M llr. 293 Erstes Blatt Dienstag, 15. Dezember 1936 186. Jahrgang Giehener Anzeiger »5: Der Streit um Alexandrette er dann Ende März 1918 im Hauptquartier Man- nerheims in Wasa ein und übernimmt mit starker Hand wieder die Führung des Staatsruders. Dort hat Soinhufoud bald Gelegenheit, mit seiner unerschütterlichen Ruhe ausgleichend auf allerlei Auffassungsgegensätze einzuwirken, die nicht zuletzt durch die deutsche Militärexpedition entstanden. Svinhufouds Einsatz für aktive deutsche Hilfe und nach siegreich beendetem Befreiungskämpfe auch für die Berufung eines deutschen Prinzen auf den Thron des zu bildenden Königreiches Finnland machte jedoch unter den Auswirkungen des Versailler Friedens und unter dem Druck der Entente Ende 1918 sein weiteres Verbleiben als Reichsverweser unmöglich. Generalfeldmarschall Manner- Heim, welcher nach seinem Einzug in die finnische Hauptstadt im Mai 1918 sein Amt als Oberbefehlshaber niedergelegt hatte, wird zunächst sein Nachfolger. Zwölf Friedensjahre lang ist Svinhufoud nun Privatmann, bis 1931 sein Volk wiederum nach Ablauf der zwei Präsidentschaftsperioden Stalbergs und Relanders den nun fast 70jährigen zum Staatsoberhaupt erwählt. Finnland steckt zu dieser Zeit mitten in den mehr und mehr um sich greifenden Schwierigkeiten der Weltwirtschaftskrise. Der Lappomarsch auf Helsinki 1930 hatte mit aller Deutlichkeit eine starke Regierung verlangt. Svinhufoud bildete sie. 1932, das Jahr des Mäntsäläputsches, gibt Svin- hufvud nochmals Gelegenheit, seine überall anerkannte Autorität in die Waagschale zu werfen und dem Londe einen blutigen Bürgerkrieg zu ersparen. Fast vier Jahre seiner sechsjährigen Amtszeit als Präsident regiert dann Svinhufvud mit ein und demselben Staatsminister K i v i m ä k i, dessen Kabinett erst im September dieses Jahres gestürzt wurde. In diesen vier Jahren spielt sich fast überhastet der wirtschaftliche Aufstieg des Landes ab, der heute noch andauert. Svinhufouds Amtszeit geht zu Ende. Im Januar 1937 wählt Finnland 300 Wahlmänner in unmittelbarer Wahl, welche wiederum ihrerseits den neuen Präsidenten im Februar äusersehen. Es ist Svinhufoud nicht erspart geblieben, in den bereits beginnenden W a h l k a m p f hineingezogen zu werden. Als im Oktober dieses Jahres die Regierung Kivimäki vom finnischen Reichstag gestürzt wurde, wobei ihre Aufmerksamkeit gegenüber Versuchen, in Finnland eine Volksfrontregierung zu bilden, der eigentliche innere Grund war, beauftragte Svinhufoud den Bauernführer K a l l i o mit der Neubildung der Regierung und nicht den Führer der Sozialdemokraten, welche als stärkste Partei nach parlamentarischen Gepflogenheiten glaubten, das Recht der Regierungsneubildung für sich beanspruchen zu können. Aus dieser ablehnenden Haltung heraus erwuchs Svinhufvud in den letzten Tagen manche innerpolitische Gegenerschaft, so haben verschiedene Parteien schon ihre Gegenkandidaten zur Präsidentenwahl genannt. Aber Svinhufvud, der sich trotz seines hohen Alters noch einmal für fein hohes Amt zur Verfügung gestellt hat, ist der einzige, der viele Stimmen aus allen Kreisen auf sich vereinen kann. Eine Würdigung des Lebenswerkes Svinhufouds wäre unvollständig, wollten wir nicht auch des Menschen Svinhufoud gedenken, der gerade auch der ständigen Verehrung der Deutschen sicher ist. Einfachheit, Offenheit, Ehrlichkeit und Festigkeit sind die Charakterzüge, die uns immer wieder bei Svinhufvud begegnen. Sie waren es auch, auf denen der bleibende Erfolg des Staatsmannes Svinhufoud fußte. Der einfache graue Rock eines Feldwebels im finnischen Schutzkorps steht Svinhufvud besser als der Frack des Diplomaten, und wenn er auf dem Schützenstand in der schlickten Lodenjoppe sich die Meisterschaft der „Old boys" vom finnischen Schutzkorps erschießt oder in schweren Schaftstiefeln der anstrengenden Elchjagd obliegt, so zeigt sich uns Svinhufoud in seiner ganzen engen Volksverbundenheit. Echte Treue und Freundschaft halten ist schließlich ein weiterer von Soinhufvuds hervorragenden Charakterzügen, die Deutschland oft genug an ihm erkennen durfte. Die türkische Forderung in Gens. Genf, 14. Dez. (DNB.) Der Völkerbundsrat hat mit der Erörterung des türkisch-französischen Streites um Alexandrette und Antiochien begonnen. Der türkische Außenminister Rüschtü Arras machte geltend, daß die im Jahre 1920 in San Remo vom obersten Rat beschlossene Zuteilung des syrischen Mandats an Frankreich sich nicht auf die beiden Städte mit überwiegend türkischer Bevölkerung bezogen habe. Später habe die Türkei dieses Gebiet nur an Frankreich, nicht an Syrien abgetreten und die Bevölkerung wolle jetzt nach Aufgabe des Mandats unter keinen Umständen unter syrisch- arabische Oberhoheit kommen. Mit Hilfe französischer Bajonette sei die Ruhe zugunsten Syriens wiederhergestellt. Im Interesse einer gerechten endgültigen Lösung liege es aber, eine Atmosphäre wirklicher Ruhe und Sicherheit für die Bevölkerung zu schaffen. Deshalb wünsche die Türkei, daß die französischen Truppen aus den beiden Städten zurückgezogen und durch eine neutrale Gendarmerie unter der Leitung eines Völkerbundskommissars ersetzt werden. Nach der von der Türkei gewünschten endgültigen Lösung soll das Gebiet unter dem Schutz des Völkerbundes selbständig g e m a ch t, völlig abgerüstet und nur auf wirtschaftliche Betätigung Annahme von Anzeige« für die Mittagsnummer bis 8'/.Uhr des Vormittags Grundpreise für I mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Npf.. für Textanzeigen von 70mm Breits 50Rpf.,Plahvorschrist nach vorh.Vereinbg.25"/^ mehr. Ermäßigte Grundpreise: »SS i-'ös 2 = Mit diesem Urteil ist der kriminell-prozessuale Teil des Falles Frankfurter abgeschlossen. Verschiedene wichtige Fragen mußten ungeklärt bleiben, ohne daß dies ein Verschulden des Schweizer Gerichts wäre. Einer anderen Stelle muh es überlassen bleiben, diese Fragen zu klären. Wenn jetzt Deutschland sich dieser Seite der Angelegenheit annimmt, so kann niemand ihm den Vorwurf machen, daß es in ein schwebendes Verfahren eingreift. Professor Grimm zum Urteil. Essen, 14. Dez. (DNB.) Zu dem Urteil des Kantonsgerichtes in Chur gegen den Juden David Frankfurter schreibt Prof. Grimm u. a.: „Dieses Urteil ist für jeden, der Zeuge der Versuche wurde, das Gericht und die Schweizer Oeffentlichkeit mit den schmutzigsten Mitteln einer rücksichtslosen Propaganda für den Mörder Frankfurter einzunehmen, ein Beweis für die objektive Einstel- lung des Gerichtes, wenn auch das Rechtsempfinden des deutschen Volkes für eine solche Tat die Höch st strafe mit Recht erwarten durfte. Das Gericht hat sich durch die unverantwortliche politische Stimmungsmache nicht beeinflussen lassen. Es ist der sachlichen Linie gefolgt, die der Amtskläger innegehalten hat und die der schweizerischen Rechtspflege zur Ehre gereicht. So hat dieses Urteil eine Klärung gebracht, von der zu hoffen ist, daß sie sich auf die deutsch-schweizerischen Beziehungen günstig auswirken wird. Die Frage der Hintermänner war nicht unmittelbar Gegenstand des Prozesses, in dem allein über die Schuld Frankfurters zu entscheiden war. Immerhin hat der Prozeß auch in dieser Richtung beachtliche Anhaltspunkte ergeben. Es wäre wünschenswert, wenn die Frage nach den Hintermännern jetzt, wo der Prozeß Frankfurter abgeschlossen ist, einer neuen Prüfung unterzogen werden würde. Ein positives Ergebnis hat der Prozeß unter allen Umständen gezeitigt: Die erneute Feststellung der absoluten Legalität der Tätigkeit der Auslandsorganisation der NSDAP, und der makellosen Persönlichkeit Wilhelm Gust- I O f f 5, der als Vorbild der Pflichttreue und Hingebung fiel, getreu seiner Parole: „Die Fahne muß und wird stehen, wenn der Mann auch fällt." Präsident Svinhufvud. Von unserem Or.v. Zw.-Äerichterstatter. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Helsinki, Dezember 1936. Am 15. Dezember 1936 begeht Finnlands Staatspräsident Pehr Evind Svinhufvud feinen 75. Geburtstag. Zahlreich werden die Ehrungen sein, die ihm die anhängliche Liebe feiner Nation bereiten wird. Auch aus Deutschland werden Svinhufoud an diesem Tage viele warme Grüße und Geburtstagswünsche zugehen, denn Svinhufouds Name ist auch innerhalb der deutschen Grenzen wohlbekannt und besonders enge Beziehungen verbinden ihn mit der Universität Gießen, deren juristische Fakultät den finnischen Staatspräsidenten am 1. März 1934 zu ihrem 5 s iS13 s <» >:5 ff vN-. „Verbeugt Luch vor David Frankfurter!" Die Judcnschaft feiert den Meuchelmord von Davos. Prag, 14. Dez. (DNB.) In der in Prag erscheinenden jüdischen Zeitschrift „Medina Iwrit" („Judenstaat") verherrlicht ein gewisser Dr. I. Goldstein aus Wien unter dem Titel „Verbeugt Euch vor David Frankfurter" in der schamlosesten Weise den Meuchelmörder Frankfurter, indem er versucht, den verkommenen jüdischen Verbrecher als „Märtyrer" hinzustellen. Es heißt da u. a.: „Es wäre Pflicht aller Aufrechten gewesen — und allen voran die Pflicht der Juden — die Anklage gegen Frankfurter zu einer Anklage gegen das Ziel feines Re- Doloerlaufes zu machen. Denn nicht der Mörder, sondern der Ermordete ist hier schuldig. David Frankfurter ist ein Held, ein glühender Kämpfer für Menschenwürde und gegen Barbarei, ein stolzer Sohn feines Volkes und eine Hand des Schicksals. Eine Verurteilung Frankfurters bedeutet Justizmord am Recht und an der Wahrheit, bedeutet Sieg des Nazismus. Wenn unsere Studenten wieder zu nationalem Kamps erwacht und unsere künftigen Legionäre groß sein werden, wird vor ihnen der Name David Frankfurter in einem Atemzuge mit den Helden des nationalen Freiheitskampfes genannt werden. Es geht ein Ruf an die gesamte jüdische und nichtjüdische Welt, die noch Sinn hat für Ehre und z-N Q-S« ■ n * 6 «jr 'M K eingestellt werden. Das liege auch im Interesse der großen Gebiete, die das Hinterland des Hafens von Alexandrette bildeten. * Der türkisch-französische Streit um die Vilayets von Alexandrette und Antiochia, der nun vor dem Dölkerbundsrat zum Austrag kommt, geht weit zurück auf die Pläne über die Teilung des türkischen Erbes in Vorderasien zwischen Frankreich und England während des Weltkrieges. Im Oktober 1915 hatte England dem Großcheriff Hussein von Mekka, um ihn zum Abfall von der Türkei zu bewegen, ein unabhängiges arabisches Reich versprochen, das auch Mesopotamien, Syrien und Palästina umfassen sollte. Das Abkommen wurde den Franzosen bis zu den Friedensoerhandlungen in Versailles verschwiegen, aber mit ihnen schon im Jahre 1916 ein Vertrag geschlossen, der auf die englischen Versprechungen an Hussein keinerlei Rücksicht nahm. Danach sollte die syrische Küste von Tyrus bis Alexandrette und weiter ganz Zilizien, Südarmenien und Ostanatolien französisch werden, und auch das Innere von Syrien zwar nominell arabisch, aber von Frankreich verwaltet werden. Aus der Unabhängigkeit dieser arabischen Gebiete sind in Wirklichkeit die Mandate Syrien und Palästina geworden. Der Irak ist erst vor kurzem aus dem Mandats- verhältnis entlassen. Die Türkei M u st a p h a Kemals hatte die Franzosen zwar aus Zilizien hinausgeworfen, aber um freie Hand gegen die ba- P5 *' - v S-o die Regierungsgeschäfte vorläufig fuhren, bis Svinhufoud nachfolgt. Selbst seine ganze Regierung nach Wasa zu verlegen, weigert sich Svinhufoud aber trotz allen Zuredens bis zuletzt mit aller Bestimmtheit. Das ist der Entschluß des Soldaten Svinhufvud, auf erkorenem Posten auszuhalten, der ihn für alle Zeiten ehrt und welcher moralisch un- gemein viel für die spätere Erhaltung des finnischen Kampfgeistes bedeutete. Der Politiker Svinhufoud hätte allerdings sich entschließen müssen, nach Wasa sich in den Bereich der weißen Schutzkorps zu begeben, denn ein Regieren war in Helsinki Ende Januar nicht mehr möglich. Svinhufvud selbst muß sich nämlich bald vor den ihn suchenden Roten dort verbergen. Eine Nacht hier bei Bekannten, em Tag dort bei guten zuverlässigen Freunden verborgen — so vergeht der Februar 1918 m ständiger Gefahr — die Roten machen Haussuchungen und kommen zur Vordertreppe herein, Svinhufvud begibt sich über die Hintertreppe zu hilfsbereiten Nachbarn. Dadurch aber ist der Politiker Svinhufvud vorübergehend ausgeschaltet, so liegt die militärische, teilweise aber auch politische Leitung bei General Mannerheim im Norden. Ein tollkühner Versuch Svinhufouds, im Flug- ,eim aus Helsinki zu entfliehen, mißlingt em zweiter ^nicht minder tollkühner gluckt. Weißgardl en kapern vor der Nase der in Helsinki verstmmetten bolschewistischen Flotte den russischen Eisbrecher Tarmo Auf ihm erreicht Svinhufoud glücklich Re- oal und die dort liegenden deutschen Truppen. Zehn Tage später, am 12.3.1918 ist er schon t n Berlin und hier findet die historisch gewordene BeaeanungSvinhufvudsmitHlnden- burg statt. Energisch betreibt Soinhufoud m der Reichshauptstadt die Entsendung der deutschen Hilfsexpedition unter G r a f v o n d e r G o l tz nach Südfinnland. Vorher aber mußte er sich noch mit den unabhängigen Sozialdemokraten Haase und David im Ausschuß des Reichstags im scharfen Wortgefecht herumschlagen, da diese den deutschen Einsatz verhindem wollen, lieber Schweden trifft Menschlichkeit: Rettet Frankfurter, kämpft für feint Freiheit? Morgen wird David Frankfurter ßegenbt sein. Heute aber verbeugt euch vor dem stillen^ schlichten, großen, mutigen Sohn unseres Volkes! Die offene Frage. Die Auffassung, die Professor Grimm, hier als bester Sachkenner der Prozeßmaterie über das Urteil in Chur bargelegt hat, ist auch bie Auffassung bes deutschen Volkes. Wenn auch die öffentliche Meinung in Deutschland für die scheußliche Mordtat des Juden David Frankfurter mit Recht die Höchststrafe erwarten durfte, so muß doch anerkannt werden, daß das Gericht sich in seinem Urteilsspruch von der politischen Propaganda, die besonders in der Verteidigungsrede Curtis und in einemTeilder schweizerischen Presse sich ausgelassen hatte, nicht hat beeinflussen lassen. Die Frageber Hintermänner ist allerbings in ber Hauptverhanblung nicht so geklärt worben, wie es in beutschem Interesse gelegen hätte. Es konnte inbes auch nicht bie Aufgabe eines Schweizer Gerichts fein, berartige politische Anschläge gegen Deutschlanb aufzubecken unb zu Fragen Stellung zu nehmen, beren rücksichtslose Beantwortung durch Enthüllung aller Hintergründe für die Schweiz sehr leicht zu unerwünschten Konflikten hätte führen können. Daß Frankfurter Hintermänner g e • habt hat, steht außer allem Zweifel. Wir haben dazu bereits gestern das notwendige gesagt. Die Frage ist offen geblieben, wo diese Hintermänner im einzelnen sitzen. In seinen Bemühungen, diese Frage zu klären, wird das deutsche Volk nicht nachlassen. y h, S-Z äsJ s 5 ° 7^8 * k ? to o 2 1 s » *> H. S 3 7* e k 3 v c Achtzehn Jahre Zuchthaus für Frankfurter Das Urteil des Kantonsgerichts von Graubünden. Zernfprechanschlüffe Stellen-, Vereins., gemein- Seneral-Anzeiger für Bberhchen grantfurt am m-in 11686 Prüft und Verlag: vrühl'sche UnfverfilSttVuch- und Steiitöruderct R.Lange In Siehe«. Schristleitung und Sefchäftsftelle: Schulftrahe 7 M°n^nabichiüikSt°ff.'U; Der finnische Staatspräsident P. E. S v i n h u f v u d. (Scherl-Bilderdienst-M.) Ehrendoktor promoviert hat. Svinhufvttd gehört zu den wenigen Auserwählten, denen es vergönnt ist, sowohl die Geschichte ihres Volkes entscheidend mitgestaltet zu haben und dadurch selbst ein Teil dieser Geschichte geworden zu fein, als auch noch in ber wechselnden Gegenwart selbst an leitender Stelle rüstig mitten im öffentlichen Leben zu stehen. > Svinhufouds Laufbahn ist zugleich die Geschichte . des passiven Widerstandes des früheren Finnlands gegen zaristische Slawisierungsversuche und bie \ Geschichte der finnischen Selbstständigkeit, erkämpft ' 1918 gegen rote finnische Garden und ihre bolsche- । wistischen Helfer. Sie führt aber auch bis in bie ] Gegenwart, in welcher Svinhufouds sechsjährige soeben zu Ende gehende Amtszeit als Präsident feines Landes einen Zeitraum wirtschaftlichen Auf- schwunges unb ruhiger Fortentwicklung ober bie , Erntezeit der Früchte bes Freiheitskrieges für Finnland versinnbildlicht. . . 1906 bis 1914 ist der Richter Svinhufvud tn seinem Amtsbezirk Luumäki in Ostfinnland em geistiger Führer bes passiven finnischen Wiberstandes gegen bie gewaltsamen Russifi- zierungsoersuche bes kaiserlich-russischen General- aouoerneurs. Svinhufvubs Weigerung, als Richter eine Anweisung bes ungesetzlichen russischen Senats- prokurators zu befolgen, führt 1914 zu feiner V e r- bannung nach Sibirien, eine unvermeidliche Folge, deren sich Svinhufvud bei feinem Widerstand klar bewußt war. Ungebeugt und zuversichtlich besteigt er jedoch, begleitet von feiner tapfer ihm folgenden Gemahlin, den Transportzug nach Sibirien und fällt dabei den klassisch gewordenen Ausspruch: „Mit Gottes und Hinben-- du r a s Hilfe werde ich zurückkommen , proph^ tische Worte, welche der russische Zusammenbruch ^Svinhufouds^^Rückkehr nach Finnland gleicht einem Triumphzug, er wird sofort Pro kurator, d.i. oberster Hüter des Gesetzes. Dann jum 33 dir likenden bes Senats ernannt, gibt er, den pudernden finnischen Landtag vor s-st vollendet »n'g ^inn lan bV ‘ab, obwohl der Boden unter Druck ^ bildender roter (Barben unb ber meuternben russischen Flotte m ftelfinfi schon unter ben Füßen bes gerade zu leben Xjeqinri ja) States zu schwanken beginnt. D-r°"Z?e Tag de7 Jahres L» sieht Svinhufoud mutig 6u a chH-tersb ^ZeLK^MenistSüd; L7‘R°ten"und'ihker russischen Helfer °e-ommew russischen ®o®“tf"±ng'teXüberall sich Somhufoub bie 2lufio|ung Nackt lang bilbenben Schutzkorps. E Q n3 1 * * *^ßebcngs unterhanbelt Svinhufoud allein > R Aretsjet" gefahr ‘“gffiSt* 3»&t sich, mit den zügellosen Solda diesen Tagen zu Svinhufvud, bie heute J weißen Regie- Enbe Januar wird bi ßafle dm. w jung Svinhufouds m der H P^ Svinhufvud Auf dringende Dorftelluntzen ] j Wasa, wo drei Senatoren ferner- Reg> ung en be5 sin- General Manne r h e i m Die Grün ^QUerna Nischen Widerstandes st ne Klaren sollen 6)0* 3* Je 5 L- •h 2 "7>® Jßo > 3 J ' C 0: '3 = 5 Erschetm tägitd), außer Sonntag» und Feiertags Beilagen: Die Illustriert« Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monalr-Vezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. e -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Chur, 14.Dez. (DNB.) DasSantonsgerichl Graubünden in Chur Hal den David Frankfurter wegen vorsätzlichen Mordes an dem candesgruppenleiter Schweiz der NSDAP. Wilhelm Gustloff zu der vom Ankläger beantragten Strafe von 18 Jahren Zuchthaus verurteilt. Auf die Strafe werden acht Monate Untersuchungshaft angerechnet. Die bürgerlichen Ehrenrechte sind ihm für die gleiche Zeitdauer aberkannt. Ferner wurde auf lebenslängliche Landesverweisung erkannt. Der Verurteilte wird grundsätzlich zum Ersah des durch das Verbrechen verursachten Schadens verpflichtet. Er hat außerdem sämtliche Unter- suchungs-, Gerichts- und Strafvollzugskosten zu tragen. den. Mehr Särge als »egen Besorgte Aussprache über den Gesundheitszustand in Frankreich. Tschechische Spiegelfechterei. Minister Krosta über die Zukunst der Sudetendeutschen. Peiping, 14. Dez. (DNB.) Gut informierte chinesische Kreise wollen darüber unterrichtet sein, daß bei der Meuterei in Sianfu der Chef der Geheimkanzlei des Marschalls Tschangsueliang, L i Tientsin, die Hauptrolle gespielt habe. Li Tientsin, der bereits im Jahre 1927 unter dem Verdacht Die Wiener Polizei hat in den letzten drei Tagen schlagartig in zahlreichen Bezirken eine große Nachrichten-Organisation der Kommunisten aufgedeckt, die als Wirtschaftsorganisation getarnt war. 126 Personen, darunter mehrere Juden, wurden in Haft genommen und zahlreiches Propaganda- und Nachrichtenmaterial, das auch die Verbindung mit ausländischen Stellen beweist, beschlagnahmt. Paris, 15. Dez. (DNB. Funkspruch.) In der Kammer kam es zu einer lebhaften Aussprache über die körperliche Ertüchtigung in Frankreich und über den niedrigen Gebürte n st a n d. Der Finanzminister betonte, daß für die Körpererziehung in diesem Jahre 85 Millionen Francs eingesetzt seien, gegenüber nur 54 Millionen im Vorjahr. Für die Pflege der öffentlichen Gesundheit sehe der Haushalt 700 Millionen Francs mehr vor, als im Vorjahre, nämlich 1732 Millionen. Ein Abgeordneter wies darauf hin, daß die Bevölkerung Frankreichs seit 1 8 7 0 ständig um 38 Millionen schwanke, während die deutsche ständig anwachse. Wenn Frankreich keine geeigneten Maßnahmen ergreife, werde vald seine Todesstunde schlagen. Daher müsse man die Farni - lienunter st ützungen erhöhen. In Deutschland sei die Geburtenkuroe gestiegen, weil man jedem jungen Ehepaar eine Anleihe von 1000 Mark gebe, und weil die Familie mit mehr als drei Kindern geldliche Vorteile bekäme. Hervorgehoben wurde auch die ständig steigende Zahl der G e i - steskranken in Frankreich. Dazu bemerkte der Minister, Frankreich stelle mehr Särge her als Wiegen. Man müsse die Geburten begünstigen und die Sterblichkeit bekämpfen. Zwischen Familienunterstützung und Geburtenzahl bestände aber kein Zusammenhang. Der Minister Wladiwostok gefolgt. Werkzeug eines kommunistischen Drahtziehers. Rote Werber von der Bevölkerung erschossen. Die Bevölkerung weigert sich, für die Roten zu kämpfen. Salamanca, 15. Dez. (DNB. Funkspruch.) Der nationale Rundfunksender berichtet, daß dieser Tage Abgesandte des Madrider Verteidigungsausschusses und Anführer der roten Horden in der Provinz Badajoz Einwohner fürdie Madrider Front werben wollten. Die Bevölkerung, oor allem aber die Frauen des Ortes, geriet darüber in große Erregung und erklärte, daß sie nicht daran dächte, sich zum „Schlachthof" Madrid treiben zu lassen. Es kam sogar zu einem regelrechten Aufruhr, an dem sich auch die kommunistische Bevölkerung der Umgebung beteiligte. Die Bevölkerung beschloß schließlich, die Madrider Abgesandten und den kommunistischen Ausschuß, der die Stelle des Gemeinderates vertrat, zu verhaften. Madrids Sendlings und die Angehörigen des kommunistischen Ausschusses wurden dann erschossen. Neue nationalistische Erfolge vor Madrid. Lissabon, 15. Dez. (DNB.-Funkspruch.) General Queipo de Llano teilte am Montagabend mit, daß die nationalistischen Truppen an der Front vor Madrid den Vorort Boadilla del Monte nach schwerem Kampf besetzt hätten, wobei ihnen große Mengen von Kriegsmaterial in die Hände gefallen seien. Die Bolschewisten hätten 42 Tote zu verzeichnen. Aus Wut über ihren Mißerfolg hätten die Bolschewisten darauf den Wallfahrtsort Virgin de la Cabeca bombardiert, wo sich eine große Zahl von Frauen und Kindern, die dort Schutz gesucht hätte, befand. «leine politische Nachrichten. Der Führerund Reichskanzler hat Seiner Majestät König Georg VI. von Großbritannien seine aufrichtigsten Glückwünsche zum Geburtstag telegraphisch übermittelt. * Der Führer und Reichskanzler hat dem Präsidenten der Republik Finnland Svinhufvud zum 75. Geburtstag aufrichtigste Glückwünsche telegraphisch übermittelt. Dr. K o s o l a, der bekannte Führer der von chm ins Leben gerufenen Lappo-Bewegung, ist plötzlich an den Folgen einer Lungenentzündung im Kirchdorf Lappo g e st o r b e n. Die Lappo-Bewegung stand im Jahre 1930 auf der Höhe ihres Einflusses, als Kosola an der Spitze von 10 000 Lappo-Männern in Helsinki einzog und den finnischen Reichstag veranlaßt«, die kommunistische Partei in Finnland gesetzlich zu verbieten. * Der Danziger Senatspräsident Greiser empfing den diplomatischen Vertreter der Republik Polen, Minister Dr. P a p e e, um über den Genfer Auftrag an Polen zu verhandeln. Senatspräsident Greiser erklärte, daß Danzig bereit sei, den Auftrag, den Polen vom Völkerbund erhalten habe, als gegeben anzuerkennen. Die Besprechungen werden in den nächsten Tagen beginnen. Die vor einiger Zeit im Zusammenhang mit den Studentenkundgebungen geschlossene Warschauer Universität wird in den theologischen und medizinischen Abteilungen wieder eröffnet werden. Sämtliche Studenten müssen sich neu immatrikulieren lassen. Karte zu dem Umsturzversuch in China. (Scherl-M.) blutigen Auseinandersetzungen gekommen sein. In Loyang kam es zu einem Zwischenfall, als der Kommandeur der dortigen Tschanghsüliang-Truppen den Befehl zur Besetzung der Banken und zur Uebernahme der städtischen Amtsgeschäfte nicht aus führte, sondern Meldung an den Befriedungskommissar erstattete. Daraufhin erfolgte die Entwaffnung der Tschanghsüliang-Truppen in Loyang. Marschall Tschiangkaischek hat von Sianfu aus seiner Frau nach Nanking telegraphisch mit geteilt, daß es ihm gut ginge und daß kein Grund für Besorgnisse um seine Sicherheit vorhanden sei. Es verlautet, daß die Truppen Tschanghsüliangs fieberhaft damit beschäftigt sind, Verteidigungsanlagen außerhalb Sianfus herzustellen. Ihre Arbeit'wird durch Regierungsstugzeuge gestört. Die Regierung setzt die Bemühungen, um die Frei- lassungTschiangkaischeks zu erreichen, fort. Tokio meldet die Ermordung Tschianakaischeks. verhaftet worden war, zum damaligen Bot» schafter der Sowjetunion in Peiping geheime Beziehungen unterhalten zu haben und für die Komintern zu arbeiten, war seinerzeit auf Befehl Tschanghsueliangs freigelassen und zum Leiter seiner Geheimkanzlei bestellt worden. Man will darüber unterrichtet sein, daß Li Tientsin die ganze Zeit über mit den Befehlshabern derchinesischenRotarmeenin Verbindung gestanden hat. In Peiping vermutet man, daß in Sianfu zahlreiche europäische Kornmuni. st en weilen. Englische Befürchtungen. London, 14. Dez. (DNB.) Die englische Oeffentlichkeit ist über die Meldungen aus China außerordentlich beunruhigt. In der Gefangensetzung Tschiangkaifcheks glaubt die Dresse unter Umstanden den Auftakt zu einer russisch-japanischen bzw. chinesisch - japanischen Auseinandersetzung erkennen zu können. Nach einer Meldung des „Daily Expreß" hat Sowjetrußland bereits starke T r u p - penoerstärkungen an seine Ostgrenze geworfen. Dem aufständischen Marschall sollen in den nördlichen Provinzen 300 000 Mann zur Verfügung stehen. Er fordere eine geschloffene Front gegen Japan und eine sozialisttsche Verfaffung. Loyaliiätserklärunqen für Nanking. Nanking, 14.Dez. (DNB.) Die Gouverneurs der Provinzen Schantung, Kwantung, Hopei,Yuen- nan, Schanfi und Hunan haben Loyalitätserklärungen an die Nanking-Regierung übersandt. Eine Konferenz des Hopei- und Schachar-Komitees hat zusammen mit Vertretern der 29. Armee den Beschluß gefaßt, sich bedingungslos den Befehlen der Nanking-Regierung zu unterstellen. Die gesamte Nankinger Presse verurteitt die Meuterei Tschanghsueliangs und ermahnt das chinesische Volk, der Nankinger Regierung als der einzig rechtmäßigen Regierung Chinas zu folgen. Im ganzen Lande, mit Ausnahme Sianfu selbst, soll Ruhe herrschen. Karlsbad, 14. Dez. (DNB.) Der tschechoslowakische Außenminister Dr. Krosta sprach hier über „Die Deutschen im tschechischen Staat". Als grundlegende Tatsache müsse zunächst festgestellt werden, daß die Tschechen das eigentliche historische Volk des Staates seien, der die Frucht des gemeinsamen Kampfes der Tschechen und Slowaken fei. Nichtsdestoweniger müsse aufrichtig taljin gestrebt werden, das deutsche Problem in der Tschechoslowakei zu lösen. Der Minister lehnte die Abtrennung des deutschen Gebietes des Staates entschieden ab. Es sei schwer zu glauben, daß sich das heutige Deutsche Reich nach unseren deutschen Landsleuten seynen könnte, von denen nur ein geringer Teil all den strengen Anforderungen, die die Theorie über die Rasfenreinheit der deutschen Nation stelle, entsprechen würde. (!) Außerdem könne man die geographische und wirtschaftliche Verbundenheit der von den Deutschen bewohnten Teile des Staates mit dem übrigen Gebiet nicht übersehen. Ebenso unmöglich sei aber auch eine Tsche- chisierungder Deutschen. Eine andere Lösung, aus allen Völkern der Tschechoslowakei eine einzige Staats- Nation zu bilden, sei aus demselben Grunde ausgeschlossen. Aber auch eine Lösung nach Schweizer Mu st er wäre undurchführbar, da in der Tschechoslowakei dazu die dort gegebenen geschichtlichen Voraussetzungen fehlen. Der Minister verwies auf seinen früheren Ausspruch, daß die Deutschen das zweite Staatsvolk in der Tschechoslowakei seien. Die Voraussetzung dafür wäre, daß die Deutschen in der Tschechoslowakei ihre dauernde Heimat sähen. Eine volle territoriale Autonomie der Sudetendeutschen lehnte der Minister ebenfalls ab. Die Sudetendeutschen strebten übrigens etwas Aehnliches gar nicht ernstlich an. Hingegen habe die deutsche Forderung nach Verwaltungsdezentralisation auf tschechoslowakischer Seite grundsätzliches Verständnis gefunden. Die nationale und kulturelle Selbstverwaltung sei zum großen Teil bereits erfüllt. (?) Es handele sich darum, den Deutschen einen gehörigen Anteil an der öffentlichen Macht im Staate und eine angemessene Vertretung in den öffentlichen A e m t e r n sicherzustellen. Die Deutschen müßten ihrerseits zu der Erkenntnis kommen, daß ihre nationale Existenz in der Tschechoslowakei ebensowenig in Frage gestellt sei, wie ihr natürlicher Zusammenhang mit der deutschen Volksgemeinschaft. Tokio, 15. Dez. (DNB. Funkspruch. Osiasien- dlenst des DNB.) Nach einer in den ersten Morgenstunden des Dienstags in Tokio eingetroffenen Eilmeldnng aus Schanghai soll Marschall Tschiangkaischek und die mit ihm gefangenen Generäle in Sianfu getötet worden fein. Moskaus Aufmarsch im Fernen Osten. London, 15. Dez. (DNB. Funkspruch.) Die Londoner Blätter berichten, daß die Hauptsorge der Nankinger Regierung die Möglichkeit eines Zusammenschlusses zwischen den aufständischen Streitkräften und der chinesischen roten Armee sei. Die Regierung treffe jetzt Vorbereitungen, um einen Keil zwischen diese beiden Armeen zu treiben. 30 chinesische Militärflugzeuge hätten am Montag Sianfu überflogen, wo Marschall Tschiangkaischek als Gefangener sitzt. In Nanking habe man die lieber* Beugung, daß, wenn es gelingt, einen vorherrschenden Einfluß der Roten zu verhindern, die Freilassung ausgehandelt werden könnte. Der militärische Mitarbeiter des „Daily Telegraph", Generalmajor Temperley weiß zu berichten, daß die japanische Regierung ein Flugblatt habe verteilen lassen, in dem auf die Notwendigkeit der Auffüllung der Armee im Hinblick auf die wachsende militärische Stärke Sowjetrußlands und Chinas hingewiesen werde. Während Japan vor zwei Jahren noch im Fernen Osten entschieden stärker als Sowjetrußland gewesen sei, habe sich durch die ständige Entsendung von Verstärkungen der sowjetrussischen Armee in die Transbaikal - Provinzen das Bild zugunsten Sowjetrußlands langsam geändert. Obwohl Japan 17 Divisionen zur Verfügung habe, könne nur ein Teil in der Nordmandschurei eingesetzt werden. Generalmajor Temperley glaubt, daß die Sowjets im Fernen Osten 10 Divisionen mit etwa 600 Flugzeugen stehen haben. Der „Daily Expreß" schreibt, daß bei der Gefangensetzung des Marschalls Tschiangkaischek Stalin seine Hand im Spiele gehabt habe. Nach einer zweistündigen Konferenz im Kreml sei der Oberbefehlshaber der roten Armee im Fernen Osten, Marschall Blücher, im Flugzeug nach dem militärischen Stützpunkt Chabarowsk gesandt wor- Zwei Geschwader der roten Luftflotte feien ihm zur Verstärkung der sowjetrussischen Streitkräfte in Bombardement auf Sianfu. Peiping, 14. Dez. (Ostasiendienst des DNB.) Nach den letzten hier eingetroffenen Meldungen haben Bombenflugzeuge der Zentralregierung begonnen, Sianfu mit Bomben zu belegen. Der Bahnhof soll in Flammen stehen. — Zuverlässigen Nachrichten zufolge lehnten große Teile der Armee Tschanghsüliangs ab, sich weiterhin an der Meuterei zu beteiligen. Es oll innerhalb der Streitkräfte Tschanghsüliangs zu mals noch mitten in Anatolien stehenden Griechen zu bekommen, willigte Kemal ein, daß das G e - biet von Alexandrette und Antiochia beim syrischen Mandat bliebe unter der Voraussetzung einer Kultur- und Verwaltungsautonomie für die in den beiden genannten Sandschaks (Kreisen) wohnenden 280 000 Türken. Das jüngst abgeschlossene französisch-syrische Abkommen, das das Mandatsverhältnis beendet und Syrien seine staatliche Selbständigkeit zuerkennt, hat nun die Türkei mit der Forderung beantwortet, Alexandrette und Antiochia von Syrien abzu trennen. Alexandrette, ein Gebiet etwa von der Größe Braunschweigs, liegt nahe dem Schlachtfeld von Ässus, auf dem Alexander der Große im Jahre 333 v. Chr. den Perserkönig Darius schlug. Der Hafen ist der beste an der syrischen Küste und ein wichtiger Umschlagplatz für den Durchgangshandel von Iran (Persien) her. Die Bagdad-Bahnlinie erschließt dem Hafen Alexandrette ein gewaltiaes Hinterland, das durch eine leicht zu schaffende Verbindung bis nach Iran von Bedeutung fein könnte. Die das Gebiet von Aleran- drette vorwiegend bewohnenden Türken und Kurden wollen begreiflicherweise von einer syrischen Republik, in der sie eine nur schwache Minderheit bilden würden, nichts wissen, und verlangen die Autonomie des Sandschaks. Diese Forderung hat nun die Türkei sich zu eigen gemacht und vertritt sie vor dem Völkerbundsrat in Genf. L. EnglanvfeindtichepropagandaimZrak. London, 15. Dez. (DNB. Funkfpruch.) Der Führer der arabischen Aufständischen in Palästina, Fauzi Bey, der nach der Beilegung des Generalstreiks nach dem Irak fluchtete, entfesselte dort, wie der „Daily Telegraph" meldet, eine heftige Propaganda gegen Palästina. Fast täglich halte er in Bagdad aufreizende Reden, in denen er erklärte, daß die Engländer aus dem mittleren Osten vertrieben werden müßten; er versuche, eine Armee aufzustellen, die nach seinen eigenen Worten die Aufgabe haben solle, Die Engländer ins Meer zu treiben. Die Propaganda Fauzi Beys sei angesichts der in Bagdad herrschenden politischen Lage eine ernste Gefahr, da die Kundgebungen von vielen irakischen Würden- trögern unterstützt würden. Fauzi Bey brüste sich damit, Hunderte von brittschen Soldaten niedergemetzelt zu haben. Der ganze Irak glaube, daß Fauzi die britische Armee geschlagen habe. Auch in den Moscheen des Irak werde eine intensive Propaganda für d i e Vertreibung der Juden aus Palästina veranstaltet. glaubte dann, die Maßnahmen in Deutsch» land krittsieren zu müssen. Er entarte, wenn es nur natürlich sei, daß man die Geburten in Ländern mit geringer Bevölkerungsziffer begünstige, so sei es widernatürlich, das in solchen Ländern zu tun, die nicht genügend Lebensmöglichkeit für eine größere Bevölkerung böten. In S o w j e t r u ß l a n d hingegen hatten sich die wirtschaftlichen Verhältnisse gebessert; dort werde man bald 400 Millionen Einwohner zählen. Seit drei Jahren sei dort die Bevölkerungszahl wieder im Ansteigen, nachdem man die früher erlaubte Abtreibung unter Strafe gestellt habe. Der Minister bedauerte weiter, daß Frankreich die höchste Sterblichkeitsziffer habe. Der Alkohol und die Tuberkulose töteten viele Menschen. Frankreich sei tatsächlich das Land, in dem am meisten Alkohol verbraucht werde. Auch stehe Frankreich mit der Zahl seiner (3 e i ft e s = kranken an der Spitze. Paris zähle 340 Geisteskranke auf je 100 000 Einwohner. Das fei der stärkste Anteil in ganz Europa. Abschließend erklärte der Minister, nachdem die Verteidigung der Grenzen gesichert sei, müsse man daran denken, d i e Lebenskraft der französischen Rasse zu stärken. Das sei eine notwendige Vorbedingung für den Fortbestand der Nation. Wenn man von deutscher Seite auf die Rede Kroftas fo antworten wollte, wie sich das eigentlich gehörte, dann müßte man ein dickes Buch zufam- menschreiben. Denn jedes Wort dieser Rede ist eine Tatsachenverdrehung. Aber jedes Wort gleitet auch über die tausendfachen Beschwerden der Sudetendeutschen hinweg und nicht nur über die Beschwerden, sondern auch über das, was tatsächlich von tschechischer Seite zur politischen Entrechtung und wirtschaftlichen Vernichtung, damit zur Verelendung aller deutschen Staatsbürger und zum schließlichen Aussterben Der sudetendeutschen Bevölkerung getan wird. Wir können uns nur mit einigen Behauptungen auseinandersetzen, die das Ausland über das tschechisch-deutsche Verhältnis auf tschechischem Staatsgebiet täuschen sollen. Da hat Krosta kühl und gelassen erklärt, daß die nationale und kulturelle Selb st Verwaltung der Deutschen zum größten Teil bereits erfüllt sei. Gerade um diese nicht vorhandene Selbstverwaltung geht dauernd der Kampf. Das Sudetendeutschtum wird in der Tschechoslowakei schlimmer behandelt als das schwarze Sklavenvolk in der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts am Miffifippi. Allen Klagen über die tschechische Entnationalisierungspolitik tritt Krosta mit dem Hinweis entgegen, daß sich die Deutschen gar nicht entnationalifieren ließen. Warum werden dann aber deutsche Kinder gezwungen, in tschechische Schulen zu gehen? Warum will man aus ihnen mit aller Gewalt Tschechen machen? Noch ein drittes Problem wollen wir herausgreifen: die von Krofta selbst aufgeworfene Frage einer Abtrennung des deutschen Gebietes und Angliederung an das Reich. Es sei schwer, so meinte Krosta, zu glauben, daß sich das heutige Deutschland nach seinen deutschen Landsleuten auf tschechischem Boden sehne. Uns fällt es schwer zu glauben, daß ein Mann wie Krofta überhaupt fähig war, derartige Argumente über seine Lippen zu bringen, die nicht nur eine Verhöhnung deutscher Staatsgrundprinzipien, sondern auch eine Beleidigung der Sudetendeutschen bedeuten. Niemand wird einem tschechischen Minister ein Bekenntnis zur Austeilung seines Staates zumuten, aber die tatsächliche Verwirklichung eines Programms, wie es Krofta selber angedeutet hat und das ein Minimum dessen daritellt, was bw Sudetendeutschen verlangen müssen, rann mir Der endlichen Befriedung zwischen beiden Volkern und damit der Konsolidierung des tschechoslowakischen Staates dienen. Aber davon ist die Prager Politik noch meilenweit entfernt. Tschiangkaifcheks Schicksal ungewiß Widersprechende Meldungen. Sowjet Russland UM jh * ONGOt-81 U Teiftes ei|W diesem erstehen tebensvl Dischen Interesse rede in öen Zol wieder 1 wenden Nun on die in Dese wittelsto Semegu Kultur N den Jes alle Nen:. Jismi blein, n Jeknt(ii w eine Don leite 0] Mi nu inneren Unsicher ?Qr 9Qi Lnrchbr 5? Ql Niti Mpa ?!3mar Se, Ne deu Jnb lei ttsvlg« W| 0^‘ J” s te fe“1 ä ä w« >«. -MieN' AdasP' rin W WR jlieren W flies A1^6 Wachtn Dies A ■w- Mgelchl $ als ö tiens en 0 e Turn Werter t Wöbe' genbige l bis ein i ks liegt itittung o Segenstar lang zu« Oang bei 1 ning wei . Meint ■ äUßenpoF grünöung mit dem Leutschla Amgen, eine licht ta Süd oben, u mögende llebertre rationsn Deutsche Tntwickl tatlächlii äuflöfui / Gewalt' I Diritz । der Ge | So lie istellun Reichs großen 1 sönlich! r Sigena Buches Gelamt , vielfälti und wi deutsche lich zus Probier allen gi deins, , Europa und die Nichteinmischung Eden wünscht Deutschlands Mitarbeit Italiens Antwort überreicht 7795 V druck Hnig Schauspiel des Sowjetkrieges in Spanien zusammen, wenn Herr Blum behauptet, der Pa kt Moskau —Paris sei einer der großen Boll- werke für den europäischen Frieden und deshalb unentbehrlich? Wir wissen, daß wir auf diese Fragen aus dem Frankreich der internationalen Volksfront keine zureichende Antwort erwarten dürfen. Es muß uns die eigene Einsicht und Ueberzeugung genügen, daß das Bollwerk, von dem Blum sprach, in Wahrheit zu einem Bollwerk der Dritten Internationale, zu einer Bastion der Komintern in Westeuropa geworden ist. Die Sprache, die L6on Blum gegenüber seinem Freunde de los Rios gebrauchte, war allzu deutlich... Ev. Rom, 14. Dez. (DNB.) Die Antwort der italienischen Regierung auf die englisch-französifchen Vorschläge vom 5. d. M. lautet: 1. Die italienische Regierung teilt den von den Regierungen Englands und Frankreichs zum Aus- Schutz vor Ansteckung durch __ des Wirtschaftlichen hat nur Bismarck durch den leidenschaftlichen Einsatz seiner selbst möglich gemacht. „Er hat seinem Volke die Lösung dieser Aufgabe ins Blut hineingetrieben ... für den Mann und fein Volk einer der großen Ruhmestitel ihrer Geschichte, ... eine fortwirkende, noch gegenwarts- volle, eine späte Zukunft allfühlbar mitgestaltende, fordernde Kraft." Die nationale Einheit des Bis- marckreiches ist nach den Schlußworten dieses,Buches für alle Lebensmöglichkeiten der Nachzeit die Vorbedingung geblieben, unwegdenkbar auch aus allen weiterftrömenden Fortsetzungen der deutschen Entwicklung. Sie, ihre Schöpfer und Träger uns lebendig gemacht zu haben in der uns zeitgemäßen Form, die Klarheit der Deutung mit dem Schwung edler Begeisterung zu einem echten Kunstwerk großer Geschichtsschreibung verbindet, das ist das Verdienst dieses Buches Fr. W. Lange. Kunst und Wissenschaft. Deutsche Albrecht-Dürer-Stiftung. Am 6. April 1937, gelegentlich her Wiederkehr des Todestages Albrecht Dürers, wird die von der Stadt Nürnberg errichtete Deutsche Albrecht- Dürer-Stiftung zum 9. Male ausgerichtet. Sie dient der Förderung deutscher bildender Künstler. — Zur Erfüllung dieses Stiftungszweckes können aus dem Jahreserträgnis der Stiftung an hervorragend begabte Maler und Graphiker zur Förderung ihrer künstlerischen Entwicklung wie z. B. zum Besuch von Schulen, für Studienreisen, zur Beschaffung von Werkstoffen und Arbeitsgeräten, Stipendien gewährt werden. Die Stiftung kann auch an hervorragend begabte Künstler zur Ausführung bedeutsamer Werke auf Grund vorgelegter Entwürfe Zuschüsse leisten oder einzelne ausgezeic^ nete Kunstwerke solcher Künstler erwerben oder sich an der Erwerbung beteiligen. — Bewerbungen ____gebrachten Wunsch, jede politische Erwägung dem höheren Interesse der Zivilisation und des Friedens unterzuordnen, jeden Anlaß auszuschalten, der dazu beitragen könnte, die Gefahren der gegenwärtigen Krise auszudehnen und in Spanien normale Zustände und die Ordnung endlich wieder * Erich Marck 1871/78. Reiches. Deutsche n" Kunden 24 Mark. Zwei Bände. Preis IN L-'«n g-nuiM^ _ Deutsche Derlagscmstalt m Stuttg Geister wie des feinen diplomatischen Spiels und schließlich des Appells an die Ueberzeugungskraft der Waffen. Meisterhaft wie das Werk des Staatsmannes ist die Erzählung des Historikers: die Entschlüsse zum Kriege 1864, 1866 und 1870. Unge- mein spannend b'rängt di- Hand ung zum Hade- punkt der spanischen Thrankandidatur und zur Em- fer Depesche hin, die diplomatisch-polltlsche l^it- Wicklung wird ausführlich geschildert,, die psycho- loaischen Beweggründe Bismarcks, die innere Rechtfertigung des 'Entschlusses, auch vor dem Letzten nickt auszuweichen, lernen mir m ungeheurer Prägnanz und doch in ebenso s^sam abgewogenem Urteil kennen. Ebenbürtig neben den Staatsmann tritt auch in der Darstellung von Marcks der Feldherr Moltkes Persönlichkeit die Schlacht ftäniaaräh dann der strategische Aufmarsch 1870, die Schlachten um Metz im Zeichen von Moltkes Idee und Willen, schließlich die Kontroverse zwischen Staatsmann und Feldherr in der Beschießung von Varis werden in Problemstellung und Losung mi meisterhafter Kraft klargelegt. Gerade dies Kapitel mfrh niel eicbt für uns, die wir durch die Erfahrungen des Weltkrieges für diese Fragen hellhörig geworden sind, von besonderem Reiz fein. Das Buch klingt dann nach ausführlicher Schil- hM leiden Aktes der Reichsgrundung aus kn KE Fnweis aus die innere Weiterentwicklung der ^deutschen Einheit aus das Zusammenwachsen Deutschlaims zur Nation. In kurzen Strichen wer- hhip ffleaenfräfte angedeutet: Kulturkampf und ^ia ismus Wir sch-n nach die inneren Gesahren für bas 7-utsche Bürgertum, den Berbundeten Bis- mnrrfs im Kampf um die Einigung, sich in hin fflrünberiahren" anmelden und als Auftakt der n-u-n^Evocke ui Abwehr von Manchestertum und L^likmus Schutzzoll und Sozialpolitik als Mit- M^taatüdben Eingriffs in die wirtschaftliche Entwicklung- Diesen Uebergang zur staatlichen Leitung entfernt, daß wir mit anderen Nationen zusammen seine Mitarbeit auf wirtschaftlichem, finanziellem und politischem Gebiet suchen. Wir wünschen weder Blocks noch Schranken in Europa." England könne sich nicht in diesem oder jenem Teil der Welt für uninteressiert erklären in der vagen Hoffnung, daß dieses Gebiet England nicht berühren meroe. Das Nichteinmischungsabkommen habe sich nicht so bewährt, wie man gewünscht habe. Die spanische Tragödie rufe immer noch internationale Befürchtungen hervor. Daher hatten die französische und die englische Regierung wiederum die Initiative ergriffen, um das Nichteinmischungsabkommen wirksamer zu gestal- t e n und durch ein Vermittlungsangebot den Feindseligkeiten ein Ende zu setzen. Dadurch habe man andere Nationen, die mehr daran beteiligt seien und deren Verantwortung weit größer i fei, ein gutes Beispiel gegeben. land zu erwarten. Wie jedoch die Spanien-Politik Frankreichs und Sowjetrußlands einzuschätzen ist, das geht nicht,pur aus der immer unoerhüllter betriebenen Wafsen- und Menfchenlieferung an die spanischen Kommunisten hervor, sondern auch aus solchen Aeußerungen, wie sie der französische Ministerpräsident Blum erst jetzt wieder in einer Unterredung mit der englischen Zeitung „News Chronicle" getan hat. Die Frage des Pressemannes, ob Frankreich immer noch an dem Grundsatz der Nichteinmischung festhalte, obwohl es wisse, daß er praktisch die ganze Zeit über nicht eingehalten worden sei, wurde von Blum nachdrücklick bejaht. Das heißt also mit anderen Worten, daß Frankreich auch künftighin jene indirekte Unterstützung der spanischen Bolschewisten beibehalten wird, die Blum schon vor Monaten dem roten spanischen Minister de los Rios mit den Worten versprach: „Ich werde meine Stellungnahme um jeden Preis und trotz aller Risiken beibehalten, wir müssen dem be reunbeten Spanien helfen. Wie? Das werden wir sehen Auch im weiteren Verlauf seiner Unterredung gab Blum Ansichten kund, die, bei Lichte besehen, von bewußten oder unbewußten Irrtümern nur so strotzen. Großmütig erklärte der französische Regierungschef, man sei bereit und bemüht, Deutschland bei der Rückkehr zp einem normalen wirtschaftlichen Leben zu helfen, falls Deutschland durch eine allgemeine Nivellierung der Rüstungen Helsen werde, aber in gleichem Atemzuge machte er die „überwältigende und untragbare schwere deutsche Wiederaufrüstung" verantwortlich für das Ent- um Leistungen aus der Stiftung sind bis zum 15. Januar 1937 bei dem Vorsitzenden des Kuratoriums, Oberbürgermeister Liebel, Nürnberg, Norishalle am Marientorgraben, einzureichen. Bei der Bewerbung find bestimmte Vorschriften zu be- achten, die in "einem Merkblatt enthalten sind, das kostenlos von der Direktion der Kunstsammlungen der Stadt Nürnberg, Königstraße 93, zu beziehen ist. Bewerbungen, die den Besttmmungen des Merkblattes nicht entsprechen, werden nicht berücksichtigt. Festakt zur Aeberreichung dec Nobelpreise, in Stockholm. Die Festlichkeit anläßlich der Nobelpreis- Verteilung im Großen Saal des Stockholmer Konzerthauses fand unter den herkömmlichen Formen statt. König Gustav V. von Schweden verteilte auch diesmal die Preise, die aus der Festurkunde, der goldenen Plakette und dem Scheck bestehen, persönlich an die Nobelpreisempfänger. Außer dem König nahmen an dem Festakt dis Prinzen Gustav Adolf, Wilhelm, Karl der Aelteve und der Jüngere sowie Prinz Eugen und die Hof- begleitung teil. Die Mitglieder der Regierung wurden von Staatsminister H a n s s o n geführt. Unter den diplomatischen Vertretern sah man den deutschen Gesandten Prinzen zu Wied. Anschließend wurde ein Festessen im Goldenen Saal des Stadthauses gegeben. Anstelle des Nobelpreisträgers für Literatur, des amerikanischen Schriftstellers Eugen O ' N e i l l, der krankheitshalber die Reife nach Stockholm nicht antreten konnte, empfing der Stock- holmer amerikanische Geschäftsträger den Preis aus der Hand des Königs. Unter den diesjährigen Nobelpreisträgern befand sich auch der Chemieforscher, Professor am Kaiser-Wilhelm-Jnstitut in Berlin Peter D e b y e. Die Würdigung der Forschungs- arbeit des Professors Debye erfolgte durch den schwedischen Professor Arne Westgren. Der Ko- Bürgertum die lebensvollere gewesen, bis es . der Genius des großen Staatsmannes überschattete, j So liegt auch im ersten Band der Marcksschen Dar- ( stellung die Betonung auf der Entfaltung der , Neichsidee im deutschen Bürgertum in den über- , großen Mannigfaltigkeiten der Prägung durch Persönlichkeit, geschichtliche Tradition, landschaftliche Eigenart. Weit mehr noch wird dieser erste Teil des Buches, der den beträchtlich längeren Zeitraum der Gelamtepocke umfaßt, aufgelockert durch das bunte vielfältige Nebeneinander der politifchn, kulturellen und wirtschaftlichen Entwicklung in den einzelnen deutschen Ländern, ein Nebeneinander, das schließlich zusammenströmt in dem gewaltigen Bett des Problems der deutschen Einheit, der Drehpunkt allen geistigen und politischen Strebens und Handelns, der sich von Jahrzehnt zu Jahrzehnt bestimmender vorschiebt. Kräfte und Gegenkräfte m diesem Kampfe für und wider ein einiges Reich erstehen in scharfen Konturen. Das ungemein farbige Bild der Paulskirche, ein Spiegel deutschen Geistes und deutschen politischen Wollens dieser Zeit, weiß Marcks in wenigen, markanten Strichen lebensvoll vor uns aufzurollen. Und schließlich zwischen den Mühlsteinen europäischer Großmachtinteressen das Versickern im Jahrzehnt der Reaktion in Gesellschaft und Staat, ein letztes Aufslackern mittelstaatlichen Machtbewußtseins, aber auch neue Bewegungen ankündigend in allen Zweigen der Kultur und über die wirtschaftliche Entfaltung gerade in diesem Jahrzehnt mit seinem Kampf um den Zollverein als Vorläufer deutscher Einheit doch wieder hinüberschwingend zu dem großen zeitbestim- menden politischen Problem. Nun tritt immer entschiedener der Staatsmann an die Rampe, der der hier behandelten Epoche deutscher Geschichte seinen Namen gegeben hat und auf den bann auch im zweiten Bande dieses Buches alle Fäden der Darstellung mehr und mehr zu laufen: der Aufstieg des Reiches wird zur Geschichte Bismarcks Dessen Stellung zum deutschen Pro- klem ^während de'i Spanne seines Wirkens aum wesentlich verändert in der wechselnden Betonung des einen oder anderen Schatten-, °"d bestimm von Vreußentum und europäischer Politik. „JJie SM-M-SL nach außen hm, im Kampfe u u Mnaen mit Preußens und Deutschlands, Die Heros Konfliktsminister der MM6 ™ mit Kl des deutschen Volkes erhob. n9 Königin und Kronprinz dem liberal n SÄ'SSn.,;-£ einzelnen Phasen dieses gewaltigen ju u hergestellt zu sehen. 2. Hinsichtlich des Vorschlages der beiden Regierungen zu einer neuen förmlichen Erklärung der Nichteinmischung in die spanischen Angelegenheiten und der Verstärkung der Maßnahmen, die zu diesem Zweck vom Londoner Komitee zu treffen wären, liegt der italienischen Regierung ganz besonders daran, darauf hinzuweisen, daß sie von Anfang an die Notwendigkeit unter ft ridjen hat, die Verpflichtung der Nichteinmischung, um wirksam zu sein, möglichst vollständig zu gestalten. Außer dem Verbot der Einfuhr von Kriegsmaterial nach Spanien müßte sie die Verpflichtung enthalten, die Entsendung von Freiwilligen und politischen Agitatoren zu verhindern und die Sammlungen von Geld sowie jede Form der Propaganda für oder gegen eine der beiden im Streit liegenden Parteien zu untersagen. Die italienische Regierung zweifelt nicht baran, baß die Lage in Spanien heute anders aussehen würde, wenn ihr Standpunkt von Anfang an angenommen stehen des französisch-sowjetrussifcken Paktes. Diese Behauptung steht mit den historischen Tatsachen in schroffstem Widerspruch, denn bekanntlich wurde die f r a n z ö s i s ch - s o w j e t r u s s i f ch e Militärallianz bereits vorbereitet und abgeschlossen, als sich Deutschland erst in den allerersten Anfängen seiner Wiederwehrhaftmachung befand. Außerdem stellt die Erringung der deutschen Wehrfreiheit nicht eine Aufrüstung, sondern eine Nachrüstung dar, die dem westlichen Nachbarn um so weniger Sorge bereiten sollte, als ja die berufensten Mitglieder der französischen wie der Moskauer Regierung erst jüngst erklärt haben, ihre Militärmacht sei die stärkste der Welt. Wie reimen sich alle diese Widerspräche zusammen? Wie reimt es sich auch mit dem furchtbaren M irrt V um.... ^5 u * I $ e n t m o r t auf den aus Paris np.^ Än edÄ^ösischen Vorschlag, eine neue Aktton zur Verschärfung der Nichteinmischungs- bef mmungen und zur Vermittlung im spanischen «riege zu unternehmen, ist im Auslande sehr ver- beurteilt worden. Die Zeitungen in den lDeststaaten tun dabei so, als ob es von der deut- chen Haltung abhinge, was nun zur Lösung der panischen Frage geschehen könne. Sie versuchen Jren Lejern weiszumachen, daß Deutschland dafür 9.ie *5ejantmortung trage, wenn sich das Feuer über die Grenzen der Iberischen Halbinsel hinaus ausbreitet. Wir kennen diese Methode zur Genüge, mit der gewisse Staatsmänner die Schuld an einer internationalen Katastrophe noch vor ihrem Ausbruch von der eigenen auf eine fremde Schulter a un)a^en bemüht sind. Die Verdrehung histori- mar. ichon immer ein geläufiger Xritf der diplomatischen Zauberer jenseits des Rheins. So ist es gut und richtig, auch jetzt wieder Logik und Reihenfolge der Ereignisse im Auge zu behalten, damit keine „Mißverständnisse" entstehen. Das deutsche Memorandum ist nicht im geringsten unklar oder zweifelhaft. Es unterstreicht noch einmal sehr nachdrücklich unseren Wunsch, an einer Lokalisierung bzw. Beendigung des spanischen Kon- liktes mitzuarbeiten. Wenn es darüber hinaus Zweifel an dem Gelingen einer solchen Aktion ausdrückt, so ist das nicht auf unseren mangelnden Willen, sondern auf die leichtfertige und unehrliche Handlungsweise anderer Mächte zurückzuführen, die gleichfalls in dem Londoner Nichteinmischungsausschuß vertreten und oft tonangebend sind. Uebrigens steht ja Deutschland mit dieser Auffassung und Beurteilung der spanischen Dinge nicht allein. Die Noten der italienischen und der portugiesischen Regierung machen genau dieselben Bedenken geltend. Auch sie weisen darauf hin, daß die gegenwärtige Lage in Spanien nicht so besorgniserregend wäre, wenn man sich von Anfang an zu einer strikten Neutralität im Sinne der ersten deutsch-italienischen Vorschläge verpflichtet hätte. Deutschland, Italien und Portugal haben also alles Mögliche getan, um den spanischen Krieg nicht in eine europäische Krise ausarten zu lassen, während Sowjetrußland und Frankreich durch eine großzügige Umgehung aller Nichteinmischungsvorschriften erst den jetzigen gefährlichen Zustand herbeiführten. Das Schicksal der englisch-französischen Befriedigungsaktion hängt in erster Linie davon ab, ob vor allem Sowjetrußland bereit ist, in Zukunft eine echte und wahre Neutralitätspolitik zu treiben. Die bisherigen Geschehnisse gestatten uns jedoch leider nicht an dessen guten Willen zu glauben. Es müßte schon eine tatsächliche Garantie gegeben sein, daß die laufende Unterstützung der spanischen Bolschewisten aus Frankreich aufhört und daß Sowjetrußland seine Truppen, Offiziere, Mannschaften und Waffen aus Spanien zurückzieht, bevor an eine Beilegung des spanischen Konflikts überhaupt zu denken ist. Eine solche Garantie aufrichtiger Neutralität ist jedoch bisher nur von Eng- 9er Ausstieg des Reiches. Marcks: Deutsche Geschichte von 1MKF -Ls 1571/78 Don der älteren Generation deutscher Historiker die mit ihrer Jugend noch im Zeitalter der Reicks- arünbung wurzeln, sind nur wenige noch am Leben, von ihnen niemand, der mit Aufbruch und Ausstieg des Bismarck-Reiches sich enger verwachsen fühlte .als E r i ch M a r ck s , der heute Fünfund- siebzlgjahrlge, dessen Leistung als Forscher, Geschichtsschreiber und Lehrer vor wenigen Wochen erst vom Führer durch die Verleihung des Adler- schildes besonders geehrt wurde. Forscher und Lehrer war Erich Marcks, aber vor diesen doch zu allererst der begnadete Geschichtsschreiber, der große Erzähler, dessen künstlerische GestaltungskraftTempe- rament und Pathos in eine klar gegliederte alle Schattierungen sorgsam abwiegende Form bändigt Erich Marcks nimmt in der modernen deutschen Geschichtsschreibung eine gewisse Sonderstellung ein als Meister des historischen Essays, als der unerreichte Porträtist, dessen Griffel mit souveräner Beherrschung des Materials aus subtilster künstlerischer Intuition die großen Gestalten ber neueren europäischen Geschichte vornehmlich des Zeitalters der Religionskriege: Elisabeth, Coliany, Philipp von Spanien, dann aber immer wieder in neuen Abwandlungen Bismarck und seinen Kreis, den Alten Kaiser, Moltke und Roon, Friedrich von Baden au dem Bilde unnachahmlich formte, wie wir es zu sehen uns schon gewöhnt haben. Diese Begabung für das Porträt, die Neigung, eine historische Epoche im Spiegel der Persönlichkeit zu erfassen, ist auch ein charakteristischer Zug des neuen, bisher vielleicht umfangreichsten Werks, das uns Erich Marcks noch in feinem hohen Alter geschenkt hat, der älteren Generation abschließende Darstellung noch eines guten Teils eigenen Erlebens, uns Jungen Vermächtnis und Verpflichtung zugleich. * Dies „Buch persönlicher Liebe und persönlichen Erlebens" will, wie sein Verfasser im Vorwort sagt, „Vorgeschichte und Werden des Reiches darstellen, bas als Grunblage alles nationalbeutschen Staats- kbens erwuchs und das dessen Grunblage, ja, ber feste Turm allen Deutschtums geblieben ist, in ver- änberter Zeit mit verändertem Streben und eigenen Maßstäben doch auch für dieses Streben der notwendige lebendige Kern, und über die Zeiten hinaus ein wirkendes Stück alles deutschen Daseins". Es liegt in der Natur ber Sache, baß bie Darstellung bie kleindeutsche Reichsgründung zum Gegenstand hat als notwenidge Stufe ber Entwicklung zu einer gefamtbeutschen Zukunft. Der Gang der Dinge In Oesterreich ist in die Schilderung wenigstens bis 1867 mit einbezogen, später erscheint es nur angebeutet im Zusammenhang ber außenpolitischen Seite ber Bismarckschen Reichs- grünbung und Reichssicherung. Das Buch setzt ein mit bem Prolog der Erhebung Preußens unb Deutfchlanbs vom Sturz in den napoleonischen Kriegen. Die großen preußischen Reformen erfahren eine lichtvolle Darstellung, aber auch Staatsmänner des Südens wie Montgelas, der Revolutionär von oben, und Metternich erhalten eine gerecht ab* wägende Würdigung, wie auch Marcks sich vor Uebertreibungen hütet in ber Kritik bes Restaurarationswerkes bes Wiener Kongresses unb bas im Deutschen Bunb Erreichte als Fortschritt in ber Entwicklung zur beutschen Einheit gegenüber dem tatsächlichen Zustand des alten Reiches vor feiner Auslösung anerkennt. Von den beiden schöpferischen Gewalten bes Bismarckreiches war bis 1860 bas worden wäre. Es scheint in der Tat einleuchtend, daß die heute von den beiden Regierungen vorgebrachten Vorschläge damals bei ihrer Verwirklichung auf viel weniger ernste und gewichtige Schwierigkeiten gestoßen wären, als das unter den gegenwärtigen Verhältnissen der Fall sein wird. Wenn alle anderen Staaten darin übereinstimmen, sieht jedoch die italienische Regierung auch heute keine Schwierigkeit, im Londoner Komitee alle Maßnahmen zu prüfen, die am geeignetsten erscheinen mögen, eine vollkommene Durchführung und Kontrolle der Nichteinmischung sicherzustellen unter der Voraussetzung, daß die Maßnahmen gleichzeitig in ihrer Gesamtheit angenommen werden. 3. Die englische Regierung und die französische Regierung regen eine Vermittlungsaktion der am meisten interessierten Staaten an, um den bewaffneten Kampf unb bem Blutvergießen in Spanien ein Enbe zu setzen unb dem Lande zu ermöglichen, seinen nationalen Willen zum Ausdruck zu bringen. Diese Anregung kann natürlich von der italienischen Regierung nur günstig ausgenommen werden. Die italienische Regierung stellt sich jedoch die Frage, ob unter den heutigen Verhältnissen die Verwirklichung einer georbneten Volksabstimmung in Spanien in ben Bereich ber praktischen Möglichkeiten gehören mag. Außerbem muß bie italienische Regierung barauf Hinweisen, baß bei objektiver Betrachtung der Tatsachen es schwierig erscheint, zu leugnen, daß das spanische Volk bereits in hinreichenberWeisefeinenWillenzu- gunsten ber 91 a t i o na I r e g i e r u n g zum Ausdruck gebracht hat, die es verstand, mehr und mehr die Zustimmung ber Mehrheit ber Bevölkerung zu gewinnen und in ben Besitz des größten Teiles des spanischen Gebietes zu gelangen. Ebenso muß sie daraus Hinweisen, daß die Aussöhnung zwischen den beiden im Streit liegenden Parteien heute ungemein schwierig erscheint, sowohl wegen der a n a r ch i st i s ch e n Tendenz, die unbestreitbar in den Reihen der Gegner ber nationalen Regierung vorherrscht, als auch wegen ber Roheiten, beren sie sich schuldig gemacht haben. Trotzdem ist die italienische Regierung, in bem Wunsche, nichts zu unterlassen, was ben höheren Zielen bes Friebens dienlich fein könnte, bereit, in einem Geist freundschaftlicher Zusammenarbeit fen-e Vorschläge zu prüfen, die die übrigen Regierungen glauben machen zu können, und an ihrer möglichen Verwirklichung teilzunehmen. London, 14. Dez. (DNB.) Außenminister । Eden lehnte in einer Rede in Bradford Doktrinen ab, durch bie bie Welt in Diktaturen der Rechten und der Linken geschieden werden könne. Für die Zusammenarbeit in außenpolitischen Fragen sei nicht bie Regierungsform ausschlaggebend, sondern die Bereitschaft, ehrlich für den internationalen Frieden mitzuarbeiten. „Weder die Erklärung Del- bos noch meine eigene enthalten irgendeine verborgene Absicht, ein ausschließliches Bündnis zu bilden, noch bedeuten sie die Absicht, eine Blockpolitik zu treiben. Es liegt nicht in unserer Absicht, zu irgendeiner ausschließlichen Reaelung zu kommen. Wir wünschen vielmehr bie Mitarbeit Deutschlands, die wir herzlich begrüßen würben, nicht nur an einem Westabkommen, fonbern in europäischen Angelegenheiten ganz allgemein. England hat das in den Nachkriegsjahren oftmals durch Taten bewiesen. Wir sind von dem Wunsche einer Einkreisung Deutschlands so weit I nig beglückwünschte Professor Dcbye bei der lieber- reich«ng des Preises in deutscher Sprache. Der Festakt wurde umrahmt durch Orchestervorträge. Bei dem Festessen gedachte im Nomen des Königs Prinz Gustav Adolf des verstorbenen Preisstifters Alfred Nobel. Die Nobelpreisempfänger hielten kurze Dankesansprachen. Literaturpreis für Flandern. Der belgische Staatspreis für niederländische Literatur in Höhe von 10 000 Fr. wird alle drei Jahre dem besten Prosawerk dieses Zeitraums verliehen. Für die Jahre 1933 bis 1935 erhielt ihn soeben Gerard Walschap für seinen Roman „Trouroen". Dieses hervorragende Buch erschien auch in deutscher Uebertraaung unter dem Titel „Heirat" (Insel-Verlag, Leipzig), fand aber bei uns noch nicht die Beachtung, die es verdient. Zu den Preisrichtern gehörte der große flämische Dichter Stijn S t r e u v e l s. Es ist bemerkenswert, daß die Preisrichter in der letzten Entscheidung nur noch zwischen zwei Büchern schwankten, nämlich zwischen „Heirat" von Walschap und dem inzwischen auch in Deutschland sehr erfolgreichen „Bauer n - p s a l m" von Felix Timmermans. — Die beiden Werke sind seinerzeit an dieser Stelle eingehend gewürdigt worden. Aus aller Wett. Orkanartiger Sturm über England fordert 17 Todesopfer. Der orkanartige Sturm, der schon über 24 Stunden die britischen Inseln heimsucht, hat zu Lande und zu Wasser mindestens 17 Todesopfer gefordert, darunter die 12 Wann starke Besatzung des Fischdampfers „kodama", die jetzt als endgültig verloren gilt. Auch hat der Orkan, der eine durchschnittliche Stundengeschwindigkeit von 112 Kilometer erreichte, gewaltige Sachschäden angerichtet. Der schwere Kegen, der gleichzeitig unausgesetzt über große Teile Englands niedergeht, hat ausgedehnte Ueberfchwemmungen verursacht, die beispielsweise in Blackburn 10 Baumwollspinnereien außer Betrieb setzten. Auch in Schottland kam es infolge eines Dammbruches zu großen Ueberfchwemmungen. Am meisten in Mitleidenschaft gezogen sind Gebiete von Schottland, Bord-England und Bordwales. In dem schweren Sturm, der die englische Küste zur Zeit heimsucht, sind drei Mitglieder einer Familie auf einem Motorboot umgekommen. Vor der Küste von Suffolk versuchten ein Vater mit Sohn und Tochter schwimmend die Küste zu erreichen, ertranken aber. Eine zweite Tochter, die den Sprung ins Meer nicht gewagt hatte und an Bord blieb, wurde später mit dem Boot an die Küste getrieben und konnte gerettet werden. An der Küste von Kent wurden acht Kisten mit Kaviar angespült, die wahrscheinlich von einem sowjetrussischen Dampfer stammen, der im Kanal auf der Volksgemeinschaft ehrgemeinschast Blutsgemeinschast. Von Hauptabieilungsleiter für presse und Propaganda des Heinrich Hansen. Der Nationalsozialistische Lehrerbund, die größte Erzieherorganisation der Welt, in dessen Reihen der Hochschullehrer so gut marschiert wie der Lehrer irgendeiner einklassigen Volksschule, die Hochschuldozentin neben der Kindergärtnerin, betrachtet als eine seiner wichtigsten Aufgaben die Erziehung der Jugend zur Volksgemein- schast. Auch mit dieser über den engen Bildungszielen schwebenden Proklamation steht die deutsche Erzieherorganisation einzig in der Welt da, zumal sie bewußt nicht durch Verordnungen und Verfügungen, sondern nur durch den Appell an den freiwilligen Einsatz der deutschen Jugend und seiner Erzieher wirken will. Wie gesagt geht es dabei keinesfalls um Bildungssonderrechte oder Wissensnachweise, sondern einzig und allein um die restlose Erringung der deutschen Volksgemeinschaft. Eine solche ist letztlich in ihrer Totalität allumfassend, auch was Bildungsbesitz anbetrifft. Aus diesen Erkenntnissen heraus hat die Reichs- waltung des NSLB. im Verein mit der Schülerzeitschrift „Hilf mit!", dem Propagandaministerium und dem Rassepolitischen Amt der NSDAP, zwei Wettbewerbe ausgeschrieben, bestimmt, in zwei bedeutenden Reichsausstellungen ihren Niederschlag zu finden. Die erste: „Volksgemeinschaft — W e h r g e m e i n s ch a f t" wurde jüngst bereits in der Reichshauptstadt feierlich eröffnet. Die interessante Schau zeigt an vielen schönen Schülerarbeiten, wie schon die deutsche Jugend die Idee erfaßt hat, daß ein Volk, durch dessen Adern das gleiche Blut rinnt, zwangsläufig eine Wehrgemeinschaft gegen jeden inneren und äußeren Feind darstellen muß, wenn es sein Blut erhalten will. Die Feinde brauchen dabei nicht nur gewappnet jenseits der deutschen Landesgrenzen zu stehen, es kann auch das Schicksal sein, das in gewaltigen Katastrophen und Zerstörungen durch Naturgewalten innerhalb der Landesgrenzen lauert, wobei Krankheiten und Seuchen nicht ausgeschlossen sind. Der Besucher der Ausstellung wird jedoch besonders gepackt, wenn er sieht, wie stark der junge deutsche Mensch erkannt hat, daß das deutsche Volk sich nie der roten Gefahr, die vom Osten her Reich und Zivilisation zu zerstören sucht, zu beugen braucht, wenn es geschlossen und einsatzbereit auf den Plan tritt. Der zweite Wettbewerb: „Volksgemeinschaft — Blutsgemeinfchaft" spricht die Jugend von einer anderen Seite an. An alten Aufzeichnungen, Urkunden, seltenem Hausrat, verschollenen Trachten usw. läßt der Wettbewerb den jungen deutschen Menschen stolz werden auf das Erbe der Väter. Bildhaft wird das Geschehen jener Tage, in denen ein Urahn für die Ehre und den Bestand seines Volkes fein Blut vergoß und ein anderer unter Afrikas heißer Sonne zum Pionier für deutsche Kultur und deutsche Wirtschaft wurde. Bereits die Verkündung dieses Wettbewerbes zeigt die Bedeutung der Aufgabe, die der deutschen Jugend gestellt ist. Die jungen Söhne des Dritten Reiches folgen noch einmal rücklaufend dem ewigen Blutstrom ihres Geschlechtes, bis sie das Wort erkennen: „Was du ererbt von deinen Vätern hast, erwirb es, um es zu besitzen". So kommen Vergangenheit und Gegenwart zusammen in dem gewaltigen Kraftstrom des Blutes, der mit zwingendem Fluß hineineilt in die Zukunft des Volkes, bestimmend und formend das Schicksal der Nation. Stolz der Jungen und Mädel auf ihre Ahnen und die Reinheit und den Adel ihres Blutes und Erkenntnis der Verpflichtung, daß die Reinheit dieses Blutes im Interesse der größeren Gemeinschaft, die Volk heißt, liegt, werden das Ergebnis dieses Wettbewerbes fein. So wächst auch dieser Wettbewerb über die Schulstuben hinaus und wird zu einem Appell der Jugend an das ganze deutsche Volk. Fahrt nach Neuyork gefunden ift. In London mußten die Fernsehübertragungen eingestellt werden, da der Sturm am Alexandra-Palast, wo sich die Fernsehanlage befindet, großen Schaden anrichtete. Seit der Nacht zum Montag tobt ein schwerer Südwe st sturm an der französischen Atlantikküste. Der französische Riesendampfer „N o r m a n - d i e" hat infolge des Sturmes nicht in den Hafen von Le Havre einlaufen können. Er hat Kurs auf Cherbourg genommen. Ein anderer Dampfer hat den Hafen von Le Havre nicht verlassen können. Aus Brest wird gemeldet, daß der französische Dampfer „Bourbonnaise" auf der Höhe von Ques- sant an der bretonischen Küste in Seenot geraten ist und 8O8-Rufe ausgesandt hat. Ein Unglück kommt selten allein. In der Nähe von Grenoble ereigneten sich im Laufe eines Tages zwei schwere Unglücks fälle. Ein Mann entdeckte in dem tief eingefchnittenen Felsbett des Flusses Bourne die Leichen zweier Skiläufer, die abgestürzt waren. Nach mühseliger Arbeit gelang es Soldaten, die Leichen zu bergen. Es handelt sich um zwei in Paris ansässige Belgier. Die Leichen wurden von Arbeitern in die Kapelle eines benachbarten Ortes getragen. Kaum waren die Arbeiter an ihre Arbeitsstätte zurückgekehrt, die unmittelbar an der Absturzstelle der Skiläufer lag, als auf einer Strecke von 50 Meter sich plötzlich über 1000 Kubikmeter Felsmaffen vom^ steilen Straßen- hang lösten und die vier Arbeit^ unter sich b e • gruben. (Sie konnten bish^stucht geborgen werden. Amundjens „Discovery" wird für eine neue Südpolfahrt eingesetzt. Das berühmte Polarschiff Roald Amundsens, die „D i s c o v e r y", die seinerzeit mit Amundsen an Bord den Südpol erreichte, wird zur Zeit für eine neue Südpolarexpedition ausgerüstet. Das Schiff wird Anfang 1937 mit 34 dänischen Polarforschern an Bord erneut in die Südsee gehen. An der Spitze der Expedition steht E. W. Walker. Die „Discovery" ist zuletzt im Jahre 1931 für eine Südpolarexpedition eingesetzt worden, die unter Leitung von Sir Douglas M a w s o n stand. Die Forschungsfahrt soll zwei Jahre dauern. Hauptsächlich sollen biologische Forschungen durchgeführt werden. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Der vorn Nordmeer vorstohende Sturmwirbel verlagert sich unter Verflachung rasch nordostwärts. An feiner Vorderseite einströmende feuchte Meeresluft brachte auch unserem Bezirk in der Nacht zum Dienstag einsetzende Verschlechterung mit Niederschlägen. Die von der Rückseite des Wirbels nachstoßende Kaltluft wird sich am Mittwoch bemerkbar machen und neben einzelnen Schauern auch Aufheiterung bringen, doch bleibt für die Folge der Witterungscharakter unbeständig. Aussichten für Mittwoch: Veränderlich mit Aufheiterung und nur einzelnen Schauern bei lebhaften westlichen Winden, Tagestemperaturen um etwa 5 Grad, nachts vielerorts leichter Frost. Winlerfport-Wetterberichk. Vogelsberg. Hoherodskopf: Schneefall, —3 Grad, 30 Zentimeter Gefamtschneehähe, 4 Zentimeter Neuschnee, Pulverschnee, Sportmöglichkeiten sehr gut. Taunus. Kleiner Feldberg: Schneefall, — 2 Grad, 16 Zentimeter Gesamtschneehöhe, 3 Zentimeter Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodeln gut. Rhön. Wasserkuppe: Bewölkt —2 Grad, 10 Zentimeter Gesamtschneehöhe, Rauhreif, Ski und Rodeln gut. Hauptschristleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. XI. 36: 11 000. Druck und Verlag: Brühl'sche Univerfitäts- Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Ps. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Gießen (Crednerstraße 27), Hamburg und Dieburg, 12. Dezember 1936 05713 05723 Tübingen, Gießen, den 15. Dezember 1936 B053 D Vermietungen| Gießen, Hünfeld, Schlitz, den 15. Dez. 1936. 05712 Statt Karten! Kesselbach, den 14. Dezember 1936. Beerdigung: Donnerstag, den 17. Dez., nachm. 2%Uhr, 8030 D Gießen, den 14. Dezember 1936. W Geschäfts-Drucksachen 05721 bei Brühl, Schulstraße 7 rur die wohltuende Teilnahme beim Heimgang meines guten Sohnes, unseres lieben Bruders danken wir herzlich. Anna Weimar, geb. Koch Luise Wießler, geb. Weimar Dr. Aenne Weimar. Dem Herrn über Leb en undTod hat es gefallen,kurz nach dem Abi eben unserer lieben Mutter nun auch unseren herzensguten Vater und Schwiegervater Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 16. Dezember, nachmittags um 2 Uhr von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt Rechnungen Brief blätter Briefumschläge Postkarten Geschäfts Harter Im Namen der Hinterbliebenen: Johannes Meißinger, Oberbahnassistent i. R. Die tief betrübten Kinder: Wilhelm Becker und Frau Erni, geb. Hink Ludwig Wolf und Frau Mariechen, geb. Becker Hans Steinhaus und Frau Käthe, geb. Becker Herrn Christoph Becker Telegraphen*Assistent i. R. nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von 66 Jahren zu sich in die Ewigkeit abzurufen Todes-Anzeige. Heute morgen 11 Uhr ist meine geliebte Frau, unsere liebe Mutter, Großmutter, Schwester und Tante Frau Johanna Meißinger geborene Löber sanft entschlafen. Am 12. d. M. verschied unerwartet unser liebes Ehrenmitglied und Mitglied des Ältestenrates Louis Frech Der Verstorbene war Mitgründer unseres Vereins, dem er als Mitglied über 51 Jahre an gehörte. Mit tiefer Trauer stehen wir an der Bahre dieses lieben und hochverdienten Menschen, der seit seiner frühesten Jugend der deutschen Turnsache seine Kraft gewidmet hat. Er besaß unsere ganze Wertschätzung. Wir werden seiner immer in Liebe und Dankbai keit gedenken. Die Trauerfeier findet am Dienstag, dem 15. Dezember, nachmittags 3V- Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Wir bitten unsere Mitglieder um zahlreiche Beteiligung. Männerturnverein Gießen. 8045 D 3-Zimmer-Wohnung mitBadezimmer u.Bodenkammer am Aulweg per l.ftebr. zu verm. Bewerbungen schriftlich erbeten Baugenoffenidiaft 1894, e.G.m.b.ö., Sieben, Schöne m.Zub. z.verm. Schrift!. Anfrag, unt. 05720 a. den Gießen. Anzeig. Kleine WWW Teufelsluftgärtchen Nr. 3 zu vermieten. Näheres 8o46d Seltersweg 30. Heute nachmittag 2 30 Uhr entschlief nach kurzer, schwerer Krankheit unser lieber Sohn, Bruder, Enkel, Neffe und Kusin Hans im Alter von 6 Jahren Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Wilhelm Strack und Angehörige. Wieseck, den 14. Dezember 1936. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 16. Dezember, nachmittags 2 Uhr statt. Prof. Dr. W. Engelhardt u. Kinder Familien Arnold u. Engelhardt Luise Lange, geb. Hardt Helene Lange. Für die vielen Beweise herzlicher Anteilnahme bei dem Heimgange unseres lieben Entschlafenen sprechen wir aut diesem Wege unseren herzlichen Dank aus. Für alle so wohltuende Teilnahme beim Hinscheiden unsrer heben Verstorbenen sagen wir herzlichsten Dank! Am 12. Dezember ist unser lieber Altersbruder Christoph Becker gestorben. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. 05717 Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 16. Dez., auf dem Neuen Friedhof statt. Alters Vereinigung 1870—1920 tage frei Neustadt20.b^'l) (Stellenangebote Keine Zeugnisse in Urschrift sondern nur Zeugnis- abschristen dem Bewerbungsschreiben bet. legen l — Lichtbilder undBewerbungsunte» lagen müssen zur Ber- metdung von Verlusten auf der Rückseite Ra- men und Anschrift »es Bewerbers tragen l Zuverlässige Sleioljpi* die auch leichtere Büroarbeiten zu versehen hat, von kaufmännischem Betrieb in Gießen gesucht. Schriftliche Angebote u. 8026d an d. Gieß. Anz. Tücht.,zuverläsf. Halbtagsmädchen zum 1. Januar in kleinen Haushalt gesucht. Schnftl. Angeb. u. 05719 an d. Gieß. Anz. Halbtagsmädchen für kl. Haushalt f. sofort gesucht. Großer Stein- weg 18 I. 8037V Ehrliches 05716 Mädchen für nachmittags gesucht. Wo, sagt oerGieß.Anzeig. Verkäufe Gold-Herrenutir mit Schlagwerk zu verkauf. 05714 Neuenweg 4. teljerö zu verkauf. 8043d Krevert Blockstraße 7 I. Gut erhaltener (mittlere Figur) billig zu verkauf. Wo,fagtderGie- ßener Anz. 05722 | Verschiedenes! 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Nr. 2Y3 Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Dienstag, i5.De;ember syZb MTV.-Spielplatz in neuer ©eilalt wenig ab- Schon feit Sicht unmöglich Meter Höhe und doch sichtet man Der Platz des Mtv. in seiner vorgesehenen neuen Form. bereits in 1200 rechts über den aus 1500 Meter wohl schon das Spielplatz Geraume dem der hat und von etwa und ge- und Da- Er- zu erweitern und zu vervollständigen. Zeit ruhte der Plan, jetzt jedoch, nach- Heegstrauchweg seinen Ausbau erfahren dadurch gleichzeitig ein Geländestreifen 5 Meter Breite in der ganzen Länge des Weiterung um die Fläche von 5500 Quadratmeter. Durch diese Sachlage ist es möglich, dem Spielplatz den können, auf den Boden ausgebreitet. Das Luftschiff verläßt den Staat St. Catharina und dringt, von der verträumten Hafenstadt Pa- Spielplatzes geopfert werden mußte, drängte die Frage des Spielplatzausbaues zu einer Entscheidung. Begünstigt würde der nunmehr begonnene Ausbau dadurch, daß durch die Bereinigung des weg ein Stück Land, das der Stadt gehörte, das der völligen Ausnützung des dem Mtv. hörigen Geländes im Wege stand, einbezogen für den Sportplatz dienstbar gemacht werden, durch erfuhr der Spielplatz des Mtv. eine Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Rio de Janeiro, im Dezember. Mit einer großen Hetzjagd fing es an. Auf dem üblichen Vormittagsrundgang des Auslandskorre- pondenten hörte ich um elf Uhr, daß mich die Bot- chaft schon lange suche, um mir mitzuteilen, ich olle als Pressevertreter die Rundfahrt des „Hindenburg" über Südbrasilien mitmachen und mich pünktlich bis 14 Uhr zum Sonderzug einfinden. Rasch zum Condorsyndikat wegen der Passage, dann noch ein Sprung nach Hause, um den unentbehrlichen Klapperkasten abzuholen, ein belegtes Brötchen im Bahnhofsrestaurant als Mittagessen-Ersatz, und rein in den Zug nach Santa Cruz, zum Luftschiffhafen Rios, der jetzt zu Ehren eines der großen Flugpioniere Brasiliens den klangvollen Namen „Flughafen Bartholomeu de Gusmao" erhalten hat. Erft im Zug kommt man zum Atemholen und zur Freude über die Erfüllung des Wunschtraums jedes Rio-Deutschen, der allwöchent- ' lich sehnsüchtig dem silbernen Sendboten der Heimat nachblickt: eine Zeppelinfahrt. In Santa Cruz ist hochoffizieller Betrieb. Fast die ganze brasilianische Regierung, Vertreter des Bundespräsidenten Vargas, Abgeordnete des Bundesparlaments nehmen an der Fahrt teil. Leise beschleicht einen die Angst vor einem „protokollarischen" Fahrtverlauf. Eine Angst, die schon nach der ersten halben Stunde gründlich vergeht. Die einladende Bequemlichkeit und die gemütliche Atmosphäre der wunderbaren„Hindenburg"-Räume haben aus den Fahrtteilnehmern im Handumdrehen eine behörden der großen deutschen Siedlungsgebiete in Süovrasilien ist so erneut der Wert deutscher Arbeit für den wirtschaftlichen Fortschritt Brasiliens anerkannt worden. Die Heimfahrt nach Rio bringt noch einen überraschenden Abstecher zu einem zweiten Besuch der industriellen Hauptstadt Brasiliens Sao Paulo 2t uf dem Dach des Martinelli-Wolkenkratzers haben sich deutschen Volksgenossen postiert, die vom höchsten Gebäude Südamerikas aus das Hakenkreuzbanner zum Gruß schwenken. Wir treffen in Rio de Janeiro bei Einbruch der Dämmerung ein. Den plötzlichen Uebergang vom Tag zur Nacht in Rio de Janeiro aus der Vogelschau mitzuerleben, heißt die paradiesische Naturschönheit dieser Stadt erst richtig kennenlernen. Lange zog das Luftschiff seine großen Schleifen am abendlichen Himmel Rios. Dann landete es mühelos im Hafen von Santa Cruz. In 24 Stunden hat uns das Luftschiff über weite Strecken der landschaftlich schönsten und wirtschaftlich fortgeschrittensten Gebiete Brasiliens geführt, lieber Gebiete, die ihr Aufblühen zum großen Teil deutscher Mitarbeit danken. Die vom deutschen Botschafter zur Fahrt geladenen Politiker Brasiliens waren tief beeindruckt von den sichtbaren Erfolgen deutsch-brasilianischer Zusammenarbeit, die uns die Fahrt kennenlernen ließ. Ebenso bewies der fröhliche und kameradschaftliche Verlauf des Bordlebens, wie wohl sich die Gäste in der Atmosphäre des deutschen Luftschiffes fühlten. benswürdige Kommandant, Kapitän P r u ß , dem Langschläfer, der nun von der Führergondel aus die Fahrt ins deutsche Siedlungsgebiet des Staates St. Catharina schöner als irgendeiner der anderen Fahrtteilnehmer miterleben darf. Wir lassen den Hafen von Jtajahy noch im ersten Morgengrauen hinter uns. Es wird geller, und unter uns breitet sich eine liebliche Hügellandschaft aus, in spielerischen Windungen vom Fluß Jtajahy durchzogen, übersät von einem dichten Landstraßen- unb Wegenetz, die einen Anblick intensivster landwirtschaftlicher Bearbeitung bietet, wie man ihn außerhalb der deutschen Siedlungen nirgends in Brasilien antrifft. Zuerst hat man den Eindruck, als ob nur das in der noch verschlafenen Landschaft weidende Vieh von unserem Besuch Notiz nehmen wolle. Es äugt verängstigt zu dem Riesenvogel empor und nimmt dann im Galopp herdenweise Reißaus — was den Vorteil hat, daß schon dem bloßen Auge die starke Viehhaltung der Gegend erkennbar wird. Jetzt kommt B l u m e n a u. Kilometerlang dehnten sich am Flußufer hübsche deutsche Häuser und Gehöfte, daneben bereits eine Anzahl großer Fabrikgebäude. Wohl beginnen die Fabriksirenen beim Eintreffen des Luftschiffes zu heulen, doch enttäuscht schaut man auf die Straße (Blu- menau hat eigentlich nur eine kilometerlange Straße): kein Mensch ist zu sehen. Es ist zwar erst 5 Uhr früh vorbei, aber zu Ehren des „Hindenburg" ... Da fällt der Blick auf die Anhöhen um Blumenau. Sie sind schwarz von Menschen. Die ganze Stadt und anscheinend auch alle Bewohner der fernerliegenden Gehöfte haben sich dort versammelt. Blumenau feiert den „Hindenburg"-Besuch nicht nur so, daß man eben rasch auf die Straße hinausgeht und hinaufschaut. Nein, es hat sich zu einem großen deutschen Gemeinschaftserleb- n i s versammelt, hat wohl schon seit Stunden in Erwartung des Motorengeräusches ausgeharrt — und jetzt bricht der Jubel los, von donnernden Böllerschüssen gekrönt. lieber Blumenau hinaus geht die Fahrt zu den neueren immer weiter gegen den Urwald vordringenden Siedlungen. Da liegt unter uns R i o do Sul, sieht aus wie ein fleißiges deutsches Dorf und war doch vor 25 Jahren noch Waldgestrüpp, in dem die ersten deutschen Kolonisten sich noch mit den Bugre-Jndianern rumzuschlagen hatten. Weiter nordwärts soll noch das heute zu einer bekannten Sommerfrische gewordene Städtchen Klingelbachbettes auf der dem Heegstrauchweg gegenüber liegenden Seite ein Geländestreifen gewonnen wurde, der in den Sportplatz einbezogen werden konnte. Gleichzeitig konnte im Austauscheiniger Zeit trägt sich der hiesige M ä n- nerturnoerein mit dem Gedanken, seinen Sao Bento besucht werden, das auch deutscher Kolonisation seinen Ursprung verdankt. Sao Bento liegt im Gebirge, 850 Meter hoch. Auch jetzt schiebt sich eine Wolkenbank vor, die jede ' macht. Das Luftschiff befindet sich große deutsch-brasilianische Familie ' ‘ ~ ' *■' ~ *' ' ' v Süden der Mit „Hindenburg" über Güdbrasilien Don unserem ständigen H. B -Berichterstatter. schirr mitzubringen. Der erste Fahrttag bringt den ersten mächtigen Eindruck: Sao Paulo. Er wirkt um so stärker, da er völlig überraschend kommt. Von der Küste an versperrt bei der Fahrt zur paulistaner Hochebene eine dicke Wolkendecke jede Sicht. Resigniert starrt man in den Nebel. Da zerreißt plötzlich die Wolkenbank und von unten strahlt ein endloses Lichtermeer herauf, das Brodeln der Großstadt dröhnt immer stärker herauf, man hört trotz großer Flughöhe den Hall der jubelnden Begrüßung, den die paulistaner Bevölkerung dem „Hindenburg" bereitet. Die Nacht nutzt der „Hindenburg" aus, um am nächsten Tag den südlichsten Punkt seines Reiseziels zum Ausgang der Besichtigungsfahrt nehmen zu können. Es geht in rascher Fahrt nach Flona- nopolis. Bis 2 Uhr morgens hatte dort alles ausgeharrt, um dem „Hindenburg" mit einem Raketenfeuerwerk den Dank für seinen Besuch abzustatten. Es war ein prächtiges Schauspiel, erzählt der lie- rangua ausgehend, erneut über das nebelver- hängte Küstengebirge zur Hauptstadt des Staates Parana, C u r i t y b a, oor. Curytiba ist Großstadt, Universitätssitz, sauber und rechtwinklig, fast wie Mannheim angelegt. Der vierte Teil seiner Bevölkerung ist deutscher Abstammung. Obwohl es sich also hier nicht um den Besuch einer rein deutschen Siedlung handelt, ist der Empfang, wenn möglich, noch begeisterter als in den vorher überflogenen Gebieten. Kaum ertönt das Sirenengeheul der Fabriken, steht der gesamte rege Verkehr der aufstrebenden Industriestadt still, kein Auto, kein Fuhrwerk, kein Lastkraftwagen rührt sich mehr von der Stelle, die Fabrikhöfe und die Straßen sind voll jubelnder Menschen. Wir winken von Bord mit allen vorrätigen Taschentüchern zurück. Es geht wieder der Küste zu über die weite Kamplandschaft Paranas, deren endlose Flächen bereits wieder einen Gegensatz zur dichten landwirtschaftlichen Kultivierung St. Catharinas bilden Kurz nach Verlassen des Staates Parana empfängt Kapitän P r u ß auf der Heimfahrt nach Rio vom Gouverneur des Staates ein herzliches Danktelegramm für den „Hindenburg"-Besuch in Parana, das den Eindruck des Besuches in fast schwärmerischen Worten schildert und der deutschen Mitarbeit am Fortschritt des Staates hohes Lob zollt. Auch der Gouverneur von St. Catharina hat in einem Funkspruch an den Deutschen Botschafter den Zeppelinbesuch zum Anlaß genommen, an die großen Dienste zu erinnern, die Südbrasilien den deutschen Kolonisten verdinkt. Von den höchsten Staatsgemacht. SolanZe die Fahrt nach dem Küste entlang über dem offenen Meer wechslungsreiche Ausblicke bietet, erfolgt die genaue Inspizierung des Schiffinnern. Alles erregt Bewunderung und Entzücken bei den vom deutschen Botschafter geladenen brasilianischen Gästen: die unbegrenzte Widerstandsfähigkeit der federleichten Sessel, die auch den größten Belastungsproben widersteht, die künstlerische Ausstattung der Räume, die wohltuende Lüftung auch in den Kabinen, die den heißen Sonntag nicht empfinden läßt. Ein Abgeordneter, der aus grundsätzlicher Abneigung gegen die Fliegerei niemals ein Flugzeug benützt, setzt sich befriedigt zum Abendessen: „Man muß sich ja immer erst durch einen Blick nach draußen vergewissern, daß man überhaupt in der Luft ist. Sonst läßt einen alles glauben, man sei im Speisesaal eines luxuriösen Passagierdampfers." Der Komfort an Bord erregt am meisten Erstaunen. Hat doch kurz vor Beginn der Reise eine der geladenen brasilianischen Persönlichkeiten sich erst erkundigt, ob es nicht angebracht sei, Eßbesteck und G e - Wolken Bergketten, die sicher bis gehen. Sao Bento hat wenigstens , . , Motorengeräusch gehört, mehr hat es diesmal vom Zeppclinbesuch nicht. Es wird zur Küste gedreht, zum Besuch des rein deutschen Ioinville, in dem elf Zwölftel der Einwohner deutsch sprechen. Eine ausgedehnte Gartenstadt, schon mit ansehnlichen Fabrikgebäuden durchsetzt und mit lebhaftem Straßenverkehr taucht vor uns auf. Wie in Blumenau geben die Fabriksirenen das Zeichen der Annäherung des Luftschiffes. Aus den Fabriken, in denen die Arbeit schon begonnen hatte, strömen die Arbeiter auf die Höhe und auf die Dächer. Auf den Sportplätzen, an den Straßenkreuzungen ist alles schwarz von Menschen. Brasilianische Fahnen werden geschwenkt. Eine Reihe deutscher Fahnen hat man, damit sie vom Luftschiff aus gut gesehen wer- Hanspeter und der fremde Onkel. (Lin Dorweihnachts-cLrlebnis von Gtyriflian Bock. In den Kindergärten gibt es seit ein paar Tagen alle Hände voll zu tun, es sind nur zwei, drei Wochen bis Weihnachten: die Laubsägen rutschen in den Holzbrettern, es wird gesägt, gehämmert, geklopft, geklebt, genäht. Wie der fremde Onkel heremkommt, um etwas zuzusehen, was hier zu Weihnachten gebastelt wird, steht da hinten einer von seiner Arbeit auf, sieht den Onkel an der Tür an und die Schwester und wieder den Onkel und sagt dann: „Was ist das für ein Onkel?" „Hanspeter!" sagt die Schwester, „arbeite nur ruhig weiter!" Aber dann muß nun der Onkel zum Hanspeter hin und Hanspeter sieht ihn verdutzt an, rote er einen Hocker hernimmt und sich neben ihn setzt. Na Hanspeter", sagt der Onkel, „was machst du" denn da zu Weihnachten?" Aber Hanspeter findet es vielleicht dumm, |o ;u fragen, denn das ist ja etwas, was man sehen kann er macht da eine Laubsagearbeit. Und er sieht'nur den Onkel an und sagt nichts und sieht o aus, als wollte er niemals etwas sagen. Aber plötzlich sagt er ein Wort. „Nein! sagt er. — Und ich Eke/ daß dieses „Nein" ungeheuer feind- ‘'M«, Hanspeter", sage ich, „der Onkel will dir b°'^idnPfafg^auspeter und schüttelt steif den Sonni) dem Onkel ist gar nicht gut zumute, denn er sieht sich da plötzlich einer pädagogischen Aufgabe gegenüber, die er schnell losen muß, sonst hat "^o7rsuch7 abzulenken nnb ,age: „Für wen ’ä^krU^an"petearS'fÄ5PÄ “F“ lenken zu ?asien, er sagt unbeirrt: „Du kannst ja "".Mas "k?nn ich denn nicht?» frage Ich. 3d) weiß nicht, was er meint. "®od)e'""fagae9id)Crunb nun bin Id) gefangen Die häÄ stumm mit beiden kleinen Händen Laub- füge und Bretts njmmt es und rückt nahe an ben iito heran und ist wohl ein bißchen bange, wirklich kann. sieht die Linien auf dem Holzbrett, und wo das Laubsägeblatt hält, da fängt gerade das Geweih eines kapitalen Laubsägehirsches an, das nun aus Biegen und Brechen gesägt sein will, da gibt's kein Ausweichen. Hanspeter wippt auf feinem Stuhl vor Aufregung und ein bißchen auch vor Schadenfreude, glaube ich. Der Onkel sägt, und das Blatt rutscht ins Holz — oh, es geht! Es geht um Ecken und Rundungen, und so ein Geweih hat einige Ecken, das ist gewiß. Aber es geht. Und wie der Onkel dasitzt und sauber die Linien hinrutscht mit der Säge, das Brett mit der Linien um die Ecken dreht, daß es eine Art hat, da hat es ihn plötzlich. Der Eifer ^Er^ägt, sägt, und in der Nase hat er diesen wunderlichen Geruch, den es beim Laubsägen gibt, und das ist etwas, das er seit damals nie mehr gerochen hat, seit allerwenigstens zwanzig Jahren mj)er Onkel sägt und pustet mit geübter Regelmäßigkeit das Sägemehl vom Strich, und er weiß jetzt erst wieder, wie Vorweihnachten damals war. Mit dem Laubsägegeruch, dem Dust vom Tannen- grün — die ganze Vorweihnachts-Stimmung scheint eine Angelegenheit der Nase zu sein Und wie er dann einmal nach links sieht, sitzt Hanspeter da und hat ganz große Augen vor Verwunderung, was der Onkel kann. Also er kann ja nämlich doch, der Onkel. „Siehst du, Hanspeter", sage ich, „wir können es ja beide, und jetzt kommst du wieder." Ja " Hanspeter nimmt von mir Brett und Sage und rutscht weiter am Rücken des Sechzehnenders hin, daß das Sägemehl fliegt. Nun ist der Onkel plötzlich em großer Mann geworden in der Weihnachtswerkstatt und soll am Ende einer jungen Dame nähen helfen, aber bann sagt die Schwester, her Onkel hätte nun keine Zeit mehr, der Onkel müßte weg. Und der Onkel ist ganz froh, daß er auf solche Art wegkommt, ohne an seinem frisch erworbenen Ansehen Schaden zu nehmen. Er sieht noch einmal von der Tür dem Eifer an den Tischen zu und sieht Hanspeter mit roten Ohren über seinem Brett sitzen, und geht Und wie er dann draußen ist, weiß er nun roie= ber, wie es alles damals gewesen ist, wenn Weihnachten kam, er weiß, wie diese Winterabende vor Weihnachten waren. Voll von Vorfreude und voll von Weihnachtsarbeiten, die die Tage verkürzen halfen, denn jeder Tag wurde schon am frühen Morgen im Weihnachtskalender als gelebt und erledigt gestrichen: soviel Tage noch — den Tag Das Photo-Stilleben. Don Walther Appell. Mst dem Winter wird für viele Liebhaber-Photographen wieder die Zeit des Stillebens gekommen sein. Zwar wird diese Motivgruppe heute nicht mehr so leidenschaftlich gepflegt wie früher einmal, als die geringeren Qualitäten der Optik und Verschlüsse vieles andere nicht zu photographieren erlaubten. Aber die dem Stilleben treu geblieben sind, die es hin und wieder als eine Art Ruhepunkt zwischen lauter „bewegten" Bildern in ihrem Album haben möchten, die machen noch genau dieselben Fehler, die sie früher gemacht haben. Der größte Fehlet eines Stillebens ist die Ueberladung. Es wirkt bann laut, vordringlich, ost sogar geschmacklos. Was bauen da manche Photographen nicht alles auf, daß schier kein Eckchen des Bildes frei bleibt. Sie vergessen, daß auch ein Stilleben niemals zusammengetragen aussehen soll, sondern daß überall die Echtheit des Motivs vorherrschen muß. Der „Aufbau" soll im Jdealfall von selbst vorhanden sein, nicht aber von uns allzu gedankenreich geschaffen werden. Wer also ein Früchtestilleben photographieren will, kann auch aus solch einem abgebrauchten Thema noch neue Wirkungen herausholen. Aber er muh es vermeiden, nun alles an Früchten zu vereinen, was er nur auftreiben kann. Soll nicht ein solches Bild den Eindruck einer Auslese von Obst oder Früchten machen, die auf einem Tischchen oder einem Schranke zum Zulangen baliegen? Müssen wir nicht, wenn alle möglichen Obstsorten kiloweise durcheinander- liegen, statt dessen das Gefühl einer Protzerei Haven? Und außerdem uns vergebens nach dem Sinn eines solchen Bildinhaltes fragen? Dazu kommt ein anderer Gesichtspunkt, der beim Stilleben wichtig ist. Wir können eine solche Fülle von vielen Dingen auch gar nicht mit einem Blick erfassen und begreifen, sondern müssen sie mit wandernden Blicken abtasten und zusammensuchen. Das darf nicht fein. Einfachheit und die dadurch in der Wirkung erzielte Geschlossenheit ist für jedes Stitteven unerläßlich: Harmonie zwischen Stilleben und Umgebung. Das Stilleben soll gewiß immer das Eigentliche im Bilde bleiben, soll nicht durch Zutaten "im Hintergrund gestört werden, die nichts mit dem Stilleben selbst zu tun haben oder es in mehrere Teile teilen müßten. Aber unwichtig ist der Hintergrund selbst dann nicht, wenn wir ihn durch große, das heißt weit offene Blende absichtlich unscharf lassen. Raumaufteilung, und sei es nur in die Werte Hell und Dunkel, ist neben sein kann. Wie aber wollen wir einen Raum aufteilen, wenn dazu gar kein Platz mehr vorhanden ist, weil das Stilleben selbst schon unser Bildformat zu sprengen droht? Wie wollen mir erkennen, ob ein Stilleben gut oder schlecht auf dem Tische oder seiner Decke placiert ist, wenn von Tisch und Decke, von Hintergrund und Raum nichts ein Daseinsrecht im Bilde erhalten hat? Was sollen wir nun als Stilleben photographieren, da doch das Beispiel mit den Früchten nur ganz willkürlich gebracht wurde? Beliebt und ebenso nichtssagend sind meist die Zusammenstellungen von Dingen, die das Lesen in einem Buche veranschaulichen sollen, bei dem dann noch eine Brille und eine Tabakpfeife zu liegen pflegt. Solche Gruppen toter Dinge wirken meist viel weniger lebendig, als der Photographierende sich einbildet. Es fehlt der Mensch, der ihnen erst Leben geben könnte. Denn auch das Stilleben, das der Franzose „nature morte“ (tote Natur) nennt, soll dennoch nicht tot und kalt wirken. Schärfen wir unseren Blick an guten Vorbildern, aber nehmen wir uns nicht die Malerei der alten Schule zum Beispiel. Sie konnte, um der malerischen Feinheiten willen sich auch nicht genug tun im Zusammentragen der verschiedensten Dinge. Am besten ist es, auf das Photographieren von Stilleben nicht vorsätzlich auszugehen und aufbauend nachzuhelfen, sondern uns auch hier vom Motiv überraschen zu lassem Wir können solche Motive in unserer Häuslichkeit, aber auch an unserer Arbeitsstätte, ja sogar auf Wanderungen überall finden. Und meist haben sie den Vorteil, daß sie nicht im raschen Schnell- schuß erfaßt werden müssen, sondern daß sie uns Zeit zum ruhigen Photographieren lassen. Kommen wir einmal mitten in der Zeit hausfraulicher Arbeit in die Küche, so sehen wir meist eine Auswahl von Stilleben vor uns, die das Photographieren lohnen. Allerdings wird es oft schwer sein, hier die Frage des Hintergrundes ohne viel Umräumen zu lösen, das aus praktischen Gründen nicht in Frage kommt. Aber die gemusterte Schürze der Hausfrau oder Köchin, nur in einem beliebigen unscharfen Ausschnitt sichtbar, wird meist den geeignetsten Hintergrund abgeben, den wir uns wünschen können. In anderen Räumen kann darauf mehr überlegend« Sorgfalt verwandt werden, und für nicht so ganz zufällig entdeckte Stilleben — also kunstgewerbliche Dinge oder Blumen — kann auch die ausgeroäblte Wirkung eines besonderen Stoffes Den Hintergrund bilden helfen In der freien Natur ist nicht etwa jedes TeN» motiv ein Stilleben. Aber in der Arbeitsruhe, die | öer Winter dem Landmann, dem Gärtner, dem ehte völlig neue, großzügige und moderne-Gestalt zu geben, so daß er den in letzter Zeit erheblich gesteigerten Anforderungen entsprechen kann. Die Aschenbahn kann auf die zweckmäßige Länge von 40 Meter gebracht werden, das Spielfeld in oor- jchmftsmäßlger Größe fügt sich ein und in den Velden Halbkreisen, die sich zwischen dem Spielfeld und der Aschenbahn ergeben, werden die Anlauf- bahnen für Hochsprung, Weitsprung und die Plätze für das Kugelstoßen angelegt. Vorgesehen sind zwei Anlaufbahnen und Sprunggruben für den Weitsprung, ebenso für den Hochsprung. Eine besondere Anlaufbahn wird für den Speerwurf geschaffen. Für das Kugelstoßen sind ebenfalls zwei Wurfkreise vorgesehen. Die Aschenbahn soll vier Läufern den Start ermöglichen. Mit den Vorarbeiten für diese Umgestaltung des Spielplatzes^ wurde bereits begonnen. Es sind verschiedene Höhenunterschiede auszugleichen und Tiefen aufzufüllen, für die ein erheblicher Materialaufwand notwendig wird. Gegenwärtig ist man damit beschäftigt, den Mutterboden im neu hinzu- gekommenen Gelände abzuheben, um chn dann, nach der Aufschüttung des Geländes, oben aufbringen zu können. Die Mitglieder des Vereins lassen es sich gleichermaßen, wie der erste Dereins- führer, angelegen fein, durch opferbereite Mitarbeit an der Verwirklichung des Planes mitzuhelfen. Auch die Jugend hilft, soweit es in ihren Kräften steht, mit. Der ganze Platz soll, so ist es vorgesehen, mit einer Weißdornhecke eingesäumt werden, wie sie bereits jetzt den Platz auf einer Seite nach dem „Nizza" zu, abschließt. Der Verein verfolgt damit den Zweck, nicht allein eine schöne, sondern auch eine zweckmäßige Umzäunung zu schaffen, und dabei gleichzeitig einen Beitrag zu den Bestrebungen des Vogesschutzes zu geben. Eine weitere Verschönerung soll die Sportplatzanlage dadurch erhalten, daß links und rechts neben dem Gefallenen-Ehren- mal Grünflächen geschaffen werden, in denen auch einige Bänke zur Aufstellung kommen. Diese Grünflächen sollen dabei durch kreisrunde Blumenrabatten belebt werden. Um dem zu erwartenden gesteigerten Turnbetrieb gerecht zu werden, ist beabsichtigt, neue Auskleideräume zu schaffen. Der Männerturnverein Gießen, der mit dieser Ausgestaltung seines Sportplatzes erhebliche Lasten auf sich nimmt, verdient alle Anerkennung dafür, daß er dazu beiträgt, der deutschen Jugend den Raum zu verschaffen und die äußeren Mittel an die Hand zu geben, Leibesübung zu treiben, wie sie im Dienste des neuen Staates und für die Ertüchtigung der deutschen Jugend für ihre zukünftigen Aufgaben notwendig sind. Echulungslehrgang in Gießen unterLeitungvonReichssportlehrerKoch Am Sonntag und Montag weilte Reichssportlehrer Koch, dem die leichtathletische Betreuung der Gaue Schlesien, Sachsen und Hessen obliegt, zu einem Schulungslehrgang für den Sportkreis Gießen in Gießen. Nachdem Kreisfachamtsleiter Richt- b e r g den Lehrgang eröffnet hatte, ging der Reichs- fportlehrer sogleich zur praktischen Arbeit über. Er beschäftigte die teilnehmenden Hebungsleiter und Aktiven in den einzelnen Phasen der Grundschulung, mit der sich übrigens in Zukunft alle Leibesübungen treibenden Vereine zu befassen haben werden und auf der sich erst die Betätigung in einer besonderen Sportart aufbauen soll. Herr Koch zeigte in geradezu bewundernswerter Mannigfalttgkeit, j^och stets unter Betonung der Zweckmäßigkeit, die Hebungen, die zur Erreichung der folgenden drei Eigenschaften und besonders für einen Leichtathleten unerläßlichen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Betätigung führen: Beweglichkeit, Kraft — unter besonderer Betonung der Sprungkraft — und Lauftüchtigkeit. Mit und ohne Gerät wurde der Körper aufs beste durchgearbeitet. Besonderen Beifall fanden die Vorführungen über die Verwendbarkeit von Sprungtisch, Sprungkasten und Sprungseil, Medizinball, Hantel und Sandsack. Der Montag abend galt der Unterweisung in der Vorbereitung für die einzelnen leichtathletischen Disziplinen. Unter jeweiliger Auseinandersetzung des Ablaufs der im einzelnen erforderlichen Bewegungen führte der Reichssportlehrer Hallenarbeit für Läufer, Springer und Werfer vor. Der Lehrgang, der allen Teilnehmern wertvolle Anregungen mitgegeben haben dürfte, wurde mit einem Sieg Heil auf den Führer geschlossen. Fußball der Studenten. Universität Gießen — Polytechnikum Friedberg. Am Mittwoch findet auf dem Universitäts-Sportplatz ein Fußballspiel statt. Die Gießener Studenten werden versuchen, ihre letzte katastrophale Niederlage gegen Marburg wieder gutzumachen, indem sie ein schönes Spiel gegen die in Gießen bis jetzt unbekannten Techniker zeigen. Die Gießener Mannschaft spielt in folgender Aufstellung: Tor: Mayer: Verteidigung: Hirschhäuser, Sommerlad: Läuferreihe: Jüngst, Pontani, Knaus: Sturm: Henkelmann, Weyer, Bell, Hanfland und Pitzen. Halbzeit der Bezirksllaffe Gießen-Dill. In dem gestrigen Bericht über den Stand der Spiele in der Bezirksklasse Gießen-Dill ist in der Tabelle durch einen Setzfehler eine Sinnentstellung entstanden. Der VfB.-R. hat aus a ch t Spielen mit 9:17 Toren, 3:13 Punkte, steht also nicht etwa punktgleich mit der Spielvereinigung 1900 (9 Spiele, 13:24 Tore, 5:13 Punkte. Fußballverein Staufenberg. Staufenberg I — Leihgestern I 7:2. Die erste Mannschaft von Staufenberg trug auf eigenem Sportplatz gegen Leihgesterns erste ein Freundschaftsspiel aus. Die Einheimischen gewannen das Spiel mit 7:2 Toren. Der Sturm war diesmal sehr schußfreubig. Spiele der heimischen Zugendmannschasten. 19 0 0 2. Jugend — VfB. - R. 2. Jugend 4:3. Zwei gleichwertige Mannschaften kämpften um den Sieg. Es wurden gute Leistungen geboten. Die Grünweißen gingen durch einen Handelfmeter in Führung, 1900 glich aus und dann wurde zäh um die weitere Führung gekämpft. Die Blauweißen waren erfolgreich. Ein Elfmeterball wurde zum dritten Tor, aber die Gäste konnten wieder eins aufholen. Bis zum Schluß war noch jede Mannschaft einmal erfolgreich. 19 00 4. Jugend — V fB. - R. 4. Jugend 1:2. Die Grünweißen sicherten sich hier einen knappen Sieg. Die kleinen 1900er hielten sich gut. Kurze Sportnotizen. Deutschlands beste Hockeyspielerinnen werden am 14. Februar zu einem Probespiel in Berlin zusammengezogen: auf Grund der Erfahrungen dieses Spieles werden dann die Ländermannschaften für die Kämpfe gegen Holland, England und Irland aufgefteüt Handball im Sportkreis Gießen. Obwohl man annehmen mußte, daß diesmal alle Spiele ausgetragen werden konnten, fielen erneut eine Reihe von Paarungen aus. Die zum Austrag gekommenen Treffen nahmen den erwarteten Ausgang. Einzig das gute Abschneiden des Turnv. Wetzlar könnte als unerwartet bezeichnet werden. Gelang es doch den Wetzlarern den Tv. Kirchbauna in einem überlegen geführten Spiel mit 6:3 das Nachsehen zu geben. Bezirksklasse. Tv. Heuchelheim — Mto. Gießen 7:5 (5:2): Die Heuchelheimer konnten diesmal gefallen. Sie spielten unbefümemrt und frisch darauf los, so daß sie sich bereits zur Pause eine kleine Heber» legenheit herausgearbeitet hatten. Als bann der ersatzgeschwächte Mtv. nochmals stark ansetzte, war man auf der Hut. Drei gegnerischen Toren konnte man zwei weitere entgegensetzen und damit den Sieg endgültig sicherstellen. — Wohl war Mtv. nicht komplett, aber auch bei Heuchelheim fehlte ein guter Stürmer. Trotzdem konnte vor allem die Spielweise gefallen, die sich so ganz anders ausnahm, als man es in der letzten Zeit gewohnt war. Tv. Hochelheim — T v. Lützellinden 7:10 (3:4): Die Gefahr, daß Lützellinden auch diesmal wieder verlieren würde, lag bis zur Halbzeit in Hochelheim sehr nahe. Als man sich dann allerdings auf sich selbst besann, war es mit der Kunst der Platzbesitzer vorbei. Sie konnten zwar noch verschiedentlich gleichziehen, mußten dann im Endspurt allerdings den Gästen einen auch in dieser Höhe verdienten Sieg überlassen. Tuspo Marburg — Tv. Münchholzhausen 8:5 (4:4): Münchholzhausen hat in Marburg kein Glück. Auch diesmal war es wieder so. Trotz verzweifetter Anstrengungen mußte es sich knapp, aber verdient geschlagen bekennen. I. Kreisklasse: Der Tv. Dorlar ist gesperrt, so daß A tz b a ch dadurch billig zu zwei Punkten kam. Katzenfurt trat in Grüningen nicht an. Damit hat Grüningen end-1 üch wieder einmal einen Punktgewinn zu verzeichnen. Das Spiel Herborn — Holzheim mußte wegen einer größeren Parteiveranstaltung abge-agt werden. Tv. Garbonheim — Tv. Dutenhofen 7:5 (3:4): Dieses Treffen nahm manchmal harte Formen an, so daß schließlich drei Mann das Feld verlassen mußten. Beide Mannschaften zeigren nicht die gewohnten Leistungen, wobei allerdings zu berücksichtigen ist, daß vor allem Dutenhofen Ersatz in seinen Reihen hatte. Ein Hnentsckieden wäre den beiderseitigen Leistungen am ehesten gerecht geworden. Jugend. To. 1846 Gießen! — Mto. Gießen I, ausgefallen; Mto. Gießen II — Tv. Dutenhofen, kampflos für Dutenhofen; Tv. Hochelheim — Tv. Ebersgöns, kampflos für Hochelheim; Tv. Lützellinden — Oberkleen 14:2 (3:0); To. Burgsolms — Tv. Nauborn, kampflos für Nauborn; Tv. Wetzlar — Tv. Niedergirmes 6:4 (4:3); Tv. Lollar — Tv. Londorf 1:9 (1:5). Handball-Lehrgang in Hessen. Vom 11 bis 20. Dezember 1936 findet in der Gausportschule zu Marburg ein Handball-Lehrgang statt. Die befähigsten Hebungsleiter und Nachwuchsspieler des Gaues XII sind hier zufammengefaht. Als Abschluß des Lehrganges findet am kommenden Sonntag in Marburg ein Spiel zwischen der Lehrgangs-Mannschaft und einer Marburger Stadtvertretung statt. Das Spiel soll Aufschluß geben, mit welcher Mannschaft der Gau Hessen am 3. Jan. 1937 in Kassel gegen den Gau Nordmark antritt. Wirtschaft. Rhein-Mainische Börse. Mittagsbörse etwas fester. Fwd. Frankfurt a. M., 14. Dez. Zu Beginn der neuen Woche zeigte die Börse ein überwiegend etwas festeres Aussehen, nachdem bereits hn Samstags-Schlußoerkehr auf Teilgebieten kleine Käufe eingesetzt hatten. Auch heute erfolgten Erwerbungen mäßigen Umfanges, so daß an den Aktienmärkten zumeist Erhöhungen von 1 o. H. eintraten. Angebot lag kaum mehr vor. Das Geschäft hatte aber immer noch ziemlich geringes Ausmaß, Am Montanmarkt erhöhten sich Verein. Stahl auf 121,65 bis 122 (120,65), Harpener auf 151,50 (148,75), Buderus zogen 1,13 o. H., Hoefch 1,25 v.H., Klöckner 0,90 o. H. an; Mannesmann lagen mit 116,50 unverändert, während Rheinstahl 0,90 v. H. verloren. IG. Farben waren weiter gefragt und gewannen 1,25 v. H. auf 167,25 bis 167,50, Scheide anstatt uno. 260, Rütgerswerke nach Pause 0,25 v. H. höher. Elektroaktien lagen still, Lahmeyer auf das Rechnungswert fester mit 135,50 bis 136 (134,50), auch RWE. 1 o. H. höher. Von Maschinenaktien stiegen Muag auf 133,25 (131), Rheinmetall auf 153,50 (152,75), ferner gewannen Daimler Motoren 0,75 o. H. Im einzelnen eröffneten Reichsbank 0,50 v. H., Westdeutsche Kaufhof 0,50 v. H., Bemberg 1 v. H. fester. Auch am Rentenmarkt bestand etwas Kauf- neigung, Kommunal-Umschuldung erhöhten sich auf 89,90 (89,75), Altbesitzanleihe auf 115,90, (115,75) und Reichsbahn-Vorzugsaktien auf 126 (125,90). Zinsoergütungsscheine lagen mit 94,10 unverändert. Im Verlaufe bewegte sich das Geschäft am Aktienmarkt in engen Grenzen und Veränderungen ergaben sich kaum. In den meisten Fällen konnten sich die Kurse auf dem erhöhten Niveau gut behaupten. Rheinstahl etwas erholt auf 148,50 nach 148,13. Vor erst später notierten Werten zogen Deutsche Erdöl auf 140,75 (137,75), ferner Deutsche Linoleum 1 v. H., Mansfelder 1,25 v.H. und Schuckert 0,75 v.H. an, dagegen kamen Salzdetfurth nach Pause 2 v.H. niedriger mit 182 zur Notiz. Renten lagen ebenfalls sttll und behauptet. Kommunal-Hmschuldung schwankten zwischen 89,85 bis 89,95. Der Pfandbriefmarkt lag bei kleinem Geschäft völlig unverändert, auch Stadtanleihen zeigten meist die letzten Kurse; 4,5 o. H. Darmstadt von 1928 nur 5000er 93,50, 4,50 Heidelberg nur kleine Stücke 90,75. Von Industrie-Obligationen gingen Hoefch auf 102 (102,75) zurück. Am Auslandsrentenmarkt stiegen 4 v. H. Steg von 1883 auf 19,40 (18,40); 4 v.H. Ungarn Gold 6,80 (7), 5 v.H. äußere Mexikaner 8,50 (8,60). Der Freiverkehr lag ruhig, Adlerwerke 102,25 bis 104,25. — Tagesgeld uno. 3 v. H. Abendbörse gut behauptet. An der Abendbörse bewegte sich bas Geschäft Zwar in engen Grenzen, die festere Haltung des Mittagsverkehrs hielt aber vor und es zeigte sich überwiegend weiter etwas Nachfrage. Die zur Notiz gekommenen Papiere lagen überwiegend auf dem Berliner Schlußftand gut behauptet. Für Mon- tanroerte ergaben sich Erhöhungen von 0,25 v. H., nur Harpener erreichten nicht den hohen Berliner Schlußkurs. Gefragt waren ferner Bemberg mit 106.25 (105,75). IG. - Farben blieben mit 167,25 (167,13) voll behauptet. Arn Rentenmarkt erhöhten sich Altbesitzanleihe auf den Berliner Stand von 116 (115,75), Kommunal-Hmschuldung nannte man mit 89,95. Die zur Notiz gekommenen Auslandspapiere wiesen nur geringe Veränderungen auf. U. a. notierten: Attbesitz 116, 6proz. JG.-Farben 133,25, Reichsbahn-VA. 126, 5,5proz. Nass. Liquid. 100,70, 4proz. Oesterr. Goldrente 21, 4proz. Ungar. Goldrente 6,80, 4proz. unif. Rumänen 5,30. 5proz. innere Mexikaner 6, Bayr. Hypotheken-Bank 90, Commerzbank 108,25, DD-Bank 108,95 Dresdner Bank 105,75, Buderus 122,75, Happener 152,50, Mannesmann 116,75, Hoesch 117,65, Rheinstahl 148,75, Verein. Stahl 122, AEG. 38, Bemberg 106,25, Daimler 119, Deutsche Erdöl 140,50, Scheideanstalt 260, Deutsche Linoleum 158, JG.-Farben 167,25, Gesfürel 141,50, Goldschmidt 127, Holzmann 133, Junghans 113, Mainkraft 95, Muag 132,75, Schuckert 155,25, Südd. Zucker 203, AG. für Ver- kehrswesen 120,50, Schantung Handels-AG. 145. Die Frankfurter Biehrnärkte in der Weihnachtswoche. Fwd. Frankfurt a. M., 14. Dez. In der Weihnachtswoche finden der Hauptmarkt für Großvieh und Schweine und der Nebenmarkt für Kälber und Schafe am Montag, 21. Dezember, der Hauptmarkt für Kälber und Schafe und der Nebenmarkt für Rinder und Schweine am Mittwoch, 23. Dezember, statt. In der Woche nach Weihnachten wird nur ein Markt, und zwar am Mittwoch, 30. Dezember, abgehalten. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Fwd. Frankfurt a. M., 14. Dez. Auftrieb: Rinder 967 (gegen 929 am letzten Montagsmarkt), darunter 131 (113) Ochsen, 161 (153) Bullen, 530 (519) Kühe, 145 (144) Färsen. Kälber 470 (399), Hämmel und Schafe 120 (172), Schweine 4516 (4680). Notiert wurden pro 50 Kilogramm Lebendgewicht in Mark: Ochsen a) 44 bis 45 (am 7. Dezember 45), b) 41 (41), c) 36 (36), d) 29 (—). Bullen a) 42 bis 44 (43), b) 39 (39), c) 34 (34). Kühe a) 43 (41 bis 43), b) 37 bis 39 (35 bis 39), c) 30 bis 33 (30 bis 33), d) 18 bis 25 (20 bis 25). Färsen a) 41 bis 44 (41 bis 44), b) 40 bis (40), c) 35 (35). Kälber a) 56 bis 65 (56 bis 65), b) 45 bis 55 (42 bis 55), c) 40 (37 bis 40), d) 30 bis 39 (25 bis 33). Hämmel b2) 44 bis 45 (43 bis 45). Schafe nicht notiert. Schweine al) 57 (57), a2) 57 (57), bl) 56 (56), b2) 55 (55), c) 53 (53), d) 51 (51). Sauen gl) 56 (56), g2) 50 bis 53 (—). Marktverlauf: Rinder, Kälber und Schweine wurden zu- geteilt; bei Kühen Ueberftanb. Hämmel und Schafe langsam. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 14. Dez. (Fwd.) Die Brotgetreideanlieferungen werden von den Mühlen, hauptsächlich auch auf dem Lande, flott ausgenommen. Roggen war etwas leichter erhältlich. Die Nachfrage nach Braugerste hält an, wie auch Industrie- und Futtergerste sehr begehrt bleiben. Hafer ist kaum am Markt, da die günstige Liefermöglichkeit an die Heeresstellen vorgezogen wird. Das Mehlgeschäft hat leichten Abzug. Futtermittel werden allgemein sehr gefragt. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in RM.: Weizen W 13 211, W 16 214, W 19 218, W 20 220, Roggen R 12 174, R 15 177, R18 181, R19 183 Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste —, Braugerste —, Futterhafer —. Weizenmehl Type 790 W 13 28,20, W 16 28,30, W 19 28,30, W 20 28,65, Roggenmehl Type 997 R12 22.45, R15 22,80, R18 23,30, 3t 19 23,50 plus 0,50 RM. Frachtausgleich. Weizenfuttermehl 13,60. Weizenkleie W 13 10,75, W16 10,90, W19 11,10, W 20 11,20, Roggenkleie R12 9,95, R15 10,15, R18 10,40, R19 10,50 Mühlenfestpreise ab Mühlen- ftation. Soyaschrot —, Palmkuchen —, Erdnußkuchen —, Treber 14,00 Höchstpreis ab Erzeugerstation, Trockenschnitzel —, Heu gut gef. und trocken 5,00 bis 5,50, do. drahtgepreßt 5,40 bis 5,90, Weizen- und Roggenstroh drahtgepreßt oder gebünd tt 2,40 RM. Kartoffeln, gelbfleischige hies. Gegend 2,70 RM., weißschalige hies. Gegend 2,40 RM. per 50 Kilogramm bei Waggonbezug Frachtparität Frankfurt a. M. Tendenz: ruhig. Schweinemarkt In Lich. Lich, 14. Dez. Auf dem heutigen Lich er Weihnachtsmarkt waren 210 Ferkel auf- getrieben. Bei flottem Handel wurden für Ferkel bis zu 6 Wochen alt 10 bis 12 Mark, für 6 bis 8 Wochen alte 14 bis 18 Mark, für 8 bis 10 Wochen alte 20 bis 22 Mk., für ältere Tiere bis zu 30 Mk. gezablt. Der Markt wurde geräumt. Es bestand noch Nachfrage. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlofsenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v.H.. Frantmri a. JJl. Berlin Frankfurt a.M. Berlin Frantfun 0. Ul. Serhn Schluß- kurs ivchlUkl. Abend- börsc Schluß- lurs Schiußk. Mittag« börse Schlußkurs Schluß». Abend-- börfe Schluß« kur» SchlUßk. Miilag- bör>e Gchluß- kurs SchlutN. Abenb- börl- Schlußmr» Schlußk. Mittag- Vatu ni 12-12- 14 12 1212- 114-12 Datum 12-12 14.12- 12.12- 14-12. Datum 12-12 14-12. 12 12 14-12. 6% Deutsche Relchsanleihe v. 1927 *% Deutsche Reichdanl. von 1934 btz% Young-Anleihe von 1930 ., Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mti Auslos.-Rechtea ............ 4¥i% Deutsche Reichspostschatzan Weisungen von 1934, 1....... 4%% ehew. 8% Hessischer Volks Üaat 1929 (rückzahtb. 102%) ... W/o ehem.8% Hessische Landes banl Darmstadt Gold iR. 12... 6Yi% ehem. 4 N% Hess. Landes Hypothekenbank DarmstarnLtau. 4%% ehem. 8% Darmfl. Komm Landesb.Goldschutdverichr R.K Oberhessen Provinz-Anleihe mii Auslol.-Rechten ............ Deutsche Komm. Sammelabl. An leihe Serie 1 mit Auülos.-Rechten 4%% ehem.8% Franks. Hyp.-Banl Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 6%% ehem. 4-/r% Franks. Hyp. Bank-Ligu.-Pfandbriese...... 6Va% ehem. 4-/r% Rheinische Hyv-Bank-Liau.-Goldpfe. ... 4)4% ehem. 8% Pr. Landespfanp briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 4J4% ebem. 7% Pr. Landespfand oriefanst., Gold Komm. Obi. 20 Eteuergutich.Berrechnungsk. 34-38 4% Oesterretchische Goldrente... 4,20% Oesterretchische Silberrente 4% Ungarische Goldcente ..... 4% Ungarische Siaarsrente v. 1910 i¥t% desgl. von 1913.......... 5% abgest. Golbmexikaner von 99 4% Türkische Bagdaobahn-Anleihe Serie i..................... 101 97,9 102 115,75 99,75 98,75 97 100,6 93 122,25 97,25 100,65 100,7 97,5 95 109,8 101,13 97,9 102 116 99,8 98,75 97 100,6 93 122 97,25 100,65 100,7 97,5 95 109,8 21 6,8 5,85 8,5 101,13 97,9 101,9 115,9 98,5 122,25 97,25 100,75 97,5 95 109,9 21 1,95 7,05 6 6,13 9,2 । 101,1*’ 97,9 102 116 99,9 98,75 97 130 122 97,25 100,75 97,5 95 109,9 21 1,9 7 5,9 6,25 8,6 4% oesgi. Serie li ............ 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4Vi%Rumän vereinh.Nentev.1913 4% Rumänische vereinh. Rente . 2¥*% Anatolier ............. Hamburg-Amerüa-Paket o Hamburg-Südam. Dampfschiff. o Norddeutscher Lloyd .........o A.G. für Verkehrswesen Akt. .. O Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz- und Privat-Bank... 4 Deutsche Bank und DiSconto- Aesellschaft................ 4 Dresdner Bank..............4 Reichsbauk ......... y4 A.E.G...................... 0 Betula...................... Aektr. LieferungSgelellschäft... g Licht und Kraft ............. 7 Felten & Guilleaume......... 4 'Äesellsch.f.Etektr. Unternehmung. 6 Rheinische Elektrizität ........ e Rhein. Wests. Elektr.......... g Schulten L Co............... 6 Siemens L Halske............. Lahmeyer LLo.............. 7 BuderuS ................... < Deutsche Erdöl .............. 4 Haroener................. g>/2 Hoe>ch Eisen—Köln-Neuesseu .. 3 Ilse Bergbau ...............6 Ilse Bergbau Genüsse........6 Klöcknerwerke ...............8 Mannesmann-Röhren........8 9,65 5,25 27 14,5 147,75 15 121 108 108 104,5 185,5 173 134,75 148 137 140 138 154,5 191 134,5 121,25 137.75 148.75 115,75 144 123,13 116,5 9,65 5,3 14.25 14,9 120.5 108,25 108,75 105,25 186 172,5 134 148 138,5 141,5 131 139 155,25 191 136 122,75 140,5 152,5 117,65 144 124 116,75 6,3 9,55 5,3 27 14,5 15,4 120,5 123,25 108 108 104,5 185,5 173 134,75 148 137,4 140,75 130.25 138 154,5 190.5 135 121,75 138 75 149 115,75 177,5 144 123,25 116,25 6,13 9,5 5,35 26,13 14,75 38,5 14,75 120,4 123,75 108 108,5 105 186,25 173,4 135 149 139 141,9 131.5 139,4 155,25 191,75 136,75 123 140,65 153,5 117,4 175 144,25 124 116,5 Mansfelder Bergbau....... 6% Kokswerke..................6 Rheinische Braunkohlen .....12 Rheinstahl.................. 4 Bereinigte Stahlwerke...... 3 y, Otavi Minen ...............0 Kaliwerke Aschersleben........5 Kaliwerke Westeregeln........6 Kaliwerke Salzdetfurth.....7% 3. G. Farben-Jndustrte.......7 ScheideanstaU............... 9 Goldschmidt ................5 Rütgerswerke ............... 6 Metallgesellschaft.............5 Philipp Holzmann.......... 4 Zementwerk Heidelberg ...... 7 Cementwerk Karlstadt.........6 Schultheis Patzenhofer .......4 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. O Bemberg...................5 Zellstoff Waldhof ............ 6 Zellstoff Aschaffenburg .......0 Dessauer Gas ............... 7 Daimler Motoren ............0 Deutsche Linoleum...........g Orenstein & Koppel ..........0 Westdeutsche Kaufhof.........0 Cbade...................... 9 Accumulatoren-Fabrik....... 12 Lontt^ummi.............. u Grttzner....................0 Mainkraftwerke Höchst a.M.... 4 Süddeutscher Zucker ........ 10 148 217,25 148,75 120,65 22,4 134,5 131,5 166,25 260 125 150 132 162 103 160 137,5 118,5 157 59,5 232 160,25 203,5 150 148,25 122 23 133,5 132 182 167,25 260 127 136.75 150 133 ’S. 106.25 161,25 138 119 158 60 232 159,5 "Z 148 136,65 217,25 148 120,9 22,4 134,5 131,75 182 166,13 125,25 136 I 98,75 102,75 160,25 138 109,5 118,75 157 88,25 59.65 232 195 160 202,5 151 137,5 217,65 148,65 121,75 23,25 133 131.75 182,5 167,13 127 138 151 133,25 99,25 105,75 161 138 109,4 119-13 157,75 88.5 60 232 159 203 Lombardzknsfuß 5 v. H. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2R. Banknoten. 12- Oezem er 14-Dezember Am >iche Geld | Notierung »rief Amtliche Notierung Geld Ärie uuenu» tim 0,748 0,752 0,753 0,757 Brüssel .... 42,07 42,15 42,06 42.14 Rio de Ian. 0,149 0,151 0,149 0,151 Lofia..... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen 54,46 54,56 54,48 54,58 Danzig .... 47,04 47,14 47,04 47.14 London.... 12,195 12,225 12,20 12.23 HeliingforS. 5,385 5,395 5,385 5,395 Paris ..... 11,60 11,62 11,605 11,625 Holland ... 135,41 135,69 135,43 135,71 Italien.... 13,09 13.11 13,09 13.11 Iaoan ..... 0,709 0,711 0,708 0,710 .>ngoilawien 5,654 5,666 5,654 5,666 Cfllo..... 61,29 61,41 61,32 61,44 Wien...... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon... 11,075 11,095 11,08 11,10 Stockholm.. 62,87 62,99 62.90 63,02 Schweiz ... 57,17 57,29 57,18 57.30 Spanien... 20,48 20,52 20,48 20,52 Prag...... Budapest .. 8,761 8,779 8,756 8,774 Reu York ... 2,488 2,492 2,488 2,492 Äeruu,14 Oezemver G ld Brief stirnenlann die Noren.............. Belgische Roten.................. Dänische Rorea ................. 2,45 41,92 54.32 12.175 11.555 135,10 61,16 62,73 57,03 2,47 42,08 54.54 12.215 11,595 135,64 61,48 62,99 57,25 Englische Noren ................. französische Noten............... Holländische Noten............... Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, ä 1OO Schilling Rumänische Noten......... ..... Schwedische Noten............... Schweizer Noten................. Spanische Noten................. Ungarische Noten................ — Hr.293Drittes Blatt Dienstag, (5. Dezember 1936 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) <<■ l - Mit der Hitlerjugend in Italien. Erinnerungen eines Gießener Hitlerjungen. Von Jrih Völzing, Gießen. über den „Piazza Vittorio Emanuele II" zum „Casa della Giovane Italia". Wir werden hier von italienischen Mädchen empfangen. Nach einer kurzen Besichtigung marschieren wir zur Antoniusbasilika, die wie eine Vision des Orients vor uns aufsteigt. Ein kurzer Marsch, und wir sind auf dem Piazza dell' Erbe. Unzählige Menschen haben sich hier eingefunden. Rechts von uns steht der Palazzo della Ragione, wo wir empfangen werden. Hier werden uns Erfrischungen gereicht. Als wir nach etwa einer Stunde den Palzzo della Ragione wieder verlassen, werden wir auf den Piazza dell' Erbe stürmisch gefeiert. Immer wieder wirft man uns Rosen und Nelken zu. Wir marschieren zum Municipio, zur Universität und dem Parteiaebäude und legen hier mächtige Eichenkränze mit HI.-Schleifen nieder. Nach dem Mittagessen ist im Garten des Balilla- Heimes bis 15 Uhr Mittagsruhe. Während dieser Zeit umlagern zahlreiche Einwohner der Stadt unseren Garten und versuchen immer wieder, sich mit uns zu verständigen. Wir probieren es mit der englischen, französischen und lateinischen Sprache und vor allen Dingen mit Hand- und Kopfbewegungen. Um 15 Uhr bringt uns die Straßenbahn nach den Abaner Thermen zu Fuße der Colli Euganei, die sich in weichgewellter Linie gegen den Horizont obzeichnen. Es ist dies eine lachende Landschaft, mit einzeln verstreuten Villen im Stile des Pa- gehts durch die Thermenallee zum Theater-Garten. Hier haben Spielbuden jeder Art Aufstellung genommen. Vor uns spielt eine Tanzkapelle. Nach einem kurzen Imbiß ist 45 Minuten Freizeit. Ich benutze die Gelegenheit, mich mit der näheren Umgebung einmal vertraut zu machen. Ich sehe das stille Arquä, Petrarcas Lieblingsaufenthalt, unweit davon den fürstlichen Park von Dalsan- zibio, die prächtige Abtei von Praglia und die Villa des Waffenstillstandes bei Abano, reiche Parks, große Tanzdielen und schattige Promenadeanlagen. Auf meinem Rückweg zum Theater-Garten werde ich immer wieder angesprochen. Italiener, Franzosen, Engländer und Amerikaner, sie alle wollen erzählt haben von Deutschland und seinem Führer. Im Theater-Garten wird die Tanzkapelle von unserem Musikzug des Gebietes 8 (Niedersachsen) abgelöst. Er spielt deutsche Märsche und wir singen zünftige Lieder. Der Beifall ist groß. Immer wieder ertönen die „Eja, Eja, Alalla"-Rufe auf Hitler und Mussolini. Bei der Abfahrt der Straßenbahn werden wir durch herzliche und begeisterte Zurufe nochmals gefeiert. Am Abend geben wir in der Stadt Padua ein Platzkonzert. Es singen hier 450 HJ.-Kameraden. Als zum Abschluß unseres Platzkonzerts unser Musikzug den Königsmarsch und die Giovinezza, sowie das Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lied spielt, bricht großer Jubel unter * den Zuhörern aus. (Fortsetzung folgt.) duaer und venetianischen Patriziertumsdesl8.Jahr- hunderts. Die Wasser von Abono Terme zählen zu den stärksten und mineralreichsten, zu den wärmsten unter den bekannten Quellen. Die Quellen, die zu den radioaktivsten Quellen Italiens zählen, erreichen eine Temperatur von87 Grad Celsius. Dann Der Jugendführer des Deutschen Reiches, Baldur von Schirach, verläßt das Forum Mussolini. Rechts im weißen Anzug der Führer der italienischen Jugend, Renato Ricci. — (Aufnahme: Völsing, Gießen.) Aus der Vrovinzialhauptsiadt. I. Im Anschluß an den Besuch italienischer Jugendformationen im Reich im Jahre 1933 hatte der Reichsjugendführer die Einladung des italienischen Jugendführers Renato Ricci, im September dieses Jahres mit einer HI.- und Jungvolk-Formation zum Gegenbesuch nach Italien zu kommen, angenommen. Am 5. September wurden sämtliche Jtalien- Marschteilnehmer in Dachau bei München in einem Dorbereitungslager, das sowohl der einheitlichen Ausrichtung der Mannschaft, als auch der Schulung über die geschichtliche Entwicklung, sowie die geopolitische Lage Italiens diente, zusammengefaßt. * Mit einem Sonderzug der Deutschen Reichsbahn fahren wir am 15. September morgens um 5.45 Uhr in Dachau ab. In saufender Fahrt geht es über München, Rosenheim in Richtung Landesgrenze. Dem schnelljagenden Inn fahren wir entgegen. Links und rechts ragen die steilen Berge himmelan. Vor uns erhebt sich trutzig die alte Feste Kufstein, in deren Mauern die Heldenorgel zum Ruhme und Gedächtnis der Gefallenen des großen Krieges erbraust. Nun hält der Zug. 7 , : . '■ Wir haben die ö st e rr e i ch i sch e Grenze überschritten. Die Fahrt geht bald weiter; drunten liegen Höfe und Dörfer. Die Menschen grüßen freundlich herauf; einige erheben die Hand zum Gruß. Immer weiter geht es bergan. Wir fahren durch das Tiroler Gebirge und erreichen endlich die äußerste Nordgrenze des Etschlandes. Gegen 11 Uhr erreichten wir am Brenner Italien. Wir sind am „Brennero" angelangt. Die Vertreter der italienischen Jugendorganisationen sind zu unserer Begrüßung gekommen. Bald geht die Fahrt weiter. Uns erwarten große Tage im Italien Mussolinis. Der elektrisch betriebene Zug gleitet schnell zwischen waldigen Hängen dahin, vorbei an freundlichen Häusern, hinab nach Bolzano, dem Tor der Dolomiten. Hinter Bolzano geht es an der rauschenden und schäumenden Etsch entlang, nach Trento, der Hauptstadt des Tren- fino. Wir fahren über Ala, in das Tiefland von Venetien, der Römerstadt Verona entgegen, die durch ihre Kunstschätze und ihre Schönheit bekannt ist. Nach dieser schönen Fahrt durch das herrliche Etschtal haben wir kurzen Aufenthalt auf dem neuen Bahnhof in Verona. Unsere Musikkapelle schmettert zum ersten Mal auf italienischem Boden ihre schneidigen Märsche, und zum ersten Mal grüßen begeisterte Menschen. „Evviva Germania", „Evviva Germania", schallt es aus der beifallklatschenden Menge. Helle Begeisterung herrschte auf dem weiten Bahnsteig. Uederall blauer Himmel. Lachende Sonne. Es geht weiter. Um 17.45 Uhr trifft unser Sonderzug in Padua ein, wo sich der Präfekt, der deutsche Vizekonsul, Vertreter der faschistischen Jugendorganisationen und der Bürgermeister zum Empfang eingefunden haben. Als wir den Bahnsteig verlassen' und vor dem Bahnhof zur ersten offiziellen Vogrüßung Aufstellung nehmen, bricht ungeheurer Jubel unter den unzähligen Zuschauern aus. Unser Musikzug und die Kapelle der Avangardisten spielen die italienischen und die deutschen Nationalhymnen. Mit klingendem Spiel ziehen wir dann durch die von unzähligen Menschen dicht gefüllten Straßen Paduas in unser Quartier, ein Schulgebäude. Die Einwohner bereiten uns einen herzlichen Empfang und begrüßen uns immer wieder mit stürmischem Händeklatschen, Nach der Quartiereinteilung wird zum Abmarsch nach dem Balilla-Heim angetreten. In diesem Heim essen wir während unseres Aufenthaltes in Padua. Gegen 20 Uhr ziehen wir singend durch die beleuchtete Stadt. 22.30 Uhr Zapfenstreich. * 16. September. 6 Uhr Wecken. Nach dem Kaffee wird zur Stadtbesichtigung angetreten. Unter klingendem Spiel ziehen wir durch Padua. Es geht Mehelsuppe auf dem Lande. Schlachttag! Das ist auf dem Lande vergnüglicher Tag. Allerdings gibt es viel zu tun. Aber es ist doch ein kleiner Festtag. Die Mutter hat Kuchen gebacken, und am Abend werden Bekannte und Nachbarn zur Metzelsuppe eingeladen. Auch die Kinder nehmen regen Anteil, denn da gibt es kleine Botschaften auszurichten, da ist allerlei zu holen. Wenn sie den Erwachsenen zu sehr im WeHe stehen, werden sie in das entgegengesetzte Ende des Dorfes geschickt, um den „Fleischhobel" oder die „Wurstleiter" zu holen. Das sind kleine Scherze vom Metzger, um die Kleinen loszuwerden. Am Abend kommen auch die Nachbarskinder; sie singen ihr Berschen: Ich hab gehört, ihr hätt' geschlacht' und hätt' so große Wärst gemacht. Gebt mir von den langen, und laßt die kurzen hangen! Dafür erhalten sie kleine Würstchen. Am anderen Taae dürfen sie beim Austragen der Wurstsuppe helfen. „Es riecht ganz anders in einem Haufe, wenn geschlacht' worden ist!" sagte mir einmal ein alter Bauer. Und er hat auch recht. Aus dem Fenster der Küche strömen liebliche Dämpfe von der kochenden Wurst, und in der Vorratskammer hängen nun, dicht nebeneinander auf langen Stangen aufgereiht, die Würste in allen möglichen Formen und Größen. 'Das Kochen der Würste wird meist vom Hausvater besorgt. Freilich gibt es auch Orte, in denen der Metzger diese Arbeit aussührt. Aber so bequem haben es nicht alle Landbewohner. Der Vater steht mit gefurchter Stirn vor dem Kessel und gibt acht, daß es nicht zu lebhaft kocht, daß keine Wurst platzt. Aber die Wurstsuppe darf auch nicht aus dem Kochen kommen. Es gehört eine gewiße Uebung dazu, hier alles in der rechten Art und Weife durchzuführen. Sind die Heranwachsenden Söhne konfirmiert, dann müssen sie zunächst Zuschauer sein und genau beobachten, wie die Würste eingelegt, die Blutwürste „gestochen" werden, um zu erkennen, ob sie schon durchgekocht sind usw. Dann erst dürfen sie einmal das Wurstkochen selber besorgen. Gerät alles, so werden sie gelobt. Sind alle Würste gekocht und auf den bereit- liegenden Brettern zum Erkalten ausgelegt, dann denkt der Hausvater an das eigentliche Schlachtfest. Einige Bratwürste quietschen schon in der Pfanne. Nun werden auch die Probe-Kochwürste geholt. Als ersten Gang gibt es natürlich das beliebte Wellfleisch. In manchen Orten reicht man Sauerkraut dazu, an andern gibt es Meerettich. Das kleine Schnapsgläschen macht dazwischen die Runde. Manchmal gehen die „Mannsleute" noch einmal aus, die Kinder kommen ins Bett, und gegen elf Uhr Geschichte der Bewegung im Gau Hessen-Nassau. NSG. Das Material für die Geschichte der Bewegung im Gau Hessen-Nassau soll nunmehr zusammengetragen und festgehalten werden. Dieses Werk muh deshalb jetzt in Angriff genommen werden, um die Sicherheit zu haben, dah die lebenden Zeugen des Kampfes, des Sieges und des Aufbaues gehört werden. Alle Parteigenossen und Volksgenossen, die im Besitz von Material und beweisbaren Tatsachen sind, werden um Ueberlassung dieses Materials gebeten. Zunächst sind erwünscht: Bücher, Broschüren, Zeitschriften, Hetzschriften, Flugblätter, Wahlaufrufe, Wahlplakate, Karikaturen, Zeitungen und Photos einstiger Gegner, soweit sie sich mit dem Nationalsozialismus befahl haben. Für wichtigere, persönliche Gedenkslücke wird um leihweise Ueberlassung gebeten. Persönliche Abgabe oder Einsendung an das Gaupresseamt Hessen-Nassau, Frankfurt a. M.» Gutleutstrahe 8 bis 14, Sachbearbeiter: Parteige- nosse Paul Bierwirth. Der Sachbearbeiter Bierwirth ist im Gaupresseamt Montags und Mittwochs von 17 bis 19 Uhr zu sprechen. gibt es dann die neue Bratwurst mit Krautsalat. Zum Schluß noch Kaffee und Kuchen. Auch die armen Leute im Dorfe freuen sich an den Schlachttagen. Sie wissen, daß ihnen eine Kanne voll guter Wurstsuppe, mit einem großen Brocken Fett darauf und einige Würste, sicher ist. Ebenso stehen einige Büchsen bereit, die für Das Winterhilfswerk mit Fleisch oder Wurst gefüllt werden. Und der Wandersmann, der noch spat an solchem „duftigen" Hause vorüberkommt, wird em= qeladen, beim Schmause mitzuhalten. Und wenn am späten Abend die Metzelsuppgäste ihre fröhlichen Lieder fingen, dann soll einer sagen, es gäbe feine Poesie mehr auf dem Lande! H- Dornotizen. Tageskalender für Dienstag. Stadttheater: 20 bis 22.45 Uhr: „Seiner Gnaden Testament." — Gloria-Palast, Seltersweg: „Ein kleiner goldner Ring" („Hummel-Hummel"). — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Wenn mir alle Enqel wären." — Volksbund für das Deutschtum im Ausland: 20.15 Uhr: Volksdeutscher Abend in der Aula der Universität. — Weihnachtsausstellung der oberhessischen Künstler: Ab 17 Uhr im Turmhaus am Brand. Stadttheater Gießen. Dienstag, 15. Dezember, Anfang 20 Uhr, Ende 22.45 Uhr „Seiner Gnaden Testament", Komödie von Hjalmar Bergman. Spielleitung: Hans Geiß- l e r. Dienstag-Miete. 13. Vorstellung. — Mittwoch, 16. Dezember, Anfang 15 Uhr, Ende 17.15 Uhr, „Prinzessin Allerliebst" oder „Der wundersame Regenschirm". Märchenspiel von Friedrich Forster. Spielleitung Karl D o l ck. Musikalische Leitung Ernst Bräu er.'Außer Miete. Anfang 19.30 Uhr, Ende 21.30 Uhr, „Der Kampf mit dem Tatzelwurm", Lustspiel von L. Lenz und R. A. Roberts. Spielleitung Wolfgang Kühne. Mittwoch-Miete. 13. Vorstellung. — Freitag, 18. Dez., Anfang 20 Uhr, Ende 22.15 Uhr, Erstaufführung „Gyges und sein Ring , Trauerspiel von Friedr. Hebbel. Spielleitung Wolfgang Kühne. Freitag-Miete. 14. Vorstellung. — Die Aachweben der Gripve wie Kopfschmerzen, Müdigkeit, Schwächezustände, Frösteln uhö. und natürlich auch die Grivve lelbit, werden mit Hilfe von Klosterfrau-Melmengent leichter überwunden. Man trinke dreimal täglich eine Tasse schwarzen Tee oder Pfefferminztee, dem 1 bis 1'/ Eßlöffel Klosterfrau-Melissengeist zügeletzt werden. Sebr gut ist es auch, Klosterfrau-Melmen- geistgrog (nach Gebrauchsanweisung) zu trinken oder zweimal täglich Klosterfrau-Melissengeut m einem geschlagenen rohenEi unter Zusatz von etwas Zucker zu nehmen. Sie erhalten Klosterfrau-Melissengeist in Apotheken und Drogerien in Flaschen von 95 Pf. an. Nur echt in der blauen Packung mit den drei Nonnen. 7005V Wege im Nebel. Roman von Käthe Mehner. (Copyright by Auswärts-Verlag, Berlin SW 68.) 83 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) XVIII. „Der Herr sagte, er sei ein Beamter, gnädiges Fräulein. Er will Sie unbedingt sprechen." Ein Beamter! Sanna fühlte, wie ihr das Blut in die Schläfen schoß. „Ich lasse bitten!" gab sie leise die Anweisung, legte dann den Hörer zurück, schloß minutenlang die Augen. Ein Beamter! Was konnte das bedeuten? Wer hatte ihn geschickt? Vermutungen schossen ihr durch den Kopf. Doch schon wurde ein Klopfen hörbar. An der Tür stand ein mittelgroßer Herr in Nach einer unruhigen und von wirren Träumen gequälten Nacht stand Sanna am Morgen des folgenden Tages am Fenster ihres Hotelzimmers. Nervös fuhr sie mit der Hand über ihre Stirn. Das laute Hupen der Autos, das unaufhörliche Treiben auf den Straßen machten ihr Kopfschmerzen. Müde ging sie ins Snnere des Zimmers zurück, nahm ein Buch vor. Doch auch das Lesen wollte ihr nicht gelingen. Ihre Augen glitten über die Zeilen hin, ohne daß sie auch den Sinn verstanden ^Mut haben! dachte sie. „Mut haben!" hatte Gerhard getagt. Wie konnte sie noch Mut haben, wenn alles so verwirrt war, wenn selbst Gerhard ihr keinen Rat, keine Klarheit geben fonnte? Wie hatte sie gestern abend auf ihn gewartet! Und alles vergeblich' Nur ein Anruf war gekommen, hastig, ohne ihr eine bestimmte Absicht zu sagen, hatte er ihr mitgeteilt, daß er nicht mehr kommen konnte, einer dringenden Sache roegen, daß sie sich gedulden müsse bis zum Morgen. Nun war es Morgen, zehn Uhr schon, und immer noch kam er nicht... Das helle Läuten des Zimmertelephons zerriß ihre Betrachtungen. Schnell nahm sie den Hörer ab. Vor Erregung und Ungeduld fühlte sie ihr Herz klopften. Aber eine fremde Stimme scholl ihr ^!,Em"Herr möchte Sie sprechen, gnädiges Fräulein." r - e Sanna schauerte leicht zusammen Das konnte doch Gerhard nicht sein. Er hatte doch selber nu ihr gesprochen! Stockend fragte sie m den Apparat ^Würden Sie mir bitte den Namen dieses Herrn sagen?" dunklem Mantel. „Fräulein Heller? Nicht wahr?" Er stellte die Frage kühl, sachlich, ohne Anteilnahme. Es war, als bemerke er Sannas Verstörtheit, ihr kreideweißes Gesicht gar nicht. Machtlos suchten Sannas Hände nach einem Halt. Sie versuchte zu sprechen, ihn nach dem Grunde seines Kommens zu fragen, aber kein Wort entrang sich ihrer Kehle. Wenn dieser Mensch doch nur sprechen wollte, dachte sie. Nur Gerhard wußte doch schließlich ihre Adresse... „Sa, was ist denn? Sprechen Sie doch!" stammelte sie schließlich in höchster Angst. „Aber so beruhigen Sie sich doch!" sagte der Beamte. „Sch habe nur den Auftrag, Sie zum Magdalenenhospital zu begleiten. Shrem Verlobten, Herrn Dr. Rammelt, ist etwas zugestoßen! Durch Shre Tante, Frau von Bergmann, bekamen wir Ihre Adresse. Kommen Sie also, bitte!" „Aber was ist denn geschehen?" rief Sanna erschrocken, obwohl sie es unbewußt fast als eine Erleichterung empfand, daß der Beamte Rammelts Namen und nicht den Gerhards genannt hatte. „Sch bitte Sie, kommen Sie vor allen Dingen!" erwiderte der Beamte dringend. „Sch werde Shnen unterwegs alles Nötige erklären! Setzt ist jede Minute kostbar!" Hastig machte Sanna sich fertig, zog den Mantel an, setzte die schlichte Kappe auf. Regellos wirbelten indessen die Gedanken in ihrem Kopf. Wie kam es, daß Tante Amalie ihre Adresse wußte? Wer hatte diesen Beamten hergeschickt? Hatte Ralf einen Unfall erlitten? „Sch bin soweit!" sagte sie dann mit hilflosem Ausdruck, während sie die Handschuhe überzog. Höflich öffnete der Beamte vor ihr die Tür. * „Wie steht es um unfern Patienten von Nummer sechsunddreißig?" fragte der Chefarzt des Magda- denenhospitals im Vorübergehen eine der Zimmerschwestern, deren ruhige, sympathische Züge einen vertrauenerweckenden Eindruck machten. Sorgenvoll sah die Schwester auf: „Smrner das gleiche, Herr Oberarzt! Das Herz ist sehr schwach. Mit ein paar Spritzen kann man ja die Lebenskraft noch einmal anfachen und für eine Zeitlang wach erhalten. Auf die Dauer aber --? Oder glauben Sie, daß er durchkommt?" „Man kann es noch nicht mit Bestimmtheit sagen, Schwester Lena! Sch fürchte allerdings, Sie haben recht! Der furchtbare Sturz, die lange Bewußtlosigkeit bei dem an sich schon sehr angegriffenen Herzen, — — das läßt wenig Hoffnung übrig. Uebrigens,--Fräulein Heller ist doch benachrichtigt?" „Gewiß, Herr Oberarzt! Kommissar Wagner hat selbst einen Beamten zu ihr geschickt." „Und wann will der Kommissar selbst wiederkommen?" „Er wünscht angerufen zu werden, sobald alles vorbereitet ist." „Gut. Vielleicht ist es doch das beste, ich komme mal herüber. Sch werde dann später dem Patienten die Spritze selbst geben. Gern tue ich es ja nicht. Doch wenn es mit dazu beiträgt, Licht in diesen Fall Brand zu bringen — — dann muß eben versucht werden, was in Menschenmacht steht... Also bereiten Sie einstweilen alles vor, Schwester Lena! Sch komme in einer Viertelstunde herüber!" * Langsam, ganz langsam, wie mit einer großen Anstrengung, öffnete Ralf Rammelt die schweren Lider. Sanna Heller, die schon seit geraumer Zeit dicht neben seinem Bett saß, bemerkte es zuerst, erhob sich dann schnell von ihrem Sitz. Sn ihrem Gesicht stand der Ausdruck eines großen Mitleids. „Ralf!" sagte sie leise, „Ralf, sieh mich an, ich bin’s, Sanna! Wie fühlst du dich?" lieber Ralfs Züge ging es wie ein Erkennen. „Sanna!" flüsterte er, schloß die Augen dann wieder, als blende ihn das Licht. „Hier, nimm dies, das wird dich stärken!" Sanna führte ein bereitgefteütes Glas an feine Lippen. Mühsam trank der Kranke, schlug dann die Augen wieder auf, diesmal jedoch leichter und ein klares Bewußtsein erkennen lassend. Aber gleichzeitig ging auch ein Schatten über fein Gesicht. Man fah, daß er sich an etwas zu erinnern versuchte, ohne daß es ihm gelang. „Sanna, du mußt dafür sorgen, du muß dafür sorgen, daß--—" Verzweifelt ergriff er ihre Hand, richtete sich halb auf. Fiel dann in die Kissen zurück. „Wofür soll ich sorgen, Ralf?" versuchte Sanna ihm zu helfen. Vergeblich! Nervös fuhren Ralfs Hände über die Bettdecke. „Sch kann mich nicht erinnern! Sch weiß nicht mehr--Sanna, so hilf mir doch!" stöhnte er. Vorsichtig trat jetzt der Oberarzt an Sannas Seite, der im Hintergründe des Zimmers, dem Patienten durch einen Schrank verdeckt, neben dem Kriminalkommissar gesessen hatte. „Soll Fräulein Heller sich vielleicht um Fräulein Willnoff kümmern, Herr Rammelt?" wagte er die Frage, während die drei übrigen Anwesenden den Atem anhielten, wie der Kranke die Erwähnung des Namens Willnoff aufnehmen würde. „Für Fräulein Willnoff? Sa, für Fräulein Willnoff! Sag, sie ist doch nicht tot? Sprich, Sanna, nein, es kann doch nicht sein, daß sie tot ist!--" Mit einem langen Blick sahen sich der Oberarzt und Kommissar Wagner an. Das Rätsel schien sich losen zu wollen.--- „Du mußt mir sagen, wo Olga Willnoff ist, Ralf, dann fahre ich gleich zu ihr und sage dir dann alles. Komm, Ralf, kannst du dich erinnern, wo du sie zuletzt gesehen hast?" Ohne Zögern, wenn auch mühsam, gab er nun die Adresse an, die alle in größtes Erstaunen versetzte: „Olga Willnoff liegt--tn Der Weststadtklinik, --Lindenstraße 11---" (Fortsetzung folgt!) NS.-Irauenschast und Zraueniverk feiern Adveni. Samstag, 19. Dez., Anfang 20 Uhr, Ende 22.30 Uhr, Theaterring der NS.-Kulturgerneinde „Der Boden des Odysseus", Schauspiel von Gerhart Hauptmann. Spielleitung der Intendant. Freier Kartenver- 5auf zu Tagespreisen an der Abendkasse. — Sonntag, 20. Dez., Anfang 11.30 Uhr, Ende 12.30 Uhr. 7. Morgenveranstaltung „Kantate und Chöre zur Weihnacht". Musikalische Leitung Ernst Bräuer. Für Platzmieter ist der Eintritt frei. Bon 15 Uhr bis 17.15 Uhr „Prinzessin Allerliebst" oder „Der wundersame Regenschirm". Märchenspiel von Friedrich Forster. Spielleitung Karl V o l ck. Musikalische Leitung Ernst Bräuer. Außer Miete. Anfang 19 Uhr, Ende 21 Uhr. Zum letzten Male „Hänsel und Gretel", Märchenoper von E. Humperdinck. Musikalische Leitung Hans H. Hampel. Spielleitung Paul W r e d e. Außer Miete. Volksdeutscher Abend. Wie wir bereits berichteten, veranstaltet heute um 20.15 Uhr die Ortsgruppe Gießen des Dolks- bundes für das Deutschtum im Ausland einen Volksdeutschen Abend. Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht ein Vortrag mit Lichtbildern des auslandsdeutschen Lehrers K ö b l e r „Spanien als Kampfplatz zweier Weltanschauungen". Die Begrüßung erfolgt durch den Ortsgruppenleiter des VDA-, Kreisdirektor Dr. Lotz. Es folgt dann ein Dorspruch des Intendanten des Gießener Stadttheaters Schultze-Griesheim, das Schlußwort spricht Kreisleiter Dr. Hildebrandt. Die ganze Veranstaltung wird umrahmt von Chören des Bauer'schen Gesangvereins. Die Ortsgruppe gibt sich der Hoffnung hin, daß ein zahlreicher Besuch der Veranstaltung durch die Gießener Bevölkerung der Verbundenheit mit unseren Brüdern und Schwestern im Ausland sichtbaren Ausdruck gibt. Zweiter Vortragsabend des Landschaftsbundes „Volkstum und Heimat". Im Rahmen der Vortragsreihe über „Heimisches Brauchtum" spricht am morgigen Mittwochabend Lic. von der Au (Darmstadt) über „Brauchtum im Ablauf des Menschenlebens". Althergebrachte Sitten und oft geheimnisvolle Bräuche, die an Werden und Wachsen, an Schaffen und Feiern und schließlich an Altern und Sterben des Menschen geknüpft sind, werden in Wort und Lichtbild zu uns reden und das Wesen unserer deutschen Volksseele, die dieses Brauchtum schuf, offenbaren. Dazu singt Frau Steiner (Hausen), die von einer ähnlichen Feierstunde im vorigen Winter her noch in bester Erinnerung ist, einige ihrer schlichten, ansprechenden Volks- und Heimatlieder, auf dem Flügel begleitet von ihrem Gatten, Pfarrer Steiner, der die Lieder selbst vertont hat. Damit steht eine erbauliche Abendstunde in der Vorweihnachtszeit bevor, die sich niemand entgehen lassen sollte. (Siehe heutige Anzeige.) Wmterhilfsappell der Hitlerjugend. Die Bannführung des Bannes 116 lädt die Bevölkerung Gießens herzlich zu dem am Donnerstag, 17. Dezember, auf dem Brandplatz 19.30 Uhr statt- findenden Eröffnungsappell der Hitlerjugend ein. Programm. Fanfarenmarsch des Jungvolks. Lied: Rur der Freiheit gehört unser Leben ... Verlesung des Tagesbefehls des Reichsjugendführers durch den Bannführer. Rede des Gebietsabteilungsleiters, Unterbannführers Dettmar. Fanfarenmarsch des Jungvolks. Rede des Kreisleiters Dr. Hildebrandt. Uebergabe der Sammelbüchsen an eine Gefolgschaft. Deutschland- und Horst-Wessel-Lied. Die Bannführung des Bannes 116 erwartet von allen Volksgenossen recht zahlreiche Beteiligung. HI.-llniform und Z.vnkleidung. Gaben für den Weihnachtstisch. Es bestehen vielfach Zweifel darüber, ob HJ.- Uniformstücke zur Zivilkleidung getragen werden dürfen. Die Sozial st elle des Bannes 116 Gießen gibt daher bekannt: Der HI.-Mantel darf ebenso wie die schwarze HJ.-Diensthose und Sttefel zum Zivilanzug getragen werden. Es müssen lediglich beim Mantel die Armbinde, Achselklappen und das Gsbietsdreieck entfernt werden. Dies läßt sich leicht bewerkstelligen, wenn zur Anbringung dieser Abzeichen am Mantel Druckknöpfe oder Häkchen angenäht werden. Der HI.-Mantel ist aus gutem Lodenstoff gefertigt und bietet daher sowohl gegen Rässe, als auch gegen Kälte Schutz. Auch die Diensthose und Sttefel bilden eine zweckmäßige, schöne und warme Bekleidung. Es kann deshalb den Eltern von Hitlerjungen geraten werden, wenn sie nicht in der Lage sind, eine notwendig gewordene Anschaffung von Zivil- kleidungsstücken und Uniformteilen gleichzeitig vorzunehmen, statt einer Zivilhose oder einem Zivil- mantel eine HI. - Diensthose oder -Mantel zu kaufen. Besonders möchten wir wegen des bevorstehenden Weihnachtsfestes darauf aufmerksam machen. Es kann einem Jungen sicher feine größere Freude gemacht werden, als wenn er auf dem Gabentisch eine neue HJ.-Uniform findet. NSDAP. Amt für Beamte. Kreis Wetterau. Der für den 16. d. M vorgesehene Gemeinschaftsabend fällt wegen der allgemeinen Bersammlungs- fperre aus. NSDAP. - Amt für Dolküwohlfahrt. Ortsgruppe Gieben-Nord. Am Dienstag, 15., und Mittwoch, 16. Dezember, wird im Bereich der Ortsgruppe Gießen-Nord die Pfundsammlung durchgeführt. Die Hausfrauen werden gebeten, die Pfundpäckchen bereitzulegen. Der Einzelhandel mahnt znm Krühkauf. LPD. Die Wirtschaftskammer Hessen, Unterabteilung Einzelhandel, richtet nachstehenden Appell an die Oeffentlichkeit: ,Zm Einzelhandel, besonders in den Textilge- schäften, muß immer wieder die Beobachtung gemacht werden, daß mitunter vormittags etwa 10 vom Hundert, am Nachmittag bis 17 Uhr 30 v. H. der Käufe und die Haupttlmsätze von 60 o H in den Stunden zwischen 17 und 19 Uhr getätigt werden. Dies führt zu dem unerfreulichen Ergebnis, daß am Spätnachmittag innerhalb von zwei Stunden ein Kundenandrang erfolgt, der aus nahe- Die RS.-Frauenschaft der Gießener Ortsgruppen und die im Frauenwerk zusammengeschlossenen Frauenvereine unserer Stadt hielten am gestrigen Montagabend im Casä Leib ihre gemeinsame Ad- rentsfeier ab, die von schöner Stimmung getragen war. Aus den weißgedeckten Tischen schimmerte das Licht vieler Kerzen. Tannenreisig verbreitete feinen, frischen Duft. Der Saal war mit den Fahnen des Dritten Reiches und mit den Zeichen der RS.-Frauenschaft festlich geschmückt. Eine Weihnachtskantate, aufgeführt (unter Leitung von Lehrer Siegler) vom Singkreis und von Mitgliedern der Vereinigungen, gab der Veranstaltung den schönen Auftakt und führte zurück in das Mufikgut der Zeit um 1700. Die Kreisfrauenfchastsleiterin Frau Wrede hielt dann eine kurze Begrüßungsansprache. Sie erinnerte an die Arbeit der vergangenen fünf Jahre, während der die Kameradinnen nun schon zusam- monstehen. Diese fünf Jahre seien wohl für viele reicher an Erleben gewesen, als manches Jahrzehnt vorher. Mit Freude gedenke man der Arbeit der vergangenen Jahre, die ein gutes Stück vor- wärtsgebracht habe. Mit Stolz müsse es die Frauen erfüllen, Mitarbeiten zu dürfen an der Erneuerung unseres Volkes und Vaterlandes. Ein Jahr der Arbeit gehe nun zu Ende, das neue Jahr werde die Frauen aber wieder auf dem Posten finden. Frau Wrede sprach den Wunsch aus, daß die deutsche Frauenarbeit in ihrer Geschlossenheit durch die Mitarbeit jeder einzelnen Volksgenossin vorbildlich für die Welt werden und die Frauen mit ihrer Arbeit und ihrer Einsatzbereitschaft sich stets des Führers Adolf Hitlers würdig erweisen mögen. Musik und Gesang. Der weitere Verlauf des Abends brachte eine Reche schöner und stimmungsvoller musikalischer und gesanglicher Darbietungen, sowie verschiedene Vorträge aus bestem deutschen Schrifttum. Gemeinsam wurde das Lied vom Tannenbaum gesungen, Frau Gänge r i ch verlas dann die innige „Weihnachisge- fchichte" der ostpreußischen Dichterin Agnes M i e • gel, man hörte ein Konzert für Violine und Klavier von Johann Sebastian Bach (Frau Fischer, Fräulein Zimmer) und von Frau Weyl einige Lieder, die der Vorweihnachtsfeier gerecht wurden. Einen tiefen Eindruck machte dann Die Schilderung einer Weihnachtsfeier im Felde während des Weltkrieges. Mit einem gemeinsamen Lied, dem Schlußwort der Kreisfrauenschaftsleiterin, dem Sieg-Heil auf den Führer und den beiden Nationalhymnen fand der Abend feinen Abschluß. In Verbindung mit der Adventsfeier war vor der Bühne eine Weihnachtsausstellung aufgebaut, für die viele Puppen von den Mitgliedern der Vereinigung mit Kleidern ausgeftattet waren. Diese Puppen sollen solchen Kindern zum Weihnachtsgeschenk gemacht werden, deren Eltern keine Möglichkeit haben, iyren Kindern mit solchem Spielzeug Freude zu machen. heit. Den Abschluß dieser Zusammenkünfte bildete unsere Advent- und Nikolausfeier, die forgfältig vorbereitet und sehr aut besucht war und den Höbe- punkt aller Veranstaltungen innerhalb der Gemein- schäft bedeutete. Wir freuen uns des glänzenden Ab chlusses. Eine für das Winterhilfswerk durch, geflirrte Sammlung brachte einen ansehnlichen Betrag. Der neue Wanderplan für 1937 wird besondere Beachtung finden, da er bereits im Zeichen Der verbilligten Bahnfahrten steht. „Nach Alltagssorgen — Alltagsplag'— Wie schön ist so ein Wandertag!" (Siebener Vochenmarkkpreife. * Gießen, 15. Dez. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, Vs kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60, Landbutter 1,42 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Wirsing (grün), Vs kg 6 bis 10, Weißkraut 5 bis 7, Rotkraut 8 bis 10, Gelberüben 8 bis 12, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 20 bis 25, Unterkohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 12 bis 15, Rosenkohl 20 bis 30, Feldsalat 80 bis 100, Tomaten 60, Zwiebeln 8 bis 10, Meerrettich 30 bis 70, Schwarzwurzeln 20 bis 30, Kartoffeln, 5 kg 40, Vs kg 4 Pf., 50 kg 3.— bis 3,50 Mark, Aepfel, Vs kg 15 bis 20 Pf., Birnen 15 bis 20, Tafeläpfel OMMUHUmHIUHB Dinkerhilfsappell der Hitler-Jugend am Donnerstag, 17. Dezember, 19.30 Uhr, auf dem Brandplah. 25 bis 30 Pf., junge Hähne 1,— bis 1,10 Mark, Suppenhühner 80 bis 90 Pf., Gänse —,90 bis 1,— Mark, Tauben, das Stück 50 Pf., Nüsse, Vs kg 45 bis 60, Blumenkohl, Stück 50 bis 70, Endivien 5 bis 8, Lauch 5 bis 8, Rettich 5 bis 15, Sellerie 10 bis 30 Pf. * * Eiserne Hochzeit. Die hochbetagten Eheleute Georg Unverzagt, Liebigstraße 62II dahier, begehen heute das seltene Fest der Eisernen Hochzeit. Leider kann sich das Jubelpaar nicht mehr ungetrübter Gesundheit erfreuen. *♦ Straßensperrung. Wegen Ausführung von Reichsautobahnbauarbeiten wird die Landstraße Albach — Oppenrod vom 15. Dezember ab bis auf weiteres für jeglichen Verkehr gesperrt. Umleitung erfolgt über Burkhardsfelden. Sängerkreis „Chaiiia". * Nonnenroth (Kreis Gießen), 14. Dez. Der Sängerkreis „Chattta" umfaßt das Gebiet des südlichen Vogelsberg und der nördlichen Wetterau. Er ist nach dem alten Chattenstamm benannt, die früher ' ier ihren Wohnsitz hatten. Der Sängerbund „Chctt- na" trat 1927 dem Hessischen Sängerbund bei und gehörte dem Kreis Gießen-Land an. Am 2. Februar 1930 wurde er mit dem Sängerbund Wettertal vereinigt und gleichzeitig zum selbständigen Gau im Hessischen Sängerbund erhoben. Als Vorsitzender des Gaues wurde der damalige Vorsitzende des Sängerbundes „Chattta", Karl Rinker von Nonnenroth, zum Gauvorsitzenden gewählt. 1933 wurde der einzige noch nicht dem Hessischen Sängerbund angehörende Sängerbund „Horloff-Wettertal" ebenfalls dem Sängergau „Chattta" angeschlosfen, der jetzt 28 Vereine mit etwa 2000 aktiven und passiven Sängern umfaßt. Es finden jedes Jahr gesangliche Veranstaltungen, wie Wertungssingen und Liedertage, statt. So konnte auch im Jahre 1936 der Gesangverein „Eintracht" Hungen fein 100- jähriges Bestehen feiern, das mit einem Gruppensingen verbunden war. Bei dieser Gelegenheit sand eine Kundgebung statt, bei der der Gauführer Pg. Ministerialrat Ringshausen herzliche Worte an die Sänger richtete. Die Herbsttagung fand am 6. Dezember 1936 im Saale des „Deutschen Hauses" in Nonnenroth statt. Mit dem Sängergruß wurde die Tagung um 10.30 Uhr vormittags eröffnet. Sangesbruder Pg. Bürgermeister Koch begrüßte die Vertreter der Kreis- oereine, sowie den Provinzführer Wendler von Bad-Nauheim. Sodann nahm der Kreisführer das Wort zu einem längeren Vortrag, in dem er die Belange der Gesangvereine besprach. Er begrüßte den Vertreter der Ortsgruppe, Pg. Fritz, und erteilte ihm das Wort. Dieser betonte besonders, daß der Deutsche Sängerbund durch seine Führer mit dem Nationalsozialismus fest verwurzelt fei und somit am Aufbau des Reiches regen Anteil nehme. Provinzführer Wendler dankte allen für die im verflossenen Jahre geleistete Mitarbeit und sprach den Wunsch aus, daß er auch vom Sängerkreis „Chattta" zahlreiche Vertreter auf dem Deutschen Sängerbundes-Fest in Breslau begrüßen könne. Gesangverein „Liederkranz" Nonnenroth umrahmte die Feier mit einigen gut geschulten Chören, die er unter Leitung feines Chorleiters Lenz vortrug. Kreischorleiter Stein (Lich) sprach aufklärende Worte über das stattgehabte Gruppensingen und forderte auch für das kommende Jahr zur treuen Mitarbeit auf. Die Liedertage im Jahre 1937 finden am 9. Mai in Obbornhofen und am 23. Mai in Villingen statt. Gegen 16 Uhr wurde die Tagung vom Kreisführer in der üblichen Weife geschlossen. Nundfunkprogramm. Mittwoch, 16. Dezember: 6 Uhr: Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkon- zert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Werkskonzert. 10: Schulfunk. 11: Hausfrau, hör zu! 11.30: Gaunachrichten. 11.40: Landfunk. 11.45; Sozialdienst. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittaqkonzert. 14: Nachrichten. 14.10 Die schöne Stimme (XXX). Willy Domgraf-Faßbaender. 15: Volk und Wirtschaft. 15.15: Dichterstimmen aus Kurhessen (III). 15.30: .'Vor Erlebnis der bildenden Kunst." Vortrag von Karl Kaltwasser. 15.45: Alt-Sonneberg. Ein Streifzug durch das Land der Spielzeugmacher zur Vor- Wechnachtszeit. 16: Unterhaltungsmusik. 16.45: -.gretbiirger Wochenmarkt." Aus dem Buch von Albrecht Goes, „Lob des Lebens" (Deutsche Ver- lags-Anftalt, Stuttgart). 17: Kammermusik. 17.30: ^edji gute Reise in die Weihnachtsferien. Ein Hör« bild um Technik und Verkehr auf unseren Schis» nenstraßen. 18: Unser singendes, klingendes Frank- Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. M: Nachrichten. 20.15: Stunde der jungen Nation: Welt liegt im Winterkleid. Jungmädel-Ringsendung. 20.45: Bunter Teller. 22: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. 22.30 Untechaltungs- und Tanzmusik. 24 bis 2: Nachtkonzert. liegenden Gründen insbesondere den Käufern selbst nicht angenehm sein kann. Wenn auch der größte Teil des kaufenden Publikums aus beruflichen oder häuslichen Gründen kaum eine andere Möglichkeit zum Einkauf hat, so könnte doch die Kundschaft, nicht zuletzt in ihreyr eigenen Interesse, zum Teil wenigstens eine andere Tageszeit wählen. Damit würde nicht nur dem Käufer, sondern auch dem Einzelhändler und seiner Gefolgschaft gedient sein, um so mehr, als der Einzelhandel es als seine vornehmste Pflicht betrachtet, die Kunden so eingehend wie möglich beraten und bedienen zu können. Dazu gehört natürlich in jedem Falle Zeit. Der Einzelhandel bittet deshalb, künftig möglichst auch die Vorteile der ruhigen Einkaufszeiten vormittags und frühnach- mittags besonders für die in Aussicht genommenen Weihnachtseinkäufe auszunutzen." Wichtig für Lungenkranke. Die Sprechstunden der Fürsorgestelle für Lungenkranke in Der Medizinischen Poliklinik, Frank- urter Straße 63, finden für die Besucher aus den Landgemeinden Des Kreises Gießen jeDen Dienstag von 16 bis 17 Uhr statt. Für lungenkranke KinDer finDen die Sprechstunden am gleichen Tage und zu der gleichen Zeit in der Universitäts-Kinderklinik statt. Lungenkranke und Krankheitsgefährdete, die in ärztlicher Behandlung sind, bedürfen einer lieber- Weisung des Arztes in die Lungenfürsorgestelle. Unbemittelte werden unentgeltlich beraten. Gemeinschastsabend der Gießener Polizei. Der Kameradschaftsbund deutscher Polizeibeamten, Ortsgruppe Gießen, veranstaltete am Samstag im Cafö Leib einen Gemeinschaftsabend, zu dem sich alle dienstfreien Beamten Der Gendarmerie und Der Polizei mit ihren Familienangehörigen einge- funDen hatten. Eine Kapelle, bestehend aus Polizeibeamten, verschönerte in uneigennütziger Weise Den AbenD. Ortsgruppenroart Pg. Lösch begrüßte Die Vertreter Der Partei, Der SA. und SS., Des ReichsluftschutzbunDes und Die KameraDen. Er dankte Den Gästen für Das mit ihrem Erscheinen zum AusDruck gebrachte Zeichen Der VerbunDenheit. Sodann gelangte ein Polizeifilm zur Vorführung, der in vielfältiger Weise Das Wirken Der Polizei m Dienste Der Volksgemeinschaft zeigte. Der Film teilte Das Pflichtbewußtsein und die Disziplin als He Tugenden Des Beamten heraus, zeigte sie beim Sport und in vielseitiger Durchbildung für den Dienst, schilderte weiter Das Wirken Der Wasserpolizei, Der Polizei im Straßendienst unD im Dienste Der Erhaltung Der Volksgesundheit. Schließlich sah man noch die Polizei im Luftschutz und als Feuer- lofchpolizei. Der Stellvertreter Des PolizeiDirektors, Oberinspektor Beate, faßte in kurzen Worten den Sinn Des Films zusammen und wies Darauf hin, daß Die Polizeibeamten stolz Darauf fein können, Dem Volke, Führer und Vaterland dienen zu Düren, Ortsgruppenroart Pg. Lösch schloß Den Abend mit Dem Sieg-Heil auf Führer unD Vaterland. In kameradschaftlicher Weise blieben Die Polizeibeamten noch geraume Zeit beisammen. Heimatfest der Ostdeutschen. Die Ostdeutschen Gießens im Bunde heimattreuer Schlesier veranstalteten am Sonntag em Heimat- est, Dem eine Nikolausfeier für die Kleinen vorausging. Beim Kerzenschein im Vereinslokal „Pfälzer Hof" nahm die Feier für Die Kinder einen 'ttmmungsvollen Auftakt. Weihnachtliche und heimatliche Gedichtoorträge wechselten in bunter Folge mit Kinderliedchen und Musikdarbietungen. Die Landsmänninnen Kramer, die mit Den Kleinen reizende Kinderliedchen zum Vortrag brachte, und Grahlmann, Die schöne Advents- und Heimatgedichte vortrug, verschönten Die frohen Stunden. Eme Überraschung boten die Wiegen- und Weihnachtslieder der Landsmännin Lotte Hahn, die von der Landsmännin Kramer am Klavier und oon Landsmann Höhr (Violine) begleitet wurden. Auf die Kleinen machte Die von Landsmann Heinz Forster vorgelesene Weihnachtsgeschichte R. G. Bindings „Das Peitschchen" einen besonderen Eindruck. Bunbescjruppenleiter H. Kostorz erzählte den Kindern einiges von der Heimat ihrer Eltern im Osten. Dann kam der Nikolaus, der außer Nüssen und Pfefferkuchen auch eine schlesische Wurst mitbrachte. Bei der Abendveranstaltung schwang in Gedichten und Erzählungen die Erinnerung an Das Kinderland mit. Landsmann Kramer am Klavier unD Höhr (Violine) spielten zur stimmungsvollen Ueberleitung für einen besinnlichen Vortrag Des ßanDsmanns Heinz Förster Die „Barcarole" von Händel. In Anknüpfung an die adoentliche Stimmung sprach Förster von der inneren Unruhe zur Heimat, Dem Heimweh Des Menschen, Das erst in der Heimat, in Dem Frieden Erlösung findet, zu dem der Mensch durch die eigene lieber- Windung und Befreiung kommt. In anschaulicher Weise schilderte er die Wege zu dieser Befreiung, wie sie auch über Die Heimatbünde, über tätige Liebe zu Volk und Vaterland zum Ziele führen. Im Anschluß an die eindrucksvolle Ansprache sang Landsmann Tank, von Der Gesangspädagogin Frau Heermann begleitet. Die entsprechenden Lieder vom „Wanderer an Den Mond" und „Heimweh" von H. Wolf. Er mußte sich auf besonderen Wunsch noch zu einigen Zugaben bereit erklären. Landsmann Kramer (Klavier) und Hohr (Violine) steigerten die künstlerischen Darbietungen durch den Vortrag von Händels „Largo". Die Landsmännin Lotte Hahn sang stimmungsvolle Weih- nachts- und Heimatlieder, und das Ehepaar Kramer leitete mit einigen musikalischen Darbietungen am Klavier zur Schlußansprache des Bundesgruppenleiters K o st o r z über, der seine Landsleute zum Bekennermut und zur Opferbereitschaft für die alte Heimat aufrief und unterstrich, daß der Bund nicht für wehmütige Erinnerungen an vergangene Zeiten bestimmt ist, sondern praktische Aufgaben zu erfüllen hat, die nur durch straffen Zusammenschluß aller Ostdeutschen verwirklicht werden können. . Die öeutfdic Rrbtitofront ; . N.9,-6emeinsch3ft durch fskude Sondervorstellung im Stadttheater. Am Samstag, 19. Dezember, gelangt als Nachmittagsvorstellung zum Dritten Male die Operette „Oer Bettel ft uDent" zur Aufführung. Hierdurch haben alle Diejenigen, Die bei Den ersten Vorstellungen nicht berücksichttgt werden konnten, die letzte Möglichkeit, die ausgezeichnete Operette noch zu sehen. Der Eintrittspreis beträgt 0,60, 0,80, 1 Mark. Karten sind erhältlich auf der Kreisdienststelle, Schanzenstraße 18, Zimmer 7, und durch Sammelbestellungen der Betriebswarte. Beginn Der Aufführung 15.45 Uhr. * Als die NSG. „Kraft durch Freude" die Operette „Der BettelstuDent" zum ersten Male in ihr Monatsprogramm aufnahm, liefen aus Den Betrieben und Den näherliegenden Orten des Kreises Gießen weit über 2000 Vorbestellungen ein. Obwohl Die Operette 8 Tage später noch einmal für „Kraft durch Freude" wiederholt wurde, konnten viele Hunderte Volksgenossen bei der Kartenzuteilung nicht berücksichtigt werden. Wegen der starken Nachfrage hat sich Die Kreisdienststelle entschlossen, am kommenden Samstag, 19. Dezember, eine dritte Wiederholung anläßlich der Tagung Der Straßen- roarter Durchzuführen, unD zwar als Nachmittagsvorstellung. DaDurch haben alle Diejenigen, Die Diese Operette noch nicht gesehen haben, besonders aber auch Die Frauen Der Berufstätigen, noch eine Möglichkeit, Die große Erfolgsoperette dieser Spielzeit zu sehen, ehe sie vom Spielplan abgesetzt wird. Wanderer-Rückblick 1936. Der Oberhefsische ©ebirgsoerein schreibt uns: UnD wenn schon 1000 Regentropfen daheim bei uns an's Fenster klopfen, der Wandertag, er wird erfüllt, Die Wandersehnsucht wird gestillt. So fiel just dieses Regenjahr für unsre wandersrohe Schar als schwerer Prüfstein in’s Gewicht, es fand uns alle — wasserdicht.' UnD nur der Wanderer kann tatsächlich als zunfttg im wahren Sinne Des Wortes angesprochen roerDen, Der nicht immer in Gänsefüßchen setzt' "®cnn schönes Wetter ist". Ist es doch Die Sehnsucht nach Den Schönheiten unserer Heimat, Die uns unwiderstehlich hinauszieht in Gottes freie Natur UnD Diese Schönheiten Der Heimat finD untrennbar verbunden mit dem ewig sinn- und wechselvollen Naturgeschehen. Der Wanderer liebt Die Ruhe in Der Natur, in Der Landschaft. Er wächst hinein in fie, er wird eins mit ihr. Den blauen Himmel über stch' schreitet er heiter und beschwingt, ein Lied auf Den Lippen, über blühende Wiesen, durch reifes Korn. Doch wird Der Himmel finster, türmen sich Mwere Wolkenberge am Horizont und jagen vom Sturm gepeitscht über Die Landschaft, erhebt sich em aufwühlend Raunen und Rauschen im Hochwald und hohe Wipfel neigen sich tief wie in Ehrfurcht, hochauf Dann reckt sich Der Wanderer. Seine Muskeln spannen sich, kampfbereit stemmt er sich Den feindlichen Gewalten entgegen, und seine Sinne sind wach und bereit, das wechselvolle Spiel Der tobenden Elemente staunend zu erfassen. Hier fühlt er fein Temperament erfassen, und er atmet eitel Kraft aus diesem machtvollen Naturgeschehen. Die Teilnahme Der Wanderfreunde an Den 14 planmäßigen Wanderungen Des Jahres war dementsprechend auch sehr erfreulich. Dank Der gewissen- haften Vorarbeit Der Führer konnten verschiedene dieser Wanderungen als ganz hervorragend bezeichnet werden. Auch wurden erstmalig verschiedene Linien Des Wege-Markierungsnetzes des OHGV. in 2lrbeit und Obhut genommen. Unsere Monatsversammlungen wurden teils in Gießen, teils wieder außerhalb Der Stadtgrenzen abgehalten und boten stets einen genußreichen Abend. Besonders diese Abendspaziergänge erfreuten sich großer Beliebt Bücher unter dem Weihnachtsbaum. burtstag des Präsidenten Svinhufvud lenkt erneut Roman einer kleinen Stabt Fröhliche Lebenssahrt eines Diplomaten — Josef Martin Bauer: Das Haus am Fohlenmarkt. Roman. 343 Seiten. Broschiert 3,50 Mark, Ganzleinen 5 Mark. Im Propyläen-Verlag, Berlin. — (476) — Bauer, 1901 in Taufkirchen in Altbayern geboren, erhielt schon 1930 für seinen Roman „Achtsiedel" den ,^ugend- preis deutscher Erzähler"; später erschienen „Die Salzstraße", „Bäuerliche Anabasis" und „Simon und die Pferde". „Das Haus am Fohlenmarkt" ist der Roman einer kleinen Stadt. Das Thema ist nicht neu, es hat oft genug zur Gestaltung gereizt und spiegelt sich in mancherlei Gestalt und Beleuchtung in unserem und fremdem Schrifttum. Indessen bestätigt sich wieder einmal die häufig gemachte Erfahrung: es kommt nicht darauf an, wie oft ein Motiv oder Thema behandelt wird, sondern darauf, wer es in die Hände bekommt, und was einer aus Eigenem daraus macht. Wenn der alte Stoff an den rechten Mann kommt, wird der Stoff jung und neu wie am ersten Tag; diesen Eindruck macht Bauers Buch, in dem ein Stück dichterischer Chronik einer kleinen oberbayerischen Stadt mit 6000 Einwohnern ausgezeichnet ist. Daran ist versckie- denes bemerkenswert. Bauer hat, so sagt er selbst, früher unter der Kleinstadt, in der er lebte, gelitten; aber je länger er darin lebte und je gründlicher er sie kennen lernte, um so mehr hat er Verständnis dafür und Freude daran gefunden ... am Geschwisterlichen und Menschlichen, das von diesem engumgrenzten und in sich geschlossenen Lebenskreise ausstrahlt; bis er am Ende dieses Buch schrieb „für die ewig geschmähte Kleinstadt". Das ist aber etwa kein biedermeierliches und behäbiges Idyll geworden; man fühlt sich da mehr als einmal an jenen „hinkenden Teufel" bei Lefage erinnert, der die Dächer abhebt und von oben hineinschaut — ins Allerheiligste und Unheiligste. Bauer sieht die Dinge keineswegs durch eine Brille oder einen romantischen Schleier, sondern nah und gegenwärtig, wie sie sind, wie er sie um sich herum geschaut und erlebt hat. Aus seiner Art, die Dinge zu betrachten und darzustellen, ergibt sich der merkwürdige und manchmal fast unheimliche Eindruck, daß der tote, allenfalls statistisch-geographische Begriff „kleine Stadt" ein selbständiges Leben gewinnt: ein kleines Welttheater tut sich auf mit Himmel und Hölle, Traum und Narretei, mit zahllosen Gesichtern, Gestalten und Schicksalen, die alle aus irgendeine notwendige und unentrinnbare Weise ineinander verschlungen und miteinander verknüpft sind. Natürlich ist hier nicht von sechstausend Schicksalen oder Lebensläufen die Rede; aber die zehn oder zwanzig, die da geschildert oder angedeutet werden, erscheinen beispielhaft für viele andere und so gleichsam vervielfacht. Und eben diese Vielheit auf engstem Raum bestimmt den eigentümlichen Charakter der Erzählung, in der auch technisch, z. B. in gewissen leitmotivischen Wiederholungen, der Stofs überschaut, beherrscht und zur Einheit verdichtet ist, so daß in der Tat der Roman einer kleinen Stadt entstand, nicht ein Roman in der Kleinstadt. Daß die Stadt, obwohl sie gewiß für viele andere, ähnliche in Deutschland stehen kann, in Bayern liegt, spürt man bald heraus: Bauer gab seiner Erzählung nicht bloß den ihm eigenen mundartlichen Einschlag mit, sondern auch das, was man Atmosphäre nennt. Und daß hier nicht bloß ein geschickter Stoffsammler und Erzähler am Werke war, empfindet man am deutlichsten an einer Liebesgeschichte, die gegen Ende immer entschiedener in den Vordergrund rückt: auch hier erfüllt sich nur eines von vielen Schicksalen im kleinen Raum und ist nicht von den anderen zu lösen. Aber nur ein Dichter, kein trockener Chronist, konnte in dieser Liebe das schöne Sinnbild finden: verheerendes Feuer legt in einer Schreckensnacht zwölf Häuser am Fohlenmarkt in Asche; ein einziges in der Reihe überspringt der rasende Brand. „Zwei Menschen sind allein, ganz allein diese Nacht lang in dem feuergefährdeten Haus gewesen" —: das junge Liebespaar; und die Liebe „hat mit zarten, kindlichen Händen dem Feuer den Zutritt verwehrt" ... Dr. Hans T h y r i o t. durch den energischen Widerstand des finnischen Volkes im Keime erstickt. Don diesen Ereignissen berichtet Erkki Räikkönen in seinem Buch. Es ist ein Beweis dafür, daß unerschrockene Rechtlichkeit und kriegerische Tapferkeit zum Siege führen, wenn an der Spitze des Volkes ein Mann steht, dessen unzerstörbarer Glaube dem Schicksal vertraut, um standhaft und sicher die größten Gefahren zu meistern. Svinhufvud hat in zielbewußtem Kampfe mit leidenschaftlicher Hingabe und rühmenswertem Opfermut seinem Volke die seit Jahrhunderten ersehnte Freiheit und Achtung der Welt erstritten. Der Weg, den er gehen mußte, war voller Gefahren und Abenteuer. Als entrechteter, waffenloser, beraubter Vasallenstaat war Finnland damals der russischen Besatzungsarmee ausgeliefert. Es erlebte die rote Schreckensherrschaft mit ihrem sinnlosen Zerstören und grauenvollen Morden und berief sich vergeblich auf das allen Kulturstaaten verbriefte internationale Recht, bis es — nicht zuletzt dank der entscheidenden Waffenhilfe aus Deutschland — seine Fesseln sprengte und den unabhängigen und selbständigen Staat schuf, als dessen Oberhaupt Svinhufvud gewählt wurde. Eine Fülle spannender und erregender Erlebnisse wird in diesem Buche anschaulich geschildert. Aus ihr ersteht das Werk und die Persönlichkeit Soinhufouds, der die Geschicke Finnlands zu einem guten und glücklichen Ende gelenkt hat. Seine Taten werden fortleben als die Taten eines Der neue Vroühaus. — Der Neue Brockhaus, Allbuch in vier Bänden und einem Atlas. Band I: A—E, ermäßigter Dorbestellpreis 10.— RM. für die Ganzleinen» ausgabe. F. A. Brockhaus Verlag, Leipzig, 1936. — (410.) — Der „Neue Brockhaus" gibt Auskunft über alle deutschen Wörter, auch die alltäglichen und mundartlichen. Wollen wir wissen, woher dieses oder jenes Wort stammt, ob es altes deutsches Sprachgut ist oder zugewandertes aus Nachbarschaft oder Fremde, was die Sprachlehre zu ihm zu sagen hat, wie es im Satz zu gebrauchen ist —, so konnte uns das bisherige Konversationslexikon nur mangelhaft, oft überhaupt keine Antwort geben. Diese Lücke füllt das Allbuch „Der Neue Brockhaus" aus. Durch Verschmelzung von Sach- und Sprachbuch, von Konversationslexikon und deutschem Wörterbuch finden wir in ihm eine neue Buchart, die es bisher in der deutschen Sprache nicht gab. Dabei verwendet das Werk geschickt das „sprechende Bild", das sofort Antwort gibt, wenn wir einen Gegenstand nur vom Sehen kennen und nun gern wissen möchten, wie er heißt, wie ihn der Fachmann bezeichnet. Das unterscheidet das Allbuch von allen anderen Nachschlagewerken unserer Zeit. Darüber sei nicht vergessen, daß wir in ihm ein auf neuester Grundlage bearbeitetes Konversationslexikon haben, das uns gewissenhaft Auskunft gibt, wenn wir uns über Volk und Reich, berühmte Männer und Frauen, Tiere, Pflanzen, Ortschaften, fremde Länder, Technik und Kunst, Volkskunde, Rechtsfragen, Gartenbau und die vielen taufend anderen Ding« unterrichten wollen, die täglich in unserem Blickfeld auftauchen. Der vorliegende erste Band ist ein stattliches Buch mit Tausenden von bunten und einfarbigen Bildern, Karten und Uebersichten. — Walter Zechlin: Fröhliche Lebensfahrt, diplomatische und undiplomatische Erinnerungen. Preis in Leinen geb. 6,75 RM. Deutsche Verlagsanstalt in Stuttgart. — (541.) — Das ist das höchst amüsante Erinnerungsbuch eines rechten Lebenskünstlers, der ohne das sonst übliche schwere historisch-politische Gepäck des Mannes, der überall dabei gewesen ist, mit fröhlicher Gelassenheit von seinen diplomatischen Wanderjahren plaudert und uns großzügig teilhaben läßt an einer inneren Harmonie des Lebens, wie sie nur das Ueber-den- Dingen-stehen eines glücklichen Natureis und die Erfahrungen eines vielgereisten Mannes verschaffen können. Die Schüler- und Studentenjahre in Lüneburg, Berlin und Halle wollen in dem ironisch plaudernden Rückblick des Weltmannes nicht den Anspruch des Besonderen erwecken: Kleinstadtidylle und akademische Lebensbilder der „guten, alten Zeit", fortgesetzt in der heiteren Episode der Celler Referendarjahre. Daß auch damals schon aus der Enge eines soliden deutschen Bürgerhauses ein Junge, der das Rüstzeug zum Diplomaten in sich spürte, mit Erfolg in die Weite streben konnte und ohne romantische Hintertreppe, aber auch ohne Beziehungen ruhig und selbstbewußt Sprosse für Sprosse die Leiter der diplomatischen Karriere erklettern konnte, ist ein schönes Zeugnis für die hier einmal bewiesene Unvoreingenommenheit der so viel gescholtenen alten Zeit vor der Jahrhundertwende, in der es freilich nicht immer nach Verdienst und Leistung ging. Der junge Zechlin, der sich am Orientalischen Seminar in Berlin für die Dolmetscherlaufbahn ausgebildet hat, kommt als Dragoman nach Konstantinopel, damals noch unter dem krankhaft mißtrauischen und reformfeindlichen Abdul Hamid Mittelpunkt der Großmachtintrigen um • die Beherrschung des „kranken Mannes". Zechlins Eintritt in die bunte Diplomatenwelt des nahen Orients ist schon von einem Mißgeschick begleitet. Die ihm in Berlin an- vertraute Kurierpost ist ihm unterwegs abhanden gekommen. Alles steht Kopf vom Botschafter bis zum Kanzleisekretär über die Sorglosigkeit des jungen Mannes, den man freilich in Berlin über die Bedeutung seiner Mission aufzuklären vergessen hatte. Aber die Sache geht harmlos aus, das Vermißte langt mit einiger Verspätung an und der junge Diplomat hat seine erste Erfahrung mit dem Orient gemacht. Von dem politischen Leben und Treiben in der alten Türkei, die heute im Zeitalter Kemal Atatürks der Geschichte angehört, weiß Zechlin höchst amüsant und aufschlußreich zu erzählen Dom Hintergrund hebt sich schon der Beginn Land der Franken. — Herbert Günther: Franken und die Bayrische O st mark. 263 Seiten mit 85 Aufnahmen. Ganzleinen 3,75 RM. Atlantis-Derlag, Berlin. — (568) — Dieser neue Band in der Reihe der Heimatbücher des Atlantis-Verlags erschließt eine der landschaftlich und kulturell reichsten und schönsten Gegenden unseres Vaterlandes. Sie ist bezeichnet nicht allein durch so erlauchte und vertraute Namen wie Nürnberg, Würzburg, Bamberg, Bayreuth, Rothenburg und Dinkelsbühl; auch die minder geläufigen und bekannten kleinen Städte, die abseitigen und malerischen alten Nester erhalten hier den ihnen gebührenden Platz. Die zahlreichen, sehr guten Aufnahmen machen Lust zum Reisen und Wandern, und der Text vertteft und vervielfältigt diese Anregungen, weil er dem Leser zum Bewußtsein bringt, wie er, auf einer Reise ins Land der Franken, allenthalben nicht allein uralten Kulturboden berührt, sondern auch auf Schritt und Tritt auf den Spuren großer deutscher Persönlichkeiten wandelt, welche vor ihm dieses Land betreten und erschlossen haben: es war ein glücklicher Gedanke, dies aus einer bunten Fülle von Zeugnissen, von Beschreibungen, Gedichten und Briefstellen zu belegen. Das Verzeichnis der angeführten Schriften nennt etwa Arndt und Bismarck, Eichendorfs und Wackenroder, Kleist und E. T. A. Hoffmann, Ludwig Richter und Sttfter, Wagner und Reger, den Fürsten Pückler und den Grafen Platen, die Markgräfin von Bayreuth und Henriette Feuerbach. Günther hat aus großer Belesenheit mit Geschick und feinsinnigem Verständnis feine Quellen durchforscht und ausgezogen. Man findet in seinem Text nicht nur eine gehaltvolle Begleitung des Bilderteils, man lernt auch ganz nebenbei auf die anmutigste und zwangloseste Art eine Menge und empfangt über das rein Landschaftliche hinaus eine Fülle von Anregungen geschichtlicher, kulturhistorischer und literarischer Art. Dr. Hans T h y r i o t. — Der schöne deutsche Süden. Die Seele unserer Heimat in Bildern. Das Land der Franken, Bayern, Schwaben und Alemannen abseits der großen Verkehrswege. 108, zum Teil mehrfarbige Kunstdrucktafeln von Hermann Gradl. Text von Ludwig Ankenbrand. Geschenkleinen 4,80 RM. Walter Hädecke, Verlag, Stuttgart-dl. — (580) — Dieses Buch scheint uns sehr geeignet zu sein, die Wander- und Reiselust des Beschauers anzuregen und auf verhältnismäßige und leicht erreichbare, leider aber noch vielfach unbekannte oder übersehene Ziele zu lenken. Es muß wieder einmal gesagt werden, wie unendlich reich unsere Heimat an eigentümlich schöner Landschaft und an köstlichen Schätzen bodenständig-alter Kultur ist; das scheint eine Binsenwahrheit zu sein, aber man kann sich immer wieder davon überzeugen, wie wenig von solchen landschaftlichen und kulturellen Schätzen den meisten von uns wirklich zum inneren Besitz geworden ist. Wer dieses Buch durchblättert, wird es betätigen; es führt den Beschauer in den deutschen Süden vom Main bis zum Bodensee hinunter, ins Land der Franken, Bayern, Schwaben und Alemannen, und zwar mit Bedacht nicht (oder doch nicht in erster Linie) zu den großen Kostbar- feiten und Berühmtheiten, die jeder kennt oder die jedermann ein Begriff sind. Aber abseits der großen Straße liegt noch unendlich Vieles, das kaum minder schon, eigentümlich, charaktervoll und in einem tieferen Sinne sehenswert ist. Wir denken beispielsweise an die alten, kleinen, unberührten Nester am Main, an Dettelbach, Frickhausen, Ochsenfurt, Marktbreit, Sulzfeld; an die Spessart- täler; an die Städte am Bodensee; und auch der Schwarzwald, das Voralpenland, der Bayerische Wald sind noch viel weniger wirklich bekannt und (immer abseits der Hauptverkehrslinien) erschlossen, als man annehmen möchte. Der Nürnberger Maler Hermann Gradl ist der rechte Mann, einem Lust au machen, solche versteckten Schönheiten aufzusuchen und kennenzulernen; in seinen Bildern ist die Seele, die stille Schönheit und unvergängliche Anmut dieser deutschen Landschaften eingefangen. Man hat Gradl einen Romantiker in unserer Zeit genannt; mit Recht; er ist selbst Mainfranke von Geburt, und wenn er seine eigentliche, engere Heimat in seinen Bildern vor uns aufbaut, dann fühlt man, daß er mit dem Herzen am Werke ist. Seine Gemälde und Zeichnungen weisen allenthalben ihre eigene Handschrift auf, aber wer den Blick dafür hat, wird auch erkennen, daß in ihnen eine gute und reine Tradition echter Heimatkunst und deutscher Landschaftsmalerei bewahrt wird. Ludwig Ankcnbrand führt den Leser liebevoll un> verständnisvoll in das Wesen der Landschaft und in die Welt des Künstlers ein. Dr. Hans Thyriot die Aufmerksamkeit auf den siegreichen Kampf, den I großen Staatsmannes, der sich mit furchtlosem Her- Finnland vor fast 20 Jahren unter Führung Soin- zen und eiserner Willenskraft wie ein Held jur das hufvuds gegen den Bolschewismus geführt hat. Die- Wohl und die Ehre feines Vaterlandes geschlagen ser erste Versuch der roten Brandstiftung wurde hat. Politik und Geschichte. — D i e Randbemerkungen Friedrichs des Großen, gesammelt und erläutert von Georg Borchardt. Akademische Verlagsgesellschaft Athenaion in Potsdam. — (537) — Im Geheimen Staatsarchiv zu Berlin-Dahlem gibt es viele schwere Folianten aus den Jahren 1764 bis 1786. Jeder der über 1000 eng beschriebene Seiten starken Bände enthält einen Jahrgang von „Extrakten", die die Minister und Kabinettsräte aus der täglichen Post für den König anfertigten. Auf die freie halbe Seite setzte der König dann mit eckiger, „wie mit dem Krückstock gehauener Schrift" seine berühmten Randbemerkungen, die Marginalien. Was drängt sich nicht alles in ihnen zusammen! Es ist der Alltag des Königs, sein Arbeitstag, der um drei und vier Uhr morgens im Sommer, um fünf Uhr im Winter begann und mit einer beispiellosen Arbeitslast angefüllt war. Diese Randbemerkungen geben uns wie kein anderes Dokument Einblick in die Tätigkeit des Regierens. Was Grillparzer von den berühmten Konoersationsheften Beethovens, dem Derständigungsmittel des tauben Meisters mit der Umwelt sagte: „Hier ist der Augenblick verewigt", das gilt ebenso von Friedrichs Randbemerkungen. Es sind Ausrufe, Einfälle mannigfaltigster Art, wohlerwogene, aus einer staunenswerten Sach- und Menschenkenntnis heraus zu Papier gebrachte Einwände, Vorschläge und Verfügungen und ebenso impulsiv hingeworfene Worte, bissige Sarkasmen über die Dummheit oder Aufdringlichkeit der Antragsteller, schlagkrästtg pointierte Einwande, folgenreiche Eingriffe in die ungenau ober schwerfällig arbeitende Verwaltungsmaschmene, spotttsche Schlaglichter auf Menschen und Ereignisse, gnmmig- bumorvolle Aphorismen, warmherzige Appelle an Herz und Vernunft, Beweise höchster Staatsklugheit und landesväterlicher Fürsorge daneben auch autokratisch-eigenwillige Gebote und Verbote Zeug- niste eines universalen, im Fuhlen und Denken wahrhaft großen Menschen. Sie tn einer sehr glücklichen und aufschlußreichen Zusammenstellung der Oeffentlichkeit zugänglich gemach zu haben, ist das Verdienst von Georg Borchard. Der kommentierende Tert ist aus das Notwendigste beschrankt, der König spricht selbst. Und niemand wird sich dem Reiz dieses Unmittelbaren entziehen können. — D r. K a r l B a r tz: E n g l a n d s W e g nach Indien Schicksalsstunden des britischen Welt- reich». Mit 24 Bildern. Preis in Ganzleinen 6R0 TOart Verlag Ullstein, Berlin. — (560) — Wer britische Politik verstehen will, darf nicht europa- ische Maßstäbe anlegen. England, das ist nicht die Insel am westlichen Rand Europas und englische Poli ik ist nicht europäische Politik. Rings um den Indischen Ozean liegt jene gewaltige Landermasse, vergleichbar" dem alten römischen Imperium um das Mittelmeer. Wie dort Italien, so ist hier Indien der Mittelpunkt, und hier liegt das zweite und das arökere England. Dieses Riesengebiet )u sichern, Aas vom Suezkanal bis nach Kapstadt, über Jnsel- Für die Frau. — Don tapferen, heiteren und gelehrte n Hausfrauen. Don Else Boger- Eichler, mit einem Vorwort von Frau S ch o l tz- Klink, Reichsfrauenschaftsführerin, mit 21. Ab- bUbungen. Preis in Leinen 2,80 Mark. I. F. Lehmanns Verlag, München. — (504) — Wie sah es im Haushalt früherer Zeiten aus? Wie bewältigte bis Hausfrau unb Mutter ben Alltag mit all feinen kleinen unb großen Mühen, wie gestaltete sie ihr Heim, wie erzog sie bie Kinber, wie leitete sie bie Hausgemeinschaft? Geschichtliche Forschung, Sage, Selbstzeugnis in Briefen, Lebensbeschreibungen unb Dichtung finb die Quellen, nach benen in diesem Buch einige Hausfrauengestalten bargefteUt finb. „Die Hausherrin vor 3000 Jahren", „Hauswirt- schastliches aus ber Eisenzeit", „Landnehmerin Unn" geben Kunde von ben Pflichten unb Aufgaben ber orau als Vorsteherin bes häuslichen Lebens zur Zeit unserer germanischen Vorfahren. Don Dürers Hauswesen unb von Frau Rat Goethe als guten Müttern unb Erzieherinnen voll Lebensweisheit unb Frohsinn wirb uns berichtet, weiter von ber gelehrten unb nicht minber tüchtigen Doktorin Dorothea Schlözer, von Helene von Kügelgen, ber Hausfrau in Kriegsnot, von Gabriele von Bülow unb anberen. Im Schlußwort zeigt Frau Dr. V o r w e r ck, die Leiterin ber Abteilung Volkswirtschaft — Hauswirtschaft in ber Reichsfrauenführung, auf, wie heute bie Hausfrau unb Mutter in neuer Würbe unb neuer Verantwortung steht, weil nicht nur Haus unb Familie, sonbern bie Volksgemeinschaft sie verpflichtet. — Kiehnle-Kochbuch. 2405 Original-Rezepte mit ben verschiedensten Nationalgerichten. 343 Bilder, 12 Wochenspeisezettel für bas ganze Jahr. Zahlreiche Rezepte für vegetarische Speisen, Rohkost, Kranken- und Diätküche. Mit Anhang: Drei Festtafeln, kaltes Büfett, Tee- unb Kaffee tisch, Serviettenfalten, praktische Ratschläge über Führung des Haushaltes. 48 Kunstbrucktafeln in Ganzleinenband, Preis 9 Mk. 106. bis 117. Taufend ber Jubiläums-Ausgabe. Walter Häbecke Verlag Stuttgart. — (566) — Im Kiehnle-Kochbuch ist jeher Handgriff genau erläutert, alle Angaben sind leicht verständlich unb alle Forderungen neuzeitlicher Ernährungshygiene erfüllt. Man ist also jeher Sorge um bas Gelingen ber Speisen enthoben. Immer kann abwechslungsreich unb sparsam gekocht werden, für festliche Gelegenheiten finbet man eine reiche Auswahl von Rezepten unb Vorschlägen. Nun bringt -bie Jubiläums-Ausgabe vor allen Dingen auch zahlreiche Rezepte für vegetarische Speisen, Rohkost, Kranken- unb Diätküche sowie Speisezettel darüber. 2405 erprobte unb bewährte Original-Rezepte bringen alle erdenklichen Speisen von ber einfachen Küche bis zur festlichen Tafel. 343 Bilder, teils mehrfarbig, naturgetreu, ergänzen das Wort. Die verschiedensten Nationalgerichte finb ausgenommen. Wochenspeifezettel fürs ganze Jahr finb beigegeben, ebenso Vorschläge für Festessen aller Art. Wesentlich ist auch ber Teil über Klein- backwerk, Kaffee- und Teegebäck. Das Einmachen von Obst, Gemüse unb Fleisch, bas Zubereiten von Brotaufstrich, Marmelabe, Gelee, Säfte, Liköre, Weine usw. wirb eingehend erläutert. Nach einer Anleitung im Tischdecken und Serviettenfalten wird in der Haushaltunaskunde alles gesagt, was die Hausfrau über die Führung des Haushaltes wissen muß. Diese Jubiläums-Ausgabe wird in ben Händen unserer Hausfrauen reiche Früchte tragen. ber großen Auseinanberfetzung über das türkische Erbe in Europa ab, bie bas Vorspiel zum Weltkrieg werben sollte. Das ist an bem Buch überhaupt besonbers fesselnb, bie stete Verbinbung bes diplomatischen Alltagslebens mit ben großen politischen Vorgängen ber Dorkriegs-Aera, gesehen mit bem nüchternen, an ben Wirklichkeiten bes politischen Lebens geschulten Auge eines Mannes, ber sich keinen Illusionen hingab unb auch ben Orient einer falschen Romantik zu enttleiben versteht. Wie sehr uns bas auch heute noch unb immer wieder not tut, hat ja ber Abessimenfelbzug ber Italiener uns gelehrt. Zechlin ist nach mehreren Jahren als Dragoman in Kairo beutscher Geschäftsträger in Addis Abeba gewesen, als ber alte Menelik angeblich noch lebte unb Ras Täfari als junger Fürst noch in Harrar refibierte. Zechlin entwirft von ben kulturellen, wirtschaftlichen unb politischen Zuständen Abessiniens ein nicht grabe vorteilhaftes Bild, das seltsam absticht von ben romantischen Vorstellungen, bie man in Europa im allgemeinen von bem Lanbe bes „Löwen von Juda" hegte. Die englische Pro- paganba hat bann bas ihrige bazu beigetragen, biefe falschen Vorstellungen zu erhalten, bis bie Siege ber italienischen Waffen unb ber italienischen Technik bie wahren Zustänbe in Abessinien schonungslos bloßlegten. In Tetuan, der Hauptstadt Spanisch-Marokkos, würbe Zechlin vom Weltkrieg überrascht unb bamit als einziger deutscher Diplomat in einer politisch heißumstrittenen Zone vor eine ebenso delikate wie lohnende Aufgabe gestellt. Er schneidet hier ein höchst interessantes Kapitel Kriegsgeschichte an, das in ber Oeffentlichkeit so gut wie unbekannt geblieben ist unb auch heute noch nicht bas volle Tageslicht verträgt. Der Kampf um bie öffentliche Meinung im neutralen Auslanb for- berte auch von ben deutschen Diplomaten ben vollen Einsatz. Vieles früher Versäumte galt es unter erschwerten llmftänben nachzuholen, mancher Sieg für bie deutsche Sache konnte erfochten werben, aber mit Zusammenbruch unb Nieberlage vernichteten auch hier bie Wogen bes Hasses ber Entente unb bie Sucht, am Kriegsgewinn teilzuhaben, bie Keime freundschaftlichen Verständnisses. Dieser Aus- klang ber biplomatischen Erinnerungen im neutralen Spanien knüpft seltsam lebenbig an bie Gegenwart an, wie überhaupt bas Buch alles andere ist wie tote Vergangenheit, sondern voll fröhlich-heiterer Lebensbejahung, uns auch bie politischen Dinge mit ben unromantischen, klaren Augen des welt- erfahrenen Diplomaten zu schauen lehrt. Fr. W. Lange. drücken nach Australien im Süden, im Norden über Arabien bis an Chinas Grenzen reicht, ist eine Hauptaufgabe britischer Politik, bie Weltpolitik ist. Engländer, bie Vaterlanosliebe unb Draufgängertum, Geschäft und Politik, Verschlagenheit unb Tapferkeit miteinanber oerbanben, sicherten bas reiche Indien für England. Männer wie Clive und Hasttngs wurden oft Abenteurer genannt unb stauben als Angeklagte vor ihren Parlamenten, aber im Grunde waren sie Staatsmänner von Format, bie fast unbemerkt vom englischen Volk Indien eroberten, erst als es schon englisch war, wurde es bas A unb O ber englischen Politik. Nach bem Kriege war Englands Machtfülle größer benn je. Der Seeweg war gesichert, die Landwege standen unter englischer Kontrolle. Der neue Weg nach Indien, ber Luftweg, würbe Englanbs neue Sorge. Niemand vermag in bie Zukunft zu blicken, wer aber aus ber Vergangenheit lernen will, kann von ihr erfahren, baß Englanb mit ber Sicherheit ber Wege nach Indien als Weltmacht steht unb fällt, und baß es jederzeit bereit war, zum Schutz dieser Macht alle seine Kräfte einzusetzen. — Erkki Räikkönen: „Svinhufvud baut Finnlan b." Abenteuer einer Staats» grünbung. Mit zehn Bildern unb einer Karte. In Leinen gebunben 7,50 RM. Verlag Albert Langen Georg Müller, München. — (445.) — Der 75. Ge- wir waren Unkostenbeitrag 10 Pf. Jedermann BORRMANNg Neustadt 5 GIESSEN Ruf 4165 die schönste Des großen Erfolges wegen Ml-rio ■ 424752 GEWINNE U.6OO PKKAMEN 91 Artiiie» 16 »ir*dned*üor NelioneliliKO IS deoledie Moiiker 800 KoitQm« Elefinleo, SchUofrn Ltopirdec. Löwen Fahmerschmuck das beglückende Geschenk jeder Dame 3/X'ri Kunsthandlung •'«vIlQ Seltersweg 22 7809D Oberheffen Lichtspielhaus! Das schönste WMtzNSOtSgOfOK« WÄUMßKiK ist eine den Bild des Rauhreifs zu trennen, und Bergen t)at Recht, wenn er jagt: „Wer dann auf Düns- bergs steilen Höh'n noch nie im Rauhreif stand, der hat den Winter nicht gefeh'n in feinem Märchenland." * Klein-Linden, 14. Dez. In dem Lagerraum der hiesigen Oel- und Fetthandlung von Richard SoMmer brach heute vormittag gegen 11 Uhr Feuer aus, das zum Glück rasch eingedammt und gelöscht werden konnte, so daß einer großen Gefahr vorgebeugt wurde. Die Kreismotorspritze von Gießen war herbeigerufen worden, sie brauchte aber nicht in Tätigkeit zu treten, da der Brand mit einem Handfeuerloscher rasch gelöscht war. * Großen-Linden, 15. Dez. Die Eheleute Karl Kreußel und Frau Marie, geb. Miehlbrecht, können am morgigen Mittwoch, 16. Dezember, das Fest der silbernen Hochzeit feiern. — Dieser Tage konnte der Reichsbahnarbeiter Ludw. Nürnberger auf eine 3 0jährige Dienstzeit bei der Reichsbahn zurückblicken. Die Arbeitskameraden fanden sich im Bahnhäuschen zu einer kleinen Jubiläumsfeier ein, bei der dem verdienten Mitarbeiter zahlreiche Glückwünsche dargebracht wurden. Der Jubilar, der als fleißiger und gewissenhafter Arbeiter bekannt ist, erhielt ein Bildnis des Führers, einen Sessel und ein Geldgeschenk als äußere Zeichen der Anerkennung. + Holzheim, 14. Dez. Bei der hier crbge- haltenen Treibjagd wurden 193 Hasen zur Strecke gebracht. Das Ergebnis ist, trotzdem durch den Bau der Reichsautobahn viel Unruhe in unserer Gemarkung herrscht, sehr gut. < ©rüningen, 14. Dez. Bei der hier abge- haltenen Treibjagd wurden 144 Hasen, 2 Rehe und 3 Fasanen zur Strecke gebracht. Das Ergebnis ist als sehr gut zu bezeichnen. — Gegenwärtig haben im Markwald Grüningen - Dorf-Gill die Holzhauerarbeiten begonnen. Einer Anzahl Kleinbauern ist dadurch die Möglichkeit zu zusätzlichem Verdienst gegeben. Beide Gemeinden sind frei von Arbeitslosen. w§. Großen - Buseck, 14. Dez. Die Grippe trift gegenwärtig auch in unserem Orte sehr st a r k auf. Zahlreiche erwachsene Personen liegen darnieder. Die Schule muhte vorübergehend geschlossen werden. — Bei der jüngsten Viehzählung küv das Stadttbeatev Gietzeni Freie Wahl der Vorstellung. Gültig für Oper, Operette und Schauspiel. ___________8036 D konnte in fast allen Tiergattungen feit dem Dezember 1935 eine Zunahme der Bestände festgestellt werden. Die Zählung hatte folgendes Ergebnis: Pferde 110 (+ 5), Rindvieh 1108 (+ 87), Schafe 463 (+ 51), Schweine 1193 (+ 52), Ziegen 249 (+ 27), Kaninchen 133, Hühner 4416 (+ 62), Ganse 107, Enten 58, Bienenstöcke 122 (+ 22). Kalbergeburten wurden im letzten Vierteljahr 94 ( 3J) gezählt. Hausschlachtungen wurden im Oktober uno November 227 (+ 4) vorgenommen. = Mainzlar, 14. Dez. Die Abteilung Frauenkultur im Deutschen Frauenwerk hielt in der hiesigen Ortsgruppe der N S. - F r a u e n s ch a f t eine Vor- tragsoeranstaltung ab. Frl. Kellner (Gteßen) sprach über das Thema „Geschmack in der Kleidung und in der Wohngestaltung." An Hand von Beispielen wußte die Vortragende den Frauen die Unterschiede in der Kleidung vor Augen zu fuhren. Sehr anjchaulich schilderte sie auch die wohnliche Ausgestaltung des Heimes. Der Vortrag wurde mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. <> Queckborn, 14. Dez. Eine wesentliche Verkehrsverbesserung für unseren Ort ist dadurch erreicht worden, daß die Nachmittags- p o st fast eine Viertelstunde früher gelegt ist Sie fährt um 15.30 Uhr von Grünberg nach Ettmgs- hausen und zurück. Jetzt kommt sie bei ihrer Rückfahrt so früh in Grünberg an, daß man Die kurz vor 16.30 Uhr nach Gießen und Fulda abgehenden Züge erreichen kann. Schon seit der Einrichtung des Kraftpostverkehrs hatte man sich darum bemuyr, daß diesem Bedürfnis der Bevölkerung entgegengekommen werde. Bisher konnte man damit nicht rechnen, die Züge zu erreichen. Jetzt endlich ijt dies ermöglicht worden. ,___ T C 11 i n g s f) a u f e n, 14. Dez. Im Saale von Walter fand eine Filmvorführung statt. Zur Aufführung gelangte das Filmwerk „Friesennot . Ortsgruppenleiter Weber hielt eine kurze Ansprache, in der er den Film in seiner nationalen Bedeutung würdigte. — Bei der V i e h zä b l u n g wurden in unserer Gemeinde folgende Bestände festge- I stellt: 27 Pferde und Fohlen, 477 Stuck Rindvieh, 148 Schafe, 427 Schweine, 3 Zuchtbullen, 1 Eber, 50 Ziegen, 1 Ziegenbock, 95 Kaninchen, 1455 Hühner, 207 Gänse, 27 Enten und 19 Bienenvölker. ch Lauter, 14. Dez. Die Grippehat auch m unserem Orte stark um sich gegriffen. Ganze Familien wurden aus das Krankenlager geworfen. Die Schule mußte geschlossen werden — Unser Ort ist gegenwärtig frei von Arbeitslosen. Landkreis Gießen. X W i e s e ck, 14. Dez. Die Frauenschaft hielt im kleinen Saal von Braun am Samstagabend ihre Adventsfeier und hatte an die adoentlich geschmückten Tische, auf denen rote Kerzen brannten und über denen der Adventskranz schwebte, auch die hiesige Frauenhilfe geladen. Die Führerin der Frauenschaft, Frau M ö b u s , begrüßte die Anwesenden herzlich und dankte für die bei den verschiedensten Gelegenheiten gezeigte Zusammenarbeit von Frauenhilfe und Frauenschaft. Gemeinsame Lieder, von der Frauenschaftsleiterin verlesene Gedichte und reizende Darbietungen von Kindern der Mitglieder füllten den Abend. Nach der Ansprache von Frau M ö b u s grüßte man in der üblichen Weise den Führer. Daß ihm eine so friedliche Adventszeit im neuen Deutschland zu verdanken sei, betonte in seiner Rede Dekan Sattler, und er zeigte am König des Advents, wie Führen nichts anderes als Dienen ist. Gemeinsam wollen beide Verbände auch weiter wirken. △ Heuchelheim, 13. Dez. „O Nikolaus, o Nikolaus, mir denken dein mit Treue. Wir feiern dich mit großer Freud', wenn's auf dem Dünsberg friert und schneit. O Nikolaus, o Nikolaus, wir denken dein in Treue." So klang es heute im H euch elh ei m er DHC. in der weihnachtlich geschmückten Stube des Dünsbergturms. Nach der holprigen Fahrt im Biebkrlieschen zeigte sich beim Aufstieg der Wald in seiner ganzen Winterpracht. Baum und Strauch glitzerten im schönsten Rauhreif, und jeder Schritt, sogar im Schnee, zauberte ein anderes entzückendes, wunderbares Naturgeschehen vor Augen, das auf dem Gipfel sich in nicht zu überbietender Pracht zeigte. Im traulichen, von VHC.-Bruder Erich Volkmann mit Tan- nengrün und Adoentskerzen ausgefchmückten Turmzimmer gedachte der Vereinsfuhrer O. Wolf- schm i d t' des verstorbenen G. B e r g e n, und Erich Volkmann widmete tief empfundene Verse unserem langjährigen Wanderwart, dessen Bild nunmehr im Turmzimmer hängen wird. Als bann die Kerzen brannten und das von Bergen gedichtete Nikolauslied erklang, herrschte Weihnachtsstimmung bei allen, besonders bei den Kindern, die sich an den vom Nikolaus gebrachten Gaben erfreuten. Beim Abstieg war es schwer, sich vom bezaubem- $ Heute Dienstag Erstaufführung I Ein Film für alle Freunde lebensechten und derben Humorsl Weihnachts Pakete packe ich für Sie! Die Arbeit und Mühe des Paketepackens nehme ich Ihnen gern ab. Wollen Sie Ihrem Soldaten, Arbeitsmann oder fernen Verwandten einen gutenTrop- fen für die Festtage schicken? Meine Preisliste erleichtert Ihnen dieWahl. SagenSie mirlhreWünsche Herrn. Elges Seltersweg 66, Fernruf 3458 Das Haus für gute Weine u.Spirituosen! 8027 verlängern wir bis elnschl. Professor Doorlays ION STOP „Tropen-Express“ Täglich 815 Mittwoch und Sonntag A Des grasen Andranges uiegen tj/ sichern Sie sich Karlen Im Vorverkauf täglich v. 11—1 u.Mr ab 4 Uhr an der Theaterkasse, - W Telefon 33654/55 Alle verfügbaren Arbeitskräfte sind an der Reichs» 2e3. fieute früh tu» nach 8 Uhr rannte hier ein Lastauto der Zuderus» werke, das sich aus der Fahrt in Richtung Hungen befand, gegen ein Haus, Personen wurden nicht verletzt, es entstand nur Sachschaden, § Langsdors, 14. Dez, Ein aus Richtung Hungen kommendes Personenauto aus Alsfeld geriet am Samstag in der Kurve am Dörfern« gang infolge der schlüpfrigen Straße ins Schleudern und rannte gegen einen Baum. Dabei erlitten von den Insassen Frau Rothenhauser aus Alsfeld Prellungen und Schnittwunden am Kopfe, ihre 8 Jahre alte Tochter eine Gehirnerschütterung und Gesichtsverletzungen. Beide mußten nach Gießen in die Klinik verbracht werden. Kreis Schotten. 0 Laubach, 13. Dez. Anläßlich der Renovie- rungsarbeiten am hiesigen Kirchturm, die nunmehr ihre Beendigung gefunden haben, wurde von einer alten deutschen Volkssitte Gebrauch gemacht. Die Dachdecker, die wahrend ihrer gefahrvollen Tätigkeit in der winterlichen Kalte Gegenstand allgemeinen Mitleids gewesen waren, trugen den Wetterhahn von der Kirchturmspitze von Haus zu Haus, um allerhand Gaben zu ernten für ihre vollbrachte Leistung. — Die nächste Aufgabe unseres Kirchenvorstands muß nun die Instandsetzung der Heizung sein. Da der Heizkessel am Samstag gesprungen ist, war es nicht möglich, am heutigen Sonntag die Kirche zu erwärmen. Born 28. November bis 10. Dezember waren in unserer Stadt sämtliche Schulen geschlossen, sowie alle Versammlungen untersagt, da einige Infektionskrankheiten unter den Kindern aufgetreten waren. Auch der Gottesdienst mußte am 1. Advent ausfallen. Erfreulicherweise find keine neuen Fälle hinzugekommen, so daß seit dem 10. Dezember die Schulen wieder geöffnet find und die Vereine und Formationen ihre Abende wieder ausgenommen haben. Kreis Wetzlar. (D Nieder-Kleen, 14. Dez. Das vierjährige Söhnchen des Schlossers Löffler von hier wurde auf der Straße von einem Kraftwagen an- gefahren und mußte unter dem Verdacht auf schwere innere Verletzungen in die Klinik nach Gießen gebracht werden. Baumpfähle Rosenstäbe Latten -°°" Dachpappe Karbolineum HappelS Co. KI.Mühlgasse4 u.6 Ruf 3925 Postkarten bei Brühl Einspaltige Kleinanzeigen werden zum er» mäßigten Grundpreis von 5 Pf. siirdielNillimeter- teile veröffentlicht Meßbecher Kaffeefilter Passiersieb Wäschesprenger —.50 Holzlöffel, Messerschärfer. Kommt Kinder, auch für wenig Geld gibt es was gotisches. -.75 -.60 -.50 J. B. Häuser Gießen 7909 a am Oswaldsgarten Fernruf Nr. 2145/46 Dasschenkenwir! ■ft) Auch die Kinder können der Mutter zu Weihnachten Freude machen mit Mittwoch, den Itz.Dezemb. 1936, 14 Uhr. versteigere ich dahier, Neuenweg 28 bezw. an Ort und Stelle, zwangsweise gegen Barzahlung: Büro-, Haus- und Ladenmöbel, Schreib- und Nähmaschinen, Kassenschranke,Registrierkassen, 5iraft- verstärtenSchuhmachernähmaschi- nen, versch. Radiogeräte, Warenregale, 1 Staubsauger, Sckuh- macherartikel, Kordel, Wäschetruhen, Körbe, Bücher, Kleider-, Mantel-, Möbel- und Vorhangstoffe, Damenmäntel, Hüte, Mützen, Krawatten und bergt, m.; ferner aus freier Hand versch. Möbelitücke. 8o46d Bittorf Gerichtsvollzieher in Gießen Steinstr. 42 Tel. 3660 L.-B. Volkstum und Heimat. Mittwoch, den 16. Dezember 1936, um 20 Uhr, in der Aula des Gymnasiums sozrv Lic. von der An: „Heimisches Brauchtum im Ablauf des Menschenlebens" mit Lichtbildern. Iran Steiner (Sausen) singt ihre eigenen Volks- und Heimatlieder. willkommen. Hiesen UJandschoner, Handtuchhalter Löffel Kalter. Sand-Seife-Soda- Garnituren, Schlüsselhalter verchromt u. vernickelt. JU4.1600.000 Fox-Ton-Woche 8028 A Täglich 4, 6, 8.30 Uhr — Sonntags 3. 5.30, 8.30 Uhr H. PAULSEN E.WALDOW W.DOHM Der reine Engel ist der schüchterne Kanzleisekretär Christian Kempenich (Heinz Rühmann), der nach Köln zur Kindtaufe fährt und in vorgerückter Stunde auf der Hohen Straße beginnt, das „Nachtleben“ der Großstadt zu studieren. - Beiprogramm: Der Spiegel aus Papier Ein Film über das deutsche Zeitungswesen, nach einer Idee von Zeitungsmännern. — Außerdem: schuf ein neues rheinisches Lustspiel, das die unsterbliche „Jolanthe“ und den „Krähenden Hahn wohl noch übertrifft. Mit HEINZ RÜHMANN Der Staatspreisträger und Meister - Regisseur Filet- und Grobtüll-Tischdecken Gr. 130/160, M 12.50,9.75,7.75 Spitzen-Deckchen in großer Auswahl bei Ludwig Haas °°°" Gießen, Blockstraße Nr. 7 .. auch ein schönes Geschenk! Und sogar sehr gern sind diese Fliesen-Schutzplatten als Geschenk gesehen. Sie sparen Arbeit und sind eine Zierde jeder Küche. Dabei aber kosten sie nicht viel bei | J. B. Häuser ! ». J Gießen 7909 a A™ am Oswaldsgarten Fernruf Nr. 2145/46 MnnllilWMliAGleßeli Am Mittwoch, dem 16. Dezember, abends 8.15 Uhr im Johannessaal spricht 804?d Herr Pfarrer Iohs. Koch Oberwetz, Kreis Wetzlar über .WM"r We und W^MlWg" Kreuzplatz 9 Photo Alle Kleinbild-Amateure brauchen früher oder später einen guten Vergrößerungs - Apparai. Ich kann Ihnen eine Reihe sehr praktischer, leicht zu bedienender Geräte zeigen und vorfühien. Schauen Sie sich die Auswahl einmal an und äußern Sie dann Ihrem „Weihnachtsmann“ gegenüber Ihren Spezial wünsch. Vergrößerungs-Apparate kosten: 36.—, 54.—, 85.— Mk. bei: Bolksmission Pfr. lic. Laun( Okarben) Mittwoch u. Donnerstag, S'L Uhr, Petruskapelle. soaiD Thema: Aufwärts aus eigener Kraft oder Erlösung? 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