Nr. 216 Erstes Blatt <86. Jahrgang Dlensrüg, (5. September 1956 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener FamilienblStter Heimat im Bild - Die Scholle Monatr-Vezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr.. , -25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer (Bemalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Zrantfurl am Main 11686 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrvhl'sche Univerfitäts-Vuch- uud Steinöruderd R. Lange in Gießen. Schristlettung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 1 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8*/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70 m m Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25°/„ mehr. ErmShigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Seid Träger eines unzerstörbaren Glaubens! Oes Führers Appell an das deutsche Volk auf der Schlußsitzung des Parteikongresses in Nürnberg. Deutschland steht Wache! Der Parteitag der Ehre hat in den Vorführungen der jungen deutschen Wehrmacht vor ihrem Obersten Befehlshaber und in der großen Schlußrede des Führers auf dem Parteikongreß noch einmal den Geist des nationalsozialistischen Deutschland, sein Wirken und Wollen vor aller Welt eindringlich dokumentiert. Der Führer hat mit einer Offenheit, für die die Völker Europas ihm Dank schulden, noch einmal den Feind beim Namen genannt, der daran geht, mit feiger Hinterhältigkeit die Axt der Zerstörung an die Wurzeln der abendländischen Kultur zu legen. Er hat schonungslos den Schleier zerrissen, hinter dem der jüdische Bolschewismus, begünstigt durch die politische Knochenmarkerweichung der Demokratie in den verschiedensten Ländern seine Zersetzungsarbeit vortreibt, um den Boden reif zu machen für die todbringende Saat des bolschewistischen Giftes. Er hat rücksichtslos die verbrecherischen Methoden angeprangert, mit deren Hilfe der Bolschewismus zum Ziel zu gelangen hofft: die Verbindung mit marxistischen und linksbürgerlichen Parteien in der sogen. „Volksfront", deren Regierung durch immer radikalere Forderungen der Boden unter den Füßen weggezogen wird, wonach die Volksfront vom linken Flügel aufgerollt werden kann. Es ist die Methode, die sich in Spanien bewährt fjat und die nun auch in Frankreich anscheinend unternommen wird, nachdem der Bolschewismus mit Hilfe des Militärpakts hat Fuß fasten können. Der Führer hat die Unterstellung scharf zurückgewiesen, daß der Nationalsozialismus es fei, der Europa in zwei £eile zerreißen wolle. Er hat den Unbelehrbaren eindrucksvoll genug vor Augen geführt, daß diese Teilung bereits vollzogen ist und daß es gerade die heimtückische Methode des Bolschewismus ist, die Völker in ihrem Innern auf^uspalten, um ihnen um so sicherer den Todesstoß versetze zu können. Früher oder später blebit niemandem die klare Entscheidung erspart zwischen blinder Selbstoernichtung als Vorstufe der jüdisch-bolschewistischen Blutherrschaft und Erhaltung der Nation in ihrer völkischen Eigenart und einer ihr entsprechenden national bedingten Staats- und Gesellschaftsordnung. Deutschland hat den Todfeind erkannt, ihm vor aller Welt die Larve vom Gesicht gerissen. Es ist nun Sache der anderen Völker, für sich selber zu entscheiden, ob sie die Lehren beherzigen wollen, die ihnen der weltgeschichtliche Anschauungsunterricht verletzten zwanzig Jahre erteilt hat, und Nutzen ziehen wollen aus den Erfahrungen, die Deutschland mit dem Bolschewismus gemacht hat. Dem Bild des Grauens, das der Bolschewismus überall dort verbreitet, wo es ihm törichte Gefühlsduselei erlaubt, Fuß zu fassen, stellte der Führer in seiner großen Schlußrede auf dem Partei- kongreß das zur Abwehr bereite nationalsozialistische Deutschland entgegen, das, wie es einst den Bolschewismus als Weltanschauung bekämpfte und in feinen eigenen Grenzen ausrottete, auch gerüstet ist, dem Bolschewismus auch als Weltmacht entgegenzutreten, wenn er versuchen sollte, mit neuen und noch gewalttätigeren Methoden die Pest der Zerstörung und Selbstzerfleischung nach Deutschland hineinzutragen. Deutschland steht auf der Wacht. Die Vorführungen der Wehrmacht auf dem Nürnberger Parteitag haben aller Welt gezeigt, daß Deutschlands junges Volksheer in verschworener Gemeinschaft mit Partei und Nation die Wache hält vor deutscher Arbeit. Denn unser nationalsozialistisches Deutschland will ja nichts anderes von der Welt, als in Ruhe gelassen werden, damit es sich ganz den großen Aufgaben des Wiederaufbaues seiner Kultur und Wirtschaft widmen kann. Deutschland will den Frieden, aber es weiß aus seiner eigenen tausendjährigen Geschichte, daß nur ein starkes Volk den Frieden zu sichern vermag. So wird das deutsche Dolksheer vor dem deutschen Tor wachen, damit Deutschland seiner friedlichen Arbeit nachgehen kann. Aber zum Schutz der Waffen muß die Einheit der Weltanschauung treten, um ein Volk gegen das bolschewistische Gift der Zersetzung immun zu machen. Der Führer hat die Nation in einem überaus eindrucksvollen Appell aufgefordert, das alte Programm der Partei, das Programm der Ehre, des sozialen Gewissens, der nationalen Moral, der fanatischen Pflichterfüllung, des Opfermutes und der Tatentschlossenheit immer wieder zu erneuern, mit Geist und Leben zu erfüllen. Der Führer hat dafür Grundsätze aufgestellt, die den sozialistischen Charakter des Reiches in dem Sinne wahren sollen, daß dem Genie, gleichgültig aus welcher Lebensschicht es kommen mag, der Weg zu den höchsten Stellungen offen steht, und daß eine auf Opfern aufgebaute und zu Opfern bereite Gemeinschaftsauffassung mehr und mehr im Volke Wurzel faßt. Der Führer erinnerte in erschütternden Worten daran, daß der Glaube es einst gewesen sei, der Deutschland gerettet habe, und daß das Wunder des Glaubens sich immer wieder in unserem Volke erneuern müsse, um es stark zu machen zu höchsten Leistungen auf allen Gebieten des Lebens, aber auch stark zu machen zur Abwehr aller Gefahren, die Deutschland bedrohen könnten. Nürnberg, ein neues Olympia. Nürnberg, 14. Sept. (DNB.) Unter der Hochflut der politischen und kulturellen Ereignisse der großen Kundgebungen, Aufmärsche und Vorführungen, die jeden Tag der Heerschau der Bewegung ausfüllten, ist in schnellem Ablauf des reich- und vielgestaltigen Programms d^.r Höhepunkt erreicht. Zum letzten Mal während dieser großen Tage wendet sich der Führer an seine Getreuen, bevor sie in den Alltag des Pflichtenkreises für Bewegung, Volk und -^Vaterland in alle Teile des Reiches, beflügelt von seinem Willen, beseelt von seinem Geiste, zurückkehren. Die Kongreßhalle ist Stunden vor Beginn bis in den letzten Winkel besetzt. Wieder haben das Führerkorps der Bewegung, die Reichs- und Staatsminister, die Staatssekretäre, die Generalität und Admiralität, die persönlichen Gäste des Führers, die Vertreter der fremden Mächte, die Ehrenabordnung der Faschistischen Partei, führende Männer aus Wirtschaft, Kunst und Wissenschaft Platz genommen. Wenige Minuten nach 19.30 Uhr intonierte der Musikzug der SS-Standarte „Deutschland" den Badenweiler-Marsch, zugleich aber dringt auch von draußen das Rauschen des Jubels herein, der den Führer auf seinem Weg über die Straße des Triumphes in die Halle geleitet, wo ihm ein bisher selbst in Nürnberg kaum erlebter Begeisterungsorkan empfängt. Der zündende Marsch „Preußens Gloria" begleitet den Einzug der Blutfahne und der ruhmreichen Standarten der Kampfbewegung. Konnte es einen herrlicheren Auftakt zum Höhepunkt des Parteitages der Ehre geben als das vom Reichssymphonieorchester unter Professor Adam mit echtem Künstlertum gespielte „Meistersinger-Vorspiel"? Unter atemloser Stille tritt dann Rudolf Heß auf die Rednerkanzel und eröffnet die Schlußsitzung des Kongresses mit den Worten: „Der Kongreß nimmt seinen Fortgang. Ls spricht der Führer! Erst nach Minuten kann der Führer zu Wort kommen. So gewaltig ist der erneute Jubelsturm, der ihm entgegenschlägt. Endlich kann der Führer das Wort ergreifen: Parteigenossen und Parteigenossinnen! Nationalsozialisten! Sieben Tage lang stand die alte Reichsstadt wieder im Zeichen der großen politischen Heerschau des deutschen Volkes. Eindringlich wurde uns erneut bewußt, welch eine tiefe und gewaltige Umformung das deutsche Leben erfahren hat. Was hier in tagelangem Gleichschritt an unseren Augen vorbeizog, war ebensosehr der neue Staat wie der neue Mensch. Und wem wurde nicht abermals das Herz übervoll beim Ueberdenken dieses unermeßlichen Wandels, den unser Volk erlebt, und dessen Zeugen wir sein dürfen. Wie größer noch das Glück für alle diejenigen, die das Recht besitzen, zu wissen, daß auch ihre Arbeit und vor allem ihr Glaube mitgeholfen haben, dieses Wunder zu erzwingen. Wie fühlten wir nicht wieder den lebendigen Strom der Kraft, der aus unserer Gemeinschaft fließt! Wie erlebten wir nicht erneut die schönste Wahrheit unserer Bewegung: daß wir Deutsche nicht nur wieder ein Volk sind, sondern daß Führe rund Geführte der nationalsozialistischen Bewegung den Mitgliedern einer großen Familie gleichen. (Starker Beifall.) Was uns vor so vielen Jahren als visionäre Planung vorgeschwebl, gehl nun in Erfüllung: die internationalen Olympischen Spiele, deren großartige Feier wir erst vor wenigen Wochen in Berlin erlebten, erhalten für unser Volk eine ebenso tief innere wie gewaltige und fortwährende Gestaltung. Was ist doch aus den kümmerlichen Parteitagen der Vergangenheit und unserer Gegner nun geworden! Die große heerschau einer Nation auf politischem, militärischem, geistigem, fulturel- lem und wirtschaftlichem Gebiet. Und in eben dem Ausmaß, in dem die herlichen neuen Anlagen des Reichsparteitagsfeldes in Nürnberg wachsen und der Vollendung entgegengehen, wird der körperliche Wettkampf angegliedert werden. Ein neues Olympia, wenn auch in modernen Formen und unter anderem Namen! Wer von Ihnen, meine deutschen Volksgenossen, die Sie das Glück hatten, diese Tage hier miterleben zu dürfen, hat nicht in tiefster Eindringlichkeit die Behauptung bestätigt erhalten: man hat einst viel geredet von des Deutschen Reiches Wiederauferstehung, und Millionen klammerten sich an diese Hoffnung. Vielen wurde es so erst dadurch möglich, die bittere Zeit der Nachkriegszeit zu Überleben. Allein was man damals nur beredete, und von was man höchstens träumte, und was man im Ernst doch kaum zu glauben wagte, ist heute eine Realität geworden: (Wiederholter, lebhafter Beifall.) Ein neues Deutschland ist dank der nationalsozialistischen Idee und durch die nationalsozialistische Führung erstanden! (Jubelnde Zustimmung.) Man kann es lieben oder man kann es hassen, allein: niemand wird es ändern, niemand kann es beseitigen! (Erneute, stürmische Zustimmung.) Dieses neue Deutschland, das sich uns allen nun seit sieben Tagen wieder offenbarte, ist der Faktor einer geschichtlichen Tab fache. Wer aber in unserer außerdeutschen Umwelt genügend realistisch sieht und nicht den unvernünftigen Wunsch zum Herren seiner Gedanken oder gar seines Hoffens macht, der braucht es nicht zu bedauern, daß die Entwickelung des deutschen Volkes diesen Weg einschlug. Die deutsche Wiedergeburt Ist eine so zutiefst nach innen gewandte, daß die staatliche Umgebung solange nicht von ihr berührt wird, als sie nicht selbst die Berührung sucht! Der neue nationalsozialistische Staat lebt nach einem volk- lichen Ideal, das feine Befriedigung i m Kreislauf des eigenen Blutes findet. Die nationalsozialistische Lehre erkennt den Zweck der Existenz des Staates in der Erhaltung des Volkstumes. Sie glaubt damit noch am ehesten einen Weg zu zeigen, um auch jenen Aufgaben gerecht zu werden, die sich aus der unglückseligen Diskrepanz zwischen der Grenzziehung der europäischen Staaten und der der Völker ergeben. Eine Lehre, die die künstliche oder gar gewalttätige Entnationalisierung eines Volkes als etwas Unnatürliches ablehnt, schafft vielleicht überhaupt die einzige Möglichkeit einer nach höheren und edleren Gesichtspunkten denkbaren Derftän- bigung der europäischen Staaten über diese Probleme, ohne daß durch neue Kriege immer wieder neues Leid und neues Unrecht in die Welt gesetzt zu werden braucht! Der nationalsozialistische Staat strebt politisch die Wiederherstellung der Ehre und der Gleichberechtigung des deutschen Volkes an. Er hat diese Zielsetzung nicht nach früherer bürgerlicher Art durch schwülstige Vereinsreden angekündigt und bekräftigt, sondern in der Tat verwirklicht. (Starker Beifall.) Die erste und schwerste der uns gestellten politischen Aufgaben ist heute als g e l ö st zu bezeichnen. (Wiederholte Zustimmung und Händeklatschen.) Mit der Einführung der zweijährigen Dien st zeit ist das Deutsche Reich in knapp vier Jahren nationalsozialistischer Staatsführung wieder befreit worden von den schlimmsten Folgen jener gewissenlosen Meuterei, die uns nicht nur militärisch, sondern in erster Linie moralisch zu diffamieren versuchte! Vielleicht werden die Völker, die nicht von einem ähnlichen Unglück wie Deutschland heimgesucht worden sirtd, kein Verständnis besitzen für das Gewicht, das wir gerade der Erledigung dieser Frage beimessen. (Erneute Zustimmung.) Wenn aber in Zukunft die Umwelt diese natürlichen Rechte des deutschen Volkes genau so respektiert, wie wir gewillt sind, sie bei den anderen Völkern zu achten, dann ist auch hier durch die nationalsozialistische Wiedergeburt nur ein Element der Beunruhigung aus der Welt entfernt worden. Denn: Durch die Schaffung der Gleichberechttgung der deutschen Nation aus deren eigener Kraft ist überhaupt erst die Basis gegeben für eine aufrichtige Zusammenarbeit der europäischen Nationen. (Lebhafte Bravorufe.) Der nationalsozialistische Staat wurde gegründet und wird geführt im Geiste einer Weltanschauung, die ein politisches Exportinteresse ausschließt. Wir billigen jedem anderen Volke das natürliche Recht zu, nach seinen eigenen Auffassungen und Bedürfnissen weltanschaulich, politisch oder wirtschaftlich selig zu werden, allerdings unter der Voraussetzung einer gleichen Einstellung auch uns gegenüber. (Beifall.) Viele Kritiker der anderen Welt unterstellen uns, daß wir fanatisch-chauvinistische und geistig- expansive Nationalsozialisten oder Sozialisten wären. Die Welt kann nicht bestreiten, daß unser Nationalismus Nationalsozialismus heißt. Es ist nun nicht sehr logisch von dieser Umwelt, von jemand anzunehmen, daß er als fanatischer, nationaler Chauvinist ausgerechnet d i e Idee anderen zu verraten oder gar aufzuzwingen wünscht, die seinem eigenen nationalen Stolz erst die ideellen politischen und realen Voraussetzungen schuf. Nein: der Nattonalsozialismus ist unser wertvoll st es deutsches Patent. (Jubelnde Kundgebungen.) Wir sind als Nationalsozialisten daher Kämpfer für diese Lehre in unserem Volk, aber wir sind nicht Missionare unserer politischen Meinungen nach außen. (Beifall.) Was in anderen Völkern erklärt, geglaubt und gelebt wird, ist uns gleich. Wenn wir dennoch gezwungen sind, vor dieser Umwelt unsere nationalsozialistischen Gedanken zu erklären, dann immer nur in der Verteidi- gung gegen den fortgesetzten Versuch einer durch gar nichts motivierten äußeren Einmischung in unsere innere Angelegenheiten oder gegen eine lügenhafte Berichterstattung über unsere Lehre ober über unsere Absichten! Wenn jemand Grund hat, sich zu beklagen über die Intoleranz von Auffassungen, dann find wir es! Immer wieder erleben wir die Angriffe aus den Lagern unserer weltanschaulichen Gegner, einfach deshalb, weil Deutschland, das nationalsozialistische Deutschland, andere Wege geht, als -diese unsere außenpolitischen Gegner für richtig anzusehen belieben. Was kümmert es die Demokratie, daß in Deutschland der Nationalsozialismus regiert? Sie braucht in ihren Ländern keinen Nationalsozialismus zu dulden, genau so wie wir in Deutschland uns jede weitere Demokratie verbitten. Allein sie soll endlich zur Kenntnis nehmen, daß die deutsche Nation 15 Jahre lang vor dem nationalsozialistischen Regime Gelegenheit genug hatte, die völkerverbrüdernden und menschheitsbeglückenden Ideen ihrer westlichen Demokratie praktisch kennenzulernen. Es ist uns Nationalsozialisten gänzlich gleichgültig, ob wir nun von diesen Demokratien geliebt oder gehaßt werden, ob man uns als ebenbürtig ansieht oder nicht. Das deutsche Volk hat in fünfzehn langen Jahren seinen Respeft vor dieser Art von Demokratie und den brüderlichen Auswirkungen ihrer wahren Gefühle r e st l o s v e r l o r e n. Es steht heute z u 9 9 v. H. im Lager der nationalen Autorität. (Wiederholte Zustimmung begleitet fast jeden dieser Sätze.) Es hat kein Verlangen, seine Erinnerungen an diese aufrichtigen und für es so nützlichen Sympathien, die die Weltdemokratie dem damaligen demokratischen Deutschland zugewandt hatte, irgendwie noch einmal wach- zurufen. Wir haben dies vergessen, und die Welt soll froh sein! Es ist daher auch nicht verwunderlich, daß, wenn uns die demokratischen Staaten nun fortgesetzt m i t ihrer Antipathie beehren, wir natürlich umgekehrt für die autoritär geführten Länder dann eine nicht minder große Sympathie empfinden. Der Grund für diese besondere Sympathie liegt allerdings auch darin, daß wir bei aller Gleichgültigkeit der Demokratie gegenüber als einer fremden Staatsidee in ihr dennoch auch bei den anderen Völkern eine Lebensform zu erkennen glauben, die nie Dauerzustand, sondern stets nur Uebergang war und die — wie wir befürchten — dies auch bleiben wird. And wir bestreiken nichk die tiefe Beklemmung, die uns erfaßt bei dem bloßen Gedanken, daß es in dem einen oder anderen Lande vielleicht nicht mehr gelingen könnte, eine diesen Völkern angepahte und arteigene Lebensform zu finden, sondern daß sie ein Opfer jener Weltanschauung werden könnten, der wir allerdings ohne jede Einschränkung t o d f e i n d l i ch gegenüberstehen: dem Bolschewismus! (Stürm. Beifall.) Allein auch diese Todfeindschaft basiert nicht auf der intransigenten Ablehnung einer unserer Auffassungswelt vielleicht konträr entgegen- skehenden fremden Idee, sondern auf der natürlichen Abwehr einer die ganze Well und auch uns aggressiv bedrohenden, ebenso wahnsinnigen wie bestialischen Lehre. (Erneute Kundgebungen.) Im übrigen: nicht der Nationalsozialismus hat die Berührung mit dem Bolschewismus gesucht! Der erste Kampf des Nationalsozialismus gegen den Kommunismus fand nicht in Rußland 'statt, sondern der sowjetische Kommunismus hatte schon 1918 bis 1920 versucht, auch Deutschland zu infizieren. Er suchte ein st weltanschaulich genau so den Weg in unsere Grenzen, wie er sich heute militärisch bemüht, nach dem Zusammenbruch seines von Moskau aus bei uns organisierten inneren Weltanschauungskrieges die bolsche- wistischen militärischen Kräfte allmählich an unsere Grenzen immer näher heranzusühren. Diesen Bolschewismus, der von jüdisch-sowjetischen Moskauer Terroristen Lewin, Axelroth, Neumann, Bela Khun usw. nach Deutschland hereinzutragen versucht wurde, haben wir angegriffen, n i e berge ro o r f e n und ausgerottet. (Wiederholte Zustimmung.) Wir haben also den Versuch des Bolschewismus, von Moskau aus das innere Deutschland zu revolutionieren, abgewehrt. Und nur, weil wir wissen und es tagtäglich erleben, daß dieser Versuch der Einmischung in unsere inneren deutschen Verhältnisse durch die jüdischen Sowjetmachthaber kein Ende nimmt, sind wir gezwungen, den Bolschewismus auch außer uns als unseren Todfeind anzusehen und in feinem Vordringen eine uns nicht minder bedrohende Gefahr zu erkennen. Wir haben daher den Moskauer Bolschewismus in Deutschland bekämpfen müssen als Welt- ) ) 3 ' - Der Bolschewismus will die Welt aus den Angeln heben ErstelltdieGrundlagendermenschlichenStaatS-u.Gesellschastsor-nung infrage Vor dem deutschen Tor steht das neue deutsche Heer jüdischen niemals konnten, ehrlichen Elementen beseht sind, die nicht nur zum Proletariat gerechnet werden sondern die sich überhaupt in keiner Weise je das Brot verdient hatten! (Erneuter Beifall.) Dem Arbeiter steht im nationalsozialistischen Reich der Weg in die höchsten Stellen offen. Wir haben den Bolschewismus bekämpft weil ]e\n Sieg in Deutschland vielleicht 40, vielleicht 50 Prozent oder mehr unseres Volkes dem sicheren Hungertods ausgeliefert haben würde. Denn wenn man in Rußland noch nicht einmal acht Menschen auf den Quadratkilometer zu ernähren in der Lage ist, dann hätten in Deutschland keine zehn Millionen unter einem bolschewistischen Regime die Denn unsere 68 Millionen & wür Milchte' Wir haben den Bolschewismus abgelehnt und bekämpft, nicht weil er eine Revolution beabsichtigt, sondern weil seine Führer eine Schlächterei, so wie einst in Rußland und jetzt in Spanien, vorhatten und weil wir endlich nicht wollen, daß sich unser Volk noch ein zweites Mal der Geschichte seiner Vergangenheit schämen soll; der November 1918 hat hier genug verbrochen. Denn das ist der Unterschied zwischen der bolschewistischen und der nationalsozialistischen Revolution: Die eine verwandelt blühende Länder in grauenvolle Ruinenfelder, und die andere ein zerstörtes und verelendetes Reich wieder in einen gesunden Staat und in eine blühende Wirtschaft. Der Bolschewismus läßt ein großes Volk verhungern Wir haben aber diese Revolution fo und nicht anders geführt, weil es uns widerwärtig ist, Menschen, nur weil sie unsere politischen Gegner sind, mehr Leid zuzufügen, als zur Sicherung unseres Regimes unumgänglich notwendig ist. Und jeder Bürgerkrieg ist leidvoll, am leidvollsten aber jener, in dem arme und verhetzte proletarische Arbeiter in die Maschinengewehre zu laufen haben, während ihre jüdischen Proletarierführer sich in der entscheidenden Stunde zu ihren fürsorglich angelegten Auslandsguthaben zu retten verstehen. (Wiederholter ftür- mischer Beifall.) "nd wir lehnten endlich den Bolschewismus ab und haben ihn bekämpft, weil wir Sozia- l i ft e n find, der Bolschewismus aber i m Arbeiter nur ein Objekt sieht, gut genug, von seinen jüdisch intellektuellen Führern geführt und damit ausgeplündert zu werden, aber zu schlecht, um sich jemals selbst zu führen, weil wir nicht unter Sozialismus das Regime einer kleinen Gruppe und die Zwangsarbeit und das hungerelend von Millionen anderen verstehen. Weil wir vor allem aber unter Sozialismus nicht verstehen die Lebenssenkung eines Volkes zugunsten einer gewissenlosen Sowjetbourgeoifie und einer genau so gewissenlosen Zielsetzung. 3m übrigen ist das deutsche Volk so intelligent und der Wenn in einer englischen Zeitung ein Parlamentarier beklagt, daß mir Europa in zwei Teile deutsche Arbeiter so gebildet, daß die Zumutung, er müßte seine Führung von Rußland beziehen, eine Beleidigung ist! Moskau bleibt Moskau und Deutschland ist Deutschland! (Stürmische Kundgebungen unterstreichen diese Worte des Führers.) Und wir haben endlich den Bolschewismus be- kämpft, weil wir auch nicht wollen, daß unser Volk für solche im reinen jüdisch-bolschewistisch-imperia- listischen Interesse liegenden Ziele eines Tages wieder zur Schlachtbank geführt wird. Der Bolschewismus predigt die Weltrevolution und wurde das deutsche Volk und die deutschen Arbeiter nur Qis Kanonenfutter verwendet haben Jflr das Ziel dieser Weltherrschaft. Wir Nationalsozialisten aber wollen nicht, daß unsere militärischen Machtmittel dazu verwendet werden, um teilen wollten, dann müssen wir leider diesem auf seinem glücklichen britischen Eiland lebenden Robinson Crusoe die unangenehme Mitteilung machen, daß diese Teilung schon vollzogen ist. (Erneuter Beifall.) Ja, noch viel mehr, sie zerreißt bereits alle jene Staaten in ihrem eigenen Innern, die nicht nach der einen oder nach der anderen Seite eine klare Entscheidung gesucht und gefunden haben. Daß man eine Sache nicht sehen will, beweist noch nicht ihr Nichtvorhandensein. Jahrelang bin ich in Deutschland als Prophet verlacht worden. Jahrelang wurden meine Mahnungen und Voraussagungen als die Hirngespinste eines krankhaften Menschen hingestellt. Dies sprachen jene braven Bürger aus, die für ihre Geschäfte den Bolschewisten nicht brauchen konnten und die es daher auch tapfer ablehnten, an das Bestehen einer solchen Gefahr zu glauben. Weil diese Spießer selbst ihrer ganzen Mentalität nach natürlich keine kommunistische Veranlagung besaßen, wollten sie auch nicht bei anderen an solche schrecklichen Möglichkeiten denken. Als aber die Gefahr dann eines Tages nicht mehr übersehen werden konnte, verpflichtete sie das nur, oen Kopf noch tiefer in den Sand zu st e ck e n. Wer die Blitze nicht sieht und den Donner nicht hört, vermag noch immer sein verängstigtes Inneres vor dem Gewitter wenigstens etwas zu beruhigen. Als dann aber endlich die Blitze so grell und der Donner so laut wurden, daß selbst diese bürgerlichen Schlafmützen nicht mehr an dem drohenden Aufruhr zweifeln konnten, da hatten sie nur die eine Hoffnung, den Ausbruch des Aufruhrs nicht am Ende durch eine unüberlegte Reizung noch zu beschleunigen. Deshalb lehnten sie die Nationalsozialistische Partei ab und wollten vor allem nichts wissen von unserer SA und der SS, weil der Kommunismus dadurch vielleicht erst recht gereizt und tobsüchtig werden könnte. Das sind jene unvergleichlichen bürgerlichen Elemente von Volksfront - Regierungen, die, wenn sie schon den Kommunismus nicht vernichten können, ihn wenigstens durch Ruhe und durch Sanftmut zu zähmen hoffen und zu dem Zweck zu allererst jene bösen Widersacher beseitigen, die ihn durch Widerstand am Ende beleidigen oder gar noch reizen könnten. Denn regiert werden muß! Wenn man aber schon nicht regieren kann gegen die Gewalt, dann, wenn möglich, mit ihr. Man müßte ja eigentlich den Kommunismus verbieten, aber das ist bei der Selbsterkenntnis dieser Tapferen leider unmöglich, also verbiete die, die ihn bekämpfen. Und man tue dies energisch, vielleicht erweckt man dadurch doch noch den Eindruck eines starken Regimes und damit starker, aufrechter, bürgerlicher Männer. Wir haben uns weiter gegen das Eindringen dieser Weltanschauung und gegen ihren Sieg in Deutschland gewehrt, nicht etwa, weil wir nicht wollen, daß dem deutschen Arbeiter der Weg nach oben geöffnet wird, sondern weil wir nicht wollen, daß wie in Rußland 98 Prozent aller führenden Stellen im deutschen Volk von volksfremden Juden besetzt werden (Händeklatschen) und weil wir unter keinen Umständen wollen, daß zu dem Zweck auch noch die aus dem eigenen Volke gekommene nationale Intelligenz abgeschlachtet werden soll. Der Rationalsozialisyms hat unzähligen deutschen Volksgenossen aus untersten Stellungen den Weg nach oben geöffnet, allerdings unter einer Voraussetzung, nämlich der sichtbaren Befähigung. Der deutsche Arbeiter wird nicht übersehen, daß an der Spitze des Reiches heute ein Wann fleht, der noch vor kaum 25 Jahren selbst Arbeiter war, (Jubelnde Zurufe und Händeklatschen) daß ehemalige Land- und Industriearbeiter heute i n zahllosen führenden Stellungen unten und in zahlreichen höchsten Stellen oben tätig sind, und zwar bis zu Reichsstatthaltern. Der Kommunismus kann aber nicht bestreiten, daß heule in Rußland 98 Prozent aller Be- amtenslellen, aller Führungsposten nur von Wir wollten nicht einen ähnlichen Zustand in Deutschland hereinbrechen lassen. Daß es aber hier nicht anders gekommen wäre, beweist die Münchener Räterepublik. Kaum einen Monat dauerte sie, aber trotzdem waren in der Spitze schon mehr nur jüdisch-bolschewistische Führer. Dem deutschen Arbeiter blieb nur die Ehre, die Exekutiv n s k om m a n d o s zu stellen und für die zur rechten Zeit ausgerissenen hebräischen Kommunisten- sührer dann vor den deutschen Gerichten die bittere Verantwortung zu tragen! Aus diesen rassischen Erwägungen im Interesse unseres deutschen Volkes und nicht zuletzt in dem (Händeklatschen.) Wir glauben aber, daß es eine größere Tat ist, fünf Millionen dem langsamen Untergang preisgegebene Erwerbslose wieder in Arbeit zu führen und steigernd in den Le- bensprozeß der Nation einzugliedern, als Kirchen und Häuser anzuzünden und Hunderttausende von Proleten und Bürgern und Bauern sich gegen- feitig zerfleischen und umbringen zu lassen. (Erneute Zustimmung.) Wir haben den Bolschewismus endlich abgelehnt und bekämpft auch aus allgemein-wirtschaftlichen Gründen. Zur Zeit geht wieder über die Welt die Schauernachricht von einer neuen Hunger- katastrophe in Rußland. Seit 1917, b. h. anschauung, die versucht, auch unser Volk zu vergiften und damit zu zerstören. And wir werden ihn bekämpfen als Weltmacht dann, wenn er weiter versuchen wlll, das spanische Unglück mit neuen und noch gewalttätigeren Methoden auch über Deutschland zu bringen. Und wir werden uns dabei nicht bekehren lassen durch das Geschwätz jener Schwächlinge, die an die Gefahr erst dann glauben, wenn sie von ihr verschlungen werden. (Starker Beifall unterstreicht diese Sätze des Führers.) Im übrigen: wir haben den Bolschewismus von Deutschland einst nicht abgewehrt, weil wir eine bürgerliche Welt etwa zu konservieren oder gar wieder aufzufrischen gedachten. Hätte der Kommunismus wirklich nur an eine gewisse durch die Ich fei folgen Demo’ zusehends Gefahren jeden ent, nal, dar Qiftftoh’e. solange toi Lähmur des W'd möglich, dc als Bolts, litions die letzten Widerstan sen Ä leicht aud 3d)t bolscheo fort Pi indem । der an traft oi aber oi Die siischer zin ät Ziere, i Nation soll al stellten Wider Sollte und ! Jakobi Bolfdje Europa Irans die, befr baib ein Hal, roii Haftesten sehe ich, davor c und sie Ach far Md Ziv nicht verl ist, die m dem dies stens bai Ach m an das t Der deilische Arbeiter wist nicht Kanonenfutter für die indisch-bolschewistische Weltrevolution sein u tut n i a g t Wje H >f5au « Der Nationalsozialismus hat diese schwächlichen Elemente beseitigt und dadurch das Vorfeld für seine Auseinandersetzung mit dem Marxismus frei gemacht. Denn erst mußte leider dieser bürgerliche Schleim durchstoßen werden, wollte man auf den wirklichen Gegner treffen. Vielleicht wird auch anderen Völkern diese Aufgabe nicht erspart werden. Jedenfalls bewundern wir das faschistische Italien, dem es gelang, dieses Problem elf Jahre vor uns zu lösen. Und wir freuen uns über all die Staaten, die auf anderen Wegen die Rettung ihrer Völker vor dieser Gefahr versuchen! Wir sind überzeugt, daß früher oder später keinem Volk trotz allem bürgerlichen Verständi- gnngswillen und aller politischen Weisheit eine letzte und klare Entscheidung erspart bleibt, denn: Richt Europa ist in zwei Teile zerrissen und nicht durch uns, sondern der Bolschewismus hat die Grundlagen unserer ganzen menschlichen Staats- und Gesellschaftsordnung, unserer Kulturauffassung, unserer Glaubensgrundlagen, unserer Moralansichten angegriffen und damit in $rage gestellt. (Erneute Zustimmung.) Wenn dieser Bolschewismus diese Lehre in einem einzigen Lande pflegen würde, könnte dies den anderen Völkern gleich fein. So aber ist der oberste Grundsatz dieser Lehre die 3 n - ternakionalltät derselben, d. h. das Bekenntnis, diese Auffassungen in der ganzen Welt zum Durchbruch zu bringen, und dies heißt also, die bisherige Welt aus den Angeln zu heben. Daß dies ein britischer Leitartikelschreiber nickt erkennen will, bedeutet ungefähr soviel, als wenn im 15. Jahrhundert ein Humanist in Wien die Ab- Als eii mit bem Nitutu Parte foflialifti1 Element Element nötig ist erneu l'ch beute 9en unb und ihn h l^ustimmt M A Uns m to, "Mich Die ‘ fnng6 k Dilling füllt nut nnlivorii delnde? »etl Hi« ">ch> an| stcht des Mohammedanismus, in Europa sich auszubreiten, einfach abgestritten haben würde mit dem Hinweis, daß der, der dies behaupte, die Welt in Zwei Teile zerreiße, in das Morgenland und in das Abendland. Leider kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, daß die meisten Zweifler über die bolschewistische Weltgefahr selbst aus dem Morgen- lande stammen. (Beifall.) Denn diese Weltbürger behaupten, nicht der Kommunismus zerreist die Welt in zwei Auffaffun- gen, sondern derjenige, der auf die Tatsache des Kommunismus aufmerksam macht und am meisten der, der sich davor schützt! Es steht uns nicht zu, andere Völker belehren zu wollen, aber es steht uns zu, die uns gewordenen Lehren f ü r Deutschland z u beherzigen. Die Politiker m England haben bisher den Kommunismus im eigenen Lande nicht kennen gelernt, wir aber schon. Da ich nun diese jüdisch-sowjetische Ideenwelt in Deutschland bekämpft, besiegt und ausgerottet habe, bilde ich mir ein, mehr Verständnis für das Wesen oiefer Erscheinung zu besitzen als Leute, die sich bisher im günstigsten Fall nur literarisch damit be- schäftlgen konnten. (Wiederholte Zustimmung.) Nationalsozialisten! Nationalsozialistinnen! Ich habe 15 Jahre lang mit Erfolg eine Bewe- gung gegründet, geführt und dann zur Macht gebracht. Ich habe 3Vz Jahre lang im Besitz der Macht mit unbestreitbar noch größerem Erfolg die Nation geleitet und ihr wieder eine geachtete Stel- lung im Kreise der übrigen Nationen erkämvft. (Jubelnde Kundgebungen.) Ich habe in dieser Zeit mich bemüht, unser Volk im Innern gesünder, in feiner Wirtschaft reicher, in feiner Kultur besser zu machen. Wenn ich bedenke, daß ich selbst noch vor 28 Iah- ren als kleiner Bauarbeiter mir mein Brot ver- diente, noch vor 20 Jahren als Soldat in der großen Armee marschierte, daß ich vor 15 Jahren mit Handvoll Anhängern mich gegen eine Überwältigende Uebermacht herumschlagen mußte, noch vor 12 Jahren für meinen Kampf um Deutschland im Gefängnis saß und erst vor vier Jahren Aussicht erhielt, zur Macht zu kommen, bann ist bas beute erreichte Ergebnis ein zuminbest erstaunliches. (Die Massen bereiten bem Führer minutenlange jubelnbe Hulbigung.) Ich habe aber diese Erfolge nur erzielt, weil mich erstens bemühte, die Dinge zu s e h e n , w i e s i e s i n b . und nicht, wie man sie gerne wahrhaben möchte. Und zweitens, weil ich mich niemals durch Schwächlinge oder besser gesagt, von einer mir einmal gewordenen Erkenntnis wegschwähen ober wegbrin - qen ließ, und drittens, weil ich stets ent- schlossen war, einer einmal erkannten Jtotroen- 0 i g t e u auch unter allen Umständen zu g e - 2.0 rch e n. Ich werde nun heute, da mir das S$,„ haben wir Nationalsozialisten Front gegen den , ^abcn bie Bolschewismus gemacht. ootuhon von unserem Volk und von anderen Wir lehnten diese Lehre weiter ab infolge unfe- Völkern diese Gefahr weggenommen. Wir fön- rer humaneren Auffassung, mit der wir nen daher auch mit einer gewissen Ruhe d 1 e s e dem Mitmenschen gegenübertreten. Die Darlegun- Versuche bei anderen betrachten. Sollte gen unserer Redner auf diesem Parteitag sowie aber jemals durch einen solchen Versuch das die Ereignisse m Spanien haben wieder einmal «eich bedroh, roerdeu, dann wird die Jia- «a'ÄÄ'ÄM» ,»«•erer- Limousine Stahl-Karosserie und Gepäckaufbau zu verkauf. Gastwirt r12'8 Kirchhain Heskem Tel.Heskem112. Fast neue kurzarmige Singer- Echuhmacher- Nährnaschine zu verkauf. 01197 Sonnenstrabe 13111 r. iGLORifl Heute Premiere Täglich 4,6 und 8.30 Uhr, Sonntag 3,5.30 und 8.30 Uhr Im Beiprogramm: Das Buch der Deutschen „Mein Kampf“ und Ufa-Ton-WocheI Infolge des starken Andranges bitten wir höflichst d. Nachmittagsvorstellungen zu besuchen Sichern Sie sich Karten im Vorverkauf [Verschiedenes' Wer Met MW? Schriftl. Angeb. unter 5733D an den Gießen.Anz. Vetter Qualitäts- Möbel und Preise sind Leistgs.-Beweise Verkauf und großesLagernur giessen Wiesenstr. 6. Ehestands.-Darl. Zahl.- Erleichter. NEUES MEISTERWERK! Ein Film voll herrlicher Kraft und Schönheit, voll unheimlicher Spannung und gewaltiger Energie um den deutschen Johann August Suter.den Kaiser von Kalifornien PQLßST i Giessen 5730 a LuisTrenkers Kastenwagen (100 X 60) und wenig gebraucht. Dauerbrenner zu verkauf. 01201 Moltkestratze8l. Gehr. Damenrad und Lautsprecher abzugeben. 5723V Gartenstr. 28. | Kaufgesuche | Gebrauchte,aber gut erhaltene Bandsäge mit zirka 70 cm Durchmesser zu kaufen gesucht. Schr. Angebote unter 5722D an den Gießen. An- zeiger erbeten. Gebrauchter llckNIW zu kauf, gesucht. Schr.Angeb.unt. 04209 an d.G.A. kaufe jedes Quantum trocken gepflückte mittlere bis großfallende 5731V Jwetfchen zum Tagespreis Pink Franks. Str. 36 Telefon 2106 e\nesos' C Nr. Ab Zweites Blatt Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Dienstag, l5. September 1936 Oer Tag der Wehrmacht in Nürnberg. Der Abschluß der Vorführungen. Die Gefechtsübung. Der beschränkte Platz läßt ein einheitliches Bild der Zusammenarbeit der verschiedenen Waffengattungen nicht zu, sodaß die Entwicklung eines modernen Gefechtsbildes gewisser - maßen nur in Teilabschnitten möglich ist. Diese aber sind so geschickt ineinandergefügt, daß die Zuschauer trotzdem einen guten Eindruck von der Notwendigkeit engster Verbundenheit und Zusammenarbeit der verschiedenen Verbände erhalten. Die Reiterspähtruppe eines Reiterregiments auf dem Vormarsch stößt auf feindliche <5 p ä h - t r u p p-P anzerwagen und gibt diese Erkundung durch rote Leuchtkugeln nach hinten. Panzer-Abwehrgeschützen gelingt es, den Gegner abzuwehren, worauf der Vormarsch fortgesetzt wird. Eine motorisierte Aufklärungsabteilung trifft auf eine feindliche S p e r r e aus Schützen, leichten MG. und Panzer-Abwehrgeschützen. Der erste Angriff der Panzer-Spähwagen wird abgewehrt, so daß Artillerieeinsatz erforderlich wird. Inzwischen rücken die Schützen sprungweise gegen die Sperre vor. Kraftwagen bringen als Verstärkung schwere Fahnen aller an dem Aufmarsch beteiligten Truppenteile mitgeführt. Der Kommandeur der 17. Division meldet die Paradeaufstellung. Oberbefehlshaber der Wehrmacht Generalfeldmarschall von Blomberg wendet sich nun mit folgender Ansprache an die Soldaten: Soldaten! Am 16. März 1936 hat unser Führer und Reichskanzler der neuerstandenen Wehrmacht Truppenfahnen verliehen. Eine geheiligte Tradition ward damit zu neuem Leben erwacht. Heute wird euch die Ehre zuteil, daß am Tage der Wehrmacht des Reichsparteitages ihr die neuen Fahnen und Standarten zu treuen fänden empfangt. Sie sind ein Kleinod, das ihr zu bewahren und rein zu erhalten habt. In diesen Feldzeichen verkörpert sich für euch die Ehre eurer Truppe. Sie sind zugleich das Symbol aller soldatischen Tugenden. Der Fahne zu folgen im Leben und im Sterben ist von nun an euer höchstes Gesetz. Währen die Truppen präsentieren, übergeben die Oberbefehlshaber der Wehrmachtsteile unter den Klängen des Präsentiermarsches und dem Donnern der Geschütze den Kommandeuren der Regimenter W x J SS « ________________________________________i > I Generaloberst Freiherr v. Fritsch bei der Uebergabe der Truppenfahnen eines Panzerregiments. (Scherl-Bilderdienst-M.) MG. heran, bis der Gegner die Sperre nicht mehr zu halten vermag. Panzer-Spähwagen und Kraftradschützen nehmen die Verfolgung auf. Das Instellunggehen der Batterie zeigt dann die zweite Abteilung des Artillerie-Lehrregiments Jüterbog, die sich unter Fliegerbeobachtung und Einsatz der Funktrupps erst auf den Gegner einschießt und dann Wirkungsschießen vorführt. Inzwischen sind die Formationen auf dem Vormarsch an eine ausgebaute Stellung des Verteidigers mit Schützengräben MG - Nestern, Minenfeldern und einer getarnten Feuerstellung der Panzerabwehrgeschütze und Artillerie geraten. Es entwickelt sich das Bild eines Großkampfes, bei dem der Angreifer die Infanteriegeschütze mit in die vordersten Linien zieht. Aber erst dem Einsatz der zweiten Welle der Panzerkraftwagen gelingt der Einbruch in die feindliche Stellung. Die Uebergabe der neuen Fahnen Durch fünf Tore ziehen nun die Truppen zur Paradeaufstellung auf die Zeppelmwiese. Nach dem Aufmarsch ertönt das Kommando „Stillgestanden!", Die Truppen präsentieren. Ueber die Straße ziehen mit klingendem Spiel die 112 Fahnen des alten Heeres, unter ihnen die Fahnen der ältesten Regimenter der ehemaligen Armeekorps und vier Fahnen der alten Kriegsmarine, in das gewaltige Rechteck ein. Im mittleren Block des Fahnenbataillons werden die neuen d i e neuen Feldzeichen. Die Hunderttausend haben sich von ihren Plätzen erhoben und grüßen die Fahnen. Der Oberbefehlshaber der Wehrmacht, Generalfeldmarschall von Blomberg, fährt dann fort: Soldaten! In dieser Stunde gedenken wir des Mannes, der uns die neuenFeld- zeichen gab und dem wir in unerschütterlicher Treue verbunden sind. Adolf Hitler, unser Führer und Reichskanzler, der Oberste Befehlshaber der deutschen Wehrmacht, unser deutsches Volk und Vaterland Sieg-Heil! Machtvoll brausen die Heilrufe über das weite Feld. Die Lieder der Nation beschließen die feierliche Fahnenweihe. Die Wehrmacht vor dem Führer Der Tag der Wehrmacht erreichte am Nachmittag mit der Anwesenheit des Führers bei den Vorführungen auf der Zeppelinwiese seinen Höhepunkt. Auf der Ehrentribüne waren neben der Generalität und Admiralität das gesamte Führerkorps der Bewegung, die ausländischen Diplomaten, zahlreiche ausländische Militärattaches und die führenden Persönlichkeiten der Reichs- und Staatsbehörden anwesend. Die weiten Ränge waren dicht besetzt. An den Toren des Zeppelinfeldes wehten an den schlanken Masten die Reichskriegsflaggen. In südlicher Richtung kreuzte in der Ferne das Luftschiff „Hindenburg" am Himmel. Mit militärischer Pünktlichkeit brausten um 14 Uhr die schweren Kampfflugzeuge über das Zeppelinfeld und gaben damit das Zeichen für den Beginn. In pausenloser Folge wickelt sich nun das vielseitige Programm der Wehrmachtvorführungen ab, das ebenso wie am Vormittag auch jetzt die Massen immer wieder zu stürmischen Beifallskundgebungen hinreißt. Und dann entfaltet sich nochmals das wundervolle Bild des Aufmarsches aller an den Vorführungen beteiligten Truppenteile und der Kriegsmarine, die zum ersten Male die ihnen am Vormittag verliehenen neuen Fahne n mitführen und bei dem Anmarsch mit Beifall überschüttet werden. Nach kaum 30 Minuten steht die Paradeaufstellung angetreten vor ihrem obersten Befehlshaber. Nachdem die Fahnenkompanie mit den ruhmreichen Fahnen des alten Heeres vor der Ehrentribüne mit Front zum Führer und Obersten Befehlshaber Aufstellung genommen und der Kommandeur der 17. Division, Generalmajor Haase, dem Führer die Paradeaufstellung gemeldet hat, nimmt der Führer das Wort. DerFührerspnchfzurWehrmachf Soldaten! Zum drittenmal seid ihr auf diesem Platz hier in Nürnberg angetreten! Zum erstenmal flattern vor euch d i e Kriegsfahnen des neuen Reiches! Zum erstenmal haltet ihr in euren Fäusten die neuen Fahnen eurer Regimenter! So zeigt sich schon in diesem äußeren.Bild der Wandel, den Deutschland, unser, euer Deutschland durchgemacht hat. Dieser Wandel aber ist das Ergebnis einer sehr großen Erziehungsarbeit an unserem Volke und einer nicht weniger großen Arbeit auf allen Gebieten unseres nationalen Lebens. Daß wir heute so hier stehen können und diese Tage so zu feiern vermögen, verdanken wir der unendlichen Tatkraft, dem unendlichen Fleiß, der unendlichen Arbeit unseres Volkes. Aber all diese Arbeit würde vergeblich sein, wenn es dem Reiche nicht möglich gewesen wäre, sich seinen inneren und seinen äußeren Frieden zu sichern. Was uns heute mit so großem Stolz erfüllt, sind die Lei st ungen unserer Friedensarbeit. Was uns als höchste Aufgabe gestellt ist, das ist die Sicherung und damit Erhaltung dieser Leistung und dieser Arbeit. Und wenn Millionen Menschen jahraus jahrein für diese Arbeit ihr Leben einsetzen, in Fabrik und Werkstatt, in Betrieb und Kontor, dann ist es verständlich und vernünftig,, wenn auch alle genau so bereit sind, ih r Leben einzusetzen für die Erhaltung dessen, was so geschaffen wurde. Deshalb, meine Soldaten, seid ihr von der Nation gerufen worden! Nicht um irgendeinem frivolen Versuch eines Überspannten Chauvinismus zu dienen — sondern um Dache zu stehen vor unserer Arbeit! wache zu stehen vor unserem Volk! Wache zu stehen vor unserem Deutschland! Wenn ich euch so vor mir sehe, dann fühle ich, und ich weih es, daß diese Wache allen Gefahren und allen Drohungen gegenüber slandhalten wird. Der Deutsche war stets ein guter Soldat. Das Heer, aus dem ihr gewachsen seid, trägt die stolzeste Uebedieferung aller Zeilen. Wenn Deutschland einst zerbrach, dann war das die Folge seines inneren politischen Zerbrechens, heute steht die Nation so gerade ausgerichtet, wie ihr, meine jungen Kameraden, hier vor mir steht. Deutschland ist heute wieder seiner Soldaten würdig, und ihr, das weih ich, werdet dieses Reiches würdige Soldaten sein! Wir bilden in Volk, Partei und Wehrmacht eine unlösbar verschworene Gemeinschaft! Es mögen Zeiten kommen, die ernst sind. Sie werden uns niemals schwankend, niemals mui- los und niemals feige antreffen! Denn wir alle wissen: Das Himmelreich erringen keine halben! Die Freiheit bewahren keine Feigen! Und die Zukunst gehört nur dem Mutigen allein! Die iparabeauW der Wehrmacht auf der Während der Luftparade erschien das Luftschiff Hindenburg" über dem Zeppelinfeld. Hoch über den in langer Reihe fliegenden Geschwadern stand herrlich am Himmel das stolze Luftschiff. (Scherl-M.) W Was von euch gefordert wird, ist nur ein kleiner Teil von dem, was die Vergangenheit von uns verlangte. Wir haben damals unsere Pflicht erfüllt, ihr werdet sie heute erfüllen. Die zwei Jahre aber, die ich für Deutschland von euch fordere, gebe ich euch mit 10 Jahren wieder zurück! Denn jeder von euch wird durch diese Zucht gesünder als er es jemals vorher war. Was ihr in eurer Jugend dem Vaterlande gebt, wird euch im Al- t e r wieder zurückerstattet! Ihr werdet ein gesundes Geschlecht fein, nicht erstickt in Büros und in Fabnkräumen, sondern erzogen in Sonne und Licht, gestählt durch Bewegung und vor allem erhärtet in eurem Charakter. Und glaubt mir: Deutschland hat euch als seine Soldaten lieb! Die Verehrung, die Bewunderung und die Liebe zur einstigen grohen Armee, sie hat sich auf euch übertragen. Und ihr werdet dessen würdig sein! Die Nation erwartet von euch kein Opfer, das ihr nicht erfüllen werdet! Dann wird Deutschland niemals mehr den traurigen Zeiten entgegengehen, die wir durchleben muhten! Unser Vaterland, euer Deutschland, eure Heimat und die Heimat eurer Kinder wird stark und groß und glücklich sein. Es wird sich jenen Frieden bewahren können, der unser Leben sichert! In dieser Stunde vereinen wir uns alle in dem Bekenntnis zu diesem unseren deutschen Volk und zu den Millionen arbeitenden Menschen in Stadt und Land, in dem Bekenntnis zum Deutschen Reich. Unser Deutschland: Sieg-Heil! Sieg-Heil! Sieg-Heil! Die Hunderttausende, die das Feld umsäumen, stimmen in einer ungeheuren Welle der Begeisterung in den Ruf ein und bereiten den Soldaten und ihrem Obersten Befehlshaber jubelnde Kundgebungen. Der Vorbeimarsch vor dem Führer. Der Führer begab sich, begleitet von dem Oberbefehlshaber der Wehrmacht, Reichskriegsminister Generalfeldmarschall von Blomberg, dem Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst Frhr. von Fritsch, dem Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, Generaladmiral Raed er und dem Oberbefehlshaber der Luftwaffe, Generaloberst Göring, zu einem Podium vor der Ehrentribüne, um dort den Vorbeimarsch der Truppen abzunehmen. Und wieder bietet sich ein Bild von unerhörter Eindringlichkeit, als das Jnfanterie-Lehrbataillon Döberitz als F a h n e n b a t a i l l o n mit den Feldzeichen des alten Heeres den Parademarsch vor dem Führer eröffnet und im gleichen Augenblick 21 Flugzeuge der Luftwaffe in Hakenkreuzformation über dem Felde heranbrausen. Wenige Minuten später erscheint auch das Luftschiff „Hindenburg" nochmals über dem Feld, und während die Hunderttausende die alten Feldzeichen mit erhobener Rechten grüßen, verharrt es fast unbeweglich über dem Platz, an dem der Führer steht. Dann ziehen in Kompagniefront die Truppen vor ihrem obersten Befehlshaber in Parade vorüber. Immer wieder fliegen die Arme empor, um die neuen Fahnen, die Feldzeichen des neuen Deutschlands zu grüßen, die nun ihren Truppenteilen beim Vorbeimarsch vor dem Führer voranflattern. Im strammen Paradeschritt zieht Truppenteil um Truppenteil zu den Klängen seines Parademarsches vor seinem Obersten Befehlshaber vorüber. Das herrliche Bild des Einschwenkens der berittenen Musikkorps mit ihren Kesselpaukern löst immer wieder jubelnden Beifall aus. Dann kommen die motorisierten Verbände Mannschaften, Fahrzeuge und Geschütze schnurgerade ausgerichtet, immer wieder dankt Beifall für die Exaktheit, mit der die Soldaten vor ihrem Obersten Befehlshaber vorbeiziehen. Den Abschluß des prachtvollen mili- tärischen Schauspiels bildet der Vorbeimarsch des Panzerregiments. Nochmals strecken sich die Arme und grüßen das Feldzeichen, das in dem Kampftagen des Kommandeurs der Abteilung voran flattert. Triumphfahrt des Führers. Heil-Rufe branden auf, als der Führer, begleitet von dem Reichskriegsminister und den drei Oberbefehlshabern der Wehrmachtteile, seinen Wagen besteigt. Ein unbeschreiblicher Orkan der Begeisterung aller umbraust ihn, als er mit seinen engsten militärischen Mitarbeitern an der östlichen Setten- tribüne von der Fahrstraße abbiegt und nun das weite Feld längs der Tribünen in langsamer Fahrt umrundet. Im Wagen stehend muß der Führer immer und immere wieder mit seinen Mitarbeitern für den begeisterten Gruß der Hunderttausende danken, der ihm mit einer Herzlichkeit ohnegleichen entgegengetragen wird. Von Tribüne zu Tribüne scheint sich der Jubel zu steigern. Die Größe dieser Augenblicke läßt die Massen spontan das Deutschlandlied anstimmen und, während die Abendsonne das unvergeßliche Bild dieser triumphalen Fahrt des Führers mit ihren letzten Strahlen vergoldet, verabschiedet sich der Führer mit herzlichem Händedruck von seinen Mitarbeitern, um dann, erneut umbrandet von jubelnder Begeisterung, die Stätte dieses denkwürdigen militärischen Schauspiels zu verlassen. DerZapfenstreich derWehrmacht vor dem Führer. Den glanzvollen Abschluß des Ehrentages der Wehrmacht bildete nach Mitternacht der Große Zapfenstreich der Wehrmacht vor dem Führer a m „Deutschen H o f". Die dem Haus des Führers gegenüberliegende Straßenseite des Frauentorgrabens war von einer dicht gedrängten Menschenmenge besetzt, die auch den übrigen Weg der Zapfenstreich-Formationen auf beiden Straßenseiten dicht besetzt hielt. Gegen Mitternacht brausen langanhal- Lende Heilrufe über die Massen am Frauentorgraben Die Parade der Wehrmacht vor dem Führer. Unser Bildtelegramm zeigt den Vorbeimarsch der Fahnen. — (Sch erl-Bilderdienst-M.) W •fr r, >< t.0 , ■4 m s.e S1 i' w M- < * 1? \ ■ "» - ’ I ’M * I »■ \ :i. W hinweg-. Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht ist soeben in Begleitung des Oberbefehlshabers der Wehrmacht Generalfeldmarschall v. Blomberg sowie der Oberbefehlshaber der drei Wehrmachtteile auf dem Balkon des „Deutschen Hofes" hinausgetreten und wird von der Menge stürmisch begrüßt. Im selben Augenblick ist auch schon die Spitze des Zapfen st reiches herangekommen. In strammer Haltung marschieren die 14 Musikkorps vor dem Führer auf und nehmen Front zum „Deutschen Hof". Nach der Meldung an den Obersten Befehlshaber der Wehrmacht leiten der Badenweiler Marsch, der Bayerische Defiliermarsch und „Preußens Gloria" den Großen Zapfenstreich ein. Dann erklingt das Vorspiel zum Großen Zapfenstreich, der darauf machtvoll einsetzt. Nach dem Kommando „Helm ab zum Gebet" klingt die wunderbare Weise „Ich bete an die Macht der Liebe" gen Himmel. Nach den Liedern der Nation brausen noch einmal die Heilrufe über die Stadt, während der Führer mit erhobener Rechten wieder zurückgrüßt. Dann verlieren sich die Tausende in allen Straßen Nürnbergs, um auf ein Jahr Abschied zu nehmen von der Stadt der Reichsparteitage, dem herrlichen Kleinod im Frankenlande. Oie grandiosen Kundgebungen desRürnbergerparieiiages im Epiegel derWelipreffe Tiefer Eindruck in Italien. Rom, 15. Sept. (DNB. Funkspruch.) Neber die großen Kundgebungen des Reich s - Parteitages vom Samstag und Sonntag wird in der gesamten italienischen Presse wieder an bevorzugter Stelle berichtet. Der antibolschewistische Kampfruf und der brennende Friedenswunsch des deutschen Volkes gebe den Berichten über die letzten Nürnberger Tage das Gepräge. Nach dem Aufmarsch der HI. und des Arbeitsdienstes, der SA. und der SS. und den damit verknüpften gewaltigen Kundgebungen konzentriert sich am Montag das italienische Interesse auf den Ehrentag der Wehrmacht. Bei der Beschreibung des überwältigenden Schauspiels des Schlußtages rühmt „Tribuna" besonders die vollkommen gelungenen und vortrefflich durchgeführten Hebungen der Wehrmacht, die im Rahmen von 100 000 Zuschauern und 60 000 Braunhemden unter Anwesenheit aller Ehrengäste, darunter auch der Militärattaches, vor sich ging. Als die Jagdfluggeschwader mit den Namen der deutschen Fliegerhelden aus der Kriegszeit und dem Namen des Blutzeugen der Bewegung „Horst Wessel" erschienen, habe sich der Zuschauermassen ein unbeschreiblicher Jubel bemächtigt, der durch den Donner der hochmodernen Flugzeugabwehrgeschütze kaum habe unterdrückt werben können. Diese großartige Kundgebung der militärischen Vorbereitung, die Deutschland in kurzer Zeit zu Lande und in der Luft erreicht habe, habe ihre Krönung gefunden, als Generalfeldmarschall von Blomberg 21 neue Fahnen der Wehrmacht weihte. Mailand, 15. Sept. (DNB. Funkspruch.) Der Abschluß desNürnbergerParteitages wird von der Mailänder Presse ebenso wie alle vorhergegangenen Veranstaltungen sehr ausführlich behandelt. In Schlagzeilen werden Hi t l e r s Worte über die kommunistischen Gewaltmethoden hervorgehoben. Stärksten Beifall finden die anerkennenden Worte des Führers für das faschistische Italien. „Vorbildliche Geschlossenheit der SA. und SS." Rom, 14. Sept. (DNB.) Der Ehrentag der SA. und SS. auf dem Reichsparteitag in Nürnberg wird in der römischen Presse ausführlich geschildert. Bei der Wiedergabe der Ansprache des Führers wird das großartige Schauspiel der SA. und SS. und die absolute Geschlossenheit und Festigkeit ihrer Organisationen besonders berücksichtigt und außerdem der Satz lebhaft unterstrichen, in dem der Führer darauf hinwies, daß in anderen Ländern die Massen zum Aufruhr gereizt und zu Straßenkundgebungen gegen den Faschismus und den Nationalsozialismus aufgerufen werden. In den Ueberschriften der Nürnberger Berichte wird vor allem der Friedenswille des nationalsozialistischen Deutschland und zugleich die energische Verwahrung gegen den Bolschewismus sehr stark betont. „Popolo di Roma" führt aus, daß es die Aufgabe des diesjährigen Reichsparteitages gewesen sei, der ganzen Welt offen und unwiderlegbar klar zu machen, wie diese schroffe Ablehnung des Bolschewis- rnus, die von interessierter ausländischer Seite vielleicht bisher noch als eine rein persönliche Richt- linie des Führers angesehen worben sei, vom Ge- famtwiüen bes deutschen Volkes gestützt und getragen werde. «.Deutschlands Sicherheit ein Strahl der Hoffnung/' W i e n, 14. Sept. Das „Wiener Montagsblatt", die Montagsfruhausgabe der christlich-sozialen „Reichspost schreibt einen Leitartikel zur gestrigen Rede des Führers und Reichskanzlers. Nachdem der Artikel einleitend auf die neue Streikwelle in Frankreich bmgewiefen hat, fährt er fort: „Man sollte nun meinen, dieser wahrhaft aufrüttelnbe Anschauungsunterricht darüber, wie die Dinge in Europa schon liegen, mußte auch dem mit völliger, politischer Ahnungslosigkeit Behafteten endlich klarmachen, daß es im vollsten Sinne des Wortes eine Existenz- frage des Abendlandes geworden ist, sich gegen denunverföhnlichenTobfeindder europäischen Kultur in einer Abwehrfront zusammenzuschließen, die auch heute noch so stark werden müßte, daß der verzweifelte Ansturm der Moskowiter daran zuschanden werden müßte. Dies ist auch der tiefe Sinn der Rede des Reichskanzlers Adolf Hitler auf dem Nürnberger Parteitag, in der er die Moskauer Drohung abermals mit größter Eindringlichkeit vor das Gewissen der maßgebenden Staatsmänner Europas stellte. Die aus Deutschlands wiedergewonnener Macht erwachsene Sicherheit, daß das Reich niemals werde bolschewistisch werden, begleitet einen Strahl der Hoffnung in der düsteren Atmosphäre unserer Tage. London ist des Lobes voll London, 15. Sept. (DNB. Funkspruch.) Die meisten Morgenblätter berichten eingehend über die großen Vorführungen der Wehrmacht am letzten Tage des Parteitages. „Daily Telegraph" schreibt, die Vorführungen seien eines der größten Schauspiele der bewaffneten Stärke Deutschlands, das man jemals gesehen habe, gewesen. Die „Times" hebt aus den Darbietungen der Wehrmacht besonders die Leistungen der 400 Flugzeuge hervor. „Daily Mail" sagt, die Geschicklichkeit der Flieger habe gezeigt, daß die menschliche Qualität der deutschen,Luftstreitkräfte erstklassig sei. Die Schnelligkeit, mit der die Flakbatterien abprotzten und ins Gefecht gingen, habe die Bewunderung der ausländischen militärischen und Luftattach^s hervorgerufen. — „Daily Expreß" bezeichnet die Vorführungen der Wehrmacht als die mächtigste Entfaltung moderner Rüstung, die Deutschland jemals gesehen habe. Restlose Anerkennung in Paris. Paris, 15. <5ept. (DNB. Funkspruch.) Der Sonderberichterstatter des „Paris Soir" schildert die militärische Parade und die Vorführungen auf der Zeppelinwiese. Die Begeisterung sei groß gewesen. Das Volk, mit solcher Schnelligkeit eine Armee wieder erstehen und sich entwickeln sehen, die 15 Jahre lang im Schatten gewesen sei, habe nicht an Begeisterung über die Vorführungen der Truppen gespart. Die Franzosen, die wegen ihres militärischen Wertes hoch geschätzt seien, müßten den Wert dieser deutschen Armee anerkennen. Nürnberg, 14. Sept. (DNB.) Auch in diesem Jahre stand die Gau- und Kreisleiterta- g u n g des Reichsparteitages, an der auch die Reichsleiter und führenden Parteigenossen teilnahmen, im Zeichen einer großen Rede des Stellvertreters des Führers. Nach Begrühungsworten des Reichsorganisationsleiters Dr. Ley nahm Rudolf Heß das Wort zu feinen Ausführungen, in denen er sich, wie NSK. meldet, von der Warte der Partei aus mit den politischen Problemen der Zeit ebenso auseinandersetzte wie mit den Forderungen und Aufgaben des Tages. Er ging von einer Kennzeichnung der geschichtlichen Bedeutung des diesjährigen Reichsparteitages aus und unterstrich Gröhe und Ausmaß der vom Führer in seiner Proklamation neu gestellten Aufgaben: Wie in der Politik, so wird auch in der Wirtschaft unkompliziertes und gesundes Denken zum Erfolge führen. Die Bedeutung des diesjährigen Parteitages charakterisierte der Stellvertreter des Führers ferner dahin, daß in diesem Jahre in besonderem Umfange ausländische Gäste Zeugen des Geschehens sind. 3n den Docken Rudolf Heß' kam unter dem begeisterten Beifall der Führerschaft der Bewegung der Stolz über unser herrliches neues Reich und das Glück zum Ausdruck, das wir darüber empfinden, Weltgeschichte in konzentrierte st er Form zu erleben und Weltgeschichte mitgestalten zu dürfen! Die schicksalhafte Bedeutung des Führers und feiner Bewegung habe aber ebenso der jüdische Bolschewismus erkannt, der mit allen Bütteln Paris, 15. Sept. (DNB. Funkspruch.) Auch der Sonderberichterstatter des „Jntransigeant" gibt einen ausführlichen Bericht über den Tag der Armee in Nürnberg und schildert das Schauspiel der 400 Flugzeuge, die die Zeppelinwiese mit einem Höllenlärm überflogen hätten, um dann in ein Gefecht mit den Luftabwehrgeschützen, die besonders aktiv und wachsam gewesen seien, verwickelt zu werden. Die Soldaten hätten einen ungeheuren Schneid und gute Ausbildung gezeigt. Die Vernichtung und Heberquerung der Stackel- drahtverhaue durch die Kampfwagen habe das Publikum begeistert. „Der Vo fchewismus muß vernichtet werden" Paris, 14. Sept. (DNB.) Der 21 u f maV f cf) der SA. und SS. in Nürnberg und die Rede des Führers werden von der Pariser Presse ebenso ausführlich wiedergegeben, wie alle vorhergehenden Kundgebungen. Die Blätter unterstreichen ganz besonders die Erklärung Adolf Hitlers, daß ein Wort genügen würbe, um Millionen und Aber- rnillionen Deutsche zu einer nationalen Kundgebung zusammenzuführen. Der „I o u r" pflichtet den Ausführungen Hitlers und G o e b b e l s' über die f o m m u n i ft i = s ch e Gefahr rückhaltlos bei. Wenn Deutschland die Stimme erhebe und von einer Kriegsgefahr spreche, so nur deshalb, weil Moskau die Franzosen zu sowjetrussischen Soldaten gegen Deutschland machen wolle. An dem Tage, an dem der Bolschewismus in Frankreich nicht mehr bestehe und an dem man die Agenten Stalins, Dimitroffs und der Komintern gezwungen habe, den französischen Boden zu verlassen und ihr Gold, Gift und ihre Methoden mitzunehmen, werde die Kriegsgefahr um 80 v. H. sinken und Frankreich werde wiedergeboren. Deshalb seien die Reden Hitlers und Goebbels', der Widerstand Italiens und der des nationalen Spaniens gegen die bolsckewistische Diktatur ein gutes Zeichen. Der Bolschewismus müsse vernichtet werden, und es sei bedauerlich, daß Frankreich als letzter sich von dieser Notwendigkeit überzeuge. An anderer Stelle befaßt sich der Nürnberger Sonderberichterstatter des Blattes mit den Erden Kampf gegen den Rationalfozlallsmus zu organisieren versuche. In einem Streiflicht auf das Verhältnis zwischen Partei und Wehrmacht erklärte Rudolf Heß unter starkem Beifall, daß dies Verhältnis ein erfreulich gutes fei. Eingehend befaßte sich der Stellvertreter des Führers mit den auch im Vierjahresplan des Führers in den Mittelpunkt sowohl des Interesses wie der Arbeit gerückten wirtschaftlichen Fragen. Er legte der Führerschaft der Partei die tragenden Gesichtspunkte der gegenwärtigen Lohn- und Preispolitik dar. Rudolf Heß bekannte sich dabei zu einer optimistischen Beurteilung der weiteren Ent- Wicklung der wirtschaftspolitischen Lage. Es sei nicht die Absicht des Rohskoffpla- n e s, mit den neugewonnenen Rohstoffen den Export zu steigern. Das Ausland könne darüber beruhigt sein. Die Reuproduktion solle vor allem für den eigenen Bedarf Verwendung finden, d. h. für das Volk wichtige Verbrauchsgüter in großen Mengen zur Verfügung stellen und auf diese Weise den Lebens- standard ebenso heben, wie dies bet Sinn des künftigen Wohnungsbauprogramms fei, mit dem der Kampf gegen das Wohnungselend aufgenommen wird. Der Stellvertreter des Führers schloß mit einem eindrucksvollen Bekenntnis zu unserer Lebensaufgabe in der NSDAP. Rudolf Heß vor der Führerschaft der NSDAP. Körungen, die der Führer in einem engeren Kreis von ausländischen Journalisten abgegeben hat und die hier ebenfalls ausführlich wiebergege* ben werden. Im Verlaufe dieser Erklärungen habe Adolf Hitler versichert, daß die Deutschen, gerade weil sie den Bolschewismus bekämpften, die besten Europäer feien. Diese Erklärungen, so schreibt der Sonderberichterstatter des Blattes, machten jeden Kommentar überflüssig. Der sehr aufrichtige Ton, in dem der Führer gesprochen habe, habe auf alle anwesenden Journalisten einen tiefen Eindruck gemacht. Wenn man in dem Kreuzzug gegen den Bolschewismus nur ein diplomatisches Manöver sehen würde, das dazu be - stimmt fei, Sowjetrußland von den kommenden internationalen Konferenzen fernzuhalten, so verkenne man die seelische Verfassung des neuen Deutschland. Paris, 14. Sept. (DNB.) Heber seine persönlichen Eindrücke in Nürnberg erklärt der Sonderberichterstatter des „Figaro" u. a., man müsse feststellen, daß Hitler der geborene Redner fei. Er finde stets die einfachen und richtigen Worte. Es stehe außer Zweifel, daß der Führer von feiner Mission überzeugt fei, das fühle man. Der physische Widerstand des Führers sei ungewöhnlich groß. Er stehe um 6 Hhr auf, halte eine Rede und kehre dann in die Stadt zurück, um von 10 Hhr bis 17 Hhr den ununterbrochenen Vorbeimarsch der verschiedenen Formationen abzunehmen. Immer wieder versuche die Menge, wenigstens einen Blick von ihm zu erhaschen. Sie scheine ihm zuzurufen: „Gib uns ein Zeichen!" und von Zeit zu Zeit winke der Führer ihr von der Tribüne herab mit einer symbolischen Handbewegung zu. Wer die Kundgebungen nicht persönlich erlebt habe, könne sie sich einfach nicht vorstellen. Man müsse nach Nürnberg kommen, um Deutschland und den Nationalsozialismus zu verstehen. „Newyork Times": Nürnberger Tage unvergeßlich! N e u y o r k, 14. Sept. Die Presse der Vereinigten Staaten widmet den Nürnberger Vorgängen weiterhin große Beachtung. „Newyork Times" erklärt, daß „gleich den Kundgebungen der nationalsozialistischen Stärke auf früheren Parteitagen auch das heutige Schauspiel dazu angetan ist, unvergeßlich zu bleiben. Das Blat betont, daß kein europäisches Land, vielleicht kein Land auf der ganzen Welt, die Nürnberger Tage nachahmen könnte, die dem Beobachter die fast grenzenlose Quelle der kampfkräftigen deutschen Jugend vor Augen führten. Diese Jugend sei bis zum Fanatismus dem Reich und dem Führer ergeben. Das Blatt schließt seinen mehrspaltigen Bericht mit der Feststellung, daß kein Staat einschließlich Sowjetrußland eine solche Masse von gleicher Intelligenz und gleicher körperlicher Stärke aufweifen könne, die auch bereit fei, ins Feld zu ziehen. Blutige Bauernunruhen in Rumänien. Zahlreiche Tote und Verwundete. Bukarest, 15. Sept. (DNB. Funkspruch.) Im Orte S a r a t bei Piatra Neamtz haben sich schwere Ausschreitungen religiösen Charak- t e r s zugetragen, die zu b l u t ig e n Zu s a m menst ö ß e n zwischen aufständischen Bauern und Gendarmerie führten. Es handelt sich um Anhänger des alten orthodoxen Kalenderstils, deren Zahl innerhalb der Bauernschaft immer noch groß ist, und die trotz aller behördlichen Verbote die kirchlichen Feste nach dem alten Kalender feiern wollen. Die Bauern, die einen ihrer Anführer befreien wollten, feuerten auf die Gendarmen. Zwanzig Gendarmen wurden verletzt, einer davon tödlich. Die Gendarmen eröffneten daraufhin Salvenfeuer auf die anstürmenden Bauern, wodurch vier Bauern getötet, und eine große Anzahl verletzt wurde. Der Rest flüchtete in die Dörfer zurück. Den Behörden gelang es, der Haupträdelsführer habhaft zu werden. Reue Zwischenfälle bei Gibraltar Englische Dampfer angegriffen. — Kommunistische Wühlereien. London, 15. Sept. (DNB. Funkspruch.) Wie Reuter aus Gibraltar meldet, wurde der zwischen Gibraltar und Melilla verkehrende englische Han- delsdampfer „(Sibel Zerjon" am Montag zum Zweiten Male von einem Torpedo-Zerstörer der Madrider Regierung auf hoher See an- gehalten. Als der Dampfer noch etwa 7 Seemeilen von Melilla entfernt war, wurde er von dem spanischen Kriegsschiff aufgefordert, seinen Kurs zu ändern und nach Gibraltar zurückzukehren. Der Kapitän des englischen Dampfers kam diesem Befehl zunächst nach, drahtete jedoch sofort um Hilfe, worauf die britischen Kriegsschiffe „Arrow'" und „Anthony" herbeieilten. Beim Eintreffen der Engländer zog sich der rote Zerstörer zurück, und die „(Bibel Zerjon" konnte ihre Reise nach Melilla fortsetzen. Etwa 300 englische Flüchtlinge aus La Linea veranstalteten am Montag in Gibraltar eine Pro - testkundgebung gegen die Auflösung des Flüchtlingslagers durch die britischen Behörden. Nach einer Reutermeldung herrscht in Gibraltar große A u f r e g u n g. Es seien Gerüchte in Umlauf, daß anläßlich der für Mittwoch erwarteten Ankunft des englischen Marineministers Sir Samuel Hoare, der zur Zeit eine Besichtigung der britischen Mittelmeerstreitkräfte durchführt, neue Kundgebungen statt- ftnben würden. Wie „Daily Telegraph" meldet, sind die Kundgebungen von k o m m u n i st i s ch e n Agitatoren angezettelt worden. Verschärfung der Gtreiklage in Nordfrankreich. Paris, 15. Sept. (DNB. Funkspruch.) Die Streiklage im n o r d f r a n z ö s i s ch e n T e x- tilgebiet hat sich in den letzten 24 Stunden weiter o e r s ch ä r s t. Die Vertreter der Arbeitgeber haben in einem Schreiben an den Ministerpräsidenten zum Ausdruck gebracht, daß sie sich weigern, ein Abkommen zu unterzeichnen, das den R u i n der Textilindustrie bedeuten würde. Der Vorsitzende des Arbeitgeberverbandes teilt ferner mit, daß er niemals die Abdankung der Arbeitgeber unterzeichnen werde. Die Arbeitnehmer haben sich dagegen bereiter« klart, einen Schiedsspruch der Regierung anzuerkennen, weil sie genau wissen, daß ihre hauptsächlichsten Forderungen berücksichtigt werden. Die Mitglieder der Regierung haben sich dahin geeinigt, die durch diese Entwicklung aufgeworfenen schwerwiegenden Fragen im Laufe einer am heutigen Dienstag stattfindenden neuen Zusammenkunft Zu besprechen. A Siu Ini Tode den her unsere onlPrU. MNZl lieble,' len £ingwl' traten, lehrten Prag ui •Die W Erdteile Sprach' hinauf der 19' Festslh M! der w Deutsä Dies umfass Gerad! begabt' Hai \i> lieben Grund legt, die durch l und vei rende L Sarncte, Eduard Schule hat, w: sich 181 fessor, Landes immer Rat zu gewirkt Hauptn inboger ihre 1905IÖ1 und „5 den ti lehrt« beiten schäft lich kl ihn b Glc nien". vor be Die ii rvvhnend Mer-C Msskasj zember tembe Leib. Letzte Geschäft 14. und Es ist kassenbe Abmelb dadurch CM Ss e ‘hi L°li d'el fo0’1 VZ V w Nlil 3n de' gezählt. Familie Lweifarl weis;, o Sn b Abend- 9hg, nngsu; flenb ( »Prüm fann e Pefabe5/ Ober °°lancie b« »nr ?Q!Ue Dl h°ltunq $ als JjMe Lj"* R nach Sbem '»ffete f; M z'n Dame 1 Ur. 216 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Dienstag, 15. September 1936 Aus der Provinzialhauptstadt. Herman Hirt f. Im Anschluß an unseren gestrigen Artikel zum Tode des Prof. Dr. Herman Hirt wird uns aus den Kreisen der Universität noch folgendes geschrieben: Am 12. September ist mit Herman Hirt einer der besten von allen Gelehrten dahingeschieden, die unsere Universität zu den ihren zählen durfte. Der anspruchslose Mann, der in Gießen seit vierundzwanzig Jahren vor wenig Hörern las und es nicht liebte, irgendwie hervorzutreten, war in der gelehrten Welt angesehen, wie wenig andere. Wenn die Linguisten der Erde zu ihren Tagungen zusammentraten, wählten sie ihn zum Vorsitzenden. Die Gelehrten Gesellschaften von Budapest, Helsingfors, Prag und Washington ernannten ihn zum Mitglied. Die Wirkung seiner Bücher umspannt alle fünf Erdteile. Seine Schüler vertreten die vergleichende Sprachforschung weit über die deutschen Grenzen hinaus. Sein siebzigster Geburtstag am 19. Dezember 1935 wurde der gern ergriffene Anlaß zu einer Festschrift „Germanen und Jndogermanen", die in zwei starken Bänden eine wahre Gesamtschau aller der wissenschaftlichen Fragen bietet, die im neuen Deutschland zur Tagesordnung aufgerufen sind. Diesen verdienten Ruhm dankt Herman Hirt der umfassenden Kraft und der unbekümmert mutigen Geradheit seiner gedankenstarken Lehre. Der hoch- begabte Sohn des Magdeburger Zimmermeisters hat schon im Gymnasium „Zum Kloster unserer lieben Frauen", von dem er gern erzählte, den Grund zu der umfassenden Sprachbeherrschung gelegt, die er später auf entbehrungsreichen Fahrten durch Litauen, Bosnien und Serbien erweitern und vertiefen konnte. Die auf seinem Gebiet führende Leipziger Universität ließ ihn unter Friedrich Zarncke, August Leskin, Karl Brugmann und Eduard Sievers zum Glied der junggrammatischen Schule werden, deren Lehre er nachmals ausgebaut hat, wie kein anderer. In Leipzig habilitierte er sich 1891; 1896 wurde er außerordentlicher Professor, 1912 erreichte ihn der Ruf an die Hessische Landes-Universität, an der er, der gern lehrte und immer bereit war, den Mitforschenden mit gutem Rat zu helfen, über seine Emeritierung 1933 hinaus, gewirkt hat bis zu seinem Ende. Die Titel seiner Hauptwerke: „Indogermanischer Accent" 1895, „Der indogermanische Ablaut" 1900, „Die Jndogermanen, ihre Verbreitung, ihre Urheimat und ihre Kultur" 1905/07, „Indogermanische Grammatik" 1921/36 und „Handbuch des Urgermanischen" 1931/34 zeigen den kraftvoll klaren Entwicklungsgang eines Gelehrten, der von den meisterhaft beherrschten Einzelheiten zu den höchsten Fragen der Sprachwissenschaft aufstieg, ausgezeichnet durch einen unbestechlich klaren Sinn für das Wesentliche. Er ist es, der ihn berühmt gemacht hat. A. G. Dornotizen. Tageskalender für Dienstag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Kaiser von Kalifornien". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Männer vor der Ehe". Ortsgruppe Gießen-Nord. Hilfskassenbeiträge für SA.-lNanner. Die im Bereiche der Ortsgruppe Gießen-Rord wohnenden Angehörigen der SA., SS., Marine-SA., Reiter-SA. und RSKK. zahlen den Beitrag zur Hilfskasse für die Monate Oktober, November, Dezember am heutigen Dienstag, 15. September, abends zwischen 20 und 22 Uhr im Cafe Leib. Letzte Zahlungsmöglichkeit Freitag, 18. 9., auf der Geschäftsstelle, Walltorstraße, für diejenigen, die am 14. und 15. September dringend verhindert sind. Es ist Pflicht eines jeden SA.-Mannes, den Hilfskassenbeitrag bis 18. September zu zahlen, da sonst Abmeldung aus der Hilfskasse erfolgen muß und dadurch empfindliche Folgen entstehen können. Ortsgruppe Gießen-Ost. Befr.: Hilfskasse für das 4. Vierteljahr 1936. Die im Bereich der Ortsgruppe Gießen-Ost wohnenden SA.-, SS.- und NSKK.-Mitglieder werden aufgefordert, die Hilfskassenbeiträge für die Monate Oktober, November, Dezember 1936 am heutigen Dienstag, 15. September, in der Zeit zwischen 20 und 21.30 Uhr in der „Germania", Kaiserallee 141, zu entrichten. NG.-Kulturgemeinde Landfchaflsbund Volkstum und Heimat. Ortsring Gießen. Die für 20. September vorgesehene Kraftwagenfahrt nach Bad Hersfeld muß wegen zu geringer Beteiligung ausfallen. Deutsche Arbeitsfront. Abt. für Berufserziehung und Betriebsführung. Arbeitswoche für Bilanzbuchhalter. Die Gaubetriebsgemeinschaft „Handel" der Deutschen Arbeitsfront, Abt. Berufserziehung, führt in der Zeit vom 11. bis 17. Oktober eine Arbeitsttatt). Die Fahrt geht dann weiter nach Wiesbaden, vortselbst Besichtigung der Stadt, Kochbrunnen, Kurhaus, Kurkonzert, Neroberg. Nach diesem größeren Aufenthalt in Wiesbaden geht die Fahrt weiter über Eppstein, Oberursel, Bad Homburg nach Gießen. Der Fahrpreis beträgt 4,40 Mark je Teilnehmer. Anmeldungen müssen bis spätestens Mittwoch, 16. dieses Monats, auf der Kreisdienststelle Gießen, Schanzenstraße 18, abgegeben sein. Fußwanderung. Am Sonntag, 20. September, findet wieder eine Fußwanderung statt. Die Wanderung ist wie folgt angesetzt: Gießen, Badenburg, Hangelstein, Lollarer Kopf, Staufenberg, Gießen. Treffpunkt 7.30 Uhr am Oswaldsgarten. Rucksackverpflegung. Urlaubsfahrten. Die Fahrtunterlagen für die Urlaubsfahrt 65/36 Allgäu-Pfronten können auf der Kreisdienststelle, Schanzenstraße 18, gegen Vorzeigen der Quittung abgeholt werden. Im Monat Oktober finden noch folgende U r - laubsfahrten statt: Dom 1. bis 6. Oktober Oktoberfest in München. Die SA. derGruppe Sessen grüßt dieLustwaffe Der jüngste Wehrmachtsteil des neuen Heeres wird im Gruppenbereich eine Konzertreise veranstalten. 2Nit Freude werden wir die Männer der Luftwaffe grüßen, in dem Gefühl enger Verbundenheit, das die SA. gerade mit unseren Fliegern verbindet, und das schon einmal seinen schönsten Ausdruck fand, als die SA. am Geburtstage des Führers das Kampfgeschwader „horst Wessel" übergab. Während die SA. in den Zeiten der schwersten deutschen Schmach die Tradition der alten Armee hochhielt, dokumentiert heute die neue Wehrmacht, daß es der Einsatz der SA. im Geiste horst Wessels war, der die Schaffung des neuen Heeres ermöglichte. heute hat die Luftwaffe die Ausgabe übernommen, unser Volk vor jedem Angriff zu schützen. Gerade sie ist in erster Linie berufen, Frauen und Kindern Sicherheit vor der Bedrohung aus der Lust zu geben. Freudigen Herzens wünscht die SA. der Gruppe Hessen daher der Luftwaffe für die Kunstveranstaltung innerhalb des Gruppenbereiches den besten Erfolg. Der Führer der Gruppe Hessen: A. h. Bewerte, Gruppenführer. woche für Bilanzbuchhalter durch. Ziel dieser Arbeitswoche ist die Ablegung der Bilanzbuchhalter- Prüfung. Voraussetzung zur Teilnahme an dieser Arbeitswoche ist die einwandfreie Beherrschung der doppelten Buchführung einschl. Abschluß. Jeder selbständige und auch jeder leitende Kaufmann hat Gelegenheit, sich in der Arbeitswoche für Bilanzbuchhalter all das zu erarbeiten, was zur Beherrschung einer wirklichen Bilanzsicherheit notwendig ist. Auskunft und Anmeldung: Kreiswaltung der Deutschen Arbeitsfront, Abt. f. Berufserziehung und Betriebsführung, Gießen, Schanzenftraße 18, Telephon 3275. In einem Rundschreiben an verschiedene Firmen wurde irrtümlich der Beginn und das Ende der Arbeitswoche in den Monat September verlegt. Wir bitten dies zu beachten. Die öcutfche Arbeitsfront -•’W A n.9.=6emeinfchaft „Kraft Öurd) freute" Omnibusfahrt in den Taunus. Am Sonntag, 20. September, findet eine Omnibusfahrt in den Taunus statt. Die Fahrt verläuft wie folgt: Gießen Abfahrt 8 Uhr über Weilmünster, Rod, Idstein (in Idstein findet eine Besichtigung Teilnehmerpreis mit voller Verpflegung und Unterkunft 34 Mark. Vom 10. bis 18. Oktober nach Thüringen-Rennsteig. Doller Teilnehmerpreis 35,50 Mark. Vom 21. bis 27. Oktober nach Berlin. Fahrt mit voller Verpflegung und Unterkunft 39 Mark. Ferienwanderungen finden in diesem Jahre noch folgende statt: Vom 1. bis 10. Oktober in die Bayrischen Alpen. Teilnehmerpreis einschließlich Führung und lieber» nachtung 26 Mark. Vom 10. bis 18. Oktober Wanderung durch den Thüringer Wald. Der Teilnehmerpreis beträgt 16 Mark. Zu allen vorgenannten Fahrten und Wanderungen werden täglich Anmeldungen auf der Kreisdienststelle, Schanzenstraße 18, entgegengenommen. Heute Abend Rückkehr der Gießener NSKK-Männer aus Nürnberg. Die Nürnberg-Fahrer der Motorstandarte 147 (Gießen) kommen am heutigen Dienstag um 21 Uhr mit dem ihr vom Führer verliehenen und geweihten neuen Feldzeichen (Standarte) auf dem Gießener Bahnhof an. Sie werden dort von den Männern des Standorts Gießen der Motorstandarte 147 und zwei Musikzügen empfangen. Der Einmarsch in die Stadt als Fackelzug geht durch die Bahnhofstraße Katzen auf dem Lande. Bon Heinrich Hauser. In der Nachbarschaft habe ich bisher sechs Katzen gezählt. Sie müssen wohl alle aus der gleichen Familie stammen, sie sind sämtlich gefleckt, einige zweifarbig, andere dreifarbig, schwarz, gelb und weiß, aber das Weiße überwiegt bei allen. In der ersten Zeit verhielten sie sich abwartend. Abends, wenn der Tau fiel, wenn der Mond auf- ging, sah ich sie auf den frischgemähten Wiesen ringsum mausen. Helle Flecken, lautlos sich bewegend oder still am Boden kauernd. Dann ein Sprung, ein pfeifendes Piepen, ein Knurren und dann ein eiliger Trab der Scheune zu, ein zappelndes, dunkles Etwas vor dem Maul. Oder ich sah sie auf den Querlatten der Zäune balancieren, meist Herr und Dame im Stadium der Annäherung, wie auf der Promenade. Die Dame voller Grazie hingegossen, den Schnurrbart dem Mond zugekehrt, es war die ach so bekannte Haltung völliger Unbewußtheit, als ahne sie nichts von der Nähe des Kavaliers. Und auch der Kater tat, als sei er nur ganz aus Zufall anwesend, wippte mit dem Schwanz, unschlüssig, für welche Marschrichtung er sich eigentlich entscheiden sollte, sah nach dem Mond, blinzelte, tat, als ob der Star auf dem Pflaumenbaum ihn lebhaft interessierte, tastete sich spielerisch Pfote um Pfote von Zaunpfahl zu Pfahl und ach: wie merkwürdig, wie gänzlich unerwartet — da war sie ja, die junge Dame. Man sah sich an — ja, was sollte nun eigentlich geschehen? Die Katzendame wandte den Kopf, vornehm, indigniert durch einen scheinbar unverschämten Blick: „Oh" sagte sie gewissermaßen. Und war da nicht eine Maus? Man konnte jedenfalls so tun, als sei da eine Maus. So raffte sie denn ihr Kleid — genau so sah es aus — sprang ab, der Kater nach: auch er gab vor, er hätte die Maus gehört. Im nächsten Augenblick aber war man sich ganz einig, es sei keine Maus vorhanden, man könnte statt dessen — sowieso auf der Jagd — sich selbst ein bißchen jagen. Und dann hörte ich ihr Fauchen, hörte das Kratzen der scharfen Krallen an der Rinde der Obstbäume, sah ihre hellen Gestalten durchs dunkle Laub sich winden, sah den Kater still im Mondschein sitzen, die Nase hochgerichtet, und hörte sein melancholisches Liebeslied. Und jetzt war sie es, die ihn umschlich. Ach, wieviel Ausdruck, wieviel Menschliches legten sie nicht in die Bewegungen ihrer Schwanzspitzen. Ost, wenn ich vom Jäten oder Hacken aufsah, war eine Katze ganz in meiner Nähe. Sie saß oder lag aus einem der kleinen Wege zwischen den Beeren und starrte mich an. Ich sah, wie ihre Muskeln sich spannten und wie ihre Pupillen sich zusammenzogen. Sie kauerte sich, als sie sich entdeckt sah, legte den Kopf an den Boden, zog die Pfoten unter die Brust, lauerte reglos, nur ihre Schnurrhaare vibrierten. Kühl und bewußt stellte sie mich auf die Probe. Was würde er tun, der neue Mann mit den aufgekrempelten Hemdsärmeln und der verdreckten Gartenhose? Würde er nach einem Erdklumpen greifen? Würde er die Hacke nach ihr schmeißen? Oder würde er ihre Anwesenheit auf sich -beruhen lassen? Ich wußte nicht, was ich mehr-bewundern sollte, ihre Menschenkenntnis oder ihren Mut. Ein Stein hätte sie leicht treffen können, trotz blitzschneller Flucht. Und sie wußte das, ganz ohne Zweifel. Jetzt also haben sie mich als harmlos erkannt und schlüpfen unbekümmert in meinen Garten. Ich beobachte sie gern, abends von meinem Altan herab, wenn der Garten unter mir liegt wie ein Bild der Erde vorn Flugzeug aus 2000 Meter Höhe gesehen. Sie sind ja doch Tiger, nur in verkleinertem Maßstab. Alles, was wir über den Tiger wissen wollen, können wir auch von der Katze erfahren. Wie sie nach den Tauben schielt! Wie der Anblick ihr gewissermaßen in die Knochen fährt, daß sie sich ducken muß. Wie der Schwanz zuckt, wie seine Spitze sich krümmt, genau wie der Stachel eines Skorpions! — Ja, aber da ist nichts zu machen mit den Tauben, die oben in der Dachrinne gurren und spitzig trippeln, daß das Blech leise klirrt. — So tut sie denn, als sei gar nichts gewesen, reibt im Spiel die Schnurrhaare an einer Gansfeder, die zufällig zwischen den Beeten liegt, schlägt mit dem Schwanz einen abschließenden und entschuldigenden Kringel, der die Lage entspannt: „Wir haben halt nur gescherzt!" Da hat ein Rotschwänzchen unter meinem Altan sein Nest gebaut. Die Katze weiß es. Sie weiß auch, daß sie das Nest nicht erreichen kann, aber sie kann es sehen, und es reizt sie, es giftet sie, wenn sie das Piepen der Jungen drinnen hört. Sie kann nicht davon lassen, viele Male am Tage umschleicht sie bas Nest. Sie duckt sich, und während die Rotschwänzchenmutter schimpfend im nahen Erbsenreisig angstvoll von Ast zu Ast tanzt, duckt sich die Katze. Ihre Lefzen ziehen sich zurück, ihre spitzigen Zähne blinken feucht, und unwillkürlich, sicherlich gegen ihren Willen — denn das Geräusch verdirbt die Jagd — entringt sich ihrer Kehle ein böses fauchendes Schnurren. In kurzen, fiebernden Zuckungen schlägt der Schwanz den Boden. Sie will springen, es tobt in ihr der Drang — und die Entfernung ist zu groß. Gestern abend wäre fast ein Unglück geschehen. Ich hatte mein Gerät unter den Altan geräumt und die lange Harke schräg gegen den Stützbalken gelehnt. Ich dachte mir nichts dabei, aber die Rotschwänzchenmutter erkannte sofort die Gefahr: die schräge Stange bot der Katze den Stützpunkt, von dem aus sie das Nest erreichen konnte. Der winzige Vogel machte einen für seine Verhältnisse unglaublichen Lärm, umflatterte mich, warnte seine Jungen, und schon sah ich, wie die Katze lustvoll ange- schlichen kam. Erst da begriff ich. Und legte die Harke um. Ganz große Katastrophen könnten oft verhindert werden, gäbe es jemanden, der „die Harke umlegt". Zeitschriften. — Die moderne Zivilisation verdrängt den Tod mehr und mehr aus dem Blickfeld des Menschen. Das ist eine der „Fragen an die Kirche", die Professor D. Dr. Helmuth Schreiner in seiner Betrachtung „Dom Gestaltwandel des Lebens in der modernen Zivilisation" im Septemberheft der „Zeitwende" (Wichern-Verlag Berlin-Spandau) aufwirft. Ein erschreckendes Gegenbild ist die Todeswirklichkeit Sowjetrußlands, in der das von Margarethe Schultheiß eindringlich erzählte Wunder geschieht, daß gerade hier „Das Licht der Welt" hereinbricht. Professor D. Dr. Friedrich Brunstäd deutet „Wahrheit und Recht als göttliche Ordnung" und erlöst dadurch diese Grundbegriffe menschlicher Existenz aus der philosophischen Abstraktion, führt sie in die konkrete Lebendigkeit biblischer Anschauung. Wie sehr sich die evangelische Kirche im 19. Jahrhundert von ihren reformatorischen Grundlagen entfernt hatte, zeigt eine Betrachtung von Professor D. Hermann Sasse über Adolf v. Harnack, den „Theologen des Zweiten Reiches". Wirkt der Kampf zwischen Geschichtswissenschaft und Dogma, in dem Harnack führend war, nicht bis in unsere Tage hinein fort? Daß wir uns freilich heute mit neuer Bereitschaft zu hören der Heiligen Schrift zuwenden, darauf weist Hermann Giese nachdrücklich hin. Im erzählenden Teil wird der niederdeutsche Bauernroman „Die schöne Gesine" von Gerhard fRingeling zum spannungsgeladenen Ende geführt. Das Heft schließt mit einigen Zeitglossen. Eine von ihnen handelt von den ,',Atempausen der Seele", jenen stillen Minuten der Einkehr, die der Mensch braucht wie das tägliche Brot. Wer sie sucht, der greife zu der ebenso gehaltvollen wie lebendig anregenden evangelischen Monatsschrift, die im Oktober ihren neuen Jahrgang beginnt. — Was ist von Politik, Kunst, Geschichte, von den Grundantrieben und «formen, von dem Lebensüber Horst-Wessel-Wall, Seltersweg, Sonnenstraße, Schulstraße, Walltorstraße zum Caf6 Leib. Dort folgt ein Kameradschaftsabend. Sämtliche Männer des NSKK. haben heute um 20.30 Uhr im großen Dienstanzug in der Alicen- strahe bei ihren Stürmen anzutreten. Rückkehr der SA. und p£. von Nürnberg. Unsere Gießener SA. kehrt am morgigen Mittwoch mit Sonderzug an Bahnhof Gießen 11.06 sth r von Nürnberg zurück. Der Spiel- mannszug und der Musikzug der Standarte 116 sowie ein Ehrensturm werden die Nürnberg-Fahrer der Gießener SA. am Bahnhof empfangen. Der Einmarsch, mit klingendem Spiel an der Spitze, geht durch die Bahnhofstraße, Liebigstraße, Frankfurter Straße, Seltersweg, Kreuzplatz, Sonnenstraße, Landgraf-Philipp-Platz zum Standartengebäude. Die Politischen Leiter aus Stadt und Kreis Gießen (von Kreis Wetterau der ehm. Kreis Gießen) kehren ebenfalls am morgigen Mittwoch mit einem Sonderzug über Lauterbach—Alsfeld zurück. Dieser Sonderzug hat folgende Ankunftzeiten: Lauterbach 21.10 Uhr, Alsfeld 21.40 Uhr, Burg-Nieder-Gemünden 22.19 Uhr, Mücke 22.36 Uhr, Grünberg 22.47 Uhr, Gießen 23.13 Uhr, Lollar 23,46 Uhr; der Zug fährt dann weiter bis Marburg. Don Grünberg aus fährt im Anschluß an diesen Sonderzug ein Zug durch das L u m data l, der auf allen Stationen hält, ab Grünberg 22.58 Uhr, an Lollar 23.48 Uhr. Polizeibericht. Schweres Sittlichkeilsverbrechen „An der Kläranlage". Am 13. September 1936 kurz nach 9 Uhr wurde in der Nähe der „Kläranlage" hinter einer Hecke in fast bewußtlosem Zustande eine Frauensperson aufgefunden, die durch Schläge in das Gesicht erheblich verletzt war. Alle weiteren Anzeichen, zerrissene Kleider usw. deuteten auf ein Sittlichkeitsoerbrechen hin. Die Persönlichkeitsfeststellungen durch die Kriminalpolizeistelle ergaben alsbald, daß es sich bei der Verletzten um eine 35jährige Patientin der Nervenklinik handelt, die am 9. September 1936 die Klinik heimlich verlassen hatte. Sie wurde nach der Auffindung sofort wieder in die Klinik verbracht. Bei der ärztlichen Untersuchung, bei der außer den Gesichtsverletzungen auch Würgespuren am Halse und Verletzungen am ganzen Körper festgestellt wurden, ergab sich einwandfrei, daß ein schweres Verbrechen an der Person verübt worden ist. Sofort wurden die Ermittelungen nach dem Täter ausgenommen. Es konnten auch alsbald dringende Verdachtsmomente gegen den Ferdinand Klein, geboren am 29. Dezember 1907 zu Marburg, wohnhaft in Gießen, An der Klaränlage, festgestellt werden. Noch bevor dessen Festnahme erfolgen konnte, ging Klein flüchtig. Klein, der mit vielen nach Zigeunerart herumreisenden Händlern bekannt ist, hat sicherlich bei einer solchen Familie Unterschlupf gefunden. Klein ist etwa 1,76 Meter groß, kräftig, hat ovales frisches Gesicht, dunkelblondes Haar und blaue stechende Augen. Seine Stimme ist rauh, beim schnellen Sprechen flotter er ein wenig. Er hat einen schlendernden, nach vorn geneigten Gang. Bekleidet ist Klein mit dunkeler Hose und blauem Rock. Alle Personen werden ersucht, beim Auftauchen des Klein der nächsten Polizeibehörde Nachricht zu geben. Versuchtes Sittlichkeitsverbrechen auf der Straße Gießen—Steinberg. Am 13. September 1936 gegen 11 Uhr wurde eine Dame, die auf ihrem Fahrrad die Prooinzialstraße Gießen—Steinöerg befuhr, in der Nähe der Abzweigung zum Schiffenberg von einem Radfahrer zum Absteigen gezwungen und in der unsittlichsten Weise belästigt. Aus die Hilseruse der Dame ließ der Täter einen Augenblick von ihr ab, lies aber der Davonlaufenden nach und faßte sie wieder. In diesem Augenblick kam ein Radfahrer von Steinberg gefühl, den Lebensordnungen des Hellenentums noch lebendig? Auf diese Frage geben die Beiträge des Septemberhefts der Süddeutschen Monatshefte (München) Antwort. Helmut Verve (Leipzig) gibt die richtungweisende Methode an, wenn er sagt: „Nicht private Fragen einzelner ober eines gleichgesinnten Kreises sind es mehr, um die es sich heute handelt, sondern die großen Fragen, die das deutsche Volk bewegen: Rasse, Volkstum, Staat, Idee und Macht, Behauptung in der Welt. Mit ihnen nahen wir uns der Geschichte der Hellenen, ohne ihr bestimmte, uns genehme Antworten in den Mund zu legen, vielmehr überzeugt, daß sie selbst sprechen muß, so wie sie wirklich war, und daß des Geschichtsforschers Aufgabe nur sein kann, sie in ihrer wahren Eigenart zum Worte kommen zu lassen." Carl Weickert (München) handelt von der „Griechischen Plastik". „Epos und Lyrik der Hellenen und die Gegenwart" ist der Gegenstand der Untersuchung, die Hans Bogner (München) anstellt. Ein kühner Wurf ist Werner Deubels Arbeit: „Deutschland und die antike Tragödie". Wilhelm Wunderer (München) sieht den „Sinn der Olympischen Spiele" in der Verbindung der nationalen Idee mit der Wettkampfidee, die beide auf religiöser Grundlage ruhen. Mit diesem letzten Heft des Jahrgangs 33 haben die Süddeutschen Monatshefte ihr Erscheinen eingestellt. Wer, wie wir, ihre Arbeit im Kampf unseres Volkes um politische und kulturelle Selbstbehauptung durch viele Jahre verfolgt hat, wird die Mitteilung des Verlags nur mit Bedauern entgegennehmen. Ihre Eigenart, den Inhalt eines jeden Monatsheftes auf ein besonderes kulturelles Problem auszurichten, bat ihren Lesern geholfen, auch dem eigenen Interesse fernerliegende Gebiete in sorgfältig redigierten Darstellungen kennenzulernen. Sochschuinackrichten. Professor Dr. Hermann Dold, Ordinarius für Hygiene an der Universität Tübingen, hat einen Ruf an die Universität Freiburg i. Br. erhalten. Professor Dr. Erwin Reichenbach, Extraordinarius für Zahnheilkunde an der Universität München, ist zum ordentlichen Professor an der Universität Leipzig ernannt worden. Professor Dr. Gustav Hoennicke, Ordinariu» für neutestamentliche Exegese in der Evang.-Theol. Fakultät der Universität Breslau, wurde von den amtlichen Verpflichtungen entbunden. Professor Dr. Helmuth Kulenkampff, Extraordinarius für Physik an der Technischen Hochschule München, ist zum ordentlichen Professor an dec Universität Jena ernannt worden. her. Der Täter muß diesen auch bemerkt haben, denn er ließ plötzlich sein Opfer los, sprang auf sein Fahrrad und fuhr in eiligem Tempo in Richtung Gießen davon. Der Unhold wird wie folgt beschrieben: etwa 18 bis 20 Jahre alt, 1,75 Meter groß, langes schmales Gesicht, gerade Nase, mittelblondes Haar, graue oder blaue Augen. Bekleidet mit schwarzen Kniehosen, schwarzer kurzer Samtjacke und dunkelblauer, mehr schwarzer Schirmmütze. Personen, die sachdienliche Angaben xur Täterermittlung machen können, werden ersucht, der Kriminalpolizeistelle Nachricht zu geben. 500 Zentner Stroh verbrannt. In der Nacht zum 13. September 1936 verbrannten dem Landwirt Heim. Bieber in Petterweil etwa 500 Zentner Stroh, das in der Nähe des Friedhofes im Felde zu einem Haufen aufgesetzt war. Auffallend ist, das dem gleichen Geschädigten im vergangenen Jahre ein Strohschober ebenfalls verbrannte. Nach den gegebenen Umständen dürfte vorsätzliche Brandstiftung in Frage kommen. Warnung für betrunkene Verkehrsteilnehmer. Statt Geldstrafen nur Freiheitsstrafen.-Auch für Fußgänger. Der Pressedezernent des Amtsgerichts Gießen teilt uns mit: Die laufend erschreckend hohe Zahl der Berkehrs- unfälle ist bekannt. Sie verursacht, trotz aller Warnungen, zur Zeit allwöchentlich innerhalb des Deutschen Reiches etwa 145 Todesfälle und etwa 4000 Verletzungen. In vielen Fällen liegt die Ursache derartiger Verkehrsunfälle in der Betrunkenheit oder Angetrunkenheit der Lenker von Kraftwagen und Fahrrädern. Fälle dieser Art mehren sich jetzt auch in unserem Bezirk. Das Amtsgericht Gießen wird daher künftig gegen derartige gemeingefährliche und ganz besonders gewissenlose Verkehrsteilnehmer, also gegebenenfalls auch gegen Fußgänger, nicht mehr, wie bisher, mit Geldstrafen, sondern nur mit Freiheitsstrafen vorgehen, und zwar auch in Fällen, in denen ein Verkehrsunfall dadurch noch nicht entstanden ist. Das Amtsgericht Gießen hat in Verfolgung dessen bereits in diesen Tagen in zwei Fällen Freiheitsstrafen von je 2 Wochen verhängt. Mögen die, die es angeht, sich dies zur Warnung dienen lassen. Ein Leugnen tatsächlich erfolgten Alkohol-Genusses ist heute bekanntlich zwecklos, da die Menge des genossenen Alkohols in jedem Falle einwandfrei durch Blutprobe festgestellt werden kann und nach der Uebung der Polizeibehörden regelmäßig auch festgestellt wird. Die Nürnberg-Fahrer der Gießener SA. auf dem Parteitag der Ehre. Bei herrlichem Wetter fuhren die Männer der Gießener SA. am Freitag über Friedberg— Hanau—Aschaffenburg—Würzburg nach Nürnberg zum Parteitag der Ehre. Die Fahrt verlief in allen Teilen in bester Weise und offenbarte wiederum die vorbildliche Kameradschaft in der SA. Nach einem etwa drei Kilometer langen Marsche erreichte die große Kolonne von SA.-Männern, in der die Gießener Kameraden sich befanden, spät am Abend das Zeltlager Langwasser, das vielen SA.-Kameraden bereits aus den Vorjahren bekannt war. In der Abteilung „Gruppe Hessen", Fauststraße, Reihe XI, Zelt Nr. 14, bezog die Standarte 116 Unterkunft, in nächster Nachbarschaft der „Gruppe Hochland". Nachdem man sich yäuslich eingerichtet hatte, trat im Zelt bald Ruhe ein. Samstag früh kurz nach 6 Uhr war es mit der Ruhe vorbei. Nach der Morgenwäsche tummelte man sich vor den Zelten, sah sich Langwasser an, kaufte Ansichtskarten, besuchte Kameraden der bereits eingetroffenen Gruppen usw. Der Samstag war der Ankunftstag der SA.- Gruppen. Unaufhörlich marschierten Gruppen auf Gruppen in das Lager ein; wohin man hörte, überall Marschmusik ankommender Kameraden. Die Zeit verflog, trotz dem Nichtstun, schnell, denn alles war neu und mußte angesehen werden. Die Verpflegung ist reichlich und gut, der Appetit bei allen Kameraden vorzüglich. An Unterhaltung für den Samstag sollte es nicht fehlen; u. a. spielten Musikzüge zum Standkonzert auf. Natürlich wurden auch die Bierzelte in Augenschein genommen, denn man mußte doch überall Bescheid wissen. Kurz vor dem Dunkelwerden fuhr Stabschef Lutze durch die einzelnen Straßen des Zeltlagers, stürmisch umjubelt von seinen SA.-Männern. Weiterhin wurde uns Hessen noch eine besondere Ehre zuteil: Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger kam mit Gruppenführer Beckerle zu Besuch und wurde auf den Schultern von Zelt zu Zelt getragen. Stunden höchster Volksverbundenheit und Kameradschaft! Nach Eintritt der Dunkelheit fand das herrliche Schauspiel des Feuerwerks statt, das etwa dreiviertel Stunden dauerte. Kaum war dies abgebrannt, konnte vom Lager aus auch das Riesenfeuerwerk auf der Zeppelinwiese gesehen werden. lieber eine Stunde schoß Feuergarbe auf Feuergarbe zum Nachthimmel empor, ein imposantes Bild, das jedem von uns in starker Erinnerung bleiben wird. 22 Uhr Zapfenstreich. Vorher war bereits die „eiserne Portion" für den Aufmarsch am Sonntag empfangen worden. Es dauerte nicht lange, bis völlige Ruhe im Lager herrschte. Jeder wollte sich noch durch einen guten Schlaf Stärkung holen für die Anstrengungen des nächsten großen Tages. * Sonntag. 2 Uhr! Der Weckruf ertönte. Heraus aus dem Stroh und fertigaemacht zum Abmarsch war nur Augenblickssache. Kurz nach dem Kaffeetrinken wurde im Marschblock angetreten, und schon ging es los, aus Langwasser heraus auf die Marschstraße nach Nürnberg. Scheinwerfer huschten über die Straßen und wiesen den marschierenden Kolonnen den Weg. Bei Tagesgrauen erreichte die Gruppe Hessen die ersten Häuser von Nürnberg. Wer geglaubt hatte, daß er Nürnberg in tiefem Schlaf fände, hatte sich geirrt. Auch hier herrschte bereits reges Treiben. Die Bevölkerung pilgerte schon zu vielen Tausenden, zusammen mit den Parteitagsbesuchern aus allen Gauen Deutschlands, zur Luitpoldarena, in die wir um 5.30 Uhr ein» maschierten. Weitauslaufend und tiefgestaffelt sind nach drei Seiten die Zuschuuerwälle aufgebaut, die sich rasch bis auf das letzte Plätzchen füllten. Mustergültig klappte die Organisation. Hunderte einheitlicher Hakenkreuzbanner an weißen Masten säumten die Tribünen und hoben sich leuchtend ab von dem Grün des Parkgürtels der Arena. Die Marschsäulen der SA., der politischen Soldaten des Führers, füllten die weite Fläche. Stramm ausgerichtet, die Spielmanns- und Musikzüge an der Spitze, stand Gruppe an Gruppe. Farbenreich hoben sich die verschiedenen Mützenbänder voneinander ab: das Schwarz der Brandenburger, das Schwefelgelb der Franken, dort das Apfelgrün der Thüringer, drüben Dunkelrot, Dunkelbraun, Karmesinrot und das Marineblau der Hessen. Zum Braun der SA. gesellte sich das Schwarz der SS., hoben sich die blinkenden Lederhelme der Männer vom NSKK. von den mattschwarzen Stahlhelmen Unbekannte Fracht. Roman von Frank F.vraun. 41. Fortsetzung. Nachdruck verboten! „Ich weiß es", sagte Hans Lorenzen. „Aber warum sagst du die Deutschen? Wir haben eine neue Regierung, du hörst doch jetzt zu uns, Liebste. Es wird geheiratet ob mit oder ohne Papa Durhams Einwilligung. Wir haben lange genug gewartet, findest du nicht? Zwei Königskinder, sie konnten zusammen nicht kommen, das Wasser war viel zu tief!" „Ich denke wie du, Hans, Komm heim!" Die Verbindung setzte aus, keine Sekunde zu früh. Vielleicht hatte Mary angehängt? Er wartete nicht, ob noch etwas komme. Eilig warf er den Hörer in die Gabel und legte den andern vom Kopf ab. Er mußte heraus aus diesem Kasten; an die Luft; er zersprang beinahe vor Glück! John Schnakenbeck sah ihn kommen. „Mensch, Hans", sagte er, „du bist rot wie ein gekochter stummer, du stehst haarscharf vor einem Hitzschlag, tomm in den Schatten!" "Aber nein", wehrte Hans Lorenzen ab, laß doch, es ist ja gar nicht die Hitze, es ist —" er sah seine Freunde an und wußte nicht weiter. Plötzlich kollerten ihm zwei Tränen über die Backen. Er schämte sich selber. Ein Mann heult doch nicht! Seine Röte wuchs an, sie lief bis über die Schläfen. "Du hast also gute Nachricht erhalten, Hans", meinte Rudolf Terbrügge. „3a, Freunde. Ich habe mit meiner Braut gesprochen. Sie ist in Berlin; sie wollte uns Reisegeld schicken. Ich habe gedankt. Du sollst heimkommen Rudolf. Mary hat Antje Oelkens aufgesucht und deine Antje läßt dich herzlich grüßen. Du sollst deines Vaters Hof wiederbekommen." Er sah John Schnakenbeck an. Ging der arme Kerl wieder leer aus. „Deiner Frau in Hamburg geht es gut", log er. „Sie haben auch dort nachgeforscht, ob vielleicht eine Adresse von dir bekannt wäre." „So", sagte John Schnakenbeck, „es geht Beate gut, das freut mich." Er lächelte dünn. Rudolf Terbrügge meinte, und es klang beinahe ein bißchen erschrocken: „Antje läßt mich grüßen? Wirklich Hans?" „Viele liebe Grüße, so hieß es, soll ich bestellen. Du möchtest rasch heimkehren. Sie warte auf dich." Er log abermals, aber er hätte heute jeden ohne Reue angelogen, wenn er damit eine Freude zu bereiten in der Lage gewesen märe. Rudolf Terbrügge packte ihn beim Aermel. „Hans, denke nach. Jedes Wort ist wichtig. Hat Antje bestellen lassen, sie warte auf mich? Ueberlege es bitte genau!" Aber Hans Lorenzen überlegte keineswegs. „Das hat sie wörtlich gesagt, Rudolf", schwindelte er. Was konnte ihm passieren! Ein Telephongespräch von Berlin nach Ostafien, lieber Himmel, da kann man sich doch wohl verhören! Rudolf Terbrügge ging schweratmend mit den Freunden. Er war still. Den ganzen Abend blieb er still, gab nur Antwort auf Fragen und auch dann nur einsilbig. Ehe sie im britischen Seemannsheim sich in den Schlafsaal zurückzogen, tranken sie an der Ecke noch einen Whisky. Sie leerten die Gläser stehend, sahen sich in die Augen und da war es, daß Rudolf Terbrügge den lapidaren Satz s agte: „Ich war ein großes Kamel, Freunde." Näher erklärte er sich leider nicht. Der Whisky schien nur für diese knappe Erkenntnis gereicht zu haben. 15. Kapitel. Mr. James G. Durham hatte leider keine Wahl. Er mußte abfahren. Verträge werden geschlossen um gehalten zu werden. Er wäre selbstverständlich gerne noch in Dundee geblieben; wenigstens so lange, bis man von der mißratenen Tochter Mary genaue Nachrichten hatte. Die Telegramme aus Berlin und ein ebensowenig aufschlußreicher Brief waren eingetroffen. Aber es war mit diesen Nachrichten nichts anzufangen Wenn Mary schon auf diesen Hans Lorenzen warten wollte, warum mußte sie deshalb nach Berlin fahren? Konnte sie nicht im Elternhaus die Zeit abwarten? Welch ein Irrsinn! Womöglich kam Hans Lorenzen über« Haupt nicht wieder! Bei diesen Gedanken spürte James G. Durham zwar jedesmal einen leichten Schauder, eine gewisse Beklemmung, so, als habe er doch nicht das ganz reine Gewissen; aber das ging dann immer bald vorüber. Der Aerger über die entflohene Tochter schlug jede andere Regung einfach lot. Er mußte also abfahren, so sehr auch seine Gattin klagte, geradezu jammerte, daß er sie in dieser „schmachvollen Unordnung" allein lasse. Die „Mary D." — am liebsten hätte er seinen Dampfer umbenannt— war überholt worden. Er sollte am 3. in London fein. Werkzeuge, Nähmaschinen und Stückgut für Malta und Alexandria; auf der Heimfahrt ägyptische Baumwolle, in Port Said einzunehmen. „Es ist diesmal nicht die ganz große Fahrt, Evelyne", tröstete er seine Frau. „Ich bleibe nicht lange weg; und vor allen Dingen: diesmal ist es eine sehr korrekte, gänzlich gefahrlose Reise." der SS. z. b. V. ab. Es war eine wunderbare Symphonie von fjarbtönen inmitten der stahlharten Marschblocks. Auf der Dorterrasse der Ehrentribüne standen die neuen Standarten und Fahnen, die der Führer heute weihen wird. Drüben im Ehrenhof, vor dem Helden-Gedenkmal, liegt der riesige Kranz des Führers mit dem leuchtenden Fahnentuch umschlungen. Don den Steinsäulen im Ehrenhof flammen die Pechflammen auf. Unter brausenden Heil-Rufen betritt der Führer um 8 Uhr die vordere Plattform der Tribüne. Die Chefs der angetretenen Formationen erstatten Meldung über die Stärke der Verbände. Der Führer ist bei seiner SA. Des Führers Gruß „Heil meine Männer!" wird mit dem brausenden Ruf aus hunderttausend Kehlen „Heil mein Führer!" erwidert. Ich habe gesehen, daß in diesem Augenblick, in dem der Führer seine SA. begrüßte, vielen Kameraden die Augen vor Begeisterung feucht wurden. Dann folgten die unvergeßlichen Feierstunden in Gegenwart des Führers und dessen wuchtige, die Herzen packende Ansprache an seine SA.-Män- ner. lieber diesen Teil des großen Tages ist von berufener Seite bereits berichtet worden. Nachdem der Führer unter brausenden Heilrufen die Arena verlassen hatte, rüstete die SA. zum Vorbeimarsch. Um 13 Uhr wurde die Gruppe Hessen zum Abmarsch aufgerufen. Jetzt ging es demFührerentgegen. Wir marschierten aus der Luitpoldarena Stunde um Stunde durch die Straßen Nürnbergs. Durch stramme Haltung, gute Richtung und ausgezeichnete Marschdifziplin fielen die „Hessen" auch in diesem Jahr wieder besonders auf. UeberaU wurden wir mit Händeklatschen und mit freudigen Zurufen begrüßt. Schließlich war die Fleischbrücke, die letzte Etappe vor dem Führer, er- reicht. Von der etwas hochgelegenen Fleischbrücke konnten wir schon den Führer in seinem Wagen stehen sehen. Kommandos erschallten, und mit freiem Blick und hochseworfenen Beinen ging es nun am Führer vorüber. Ein Herr« licher, unvergeßlicher Augenblick! Nachdem die Gruppe Hessen in prachtvoller Weise an ihrem Obersten Führer vorbeimarschiert war, überbrachte uns Gruppenführer Beckerle auch schon das Lob des Führers über den glänzenden Vorbeimarsch. Stolz sind wir, wie noch nie, über das Lob des Führers! Der Marsch ging weiter, Langwasser zu. Dort trafen wir gegen 18 Uhr wieder ein. Trotz aller Anstrengungen war von Müdigkeit wenig zu spüren. So vergingen uns Gießenern die ersten Tage in Nürnberg. Die nun folgenden zwei Tage werden etwas anders gestaltet werden, denn es verbleibt uns diesmal Zeit, die schöne, kunstreiche und historische Stadt Nürnberg anzusehen. Jeder einzelne von uns, der diese erhebenden Tage in Nürnberg miterlebt hat, wird wieder innerlich gestärkt mit neuer Kraft an seine Arbeit für Volk, Führer und Vaterland Herangehen. Wirtschaft. Rhein-Mainische Börse. rNittagsbörse fest. Frankfurt a. M., 14. Sept. Die Börse war weiter fest, das Geschäft hatte aber kein besonderes Ausmaß. Lediglich einige Spezialwerte verzeichneten z. T. sehr große Umsätze. Der Auftragseingang betraf zwar überwiegend die Kauffeite, doch hielt er sich noch in sehr engen Grenzen. Das Hauptgeschäft tätigte wieder die Kulisse. Am Aktienmarkt hatten vor allem wieder Kunstseide Aku mit 70,50—70,75—70,50 (68,90) großen Umsatz, Bemberg mitgezogen und 0,65 v. H. höher. Sodann fanden Zellstoffwerte stärkeres Interesse, Waldhof 153,50—154 (152), Aschaffenburger 127 (125). Fester lagen ferner chemische Werte, IG. Farben 164 (162,75), Scheideanstalt 274 (273), Goldschmidt ca. 113,75 (112), Montanwerte hatten nur kleines Geschäft, die Kurse erhöhten sich um 0,50 bis 1 v. H. Von Elektrowerten stiegen Licht & Kraft auf 150,50 (146,25), Schlickert 0,75 v. H., AEG. 0,13 v. H., Siemens 0,25 v. H. höher, Gesfürel, Betula und RWE. lagen unverändert. Schiffahrtspapiere notierten 0,25—0,50 v. H. fester, ferner kamen Daimler, Muag und Westdeutsche Kaufhof bis 0,25 v. H. freundlicher zur Notiz. Gement Heidelberg, Deutsche Erdöl und Reichsbank bröckelten bis 0,50 v. H. ab. Nach den ersten Notierungen ging das Geschäft auch in den Spezialwerten merklich zurück, die Haltung blieb aber fester. Der Rentenmarkt lag freundlich, wies aber nur kleines Geschäft auf. Altbesitz, späte Schuldbuchforderungen, Zinsoergütungsscheine und zertif. Dollar-Bonds blieben unverändert, Kommunal-Um- schuldung etwas höher mit 88,30 (88,20). Im Freiverkehr hatten kleine Steg-Prior, v. 1895 feste Haltung mit 6,05 (5,75). Don amtlich notierten Auslandsrenten lagen Rumänen etwas fester, Ungarn behauptet. In der zweiten Börfenftunde flackerte das Geschäft wieder auf, ohne sich aber nennenswert auszubreiten. Lebhaft blieben am Aktienmarkt besonders Kunstseide Aku, die unter Schwankungen auf 71,50 nach 70,50 anzogen. IG. Farben gingen etwas zurück auf 163,50 nach 164,25, dann wieder 163,75. Im übrigen wichen die Kurse gegen den Anfang kaum ab. Don den später notierten Werten gewannen Holzmann 2,50 v. H. auf 130, Goldschmidt 2 v. H. auf 114 Ilse Genuß 2 v. H. auf 135,25 und Accumulatoren 2,50 v. H. auf 199,50, während Deutsche Linoleum auf 168,90 (170) nachgaben. Am Rentenmarkt ermäßigten sich Kommu- nal-Umschuldung auf 88,25 nach 88,30, während 3proz. Steg auf 6,40 nach 6,05 anzogen und lebhaftes Geschäft hatten. Pfandbriefe waren kaum verändert, Stadtanleihen notierten überwiegend etwas höher. Auslandsrenten lagen ruhig. Im Freiverkehr nannte man Adlerwerke 105,25, Ufa 62, Wayß & Freytaa 120, DDM. 134,50, Pokorny 112, Growag 83. Tagesgeld war noch ohne Erleichterung, der Satz verblieb bei 3,50 v. H. Abendbörse behauptet. Die Grundstimmung blieb auch an der Abendbörse fest, bas Geschäft hatte keinen besonderen Umfang. Die Kursveränderungen bewegten sich im allgemeinen etwa auf Basis der Berliner Schlußnotierungen. Einige Spezialwerte hatten größeres Geschäft. Besonders Aschaffenburger Zellstoff weiter fest mit 130,50 (128,50), ferner Metallgefellschaft mit 131,75 bis 132,25 (131), außerdem zogen Otavi Minen auf 33,90 (33,40) an. Etwas ruhiger bei verringerter Umsatztätigkeit waren Kunstseide AKU. mit 71,25 bis 71 (71,65). Am Einheitsmarkt waren van Kolonialwerten Neu-Guinea gesucht, Taxe 262 (Berlin 260, 1. K, i. Ffm. 250). Deutsche Renten lagen ruhig und behauptet. Dalutapapiere blieben fest, 4 v. H. Schweiz. Bundesbahn 247 (244), 3V« v. H. da. 232 (231), Anatolier I und II 43,25 (42,50). Im Freiverkehr hatten österr.-ungar. Vorkriegswerte weitere Nachfrage und feste Kurse; 3 v. H. Steg von 1895 6,70 (6,50), L-Lombarden 5,75 bis 6 (5,25 bis 5,50). Steg-Prior von 1883 notierten amtlich mit 15,50 nach 15 heute mittag. Frankfurter Schlacktviehrnarkt. Frankfurt a. M., 14. Sept. Auftrieb: Rinder 303 (gegen 292 am letzten Montagmarkt), darunter 21 (13) Ochsen, 55 (48) Bullen, 186 (191) Kühe, 41 (40) Färsen. Zum Schlachthof direkt: 29 (26) Ochsen, 12 (11) Kühe, 42 (22) Färsen. Kälber 604 (409), Hümmel und Schafe 387 (265), Schweine 1515 (1528). Notiert wurde pro ein Zentner Lebendgewicht in RM.: Ochsen a) 42 bis 45 (43 bis 45), b) 41 (—); Bullen a) 40 bis 43 (41 bis 43); Kühe a) 40 bis 43 (40 bis 43), b) 34 bis 39 (34 bis 39), c) 33 (33), d) 25 (25); Färsen a) 41 bis 44 (41 bis 44). Kälber, andere a) 89 bis 93 (94 bis 97), b) 80 bis 88 (83 bis 93), c) 69 bis 79 (76 bis 84), d) 60 bis 68 (65 bis 75). Lämmer und Hümmel a2) 67 (—), b2) 62 bis 65 (60 bis 62), c)58 bis 61 (58 bis 59); Schafe e) 55 bis 58 (57 bis 60), f) 52 bis 54 (53 bis 56), g) 42 bis 48 (—). Schweine al) 57 (57), a2) 57 (57), bl) 56 (56), b2) 55 (55), c) 53 (53), d) 51 (51); Sauen gl) 56 (56). Marktverlauf: Rinder und Schweine wurden zugeteilt. Kälber mittelmäßig, ausverkauft. Hämmel und Schafe lebhaft, ausverkauft. „Besser, als keine Tochter mehr zu haben, James." Langsam, mit allen Lichtern besteckt, verließ die „Mary D." den Firth of Tay und nahm südlichen Kurs. Sie machten im Atlantik gute Fahrt, warteten dann aber vor Gibraltar eine Nacht und einen halben Tag, da ein fürchterlicher Orkan durch die Straße fegte und sie nichts zu versäumen hatten. Das Warten brachte Durham sogar noch einen kleinen Vorteil, denn der Hafenkommandant, als er hörte, die „Mary D." werde Alexandria anlaufen, gab zwei Kisten Hausrat für seinen Schwiegersohn, der dort lebte, mit. Als die Dünung des Sturmes sich gelegt hatte, machte die „Mary D." bann auch im Mittelmeer glatte, ruhige Fahrt bis Alexandria. Von dort ging sie unter Ballast nach Port Said, wo die Heimfracht eingenommen werden sollte. Sie kam nicht zu früh und nicht zu spät. Genau am gleichen Tage lief, von Ostafien kommend, die Normannia" in Port Said ein und machte nicht weit von der „Mary D." im Scherif-Becken fest. Hans Lorenzen und Rudolf Terbrügge standen an der Reling. „Hast du die große Bronzestatue auf der Mole gesehen? Das war Lesseps, der den Durchstich hier leitete." Rudolf Terbrügge antwortete nicht gleich. Das fiel Hans Lorenzen auf und er drehte sich halb zu ihm herum. Terbrügge sah nach der anderen Seite; aber Lorenzen erkannte kaum des andern Gesicht. Es schien ihm starr, ganz entgeistert, wie von einem großen Schreck gefroren. „Was hast du, Rudolf, ist dir nicht gut?" Rudolf Terbrügge streckte die Hand aus und wies über das Wasser. „Ich kann die Schrift am Heck nicht lesen, Hans. Aber das ist doch unsere alte „Mary D.", die da liegt! Es ist unmöglich, daß ich mich derart täusche!" Hans Lorenzen riß die Augen auf. Er brauchte den Dampfer da vor ihnen nicht lange zu prüfen. „Wahrhaftig, das ist die „Mary D.," gar kein Zweifel!" Sie holten John Schnakenbeck herauf. Auch der mußte den fremden und so wohdekannten Dampfer ansehen. Dann waren sie sich einig. „Unsre Heuer soll er wenigstens bezahlen, der Kapitän Durham!" forderte John Schnakenbeck. „Wir rücken ihm auf den Pelz. Ich will den Bootsmann fragen, ob wir das kleine Beiboot haben dürfen. Die „Normannia" bleibt hier noch eine Weile liegen, aber vielleicht macht sich die „Marn D." in bekannter Weise plötzlich aus dem Staub. (Schluß folgt.) Frau Evelyne schneuzte sich. „Und wenn Mary inzwischen zurückkommt, James, was soll ich machen? Ich muß dir gestehen, ich kann sie nicht verstoßen. Es ist mein Fleisch und Blut, unser Kind, James, vergiß das nicht!" Durham öffnete den Mund und schloß ihn rasch wieder, ehe ihm der Ausruf entfahren konnte. Seine Frau kam ihm entgegen. Das war ja großartig, so brauchte er nicht in der unangenehmen Stellung des empörten Vaters zu verharren. „Sie ist sogar unser einziges Kind, Evelyne", sagte er einlenkend. „Ich habe schon manchmal gedacht, man solle vielleicht einen andern Maßstab mlcgen. Was meist du? Schau, uns ist es damals leicht gemacht worden. Die Konfitürenfabrik von Acton & Co. ging gut; mein Vater war nicht unvermögend, da konnte der junge James Durham leicht um die junge Evelyne Acton anhalten." „Und doch weißt du noch, stieß sich meine Mutter an der Existenz deines Bruders Henry, der damals Maschinenbauer war und den sie nicht als standes- gemäß ansah." „Ja. Der Hans Lorenzen, den sich unsere Mary da ausgesucht hat, ist im Grunde ein ganz ordentlicher Mann. Sehr gebildet, sehr belesen, ein Mann von Herz, wie ja die Deutschen überhaupt —", er brach ab; zu weit wollte er sich auch nicht vorwa- gen. Aber seine Frau nickte beifällig. „Es hat ihm damals feine Stellung als Arzt gekostet, als er dir verriet, daß deine Mutter sterben müsse, ganz gleich, ob die Professoren sie noch operierten ober nicht." Durham nickte. „Ich weiß es. Aber er hat es nicht mir, sondern Mary gesagt." Frau Evelyne schien einer ganz bestimmten Frage nachzuhängen. Sie sprach es denn auch aus. „Wenn Mary nun eines Tages mit dem Hans Lorenzen kommt, James, soll ich sie dann beide vor die Türe setzen?" es? Wärest du mir damals vor . fahren, wenn alles anders gelegen hätte, nicht vielleicht auch nach- oder entgegengefahren, Evelyne." „Ich werfe sie also nicht hinaus!" „Nein. Nimm sie lieber auf. Es ist unsere Einzige." Am Abend ging Kapitän Durham mit der „Mary D." in See. Er hatte das Gefühl, feine Frau beruhigt und die Lage durchaus geklärt zu- rückzulaffen. Mary mußte ja einmal zurückkommen. Ob mit oder ohne Mann würde sich zeigen. Er schrieb ihr in der Stunde seiner Abfahrt in diesem Sinne einen Brief, den Frau Evelyne mit unter» zeichnete. „Eigentlich kapitulieren wir ganz kläglich vor Marys Unverschämtheit, Evelyne." 6in< ♦ oere drei brachte j leute do beiges si der Sta! und übe Reallehn Gangesbi Schotten. Schotten jammens sprachen beigem'1 Volksge Slusbiu1 meinfan Dingen liefen i „Lieder i denn' Teilnehi Anfang half es, Nidda WW unb um . !Runbfal)rt lokal cor. Van y hatten etn mancher 1 gönnt S ein Erleb leuten m scher he können r „Dii, : bist eir schö 9O3o1 *8u verein y dessen i; Tagen b öffentlich, seines 90 °°llen F< such aus schast m: ^ubelver nerstadt Der! oufshe. Reichst Qmtes T vereine. tyrentnii vberturnv Fahrt, r bestieger HM n' neues J sich hie schön la Besicht!! Heimes' wo das stärkt v mit zw Gebot; In L eine gro außer de Schottene Schottene beiger" neichor { entbot ur bei die Fahit üf dem 80 al und i Fahrt wo Brur sN Schloß! zu M aao■ Ulri* aenfläw . nach d« aiiies t) * Mre ?reue i Nr e>nft die t ^eichsb vein (c DStü. ä Agreich land nn? > Ä SWoto 1 p jmtöQrf Sem r. Stiele i & oHb, A Ohecheffen. KineGänflerfahrinack dem Vogelsberg * Leihgestern, 14. Sept. Der Gesangverein „L i e d e r k r a n z" unternahm gestern m drei großen Postautobussen eine von herrlichem Herbstwetter begünstigte Sängerfahrt nach dem Vogelsberg. 115 Teilnehmer, darunter 80 aktive Sänger, das übrige passive Mitglieder und Familienangehörige, nahmen daran teil. Die Fahrt ging über Grünberg nach Ulrichstein, wo der Leiter des Vogelsberger Höhenclubs, Dr. Bruchhäuser, die Fahrtteilnehmer auf den Schloßberg führte, ihnen über die Geschichte des Schloßberges einen ausklärenden Vortrag hielt und zu dem weiten, herrlichen Ausblick, den man von hier in das Ohmtal hat, die näheren Erläuterungen gab. Nachdem die Sänger den Einwohnern von Ulrichstein mit dem Chor „Heimatsehnen" ein Morgenstündchen gebracht hatten, ging die Fahrt weiter nach dem Hoherodskopf. Gestärkt durch ein gutes Frühstück und begeistert von dem schönen Rundblick in die Vogelsberg-Landsckaft ging die Fahrt, nachdem auch der Turm auf dem Taufstein bestiegen worden war, durch Ilbeshausen, Grebenhain nach der Herchenhainer Höhe. Ein neues Bild von der Schönheit des Vogelsbergs bot sich hier wieder den Fahrtteilnehmern, klar und schön lagen die Mooser Teiche vor uns. Nach kurzer Besichtigung des DJH-, des einstigen „Vater-Bender- Heimes, fuhr man nach Hartmannshain, wo das Mittagessen eingenommen wurde. Gut gestärkt verabschiedete man sich von Hartmannshain mit zwei Liedern und traf gegen 15 Uhr in Schotten ein. In Schotten bot sich den Fahrtteilnehmern eine große Ueberraschung. Arn »Rathaus hatte sich außer dem Bürgermeister der Stadt Schotten der Schottener Männerchor und eine große Anzahl Schottener Bürger zum Empfang der „Hüttenberger" Sänger eingefunden. Der Schottener Männerchor grüßte zuerst mit dem Sängergruß, dann entbot unser Sangesbruder Heimatdichter Gg. Heß, der die Vorbereitungen und die Führung dieser Fahrt übernommen hatte, dem Bürgermeister und den Schottener Einwohnern die besten Grüße und brachte zum Ausdruck, wie begeistert seine Landsleute von der herrlichen Landschaft des Vogelsberges feien. Bürgermeister Me n g e l hieß namens der Stadt Schotten die Gäste herzlich willkommen und überreichte dem Chorleiter des „Liederkranz", Reallehrer Blaß, und dem Leiter der Fahrt, Sangesbruder Heß, den Ehrentrunk der Stadt Schotten. Nach einer kurzen Besichtigung der Stadt Schotten fand in der Turnhalle ein geselliges Beisammensein statt. Bei Musik und Gesang, bei Ansprachen und Tanz hatte sich zwischen den „Hüttenbergern" und den „Schöttenern" schnell eine schöne Volksgemeinschaft gebildet, die am schönsten zum Ausdruck kam, als die beiden Gesangvereine gemeinsam unter der Stabführung des Schottener Dirigenten die „Mahnung" sangen. Zu schnell verliefen die Stunden, und als der Gesangverein „Liederkranz" zum Abschied das Volkslied „Muß i denn" anstimmte, da dachten wohl die meisten Teilnehmer, stünden wir doch nur noch einmal am Anfang dieser schönen Nachmittaasfeier. Aber was half es, geschieden muß sein. Wir fuhren über Nidda, Salzhausen nach L i ch, wo der Abschlußschoppen für diesen Tag getrunken wurde, und um 21 Uhr fuhren unsere Wagen, nach einer Rundfahrt durch unseren Ort, vor dem Vereinslokal vor. Man sah es allen Gesichtern an: die Teilnehmer hatten etwas erlebt. Nach harter Erntearbeit hatte mancher Teilnehmer sich einmal diese Fahrt gegönnt. Sie war für ihn und für alle Teilnehmer ein Erlebnis gewesen. Gg. Heß hat seinen Landsleuten mit dieser Führung wirklich ein Stück hessischer Heimat aufgeschlossen. Die Fahrtteilnehmer können mit einstimmen in das Lied des DHC.: „Dir, meinem Vogelsberg, gelte mein Lied ... bist ein Stück Vaterland, nur nicht genug erkannt, so schön wie eins!" YOIahreTurn- u.SportvereinÄutzbach ♦ Butzbach, 14. Sept. Der Turn- und Sportverein Butzbach (Turngemeinde von 1846), über dessen interessante Geschichte wir vor einigen Tagen bereits einen ausführlicheren Aufsatz veröffentlichten, beging am Samstagabend die Feier seines 90jährigen Bestehens durch einen eindrucksvollen Festakt im „Hessischen Hof" Der starke Besuch aus allen Schichten der Butzbacher Einwohnerschaft war Beweis für die enge Verbundenheit des Jubelvereins mit der Bevölkerung der alten Tur- nerstadt Butzbach. Der Dereinsführer konnte zu Beginn der Feier aufs herzlichste begrüßen: Vertreter der Partei, des Reichsbundes für Leibesübungen und seines Fachamtes Turnen, der Schulen und benachbarter Turnvereine. Ein besonderes Grußwort galt auch dem Ehrenmitglied des Butzbacher Vereins Ehrengauoberturnwart W. Will (Gießen). Dann gab der Vereinsführer, Studienrat Lauckhard in seiner inhaltoollen Festansprache einen Ueberblick über die 90 Jahre Vereinsgeschichte. Der Redner schloß mit dem Bekenntnis, daß sich der Verein in alter Treue und neuer Liebe im neuen Reichs- dund für Leibesübungen stets einsetzen werde für die großen völkischen und vaterländischen Ziele, die einst die Gründer auf ihre Fahne geschrieben. Reichsbund-Kreisführer Sturmführer O tter - b e i n (Friedberg) übermittelte die Grüße des DRL. und danke dem Verein für feine treue und erfolgreiche Arbeit im Dienste an Volk und Vaterland, um anschließend in grundlegenden Ausführungen die Notwendigkeit völkischer Leibeserziehung im nationalsozialistischen Staat klar herauszustellen. Ein persönliches Wort besonderer Anerkennung fand der Reichsbundkreisführer für Ehrengauoberturnwart Wilhelm Will, der sich in jahrzehntelangem restlosem Einsatz für die vaterländischen Hochziele der Turnerschaft als ein Vorkämpfer für die Leibeserziehung des neuen Deutschlands in Treue erwiesen habe. Die Gückwünsche des Gaufachamtes Turnen im Gau XII Hessen und seines Führerstabes überbrachte Gaufachamtsprefsewart O ß w a l d (Bad-Nauheim), während die Grüße der befreundeten Nachbarvereine Abschnitts - Dietwart (Bad-Nauheim) übermittelte. Der Ehrenvorsitzende des Jubelverems, Ehren- Bezirksvertreter K. Schneider (Butzbach) führte dann aus, daß der Verein frühere Feiern immer gern zum Anlaß genommen habe, feine Verbundenheit mit dem Gau dadurch auch äußerlich zum Ausdruck zu bringen, daß er Männern, die sich um das turnerische Leben der Heimat in besonderem Maße verdienstvoll bemüht, die Ehrenmitgliedschaft verliehen habe. So solle es auch bei der 90-Jahr-Feier sein. Mit anerkennenden Worten aufrichtigsten Dankes und unter lebhaftem Beifall der großen Festgemeinde ernannte er zu Ehrenmitgliedern des Jubelvereins: den früheren Kreis- und Gauvertreter Artur Pfeiffer (Wetzlar), Gau- fachamtspreffewart Oßwald (Bad-Nauheim), den Vorsitzenden des Feldbergfest - Ausschusses Hugo Pfaff (Frankfurt a. M.) und den früheren Vereinsführer und Bezirksführer im neuen Gau Hessen Oberstabsarzt Dr. H. R a u (jetzt in Würzburg). Die Ausgezeichneten brachten zum Ausdruck, daß sie stolz darauf seien, einem Verein mit so ruhmreicher Vergangenheit als Ehrenmitglieder anzugehören Ein Beweis für den Geist der Treue, Anhänglichkeit und Hingabe an das Ideal ist die Tatsache, daß der Jubelverein über 80 Mitglieder für über 2 5 -, 40-, 50- und 60jährige Mitgliedschaft durch Verleihung des Vereinsehrenbriefes auszeichnen konnte. Wir nennen hier nur die Veteranen, die über 60 Jahre dem Verein angehören. Ihre Namen haben über die Stadt in den hessischen Turnerkreisen einen guten Klang: Wilhelm Braubach (65), Jak. Ruppel III., Adam Schab und Fritz Weber (je 64), Heinr. Heil (62), Ludwig Weickhardt (61). Die reichhaltige inhaltvolle Festfolge des Abends bewies wieder, daß es der Turn- u. Sportv. Butzbach in ausgezeichneter Weife versteht, Feiern würdig und eindrucksvoll zu gestalten. Wirkungsvolle Gesangsvorträge des Männerchors „Orpheus-Eintracht", flotte Weisen der Butzbacher Feuerwehrkapelle und vielseitige turnerische Vorführungen lösten einander ab. Höhepunkt und Abschluß der Feier bildete das erhebende Festspiel „Weg ins Volk und Reich", das ausklang in dem begeisterten Treuegelöbnis zum Führer. Begeistert fang die große Festgemeinde das Deutschlandlied und das Horst-Wesiel-Lied Toöessturz mit dem Motorrad y Schotten, 14. Sept. Gestern nachmittag ereignete sich auf der Strecke Ulrichstein—Schotten in der Nähe des Ludwigbrunnens ein schweres Unglück. Zwei Brüder Ko ll mann aus Fulda fuhren auf einem Motorrad und kamen dabei in einer Kurve zum Sturz. Der ältere Bruder, auf dem hinteren Sitz, wurde so unglücklich vom Rad geschleudert, daß er infolge seiner Kopfverletzungen alsbald verstarb, der jüngere Bruder und Fahrer des Rades wurde nur leicht verletzt. Canöfreis Gießen CO Klein-Linden, 14. Sept. Bei der Schweinezwischenzählung wurden hier 403 Tiere, gegenüber 389 im Juni dieses Jahres, festgestellt, und zwar Ferkel unter 8 Wochen 8 Stück, Tiere bis zu 6 Monaten 122 Stück und solche über 6 Monate alt 273 Stück. OO Klein-Linden, 14. Sept. In der Wirtschaft „Zur Burg" fand die Vereidigung der Freiwilligen Feuerwehr statt. Bürgermeister Fischer bestätigte zunächst als Führer der Wehr den Oberbrandmeister Fritz Müller, der seither schon als Vorsitzender der Freiwilligen Feuerwehr vorstand. Dieser dankte für die Bestätigung und erneuerte für sich und die ihm anvertraute Wehr das Gelöbnis unbedingter Pflichterfüllung im Dienst für Volk und Vaterland. Anschließend berief Oberbrandmeister Müller folgende Feuerwehrleute als Mitarbeiter in den Führerrat der hiesigen Freiwilligen Feuerwehr: Wilhelm Lenz, Friedrich Germer (zugleich Kassenwart), Friedrich Holler, Wilhelm Jung, Reinhard Wagner (zugleich Zeugwart) und Paul Müller. Sodann sprach Bürgermeister Fischer über die hohen Aufgaben der Feuerwehr im Dritten Reich, an denen mitzuarbeiten jeder Feuerwehrmann berufen fei. Er nahm dann die Vereidigung auf den Führer vor. Das begeistert aufgenommene Sieg-Heil auf den Führer und der gemeinsame Gesang der beiden nationalen Lieder bildeten den Abschluß der Feier. Die hiesige Freiwillige Feuerwehr zählt gegenwärtig 40 aktive Feuerwehrleute. Im Interesse der großen Bedeutung einer schlagfertigen Feuerwehr für den Schutz des Volksvermögens wäre es sehr zu wünschen, wenn recht viele junge Männer unserer Gemeinde sich der Freiwilligen Feuerwehr anschließen würden. = Steinbach, 14. Sept. Frau Heinrich Wehrum W w e. hat in diesen Wochen ihr Haus an der Garbenteicher Straße renovieren lassen. Das Haus ist ein Fachwerkhaus. Nach den Wiederherstellungsarbeiten bietet es einen sehr schönen Anblick. Bei den Arbeiten wurde die Erbauungszeit durch eine Inschrift auf 1745 festge- stellt. Das Haus ist somit sicherlich eines der ältesten, wenn nicht das älteste Wohnhaus in Steinbach. Neben einer nicht ganz entzifferbaren Inschrift über eine größere Renovierung wurden zwei Sprüche gefunden, die auf die Erbauungszeit zu- rückgeyen dürften. Der eine Spruch ist ein Bibel- wort: „Habe deine Lust an dem Herrn, der wird dir geben, was dein Herz wünschet." Psalm 37, 4. Der andere ist ein Sprichwort und heißt: „Bleibe im Lande und nähre dich redlich." Neben den kürzlich von Geheimrat Walde- Darmstadt photographierten Fachwerkhäusern Damasky-Keß- l e r und Karl Krämer I. und Ludwig Balser I., alle drei in der Adolf-Hitler-Straße, ist nach der Wiederherstellung das Haus der Wwe. Wehrum eines der schönsten Fachwerkhäuser in Steinbach. + Treis a. d. Lda., 13. Sept. Heute vormittag sand die feierliche Eröffnung des Konsir- mandenunrerrichts in der Kirche statt. Es wurden 15 Knaben und 7 Mädchen aufgenommen. s Lang-Göns, 14. Sept. Erft jetzt läßt sich übersetzen, welch ungeheure Mengen von Früchten die Zwetschenbäume in diesem Jahre bringen. In der vergangenen Woche gingen fast täglich Wagenladungen mit Zwetschen an Konservenfabriken ab. Zuerst lud die Bezugs- und Absatzgenossenschaft ein, dann wurden auch Händler zugelassen. Der Andrang an dem Bahnhof war gewaltig. Von allen Seiten kamen die mit gefüllten Körben beladenen Fahrwerke, und dabei hängen noch die meisten Otc neuen Truppen-Fahnen. 1 Die neue Fahne für die Infanterie (weiß) und die Fahne für die Pioniere (schwarz). (Scherl-Bilderdienst-M. — Mit Genehmigung des Verlages „Offene Worte", Berlin.) Die Standarte der Kavallerie (gelb) und die Standarte der Artillerie (rot), l Scherl-Bilderdienst-M. — Mit Genehmigung des Verlages „Offene Worte", Berlin.) WWW W T ft Früchte an den Bäumen. Auch in dieser und in den folgenden Wochen werden weitere Ladungen abgehen. Selbst alte Leute können sich nicht an eine so reiche Zwetschenemte erinnern. Für den Zentner werden 5 RM. bezahlt. Das ist für viele Baumbesitzer eine schöne Nebeneinnahme. Die A p f e I e r n t e wird dafür in hiesiger Gemarkung sehr knapp ausfallen. Nur einzelne Bäume bringen gute Erträge. Birnen gibt es schon mehr. Sehr viele Früchte haben die Walnüsse angesetzt. A Bellersheim, 14. Sept. Seit einiger Zeit herrscht auf dem Bahnhofe Obbornhofen—Bellersheim starker Güterverkehr. Die Obstanlieferungen aus den benachbarten Dörfern haben so stark eingesetzt, daß täglich 2 bis 3 Bahnwagenladungen zur Verfrachtung kommen. In der Hauptsache wurden Zwetschen angefahren, die teils ins Industriegebiet, teils zu der Konservenfabrik in Groß-Gerau verladen werden. Diel Obst wird auch im Stückgüteroerkehr versandt, vor allem Mirabellen und mittelfrüh reifende Aepfel- und Birnensorten. — Gegenwärtig läßt die hiesige Bäuerliche Bezugs- und Absatzgenossen- schäft den im Hauptlager der Rhein-Mainischen Hauptgenossenschaft aufbewahrten Flachs rösten. In den Riedwiesen nahe der Straße Trais-Horloff nach Bellersheim sind viele Morgen mit den ent- samten Flachsstengeln bedeckt, die durch den Morgentau mit nachfolgendem Sonnenschein dem Röstprozeß unterworfen werden. )-( Obbornhofen, 14. Sept. Die Zwei- schenversteigerung der Gemeindeobstbäume erbrachte verhältnismäßig geringe Preise. Es stellte sich der Zentner am Baum auf durchschnittlich 2—3 Mark. Das anfallende Frühobst, wie Grafensteiner und Apfel aus Croncels, wurde gepflückt von der Gemeindeverwaltung veräußert. Je nach Güte wurden von dem Handel 8—10 Mark je Zentner befahlt. Der Handel in Obst wird durch die Genofsen- schaften, die ortsansässigen Händler und durch Aufkäufer aus dem Rhein-Main-Gebiet getätigt. Letztere holen das Obst mit Lastwagen an der Erzeugerstätte ab. Mit dem Ernten des Spät- o bst es darf nach einer Anordnung der Ortspolizeibehörde erst nach dem 25. September begonnen werden. Im Interesse einer guten Obstentwicklung ist diese Maßnahme nur zu begrüßen. Sie sollte überall Nachahmung finden. Bei der schlechten Sommerwitterung wird gerade der herbstliche Sonnenschein viel zur Haltbarkeit des Winterobstes beitragen. —.— Bettenhausen, 14. Sept. Zur Zwei- schenversteigerung der Gemeindebäume hatten sich zahlreiche Käufer, darunter auch Händler, eingefunden. Es wurden angemessene Preise erzielt. Teilweise haben die Bäume einen übermäßig starken Behang, so daß zahlreiche Astbrüche eingetreten sind. Bei einzelnen Stämmen sind die Kronen völlig auseinandergebrochen. # Steinheim, 14. Sept. Die Zwischen- zählung der Schweine hatte hier folgendes Ergebnis: Jährige Sauen 1 Stück, Zuchtsauen von 6 bis 12 Monate 15 Stück, Zuchtsauen über ein Jahr alt 39 Stück, Ferkel bis 2 Monate alt 138 Stück, Einlegeschweine bis zu einem halben Jahre 254 Stück, solche bis zu einem Jahre alt 122 Stück, Schweine über ein Jahr alt 2 Stück. An Kälbern wurden im letzten Vierteljahre 50 Stück geboren. * Hungen, 15. Sept. Am heutigen Dienstag, 15. September, können der Wirt im Bahnhof Hungen, Wilhelm P letsch und seine Ehefrau das Fest der silbernen Hochzeit feiern Kreis Schotten w Schotten, 14. Sept. Heute wurde die Urne des in Manila (Philippinen) verstorbenen, hier gebürtigen Wilhelm Merz beigesetzt. Merz war längere Zeit bei der Firma Moufang, Ober-Schmitten, in Stellung und ging dann vor etwa 15 Jahren in ein großes Geschäft nach Manila. Zweimal war er besuchsweise in seiner Vaterstadt, an der er mit großer Liebe hing. Das ungesunde Klima hat feiner Gesundheit offenbar stark zugesetzt. Kreis Friedberg. ch Aus der mittleren Wetterau, 14. Sept. Während noch das letzte Grummet einge« bracht und die Zwetschenemte oorgenommen wird, hat bereits das Kartoffelausmachen begonnen. Dieser Tage wurden die zur Saatgutgewinnung gepflanzten Frühkartoffeln der Sorten „Odenwälder Blaue", „Allerfrühste Gelbe" und „Frühgold" geerntet. Der Ertrag muß als gut bis sehr gut bezeichnet werden. Faule Knollen finden sich selten. Da auch das Kraut der Spätkartoffelsorten abzusterben beginnt, werden die im Felde befindlichen Rodemaschinen gleich zur Ernte eingesetzt. Hauptsächlich ist es die Sorte „Industrie", die schon erntereif ist. Die Stöcke haben nicht übermäßig viele, dafür aber dicke und gesunde Knollen angesetzt, die auch verhältnismäßig sauber zum Vorschein kommen. Auch in den übrigen Spätsorten, wie Ackersegen, Parnassia und Edeltraud, steht eine vorzügliche Kartoffelernte in Erwartung, die die vorjährige im Ertrage noch übertrifft. Mit der Aussaat von Winterrübsen wurde begonnen. Hier sind hauptsächlich die größeren Güter die Anbauer. Mehr als in den letzten Jahren wird auch in diesem Jahre der Winterraps angebaut werden, da eine verbilligte Rücklieferung von Oelkuchen seinen Anbau wirtschaftlicher gestaltet. Da sich der in diesem Jahre erstmals eingeführte Zwischen- futterbau gut eingeführt chat, wird sich seine Anbaufläche in diesem Herbst wesentlich erweitern. Allenthalben trifft man Vorbereitungen zur Aussaat von Landsberger Gemenge und geht auch daran, durch Zwischensaat von Winterwicken unter den Roggen sich selbst das notwendige Saatgut hierzu zu erzeugen. Nach wie vor herrscht U e b e r- fluß an Grünfutter, so daß das sonst alljährlich übliche Abblatten der Dickwurz nicht vorgenommen zu werden braucht. Ueberall sieht man zum ersten Male Aecker mit Sonnenblumen, die nun in die Blüte schießen und ein eiweißreiches Milchfutter abgeben. Das letzte Dörrheu von ewigem und rotem Klee wird eingefahren. Kreis Alsfeld. £ Groß-Felda, 14. Sept. Gendarmerie- meister Dörrfchuck wurde von hier nach Bürstadt im Ried versetzt. An seine Stelle kam Hauptwachtmeister Rapp, der seither in Friedberg im Dienst stand. Gießener Wochenmorktpreise. * G i e ß e n, 15. Sept. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: D. f. Molkereibutter, % kg 1,57 Mark, Molkereibutter 1,52, Landbutter 1,42, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, ausländische, 12, Wirsing, % kg 8, Weißkraut 5 bis 8, Rotkraut 8 bis 10, gelbe Rüben 5 bis 8, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 10 bis 20, Römifcbkohl 6 bis 8, Bohnen, grün 15 bis 20, gelb 15 bis 20, Unterkohlrabi 8 bis 10, Erbsen 25 6is 30, Tomaten 10 bis 15, Zwiebeln 8 bis 10, Kürbis 5 bis 6, Pilze 15 bis 30, Kartoffeln, 5 kg 40 bis 45 Pf., 50 kg 3,50 bis 3,70 Mark, Frühäpfel, Vt kg 12 bis 15 Pf., Falläpfel 3 bis 6, Birnen 10 bis 15, Zwetschen 6 bis 8, Pfirsiche 35 bis 60, Brombeeren 30 bis 35, Preiselbeeren 35 bis 40 Pf., junge Hähne 1 bis 1,10 Mark, Suppenhühner 80 bis 90 Pf., Enten 1 Mark, Tauben, das Stück 50 bis 60 Pf., Blumenkohl 10 bis 50, Salat 8 dis 10, Salat- gurken 5 bis 20, Einmachgurken 1 bis 3, Oberkohlrabi 4 bis 10, Endivien 5 bis 15, Lauch 5 bis 8, Sellerie 20 bis 25, Rettich 5 bis 10, Radieschen, das Bündel 10 Pf. 1 Stück ' 324 3 Stück 904 y Mittwoch von der See eintreffend! 572?D Postkarten bei Brühl ...und zum Bau en Frische Fische SCHADEN FÜLLGRABE Beginn der Kurse Ende September Bratheringe i.Burgundersoße,Dose 38 Bratheringe n. Hausfrauen-Art.Dose 40 Fettheringe in Tomatensoße, Dose 35 Vertreter d. Gerichtsvollz. Bittorf Gießen, Steinstr. 42, Ruf 3660. Bitte Prospekt anfordern! 5435D Druckschriften In gefalzten Bogen In Heftform und gebunden klar In der Schrift, übersichtlich angeordnet und sorgfältig gedruckt, dienen den Belangen von Handel undVerkehr.lndustrle und Gewerbe, Behörden, Landwirtschaft und Vereinigungen. Lieferung schnell,gut und preiswert durch Brühl’sche Druckerei Schulstr. 1« Rui 2251 Gut-Heil, und dann sprach noch Kreisfachamts- (eifer D aup ert ein kurzes Schlußwort, in welchem er vor allem dem herzlichen Dank an die Turn- und Sportgemeinde sowie die Einwohnerschaft von Niedergirmes Ausdruck gab. Leichiaihleiik der Sp.-Vg. 1900. 1900s Frauen erreichen in der Deutschen Vereins- Meisterschaft Klasse C 133,5 Punkte. Bei den am Sonntag durchgeführten Kämpfen um die Deutsche Vereinsmeisterschaft unternahm die Frauen-Abteilung der Spieloereinigung 1900 einen Versuch in der Klasse C. Die IWOermnen warteten in allen Disziplinen mit guten Leistungen auf, so daß eine beachtliche Punktzahl erreicht werden konnte. Nachstehend die Ergebnisse, die der Wertung — bei den Frauen kommt die 100-Punkt- wertung in Anwendung — zugrunde gelegt werden konnten. Bestimmungsgemäß hatte sich dies auf zwei Teilnehmerinnen pro Wettbewerb zu beschränken. 100 Meter: L. Diehl 14,2 Sek.; M. Lösch 14,3 Sek. Hochsprung: L. Diehl 1,32 Meter; G. Otto 1,25 Meter. Geschäfts-Drucksachen Briefumschläge bei Brühl. Schulstraße 7 Geschäftskarten Tanzschule Berbers-Meusel Sonnenstr. 19 / GIESSEN / Fernruf 3393 Sprechstunden täglich 11—ll/3, 3 — 4 Uhr verschiedenen Inhalts. Natev für Weiß- und Buntwäsche, Wolle Seide, Kunstseide vorzüglich geeignet! Seit Mai dieses Jahres wurden in den SA.- Gruppen die SA.-Gepäckmärsche durchgeführt, und nun, während des Reichsparteitages 1936, nahm der Reichswettkampf der SA. fein Ende. Am frühen Morgen des Montags waren die Siegerstürme von 21 Gruppen und ein Sturm des Hilfswerks Nordwest — der sich außer Konkurrenz an dem Gepäckmarsch beteiligte — im Lager Langwasser angetreten. Punkt 4 Uhr marschierte der erste Sturm ab, dann folgten in Abständen von jeweils fünf Minuten die übrigen Siegerstürme der Gruppen, die sich für diesen letzten Wettbewerb qualifiziert hatten. Der 25 Kilometer lange Marschweg führte vom Lager Langwasser über Wendelstein, Röttenbach nach Feucht und wieder zurück zum SA.-Lager Langwasser. Als erster Sieger des Reichsgepäckmarsches der SA. ging der Siegersturm der Gruppe Kurpfalz aus dem schwierigen Wettbewerb hervor, der für die Strecke etwa drei Stunden Marschzeit benötigt hatte und damit den Ehrenpreis des Führers erhielt. Auf den zweiten Platz kam der Gruppen- fieger der SA. -Gruppe Weftmark, der damit den Ehrenpreis des Stabschefs der SA. errang, vor dem Gruppensieger der SA. - Gruppe Franken, der sich den Ehrenpreis des Reichsschatzmeisters holte. Vierter wurde der Grup- neueste Treffen konnte wieder einmal Wetzlar, das verstärkt antrat, für sich entscheiden, obwohl die Platzbesitzer bis auf wenige Ausnahmen ein recht gefälliges Spiel lieferten. Das Jugendspiel gewann ebenfalls Wetzlar mit 8:6 (4:4). Tv. Krofdorf — Tv. Roth 7:11 (1:7). Krofdorf, das jetzt noch die Spieler seiner alten Mannschaft zusammen hat, versuchte sich wieder einmal. Wenn der Kampf auch verloren ging, so hat Krofdorf doch gezeigt, daß es noch spielen kann und daß es bei dem nötigen Training bestimmt noch mehr leisten wird. Es ist nur schade, daß die Mannschaft sich nicht an den Rundenspielen beteiligt. Tv. Dutenhofen — Tv. Lützellinden 7:6 (2:3). Die Gäste wurden zwar knapp, aber verdient geschlagen. Bei ihnen machte es sich bemerkbar, wie wichtig es ist, im Spiel zu bleiben und nicht zu warten, bis die Verbandsspiele vor der Türe stehen. Auf alle Fälle wird Lüllellinden mit dieser Mannschaftsleistung gegen die gut gerüsteten Gegner nicht viel zu bestellen haben. Anders war es bei Dutenhofen. Die 11 Spieler verbessern sich von Sonntag zu Sonntag. Tv. 1846 Gießen Jgd. — Tv. Dutenhofen Igd. 19:4. Am Sonntag weilte die Jugendballmannschast des Tv. Dutenhofen bei der Jugend des Tv. 1846 Gießen auf dem Unioersitätsfportplatz. Die Einheimischen waren sowohl im Feldspiel als auch in der Ballbehandlung den Gästen überlegen und schlugen sie verdient 19:4. VfB.-Reicksbahn Gießen. VfV.-R. n — Großen-Linden I 2:3. Die 2. Mannschaft mußte in Großen-Linden eine unverdiente Niederlage hinnehmen. Sie waren ihrem Gegner gegenüber insofern im Nachteil, als sie die 2. Halbzeit durch Verletzung eines Spielers nur mit 10 Mann spielten. Jugend-Fußball. VfB.-R. 1. Jugend — Leihgestern 1. Jugend 1:2. Die Niederlage der Gießener ist Ueberraschung des Sonntags gewesen. Die Gießener Mannschaft hatte ihren Gegner offensichtlich unterschätzt. Sie konnte wohl in der 1. Halbzeit überlegen spielen, aber ihr Sturm war im Strafraum von einer nicht zu überbietenden Hilflosigkeit. VfB.-R. 2. Jugend — 1900 2. Jugend 2:1. Die 2. Jugend konnte dieses Mal die Vorspielniederlage wieder wett machen. Wenn der Sieg auch knapp ist, so ist er doch verdient. Die VfBer spielten dieses Mal bedeutend besser wie am Vorsonntag. VfB.-R. 4. Jugend — Lollar 2. Jugend 1:1. Zwei gleichwertige Gegner trennten sich mit einem gerechten Resultat. VfB.-R. 1. Schüler — SV. 05 Wetzlar 1. Schüler 1:0. Beide Mannschaften spielten einen Fußball, an dem seine Freude haben konnte. Es war erstaunlich, welches technisches Können die Kleinen beider Vereine zeigten. VfB.-R. 2. Schüler — SV. 05 Wetzlar 2. Schüler 3:1. Die Gießener Mannschaft war hier ihrem Gegner eindeutig überlegen. VfB.-R. 3. Schüler — SV. 05 Wetzlar 3. Schüler 2:0. Auch die 3. Schülermannschaft erwies sich besser als ihr Gegner und siegte nach schönem Spiel verdient. TORPEDO nur RM. 186.— schon für 8.30 monatlich Alleinverkauf: Niederhausen Gießen 1065a Bahnhofstraße Speerwerfen? N. Lippert 24,24 Meter: M. Ockel 22,27 Meter. . 4X100-Meter-Stasfel: 57,2 Sek. in der Besetzung L. Burkhardt, M. Lösch, E. Werner, L. Diehl. Die Versuche bei den Aktiven (Klasse B) und bei der Jugend (Klasse B) wurden, und Zwar bereits am Samstag, nur hinsichtlich der ersten Hasste der Wettbewerbe durchgeführt. Der zweite Teil wird am kommenden Donnerstagabend bestritten. AfD.-Reichsbahn-LeichfafhIefik. Am Sonntag führte der VfB.-R. feine geplanten Versuche in der deutschen Dereinsmeisterschaft durch. Bei den Aktiven sowohl wie bei den Jugendlichen trat man mit einer schwachen Mannschaft an, so daß die erreichten Punktzahlen nicht besonders günstig wurden. Die Aktiven erreichten insgesamt 44,54,65 Punkte. Die Jugendlichen ließen diesmal auch ihren Kampfgeist zu Hause und warteten teilweise mit schlechten Leistungen auf. Lediglich Möll, Stürmer, Krämer, Heller und Schieferstein kämpften mit großer Hingabe und machten so für die Mannschaft wertvolle Punkte. Insgesamt erreichte die Jugend 5443,16 Punkte. Bei den Frauen wollte gar nichts klappen und bis auf Fräulein Dapper im Hochsprung versagten wohl alle anderen mehr oder weniger. Mittwoch. Den lb.sevlemver. 14 Uhr, versteigere Uh öahier, Neuenweg 28 (verstelgerungslvklll), hezw. an Ort u. Stelle, zwangsweise geg. Barzahlung: Büro-/ Haus- und Ladenmöbel, neu und gebraucht, Schreib- und Nähmaschinen, 2 Schuhmachernähmaschinen, 1 Bücherschrank, Kassenschränke, Registrierkassen, Warenregale, 4 Radiogeräte, Sofas, Sessel, Stühle, Herren-, Damen- und Kinder-Schnür- und Schnallenschäfte, große Posten Kleider-, Anzug-, Mantel-, Möbel- und Vorhangstoffe, Straßenbesen, Bürsten, Spielsachen, Körbe, Kordel, Hanfstricke, Bücher Die Spielvereinigung ist nunmehr, wie die Bezirksspielleitung meldet, endgültig freiwillig aus der Gauklasse zurückgetreten und wird, nachdem die Terminliste für die Bezirksklasse bereits in den Händen der Vereine ist, noch nachträglich in Die Staffel 5 der Bezirksklasse eingeteilt. Voraussichtlich wird die Mannschaft an Stelle von VfB.-R. Gießen, dessen Mannschaft aus der Bezirksklasse ausgeschieden ist, eingereiht werden. Trotzdem der letzte Sonntag der letzte „freie" vor den Verbandsspielen war, herrschte wiederum nur ganz schwacher Spielbetrieb. Wie wichtig es für manchen Verein wäre, die Zeit zu nützen, das haben gestern wieder einige Spiele gezeigt. Eine ganze Anzahl von Mannschaften geht ohne Training in die wahrlich nicht leichten Spiele. 2Ittv. II — Tv. Wißmar I 11:7 (6:3). 2Mv. I. Jgd. — Tv. Lollar I. Jgd. 12:5 (5:2). Wlv. II. Jgd. — Tv. Krofdorf I. Jgd. 9:6 (6:3). 7Niv. I. Schüler — Tv. Wißmar Schüler 4:6 (0:4). Mit vier Mannschaften traten die Männerturner am Sonntag auf den Plan, um in Freundschaftsspielen noch einige Kräfte für die Derbandsspiele auszuprobieren; lediglich die erste Mannschaft pausierte, da sie keinen Gegner fand. Mit nur einer Niederlage aus 4 Spielen war das Ergebnis des Sonntags erfreulich. Auf eignem Platz spielte die erste Jugend gegen Lollar. Die Mto.-Jugend besitzt gegenwärtig einen Sturm, um den sie manche erste Mannschaft beneidet. Auch am Sonntag sah man das wieder einmal, wo sich alle elf Mann restlos einsetzten und auch dementsprechend gewannen. Wenn nicht alles trügt, dann werden die Mftv.er in den Verbandsspielen ein gewichtiges Wort in der Entscheidung mitreden. Die Mannschaft spielte in der Aufteilung: Walter; Ganz, Vogel; Gemmer, Eckhardt, Göbel; Jughardt, Berkenhoff, Wagner, Weigand 2., Eger. Die zweite Mannschaft und die erste Schülermannschaft fuhren zu Freundschaftsspielen, nach Wißmar. Die zweite Mannschaft machte ihre Sache sehr gut und gewann nach anfänglicher Ueberlegen- heit des Gegners jederzeit sicher. Die Schülermannschaft war ihrem Gegner körperlich nicht gewachsen. Bei Wißmar wirkte obendrein noch ein aktiver Spieler mit, der auch den Ausschlag zum Sieg gab. Eine angenehme Ueberraschung bereitete die zweite Jugend ihrem Verein. Sie fuhr nach Krofdorf und gewann dort gegen die gewiß nicht schlechten Krofdorfer Jungens 9:6; ein schöner Erfolg, der zu einigen Hoffnungen in den demnächst beginnenden Verbandsspielen - berechtigt. Tv. Holzheim — Tv. Grüningen 17:5 (7:1). Das Ergebnis entspricht zwar dem Spielverlauf, wird aber der Leistung der Grüninger Mannschaft nicht ganz gerecht. Wenn auch der Sturm oft zu verkrampft spielte, so hatte er bis zu dem Ausscheiden des guten Mittelstürmers immerhin Gelegenheit, Tore zu werfen. Holzheim war, obwohl es fast das ganze Spiel ohne Tormann spielte, in allen Teilen recht gut besetzt und gab eine sehr gute Gesamtleistung ab. Tv. Garbenheim 1. — Tv. Wehlar 2. 5:9 (5:5). "Die beiden Mannschaften haben sich schon oft und mit wechselndem Erfolg gegenübergestanden. Das Borrmanns Gießen ■ Neustadt 5 > Ruf 4165 5732 A Handball im Sportkreis Gießen. (Spielbereinigung 1900 Gießen endgültig ans her Gauklasse ausgeschiehen Gutgeh» Gemisditwaren» u. LebensmittelvGesdiäft in Mücke (Oberh.) mit oder ohne Wohnung sofort preiswert zu verpachten. Warenbestand kann übernommen werd. Auskunft: Grün- berg (Hessen), Renthof 11. S7isv Das Kreissrauenturnen des Kreises 8 in Wetzlar-Aiedergirmes eine Werbeveranstattnng für hie Leibesübung her deutschen Frau. ö.Uport Reichsgepäckmarsch der SA. Kurpfalz, Westmark, Franken und Niedersachsen stellen die Siegerstürme. pensieger der S A. - G r u p p e Niedersachsen, der den Ehrenpreis des Reichssportführers gewann. Die Marschstürme der Gruppen Sachsen und Suü- west kamen auf den fünften und sechsten Platz an. Nach Abschluß des Reichsgepäckmarsches der SA., der von schönstem Wetter begünstigt war, wurde im Lager Langwasser die Siegerehrung durch den Stellvertreter des Führers Rudolf Heß in Anwesenheit des Stabschefs der SA. Lutze oorge- nommen. Der Feier wohnten sämtliche Gruppenführer der SA. bei. Zwei Stürme der Motorgruppe Hessen siegen imNeichswettkampfdesNSKK. NSG. Im Lager Mö geldorf (bei Nürnberg) des NSKK. fand die Ehrung der Sieger- st ü r m e im Reichswettkampf statt. Aus dem Gebiet der Brigade M49 der Motorgruppe Hessen ging der Sturm 11/M49 (Frankfurt a. M.-Höchst) siegreich hervor. Es ist nicht das erste Mal, daß dieser von Sturmführer Döll geführte Sturm sich bewährt. Bereits mehrmals konnte er bei Unglücksfällen ferne Einsatzbereitschaft zeigen, so 1935 bei dem großen Brand im Werk Höchst und bei einer Explosion im Werk Griesheim der JG.-Farben. Mit 187 Mann ist er der stärkste Sturm innerhalb der Brigade. Unter den Stürmen Oberhessens siegte der Sturm 24/M 48 (Marburg a. d. Lahn). Kohlen Koks 7M0 Briketts Eiform Happel&Co. Kl. Mühlgasse 4 u.6 Ruf 3925 FLAMMER SEIFE 30/ Ausgenommen 10 rttiUdlle einige Artikel! 5729 A Wetzlar, Arthur Seibert, eindrucksvoll gestaltete, und in deren Verlauf die feierliche Flaggenhissung stattfand, sangen die Turnerinnen das Lied „Getreu allezeit." Dann begann der Wettkampf. Der Boden war noch nebelfeucht und deshalb stellte der Kampf im Lauf und Sprung große Anforderungen an die Teilnehmer des Wettkampfes. Als um 9 Uhr die Jugend noch mit in den Kampf eingriff war der große Turnplatz vollkommen belebt, und eine erfreulich große Zuschauermenge folgte den Wettkämpfen voller Spannung. Bet den volkstümlichen Uebungen wurden des öfteren volle Punktzahlen, ja sogar Ueberpunkte erreicht, während an den Geräten die höchst erreichbare Punktzahl sehr selten vergeben wurde. Es war ein Genuß, an der völkischen Aussprache teilzunehmen, denn hier wurde das geistige Turnen auf feinste Art gepflegt. Die Turnerinnen nahmen an der Aussprache mit wachen Sinnen teil. Am Nachmittag bewegte sich ein schöner Festzug durch die Straßen des Festortes, der ohne die Teilnehmerinnen und Turner des Ortsvereins und diS Kampfrichter über 300 Turnerinnen vereinigte. Drei große Reichsbundfahnen an der Spitze, dann zehn Fähnenschwingerinnen mit den Turnerfahnen und darauf die Menge der Turnerinnen im weißen Festkleid, ein herrliches Bild, herzerfreuend in seiner jugendlichen Frische und Kraft. Auf dem Turnplatz zeigte eine Auswahlriege ein Schauturnen am Barren, bei dem man wieder, wie im Wettkampf des Vormittags, feststellen konnte, daß der Kreis 8 in der Leistungshöhe seiner Turnerinnen mit an erster Stelle im Gau Hessen marschiert. Die Vielseitigkeit deutschen Frauenturnens wurde vor großen Zuschauermengen dann weiterhin noch gezeigt durch Volkstanzdarbietungen in zehn Tanzkreisen, die sehr gut gefielen und auch hohe Anerkennung wert waren. Die allgemeinen Freiübungen vereinigten über 250 Turnerinnen, die ihre Massendarbietung, die schönen flüssigen rhythmischen Bewegungen flott turnten und damit lebhaften Anklang fanden. Nach den Freiübungen überbrachte Kreisdietwart Dr. Römer- Großen-Linden Grüße des Reichsbundes. Er stellte die Turnfeste als Vorbild hin für alle Veranstaltungen des Reichsbundes. Kreisfrauenturnwart Schneider nahm die Siegerehrung vor, indem er besonders betonte, daß der Sieg stolz machen dürfe, daß er aber auch verpflichte, und zwar verpflichte zur Abgabe des Könnens an andere, um damit wieder der Sache zu dienen. Den Siegerinnen brachte man ein herzliches Das zweite Kreisfrauenturnen des Kreises 8 ist vorüber. Es fand in Wetzlar - Niedergirmes statt, und zeigte wiederum wie das vorausgegangene und die früheren gleichen Veranstaltungen im alten Gau Hessen, daß im Kreis 8 das Frauenturnen so stark ist, daß man ihm mit Berechtigung einen vollen Tag der Betätigung einräumt und den Wettkampf der Turnerinnen nicht auf dem Kreisturnfest mit dem der Turner zusammen abhält. Die Turn- und Sportgemeinde 03 Wetzlar-Niedergirmes hatte die Veranstaltung in jeder Beziehung gut ausgerichtet, so daß ihr neben dem Wettkampfleiter, Kreisfrauenturnwart Schneider, Wetzlar, vor allem die glatte Durchführung des ganzen Turnens zu verdanken ist. Der Begrüßungsabend am Samstag, wie auch die Wettkämpfe und großen Schauvorführungen des Sonntags hatten einen Massenbesuch aufzuweisen. Da die Turnerinnen durchweg gute, teils auch hervorragende Leistungen zeigten und am Sonntag in 21 Riegen mit über 300 Wettkämpferinnen an- traten, war also glänzende Werbemöglichkeit geboten. Zu Beginn der Veranstaltung am Samstag begrüßte der Dietwart der Turn- und Sportgemeinde 03 Wetzlar-Niedergirmes, Lehrer Frei- t a g, die Gäste, darunter fast den gesamten Kreis- sührerring herzlichst, betonte, daß der Verein die Pflichten, die die Uebernahme der Veranstaltung gebracht habe, gerne getragen und stellte den Festabend unter den alten Turnerspruch: „Frisch, fromm, froh, frei". Der Kreisfachamtsleiter gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß die Vorführungsfolge durch die Teilnahme der Sängerschaft des Festortes in die schöne Gemeinschaft zwischen Turnern und Sängern gestellt worden sei. Wenn heute die Frauen in der Leibesübung geaenüber den Männern noch im Rückstände seien, so müsse alles getan werden, um diesen Rückstand aufzuholen. Die Vorführungsfolge des Abends stand bei den Darbietungen der Turnerinnen sowohl als auch der Sänger auf außerordentlicher hoher Leistungsstufe. Der Kreisfachamtsleiter Daupert schloß den Abend mit begeisterten Worten und einem „Sieg-Heil!" auf unseren Führer. Die Lieder der Nation beendeten den Festabend. Am Sonntag machte die Sonne ihre ersten Versuche, Siegerin über den starken Morgennebel zu werden, als sich schon die Turnerinnen zum Wettkampf auf dem Turnplatz einfanden. Nach kurzer Morgenfeier, die der Dietwart des Turnvereins Cefen Die neuesten Modelle zeigen wir Ihnen in unseren Schaufenstern 8, 9, 10 Kabeljau ohne Kopf...................500 g 28 im ganzen Fisch............500 g 26 Kabeljau-Filet.....5oo04O