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Zei der jüngsten in unserem Orte treidefamm- ,che für das Win- war, erbrachte tandesamts' Drte für das oer= fchliehungen und jcksachen cheDruck?Ü uns- 4 i del t) Aod id e'nel Qi un» 9 januaf1 naat J *«st^ Dthnun8 M.l3 Erstes Statt 186. Zahrgang Donnerstag. 16. Zanuar 1936 Gietzener Anzeiger SÄ'S'&SS JVV A» A. W n H.mW w>t W.n WSKSLS iZi AH AM AM 11U4 A* A AM ' ■ Heimat im WlL-Die Scholl« ■ ■ 1 / RH MM jS Wkg MM f» HT Grundpreise sür, mm Höhe Monat,-vezug-prei,: flHHl ■Jr WM HZ M ■ A FR II Ä HZ | fl H HZ B für Anzeigen von 22 mm PNt 4 Deilaqen RM.1.95 HD W H Hf MMWf H | Hf W Z W ||^|f BB B ®T B «reite 7 Rpf., sür Text- OKne Illustrierte , 1.80 X3gkf K W ijH. H W H Mk H H M WM M HL W tjflk B anzeigen von 70 mm Breite Zustellgebühr.. > W W |iegierungstruppen bereits eine Niederlage beigebracht haben. Nach Ansicht der maßgebenden Leute, so heißt es m dem Aufsatz, seien zwar die englischen Streitkräfte in der Lage, irgendeiner Folge, die sich aus dem Vorgehen des Völkerbundes gegen Italien er- könne, Herr zu werden, aber angesichts der ker englischen Streitkräfte und der Tatlache, daß die anderen Völkerbundsmit- e?er Ae "I.e wirksame Hilfe leisten eSUlr« n?urbe England durch einen militärischen i lne gefährliche Schwächung erleiden. Ferner sei es klar geworden, daß F rank- Was Baldwin verschwiegen hatte. „Oie volte Wahrheit über Englands Verteidigung ^-„Morning Post" wirbt für beschleunigte Aufrüstung Englands. Japan verläßt die Flottenkonferenz. Oie letzte Sitzung. - Amerika und England begründen ihre Ablehnung der japanischen Forderung auf eine gleiche obere Rüstungsgrenze. habe. Man könne nicht behaupten, daß gleiche Rüstungen auch gleiche Sicherheit gewährten. Die Annahme des japanischen Vorschlages würde außerdem daß Japan, nachdem es aus der Flottenkonferenz ausgetreten ist, nun voraussichtlich zwei B e - ob achter zu der Konferenz entsenden wird. Es seien immer noch einige Probleme vorhanden, wie z. B. die Fragen der Flottenstützpunkte, an denen Japan interessiert sei und über die nach Ansicht Japans eine Vereinbarung Zustandekommen könnte. Vrilische Hoffnungen. London, 16. Jan. (DNB. Funkspruch.) „Daily Telegraph" meint, der Austritt Japans aus der Flottenkonferenz werde mit ziemlicher Sicherheir zu einer Erhöhung d e r Flottenausgabe n führen, falls nicht England feine geschichtliche Rolle im chinesischen Meer völlig aufgeben wolle. 2luch die englischen Beziehungen zu'Japan und Amerika müßten der neuen Lage an gepaßt werden. Eine englisch-amerikanische Flotte n o e r ft ä n ö i g u n g, die ein Wettrüsten ausschließen würde, würde an sich eine starke Sicherheit für den Frieden im Stillen Ozean sein. Lord Monsell erklärte, Gleichberechtigung zur See könne nicht allein in Schiffen gemessen werden. Eine Macht mit weltweiten Verantwortlichkeiten müsse ihre Verbindungswege schützen. Daher müsse sie eine stärkere Seemacht haben als eine andere Macht, die ihre gesamten Streitkräfte in der Nähe der Heimatgewässer zu- salmmenziehen könne. Die Einrichtung einer gemein- famen oberen Begrenzung sei daher nicht in Ein-1 ttuunci einen ytufjen tpropaganoc klang zu bringen mit den Verteidigungsbedürfnissen' «eldzug für Aufrüstung. Unter der Überschrift „D i e des britischen Weltreichs, das Verantwortlichkeiten oolle Wahrheit über Englands Verteidigung" in den europäischen Gewässern, im Atlantik, im In- beginnt das Blatt mit Berichten über den gegen- dlschen und im Stillen Ozean mit zu berücksichtigen bärtigen Stand der britischen Streitkräfte, die als hnbo m>A» tx™ vollkommen unzulänglich hingestellt wer- , o---vwlt. den. Es soll enthüllt werden, was Baldwin im , .. ... ichen Vorschlages würde außerdem ®*nne hatte, als er die Pariser Friedensvorschläge " o-'“4‘ ................am 10. Dezember im Unterhaus mit der berühmten Aeußerung „Meine Lippen sind noch versiegelt!" verteidigte. Aus aller Welt. MIT ECHTEN GROSSEN FOTOS (85x65 mm) »WUNDER DES SEGELFLUGES GREILING A - G DRESDEN jrfe, um zu be- die Neutralität Silierten weil jeder Raucher heute von einer 4 Pf.-Zigarette verlangen kann, daß sie nicht nur qualitativ, sondern auch quantitativ ungeschmälerte Wertleistung bietet. Wer bei erstklassiger Qualität preis gerecht rauchen will, dem empfehlen wir JUWEL, die echt macedonisch - türkische Zigarette mit der feinen harmonisch abgestimmten Geschmacksrichtung en 1936. n die Fjorde Sir Alexander Gobley, GEB., war selbst Gouverneur der britischen Festung Gibraltar während der Jahre 1928/33. Gibraltar, als Schlüssel zum Mittelländischen Meer und dadurch als einer der Knotenpunkte zur Fern-Ost-Linie ist Gegenstand natürlicher und häufiger Spekulationen betreffs seiner Stärke und Verwundbarkeit, und ich selbst kam mit derartigen Spekulationen vor allem während meiner Gouverneurszeit im Fort selbst häufig in Berührung. Diese Mutmaßungen liefen meist darauf hinaus, daß, mit Rücksicht auf die Entwicklung der Luftwaffe und der Reichweite der modernen Langrohrgeschütze Gibraltar durchaus nicht mehr die Schlüsselstellung besäße, die es offiziell noch immer zugeschrieben erhält. Meine Erfahrungen als Gouverneur lehrten mich das Gegenteil erkennen. Zuerst zur Frage eines Angriffes aus der Luft während eines Zukunftskrieges. Das gesamte Gibraltar bildet mit seiner Länge von drei englischen Meilen kein großes Ziel für angreifende Luftarmeen. Die scharfe Kuppe des Felsens ragt knappe 720 Meter empor, und es müßte schon ein glücklicher Bombenabwurf fein, der eine auf dieser Kuppe stationierte Batterie zum Stillschweigen brächte. Eine Bombardierung der Zivilstadt hätte auf die Verteidigungskraft des Forts keinen Einfluß. Der Hafen selbst ist außerordentlich gering in Umfang, und Flugzeuge, die ihn zu bombardieren beabsichtigen, müssen sehr niedrig fliegen, was durch die Nähe des Felsen sehr erschwert wird und vollkommen als Unmöglichkeit erscheint, wenn man den steten östlichen Levantewind in Rechnung zieht, der, wenn man es so sagen darf, voller Luftlöcher steckt und das Einlaufen selbst von großen Schiffen in den Hafen von Gibraltar sehr gefährlich macht, wovon ich mich jedesmal, wenn ich an Bord eines Kriegsschiffes einlief, überzeugen konnte. Außerdem darf nicht vergessen werden, daß gen aus den Bündnissen mit Frankreich und Rumänien, sowie dem Völkerbundspakte nicht anzutasten. Der Universalismus des Völkerbundes hat versagt, wodurch sich das Auftreten des Gedankens regionaler Organisationen erklärt. Wir müssen aber feststellen, daß es unsere Sache ist, zu bestimmen, was wir als Region polnischer Interessen ansehen und daß wir in dieser Hinsicht keine fertigen Rezepte entgegennehmen. Polen habe nicht viele politische Abmachungen unterschrieben, sei aber gewillt, sie einzuhalten und fordere selbstverständlich in dieser Hinsicht vom Vertragspartner Gegenseitigkeit. Dem Problem guter Nachbarschaft lege Polen als dem real st en Friedensfaktor besonderes Gewicht bei. Auf die Beziehungen zu den beiden großen Nachbarn im Osten und Westen sowie auf den Bundesgenossen Rumänien und auf Lettland, mit dem die freundschaftlichen Beziehungen sich günstig entwickeln, wolle er nicht zurückkommen. Die allerwunderlichste Erscheinung stelle Litauen dar, das in seinen Beziehungen zu Polen keine der von zivilisierten Ländern angewandten r ™ Minister Pieracki die Dinge in ein neues schmerz, liches Licht gerückt. Nach den Prozeßakten habe ein ehemaliges Mitglied der litauischen Regierung an der Finanzierung der terroristischen Bestre- bungen in Polen tätigen Anteil genommen. Sollte es sich nach genauer Kenntnisnahme aller Ein» zelheiten der Angelegenheiten Herausstellen, daß es sich hier um eine noch fortbestehendeHand. lungsweise der litauischen Regierung handel», dann müßte Polen Litauen als ein für b e A Frieden gefährliches Element betrachten. Sie setzte sich darum am Dienstagfrüh mit der Polizei in Verbindung, die dann auf Veranlassung der Staatspolizeistelle den Unbekannten festnahm. Im Verlaufe eines eingehenden Verhörs entstand der Verdacht, daß der Fremde mit dem Heidelberger Doppelmorde in Verbindung stehe. Auf die Vorhaltungen der Beamten hin legte schließlich der Mörder ein umfassendes Geständ- n i s ab. Er hat sich wahrscheinlich seit einigen Tagen obdachlos in Eich aufgehalten und zufällig von der Abwesenheit des Gemeindebeamten erfahren. Diese Gelegenheit hat er dann offenbar benutzt, um sich bei der Frau Kleidungsstücke zu erschwindeln. Das Verschwinden des Gemeindebeamten steht in keinerlei Zusammenhang mit der Mordtat. Der Verhaftete wurde zur weiteren Vernehmung von Worms nach Karlsruhe übergeführt. Wie die Heidelberger Kriminalpolizei mitteilt, steht sie den Angaben des in Eich verhafteten jun« Warschau, 15.1.(DNB.) Der polnischeAußenmini- ster Beck sprach im Sejm-Ausschuß für auswärtige Angelegenheiten über die Grundlagen der polnischen auswärtigen Politik. Polens Verhältnis zu dem Streit in Afrika ist völlig objektiv und desinteressiert. Polens Anteil an den Sank- rt t o n e n ergebe sich aus der Verpflichtung zur Zu- ssammenarbeit mit den anderen Staaten, die von idem Gewichte Polens auf internationalem Gebiet bestimmt werbe. Die Stellungnahme der Staaten zu Dem Konflikt werde bei den einen bestimmt durch Keren afrikanische Interessen, bei anderen hauptsächlich durch ihre negative Einstellung zum Faschismus, Lei allen aber durch Erwägungen über die Zukunft Les Völkerbundes. Das Motiv der Afrikapolitik be- crühre Polen nicht unmittelbar, das Verhältnis zum Faschismus bleibe ebenfalls ohne Einfluß auf die polnische Stellungnahme, da Polen fein Verhältnis SU den einzelnen Staaten nicht nach den Verfafsungs- voktrinen regele, die eine innere Angelegenheit feien, sonst könnte man schließlich zu einer Art von Religionskriegen gelangen. Weber den Völkerbunds pakt und feine 'twaige Reform gebe Polen fein Urteil ab. Solange der Pakt von einer ansehnlichen Zahl von Staaten anerkannt werde, verpflichte er Polen in demselben Grade wie die anderen. Zu einer Schwächung dieses Werkzeuges internationaler Zusammenarbeit könne Polen nicht beitragen. Dies habe in Genf das Verhalten der polnischen Abordnung bestimmt. Die polnische Politik suche seit Jahren einfache und klare Wege, so wie sie Marschall Pil- s u d s k i, der große Baumeister Polens, abgesteckt habe. Diese Politik bemühe sich darum, praktische Lösungen zu finden. Der Minister erinnerte an den Nichtangriffspakt mit Sowjetrußland. Polen habe zuerst zur Schaffung von Grundsätzen eines dauernd friedlichen Verhältnisses zwischen der Sowjetunion und den Staaten anderer Verfassung beigetragen. Das Abkommen mit Deutschland sei von der Weltmeinung als eines der bedeutsamsten internationalen Ereignisse auf dem Wege zur Schaffung eines friedlichen Zusammenlebens im Nachkriegseuropa eingeschätzt worden. Beim Abschluß von Abmachungen mit dem Nachbarn haben wir sorg- sam darauf geachtet, unsere V e r p f l i ch t u n - Oie Llnabhängigkeit des Richters. Grundsätzliche Ausführungen des Reichsjuristenführers Or. Krank. 1 führte. Eik gresses. i-) Der Vor. des Senats, 'chverhandlung M Präsident Eintritts Ame- chn Hobe be. en der Al- \ Europas bei ' wußt zu ha. und das Aus- -chriftstucke des en hätten, den in Staatsfekre. en gewußt ule, habe sich taafen ohne ■ den Welttnep fyciuptung n? )ufe und Sii Friedens- ig. House habe mterstützt, daß, eDer einig- den Allier- b-th dl. iQr n.?er*>or Ist der Heidelberger Kranenmörder gefaßt? In Eich in Rheinhessen gelang es am Dienstag der Polizei, überraschend den Heidelberger Doppelmörder, der, wie erinnerlich, am 2. Dezember vorigen Jahres bei einem Raub- Übersoll auf eine Villa in Heidelberg die Gattin des Villenbesitzers und das Hausmädchen ermordet hatte, festzunehmen. Der Mörder, der aus einem Vorort von Heidelberg stammt, war am Montagabend bei der Frau eines vor einigen Tagen verschwundenen Gemeindebeamten in Eich erschienen und hatte sie angeblich im Auftrage ihres Mannes um Kleidungsstücke und Wäsche gebeten, die er diesem überbringen sollte. Wegen der vorgerückten Stunde übernachtete er dann in dem Hause der Frau, der jedoch nachträglich Bedenken über die Persönlichkeit des Unbekannten kamen. -lüern '.Stai ? IleiÄ" polens Außenpolitik auf her Linie pilsnhfkis. Oie Teilnahme regionalen Gicherheitspakten wird nur vom eigenen Interesse Polens bestimmt werden. Gibraltar: Schlüssel zum Mittelmeer Von General Sir Alexander Godley. freute >6 ,; old, den. ßa-f in h? fln M gollurn. * äs Seefahrten« ijen, Wan- 9. Fräst durq D 100 Hochs«' -beitsfrontkaM mds auf R Bergwelt her en. Zur Der« ***. .Zen ttod) die lachen können. ! Mitte April i wöchentlich« er. Die W orboba“ lause« eana", von H°mtE »en anger' un° kann auch » wurden. W mehr damlt g düng ‘J** 6'^, fall' ff« hat *"•„ ?l4| aus von 1**9. j. vorigen , ,. Hermen aner-1 seren nachbarlichen Atmosphäre beitragen, kenne. Hier habe der Prozeß um den Mord an I - H Berlin, 15. Jan. (DNB.) Die vieldeutigen Veröffentlichungen über den Begriff der Unabhängigkeit des Richters hatten dem Reichsjuristenführer, Reichs« minifter Dr. Frank, Veranlaffung gegeben, eine Tagung der Gefamtvertretung der deutschen Richter und Staatsanwälte und deutschen R e ch t s p f l e g e r in das Haus der beut dien Rechtsfront einzuberufen. Der Reichsjuristenführer zeigte ben Gebanken bes von behörblichen Weisungen unabhängigen unb nur an seine nationalsozialistische Weltanschauung aebunbenen Richters auf. Was bem Richterberuf feinen Gehalt gibt, kommt nicht aus seiner Eigenschaft als Beamter, fonber* aus seiner Eigenschaft als Repräsentant bes ewigen Weistums unb Trager ber ewigen Blutgesetze unseres Volkes. So muß an bie Stelle überlebten Formalorbnungen lieber ber Appell an bie Blutorb nung treten Dte Formalgesetze dürfen keine Fesseln für ben Richter fein, sondern nur Anhaltspunkte zur Forderung der Gemeinschaft des Volkes darstellen Der Nationalsozialismus schützt den Richter in seiner Unabhängigkeit auf dem Boden der nationalsozialistischen Weltanschauung und Volksführung aber er verlangt von ihm die Zugehörigkeit zu lenem weltanschaulichen und Willensbildungsbereich, dem der Führer und seine Entscheidungen angehören. Sofern ein Gesetz formaler Art, eine Verordnung formaler Art mit der Unterschrift des Füh« rers vorhanden ist, ist der Richter weiterer weltanschaulicher Bedenken enthoben, denn hier hat der Führe rselb st die Grenzen gezeigt, innerhalb deren maßgeblich des Volkes Stimme spricht. Die weiteren Vorträge der Tagung dienten der Untermauerung ber vorn Reichsjuristenführer auf= gezeigten Gebankengänge, die Professor Dr. Eckarbt in solgenbe Leitsätze zusammenfaßte: 1. Der Richter ist nicht als Hoheitsträger des Staates über den Staatsbürger gefetzt, sondern er fteht als Glied in der lebendigen G e - m e i n s ch a s t d e s deutschen Volkes. Es ist nicht seine Aufgabe, einer über der Volksgemeinschaft stehenden Rechtsordnung zur Anwendung zu verhelfen oder aüaemeine Wertvorstellunaen burck- > den, die ihnen bisher entgangen sind. In unzähligen Wanderungen sollen die Kameraden die engere 2^4 ^at kennenlernen. Einzelheiten des KdF.-Reifeplans find aus dem im Druck befindlichen Monatsprogramm für Februar zu ersehen. Die in die Rhön, Eifel, das Erzgebirge, das Bergische Land, das Sauerland und ins Saartal führenden verbilligten Fahrten ermöglichen es auch den Arbeitskameraden mit geringem Einkommen, mit KdF. sich im deutschen Land zu erholen. Die Teilnehmer an diesen verbilligten Fahrten werden genau so untergebracht wie die Teilnehmer an den anderen Fahrten, die um ein ganzes Teil teurer find. n leeres. Mnina bpr Ä Otl' Md unb der »Pfmiltel ber ; daß die r* betrag, n et ben "f E'-ig . '-ch. ' S»« F°tt- i°hlr,ich, ®°rben. PÄ , eößer c-werde e liegen. bie Insel Fehmarn, Heiligendamm usw. Durch die Mitarbeit der Wanderwarte in den einzelnen Gauen wird der Reiseplan besonders abwechslungsreich. Sei einem großen Teil der Fahrten wird es möglich sein, daß die Volksgenossen die Gegend, in die sie ihr Urlaub führt, während ber ganzen Zeit burchwanbern. Mehr als bisher werden im form menben Jahr bie Wochenend- und Sonntagsfahrten sowie die Betriebsfahrten innerhalb der einzelnen Kreise ausgebaut, und gerade unser Gaugebiet bietet hier soviel schöne Fleckchen, daß es uns wohl kaum um die Auswahl bange sein muß. Rheingau, Taunus, Maintal, Odenwald, Westerwald, Vogelsberg, Spessart, Lahntal, überall werden unsere Arbeitskameraden Schönheiten fin- Gibraltar die modernsten Flugzeugab- hörvorrichtungen besitzt, bie es ber Besatzung leichter ermöglichen, eine sich nähernbe seinbliche Flugarmee aus beträchtlicher Entfernung wahrzunehmen unb ihre Flak-Geschütze 'n Position zu bringen, um so bie Flugzeuge in gebührender Entfernung vom Erdboden zu halten. Bomben aber, die dann aus beträchtlicher Höhe fallen, haben, aus den oben erwähnten Gründen, keine große Wirkung auf das Fort. 2Iu(fi im Falle eines (nicht annehmbaren) A n * griffe z u Lande könnten die Geschütze des Gegners nur dann überhaupt Aussicht auf Wirkung besitzen, wenn sie die Reichweite der deutschen, den Alliierten aus dem Weltkriege her wohlbekannten „dicken Bertha" besäßen. Aber selbst dann wäre außer einem ersten moralischen Effekt weiter keine Gefahr vorhanden. Tunnels und Galerien in überreicher Anzahl wurden tief in ben Fels geschnitten und diese Unterkünfte, die 1779/80 vollendet wurden, sind mehr als sicher gegen jegliche Art von Granate oder Bombe — mögen die Geschosse nun aus der Luft, vom Wasser oder dem Lande her fliegen. Eine Attacke zur See würde keinen anderen Erfolg haben als die vereinigten Angriffe der französischen und spanischen Flotten während des hundertjährigen Krieges. Von Spanien, dem nächsten Nachbarland, hat Gibraltar nichts zu befürchten. England pflegt eine ausgezeichnete Freundschaft mit dieser Nation und befindet sich mit 231 Jahren beinahe genau so lange im Besitze von Gibraltar wie Spanien, das es 242 Jahre hindurch besaß. Schließlich kommt noch die Tatsache der Vermischung der Bevölkerung auf Gibraltar mit Spaniern und Spanierinnen hinzu. Heute ist die wahre „Landessprache von Gibraltar" spanisch und nicht etwa englisch, wie so häufig angenommen wird. Gibraltar also ist sicher unb wirb auch morgen noch ber stärkste Schlüssel zum Mittellänbischen Meer sein!" zusetzen, vielmehr hat er die konkrete völkische Gemeinschaftsordnung zu wahren, Schädlinge auszumerzen, gemeinfchaftswibri- ges Verhalten zu ahnden und Streit unter Gemeinschaftsgliedern zu schlichten. 2. Grundlage ber Auslegung aller Rechtsquellen ist die nationalsozialistische Weltanschauung, wie sie insbefonbere in dem Parteiprogramm unb ben Steuerungen des Führers ihren Ausdruck findet. 3. Gegenüber Führerentscheidungen, die in die Form eines Gesetzes ober einer Verorb- nung gekleidet sind, steht dem Richter kein Prü- fungsrecht zu. Auch an sonstigen Entscheidungen des Führers ist der Richter gebunden, sofern in ihnen der Wille, Recht zu setzen, unzweideutig zum Ausdruck kommt. 4. Gesetzliche Bestimmungen, die vor der nationalsozialistischen Revolution erlassen sind, dürfen nickt angewandt werden, wenn ihre Anwendung dem heutigen gesunden Volksempfinden ins Gesicht schlagen würde. Für die Fälle, in denen der Richter mit dieser Begründung eine gesetzliche Bestimmung nicht anwendet, ist die Möglichkeit zu schaffen, eine höchstrichterliche Entscheidung herbeizuführen. 5. Zur Erfüllung seiner Aufgaben in der Gemeinschaft muß der Richter unabhängig sein. Er ist nicht an Weisungen gebunden. Unabhängigkeit und Würde des Richters machen geeignete Sicherungen gegen Beeinflussungsoersuche und ungerechtfertigte Angriffe erforderlich. Reichsinspekteur Dr. R a e t e hob hervor, daß die richtige Einstellung zum nationalsozialistischen Staat als unentbehrliches sachliches Erfordernis für alle Ernennungen und Beförderungen ausgestellt werden müsse. Auch dem R e ch t s p f l e g e r müsse bei feinen Geschäften völlige Unabhängigkeit verbürgt werden. Es sei erforderlich, ihn mit der gleichen Fürsorge zu umgeben wie den Richter und Staatsanwalt. Beide Berufsgruppen müßten in feftver- f u— ---------o“ । bunbener Kameradschaft an den hohen Zielen verhelfen ober aügemeine Wertvorstellungen burch-1 nationalsozialistischer Rechtsprechung arbeiten Die öffentliche Meinung Polens sei ferner seit längerer Zeit beunruhigt burch bie Behanblung unb Schikanierung ber Polen in ber Tschechoslowakei. Gestützt auf bestehenbe Verträge habe bie polnische Regierung mit Prag einen Gebanken- austausch burchgesührt, in bem bie Ueberzeugunq zum Ausbruck kam, baß über bie Atmosphäre zwischen ben beiben ßänbern in erster Reihe bie Be- Handlung der Polen in der Tschecho- slowakei entscheiden werde. Diplomatische Kunstgriffe würden hier nichts helfen, nur ber gute Wille ber Prager Regierung werbe zu einer bes- PF Hauptschristleiter.- Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange: für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel 2). 21. XII. 35: 11300. Druck und Verlag: Brühl'sche Univerfitäts-Buch- und Stein, druckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Emzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 23L mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Nebenflusses des Amazonas, ist aus bisher unbekannter Ursache ein dreimotoriges Flugzeug abgestürzt. Sieben Insassen fanden den Tod, sieben weitere sollen schwer verletzt sein. Zuchthaus und Sicherungsverwahrung für einen heilmiltelschwindler. Die Wiesbadener Große Strafkammer verurteilte den Hans Willi Buch en th al aus Wiesbaden wegen Betrugs im Rückfall zu einer Gesamt- zuchthausstrafe von drei Jahren und fünf Jahren Ehrverlust und ordnete die Sicherungsverwahrung des Verurteilten an. Der Angeklagte reiste im Lande herum und erklärte den Leuten, die er aufsuchte, er sehe ihnen auf den ersten Blick an, an welcher Krankheit sie zu leiden hätten. Selbstverständlich hatte er auch sofort die entsprechende Arznei zur Verfügung, einen Tee, der für jede Krankheit paßte und für den er auch vollen Erfolg garantierte. Wenn er nun'das Heilmittel gerade nicht zur Hand hatte, nahm er die Bestellung entgegen, ließ sich den Tee sofort bezahlen, „vergaß" aber natürlich die Lieferung. Bei solchen Vorauszahlungen fälschte er die Quittungen mit der Unterschrift der Lieferfirma, für die er den Vertrieb hatte. In zwölf Fällen waren ihm die Schwindeleien gelungen. Das Gericht glaubte gegen den Angeklagten das Gesetz in voller Schärfe anwenden zu müssen. Kunst und Wissenschaft. Deutsch-französische Gemeinschaftsarbeit im Film. Die Uraufführung des Jacques-Feyder- Films „Die klugen Frauen" im Capitol in Berlin, eines in deutsch-französischer Gemeinschaftsarbeit in Paris entstandenen Werkes der französischen Filmgesellschaft „Films Sonores Tobis" erhielt eine besondere Note durch die Anwesenheit des Reichsministers Dr. Goebbels, und des französischen Botschafters Franko i s - P o n c e t. Die reizvolle Geschichte von den klugen Frauen der flandrischen Stadt Boom, die 1616 mit echt weiblicher Anmut ihre Stadt vor den spanischen Eroberern retten und dadurch ihre feigen Männer beschämen, rief durch ihre vielen luftigen Einfälle immer wieder herzhafte Heiterkeit hervor. Nach der Ausführung waren die französischen Künst- gen Mannes mit größtem Mißtrauen gegenüber. Wenn auch erst die nähere Untersuchung ergeben kann, was an seinen Aussagen Wahres ist,, so glaubt sie doch mit größter Sicherheit schon jetzt, daß es sich bei dem Verhafteten um einen pathologischen Lügner handelt. Vermittlung, Anwerbung und Verpflichtung von Arbeitnehmern nach dem Auslande. Zur Durchführung der Verordnung vom 28. Juni 1935 hat der Präsident der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung eine Anordnung erlassen, die nochmals darauf hinweift, daß grundsätzlich die Vermittlung von Arbeitnehmern nach dem Auslande der Reichsan st alt für Arbeitsvermittlung obliegt. Einrichtungen außerhalb der Reichsanstalt dürfen Arbeitnehmer nach dem Auslande nur vermitteln, wenn sie eine besondere Erlaubnis dazu besitzen. Stellen und Personen außerhalb der Reichsanftalt, die keine derartige Erlaubnis besitzen, bedürfen in jedem Einzelfalle der vorherigen Genehmigung der zuständigen Dienststellen der Reichsanstalt. Als Vermittlung und Anwerbung gilt auch die Vermittlung und Anwerbung durch Anzeigen in Zeitungen, Zeitschriften, Stellenliften und ähnlichen Verzeichnissen. Neuyork ohne Qcht. Infolge Kurzschlusses mit darauffolgendem Brand im Hauptkraftwerk „Hell Gate", dem zweitgrößten der Welt, und infolge fast gleichzeitiger Kurzschlüsse in zwei anderen Kraftwerken war am Mittwochabend ganz Neuyork nördlich der 50. Straße stundenlang ohne Licht. Der größte Teil der Wohn- und Geschäftshäuser, Theater, Lichtspielhäuser und Hotels waren plötzlich in Dunkelheit getaucht. Der Verkehr auf den Straßen kam völlig zum Stillstand. Die Untergrundbahnzüge mit ungefähr 60 000 Fahrgästen lagen über eine Stunde in den dunklen Schächten fest. Auf dem Broodway vor der O-Bahn-Station Times Square und anderen Verkehrszentren stauten sich riesige Menschenmengen. Ueberall herrschte heillose Verwirrung, die durch einen Wolkenbruch noch erhöht wurde. Auf den O-Bahnhöfen entstand stellenweise eine Panik; die Männer zündeten sämtliches Papier, dessen sie habhaft werden konnten an, um die Ausgänge zu finden. Die Stadtverwaltung warf sofort alle Polizei- und Feuerwehrkräfte von 25 000 Mann an die wichtigsten Punkte, besonders in das Einkaufsviertel der 5. Avenue, da man Plünderungen befürchtete. Auch die Telephonzentralen, Telegraphenämter und drahtlosen Sendestationen wurden sehr in Mitleidenschaft gezogen. Erst spät abends gelang es der Edison-Gesellschaft, eine Stromverbindung mit dem Niagara-Kraftwerk herzustellen Zum Absturz des amerikanischen Großflugzeugs in Arkansas. lieber das bereits gemeldete Flugzeugunglück bei Goodwin (Arkansas) werden jetzt weitere Einzelheiten bekannt. Danach erfolgte der Absturz 25 Minuten nach dem Start vom Flugplatz in Memphis (Tennessee), wo eine Zwischenlandung stattgefunden hatte. Kurz vor dem Absturz hatte der Bordfunker noch 1000 Meter Flughöhe der Bodenstelle gemeldet. Die Rettungsmannschaften fanden an der Unglücksstelle nur noch den Motor und einige größere Stücke von der Kabine. Man glaubt, daß der Flugzeugführer die Maschine kurz vor dem Aufprall auf den Boden noch einmal aufrichten konnte. Es muß aber zu spät gewesen sein, da inzwischen von den Gipfeln der Bäume die Flügel des Flugzeuges abgerissen worden waren. Die Spitzen der Bäume waren auf einer Strecke von 300 Meter stark beschädigt. Unter den 17 verunglückten Fluggästen befanden sich vier Frauen. Da auch Kleidungsstücke von Kindern an der Unfallstelle gefunden wurden, glaubt man, daß auch Kinder ums Leben gekommen sind. Aus der Geschichte des Zeppelin-tustschiffes. Zur 30 jährigen Wiederkehr des Tages der Strandung des LZ. 2 am II. Januar 1906 im Allgäu. Don Oberstleutnant Friedrich Stahl, Königsberg i. pr. Aus Mangel an Geldmitteln hat sich Graf Zeppelin entschließen müssen, sein erstes Luftschiff mitsamt seiner Halle abzubrechen, nachdem alle Versuche, von staatlicher und privater Seite Kapital zu erhalten, erfolglos geblieben waren. Dies war um so erstaunlicher, als L. Z. 1 bei seiner Fahrt am 21. Oktober 1900 Fahreigenschaften bewiesen hatte, die die Fortführung seiner Versuche rechtfertigten. Aber was der praktische Erfolg dieser Fahrt nicht durchzusetzen vermochte, nämlich die ablehnenden „Sachverständigen" eines Besseren zu belehren, das war noch weniger den theoretischen Erörterungen und Aufklärungsversuchen in der Presse vorbehalten. Eine Ausnahme machte erst der im September 1903 vom Grafen erlassene „Notruf zur Rettung der Flugschiffahrt." Seine letzten Absätze muten fast wie eine Prophezeiung an: „Eine kurze Spanne Zeit — und Witterung, Sturm und Wellen werden mein lagerndes Material unverwendbar gemacht haben, meine letzten geschulten Gehilfen werden mir nicht mehr zur Verfügung stehen — die letzten Mittel, die ich selbst zu diesem Zweck zu opfern vermag, werden erschöpft sein — und die Gebrechen des Alters ober der Tod werden meinem Schaffen ein Ziel gesetzt haben. Wer wagt zu hoffen, daß in naher Zukunft die Gunst des Schicksals und die Förderung durch seine Mitmenschen einem anderen soweit helfen werden, wie mir geholfen wurde?! Findet sich jener andere aber nicht, so fällt mit mir die Ansicht dahin, jene Flugschiffe zu erhalten, die nach klar vorgezeichneter Entwicklung das Innerste des feindlichen Landes, seine Festungen und Häfen erkunden, die als fliegende Funkentelegraphenstationen die weitesten Verbindungen improvisieren lassen, die die entlegensten Posten mit der Kulturwelt verbinden, die Pole gefahrlos erreichen, die unerforschten Gebiete erschließen und endlich das sicherste, schnellste und zugleich behaglichste Reisemittel werden. Darum eilet, die ihr solche Flugschiffe haben wollet, dem die Mittel zu bieten, der allein sie euch schaffen kann! Eilet! Sonst werdet ihr das in die Tiefe versinkende Kleinod nicht mehr erfassen können." 2llles ist eingetroffen, was der große Erfinder und deutsche Mann vorausschauend sah. Die Erfolge der Heeres- und Marine-Luftschiffe im Kriege, die Welt- und Polarfahrt des stolzen Luftschiffes, das seinen Namen trägt — und die je von einem Luftfahrzeug erreichten Leistungen dieses Schiffes in 7- jähriger Tätigkeit als Verkehrsmittel. Einzig und allein war es der starke, unbeugsame Wille des alten Reitergenerals, der sich von keinem Mißerfolg abschrecken ließ, und der schließlich auf seinen Notruf hin auch vom Württembergischen Ministerium des Innern die Genehmigung erhielt. eine Lotterie zu veranstalten, um auf diese Weise die Verwirklichung seiner Pläne zu erreichen. Aus den Erträgnissen dieser Lotterie und anderen Zuwendungen entstand bis Ende 1905 der L. Z. 2. Mit einem Inhalt von 10 300 Kubikmeter, einer Länge von 126 Meter und einem Durchmesser von 11,6 Meter war er etwas kleiner als sein Vorgänger. Im Querschnitt war er nicht mehr kreisförmig, sondern 16eckig. Die Versteifung des Alu- miniumgerüftes war kräftiger durchgeführt, indem der Laufsteg zwischen den beiden Gondeln zu einem Kiel durchgebildet war. Auf das obere Seitenfteuer am Heck des Schiffes wurde verzichtet, die Höhensteuer waren verstärkt. An Stelle der winzigen vierflügeligen Luftschrauben wurden größere dreiflügelige verwendet. Die beiden Daimler-Motoren leisteten je 85 statt je 16 PS beim ersten Schiff. Am 30. November sollte d i e erste Fahrt des neuen Schiffes stattfinden, jedoch blieb im Augenblick des Aufstieges das zum Herausschleppen dienende Seil am Schiffskörper hängen, fo daß dieses mit der Spitze ins Wasser schoß, wobei die am Bug befindlichen Steuerorgane zerstört wurden. Am 17, Januar 1906 fand dann bei anscheinend guter Wetterlage der zweite Aufstieg statt. Das Schiff fuhr anfänglich in 400 Meter Höhe gegen den Wind in Richtung auf das Schweizer Ufer. Bei ständig zunehmendem Wind mußte der vordere Motor wegen Heißwerdens abgeftoppt werden, fo daß das Schiff mit der nunmehr geringen Eigengeschwindigkeit über die Stadt Friedrichshafen abgetrieben wurde. Zu allem Unglück fetzte auch noch der zweite Motor aus, so daß nichts anderes übrig blieb, als das wie einen Freiballon treibende Schiff an möglichst günstiger Stelle zu landen. Dem mit der Führung des Schiffes beauftragten Hauptmann von Krögh gelang es, L. Z. 2 bei Kißlegg im württembergischen Allgäu sanft auf die Erde aufzusetzen. Allein bei dem herrschenden Bodenwind trieb dasSchiff weiter ab, bis sich das Heck in einem Baum verfing und beschädigt wurde. Noch konnte man daran denken, das Luftschiff durch Nachfüllen der Zellen und Jnstandsetzen der Motoren an Ort und Stelle wieder fahrfähig zu machen. Doch verrichtete der in der Nacht auffrischende Wind weitere Zerstörungsarbeit, so daß der Graf sich schweren Herzens entschließen mußte, das nicht mehr fahrfähige Schiff abzurüsten. Als einziges positives Ergebnis dieser Art war zu buchen, daß die bisher für unmöglich gehaltene Landung eines Zeppelin-Luftschiffes auf f e • ft em Boden ohne jede Hilfe glatt gelungen war. Aber sonst schien alle Hoffnung, den Gedanken des Grafen in die Tat umzusetzen, endgültig verloren zu sein. Nur einer, der Graf, selbst glaubte an die Zukunft seiner Schiffe und erreichte mit unendlichen Mühen, daß schon im Herbst des gleichen Jahres aus den Trümmern des L. Z. 2. ein n e u e s Schiff entstand, dem das Glück hold war, und das später als erstes Militär-Luftschiff Z. I dem deutschen Heer zugeteilt wurde. Amerikanischer Personenzug von einer Lawine verschütket. Ein amerikanischer Personenzug wurde bei der Einfahrt in den Bahnhof von Edef bei Truckee (in Kalifornien) von einer gewaltigen Sch nee- lawine begraben Gewaltige Schneemassen stürzten von einem Berg herunter, zerstörten einen Teil der Gleise, mehrere Schuppen und begruben schließlich drei Wagen des Zuges unter sich. Elf Passagiere wurden verletzt. Die Lokomotive und der Tender blieben von der Lawine verschont. Schweres Flugzeugunglück in Kolumbien. In dem bergigen, von wilden Jndianerstämmen bewohnten Quellgebiet des Caqueta-Flusses, eines Ter Gäste der deutschen Künstler kn ihrem Kameradschaftsheim. Zwischen den Künstlern entwickelte sich ein herzlicher Gedankenaustausch. Die ausländischen Gäste äußerten sich überaus anerkennend über die großzügige Förderung, die der deutschen Kunst durch die führenden Männer des Staates zuteil wird. Zum 200. Geburtstage von James Watt. ■ Vor 200 Jchhren, am 19. Januar 1736, wurde in Greenock in Schottland James Watt, der Erfinder der Dampfmaschine, geboren. Eine eingehende Würdigung finden unsere Leser im Familienblatt vom Freitag, 17. d. M. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Bühnenbildner Benno von Arenk ins Propaganda^ Ministerium berufen. Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda hat den Bühnenbildner Benno von Ar ent in fein Ministerium berufen mit dem Auftrage, im Einvernehmen mit der Reichstheaterkammer für eine einheitliche Ausrichtung des deutschen Bühnenbilderwesens zu sor- aen. Daneben hat der Generalintendant des Deutschen Opernhauses in Berlin mit Benno von 2l r e n t eine Vereinbarung getroffen, die seine Arbeitskräfte auch weiterhin für die künstlerischen Aufgaben des Deutschen Opernhauses sichert. Wetterbericht des Reichswetkerdiensles. Ausgabeort Frankfurt. Mit der Ostwärtsverlagerung des Hochdruckgebietes haben sich auch jetzt in Mittel- und Ostdeutschland Aufheiterung und mit ihr verbreitete Fröste eingestellt. Durch die Entwicklung eines kräftigen Tiefdruckwirbels über der Biscaya ist die Wetterlage wieder in ein kräftiges Stadium getreten. Unter heftigem Druckfall bringen über Spanien und Frankreich aus subtropischen Gebieten stammende Luftmassen vor, und sie werden auch bei uns Anlaß zu zunehmender Bewölkung und wachsender Niederschlags-Neigung geben. Anfänglich werden die Niederschläge vielleicht noch aus Schnee bestehen, doch ist für später ein Uebergang zu Regen zu erwarten. Aussichten für Freitag: Weitere Bewölkungszunahme und aufkommende Niederschlags- neigung, beginnende Frostmilderung, lebhafte, meist südliche Winde. Aussichten für Samstag: Voraussichtlich weiterer Temperaturanstieg und Regenfälle. Lufttemperaturen am 15. Januar: mittags 3,3 Grad Celsius, abends —2,2 Grad; am 16. Januar: morgens —5,5 Grad. Maximum 3,5 Grad, Mini- mum —5,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 15. Januar: abends 0,9 Grad; am 16. Januar: morgens 0,5 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 5,4 Stunden. an 284 D Ganzleinenband RM.4.80. Gießen, den 15. Januar 1936. 286D Am 15. d. M. verschied unser Senior-Chef Herr Ferdinand Nenn stiel sen. Durch seine vorbildliche Pflichterfüllung, seine vornehme Gesinnung und sein soziales Verständnis hat er sich in unser aller Herzen ein bleibendes Denkmal gesetzt. Verschiedenes] Familiendrucksachen Verlobungsanzeigen Vermählungsanzeigen Geburtsanzeigen bei Brühl, Schulstr. 7 alle lästig.Haare, Lebernecken, Pickel, Sommerspross. usw. entf. u. Gar. k. immer Fran B. Gulden Svrechst.Freitag Gießen, Alicen- strafie 40 p. 9—7 Uhr durchgehend. Umgang mit Mutter Grün. Sünden- und Sitten buch von W. Schoenichen. Brosch. RM. 2.85, gebunden RM. 3.60. Die deutsche Landschaft. Von E. L. Schellenberg. Br. RM. 2.-, geb. RM. 3 Zu beziehen durch jede Buchhandlung! Hugo Bermühler Verlag Berlin-Lichterfelde Die Gefolgschaftsmitglieder der Firma Ferd. Nennstiel Sohn. Gießen, den 16. Januar 1936. Mdchen 18-19 Jahre, sofort gesucht. 0214 StuttgarterHos, Seltersweg 50. Versteigerung. Am Dienstag, dem 21. Januar 1936, nachmittags 2 Uhr, werden auf dem Hofe des städtischen Anwesens „In den Eichgärten" 37 nachstehende Gegenstände gegen Barzahlung versteigert: 277C 1 Pferd (Fuchs-Wallach) mit Geschirr 1 Doppelspänner-Wagen 2 Einspänner-Wagen und sonstiges landwirtschaftliches Gerät. Die Versteigerung findet bestimmt statt. Bürgermeisterei Gießen. Altersvereinigung 1877-1927 Unser verehrter, lieber Vorsitzender Ferdinand Nennstiel ist nach schweren Leiden von uns gegangen. Wir werden dem tatfrohen Führer und liebenswerten Altersfreund ein treues Gedenken bewahren. Die Fünfziger des Jahres 1927. Bücher für Naturfreunde und Wanderer Belauschtes Leben. Kleine Kreatur in Wasser, Busch und Halm von K. O. Bartels. 164 Naturaufnahmen aus dem Leben der niederen Tierwelt mit erläuternden Bildunterschriften, Namensan.- gaben u. ausführlichem Text. Mit einem Geleitwort von Prof. Dr. P. Deegener, Universität Berlin. Preis kartoniert RM.3.90, geb. RM. 4.80. Waldweben. Die Lebensgemeinschaft des deutschen Waldes in Bildern. 150 eigene Naturaufnahmen aus dem Tier- und Pflanzenleben des heimatl. Waldes auf 128 Kupfertiefdrucktafeln,mit lebendigem u.aufschlußreichem Einführungstext von K. Gerhard und G.Wolff. mit Schreibtisch gesucht. Schrift!. Angeb. unt. 0224 o. Gieß. Anz. Stoötiiiefltei Gießen 197d Freit., 17. Fan., 20-23 Uhr 14. Vorstellung imFreit.-Abonn. Preise von 1.00 b. 3.20 RM. Zum ersten Mal in der neuen Ausstattung Die Fledermaus Operette von Johann Strauß. Musik.-Leitung Paul Walter. Spielleitung: Paul Wrede. Tänze: TherySchultheis 2-Zimm.-Wohnung mögt, mit Bad, ö. vünkfl. Mietzahler v. 1. Avril ges. Schr. Ang. unt. 0219 an den Gießen. Anzeig. Gut möbliertes Zimmer Werbe-Drucksachen bei Brühl. Schulstr. 7 | Mietqesuche | M-Zimm,-Wohlig, gesucht, eventl. zum 1. April. Schristl. Angeb. unter 0213 an d. Gießener Anzeiger erbeten. 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IN., 9 Uhr, in der Turnhalle zu Gruningen aus den Forstorten Fliegenstall, Ju- denwaldchen, Seewald, Hardwiese und Weißedriesch des Markwaldes Grüningen-Dorf-Gill: 278V Derbstangen: Fichte, Stück: I. Kl. 28, II. Kl. 43, IU-Kl. 367; Reisslängen: Fichte, Stück: IV. Kl. 247, Kl. 40, VI. Kl. 65, VII. Kl. (Bohnenstangen) 145. Scheiter rm; 97 Buche I. Kl., 25 II. ÄL; 2 Hainbuche; 4,9 Eiche; 9,8 Kiefer; 31 Fichte II. Kl. Knüppel rm: 45 Buche I. Kl., 0,9 II. Kl.; 10 Hainbuche; 31 Eiche; 5 Ahorn; 9 Kiefer; 5 Lärche; 1,5 Fichte I. Kl., 3,8 II. Kl. Knüppelreisig rm: 52 Fichte; Reisig II. fit (Slammreisig) rm: 30 Buche; 154 Hainbuche; 277 Eiche; Reisig III. (Aslreisig) rm: 113 Buche; 13 Eiche; 33 Kiefer; Schlagreisig: 2 rm Fichte (tar.). Släcke rm: 26 Buche; 0,9 Eiche. Vorherige Besichtigung des Holzes wird emp* fohlen. Gießen, den 15. Januar 1936. Der Vorsitzende des Markvorstandes: _________Nicolaus, Oberforstmeister.___ Bekanntmachung. Die Brennholzversteigerung in Langd vom 7. Januar 1936 ist genehmigt. Ausgabe der Abfuhrscheine am 21. Januar, Ueberweisung am 22. Januar 1936, Zusammenkunft vormittags 8 Uhr beim Forsthaus in Langd. Erster Abfuhrtag am 23. Januar 1936. Ablauf der dreiwöchigen Zahlungsfrist am 4. Februar 1936. 282D Laubach, den 14. Januar 1936. Hessisches Forftamt Laubach. Nr. 13 Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Donnerstag, 16. 3mar 1936 Der Dresdener Zwinger, ein Wunderwerk des Barock. Zum 200. Todestage Matthäus Daniel Pöppelmanns am 17. Januar. Von Ernst v. Niebelschüh (Scherl-Bilderdienst-M.) **• I# ' Zuweilen liebt es die Geschichte, die Lehren, die sie uns so freigiebig erteilt, ein wenig auf den Kopf zu stellen. In einer solchen Laune ließ sie es geschehen, daß der gebürtige Westfale Matthäus Daniel Pöppelmann im Jahre 1686 den Weg nach Dresden fand, um erst Landbaumeister, dann der maßgebende Architekt Augusts des Starken zu werden. Man bedenke, was das heißt: aus der Fülle baumeisterlicher Begabungen, die Deutschland besaß, greift sich das Schicksal einen Angehörigen des schwerblütigsten Stammes heraus und gibt ihm die Möglichkeit, die üppigen Träume des leichtlebigsten aller deutschen Fürstenhöfe zu verwirklichen. Zwar ist das meiste von dem, was August in Dresden und in seiner zweiten Residenz Warschau plante, unausgeführt geblieben oder doch in einer Gestalt auf uns gekommen, die Pöppelmanns genialen Entwurf nur noch halb erkennen läßt So etwa sind die phantastischen Pläne des Hofarchitekten zum Neubau des abgebrannten Dresdener Schlosses niemals in Angriff genommen worden, bei der späteren Umgestaltung des Pala* stes für den Grafen Flemming zum „Japanischen Palais" hat sich ein eleganter, aber schon abstrakter Klassizismus französischer Färbung abkühlend über das heftig pulsierende Leben der ersten Anlage gelegt, und noch in jüngster Zeit mußte Pöppelmanns Elbbrücke, der herrlichste Nutzbau des Barocks, den gesteigerten Bedürfnissen der Flußfahrt geopfert werden. Nur ein Bauwerk ist geblieben und zeugt auch nach der letzten, allzu weitgehenden Wiederherstellung von Pöppelmanns Ruhm: der weltbekannte Zwinger. Vergleicht man also das Ausgeführte und Erhaltene mit dem von August dem Starken und seinem Baumeister Geplanten, so müssen wir gestehen, daß unser Wissen um Pöppelmann Stückwerk ist. Und das wenige wird noch spärlicher, wenn man bedenkt, wie gnädig die zerstörende Zeit mit der Hinterlassenschaft der anderen großen Barockarchitekten, eines Balthasar Neumann, eines Fischer von Erlach und Hildebrandt, umgegangen ist. Aber wer nach Wert und Bedeutung und nicht nach der Zahl urteilt, wird auch einräumen müssen, daß der Dresdener Zwinger unter allen gleichzeitigen Barockbauten mit an erster Stelle steht, an persönlicher Eigenart und souveräner Unabhängigkeit jedenfalls von keinem anderen übertroffen wird. Ohne ihn hätten wir nur eine unvollkommene Vorstellung davon, wessen der deutsche Barock in seiner Sternenstunde fähig war. Niemand, und sei es der nüchternste Mensch, der von einem Bauwerk wenig mehr als die Erfüllung seiner nackten Zweckbestimmungen verlangt, wird sich dem Zauber des Zwingers ganz entziehen können. Der Name schon — wo käme er sonst in der Baugeschichte vor? — scheint seine Einmaligkeit unterstreichen zu wollen; er besagt, daß die Anlage ursprünglich ein Teil der Stadtumwallung war, innerhalb deren der Raum zwischen zwei Mauern als „Zwinger" bezeichnet wurde. So vereinigen sich also in Pöppelmanns Wunderwerk die heterogensten Begriffe: ein der Festungssprache entnommener Name und die heiterste und ausgelassenste Festdekoration, die wir kennen. Denn das ist der Zwinger, wie Pöppelmann ihn wollte und wie er geworden wäre, wenn die sprunghafte Phantasie des Kurfürsten, die vor lauter Ideen keine zu Ende denken konnte, die letzte Ausführung nicht auch hier verhindert hätte. Der Plan war dieser: eine Art Arena für Turniere, Ringelstechen, festliche Aufzüge und andere Lustbarkeiten zu schaffen, und zwar in Anlehnung an eine flüchtige Holzdekoration, die nun sozusagen verewigt, monumentalisiert werden sollte: eine in Stein ausgeführte Bühne also, auf der die Damen und Kavaliere der Hofgesellschaft die Figuranten waren. Keine noch so ausschweifende Einbildungskraft reicht aus, sich das Bild vorzustellen, das dieser riesige Festraum unter freiem Himmel dem Auge geboten hätte, wenn der Bau nicht schon vor Abschluß der Arbeiten eingestellt worden wäre. Nach Norden sollte sich der fast quadratische, an den beiden Schmalseiten durch tribünenartige Ausbuchtungen erweiterte Platz in lustigen Galerien gegen das Elbufer öffnen — ein Architekturtraum, der wohl zu schön war, als daß die immer nur mit dem Möglichen rechnende Wirklichkeit ihm hätte folgen können, lieber hundert Jahre lang blieb der Zwingerhof nach dieser Seite hin offen, bis man die Lücke 1847 durch Sempers viel zu wuchtiges Galeriegebäude schloß, d. h. eine Lösung fand, die sich mit der beschwingten Anmut von Pöppelmanns Schöpfung in keiner Weise in Einklang bringen läßt. Was den Zwinger so unwiderstehlich macht und seine Einmaligkeit ins hellste Licht rückt, ist das Zusammentreffen sonst unvereinbarer Qualitäten an einem und demselben Bauwerk: der klarsten und straffften Grundrißbildung mit der tollsten Ausgelassenheit der Einzelformen, des feinsten Empfindens für Massengliederung und Übersichtlichkeit mit der größten Uebedenklichkeit in der Wahl der Mittel. Man könnte auch sagen: die Verschmelzung des Provisorischen, aus einer Augenblickslaune Entstandenen, mit dem Monumentalen, das hier auch den flüchtigsten Einfall in die gültige und dauernde Form umprägt. Aus dem Luxusbedürfnis eines vergnügungssüchtigen Hofes entstanden, der Bestimmung nach also ganz profan, birgt diese Architektur doch ein deutlich fühlbares Element, das die Festlichkeit zur Feierlichkeit macht und das Weltliche in die Region des beinah Sakralen zu erheben scheint. Nie seit der Gotik ist der Geist der Schwere so bis auf Den letzten Rest überwunden, die natürliche Dichtigkeit des Werkstoffs so von den naturgesetzlichen Bedingungen befreit worden wie hier. Der barocken Pracht und Fülle der Dekoration gesellt sich eine Leichtigkeit in der Behandlung des Steins, die schon das Rokoko vorwegnimmt, wiewohl der Zwinger, der im zweiten Jahrzehnt des 18. Jahrhunderts entstanden ist, sich als ein echtes Kind des Barocks zu erkennen gibt und mit Rokoko nichts zu tun hat. Das Köstlichste sind das Kronentor gegenüber dem Galeriebau und der Wallpavillon, an denen die Architektur Pöppelmanns mit der dekorativen Plastik Barthel Permosers einen Bund geschlossen hat, der uns im Zweifel lassen kann, welchem der beiden Künste der Vorrang gebührt. Jeder Versuch der Beschreibung ist hier zum Scheitern verurteilt, und wer ihn unternimmt, sieht sich bald auf Worte angewiesen, die gar nicht dem Sprachschatz der Baukunst entstammen. Di- Formen springen und schäumen, blühen empor, treten auseinander, brechen und spalten, schwingen und verflechten sich, kurz, sie vollführen das Unsinnigste, was man sich denken kann, und doch hat man das Gefühl, daß keine am falschen Platz« steht, weil jede sich nicht nach Willkür bewegt, son» dem dem heimlichen Gesetz untertan ist, das di- wunderbar beherrschte Grundlage ihr vorschreibt. Alle Abwandlungen des Zeitstils scheinen sich im Zwinger zu einem Fasching eigener Art zusammen- gefunden zu haben: Römisches von Borromim her, das Wien Hildebrandts, der Pariser Klassizismus, sogar — namentlich in den geschweiften Dächern — Indien und China. Aber in des Meisters Hand läuft das alles mit einer Selbstverständlichkeit zusammen, daß man an die Herkunft gar nicht mehr denkt, auch wenn man weiß, daß Pöppelmann den Barock an den Quellen — in Rom, Neapel und Wien — studiert hat. Denn was will das besagen gegenüber der ganz persönlichen Leistung, deren einzigartige Größe durch keinen Nachweis fremder Einwirkungen beeinträch- tigt werden kann, in ihrer Originalität vielmehr so umstritten ist, daß man sich versucht fühlen könnte, zu urteilen, der Barock als europäischer Stil habe nur auf diesen deutschen Architekten gewartet, um sich im Dresdner Zwinger als der gelungensten Synthese aller seiner Eigenschaften erst ganz verwirklichen zu können. Das neue Gesicht der Grünen Woche. Wege zur Tlahrungsfreiheit. — Pferde in Zucht und Sport. Wehrspiele und Bauernsport. Bon unserem berliner O. H.-Korrespondenien. Die Grüne Woche 1936 vom 15. Januar bis 2. Februar in Berlin ruft von neuem Stadt und Land zur Besinnung auf die große Gemeinsamkeit im Dienst an der Volksgesamtheit. Marktordnung und Erzeugungsschlacht in ihrer Bedeutung für Stadt und Land, in ihren Wegen und ihrer Wirksamkeit klar herauszustellen, das ist das Ziel der großen Winterschau des deutschen Bauerntums in der Reichshauptstadt. Aber wie jede große Leistung nur auf der Grundlage einer lebendigen Weltanschauung verwirklicht werden kann, so ist auch hier der Gedanke von Blut und Boden, der Rassengedanke dargestellt, wie er sich aus den Notwendigkeiten des Augenblickes zur Erhaltung und Neuformung des volklichen Lebens auf lange Sicht ergibt. Haben schon die letzten Grünen Wochen dieser weltanschaulichen Grundlegung den weitesten Raum gegeben, so wird auch die neue Grüne Woche zum Zeugen bäuerlicher Kultur, bäuerlichen Brauchtums und seiner Geschichte, dessen vieltausendjährige Vergangenheit nicht umsonst gewesen sein soll, sondern eine Kraftquelle für die Zukunft. Geht es doch nicht einfach darum, den Stolz des Bauern auf Erbe und Ehre feiner Arbeit zu erhalten und zu wecken, geht es doch vor allem darum, in allen Teilen des deutschen Volkes die klare Erkenntnis zu befestigen, daß nur die bewußte Pflege und Sicherung der Quellen unserer Volkskraft uns ermöglicht, die Aufgaben der Zukunft zu bewältigen, der Gegenwart ein neues Gesicht zu geben und uns für kommende Stürme zu wappnen. Gewiß, der Bauer steht nicht allein im Volk, er fordert keine Sonderrechte, aber nur das Zusammenwirken des bodenständigen Menschen mit all den Millionen, die nicht Haus und Hof zu eigen haben, kann aus dem Umbruch der Zeit eine neue und große Ernte für das Ganze schaffen. Darum wendet sich die Grüne Woche 1936 mehr noch als ihre Vorgängerinnen an den Städter im selben Maße wie an das Landvolk. Denn es ist ja gerade für den Städter von größtem Interesse, nicht nur zu wissen, daß die Marktordnung auch über vorübergehende Schwierigkeiten in der Lebensmittelversorgung einzelner Märkte schnell hinweghilft, er soll auch wissen, wie diese Marktordnung aufgebaut ist, wie hier eine möglichst kurze und einwandfreie Zuführung des Erntegutes in die Hand des Verbrauchers vor sich geht, wie ungesunde spekulative Einflüsse in der Verteilung ausgeschaltet werden, wie der ehrbare Kaufmann fein Arbeitsfeld findet, und welche Möglichkeiten der städtischen Hausfrau neu gegeben sind, ihre Familie mit Nahrungsmitteln zu versorgen. Ebenso aber geht es den Städter an, auf welchen Wegen wir die heimische Erzeugung verbessern, auf den Bedarf einstellen, die Bodenerträge steigern, wie sich hier Bodenverbesserung, Bodenanreicherung, Ausgleich der Ernteschwankungen, Verbesserung und Kontrollierung des Saatgutes, Wiederaufbau unserer Viehbestände, Erweiterung des Siloraums, Neubildung deutschen Bauerntums wirtschaftlich und volkspolitisch ergänzen. So ist die Ausstellung am Kaiserdamm in der Fülle ihrer Einzelheiten auf das große Ziel der deutschen Nahrungsfreiheit ausgerichtet. Ob es sich nun um die Einführung neuer Methoden der Einlagerung, oder neuer Erntemaschinen, neuer Bestel- lungsgeräte, Verbesserungen, die an alten Maschinen und Geräten eingeführt werden, oder um die neuen Maßnahmen zur Hebung der Tierzucht handelt, überall haben diese Dinge für Stadt und Land eine gleich entscheidende Bedeutung. Auch in diesem Jahr wird bewußt der Charakter einer einfachen Verkaufsmesse vermieden, so sehr auch alle an Erzeugung, Verarbeitung und Verteilung unserer Nahrungsmittel und der aus dem deutschen Boden wachsenden Industrie-Rohstoffe Beteiligten hier Mittel und Wege finden werden, sich über Bedarf und Absatzwege zu unterrichten. Wie weit der Rahmen gesteckt ist, daß zeigt schon der Ausbau der Ausstellung. Zur eigentlichen Ausstellung des Reichsnährstandes tritt die der landwirtschaftlichen Industrie, verbunden mit Sonderschauen der Maschinen, der Hilfsgeräte und Baustoffe, der Dünger- und Futtermittel, der Schädlingsbekämpfung, kurz, von Gebie- Abenteuer um Erdöl. Von Dr. Helmut Thomasius Oft genug ist es geschildert worden, das berühmte «Ereignis vom 12. August 1859, als man zu Titus- ville auf eine Erdölquelle stieß, deren gewaltige Ergiebigkeit die allgemeine Aufmerksamkeit auf ! die im Boden Pennsylvaniens liegenden Schätze Cenfte. Wort und Bild geben eine anschauliche Schilderung dessen, was vor sich ging. Turmhoch wurden Bohrer und sonstige Geräte emporgeschleudert. Ein mächtiger Strahl der kostbaren Flüssigkeit sprang in die Höhe. Rette sich, wer kann! Wochenlang war dieser unverhoffte Segen nicht ein- i,ubämmen, nicht zu fassen. Der Mensch erwies sich ils ohnmächtig gegenüber den Gewalten der Natur. Das, was damals geschah, hat sich noch häufig wiederholt. Es ist im Ganzen und Großen das gleiche geblieben. Die steigende Verwendung der v erschiedenen Bestandteile des Erdöls hat zu einem derartigen Bedarf an diesem Rohstoff geführt, daß man schon seit einigen Jahren begonnen hat, alte, scheinbar längst erschöpfte Vorkommnisse wiederauszubeuten. Verschiedene Verfahren wurden erdacht, um mög- 1 chst viel von den in der Tiefe noch vorhandenen Resten zu gewinnen. Diese Tatsache mag zu der Vorstellung geführt haben, daß jetzt überhaupt keine neuen Brunnen mehr erbohrt würden, deren Macht oder Kraft so groß ist, daß sich Schwierigkeiten er- rben Sie mag vielleicht auch die weitere Vor- lellung erweckt haben, daß der Mensch die Technik ter Erschließung solcher Quellen vollkommen und in -der Hinsicht beherrsche. Verluste an Oel und die gleichfalls von früher her bekannten riesigen Brände mit ihren ungeheuren Rauchwolken gehören also der Vergangenheit an? Heute geht alles gatt? Wie falsch diese Ansicht ist, beweisen die Ereignisse, von denen manche in ganz unvorhergesehener Art verlaufen, so daß besondere technische Hilfs- irittel zur Anwendung kommen müssen, um der Lenge Herr zu werden. Ein solches m sehr sinnreicher Weise durchgebildetes Hilfsmittel bewahrte Üch bei der Bändigung eines Oelbrun- ne n s , der eine merkwürdige Ungebärdigkeit zeigte. Sein mit gewaltigen Gasmengen durchsetztes wild tnporbrängenbes Oel zerstörte sogar den Erdboden, ans dem es empor kam. Es bildete sich ein gewal- lizer und tiefer Krater, der vollständig mit gashaltigem Oel erfüllt wurde, und an den man nicht herankommen konnte. Alle Geräte versanken spurlos in der Tiefe. Die Technik brachte nun etn Kun st werk von besonderer Eigenart fertig. Aus ziemlicher Entfernung wurde ein Brunnen zunächst senkrecht bis auf 650 Meter niedergebracht Dann aber führte man den neuen Brunnenschacht seitwärts derart schief nach unten, daß er das untere Ende des anderen Schachtes treffen mußte, aus dem das Oel emporstieg. Besondere Einrichtungen ermöglichten die Schwenkung. Damit man aber in einer Tiefe von fast 2400 Metern richtig auf die gesuchte Stelle stieß, wurden ständig Prüfungen der Richtung vorgenommen. Zu diesem Zweck wurden in den Schacht ein Kompaß und sonstige Instrumente sowie eine photographische Einrichtung hinabgelassen. Auf diese Weise wurden in kurzen Zwischenräumen und in regelmäßiger Folge Photographie des Kompasses und der übrigen Richtungszeiger ausgenommen. Wirklich kam man auf die gesuchte Stelle. Hierauf wurde durch den neuen Brunnen Wasser hinabgepumpt, das sich mit dem Oel mischte und seine Heftigkeit sowie die der Gase bändigte. Mit Hilfe von Schutzmauern und sonstigen Vorrichtungen konnte die Ausbeutung des Kraters in Angriff genommen werden Das äußere Kennzeichen der Delgebiete find bekanntlich die hohen Bohrtürme. Sie werden über der Stelle errichtet, wo eine Bohrung statt- finben soll, und lassen schon von weitem erkennen, was hier vorgeht. Die Suche nach Erdöl, die wieder in verstärktem Maße eingesetzt hat, ließ den Wunsch erstehen, rasch Bohrungen durchführen zu können, um sich zu vergewissern, ob man hier oder dort auf Erfolg hoffen könne. Aus diesem Wunsche heraus ist eine Bohreinrichtung entstanden, die auf einem Lastkraftwagen züsammenge- faßt ist. Sie läßt sich außer zu Bohrunaen auf Erdöl auch zu anderen Arbeiten, insbesondere zu den mannigfachsten Brunnenbohrungen verwenden. Zwei Motore von je 125 Pferdestärken sind in der Weise am Lastwagen angebracht, daß der eine auf der Plattform, der andere unter der Haube sitzt. Eine eigene Haube dient dazu, zwischen beiden Gleichlauf herzustellen. Sie können zusammen ober unabhängig voneinander arbeiten. Auch die übrigen Geräte, die man zum Bohren braucht, insbesondere die Windetrommel für das Drahtseil, der Kran für den Bohrer, eine kräftige Pumpe usw. sind auf der Plattform angebracht Die Gewinnung von Erdöl aus den alten, außer Betrieb gesetzten Quellen wurde meist in der Weise vorgenommen, daß man ohne weiteres die Quellen selbst in Angriff nahm. Dabei ging man erst in der Weise vor, daß man die ölhaltigen Sande durch in die alten Bohrlöcher hinabgepumpte Wasser e m p o r s ch w e m m t e. Sie wurden dann von dem anhängenden Oel befreit. Dabei geht viel Oel verloren. Deshalb löste man später das Oel in der Tiefe durch Flüssigkeiten besonderer Zusammensetzung, vor allem durch Seifenlösungen ab. Aber auch hierdurch konnte nur ein bestimmter Anteil der vorhandenen Schätze gewonnen werden. Das Ziel der Technik muß es fein, auch den letzten Rest noch feiner Verwertung zuzuführen. Man müßte viel erproben, und es würde viel Oel nutzlos verschwendet werden, wen man diese Erprobungen an der Quelle selbst vornehmen wollte. Deshalb hat man jetzt diese so wichtige Frage in anderer Weise angepackt. Wie man auch andere technische Fragen mit Hille von Modellen zu klären sucht, so hat man hier gleichfalls Modelle geschaffen. Künstliche Delgebiete wurden hergestellt, die den natürlichen aufs Genaueste nachgebildet sind und sich von ihnen nur durch die Größe unterscheiden. In diesen Delgebieten liegen unter anderen Schichten Sande, die in bezug auf die Größe der Körner, die Menge des anhängenden Oels und alle sonstigen Einzelheiten dem natürlichen Vorkommnis gleichen. Da die Verhältnisse in den verschiedenen Delgebieten und in den verschiedenen Teilen des einzelnen Delgebietes oft sehr verschieden liegen, muß bei der Herstellung der Modelle natürlich auf eine große Anzahl von Einzelheiten eingegangen werden. Unter Verwendung dieser Modelle wird nun untersucht, wie man bas noch in den Poren der Gesteine sitzende ober an ben Sanbkörnern hängenbe Del am besten aus seiner bisherigen Verbindung lockert unb wie man es am sichersten unb am voll- ftänbigften von ihr ablöst. Wenn biese Frage zur Zufriedenheit geklärt ist, wirb bie weitere in Angriff genommen, wie man es am besten unb ohne wesentliche Verluste an bie Erdoberfläche emporbringt. Es ist selbstverstänblich, baß bie Herstellung solcher künstlicher Delfelber große Kosten verursacht.. In Anbetracht ber ungeheuren Werte jeboch, bie bie in ben verlassenen Quellen vorhanbenen Ree in sich bergen, lohnt sich ber zu ihrer vollkommenen Gewinnung notwendige Aufwanb. Der bestohlene Detektiv. Vor einem Gerichtshof in Barcelona erschien kürzlich ein Detektiv, um eine Anklage vorzubrin- gcn. Im Ton tiefster Entrüstung teilte er mit, baß ihm ein Spitzbube seine Brieftasche mit vierhundert- unbsünfzig Peseten gestohlen habe. Als ber Richter ihn mit mühsam bezwungenem Lachen fragte, ob er bie Brieftasche denn irgendwo unbeachtet liegen ließ, verneinte es der Detektiv energisch. Er hätte die Brieftasche stets bei sich getragen und sie als sein kostbarstes Besitztum immer unter der Tasche verwahrt, in der sich sein geladener Revolver befand. Das hatte den Dieb aber offenbar nicht davon abgehalten, den Detektiv zu bestehlen. Mit größter Sorgfalt mußte die Brieftasche unter der Waffe hervorgezogen worden sein. Dann hatte ber Dieb mit ihr bas Weite gesucht. Die Polizei soll nun ben frechen Täter suchen, bamit ber Detektiv wieber zu seinem Gelb kommt. Db ihm bas Gericht aber auch wieber ben Ruf eines wachsamen und finbigen Detektivs verschaffen kann, ben er burch biefen Diebstahl eingebüßt hat, muß bezweifelt werben. Die wetteranzeigende llhr. Der Deutschamerikaner Dr. Manfreb Curry, ber am Ammersee auf einem Wohnschiff wohnt, hat eine uhrähnliche Vorrichtung ersonnen, die bas Ab- lesen ber bevorstehenben Witterung, unb zwar minbeftens für ungefähr zwölf Stunben im voraus, gestattet. Die Bestandteile der Uhr sind eine flache Aluminiumdose von etwa Handtellergröße, ein drehbarer Deckel unb ein auf bem Deckel angebrachtes Blatt, bas chemisch präpariert ist. Im Gegensatz zum Barometer, bas sich lediglich auf ben Luftbruck stützt, wertet bie Wetteruhr sowohl ben Luftbruck als auch bie Winbrichtung aus. Je nach bem Grabe ber augenblicklichen Luftfeuchtigkeit Der* änbert das chemisch präparierte Blatt seine Färb» tönung entsprechend Die Farbenabstufungen verlaufen von Hellrot bis Tiefblau. Man dreht nun so lange den Deckel, bis die jeweilige Farbe des präparierten Blattes mit der entsprechenden auf bie Uhr aufgetragenen Vergleichsfarbe harmoniert. Außerdem ermittelt man die Windrichtung, und zwar unter Benutzung eines im Mittelpunkt ber Uhr angebrachten kleinen Kompasses. Wirtschaft 37 38 40: 42 43; 44: 45 Rbein-Mainische Börse. Mitlagsbörfe uneinheitlich. zurückzuführen. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Franuuri a. JJL Aeriin Sranffurl a. M. Aerlin Devisenmarkt Vertin — Frankfurt a. 2IL rur<* bfrfe Datum 113,65 92 113,65 Schultheis Patzenhofer 4 Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beichlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. $)., Lombardzinsfuß 5 v. H. 149 215 109,5 117 114,5 27,25 198,5 113,25 96,5 101,65 101,5 97 97 108,4 101,5 97 97 108,4 101,5 97 97 108,4 o 10 36,75 137,25 115 129 113,75 125,75 128,25 124,5 165,75 124,5 36,75 137,4 115,5 130 114,13 125,75 131 127,65 125,25 166,5 125 36,75 137,25 129,5 113,25 125,5 128,25 124,5 165,5 55,5 104,5 119 81,5 94,5 144,5 30 288 175 165 76,4 18,25 126,5 185 92 122 128 91,75 122 128 149,18 109,65 117,4 114,5 124,5 117 216,5 107,5 76,13 18,13 126,5 122 185 37,13 137 115,5 129,5 114,4 126 127,75 125 167,65 124,75 96,4 108,5 109,75 85 158 128 82,25 80,4 7 9 5 6 124,5 217 107,25 76 18,13 128 186 103,4 52,75 104 118,75 82,75 123,9 94,5 144,25 79,5 30 288 173 165 27,5 198,5 101,75 55,25 103,5 118 82,5 123,5 98,13 145,25 80 30,13 287,5 173 165,5 148,65 109,5 117 114 124,25 118 217 107,5 76 17,9 128 122 186 0,672 42,02 0,139 3,053 54,94 46,90 12,31 5,42 16,42 169,12 19,97 1,720 5,666 61,78 49,05 11,16 63,42 80,93 34,03 10,29 2,480 108,65 109,5 85,5 157 127,5 83 80,65 96 108,25 109,5 85 157 126,75 82,25 80,5 149 214 109,5 117 114 96 108,65 109,75 85 158 127,75 82 80,4 52,65 104,5 119 83 99 145,25 30,5 287,5 172 165 .. 6 .. 6 . 0 .. 7 0 . 8 .. 0 .. 0 7*/. 12 . 8 ZdR. Die Verteilung von Düngekalk wird bekanntlich nach den Richtlinien für die Ordnung des Absatzes von Kalkdüngemitteln, die vom Reichsnährstand herausgegeben worden find, grundsätzlich den Genossenschaften und den Verteilern für eigene Rechnung überlassen. Damit sollte bezweckt werden, daß der Direktverkauf von Düngekalk durch Vertreter, die weder fachlich noch persönlich den an sie gestellten Anforderungen entsprechen, eingeschränkt wird. Die Einschaltung von Verteilern und Genossenschaften in den Verteilungsprozeß ist bisher nicht immer gelungen, da infolge der verschiedenartig gelagerten Produktionskosten der Kalkwerke vielfach die Gestaltung der Verbraucherpreise eine Einschaltung des Verteilerhandels bzw. einer lagerhaltenden Genossenschaft unrentabel machte. Diesen Fall sehen auch die Richtlinien vor, sie gestatten ausnahmsweise die Weiterbeschäftigung von Vertretern und die Vornahme von Direktverkäufen durch die Werke. Namen und Anschriften der in Bau genommen, so daß nunmehr insgesamt 1800 Kilometer Reichsautobahnen im Bau' sind, während 108 Kilometer (unverändert) bereits betrieben werden. Bei den Unternehmern wurden im Berichtsmonat 94 074 Köpfe (Vormonat 96 749) 39: beschäftigt. Es wurden bei den Unternehmern im November 2,39 Mill. Tagewerke und sei Baubeginn insgesamt 35,46 Mill. Tagewerke geleistet. An Ausgaben für den Bau der Kraftfahrbahnen sind im November 48,0 Mill. RM. verrechnet worden, seit Baubeginn insgesamt 649,7 Mill. Mark. Vertraglich vergeben, aber noch nicht ausgeführt, sind Leistungen und Lieferungen im Gesamtwert von 192,4 Mill Mark. Insgesamt sind Unternehmerarbeiten seit Beginn des Baues bis Ende November 1935 Geschäft nahezu unverändert, Rheinbraun und Stahlverein leicht befestigt, Hoesch etwas niedriger. Elektropapiere bröckelten zumeist geringprozentig ab, Siemens verloren etwas stärker auf 166,25 (167,65), Verlängerung des deutsch-finnischen Handels Vertrages und des deutsch-finnischen Verrechn nungsabkommens. Es ist selbstverständlich, daß diese Wehrspiele heute am allerwenigsten eine Vorbereitung auf Kriege sind, denn der Bauer ist ja niemals Angreifer, wohl aber der gegebene Verteidiger. Wenn er heute wieder Träger eines wesentlichen Teiles unserer Wehrkraft geworden ist, dann heißt es für ihn auch, sich solange er wehrfähig ist, die notwendige Geschmeidigkeit und Gewandtheit zu erhalten oder anzueignen. Und abgesehen von der eigentlichen sportlichen Uebung gibt es kaum etwas besseres als die Lockerung der durch Arbeit fest gewordenen Muskeln im fröhlichen Tanz- und Kampfspiel. Die Grüne Woche zeigt in einer Sonderschau die Wege, die zum Teil schon beschritten sind und zum Teil planmäßig neu ausgebaut werden. Daß hier das Reiten eine besondere Rolle spielt, wird gerade bei der engen Verbundenheit von Bauer und Pferd selbstverständlich erscheinen. Aber damit erschöpft sich keineswegs die Arbeit des Reichsnährstandes. Wissen wir doch auch, daß Lauf und Sprung, Wurf und eine richtige Atemgymnastik den Menschen körperlich und seelisch ebenso auflockern und erheben über die Schwere des Alltags, wie es Tanz und Bewegungsspiel vermögen. So ist es besonders zu begrüßen, daß die Grüne Woche Mansselder Bergbau .. Kokswerke ........... Rheinische Braunkohlen Rheinstahl ........... Vereinigte Stahlwerke. Otavi Minen ........ Kaliwerke Aschersleben. Kaliwerke Westeregeln. Kaliwerke Salzdetfurth 1,45 9,35 9,4 9,35 14,75 9,5 einen Ueberblick über all diese Möglichkeiten gibt, daß hier Anregungen empfangen werden können, die Lebensfreude und einen freien und frischen Sinn in der Jugend und den Erwachsenen des Landes tragen werden. So umfaßt die diesjährige Grüne Woche mit ihren Nebenveranstaltungen alle Gebiete bodenständiger Arbeit. Sie wird von neuem nicht nur ein Sammelpunkt von Bauer und Landwirt in der Reichshauptstadt sein, sondern auch das gemeinsame Band zwischen Stadt und Land festigen. Währenddessen aber wird die V o r t r a g s t a g u n g, die der Reichsnährstand in Gemeinschaft mit dem Forschungsdienst am Anfang der Grünen Woche veranstaltet, in ernstem Gedankenaustausch zwischen Wissenschaft und Praxis dem Bauern manch neuen wertvollen Wink für die Leistungssteigerung zur Verfügung stellen. Hier werden auch der Reichs- bauernführer R. Walther Darre und voraussichtlich Staatssekretär Backe das Wort nehmen. Besonders erfreulich ist, daß diese Tagung für jeden an der Erzeugungsschlacht Beteiligten kostenlos ist und daß sich jeder aus der Fülle der hier behandelten Gegenstand das für ihn besonders wichtige Gebiet heraussuchen kann. . 5; 124,5 6 — 12 216,5 4 107,75 Daimler Motoren .... Deutsche Linoleum Orenstein L Koppel .. Westdeutsche Kaufhof. Chade .............. Accumulatoren-Fabrik Conti-Gummi....... Elektr. Lieferungsgesellschaft... 5 Licht und Kraft ........... 6'/, Felten & Guilleaume 4 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 6 Rheinische Elektrizität ........ 6 Rhein. Wests. Elektr 6 Schuckert L Co...............4 Siemens L Halske 7 Lahmeyer L Eo 7 im Werte von 714,8 Mill. Mark vergeben worden. Unter Berücksichtigung von 5,2 Mill. Mark Ein- 4% Oesterreichische Goldrente.... 4,20% Oesterreichische Silberrente 4% Ungarische Goldrente ....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4*/2% desgl. von 1913.......... 6% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie I..................... 31,9 1,45 9,4 9,3 9,4 14,5 , RWE. gewannen 0,65, und Licht 8r Kraft 0,25 v. H. , Bank- und Schiffahrtsaktien lagen gut behauptet. 1 Im einzelnen geöffneten Deutscher Eisenhandel mit i 109,50 (110,25), Moenus Maschinen mit 82,75 (82) Eßlingen Maschinen mit 80 (79,50), Rheinmetall mit : 133,75 (133,50) und Zellstoff Waldhof mit unv. 119. Der Rentenmarkt brachte bei sehr kleinen Umsätzen meist etwas nachgebende Kurse. Altbesitz 109,75 (110), Kommunal-Umschuldung 87,50 (87,60), Zinsoergütungsscheine 92,35 (92,40). Späte Reichs- schuldbuchforderungen unv. 96,50, 6,5 Preuhen- Dollarbonds unv. 64,40. Von fremden Werten bröckelten 5proz. Goldmexikaner auf 14,50 (14,75) ab, 4proz. Rumänen lagen mit 5,30 unv. Im Verlaufe war das Geschäft klein. Am A k - t i e n m a r k t bröckelten die Kurse eher etwas ab, insbesondere Montanwerte lagen meist schwächer, auch IG. Farben verloren 0,50 v. H., ferner gingen Muag auf 78,25 nach 78,75 zurück. Dagegen lagen Daimler weiter fest mit 98 nach 96 und AG. für Verkehr mit 101,50 nach 100. Kunstseide Äku lagen anfangs und im Verlaufe sehr ruhig, aber mit 55,25 bis 55,50 (55,50) behauptet. Kaliaktien notierten bis 1 v. H. höher, sonst wiesen die erst später notierten Werte kaum Veränderungen zum Vortag auf. Am Kassamarkt blieben Frankfurter Bank und Dürrwerke Ratingen gesucht, während Lux. Intern. Bank angeboten wurden. Abendbörfe behauptet. Bei sehr kleinen, Umsätzen brachte die Abendbörse kaum Kursveränderungen, zumeist lagen die Kurse gegen den Berliner Schluß behauptet. Weiter befestigt waren bei etwas mehr Geschäft Daimler Motoren mit 99 (98,13), im Freiverkehr Adlerwerke Kleyer mit 103 (102). Mäßig höher waren auch IG. Farben mit 149 (148,65) und Westdeutsche Kaufhof mit 30,50 (30,13). AG. für Verkehr notierten nur zum Einheitskurs bei kleinem Umsatz mit 101,65 (102). Etwas schwächer lagen Kunstseide AKU. mit 54,65 (55,25), da aus Amsterdam ein niedrigerer Nachbörsenkurs vorlag. Am Rentenmarkt erfuhren die Kurse gegen heute mittag keine Veränderungen, Umsätze fanden kaum statt. Von Liquidations-Pfandbriefen notierten Rhein. Hyp. mit 101,65 (101,50). Auslandsrenten waren ohne Geschäft. U. a. notierten: Altbesitz 109,75, IG. Farben- Bonds 123,90, Reichsbahn-Vorzugsaktien 121,75, 5,50 v. H. Rhein. Hyp. Liquid. 101,65, 4 v. H. Ungarische Kronenrente 0,875, 4 0. H. Rumänen 5,25, 5 v. H. innere Mexikaner 5,70, Adca 71,75, Commerzbank 86,25, DD.-Bank 86, Dresdner Bank 86,25, Buderus 96, Harpener 109,50, Kali Aschersleben 128, Mannesmann 80,50, Rheinstahl 107,25, Laurahütte 20,75, Stahlverein 76, AKU. 54,65, Bekula 137,25, MAN. 97,50, Conti Gummi 165- Daimler 99, Deutsche Erdöl 108,25, Scheideanstalt 214, Deutsche Linoleum 145,25, Licht & Kraft 129, IG. Farben 149, Gesfürel 125,75, Goldschmidt 109,50, Hafenmühle 100,50, Holzmann 91,75, Jung- hans 84 Mainkraft 89, Muag 78,13, Metallgesellschaft 114, RWE. 128,25, Schuckert 124,50, Siemens 165,75, Westdeutscher Kaufhof 30,50, Südd. Zucker 198,50, AG. für Verkehrswesen E 101,65, Allgemeine Lokal & Kraft E 122, Hapag 15,13. Frankfurter Getreidebörse. 31,9 1,3 9,2 9 9,4 14,5 A.E.G. Bekula Oie Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: Neue Vordrucke der Ueberwachungsstelle für unedle Metalle für Großverbraucher. „Frankfurter Messe", Abteilung: Möbel-, Haus- und Küchengeräte, Spielwaren, Galanterie- Die Schaunummern haben ebenfalls einen ganz besonderen Charakter erhalten: Unter dem Kennwort „Das Schwarze Korps" werden berittene Teile der SS.-Leibstandarte Adolf Hitler und der Verfügungstruppe Adlershof eine wirkungsvolle Schaunummer zeigen, altes Reiterleben wird in der von SA.- und SS.-Reitern mit Unterstützung des Trompeterkorps des Artillerie-Regiments 23 und des Reiter-Regiments 9 die Schaunummer „Reiterlieder und Märsche, ein Rückblick auf vergangene Zeiten am Lagerfeuer" zeigen. Für jeden Züchter wird die Schaunummer „Holsteinische Pferdezucht" ein seltenes Erlebnis fein; hier werden Hengste des Hauptgestütes Traventhal an der Hand als Aktionstraber und in Viererzügen von Zuchtstuten von landesüblichen Wagen aus früherer Zeit die ungewöhnliche Vielseitigkeit der deutschen Pferdezucht vor Augen führen. Am Montag, Dienstag und Donnerstagabend des Turniers wird endlich ein P 0 l 0 fpiel um den Pokal des Reichsverbandes für Zucht und Prüfung deutschen Warmblutes jene Sportart zeigen, die Reiter und Pferd auf Herz und Nieren prüft und für Teilnehmer und Zuschauer gleich begeisternd und eindrucksvoll ist. Schließlich wird auch die altbewährte Ostpreußen- schau und -auktion beste Gebrauchspferde Trakehner Abstammung dem Reitsport und der Wehrmacht zu- führen. Ein besonderer Teil der Grünen Woche ist den Arbeiten des Reichsnährstandes gewidmet, die über die Erhaltung der Erbgesundheit hinaus auch die körperliche Gewandtheit des Landvolkes sichern. Gerade heute, da das uralte Recht des freien Bauern wieder hergestellt ist, sein Land gegen Angriffe von außen mit der Waffe in der Hand zu verteidigen, erlebt auch der Sport des Landvolkes eine Erweckung und Umprägung. Die grundsätzliche Verschiedenheit der Lebensweise zwischen Bauer und Städter gibt auch Wert und Richtung der Leibesübungen getrennte Felder. Geht es in der Stadt darum, durch Sport für Kräftigung zu sorgen, so hat der Bauer wie jeder Schwerarbeiter vor allem die Lockerung der Muskeln nötig. Und wenn wir uns umsehen nach Mitteln, die diesem Ziel dienen, so weisen uns die uralten M e h r s p i e l e den Weg, deren Anfänge noch zurückgehen in die Vorzeit, da freier Bauer und Waffenträger eins waren. 1,3 9,35 9,3 9,4 14,5 9,4 Berlin,15 .ßaniur Ämenkanyche Roten Belgische Roten.................. Dänische Roten . Englische Noten Französische Noten Holländische Noten Italienische Noten Norwegische Noten Deutsch Oesterreich, ä 100 Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten Schweizer Noten Spanische Noten Ungarische iNoteu Buenos Arre. Brüssel..... Rio de Jan. Sofia ...... Kopenhagen. Danzig..... London ..... Heljingfors.. Paris ...... Holland ... Italien..... Japan ..... Jugoslawien Oslo : Wien...... Lissabon ... Stockholm... Schwerz ... Spanien... Prag....... Budapest .. Neuyork ... 9- G. Farben-Jndustrte Scheideanstalt........ Goldschmidt Rütgerswerle Metallgesellschaft Frankfurt a. M., 15. Jan. Gegenüber dem Wochenanfang hat sich auf dem Getreidegroßmarkt nichts wesentliches geändert. Nur das Roggenangebot auf dem Lande wird geringer. Die Nachfrage nach Futtermitteln, besonders nach Schnitzeln und Kleie ist unverändert lebhaft. Von Rauhfutter gab Heu im Preise etwas nach. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige ie 100 Kilo) in Reichsmark: Weizen W13 207, W 16 210, W 19 214, W 20 216; Roggen R 12 170, R 15 173, R18 177, R19 179, Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Sommergerste für Brauzwecke 225 bis 230, Futtergerste —, Hafer —. Weizenmehl W13 28,15, W16 28,40, W 19 28,40, W 20 28,75; Roqgenmehl R 12 22,45, R 15 22,80, R 18 23,30, R 19 23,50 plus 0,50 RM. Frachtausgleich. Weizennachmehl 17,00, Weizenfuttermehl 13,50. Weizenkleie W 13 10,65, W 16 10,80, W19 11,00, W 20 11,10; Roggenkleie R12 9,95, R15 10,15, R18 10,40, R 19 10,50, Mühlenfestpreise ab Mühlenstation. Sojaschrot mit Monopolzuschlag 16,20, Palmkuchen m. M. 16,80, Erdnußkuchen 18,30, Treber —, Trockenschnitzel 8,92, Groß- Handelspreis ab Fabrikstation. Heu 8,50 bis 8,75, Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreßt, 3,80 bis 4,00, dasselbe, gebündelt, 3,50 bis 3,80. Tendenz: ruhig. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 16. Jan. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 49 Rinder (6 Ochsen, 43 Kühe), 857 Kälber, 157 Schafe, 456 Schweine. Es kosteten: Kälber 30 bis 70 Mark, Hammel 40 bis 48, Schafe 32 bis 40, Schweine 51 bis 57 Mark. — Marktverkauf: Kälber ruhig, Schafe und Hümmel mittelmäßig, Schweine wurden zugeteilt. Veröffentlichung einer feit 21. 12. 34 vorläufig angewendeten Zusatzvereinbarung mit Spanien. Warnung der schweizerischen Verrechnungsstelle vor Barzahlungen an deutsche Geschäftsreisende. 46: Zollbehandlung von Mustern von einfuhrkontingentierten Waren in Frankreich. Die Deutsche Reichsbahn im November 1935. Fwd. Nach dem von der Deutschen Reichsbahn veröffentlichten Nooemberbericht überschritt der Güterverkehr in diesem Monat den Höhepunkt der, wie üblich, im Herbst einsetzenden Belebung. Der Personenverkehr erreichte Mitte November, wie alljährlich, seinen tiefsten Stand, dagegen war ein stärkerer Konsumoerkehr zu verzeichnen. Im ganzen wurde der Personenverkehr des Vorjahresmonats noch etwas überstiegen. Die Betriebseinnahmen liegen im Berichtsmonat mit 314,08 Millionen Mark um 25,2 Millionen Mark über dem entsprechenden Monatsergebnis des Vorjahres. Die Gesamtausgabeoerpflichtungen des Novembers betrugen 328,1 Millionen Mark. Die durch die Betriebseinnahmen der Monate Januar bis November 1935 nicht gedeckte Ausgabe beträgt somit rund 138 (Ende Oktober rund 124) Millionen Mark. Erwägungen über den Ausgleich dieses Unterschiedsbetrags schweben noch. Die Neichsauiobahnen Ende November 1935. Fwd. Im November wurden neu 32 Kilometer 27,9 I 27,25 I 89 89 198,5 I 198,5 I fen, auf denen bfe praktische Erfahrung des Landwirtes und Bauern mit Wissenschaft und Technik Hand in Hand arbeiten muß. Aber auch die mit Arbeit so besonders stark belastete ländliche Hausfrau findet in der Schau der l ä n d l i ch e n H a u s w i r t - -chaft nicht nur Anregung für praktische Neuerungen, sondern auch Möglichkeiten des Arbeitsausgleiches und der Entlastung bei gleicher oder verbesserter Leistung. Es ist selbstverständlich, daß außer dem ©arten» und Weinbau auch Kleingärtner und Kleinsiedler hier mit ihren Leistungen und den ihnen besonders zufallenden Aufgaben zu Worte kommen. Die Geflügelausstellung vom 25. bis 28. Januar und die Rassehunde-Aus- st e l l u n g am 1. und 2. Februar runden das Bild ab. Aber auch der deutsche Wald als Erzeuger des Rohstoffes Holz darf nicht fehlen, wenn es darum geht, den Zusammenhang bodenständiger Erzeugung mit der Gesamtwirtschaft zu kennzeichnen. Und die Deutsche Jagdausstellung bringt den großen Gedanken bewußter Hege und Pflege unse- rer Wildbestände in vorbildlichen Beispielen zum Ausdruck, die nicht nur das Herz des Jägers, sondern überhaupt jedes Naturfreundes erfreuen. Größten Widerhall aber wird in diesem Jahr der Olympiade das Reit und Fahrturnier der Grünen Woche finden. Ist ihm doch einmal durch die Fertigstellung der Deutschlandhalle ein weit größerer Rahmen gesichert als bisher. Nicht nur die Zuschauer, für die weit mehr Platz und bessere Sicht geschaffen wurde, werden das begrüßen, sondern namentlich auch die Reiter des In- und Auslandes, die hier zum friedlichen Wettstreit zusammenkommen. Und es sind ja nicht nur die sportlichen Leistungen, die hier im Wettkampf stehen, sondern auch Pferdezuchten der verschiedenen Völker der deutschen Landschaften, die jede ihre aus den Erfordernissen der Heimat und deren Möglichkeiten besonders gestalteten Zuchtrichtungen und Leistungen Herausstellen. Man hat im diesjährigen Internationalen Reit- und Fahrturnier die bewährte Umgestaltung des Programms aus den letzten Jahren beibehalten, daß nämlich zu jeder Veranstaltung, gleichgültig ob am Abend ober am Nachmittag Dressurprüfungen, Springen und Schaunummern sich in bunter Reihe abwechseln. Es wird keine sogenannten toten Tage geben, an denen nur Anfänger unter den Reitern und Pferden zu finden sind, während sich die Spitzenleistungen auf bestimmte Tage zusammendrängen, wie das vor Jahren häufig der Fall war. Vielmehr bringt jeder Nachmittag und jeder Abend ein Jagdspringen der Klasse S, das seine Anziehungskraft auf keinen Freund von Sport ober Zucht verfehlt. Unb es barf vor allem begrüßt werben, baß bies- mal in weitestem Maße bie ländlichen Reiter zum Einsatz kommen. .. o( . o . 5 . 5 iya Vertreter finb von der Werksleitung in diesem Ausnahmefall der Fachgruppe Kalkinbuftrie, Berlin, aufzugeben. Die entsprechenden Listen werben ber Neichshauptabteilung II eingereicht, bie nach Nachprüfung bie Genehmigung zur Beschäftigung bieser Vertreter erteilt, bzw. versagt. Es soll also in erster Linie ber Bauer in bie Lage versetzt werben, sich burch Fachfirmen bzw. Genossenschaften ober fachlich geschulte, einroanbfreie Vertreter beliefern zu lassen. Die Form ber Durchführung bes sog. Lanbabsatzes ist in erster Linie ben örtlichen Verhältnissen anzupassen. Einem Bauern, ber einem Kalkwerk benachbart wohnt, kann nicht zugemutet werben, etwa erst in bie nächste Kreisstadt zu fahren. Auch im Kaligeschäft z. B. ist es üblich, baß einem Kaliwerk benachbart wohnenbe Bauern unb Lanbwirte sich ihren Bebarf bort mittels Fuhre zu ben offiziellen Listenpreisen unb Bebinqungen holen. Die gefonberte Schaffung einer Kunbenftufe ist in biefem Falle also volkswirtschaftlich nicht vertretbar. Buderus 4 Deutsche Erdöl 4 Harvener................... Hoelch Eisen—Köln-Neuessen .. 8 Ilse Bergbau ...............g Ilse Bergbau Genüsse g Klöcknerwsrke ...............g Mannesmann-Röhren 0 Gritzner Mainkraftwerke Höchst a.M.... 4 j Süddeutscher Zucker........io. 15.1. 100,4 97 103,4 109,75 99,75 97,75 96,4 101,4 93 118 113,25 96,5 101,4 101,65 97 97 108,4 14.1 100,25 97 103,4 110 99,75 97,75 96,4 100,9 93,25 börse 15 1. 100.4 97 103,5 109,9 99,9 97,75 Philipp Holrmann .... Zementwerk Heidelberg Cementwerk Karlstadt.. kurS 14-1 100,5 97 103,4 109,9 99,9 98 96,13 Schluß« fürs 14.1. Schlußkurs 14-1. Schlußk. Abend- bcstse 15-1. Schlußk. Mittag. börse 15-1. waren, vorn 21. bis 24. März 1936. Preisbekanntmachung Nr. 1 ber Ueberwachungsstelle für Leberwirtschaft. Anordnung 20 ber Ueberwachungsstelle für Leberwirtschaft (höchstzulässige Preise für rohe Felle unb Häute ber Zolltarif-Nr. 153). 41: Gebührenordnung ber Ueberwachungsstelle für Wolle unb anbere Tierhaare. Wieberaufnahme bes Reiseverkehrs nach der Schweiz. Scklutz« ^Schlußk. «chiutz« Mittag- nahmen bzw. Erlösen ist bis Ende November 1935 über insgesamt 836,9 Mill. Mark verfügt worben. Bei ben Geschäftsstellen ber Reichsautobahnen betrug ber Personalbestanb im November insgesamt 6296 (Vormonat 6240) Köpfe. Unmittelbar waren auf ben Reichsautobahnen im Berichtsmonat 100 370 (Vormonat 102 989) Personen beschäftigt, die Verminberung um 2,54 v. H. ist auf ben Ab- AUllagsbörse uneinheitlich. schluß der Grbarbeiten in einigen Teilabschnitten Frankfurt a. M., 15. Jan. Die feste Haltung -nrn einiger Spezialwerte am Aktienmarkt gab ber heu- Lanvabsatz von Kalk und Düngemitteln ti9r!n. 58örflnad) beT. ttroa5 Iei(^teren Verfassung bes s gestrigen Tages roieber einen festen Boden. Der Auftragseingang aus bem Publikum hielt sich in sehr engen Grenzen, bagegen entwickelte bie Kulisse etwas Unternehmungslust, boch erfolgten auch von dieser Seite noch kleine Abgaben. Die Kursgestaltung am Aktienmarkt war daher bei im ganzen gesehen kleinen Umsätzen wieder uneinheitlich. Auf Abschlußhoffnungen traten die schon in den letzten Tagen bevorzugten Spezial- werte wieder mehr hervor. So fliegen AG. für Verkehr bei lebhafterem Geschäft auf 99,50—100,50 (98,50), Daimler Motoren auf 94,75—96 (94,50) und Muag auf 78,40—78,75 (76,40). Chemische Werte lagen uneinheitlich. IG. Farben mit 149 bis 149,13 voll behauptet, Scheideanstalt weiter abbröckelnd auf 214 (215), auch Deutsche Erdöl gaben 0,65 v. H. nach. Montanaktien notierten bei kleinem Llku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg........... Zellstoff Waldhof .... Zellstoff Aschaffenburg Dessauer Gas....... Datum 6% Deutsche Neichsanlethe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 b'/r% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-SchtUd mit Auslos.-Rechten ............ W/o Deutsche Reichspostschatzan Weisungen von 1934, I....... 6% ehem.8% Hess. Bolksstaal 1929 (rückzahlb. 102%) ............ *Vt% ehem.8% Hessische Landes banl Darmstavt Gold R. 12.... 6Vi% ehem. 4yt% Hess. Landes- Hypothekenbank DarmstavtLiaut d’/2% ehem. 8% Darmst. Komm. LandcSb.Goldschuldverschr. R.6 Oberhessen Provinz-Anleihe mti Auslos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten *Vi% ehem.8% Franks. Hyp.-Banl Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 b'/-% ehem. 4-/2% Franks. Hyp. Bank-Liqu.-Pfandbriese....... 5yz% ehem. 4-/2% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpfe 4Vt°.o ehem. 8% Pr. Landespfand- vriefanstalt, Pfandbriefe R 19 4’/2% ehem. 7% Pr.Landespsand- briesanst., Gold Komm. £61.VI Steuergutsch.Berrechnungsk. 34-38 Frankfurt a.M. Berlin Schlußkurs Schluß«. Abend- börse Gchluß- kurs Schlußk. Mittaq- börke Datum 14-1 15.1. 14-1. 15-1. 4% vesgl. Serie 11 ........ 5% Ruinän. vereinh. Rente v. 1903 6?5 6^65 6/75 6,75 sr4^Rumän.vereinh.Rentev.i913 9,35 9,3 9,35 9,25 4% Rumänische vereinh. Rente 5,3 5,25 5,4 5,3 2’4% Anatolier ............. 39,4 39,25 39,4 39,4 Hamburg-Amerika-Paket ..... 0 15,25 15,13 15,4 15,13 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 — 27,5 28,25 Norddeutscher Lloyd ......... 0 17,5 17,5 17,4 17,13 2l.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 98,5 101,65 98,75 102 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 117.5 117 117,5 116,25 Commerz- und Privat Bank ... 0 86,25 86,25 86,5 86,25 Deutsche Bank und Disconto» Gesellschaft.......... 0 86,5 86 86,5 86 Dresdner Bank............. 0 86,5 86,25 86,5 86,25 Reichsbank ................ 12 182,5 182,5 182,25 183,75 14.3a uar 15.Januar Amtliche Notierung Geld | Aries Amtliche Notierung Geld | Aries 0,668 0,672 0,668 41,96 42,04 41,94 0,138 0,140 0,137 3,047 3,053 3,047 54,86 54,96 54,84 46,80 46,90 46,80 12,285 12,315 12,28 5,415 5,425 5,41 16,38 16,42 16,38 168,78 169,12 168,78 19,98 20,02 19,93 0,718 0,720 0,718 5,654 5,666 5,654 61,68 61,80 61,66 48,95 49,05 48,95 11,14 11,16 11,14 63,34 63,46 63.30 80,82 80,98 80,77 33,98 ' 34,04 33,97 10,27 10,29 10,27 2,478 2,482 2,476 Banknoten. WtlV Arie 2,428 2,448 41,80 41,96 54,63 54,85 12,245 12,285 16,33 16,39 168,36 169,04 ■ 61,50 61,74 — —— — — 63,13 63,39 80,59 80,91 33,61 33,75 Nr. 13 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für GberWen)Donnerstag, 1b. Januar (936 Aus Oer Provinzialhauptstadt. Wehrpflicht und Reifeprüfung. In einem Schreiben des Generalkommandos des Vll. AK. wird u. a. ausgeführt: In der Regel haben die Wehrpflichtigen des Geburtsjahrganqes 1916 in der Zeit vom 1. Oktober 1936 bis 31 Marz 1937 bzw. vom 1. April 1937 bis 30. September 1937 Reichsarbeitsdienft und vom 1. Oktober 1937 an aktiven Wehrdienst zu leisten. Das würde für einen Wehrpflichtigen, der im Jahre 1936 seine Reifeprüfung macht, bedeuten, das; er erst nach 2l/2 Jahren mir dem Hochschulstudium beginnen könnte. Einer solchen, vom wissenschaftlichen und finanziellen Standpunkt aus gleich zu bewertenden Härte vermag der Wehrpflichtige zu begegnen, indem er sich entweder für die Dauer seines Hochschulstudiums vom aktiven Heeresdienst zurückstellen läßt, oder freiwillig in das Heer eintritt. Will der Wehrpflichtige sich zurückstcllen lassen, so muß er tunlichst bereits bei der Anmeldung zur Anlegung des Wehrstammblatts seinen Antrag auf Zurückstellung bei der polizeilichen Mcldebehörde seines Wohnsitzes oder dauernden Aufenthaltes stellen. Die Zurückstellung selbst erfolgt nach § 25 der Dienstanweisung für die Musterung und Aushebung durch das Wehrbezirkskommando anläßlich der Musterung. Wenn der Wehrpflichtige des Geburtsjahrganges 1916 von dieser in § 16 des Wehrgesetzes vom 21. Mai 1925 vorgesehenen Ausnahme keinen Gebrauch machen will, kann er sich bei einem Truppenteil seines zuständigen Rekrutierungsbezirkes zum freiwilligen Eintritt für 1. Oktober 1936 melden. Meldeschluß hierfür ist der 31. Januar 1 9 36 ; Einstellungsgesuche, die bis zu diesem Tag nicht beim Annahmetruppenteil eingegangen sind, dürfen nicht mehr berücksichtigt werden. Welche Truppenteile für den einzelnen Wehrpflichtigen in Betracht kommen, kann beim zuständigen Wehrbezirkskommando erfragt werden. Einziehung der Abiturienten zum Arbeitsdienst. LPD. Der Beauftragte des Hauptamtes III der Deutschen Studentenschaft für H e s s e n , Baden und Saarpfalz gibt bekannt: Alle Abiturienten 1936, die die Absicht haben, zu studieren, werden zum 1. April 1936 zum Arbeitsdienst cingezogen, gleichgültig welchem Geburtsjahrgang sie angehören. Die Meldung zum Arbeitsdienst hat persönlich oder schriftlich bis zum 31. Januar 19 3 6 bei dem zuständigen Meldeamt des Arbeitsdienstes zu erfolgen. Die Meldung hat folgendermaßen zu erfolgen: Die Abiturienten haben sich bei dem für sie zuständigen Polizeirevier einen Freiwilligenschein für den Arbeitsdienst zu besorgen. Dabei haben sie folgende Urkunden vorzulegen: 1. Geburtsschein. 2. Nachweis über arische Abstammung, soweit er sich im Besitze des Bewerbers oder dessen Familie befindet. 3. Schulzeugnisse. 4. Ausweise über Zugehöriger zu nationalsozialistischen Formationen, Deutsche Lufthansa, Sanitätskolonne. 5. Ausweise über Teilnahme an Wehrsportlagern. 6. Nachweis über abgeleisteten Arbeitsdienst oder Wehrdienst (soweit in Frage kommt). 7. Ausweise über den evtl. Erwerb des Reichs- odsr SA.-Sportabzeichens bzw. Führerschein oder Segelflugschein. Diese Papiere sind bei der Polizei vorzulegen, wonach der Freiwilligenschein ausgehändigt wird. Mit dem Freiwilligenschein und der Erklärung des Erziehungsberechtigten, daß der Abiturient zu studieren beabsichtigt, hat sich der Abiturient bei dem zuständigen Meldeamt des Arbeitsdienstes zu melden. Die Untersuchung erfolgt dann nach Maßgabe des Arbeitsdienftmeldeamtes. Bei Schwierigkeiten oder Unklarheiten erteilt der Beauftragte des Hauptamtes III der Deutschen Studentenschaft für Hessen, Baden und Saarpfalz (bisher ^.erbindungsreferent), Frankfurt a. M., Viktoria-Allee 17, Auskunft. Gemeinschaftsarbeit zwischeuMgliedeni derDAF und Studierenden der Universität Gießen. Der Nationalsozialismus hat der Arbeit jedes schaffenden deutschen Menschen, die er für die Gemeinschaft leistet, entsprechende Würdigung und Anerkennung verschafft. Die Arbeit an der Drehbank, oder auf dem Büro ist für den Bestand des Volkes genau so notwendig, wie die wissenschaftliche Forschung an den Universitäten und Hochschulen. In der Zeit des Liberalismus war es jedoch dem schaffenden deutschen Volksgenossen nicht möglich, sich durch ernsthafte Mitarbeit an der wissenschaftlichen Forschung im Rahmen der Universitäten und Hochschulen zu betätigen, während es anderseits immer mit gewissen Schwierigkeiten verbunden war, dem Studierenden die Einfühlung in die Praxis und die Verbindung mit der Praxis zu ermöglichen. Besonders für die Studierenden der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften ist es unerläßlich, soll ihre Arbeit lebensnahe sein, daß die dauernde Fühlungnahme mit der Praxis aufrechterhalten bleibt. Der Leiter des betriebswirtschaftlichen Seminars der Universität Gießen, Prof. Dr. A u l e r , richtete deshalb im Einvernehmen mit der Gauwaltung der DAF. an die Deutsche Arbeitsfront die Aufforderung, eine Anzahl ihrer Mitglieder an den regelmäßigen Sitzungen dieses Seminars teilnehmen zu lassen. Die Einladung zur Teilnahme fand bei den aufgeforderten Mitgliedern der Deutschen Arbeitsfront freudige Aufnahme, soll doch bei dieser engen Zusammenarbeit zwischen Studierenden der Universität Gießen und der Deutschen Arbeitsfront die Möglichkeit geboten werden, die Männer der^Zraxis auf das engste mit der wissenschaftlichen Forschungsarbeit vertraut zu machen, während anderseits dem Studierenden durch die dauernden Aussprachen mit den in der Wirtschaft stehenden Arbeitskameraden Anregungen wertvollster Art geboten werden. Die in dem Seminar behandelten Themen betriebswirtschaftlicher Art bringen immer wieder neue Anregungen für die sich anschließenden Aussprachen. Abwechselnd werden die verschiedensten Themen durch Studierende oder Teilnehmer der Deutschen Arbeitsfront behandelt. Es ist klar, daß ein derartiges Zusammenarbeiten nicht sofort in zahlenmäßig großem Ausmaß von- statten gehen kann, sondern der Versuch, wie er in diesem Semester zum ersten Male an der Universität Gießen unternommen wurde, wird die Erfahrung für die Ausdehnung auf weitere Kreise der Mitglieder der Deutschen Arbeitsfront und das Zusammenarbeiten mit diesen erbringen müssen. Bei diesem ersten Versuch hat es sich jedenfalls bereits gezeigt, daß es die Universität bei den Männern der Deutschen Arbeitsfront mit aufmerksamen und eifrigen Mitarbeitern zu tun hat, so daß der Leiter des betriebswirtschaftlichen Seminars, Herr Prof. Dr. A u l e r , bereits feine Absicht, in Zukunft noch mehr Mitgliedern der Deutschen Arbeitsfront die Möglichkeit zu bieten, an den wissenschaftlichen Seminarabenden teilzunehmen, kundtat. W.M. Bornotizen. Tageskalender für Donnerstag NSG. „Kraft durch Freude": 20 bis 21 Uhr und 21 bis 22 Uhr fröhliche Gymnastik, nur für Frauen, im Lyzeum: 21 bis 22 Uhr Reiten, Reitschule Schömbs. — Gloria-Palast, Seilersweg: „Pygmalion". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:' „Ein Walzer um den Stephansturm". — Oberhessischer Ge- schichtsoerein: 20.30 Uhr Vortrag von Priv.-Doz. Dr. H. Richter: „Die Glauburg". — Oberhessischer Kunstverein (Turmhaus am Brandplatz): 11 bis 18 Uhr Ausstellung des Künstlerbundes „Isar". — Kneipp-Bewegung: 20 Uhr im „Bayerischen Hof" Vortrag von Frau Nicolai. Stadttheaier Gießen. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Infolge Erkrankung ist es Kapellmeister Paul Wal - t e r nicht möglich, die ersten Vorstellungen der Operette „Die Fledermaus" zu dirigieren. Professor Stefan T e m e s v a r y hat sich liebenswürdigerweise bereit erklärt, die Leitung der Aufführung zu übernehmen. Die Schulgesundheitspflege. Die Landesregierung — Abteilung II — hat den Direktionen der höheren Schulen, der gewerblichen Unterrichtsanstalten und den Kreis- und Stadtschulämtern eine Verfügung über die Schulgesundheitspflege zugehen lassen, in der es u. a. heißt: Der Herr Reichs- und Preußische Minister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung weist aus gegebener Veranlassung erneut auf die ernsten Gefahren hin, denen die schulpflichtige Jugend durch das Zusammensein mit tuberkulosekranken Mitschülern und Lehrern ausgesetzt ist. Die Möglichkeit schwerer Erkrankungen und nachhaltiger Gesundheitsschädigungen einzelner wie ganzer Klassen legt allen Verantwortlichen die strenge Verpflichtung auf, der gesundheitlichen lieber« wachung tuberkulosekranker oder tuberkuloseverdächtiger Schüler und Schülerinnen sowie Lehrer und Lehrerinnen aller Schularten peinlichste Aufmerksamkeit zuzuwenden. Mit Nachdruck verweise ich auf die Notwendigkeit, die geltenden Vorschriften über die Schulgesundheits- pflege gewissenhaft zu handhaben. Ich lege Ihnen die Verpflichtung auf, bei jeder Art von Begegnung zwischen Lehrer- und Schülerschaft die gesundheitlichen Belange peinlichst zu beachten, und erwarte selbstverständlich, daß in allen Fällen des Verdachtes auf ansteckende Krankheiten, insbesondere auch tuberkulöser Art, sofort bestimmungsgemäß das Weitere veranlaßt wird. Ausscheidende GenchSsaffessoren. Der Reichsjustizminister hat angeordnet: Die dem Jahrgänge 1929 angehörenden Gerichtsassessoren scheiden mit.dem 30. September 1936 aus dem Justizdienst aus, sofern sie bis dahin weder als Anwärter übernommen noch im Justizdienst planmäßig angestellt sind. Falls sie am 30. September 1936 noch zum Reichs-, Staats- oder Parteidienst beurlaubt sind, endet ihr Beamtenverhältnis erst mit Beendigung dieser Beurlaubung, spätestens jedoch mit dem 31. März 1939. Die Angehörigen dieses Jahrganges einschließlich der Beurlaubten — auch soweit sie zum Reichs-, Staats- oder Parteidienst beurlaubt sind — können den Antrag auf Uebernahme als Anwärter nur bis zum 1. Mai 1936 stellen. Schußwaffen für Genchtsvottzieher. In einer Verordnung des Reichsjustizministers wird bekanntgegeben: Die Gerichtsvollzieher (Obex- gerichtsvollzieher, Vollstreckungsobersekretäre, Ge- richtsoollzieherdiätare usw.) können ermächtigt werden, während der Ausübung des Dienstes, auf Dienstgängen und auf Dienstreisen eine Schußwaffe zu führen. Die Ermächtigung soll nur erteilt werden, wenn der dem einzelnen Beamten zugewiesene Bezirk eine besondere Gefährdung des Beamten und der seiner Obhut anvertrauten Vermögenswerte mit sich bringt. Dabei wird es sich vornehmlich um solche Bezirke handeln, in denen der Gerichtsvollzieher ausgedehnte und einsame Wege zurückzulegen hat oder in denen erfahrungsgemäß mit besonderer Gefährdung zu rechnen ist. Zweiie Rate der Reichsnährstandsbeiiräge fällig. ZdR. In Nr. 11 des „Deutschen Reichsanzeigers" vom 14. Januar 1936 ist der erste Nachtrag zur Beitragsordnung des Reichsnährstandes für die bäuerlichen und landwirtschaftlichen Betriebe veröffentlicht. Nach § 1 des Nachtrags wird der zweite Iah- resteilbetrag des Reichsnährstandsbeitrages für die bäuerlichen und landwirtschaftlichen Betriebe in der gleichen Höhe erhoben wie der erste Teilbetrag. Der zweite Teilbetrag ist, wie bereits in der Bei- tragsorbnung vom 25. September 1935 bestimmt ist, am 2 5. Januar 1936 zu entrichten, sofern nicht die Präsidenten der Landesfinanzämter einen anderen Fälligkeitstag bestimmt haben. Besondere Beitragsbescheide ergehen nicht. Die Beiträge sind an die zuständigen Finanzkassen zu entrichten. Die Beitragspflichtigen werden durch öffentliche Aufforderungen der Finanzämter an die Zahlung erinnert werden. Nationalsozialistische KnegSopferversorgung e. V. Ortsgruppe Gießen. w w Am Samstag, 18. d. M., 20 Uhr, findet im Katholischen Vereinshaus, Liedigstraße, eine General- mitglieder - Versammlung statt. Es spricht Kamerad Professor H a e n ch e n über „Reichsgründung — Frontsoldatentum und Nationalsozialismus." Gleichzeitig Einführung der neuen Zellenleiter (Neuaufbau der Ortsgruppe) und Ausgabe der eingezogenen Mitgliedskarten. Erscheinen ist Pflicht und Ehrensache. Außerdem Generalmitgliederappelle für Stützpunkte Lollar und Mainzlar am Sonntag, 19. Januar 1936, um 14.30 Uhr in Lol- lar im „Schwanen", Besitzer Hettche, Hauptstraße; für Stützpunkte Großen-Buseck, Alten- B u s e ck und Rödgen am Sonntag, 19. Januar 1936, um 17 Uhr, in Großen-Buseck, Lokal: Bahnhofswirtschaft, Besitzer Kamerad Gans: für Stützpunkte Lang-Göns, Holzheim, Großen-Linden, am Sonntag, 19. Jan. 1936, um 20 Uhr, in Lang-Göns, Lokal Hebbel und für Stützpunkt Watzenborn-Steinberg am Samstag, 18. Januar 1936, um 20 Uhr, in Watzenborn - Steinberg. Heil Hitler! Nationalsozialistische Kriegsopferversorgung e. V., Ortsgruppe Gießen. Halbroth, Ortsgruppen-Obmanm Erster Kameradschastsabend der Gruppe Verkehr. Am Samstag fanden sich die Angehörigen der Gruppe „Verkehr" im Hause der Deutschen Arbeitsfront Gießen zu einem ersten kameradschaftlichen Zusammensein ein. Es war — wie man uns berichtet — der erste Kameradschaftsabend, den die Gruppe „Verkehr" veranstaltete, und es war zum erstenmal, daß Betriebsführer und Gefolgschaftsmitglieder gemeinsam einige frohe Stunden verbrachten. Pg. W e h r u m begrüßte im Namen der Deutschen Arbeitsfront die zahlreich Erschienenen und hieß sie herzlich willkommen. Als Vertreter des Gaues sprach zu den versammelten Kameraden der Gaufachgruppenwalter für das Kraftfahr- und Fuhrgewerbe Pg. Knecht. Er betonte die Notwendigkeit des Verbundenseins von Betriebsführer und Gefolgschaftsleuten zu gedeihlicher Zusammenarbeit im Betriebe. Sie alle sollen sich fühlen wie die Mitglieder einer großen Betriebsfamilie, und jeder soll auf das Wohl des anderen bedacht fein. Erst durch das Gefühl des Zusammengehörens kann jeder Betriebsangehörige seine Arbeit so verrichten, wie dies zum gedeihlichen Aufbau unerläßlich ist. Auch die Entlohnung, die zur Zeit noch stark unterschiedlich ist, muß eine einheitliche Regelung erfahren, denn auch hierin soll die Arbeit jedes schaffenden deutschen Menschen ihre Würdigung finden. Es ist zu erwarten, daß in aller Kürze ein Tarifvertrag herauskommt, der einheitlich und für alle Teile gerecht sein wird. Pg. M e r t e s von der Abteilung für Arbeits- Erlebn'S im Hamtei-Gchloß -33on Werner Schumann Vor einigen Jahren wohnte ich in Espergjaerde am Oeresund und fuhr am Tage vor der Heimreise, um zu Hause nicht eines unverantwortlichen Versäumnisses geziehen zu werden, nach der alten, schönen Handelsstadt Helsingör. Hier steht das Heiligtum der Dänen, Schloß Kronborg, und wer Hamlet liebt, muß auch diese ehrwürdige Feste lieben, wo der geheimnisumwitterte Dänenprinz u)en Geist seines Vaters umgehen sah und noch lheutzutage um Mitternacht eine weiße Frau auf Den Zinnen erscheint.- Aber ich ging nicht zu mitternächtlicher Stunde lkronborgwärts — warum sollte ich die Schildwache «rschrecken —, sondern an einem himmelblauen Vormittag, als alle Türme in der Sonne funkelten und foie Frauen von Helsingör mit großen Markttaschen V um Arm lustig schwatzend zu Mittag einkauften. Neber drei Zugbrücken führt der Weg, durch verwitterte Renaissancetore, er führt immer tiefer aus Der Tageshelle ins Nachtdunkle, aus der Gegenwart ins Mittelalter, in die hallenden, modrig -iechenden, trostlosen Steinschluchten und Gewölbe, wo der uralte Holger Danske mit dem langen Barte haust. Ich hatte mich der ungeschriebenen Führung :urch das Museum mit dem Hinweis auf ein Trinkgeld entledigte um das Bild, das ich von Hamlet, von er armen Mathilde, unglücklichen Königin, und Däne- narks Barbarossa in mir trug, nicht durch Kastellangeschwätz zerstören zu lassen. Ich suchte das Alleinsein, und fand es seltsamer- v»eise auch, wohl eine gute Stunde lang. Ich stand im Halbdämmer der Kasematten, in denen man ? lug und Waffenlärm und dröhnendes Kartenspiel iter Soldaten zu hören meint und manchmal auch, vie in eine Muschel, den dumpfen Brauseton des h er nicht mehr fernen Meeres. Ich stand vor den emgeferbten Zeichen einer Füsiliershand und legte d«e meine auf das eisigstarre Gestein, an dem viel- liicht die Hellebarden lehnten, wenn die Wache sylläsrig in der Ecke lag. / Da näherten sich Schritte, die Schritte des Wär- ttig ist bas Buch ein NLnbttchl-i^"' b™t|d,Cn Leibes unb deut- Sie neue deutscheEiskunstlaufmeisterin. Die Leichtathletik-Vereinsmeisterschaften sind jetzt neu ausgeschrieben worden. Die Klassenelnteilung bleibt die alte. Für alle Klassen ist ein 4 X 100-m- Staffellauf neu eingeführt morden, für die Sonderklasse zudem ein 400°m°Hürdenlauf. Die Meisterschaftskämpfe müssen in der Zeit vom 16. Mai bis 11. Oktober durchgeführt sein; für die Sonderklasse ist am 19. und 20. September ein Endkampf der bis dahin besten Vereine nach Stuttgart angcsetzt, Erneut wird am Samstag und Sonntag. 18. und 19. Januar 1936, die Frankfurter Festhalte gung zu stellen. Nur durch Leistung sind wir in der Lage, den wirtschaftlichen Kampf, in dem wir uns zur Zeit befinden, eines Tages zum siegreichen Ende zu führen. Jeder muß nun helfen, indem er an dem Platz seiner beruflichen Betätigung, auf den ihn das Leben gestellt hat, für die Gemeinschaft die höchste berufliche Leistung vollbringt. Nach Beendigung des ersten Teiles schloß sich ein kameradschaftliches, freudiges Zusammensein an, das von der NS.'Gemeinschast „Kraft durch Freude" gut unterhaltend bestritten wurde. Lange wurden die Kameraden aus der Gruppe „Verkehr" bei recht frohem Verweilen zusammengehalten. Gießener rvochenmarktpreise. * Gießen, 16. Jan. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,55 Mk., Landbutter 1,42, Markenbutter 1,60 Mk., Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, inländische, ungezeichnete 10 bis 11, Wirsing, das Pfund 10 bis 15, Weißkraut 10, Rotkraut 15 bis 16, Gelbe Rüben 9 bis 12, Rote Rüben 10, Spinat 15 bis 20, Unterkohlrabi 7 bis 8, Grünkohl 12 bis 15, Rosenkohl 25 bis 30, Feldsalat 70 bis 90, Zwiebeln 10 bis 15, Meerrettich 30 bis 65, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Aepfel 10 bis 30, Birnen 25, Nüsse 40 bis 50, Gänse 90 Pf. bis 1 Mk., Blumenkohl, das Stück 30 bis 50, Salat 35 bis 40, Endivien 10 bis 25, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 15, Sellerie 5 bis 40. und Vielspänner, ganz erstklassig ausgefallen. Das erfreulichste Moment an dem Turnier ist fürviele aber auch die Tatsache, daß in einem Teü per Wettbewerbe der Nachwuchs, die jungen HJ.-Rener, die SA.- und SS.-Reiter im Kampf fein werden, ffuhball im Turnverein Krohen-Linden Großen-Linden I — 5SB. Steinbach I 3:3 (2:1). Am Sonntag weilte Steinbach mit zwei Mannschaften in Großen-Linden. Das Spiel der beiden ersten Mannschaften wurde überaus hart durchgeführt, blieb aber in erlaubten Grenzen. Was Die Platzbesitzer an Technik voraus hatten, ersetzten Die Gäste durch Härte. Schon in der 5. Minute konnten die Gäste durch einen Fehler der einheimischen Hintermannschaft in Führung gehen. Die mußte in der Folge das Spiel mit zehn Mann austragen, weil ein Spieler verletzt wurde. Trotz der Schwächung gelangen ihr bis Halbzeit zwei Tore Nach der Pause schoß der Linksaußen von Steinbach Ausgleichs- und Führungstor. Man rechnete schon mit einem Siege der Gäste, da bekam Gro- ßen-Lindens Halblinker in Schußstellung den Ball und der Torhüter von Steinbach (der beste Spieler der Gästeelf) hatte das Nachsehen. Großen-Lindens Jugend INeister der Gruppe D. Im Spiel der beiden Jugendmannschaften gelang den Platzbesitzern ein hoher Sieg mit 9:1 Toren. sührung und Berufserziebung der DAF. machte Ausführungen über die Aufgaben dieser Abteilung. Wenn wir heute noch einmal Rückschau halten auf das. was vor der Uebernahine der Gewerkschaften war, und dein gegenüberftellen die große Organisation der Deutschen Arbeitsfront, in der sich Betriebsführer und Gefolgfckaftsmitglieder zu gemeinsamer Arbeit zusammengesunden haben, so können wir nur staunend vor dem stehen, was in den letzten 2/4 Jahren in dieser Organisation geleistet wurde. Es geht um eine Gesamterfassung der deutschen fchassenden Menschen, gleich ob diese auf kulturellem, unterhaltendem oder beruflichem Gebiete liegt. Ueberall hat die Deutsche Arbeitsfront angesetzt und es zu erstaunlichen Leistungen gebracht. Diese Leistungen können aber nur dann erstellt werden, wenn sedes Mitglied der Deutschen Arbeitsfront bereit ist, in feiner Organisation mitzuarbeiten. Auch in der Berusserziehung gilt es noch große Ausgaben zu lösen. Eine eigene Abteilung innerhalb der Deutschen Arbeitsfront will jedem Schaffenden die Möglichkeit bieten, sich im Kreise seiner Arbeitskameraden mit den neuesten Errungenschaften in den einzelnen Berufen vertraut zu machen. Wenn die Abteilung innerhalb der DAF. auch noch jung ist, so kann sie doch bereits auf beachtliche Erfolge schauen. Durch 0. »'Ä’Ä w” »»■> Kurze Sportnotizen. Seinen ersten Start im Schwergewicht ab- soloierte der Banner Adolf H-ufer am Samstag, abend vor 6000 Zuschauern in der Kölner Rhein landhalie. Heuser trat aus Hans Sch o nrath- Krefeld, den er über 10 Runden sicher bcfl®9isterschasten für ein Groß-Turnier des deutschen Reit- und Fahrsports den Rahmen abgeben, der glanzvoller nicht gedacht werden kann. Bilder von eindrucksvoller Wucht und bezaubernder Schönheit wird auch dieses Turnier, schon das dritte der Frankfurter Festhallenturniere, vermitteln. Allein die Beteiligung mit über 500 Einzelnennungen erweist schon das imponierende Ausmaß der Veranstaltung. Die SA.-Gruppe Hessen selbst ist mit der Reiterstandarte 49 und dem Frankfurter Reit- und Fahr- Club Trägerin des Turniers und darüber hinaus an den hervorragend unb liebevoll aufgebauten Schaunummern allein beteiligt. Die sportliche Ausbeute bcs Turniers wirb wieder denkbar gut sein, denn bei den Reitprüfungen, in den großen Jagdspringen und bei den Fayrwctt- beroerben, bie im Vorjahr in ber Festhalle so sehr imponiert haben, ist glanzvolles Material, sinb bie führenben Reiter, Reiterinnen und Fahrer in großer Zahl am Start. Unter ben Spitzenkräften ber Teilnehmer nennen wir den Meister der deutschen Springreiter SS.- Untersturmführer Temme, den Sieger im letzten deutschen Spring-Derby. Wir nennen weiter Frau v. Opel, deren Spring-Derby-Sieg 1934 mit Nanuk eine Sensation war. Beide werden in Frankfurt am Start sein unb mit ihnen eine große Zahl weiterer Zivilreiter vom Schlage bcs Hamburgers Merge11, bes Münchners G. Lange, des Berliners W. Spillner, der glänzenden jungen Reiterin Eva Kutscher (Berlin), bie alle ben Wettbewerb mit ben Reiter-Offizieren Des Reichs- Heeres aufnehmen werden. Von ben Reitern im felbgrauen Rock feien Oblt. Niemack, Hptm. Schuiick, Major Hamann, Ob!t. Lennö (Adjutant ber 1 Ab teilung bes Artillericregiments 9 in Gießen). Graf v. Luckner, die Pferde ber Cannftatter, Fritzlarer, Celler und Vcrdener Formationen heroorgehoben, ebenso auch der Vorjahrsfieger Hptm. Schäffer (Kassel). Natürlich sind Die Rcitwettbewerbe in ihrer stärksten Besetzung entsprechend zusammengesügt, sind die Prüfungen der.Gespanne, vor allem der Mehr- Veranstaltungen verschiedenster Art soll jeder Volks- genösse angesprochen werden, sich in seinem Berufe immer mehr zu Leistum Gruppe „Verkehr" wird „ , mal der Ansatz gemacht werden, einen Lehrgang zur Durchführung zu bringen. Dieser Lehrgang wird die neue Verkehrsordnung zum Gegenstand des Lehrstoffes haben. Aus ben burchgeführten Lehrgängen werben sich bann Arbeitsgemeinschaften bilben, in benen gleichinteressiertc Volksgenossen sich zusammenfinben, um sich burch Erfahrungsaustausch die erworbenen beruflichen Kenntnisse zur Versü- ---------------------------------------------------------- & h h im Mittelpunkt, wo hunderttausend Ein umfassender Ueberblick auf die gewaltigen Bauten des Reichssportfeldes bei Berlin mit Der ^l’^Snoüenbung steht. Die u" b 1 in s Zuschau r die Olympischen Kämpfe »erfolgen werden. Links ist das Schwimmstadion, bas k^z °or - (Scherl-Bilberbienst-M.) im Vorbergrunb flankieren bie Hauptzugangsstraßen. Jrn Hintergrunb behnt sich bns Hausermeer ber Re.cysyaup k, W-W W jl-d'l"..-» Ä »S Sl-I UÄ ss närölid ist a HnÄr! N-«° W i“5 * [ gi[t« oud) no' «innett Wann diese D konnte bisher gs SS nicht im Drei denn sie best Krieges nicht,r haben aber bei geht von Mun Dörfer. 3n Flur- un noch am leber Dörfelsberg u und der Dör Buseck noch a mon einen Di mOn Mich Wilshausen r behör zum J Es Heini l P"isÜrchen a Amelungshau! die Bezeichnu hauserweg" ui namen „SBäller weg", wie aut an bas ausge Wolfshausen er an den Kornbe .Lärnberqweg" hält das Ander D Alsfel sand die erste neuen Jahre sl der Aussührur Ttadtwald bmilligten Ma t Hottli Urljebened 26 vorlfetzung ..Sie rührte «HM gab ff biimtiun Wnju ifm A * sich 5* °°" ÄS'i «äff Aff Slunb sti°b Ms- Rui" sT'Ubg jlul M! trs ttinh ■ r Qr Idja”” >° Io । । ers Wrcßei Qrollen li '■« i Wc Sie‘“Ifen r «um r^ten y,Net , Konten f Oberyeffen. Alte Flurnamen im Buseck-r Tal. wg. Großen-Buseck, 14. Jan. Unser fruchtbares Tal war von jeher und schon frühzeitig besiedelt. Zeugen dafür sind außer einigen alten Orts- benennungen in unserer Gemarkung vor allem auch die Hügelgräber, die sich einzeln und gruppenweise in den Wäldern fanden, allerdings nicht mehr bis auf den heutigen Tag erhalten find. Die Verteilung der Wohnplätze war jedoch zu früheren Zeiten und noch im Mittelalter eine andere als heute. Es bestanden vor allem viel mehr, aber kleinere Orte im Tale, als es gegenwärtig der Fall ist. Zu gleicher Zeit mit Großen-Buseck, vermutlich aber schon früher, lagen einige Orte in unserer Gemarkung, von deren einstigem Bestehen heute noch Wege- und Flurnamen zeugen. So lag nordwestlich von Großen-Buseck Bälsers- hausen, nördlich Amelungshausen (oder Omels- hausen), östlich Dörfel, nordöstlich (jedoch nicht in unserer Gemarkung) Wilshausen und südlich Wolfshausen. Ob Wolfshausen ein Dorf oder nur ein Hof war, ist allerdings nicht bekannt. Einzelhöfe traf man in unserer Gemarkung früher mehrere an. So lag der Körnberghof an der Stelle oder in der unmittelbaren Nähe der Ganseburg. Nicht weit davon am Oeleberg stand die sogenannte „Klöppelsburg", eine Oelmühle, in der die Oelfrüchte mit Klöppeln zerquetscht und dann gepreßt wurden. Die Lepper-, die Spitz- und die Scheidemühle waren früher ebenfalls solche Höfe. Von den bereits genannten Orten bestand Wilshausen noch im Jahre 1508. Im Steuerregister von 1544 wird der Ort aber bereits nicht mehr geführt. Am längsten nach Wilshausen soll jedoch Amelungshausen bestanden haben. Amelungshausen wird noch um das Jahr 1500 als Dorf erwähnt. Außer den vorgenannten Orten liest man im Arnsburger Register auch noch ein Liefenrode. An diesen Ort erinnert jedoch in Großen-Buseck nichts mehr. Wann diese Dörfer eingegangen sind und warum, konnte bisher noch nicht mit Bestimmtheit nachgewiesen werden Möglicherweise waren es ungünstige wirtschaftliche Verhältnisse, die die Bewohner zwangen, ihre Anwesen zu verlassen oder verfallen zu lassen. Jedenfalls aber dürfte feststehen, daß sie nicht im Dreißigjährigen Krieg zerstört wurden, denn sie bestanden bereits bei Ausbruch dieses Krieges nicht mehr. Die genannten Orte und Höfe haben aber bestimmt bestanden, denn noch manches geht von Mund zu Mund und erinnerte an jene Dörfer. In Flur- und Wegnamen sind diese Erinnerungen noch am lebendigsten und sichersten erhalten. Der Dörfelsberg und der Dörfelspfad, die Dörfelswiese und der Dörfelswiesenweg erinnern in Großen- Buseck noch an das Dorf Dörfel. In Beuern kennt man einen Dörfelswald. Von Wilshausen kündet noch der Wilshäuserwald. W'lshausen wird im 15. Jahrhundert noch als Zubehör zum Kirchengebiet Großen-Buseck bezeichnet. Es scheint dann aber an Beuern, Bersrod und R"is^irchen qekommen zu sein. Von Gern früheren Amelungshausen oder Omelshausen stammen noch die Bezeichnungen „Unter und über dem Amels- häuserweg" und die „Die Dorfwiese". Die Flurnamen „Bälsershäuierwäldchen" und „Bälsershauser- weg", wie auch „Hinter Bälsershausen" erinnern an das ausgegangene Dorf Bälsershausen. An Wolfshausen erinnert die Flur „Im Wolfshause" an den Körnberghof der ..Körnbergwald" und der „Körnbergweg". Der „Klöppelsbürgerweg" ober hält das Andenken an die Klöppelsburg aufrecht. ^atsherrensitzung n Ais^e b D Alsfeld, 15. Jan. Am gestrigen Dienstag fand die erste Sitzung der Ratsherren im neuen Jahre statt. Man beschäftigte sich zunächst mit der Ausführung von Notstandsarbeiten im Stadtwald Hombera. Die im Rahmen einer bewilligten Maßnahme als Notstandsarbeiten in Angriff genommenen Wegebauten im Stadtwald Homberg mußten eingestellt werden, da infolge verschiedener unvorhergesehener Umstände der bewilligte Kredit nicht ausreichte. Auf Anregung des Forft- amts sollen wenigstens die dringend notwendigen Arbeiten in dieser Maßnahme fertiggestellt werden. Hierzu ist ein weiterer Kredit in Höhe von etwa 600 RM. erforderlich. Nach Anhörung der Rats- herren wurde die Entschließung dahin getroffen, daß gemäß dem Vorschlag des Forstamts Eudorf die Notstandsarbeit zum Abschluß gebracht werden soll, unter der Bedingung, daß das Landesarbeitsamt die Ausführung der Arbeiten in eigener Regie, bei Tief- bauarbeiterarif und in der 42-Stunden-Woche genehmigt. Eine Kapitalaufnahme für einen Erweiterungsbau a m F e ld b e r e i n i g u n g s am t und für den Ankauf des Sportplatzes in der Rambach ist notwendig. Infolge Vermehrung des Personals in den Räumen des Feldbereinigungsamts reichen diese nicht mehr aus. Auf Ersuchen der Staatsregierung soll noch ein behelfsmäßiger Anbau an das Gebäude, der mit 6000 RM. veranschlagt ist, errichtet werden. Die aufzunehmenden Kosten werden vom Staat zu 6 v. H. als Miete verzinst. Für den Ankauf des Sportplatzes in der Rambach, dessen Notwendigkeit der Vorsitzende eingehend begründete, ist ebenfalls eine Kapitalaufnahme von 6000 RM. erforderlich. Die Kapitalaufnahme wurde beschlossen. Die dazu erforderliche Nachtragshaushaltsatzung wurde gemäß dem Nachtragshaushaltsplan festgestellt. Bezüglich der durch Errichtung eines Neubaues erforderlich gewordenen Benennung einer neuen Orts ft raße innerhalb des alten Stadtteiles erhielt diese den Namen „Am Hofacker", da man Gewicht darauf legt, die historischen Namen in diesem Stadtteil festzuhalten. Ueber die Benennung der neuen Siedlung an der Hochstraße wurde ein Beschluß noch nicht gefaßt. Landkreis Gießen. -s- Wieseck, 15. Jan. Unser Vogelschutzgehölz, das in Gemeinschaft von Obst- und Gartenbauverein, Gemeindeverwaltung und Jagdpächtern vor fünf Jahren angelegt wurde, hat sich so prächtig entwickelt, daß im Laufe des Nachwinters von fachmännischer Hand der sogenannte Quirlschnitt vorgenommen werden kann. Die Hoffnungen, die zu der Anlage des Gehölzes bestimmend waren, haben sich voll und ganz erfüllt. Für die Frei- unb Erdbrüter wurden gern angenommene Niststätten geschaffen, und auch das Niederjagdwild konnte Schutz gegen Feinde finden. Allein 6 Nester von Goldammern und Hänflingen konnten im letzten Jahre feftgeftellt werden. Die mit der Vogel- und Wildschutzanlage gemachten guten Erfahrungen haben die Veranlassung gegeben, ein weiteres Gehölz zu schaffen. Die Buderusschen Eisenwerke stellten dazu eine ausgebaute Sandkaute im Dörrloch in uneigennütziger Weise zur Verfügung. Bereits im Herbst sind die ersten Bepflanzungen durchgeführt worden, die Vervollständigung des Bepflanzungsplanes wird im kommenden Frühjahr wieder von den interessierten Körperschaften vorgenommen werden. In Erwägung gezogen ist weiterhin, den Wafserlauf der Wieseck im Sinne einer modernen Landschaftsgestaltung zu begrünen, um mit der Pflege des Vogelschutzgedankens auch eine Verbesserung der Bienen- weide zu tätigen. = Wieseck, 16. Jan. Die hiesige Orts« bauernschaft hielt gestern abend in der Wirtschaft Keller ihren ersten diesjährigen Schulungsabend ab, der sich eines guten Besuches erfreute. Ortsbauernführer H. Rodenhausen wies nach herzlicher Begrüßung auf die hohe Aufgabe des Bauernstandes hin, dessen heilige Pflicht es sei, mit allen ihm zu Gebote stehenden Mitteln für die volle Nahrungsfreiheit des deutschen Volkes Sorge zu tragen. Nachdem die Getreideschlacht sieg- Nicht müd- werden, Annelies! Vornan von Bernhard Lonzer. Urheberrechtsschutz: Auswärts-Verlag, Berlin. 26 Fortfetzung. Nachdruck verboten! Sie rührte sich kaum als er herankam und ihr die Hand gab, aber sie sah mit einem dankbaren, fast demütigen Ausdruck in den herrlichen dunklen Augen zu ihm auf. Er löste sich mit einem seltsamen Zucken der Schultern von ihrem Blick und sah zum Himmel auj. „Ich glaube, wir haben für unsere Fahrt keine gute Stunde gewählt." Sie sah mit schwermütigen Augen in das fahle Abendlicht. „Jede Stunde, die ich noch mit dir zusammen verbringen darf, ist gut. Laß uns fahren, wenn es auch ein Unwetter geben sollte." Er widersprach nicht, aber er wußte, daß es schwerer sein würde, diese Stunde zu überstehen, als er sich gedacht hatte. Das Boot lag bereits im Wasser. Sie stiegen ein. Günther stieß das Fahrzeug vom Ufer ab, ein paar kräftige Ruderschläge, dann lieh er es mit der Strömung flußabwärts treiben. Sie wußten beide, daß es um etwas anderes ging als um eine bloße Bootsfahrt; aber es schien, als scheute sich jeder von ihnen, das erste Wort zu sprechen. Es war still zwischen ihnen. Nur ab und zu flatterte ein belangloses Wort über das dunkle Wasser hin, und jedem dieser nichtssagenden Worte zitterte ein dunkler, verhaltener Klang nach. So glitten sie langsam und tatenlos durch den wolkenüberschatteten Abend hin. Der Himmel war ohne Mond und Sterne. Als das knorrige Geäst der sieben alten Eichen vom jenseitigen User herüberdunkelte, lenkte Günter das Boot hinüber. Wetterschein brach zuckend aus den Wolken, als er es am Ufer anpflockte. Sie achteten nicht darauf. Es war ja fo gleichgültig, was um sie yerum geschah. Schweigend schritten sie in das Bruch hinaus, das in dem zerrissenen Dunkel ohne Grenzen zu sein schien. Leise schob sich Mias Hand in Günters Arm. Er ließ es geschehen Da rollte Donnergrollen dumpf aus der Ferne heran, und schon sielen die ersten Tropfen. Sie wandten sich um und gingen wieder zuruck, kaum schneller als zuvor. Als sie eben wieder das Ufer erreicht hatten, brach das Unwetter mit aller Gewalt los. Krachend zuckten die fahlen Blitze in unaufhörlicher Folge herab. In heftigen, rauschenden Strömen stürzte der Regen nun hernieder. Unweit der alten Eichen stand eine leere Feldscheune. Sie gingen hinüber und traten unter. Und nun tobte das Wetter, als wäre die Hölle losgelassen. Rundum lohte der ganze Himmel von dem Gezack der Blitze. Dazwischen rauschte der Regen sein brausendes Lied. Mia starrte mit dunklen Blicken in das Toben. „Las scheint der Himmel jedesmal für uns aufzuheben. Weißt du noch, Günter, damals, als wir uns zum ersten Male wiedersahen? Damals — im Wald — überraschte es uns auch. Aber es war ein Sonnenregen — ein freundlicher, tröstlicher Regen, der einen so unsinnig froh machte. Damals konnte man sich noch als verwunschene Prinzessin fühlen. Und du warst der Ritter, der Zuflucht in meinem Reiche suchte. Kinderträume!, nanntest du es, und du hast wohl recht gehabt. Heute ist alles anders. Es kommt einem vor, als wäre das schon Jahrzehnte her, und — als wäre man alt geworden in dieser Zeit!" „Vielleicht haben wir uns in dieser Zeit wirklich gewandelt!" erwiderte Günther mit ausdrucksloser Htimme. Mia schien seinen Worten, die in dem Rauschen und Krachen verhallten, nachzulauschen. „Du vielleicht, Günther. Du hast dich gewandelt. Und darum — ich habe dich schon einmal gefragt, damals in den Weiden, ob ich wieder abreifen soll, und ich möchte dich heute wieder fragen: „Willst du, daß ich abrgife?" Sie hatte sich ihm zugewandt und sah wie ein demütiges Weib, das nichts für sich will, zu ihm auf. Da richtete Günter sich aus. „Diese Stunde mußte einmal kommen, Mia. Es muß einmal klar zwischen uns werden. Und darum — ja, es ist vielleicht gut, wenn du vorläufig wieder abreist. Wenn wir uns eine Zeitlang nicht sehen, werden wir wissen, ob das Schicksal uns füreinander bestimmt hat oder nicht." Sie senkte den Kops wie unter einem harten Urteilsspruch und sah stumm vor sich nieder. Dann hob sie ihm schweratmend das Gesicht wieder entgegen. . „Du weißt es es schon heute. Du — liebst mich nicht mehr, Günter?" Ganz dicht vor ihm brannten ihre Augen. Oder war es der Widerschein der Blitze, der ihren Blick in dunklem Feuer aufglühen ließ? „Du liebst mich nicht mehr, Günter?" wiederholte sie langsam und schwer. Er hob den Blick über sie hinweg. „Ich — weiß es nicht!" erwiderte er fast keuchend. Sie zuckte zusammen. Aber das dunkle Feuer in ihren Augen blieb. „Es ist ja nicht wahr, Günter, daß du es nicht weißt. Du willst es nur nicht wissen. Weil du nicht vergessen kannst oder nicht vergessen zu können alaubst, was ich dir angetan habe. Ich habe es ja reich durchgekämpft sei, gelte es nun den nötigen Bedarf an Fett, Eiweiß und Gespinstfasern aus eigner Scholle zu erzeugen, um Devisen für die Einführung von Rohstoffen zur Durchführung der Arbeitsschlacht frei zu bekommen. Auch in unserer Gemeinde sollen nun Gärfutterbehälter für Kartoffeln und Grünfutter geschaffen werden, damit die ausländischen Futtermittel, wie Sojaschrot, Oel- kuchen und Leinsaatmehl nicht mehr benötigt werden. Freiwillig erklärten sich auch eine Anzahl Landwirte bereit, eine kleine Fläche mit Flachs zu bestellen, um an ihrem Teile zum Sollaufkommen der 200 Morgen Flachsanbaufläche des Landkreises Gießen beizutragen. Der Ortsfachberater für Obstbau sprach nun über Bedeutung und Ziel des Pflanzenschutzes. Tierische und pflanzliche Feinde, so führte der Redner aus, bedrohen in einer Unzahl unsere Kulturpflanzen. An 16 Obstsorten sind es 1671 Schädlingsarten, bei unfern Gemüsearten 704, bei Futter- und Getreidepflanzen 988 und bei 14 Waldbäumen 4637 Schädlinge, denen unser Kampf gilt. Sachgemäße Schädlingsbekämpfung ist daher staatsbürgerliche Pflicht. Unter den allgemeinen Pflanzenschutzmaßnahmen wurde besonders vor übermäßiger Stickstoffdüngung gewarnt und reichlichen Gaben Kali, Superphosphat und Kalk das Wort gesprochen. Der Schutz der natürlichen Feinde der Pflanzenschädlinge, wie Vögel, Marienkäferchen u. a., hilft den Kampf erleichtern. Durch planmäßige Unkrautbekämpfung, Verwendung erstklassigen Saatgutes und richtige Bodenbearbeitung ist der Erfolg zu sichern. Eine rege Aussprache schloß sich den Ausführungen an. Um die planmäßige Winterspritzung mit Obstbaurnkarbolineum Das verbrecherischeTreiben derZigeuner. Oie Vernehmungen der KrankfurterZigeunerbande.BedrohungderBelastungS- zeugen. - Oie Hintergründe der Mordtat von Weiermünde. LPD. Frankfurt a. M., 15. Jan. Die umfangreichen Ermittlungen der Kriminalpolizei gegen die wegen Devisenschiebungen und des Mordes von Wefermünüe in Frankfurt am Main verhaftete Zigeunerbande dauern an. Wenn die Zigeuner auch versuchen, durch eine bestimmte Taktik weiterhin die Untersuchung zu erschweren oder zu verschleppen, so haben jedenfalls die bisherigen Vernehmungen und Nachforschungen interessante Einzelheiten ergeben, die gleichzeitig mit aller Deutlichkeit das asoziale und verbrecherische Wirken der Zigeuner beleuchten. Die folgenschwere Schlägerei an der Frankfurter Großmarkthalle, die bekanntlich zu der umfangreichen Razzia und Festnahme der Zigeuner Veranlassung gab, konnte soweit aufgeklärt werden, daß man die drei Haupttäter und drei weitere Beteiligte ermittelte. Aber noch während diese Untersuchungen liefen, wurde auf die Belastungszeugen bereits ein ungeheuerer Druck ausgeübt, indem man ihnen gleichzeitig hohe Summen in ausländischem Geld anbot, wenn sie ihre Aussagen zurücknehmen würden. Man sieht also, daß die Zigeuner trotz allen Leugnens noch im Besitz von Devisen sind. Selbst von außerhalb werden diese Drohungen an die Zeugen gerichtet, ein Zeichen, wie schnell der Nachrichtenapparat der Zigeuner arbeitet. Daß man auch vor Gewalttaten nicht zurückschreckt, geht z. B. daraus hervor, daß man das Pferd eines Zeugen schwer mißhandelte. Inzwischen konnten auch der Mord von Weser- münde und seine Hintergründe weiter aufgeklärt werden. Der alte Zigeunerprimas Korpatsch war damals das Oberhaupt der Zigeuner, die im Hamburger Bezirk wohnten, und übte in dieser Stellung einen ungeheueren Einfluß aus. Alle Zigeunerfamilien, die schwächer waren als seine Sippe — sie zählte hundert Wagen — und in sein Gebiet kamen, waren ihm untertan und mußten Tribut zahlen. Was der alte Korpatsch für den Hamburger Bezirk eingeführt hatte, soll auch von anderen Sippen in deren ständigen Wohngebiet so gehandhabt worden sein, so auch von der Sippe Meininger - Hoffmann, die im Gebiete von Wesermünde ansässig war. Als Korpatsch nun im vergangenen Jahr in dieses Gebiet kam, forderte man auch von ihm einen Tribut, den er jedoch als Erpressung bezeichnete. Abends kam der Zigeuner Hoffmann mit einem anderen Mitglied der Sippe und seiner Braut in den Wagen des fremden Zigeunerprimas und forderte den Tribut. Es kam zu einer Schlägerei, in dessen Verlauf Hoffmann tödlich verletzt wurde. Nach dieser Tat trafen sich die Zigeuner der Sippe Korpatsch in einer Wirtschaft und verabredeten dort in ihrer Zigeunersprache, was sie bei ihren Vernehmungen aussagen wollten. Da beide Parteien ein Interesse daran hatten, daß die Polizei nichts von ihren Tributzahlungen erfuhr, erfand man die Geschichte mit einer betrogenen Stammestochter, die auch bei der Verhandlung eine 'Rolle spielte. Als man die Braut des Ermordeten den Mitgliedern der Familie Korpatsch gegenüberstellte, damit sie den Täter herausfinden könne, mußte sie feststellen, daß sich dieser überhaupt nicht unter den Zigeunern befand, denn er hatte längst das Weite gesucht. Nun versuchte man, den Täter dadurch zu ermitteln, daß man feststellte, wer von der Familie Korpatsch, die aus 8 Kindern bestand, geflohen war. Aber sowohl der alte Zigeuner, als auch seine Frau wußten angeblich weder den Namen, noch das Geburtsdatum ihres achten Kindes. Da man anderseits aber doch einen Ersatz für den Flüchtling brauchte, erfand man die Tochter Gludia, die „gerade auf Reisen" war. Bei den jetzigen Verhandlungen hielt man dem alten Zigeuner diese Aussagen vor, woraus er meinte, daß die genannte Gludia doch identisch sei mit einer feiner anderen Töchter. Das Mordverfahren müsse damals bekanntlich, wie bereits gemeldet, eingestellt werden. Da dem Zigegnervater dabei rund 8000 Mark Kosten entstanden waren, legte er sie einfach auf die mit ihm Inhaftierten um, so daß jeder 700 Mark zahlen sollte. Da sich sein Bruder weigerte, zu zahlen, wurde er durch Messerstiche und Schläge schwer verletzt. Später, als man den Täter wegen dieses Vorganges vernahm, erklärte er einfach, er sei ein uneheliches Kind und kenne weder Vater, Mutter noch einen Bruder. Auch in der Deviseuaugelegeuheit finden die Zigeuner jetzt immer neue Ausflüchte und Verdrehungen und wollen selbst von den bei der Razzia gefundenen, in Kleidern eingenähten ausländischen Goldstücken nichts wissen. Während hier noch die Untersuchungen laufen, treffen bereits aus dem Reich Meldungen ein, die von erfolgreichen R.a zzien in Zigeunerlagern berichten. Meist gelang es in diesen Fällen, Betrügereien, Diebstählen, Vergehen gegen das Waffengesetz und anderen Delikten auf die Spur zu kommen und so auch hier eindeutig das asoziale Leben und Treiben der Zigeuner festzustellen. gegen spröde Haut NIVEA schwer genug büßen müssen. Ich bin zu spät eine reiche Frau geworden. Es ist so, Günter — nicht wahr ? Du trägst es mir nach?" „Nein, Mia! Ich trage dir nichts nach! Du hast wohl nicht anders gekonnt!" „Und trotzdem sagst i)u ...?" Sie griff nach feinem Arm. „Günter, trotzdem sagst du ...?" Er fühlte ihre Finger um seinen Arm zucken, aber er schwieg. Seine Lippen lagen fest aufeinander. Es war so schwer, ihr weh tun zu sollen. Er dachte nicht daran, wie sehr sie ihm einmal weh getan hatte; er wußte nur, wie sehr er sie einmal geliebt hatte. „Du antwortest nicht!?" stieß sie mit angstvoll geweiteten Augen hervor. „Du sollst auch nicht antworten, Günter. Ich will dich nicht drängen, will geduldig warten. Nur laß mich hierbleiben! Sage nicht wieder, daß ich fortgehen soll!" Er fuhr sich mit einer wirren Handbewegung über die Stirn. „Wenn es wirklich klar zwischen uns werden soll, dürfen wir uns eine Zeitlang nicht sehen, Mia. Wir haben uns all die Jahre hindurch nicht gesehen — es war damals ja auch nicht leichter als heute." Nein, es war nicht leichter, aber noch einmal ertrage ich es nicht. Laß mich bleiben, Günter — ja?" Ihr erregter Atem streifte fein Gesicht. Er fühlte die zuckende Wärme ihrer Hand auf feinem Arm, las die irre Angst in ihren Augen. Es war schwerer, als er geglaubt hatte. „Wie du willst", sagte er mit einer Stimme, die ihm selber fremd klang. Mia fühlte nur zu deutlich, wie es um ihn stand. Er kam nicht los von diesem Mädchen! Oh, wie sie dies Geschöpf haßte! Aber es wäre unklug gewesen, jetzt daran zu rühren. Ihre Gedanken jagten sich. Was sollte man tun? Es mußte etwas geschehen. Je länger sich die Entscheidung hinzog, desto ungünstiger waren die Aussichten. Man mußte darüber nachdenken, wenn man wieder ruhiger war. Morgen, übermorgen ... Sie ließ Günters Arm los und trat nach dem Seitenrand der Feldscheune vor. Schweigend starrte sie in das Wetter hinaus. Mit müder Stimme warf sie dann ein paar gleichgültige Worte über die Schulter hinweg. Sie tat Günter unsäglich leid. Er lauschte in sich hinein: Mitleid? War es wirklich nur Mitleid? Er fand keine Antwort auf diese Frage. Noch immer erhellten einzelne Blitze den Himmel, noch rieselte der Regen in seinen Strömen herab, als sie das Boot wieder bestiegen, um nach Hause zu fahren. Günter legte sich in die Riemen; er hatte mit der Strömung zu kämpfen, so daß sie nur langsam vorwärts kamen. Die Anstrengung tat ihm wohl und lenkte seine Gedanken ab. Schweigend sah Mia in den rieselnden Abend hinaus, der wie eine weite Wolke nebelhaften Lichts über dem dunklen Wasser lag. Ihr Haar war naß, ihr Kleid feucht. Sie fühlte es nicht, sie wußte nur, daß man zum Ende kommen mußte. Bald, sehr bald! Endlich war die Flußbiegung erreicht. Die Lichter der Stadt schwammen wie unsäglich müde Sterne in der diesigen Luft. Und dann tauchte das Bootshaus dunkel zur Rechten auf. Sie legten an und fliegen aus. Nach ein paar Schritten blieben sie stehen, um sich zu trennen. „Schlaf wohl, Günter!" sagte Mia leise und gab ihm die Hand. „Schlaf wohl, Mia!" gab er zurück und sah ihr in das fragend erhobene Gesicht, als geschähe cs zum letzten Male. Sie zögerte noch einen Moment, dann wandte sie sich langsam ab und ging mit gesenktem Kopf davon. 15. Kapitel. Annelies war in Sorge um Günter gewesen. Wenn das Unwetter ihn draußen überrascht hatte? Aber vielleicht war er rechtzeitig umgekehrt und hatte irgendwo Zuflucht gesucht. Trotz dieser lieber« legung konnte sie sich aber nicht von einer sonderbaren Unruhe frei machen. Als der Regen nachgelassen hatte, huschte sie leise aus dem Hause und ging in den Garten, hinüber zum Turm. Die nebelhaft schwere Luft bedrückte sie und verstärkte das quälende Gefühl der Unruhe, während sie aus dem Fenster des dunklen Turmzimmers hinaussah. Es dauerte eine Weile, bis ihre Augen sich an das seltsam verschleierte Dunkel gewöhnt hatten. Plötzlich sah sie eine weibliche Gestalt aus dem Dunst herausgleiten, noch ein paar Schritte heran- kommen und dann in den Weg einbiegen, der sich durch den schmalen Wiesenstreifen nach links verlor. Nach wenigen Augenblicken hatte der wallende Dunst die Gestalt wieder verschluckt. Annelies hatte die jähe Empfindung von etwas Furchtbarem, ohne daß sie sich Rechenschaft darüber geben konnte. Da wuchs plötzlich auch eine männliche Gestalt aus dem Nebelgewölk heraus und kam heran. Sie bog nicht ab, sondern tarn auf die Mauer zu. Günter...? Annelies fühlte, wie sich mit einem Male eine grenzenlose Schwäche in ihren Körper eingrub und ihr die Knien zittern machte. Günter...? Dann war das vorhin Mia Rechberg gewesen! Dann waren die beiden zusammen gewesen, während sie Günter allein gewähnt hatte! Ein stockender, würgender Ton saß ihr in der Kehle, aber er fand keinen Ausweg. Es war zu Ende! Alles war umsonst! Wie eine ungeheure, zermalmende Last lag diese Erkenntnis auf ihr. Umsonst waren auch die entsetzlichen Wochen zwischen Hoffnung und Zweifel gewesen, diese endlosen, zermürbenden, aufreibenden Wochen, die an Leib und Seele zugleich gezehrt hatten. '(Fortsetzung folgt*) (Aufnahme: Neuner, Gießfener Anzeiger) Und < Oie „Ditfe Eiche" bei Kirch-Göns. - Kirch-Göns, 16. Jan. Bei den jetzigen Holzhauerarbeiten wird auch eine der größten, und schön st en Eichen Oberhessens gesollt werden. Es hdndelt sich dabei um die „dicke E i ch e", die etwa eine Viertelstunde von unserem Dorfe am Waldrande steht. Fachleute schätzen ihr Alter auf 700 bis 800 Jahre. Der Umfang der „dicken Eiche" mißt über 6,50 Meter, der Durchmesser beträgt mehr als 2 Meter. Rund um den Rundfunkprogramm. Freitag. 17. Januar. ein Stück weiter, gleich am Waldanfang, stand noch eine Tafel, die eine sehr beherzigenswerte Mahnung verkündete: Baum war eine Bank angebracht, auf der bequem ein ganzer Wanderverein Platz hatte. Seit Jahrzehnten war die „dicke Eiche" ein beliebter Treffpunkt der Umgegend. Kleine Feste wurden hier abgehalten. Tische und Bänke waren auf Stützen befestigt, die in den Erdboden geschlagen waren. Die „dicke Eiche" lud durch Jahrhunderte mit ihrer stolzen Schönheit und dem schützenden Laubdach zum Verweilen ein. Vor Jahren entstanden einige Risse im Stamm des Baumes und einzelne Aefte brachen ab. Damals griff die Gemeinde Kirch-Göns ein und ließ die Riffe mit Zement ausfüllen, und der Baum sproßte freudig weiter. Run aber muß er doch fallen. An seinem Stamm war ein kleines Schild befestigt, auf dem stand: Vernimm den Gruß aus alten Zeiten von diesem tausendjähr'gen Baum, der heute noch mit grünen Zweigen dir spendet seinen Schattenraum." 6 Uhr: Choral, Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Fruhkonzert. In der Pause (7): Nachrichten. 8.10: Gymnastik 10.15: Schulfunk. 10.45: Hausfrau hör zu! 11.30: Bouernfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten, Wetterbericht der Reichswetterdienststellen Frankfurt a. M. und Aachen. 14.10: Allerlei zwischen zwei und drei. 15: Wirtschaftsbericht. 16: Konzert der Kapelle Franz Hauck. 17: Holzblasinstrumente einst und letzt. 17.30: Reserve hat kaa Ruh! Ein Funk- bencht aus Butzbach. 18: Musik zum Feierabend. 19.45: Der Tagesspiegel des Reichssenders Frank- K 2IU0: "Der fliegende Hol- tander 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 22.45: Unterhaltungskonzert. 24 bis 2: Nachtmusik m8gUchst billig durchführen zu können, erklärten sich auf Anregung des Vorsitzenden des Obst- und Gartenbauvereins die anwesenden Pferdefuhrwerksbesitzer bereit, die Wasserfuhren ohne Entgelt zu tätigen. Mit einem dreifachen Sieg-Heil auf den Führer wurde die anregend verlaufene Tagung geschlossen. ch Daubringen, 15. Jan. Die jüngste Eintopfsammlung erbrachte in unserem Orte rund 53 Mark. Im gesamten Ortsgruppenbereich (Mainzlar, Daubringen und Staufenberg) kamen bei dieser Sammlung rund 143 Mark zusammen. 0 A nnerod , 15. Jan. Bei der gestrigen ersten diesjährigen Holzversteigerung aus dem Gemeindewald wurden gute Preise erzielt. Das Raummeter Buchenscheit kam auf durchschnittlich 11 Mark, Buchenknüppel 7 bis 8 Mark, Eichenscheiter 4,50, Eichenknüppel 4 Mark, Buchenstöcke 4 bis 4,50, Buchenreisig 7 (50 Wellen), Fichtenreisig 4,50 (50 Wellen). Nutzholz: Derbstangen 1. Klasse 1,20 bis 1,30 Mark das Stück, Eichenrundscheit 8 bis 9 Mark das Meter. * Lich, 15. Januar. In unserer Stadt ergab die Eintopf spende am vorigen Sonntag den Betraa von 271,90 Mark. Die Sammlung der Kriegsopfer für das WHW. erbrachte rund 114 Mark — Lich, 15. Jan. Gestern gegen 17 Uhr wurde unsere Stadt plötzlich in vollkommene Dunkelheit gehüllt. Bei Holzfällerarbeiten im Fürstlichen Wald auf dem Hardtberg oberhalb der Brauerei Jhring-Melchior wurde durch einen u inst ürzenden Baum d i e Hochspannungsleitung zerstört, wodurch jegliche Stromzufuhr unterbunden wurde. Durch die Trennung und Abschaltung der zerstörten Leitung war es möglich, in kurzer Zeit die Stadt wieder mit Licht- und Kraftstrom zu versorgen. — .— Lich, 15.Januar. Der Zweigverein Lich des VHC. veranstaltete in Steins Saalbau sein diesjähriges A u s z e i ch n u n g s f e ft, zu dem sich die Mitglieder mit ihren Angehörigen in großer Zahl eingefunden hatten. Der VHC.-Chor leitete das Fest in sinniger Weise mit einigen. Wanderliedern ein. Nach einem Vorspruch der VHC.-Schwester Elfriede Freitag ergriff der 1. Vereinsführer, VHC.-Bruder Meckel, das Wort zur Begrüßung der VHC.-Schweftern und -Brüder und der Gäste. In seiner Ansprache betonte er-besonders, daß wir Deutsche mit allen Fasern unseres Herzens an unserer Heimat hängen, daß sie jedem echten Deutschen lieb und heilig sei, aber man könne seine Heimat nur lieb haben, wenn man sie kennt, und man lernt sie richtig kennen, wenn man ste sich erwandert. Innerlich sinniges Wandern erhebt den Menschen über die Einförmigkeit des Alltags, kräftigt Körper und Seele in gleicher Weise. Wandern führt hinaus in Gottes schöne Natur, macht bekannt mit Menschen, ihren Sitten und Gebräuchen. Zum Schluß seiner Ansprache forderte der Vereinsführer zu weiterer reger Mitarbeit und Beteiligung an den Wanderungen und zu erhöhter Werbung für die edle Wandersache auf. Im Anschluß hieran wurden verschiedenen Wanderern, die im vergangenen Jahre die nötige Anzahl Wanderungen mitgemacht hatten, die Auszeichnung verliehen. Die weitere Vortrags- folge brachte in buntem Wechsel verschiedene Musikstücke, Vorträge des VHC. - Chores, die Theateraufführungen „Das alte Lied" und „Der Nachtwächter" von Theodor Stornz, und dergleichen mehr. VHC.-Bruder Sam es trug in bekannter Weife außerordentlich zur Belebung und Verschönerung des Abends durch seine von ihm selbst verfaßten,' von herzerfrischendem, oberhessischem Humor durchpulsten Mundartdichtungen bei, die stürmischen Beifall fanden. Tanz beschloß den Abend. * Harbach, 16. Jan. Am morgigen Freitag, 17. Januar, kann Fran Helene Keil, Wwe., geb. Fach, in geistiger und körperlicher Frische ihren 8 8. Geburtstag feiern. D Weickartshain, 15. Januar. Durch die NSG. „Kraft durch Freude" wurde gestern abend im Saale des Gastwirts Hock der Film „Krach um Jolanthe" aufgeführt. Die zahlreichen Besucher folgten der Vorführung mit großem Interesse. Der Stellvertreter des Ortsgruppenleiters hielt zu Beginn des Abends eine kurze Ansprache und schloß nach der Vorführung die Versammlung in üblicher Weise. Kreis. Schotten. 0 Laubach, 15. Jan. Die jüngsten Sammlungen für das WHW. erbrachten hier erfreulicherweise sehr gute Resultate. Durch den Verkauf der Plaketten mit dem Bildnis . Großen gingen in Laubach ein 106,84 JJiarC, m Wetterfeld 16,60 Mark. Das Ergebnis der Em- topfsammlung betrug in Laubach 144,90 Mark, in Wetterfeld 23 Mark. ri . * Groß-Eichen, 14. Jan. Die jüngste Eintopfgerichtsammlung, die von den Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr übernommen worden war, ergab hier den Betrag von 19,30 Mark. Kreis Büdingen. D Nidda, 15. Jan. Das Standesamts- r e g i st e r unseres knapp 2700 Einwohner zählenden Städtchens weist für 1935 folgende Zahlen auf: Eheschließungen 25, Geburten 45, Todesfälle 24. Als entsprechende Zahlen gelten für 1934: 23 — 34 — 30, für 1933: 27 — 22 — 21. # Nidda, 15. Jan. Vor der hiesigen Schule ereignete sich heute vormittag ein schwerer U n - fall. Der etwa neunjährige Herbert Stadler, der von Bad Salzhausen täglich nach Nidda zur Schule fährt, wollte auf seinem Fahrrad unmittelbar vor einem Lastfuhrwerk eines hiesigen Baugeschäftes in den Schulhof einbiegen. In der ausgefahrenen Goffe des Fahrdammes kam der Junge jedoch mit dem Rade zu Fall, geriet unter Pferde und Fuhrwerk und erlitt in der Folge i n - nere Verletzungen, die seine Ueberführung in die Klinik nach Gießen notwendig machten. Ob der bedauernswerte Knabe unter den Hufen der scheu gewordenen Pferde oder unter den Rädern des schwerbeladenen Wagens zu Schaden kam, konnte bisher noch nicht völlig einwandsrei festgestellt werden. Die bedauernswerte Familie Stadler ist um so schwerer betroffen, als gegenwärtig auch der Vater des Knaben einer Operation wegen in der Gießener Klinik liegt. Kreis Alsfeld. * Homberg, 15.Jan. Bei einem Unglücksfall während der Arbeit erlitt der 23 Jahre alte Wagner und Holzhauer Wilhelm Pfeil von hier einen Unterschenkelbruch, der seine Ueberführung nach Gießen zur Chirurgischen Klinik erforderlich machte. Preußen. Kreis Wehlar. 0 Lützellinden, 15. Jan. Unter starker Anteilnahme der Gemeindemitglieder aus Lützellinden und Hörnsheim, der Kreissynode und vieler Freunde und Bekannten fand hier die Beerdigung von Pfarrer Koch statt. Die große Kirche war bis auf den letzten Platz besetzt, die Trauerfeier mußte sogar durch Lautsprecher auf den Kirchenplatz übertragen werden. Vor dem Altar war, umgeben von frischem Grün und vielen Blumen, der Verstorbene aufgebahrt. Nach einem gemeinsamen Lied der Gemeinde, nach dem Gebet des Vorsitzenden der Kreissynode, Pfarrer Schmidt (Wetzlar), und einem Lied der Schulkinder hielt Pfarrer Schmidt die Predigt. Er würdigte die einfache, anspruchslose Persönlichkeit des Verstorbenen, schilderte ihn als Stütze und Stab seiner Familie, als einen Segen für seine beiden Gemeinden, als den Vertrauensmann t. . Pfarrer bei der Kreissynode, als den verdienstvollen Präses des Jungmännervereins und als den eifriaen Förderer der Inneren und Aeußeren Mission. Nach einem weiteren gemeinsamen Lied hielt auch Pfarrer V ö - me l, ein naher Freund des Verstorbenen, eine kurze Predigt, in der er Pfarrer Kochs letzte Wünsche als Hirte und Seelsorger der Gemeinde und als Seelsorger der Jugend zum Ausdruck brachte. Anschließend verlas Pfarrer V ö m e l den Lebenslauf des Dahingeschiedenen, der nach 38jähri- ger Tätigkeit in der Gemeinde abberufen wurde Nach einem Lied des Frauenchors sprach Pfarrer Schmidt Vaterunser und Segen. Der Posonen- chor beschloß die Feier in der Kirche mit einem weiteren Chorlied. Nach der Feier in der Kirche bewegte sich ein stattlicher Trauerzuq nach dem Friedhof. Kriegerkameradschaft, Männergesangverein, Junamännerverein, Frauenverein, Gemeinde, Ge- Anzeigers. ___ ßitt Kaplan vor dem Sondergericht. QsnT. Frankfurt a.M., 15. San. Das Son- h??/p'r^cht verhandelte unter Ausschluß der O f /ntlichk?it g° °n den Kaplan J°,ef Wil, in nururfel der beschuldigt wurde, sich gegen § 1 Gesetzes zur Bekämpfung heimtückischer Angriffe ueaen Staat und Partei vergangen zu haben. Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu s e ch s M o - naten Gefängnis. Der Angeklagte wurde so- fort verhaftet. ___ Jüdische Metzgerei geschlossen. LPD Offenbach a.M., 15.Jan. Die Pressestelle der Polizeidirektion Offenbach a. M. teilt mit: Durch eine überraschende Revision durch Beamte der Lebensmittelpolizei in dem Metzgereibetrieb der Jüdin Appel, geb. Salomon, in Offenbach, Biederer Straße 79, wurde folgendes festgestellt: Der Fleischzerlegungsraum befand sich in einem total verschmutzten, ekelerregenden Zustand. Es herrschte darin, ebenso wie im Kühlraum, der aber trotz des warmen Wetters außer Betrieb war, eine große Unorbnuna. Nach dem Gutachten von Sachverständigen,'die bei der Revision herangezogen wurden. waren im Kühlhaus sämtliche Eisenteile, wie Fleischgehänge und sonstige Gestänge, vollständig verrostet. Die Wurstküche sah „eher einer verrußten Schmiede ähnlich, als einem Raum, in dem Lebensmittel hergestellt werden sollen". Auf einem Tisch im Fleischzerlegungsraum lagen eine Anzahl Leberwürste, die schmierig und Übelriechend waren und verkauft werden sollten. Im Kühlraum wurden zwei Eimer mit Fleisch- und Wurstwaren vorgefunden, die bereits zersetzt waren. An einem Fleischhaken hingen Teile einer Leber, die nach den Angaben des Ehemanns Appel noch verwendet werden sollten, aber als ungenießbar angesehen werden mußten. Das Kreisamt Offenbach hat auf Grund dieser Tatsachen auf Antrag der Polizeidirektion Offenbach, im Einvernehmen mit dem Kreisveterinäramt und der Fleischerpflichtinnung für den Kreis Offenbach, den Geschäftsbetrieb geschloffen. mcschter Chor, Schulkmd-r^ dem Pfarrer der Synode^nahmen rcin Zwei 9te- Friedhof sang der Bibelwort von Pfarrer der. Nach einem kurzen öc5 verstorbenen Schmidt wurden am ^^gelegt. Nachdem Pfarrers zahlreiche rnsheim und Lützel- der Gemischte Chor von gesungen hatte, gelinden noch ein @nnobefl nacheinander mit dachten öie ^arrer bf,rref^gegangenen Amts- je einem Bibelspruch ihr-- UMS ° v ch und fein LLL7L»-» S».- 17. Januar, können geb Haus, bas Fest bach und Ehefrau 6 gcgeI)en. Am gleichen der Goldenen ? ° f a u b9r a f f seit 40 Iah- Tage ist Margaret) Jubilaren tätig, ren als Hausangestelltbei■ ®"uet3UWr des Heimatblattes, des Gießener Jetzt noch billiger Total-Ausverkauf Strumpfhaus Greb, GleBen, Selierswen 47 -----------—-— ------------—----- » ~ „Heilig sei dir Flur und Wald, ein jeder Baum, ob jung, ob alt. Die Finger weg vyn Blum und Strauch, denn andre freuen im Wald sich auch." Kreis Friedberg. # Butzbach, 15. Jan. Die hiesige Krieger- kameradschaft beging bei starkem Besuch einen Familienabend im großen Saal des „Hessischen Hofes". Nach einleitenden musikalischen Darbietungen und einem Prolog begrüßte der Kameradschaftsführer, Strafanstaltsdirektor Bausch, die Besucher, insbesondere die Vertreter der Wehrmacht, und wies dabei auf die unermüdliche nationale Aufbauarbeit hin, die von jeher in den Kriegervereinen herrschte. Der Führer der Kreiskriegerkameradschaft, Amtsgedichtsdirektor Stumpf, sprach sodann über die politische Lage in Europa. Ein Lustspiel und andere unterhaltende Darbietungen sowie Tanz beschlossen die Veranstaltung. ^CH-RETTt' ch i . ;:: Lichtspielhaus Gießen Ab hente Donnerstag Bahnhofstraße ein entzückender Film, voll charmanter Musik und heiterer Stimmung: um den SHFAHSTURM Dio fröhlichen Abenteuer des jungen Dr. Haftenegg. - Dazu- Auserwähltes Beiprogramm und Ufa-Ton-Woche8 279a Täglich 4,6.8.30, Sonntags 3, 5.30, 8.30 Uhr. | Einspaltige Kleinanzeigen werden zum ermäßigten Grundpreis von 5 Pf. für die Mlllimeterzelle veröffentlicht! Leistuttgsf. Oelimvvrtfirmä Oel- u.ftcttfnbr. sucht f. d. Berk, ibrer hochw. Erzeugnisse tüchtige Vevivetev Herren, die bei der Industrie so- ivie Auto- und Dieselmotoren- benher gut eingeführtsind/woll. ihr Bewerbungsschreiben unter Angabe ihr. bisherig. 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