Montag. 16. Marz M6 186. Jahrgang Nr. 64 Erstes Blatt Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monats-Vezugspreir: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte . 1-80 Zustellgebühr.. „ -25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11086 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche UnIverfitStr Such- und Steindruckerei «.Lange in Sietzen. Schriftleitung nnd Geschäftsstelle: Schulstratze 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagenummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rps., für Textanzeigen von 70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrist nach vorh. Vereinbg.25O/„ mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B produktive Frauenarbeit im nationalsozialistischen Staat. Die Reichsfrauenführerin spricht über die Stellung der Krau Aachen, 15. März. (DNB.) Hier sprach die Reichsfrauenführerin Frau Scholz-Klink über d i e Bedeutung der Frau im nationalsozialistischen Deutschland. Frau Scholz-Klink verbreitete sich vor allem über die großen Leistungen, die im Laufe der letzten drei Jahre von der nationalsozialistischen Organisation der F r a u e n s ch a f t vollbracht worden ist. Die Frau sei heute weder entrechtet, noch geknechtet, wie von ausländischen Kritikern immer wieder betont werde, sondern sie nehme in schöpferischer Arbeit teil an dem Aufbau des Staates und der Volksgemeinschaft. Sie sitze zwar nicht mehr im Parlament und debattiere da in langen Reden, wie das vor 1933 der Fall war. Aber in ben Vorarbeiten, die für die Gesetzgebung und Gestaltung der Volksgemeinschaft notwendig seien, sei sie auf allen Gebieten, die den Beruf und die Tätigkeit der Frau berühren, vertreten. 3n der nationalsozialistischen Frauenschaft und im Frauenwerk gebe es heute in Deutschland schon etwa 60000 Führerinnen, die alle ihr Amt ganz ausfüllten und ihre Arbeit verrichteten. 2 5 000 Amtswatterinnen feien in der Arbeitsfront tätig. Der Frauenarbeitsdienft verfüge über 800 Führerinnen. 3n der Zeit vom 1. April 1933 bis zum 1. April 1936 feien bereits 6 0 0 0 0 deutsche Mädchen im Arbeitsdienst geschult worden. Das sei eine großartige Leistung, die einzig in der Welt dastehe. Rechne man die Arbeitsleistung der deutschen Frau im nationalsozialistischen Staat in Tagewerke um, so komme man für die Zeit vom 1. Marz 1933 bis 1. Marz 1936 auf eine Zahl von 10 950 000 Tagewerke. Sehr einleuchtend war auch das, was die Reichs- frauenführerin über die Bewertung der Frauenarbeit im Haufe, in der sozialen Wohlfahrt, in den Kindergärten usw. sagte. Der Wert dieser Arbeit sei nicht geringer als das, was die wissenschaftlich geschulten Frauen in ihrem Berufe leisten. Es sei eine Lüge, wenn immer wieder behauptet werde, der Nationalsozialismus würde der Frau nicht die Ausbildungsmöglichkeit geben, die ihr entspreche. Grundsätzlich solle jede Frau und jede Mutter, die eine B e - gabung zu einem besonderen Beruf habe, diesen Beruf erlernen. Aber gleichzeitig fordere der Nationalsozialismus die Anerkennung der nichtwissenschaftlich geschulten Berufe und der reinen Frauenberufe. Seit Mai 1934 in der neuen Volksgemeinschaft. bis 1. April 1936 habe der Nationalsozialismus aus eigener Kraft 132 Mütterschulen in Deutschland geschaffen. Noch weitere Zahlen führte die Rednerin an, die alle den Beweis dafür erbrachten, wie positiv und produktiv die Arbeit ist, die in den nationalsozialistischen Frauenorganisationen für das deutsche Volk geleistet wird. Und der Mann, der dies alles im neuen Deutschland mit weitem Blick und unermüdlicher Kraft geschaffen habe, sei Adolf Hitler. Der Nationalsozialismus sei eine Lehre der Kraft und die tiefste Kraftquelle eines Menschen und eines Volkes fei die Gottverbundenheit. So verschieden die Menschen seien, so verschieden suchten sie auch ihre Kraftquelle. Natur, Kunst, religiöse Gemeinschaften und Kirchen seien die Kraftquellen, aus denen der Deutsche immer wieder schöpfe. Frau Scholz-Klink betonte unter größtem Beifall der Versammelten, daß Adolf Hitler es gewesen sei, der den deutschen Boden dem deutschen Volke erhol ten habe. Es sei deshalb selbstverständlich, daß jeder deutsche Volksgenosse Adolf Hitler, seinem deutschen Volk und Vaterland in unverbrüchlicher Treue folge und ihm beistehe. Am 29. März habe jeder Gelegenheit, seinen Dank abzustatten. Oie „Flotte des Friedens" ausgelaufen. Or. Ley verabschiedet 4000 Mabeirasahrer. Hamburg, 15. März. (DNB.) Am Sonntag traten zum zweiten Male deutsche Arbeiter auf „Kd F" - Schiffen von Hamburg aus die Fahrt über den Ozean zu den Inseln der Glücklichen, nach Madeira, an. Hamburg hatte diesem Ereignis wieder einen würdigen Rahmen gegeben. Tausende von Fahnen wehten in Hamburgs Hosen. Don den Werften, von den Wänden der Docks grüßten riesige Transparente und verkündeten hier, am Ausfallstor des neuen Reiches, der Welt: „Deutschland ist schöner geworden, seitdem der Führer Adolf Hitler dos Steuer führt." Vor der Ueberfeebrütfe und den St. Pauli- Londungsbrücken hatten die großen Schiffe fest- gemacht, um Tausende in ihre mächtigen Leiber aufzunehmen. Seit den frühesten Morgenstunden wogte ein ununterbrochener Strom glück st rahlender Menschen durch die Stadt, 4000 deutsche Arbeiter aus der Reichshaupt- ftabt, aus dem Süden des Reiches, aus der Pfalz zogen durch die alte Hansestadt zum Hafen, um sich an Bord der „KdF."-Schiffe „St. Louis", „der Deutsche", „Ozeano" und „Sierra Cordoba" zu begeben. , . m . Auf dem Schiff der Hitler-Jugend „Hern Goden- Wind", der größten schwimmenden Jugendherberge der Welt sammelten sich gegen 9 Uhr die führenden Männer der Nationalsozialistischen Gemem- Ichaft, die aus der Reichshauptstadt gekommen waren, um an diesem Tage wieder einen der sichtbarsten Beweise des „Kraft-durch-Freude"-Werks zu sehen. Lauter Jubel erschallte, als sich Dr. Ley ■mit Reichsstatthalter Kaufmann durch das Spalier der Marine-SA., der Marine-HI. und der Werkscharen der DAF. an Bord der „Hein Goden- minb" begab, um der Flotte der deutschen Arbeit, Der „Flotte des Friedens", den Befehl zum Lichten der Anker zu geben. Riefenlautfpre- icher vermittelten den übrigen Schiffen und den Lehntausenden am Ufer die Worte Dr. Leys, der ii. a. ausführte: „Nichts dokumentiert besser das Mene unserer Zeit als die Tatsache, daß der Arbeiter heute als Repräsentant seines Londes und .als Sendbote der Heimat hinausfährt in fremde Lande. Das Gesicht Deutschlands ist das Prahlende Antlitz des deutschen Arbeiters. Es gibt keinen größeren Beweis für die Friedensliebe Deutschlands als diese deutschen Men- sschen selbst." Donnernd brach sich das Sieg-Heil der Zehnlausende auf Führer und Volk an den Wänden der Docks und der Gebäude am Ufer. Dann begab sich Dr. Ley an Bod der „St. Louis", um bis Cuxhaven an der Fahrt teilzunehmen. Langsam legten Die Schiffe von ihren Liegeplätzen ab, schneller und -schneller wurde dann die Fahrt, dem Meere, dem fjonnigen Silben zu. Deutschlands Flotte des Friedens ist ausgelaufen. * Dr. Ley sandte an den Führer folgendes Telegramm: „Mein Führer! Vor einem Jahr meldete ich Ihnen zum ersten Mole, daß deutsche Arbeiter nach Madeira führen. Es waren drei Schiffe ■mit 3000 Arbeitern und Arbeiterinnen. Heute melde ich Ihnen, mein Führer, daß a ch t Schiffe mit über 8000 Arbeitern und Arbeite r i n - men diese herrliche Reise nach dem sonnigen Süden antreten. Diese 8000 Deutsche aus allen (Bauen unseres Vaterlandes sind Sendboten des Friedens, der Disziplin und der ehrenhaften Auffassung des neuen D e u.ts ch- Hands. Sie alle tragen d i e Freude und den Deutschen Lebenswillen hinaus in die Welt. Dos neue Deutschland trägt das Gesicht des deutschen Arbeiters, hart und doch strahlend vor Glück. Das ist Ihr Werk. Mein Füh- rrer! Der deutsche Arbeiter dankt Ihnen aus übervollem Herzen. Sieg-Heil! V *• >1 Unser Bild zeigt einen Blick von der „St.Louis" auf „Hein Godenwind", von wo Dr. Ley sprach; im Hintergrund „Der Deutsche". — (Scherl-Bilderdienst-M.) „Mi Luch fährt Deutschland." Mit der »Kraft durch Freudes-Flotte von Hamburg nach Cuxhaven. An Bord der „St. Louis", 15. März. (DNB.) Noch hallt der Jubel der Abschiedsfeier, die Hamburg der ausfahrenden „Kraft-durch-Freude"- Flotte bereitet hat, in unseren Ohren wider. Wie im Hafen selbst, so ist es die ganze Unterelbe entlang: Ueberall von den Ufern grüßen Tausende von Volksgenossen, die aus den an der Unterelbe liegenden Städten und Dörfern und zum Teil auch von weither an den Strand geeilt sind, um dos Bild von dieser eindrucksvollen Ausfahrt der „Krafl-durch-Freude-Schiffe" zu erleben. Flugzeuge umkreisen die Urlauberschiffe, von der See kommende Schiffe grüßen die Ausfahrenden. Immer wieder Tücherwinken und Heilgrüße, denn hier fahren deutsche Volksgenossen hinaus in den sonnigen Süden, die ein Jahr harter Pflichterfüllung und schwerer Arbeit hinter sich haben. Transparente grüßen vom Ufer: „M i t Euch fährt Deutschlan d". Die Mundarten aller deutschen Gaue werden auf den Schiffen laut. Da find Rheinpfälzer, da sind Frauen und Männer aus dem Gebiet der schönen Mosel in ihren Trachten, da sind viele Arbeiter aus Niedersachsen, von der Wasserkante, aus Oberbayern, und alle finden sich im unauslöschlichen Eindruck der Ausfahrt von Hamburg bis zur Elb- mündung, da werden schnell Brücken geschlagen. Karten und Briefe werden geschrieben, und die in Cuxhaven abzuliefernde Post wächst zu einem ansehnlichen Berg an. Viele Arbeiter aus bem befreiten Saar- gebiet machen die Reife mit, Menschen, die Jahrzehnte schwere Arbeit unter Tage leisten muhten, sie erleben nun das Glück einer solchen Reise, das sie sich nie haben träumen lassen. Sie stehen noch ganz unter dem Erleben, das sich ihnen am Morgen in Hamburg bot, ein Erleben, bei dem sie den Pulsschlag des ganzen Volkes fühlten. Und dieses Erleben hat sie innerlich ergriffen, die Worte Dr. Leys haben fie mit <5 t o 15 erfüllt. Es ist eine Freude, zu sehen, wie sich das Bordleben entfaltet, wie Volksgenossen aus allen Teilen Deutschlands und aus den verschiedensten Berufen sogleich die innerliche Verbindung zueinander finden, und wie die führenden Männer der Bewegung, besonders Reichsorganisationsleiter Dr. Ley, die Freude dieser Volksgenossen teilen. Auch Männer, die dem neuen Geist des deutschen Arbeiters schöpferischen Ausdruck gaben, nehmen an der großen Fahrt teil. So sieht man den Arbeiterdichter Heinrich Le r sch. Auch der schweizerische Dichter Jakob Schaffner und der märkische Dichter Jaenicke find unter den Fahrgästen. Schnell verfließen die Stunden, breiter und breiter wird der Strom, bis schließlich Cuxhaven, Deutschlands Vorposten in der Nordsee, in Sicht kommt. Tausende deutscher Volksgenossen stehen auch hier an den Landungsbrücken, alle Formationen der Bewegung sind zum Ab- schiedsgruß angetreten., „Cuxhaven wünscht Euch frohe Fahrt", so grüßt ein riesiges Transparent über die Elbmündung. Unter dem Jubel der Ausreisenden verlassen Reichsorganisations- leiter Dr. Ley und Reichsstatthalter' (Bauleiter Kaufmann mit ihrer Begleitung vor Cuxhaven die „St. Louis". Dann geht die Fahrt weiter, hinaus in das weite Meer, fernen Gestaden zu. Sie Sprengung der Lvlamv-Kemeinschgfi. Von Staatsrat Prof. Or. Carl Schmitt NSK Umfang und Inhalt der einseitigen Entmilitarisierung der Rheinlande sind öfters dargestellt und auseinandergesetzt worden. Es genügt, daran zu erinnern, daß ein ge- chlossenes deutsches Gebiet von insgesamt über 55 000 Quadratkilometer, nämlich das ganze deutsche linke Rheinufer und ein Gebietsstreifen von 50 Kilometer Breite auf der rechten Seite des Rheins von Basel bis zur holländischen Grenze davon er- aßt war, ein wirtschaftlich h 0 ch entwickeltes Gebiet mit großen und wichtigen Städten, wie Karlsruhe, Mannheim, Frankfurt, Köln, Düsseldorf und Essen, vielleicht der reichste Teil Deutschlands. Die Entmilitarisierung bestand nach Art. 42, 43 des Versailler Vertrages darin, daß es Deutschland untersagt war, in diesem Gebiet Befestigungen beizubehalten oder zu errichten, daß weder ständig noch zeitweilig deutsche Truppen hier unterhalten oder angesammelt werden durften, daß militärische Uebungen jeder Art und schließlich alle „materiellen" (im englischen Text: „ständigen") „Vorkehrungen für eine Mobilmachung" verboten waren. Jede dieser Bestimmungen eröffnete Möglichkeiten ausdehnender Auslegung, die bei einer politischen Zweckinterpretation unabsehbar ist. Insbesondere legte ein Begriff wie „Vorkehrungen für eine Mobilmachung" grenzenlose Interpretationen nahe, nach welchen schließlich jeder Straßenbau, jeder Bahnhof, jeder Turnverein, jeder Schutz der Bevölkerung durch Gasmasken als „Vorkehrung für eine Mobilmachung" hingestellt werden konnte. Diese Entmilitarisierung bedeutete nach ihrem Inhalt, nach ihrem territorialen Umfang, nach ihrer Dauer und vor allem auch wegen der Einseitigkeit, mit der fie nur dem Deutschen Reich auferlegt war, etwas völlig anderes als die bisherigen, in der Geschichte bekannten, älteren oder neueren Fälle von Entmilitarisierung. Es handelte sich nicht etwa um eine Neutralisierung des Gebietes, die zur Folge hätte, daß das Gebiet nicht Kriegsschauplatz werden dürfte. Im Gegenteil, diese Art der Regelung hatte den Sinn, alle Möglichkeiten der Verteidigung zu beseitigen und dadurch ein prädestiniertes Kriegsgebiet zu schaffen, das in voller Wehrlosigkeit und Hilfslofigkeit dem Einmarsch französischer Truppen und ihren militärischen Aktionen für alle Zeiten offen liegt, eine Art Glacis zwischen Frankreich und Deutschland, ausschließlich auf Kosten Deutschlands eingerichtet und dazu bestimmt, 14 Millionen Deutsche zu Opfern etwaiger Kriegsmaßnahmen und einer ungeheuerlichen Art von Geiseln zu machen. Dieser weitgehende Zustand der Entmilitarisierung war zunächst nur dadurch garantiert, daß jeder Verstoß Deutschlands gegen diese dehnbaren Bestimmungen als „eine Störung des Weltfriedens und eine feindselige Handlung gegen jede Signalarmacht des Versailler Vertrages gilt" (Art. 44 V. V.). Der politische Sinn dieser Worte lag darin, daß Deutschland wegen irgendeiner Bagatelle als Angreifer fingiert werden konnte und nun das System der völkerrechtlichen Scheinjurisprudenz, das echte und falsche Kriegsverhütungs- und Kriegsächtungsrecht mit voller Wucht zuungunsten Deutsch- lands einsetzen sollte. Der Entmilitarisierte wird eo ipso als Angreifer fingiert, und Deutschland erschien gerade wegen feiner Wehrlosigkeit und Entmilitarisierung automatisch als Störer des Weltfriedens. Der besondere Wert des Locarno-Vertrages lag darin, daß bei gutem Willen und gegenseitigem Vertrauen hier der Anfang einer inner» europäischen Gemeinschaft erblickt werden konnte. Für Deutschland blieb allerdings der abnorme und ungerechte Zustand bestehen,daß ein großer Teil seine Gebietes einen anderen Status hatte als das übrige Deutschland und die Rheinlande ein völkerrechtliches Problem darstellten. Die Abnormität und damit auch das Unrecht dieses Zustandes war ungeheuerlich. Normalerweise haben nur Staaten oder staatenähnliche Gebilde geschlossen als solche eine völkerrechtliche Stellung, während Gebietsteile unabhängiger Staaten kein völkerrechtliches Problem darstellen können. Niemand würde es wagen, von einem völkerrechtlichen Problem des Elsasses oder Irlands zu sprechen. Selbst das völkerrechtliche Problem Aegyten würde als solches von der englischen Regierung sicher verneint und energisch zurückgewiesen werden. Durch den Vertrag Frankreichs mit der Sowjetunion wird unter dem Widerspruch eines Hauptbeteiligten, nämlich des einseitig entmilitarisierten Deutschlands, ein neuer, außereuropäischer Partner in die durch den Locarno-Vertrag begründete Gemeinschaft europäischer Völker eingeführt. Der Führer hat in seiner Reichstagsrede den Widerspruch eingehend begründet. Die rechtliche Kernfrage dieses Vorganges betrifft den Anfang und Ansatz einer innereuropäi« scheu Ordnung, der im Locarno-Vertrag enthalten war. Wird in diese Gemeinschaft europäischer Staaten eine die Weltrevolution betreibende Macht eingeführt, so bedeutet das eine wesentliche V e r- änderung der Gemeinschaft des Locarno-Vertrages. Kein noch so harmloser Verein oder Klub könnte mit derartigen Methoden der Einführung eines heterogenen Dritten bestehen. Durch die (Einführung eines solchen neuen Partners wird eine konkrete Gemeinschaft und damit der sie begründende Vertrag zu einem juristischen aliud. Jeder Jurist sieht, daß eine auf geographische Nachbarschaft aufgebaute engere Gemeinschaft von Frankreich gehöre, ein Schutzw asiatisch-bolschewistisch en Horden. Die erste Natsskhung in London o r t- etne Lösung zur Verfügung zu stellen. Die fran-1 zösische Regierung sei bereit, durch den Haager Ge- I fol- Vor. fein mit war was der Ratsmächle gleichberechtigt würde. Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie dies bestätigen würden. Außerdem mutz die deutsche Regierung auf genta grundlegende Tatsache Hinweisen. Ihr London, 14. März. (DRV.) Die erste Sitzung des Völkerbundsrates wurde vom Ratspräsidenten Feiertag der Wehrmacht Großes Wecken in der Reichshauptstadt. gehen, das der belgischen und der französischen Regierung Anlatz zur Anrufung des Rates gegeben hat, erschöpft sich nicht in der Wiederherstellung der deutschen Souveränität in der Rheiniandzone, sondern ist mit umfassenden, konkreten Vorschlägen für eine neue europäische Friedenssicherung verbunden worden. Die deutsche Regierung betrachtet ihre politische Aktion als eine Einheit, taten Bestandteile nicht voneinander getrennt werden dürfen. Aus diesem Grunde kann sie an den Verhandlungen des Rate» nur teilnehmen, wenn sie die Ge- wihheit erhält, datz die In Frage kommenden Mächte bereit sind, alsbald in Verhandlungen über die deutschen Vorschläge einzutreten. Die deutsche Regierung wird sich zu diesem Zweck mit tat Königlich britischen Regierung in Verbln- r ü ft e t darüber gewesen. Deutschland e n t r ü st e t." Abschließend sagte Barneß, Deutschland und die Ratstagung. Oer Reichsaußenminister antwortet dem Generalsekretär des Völkerbunde» Frankfurt in Erwartung des Führers. Oer Gau Heffen-Tlaffau dankt dem Führer für drei Fahre unermüdlicher Aufbauarbeit ihm freudig auf dem Wege zur Wiederherstellung seiner Ehre und Freiheit folgt. In tiefer Dankbarkeit stehen wir vor dem gewaltigen Erziehungs- und Aufbauwerk, das der Führer m den drei Jahren vollbracht hat. Unser Dank ist die Tat. Wir sind stolz darauf, Gefolgsmänner Adolf Hitlers zu sein und uns für den. Fuh- rer und sein Werk einsetzen zu können. In rückhaltloser Bereitschaft steht deshalb der Nattonalsozia- listische Lehrerbund der Partei für bie Durchführung des Wahlkampfes zur Verfügung. Ich weiß, meine Kameraden, daß jeder freudig und mit aufopfernder Hingabe seine Pflicht erfüllen wird. Alles für den Führer. — Alles für Deutschland. Frankfurt a. M., 16. März. (LPD.) Heute abend wird der Führer zum zweitenmal in diesem Wahlkampf in der wieder freien Westmark, in der alten Kaiserstadt am Main Frankfurt, sprechen. Als am 7. März die Frankfurter Bevolke- rung in fieberhafter Spannung vor Öen Laut1 prechern stand und aus dem Munde des Führers irie beglückende Botschaft vernahm, daß der Westen wieder unter der schützenden FahnederWehrmacht steht und auch Frank- urt wieder seine Friedensgarnison erhält, da er- irrff ein tiefes D a n k g e f ü h l die Herzen der Frankfurter für den Mann, der fein Befremngs- werk durch die historische Tat des 7. März gekrönt hat. Und nun hat Frankfurt das Glück und die Freude, den Führer in seinen Mauern zu begrüßen, ihm zu danken für feine Tat durch das Gelöbnis unerschütterlicher Treue für alle kommenden Ent- cheidungen. Frankfurt a. M. verdankt dem Führer unendlich viel. In Frankfurt a. M. war es, wo der Führer am 23. September 1933 Tausenden bis dahin vom Elend der Arbeitslosigkeit umfangenen Volksgenossen jenes „Fanget an !" zurief, das der Aus- gangspunkt war für das gewaltige Werk der Reichsautobahnen, das noch in Jahrhunderten Zeugnis ablegen wird von der chöpferischen Tatkraft und dem Weitblick Adolf Hitlers. In Frankfurt a. M. war es auch, wo der Führer anderthalb Jahre später, am 19. Mai 1935, das Startband der ersten Strecke des deutschen Reichsautobahnnetzes zerriß und damit der staunenden Welt zeigte, daß feine große Idee Tatsache geworden ist. Frankfurt a. M., das unter der marxistisch-jüdischen Herrschaft eine Hochburg artfremden Lebens war, ist durch Adolf Hitler wie de r eine deutsche Stadt, die mit Stolz den ihr vom Führer verliehenen Ehrennamen „Stadt des deutschen Handwerks" trägt. In Frankfurt a. M. und im ganzen industriereichen Rhein-Main-Gebiet ist unter Führung des Gauleiters Reichsstatthalter Jakob Sprenger seit der Machtübernahme Adolf Hitlers Großes und Bedeutendes geleistet worden. Die Arbeitslosigkeit erfuhr eine bedeutsame Senkung und alle Zweige des Wirtschaftslebens entwickelten sich zu neuer Blüte. Reben der Reichsautobahn wird der werdende größte Flugplatz Deutschlands als Ausgangspunkt des Weltluftschiffverkehrs Frankfurt und eröffnet mit den Worten des Dankes an den König für die Bereitstellung des Palastes. Außenminister Eden begrüßte im Namen feiner Regierung den Rat. Er wolle im Augenblick nur sagen, daß ein unbestreitbarer Bruch des Vertrages von Versailles und des Locarnopaktes erfolgt sei. Die anderen Locarnomächte könnten auf die volle Mitarbeit der britischen Regierung zur Festigung des Friedens auf solider Grundlage rechnen. Der französische Außenminister Fl and in er- klärte, Deutschland habe den Locarnovertrag für hinfällig erklärt und am selben Tage Truppen in die entmilitarisierte Zone entsandt, und zwar nicht, wie zunächst erklärt worden sei, einige symbolische Abteilungen, sondern selbst nach amtlicher deutscher Mitteilung mindestens 30 000 Mann. Frankreich hätte das Recht gehabt, sofort von sich aus einschneidende Maßnahmen zu treffen. Frankreich habe sich an b e n Rat gewandt in dem Vertrauen, daß die Bürgschaftspflicht, die sich aus dieser Feststellung ergebe, erfüllt werde. Frankreich fei bereit, sein Material und seine moralischen Hilfsmittel für eine Lösung zur Verfügung zu stellen. Die fran« sich in den drei letzten Jahren in Deutschland ereignet habe, sei zum großen Teil auf die Deutschland aufgezwungenen Bedingungen und auf das Nichteinhalten des Abrüftungsver- fprechens durch die anderen zurückzuführen. Gegen dasfranzösisch-belgische Militärabkommen. Die flämischen Frontkämpfer setzen ihren Widerstand fort. Brüssel, 15. März. (DNB.) Der flämische Frontkämpferoerband hat in Erwiderung des einstweiligen Verbotes seiner für den 22. März geplanten großen Kundgebung beschlossen, den Kampfgegendasfranzösisch-belgische Militärabkommen auch in der neuen Form, und d e s Friedens gegen das französische Militärabkommen, gegen Kriegsgefahr und Kriegshetze geboten. Die Schritte, die der Vorstand des Verbands bei der Regierung unternommen habe, um die Zurücknahme dieses Verbotes zu erreichen, habe bis jetzt keinen Erfolg ge- ^Jn einem Leitartikel führt „Standaard" aus, daß das neue französisch-belgische Militärabkommen nicht besser sei als bas alte und daß die gefährliche Tragweite des Abkommens auch m einer neuen Form nicht vermindert fei. Die tinjeitige Orientierung der belgischen Militärpolltck ei durch das neue Abkommen noch juristisch und praktisch v e r st ä r k t worden. Das gebrochene Abrüstungsversprechen. Ein englischer Mitunterzeichner des Versailler Diktats nimmt das Wort. London, 16. März (DNB. Funkspruch.) George Barneß, Mitglied des seinerzeitigen englischen Kriegskabinetts und einer der Unterzeichner des Versailler Diktats, wies in Brirton auf die ungerechte Behandlung Deukscb- lands durch den Versailler „Vertrag" hin. Deutschland sei gezwungen worden, abzurüsten. Als es Widerspruch erhoben habe, sei ihm nicht nur im „Friedensvertrag", sondern auch von Clemen?eau zugesichert worden, daß seine Abrüstung nur der Anfang fei und daß bie alliierten Mächte felbst abrüsten würden. Statt dessen habe Frankreich nicht nur nicht abgerüstet, sondern ausgerüstet. Andere Länder hätten dasselbe getan und schließlich sei auch England gefolgt. „Was hätten wir gefühlt", so sagte der ehemalige englische Minister, „wenn wir so beschwindelt worden wären wie Deutschland? Wir wären e n t» richtshof prüfen zu lassen, ob der Locarnovertrag mit dem französisch -sowjetrussischen Pakt vereinbar sei. Der Friedensvertrag bezeichne eine Verletzung der Entmilitarisierungsbestimmungen als eine feindselige Handlung. Durch den Locarnovertrag sei ebenfalls eine „massive Verletzung" der entmilitarisierten Zone auf die gleiche Stufe gestellt wie ein Angriff auf französisches Staatsgebiet. Das Interesse des allgemeinen Friedens, der Bestand des Völkerbundes und der Grundsatz der kollektiven Sicherheit erforderten, daß die von Deutsch- land betriebene Politik der vollendeten Tatsache nicht zu einem internationalen Grundsatz erhoben werde. Ich fordere den Völkerbundsrat auf, so schloß Flau- bin, Zeuge bes Bruches bes Artikels 43 des Versailler Vertrages durch Deutschland zu fein. Den Generalsekretär des Völkerbundes ersuche ich, dies den Unterzeichnermächten des Locarnovertrages in Uebereinjtimmung mit Artikel 4 dieses Vertrages mitzuteilen. Diese Mitteilung seht die Bürgschaftsmächte in die Lage, ihre Beistanbsver- pflichtungen zu erfüllen. Der Dölkerbundsrat wird seinerseits zu prüfen haben, wie er diese Aktion durch Empfehlungen an bie Mitglieber des i Völkerbunbes verstärken kann. I Der belgische Ministerpräsident van Zealand z u s e tz e n. Zu diesem Zweck soll nun am 22. März und zwar gleichfalls in Brüssel eine „außerordentliche Friedenskonferenz" stattfinden, zu der der Frontkämpferoerband alle flämischen Organisationen, die auch an der verbotenen Kundgebung teil- nehmen wollten, eingeladen hat. In dem Beschluß, den der Vorstand des Der- bandes hierzu gefaßt hat, heißt es, daß — im Gegensatz zu der Auffassung des Brüsseler Oberbürgermeisters Max — die internationale Lage keinen Anlaß geboten habe, die geplante Kundgebung zu verbieten. In diejem Fall sei gerade setzt eine Massenkundgebung zugunsten einer Politik der Selbständigkeit An den H6.=Wertuni>. In rückhaltloser Bereitschaft für den Wahlkampf. Bayreuth, 15. März. (DNB.) Der Haupt- amtsleiter des NS.-Lehrerbundes Gauleiter Fritz Wächtler, hat zum Wahlkampf folgenden Aufruf erlassen: t „ . , . . „Deutsche Erzieher und Erzieherinnen! Meine Kameraden! Der Führer hat zum Wahlkamps auf- aerufen. Wir deutschen Erzieher sind uns mit dem ganzen deutschen Volk der geschichtlich en G r o ß e d e r S t u n d e b e w u ß t, in der Deutschland der Welt beweisen wird, daß es b e d i n - gungslos hinter dem Führer steht und düng sehen, unter deren Vorsitz die am Rheinpakt von Locarno interessierten Mächte in London zu Beratungen zufcnnmengetreten sind. Der Reichsminister des Auswärtigen gez.: Freiherr von Aeurath. Wachsendes Verständnis für die deutsche Auffassung. London, 15. März. (DNB.) Die Sonntagsblätter bringen durchweg die feste Entschlossenheit Englands zum Ausdruck, sich keinesfalls durch die Tatsache der Einrichtung deutscher Friedensgarnisonen in der früheren entmilitarisierten Zone in Abenteuer hineinziehen zu lassen. Die Rede des Führers in München hat offensichtlich in England eine große Wirkung gehabt, die Zeitungen sind bemüht, ihren Lesern Den deutschen Standpunkt näher zu bringen. „Observer" führt aus, daß man Zuflucht zum gesunden Menschenverstand genommen habe, Deutschland sofort an den diplomatischen Gesprächen zu beteiligen. „Sunday Times" sagt, der Durchschnittsengländer glaube nicht an die Wirklichkeit der internationalen Krise. Der Durchschnittsengländer sehe keinen Grund zum Streit. Ein dauerhafter Friede könne in Europa nur durch einen Dreibund zwischen Frankreich, Deutschland und England gesichert werden, dies würde eine ge- Die Einladung. L o n b o n, 14. März. (DNB.) Der General- sekretär bes Völkerbunbes Avenol hat an Deutschlanb folgenbe telegraphische Einlabung gerichtet: „Unter Bezugnahme auf bas Telegramm, bas ich ber beutschen Regierung am 8. März fanbte, labt ber Völkerbunbsrat bie beutsche Regierung als eine vertragsschließend Partei bes Locarnovertrages ein, an ber Prüfung ber Frage ber Mitteilung seitens ber Regierungen Frankreichs unb Belgiens burch ben Rat teil- zunehmen. Der Rat wirb im St. James-Palast am Montag, ben 16. März, um 3.30 Uhr nachmittags zusammentreten." Die deutsche Antwort. Berlin, 15. März. (DRV.) Die Reichsregierung hat die vom Generalsekretär des Völkerbundes mitgeteilte Einladung zur Teilnahme an den Ratsverhandlungen in London wie folgt beantwortet: Ich bestätige ergebenst den Empfang Ihres Telegramms vom 14. März, In dem Sie mir mitfetten, daß der Rat des Völkerbundes die deutsche Regierung einladet, an der Prüfung der dem Rat von der belgischen und der französischen Regierung vorgelegten Frage teilzunehmen. Die deutsche Regierung ist grundsätzlich bereit, die Einladung de» Rates anzunehmen. Sie geht dabei von der Voraussetzung aus, daß ihr Vertreter bei der Beratung und Beschlußfassung de» Rates mit den Vertretern dem ganzen Rhein-Main-Gebiet das Gepräge von monumentaler Wucht geben. Im Rhein-Main- Gebiet, im hessischen Rieb, ist auch bas erste deutsche Erbhofdorf erstanden. All das, was die nationalsozialistische Bauernpolitik erstrebt, ist in Dem Erbhofdorf Riedrode verwirklicht. Riesige Flächen unfruchtbaren Sumpfgebietes sind hier der deutschen Volkswirtschaft erschlossen worden. Die Frankfurter Bevölkerung weiß, baß sie bies alles bem Manne zu verbauten hat, ber Deutschlanb aus tiefer Nacht emporgeriffen hat: Adolf Hit - 1 e r. In freubiger Erregung steht sie im Banne bes großen Tages, Da ber Führer in ber größten Kund- gebung, bie Frankfurt je erlebt hat, sprechen wirb. rabezu ibeale Lösung fein. Wohl sprächen die ideellen Argumente für Frankreich, aber alle realen und praktischen Gründe seien für Deutschland. Hitlers Vorschläge böten die beste und vielleicht einzige Gelegenheit, ben Frieden Westeuropas für eine Generation sicherzustellen. England werde keinerlei Militär- ober Flottenbünd- nisse abschließen, es sei denn zur Verteidigung Großbritanniens. Frankreich könne eine von England sehr verschiedene Auffassung über seine Sicherheit an der Rheinlandgrenze haben, aber kein einziger britischer Soldat dürfe geopfert werben, nur weil eine Militärallianz bestehe. Der englischen Politik entspräche es, eine Freundschaft zwischen Frankreich, Deutschland und England herzustellen, aber sie sei nur möglich auf der Grundlage von politischer und militärischer Gleichberechtigung, die auch die moralische Achtung ber einzelnen Staaten voreinander mit einschließen müsse. Garvin schreibt Im „Observer": Der Sowjetpakt habe die ganze Lage verändert, die mit dem Locarno-Vertrag beabsichtigt war. Wieder finde sich Deutschland zwischen den eisernen Wänden großer Militärbündnisse ein« geschlossen. Es sei nicht im Interesse Englands noch im Interesse der Zivilisation, daß Deutschland uno Großbritannien einander vernichteten, um bie bol- schewistische Herrschaft in Europa unb Asien aufzurichten. Es könne keine sichere unb ehrenhafte Regelung zwischen ben Völkern geben als bie zwischen Starken unb Starken. Berlin, 16. März. (DNB. Funkspr.) In feierlicher Weise begeht die Wehrmacht am Montag ben Tag, an bem vor einem Jahre durch die geschichtliche Tat des Führers das deutsche Volk seine Wehrfreiheit wieder erhielt. An allen Standorten leitete in den Morgenstunden das Große Wecken die militärischen Veranstaltungen ein. Auf allen Gebäuden der Wehrmacht weht xur Feier bes Tages bie Reichskriegsflagge. In der R e i ch s h a u p t st a d t wurde das Große Wecken, das auf eine mehr als hundertjährige Tradition zurückblickt, in der Innenstadt von der Wachtruppe, in Charlottenburg vom Regiment Göring und im Standortbereich Spandau vom Infanterie- Regiment 67 durchgeführt. Auf dem Kasernenhof der Wachtruppe Berlin in Moabit traten sechs Gruppen der 5. Kompanie unter Führung eines Leutnants gemeinsam mit den Spielleuten und dem Musikkorps an. Pünktlich um 6.30 Uhr rückte der Zug, während die Wache unter Gewehr trat und präsentierte, durch das Tor an der Rathe- nower Straße zum Marsch durch die Inne n st a d t ab. Auf der Straße hatten sich bereits zahlreiche Schaulustige eingefunden, um Zeugen des militärischen Schauspiels zu sein. Im Schrittempo der Grenadiere Friedrichs des Großen, das ein alter Bestandteil bes Großen Wecken ist, ging es bie biefes Abkommen kürzlich burch einen Briefwechsel zwischen der französischen unb belgischen Regierung gefunden hat, schöben. Dank der Überzeugungskraft bes Führers sei seine Auffassung heute auch bie Auffassung bes beutschen Volkes. Infolge eines Berges von Vorurteilen hätten bie französischen Politiker ben geschichtlichen Umschwung in Deutschland nicht, wie es richtig gewesen wäre, als ein Zeichen der Beruhigung Eingenommen, sondern als einen Grund zur Beunruhigung. Rur bie Jbeologie ber Parteien könne Frankreich blind machen, gegenüber der Tatsache, daß ein Pakt er st dann Sinn habe, wenn er von einer politischen Führung geschlossen werde, hinter ber bas ganze Volk stehe. Ein starkes Deutschland sei für die gesamte westliche Welt, zu der auch Frankreich gehöre, ein Schutzwall gegen bie Zehntausenbe werben in ber riesigen Frankfurter Festhalledem Führer bankbar ins Auge schauen, unb Hunderttausende werben im ganzen Rhein- Main-Gebiet im Gemeinschaftsempfang vor ben Lautsprechern feinen von leibenfchaftlicher Liede für das deutsche Volk getragenen Worten lauschen. Franksurt a. M ist für ben 1 6. März ge - r ü ft e t, unb ber Führer wirb bie Gewißheit mitnehmen können, baß Frankfurt a. M. unb ber ganze Gau Hessen-Nassau in unerschütterlicher Treue hinter ihm steht unb jeher einzelne am 29. März zum Ausbruck bringen wirb, baß er unter Einsatz seiner ganzen Kraft an bem großen Werk bes Führers mitarbeiten will. bie Rathenower Straße hinunter. Nach kurzer Zeit würben bie Klänge bes Großen Weckens von alt- preußischen Militärm'ärschen abgelöst, und bie Truppe verfiel in den üblichen Marschtritt. Auf bem weiteren Marschweg, ber burch die Friedrichstraße, die Linden entlang durch das Brandenburger Tor zurück zur Kaserne führte, wurden abwechselnd Militärmärsche und bas Große Wecken gespielt. Auf allen Straßen, bie ber Zug berührte, wurden bie Solbaten von ber Bevölkerung freubig begrüßt. In ben Mittagsstunden finben in allen Standorten Appelle statt, bei denen die Kommandeur-, den Jahrestag der deutschen Wehrfreiheit in kurzen Ansprachen würdigen. Die Wachtruppe Ber- l i n tritt mit sämtlichen Kompanien um 11.45 Uhr a u f bem Exerzierplatz Moabit an, wo ber Kommanbeur Oberstleutnant Freiherr von unb z u Gilsa bie Ansprache halten wirb. An bem Appell beteiligen sich auch bie in ber Abteilung Wehrmacht (Wachtruppe ber Deutschen Arbeitsfront) zusammengeschlossenen Ange st eilten unb A r - beiter. Heute abenb um 21.30 Uhr beschließt berGroße Zapfen st reich Unter ben Linben unb in Spandau vor dem Rathaus die militärischen Veranstaltungen bes Tages in ber Reichshauptstabt. fünf Mitgliebern nicht mehr dieselbe ist, wenn unter dem Widerspruch eines Mitgliedes ein einflußreiches sechstes Mitglied sich einschalten und neue politische Gruppierungen herbeiführen kann. Sollte sich irgendeine Instanz juristisch als Richter ober Vermittler ober Gutachter mit bieser Frage zu befassen haben, so ist von Anfang an darauf zu achten, baß bie Frage juristisch richtig gestellt wirb. Niemals ist bie Tragweite einer richtigen uristischen Fragestellung so zutage getreten, roie in üeser Frag^ ber Vereinbarkeit bes französisch-sow- etistischen Paktes mit dem Locarno-Pakt. Wird diese Frage unter dem Gesichtspunkt einer europäischen Gemeinschaft und einer konkreten Ordnung und Befriedung der Völker gestellt, so ist eine gerechte Antwort möglich. Wird sie auf die Bahn formalistischer Textstreitigkeiten und isolierter Aus- legung vertraglicher Einzelnormierungen gebracht, so wird sich das wiederholen, was wir in den letzten 15 Jahren vor jedem wichtigen politischen Problem erfahren haben: leere Wortjurisprudenz statt einer fachgerechten Ueberwindung ber Schwierigkeiten; ein pazifistisches Vokabularium statt eines wirklichen Friebens. Ein einseitig entmilitarisiertes Deutschlanb in ber Mitte Europas wäre nicht nur ein fortwährender Anreiz zu einseitigen Aktionen, es wäre in ber Abnormität eines solchen Zustanbes auch ein Hin- bernis jeber Normalisierung bes europäischen Ge- samtzustanbes. Auf bem Unrecht einseitiger Entmilitarisierungen läßt sich ü b e r h a u p t k e i n e Ordnung Europas aufbauen. Das gut für jebes Mitglied ber europäischen Völkergemeinschaft, für große und kleine Staaten. Durch die Tat des Führers ist Deutschland wieder in den Zustand einer gleichberechtigten europäischen Macht versetzt worden. Damit ist auch die erste Voraussetzung einer Friedensgemeinschaft gleichberechtigter europäischer Völker geschaffen. Das deutsche Volk hinter der Außenpolitik des Führers. DieAuffassung eines sPanischenJournalisten Madrid, 16. März. (DNB. Funkspruch.) Der frühere Berliner Berichterstatter der einflußreichen spanischen Zeitung „ABC.", Eugenio Montes hat in München der gewaltigen Kundgebung auf der Theresienwiese beigewohnt und den Führer sprechen gören. Ich sah in dem Führer, so führt Montes u. a. aus, bie Nation, die er verkörpert. Was ich von ihm hörte, waren nicht die Worte eines „Imperialisten". Die Franzosen wollen das nicht verstehen. Dabei brauchten sie sich nur noch einmal alle Reben des Führers zu vergegenwärtigen, aus denen nicht ein einziges Wort auf die Absicht schließen ließe, bie Herrschaft über frembes ßanb zu erstreben. Da Hitler fest daran glaube, daß es im Abendland keinen Sinn habe, daß sich ein Land Teile eines anderen aneigne, sei es absurd, wenn ihm die Franzosen Angriffsgelüste in bie Schuhe ?tbar. ■Dungs, eiM •Jot ""Ur 1. Fiih. uShult. lallojiQ. Ä D Weitz n,t aus. 1 wird. 8 für *eii. lnkfurter flauen, ^hein. ln0 vor >er Liebe .lauschen, lrzge. heit mit. 'er ganze "kicher einzelne , dah er 1 großen lrzer Zeit von alt« und die tritt. Auf Friedrich. Branden, urden ab- e Wecken berührte, >g freudig n Stand« lnandeurß, in kurzen pe Der» 11.45 Uhr t an, wo err von wird. An Abteiluna 'beitsstontj und Ar- :r G r o ß e ) in Span« Seranftab »rächen W aber allr ibe seien ie boten mi , den Frie« herzustellen. jlottenbünD« Verteidigung g von w seine Sichel' !er kein em* werden, nur r englischen st zwischen herzustelle; .berechn n« der em* liefen * SowlE ist dem Lo K,« •$'«$> Ar? 'S * M && erklärte, der Locarnovertrag sel eine der wesentlichen Grundlagen der internationalen Rechtsstellung Belgiens gewesen. Mit tiefer Trauer und unsäglicher Bitterkeit müsse sich Belgien jetzt an den Völkerbundsrat wenden, da diese Grundlage erschüttert sei. Deutschlands Vorwände hätten für Belgien überhaupt keine Bedeutung. Nichts gebe Deutschland das Recht, feine juristischen und tatsächlichen Beziehungen zu ändern. Der Vertrag bestehe noch immer für diejenigen, die ihm treu geblieben seien. Belgien werde im Rate seine volle Mitarbeit zum Wiederaufbau der internationalen Beziehungen, die allerdings durch die gegenwärtige Krise vielleicht auf Generationen hinaus schwer belastet seien, zur Verfügung stellen. In nächster Zeit aber müsse doch wieder verhandelt und unterzeichnet werden. Van Zeeland schloß mit dem förmlichen Antrag, der Völkerbundsrat möge feststellen, daß ein Verstoß gegen den Locarnovertrag begangen worden sei, und sofort eine entsprechende Benachrichtigung an die Locarnomächte, insbesondere an die Bürgen ergehen lassen. Hierauf vertagte sich der Völker- bundsrat auf Montag 16.30 Uhr MEZ. ♦ Flandins Rede ist lediglich eine Wiederholung dessen, was uns aus französischem Munde bereits bekannt ist. Infolgedessen haben die Darlegungen auch nicht an Durchschlagskraft gewonnen. Es darf wohl eher festgestellt werden, daß Flandin durch einen Verzicht auf sachliche Widerlegung unseres Standpunktes eigentlich nur indirekt zugegeben hat, wie sehr der Führer mit seiner Argumentation bei der Bewertung des Locarno- Vertrages nach Abschluß des Russenpaktes i n s Schwarze getroffen hat. Mit dem Bestreben, den mit der Durchführung des Locarno-Paktes keineswegs betrauten Völkerbund in Frontstellung gegen Deutschland zu bringen, ist natürlich kein Schritt nach vorn getan worden. Nimmt man noch den Versuch hinzu, die Remilitarisierung dem Einbruch deutscher Truppen in französisches Gebiet gleichzusetzen, dann haben wir es hier mit einem Druck auf den Völkerbund zu tun, der der Sache ebenso wenig dienlich ist wie die bewußte Irreführung der Oeffentlichkeit über die Stärke der deutschen Truppen im Rheinland. Um so angenehmer stachen von der Rede Flandins die Darlegungen des belgischen Außenministers ab, der, wenn wir richtig verstanden haben, bereit ist, auf das deutsche Angebot einzugehen. Daß die Belgier unzufrieden sind, kann man ihnen Übrigens nachfühlen. Sie werden nicht bestreiten können, daß sie das Opfer der französischen Politik geworden sind, die ja sonst dem Prinzip der Kollektivität zu huldigen pflegt, den Locarno-Kollektiv- Pakt aber durch militärische Abmachungen mit einer außerhalb des Kollektivs stehenden Macht in Stücke schlug. Ein Mann reist durch Deutschland. 3 Jahre Nationalsozialismus. - ' h 4T Die Saar wurde frei bert. Weder eine Bitte um Unterstützung, noch ein Gesuch, noch ein Wunsch ... nur ein schlichtes Bekenntnis. Aber gerade deshalb um fo überzeugender. Der Brief hat folgenden Wortlaut: Oer Reichsarbeitsdienst sichert deutsche Lebenshaltung. Von unserem Sonderberichterstatter. Ein deutscher Journalist, der viele Jahre im Auslande weilte, hat eine Reise durch Deutschland angetreten, um sich an Ort und Stelle ein Bild von den Lei st ungen zu machen, die in drei Jahren vom nationalsozialistischen Staate vollbracht wurden. Er schilderte seine Eindrücke in einer Serie von Artikeln, von denen wir den ersten hier zum Abdruck bringen. Der Führer sagte in feiner geschichtlichen Reichstagsrede am 7. März 1936 über die deutsche Frage unter anderem folgendes: „Hier leben auf einem sehr begrenzten und nicht überall fruchtbaren Boden 67 Millionen Menschen, das sind rund 136 auf einen Quadratkilometer." — „Auf den deutschen Menschen trifft pro Kopf der Bevölkerung 18 mal weniger Grund als z. B. auf einen Russen? Durch die natürlichen Gegebenheiten des Bodens und des Klimas ist der Dichte der Bevölkerung eines jeden Landstrichs eine Grenze gesetzt, wenn die Lebenshaltung der Bewohner gesichert sein soll. Nicht alle Gegenden Deutschlands ermöglichen die Unterbringung von 136 Menschen auf einen Quadratkilometer und die hieraus zwangsläufig folgende Zusammenballung in anderen günstigeren Gegenden, in denen die Industrie Lebensmöglichkeiten bietet, führt leicht zu ungesunden sozialen und wirtschaftlichen Verhältnissen. Wieweit Deutschland jedoch in der Lage ist, die Lebensbedingungen in seinem Wohnraum aus eigener Kraft zu bessern und wieweit die deutsche Jugend im Reichsarbeits- dienst in täglicher, mühevoller Arbeit Neuland erobern kann, soll eine Betrachtung des dünnstbevöl- kerkvn Landstriches Deutschlands zeigen. Es handelt sich um einen 150 Kilometer langen und 30—50 Kilometer breiten, im Osten an Polen grenzenden, Landstreifen der „Grenzmark P o s e n - 5ß e fh preußen", der die Landkreise Schlochau, Flatow und Deutsch-Krone umfaßt. Die Landschaft ist in der Eiszeit entstanden. Der Boden ist meist sandig, leicht und arm an Nährstoffen. Das ungünstige Klima erhöht die Schwierigkeiten der landwirtschaftlichen Nutzung; da die Temperaturen tief liegen, wird die Vegetationsperiode verkürzt. Von der Gesamtfläche werden infolge der ungünstigen Boden- und Witterungsverhältnisse nur 50 o. H. als Ackerland genutzt und mit Roggen und Kartoffeln bebaut. Die Grünflächen nehmen etwa 6 v. H. der Gesamtfläche ein. Infolge mangelnder Entwässerung sind sie jedoch zum größten Teil versumpft und versauert und bringen nur geringe und minderwertige Erträge. Rund ein Drittel der Gesamtfläche ist mit Wald bedeckt. Das Holz ist neben dem Roggen und der Kartoffel ein wichtiges Erzeugnis der heimischen Wirtschaft. Da auch Bodenschätze vollkommen fehlen, beschränkt sich die unbedeutende vorhandene Industrie auf die Verarbeitung der land- und forstwirtschaftlichen Erzeugnisse. Die wirtschaftliche Tätigkeit von Dreivierteln der Bewohner ist daher auf die Landwirtschaft eingestellt. Das wirtschaftliche Leben wird weiterhin erschwert durch die nach dem Diktat von Versailles erfolgte Grenzziehung, die zahlreiche Bahnlinien und Straßen zerschneidet und wertvolle Absatz- und Austauschgebiete abtrennt. Die Folge der ungünstigen Lebensverhältnisse ist, daß die Geburtenziffer seit 1850 bis zur Machtübernahme um mehr als die Hälfte gesunken ist. Der Geburtenüberschuß wandert zudem seit Jahrzehnten vom Lande in die Industriezentren West- und Mitteldeutschlands. Die Bodenständigkeit der Grenzbevölkerung ist aufs höchste gefährdet. Während hier nur etwa 40Menschen auf den Quadratkilometer wohnen, sitzen jenseits der rotweißen Grenzpfähle 80. In diesem Dünnstbevölkerten Gebiet Deutschlands fehlt es also an Menschen. Hier aber setzt die Arbeit des Reichs- arbeitsdienstes ein. Er steckt sich das Ziel neben der Stärkung der deutschen Ernährungskraft, neben der Festigung des kleinbäuerlichen Besitzes die Voraussetzungen für eine dichtere B e ° siedlung des Landes zu schaffen. Durch Verbesserung von 50 000 Hektar Acker- und Wiesenland und durch Kultivierung von rund 10 000 Hektar Oed- und Moorland werden zunächst die Anbauflächen für den klein- und bäuerlichen Besitz erweitert. Die Ackernahrung der ansässigen Grenzbevölkerung und der Neusiedler wird hierdurch gesichert und eine weitere Abwanderung der bodenansässigen Grenzbevölkerung verhindert. Im größeren Rahmen gesehen, steigern die Arbeiten die Ertragfähigkeit des deutschen Bodens und sichern dadurch die Ernährung des deutschen Volkes. Der wirtschaftliche Erfolg der Landeskulturarbeiten soll an einer Arbeitsdienstabteilung dargetan werden. Die Abteilung kultiviert durch Senkung des Wasserspiegels gewonnenes Neuland im Umfang von rund 80 Hektar. Nach beendeter Kultivierung wird das gewonnene Land ansässigen Kleinbauern als Grünland zur landwirtschaftlichen Nutzung zugewiesen werden. Der jährliche Mehrertrag beläuft sich nach Angaben des zuständigen Kulturbaubeamten auf etwa ein Sechstel der für die Entwässerung und Kultivierung der 80 Hektar großen Fläche einmalig aufgewendeten Kosten. Noch augenfälliger wird der wirtschaftliche Erfolg durch Die Tatsache, daß nach zweijähriger Arbeit der Abteilung von dem Ertrag des neugewonnenen Landes t)er Futterbedarf für rund 100 Milchkühe gedeckt werden kann. Diese 100 Milchkühe wiederum erzeugen: 360 000 Liter Milch oder 15 000 Kilogramm Butter und 320 000 Liter Magermilch sowie 40 000 Liter Buttermilch. Gleichzeitig mit der Stärkung der Betriebe in der Erzeugung sschlacht wird die wirtschaftliche Stärkung der Betriebe verfolgt, indem durch Wegebauarbeiten zur Erschließung abgelegener Dörfer, Kolonien und Gehöfte die Voraussetzungen für den geregelten Absatz der land- und forstwirtschaftlichen Erzeugnisse des Landes geschaffen werden. In allen Gauen Deutschlands sind die Abteilungen des Arbeitsdienstes am Werk und überall gilt die Arbeit am Boden des Vaterlandes dem Ziel der Brotfreiheit Deutschlands! Arbeitsführer Klaaßen, im Planungsamt der Reichsleitung des Arbeitsdienstes. Oie Hauptstadt der Bewegung erneuert ihr Treubekenntnis zum Führer. München, 14. März. (DNB.) Die gewaltige Kundgebung, mit der der Traditionsgau München- Oberbayern in der Hauptstadt der Bewegung den Wahlkampf am Samstagabend einleitete, wird in der Geschichte des Gaues und seiner Hauptstadt als das denkwürdigste Ereignis eingetragen fein, das die an machtvolle Kundgebungen und einprägsame Feiern des Gaues und der ganzen Nation wahrlich nicht arme Hauptstadt der Bewegung je gesehen hat. In der Ausstellungshalle I wehen von der Decke die Fahnen der Bewegung. Die große, weitausladende Bühne ist wirkungsvoll geschmückt. Auf beiden Seiten der Halle, die ebenso wie die beiden anderen großen Hallen II und III schon längst bis auf den letzten Platz von weit über 16 000 Menschen besetzt ist, sind besondere Tribünen eingebaut worden. In der ersten Reihe vor der Bühne haben die Blutordensträger und die Inhaber des Goldenen Ehrenzeichens Platz gefunden, auf der anderen Seite dieser Reihe sieht man viele führende Persönlichkeiten der Bewegung, unter ihnen mehrere Reichsleiter. Wenige Minuten vor 20.30 Uhr eröffnet stellvertretender Gauleiter Nippold die Kundgebung. Dann spricht, stürmisch begrüßt, der Gauleiter des Traditionsgaues. Staatsminister Adolf Wagner. Er erbittet sich von den Massen unter deren stürmischer Zustimmung die Ermächtigung, Adolf Hitler zu sagen, daß die hier versammelten deutschen Männer und Frauen in ihm Den Wiederher st eller der deutschen Gleichberechtigung und vor allem ihn auch als den Rufer im Streite gegen d i e Weltpest des Bolschewismus und damit auch den wahrhaftesten Verteidiger der europä- i s ch e n Kultur und des europäischen und damit des Weltfriedens überhaupt ansehen. Die hier versammelten deutschen Männer und Frauen bringen dem Führer ihr ganzes Herz, ihren unbändigen Glauben und ihre ewige Treue entgegen und bitten den Allmächtigen, daß er ihm die Kraft geben möge, damit er feine Sendung erfülle, den Gedanken des Friedens zu verwirklichen. Der Führer spricht. Unter einem wahren Orkan von Heilrufen betritt d e r Führer durch das Ehrenspalier der SS. die Halle. Galeiter Wagner verliest nun, begleitet von tosendem Beifall der Massen, das Treuegelöbnis. Dann nimmt der Führer das Wort. Er schilderte, warum er dreimal bisher das deutsche Volk gebeten habe, öffentlich Bekenntnis zur Führung des Reiches abzulegen und warum er auch diesmal das deutsche Volk bitte, ihm sein Vertrauen auszusprechen, damit er weiter sein mutiger und treuer Kämpfer sein könne. Der Führer führte dann die Zeit vor Augen, die er bei der Machtübernahme oorfanb und zeichnet der gespannt lauschenden Versammlung die fortschreitende Besserung der Verhältnisse in Deutschland, um anschließend in ähnlicher Weife wie in Karlsruhe den außenpolitischen Standpunkt des deutschen Volkes in einprägsamer Weise darzulegen. Er erklärte unter tosendem Beifall, dem deutschen Volke wieder die Achtung der Welt erkämpfen zu wollen. Deutschland habe in den letzten drei Jahren eine Zeit erlebt, deren es sich nicht zu schämen brauche. Er und seine Getreuen handelten immer aus dem Gefühl: Du trägst die Ehre der deutschen Nation auf deinen Schultern. (Freudige Zustimmung folgte diesem Bekenntnis zur Verantwortung.) Der Führer schilderte Dann seinen immerwährenden Kampf für die Freiheit seines Volkes und für dessen Gleichberechtigung. Der Führer habe nur den einen Wunsch, in der Geschichte des deutschen Volkes in Ehren genannt zu werden. Wieder kannte die Begeisterung der Massen keine Grenzen. Aufrichtig und ehrlich wolle er sich bemühen, die Voraussetzungen für Den Frieden in der Welt zu schaffen. Noch einmal erinnerte Adolf Hitler an die bittere Schmach des Versailler Vertrages. „Noch nie", so rief er aus, „hat das deutsche Volk Unterdrückung ertragen." (Minutenlanger Beifall zeigt, daß der Führer allen aus Der Seele gesprochen.) Im weiteren Verlauf wies Der Führer auf seinen jüngsten einzigartigen FrieDensvorschlag an Die Welt hin. Die Zustimmung des Volkes sei das einzige, was für ihn maßgebend sei, damit er weiter kämpfen könne für die Freiheit, die deutsche Gleichberech- B erlin, 15. März. (DNB.) Wie in den schick- falbaften Tagen unseres Volkes sich die Berliner in ber Wilhelm st raße zu Tausenden und aber Tausenden vor dem Hause des Führers sammeln, ohne daß sie jemand gerufen hätte, um ihm durch ihre Anwesenheit allein zu bekunden, daß sie ihm so gern helfen möchten, die schwere Bürde seines Amtes zu tragen, so häufen sich auch in der Kanzlei des Führers die Briefe zu Bergen. Aus allen Teilen Des Reiches, aus allen Gegenden Der Erde, wo Deutsche wohnen, treffen sie ein. Oft sind auch Ausländer die Briefschreiber, die dem Führer des deutschen Volkes ihre ehrliche Anerkennung über den ans Wunderbare grenzenden Wiederaufstieg Deutschlands oder seinen unerschütterlichen Willen zu einem wahrhaften Frieden unter den Völkern Europs ausdrücken. Unter den Volksgenossen, die sich an den Führer wenden, befinden sich viele, die einst Der nationalsozialistischen Weltanschauung feindlich gegenüberstanden. Den meisten von ihnen hat ein persönliches Erlebnis Die Feder in die Hand gedrückt. Sei es eine der ttgung und den Frieden. Das deutsche Volk soll nun entscheiden. „Ist Deutschland in diesen drei Jahren nicht stärker und reicher, gesünder und freier geworden?" (Hier wollten die Heilrufe auf den Führer und die brausende Zusttmmung kein Ende mehr nehmen. Die Menge hatte schon jetzt ihre Antwort Dem Führer gegeben.) Die Triumphfahrt des Führers. Als Der Führer, der nach Beendigung seiner Rede durch alle Ausstellungshallen gegangen und überall von Zehntausenden mit stürmischem Jubel begrüßt worden war, nun auf Den von Scheinwerfern hell erleuchteten Vorplatz hinaustrat, da bot sich ihm ein phantastisches Bild. Die Hunderttausende auf Der Therefienwiese schwenkten ihre Fackeln, Deren Feuerkörper sich zu einem wogenden Aehrenfeld vereinigten. Die Begeisterung der Massen erreichte ihren Höhepunkt, als dann der Führer langsam in einer breiten Gasse mitten durch die 200 000 Fackelträger hindurchfuhr. In wunderbarer Disziplin standen Die Menschenmassen zu beiden Seiten Des langen Weges wie eine Mauer, und begeistert grüßen sie ihren Führer, der, aufrecht im Wagen stehend, diese überwältigende Huldigung der Hauptstadt der Bewegung entgegennahm. Einen würdigen Abschluß der großen Kundgebung für den Führer bildete der große F a ck e l z u g. Ganz München war auf Den Beinen, um Dieses nächtliche Schauspiel mitzuerleben. Großveranstaltungen der Bewegung, sei es eine Urlaubsreife mit „Kraft durch Freude", sei es der Einblick in das gigantische Winter- h i l f s w e r k oder der persönliche Vorteil durch die großzügigen Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen des Dritten Reiches, oder fei es endlich eine der weltgeschichtlichen Taten des Führers, die in ihnen den vom Phräsendrusch der „Internationalen" verschütteten deutschen Wesenskern wieder freigelegt hat. Das Deutsche Nachrichtenbüro ist in der Lage, einen Brief aus der letzten Kategorie wiederzugeben, der am 11. März mit Nennung des Namens und der vollen Anschrift des Briefschreibers in der Kanzlei des Führers eingegangen ist, so daß die Nachprüfung der darin enthaltenen Angaben möglich war. Wir geben ihn wieder, weil der Verfasser nicht nur mit männlichem Freimut eine Tätigkeit bekennt, die mit den schwersten Strafen bedroht ist, sondern weil er mit einer Aufrichtigkeit, deren Echtheit aus jeder Zeile zu lesen ist, den Weg seiner Wandlung schil- Weg einer Wandlung. Durch Tatsachenbeweise entwaffnet. — Ein ehemaliger Kommunist schreibt an den Führer. „Berlin-Schöneberg, den 10.3.36. Mein Führer! Seit 1918 Kommunist, als solcher tätig und elbstverständlich nur immer KPD. gewählt, bin ich est entschlossen, durch die geradezu aufwühlende Rede Dr. Goebbels' vom heutigen Abend erschüttert, seitl8Jahren zumersten Mal meine Stimme zur Wahl am 29. 3. 36 der NSDAP, zu geben. Meine Tätigkeit als Kommunist war ja schließlich der wenn auch irregeleitete Wunsch, notleidenden Volksgenossen zu helfen und eine bessere Zeit herbeiführen zu helfen. Beim Anbruch der neuen Zeit war es für einen Menschen von Charakter und Ehrgefühl unmöglich, sofort ,Heil Hitler' zu rufen und fo mit Recht unter die übelbeleumdeten „Märzgefallenen" eingereiht zu werden. Drei Jahre habe ich Gewehr bei Fuß gestanden, gemeckert und kritikastert, nur die Reden angehört und durchdacht, aber schließlich stumm gebilligt oder anerkannt. Es kam die Zeit der Selbstbesinnung, in der ich illegale Zeitungen, Befehle oder Nachrichten nicht mehr meitergab, weil ich die ganze Sinnlosigkeit dieses Tuns, das Spiel mit der zerbrochenen Puppe erkennen mußte. Allerdings war ich auch zu anständig, die illegalen Zubringer hochgehen zu lassen; Denn wer Urteilskraft und Einsicht besitzt, kommt wieder zu sich, und Den gang Sturen ist sowieso nicht zu helfen. Es mutz für Sie, mein Führer, ein erhebendes und stärkendes Bewußtsein bilden, Menschen, die Ihnen und der Partei lebenslang Kamps geschworen hatten, durch Tatsachenbeweise entwaffnet in Die Knie brechen zu sehen, von Denen sie nun gläubig zu Ihnen aussehen unD von nun Der neuen Fahne folgen. Möge es Ihnen freubige Genugtuung im kommenden Wahlkampf sein, daß es Ihrer bezwingenden Persönlichkeit gelingen wird, auch Den letzten noch ab- seits stehenden Deutschen zu sich herüberzuziehen; Denn kein arischer Deutscher kann Kommunist fein. Er ist erst einmal Deut* scher, wenn er es auch nicht zugeben will, und die kommunistische These und Phraseologie fällt sehr schnell von ihm ab. Deutsch ist er durch Geburt und Art, polittsche Ansichten aber angelesen oder gelernt, Das blutmäfjig SeDingte wird sich aber immer durchsetzen. Da ich Der glückliche Vater von Drei gesunden Knaben im Alter von neun, sieben und einem halben Jahr bin, verspreche ich feierlich, sie im Sinne der neuen Zeit z u einfachen, wahrhaften Menschen zu erziehen, die ihren Platz im deutschen Volke einmal würdig ausfüllen sollen. Meiner weinenden Mutter habe ich mit meiner Wandlung den glücklichsten Tag ihres Lebens bereitet, und wer mir noch vor einem halben Jahr diese Aenderung meiner Ansichten vorausgesagt hätte. Den würde ich ausgelacht haben. Jetzt sage ich zum erstenmal im Leben gläubig und mit Bewußtheit „Heil Hitler!" I BÄ W 3 Jahre Nationalsozialismus. 1933—1936 Sieg auf Sieg der deutschen Rennwagen ra aller CDdf Offiziernachwitchs der Lustwaffe. Berlin, 16. März. (DNB.) Zur Unterrichtung derjenigen jungen Leute, die den Beruf eines Offiziers der Luftwaffe ergreifen wollen, wird mitgeteilt, daß a l s nächster Einftellungster- min der 1. April 1937 in Frage kommt. Die Meldungen hierzu sind jedoch bereits bis zum 31. März 1936, also bis spätestens innerhalb 14 Tagen, einzureichen. Je eher die Gesuche eingereicht werden, desto schneller werden sie in Bearbeitung genommen. Zur Einstellung als Fahnenjunker ist Der Besitz des Abiturienten- jieugniffes einer höheren Lehranstalt erforderlich. Altersgrenze ist das vollendete 24. Lebensjahr. Anwärter für die Fliegertruppe melden sich bei der Annahmestelle für Fliegeroffizieranwärter, Berlin W 62, Budapester Straße 10. Anwärter für die Flakartillerie melden sich bei dem Kommandeur derjenigen Flakabteilung, bei welcher sie eingestellt zu werden wünschen. Anwärter für Die Luftnachrichtentruppe melDen sich bei Dem Kommando der Luftnachrichtenlehrgänge Halle/Saale. Genaue Einstellungsbedingungen können bet den Meldestellen angefordert werden. Soldaten, die kein Abitur haben, können nach einjähriger Dien st zeit in die Offizierlaufbahn als Fahnenjunger übernommen roer- Den, wenn sie sich in der Dienstzeit besonders bewährt haben. Sie dürfen aber zum Zeitpunkt der Uebernahme nicht älter als 22 Jadre fein. Meldungen von Nichtabiturienten zur Ableistung der einjährigen Dienstzeit sind zu richten an die Flie- ger-Ersatzabteilungen, Flakabteilungen, Luftnach- richten-Ersatz-Truppenteile und Das Regiment „General Göring". Anschrift kann beim nächsten Wehrbezirkskommando erfragt werden. Amerikanische Dokumente zur Nachkriegsgeschichte des Itheinlandes. Washington, 16. März. (DDB.) Das Staats- departement überaab der Oeffentlichkeit den zweiten Band der Aktensammlung über die auswärtigen Beziehungen der Vereinigten Staaten im Jahre 1920. Diese Akten zeigen, daß die amerikanische Regierung schon im Frühjahr 1920 die wahre Lage im Rheinland durchschaute und alles, was möglich war, tat, um eine Abtrennung des Rheinlandes und des Ruhrgebietes vom Reich zu vereiteln. Ein Bericht des amerikanischen Beobachters bei der Rheinlandkommission klagt über den schweren Druck, den die französische Regierung sowohl auf das rheinische Volk wie auf die übrigen Mitglieder der Kommission ausübe, über vollkommen ungesetzliche französische Eingriffe in die deutsche Verwaltung über die französische Taktik in Städten und Dörfern unerträgliche Zustände zu schaffen und dadurch Zwischenfälle herbeizuführen, die dann zur weiteren Besetzung deutschen Gebiets führen sollten. Einsprüche dagegen würden vom französischen Kommissar dahin beantwortet, daß die französische Regierung sich gezwungen sehen würde, eine scharfe Militärherrschaft im Rheinland einzuführen, wenn Amerika Frankreich dauernd in den Arm falle. Telegramme des Staatsdepartements an die Kommissare in Berlin und Koblenz sowie an den Botschafter in Paris wenden sich gegen die französischen Versuche, ungesetzlich in Außenhandelsmaßnahmen der Reichsregierung einzugreifen oder in der Frage der Kohlenlieferungen ein Ultimatum zu stellen. Die amerikanische Regierung betonte, daß man das schon genug geplagte Deutschland nicht zwingen dürfe, unerwünschte oder unbenötigte Waren aus Frankreich zu kaufen oder die Kohlenfrage über Gebühr aufzubauschen und daraus dann eine fadenscheinige Berechtigung zur Besetzung des Ruhrgebietes herzuleiten. Die Berichte der amerikanischen Kommissare in Deutschland erklären, daß Frankreich durch die Beschneidung der ganzen deutschen Souveränität im Rheinland und durch die Provozierung von Zwischenfällen, die dann zur Ruhrbesetzung führen sollen, einen Zustand herbeiführen wolle, in dem dann die Bevölkerung im Ruhrgebiet und im Rheinland der Versuchung erliegen könnte, durch die Schaffung eines an Frankreich sich anlehnenden rheinischen Sonder st aates eine wirtschaftlich starke Einheit getrennt vom Mutterland zu bilden. Französische Berichte über die Stärke des deutschen Nachkriegsheeres wurden von den amerikanischen Kommissaren als Propaganda bezeichnet, die in Paris und nicht in Deutschland fabriziert worden sei. Weiter wird betont, daß Frankreich offensichtlich die Absicht habe, durch unsinnige, unmögliche und zahlenmäßig nicht festgelegte Reparationsforderungen Deutschland wirtschaftlich zu ruinieren und das Rheinland sowie das Ruhrgebiet zu schlucken. Einen breiten Raum in der Aktenveröffentlichung nehmen die Berichte ein, die sich mit Frankreichs störrischer Weigerung, deutsche Truppen zur Beendigung des roten Aufstandes ins Ruhrgebiet einrücken zu lassen, beschäftigen. Die amerikanische Regierung erklärte wiederholt, daß deutsche und nur deutsche Truppen das Recht und die Verantwortung für die Wiederherstellung der Ruhe und Ordnung im Ruhrgebiet und die Niederschlagung des kommunistischen Terrors hätten, und daß keine Haarspalterei diesen Einmarsch der Reichswehr ins Ruhrgebiet als eine Verletzung des Versailler Vertrages auslegen könne. Frankreich behauptete dagegen andauernd, daß die Ruhrarbeiter — wobei man offenbar die Kommunisten meinte — keine deutschen Truppen wünschten und unter diesem nichtigen Vorwand besetzte dann Frankreich auch am 6. April 1920 Frankfurt, Darmstadt und Hanau. Der amerikanische Außenminister Colby bezeichnete dieses Vorgehen als unberechtigt und ungerechtfertigt und wies General Allen in Koblenz an, unter keinen Umständen eine Konzentrierung französischer Truppen in der amerikanischen Besatzungszone zuzulassen oder sich irgendwie an einer französischen Aktion zu beteiligen. Die Pariser Botschaft muhte wegen der Besetzung von Frankfurt erste Vorstellungen bei der französischen Regierung erheben. Er verlangte, daß man den deutschen Truppen den Aufenthalt im Ruhrgebiet so lange gestatte, bis nach deutschem Ermessen die Ruhe gesichert und die Förderung von Kohle und damit die Beförderung von Nahrungsmitteln für die deutsche Bevölkerung gewährleistet sei. Im Juni 1920 ließ die amerikanische Regierung in Paris gegen die Verwendung afrikanischer Truppen im besetzten Gebiet Vorstellungen erheben. Das Staatsdepartement lehnte es ab, sich an einer Schlußkonferenz zu beteiligen und nach Wunsch der Allierten nur blind das zu unterschreiben, was diese vorher unter Ausschluß Amerikas unter sich ausgemacht hätten. Auch die Beteiligung an der Verteilung der oberschlesischen Kohle lehnt Amerika ab, da es sich nicht zum ausführenden Organ des von ihm nicht ratifizierten Versailler Vertrages machen lassen wolle. Es wäre doch wohl richtiger und humaner, wenn diese Kohlenkommission in Schlesien und nicht in Belgien ihren Sitz hätte. Die Aktensammlung enthält auch ein Telegramm von Norman Davis, in dem er die Alliierten davor warnt, Deutschland in der Reparationsfrage zu Maßnahmen zu zwingen, die es wirtschaftlich ruinieren müßten. Weiter wird ein Gutachten des amerikanischen Mitgliedes der Reparationskommission abgedruckt, in dem die unfaire Behandlung Deutschlands durch die Alliierten klar nachgewiesen wird. Aus aller Welt. Oer Gauleiter beim Reichsberufswettlampf. Frankfurt a. M., 14. März. (NSG.) Anläßlich des vom 13. bis 15. März 1936 stattfindenden Gauzwischenentscheides im dritten Reichsberufswettkampf besuchte der Gauleiter in Begleitung von Gauwalter Becker und Gebietsführer Potthoff die Berufsschulen III und VII in Frankfurt a. M., um durch seine persönliche Anteilnahme der schaffenden Jugend seines Gaues das wohlverdiente Interesse zu beku.nden. Ein Gang durch die vorbildlich eingerichteten Räume gab allen Besuchern einen Querschnitt durch die Vielgestaltigkeit der Berufe und ihrer Arbeitsmethoden. Aus allen Teilen des Gaues war die Jugend gekommen, um hier zu beweisen, daß bei ihr neben der nationalsozialistischen Gesinnung auch die national- sozialistische Leistung steht. Eingehend ließ sich der Gauleiter von den Jungens und Mädels die Art ihrer Arbeit erklären. Den Abschluß der Besichtigung bildete der Besuch des Schönhofes, in dem landwirtschaftliche Gehilfinnen ihre Prüfung ablegen. Der Gauleiter wird erwarten dürfen, daß die Jpgend Hessen-Nassaus der Tradition seines Gaues Ehre macht und dafür Sorge trägt, daß auch in der Arbeit der schaffenden Jugend der Rhein-Maingau einen guten Namen bekommt. Zwei Derkehrsunfälle. * Lollar, 16. März. In der vergangenen Nacht ereignete sich in unserem Orte ein Verkehrsunfall, der glücklicherweise noch glimpflich oblief. Ein auf der Heimfahrt begriffener hiesiger Arzt geriet kurz vor seinem Hause beim Ausweichen vor einem Straßenpassanten gegen eine Hauswand, so daß das Vorderteil seines fast neuen Wagens schwer beschädigt wurde. Glücklicherweise kamen Menschenleben nicht zu Schaden. * Sichertshausen, 16. März. Der etwa 44jährige Werkmeister Erich K l a e p k e vom Opelwerk Brandenburg an der Havel verunglückte in der Nähe unseres Ortes mit seinem neuen Opelwagen. Klaepke fuhr mit großer Wucht gegen einen Baum und mußte mit einer schweren Gehirnerschütterung sowie mit einigen Schnittwunden in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden. Der Wagen wurde schwer beschädigt. Eisenbahndammrutsch aus der Strecke Frankfurt-Friedberg. LPD. Frankfurt a. M., 14. März. Am Samstagnachmittag rutschte aus bisher noch unbekannter Ursache ein großes Stück des Eisenbahndammes in der Nähe der Station Berkersheim ab. Die Gleise hingen auf eine? kürzeren Strecke vollständig frei in der Luft. Die Ursache dieses Dammrutsches dürften wahrscheinlich unterirdische Quellen sein. Die Reichsbahn hat sofort einen Arbeitszug eingesetzt und füllt das entstandene Loch wieder aus. Der Zugverkehr wird eingleisig aufrechterhalten. Die Züge erleiden Verspätungen bis zu einer Dreiviertelstunde. Die Ausbesserungsarbeiten dürften mehrere Tage in Anspruch nehmen. Prinz Serge Mdivani tödlich verunglückt. In Palmbeach (Florida, USA.) ist der bekannte Sportsmann Prinz Serge Mdivani tödlich verunglückt. Prinz Mdivani stürzte beim Polospiel während eines heftigen Wolkenbruches mit seinem Pferd, das ihm beim Ausrichten von dem schlüpfrigen Spielfeld mit dem Huf ins Gesicht schlug. Wenige Minuten später starb Mdivani in den Armen seiner ihm erst vor wenigen Wochen angetrauten Gattin Louise Astor van Alen. Prinz Serge Mdivani war in früheren Ehen mit Pola Negri und der Opersängerin Mary M c C o r m i ck verheiratet. Die letzte Frau des Verunglückten war in erster Ehe mit dem in Spanien verunglückten Prinzen Alexis Mdivani verheiratet. Diese Ehe wurde 1932 geschieden. — Die drei Prinzen David, Sergius und Alexis Mdivani entstammen einem alten kaukasischen Fürstengeschlecht des Königreichs Georgien. Ihr Vater, Fürst Mdivani, war zaristischer General und Flügeladjutant des Kaisers. Als 1917 in Rußland die Bolschewiken an die Macht kamen, ließ der General seine drei damals im Knabenalter stehenden Söhne noch rechtzeitig über die Grenze in Sicherheit bringen. Sie lebten erst in Paris und gingen später gemeinsam nach Amerika. Fünf lote bei einem Flugzeugunglück in Chile. Bei Ovalle, 300 Kilometer nördlich von Valparaiso (Chile), stürzte ein Flugzeug der nationalen Luftfahrtgesellschaft ab. Der Pilot und die vier Fluggäste wurden getötet. Wetterbericht des Reichswetterdienftes. Ausgabeort Frankfurt. Mit der Verstärkung der vom Atlantik ausgehenden und über Nordeuropa hinwegführenden Wirbeltätigkeit hat sich auch das in den letzten Tagen über der Ostsee liegende Tiefdruckgebiet in Bewegung gefetzt. Die von letzterem uns zugeführte feucht-kalte Mischluft wird bei dieser Entwicklung durch polar- maritime Luft ersetzt, in deren Bereich heute wechselndes Wetter mit Schauerneigung herrscht. Wir verbleiben auch weiterhin am Ostrand des über England liegenden Hochdruckgebietes. Aussichten für Dienstag: Nach meist heiterer und recht kalter Nacht wechselnd bewölktes Wetter und besonders nach Norden und Osten hin auch einzelne Niederschläge, vorwiegend westliche bis nördliche Winde. Lufttemperaturen am 15. März: mittags 2,1 Grad Celsius, abends 1,2 Grad; am 16. März: morgens 1,8 Grad. Maximum 2,7 Grad, Minimum heute nacht 0,7 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 15. März: abends 2,9 Grad; am 16. März: morgens 2,4 Grad Celsius. — Niederschläge 0,1 mm. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder? Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Deck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D.A. 11.36: 10 556. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch-und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf* mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Nach schwerer Erkrankung ist zu Limburg an der Lahn Herr Direktor Bansa Wiesbaden, den 14. März 1936. Gießen (Löwengasse 28), Bad-Nauheim, den 14. März 1936. Dl 231 1663 D In tiefer Trauer: DI 232 Heuchelheim, den 15. März 1936. 1661 d | Vermietungen*] Schöne Schöne mit Zentralheiz. und Badezimm. mit allem Zube- Reiskirchen, den 14. März 1936. >1230 | Mietgesuche~| 2 Skmmev und -Küche IN gutem Hause zum 1. 5. oder früher gesucht. Schr. Ana. unter 1628Da.d.G.A. bür die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgang unserer lieben Entschlafenen Frau Luise Gräf, geb. Schäfer sagen wir hiermit unseren innigsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Philipp Gräf, Steinbruchbesitzer zum 1.April 1936 preiswert zu vermieten. Näheres Stadthaus BergstraßeNrLO Stmmerl2.[iRMD In tiefer Trauer. Für die Hinterbliebenen: Karl Vogt hör (als Arztwohnung eingerichtet) z. 1. Avr. od.spät. z.verm. Zu erfr. IiesoD ^riedrichstr. 151 Zuverlässiges MdÄn gesucht. 1671D SrouHLMttötter Brandvlatz Vorzustellen zw. 5 und 8 Uhr. Swanssvevsteisevuns Dienstag, 17.März,nachm.2Ubr, sollen tm Versteigerungslokal, Neuenweg 28 bzw. an Ort und Stelle (Bekanntgabe in obigem Lokal) zwangsweise gegen Barzahlung versteigert werden: Haus-, Laden- und Büromöbel aller Art, 1 Vervielfältigungsapparat, 2 Kassenschränke, vier Herde, 4 Oesen, 2 Eisschränke, 3 Registrierkassen, 1 Motorrad, 3 Teppiche, 1 Violine, 1 Schaufenstereinr., 1 Diwan, 1 Photo- avvarat, 1 Motor, 1 Radio, zwei Schreibmaschin., 2Blumenbänke, 1 Klavier, 1 Pelzjacke, 1 Polier- masch., 1 Staubsauger, 126 Paar Handschuhe, Anzugstoffe. moD Bestimmt: Mehr.Flurgarderoben. Rpharmann Gerichtsvollz.inGießen, üblldl llldllll Wernerw.33, Tel. 3108. IDoOuuofl mit Zubehör ab 1. 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Das geschaffene Werk wird den Verstorbenen überdauern und sein Andenken wird in Ehren bewahrt werden. Die Einäscherung findet am 18. März, mittags 12 Uhr, im Krematorium Wiesbaden (Südfriedhof) statt. Nach kurzer, schwerer Krankheit entschlief heute meine liebe, treue Frau, unsere gute, unvergeßliche Schwester, Schwägerin, Tante und Nichte Die Beerdigung findet Dienstag, den 17. März, nachmittags 1% Uhr, vom Trauerhause Bachstrafie 26 aus statt Sonntag morgen um /410 Uhr entschlief sanft nach langem, schwerem mit Geduld ertragenem Leiden unsere treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Katharine Römer, geb. Reuschiing im 67. Lebensjahre. Familie Ferdinand Bender Familie Karl Ludwig Freitag Ernst Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 17. März, nachmittags um 2 Uhr auf dem Neuen Friedhof statt Fulda-Lahnkanalverein e.V Der Vorsitzende: Traupel, Landeshauptmann der Provinz Hessen-Nassau. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meine innigstge- liebte Frau, Tochter, Schwester Schwägerin und Tante Frau Marie Ruckeishaus geb. Nepp nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von 36 Jahren in die Ewigkeit abzurufen. In tiefer Trauer: Julius Ruckeishaus nebst Angehörigen. Großen-Linden, Langgöns, Brooklyn, am 16. März 1936. Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 17. März, nach- mittags 3'/- Uhr vom Trauerhause, Alte Heerstraße 35, aus statt. Frau Marie Vogt geb. Becker im Alter von 56 Jahren. Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Montag. T6 Marz 1956 M.64 Zweites Blatt Der Tag der Wehrsreihei«. 25on Hauptmann |(S| von Borstell, Äeichskriegsministerium. Dielleicht ist es heute noch zu früh, die Bedeutung der historischen Führertat vom 16 März 1935 — deren logischen Abschluß mir am 7 März erlebten — voll zu erfassen. Dies gilt nicht nur vom Standpunkt unseres Deutschtums seiner materiellen und ideellen Belange, sondern vor allem für den objektiven Betrachter der großen internationalen Zusammenhänge. Kein Zweifel die Welt innerhalb und außerhalb unserer Reichsgrenzen wird erst in Jahren das recht verstehen und würdigen können, was heute noch als nackte Tatsache hier Jubel. Dankbarkeit, Begeisterung, — dort aber Befremden, Ablehnung, Besorgnis oder gar Furcht hervorrusend, mehr mit dem Gefühl als mit der Vernunft gewertet wird. Immerhin läßt sich auch heute schon einiges mit Bestimmtheit sagen, freilich vom deutschen Standpunkt aus, wie man einwenden kann. Bleiben wir also beim Tatsächlichen, so erinnern wir uns nicht nur der Stimmung sondern auch der Ereignisse, die vor einem Jahre aus Grund des Entschlusses der deutschen Reichsregierung in der Welt ausgelöst wurden. Auf der einen Seite: Ein großes Volk, anderthalb Jahrzehnte hindurch entrechtet und gefesselt, jubelt seinem Führer zu, der ihm die wehrpolitische Freiheit wieder- aibt. Ringsherum um die deutschen Grenzen: Verblüffung, Haß, Wut, Drohungen. Gewiß, damit mußte man rechnen, und es ist selbstverständlich, daß weite Kreise des Auslandes mit ihren unfreundlichen Gefühlen nicht zurückhielten. Im großen und ganzen aber zeigte sich merkwürdigerweise, daß die Weltpresse zunächst verhältnismäßig zurückhaltend blieb. Man hatte den Eindruck, als brächte die Welt angesichts dessen, was man Deutschland seit Versailles geboten hatte, nicht mehr den Mut für eine echt wirkende „sittliche Entrüstung" über die „Vertragsbrecher" aus. In großen ausländischen Blättern las man damals sogar verständnisvolle, zu mindesten aber gelassene Worte, die durchblicken ließen, daß man es Deutschland eigentlich nicht übel nehmen könne, wenn es nun aus eigener Kraft von der versprochenen Theorie zur vorenthaltenen Praxis der Gleichberechtigung schritt. Damals schien es, als habe ein gesundes Gefühl, eine Art Weltwiffen sich durchsetzen können. Doch dauerte es nicht lange, bis die Ansätze gesunden Empfindens von Volk zu Volk von den berufenen Mächten der politischen Drahtzieher in ihre Schranken zurückgewiesen und ersetzt wurden durch die „amtlich vorgeschriebene öffentliche Meinung". Diese äußerte sich dann, wie wir wissen, im „Protest" von Stresa und in der „moralischen Verurteilung" Deutschlands laut Genfer Entschließung vom 17. April 1935. Sieht man sich die Gegenwart an, so kann man leider nicht überall feststellen, daß das Verständnis für die Lebensnotwendigkeiten eines großen, inmitten des europäischen Raumes ungeschützt liegenden Volkes und Staates in den Hirnen derer, die für die Weltmeinung verantwortlich zeichnen, erheblich gewachsen ist. Es hieße Versteck spielen, wollte man ableugnen oder vergessen, daß» zu den Hauptursachen dieser verständnislosen, oft feindseligen Einstellung der Umwelt gegen das Dritte Reich eben jener historische „Tag der Wehrfreiheit" vom Vorjahre und alle sich daraus ergebenden wehrpolitischen Folgerungen gehören. Ist es wirklich notwendig, immer wieder auszu- svrechen, daß jener Entschluß des Führers, der Deutschland die Wehrhoheit und dem deutschen Volk die Wehrpflicht wiedergab, kein willkürlicher Akt, sondern der folgerichtige Abschluß einer gesetzmäßigen Entwicklung war? Muß wirklich daran erinnert werden, daß es sich bei dem Gesundungsprozeß des deutschen Volkes um einen naturbedingten Ablauf handelt, dessen treibende Kräfte einmal aus dem Volke selbst und seiner Geschichte erwuchsen und andererseits zwangsläufig ausgelöft werden mußten durch den zuneh- c3ue me/ti Seine i&i/ine, fiflege Aie mit Chlorodont! menden Druck eines widersinnigen gewaltsamen Friedensdiktats? Nicht mit Voreingenommenheit und Vorurteilen verschwommener Gefühle wird Geschichte gemacht, darf man die Geschichte betrachten. In dem Zustand vollends, in dem sich die Welt — und vornehmlich Europa — heute befindet, bedarf es in der Tat der ruhigen, wägenden Vernunft: allerdings ist es vom liebel, wenn diese Vernunft sich aus eine einseitige, kurzsichtige und egoistische Betrachtungsweise der Dinge beschränkt und dadurch den Blick für die großen Zusammenhänge verliert. Von dieser Vernunft erwarten wir vielmehr, daß sie die U r sa ch e n erkennt, die — wie oben angedeutet — zum 16. März 1935 und zum 7. März dieses Jahres führten; ebenso allerdings hoffen wir, daß sie die Auswirkungen des „Tages der Wehrfreiheit" ohne Voreingenommenheit sieht. Und so wird auch an dieser Stelle nochmals wiederholt, Sie ist endlich eine Forderung der Sicher-, h e i t, jenes Begriffes, der feit Jahrzehnten als politisches Schlagwort in der Welt geistert, der zur „moralischen" Rechtfertigung gigantischer Rüstungen der Mächtigen benutzt und im gleichen Atemzuge gegen ein wehrloses Volk ausgespielt wurde. Diese Sicherheit — wiederum muf) an die Logik der Vernunft appelliert werden — sollte sie nicht in erster Linie einem Staat zu garantieren sein, dessen verhängnisvolle geographische Lage und dessen wehrpolitische Entmachtung nicht nur für diesen Staat selbst, sondern schließlich für ganz Europa zwangsläufig eine ewige Gefahrenquelle bleiben mußte? Nachdem es sich gezeigt hat, daß die Umwelt all diesen schwerwiegenden Gesichtspunkten gegenüber taub blieb, beschritt Deutschland den Weg der Notwehr und der Selbsthilfe. Dies und nichts anderes ist der Sinn des 16. März 1935, der sich nun jährt. WU daß die neue deutsche Wehrmacht, die allgemeine Wehrpflicht — kurzum die wiedergewonnene Wehrhoheit des Reiches — in allererster Linie eine innerdeutsche Angelegenheit ist, die unserem Volk, seiner Erziehung, seiner geistigen, körperlichen und seelischen Gesundung dient und dienen muß. Mit voller Berechtigung sagte daher der Reichskriegsminister in seiner Rede anläßlich des letzten Heldengedenktages: „Das Deutschland Adolf Hitlers ist heute schon stark, stärker als es je ein Deutschland der Vergangenheit war, — vielleicht nicht stärker durch die Zahl der Bataillone, der Geschütze und der Flugzeuge, aber unendlich stärker in der Einheit und Kraft feines Glaubens und Wollens." Die Wiederherstellung der Wehrhoheit ist zweitens eine Frage des Rechts, mit dem man allzulange Mißbrauch zu treiben für nützlich fand. und damit auch die Ursache jener letzten Tat des Führers, die dem g e j a m t e n Reich die Wehrhoheit wieder gab. All dies ist tausendmal ausgesprochen, ist einfach und klar verständlich für alle, die es verstehen wollen. Die Spekulation allerdings, die Gerüchtbildung und öffentliche Stimmungsmache auf „höheren Befehl", die Schauermär von der „deutschen Gefahr" — das alles ist vom liebel Es dient zu nichts anderem als zur Verzögerung einer Erkenntnis, die sich einmal durchsetzen wird: Die Welt wird Deutschland eines Tages dankbar sein, daß es sich aus der ihm aufgezwungenen Ohnmacht aufgerafft hat. Denn dieses Deutschland wird dereinst ein Kraftfeld fein, bei dem ängstlich ihre Zuflucht suchen werden jene beneidenswert Sorglosen, die heute in dem „harmlosen Bolschewismus" ihren Bundesgenossen gegen den „gefährlichen Nationalsozialismus" sehen. Mhrwille- Lebenswille. NSK. Zum Bauern und Arbeiter gehört notwendig der Soldat. In ihrer Gemeinsamkeit sind diese drei Grundstände einer Nation erst Ausdruck des Lebenswillens, der in einem Volke wach ist. Als am 9. November 1918 das deutsche Volk tn dem großen Ringen gegen eine ganze Welt zusammenbrach, da war das Entscheidende an diesem Zu- ammenbrud) die gleichzeitige Auflösung und systematische Zerstörung des Wehrwillens im deutschen Volk. Es gab auch in der damaligen Zeit Männer, die mit untrüglicher Klarheit erkannten, daß dieser restlose Verzicht auf Wehrhaftigkeit zugleich Ausdruck des mangelnden Lebenswillens der Nation überhaupt war und damit unerhörte Ge- ahren für Arbeiterschaft und Bauerntum in sich trug: Es gab Männer, die wußten, daß mit der völligen Beseitigung des Soldatentums als Ausdruck der Kraft, die in dem deutschen Volk vorhanden war, dieses Volk gänzlich Spielball seiner Gegner werden mußte und ihm auch jede Bedingung des „Friedens" aufgezwungen werden konnte. Aber ihre Erkentnis reichte nicht dazu aus, dem Lauf des Schicksals Einhalt zu tun. Die „Größen" des 9. November 1918 schickten das Frontheer nach Hause, und das Ergebnis war das Diktat von Versailles. Aus den Freikorps, die in den Wirren nach dem Zusammenbruch entstanden, wuchs das kleine 100 000-Mann-Heer der Reichswehr, aber es war nicht Ausdruck des Lebenswillens der ganzen Nation, sondern stand im Gegensatz zur herrschenden politischen Anschauung. Was nützte diese Armee von Berufssoldaten, wenn der damalige Staat und die ihn tragenden Parteien alles taten, um den Wehrwillen in den breiten Schichten des Volkes zu zerstören? Der Arbeit fehlte der Schutz, der schaffende Mensch wurde das Opfer der sich daraus ergebenden Tributpolitik. Die Zerstörung des Wehrwillens und die Not des Volkes wuchsen im gleichen Maßstab. Soldat ist man nicht während eines Jahres Dienstzeit; Soldat ist man zeit seines Lebens. Der Lebenswille und der Wehrwille des deutschen Volkes kristallisierte sich in dieser Zeit des Niedergangs in der nationalsozialistischen Bewegung. Hier wurden die inneren Voraussetzungen für den historischen 16. März 1935 geschaffen. Als diese Bewegung Volk wurde, war es nur noch ein Schritt zur Wiederwehrhaftmachung der Nation. Als am 16. März 1935 Adolf Hitler die Wiederherstellung der Wehrhoheit des deutschen Volkes und die allgemeine Wehrpflicht proklamierte, da war das ein entscheidender Baustein in der gewaltigen Aufbauleistung des Nationalsozialismus. Die Arbeit hatte wieder ihren Schutz. Deutschland war wieder eingetreten in die Reihe der Großmächte. Der Jubel, der damals Deutschland durchbraufte und jeden einzelnen Volksgenossen erfaßte, zeigte, daß das deutsche Volk d i e Bedeutung dieser Stunde erkannt hatte. Ein Jahr ist seit diesem Tage vergangen. Das deutsche Volk ist aufgerufen worden, der Politik des Führers um Ehre, Freiheit und Gleichberechtigung der Nation durch ein Wahlbekenntnis feine Zustimmung zu geben. Der Soldat gehört notwendig zum Arbeiter und Bauern, das Schwert zum Schutz des Brotes. Millionen erhielten durch Adolf Hitler wieder Arbeit und Brot. Am 29. März bekennt f i ch ein Volk zum Wehrwillen, der Ausdruck feines Lebenswillens ist. Helden des Luftkrieges. Don Peter Supf. Eine Staffel bombenbeladener Seeflugzeuge greift am 19. März 1916 Dover an. Eines davon, mit Kapitänleutnant von Ts chirfchky, dem neuen Kommandeur, an Bord, führt „Krifchan", wie C h r i ft i a n f e n (heute Kommandeur der Fliegerschulen) von allen genannt wird. Durch das Höllenfeuer der englischen Abwehrgeschütze bricht sich die Staffel Bahn und wirft ihre Bomben auf Hafenanlagen und ankernde Schiffe. Auf dem Rückflug hat Krifchan den heißesten Kampf feines Lebens. Ein englischer Landeinsitzer nähert sich ihm, von der Sonne überblendet, von hinten her bis auf zwanzig Meter. Eine Mafchinengewehrgarbe prasselt in den schweren Bombenschlepper. Das herausspritzende heiße Kühlwasser schlägt Christiansen ins Gesicht. Der Motor streikt. Er muß aufs Wasser herunter, auf dem glücklicherweise eine dichte Dunstschicht lagert, die ihn den Augen des verfolgenden Engländers entzieht. Die Schwimmer find zerschossen, der Doppeldecker neigt sich zur Seite. Im Oberschenkel Krischans schmerzt ein Steckschuß. Der Kühler wird mit Isolierband geflickt und mit Salz- wasser nachgefüllt, und Krifchan müht sich, den „verdreckten" Motor wieder in (Sana zu bringen. Da nahen feindliche Zerstörer und überschütten die verzweifelt arbeitenden Flieger mit Granaten. Endlich — es ist höchste Zeit — springt der Motor an. Wie eine fette Ente rutscht und hüpft der lahmgeschossene Vogel aus dem Bereich der Aufschläge. Der Hinflug dauerte zwei, die Heimkehr sieben Stunden. Aber am nächsten Tage ist Krischan wieder mit sechs Maschinen über Dover. * Einer der großen Bomben-Geschwaderführer des K'ieges, ein Willensmensch von ungewöhnlichem Ausmaß, ist Leonhardy. Seme fliegerische Schulzeit in Johannisthal hatte nach nur zehntägiger Dauer durch schweren Absturz am 2. Febr. 1914 ein jähes Ende gefunden. Daß er diesen Sturz überlebte, hat er nur seinem zähen Lebenswillen zu verdanken. Noch im Oktober 1914 — Leonhardy war inzwischen zum Hauptmann befördert worden — konnte er zunächst nur in der Heimat Verwendung finden. Da läßt er sich wenigstens als Flug- zeugbeobachter ausbilden und erreicht es endlich, daß men ihn zur Fliegerabteilung 59 ins Feld schickt. Der kränkliche, mühsam an Krücken humpelnde Offizier muß bei jedem Start und bei jeder Landung in das Flugzeug hinein- und aus dem Flugzeug herausgehoben werden. Aber einmal in der Luft, gibt es für ihn keine Gefahr, kein Hindernis, er scheut den Tod nicht. Der erfolgreiche Beobachter wird Kommandeur des Bombengeschwaders 6. Im Februar 1918 vernichtet er mit feinem Geschwader den Flughafen Malzevilles, wobei zehn Flugzeughallen und dreizehn Nieuport-Karnpfein- fitzer verbrennen und drei weitere, die gerade starten wollen, zerstört werden. Die großen Bornben- und Benzinlager von Malzeville geraten gleichfalls in Brand. Im November 1918 erhält Leonhardy den Pour le m£ritp Gegen Ende Oes Jahres 1910 gerat Hauptmann Köhl — er gehörte zu einem Bombengeschwader — über den Wolken mit zwei feindlichen Nieuport- Jagdflugzeugen in einen Kampf, bei dem er durch einen Schuß in den Oberschenkel verwundet wird und fein Flugzeug, mit dem er in steilem Gleitflug herabschießt, sich im Trichterfeld hinter den deutschen Gräben überschlägt. Ein Vierteljahr lang liegt er im Lazarett, dann meldet er sich im Frühjahr 1917, an zwei Stöcken hinkend, bei -her Staffel 19 des neuaufgeftellten Nachtbombengeschwaders. Er wird Geschwaderkommandeur und sprengt in der Nacht vom 19. auf den 20. Mai 1918 das französische Munitionslager bei Blargies in die Luft. „Eine weiße Stichflamme, die sich rasend schnell ausdehnt. Man konnte die Dörfer sehen, die Städte und Straßen, in wenigen Minuten lagen die riesigen Schuppen völlig vernichtet." Damals hatte Köhl 857 erfolgreiche Feindflüge hinter sich- # Der 2. September 1918, der erste Tag der großen englischen Offensive an der alten Cambrai- und Mrrasfront, ist Bruno Loerzers größter Ehrentag. „Wir flogen", sagt Loerzer, „mit etwa dreißig Maschinen in straffer geschlossener Ordnung dem Kampfgebiet zu. Bald sichteten wir ein feindliches Geschwader von etwa 20 Maschinen. Als mein Geschwader heran war, gab ich das Zeichen zum Angriff, und sofort entspann sich ein rasender Kurvenkampf. Ein Wirbel von mehr als fünfzig Maschinen, die in schärfsten Kurven stürzten, fliegen und kreisten das aufpeitschende Dröhnen von mehr als fünfzig starken Motoren hämmerndes, rasendes Maschinengewehrfeuer, dazu ein scharfer böiger Wind. Durch die wohlgeschulte Kampfdisziplin des aanzen Geschwader? gelang es uns, schon bei diesem ersten Flug zwölf feindliche Maschinen glatt auf den Rasen zu legen. Ein zweiter und dritter Angriff reißt bas feindliche Geschwader auscin- ander, vierzehn Maschinen stürzen brennend oder abmontiert zur Erde." Wie es damals — 1918 — um Deutschland stand, hat Oberst Thomsen mit erschütternder Klarheit dargelegt: „Ueber den Ozean rollt Schiff auf Schiff heran, gefüllt mit Kriegsbedarf, mit Rohstoffen und Fertigfabrikaten. In Deutschland selbst werden vor allem die Rohstoffe, die unsere Kriegsindustrie verlangt und verbraucht, immer knapper. Auch unser Luftkrieg bekommt es zu spüren. Immer mehr schmilzt die Quote zusammen, die den deutschen Luft- ftreitfräften für ihren Bedarf überwiesen werden kann. Die Front schreit nach Flugzeugen. Immer größer wird die Spanne zwischen den Forderungen und der Erfüllungsmöglichkeit. Kupfer und Messing, die Vorräte werden immer knapper. Gummi! Schon längst können nur noch dürftige Bestände an Bereifung gehalten werden. Mit Holzfcheiben muß der Betrieb an Stelle der gummibereiften Räder versucht und durchgeführt werden. Benzin! Bis zum Beginn des vierten Kriegsjahres ist es gelungen, die an der Front kämpfenden Fliegerabteilungen mit bestem Material zu versorgen, aber nun greift die Heimat der Not auch hier hinüber. Geringwertige Betriebsstoffe führen zu verringerten Leistungen. Die Unfälle mehren sich. Schon muß zu unterschiedlicher Frontversorgung gegriffen werden. Die Front kennt die Gründe und versteht sie. Und die tapferen Männer steigen ohne Zaudern auch in die minderwertigen Flugzeuge mit der gleichen Entschlossenheit, mit dem gleichen Kampfesmut und Kampfeswillen, der ihnen Jahre hindurch höchsten Ruhm gebracht hat. Feindliche Flugzeuge, die in unsere Hand fallen, werden mit Bewunderung und Neid betrachtet, denn an ihnen ist alles in fast verschwenderischer Menge aus hochwertigem Material gestaltet. Welch ein Abstand zu unserem eigenen Material! Und doch ist die Höhe des Mangels bei uns noch nicht erreicht. Die Betriebsstoffe für die Flieger müssen rationiert werden. So tarnen Tage, an denen die Fliegerkommandeure voll Bitterkeit mitansehen müssen, wie ungestraft feindliche Fliegerschwärme sich der Front nähern dürfen, ohne daß die bereitliegenden Staffeln zu sofortigem Angriff auisteigen können." Von den 17 000 deutschen Fliegern des Weltkrieges, Führern und Beobachtern, Offizieren und Soldaten, find 13100 nicht mehr oder nur verwundet ober verstümmelt in die Heimat zurückgekehrt.. (Entnommen dem „Buch der bcutfrhen Fluggeschichte" von Peter S n p s, erschienen im Verlag Hermann Klemm AG., Berlin- Grunewald.) Ein deutscher Kartograph. Wenn wir unseren dankbaren Erinnerungen aus der Schulzeit die Lobpreisung der Gelehrten und aller der Menschen hinzufügen, denen die Geographie mehr ist als totes Wissen, so wird uns deutlich, welche Verdienste sich der Mann erworben hat, der den Grund zu einem zuverlässigen Handatlas legte und damit dem deutschen Namen auf seine Art zu größtem Ansehen verhalf. Dieser Mann war der Herzogliche Legationsrat Adolf Stiel er, der dem Verlag Justus Perthes in Gotha um dis Jahreswende 1814/15 den Gedanken nahebrachte, einen Handatlas herauszugeben, von dem er sagte: „Meine Idee ist, etwas dem Plane nach zwar Beschränktes, aber in der Ausführung Ausgezeichnetes zu liefern, — bequemes Format, möglichste Genauigkeit, Deutlichkeit und Vollständigkeit, dabey doch zweckmäßige Auswahl, Gleichförmigkeit der Projektion und des Maßstabes, schönes Papier, guter Druck, sorgfältige Illumination, wohlfeiler Preis. Um alles dies zu erreichen und zu vereinigen, soll mehr als gewöhnlicher Fleiß darauf verwandt werden; die Karten müssen sich auf den ersten Blick auch dem verwöhnten Auge empfehlen." Dieser Plan Adolf Stielers, der übrigens nicht ein Fachgelehrter, sondern ein wissenschaftlicher Dilettant im edelsten Sinne des Wortes war, ist das Programm des Verlages Perthes geblieben und hat den guten Ruf der deutschen Kartographie mitbegründet. Nur wer den Herstellungsgang eines solchen Handatlas genauer verfolgt hat, weiß, welche Fülle von wissenschaftlicher Arbeit, handwerklich-techni- schem Können und organisatorischer Leistung hier vereinigt ist. Die Herstellung der Jahrhundertausgabe des Stielerschen Handatlasses brauchte 16 Jahre. Mit der Zeichnung waren während dieser Zeit ständig durchschnittlich sechs Personen be- schäftigt, ihre gesamte Arbeitszeit betrug über 230 000 Stunden. Zehn Kupferstecher arbeiteten an dem Stich über 380 000 Stunden. Die Zeichnung eines einzigen Blattes beansprucht durchschnittlich fünfzehn Monate. Der „Stichler", wie man diesen Atlas allgemein nennt, geht seit vielen Jahrzehnten in alle Länder und (Erbteile. Seit einigen Jahren erscheinen auch die ersten Lieferungen einer internationalen Ausgabe, in der die Beschriftung jedes Landes in der eigenen Landessprache gehalten ist. So hat das Werk des Legationsrats otieler, der vor hundert Jahren gestorben ist, wesentlich dazu beigetragen, den Ruf von der Zuverlässigkeit beiit- scher Wertarbeit erneut zu bestätigen, und im» Zähligen Menschen dazu verholfen, sich auf unserer Erde so gut wie nur irgend möglich auszukennen. Warbeck und Christine von Schweden. Zwei Schauspiel-Uraufführungen in Berlin. Zwei historische Dramen, zwei Uraufführungen. Hermann B u r t e s neues Drama „W a r b e ck" (als Buch bei H. Haesfel-Leipzig) erscheint in der Volksbühne. Der Dichter hat sich an den gleichen Stoff gewagt, den Schiller nicht vollenden mochte. Warbeck ist, gleich dem falschen Waldemar oder Demetrius, einer jener Prätendenten, die plötzlich erscheinen und einen Thron beanspruchen. Warbeck, der historische, gab sich für einen der beiden Söhne des englischen Königs Eduard IV. aus, die Richard III. im Tower er« morden ließ — man erinnert sich der Szene in Shakespeares Drama — er fand in Schottland einigen Anhang, wurde aber geschlagen und 1499 im Tower enthauptet. Schiller scheiterte daran, daß Warbeck ein Betrüger war, der sich schlecht in die Rolle des Helden fügen wollte; bei Burte- ist Warbeck zweifelsfrei der echte Königssohn, der damals dem Mörder entkam, der also für den ena- lischen Thron wirklich geboren ist. Aber eben diese Rechtmäßigkeit wird ihm zum Unheil. Warbeck hat eine schwere Jugend inmitten des Volkes erlebt, er sieht das Volk von unten her, nicht aus der Höhe eines Königthrons; er will nicht, daß seinetwegen Kriege geführt und Blut vergossen werde, um seines Anspruchs willen soll kein Mensch sterben. Dieser Schwärmer, ein geistiger Verwandter Hamlets, glaubt daran, daß sich sein Anspruch auch gewaltlos durchsetzen werde, weil Recht eben Recht fei. Aber in der rauhen Welt der Tatsachen entwickeln sich die Vorgänge ganz anders. Warbeck findet Aufnahme bei den Schotten, ihr König Jakob rüstet gegen England ein Heer, um Warbecks Anspruch gegen England anzufechten, schon stehen die Heere einander gegenüber, als Warbeck selbst die entscheidende Schlacht verhindert. So stellt er sich selbst zwischen die Parteien, wird gefangen und endet im Tower wie der historische. Das sind etwa die Ereignisse und Gedanken, die in Burtes großem Drama Gestalt und Ausdruck gefunden haben, in einem farbenreichen historischen Freskogemälde, dessen Jamben in plastisch geprägter, männlich-herber Sprache dahinfluten. Ein Werk, dessen Bedeutung nickt nach Aufführungsziffern und sonstigen Erfolgszahlen gemessen werden darf, das abseits von aller täglichen Unterhaltungsware steht, dessen Monumentalität an ein klassisches Gebilde erinnert. Freilich, Warbeck ist nicht der „Held", die im dramatischen Sinne handelnde Person; das ist König Heinrich VII., den Heinrich George als einen bleichen Herrscher gibt, der sich mit schlechtem Gewissen und allen Gewaltmitteln auf dem Throne behauptet, der ihm nicht zukommt. Warbeck (Mathias Wieman) bedeutet neben ihm und den anderen Gestalten, deren Entschlüsse die Ereignisse leiten, nicht viel mehr als eine Schachfiaur, die von den Parteien benutzt wird. — Der Erfolg der Uraufführung rief auch den Autor und den Regisseur Gerhart S ch e r l e r auf die Bühne. * Zeigte uns Hermann Burte an einem Abend ein historisches Schauspiel von Größe, so gab uns am nächsten Liliane Wied im Agnes-Straub- Theater ein ganz anderes Bild. Ihr Schauspiel heißt „Die W a n d e r k ö n i g i n". Das ist Chri- stine von Schweden, die gleiche historische Gestalt, die uns Greta Garbo vor einiger Zeit im Film oorstellte. Die Verfasserin wollte wohl eine Tragödie des Ehrgeizes schreiben. Ehristine leidet darunter, daß die Geschicke ihres Landes von Männern bestimmt wurden und bestimmt werden, und daß es auch ein Mann ist, ihr Vetter Karl Gustav, der das Heer führt. Liebte diese Königin ihr Schweden mit der großen und selbstlosen Liebe, die man der Tochter Gustav Adolfs wohl zutrauen sollte, müßte sie über diesen Vorrang der Männer Hinwegkommen. Aber die Königin leidet an einer heillosen Geltungssucht, sie kann die Männerherrsckaft nicht ertragen und dankt zu Gunsten Karl Gustavs ab. Sie geht nach Frankreich; von hier aus will sie mit Hilfe Mazarins, der selbst auf die Bühne bemüht wird, die Krone Neapels erwerben; die Monaldeschi-Episode wird eingeschoben, obwohl sie, in diesem Zusammenhang unorganisch, mehr verwirrt als erläutert, und endlich kehrt Christins wieder nach Schweden zurück, weil sie hört, daß Karl Gustav besiegt sei und im Sterben liege. Aber die Nachfolge ist hier schon vergeben, Christine zieht wieder in Die Fremde und setzt ihr Wanderleben fort. Eine Tragödie des Ehrgeizes? Nicht einmal das Schauspiel einer ehrgeizigen Frau: Ehrgeiz an sich bedeutet wenig, wenn er sich nicht auf ein großes Ziel richtet. Der „Ehrgeiz" Christinens aber ist es offenbar — wenn es nicht so ist, hätte Liliane Wied es sagen müssen — selbst zu glänzen und Ruhm zu erwerben. Es bleibt also nur eine Szenenfolge aus dem Leben einer selbstsüchtigen Frau, die an ihrem Geltungsbedürfnis scheitert. Das ist höchstens bedauerlich, bestimmt nicht traurig, noch weniger tragisch. — Das Schauspiel ist nicht einmal sehr großes Theater, aber es enthält eine Rolle für Agnes Straub, die hier alle Register ihres Könnens mit virtuoser Gebärde entfaltet. Die anderen Menschen bleiben Stichwortgeber, nur wenige haben festere Umrisse, so der Karl Gustav (Kans Kettler) und der Kanzler Oxensternja (Otto V r a m l). Es gab den ortsüblichen Uraufführungsbeifall, nach dem Liliane Wied auf der Bühne erschien. Zwei Uraufführungen, zwei historische Schauspiele. Bei Burte die große, monumentale Tragödie; bei Liliane Wied der historische Bilderbogen. Man soll die Unterschiede zwischen beiden nicht verwischen. GroßeMchpMungsmdieReichsnährstandsschau 130 Prüfer an der Arbeit. Lpd. Frankfurt a. M., 13. März. Im Bachsaal aus dem Festhallengelände fand heute vormittag eine Milchprüfung statt, die von der Deutschen milch- wirtschaftlichen Vereinigung in Berlin durchgeführt wurde. Mit der Durchführung der technischen Vorarbeiten war der Milchwirtschastsverband Hessen betraut. In dieser Prüfung, der auch im Rahmen der Erzeugungsschlacht eine besondere Bedeutung beigemessen werden muß, wurden über 1550 Milchproben von ebenso vielen Milchbetrieben (Molkereien und Selbsterzeuger) aus dem gesamten Reichsgebiet von nicht weniger als 130 Richtern geprüft. Nach einer Begrüßung der Milchprüfer im Hotel „Kölner Hof" durch Stabsleiter Fabian von der Landesbauernschaft, machten Reicksfachberater N i e- meyer (Berlin) von der Deutschen milchwirtschast- lichen Hauptvereinigung und Dr. Sorge, Abteilungsleiter vom Milchwirtschaftsverband Niedersachsen nähere Angaben über den technischen Vorgang der Prüfung. Der Reichsnährstand veranstaltet diese Reichsprüfungen jährlich jeweils kurz vor der Reichsnährstandsausstellung. Jtur solche IMlchproduzenlen werden mit ihren Produkten zur Reichsnährstandsausstellung zugelassen, die die Bedingungen erfüllen; der höhere Zweck ist aber der, eine Leistungssteigerung auf den vielseitigen Gebieten der Milchwirtschaft herbeizuführen. Es finden deshalb auch noch Wettbewerbe in anderen Städten statt, die sich aus die Gebiete Schlagsahne, Butter, Mischmilchgetränke, Käse und Molkereidauerwaren beziehen. Oie Milchprobe. Im Bachsaal waren aus nahezu 30 Tischen je 60 Milchproben in ganz gleichmäßigen Flaschen aufgestellt. Der Vorgang der Prüfung entspricht fast vollkommen dem einer Weinprobe. Guter Geruch, guter Geschmack, Reinheit und gutes Aussehen sind die lobenswerten Eigenschaften einer guten Milch. Dazu kommt noch die Feststellung des Fettgehaltes, des spezifischen Gewichtes und des Säuregrades. Darauf werden die Proben untersucht. Parallel mit dieser Prüfung findet aber auch noch eine bakteriologische Untersuchung der gleichen Milch im Frankfurter bakteriologischen Institut statt. Hier ist man insbesondere hinter dem Keimgehalt und Krankheitserregern yer. Hier im Bachsaal handelt es sich um die Sinnenuntersuchung. Vier Richter arbeiten an jedem Tisch, aroei fangen oben an und gehen nach unten, die beiden anderen machen es umgekehrt. Auf diese Weise untersuchen zwei Richter gegen die beiden anderen, und über die eventuellen Meinungsverschiedenheiten einigt man sich dann. Die Proben sind durch die Bank ziemlich einwandfrei, die geforderte Punktzahl wird durchweg erreicht. Daraus darf mit Recht geschlossen werden, daß die in den letzten Jahren auf dem Gebiete der Milchwirtschaft im Verbände der Erzeugungsschlacht geleistete Arbeit der Fachschaften bzw. der Landesbauernschaft und des Reichsnährstandes auf fruchtbaren Boden gefallen sind. Oer (Sinn der Prüfung. Diese Prüfung stellt also einen Teil des großen Wettbewerbes für Milch und Milcherzeugnisse bar, der anläßlich und jeweils der Reichsnährstandsausstellung durchgeführt wird. Durch eine, besondere Auslese ist erreicht, daß nur die jeweils besten und zuverlässigsten Betriebe mit einer gleichmäßigen und gleichbleibenden guten Leistung an diesem Wettbewerb teilnehmen können. Exaktheit und Genauigkeit in der Durchführung der Prüfung, sei es bei der Probeentnahme selbst, die vollkommen unerwartet und überraschend erfolgt, wodurch verhindert wird, daß durch besondere Vorbereitungen die Proben nicht als normale Durchschnittserzeugnisse betrachtet werden können, als auch bei der Behandlung der Proben in der Prüfung sichern den Teilnehmern an dem Wettbewerb eine vollkommen gleichmäßige Behandlung ihrer Erzeugnisse zu. Zu der bakteriologischen Untersuchung ist noch anzuführen, daß man durch diese noch tiefer in die Eigenschaft der Milch einzudrinaen vermögen und dadurch eine noch exaktere Auslese der Proben treffen kann. Der Aufwand und die technische Organisation waren ausschlaggebend dafür, daß bisher nur eine Sinnenprüfung vorgenommen werden konnte, erst im vergangenen Jahre wurde zum ersten Male auch die bakteriologische Prüfung herangezogen. Heute sind es im Reiche sieben bakteriologische In- fühlte, die mit den Prüfungen beauftragt werden können, nämlich die Institute in Oranienburg, Hameln, Münster i.W., Cleve, Halle, Weyhenftephan und Frankfurt a. M. Die Sinnenprüfungen werden auch in Zukunft immer in Frankfurt a. M. stattfinden, ganz gleich, wo die Reichsnährstandsausstellung abgehalten wird. Die Preisträger werden auf der Ausstellung des Reichsnährstandes bekanntgegeben. Wirifchast. Oie Zndustrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 241: Die Reichsarbeitsgemeinschaft für deutsche Buchwerbung hat in Zusammenarbeit mit den zuständigen Stellen des Staates, der Partei, Der Deutschen Arbeitsfront und der Organisation der gewerblichen Wirtschaft eine Fachbuchliste zusammengestellt, welche, nach den einzelnen Wirtschaftszweigen getrennt, die auf Grund einer eingehenden Prüfung als zur Weitergabe an den gewerblichen Nachwuchs besonders geeigneten Fachbücher enthält. Die Gesamtfachbuchliste liegt der Kammer vor und kann in der Geschäftsstelle der Kammer eingesehen werden. Im übrigen können die Betriebssichrer, Meister und Lehrlinge Einzellisten für bestimmte Berufsgruppen jederzeit kostenlos erhalten. — 242: Einstellung des Postanweisungsverkehrs nach Griechenland. — 243: Zwei neue Postwertzeichen „Mit LZ 129 nach Nordamerika". Warenproben mit Handelswert im Postverkehr mit Bulgarien. Einfuhr von italienischen Bank- oder Staatsnoten nach Italien oder seinen Besitzungen. — 244: Verzeichnis der Mitglieder des Diplomatischen Korps. — 245: Zum Tabak-Kompensationsgeschäft der Niederlande mit Deutschland. — 246: Das „Deutsche Kreditabkommen von 1936". — 247: Bestimmungen über den Erlös und die Erträge von Wertpapier - Altbesitz. — 248: Zahlungen von Jugoslawien nach Deutschland durch die Postsparkasse. — 249: Bekanntmachung KP 116 der Ueberwachungsstelle für unedle Metalle, betr. Kurspreise. — 250: Umrechnungskurse in den Güter- und Tierverkehren mit dem Auslande. — 251: Die Wirtschaftsentwicklung im Mittelwesten und dem Pozisischen Nordwesten der Vereinigten Staaten im Jahre 1935. — .252: Aenderung der Einfuhrzollsätze auf gewöhnliche Seifen in Aegypten. — 253: Vierte Verordnung über den Hanoel mit Papiertapeten. Die in § 7 der Dritten Verordnung über den Handel mit Papiertapeten vom 13. November 1934 (RGBl. S. 1190) festgesetzte Geltungsdauer dieser Dritten Verordnung wird bis zum 31. Dezember 1937 verlängert. Frankfurter Frühjahrsmesse um 30% erweitert. Fwd. Die Frankfurter Frühjahrsmesse setzt die seit Jahren feststellbare Entwicklung des Frankfurter Messewesens weiter erfolgreich fort. Steigende Belegungsziffern kennzeichnen diese Entwicklung. Die Fläche, die für die Frühjahrsmesse in Anspruch genommen wird, mußte auf rund 12 000 Quadratmeter erweitert werden. Die Zahl der Aussteller ist auf 400 gestiegen. Belegungsfläche und Ausstellerzahl sind damit gegen die letzte vergleichbare Messe im Herbst 1934 im ganzen gesehen um rund 30 v. H. gestiegen. Nhein-Maimfche Börse. Fester. Frankfurt a. M., 14. März. Auf eine Meldung, daß England konkrete Vermittlungsvorschläge für die bevorstehende Völkerbundssitzung unterbreiten will, setzte die Wochenschlußbörse in überwiegend fester Haltung ein. Die Kulisse nahm einige Deckungen vor, so daß am Aktienmarkt meist Kursbesserungen von 0,5—1 v. H. eintraten. Das Geschäft war zeitweise recht lebhaft, später ließ es wieder merklich nach. Am Montanmarkt gewannen Verein. Stahlwerke und Hoesch je 0,13 v. H., Rheinstahl 1 v. H., Ilse Bergbau Genuß und Mannesmann je 0,75 v. H. Von chemischen Werten stiegen Farbenindustrie auf 150,50 (149,75), Deutsche Erdöl auf 108,13 (106,75). Von Elektroaktien lagen besonders Schuckert fest mit 131,50 (129), ferner gewannen Lahmeyer 2,50 v. H., AEG. und Gesfürel je 0,50 o. H., während Siemens noch 0,50 v. H. abbröckelten. Sonst kamen zunächst noch zur Notiz: Aku 48 (47,50), AG. für Der- kehrswesen 104,75 (104,50), Rheinmetall 127,75 (127,25), Reichsbank 184,13 (184) und Hapag 15,13 (15,25). Am Rentenmarkt war die Haltung bei kleinen Umsätzen gut behauptet. Altbesitz 110,50, 6proz. Verein. Stahlwerke 102,90, Zinsvergütungsscheine 93,50 (93,45), späte Schuldbuchforderungen 97,25, Kommunal-Umschuldung 87,10, 6proz. Dollar-Preußen 60,75, 6proz. Spargiro 60,75. Nach den ersten Notierungen war die Haltung am Aktienmarkt etwas uneinheitlich, teilweise ergaben sich mäßige Rückgänge. Im Verlaufe wurde die Haltung aber erneut fest und das Geschäft hatte in einigen Montanwerten lebhaften Charakter. Bevorzugt wurden Verein. Stahlwerke, die zunächst auf 81,90 nach 81,65 anstiegen, dann auf 81,65 aboröckelten, um später auf 82,25 anzuziehen. Auch auf den übrigen Marktgebieten ergaben sich überwiegend weitere Besserungen. Am Kassamarkt ermäßigten sich DD-Bank auf 91,50 (92). Seilindustrie Wolff, Taxe 79 (1. K. 82,75). Der Rentenmarkt brachte im Verlaufe keine stärkeren Veränderungen. Goldpfandbriefe und Stadtanleihen notierten meist wie gestern, Liquidationspfandbriefe lagen nicht ganz einheitlich. Auslandsrenten lagen still, Ungarn mäßig erholt. Tagesgeld etwas leichter mit 3 (3,25) v. H. * ♦ Kräftige Frühjahrsbelebung in der L a h n - K a l k - I n d ust r i e. Die Kalkindustrie an der Lahn hat an der Wirtschaftsbelebung der letzten Jahre erfreulichen Anteil genommen. Sowohl die Belebung der Bauwirtschaft als auch die Gesundung der Landwirtschaft hat ihre Beschäftigung erheblich gebessert. Sie konnte selbst im nun abgelaufenen Winter den größten Teil ihrer Belegschaft durchhalten. Das beginnende Frühjahr hat den Auftragseingang bedeutend erhöht. Besonders groß ist die Nachfrage in Dünge- und Baukalk. Verschiedene Firmen haben ihre Erzeugungsanlagen, frie Brennereien und Kalkmüylen verbessert und treten mit Spezialkalken nun auch erfolgreich als Exporteure auf. Frankfurter Schlachtvlehmarkt. Frankfurt a. ÖJt, 16. März. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 448 Rinder (65 Ochsen, 41 Bullen, 287 Kühe, 47 Färsen), 494 Kälber, 57 Schafe, 3762 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 35 bis 45 Mark, Bullen 34 bis 43, Kühe 25 bis 42, Färsen (Kalbinnen) 35 bis 44, Kälber 40 bis 70, Hümmel 43 bis 49, Schweine 51 bis 57 Mark. Marktoerlauf: Rinder und Schweine wurden zugeteilt, Kälber, Hümmel und Schafe mittelmäßig. Rundfunkprogramm. Dienstag, 17. März. 6 Uhr: Choral, Morgenspruch, Gyrnnasttk. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Polizeiliche Morgenmeldung. 10.15: Schulfunk. 10.45: Nachrichten. 11.30: Bauern» funk. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten; auch aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.10: Allerlei von Zwei bis Drei. 15: Wirtschaftsbericht. 15.15: Das deutsche Lied. 16: Unsere Polizei musiziert. 18: Bunte Musik am Feierabend. 19: „Preußische Miniaturen". Vier kleine Hörbilder. 19.45: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel: Die Mordkommission greift ein. 20: Nachrichten. 20.10: Unterhaltungskonzert. 21.30: Schallplattenkonzert. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.30: Unterhaltungs- und Volksmusik. 24 bis 2: Nachtkonzert. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Aranituri a. '.Öl. Ziert in Schluß- kurS Schluß!. Abend- börse Schluß- kurS Schluß!. Mittagbörse Oatum 13 3. | 14.3 | 13 3. 14.3- 6% Deutsche Retchsanlethe v. 1927 100,25 100,4 100,5 100,5 4% Deutsche Retchsanl. von 1934 97,65 97,65 97,65 97,65 b^r°/o Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit 102,9 102,9 103,4 103,4 Auslos.-Rechten ............. 110,5 110,5 110,5 110,5 4l/i% Deutsche Reichspostschatzan Weisungen von 1934. 1....... 100,1 100,1 100,13 100,2 6% ef)em.8% Hess. Volksstaat 1929 (rückzahlb. 102%)............ 98,25 98,25 98,25 4y,% ehem. 8% Hessische Landes- baut Darmstadt Gold R. 12.... 96,4 96,4 96,4 6K2% ehem. 4y,% Hess. Landes. Hypothekenbank DarmstadtLiqui 4)4% ehem. 8% Darmst. Komm LandcSb.Goldschuldverlchr. R.6 100,9 100,9 — — 92,5 92,25 Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammelabl. An. leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 4 %% ehem.8% Franks. Hyp.-Bank 114,5 114,5 114,5 114,5 Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 96,5 96,5 96,5 6y,% ehem. 4y,% Franks. Hyp. Bank-Liqu.-Pfandbriefe....... 101,1 101 Wt% ehem. 4 yt% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpfe. .. /2% desgl. von 1913.......... 8 7,8 12,75 g 8 12,8 5% abgest" Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe 13 12,9 Serie I..................... 9,13 9 ■w *-> K-ankturt a.M. Berlin Schluß- kurS Schlußk. Abend- börsc Schluß- kurS Schluß!. Miiiag- börie Saturn 13.3. 14.3 13-3. 14.3. 4% desgl. Serie 11........... 9 9 _ _ 6% Rumän. veretnh. Rente v. 1903 6,13 6,13 6,13 _ 4^%Rumän.veretnh.Rentev.l918 9 9 8,85 9 4% Rumänische veretnh. Rente .. 2N% Anatolier ............... 5,15 5,13 5,05 5,05 37,13 37 37,13 37 Hamburg-Amerika-Paket .....0 Hamburg-ZUdam. Dampfschiff . 0 Norddeutscher Lloyd .........0 A G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 8 Commerz» uno Privat-Bank ... 0 Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................o Dresdner Bank..............o Retchsbank ................ z? 15,25 15,13 15,13 15,4 —— 25,75 17,13 17,13 17 17,25 104,5 104,75 104,75 105,25 110 110,5 110,25 110 91,5 91,5 92 91,5 92 91,5 92 91,5 92 91,75 92 91,75 184 184,13 184,25 184 A.E.G..................... 0 34,75 140 118 35,5 140 118 34,9 140 118,25 35,4 140,4 118,5 Bekula.................... El^trtLieserungSgesellschaft.'. b Licht und Kraft ........... gy Felten & Guilleaume......... 4 m!^nLd,^ ®le,lt-Unterne6mung. 6 Rheinische Elektrizität ....... « Rhein. Wests. Eleklr..........« Schuckert LCo............ 4 133,5 111,75 125 121 126,25 129 165,5 124 135,25 113 125,5 124 126,5 131,5 166,5 126,75 134,13 112,25 125,25 121 125,9 129,5 165,5 125 136 113 126 124,5 126,9 131,5 166,9 126 Siemens L HalSke.......... 1 Lahmeyer L Co............... Buderus ...... 4 Deutsche Erdöl ............... Harvener...................0 Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. 8 Ilse Bergbau ...............e Ilse Bergbau Genüsse........6 Klöcknerwerke ...............8 Mannesmann-Röhren........0 94 93,5 94,25 93,25 106,75 108,13 107,25 107,9 112,5 112,75 113 112,75 85,5 86,5 85,5 86,13 — —— 157,25 156,5 127,5 128 127 127,65 82,25 82,25 82,4 82,5 88 81,25 80,25 81 Schultheis Patzenhofer .......4 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg................... 5 Zellstoff Waldhof ............ ß Zellstoff Aschaffenburg .......0 Dessauer Gas...............7 Daimler Motoren............0 Deutsche Linoleum...........8 Orenstetn S Koppel ..........0 Westdeutsche Kaufhof.........0 Chade....................... 1 Accumulatoren-Fabrik....... 12 Conti-Gummi...............g Frankfurt 0. M. Berlin Schluß- kurS Schlußk. Abendbörse Schluß- kurS Schlußk. Mittag- börse Datum 13.3. 14.3. 13.3. 14-3. ManSfelder Bergbau .. .......6 — 131,5 132 131,75 Kokswerke........... .......€ —— —— 118,5 118,5 Rheinische Braunkohlen .....12 218 216,5 215,25 215,5 Rbeinstahl ........... .......4 110 111,4 110,13 111 Bereinigte Stahlwerke. .......0 81 82 81,5 82 Olavi Minen ........ .......0 17,5 17,65 17,75 17,65 Kaliwerke Aschersleben. ....... 5 123 122,75 123 123 Kaliwerke Westeregeln. .......5 118 119,5 118 119,75 Kaliwerke Salzdetfurth ..... 179 - 179 I. G. Farben-Jndustrte 150,65 150 150,25 Scheideanstalt........ .......9 211 212 — Goldschmidt ......... ....... 6 106 106 106,25 107,5 RütgerSwerke ........ ....... 6 119,25 119 118,5 119 Metaligeiellschaft...... .......4 110,9 111,13 111 110,25 Philipp Holz mann .... ....... 4 93,5 93,5 93,25 94 Zementwerk Heidelberg ...... 7 130,5 129,13 — Cementwerk Karlstadt.. .......6 130 130 - — — 96,4 97,5 47,25 48 48,13 48,13 90 90,25 90,25 90,9 118 118 118 118 81,9 — 81,5 81,25 — —— 124,25 125,25 94,5 95,75 95,13 96 156,75 157,9 157,25 157,5 — — 75 75,13 30 30,13 30 30,75 304 305,5 305,5 — 173,5 173 172 171 181,75 183 182 183,75 Grttzner................. q i 98 13 I 28 I 28 «akk a.M.'II 41 '89 89 — Süddeutscher Zucker........ 19g | 199, 198 28 198 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. Banknoten. 13.Mär; 14.März Amtliche Notierung Amtliche Geld Notierung Brief Geld Brief Buenos Atro 0,680 0,684 0,680 0,684 Brüssel .... 41,90 41,98 41,90 41,98 Rio de Jan. 0,141 0,143 0,141 0,143 Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kovenhagen. 54,79 54,89 54,79 54,89 Danzig..... 46,80 46,90 46,80 46,90 London ..... 12,27 12,30 12,27 12,30 HelltngsorS.. 5,41 16,38 5,42 16,42 5,41 16,38 5,42 16,42 Holland ... 168,87 169,21 168,90 169,24 Italien..... Japan ...... 19,70 19,74 19,70 19,74 0,715 0,717 0,715 0,717 Jugoslawien 5,654 5,665 5,654 5,666 Oslo..... : 61,66 61,78 61,66 61,78 Wien....... 48,95 11,135 49,05 11,155 48,95 11,135 49,05 11,155 Lissabon.... Stockholm... 63,25 63,37 63,25 63,37 Schweiz .... Spanien.... Prag....... 81,10 33,95 10,275 81,26 34,01 10,295 81,10 33,95 10,275 81,26 34,01 10,295 Budapest ... Neuyork ... 2,469 2,473 2,469 2,473 Herlm,l4.März £ E v> - E 3 E S>£ 0 k "A-vHr 8) e^5; 5 41 5< ^ce-e" Verfügung hatten. Der Spielverlauf zeigte jedoch, daß zu solchen Befürchtungen kein Anlaß bestand, | 1900 Gauliga — vfv.-kurh. Marburg 7:8 (5:3). Für den Ausgang dieses Treffens war man eigentlich in den Gießener Handballkreisen auf das Schlimmste gefaßt, war doch bekannt, daß die 1900er nur zwei Mann ihrer etatsmäßigen Elf zur Ungarn-Deutschland 3:2. Spannender Kampf vor 40000 Zuschauern. Eckball Leutheuser II. den Ball in das eigene Tor köpfte, waren die Gießener endgültig geschlagen. Die zweite Mannschaft verlor in AlteiEuseck, obwohl sie keinesfalls schlechter als der Gastgeber war, mit 2:0 Toren. . Die dritte Mannschaft spielte in Garbenteich ein großes Spiel, wurde aber doch mit 3:2 geschlagen. Iußball der Gauliga-Mannschasten. Gau Nordhessen: Kurhessen Kassel — VfB. Kurhessen Marburg 3:4 (2:3). Gau Südwest: Eintracht Frankfurt — FK. 03 Pirmasens 1:0 (0:0); Wormatia Worms — Kickers Offenbach 3:1 (1:0). und bei etwas mehr Wurfglück hatte es für ble Blauweißen sogar zu einem knappen Sieg reichen müssen. Die eingestellten Ersatzleute gingen recht unbefangen an die Sache heran und stellten ihre Brauchbarkeit unter Beweis. Die Gießener Mannschaft bestritt den Kampf in folgender Aufstellung: Enders I; Lehrmund, Birkenstock; Schrmttdiel, Vock, Koch; Herbert, Höing, Enders II., Schuler, Dieze- mann. , _ . Bereits in den ersten Spielmmuten arbeiteten die 1900er eine kleine Feldüberlegenheit heraus, die durch ein Tor (Schrägwurf) des Rechtsaußen Her- bert zum Ausdruck kam. In der fünften Minute gelang den Marburgern ein guter Vorstoß und damit der Ausgleich. Das weitere Geschehen stand nun wieder im Zeichen der Platzbesitzer. Aber von den vielen Torchancen wurden nur zwei (durch Enders II. und Schüler) wahrgenommen. 1900s Halbrechter Höing war in dieser Zeit von einem unglaublichen Schußpech verfolgt. Die VfB.-Kurhessen- Leute machten sich nun wieder frei und bezwangen Enders I zum zweiten Male. Kurz darauf hatten jedoch der Mittelläufer Vock, der sich gut einführt^, und Enders II. Gelegenheit, den Vorsprung auf 5:2 zu erhöhen. Eine Minute vor Halbzeit verkürzte dann allerdings der ausgezeichnete Marburger Stürmer Schirakowski auf 5:3. Nach dem Wechsel sah es so aus, als ob die Spiel- Vereinigungsleute bald den Sieg sicherstellen wollten. Es wurde eine Reihe Strafwürfe erwirkt, die aber nicht zu Erfolgen führten. Marburg wurde nun, besonders im Sturm, immer aktiver und kam hintereinander zu vier Toren, von denen allerdings mindestens eines von Enders hätte verhindert werden müssen. Durch drei Strafwürfe — zwei für 1900 und einen für Marburg — kam das Schlußresultat von 7:8 zustande. Schiedsrichter Bopf (Nieder-Weisel) leitete zufriedenstellend. Wehrsport-Skitag in derMön abgesagt Der am letzten Wochenende bei Gersfeld vorgesehene Wehrsport-Skitag konnte bekanntlich nicht abgehalten werden. Die Veranstaltung sollte nun am 14./15. März nachgeholt werden. Das ist aber infolge der wesentlich verschlechterten Schneeverhältnisse nicht möglich, so daß sich die zuständigen Stellen entschlossen, die Veranstaltung für diesen Winter endgültig abzusagen. Mit einer Neuausschreibung der Wettbewerbe ist für Dezember d. I. zu rechnen. Neuer Weltrekord von Hanni Holzner. In ihrer Heimatstadt P l a u e n unternahm am Donnerstagabend Hanni H ö l z n e r unter offizieller Kontrolle einen Angriff auf den Weltrekord im 100-Meter-Bru st schwimmen, der von bestem Erfolge gekrönt war. Die Plauenerin schwamm die Strecke in 1:22,2 Minuten und holte sich damit ihren Weltrekord über diese Strecke, den ihr am Sonntag in Düsseldorf die Dänin Christensen mit 1:22,8 Minuten entrissen hatte, wieder zurück. Kurze Sportnotizen. Der Kampf Schmeling-Louis, der als Ausscheidung zur Schwergewichtsweltmeisterschaft im Boxen gilt, wird am 29. Juni wahrscheinlich in | Philadelphia ausgetragen werden. Mit ungeheurer Spannung fieberte man in Un» garns Hauptstadt Budapest dem 12. Fußoall- Länderkamps Deutschland — Ungarn entgegen, der am Sonntag auf dem traditionsreichen Hungaria-Platz stattfand. Schon lange vor Beginn des Spieles hatten 40 000 Zuschauer auch den letzten Platz besetzt, unter ihnen etwa 3000 Deutsche, die schon am Samstag mit Sonderzügen einge- troffen waren. Nach schönem Spiel siegten die Ungarn knapp mit 3:2 (1:1) Treffern doch hatte em Unentschieden eher dem Kampfverlauf und den Leistungen entsprochen. . Auch das offizielle Ungarn nahm starken Anten an diesem Länderkampf. In der Ehrentribüne hatten sich außer den Vertretern der deutschen Gesandtschaft der ungarische Reichsverweser Horthy, Ungarns Ministerpräsident Gömbos und der Justiz-, sowie der Finanzminister eingefunden. Die Aufnahme der deutschen Spieler und Zuschauer m Budapest war ausgezeichnet gewesen, herzlich auch der Empfang unserer Elf beim Betreten des Platzes. In den angekündigten Aufstellungen nahmen die Mannschaften den Kampf auf, also: Ungarn: Szabo; Vaga, Biro; Sebes, Turai, Dudas; Cseh II, Kardos, Dr. Sarosi, Toldi, Titkos. Deutschland: Sonnrein; Münzenberg, Muntert; Janes, Sold, Kitzinger; (Eibern, Gelesch, Lenz, Szepan, Urban. Zwei gleichwertige Mannschaften. Sarosi und Szepan, die Mannschaftsführer, losten; Deutschland begann gegen Wind und Sonne. Schon erfreulich bald hatten sich die elf deutschen Spieler zu einer schönen Einheit gefunden, die Ungarns Hoffnungen auf ein leichtes Spiel zunichte machte. Sonnrein wehrte kurz nach Spielbeginn schon Schüsse von Turai und Kardos sicher ab, Szabo mußte umgehend zweimal vor Szepan klären und gleich darauf einen wuchtigen Strafstoß des gleichen Spielers unschädlich machen. Ungarns Angriff stürmte ständig mit fünf Mann, aber Sold „klebte" so ausdauernd und hartnäckig an Sarosi, daß der Doktor-Mittelstürmer wenig zur Wirkung kam. Die 15. Minute brachte überraschend den ersten Treffer, als Titkos einen schneidigen Durchbruch mit einer unhaltbaren Bombe aus vollem Lauf abschloß. Die Deutschen drängten zum Ausgleich, der in der 32. Minute auf ähnliche Weise erzielt wurde. Urban war durchgebrochen, zur Mitte gelaufen und hatte mit halbhohem Schuß Szabo das Nachsehen gegeben. Kurz vor der Pause trat Kardos seinen Platz an Szcttancsik ab. Die 13. Minute der zweiten Spielhälfte brachte Deutschland 2:1 in Front. Urbans flache Flanke war zu dem ständig auf der Lauer liegenden Lenz gekommen, dessen scharfen Schuß konnte Szabo nicht halten. Fünf Minuten später fiel durch Cseh II. der Ausgleich für Ungarn. Sonnrein hatte den Ball zwar noch berühren, bei der ungeheuren Wucht des Schusses aber nicht mehr halten können. Im folgenden hatten dann die Deutschen mehr vom Spiel, doch Ungarn war glücklicher. Nach einer Flanke von Titkos starteten Sonnrein und Sarosi gleichzeitig. Der Ungar gewann dieses Rennen und drückte mit der Brust zum 3:2 ein. Das bedeutete Ungarns Sieg; wuchtige deutsche Angriffe scheiterten für die Folge an dem fabelhaften Szabo. Aber auch Sonnrein mußte verschiedentlich noch Proben seines gediegenen Könnens ablegen. Uebrigens hatten Münzenberg und Muntert nach dem Seitenwechsel ihre Plätze getauscht. In der deutschen Mannschaft waren Münzenberg und Szepan überragend. Sold tat als Mittelläufer vollauf seine Pflicht. Im Angriff fiel nur Gellesch etwas ab. — Bei den Ungarn waren Titkos und Szabo die Besten. Sarosi kam nie richtig ins Spiel (Sold!). Läufer und Verteidigung arbeiteten zufriedenstellend. Szatancsik war besser als sein Vorgänger Kardos. Knappe Handbail-Niederlage der 1900er. bei den Platzbesitzern, besonders bei den Schlußleuten nicht. Bedenklich wurde es allerdings im weiteren Verlauf der ersten Hälfte als die Läuferreihe der Gastgeber es nicht zustande brachte, den eigenen Sturm durch entsprechende Unterstützung ins Spiel au bringen. Dadurch hatte Wetzlar zeitweise eine klare Feldüberlegenheit zu verzeichnen und es lagen mehrmals Torerfolge in greifbarer Nähe. Das Schlußtrio konnte sie so eben noch verhindern. Nach der Pause schien es, als hätten sich die Gäste in der ersten Hälfte zu sehr verausgabt, denn nun sah man ein ziemlich verändertes Bild. Die Blau- Weißen waren es nun, die dem Spielgeschehen den Stempel aufdrückten. Wetzlar hatte alle Hände voll zu tun, um sich der Angriffe zu erwehren. Man- gelnde Schußleistungen der Stürmer brachten jedoch keinen Erfolg ein. Dagegen kamen die Wetzlarer aus der Defensive heraus zu ihrem ersten Treffer. Angesport durch diesen Erfolg bekamen die Domstädter wieder etwas Oberwasser, und als sie 15 Minuten vor Schluß zu ihrem zweiten Tor tarnen, stand ihr Sieg fest. Die Blau-Weißen hatten noch einige Möglichkeiten, den Vorsprung zu verkürzen, doch fand sich ihr Sturm nicht zurecht. In Weide, Ober-Mörlen, hatte das Spiel einen Leiter, der sich unauffälligerweise seiner Aufgabe entledigte. SfB.-Reichsbahli Gießen. Die Ligamannschafl verliert in Bad-Nauheim 4:1. Dieses Spiel bedeutete für die mitgefahrenen Gießener eine Ueberraschung, denn während des ganzen Spielverlaufes waren die Gäste den Bad- Nauheimern vollkommen gleichwertig. Die Gießener Mannschaft stand mit Balser; Lehrmund, Leutheu. ser II; Knauß, Heß, Fenster; Fehling, L. Schmidt, Wlodareck, Mattern, Szponick. Balser im Tor hielt, was zu halten war. In der Verteidigung versuchte Leutheuser mangelndes Können durch Härte auszugleichen. Lehrmund war sehr sicher. (Eine Glanzleistung bot die Läuferreihe. Im Sturm waren die Halbstürmer zu schwach, um sich erfolgreich durchzusetzen. Wlodareck zeigte eine sehr gute Leistung. Die Flügelstürmer waren gut. In den erften zehn Minuten sah man verteiltes Spiel. Dann erzwangen die Gastgeber eine leichte Feldüberlegenheit, aber ihr Sturm konnte nicht schießen. Kurz darauf unternahm Szponick einen Alleingang, flankte zur Mitte, Mattern drückte ein. Dieses Tor wurde aber vom Schiedsrichter nicht anerkannt. In der 15. Spielminute ging der Mittelstürmer des Gastgebers allein durch und schoß unhaltbar in die rechte untere Ecke. Kurz danach flankte der Linksaußen der Nauheimer zur Mitte, der Ball sprang Feuster an die Hand und der Schiedsrichter entschied Elfmeter. Hieraus erzielten die Nauheimer ihr zweites Tor. Auf der Gegenseite schoß Szponick aus guter Position haushoch darüber. Kurz vor Halbzeit im Anschluß an eine Ecke verwandelte Heß einen Strafstoß und verkürzte damit auf 2:1. ^n der zweiten Halbzeit kämpften die Gießener roe ;er mit großem Elan, hatten aber kein Glück. Demgegenüber waren die Gastgeber glücklicher. Ihr Mittelstürmer konnte nach guter Zusammenarbeit des ganzen Nauheimer Sturmes eine Flanke unhaltbar einköpfen. Als kurze Zeit später bei einem Gau Bayern: Wacker München — ASD. Nürnberg 0:2 (0:0); FC. Bayreuth — Bayern München 3:4 (1:3); BC. Augsburg - Spvgg Fürth 2:2 (1:2); 1. FC. Nürnberg — FC. 05 Schweinfurt 3:3 (3:2). NSLB., Kreis Gießen. Fachschaft körperliche Erziehung. Betr.: Schiedsrichterlehrgang: Die erste Zu- fammenkunft des Fußballfchiedsrichterlehrgangs am Montag, 16. März, beginnt nicht rote ausgeschrieben um 20 Uhr, sondern schon um 1 8 U h r. Tagungsort: Alte Pestalozzischule am Oswaldsgarten. £i