anleihen zur Verfügung stellt, gut angelegt sind, denn die kurz- und langfristigen Kredite, die Vorfinanzierung überhaupt, sie haben dazu gedient. Anlagen und Einrichtungen von bleibendem Wert zu schaffen. für einsetzt, diesen friedlichen Wettbewerb aller Volker der Erde zu einem noch nie dagewesenen Erfolg auszubauen. Es fällt uns allen ja nicht schwer, uns in diese olympische Stimmung einzufühlen, die heute schon über der Reichshauptstadt liegt, und wir müssen im Vorgefühl dieser Festesfreude mit tiefster Dankbarkeit den Nationalsozialismus als den größten Organisator und den gewaltigsten Förderer der XI. Olympischen Spiele ansehen. Diese Tatsache sollte unserem Volke durchaus bewußt bleiben. Es ist eine Pflicht der Dankbar- leit gegenüber unserem Führer und einer Bewegung, die uns fähig gemacht hat, als ein freies stolzes Volk mit Würde und Freude die anderen Volker der Erde als Gäste zu empfangen. Ich habe einleitend schon darauf hmaewiesen, daß die Männer und Frauen, die im wesentlichen die Olympiade auf ihren Schultern zu tragen haben, konstitutionell verhältnismäßig schwach sind und daß dem Willen zur Leistung natürliche Grenzen gesetzt sind, die weder durch Schulung, noch durch Einsatz des Willens überwunden werden können. Während nun früher unsere schwächsten Leistungen durchschnittlich auf dem Gebiet des Mannschaftssportes lagen, ist heute festzuftellen, daß wir gerade im Manns chaftssp 0 rt den größten Fortschritt erzielt haben. Das ist ein Beweis dafür, daß mir grundsätzlich auf dem richtigen Wege sind. w stellen-, Vereins-, gemein- General-Anzeiger für Oberhessen WW Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfilatz-Vuch- und St-indruck-rei «.Lange in Sichen. Schristleitung und Seschäftsftelle: Zchulftrahe 7 LViSLif.?» England muß sich mit Deutschland verständigen. Eine bedeutsame Kundgebung in London. gen, sei, so erklärte der Sportreferent Müller, die Form der Sendungen bestimmt worden. Der Rundfunk übertrage nur die Hauptkämpfe und die großen Entscheidungen, dagegen nicht den gesamten Verlauf; denn er habe ja auch an sein übriges Programm zu denken. Die Ereignisse am Rande vermittle das Olympia-Echo, das dreimal am Tage gesendet werde. OerIntendant des Oeutschlandsenders und Leiter des deutschen Olympia»Programms wies darauf hin, daß der Deutschlandsender der eigentliche Künder des Programms sei, das mit dem olympischen Staffellauf, der das heilige Feuer vom Altar des Zeus in Olympia nach Berlin trage, begonnen werde. An den Deutschlandsender sind mit Ausnahme des Reichssenders Berlin alle deutschen Sender angeschlossen. Intendant Hans Otto $rirfe vom Reichssender Frankfurt umriß in großen Zügen das zur Uebertragung kommende Kulturprogramm, das nicht nur die Eröffnungs- und Schlußfeierlichkeiten, die offiziellen Festakte, die Eröffnungssitzung des internationalen olympischen Komitees, die Eröffnung der olympischen Ausstellungen und die Vorträge prominenter ausländischer Ehrengäste, wie Sven Hedin, sondern auch die Festgottesdienste und die öffentlichen Empfänge der Reichsregierung und nicht zuletzt die Aufführungen auf der Dietrich-Eckart-Bühne umfasse. Hinzu kämen noch die großen olympischen Konzerte und das Militärkonzert in der deutschen Kampfbahn. Das Kulturprogramm werde die Aufmerksamkeit aller derer auf sich lenken, die hinter den sportlichen Wettkämpfen noch einen weiteren tieferen Sinn sähen, nämlich den friedlichen Wettkampf der Rationen um die höchsten Güter, die Kulturgüter der Menschheit. Die Beteiligung des Auslandes, so berichtetete Intendant B o e k m a n n , sei ungeheuer stark. Die Kämpfe würden von allen bedeutenden Sendern der Welt übertragen. Zum Teil übernähmen sie Ausschnitte aus den deutschen Programmen, oder aber sie übertrügen durch eigene Sprecher, von denen 80 gemeldet seien, die über 2000 Sendersendungen durchführten. Der deutsche Kurzwellensender selbst werde über sechs Richtsender in die sechs Sendezonen senden. lieber die Tätigkeit des Reichssenders Berlin im Olympia-Monat berichtete dessen Intendant Walter Beu m-£< bürg. Beflaggung aus Anlaß der U. Olympischen Spiele. Berlin, 15. Juli. (DNB.) Der Reichs- und Preußische Minister des Innern und der Reichsminister für Dolksaufklärung und Propaganda geben für die Beflaggung der öffentlichen und privaten Gebäude aus Anlaß der X I. Olympischen Spiele folgendes bekannt: Die öffentlichen Gebäude flaggen nach Maßgabe des Runderlasses des Reichs- und Preußischen Ministers des Innern vom 15.12.1935 (MBliD. S. 1503) in der Reichshauptstadt vom 29. Juli, im übrigen Reich vom 1. A u g u st a b bis einschließlich 1 6. A u g u st. Empfangs- und Abschiedszwecken dienende öffentliche Gebäude und Einrichtungen können aus diesen Anlässen bereits vorher und über den 16. August hinaus beflaggt werden. Auf diesen Gebäuden und Einrichtungen können neben der Reichs- und Nationalflagge (Reichsdienstflagge) auch die Olympische Flagge und die Flaggen der' an den Olympischen Spielen teilnehmenden Nationen gesetzt werden. Bei letzteren ist die Flagge Griechenlands an erster Stelle zu setzen; Es folgen die Flaggen der übrigen teilnehmenden Nationen nach der deutschen ABC.-Folge, zuletzt Deutschland (als Gastgeber). Die Bevölkerung wird aufgefordert, vom 2 9. Juli ab bis einschließlich den 20. A u gu st mit der Reichs- und Nationalflagge zu flaggen. Es können auch die Olympische Flagge und Flaggen der an den Olympischen Spielen teilnehmenden ausländischen Nationen gezeigt werden. Die Flaggen werden während der Nacht nicht eingezogen. Danziger HI. in Potsdam. Berlin, 15. Juli. (DNB.) An historischer Stätte erreichte am Mittwochvormittag der Ber - linerBesuch der 200 0 Danziger Hitler- jungen in Potsdam seinen weihevollen Höhepunkt. Zwischen dem Neuen Palais und der Reichsführerschule des deutschen Arbeitsdienstes im Park von Sanssouci waren die 1500 Danziger Pimpfe und die 500 Hitlerjungen aufmarschiert. Potsdamer Ehrenabordnungen der HI., des Jungvolkes und des BDM. sowie der beiden Reichsschulen der HI. hatten gleichfalls Aufstellung genommen. (Stabsführer Lauterbacher richtete im Namen der Reichsiugendführung an die Aufmarschierten eine Ansprache. „Es ist nicht Zufall", so führte der Stabsführer u. a. aus, „daß ich euch gerade hier zu dieser Begrüßung und zur Weihe eurer Fahnen zusammengerufen habe. Ihr steht auf einem uns Deutschen und Nationalsozialisten heiligen Boden. Der preußische Geist ist wiedererstanden durch Adolf Hitler und ist heute der Geist Deutschlands. Ihr werdet auf eurer Reise durch das Reich viel Schönes sehen und erleben. Ausgangspunkt dieser Reise ist aber die Stadt der preußischen Könige, in der wir zum ersten Male am 1. Reichsjugendtag marschierten. Hier weihten mir unsere Fahnen und hier entbieten wir euch die Grüße der deutschen Jugend. Es ist uns ein Herzensbedürfnis, euch als Repräsentanten deutscher Jugend im deutschen Danzig für eure Einsatzbereitschaft zu danken. Euer Dank an die Bewegung darf nichts anderes fein als das Gelöbnis zur Fortsetzung des Kampfwillens. Heute erhalten auch eure Jungvolkfahnen die heilige Weihe durch die Blutfahne .Herbert Norkus^. Sie bedeutet für euch: Kämpfen, opfern und dienen." Unter Trommelwirbel berührte in feierlichem Weiheakt die „Herbert-Norkus"-Fabne die 87 Jungvolkfahnen. Mit dem Gruß an den Führer und dem Lied der deutschen Jugend fand die erhebende Feier ihren Abschluß. Am Abend verläßt ein Teil der jugendlichen Besucher bereits Potsdam zur Fortsetzung der Deutschlandfahrt, während die übrigen Gäste tags daraus ihren Kameraden folgen werden. London, 15. Juli. (DNB.) Die Anglo-German Fellowship veranstaltete am Dienstagabend im Dorchester-Hotel zu Ehren des Herzogs und der Herzogin von Braunschweig ein Essen, an dem zahlreiche führende Persönlichkeiten der englischen Politik und Wirtschaft teilnahmen. Nachdem auf den Führer und den König von England der Toast ausgebracht worden war, ergriff zunächst der frühere britische Botschafter in Rom Lord Rennell of Rodd das Wort. Er erklärte, daß die große Mehrheit der breiten Masse in England freundschaftliche Beziehungen mit Deutschland herzlich wünsche. Schon seit langem sei die Zeit reif gewesen für die Schaffung einer Organisation zur Pflege der kulturellen Bande Deutschlands und Englands, die so viel miteinander gemein hätten. Er" hob hervor, daß Herzlichkeit und Zusammenarbeit zwischen den drei westeuropäischen Mächten unerläßlich seien, widrigenfalls sie dem Untergang geweiht sein würden. Nach Lord Rennet of Rodd hielt der bekannte englische Politiker Lord Lothian eine groß angelegte Rede, die er mit der Feststellung eröffnete, daß in den Beziehungen zwischen England und Deutschland ein Stadium erreicht sei, das gleichzeitig voller Hoffnungen und Befürchtungen sei, eine Gelegenheit, die, wenn man sie ergreife, der Welt den Frieden geben könne, von dem Adolf Hitler im vergangenen März gesprochen habe. Wenn man aber die Gelegenheit nicht wahrnehme, so werde man vielleicht der Katastrophe entgegen* steuern. Lr frage, ob man die Streitigkeiten der letzten 30 Jahre fortleben lassen wolle, oder ob man gewillt fei, einen neuen Zeitabschnitt für die Menschheit zu beginnen. Das fei die Kernfrage, der man heute gegenüberstehe. Er glaube, daß die Stimmung auf beiden Seiten eine Rückkehr zur Zusammenarbeit verlange. Allerdings glaube er im Hinblick auf die Ereignisse des letzten ober der letzten beiden Jahre auch, daß der erste und entscheidende Schritt zur Ergreifung der jetzigen Gelegenheit nunmehr von England getan werden müsse. Dieser Schritt müsse darin bestehen, ein für alle Mat auf das zu verzichten, was in Deutschland der (Beift von Versailles genannt werde. Was die Kriegsschuldfrage angehe, so bestehe bereits Uebereinstimmung, nämlich darin, daß nicht eine Nation allein ausschließlich für den Krieg verantwortlich gemacht werden könne. Die Theorie der alleinigen Kriegsschuld habe zu gewissen dauernden und einseitigen Diskriminierungen Deutschlands geführt, die heute die Wurzel alles Nebels seien. Keine große Nation könne sich solchen Einschränkungen auf allen Seiten unterwerfen. Das sei der erste Punkt, über den man sich klar werden müsse. Lord Lothian kam hierauf auf den Völkerbund zu sprechen, der niemals imstande gewesen sei, die Deutschland zugefügten Ungerechtigkeiten gemäß den Absichten des Präsidenten Wilson abzustellen. Die Welt brauche notwendigerweise irgendeine Form von internationaler Organisation. Wichtiger aber fei, daß der Völkerbund überalterte Verträge rechtzeitig revidiere, als daß er die Macht habe, einen Angreifer in Schranken zu halten. Wenn er die Kriegsursachen rechtzeitig beseitigen könne, werde die Angriffsfrage niemals entstehen. Die eigentliche Probe stehe der Genfer Einrichtung noch bevor, nämlich die Frage, ob der Völkerbund die Vertragsrevision auf friedlichem Dege zustande bringen könne, die Deutschland denjenigen Platz in der Welt geben werde, auf den es Anspruch habe. Hierdurch würde die Menschheit vor dem Unglück eines neuen Weltkrieges bewahrt werden. Das nationalsozialistische Deutschland, so erklärte Lord Lothian weiter, sei hauptsächlich entstanden, um für Deutschland die Stellung der Gleichberechtigung im vollsten Sinne dieses Wortes zurückzugewinnen. Das sei Deutschlands natürliches Recht. Lr habe es persönlich begrüßt, daß Deutschland feine grundlegenden Rechte als freie Ration durch die Wiederaufrüstung zurückgewonnen habe. Er habe die einseitige Wie- derbefehung der Rheinlande begrüßt, nachdem der französisch - russische Pakt ratifiziert worden sei, ohne daß zunächst irgendein Versuch gemacht worden wäre, die Frage der Entmilitarisierung auf dem Verhandlungswege zu regeln. Er glaube, daß die Hauptverantwortung für die Erzwingung dieser Verletzung bei den Rationen liege, die nicht anerkennen wollten, daß die einseitigen Diskriminierungen nicht 15 Jahre lang nach dem Waffenstillstand aufrechterhalten werden könnten. (Beifall) Deutschland habe heute sowohl die Gleichberechtigung, als auch die Dachl. Deutschland sei wieder gerüstet. Für die britische Regierung bleibe lediglich zu tun übrig, ein für alle Riale auf das verhängnisvolle System zu verzichten, das darin bestehe, sich zuerst mit Englands Freun-, den zu besprechen, und dann die Ergebnisse dieser Besprechungen als eine Art Ultimatum Deutschland vorzulegen. Lin Beispiel für dieses System sei kürzlich der Fragebogen gewesen. An die Stelle dieses Systemes müsse eine freie, gleiche und einmütige Beratung am runden Tisch treten. Der Redner empfahl England einen Verzicht auf die beabsichtigte Brüsseler Locarno-Konferenz und schlug stattdessen eine gemeinsame Aussprache vor, um sestzustellen, ob die Probleme, die Deutschland und seine Nachbarn noch trennten, nicht auf der Grundlage der Gleichberechtigung gelöst werden könnten. Im dem gleichen Maße, in dem eine Lösung der osteuropäischen Frage erreicht werde, müsse das Kolonial- und W i r t s ch a f t s p r o b l e m naturnotwendig in den Vordergrund treten. Es sei eine W e l t f r a g e. Persönlich glaube er nicht, daß das Problem durch die bloße Rückgabe der alten deutschen Kolonien an Deutschland gelöst werden könne. Das würde Deutschlands Bedürfnisse unter den veränderten Bedingungen der heutigen Zeit nicht entsprechen. Die Frage müsse auf einer viel weiteren Grundlage erwogen werden. Alle Kolonialmächte mühten gewillt fein, ihren Beitrag zu einer Gebietsübertragung zu leisten. Es fei weit wichtiger, daß der Völkerbund, möglichst mit Deutschland als Ditglied, im kommenden September ernstlich an dieses riesige Problem herangehe, als daß er versuche, wieder ein Sanktionssystem herauszustellen, das lediglich dazu verwendet werden könne, einen überalterten Status quo aufrechtzuerhalten. Die wichtigste Frage von allen fei schließlich die Einstellung des gegenwärtigen Rüstungswettbewerbes. Als nächster Redner sprach der Präsident der British Legion Generalmajor Sir Krederik Maurice, der einleitend an den im vorigen Jahre von dem damaligen Prinzen of Wales und heutigen König Eduard VIII. ausgesprochenen Wunsch erinnerte, den Frontkämpfern der ehemaligen Feind st na len die Hand der Freundschaft entgegenzustrecken. Er schilderte die seitdem zwischen britischen und deutschen Frontsoldaten ausgetauschten Freundschaftsbesuche und erklärte, daß seinerzeit der großen britischen Frontkämpferabordnung ein geradezu königlicher Empfang zuteil geworden sei. Sir Frederick Maurice teilte hierauf mit, daß dem Herzog und der Herzogin von Braunschweig im Hinblick auf die große Gastfreundschaft, die britischen Frontkämpfern anläßlich ihrer Durchfahrt durch Blankenburg erwiesen wurde, die Ehrenmitgliedschaft der British Legion verliehen worden sei. Anschließend erhob sich der Herzog von Braunschweig. Unsere beiden Völker, so betonte der Herzog, können sich freuen, daß diese gegenseitigen Besuche von Frontkämpfern sowohl von Ihrem, wie auch unserem Staatsoberhaupt so warm gefördert wurden. Es war Ihr König, der seinerzeit als Frontkämpfer die Anregung zu einem Besuch englischer 1 Frontkämpfer in Deutschland gab, und unser Führer hat einmal die Ueberzeugung ausge- sprachen, daß nur Männer, die wirklich vier Jahre lang im Felde gestanden haben, in besonderem Maße zu Frieden und Verständigung beitragen können, gerade weil sie die Schrecken des Krieges kennen. Das deutsche Volk will ja Freundschaft mit England! Die Zahl der Deutschen, die durch persönliche Beziehungen mit einzelnen Ihrer Landsleute Der- bunben sind, wächst von Tag zu Tag. Echte Freundschaften zwischen Angehörigen verschiedener Länder sind feste Bindeglieder zwischen den Völkern. Der Redner verwies weiter auf die sportliche Verbundenheit beider Völker und den Ausbau gegenseitiger Beziehungen auf dem Gebiet der Kunst und Literatur. Nach einem Hinweis auf die Bedeutung des Austausches von Wissenschaftlern und Studenten sowie der Teilnahme an internationalen Konferenzen schloß der Herzog mit den Worten: Wir sehen der Zukunft hoffnungsvoll entgegen und glauben unbeirrt daran, daß unsere beiden Völker immer näher Zusammenkommen werden, zu ihrem eigenen Besten, zum Besten Europas und zum Besten der Welt. Hierauf ergriff Botschaftsrat Fürst Bismarck, der deutsche Geschäftsträger, das Wort zu einer Rede, in der er nach der Ausbringung des Toastes auf den Präsidenten der Anglo-German Fellow- ship, Lord Mount-Tempi e, in großen Zügen Ziel und Zweck dieser Organisation und der Deutsch- Englischen Gesellschaft schilderte. Die Schlußworte sprach Präsident Lord Mount-Temple, der die Aufgabe der Anglo-German Fellowship in die Worte zusammenfaßte: „Wir sind heute Abend vereint, um zwischen den beiden Ländern gute Kameradschaft und Freundschaft zu pflegen und zu fördern. Der Verlauf der Veranstaltung war ein deutlicher Beweis für den großen Erfolg, den die Anglo-German Fellowship trotz der verhältnismäßig kurzen Zeit ihres Bestehens auf dem Gebiete der deutsch-englischen Verständigung verzeichnen kann. Der den verschiedenen Rednern gezollte Beifall zeigte ebenso wie die Tatsache der großen Beteiligung, daß die Erkenntnis von der Notwendigkeit einer Annäherung ständig an Raum gewinnt. England für Vertagung der Vrüffeler Locarno-Konferenz. London, 16. Juli. (DRV. Funkspruch.) Die britische Regierung scheint gegenüber den französischen Gegenvorstellungen an dem Standpunkt festzuhalten, daß die geplante Locarnokonferenz In Brüssel vorläufig auf- geschoben werden solle. Der britische Botschafter in Paris ist in diesem Sinne am Mittwoch erneut an den französischen Ministerpräsidenten Blum herangetreten. Die Frage der Lo c a r n o - Ko n s e r e n z wurde am Mittwochabend von dem Kabinettsaus- schuß für auswärtige Fragen, dem u. a. der Ministerpräsident und der Außenminister angehören, erwogen. Das Kabinett tritt am Donnerstagvormittag zu einer Sondersitzung zusammen, in der möglicherweise eine endgültige Entscheidung über die Zukunft der Konferenz gefaßt werden wird. Reuter betont, daß Großbritannien eine spätere Konferenz, an der auch Deutschland und Italien teilnehmen würden, vorzlehe. Line solche würde übrigens im Einklang mit der kürzlichen Erklärung Baldwins stehen, daß Bemühungen gemacht werden sollen, Deutschland und Frankreich zusammenzubringen. Der diplomatische Korrespondent der „Times" schreibt, daß nach der gestrigen Unterredung des französischen Botschafters Sorbin mit Sir Robert Vanfittart immer noch gegenteilige Ansichten Frankreichs und Großbritanniens über die Erwünschtheit einer Dreimächte-Konferenz vorhanden seien. Die belgische Regierung teile bie britische Ansicht, und unter den gebotenen Umständen sei es wahrscheinlich, daß die Brüsseler Konferenz aufgeschoben werde. Eden wieder im Dienst. 23 Anfragen im Unterhaus. London, 15. Juli. (DNB.) Außenminister Eden ist nach einwöchigem Erholungsaufenthalt auf dem Lande am Mittwoch wieder nach London zurückgekehrt und hat feine Arbeiten im Foreign Office wieder aufgenommen. Im Laufe des Vormittags nahm er an einer Kabinettsfitzung teil, in der u. a. über die durch das deutsch-österreichische Abkommen geschaffene Lage und über die geplante Brüsfeier Konferenz gesprochen worden sein dürfte. Die Beratungen konnten noch nicht abgeschlossen werden und werden am Donnerstag fortgesetzt. In englischen Kreisen wird die Richtigkeit der Meldungen nicht bestritten, wonach die französische Regierung beschlossen hat, auf eine Abhaltung der Konferenz der drei Locarnomächte Frankreich, England und Belgien am 22. Juli zu bringen. In der Nachmittagssitzung des Unterhauses erwarteten Außenminister Eden nach seiner einwöchigen Abwesenheit nicht weniger als 23 21 n f r a- g e n, die sämtlich Gebiete der Außenpolitik betreffen. Eben teilte einem Fragesteller mit, baß von der italienischen Regierung in jüngster Zeit keine besondere Mitteilung über die Achtung der britischen Rechte am Tanasee eingegangen fei, daß aber Italien bei mehreren Gelegenheiten in früheren Monaten freiwillige Versicherungen abgegeben habe, wonach Rom beabsichtige, die britischen Rechte in Abessinien und anderswo zu achten. In einer Antwort bestritt der Außenminister, daß die französische Regierung in London Vorstellungen zugunsten einer Beendigung der zwischen England und Frankreich, Jugoslawien, Griechenland und der Türkei abgeschlossenen militärischen Beistandsabkommen erhoöen habe. Er teilte ferner mit, daß die Zurückziehung gewisser Einheiten der britischen Flotte aus dem Mittelmeer in keinerlei Verbindung mit den einseitigen und vorläufigen Unterstützungsver- sicherungen an gewisse Mittelmeermächte stehe. Soweit Frankreich in Betracht komme, sehe die französische Regierung ihre gegenseitigen Beistandsverpflichtungen zwischen England und Frankreich mit der Einstellung der Sühnemaßnahmen als erledigt an. Der Abgeordnete Riley kam bann erneut auf bas deutsch-österreichische Abkommen zu sprechen und wollte wissen, ob dieses Abkommen irgendein bestehendes Abkommen oder eine Verpflichtung zwischen der britischen Regierung und der österreichischen Regierung berühre, was Eden verneinte. „Zum mindesten Dreier- Vesprechnng." Ein neuer französischer Vorschlag. Paris, 16. Juli. (DNB. Funkspr.) Die außenpolitische Mitarbeiterin des „Oeuvre" will erfahren haben, daß die französische Regierung ihren Botschafter in London nach dem wenig erfolgreichen Schritt vom Mittwoch beauftragt habe, bei feiner heutigen Unterredung mit dem britischen Außenminister darauf hinzuweisen, daß, wenn sich die britische Regierung nicht demnächst zur Beteiligung an der Brüsseler Konferenz entschließen könne, man doch zum rn indes! e n eine Dreier-Besprechung ab halten möge, die in einer französischen Kü st en- stad t, möglicherweise in Soulogne f u r Mer, stattfinden könne. Das Ziel und die Bedeutung einer solchen Besprechung wurden sehr viel geringer sein, da es sich lediglich darum handeln würde, die Lage zu prüfen und sich über ein Programm für eine spätere Konferenz der Locarno-Mächte auszusprechen. Gesandter vonPapen in Berlin Wien, 15. Juli. (DNB.) Der deutsche Gesandte v o n P a p e n hat sich am Dienstagabend zur Besprechung der mit dem Ueb ereinf ommen Deutschland-Oesterreich zusammenhängenden Einzelfragen nach Berlin begeben. Anschließend wird er auf Einladung des Führers und Reichskanzlers in dessen Begleitung an den Bayreuther Festspielen teilnehmen. Eine Unterredung mit Schuschnigg. Rom, 15. Juli. Das „Giornale d'Jtalia" gibt eine Unterredung mit Bundeskanzler Schusch' n i g g über das deutsch . österreichische Abkommen wieder. Das Blatt stellt fest, das Abkommen werde einen nicht zu unterschätzenden Beitrag zur Klärung der bewegten politischen Atmosphäre Europas bilden, dck bei seiner richtigen Durchführung aus der europäischen Politik eine empfindliche Stelle, die dauernd starke Gegensätze hervorgerufen habe, verschwinden werde. Für die Wiederherstel- t lung der normalen Beziehungen werde allerdings fi noch viel technische 2ltbeit zu leisten fein. Italien am Ende der Sanktionen. Eine Rede Mussolinis. Keine Einheitsfront mit den Kommunisten Eine Absage der englischen Arbeiterpartei. Aus aller Welt Ber- Oie Deutsche Arbeitsfront und die „Oeutschland"-Schau. Madrid, 15. Juli. (DNB.) Die ständige Kommission des Spanischen Landtages hat am Mittwoch mit 13 Stimmen der Vertreter der Volksfront gegen fünf Stimmen der Vertreter der Rechtsparteien und bei Stimmenthaltung des stellvertretenden Ministerpräsidenten Portela Valladares (Zentrum) den Alarmzustand im Lande um einen Monat verlängert. Die Sitzung wurde mit einer Erklärung des Innenministers eröffnet, in der die Regierung die Gründe darlegte, die sie dazu veranlaßten, eine Verlängerung des Ausnahmezu- es ihr Ziel fei, die demokratischen Arbeiterbewegungen in eine von der kommunistischen Internationale geführte revolutionäre Armee zusammenzufchweihen. Die k o m m u n i st i s ch e Partei Englands erkläre, daß sie weiterhin an bewaffnete Gewalt und Diktatur glaube. Ls fei allgemein bekannt, daß sie viele tausende Pfund Sterling von Moskau erhalle und daher den Anweisungen Moskaus gehorche. Die Erfahrung zeige, daß der Kommunismus Verwirrung, Uneinigkeit und Zersetzung schaffe. Daher könne es keine Gemeinsamkeit zwischen den britischen Arbeiterführern und dem Kommunismus geben. st a n d e s zu beantragen. Rach diesen Ausführungen verlas der monarchistische Abgeordnete Graf Va Hella no eine Rote, in der die monarchistischen Ab geordneten des nationalen Blocks — das sind die Traditionalisten und die Mitglieder der spanischen Erneuerungsbewegung — auf Grund der jüngsten Ereignisse ihren endgültigen Auszug aus dem Parlament erklären. Die Ermordung Calvo Sotelos, so heißt es in der Rote, sei ein Staatsverbrechen, und die Abgeordneten des nationalen Blocks könnten es nicht verantworten, auch nur eine Minute länger die Verbindung mit den Beschützern und den moralisch Mitschuldigen dieser Bluttat aufrecht zu erhalten. Die Tat sei eine logische Folge der marxistischen Revolutionshetze, die noch vor wenigen Tagen einen sozialdemokratischen Abgeordneten im Parlament zu der Feststellung habe hinreißen können, daß Attentate gegen die Person des politischen Gegners „plausibel und gesetzlich zulässig" seien Der Führer der Katholischen Volksaktwn Gll Nobles erklärte die Regierung in einer heftigen Rede für schuldig an den unhaltbaren innerpolitischen Zuständen, die in Spanien herrsch- aen, und machte die von der Volksfront betriebene Politik verantwortlich für den Mord an Calvo Sotelo. Die Aussprache, die zwischen den Abgeordneten über die innerpolitische Lage stattfand, soll sich in außerordentlich heftigen Formen abgespielt haben. Fortdauer der Massenverhastungen. Madrid, 15. Juli. (DRB.) Aus dm spanischen Provinzen laufen wieder Nachrichten von zahl- ImmernochFabrikbesetzungen in Frankreich. Polizeibeamte besetzen ein Nathans zur Verfechtung ihrer Ansprüche. Paris, 16. Juli. (DNB. Funkspruch.) Der französische Innenminister hatte am Mittwoch eine Besprechung mit dem Generalsekretär und den Führern des m a r x i st i s ch e n G e - werkschaftsverbandes, um sie auf die unhaltbaren Zustände hinzuweisen, die sich aus der noch immer andauernden Besetzung von Betrieben ergeben, und sie aufzufordern, dafür Sorge zu tragen, daß alle noch besetzten Werke geräumt werden und sich Neubesetzungen nicht mehr ereignen. Der marxistische G e w e r k s ch a f t s v e r - band veröffentlichte daraufhin eine Erklärung, in der er sich bereit erklärte, der Aufforderung des Innenministers Folge zu leisten unter der Bedingung, daß sofort Verhandlungen über die Lösung noch bestehender Streitfragen ausgenommen würden, und daß auch die Arbeitgeber aufgefordert werden, sich an den Geist und den Buchstaben der übernommenen Verpflichtungen zu halten. In Dünkirchen haben am Mittwoch sogar die P o l i z e i b a m t e n das Rathaus besetzt, um ihren Gehaltsforderungen Nachdruck zu verleihen. Erst als nach langen Verhandlungen der stellvertretende Bürgermeister das Versprechen gab, daß sich die Stadtverwaltung baldigst mit den Forderungen der Polizeibeamten beschäftigen werde, wurde das Gebäude wieder geräumt. London, 16. Juli. (DNB. Funkspruch.) Der Landesausschuh der englischen Arbeiterpartei hat am Donnerstag eine Erklärung veröffentlicht, in der die k o m m u n i st i s ch e Par- tei Englands und die k o m m u n i st i s ch e Internationale aufs schärfste angegriffen werden. Die Erklärung richtet sich in erster Linie gegen die Versuche der Kommunisten, eine „Einheitsfront" mit der Arbeiterpar- tei zu bilden. Seit beinahe 20 Jahren habe der Kommunismus versucht, die britische Arbeiterbewegung seinen Zielen unterzuordnen. Die Methode und die Taktik habe sich geändert, aber die kommunistischen Ziele seien unverändert geblieben. Auf der letzten Sitzung der kommunistischen Internationale habe Dimitroff erklärt, daß Einigung auf der Meerengen-Konserenz England stimmt einem sowjetrussischen Zusahantrag zu. ßen KdF.-Dampfer gezeigt werden. Der „Berufsertüchtigung und Leistungssteigerung" wird ebenfalls ein Platz eingeräumt werden. Eine große Reihe von Bildern berichten über die Berufsbildungarbeit der Deutschen Arbeitsfront. Schulungskurse, Lehrlingswerkstätten, Abendschulen, Umschulungslehrgänge usw. werden im Bilde gezeigt. Als Zeichen der Qualität deutscher Arbeit werden in der Mitte der Koje die Arbeiten aus dem letzten Reichsberufswettkampf zu sehen sein. Dazu hat der Führer das ihm von den Lehrlingen der Daim- ler-Benz-Werke als Geschenk überreichte Modell eines Rennwagens zur Verfügung gestellt. Eine Broschüre „Segen der Tat", die vom Propaganda- nmt der Deutschen Arbeitsfront in mehreren Sprachen herausgegeben wird, gibt dem, der noch mehr über Aufbau, Organisation usw. der Deutschen Arbeitsfront erfahren will, genügend Aufschluß. Das Berliner Baugrubenunglück vor Gericht. Ueber seine Erfahrungen mit der Berlinischen Baugesellschaft hatte sich als Zeuge im Berliner Bauunglücksprozeh der Reichsbahnbaurat Wagner zu äußern, der die Bauleitung im Nachbarabschnitt des Bauloses Tieckstraße hatte. Hier war die Berlinische Baugesellschaft zum ersten Mal als ausführende Bausirma herangezogen worden — gegen die anfänglich starken Bedenken des Zeugen. Als aber dann der Angeklagte Noth auf dem Plan erschien, „ging mit einemmal alles wie am Schnürchen und die der Firma übertragenen Ar- beiten wurden schließlich zur vollen Zufriedenheit der Reichsbahn zu Ende geführt". Die Arbeiten m der Tieckstraße, so betonte der Zeuge, feien schwieriger gewesen als die in der Hermann-Gormg- Straße, da man mehrere Häuserblocks habe ab- reißen und unterfahren müssen. Ueber die Pflichten eines Bauwarts hatte sich der Ingenieur S ch ö n f e l d zu äußern, der als Bauwart der Reichsbahn auf der Baustelle Fried- Genugtuung gibt. . Nach der Annahme der politisch entscheidenden Artikel wurde festgestellt, daß auch die übrigen Artikel, soweit man sich nur unter Vorbehalt einer Gesamtreqelung auf sie geeinigt hatte, nunmehr endgültig angenommen seien. Paris frohlockt. „Triumph des sowjetrussisch-französischen Standpunktes." Paris, 16. Juli. (DNB. Suntfprud)) Die Einigung, die am Mittwoch in Mo n t r e u x über einen der heikelsten Punkte des Programms dank dem Entgegenkommen der englischen Abordnung zustande gekommen ist, wird in der französischen Presse als der Triumph des sowjetrussisch-französischen Standpunktes gefeiert. Die Blätter unterstreichen na- drid überführt worden. Neue Blutopfer. Madrid, 15. Juli. (DNB.) Wie erst jetzt bekannt wird, wurden bei der Schießerei, die nach der Beerdigung des monarchistischen Abgeordneten Calvo Sotelos am Dienstagabend im Stadtzentrum stattfand, drei Faschisten getötet und sechs z. T. erheblich verletzt. Nach den Begräbnisfeierlichkeiten hatte sich ein Kundgebungszug gebildet, dessen Teilnehmer beim Dorüberfahren eines Polizeiautos Hochrufe auf Spanien ausbrachten und im Sprechchor riefen: „Spanien j a — Rußland nein!" Die Polizisten, bei denen es sich um dieselbe Beamtengattung handelt, deren Angehörige den Mord an Calvo Sotelos begangen haben, faßten diese Rufe als Herausforderung auf, sprangen aus den Autos und feuerten, wie Augenzeugen behaupten, ohne irgendeine vorherige Aufforderung blindlings in die Menschenmenge, wobei die genannte Zahl von Opfern gefordert wurde. Am Mittwochvormittag fanden unter starker Beteiligung der Bevölkerung zum Gedenken des ermordeten monarchistischen Abgeordneten Calvo Sotelos in den Kirchen in San Sebastian Trauergottesdienste statt. Nach Beendigung der Feiern bildete sich aus den Teilnehmern ein faschistischer Demonstrationszug, der von Marxisten beschossen wurde. Ein Faschist ist dabei getötet, drei andere sind lebensgefährlich verletzt worden. Die Polizei löste den Zug auf und stellte die Ordnung wieder her. NSG. Auf der im Rahmen der Olympia in lin stattfindenden Ausstellung „Deutschland" wird auch die Deutsche Arbeitsfront als die Organisation aller Schaffenden Deutschlands vertreten sein. In der Ehrenhalle versinnbildet eine Darstellung das Wirken der Deutschen Arbeitsfront als Betreuerin der gesamten Arbeit. Inmitten einer Karte von Deutschland treibt ein großes Zahnrad 18 weitere Zahnräder an, die alle das Symbol einer Reichsbetriebsgemeinschaft tragen. Weiterhin gibt die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" einen Einblick in ihr Schaffen. Die Aemter „Reisen, Wandern und Urlaub", „Sport" und „Schönheit der Arbeit" zeigen Erfolge ihrer Arbeit. Weiterhin wird das Modell eines der auf Kiel liegenden gro- reichen Verhaftungen von Mitgliedern der spanischen Faschist en bewegung und anderer rechtsgerichteter Organisationen ein. In Sevilla sind umfangreiche polizeiliche Sicherheitsmaßnahmen getroffen und zahlreiche Haussuchungen abgehalten worden. In den frühen Morgenstunden patrouillieren Abordnungen der Volksfront in den Straßen. In Salamanca wurde der dortige Faschistenführer trotz einer ergebnislos verlaufenen Haussuchung zusammen mit anderen Mitgliedern der spanischen Faschistenpartei ins Gefängnis eingeliefert. In Zamora ist der dortige Führer der spanischen Erneuerungsbewegung Der- haftet und unter polizeilicher Bewachung nach Ma- Ausnahmezustand in Spanien verlängert Oie monarchistischen Abgeordneten verlassen endgültig das Parlament. taten der italienischen Regierung, die von allen dankbar empfunden würden. Unter stürmischen - Huldigungsrufen auf den König von Italien und i Kaiser von Abessinien und den Duce fand die Feier ' ihr Ende. Oeffentliche Tagung des italienischen Sonderkriegsgerichts. Addis Abeba, 16. Juli. (DNB. Funkspr.) Am Mittwoch fand zum ersten Mal auf einem öffent- . liehen Platz eine Sitzung des italienischen Sonderkriegsgerichts statt, durch das d r e t Eingeborene zum Tode verurteilt wurden. Ein weiterer Angeklagter wurde frei- gesprochen. Die Hinrichtung der zum Tode Verurteilten wurde sofortvollzogen. Die Angeklagten waren geständig, nach Addis Abeba gekommen zu sein, um unter der Hand Waffen und Munition zur Fortfetzuny des Kampfes gegen die Italiener auszukau- fen. Die Anklage wurde durch einen General vertreten, der bereits mit Graziani den libyschen Feldzug mitgemacht hatte. Er betonte, daß die Italiener bisher hätten Milde walten lassen, aber auch anders vorgehen könnten, wenn die^ Gegner dies durchaus wollten. Die dreistündige Gerichtsverhandlung machte auf die tausendköpfige Menge, die ihr beiwohnte, sichtbaren Eindruck. In Zukunft sollen täglich öffentliche Gerichtsverhandlungen stattfinden. Italienische Truppen aus Libyen zurück Rom, 15.Juli. (DNB.) Von zuständiger italienischer Seite wird die Nachricht über eine bevorstehende Zurückziehung eines Teiles der italienischen Truppen in Libyen als richtig bestätigt. Die Truppenverstärkungen seien seinerzeit nach der Entsendung der englischen Flotte ins Mittelmeer nach Libyen gelegt worden und sollen nunmehr schrittweise in Uebereinstimmung mit der Zurückziehung der englischen Flottenverstärkungen aus dem Mittelmeer wieder nach Italien zurückgebracht werden. Keine Vergeltungsabsichten. R o m, 15. Juli. (DNB.) Zu den Abmachungen der Türkei, Griechenlands und Jugoslawiens mit England wird von maßgebender italienischer Seite nochmals erklärt, daß Jtalten keinerlei Absicht zu Vergeltungsmaßnahmen habe, und , daß infolgedessen die Befürchtungen der betreffenden ■ Länder unberechtigt seien. Da die angebliche Gefahr , nicht vorhanden sei, könne man allerdings auf ita= . lienischer Seite auch nicht verstehen, welchen Zweck i die Beibehaltung dieser aus der Sanktionszeit ftam- = menden Abmachungen noch haben soll. richstraße tätig ist. Er gilt besonders als Fachmann, da er im l_l-Bahnbau schon seit 1908 tätig ist. Der Bauwart habe, so bemerkte er, die Ausführung der Sauarbeiten in sachlicher Hinsicht zu überwachen, in Zweifelsfällen habe er die Entscheidung des ihm übergeordneten Neubauamtsvorstehers einzuholen, der normalerweise täglich auf der Baustelle erscheinen müsse. Mit der ausführenden Baufirma müsse eine enge Zusammenarbeit bestehen. Auch deren Statiker habe die Pflicht, sich selbst auf der Baustelle über die örtlichen Verhältnisse zu unterrichten. Gegen die Verwendung „gestoßener Streifen" in beschränktem Umfange sei nichts einzuwenden, wenn sie richtig verblattet seien, der Einbau von Konsolen sei jedoch im Berliner Bauwesen nicht üblich. Oberst Lindbergh kommt nach Berlin. Auf Einladung des Reichsministers der Luftfahrt, Generaloberst Göring, wird der amerika- nische Ozeanflieger Oberst Lindbergh der deutschen Luftwaffe und Luftfahrt einen mehrtägigen Besuch abstatten. Oberst Lindbergh beabsichtigt, am 22. Juli mit seinem Privatflugzeug auf dem Flugplatz Staaken einzutreffen. Folgende Besichtigungen sind vorgesehen: Berliner Zentralflughafen Tempelhof, Fliegergruppe Döberitz des Jagdgeschwaders Richthofen, Deutsche Versuchsanstalt für Luftfahrt in Adlershof, Heinkel- und Junkerswerke sowie die sportfliegerischen Anlagen in der Umgebung Berlins. Selbstverständlich steht auf dem Programm Oberst Lindberghs auch ein Besuch des Olympischen Dorfes und des Reichssportfeldes. Standortmeldung der Luftschiffe. Wie die Deutsche Seewarte mitteilt, stand das von Nordamerika kommende Luftschiff „Hindenburg" um 7 Uhr (MEZ.) 1300 Kilometer östlich von Neufundland. Das heimkehrende Luftschiff „G r a f Z e p p e l i n" hatte um 6 Uhr den halben Weg zwischen Rio de Janeiro und Bahia zurückgelegt. Neunjähriges Mädchen zieht 1000-marf-(5eroinn. Daß das Glück oft den Richtigen zu finden weiß, beweist ein Vorfall, der sich dieser Tage in Kassel ereignete. Dort zog ein neunjähriges Mädchen, das sich in Begleitung seiner Mutter befand, bei dem braunen Glücksmann ein Los, auf das ein G e - roinn von 1000 Mark entfiel. Der Familienvater, der über vier Jahre arbeitslos gewesen war und Armenbeihilfe bekam, dürfte wohl die richtige Verwendung für das Geld haben. Ein Raubmörder hingerichtet. Der 1907 geborene Robert Heirich wurde in Würzburg hingerichtet: er ist am 11. März 1936 vom Schwurgericht in Würzburg wegen Mordes zum Tode und zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt worden. Heirich hatte in der Nacht zum 27. Oktober 1935 den 73 Jahrs alten früheren Gärtner Otto Müller in Würz» türlich in erster Linie die Vorteile, die Frankreich daraus ziehen würde, und heben in diesem Zusammenhang einmal die Sicherstellung der Erdölversorgung im Kriegsfälle, dann aber auch die Bestätigung des automatischen Eha- rakters der gegenseitigen Bei- standspakte hervor, die Frankreich mit Sowjetrußland und Rumänien abgeschlossen hat und die die freie Durchfahrt der Handelsschiffe dieser beiden Staaten auch im Kriegsfälle einschließt. Das „Oeuvre" begrüßt es besonders, daß Frankreich auf Grund des Artikels 16 des Abkommens von Montreux in der Lage sei, nach dem Abschluß eines gegenseitigen Bei- standspaktes mit der Türkei nickt nur seine eigene Sicherheit zu gewährleisten, sondern gleichzeitig auch die Sicherheit seiner Verbündeten in diesem Teile Europas. Der „Jour" stellt fest, daß die Einigung kein Hindernis für die roirffame Durchführung der zwischen Frankreich, Sowjetrußland und Rumänien abgeschlossenen gegenseitigen Beist andspakte darstelle. „Die Türkei", so schreibt der „Matin", „hat auch im Kriegsfälle kein Kontrollrecht mehr über die Ladung der Handelsschiffe. Man sieht also, daß die Möglichkeiten für Frankreich, seinen Freunden beizustehen, mit ben, notwendigen Garantien umgeben worden sind." M o n t r e u x, 16. Juli. (DNB.) Gestern ist in der I Meerengenkonferenz eine Einigung i zwischen Großbritannien und Sowjet- ; rußland bezüglich der Durchfahrt von' Kriegsschiffen k r i e g f ü h r e nd e r M ä ch t e erzielt worden. Großbritannien schloß sich dabei einem sowjetrussischen Zusatzantrag an, der die endgültige Fassung des umstrittenen Absatzes 2 des Artikels 16 des Abkommensentwurfes bedeutet und folgendermaßen lautet: „Jedoch ist die Durchfahrt durch die Meerengen Len Kriegsschiffen und Hilfsschiffen jedes kriegführenden Staates verboten, außer in den Fallen des Artikels 23 des gegenwärtigen Abkommens, sowie im Falle der Hilfeleistung für einen angegriffenen Staat auf Grund eines d i e Türkei verpflichtenden Paktes über neqenfeitige Hilfeleistung, der im Rahmen der. Dölkerbundspaktes abgeschlossen und gemät den Bestimmungen des Artikels 18 des Dölkerbundspaktes registriert und veröffentlicht ist. Diese Formulierung beruht auf einem französischen Vermittlungsvorschlag, dem die Vertreter der Sowjetunion und Großbritanniens zustimmten. Die japanische Delegation erklärte, daß die Textänderung über ihre Instruktionen hinausgehe und daß sie neue Weisungen einholen müsse. Die bulgarische Delegation erklärte, daß der neue Text gewisse Klarstellungen erfordere, insbesondere hinsichtlich der Bestimmung des Angreifers, die nicht allein von der Entscheidung der an dem Hilfeleistungspakt beteiligten Staaten abhängen dürfe, sondern entsprechend dem Verfahren des Völkerbundes getroffen werden müsse. Sie behielt sich vor, die Frage ihrer Regierung zu unterbreiten. Die rumänische und die jugoslawische Delegation erklärten gleichfalls, sich mit ihren Regierungen in Verbindung setzen zu müssen. , , . m, Zu Artikel 18 des Entwurfes, wonach der V o l - f e'r b u n b s r a t mit Zweibrittelmehrheit bie Aufhebung von Maßnahmen verlangen kann, bie die Türkei im Zustanb ber Kriegsgefahr getroffen hat, stellte der japanische Vertreter den Antrag, daß in diesem Falle gleichzeitig mit ber Entscheidung des Völkerbundes eine übereinstimmende Stellungnahme der Mehrheit der Unterzeichner des Abkommens erfolgen solle. Dieser Antrag veranlaßte eine längere Aussprache^ln der auf die Folgen einer etwaigen Meinungsverschiedenheit zwischen den beiden Gremien hingewiesen wurde. Unter Berücksichtigung dieser praktischen Schwierigkeiten soll der Redaktionsausschuß einen Text ausarbeiten, der dem japanischen Verlangen R o m, 16. Juli. (DNB.) Aus Anlaß des E n d e s 1 der wirtschaftlichen Belagerung Jta- i liens durch d i e Sanktionsländer fanb . am Mittwochabend auf der Piazza Venezia eine : großartige Kundgebung statt, bei der M u f f o l i n i i an die den Platz füllende riesige Volksmenge folgende Ansprache richtete: „heule, am 15. Juli des Jahres 14, ist auf den Wällen des w e l l j a n k l i o u 1 s m u s die weihe Fahne aufgezogen worden. Das ist y«hl nur ein Zeichen der Ikbergabe, sondern man möchte wünschen, dah es auch ein Symptom der Rückkehr zum gefunden 2Uen- schenverstand war. Das Verdienst an diesem grohen Siege an der Wirtschaftsfront gebührt voll und ganz dem italienischen Volke. (Die Menge ruft: „Ihnen, Duce!") Es gebührt den IHännern, Frauen und Kindern ganz Italiens. Niemand hat gezittert, niemand hat sich gebeugt, alle waren zu jedem Opfer bereit in der Ueberzeugung, dah schließlich die Zivilisation und die Gerechtigkeit den Triumph in Afrika und in Europa davontragen werde. So ist es gekommen, so wird es morgen und immer geschehen unter dem Zeichen des unbesiegbaren Liktorenbündels." Lang anhaltende begeisterte Kundgebungen folgten der Rede des Duce, der sich genötigt sah, immer wieder auf dem Balkon des Palazzo Venezia zu erscheinen. ,.. v ., , In ganz Italien fanden vaterländische Feiern statt. Sämtliche Städte trugen Flaggenschmuck und überall beteiligten sich große Dolks- massen. Ergebenheit in Addis Abeba. Rom, 16. Juli. (DNB.) In Addis Abeba fand anläßlich des Festes der Heiligen Dreifaltigkeit in der koptischen Kirche eine große religiöse Feier statt. Der Abuna Zirillos verherrlichte darin die italienische Regierung, deren segenreiches Wirken Abessinien Frieden und Wohlstand bringen werde, und er ermahnte seine Gemeinde zu aufrichtiger Zusammenarbeit mit der italienischen Regierung. Im neu geordneten Abessinien sei kein Platz, mehr für das alte Räuberunwesen. Nach der Feier lud der Vizekönig Marschall Graziani den Abuna und die koptischen Häuptlinge, darunter Ras Hailu und Ras K e b b e b e, in ben Regierungspalast ein. In einer kurzen Ansprache wies Graziani barauf hin, baß Italien alle Religionen in ber gleichen Weise achte. Ras Hailu bankte im Namen ber Anwesenben dem Vizekönig für seine Worte und für die Wohl- Goethes Reisewagen in Berlin. I W: I s H .w*< 'AIMD '■ i ~-xy . X ■ ' OW bürg, der ihm ein väterlicher Freund war, in dessen Wohnung erwürgt und beraubt. Sieben Tote beim Absturz eines österreichischen Verkehrsflugzeugs. Das Verkehrsflugzeug der „Austroflug" Wien, das die Strecke Laibach—Belgrad befliegt, stürzte Mittwochfrüh kurz nach dem vtart in Laibach ab. Sämtliche sieben Insassen des Flugzeuges, fünf Fluggäste, der Flieger und der Funker, waren sofort t o t. Unter den Toten befinden sich nach den in Belgrad vorliegenden Meldungen auch zwei Reichsdeutsche, ein Berliner Rechtsanwalt Dr. Horn und ein Fräulein Krittler aus Berlin. Das Unglück ist darauf zurückzuführen, daß das Flugzeug infolge des starken Nebels gegen einen Hügel stieß. — Nachträglich wird gemeldet, daß es sich nicht um ein deutsches Flugzeug der Austroflug der österrejechischen Luftverkehrsgesellschaft handelt, sondern um eine Verkehrsmaschine der Aero Put. Das Flugzeug YU-SAP, das von dem Unfall betroffen wurde, ist eine Spartan-Maschine, die in England hergestellt und auf der Strecke Laibach— Jaroschenco eingesetzt wurde. Lin türkisches Dorf in Flammen. Das Dorf Goktfchedag bei Balikefir in Weftana- tolien steht seit zwei Tagen in Flammen. 200 Häuser sind bereits völlig niedergebrannt, und mehrere hundert Stück Vieh sind in den Flammen umgekommen. Eine große Anzahl von Menschen erlitt aum Teil erhebliche Brandwunden oder wurde durch herabstürzende Trümmer verletzt. Die Löschung des Riesenbrandes wird durch Wassermangel erschwert. Militär ist zur Hilfeleistung unterwegs. Eine IHörberin in England hingerichtel. Im Gefängnis zu Exeter wurde eine 33jährige Mörderin, die ihren Ehegatten vergiftet hatte, durch den Strang hingerichtet. Sie war Mutter von fünf Kindern. Folgenschwerer Flugzeugznsammenstoß in Rio de Janeiro. Beim Ueberfliegen eines Vorortes von Rio de Janeiro stießen zwei Militärflugzeuge zusammen, von denen eines von einem Kadetten, das andere von einem Fliegerleutnant, der als Mechaniker ebenfalls einen Kadetten an Bord hatte, geführt wurde. Eine Maschine stürzte auf ein Haus, das in Brand gesetzt wurde. Eine Hausbewohnerin erlitt schwere Verletzungen, die drei Flieger kamen ums Leben. kein Rachlassen der Hitzewelle in USA. In verschiedenen Teilen von Illinois, Indiana, Kansas, Nebraska und Oklahoma wurden am Mitt- noch Temperaturen von 39—44 Grad Gelsius verzeichnet. Die Zahl der Toten der Hitzewelle stieg bis Mittwochabend auf 3700. Kunst und Wissenschaft. Das Ergebnis des Preisausschreibens der Tobis. Das Preisrichterkollegium des Preisausschreibens der Tobis für einen Spiel- filmstoff aus dem deutschen Zeitung s- leben, bestehend aus dem Vizepräsidenten der Filmkammer Weidemann, dem Leiter des RTP. Hauptschriftleiter Weiß, dem Verleger Müller-Clemm sowie den Herren Fritz Der Reisewagen Goethes, der am Dienstag in Berlin-Schöneberg eintraf, setzte am Mittwoch die Fahrt nach seinem Bestimmungsort, den Berliner Ausstellungshallen, fort. Die Fahrt ging durch die Potsdamer, die Leipziger und die Fried- richsftraße, die Linden und die Siegesallee. Vor dem Reisewagen ritten Fanfarenbläser und Reiter in historischer Tracht. Vor dem Thüringenhaus gegenüber dem Kaiserhof, begrüßte der Vertreter Thüringens in Berlin, Staatsrat Otto Eberhard, die Reisegesellschaft. Dann ging es weiter dem Westen zu. Ueberall säumten die Berliner dicht die Straßen und erfreuten sich an diesem seltenen Ereignis. Nach einer festlichen Fahrt durch den Berliner Westen, bei der die Bevölkerung 'Goethes Reisewagen und seine Insassen auf das herzlichste Mainz und Freiherr von Medem von der Tobis, hat folgende Entscheidung getroffen: Den 1. Preis, 5000 Mark, erhält für die Einsendung „Der Globus" freier Schriftleiter Heinz B i e r k o w s ki, Breslau. Den 2. Preis, 3000 Mark, erhält die Gemeinschaftsarbeit „Die Forderung des Tages" der Schriftleiterinnen Leni W ü st, Lilly von Baumgarten, Jutta von Pressentin, Trude Schumann, sämtlich in Frankfurt a. M. Den 3. Preis, 1000 Mark, erhält für die Einsendung „Männer ohne Zeit" Schriftleiter Bruno G a u k e l, Hamburg-Blankenese. begrüßte, gelangte der Wagen zum Ausstellungs- gelände. Direktor Heß übergab Goethes Reisewagen der Ausstellungsleitung als einen Gruß Thüringens, als ein Verkehrsmittel der guten alten Zeit, hineingestellt in die neue Zeit Adolf Hitlers. Namens der Ausstellungsleitung begrüßte Dr. Gebhard vom Messeamt, der Leiter der wissenschaftlichen Abteilung der Ausstellung „Deutschland", die Reisegesellschaft. Es war ein seltsames Bild, die alte Kalesche vor den monumentalen Bauten der Ausstellungshallen zu sehen. Nachdem noch die Kamera-Leute und der Rundfunk zu ihrem Recht gekommen waren, war die Fahrt des Wagens, mit dem der alte Goethe feine Dienstreisen zu machen pflegte, zu Ende. Den 4. Preis, 500 Mark, erhält für die Einsendung „Konzert in Moll" Horst Feldt, Berlin- Halensee. Den 5. Preis, 500 Mark, erhält für die Einsendung „Mutter und Sohn" freier Schriftsteller Ernst Karl A l b a t h, Berlin-Charlottenburg. Preise zu 200 Mark erhalten: Prof. Dr. Paul Breznik, Belgrad; Schriftleiter i. A. Ewald Schaper, Tübingen; Dr. oec. publ. Leonhard Fritzsching, München; Schriftleiter Dr. Karl Rügheimer, Hannover; Schriftleiterin Dr. Ellen Riggert, Berlin-Friedenau; Schriftleiter Karl Bußreau, Germersheim (Rheinpfalz); Schriftleiterin Lene Graef, Meiningen; Schriftsteller Wilhelm Frank Beuth, Frankfurt a. M.; Land« wirt Kurt Roth, Bad Ems; Schriftleiter Erwin Friedrich, Crimmitschau. Professor Lehnich Präsident der Internationalen Fttmkammer. Durch einstimmigen Beschluß des Exekutivkomitees der Internationalen Filmkammer wurde der Prä- sident der Reichsfilmkammer, Staatsminister a. D. Prof. Dr. Oswald Lehnich zum Präsidenten der Internationalen Filmkammer ge- wählt. Es ist zu erwarten, daß gelegentlich der im August in Venedig stattfindenden Biennale eine Arbeitstagung des Exekutivkomitees der Internationalen Filmkammer unter dem Vorsitz des neuen Präsidenten stattfindet, bei der Professor Dr. Leh - nich über die nächstliegenden Aufgaben und Ar- beiten der Internationalen Filmkammer sprechen wird. Sowjetmssischer Kliegerbesuch in Prag Prag, 15.Juli. (DNB.) Der Kommandant des sowjetrussischen Militärflugwesens, Armeegeneral Alknis, ist am Mittwochnachmit- tag in Begleitung mehrerer höherer Fliegeroffi- ziere in einem großen viermotorigen Flugzeug zur Erwiderung des vorjährigen Moskauer Besuches des Chefs des tschechischen Militärflugwesens auf dem Prager Militärflugplatz eingetroffen. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Der gestrige Mittwoch brachte den Vorzug eines für sommerliche Verhältnisse recht kräftig entwickelten Sturmwirbels. An seiner Vorderseite trat bann zunächst kräftiger Landregen und Erwärmung ein. In der Nacht folgte unter kräftigen Böen und Schauern frische Meeresluft. Mit letzterer war kräftiger Luftdruckanstieg auf dem Festlande verbunden, so daß im ganzen mit Witterungsbesserung gerech- net werden kann. Aussichten für Freitag: Vielfach auf- heiternd und tagsüber wieder etwas wärmer, späterhin neue Verschlechterung, vorwiegend westliche Winde. Aussichten für Samstag: Erneute Witterungsbesserung, doch bei Luftzufuhr aus Westen noch immer nicht ganz beständig. Lufttemperaturen am 15. Juli: mittags 21,4 Grad Celsius, abends 16,1 Grad; am 16. Juli: morgens 14,3 Grad. Maximum 21,6 Grad, Minimum heute nacht 12,6 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 15. Juli: abends 17,3 Grad; am 16. Juli: morgens 15,2 Grad. — Niederschläge 5,6 mm. — Sonnenscheindauer 2,1 Stunden. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertr. Hauptschriftleiter: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder i. D.: Ernst Blumschein; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. VI. 36: 9400. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts- Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. 10.90 12.75 14.75 CARLlXinwarx 2j.- 18.7a 16.7a Gummi-Mantel aus einfarbig Satin, mit q q Perlmuttknopfverzierung 9-07 Gummi-Slipon aus gutem Satin, in vielen neuen Farben.......... Batist-Mäntel gummiert, mit farbigen Besätzen.............. Leinen-Mäntel gummiert, in modischen Sommer-Farben........ Gummi-Mäntel in sehr an arten Ausführungen, Markenfabrikate Denn er schützt Ihre Gesundheit und schont Ihre Kleidung. Dabei sind meine imprägnierten Mäntel formschön und sehr preiswert — zum Beispiel: UNHABER: CARL HEINZ SCHLÜTER Vermietungen 2 Zimmer für Bürozwecke oder an 1-2 Personen zu vermiet. Schr. An fr. unt. 03245 a.d.G.A. Zwei leere Zimmer mit Balkon,elekt. Licht und allen Beauemlichkeit. sofort z. vermiet. 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Nicht etwa, daß die wüstenähnliche Hitze, die in den Juliwochen begann und mit geringen Unterbrechungen bis Anfang September währte, schon Dorlauser in den ersten Sommerwochen gehabt hatte. Nein, im Gegenteil gab es im Mai, Juni und sogar noch im Julianfang Kälterückfälle, die wir nicht glauben möchten, wenn sie nicht in den meteorologischen Beobachtungen der Stationen verzeichnet wären. Der Mai brachte regelrechte Schneestürme mit strichweise ungeheuren Frostschäden, auch der Juni ließ wiederholt nachts die Temperatur unter Null sinken und richtete in den Kulturen ungemeinen Schaden an, insbesondere aber überraschte der Julibeqinn durch eine Kälte, die geradezu unglaublich erscheint. In den Tagen vom 2. bis 5. Juli sanken die Temperaturen nachts in der Ebene bis zum Gefrierpunkt, die Höhen des Hunsrücks und .des Thüringer Waldes meldeten 3 bis 5 Grad Kalte, allgemein sind in Norddeutschland in jenen Julr- tagen Bohnen, Kartoffeln und Kürbiskulturen erfroren. Dabei waren die Tagestemperaturen gar nicht so niedrig. Es wurden mittags durchweg 20 Grad Wärme erreicht, das Seltsame der damaligen Wetterlage bestand in einer ungewöhnlich starken Abkühlung während der Nachtstunden, wie man sie auch in tropischen Breiten kennt. Aus diesen Vorgängen kann man schon ableiten, daß der allgemeine Klimacharakter um die Mitte des Sommers 1911 mehr und mehr eine Wandlung zum kontinental-wüstenähnlichen Begriff erfuhr, wie auch tatsächlich die für unsere Sommermonate vorherrschenden ozeanischen Westwinde völlig aufhörten und die Luftströmung auf dem Festland ausschließlich kontinentalen Ursprungs war. Diese Veränderung der grundsätzlichen Luftströmung brachte es mit sich, daß der abkühlende Einfluß der See sowie die Durchfeuchtung der Luftmassen von ozeanischen Strömungen ausblieb. Bei überwiegend wolkenlosem Himmel — es gab im Sommer 1911 Abschnitte, während deren eine ganze Woche der Himmel ohne jede Wolkenbildung blieb und die Sonne unablässig strahlte — trocknete die M- mospbäre immpr mehr aus und erhitzte sich ständig, so daß es schließlich zu jenen phantastischen Hitzegraden kam, die die Juli- und Augustwochen 1911 zu einer meteorologischen Berühmtheit gestaltet haben. Verbunden mit dieser Ueberhitze und Abtrocknung der Luftmassen — der Feuchtigkeitsgehalt der Luft betrug mittags oft nur wenige Prozente — war jegliches Ausbleiben der Normalniederschläge. Abgesehen von strichweisen Gewittern, die aber nur kurze Platzregen brachten, aab es keinen Regen. So konnte es nicht ausbleiben, daß schon Anfang August 90 vH aller Wiesen kein Stück Grün mehr zeigten, vielfach war das Gras gelb und braun verbrannt, nicht selten aber auch völlig abgestorben, so daß nur der nackte, dürre Boden noch vorhanden war. Eine bis in die letzten Ursachen gehende wissenschaftliche Erklärung für diesen Sommer hat man nicht. Aehnlich wie bei dem Polarwinter 1929 niert, da man bei längerer Dauer der Dürre keine Gewähr für die Versorgung mehr geben konnte. Nur zwei Monate vergaß im Sommer der ozeanische Wind unser gemäßigtes Klima. Es war nur eine kleine Laune der Natur, die uns den Regen vorenthielt und ständigen Sonnenschein bescherte. An den katastrophalen Folgen, die diese Laune mit sich brachte, ersehen wir, wie zufrieden wir mit unserem Klima und mit dem Westwind sein sollen, der uns zwar manchmal mit Regen überrascht, aber für unsere Kulturen ein Segen ist. sind für jeden da, der sich darum bemüht, die trägt die Evde für die Bedürftigen, daß sie im Sommer, wenn die Bauern mit Sense und Wagen auf ihre Felder ziehen, auch ihre Ernte halten können. aufgang aber nur 5 bis 10 Grad, so daß sich ein Temperaturwechsel von 30 Grad innerhalb 15 Stunden ergab. Nochmals sei betont, daß diese Rekordwerte nicht einmalig waren, sondern den ganzen Zeitraum von Mitte Juli bis Ende August sich wiederholten. Auch Westeuropa litt unter ungeheurer Hitze. London erreichte Höchstwerte von 35 bis 38 Grad, Paris erreichte 39 Grad im Schatten. Znstrumentalmusiker unter den Vögeln. Ueber Dogellaute, die nicht wie bei den gefieberten Sängern üblich durch den Kehlkopf, sondern durch andere Mittel hervorgebracht werden, plaudert in „Reclams Universum" Mr. M. Eisentraut. Das laute Trommeln der Spechte beispielsweise, das zur Fortpflanzungszeit weithin zu hören ist, kommt dadurch zustande, daß die Tiere mit ihrem Schnabel rasch aufeinanderfolgende Schläge gegen einen dürren Ast ausführen. Die Störche sind stimmlos; das Klappern, das sie gern auf dem Nest als Begrüßung des Ehepartners ver- nehmen lassen, geschieht durch Aufeinanderschlagen von Unter- und Oberschnabel. Kopf und Hals wer- den dabei auf den Rücken gelegt. Em anderes Beispiel für einen „Jnstrumentalmusiker" ist die Be- kassine, die zu den Schnepfenvögeln gehört und die in Sumpfgebieten nicht selten anzutreffen ist. Das Männchen fliegt bei seinem Balzflug hoch in die Lust und läßt sich dann mit angelegten Mügeln schräg nach unten fallen. Dabei ist ein charaktenstl- scher schnurrender Ton zu vernehmen. Dieser wird nicht durch die Luftwege des Tieres hervorgebracht, sondern kommt dadurch zustande, daß infolge der raschen Abwärtsbewegung ein Luftstrom unter den Flügeln nach hinten gleitet und die beiden außer- ften, besonders gebauten und weit abstehenden Schwanzfedern in vibrierende Bewegung versetzt. Der entfernt an das Meckern einer Ziege erinnernde Ton hat der Bekassine den Namen „Himmelsziege" eingebracht. 1911, der Sommer ohne Regenwolken Erinnerung an den heißesten Sommer Deutschlands vor 25 Jahren. Von Walter Lammert. rungsejtreme------- innert Die verhängnisvollen Dürreerschemungen kamen schon Ende Juli zum Ausbruch, weil der Frühling und Vorsommer 1911 einen Mangel an Regen gehabt hatte und somit der Boden keine Feuchtigkeitsreserve erhielt. Die schwere Mißernte, die Deutschland mir dadurch überstehen konnte, weil man aus dem Ausland entsprechend einführte, — nichtsdestoweniger erlitt die Landwirtschaft ungeheure Ausfälle — führte zu zahlreichen wirtschaftlichen Zusammenbrüchen. Die höchsten Temperaturen, die in jenen Monaten gemessen wurden und sämtlich amtliche Messungen unter Wahrung aller Vorschriften darstellten, betrugen m Deutschland 35 bi s 41 Grad im Schatten. Sie waren nicht einmalig, sondern wiederholten sich in jeder Woche des Juli und August, und man konnte einen Tag als „sehr kühl" bezeichnen, wenn die Mittagstemperatur „nur" 25 bis 30 Grad betrug. Es hat im Jahre 1911 keinen Ort m Deutschland gegeben — soweit Beobachtungen ausgefuhrt worden sind — dessen Höchsttemperaturen nicht 35 Grad gewesen wäre. Die Halste aller deutschen Städte hat absolute Hitzerekorde von 36 bis 38 Grad im Schatten gemessen, die sich fünf- dis zehnmal wiederholten. Eine Reihe Plätze brachte es auf 39 bis 40 Grad im Schatten wie Chemnitz, Stettin, Leipzig. Westdeutschland meldete als absolute Rekorden 38 bis 39 Grad Celsius. Trotzdem gingen die Nachttemperaturen zuweilen bis auf wenige Grad über Null herab. Es ist z. D. interessant, daß in Pommern mittags 35 bis 37 Grad Reichsbahn, Reichspost und Schiffahrt haben für , den Olympia-Verkehr gründliche Vorderer- । tunqen getroffen, die in Art und Größe unvergleichlich sind. Allein die voraussichtlichen B e s o r - derunqszahlen der Reichsbahn werden so hoch geschätzt, daß der Laie von einem leichten Schwindel befallen wird, wenn er an die Bewältigung dieses Riesenverkehrs denkt. Der organisatorischen Lösung einer solchen Aufgabe kann der Außenstehende nur mit stiller Bewunderung entgegensetzen. Aber nicht nur auf den Bahnhofen und m den'Häfen wird in den kommenden Wochen eine Hochflut des Verkehrs herrschen, auch die Rollfelder der deutschen Flugplätze werden ganz un Zeichen der Olympischen Spiele stehen. Die Deutsche Luft-Hansa rüstet sich ebenfalls, um dieser großen Derkehrslast begegnen zu können. Es ist em schönes Zeichen des Olympia-Emsatzes der DLH., daß sie allen Olympia-Kämpfern und den Begleitern der Mannschaften auf ihrem gesamten Streckennetz eine Flugpreisermäßigung von 20 v.H. ge- "schon hat der Flughafen T-mp-lhof seinen Olympia-Fahnenschmuck aufgezogen, denn bereits seit Tagen bringen die Luft-Hansa-Maschinen zahlreiche Olympia-Gäste aus dem Auslande nach der Reichshauptstadt. Der Pressereferent der Deutschen Lust-Hansa, Matthias, macht zwar darauf aufmerksam, daß eine Erweiterung des Luftverkehrs aus Anlaß der Olympischen Spiele nur m begrenz- tem Umfange möglich sei, da dl- Lust-Hanf- s-hon in ihrem normalen Fahrplan sämtliche Maschinen im Verkehr einsetzt, so daß eine Verstärkung durch Flugreserven nicht möglich ist. Ein Blick hinter Die Kulis en verrät aber, daß dennoch eine Steigerung b e r Beförderungszahlen erreicht werden kann und daß für solche Spitzenleistungen auch Vorsorge getroffen ist. Beispielsweise sind alle eigentlich erst für die Olympia-Zeit fristgemäß fälligen Ueberholungen von Flugzeugen schon letzt ausgeführt worden, damit während der kommenden Wochen keine Maschine aus dem Verkehr gezogen : zu werden braucht. Außerdem kann jedes der Flug- Im Nachfolgenden sei an einige der Witte- der Juli- und Augustwochen er- Nach dem Mittagsläuten, wenn die Schule aus- gegangen ist, kommen die Kinder lärmend zum Bei- । stand in den Wald und machen schnell die Platze mit schönsten Heidelbeeren ausfindig, und bald schütten auch sie das erste Mäßlein voll in ihren Eimer, den sie bis zum Abend noch füllen wollen. Und wahrhaftig: wenn die Schatten lang werden und die Glieder müde, wenn die Augen brennen und es im Magen vernehmlich knurrt dann find fast alle Gefäße bis zum Rande voll und so schwer^ daß man sie kaum tragen kann. Es ist nur gut, daß der Kramer-Michl mit seinem Fuhrwerk auf der Holzstraße am Waldrand wartet unb den Ermatteten ihre Last abnimmt. Auf der Wagenbrucke sind Fässer und Kisten aufgestellt, und am Wegrand steht die große Waage, auf der die Tagesernte rchch abgemessen wird. Aus seiner dicken Ledertasche, die der Fuhrmann umgeschnallt tragt, Zahlt er Den Kindern und Burschen und Frauen ihr Geld aus: Zehner und Kupferpfennige, Silberstucke, und wenn es ein besonders ertragreicher Tag war, sogar einen Taler. Auf dem Heimweg rechnen sie dann aus, wieviel sie sich in diesem Sommer schon erbrockt haben, und die Kinder freuen sich, wenn es nun bald zu einem Paar Schuhe oder gar zu einem Sonntagsgewand langt, denn das müssen sie sich schon selber verdienen. Jetzt sind die Taae so lang," seufzen die Frauen, wenn sie um die Dämmerung heimkommen, „und sollten doch noch ein Stück länger fein, daß. ste aus- reichen!" Denn nun gibt es noch Derlei m Haus unb Stall zu versorgen, worum sich die Rinver nicht zu kümmern brauchen, bie mit Barenhunger auf bie gefüllten Schüsseln lossturzen. So geht es Tag für Tag, bei labern Wetter. Wenn bie talnahen Walbstreifen leergepfluckt finb, wo bie Beeren am frühesten zeitig werben Ziehn sie höher am Hange hinauf, unb bas wirb noch beschwerlicher, unb schließlich zupfen, ste oben auf bem Grat unb brüben auf ber Wlnterseite Und wenn die Heidelbeeren zu Ende sind, haben sich die Himbeeren auf den Schlagen blutrot gefarbtz und zuletzt, nach der Kornernte, werden die Brombeeren am Feldmark und in den Buschen reif. Ja, der Wald ist schon ein rechter Segen für die Häusler und armen Leute, bie Jemen eigenen JKtfer bebauen können; er ist das letzte Stuck Volk s tz^ dessen alle teilhaftig werden, die im Gebirge häufen. Freilich das Stammholz, das haben ste allmählich gelernt, dürfen sie sich „nicht f$la^n, rote • 7s ihnen paßt, auch das Wild dürfen sie nicht mehr . schießen wenn es ihnen gleich manchmal hart an- : kommt aber die niederen Waldfrüchte am Boden, Schwämme und Wurzeln, Kräuter und Beeren, die zeuge im Rahmen seines täglichen Streckenpro- gramms ohne weiteres stärker ausgenutzt werden und feine Strecke im Laufe eines Tages mehrmals befliegen. Schon heute läßt sich erkennen, daß ganz bestimmte Strecken eine besondere Verkehrszunahme erfahren werden. Das wird vor allem auf den Nor- wegen-, England-, Frankreich-, Spanien- und Bal- kanstrecken der Fall sein. Auf allen stark bean- spruchten Linien wird die Deutsche Lufthansa eme Verkehrsverdichtung durchführen, die bis zu einer Verdreifachung des normalen Verkehrs gesteigert werden kann. Obwohl die Deutsche Luft- Hansa in ihrem täglichen Flugplan über schätzungsweise 3000 Plätze im Gesamt-Streckennetz verfugt, muß — im Hinblick auf die großen Olympia-An- forberungen — eine rechtzeitige Platzbestellung bringen!) empfohlen werden. Zu ber in Kiel ftattfinbenben Olympia-Re- gatta hat bie Deutsche Luft-Hansa einen Flugson- berbienft Berlin —Kiel vorbereitet. Es wird möglich sein, von ben Berliner Kampfstätten m einem .Katzensprung" nach Kiel zu gelangen. Eine besonders dankenswerte Einrichtung während der Olympischen Spiele stellt die Deutsche Luft-Hansa mit ihren täglichen Rundflu ge n zur Verfügung. Solche Rundslüge über Berlin sind bereits zu einem der wichtigsten ^rogrammpunfte aller auswärtigen Besucher geworden. Der Rund- flugpreis beträgt fünf Reichsmark. Während dieser Zeit werden auch alle Schülerrundflüge ausfallen, damit möglichst vielen unserer Gaste ein solches einzigartiges Flugerlebnis zuteil wird. Es- ift erfreulich, daß besonders viele ausländische Besucher im Flugzeug zu uns kommen werden, denn jeder Flug über Deutschland zeigt das Gesicht unserer Landschaft und unserer Städte besonders eindrmg- : lich und anschaulich. Mit diesem „Blick von oben ■ trägt der deutsche Luftverkehr dazu bet, vielen tausend Besuchern der Olympischen Spiele unser deut- sches Vaterland in seiner ganzen Größe und Eigen- - art besonders weit zu erschließen. dem Sommer 1911 um eine Klimaschwankung, deren letzter Beweggrund nicht gefunden werden konnte. Wenn wir die Wetterkarten jener Sommerwochen 1911 betrachten, so finden wir eine unver- , stündliche Beharrlichkeit der Hochdruckbildung über Mittel- und Nordeuropa. Man könnte annehmen, daß das bekannte Azorenhoch, das gewöhnlich im Raume der nach ihm benannten Inseln sich aufhält, einen größeren Teil seines Schwerpunktes nach Europa verlagert hatte und dort sich ebenso widerstandsfähig erwies, wie es in seiner normalen Situation über dem Mittelatlantik ist. Nur so ist es zu erklären, daß die ungeheure Hitze, die in gewöhnlichen Sommern automatisch eine atmosphärische Störung mit Gewittern und durch sie Zufluß kühler, feuchter Seeluft herausfordert, sich 1911 dank der unerschütterlichen Ruhe und Energie des Azo- renhochs ober richtiger gesagt nach Mitteleuropa verlagerten Azorenhochs behaupten konnte. Obwohl an jebem Tag bie Temperatur weit über 30 Grab im Schatten stieg, blieb ber Luftbruck ruhig und gleichmäßig hoch. Da die über dem Festland lagernden Luftmassen ihre Substanz nicht veränderten, sondern dauernd „Made in Germany" blieben, entwickelten sich in ihnen auch keine Storungskeime. Die mitteleuropäische Atmosphäre war von allen jenen Zonen, die, wie z. B. der Atlantik, das Mittelmeergebiet oder das Nordmeergebiet fremdartige Luftmassen herbeischaffen konnten, durch die stationäre Lage des Hochs isoliert. Wenn sich in den küstennahen Zonen hin und wieder gewittrige Einflüsse ins Land ausdehnten, so machte man die eigenartige Feststellung, daß das Hoch über dem Kontinent sogleich sich kräftigte und durch eine Ausweitung nach den Seiten die Störungseinflusse wieder zurückschob. Auf diese Weise stellte sich der vorherige Wetterzustand wieder her, es kam nicht zu einem wirklichen Wetterumschlag. wo sie sich zwischen den tausend Stämmen verteilen. Sie haben sich einen Keil Schwarzbrot und em । Fläschlein Milch eingesteckt, und die Männer haben \ natürlich auch ihre Tabakpfeife nicht vergessen, denn in bie en Wochen, wo bie Walbbeeren zeitig sind, muß man ben Tag nutzen, unb vor bem Nachtlauten - kommt keiner, ber in ber Frühe auszieht, wieder ^Da hängen nun die schwärzlich-blauen Beerlein allenthalben im lichtgrünen Kraut, das den Wald- qrunb stundenweit ohne Unterbrechung deckt, von Der fruchtbaren Nadelerde gespeist, und von ber Sonne gefärbt unb mit Süße gefüllt. Sie fmb kleiner als die Perlen des Rosenkranzes, unscheinbar und fast ohne Gewicht: und doch füllen sie noch am selben Abend im Dorf Hunderte von flachen Kisten und eine Reihe hoher gebauchter Fässer, an denen sich em Pferd auf dem Wege zur Bahn matt ziehen kann. Da gilt es nun, ameisenhaft zu arbeiten und nicht zu rasten, damit die Büsche leer unb bie Eimer voll werben. Gebückt, scharfäugig schreiten die grauen langsam ben Walb ab, bis sie an einen Platz gelangen, wo sich bas Brocken lohnt. Dort knien sie sich nun vorsichtig nieber, baß sie keine Beeren zerquetschen, unb beginnen flinffingerig bie ruajte m bas Maß zu zupfen, bas ihnen am Gürtel hangt. Wer biese rissigen, spröben, harten Hanbe sieht, Die van ber schweren Tagesarbeit lebern unb zah geworben sinb, meint wohl, sie müßten stumpf unö empfinbungslos sein: aber jetzt, beim Beerenbrocken springen unb laufen, tasten, suchen unb greifen biese Finger so geschwind und sicher, als ob sie Fühler hätten wie Biene und Schmetterling. Die Beerenpflücker brauchen kaum ihre Augen: die Smger finden sich von allein zu den dunkelblauen Kügelchen, bie auf einem winzigen Stengelchen aus bem B at- terroerf wachsen. Becher um Becher füllen biese emsigen Finger, unb langsam schwillt m ben hohen Kannen unb Eimern bte Beerenflut an. A^ch em paar Stunben beginnen barm bie Kme zu schmer.zem Da richten sich bie Sammler auf unb strecken ihre ©lieber aus unb setzen sich wohl auch einmal em paar Minuten auf einen Baumstumpf, essen einen Bissen Brot, nehmen einen Schluck Milch aus Der Flasche unb lassen eine Hanbvoll Heibelbeeren m ben Munb rinnen. Dann schnaufen sie noch einmal tief, wischen sich ben Schweiß von ber ©turni unb_ *?uern sich setzt um bie Knie em wenig zu schonen, zwischen bie Beerenkräuter nieber. Die Wabenmuskeln spannen sich an unb schmerzen, unb in bem gebeugten Rücken zieht es brennenb rote bas Zipperlein — aber was hilft's? Die Ernte, bie ihnen ber ^Elsvater : draußen im Walbe beschert hat, können sie nicht ver- , kommen lassen. Beerenernte. Von Johannes Linke. Nicht jebermann hier im Böhmerroalbgebirge hat feinen eigenen Acker: bas bestellbare ßanb ift gering, aber in ben Dörfern, bie noch em unversteglicher Blutguell finb für bie Stübte unb bas Laub, wachsen Jahr für Jahr Buben unb Mäbchen heran, die nicht alle in bie Frembe ziehen. So werben alljährlich neue Hütten unb Häuser neben bte alten gebaut, aber bie Felber wachsen nicht mit ber Bevölkerung, wenn auch öfters ein Fleck Wald probet ober eme steinige ober versumpfte Wustung urbar gemacht wirb.^So leben bie Häusler zwischen ^eder" bie nicht ihnen gehören, unb nur einen fdjmalen Streifen ßanb, um barauf ihre Erbapfel unb ihr Kraut zu bauen, bekommen fie m jebem Frühling vom Bauern zugewiesen, bem fie bafur wieber zu Zeiten, wo jeher Arm gebraucht wirb, Hilssarbe leisten müssen. t Und doch hat hier auch der Arrmste, dem k°m noch so winziges Stück Land zu eigen gehört seine Ernte- gründe Unabsehbar dehnt sich ber Wald über ben Hügelkuppen, Hangen und Bergrücken aus, Bauernwald, Herrenwald, Staatssorst nach dem geschnebe nen Gesetze, aber nach dem uralten Gewohnheitsrecht Wald der Armen. Sie säen nicht, wenngleich manche von ihnen die stattlichen Tannen als spannenlange Sämlinge in den steinigen Grund pflanzten aber^die Ernte gehört ihnen doch. Unerschopsliche R $ . bewahrt der Waldboden, der ohne menschliche^Zutun in jedem Sommer seine Früchte upp.g re en latzt nicht für irgendeinen Besitzer, sondern su j , ,,e<5i‘ed,braud)en kein Fuhrwerk und kein.Gespann keine Sense und keinen Wiesbaum, keine Tenne und keine Scheune für ihre Ernte: Mit zerbeulten Kruge und alten Blecheimern, w>° ihnen der Kramer aeaen ein Vergeltsgott gibt, ziehen sie aus, uno versteckt, den der Forster oder der Wachtmeister Nicht zu sehen braucht, weil er verboten ist. Früh am Morgen, wenn ber Tau noch silbrig aus ben Talwiesen glänzt, klappert es ^°^7entlaffen^en gasse, ba kommen bie Weiber unb schulentlassenen Mäbchen unb auch bie Burschen, da nach kerne anbere Arbeit gefunben haben, nut ihren Buchsen unb Kannen aus ben Türen, sind en sich zu Trupp lein msammen unb roanbern scherzenb unb plau- dernd^ miteinander durch die Hohlgasse und au, den Feldwegen ben weiten, schattenbunklen Walbern zu, In ben Juli- unb Augustwochen bieses Jahres finb es 25 Jahre her, baß bie größte unb verhängnisvollste Hitze- unb Dürreperi- obe, bie unter Klima feit Bestehen zuverlässiger meteorologischer Beobachtungen verzeichnete, Deutschlanb unb weite Teile Westeuropas heimsuchte. Wir bringen nachfolgenb einige benkwürbige Einzelheiten aus jenen Tagen, bie man eine Verschiebung bes Wüstenklimas nach Deutschlanb nennen könnte. Sie haben im Hinblick auf bie Hitzekatastrophe in Amerika besonberes Interesse. Der ungesicherte Bahnübergang. Noch einmal gut abgegangen. ♦ Kesselbach (Kreis Gießen), 15. Juli. Heute früh gegen 8.30 Uhr kam es an bem Bahn- Übergang ber ßurnbatalbahn bicht bei unserem Orte beinahe zu einem Zusammen- stoß zwischen einem Personenauto unb einem Zug. Der ßenfer bes Personenautos bemerke infolge schwieriger Sichtverhältnisse ben Zug erst etwa 6 Meter vor ber ßokomotive. Geistes- gegenwärtig gab er, ba ber Kraftwagen nicht mehr zum Stehen gebracht werben konnte, Vollgas unb sauste bicht vor ber ßokomotive noch über bas Bahngleis hinweg. Bei ber raschen Fahrt konnte ber Autolenker allerbings nicht verhinbem, baß er jenseits bes Bahngleises mit seinem Kraftwagen bie Böschung hinunterfuhr. Aber auch Dabei hatte er Glück, benn bie Abfahrt verlief für ihn unb ben Kraftwagen ohne jeben Sch oben. Hochschulnacknchien Professor Dr. Walter Weizel, Drbinartus für theoretische Physik an ber Technischen Hochschule Karlsruhe, ist in gleicher Eigenschaft an Die Universität Bonn berufen worben. Don ben amtlichen Verpflichtungen mürben wegen Erreichung ber Altersgrenze entbunben: Professor Dr. Paul ßinser, Orbinarius für. Haut- unD Geschlechtskrankheiten an ber Universität Büdingen; Geheimer Mebizinalrat Professor Dr. Franz Schieck, Ordinarius für Augenheilkunbe an ber Universität Würzburg; Professor Dr Fuhne r, Orbinarius für Pharmakologie an ber Uni 1 oersttät Bonn, i Das wirtschaftliche ßeben erlitt schwere Schabi- gungen — aber auch mancher Nutzen würbe verzeichnet. Kein Sommer hat ben ©eebäbern eine Derartige Konjunktur gebracht wie ber Sommer 1911, kein Wein ist wieder so gut geraten wie ber 1911er. Anbernteils lag bie Binnenschiffahrt bante- ber. Die Truppenübungen für bie Kaisermanover fielen aus, ba es nicht zu verantworten war, bie Solbaten in ber täglichen Glut bie Hebungen verrichten zu lassen. Die Schulen verlängerten ihre Ferien teilweise um brei Wochen, weil es unmöglich war, in ben Schulräumen, bie bauernb 30 bis 33 Grab Wärme aufwiesen, zu arbeiten. Zahlreiche öffentliche Behörben hatten ihre Dienststunoen auf frühmorgens bis mittags verlegt, weil in ben Nachrnittagsstunben bie Hitze jede Betätigung unmöglich machte. Traurig sah es auf bem ßanbe aus. Obst war ein unbekannter Begriff. Birnen, Aepsel unb sonstige Früchte waren nicht größer als eme Kirsche geworben, würben runzelig unb schumpsten zusammen, um schließlich abzufallen. Ungeheure Walb - unb Moorbränbe würben täglich aus allen Teilen Deutschlands gemeldet, vielfach handelte es sich um ausgesprochene Selbstentzündung. In fast allen Städten war bas Trinkwasser ratio- Deutschland von oben. Olvmvia-Verkehr der Lust.-Verkehrsverdichtung auf den wichtigsten Strecken. Sonderdienst Berlin—Kiel. Erst im September, als ber jahreszeitliche Rückgang ber Sonnenstrahlung unb bie allmähliche gesetzmäßige Umstellung ber Atmosphäre auf ben Herbst begannen, schlug bie Heißwetterlage über Mitteleuropa jäh um, unb führte zum „normalen Wetter. glus de> IahrlässigeTötungeines Hitler-Zungen Wirffchast Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. BL Äerlin Frankfun o. M. ew IS'; «ch;uß. kurs börse 'urs 14.7. 14.7. 15.7. 142,5 196 I 197,75 Elektr. Lieferungsgeiellschaft... 6 Banknoten. Licht und Kraft 7 42,'» Felten & Guilleaume 4 Gesellsch.f.Elektt.Unternehmung. 6 Gcid ÄeNin,15..7üÜ" 62,M Die hinter den Papieren o 8 14,4 15,65 119,5 97,25 99,5 99,5 125,25 144,25 150 125,5 144,4 150 172 113 130 137 v 6 6 3 S 111,25 133 134,25 118,5 137,5 115,5 110,5 14,75 15,5 119 96 97,5 97,65 37,25 156,65 134 159,9 136,25 143,5 132,75 138,9 164,5 203,5 143,5 37,13 156,4 160 136,13 144,65 131 139,25 165 203 142,9 111,5 132,9 134,5 118,25 174,5 137 115,5 110,65 147,5 109 27,4 127,75 127 182 172 277 113 130 137,5 52,75 86 154,5 119 123,5 187,5 46,5 405 190 147,5 109,13 28,5 128 128 182 171,13 276 115 132,25 138,4 53 86 153 118,25 125 179 46,25 410 190 140 131,5 147,5 108,75 27,65 127,75 127 182,5 110,4 53,13 85,65 154,5 119,65 120,5 123 187 83 46,5 406 212 189,5 171,25 114,25 131,5 138 2,43 41,84 55,39 12,415 16,375 168,60 62,36 63,97 80,94 33,66 4 1 15.- 37 156 134 159,75 135 144 131,25 139,5 165 203 143,4 111,75 135 134 118,75 137,5 115,75 110,25 14,5 48 16 119,75 122,9 96,25 98,5 98,5 197 37,25 157 132 160,5 135,75 143,75 132,5 138,65 164,25 203 142,5 111,5 135 133,75 118,25 175 137,25 115,9 110,25 14,5 46,5 15,4 118,9 122,9 95,75 97,5 97,65 197,75 Ä.E.S. Betula Rheinische Elektrizität Rhein. Wests. Eleltr. Schuckert L Co...... Siemens S Halske... Lahme her LCo..... 2,85 9,13 8,7 8,75 15 Nicht verwendet werden darf Registermark also für größere Anschaffungen, insbesondere auch nicht für den Kauf von Gold- und Silberwaren, sowie zur Abdeckung eigener oder fremder Verbindlichkeiten gegenüber deutschen Glaubi- gern. Um lediglich die erlaubte Verwendung von Registermark zu gewährleisten, werden die Registermarkschecks, Kreditbriefe usw. von den Banken nur in bestimmten zeitlich und nach der Höhe gestaffelten Raten eingelöst. Nicht verbrauchte Re- gistermarkbeträge sind von dem ausländischen Reisenden vor seiner Abreise zugunsten des Sonder- kontos der ausländischen Firma, von der er seine Registermarkschecks usw. erworben hat, wieder ein- Berliner Handelsgesellschaft ... Commerz, und Privat-Bank ... Deutsche Bant und Disconto. Gesellschaft................ Dresdner Bant Reichsbant ................ Ilse Bergbau ....... Ilse Bergbau Genüsse Klöcknerwrrte....... Mannesmann-Röhren 30 2,8 9 8,7 8,75 15,3 55,61 12,465 16,415 169,28 zuzahlen. ä irrr . Sofern ein Ausländer in Deutschland eigene Sparguthaben besitzt oder über ein S o n d ertön t o verfügt, das aus nicht transferiertem m- 110 53,9 85,75 153 118 120,25 124,5 179,25 83,25 46,25 413 215 190 32,25 226 ländischen Einkommen t-......, ten Vermögenserträgnissen gespeist wird, 2,75 8,9 8,4 8,5 15,13 lagt: ®lona*$daft 0ie3tit für die Z herausMben v triftige Menm Weiieü Das unbesi'ch Woche in Deu nächsten Tagen bewölktes, im c lichen Niederschl v Etwa um da- des Wetters eil wird abnehmen und die laoes nehmen. $’c Besserung ^was später eii 31,5 2,8 9 8,5 8,6 15 Amerikanische Roten Belgische Noten............ Dänische Noten Englische Noten Französische Noten Holländische Noten Italienische Noten Norwegische Noten Deutsch Oesterreich, ii 100 Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten Schweizer Noten................. Spanische Noten Ungarische Noten............ - - Der Freiverkehr brachte folgerte Verände- rungen: Adlerwerke HC) (109-,50)> 104 1104 501 Frankfurter Handelsbank 44 (44,50), Wayß 8- Freytag 117,50 (117,25), Ufa-Aktien 67 ^Ta^gesgeld war zum Medio gefragt und zog auf 3 (2,75) o. H. an. Abendbörse behauplet. Buderus ............. < Deutsche Erdöl 4 Harpener................. 2’/2 Hoesch Eisen—Küln.Neuessen .. " 64,g 81 33,10 . 6 . 6 . 6 . 8 . 7 Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v.H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Junkers Flugzeugwerk AS. übernimmt Junkers Motorenbau GmbH. Fwd. In der Gefellschaftsverfammlung der Jun- kers Motorenbau GmbH, in Dessau, deren Antelle bisher schon zu einem erheblichen Teile im Besitze der Junkers Flugzeugbau AG. waren wurde beschlossen, das gesamte Vermögen emschl. der Schulden unter Ausschluß der Liquidation auf die Jun- kers Flugzeugwerk AG. in Dessau zu übertragen. Gleichzeitig wird der gesamte FabNkatlonsbetNeb der Magdeburger Werkzeugmaschlnenfabrik GnibH. in Magdeburg übernommen. In der GV. der Funkers Flugzeugwerk AG. wurde beschlossen, das neue größere Unternehmen unter dem Namen „Junkers Flugzeug- und Motorenwerke AG., Dessau fortzuführen. Mein-Mainische Börse. INillagsbörse freundlich. 1 125,25 । 126,25 Frankfurt a. M., 15. Juli. Der Ordereingang bei den Banken war zwar nicht sehr groß, er genügte aber, um die feste Haltung der Börse zu bekräftigen. Das Interesse richtete sich nicht mehr einseitig auf den Aktienmarkt, sondern auch Renten wurden offenbar in Erwartung eines Zeichnungs- erfolqes auf die neue Reichsanleihe lebhafter gefragt. Die Kulisse beteiligte sich nur in kleinem Umfange am Geschäft, so daß die Umsätze kein große- res Ausmaß annahmen. . Am Aktienmarkt überwogen bei Eröffnung Kursbesferungen von 0,50 bis 1 v. H. ~ebf)ane5 Geschäft verzeichneten auf Großkäufe Deutsche Erdöl mit 134,75 bis 135,25 (133), auch Rütgerswerke gesucht und etwa 132,-50 (130). JG.-Farben zunächst 171,90 (172), dann bei zunehmenden Umsätzen 172,25, Scheideanstalt plus 1 v. H. Montanwerte lagen recht ruhig, aber zumeist 0,50 dis 1 v H- fester, nur Rheinstahl minus 0,50 v. H. Don Kali- werten Westeregeln plus 1 v. H. Maschinenaktien blieben gefragt und fest, Muag jedoch 0,50 vH. leichter, aber Daimler plus 1.25 v. H. Elektroaktien lagen weiterhin ziemlich still und wenig verändert, Felten jedoch 1,25 v. H. fester. Zellstoffaktien lagen etwas schwächer, Aschaffenburger 117,50 (119), Waldhof etwa 153 (154,50). Schiffahrtswerte lagen uneinheitlich, Hapag minus 0,40 v. H., Nordd. Lloyd plus 0,50 v. H., auch AG. für Verkehr 0,50 v.H. höher. Im einzelnen zogen Reichsbank 1,75 v H Kunstseide Aku 0,25 v.H. an, dagegen Kauf- Hof 46 bis 46,25 (46,50). Nach den ersten Notierungen blieb die Haltung fest, gefragt wurden de- sonders Deutsche Erdöl und JG.-Farben. Der Rentenmarkt lag, wie schon erwähnt, ebenfalls fester. Lebhafter Altbesitz mit 112,961 bis 113 (112,75) und Kommunal-Umschuldung mit 88,35 (88.25). Zinsvergütungsscheine, späte Schuldbuchforderungen und zertifizierte Dollar-Bonds ruhig und unverändert. Von Auslandrenten blieben Mexikaner beachtet, auch Ungarn lagen etwas fester. Im Verlaufe wurde das A k t i e n g e s ch a f t sehr still und teilweise bröckelten die Kurse leicht ab, so u a Verein. Stahlwerke auf 109 nach 109.40 und Scheideanstalt auf 277 nach 278 sowie Deutsche Erdöl auf 135 nach 135,25. Rütgerswerke wurden später mit 132,2-5 (130) notiert, auch Th. Goldschmidt 1 v. H. höher mit 114. Fest lagen ferner Hanfwerke Füssen mit 93 (90). Otavi Minen auf die Wiederaufnahme der Dividendenzahlung auf 28,90 der anociangt, fo darf diese im allgemeinen schon weil sie äußerlich nicht erkennbar iff — bedenkenlos erfolgen. Der Inländer ist lediglich insoweit zur Zurückweisung von ihm angebotenen Betragen verpflichtet, als er eine etwa illegale Herkunft der Zahlungsmittel kennt. Ferner hat der Inländer u. a. besonders darauf zu achten, daß er nicht zu Gunsten eines Ausländers Zahlunaen m Reichsmark an einen Dritten leisten darf, wobei als Ausländer auch ein im Auslande wohnender deut- scher Staatsangehöriger gilt. Für das Verhalten des Inländers hat im allgemeinen ber Grundsatz zu gelten, daß er in seinem Geldoerkehr mit Ausländern weder der Einführung deutscher Zahlungsmittel aus dem Auslande noch ihrer Verbringung m das Ausland Vorschub leisten darf. 4% Oesterretchische Goldrente... 4,20% Lesterreiryische Silberrente 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4*4% desgl. von 1913.......... 6% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anlethe Serie 1..................... kann er über diese Guthaben zur Bestreitung seines Reiseaufenthalts verfügen. Voraussetzung ist m öie- sem Falle, daß dem Reisenden diese Sperrguthaben von Anfang an gehört haben, und daß er sie nicht im Auslande von einem Dritten erworben hat. Im übrigen ist das direkte Hereinbringen van deutschen Zahlungsmitteln durch einen Ausländer auf 30 RM. in Noten und 60 RM. in Scheidemünzen beschränkt. was die Annahme von Reichsmark, die aus Registermarkgulhaben stammt, durch den Jnlän- 6t. j. ?n &er Somr Unj* von der Gf U'chts- daß das ' b ff!'?“« Ms» der Nm|d hs? &ei Qu* u fn viir Qjj ÄL7 A-b! !" einem J|tln' t fpra»,. “"bers, । Wlt ®tunbe BÄ önb6e, p**e; W ä* mit Der timtet. Bank binnen drei Tagen. In der Regel wird aber der ausländische Olympia-Gast über Registermark verfügen und mit diesen seine Aufenthaltskosten in Deutschland bestreiten. Bei der Registermark handelt es sich bekanntlich darum, daß ausländische Gläubiger Deutschlands ihre hier „eingefrorenen", d. h. mangels Devisen zur Zeit von uns nicht rückzahlbaren und unter das sogenannte Stillhalteabkommen fallenden Guthaben durch Bestreitung von Reiseausgaben konsumieren bzw. ihre Forderung an nach Deutschland reisende andere Ausländer verkaufen. Dieser Verkauf erfolgt wegen der beschränkten Verwendungsmöglichkeit solcher Guthaben mit einem Abschlag, der den Erwerber von Registermark in die Lage versetzt, besonders billig in Deutschland zu reifen; denn die billiger als zum Nennwert erworbene Registermark hat ja bei der Ausgabe in Deutschland in Gestalt von regelrechten Reichsmarkzahlungsmitteln den vollen Wert der Reichsmark. Was nun die Verwendung dieser für den Verbrauch innerhalb Deutschlands „aufgetauten- Registermark anbelangt, so ist sie für den reisenden Ausländer (Einwanderer dürfen Regi- stermark nicht in Anspruch nehmen) auf solche Ausgaben beschränkt, die der Befriedigung reiner Reise-Bedürfnisse dienen, wie Unterkunft, Fahrtkosten, Verpflegung und Deckung persönlichen Reisebedarfs. Hamburg-Amecika-Paket 0 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Norddeutscher Lloyd .........0 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 - - 6 DieZahlungendesausiändischenOlympia-Sastes Was man über die devisenrechtlichen Bestimmungen wissen muß. Die Abendbörse hatte nur wenig Geschäft die Haltung war behauptet. Mnntanattlen lagen «twas , uneinheitlich; während Hoesch und Rhemstahl je 0 50 v.H. anzogen, verloren Verein. Stahl 0,25 v' H. auf 109,13, und Mannesmann waren zu 110,25 angeboten. Fester lagen Th. Goldschmidt mit 115 (114,25), dagegen büßten Scheideanstalt 1 v H. ein auf 276, auch IG. Farben lagen mit 17113 (171,25) nur knapp gehalten. 3m übrigen wichen die Kurse um Bruchteile eines Prozentes nach beiden Seiten ab. Arn Kassamarkt kamen Großbankaktien je 1 v. H. höher zur Notiz; Commerzbank 97,25, DD.-Bank und Dresdner Bank ,e 99 50. Der Rentenmarkt lag still bei behaupteten Kursen Don Auslandsrenten hatten Mexikaner erneut lebhaftes Geschäft und feste Haltung insbesondere 4,50 v. H. Bewässerungsanleihe mit 11 bis 1113 (10,70), ferner 5 v. H. äußere Gold 15,30 (15) und 4 v. H. Gold 11,25 (10,90). u. a. notierten: Altbesistanleihe 113, Reichsbahn- Vorzugsaktien 123, 4,20 Defterr. Papierrente 1,80, 4 v.H Rumänen 5,45, 3,50 v.H. Schweizer Bundesbahn 211, 5 v.H. innere Mexikaner L 8,90, 5 v. H. äußere Gold 15,30, 4 v. H. Goldzertif. 11,25, 4 50 v. H. Irrigation 11 bis 11,13, 5 v. H. -r«^nan- teper 9 25, Commerzbank 97,25, DD.-Bank 99,50, Dresdner Bank 99,50, Buderus 111,75, Harpener 134 Mannesmann 110,25, Otam Minen 28,50, Hoesch 118,75. Rheinstahl 147 50, Verein. Stahl 109 25 bis 109,13, AEG. 37,25, Bekula 156,65, Zement Heidelberg E 144,40, 5®. Chemie volle 218 do. leere 163,50, Daimler E 125, Deutsche Erdöl 135, Scheideanstalt 276, Deutsche Linoleum 179, Licht 8- Krast 159,90, Eßlinger Maschinen 90,50, IG. Farben 171,13, Feinmech. Jetter 86,50, Gel- ; fürel 143,50, Goldschmidt 115, Holzmann E 125,50, Gebr. Iunghans 102.50, Metallgesellschast 138,40, i Moenus 92, RWE. 138,90, Schu-kert 164,50, Zell- ■ stoss Aschassenburg 118,25, Zellstoff Waldhos E 153, > Löwenbräu München 206,25, AG. für Verkehrs- Schultheis Pahenhofer 4 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg................... 6 Zellstoff Waldhos 6 Zellstoff Aschassenburg ...... 0 Dessauer Gas ...............1 Daimler Motoren 0 Deutsche Linoleum 8 Orenstein & Koppel 0 Westdeutsche Kaufhof 0 Chade......................« Accumulatoren-Fabrü 12 Eonti-Gummi........... 11 Grthner 01 Matnkraftwerke Höchst a.M.... 4] Süddeutscher Zucker ........1O| kraflfahrzeugsührer oerurfeitt. Hanau, 15. Juli. wachungsstelle für unedle Metalle betr. Kurspreffe. ft e 11 u n g. —— Rundfunkprogramm. Samstag, 18. Juli. 6 Uhr: Choral — Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Fröhlich klingt's zur Morgenstunde. In der Pauje^ 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Zum Staats- jugendtag: „Pimpf, hör zu!" Die sieben Schwertworte: 7. Des Jungvolkjungen Größtes ist die Ehre 11: Hausfrau, hör zu! 11.30: Nur Frankfurt: 6au- nachrichten. 11.45: Sozialdienst. 12: Buntes Wachsende. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezich 13.15: Buntes Wochenende. 14: Nachrichten. 14.10: Spezialitäten für Herz und Nieren. Nach unterste tigten Rezepten von Helmut Andrae. 15.15: Dol! und Wirtschaft. 15.30: HJ.-Funk. 16: VolksseM 1936. X. Sendung des Reichssenders Frankfurt. 18 Großes Garten-Galakonzert. Eine unterhaltsam Sendung mit Musik und vier luftigen Szenen vor Jo Hanns Rösler. 19.30: Zeitfunk. 19.55: Ruf de: Jugend. 20: Nachrichten. 20.10: Quellen des Frob finns. Ein bunter Abend des Reichssenders Fran! furt in Gemeinschaft mit KdF. 22: Nachrichte: Schöffengericht Gießen. Wegen Beleidigung eines Polizeiinspektors au Bad-Nauheim wurde der F. H. aus Bad-Nauheii zu zwei Monaten 14 Tagen Gefängni verurteilt. Der K. I. III. aus Haufen war in einer offen: lichen Funktion für die Orte Garbenteich, Hause und vertretungsweise für Watzenborn-Steinberg ai gestellt. Für die einzelnen Gänge war er berechtig > ejn Kilometergeld anzusetzen. Der Angeklagte oe: ■ schaffte sich dabei unberechtigterweise einen Betro t von rund 1600 Mark. In Anbetracht der Jugenl : lichkeit und bisherigen Unbescholtenheit des Ang« - klagten erkannte das Gericht auf fünf ®o| nate Gefängnis. Di- ff* !!.'Stz yy %% Prickelnde m dergleichen erst ^Verbrauch b*6in sehr flufl den Vorzug ‘ Süßnnlch >st,al nur bann rin weher eisgekuh" läure(|flItÄ Magermilch/Mist Qitronenmild). Sin großer ift es, anzunchir hen Durst st' len einem eiskmen quälendes Durst mit einem neue tämpfen suchen- Als wirklich möglichst ohne mit etwas M wohl heiß, wie Ausgabe. Für den M kannte Rltscho die Kräuterkal finden dürste.. Salz und eine einem Eßlöffel gen werden in seingehMr K ein wenig Sait eingegeben. Die folgt bergestellt: Liter Suttermili bis zum Auskoö Dann werden Korinthen, 70 ( Kaltschale mit (27,40) befestigt. r Am Rentenmarkt blieben die Kurse voll behauptet, Kommunal-Umschuldung auf 88,40 nach 88,35 und Zinsvergütungsscbeine auf 92,95 nach 92,75 befestigt, ebenso zertifizierte Dollar-Bonds auf 68 nach 67,75. Goldpfandbriefe und Stadtanleihen lagen nahezu unverändert, Liguidations- Pfandbriefe etwas uneinheitlich, aber meist 0,13 bis 0 25 v. H. fester. Am Auslandsrentenmarkt hatten „mr Irans,rr.rrrrn, .... Mexikaner weiter sehr lebhafte Umsätze und leicht oder nicht transferier- steigende Kurse. 4proz. Ungarn Kronen bet wieder ' \ lebhaften Umsätzen 2,45 nach 2,23. Elhlußk. Mittag« börse 15.7. 142,5 133,25 229 147 109,4 28,4 128,5 127 182,5 g. G. Farben-Industrte 7 Scheideanstalt...............9 Goldschmidt 6 Rütgerswerke 6 Metallgesellschast 6 Philipp Hotzmann 4| Zementwerk Heidelberg 71 Cementwerk Karlstadt.........6| Sranlfurf a.M. | Berlin Schluß- kurü Schluß». Abendbörse Schlußkurs Schlüße. Mittag- börse Datum 14.7 15.7. 147. 15.7L 4% vesgt. Sene li ............ — — — — 6% Ruman. vereinh. Rente v. 1903 6,5 6,9 6,9 — 4^A>Rumän.vereinh.Rentev.l913 10 10,25 10,2 10,25 4% Rumänische vereinh. Rente . 5,45 5,45 5,45 5,4 214% Anatolier .............. — 42,75 — 43 FranNutt a. M. Berlin Schlußkurs Schlüße. Abend- börse Schluß« eurs Schlüße. Mittag- börse Datnm 14.7 15 7 14.7 15-7- 6% Deutsche Retchsanteihe v. 1927 101,25 101,13 101,13 101,13 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 —— 97,4 97,3 97,4 Doung-Anleihe von 1930 .. 102,25 102,25 102,5 102,5 Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mii Ausloj.-Rechten ............ 112,75 113 112,7 113 Hessische Landes bani Darmstadt Gold R. 12... 97 97 97 — 5y2% ehem. 4/t% Hess. Landes Hypothekenbank DarmstadtLiau. 101,13 101 • — —- 4y,% ehem. 8% Dar inst. Komm Landesb.Goldschuldverichr. R.6 93,5 93,5 — — Oberhessen Provinz-Anleihe mii Auslos.-Rechten ............ 123 123 — — Deutsche Komm. Sammelabl. An leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 119,9 119,65 119,9 119,9 4/i% ehem.8°/<, Franks. Hyp.-Vanl Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 97 97 — 97 6%% ehem. 4y2% Franks. Hyp. Bank-Liqu.-Psandbriese....... 101,1 101,1 _ — 5y2% ehem. 4/i% Rheinische Hyp 'Bank»Ltqu.»Goldpse. ... 101,13 101,4 101,2 101,5 4/1% ehem. 8% Pr. Landespfand^ briesanstall, Pfandbriefe R. 1! 97,5 97,5 97,5 97,5 4/1% ehem. 7% Pr. Landespfand briesanst-, Gold Komm. Lbl.2 95 95 95 95 Steuergutsch.BerrechnungSk. 84-81 109,5 109,5 109,5 109,5 14.3UÜ 15 3uif Amtliche Notierung Amtliche I Geld | Dotierung Geld Brief tiuenoe Arre 0,674 0,678 0,673 0,671 Brüssel.... 41,98 42,06 41,96 42,01 Rio de Ian. 0,144 0,146 0,141 0,143 3,047 3,053 3,047 3,051 Kopenhagen 55,65 55,77 55,59 55,11 Danztg..... 46,80 46,90 46,80 46,90 London.... 12,465 12,495 12,45 12,411 HelsingsorS.. Paris ..... 5,495 5,505 5,485 5,495 16,42 16,46 16,425 16,465 Holland ... 169,08 169,42 169,02 169,34 Italien..... 19,53 0,728 19,57 19,53 19,51 Japan ..... 0,730 0,726 0,12? Jugoslawien Oslo..... : 5,654 5,666 5,654 5,664 62J 62,65 62,77 b2,57 Wien....... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon.... 11,325 11,345 11,31 11,3 Stockholm... 64,27 64,39 64,19 64,31 81,2! Schweiz .... 81,17 81,33 81,12 Spanien... 33,97 34,03 34,00 34,04 Prag....... 10,285 10,305 10,29 10,31 Budapest .. — — — 2,481 Neuyork... 2,480 2,484 2,478 Nr. 164 Drittes Stall Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Donnerstag, 1b. Juli 1956 |ibt Dornotizen. /&! L -Die Besserung, die im Nordwesten voraussichtlich Streitwert beträgt 500 Mark." Der Frau des Klä- j/W ©Itytll» «was später eintritt als im übrigen Deutschland, | gers wurde bedeutet, daß dieser Beschluß nicht so tn«f;<Äiinfn?ftOrS I ---—*------------------------------------------------------------—■—— -----------—— ----------------------------- in Anläufe unternommen, seines Fluges abzulau- den Flug aus eigener im vergangenen Jahre mit einem Segelflug- Gtabsarzi Erbse Von Georg Britting wamm. 18. 3ulL ispruch. Gymnastik. 6.? enstunde. 3n der Par astik. 8.30: Zum Stao: i!" Die sieben Schwc en Größtes ist die G tJlur ffrantfuri: Ä« (ft. 12: Buntes Wach aus dem Tendebesr 14: ^achr'chien. 1^ Rieten. Nach unten nü Andrae. 15.15: ® ;,Funk. 16: Dotts en Lssenders Frankfurt. - >w , . ..... —— 3 Eine unterhaltfc liwölktes, im allgemeinen kühles Wetter mit täg- mer lustigen Szenen u lchen Niederschlägen zu erwarten. ■Wtfunt 19.55: Nus!> • Etwa um das Wochenende wird eine Besserung MIO- Quellen bes $ tes Wetters eintreten Die Niederschlagshäufigkeit d-'s Neichssenders Frc rird abnehmen und die tägliche Sonnenscheindauer oeLa V Nachrich nd die Tagestemperaturen werden wieder zu- rlchmen. 41- 0,1« 3,047 55-59 46, 12,*5 5,48 16,42 169-0 19,53 0,726 5,6» 62,57 48, 11,31 si 34,00 i0^9 3,478 zeug mit Propellerantrieb durch Menschenkraft das uralte Problem zu lösen, haben zwar nur einen Teilerfolg gehabt, dafür aber eine große Menge auf den Plan gerufen, die auf vielerlei Wege versuchen, den Flug aus reiner Menschenkraft zu ermöglichen. Wie groß die Zahl der in dieser Richtung schaffenden Kräfte zur Zeit ist, wird sich wohl niemals feststellen lassen, da viele mit ungenügenden physikalischen und aerodynamischen Vorkenntnissen sowie aus Mangel an Mitteln die Arbeit wieder einstellen müssen. Trotzdem darf wohl damit gerechnet werden, daß noch in diesem Jahr beachtenswerte Resultate zur Kenntnis der Oef- fentlichkeit kommen werden, da, soweit bekannt, einige ziemlich aussichtsreiche Arbeiten schon weit vorgeschritten sind. Die Schwierigkeit der Lösung des Flugproblems aus reiner Menschenkraft liegt vor allen Dingen darin, daß eine ganze Anzahl noch unbekannter Verhältnisse zu meistern und vollkommen neue Konstruktionen zu schaffen sind, deren Wirkungen erprobt werden müssen. Zu diesen gehören in Kreisamtes stellte den Antrag, dem Beschluß des Kreisamtes beizutreten. Nach der Beratung des Kreisausschusses wurde folgendes Urteil verkündet. „Die Klage wird als unbegründet abgewiesen. Der K. F. 5 618 a Fußball K F. 5 618 b Boxen K. F. 5 618 c Hockey die Höhe tragen zu lassen, wie dies jetzt auch der Mensch mit seinen Segelflugmaschinen gelernt hat. Mit diesen Apparaten bleibt aber der Mensch immer abhängig von den aufsteigenden Luftströmungen, so daß ein zielstrebiges Fliegen nach bestimmten Richtungen noch nicht möglich ist. NSNAP. oder einer ihrer Gliederungen oder einem der ihr angeschlossenen Verbände. In irrtümlicher Auffassung dieser Bestimmungen sind stellenweise Ehefrauen aktiver Soldaten aus der NS.-Volks- Wohlfahrt ausgetreten. Ich weise demgegenüber darauf hin, daß die Zugehörigkeit zur NSDAP, usw. nur für Soldaten, nicht aber für deren Angehörige ruht. Die Zugehörigkeit von Soldatenfrauen zur NS.-Volkswohlfahrt ist sogar dringend erwünscht. 41-8» 55,39 i 15 37 168-6° 62,96 Das unbeständige Wetter, das seit etwa einer §8oche in Deutschland herrscht, wird sich in den nächsten Tagen noch fortsetzen. Dabei ist wechselnd Die einzelnen Veranstaltungen finden statt: Fußball: 16 Uhr, Olympia-Stadion; Boxen: 20.30 Uhr, aerodynamischer Hinsicht die Formengestaltung (Profilierung) der Flügel, die Ausbildung der Steuerung und die Erzeugung des Vortriebes, d. h. die Erreichung der unbedingt erforderlichen Geschwindigkeit. In technischer Hinsicht muß eine Einrichtung geschaffen werden, die dem Menschen gestattet, seine verfügbaren Kräfte in wirkungsvollster Weise in der natürlichsten, seiner Bewegungsmöglichkeit angepaßten Form einzusetzen. lieber die Art und Weise, wie der Flug eines Vogels zustandekommt, herrschen vielfach sehr irrige Ansichten. Bei jeder Flugbewegung gleiten die Schwingen immer tragend durch die Luft, ob sie nun auf- oder abwärts bewegt werden. Bei der Aufwärtsbewegung gleiten sie schräg nach vorn auswärts. Die Neigung zur Flugrichtunq bleibt die gleiche, es entsteht dadurch kein höherer Luftwiderstand. Bei der Abwärtsbewegung werden die Schwingen kräftig niedergeschlagen. Da diese elastisch sind, gleiten sie nicht flach nach unten, sondern geben an der Hinterseite nach, wodurch sie schräg nach vorn abwärts gleiten und nach vorn drücken. Hierdurch allein bekommt der Vogel die erforderliche Geschwindigkeit. Der Flug der einzelnen Vögel weist bedeutende Unterschiede auf, die in erster Linie durch die Größe der Flügel bedingt werden, in zweiter Linie durch die Flugeigenschaften des Vogels selbst. Sperling und Schwalbe unterscheiden sich in ihren Flugarten wesentlich. Der Sperling kann nur verhältnismäßig kurze Strecken im Schwirrfluge zurücklegen, während die Schwalbe zeitweise segelnd durch die Luft schießt, ohne dabei zu den Segelfliegern zu gehören; denn die Schwalbe segelt nur infolge ihrer Eigengeschwindigkeit streckenweise, nützt aber niemals Luftströmungen zum Segeln aus. Ebenso unterscheidet sich der Flug einer Wildente von dem einer Möve grundlegend. Die Wildente hat ein sehr hohes Eigengewicht, wodurch die Flügel nur bei großer Geschwindigkeit das Gewicht des Vogels tragen können. Die Möve, die bedeutend leichter ist, kann mit ihren verhältnismäßig großen Flügeln langsam durch die Luft gleiten. Der Flug der Möve sieht infolgedessen leicht und elegant aus. Auch diese beiden Vögel sind keine Segelflieger, da sie niemals Luftströmungen zum Segeln ausnutzen. Ganz anders ist dies jedoch bei den größeren Vögeln, vor allem bei den- Raubvögeln, Adler, Bussarde, Geier, auch Störche, Albatrosse usw. gehören zu diesen Schwebevögeln, die zwar auch, wie alle anderen Vögel, durch Betätigung ihrer Schwingen fliegen können, vorzugsweise aber aufsteigende Luftströmungen ausnutzen, um sich von ihnen in sgerausgegeben von der Forschungsstelle für lang- stiistige Witterungsvoraussage des Reichsamts für Wetterdienst am 15. Juli abends. gelber Schützengraben in einer ehemaligen Wiese, mit keiner Blume auf dieser Wiese. Uebrigens bekam der Thüringer einen Lungen- schuß, auf eine ganz dumme Weise, aber das gehört nicht hierher, bekam einen Schuß, der ihn kriegsdienstuntauglich machte, und für ihn schickten sie uns unseren Gelbhäutigen wieder, der sich freiwillig gemeldet hatte, mit seiner verkorksten Hand, drei Finger waren weg, dort, im Pierre-Vaast- Wald, heute wachsen Brombeeren darüber, aber seine Frechheit war geblieben. Als er eintraf, lagen wir in Flandern, doch wenn wir die Nase zum Graben rausstreckten, wahrhaftig, da wars wie an der Somme, und keiner von uns, auch der Klügste nicht, auch der Doktor nicht, konnte einen Unterschied herauskriegen. Tageskalender für Donnerstag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Buchhalter Schnabel". Oie Zehniage-Wetiervorhersage für die Zeit vom 16. bis 25. Inti. Immer wieder werden dem Vogel das Geheimnis fchen und dem Menschen Kraft zu ermöglichen. Die unternommenen Versuche, NSG. Das bedeutendste Ereignis des Jahres 1936 rückt immer näher heran. Ueberaü sind schon die Vorbereitungen für dieses Geschehen, das zwei Wochen lang einö ganze Welt in Atem hält, getroffen. Die besten Sportler der ganzen Welt werden sich dort ein Stelldichein geben und um den olympischen Sieg kämpfen „zu Ehren des Sportes und ihrer Nation". Da hat jeder den Wunsch dabei zu sein und zu sehen, wenn die Großen des Sportes sich emporreißen zum letzten Einsatz, um für ihr Land den Sieg zu erringen. Die N S. - Gemeinschaft „Kraft durch Freude" gibt durch zwei Sonderzüge die Möglichkeit, daß weite Kreise der Bevölkerung an den Spielen in Berlin teilnehmen können. Zu den Sportarten: Fußball, Ringen, Kanusport, Boxen, Polo und Hockey sind dem Gau Hessen-Nassau Einlaßkarten zugeteilt worden. Die Züge fahren am 7. und 9. August 1936 und kehren am 9. bzw. 11. August 1936 wieder zurück. Der Plan dieser Züge ist wie folgt: Fahrpreis 15,30 RM. 15,30 „ „ 14,80 „ > ÜLi Bogel- und Menschensiug. Von Hans Letzsch Der Verfasser dieses Aufsatzes ist mit aussichtsreichen Arbeiten an dem Versuch beteiligt, dem Segelflug durch menschliche Antriebskraft neue Wege zu weisen. Mit „Krast durch Freude" zu den Olympischen Spielen in Berlin auszulegen sei, daß der Führerschein für alle Zeit als entzogen gelte. Wenn ihr Ehemann nach seiner Haftentlassung gute Führung nachweisen könne, bestehe die Möglichkeit, daß einem späteren Antrag auf Wiederausstellung des Führerscheines vom Kreisamt stattgegeben werden könne. Adolf-Hitler-Freiplahspende. NSG. Menschen vergessen zu rasch, sie vergessen nur allzu leicht, daß unser Führer das große Werk nur durch die Hilfe und Mitarbeit jener Männer vollenden konnte, die nur allzu häufig ihr Hab und Gut, und, was noch mehr ist, ihre Gesundheit aufs Spiel setzten. Und auch heute noch stellen nach des Tages Mühe und Last Tausende und Abertausende von Politischen Leitern, Amtswaltern und Helfern ihre Kraft einer Bewegung zur Verfügung, die unser Volk aus Schmach und Schande, aus wirtschaftlichem Untergang und moralischer Verkommenheit riß. Der Führer hat jedem Gelegenheit gegeben, seinen Dank durch die Adolf-Hitler-Freiplatzspende zu beweisen. Freiplätze für die Kämpfer unserer großen Bewegung sind immer noch nötig; sie werden angemeldet beim Amt für Volkswohlfahrt der NSDAP., Gau Hessen-Nassau, Mainzer Landstraße 42, Frankfurt a. M. Soldatenfrauen und NSV. In einer Verfügung des Reichskriegsministers und Oberbefehlshabers der Wehrmacht wird bestimmt: Nach § 26 des Wehrgesetzes ruht für die Dauer des aktiven Wehrdienstes die Zugehörigkeit zur Meue Fahrräder nur noch mit dem Fahrradbrief. Ab Mittwoch erhalten alle Fahrradkunden, die bei einem Fahrradhändler ein neues Fahrrad kaufen, gegen Zahlung von 10 Pf. den Fahrradbrief. Dieser enthält genaue Angaben über das Rad selbst und die Personalien des Käufers. Hier erklärt ein Fahrradhändler einer Kundin den neuen Fahrradbrief. —, (Scherl-Bilderdienst-M.) Kinderlandverschickung. NSG. Kinder sind der Reichtum einer Nation; sie tragen die Zukunft in sich, krönen die Arbeiten derjenigen, die vor ihnen waren. Diese Zukunft aber verlangt ein starkes Geschlecht! Noch sind nicht alle deutsche Eltern in der Lage, ihren Kindern die Wohltat eines Landaufenthaltes zu verschaffen. Die NS.-Volkswohlfahrt, Gauamt Hessen-Nassau, wendet sich noch einmal an den Opferwillen der Einsichtigen, denen die Gesundheit und die Kraft der Kinder am Herzen liegt. Die Kinderlandverschickung ist das Mittel, den Kindern unseres Volkes Erholung und Freude, Liebe und Begeisterung für ein schönes Vaterland zu schenken. Die Freiplätze sind anzumelden beim Amt für Volkswohlfahrt der NSDAP., Gau Hessen-Nassau^ Frankfurt a. M., Mainzer Landstraße 42. Für kinderreiche Arbeiter und Handwerker wird gesorgt. NSG. Die bisherigen Bestimmungen über die Förderung des Baues von Eigenheimen bei ländlichen Handwerkern und Arbeitern sind in einigen wichtigen Punkten geändert worden. Das in den früheren Bestimmungen vorgesehene Darlehen kann bei Eigenheimen auch für solche Bauten gewährt werden, die als Ersatz baufälliger Gebäude anzu- sehen sind. Die zuständige Behörde (hier Bau^ polizei) muß dabei die Baufälligkeit bescheinigen. Weiterhin ist wichtig der Zusatz, daß für kinderreiche Familien mit vier oder mehr minderjährigen Kindern Zusatzdarlehen bis zur Höhe von 300 Mk. zugelassen werden. Das Hauptdarlehen erhöht sich in diesem Falle auf 1800 Mark. Dabei sollen die Gesamtkosten einer vorgesehenen Eigenheimstelle den Betrag von 6000 Mark einschließlich Land- Deutschlandhalle; Hockey: 16.30 Uhr, Reichssportfeld. Auch bei diesem Zuge gelten die obengenannten Bedingungen. Da für die einzelnen Veranstaltungen nur eine beschränkte Anzahl von Karten zur Verfügung stehen, ist die baldige Anmeldung unbe- b i n t erforderlich. Sie erfolgt bet den zuständigen Dienststellen der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" unter genauester Angabe der einzelnen Bezeichnungen für die Züge und Sportarten, also für Ringen K. F. 5608 a, für Fußball K. F. 5618 a usw. Bei nicht rechtzeitiger Meldung kann dem einzelnen Teilnehmer keine Garantie für den Besuch einer bestimmten Veranstaltung gewährleistet werden. Darum Anmeldungen für die Züge der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" zur XI. Olympiade und ihren Spielen sofort. Noch eine Möglichkeit! Zu den Olympischen Spielen in Berlin fährt am 9. August 1936, vormittags, ein Sander z u g mit ermäßigtem Fahrpreis. Er fährt in der Nacht vom 11. zum 12. August 1936 nach Frankfurt zurück. Weitere Einsteigebahnhöfe sind: Offenbach a. M., Hanau a. M., Fulda, Hersfeld, Bebra. Von dem Olympischen Komitee wurde eine größere Zahl Eintrittskarten (numerierte Sitzplätze) zur Verfügung gestellt und zwar für die Fußballspiele am 10., 11., 13. und 15. August, nachmittags, im Olympischen Stadion, für Hockey zu den Nachmittagsspielen am 10. und 11. August im Hockey-Stadion und für Turnen zu den Dor- und Nachmittagspielen am 10., 11. und 12. August 1936 im Reichssportfeld. Auf Wunsch wird auch Unterkunft für zwei Uebernachtungen in Privatquartieren vermittelt. Die Eintrittskarten werden nur gleichzeitig mit den Sonderzugkarten abgegeben. Näheres über die Fahrt und den Besuch der Olympischen Spiele kann bei der Fahrkartenausgabe der Reichsbahn und den Stellen des Mitteleuropäischen Reisebüros erfragt werden. trunfl 2^L- 0,678 42,06 0,1*6 3,053 55-77 16,90 |,495 5,50 16,46 19,57 0,730 5-666 62,77. 49,05 1 345 64-39 81-33 34,03 10,30b 2,484 atitn* 63'97 •’S 33,66 Ausstellungen urf, >sttandsfchau einen V °'rd für das toi» e‘ und AusstelluW ■m Wirtschaftsamt dn Uungsprogramm not- c ewige Deranstaltw 5 Wt zunächst vor ■ Kolonial.Au; "wartet werden dar weit über Frantsic n Tagen vom 22. ft handwerkertak 'ker-Ausstelluv! r Bedeutung wird wi >in, die für den 2. ft leitig findet die fjaur Rutscher Chemiker i£ llung statt. Som! rutsche Foto-Au! ptember bis ö.vktck e Kochkunst-Au! wird nur einige Tage währen. Dann wird sich' neuerdings unbeständiges, jedoch nicht unfreundliches Wetter einstellen. Die Niederschläge werden bann vielfach in Verbindung mit Gewittern nieder- gehen. Die Gesamt-Sonnenscheinbauer während der zehn Tage wird meiftenorts zwischen 15 bis 18 Stunden liegen. Die Zahl der Tage mit Niederschlag wird fast aüenorts mehr als fünf betragen. Die Temperaturen werden im Durchschnitt/ vom Nordosten vielleicht abgesehen, unter dem Regel- wert liegen. Sitzung des Kreisausschusses (Ziehen. Am gestrigen Mittwochnachmittag hatte sich der Kreisausschuß mit einer Klage gegen einen Beschluß des Kreisamtes Gießen zu beschäftigen. Dem Gustav Schnabel aus Wieseck war durch das Kreisamt der Führerschein entzogen worden, da er sich der Vorbereitung zum Hochverrat schuldig gemacht hatte und angenommen werden mußte, daß er den Führerschein eventuell auch für illegale politische Zwecke verwenden könnte. Gegen diesen Beschluß hatte Schnabel Klage eingereicht, die nun vor dem Kreisausschuß zu verhandeln war. Der Kläger war durch seine Frau vertreten, die allerdings über die Gründe, die zur Entziehung des Führerscheines führten, nicht im Bilde war. Der Vertreter des 11 der Ä übet. verurteil,. ber W Ä1" «nber° »otl TKr 'S« Bestimmungen bei Ä 8U sechs Mo ied)nun9 der Unte? Olympische Bildersprache. Wir alle haben einmal von der großen 23er< roirrung gehört, die einst im grauen Altertum beim Turmbau zu Babel geherrscht hat. Am Ende konnte man nicht mehr weiterbauen, weil keiner den anderen mehr verstand. Wenn jetzt in Berlin über 50 Nationen sich zu den Olympischen Spielen ein Stelldichein geben, herrscht natürlich ein ähnlicher Sprachenwirrwarr. Da hat sich die Bildersprache verblüffend bewährt. Nur mußte erst jemand auf diesen Gedanken kommen! Hinterher, d. h. wenn man den „olympischen Speise- bogen" gesehen hat, ist's kein Kunststück mehr! Olympischer Speisebogen? Jawohl, gibt es! Im Olympischen Dorf in Döberitz, wo die olympischen Kämpfer wohnen, schlafen, sich üben und wo sie schließlich ja auch einmal essen müssen. Statt einer ellenlangen unverständlichen Speisekarte überreicht der Kellner einen illustrierten Speisebogen. Auf ihm sind von Künstlerhand alle leiblichen Genüsse, die in reicher Auswahl bereitstehen, naturgetreu abgebildet. Ein glänzender Gedanke! Denn wie eine Pastete oder ein Rehrücken oder Schinken mit El oder ein Brathuhn oder wie ein Kännchen Kaffee und wie ein Kuchen aussieht, das weiß doch wohl jeder; und da jeder Gast nur mit dem Finger auf das Bild, auf die gewünschte Speise ober das begehrte Getränk zu tippen braucht, so kann sich jeder ohne Sprachkenntnisse auf schnellstem Wege sein Lieblingsgericht bestellen. Dabei fällt wohl den wenigsten ein, daß diese Bildersprache nichts anderes ist als das ursprünglichste Verständigungsmittel der Menschen. Denken wir nur an die Felszeichnungen und Höhlenbilder, die vor Tausenden von Jahren eingeritzt und ein« gemeißelt wurden. Diese Bilder waren allen Menschen verständlich, jeder konnte sich genau das dabei denken, was er sich dabei denken sollte; genau wie im Olympischen Dorf bei der Zusammenstellung des Mitagsmahls ober Abenbesiens. Daß überhaupt bas Bilb ein gutes Verstäubt* gungs- unb baher auch ein vorzügliches Unterhaltungsmittel ist, biese Erkenntnis hat man übrigens im Olympischen Dors auch in anberer Beziehung verwertet; benn ber Hauptteil ber abendliche^ Unterhaltung besteht aus Filmvorführungen. g) krf bekamen wir Nachschub unb mit bem 910(1)= H hüb auch einen neuen Stabsarzt. 4|i Inb ber neue Stabsarzt, ein langaufgeschossener, ij; irttarger und trockener Herr aus Thüringen, hieß «j triefe. Stabsarzt Erbse. Der Name kam uns jungen jiJ Htnants sehr lustig vor, und in vorgerückter w stunde, im Kasino, versuchten wir es wohl auch, P damit zu srozzeln. Aber der trockene Herr aus ibirIngen verstanb Spaß. Er bestellte eine Ruube , tonaps unb sagte: „Erbse is brollig, nid)? Aber )i iien Sie, was für eine Geborene meine Frau .X V1 Horchen Sie: eine geborene Linse." Wir lad)= fr Er, Erbse, verheiratet mit ber geborenen Linse, ,j» tote mit. Daun sprach er roürbig: „Achtung! Es fti weiter! Meine Schwester ist mit einem Pastor iH/ itgeiratet. Mit wem? Mit bem Pastor Bohne!" {’U grinsten. Er grinste mit, bestellte eine neue * Lnbe Schnaps unb rief: „Prost bas ganze Ge- Jj Me!" „Hurra!" schrien wir. Es war ein Der» pJ Mater Abeub. Hinten im friedlichen Dorf, im pH hiino, weit weg von ber Somme, die, wenn die " bäte recht hatte, ein Flutz war, für uns nur ein inerte), an der Somme also, im August 1916, wars W, heiß. Ein blauer Himmel, eine gelbe Sonne, lii gelber Lehmschützengraben, und der Krieg, wie war, das wissen einige von uns, an der Somme do hatten wir, eingesetzt rechts neben dem Pierre- w^*-—***«r 8:jaft=9ßali), dem Zahnstocherwald, an der Somme, -7ranksuri^>do hatten wir viele gute Burschen verloren und 2?—uch unseren Stabsarzt, einen frechen, kleinen Kerl. Ut war er nicht, der Gelbhäutige, Gott sei Dank, 1 ।-jtirllief) nur feine halbe Hand dort und kurierte sie ■—Ti? oii einem deutschen Lazarett, während wir zur Er- 4!‘ jcnung in ein Dorf kamen, in ein friedliches Dorf, A imz wo anders, weit weg von der Somme. Wir ^yMchen kaum mehr von ihr, wir hatten unsere *jj Reimen Gründe dazu. Im Dorf, im friedlichen, Mer einem friedlichen blauen Himmel und einer ibMW-eidottergelbeu Sonne (die andere, die krachend- 16- bös, stand über der Somme, immer noch), in dem Aus Oer provinzialhauptstadt. Sommergetränke. Die sommerliche Hitze steigert das Durstgefühl, da durch -die vermehrte Schweißbildung dem Körper viel Flüssigkeit entzogen wird. Die Frage ist ist nun, was soll man trinken, um wirklich den Durst zu löschen. Aus jeden Fall ist Alkohol zu vermeiden. Er erweitert die Hautgefäße, lähmt die Wärmeregulierung des Körperhaushalts und vermehrt so das Hitzegefühl, die Ermattung und die Erschöpfung. Klares Wasser stillt wohl den Durst am besten, aber die meisten Menschen verlangen nach einem Getränk mit einem bestimmten, ihnen zusagenden Geschmack. Süße Fruchtsäfte sind wohl beliebt, aber wenn man dem Wasser etwas viel davon zusetzt, iist zwar der Geschmack gut, bald danach stellt sich jjedoch wieder das durch den Zuckergehalt verursachte Durstgefühl aufs neue ein. Prickelnde Kohlensäuregetränke, Apfeltrank und ^dergleichen erfrischen und sind auch bekömmlich, aber im Verbrauch einer jungen Familie nicht gerade Lillig. Ein sehr gutes durstlöschendes Getränk, das auch Len Vorzug des Nährwerts hat, ist Buttermilch. iSüßmilch ist als Getränk an heißen Sommertagen nur dann ein Mittel gegen Durst, wenn sie entweder eisgekühlt oder mit einem Zusatz von kohlensäurehaltigem Brunnen versetzt ist. Dagegen sind Magermilch-Mischgetränke sehr zu empfehlen, z. V. Zitronenmilch. Ein großer Irrtum, dem wir täglich unterliegen, 1 ft es, anzunehmen, daß kalte Getränke am besten !oen Durst stillen. Das Gegenteil ist der Fall. Nach •inem eiskalten Trunk tritt nur zu bald wieder quälendes Durstgefühl auf, das wir meist wieder mit einem neuen Glas eiskalter Flüssigkeit zu bekämpfen suchen. Als wirklich durstlöschend ist der Tee erprobt; möglichst ohne Zucker-Zusatz getrunken, dafür aber mit etwas Zitronensaft versetzt. So schmeckt er wohl heiß, wie kalt sehr angenehm und erfüllt seine Aufgabe. Für den Mittagtisch seien noch zwei wenig be- oannte Kältschalen angegeben, von denen besonders iiie Kräuterkaltschale den Beifall des Hausherrn mden dürfte. Zu ihr wird ein Liter Vollmilch mit ^>alz und einer Prise Pfeffer aufgekocht und mit iinem Eßlöffel Mehl angedickt. Vor dem Aufträgen werden in die gut gekühlte Masse vier Eßlöffel öingehackter Kräuter — Sellerie, Petersilie, Dill, :Hn wenig Salbei, Majoran und Thymian — hin- lingegeben. Die Buttermilch-Kaltschale wird wie nlqt bergestellt: 50 Gramm Mehl werden in einem j?iter Buttermilch glatt verrührt und auf dem Feuer us zum Aufkochen mit dem Schneebesen geschlagen. :oann werden 50 Gramm gebrühte Rosinen und Korinthen, 70 Gramm Zucker daran getan und die ältschale mit einer Prise Salz abgeschmeckt. H. S. pen war in einer P Orte der Somme, ja, das war im August 1916, Mhenborn'v uiid von der Somme, die ein Fluß ist, sahen wir Ganges i -eitnichts; daß sie etwas Wässeriges, Fließendes sei, hen. ®er.< pjnen bes wußten wir nur von der Karte, wir sahen *tigtern>ei|e e j ur Wiesen, als wir hinkamen, grüne Wiesen, in Anbetracht ° Üppige, fette, feuchte (es mußte doch wohl Wasser inbetö°ttcn? fünf ®,ir &er ^in), und später dann wurden aus Gericht aus > ftm Wiesen gelbe, braune Aecker mit vielen Gra- Möchern (nicht wahr, der Krieg, wie es so heißt, 1. Sonderzug vom 7. bis 9. August K. F. 5 608 a Ringen Fahrpreis 14,30 RM. K. F. 5 608 b Kanusport „ ' 14,30 „ K. F. 5 608 c Polo „ 15,30 „ Die einzelnen Veranstaltungen finden statt: Ringen: 10 Uhr, in der Deutschlandhalle; Kanusport: 15.30 Uhr, auf der Regattastrecke in Grünau; Polo: 14 Uhr, auf dem Reichssportfeld. In den Fahrpreis ist die Bahnfahrt ab Frankfurt nach Berlin und zurück, der Besuch der Deutschland-Aus- ste llung und der Besuch der Veranstaltungen der jeweiligen Sportart einbegriffen. 2. Sonderzug vom 9. bis 11. August. „tin Nachdruck verboten! 26 Fortsetzung. Die öcuifdic Rrbeitsfrom n.9.=0emcinrdiaft „firaft öurdi Freude" Omnlbusfahrl nach dem Nürburgring. Zu der Omnibusfahrt am Sonntag, 26. Juli, nach dem Nürburgring sind noch einige Plätze frei, und können noch Anmeldungen auf der Kreisdienststelle Gießen, Schanzenstraße 18, angenommen werden. Der Fahrpreis beträgt 7 RM., die verbilligte Eintrittskarte 0,55 RM. Volkslanzkrels. Heute abend findet die Uebungsstunde wieder im Haus der Deutschen Arbeit, im großen Saale, statt. Beginn 20 Uhr. Gutes Licht — gute Arbeit. Im Herbst 1935 wurde unter der Leitung des Amtes „Schönheit der Arbeit" in der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" überall die Aktion „Gutes Licht — gute Arbeit" durchgeführt. Durch diese Aktion sollte die Notwendigkeit einer guten Beleuchtung am Arbeitsplatz herausgestellt werden, die unbedingt neben der Schonung der Augen und JElr» Verfluchtes Gold! Roman von 3. Gchneider-Zoerfil. Urheberrecht: Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa. Achtet die Gesetze des Straßenverkehrs Vorschläge zu Verbesserungen willkommen. - Eine Preisaufgabe. 5000 Mark find zu gewinnen! Jeden Morgen denselben Weg! Jeden Nachmittag denselben Weg! Da lernt man die Strecke kennen. Da weih man, wo es gilt: Aufpassen! Da sieht man, wo die Wagen immer wieder zusammenrasseln, wo immer wieder die Menschenansammlungen um irgendein neues Opfer des Verkehrs herumstehen, neugierig oder mitleidig, wissensdurstig oder auch sensationslüstern. Da weiß man, wie man am besten über die Straße kommt. Da ärgert man sich immer wieder über dieselbe dumme Einrichtung, die sich doch so leicht ändern ließe... Da ärgert man sich immer wieder über iraend- eine Unart der Kraftwagenfährer oder der Radler oder der Fußgänger oder der Straßenbahnführer oder der Kutscher. Man sagt sich hundertmal: „Das sollte man doch nicht für möglich halten! Gibt es denn niemand, der diesem Unfug ein Ende macht?!" Man geht auf dem Bürgersteig, es ist gar nicht viel Betrieb um diese Zeit. Eine Frau begegnet uns, eine einzelne Frau. Der Bürgersteig ist so breit, daß sich drei Frauen und drei Männer gleichzeitig begegnen könnten, ohne sich zu stören. Trotzdem rennen wir mit der einen einzelnen Frau zusammen. Nicht etwa... nein, was Sie denken, es soll eine uns gar nicht interessierende Frau sein. Keine Absicht dabei. Du willst ausweichen, sie will ausweichen. Trotzdem rasselt ihr zusammen! Wie kommt es? Sie weicht links aus, du ärgerst dich darüber, weichst aber als wohlerzogener höflicher junger Mann ebenfalls links aus. Denn bei richtiger „Steuerung" nach den Derkehrsgesetzen würdest du sie anrempeln. Wäre alles schön und gut. Aber plötzlich besinnt sie sich anders, wirft sich herum, weicht rechts aus. Du kommst nicht so schnell nach, weil für dich der Fall schon erledigt und die Aufmerksamkeit herab- gesunren war. Folge: Sie denkt, du beharrst auf dem nun einmal angefangenen linken Ausweichen, gerade in dem Augenblick kehrt sie also auf die erste Bahn zurück, in dem du, ihrer Schwenkung folgend, nach rechts ausweichst. So kann das Gewickele noch etliche Male weitergehen, je nach Entfernung des Gegners. Und schließlich rasselt ihr eben unfehl- bar zusammen. Worauf dich die Frau mißbilligend ansieht und vielleicht sogar etwas wie fugend von ßische Derkehrsminister in einem an die obersten Landesbehörden gerichteten Erlaß ausführt, als unzuverlässig und ungeeignet zum Führen von Kraftfahrzeugen zu betrachten. Ihm ist daher der Führerschein zu entziehen. Es ist jedoch zu berücksichtigen, ob die Unterlassung des Abschlusses einer Haftpflichtversicherung dem Führer selbst zur Last gelegt werden kann. Diese Frage ist zu verneinen, wenn z. B. ein angestellter Kraftfahrer ein Fahrzeug geführt hat, für dessen Versicherungsschutz der Halter (Betriebsführer) verantwortlich ist; hinge- gen ist der fehlende Versicherungsschutz nicht entschuldbar, wenn z. B. ein Fahrzeug für eine Vergnügungsfahrt geliehen war. erwerb nicht überschreiten. In dieser Summe ist die । Einrichtung nicht enthalten. Die Summe von etwa ( 250 Mark einschließlich der allgemeinen Unkosten soll als jährliche Belastung gelten. So ist auch den kinderreichen Familien hier wieder eine Erleichterung gewährt worden. Trachtengruppen aus dem Gau Heffen- Ilaffau fahren zum Weltkongreß. NSG. Der Gau Hessen-Nassau sendet zum Welt- : kongreß für Freizeit und Erholung mehrere Trachtengruppen. So fährt die Wetter- fluer Spielschar mit 14 Spielern und einer Bauernkapelle von sieben Mann nach Hamburg. Dort wird sie auf ihrem Spielwagen durch die Straßen und Gassen fahren und ihre Heimatstücke vom „Kroagekneppche" und der „Bienekenigin" usw. zum Vortrag bringen. Eine Trachtengruppe aus Dexbach bei Biedenkopf bringt Hinterländer- trachten nach Hamburg. Weiterhin fährt noch die Heimatspielschar Alten - B u s e ck zum Weltfreizeitkongreß. Sie wird dort u. a. das Spiel „Die oberhessische Honigküche" zum Vortrag bringen, das nicht am Schreibtisch entstand, sondern nach einer Gegebenen Idee schuf jeder Spieler während den Proben seine Rolle. Bezirksgruppe Hessen der Fachgruppe Trinkbranntwein-Hersteller. Der Sprechtag der Bezirksgruppe am 9. Juli in Gießen wurde — wie man uns berichtet — von dem Bezirksleiter Hermann Asbach, Rüdesheim, im Benehmen mit dem Beiratsmitaliede und Vertrauensmann August Balzer, Gießen, geleitet. Die Leitung der Fachgruppe war durch Geschäfts- führer Dr. Neumann, Berlin, vertreten. Außer den Mitgliedern des Unterbezirks Gießen konnte der Bezirksleiter auch noch die Beiratsmitglieder Ernst Margraf und Wilhelm Scholl, Kassel, begrüßen. In zwangloser Form wurden wichtige Fachfragen besprochen, zu denen der Geschäftsführer der Fachgruppe, Dr. Neumann, Berlin, und 6er Dezirksgeschäftsführer, Dr. Schmitz, Wiesbaden, einleitende Referate hielten. Besonders ausgiebig war die Aussprache über Marktordnungsfragen, über die Bezeichnungsvorschriften für Trink- branntroein und über das Maß- und Gewichtsgesetz. Mit Recht wurde darauf hingewiesen, daß die am 1. April in Kraft getretene Eichpflicht für Trink- branntweinversandfässer diejenigen Betriebe besonders schwer belaste, die auf dem Lande weit ab von dem nächsten Eichamt ihren Sitz haben. Es wurden wertvolle Anregungen gegeben, die die Fachgruppe weiterbearbeiten wird. Es war ein besonderer Erfolg dieses Sprechtages, daß sich alle Anwesenden an den Besprechungen der Fachfragen rege beteiligten. Der Bezirksleiter dankte allen Teilnehmern, besonders dem Beiratsmitglied Balzer für feine Vorarbeiten und schloß bann die gut verlaufene Derfammlung in üblicher Weise. Tag der hessischen Feuerwehren in Nieder-Olm. Ueber 34 000 freiwille Feuerwehrmänner gibt es in Hessen, die rund 7000 Freiwilligen Feuerwehren angehören. Die älteste Wehr in Hessen ist . die in Offenbach a. M. Seit länger als 90 Jahren steht sie im Dienste der Allgemeinheit und hat, wie alle anderen, tausendfache Schäden mit abgewendet. In den letzten zehn Jcchren sind 5927 Brände zu verzeichnen gewesen, die 9 048 246 Mk. Brandschäden verursachten. Diese an und für sich schon fehr hohe Brandschädensumme wäre um ein Vielfaches höher, wenn nicht wackere Feuerwehr- männer stets hilfsbereit zu jeder Tageszeit, bei Sturm und Unwetter eingefprungen wären. Diese segensreiche Einsatzbereitschaft verdient höchste Anerkennung. Kommenden Sonntag, 19. Juli, findet in Njede r - O l m (Rheinhessen) der 2 8. Landesfeuerwehrtag statt, dessen Durchführung zeigt, wie diszipliniert die Feuerwehren sind. Mehr als 6000 Feuerwehrmänner marschieren auf. 18 Steiger führen zu gleicher Zeit Hebungen an der Steigerwand aus. Näheres über Sonderzüge zu dieser Tagung ist durch den Landesfeuerwehrpressewart Albin Klein in Gießen zu erfahren. Entziehung des Führerscheins. Verursacht ein Kraftfahrer, der nicht gegen Haftpflicht versichert ist, einen Schaden, den er nicht decken kann, so ist er, wie der Reichs- und Preu- „Rolf!" mahnte die Mutter, schwieg, als er die Hand über die Augen drückte und sich nach der Tür wandte, die gleich darauf hinter ihm zufiel. Man muhte etwas für ihn tun. Frau Steffen kleidete sich um und machte sich zum Ausgehen fertig. Vielleicht bekam sie in der Villa Terry eher Bescheid. Vielleicht war der Bediente ihr gegenüber weniger zurückhaltend. Maria hatte ihr seinerzeit gesagt, daß es lauter Personal sei, das schon jahrelang in ihren Diensten stehe. — Es war Elisabeth Steffen eine fürchterliche Enttäuschung, als sie die Villa Terry verschlossen fand. Nur der Gärtner fegte die breite Einfahrt vom Schnee sauber und gab ihr Bescheid, daß der Haushalt aufgelöst sei. „Wo die Herrschaften sich zur Zeit befinden, können Sie mir nicht mitteilen?" fragte sie. .Leider nicht!" „Wir sind Freunde!" erklärte sie halblaut. „Gute Freunde. Mein Sohn ist mit dem Fräulein Terry soviel wie verlobt. Nun sorgt er sich natürlich. Sie würden mich sehr glücklich machen, wenn Sie mir irgendwelche Auskunft geben könnten." Er hielt das Kinn auf die Schaufel gestützt und blickte sie prüfend an. „Wäre vielleicht eine ganz schlechte Auskunft, meine Gnädige. Der Herr Kommerzienrat lebt ja wohl noch. Aber ob das Fräulein noch lebt? — Ich glaub's nicht." „Haben Sie irgendeinen Anhaltspunkt — —?" „Nein! Niemand weiß etwas vom Personal. Auch der Ferdinand nicht, der Diener, und die Babett, was das Zimmermädchen ist. Aber es wird wohl so jein. Wo wäre sie denn sonst?" „Fräulein Terry hat doch sicher eine Menge Bekannte." „Schon!" Er sah sie mit einem eigentümlichen Ausdruck an. „Aber Sie wissen ja, meine Dame — auf Fremde kann man nur zählen, solange es einem gut geht. Es hat sich keiner mehr sehen lassen, seit die Firma bankerott ist." „Aber wenn Sie irgendwelche Nachricht bekommen sollten, bann verständigen Sie uns, bitte." Sie reichte ihm eine Besuchskarte und wollte ihm zugleich einen Geldschein in die Hand drücken, was er aber entschieden ablehnte. „Das ist nicht nötig, meine Dame. Wenn ich was erfahre, komme ich auch fo. — Sehen Sie", meinte er, nach dem Tor zeigend, „das ist auch einer von Sammle stets nur frische Pilze. Durchwässerte, alte, angefaulte und stark zerfressene Schwamme lasst im Walde zurück. Nimm die Schwämme vorsichtig aus dem Bodeil heraus, damit du das Pilzgeflecht (die eigentliche Pilzpflanze!) und junge Fruchtkörperanlagen nicht herausreißt und dadurch zerstörst. Entferne sofort im Wald anhaftendes Laub uni Erde, damit die Putzarbeit zu Haufe einfacher wird. Benutze als Sammelbehälter einen Korb oder offenen Kasten im Rucksack, damit die Pilze mchj zer« matscht werden und sich erhitzen. Die gesammelten Pilze werden am besten sofort bei der Heimkunft geputzt und zubereitet. Andern, alls lagere man sie an einem kühlen, luftigen Orte bis zum nächsten Tag, wobei sie nicht in großer Menge aufeinanderliegen dürfen. Pilze enthalten ungefähr 90 v. H. Wasser und sind leicht verderblich. Die Fruchtschicht auf der Hutunterseite schneide man nicht weg, wenn sie keine Maden enthält. Sie ist reich an wertvollen Nährstoffen. Pilze sind schwer verdaulich. Sie müssen deshalb bei der Zubereitung stark zerkleinert werden (am besten durch die Fleischmaschine). Außerdem müssen Pilzspeisen gut zerkaut werden. Abends find größere Pilzmahlzeiten nicht zu empfehlen. Nichtbeachtung dieser Vorschriften kann Verdauungsbeschwerden ver- Ursachen, die aber mit Vergiftungen nichts zu tun haben. Zwanzig herrenlose Schafe aufgegriffen Arn gestrigen Mittwochnachmittag wurden in bet Gemarkung Reiskirchen 20 Schafe ohne Auf- icht angetroffen. Die Tiere hatten bei ihrer Herren« ofen Wanderung durch die Felder allerlei Schaden angerichtet. Sie wurden von Bauern aus Reis« kirchen sichergestellt. Die Gendarmerie Reiskirchen wurde von dem seltenen Fund benachrichtigt. (Siebener wochenmarktpreise. * Gießen, 16. Juli. Auf dem heutigen Wochen, markt kosteten: Molkereibutter, kg 1,55 Mark, Landbutter 1,42, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse S 11, Klasse C 9%, Wirsing, kg 10, Weißkraut 10 bis 12, Rotkraut 12 bis 15, gelbe Rüben 10 bis 12, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 15 bis 20, Römischkohl 8 bis 10, Bohnen (grün) 25 bis 30, (gelb) 25 bis 30, Unterkohlrabi 15 bis 30, Tomaten 30 bis 45, Zwiebeln 14 bis 15, Rhabarber 8 bis 10, Pilze 30 bis 40, Kartoffeln (alte) 50 kg 3,95 Mark, (neue), 50 kg 6,50 bis 7,50 Mark, Psir« siche, % kg 30 bis 50 Pf., Himbeeren 25 bis 30, Aepfel (ausländische) 70, Birnen, 25 bis 30, Heidel- beeren 26 bis 30, Stachelbeeren 15 bis 30, Johannisbeeren 16 bis 20, Suppenhühner 80 bis 90, Tauben, das Stück 50 bis 60, Blumenkohl 10 bis 60, Salat 5 bis 12, Salatgurken 20 bis 30, Einmachgurken 3 bis 5 bis 10, Oberkohlrabi 4 bis 8, Rettich 5 bis 15, Radieschen, das Bündel 10 Pf. * ** Straßensperre. Wegen Ausführung von Straßenbauarbeiten wird die Landstraße Fried- berg — Ockstadt innerhalb der Gemarkung Friedberg vom 23. Juli ab auf die Dauer oon 14 Tagen für jeglichen Verkehr gesperrt. Die Umleitung erfolgt über Friedberg—Ober-Roßbach. ** Gießen bei der Olympia-Ausstellung „Deutschland" vertreten. Lis gegenwärtige große Olympia-Ausstellung „Deutft- lond" in Berlin wurde auch durch Beiträge aus unjerer Stadt bereichert. Zur Ausstellung wuck durch das Verkehrsamt unserer Stadt die lote- maske Justus von Liebigs entsandt, ferner ein Gemälde, das Liebigs Laboratorium verm schaulicht. Das Gemälde stammt aus der Hand dk- Malers Trautschol'd, eines Zeitgenossen des großen Chemikers. beitsfraft auf der anderen Seite eine Mehrleistung mit sich bringt. Gegenüber dem Vorjahr soll jetzt der Kreis der beteiligten Organisationen um ein Beträchtliches vergrößert werden. Der Reichsstand des deutschen Handwerks und der Reichsinnungsverband des Elektro-Jnftallateurhandwerks haben ihre Mitarbeit an den Vorbereitungen und der Durchführung dieser Aktion zugesagt. Hierdurch ist eine hinreichende Be-. teiligung des Handwerks gewährleistet. Bei den Tagungen der verschiedenen Verbände und Organisationen sollen Vorträae über die Bedeutung einer guten Beleuchtung des Arbeitsplatzes und der Arbeitsstätte gehalten werden. In den Betrieben sollen bei Besichtigungen Lichtmessungen vorgenommen werden. So soll alles getan werden, um einen guten Verlauf dieser Aktion zu sichern. Auch im Gau Hessen-Nassau wird unter Führung des (Baureferenten „Schönheft der Arbeit" ein Aktionsausschuß gebildet, in dem als Vertreter des Handwerks auch der Leiter der Gewerbeförderungsstelle tätig ist. Merkregeln für die Pilzzeit. Der Anfänger im Pilzsammeln sammle zuerst nur die bekanntesten Arten, wie Pfifferlinge und Stein- pilze, die bei genauem Zusehen gar nicht verwechselt werden können. Beim Sammeln von Steinpilzen hüte dich vor Verwechslung mit dem bitteren Gallenröhrling. Dessen Röhren werden im Alter rosa, beim Steinpilz dagegen grünlich. Was du nicht kennst, lasse ruhig im Walde stehen; nur Rohlinge treten alle Pilze um ober schlagen sie kurz und klein. Der Pilzreichtum und die Artenzahl tn unseren Wäldern sind viel größer, als meist angenommen wird. Der Steinpilz hat ungefähr 50 ähnlich aussehende Verwandte; Blätterpilze (Verwandte des Champignons und des grünen Knollenblätterpilzes; sie tragen Blätter auf der Unterseite des Hutes) gibt es bei uns ungefähr 1500 verschiedene Arten. Albert Steffanelli hatte für Frau und Sohn eine Villa an der Peripherie der Stadt gemietet. Das kleine Haus in Ellbach war versperrt und sollte nur noch den Sommer über benützt werden. Rolf hatte ein nettes Kleinauto bekommen, das ihn rasch und zuverläjsig zu Hochschule und Klinik brachte. Der Monatswechsel, den ihm der Vater ausgesetzt hatte, war fürstlich. Trotzdem dünkte es ihn, als sei er früher glücklicher gewesen. — Früher, als er sich noch auf dem groben Schotter der Straße, im brüten Stock einer Mietskaserne und am Mittagstisch ber Mensa durchgeschlagen hatte... „Dich quält etwas!" sagte Elisabeth Steffen. Ist es um Maria? — Du darfst jetzt nicht mit ihr rechten. Es ist ja selbstverständlich, daß sie erst einmal über all das Fürchterliche hinwegkommen muß." „Was ist da so fürchterlich?!" brauste er auf. „Konkurs! Hundert andere machen ihn auch! Deswegen kann sie mir doch Nachricht geben. Aber es ist ihr wahrscheinlich sehr erwünscht. Den stuck, med. auf diese Weise losgeworden zu sein." „Wie häßlich, Rolf! Du schmähst sie und fvütest sie bemitleiden. Die Zeitungen schreiben nicht nur von einem Konkurs, sondern auch von Verfehlungen. Wahrscheinlich schämt sie sich. Vielleicht ist sie bei ihrem Vater, der sich ja auf der Flucht befindet und will keine Adresse wissen lassen, um ihn nicht zu gefährden." „Aber mir! Mutter! Mir! Ich bin doch kein Fremder! Bei mir braucht sie doch keine Angst zu haben, daß ich sie verrate!" ,Don Verrat ist auch gar keine Rede, mein Bub. Du mußt dich in ihre Lage versetzen", appellierte sie an sein Gerechtigkeitsgefühl. „Du mußt Geduld haben. Sie schreibt dir sicher noch." „Aber wann", rief er verzweifelt, „mann--1 Und dann mit einem Zurückwerfen des Kopfes: „Es muß ja nicht gerade Maria Terry sein! — Es gibt noch genug andere." den Spitzeln, die sich den ganzen lag ums Haus schleichen, weil sie meinen, der gnädige Herr könnte doch einmal unversehens zurückkommen und ihnen in die Hände laufen. Aber da täuschen sie sich! So dumm ist er noch lange nicht. Wenn der Mann Sie fragt, was Sie mit mir gesprochen haben, dann sagen Sie ihm, Sie hätten das Haus besichtigen wollen. Es ist nämlich seit heute ausgeschrieben." „Gewiß!" Sie überblickte jetzt mit großem In- teresse die breite Front, ließ die Augen über die spiegelnden Fensterreihen wandern und bewunderte die Einheitlichkeit der Architektur. Aber der vermutliche Spitzel fragte sie nichts, als sie wieder auf die Straße trat. Er hatte eher ein Lächeln um den Mund, das ihr zu denken gab. Ehe sie um die Ecke bog, blickte sie sich noch einmal nach ihm um. Er schien eine Skizze von dem Haus zu machen, denn er hatte ein Blatt Papier aus der Tasche gezogen und ließ einen Bleistift darüber hingleiten. Der Gärtner hatte ohne Zweifel etwas Falsches vermutet. * Der Lois Hornester wollte nach Garmisch, um Proviant einzukaufen. Wenn man zu zweien war, ging alles viel rascher zur Neige. Außerdem konnte er auch zu seinem Gast nicht sagen: „Macht nix, wenn ma kein Fleisch nimmer habn. Trink ma halt a Halbe mehr dafür." Also mußte der Lois nach Garmisck. Bevor er den Rucksack überhing, gab er seinem Schützling noch einen ganzen Stapel Verhaltungsmaßregeln, wie sie sonst nur von Kinderfrauen oder besorgten Großmüttern gegeben roerben: nicht aufmachen, wenn einer läuten sollte. Aufs Feuer schauen, daß es nicht ausgeht. Wenn's Nacht werden sollte, bis er zurückkäme, die Läden hereinnehmen und die Vorhänge übereinanderziehen. „Wenn doch die Läden zu sind", versetzte sie mi- derspenstig. „Wohl, wohl. Aber dieweilen hat einer a Astloch, oder einen Sprung, und d' Leut sind neugierig." „Erst muß doch jemand im (Barten sein, dann kann er hereinschauen." „Freilich, das schon. Aber wenn einer einmal im (Barten is, nachher is's schon z' spät zum Läden zu- machen, mein i. Also, Freiln Maria: net auf- jperm, 's Feuer net ausgehn lassn und d' Lädn —" heute" oder „Ein Benehmen haben die Männer...!" murmelt, während du recht deutlich denkst: „Diese Frauen...! Niemals wissen sie, was sie wollen! Wenn ich doch nur, anstatt hin und her zu trippeln, gleich energisch und unaufhörlich korrekt rechts ausgebogen wäre...!" Warum wird den Fußgängern nicht einmal deut- lich unter die Nase gerieben, daß für sie untereinander die gleichen Verkehrsgesetze gelten rote für Fahrzeuge? Rechts ausroeichen, links überholen? Oft genug entwickelt sich aus solchen Anrempeleien die gar keinen bösen Willen zur Ursache zu haben brauchen, ein ernster Streit. Wenn nämlich zwei Männer, möglichst noch in Damenbegleitung, aneinanderstoßen. Das ist dann alsobald ehrenrührig. Und beruht doch meist nur auf beiderseitiger Dumm- heft! „ Za, über solche sich immer wiederholenden Bemerkungen ärgern wir uns. Aber es ist genau so wie mit der Apfelsinenschale. Zehn rutschen darauf aus, aber keiner nimmt sie weg. Wir ärgern uns über Derkehrstorheiten, falsche Anordnungen, sture Rechthaberei, verbrecherischen Leichtsinn, unnötige Gefährdung von Menschenleben, Gesundheit, Volksvermögen. Aber wir denken nicht daran, etwas gegen diese Zustände zu tun. Wer aber anders als mir soll Dafür sorgen, daß es besser wird? Wir sind 67 Millionen. Aber die Beamten, die dagegen einschreiten könnten, sind ein unbedeutender Bruchteil dieser Majse. Entsprechend weniger Beobachtungen können sie machen. Wenn wir ihnen nicht helfen, wird vielleicht der oder jener Fehler niemals beseitigt. Also: Der Aerger allein macht es nicht! Er ist nur gesundheitsschädlich. Mithelfen heißt die Parole. Jetzt gibt es eine gute Gelegenheit: Der Aerger wird bezahlt. In der Zeitschrift „Kampf der Gefahr!" ist im April ein Preisausschreiben erschienen, das 5000 Mark für brauchbare Verbesserungsvor- schläge, auch örtlich bedingter, aussetzt. Es ist bis zum 30. September 1936 verlängert und wird im Juliheft „Kampf der Gefahr!" nochmals veröffentlicht. Die Vorschläge find einfach beim nächsten Polizeirevier abzugeben. Ist glücklich t>eti)drottt 6eine Aenne weiß „Die Lick geht durch den Magen". Sit kocht ihm öfter seine LlebUnP» speisen: Dr. Delker-puöüinp. Sind im Sacken mit „Sacka* * - dem bewährten M' pulper - ist sie groß. 8» lebt das junge p«t nach dem Wahlspruch: heller Äopf nimmt Jtet» Getter"! „Und die Vorhänge zu", knickste sie. Seit Wolfgang Amselmann ihr vor zwei Tage» die Nachricht gebracht hatte, daß der Vater jij wohlbehalten und unangefochten in Köln besam war sie zuweilen sogar übermütig. Und der Lo« war ein Mensch, dessen natürliche Veranlagung W oon sich aus keinen Trübsinn aufkommen ließ. Die ersten Tage war sie ihm gegenüber noch eil bißchen unsicher gewesen. Aber bann änderte die Sache. Er ging immer mehr aus sich beraiü und ließ ihr kaum Zeit, an sich und des Batet! Unglück zu denken, soviel gab es, was er ihr allü an Praktischem und Nützlichem beizubringen fw wie man Kafee kochte, wie man Späne zum yeiiet' machen schnitt, wie man Sauerkraut abwässer». mit drei Fingern Kartoffelnudeln drehte, wie es J machen war. daß die Mehlschwitze nicht zu hell M nicht zu dunkel wurde; daß die Ofenklappen S- schlossen sein mußten, weil sonst die ganze Warn durch den Kamin in die Luft ging. Maria reichte ihm die Hand und nickte ihm i1 „Jetzt können Sie gehen!" „Glei, Freiln Maria. — Soll i Ihnen a Chn? kindl mitbringen von Garmisch?" „Ein Christkindchen?" verwunderte sie sich. „An Lebzelten halt", lachte er. „Einen ßebtw — wissn S'. I werd schon was sindn. Bei Kramer in Garmisch gibt’s allerhand Feins. IP tuns mir ja--" l „Läden zumachen, Feuer unterhalten, mcht w sperren." Mit einem Schwung schob er sich zur Tur W aus. - , Die hatte leicht lachen! Er, der Hornester Ls« trug die Verantwortung für alles, und wenn er |v nach Garmisch ging, so wurde das ein ®elDJ, marsch, bei dem ihm nicht einmal Zeit für » Halbe Bier blieb, weil er sich einfach nicht getM-' Maria Terrn länger, als es unbedingt notig ö allein zu lassen. Weiß der Teufel, was alles passieren konnte, r er wiederkam! Vielleicht kriegte sie's doch m" Angst allein im Haus, lief spazieren, unb er bann nach ihr suchen gehen. Ehe er zur 9ßegbieffl j kam, sah er noch einmal nach bem klemen n zurück, stutzte unb brach in ein helles Gelachter Maria nahm eben — es war erst 3 Uyr mittags—die Fensterläden herein. (Forts- »ft*» nen um L§tz si° äsfrjn en. ln fltöü ‘"«si» £ä,m. 8D -rDs fe®* in d, LtÄ* W .cn bei chrer herrei ' mr. derlei Schade dauern aus Reu benachrichtigt, wrktpreije. ^heutigen Wacher :'^kg 1,55 Mart 1,55 big 1,60 Mart bßs Stück 4 bis 1( le c M, Wirsmi !. ftottraut 12 bis 1‘ ü)en 10 bis 12, Spinc 5 Dohnen (grih itertotjlrabi 15 bis 3 14 bis 15, Rhabarbk Kartoffeln (alte) 50 k ) bis 7,50 Mark, Pst Himbeeren 25 bis $ um, 25 bis 30, Heide n 15 bis 30, Iohanm ier 80 bis 90, Taubri kohl 10 bis 60, Ai is 30, Einmachgulle 4 bis 8, Rettich 5 bi )egen Ausführung» ; Landstraße Friiü ilb der Gemarkm ) auf die Dauer tn 'ehr gesperrt. Die lln ierg-Ober-Roßbach r Olympia.All- b" vertreten, ii a-Ausstellung „Dee! ch durch Beiträge - ir LlusMung nur rer Stabt bie 2o‘ entsandt, ferner c Saboxatonum vei mt aus der Hand- Zeitgenossen des grt‘ - J ist gIScklö ' verheil« tz^Lnoemiö'^ gehl öunb ötn h#*«>**^ L an» im 3»11”“11 "’S L-öem dnoährl'o b« 7 lebt Sa- M k" oad} Sem ,.t n<“ c,,!l 11 *5^ knickste sie- . nn ^Vber^“: ^Aa"u?d--^ ihm 9!«enul anberte l ÄS ’i'*" ■ Sauerkraut a ^?e nicht s ^' | [irt oN< ry»"-* »’S * * „d "soli*na ^>1 er »■* rt.' AorA ! Lr, de^A u>e^ A^'baS Z fil' erde Mitglied der 71©$.! Frühere Zeiten, die alücklicherweise überwun- Den sind, pflegten reichlich viel vom Sozialismus zu reden. Aber man verstand darunter nicht den Sozialismus der Tat, sondern nur die Lehre von den Klassengegensätzen. So konnte es kommen, daß deutsche Volksgenossen, Männer, Frauen und Kinder im Elend und in der größten Not leben mußten und n»r der Hilfe einzelner mitleidiger Menschen und Verbände teilhaftig werden konnten. Das Gefühl, Glieder eines gesamten Volkes zu sein, konnte ihnen durch die damals geübte Methode des Almosengebens nicht erweckt werden. Heute ist das anders geworden. Heute steht der einzelne Volksgenosse nicht mehr allein. Heute weiß jeder, daß er nicht nur ein Glied in der großen Volksgemeinschaft ist, sondern er weiß auch, daß hinter ihm das ganze Volk steht, wenn es gilt, Not und Sorgen zu lindern. Die von dem ganzen deutschen Volke getragene N a t i o n a l s o - zialistische Volkswohlfahrt hat seit der Erhebung die Aufgabe übernommen, für das Wohl aller Volksgenossen zu sorgen, der bitteren Not zu steuern, für die Gesundheit zu sorgen und wieder Freude am Dasein in die deutschen Lande einkehren zu lassen. Dieses gewaltige Werk des Führers kann aber nur durchgeführt werden, wenn jeder einzelne Volksgenosse sich bewußt ist, daß es seine höchste, edelste und schönste Pflicht ist, mitzuhelfen an der Erstarkung und Gesundung des deutschen Volkes. Ohne die Mitarbeit des einzelnen Volksgenossen kann dieses große Ziel nicht erreicht werden. Willst du ein S o z i a l i st der Tat fein, so tritt ein in die N S D., denn nur so kannst du den Willen zur Mitarbeit am neuen deutschen Reiche bekunden! Werde Mitglied der NSV.! Oberheffen. Neuer Gemeindesaal in Watzenborn-Steinberg. * Watzenborn-Steinberg, 15. Juli. Nun ist es der hiesigen Kirchengemeinde gelungen, den im Herbst vorigen Jahres begonnenen Umbau der Pfarrscheune in einen evangelischen Gemeindesaal zu vollenden. Eine Psarrscheune zu einem so schönen Saale umzubauen, ist aller Mühe wert gewesen. Dieser Saal dient gleichzeitig dazu, dem allzu großen Platzmangel in der Kirche abzuhelfen. Bei Ueberfüllung der Kirche wird der Gottesdienst in den Saal übertragen. Die Weihe des neuen Gemeindehauses findet nunmehr am kommenden Sonntag, 19. Juli, statt. Wer das, was eine rührige evangelische Gemeinde geschaffen hat, sehen will, ist herzlich eingeladen, an dieser Einweihungsfeier teilzunehmen. (Sin interessanter Schlüsselfund. 00 Klein-Linden, 15. Juli. Bei der Errichtung eines Neubaues für den Volksgenossen Ludwig Germann in der sogenannten Wüstung, eines Flurteiles zwischen der Lützellinder Straße und der Burg, wurde dieser Tage bei Erdarbeiten ein großes Bund alter Schlüssel zu Tage gefördert. Em elfjähriger Neffe des Bauherrn fand Denselben unter den Wurzeln eines Gebüsches, nur wenige Zentimeter tief in der Erde. Der Bund enthält elf, meiste größere alte Schlüssel. Zwei der Schlüssel, vermutlich die ältesten, sind je neun Zentimeter lang und haben plattgehämmerte Reiten (Griffe). An der oberen Rundung steht auf beiden Seiten das Zeichen + 15787 +. An der unteren nach dem Gesenke zu befindlichen Rundung sind auf beiden • Seiten Blattornamente eingraviert. Der obere Teil ! des Dorns ober Stieles ist ebenfalls abgeplattet und hat bei dem einen Schlüssel die Zahl 24, bei idem anderen 30 oder 36. Ein weiterer, scheinbar i neuerer Schlüssel, ist nur sieben Zentimeter lang, I hat plattgehämmerten Griff mit der Zahl 850 an iber oberen Runbung bes Griffes. Sonst ähnelt ibiefen ben neueren Schlüsseln für bie Einsteckschlös- |fer. Sieben weitere Schlüssel scheinen älteren Ur- jsprunges unb messen zwischen neun und fünfzehn Zentimeter Länge. Woher bie Schlüssel stammen, iift vorerst noch unbekannt. Da nur etwa 50 Meter weiter nörblich bie alte IKirche geftanben hat, so ist es nicht ausgeschlossen, Daß es sich um K i r ch e n s ch l ü s s e l hanbelt. Ob Ufte zur Kirche, bie am ,9. September 1613 geweiht uunb bis 1864 geftanben hat, gehörten, ober zur öälteren, die vor dieser auf demselben Platz, dem i alten Friedhof, stand, kann nur durch Fachleute iifestgestellt werden. Es ist aber auch die Möglichkeit ^vorhanden, daß es Schlüssel der ein ft i gen »Burg, der heutigen Wirtschaft „Zur Burg", sind, Die in ihrem südlichen Teil am 16. Februar 1869 seinstürzte, denn die Fundstelle liegt nur 100 Meter Lstlich der Burg entfernt. Es wurden in dieser Ge- vgend, namentlich hinter der Burg, schon in früheren Jahren wertvolle Funde aus vergan- gjenen Zeiten gemacht. Die Schlüssel wurden lauf der hiesigen Bürgermeisterei hinterlegt. Landkreis Gießen. 4- Lauter, 15. Juli. Mit dem Sängerfest am Sonntag, 19. Juli, bei dem unser im Jahre 1900 Begründeter Gesangverein „Germania" 8eine Fahne weiht, ist das W e r t u n g s s i n g e n 10er Vereine des südlichen Teiles des Kreises Ohm- Bumbatal verbunden. Folgende 16 Vereine beteiligen sich daran: Burg-Gemünden, Nieder-Gemun- !0en, Flensungen, Lehnheim, Ruppertenrod, Ober- Ohmen, Babenhausen II, Groß-Eichen, Stockhausen. Weickartshain, Grünberg, Göbelnrod, Reinhardshain, Saasen, Queckborn und Lauter. Jeder Verein hat ywei Chöre zu fingen, den Pflichtchor unb einen relbstgewählten Chor. Als Pflichtchor wurde be- stimmt „Für Deutschland" von Hermann Grabner. M Hungen, 15.Juli. Zur Zeit wird die Karn a l i s i e r u n g der Schloßgasse , der in den nächsten Tagen die Kanalisierung der Lubwig-Har- ilig- unb Schillerstraße folgen soll, burchgeführt. Mit ner Durchführung dieser Maßnahme geht ein feit langem gehegter Wunsch der Straßenanlieger in Erfüllung. — Das Storchennest auf dem hohen Schloßturm ist zum Leidwesen von jung unb alt seit Wochen wieber verwaist. Durch bie Verkettung unglücklicher Umftänbe ist bereits feit mehreren Jahren eine Aufzucht ber Jungstörche unterbunben worben. Vor zwei Jahren würbe bei einem Kampf um bas Storchennest von umherziehen- ben Störchen bas Storchenmännchen burch bie wuchtigen Schnabelhiebe ber Angreifer getötet. Die brü- tenbe Störchin verließ kurze Zeit später bas Gelege. Im vorigen Jahre geriet, auch wiederum zur Brütezeit, bas Storchenmännchen beim Futterholen unweit Hof-Graß in die elektrische Hochspannung. Auch in diesem Falle verließ die brütende Störchin kurzerhand das Gelege. In diesem Jahre wurde eigenartiger Weise (nach Angabe eines im Schloß wohnhaften Mannes, der mit dem Fernglas den Vorgang beobachtete) das im Nest befindliche Gelege durch einen umherstreifenden Fischreiher zerstört. Auch dieser Vorgang hatte den Wegzug des im Frühjahr so freudig begrüßten Einzuges des Storchen- paares zur Folge. Kreis Bübingen. 0 Nidda, 15. Juli. Die im Jahre 1897 hier angelegte Wasserleitung, deren Quellen in der Gemarkung des Nachbardorfes Michelnau liegen, genügt dem heute gesteigerten Bedarf nicht mehr, zumal auch die Reichsbahn auf hiesigem Bahnhofe für Speisung der Lokomotiven erhebliche Mengen bedarf. Mengenmäßig kann jeder an das Leitungsnetz Angeschlossene nehmen, soviel ihm beliebt, da sich seine Zahlungsverpflichtung für Wasserverbrauch nach der von verschiedenen Faktoren abhängigen Punktzahl richtet, wobei Einkommen eine nicht unerhebliche Rolle spielt. Die Quellen liefern wohl genügend Wasser, aber die verhältnismäßig enge Rohrleitung hindert die Weiterbeförderung zur Verbrauchsstelle, so daß ein beträchtlicher Teil nutzlos verloren geht. Diesem Uebelftanbe, der sich zur Sommerzeit öfters sehr unangenehm fühlbar macht, konnte durch eine neue Rohrleitung mit größerem Durchmesser abgeholfen werden. Ebenso würde die Nutzbarmachung einer am äußersten Ende der Gemarkung Nidda gelegenen in 36 Meter Tiefe unlängst erbohrten Quelle mit einer Ergiebigkeit von 640 cbm je Tag zum Ziele führen. Da jedoch die Ausführung beider Projekte der Kosten wegen auf fast unüberwindliche Schwierigkeiten stoßt, so versucht man den privaten Wasserverbrauch allgemein durch Einbau von Wassermessern einzuschränken, was voraussichtlich, wie anderswo auch, zum Ziele führen dürfte. Infolge Ratsbefchlusies wurden daher durch die Stabt 300 Wassermesser beschafft, die fast alle wegen erleichterter Zahlungsweife in das Eigentum der Hausbesitzer übergingen. Preußen. 20. 3uli: Verhandlung gegen den Mörder Maibach. LPD. Frankfurt a. M., 15. Juli. In der Straffache gegen Erich Maibach wegen Mordes des Stiefvaters und wegen Totschlags der Mutter ist, wie die Justizpressestelle mitteilt, Hauptverhandlungstermin vor dem Schwurgericht in Frankfurt am Main auf. den 20. Juli 1936, 9 Uhr, anberaumt worden. Die Anklage wird vom Staatsanwalt- schaftsrat Dr. Reiners vertreten, Verteidiger des Angeklagten ist Rechtsanwalt Nagel in Bad Homburg. Kreis Dehlar. 0 Waldgirmes, 14. Juli. Die Jung- männerbünbe und die Posaunenchöre des Kreises Wetzlar hielten am Sonntag hier ihr K r e i s f e ft ab. Zu gleicher Zeit beging der hiesige Posaunenchor das Jubiläum seines 25jährigen Bestehens. Zweihundert Po- saunenbläser nahmen teil und hatten sich unter dem Kreisdirigenten W. Bernhardt (Waldgirmes) glänzend vorbereitet. Das Fest brachte nicht nur Stunden religiöser Anregung und Vertiefung, sondern dem Kenner geistlicher Musik auch einen hohen musikalischen Genuß. Der F e st g o 11 e s d i e n st am Vormittag, bei schönstem Sonnenschein gehalten, versammelte eine große Gemeinde. Pfarrer Gaul (Dillenburg) hielt die Festpredigt. Die vereinigten Posaunenchöre verschönten den Festgottesdienst unter freiem Himmel. Die Festversammlung leitete Prediger Trippler (Groß-Rechten- bad)) in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der Kreisverbindung. . Die Versammlung stand unter dem Gedanken „Christendienst ist Zeugendienst". Am Denkmal der gefallenen Gemeindeglieder sprach Pastor D. Kuhlo Worte des Gedenkens, Prediger T r i p p l e r legte im Auftrage der Kreisverbindung einen Kranz nieder. Das Sieg-Heil auf den Führer, das Horst-Wessel-Lied und das Lied vom guten Kameraden beschlossen die Feier. Aus dem Festplatz fand sich zur Festversammlung eine nahezu 2000-köpfige Menschenmenge ein. Pfarrer Anthes (Waldgirmes) begrüßte die Teilnehmer. Ansprachen hielten sodann Pfarrer Gaul (Dillenburg), Inspektor C l a s s e n (Elberfeld) als Bundesgauwart und Vertreter der Evangelischen Gesellschaft, ferner der Kreisführer der Posaunenchöre Pastor D. Kuhlo (Bethel). Die Zuhörer folgten den Worten der Redner mit großer Aufmerksamkeit. Schlußwort und Schlußgebet sprach Stadtmissionar Schmidt (Wetzlar). Das Fest in seiner Gesamtheit nahm einen schönen und für alle Teilnehmer unvergeßlichen Verlaus. Beim Spielen mit der Wäscheleine erhängt. Lpd. Offenbach, 15. Juli. Am Dienstagnachmittag ereignete sich in der Elbestraße ein tragischer Unglücksfall, dem der 9jährige Robert Heinrich zum Opfer siel. Der Junge spielte, auf einer Bank sitzend, mit einer Wäscheleine, wobei er seinen Kops in eine Schlinge der Leine st e ck t e. Durch das Schaukeln fiel die Bank um und die Schlinge zog sich zu, so daß der Junge den Erstickungstod erlitt. Wiederbelebungsversuche blieben ohne Erfolg. Tödlicher Unfall durch eine Weinbergspriüe. Lpd. Oppenheim, 15. Juli. Am Dienstagnachmittag ereignete sich im nahen Bodenheim bei Spritzarbeiten im Weinberg ein folgenschwerer Unfall. Ein bei einem Badenheimer Weingutsbesitzer tätiger 24jähriger Arbeiter aus Wörrstadt war mit dem Füllen einer Weinbergsbatteriespritze beschäftigt, als diese plötzlich explodierte. Der Luftdruck warf den Arbeiter zu Boden, wo er besinnungslos liegen blieb. Bei dem Verunglückten stellten sich Krämpfe und E r - brechen ein. Ein Arzt ordnete die sofortige Ueberführung ins Mainzer Krankenhaus an. Dort ist der Verunglückte seinen inneren Verletzungen erlegen. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) 3. p. in A. Das Schlachtschein ist nur dann nicht pfändbar, wenn Sie einen derart großen Haushalt haben, daß das geschlachtete Schwein den Nahrungsbedarf Ihrer Familie auf etwa vier Wochen deckt. Grundsätzlich ist ein Schlachtschwein jedoch pfändbar. Mdel-LanMenst des VdM. Hilst bei der Ernte. Die Reichsreferentin des BDM., Trude Bürk- ner, hat zur Teilnahme am Mädel-Landdienstjahr aufgerufen. Gleichzeitig ist in einer amtlichen Verfügung mitgeteilt worden, daß die landwirtschaftliche Tätigkeit der Mädel als Ersatz für die Arbeitsdienstpflicht angesehen wird. Diese landwirtschaftliche Tätigkeit muß allerdings nachweislich vor dem 1. Oktober 1937 geleistet werden, und zwar mindestens neun Monate lang in einem freien landwirtschaftlichen Arbeilsuerhältnis, in der Landhilfe oder in einem landwirfchaftlichen Umschulungslager des BDM. Welchen Sinn hat der Mädel-Landdienst und wie arbeiten die Mädel aus der Stadt auf dem Lande? lieber diese Fragen gab die zuständige Referentin im Sozialen Amt der Reichsjugendführung, Gau- führerin Gertrud Kunzemann, dem Reichs- Jugend-Pressedienst Auskunft. Anmeldungen von Mädels, die für einige Zeit in der Landwirtschaft tätig sein wollen, werden dringend benötigt. Die Anmeldungen sind an das Soziale Amt der Reichsjugendführung, Berlin NW 40, Kronprinzenufer 10, zu richten. Jedes Mädel, das sich gemeldet hat, wird — nötigenfalls nach einer Umschulung — einer bereits bestehenden Mädel- Landdienstgruppe, die im allgemeinen 6 bis 20 Mädel umfaßt, zugewiesen. Die Gruppe wohnt durchweg in einem gemeinsamen Heim, das von der zuständigen Dorfgemeinschaft zur Verfügung gestellt und unterhalten wird. Die Mädel sind teils mit auf dem Felde, teils in der ländlichen Hauswirtschaft tätig und helfen der Bäuerin beim Aufräumen des Hauses, bei leichten Stallarbeiten, beim Kochen, Melken, Buttern, in der Garten- und Feldarbeit. Die Mädels stehen mit dem bäuerlichen Betrieb in einem regelrechten Arbeitsverhältnis und erhalten je nach Alter und Leistung im einzelnen 10 bis 40 Mark im Monat. Jedes Mädel hat die Pflicht, von feinem wochenlohn einen Tageslohn für die Bildung eines Pflicht- fparschahes zurückzulegen, über den es insgesamt erst beim Ausscheiden aus dem Landdienst verfügen darf. Die Mädel gehen morgens an ihre Arbeitsstätte, wo sie den ganzen Tag über tätig sind. Sie erhalten in jedem Falle eine bestimmte Freizeit, die sich nach den einzelnen bäuerlichen Betrieben richtet. Abends kommen die Mädel wieder in ihr Heim zurück, wo sie an bestimmten Abenden mit dem zuständigen BDM. Singabende für die Dorfgemeinschaft abhalten, ober auf andere Weise sich in das dörfliche Gemeinschaftsleben stellen. Jede Landdienstgruppe wird von einer besonders hierfür geschulten Führerin, die in jedem Falle dem BDM. angehört, geleitet. Diese Führerin steht genau wie ihre Kameradinnen mit einem bäuerlichen Betrieb in einem regelrechten Arbeitsverhältnis, nur wird ihr für ihre Führerinnentätigkeit etwas mehr Zeit gelassen. Die Verpflegung im Lager wird meistens von den Bauern bestritten, die Naturalien liefern. Um diejenigen Mädel, die noch nie vorher in der Landwirtschaft tätig waren, auf den Landdienst vorzubereiten, hat die Reichsanstalt gemeinsam mit dem BDM. achtwöchige landwirtschaftliche Umschulungslager eingerichtet. Die Mädel müssen sich verpflichten, ein Jahr auf dem Lande zu bleiben. Die Reichsanstalt zahlt für diese Umschulungslager einen täglichen Förderungssatz für jedes Mädel. Der Prozeß gegen die Franziskanerbrüder Koblenz, 14. Juli. (DNB.) Die Dritte Große Strafkammer hatte sich im Dienstag mit dem 29. und 30. Fall im Franziskanerbruder- Prozeß zu beschäftigen. Die eine Anklage richtete sich gegen den 1910 in Castrop geborenen Ordensbruder Romuald, der mit sieben Ordensbrüdern in Waldbreitbach Unzucht getrieben hatte. Außerdem wird ihm zur Last gelegt, sich an ihm anvertrauten minderjährigen Zöglingen vergangen zu haben. Die Vernehmung des Angeklagten entwickelte wiederum ein Bild sittlicher Verkommenheit. Der Angeklagte stellte im Kloster den Brüdern nach, wo sich dazu auch nur die Gelegenheit bot. Ein Zögling erzählt u. a. auch, daß er und seine Kameraoen in ihrer Werkstätte ein Bild des Führers und Hindenburgs angebracht hätten. Das Bild sei am nächsten Morgen total zerstört gewesen. Als ein Zögling äußerte, das könne nur ein Bruder getan haben, wurde er strafversetzt. Ein anderer Zögling erklärte, er habe dem Oberen Placidus Mitteilung von den sittlichen 23er» ehlungen des Bruders Romuald gemacht. Hierauf ei dem Bruder nahegelegt worden, aus dem Kloter auszutreten. Der Staatsanwalt hielt den An- ;eklagten in sämtlichen ihm zur Last gelegten Fäl- en für überführt und beantragte eine Gesamtzuchthausstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten. Das Gericht verurteilte den Angeklagten wegen Verbrechens gegen § 174 Z. 1 StGB, und wegen fortgesetzter widernatürlicher Unzucht zu einer G e - famt(träfe von zwei Jahren und sechs Monaten Zuchthaus und drei Jahren Ehrverlust. Mildernde Umstände müßten dem Angeklagten versagt werden, da er ein Mensch sei, der sich außerordentlich schwer gegen Gott, Staat und Kirche vergangen und Unzucht in großem Umfange getrieben hat. Der zweite Fall behandelte den 1902 in Garmisch- Partenkirchen geborenen Bruder Zosinus, der geständig ist, mit sieben Ordensbrüdern Unzucht getrieben zu haben. Der Angeklagte ist 1930 als Vollwaise in das Kloster Waldbreitbach gekommen und fiel schon nach wenigen Monaten der schauderhaften Seuche zum Opfer. Seine vielen tierischen Verfehlungen sind einfach unglaublich und schauderhaft. Er erzählt auch u. a., daß er 1934 nach Rom gekommen fei und auch dort mit zwei Franziskanerbrüdern Unzucht getrieben habe. Auch nach seiner Rückkehr nach Waldbreitbach habe er sein widerliches Leben bis kurz vor seiner Verhaftung fortgesetzt. Der Staatsanwalt beantragte zwei Jahre und drei Monate Gefängnis. Mit Rücksicht darauf, daß der Angeklagte die Taten begangen hat, als er noch minderjährig war, daß er von frühester Jugend an keine Eltern gehabt hat, die ihm Halt und Stütze hätten sein können, daß er mit 18 Jahren schon ins Kloster gekommen sei und schließlich mit Rücksicht auf seine Reue und sein Geständnis verurteilte das Gericht den Angeklagten wegen fortgesetzter widernatürlicher Unzucht zu einem Jahr und sechs Monaten Gefängnis. Die Untersuchungshaft wurde ihm angerechnet. | Koblenz, 15. Juli. (DNB.) Am Mittwoch • standen wieder zwei Angeklagte in dem großen Sittlichkeitsprozeß gegen die Franziskanerbrüder vor der III. Großen Strafkammer in Koblenz, und zwar bie Klosterbrüder Smeran und Candidus. Bruder E m e r a n wurde 1905 in Kempten bei Bingen geboren. Er erlernte ein Handwerk, machte die Gesellenprüfung und fühlte sich plötzlich zum Ordensmann berufen. Er war beim Eintritt ins Kloster 18 Jahre alt. Schon nach wenigen Wochen ließ er sich mit Bruder Theodor in unzüchtige Handlungen ein. Nach einjährigem Aufenthalt nahm der Bruder auf Veranlassung seiner Eltern wieder seine Handwerkertätigkeit im bürgerlichen Leben auf. Auf einen Brief des berüchtigten Bruder Linus ging der Angeklagte wieder in das Kloster in Boppard. Auch in Boppard gab er eine Gastrolle, wo er mit dem Bruder Viktorian widernatürlich verkehrte. 1928 trat der Angeklagte wegen einer unglücklichen Liede wieder als Bruder Eme - ran in das Kloster Waldbreitbach ein und unterhielt mit den Brüdern Hubertus, Achatius, Jordan, Constantin und W i e w a l d widernatürlichen Verkehr. Seinem Treiben setzte er schließlich dadurch die Krone auf, daß er sich an zwei schwachsinnigen Zöglingen verging. Einer dieser Zöglinge sagt als Zeuge aus, daß er sich gegen die unsittlichen Angriffe des Bruders Emeran gewehrt habe. Der Generalobere habe auf seine Anzeige nur gesagt: „Die Brüder tun so etwas nicht". Wie der Zögling weiter sagt, habe er daraufhin auf der Station Krach geschlagen. Das habe zur Folge gehabt, daß man ihm eine „Packung" verordnet habe. Der Anklagevertreter ging mit dem Angeklagten scharf ins Gericht und wies insbesondere auf die einwandfrei erwiesene moralische Schuld der Ordensgesellschaft hin. Entgegen der Auffassung des Staatsanwalts hielt das Gericht die Erziehereigenschaft des Angeklagten nicht für gegeben und verurteilte ihn zu drei Jahren sechs Monaten Gefängnis. Der zweite Angeklagte Bruder Candidus, der mit 21 Jahren ins Kloster eingetreten ist, wurde 1908 in Oberhausen geboren. Vor seinem Eintritt ins Kloster war er als kaufmännischer Angestellter beschäftigt. Ein halbes Jahr nach seinem Eintritt in die Waldbreitbacher Klosterniederlassung fiel er dem Bruder Wiewald zum Opfer. Später verging er sich an mehreren Anstaltszöglingen. Hier schränkte der Angeklagte in einem Falle seine früheren Aussagen wesentlich ein. Einer der Zöglinge wird als Zeuge vernommen und erzählt, daß er 1933 aus Waldbreitbach ausgerückt fei, sich auf eigene Füße gestellt und geheiratet habe. Der Zeuge sagt aus, daß Bruder Emeran mehrmals Annäherungsversuche gemacht habe, er habe sich jedoch diese Dinge nicht gefallen lassen und abaeroehrL Ein zweiter Zögling, der ganz bestimmte Au-ssagen macht, gibt die Verfehlungen ohne weiteres zu. Das Gericht verurteilte den Angeklagten wegen fortgesetzter widernatürlicher Unzucht zu einer (Se* fängnis strafe von dreieinhalb Jahres ÖJ.Jpori Syffon fuhr 18 Weltrekorde. Kapitän George E y st o n (England) und sein Mitfahrer Bert D a n l y beendeten ihre Rekordversuche in Utah (USA.), nachdem sie 48 Stunden gefahren waren und dabei 11 541 km zurückgelegt hatten. Mit 217,261 Kilometerstunden verbesserte er nicht nur den bisher mit 176,8 km/st in französischem Besitz befindlichen Weltrekord, sondern er wartete im Laufe der langen Fahrt mit insgesamt 1* Weltrekorden auf. 443 USA -Olympiakämpfer auf der Veise nach Berlin. Unter dem brausenden Jubel einer nach Zehntausenden zählenden Menschenmenge und dem Geheul der Sirenen sämtlicher in Hudson liegenden Schiffe legte der über die Toppen geflaggte amerikanische Olympiadampfer „Manhattan" vom Pier ab. 443 amerikanische Olympiakämpfer traten auf ihr die „Reise über den Teich" an; sie fanden einen Abschied, wie ihn nur die Amerikaner ihrer Mannschaft bereiten können. Es war ein herrliches Bild. An einem wolkenlosen Himmel stand strahlend die Sonne, und das Menschengewoge zeigte sich als ein einziges Meer kleiner Fähnchen mit den Landesfarben. Die „Manhattan" hatte die Olympia- Flagge g e h i ß t, die bis zur Ankunft der Kämpfer in Berlin über den Toppen wehen wird. Das Länderklaffement der „Sour". Rach der Mittwoch-Etappe der „Tour de France“ ergab sich in der Länderwertung folgender Stand: 1. Belgien, 2. Spanien-Luxemburg, 3. Frankreich, 4. Holland, 5. Schweiz, 6. Deutschland, 7. Oesterreich, 8. Jugoslawien. Sportamt „Kraft durch Freude". Heute finden folgende Kurse statt: 19.15—20.30 Uhr Leichtathletik auf dem Universitätssportplatz. 20—21 Uhr Gymnastik für Frauen im Lyzeum. 21—22 Uhr Gymnastik für Frauen im Lyzeum. Gute Vesehung im Vad-Aauheimer Reil-Turnier ■C-W' .. Das kommende Wochenende steht im Zeichen des Pad-Nauheimer Reit-, Spring- und Fahrturniers, das am Samstag und Sonntag auf der neuen von-Tschammer-und-Osten-Kampfbahn zum Austrag kommt. Schon die Nennungen ließen nach ihrer Zahl erkennen, daß guter Sport geboten werden würde. Was das Pferdematerial anbetrifft, so sind kaum noch Wünsche offen geblieben, denn es gibt hervorragende Reitpferde aus den deutschen Hochzuchtgebieten Hannover und Ostpreußen zu sehen. Ferner stehen ganz gute Dressurpferde bereit, und schließlich wird in den Springwettbewerben eine große Zahl hochklassiger Springer in die Bahn kommen. Einen besonderen Genuß versprechen jedoch die Fahrprüfungen mit den adretten Brück- mannschen Hackneys, den windschnellen Trabern Hugo Ludwigs, schließlich wirken durch ihre Wucht die bodenständigen hessischen Pferde, die so auf der Grundlage des Oldenburger Blutes entwickelt find. Ohne Zweifel wird es erhebend sein, zu sehen, wenn sechs schwere Hengste und Stuten, von Landstallmeister Dr. Dender gefahren, um die Bahn stürmen und doch gehorsam am Zügel ihres Lenkers bleiben. Starkes Leichtathletik-Aufgebot. Halbach, P. Scheder, Mohr, O. Wachs, F. Bischoff. 6 mU - Klasse : Boot „Gustl V" mit der Be- satzung: Dr. H. Lubinus (Steuermann), Th. Thomsen, D. Christensen, K. Frey, H. Wedemeyer. Starboote: Boot „Wannsee 1287" mit der Besatzung: Dr. P. Bischoff, H. Weisse. Olympiajollen: Boot „Jolle": W. Krog- mann; Ersatz: A. Graetz. Die Fünfkämpfer: Die deutschen Farben im Olympischen Fünfkampf vertreten: Oblt. Handrick, Lt. Lemp, Unteroffizier Bramfcld. Keine Basketbatt-Mannschaft. Mit Rücksicht auf die noch nicht ausreichenden Vorbereitungen und die zu kurze internationale Spielpraxis hat der deutsche Olympische Ausschuß beschlossen, die Meldung einer deutschen Mannschaft für das Olympische Basketball - Turnier zurückzuziehen. Letzte Vorbereitungen. Ein Teil der Mannschaften ist vor dem Eintreffen in Berlin an bestimmten Erholungsstätten zusammengezogen. Die Handballspieler bleiben bis zum 26. Juli in Eßlingen, vom 20. Juli ab wird die Wasserball-Mannschaft mit den Ersatzleuten m Bad Harzburg weilen. Die Schwimmer und Schwimmerinnen werden sich nach Hirschberg begeben. In Berneck weilen die Schwerathleten, während die Boxer in Wünsdorf zusammengezogen sind. Die Fechter haben ihre Erholungs-Quartiere in Clausthal-Zellerfeld bereits bezogen, während bei den Leichtathleten die Unterbringung von Fall zu Fall entschieden wird. Ein Teil bleibt zu Hause, andere wieder werden in Parnitz und Radis untergebracht. Betreuer in diesen Erholungsstätten sind die Führer, die auch während der Olympischen Spiele diese Aufgabe erfüllen. Aerztliche Betreuung ist sichergestellt. Die Mannschaften für Leichtathletik, Fechten, Boxen und Segeln stehen fest. Die Hockey-Vertretung ist bis auf zwei Spieler ebenfalls endgültig. Nach den Olympischen Bestimmungen ist der Meldeschluß jeweils 14 Tage vor Beginn des Wettkampfes, so daß sich auch dem Programm entsprechend verschiedene Meldeschlüsse ergeben. Vom 15. bis 22. Juli ist fast täglich für eine Sportart Meldeschluß. In den nächsten Tagen sind im Anschluß an die Ausscheidungskämpfe die namentlichen Nennungen unter anderem im Schwimmen, Rudern und Radsport zu erwarten. Der Großteil der deutschen Mannschaft wohnt im O l y m p i s che n Dorf, wo wir einmal im Dorfe selbst in sieben Häusern 148 Plätze haben, dazu in der benachbarten Flak-Kaserne Raum für 160 Betten. Für die Frauen sind 58 Plätze im Frauenheim bereitgehalten. Außerhalb des Olympischen Dorfes wird ein Teil der Leichtathleten untergebracht, nämlich in P a r - n i tz und in Radis beiWittenberg. Die Ruderer und Kanufahrer wohnen im „Karolinenhof" bei Grünau, die Segler im Olympiaheim in Kiel. Dazu haben wir noch in zwei Bootshäusern am Wannsee Reserven. Ein Teil der bereits gestarteten Mannschaften, vor allem die Leichtathleten, sollen nach ihrem Start das Olympische Dorf räumen. Später kommende Mannschaften, wie die •» Schmeling erhielt den goldenen Handschuh. Im Rahmen des Boxkampfabends in Berlin, in dem der deutsche Halbschwergewichtsmeister Witt den französischen Schwergewichtsmeister Rutz schon in der ersten Runde k. o. schlug, überreichte der Führer des Verbandes deutscher Faustkämpfer, Rüdiger, Max Schmeling den goldenen Handschuh. —• (Scherl-Bilderdienst-M.) Turner und Boxer, werden dann diese Ouartieri einnehmen. Die Anreise der Mannschaften ist je nach der Sportart verschieden. Die Hockey« spieler sind schon im „Dorf", am 20. 7. folgen dii Radfahrer, am 23. die Fußballspieler. Zwischen dem 29. und 31. Juli zieht der größte Teil der deutschen Mannschaft in das Olympische Dorf, beziehungsweise ins Frauenheim, ein. Ruderer und Kanufährer beziehen ihre Quartiere in Grünau gleich nach den Meisterschaften am Wochenende. Oie neue Olympia-Kleidung. Die aktive Mannschaft, die Führer und die Trainer erhalten einen grauen Tagesanzug mit dazu passendem weißem Hemd, einer Mütze, blauer Krawatte, braunen Schuhen und grauen Strümpfen. Für die aktive Mannschaft wird dazu für den Einmarsch ein weißer Anzug mit weihen Schuhen und schwarzer Krawatte gegeben. Die Mannschaftsmitglieder erhalten ferner einen braunen und einen weißen Trainings-Anzug sowie mindestens zwei Satz sportlicher Bekleidung, die den verschiedenen Sportarten entsprechend angefertigt werden. Alle diese Bekleidungsgegenstände tragen das Reichsbund-Abzeichen. Der Deutsche Olympische Ausschuß versammelte sich am Mittwoch im Hause des Deutschen Sports zu einer Sitzung, auf der alle Fragen der deutschen Beteiligung an den Olympischen Spielen besprochen wurden. Der Reichssportführer brachte in seiner bedeutungsvollen Rede, über die wir an anderer Stelle ausführlich berichten, die geistige Einstellung des nationalsozialistischen Staates zu den Leibesübungen und den Olympischen Spielen zum Ausdruck. Anschließend gab er die bisher vorliegenden Meldungen für die Olympischen Spiele bekannt. Deutschland wird insgesamt 430 aktive Teilnehmer, darunter 47 Frauen, stellen. Zu diesen kommen noch die notwendige Begleitung, Führer, Unterführer und Trainer, zusammen etwa 65 bis 70 Mann, und rund 25 Masseure. Auf d i e einzelnen Sportarten verteilen sich die Meldungen: Leichtathletik 63 Männer, 17 Frauen; Schwimmen: etwa 35 Männer, 18 Frauen; Hockey: 22 Männer; Boxen: 16 Männer; Fechten: 13 Männer, 3 Frauen; Turnen: 8 Männer, 8 Frauen; nur Männer: Radsport: 26; Fünfkampf: 3; Fußball: 22; Handball: 22; Gewichtheben: 10; Ringen: 21; Schießen: 9; Reiten: 10; Polo: 7; Basketball: 14; Rudern: 30; Kanu: 28. Hinzu kommen noch die Segler. Oie Leichtathletik-Mannschaften. Die Aufstellung der deutschen Leichtathetik-Ver- tretung erfolgte nach den im letzten Monat erzielten Ergebnissen unter starker Berücksichtigung des Abschneidens bei den deutschen Leichtathletik- Meisterschaften. 110-Meter-Hürdenlauf und Stabhochsprung werden nicht vollbesetzt. In verschiedenen Wettbewerben hat man die drei Ersten der Berliner Meisterschaftskämpfe gewählt, so zum Beispiel im 100-Meter-Lauf, Kugelstoßen, Speer- und Diskuswerfen. Besonderen Wert haben die verantwortlichen Stellen auf eine starke Besetzung der Staffeln gelegt. So startet Hamann nicht im 400-Meter-Einzelwettbewerb, in dem er keine Aussichten auf einen Platz hat. Ebenso wurden die bei der Meisterschaft plazierten Klupsch, Voigt und von Stülpnagel nur in der Staffel aufgestellt, zu der sich weiter Harbig als einer unserer schnellsten 400-Meter-Läufer gesellt. Dompert taucht überraschend im 3000-Meter-Hindernislauf auf, den auch unser Rekordmann Raff bestreitet, lieber» raschend ist ebenso, daß Stadler, den man vorwiegend als 1500-Meter-Läufer kennt, über die 5000 Meter läuft. Hier wird auch Syring starten, der trotz seines Meisterschaftssieges über 10 000 Meter nicht gemeldet wird. Auch im Zehnkampf fehlt überraschend Hans Heinz Sievert, der nur im Kugelstoßen die deutschen Farben trägt. Stück wird dagegen den Zehnkampf, weiter das Kugelstoßen und das Speerwerfen bestreiten. Die Mannschaft lautet im einzelnen: Männer. 100 Meter: Hornberger, Borchmeyer, Kersch. 4X100 Meter: Leichum, Borchmeyer, Gillmeister, Hornberger. Ersatz: Kersch, Schein, Neckermann, Steinmetz. 2 00 Meter: Schein, Neckermann, Steinmetz. 400 Meter: Blazejezak, Klupsch, Metzner. 4X400 Meter: Hamann, Voigt, Harbig, von ^fiHpnageL Ersatz: Blazejezak, Klupsch, Metzner, Scheele. 80 0 Meter: Harbig, Dessecker, Mertens. 150 0 Meter: Schaumburg, Böttcher, Mehlhose. 3000 Meter Hindernis: Dompert, Heyn, Raff. 5 00 0 Meter: Syring, Becker, Stadler. 10 000 Meter: Gebhardt, Siegers, Schönrock. Marathon: Barficke, de Bruyn, Bräficke. 110 Meter Hürden: Wegner, Welscher. 4 00 Meter Hürden: Scheele, Nottbrock, Kürten. Hochsprung: Weinkötz, Gehmert, Martens. W e i t s p r u n g : Lang, Leichum, Baumle. Dreisprung: Wöllner, Joch, Lang. Stabhochsprung: Müller, Schulz. Kugel st oßen: Woellke, Sievert, Stöck. Speerwerfen: Weimann, Stöck, Gerdes. Diskuswerfen: Schröder, Fritsch, Hilldrecht. Hammerwerfen: Hein, Blask, Greulich. Zehnkampf: Stöck, Bonnet, Huber. 50-Kilometer-Gehen: Bleiweiß, Prehn, Dill. Frauen. 10 0 Meter: Krauß, Dollinger, Albus. 4X100 Meter: Albus, Doerffelt, Dollinger, Krauß. Ersatz: Winkels, Zimmer. 80 Meter Hürden: Eckert, Steuer, Le Diseur. Hochsprung: Kaun, Ratjen. Diskuswerfen: Mauermeyer, Mollenhauer, Hagemann. Speerwerfen: Fleischer, Krüger, Eberhardt. Die Boxer: Die deutsche Olympia-Boxstaffel setzt sich vom Fliegen- bis Schwergewicht aus folgenden Leuten zusammen: Graaf, Hamburg; Schmitz, Dortmund; Büttner, Breslau; Dixkes, Hamm; Campe, Berlin; Baumgarten, Hamburg; Jaspers, Stettin; Runge, Elberfeld. Die Ersatzleute vom Fliegen- bis Schwergewicht: Kaiser, Gladbeck; Stasch, Kassel; Miner, Breslau; Schmedes, Dortmund; Murach, Schalke; Loibl, Ulm; Vogt, Hamburg; Schnarre, Recklings- hausen. Fechter: Erwin Casmir, Frankfurt; Julius Eisenecker, Frankfurt; Stefan Rosenbauer, Frankfurt; Hans Jörger, Frankfurt; August Heim, Offenbach; Richard Wahl, Frankfurt; Otto Adam, Wiesbaden; Eugen Geiwitz, Ulm; Joseph Uhlmann, Ulm; Hans Esser, Düsseldorf; Ernst Röthig, Hamburg; Siegfried Lerdon, Berlin; Otto Schröder, Berlin. Die Fechterinnen: Helene Mayer, Königstein; Hedwig Haß, Offenbach; Olga Oelgers, Offenbach. Die Hockeyspieler: Fritz Meßmer, Werner Hamel, Hans Scherbarth, Kurt Weiß, W. Kubitzki, Paul Mehlitz, G. Bieber- bach, H. Schmalix, H. Raack, E. Keller, H. Kemmer (alle Berlin); L. Beisiegl, München; Erich Cuntz, H. Aufderheide (beide Frankfurt); H. Huffmann, Essen; K. Menke, Gladbach; A. Gerdes, München; K. A. Peter, Heidelberg; E. Zander, Potsdam; G. Okrent, Rostock; T. Warnholtz, Hamburg. Weitere Mannschaften. Im weiteren Verlauf der Sitzung des Olympischen Ausschusses wurden auch die Meldungen für die Olympische Segel-Regatta in Kiel bekanntgegeben. Für die einzelnen Klassen werden genannt: 8 mU - Klasse : Boot „Germania III" mit der Besatzung: H. Howaldt (Steuermann), A. v. Bohlen- 3888 W Wä w < ) k : , 1 rn.L—■ ....... >"< ' ' X< > ----- *» ..... % * WM Die Olympia-Kunstausstellung in Berlin. Am Mittwoch fand eine Vorbesichtigung der großen Olympia-Kunstausstellung statt, die im Rahmen der Olympischen Spiele eröffnet wird. Sämtliche Olympia-Nationen schickten zu dieser gewaltigen Schau des Kunstschaffens Werke ein. — Exzellenz Lewald, der Präsident des Organisationskomitees für di« Olympischen Spiele (links), mit dem Fachamtsleiter für Leichtathletik, Dr. R i t t e r v o n H a l t (rechts), vor dem Modell eines Stadions, das in Rom errichtet werden soll und Platz für 150 000 Zuschauer bieten wird. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Fröhliches Lachen im Olympischen Dorf. Ws •>/W ra f.) Im Hindenburghaus im Olympischen Dorf fand ein Bunter Abend für die Olympiasportler statt. OfstN' sichtlich haben die Darbietungen alle Besucher in höchster Weise belustigt. — (Scherl-BilderdienMl4