186. Jahrgang Eichener Anzeiger UM zum gegrüßt. «?•£»:: I ^LSI w°°°n d" Zwei Kundgebungen der britischen Faschisten. II. Znlernatiovale lehnt Aktions- gemeinschast mitKommumsten ab London, 15. Okt. (DNB. Funkspruch.) Zwei englische Minister haben sich dafür ausgesprochen, daß weitere Zusammenstöße zwischen Faschisten und Kommunisten verhindert werden müßten. Sir Thomas Jnskip, der Verteidigungsminister, erklärte, daß die ordnungswidrigen Umzüge, bei denen der eine Teil den anderen herausfordere und eine Versammlung zü einer Gegenversammlung führe, die Regierung zwinge zu erwägen, derartige Freiheiten einzuschränken. Die öffentliche Meinung stimme darin überein, daß in irgendeiner Welse dieser Zustand abgestoppt werden müsse. Der Verteidigungsminister gab der Hoffnung Ausdruck, daß sich Mittel und Wege finden lassen würden, um solche Friedensstörungen zu beseitigen, ohne daß dadurch die Freiheiten eingeschränkt wurden, an denen er und das englische Volk hingen. London, 14. Okt. (DRV.) Auf dem Fest der Messerschmiede in Sheffield sprach der englische Außenminister Eden über die außenpolitische Lage. Er begann mit einem Hinweis darauf, daß in England zweifellos die radikalen politischen Lehren, die in verschiedener Form und verschiedenen Lagern gepredigt würden, abgelehnt würden. „Deswegen wollen wir", so führte er weiter aus, „nicht mit anderen streiten, die unsere Methoden verlassen haben und es vorziehen, andere Regierungssysteme zu wählen. Das geht nur sie selbst an. Wenn wir eine Lehre aus der gegenwärtigen Unruhe in Europa ziehen können, so ist es sicher die, daß das Volk dieses Landes jede Anstrengung machen muß, um die bisherigen lieber» Neuerungen z u erhalten und fortzuentwickeln. Damit will ich nicht eine Haltung anraten, die eine Loslösung von den Angelegenheiten Europas bedeuten würde. Wir haben i m - m e r eine Rolle in Europa gespielt, und wir werden fortfahren, das zu tun. Wir haben Moskaus Zündschnur. Von unserem P.E.-Serichterstatter. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten. Warschau, Oktober 1936. IUI UV II. «U| ------ J , begründete der Kriegsminister nochmals bte englische Rustungspolitik. Zu den Rekrutierungs- „Daily Telegraph" schreibt, das Kabinett habe beinahe 2 Stunden über d i e europäische Lage verhandelt. Man sei darin einig gewesen, daß die Aussichten für eine neue Fünf- mächte-Konferenz gering geworden seien. Die Rolle, die die Sowjets durch die Störung der europäischen Befriedung spielten, sei ebenfalls Gegenstand einer ausgedehnten Beratung gewesen. Man sei der Ansicht gewesen, daß es keinen besonderen Zweck haben würde, die anderen Mächte dazu zu bringen, an einer Fünsmächte-Konferenz teilzunehmen. " Der diplomatische Meinungsaustausch werde zwar weitergehen, es werde aber immer zweifelhafter, ob er zu einem befriedigenden Ergebnis werde führen können. Die öffentliche Ordnung. schwierigkeiten sagte er, er hoffe, daß England niemals in die Lage kommen würde, die Jugend zu zwingen, im Heer zu dienen. Er sei überzeugt, daß ein Hinweis genügen werde daß Die Jugend pflichtgemäß zu dienen habe, um Erfolg zu führen. London, 15. Okt. (DNB. Funkspruch.) Wenn den Faschisten in der englischen Öffentlichkeit in diesen Tagen so häufig der Vorwurf gemacht wurde, die Rolle des „Friedensbrechers" gespielt zu haben, o haben zwei Versammlungen Mosleys am Mittwochabend in Castend gezeigt, daß es nicht die F a s ch i st e n sind, denen man den Vorwurf des Friedensbruches machen kann. Sir Oswald Mosley sprach zuerst am Viktoria-Park, wo er von seinen Anhängern mit Jubel begrüßt wurde. Schon lange vor Beginn der Versammlung waren die Straßen schwarz von Menschen. Die Polizei hatte alle nur denkbaren Vorsichtsmaßregeln getroffen, da tue Kam - munisten in unmittelbarer Nahe der Faschisten- Versammlung eine Gegenversa m m l u n g ab» hielten. Es kam aber zu keinerlei Zwischenfällen. Als Mosley seine Rede beendet hatte, marschierten die Faschisten nach Limehouse, wo Mosley em zweites Mal sprach. Die Faschisten wurden m den Straßen der als rot verrufenen Londoner Vororte teilweise sogar mit Jub el b e grüßt. | Mosley marschierte an der Spitze seiner Anhänger. Auch die zweite Versammlung verlief i n v o l l i - q e r Ruhe und Ordnung. Die Ausführungen des Faschistenführers wurden immer wieder von Zustimmung unterbrochen. Nach Schluß der zweiten Kundgebung marschierten die Faschisten unter Dorantritt einer Kapelle geschlossen ab Sie wurden immer wieder aus der die Straßen dicht urnsaurnen- P a r i s , 15. Okt. (DNB. Funkspruch.) Arn Mittwoch trafen in Paris die Kommunisten C ach in und Thor ez mit dem Vorsitzenden und dem Sekretär der s o z i a l i st i s ch e n I n t e r n a t i o na le de Brouckere und Adler zusammen. Die Einladung ging von kommunistischer Seite aus und sollte eine Aktionsgemeinschaft zwischen der kommunistischen und der zweiten Internationale vorbereiten, die jedoch von den Sozialisten dies kürzlich tun müssen, und zwar etwas unver- i mutet im Zusammenhang mit einer tragischen Reihe i von Ereignissen, die sich in Spanien abgespielt haben und im Hinblick auf ihre Rückwirkungen auf das übrige Europa." Eden ging auf das französische Nichteinmischungsabkommen ein und fuhr fort: „Ich bin mir der Kritik sehr wohl bewußt, die gegen dieses Uebereinfommen gerichtet wird. Es wird sogar behauptet, daß die Zeit gekommen sei, diesen Versuch aufzugeben. Die britische Regierung teilt diese Ansicht nicht. Die britische Regierung i st für Nichteinmischung. Wir sind unsererseits entschlossen, unsere Verpflichtung getreulich durchzuführen. Wir sind der Ansicht, daß dies der beste, wenn nicht der einzige Weg ist, um die gefährlichen Entwicklungen a b z u w e n- d e n, die die svanische Lage mit sich bringen kann. Auf das W äh r u n g s a b k o m m e n übergehend Erklärte der Außenminister, die „drei großen Demokratien" hätten die Initiative ergriffen mit dem einzigen Ziel, etwas zu tun, was zu einer Vermehrung des Welthandels insgesamt fuhren wurde. Dieses Vorgehen sei natürlich nicht gegen irgendeinen anderen Staat gerichtet gewesen. Zur Frage der Rüstungen sagte Eden u. a.: Wir sind damit beschäftigt, ein sehr erhebliches Programm für die Wiederaufrüstung der Flotte, der Armee und der Luftwaffe durchzuführen. Wir würden ein R ü st u n g s a b k o m m e n oorge» , ogen haben, aber in einer Welt, wie sie heujx nun einmal ist. ist die Stärkung unserer eigenen Verteidigung eine Zwingende nationale Pflicht. In gewisser Beziehung sind Anzeichen einer Besser u n g der internationalen Lage zu sehen. Es wurde jedoch narri ch sein, die Augen vor den Schwierigkeiten zu schließen denen wir gegenüberstehen. Es sind nicht so sehr' die augenscheinlichen Gefahren, die Besorgnis bei uns Hervorrufen müssen, als vielmehr die Furcht vor irgendeiner unerwarteten Entwicklung in einer bereits gespannten internationalen Lage- Unser Bestreben muß es daher sein, die Temperaturen h e ra b 3 u f e $ e n. Der Weg zum Frieden kann n u r d u r ch T 0 l e ?anz u n d Z u r ü ck h a l t u n g gefunden werden. abgelehnt worden ist. Die Humanite" schreibt, die kommunistische Internationale habe der zweiten Internationale vorgeschlagen, eine Versammlung aller Arbeiterver- bände abzuhalten, aus der ein gemeinsames Vorgehen der kommunistischen und der zweiten Internationale sowie des internationalen Gewerkschaftsverbandes behandelt werden solle, um tn allen Ländern eine umfassende f) 1 i f s a t ti.0 n für b i e MadriderRegierungm die Wege 3U leiten. Ferner solle ein Vorgehen gegen die demokratischen Regierungen zur A u f h e bun g des Lieferungsverbotes und der Blockade besprochen werden. Weiter sollten die internationalen Arbeiterverbände angehalten werden, die Herstellung und Beförderung von Waffen und Munition für die „Bürgerkriegsanstister" in Spanien zu verhindern. Dieses Angebot der kommumsti- schen Internationale hätten de Brouckere und Adler kategorisch abgelehnt und der geplanten Zusammenkunft jeden Nutzen für Aktwns- aemeinschast der Arbeiter-Internationale abgejpro- chen. Die beiden Kommunisten Cachln und Thorez bezeichnen in der „Humanitö diese Weigerung als ftir die spanische Republik und die Arbeiterbewegung aller Länder sehr schädlich. England beharrt ans dem Grundsatz der Mteinmischung Außenminister Eden über die Grundlagen der britischen Außenpolitik. (36. Ä-S? „Aus dem Lande des sieghaften Kommunismus senden wir euch tausend brüderliche Grüße und rufen euch zu: Haltet aus im Kampfe gegen den Feind der Menschheit, den Faschismus! Schlagt ihr d e n K 0 p f ab, der faschistischen Schlange, und werft sie in die Wolfsschlucht!" — „Wir, die Kochos- niki der Kollektivwirtschaft ,Rote Weill, haben beschlossen, auf je zwei Tageslöhne im Monat zu I euren Gunsten zu verzichten, damit ihr den Kampf gegen eure Feinde weiterführen könnte. Schlagt I \ f e tot, die weißen Konterrevolutionäre!" — „Wir, die Frauen der roten Arbeiter des Werkes Soundso, wollen an unserem Wirtschaftsgeld für euch sparen. Nur der Kommunismus kann euch retten!" — „Meine Mutter hat mir 5 Rubel geschenkt, die ich vernaschen sollte. Ich aber sende euch dieses Geld — kauft euch dafür Patronen und schießt die Weißen tot." — „Wir, die Polararbeiter im ewigen Eise... Wir, die Wißen» chaftler der Sowjetunion.., wir, die Eisenbahnarbeiter, die Angestellten des Kleinhandels, die I Schüler und Schülerinnen... wir, die Gewerkschaftler, die Parteiarbeiter, die Bauern und Beamten Männer und Frauen, Eltern und Kinder — mir, wir, wir.... Alles sollt ihr haben von uns! Butter und kondensierte Milch, Agitatoren und Druckpapier, Patronen und Flugzeuge und Tanks! Rettet nur das rote Spanien f ü r den Kommunismus! Schreckt vor keiner Greueltat zurück! Hängt die Priester, erschlagt die Geiseln, steckt die Kirchen und Klöster in Brand! Tötet sie alle, die gegen euch stehen! Es lebe das kommunistische Spanien!" So wird es täglich in den Sowjetzeit u n ■ gen geschrieben, so redet der sowjetamtliche Agitator in den zahllosen Versammlungen, die in dem ganzen Lande seit Wochen abgehalten werden, und jo chreit es täglich in allen Sprachen aus dem Sowjetrundfun t? „Die Lage in Madrid ist ernst", schreibt der nach Spanien entsandte Chef- I rebafteur der Prawda Kolzow alias Ginsburg — und es wird ein neues Schiff „mit kondensierter Milch und Margarine" abgeschickt. Das dritte an 1 der Zahl, der „Syrjanin", hat dieser Tage einen Sowjethafen verlassen, nachdem „Newa" und „Ju- banj" ihre wertvolle Landung im Hasen von Barcelona abgeladen hatten. Tausende von Kisten und Kästen würden dort ausgepackt, die nach den amtlichen Angaben der kommunistischen Moskauer Zeitungen und der nicht minder kommunistischen Behörden von Barcelona Milch, Margarine, Zucker, Kaffee, Kakao, Weizen usw. enthalten haben sollen. Bei dieser wie bei anderen Moskauer Hilfsaktionen handelt es sich aber eindeutig um Waffenhilfe. Denn wie es z. B. kam, daß nach dem Ausladen dieser Schiffe mehrere neue Flugzeuge sowjetrussischer Herkunft auf der Seite Caballeros aufgetaucht sind, waber die drei Lastwagen mit Gewehren der Moten Armee neue st en Modells kamen, die, kurz nachdem der Sowjetgesandte Rosenberg mit seinem außerordentlich umfangreichen Gepäck in Madrid eingezogen war, den Hof der Sowjetbotschaft verließen, ob die zahlreichen Sowjetrussen, die in den letzten zwei Monaten „Vergnügungsreisen" nach Spanien unternehmen, wirklich nur das milde Klima genießen und dort von ihren Krankheiten" genesen wollen, was mit den ungezählten Millionen geschieht, die seit Wochen ununterbrochen in allen Gauen des Riesenlandes gesammelt werden — über all das schweigen sich die amtlichen und sonstigen Stellen aus. Und nur, wenn Caballero aus seinem übervollen I Herzen den „Brüdern in Moskau" seinen Dank „für die wertvolle Hilfe im Kampf gegen den gemeinsamen Feind" abstattet, wenn der neue spam- sche Botschafter in Moskau der Presse erklärt, daß seine Regierung leider eben keine Möglichkeit zu umfangreicher Waffenerzeugung habe (und deshalb auf die Sowjethilfe angewiesen sei), wenn Die Komintern die Entsendung einer Reihe neuer Agitatoren nach dem Schauplatz des spanischen Bürgerkrieges beschließt oder wenn sie Largo Caballero neue Anweisungen erteilt, wenn Kolzow zu- 1 viel aus der Schule plaudert — oder auch wenn der italienische Botschafter Grandi in London präzise und amtlich genau belegte Daten über den Umfang der bolschewistischen Hilfe an bie fpanp schen Genossen mitteilt, — erst dann wird sich auch wohl die westliche Öffentlichkeit, die ihre Symvathien nur gar zu gern an die in Madrid und Barcelona sitzenden „Demokraten" verschwendet, bewußt, daß es die Sache ber roten Weltrevolution ist, um bie auf Leben und Tob in Spanien gekämpft wirb. Seit bem ersten Tage ber Erhebung bes nationalen Spaniens unb bis zum heutigen blutigen Ringen ber Mächte ber Ordnung mit Denen Der Zerstörung unb bes Umsturzes hat Moskau alle «Hebel in Bewegung gesetzt und alle zu seiner Ve^ fügung befindlichen Kräfte einsetzen lassen, um sich auf ber pyrenäischen Halbinsel e i n B 0 l l w e r k des Bolschewismus zu schaffen Nachdem schon in den.ersten Tagen des Bürgerkrieges über 30 Mann speziell ausgebildeter 21 9 ‘ !.a * 0 nach Madrid entsandt worden waren, durfte diese qqm mimischen auf über 500 Mann gesteigert war ken sein Diese Leute haben die Regierung in Madrid wie in Barcelona in der H^nd und sie sind es die in Wahrbeit den Karnvf gegen die Militärgruppe leiten. Mit einem ^folge fowjet- russischer Bürgerkriegsspezialisten traf zunächst ber berüchtigte ungarische N^nAenschlächter B e a I K h u n alias Aaron Cohn in Mabrrb em. Er öffnete MM Die hu , miun7\ durch. " 52 Itj. in Je’5 ’°Ben Ä " Siei4^t faus Vorschlag annähme, mürbe Europa in zwei Lager geteilt werben, aber für Die Annahme bestehe natürlich n i ch t b i e g e r t n g st e Aussicht. Lorb Plymouth hätte richtig gehandelt, als er daraus hinwies, daß sich die Sowjetregierung | mit dieser Angelegenheit, bie nicht m ben Bereich । des internationalen Ausschusses gehöre, bes üblichen biplomatischen Weges bebienen mußte. Der „Daily Herold" schreibt, daß der Sowjetbotschafter eine völlig ablehnende Antwort von Lord Plymouth tm Foreign Office erhalten habe. Da bie Sowjetnote k e t n e n V e - weis bafür bringe, baß das Abkommen verletzt worden sei, halte man es nicht für angebracht, sofort eine neue Sitzung des Nichteinmlschungsaus- chusies anzusetzen. „Daily Mail" nennt den Schritt der Sowjets sehr kategorisch eine neue unverschämte Sowjetforderung! NE ^"Än°--rÜE DCifl Mnetworden. w* -2S--1S An-". acfjung- ali «HC Moskaus neue Forderung an den Mchteinmischungsausschuß. Der sowjetrussische Vorschlag einer Hafenkontrolle in auf Annahme. - Portugal stellt Gegenforderung auf lleberwachung der spanischen Häfen. Pnnbon 14 DH. (DNB.) Das englische Kabi- Zu unter dem Vorsitz des Ministerpräsidenten L-ldwin ein- Sitzung °b, in der Autzenmimster Eden "inen eingehenden Ueberblick über die autzen- P°ÄS aus den umsang des Materials, das Nck l-U der letz en Kabinettssitzung angesammelt fen öff^'foüen bie bern Kabinett bernnächst Ä* «; schuß wird den Wortlaut der b e r 3 öfsnung^e-Parlaments am 5. November Ä»«b. wird s°rn°r angenommen, datz LWUZWÄMt BäsbäsSs SchmieriMten zu toten■ 14 t b°5"lchf°t Da isch-n Minister seien daher nicht bereir irgendeine Abordnung °°n chunger mär sch lern zu empfangen. Moskau, 14. Okt. (DNB.) Die dem Vorsitzenden des Nichteinmischungsausschusses vom sowjetrussischen Geschäftsträger in London überreichte Note wird jetzt veröffentlicht. Die Note, bie in ihrer ungeheuerlichen Zumutung an Portugal einen neuen Versuch barstellt, ben Nichteinmischungsausschuß zum Auffliegen zu bringen, behauptet erneut, baß eine Belieferun g b e r spanischen Nationalisten mit Waffen über dieportugiesischenHäfen geleitet werbe. Die Minbestforberung, so heißt es in ber Note, um diese Waffenlieferungen zu unterbinden, Jet Die sofortige Aufrichtung einer Kontrolle über1 Die Häfen Portugals. Sowie truß- land schlage vor, Die Durchführung dieser Kontrolle der englischen ober ber französischen, ober b eiben Flotten zu übertragen. Die Note schließt mit ber Forberung, biesen Vorschlag auf einer „ohne jebe Verzögerung emzu- berujenben Sitzung bes Nichtemmlschungsaus - schufses zu behanbeln. Das Echo in London 1 HIpBL-ÄLLLL btc Unruhen b r toten Xafl Unteraus,chutz des SfcS , ä« }*"■ stchf der Unruhe bestehe. L 0 n b o n , 15. Okt. (DNB. Funkspruch.) Die eng» lichen Morgenblätter bringen ben Text ber Dem Vorsitzenben bes Nichteinmischungsausschusses überreichten sowjetrussischen Note. „Daily Telegraph" sagt bazu, baß bie neue Sowjetnote in diplomatischen Kreisen als eine u n m i ß oe r » ständliche Drohung aufgefaßt werde, sich gegebenenfalls vom Nichteinmischungsausschuß z u - r ü ck z u z i e h e n. Der Vorsitzende des Ausschusses, Lord Plymouth, soll dem Sowjetbotschafter zu verstehen gegeben haben, daß der Sowjet-Vorschlag (gemeint ist die Hasenkontrolle in Portugal durch britische und französische Schiffe) dem Ausschuß nicht unterbreitet werden könne. Wenn Moskau Anregungen dieser Art machen wolle, mußte es sich a n die britische ober an bte französische Regierung auf bem üblichen diplomatischen Wege wenden. Es scheine, so schreibt „Daily Telegraph", daß zwischen England und Frankreich Üebereinstimmung in dieser Frage bestehe. Auch die portugiesische Regierung habe sich mit einem Ueberwachungsausschuß einverstanden erklärt, unter der Bedingung, daß solche Kontrolle auch in Barcelona Valencia unb Alicante tätig fein würbe. Der „Daily Telegraph" sagt zu ber von Moskau vorgeschlagenen Art ber Kontrolle, ein s o frecher Vorschlag hätte aus keiner anderen Quelle als aus Moskau kommen können. Ebenso gut hätte man die Forderung aufstellen können, eine Blockade der italienischen und deutschen Häfen durchzuführen, von denen angeblich die Lieferungen ausgehen sollten. Die Sowjet- regierung beabsichtige, dem internationalen Komitee Schwierigkeiten zu bereiten. Wenn es Mos- Hr. 242 Erste; Blatt 186. Jahrgang Donnerstag, 15. ©Hoher 1956 B'SS ZFJ a6*a**am Heimat im Bild Die Scholl. M MW ■ Md BT |V ■ ■ I > ■V VI ■ ■ JL B jF H B M ■ für Anzeigen von 22 mm Äse. tPlIr Kr llr I ZX11AIlIIIIlI Auch bei Nichterscheinen W M BB Ermäßigte Grundpreise: SÄV Stellen-, Vereins., gemein. SSx. General-Anzeiger für Oberhesfen ZMM richten: Anzeiger Gießen V W 1 9 behördliche Anzeigen 6Rpf. StonI?u«’?Ätin 11686 Dritte unb v-rkag: vrühl'lch- Univ.rfität-.Vuch- unb Stdnbrutferd n. Lange in Gießen. Zchrislleitimg unb GeschSflrftelle: Schulftrahe? Mengenabichliisie staffel 8 ^jnen er und das englische Voir gingen. Auch der Kriegsminister Duff C o o p e r erklärte, daß Schritte unternommen werden müßten, uni für Ordnung, und zwar für die größtmöglichste Ordnung, die eine Regierung bieten könne, zu Die Kabinestssitzuns. Die AnSsichlen der Künfmä»tekoufereuz. Hungermärsche unerwünscht. ^nlÄoffn, Mi, °Mn'L ’tbeinen: Älg ismiiile bei Lber- 'Oanblungen* 1 und oiertcn Zeilen eieyes vom 8.April enkn und öffentlich ungt-beuimmungen ■ 1 § 5 unter ‘9cn oder Unterlas' ebandelt zu haben, porben und es nicht -mviang unter An- 5 und des Zweckes, rZMelle schriftlich! Äbs. 2 des Gesetzes iodoI vom 8.4.1922 1--29 der Brennerei- ST.U.B.M. § 144 m'ätzlick bewirkt zu iS dem Branntweinen, dadurch, dab er Töfmete, ohne dies, Steuerbehörde im 'n, 5 Ml, 47 Bttw.- ',184B.O.i.B.m. liinait zum eigenen udaben,daWnna!i- mmonoDole verkürzt ■ ablieserungsvililtw' , jie vorgeichrieben, an j iltung oblieferte, i. B.m. §§ 119A lM.Gei.873 ^t.G^ | August 1933 oöer um , -n und Umgebung ui ; ii andere zu Den non ; len'leuerhinterziehm' .^Abs. 1 d. Zucker ti» I. 5cm «“"9en rsS die Gefängnisse, ließ den Abschaum der Menschheit frei und bewaffnete die Unterwelt. Der Prawda- Vertreter Kolzow'Ginsburg folgte ihm auf den Fuß und bekam die Leitung des Presse- und Rundfunkwesens in die Hand. In Madrid, Barcelona, Valencia und Alicante sitzen Vertreter der sogenannten MOPR., der internationalen Arbeitet- Hilfe, und des vowtorgflot, der Sowjetschiffahrt, die den Transport von Geld, Waffen und Munition von beiden Zentralen Moskau und Paris organisieren. Hier spielt der lettische Jude Herrmann, der dauernd in Paris sitzt, eine führende Rolle. Durch seine Vermittlung sind auch die asturischen Bergleute nach Spanien zurückgeführt worden, die nach dem mißglückten Aufstand 1934 sämtlich nach Sowjetrußland geflüchtet waren und die hier inzwischen zu erstklassigen kommunistischen Agitatoren ausgebildet wurden. Dazu wurde bereits Ende Juli die spanische Tscheka nach Sowjetmuster organisiert. Was sich seitdem an Morden, Bränden und unmenschlichen Verbrechen ereignete, — erinnert es nicht an Sowjetvorbilder? Presse- und Rundfunk- Propaganda, politische Kommissare zur Ueber- wachung der Armee, Bewaffnung der Unterwelt, Blutarbeit der Tscheka, Niederbrennung von Kirchen und Klöstern, Tötung der Priester und Schändung der Nonnen, Enteinung des Grundbesitzes und Gründung von „Kollektivwirtschaften", Ausrufung von Sowjetrepubliken und Wahl kommunistischer Räte, Bildung roter Proletarierklubs und ihre Taufe auf „Haus Lenins" und „Haus Dimitroffs, Erschießung der Offiziere und Niedermetzelung der Bürger ... alles dies, ist es nicht ein Menetekel für Europa? Die „Demokraten" in Genf und Paris, in London, Prag und anderswo haben aber nichts davon gemerkt. Daß die Moskauer Verwandlungskünstler nach dem Abschluß des sogen. Nichteinmischungsabkommens ihre Millionenhilfe an die spanischen Genossen in „Hilfe für die Frauen und Kinder Spaniens" umgetauft, daß sie ihre Waffen- und Munitionskisten schleunigst als „M a r - g a r i n e" und „kondensierte Milch" deklariert haben (um die sie -r- das sei nebenbei gesagt — Spanien überhaupt nicht gebeten hat) und daß ein Verbot der Entsendung von menschlichem Hilfsmaterial, von Agitatoren, Tschekisten und Leitern des roten Bürgerkrieges, in dem Abkommen ganz vergessen worden war, — das alles ist in den westlichen Staaten natürlich nicht aufgefallen. Nach der Art des Vogels Strauß haben sie den Kopf in den Sand gesteckt und die Agenten Moskaus an dem spanischen Pulverfaß ruhig mit dem Feuer spielen laßen. Erst, als jetzt Moskau die Zündschnur an dieses Pulverfaß angelegt hat, als der Apostel des „ungeteilten Friedens" Wallach-Finkelstein-Litwinow mit seiner scheinheilig herausfordernden Note neben den Bürgerkriegsspezialisten und der Tscheka der Komintern auch noch den diplomatischen Apparat der Sowjetunion zur Rettung der spanischen Revolutionsinteressen eingesetzt hat und als er dabei die Absicht erkennen ließ, gleich auch in England und Frankreich ein paar innenpolitische Früchte zu pflücken — erst jetzt greifen sich die großen Westmächte an den Kopf. Erst jetzt scheinen sie aus ihrem traumlosen politischen Dauerschlaf zu erwachen. Unzweifelhaft hat die Niedermetzelung der Geiseln und das ganze blutige Regiment der Tscheka in Spanien viel dazu beigetragen, daß in England die Stimmung gegenüber der „demokratischen Regierung in Spanien" sich langsam gewandelt und daß auch die Regierung Blum in ihrer Mehrheit die Gefahren einer anarcho-kommunistischen Herrschaft in dem benachbarten Spanien erkannt hat. Ebenso unzweifelhaft hat die deutsche Aufklärungsarbeit, die Haltung Portugals und das schlagende Material des Botschafters Grandi auf diese beiden Länder den Eindruck nicht verfehlt. Waren es aber nicht in erster Linie die falschen Spekulationen Litwinows aus die englische Arbeiterpartei, welche die Reaktion in England auslöste? Und hat der französisiche Ministerpräsident Blum nicht lediglich deshalb die schlau eingefädelte Aktion Litwinows durchschaut und sich auf die englische Seite geschlagen, weil er um den Erfolg seiner Währungsexperimente zittert und weil er aus rein innerpolitischen Gründen den übermächtig gewordenen Kommunisten auf die Finger klopfen will? Es scheint demnach, daß die Mächte, die am meisten zur „Rückführung Rußlands nach Europa" beigetragen haben, die Moskau nach Genf gebracht und es in den diplomatischen Salons Europas hoffähig gemacht, die seine Freundschaft gesucht und mit allen Mitteln eine Einschaltung in die europäische Politik betrieben haben, jetzt langsam zum Bewußtsein der fortgesetzten Beunruhigung Europas von dieser Seite her kommen. Wenn diese Mächte aus den unaufhörlichen Störungsmanöoern der Sowjets auf WruHd des vorliegenden Beispiels ihre Lehren ziehen würden, — dann könnte Europa noch in der Zukunft ein großer Dienst erwiesen werden. Die Note Litwinows, mit der er die Lossage vom Nichteinmischungsabkommen ankündigt und einer Reihe von Staaten schwere unbewiesene Vorwürfe macht, hat, soweit man es bisher übersehen kann, zu einem Mißerfolg der roten Politik geführt. Die Entstehung der Moskauer Aktion ist in ihrer Ursache völlig durchsichtig. Sie sollte dazu dienen, den spanischen Marxisten Helfershelferdienste zu leisten, Blum von seiner Neutralität abzubringen, sich der Unterstützung der englischen Arbeiterpartei zu versichern und damit eine breite Hilfsfront für den spa- nichen Bolschewismus zu schaffen. Mit anderen Worten: Der spanische Brandherd, der bisher mit Mühe und Not lokalisiert werden konnte, sollte durch das Anlegen der Moskauer Zündschnur i n einen europäischen Brand verwandelt werden. England hat sich zuerst besonnen. Die Stimmen aus London bewiesen Moskau, daß seine Absicht, jeden Vorwand auszunutzen, um Komplikationen zu schaffen, durchschaut wurde. Die Gleichzeitigkeit der Moskauer und der Madrider Aktionen, der plumpe Versuch, durch spanische Redner auf die Arbeiterpartei im Sinne einer Festlegung auf die Madrider Linie einzuwirken, und die Minen, die Litwinow zugleich in Genf springen ließ, — dies alles hat in London seine Wirkung nicht verfehlt. Im Völkerbund hat er seinen Versuch, die Doll- Versammlung auf eine antideutsche und antiitalie- nische Politik festzulegen, nicht erreicht. Auch seine Versuche, sich in die Auseinandersetzungen um den W e st p a k t einzuschalten, haben bis heute Mißerfolg erlitten. Schließlich aber hat sein Versuch, den Engländern und Franzosen das Gesetz des Handelns in Spanien oorzufchreiben, in London stark verstimmt. — In Paris aber hat das Verhalten Litwinows die Wahl Blums, der zwischen London und Moskau hin- und herpendelte, erleichtert und zugunsten Londons entschieden. Es ist freilich die Frage, wie die Kommunisten, auf deren Unterstützung Blum angewiesen ist, darauf reagieren. Die letzten Nachrichten aus Moskau lassen noch nicht erkennen, was man dort nach Litwinows Die Sozialdemokratische Partei in Danzig ausgelöst. Gegen die Vrandstifler. Die Sozialdemokratische Partei ist in Danzig verboten worden. Sie war, nachdem die Kommunistische Partei schon längst verboten worden war, das Sammelbecken aller jener, die gegen das Reich hetzen, die Verfassung in Danzig nach spanischem Muster „umbilden" wollen und dazu enge Tuchfühlung mit den verbotenen Kommunisten aufrechterhielten. Es herrschte „V 0 l k s f r 0 n t st i in - mun g". Der ehemalige kommunistische Danziger Volkstagsabgeordnete Plenikowfki hatte ein Rundschreiben an alle oppositionellen Gruppen gerichtet, in dem er bekanntgab, daß zwischen der SPD. und den Kommunisten bereits über die Errichtung einer sog. Volksfront nach französischem und spanischem Muster verhandelt worden sei. Es ist bekannt, daß gerade die Marxisten in Danzig aus Moskau klingende Unterstützung erhielten, aber auch Waffen sammelten. Am Donnerstag voriger Woche wurden vom Danziger Schnellgericht fünf sozialdemokratische Volkstagsabgeordnete und Funktionäre zu Gefängnis verurteilt, weil bei einer Haussuchung große Lager an Waffen, Munition und Sprengstoffen und auch an Tränengas gefunden worden waren. Dieser Vorgang beleuchtet blitzartig die unterirdischen Wühlereien des Marxismus, der als hoffnungslose Minderheit der Danziger Bevölkerung von Moskau als Prellbock gegen das nationalsozialistische Danzig und Deutschland benutzt wurde. Die staatsfeindlichen Machenschaften der Marxisten wären schon längst zur Begründung eines Verbots der Partei geeignet gewesen, aber mit Geduld hat die Danziger Regierung die Dinge sich entwickeln lassen, um dann zum Schutz der Danziger Bevölkerung vorzugehen. Wer alles Deutsche so haßt wie der Marxismus, der stellt sich außerhalb der Volksgemeinschaft. Das Recht der Staatsnotwehr, die Erhaltung des inneren Friedens in Danzig forderten das Verbot des internationalen Marxismus. Man muß sich nur vorstellen, was geschehen wäre, wenn 1933 in Danzig die NSDAP, nicht durch Volkswillen die Macht übernommen hätte. Die inzwischen eingetretene Befriedung des sehr gespannten Verhältnisses zwischen Polen, Danzig und Deutschland wäre nicht eingetreten, der Kampf der verschiedenen Oppositionsgruppen im Stadtparlament Danzigs wäre weitergegangen; die Freie Stadt Danzig, die bis dahin auch von Ausländern als ein Brandherd für den ganzen Osten betrachtet wurde, wäre der Schlupfwinkel aller jener Elemente geworden, die vor dem nationalen Willen in Deutschland sich verkrochen. Kurzum: Danzig wäre ein Herd der Anarchie geworden. Danzig mußte also Parteien verbieten, die den Danziger Volkswillen mißachten und den mühsam aufgebauten Frieden Danzigs und und Deutschlands mit Polen gefährden. Wer sich als Brandstifter betätigt, darf sich nicht wundern, wenn die Hüter der öffentlichen Ordnung ihm das Handwerk legen. Die überwiegende Mehrheit der Danziger Bevölkerung hat den Nationalsozialismus gerade deshalb mit der Führung der Geschicke des Freistaates betraut, um ein für allemal diesen marxistischen Brandstiftern die Waffen zu nehmen. Es ist vornehmste Ausübung des Selbstbestimmungsrechtes, das die Danziger Bevölkerung bei den Wahlen vornahm. Sie wählte die Nationalsozialisten, um die Ordnung und Sicherheit aufrechtzuerbalten, und die nationalsozialistische Regierung hat das Vertrauen der friedliebenden Danziger nicht enttäuscht. Sie hat jene Parteien verboten, die wie die Kommunisten und Sozialdemokraten nicht nur eine hoffnungslose Minderheit bilden, sondern alle Untermenschen-Jn- stinkte gegen den Staat der Ordnung aufzuputschen versuchten. rt. Danzig, 14. Oft (DNB.) Der Danziger Polizeipräsident hat die Sozialdemokratische Partei mit ihren Gliederungen und Nebenorganisationen mit sofortiger Wirkung aufgelöst. Die Auflösung erfolgt auf Grund des §2 des Vereinsgesetzes wegen unerlaubten Waffenbesitzes sowie wegen Verstoßes gegen die Sabotagebestim- m u n g en. Der Polizeipräsident hat die Auslosung in seiner Verfügung wie folgt begründet: „Bei Gelegenheit der Fahndung nach bestimmten Drucksachen sind im Geschäftsgebäude der „Danziger V o l k s st i m m e", das Organ der Sozialdemokratischen Partei, mehrere S ch u ß w a f- fen mit Munition, z. T. versteckt unter Schriftsachen, gefunden worden. Die darauf vorgenommenen weiteren Durchsuchungen haben zu der Feststellung geführt, daß sich im Parteibüro der Sozialdemokratischen Partei und i m Besitze von zahlreichen Funktionären der Partei Schußwaffen befanden, ohne daß die Inhaber einen Waffenschein oder Waffenbesitzschein besaßen. Bei diesen Perfdnen handelt es sich nicht nur um Funktionäre der Partei, sondern bei dem Abgeordneten Arthur Brill um den Parteivor- s i tz e n d e n , bei dem Abgeordneten Erich B r o st um den Schriftführer der Partei, bei Wilhelm Godau um ein Mitglied des Landesvor- standes und den 1. Vorsitzenden des Ortsvorstandes Danzig der SPD., bei Paul Neumann um ein Mitglied des Landesvorstandes der SPD. und dem technischen Leiter der sog. „Sozialistischen Sportstaffette" (SSS.), bei dem Abgeordneten Johann M a u um ein Mitglied des Landesvorstandes und den Sekretär der SPD. Bei den im Parteibüro vorgefundenen Waffen bedarf es keiner Begründung, daß die führenden Männer der SPD von ihrem Vorhandensein gewußt haben. Es steht damit fest, daß unter Vorwissen des Vorstandes oder einzelner Mitglieder des Vorstandes der Sozialdemokratischen Partei eine Mehrheit von weit mehr als drei Parteiangehörigen ohne die erforderliche Erlaubnis im Besitze von Schußwaffen war. Bei diesen Waffen handelt es sich größten Teils um Waffen, die Kriegsgerät im Sinne des Gesetzes vom 17. Mai 1922 sind und sich darum im Besitze von Privatpersonen überhaupt nicht befinden dürfen. Ferner ist bei Gelegenheit der Durchsuchungen Material über die Einrichtung und Zweckbestimmung der sogenannten „Sozialistischen S p o r t st a f f e 11 e" (SSS) ermittelt worden. Danach handelt es sich bei der SSS nur dem N a - men nach um eine sportliche Organisation, tatsächlich aber um eine Parteischutzorganisation, die in Aufbau, Ausbildung und Verwendung dem früheren Arbeiterschutzbunde gleicht und eine Wiederherstellung dieses von mir unter dem 20. November 1931 aufgelösten Arbeiterschutzbundes darstellt. Führende Mitglieder haben auch in ihren Auslassungen offen den Charakter der SSS als Parteischutztruppe zugegeben und in einer schriftlichen Aufstellung der Richtlinien für die SSS den Zweck dieser Einrichtung als den einer Kampftruppe zur Eroberung der politischen Macht bezeichnet. Mit der Wie- Mißerfolg unternehmen wird. Daß seine Zündschnur von England durchschnitten wurde, daß sein Versuch, die staatliche Macht der Sowjetunion für die spanischen Marxisten in die Waaaschale zu werfen, vereitelt worden ist, hat Ueberrafdjung und Erbitterung ausgelöst. Litwinows Stellung dürfte dadurch keine Stärkung erfahren. Wir wollen jetzt abwarten, ob der staatliche Bolschewismus die Stirn haben wird, gegen die ganze Welt offen die spanischen Mordbrenner zu unterstützen. Europa muß sich des Ernstes der Lage bewußt sein! Der Thorez-Zwischensall • nicht beigelegt Parlamentarische Minderheit protestiert gegen Straßburger Provokation. Paris, 14. Oft. (DNB.) Die Abgeordneten der parlamentarischen Minderheit haben eine Mitteilung an die Presse herausgegeben, in der es u. a. heißt, die parlamentarische Minderheit habe bereits auf die Gefahren hingewiesen, die die in Elsaß-Lothringen von der Kommunistischen Partei vorgesehenen Versammlungen mit sich bringen, fönnten. Die Gruppe habe jedoch feststellen können, daß die Beteiligung an diesen Versammlungen nur gering gewesen und sich größtenteils aus ortsfremden Elementen rnfammen- gefetzt habe. Die Gruppe richte weiter ihre Grüße an die elsässische Bevölkerung für ihr patriotisches Beispiel, das sie dem ganzen Lande gegeben habe. Sie vertritt zwar auch den in der französischen Presse zum Ausdruck gekommenen Standpunkt, daß fein Staat das Recht habe, sich in die inneren Angelegenheiten Frankreichs einzumischen, pro» tvftiert jedoch gegen d i e heftigen Worte, die in Straßburg gefallen sind. * Wenn man der französischen Presse Glauben schenken darf, dann wird am Quai d'Orsay allen Ernstes der Standpunkt vertreten, daß der T h o - rez - Zwischenfall beigelegt sei. Wir sind einigermaßen überrascht, derartiges zu hören. Von einer Beilegung könnte man sprechen, wenn auf Grund unserer Vorstellungen in Paris die entsprechende Entschuldigung der französischen Regierung erfolgt wäre. Aber davon ist uns bisher nichts bekannt geworden. Wohl aber bemüht sich die Presse, mit einigen Redensarten den unan= aenehmen Eindruck zu verwischen, den die Straßburger Rede des Kommunistenhäuptlings Thorez auch an der Seine hervorgerufen hat. Allerdings weiß die politisch interessierte Bevölkerung nicht, was überhaupt gespielt wird. Denn die französische Presse hat es auf einen geheimnisvollen Wink hin für angebracht gehalten, die Rede von Thorez überhaupt nicht zu veröffentlichen. Die maßlosen Angriffe auf den Führer und das deutsche Volk sind also vor dem französischen Volk verheimlicht worden. Ueber die Schädlichkeit dieses Verfahrens brauchen wir wohl kein Wort zu verlieren. Hatte man den Mut, den Kommunisten völlige Hetzfreiheit an der deutschen Grenze zu geben, dann sollte man auch den Mut haben, nun der Öffentlichkeit mitzuteilen, was an Beleidigungen gefallen ist. Diese Beleidigungen sind nicht ausgelöscht. Paris irrt also, wenn es meint, daß der Zwischenfall beigelegt sei. Entzieht sich die französische Regierung ihrer Pflicht, den Gesetzen der internationalen Höflichkeit Rechnung zu tragen, dann darf sie sich nicht wundern, wenn aus dieser Unterlassung auf eine stillschweigende, darum jedoch um so beredtere Zustimmung zu den Beleidigungen Thorez' geschlossen wird. Die preise nach der Krankenabwertung. Paris, 15. Oft. (DNB. Funkspruch.) Die erste Uebersicht über die Großhandelsrichtziffern, die die Auswirfungen der Abwertung auf die Preisgestaltung erfennen läßt, besagt, daß die allgemeine Großhandelsrichtziffer um 8 v. H. g e ft i e g e n ist, die Großhandelsrichtziffer für Einfuhrerzeugnisse um 12 v. H., die für einheimische Erzeugnisse um 6 v. H., die für Jndustriematerialien um 10 v. H. und die für Lebensmittel um 6 v. H. Wirtschaftsminister Pin ässe hat in einer Rundfunfansprache ftrenges Einschreiten gegen Preiswucher und Spekulation angekündigt. Er erkenne an, daß die neuen Sozialge - setze ein gewisses Anziehen der Preise rechtfertigen könnten, aber nicht um 30 oder 40 v. H., wie dies in gewissen Fällen schon festgestellt worden sei. Die Inlandspreise müßten sich innerhalb der Abwertungsgrenze halten. Die Vorschüsse, die zur Ueberbrücfung bisher an Handel und Industrie zur Verfügung gestellt worden seien, beliefen sich auf rund eine Milliarde Franken. Die Kohlenversorgung Madrids in Frage gestellt. Burgos, 15. Oktober. (DNB.) Durch die Besetzung der Kohlengebiete von Tenar- r o y a durch nationalistische Truppen ist die Kohlenversorgung von Madrid in die größten Schwierigkeiten geraten. Die Panikstimmung in der Hauptstadt wächst. Die roten Milizen suchten ihre Führer an der Flucht aus Madrid zu hindern. Die Benutzung von Kraftwagen ist nur mit besonderen Erlaubnisscheinen möglich. Ausländer können die Straßen nur in Begleitung von diplomatischen Beamten betreten. UeberaU werden in der Stadt Barrikaden errietet. Diese Arbeiten werden zumeist von ausländischen Elementen geleitet. Die Beamten und bererneuerung dieser rechtskräftig aufgelösten Kampftruppe hat die Führung der Sozialdemokratischen Partei den Erfolg behördlicher Anordnungen zuvereiteln gesucht. 'Die Auflösung der Sozialdemokratischen Partei ist demnach berechtigt und notwendig aus Grund von § 2, Buchstaben c und d, des Reichsoereinsgesetzes in der Fassung der Rechtsverordnungen vom 30. 6. 1933 und 16. Juli 1936." Volksfront-plane vereitelt. Appell an die bürgerlichen Außenseiter zur Mitarbeit. Danzig, 14. Oft. (DNB.) Der nationalsozialistische „Danziger Vorposten" bemerkt zur Auflösung der Danziger SPD. u. a.: Die Danziger NSDAP, hat dem offenen und unterirdischen Kampf ihrer Feinde Jahre hindurch zugesehen. Die Danziger Regierung hat sich beleidigen und beschimpfen lassen. Nationalsozialisten sind überfallen und ermordet worden. Die Gegner wurden frech, weil sie die Langmut und Geduld für eine Schwäche hielten. Jeder Staat hat für seine eigene S i- cherheit zu sorgen, und jede Staatsführung hat die Pflicht, in seinem Inneren Ruhe und gesicherte Verhältnisse im Interesse der Bevölkerung zu gewährleisten. Dieser Verpflichtung konnte sich auch die nationalsozialistische Regierung in Danzig nicht entziehen. Sie hat bereits im Jahre 1933 d i e KPD. wegen staatsfeindlicher Betätigung verbieten lassen. Die anderen Parteien haben Bewährungsfreiheit gehabt, wie sie dies in diesem Umfange in den anderen demokratischen Ländern nicht besitzen. Dabei war die Tätigkeit der Danziger Oppositionsparteien eine bewußt zersetzende und zerstörende. Die Opposition bereitete seit langem hinter den Kulissen einen Angriff auf den Staat s e l b st vor. Ihre unterirdische Arbeit galt der Vorbereitung einer bürgerkriegsähnlichen Auseinandersetzung. Die Vorbilder in Spanien und anderswo wirkten auf den Abschaum der Massen. Die vorhandenen Bindungen zu internationalen Faktoren, die direkten und indirekten Beziehungen zu ausländischen Stellen förderten die Pläne zur Bildung einer Volksfront. Die SPD. rückte an die Stelle der verbotenen KPD. Sie schuf sich eine geheime rote Kampftruppe für künftige Auseinandersetzungen. Die Polizei konnte diese Entwicklung nicht mehr übersehen. Das Verbot der SPD. wurde von der Bevölkerung auf Grund der polizeilichen Feststellungen verlangt. Der Polizeipräsident sah sich nach dem Urteil Danziger Gerichte wegen illegaler Betätigung der SPD.-Männer veranlaßt, die SPD. aufzulösen. Die nationalsozialistische Bewegung in Danzig empfindet Genugtuung darüber, daß den Störenfrieden der durch den Nationalsozialismus erreichten Freiheit nunmehr auch in Danzig das Handwerk' gelegt wird. Nach der Auflösung der SPD. wendet sich die nationalsozialistische Bewegung w i e- berum an d i e Außenseiter, vor allem an die aus dem bürgerlichen Lager. Die bürgerlichen Splitter, die bisher den Weg noch nicht zum Nationalsozialismus gefunden haben, sind, wie die Entwicklung auch außerhalb Danzigs gezeigt hat, in den letzten Entscheidungen gegen den Nationalsozialismus nur ein Anhängsel des Bolschewismus. Das abgetrennte Danzig braucht die Gemeinschaft aller ausbaufähigen Kräfte um des Einsatzes willen, den Danzig als deutscher Außenposten für die deutsche Sache zu leisten hat. Der Ruf wird nicht ungehört verhallen. Staatsangestellten werden gezwungen, nach ihrer Bürozeit beim Barrikadenbau zu helfen. Wer sich weigert, wird als Faschist bezeichnet und erschossen. In den öffentlichen Gebäuden sind vielfach Kriegsmaterialien angehäuft worden. Angesichts der steigenden Lebensmittelknappheit sind im Rundfunk Aufrufe an die Bevölkerung gerichtet worden, sich einzuschränken. Belgien erhöht die Militärdienstzeit. Brüssel, 14. Oft. (DNB.) Unter dem Vorsitz König Leopolds beschloß der Ministerrat, dem Parlament einen Gesetzentwurf vorzulegen, der die Erhöhung der Militär di en st zeit bei der Infanterie auf 18 Monate und bei den übrigen Truppenteilen auf 12 Monate oorsieht. In einer amtlichen Verlautbarung heißt es, der Gesetzentwurf über die M i li t ä r r e f o r m folge in seinen wesentlichen Zügen den Ergebnissen, zu denen der gemischte Militärausschuß gelangt sei. Die Reform bezwecke die Sicherung einer ganzen und vollständigen Deckung der Grenzen. Die Motorisierung der Kavallerie und die Ausdehnung des Freiwill i g e n s y st e m s feien vorgesehen. Die zugunsten der kinderreichen Familien bestehenden y(usnahmen sollen aufrecht erhalten werden, eine Konzession, die darauf abzielt, den Widerstand der Flamen gegen die Erhöhung der Militärlasten zu beschwichtigen. Im Mittelpunkt des Ministerrates über die Militärreform stand eine Rede des Königs, deren entscheidende Sähe wie folgt laufen: „Unsere Militärpolitik wie unsere Außenpolitik muh sich vornehmen, nicht einen mehr oder weniger siegreichen Krieg durch eine Koalition vorzubereiten, sondern den Krieg von unserem Gebiet auszuschalten. Belgien schafft dadurch von selbst ein Recht auf Achtung und auf die Hilfe aller Staaten, die am Frieden Interesse haben. Jede einseitige Politik schwächt unsere Lage nach a u ß e n und ruft Uneinigkeit im Innern hervor. Ein Bündnis, selbst wenn es rein defensiver Natur wäre, führt nicht zum Ziel, denn so schnell auch die Hilfe eines Verbündeten erfolgen könnte, so würde sie doch erst nach dem blitzartig vor sich gehenden feindlichen Einfall einsetzen können. Und gegen den ersten Stoß anzukämp- fen, würden wir in jeder Lage allein fein. Deshalb müssen wir eine ausschließlich belgische Politik verfolgen. Diese Politik muß entschlossen darauf abzielen, uns aus den Streitigkeiten unserer Nachbarn heraus- z u h a l te n. Sie entspricht unserem nationalen Ideal. Diejenigen, die an der Möglichkeit einer solchen Außenpolitik zweifeln, mögen das stolze und entschlossene Beispiel Hollands und der der Schweiz betrachten. Unser Militär system 35440 2628600 ^66d schon I • • * 300 000 - Der Präsident der Preußisch- Süddeutschen fj Staatslotterie 6 RM einem "Ä Ä ^-n, Ziehung am 20. und 21. Okt'. 1936 RM RM 20000 RM RM 2 ZU 100000 20000Ö 2 zu 100 000 200000 50000100000 9. •• 26 auf ein Doppellos: auf ein ganzes Los« 2 ™ »<■ Millionen rm 1 Mill lon RM Gewinne RM 55399600 Lospreis für ede Klasse Doppeltes 3 RM 12 RM 24 RM 48 RM Alle Gewinne sind einkommensteuerfrei! 50000 40000 30000 30000 40000 50000 25000 10000 5000 25000 10000 5000 3000 2000 1000 SohluB der Erneuerung Freitag, 4. Dez. 1936 Ziehung am 11. und 12. Dez. 1936 100000 50000 40000 30000. 300000 100000 2zu 100000 2000 2,. ------- 75 000 50 000 30 000 20 000 10 000 5 000 3 000 2 000 1 000 500 300 150 Amtlicher Gewinnplan zur 48. Preußisch - Süddeutschen (274. Preuß.) Klassenlotterie 800000 Lose, 343000 In 5 Klassen verteilte Gewinne Es werden Insgesamt ausgespielt: 67591680 Reichsmark VIERTE KLASSE Schluß der Erneuerung Sonnab., 2. Jan. 1937 Ziehung am 8. und 9. Januar 1937 ZWEITE KLASSE Schluß der Erneuerung Montag, 9. Nov. 1936. Ziehung am 16. und 17. Nov. 1936 RM 2Millioneh 600000 200000 150000 200 000 240000 320000 1000 000 1 000 000 1200 000 2 000 000 3 000 000 2 500 000 6 000 000 34989600 Don -er Kochkunst jetzt UN- einst. Zur Berliner Ausstellung für -ns Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe. 50 210000 90 1577160 2701160 Wetterbericht des Relchswelterdiensles. Ausgabeort Frankfurt. Der gestern bei Island liegende Tiefdruckwirbel ist unter Verstärkung rasch bis Norwegen vorge- Gewinne RM Gewinne RM Gewinne RM 2ZU 100000 200000 2 50000 100000 2„ 25000 SOOflfi. ovo ■ 4032600 ONFTE KLASSE Gewinne RM Lauung, machet die Humores im Körper zäh, schleimigt und gibt viele Verstopfung, daraus wieder I tausenderlei Krankheiten entstehen . Scharfe Gewürze dagegen scheinen ihr nützlich. „Pfeffer hilft bauen machet Lust zum Essen, erhält die Humores m guter Bewegung. Man muß ihn nicht gar zu klein stoßen oder reiben, sonst bleibt er in den Ge- bannen kleben und ist schädlich." Einen großen Zorn aber hat das Buch auf die neumodischen Getränke, wie Kaffee, Tee, Schoko- lade. Der „Coffee-Trank" macht „mager und un- fruchtbar, führt Gicht und Zittern der Glieder ein, bringt Hauptweh, Schwindel oder Herzklopfen her-1 Dor", so daß „ein gut gewürzt Hafer- oder Kerbel- Supplem manchen besser gefallen oder bekommen mochte'. Noch schlechter kommt der Tee weg, von dem das Pfund mit 4, 8 bis 24 Talern bezahlt roirö; wir hätten nicht nötig, heißt es da, „aus! Indien fremde Kräuter zu holen und oft ein besseres, das mir vor der Tür haben, mit Füßen treten". Als solche, für die Herstellung von Tee geeignete Krauter werden aufgeführt: Melissen, Rosmarin, Thymian, Salbei, Ehrenpreis. „Aber", heißt es weiter, „wo sollte das übrige Geld, welches nicht für Frantzösische Kleider ange- wendet wird, hinkommen? Es muß für ausländische Leckereyen angewendet werden, sollte der Bauer auch alles dazu hergeben müssen, was er aufbrin-1 gen konnte, damit der Teutsche bey den Frantzosen und anderen Ausländern bekandt bleibe." vor allem einheitlicher geworden als frühere Zeiten. Solche Blüten oder auch Auswüchse der Fein- fchmeckerei wie zu Zeiten des B r i l l a t - S a v a r i n dürften heute sehr selten geworden sein, nicht zu reden von der erstaunlichen Fülle und Schwere alter Speisezettel, vor denen wir heute fassungslos stehen. Vielleicht der auffallendste Gegensatz zwischen früher und heute ist die Menge der Fleisch- speisen. Das älteste deutsche Kochbuch, das zierlich geschriebene „Büchlein von der guten Speise" des Bruder Küchenmeisters eines alemannischen Klosters aus dem 15. Jahrhundert enthält hauptsächlich Fleischspeisen, aber in erstaunlich reichhaltiger Abwechslung. Pasteten, Sülzen und Gallerte unterbrechen die vielen Arten von gebratenem und geschmortem Fleisch, mannigfache Soßen, süß und sauer, manche davon mit Honig angemacht, sorgen für weitere Abwechslung. Die Fastengerichte bestehen aus Eiern und Fischen, nur wenigen Mehlspeisen, süße Mehlspeisen fehlen ganz. Vereinzelt gibt es freilich auch schon alte Kochbücher, aus denen nicht nur der Feinschmecker, sondern auch schon der Diätetiker spricht, so das 1598 in Ämberg erschienene „Köstlich neu Kochbuch von allerhand Speisen an Gemüsen, Obst, Fleisch und Gebackenes, nicht allein for Gesunde, sondern auch und fürnehmlich for Kranke in allerlei Krankheiten und Gebresten". Die Verfasserin war Frau Anna Wecke rin „des weiland D. Johann Jakob Weckers, des berühmten Medici seligen, nachgelassene Wittib". Ihrem Manne rühmt diese Frau nach, daß er „jederzeit lieber aus der Küche denn aus der Apotheke kurier und geholfen habe". Und nach seinem Tode gibt ihr Buch die Erfahrungen, die sie als seine treue Gehilfin in der Praxis mit Diätkuren gemacht hatte. Das „Leipziger Koch-Buch" der Susanne Ege- rin enthält nad) 910 köstlichen Rezepten einen Anhang, in dem die „Victualien" daraufhin betrachtet werden, „ob und wieweit selbige gesund । . B ., - ,;n' wenn man an die politischen erhmi», Ä" SuJk ÄÄ 16 100 200 400 1000 3000 5000 20000 233264 263000 J2-’ 13-’ 151' 1S-. 17., 18., 19., 26., 22. » 27. Februar, 1., 2., 3., 4., 5„ 6.. 8 9 10 11., 12., 13., 15. März 1937 ' ' ' 101’ flößen. Dabei gelangte auch unser Bezirk In 6er Jlaajt zum Donnerstag in das Schlechtwettergebiet letner Vorderseite, das verbreiteten Regen bedingt. •elr?u^rr^c^en^en westlichen Winden wird sich zu- ™cxr wechselnd bewölktes Wetter mit Schauer- tangkelt einstellen, doch bleibt der gesamte Charakter der Witterung recht unbeständig. sux Freitag: Bei lebhaften westlichen Winden wieder mehr veränderliche Witterung, aber immer noch einzelne Regenfälle, Temperaturen um etwa 10 Grad. S.n” SYS £1,5 Ser Besucher kann Proben bekommen von der Küche des Auslandes, von Besonderheiten, wie der Fischküche, Kranken- und Diätküche. Vielleicht ist noch zu keiner Zeit über Kochen und Essen so viel nachgedacht, geredet und geschrieben worden wie heutzutage. Und doch, wenn man Kochbücher, Speisezettel und Festbeschreibungen alter Zeiten liest, so überkommt einen das Gefühl, daß unsere Vorfahren mehr Zeit für das Essen hatten als unser überhastetes Jahrhundert. Was die gastronomische Wissenschaft unserer Zeit so stark anschwellen läßt, ist weniger die Freude am Essen, als die Besorgnis vor seinen Gefahren. Alle modernen Kochbücher stehen unter den Gesichtspunkten der Bekömmlichkeit und Sparsamkeit — Sparsamkeit nicht nur in bezug auf Geld, sondern vor allem auch in bezug auf Zeit. Unser Leben ist schon mit so vielen Dingen belastet, was wir essen, soll schnell gehen, nicht viel kosten, leicht verdaulich sein. Natürlich dabei auch gut schmecken, aber ganz bestimmt sind wir darin einfacher und en Pak- Karlsbader Kur nötig hatte!" Und dennoch schlug le firh nir dieser große Kochkunstler die Lebensstellung aus, die Eduard VII. ihm an feinem Hof zu geben wünschte. Die Tatsache, daß am englischen Hof nach einem feststehenden wöchentlichen Plan gekocht wurde, hielt Escoffier mit seiner Würde und seinem Ruhm für unvereinbar... C. K. Paris beunruhigt. Paris, 15. Okt. (DNB. Funkspruch) Die Rückkehr Belgiens zur strengen Neutralität und die dal mit verbundene Loslösung Brussels vam Pariser Schlepptau hat hier wie eine Bombe einaeschlav n Man ist sich darüber klar, daß der lelbftanhine h,?' Ä^o'ön'i'g 4t den gegenseitigen Ve i stand ab"?^' zu wollen, der die Grundlage eines neuen Paktes sein sollte, sondern das fran/öss?Ä belgische Abkommen überbaut ' ’ mit hpn cpen, inwieweit dieser^Entschluß ^rbnn^??^^bpfl'chten nach Artikel 18 der Völ- kerbundssatzungen vereinbar sei. Im Petit Bari K Wi5: mas öie Belgier eor „ÄÄ 3U haben scheine, seien die Beistandsverpflichtungen lamung bringen. ..... €,ne Berem- funbigt, Italien im Juni, jetzsmach e sl B °l g e n a u-de m Staube. Werde Belgie" wenig, stens an Suhnemaßnahmen gegen den Angreifer teilnehmen oder Truppen eines dritten Staates bk ^HXe.rHh0UÄDe^^■2^f^i0rn ^ilnehmen, den freien PiinfHA 9 b öeI9l5n gestatten? Die Tatsache, daß künftig auch an der b elgisch.franzüsi- IchenGrenze belgische Truppen Stand- orte beziehen, schaffe politisch und strategisch n e n Ä u st a n d. Die französisch-englischen Ot)ne bie belgische ^Stutze SÄ' Wirksamkeit zu verlieren. Das Blatt fordert, daß London genau so energisch wie Frankreich gegen eine derartige Verletzung öer internationalen Verpflichtungen durch ein kleines GHb* 6 V r CA 6anze internationale po- lltische System der Zett des Friedensoertrages sei zu einem Nichts geworden. Die kollektive Sicherheit erhalte einen schweren Schlag. Schließlich ei das em ungeheuerer Erfolg für Deutsch- a n V. „ 5 ia auf bie zweiseitigen Abkommen hmsteuere. Diese kernige deutsche Hausfrau beschäftigt sich auch mit der „Komplexion" des Menschen und teilt die Mägen ein in temperierte, kalte und hitzige, die verschieden viel zu ihrer Sättigung bedürfen. Mit solchen Erwägungen steht sie aber recht allein. Ihre meisten Zeitgenossen scheinen unbekümmerter gegessen unb getrunken zu haben. Natürlich gingen, was die Güte und Fülle der Speisen betrifft, die Großen der Welt voran. Kaiser Karl V. hatte auf seiner gewöhnlichen Mittagstafel 2 0 Gänge, bei Ludwig XIV. wurde nach seinem Tode eine ungeheure Magenerweiterung festgestellt. I An Friedrich dem Großen, der in unserer Vorstellung als Muster der Enthaltsamkeit lebt, fanden auch seine Zeitgenossen es erstaunlich, daß er sich mit nur vier Schüsseln begnügte, rühmten aber zugleich die hohe Feinschmeckerei des Königs. Für jede der Schüsseln gab es einen eigenen Koch, der in seiner eigenen Küche kochte, damit sich keiner ent-1 schuldigen konnte, wenn etwas versehen war. Und I wehe dem Unglücklichen, dem das passierte! Ein Jammer, daß Friedrich nicht gleichze-ittg mit I dem sogenannten „König der Köche", dem be-1 rühmten Auguste Escoffier gelebt hat, der erst I im vorigen Jahre hochbetagt als Ritter der Ehren-1 legion gestorben ist. Dieser „erfolgreichste Botschafter I Frankreichs im 19. Jahrhundert" hat für alle be-1 rühmten Feinschmecker seiner Zeit gekocht, für I Könige und Künstler, Geldmagnaten und Staats-1 männer. Auf eine Frage hat er die „Krone" der I Feinschmecker Eduard VII. zugesprochen, „besonders I als er noch Prinz von Wales war und noch keine I Schluß der Erneuerung: Dienstag, 2. Febr. 1937 Ziehungstage: “ — " “ 23«| 24«, 25.j ralfefretär ber Deutschen Akademie, Oberstleutnant a. D. Ullrich Frey- München. Zu ordentlichen Senatoren wurden berufen der bisherige stellvertretende Präsident und Leiter der Snf&a 1 9r’CnrAbte.i[un.£ 6er Deutschen Akademie, Prof Dr Arnold Oskar Meyer, Universität Berlin, Staatsrat Generalmusikdirektor Dr. h c Wilhelm Furtwängler-Berlin, Prof. Georg H a- mel Technische Hochschule Charlottenburq, Staats- Friedrich Reinhardt, Vorsitzender des Auf- stchtsrates der Commerz- und Privatbank und Vor- sttzender der Bankenvereinigung Berlin, Karl Schäfer, Generaldirektor der Securitas Ver- stcherungs AG. in Prag und Dr. Ludwig von 9rran^eJr-6 o f' Vorstandsmitglied der Siemens AG., Berlin. Zu außerordentlichen Senatoren wurden berufen Schriftsteller Dr. h. c. Rudolf G "01 n g, General a. D. Ewald v Maffow, Präsident des Deutschen Akademischen Austausch- dlenstes Berlin, Dr. Hans Merenfky, Gruben- besttzer in Südafrika und Prof. Georg Sauter m Brandenburg. Zu korrespondierenden Mitgliedern wurden u. a. ernannt der Rektor der Universität Rio de Janeiro der königlich-bulgarische Gesandte in Ankara der königlich-griechische Kultusminister und Professor der Theologie an der Universität Athen, der kaiser- lich-iapamsche Botschafter in Berlin und der Leiter des lapamsch-deutschen Kulturinstituts in Tokio Die silberne Medaille für Verdienste um die Für- öerung und Pflege deutscher Sprache wurde u. a auch dem m Kaifeng (China) am 31. März ermordeten Lektor, Studienassessor Alfred Dillenz verliehen. 0 FesWuog her Demschen Akademie in Vreslan Im Breslauer Schloß fand bie Festsit, unn der Deutschen Akademie statt Nach estiem Streichquartett von Mozart nahm Universstätsvro fessor Dr. A. O. Meyer das Wort z7 e n m Lst- vortrag über bie Rolle Schlesiens in ber beuttoen G°'chich/°. Der Präsident Dr. Haushofer hl ß dte Mitglieder unb Gäste ber Deutschen Akademie roiUtommen. teilte ber Generalsekretär -0r. Thierfelder die Berufungen und Ehrungen mit. Der Präsident gab darauf Telegramme des F uhrers, des Stellvertreters des Führers, der Reichsminister Dr. Goebbels von Neurath unb R u st sowie des bayerischen'Mi- r^terprasldenten und anderer Persönlichkeiten be- kannt, in denen der Arbeit der Deutschen Akademie weiterer Erfolg gewünscht wird. Ti« 7r.^feUc bes infolge seiner Berufung nach Ber- '^u"gsgemaß aus dem Vorstande der Deut- Ichen Akademie ausscheidenden Prof. Dr A O ^nfer^ßkm;Ur^ leinen Vorschlag Geheimer Hofrat Prof Dr. Dr. h. c. von Zwiedineck- ^ubenhorft zum Leiter ber wissenschaftlichen S ÄL UR • stellvertretenben Präsibenten ? ^^^Eademie gewählt. Das große Ehren- zeichen ber Deutschen Akabemie würbe verliehen dem Mitbegrunber, Schatzmeister unb Senator ber 106^(1)611 SHabenue, Geheimen Justizrat Dr. h. c. Wilhelm K l ß k a l t, Direktor ber Münchener Rückversicherungsgesellschaft, München, unb bem Mitbe- (5en?tor unb Vorsitzenben bes Wirt- l^^rates ber Deutschen Akabemie, Staatsrat Dr. h. c. Emil Georg v. S t a u ß - Berlin. Das Ehrenzeichen würbe verliehen bem Hauptgeschäfts- ^^-?br Deutschen Akabemie, Major a D. Richard Fehn-München, sowie bem früheren Gene- Lospreis fUr alle 5 Klassen ’/i Doppellos 15 RM 30 RM 60 RM 120 RM 240 RM e r n Neues für den Büchertisch WKW Frau Minna Korell, geb. Nolte R ci dis ftrn i? m fei m nilung Gießen (Steinstraße 40), den 15. Oktober 1936 Zur Bekämpfung C«/ e v 04729 Heuchelheim, Krofdorf, den 14. Oktober 1936. bietet Ihnen In zahlreichen neuzeitlichen Aqs- 6558 D Heuchelheim, den 13. Oktober 1936. « '4 1.40 17./18.0W. IWntit!. des sind Werbe-Drucksachen bei Brühl. Schulstr. 7 Gestern morgen entschlief sanft nach langem Leiden meine treue Lebensgefährtin, meine liebe Mutter, Tochter, Schwester und Tante des ge- Be- des 1 0 0 0 0 0 Sängern aus dem Reich und den deutschen Vereinen des Auslandes gerechnet werden kann. Aus den beiden Sängerbünden Nassau und Hessen beläuft sich die Zahl der Teilnehmer auf mehrere Tausend, wobei insbesondere auch das werther Verbandes: Gras Lüttichau." Der Führerund Reichskanzler hat hierauf telegraphisch geantwortet: „Den anläßlich der 100-Jahrfeier der Kaiserswerther Diakonissenanstalt in Kaiserswerth versammelten Vertretern der deutschen und außerdeutschen Diakonissenmutterhäuser danke ich für die mir telegraphisch übermittelten Grüße, die ich mit den besten Wünschen für ihre weitere Arbeit herzlich erwidere. Den deutschen Diakonissenhäusern danke ich ferner für die mir in Form von 10 000 Derpflegungstagen Die Beerdigung findet am Samstag, dem 17. Oktober 1936, vormittags 11V, Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt —Von Beileidsbesuchen bittet man absehen zu wollen Zuchthaus verurteilt. Da es gegen Urteile Volksgerichtshofes ein Rechtsmittel nicht gibt, beide Entscheidungen rechtskräftig geworden. Heber 100 000 Sänger kommen zum Sängerbunbesfeff. Der Gauführerrat und die Gauchorleiter Deutschen Sängerbundes hielten in Breslau meinsam mit dem Festausschuß mehrtägige Land stark vertreten ist. Das 12. Deutsche Sängerbundesfest, das erste im neuen Deutschland, ist zugleich die 75jahrfeier des DSV., der im Jahre 1862 als Zusammenschluß der damals meist landschaftlich gegliederten Einzelbünde gegründet wurde. Im Mittelpunkt des Festes stehen die großen Massenchorsingen, Chorfeiern genannt, bei denen etwa 30—35 000 Sänger zusammen auftreten werden. Das Programm dieser Aufführungen weist durchweg zeitgenössische Literatur auf. Die Vereine, die am Breslauer Fest teilnehmen, haben bereits mit der Einstudierung begonnen, besonders auch im rhein-mainischen Gebiet. Es sind im ganzen drei Chorfeiern vorgesehen. Im Anschluß daran findet eine große Kundgebung statt, an der mehr als 100 000 Sänger teilnehmen. Um diese Hauptveranstaltungen gruppieren sich Sonderkonzerte der Gaue und Einzelvereine, wobei ebenfalls Nassau und Hessen wieder gut vertreten sind. Stiftung im Alter von 38 Jahren Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Karl Korell | Empfehlungen] + (6esichtshaare) Damenharl u.m.M.Haarew nuro dievonmir angew.,einz.sich Metb. unt. Gar imm.mitd.Wurx. icbmenLentferni Frau B. Gulden. lnh.s.1935Fr.W.Henkel Svrecbnd. eben Freitag,Gießen, Älicenstraße40v. 9—7 Ubr durckg. hat an den Führer und Reichskanzler folgendes Telegramm gerichtet: „Die zur 21. Generalkonferenz aus Anlaß des 100jährigen Jubiläums in Kaiserswerth versammelten Vertreter der 70 deutschen und 40 außerdeutschen Diakonissenmutterhäuser entbieten dem Führer und Reichskanzler ehrerbietigen Gruß. In Dankbarkeit stellen die deutschen Mutterhäuser 10000 Verpflegungs- t a g e in ihren Krankenhäusern, Alters- und Kinderheimen und Erholungshäusern zur persönlichen Verfügung. Im Namen des Kaiserssprechungen ab, in denen alle Einzelheiten nächstjährigen großen Sängerbundesfestes festgelegt wurden. Die bisher vorliegenden Anmeldungen ergeben ein so günstiges Bild, daß mit einer Gesamtteilnehmerzahl von mehr als Die Beerdigung findet Freitag, 16. Oktober, nachmittags 4 Uhr vom Sterbehause, Brauhausstr. 52, aus statt. _______________________04727 zum Flugtag über die Reichsautobahn zum Flughafen b. Frankfurt am Main am 18. Oktober 1936 Fahrpreis hin und zurück 4.80 Mark.— Anmeldung: Hapag-Reisebüro __________________________6557A Heute abend 7.30Uhr entschlief sanftunser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater, Onkel und Schwager Konrad Wenzel im Alter von 81J ahren. . Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Rud. Wenzel Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange: für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen- (eiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. IX. 36: 9650. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich Mr Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Aus aller Well. Explosionsunglück in Worms. In Worms ereignete sich in der Chemischen Fabrik „Delta" ein schweres Ex p l o s i o n s u n g l ü ck. Aus noch unbekannter Ursache explodierte eine Staubkammer. Die darüber befindlichen Betriebsräume standen im Augenblick in bellen Flammen. Sanitätswache und Feuerwehr waren schnell zur Stelle, um die von den Flammen schwerverletz- t e n Beunglückten zu bergen. Sieben Belegschaftsangehörige mußten ins Krankenhaus eingeliefert werden. Sechs von ihnen haben schwere Verbrennungswunden erlitten. Der entstandene Brand konnte in kurzer Zeit gelöscht werden. Riesenfeuer bei Berlin. Auf dem gewaltigen Fabrikgelände der A. Pitsch AG. in Nowawes, das unmittelbar an der 8-Bahn- strecke Potsdam—Berlin gelegen ist, entstand aus bisher noch unbekannter Ursache ein Feuer, das in kurzer Zeit einen gewaltigen Umfang annahm. Sämtliche Feuerwehren der ganzen Umgegend mußten zur Hilfe herangezogen werden. Das Feuer, das in einem über das ganze Gelände sich hinziehenden Schuppen ausgebrochen war, griff in kürzester Zeit auf die anliegenden Fabrikgebäude über und bedrohte auch die daneben liegenden Gasometer. SA., Polizei und Potsdamer Arbeitsdienst leisteten mit fast übermenschlicher Kraft die erste Hilfe. Sie schleppten die riesigen Wollvorräte aus den verqualmten Lagerräumen und halfen die auf dem Grundstück gelegenen Wohnhäuser räumen. Der Schaden ist noch unübersehbar. Canbesverräfer. Der Dritte Senat des Volksgerichtshofes hat in Breslau gegen zwei Landesvrräter Verhandlungen durchgeführt, die mit der Verhängung schwerer Strafen endete. Den beiden Angeklagten wurde nachgewiesen, daß sie sich für das Ausland in Schlesien landesoerräterisch betätigt haben. Der 40 Jahre alte Anton Quiatkowski aus Ammern (OS.) wurde zuzehnJahrenZuchthaus verurteilt. Da der Verurteilte eine dauernde Gefahr für die öffentliche Sicherheit bedeutet, hat der Senat nach Verbüßung der Zuchthausstrafe Sicherungsverwahrung angeördnet. Der zweite Angeklagte, der 56 Jahre alte Otto Mehlis aus Halbau (Kreis Sagan), der wegen Landesverrats bereits vorbestraft war, hat trotzdem erneut versucht, sein Vaterland an eine auswärtige Macht zu verraten. Der Senat hat ihn deshalb zu lebenslangem einiges herauszugreifen — in höchst eindrucksvoller und lebendiger Form. — Paul Deickert: Historisches Döbe- ritz, Döberitz, wie es war und wie es i st. Verlag Offene Worte, Berlin W 35. — (253.) — Döberitz, als Truppenübungsplatz des einstigen Gardekorps und des 3. Armeekorps, jedem Soldaten ein vertrauter Begriff, ist durch die Olympischen Spiele auch in weheren Kreisen bekannt geworden. Denn auf Döberitzer historischem Boden hatte die Wehrmacht das Olympische Dorf erbaut, in dem etwa 5000 Sportsleute aus der ganzen Welt in 150 Wohnhäusern Unterkunft gefunden haben. Da das Döberitzer Gelände sich schon immer zu Reitjagden vorzüglich eignete, haben hier auch mehrere Prüfungen des Modernen Fünfkampfes und bör Military stattgefunden. Dies Büchlein unternimmt es nun, die Geschichte des Truppenübungsplatzes Döberitz zu schildern, der in den neunziger Jahren entstanden ist und seitdem für alle Zwecke des Truppendienstes sorgfältig ausgebaut wurde. Auch einige Beiträge aus der Geschichte des Dorfes Döberitz und der Umgegend sind von Interesse. — Don dem bei der Akademischen Verlagsgesellschaft Athenaion m. b. H. in Potsdam erscheinenden, von Dr. Wilhelm Peßler, dem Direktor des Vaterländischen Museums in Hannover herausgegebenen „Handbuch der deutschen Volkskunde" sind die Lieferungen (19—22) erschienen. Aufschlußreich ist die Darstellung der „Siedlungsformen" von Professor Dr. Geißler. Wenn wir etwa sehen, wie Warschau, Krakau und die baltischen Städte in der typisch deutschen Gitterform erbaut sind, so wird daran die städtebildende Kraft des Deutschtums deutlich. Mit dem deutschen Stadtrecht verbreitete sich auch die deutsche Grundrißform und die deutsche Städtekultur weit über die Reichsgrenzen nach Osten bis tief nach Rußland hinein. Sind so diese Grundrißformen der Städte ein gewaltiges Zeichen deutscher Volkskultur, so nicht minder das deutsche Bauernhaus, das Peßler in seiner Vielseitigkeit und Formenfülle schildert. Dom Niedersachsenhaus bis weit gen Süden und Osten hat sich hier deutsche bäuerliche Volkskraft in ihren Häusern ein Denkmal gesetzt. Eine willkommene Ergänzung hierzu bietet der Beitrag von Dr. H. Mar- zell über den „Bauerngarten", die Schilderung der eigentlichen „Bauernpfl'anzen" und ihrer Bedeutung irrt Glauben und Brauch des Volkes. Professor Dr. Spamer gibt im Anschluß daran eine eingehende Schilderung von Sitte und Brauch des deutschen Volkes, Peßler widmet der Dorfkirche und dem Dorffriedhof in deutschen Landen eine fesselnde Betrachtung, und Dr. Friedrich Maurer nimmt das wichtige'Kapitel der Sprachgeographie in Angriff. — Prinz Eugen. Jahrbuch des Volksbundes für das Deutschtum im Ausland. Pfingsten 1936. Mit 44 Abbildungen Kart. 1,10 RM. Verlag Grenze und Ausland, Berlin W 30. — (236) — Das kleine Pfingftjahrbuch des VDA. trägt immer den Namen eines volksdeutschen Führers. Aber nur ein kleiner Teil des Inhalts befaßt sich mit dem Titelhelden, denn der Sinn der Jahrbücher ist, „ein Bild von der Not und dem Kamps der Deutschen jenseits der Reichsgrenzen, aber auch von der Kraft und dem Reichtum ihres völkischen Lebens zu geben." Der neue Jahrgang enthält zum erstenmal eine Chronik aller wichtigen Vorgänge in den deutschen Volksgruppen, mit vielen Bildern. Aus dem reichhaltigen Inhalt fei außerdem hervorgehoben die Uebersicht über die Volkstumsorganisationen der anderen, ein Beitrag über die Zahl der Deutschen in Pommerellen und Posen, die Gedanken von Liselotte Hueck zur Ausbildung auslandsdeutscher Mädchen, der Gedenkauf- satz von Professor Dr. H. I. Moser über Franz Liszt, den Deutschen, der erschütternde Bericht aus dem sudetendeutschen Hungergebiet, eine fesselnde Schilderung des Lebens deutscher Mennoniten in Paraguay und eine Uebersicht über neue österreichische Kriegsbücher. — Don den Bildern seien erwähnt die zahlreichen Wiedergaben nach Werken außendeutscher Künstler und die in den Text ein- gestreuten Zeichnungen von Professor Walter Buhe nach Motiven auslanddeutschen Kunsthandwerks. — Otto Rombach: Der Ikarus von U l m. Mit 17 Federzeichnungen von Hermann Rombach. Gerhard Stalling Verlag, Oldenburg i. O. In Ganzleinen 3,50 RM. — (246) — Der Schneidermeister Ludwig Albrecht Berblinger in Ulm, der fliegen wollte und den der „Deixel" in die Donau fallen ließ, ist lange eine Spottfigur gewesen- Verbittert und vergessen ist er im Armenhaus gestorben, ein Spintisieret und ein Grübler, wie sie im Schwabenland nicht selten sind — und dennoch mehr, weil dieser Schneidermeister vom ewigen Menschentraum des Fliegens Das heißt zugleich Qualitätsgarantie und Annehmlichkeiten für die Hausfrau. - Schon der Sauberkeit wegen sollte man Dosen-Bohner- wachs Seifix verwenden. Es bohnert wunderbar, mühelos und spiegelklar. ca.’/2 kg Dose RM 0.75 besessen war und weil er es wagte! Und weil er kein Phantast war, sondern mit der Konsequenz des erfinderischen Kopfes hartnäckig daran festhielt, daß es möglich sei, zu fliegen! Aus Verhandlungen, die Berblinger mit etlichen Behörden führte, geht hervor, daß der legendenhaft gewordene Schneider sich mit mechanischen Versuchen mancher Art befaßte und dadurch schon den Argwohn seiner Mitwelt auf sich zog. Vor 125 Jahren am 30. Mai wagte er seinen Flug trotz aller Widersacher und Verleumder und ist in die Verborgenheit zurückgetreten, als ihn der Spott der Zeitgenossen überschüttete — ein Pionier der Flugkunst, den wir erst heute richtig fehen lernen. Der Schwabe Otto Rombach hat diesen Schwaben Berblinger aus der Legende herausgeführt. Alt-Ulm, noch heute voll von malerischen, mittelalterlichen Reizen, wird lebendig. Die Tragik dieses menschlich-rührenden Erfinders, sein Ringen und sein Kampf wird als schlichte Volkserzählung gestaltet. — Der Grenzgau Koblenz - Trier- Birkenfeld. (Ausgabe Juli 1936.) Herausgeber: Bauleitung der NSDAP. Koblenz-Trier-Birken- feld: der Landeskulturwalter Koblenz-Trier: Landesstelle Koblenz-Trier des Reichsministeriums für Dolksaufklärung und Propaganda. — Die großzügig aufgemachte und vorzüglich bebilderte Kulturschrift erscheint in. einer Auflage von 20 000 und zwar periodisch alle drei Monate: sie will das politische, kulturelle und wirtschaftliche Leben im westdeutschen Gaugebiet festhalten und vermitteln und damit werben für eines der landschaftlich schönsten Fremdenverkehrsgebiete, für Völkerverständigung und für den Aufbau- und Friedenswillen des Führers. Diesem Ziele dienen die geschickt ausgewählten und zusammengestellten Beiträge — so über die rassische Zusammensetzung der Bevölkerung, über die Siedlungsgeschichte des Gaugebietes, über die Besatzungs- und Separatistenzeit, über Kultur- und Dichtungsgeschichte des Gaugebietes, über die Trierer Römerbauten, über Denkmalpflege im Regierungsbezirk Koblenz, um nur | Vermietungen | 2-ev.3-Zim.-Wohli. parterre, Stadtmitte. zu vermieten. Schriftliche Angeb. unt. 04728 a. d.G.A. Noll-HÄ leer od. möbliert mit Küche sofort zu verm. Schr. Angeb. u. 04724 art 6. Gieß. Anz. Möbliertes Zimmer mit Bad per sofort zu vermieten. 04730 Ludwigsvl. 15. £M fortbildungsschulfrei, für sofort von Textil- Grosibandlung gesucht. Schriftliche Angeb. unt. 6549D an den Gießen. Anzeig. [Stellengesuche] Bäcker mit Meisterbrief u. Führersch. 3b sucht Stelle als BäckeroChauffeur 6jähr.Fahrprax. Angeb. an 04721 Karl Schmidt 6. Lang-Göns. Gesund.mecklen- burgisches Madel 21Jahre,evang., perfekt i. 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Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Georg Seipp Familie Ludwig Hahn Familie Wilhelm Weniger Für den Organisationsausbau und die Werbung im hiesigen Bezirk sucht erste Großlebensversicherungsgesellschaft tüchtigen Fachmann als Bezirks! n spektor gegen Direktionsvertrag.Reisespesen.Abschluß- und Umsatz Vergütung. Auch Nichtfachleuteu, die Befähigung für den Außendienst haben, ist Gelegenheit zur Einarbeit in entwicklungsfähige Stellung geboten. Ausführliche handgeschriebene Bewerbung, die vertraulich behandelt wird, unter 6541V an den Gießener Anzeiger erbeten. Heute verschied nach schwerem Leiden unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Tante Frau Elisabethe Weniger geb. Burk Nr. 242 Zweites Blatt Donnerstag, 5. Oktober (956 Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oderhessen) Die Schlacht bei Lena am 14. Oktober 1806 Das Modell für das „Haus des Deutschen Rechts". — (Scherl-Bilderdienst-M.) Forderungen des Michsfinanzministers Dunkelmächte seinen gesunden Sinn vergifteten. Immer noch gilt das Wort des großen Denkers und Soldaten, des Generals von Clausewitz, das auf seinem Grabstein im alten Militärfriedhof zu Breslau steht: „Rur wenn Volkscharakter und Kriegsgewohnheit in beständiger Wechselwirkung sich gegenseitig tragen, darf ein Volk hoffen, einen festen Stand in der politischen Welt zu haben." Danken wir Gott, daß wir heute einen Führer besitzen, der Dolkserziehung und Wehrkraft vereint in seine starke Hand nimmt und das Clausewitzsche Wort zur Geltung bringt. Dann werden sich auch so schreckliche Zeiten, wie die von 1806 und 1918 nicht wiederholen. Heil Hitler! Don Rudolf Mohr, Generalmajor a. O. recht es war, die Schuld an der Katastrophe dem Heer allein aufbürden zu wollen, und daß diese nicht einer innerlich und äußerlich faulen Armee begegnete, die durch und durch verrottet in ihren Zuständen war, sondern daß sie ein im großen und ganzen fleißiges, ordentliches, williges und treues Heer traf. Am Zusammenbruch waren, wie ich bereits zu Anfang meiner Schilderung nachgewiesen habe, d i e Staatsverwaltung und das gesamte Volk nicht minder beteiligt. Wenn aber diese Kräfte versagen, so wird auch die beste Armee schließlich lahmgelegt. Das haben wir zu unserem Leid und Schaden im Weltkrieg erfahren, als die Begeisterung des Volkes nachließ und finstere und auf dem Gebiete des Verkehrswesens liegenden praktischen Hebungen ihren Abschluß gefunden. Korpsführer Hühnlein hob hervor, daß das Korps zwar nach außen hin eine starre und soldatische Form habe, daß aber sein Leben innerhalb dieser starren Form lebendig, kraftvoll und von steter Arbeit erfüllt sei und sein müsse. Aber auch schon die äußere Form und die Haltung müßten den nationalsozialistischen Geist und den Stil, der das Korps beherrsche, erkennen lassen, nicht zuletzt in dem Verhältnis zwischen Führer und Gefolgschaft. Die Partei sei dis Vorhut des Volkes, und die Zugehörigkeit zu ihr verpflichte zu besonders vorbildlicher Haltung. Das schließe gewiß nicht die Teilnahme an den Freuden des Lebens aus, aber für sie gebe es eine Grenze, die das eigene Gewissen am klarsten selbst ziehe. Berlin, 14. Okt. (DRV.) Der Präsident der Akademie für Deutsches Recht, Reichsminister Dr. Frank, sprach zur Presse über die Aufgaben des Hauses des Deutschen Rechts. Er führte u. a. aus: Wenn anläßlich der dritten Jahrestagung der Akademie für Deutsches Recht vom 21. bis 24. Oktober in München der Grundstein zum Haus des Deutschen Rechts gelegt wird, dann wird mit der Ausführung eines Bauwerkes begonnen, das der Idee des Rechts geweiht ist und eine Heimstätte der Führung des ganzen völkischen Rechtslebens werden soll. Die Akademie für Deutsches Recht ist im Begriff, mit diesem Bau dem deutschen Recht selbst ein grandioses Denkmal zu errichten und damit dem Kulturwillen des Dritten Reiches einen monumentalen Ausdruck zu verleihen. Während in anderen Ländern Zusammenbruch auf Zusammenbruch erfolgt, zeigen wir durch Errichtung von Stätten, die einer idealistischen Sendung dienen, der Welt, daß Deutschland stark ist in seiner Wehr, stark in seinem Volk, vor allem aber stark in seiner ewigen Tradition, den höchsten Gütern der Menschheit zu dienen. Das wesentliche Kulturgut der Rechtssicherheit der Rechtsordnung eines Volkes und der rechtlichen Ausgeglichenheit der Sonderinteressen einer Volksgemeinschaft gibt uns eine heilige Mission auf. Das Haus des Deutschen Rechts mit seinen mächtigen Quadern und Mauern soll ein Wahrzeichen sein für die Stärke und Beständigkeit der Grundlagen des Dritten Reiches. Der Bau wird nach den Entwürfen des Münchener Architekten Prof. Bieber am nördlichen Ende der Ludwigstraße errichtet werden. Es soll der Gesamtheit der nationalsozialistischen Rechtswahrer bei feierlichen Kundgebungen den entsprechenden äußeren Rahmen geben. Der Kongreßsaal des Hauses des Deutschen Rechts wird in Zukunft die weihevolle Stätte für das Bekenntnis zur ewigen Rechtsidee des Rationül- sozialismus bilden. schäftigt. Bundeskanzler Dr. S ch u s ch n i g g hat als Führer der ost märkischen Sturmscharen einen Aufruf an die Mitglieder gerichtet, aus dem hervorgeht, daß diese Organisation auch als Zivilorganisation a u s g e l ö st wird. In dem Aufruf heißt es u. a.: „Die ostmärkischen Sturmscharen sind aufgelöst. Eine neue Sachlage zwingt uns, die bisherige Organisationsform zu verlassen: für uns, heißt es wie je: den Interessen des Vaterlandes Rechnung zu tragen. Es bleibt daher selbstverständliche Pflicht aller Käme - raden, allen Weisungen der Behörden Folge zu leisten. Die wehrhaften Kameraden mel - den sich bei der Fr 0 ntmili z, alle anderen setzen ihren Ehrgeiz darein, auf allen Gebieten zur Elite derer zu gehören, die ihre ganze Kraft in der vaterländischen Front einzusetzen bereit sind. Der Bundeskanzler hat dem Wiener Vertreter der Agentur Stefani erklärt, daß die letzten Ereignisse dazu bestimmt seien, die A u t 0 r i t ä t d e r Bundesregierung und der Vaterländischen Front und damit auch die Widerstandskraft des Landes und seine staatliche Unabhängigkeit, die über jeden Zweifel erhaben sei, immer wieder zu festigen. Für die Einführung der obligatorischen Dienstpflicht seien die jetzt für die Miliz ergangenen Maßnahmen unerläßlich erschienen, weil sie sich zur Verstärkung der Verteidigungsmittel des Landes als wirksam erweisen. „Die österreichische A u ß e n p 0 l i t i k", fuhr der Bundeskanzler fort, „bleibt unverändert und wie bisher den Protokollen von Rom treu, die gerade in den letzten Tagen einen neuen Beweis ihrer Funktion und ihrer prompten und bei jeder Gelegenheit wirksamen Elastizität erbracht haben. Im übrigen haben die römischen Protokolle auch in den d e u t s ch- österreichischen Vereinbarungen vom 11. Juli eine ausdrückliche Bestätigung erhalten." Das Haus des Deutschen Rechts. Reichsminister Dr. Frank erläutert den Zweck dieser neu zu errichtenden Heimstätte völkischen Rechtslebens in München. — Mengenkoniunktur der Wirtschaft. rer industriellen Produktion hätten. Die Industrie müsse diesen Kampf dadurch unterstützen, daß sie den der Aufwärtsentwicklung seit 1933 zugrundeliegenden Gedanken der Me n gen - konjunktur nicht in eine Preiskon- junftur ausarten lasse und sich des Facharbeitermangels durch ausreichende Lehrlingsausbildung annehme. Wir könnten aber auch auf die Forderung nicht verzichten, daß einmal das Problem einer g e - rechten Rohstoffverteilung in der Welt ungefaßt und gelöst werde. Hier liege der Schlüssel für die Behandlung der Kolonialfrage. Die Lösung dieses Problems und des der internationalen Schuldenverpflichtung sei eine Voraussetzung für die Wiederherstellung einer gesunden Weltwirtschaft. Währungsmaßnahmen, die nicht eine Stabilisierung zur Folge hätten, sondern die allgemeine Unsicherheit nur vermehrten — der neue Begriff einer schwankenden W a h- runfl sei eigentlich ein Widerspruch in sich — trügen zur Gesundung nicht bei. Abschluß her Führertaauna hesNSKK. Berlin 14. Okt. (DNB.) Die Führertagung des Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps i n der Reichsmotorsportschule d e s N S K St. in Döberitz hat nach umfangreichen Dortragen III. Die übrige Armee war zu einem Strome von Flüchtenden geworden, als General v R ü ch e l mit feinem Storps gegen 2 Uhr bei Kapellendorf eintraf. Er hatte für die 7 Kilometer lange Marsch- strecke vier volle Stunden gebraucht, da der Marsch im langsamen Schritt (75 in der Minute) und um die Aufmerksamkeit der Mannschaften von den auf x*^QU^ße c. Weimar zurückströmenden Flüchtlingen abzulenken, neben der Straße in größter Strenge und Marschdisziplin ausgeführt wurde. Erst zuletzt ging der Marsch in „Geschwind- schritt" (108 in der Minute) über, also immer noch langsam genug. Trotzdem wurde schließlich Kapel- lendorf erreicht. Was Rüche! da sah, war die vollste Flucht der Hohenlohe'schen Armee. Anstatt aber nun auf dem jenseitigen Rande des tiefen Einschnittes zu bleiben und die geschlagene Armee aufzunehmen, tat Rüche! das Falscheste, was er tun konnte. Er beschloß den Angriff und führte seine 14 Bataillone durch die Schlucht und nördlich an Kapellendorf vorbei — das Dorf selbst war völlig verstopft — gegen den steilen etwa 200 Fuß hohen Sperlingsberg vor. Auf der Höhe erschienen bereits dichte französische Tirailleurschwärme und zahlreiche Artillerie, die sofort ein mörderisches Feuer auf die in Echelons im Paradeschritt heranrückenden Preußen richteten. Aber die wackeren Truppen gingen vorwärts, erreichten die Höhe und warfen die feindlichen Tirailleure weit zurück. Anreitende französische Kavallerie wurde abgeschlagen und der Bergrand behauptet. Noch einmal hatte der Normalangriff der preußischen Infanterie ein glänzendes Schauspiel und einen Erfolg gewährt, der aber ohne Nutzen blieb. Denn nun ging es genau wie bei Vierzehnheiligen. Der Feind war von den Höhenrändern zurückgewichen, fuhr aber fort, aus der Deckung heraus die preußischen Linien mit Feuer zu überschütten und litt selbst wenig durch das Salvenfeuer der aufrechtstehenden Preußen. Denn ein Feuergefecht im Liegen war bei diesen ja völlig unbekannt, nur die Jäger und Schützen waren in ihm geübt. Besonders wurden die Offiziere abgeschossen und auch R ü ch e l selbst wurde durch Brustschuß verwundet. Er blieb aber zu Pferde und verstopfte sich den Einschuß mit seinem Taschentuch. Wiederum blieb der letzte, so oft auf den Exerzierplätzen geübte Bajonettstoß aus, die preußischen Reihen lichteten sich immer mehr, von mancher Sektion stand nur noch ein einzelner Mann. Dann kam es auf einmal wie ein Todesschrecken über die preußischen Linien. Die ganze Masse wandte sich und stürzte in wilder Flucht den Berg hinab in das tiefe Tal. Auch hier, bei dem blutigen Rückzug, geschehen Wunder von Heldentum. Im langsamen Schritt geht das Regiment v. W i n n i n g zurück, fast dis Kapellendorf. Als es dort von den französischen Kartätschsalven förmlich zerrissen wird, sammelt der 16 jährige Fähnrich 0. Wentzel etwa 40 Mann um sich und schlägt mit ihnen alle Angriffe der französischen Kürassiere ab. Kaum eine halbe Stunde hatte der Angriff und die Vernichtung des Rüchelschen Korps gedauert. Immerhin wurden die Franzosen dadurch so aufgehalten, daß der Hauptteil der flüchtenden Hohen- loheschen Armee unbelästigt bis Weimar gelangen und dort gesammelt werden konnte. Aber es wurde der große Fehler begangen, dies noch auf dem rechten Ilm-Ufer, dem tiefen Flußeinschnitt im Rücken, zu tun. Das rächte sich bitter; denn plötzlich kam französische Kavallerie angejagt und hieb in die Kolonnen ein. Kurz darauf schlugen auch Kanonenkugeln in die dichtgedrängte Masse. Die Mannschaften, die sich schon in Sicherheit geglaubt hatten, wurden durch den unerwarteten Uederfall von panischem Schrecken erfaßt, der größte Teil warf die Gewehre weg und in wilder Flucht stürzte alles nach Weimar hinein. An ein Aufhalten der Flüchtlinge war nicht mehr zu denken, die Armee loste sich fast völlig auf, nur einige mehr oder weniger noch zusammenhängende Trümmer retteten sich nach verschiedenen Richtungen. Die Schlacht von Jena war zu Ende. Ihr Verlust wuchs sich zu einer Katastrophe aus, da am gleichen Tage auch die preußische Hauptarmee b e. Au e r - ft e b t in ganz ähnlicher Weise zusammengeschossen und geschlagen wurde. Der Truppe war ihre Niederlage völlig unverständlich. Sie hatte die besten taktischen Mittel angewandt, die sie kannte, war überall mit Tapferkeit und .Freudigkeit m den Kamvf aeaanaen, hatte wie eine Mauer im feindlichen Feuer gestanden, um bald zu sehen, daß alles der n e u e n F e ch t w e i s e des Feindes gegenüber wirkungslos blieb und versagte. Diese erschütternde Ueberraschung hat wohl am meisten dazu beigetragen, daß die Armee mit der einen Nieder- fAno mirh den Mut und das Vertrauen auf die Mederkch/des Glücks zunächst verlor. Keinesfalls hi» ffirünbe der Niederlage IN der Haltung unL Tav erke t d Armee selbst. Man hätte sie nur 85« Ä! hi» sRarabearmee" herembrach, Die man voryer „Die 4saraDearrnc konnte, war cm nid)t .gk"Ug m d $ Gewöhnlich wurde der in keiner Wei e oerDienicr. ' maren au; hen Ausspruch her K°MgM Lm ° -W» wE auf °°n Lorbeeren und damit alles diglich auf die Armee othpr längst ist erwie- W ?u erklären -Acht. Aber langst^^ sen, welch großen stttucye verfluchte Heer von das gescholtene verhohnle und T ging am 1806 trotz allem mit eiserner besten aus den !ch°"ungsw über die Dffi- Strenge 9efui)rten Cbreng d) r DerpfIld)let ziere herum, b°' denen >e°° ^E-raden Giin. war, bet seiner .(£&« “öflU5!ufaqen. Jeder Offizier, ftiges oder Ungünstiges ' g^ Urteil sei- der rem aus der Unter,ucyu 9 schriftliches ner Kameraden ^"oryng, mit einem sol- Wohlverhaltungs-Zeug is^^ Verwendung hoffen, eben konnte er au lp am Kriege teilgenorn- Von den 7000 Offizier , oher verwundet und men hatten, maren f hie Befreiungskriege noch etwa 4000 machtenpater^me^ an der Saale mit. Von sämtlichen f 3 bem König zur Be- mitgefochten, wurden n“rnb nur zwei von diesen ftrafung oorgeschlagen uno nu kriegsgerichtlich veru . üon Heldentaten Dafür kamen abschiften zur Kenntnis der von Offneren unb bewiesen, welch Un- Untersuchungsgerlchte, Die Der Akademie für Deutsches Recht wird im Haus des Deutschen Rechts eine ihrer hohen völkischen Verpflichtung angemessene Arbeitsstätte zur Verfügung stehen. Die organisatorische Ausgestaltung der Akademie für Deutsches Recht ist künftighin so gedacht, daß zwei Abteilungen, eine Abteilung für Rechtsgestaltung und eine Abteilung für Rechtsforschung, nebeneinander bestehen. Die Abteilung für Rechtsgestaltung, der die Unterstützung und Beratung aller zur Gesetzgebung berufenen Stellen obliegt, wird wegen der Notwendigkeit ständiger unmittelbarer Fühlungnahme mit den Reichsministerien in der Reichshauptstadt verbleiben. Die Abteilung für Rechtsforschung hingegen soll vorwiegend in der Hauptstadt der Bewegung in engster Verbindung mit dem Zentrum des nationalsozialistischen Lebens unb Gestaltungswille ns,. an ber wissenschaftlichen Durchbringung unb Ausgestaltung bes beutschen Rechts schaffen. Dieser Abteilung wirb für ihre Forschungsarbeiten im Haus bes Deutschen Rechts eine Bücherei zur Verfügung stehen, die bereits jetzt 60 000 Bände umfaßt unb die zur größten Rechtsbiblio- thek Deutschlanbs ausgestaltet werben soll. Das Haus bes Deutschen Rechts, wirb auch auslänbischen Rechtsgelehrten, bie mit dem deutschen Rechtsleben Fühlung gewinnen wollen, gastliche Aufnahme gewähren. Im Hause bes Deutschen Rechts soll künftig auch bie beutsche Rechtsschule wirken. Sie wirb bie Auslese ber beutschen Rechtswahrer, bie sich als weltanschaulich gefestigt unb fachlich hervorragenb geeignet erwiesen haben, burch eine auserlesene Erziehungsgemeinschaft zu ber Elite bes beutschen Nechtsstanbes heranbilden. Die beutsche Rechts- schule soll im Anschluß an ben normalen Ausbil- bungsgang von all benen erfolgreich burchlaufen werben, bie später bie Erziehung bes beutschen Rechtswahrernachwuchses ober an maßgebenber Stelle bie G e st a l t u n g bes deutschen Rechts zu übernehmen haben. Sparsamkeit der öffentlichen Hand. Halle, 14. Okt. (DNB.) Reichsfinanzminister Graf Schwerin von Krosigk führte u. a. folgendes aus: Es sei eine ber beutschen Finanzpolitik gestellten Aufgaben, bie Wehrhaftmachung bes beutschen Volkes zu ermöglichen unb zu sichern. Das bebeute, baß bie Ausgabenpolitik ber öffentlichen Hanb sich bem Gebot ber schärfsten Sparsamkeit unterorbnen, vor allem eine einfache unb zweckmäßige, Doppel- arbeit unb Reibungen oermeibenbe Durchorganisation unseres gesamten öffentlichen Apparats erreichen müsse. Es entspreche biesem Grunbsatze, baß bie Gemeinbe- orbnung ben Haushaltsausgleich in ben Mittelpunkt ber kommunalen Finanzgebarung gestellt unb in ben Bestimmungen über bie Bildung von Rücklagen ein wichtiges Erforber- nis moberner Konjunkturbilbung erfüllt habe. Diese straffe Konzentrierung erforbere Opfer unb Beschränkung zahlreicher, an sich berechtigter Wünsche. Die Größe eines Zieles lasse sich nur an ber Größe ber Opfer ermessen, bie ein Volk für biefes Ziel zu bringen bereit sei. Das gelte auch für bie Ueberroinbung ber Schwierigkeiten, bie burch unsere R 0 h st 0 f f - unb D e oif e nla ge entstauben seien, unb bie ihre natürliche Ursache eben in ber Einbeziehung von rund 6 000 000 Menschen in Arbeit unb Em - kommen und in der Vergrößerung unse- HI. im Kampf gegen Hunger und Kälte. Em Aufruf des Neichsjugendführers. Berlin, 14. Okt. (DNB.) Reichsjugendführer von Schirach hat folgenden Aufruf zum Winterhilfswerk an bie beutsche Jugend gerichtet: „Jahr für Jahr hat die Hitler-Jugend mit allen ihren Mitgliedern das Winterhilfswerk des Führers leidenschaftlich unterstützt. Es war uns immer eine Ehrensache, durch unseren Einsatz für diese größte sozialistische Aktion des Dritten Reiches einen Teil des Dankes abzutragen, den wir unserem Führer schuldig sind. Wir sind stolz darauf, daß unser Sammelergebnis in den vergangenen Jahren stets eine Spitzen- lei st u n g war und wollen versuchen, beim Winterhilfswerk 1936/37 alle bisherigen Sammelerfolge in den Schatten zu stellen. Wir wollen in diesem Winter wieder beweisen, daß die deutsche Jugend die treueste Hüterin des Gedankens der Volksgemeinschaft ist. Alle Jungen und Mädel werden danach streben, Vorbilder der Opferbereitschaft und des selb st- losen Dienstes zu sein. In dieser Gewißheit rufe ich euch auf, meine Kameradinnen unb Kame- raben, zum Kampf gegen Hunger und Kälte, zum Kamps für Deutschlands Ehre unb Eintracht. Jebe Sammelbüchse sei euch ein Symbol unserer Kame- rabschaft. Tragt sie burch alle Stäbte unb Dörfer bes Reiches, treppauf unb treppab, scheut keine Mühe und Beschwerde, sie zu füllen. Jede Büchse sei ein Tatbekenntnis zu Füh> rer und Volk!" Oie Froniniiliz in Oesterreich. Wien, 15. Okt. (DNB.) Der österreichische Ministerrat hat das neue Gesetz über die Miliz der vaterländischen Front verabschiedet. Aus diesem Gesetz geht hervvr, daß die Frontmiliz die Aufgabe hat, freiwillige Wehrfähige in eigenen Formationen zusammenzufassen. In die Frontmiliz können aber auch Männer, die noch d i e n st p f l i ch t i g sind, em« gereiht werden. Die Verwaltung der Frontmiliz wird dem Bundesministerium für Landesverteidigung angegliedert. Die Einberufung für den Ernst- ' fall bezw. für Uebungszwecke kann vom General- ' fommanbanten ber Miliz im Einvernehmen mit ■ bem Minister für ßanbesoerteibigung vorgenommen werben. Es scheint, baß auf bie Mitglieder der ehemaligen Freiwilligen - Wehroerbände kein Zwang ausgeübt werden soll, in die Frontmiliz einzutreten, lieber die Entwaffnung der Heimatschützler vor allem jener, die nicht in bie Frontmiliz eintreten wollen, enthält bas Gesetz nichts. Die Lokale bes Heimatfchutzes finb überall geschlossen worben. Der Organisationsapparat arbeitet nicht mehr. Die zustänbigen Stellen finb mit ; ber Liquidierung ber Heimatschutzbewegung be- Kunst und Wissenschaft 1. Darmstädter Musikwoche. Vom 19. bis 25. Oktober veranstaltet die Stabt Darmftabt eine Musikw 0 che 3ur Färbe- r u n g bes zeitgenössischen Musikschaffens unb junger Tonkünstler. Diese erstmalige Ver- anftaltung wirb zur alljährlich wlederkehrenben Einrichtung werden. Die Stadt als Trägerin der Veranstaltung hat den fruchtbaren Gedanken in bie Tat umgesetzt, um bie städtische Musikpflege in ben Dienst ber kulturellen Aufbauarbeit unb msbeson- de re ber zeitgenössischen Musik zu stellen. Die Musikwoche wirb einer Reihe bisher unbekannter neuer Werke zur Uraufführung verhelfen, daneben aber auch anbere Werke, bie ihre Feuertaufe anderwärts schon bestanden haben, in unserem Gebiet lndesjen noch wenig bekannt sind, herausbringen. S.Jl-fportf Pokalschießen des Kreises Sießen-Rord des heffenTlaffaulfchen Schiehverbandes. Am Sonntag fand auf den Schießständen des Schützenvereins Gießen bei sehr schönem Schießwetter das Pokalschießen 1936 statt. Der Pokal ist ein Wanderpreis und wurde 1934 gestiftet. Im Stiftungsjahr wurde er von dem Kleinlaliber- Schützenoerein Allendorf (Lumda) und 1935 von dem Kleinkaliber-Schützenverein Leihgestern errungen. Zur Austragung des Wettkampfes für 1936 waren nur wer Vereine mit sechs Mannschaften angetreten. Es waren dies die Vereine: Allendorf (Lumda) (zwei Mannschaften). Leihgestern (eine Mannschaft), Steinbach (eine Mannschaft), Abteilung des Post-Sportvereins Gießen (zwei Mannschaften). Eine Mannschaft bestand aus fünf Schützen. Geschossen wurde auf 50 Meter Entfernung in den drei Anschlagsarten liegend, kniend und stehend freihändig. Abgegeben wurden von jedem Schützen 3 mal 3 Schuß ohne angezeigt zu werden. Nach interessantem Kampf wurde die 1. Mannschaft des Post-Sportoereins Gießen mit dem sehr guten Ergebnis von 442 Ringen 1. Sieger und somit Gewinner des Pokales 1936/37. Die siegreiche Mannschaft des Post-Sportvereins Gießen bestand aus den Schützen: Kurt Strack 93 R., Werner Scheller 89 R., Heinrich Schmier 87 R., Willi Flach 92 R., Heinrich Kern 81 R., zusammen 442 Ringe. Dann folgten die Mannschaften: Post-Sportverein Gießen 2. Mannschaft 415 Ringe, Leihgestern 407 R., Steinbach 398 R., Allendorf 1. Mannschaft 392 R., Allendorf 2. Mannschaft 383 R. Ueber 90 Ringe erreichten die Schützen: Kurt Strack, Post-Sportverein Gießen, 93 Ringe, Wilh. Volk, Leihgestern, 93 R., Heinrich Formhals, Allendorf, 92 R., Karl Möckel sen. und Willi Flach, Post- Sportverein Gießen, je 92 R. Eine Ehrenscheibe wurde von Heinrich Volk, Leihgestern, geschossen. Anschließend an den Wettkampf fand im Saale des Schützenhauses die Sieaerverkündung und -ehrung statt, der sich einige Stunden froher Kameradschaft anschlossen. Die Leitung des Schießens lag in den Händen des Kreisschiehleiters Schmidt (Gießen). Kurze Sporinotizen. 16 Mannschaften, darunter aus Süddeutschland Schwaben Stuttgart, Darmstadt 1846 und München 99, haben zur Deutschen Wasserballmeisterschaft gemeldet. Die 16 Mannschaften werden in vier Gruppen eingeteilt und die Gruppensieger tragen die Endspiele aus. Die Kämpfe nehmen im November ihren Anfang. Nuvolari gewann in dem bedeutendsten amerikanischen Automobilrennen den neuen Van- derbilt-Pokal der USA. Der Italiener fuhr auf seinem Alfa Romeo die 300 Meilen mit einem Stundenmittel von 106,213 km und erhielt als Sieger auch noch den ansehnlichen Geldpreis von 60 000 Dollar. Auf den nächsten Plätzen endeten Wimille (Bugatti), Brivio und Sommer (beide Alfa Romeo). Die O. N. S. gibt bekannt, daß in der Seitenwagenklasse der Motorräder bis 600 ccm doch ein deutscher Meistertitel vergeben worden ist. Zu Meisterehren kam hier der neue DKW-Fahrer Karl Braun. * Richard Seaman, Englands bekannter Automobil-Rennfahrer, stieg bei den Probefahrten der Daimler-Benz-A.-G. auf dem Nürburgring in den silbergrauen Mercedes-Benz und zeigte große Fahrkunst. * Die Große Goldmedaille des Automo- bil-Sport-Weltverbandes erhielt der Engländer Capt. George Eysston, dessen Weltrekordfahrten in der Salzwüste von Bonneville im Staate Utah noch in frischer Erinnerung sind. * D i e französischen Rennfahrer Be- noist und Veyron schufen mit dem neuen Bugatti auf der Bahn von Linas Montlhäry sechs neue internationale Geschwindigkeitsrekorde der Klasie über 3000 bis 5000 ccm. „Deutschland lernt Basketball spie- l e n", so lautet die Parole für 1940. Bis zu den Olympischen Spielen in Tokio soll das Basketballspiel bei uns so stark gefördert sein, daß wir uns am Olympischen Turnier mit einer guten Mannschaft beteiligen können. Schottland siegte 2:0 (0:0). Ehrenvolle Niederlage der deutschen Fußballelf in Glasgow. fern Ausmaß nicht erwarteten prächtigen und zum der Schotten immer drückender wurden, immer fern Ausmaß nicht erwarteten prächtigen u mehr auf die Abwehr beschränken. Jeder Mann | großen Teil ebenbürtigen Leistungen. zurückgezogenen Aufbauspielers übernommen, er mußte sich aber nach der Pause, als die Angriffe der deutschen Mannschaft hat in diesem Spiel sein Bestes geboten. Unüberwindliche Schotten. Die Schotten kamen mit Dawson, Anderson, Cummings; Massie, Simpson, Brown; Delaney, Walker, Armstrong, McPhail und Duncan. Auch hier war der Mittelläufer (Simpson) fast ausschließlich in der Abwehr tätig, in der ohnehin Tormann und Verteidiger großartige Leistungen boten. Der Angriff war aus fünf ausgezeichneten Technikern gebildet, die sämtlich über einen kräftigen Torschuß verfügten. Da Armstrong von Goldbrunner bewacht wurde und Duncan schlecht mit Münzenberg fertig wurde, lag die Last des Aufbaues in erster Linie auf McPhail. Am stärksten war die rechte Seite Delaney-Walker, von der aus auch die beiden Treffer fielen. Bis zur pause 0:0. Die ersten 10 Minuten gehörten ganz den Schotten, doch ließ sich die deutsche Abwehr in dieser Zeit nicht erschüttern. Langsam machte sich'die deutsche Elf frei und bald fiel sogar durch Gellesch ein Treffer, der aber aus Abseitsstellung erzielt und von Schiedsrichter H. Nattras nicht anerkannt wurde. Ueber eine halbe Stunde lang lieferte die deutsche Elf den Schotten einengleichwertigenundheroischen Kampf und auch die schottische Hintermannschaft, besonders der Hüter Dawson, wurde auf eine schwere Probe gestellt. Doch siel auf beiden Seiten kein Treffer und es ging in die zweite Halbzeit, die dann mehr und mehr im Zeichen der Schotten stand. In der 68. Minute fiel durch den Rechtsaußen Delaney bei einer verunglückten Abwehr Jakobs der erste Treffer und durch den gleichen Spieler wurde sechs Minuten vor Schluß scharf und unhaltbar der Endstand des Spieles erreicht. Der starke Jubel der Zuschauer galt nicht nur den Siegern, sondern auch den von der deutschen Mannschaft gezeigten und in die- Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft trug am Mittwochnachmittag vor 50 000 Zuschauern im Jbrox-Park in Glasgow das erste Länderspiel der Fußballreise nach dem britischen Jnselreiche aus. Die deutsche Elf, die von einer stattlichen Anzahl von Schlachtenbummlern begleitet war — der vom DFB. gemietete Dampfer „Reliance" hatte allein 600 deutsche Reisende gebracht —, lieferte ein ganz ausgezeichnetes Spiel, wie man es in den letzten Jahren noch von keiner deutschen Ländermannschaft zu sehen bekam. Selbst das erst kürzlich auf dem heißen Boden in Prag gegen die Tschechen gewonnene Spiel sah die Deutschen nicht in dieser Form. Wenn unsere Mannschaft dennoch das Spiel verlor, so eben deshalb, weil die Schotten zu Hause eine unerreichte Leistung boten. Auf jedem Posten war Schottland ausgezeichnet besetzt. Hier gab es keine Lücke und in dem Kampf mit nahezu gleichen Waffen mußte schließlich die Partei unterliegen, die in der Vollendung des Spieles nicht so ausgereift sein kann, wie es eben von Berufsspielern verlangt wird. Hervorragende deutsche Mannschaft. Die deutsche Mannschaft kam in der zuletzt angegebenen Aufttellung mit Jakob im Tor, Münzenberg und Muntert in der Verteidigung, Janes, Goldbrunner und Kitzinger in der Läuferreihe und mit dem durch (Eibern, Gellesch, Sifsling, Szepan und Urban ebenfalls hervorragend besetzten Angriff. Großartig schlug sich das Schlußdreieck und Goldbrunner folgte als dritter Verteidiger dem schottischen Mittelstürmer Armstrong wie ein Schatten. Kitzinaer war vornehmlich für den Aufbau, Janes mehr für die Abwehr tätig. Der rechte Flügel Elbem-Gellesch setzte sich wiederholt wirkungsvoll durch. Siffling spielte weit vorgeschoben zwischen den deutschen Flügelstürmern (Eibern und Urban und Szepan hatte wieder die Rolle des Wittschast *DerAufschwungderLahnschiffahrt. Die Flotte der Lahnfrachtschiffe ist erneut um zwei vergrößert worden. Die Schiffe sind auf einer Mainzer Werft gebaut worden. Die Monate Juli-September waren hinsichtlich der Frachtzisfern das bisher erfolgreichste Vierteljahr der Lahnschiffahrt und erbrachten erstmals über 50 000 Tonnen Gütermengen. Im ersten Vierteljahr 1936 waren es 36 000, im zweiten 43 000 Tonnen gewesen. Die gesamte Vor- jahrsbesörderung mit 126 434 Tonnen ist in diesem Jahr bereits Mitte September erreicht worden. * Wiederaufnahme des Postanwei - sungsverkehrs mit der Schweiz. Der vorübergehend eingestellte Postanweisungs-, Post- überweisungs- und Gebührenzetteloerkehr nach und aus der Schweiz, sowie der Nachnahme- und Postauftragsverkehr aus Deutschland nach der Schweiz werden vom 15. Oktober ab wieder ausgenommen. Rhein-Mainische Börse. Mtlagsbörse ruhiger. Frankfurt a. M., 14. Okt. Die Umsatztätigkeit an der Börse ist wesentlich ruhiger geworden, auch die Kursveränderungen hielten sich in engen Grenzen. Vom Publikum lagen weitere Kauforders in bescheidenem Umfange vor, während die Kulisse noch eher zu Realisationen neigte. Daher war die Kursgestaltung am Aktienmarkt uneinheitlich, die Veränderungen nach beiden Seiten glichen sich etwa aus. Etwas lebhafteres Geschäft erhielt sich in Otavi Minen mit 43 bis 44 (42,40), auch AKU. mit 86,50 (84,25) erholt und verhältnismäßig lebhaft. Montanaktien lagen vorwiegend gut behauptet, teilweise 0,25 bis 0,50 v. H. höher, Har- pener plus 1,50 v. H., dagegen Mansfelder Bergbau 158 (160,25), Klöckner 128,40 (129). JG.-Far- ben schwankend mit 177,13 bis 177 (177,40), Deutsche Erdöl 1 v. H. und Metallgesellschaft 0,50 v. H. niedriger. Elektroaktien bröckelten größtenteils 0,50 bis 1 v. H. ab, Siemens 204,25 (206,25), dagegen Gesfürel 147,25 (146,50). Von Zellstoffwerten erholten sich Waldhof auf 170,40 (169), Feldmühle Papier auf 146,25 (145), während Aschaffenburger auf 141,25 bis 140 (141,50) nachließen. Im einzelnen eröffneten Daimler 0,75 v. H., AG. für Verkehr 1 v. H., Holzmann, Reichsbank und Conti Gummi je 0,25 v. H. freundlicher, Deutsche Linoleum, Westdeutsche Kaufhof je 0,40 v. H. und Muag 0,13 v. H. niedriger. Im Verlaufe blieb das Geschäft am Aktienmarkt bei leicht schwankenden Kursen im ganzen klein. Lebhaft nur Otavi Minen mit 44,45 bis 45 nach 44 und 43. AKU. erhöhten sich auf 87,25 nach 86,50, später wieder 86,50, am Schluß aber 88.50. 0,25 bis 0,50 höher notierten die meisten Montanwerke, Aschaffenburger Zellstoff erhotten sich auf 141,65 nach 140. Auf höhere Meldungen aus der Schweiz waren Chade A—C mit 420 (407) gesucht. Von sonstigen später notierten Werten gewannen Cement Heidelberg 1,50 auf 158,50, Ilse Genuß 2,50 auf 149, während Südd. Zucker auf 212,75 (214) und Thür. Lieferung nach Pause auf 121 (124) nachließen. Von Renten schwankten Kommunal-Umschul- dung zwischen 89 bis 89,05, sonst galten späte Schuldbücher 98,25, frühe Wiederaufbauzuschläge 73,40, do. späte 73,20, Städte-Altbesitz inkl. Ziehung 117,25, Reichsbahn-VA. 0,25 v. H. schwächer mit 125,75. Goldpfandbriefe und Stadtanleihen lagen fast unverändert. Nass. Gold I 97,75 (97,50). Liquidationspfandbriefe bei Veränderungen von 0,13 vom Hundert uneinheitlich. Von Auslandrenten stiegen Ungarn Gold auf 13,75 bis 14 nach 13,65. Im Freiverkehr nannte man: Adlerwerke 103, Wayß & Freytag 126,50 bis 127,50, NSU. 150. Tagesgeld unv. 2,75 v. H. Abendbörse etwa behauptet. Bei kleinen Umsätzen blieben die Aktienkurse an der Abendbörse im Vergleich zum Berliner Schluß etwa behauptet; soweit Aenderungen eintraten, betrugen sie nur Bruchteile eines Prozentes. Es zeigte sich allgemein einige Zurückhaltung. Lebhaftere Umsätze blieben in Otavi Minen mit 46 bis 45,50 (45,40), ferner in Kunstseide AKU. bei rückläufiger Bewegung mit 85,50 bis 85,25 bis 86,25 (88,50). Am Rentenmarkt rückten Ungarn Gold wieder stark in den Vordergrund, bei mehrfachen Schwankungen war der Umsatz recht lebhaft; 13,75 bis 13,90 bis 13,85 (14,10), Stücke-Ungarn lagen unverändert. Fester lagen 4proz. Goldelisabech mit 158, do. leere 137 (136), auch 4proz. Steg von 1883 höher mit 24,75 (24,10), kleine von 1895 lagen mit 7,90 im Freioerkehr behauptet. Lebhafte Nachfrage fanden bei anziehenden Kursen auf Reichsmark umgestellte Dollar-Bonds. Deutsche Anleihen lagen still und unverändert. Am Einheitsmarkt gaben DD.- Bank und Dresdner Bank auf je 104,50 (105) nach. U. a. notierten: 1947er Verein. Stahl 95,75, 6 v. H. IG. Farben 133,40, Reichsbahn-Vorzugsaktien 125,75, 4V2 Ungarn von 1913 11,75, do. von 1914 11,60, 4 v. H. do. Goldrente 13,75 bis 13,90 bis 13,85 4 v. H. 1910er 11,40, 4 v. H. Rumänen 7,75, Adca 86, Commerzbank 103, DD.-Bank 104,50, Dresdner Bank 104,50, Ilse Genuß 149,50, Mannesmann 115,65, Otavi Minen 46 bis 45,50, Rhein- stahl 154,25, Laurahütte 18,25, Verein. Stahl 119,50, berg 99, Conti Gummi 174,75, Deutsche Erdöl 143,50, Scheideanstalt 273,50, Deutsche Linoleum AKU. 85,50 bis 85,25 bis 86,25, AEG. 39,13, Bem» 165, Licht und Kraft 159,25, IG. Farben 177, Gold» schmidt 120,25, Holzmann 130,50, Junghans 103, Lahmeyer 154, Muag 120, Metallgesellschaft 145,75, Schuckert 160,50, Westdeutsche Kaufhof 59,25, Süddeutsche Zucker 214, AG. für Verkehrswesen 121. Schweine- und Rindviehmarkt auf dem Gallusmarkt. + Gründ erg, 14. Okt. Wiederum zeigte der Gallusmarkt, daß er einer der größten Ferkelmärkte ist. Der Auftrieb betrug 1025 Ferkel. K Folgende Preise wurden erzielt: bis 6 Wochen alte Ferkel 12 bis 15 Mark, 6 bis 8 Wochen alte 16 bis 20 Mark, 8 bis 13 Wochen alte 22 bis 28 Mark. Da die Zahl der Käufer dem großen Angebot nicht entsprach, verblieb bei schleppendem Handel Ueberftanb. Die Beschickung des Rindviehmarktes war dagegen sehr dürftig; es waren nur 8 Stück auf- getrieben. Zwei Käufe wurden getätigt: '/«jähriges Rind zu 150 Mark und ein trächtiges Rind zu 356 Mark. Schweinemarkt in Friedberg. Friedberg, 14.Okt. (LPD.) Auf dem heutigen Schweinemarkt waren 857 Ferkel aufgetrieben. Es wurden folgende Preise bezahlt: Bis 6 Wochen alte Tiere 12 bis 15 Mark, 6 bis 8 Wochen alte 15 bis 18 Mark, 8 bis 12 Wochen alte Tiere 18 bis 24 Mark. Das Geschäft war sehr lebhaft. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 14. Okt. Die Zufuhren von Brotgetreide blieben klein, auch Gersten, Hafer und Futtergetreide waren kaum erhältlich.' Weizenmehl weiter lebhaftes, Roggenmehl etwas ruhigeres Geschäft. Futtermittel unverändert. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W 13 201, W 16 204, W 19 208, W 20 210; Roggen R 12 164, R15 167, R18 171, R19 173, Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste —> Braugerste 232, Futterhafer —. Weizenmehl Type 790 W 13 28,00, W16 28,10, W 19 28,10, W 20 28,45; Rog- genmehl Type 997 R12 22,45, R15 22,80, R18 23,30, R19 23,50 plus 0,50 Mark Frachtausgleich. Weizenfuttermehl 13,60. Weizenkleie W13 10,75, W16 10,90, W19 11,10, W 20 11,20; Roggenkleie R12 9,95, R15 10,f5, R18 10,40, R19 10,50, Mühlenfestpreise ab Mühlenstation. Sojaschrot —, Palmkuchen —, Erdnußkuchen —, Treber 16,50 bis 16,65, Trockenschnitzel —, Heu 5,00 bis 5,50, Weizen- und Roggenstroh (drahtgepreßt oder gebündelt) 2,20. Tendenz: ruhig. Frankfurter Schlachtoiehmarkt. Frankfurt a. M., 15. Okt. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 75 Rinder (15 Ochsen, 3 Bullen, 27 Kühe, 30 Färsen), 589 Kälber, 371 Schafe, 252 Schweine. (Es kosteten: Kälber 40 bis 65 Mark, Lämmer und Hämmel 45 bis 56, Schafe 35 bis 50, Schweine 51 bis 57 Mark. — Marktverlauf: Rinder und Schweine zugeteilt, Kälber, Hümmel und Schafe ruhig. Nundsunkprogramm. Freitag, 16. Oktober. 6 Uhr: Choral, Morgenfpruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Musik am Morgen. 10: Schulfunk. 11: Hausfrau, hör zu! 11.30: Bauernfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten. Anschließend: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Dem Opernfreund (XX). 15: Volk und Wirtschaft. Der farbige Tonfilm ist da! 15.15: „Das ist ein fröhliches Jagen." (Eine Hörfolge, um hessisches Weidwerk und seine Jagdgebiete. 16: Kompositionen von Karl Marx. 16.30: Unterhaltungskonzert. 17.30: Turnvater Jahn und sein bleibendes Vermächtnis. Zu feinem 150. Todestag am 15. Oktober 1936. 17.45: „Rund um den Broadway Neuyork." Eindrücke aus dem Amerika von heute. Von Gustav Staebe. 18: Musik aus Dresden. 19: Kammermusik für Bläser. 19.40: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: Serenade. 21: Bunte musikalische Unterhaltung. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.20: Worüber man in Amerika spricht. 22.30: Unterhaltungskonzert. 24 bis 2: Nachtmusik. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Devisenmarkt Vertin — Frankfurt a.M. Sranffurt a. M. | Berlin Sranffurt a.M. Berlin Schlußk. kurs börse börse börse Dalum 13.10. 14-10 13.10 14.10- 13-10 14-10. Datum 13-10. 14-10 117,65 118,4 117,9 117,9 100 100 99,9 99,9 Hamburg-Amertka-Paket 16,65 16,25 0 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 98,75 98,75 98,75 97 97 177,5 177,25 102,75 103 100,4 100,5 93 127,5 128,75 129 124,65 124,4 124,5 124,25 97 97 100,1 100,13 100,75 100,75 100,5 100,75 97,5 97,5 97,5 97,5 119,25 119,4 61,32 62,92 57,29 101,4 98,13 103,65 101,4 98,25 103,9 101,5 98,13 103,4 O 8 6 7 16,25 120,5 104,5 104,5 192,75 104 104 192 3 101,4 98,13 103,75 6 6 3 8 104 104 192,5 119,75 145,4 154 120,9 7 9 6 6 b 119 139,5 145,9 119 139,5 145 2,471 41,92 54,48 12,20 11,60 132,84 4 4 Yt O O 6 16 121 39,13 163,9 133,5 159 139 147 134,9 139,5 161 204,5 154,5 177,4 273,5 119,13 140,5 145,75 177 273,5 120,25 139,5 145,75 o 6 6 O 7 O 8 O O 9 12 11 95 109,8 95 109,8 146,5 129 115,25 16,5 40,25 16,4 121 127 102,75 143,5 154,75 121 105 105 192,75 118,75 144 155 120,65 190 150 128,25 115,65 39,25 162 134 158,75 138,5 146,5 134,5 140,75 161,5 206,25 152 144,5 152,75 120 39,13 162,5 134 159,25 138,5 147,25 134,75 139,75 160,5 204,25 154 149,5 128 115,65 39,25 163 134 159,13 138,5 147,5 135 140 162,25 206 151,5 147,5 129,25 116 95 109,75 95 109,75 Schluß, kurs Norddeutscher Lloyd ......... A.G. für Verkehrswesen Akt. .. Berliner Handelsgesellschaft ... Commerz- und Privat-Bank... Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................ Dresdner Bank ...... Reichsbank ................] 4% oesgl. Serie n 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 414A>Rumän.vereinh.Rentev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente . •iy4% Anatolier......... Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v.H., Lombardzinsfuß 5 v. H. A.E.G ...... Bekula Elektr. LteferungSgeiellschaft.. Licht und Kraft ............ Felten & Guilleaume 8,2 12,5 7,25 40 3,5 13,10 10,5 10,65 14,25 8,6 13 7,75 39,5 3,3 13,85 11,4 11,75 14,75 8,4 12,75 7,75 39,5 4% Oesterreichtsche Goldrente... 4,20% Oesterreichtsche Stlberrente 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4/2% desgl. von 1913.......... 6% obgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie l..................... Philipp Holz mann .... Zementwerk Heidelberg Cementwerk Karlstadt.. I. G. Farben-Industrte Scheideanstall........ Goldschmidt Rütgerswerke Metallgesellschaft Buderus 4 Deutsche Erdöl 4 Harpener................. 2% Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. 3 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 6 Rheinische Elektrizität ........ 6 Rhein. Wests. Elektr..........6 Schuckert L Co............... 6 Siemens L Halske 8 Lahmeyer L Co 7 31,25 3,5 13,4 10,65 10,75 14,4 Ilse Bergbau ....... Ilse Bergbau Genüsse Klöcknerwerke ....... Mannes mann-Röhreu 31,25 3,5 14,1 11,3 11,75 14,75 Schultheis Patzenhofer . Aku (Allgemeine Kunstseide) .. Bemberg................... Zellstoff Waldhof Zellstoff Aschaffenburg Dessauer Gas ............... Daimler Motoren Deutsche Linoleum Orenstein & Koppel Westdeutsche Kaufhof Chade...................... Accumulatoren-Fabrik ...... Conti-Gummi.............. 8,25 12,6 7,4 40,25 Schlußk. Mittagbörse 16 39,75 16,25 .121,5 128,5 103 Gritzner.................. Ol Mainkraftwerke Höchst a.M.... 4 Süddeutscher Zucker........1O| AS 6% Deutsche Retchsanteihe o. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 b^,% Doung-Anleihe von 1930 Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auslos.-Rechten ............ 4/t% Deutsche Retchspostschatzan Weisungen von 1934, I....... 4%% ehem. 8% Hessischer Volks, staat 1929 (rückzahlb. 102%) ... 4/i% ehem. 8% Hessische Landes banl Darmstadt Gold R. 12... 5%% ehem. 4%% Hess. Landes Hypothekenbank DarmstadtLiau. 4/i% ehem. 8% Darmst. Komm Landesb.Goldschuldverschr. R.k Oberhessen Provinz-Anleihe mti Auslos.-Rechten ............ Deutsche Komm. Sammelabl. An leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 4/i% ehem.8% Franks. Hyp.-Banl Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 5/i% ehem. 4/i% Franks. Hyp. Banl-Liqu.'Psandbriefe...... 5/i% ehem. 4/i% Rheinische Hyp.-Bank-Ltqu.-Goldpse. ... 4yt% ehem. 8% Pr. Landespfandbriefanstalt, Pfandbriefe R. 19 4/t% ehem. 7% Pr. Landespfand briesanst., Gold Komm. Lbl. 20 Steuergutich.Verrechnungsk. 34-38 Frankfurt a. M. Berlin Schlußkurs Schlußk. Abendbörse Schlußkurs Schlußk. Mittag- börse Datum 13.10. 14 10- 13.10 14.10. ManSfelver Bergbau .. .....5/i 160,25 158 159,75 158 Kokswerke ........... ....... 6 — — 141,25 142 Rheinische Braunkohlen .....12 232,5 232,5 232,25 232 Rhetnstahl ........... .......4 153,75 154,25 154,25 154,5 Vereinigte Stahlwerke. .....B/i 119,4 119,5 120 119,65 Otavi Minen ........ .......O 42,4 45,5 42,5 45,4 Kaliwerke Aschersleben. .......5 141 140,25 141,9 141,9 Kaliwerke Westeregeln. .......5 137,25 138 137 138,75 Kaliwerke Salzdetfurth .....7K 190 188 189 188,5 13.Oktober 14.Oktober Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Brief Geld Brief duenoa Arre 0,693 0,697 0,693 0,697 Brüssel .... 41,86 41,94 41,88 41,96 ■Rio de Jan. 0,145 0,147 0,145 0,147 Sofia..... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen 54,46 54,56 54,42 54,52 Danzig .... 47,04 47,14 47,04 47,14 London.... 12,195 12,225 12,185 12,215 HelsingforS.. 5,38 5,39 5,38 5,39 Parts ..... 11,615 11,635 11,61 11,63 Holland ... 132,37 132,63 132,69 132,95 Italien .... 13,09 13,11 13,09 13,11 Javan ..... 0,712 0,714 0,711 0,713 Jugoslawien 5,654 5,666 5,654 5,666 Oslo..... : 61,29 61,41 61,24 61,36 Wien...... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon... 11,08 11,10 11,07 11,09 Stockholm.. 62,88 63,00 62,83 62,95 Schweiz ... 57,20 57,32 57,22 57,34 Spanien... 25,97 26,03 24,98 25,02 Prag...... 8,761 8,779 8,761 8,779 Budapest .. — —— — Neuyork ... 2,489 2,493 2,489 2,493 Banknoten. i 130,5 158,5 157 130,5 130,5 _ _ 106,75 105,9 84,25 86,25 87,5 86,5 99 99 99 99 169 170,4 170 170,9 141,5 141,65 142 141,5 — 114,5 113,25 120 120,75 120,25 120,5 165,75 165 164 165 — 88,65 87,75 59,5 59,25 59,75 59,25 407 420 407 424 206 — 207 — 174,75 174,75 175 174,5 1 31,5 31,75 31,75 31,5 96,5 97,5 I 214 214 214 213,75 Berlin,14.Oktober <5kH> Amertkaniiche Nona.............. 2,451 Belgische Noten.................. 41,76 Dänische Noten ................. 54,26 Englische Noten ................. 12,16 Französische Noten............... 11,56 Holländische Noten............... 132,30 Italienische Noten................ — Norwegische Noten .............. 61,08 Deutsch Oesterreich, ä 100 Schilling — Rumänische Noten............... *-• Schwedische Noten............... 62,66 Schweizer Noten................. 57,07 - Ungarische Noten................ — llr.242 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Donnerstag, 15. Oktober 1936 Llnsere Soldaten eins, bene Gemeinschaft, die in Freud und । sammensteht zum Wohle des ganzen I Volkes. hth. v)egenroarii»|inri uei[ujuiuhciiv o“ 7 • nicht mehr behagte, weil zuviel Pastorengeruch m> der Tübinger Luft war, ließ er sein Amt, das Stift lauf die Werde. deutschen B. Am heutigen Donnerstagmittag werden die i Soldaten der Garnison Gießen in feierlicher Pa- l radea>ufstellung vor ihrem Divisionskommandeur j stehen. Generalleutnant L> ß w a l d wird die Sol- " baten mit einer Ansprache begrüßen, ferner wer- i den die Vertreter der Partei und der heimischen < Behörden ihnen den Gruß der Bewegung und der । Behörden von Kreis und Stadt Gießen darbringen : Im Anschluß daran nehmen aber auch die alten Gießener Soldaten, insbesondere die ehem 116er i öie Gelegenheit wahr, aus dem Munde eines alten i 116er Offiziers den Kameraden der aktiven Truppe . die Verbundenheit zwischen den einstigen Trägern ' ber Uniform und der jungen Wehrmacht zu bekun- ' den. Der Anlaß zu dieser Feier besteht in der Wiederkehr der alten Gießener Regimentsnummer 116 bei unserer Infanterie, zugleich soll aber auch mcht versäumt werden, unseren Gießener Artilleristen zu zeigen, daß auch sie ein von der ganzen Gießener Bevölkerung hochgeschätzter Teil unserer Garnison sind. Naturgemäß werden an diesem denkwürdigen Tage die Erinnerungen der Gießener Bevölkerung an das frühere Gießener Infanterie-Regiment Kai er Wilhelm Nr. 116 lebendig. Diejenigen Volksgenossen, die bereits vor dem Kriege in Gießen wohnten, werden sich gerade heute wieder bewußt sein, wie herzlich und innig damals schon die Beziehungen zwischen der Garnison und der Bevölkerung waren. Und die anderen Einwohner, die erst nach dem Kriege ihren Wohnsitz in Gießen aufschlugen, denken an die mancherlei Mitteilungen von alten llöern über ihre schöne Dienstzeit in Gießen und über die vielfältigen Beweise der Verbundenheit, die das Regiment 116 auch im Verlaufe der Kriegsjahre von den Volksgenossen in Gießen durch Liebesgabensendungen ins Feld, durch Briefe und Postkarten nach allen Fronten hin, durch sorgsamste uni) liebevolle Pflege daheim in den Lazaretten nach Verwundung und Krankheit, nicht zuletzt aber auch gelegentlich der unter seelisch niederschmetternden Eindrücken erfolgten Heimkehr in die Garnisonstadt Gießen nach dem Kriege erfahren haben. Stets und in allen Lebenslagen waren eben das Infanterie-Regiment Kaiser Wilhelm Nr. 116 und die Gießener Bevölkerung eine unlöslich miteinander verbundene Gemeinschaft, die Zivilbevölkerung ist auf das Regiment stets in höchstem Maße stolz gewesen und ist mit aufrichtiger Anteilnahme den Weg ihres Regiments von der Geschichte her bis zum jüngsten Tage der Gegenwart durch Freud und Leid im Geist miterlebt und mitmarschiert. Der furchtbare Schlag, der bas alte, ruhmbedeckte Regiment nach bem unglücklichen Kriegsausgang in der erzwungenen Auflösung traf, war zugleich einer der schwärzesten Tage unserer Gießener Bevölkerung. Dennoch mußte man sich in bas unvermeidliche Schicksal fügen. Die später in Gießen errichtete Garnison des I. Batls. Jnf.-Regts. Nr. 15 milderte zwar den Schmerz der Gießener Bevölkerung um ihre 116er, zumal zwischen den 15ern und der Bevölkerung ebenfalls wieder zu jeder Zeit herzliche Beziehungen herrschten und die Träger des feldgrauen Ehrenkleides in die Herzen aller Gießener hineinwachsen ließ. Dennoch blieb allezeit die Hoffnung lebendig, insbesondere bei den ehem. 116ern und bei allen alten Soldaten, daß doch einmal der Tag wiederkehren möge, an bem unsere Gießener Infanteristen wieder mit der alten Regimentsnummer 116 auf den Achselklappen durch die Stadt ziehen und verkünden möchten, daß bas alte Regiment Nr. 116 nicht nur in ber Tradition fortgeführt werbe, fonbern in ber Regimentsnummer 116 wiebergekehrt beur steht. Dieser Tag wirb in ber Geschichte unserer Stabt, aber auch in -ber Geschichte ber Garnison für alle Zeit mit golbenen Lettern vermerkt werben. Unsere jungen 116er werben biefen Tag sicherlich mit ber gleichen Freube begehen, mit ber auch bie ehemaligen 116er, bie alten Solbaten aller übrigen Waffengattungen unb bie gesamte Gießener Bevölkerung ihn empfinben. Die Gemeinschaft ber Solbaten von einst unb heute kommt benn auch sichtbar dadurch zum Aus- druck, baß bei ber heutigen Feier bie ehem. 116er, alle übrigen alten Solbaten und die in den letzten Jahren nach Erfüllung ihrer Dienstzeit aus der Wehrmacht ausgeschiedenen Männer bei der Feier zugegen sein werden, ferner ein alter, im Frieden und Kriege hochverdienter Offizier, Generalmajor a. D. Rudolf Mohr, im Namen aller ehern. 116er und der gesamten alten Soldaten zu den jungen Kameraden der aktiven Wehrmacht sprechen wird. NSG. Den dritten Tag des großen Jungvolk- Führerlagers in Friedberg leitete Lan- besbauernführer Dr. Wagner mit Ausführungen über bie Grünbe ein, bie zur Schaffung ber lebens- notroenbigen Marktordnung und des E r b - hofgefetzes geführt haben, Gesetze, die auf der nationalsozialistischen Weltanschauung süßen, einzig und allein den Schutz des Bauern als dem Ernährer des deutschen Volkes und als dessen ewiger Blutsquell diene. Er zeigte an Beispielen, zu welchen Katastrophen liberalistische Wirtschaftspolitik einst in Deutschland führte und heute in anderen Ländern noch führt. Deutschland hat Schluß gemacht mit dem verrückten Spiel von Preiserhöhung, Lohnerhöhung und darauf folgender unabwendbarer Abwertung der Zahlungsmittel, und hat an Stelle dieser Experimente die Stetigkeit von Lohn, Preis und Geldwert gesetzt und dadurch jede Teuerung von vornherein ausgeschaltet. Die Marktordnung legt einmal die Preise fest, zum zweiten sichert sie dem Bauern die Abnahme seiner Erzeugnisse, 3um dritten sorgt sie dafür, daß der Verbraucher diese Erzeugnisse in verwertbarem und genießbarem Zustand bekommt und bietet endlich die Gewähr, daß in Zeiten von Überproduktion trotzdem die Abnahme gesichert ist. Die Blutsfrage ist das Grundgesetz der nordischen Lebensauffassung, und das Bauerntum ist nach wie vor der Blutsquell des deutschen Volkes. Aus diesen Erkenntnissen nur kann man das Erbhofgesetz verstehen, das den tüchtigen Bauern an seine Scholle bindet und die Abwanderung und den Verschleiß der wertvollsten Kräfte verhindert. „Helft gerade ihr", so rief er den jungen Führern zu, „die ihr nicht mit den Eierschalen einer vergangenen liberalistischen Epoche behangen seid, mit, das Verständnis für die Tragweite und den ungeheueren Nutzen dieses Gesetzes im deutschen Volk zu vertiefen". Eine halbe Stunde später weilte ein Meister deutscher Dichtung Hans Friedrich Blunck unter der jungen Führerschaft. Es bedeutet dies eine ungeheuere Bereicherung der Schulung der Jungvolkführerschaft. Sie erhielt einen Einblick in ein Werk, das gerade die deutsche Jugend so wunderbar anspricht in der Natürlichkeit seiner Sprache und den Bildern, die er in seinen Märchen und Balladen symbolhaft wählt. Sein Werk ist der Jugend nicht fremd. Hans Friedrich Blunck begann mit der Lesung von Gedichten, die in ihrer Schönheit und in der Wärme ihres Empfindens als Schicksalsgedichte, noch unterstrichen durch den ausgezeichneten Vortrag und die betonte und doch nicht effekthaschende Untermalung, ihre Wirkung auf die jungen Führer nicht verfehlten. Seine Zeitgedichte, die dem politischen Tagesgeschehen entsprungen sind, legen Zeugnis ab von der Fähigkeit des Dichters, unbeugsame Härte mit tiefem Empfinden zu paaren. Er las weiter Balladen, in denen ein hoher ethischer Wert steckt und Märchen, in denen eine tiefe deutsche Volk zu beglücken. Aber das deutsche Volk saß im Spinnennetz feiner Fürsten seine Gegenwart war an den Grenzpfahl gebunden und feine Zukunft an den Geheimrat: wo ein Stück grünes Land war, ging die Vergangenheit Was in der neuen Welt ein Kinderspiel schien, war ein Herkuleswerk in der alten; jahrelang ringend, mußte der schwäbische Hans seinen Goldklumpen tauschen, bis er am Ende von all seinen Täuschen den grauen Wetzstein behielt. Da wußte er freilich, daß es zuerst die Schärfe der deutschen Sensen und Sinne aus ihrer Stumpfheit zu wetzen galt; und er wetzte, daß aus den Funken der Brand in die faulen Strohdächer sprang. Bis der Hans im Glück ein verdrossener Mann und seine Volkswirtschaftslehre ein durchlöcherter Regenschirm war, bis eine Kugel die letzte Enttäuschung bezahlte, bis Friedrich List in Kufstein verscharrt wurde. Aber sein Goldklumpen war unterdessen in rüstige Hände gefallen: was Friedrich List nicht vermochte, das münzten sie aus, ihren Beutel zu füllen; und als sich im Flickwerk der Fürsten Wohlstand und Freiheit zu regen begannen, regte sich sein Vermächtnis. Am 17. und 18. Oktober findet die erste Reidjs- siraßensammtung für das Winterhilsswerk statt. Die Deutsche Arbeitsfront wird unter Einsatz aller Kräfte getreu dem Befehl des Führers sich zur Verfügung stellen. Durch die Unterstützung aller muß der Erfolg dieser ersten Reichsstraßensammlung ein großer werden Symbolik lag. Der köstliche Humor des Dichters kam so recht zur Geltung in der Fortsetzung seiner Fabel vom Hasen und Igel, was noch durch eine glänzende Mimik unterstrichen wurde. Hans Friedrich Blunck schloß seine Lesung mit seinem Werk „Die große Fahrt", das sich mit dem Hildesheimer Seefahrer Dietrich Pinmg befaßt, der 20 Jahre vor Kolumbus Amerika entdeckte, und beseelt vom alten Wikingergeist für den dänischen König als Statthalter Islands Entdeckungsreisen unternahm. Von Herzen kommender Beifall dankte am Schluß Hans Friedrich Blunck für die Stunde, die er der jungen Führerschaft geschenkt hatte. Arn späten Nachmittag traf Gebietsführer Brandt im Lager ein, um der Führerschaft in grundlegenden Ausführungen den Weg der Erziehungsarbeit aufzuzeigen, den sich die Führerschaft des Jungvolks zu erarbeiten hat, und ihr einmal klar zu machen, daß Heimabend, Dienst, Sport, Fahrt und Lager Mittel zur Erreichung eines weit größeren Zieles find, nämlich der Schaffung eines Typs des Pimpfen, der schon — wer wollte es leugnen — feste Gestalt angenommen hat und der nach achtjährigem harten Dienst den Typ des deutschen Mannes formen soll. Der Führer aber ist mit Ein fröhlicher Hammerschlag lockte ihn mehr als die Wehmut versunkener Dinge; und weil seinem Gegenwartssinn verschimmelte Weisheit zu lehren und die Stadt, in Stuttgart den Stätten der Arbeit näher zu fein. Das aber war zu der Zeit, da Sand den Kotzebue totstach, da die Karlsbader Beschlüsse den Mord an der Deutschen Burschenschaft rächten; sie fanden auch L i st, der die Regierung in Stuttgart mit zornigen Eingaben plagte, und fetzten den lästigen Mahner hinter das eisenbeschlagene Tor auf dem Asperg. Sich aus der harten Haft zu befreien, versprach er, das schwäbische Land mit der neuen Welt zu vertauschen und über dem Meer dem frommen Geheimrat nicht mehr im Weg zu fein. So kam der Reutlinger Schwabe zu feiner Welt- bürgerschaft, so kam der arme Professor zum Reichtum; denn als er drüben das Glück in einem Kohlenflöz fand, griff feine Schwabenhand zu: solch ein Hans im Glück hatten die Leute im Osten längst nicht mehr gesehen, wie es der Schwabe in Penn- sylvanien war. Aber er wollte ein anderer Glücksritter werden als für den eigenen Beutel; er hatte die Quelle des Reichtums gefunden und wollte sie fließen machen für alle: Deutschland sollte nicht länger das Hungerland seiner Fürsten und ihrer höfischen Bettelschaft fein. Der Traum einer anderen Wirtschaft blühte ihm auf, als der Zünfte und kleinen Gewerke: der deutsche Boden war schwer an Schätzen; Kohlen und Eisen konnten dem Vaterland Wohlstand und Freiheit bedeuten; denn die Armut allein — so glaubte sein glühender Traum — machte die Menschen unfrei. Bahnen, quer durch die Grenzen der Fürsten gebaut, sollten den Städten die Nahrung der Bauernschaft bringen; die Städte hingegen sollten die Werkstätten sein für alles Gerät, das die Landwirtschaft brauchte. Eines sollte dem andern die Waage des Wohlstandes halten, rascher Verkehr und planvoller Handel sollten die Preise bestimmen, Zölle die heimischen Werkstätten schützen, Ausfuhr und Einfuhr die kluge Benützuna des Weltverkehrs fein. Ehe fein alühender Eifer mit solchem Traum in die Wirklichkeit ging, schrieb er ihn auf in dem klugen und heftigen Buch seiner Volkswirtschaftslehre: bann kam er zurück übers Meer wie der Hans im Glück, mit dem Goldklumpen seiner Plane, das von ihm zusammen mit Ernst Jünger herausgegebenen Kriegsbuche „Das Antlitz des Weltkrieges". Das erste handelte vom Grauen des Schlachtfeldes und schilderte, ausgehend von einigen Zeilen aus Grabbes „Marius und Sulla", Eindrücke und visionäre Erlebnisse des jungen Soldaten in Flandern nach der Erstürmung von Wyt- schaete durch pommersche Grenadiere im Novemver 1914 und während der nächtlichen Bestattung der beim Sturm Gefallenen durch die „Muttersöhnchen" der Kompanie. Es wurde geschildert, wie der Kampf mit den Dämonen des Schlachtfeldes in der eigenen Brust ausgetragen werden muß, und wie das große Grauen des Krieges den alten Soldaten noch nach Jahren überfällt. Das zweite Kapitel, „Nachtmarsch" überschrieben, ist 1914 von Ypern entstanden und schildert die wesentliche Erkenntnis des jungen Soldaten, daß das Schicksal vor die Bewährung in der Schlacht die Bewährung auf dem Marsch, auf dem Wege zum Ziel, gesetzt habe. Nicht die stärksten Beine marschierten am besten, sondern der stärkere Wille und das stärkere Herz seien entscheidend. Die Schilderung des Nachtmarsches mit ihren ungeheuren körperlichen und seelischen Anforderungen leitete sinngemäß über zu den gleichlautenden Strophen, die am Anfang von Bethges Drama stehen. — Zeitschriften. — Das Oktoberheft der Zeitschrift „Volk unb Rasse" (I. F. Lehmann, München) liefert u. a. durch die Veröffentlichung der Ergebnisse einer Rundfrage einen wertvollen Beitrag zur Psychologie des Geburtenrückganges und -anstieges. Gleichzeitig wird gezeigt, wie die falsche Einstellung zum Geburtenproblem bekämpft und vermieden werden kann. Dr. Johs. Scho tt ky zeigt, wie die medizinische Wissenschaft von der Rassenkunde beeinflußt wird und durch deren Erkenntnisse zur Lösung schwieriger Fragen auf dem Gebiet der Heilkunde kommt. Dr. W. M. E s s e r berichtet über Kultur im Spiegel der Sprache. Dr. Schmidt-Klevenow erörtert in seinem Aufsatz „Blutprobe — kein zuverlässiges Beweismittel?" kritisch ein unlängst ergangenes Gerichtsurteil. Aus der prvvmzialhaupistadt. Der letzte Strauß. Mitten auf dem Tisch steht er in einer bunten Vase. Die Mutter hat ihn vom Wochenmarkt mitgebracht, und als sie ihn ordnete und prüfend überschaute, sagte sie wie von ungefähr: „Es wirb der letzte Strauß in diesem Jahre sein." Dabei lag ein Ton des Bedauerns in ihrer Stimme und ihre Hände glitten mit einer liebkosenden Bewegung über die farbenfrohen Blumen. Der letzte Strauß. Er ruft in seiner bunter Schönheit noch einmal die Erinnerung an der Sommer wach, wo die Sonne wie ein Helles Feue über der Stadt stand und wo aus Gärten ur. Anlagen der Duft der Blüten herüberwehte. Strauß auf dem Tisch leuchtet nur, aber er buftel nicht, denn es sind Astern, die in der Vase stehen. Reizende Astern allerdings, eine noch schöner als die andere. Und wenn die Sonne einmal scheint, entfalten sie einen Faebenzauber, wie er schier unbeschreiblich ist. Nur daß die Sonne kaum einmal scheint. In starrer Gleichmäßigkeit zeigt sich der graue Himmel von einem Tag zum andern. Am Morgen blitzt gelegentlich ein Sonnenstrahl und manchmal auch mittags, aber kaum hat er frohe Hoffnungen erweckt, so ist er auch schon wieder verschwunden. Und dann hat die graue Eintönigkeit das Feld. Mit ihr die Kühle, die allerlei unliebsame Vorstellungen erweckt. Ist das in der Ordnung? Nein, das kann man wirklich nicht sagen. In unserer Vorstellung lebt der Herbst wesentlich anders. Wir schätzen ihn als lachenden Früchtespender, als goldenen Herbst, mit Weinlaub im Haar. Als eine frohe Erscheinung jedenfalls und nicht als einen ungemütlichen alten Herrn, der nur Kälte und Unbehagen verbreitet. In diesem Jahre sind wir leider mehr enttäuscht als beglückt worden. Der Sommer hat uns schon mit einiger Bosheit allerlei Schattenseiten gezeigt, und als wir unsere Hoffnung auf einen schönen Nachsommer zu setzen begannen, kam wieder die Bosheit und behauptete sich. Womit wir das verdient haben, mögen die Götter wissen, die sicher auch zu enträtseln vermögen, warum uns gegenwärtig statt Sonnenglanz und Farbenspiel die kühle Nüchternheit zum täglichen Erlebnis wird.. Man kann dagegen protestieren, es läßt sich indessen nichts dagegen tun. Und darum bleibt nichts anderes als eine bescheidene Hoffnung und die Freude an den Dingen, die noch vorhanden sind. Zu diesen Dingen aber gehört außer dem gelegentlichen Sonnenschein auch dieser letzte bunte Strauß, und wo er in all seiner Farbenfreudigkeit auf dem , Tische steht, da ist zu guter Letzt doch noch ein : bißchen herbstliche Schönheit eingekehrt. H.W.Sch. Bornoiizen. Tageskatender für Donnerstag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Verräter". — Licht- • spielhaus, Bahnhofstraße: „Der Bettelstudent". Brotsammlung des Jungvolks im Gebiet Heffen-Tlasiau. NSG. Wie im vergangenen Jahr, sv wird auch : das Winterhilfswerk 1936/37 durch eine große > Brotfarnmlungsaktion des Jungvolkes im Gau i Hessen-Nassau eingeleitet werden. Arn Samstag, • 24. Oktober, trommeln die Pimpfe Hessen-Nassaus : in allen Städten und Dörfern des Gaues, um Brot t und Mehl für notleidende Volksgenossen zu sam- Friedrich List, ein deutsches Schicksal. Von Wilhelm Schäfer. Als die Deutschen den Schillertag feierten, war es im dreizehnten Jahr, daß ein anderer Schwabe, verdüstert und müde der deutschen Ermattung, in Kufstein fein rastloses Leben mit einer Kugel beschloß. Er war kein Dichter, und als er am Tübinger Stift Staatswissenschaft lehrte, hieß ihm Hölderlin wenig; unnütze Träume galten dem praktischen Schwaben Griechenlands Götter, und bläßliche Feiertagsfreude galt ihm ein Frühlingsgedicht. Die Zuhörer, unter denen viel junge Mannschaft, Hitler-Jugend, Arbeitsdienst und BDM. vertreten war, dankten mit starkem Beifall. hth. Hochschulnachnchien. Ernannt wurden: Professor Dr. Gerhards A l • brecht, Ordinarius für Wirtschafts- und Sozial- wisfenschaften an der Universität Jena, zum ordentlichen Professor an der Universität Mar- bürg ; Professor Dr. Franz Büchner, Extra- Ordinarius für pathologische Anatomie an der Universität Berlin, zum ordentlichen Professor an der Universität Freiburg. Entpflichtet wurden: Die ordentlichen Professoren Dr Max Rosenfeld (Psychiattie und Neurologie) an der Universität R 0 st ° ck i Br. Kurt von Sa n• d e n (Mathematik und mathematische Technik) an der Technischen Hochschule Karlsruhe. sie sind eine unlöslich miteinander verbun- Leid zuheißem Herzen bei unserem Werk und überzeugt sich Jahr für Jahr von unserer Weiterentwicklung, von unserem Aufstieg, von unserer hartnäckigen Behauptung und unserem zähen Durchkämpfen, und er weiß, daß er sich auf diese seine Jugend verlassen kann. Den Tag beschloß ein Lichtbildervortrag des Gebietsjungvolkführers Paul Wagner über die Süd- Ost-Europafront der Bann- und Jungbannführer des Gebietes Heffen-Naffau. sei Lange Jahre blieb diese Hoffnung ein unerfüllter Wunsch. Erst die große Tat des Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler, der Aufbau einer neuen, starken deutschen Wehrmacht, brachte dem sehnsüchtigen Wunsche der Gießener Erfüllung. Und nun erleben wir heute den freudigen Tag, an dem Die Gießener Infanterie-Garnison wieder mit der Regimentsnummer 116 vor ihrem Dwisionskomman- von einst und jetzt in der Gefolgschaft unseres Führers Adolf Hitler, die Freude am Waffendienst und der stets tatbereite Einsatzwille zum Schutze von Volk und Vaterland zur Verteidigung unserer kostbaren Güter zum Ausdruck. Und diese breite Front soldatisch gesinnter und tatbereiter Menschen weiß sich gestärkt und gestützt durch die Gesamtheit aller deutschen Menschen. In dieser Gewißheit und zugleich im Geiste des alten, ruhmvollen preußisch-deutschen Soldatentums, beseelt von vorbehaltloser Treue zu unserem Führer und Reichskanzler Adolf Hitler, dem Obersten Befehlshaber der Deutschen Wehrmacht, dem Führer aller Deutschen, erfüllt von der alten Frontkameradschaft und dem Willen zum Dienst für die ganze deutsche Nation grüßen alle alten Soldaten und mit ihnen die ganze Bevölkerung herzlich unsere Gießener 116er, in gleicher Weise auch unsere Gießener Artilleristen. Möge es allezeit in Zukunft s o sein, wie es bisher in Gießen war: Soldaten und Bevölkerung sind Gießener Stadttheater. Vorlesung von Friedrich Bcthge. Die gestrige Ausführung des an dieser Stelle be= reits ausführlich gewürdigten Kriegsstuckes von Friedrich Bethge im Stadttheater fand als Festvorstellung in Anwesenheit des Autors und aablreidiei geladenen Gaste statt. grtcör.d) fc’etbae Mitglied des Kultursenates, Landesstel- ienleite? der Reichsfchristtumskammer und [teteer- r° nd-r G°n°raüntendant der Städtischen Buhnen sch-n Dramas zu entwickeln. Eine der Kardm l tugenden des nationauX allen" Umständen d^ Wahrheit sagen zu müssen. Vom f°a^^eeingtatTot” ntQi5 Kritik eines Remarque, wm 11 ba5 heroische der nat,onalfoz>al,stische D-cht insbe,on= Trotzdem 9™"^"LÄ !tegsbrama betresst, d°r° das nationasozaMI-h ti P^rioten kaum Jo sei es für ben (ogenatint 8 3rauen im tragbar, dargestellt zu I d f ^trügen. Der Kriege ihre Manner an °e Aiileren Wahrheiten Nationalsozialismus sthe ^>ch @ ba5 gleiche mit einem eisernen Trotzdem bu Artillerie gelte etwa sur den Tatbist (|^bftrri)|,nb keine in die eigenen Reihen sch I Kriege bedeu- Belastung der deutschen ArtiU-ri Ein Erlebnis ten solle). B ° t h g e er ert^ Ariegs- während des in diesen T g H e st in einer dichter-Tressens m Ber[ln' S°(bert habe; dergleichen Verdun-Hymne dasselbe g Hy gbeo(ogie bes guten vermöge, im ©egenjafe 3 gu xrschüt- Patrioten, den Naüonast des Patrioten lern. Eingehend auf da Nationalsozialisten zum alten Stils und des -"°Bethge auf den Problem des Mutes,, Kleist und ein Wort „Prinzen von Homburg sprechen und er- Nietzsches im "3ar“.*L[ofen53 bekannte Aeußerung innerte ferner an Hund"; ein erhebendes über den „inneren Sch feien auch die Erlebnis beim ^M ^des Führers zu dieser beherzigenswerten W te ^ndsätzlich verschie- Frage gewestm A s BetN»« ba5 z^ma „Widener Betrachtsweist ‘ Brb« herangezogen. ich das Eiserne Kr z . ^apite[ aus dem Anschließend las Bel Y 9 0 In dieser kameradschaftlichen Gemeinschaft des Aufmarsches zu der Feierstunde kommen eindrucksvoll und überzeugend die Geschlossenheit der Soldaten! Volkes. Das Lungvvlkführerlager des Gebietes Hessen-Nassau. Landesbauernführer Dr. Wagner, Hans Friedrich Blunck und Gebietsführer Brandt vor der jungen Führerschaft. sten Garde der 17.50 Uhr, das Opfer von jedem Volksgenossen. Die Merstumer im Turnverein ».1846 Gießen die noch außerhalb stehen, sich einen Einblick in Zur Sammlung sind verpflichtet: sämtliche Walter der DAF., Warte der K.d.F., Betriebsfiihrer, Betriebswalter, Vertrauensmänner. Am Freitag, 16. Oktober, wird von 19.50 bis 20 Uhr der Senderuf des Reichsorganisationsleiters Dr. Ley über alle deutschen Sender übertragen. Die zur Sammlung Verpflichteten hören die lieber» tragung innerhalb ihrer Ortsgruppe geschloffen an. Das Lokal ist bei dem zuständigen Obmann der DAF. zu erfragen. Für die Stadt Gießen: Ortsgruppe Gießen- Mitte, Stuttgarter Hof, Seltersweg (früher Sol- dan), Gießen-Ost, Gasthof Burkhardt, Kaiserallee 52, Gießen-Süd Gasthof Graf Zeppelin, Wilhelmstr. 49, Gießen-Rord Cafö Leib, Walltorstraße 36. Anschließend an die Uebertragung werden von dem Ortsobmann die Richtlinien für die Sammelaktion bekanntgegeben, sowie die Sammelbüchsen ausgehändigt. Am Samstagvormittag werden in amtlichen Betrieben Büchsensammlungen durchge- ührt, wobei Betriebsführer, Betriebswalter und Vertrauensmänner als erste spenden. Im Rahmen des Möglichen ist vorher ein Son- der-Betriebs-Appell abzuhalten, in dem in kurzen Ausführungen auf die Bedeutung des WHW. des mein. Durch den Einsatz der jüngst Bewegung soll von neuem die Si schäft des beut ff von nichts. Nun sitzt er hinter Gittern . . . Tja - hätte er Zeitung gelesen! Wer ohne Zeitung auSzukommen glaubt, wird dümmer, als die Polizei erlaubt! -chickfalsgemein- deutschen Volkes, die alle Klaffen, Stände „Sie sind verhaftet!" sagt man ihm und führt ihn zum Arrest-Lokal. Und das kam so: Die Tschechoslowakei hat ein Gesetz, das jedes Knipsen auf dem Bahnhof streng verbietet. Auch deutsche Blätter haben oft daran erinnert, damit Hase fand es böhmisch ... Trotz allen Hinderniffen kam Herr Has« doch nach Böh- ** Ein Achtzigjähriger. Am morgigen Freitag, 16. Oktober, feiert der Schmiedemeister Ernst Doll, Liebigstraße 57, seinen 80. Geburtstag. Der Jubilar erfreut sich einer ausgezeichneten Gesundheit. ** Froher Sonntagnachmittag beim Reichsbund der Körperbehinderten. Aus Anlaß seiner diesjährigen Werbeaktion veranstaltete der Reichsbund der Körperbehinderten am Sonntag im Schützenhaus eiben frohen Sonntagnachmittag. Mitglieder, sowie Freunde und Gönner waren in so großer Zahl erschienen, daß der Saal bald überfüllt war. Der Kreisobmann hieß die Anwesenden herzlich willkommen. Zwei Kameraden und in der Turnhalle des Vereins stattfindenden1 Uebunasstunde zu überzeugen, was alles zur Gesunderhaltung und Kräftigung des Körpers auch im vorgeschrittenen Lebensalter getan werden kann. Wie die vor einiger Zeit zu Ende gegangenen Olympischen Spiele dem deutschen Turnen und dem deutschen Sport neuen Auftrieb gaben, so möge auch das Altersturnen immer weitere Kreise erfassen, denn es ist Pflicht eines jeden Deutschen, den Mahnruf unseres Führers, Leibesübungen zu treiben, zu beherzigen. Von unserem Altmeister Friedrich Ludwig Jahn stammt der Ausspruch: „Gehen, Laufen, Springen, Werfen, Tragen sind kostenfreie Hebungen, überall anwendbar, umsonst wie die Luft. Diese kann der Staat von jedem verlangen, vom Armen, Wiklelbegüler- ten und Reichen, denn jeder hat sie nötig.“ Auch die Altersturner machen sich diesen Spruch zu eigen und handeln danach. Unter diesem Geleitwort stand auch das am Sonntag, 6. September 1936, durchgeführte 4 Hohe- rodskopf-Bergfest, an dem auch die Altersturner des Turnvereins von 1846 Gießen in besonders großer Zahl teilgenommen haben. Außer den Altersturnern Theodor Vaubel, Karl Lichtenfels und Oberturnwart Karl Erb, die als Kampfrichter und Riegenführer Verwendung fanden, traten alle übrigen Altersturner in den in großer Zahl aufgestellten Riegen zum Dreikampf an. Für die über 40 Jahre alten Altersturner waren folgende Hebungen vorgesehen: Freiweitsprung aus dem Stand: Steinstoßen mit einem Naturstein im Gewicht von etwa 30 Pfund, wie sie so zahlreich auf dem Hoherodskopf zu finden sind; Lauf über 75 Meter. Sämtliche Teilnehmer der Altersriege wurden bei diesem Wettkampf Sieger. Es waren dies: 1. Wilhelm Dapper (77 Jahre alt), 2. Hermann Haubach (72 I.), 3. Wilhelm Erle (65 I.), 4. Emil Marx (63 I.), 5. Paul Treuke (61 Jahre), 6. Ludwig Röhrich (63 I.), 7. Louis Vogt (54 I.), 8. Heinrich Zimmermann (53 I.), 9. Hans Götz (53 I.), 10. Georg Wahl (52 I.), 11. Heinrich Hamel (51 I.), 12. Gustav Pfeifer (45 I.), 13. Karl Müller (44 I.), 14. Karl Währum (43 I.), 15. Gustav Merten (42 I.), 16. Franz Sauer (42 I.). In der Altersstufe unter 40 Jahren turnten noch die Turner Karl Reuter und Ernst Freitag, die ebenfalls Sieger wurden, und von denen Karl Reuter mit großem Vorsprung sogar den 1. Sieg erringen konnte. Auch das Alterstreffen in Dillenburg am 27. September 1936 sah wieder eine größere Anzahl Turner der Altersriege im Wettkampf, und auch hier konnten alle Teilnehmer Siege erringen. Es war ein prächtiges Bild, alle diese bejahrten Wettkämpfer, mit dem schlichten Eichenkranz geschmückt, von diesen erhebenden turnerischen Veranstaltungen zurückkehren zu sehen. „Schaffende sammeln und geben!" Oie DAF. sammelt am 47. und 48. Oktober für das Winterhilfswerk 4936/31 das Tun und Treiben der Altersriege verschaffen , . » r - r Scto- wollen. Es ist jedermann Gelegenheit gegeben, sich Reisender zu Scha • ., durch einen Besuch der jedesmal am Dienstagabend graf hat keinen Schimmer. Er heißt ja Hase und weis 62000 Teilnehmer bei den Herbstgeländespielen 1936 des Gebietes Hessen-Nassau. NSG. Das Gebiet Hessen-Nassau (13) der Hitlerjugend führt in diesem Jahr erstmalig in größtem Rahmen Herbstgeländespiele in seinen Einheiten durch. 62 000 Hitlerjungen werden am 17. und 18. Oktober im gesamten Gebiet Hessen-Nassau an den Geländespielen teilnehmen. Sämtliche Geländespiele haben die Grundgedanken der Belagerung und Verteidigung. Am kommenden Samstag und Sonntag wird der Kampf um die belagerten Städte, Dörfer und Burgen ausgetragen werden. Die blaue Partei, die in jedem Falle die Verteidigung ist, wird versuchen, den Angriffen der roten Partei standzuhalten. Zum Teil ist in den einzelnen Einheiten an geschichtliche Vorgänge angeknüpft worden, wo in der Vergangenheit einmal eine Belagerung einer Stadt oder Burg zu verzeichnen war. Als Abschluß der Geländespiele wird am Sonntag, 18. Oktober, um 17 Uhr in allen größeren Standorten ein Schluß-Appell im Freien durchgeführt. Hierbei werden die Ergebnisse der Geländespiele bekanntgegeben. Die Herbstgeländespiele 1936 sind ein Auftakt; jedes Jahr werden sie sich im Gebiet Hessen-Nassau wiederholen. Sie werden dabei nicht nur für die Einheiten der Hitlerjugend, sondern auch für die Bevölkerung, die lebhaften Anteil an der Hitlerjugendarbeit nimmt, zu einem festen Begriff werden. Blutschuh- und Ehegesundheitsfragen. Arbeikstagungen der Slandesbeamlen in Oberheffen. Welch bedeutsame Rolle die Standesbeamten beim Aufbauwerk des Führers spielen, ist bekannt. Um ihre Arbeit zu fördern, finden auch in diesem Herbst in Hessen wieder Fortbildungskurse statt. Die Reisekosten tragen die Gemeinden. In erster Linie werden diesmal praktische Fragen zum Blutschutz- und Ehegesundheitsgesetz behandelt, insbesondere Zweifelsfälle geklärt werden. Weiter ist die Fortsetzung der Besprechung von Beispielen aus dem Gebiete der Eheschließung vorgesehen. Auch das Berichtigungsverfahren und die Randbeurkun- dungen sollen behandelt werden. Im übrigen soll auch diesmal wieder Gelegenheit gegeben werden Aur Beantwortung von Fragen der Teilnehmer über Zweifelsfälle aus der Praxis. Die Kurse finden statt für die Kreise Friedberg und die angrenzenden Teile der Kreise Gießen und Büdingen in Friedberg am 9. November, Gießen und die angrenzenden Teile des Kreises Schotten in Gießen am 16. November, Lauterbach und die angrenzenden Teile des Kreises Schotten in Lauterbach am 23. November, Büdingen und die angrenzenden Teile des Kreises Schotten in Nidda am 2. Dezember, Alsfeld und die angrenzenden Teils des Kreises Schotten in Alsfeld am 7. Dezember. Missionskursus in Gießen. Erster Tag. Am Dienstag begann im dichtbesetzten Johannes- saal ein Missionskursus, der nach einer aus Süddeutschland übernommenen Sitte mit einem Morgensingen eingeleitet wurde. Nach einigen Chorälen, die Propt Knodt-Gießen auf dem Harmonium begleitete, hielt Pfarrer Lic. Flechsenhaar-Ulfa die biblische Andacht. Nach der Pause sprach Missionsdirektor Dr. Hartenstein-Basel über „Das Wort Gottes und die Mission". An dem tiefgrün- Gleßener Wochenmarktpreise. * Gießen, 15. Okt. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: D. f. Molkereibutter, % kg 1,57 Mk., f. Molkereibutter 1,52, Landbutter, 1,42, Marken- butter 1,55 bis 1,60 Mk., Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Wirsing (grün), % kg 6 bis 8, Weißkraut 4 bis 6, Rotkraut 7 bis 10, gelbe Rüben 8 bis 12, rote Rübe 8 bis 10, Spinat 20, Unterkohlrabi 8 bis 10, Erbsen 25 bis 30, Grünkohl 15, Rosenkohl 30, Feldsalat 80 bis 90, Tomaten 20, Zwiebeln 7 bis 8, Meerrettich 30 bis 70, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kürbis 5 bis 6, Kartoffeln, neue 5 kg 40, kg 4 Pf., 50 kg 3,20 bis 3,50 Mk., Falläpfel, % kg 5 bis 6 Pf., Aepfel 12 bis 28, Birnen 10 bis 15, Zwetfchen 10 bis 12, junge Hähne 1.— bis 1.10, Suppenhühner 80 bis 90, Tauben, das Stück 50 bis 60, Nüsse, % kg 45 bis 50, Blumenkohl, Stück 50 bis 70, Salat 5 bis 10, Salatgurken 10 bis 25, Endivien 5 bis 10, Oberkohlrabi 4 bis 8, Lauch 5 bis 8, Rettich 5 bis 15, Sellerie 20 bis 30 Pf., Weißkraut, 50 kg 3,50 Mk., Rotkraut 6.— bis 7 —, Wirsing (grün) 5.— bis 6.— Mark. und Altersgruppen zusammenschließt, dokumentiert werden. Am 25. Oktober wird, anläßlich einer Großkundgebung für das Winterhilfswerk in Frankfurt am Main, der Führer des Gebietes Hessen-Nassau (13) Oberbannführer Brandt dem Gauleiter Meldung über de» Erfolg dieser ersten großen Aktion des Winterhilfswerkes im Gau Hessen-Nassau machen. Die Jugend Adolf Hitlers will auch für das WHW. 1936/37 beweisen, daß sie in vorderster Front steht, wenn es gilt, sich für Die große sozialistische Gemeinschaft des deutschen Volkes einzusetzen. Wenn der Turnverein von 18 4 6 Giere n in diesen Tagen die Feier seines 9 0 jähri - gen Bestehens begeht, so kann cmch die Altersabteilung des Vereins auf ein langjähriges Bestehen zurückblicken. Um der im Verein bereits bestehenden, turnerisch aber nach außen hin nicht hervorgetrete- nen Altersriege neuen Antrieb zu geben, erging im Jahre 1924 an die schon im vorgerückteren Lebensalter stehenden Vereinsmitglieder sowie an Freunde der Turnsache der Ruf, sich zusammenzu- chließen und durch regelmäßige Teilnahme an den Uebungsstunden bei der Neugestaltung der Altersriege mitzuwirken. Es mögen etwa zwei Dutzend alte Turner gewesen sein, die diesem Ruf Folge leisteten, und so konnten schon bald in den regelmäßig einmal wöchentlich stattfindenden, unter der Leitung des Dberturnroartes Karl Erb stehenden Uebungsstunden beachtenswerte Fortschritte auf dem Gebiete der Leibesübungen (Geräte- und Dolks- turnen sowie Freiübungen) gemacht werden. Erstmalig traf nun die Allersriege in einer Stärke von 31 Turnern gelegentlich des im Jahre 1925 von der Gießener Turnerschaft in Gießen ausgerichteten 32. Wittelrheinischen Kreisturnfestes in der Öffentlichkeit auf und konnte schon bei dieser Gelegenheit ihr Können unter Beweis stellen. Im Wetturnen sowohl wie auch als Musterriege wurde die Altersriege hinsichtlich ihrer turnerischen Leistungen und auch nach ihrem Auftreten mit an erster Stelle gewertet. Die alljährlich durchgeführten Bezirks- und Gauturnfeste sowie die in größeren Zeitabschnitten veranstalteten Kreisturnseste sahen in der Folgezeit immer eine größere Anzahl Turner der Altersriege auf dem Plan, und wenn sie auch in der Wertung nicht an der Spitze stand, so war sie doch immer bei den bestgewertesten Riegen zu finden. Frischer Turnergeist und echter Volksgemeinschafts- sinn sind die Merkmale, die unsere Altersturner auszeichnen. Es gibt keinen Standesunterschied, und gerade ihrer eifrigsten einer hat wiederholt darauf hingewiesen, daß er für die Altersturner nicht der Geheime Rat, sondern der Altersturner I. sei. Dieser Mann ließ es sich nicht nehmen, bei allen sich bietenden Gelegenheiten, mochten es die zahlreichen Turnfeste der vergangenen Zeit oder festliche Veranstaltungen innerhalb des Vereins selbst sein, in der ersten Reihe der Altersriege stehend, bei den turnerischen Vorführungen mitzuwirken, um in der Werbung für unser deutsches Turnen zu seinem Teil beizutragen an der Erfassung derjenigen Volksgenossen, die den Wert der Leibesübungen noch nicht erkannt haben. Dieser frische Turnergeist und ein stolzes Gefühl der Zusammengehörigkeit herrscht in den Reihen der Altersturner bis auf den heutigen Tag, und diese Tugenden betrachten die Altersturner als ihre vornehmsten Aufgaben auch in der Zukunft. Für die Altersturner ist es immer eine besondere Freude, wenn Volksgenossen im reiferen Alter, verurteilt. Außerdem wurden dem Angeklagten die Kosten des Verfahrens auferlegt. Der Angeklagte hatte im Auftrage seines Dienstherrn im Walde einen Buchenstamm aufgeladen, ohne im Besitz eines ordnungsgemäßen Abfuhrscheins zu sein. Er hatte lediglich einen Zettel, den ihm sein Dienstherr mitgegeben hatte und auf dem der Stamm bezeichnet war, bei sich. In Ruhlkirchen gewahrte der Eigentümer des Buchenstammes den Vorgang und veranlaßte den zuständigen Förster, den Angeklagten zum Abladen des Stammes zu bewegen. Der Angeklagte hat sich bei dieser Begebenheit zu tätlichen Beleidigungen und Widerstand gegen den Forstbeamten hinreißen lassen. Oberheffen. Hatsherrensihung in Alsfeld. Z Alsfeld, 14. Okt. In der gestern unter dem Vorsitz von Bürgermeister Dr. V ö l s i n g ab gehaltenen Ratsherrensitzung wurde die Festsetzung der Bürgersteuer für das Jahr 19 3 7 vor genommen. Auf Vorschlag des Vorsitzenden wurde der Steuersatz des Vorjahres beibehalten. Demgemäß wird die Bürgersteuer 1937 mit 500 v. H. der Reichssätze, wie im Jahre 1936, erhoben. Für die in Alsfeld untergebrachte Arbeitsdienstabteilung 2 2 3/4 ist die Schaffung eines neuen Sportplatzes notwendig ge» worden, da der allgemeine städtische Sportplatz am Lindenplatz infolge der erhöhten Inanspruchnahme durch die Alsfelder Schulen nicht mehr ausreicht für Die Benutzung durch den Arbeitsdienst und die Schulen. Es ist deshalb ein Wiesengelände der Ge- nossenschaftsbrauerei Alsfeld an der Dampfziegelei in nächster Nähe der Unterkunft der Arbeitsdienst- abteilung als Sportplatz in Aussicht genommen. Der jährliche Pachtpreis für das etwa vier Morgen umfassende Gelände soll 200 Mark betragen. Die Ratsherren billigen den vorgelegten Entwurf des Pachtvertrages, falls sich bei nochmaliger Prüfung eine andere Möglichkeit, billigeres, zweckentspre- chendes Gelände zu bekommen, nicht ergibt. Unter Mitteilungen gab der Vorsitzende bekannt, daß die von der Firma Gebr. Wallach in Alsfeld aegen die Stadt Alsfeld angestrengte Klage am Landgericht Gießen wegen Wiederherstellung zweier angeblich von der Stadt veräußerter Abfahrten zu ihrem Holzplatz kostenpflichtig abge- wiesen worden ist. In der nichtöffentlichen Sitzung wurde über den Ankauf von weiterem Gelände zur Fortsetzung der in der Rambach durch die Gewobag (Frankfurt a. M.) begonnenen Kleinsiedlung verhandelt. Außerdem wurde die Frage der Schaf- hing geeigneter Heime für d i e HI. und den B D M. in Alsfeld durch einen Neubau und dessen Finanzierung erörtert. Landkreis Gießen £ Wieseck, 15. Okt. Wie in früheren Jahren, so haben auch in diesem Jahr sich die A l t e r s - kameradendesJahrgangesl886 zu einer Vereinigung zusammengeschlossen, um im Kreise ihrer Familien einige Stunden der (Erinnerung gemeinsam zu verleben. Aus diesem Grunde findet am kommenden Samstag auf der Badenburg bei der Alterskameradin Frau (Sommerlab eine gemein- fame Feier statt, zu der auch die fern der Heimat wohnenden Alterskameraden eingeladen wurden und ihr Kommen zugesagt haben. O0 A l l e n d o r f (L a h n), 14. Okt. Am gestrigen Dienstag wurde der im Alter von 75 Jahren verstorbene hiesige Schreinermeister Johann Volk zu Grabe getragen. Der Verstorbene hatte 20 Jahre lang das Amt eines Pumpenwärters versehen und wirkte außerdem auch als Leichenbeschauer. Sein stets hilfsbereites Wesen hatte ihm die Wertschätzung aller Volksgenossen errungen. Der Gesangverein, der Kirchenchor und der Kriegerverein erwiesen ihrem Ehrenmitglied durch Kranzniederlegung und Lied- oorträge die letzte Ehre. Der Verstorbene wird bei der Bevölkerung des Ortes in guter Erinnerung bleiben. a Kle in - Lind en, 13. Okt. Der Schützenklub „Roland" hielt am Sonntag sein dies- jähriges K ö n i g s s ch i e ß e n ab und verband damit ein Hebungs- und Ehrenscheibenschießen. Es wurde auf 100 Meter Entfernung mit Großkaliber digen Vortrag schloß sich eine lebhafte Besprechung an, an der sich die Pfarrer Kodding, Hofmann und Lenz beteiligten. Der Nachmittag brachte dann einen weiteren Vortrag von Direktor Dr. Hartenstein über das Thema: „Das Alte Testament in der Mission". Er führte in die theologische Betrachtung des Alten Testamentes ein, setzte sich mit der gegenwärtigen Haltung gegenüber dem Alten Testament auseinander und machte auf die Bedeutung des Alten Testaments in der Mission (Erziehungs- und Wächteramt) besonders aufmerksam. Dann folgte der Vortrag des Repetenten Dr. Trommershaufen über das Thema „Die Missionspredigt". Der Vortragende war in letzter Stunde für den verhinderten Professor D. Dr. Cordier eingetreten. Die Besprechung der beiden Vorträge, an der sich besonders Dr. Hartenstein beteiligte, zog sich bis in den Abend hin. Der Tag wurde mit einem gemeinsamen Liede geschlossen. Der erste Tag des Missionskursus beschloß ein Missionsabend in Klein-Linden, über den wir an anderer Stelle berichteten. Zweiter Tag. Am anderen Morgen wurde der Missionskursus fortgesetzt. Nach dem Morgensingen hielt Pfarrer Reusch die biblische Betrachtung. Sodann referierte Missionsdirektor Dr. Hartenstein über das Thema: „Das Geheimnis des Heidentums." Der Vortrag machte auf die Zuhörer einen tiefen Eindruck, so daß auf Antrag von Propst Knodt von einer Besprechung abgesehen wurde. Nachmittags behandelte derselbe Redner das Thema: „Das Wort vom Kreuze in der Mission." An der Besprechung dieses Vortrages beteiligten sich Pfarrer Ködding, Volp, Missionar Ruff und Dr. Hartenstein. Sodann sprach Professor Gerstenmeier (Friedberg) in außerordentlicher Frische über „Die Mission in Schule und Jugendarbeit", wobei auch der Kindergottesdienst berücksichtigt wurde. Der Vortrag brachte viel Anschauungsmaterial. Abends beendete ein schöner Missionsgottesdienst im benachbarten Leihgestern den Tag. Auch Gäste aus Gießen waren gekommen. Der Kirchengesangverein machte sich durch den Vortrag von zwei Liedern verdient. Nachdem der Ortsgeistliche, Pfarrer Reusch, mit freundlichen Begrüßungsworten den Abend eröffnet hatte, sprachen zur Ge- meinde Missionar Michel, Bufe und Braun. Dekan a. D. Gußmann sprach Schlußwort und Gebet. Die Kollekte kam der Basler Mission zugute. zwei Kameradinnen brachten Mundartgedichte und humoristische Vorträge zu Gehör, die großen Beifall fanden. Auch einige Musiker hatten sich in den Dienst der guten Sache gestellt, so daß ein abwechslungsreiches ausgezeichnetes Programm geboten werden konnte. Don der Kreisgruppe war für Kaffee und Kuchen gesorgt worden. Zum.Schluß der Veranstaltung forderte Kamerad H e 1 f e n b e i n die Teilnehmer auf, weiterhin tatkräftig für den RBK. zu werben, damit auch der letzte Körperbehinderte im Kreisgebiet erfaßt wird. Er schloß mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Führer. Schöffengericht Gießen. Wegen fortgesetzten Betrugs in Tateinheit mit einem Verbrechen der fortgesetzten schweren Urkundenfälschung wurde die 26jährigeJüdin Jenny Karo aus Berlin, unter Annahme mildernder Umstände hinsichtlich der schweren Urkundenfälschung zu einer Gefängnis st rase von vier Monaten und zur Kostentrahung verurteilt. Die Angeklagte hatte in die ihr von der Kurverwaltung Bad-Nauheim ausgestellte Kurkarte verschiedene Lochungen vorgenommen, um sie als Beweis für angeblich genommene Bäder zu verwenden. Sie legte die von ihr gefälschte Kurkarte dem israelitischen Frauenheim in Bad-Nauheim vor und ließ sich dort für weitere Bäder nach und nach die erforderlichen Geldbeträge auszahlen, ohne aber die Bäder zu nehmen. Aus diese Weise hatte sich die Angeklagte einen Vermögensvorteil von etwas über 30 RM. verschafft. Der 37 Jahre alte Angeklagte K. O. S., wohnhaft in Ruhlkirchen, vorbestraft, wurde wegen fortgesetzten Widerstandes in Tateinheit mit einem Vergehen der Beleidigung unter Annahme mildernder Umstände zu vier Monaten Gefängnis deutschen Volkes hingewiesen wird. Es wird erwartet, daß auch in dem kleinsten Ladengeschäft mit Gefolgschaft die Sammlung stattfindet. Nähere Einzelheiten erfragen Sie bei ihrem Ortsobmann der DAF. Deutsche Volksgenossen, die Sammelaktion der DAF. muß ein machtvolles Bekenntnis zum Führer und zum deutschen Sozialismus darstellen. Wir alle fühlen uns verpflichtet, durch unser Opfer die Not zu lindern und mitzuhelfen an der lieber» Windung von Hunger und Kälte. Darum seid Sozialisten der Tat! Hermann Wagner, Kreisobmann der DAF. Die Winterhilsswerk-Sammlung in Gießen. Die Gaupressewaltung der Deutschen Arbeitsfront in Frankfurt a. M. teilt uns mit: In vorderster Linie bei der Sammelaktion der DAF. für das Winterhilfswerk 1936/37 stehen selbstverständlich die Amtsträger der Deutschen Arbeits- front In allen wichtigen Städten sammeln Ange- men! Unt bad)te gl6id) an (tine grau: „Ich werd für 1,°3ne® ie ß erfordert'Pg. Hahn von der Orga- f« «in Bill, der Elb- hupfen!" Schon war« s-sch-h- nisation Samstag, 17. Oktober, von 14.35 Uhr bis ' — schon legen Harle Hände sich auf seine Schulten IX Führer aus. Einbrüche am laufenden Band. Gezeigt sein dunkles liegt ein kleines, schmeichelhaft, sich sagt er zwanglos. um vor Leder Hilst dem WHW.I Opferspenden vom Lohn oder Gehalt sind an das Winterhilfswerk des Deutschen Volkes. Kreisführung Wetterau in (Sie* feen, Postscheckkonto Jlr. 23 633, oder auf dessen Bankkonto 6100 bei der Bezirkssparkasse Gießen zu überweisen. markt mit seinen Ständen besetzt, schätzungsweise mögen es rund 150 Stände gewesen sein, so daß er damit die Zahl der beiden Vorjahre erreichte; auch die Ausgestaltung des Juxplatzes war reich- holtig. In den Gastwirtschaften, Bäckereien und Metzgereien herrschte starker Betrieb, der bis in die späten Nachtstunden andauerte Sowohl bei den Ständen des Marktes, als auch in den Geschäften der Stadt war stets starker Andrang zu bemerken, und die vielen heimkehrenden, mit allerlei Gegenständen und Paketen beladenen Marktbesucher lassen auf guten Verkauf schließen. Arn späten Nachmittag begann in allen Sälen der Stadt, einschließlich der Turnhalle, der Tanz, der bis in die späte Nacht hinein dauerte. Die Marktwache, sowie die durch auswärtige Kräfte verstärkte Polizei fand bis zum Abend keinen Anlaß zum Eingreifen. Zusammenfassend kann gesagt werden, daß der Hauptmarkttag einen guten Verlauf genommen und damit wieder bewiesen hat, daß der Gallusmarkt ein Markt und Volksfest von großer wirtschaftlicher Bedeutung für Grünberg und seine Umgebung ist. Der Donnerstag, als zweiter Markttag, bringt die Fortsetzung des Krämermarktes und der Volksbelustigung. Äm Sonntag findet in der Turnhalle die Ziehung der Gallusmarktverlosung statt, anschließend sind auf dem Juxplatz die Abschiedsvorstellungen. Uebungsschießen erzielte Mitglied Wilhelm Erle mit 34 Ringen die beste Tagesleistung. Im Turnerheim sand am Abend die Ehrung des Königsschützen statt. Dereinsführer Erle überreichte dem neuen Königsschützen Heinrich K e u d e l eine silberne Medaille. Ein harmonisch verlaufener Kameradschaftsabend beschloß den Tag. Die Orte Bischoffen und Offenbach, beide im Hinterland gelegen und zum Kreise Biedenkopf bzw. zum Dillkreis gehörend, hatten im Laufe der vorigen Woche ihre lokalen Sensationen. In G a st- wirtschaften und in Kolonialware n - und Lebensmittelhandlungen erschien zur Nachtzeit unerwünschter Besuch, der seinen Weg entweder durch das Kellerfenster, oder durch em Fenster im Erdgeschoß nahm. Am andern Morgen mußten die von dem Einbrecher heimgesuchten Hausbewohner stets die Feststellung machen, daß der nächtliche „Gast" Brot und Speck, Fleischkonserven oder Wurst, vor allem aber Wein und auch einen guten Schnaps mitgenommen hatte, ferner Interesse für Geld und Kleidungsstücke hatte, das er in geeigneten Fällen durch kurzentschlossenes Mitnehmen unter Beweis stellte. Man fahndete nach dem Spitzbuben, konnte ihn aber nirgendwo ein wenig Lebendigkeit in Hannas Eintönigkeit gebracht, vielleicht sah er sie jetzt auch öfter, nun, Hanna war alt genug, man konnte sich auf sie verlassen. — Kreis Alsfeld O Flensungen,.13. Okt. Am Sonntag wurde einer unserer ältesten Einwohner, Konrad Theiß II., im Alter von nahezu 78 Jahren zu Grabe getragen. Die Kriegerkameradschaft Flensungen, der er seit vielen Jahren als treues Mitglied angehörte, brachte ihn feierlich zu seiner letzten Ruhestätte und ehrte ihn durch die üblichen Ehrensalven für alte Soldaten. deiner Pension." „Was sagte er sonst noch?", will Hanna wissen, aber Liesel zuckt die Schultern. „Nicht viel, paar Komplimente für mich, aber die stecke ich mir ja nun an den Hut. Außerdem sollte ich nett von ihm träumen und darauf achten, daß du nicht zu viel fette Schinkenbröte bei mir ißt, wegen der schlanken Linie. Ein Gemütsmensch ist das!" „Schimpf nicht, Aepfelchen," strahlt Hanna und fällt Liesel um den Hals. Alles ist Glück und Spannung in ihr, John Herbing ist Zauber und Wunder für sie, dem sie immer mehr verfällt. Sie verkauft Milch und Brot, sie schneidet dünne und dicke Scheiben Wurst, sie sucht Eier aus, und Liesel schüttelt den Kopf über die verwandelte Hanna. Die Kunden wundern sich mit. Erstens über die neue Attraktion überhaupt und zweitens über die Fidelitas, die in dem kleinen Laden herrscht. Vielleicht hätten die Frauen verstnädnisvoll und mitleidig gelächelt, wenn sie gewußt hätten, warum Hanna so strahlt, vielleicht hätten sich die wenigen Männer, die sich so im Laufe des Tages einfanden, in die Brust geworfen und geschmunzelt — vielleicht hätte aber eine von ihnen gewarnt, vor dem andern Gesicht gewarnt, vor dem stillen, tränenreichen, an dem so oft die Mnäner schuld sind. — Punkt sieben Uhr schließt das Aepfelchen seinen Laden, es ist zufrieden, denn die Kasse ist gut gewesen. Vielleicht liegt das an den verbrühten Händen — es hat sich ja herumgesprochen, und man ich sehr nett in den scheußlichen Tagen gewesen — vielleicht ist es aber auch Hanna, die ein Teil des guten Geschäftsganges für sich buchen kann. — Auch das spricht sich schnell herum. Dann wird auch noch die Schneidemaschine gebracht. „Warum sollst du nicht auch mal einen Extra- spaß haben, Liesel? Verdient hast du ihn. Außer- gi em iicincs, verdunkeltes Lächeln. ,',Es ist sehr gütig von Ihnen und wirklich '' " r* r?' meiner zu erinnern, Laverenz, „Es ist eine ganz große Chance — ich möchte sie mir nicht ent- dem kann ich eben doch nur per Zufall mal eine richtige Scheibe schneiden. Ich rücke jetzt ab. —" „Viel Spaß!", wünscht Liesel noch und streichelt ihre blitzblanke Maschine . . . 12. Kapitel „Ich habe Sie zu mir gebeten, Herbing, um mit Ihnen etwas zu besprechen" Der Verleger Laverenz hat sich eine Zigarre angebrannt und scheint sehr aufgeräumt zu sein. Herbing sitzt ihm gegenüber, halb im Schatten. „Sie wissen selbst, welch ein großer Erfolg Ihre kleine Broschüre gewesen ist, ich habe Lust, mit Ihnen eine gute, Ihrem Können entsprechende Sache zu versuchen. Sie sind frei und ungebunden, Sie wären für mich daher der richtige Mann." Hier macht Paul Laverenz eine kleine Pause, als aber John Herbing nichts darauf sagt, spricht er weiter: „Ich möchte zum Frühjahr, spätestens im Frühsommer ein Buch über „Straßen der Welt" herausbringen. Und zwar will ich es gemeinsam mit einem Zeitungsverlag tun und mich mit dem in die Spesen teilen. Die Zeitung braucht gute Reportagen über moderne Verkehrsstraßen, ich will dasselbe, nur mehr aus dem Blickwinkel der Historie gesehen, also sagen wir mal: ein Stück Kulturpolitik aus den Jahrhunderten. Was Sie nebenbei noch sehen und erleben, werden Sie gut zu verwenden wissen. Die Bedingungen wären für Sie: Abreise sofort über den Balkan nach Afrika und weiter, Erstabdruck sämtlicher Berichte an mein Haus. Hier wird es dann gesichtet und verwertet. Ich zahle Ihnen die Unkosten und beteilige Sie am Buch. Erste Auflage etwa 5000. Es liegt an Ihnen, daß es ein Erfolg wird. Herbing, es ist ein Thema, das hochaktuell ist und bis jetzt fehlt und darüber das, was Sie mir bringen sollen, keine trockene Materie und Zahlen, sondern lebendige Geschichte der Länder, ihrer Völker und Kultur. Setzen Sie dann als Schluß und Vergleich die Reichsautostraßen Deutschlands, ihre kulturellen und wirtschaftlichen Aufgaben. Ich glaube wir haben uns über das Wesentliche verstanden, Herbmg. Der Verleger schweigt und sieht seinen Besucher an Der hat den Blick gesenkt, er nimmt die hellen Handschuhe von einer Hand in die andere, Lave- renz hat keine Kontrolle über das, was dem Manne jetzt durch Herz und Hirn schießt. für mich, und ich gehen lassen. Ich — nehme an.' Der Mann richtet sich auf und begegnet dem Blick des Verlegers. Keine sonderliche Erregung ..... Gesicht, um seinen vollen Mund Als Liesel ihre Freundin Hanna wieder zu icht bekam, sagte sie: „Herr Herbing hat angerufen, er holt dich acht Uhr mit dem Wagen ab und wartet bekannte schleunigst querfeldein flüch- t i g. Nunmehr wurde bei den drei jungen Männern aus Bischoffen der Gedanke, den langgesuchten Einbrecher vor sich zu haben, noch stärker, sie setzten dem Fliehenden nach und hatten ihn bald eingeholt und überwältigt. Da bemerkten sie im Scheine einer Taschenlampe, daß der Ergriffene eine L e - d e r j a ck e trug, die die jungen Burschen als das gestohlene Eigentum eines Bischoffener Einwohners wiedererkannten. Jetzt wußten sie, daß sie in dem ortsfremden, unbekannten Manne den Einbrecher gefaßt hatten. Sie schassten ihn gemeinsam nach Niederweidbach zur Behörde, wo der Festgenommene für den Rest der Nacht in dem Ortspolizeigefängnis gut verwahrt wurde. Am Montagmorgen besah sich die zuständige Gendarmerie den gefangenen Vogel genauer. Im Laufe der Vernehmung ergab sich, daß man einen guten Fang gemacht hatte. Der Festgenommene entpuppte sich als der 35 Jahre alte Friedrich Wilhelm Günther aus Rucken (Kreis Tilsit). Der Mann befand sich seit Jahren auf der Walze, denn nirgendwo hatte er Ruhe und Beständigkeit. Wie er erzählte, hat er bereits Oesterreich, Ungarn, Italien, die Schweiz und Frankreich durchwandert, jetzt kam er aus Westfalen gepilgert, durch das Siegerland, anscheinend mit dem Ziel Frankfurt a. M. Soweit er über seine Wandertaten berichtete, offenbarte er ein ganz ausgezeichnetes Gedächtnis und konnte auch fließend erzählen. kreis Schotten r S ch o t t e n , 13. Okt. In der hiesigen Turnhalle fand am Samstag ein D e u t s ch e r A b e n d statt. Ein geborener Schottener namens Wilhelm S chlor b, jetzt in Darmstadt, hielt einen interessanten Lichtbildervortrag über Erlebnisse m den fruheren^deut^ # Groß-Eichen, 13. Okt. Die Eintopf- Sammlung am vorigen Sonntag ergab hier den Betrag von 20,80 Mark. Dies bedeutet eine Erhöhung um 25 v. H. gegenüber dem gleichen Sonn- tag im Vorjahre. — Der Flurschütz i. R. Georg Paul wurde gestern nachmittag beim Ausschirren von einer Kuh u m g e st o ß e n , so daß er zu Boden fiel. Der Arzt stellte einen Bruch am linken Hüftknochen fest. Der Verunglückte wurde in das Krankenhaus in Laubach verbracht. kriminellen Seite seines Lebens zielten, da verlor er plötzlich das Gedächtnis vollkommen und litt auch an großen Sprachhemmungen, kurz und gut, nach dieser Seite hin wollte er gar nicht herausrücken. Dennoch gelang es im Verlaufe der Vernehmung, den Festgenommenen zu einer Reihe von Geständnissen zu bringen. Dabei ergab sich das Eingeständnis von neun Einbrüchen und zwei Einbruchsversuchen; allerdings dürfte hiermit des „Arbeitsfeld" dieses reisenden Einbrechers wohl noch nicht erschöpft sein. Die neun Einbrüche und zwei Einbruchsversuche hat der Verhaftete in Bischoffen und Offenbach, ferner im S i e g e r l a n d , in der Gegend von Siegen und Betzdorf, begangen. Was er dort jeweils geklaut hat, ist bis jetzt noch nicht bekannt. In Bischoffen und in O f f e n b a ch hat er sich mit Lebensmitteln ausreichend versorgt, insbesondere hat er nicht vergessen, sich mit W e i n gut zu versorgen, ferner nach Möglichkeit G e l d zu ergattern und auch die oben erwähnte Lederjacke mitzunehmen. Seine Einbrecherbeute schaffte er auf den Heuboden eines Grundstückes in Bischoffen, wo er für mehrere Nächte und Tage sein „Standquartier" aufschlug. Von dort zog er nachts auf Einbrecherfahrt los, während er sich am Tage auf dem Heuboden ausruhte, pennte und sich besonders am Wein gütlich tat. Der Hauseigentümer hatte natürlich keine Ahnung von diesem eigenartigen Besuch auf seinem Heuboden. Er war in höchstem Maße überrascht, als er erfuhr, was sich nächtlicherweile in feinem Heulager eingenistet hatte. Bei der Nachforschung auf dem Heuboden fand man eine gante Anzahl leerer Weinflaschen, außerdem auch noch einige gefüllte Flaschen, die sämtlich aus den Einbrüchen herrührten. Der Verhaftete wurde am gestrigen Dienstagvormittag zur weiteren Vernehmung dem Amtsgericht in Gladenbach vorgeführt, wo gegen ihn Haftbefehl erging. Anschließend wurde er unter sicherer Bedeckung in das Landgerichtsgefängnis in Marburg eingeliefert. lieber den Balkan nach Afrika — dann Asien — der neue Kontinent — Es wäre Aufbruch, wieder einmal Aufbruch. Keine Seßhaftigkeit, kein Zuruhekommen — Es wäre wieder Verlust einer Frau, der man zugetan ist — es wäre wieder einmal Einsamkeit — Aber es wäre Leben, buntes, mannigfaltiges Leben mit tausend neuen Eindrücken, die reich machen und beglücken — Länder, die jetzt Sonne und Wärme haben, die ihm hier so fehlen . . . □ Laubach, 14. Okt. Am Sonntagnachmittag fand im „Solmser Hof" eine außerordentliche Generalversammlung der Laubacker Bank e. G. m. b. H. unter Leitung des Aufsichtsratsvorsitzenden Friedrich D ö l l statt, der in ehrenden Worten des kürzlich verstorbenen Direktors der Kasse, Ludwig Hohmann sen. gedachte. In Erledigung des einzigen Punktes der Tagesordnung wählten die erschienenen Mitglieder den Sohn des Verstorbenen, Fabrikant Ernst Ludwig Hohmann, tum Direktor der Bank. Anschließend hielt Verbandsrevisor geschossen. Bester Schütze auf die Königsscheibe | sehen Kolonien. Der Musikzug der Motorbrigade wurde Mitglied Heinrich K e u d e l mit 33 Rin- Darmstadt bereicherte den Abend durch hervorra- gen. Frau Klara Pfaff erzielte die beste Leistung gende musikalische Darbietungen. Der Vorsitzende des beim Schießen auf die^ (Ftjrcnfd^eibe. Beim j Gesang- und Turnvereins Heinr. Granohomme hielt eine Ansprache, Kreisleiter Kromm brachte das freudig aufgenommene Sieg-Heil auf den Paul Laverenz steht fast brüsk auf. Die Zwiespältigkeit feiner Gefühle überrennt ihn fast. Ist dieser Mensch da vor ihm ein — Schuft oder — nicht? Man könnte ihn fragen — ihn auch hin- auswerfen — aber wem wäre damit gedient, am allerwenigsten Hanna, für die er dies alles in Szene gefetzt hat. Es ist richtig, er braucht das Manuskript, es ist richtig, daß sich der befreundete Verlag für den Stoff interessiert, sie hatten sogar schon einen Berichterstatter, und es war nicht leicht gewesen, ihnen John Herbing einzureden. Sie würden mit dem Tausch zufrieden sein, Laverenj weiß es — aber es hätte sich auch em anqtfeF Journalist gefunden. Der Verleger hat Muhe^fein Gesicht zu 'wahren. Er reicht Herbing ub^ den Schreibtisch hinweg die Hand. „Ich hatte es so erwartet, ich freue mich Wann reifen Sie?" ~ Den letzten Satz überhört John HerbinA. Er hat jetzt die Augen zu einem schmalen Spalt Mammengekniffen. Die Muskeln in feinem Gesicht '^Jch weiß, daß Sie meine Annahme freut, ßa- verenz. Ich weiß auch, daß cs Ihr sehnlichstes Wunsch war, daß ich Zusagte, nicht nur als Ver^ leger, seien wir doch offen. Sie staben ein starkes menschliches Interesse an meiner Abreise und auch das *. verstehe ich. (Fottjetzung Wt finden. Da kam ein Zufall in der Nacht zum Montag in glücklicher Weise zu Hilfe. In jener Nacht waren drei Burschen aus Bischoffen, die in Nieder- w e i d b a ch ein Vergnügen besucht hatten, gegen 1 Uhr gemeinsam auf dem Heimweg. Unterwegs auf der Landstraße begegnete ihnen ein Mann, der sich bei ihrem Herankommen scheu an den Straßenrand verdrücken wollte und dadurch den Verdacht der drei jungen Burschen weckte. In diesem Augenblick kam ihnen die Erinnerung an die unaufgeklärten Einbrüche, sie riefen den Mann --------- -. - . - - . -, . an, unö siehe da, auf den Anruf hin ging der Un- Wenn aber die Fragen der Gendarmene nach der Das hessischeUoie Kreuz tagtinWorms. LPD. Darmstadt, 14. Okt. Auf Anordnung des Präsidenten des hessischen Landesmännerver- eins im Roten Kreuz findet am 17. und 18. Oktober in Worms ein Schulungslehrgang des Deutschen Roten Kreuzes fürdiehessi- schen Sanitätskolonnen statt, an dem sich sämtliche Führer und Aerzte der hessischen Sanitätskolonnen zu beteiligen haben. Es ist mit einem Zusammentreffen von nahezu 1000 Rote-Kreuz- Männern zu rechnen. Auf dem Gelände der Wormser Bürgerweide findet am Sonntagnachmittag eine große 'Schauübung der Kreiskolonnen Worms, Horchheim, Pfeddersheim, Herrnsheim und Osthofen statt, die in allen Teilen die Arbeit zweier Sanitätskompanien im Felde entsprechend den neuesten Bestimmungen über den Feldsanitätsdienst zeigen wird. Bibelforscher vor dem Sondergericht. Frankfurt a. M., 14. Okt. (LPD.) Am Mitt- woch nahm vor dem Sondergericht eine Verhandlung gegen 14 Bibelforscher ihren Anfang. Unter den Beschuldigten befinden sich zehn Frauen. Die Angeklagten sollen gegen die §§ 1 und 4 der Verordnung zum Schutze von Volk und Staat vom 28. Februar 1933 und die Verordnung vom 24. Juni 1933 gefehlt haben. Durch die letztere 93er- orbnung wurde die Internationale Bibelforscher- Vereinigung aufgelöst. Die Angeklagten sollen in Wiesbaden heimlich diese Organisation weitergeführt und sich somit in staatsfeindlichem Sinne betätigt haben. Die Verhandlung wird mehrere Tage dauern. , Haarwäschen — und dann in'« Kino? Aber natürlich. Sie waschen das Haar einfach trocken mit Schwarzko^- Trocken-Schaumpon, dann gibt es keine Erkältung. Leicht pudern, kräftig ausbürsten: in 3 Minuten ist das Haar locker und duftig, und Sie sehen aus wie frisch frisiert! Dabei kostet eine Trockenwäsche nur wenige Pfennige! WMWMM Roman von Ilse Schuster. Copyright 1936 bY^»ufwÄt-^Verlag S.m.b.H., 24 Fortsetzung. Nachdruck verboten! -ick hin anaehende Verkäuferin in der Molkerei GckUckalk und^ werde wahrscheinlich nächste Woche Uhr an toren Saben klopfen. Außer- „Halt - halt - wie war bas? -öerfauterm im S äffS iS” ASTttÄ Kaffte." vne Fräulein Gottschalk ?*ee ^5nnt1 wä re bas^eine* nigfri t er kann. . verwirrt Hanna ein Fahrkartenknipser ver^^ .fi fß., wenig. Sie sieht den Au gen bßr ^anb __ ber nem Häuschen nut Öer 3 fl £Opf — „wo ich grünschwarzen Mutze auf roo^I Vater nun so hmgerate! , sag: tagen wurde, wenn e Sranbe5 nur, daß seine Aber vorläufig weiß Dr. Klange Tochter der kleinen L 1 . Fann, rote fte die mit ihren Hande mch^si batte 3roar gemeint, will, und bas versteht - aber Hanna man könne besser JJn« 0 P^l Laverenz war hatte entschieden abg Y ßr $anna nur mal ge- ber Meinung gewese wußte er mehr, währen lassen foUe mar wohl ein gutes Zei- als er zugab. 9 man ab — Pension am chen — also wart __ ^ud) bas würde sich Dictorla-Lulse-Piay { s^gen, er war von finden — dafür ^rt. An John Herbing langsamer, aber g und^ch.^ jn biefem Zusammen- Ä «mar eta bl-ud-nd-r Unterhalter und hatte 00 Klein-Linden, 13. Okt. An den drei letzten Sonntagen führte die K r i e g e r f a m e r a ö- schaft Klein-Linden ihr Preisschießen durch. Die Beteiligung war sehr stark, allein 200 Schutzen traten am letzten Sonntag zum Schießen an. Geschossen wurde mit Kleinkaliber auf 50 Meter Entfernung. Jedem Teilnehmer standen drei Schuß auf die Zwölferringscheibe ^u. Die Ergebnisse roaren I Hermann Kr ö ck einen eingehenden Vortrag über recht gut. Kameradschaftsfuhrer Friedrich Schim- Sparerwerbung, m e l nahm im Gasthaus „Zur Büro" die Preis- P 9 BffiÄbS Der Grünberger Gallusmarkt von Klein-Linden, mit je 35 Ringen; 4. Emst ~ ~ Weber (Lützellinden), 5. Otto Lenz (Lützellin- Der erste Tag. den), 6. Walter Müller (Klein-Linden), mit je 34 Ringen; 7. Heinrich S ch i m m e l (Klein-Linden), + Grünberg, 14. Okt. Das milde Herbst- 8. Friedrich Lenz (Lützellinden), 9. Wilhelm D o l - weiter, das den ganzen Tag über anhielt, war eine tert (Klein-Linden), 10. Fritz Diehl (KleinLin- günstige Vorbedingung für den Markt. Schon früh den), 11. Heinrich Kreuder (Klein-Linden), 12. — noch bei starkem Nebel — begann der Auftrieb Großhaus (Lützellinden), 13. Aldenheimer zum Schweine- und Rindermarkt. (Siehe (Lützellinden), 14. Ludwig Zörb (Lützellinden), besonderen Bericht im Wirtschaftsteil.) Um 9 Uhr 15. Wilhelm Klein (Klein-Linden), sämtlich mit begab sich die Feuerwehrkapelle an die Bahn, um je 33 Ringen. von dort aus ihren Marsch durch die Straßen der = Steinbach, 15. Okt. Durch die Umleitung Stadt nach dem Gallusmarktplatz anzutreten und des Verkehrs wegen der gesperrten Straße Lich— durch ihre Weisen die Volksfeststimmung vorzube- Garbenteich hat sich der Autoverkehr in unserem reiten. Dorfe stark vergrößert. Der Bau der Reichsauto- Bis zum Mittag füllte sich die Zeltstadt auf der bahn brachte hier eine weitere Steigerung des .Käswiese" und die Stadt mit Tausenden und Autoverkehrs, ferner sind die Ortsstraßen aber Tausenden von Marktbesuchern, durch die Kuh- und Pferdefuhrwerke, die mit der Ueberall parkten fremde Kraftwagen, die Bahnen Einbringung der Dickwurz stark beschäftigt sind, und verschiedene Autobusse brachten mit Sonder- sehr belebt. Es kann daher nicht wundernehmen, zügen und verstärkten fahrplanmäßigen Zügen daß bei den zwei unübersichtlichen Kur- immer neue Scharen heran. Ein dünn rieselnder, ven der Adolf-Hitler-Straße und der rücksichtslosen kurzer Regen, der sich noch einige Mal wiederholte, Fahrart mancher Automobilisten in diesen Tagen konnte den Marktbesuch nicht beeinträchtigen, der mehrere zum Glück noch verhältnismäßig gut ver- Nachmittag brachte zeitweise sogar etwas «Sonnen» laufene Derkehrsunfälle sich ereigneten. Wie durch schein, ein Wunder kam dabei ein älterer Landwirt, der So entwickelte sich von der Mittagszeit ab das von einem wilden Autofahrer zur Seite geschleudert gewohnte Bild des Gallusmarktes: eine unablässig wurde, mit dem Schrecken davon. hin- und herwogende Menge m den langen Gassen ,2) Lich, 1-,. Ott. Gestern na» ««n 14 kind-M ein'^V k'r h r7n n "a l l, der leichi .,ur Stadt w° di- Massen m den Strahen und G°- S"LW7•tinU'?'" Äq Das Idyll auf dem Heuboden. führer hatte das Fuhrwerk zu spät bemerkt, so daß , . . . , » . >. er nicht mehr rechtzeitig ausweichen, oder halten Einbrecherschreck im Hinterland.-Wemfreuden und ein guter Sappen nn Seu konnte. Bei dem Zusammenprall der beiden Fahr- -- - - - — zeuge geriet die Deichsel des Ackerwagens in die Windschutzscheibe des Kraftwagens, wobei sie diese zertrümmerte und selbst zerbrach. Außer diesem Schaden ist kein weiterer, insbesondere nicht an Mensch und Tier, entstanden. rsi: Rodheim a. d. Horloff, 13. Okt. Die hiesige Kirchengemeinde läßt zur Zeit die westliche Walm- seite des Kirchendaches einer N e u h e r st e l - l u n g unterziehen. Durch anhaltende Undichtheit des Daches war nahezu die gesamte Dachschalung schadhaft geworden. Ebenfalls hatte bereits — wenn auch nur in geringem Maße — ein Teil des Balkenwerks durch die schadhafte Dacheindeckung Scha-! den genommen. Vor etwa 4 Jahren wurden die gesamten Turmflächen, wie auch das konstruktive Gefüge, das im Laufe der Zeit erheblichen Schaden genommen hatte, einer gründlichen Neuherstellung unterzogen. Eine angebliche Feststellung des Hausschwammes ist falsch und beruht auf einer laienhaften Auffassung und Feststellung. — Die Gemeinde Rodheim beabsichtigt die Anlegung eines B r a n d w e i h e r s. Zur Zeit werden am Hasels" Grabungen nach Wasser durchgefuhrt. Durch diese Maßnahme wird einem nicht unbedeutenden Notstand des bei Trockenheit vorherrschenden Wassermangels in hinreichendem Maße abgeholfen. Einweihung des neuen Schulhauses der Oeffentlichen Handeisiehransialt Gießen. Mit einer schlichten Feier übergab gestern vormittag die Oeffentliche Handelslehranstalt Gieszen ihr neues Schulgebäude am Wernerwall 11 seiner Bestimmung. Die Feier für dieses im Rahmen der Schule und darüber hinaus für unsere Stadt besondere Ereignis fand aus räumlichen Gründen in der dem Schulhaus gegenüberliegenden Turnhalle desTurnvereins 1846 statt. Zur Feier hatten sich zahlreiche Gäste und Freunde der Schule eingefunden. Vertreter der Partei, der Provinzial- und Kreis- behärde, der Stadtverwaltung, der Wehrmacht, der SA. - Standarte 116 und des Arbeitsdienstes nahmen daran teil und würdigten damit die Arbeit der Schule. Die Elternschaft, sowie Schäle- Haus Wernerwall 11, das neue Heim der OeHL. rinnen und Schüler des gegenwärtigen Schuljahres, sowie auch früherer Jahrgänge, hatten sich ebenfalls zahlreich eingefunden. Die Turnhalle war bis auf den letzten Platz besetzt. Die Bühne der Halle war mit frischem Grän und einem großen Bild des Führers, die Halle selbst mit Fahnen des Dritten Reiches geschmückt. Der Musikzug der SA.-Standarte 116 unter der Stabführung von Musikzugführer Herrmann leitete die Feier mit dem „Einzug der Sänger auf der Wartburg" aus der Oper „Tannhäuser" von Richard Wagner ein. Sodann begrüßte der Präsident der Industrie- und Handelskammer Or. E. Pauly die zahlreien Gäste. Er bedauerte, daß zwei Gründer, die Herren Kommerzienrat Schirmer und Professor Dr. Feld, sowie zwei um den Aufbau der Schule sehr verdiente Lehrkräfte, die Herren Dr. Heun und Dehmer, an der Feier nicht teilnehmen konnten. Er sprach sodann herzlichen Dank allen denjenigen aus, die dazu beitrugen, daß der Schule ein neues Schulhaus gegeben werden konnte. Er dankte besonders der Landesregierung, sowie der Stadtverwaltung und verschiedenen Stiftern für freundliches Entgegenkommen.Er dankte ferner dem Hochbauamt unserer Stadt und den Handwerkern für ihre saubere Arbeit. Sodann hielt der Leiter der Schule Direktor Dr. Kruse eine längere Ansprache, in der zunächst auch er allen den fördernden Stellen herzlichen Dank sagte, insbesondere aber der Industrie- und Handelskammer als der Trägerin der Schule. In seinen weiteren Ausführungen umriß der Redner die Bedeutung der Schule in zahlenmäßiger Hinsicht und nach ihrem Charakter als mittlere Schule. Er hob ihren erzieherischen Wert hervor und ihre Bedeutung als Aufbaufchule, die eine abgeschlossene gehobene Bildung vermittle. Er kam kurz auf die Zusammensetzung des Schülerkreises zu sprechen und betonte, daß die Schule besonders den kaufmännischen Nachwuchs aus dem nördlichen Oberhessen erfassen wolle und erfasse. Dr. Kruse gab in seinen weiteren Ausführungen noch einen Ueberblitf über den Lehrkörper, der trotz des großen Mangels an Fachlehrkräften mit neun Herren und drei Damen stark besetzt sei und eine gründliche Ausbildung garantiere. Zum Abschluß gab der Redner noch einen geschichtlichen Ueberblick über die Entwicklung im Laufe der zwölf Jahre des Bestehens der Schule. Nachdem die Schülerinnen und Schüler ein gemeinsames Lied gesungen hatten, ergriff Helst im Kamps gegen Hunger und Käste? Der Arbeiter der Stirn und der Faust ist sich heute bewußt, daß er den wesentlichsten Bestand- Stadt- und Kreis-Schulrat Nebelirg das Wort, der im Auftrage der Landesregierung, des Stadt- und des Kreisschulamtes und für die Gäste sprach. Er entbot der Industrie- und Handelskammer und der Oeffentlichen Handelslehranstalt die herzlichsten Glückwünsche der von ihm vertretenen Stellen. Er gab dem Wunsche Ausdruck, daß die neue Schule den Lehrern und allen Schülern eine liebe Arbeitsstätte werden möge. Möge das neue Haus und die darin geleistete Arbeit insbesondere dem Kaufmannsstande, aber auch der gesamten Wirtschaft sowie der Industrie und darüber hinaus dem ganzen deutschen Bolk zugute kommen. Ausschlaggebend für den Erfolg der Schule fei nicht das neue Haus, sondern der Geist, der die Schulgemeinschaft erfülle. Es sei richtig, daß nicht nur Tische und Bänke beim Umzug in das neue Haus mitgenommen wurden, sondern auch der Geist der Schule, der sie bisher charakterisiert habe. Der Geist, der die Schule beherrsche, müsse immer der einer nationalsozialistischen Pflichtauffassung und Pflichterfüllung fein, und in diesem Geiste die Arbeit der Schule fortzuführen und zu vertiefen, sei große Aufgabe. Betrachten Sie es als Lehrer, so wandte er sich an den Lehrkörper, als ihre höchste Pflicht, deutsche Menschen zu erziehen, die pflichtbewußt und in voller Hingabe ihren Beruf auszuüben bestrebt sind. Für die Schüler sprach er die Mahnung und Erwartung aus, daß sie mit Fleiß und Ausdauer bestrebt sein möchten, in steter Arbeitsfreude ihre Leistungsfähigkeit zu steigern, um dereinst in ihrem Aufgabengebiet so tätig fein zu können, wie es für unsere Volksgemeinschaft notwendig sei. Jeder müsse seinen Posten ausfüllen, da ja weder die Schule noch die Wirtschaft ein eigenes Ziel haben können, sondern beide darauf aus- gerichtet sein müßten, dem Dolksganzen zu dienen und dem deutschen Volke die Existenz zu sichern. Wenn die Schule teil des deutschen Volkes darstellt. Lr Ist organisiert in der großen Front aller Schaffenden. Diese Front der Arbeit wird am 17. und 18. Oktober sich für den Kampf gegen hunger und Kälte einsehen. Eine ehemals zerrissene und uneinige Arbeiterschaft wird im Glauben an die Zukunft dieses Volkes sich am 17. und 18. Oktober zur Verfügung stellen. in diesem Geiste wirke, werde auch sie ihren Aufgaben im Dritten Reiche gerecht werden. Zum Abschluß der Feier hielt Dr. Pauly noch eine kurze Ansprache, in der er auf die Arbeit des Schulleiters einging und dessen aufopfernde Tätigkeit schilderte. Seine Worte klangen aus in einer Würdigung des großen Aufbauwerkes des Führers Adolf Hitler. In das dreifache „Sieg-Heil!" auf den Führer stimmte jedermann kräftig ein. Das Deutschland- und das Horst-Wesiel-Lied beschlossen die Feier. Die zahlreichen Gäste besichtigten im Anschluß an die Feier die neuen und vorbildlichen Einrichtungen des neuen Schulgebäudes, über die wir bereits berichteten. Präsident Pauly von der Industrie- und Handelskammer Gießen (links) und der Leiter der Schule, Dr. Kruse, im Gespräch. (Aufnahmen [2]: Pfaff, Gießen.) I .......... 11 ■ WWW Großscher Männerchor Gießen • Gegründet 1846 gowsBriiiWfesi am 17. Oktober im Saalbau Calk Leib Anfang 8 Uhr Sonntag, den IS.Okiober Ausflug nach der Karlsruhe 6544D bei Brühl. Schulstr. 7 Verkäufe 500er DKW-Motorrad mit Kalibeimag., Svortmodell, fteuerfr., wassergekühlt, in sehr gutemZustande, zu verk. Lösch, Cberfelbmeifter, Neichsarbeitsd.- Abteilg. Gießen. 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