Hr.lH Erstes Blatt 186. Zahrgang Samstag, 16. Mai 1936 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte ffiießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernfprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Drutft und Verlag: vrühl'sche Universitats-Buch- und Steindruckerei R. Lange In Giehen. Zchriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulftrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8^,Uhr des Dormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vvrh.Vereinbg.25"/,, mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Episode in Wien. Die Umbildung der österreichischen Regierung ist nicht ganz überraschend gekommen. Französische und englische Blätter hatten sie schon vor längerer Zeit angekündigt. Wie weit dabei der Wunsch der Vater des Gedankens war, mag dahingestellt bleiben. Jedenfalls hatte die sehr betont proitalienische Politik des bisherigen österreichischen Außenministers Baron Berger-Waldenega während des Abessinienkonflikts in London erheblich verstimmt, wenn man sich auch dort hätte sagen müssen, daß die Bindung durch die römischen Protokolle Oesterreich keine Wahl ließ, als sich von den Sanktionen des Völkerbundes gegen seinen italienischen Verbündeten auszuschließen. Immerhin wird die Reise des ehemaligen britischen Außenministers und heute maßgebenden Mannes der britischen Konservativen Sir Austen Chamberlain nebenbei auch dem Versuch gedient haben, den Männern am Wiener Ballhausplatz die Gefahren einer so einseitigen Bindung Oesterreichs vor Augen zu führen und mit ihnen die Frage zu erwägen, ob nicht gerade Oesterreich der gegebene Mittler zwischen Italien und den Staaten der Kleinen Entente sein könne. In der gleichen Richtung hatte ja schon der tschechoslowakische Ministerpräsident Hvdza gearbeitet, ohne daß er damals allerdings irgendeinen spürbaren Erfolg hatte buchen können. Einen politischen Akkord zwischen der Kleinen Entente und den beiden Donauländern des römischen Protokolls durch wirtschaftliche Abmachungen vorzubereiten, wie es Herrn Hodza wohl vorgeschwebt haben mag, mußte mißlingen nicht nur wegen der Wolke von Mißtrauen, die aus politischen Gründen die Kriegsgewinnler unter den Nachfolgestaaten der alten Habsburger Doppelmonarchie von den unglücklichen Rumpfstaaten scheidet, sondern auch aus dem sehr realen wirtschaftlichen Grund, daß die Länder des Donauraums im engeren «pinne allein weder kapitalkräftig genug sind, noch ihrer Wirtschaftsstruktur nach die Möglichkeit bieten, ohne Ergänzung durch den deutsche-, Wirtschaftsraum als mächtiges Hinterland einen in sich ausgeglichenen, lebensfähigen Wirtschaftskörper zu bilden. Es sind also im Grunde immer wieder die gleichen Probleme, um die sich die Politik im Donauraum dreht, die letzte Konferenz der Kleinen Entente in Belgrad könnte als neuer Beweis dafür gelten: alle von wirtschaftlicher Vernunft geratenen Bemühungen zur Zusammenarbeit scheitern an dem gegenseitigen Mißtrauen, das als Fluch der Pariser Vorortverträge den Donauraum zum Spielplatz inernationaler Machtpolitik gemacht hat. Aus dieser seit 1919 kaum veränderten, unter allen möglichen wechselnden Konstellationen immer wieder mit Spannungen geladenen außenpolitischen Atmosphäre des Donauraums, muß zu einem guten Teil auch die neue Regierungskrisis in O e st e r r e i ch verstanden werden. Innerhalb des Kabinetts Schuschnigg zeichneten sich immer deutlicher zwei Reichtungen ab, die auch außenpolitisch, wenn auch wohl von gleicher Grundauffassung ausgehend, in der Tonart in letzter Zeit sehr erheblich voneinander abwichen. Wenn die Umbildung des Wiener Kabinetts die Ausbootung des Für- sten Starhemberg als sichtbarstes Zeichen an der Stirn trägt, so hat dazu gewiß nicht zum wenigsten der Wunsch des Bundeskanzlers beigetragen, mit ihm und dem Außenminister Berger-Waldenegg die beiden Exponenten einer einseitig italienischen Orientierung der Außenpolitik Oesterreichs loszuwerden, um grade jetzt nach Abschluß des Abessinienfeldzugs vielleicht den Versuch zu machen, die österreichische Außenpolitik auf eine etwas breitere Basis zu stellen. Das Glückwunschtelegramm Star- Hembergs an Mussolini zur Eroberung Abessiniens, aus eigenem Impuls ohne Vorwissen des Bundeskanzlers abgesandt, hat mit seinem betonten Herausstreichen faschistischer Geisteshaltung in Paris und namentlich in London merklich verschnupft. Sein Verfasser mußte also für den Versuch einer über den engen Kreis der Mächte des römischen Protokolls hinausgehenden Fühlungnahme der österreichischen Außenpolitik eine Belastung sein. Da auch Berger-Waldenegg auf den gleichen Kurs eingeschworen war, yat der Bundeskanzler die delikate Aufgabe einer Verbreiterung der außenpolitischen Basis Oesterreichs selbst in die Hand genommen. Die tieferen Gründe für die Wiener Regierungskrisis und ihre Lösung durch die Ausbootung des Fürsten Starhemberg aus dem Kabinett Schuschnigg sind selbstverständlich mnerpolitischer Natur. Aus dem Dualismus der Staatsführung, dem Nebeneinander von Regierung und Führung der vaterländischen Front, waren Spannungen erwachsen, die mehr und mehr zu einer Gefahr für den Staat zu werden drohten, da sich in ihrem Hintergrund ein Kampf um die persönliche Macht zwischen Schuschnigg und Starhemberg abspielte. Am 26. April hatte der Bundeskanzler in einer Rede davon gesprochen, daß „das Land durch gewisse Vorgänge in seinen Grundfesten erschüttert werden könne". Es war kaum zweifelhaft, was gemeint war. Der Bundeskanzler arbeitete mit Wiedereinführung der Wehrpflicht in Oesterreich auf eine Vereinheitlichung und Umgestaltung der Heimatschutzverbände hin, die ihres militärischen Charakters entkleidet werden sollten. Gegen diese sogenannte „innere Abrüstung" wandte sich am gleichen 26. April der Vizekanzler Fürst Starhemberg als Führer des Heimatschutzes in einer Rede in Horn, in der er erklärte, „nur über meine Leiche geht der Weg zur Abrüstung des Heimatschutzes". Es konnte bei dieser gegenseitigen Kampfansage nicht ausbleiben, daß die Reibereien auch zwischen den unteren Organen immer heftiger wurden. Starhemberg ließ seine Horner Rede plakatieren, die Anschläge wurden jedoch auf Befehl Schuschniggs entfernt, und als am vergangenen Sonntag Das Fliegergeschwader „Horst Wessel" in Dortmund feierlich in Dienst gestellt. Dortmund, 15. Mai. (DNB.) Hier fand unter riesiger Teilnahme der Bevölkerung die Indienststellung des dem Führer von der SA. gestifteten Fliegergeschwaders „Horst Wessel" statt. In den blumengeschmückten Anlagen innerhalb der Kaserne des Fliegergeschwaders Horst Wessel (Gruppe Dortmund) parkten die Kraftwagen. Auf dem angrenzenden Flugplatz hatten sich' die drei Gruppen des Geschwaders, Dortmund, Werl und Lippstadt, vor ihren Iagdeinsitzern in Paradeaufstellung aufgebaut. Unter den zahlreichen Ehrengästen befanden sich auch die Mutter und die Schwester Horst Wessels. Mit dem Chef des Stabes waren fast sämtliche Gruppenführer der SA. aus dem ganzen Reich anwesend. Der Staatssekretär der Luftfahrt, General der Flieger Milch, schritt unter den Klängen des Präsentiermarsches die Front der drei Geschwadergruppen ab, gefolgt vom Stabschef der SA. Lutze und dem Befehlshaber im Luftkreis IV General der Flieger Halm und dem Kommandierenden General des VI. Armeekorps Generalleutnant von Kluge. General der Flieger Milch führte dann etwa folgendes aus: „Wir haben heute das Geschwader „Hör st Wessel" in D i e nst zu st ell e n. Wir verdanken dieses Geschwader der SA., die vor einem Jahre dem Führer die Mittel zur Verfügung stellte, um die Flugzeuge dieses Geschwaders zu beschaffen. Ein jeder SA.-Mann des ganzen Deutschen Reiches hat mit dazu beigetragen. Als das Geschwader vor einem Jahre gestiftet wurde, hat der Führer selber den Namen für das Geschwader ausgesucht. Es trägt den Namen „Horst Wessel", dem Vorbild für die unzähligen Kämpfer der SA., die im Kampf für die Bewegung ihr junges Leben opferten. Mit dem Namen Horst Wessel nimmt die junge deutsche Luftwaffe die Verpflichtung auf sich, in allen Zeiten als begeisterte Kämpfer des Führers dazustehen zum Schutze der deutschen Heimat und des deutschen Volkes. Das Geschwader ist durch diesen Namen verpflichtet, für alle Zeiten die Treue zu halten. Das Geschwader liegt hier im Westen des Reiches, in Dortmund, dort, wo die deutsche Arbeit wohnt und wo früher keine Truppen gelegen haben. Heute aber schickt das neue Deutschland mit Stolz seine Truppen in die Kasernen und Quartiere." Nach der Ansprache erfolgte die feierliche Uebergabe der Fahnen. Der Staatssekretär übergab jede einzelne der drei enthüllten Fahnen unter den Klängen des Präsentiermarsches mit besonderen Fahnensprüchen den herantretenden Gruppenkommandeur, während eine Flakbatterie Salut schoß. Sodann setzten sich die Fahnengruppen vor die in Paradeaufstellung stehenden Geschwader- Zur selben Stunde, in der General der Flieger Milch in Dortmund dem Fliegergeschwader Horst Wessel die Fahne überreichte, wurde am Grade Hör st Wessels in Berlin durch Generalleutnant von W i tz e n d o-r f f ein Kranz niedergelegt. — (Scherl-Bilderdienst-M.) gruppen. Hell leuchtete das goldene Gelb der Fahnen, die stolz im Winde flatterten. Staatssekretär Milch richtete hierauf noch die ernste Mahnung an die Flieger, diesen Fahnen und dem Führer im Frieden wie im Kriege d i e Treue zu halten und jederzeit bereit zu sein, das beste für Volk und Vaterland zu geben, wie es Horst Wessel tat. Das Sieg-Heil auf den Führer und die Lieder der Nation klangen über den Platz. Stabschef Lutze nahm dann das Wort zu einer Ansprache. Er betonte die besonders enge Verbundenheit zwischen der Partei und der Wehrmacht, Weiter dankte er der Mutter Horst Wessels dafür, daß sie dem Vaterlande einen solchen Heldensohn geschenkt habe. „Der Geist Horst Wessels", so sagte Stabschef Lutze, „muß wach bleiben immerdar. Es ist der Geist der Männer, die nie nach Verdienst gefragt haben, sondern immer nur: Wie kann ich am besten meinem Volke dienen? Es ist der Geist, den ihm der Führer gegeben hat und den er fortpflanzte für die Zukunft unseres Volkes. Meine Kameraden, wir geloben in dieser Stunde, daß die Fahnen, die dem Geschwader Horst Wessel heute übergeben wurden, für. uns nicht nur äußere Zeichen sein sollen, sondern die Idee verkörpern, für die wir uns alle einsetzen, die Idee des Nationalsozialismus." Als Stabschef Lutze geendet hatte, fetzte sich der General Halm an die Spitze der Parade, die von Oberstleutnant Döring angeführt wurde. Nach der Fliegerparade folgte der Vorbeimarsch der SA.-Gruppe Westfalen, den der Stabschef abnahm. Den Abschluß der Feier bildeten fliegerische Vorführungendes Jagdgeschwaders. Um 12.30 Uhr startete eine Kette Jagdeinsitzer zum Kunstflug. Eine Batterie des Flak-Regiments ging in Stellung zur Abwehr. Drei Staffeln starteten und zeigten den Hoch- und Tiefangriff auf die Flakbatterie. Dann sammelten sich die fliegerischen Einheiten in der Luft zum Vorbeiflug in Formationen. Diese Darbietungen zeigten, daß die Flieger der jungen deutschen Luftwaffe Hervorragendes zu leisten imstande sind. Der Geist, der sie beseelt, ist Fliegergeist, ist echter Soldatengeist, ist der Kampfgeist eines Horst Wessel, dessen Name das Geschwader mit Stolz auf der Armbinde trägt. ein Aufmarsch der Vaterländischen Front von Anhängern des ehemaligen Wiener Heimatschutzfüh- res Major Fey, mit dem sich Starhemberg wieder ausgesöhnt haben soll, gestört wurde, hat Starhemberg die festgenommenen Ruhestörer wieder befreit. Zwischen Schuschnigg und Starhemberg mußte es also zu einer Auseinandersetzung kommen. Der Bundeskanzler hat sie herbeigeführt und beim Bundespräsidenten Miklas die Ausbootung Starhernbergs durchgesetzt. Die Umbildung des Wiener Kabinetts hat sich aber nicht nur auf Vizekanzler und Außenminister beschränkt. Die immer schwieriger werdende Lage der österreichischen Landwirtschaft, die der bisherige Minister Strobl nicht hat beheben können, machte einen Wechsel auf diesem Posten wünschenswert. Der Sozialminister Dobrechtsberger ist durch den Christlichsozialen Dr. Resch, Präsidenten der Arbeiterunfallversicherung, ersetzt worden, eine Aenderung des arbeiterfreundlichen Kurses dürfte dieser Personalwechsel nicht bedeuten. Wenn an die Stelle des Iuftizministers W i n t e r ft e i n nun der bisherige Staatssekretär für die öffentliche Sicherheit der christlich-soziale Hammer st ein-Eguord, getreten ist, so steht dieser Wechsel vielleicht in einigem Zusammenhang mit dem Phönir-Skandal, den der Bundeskanzler gründlicher auszuräumen wünscht, als es bisher geschehen ist. Besonders interessant ist, daß die beiden im Kabinett verbliebenen Heimatschutzleute, der Innenminister von Baar-Barenfels und der Finanzminister Dr. D r a x l e r einstmals als enge Vertrauensmänner des Fürsten Starhemberg in die Regierung eintraten, sich aber dann spürbar dem Bundeskanzler zuwandten und nun also auch im umgebildeten Kabinett verblieben sind. Beide gehören der gemäßigten Richtung des Heimatschutzes an, die einem etwa von Starhemberg unternommenen Versuch zu einer stärkeren Aktivierung des Heimatschutzes im Sinne des Faschismus kaum Folge leisten würde. Das Kabinett Schuschnigg hat nach feiner Umbildung nicht nur zahlenmäßig, sondern auch durch die Persönlichkeit der ihm angehörenden Christlich- Sozialen einen ausgeprägt klerikalen Charakter erhalten. Der Dualismus der Staatsführung ist zwar durch die Ausbootung Starhernbergs beseitigt worden, und eine weitgehende innere Übereinstimmung konnte erzielt werden, aber es kann auch keinem Zweifel unterliegen, daß sich die ohnehin nur äußerst schmale innerpolitische Vertrauensbasis des Kabinetts Schuschnigg durch seine Umbildung erneut verengert hat, da die einem klerikalen Kurs widerstrebenden Kreise des Heimatschutzes, die bisher in Starhemberg ihren Vertrauensmann im Kabinett sahen, diese Bindung zerschnitten wähnen müssen. Auch die Uebernahme der Bundesführerschaft der Vaterländischen Front durch Schuschnigg selbst bedeutet zwar einen augenblicklichen Sieg des klerikalen Lagers, aber wahrscheinlich auch' eine Verschärfung der Spannungen zwischen den Christlich-Sozialen und dem Heimatschutz. Des Bundeskanzlers stärkste Stütze dürfte auch für die neue Kombination und den durch sie angedeuteten politischen Kurs das Bundesheer sein, das Starhernbergs Miliz nur höchst mißtrauisch beobachtet hatte und den Trennungsstrich zwischen Schuschnigg und dem Fürsten sicherlich begrüßt haben wird. Daß General Zehner auch im umgebildeten Kabinett Staatssekretär für Landesverteidigung bleibt, deutet in diese Richtung. Ob Starhemberg, der als Führer der Freiwilligen Miliz, der Sport- und Turnftont und des Heimatschutzes noch immer große Möglichkeiten in seiner Hand vereinigt, auf die Austragung des Kampfes um die Macht gutwillig verzichten wird oder ob er den Fehdehandschuh Schuschniggs aufnehmen und in welcher Form er dann den Kampf führen wird, das sind Fragen, die schon in allernächster Zeit in Oesterreich auf der Tagesordnung stehen werden. Entwaffnung des Heimatschutzes in Oesterreich. Schuschnigg übernimmt die Führung dervaterlcindlschenFront Wien, 15. Mai. (DNB.) Am Freitag erfolgte die feierliche Uebernahme der Führung der Vaterländischen Front durch Bundeskanzler Dr. Schuschnigg. Der bisherige Generalsekretär Oberst Adam bat für sich, den zweiten Generalsekretär Mayr und den Vorsitzenden des Präsidialrates Seidl, um Enthebung vom Amt, da eine neue Führung auch eine neue Organisation erforderlich mache. Bundeskanzler Dr. Schusch- n i g g gedachte des Gründers der Vaterländischen Front Dr. Dollfuß, dankte seinem Vorgänger Starhemberg und Oberst Adam, dessen Enthebung vom Amt er bewilligte und kündigte an, daß er auf ein neues Gelöbnis verzichte, erklärte aber, daß diejenigen, die aus Gewissenkonflikt ihm nicht Gefolgschaft leisten zu können glaubten, die Folgerung ziehen müßten. Die Vaterländische Front stehe allen offen, die sich zum neuen Staate bekennten, ohne Rücksicht auf Vergangenheit und Herkunft. Dem Heimatschuß werde fein bisheriges Vorrecht. das Tragen von Waffen, genommen werden. Die Doppelgleifigkeit der bisherigen Staatsführung müße beseitigt werden. Grundsätzliche Mißverständnisse mit Starhemberg hätten eine rasche Entscheidung notwendig gemacht. Dr. Schuschnigg ernannte zum neuen Generalsekretär der Vaterländischen Front den Staatssekretär Guido Z e r n a 11 o, zum Stellvertreter des Führers Vizekanzler Baar-Barenfels und zum Landesführer von Wien den Wiener Bürgermeister Schmitz. Schuschnigg kündigte an, daß ein neues Gesetz der Vaterländischen Front verabschiedet werde, dessen wichtigste Bestimmung die Einführung von F ü h r e r r ä t e n bei der Bundesführung in Wien und bei den Landesleitungen sein werde. In diese würden Vertreter der einzelnen Stände, der Arbeiterschaft und um das Wohl Oesterreichs verdiente Männer und Frauen berufen werden. 3n eine freiwillige Miliz der Vaterländischen Front sollen alle aufgenommen werden. die im Rahmen der Vaterländischen Front zur freiwilligen Dienstleistung bereit feien. Diese Miliz solle nur Ausführungsorgan der Vaterländischen Front fein, wobei auf die e n g ft e Zusammenarbeit mit Heer und Vizekanzler vonBaar-Barenfels. (Scherl-M.) Polizei besonderes Gewicht gelegt werde. Reben dieser Miliz werde es keine freiwilligen Waffenträger mehr geben. Zum Führer der Miliz ernannte Schuschnigg Vizekanzler Baar» Varenfels. 3n der Fahne der Vaterländischen Front würden neben dem ft rufenfreu) auf rotweihrotem Grund auch die grünweihea Farben des Heimatschuhes zur Geltung fom- men, um so die geleisteten Dienste des Heimat- schuhes zu symbolisieren. Die Zeil der Rivaliläk zwischen den verschiedenen Organisationen müsse seht zu Ende sein. Bei allen Veranstaltungen der Vaterländischen Front werde künftig im Anschluß an die bisherige Bundeshymne das Dollfuß-Lied gesungen werden müssen, das somit zur zweiten Nationalhymne erhoben wird. Schuschnigg erklärte, innenpolitisch und außenpolitisch werde sich nichts ändern. Die römischen Protokolle seien nach wie vor die Grundlage der österreichischen Politik. Oesterreich wolle aber darüber hinaus mit allen in Frieden und Freundschaft leben, die seine Freundschaft wollten und zu achten bereit seien. Um Starhembergs Verdienste um die Vaterländische Front zu würdigen, werde er ihm das Protektorat über das Mutterschutzwerk der Vaterländischen Front anbieten. Der Heimatschutz zum Ausscheiden Starhembergs. Wien, 15. Mai. (DNV.) Das Blatt des österreichischen Heimatschutzes „Der H e i m a t schützer" bringt einen Leitartikel unter dem Titel „D e r Führer wieder b ei un 5", in dem u. a. gesagt wird: „Es wird begeistert begrüßt, daß Fürst Starhemberg die staatliche Würde abgelegt hat, um sich voll und ganz der Führung des österreichischen Heimatschutzes widmen zu können. Gerade in einer Zeit, in der entscheidende Maßnahmen für den Aufbau des neuen autoritären und ständischen Oesterreichs notwendig sind, ist der geistige Motor für die Aktionen, den der Heimatschutz darstellt, unentbehrlich und die ungebundene Kraft des Führers eine Voraussetzung für das Gelingen des Werkes. Der Heimatschutz hat noch wichtige Aufgaben vor sich, die in der Durchführung des Dollfuß-Programms gegeben sind. Darüber zu wachen, daß die Entwicklung rechtzeitig und hundertprozentig vor sich gehe, ist die Aufgabe des Heimatschutzes." Man könne es begreifen, erklärt das Blatt weiter, daß es für den Bundesführer unter Umständen eine Belastung dargestellt habe, an 0 e r - antwortlicher^Stelle 1 m Staate zu stehen, wenn der Kurs nicht immer die notwendige Klarheit aufgewiesen habe. Dadurch sei es möglich geworden, daß sich demokratische Tendenzen im alten Parteisinne breitmachen konnten, die im neuen Oesterreich und in der Verfassung keine Grundlage hätten. Auch der Dualismus in der Führung des Landes habe manche Schwierigkeiten zur Folge gehabt., da es sich um zwei Persönlichkeiten handele, deren Prägung und Charakter ein abgeschlossenes Ganzes bildeten. Oer neue Landwirtschastsminister. Wien, 15. Mai. (DNB.) Wie amtlich bekanntgegeben wird, wurde der Präsident der oberösterrei- chischen Landes - Landwirtschaftskammer, Peter Mandorfer, zum Bundesminister für Land - und For st wirtschaft ernannt. Das Recht sichert die Kultur. Auftakt zum Deutschen Juristentag. Leipzig, 16. Mai. (DNB.) Am Vorabend des Deutschen Juristentages veranstaltete die Stadt Leipzig in der Wandelhalle des Rathauses einen Empfang. Der Thomaner-Chor unter Leitung seines Cantors Prof. D. Dr. Straube gab der Feierstunde mit dem Pater Rosier für zwei Chöre von Hans Leo Haßler den festlichen Aufklang. Oberbürgermeister Dr. Gördeler wies auf die vielfachen Beziehungen hin, die die Stadt Leipzig mit dem deutschen Recht verbinde. In seiner Erwiderung betonte der Reichsjuristen- führer Reichsminister Dr. Frank, Leipzig als Sitz des höchsten deutschen Gerichtshofes biete den zweckmäßigen äußeren Rahmen für die Veranstaltungen der Juristentage. „Diese Verbindung ist zugleich ein Ausdruck dafür, daß wir Nationalsozialisten in unserem stürmischen Dorwärtsdrang zu neuen Formen des deutschen Gemeinschaftslebens, des Volks- und Staatslebens die überkommenen Werte der besten deutschen Tradition im Auswachsen-Lassen einer neuen Tradition als in weitem Bereiche zweckmäßiger Fundamentierung anerkennen. Sodann dankte der Minister dem Thomas-Cantor und seinen jungen Sängern im Namen der Reichsregierung und der NSDAP, dafür, daß sie das hohe K u l t u r s ch a f f e n des deutschen Volkes in so würdiger Weise zum Ausdruck bringen. Das Recht sei nur wahr, wenn es imstande sei, einem Volke seine Kulturwerte sicherzustellen. „Mehr können wir als Nechtswahrer niemals erreichen, als daß ein Volk diese Kultursicherung findet. Daß wir aber, schloß Dr. Frank unter stürmischem Beifall, in einer solchen Feierstunde a u f einer Insel des Friedens inmitten einer Welt des Hasses und des Aufruhrs den hohen Kulturwerten unseres deutschen Menschtums dienen dürfen, das ist das Geschenk, das uns der Ewige durch unseren Führer gegeben hat." Ehrung des ersten Blutzeugen der deutschen Rechtswahrer. München, 15. Mai. (DNB.) Der Deutsche Juristentag 1936 wurden in der Hauptstadt der Bewegung feierlich eingeleitet mit einem Gedächtnisakt für den nationalsozialistischen Freiheitskämpfer Th odor von der Pfordten, der anläßlich der letzten Gautagung vom Reichsminister Dr. Frank zum Heros der deutschen Rechts- front erklärt wurde und dessen Gedenktafel im Lichthof des Justizpalastes in München auch den künftigen Generationen der deutschen Rechtswahrer ewiger Mahner sein wird. Am Donnerstag legte eine Abordnung des Bundes NS.-Juriften München-Oberbayern an der Gedenktafel einen großen Lorbeerkranz nieder. Dem Gedächtnisakt folgte am Freitagvormittag ein Heldengedenken in dem Ehrentempel. Reichsminister Dr. Frank legte einen Kranz nieder und wies dabei darauf hin, daß ohne das Opfer dieser Männer das neue Reich nicht hätte aufgebaut werden können. Ernennungen beim Volksgerichtshof. Berlin, 15. Mai. (DNB.) Der Volksgerichtshof ist durch das jüngst erlassene Gesetz ordentliches Gericht geworden. Der Führer und Reichskanzler hat nun auf Vorschlag des Reichsministers der Justiz, Dr. Gürtner, ernannt: Zum Präsidenten des Volksgerichtshofes den Vizepräsidenten des Reichsgerichts, Staatsminister SÄ.- Oberführer Dr. Thierack; zu Senatspräsidenten beim Volksgerichtshof den Ministerialrat im Reichsjustizministerium SS.-Sturmbannführer Engert und den Senatspräsidenten beim Ober- SA.-Oberführer Dr. Thierack Präsident des Volksgerichtshofes. — (Scherl-M.) landesgericht Dr. Springmann; zu Volksgerichtsräten: die Landgerichtsdirektoren Schauwecker, Lämmle, Hartmann, Dr. Koehler, Dr. Albrecht und Jenne; zum Reichsanwalt beim Volksgerichtshof den Reichsanwalt Jorns; zu Oberstaatsanwälten beim Volksgerichtshof die Oberstaatsanwälte Eichler und Parifius. — Ferner hat der Führer und Reichskanzler auf Vorschlag des Reichsministers der Justiz, Dr. Gürtner, den Senatspräsidenten beim Oberlandesgericht, B r u n e r, der feit längerer Zeit vertretungsweise die Geschäfte des Präsidenten des Volksgerichtshofes führt, zum Vizepräsidenten des Reichs- g e r i cy t s ernannt. Oer Reichsbauernrat in Heilbronn. Auf ihrer Besichtigungsfahrt durch Württemberg fuhren die Mitglieder des Reichsbauernrates über Ingelfingen nach dem Hof des Landesbauernführers Arnold, dem Bühlhof, wo die Gäste das Mittagessen einnahmen. Reichsminister Darrs wies auf die harte Arbeit hin, die in den Höfen des hohen- lohefchen Landes geleistet werde. Es wurden dann die aus dem Bauernkrieg bekannten Orte Schön- t a I und Berlichingen besucht. Gegen 19 Uhr traf Reichsbauernführer Darre auf dem festlich geschmückten Marktplatz von Heilbronn ein. Im Rathaussaal begrüßte Oberbürgermeister Gültig den Reichsbauernrat. Stabsleiter K i n f e l e n sprach über die Reichsstadt Heilbronn im Bauernkriege. Anschließend überreichten drei Mädchen dem Reichsbauernführer Darre einen Pokal Heilbronner Weines. Reichsbauernführer Darre dankte für den überaus freundlichen Empfang und führte u. a. aus: In Heilbronn habe die Schulungsfahrt ihr Ende gefunden. Wenn sich der Reichsbauernrat heute in einer Stadt befinde, in der ein Wende- l i n Hipler zum erstenmal glaubte, einen Reichsbauernrat schaffen zu können, dann sei das ein sicheres Zeichen dafür, daß eine neue Epoche eingeleitet worden sei. Daß alles dies Wirklichkeit werden konnte, sei nur möglich geworden durch den langen Kampf des Nationalsozialismus. Das Bauerntum werde für immer der Kernpunkt des Nationalsozialismus bleiben. Der Mann, der am Anfang des Nationalsozialismus steht, stehe auch am Anfang des deutschen Bauerntums: Adolf Ritter. — Das Horst-Wessel-Lied schloß die kurze Feierstunde. Anschließend fand auf dem Marktplatz die Aufführung des Festspiels „Götz von Berlichingen in Heilbronn" statt. Der neue Kurs in Frankreich kündigt sich an Paris, 16. Mai. (DNB. Funkspruch.) Zur Feier ihres Wahlsieges veranstaltete die sozialistische Partei eine große Kundgebung, auf der Generalsekretär Paul Faure sich gegen eine D e - flationspolitik wandte, die zur Zerstö - rung des Wohlstandes und zu einer allgemeinen Verminderung des Verbrauches führen würde. Die sozialistische These hingegen bestände darin, den Verbrauch und den Wohlstand im gleichen Maße zu heben, wie der allgemeine Reichtum sich entwickle. Mit der Einschränkung, daß er nicht im Namen der neuen Regierung spreche, führte Paul Faure eine Reihe von neuen Maßnahmen an, die zur Verminderung der Arbeitslosigkeit ergriffen werden müßten. Finanziert werden müsse dieser Plan durch einen Aufruf an öie Sparer. Sollte dieser Appell nicht gehört werden,, habe man das Recht, zur allgemeinen Mobilisierung des K a - p i t a l s zu schreiten. Wenn man von den Menschen verlange, daß sie ihr Leben zur Verteidigung ihres Landes opferten, warum dann nicht die gleichen Mittel gegen das gefühllose Kapital anwenden! Die außenpolitische Linie der Partei faßte er in den Worten zusammen: „Für uns geht der Weg des Friedens über Gen f." Leon Blum wandte sich gegen die vielen Gerüchte über die Zusammensetzung der neuen Regierung. Niemand wisse wie die Regierung von morgen aussehen werde, denn er wisse es selber nicht. Die Aufgabe der neuen Regierung werde fein, alles zu tun, was die soziale Gerechtigkeit erfordere. Man dürfe versichert fein, daß es gelingen werde, durch diese Bemühungen zur neuen Gesellschaft zu gelangen. Das Land wolle eine Veränderung. Man könne versichert sein, daß Aen- berungen kommen würden. Auf einem Essen des „American Club" erklärte Leon Blum, Frankreich wolle mit allen Völkern der Welt in Frieden leben, ganz gleich, nach welchen Grundsätzen die Völker ihre Innenpolitik regelten. Frankreich sei bestrebt, in seinem Verhältnis zu allen Nationen die Ursachen von Streitigkeiten zu beseitigen, aus denen eines Tages kriegerische Verwicklungen erwachsen könnten. Wir wollen in Frieden mit allen Völkern, die guten Willens sind, Zusammenarbeiten und wir schließen die Idee eines Propagandakrieges und die Idee eines Nepressivkrieges vollkommen aus. Auf seine jüdische Abstammung eingehend, erklärte er, daß er niemals verheimlicht habe, einer Rasse anzugehören, die der französischen Revolution Freiheit und Gleichheit verdanke. Europa müsse von der Besessenheit einer Kriegsmöglichkeit befreit werden. Die internationale Gemeinsamkeit müsse wieder hergestellt werden. Nicht nur auf politischem Gebiet, sondern auch auf dem Gebiet der Wirtschaft müsse die europäische Solidarität geschaffen werden. Diese wirtschaftliche Wiedergeburt Europas und der Welt bedeute erst die wirkliche Sicherheit und damit die Befreiung von dem Kriegsgedanken. Eden bei Lson Vlnm. Paris, 15. Mai. (DNB.) Der englische Außenminister Eden stattete auf der Durchreise dem Außenminister F l a n d i n einen etwa einstündigen Besuch ab. Anschließend begab sich Eden zu dem Sozialistenführer Leon Blum. „Daily Telegraph" schreibt, diese Aussprachen bestätigten den Eindruck, daß die Regierung Blum mehr als das gegenwärtige Kabinett geneigt sein werde, eine starke Völkerbundspolitik zu unterstützen. Blum werde jedoch nicht in der Lage fein, die Initiative dabei zu ergreifen. Blum soll den Führer der britischen Arbeiterpartei, A 111 e e, bei seinem Besuch in Paris davon verständigt haben, daß die neue französische Regierung nicht in der Lage sein werde, in irgendeiner Art mit der Regierungsopposition in London zusammen zu arbeiten. Der Pariser Korrespondent der „Time s" will jedoch melden können, daß Eden mit Flandin über das abessinische Problem, die Arbeitsweise des Völkerbundes und die Lage im Rheinland gesprochen habe. Eden sei durchaus befriedigt gewesen. Man halte es für möglich, in den europäischen Angelegenheiten — wenn auch nicht mit Ruhm, so doch ohne Katastrophe — in ein ruhigeres Fahrwasser zu kommen. Insbesondere bestehe kein Grund für das Gerücht einer noch ernsteren Mittelmeerkrise infolge der Aufrechterhaltung der Sanktionen gegen Italien. Vom englischen Gesichtspunkt aus werde die militärische Lage im Mittelmeer keineswegs als besorgniserregend betrachtet. In Frankreich werde bestritten, daß über einen neuen Mittelpakt, den Großbritannien, Frankreich, Italien und andere Mittelmeermächte angehören sollen, verhandelt werde. Dieser Vorschlag bilde einen Teil des französischen Friedensplanes, aber der Gedanke, daß er gesondert und sofort besprochen werden solle, habe seinen Ursprung in Rom und sei über London nach Paris gelangt. Umbildung des polnischen Kabinetts. Keine Veränderung des außen- und finanzpolitischen Kurses. Warschau, 15. Mai. (DNB.) Die Regierung K 0 s c i a l k 0 w s k i hat dem polnischen Staatspräsidenten ihren Rücktritt erklärt. Staatspräsident Moscicki hat den General S k l a d k 0 w - s k i mit der Neubildung der Regierung beauftragt. Voraussichtlich wird öie neue polnische R e - gierung wie folgt zusammengesetzt fein: Ministerpräsidium und Inneres: General Sklad- k 0 w s k i (bisher zweiter Staatssekretär im Kriegsministerium), Aeußeres: Beck, Finanzen: Kwiatkowski, Soziale Fürsorge und Arbeit: Koscialkow- s k i (bisher Ministerpräsident), Handel und Industrie: Roman (bisher zweiter Unterftaatsfefretär im Ministerium für Aeußeres), Justiz: Staatsanwalt Grabowski. Die übrigen Ministerposten bleiben voraussichtlich unverändert. General Skladkvwski hat in den Regierungen des Marschalls Pilsudski in sechs Kabinetten in der Zeit von 1926 bis 1933 das Amt des Innenministers geführt. Er gilt als ein Mann der starken Hand und energischen Entscheidungen. In politischen Kreisen wird darauf hingewiefen, daß der Regierungswechsel der Gepflogenheit entspreche, nach Abschluß der Haushaltstagung des Parlaments die Regierung unter Berücksichtigung der jeweils für die nächste Periode, vordringlichsten Fragen umzubilden. Unter diesem Gesichtspunkt darf man also aus der Ernennung des Generals Skladkowfki, der in vielen Kabinetten des Marschalls als energischer Innenminister bekannt geworden ist, folgern, daß als das vordringlichste eine stark e H and im Innern gilt, um allen radikalen Strömungen von links und rechts entgegenzutreten. Die Zusammensetzung des neuen Kabinetts läßt erkennen, daß sowohl die außen- p 01 i t i f ch e wie die f i n a n z p 0 1 i t i s ch e L i n i e der Regierung unverändert bleiben werde. Die innerpvlitischen Spannungen, zu deren Ueber- windung das neue Kabinett berufen fein wird, sind einerseits in der Entwicklung der Wirtschaftslage begründet, die letzthin zu den Devisenbeschränkungen und entsprechenden Maßnahmen auf dem Gebiet des Handels geführt haben. Andererseits haben die von kommunistischen Hetzern veranlaßten Arbeitslosenunruhen, welche u. a. in Krakau und Lemberg zu blutigen Zusammenstößen geführt haben, die Frage energischer Maßnahmen gegen die Arbeitslosigkeit in den Vordergrund geschoben. Warschauer preffesiimmeu. Warschau, 16. Mai. (DNB. Funkspruch.) Der Wechsel in der Regierung hat in der polnischen Oeffentlichkeit überrascht. Die Presse des Regierungslagers begrüßt durchweg die Bildung der Regierung Skladowskis als Zeichen dafür, daß man sich zu energischen Maßnahmen auf dem Gebiet der inneren Politik entschlossen habe, um Ruhe und Ordnung im Lande zu sichern, als wichtigste Voraussetzung für eine günstige wirtschaftliche Entwicklung und für die von allen Seiten im Hinblick auf die internationale Lage geforderte Stärke der Wehrfähigkeit des Staates. Bei der Opposition der Rechten und der Linken stößt das neue Kabinett auf schärfste Ablehnung. „Gazeta Polfka" schreibt, die innerpolitische Lage habe in den letzten Monaten Beunruhigung erwecken müssen. Die soldatische und politische Vergangenheit des neuen Ministerpräsidenten berechtige zu der Ueberzeugung, daß er die undankbare Ausgabe auf diesem schwierigen Gebiet meistern werde. — „Expreß Poranny" begrüßt in General Skladkowski den Mann der Tat, dem Marschall Pilsudski immer die schwierigsten Aufgaben übertragen habe. Kühne Entscheidungen, starke Taten und feste Hand seien das, was Polen in der jetzigen wirtschaftlichen und innenpolitischen Lage brauche. Der „Kurjer Poranny" lehnt alle Vermutungen ab, daß der Grund des Regierungswechsels in Personalfragen zu suchen sei. Der Grund für die Neubildung des Kabinettes fei in dett inneren Verhältnissen des Landes zu suchen, auf dem Hintergrund der europäischen Entwicklung. Die polnische Oeffentlichkeit sei sich darüber klar, daß die Welt einen ausgesprochen kriegerisch gestimmten Zeit- ab schnitt durchlebe, in dem Gewalt vor Recht gehe. Der Volksinstinkt dränge von dieser Lage aus auf eine Stärkung der Wehrhaf- tigkeitPolens und auf eine innere P 0 Ionisierung. Das wesentliche des Regierungswechsels liege nicht im Wechsel der Namen, sondern in der Tatsache, daß ein Soldat in Uniform an öie Spitze öer Regierung gestellt rooröen sei. Die Uniform öes Ministerpräsidenten zeige öas Programm öer neuen Regierung. — Das national» öemokratische Hauptorgan, öer „D z i e n n i k N a - r 0 d 0 w y" beöauert, öaß öas bisherige System auch jetzt unoeränöert bleibe und gibt zugleich der Meinung Ausdruck, daß General Skladowfki die nationale Opposition bekämpfen werde. Vielleicht sei dieser Gedanke das Motiv des Regierungswechsels. Wo Amerika feinen Goldschatz hütet. FortKnox.dicBurg ausStahl undCiscnbcton Neuyork, 15. Mai. Der Bau des Fort Knox im Staate Kentucky nähert sich der Vollendung. In diesem Fort soll mehr als öie Hälfte öes amerikanischen Goldschatzes — über sechs Milliarden Dollar — untergebracht werden. Schon seit Jahr und Tag haben die großen Federal-Reservebanken begonnen, Teile ihres Goldschatzes aus den Küsten st ädten in das Innere des Landes zu bringen. Dann begann die amerikanische Regierung eine Anlage zu bauen, die gegen eventuelle Ueberfälle der stärksten Gangsterbanden und sogar feindlicher Armeen gesichert sein soll. Abseits von den großen Verkehrsstraßen liegt das Fort von einer Garnison bewacht, die aus Infanterie-, Kavallerie- und Artillerieabteilungen zusammengesetzt ist. Es ist mit den modern st en" technischen Sicherungen ausgerüstet. Dazu gehörte eine Vorrichtung, die es erlaubt, den Goldschatz unter Wasser zu setzen, wie dies in ähnlicher Weise bei öer Bank von Frankreich öer Fall ist. lieber den unterirdischen Gewölben erheben sich als sichtbarer Teil der Festung zwei ineinandergeschachtete Türme aus Stahl und Eisenbeton. Der äußere Turm hat einen Um-, fang von etwa 30 Meter im Quadrat; der innere, doppelt so hoch wie der äußere, mißt 15 Meter im Quadrat. An den Ecken sind kleine Geschütz- türme angebracht. Die Festung gleicht nach außen hin einer mittelalterlichen Burg. Der Goldschatz soll in zwei Monaten in fünfzig . schwer bewachten Panzerzügen nach dem Fort Knox gebracht werden. Neugliederung des Auswärtigen Amtes. Berlin, 15. Mai. (DNB.) Die schon seit längerer Zeit geplante Reorganisation des Auswärtigen Amtes wird im Laufe des Monats Mai durchgeführt. Die neue Gliederung des Auswärtigen Amtes wird äußerlich der Vorkriegsorganisation der Behörden insofern ähneln, als die Bearbeitung der politischen Angelegenheit in einer geschlossenen politischen Abteilung und die der gesamten wirtschaftlichen Fragen in einer Wirtschaftsabteilung erfolgen wird. Der Ausgangspunkt der Reorganifatton ist in der in Öen Nachkriegsjahren eingetretenen Verschiebung öes Aufgabenkreises öes Außenministeriums zu suchen. Die bisher bestehenöen Dreilänöer-Abteilungen, in denen sowohl die politischen, wie auch ein Teil der wirtschaftlichen Angelegenheiten öer betreffenden Ländergruppen bearbeitet wurden, werden nun in eine einzige unter einem Ministerialdirektor stehende politische Abteilung zusammengefaßt. Die Abteilung, die künftighin nur öie politischen Fragen zu bearbeiten haben roirö, gliedert sich in eine europäische und eine außereuropäische Gruppe, an deren Spitze je ein Gesandter fleht. Durch diese Neuregelung wird u. a. erreicht, daß die Bearbeitung der die großen europäischen Länder England, Frankreich und Italien betreffenden politischen Fragen künftighin in einer Hand sind. Besonders bervorzuheben ist — entsprechend den veränderten Ausgaben — die Schaffung einer stark ausgebauten Wirtschaftsabteilung, bei der die Bearbeitung der gesamten wirtschaftlichen Fragen zusammengefaßt ist, die den gesteigerten Anforderungen der Gegenwart entspricht und als Mittler zwischen den deutschen Wirtschaftsressorts und den fremden Regierungen und Interessenten zu dienen hat. Der Mörder des Truppführers Ehrenbera zum Tode verurteilt. Halle, 15. Mai. (DNB.) Das mitteldeutsche Sondergericht verurteilte den mehrfach vorbestraften Walter Gelbke zum Tode. Gelbke batte am Abend des 3. Mai in Staßsurt-Leopoldsball den SA.-Rottenführer Felix Ehrenberg durch einen Pistolenschuß in die Bauchhöhle getötet. Gelbke und imei Komplizen waren am Sonntag im Begriff, Diebesgut, das aus einem Einbruch herrührte, meg- zufchaffen. Dabei trat ihnen ein Volizeibeam- t e r in den Weg. Da G"lbke den Beamten hart bedrängte und mit einer Pistole bedrohte, rief ö i e- feröen S A. - M a n n Ehrenberg zu Hilfe. Ahrenberg ging w't d"m Beamten sofort auf den Nerbrecher zu. Plötzlich schoß Gelbke und Ehrenberg brach schwer verletzt zusammen. Gelbke konnte sväter festgenommen werden. Ehrenbera ist nach einigen Tagen im Staßfurter Krankenhaus, nachdem ihn kurz vorher Gruppenführer Kob noch auf dem Krankenlager wegen seiner mutigen und entschlossenen Haltung zum Truppführer befördert hatte, der schweren Verletzung erlegen. kleine politische Nachrichten Der Außenminister von Guatemala hat dem Generalsekretär des Völkerbundes mitgeteilt, daß feine Regierung beschlossen habe, aus dem Völte r b u n d e auszutreten. Der Austritt wird mit wirtschaftlichen Rücksichten und mit der geringen Anpassungsfähigkeit des Bundes gegenüber amerikanischen Angelegenheiten begründet. Den Ausschlag wie Die chinesischen Geezölle Aus aller Welt mit die aus Am einem boot führt. Neues Dornier-Flugzeug für den Transozeanluflverkehr. dürfte jedoch das Scheitern der Bemühungen des Völkerbundes im italienisch-abessinischen Streitfall gegeben haben. Der Führer besuchte in der Universitäts-Ohrenklinik München seinen alten Fahrer SS.-Brigade- führer Julius Schreck, der an den Folgen einer Kieferhöhlenentzündung schwer erkrankt ist. Sängertag des Deutschen Sängerbundes in Hamburg. Der diesjährige Sängertag des Deutschen Sängerbundes, der Tausende deutscher Sänger in Hamburg vereint, nahm mit einem Empfang der führenden Persönlichkeiten des Bundes beim hamburgischen Senat seinen Anfang. Bei dem Empfang hieß Senator v. A l l w o e r d e n die Gäste willkommen. Der Bundesführer des Deutschen Sängerbundes, Oberbürgermeister M e i st e r (Herne) unterstrich die gewaltige nationale und kulturelle Aufgabe, die von den deutschen Sängern erfüllt werde. Reichskultursenator Pg. Jhlert überbrachte die Grüße und Wünsche des Präsidenten der Reichsmusikkammer. Die Aufgabe des Deutschen Sängerbundes sei es, für die deutsche Kultur, das deutsche Lied und für das Deutschtum überhaupt im In- und Auslande die Sprache zu pflegen, die allen Völkern unseren Geist der Friedensliebe vermittle. — Der Deutsche Sängerbund wird im nächsten Jahre 75 Jahre bestehen und dieses Gedenkjahr mit einem großen Sängerbundstag in Breslau feierlich begehen. Der Vorbereitung dieses Ereigniffes gelten insbesondere die mit dem Hamburger Sängertag verbundenen Beratungen. Jlcuer Goldfchmiede-Dettbewerb. Die Deutsche Gesellschaft für Goldschmiedekunst, Berlin, schreibt in Gemeinschaft mit der Kunstschau der Böttcherstraße zu Bremen einen Wettbewerb für schaffende Goldschmiede aus. Als Aufgabe ist die Schaffung eines goldenen Lie- des- oder Hochzeitsringes gestellt. Die Verwendung Bodensee wurden in den letzten Tagen neuen Dornier-Lang st reckenflug- „Boot 18" erfolgreiche Probeflüge durchge- Das Flugboot ist in seinem Aufbau unter Die Jubiläums-Aus st elluna, die Preußische Akademie der Kun sie ___ Anlaß des 150jährigen Bestehens ihrer Ausstellung veranstaltet, wurde in Berlin feierlich eröffnet. Die Ausstellung umfaßt beinahe 350 Bilder, darunter Kunst und Wissenschaft. Jubiläumsausstellung der Preußischen Akademie der Künste. Deutschland und die Weltwirtschaft Ein Vortrag des Reichsfinanzministers. Oie Narrenkappe. Der zweitbeste Verkäufer der Wett. In seinem Bewerbungsschreiben hatte er sich für den besten Verkäufer der Welt ausgegeben. Darauf- hin entschloß man sich, ihn einzustellen und schickte ihn bald darauf zu den Kunden, um einen neuen Artikel einzuführen. Ein Monat verging, und der gewiß nicht müßige Reisende hatte noch nicht ein Stück verkauft. Endlich entschied er sich schweren Herzens zur Rückkehr. „Run", fragte der Geschäfts- führer, „was haben Sie ausgerichtet?" — „Ich muß Sie um Verzeihung bitten, in meinem Be- Werbungsbrief damals habe ich übertrieben", er- widerte der Reisende bekümmert, „ich bin nur der zweitbeste Verkäufer der Welt, der beste ist der ge- rifsene Bursche, der Ihnen den Artikel angedreht hat, mit dem Sie mich dann auf die Tour geschickt haben." Der Vielbegehrte. Zu einem Filmgewaltigen von Hollywood kam einst ein „Edelkomparse" und bat in bewegten Worten um Anstellung. Wie so viele war er schon seit langer Zeit ohne Arbeit. Als der Regisseur ihn mit den Worten vertröstete: „Ich kann'Sie vielleicht demnächst einmal brauchen. Sprechen Sie bitte in einem Monat wieder vor", erwiderte der Schauspieler: „Wenn Sie mich überhaupt haben wollen, so wäre es besser. Sie würden mich gleich verpflichten. Es ist nämlich eine ganze Reihe von Gesellschaften hinter mir her." — „So?", fragte der andere ein wenig ungläubig, „was sind denn das für Gesellschaften?" — „Ö", antwortete der Edelkomparse, „zum Beispiel die Gasgesellschaft, die Telephongesellschaft, die Lichtgesellschaft ..." Da lrchte der Regisseur und stellte den Vielbegehrten ein. Der Strafbefehl. Ein Autofahrer, der eine Tour über Land gemacht und nach deren Beendigung in der heimischen Garage festgestellt hatte, daß die Beleuchtung des hinteren Nummerschildes nicht brannte, erhielt etwa vier Wochen nach dieser Sünde folgenden Straf- befehl: „Der Führer des Kraftfahrzeuges mit dem Kennzeichen ... hat fünf Mark Geldstrafe zu zah- ^n, ^meil er ohne erleuchtetes Hinterteil durch unser hinsichtlich seiner Sorgen über die Materialliefe- rungen ins Vertrauen gezogen worden. Der Angeklagte Noth legte die Photokopie einer bei den Akten befindlichen Zeichnung vor, auf der er Berechnungen über die endgültige Schachttiefe der Tunnelsohle angestellt hat. Nach diesen Berechnungen ist auch der Zettel ausgeschrieben worden, den der tot aus der Grube geborgene Schachtmeister D ü m ck e in der Hand hielt. Der Zettel liefert den Beweis dafür, daß auf Grund einer ausdrücklichen Anweisung tiefer als zulässig ausgeschachtet worden ist. Noth behauptet, daß er die Angaben für den Schachtmeister auf Grund einer am 8. August erfolgten Besprechung mit Reichsbahnrat Weyher weitergegeben habe, während Welcher auch jetzt noch dabei bleibt, daß er Anweisungen für eine unzulässige Tieferschachtung nicht gegeben habe. Er, Weyher, könne sich einer Besprechung am 8. August oder einem anderen Tage der damaligen Zeit, bei der Anweisungen über eine Tieferschachtung gegeben wurden, nicht entsinnen. Reiche Adolf Hitlers eine neue Blüte erleben möge. Reichsminister R u st stellte fest, auch auf dem Gebiet der bildenden Kunst sei Neues im Werden. In den Bauwerken des Dritten Reiches sehe man den Ausdruck des Strebens und Sehnens nach monumentaler Größe von innerstem seelischen Leben. Hanns Johsts „Thomas Paine" als Festvorstellung i i 1'üunchen. Die Reichstheater fest woche in München brachte als dritte Festaufführung von Werken nationalsozialistischer Dramatiker das Schauspiel „Thomas Paine" von Hanns I o h st, dem Präsidenten der Reichsschrifttumskammer. Reichsminister Dr. Goebbels, Reichsstatthalter Ritter von Epp, Ministerpräsident Siebert und Staatsminister Adolf Wagner wohnten mit vielen anderen bedeutenden Persönlichkeiten der Aufführung bei, für die Dichter und Darsteller herzliche unib langanhaltende Dankeskundgebungen ernteten. Reichsminister Rust Schuhherr der Gefellfchafl „Deutsche Literatur". Reichswissenschaftsminister Rust hat die Schutz- Herrschaft über die Gesellschaft „Deutsche Literatur e. V." übernommen, deren Aufgabe es ist, das im Verlag Reclam erscheinende Monumentalwerk des deutschen Schrifttums „Deutsche Literatur, Sammlung literarischer Kunst« und Kulturdenkmäler in Entwicklungsreihen" zu fördern und zu betreuen. An die Spitze des neu zusammengesetzten Vorstandes der Gesellschaft treten Ministerialdirektor Dr. von S t a a (Reichswissenschaftsministerium), der Gesamtherausgeber der Sammlung Professor Dr. Kindermann - Danzig und der Verleger Dr. Reclam. Das von Professor Dr. Kindermann in Gemeinschaft mit Professor Dr. Brecht und Professor Dr. von K r a l i k unter Mithilfe eines großen Gelehrtenstabes herausgegebene Sammelwerk „Deutsche Literatur" wird dem deutschen Volk in 300 Bänden das für Vergangenheit und Zukunft unserer Natton Wesentliche aus dem tausendjährigen Schatz des deutschen Schrifttums in Text und Deutung als lebendiges Erbe bereitstellen. 64 Bände sind bisher schon erschienen. Mit Recht konnte jüngst ein amerikanischer Gelehrter erklären, es gäbe wohl keine andere Nation auf der Welt, der solch ein Dom ihres Schrifttums zu Gebote stünde; hier fei von Deutschland ein mustergültiges Vorbild geschaffen, dem die anderen Nationen nur bewundernd folgen könnten. Kammersängerin Lva plaschke-von der Osten f. In Dresden starb vor einigen Tagen an den Folgen eines Schlaganfalls die Kammersängerin Eva Plaschke-von der Osten, Ehrenmitglied der Sächsischen Staatsoper, eine der bedeutendsten Kräfte der stets hervorragenden Dresdener Oper. Eva von der Osten entstammte einer bekannten Künstlerfamilie und wurde 1884 in Helgoland geboren. 1902 begann sie mit einer kleinen Rolle in den „Hugenotten" ihre glanzvolle Laufbahn an der Dresdener Oper, wo sie 25 Jahre lang als Hochdramatische gewirkt und 2500mal in großen Partien auf der Bühne gestanden hat. Ihre Glanzzeit hatte die Osten insbesondere als Wagner-Sängerin unter den Intendanten Schuch und Graf Seebad). Erfolgreiche Gastspiele führte sie u. a. nach Bayreuth, Wien, Paris, London und Neuyork, wo sie als Kundry und Isolde Triumphe feierte; doch hat sie auch den Oktavian im „Rosenkaoalier" und den Cherubin in „Figaros Hochzeit" gesungen. Die Künstlerin war seit 1911 mit dem bekannten Dresdener Bassisten Friedrich P l a s ch k e verheiratet; 1927 hat sie sich als Brunhilde vom Theater verab- : schiedet. Mit Eva Plaschke-von der Osten ■ hat die deutsche Oper eine Sängerin von Welt- | geltung verloren. Werke von Pesne, Schadow, Chodowiecki, Ko bell und Schinkel, Böcklin, Feuerbach, Leibl und L e n b a ch. Werke von Pilo t y , Stuck und Uhde, Sleoogt und C o - rinth schließen sich an; kaum einer scheint zu fehlen, der einmal Mitglied der Akademie gewesen ist. Ein Saal gehört den Lebenden: Ulrich Hübner, Max Z a e p e r, Philipp Franck, Ludwig D e t t m a n n, Willy I a e ck e l. — Der stellvertretende Präsident der Akademie, Prof. Dr. Georg Schumann, hob die Bedeutung dieser Jubiläumsausstellung hervor, die aus dem Gebiet der Malerei und Graphik die Zeit vom Ausgang des 18. Jahrhunderts bis zur Gegenwart umfasse. Der Redner schloß mit dem Wunsche, daß die deutsche Kunst, der die Akademie seit 240 Jahren diene, im von Platin, Steinen, Email usw. ist gestattet. Jede Goldschmiedetechnik kann angewendet werden. Nähere Auskunft erteilt die Geschäftsstelle der Deutschen Gesellschaft für Goldschmiedekunst, Berlin SW 19, Jerusalemer Straße 25. — Die Deutsche Gesellschaft für Goldschmiedekunst möchte durch diesen Wettbewerb zeigen, daß in einer Zeit wie der unserigen nicht der hohe Wert des Materials entscheidend ist, sondern die Arbeit und die künstlerische Leistung. In der englischen Presse wird darauf verwiesen, durch den Schmuggel japanischer Waren von Mandschukuo aus in die Nordprovinzen Chinas seien die Seezölle — die wichtigste Einnahme- quelle Chinas — gefährdet und infolgedessen auch der Zinsendienst für die Auslandanleihen. Japan hat abgestritten, Schmuggel zu treiben. Es hat aber gleichzeitig seine Streitkräfte in Nordchina verstärkt, und beruft sich für diese Maßnahme auf das Boxer-Protokoll von 19 01. Dieses Boxer-Protokoll enthält aber auch die Bestimmungen über die Verwendung der Seezölle, o daß also die japanische Maßnahme militärischer Art doch irgendwie eng mit dem Streitfall zusammenzuhängen scheint. Jedenfalls haben England und die Vereinigten Staaten in Tokio Vorstellungen wegen der angeblichen Schmuggeleien erhoben. Das chinesische Riesenreich hat bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts öffentliche Anleihen nicht gekannt. Mit dem Taiping-Aufstand 1850 bis 1865 wurde die Finanzlage Chinas aber derart erschüttert, daß es zum erstenmal in seiner Geschichte 1865 in Rußland eine kleine Anleihe aufzunehmen genötigt war. Der chinesisch - japanische Krieg erforderte von China eine Kriegssumme von 15 Millionen Pfund Sterling, die es an Japan 3u zahlen hatte und für die es in England und Amerika Anleihen aufnahm. Dann kam der Boxer-Auf st and. Im Pekinger Protokoll von 1901 ging die chinesische Regierung die Verpflichtung ein, 450 Millionen Haikwang-Taler den durch den Ausstand geschädigten Ausländern zur Verfügung zu stellen. Diese Boxer-Entschädi- g u n g ist eine Schuldverpflichtung, die mit 4 v. H. zu verzinsen und in 39 Jahren zu tilgen ist. A l s Pfand für diese Schuld wurden die Seezölle und das Salzmonopol bestimmt, und zwar wird der Zoll in ganz China bei den meisten Waren in Höhe von 5 v. H., wozu Ergänzungen durch den Zolltarif von 1922 kommen, ad valorem getragen, d. h. vom wirklichen Preis, den der Empfänger zahlt. Der Likin, der chinesische Durchgangszoll, ist seit 1925 in ganze China verschwunden, dafür wurden aber die Seezölle teilweise recht kräftig erhöht, um den Auslandschuldnern eine größere Garantie zu geben. die Vereinigten Leichtmetall-Werke, IG. Farben, Bosch, Zeiß u.a. Amy IHollifon fliegt Rekordzeiten. Die englische Fliegerin Amy Mollison» Johnson kehrte wohlbehalten von ihrem Süd- a f r i k a f l u g nach London zurück. Sie landete auf dem Flugplatz Croydon, von einer großen Menschenmenge begeistert empfangen. Amy Mol- lison gelang es, mit ihrem Fluge einen dreifachen Rekord für die Strecke London—Kapstadt aufzustellen. Zunächst hat sie auf dem Hin- fluge nach Kapstadt eine neue Bestzeit mit drei Tagen sechs Stunden 26 Minuten aufgestellt, eine weitere mit ihrem Rückflug über Ostafrika und Aegypten mit vier Tagen 16 Stunden und 17 Mi- nuten, womit sie den bisherigen Rekord des Flie- gerleutnants Rose um einen Tag 14 Stunden 40 Minuten geschlagen hat. Schließlich hat die Fliegerin auch eine neue Bestzeit für den Hin- und Rückflug erzielt, und zwar mit sieben Tagen 22 Stunden 42 Minuten, während Rose zehn Tage benötigt hatte. Der englische Luftfahrtminister Swinton übermittelte der Fliegerin telegraphisch seine Glückwünsche. Vierzehn Flößer in Nordfchweden ertrunken. Vierzehn Flößer im Alter von 25 bis 30 Jahren, die von ihrer Arbeit zurückkehrten, ertranken in einem See in Nordschweden. Als das mit 23 Holzarbeitern besetzte Fährschiff vom Ufer abstieß, kenterte es. Vermutlich ist das Unglück auf das Vorhandensein starken Treibeises zurückzuführen. Nur neun Insassen konnten sich retten. Ein Autobus mit spanischen Syndikalisten verungtückt. In der Nähe von Carinena (span. Provinz Saragossa) ereignete sich ein schweres Verkehrsunglück, bei dem vier Personen getötet und 24 Ichwer verletzt wurden. Ein Autobus, der mit Teilnehmern an einer Massenkundgebung des syn- dikalistischen Gewerkschaftsoerbandes in Saragossa doU besetzt war, geriet infolge Steuerbruchs ins Schleudern und stürzte einenAbhanghinun- t e r. Das Fahrzeug wurde vollständig zertrümmert. Zwei Insassen waren auf der Stelle tot. 26 trugen schwere Verletzungen davon, von ihnen starben zwei auf dem Transport ins Krankenhaus. Es wird damit gerechnet, daß sich die Zahl der Todesopfer noch weiter erhöht. Auftriebskräfte zu einer nachhaltigen Belebung der Weltwirtschaft zu verwenden. Die Rohstoffver- teilung in der Welt sei ein Problem, von dessen gerechter Lösung der Wiederaufbau der Weltwirtschaft abhänge. Das deutsche Volk erwarte, daß bei einer Erörterung dieses Problems nicht etwa die alte Kolonialschuldlüge aus der Mottenkiste hervorgeholt würde. Es werde sich auch in den Zielen seiner Bevölkerungspolitik nicht durch den Einwand beirren lassen, daß diese Ziele einen erhöhten Rohstoffbedarf zur Folge haben würden. Die Entscheidung über Leben ober Sterben eines Volkes könne nicht von Rohstoff- und Devisenfragen abhängig gemacht werden. Das Kvlonialproblem Deutschlands könne auch nicht mit dem Argument abgetan werden, daß bei Durchführung der Politik der offenen Tür Deutschland ja die Möglichkeit ausreichender Rohstoffversorgung gesichert werden könne. Hierbei werde das entscheidende Moment übersehen, daß nur die Möglichkeit, Rohstoffe in gewissem Umfang in eigener Währung einzukaufen, die notroenbige Entlastung der deutschen Devisenbilanz herbeifüyre. China kann seine Anleihen nur verzinsen durch die Seezvlleinnahmen und die Einnahmen aus dem Salzmonopol. Die Boxer-Entschädigungen gehen jetzt an Großbritannien, Japan, die USA., Italien und Holland, während Deutschland und die Sowjetunion ausgefallen sind. Die gemischten chinesisch- ausländischen Kommissionen, die die Seezölle verwalten, überweisen einen Teil des Betrages für die Tilgung der Schuld aus der Boxerzeit, einen anderen für die verschiedenen Anleihen, die Amerika z. B. im Jahre 1919, England ebenfalls und die Skodawerke, die berühmte tschechische Waffenfabrik, im Jahre 1925 der chinesischen Regierung in Nanking gewährten. Den Hauptanteil an diesen Seezöllen aber trug der industrielle Norden Chinas, also die fünf Provinzen, die jetzt, wenn auch nicht offiziell, so doch tatsächlich sich unter japanischer Vormundschaft befinden. Wie groß der Ausfall dieser Seezölle geworden ist, wird nicht angegeben, aber er muß immerhin erheblich sein, denn sonst würden sich England und die USA. nicht dazu verstanden haben, in Tokio Abhilfe zu fordern. Schon feit längerer Zeit wird von Chinesen und den nichtjapanischen Kaufmannskreisen Chinas beklagt, daß der japanische Schmuggel gerade in Nordchina die chinesischen Seezölle erheblich zurückgehen ließ, mit anderen Worten: Japan soll diese Maßnahme künstlich herbeigeführt haben, um China, dessen finanzielle Schwierigkeiten dadurch gewaltig wachsen, unter Kuratell zu stellen und somit zu zwingen, die chinesische Währung der japanischen anzugleichen, seine Wirtschaft unter japanische Oberhoheit zu stellen und die Ausländer aus China zu entfernen. Das sind Ziele, die Japan schon während des Krieges in feinen berühmten 21 Punkten von China forderte. Die japanische Regierung hat sich begnügt, scharfen Protest gegen die Unterstellung dieser Handlungsweise zu erheben. Sie schiebt alle Schuld auf andere Schultern, aber nach Lage der Dinge ist es doch nicht unwahrscheinlich, daß der' Schmuggel von Mandschukuo aus in Japan gern gesehen wird, weil er China reif macht für Japans erstrebte Führung in allen politischen und wirtschaftlichen Angelegenheiten des Reiches der Mitte. Berlin, 15. Mai. (DNB.) Reichsfinanzminister Graf Schwerin von Krosigk sprach vor der deutschen weltwirtschaftlichen Gesellschaft über „Deutsche Finanzpolitik". Er führte dabei u. a. aus: „Deutschland habe die aus dem Zusammenbruch der Weltwirtschaft gewonnene Erkenntnis, daß eine Weltwirtschaft sich nur auf d e r Grundlage gesunder Volkswirtschaften wieder aufbauen lasse, in die Tat umgesetzt. Wenn es Deutschland gelungen sei, in erstaunlich kurzer Zeit feiner durch Kriea, Versailler Diktat, Reparationen, Inflation und Krise völlig ausgebluteten Volkswirtschaft Leben und Kraft wiederzugeben, so habe es allein dadurch einen wertvollen Beitrag zur Neubelebung der Weltwirtschaft geleistet. Wenn gerade die Wiedereinstellung von Millionen Arbeitsloser in den Arbeitsprozeß zu einer verstärkten Einfuhr von Roh st offen geführt hätte, so sei das der beste Beweis für die Richtigkeit der These. Und wenn sich aus dieser verstärkten Einfuhr Deutschlands Devisen-Schwierigkeiten ergeben hätten, so spräche das lediglich für das noch immer außerhalb Deutschlands vorhandene Unvermögen, Der Kreislauf des Geldes. Marcel Proust, der große französische Roman- dichter, zeichnete sich durch ein aristokatisches Auftreten und erlesene Gewohnheiten aus. Um so schiech- ter stand es häufig mit seinen Finanzen. Eines Tags fragte der Dichter den Portier des Hotels, in dem er Wohnung genommen hatte: „Können Sie mir 50 Franken leihen?" — „Aber gewiß", erwiderte dieser gefällig. „Behalten Sie den kleinen Betrag", erklärte Proust daraus mit unnachahmlicher Würde. „Er war für Sie bestimmt." Weiterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeork Frankfurt. Das skandinavische Hochdruckgebiet hat sich weiter verstärkt und verlagert sich gleichzeitig nach Osteuropa hin. Die von dem Ostatlantikwirbel sich südwärts erstreckende Tiefdruckrinne entwickelt sich nach Frankreich hin, verstärkt jedoch vorerst nur die über Deutschland schon im Gang befindliche Ost« strömung. Im Bereich der letzteren können wir noch auf Fortdauer der überwiegend heiteren Witterung rechnen. Aussichten für Sonntag: Meist heiter und trocken, tagsüber recht warm, östliche Winde. Aussichten für Montag: Noch vielfach aufheiternd, aber nicht störungsfrei. Lufttemperaturen am 15. Mai: mittags 21,3 Grad Celsius, abends 12,9 Grad; am 16. Mai: morgens 12,4 Grad. Maximum 22,3 Grad, Minimum heute nacht 7,7 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 15. Mai: abends 19,9 Grad; am 16. Mai: morgens 14 Grad. — Sonnenscheindauer 11,5 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. IV. 36: 10 000. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch-und Steindruckerei R.Lange,K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehL Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit iß Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Das Berliner Baugrubenunglück vor Gericht. Im Prozeß um das B e r l i n e r Baugrubenunglück wurde der 30jährige Bautechniker Br. vernommen, der unter Noth auf der Baustelle gearbeitet hat. Sein Name wurde bereits früher einmal genannt im Zusammenhang mit dem bei dem getöteten Schachtmeister Dümcke gefundenen Zettel über die Tiefe der Ausschachtung. Der Zeuge will diesen Zettel am 8. August 1935 nach Angaben geschrieben haben, die ihm Noth an Hand von Zeichnungen machte. Näheres weiß er aber nicht. Ueberhaupt zeigte er sich auffallend wenig unterrichtet, was nicht wundernimmt, wenn man berücksichtigt, daß er nach feiner eigenen Erklärung über keinerlei Erfahrung auf dem Gebiet des U-Bahnbaues verfügt. Die gleiche Erklärung gab er für einen „Kollegen" ab, der gleichfalls als Bau- techniker der Berlinischen Baugesellschaft in der Hermann-Goring-Straße arbeitete. Der Vorsitzende bemerkte darauf treffend: „Null plus Null gleich Null". Der Zeuge Br. ist offenbar nicht mit verantwortungsvollen Aufgaben innerhalb der Bauleitung betraut und von dem Angeklagten Noth auch nicht In der Presse ist mehrfach die Meldung verbreitet worden, daß die katholischen Geist- l i ch e n bei der Berechnung ihrer Einkommen- ft e u e r (Lohnsteuer) nicht als ledig behandelt werden. Diese Meldung ist falsch. Auf öem Gebiet der Einkommensteuer (Lohnsteuer) gelten für katholische Geistliche d i e gleichen Grundsätze für alle anderen ledigen Steuerpflichtigen. Auswertung der mit Dornier - Walen gemachten Erfahrungen aerodynamisch durchgebildet. Der Antrieb erfolgt durch zwei Junkers-Jumo-Diesel-Mo- toren, die hintereinander angeordnet sind. Das Flugboot soll im Postdienst auf der Strecke über den Südatlantik, die seit 2% Jahren im regelmäßigen Dienst von der Deutschen Lufthansa mit Dornier - Walen beflogen wird, eingesetzt werden. Das neue Dornier-Flugboot ist infolge des großen Flugbereichs in der Lage, alle in Frage kommenden Ozeanlinien zu befliegen. Das Flugboot ist dieser Tage von der Deutschen Lufthansa übernommen worden. Internationale Luftfahrt-Ausstellung in Stockholm. Die Internationale Luftfahrt-Aus- ft e 11 u n g in Stockholm, die 100 Firmen aus 13 Nationen beschickt haben, wurde von König Gustaf V. eröffnet. An der Feier nahmen auch Mitglieder des königlichen Hauses, der Regierung und des diplomatischen Korps teil. Unter den Diplomaten sah man den deutschen Geschäftsträger Dr. M e y n e n. Die Ausstellung ist die dritte und größte dieser Art, die bis jetzt in Stockholm veranstaltet wurde. Sie ist besonders infolge der großen Beteiligung Deutschlands bemerkenswert. Don den drei großen Ausstellungshallen hat die deutsche Abteilung die größte ausschließlich belegt. Sie zeigt auf 23 Ständen acht Flugzeugtypen und verschiedene Modelle. Die königlichen Gäste hielten sich bei dem Rundgang in der deutschen Halle am längsten auf. Allgemein fand der „JunkersFlugexpreß Ju86" größte Beachtung und Bewunderung, desgleichen der leichte Viersitzer „Taifun" von den Bayerischen Flugzeugwerken so- wie der neue Mercedes-Motor und Junkers Rohölmotor für Flugmaschinenbetrieb. Große Anziehungskraft übte der Dornier-Stand mit dem schönen neuen Modell Do 20 aus. Außer den großen Werken der deutschen Flugzeugindustrie waren auch die wichtigsten Industriezweige vertreten, die mit dem Flugzeugbau in Verbindung stehen, wie z. B. Matratzen aller Art sowie 3219A Karlsruhe, Baden, erbeten. 3172V Samenhaus Hof. [02237 Heinrich Hahn Heute erscheint als Gommer-Ausgabe der Taschen.Hahrplan des Gießener Anzeigers Verschiedenes | als kostenlose Gondevsabe lunger [Stellengesuche Verkäufe Büro 6 25 Grobhandlung sucht kaufmännischen Bahnhofsnähe Mob® [führende DXII I Fachgeschäft 1\ WA V BRANDPLÄTZ Gut erhaltene Nähmaschine zu verkauf. 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Um für französisches Wesen Verständnis zu gewinnen, ist es ferner erforderlich, sich die viel zu wenig beachtete Tatsache gegenwärtig zu halten, daß das französische Volk, wie jede Bevölkerungszählung und aufmerksame Beobachtung lehrt, sehr stark, stärker als die nördlichen und östlichen Nachbarn, mit dem Ackerbau verbunden ist und bäuerliche Lebensverhältnisse auch heute noch bei weitem vorwiegen. Der Umstand aber, daß in diesem Lande seit Urzeiten — man nimmt an, schon 5000 Jahre vor unserer Zeitrechnung — Ackerbau getrieben worden ist, hat das Wesen des französischen Menschen sehr stark beeinflußt und charakterlich geprägt. Der typische Franzose ist entweder Bauer oder bäuerlicher Abstammung, und aus dieser Herkunft lassen sich zwanglos viele Charakter- eigenschaften des Franzosen erklären, denn es ist, wie Nietzsche sagt, „aus der Seele eines Menschen nicht wegzuwischen, was seine Vorfahren am liebsten und am längsten getrieben haben". Diese Eigenschaften sind folgende: Der konservative Zug des französischen Lebens ist ein Grundzug bäuerlichen Wesens. Es überrascht immer wieder festzustellen, wie wenig eilig es der technische und betriebswirtschaftliche Fortschritt im heutigen Frankreich hat und wie trotzdem — oder vielleicht gerade deshalb? — Wohlstand und gute Laune allenthalben vorherrschen. Gerade die französische Landwirtschaft wird in erstaunlich großem Umfang noch in Altväterweise betrieben und die französischen agrarischen Erzeugnisse spielen auf dem Weltmarkt infolge mangelhafter kaufmännischer Organisation, im Vergleich zu denjenigen Dänemarks, Hollands oder Belgiens, eine sehr geringe Rolle trotz ihrer ausgezeichneten Qualitäten. Auch in der Industrie ist der Klein- und Mittelbetrieb sehr viel stärker erhalten als in den Nachbarländern. Der handwerkliche Betrieb ist typisch und vorwiegend, vielfach noch ohne jede moderne Errungenschaften. Neuerungen liegen dem französischen Menschen, der in vieler Beziehung sehr „unmodern" ist, im allgemeinen nicht, und er wird durch eine neuerungssüchtige Konkurrenz im eigenen Lande, die infolge der fast stagnierenden Bevölkerungsvermehrung nicht vorhanden ist, auch nicht zu ihnen gezwungen. Die sprichwörtliche französische Sparsamkeit, die Dorsorglichkeit und Arbeitsamkeit sind gleichfalls typische bäuerliche Eigenschaften und den meisten Franzosen in sehr hohem Maß eigen. Frankreich ist bekanntlich das Land der Kleinrentner, die jeder „largesse“ entbehren, in Geldgeschäften knauserig zu sein pflegen, emsige Sparer sind und jedes Risiko ablehnen. Deshalb fällt es auch in Frankreich recht schwer, für ein industrielles Unternehmen die Gelder der Sparer zu gewinnen, die eine sichere Staatsrente, selbst eine ausländische, auch heute noch unbedingt vorziehen, trotz aller schlechten Erfahrungen, die sie zum Beispiel mit der Sowjetunion gemacht haben. Der ausgesprochene Individualismus und die Eigenbrötelei des Franzosen mag wohl irgendwie in ihrer keltischen Abstammung, also in Rassenanlagen, begründet sein. Aber der bäuerliche ländliche Jndividualbesitz hat diesen Individualismus jedenfalls besonders stark entwickelt. Jeder typische Franzose will als Einzelpersönlichkeit gewertet und gewür- digt werden, und nicht als Glied irgendeiner 23er» einigung oder Gruppe. Das gesellige Wesen der Franzosen steht mit diesem Wunsche nicht m Widerspruch, denn die Geselligkeit dient dem Franzosen dazu, sein Ich in der Unterhaltung, die er gerne um sich vereinigt, zur Geltung zu bringen. Jede Art von Bevormundung ist den Franzosen in höchstem Grade zuwider, daher ist er auch dem Staat gegenüber gegnerisch gesinnt, so leidenschastlich er auch sein Land (terre natale) liebt. Aus der engen Verbundenheit des Franzosen mit der heimatlichen Mallorca. Don Dr. Fritz Zessel, Madrid. Als der Deutsche noch ohne Devisenschwierigkeiten seine Reisen ins Ausland machen konnte, da zog es ihn immer mehr nach Italien als nach Spanien. Worin die Gründe zu suchen sind, das mag hier unerörtert bleiben. Für denjenigen, der Rühe und Erholung suchte, der sich ganz den landschaftlichen Schönheiten hinaeben wollte, galt stets die Insel Capri als ein sehr bevorzugter Ort. Und doch kann ihr Mallorca in jeder Beziehung die Waage halten. Es ist bedauerlich, daß diese Insel vielfach nur dem Namen nach bekannt ist. Mallorca, die größte Insel der Balearen, verdankt seinen Namen dem lateinischen majorica und heißt die „größere" im Gegensatz zu Menorca, der „kleineren" der beiden Hauptinseln. Seine Geschichte ist mit wenigen Worten umrissen. Infolge seiner bevorzugten Lage im Mittelländischen Meer ist es das ganze Mittelalter hindurch der Zankapfel der kolonisierenden und seefahrenden Völker gewesen. Als die Karthager Spanien eroberten, unterwarfen sie auch diese Insel. Mit dem Untergang Karthagos ging sie in römischen Besitz über. Eine Zeitlang gehörte sie den griechischen Kaisern, um dann längere Zeit ein Bestandteil des arabischen Reiches zu sein, als dieses Volk sein Banner in Spanien auf- geps'lanzt hatte. Im Jahre 1229 kam der conquista- dor (Eroberer) Jaime I. (Jakob) und verleibte die verträumte Insel dem Königreich Aragon ein. Mit kurzen Unterbrechungen gehört sie seitdem zu Spanien. Die Herkunft der Mallorkiner ist zweifelhaft. Soviel steht aber fest, daß der häufige Besitzwechsel nicht ohne Einfluß aus die Bewohner geblieben ist. Wie dem auch sei, durch ihre Geschlossenheit haben sich die Inselbewohner eine eigene Sprache erhalten, so daß sie alle mehr oder weniger Zweisprachler sind, denn das Kastellanische (wie man meistens sagt, nicht Spanisch) ist die Amts- und öffentliche Verkehrssprache. Die Sprache der Eingeborenen ist verwandt mit dem Katalanischen, das sogar eine eigene Schriftsprache entwickelt hat. Beide stehen dem Provenzalischen sehr nahe. Die heutigen Bewohner stellen einen ruhigen und konservativen Typ dar. Die Abgeschlossenheit hat stark dazu beigehragen, daß die organische Entwicklung in keiner Weise gestört wurde. An den Mallorkiner sind bisher auch noch nicht die großen sozialen Probleme Spaniens in ihrer krassen Form herangetreten. Einst diente die fast 3700 Quadratkilometer große Insel nur zwölf Herren. Erst vor 200 Jahren sind diese Latifundien geteilt worden, so daß es jetzt -eine Reih« von Bauern gibt. Dieser Menschenschlag ist streng katholisch. In idyllischer Schönheit gibt es fernab vom Getriebe der großen Städte zahlreiche Klöster. Da die Einwohner im Gehorsamszwang der katholischen Kirche groß geworden sind, hat sich hier niemals ein Nährboden für die kommunistischen Ideen bilden können. Darum konnte es auch nicht möglich sein, daß hier im Gegensatz zum übrigen Spanien auch nur eine einzige Kirche angezündet wurde. Außerdem: Hätte man das getan, so wäre kein Fremder mehr nach Mallorca gekommen. Und davon leben viele Menschen auf dieser Insel. Mallorca besitzt ein sehr gemäßigtes Klima. Auch im Sommer wird es infolge des Meeres nicht übermäßig heiß. Die Niederschläge sind sehr gering. Darum hat der Bauer große Brunnen angelegt, aus denen er das Wasser 4,50 Meter emporpumpen muß mit Hilfe von Windmühlen, die man in großer Zahl' in den sogenannten huertas (Garten) findet. Das Wasser wird dann in Kanäle geleitet, um den Boden zu bewässern. Das Wasser ist auf dieser trockenen Insel ebenso wie in der Umgebung von Valencia und Murcia soviel wert wie Gold. Und um Wertgegenstände pflegen haufia Streitigkeiten auszubrechen. Die „Wassergerichte" spielen hier daher eine große Rolle. Der weitaus größte Teil der Insel ist sehr fruchtbar. Zur Osterzeit ist bereits alles grün. Das Korn steht dann schon sehr hoch. Die Feigenbäume mit ihren gediegenen Formen stehen in Blüte, während an den Olioendaumen die reifen Früchte hängen. Auch Aprikosen- und Mandelbäume findet man in großer Zahl. Inmitten dieser großen Pflanzenpracht schon zur Osterzeit kommt man sich wie in einem irdischen Paradies vor. _ , „ Die Insel ist aber nicht nur em „Garten Gottes , sondern im Nordwesten erhält sie durch aufragende Gebirge auch einen ernsteren, aber darum nicht weniger schönen Charakter. Die Balearen sind nämlich ein abgesprengtes Stück der andalusischen Gebirgskette. Der höchste Berg, der Puig Mayor, ist 1450 Meter hoch, erreicht also fast die gleiche Höhe wie der Feldberg im Schwarzwald. Die Küste ist zum größten Teil Steilküste. Infolge der starken Gliederung ist es zu wunderhübschen Einschnitten und Hafenbildungen gekommen. Bei Torrente de Parey könnte man sich sogar in einen norwegischen Fjord versetzt fühlen. Im Osten der Insel hat man in den letzten Jahrzehnten mehrere Tropfsteinhöhlen entdeckt, die durch ihre Ausdehnung und die Größe der Tropfsteinbildungen einen gewaltigen Eindruck auf den Besucher machen. Die Seele der ganzen Insel ist Palma, eine Stadt von 80 000 Einwohnern. Diese Stadt, deren Name „Siegespalme" bedeutet, ist bereits eine Will man das Wesen des französischen Menschen ergründen, so ist es von großem Belang, sich den geschichtlichen Werdegang und die völkischen Grundlagen der französischen Nation zu vergegenwärtigen. Die erste zivilisatorische Formung hat der Mensch des französischen Lebensraumes durch die römische Herrschaft erfahren, die endgültig gegen Anfang unserer Zeitrechnung aus- gerichtet worden ist, nach Niederringung des Widerstandes, den die einzelnen Stämme Galliens, Zuletzt und am einmütigsten unter Vercinaetorix (hin- gerichtet in Rom 50 v. Ehr.), den cäsarischen Heeren entgegengesetzt hatten. Auf keltischer Grundlage und dem, was in prähistorischer Zeit dem Keltentum vorangegangen war, hat die r ö m i s ch - ch r i st l i ch e Kultur und die lateinische Sprache rund 500 Jahre lang die Dolksstämme und den Raum zwischen den Alpen, den Pyrenäen und den Meeren in den Kreis der abendländischen christlich-römischen Lebensgemeinschaft einbezogen. Als wichtigster Niederschlag der großen Wanderungsbewegung nordisch-germanischer Stämme erfolgte dann auf keltisch - römischem Gebiet die Niederlassung der Franken und in der Folgezeit der N o r man« nen, die beide zu dem gallischen Temperament und dem römisch-christlichen Kulturbewußtsein ein weiteres, drittes staatsbildendes Element hinzufügten, das vor allem im Norden (Ile de France — Paris), der Wiege französischer Staatlichkeit, von großer geschichtlicher Bedeutung geworden ist und dem Lande den Namen verliehen hat. Aus diesen drei Grundelementen, dem Keltentum, dem römisch-christlichen Einfluß und der germanischen staatsbildenden Kraft, ist das alte Frankreich der Könige, der Ritter, der Troubadours (Minnesänger), der Kreuzzüge, der Gotik — die in der Normandie ihren Ursprung hat —, der Jungfrau von Orleans, der klassischen Schöpfungen auf literarischem Gebiet erwachsen, mit einer Weltgeltung, die Frankreich sowohl in Europa wie in der neuen Welt und im Orient im 17. Jahrhundert zu einer außerordentlichen Höhe der Macht und des Ansehens emporgeführt hat. Von dem damals errungenen Einfluß und Ruhm zehrt Frankreich, das nach der großen französischen Revolution und dem napoleonischen Zusammenbruch politisch zeitweilig stark an Geltung eingebüßt hatte, noch bis auf den heutigen Tag. Denn alles, was Frankreich im Laufe des 19. und 20. Jahrhunderts der Welt geboten hat, ist seiner internationalen Bedeutung nach dem, was im 17. und 18. Jahrhundert die Franzosen bedeuteten, nicht als gleichwertig an die Seite zu stellen. Im Vergleich zu den kulturellen Errungenschaften und dem Siegeszuge des französischen Zeitalters der europäischen Geschichte, ist nach 1815 überragend Neues aus dem französischen Kulturkreis nicht mehr hervorgegangen. Eine Steigerung über das 17. und 18. Jahrhundert hinaus hat das 19. und 20. nicht gebracht. Die geistige Physiognomie des Franzosen hat ihre endgültige Prägung in den Jahrhunderten erfahren, die dem modernen kapitalistischen Zeitalter vorausgegangen sind, denn die liberalen Lehren und Einrichtungen und die kapitalistische Wirtschaftsweise haben das Gesicht des französischen Landes und Volkes nicht mehr wesentlich zu verändern vermocht, wie man das von England und Deutschland behaupten kann. Dieser Hinweis auf die Mächte der französischen Vergangenheit war erforderlich, denn hierauf gründet Frankreich einen Anspruch auf feine Vormachtstellung in Westeuropa: ein Volk, das als Erbe der Väter eine Weltgeltung, wie sie Frankreich bereits Ende des 17. Jahrhunderts errungen hatte, überliefert erhalten hat, kann nicht darauf verzichten, eine hervorragende Stellung in der Welt zu behaupten. Aus dem gleichen Erbe des französischen Zeitalters der europäischen Vergangenheit stammt auch die häusig recht naiv anmutenbe, aber auch heute noch beliebte Gleichsetzung von französischer Kultur (Zivilisation) mit Kultur Scholle ist ein außerordentlich starkes und urwüchsiges Heimatgefühl erwachsen. Eine Bedrohung der heimatlichen Erde erweckt in ihm die stärksten Abwehrinstinkte und findet ihn zu jedem Opfer bereit. Aus diesem Heimatgefühl und aus der ganzen bäuerlichen Gesinnung ist auch das Verlangen nach außenpolitischer und militärischer Sicherheit in erster Linie zu erklären, ein Verlangen, dem jede französische Regierung Rechnung tragen muß. Dieser bäuerliche Grundzug des französischen Wesens macht auch vieles verständlich, was für die politische Haltung Frankreichs Deutschland gegenüber von Belang ist. Es ist nun einmal dem Franzosen eingeboren, daß seine intimsten Gefühle auf Sicherung und Erhaltung des errungenen Besitzstandes mit echt bäuerlichem Eigensinn gerichtet sind. Zu diesem bäuerlichen Grundzug kommt ferner die geschichtliche Ueberlieferung, von der oben die Rede war, und es ist an sich gewiß verständlich, daß eine Nation, die in der Welt einen so überragenden Einfluß wie die Franzosen im 17. und 18. Jahrhundert ausgeübt hat, sich nur schwer dazu bequemen kann, die Erstarkung eines Nachbarn als unverrückbare Tatsache hinzunehmen. Wir stoßen daher auf ein geradezu „erbfeft" gewordenes Mißtrauen gegen Deutschland, dem auch heute noch die Einigung und die große Entfaltung seiner nationalen Kräfte nach dem deutsch» französischen Kriege nicht verziehen wird. Und doch hat die Welt seit 1870/71 Wandlungen erfahren, die dazu Anlaß geben müßten, bei einiger geistiger Beweglichkeit auch in Frankreich dafür Verständnis auffommen zu lassen, daß man seine Sicherheit unmöglich nur mit Hilfe von Festungsbauten und internationalen Übereinkommen gewährleisten kann, und es doch sicherlich viel richtiger wäre, auf die Empfindungen des Nachbarn verständnisvoll einzugehen, zumal dach die Erkenntnis im Wachsen begriffen ist, daß wir Westeuropäer alle auf die Dauer unsere Stellung in der Welt nur dann behaupten können, wenn wir gemeinsam gegen die europafeindlichen Vorstöße der „Farbigen" aller Schattierungen auftreten. Diesem Vordringen gegenüber kann eine einzelne europäische Nation, zumal wenn sie nicht sehr zahlreich ist, und so gut wie keine Bevölkerungsvermehrung aufweist, sich auf die Dauer gar nicht behaupten. Was aus die- fer Erkenntnis für eine Schlußfolgerung in bezug auf eine deutsch-französische Verständigung zu zie- hen ist, liegt auf der Hand: ein Fortbestehen des deutsch-französischen Gegensatzes muß schließlich für beide zu einem Verhängnis werden. Farmer und beschwor in ziemlich blumiger Redeweise das Gegenteil. Und so entstand mit urweltlicher Plötzlichkeit ein Krach, daß die Scheiden wackelten und der Mostrichtopf auf der Theke bebte. Er endete damit, daß beide Betrachtungen darüber anstellten, wer von ihnen der größere Ochse sei. Da auch hierüber erheblich Meinungsverschiedenheiten bestehen blieben, ergriff der Farmer seinen Stuhl, sagte, er werde es ihm gelegentlich eintränken und schlug Croce nieder. Der war zum Glück ein sehr kräftiger Mann, entnahm praktischerweise gleich dem untersten Fach der Theke einen Forkenstiel, und nun versuchten die beiden, sich mittels diesem und dem übriggebliebenen Stuhlbein sowie wilden Flüchen gegenseitig von der Richtigkeit ihrer Ansichten zu überzeugen. Nur die Gleichheit der Kräfte verhinderte, daß einer totgeschlagen wurde. Schließlich setzten sie sich ermattet hin und überlegten sich die Sache in Ruhe. „Mvnn Gottes!" rief nach fünf Minuten der Farmer plötzlich und schlug sich knallend auf die Lederhosen. „Jetzt weiß ich, was ich noch von dir bekommen habe, du gottverdammter Sohn einer Kanone: das war ein Mühlstein!" „Heiliger Pfeifendeckel!" sagte Croce niedergeschlagen. Dann riß der Farmer feinen riesigen Mund auf und fing breit und dröhnend und ganz langsam im Viervierteltakt an zu lachen. Es klang wie eine krachend angeschlagene Pauke nebst Triangel. Stoffer Croce aber verzog keine Miene. Denn er dachte nach. Der Farmer klappte unerwarteterweise feinen Mund wieder zu, und eine Weile herrschte Totenstille. Auf einmal brüllte Croce, das verbeulte Gesicht des anderen tiefsinnig betrachtend: „Uuaaih! Du dreimal verdammter Armleuchter! Es stimmt. Ich habe vergessen, in der Mitte das Loch zu machen." Und da hätten die beiden sich vor Lachen beinahe umgestülpt. Hochschulnack richten Es wurden ernannt: Professor Dr. Viktor Franz, Extraordinarius für Zoologie an der Universität Jena, zum ordentlichen Professor in Jena; Professor Dr. Eugen Fehrle, Extraordinarius für Volkskunde an der Technischen Hochschule Karlsruhe, zum ordentlichen Professor an der Universität Heidelberg; Professor Dr. Her- mann G m e l i n, Extraordinarius für romanische Sprachen und Literatur an der Technischen Hoch- schule Danzig, zum ordentlichen Professor an der Universität Kiel. Oie sieben Gäulen der Weisheit. Das Buch des Obersten Lawrence und die Wirklichkeit. —Oie Lebenstragödie eines englischen Patrioten. „Für den Sieg mußte man alle materiellen und moralischen Bedenken zurückstellen." T. E. Lawrence. Man erinnert sich, daß um T. E. Lawrence, der kürzlich starb, alles geheimnisvoll war: sein Leben, seine Taten und seine Bücher. Als nach seinem Tode jetzt das sagenumwobene Hauptwerk vor der englischen Oeffentlichkeit erschien, unter dem legendenhaften Titel „Seven Pillars of Wisdom“ die „Sieben Säulen der Weisheit", da erregte es eine Sensation und erlebte einen buchhändlerischen Erfolg, der im Lande seinesgleichen suchte. Dabei ist es ein bibelähnlich dickes Werk von fast 850 Seiten. Die Geschichte der Handschrift schon scheint ein Spiegelbild des abenteuerlichen Mannes. Die erste ging 1919 beim Umsteigen auf der Bahn verloren, sie wurde neu geschrieben und vom Verfasser verbrannt, er schrieb sie ein drittes Mal und ließ sie in Fahnenabzügen drucken, dann überarbeitete er diesen Text und verteilte ihn als Subskriptionsausgabe an wenige Freunde. Zur Deckung der Kosten gab er einen Teil des Textes öffentlich heraus, das war der berühmte „21 u f ft a n b in der Wüst e", der auch bei uns viel gelesen wurde. Nun, nach seinem Tod, liegt d i e große Ausgabe vor uns („Die sieben Säulen der Weisheit", Paul List, Verlag Leipzig, Preis 25 RM.) im Umfang eines Lexikons und mit einer Menge eindrucksvoller Bilder. Die Geheimnisse sind zugänglich. Wir sind als Deutsche nicht verpflichtet, den Obersten Lawrence mit britischen Augen anzusehen; unser Bild von ihm wird anders sein als das seiner Landsleute. Auch für uns werten wir die Vorlage seines Buches als ein bedeutendes Ereignis. Aber gar nicht deshalb, weil wir die Sensation von Geheimnissen und rätselhaften, erregenden Phänomen darin finden würden. Im Gegenteil. Was wir daraus erleben, ist eine Klärung, Ernüchterung und Erhellung von überraschendem Ausmaß; der von allen Vorbildern abweichende Held feiner Landsleute enthüllt sich in unseren Augen als ein besonders typischer, in seinem Ausmaß allerdings überragender Vertreter der englischen Nation. Der seltsame Titel hat, wie sich bei genauerem Zusehen herausstellt, nur äußerlich-zufällige Beziehung zu dem Buche selbst und braucht also keinen Anlaß zu weiteren Kombinationen zu geben; nur in Erinnerung an ein unveröffentlichtes Jugendwerk hat ihn Lawrence als „Memento" herübergenommen. Der arabische Krieg, der Aufstand in der Wüste, ist der ausschließliche Gegenstand der Darstellung. Die Bedeutung des Werkes liegt für uns auf drei klar umrittenen, deutlich erkennbaren Gebieten (und wird dadurch nicht geringer), das erste ist die dokumentarische Darstellung des Kapitels Arabien in der Geschichte des Weltkrieges; das zweite die ungewöhnlich plastische Leistung des S ch r i s t st e 11 e r s. Und das dritte endlich: die Erkenntnis typisch britischer Weltpolitik, widergespiegelt in dem ganz persönlichen Tun und Denken eines ihrer rücksichtslosesten, bewußtesten, jedoch geistig feinfühligsten Vertreter. Die Rücksichtslosigkeit seines politischen Handelns führt d i e Tragödie Arabiens herauf, feine geistige Empfindlichkeit aber das, was man b i e persönliche Tragik von T. E. Lawrence nennen könnte. Das eine gibt uns einen äußerst eindringlichen Anschauungsunterricht von den Wegen des britischen Imperialismus; das andere schafft ein paar Kapitel, die den Schleier vor sonst verborgenen Abgründen des menschlichen Empfindens wegreißen. Zu allem liegt freilich über dem ganzen Buch der Hauch des eigenartigen, auch romantisch genannten Abenteuers. Aber wenn ein Abenteuer zielbewußt war, dan war es dieses. * Als einer der Mitarbeiter des englischen Nachrichtendienstes in Aegypten hatte Lawrence die „Zeichen der Zeit" erkannt, daß nämlich durch eine Revolutionierung Arabiens gegen die Türkei der englischen Sache auf dem vorderasiatischen Kriegsschauplatz viel, wenn nicht entscheidend geholfen war. So wurde er erst nach Mesopotamien geschickt, um zu sehen, was dort mit „indirekten Mitteln zu erreichen war, allerdings ohne Erfolg. Verhandlungen mit dem Sheriff Hussein von Mekka verliefen aussichtsreicher; aber es fehlte der hervorragende Kopf und die geschickte Hand, die bei den verwickelten Verhältnissen die Sache selbständig führen konnte. Beinahe auf eigene Faust, jedenfalls aber unter eigener Verantwortung und unter dem höhnischen ■ . mit:.Ga r antiesdh e»n - Foto Film Gründung des römischen Konsuls Caecilius Metellus. Sie liegt in einer 20 Kilometer tiefen Bucht. Unvergeßlich wird jedem Besucher der Anblick der Stadt bei der Einfahrt in den Hafen bleiben. Als Wahrzeichen ragen die hoch gelegene Kathedrale, der Palast der mallorkinischen Könige und die Sonja (die alte Warenbörse) hervor. — Abends pflegen die Dampfer abzufahren. In der Tat, es legt sich tiefe Nacht auf jeden Reisenden, wenn er nach diesen üppigen sommerlichen Eindrücken zurückkehrt in die öden Landstriche der Mancha im Innern der iberischen Halbinsel. Umständliche Abrechnung. Von Heinrich siedel. Durch die Ladentür von Stösser Croce in Little- Chikago im wildesten Kentucky — wo ein Mann genau wissen muß, wann die richtige Zeit für einen gutsitzenden Faustschlag gekommen ist — kam ein spaßiger Farmer hereingestiefelt, um die aufgelaufene Rechnung zu bezahlen. „Hällooouh, alter Kanonensohn!" brüllte er beim Eintreten, „du hast wohl ein Loch im Kopp?" „Noch nichts von, gemerkt, Partner. Wieso?" „Na, wo kommen denn die Sägespäne auf deiner dreckigen Diele her?" „Setz dich hin, versoffene Nachteule!" sagte Croce. „Ich muß jetzt rechnen."-- Croce, ein ehrsamer Selbstgemachtmann, konnte nicht schreiben und hatte sich in seiner Buchführung als Ersatz für die alphabetische eine Art urtümlicher Bilder- und Symbolschrift — wie ein Indianer — zugelegt, mit deren und Gottes Hilfe er sich denn auch verblüffend schnell und sicher in allem herausfand, so daß es bisher noch niemand gelungen war, ihm etwas schuldig zu bleiben. „Also", sprach er schließlich, mit seiner Detektiv- Arbeit fertig, „du hast zwei Zentner Heusamen, ein Pfund Rattengift, zwei Dreschflegel, sechs Meter Buckskin, einen Pferdestriegel, fünfzehn Flaschen Whisky und einen ganzen Schweizerkäse. Macht zusammen 37 Dollar 10 Cents." „Was, einen ganzen ...! Du hast wohl einen Sonnenstich? Ich will meine Stiefel auffressen, wenn ich auch nur die Rinde von einem deiner schimmligen Käse gesehen habe!" „Guck her! Da steht es", erwiderte Croce ruhig, indem er dem Farmer unter seinen Kritzeleien im Hauptbuch einen grob gezeichneten Kreis zeigte. „Das bedeutet bei mir immer einen Schweizerkäse. Also hast du einen erhalten. Wirst ihn wohl inzwischen .vergessen' haben, Freundchen." „Na, jetzt will ich aber verdammt sein!" bellte der I Mißtrauen bet ’.beiu|i>u}yipitte fuhr nun Der Ztvi- lift Lawrence in bas Hedschas, mit klaren Plänen im Kopf, wie ber schwächliche Aufstanb Husseins flum Erfolg zu bringen wäre. Er suchte im Laube Den einheimischen Führer, ber als Prophet bie Fahne bes Aufruhrs entrollen konnte; „Denn nicht Verstand, Urteil, politische Klugheit, sonbern nur bie Flamme ber Begeisterung vermochte bie Wüste in Branb zu setzen." Er fanb ben Propheten, als er Husseins Sohn Faisal begegnete; auf ben ersten Blick fühlte er, dies sei ber Mann, „ber bie Erhebung Arabiens zum glorreichen Ende führen würbe". Er begrüßte ihn in ber Mitte seiner Unterführer. „Wie gefällt bir unsere Stellung hier im Wadi Safra?" fragte ihn Faisal. „Gut; aber sie ist weit von D a m a s k u s", entgegnete Lawrence unb berichtet weiter: „Das Wort war wie ein Schwert unter sie gefallen .. Von ba an bis zur Eroberung von Damaskus ritt er, balb an Faifals Seite, halb von ihm getrennt, als „Berater" zwei Jahre lang burch bie Wüste, in arabischer Kleibung unb eingegangen in arabischen Lebensformen; immer in ber Führung, Triebkraft unb Seele bes Unternehmens, ber ebenso bie Kampflust ber Führer unb bie Stimmung bes Volkes aufstachelte, wie er bie Pläne machte, bie Strategie unb bie technischen Methoden entwarf ober bie materiellen Mittel ber englischen Armee für ben Aufstanb mobilisierte. Die Ritte unb Beratungen, bie Feldzüge, Bahnsprengungen, Aufwiegeleien, Intrigen, Rückschläge, Nieberlagen unb Siege bis zum Enbe, alles steht genau in feinem Buch verzeichnet, mit einer Ausführlichkeit unb Präzision, bie nichts zu wünschen übrig läßt. Das Wesen unb ber Verlauf bes arabischen Krieges tritt mit einer ungeheuren Deutlichkeit vor unsere Augen; bie langsame Zermürbung unserer türkischen Derbünbeten rollt wie ein dramatischer Film vor uns ab. * Die Schilberungskunst bes Schriftstellers Lawrence in ber Darstellung von Landschaften, Menschen, Situationen unb Vorgängen ist so außerordentlich, baß wir in ihr bie triftigste Ursache für ben phantastischen Erfolg seines Kriegsberichtes sehen müssen. Sie hat ihm schon bas hohe Lob von Bernharb Shaw eingetragen, ber einmal im „Spectator" schrieb: „Er kann jeben Schauplatz, jeben Vorgang burch seine einfache Art ber Beschreibung mit solcher Lebendigkeit vor uns erstehen lassen, als wenn wir mit eigenen Augen unb Ohren dabeigewesen waren. Von tausenb Beobachtern würben 999 bie Einzelheiten nicht bemerkt haben, von benen fein Bericht strotzt..Die Landschaft unb bie Menfchen sind in einer unerhörten Weise lebendig und alles vibriert vor innerer Spannung. Rur so ist bas Außerordentliche möglich, daß bie im Grunde gänzlich gleichförmigen Geschehnisse zweier Jahre (der Hauptteil ber Kriegführung bestand in Bewegungen unb Bahnzerstörungen) in einer so monotonen Landschaft, durch 850 Seiten mit allen Einzelheiten exakt beschrieben, ben Leser von Anfang bis zu Enbe gefesse-lt halten unb nicht einen Augenblick loslassen. Jede Beobachtung setzt sich in Handlung um, alles wird zusammengehalten und vorwärts- getrieben durch das große Ziel — Sieg über den Feind unb Eroberung von Damaskus — und belebt durch trockenen Humor wie durch unerbittliche Reflexion. Der Einzug in Damaskus wird auf folgende Weise geschildert: „Damaskus wurde toll vor Freude. Die Männer schleuderten jubelschreiend ihre Tarbusche in die Luft, die Frauen rissen ihre Schleier vom Gesicht. Die Hausbesitzer streuten Blumen, breiteten Teppiche und Vorhänge vor uns auf den Weg; ihre Frauen lehnten sich, schreiend vor Lachen, durch die Gitterfenster und überschütteten uns mit ganzen Eimern von Wohlgerüchen. Die Derwische gaben die Läufer ab vor und neben unserem Wagen und stachen sich mit Messern in wilder Raserei. Und über dem allgemeinen Geschrei ber Menge und dem Kreischen der Frauen dröhnte wie in rhythmischem Gesang der Ruf tiefer Männerstimmen: ,Faisal, Nasir, Schukhri, Urens (Lawrence)^." — * Ob Lawrence heute noch ein m a l so triumphierend als Befreier begrüßt würde, läßt sich billig bezweifeln. Das Endergebnis feines Auf- stands sind die blutigen Revolten, die neulich das französische Mandatsgebiet Syrien erschütterten. Er sagt einmal, er habe die Sache der Araber zu seiner eigenen gemacht; aber in Hunderten von Sätzen bricht auch die Wahrheit aus ihm heraus, die er vor feinem empfindlichen Geist nicht verbergen kann: daß er nämlich die Araber für feine Sache verbluten ließ. Und das heißt: für Englands Sache. Er peitschte sie in den Aufstand ür die Freiheit, die er ihnen verbürgte und ver- prach — und er wußte gleichzeitig, daß England chon das Land unter s i ch und seinen Verbündeten aufgeteilt hatte. Er stellt Fai - s a I heraus als den großen nationalen Führer — in Wirklichkeit war er nichts als ein von Lawrence für englische Zwecke ausgenutztes Werkzeug. (Ibn Saud, der sich nachher als der wahre Vertreter der arabischen nationalen Ziele erwiesen hat, spielt für ihn keine Rolle.) Diese ungeheure innere Zweideutigkeit macht die Schilderungen des ganzen Buches zweideutig, um in den letzten Kapiteln in wahrhaft verzweifelter Reflexion aus dem Inneren des Mannes herauszubrechen, der nach feinen eigenen Worten die Araber unter falschen Vorwä n d e n in den Aufstand trieb und eine falsche Autorität über die von ihm Betrogenen ausübte. Mit seinem unerbittlichen Geist konnte er die Wahrheit nicht vor sich selbst verhehlen, daß er mit seiner überragenden Propagandakunst die Freiheitsidee der Stämme für den englischen Imperialismus mißbrauchte, und am Ende ging er, äußerlich als Sieger, innerlich ausgehöhlt und verwüstet aus der Unternehmung hervor. Die selbstzerstörende Wirkuna seines ZdR. Einst hat man landwirtschaftliche Ausstellungen in deutschen Großstädten aus ganz anderer innerer Haltung heraus und deshalb aus ganz anderen Gründen als heute veranstaltet: Der Stadt und der Welt und einem für rückständig gehaltenen Bauerntum sollte gezeigt werden, daß man gewisse liberale vornehmlich in der Großstadt angesehene und gepflegte Prinzipien auch auf dem Lande, wenigstens in den größeren Betrieben, anzuwenden wisse. Heute dagegen sollen den Bewohnern der Stadt die Augen darüber geöffnet werden, daß sie blutsmäßig, seelisch, geistig und materiell vom deutschen Bauerntum getragen werden. Früher führte der Weg der ausstellenden Landwirtschaft ideenmäßig zur Großstadt hin. Heute wird die Großstadt zunächst ideenmäßig aufs Land geführt. Einst führte also bewußt oder unbewußt die alljährliche große Landwirtschaftsausstellung ihren Besucher vor Augen, daß man auch in der Landwirtschaft liberale, großstädtische und weltmännische Prinzipien beherrsche. Es war deshalb die Feststellung durch alle Teile der Ausstellung hindurch geradezu entscheidend: wir von der Landwirtschaft sind rationalisiert, industrialisiert, mechanisiert. Es erschien damals wichtig, Überall den Nachweis zu führen, daß man Meister in der Rentabilitätsbetrachtung sei, daß man sich völlig klar sei über die Wareneigenschaft des Bodens, über die Rentenerfordernisse des Pflanzenbaues, der Tierhaltung, der Maschinenanwendung. Bedauernd stellte man dabei fest, daß die Böden, das Klima, kurz die Natur sich der Normierung entziehe und so das Streben nach höchster Verzinsung der in die Landwirtschaft investierten Kapitalien erschwere. Der Großstädter sprach im allgemeinen über solche Einstellung seine warme Anerkennnung aus. Er empfand auch die ausgestellten Erzeugnisse als beachtenswerte Leistung, in den ausgestellten Maschinen sah er ein Werk seiner Hände, in den Reniabilitätsbeteuerungen aller Landwirtschaftszweige eine Wiederholung seiner eigenen Anschauung. Dann kam das Jahr der Wiedergeburt des deutschen Volkes. Der Nationalsozialismus brachte völlig neue Ideen und Grundsätze, völlig neuen Gestältungswillen und neue Formungskraft. Ein Betruges auszuhalten, war er nicht robust genug. Aber konsequent dafür zu handeln, ließ er sich nicht hindern. Die englische Leitung machte sich keine Skrupel; sie setzte „das Dokument A für den Sheriff, das Dokument B für die Alliierten, das Dokument C für das arabische Komitee schließlich noch in Widerspruch zu Dokument D für Lord Rothschild, eine neue Macht, dessen Volk man zweideutige Versprechungen in Hinsicht auf Palästina machte." Der Erfolg heiligte diese skrupellose Großzügigkeit. Man weiß, wie die Dinge nach Kriegsende gekommen sind. Faisal wurde zugunsten der Franzosen in Syrien preisgegeben und bekam als Dasallenkönig das Irak, wo er, und noch mehr sein ihm folgender Sohn Gasi, dann doch mehr Selbständigkeitsstreben zeigte als den Engländern lieb war. Sein Vater Hussein behielt Hedschas, wurde aber von Ibn Saud aus seiner Hauptstadt Mekka vertrieben und starb in Europa. Husseins zweiter Sohn Abdullah erhielt ein kleines Reservat in dem abgetrennten Zwischenstück Transjordanien, Palästina wurde britisches Mandat. Aber einen drohenden Schatten über die englisch-französischen Vasallenstaaten wirft das freie Jnnerarabien, wo der nur arabisch denkende Ibn Saud seine Herrschaft immer stärker befestigt und vorschiebt. Ein freies Großarabien mag wohl auch der persönliche Traum von T. E. Lawrence gewesen sein. Aber daß es ein Traum bleiben würde, Darüber war er sich nie im Zweifel. Er hat als britischer Imperialist seine eigene Aufgabe gesehen und sie durchgeführt unter Preisgabe seines eigenen Selbst. Aufbauwerk von unvorstellbarer Tragweite wurde begonnen und ohne Aufenthalt fortgeführt. Die Idee von Blut und Boden wurde zur Kernidee der neuen deutschen Bluts-, Raum-, Schassens- und Wehrgemeinschaft. Die Phantome der Internationale wurden verjagt, die Vergötzung des geschäftstüchtigen Einzelmenschentums beseitigt, die Herrschaft des privaten ökonomischen Prinzips gebrochen durch die völkische Gemeinschaft, durch die gemeinschaftsgebundene Persönlichkeit, durch das Prinzip der Leistung für die Gemeinschaft. Der Weg dieses Ausstieges führte von der politischen Sammlung der aufbauenden Kräfte zur Rechtsgestaltung der neuen Gemeinschaft. So wurden das Reichsnährstandsgefetz, das Reichserbhofgesetz, die Marktordnung mit einer Die gesamte deutsche Kultur, Rechtsgestaltung und Wirtschaft erfassenden Wirkung geschaffen. Die Idee von Blut und Boden.ist die Idee des neuen deutschen Lebens. Nie in der Geschichte unseres Volkes sind die in feine geistigen und materiellen Substanzen bisher ruhenden und auch die schon wirksamen Kräfte zu so einheitlicher Gesamtwirkung und so absoluter Gestaltungsfreudigkeit verschmolzen worden, wie durch den Nationalsozialismus. Wenn sich demgemäß heute Der Reichsnährstand) anschickt, Dem deutschen Volk und der Welt fein Werk in Frankfurt ausstellungsmäßig zu zeigen, so entspricht es seinem Wesen als deutscher Leistungsgemeinschaft, eine Leistungsschau des deutschen Bauerntums und der deutschen Landwirtschaft darzubieten: dem Bauern und Landwirt, um ihn die geballte Kraft seiner großen Leistungsgemeinschaft spüren zu lassen und ihm Belehrung und Antrieb für seine kommenden Arbeiten zu geben; dem städtischen Menschen, um ihm den biologischen Rang des Bauerntums eindringlich vor Augen zu führen, dessen bodenständige Erzeugungsleistungen umfassend zu zeigen und von der großartigen Disziplin der gesamten deutschen Erzeugung einen klaren Begriff zu geben. Nicht zuletzt aber kann in Der Schau ein Ausdruck dafür gesehen werden, daß Der Reichsnährstand und die deutsche Landbauwissenschaft und -Forschung ein und dasselbe Ziel in engster Ideen- und Arbeitsverbundenheit verfolgen, nämlich dem deutschen Volk Die Nah- ReichsiWNlaiibsslyau uni) tandbauwiffenschast. 23on Prof. Dr. Konrad Meyer, Berlin, Obmann des Forschungsdienstes. ■ Die große schweDische Filmkünstlerin GretaGarba ist von ihrem Urlaub in Der Heimat nach Amerika zurückgekehrt. Die große Scheu, Die sie sonst vor den Zeitungsleuten hatte, scheint sich offenbar etwas gemildert zu haben. Man sieht sie hier an Bord Der „Gripsholm". — (Scherl-BilDerDienft-M.) rungsforgen zu nehmen und feine N a fjrungs- f r e i i) e i t für immer zu sichern. Für Die Allgemeinheit weniger sichtbar, für Den Aufgeschlossenen aber Doch erkennbar und eindrucksvoll steht in der Front der Erzeugungsschlacht heute die geschlossene Gemeinschaft aller deutschen Landbauwissenschaftler, ber Forschungsdienst. In energischer Arbeit ist dieser dabei, alle wesentlichen Fragen der deutschen Selbstversorgung wissenschaftlich gründlich und mit möglichster Beschleunigung zu untersuchen und zu beantworten und gesicherte Forschungsergebnisse Dem Reichsnährstand zum Einsatz in Die praktische Erzeugung bzw. Erzeugungssteigerung zur Verfügung zu stellen. In hundert engeren Arbeitsgruppen und -Kreisen des Forschungsdienstes sind Die DrängenDften Fragen Des Acker- unD Planzenbaues und Der Pflanzenzüchtung Der Pflanzen- und Tierernährung, Der Tierhaltung unD Züchtung, Des Gartenbaues, Der landwirtschaftgewerblichen Verarbeitung und Der Dorratswirtschaft, Des landwirtschaftlichen Maschinenbaues und der Maschinenanwendung sowie der gesamten Hof- und Betriebsgestaltung aus der nationalsozialistischen Leistungsidee heraus in Angriff genommen, zum Teil auch gelöst und schon in der Erzeugungsschlacht wirksam. Und es gibt kein Gebiet lebenswissenschaftlicher Forschung, zu dem Der ForschungsDienst nicht unmittelbarste Verbindung unterhielte. Das gilt vor allem für Das fundamentale Gebiet Der Raffeforschung und -Pflege. Nicht zu vergessen bei Der Aufzeichnung des neuen Arbeitsweges Der im Forfchungsdi n't vereinigten LanDbaufvrfcher ist die Erschließung des gesamten alten und neuen landbauwissenschastlic^ n Schrifttums mit Hilfe Der Zeitschrift „Der Forschungsdienst", die Anordnung aller wertvollen im Schrifttum enthaltenen Erkenntnisse auf Der Linie gemeinsamen politischen Wollens und ihr Einsatz in Forschung unD Praxis. Nie genoß einsatzbereite Wissenschaft so hohes Ansehen wie heute. UnD so kann man aussprechen, daß Die Landbauwissenschaft, obwohl sie ihre weltanschauliche Lehrzeit noch nicht beendet hat, doch zahlreiche Proben erfolgreicher Mitwirkung in der Erzeugungsschlacht abgelegt hat. Es gibt keine Ar- Danke, Fran Fischer! (Sine Geschichte von Peter Mattheus. Am Morgen war Herbert Bölk in Urlaub gefahren. Mit dem Rucksack auf Dem Rücken unD einer Reisetasche in Der Hand hatte er sich von feiner Zimmerwirtin verabschiedet. „Also — gute Erholung und gutes Wetter wünsch' ich Ihnen", hatte die rundliche Frau Fischer gesagt. „Kommen Sie gesund zurück und denken Sie in Den zehn Tagen auch ruhig mal an zuhaus. Schreiben Sie mir eine Ansichtskarte." Hermann Bölk hatte ihr lachend Die Hand geschüttelt und war die Treppe hinuntergestampft. Mit seinen genagelten Stiefeln. Frau Fischer hatte feine Schritte bis hinab in den Hausflur gehört. Das war am Morgen gewesen. Gegen Abend klingelte es plötzlich an der Wohnungstür. Frau Fischer ging und machte auf. Drausien stand ein junger Mann mit einem Köfferchen m der Hand und schwenkte den Hut. „Guten Abend, Frau Fischer", rief er fröhlich, „da bin ich!" Frau Fischer guckte ihn befremdet an. „Hm, scheint mir auch, daß Sie da sind", meinte sie kühl. „Aber ich weiß wirklich nicht ..." Der junge Mann setzte hastig das Köfferchen hin und griff sich an die Stirn. „Lieber Himmel!" sagte er erschrocken. „Hat Herbert Ihnen etwa nichts gesagt? Sollte er das vergessen haben?" „Wenn Sie Herrn Bölk meinen", sagte Frau Fischer mit unverminderter Kühle, „so hat er ganz bestimmt vergessen. Er hat mir nichts gesagt. „Das ist sehr unangenehm", sagte der junge Mann und starrte Frau Fischer betroffen an. „Das ist sehr unangenehm. Ja, also ...", er riß sich zusammen und machte eine Verbeugung, „Timme ist mein Name — Alex Timme. Die Sache ist nämlich Die, daß ich Die Nacht hier schlafen wollte." „Ach?" sagte Frau Fischer nur. Sonst nichts. „Jawohl ..." Der junge Herr Timme nickte eifrig. „Herbert und ich sind nämlich gute Freunde, wissen Sie; wir arbeiten beide im gleichen Betrieb. Ich wohne weit draußen in einem Borort und habe heut hier in der Nähe eine Familienfeier vor, bei Der es vermutlich etwas spät werden wird. Und da hat mir Herbert angeboten, in seinem Zimmer zu übernachten, weil es doch ohnehin leer steht — er ist doch heute früh gefahren, nicht? — und weil ich doch so spät keine Verbindung mehr nach Hause habe. Und nun ... ja — hm — was machen wir Denn jetzt?" s Alex Timme sah schrecklich unglücklich aus und blickt Frau Fischer hilfeflehend an. „Na", sagte sie, nachdem sie ihn ein Weilchen schweigend gemustert hatte, „wenn Herr Bölk Sie eingeladen hat, muß ich Sie ja wohl aufnehmen. Ich hoffe nur", fügte sie etwas schärfer hinzu, „daß Sie nachts nicht betrunken hier erscheinen werden!" „Aber nein, ich trinke Überhaupt nicht", versicherte Alex Timme. „Also gut — dann kommen Sie", sagte Frau Fischer und führte ihn den Flur entlang in Herbert Bölks Zimmer. Herr Timme stellte seinen Koffer ab und sah sich in Dem großen, gemütlichen und blitzsauberen Raum um. „Donnerwetter, der Herbert hat's aber hübsch hier!" sagte er anerkennend. „Das lasse ich mir gefallen." „Nun ja", sagte Frau Fischer, „er ist ja auch ein guter und angenehmer Mieter. Bloß schade, daß ich die schöne Tapete überstreichen lassen muß. Uebermorgen kommt der Maler. Herr Bölk sagt ja immer, daß ihn das Grün nervös macht. Er kriegt Augenflimmern davon." Alex Timme blickte eine Weile schweigend die Tapete an, die ein dunkelgrünes Slattmufter auf hellerem Grunde zeigte. „Hm — ja", sagte der endlich, „mit Herberts Augen ist was nicht in Ordnung. Er müßte mal zum Arzt gehen. Ich hab es ihm schon oft geraten." „Sehr vernünftig", erklärte Frau Fischer und nickte nachdrücklich. „Aber diese jungen Leute! Hören sie vielleicht auf einen? Was sagen Sie Denn do^u, daß Herr Bölk an Die See gefahren ist? Um diese frühe Jahreszeit? Es ist doch noch viel zu falt für die See. Wenn er Pech hat, regnet es die ganzen zehn Tage, und er hat überhaupt nichts von feinem Urlaub. Konnte er nicht in die Berge fahren?" „Sehen Sie, Frau Fischer", sagte Timme eifrig, „genau dasselbe habe ich gesagt! Herbert, hab ich gesagt, was willst du jetzt an der See? An Baden ist doch noch gar nicht zu denken. Fahr doch lieber ins Gebirge! Aber auf mich hat er natürlich auch nicht gehört." Er zuckte die Achseln. Frau Fischer war ans Fenster getreten und sah durch die blankgeputzten Scheiben auf die Straße hinaus. „Warum sagen Sie eigentlich immer Herbert — warum sagen Sie nicht Bully?" fragte sie plötzlich. Herr Timme bekam einen roten Kopf und hustete. „Ich... hm...", stammelte er, „ich ..." „Na ja", unterbrach ihn Frau Fischer, „alle seine Freunde nennen ihn doch so. Ich wundere mich schon Die ganze Zeit, Daß Sie immer Herbert sagen." „Aber ich nenne ihn natürlich Bully!" sagte Herr Timme lachend. „Ich wußte nur nicht, daß Sie wissen, daß er so genannt wird." „Dann ist das ja in Ordnung", sagte Frau Fischer und ging zur Tür. „Ich nehme an, Sie werden sich ein bißchen ausruhen wollen, ehe Sie sich für Ihr Fest umziehen. Das tun Sie nur. Ich gehe nachher ins Kino und gebe Ihnen vorher Die Schlüssel herein." Sie verschwand. Einige Zeit darauf klopfte sie und überreichte Herrn Timme die Schlüssel. Dann ging sie und machte Die Wohnungstür laut und Deutlich hinter sich zu. — Sie ging keineswegs ins Kino. Sie ging schnurstracks zum nächsten Polizeirevier und erzählte dem Vorsteher dort eine lange Geschichte. „Beste Frau Fischer!" sagte der Beamte schließlich in einem Zustand gelinder Verzweiflung. „Wie kommen Sie nur darauf. Daß Der Mann ein Zimmer- Dieb ist. Sie haben doch nicht Die geringsten Beweise." „Bester Herr!" ermiDerte Frau Fischer seelenruhig. „Ich weiß nur eines nicht: wie der Mann erfahren hat, daß Herr Bölk heute früh abgereift ist. Sonst habe ich für alles Beweise. Und nun tun Sie mir den einzigen Gefallen und verhaften Sie den Mann, ehe es zu spät ist." „Aber Sie riskieren eine Beleidigungsklage!" meinte der Beamte. „Daß ich nicht lache!" sagte Frau Fischer. Mit einem Achselzucken ging der Vorsteher hinaus. Als er nach einer knappen halben Stunde zu Frau Fischer zurückkehrte, machte er ein gänzlich anderes Gesicht. „Potz Wetter ja — Sie haben vollkommen recht gehabt", erklärte er. „Der Kerl war gerade dabei, die Sachen Ihres Mieters einzupacken. Und wir wissen auch schon, daß er sonst einiges auf Dem Kerbholz hat. Nun sagen Sie mir bloß: wie finD Sie Darauf gekommen?" „Mein Himmel, man hat ja fein bißchen Verstand, nicht wahr?" sagte Frau Fischer bescheiden. „Die Sache kam mir gleich so mulmig vor... Herr Volk sollte etwas vergessen haben? Herr Bölk vergißt nichts! Da habe ich Dem Jüngling eben etwas auf Den Zahn gefühlt. Er hat mir erstens gesagt, daß Herr Bölk schwache Augen hat. Herr Volk hat die gesündesten Augen von Der Welt — unD Grün ist außerdem seine Lieblingsfarbe. Dann hat er nicht gewußt, daß Herr Bölk die See nicht mag und selbstverständlich ins Gebirge gefahren ist. Immerhin merkwürdig für einen so guten Freund. Und schließlich hat er erklärt, daß er Herrn Bölk Bully nennt. Wissen Sie, ich mußte beinahe lachen. Kein Mensch sagt nämlich Bully zu Herrn Bölk. Der würde sich schon wundern. Na, und da war Die Sache ja ziemlich klar, nicht?" „Hmhm", machte Der Herr Reviervorsteher. Aber so ganz klar war ihm die Sache eigentlich noch immer nicht. Trotzdem schüttelte er Frau Fischer kräftig die Hand und sagte: „Danke, Frau Fischer!" Und genau dasselbe sagte Herbert Bölk, als er zehn Tage später braun und knusperig von seinem 1 Urlaub zurückkam. Er riß, als ihm Frau Fischer berichtet hatte, erst einmal Den Schrank unD Die Kommode auf und sah nach, ob alles noch da war. Dann schlang er beide Arme um die rundliche Wirtin, walzte stürmisch mit ihr durchs Zimmer und versetzte ihr zum Schluß einen schallenden Kuß mitten auf Den Mund. „Danke, Frau Fischer!" sagte auch er. Veränderungen im personal des Gießener Stadttheaters. Mit Ablauf Dieser Spielzeit treten im künstlerischen Personal Des Gießener StaDttheaters foIgenDe Veränderungen ein. Aus Dem VerbanDe Des Stadttheaters scheiden aus die Damen: Luise Decker, Cissie H e n ck e l l, Aenne Markgraf, Emmi Hagemann, Helene Wacker; Die Herren: Ludwig Mosbacher, Hans von Spallart, Rudolf Hille, Karl Tank und Heinz Weiser. Neuverpflichtet wurden für die Spielzeit 1936/37: der Dichter Theodor H a e r t e n (Berlin) als Oberspielleiter des Schauspiels; ferner die Damen Maria Gerhardt (Hanau), Charlotte Krause (Darmstadt), Hansi Prinz (Außig), Irmgard Zenner (Wilhelmshaven), Hildegard Jachnvw (Zürich), Ilse Laskus (Gera); die Herren: Victor von Gschmeidler (Außig), Fritz Walter (Mannheim), Günther Winkel (Leipzig), Alfons F o r ft n e r (München), Hans H. Hampel (Gera), Paulus K u e n (St. Gallen) und Ernst August Waltz (Rudolstadt). — Die Spielzeit schließt mit der Aufführung von Shakespeares Komödie „Ende gut, alles gut" unter der Spielleitung des Intendanten am zweiten Pfingstfeiertag. Schottische perlen. Demnächst will man in Schottland die Perlenfischerei wieder aufnehmen, die über ein Jahrhundert lang geruht hat. Verschiedene Fischer an der Mündung des Tay sind schon dabei, die dazu notwendige Ausrüstung zu beschaffen. Die schottische Perlenfischerei geht bis auf die römischen Zeiten zurück, und Suetonius berichtet von Cckesar, daß ihn eine Landung in England gerade der dort vorkommenden wertvollen Perlen wegen sehr angelockt habe. Während desMittelalters hatte Schottland eine sehr beachtliche Perlenausfuhr. Die wertvollste Perle wurde 1620 im Kellie-Fluß in Der Nähe von Aberdeen gefunden und bildet heute eine Zierde in Der schottischen Krone Der englischen Könige. Allein in den Jahren 1761 bis 1764 kamen aus Dem Tay bet Perth Perlen im Gesamtwerte von rund 300 000 Mark auf Den Londoner Markt. zi. beit, keinen Vorgang und keine Einrichtung im Bauernhof, an der sie nicht mit ihren Mitteln entscheidend mitarbeitet und weiterhin mitwirkte. An jedem Erfolg der Ertragssteigerung ist die Teilnahme der deutschen Landbauwissenschaft zu erkennen. Es steht aber auch fest, daß der Forschungsdienst ohne die große Richtung weisende Arbeit des Reichsnährstandes zu einem planvollen Einsatz nicht gelangen könnte. Die Befreiung unserer Wissenschaft von der Vorherrschaft des ökonomischen Prinzips und ihr Bekenntnis zum Gesetz bodenständigen völkischen Lebens hat ihre frühere geistige Vereinsamung, ihre seelische Verarmung und ihre Bauernfremdheit in eine ungeahnt tätige Leistungsgemeinschaft gewandelt, die im Bauerntum und Volk bereits kräftige Wurzeln geschlagen hat. Darum sieht der Forschungsdienst in der neuen Form der öffentlichen Leistungsschau, die der Reichsnährstand veranstaltet, die Verwirklichung seiner eigenen Wünsche und Ziele; er erkennt in der Verbindung von Leistungsschau, Leistungswettbewerb und Lehrschau die Folgerichtigkeit der nationalsozialistischen Aufbauarbeit, in die gesicherte Ergebnisse der deutschen Landbauforschung nicht fruchtbarer hätten eingebaut werden können. So wirkt durch alle Häuser und Schauen der Reichsnährstandsausstellung auch neuer wissenschaftlicher Geist, der dem Bauern und seinem Hof zum Besten des Volkes, der Dolkskultur und der Volkswirtschaft dienen will und aus seinem inneren Gesetz heraus dienen muß. Schwedens König bei Lustschutziibungen. ■ Ön Stockholm wurden die bisher größten schwedischen Luftschutzübungen von dem Freiwilligen Luftschutzverein durchgeführt. Den Hebungen wohnte auch König Gustaf (links) mit dem Kronprinzen bei. — Rechts: Schwedische Soldaten bei der Luftabwehr am Maschinengewehr. (Presse-Bild-Zentrale-M.) Geschichten aus aller Welt. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Das Erlebnis des Hauptmanns Gordon. (k) Bombay. Seit vielen Jahren lebte Hauvtmann Gordon in Indien. Selten aber hatte er Die drückende Hitze so quälend empfunden wie an jenem Tag, als er sich zu einem Bad in einem indischen See entschloß, an dem ihn der Weg vorüberführte. Am Ufer ließ er seinen großen Neufundländer zurück, der dort feine Kleider bewachen sollte. Während Gordon ein wenig in den See hinausschwamm, bemerkte er plötzlich, daß der Hund unruhig am Ufer hin und her lief und bellend auf das weite Wasser hinaus wies. Gordon erblickte dort jenen verhängnisvollen Wasserstreifen, der dem Kenner verrät, daß ein Krokodil sich heranpirscht. Die Lage war für Gordon äußerst gefährlich. Das Krokodil schwamm schneller als er. Wie sollte er zum Ufer kommen? In diesem Augenblick machte der Neufundländer einen Satz, sprang in das Wasser hinein und schwamm dem Krokodil entgegen. Als Gordon das Ufer gewonnen hatte, sah er nur noch einen Blutflecken auf dem Wasser, die letzte Spur seines heldenhaften Neufundländers. Ta-Wang, der „Große Kaiser". (h.t.) Eh arbin. Tigerjagd in der Mandschurei: so man einen Tiger „erwischt", ein gutes, sogar ein sehr gutes Geschäft! Denn ein Tigerkadaver wird von den chinesischen Apothekern sorgfältiger „ausgeschlachtet" als ein Hausschwein und schon für einen „normalen" Tiger werden tausend mandschurische Dollar und mehr gezahlt. Wohlgemerkt, nicht für das Fell, sondern für all das, was unter dem Fell ist und was eigentlich nach westeuropäischen Begriffen zu jenen Wilhelm Busch-„Resten" gehört, die nicht mehr zu gebrauchen sind. Aber der chinesische Apotheker versteht gerade diese „Reste" ausgezeichnet zu verwerten und er stahlt sogar den geforderten Preis, vor allem, wenn der Tiger auf Kopf und Brust eine Haar-Musterung zeigt, die den chinesischen Schriftzeichen „Ta" und' „Wang" ähneln und die zusammen „Großer Kaiser" bedeuten. Ein so „gemusterter" Tiger, der von den mandschurischen Chinesen beinahe als ein heiliges Tier angesehen wird und der in diesem Sonderfalle fein Epitheton ornans insofern mit vollem Recht trug, als er die respektable Länge von 2,50 Meter besaß, wurde soeben von einem russischen Emigranten in der Nordmandschurei erlegt, und der glückliche Schütze dürfte bis auf weiteres aller materiellen Sorgen ledig fein. Der chinesische Apotheker schätzt vor allem das Mark der Knochen, aus dem gewisse, im Fernen Osten besonders geschätzte „Stärkungsmittel" hergestelll. werden, aber auch das Fleisch, die Eingeweide und das Tigerfett spielen in der chinesischen Volksmedizin eine sehr große Rolle. Tigerklauen und Tigerhaare werden als Amulette verkauft und allein das Fell des „Kaiser-Tigers" dürfte mindestens 700 Mark erbringen. Aber nicht weniger abergläubisch als die Apotheker find die Tigerjäger selbst; von jedem erlegten Tiger behält sich 'der Schütze eine Kralle und em Stückchen Mastdarm zurück, weil nur so eine Gewißheit vorhanden ist, einen weiteren Tiger zu erlegen. Ta-Wang hat mittlerweile seine Rundreise durch die mandschurischen Großstädte angetreten und ist soeben — dank der strengen Kälte — in „noch verhältnismäßig „gutem Zustande" in Dairen eingetroffen, wo er über kurz oder lang — das hangt vom Wetter ab, das den börsenmäßigen Preis bestimmt — in irgendeiner Retorte verschwinden und in Gestalt von allerlei Wundermitteln wieder seine Auferstehung feiern dürfte. „Kenner" schätzen den medizinischen Wert des Ungetüms auf etwa 1000 Mark — wenn man bedenkt, daß man heute schon 3. Klasse für rund 250 Mark von Berlin nach der Mandschurei fahren kann, würde sich also eine kleine Tigersagd in der Theorie schon irgendwie „lohnen". Aber leider sind auch in der Mandschurei Tiger in der Praxis in erster Linie Glückssache und ehe man einen schießt, kann man selber zehnmal vorher von den Banditen umgelegt werden ... Der Tote in der Fernsprechzelle. (ku) San Franzisko. Jimmy Pank war ein gefährlicher und streitsüchtiger Seemann. Auf dieser letzten Fahrt von Bahia herauf hatte er einen schwedischen Heizer niedergeschlagen. Pank war stark wie ein Bär. Deshalb wagte es niemand, dem Schweden beizustehen. Nun aber ereignete sich ein seltsamer Vorfall: Kurz nachdem das Schiff in San Franzisko festgemacht hatte, stellte die Polizei das Fehlen einer Telephonzelle im Hafen von San Franzisko fest. Erst einige Wochen später stieß eine Baggermaschine zufällig auf eine Telephonzelle unter Wasser. In dieser Zelle aber lag ertrunken — Jimmy Pank. Die Zelle war mit einem starken Tau umwickelt. Das Tau war mit Seemannsknoten geknüpft. Die Rekonstruktion der Tat war sehr einfach: Man hatte Pank in der Telephonzelle gefangen, als er dort ein Gespräch führte. Dann hatte man die ganze Telephonzelle ins Wasser geworfen und den Mann so ertränkt. Von der Besatzung des Schiffes wollte niemand etwas von jener Tat wissen. Der Schwede konnte ein etwas brüchiges Alibi beibringen. Die Behörden zweifelten nicht daran, daß er direkt in jene Tat verwickelt war. Aber der Nachweis fehlte. So oft der Schwede mit einem Schiff in San Franzisko anlief, wurde er verhört. Dor ein paar Tagen sind die Akten im Falle Jimmy Pank endgültig geschlossen worden, nachdem jener Schwede bei einem Hafenunfall den Tod gefunden hatte. Das lebensgefährliche Verkehrsmittel. (f) Buenos Aires. Es ist nicht ganz unbekannt, daß die Verkehrsverhältnisse in der argentinischen Hauptstadt mancherlei zu wünschen lassen. In den engen Straßen ist der Verkehr in der Altstadt zu gewissen Stunden am Tage geradezu lebensgefährlich. Zum Straßenbilde von Buenos Aires gehören feit einigen Jahren die sogenannten „Collectivos", schnelle Mikroomnibusse, die etwa einem Dutzend Fahrgästen höchst unbequem Platz bieten, aber den Verkehr über weite Strecken in denkbar kürzester Frist bewältigen. Die „Collectivos" sind aus dem Straßenbild von Buenos Aires gar nicht mehr fortzudenken, obwohl jedermann weiß, daß eine Fahrt mit einem solchen „rasenden" Vehikel stets gefährlich ist. Das ist nun auch durch ein Gerichtsurteil schwarz auf weiß festgelegt worden. Ein Angestellter war auf dem Wege zu seinem Arbeitsplatz bei einem Collec- tivo-Unfall ums Leben gekommen. Die Witwe hatte zunächst den Wagenbesitzer auf Zahlung einer Entschädigung verklagt; der Mann mar zahlungsunfähig. Darauf verklagte sie die Arbeitgeberin ihres verunglückten Mannes, wurde aber abgewiesen. Denn, so führte der Richter in der Urteilsbegründung aus, der Weg des verunglückten Angestellten von feiner Wohnung zur Arbeitsstätte fei an sich vollständig gefahrlos gewesen, da aber der Verunglückte einen Collectivo benutzt habe, also ein Transportmittel, das in dem berechtigten Rufe stände, lebensgefährlich zu fein, so habe er dies auf eigene Gefahr getan, weshalb man der Arbeitgeberin auch nicht die Verantwortung aufbürden könne. — Das Urteil ist interessant. Die „Collectivos" von Buenos Aires sind gerichtsnotorisch lebensgefährliche Verkehrsmittel, die man nur auf eigene Gefahr benutzen kann. Das gibt allerhand hübsche Aussichten! Leider hat sich bisher noch niemand für die Frage interessiert, wie man diesen für eine moderne Großstadt, wie es Buenos Aires ist, immerhin eigenartigen Zustand beseitigen könnte Truthähne „nach Matz". (—) London. Obwohl wir jetzt erst vor dem Pfingstfest stehen, beschäftigen sich gewisse Kreise in England jetzt schon mit dem Weihnachtsfest. Und zwar sind dies ine — Londoner Geflügelhändler. Bekanntlich liefert der Truthahn den Engländern von altersher den obligaten Weihnachtsbraten. Weihnachten ohne Truthahn wäre für den Bewohner des Jnfelreichs dasselbe wie für den Deutschen Weihnachten ohne Lichterbaum. Nunmehr hat die Vereinigung der Londoner Geflügelhändler nicht nur an alle englischen Truthahnzüchter, sondern auch an die in Australien, das alljährlich einen großen Prozentsatz der „Weihnachtsvögel" ins Mutterland liefert, ein Rundschreiben gerichtet, in dem diese gebeten werden, von jetzt ab — kleinere Truthähne zu züchten. Nicht etwa, weil die englischen Verbraucher große Tiere nicht mehr bezahlen können, sondern weil die in den letzten Jahren in allen Londoner Haushaltungen eingeführten — Gasbratöfen auf so mächtig ausgewachsene Truthahnexemplare nicht eingerichtet und für sie zu klein sind... Der Mann, der den König erpressen wollte. B. Bl. Brüssel. Der belgische König war kürzlich das Opfer eines Erpressungsversuchs. Ein gewisser Nicolas Elsen sandte dem König einen Brief, in dem er unter Drohungen die Auszahlung einer Summe von zehn Millionen Francs verlangte. Womit der Verbrecher eigentlich gedroht hat, ist nicht bekannt. Man nimmt an, daß er die Absicht gehabt habe, die Kinder des Königs zu entführen. Monarchen werden nicht selten von Erpressern verfolgt. Meist handelt es sich um Geisteskranke. Der letzte Fall, der einiges Aufsehen erregte, war der eines britischen Ingenieurs, der Jahre hindurch von dem britischen König Geld forderte; bekäme er das Geld nicht, so würde er peinliche Affären aus der Familie des Königs „enthüllen". Der Ingenieur wollte nämlich ein natürlicher Verwandter des britischen Königs, und zwar ein Sohn des verstorbenen Herzogs von Clarence gewesen sein. König Georg hatte sich die Erpressungsoersuche stillschweigend gefallen lassen, bis es ihm eines Tages zu bunt wurde und er die Sache der Polizei übergab. Der Erpresser stellte sich dann als ein Geisteskranker heraus. Die letzten Segelschiffe. E. Bl. Southampton. Mit dem vor der britischen Küste gestrandeten Segelschiff „Herzogin Cecilie" verschwindet eins der chönsten und ruhmvollsten Segelschiffe von den ieben Meeren. Es ist nicht anzunehmen, daß Segel- chiffe vom Typ der „Herzogin Cecilie" wieder gebaut werden. W - 1 - Der Führer und Reichskanzler ernannte den Stabsmusikmeister Adolf Verdien mit Wirkung vom 1. April d. I. ab zum Heeresmufikinspi-- 3 i e n t e n. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Vor dem Kriege waren die deutschen Fünfmaster die schönsten und schnellsten Segelschiffe der Welt. Auch die „Herzogin Cecilie" war ja ein deutsches Schiff. Zwischen Hamburg und Peru verkehrten vor dem Krieg regelmäßig deutsche Segelschiffe, wie z. B. die „Potosi". Nach dem Krieg ging eines der großen Segelschiffe nach dem anderen verloren, und der tragischste Verlust ist wohl der des dänischen Fünfmasters „Kopenhagen", eines Schulschiffes, das vor einigen Jahren spurlos verschwand. Während des Krieges erbeuteten die deutschen Kreuzer eine ganze Reihe von Segelschiffen, so die „Drummuir" und die „Conway Castle", die „Crown of Jndia", „Jsle of Arrar", „Glenholm" und' viele andere. Abgesehen von kleineren Fahrzeugen und Jachten, besitzt Großbritannien heute wohl überhaupt keine Segelschiffe mehr, nicht einmal als Schulschiffe. Mit großem Bedauern verzeichnet man in England das Ende einer großen Zeit, denn I schließlich war es das Segelschiff und nicht das Dampfschiff, dem England seine Weltmachtstellung verdankte. Do 20, ein neues Großsingschiff der Dornier-Werke ■A •* X, VW Auf Grund der Erfahrungen, die man mit den bisherigen drei Flugschiffen der Do-X-Klasse machte, bauen die Dornier-Werke nun ein neues Flugschiff Do 20, dessen Modell zum erstenmal auf der Internationalen Luftfahrt-Ausstellung in Stockholm der Öffentlichkeit gezeigt wird. Das Flugschiff wird mit acht Dieselmotoren von je 800 bis 1000 PS getrieben und hat bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 250 bis 300 Kilometerstunden einen Flugbereich von 4000 bis 5000 Kilometer. (Werkbild-M.) Obecheffen. Sternwanderung an Himmelfahrt nach Butzbach. Am diesjährigen Himmelfahrtstag findet von einer Anzahl Wanderverbände (Taunusbund, Odenwaldverein, Westerwaldverein, VHC. u. a.) eine Sternwanderung nach Butzbach statt, zu der jetzt rund 2000 Teilnehmer angemeldet sind. Reichswanderführer Professor Dr. Werner wird in einer Kundgebung für die Wanderbewegung sprechen. Sonntagskarten von allen Stationen im Umkreis von 75 Kilometer nach Butzbach sind bei der Reichsbahndirektion beantragt. Nach einem Festzug findet gemütliches Beisammensein mit Tanz in der Festhalle am Wetzlarer Tor statt. An über hundert Wandervereine sind die Einladungen ergangen und die schöne, aufstrebende Stadt Butzbach wird auch diesmal ihre Anziehungskraft beweisen. Landkreis Gießen 00 Klein-Linden, 15. Mai. Die Volksund Schülerbücherei, einstmals von der Heimatvereinigung Klein-Linden durch den verstorbenen Rektor Boßler gegründet und heute dem Volksbildungswerk Klein-Linden unterstellt, zählt gegenwärtig 551 Bände, davon 155 unterhaltender, 308 belehrender Art und 88 Jugendbücher. Die Zahl der Leser betrug im verflossenen Schuljahr 1935/36 im ganzen 51, und zwar 18 Erwachsene und 33 Jugendliche. Entliehen wurden im Berichtsjahr 241 Banüe, nämlich durch Erwachsene 70 und durch Jugendliche 171 Bände. An Mitteln zur Beschaffung neuer Bücher stiftete der Kreis Gießen 5 Mark, die Spar- und Darlehenskasse Klein-Linden 10 Mark; an Lesegeldern gingen 9,03 Mark ein. Ferner flössen vom Ortsring Klein-Linden des Landschaftsbundes Volkstum und Heimat 4 Mark von zwei körperschaftlichen Mitgliedern in die Kasse der Bücherei. Die Gebühr für entliehene Bücher beträgt für Erwachsene in Arbeit 6 Pf., für Erwerbslose und Jugendliche 3 Pf. pro Buch in einer Woche. Die Bücherei ist im neuen Schulhaus untergebracht und wird von einem Lehrer verwaltet. u. Klein-Linden, 15. Mai. Im Gasthaus „Zur deutschen Eiche" hielt die Baugenossenschaft Klein-Linden ihre diesjährige Hauptversammlung ab. Aufsichtsratsvorsitzender Ludwig Viehmann II. gedachte in ehrenden Worten der Verdienste des im Berichtsjahr verstorbenen Mitgliedes des Aufsichtsrates, Beigeordneten Wilhelm Jung XL, den die Versammlung in üblicher Weise ehrte. Nachdem er noch in kurzen Worten zur Mitarbeit am Aufbau unseres Vaterlandes aufgefordert und das Sieg-Heil auf den Führer ausgebracht hatte, sprach der Vorsitzende der Genossenschaft August Luh zum Geschäftsbericht. Am Arbeitsbeschaffungsprogramm des Dritten Reiches hat sich die Baugenossenschaft wesentlich beteiligt. Die Bilanz zeigt in Aktiva und Passiva 96 733,05 Mark. Der Reingewinn beläuft sich auf 1376,78 Mark. Der Geschäftsverlauf ist als günstig anzusprechen. Anschließend berichtete der Vorsitzende des Aufsichtsrats Ludwig V i e h m a n n II. über die Prüfung der Bücher. Genossenschaftsrechner Wilhelm Rinn verlas die Bilanz und die Gewinn- und Verlust- rechnung. Der Reingewinn wird wie folgt verteilt: 10 o. H. = 137,67 Mark kommen zur gesetzlichen Rücklage, 500 Mark zur Bauerneuerungsrücklage, 201,60 Mark, das sind 1,5 v. H. vom Geschäftsguthaben, geben Dividende, der Rest mit 537,49 Mark wird dem Reservefonds überwiesen. Die Geschäftsanweisungen des Vorstands und Aufsichtsrats wurden vom Rechner verlesen und einstimmig gutgeheißen. Auch die Einheitsmustersatzung für Baugenossenschaften fand einstimmige Annahme. Der satzungsgemäß aus dem Aufsichtsrat ausscheidende Vorsitzende Ludwig Vieh mann II. wurde einstimmig wiedergewählt; ferner wurde noch Mitglied Friedrich Steinmüller in den Aufsichtsrat berufen. Es wurde noch beschlossen, jedem Woh- nungsinyaber in den Häusern der Baugenossenschaft eine Hausordnung auszuhändigen. Ferner wurde beraten über die Vermietung leerwerdender Wohnungen und über die Beschaffung weiterer Arbeit durch Außen- und Jnnenarbeiten. Mit dem Dank an alle Mitarbeiter schloß der Vorsitzende des Aufsichtsrats die Hauptversammlung. (D Lollar, 14. Mai. Am Sonntagvormittag hielt der in den Ruhestand getretene Pfarrer Guß- mann, der lange Jahre das Amt des Dekans des Dekanats Gießen bekleidete, in der Kirche zu Kirchberg feine Abschiedspredigt. Der Frauenchor von Mainzlar unter Leitung von Lehrer N i k o l e y fang den 23. Psalm. Der Kirchenvvrstand überreichte dem scheidenden Seelsorger einen Ehrenbrief, und die ganze Gemeinde des Kirchspiels machte ihm in sinniger Weise ein Oelgemälde der Kirche zu Kirchberg, der Stätte, an der er 40 Jahre lang gewirkt, zum Abschiedsgeschenk. Der Geistliche, dessen Verdienste schon vor einiger Zeit von uns gewürdigt wurden, siedelte dieser Tage nach Gießen über. I Lollar, 14. Mai. Gestern fanden hier zwei Vorführungen des Filmes „F r i e f e n n o t" statt, die beide gut besucht waren. Die Nachmittagsoorführung war für Jungvolk und Hitlerjugend, während am Abend sich die Gliederungen Der Partei usw. eingefunden hatten. Der wertvolle Film, der ein erschütterndes Bild gibt von dem schweren Schicksal und der Not unserer deutschen Brüder in Rußland, deren Vorfahren vor Jahrhunderten dorthin ausgewandert sind, um sich dort inmitten undurchdringlicher Wälder eine neue Heimat zu gründen, machte auf alle Zuschauer sichtlich den tiefsten Eindruck. Der vorausgehende Kulturfilm „Nordische Reise" zeigte prachtvolle Bilder aus der eigenartigen Welt Islands und fand allgemeinen Beifall. T Großen-Bufeck, 15. Mai. Turnoereins- führer und Turnwarte aus unserer Gemeinde, ferner aus Beuern, Burkhardsfelden und Reiskirchen trafen sich dieser Tage hier, um über einen allq Konferenz. die Wollen Sie O G «W. «unnn> G G G o G o o O o G 02262 Seltersweg 63 / Fernsprecher 4026 3231 d Duftige Unterwäsche tragen Urlaub auf See Juvena-Rokoko Photo - Kino Kreuzplatz 9 im 3230A Im übrigen ein paar Beispiele: W INH.: WILHELM HORN UND SOHN G/ESSEN*NL&UMUR Gl Cf 3194 A 3bad'WifcUingtn. fiitTlkre u. 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Jahre trennen uns von diesem Erlebnis und eine neue Jugend wächst in einem neuen Deutschland heran. Ein großer Gedanke beherrscht all unser Tun und Handeln, unser Leben und Streben, den Geist der Ration: das Gefühl der Zusammengehörigkeit, der Verbundenheit, der Gemeinschaft! Ein Volk trägt sein Schicksal. Dieses lebendige Gefühl der Volks- und Schickfalsgemeinfchaft müssen wir wach erhalten und stärken, von Generation zu Generation als etwas Kostbares pflegen, denn: der wahrhafte Sozialismus, den uns Adolf Hitler erleben läht, gründet sich auf das Gemeinfchafts- empfinden des ganzen Volkes. In unserer Jugend wollen wir die Träger dieses Geistes sehen, heute noch als Lernende, später aber als Führende der Ration! Deswegen haben wir die Zeltlager der Hitler- Jugend geschaffen, um dort die Jungen aus der Fabrik, aus der Werkstatt des Handwerks, aus dem Hof des Bauern, aus den Schulen und Seminaren zufammenzufaffen in der Lagergemeinfchaft. hier fallen fie sich kennen und verstehen lernen, wenn einer auf den anderen angewiesen ist, hier sollen sie aus der räumlichen Enge der Stadt, des Arbeitsplatzes hinaustreten in die weite Ratur, hier sollen sie Gemeinsames erleben und Kräfte fam- * Italienisches Stammwort, aus dem „Kartoffel" entstand. Metzger, Bezirksbauernführer Schreiber, Führer des Vannes 116 Stühler, Kreishandwerksmeister Wagner, Kreiswatter der DAF. Sturm 13/R. 116, Lang-Göns: Lang-Göns, Gasthaus „Zum Schwanen", werktags von 18 bis 21 Uhr, Sonntags von 8 bis 18 Uhr. Sturm 14/R. 116, Reiskirchen: Gasthaus Gundrum, Reiskirchen, und Bürgermeisterei Beuern, werktags von 18 bis 21 Uhr, Sonntags von 8 bis 18 Uhr. Sturm 15/R. 116, Londorf: Truppführer Bott, Londorf a. d. Lda., Adolf-Hitler-Straße 1, werktags von 18 bis 21 Uhr, Sonntags von 8 bis 18 Uhr. Sturmbann III/K 116 Raubach. Sturm 21/R. 116, Gedern: Bürgermeisterei Gedern, werktags von 18 bis 21 Uhr, Sonntags von 8 bis 18 Uhr. Sturm 22/R. 116, Schotten: Kreisleitung Schotten, Dienstzimmer des Sturmes, werktags von 18 bis 21 Uhr, Sonntags von 8 bis 18 Uhr. Sturm 23/R. 116, Laubach: Bürgermeisterei Hungen, Dienstzimmer des Sturmes, und Laubach, Dienstzimmer des Sturmbannes, werktags von 18 bis 21 Uhr, Sonntags von 8 bis 18 Uhr. Sturm 24/R. 116, Grünberg: Rathaus in Grünberg, Dienstzimmer des Sturmes, werktags von 18 bis 21 Uhr, Sonntags von 8 bis 18 Uhr. Sturm 25/R. 116, Lich: Rathaus in Lich, Dienstzimmer des Sturmes, werktags von 18 bis 21 Uhr, Sonntags von 8 bis 18 Uhr. Taesler, Führer des Jungbannes 116. Die Reserve-Standarte 116 Giehen bietet allen Volksgenossen Gelegenheit, dem Führer ihren Dank abzustatten: Sturmbann I/B 116 Lauterbach Sturm 1/R. 116, Lauterbach: Schlitz, SA.-Heim, und Lauterbach, Bürgermeisterei, werktags von 18 bis 21 Uhr, Sonntags von 8 bis 18 Uhr. Sturm 2/R. 116, Alsfeld: Alsfeld, Gasthaus „Vaterland", werktags von 18 bis 21 Uhr, Sonntags von 8 bis 18 Uhr. Sturm 3/R. 116, Romrod: Romrod, Geschäftszimmer des Sturmes im Schloß, werktags von 18 bis 21 Uhr, Sonntags von 8 bis 18 Uhr. Sturm 4/R. 116, Herbstein: Bermutshain im Sturm- Geschäftszimmer, werktags von 18 bis 21 Uhr, Sonntags von 8 bis 18 Uhr. Sturmbann II/R 116 Sieben Sturm 11/R. 116, Gießen: Gießen, Gasthaus „Aquarium", Walltorstraße, werktags von 18 bis 21 Uhr, Sonntags von 8 bis 18 Uhr. Sturm 12/R. 116, Gießen: Gießen, Cafä Ebel, Burggraben, werktags von 18 bis 21 Uhr, Sonntags von 8 bis 18 Uhr. Sturm 1/L. 116, Gießen: Gießen, „Frankfurter Hof", Marktlaubenstraße, werktags von 18 bis 21 Uhr, Sonntags von 8 bis 18 Uhr. Ein treuer Sohn seiner Heimatstadt Sieben. Zu dem gestern abgedruckten F - „Hinden - b u r g" - G r u ß des Herrn Campus aus Neu- york an den Gießener Anzeiger wird uns von befreundeter Seite geschrieben: Herr Georg Lampus hat seine Heimatstadt Gießen, die er als Dreizehnjähriger verließ, um über dem großen Wasser bei Verwandten eine Heimstätte zu suchen und zu finden, nicht vergessen. Das beweist seine gestrige Grußkarte an den Gießener Anzeiger. Sein Herz hängt heute noch in alter Treue an Heimat und Volk und Vaterland. Das beweist auch seine Zugehörigkeit zum Schottener Männerchor in Neuyork, der ja bewußt sein Deutschtum besonders pflegt. Er bedauerte in seinem letzten Briefe, daß dort nicht mehr alle Deutschen von heute so wären, wie die Deutschen von früher: „Nicht weniger als 800 000 Deutsche und Deutschamerikaner sind in Neuyork, was könnten wir leisten, wenn wir Zusammenhalten würden?" Herr Lampus ist aber nicht bloß ein Mann des Wortes und des Grußes. Er ist auch ein Mann der Tat. Er hat sich in Deutschlands allerärmster Zeit nach dem Grauen des Weltkrieges, in der Zeit der Geldentwertung, um den städtischen Knabenhort, den er in feiner Grußkarte auch erwähnt, besonders verdient gemacht. Von 1920 an hat er eine Reihe von Jahren die Zöglinge des Hortes, dem er selber von 1894 bis 1896 angehört hatte, mit reichen Weihnachsgaben bedacht. Die Hortzöglinge aus jenen Fahren werden sich sicherlich mit dankbarer Freude des Mannes erinnern, der ihnen damals Fahr um Jahr ein schönes Christfest mit wertvollen Gaben bereiten half und ihnen außerdem zum trockenen Vesperbrote lange Zeit süße Zukost lieferte. Möge sein gestriger Gruß in den Herzen aller damaligen Knabenhörtler widerklingen! Gießener Wochenmarktpreife. * Gießen, 16. Mai. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, % kg 1,55 Mark, Landbutter 1,42, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse S 11, Klasse A 10^, Klasse B 10, Klasse C 9%, Klasse D 9, ungezeichnete 8, Enteneier 9 bis 11, Wirsing, kg 15 bis 20, Weißkraut 15 bis 20, Rotkraut 20 bis 25, gelbe Rüben, alte 10 bis 12, neue, das Bündel 20 bis 25, rote Rüben, % kg 10 bis 12, Spinat 10 bis 15, Römischkohl 12, Spargel 25 bis 50, Unterkohlrabi 8, Tomaten 48 bis 55, Zwiebeln, ausländische 15 bis 18, Meerrettich 30 bis 65, Schwarzwurzeln 20 bis 35, Rhabarber 10 bis 15, Kartoffeln, kg 5 Pf., 5 kg 45 Pf., 50 kg 3,90 Mark, neue, % kg 14 bis 20 Pf., Aepfel 25 bis 50, Hähne 90 Pf. bis 1 Mark, Suppenhühner 85 bis 90 Pf., Tauben, das Stück 50 bis 60, Blumenkohl 70, Salat 10 bis 20, Salatgurken 40 bis 50, Oberkohlrabi 15 bis 20, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 35, Rettich, neu, das Bündel 15 bis 20, Radieschen, das Bündel 5 bis 10 Pf. SA.-Brigade-Sporttag in Gießen. Am Sonntag, 7. Juni, findet in Gießen ein Brigade-Sporttag der SA.-Brigade 147 statt. Weitere Mitteilungen folgen. Postbesörderung mit LZ „Hindenburg" nach Nordamerika. Die zweite Fahrt des Luftschiffes „Hindenburg" nach Nordamerika wird bereits Samstag, 16. Mai, wieder in Frankfurt beginnen. Mit dem Luftschiff werden gewöhnliche und eingeschriebene Briefsendungen jeder Art, sowie gewöhnliche Pakete nur noch für Empfänger in den Vereinigten Staaten von Amerika und Ländern darüber hinaus beför- Die Leitung des Lagers untersteht einem forgfällig geschulten älteren Kameraden, der neben der ständigen ärztlichen lleberwachung durch zwei Feldschere und tägliche Kontrolle durch den Lagerarzt für das Wohlergehen der Jungen sorgt. Euer Junge soll im Zeltlager ja nicht allein geschult und erzogen werden, er soll auch körperlich gestärkt an die Alltagsarbeit zurückkehren. DeswegenBetriebsführerundLehr- meister: Schickt eure Jungen ins Zeltlager! Die acht Tage Erholung von der Arbeit bedeuten ein ganzes Jahr freudiges Weiterfchaffen? Gebt ihnen die zwei Mark Lagerbeitrag mit, ihr könnt euch dankbare Jungenherzen erwerben! Ist euch nicht der Junge tieber, der aufgefchloffen, im Denken und handeln selbständig und verantwortungsgestärkt in eurer Fabrik, in eurer Werkstatt sieht? Diese Jugend, die den Ramen des Führers trägt, hat eine große Aufgabe zu erfüllen. Sie wird es ja fein, die das Erbe weilerträgt in Deutschlands Geschichte. Andauch ihrBauern! Eure Jungen müssen auch einmal heraus aus dem Kreis der täglichen Pflichten. Sie müssen mit ihren Kameraden aus der Stadt im Lager das Erlebnis der Gemeinschaft teilen, sie müssen sich schon als Jungen gegenseitig näher kommen und sich verstehen. Der Führer hat den deutschen Bauern die Freiheit der Scholle gesichert und ihn herausgeführt aus der Enge und Abgeschlossenheit eines Standes. Der deutsche Bauer steht wieder mitten in der Gemeinschaft des ganzen deutschen Volkes. Laßt eure Jungen deswegen einmal im Jahre mit den anderen ins Zeltlager gehen. Aus den Jungen werden Männer, deutsche Bauern, die euer Erbe verwalten und das Erbe des ganzen Volkes. Gebt ihnen das Rüstzeug dazu und laßt eure Hitler-Jungen ins Zeltlager! Roch wenige Wochen gehen ins Land. Die Zeltlager der Hitler-Jugend öffnen sich und zehntausende deutscher Jungen werden dort Heimat und lebendigen Rakionalsozialismus erleben! Dr. Hildebrandt, Kreisleiter. mann zu Wörrstadt, . .. Pfarrverwalter der zweiten Pfarrei in Pfungstadt, Dekanat Darmstadt, unter Wahrung feiner Rechte als definitiver Pfarrer; der Pfarrverwalter der Pfarrei Bechtheim, Dekanat Worms, Hans Balz, zum Pfarrverwalter der Pfarrei Mettenheim, Dekanat Worms; der Pfarrverwalter Ludwig Cloß zu Engelrod, Dekanat Lauterbach, zum Pfarroer- walter der Pfarrei Oppenheim, Dekanat Oppenheim; der Pfarrverwalter Hans H ö r e s zu Ober- Widdersheim-Borsdorf, Dekanat Hungen, zum Pfarrverwalter der Pfarrei Beedenkirchen, Dekanat Zwingenberg; der Pfarrverwalter Ernst Staiger zu Hopfgarten, Dekanat Alsfeld, zum Pfarroer- walter der Pfarrei Udenheim, Dekanat Oppenheim, sämtlich mit Wirkung vom 16. April 1936. ** Maienblasen am heutigen Samstag ab 19 Uhr vom Turme der Johanneskirche. 1. Choral „Nun danket alle Gott" von Johann Krüger (1647); 2. „Gott grüße dich" von Mücke; „Von des Rheines Strand", Volksweise. ** Die Pfingstferien in Hessen. Für die Pfingstferien in den hessischen Schulen gilt folgende Regelung: Die Ferien dauern sieben Tage von Donnerstag, 28. Mai, bis Mittwoch, 3. Juni, der dert. Sammlersendungen an Empfänger in beliebigen Bestimmungsorten, wie sie für die erste Fahrt des Luftschiffes an das Bahnpostamt 19 Frankfurt a. M. eingesandt werden konnten, sind nicht mehr zugelassen. Derartige Sendungen werden den Absendern zurückgegeben. Die mit dem Luftschiff zu befördernden Sendungen müssen den Leitvermerk „Mit Luftschiff nach Nordamerika" tragen und mit einem Luftpostklebezettel versehen fein; sie sind wie andere Luftpostsendungen einzuliefern, d. h. nicht unter Umschlag an das Bahnpostamt 19 Frankfurt a. M. einzusenden. Der Postschluß tritt am Abfahrtstage um 18.00 Uhr bei dem Bahnpostamt 19 Frankfurt a. M. ein. Die Gebühren für Beförderung mit dem Luftschiff setzen sich zusammen aus der gewöhnlichen Freigebühr und dem Luftpostzuschlag. Nähere Auskunft hier- Postschlüsse bei den Post- ** Evangelische Ernannt wurden: der S Tage Erlebnis und Gemeinschaft Aufruf zum Zeltlager des Bannes und Zungbannes 116. Laßt eure Jungen ins Zeltlager der H i l l e r - I u g e n d ! Laßt sie einmal acht Tage lang unter ihren Kameraden weilen und laßt sie einmal Gemeinschaft und Erlebnis teilen! Eltern und Erzieher! Laßt die Jungen einmal hinaus ins Lager, damit sie, Jungen unter Jungen, sich einordnen können in den Kameradenkreis Gleichgesinnter, sich freiwillig felbstgewählter Zucht und Ordnunng unterwerfen. Ihr braucht euch nicht zu forgen um das Wohlergehen eurer Jungen. und Lee die Liebe", Lustspiel von Friedrich Lindemann. Spielleitung: Kurt Lüpke. 31. Vorstellung im Mittwoch-Abonnement. — Freitag, 22. Mai von 20 bis 22.30 Uhr das Gesellschaftslustspiel „Pygmalion" von Bernard Shaw. 31. Vorstellung im Freitag-Abonnement. — Sonntag, 24. Mal, von 19 bis 2130 Uhr zum letztenmal das Matrosenstuck „In Luv und Lee die Liebe", Lustspiel von Fr. Lindemann. Spielleitung: Kurt Lupke. Die Vorstellung ist außer Abonnement. 40 Lahre IM Dienst der Bezilk^sparkasse Gießen Am gestrigen Freitag konnte der Rechner der Be- zirtssparkasse Gießen, Wilhelm B r a u n , auif eine 40jährige Dienstzeit bei dieser Kasse 3uru(fbhcfen. Der Vorsitzende des Verwaltungsrats Oberbürgermeister Ritter, würdigte in einer schlichten Feier die Verdienste des Jubilars um d,e Sparkasse und sprach ihm den Dank und die Anerkennung des Verwaltungsrats und Vorstandes für die langjährige treue und gewissenhafte Pflichterfüllung aus. Als äußeres Zeichen der Anerkennung überreichte er ihm eine Ehrenurkunde. Direktor Dr. Hopfenmul- l e r ehrte den Jubilar durch ttebergabe eines Bildes des Führers. Von feiten der Arbeitskameraden bei denen sich Herr Braun allgemeiner Wertschätzung erfreut, erhielt er ebenfalls ein Geschenk. Hrühgoliesdrenst am H mmeffahrtstag au? dem (^chistenbera Die Himmelfahrts-Frühgottesdienste auf dem Schiffenberg haben immer größeren Beifall gefunden. So soll auch in diesem Jahre em Fruhgottes- dienft in der alten Klosterkirche auf dem Schiffenberg gehalten werden. Der Gottesdienst beginnt um 8.30 Uhr. Es wirken mit der Frauenchor Hausen und der Posaunenchor Watzenborn. Für Gießener Teilnehmer fährt ein Autobus auf den Schiffenberg, Lud- wigsplatz ab 8 Uhr. erster bzw. letzter Ferientag ist. ** Grasoer ft eigerungen der Stadt Gießen werden im Anzeigenteil unseres heutigen Blattes angekündigt. Interessenten seien auf die Bekanntmachung besonders hingewiesen. ** Wochenmarkt-Verlegung. Die Stadtverwaltung gibt im Anzeigenteil unseres heutigen Blattes bekannt, daß der Wochenmarkt vom nächsten Donnerstag (Himmelfahrtstag) auf Mittwoch ooroerlegt ist. Oas Lied von der Kartoffel. Nun wollen wir ein Lied dir fingen, Du knollige Tartufolo!* Vom Fels zum Meere soll es klingen, denn du machst alle satt und froh. ' Vor bald 350 Jahren kamst du zu uns durch Clusius; er brachte dich, wie wir erfahren, von Drake als Geschenk und Gruß. In weißer und in blauer Blüte zierst du die Felder, riesengroß. Doch all dein Wert und deine Güte die schlummern in der Erde Schoß. Und was wir dann zu leckerm Mahle aus dir gewinnen, Jahr um Jahr, das ist, ob mit, ob ohne Schale, erstaunlich und ganz wunderbar. Soll ich Kartoffelpuffer nennen? Soll ich mich zu Kartoffelbrei, zu Bratkartoffeln laut bekennen, und zu Salaten, vielerlei? Ach, jedem wird das Auge heller, das Herz klopft schnell und froh bewegt, wenn man zu dir noch auf den Teller den Hering als Genossen legt! Du bist so mild und weich wie Butter, bist mannigfaltig von Geschmack, Dein Kraut dient noch als Trockenfutter und oft auch, leider, als Tabak. Du bist gar wertvoll für den Kenner, bist Kraft und Nahrung und Genuß; der Bauer und der Branntweinbrenner verwandeln dich in Spiritus! So anspruchslos und vielgestaltig verschenkst du Segen weit umher. Vor allem bist du stärkehaltig, wie sonst wohl keine Pflanze mehr. Du treue Frucht der Heimatscholle, ob groß, ob klein, ob kalt, ob heiß, ich zolle, wundervolle Knolle, dir Liebe, Achtung, Dank und Preis! Puck. lichem Besuch zufällig zusammengefunden hatte. Jugend, die ungeduldig auf den Stühlen rückte und der der Alten Gespräch nicht sonderlich behagte. Auf einmal klang ein Lied auf, längst vergessene Singeweise, uralter Text, von der Großmutter einst in der Spinnstube am schnurrenden Spinnrad gesungen. Ein altes Lied auf jungen Lippen. Und dem stillen Zuhörer lachte das Herz im Leibe. Da wandern drei Burschen auf schmalem Wiesenpfad dem Dorfwirtshaus zu zum Tanzvergnügen. Auf einmal stimmt der erste ein Lied an; die andern zögern einen Augenblick, lassen die erste Strophe den Vordermann allein fingen. Dann aber fallen ihre jugendfrischen Stimmen ein in die zweite Strophe des uralten Liebesliedes, das lange keiner mehr im Dorf gehört, und dessen absonderliche sangesweise in die heutige Tonsetzung nicht mehr so recht hineinpassen will. Da klingts aus des Bäckergesellen bescheidenem Mansardenstübchen nach fleißig verrichtetem Tagewerk hinaus in den dörflich stillen Sommerabend: || ein uraltes Lied vom Sterben und Scheiden. Die Laute gibt dazu den weichen Klang. Da sitzt auf dem Mühlenwehr am rauschenden Mühlbach draußen an des Dorfes Ausgang der Müllerbursche und spielt sich eins auf der Mundharmonika nach des Tages Mühen und Arbeit. Lim ihn herum stehen ein paar junge Burschen und flöten oder summen die bekannteren Melodien mit. Auf einmal hebt sich aus dem Harmonikaton deutlich eine seltsam schwermütige Weise, daß die andern Iverstummen im Nachsinnen hinter Text und Melodie. Ein Lied steigt auf, das lang vergessen war, ein Lied von herber Schönheit und vollem Klang wie alte kunstvoll gegossene Kirchenglocken. Der Bach rauscht dazu seine uralte Melodie. Unser Landvolk ist nicht arm an wunderbar schönen alten Liedern. Unser Landvolk ist der treue Hüter manches Liederschatzes, der bisher den Weg in die Druckerschwärze noch nicht gefunden hat, weil er zu tief versteckt lag. Noch manche Perle echter deutscher Volksliederkunst ruht hier im Schoß her Dörfer. Wohl dem, der sie findet. Aber auch biete Art Schätze wollen mühsam gegraben sein. Nicht immer hilft der Zufall dem eifrigen Schatzsucher Mögen nach uns andere kommen, Wissenschaftler, die genau auseinanderzusetzen vermögen, warum gerade dies Lied sich hier gefunden hat und anders- iöo nicht. Mögen nach uns andere, die kundiger sind, lange theoretische Abhandlungen schreiben darüber, wie Text und Melodie sich hier so und ba wieder anders gebildet haben. Das kümmert uns nicht. Uns genügt's, dem Leben auf dem Dorf eine reue und doch uralte Melodie abgelauscht zu haben, Klänge aus Großvaters und Urgroßvaters Zeit, — Klänge, die lebendig geblieben sind und die lebendig bleiben werben, Lieder der Volksseele auf dem Dorfe, Perlen des deutschen Volksliedes. F. H. M. Äornoiizen. Tageskalender für Samstag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Die Liebe des Ma- karadscha" — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Student von Prag." — Reichstreubund: Kamerad- chaftsabend. — Öberhessischer Kunstverein (Turm- nus am Brandplatz): 17 bis 18 Uhr Ausstellung ton Werken von Fritz Heidingsfeld (Danzig) und K. A. Böckstiegel (Dresden). Tageskatender für Sonntag. NSG. „Kraft durch Freude": 8 bis 9 und 9 bis 10 Uhr Tennis. — Stadttheater: 19 bis 21.30 Uhr .Towarisch" — Gloria-Palast, Seltersweg: „Die Siebe des Maharadscha." — Lichtspielhaus Bahn- lvfstraße: „Der Student von Prag." — Oberhesft- scher Kunstverein (Turmhaus am Brandplatz): 11 lis 1 Uhr Ausstellung von Werken von Fritz Hei- lingsfelö (Danzig) und P. A. Böckstiegel (Dresden). ^sB.-Reichsbahn: Leichtathletik ab 14 Uhr interne C röffnungsmettfärnpfe auf dem Waldsportplatt. Der Stadttheater-Spielplan vom 17. bis 24.2Hai. Am Sonntag, 17. Mai, geht von 19 bis 2L30 Uhr ,pm letztenmal das Lustspiel „Towarisch", Komödie 03n I. Deval, bearbeitet von Curt Goetz, in Szene. 1 ie Spielleitung liegt in den Händen von Wolfgang ühne. Die Vorstellung ist außer Abonnement, gleichzeitig verabschiedet sich Frau Aenne Markgraf in der Ralle der Tatjana Petrowna Durattef om dem Gießener Publikum. — Dienstag, 19. Mai, , oin 20 bis 22.30 Uhr Erstaufführung der Gesell- ! Ischaftskomödie „Pygmalion" von Bernard Shaw. LPielleitung: Wolfgang Kühne. 31. Vorstellung ! litn Dienstag-Abonnement. — Mittwoch, 20. Mai, oin 19.30 bis 22 Uhr das Matrosenstück „In Luv Aus der Provinzutthauptstaitt. Alte Lieder auf dem Dorf. Etwa ein Dutzend zum Teil uralter Volkslieder habe ich auf Fahrten über Land frisch von der Quelle weg zusammengetragen und an Sammel- stellen für solch altes Volksliedergut leiten können. Ich bin stolz darauf, wie so langsam Lied um Lied zusammenkam im Laufe langer Jahre. Aber als Abkömmling eines alten Bauerngeschlechtes habe ich mich noch mehr darüber gefreut, daß die Fundstelle der meisten dieser alten Lieder Dörfer waren, mittlere Dörfer von vielleicht 300 bis 400 Seelen, Dörfer, in denen neben dem fleißigen Bauersmann auch das Handwerk wohnte. Freilich: Hätte ich nicht da und dort in der Dorfgemeinde gute Bekannte, Freunde und Verwandte gehabt, dann wäre vielfach meine Mühe vergebens gewesen. Wenn aus dem Dorf gesungen wird, barm wird die Anwesenheit eines Fremden oft als störend empfunden. Man geht in eines Fremden Gegenwart nicht so recht aus sich heraus. Warum auch den Fremden hineinsehen lassen in das, was man tief in Herz und Gemüt versenkt als inneres köstliches Gut mit sich trägt? Man hat's auf dem Lande gelernt, das Herz nicht auf der Zunge zu tragen. Schwer war's oft, die Texte zu bekommen, noch schwerer, und bis heute in manchen Fällen unmöglich, die Melodien aufzuzeichnen. Der Zufall war manchmal willkommener Helfer. Da saßen an einem Abend in einer Bauernstube drei Altbäuerinnen beieinander. Fleißig klapperten die Stricknadeln, und ebenso fleißig wurden die Dorfneuigkeiten ausgetauscht. Jugend saß auch mit ibabei, wie sie sich an diesem Abend bei nachbar- Bortrag im Nahmen des Dolksbildungswerkes. Die deutsche Sojabohne und ihre Bedeutung für unsere Wirischast. Erst vor kurzem konnte Dr. habil. A. Sche i b e vom Institut für Pflanzenbau unserer Universität über die erfolgreiche deutsche Hindukusch-Expedition 1935 berichten, deren Zweck in der Auffindung und Verwendung wertvollen Erbgutes der Stammpflanzen unserer Kulturpflanzen für deren züchterische Verbesserung bestand. Jetzt sprach im Rahmen der Vorträge des Volksbildungswerkes und der Oberhef- fischen Gesellschaft für Natur- und Heilkunde der Direktor des gleichen Institutes über Züchtung und gegebenenfalls Einführung einer alten Kulturpflanze des fernen Ostens, der Sojabohne in Deutschland. In seinem Vortrag zeigte Prof. Dr. S e s s o u s, welche Rolle die Soja als Einfuhrerzeugnis für unsere Wirtschaft unter den Rohstoffquellen für Fett und Eiweiß bisher spielte. Hauptsächlich als Fettquelle für die Margarine-Herstellung lieferte die Soja außerdem in ihren Rückständen im Sojaschrot nach der Extraktion des Fettes ein sehr begehrtes hocheiweißreiches, höchst verdauliches Kraftfutter für unser Vieh. Sie enthält ebenso wie die einheimischen Oelfrllchte Raps, Rübsen, Lein und Mohn zwei Grundstoffe, nämlich Fett und Eiweiß, an denen wir noch Mangel leiden und um die neben der Erzeugung ausreichender Faserrohstoffe es sich bei der Erzeugungsschlacht handelt. Der Vortragende wies auf die überragende Bedeutung hin, welche die Bohne im Leben der Völker des Ostens einnnimmt. Die große Verdaulichkeit des Soja-Eiweißes, welches in kaseinähnlicher Form in der Bohne vorhanden ist, gestattet dem Asiaten die mannigfaltigsten und bekömmlichsten Gerichte ähnlich wie aus der Milch Käse, Milch-, Mehlspeisen und Würzen daraus herzustellen, die allerdings bisher dem Europageschmack nicht allgemein zusagen. Diese Eiweißform erlaubt es auch, in der Industrie zu den verschiedensten Zwecken Verwendung zu finden, z.B. in der Textil- und Faserindustrie, zur Bereitung von Galalith, als Imprägnierungsmittel für wasserdichte Stoffe, u. a. Auch in unserer Nahrungsmittelindustrie hat das Bohnenmehl Eingang gefun- den, man braucht es bei der Krankendiät, in der Therapie, bei Herstellung von Schokoladefabrikaten, Kuchen und vereinzelt schon in der Küche. Auch das vielseitig verwendbare Oel ist, abgesehen von der Magarine-Erzeugung, zur Herstellung von Farben und Seifen begehrt. Als wertvolles Nebenerzeugnis wäre noch der hohe Lecithingehalt zu nennen. Aus allen diesen Gründen ist es wohl zu verstehen, daß man schon seit-Jahrzehnten immer wieder bemüht gewesen ist, die Soja bei uns heimisch zu machen. 2Lenn dies bisher nicht gelang, so lag das wohl einerseits daran, daß das Pflanzenmaterial, d. h. die Zahl der Arten, mit denen man den Versuch unternahm, vielleicht zu gering und nicht geeignet genug war, um mit ihren Erträgen zu genügen. Anderer- seits liegt es auch daran, daß die außerordentlich niedrigen Preise der eingeführten Sojabohnen zu einem Anbau in Deutschland nicht verlocken konnten. Nachdem uns die äußeren Verhältnisse zwingen, nach jeder nur möglichen Quelle zur Deckung unseres Bedarfes an Fett und Eiweiß Umschau zu halten, gewinnen die Bemühungen, den Sojaanbau bei uns einzuführen, ein anderes Gesicht. Der Redner kam nun auf die vom Reich geförderten Arbeiten seines Institutes zu sprechen. Das jetzt züchterisch bearbeitete Pflanzenmaterial stammt aus einer großen Anzahl Arten, welche zur Zeit durch eine Botanikerin, Frau Dr. Lene Müller-Herb, im Auftrag der IG.-Farben im fernen Osten gesammelt wurde und wohl die reichhaltigste Sammlung darstellt, die jemals zufammengetragen worden ist. Wenn man bedenkt, daß die klimatischen Verhältnisse, in denen die Soja in Asien gebaut wird, eingespannt sind zwischen einen Raum, welcher vom Aequator bis weit nach Norden in die gemäßigte Zone hineinreicht, die Soja dort draußen fast in jeder Höhenlage anzutreffen ist und dort reif wird, so ist zu erhoffen, daß auch für unsere Verhältnisse brauchbare Varietäten herausgezüchtet werden tonnen. Dazu kommt, daß die moderne Dererbungs- wissenschaft heute die Möglichkeit hat, mit Hilfe der Kombinationszüchtung die verschiedensten Eigenschaften miteinander zu vereinigen. An der Hand zahlreicher Abbildungen und an Korn- und Pflanzenmaterial in getrocknetem und frischem Zustande machte Professor S e s s o u s die interessiert seinen Ausführungen folgenden Zuhörer mit dem Reichtum an Formen der Soja bekannt, zeigte aus Analysenergebnissen auch ihre wertvollen Eigenschaften und vor allem, daß die Soja nicht etwa, wie von manchen Seiten befürchtet, beim Anbau unter deutschen Verhältnissen ihre wertvollen Eigenschaften verliert. So darf man wohl hoffen, daß die umfangreichen züchterischen Arbeiten, welche unter wertvoller Mitarbeit der genannten Botanikerin und deren wissenschaftlicher Assistenz, Zweckmäßig im Weinbauklima in der Nähe von Darmstadt begonnen wurden, erfolgreich sein werden. Es haben sich aber auch eine ganze Reihe deutscher Züchter schon mit der Soia beschäftigt, so daß es möglich war, seit zwei Jahren an 20 verschiedenen Stellen im Reich vergleichende Anbauoersuche anzustellen, um unter diesen Sorten diejenigen herauszufinden, welche für unsere Verhältnisse am geeignetsten sind. Darunter befinden sich auch Sorten eines Bonner Institutes von Prof. Riede und die Gießener Züchtung, beide Herkünfte haben sich bisher am erfolgreichsten in dem Wettbewerb erwiesen. Es darf selbstverständlich noch langer züchterischer Arbeiten, um die Soja so zu gestalten, daß sie allen Ansprüchen gerecht wird, vor allem,um ihre wertbildenden Eigenschaften noch zu erhöhen. Dazu ist es wiederum notwendig, Schnellmethoden zu erarbeiten, um viele Tausende von Einzelindividuen auf Eiweiß oder Fett untersuchen zu können und dann aus den als wertvollst ausgelesenen Nachkommenschaften zu ziehen. Neben der züchterischen Arbeit erfordert die Soja aber auch, daß man sich mit ihrer zweckmäßigsten Kultur beschäftigt und die praktische Landwirtschaft aus Grund exakter Versuche über zutreffendste Saatzeit, passenste Standweiten, angemessenste Ernte- Die Sommerarbeit der NSV. hat nunmehr mit vollen Kräften eingesetzt. Nachdem am 5. Mai die ersten Kinder im Rahmen der Kinderlandverschickung in unser Kreisgebiet gekommen sind, konnten am Donnerstag weitere 100 Kinder im Kreise Wetterau ausgenommen werden. Die Kinder sind wiederum aus dem Gau Schleswig-Holstein, der 625 Kinder in einem Sonderzug in unser Gaugebiet entsandte Don diesen sind 180 Kinder im Bahnhof Gießen ausgestiegen und verpflegt worden. 80 Kinder fuhren dann in die Kreise Dillenburg und Limburg weiter, während die restlichen 100 in Butzbach, Friedberg, Bad-Nauheim und Umgebung untergebracht wurden. Es ist sicher, daß sie ihren Pflegeeltern für die vier Wochen, die die kleinen Gäste in ihrem Hause weilen dürfen, viel Freude machen werden. Die Dienststellen der NSV. nehmen zu jeder Zeit noch weitere Pflegestellen für erholungsbedürftige Kinder an, und es wäre zu wünschen, daß über die bisher rund 750 Meldungen aus unserem Kreisgebiet noch weitere Meldungen von Freiplätzen eingehen. Am heutigen Samstag kommen weiter, aus allen D a r m st a d t, 14. Mai. (LPD.) In der Zeit vom 27. bis 28. Mai findet in Darmstadt das 1 0 0 j ä h - rige Jubiläum der Technischen Hochschule statt. An der Feier nehmen neben vielen führenden Persönlichkeiten der Partei die Rektoren fast sämtlicher deutschen Technischen Hochschulen und Universitäten und einer Reihe Hochschulen des Auslandes, sowie die Reichsführung der Deutschen Studentenschaft teil. Außerdem haben ihr Erscheinen zugesagt der Kommandierende General des IX. Armeekorps, der Befehlshaber des Luftkreises IV, der Chef des Generalstabes im Luftkreis IV, der Generalinspektor des deutschen Straßenwesens Dr. Todt, der Generaldirektor der Deutschen Reichsbahn Dr. verfahren usw. unterrichtet. So wie der Körner- maisbau, nachdem die Züchtung bei uns reifende Sorten geschaffen hat, erst allmählich Eingang in die praktische Landwirtschaft gefunden hat, so mutzen auch die Bauern sich erst langsam mit der Soja vertraut machen, bevor zu einem Anbau im Großen geraten werden darf. In diesem Jahr ist zum erstenmal der Anfang mit der Zulassung des Sojabohnenanbaues gemacht worden, indem der Reichsnährstand einem beschränkten Anbau zustimmte. Dazu war selbstverständlich ein gewisser Anreiz notwendig, der darin besteht, daß für je 50 Kilogramm abgelieferter Bohnen einer kontraktlich angebauten Fläche bestimmter nur zugelassener Sorten 16 Mk. in Aussicht gestellt werden. Außerdem erhalt der Anbauer dafür das Recht, 40 Kilogramm Sojaschrot ankaufen zu können. Zum Schluß seiner Ausführungen wies der Redner noch auf die Bedeutung hin, welche die Soja auch in Zukunft für die Europaerernahrung haben kann. Wir ernähren uns eigentlich ganz unrationell, wenn wir wertvolles pflanzliches Eiweiß, anstatt es dem menschlichen Körper unmittelbar zuzuführen, uns erst über den Tierkörper, wodurch große Verluste entstehen, einverleiben. Ohne einer vegetarischen Ernährung das Wort reden zu wollen, denn wir sind unserem Gebiß und unserem Verdauungsapparat nach durchaus Alles-Esser, verzehren wir ohne Frage heute vielfach mehr tierisches Eiweiß als gut ist und würden aus gesundheitlichen, aber auch aus den heute so zwingenden wirtschaftlichen Gründen besser daran tun, unseren Eiweißbedarf mehr unmittelbar aus den Pflanzen zu nehmen, als auf dem Umweg über den Tierkörper. Eine Selbstversorgung Deutschlands würde leichter möglich sein, wenn wir hinsichtlich unserer Ernährung im Laufe der Zeit im oben ausgesprochenen Sinne wirtschaftlicher zu denken lernen. Mit dem Dank an seine Mitarbeiter verband Prof. S e s s o u s noch einmal einen Ausblick auf die Zukunft dieser alten Kulturpflanze im Leben unseres Volkes. Reicher Beifall bewies das rege Interesse, und nach kurzer Aussprache schloß Prof. H e n n e b e r g mit Dankesworten an den Vortragenden den Vortragsabend. Gauen Deutschlands herausgesucht, 54 politische Leiter, SA.-Männer, vorwiegend alte Kämpfer, hier In Gießen an und sammeln sich auf der Standarte, wo sie auch verpflegt werden. Gegen 19 Uhr werden sie dann durch die Kameraden vom NSKK. in ihre Erholungsorte gefahren. Es sind dies: Bad Salzhausen, Bad Selters, Lauterbach, Alsfeld, Ulrichstein. Es' wäre zu wünschen, daß den verdienten alten Kämpfern aus dem Reich an allen Orten ein recht herzlicher Empfang bereitet wird, damit sie beim Verlassen unserer engeren Heimat nicht nur über die Schönheit der Landschaft berichten können, sondern auch über die Freundlichkeit des Menschenschlages, der hier wohnt. Diese Sammelarbeit der NSV. wird allein getragen aus den Mitgliederbeiträgen der NSV.-Mitglieder. Es ist deshalb Pflicht jedes deutschen Volksgenossen, der dazu in der Lage ist, sich als Mitglied bei der nächsten NSV.-Dienststelle zu melden, damit auch er sagen kann, er habe an diesem großen Ge- sundunas- und Erholungswerk des deutschen Volkes I sein Scherflein beigesteuert. ing. h. c. Dr. Dorpmüller, der stellvertretende Generaldirektor der Deutschen Reichsbahn Dr. K l e i n m a n n , die Präsidenten der benachbarten Reichsbahndirektionen, die Oberbürgermeister von Frankfurt a. M., Mainz, Wiesbaden usw., der Vertreter des Bischofs von Mainz, die Direktoren des Vereins Deutscher Ingenieure, Vertreter der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt, ferner die Generaldirektoren großer Jndustriewerke, wie Siemens- Schuckert, AEG. usw. Die Hochschulfeier ist verbunden mit der 80. Hauptversammlung des Vereins deutscher Ingenieure. Die Gesamtoeranstaltung hat durchschnittlich mit einem Besuch von 6000 Gästen zu rechnen. Die Unterbringung einer suchen Zahl von Gästen ist selbstverständlich einer Stadt nicht möglich, und so hat der Ouartierausschuß vor- gesehen, daß die benachbarten Städte des Nhem- Maingebietes ebenfalls mit Besuchern belegt werden. Zahlreiche Unterausschüsse sorgen für die cor» bereitenden Arbeiten. Die Stadt selbst wird festlich geschmückt. Am Donnerstag, 28. Mai, findet abends ein großes Volksfest statt, bei dem sowohl die Gaste der Technischen Hochschule, als auch des VDJ. und die Bevölkerung der Stadt Darmstadt zusammen in fröhlichen Stunden die Erinnerung an diese große Veranstaltung abklingen lassen. Ort dieser Gemeinschaftsfeier sind die Höfe und der schloß- wall des alten Residenzschlosses Es handelt sich bet dem 100jährigen Jubiläum nicht um em rZest, das einen bestimmten Kreis von Technikern und Wij- senschaftleren angeht, sondern es ist eine Aeuherung des nationalsozialistischen Deutschlands, ein Aus- druck des Gedeihens technischer Forschung und Lehre im Dritten Reich. ftunöfunfproflramm. Sonntag, 17. INai. 6 Uhr: Von Hamburg: Hafenkonzert. 8.05: Von Stuttgart: Gymnastik. 8.45: Musik am Morgen. 9: Katholische Morgenfeier. 9.45: Zur Eröffnung der Reichsnährstandsschau: Bekenntnisse zur Zeit. „Bäuerliches Tagwerk". 10: Von Breslau: ,^aß die Seelen hell erklingen, daß wir durch die Zeit uns ringen." 10.30: von Trier: Chorgesang. 11.15: Don Frankfurt: Reichssendung: Eröffnung der 3. Reichsnährstandsausstellung 1936 mit Reden des Reichsbauernführers Darrä und des Staatssekretärs Backe. 12: Von Berlin: Musik am Mittag. 14: „Kasperl macht Musike" von Herbert Reymann. 14.45: „Taunussagen", erzählt von August Verleger. 15: Deutsche Scholle, anläßlich der 3. Reichsnährstandsschau in Frankfurt. 16: Aus dem Kurhaus Wiesbaden: Nachmittagskonzert. 18: Von Trier: HJ.-Funk: Es klingt vom Strom ein neues Lied ... HI. und Wehrmacht singen am freien Rhein. 18.30: Wunschkonzert. 19: Von Königsberg: Deutsches Volk auf deutscher Erde. „Der grüne Dom". 20: Sportbericht. 20.10: Vom Deutsckland- sender: Bunt ist die Welt der Operette. 22.20: Sportspiegel des Sonntags. Bericht von dem Da- vis-Pokal-Spiel Deutschland gegen Ungarn in Düsseldorf. 22.45: Don München: Nachtmusik. 24 bis 2: Von Stuttgart: Nachtmusik. „Von deutscher Seele". Montag, 18. Mal. 6 Uhr: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. Im Marsch und Lied in den jungen Morgen... 8.10: Gymnastik. 8.30: Musik zur Frühstückspause. 10: Schul- funk. 11: Hausfrau, hör zu! 11.30: Bauernfunk. Der Musterbauernhos auf der Reichsnährstands- schau in Frankfurt a. M. 11.45: Sozialdienst. 12: Schloßkonzert. 13.15: Schloßkonzert. 14.10: Nach Tisch gönnt euch ein wenig Rast, seid bei Frau Musica zu Gast! 15: Volk und Wirtschaft. Aus- kunft und Inkasso. 15.15: Kinderfunk. 15.45: Unter- Haltungskonzert. 16.45: Wer kennt die Meister deutscher Erzählkunst? Ein literarisches Preisrätsel. 17: 21 saubere Schrammelmusi. 17.30: HJ.-Funk. Heimnachmittag — Heimabend! 18: Fröhlicher Alltag! 19.45: Gang durch die Neichsnährstandsschau. 20.10: Anläßlich der dritten Reichsnährstandsaus- stellung zu Frankfurt a. M. vom 17. bis einschließlich 24. Mai: Goldene Aehren und perlender Wein. Aus dem Volk — für das Volk. 22.30: Musik zur „guten Nacht". 24 bis 2: Nachtkonzert. Europäische Meister. Dienstag, 19. Mai: 6 Uhr: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 8.10: Gymnastik. 8.30: Bäderkonzert. 9.30: Auf Rund- funkwellen. 10: Schulfunk: 11.30: Bauernfunk. Die deutsche Seidenraupenzucht. Vortrag von Oswald Gerhardt. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert. 13.15: Mittagskonzert. 14.10 Das Phänomen der Stimme (V). 15: Volk und Wirtschaft. Das Stahlroß. 15.15: Die deutsche Frau. 16: Werkskonzert. 17.30: Eine „Ausländerin" wird einheimisch! Wie die Kartoffel zu uns kam. 18: Unterhaltungskon- zert. 19: Flachs und Leinen. Von Selbsthilfe und Bauernsaat. Funkfolge. 19.45: Gang durch die Reichsnährstandsschau. 20.10: Orchesterkonzert. 22.30: Sie kam wie Leben und Sonnenschein. Dem Gedächtnis Clara Schumanns. 23: Unterhaltungsund Volksmusik. 24 bis 2 Uhr: Nachtmusik. Wölfel Seife 15u.25Pf9 ■ Gesunde Haut Die Gommerarbeit der NGV. Kinder und alte Kämpfer als Käste im Kreis Wetterau. 1001* Technische Hochschule Darmstadt. Roman von Marlise Kölling. Urheberrechtsschutz: Verlag Oskar Meister, Werdau. 17 Fortsetzung Nachdruck verboten! Benedikte statte kaum die Mutter an Land bewillkommnet, da wußte sie auch schon, daß all ihre leise Hoffnung aus ein harmonisches Zusammensein mit der Mutter töricht gewesen war. Frau Aaathe brachte vom ersten Augenblick an die ganze Unruhe und Unzufriedenheit ihres Groh- stadtdaseins mit hierher. Der Dampfer hatte geschaukelt — natürlich, so ein elender kleiner Kahn konnte das ja nicht anders. Wie man Menschen auf so etwas befördern konnte, war ihr einfach unerfindlich. Vorn auf dem Vorderdeck war eine Schafherde verladen worden — der ekelhafte Geruch war bis auf das Passagierdeck gedrungen — dazu dieser Wind, entsetzlich! Und da wäre ja nun wieder Benediktes Besitztum! Immer noch unverändert? — Ja, ja, ein richtiges Bauernhaus, wie es im Buche steht. Im Grunde doch schrecklich primitiv, nicht wahr? Frau von Schlettow hätte neulich das neue Besitztum ihrer Kinder im Bilde gezeigt. Ja, das wäre freilich etwas anderes! „Denk dir, ein richtiges Herrenhaus mit einem großen Vorhof, Freitreppe, Park hinter dem Hause, Autogarage — alles, wie es sich gehörte. Tja, Benedikte, ein bißchen anders als dies hier." Mit kühler Reserve hatte Frau Agathe durch ihr Stielglas das Haus gemustert. Fräulein Giesecke hatte sie nur zwei Fingerspitzen gereicht. Sie schien die alte Dame als eine Art Haushälterin zu betrachten. Josua aber war von ihr mit Abscheu erneut betrachtet worden. — So kleine Zimmer habe ich überhaupt nicht wieder gesehen", äußerte sie ihr Befremden als sie endlich am Kaffeetisch im Wohnzimmer saß. „Wie hältst du das hier bloß aus? Man hat ja das Gefühl, die Decke stürzt auf einen nieder." Von dem guten Kuchen Fräulein Giefeckes hatte sie ein Stückchen auf ihrem Teller zerbröckelt. Sie wäre zur Teezeit ja eigentlich an Toast gewohnt — • wie sie erklärte. Fräulein Giesecke hatte nichts erwidert, aber Benedikte, deren Nerven zitterten, wußte, wie sehr diese Art Fräulein Giesecke treffen mußte. Und sie konnte gar nichts dazu sagen. Sie saß so hilflos dabei. Mit jedem Wort der Entschuldigung hätte sie ja der Mutter Unrecht gegeben. Aber das durfte sie nicht. Sie mußte still sein und sehen, wie die Dinge sich diesmal entwickeln würden. Sie entwickelten sich so, daß am dritten Tage die Mutter wieder abreiste. Und wenn Benedikte ehrlich war, mußte sie sich zugeben, sie atmete geradezu auf. Die Auseinandersetzung mit Hans-Hermann, immer noch nicht ganz gelöst, dazu die Tage mit der Mutter — nein, das paßte alles nicht zu Oevenshöe. Sie selbst fühlte sich innerlich zerrissen und unruhig. Es war Zeit, wieder zur eigenen Harmonie zurückzufinden. Benedikte saß unten in der linden Frühlingssonne, die breit über die Wiesen in den Garten fiel. Oben in dem Fremdenzimmer hörte sie die schrille Stimme der Mutter, dazwischen Josuas gutturalen Baß, ein Koffer wurde gerückt, ein Deckel knallte — Mutter bereitete ihre Abreise vor, mit dem gleichen Lärm und der gleichen Unruhe, die sie stets um sich verbreitete. Hier unten aber war es still und schön. Der Flieder am Zaun steckte seine Knospen in die Luft; Vergißmeinnicht und verspätete Osterglocken blühten gelb und blau auf dem kleinen Rundbeet. Drüben am Schulmeisterhause rankten sich die Blätter der Kletterrosen dicht um die Fenster. Fern glitten weiße Segel auf dem Bodden dahin. Alles atmete Frieden und Fruchtbarkeit. Benedikte saß mit geneigtem Kopf. Sie lauschte in ihr eigenes Herz hinein. Was hielt sie so mit tausend Banden fest an diesem Stück Erde? War es die Erde allein? Oder war es — Jens Petersen? Sie hatte sich in diesen ganzen Wochen keine Rechenschaft über ihre wirklichen Empfindungen gegenüber diesem Manne gegeben. Das Glücksgefühl seiner Nähe gehörte so ganz zu ihrem Leben, war eins mit dem Dank für die spendende Natur rings umher. Jens Petersen gehörte zu ihrem Leben wie Himmel und Erde, Feld und Wald, Meer und Sonne. Aber Hans-Hermanns Eifersuchtsausbruch hatte sie wach gemacht. Was sie sich in scheuer Mädchenscham nicht hatte eingestehen wollen, jetzt war es ans Licht gezerrt. Ja, sie liebte ihn. Sie liebte ihn mehr als ihr Leben. Und es gab wohl nur eins, was dieser Liebe gleichkam, die fromme Zuneigung zu diesem Stück Erde, ihrer Erde. Ebensowenig, wie sie innerlich von Jens Petersen lassen konnte, hätte sie hier von ihrer neuen Heimat lassen können. Was die Liebe ihr auch bescheiden würde, ob Zueinanderfinden mit dem heimlich Geliebten oder nicht — dem Lande hier blieb sie ver- haftet für ewig. Und was sie für Hans-Hermann so bitter schmerzte, war — er konnte nicht Ruhe finden, wenn nicht alles so in Erfüllung ging, wie er es wünschte. Jens Petersen dagegen? Sie wußte aus feinem Leben, wie er Universitätslaufbahn, eine glänzende Zukunft hingeworfen hatte, weil er sich nicht von der Heimat lösen konnte und der Arbeit an der Jugend dieser Heimat. Ja, Jens Petersen war nicht gebunden an äußere Dinge. Es war gut, das zu wissen, und doch wieder ein winzig kleiner, selbstsüchtiger Schmerz. Denn wie weit war er an sie gebunden? Darüber war sie sich niemals klar geworden. Er ging neben ihr her, still, ohne viel Worte. Ob darüber hinaus etwas in ihm für sie lebte? Sie hatte hier und da und dort einmal sprechen hören von einem Mädchen, das er geliebt, und das gestorben war. Aber sie hatte nie gewagt, weiter zu fragen. Eine unausgesprochene Angst hielt sie davor zurück. 9. Drüben am Bollwerk tutete der Dampfer zum erstenmal. Es war Zeit, die Mutter hinüberzubringen. Hans-Hermann war noch nicht zurück. Er war, wie so oft in diesen Tagen, mit seiner Wut und seinem Kummer irgendwohin in den Wald gelaufen. Josua war gerade dabei, den Koffer der Mutter die Treppe herunterzuschaffen und ihn auf dem Schubkarren zu verstauen. Fräulein Giesecke stand auf der Diele. „Ich wünsche Ihnen eine gute Reise!", sagte sie. Frau Agathe übersah Fräulein Gieseckes aus- gestreckte Hand. Sie nickte nur herablassend. „Wo ist mein Schirm? Hat Josua meinen Schirm? Mein Tuch? Hast du nicht eine Reisedecke, Benedikte? Ich habe mich schon auf der Herfahrt erkältet. Es ist I ein furchtbares Land!" Benedikte fühlte, wie es in allen ihren Nerven zuckte. Die fahrige Art der Mutter war ihr selten so unerträglich geworden wie jetzt. Hierher paßte das alles nicht. Endlich war man aus dem Hause. Frau Agathe hielt ängstlich den Pelzkragen hoch. Sie konnte keinen Wind vertragen, und hier war immer nur Wind, ein schönes, kräftiges und gesundes Wehen. „Also, ich hoffe, du wirst es hier auch bald genug haben, Kind", sagte sie, während sie neben Benedikte dem Landungssteig zuging, „es ist doch unmöglich, daß du dich hier auf die Dauer vergraben kannst. Was das für Menschen sind!" Mißbilligend schaute sie auf die Fischerfrauen, die in ihren dicken Umschlagstüchern und schweren Schuhen dem Bollwerk zustapften, auf Fischer Klaas, der seinen Priem in hohem Bogen dicht vor Frau Agathe ausspuckte. ,Lch glaube, du täuschst dich, Mutter. Ich werde niemals von hier fortgehen." „Und an mich denkst du gar nicht", jammerte Frau Agathe, „mich läßt du ganz allein." „Liebe Mutter, ich habe dich ja so gebeten, mit hierher zu ziehen, aber du willst es ja nicht." „Natürlich will ich es nicht", sagte Frau Agathe empört, „hier kann man ja nicht leben." „Nun siehst du, Mutter! Ich glaube, du wirst wirklich ebensogut ohne mich leben. Du wirst den Sommer viel auf Reisen sein, und zum Winter werden wir weitersehen--" Benedikte brach plötzlich im Satz ab. Ihr Blick war auf einen schmucken Jagdwagen gefallen, der drüben vom Norderende her über die Wiese rollte und auf das Bollwerk zukam. Ein Herr saß allein darin, seine scharfen, dunklen Augen flogen über die Menschen hin, stutzten und verweilten einen Augenblick auf Benediktes erblaßtem Gesicht. Jetzt sprang er ab und schlang die Zügel des Pferdes um einen hohen Pfahl, der da im Bollwerk stand. Benedikte zog die Mutter hastig am Arm. „Komm schnell, Mutter, sonst bekommst du keinen guten Platz." Sie drängte rücksichtslos durch die Menschen auf der Landungsbrücke dem Dampfer zu. Der Herr sah ihre Eile. Ein spöttisches Lächeln verzog fein Gesicht. (Fortsetzung folgt!) Großen-Linden Auf eigenem gleiche Tlannfd Vers! aber groß für T und unve sicht? serer wähl \ Sieb) Richt und, Prei Sonr kJ geöf $ bergirmes. Die fannt, jedoch ft der Gruppe D Der hiesigen H Die 3. Äuge der ihr keine Die 1. Jugend Wannfäaft, ge Äugend ©ofjl i Vor bem Spi WlermanrM girmes austrage der Vlau-Weißei M Freundsa Mannschaft und l 1900er gilt es, fr holen. Die 3. SchÄi nach Mendorf > Hebet 20( Hoch helft sie' wieder mettmad des Sturmi Jen To« zu sorgen. Lle Die Reserve Linden und steht denn die Turner Überwinben. einem Sieg rec tompletler Aufs 3“* Meister de> berg märte NplL die druck, de" I*” W »S Am kommend schäften der 3u Die 1. Juger fälligen Pftichts ausgetragene S Nachdem bie uJ W leppicn-u. Gardinen haus MKr wähl werden auch Sie bestimmtdas , Richtigefinden, / und dabei so preiswert! r Sie 1 besuchen die Ausstellung!?! Versäumen Sie dann aber auch nicht, unser großes Spezialhaus für Teppiche, Gardinen und Linoleum ganz unverbindlich zu be- j sichtigen. Bei un- / serer großen Aus- / / Dekorationen w / Garnituren ” f f.Schlaf-.Wohn-n.Herrenz. 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Wie erwartet, gewannen die deutschen Spieler Henkel und (Tramm ihre Einzelspiele gegen die Ungarn Dallos und G a- b o ry sehr sicher, so daß Deutschland nach den Kämpfen des ersten Tages mit 2:0 Punkten in Führung lag. ____________________________ Heinrich Hochstätter 3I53A 0! tuen ^le Dor« 1 festlich , nbendz und lammen ! diese t dieser l'ch bei «ft das nb Dis. Peruns ln Aus. Lehre ,-N.d-L Mnnklöooa von3 bis 20v.H. erhalten Sie bei wieder- ItuCnluuSu holten Veröffentlichungen einer Anzeige! Tapeten-Reste schöne, neuzeitliche Muster in jeder Rollenzahl sehr preiswert bei J5: $on Morgen. Öffnung ur Zeit d- d'e Zeit 11.15: 1J9 der eben des fetretärs N. 14: ^ymann. H Ver- i- Reich;, em Kvf. 8: Son n neu« i freien igsberg: grüne tschland- - 22.20: lern Lain Düs- !. 24 bis beutscher Handball im Sporttreis Gießen. Die Aufstiegspiele in der Bezirksklasse nehmen mit dem Treffen Tv. Vilbel — To. Wetz- l a r ihren Fortgang. Es dürfte für Wetzlar, falls nichts dazwischen kommt, ein leichtes sein, seine führende Position weiter zu verbessern. Die 2. Kreisklasse Knur ein Spiel vor, nachdem die Begegnung Tv. enfurt — Tv. Grüningen abgeblasen werden mußte, und zwar Tv. Alsfeld — Tv. Dutenhofen. Dieses Spiel dürfte Aufschluß über die zukünftige Gestaltung der Tabelle in der 2. Kreisklasse geben. Alsfeld wird alles daransetzen, um seine gefährdete Spitzenstellung wieder zu verbessern, während Dutenhofen mit aller Macht nach vorne will. Wer die meisten Chancen hat, kann ohne weiteres nicht gesagt werden, zumal hier der Vorteil des eigenen ■Illi UM......lilll I Für das „Dankopfer der Jlalion“ zeichnen heißt kämpfen für Volk, Führer und Vaterland. 1. Schülermannschaft zu messen. Db die Mannschaft aus diesem Kampf siegreich hervorgeht, kann man im voraus nicht sagen, jedoch werden die Kleinen mit Eifer an die Sache Herangehen. VfB.-Iieichsbahn Gießen. Die Ligamannschaft in Ober-IHörlen. Die Ligamannschaft folgt am Sonntag einer Einladung des Sportvereins Ober-Mörlen. Der Gastgeber spielt innerhalb der Kreisklasse der Gruppe Friedberg und konnte innerhalb seiner Gruppe beachtliche Resultate erzielen. Die Mannschaft gilt auf eigenem Platze als sehr wuchtig und gefährlich. Trotzdem sollte die Ligamannschaft einen einwandfreien Sieg unter der Voraussetzung erringen, daß sie den Gegner nicht zu leicht nimmt. Es tft allgemein bekannt, daß grabe in solchen Füllen eine Kreisklassenmannschaft alles daransetzt, um den Gegner einer höheren Klasse zu schlagen. Weiterhin dürfte der Vorteil des eigenen Platzes und das heimische Publikum für den Gastgeber ein nicht zu unterschätzender Rückhalt sein. Unter diesen Umständen werden die Gießener gut daran tun, von Spielbeginn an sich auf die Spielweise des Gegners, der ein hohes Spiel vorführen soll, einzu- stellen. Die Gießener fahren mit: Balser Lehrmund Leutheuser II Hauptfeld Knaus Feuster Wlodarek L. Schmidt Heß Fehling Szponit Die 2. Mannschaft spielt gegen Launsbach. Wenn sie auch am vergangenen Sonntag in Wetzlar überzeugende Leistungen aufbringen konnte, so ist doch diesmal erneut eine Umstellung erforderlich. Der Ausgang des Spieles muß als offen bezeichnet werden. wieder wettmachen. Es wird also Hauptaufgabe des Sturmes fein, hierfür durch die entsprechenden Tore zu sorgen. Klein-Linden — 1900 II. Die Reserve gastiert beim Turnverein Klein- Linden und steht Damit vor einer schweren Aufgabe, denn die Turner sind auf eigenem Platze schwer zu überwinden. Jugendfuhball. Arn kommenden Sonntag treten sämtliche Mannschaften der Jugendabteilung auf den Plan. Die 1. Jugend fährt nach Großen-Llnden zum fälligen Pflichtspiel, nachdem das vor 14 Tagen ausgetragene Spiel nicht gewertet werden konnte. Nachdem die Mannschaft im letzten Spiel gegen Großen-Linden gewinnen konnte, sollte man mit einem Sieg rechnen können, zumal die Fahrt in kompletter Aufstellung angetreten wird. Auf eigenem Platz empfängt die 2. Jugend die gleiche Mannschaft des Sportvereins Wetzlar-Niedergirmes. Die Spielstärke des Gegners ist unbekannt, jedoch sollte sie bei den starken Gegnern in der Gruppe Wetzlar über gutes Können verfügen. Der hiesigen Mannschaft traut man einen Sieg zu. Die 3. Jugend hat sich einen Gegner verpflichtet, der ihr keine Chancen auf Sieg einräumen wird. Die 1. Jugend Allendorfs ist eine körperlich starke Mannschaft, gegen die sich die neuaufgestellte dritte Jugend wohl nicht durchsetzen wird. Vor dem Spiel der Ligamannschaft wird die erste Schülermannschaft ein Spiel gegen Wetzlar-Niedergirmes austragen, weches mit einem sicheren Siege der Blau-Weißen enden dürfte. Zum Freundschaftsrückspiel treten die 2. Schülermannschaft und die Erste Lichs an. Für die kleinen 1900er gilt es, den Sieg des Vorspieles zu wiederholen. Die 3. Schülermannschaft tritt ihre erste Fahrt nach Allendorf an, um ihre Kräfte mit der dortigen allgemeinen oder eine Gefährdung von Organisationen und einzelnen Vereinen eintreten könnte. Zu der Ueberwachung der gesamten Leibesübun- aen gehört nicht nur das Bereich des Reichsbundes für Leibesübungen, sondern auch deren Betreuung in den Schulen und in den Gliederungen der Partei. So haben die Beauftragten des Reichssport- führers die staatlichen Interessen der Leibesübungen bei den Behörden und der Partei zu vertreten. Sie treffen ihre Entschlüsse selbständig unter Hinzuziehung der sporttreibenden Organisationen, vor allem auch mit Hilfe der Unterstützung durch die verschiedenen amtlichen Stellen der Partei, des Staates und der Gemeinden. Gpielvereinigung 1900 Gießen. 1900 I — VfR. Büdingen I. 1900 empfängt am Sonntag den VfR. Büdingen zum Rückspiel. Die Gäste, die in der Gruppe Friedberg Meister der Bezirksklasfe sind, besitzen beachtliche Spielstärke. In den soeben beendeten Aus- stiegspielen kam dies zwar nicht richtig zum Ausdruck, denn die Elf hatte gerade zu Beginn derselben unter starkem Spielerausfall zu leiden. Inzwischen hat sich die Mannschaft von dem Rück- schlag erholt. Das Unentschieden gegen Naunheim, das diese den Aufstieg in Die Gauliga kostete, und das Resultat gegen „Kewa" Wachenbuchen, wo sie mit 1:0 in Führung lagen, als das Spiel durch Gewitter abgebrochen werden mußte, stellen ihr das beste Zeugnis aus. Neben einer soliden Hinter- Mannschaft besitzt die Elf einen Sturm, der aus allen Lagen zu schießen versteht und in dem Halblinken Bätz den besten Spieler besitzt. Die Blau-Weißen, die in der Aufstellung: Schmidt; Zeller, Lippert; Rinderknecht, Heilmann, Schmitz; Schellhaas, Ranft, Enders Langsdorf, Hain antreten, wollen die im Vorspiel erlittene Niederlage Jugendfuhball. Nachdem die Gießener in überzeugender Weise die erste Stelle der Tabelle der Gruppe Gießen errungen haben, treffen sie in Wetzlar auf die 1. Jugend des SV. 05 Wetzlar als Gruppensieger der Gruppe Wetzlar. Nach den seitherigen Ergebnissen der Wetzlarer Jugend befindet sie sich zur Zeit in einer ausgezeichneten Form, demgegenüber konnten die Gießener sich ebenfalls in schwersten Spielen behaupten. Es dürften somit in dem Wetzlarer Spiel zwei Mannschaften aufeinandertreffen, die sich spielerisch und körperlich die Waage halten sollen. Es wird daher nur darauf ankommen, welche Mannschaft über die besseren Nerven und das größere Stehvermögen verfügt. Man erwartet einen auf hoher Stufe stehenden Kampf. Die 2. Jugend spielt ebenfalls gegen die gleiche von 05 Wetzlar. Da die Spielftärke der Hiesigen starken Schwankungen unterworfen und darüber hinaus die des Gegners hier unbekannt ist, ist eine Voraussage nicht zu treffen. Die 1. Schülermannschaft sollte gegen Klein- Linden einen Sieg erringen können. Die 2. Schüler dürften gegen die 1. von Leihgestern einen schweren Stand haben, wenn sie sich erfolgreich behaupten wollen. Iußbattabteilung des Turnvereins Alten-Buseck. Alten-Vuseck I — Londorf I. Beide Mannschaften stehen morgen im Freundschaftsspiel in Alten-Buseck gegenüber. Der Ausgang bes Spieles ist offen. Alten-Vuseck 3gb. — Daubringen Jgd. Vorher trägt die Jugend gegen die Jugend aus Daubringen ein Pflichtspiel aus. Da die Gäste in dieser Gruppe die stärkste Jugend stellen, müssen sich die Einheimischen sehr anstrengen, um ehrenvoll abzuschneiden. Das große Fachgeschäft für vornehme Damenkleidung Frankfurt a. M., Zeil 109, gegenüber der Hauptpost Das Geschäft Ist am Sonntag, den 17. Mal, anläßlich der Reichsnährstands-Ausstellung von 14-18 Uhr (2-6) geöffnet. alb gA Benebikte MoM' en kannst- >nb W dicken U" n Dallas i Priel""' .sspuckte. Ich wertet B Platzes mitspricht. Man wird aber nicht fehlgehen, wenn man nach den Leistungen bes letzten Sonntags zu urteilen Dutenhofen einen knappen, aber sicheren Sieg zutraut. Alsfeld hat »sehr zerfahren gespielt unb bürste unter biefen Umftänben bei ber ausgezeichnet zusammenspielenben Mannschaft von Dutenhofen wenig Glück haben. Jugendklasse. Tv. Lang-Göns — Tv. Ruttershausen. Die Gäste haben auf eigenem Platz schon klar verloren unb werben unter biefen Umftänben in Lang- Göns kaum aufkommen können. Tv. Münchholzhausen — Tv. Lütz e l- Hüben. In diesem Spiel wirb wohl kein Zweifel barüber herrschen, baß Münchholzhausen bas Ergebnis von Lützellinben umzudrehen versuchen wird. Ob das aber ohne weiteres gelingt, muß von ber Form der Gäste abhängig gemacht werben. Freundschaftsspiele. Hier interessiert vor allem bas Hanbballturnier bes Tv. Li ch, bas entgegen allen Erwartungen eine sehr gute Besetzung erfahren hat. In der Kreis- klasse werden sich die Mannschaften von Dorlar, Holzheim, Allendorf (Lahn) und Wißmar spannende Spiele liefern, während die Jugendklasse nicht minder stark besetzt ist. Hier treffen aufeinander Mtv. Gießen, 1846 Gießen, Tv. Wetzlar, Tv. Holzheim, T. u. Spv. Butzbach und Tv. Gambach. Ueber die Aussichten der einzelnen Mannschaften etwas zu sagen, wäre verfehlt. Man muß abwarten, wie sich die Gegner mit der abgekürzten Spielzeit zurecht- finden. Tv. A tz b a ch — Tv. Lützellinden. Nach langer Zeit tritt auch Lützellinden wieder einmal auf den Plan. Seine Mannschaft ist allerdings stark verjüngt, weil ein großer Teil der alten Stammspieler nicht mehr spielt. Wie unter diesen Umständen das Spiel ausgehen wird, kann nicht gesagt werden. Tv. L a n g - G ö n s 2. Jgd. — Tv. Oberkleen l.Jgd. Die Gäste haben erst vor kurzer Zeit an- gefangen, so daß sie der Spielerfahrung der Platz- besitzer nur eine gehörige Portion Eifer entgegensetzen können. Der Spielausgang ist klar. Tv. Burgsolms — To. Garbenheim Jgd. Auch Burgsolms spielt erst feit kurzem, so daß es auch hier einen sicheren Sieg der Gäste geben wird. NSG. Der Reichssportführer hat mit Wirkung vom 1. April 1936 die Stellen feiner bisherigen Beauftragten eingezogen. Die überlachlicken und erzieherischen Aufgaben des Reichsbundes für Leibesübungen, die bisher von den Gau- unb Bezirksbeauftragten bes Reichsfportführers wahrgenommen wurden, sind auf die Gauführer des Deut- chen Reichsbundes für Leibesübungen überge^an- jen. In feiner Eigenschaft als Leiter des Reichs- portamtes im Reichsinnenminifterium hat der Reichssportführer neue Beauftragte ernannt. Für den Gau XIII Südwest: SA.-Grup- penführer Lederle, Frankfurt a. M. Mit der Wahrnehmung der Geschäfte des Gau- beauftragten in der Pfalz hat SA.-Gruppen- siihrer Beckerle Prof. Sommer, Speyer, betraut. Zum ständigen Vertreter des Gaubeauftragten im Saarland: Dr. Schulz, Saarbrücken. Zum ständigen Vertreter des (Saubeauftragten in den hessischen Teilen des Gaues XIII: Verwaltungsdirektor Löwer, Darmstadt. Die neuen Beauftragten haben über den Rahmen des Reichsbundes für Leibesübungen hinaus die Aufgaben des Reichsfportführers als Leiter der Reichsdienftftelle in ihrem Gebiet zu vertreten. Sie halten engste Verbindung mit allen sporttreibenden Organisationen einerseits und pflegen eine ebenso enge Zusammenarbeit mit den örtlichen zuständigen Behörden anderseits. Ueberall dort hat der Beauftragte einzugreifen, wo ohne Schutz der Sportbehörde eine Schädigung der Leibesübungen im well Couch und Sessel für das Frauchen eingetroffen sind von Polster-Werlstäiie A. Wehrheim / Löberssraße 17 3176A WfiGENER 8 SCHLOTE! FRflNKFU RT LIE BFRflUENSTR.1-3 früh. Brumlik- haus In. Cleeberg T — Tv. Kirchgöns IT. Neu ist ferner die Mannschaft von Cleeberg, die am Sonntag ihr erstes Spiel austrägt. -Oer erste Schritt 1936." Unter diesem Motto veranstaltet der Bezirk Dießen im Gau Nordhessen des Leutchen Radfahrerbundes am morgigen Sonntag in Wetzlar-Niedergirmes eine Prüfung im Radfahren auf der Landstraße zum Zwecke der Rennfahrer-Nachwuchssuche. Die Veranstaltung ist offen für jugendliche Radfahrer über 14 bis 18 Jahre. Der Start beginnt um 9 Uhr vormittags in Niedergirmes. Nennungen sind an Willy Göbel, Wetzlar-Niedergirmes, Kirchft.aße 10, zu richten oder am Start abzugeben. bis zum Achter belegen. Dafür sind einschließlich der Ersatzleute 31 Teilnehmer zu stellen, denen sich vier Begleiter zugesellen. Für die olympischen Kämpfe im Boxen, Gewichtheben und Ringen in beiden Stilarten wird USA. die höchstzulässiae Zahl von Meldungen abgeben und in jeder Gewichtsklasse durch einen oder zwei Kämpfer vertreten sein. Die mit den Ersatzleuten aus 16 Mann bestehende Boxstaffel betreut der Deutschamerikaner John Baer. Der bekannte deutfchamerikanische Sportführer Dietrich Wortmann hat die 10 Gewichtheber in seiner Obhut, die bei den Endausscheidungen am 4. Juli in Philadelphia festgestellt werden. Die Ringer werden mit je einer vollständigen Mannschaft alle sieben Gewichtsklassen im griechisch-römischen und im freien Stil besetzen. Wie schon bei den Schwerathleten, so werden auch bei den Turnern die Deutschamerikaner in der Mehrzahl sein. Die Aufstellung der achtköpfigen Mannschaft erfolgt nach den Endkämpfen am 16. Juni im Yankee-Stadion. Die gleiche Anzahl von Teilnehmerinnen stellen die Turnerinnen. Die Fechter nehmen an allen Einzel- und Mannschaftskämpfen mit 18 männlichen und drei weiblichen Bewerbern teil. Die Radsportler wollen sechs Mann stellen. Die Reiter werden in Stärke von 22 Personen schon Mitte Juni mit dem Dampfer „President Roosevelt" Neuyork verlassen. Die zuerst in Berlin eintreffenden amerikanischen Olympiaboten setzen sich aus 9 Reitern, 3 Begleitern und 10 Mann Bedienungspersonal zusammen. Aus eigener Kraft haben die Kanufahrer ihre Reise nach Berlin finanziert. Die acht Auserwählten werden am 22. Juli mit dem Dampfer „President Harding" in See stechen. Die rund 22 Segler, die sämtlich aus Kalifornien stammen, sind bereits ermittelt und bekanntgegeben worden. Aus privaten Mitteln haben auch öie Schützen die Reisekosten aufgebracht. Mitte Juni werden die endgültigen sechs Olympia-Teilnehmer feststehen. Am Fußball-, Handball-, Hockey - und Basketball- Turnier wird USA. mit je einer Mannschaft teilnehmen. Bleiben noch die Vorführungen im Baseball und im Segelfliegen. Die amerikanische Baseballmannschaft führt Georg Herman „Babe" Ruth, der ungekrönte König des amerikanischen Nationalspiels, der deutscher Abstammung ist und Verwandte in Hannover hat. Zwei Segelmaschinen und fünf Piloten vertreten UbA. bei den Segelflug-Vorführungen in Staaken. Nach den vorläufigen Plänen wird die amerikanische Olympiamann|chaft aus 467 Kämpfern und Kämpferinnen, sowie Begleitern bestehen. Darin eingeschlossen sind 56 Frauen. Es entfallen auf die einzelnen Sportarten: Leichatathletik: 77 Männer und 20 Frauen; Schwimmen: 43 Männer und 22 Frauen; Rudern: 35 Männer; Reiter: 22 Männer; Fechter: 21 Männer und 5 Frauen; Turnen: 9 Männer und 9 Frauen; Segeln: 22 Männer; Fußball: 19 Männer; Basketball: 18 Männer; Hockey: 16 Männer; Handball: 17 Männer; Ringen: 17 Männer; Gewichtheben 12 Männer; Kanufahren 9 Männer; Boxen: 16 Männer; Radfahren: 8 Männer; Schießen: 7 Männer; Moderner Fünfkampf: 5 Männer; Pferdepolo: 13 Männer; Baseball: 16 und Segelfliegen: 5 Männer.______________________ Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samstagnachmittag geschlossen. Amerikas Elreilmachl für die Olympiade. 391 Aktive und 76 Begleiter. Das Olympia-Komitee der Vereinigten Staaten hat die für Berlin bestimmte olympische Kampftruppe zahlenmäßig aufgestellt. Das Ergebnis übertrifft alle Erwartungen, denn die Amerikaner werden in Berlin ebenso stark vertreten fein, wie vor vier Jahren, wo in Los Angeles die Spiele im eigenen Lande veranstaltet wurden. 3n Los Angeles kämpften für USA. rund 400 aktive Teilnehmer, die Reise nach Berlin werden 3 91 Sportler und Sportlerinnen und 7 6 Beglei - t e r antreten. Um diese gewaltige Streitmacht nach Berlin zu bringen, müssen 400 000 Dollar aufgebracht werden, nachdem zuerst nur 350 000 Dollars veranschlagt wurden. Den größten Trupp der USA.-Olympiamannschaft stellt die Leichtathletik. Vorgesehen sind 68 männliche Teilnehmer und 8 Begleiter. Die Führung hat nun schon zum dritten Male der Cheftrainer Lawson Robertson. Um die einzelnen Plätze in der Olympiamannschaft wird bei den Ausscheidungskämpfen in den kommenden Wochen ein hartes und erbittertes Ringen einsetzen. Der bisher einzige sichere Teilnehmer ist der Indianer Ellison Brown, der Gewinner des Bostoner Marathon-Laufes. Das letzte Wort wird bei den Endkämpfen am 10. und 11. Juli bei den General- Ausscheidungen gesprochen, die im neuen Stadion aus Randalls Island im East River stattfinden sollen. Die Leichtathletikmannschaft wird verstärkt durch 17 Sportlerinnen, die der Obhut von drei Begleitern anoertraut sind. Nach den Leichtathleten ist die Schwimm- Mannschaft mit 57 Köpfen die zweitstärkste Gruppe. Die Männer stellen 26 Bewerber und 13 Wasserballspieler, die Frauen sind durch 18 Teilnehmerinnen vertreten. Insgesamt sind acht Begleiter vorgesehen. Die amerikanischen Ruderer werden auf der Olympischen Regatta alle Bootsklassen vom Einer Frau Käthe Kilbinger, geb. Pötz 319SD Bad Ems (Römerstraße 96), Gießen (Goethestraße 23), Ölde (Westfalen), den 16. Mal 1936. In tiefer Trauer: Wilhelm Kilbinger. Die Beerdigung findet statt; Montagnachmittag 3 Uhr auf dem Neuen Friedhof in Gießen Die Seelenmesse ist Montagmorgen 7 Uhr in der Kapelle des katholischen Schwesternhauses Statt jeder besonderen Anzeige. Donnerstag, den 14. Mai, entschlief sanft in Bad Ems nach langem schweren Leiden, wohlvorbereitet durch die heiligen Sterbesakramente, meine geliebte Frau, unsere treue Schwester, Schwiegermutter, Großmutter, Schwägerin und Tante Aufforderung. Wer Auslunft über Leben oder Tod der z. Z. noch unbekannten Erben des nach Nordamerika ausgewanderten Heinrich Sames III. von Dorf-Güll geboren im Iahre 1843 daselbst, geben kann, wolle sich alsbald bei mir melden. 3I67d Dorf-Güll, den 15. Mai 1936. Ioh. Heinrich Games II, Abwesenheitspfleger. die der erfahrene Gartenbesitzer nicht missen möchte: die gute Sdineider-Gießkanne der ideale Rasenmäher Alexanderwerli Hochwertig ist die Qualität und leichterschwinglich der Preisl Bitte beachten Sie meine Spezialfenster Natürlich bei J.B. 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KREUZPLATZ 15 Seit 185 Jahren Textilhaus I 3217A Ala Anzeigen - Aktiengesellschaft Annahme von Anzeigen für alle Reifungen u. Bemdmrten Gletzen, Schulstvatze 8 Der auf Donnerstag, den 21. Mai 1936 (Himmelfahrtstag), fallende Wochenmarkt findet am TRitf- woch, dem 20. Mai 1936, statt. 3165C Gießen, den 16. Mai 1936. Der Oberbürgermeister: Ritter. AkMWmW oer Stoor Wen. Die Stadt Gießen läßt Montag, den 18., Dienstag, den 19„ und Mittwoch, den 20.2Hai 1936, folgende Grasnuhungen für das ganze Jahr öffentlich meistbietend versteigern, und zwar: 3166C Montag, den 18.Mai 1936, vormittags 8 Uhr (Zusammenkunft an der Rod- Heimer Straße beim Städtischen Schlachthof), die frühere Ockelsche Wiese an der Rodheimer Straße, anschließend die frühere Hospitalwiese auf der Hohl- eich in 10 Abteilungen, eine Wiese auf der Insel, eine am Hohleichweg und die städtischen Feldwege und Gräben usw. im Neustädter Feld. Dienstag, den 19. Mai 1936, vormittags 8 Uhr (Zusammenkunft in der Gartenstraße an der Wieseckbrücke) die Böschungen an der Wieseck links zwischen Gartenstraße und Bleichstraße und zwischen Bahnhofstraße und Lahn, die Bö- schungsn an den Kläranlagen, verschiedene Klee- und Grasstücke an der Kläranlage, am Leihgesterner Weg, Aul-, Erdkauter-, Schiffenberger Weg und auf dem Lutherberg sowie sämtliche Feldwege und Gräben zwischen Lahn und Licker Straße. Mittwoch, den 20. Mai 1936, vormittags 8 Uhr (Zusammenkunft am Alten Röd- gener Weg an der Sandgrube bei der Liebigshöhe), die Grasnutzung von den Schneisen und Mähplatten der städtischen Waldungen, ferner drei Kleestücke an der Sandgrube bei der Liebigshöhe, eine Wiese am Försterbrunnen, eine an der Friedhofsallee, zwei in der Schwarzlach, zwei an der Lahn unter dem Felsen und eine in der Wiesenstraße, weiterhin sämtliche Feldwege und Gräben zwischen Licher Straße und Lahn. kleinere Beträge können bei der Versteigerung sofort entrichtet werden. Gießen, den 12. Mai 1936. Der Oberbürgermeister. I. V.: Dr. Hamm, Bürgermeister. in fuMnöherbergeiv- Übernachtungen, 1933 Der Reichsverband für Deutsche Jugendherbergen hat der jungen Nation in allen Teilen des Reiches in seinen Herbergen Übernachtungsstätten für Ihre Fahrten geschaffen. Dadurch wurde die Wanderfreudigkeit wesentlich gesteigert. Die Übernachtungsziffern in deu Jugendherbergen stiegen von 4.2 Millionen im Jahre 1932 auf über 6,5 Millionen Übernachtungen Im Jahre 1935. Deine Spende am 16. und 17. Mai zum Reichsopfer- und -werbetag Ist ein Stein für den weiteren Ausbau des j « ^ b-»rgswerkest 3220A Borrmann L Gießen / Neustadt 5 / Ruf 4165 Alleinverkauf für Groß-Frankfurt deutscheI "'.in' ■■ v;-'■'? Form und Arbeit . ; ■ v - • Seit über 20 Jahren bewährt ----- ■< HANDELSMARKE rCi’E-..Atz Mustergültig Frankfurt am Main 2808 V Zierkiese für Gärten u. Gräber in großer Auswahl auf Lager Torfmull in Ballen u. Kleinpackung, Torfstreu, Dungkalk, Thomasmehl, Kalidünger. 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Komm Deutsche Bank und Disconto- Landesb.Goldschuldverichr. R.6 — 92,13 — _ Gesellschaft................ 4 92,75 93 92,75 93 Lberhessen Provinz-Anleihe mb Dresdner Bank........... * 92,75 93,25 92,75 93,25 AuSlos.-Rechten ............ Deutsche Komm. Saminelabl. An — — — — Reichsbank ................ 184,65 186,5 184,65 186 leihe Serie 1 mit AuSlos.-Rechten 47x% ehem.8% Franks. Hyp.-Banl Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 6%% ehem. *7i% yrankf. Hyp. 116,65 116,65 116,75 116,75 A.E.G...................... o 37,75 148 127,5 149,25 38 149,9 130 152 37,65 147,5 128,5 149,25 38 96,5 101,4 96,5 101,55 Bekula..................... g 149,25 130,25 151,5 ®^^2k|erun95fle(enjchaft... 6 57i% ehem. '*7i% Rheinische Felten & Guilleaume......... 4 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 6 131 132 131 132,4 Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpse. ... 101,5 101,5 101,5 101,75 139 141 139,25 141 *7i% ehem. 8% Pr. LandeSpfanb Rheinische Elektrizität ........ 6 —- 136 137 136,25 briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 97 97 97 97 Rhein. Wests. Elektr..........6 — 135,4 134,9 135,65 4*/,% ehern. 7% Pr.Landcüpsand Schuckert K Co......... q 142,5 145 142,9 144,5 vriesanst., Gold Komm. Lbl. 20 97 97 97 97 Siemens öc Halske............ 8 Lahmeyer L Co......... i — 193,5 187,25 193 Steuergutich.BerrechnungSk. 34-38 109,25 109,4 109,4 109,4 — 138 136 137,5 4% Oestcrretchtlche Goldrente... 4,20% Oesterceichtsche Silberrente 31,75 2,05 31,5 31,5 32 Buderus ................. 101,75 121,5 102 122,5 101,75 121,5 101,5 122 2 2 2,1 Deutsche Erdöl ..............4 8,75 8,65 8,9 8,6 8,95 8,9 Harpener.................2% Hoesch Eisen—Köln-Reuessen .. 3 127,5 128,25 105 127,5 104,13 128,25 104,75 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 8,65 8,65 4' j% deSgl. von 1913.......... 8,65 13,65 8,65 8,65 8,7 Ilse Bergbau ............... e _ __ 171,5 131,5 171,75 132,13 5% abgest. Goldmexikcmer von 99 13,75 13,7 Ilse Bergbau Genüsse........6 — 133 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie l............. ' — Klöcknerwrrke ...............3 Mannesmann-Röbren........ 3 101 96.75 102 97.4 100,9 96,75 101,5 97,13 14.Mai 15-Mai Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Brief Geld Brief puenos Aue 0,684 0,688 0,684 0,688 Brüssel .... 42,08 42,16 42,11 42,19 Rio de Jan. 0,137 0,139 0,137 0,139 Sofia..... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 55,07 55,19 55,07 55,19 Danzig----- 46,80 46,90 46,80 46,90 London.... 12,335 12,365 12,335 12,365 HelsingforS.. 5,44 5,45 5,44 5,45 Paris ...... 16,385 16,425 16,395 16,435 Holland ... 168,00 168,34 168,33 168,67 Italien.... 19,55 19,59 19,48 19,52 Japan ...... 0,721 0,723 0,721 0,723 Jugoslawien 5,654 5,666 5,654 5,666 Oslo..... : 62,00 62,12 62,00 62,11 Wien....... 48,95 49 05 48,95 Lissabon.... 1b 21 11,23 11,21 1b 23 Ltockholm.. 63,60 63,72 63,60 63,72 Schweiz ... 80,48 80,64 80,51 80,67 «panien.... 33,95 34,01 33,99 34,05 Prag....... 10,30 10,32 10,305 10,325 Budapest .. — — — Neuyork ... 2,484 2,488 2,488 2,492 Berlin, 15-Mai Gelb Briet Amerikanische Norea.............. 2,44 2,46 Belgische Noten.................. 41,96 42,12 Dänische Noten ................. 54,82 55,04 Englische Noten ................. 12,30 12,34 Französische Noten............... 16,345 16,405 Holländische Noten............... 167,91 168,59 Italienische Noten................ — —— Norwegische Noten .............. 61,79 62,03 Deutsch Oesterreich, ä 100 Schilling — — Rumänische Noten............... — —- Schwedische Noten............... 63,38 63,64 Schweizer Noten................. 80,33 80,65 Spanische Noten................. 33,65 33,79 Ungarische Noten................ — Wandern und Reisen ♦ Bäder und Sommerfrischen. Wanderfahrten Besucht deutsche Bäder u. Sommerfrischen Vogelsberg! Schlierbach b.W.i.Brachttal, gr. Laub- und Nadelwald. Frankfurter Hof Sch.Zim.,fl.W.Zntr.- Heiz , Terr., 4 Mahlz. 3.50KeineNebensp. Bes.: Ernst Creß. Neu, gemütlich, freiliegend,Bade-, Trink-JLiegekuren, Halle, Spielwiese, Wald, groß. Schwimmbad, Wochenend. Garage. Pro-ak spekt.Ia.V ollverpflegung M. Eine Einladung an dieser Stelle z. Besuch Ihres Hauses führt zu Gästen aus Gießen u.Oberh. Gießen — Lindener Mark — Rindsmühle — Gießen. Wir beginnen unsere Wanderung an der Universitäts-Bibliothek und folgen dem vom VHC. Gießen vor drei Jahren neu angelegten roten T, das uns zum Erdkauterweg, am Gailfchen Tonwerk vorbei auf lauschigen Waldschneisen der Lindener Mark zur Theodorsruhe bringt. Hier erfreuen wir uns von der Schutzhütte an dem prachtvollen Blick auf den Schiffenberg, gehen auf unserem seitherigen Weg gelben Punkten nach bis zur nächsten Schneise, wo die Zeichen nach links abbiegen, wir indes geradeaus weiterschreiten. Nach einiger Zeit zweigt nach links ein Fußpfad ab, der uns alsbald zur Nikolausquelle, einer hübschen Anlage mit einigen Ruhebänken, bringt. Vom nahen Waldrand bietet sich ein schöner Blick über ausgedehnte Wiesengründe nach den umliegenden Dörfern. Nicht weit von der Quelle führt in westlicher Richtung durch den Wald ein Weg aufwärts, dem wir bis zur vierten Querschneise folgen, diese nach links einbiegen und nach kurzer Zeit die Rindsmühle, wo wir Raft machen können, erreichen. Den Heimweg nehmen wir auf der Leihgefterner Viele, die von fern über allen Bergen des Odenwaldes den M e l i b o c u s sehen, denken an lange Waldwege, die sie dort oben schon gewandert sind, an einsame Burgruinen, an windumwehte Türme, an das verwegene Umhersteigen auf den Felsbrocken, die dort in den Buchenwäldern liegen wie Ueber- bleibsel einer Gigantenschlacht. Mancher denkt an Ferientage in Lindenfels und Lützelbach, an die Lauben und Terrassengärten von Jugenheim, an das Rauschen der Wälder und das halbvergessene Schloß Heiligenberg, in das einst Prinzen und Zaren ihren bunten Hofstaat verlegten. Die ganze Berg st raße entlang zieht sich das Weiß und Rosa der frühlingkündenden Baumblüte. Die kleinen alten Städte, oft durch Alleen miteinander verbunden, sind wie eine lockere Kette freundlicher Häusergruppen, deren rote Dächer bald als kräftige Farbtupfen im zarten Pastell des Blütenmeeres stehen, bald fast darin verschwinden. Dieses Ländchen unmittelbar südlich des Mains ist eine weite Ebene, angelehnt an den waldigen Abhang des Odenwaldes, der höher als früher erscheint, seit die Reichsautobahn an ihm entlangführt. Denn diese liegt wohl ein wenig tiefer als die Bahn. Diese Ebene mit dem noch von Schilf und Urwald bewachsenen Ried geht jenseits des Stromes in das rheinhessische Weinland über. Nah am Odenwald liegt das stille, von Parks umschlungene D a r m st a d t; das viel ältere Worms ist Dem Strome näher, doch auf der anderen Seite. Dort lebt noch die SiegfriedsaAe mit ihrer tragischen Jagd im Odenwald. Man sieht aus den Wäldern die Türme der alten Stadt wie eine Arche am Himmel schweben. Auf den Stufen dieses Domes war es, wo Brunhild und Kriemhild sich stritten... Zwischen Worms und Darmstadt, an einem der Bauerndörfer im Ried, steht die letzte Vorhalle des K l o st e r s Lorsch, das einst zu den berühmtesten Kulturstätten des Abendlandes gehörte. Weit über das Gebirge hinweg reichte in verschollenen Jahrhunderten die Macht der fränkischen Könige. Kaiser Karl jagte in den unermeßlichen Forsten, die sich noch heute bis nach Frankfurt erstrecken. In Michelstadt und in Seligenstadt baute Einhart, der Schwiegersohn Karls, sich an, und die Grafen von Erbach, die dort noch heute ihre Schlösser bewohnen, gelten als seine Nachkommen. Natur und Geschichte geben dem Odenwald seine Besonderheit, feinen Dörfern und Städtchen ihr eigenes Behagen. Einsame Kirchen stehen in den Wäldern, manche nur noch an ihren Grundmauern erkennbar. Finstere Schluchten führen in unberührte Gegenden, besonders dem Neckar zu. Dennoch ist der Odenwald- keine abgeschlossene Insel. Er ist zugänglich von vielen Seiten. Reichgegliedert, füllt er seinen Raum zwischen Rhein, Main und Neckar aus. Nur an einer Stelle ist er nicht von den glänzenden Bändern der Flüsse und der Eisenbahn umschlossen, nämlich zwischen dem Katzenbuckel, der sich über Eberbach hinter dem Neckar erhebt, und dem am Main gelegenen Städtchen Miltenberg. Wer von Frankfurt kommt, sieht den Sockel des Odenwaldes am deutlichsten. Wälderstriche stehen noch zwischen den Aeckern, auf denen Korn und Mais gedeihen. Den Saum der Dörfer bilden Obstwäldchen und Bohnengärten. Die Fachwerkhäuser und die Brennholzstapel vor den Türen verraten das Waldland. Auf -rod und -hausen enden die Dorfnamen hier, nicht anders als drüben an der Nahe und an der Mosel. Die Landstraßen flie- ErhoiiiiiWende Waldhaus-Rainmühle b.Nothenkirchenüb.Hünfeld(Rhön) Idyll.isol.herrl.Lage, Wald,Wild, Wasser, täglich 4Mahlzeit.,reichlich u.gut.Eig.Fischereien.Pensionspr. 2.80.^ keine Nebenk. Bes.A.Eemler. 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Wenn der Flößer näher ans Ufer fährt und wir springen auf das Floß und fahren mit zu Tal, einen Tag, zwei Tage. Wie schön! Die Nebelschleier verlieren sich. Die Sonne bricht sich Bahn. Ein blauer Frühlingstag steht plötzlich über uns, golden ... Lerchen jubeln fern Über den Aeckern der Mage im MartaL Don £oni Prügel. Man möchte das abgegriffene Wort „lieblich" mit einer neuen Sinnhaltigkeit begaben, wenn sich an einem Maientage vom Rhein her das Neckartal auftut. Wie könnte man es auch anders benennen: Die sauber begrenzten, lichtbraunen Aecker, die Wiesen wie zur Feier hingespreitet, von spät blühenden Pfirsichen übertupft, der streifige Raps im Tal, von einem Gelb, das breit zu lachen scheint, und die vermittelnd ähhebenden Waldkappen auf den Bergköpfen: dies alles immer huldigend nah um die Mitte, das ist der Fluß, versammelt. Gut ist es, ein Auto zu haben. Es kann sich auf der knappen Straße dicht beim Fluß halten und braucht keine der Merkwürdigkeiten auszulassen, die hier allerwärts am Wege liegen. Keineswegs darf man sich die frühlingsgrünen Wälder vorenthalten lassen. Man geht aufwärts unterm jungen Laub, das jetzt noch durchscheinend ist. Steht im Heidelberger Schloßhof zwischen den rötlichen Ruinen der immer noch imposanten Palastfassaden: wo die schwelgenden Blicke von den porzellanblauen himmelgefüllten Fensterrahmen nicht minder angezogen werden, als von der edlen Linienführung der Architektur, vom plastischen Schmuck. Folgt man dem magischen Zuge der Himmelsbläue hinaus auf den Altan, so verschwimmt die hemmlungslose Breite der Rheinebene zur Linken, indes sich dieserhand das Flußband des Neckars um die Hügel schlingt. Stift Neuburg liegt bunt überm Blühenden. Dörfer formen sich aus Villen und Gärten. Bei Neckargemünd fährt man, ins eiserne Gerüst der Brücke gespannt, zur anderen Neckarseite hinüber, wo eine breitere Straße den Fluß geleitet. Drüben schieben sich die Hügel jetzt bis ans Ufer heran. Burgen auf Den Bergkämmen ziehen immer mit einher. Um Neckar st einach wachsen die Raubritternester der „Landschade" aus dem Wald, über Hirschhorn das Stammschloß der Hirschhörner Edlen. Man fährt in Hirschhorn förmlich durch die Kirche. Denn da stellt sich in den winkelseligsten Gassen plötzlich ein Torturm breitbeinig über den Weg und schluckt das erstaunte Fahrzeug in den dunklen Rachen. Im Vorübergleiten sieht man aber doch noch die kleine Pforte seitwärts, und nun kann man es nicht unterlassen, von der Straße weg mit einem Schritt in der Empore der dämmerigen Kirche zu stehen: so innig hat sich die Kirche in den Schutz des Stadtturmes begeben. Auch ist es gut, bei dem neuen Stauwehr eben einmal den Fluß zu queren und den schmalen jenseitigen Feldweg ein Stück mit dem Neckar hinabzulaufen. Da wird man erfreut sein von der sauberen Gliederung Hirschhorns zur Burg zu, die ihrerseits mit Wehrmauern wie mit schirmenden Armen herunterlangt. In Eberbach kann man das alte Viereck der Stadtbefestigung noch an vier Türmen erkennen. In der ehemaligen Wehrmauer aber haben sich dis Fachwerkhäuser breit gemacht, hochgegiebelte Bürgerbauten mit der bewahrten Ueberlieferung alemannischer und fränkischer Holzbauweise. Eine freiere Weite des Blicks nach dem Engen, ganz auf sich Gestellten des Neckartals läßt sich, so man will, von der Feste S t o l z e n e ck erlangen. Dazu quert man oberhalb Cberbachs den Fluß und hat auf der Burgwanderung Weile, den jungen Wald inniger zu erleben. Hier wird man auch, an der Schwelle zum Walde, mit den Obstbäumen vertrauter. Die Kirschen müssen ja schon ausgeblüht haben (bald stehen sie korbweise auf dem Markt vor der Heiliggeistkirche in Heidelberg). Man klettert aus dem stimmungsvollen, ganz in Grün verwilderten Schloßhof von Stolzeneck, schließlich noch im Leib der mächtigen Schildmauer, die sich hier wahrhaft wie ein Schutz und Schild vor der Burg aufpflanzt, zur höchsten Plattform. Und da schaut man dann von oben in die Wälder hinein. Die lichten Laubkronen lassen noch die Anemonen vom Waldboden durch ihr Gitterwerk heraufscheinen. Vom Nahen aber geht die Versenkung zur Ferne, so wie sich die Hügel des Neckargebirges wellig hintereinander lagern. Reisewinke. Zeppclinfahrten für 100 Mark. Das Luftschiff „Graf Zeppelin" wird am Freitag, 22. Mai, von seiner vierten diesjährigen Südamerikafahrt zurückkehren und zum erstenmal auf der Heimreise von seiner Ueberseefahrt auf dem neuen Flug- und Luftschiffhafen Rhein-Main bei Frankfurt landen. Anschließend daran wird das Luftschiff entweder am Freitagabend oder am Samstagmorgen von Frankfurt aus nach Friedrichshafen übergeführt werden. Wie die Passageabteilung der Deutschen Zeppelin-Reederei Frank- furt mitteilt, können an dieser Fahrt von Frankfurt am Main nach Friedrichshafen Fahrgäste teilnehmen, und zwar zu einem Einführungspreis oon 1 0 0 R M., dem bisher niedrigsten Preis einer Zeppelinfahrt. Eine Wochenfahrt in das schöne Bodenseegebiet läßt sich auf diese Weise mit dem unvergeßlichen Erlebnis einer Zeppelinfahrt verbinden, die für manchen Fahrtteilnehmer den Wunsch nach einer Ueberseereise mit dem Zeppelin wachrufen dürfte. Da die Zahl der zur Verfügung stehenden Plätze sehr beschränkt ist, die Nachfrage aber infolge des geringen Fahrpreises sehr stark sein dürfte, ist eine möglichst schnelle Platzbelegung bei der Deutschen Zeppelin-Reederei oder bei den großen Reisebüros zu empfehlen. In den folgenden Monaten werden einige weitere Ueberführungsfahrten der beiden Luftschiffe „Graf Zeppelin" und „Hindenburg" zwischen Frankfurt und Friedrichshafen stattfinden, an denen ebenfalls Fahrgäste nach beiden Richtungen hin teilnehmen können. Ebene. Drosseln jubeln aus den Uferwäldern. Schlehenbüsche stehen auf einmal in blendendem Weiß fern an den Hügeln. Nicht nur die kleinen rosa Aprikosenbäume stehen in Blüten. Plötzlich, je mehr wir Odenwald- und Spessartberge verlassen, steht alles in Blüten. Aus dem Land des schwermütigen Waldfrühlings find wir fachte gekommen in das Land des heiteren Wiesen- unü Mattenfrühlings, in das Land der Fröhlichkeit. Man verläßt irgendwo das Floß, dieses gelassene Fahrzeug des Traumes. Irgendwo steht ein kleiner Bahnhof, wo wir auf ein Züglein warten, das uns' geschwätzig und pustend fortträgt aus dem weiten Mainland in die große Stadt, die nicht weiß um die Wunder des Waldfrühlings, um den Zauber der Traumfahrt auf den alten Wassern des guten Stromes. ßen hell durchs Feld, zwischen den stämmigen Bäumen der Alleen leuchtet das Grün der Wiesen. Die Papveln einer fernen Anhöhe erinnern an Zypressen, fast zaubert die Kulisse von dunkelblauen Bergen ein Stück südländische Landschaft am Horizont hervor. Dichter, urwüchsiger werden die Wälder in der Höhe. Schon liegt ein Tal von einer solchen lieblichen Größe unter dem weiten Himmel vor uns, daß es den überraschten Wanderer für die Mühe des Aufstiegs belohnt. Die Schutzhütte dort oben ist mit dem Gesicht zur Ferne gerichtet. Radfahrer haben es sich bequem gemacht, sie kochen ab, sie suchen die Herrlichkeit ringsum mit ihrer Strahlenfalle einzufangen. Die Landstraßen kreuz und quer im Odenwald sind gut, sie find eine Kurzweil für die Radfahrer, die ihre Näder bergauf schieben, um dann in müheloser Fahrt wieder abwärts zu gleiten. Es geht durch Wälder und Dörfer, es geht durch langgezogene, von Weiden besetzte Täler, es geht in ein Städtchen mit dem Schild am Eingang: „Bitte ruhig fahren". Das gilt den Autofahrern; sie sollen die beschauliche, erholsame Ruhe nicht stören. Denn man ist hier in Bad König, an Kleinheit ein Dorf, in Wirklichkeit ein Kurort mit Badhaus, mit kiesbestreuten Gärten und buntgedeckten Tischen in der warmen Frühlingssonne. Ein Lädchen zeigt Elfenbeinschnitzereien, ein anderes bunt- glasierte Töpfe, die im Gewerbefleiß dieser Gegend ihren Ursprung haben. Kräftiger Holzgeruch strömt von den Sägemühlen in der Nähe der Bahngeleise herüber. Ganz im Herzen des Odenwaldes liegt Michelstadt mit feinem altertümlichen Marktplatz vor dem tfreifürmigen, auf den hölzernen Unterbau gestützten Rathaus und dem Wirtshausschild mit den drei Hasen, die zusammen nur drei Ohren haben und doch jeder einzelne sein Paar. Eine uralte Allee verbindet das Städtchen mit dem Fürst e n a u e r Schloß und seinem hochgeschwungenen, in der ganzen Kunstgeschichte bekannten Mauerbogen. Hügelig sind die Wiesen da draußen; man stößt beim Graben auf römische Ziegel, noch nor kurzem fand man dort eine Bildsäule des Merkur. Hier ragt eine kleine unscheinbare Kirche, die Einhartsbasilika. Das alte Gemäuer steht mitten in einer satten Bauernlandschaft. Wie ein Gesicht mit blinden Augen und schmalem, hochgezogenem Mund schaut es unter seiner Haube von Weinlaub über die Wildnis der Gräser. Ungeheuer ist der Blick von den Höhen über Land und Himmel. Der Heiligenberg über Jugenheim ist nicht der einzige seines Namens. Am Neckar steht ein anderer, gleichsam als letzter Pfosten des Gebirges. Sein Haupt ist von einem uralten Ringwall umschlungen, und dort hoch über düsteren Wäldern wurde ein Feierplatz gebaut, eine Arena von solcher Geschlossenheit, daß das Spiel der Menschen hier schon von der Großartigkeit des Rahmens weihevolle, festliche Prägung erhält. Je höher man die Stufen des körnig glitzem- ben Steins hinanfteigt, die rötlich find wie das Heidelberger Schloß jenseits auf der anderen Seite des Tales, desto unendlicher wird die Ebene, die das Auge nach Westen hin überblickt. Es ist, als spüre man im fernen Schimmer des Rheines den magnetischen Zug des strömenden Wassers zwischen Alpen und Nordsee. Da unten reihen sich die Städte, die Dome, die Fabriken. Aber kein Lärm bringt in bas große, ruhige, frische Brausen ber Odenwaldhöhe^ Alfons Paquet. Jetzt ist es gerade Zeit! Don Karlernst Knah. Unser beutsches Lanb ist eine Frühlingsheimat wie kaum ein anberes. Wem das Glück zuteil wirb, in die frischgrünenbe, aufblühenbe Natur zu fahren, finbet sie herrlich, wohin er sich auch wendet. Wun- üer sind ringsum, eins immer köstlicher als das andere. In Thüringen schimmert zart das junge Laub der Birken und das erste blanke Buchengrün. Am ostpreußischen Strand betupfen sich die lichten Uferwälder weithin mit Schlüsselblumen, Anemonen und Leberblümchen. Oder der Blick aus dem O-Zug- Fenster schweift über niedersächsische Fluren, auf denen die Saat in grünen und bräunlichen Farbtönen leuchtet. Kräftiger Erdgeruch füllt die Luft. Im Harz setzen sich die Tannen hellgrüne Spitzchen, wie Leuchter, auf das Russisch-Grün der alten Nadeln. Wir- wissen nicht, ob die tiefe Verbundenheit der germanischen Mythen von Gott und Natur mit den Jahreszeiten, und vor allem mit dem Frühling, aus diesem ewigen Erlebnis sich erklärt, ober ob umgekehrt ber nordische Mensch in seinem faustischen Drange das Gleichnis des Frühlings mit besonderer Stärke erkannte und dauernd ergriff. Wir fühlen nur: ohne den deutschen Frühling erschiene uns unser Leben leer. Er ist uns ein Sinnbild, das alle Erscheinungen, alle Verhältnisse des Daseins deutungsreich bestrahlt. Als große Fuge klingt er durch unsere Dichtung, unsere Musik, unsere Malerei. Sein Gleichnis schimmert über dem paradiesischen Zustand, den wir Kindheit nennen, über dem Begriff „junger" Völker, über allem, was „Morgen" ist, Aufbrechen und Neuwerden. Wer in den deutschen Frühling fährt, der kann Verse von Hölty und Goethe, von Uhland oder Agnes Miegel im Herzen haben; er mag an ein Bild von Hans Thoma denken, ein Kind etwa, spielend auf bunter Wiese, ober es mag ein göttlicher Satz von Beethoven in ihm klingen — überall begegnet er dem Erlebnis: Frühling, während er selbst es wieder empfindet, auf einer Matte in den bayerischen Bergen, in einem Schwarzwaldtal ober an einem märkischen See, silbern und jungfräulich verschleiert. Eine Reise, eine Wanderung in den Frühling ist eine Herzstärkung, die durch alle zweiundfünfzig Wochen des Jahres anhält. Zu keiner anderen Zeit plaudert der Bach so heiter, sind die Blumen so hold, ist der Wald so schön. Die farbige Welt erscheint schuldlos und rein. Es ist alles „frisch und neu und mit Bedeutung auch gefällig". Die Natur bietet für das Prunkstück ihrer Jahressymphonie den Ueberschwang ihrer Phantasie aust sie spielt ihr perlenstes Allegro, ihr süßestes Pastorale, ihr temperamentvollstes Pizzicato. Sie prangt ein paar Wochen im Sonntagskleid, sie spart keine Farbe ihrer Palette, sie kleidet selbst die bescheidensten ihrer Kinder in Samt und Seide, sie brennt ein, ach, nur kurzes, aber dafür auch unbeschreiblich herrliches Feuerwerk der Farben und Formen, der Düfte und der Lichter ab. Suche den Frühling auf! Bist du jung — der Glückstraum der Jugend ist am schönsten im Lenz. Bist du alt — der Traum umfängt dich wieder im Frühling. Lass' keinen ungenossen vorüberziehen! Fränkischer Frühling. Don Emil Baader. Ein Wagen kam angefahren und nahm mich mit. Trug mich über viele Hügel, durch manche Dorf- schaften, durch Markflecken und kleine Städtchen ins Taubertal und dann ins Maintal. Irgendwo habe ich den kleinen Wagen verlassen und bin zu Fuß weitergetippelt durch den fränkischen Frühling. Und wenn Regen übers Land kam, linder, zarter Frühlingsregen, bann habe ich mich in ein Dorfwirtshaus gefetzt zu einem Glas Apfelmost, in eine Fischerkneipe zu Wertheim, ober in einen Bummelzug zu fränkischen Bauern ober Bäuerinnen. Ueber- all aber war ich im feierlich schönen wald- und bergumrahmten Maintal. Jener Teil des Maintals roar's, darin zu wandern ans Herz greift, weil man selbst so klein ist in diesem Tal. Es fahren Flöße im Strom, gelassen und traumhaft. Dann kommen Schleppzüge, schwerbeladen.. Sie fahren stromaufwärts. Sie lassen sich Zeit. Es kommen Dörfer. Sie haben nur eine einzige Straße: zwischen Wasser und Bergen. In den schmalen Gärtchen blühen rosarot die Aprikosen. Ein bleigrauer Himmel hängt überm Dorf, überm Strom. Es ist Frühling. Das Land duftet stark. Aber ber Frühling ist sehr verhalten. Die Sonne hält sich hinter dicken Wolken verborgen. Bachstelzen sitzen auf dem Geländer der Haslocher Mainbrücke. Hoch in der Luft fliegt ein Fischreiher. O, zu wandern in dieser Landschaft, diesem Mainfrühling, das ist etwas Eigenes. Kilometerweit gewahrt man nichts als die Wasserfläche des Stromes und darüber die Wälder. Jenseits des Stromes fahren auf gutgepflegten Landstraßen in wilder Jagd die Kraftwagen aus den großen Städten. Aus Frankfurt kommen sie und aus Aschaffenburg, nach Würzburg fahren sie, nach Bamberg und Nürnberg. Die Wagen fahren durch das große Tal des erwachenden Frühlings. Aber die Insassen atmen den Duft des Landes nicht. Sie atmen den Duft des Maines und der frischgepflügten Aecker nicht. Sie mögen nur ahnen, wie schön und groß das weltferne Waldtal ist zwischen Spessart und Odenwald! Manchmal kommt es mich an, abzuzweigen vom Wanderweg im Tal. Irgend einen Weg zu begehen, der in die roten Wälder am Hang führt, zu den roten großen Steinbrüchen, oder hinauf auf das Plateau, wo menschliche Siedlungen liegen; von wo man weit hineinschauen kann in das große Waldtal. Aber mit magischer Gewalt zieht es den Wanderer wieder hinunter an den Strom, hinunter in die Dörfer im Tal. Denn man nach langer Wanderschaft irgendwo B M ßtz.8 All LJ C B Rfl Der ideale Wochenend- und Ferien-Aufenthalt I «wB Musik .Theater ■ Sport - Prospekte: Stadt.Verkehrsamt t Bliilg.Landauienth.m.fl.Wasser,Heiz., Bad,Speiseballe, Klav.u.Liegest., 4Mablz. Preis b. 1.7.3.*,fP.3.2(MJ Louis Weber, Landw., Unnau, Westerw. 3lslo Immer wieder in den „Anker“ Klein-Heilbach am Main Gute Bedienung und preiswert! Tel. Amt Miltenberg 429 eiseD ' Wellbad Kissinaen-Garifz - Landhaus bpengler 3180d patische Heilweise. Fastenkuren. XT-----T>-A~ Aerztliche Leitung. 3Häuser mit allem Komfort. Bildprospekt frei. Straße, die uns durch den Bergwerkswald wieder nach Gießen bringt. Gesamtwegdauer 3H Stunden. Butzbach — Hausberg — Vadenrod — Kleeberg Butzbach. Vom Bahnhof Butzbach (Sonntagskarte) überschreiten wir das Bahngleise und gehen die Taunusstraße aufwärts zum Wald, an dessen Rand sich ein hübscher Blick über die Wetterau bietet. Durch Wald und Feld führt uns ein schwarzes T durch das friedliche Dörfchen Haufen, drei Ringwälle übersteigend, hinauf zum Gipfel des Hausberges, von dessen Turm man eine prächtige Rundschau genießt. Das Zeichen leitet uns weiter bergab durch hübsche Waldung an der Pilgramseiche vorbei nach dem 420 Meter hoch gelegenen schmucken Taunusdörfchen Bodenrod mit zwei guten Gasthäusern. Nunmehr folgen wir grünen Strichen über Weiperfelden im Solmsbachtal nach dem reizvoll gelegenen, von einer Burg überragten Kleeberg mit ebenfalls guter Unterkunft. Schwarze Punkte geben uns von hier auf schönen Waldwegen, am gastlichen Forsthaus Butzbach vorbei, das Geleite bis zu unserem Endziel Butzbach. Wanderzeit 6 Stunden. Wirtschaft Kirchliche Nachrichten Devisenmarkt Berlin — Frankfurt 0.21L Banknoten. An den unmittelbaren Veranstaltungen auf der Reichsnährstandsschau beteiligt sich die 10. SS.- Reiterstandarte mit größeren Reitschaunummern. Im Zusammenhang mit den SS.-Veranstaltun- gen findet auch eine Besichtigung von vier Stürmen der 10. SS.-Reiterstandarte durch den Reichs- sührer SS. Himmler statt. Der Aufmarsch zu der Besichtigung erfolgt am 21. Mai auf dem Ausstellungsgelände. Mittwoch, den 20. Mai. Gießen. Stadtkirche. 20 Uhr: Abendandacht. Neuapostolische Gemeinden, Händelstraße 1, Eder» straße 13. Sonntag, 17. Mai. 9.30, 16 Uhr: Gottes» , dienst. Baptistengemeinde, Gartenstraße 13. 11 Uhr: Kindergottesdienst; 20.30: Prediger Lotz. Christliche Gemeinde, Zu den Mühlen 2. Sonntag, 17. Mai. 9.30 Uhr: Erbauungsstunde; 20.30: Evangelisation, Prediger Lück.—Dienstag, 19. Mai. 20.30: Bibel- und Gebetstunde. Gemeinschaft innerhalb der Kirche (Landeskirch- liche Gemeinschaft), Gutenbergstraße 9. Sonntag, 17. Mai. 20.30 Uhr: Evangelisationsstunde. —Mittwoch, 20. Mai. 20.30: Bibelstunde. — Donnerstag, 21. Mai. 20.30: Jugendbundstunde. Katholische Gemeinden. Samstag, den 16. Mai. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, den 17. Mai. 5. Sonntag nach Ostern. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe, Kommunion der Kinder; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 14.30: Christenlehre und Andacht. — Grünberg. 9.45: Hochamt mit Predigt. — Hungen. 8: Hochamt mit "Predigt. — Laubach. 10: Hochamt mit Predigt; 14.30: Vortrag und Andacht. — Lich. 10: Hochamt mit Predigt; 20: Vortrag und Andacht. — Nidda. 8.15: Hochamt mit Predigt. — Schotten. 10.30: Hochamt mit Predigt. Dienstag, den 19. Mai. Gießen. 20 Uhr: Maiandacht. veffenklicher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringende« Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Telefon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamt: Für Schließfachabholer 1 bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. Aerzllicher Sonntagsdienst. Aerzte: Dr. Ploch; Dr. Wolf. Zahnarzt: Dr. Buchinger. Apotheke: Engel-Apotheke. bahn des Gestüts „Waldfried" an der Autobahn entlang durch die verschiedenen Schneisen des Stadtwalds. Besonders häufig sind die Hindernisse auf der Langschneise und der alten Langschneise. Neben den SS.-Reiterführern wird eine Anzahl geladener Gäste an der Jagd teilnehmen. Während der Reichstagung werden die Teilnehmer die Vollblutgestüte „Erlenhof" und „Westerberg" besuchen. blick auf die bevorstehende Reichsnährstandsfchau wurden dem Großhandel jedoch für die nächsten Tagen größere Zuteilungen angekündigt. Don Äus- landseiern sind nur sehr kleine Mengen Holländer am Markt. Die Nachfrage blieb sehr lebhaft. Es notierten in Pf. pro Stück frei Frankfurt a. M. (Großhandelsoerkaufspreis an den Kleinhandel): Deutsche Markeneier S 10, A 9*/2, B 9, C 8V2, D 8. Frankfurter Obst- und Gemüfemackt. Frankfurt a. M., 15. Mai. Gemüse: Zu- fuhren sehr stark. Ueberangebot von Kopfsalat, Radis, Rettich. Nachfrage schleppend, Preise für Spargel höher, im übrigen weiter rückläufig. Mittelstarkes Angebot von holländischem Blumenkohl und Gurken, Tomaten nur in geringen Mengen am Markt, italienische Bohnen stärker als bisher angeboten. Aus- landszwiebeln waren nur schwach angeboten. U. a. notierten: Blumenkohl (T = Treibhaus) 30 bis 50, Steige, 12 Stück, 5,00 bis 6,00 holl., Bohnen 28 bis 30 ital., Erbsen, etwa 4 bis 4,5 Kilo, 1,50 bis 2,00 ital., Gewürzel, großes Bündel, 30 bis 40, Gurken (T) 25 bis 40, 33 bis 40 holl., Karotten (T) Bündel 12 bis 15, Kohlrabi (T) 10 bis 14, Kopf- falat (Freiland) 2,5 bis 4, Mistbeet 6 bis 12, Radies Bündel 2,5 bis 3,5, Rettich, kleines Bündel 5 bis 20, großes Bündel 25 bis 50, Rhabarber 4 bis 7, Römischkohl 6 bis 8, Sellerie, groß 20 bis 25, mittel 12 bis 18, klein 5 bis 10, Spargel I 36 bis 38, II 31 bis 33, III 27 bis 30, IV 16 bis 17, Spinat 5 bis 7, Tomaten (T) 85, Steige, etwa 10,5 Kilo netto, 5,50 bis 6,50 Canar., Früh-Wirsing 7 bis 9, Zwiebeln 9,75 bis 11,00. Obst und Südfrüchte: Deutsche Aepfel im Verhältnis zur Nachfrage noch genügend am Markt. Nachfrage gering, Preise unverändert. Angebot von Apelsinen gut, Geschäft zufriedenstellend, Preise ziemlich fest. Amerikanische Aepfel genügend angeboten, Absatz sehr langsam. U. a. notierten: Aepfel 30 bis 40, Tiroler Spitzleder 42 bis 45, Kiste, 19 bis Kilo netto, 18,00 bis 22,00 Amer'i^, Apfelsinen blond 15 bis 18 span., Blut 16 bis 20 span., Imperial 20 bis 25 span., dieselben 27 bis 30 ital., Bananen, Kiste 12,5 Kilo netto, 7,50 bis 8,00 Bras., 9,00 bis 10,00 Westind., Erdbeeren (T) I 1,20 bis 1,60, II 1,00 bis 1,10, Erdnüsse, 2,5 Kilo-Packung 1,75 bis 2,00, Zitronen, Kiste 300 u. 300 Stück, 7,00 bis 8M vom Hundert ein. Die Kulisse nahm Glattstellungen vor, während die Kundschaft weiterhin als Käufer auftrat Schuckert auf die Bilanzziffern 144,75 bis 145 (144,50), außerdem Betula 149,75 bis 149,90 (149,25), Siemens 193,50 (193). JG.-Farben lebhafter mit 175,25 bis 175,50 bis 175,25 (174,75), ebenso Daimler mit 114,25 bis 114,13 bis 114,50 (113,75). Der Kassamarkt lag ebenfalls fest. Allianz Stuttgarter Verein 266 (260), Eschweiler Berg nach Pause 292 (unv.), Hess. Herkules Bräu 103,40 (100), Andrea-Noris Zahn 140 (139). Am Rentenmarkt setzte die Gemeinde-Umschuldungsanleihe bei lebhaften Umsätzen ihre Befestigung auf 87,55 (87,30) fort und gewannen somit heute 0,50 v. H., Altbesitz ebenfalls höher mit 114,20 (114,10) und von Staot- anleihen 4,50 v. H., Darmstadt v. 28 erholt auf 94,13 (93,75), Schweiz. Bahnanleihen zogen an. Frankfurter Buttermarkt. Frankfurt a. M., 15. Mai. Die Eingänge deutscher Butter waren weiterhin reichlich, so daß jeder Bedarf voll befriedigt werden konnte. Der Absatz ist während der Spargelzeit lebhafter, so daß auch die Kleinhandelsgeschäfte über gutes Geschäft berichten können. Die Preise blieben unverändert. Es notierten in Mark per 50 Kilogramm frei Frankfurt a. M. (Großhandelsverkaufspreise an den Kleinhandel): Deutsche Markenbutter 145 bis 148, feine deutsche Molkereibutter 143 bis 145, Molkereibutter 142. Landbutter 125, holländische Butter 145 bis 148. Frankfurter Eiermarkt. Frankfurt a. M., 15. Mai. Die Zufuhren von Eiern blieben weiterhin noch knapp. Im Hin- der wirtschaftlichen Leistungsmöglichkett der Besucher andererseits hergestellt wurde. Die Ausstellung wird vom 17. bis 24. Mai gezeigt. Sie wird während dieser Woche allen Besuchern unendlich viel zu bieten haben und sicherlich auch den weiteren Zweck erfüllen, neben der Belehrung des Landvolkes die Bedeutung unseres Bauerntums nach den verschiedensten Richtungen hin auch der städtischen Bevölkerung noch klarer und eindrucksvoller als bisher vor Augen zu führen. Dadurch wird sie zu einem außerordentlich wichtigen Beittag zu dem Werke des gegenseitigen Sichkennen- und Sich- verstehenlernens zwischen Stadt und Land werden und zur Vertiefung der deutschen Volksgemeinschaft in wirksamer Weise beitragen. Ehrenpreise des Gauleiters. NLG. Der Reichsstatthaller in Hessen, Gauleiter Sprenger, hat für alle Leistungswettbewerbe, die aus Anlaß der Reichsnährstandsausstellung 1936 in Frankfurt auf dem Gebiete der Tier- und Pflanzenzucht veranstaltet werden, insgesamt 20 Ehrenpreise gestiftet. Darunter befinden sich u. a. Gemälde des bekannten Frankfurter Walers Correggio, Silberarbeiten von den Goldschmieden Emil Huber in Frankfurt und Julius B ü m- ler jr. in Darmstadt, eine Holzplastik des Frankfurter Bildhauers Martin Henrich, ein handge- fchnihter Ehrenstuhl des Oberurseler Schnitzers Kurt Winter und als eines der schönsten Stücke des Werk des Führers „Mein Kampf", kunstvoll gebunden in schwarzem Leder mit Goldschnitt aus der Hand des Offenbacher Buchbinders F r a h f ch e r. Besucht die Lustschuhiwimgen Aufruf des Landesgruppenführers des RLB. Deutsche Bauern! Im Ernstfall ist das Dorf gegnerischen Fliegerangriffen genau so ausgesetzt, wie die Großstadt und die Industriegebiete. Es muß daher unter allen Umständen eine Gefährdung der für das Leben des Volkes entscheidenden Arbeit des Bauern unmöglich gemacht werden. Aus diesem Grunde ist die Organisation des ländlichen Luftschutzes etne dringende nationale Notwendigkeit. Um zu zeigen, daß sie auch möglich ist, führt die 2. SS.°Standarte gemeinsam mit dem Reichsluftschutzbund am 19., 21. und 24. Mai auf dem Gelände der Ausstellung jeweils 19 Uhr große Luftschutzübungen durch. Deutsche Bauern! Versäumt diese Gelegenheit nicht! Unterrichtet euch! Stellt euch in der Heimat in den Dienst des Reichsluftschutzbundes! Oldenburg, Landesgruppenführer der Landesgruppe Hessen-Rheinland-Süd des Reichsluftschutzbundes. SS.-Reiter auf der Aeichsnahrsiandsschau NSG. Im Rahmen der Reichsnährstandsschau findet in Frankfurt a. M. eine Reichstagunader SS-Reiterführer unter Leitung des Chef- Reiterführers SS, SS - Sturmbannführer Sko- wronski, Berlin, statt. Daran nehmen sämtliche Reiterführer der zwölf SS-Oberabschnitte, der SS- Reiterabschnitte und der SS-Reiterstandarten teil. Die Arbeitstagung beginnt am 19. Mai. Ziel dieses Reichstreffens ist neben der Beratung organisatorischer Fragen in erster Linie auch die praktische Förderung des SS-Reitdienstes und des Reitsports. Zu diesem Zweck werden groß angelegte SS.-Reit er - Wettkämpse mit Vielseitigkeitsprüfungen von der Reichsführung SS im Rahmen des Reit- und Fahrturniers des Reichsverbandes für Zucht und Prüfung deutschen Warmbluts durchgeführt. Für diese Wettkämpfe stellt jeder SS-Oberabschnitt eine sechs Mann starke Mannschaft. Die Vielseitigkeitsprüfung besteht aus folgenden Teilveranstaltungen: 1. Dressurprüfung, die auf der Frankfurter Rennbahn abgenommen wird, 2. Geländeritt (Klasse A) über vier Kilometer mit zehn Hindernissen, 3. Jagdsvringen (Klasse IH im Vorführungsring des Äusstellunasgeländes. Besondere Erwähnung verdient unter den Veranstaltungen die von der 10. Reiterstandarte, zu der auch oer SS.-Reitersturm Frankfurt a. M. gehört, am Mittwoch, 20. Mai, 12 Uhr, im Stadtwald angesetzte Jagd aller SS.-Reiterführer: Stelldichein im Parkgelände der Dienststelle der 2. SS.- Standarte, Forsthausstraße; Halali am Gestüt „Waldfried". Die etwa 5 Kilometer lange Jagdstrecke läuft über eine Anzahl von Hindernissen und Kletterstellen. Die Jagd führt von der Trainier- * Mansfeld-AG. für Bergbau und Hüttenbetrieb, Eisleben. Die anhaltende Wirtschaftsbelebung kommt auch für die Betriebe dieses Unternehmens in einer Steigerung der Erzeugung und des Absatzes zum Ausdruck. Die günstige Entwicklung ermöglicht es der Gesellschaft, für 1935 zuzüglich 0,09 (0,10) Vortrag einen Reingewinn von 1473 836 (1026 483) RM. auszuweisen, der nach vorsichtigen Abschreibungen und Rückstellungen die Verteilung einer auf 6,5 (5) v. H. erhöhten Dividende auf 18 294 000 RM. Aktienkapital abzüglich 375 200 (345 200) RM. Eigenbesitz gestattet. Im lausenden Geschäftsjahre sind die Betriebe der Mans- feld-AG. bisher zuftiedenstellend beschäftigt gewesen. Rhein-Mainische Börse. Wittagsbörse fest. Frankfurt a. M., 15. Mai. Die Börse lag sowohl am Aktten- als auch am Rentenmarkt weiter fest. Von der Kundschaft lagen angesichts der flüssigen Geldmarktlage erneut Kaufaufträge vor, daneben beobachtete man Käufe von Großanlegerseite. Die Kulisse beteiligte sich zunächst ebenfalls mit Erwerbungen, später nahm sie z. T. kleine Realisationen vor. Das Geschäft hatte fast allgemein lebhaftes Ausmaß. Die durchschnittlichen Steigerungen am Aktienmarkt betrugen 0,50 bis 1,50 0. H. Ziemlich lebhaft waren wieder IG. Farben mit 175 bis 175,25 bis 175 (174). Von Elektroaktien wurden Siemens mit 190,50 bis 191 (187,25) in größeren Beträgen umgesetzt, sehr fest lagen ferner Licht & Kraft mit 151,75 (149,25), Lahmeyer gewannen 1,13 0. H., die übrigen Papiere 0,50 bis 1 v. H., AEG. im Verlaufe leicht nachgebend. Montanwerte lagen etwas ruhiger, aber durchschnittlich 0,50 bis 1 v. H. höher, Ilse Genuß +1,25 v. H., von Kaliaktien Aschersleben + 2,40 v. H. Zellstoffaktien waren gesucht, sehr fest Waldhof mit 139,25 (136,75), Aschaffenburg + 1 0. H. Maschinen- und Motorenwerte zogen bei kleinen Umsätzen 0,25 bis 0,50 v. H. an, Moenus bröckelten 0,65 v. H. ab. Im einzelnen gewannen u. a. Deutsche Linoleum 1 v. H., AG. für Verkehr 1,25 v. H., Kaufhof 0,75 v. H., Holzmann weiter fest mit 121,50 (119,75), Deutsche Erdöl, Goldschmidt und Hanfwerke Füssen je + 0,50 0. H. Nach den ersten Notierungen wurde das Geschäft ruhiger, teilweise bröckelten die Kurse auf Gewinnmitnahmen etwas ab, die Grundtendenz blieb aber durchaus fest. Der R e n t e n m a r f t lag ebenfalls fest. Sehr lebhaftes Geschäft vollzog sich in der Kommunal- Umschuldungsanleihe zu 87,25 (87,10), Altbesitz gewannen 0,10 v. H. auf 114. Späte Reichsschuldbuchforderungen und Zinsvergütungsscheine lagen unverändert. Sehr fest waren außerdem wieder Reichsbahn-Vorzugsaktien mit 128,40 (127,75). In der zweiten Börsenstunde ließ das Geschäft stark nach. Die Kulisse nahm überwiegend kleine Glattstellungen vor, so daß die Aktienkurse zumeist mäßig zurückgingen. IG. Farben ermäßigten sich auf-174,50 nach 175,25. Leicht erhöht waren noch AG. für Verkehr mit 119 nach 118,75, Goldschmidt mit 109,75 nach 109,50 und Rheinstahl mit 129,65 nach 129,50. Von erst später zur Notiz gekommenen Werten zogen Feldmühle Papier auf 128,25 (126,25) an, während Zement Heidelberg auf 141,75 (143) nachgaben. Am Kafsamarkt erhöhte sich die Taxe für Frankfurter Hof auf 65 Geld (l. K. 60). Am R e n t e n m a r k ging das Geschäft ebenfalls zurück-, die Haltung war aber noch fest. Altbesitz bis 114,10 nach 114, Reichsbahn-Vorzugsaktien bis 128,Q5 nach 128,40 und Kommunal-Um- schuldung 87,30 nach 87,25. Der Pfandbriefmarkt brachte nur bei Liquidationswerten geringfügige Veränderungen, dagegen bröckelten Stadtanleihen zumeist 0,25 bis 0,40 v. H. ab. Der Auslandsrentenmarkt lag still und behauptet. Im Freiverkehr erhöhten sich Kali Wintershall auf 121 (119), Adlerwerke Kleyer auf 105,50 (104,50), Ufa-Aktien auf 60 (59). — Tagesgeld mäßig höher mit 2,75 (2,50) v. H. Abendbörse fest. Die Abendbörse nahm unter leichten Schwankungen einen festen Verlauf, auch war das Geschäft in manchen Werten wieder ziemlich lebhaft, im all- gemeineruJjielt es sich in ruhigeren Bahnen als heute mittag. Gegen den Berliner Schluß stellten sich durchschnittliche Besserungen von 0,25 bis 0,50 Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 17. Mai. Rogate. Gießen. Sladttirche. 8 Uhr: Propst Knodt; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Matthäusgemeinde; 9.30: Studienrat Dr. Unverzagt; 11: Kinderkirche für die Marknsgemeinde, Studienrat Dr. Unverzagt. — Johanneskirche. 8: Pfarrer Bechtolsheimer; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Lukasgemeinde; 9.30: Pfarrer Ausfeld, Beichte und heiliges Abendmahl für Lukas- und Johannesgemeinde; 11: Kinderkirche für die Johannesgemeinde, Pfarrer Ausfeld; 20: Bibelbesprechung im Johannessaal, Pfarrassistent Zschau. — Kapelle des Allen Friedhofs. 9.30: Pfarrer Anthes; 10.45: Kinderkirche für die Luthergemeinde; Pfarrer Anthes; 20.15: Geistliche Abend- mufit, veranstaltet vom Kirchenchor der Luthergemeinde und dem Singkreis Gießen im Arbeitskreis für Hausmusik. — Pelruskapelle (Wetzlarer Weg 59). 9.30: Pfarrer Trapp; 10.45: Kinderkirche für die Petrusgemeinde, Pfarrer Trapp. — Diesen. 9.30: Beichte; 10: Predigtgottesdienst, im Anschluß Feier des heiligen Abendmahls; 15: Bibelstunde. — Atten- Bufeck. 9.30: Beichte; 10: Gottesdienst, Feier des hl. Abendmahls. — Steinbach. 9.30: Beichte; 10: Gottesdienst mit Abendmahl, Jugend I. — Albach. 12.30: Gottesdienst. — Annerod. 12.30: Gottesdienst; ab 14.15: Hausabendmahlsfeiern. — Rödgen. 10: Gottesdienst. — Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienst; 11: Christenlehre. — Klein-Linden. 9: Gottesdienst mit Christenlehre für die weibliche Jugend; 10.30: Kindergottesdienst. — Wahenborn-Sleinberg. 13: Hauptgottesdienst, Kollekte zugunsten der Kirchenmusik. — Garbenteich. 7.30: Gottesdienst. — hausen. 10: Gottesdienst, anschließend Christenlehre. — Lich. 8: Stiftspfarrer Naumann; 9.30: Stiftsdechant Kahn, Christenlehre für die männliche Jugend. 13: Kindergottesdienst. — Nieder-Vessingen. 9.30: Stiftspfarrer Naumann. — Bettenhausen. 8.45: Jugend- gottesdienst; 9.30: Hauptgottesdienst. — Langsdorf. 11: Hauptgottesdienft; 13.30: Kindergottesdienst. — Hungen. 10: Gottesdienst; 11: Kindergottesdienst; 20.30: Geschichtl. Vortrag: „Menschenvergötterung". — Wirberg. 10: Gottesdienst mit Feier des heiligen Abendmahls für die alten Leute, Kollekte. — Veils- berg. 13: Gottesdienst mit Feier des heiligen Abendmahls für die alten Leute; Kollekte. Evangelische Stadtmission, Löberstraße 14. Sonntag, den 17. Mai. 8.30 Uhr: Morgenandacht; 9.45: Sonntagsschule; 15.30: Soldaten-Bibelstunde; 20.30: Evangelisationsvortrag. — Himmelfahrt, 21. Mai. 20.30 Uhr: Evangelisationsvortrag. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Montag, den 18. Mai. Gießen. Luthergemeinde. 20 Uhr: im Luthersaal Frauenhilfe. Frankfurt a.M. Berlin Schluß» kurs Schlußk. Abend» börse Schluß» kurs Schlußk. Mittag» börse Datum 14.5. 15-5 14-5. 15-5. Manssewer Bergbau....... 6 yt — 144,75 144 145 ftoferocrfe................ .. 6 —— — 136,13 136,75 Rheinische Braunkohlen .... 12 — 237 238 237 Rheinstahl ................ .. 4 128,75 129,75 128,75 129,75 Bereinigte Stahlwerke...... sy, 93,25 94,13 93 93,9 Ltavl Minen ............. .. 0 _ 23 23 22,75 Kaliwerke Aschersleben...... .. 5 — 130,25 128,65 129,5 Kaliwerke Westeregeln...... .. 6 — 129 128,5 128 Kaliwerke Salzdetfurth..... ?y, — 180,5 182,75 181 (5. Farben-Jndustrte..... .. ? 174 175,25 174,13 174,75 Schctdeanstalt............. .. 9 241 241 — — Goldschmidt .............. .. 6 109 109 109,5 109 Rütgerswerke ............. .. 6 — 134 133,25 135 Metallgesellschaft........... .. 6 129,75 130,5 129,13 130,5 Philipp Holz mann......... .. 4 119,75 122 118,4 121,9 Zementwerk Heidelberg .... ? 143 141,75 I - .. 6 155 — — Schultheis Pahcnhofer ..... .. 4 111,4 112,75 '21 tu (Allgemeine Kunstseide) .. 0 55,65 55,5 55,5 55,65 Bemberg................. .. 5 — — 92 91 Zellstoff Waldhof .......... .. 6 — 139 137,25 139 Zellstoff Aschaffenburg ..... .. 0 — 96 94,5 96 Dessauer Gas ............. .. 7 — — 132,4 132,4 Daimler Motoren.......... .. 0 111,5 114,5 111,4 113,75 Deutsche Linoleum......... .. 8 182 184,25 182 185 Lrenstein & Koppel ........ .. 0 — —— 89,25 89,5 Westdeutsche Kaufhof....... .. 0 42,75 43,75 43 43,25 Chade.................... .. 9 — 405,5 406 405 Accumulatorey-Fabrik...... 12 — 190,5 189 190 Conti-Gummi............. 11 182,5 182,25 182,5 182 Grthner.................. .. 0 31,25 31,75 30,9 31,4 Mainkraftwerkc Höchst a.M.. .. 4 98 Süddeutscher Zucker....... . 10 209 208,5 210 Franliuri a. 2)1. Berlin Frankfurt a.M. Serlln Schluß» kurs Schlußk. Abend» börse Schlußkurs Schlußk. Mittagbörse Schluß» kurs Schlußk. Abend» börse Schlußkurs Schlußk. Mistag- börle Datum 14 5- 15.5. 14-5. 15.5. Datum 14.5. 15-5 14-5. 15.5 6% Deutsche RetchSanleihe v. 1927 101 100,75 101 101 4% desgl. Serie n............ — — — — 4% Deutsche Reichsani. von 1934 98,25 98,13 98,25 98,13 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 6,65 6,65 — —— 6yi% Boung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Ant.-WlSs.-Schuld mit 103,13 103,13 103,5 4yr%Rumän.vereinh.Rentev.l913 — 9,75 — — 4% Rumänische vereinh. Rente . 5,65 5,6 5,7 5,65 AuSlos.-Rechten ............ 4%% Deutsche ReichSpostschahan 113,9 114,2 113,9 114,13 2%% Anatolier .............. 43,5 43,75 43,8 43,9 Weisungen von 1934, 1....... 4y2% ehem. 8% Hessischer Volks- 100,4 100,4 100,4 100,3 Hamburg-Amerika-P aket .....0 — 15,25 15,25 15,13 staat 1929 (rückzahib. 102%) ... 4%% ehem. 8% Hessische Landes banl Darmstadt Gold 8L 12... 98,5 98,5 _ 98,75 Hamburg'Südam. Dampfschiff. 0 Norddeutscher Lloyd .........0 — —— 29 29,25 — 17,13 17 17,25 96,65 96,65 _ 96,65 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 117,5 119,5 117,25 119,75 6%% ehem. 4y,% Hess. Landes Berliner Handelsgesellschaft ... 6 117 — 116,5 117,4 Hypothekenbank DarmstadtLtgu. 101,05 101 — _ Commerz- und Privat-Bank ... 4 91 91,25 90,75 91,25 4y,% ehem. 8% Darmst. Komm. Deutsche Bank und DiSconto» Landesb.Goldschuldverichr. R.6 — 92,13 — _ Gesellschaft................ 4 92,75 93 92,75 93 Lbcrhessen Provinz-Anleihe mit Dresdner Bank.............. 4 92,75 93,25 92,75 93,25 _ Reichübank ................ iv 184,65 186,5 184,65 186 Deutsche Komm. Sammelabl. An leihe Serie 1 mit AuSlos.-Rechten 4%% chem.8% Franks. Hyp.-Banl Gvldpse. 15 unkündbar bis 1935 5yz% ehem. 4y,% Franks. Hyp. Bank-Liqu.-Pfandbriese...... 116,65 116,65 116,75 116,75 A.E.S...................... o 37,75 148 127,5 149,25 38 37,65 147,5 128,5 38 149,25 130,25 96,5 96,5 Bekula.................... 8 149,9 130 Elektr. Lieferungsgesellschaft... 6 101,4 101,55 Licht und Kraft ............. 7 152 149,25 151,5 132,4 6y,% ehem. 4y,% Rheinische Felten & Guilleaume......... 4 131 132 131 Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpfc. ... 101,5 101,5 101,5 101,75 Äesellsch.s.Elektr.Unternehmung. 6 139 141 139,25 141 4y,% ehem. 8% Pr. LandeSpfank» Rheinische Elektrizität ........ 6 — 136 137 136,25 briefanstalt, Pfandbriefe sti. 19 97 97 97 97 Rhein. Wests. Elektr.......... 6 — 135,4 134,9 135,65 4Vi% ehern. 7% Pr. LandeSpsand briesanst., Gold Komm. £61.20 Schuckert L Co............... q 142,5 145 142,9 144,5 97 97 97 97 Siemens & Halske............ 8 Lahmeyer ö-Co......... 7 — 193,5 187,25 193 EteuergutichBerrechnungSk. 34-38 109,25 109,4 109,4 109,4 — 138 136 137,5 4% Oestcrretchtiche Goldrente... 4,20% Oesterreichische Silberrente 31,75 2,05 31,5 2 31,5 2 32 2,1 Buderus ................... Deutsche Erdöl ..............4 101,75 121,5 102 122,5 101,75 121,5 101,5 122 4% Üngarische Goldrente....... 8,75 8,65 8,9 8,6 8,95 8,9 Harpener................. ay2 127,5 128,25 105 127,5 104,13 128,25 104,75 4% Ungarische StaatSrente o. 1910 8,65 8,65 Hoejch Eisen—Köln-Reuessen .. 8 4>., % desgl. von 1913.......... 8,65 13,65 8,65 8,65 8,7 13,7 Ilse Bergbau ............... k _ _ 171,5 131,5 171,75 132,13 5% abgest. Gold Mexikaner von 99 13,75 Ilse Bergbau Genüsse........6 — 133 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie l.............. 1 — Klöcknerwrrke ...............8 Mannesmmm-Röbren........ B 101 96,75 102 97,4 100,9 96,75 101,5 97,13 14.Mai 15.Mal Amtliche Notierung Amtliche Dotierung Geld Ärief Geld Brief Buenos titte 0,684 0,688 0,684 0,688 Brüssel .... 42,08 42,16 42,11 42,19 Rio de Jan. 0,137 0,139 0,137 0,139 Sofia..... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 55,07 55,19 55,07 55,19 Danzig----- 46,80 46,9.0 46,80 46,90 London.... 12,335 12,365 12,335 12,365 HelsingforS.. 5,44 5,45 5,44 5,45 Paris ...... 16,385 16,425 16,395 16,435 Holland ... 168,00 168,34 168,33 168,67 Italien..... 19,55 19,59 19,48 19,52 Japan...... 0,721 0,723 0,721 0,723 Jugoslawien 5,654 5,666 5,654 5,666 £Slo..... : 62,00 62,12 62,00 62,11 Wien....... 48,95 11,21 49,05 11,23 48,95 11,21 49,05 11,23 Lissabon.... Stockholm.. 63,60 63,72 63,60 63,72 Schweiz ... 80,48 80,64 80,51 80,67 Spanien.... 33,95 34,01 33,99 34.05 Prag....... 10,30 10,32 10,305 10,325 Budapest .. — Reuyork ... 2,484 2,488 2,488 2,492 Berlin, 15-Mai | Geld ZHiei Amerikanische Roten.............. 2,44 2,46 Belgische Roten.................. 41,96 42,12 Dänische Roten ................. 54,82 55,04 Englische Roten ................. 12,30 12,34 Französische Roten............... 16,345 16,405 Holländische Roten............... 167,91 168,59 Italienische Rolen................ _ _ Norwegische Noten .............. 61,79 62,03 Deutsch Oesterreich, ä 100 Schilling — — Rumänische Noten............... — Schwedische Noten............... 63,38 63,64 Schweizer Rolen................. 80,33 Spanische Noten................. 33,65 33,79 Ungarische Noten................ — Wandern und Reisen ♦ Bäder und Sommerfrischen Wanderfahrten über» Sch.Zim.,tl.W.Zntr.- ■' Wasser,täglich 4Matzlzeit.,reichlich ' u.gut.Eiy.Fischereien.Pensionsvr. Heiz , lern, 4 Mahlz. 3.50 KelneNebensp. 2.8(M* keine Nebenk. LsL.A.Lsrnier. Bes.: Ernst CreQ. Besucht deutsche Bäder u. Sommerfrischen Vogelsberg! Schlierbach b.W.i.Brachttal, gr. Laub- und Nadel- wäld. Frankfurter Hof Sine Einladung an dieser Stelle z. Besuch Ihres Hauses führt zu Gästen aus Gießen uL)berh. Gießen — Lindener Mark — Rindsmühle — Gießen. Wir beginnen unsere Wanderung an der Universitäts-Bibliothek und folgen dem vom VHC. Gießen vor drei Jahren neu angelegten roten T, das uns zum Erdkauterweg, am Gailschen Tonwerk vorbei auf lauschigen Waldschneisen der Lindener Mark zur Theodorsruhe bringt. Hier erfreuen wir uns von der Schutzhütte an dem prachtvollen Blick auf den Schiffenberg, gehen auf unserem seitherigen Weg gelben Punkten nach bis zur nächsten Schneise, wo die Zeichen nach links abbiegen, wir indes geradeaus weiterschreiten. Nach einiger Zeit zweigt nach links ein Fußpfad ab, der uns alsbald zur Nikolausquelle, einer hübschen Anlage mit einigen Ruhebänken, bringt. Vom nahen Waldrand bietet sich ein schöner Blick über ausgedehnte Wiesengründe nach den umliegenden Dörfern. Nicht weit von der Quelle führt in westlicher Richtung durch den Wald ein Weg aufwärts, dem wir bis zur vierten Querschneise folgen, diese nach links einbiegen und nach kurzer Zeit die Rindsmühle, wo wir Rast machen können, erreichen. Den Heimweg nehmen wir auf der Leihgesterner friedliche Dörfchen Hausen, drei Ningwälle übersteigend, hinauf zum Gipfel des Hausberges, von dessen Turm man eine prächtige Rundschau genießt. Das Zeichen leitet uns weiter bergab durch hübsche Waldung an der Pilgramseiche vorbei nach dem 420 Meter hoch gelegenen schmucken Taunusdörfchen Bodenrod mit zwei guten Gasthäusern. Nunmehr folgen wir grünen Strichen über Weiperfelden im Solmsbachtal nach dem reizvoll gelegenen, von einer Burg überragten Kleeberg mit ebenfalls guter Unterkunft. Schwarze Punkte geben uns von hier auf schönen Waldwegen, am gastlichen Forsthaus Butzbach vorbei, das Geleite bis zu unserem Endziel Butzbach. Wanderzeit 6 Stunden. Neu, gemütlich, freiliegend,Bade-, Trink-JLiegekuren, Halle, Spielwiese, Wald, groß. Schwimmbad, Wochenend. Garage. Pro-q spekt.Ia.V ollverpflegung M. Straße, die uns durch den Bergwerkswald wieder nach Gießen bringt. Gesamtwegdauer 3% Stunden. Butzbach — Hausberg — Vodenrod — Kleeberg — Buhbach. Viele, die von fern über allen Bergen des Oben» waldes den Melibocus sehen, denken an lange Waldwege, die sie dort oben schon gewandert sind, an einsame Burgruinen, an windumwehte Türme, an das verwegene Umhersteigen auf den Felsbrocken, die dort in den Buchenwäldern liegen rote Heber» bleibsel einer Gigantenfchlacht. Mancher denkt an Ferientage in Lindenfels und Lützelbach, an die Lauben und Terraffengärten von Jugenheim, an das Rauschen der Wälder und das halb- pergeffene Schloß Heiligenberg, in das einst Prinzen und Zaren ihren bunten Hofstaat verlegten. Die ganze Bergstraße entlang zieht sich das Weiß und Rosa der frühlingkündenden Baumblüte. Die kleinen alten Städte, oft durch Alleen miteinander verbunden, find wie eine lockere Kette freundlicher Häusergruppen, deren rote Dächer bald als kräftige Farbtupfen im zarten Pastell des Blütenmeeres stehen, bald fast darin verschwinden. Dieses Ländchen unmittelbar südlich des Mains ist eine weite Ebene, angelehnt an den waldigen Abhang des Odenwaldes, der höher als früher erscheint, seit die Reichsautobahn an ihm entlangführt. Denn diese liegt wohl ein wenig tiefer als die Bahn. Diese Ebene mit dem noch von Schilf und Urwald bewachsenen Ried geht jenseits des Stromes in das rheinhesfische Weinland über. Nah am Odenwald liegt das stille, von Parks umschlungene Darmstadt; das viel ältere Worms ist dem Strome näher, doch auf der anderen Seite. Dort lebt noch die Siegfriedsage mit ihrer tragischen Jagd im Odenwald. Man sieht aus den Wäldern die Türme der alten Stadt wie eine Arche am Htm- mel schweben. Auf den Stufen dieses Domes war es, wo Brunhild und Kriemhild sich stritten... Zwischen Worms und Darmstadt, an einem der Bauerndörfer im Ried, steht die letzte Vorhalle des K l o st e r s L o r s ch , das einst zu den berühmtesten Kulturstätten des Abendlandes gehörte. Weit über das Gebirge hinweg reichte in verschollenen Jahrhunderten die Macht der fränkischen Könige. Kaiser Karl jagte in den unermeßlichen Forsten, die sich noch heute bis nach Frankfurt erstrecken. In Michelstadt und in Seligenstadt baute Einhart, der Schwiegersohn Karls, sich an, und die Grafen von Erbach, die dort noch heute ihre Schlösser bewohnen, gelten als seine Nachkommen. Natur und Geschichte geben dem Odenwald feine Besonderheit, seinen Dörfern und Städtchen ihr eigenes Behagen. Einsame Kirchen stehen in den Wäldern, manche nur noch an ihren Grundmauern erkennbar. Finstere Schluchten führen in unberührte Gegenden, besonders dem Neckar zu. Dennoch ist der Odenwald keine abgeschlossene Insel. Er ist zugänglich von vielen Seiten. Reichgegliedert, füllt er feinen Raum zwischen Rhein, Main und Neckar aus. Nur an einer Stelle ist er nicht von den glänzenden Bändern der Flüsse und der Eisenbahn umschlossen, nämlich zwischen dem Katzenbuckel, der sich über Eberbach hinter dem Neckar erhebt, und dem am Main gelegenen Städtchen Miltenberg. Wer von Frankfurt kommt, sieht den Sockel des Odenwaldes am deutlichsten. Wälderstriche stehen noch zwischen den Aeckern, auf denen Korn und Mais gedeihen. Den Saum der Dörfer bilden Obstwäldchen und Bohnengärten. Die Fachwerkhäuser und die Brennholzstapel vor den Türen verraten das Waldland. Auf -rod und -Hausen enden die Dorfnamen hier, nicht anders als drüben an der Nahe und an der Mosel. Die Landstraßen slie- 3m Lande zwischen Alain und Rhein Irühlingsfahrt zum Odenwald. Für Erholungsuchende: II Frei-Schwimmbad, Liege- [■ | wiesen, Park und Wasser |U eine Herberge gefunden in einer alten, kleinen Stadt, wenn am Morgen der Frühlingsregen leis und ein wenig schwermütig niedergeht, wenn der Strom zart verschleiert liegt, wenn die Glocken gedämpft vom Turm erklingen, wenn man seinen Wanderschritt sachte wieder auf das Pflaster setzt, wenn man in die ach so rührend bunten Fenster der Kleinstadtläden schaut, dann überkommt es uns plötzlich: Ach, wer nun eine Weile fahren könnte mitten im Strom, mit einem Floß, mit einem Boot. Und wenn das nun gelingt. Wenn man Glück hat. Wenn der Flößer näher ans Ufer fährt und wir springen auf das Floß und fahren mit zu Tal, einen Tag, zwei Tage. Wie schön! Die Nebelschleier verlieren sich. Die Sonne bricht sich Bahn. Ein blauer Frühlingstag steht plötzlich über uns, golden ... Lerchen jubeln fern über den Aeckern der Mattage im Aeckattal. Don £oni prügel. Man möchte das abgegriffene Wort „lieblich" mit einer neuen Sinnhaltigkeit begaben, wenn sich an einem Maientage vom Rhein her das Neckartal auftut. Wie könnte man es auch anders benennen: Die sauber begrenzten, lichtbraunen Aecker, die Wiesen wie zur Feier hingespreitet, von spät blühenden Pfirsichen übertupft, der streifige Raps im Tal, von einem Gelb, das breit zu lachen scheint, und die vermittelnd ähhebenden Waldkappen auf den Bergköpfen: dies alles immer huldigend nah um die Mitte, das ist der Fluß, versammelt. Gut ist es, ein Auto zu haben. Es kann sich auf der knappen Straße dicht beim Fluß halten und braucht keine der Merkwürdigkeiten auszulassen, die hier allerwärts am Wege liegen. Keineswegs darf man sich die frühlingsgrünen Wälder vorenthalten lassen. Man geht aufwärts unterm jungen Laub, das jetzt noch durchscheinend ist. Steht im Heidelberger Schloßhof zwischen den rötlichen Ruinen der immer noch imposanten Palastfassaden: wo die schwelgenden Blicke von den porzellanblauen himmelgefüllten Fensterrahmen nicht minder angezogen werden, als von der edlen Linienführung der Architektur, vom plastischen Schmuck. Folgt man dem magischen Zuge der Himmelsbläue hinaus auf den Altan, so verschwimmt die hemmlungslose Breite der Rheinebene zur Linken, indes sich dieserhand das Flutzband des Neckars um die Hügel schlingt. Stift Neuburg liegt bunt überm Blühenden. Dörfer formen sich aus Villen und Gärten. Bei Neckargemünd fährt man, ins eiserne Gerüst der Brücke gespannt, zur anderen Neckarseite hinüber, wo eine breitere Straße den Fluß geleitet. Drüben schieben sich die Hügel jetzt bis ans Ufer heran. Burgen auf den Bergkämmen ziehen immer mit einher. Um Neckarsteinach wachsen die Raubritternester der „Landschade" aus dem Wald, über Hirschhorn das Stammschloß der Hirschhörner Edlen. Man fährt in Hirschhorn förmlich durch die Kirche. Denn da stellt sich in den winkelseligsten Gassen plötzlich ein Torturm breitbeinig über den Weg und schluckt das erstaunte Fahrzeug in den dunklen Rachen. Im Vorübergleiten sieht man aber doch noch die kleine Pforte seitwärts, und nun kann man es nicht unterlassen, von der Straße weg mit einem Schritt in der Empore der dämmerigen Kirche zu stehen: so innig hat sich die Kirche in den Schutz des Stadtturmes begeben. Auch ist es gut, bei dem neuen Stauwehr eben einmal den Fluß zu queren und den schmalen jenseitigen Feldwed ein Stück mit dem Neckar hinabzulaufen. Da wird man erfreut fein von der sauberen Gliederung Hirschhorns zur Burg zu, die ihrerseits mit Wehrmauern wie mit schirmenden Armen herunterlangt. In Eberbach kann man das alte Viereck der Stadtbefestigung noch an vier Türmen erkennen. In der ehemaligen Wehrmauer aber haben sich die Fachwerkhäuser breit gemacht, hochgegiebelte Bürgerbauten mit der bewahrten Überlieferung alemannischer und fränkischer Holzbauweise. Eine freiere Weite des Blicks nach dem Engen, ganz auf sich Gestellten des Neckartals läßt sich, fo man will, von der Feste S t o l z e n e ck erlangen. Dazu quert man oberhalb Eberbachs den Fluß und hat auf der Burgwanderung Weile, den jungen Wald inniger zu erleben. Hier wird man auch, an der Schwelle zum Walde, mit den Dbftbäumen vertrauter. Die Kirschen müssen ja schon ausgeblüht haben (bald stehen sie korbweise auf dem Markt vor der Heiliggeistkirche in Heidelberg). Man klettert aus dem stimmungsvollen, ganz in Grün verwilderten Schloßhof von Stolzeneck, schließlich noch im Leib der mächtigen Schildmauer, die sich hier wahrhaft wie ein Schutz und Schild vor der Burg aufpflanzt, zur höchsten Plattform. Und da schaut man dann von oben in die Wälder hinein. Die lichten Laubkronen lassen noch die Anemonen vom Waldboden durch ihr Gitterwerk heraufscheinen. Vom Nahen aber geht die Versenkung zur Ferne, so wie sich die Hügel des Neckargebirges wellig hintereinander lagern. Reisewinke. Zeppelinfahrten für 100 Mark. Das Luftschiff „Graf Zeppelin" wird am Freitag, 22. Mai, von seiner vierten diesjährigen Südamerikafahrt zurückkehren und zum erstenmal auf der Heimreise von seiner Ueberseefahrt auf dem neuen Flug- und Luftschiffhafen Rhein-Main bei Frankfurt landen. Anschließend daran wird das Luftschiff entweder am Freitagabend oder am Samstagmorgen von Frankfurt aus nach Friedrichshafen übergeführt werden. Wie die Paffage- abteilung der Deutschen Zeppelin-Reederei Frankfurt mitteilt, können an dieser Fahrt von Frankfurt am Main nach Friedrichshafen Fahrgäste teilnehmen, und zwar zu einem Einführungspreis von 100 R M., dem bisher niedrigsten Preis einer Zeppelinfahrt. Eine Wochenfahrt in das schöne Bodenfeegebiet läßt sich auf diese Weise mit dem unvergeßlichen Erlebnis einer Zeppelinfahrt verbinden, die für manchen Fahrtteilnehmer den Wunsch nach einer Ueberfeereise mit dem Zeppelin wachrufen dürste. Da die Zahl der zur Verfügung stehenden Plätze sehr beschränkt ist, die Nachfrage aber infolge des geringen Fahrpreises sehr stark sein dürfte, ist eine möglichst schnelle Platzbelegung bei der Deutschen Zeppelin-Reederei oder bei den großen Reisebüros zu empfehlen. In den folgenden Monaten werden einige weitere Uebersührungsfahrten der beiden Luftschiffe „Gras Zeppelin" und „Hindenburg" zwischen Frankfurt und Friedrichshafen stattfinden, an denen ebenfalls Fahrgäste nach beiden Richtungen hin teilnehmen können. WaldhauS-Rainmühle^o b.Nothenkirchenüb.Hünfeld(Rhön) Idyll, isol.herrl. Lage, Wald, Wild, ErholiiiWende Privathause liebevolle Aufnahme. Herr!.,ruhige, waldreiche Gebirgsgegend. 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Die Landstraßen kreuz und quer im Odenwald sind gut, sie sind eine Kurzweil für die Radfahrer, die ihre Räder bergauf schieben, um dann in müheloser Fahrt wieder abwärts zu gleiten. Es geht durch Wälder und Dörfer, es geht durch langgezogene, von Weiden besetzte Täler, es geht in ein Städtchen mit dem Schild am Eingang: „Bitte ruhig fahren". Das gilt den Autofahrern; sie sollen die beschauliche, erholsame Ruhe nicht stören. Denn man ist hier in Bad König, an Kleinheit ein Dorf, in Wirklichkeit ein Kurort mit Badhaus, mit kiesbestreuten Gärten und buntgedeckten Tischen in der warmen Frühlingssonne. Ein Lädchen zeigt Elfenbeinschnitzereien, ein anderes bunt- glasierte Töpfe, die im Gewerbefleiß dieser Gegend ihren Ursprung haben. Kräftiger Holzgeruch strömt von den Sägemühlen in der Nähe der Bahngeleise herüber. Ganz im Herzen des Odenwaldes liegt Michelstadt mit seinem altertümlichen Marktplatz vor dem dreitürmigen, auf den hölzernen Unterbau gestützten Rathaus und dem Wirtshausschild mit den drei Hasen, die zusammen nur drei Ohren haben und doch jeder einzelne fein Paar. Eine uralte Allee verbindet das Städtchen mit dem F ü r» ftenauer Schloß und feinem hochgeschwunge- nen, in der ganzen Kunstgeschichte bekannten Mauerbogen. Hügelig sind die Wiesen da draußen; man stößt beim Graben auf römische Ziegel, noch vor kurzem fand man dort eine Bildsäule des Merkur. Hier ragt eine kleine unscheinbare Kirche, die Einhartsbasilika. Das alte Gemäuer steht mitten in einer satten Bauernlandschaft. Wie ein Gesicht mit blinden Augen und schmalem, hochgezogenem Mund schaut es unter seiner Haube von Weinlaub über die Wildnis der Gräser. Ungeheuer ist der Blick von den Höhen über Land und Himmel. Der Heiligenberg über Jugenheim ist nicht der einzige seines Namens. Am Neckar steht ein anderer, gleichsam als letzter Pfosten des Gebirges. Sein Haupt ist von einem uralten Ringwall umschlungen, und dort hoch über düsteren Wäldern wurde ein Feierplatz gebaut, eine Arena von solcher Geschlossenheit, daß das Spiel der Menschen hier schon von der Großartigkeit des Rahmens weihevolle, festliche Prägung erhält. Je höher man die Stufen des körnig glitzernden Steins hinansteigt, die rötlich find wie das Heidelberger Schloß jenseits auf der anderen Seite des Tales, desto unendlicher wird die Ebene, die das Auge nach Westen hin überblickt. Es ist, als spüre man im fernen Schimmer des Rheines den magnetischen Zug des strömenden Wassers zwischen Alpen und Nordsee. Da unten reihen sich die Städte, die Dome, die Fabriken. Aber kein Lärm bringt in das große, ruhige, frische Brausen der Odenwaldhöhe^ Alfons Paquet. W ist es gerade Zett! Don Karlernst Knah. Unser deutsches Land ist eine Frühlingsheimat wie kaum ein anderes. Wem das Glück zuteil wird, in die frischgrünende, aufblühende Natur zu fahren, findet sie herrlich, wohin er sich auch wendet. Wunder sind ringsum, eins immer köstlicher als das andere. In Thüringen schimmert zart das junge Laub der Birken und das erste blanke Buchengrün. Am ostpreußischen Strand betupfen sich die lichten Uferwälder weithin mit Schlüsselblumen, Anemonen und Leberblümchen. Oder der Blick aus dem O-Zug- Fenster schweift über niedersächsische Fluren, auf denen die Saat in grünen und bräunlichen Farbtönen leuchtet. Kräftiger Erdgeruch füllt die Luft. Im Harz setzen sich die Tannen hellgrüne Spitzchen, wie Leuchter, auf das Russisch-Grün der alten Nadeln. Wir wissen nicht, ob die tiefe Verbundenheit der germanischen Mythen von Gott und Natur mit den Jahreszeiten, und vor allem mit dem Frühling, aus diesem ewigen Erlebnis sich erklärt, ober ob umgekehrt ber nordische Mensch in seinem faustischen Drange das Gleichnis des Frühlings mit besonderer Stärke erkannte und dauernd ergriff. Wir fühlen nur: ohne den deutschen Frühling erschiene uns unser Leben leer. Er ist uns ein Sinnbild, das alle Erscheinungen, alle Verhältnisse des Daseins deutungsreich bestrahlt. Als große Fuge klingt er durch unsere Dichtung, unsere Musik, unsere Malerei. Sein Gleichnis schimmert über dem paradiesischen Zustand, den wir Kindheit nennen, über dem Begriff „junger" Völker, über allem, was „Morgen" ist, Aufbrechen und Neuwerden. Wer in den deutschen Frühling fährt, der kann Verse von Hölty und Goethe, von Uhland oder Agnes Miegel im Herzen haben; er mag an ein Bild von Hans Thoma denken, ein Kind etwa, spielend auf bunter Wiese, ober es mag ein göttlicher Satz von Beethoven in ihm klingen — überall begegnet er dem Erlebnis: Frühling, während er selbst es wieder empfindet, auf einer Matte in den bayerischen Bergen, in einem Schwarzwaldtal ober an einem märkischen See, silbern unb jungfräulich verschleiert. Eine Reise, eine Wcmberung in den Frühling ist eine Herzstärkung, die durch alle zweiundfünfzig Wochen des Jahres anhält. Zu keiner anderen Zeit plaudert der Bach fo heiter, sind die Blumen fo hold, ist der Wald so schön. Die farbige Welt erscheint schuldlos und rein. Es ist alles „frisch und neu unb mit Bedeutung auch gefällig". Die Natur bietet für bas Prunkstück ihrer Jahressymphonie den Ueberschwang ihrer Phantasie auf* sie spielt ihr perlenbstes Allegro, ihr süßestes Pastorale, ihr temperamentvollstes Pizzicato. Sie prangt ein paar Wochen im Sonntagskleid, sie spart keine Farbe ihrer Palette, sie kleidet selbst die bescheidensten ihrer Kinder in Samt und Seide, sie brennt ein, ach, nur kurzes, aber dafür auch unbeschreiblich herrliches Feuerwerk der Farben und Formen, der Düste und der Lichter ab. Suche den Frühling auf! Bist du jung — der Glückstraum der Jugend ist am schönsten im Lenz. Bist du alt — der Traum umfängt dich wieder im Frühling. Lass' keinen ungenauen vorüberziehen! Fränkischer Frühling. Don Emil Baader. Ein Wagen kam angefahren unb nahm mich mit. Trug mich über viele Hügel, burch manche Dorf- schaften, burch Markflecken unb kleine Stäbtchen ins Taubertal und dann ins Maintal. Irgendwo habe ich den kleinen Wagen verlassen und bin zu Fuß weitergetippelt durch den fränkischen Frühling. Und wenn Regen übers Land kam, linder, zarter Frühlingsregen, dann habe ich mich in ein Dorfwirtshaus gefetzt zu einem Glas Apfelmost, in eine Fischerkneipe zu Wertheim, ober in einen Bummelzug zu fränkischen Bauern ober Bäuerinnen, lieber» all aber war ich im feierlich schönen wald- und bergumrahmten Maintal. Jener Teil des Maintals war's, darin zu wandern ans Herz greift, weil man selbst so klein ist in diesem Tal. Es fahren Flöße im Strom, gelassen und traumhaft. Dann kommen Schleppzüge, schwerbeladen.. Sie fahren stromaufwärts. Sie lassen sich Zeit. Es kommen Dörfer. Sie haben nur eine einzige Straße: zwischen Wasser und Bergen. In den schmalen Gärtchen blühen rosarot die Aprikosen. Ein bleigrauer Himmel hängt überm Dorf, überm Strom. Es ist Frühling. Das Land duftet stark. Aber der Frühling ist fehr verhalten. Die Sonne hält sich hinter dicken Wolken verborgen. Bachstelzen sitzen auf dem Geländer der Haslocher Mainbrücke. Hoch in der Luft fliegt ein Fischreiher. O, zu wandern in dieser Landschaft, diesem Mainfrühling, das ist etwas Eigenes. Kilometerweit gewahrt man nichts als die Wasserfläche des Stromes und darüber die Wälder. Jenseits des Stromes fahren auf gutgepflegten Landstraßen in wilder Jagd die Kraftwagen aus den großen Städten. Aus Frankfurt kommen sie und aus Aschaffenburg, nach Würzburg fahren sie, nach Bamberg und Nürnberg. Die Wagen fahren durch das große Tal des erwachenden Frühlings. Aber die Insassen atmen den Duft des Landes nicht. Sie atmen den Duft des Maines und der frifch- gepflügten Aecker nicht. Sie mögen nur ahnen, wie schön und groß das weltferne Waldtal ist zwischen Spessart und Odenwald! Manchmal kommt es mich an, abzuzweigen vom Wanderweg im Tal. Irgend einen Weg zu begehen, der in die roten Wälder am Hang führt, zu den roten großen Steinbrüchen, ober hinauf auf das Plateau, wo menschliche Siedlungen liegen; von wo man weit hineinschauen kann in das große Waldtal. Aber mit magischer Gewalt zieht es den Wanderer wieder hinunter an den Strom, hinunter in die Dörfer im Tal. Wenn man nach langer Wanderschaft irgendwo Ebene. Drosseln jubeln aus den Uferwäldern. Schlehenbüsche stehen auf einmal in blendendem Weiß fern an den Hügeln. Nicht nur die kleinen rosa Aprikosenbäume stehen in Blüten. Plötzlich, je mehr wir Odenwald- und Spessartberge verlassen, steht alles in Blüten. Aus dem Land des schwermütigen Waldfrühlings sind wir fachte gekommen in das Land des heiteren Wielen- und Mattenfrühlings, in das Land der Fröhlichkeit. Man verläßt irgendwo das Floß, dieses gelassene Fahrzeug des Traumes. Irgendwo steht ein kleiner Bahnhof, wo wir auf ein Züglein warten, das uns" geschwätzig und pustend fortträgt aus dem weiten Mainland in die große Stadt, die nicht weiß um die Wunder des Waldfrühlings, um den Zauber der Traumfahrt auf den alten Wassern des guten Stromes. Billig.Landaufenth. m.fl.WafsersHeiz., Bad,Sveisehalle, Kiew. u.Liegest., 4Mahlz. 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