186. Jahrgang IN Land. SfabfnM die er erkannt e merk- ßernunjt Neins Derkör. Wider« in Stell« Jahrhun- 1 asthmü' villig in irud) ab- Höfe wie ns. Ein damaligen Jen Grone Fron- aur bei , die ihn anlernten, ibetannte, nderts in irgendein , der fein > mit den lgikomifche ebermann, terfcheidet, ie ernsten iegel de; in die Gegenwart nicht mehr hineinpaßt. Diese Gegenwart erträgt aber bestimmt keine neuen Verträge, die nur alte bemänteln sollen, und keine Pakte, die eine gesunde Verständigung von Staat zu Staat unmöglich machen. 1. Die Anmeldepflicht beschränkt sich auf Personen, die noch wehrpflichtig sind, die also spätestens am 31. März 1937 das 45. Lebensjahr (in Ostpreußen das 55. Lebensjahr) vollenden. Innerhalb des wehrpflichtigen Alters sind anmeldepflichtig: 1. Die Offiziere und Beamten aller Gattungen des früheren Heeres, der Schutztruppe, der Kaiser- lichen Marine, der Reichswehr (des Reichsheeres und der Reichsmarine). Hierunter fallen demnach auch die Kriegsteilnehmer, soweit sie Offiziere und Beamte des Beurlaubtenstandes waren. 2. Alle seit dem 1. Januar 1921 aus der Wehr- macht oder der Landespolizei ausgeschiedenen Deckoffiziere, Unteroffiziere und Mannschaften, forme alle Männer, die durch eine von der Wehrmacht oder Landespolizei veranlaßte furdfriftige Ausbildung militärisch geschult sind, sofern sie einem älteren Geburtsjahrgang als 1913 (in Ostpreußen 1910) angehören. . „ Maßgebend für die Anmeldepflicht ist im yalle der Ziffer 2 nur die Tatsache, daß der Wehrpflichtige seit dem 1. Januar 1921 ausgeschieden oder militärisch geschult ist, gleichgültig, ob er Kriegs- Iteilnehrner rft oder nicht. Die Sanktionen konnten ebensowenig wie die oftafrikanische Expedition den Gang der italienischen Außenpolitik aufhalten, noch ihre Bewegungsfreiheit beschränken. Die einzigen konstruktiven Abmachungen von Bestand, die in der Sanktionszeit in Europa getroffen wurden, entstanden unter Mitwirkung Italiens und außerhalb des Kreises der Sanktionsmächte. Im übrigen hätten Italien auch in diesen Monaten der Verdunkelung des europäischen Horizonts die internationalen Freundschaften nicht gefehlt und Italien entbiete diesen bewährten Freunden in dieser Stunde seinen Gruß. Von den Ländern des anderen Lagers aber erwarte es, daß sie nunmehr die Richtung ihrer Politik klar zu erkennen geben. „Iribuna“ weift darauf hin, daß das Ende der Sanktionen mit dem Abschluß der deutschösterreichischen Verständigung zusammenfalle, deren glänzender Erfolg geradezu wie gerufen komme, um die vollkommene Ohnmacht des Völkerbundes und die auf- bauende Kraft anderer Methoden zu beweisen. Mik dem Sanktionsexperiment sei auch der M y t h o s d e r ü o l l e k t i v sicher- London, 14. Juli. (DRV.) Die Sanktionen gegen Italien verlieren am Mittwoch um Mitternacht ihre Wirksamke i t. Gleichzeitig laufen die gegenseitigen Bei- tandsversicherungen ab, die im vergangenen Dezember zwischen einer Reihe von Mittelmeermächten und England ausgetauscht wurden, und in denen sich die Länder gegenseitige Hilfe für den Fall versprachen, daß irgendeiner der Staaten von Italien wegen der Durchsührung der Sanktionen angegriffen werden sollte. ..Preß Association" weift darauf hin, daß die von Außenminister Eden am 18. Juni abgegebene Erklärung nach wie vor Gültigkeit habe. In dieser Erklärung bezeichnete Eden als Ansicht der britischen Regierung, daß auch bei Einstellung der Sanktionen die von England an gewisse Mittelmeermächte gegebenen Versicherungen nicht ungültig würden. Sie würden vielmehr für die Dauer der Unge- für die Zu fein, ’tunben« )ro$eS. des Obel- izrß wie- There!- durch die Ergebnis Paris, 15. Juli. (DNB. Funkfpruch.) Der französische Botschafter in London ist von seiner Regierung beauftragt worden, beim Foreign Office vorstellig zu werden, um auf der Abhaltung der Brüsseler Konferenz auch ohüe die Beteiligung Italiens zu b e st e h e n. Die Pariser Presse weift zwar darauf hin, daß man in London wenig Neigung zeige, unter den gegenwärtigen Umständen nach Brüssel zu gehen, hält es aber dennoch für ziemlich wahrscheinlich, daß die britische Regierung schließlich nachgeben werde, zumal Belgien den französischen Standpunkt teile, hinsichtlich des Ausgangs der Dreier-Besprechungen geben sich die Blätter allerdings keinen allzu großen Hoffnungen hin. Rom, 14. Juli. (DRV.) Das Ende desSank- tionskrieges begeht ganz Italien auf Anordnung Mussolinis wie seinerzeit den Beginn in vollem Flaggenschmuck. Die Presse verherrlicht aus diesem Anlaß die Volksgemeinschaft, die in Italien in den 241 Tagen der wirtschaftlichen Belagerung auf allen Gebieten die Probe bestanden habe. Mit der geistigen und wirtschaftlichen Kraft Italiens sei zugleich seine militärische Stärke gewachsen, während der Versuch der wirtschaftlichen und politischen Isolierung Italiens scheiterte. Der Freudentag Italiens bedeute, so führt „G i o r n a I e d ' I t a l i a" im einzelnen aus, nach den harten Sanktionsmonaten den Beginn eines neuen Lebens. Der Sieg, den Italien in Afrika statt in drei Jahren in wenigen Monaten errang, habe ihm das Imperium gebracht. Zugleich stehe es am Ende des Sanktionskrieges in Europa und in der Welt stärker, sicherer und entschlossener da. Im Bewußtsein seiner Mission habe Italien in den Sanktioj-smonaten nicht getan, was Europa und seiner Kultur unheilbaren Schaden gebracht hätte. Andererseits könne es auf feine seiner Rechte verzichten, begonnen mit der ihm gebührenden Achtung. Paris fordert die Konferenz in Brüssel Ein offizieller Schritt der französischen Regierung in London. Schluß mit den Sanktionen Englands Oie gegenseitigen Beistandsverpflichtungen außer Kraft. wißheit bestehen bleiben, die unvermeidlich der Beendigung der gemäß Art. 16 der Völker- bundssatzungen durchgeführten Aktion folgen müsse. Es handelt sich demnach um eine e i n s e i t i g e E r- klärung von englischer Seite. „Preß Association" betont, daß keine der drei in Frage kommenden Mittelmeermächte, nämlich die Türkei, Griechenland und Südslawien, ähnliche Verpflichtungen eingegangen sei. 35 englische Kriegsschiffe aus dem Mittelmeer zurück. London, 15. Juli. (DRB. Funkspr.) In Verfolg der Ankündigung der britischen Regierung, daß die Mittelmeerflotte aus den normalen Stand zurückgebracht werden soll, werden in den nächsten Tagen rund 3 5 britische Kriegsschiffe aus dem Mittelmeer nach Großbritannien zurückkehren. !lr. 165 (Elftes Blatt 186. Jahrgang Mittwoch, 15. Juli 1956 Eichen»' Famili-nblätter M Heimat im Bild - Die Scholle ■ ■ M M B B ■ H H Bj ■ M I I ■ M M für Anzeigen von 22 mm lllllc IbIl IIIl I ZI II wVCIbIIlL äämk sassh: H Xz IVIIVIIVI VI11IV ll|VI »s MdnÄS VJ V etmWflt« Wdl«: pon ein3 (Bemalt * Stellen-, Vereins-, gemein- ZE General-Anzeiger für Oberhessen Z^Z richten: Anzeiger Lietzen V 1 • behördlicheAnzeigenkRpf. SrannurtÄah 11686 druck und Verlag: vrühl'sche Universitäts-Such- und Steindrucke«! R.Lange in Siehe». Schriftieitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7 MengenabschiMStoffelü Italiens polilische Sanktions-Bilanz. Herrliche Bewährung der Volksgemeinschaft. — Llngeschminkte Wahrheiten über den Völkerbunds-Bankrott. Der RSLB. an den Führer. Dank durch letzten Einsatz im Dienst an der deutschen Jugend. Berchtesgaden, 14. Juli. (DRB.) Die Reichstagung des R S, - L e h r e r b u n d e s m Bayreuth hat an den Führer und Reichskanzler folgendes Telegramm gerichtet: „30 000 deutsche Erzieher und Erzieherinnen, die sich zur machtvollen Kundgebung im Rahmen Der Reichstagung des NSLB. in Bayreuth zusammengefunden haben, entbieten Ihnen, mein Führer, durch mich in Verehrungund Liebe treue Grüße. Diese Tausende beseelt nur der eine Wunsch, Ihnen, mein Führer, für Ihre Errettung Deutschlands vom bolschewistischen Chaos und sur Ihr geniales Aufbauwerk zu danken durch . Bei bet letzten Zell Sladtlvm chennnb x mürben, a es nun- n nach del hier vorgp imarW ;ben, in de" agende' inachge°" d°ß »h Im , fN*5 eberrab w Zanbe/l Stellbck «•,i6i^ rf LS London für Aufschub der Konferenz? Neue Richtlinien Englands? London. 15. Juli. (DRB. Funkspruch.) Das britische Kabinett tritt am Mittwoch zu seiner wöchentlichen Sitzung zusammen. Es wird sich voraussichtlich mit der durch das deutsch- österreichische Abkommen geschaffenen Lage und mit der Frage der Locarno-Konferenz befassen. Mit der gleichzeitigen Rückkehr Außenministers Eden von seinem achttägigen Urlaub werden wichtige Besprechungen über den künftigen Verlauf der britischen Politik einsehen. 3n zuständigen politischen Kreisen nimmt mehr und mehr die Ansicht zu, daß der französische Vorschlag, die Locarno-Konferenz auf Großbritannien. Frankreich und Belgien zu beschränken, von der britischen Regierung als zwecklos betrachtet wird, da man glaubt, daß Belgien ebenfalls dieser Ansicht ist. Angesichts dieser Lage rechnet man in der Morgenpresse mit einem Aufschub der Konferenz und mit der Wahrscheinlichkeit, daß Großbritannien neue Richtlinien vorschlagen werde. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Der diplomatische Mitarbeiter der „Time s" schreibt, als erster und unmittelbarer Abschnitt müsse eine eingehende Rücksprache mit den anöereen Regierungen einsetzen. Eine durchdachte Planung und sorgfältige Vorbereitung auf diplomatischem Wege sei unter den gegenwärtigen schwierigen Umständen notwendiger als je, wenn ein baldiger Fortschritt zu einer notwendigen Regelung einer der hauptsächlichsten europäischen Schwierigkeiten erzielt werden solle. Der diplomatische Mitarbeiter des „Daily Telegraph" schreibt, es seien keine Anzeichen dafür vorhanden, daß die britische Regierung die Hoffnung aufgeben wolle, daß es noch möglich sein werde, mit Deutschland die umfassendsten Pläne für eine allgemeine europäische Befriedung zu erörtern. Das Kabinett sei fest überzeugt, daß der Versuch gemacht werden müsse. Diese Gründe seien zum Teil dafür verantwortlich, daß die britische Abordnung in Montreux die französischen und rumänischen Vorschläge für eine Ausdehnung der langen Liste europäischer Defen- sivpakte etwas lauwarm behandelt habe. Verständigung mit Deutschland! Eine Rede des Erzbischofs von Canterbury. London, 14. Juli. (DRB.) Der Erzbischof von Canterbury behandelte in einer Rede in Canterbury u. a. auch die internationale Lage. r Sch" erlitt^ Ja Uns genügt es, dem Locarno-Wirrwarr die Handffeste Tatsache der deutsch-österreichischen SBerftänbigung entgegenzustellen, die tausend Mal mehr wiegt als alles Gerede der anderen von ürgendwelchen Sicherheitspakten. Wo man Sinn für «Realitäten hat und nicht mit rückwärts gesandtem Blick vorwärts zu schreiten versucht, wird j ja auch offen anerkannt, daß die deutsch-osterrei- ( ichische Verständigung ein wertvoller Beitrag für die $ ^Entspannung der Verhältnisse in Europa ist. Aber \ «Paris kommt nun einmal aus den alten G l e i- < e n seines Kollektivismus nicht heraus, dem es, ( mebenbei bemerkt, in der Praxis stets eine ganz , »andere Bedeutung zu geben versucht, als es Die ■ ^französische Propaganda tut. Frankreich glaubte : »Brüssel benutzen zu können, um die Engländer an ssich heranzuzjehen und womöglich auch die Europa 'ftets in Unruhe versetzenden Generalstabs- lbesprechungen neu anzukurbeln. Dem sind kdie Engländer ausgewichen, ohne sich dabei große Mühe geben zu müssen, nachdem Frankreich selbst »alles getan hatte, um die Brüsseler Konferenz zum »Scheitern zu bringen, ehe Zeitpunkt und Toges- mrbnung festgesetzt waren. Allerdings — und das Hott niemals vergessen werden — steht die französische Außenpolitik unter stärkstem Moskauer ID ru ck. Man mag in Paris sagen, was man will, iier Sowjetpakt ist und bleibt die Richtschnur des außenpolitischen Handelns ^Frankreichs, so lange er existiert. Darum Wollte Frankreich auch vorweg mit den Engländern nns militärische Geschäft kommen, um, menn notig, «etwas Neues in der Hand zu haben, falls beim Abschluß eines Westpaktes Sowjetrußland verärgert Den Rückzug antreten sollte. Aber Moskau ist nicht !so ungeschickt, den Franzosen absolut freies Spiel .zu gewähren. Es sorgt stets vor, daß man am Quai ld'Orsay nichts unternimmt, was nicht in den Ray- :men der sowjetrussischen Wünsche hinempaßt. Uns ist völlig gleichgültig, was an neuen Rezepten zur Sicherung des europäischen Friedens .ausgestellt werden sollte. Die Vorschläge von Mach- cken, die es bisher zu k e i n e r l e i p v s l 11 v e n !Friedensbeiträgen gebracht haben, Aleyen [heute nicht mehr, nachdem das nationalsozialistische iDeutschland erneut aller Welt vor Augen geführt lhat, wie man dem Frieden dienen kann und wie Deutschland von sich aus nichts unterläßt, um mit seinen Nachbarn zu ireund- ischaftlichen Verhältnis en zu gelangen. ^Überhaupt nehmen sich die lendenlahmen Locarno- Dersuche, so wie sie sich vor u.^ren Augen ab- fspielen, jener Außenpolitik gegenüber mehr als kümmerlich aus, die allen Anfeindungen zum Trotz »gerade d i e Früchte zu sammeln vermag, die man iihr immer wieder streitig macht. Der Brußeler Zwischenakt ist beendet, ehe sich überhaupt derVor- hana hob. Das war das Beste für alle Beteilig en, mindestens für diejenigen, die das Gute wollen Kiber darin durch französische 2 "er * ei Ibereien immer wieder gehindert werden. Die Zeiten haben sich eben geändert, mit Versailler und Machoersailler Methoden läßt sich lM heutlgen Eu- ropa nichts mehr beginnen. Wer am F ? d en Mitwirken will, der muß auf diplomatische Hinterhältigkeiten oerzlch- rten, muß sich vor allem von dem lossagen, was Kernpunkt aller Schwierigkeiten und Ursachen der in Europa herrschenden Unruhe sei das deutsch- französische Verhältnis. Für England gebe es im gegenwärtigen Augenblick keine andere Rolle als die eines Mittlers zwischen diesen beiden Großmächten. Er glaube, im Namen aller zu sprechen, wenn er erkläre, daß keine diplomatische Förmlichkeit den sofortigen Beginn von Verhandlungen Englands mit Deutschlands verhindern dürfe. Ziel solcher Verhandlungen müsse es sein, eine Verständigung zu erreichen, und später müsse England die französische Regierung bewegen, daran teilzunehmen. Sicherlich habe der Völkerbund, von dem so viel für den Frieden der Welt abhänge, nur geringe Erfolgsaussich- ten, solange nicht Deutschland zur Rückkehr bewogen werden könne. Auf alle Fälle dürfe man die Ideale des Völkerbundes nicht aufgeben. Alle etwaigen Aenderungen müßten auf die schließliche Stärkung und nicht auf die Schwächung des Völkerbundes ausgehen. Es sei jetzt nutzlos, sich in Bedauern über die Eroberung Abessiniens zu ergehen. Die Völkerbundssatzungen würden sich nicht als wirksam erweisen, solange nicht die Mitgliedsstaaten gewillt seien, sie dem Geiste und dem Buchstaben nach zu achten. Verlaßt Mexiko den Völkerbund? Mexiko, 15. Juli. (DNB.) Die Zeitung „Ulti- mas" überrascht ihre Leser mit einer Meldung, daß die mexikanische Regierung den Beschluß gefaßt habe, aus dem Völkerbund auszutreten. Das Blatt behauptet, diese Meldung aus zuverlässiger Quelle zu haben, und es geht sogar soweit, von dem Dorliegen dieses Entschlusses bei dem Genfer Vertreter der Regierung zu schreiben. Diese Nachricht wird bisher vom Auswärtigen Amt weder bestätigt, noch dementiert. Locarno-Wirrwarr. Rund um Locarno herrscht wieder einmal heil- ioses Durcheinander. Nachdem man in Genf aus- niebig getafelt und dabei den Beschluß gefaßt hatte, ;ine Locarno-Rumpfkonferenz nach Brüssel anzuberaumen, also ohne Deutschland zu agen, ist nun plötzlich alles wieder anders. Als Jastgeber wollte Belgien die Einladung an die Dkestlocarnomächte hinausgehen lassen, was natür- ich nur Dann einen Zweck gehabt hätte, wenn diese Regierungen auch eine zustimmende Antwort v o r- ier mit Sicherheit in Aussicht gestellt hätten. Doch »a ergaben sich über Nacht Schwierigkeiten, die aus lerschiedenen Richtungen tarnen. Zunächst war es Italien, das, wegen der Sanktionen nach wie vor verbittert, keine Lust zeigt, sich mit den Mächen an einen Tisch zu setzen, die es durch eine Wirtschaftsblockade wieder vom afrikanischen Festland vertreiben und ihm eine demütigende Niederlage bereiten wollten. Außerdem nahmen die Italiener noch Anstoß an den englischen Vereinbarungen mit einigen Staaten des östlichen Mittelmeers, tieren Aufhebung sie mit nicht erlahmender Hartnäckigkeit verlangten. Rom lehnte jedenfalls ab, nach Brüssel zu gehen, es gab auch noch zu verstehen, vaß es ohne Teilnahme Deutschlands nicht erscheinen werde. England, Frankreich und Belgien standen somit vor der Tatsache, unter ich zu bleiben. Das waren sie bereits in Genf, dort Satte man ja auch alles, was zum Locarno-Problem Zehörte, gehörig durchgekaut. An der Themse merkte man zeitig, aus welcher Richtung der Wind wehte London wollte infolgedessen retten, was noch zu retten war. Es schlug den Franzosen eine der Konferenz vorauszuschickende gemeinsame öffentliche Erklärung vor, die den Wunsch nach Abschluß eines Westpaktes und nach Eintritt Deutschlands in den Völkerbund zum Ausdruck Dringen sollte. Frankreich erklärte sich nach alter «Gepflogenheit „grundsätzlich" mit den hier zum Ausdruck gebrachten Gedanken einverstanden, um bann sofort anzufügen, daß eine derartige Erklärung nur a u f Der Konferenz fei b^t abgegeben werben könne. Die selbstverständlich ohne Deutschland zu beginnen habe. Damit hatte Paris die Brüsseler Konferenz praktisch t o r p e = viert. Belgien als einladende Macht tat ein übriges. Es erklärte seine Mission für erledigt, so daß die Restlocarno-Mächte nach einer Periode bezeichnenden Hin- und Herzerrens und des dazu gehörigen Durcheinanders wieder Dort stehen, wo sie ursprünglich stanDen. letzten Einsatz im Dienst an der deutschen Jugend. Es ist unser ernstes Bemühen, durch nationalsozialistische Haltung vor der Geschichte bestehen zu können. Es lebe unser deutsches Volk und sein Führer. Fritz W a ch t l e r. Der Führer hat hierauf mit folgender Drahtung geantwortet: „Für die mir telegraphisch übermittelten Grüße der zur Reichstagung in Bayreuth versammelten deutschen Lehrer und Lehrerinnen danke ich Ihnen herzlich. Ich erwidere sie in Da n k- barer Anerkennung Der von Den öeut- schen Erziehern und Erzieheri nn en bisher geleisteten Arbeit mit Den besten Wünschen für weiteren erfolgreichen Dienst an per Deutschen Jugend. Adolf Hitler. Oie Melbepfiicht der alten Goldaten. Berlin. 14.Juli. (DNB.) Auf Grund verschie- bener Anfragen über bie Anmelbep flicht militärisch ausgebildeter Wehrpfl i ch- tiger älterer Geburtsjahrg a n g e wird nochmals auf folgende Punkte hingewiesen: .. AW Ile -'M hell zusammengebrochen. Die Aufhebung der Sanktionen bedeute nicht einen einfachen technischen Mißerfolg, sondern die vol- ständige politische Kapitulation des Völkerbundes. Mit seiner Ohnmacht höre auch das praktische Funktionieren des Systems auf, das keinen anderen Zweck hatte, als die Erhaltung des status quo zugunsten einiger bevorrechtigter Groh- machte. Jetzt sei der lleberstaat auseinandergebrochen, mit dem der Lauf der Geschichte aufgehalten werden solle. »Das ttalienischeVolk hat wie eine Bauer siandgehalten." Mailand, 15. Juli. (DNB. Funkspruch.) Die norditalienische Presse steht am Mittwoch ganz unter dem Eindruck der Aushebung der Sanktionen. Schon rein äußerlich ist gegenüber den letzten Monaten ein Unterschied an den Zeitungen auffallend, denn es fehlt zum erstenmal seit 241 Tagen neben dem Datum oder über dem Zeitungskopf die Zahlenangabe der seit dem Beginn Des Wirtschaftskrieges verflossenen Tage. „Die Belagerer“, so schreibt der „popolo d'Jtalia“, „heben die Belagerung auf. Das italienische Volk hat wie eine uneinnehmbare Mauer standgehalten. Man hatte behauptet, daß Italien aus Mangel an Krediten und an Goldreserven die Waffen werde strecken müssen. Stattdessen hat Italien die finanzielle Schlacht ohne die Notwendigkeit von Auslandskrediten glänzend gewonnen. Abessinien stellt heute eine neue Goldreserve dar, die die Aufwendungen für die militärischen Operationen weitaus übertrifft. Vor (Ergreifung der Sanktionen war Italien eine Großmacht, jetzt aber ist es eine Jmperial- machl erster Ordnung im Herzen Europas und im Mittelpunkt des Mittelländischen Meeres.“ Die Turiner „S t a m p a" schreibt, der siegreiche Abschluß des Kampfes gegen die wirtschaftlichen Sanktionen sei ein Triumph, der sich mit dem militärischen Triumph in Afrika vereinige. »Deutsche Mitarbeit in Afrika lebenswichtig." Eine Erklärung des südafrikanischen Verteidigungsministers. London, 14. Juli. (DNB.) Der südafrikanische Verteidigungsminister Pirow, der soeben von seinen Besprechungen mit der englischen Regierung nach der Union zurückgekehrt ist, gab am Montagabend in Pretoria folgende Erklärung an die Presse ab: „Sehr einflußreiche Kreise in England sind sich darüber einig, daß es keine ständige Grundlage für eine friedliche Vereinbarung mit Deutschland geben kann, solange nicht die Deutschen eine angemessene Entschädigung für ihre Kolonien erhalten, womit eine g e- bietsmäßige Entschädigung gemeint ist, und zwar nicht irgendwo auf der Erdoberfläche, sondern in Afrika. Ich habe starke Unterstützung für die Ansicht gefunden, daß Deutschlands Mitarbeit in Afrika für die Aufrechterhaltung Der Zivilisation in diesem Erdteil lebenswichtig ist." lieber die englische Außenpolitik teilte Pirow u. a. mit, daß England absolute Sicherheit im Westen wünsche, also auf der Unversehrtheit Hollands, Belgiens und Frankreichs bestehen werde. An anderen Stellen Europas, und besonders im Osten, fei das englische Interesse geringer. Obwohl die englische Regierung notwendigerweise auf Dem allerbesten Fuß mit Frankreich stehen wolle, würbe ein Vorschlag, wegen Des erloschenen Versailler Vertrages oder des Locarno- Abkommens zum Kriege zu schreiten, wenig Unterstützung finden. Das allgemeine Gefühl in England, das zwar eine herzliche Zusammenarbeit mit Frankreich wünsche, sei keineswegs unfreundlich gegenüber Deutschland und würde sicherlich eine Regelung der Kolo- n i a l f r a g e auf einer für alle Parteien gerechten Grundlage begrüßen. Die Leitung der russischen Staatsbank abgesetzt. Moskau, 15. Juli. (DNB.) Der Rat der Volkskommissare und Der Hauptvollzugsausschuß Der Sowjetunion veröffentlichen ein Dekret, Durch das Die gesamte oberste Leitung Der Staatsbank der Sowjetunion abge- f e tz t wird. Der Vorsitzende Der Staatsbankverwaltung, Marjasin , und seine zwei Stellvertreter, A r - t u 5 und Fatjanow, werden ihrer Aemter entsetzt und an ihrer Stelle Kruglikow zum Leiter der Staatsbank und Beresin und Swanidse zu seinen Stellvertretern ernannt. Gleichzeitig tritt Marjasin vom Posten des stellverttetenden Finanzkommissars zurück und an seine Stelle tritt Der neue Staatsbankpräsident. Diese Aenderungen in Der Leitung Der Staatsbank stehen offenbar mit der geplanten Verschärfung der Finanzkontrolle und der Reorganisation des Fi n a n z k o m m i s- sariats in Zusammenhang, dessen Tätigkeit in Den letzten Wochen in Der Sowjetpresse scharf kritisiert und dem die unrichtige und unplanmäßige Verwendung der Staatsgelder durch verschiedene Finanzbehörden und Wirtschaftsverbände zum Vorwurf gemacht wurde. DerKampsumdieFlugzeugkanone Paris, 15. Juli. (DNB. Funkspruch.) Das „Echo de Paris" kündigt am Mittwoch an, daß Der rechtsgerichtete Abgeordnete Henry de Keril- lis feine Karnrneranftaye über die Auslieferung der französischen Flugzeugka- none 23 an Sowjetrußland wieder auf« greifen werde, um den Beweis zu führen, daß es sich nicht, wie der Luftfahrtminister gelegentlich der ersten Aussprache behauptet yabe, um eine Erfindung eines schweizerischen Ingenieurs handele, Der nach Gutdünken darüber Der« füget! könne. »Ein Schuß europäischerOptimismus ist notwendig" Rundfunkrede des österreichischen Bundeskomnnffars Adam über -ks Echo zum Berlin-Wiener Abkommen. Wien, 14. Juli. (DNB.) Bundeskommissär Oberst Adam gab im Rundfunk eine Uebersichi über das Echo, das das deutsch-österreichische Abkommen in Europa gefunden hat und knüpfte Daran einige Bemerkungen: Die positive Einstellung Der Pariser Presse hat seit gestern abend eine gewisse Abschwächung erfahren. Es macht sich die Besorgnis bemerkbar, daß das Uebereinfommen den Auftakt zur Bildung eines deutfch-italienisch-österreichisch- ungarischen Blocks bilden könnte. Zu solchen Kommentaren des Ereignisses vom 11. Juli möchte ich mir einige Bemerkungen erlauben. Die Spannung Wien-Berlin Dauerte mehr als zwei Jahre. In ganz Europa hatte man sich an diesen Zustand gewöhnt. Es ist daher nicht überraschend, daß sich an das lieber« einkommen da und dort sehr weitgehende Kombinationen knüpften, die auf Irrtümer beruhen. Es bedeutet gewiß einen Irrtum im Sachlichen, die Wiederherstellung gutnachbarlicher Beziehungen zwischen beiden Ländern als einen Schritt zu einer europäischen Blockbildung aufzufassen. Berufenste Personen haben in diesen Tagen wiederholt bekräftigt, daß die römischen Protokolle einen Tragpfeiler Der österreichischen Außenpolitik bilden. Diese Protokolle schließen keinen anderen Staat aus. Demgemäß hatte auch kein Partner Die Absicht, das Deutsche Reich von Der Ordnung der Dinge im Donauraum auszuschalten. Dieser Ordnung kann es nur nutzen, wenn die Beziehungen zwischen Oesterreich und Deutschland freundnachbarlich gestaltet werden, um fo mehr als es sich um zwei Staaten handelt, die nicht nur auf den lebhaftesten wirtschaftlichen und kulturellen Austauschverkehr angewiesen, sondern auch durch Stammesverwandtschaft und Sprache verbunden sind. Die Aufrechterhaltung eines unnatürlichen Spannungszustandes zwischen den zwei deutschen Staaten könnte Doch nie als Sicherung gegen eine Blockbildung aufgefaßt werden. Diese Sicherung kann nur durch internattonale Verhandlungen auf sehr breiter Basis gewonnen werden. Die Aussichten Derartiger Verhandlungen werden gewiß nicht verschlechtert, sondern erheblich verbessert, wenn ein tief beklagenswerter Streit ausgelöscht wird, dessen Wirkungen weit über die Grenzen Der unmittelbar Beteiligten fühlbar waren. In einigen ausländischen Blättern kommt auch Die Besorgnis zum Ausdruck, daß Oesterreich mit Dem Übereinkommen vom 11. Juli feine Unabhängigkeit erst recht gefährdet habe. Wenn solche Betrachtungen etwa aus einer Betrachtung des Größenverhältnisses zwischen Oesterreich und Deutschland stammen, so müßte man ganz allgemein zu dem Fehlschluß kommen, daß es ein aufrichtiges freundnachbarliches Verhältnis zwischen einem großen und einem kleinen Staat überhaupt nicht geben könne. Oesterreich hat nie eine antideutsche Politik betrieben und wird auch in aller Zukunft nie eine antideutsche Politik mitmachen. Das wäre wider Die Natur eines Staates, Der sich schon in seiner Verfassung ausdrücklich als ein deutscher Staat bekennt. Soweit die Besorgnisse einzelner ausländischer Zeitungen nicht auf unmittelbar politischen Erwägungen, sondern auf einem Gefühl des Mißtrauens beruhen, möchte ich auf ein Wort zurückkommen, das ich gestern von dieser Stelle aus gesprochen habe: „Mit rückwärts gewendetem Blick wird man das Schicksal der europäischen Völkergemeinschaft nicht ersprießlich gestalten können.“ Man muß über vieles, was in der Vergangenheit geschehen ist, Hinwegkommen, um vorwärts zu kommen. Das ist notwendig. Auch ein Schuß europäischer Optimismus ist notwendig, um zu einer Konsolidierung Europas zu gelangen, an der Oesterreich als kleiner Staat im Schnittpunkt so vieler Interessen im besonderen Maße interessiert ist. Wir wissen uns darin mit der Außenpolitik d e s Deutschen Reiches solidarisch. Die europäische Friedenspolitik ist von dem Begriff „Optimismus" nicht zu trennen. Ministerpräsident Hodza in Wien Prag, 14. Juli. (DNB.) Der tschechoslowakische Ministerpräsident Dr. Milan H o d z tr, Der seit Samstag voriger Woche auf Urlaub weilt, hat sich über Wien nach Der Schweiz begeben. Wie von tschechoslowakischer Seite verlautet, hatte fein kurzer Jnkognitoaufenthalt i n Wien privaten Charakter. Dr. Hodza hat am Dienstagvormittag Wien wieder verlassen. Von österreichischen amtlichen Stellen in Wien wird erklärt, daß sie von seiner Anwesenheit keinerlei Mitteilung erhalten hätten und keinerlei Fühlungnahme zwischen ihnen und Dr. Hodza erfolgt sei. Die Ansicht in Prag. Prag, 14. Juli. (DNB.) Die „Prager Presse" bringt unter Der Ueberschrift „Der tschechoslowakische Standpunkt" einen Leitartikel zu dem deutsch - österreichischen Abkommen, dessen Gedankengänge man zu mindestens als von maßgebender Seite der tschechoflowa- kischen Außenpolitik herrührend ansprechen Darf, wenn er nicht sogar unmittelbar von dieser Seite verfaßt ist. Der Verfasser erklärt zunächst, daß die tfchecha- flowakische Auhenpolittk in dem österreichisch- deutschen Streit für sich selbst immer ein paf- sivum gesehen habe. Die tschechoslowakische Außenpolitik habe sich nie über diesen Konflikt gefreut und habe nie etwas getan, was ihn hätte steigern können. Sie fei sich immer bewußt gewesen, daß irgendein Ausgleich kommen müsse. Die Festigung des selbständigen Oesterreichs habe sie immer ohne die Einwilligung und Mitarbeit des Deutschen Reiches für schwer erreichbar gehalten. Das gegenwärtige Abkommen zeitige neben einigen Rachteilen auch eine Reihe von Vorteilen für die Tschechoslowakei. Es sei nicht daran zu zweifeln, daß die gegenseitigen Versicherungen, wenn sie folgerichtig und auf die Dauer ein- gehalten würden, eine Zusammenarbeit des Deutschen Reiches mit den übrigen mitteleuropäischen Staaten ermöglichen werden. Die Tschechoslowakei habe unter einer mitteleuropäischen Zusammenarbeit immer eine solche auch mif dem Deut- schen Reich verstanden. Der Verfasser glaubt, daß durch das österrei. chisch-deutsche Abkommen Die VerhanDlungen über ein neues Locarno beträchtlich erleichtert werden könnten, und knüpfte hieran eine allgemeine Be- trachtung über die europäische Politik, wobei er bekannte Prager Auffassungen, aber auch Vorur. teile („nationalsozialistische Jrredenta in der Nachbarschaft Deutschlands"!) vertritt. Auch die Tschechoslowakei dettachte also, fährt er fort, das Abkommen sachlich, ruhig und positiv. Von vornherein wolle man nicht mißtrauen. Die Tsche» choslowakei habe immer mit etwas Derartigem gerechnet und sei Deshalb auch — wie Der Artikel« schreiber meint — gegenüber allen Alarmnachrich« ten Der letzten Zeit über einen Anschluß oder An« griff Des Deutschen Reiches auf Oesterreich, oder gegenüber Den Meldungen über Die Habsburger Restauration äußerst zurückhaltend geblieben. Jedenfalls werde die Tschechoslowakei alles, was in diesen Dingen auch in Zukunft geschehen werde, zwar mit Vorsicht, Umsicht und Aufmerksamkeit, aber auch mit innerer Ruhe aufnehmen. Zum Schluß wird noch gesagt, daß die Tschechoslo« wakei die österreichischen und mitteleuropäischen Angelegenheiten immer als gesamteuropäische be« trachtet habe und sie als solche gemeinsam mit Den übrigen Staaten unD in Zukunft lösen wolle. Strefa erledigt. Rom, 14. Juli. (DNB.) Die Bedeutung, die Italien Den neuen deutsch-ö st erreicht, schen Vereinbarungen beimißt, kommt nach wie vor in den Schlagzeilen zum AusDruck, Die die norditalienische Presse ihren weiteren Ausführungen zu dieser Frage voranstellt. Die Turiner „Stomp a" erklärt u. a., die alten, von Frankreich, der Kleinen Entente oder von beiden ge» wünschten Programme seien erledigt, ebenso wie die ganzen kollektivistischen und real« o n a I e n Sicherungsüberkonstruktionen, deren Heiligtum und Geheimnisse in Gens ihren Sitz hätten. Wieder einmal nehme Die Geschichte ohne oder gegen Gens ihren Lauf, und jene berühmte Strefafront sei begraben, von Der man so viel geredet habe, obwohl sie niemals bestanden habe. „P o p o l o d'Jtalia" schreibt, die Lösung des österreichischen Problems betrachte Italien als einen notwendigen Schritt auf Dem Wege Des Wiederaufbaues und Der Do« nauftaaten. Man könne mit gutem Glauben den europäischen Wert der Abmachungen vom 11. Juli nicht ableugnen. Das andere wichtige Ereignis fei die italienische Klarstellung hinsichtlich der Konferenz Der Locarnomächte. Die „Gazetta Del Popolo" betont, auch die Antwort Des italienischen Außenministers Ciano auf Die belgische Einladung sei ein Akt Des Friedens. Oer Kampf gegen den Kommunismus in Frankreich. Aus Paris wird uns geschrieben: Man brauchte kein Prophet zu sein, um bereits beim Regierungsantritt Der „Volksfront" baldige und heftige Auseinandersetzungen zwischen den einzelnen Parteien der unnatürlichen Koalition voraussehen zu können. Allerdings sind die nationalen, bürgerlichen Radikalsozialisten Herriots und Dala- diers von den internationalen, rnoskauhörigen und marxistischen Kommunisten durch eine weltanschauliche Kluft getrennt. Und die hauptsächliche Regierungspartei, die Sozialisten, neigt ihrer Wählerschaft und Zusammensetzung nach weit mehr zu Den Bundesgenossen auf Der Rechten, als zu dem auf der Linken. Bei Der Gründung Der Volksfront und Der Aufstellung des gemeinsamen Programms im vergangenen Januar Diente als einigendes Band der Kampf gegen Die angebliche faschistische Gefahr in Frankreich. Da diese Gefayr wayrscheinlich nur in Der Einbildung ängstlicher republikanischer Gemüter bestanden hat, ist es nicht verwunderlich, Daß das einigende Band sich schon jetzt als ziemlich mürbe erweist. Statt dessen treten Die nackten Parteiinteressen hervor und miteinander in Widerstreit. Die Radikalsozialisten haben in der Volksfront eine Stütze gesucht, der sie nach ihrem Versagen in dem Zeitabschnitt von 1932 bis 1936 dringend bedurften, ohne doch gewillt zu sein, sich in Den marxistischen Kurs ihrer Bundesgenossen hineinziehen zu lassen. Der sozialistischen Partei war es vor allem darum zu tun, mit Hilfe Der Kommunisten an Die Macht zu kommen. Diese Dagegen sahen in Leon Blum nur einen Kerenski, in Der gegenwärtigen Volksfrontregierung lediglich ein Uebergangsfabinett, in dessen Schatten das erstrebte Sowjet- Frankreich vorbereitet werden soll. Die dunklen Pläne der Moskauer Agenten sind natürlich nicht unbemerkt geblieben, wie sehr man sich auch immer noch in der französischen Oeffeni- lichkeit über die ungeheuren Gefahren des Bolschewismus Täuschungen hingeben mag. Bereits nach knapp einmonatiger Regierungstätigkeit der Volksfront hat das kommunistische Treiben im Lager der Verbünoeten selb st eine kräftige Reaktion hervorgerufen. Als erste Zeitung eröffnete Die radikalsoziale „R 6 publi - q u e", die von Dem Vizepräsidenten Der Partei, Emile Roche, geleitet roirt) und Dem früheren Ministerpräsidenten Caillaux nahesteht, einen regelrechten Feldzug gegen Den Kommunismus in Frankreich, dessen Schärfe nichts zu wünschen übrig ließ. Sodann setzte sich die Linksmehrheit Des Senates gegen Den kommunistischen Kurs zur Wehr und ertrotzte von Dem Innenminister Das Versprechen, daß er von jetzt ab Die weitere Besetzung von Arbeitsplätzen gewaltsam verhindern werde. SchließOoriots neue Partei. lich ist es auch innerhalb des Kabinetts zu stürmischen Austritten gekommen, in deren Verlaus u. a. Die von Den Kommunisten verlangte Zurückziehung Der französischen Teilnahme an den Berliner Olympischen Spielen an dem Widerstand Des Kriegsmi- msters Dalabier scheiterte. Doch Die Gegenwehr gegen Das kommunistische Treiben beginnt noch weitere Kreise zu ziehen. In diesen Tagen ist der Bürgermeister der Pariser Arbeiter-Vorstadt Saint-Denis, Jacques Doriot, mit einer neuen Partei an Die Oeffentlichkeit getreten. Deren Start recht vielversprechend verlief. Doriot ist als Zwanzigjähriger in Den Krieg gezogen und gehörte nach dem Friedensschluß ein Jahrzehnt lang zu den Führern der Kommun i st i s ch e n Partei in Frankreich, in welchen Eigenschaften er auch mehrfach in Moskau war und mit Stalin verhandelt hat. Als er mit eigenen Augen sah, daß in Der Sowjet-Union statt des versprochenen sozialistischen Staates eine D i k- tatur Der bolschewistischen Minderheit aufgerichtet wurde und sich darüber klar geworden war, Daß Der Kommunismus In Frankreich nur den eigensüchtigen Zwecken der Moskauer Machthaber dienen sollte, sagte er sich von der 3. Internationale los und wurde deren bestgehaßter Feind. In den vergangenen Jahren ist er nicht müde geworden, dem Kommunismus, den er aus eigener Erfahrung genau kennt, die Maske vom Gesicht zu reißen. Im Parlament, dem -er als Abgeordneter von Saint-Denis angehört, war er der erbittertste Gegner des Sowjetpaktes, den er als Moskauer Kriegsinstrument anprangerte. Er hat auch die dunklen Verbindungen der kommuni st ischen Funktionäre in Frankreich mit der Komintern in Moskau auf Grund seiner genauen Kenntnis der bolschewistischen Methoden impier wieder ans Tageslicht öffentlicher Erörterungen gezerrt und damit die Todfeindschaft der Kommunistischen Partei auf sich gezogen. Aber Jacques Doriot lieh sich nicht einschüchtern. Von Hause aus Metallarbeiter, äußerlich ein Hüne von Gestalt, vertraut er auf Die Gefolgschaft seiner Arbeiter von Daint-Denis. Von Saint-Denis aus hat er jetzt auch Die „Fran» zösische Volkspartei" ins Leden gerufen. In ihr will er Die werktätige Bevölkerung auf nationaler Grundlage sammeln, D. h. unter entschiedener Ablehnung aller Internationaler Tendenzen Moskauer oder Amsterdamer Prägung. In der Gründungsversammlung in dem Stadttheater von Saint-Denis rief er feinen Leuten zu, daß er Den Kampf auf der einen Seite gegen Die kapitalistischen Mächte in Frankreich, auf der anderen gegen die kommunistische Partei, die Filiale Moskaus, führen werde. Die Absicht der Sowjetmachthaber sei es, Frankreich in kriegerische Verwicklungen mit dem deutschen Nachbarn hineinzu- st o ß e n, um selbst freie Hand in Asien zu haben. Diese Gefahr gelte es in letzter Stunde zu verhüten. Er gab dann noch bekannt, daß sich bereits in der ersten Woche über 15 000 Mitglieder zur Partei gemeldet hätten, und daß die eigene Wochenzeitung mit der zweiten Nummer eine Auflage von 250 000 Exemplaren erreiche. Daß in den breiten Schichten des französischen Volkes eine starke antikommuni st Ische B e« w e g u n g im Gange ist, läßt sich nicht bestreiten. Ob sie allerdings anhalten und sich durchsetzen wird, muß vorläufig abgewartet werden. Oer Terror in Spanien. Madrid, 14. Juli. (DNB.) Auf dem Madrider Friedhof Almudena, auf Dem Die Mörder Calvo Sotelos ' Den Leichnam nach der Tat niedergelegt hatten, fanD am Dienstagnachmittag Die Beerdigung Des monarchistischen Abgeordneten statt. 30 000 Menschen gaben Dem Ermordeten die letzte Ehre. Eine Abordnung des spanischen Landtages, die in mehreren Autos erschienen war, mußte auf die Drohungen Der Menschenmenge, Die Die Behördenvertreter als Abgeordnete Der Mörder Calvo Sotelos' bezeichnete, mieber umkehren. WährenD der Begräbnisfeierlichkeiten erhob Die fast unübersehbare Trauergemeinde wiederholt Die Hand zum Faschistengruß und bracht Hoch' rufe auf Spanien und den Faschismus und Nieder-Rufe auf das Parlament aus. Der Leichnam war mit Den monarchistischen Flaggen geschmückt. Unter Dem Trauergefolge befanden sich auch der Führer Der Katholischen Volksaktien Gil R o b le s, der monarchistische Abgeordnete Goicoechea und zahlreiche andere Abgeordnete der Rechtsparteien und der Mitte. Am Vormittab wurde Der am Sonntagabend erschossene Polizeioffizier beigeketzt, dessen Leichnam in eine rote Fahne gehüllt war, und dessen Trauergefolge sich in Der Hauptsache aus Kommuni st en zusammensetzte. Spanisches Parlament auf unbestimmte Zeit geschlossen. Madrid, 14, Juli. (DNB.) Der spanisch' Staatspräsident hat ein Dekret unterzeichnet, durch das das spanische Parlament bis aus unbestimmte Zeit geschlossen wird. Der französische Nationalfeiertag. Ansprachen der Volksfrontführer.-Die übliche Truppenschau.-Klaggenkrieg. Paris, 14. Juli. (DNB.) Der 14. Juli, der Nationalfeiertag des französischen Volkes hat selten auch äußerlich dem Stadtbild von Paris seinen Stempel so aufgedrückt, wie diesmal. Waren in den früheren Jahren meist nur die amtlichen Gebäude, sowie die Banken und großen Kaufhäuser mit Flaggen geschmückt, so hat in diesem Jahr die Pariser Bevölkerung ihre Fenster und Balkone mit blauweißroten Fahnen reich geflaggt. An diesem Tage der nationalen Besinnung und Einigkeit kommt aber auch der seit mehreren Wochen herrschende Flaggenkrieg zum Ausdruck. Die nationalgesinnten Franzosen sind durch die Auflösung ihrer Bünde aufgemuntert worden und haben, den Aufrufen ihrer Führer Folge leistend, große und kleine Trikoloren ausgehängt. Anderseits haben die Anhänger der Volksfront, ebenfalls Beflaggungsaufrufen ihrer Parteien folgend, auch ihrerseits Fahnen ausgesteckt, wobei aber eine merkwürdige Verbindung mit den Symbolen des Kommunismus zum Ausdruck kommt. Man bemerkt entweder neben der Trikolore meist viel größere rote Fahnen mit den drei Pfeilen der Volksfront oder mit Hammer und Sichel, oder man sieht Nationalflaggen, die durch Aufheften dieser marxistischen Symbole ge- die große revolutionäre Tradition, unter deren Zeichen der 14. Juli stehe, und zu der sich die Regierung bekenne. Knegsminister Daladier sprach im Namen der Radikalsozialistischen Partei, die stolz auf das Zustandekommen des Bünonisses des dritten Standes mit den Proletariern sei, und bekannte sich zur Volksfront, die an die Jugend denke und die wirtschaftliche und soziale Erneuerung wolle. Keine Reform würde die Radikalsozialistische Partei beunruhigen. Die Radikalsozialistische Partei sei entschlossen, ihre Tätigkeit auf dem beschrittenen Wege fortzusetzen und eine große Volkspartei zu bleioen. Oie Frontkämpfer Für den Nachmittag hatte der Nationale Frontkämpferverband alle vaterländisch gesinnten Franzosen aufgefordert, sich zum Triumphbogen zu begeben, um dem unbekannten Soldaten eine Ehrung zu erweisen. In dem Aufruf wird darauf hingewiesen, daß man sich einzeln, ohne Abzeichen und ohne Rufe an das Grabmal be- aeben und sich nicht durch Provokationen zu Unbesonnenheiten yinreihen lassen solle. Jeder möge eine Blume mitbringen, um sie auf das Grab des un- bekannten Soldaten zu legen. Durch diese fromme Geste soll die Liebe zu Frankreich bewiesen werden. Es handele sich nicht um eine Kundgebung, sondern um den Akt einer persönlichen Frömmigkeit. Reibereien. In Paris mußte die Polizei zweimal am Grabmal des Unbekannten Soldaten einschreiten. Volksfrontangehörige, die von den Festzügen heimkehrten, grüßten während der Flammenzeremonie mit erhobener geballter Faust, was bei den übrigen Anwesenden lebhafte Proteste aus« löste. Dabei kam es zu einer kurzen Schlägerei, die von der Polizei jedoch schnell beendet werden konnte. In Bar-le-Duc weigerten sich insbesondere die Radikalsozialisten, am Festzug der Volksfront teilzunehmen, weil neben der Trikolore mehrere rote Fahnen im Zuge mitgeführt wurden. Die Kriegsteilnehmer schlossen sich dieser Weigerung an und sperrten den Sozialisten und K o m m u n i st e n den Weg. Die Polizei, die sich zwischen beide Gruppen gestellt hatte, konnte ernstere Zwischenfälle verhüten. Beide Gruppen standen sich jedoch über drei Stunden Front an Front gegenüber. Nach langen Verhandlungen gelang es schließlich dem Präfekten, beide Züge nach verschiedenen Richtungen abmarschieren zu lassen. ändert sind. Den Mittelpunkt der amtlichen Feiern des 14. Juli bildete die herkömmliche Truppenparade am Vormittag auf den Cyamps-Elys6es, die schon seit den Morgenstunden von einer dichten Menschenmenge umsäumt waren. Für die offiziellen Gäste war eine Tribüne in der Nähe des großen Palais aufgebaut, auf der sich neben dem Präsidenten der Republik, Lebrun, u. a. die Präsidenten von Kammer und Senat, Ministerpräsident Leon Blum, Kriegsminister Daladier, der Kriegsmarine- und Luftfahrtminister und die übrigen Mitglieder der Regierung, die hohe Generalität, sowie das Diplomatische Korps eingefunden hatten. Nachdem die üblichen Ordensverleihungen vollzogen waren, begann die große Truppenschau. Unter den Rufen der Menge „Vive la France!“ und Hochrufen auf die Armee, auf L6on Blum und H e r r i o t, marschierten die Truppen an der Tribüne der Ehrengäste vorbei. Während des Vorbeimarsches überflogen mehr als 200 Flugzeuge die Champs-Elysöes in Kampfformation. In den frühen Nachmittagsstunden bewegten sich zwei Umzüge der Volksfront nach dem Bastille-Platz und dem Platz der Nation, wo sie aneinander vorbeiziehen sollten. In den Zügen wurden Plakattafeln mitgeführt, die u. a. Anschriften tragen wie: „Freiheit oder Tod", „Die Opfer der Nation fordern Frieden und Freiheit", „Man glaubt fürs Vaterland zu sterben und man stirbt in Wirklichkeit für die Industriellen." Gesungen wurde nicht nur die Marseillaise, sondern auch die Internationale und der alte Kampfgefang aus der Jakobinerzeit, die Carmagnole. Reserveoffiziere in Uniform erwiderten den Volksfrontgruh mit erhobener geballter Faust. Auf dem Bastille-Platz war eine Tribüne für die Mitglieder der Regierung aufgebaut. Charakteristisch ist, daß unter den großen Bildern, mit denen sie geschmückt war, Marat und Robespierre figurierten. Weiter sah man Victor Hugo, Barbusse, Rouget, de L'Jsle, Voltaire, Diderot und Rousseau. Während des Vorbeimarsches der Massen hielten die Führer der Volksfront Ansprachen, die auf den Rundfunk übertragen wurden. Ministerpräsident Blum erinnerte an den Schwur, den die Volksfrontbewe- aung vor einem Jahre abgelegt und den sie binnen Jahresfrist gehalten und eingelöst habe. Alle Parteien der Volksfront seien am gemeinsamen Werk beteiligt. Nach einem Hinweis auf die erreichten Leistungen rief Leon Blum die Volksfrontanhänger zu weiterer Einigung auf. Die Volksfrontregierung bleibe ihren Anhängern treu. Als Gegenleistung verlange sie Vertrauen und Freiheit für die Leitung der Bewegung und Regelung des Tempos des Fortschrittes. Das Volk müsse sich klar der Gefahr bewußt sein, die Ungeduld und Ueberstür- zung mit sich brächten. Man müsse die Notwendigkeit begreifen, sozial so verschiedenartige Elemente wie Arbeiter, Bauern, Kaufleute, kleine Grundbesitzer und kleine Sparer, die die Volksfront zusammengeführt habe, in derselben Weise und in demselben Tempo zusammenzuhalten. In diesem Sinne enthielten die Formen, die den Arbeiter- forderungen gegeben worden seien, ernste Gefahren, und die Pflicht der Regierung sei, auf sie hinzuweisen, andernfalls würde man die Arbeit der Regierung unmöglich machen und der besiegten Reaktion, die auf die Gelegenheit zur Rache warte, den Weg ebnen. Blum schloß mit einem Hinweis auf Englands Flosten-Aufrüstung. Starke Auswirkungen auf die Schiffbauindustrie. London, 15. Juli. (DNB. Funkspruch.) Der Flottenkorrespondent des „Daily Telegraph" be- chäftigt sich mit den Auswirkungen der briti - ch e n Flottenaufrüstung auf die Schiffahrt und auf die verwandten Jndu- trien. Der Beschäftigungsgrad dieser Industrien ei infolge der großen Schiffsaufträge gegenüber dem Vorjahr um 50 v. H. gestiegen, bis zum Jahresende würden in sämtlichen Dockanlagen Großbritanniens Kriegsschiffe aller Gattungen vom Kanonenboot bis zum 33 000-Tonnen-Großkampffchiff gebaut werden. Das Flottenbauprogramm von 1935/36 umfaßt zwei Grohkampfschiffe, 10 Kreuzer, 11 21- Voote, 34 Zerstörer und 12 Kanonenboote mit einer Gesamktonnage von annähernd 250 000 Tonnen. 3m britischen Rüstungszentrum Sheffield sind Aufträge auf 300 Geschütze und 30 000 Tonnen Panzerplatten für die neuen Kriegsschiffe untergebracht worden. Eine weitere Belebung der britischen Schiffbauindustrie wird der geplante Bau des 83 000 Tonnen - Schwesternschiffes der „Queen Mary" bringen, während die Cunard-White-Star- Line beabsichtigt, in den nächsten Jahren 8 Luxusdampfer von 14 000 bis 30 000 Tonnen in Auftrag zu geben. Wie der Flottenkorrespondent der „Morning Post" meldet, hat die britische Regierung den Regierungen Japans und der Vereinigten Staaten amtlich mitgeteilt, daß sie die Gleit- k l a u s e l des Londoner Flottenvertrages von 1930 anzuwenden beabsichtige. Bekanntlich liegt dem britischen Schritt der Beschluß zugrunde, 40 000 Tonnen überschüssiger Zerstörer über das Jahresende hinaus beizubehalten. Der Kuhhandel in Montreux. Beitritt der Türkei zum französisch-russischen Regionalpatt? Montreux, 15. Juli. (DNB.) Zwischen den Delegierten auf der Meerengenkonferenz ist im Laufe des Nachmittags eine vorläufige Einigung über die Formel für die Durchfahrt in Kriegszeiten zustandegekommen. Diese Formel siehl, wie verlautet, die Durchfahrt auf Grund von Beschlüssen des Völkerbundes oder in Erfüllung von Abkommen, an denen die Türkei beteiligt ist, vor. Die englischen Vertreter haben das Agreement ihrer Regierung telegraphisch zur Genehmigung übermittelt. Eine Antwort der englischen Regierung ist für Dienstag 23 Uhr angekündigt worden. Desgleichen haben sich die rumänischen Vertreter mit dem noch in Bukarest weilenden Außenminister in Verbindung gesetzt, dessen Antwort ebenfalls im Laufe des Abends erwartet wird. Litwinow und der türkische Außenminister haben dagegen schon in ihren Besprechungen, die sie nachmittags mit Paul- Boncour hatten, ihre Zustimmung ausgesprochen. Die Klausel über die „Abkommen, an denen die Türkei beteiligt ist", wird dahin ausgelegt, daß die Türkei dem französisch-russischen Regionalpakt beitreten werde. Eine türkische Stellungnahme hierzu ist im Augenblick nicht zu erlangen. In den Verhandlungen der Meerengenkonferenz sind am Dienstagabend neue Schwierigkei- t e n eingetreten. In einer Sitzung der Hauptdelegierten, die von 23 Uhr bis gegen 1 Uhr nachts dauerte, ist es nicht gelungen, den englischen und den sowjet- russischen Standpunkt hinsichtlich der Regelung, die für Kriegszeiten im Falle der Neutralität der Türkei getroffen werden soll, in Einklang zu bringen. Die Meinungsverschiedenheiten beziehen sich auf den bereits in dem englischen Entwurf enthaltenen Vorbehalt, daß auch in dem erwähnten Falle die Rechte, die ein Staat als Kriegführender besitzt, nicht beeinträchtigt werden sollen. In französischen Kreisen ist man weiterhin optirnistisch und entschlossen, die Vermittlungstätigkeit, die Paul-Boncour schon am Dienstag in seinen Besprechungen mit den Vertretern der Türkei, Rumäniens, Sowjetruhlands und Englands ausgeübt hat, fortzusetzen. Die Konferenz wird am Mittwoch wieder eine Vollsitzung abhalten, sich aber zunächst nur untergeordneten Fragen widmen können. Schulschiff „Deutschland^ in Danzig. Der Kommandant des zum Besuch in Danzig eingetroffenen Schulschiffes „Deutsch land", Kapitän zur See v. Z a t o r s k i, stattete dem Senatspräsidenten Greiser einen Besuch ab. Später weilte der Danziger Gauleiter Forster längere Zeit an Bord. Der Danziger Senat veranstaltete im Artus-Hof einen Empfang, zu dem die ge- samte Besatzung des Schulschiffes eingeladen war. Die Kadetten wurden bei ihrem Anmarsch von der Danziger Bevölkerung begeistert begrüßt. Kunst und Wissenschaft. Furtwängler bei der Vorbereitung der Bayreuther Festspiele. Wilhelm Furtwängler ist seit mehreren Wochen mit der musikalischen Vorbereitung der Bayreuther Fe st spiele beschäftigt. Nach diesen wird er einen längeren Urlaub antreten, der ihn im Winter von jeglicher Betätigung als Dirigent in Deutschland und im Auslande fernhält. Feierliche Totenehrung der Verdunkämpfer bei Douaumont. - M-,.. > i ■v* .... MM Auf den Schlachtfeldern von Verdun, wo eine Million Gefallene ruhen, fand ein Frontkämpfertreffen aller Nationen statt, die an der Derdunschlacht teilgenommen haben. Der Höhepunkt war die nächtliche Gedenkstunde vor dem Beinhaus in Douaumont. Man sieht rechts die deutschen Teilnehmer neben der Fahne in der Minute des Schweigens. — Links: Die feierliche Kranzniederlegung für die Gefallenen vor dem Ehrenmal in Verdun. — (Scherl-Bild erdienft-M.) Aus alter Wett. Oie KdF.-Stadt der Olympia-Gäste. Nirgendwo in der Welt hat das Zauberwort „Olympische Spiele" einen so starken Widerhall gefunden wie in Deutschland. Daraus ist die Pflicht entstanden, so vielen Volksgenossen wie nur möglich das Erlebnis der Spiele, zu vermitteln. In unmittelbarer Nähe des Reichssportfeldes ist deshalb in unermüdlicher Arbeit eine Stadt aus dem Boden gestampft worden, die in zwei Wochen ihre Weihe erhalten soll. Südlich des Bahnhofs Heerstraße sind fünf große Hallen gebaut worden, die während der Spiele den KdF.-Fahre r n aus dem ganzen Reich Unterkunft bieten werden. Da täglich von der Reichsbahn bis zu 70 000 Menschen hierher befördert werden, ist ein e i g e ner Bahnhof angelegt worden. Die Hallen sind als Aufenthaltsräume gebaut. Mittelpunkt der „Stadt" ist die „Berliner Halle". Dor den rund 6000 Gästen, die hier Platz finden, wird sich vom Nachmittag bis in die Nacht ein großartiges Kabarettprogramm abrollen, in dem unsere besten Künstler für Erheiterung und Entspannung sorgen. Von den Wänden grüßen, von Künstlern gemalt, Bilder aus der Arbeit der NS.- Gemeinschaft. Vor der „Berliner Halle" ragt der 50 Meter hohe Fahnenturm empor. Die Besucher, die aus allen Gauen hierher kommen, werden für den Tag ihres Aufenthalts in Gruppen eingeteilt. Der Führer leitet sie zu den Sportplätzen, für die sie ihre Karten bekommen und übernimmt die Führung durch die A u s ft e l l u n g „Deutschland", die von allen besucht werden wird. Daneben erhält jeder einen Plan Berlins und des Reichssportfeldes, damit er sich auch bei feinen Spaziergängen allein zurechtfinden kann. Ein eigenes Postamt mit dem Stempel „XI. Olympiade KdF.-Stadt Berlin" ist am Eingang zu dem Festgelände eingerichtet worden. Lautsprecher können für das ganze Gelände llebertragungen vermitteln, und ein „Bürgermeister" leitet die Geschicke der Stadt, deren Bewohner jeden Tag wechseln, und die ein neues Band der Kameradschaft und des Verstehens zwischen deutschen Menschen aus Nord und Süd, Ost und West schlingen wird. Das musikalische Programm der Wehrmacht zu den Olympischen Spielen. Zum Einzug der Gäste zu den Olympischen Spielen beginnt mit dem 15.Juli auch bereits das große musikalische Programm der Wehrmacht, das am 13. August mit einem Großkonzert mit 1600 Musikern und Spielleuten aller Wehrmachtteile unter der musikalischen Leitung des Heeres - Musikinspizienten, Professor Schmidt, seine Krönung findet. Für die Zeit vom 15. bis 31. Juli ist vorgesehen, daß die Wache täglich mit Musik aufzieht. Ferner sind für die Zeit vom 15. bis 31. Juli täglich je zwei Platzkonzerte vorgesehen, die nach und nach in allen Stadtteilen Berlins zur Durchführung kommen, und an denen sich alle Wehrmachtsteile, Heer, Marins und Luftwaffe, beteiligen. Schließlich sind noch durchschnittlich mindestens zwei Konzerte wöchentlich in den von der Wehrmacht hergerichteten Lagern von den Musikkorps der in und um Berlin liegenden Truppenteile vorgesehen. Das Berliner Baugrubenunglück vor Gericht. Interessante Aussagen machte im Berliner Bauunglücksprozeß der Geheime Oberbaurat und Reichsbahndirektor Schaper, der die Aufräumungsarbeiten nach dem Einsturz geleitet hatte. Als er dem Führer nach dessen Eintreffen auf der Unglücksstelle Bericht erstatten mußte, hat er, über die Ursachen der Katastrophe befragt, sich dahin geäußert, daß offenbar z u tief ausgeschachtet worden fei, und daß wohl auch handwerkliche Mängel als Mitursachen der Katastrophe in Frage kämen. Die Bergungsarbeiten lieferten den Beweis, daß mehrere der Katastrophenopfer auf der endgültigen Tunnelsohle lagen, während nach den gegebenen Anordnungen über der endgültigen Tunnelsohle noch ein Bankett von 1,5 bis 2 Meter fjabc stehen bleiben sollen, damit die Rammträger- sühe gesichert waren. Der Landmesser mußte eine genaue Nachprüfung der Tiefenlage vornehmen, und das Ergebnis feiner Vermessungen bestätigte vollauf die Annahme, daß tatsächlich unzulässig tief ausgeschachtet worden war. Der Zeuge gab weiter eine Aeußerung des Angeklagten Hoffmann wieder, wonach diesen beim Hineingehen in die Baugrube ein Grauen über das labile Aussteifungssystem erfaßt habe. Der Zeuge will Hoffmann darauf erklärt haben, bei einer solchen Empfindung wäre es feine Pflicht gewesen, den zuständigen Abteilungsleiter Direktor G r a b s k i davon in Kenntnis zu setzen. „Grabski hätte mich ausgelacht", soll Hoffmann darauf erwidert haben. — Hoffmann selbst legt diese Aeußerung ganz anders aus. Er hat nach feiner Darstellung damit nur zum Ausdruck bringen wollen, daß die Aussteifung einer Tiefbaugrube nicht so präzise sei wie das System der Verstrebungen einer Brückenkonstruktion. Während der Angeklagte Schmitt die au tiefe Ausschachtung als wahrscheinliche Hauptursache des Einsturzes bezeichnete, sei sich Weyher über die Ursachen im unklaren gewesen. Luftschiff „Hindenburg" von Lakehurst gestartet. Das Luftschiff „Hindenburg" ist am heutigen Mittwoch um 5 Uhr MEZ. mit 57 Fahrgästen und 175 Kilo Post von Lakehurst zur Rückfahrt gestartet. Die Wetterwarte meldet Sturmböen und Tiefdruckgebiete in der Flugrichtung. Vollstreckung eines Todesurteils. In Halle (Saale) ist der 1897 geborene Walter Gelbke hingerichtet worden. Gelbke, der durch Urtell des Sondergerichts in Halle vom 15. Mai 1936 zum Tode verurteilt worden war, hat am 3. Mai 1936 in Leopoldshall einen Polizeibeamten, der ihn wegen eines Diebstahls zur Wache bringen wollte, mit einer Pistole bedroht und den SA.-Rot- tenführer Ehrend er g, der in Ausübung seines Dienstes dem Polizeibeamten auf dessen Bitte zu Hilfe gekommen war, durch einen Bauchschuß getötet. Verheerende Feuersbrunst in einer bulgarischen Stadt. In der bulgarischen Stadt Bansko brach in der Nähe einer Fabrik ein Brand aus, der mit rasender Geschwindigkeit auf zahlreiche andere Gebäude Übergriff. Obwohl die Feuerwehren sämtlicher Nachbarorte zur Bekämpfung des Brandes herbeieilten, fielen dem verheerenden Element dennoch insgesamt 137 Häuser zum Opfer. Bisher wurden 6 Tote aus den Trümmern geborgen, darunter drei Kinder und zwei Frauen. Da noch einige Kinder vermißt werden, nimmt man an, daß sich die Zahl der Todesopfer noch erhöhen wird, lieber 700 Personen sind obdachlos. Auf An» Hauptschristleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertr. Hauptschriftleiter: Ernst Blumschein. Der- antwortlich für Politik und für die Bilder i. B.: Ernst Blumschein; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. VI. 36: 9400. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts- Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. ordnung der Regierung wurde ein Hilfszug nach Bansko entsandt, um für die Obdachlosen Unterkunft zu schaffen. Für die Beraunasarbeiten sind sieben Feuerwehrzüge sowie 1300 Arbeitssoldaten eingesetzt worden. Der Sachschaden wird auf 15 Millionen Lewa geschätzt. Gefährliche Tat eines betrunkenen Matrosen. Dieser Tage drang ein betrunkener englischer Matrose in das Bakteriologische Laboratorium der Hafenverwaltung von Alexandrien ein und zerstörte alles, was ihm in die Hände fiel. Wie sich nunmehr herausstellte, zerschlug der Betrunkene auch einige Glasbeh^ilter^, die Kulturen von Cholerabazillen enthielten. Die verhängnisvolle Tat des Matrosen hat die Behörden zu umfangreichen Vorbeugungsmaßnahmen v-canlaßt. 3 0 0 Personen, die mit dem Matrosen in Berührung gekommen waren, erhielten sofort eine Schutzimpfung gegen Cholera, darunter die Beamten des Laboratoriums, britische Polizeibeamte, sowie ein Teil der Besatzung des Kreuzers „London". Ein Beamter des Gesundheitsministeriums erklärte zwar, daß es sich um Cholerakulturen gehandelt habe, deren Bazillen in freier Luft eingehen. Trotzdem hat man sich aber veranlaßt gesehen, alle nur denkbaren Vorsichtsmaßregeln zu treffen. Falls bis Donnerstag keine Choleraerkrankung eintritt, wird der Fall als erledigt angesehen IV. Die politischen Gefahren der Wirtschaftslage.*) Asuncion, Mitte Juni 1936. Es gibt Leute, die dem neuen Regime in Paraguay ein rasches Ende prophezeien. Der Wunsch mag hierbei der Vater des Gedankens fein. Andere find vorsichtiger; sie orakeln, daß spätestens im kommenden August die große Auseinandersetzung kommen müsse zwischen den verschiedenen Kräften, die um die Herrschaft ringen. Es ist natürlich schwer, in einem Lande wie Paraguay, in dem Parteihader und Revolutionen seit Jahrzehnten niemals so recht abrissen — was in andern südamerikanischen Staaten übrigens kaum anders ist und was man auch durchaus nicht überschätzen darf —, die Lebensdauer einer Revolutionsregieruna vorauszusagen; hatten doch einflußreiche Angehörige der vor der Revolution vom 17. Februar allein regierendem Liberalen Partei, also der Partei, die heute als die Reaktion bezeichnet werden muß, bereits am 28. Mai in aller Stille versucht, die Macht durch einen Staatsstreich wieder an sich zu reihen. Es wäre ihnen um ein Haar geglückt, in letzter Minute erhielt die Regierung Kenntnis von dem geplanten Putsch und ließ die Verschwörer dingfest machen. Die Bevölkerung hatte von den Vorgängen kaum etwas bemerkt. Als die Kunde davon aber durchsickerte, schwirrten die unglaublichsten Tatarennachrichten umher und halfen, Unsicherheit und Nervosität zu erhöhen. Mißtrauen zog in das öffentliche Leben ein. Keiner traute dem anderen, und es macht heute kaum jemand einen Hehl aus seiner Unzufriedenheit. Selbst in den militärischen Kreisen, die bisher der Regierung treu ergeben waren, sind Strömungen zu bemerken, die darauf schließen lassen, daß auch in diesem Lager die allgemeine Unzufriedenheit Fuß gefaßt hat. Der eigentliche Führer der Revolution vom 17. Februar, Oberst Smith, der Wegbereiter Francos, der an Stelle von General Estigarribia Oberstkommandierender der Armee geworden war, wurde seines Postens enthoben; er wollte, das ist offenes Geheimnis, eine Militärdiktatur durchdrücken, um dem ewigen politischen Kuhhandel ein Ende zu machen. Das dauernde Paktieren mit allen möglichen Gruppen und Grüppchen hat es mit sich gebracht, daß die Regierung heute eigentlich isoliert ist. Alle Versuche der letzten Wochen, eine Regierungspartei zu bilden, sind gescheitert, und auch die Frontkämpferorganisation, die „Asociacion de Ex- combatientes", deren Ehrenpräsident Oberst Franco * Vgl. Gießener Anzeiger Nr. 154 vom 4. Juli, Nr. 158 vom 9. Juli, Nr. 160 vom 11. Juli. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) werden. Andernfalls hat man die Absicht, in großem Umfange Schutzimpfungen unter der Bevölkerung Alexandriens vorzunehmen. Schweres Kraftwagenunglück in Südtirol. In der Nähe von Gonazei in Südtirol stürzte ein mit Militärpersonen besetzter Kraftwagen in den Trafoi-Bach. Drei Personen kamen ums Leben und sechs wurden schwer verletzt. 2300 Todesopfer der Hitzewelle in Amerika. Die anhaltende Hitze, die seit Tagen über den Vereinigten Staaten lagert, ließ die Zahl der Toten in den letzten Tagen auf 2300 ansteigen. Die Durchschnittstemperatur liegt um 38 Grad Celsius. Die Bevölkerung leidet unsagbar unter der Treibhauswärme, und die Erkrankungen und Todesfälle nehmen fast stündlich zu. In Michigan starben unter dem Einfluß der Hitze am letzten Tage 466 Personen, in Wisconsin 284. — Die Chikagoer Wetterwarte teilte mit, daß die Kühlwettermasse, die in der Nacht zum Montag in einigen Teilen der Staaten Temperaturstürze herbeiführte, sich südostwärts nach dem Mittelwesten mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 33 Stundenmeilen fortbewege, so daß am Mittwoch unter Umständen Regenfälle zu erwarten sind. — Die Ernteschäden infolge der anhaltenden Dürre werden bei sehr vorsichtiger Berechnung auf über 1 Milliarde Dollar geschätzt. ist, dürfte vielleicht in dem Augenblick versagen, wo es gelten würde, die Regierung ernstlich zu verteidigen. Natürlich wird bei diesen politischen Fragen die wirtschaftliche Lage des Staates eine sehr erhebliche Rolle spielen. Ein Land, das von Wirtschaftskrisen und Wirtschaftsnöten geschüttelt wird, gibt leichter den Nährboden für Mißvergnügen und Unruhe ab, als ein wirtschaftlich gefestigtes Staatswesen. Das ist eine Binsenweisheit, aber es mag doch gut sein, sich dies von Zeit zu Zeit vor Augen zu halten. Es ist noch niemals ein Volk an wirtschaftlichen Schwierigkeiten zugrunde gegangen, wohl aber können wirtschaftliche Nöte schwere innenpolitische Erschütterungen des Staates nach sich ziehen. Und da gibt die Wirtschaftslage Paraguays doch sehr viel zu denken. Die auswärtige Schuld des Landes ist unbedeutend: sie beträgt 600 000 Pfund Sterling und stammt noch aus der Zeit vor dem Chacokrieg. Amortisation und Verzinsung, die während des Krieges aufgehoben waren, sollen jetzt wieder ausgenommen werden. Drückender als die auswärtige ist die innere Verschuldung, die sich auf. etwa 10 Millionen Peso Argentino Gold beziffert. (Die paraguaysche Währung basiert auf dem argentinischen Peso.) Ein unter Ayala bereits erlassenes Gesetz, das die innere Schuld in der genannten Höhe konsolidieren sollte, ist von der neuen Regierung aufgehoben worden. Die Frage der Konsolidierung ist seither in der Schwebe. Im großen und ganzen ist die Finanzlage des Staates aber keinesfalls ungünstig, geschweige denn ungesund. Katastrophal dagegen ist die Lage der Währung, durch die geradezu unhaltbare Verhältnisse geschaffen worden sind. Der paraguaysche Peso war seinerzeit im Verhältnis von 18:1 zum argentinischen Peso stabilisiert worden, und solange die Währung stabil war, ließ sich damit rechnen und wirtschaften. Im Kriege jedoch sank die Währung ganz beträchtlich, so daß heute im freien Handel das Verhältnis zum argentinischen Peso etwa 80:1 und noch schlechter ist. In Buenos Aires ist das Währungsverhältnis noch ungünstiger: 89:1 und darüber. Die paraguaysche Staatsbank hatte monatelang den Kurs im Verhältnis von 60:1 und 61:1 halten können, der Finanzminister Dr. Luis Freire Esteves hatte behauptet, daß es ihm ein leichtes sei, die Währung stabil zu halten und den Anforderungen des Handels an argentinischem Gelds gerecht zu werden. Unmittelbar nach dem inzwischen erfolgten Rücktritt des Finanzministers jedoch gab die Staatsbank nur mehr für den Import lebenswichtiger Nahrungsmittel argentinisches Geld zum Kurse von 60:1 ab. Das Verbot des Handels mit Devisen wurde aufgehoben. Die Inflation hat eine allgemeine Teuerung bewirkt. Denn Paraguay ist ausschließlich Agrarland und in sehr vielem auf die Einfuhr angewiesen. Man kann nicht sagen, daß Mangel an Waren herrscht, im Gegenteil, man gewinnt den Eindruck, daß alles da ist. Nur ist für den Durchschnittsparaguayer alles so unerschwinglich teuer, daß er sich nur sehr bescheidene Ausgaben leisten kann. Auch der Bessergestellte. Die Preise für alle eingeführten Waren, und das sind die weitaus meisten, sind genau im Verhältnis zur Abwertung des paraguayschen Peso gestiegen, die Löhne und Gehälter aber sind lange, lange die gleichen geblieben wie früher, und wenn auch in der letzten Zeit eine fühlbare Aufbesserung der Einkommen eingetreten ist, so reicht sie doch im entferntesten noch nicht hin, um den erforderlichen Ausgleich zwischen Warenpreisen und Einkommen zu schaffen. Das aber bedeutet eine Stagnation des gesamten Wirtschaftslebens. Normale monatliche Durchschnittsgehälter sind heute in der Hauptstadt Asuncion für Korrefpon- denken und Kassierer 6000 bis 7500, nicht selbständige Buchhalter 5000 bis 5500, sonstige kaufmännische Angestellte 3000 bis 4500 Peso (paraguayisch). Monteure erhalten einen Durchschnittstagelohn von 150 Peso pro Tag. Im Innern sind die Gehälter nicht viel anders, eher noch etwas niedriger. In Villa Rica zum Beispiel erhält der Koch eines großen Hotels ein Monatsgehalt von 2000 Peso, ein Kellner (der allerdings manches Trinkgeld bekommt) 1000 Peso, die Zimmermädchen 400 Peso bei freier Kost und Wohnung. Für landwirtschaftliche Arbeiter werden bei Villa Rica 25 bis 30 Peso (ohne Kost) täglich in Lohn gezahlt, in der Kolonie Jndependencia nördlich von Villa Rica, wo der Bedarf an Arbeitskräften zu gewissen Zeiten größer ist als das Angebot, im Durchschnitt bis zu 40 Peso (hier mit Kost). Das Monatseinkommen landwirtschaftlicher Arbeiter schwankt also um 850 Peso herum; aber nur in den Kolonien, auf den Estancien weiter im Innern ist es geringer. Nun einige Warenpreise zum Vergleich! Ein Anzug aus reiner Wolle kostet 8000 bis 10 000, ein solcher aus „Casimira" (Wolle-Gemisch) 4500 bis 6000, ein leichter heller Sommeranzug ohne Weste, sogenannter „Tropical", 3000 bis 3800, Oberhemden der billigsten Sorte 250, bessere 350 bis 600, billigste Schuhe für den Kamp 250 bis 300 Peso das Paar, bessere genagelte Schuhe 500, gute und genähte Schuhe 750 bis 1200 Peso; ein Hut billigster Filz- sorte 350 bis 500, bessere Sorte 800 bis 1000 Peso. Eine Flasche in Asuncion gebrautes Bier kostet 30 bis 35, ein Halber-Liter-Schoppen 15, ein „Meines Helles" 9, eine Schachtel Streichhölzer 5 Peso. Die Preise sind ständig gestiegen und befinden sich auch weiterhin im Steigen. Zahlte man z. B. vor drei Jahren in Asuncion in einer guten Pension monatlich einen Pensionspreis von 1000 Peso, so zahlt man heute in einer ganz einfachen, billigen Pension 3000. Noch vor einem Jahre kosteten in der Stadt Villa Rica, also einem immerhin ländlichen Bezirk: ein Liter Milch 5 Peso, heute 10; ein Kilogramm Schafwolle 40, heute 80, ein Kilogramm Schmalz 20, heute 48; ein Kilogramm Butter 100, heute 140; ein Sack (70 Kilogramm) Mehl 600, heute 1230 Peso. Selbst die Cana, der Zuckerrohrschnaps, ist in Jahresfrist von 20 auf 40 Peso pro Liter gestiegen. Fleisch und Verba (Mate) dagegen weisen nur geringe Preissteigerungen auf: Fleisch ist von 10 auf 16 und Perba von 12 auf 14 Peso pro Kilogramm gestiegen. Beides sind aber ureigenste Landesprodukte. Das Mißverhältnis zwischen dem Einkommen und den Preisen des notwendigsten Bedarfs ist so groß, daß das Wirtschaftsleben dadurch aufs empfindlichste in Mitleidenschaft gezogen wird. Darm liegt natürlich auch eine große politische Gefahr. Sie würde allerdings weit größer sein, wenn der Paraguayer nicht so überaus bedürfnislos wäre. Seine Genügsamkeit und seine Bescheidenheit haben fast etwas Rührendes an sich, und diesen Vorzügen ist es wohl in der Hauptsache zu danken, daß die Wirtschaftslage nicht so stark die Politik beeinflußt, wie es bei Völkern mit einem höheren Lebensstandard und höheren Lebensansprüchen der Fall ist. Aufdeckung einer Verschwörung. Asuncion, 14. Juli. (DNB.) Die Polizei deckte eine Verschwörung gegen d i e Regierung auf, an der mehrere führende Persönlichkeiten des durch die Februar-Revolution gestürzten Regimes beteiligt waren. Der Führer des Kom- plots war Oberleutnant Arturo Bray, der seinerzeit von der Regierung aus Paraguay ausgewiesen und nach Argentinien verbannt wurde. Es wurde festgestellt, daß Bray, mit dem verschiedene Offiziere und Politiker verhaftet worden sind, sich schon eit längerer Zeit heimlich wieder in Asuncion auf. hielt. Büchertisch. — Carl Beck: Deutsches Reisen im Wandel der Jahrhunderte. Mit 27 Jllu. trationen nach zeitgenössischen Bildern. 336 Seiten. Halbleder. Volksverband der Bücherfreunde, Weg. weiser-Verlag G. m. b. H., Berlin-Charlottenburg 2. — (162) — Seit den ersten Anfängen deutscher Ge. chichte erleben wir endlos scheinende Wanderun- gen, ruhelose Bewegungen gewaltiger Menschen- tröme wie in den Zeiten der Völkerwanderung, aber auch tathaft abenteuerliches Drängen einzel- ner Helden, Seefahrer und Krieger nach den unbe- kannten Küsten fremder Reiche — Symbol jener Suche nach dem Traumbild einer ziellos schweifen- den Sehnsucht, die immer die größten deutschen Ta- ten geboren hat. Kultur und Wissenschaft, Dichtung und Kunst, Kriegertum und Technik danken den deutschen Reisenden die Entdeckung unbekannter Räume der Landschaft, des Wissens, der Seele. Wie der Deutsche im Laufe der Geschichte reifte, zu Schiff, zu Fuß und Pferd, im Bauerntreck oder im Auto, welche Abenteuer und Erlebnisse ihm begegnen konnten, was ihn antrieb, er auf ihnen entdeckte, wie er von ihnen erzählt, sie bedichtet und umschwärmt, schildert dieses Buch des ausgezeich- neten Kulturgeschichtlers C. Beck aus einer Fülle von Ueberiieferungen, Anekdoten und Urkunden heraus. Er gestaltet ein fesselndes Kulturbild, bald scherz- haft, bald ernst, aber immer als Ausdruck deutscher Art bis zu unserer Gegenwart. Die Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 599: 24. Deutsche Ostmesse vom 23. bis 26. August 1936 in Königsberg. — 600: An- träge auf Ausfertigung von Glückwunschschreiben für 40jährige Dienstzeit von Angestellten und Arbeitern sind mindestens sechs Wochen vor dem Ju- biläumstag bei dem zuständigen Kreisamt einzureichen. — 601: Durchführung der Familienunter- stützung bei Einberufungen. — 602: Anordnung 13 der Ueberwachungsstelle für Eifen und Stahl über Schrottverbrauch. — 603: Neuregelung des Reiseverkehrs mit der Schweiz. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Ein besonders kräftig entwickelter Wirbel ist rasch vom Atlantik zum Kanalgebiet vorgestoßen. Er verursachte an seiner Vorderseite zunächst eine Ueberflutung mit feuchter subtropischer Warmluft, die besonders in der Nacht zum Mittwoch ausge- dehnte und ergiebige Regenfälle brachte. Mit der Ostwärtsverlagerung des Wirbels kommen wir wieder in den Bereich frischerer Meeresluft, die anfangs unter Böen heftige Schauertätigkeit, dann aber Witterungsbesserung, wenn auch vorerst noch keine Beständigkeit, bringen wird. Mit dieser Entwicklung scheint sich eine Umgestaltung der Groß- Wetterlage einzuleiten. Aussichten für Donnerstag: Auch anfangs hefttge Böen und verbreitete Niederschlags- tätigfeit namentlich in der Nacht zum Donnerstag, wechselnd bewölktes Wetter mit zeitweiser Aufheiterung und nur noch einzelne Schauer, bei lebhaften Westwinden frischer. AussichtenfürFreitag: Einzelheiten sind noch nicht absehbar, doch voraussichtlich sortschrei- tende Besserung, wenn auch noch keine Beständigkeit. . Lufttemperaturen am 14. Juli: mittags 19,9 Grad Celsius, abends 16,5 Grad; am 15. Juli: morgens 14,4 Grad. Maximum 20,7 Grad, Minimum heute nacht 13,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 14. Juli: abends 18,9 Grad; am 15. Juli: morgens 16,1 Grad. — Niederschläge 11,7 mm. — Son- nenscheindauer 8,9 Stunden. Paraguay, der Garten Südamerikas. Von unserem Or.M.I,-Korrespondenten. Wir haben uns vermählt: Gießen, im Juli 1936 AIILEtt 1936 03214 Generalvertretung: H.Wagener, Gießen spricht über: 4465D MAVMeleumelWel Verreist Dr. Marie Gürtler Ärztin Wiese» 4466° ADlcR 7.'üz: /O_ ■ Y'.z <’ E R ■ A ■ G • F £ A r< F l_’ 21 ,V/_M4£N. Siudienrat Karl SchmA und Frau Liselotte, geb. Merlau Glas- • Kasten LadeDeinrichtunoeD für jede Branche gebraucht u. neu. Schreibtisch, Rollschrank, Sessel u. Stühle sehr preiswert zu verk. 4354d Fritz Heimann gelt 5-5»v IKirchstrahe 24. 2 gut erhaltene Rolläden lX4m, l,50X3m 1 Türe mit Glasfüllung, mit Rahmen 95 cm breit, billig abzugeben. 4471V Sternstraße 73. Gelegenheit» kam Jmuerla - sportm. i 500 ccrn,m. Seitenm., in tadell. . Zuft.z. verk. 03235 Geißner,Gießen 1 Blockstraße 9 vt. Nahe Bahn u. Klinik 1-2 möbi. Zimmer bill. z. verm. 03236 Crednerstr. 18 1. 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Run läßt man den Film „stück- weis", jede Szene für sich, immer und immer wieder ablaufen und versucht, indem man genau die verschiedenen Mundstellungen der ausländischen Schauspieler beobachtet, für ihre Ausdrücke deutsche Worte zu finden, die eine ähnliche, wenn irgend möglich, sogar die gleiche Mundstellung bedingen. Hat man das erreicht, so muß der betreffende Schauspieler durch unermüdliches Probieren dahin gelangen, die gefundenen deutschen Worte, auch wenn die Silbenanzahl nicht mit derjenigen der fremden Sprache übereinstimmt, genau in dem gleichen Tempo zu sprechen, wie der ausländische Schauspieler im Bild es mit den seinen tut. Außerdem muß er aber auch sehr darauf achten, daß der Ausdruck seiner Stimme genau zu den Handlungen und Gesten seines ausländischen „Doppelgängers" paßt. All dies soll bei den verschiedenen Rollen gleich exakt durchgeführt werden. So kann man sich Buches zu einem guten Film „verarzten" sollen, ganz verteufelt in sich. Die Schriftseiten eines Drehbuches gliedern sich in zwei Hälften. Auf der rechten Hälfte steht alles, was zu hören fein soll (die genauen Worte der Dialoge und alle „tönenden" Regieanweisungen), während auf der linken Hälfte die Regie-Anweisungen für alles stehen, was zu sehen sein soll. Wie genau, bzw. wie ungenau man beim Drehen des Films nach dem Buch geht, richtet sich nach den eigenen Einfällen des betreffenden Regisseurs, jedenfalls: man dreht nach dem Buch, und aus diesem Grunde heißt es Drehbuch. Wie kommt nun solch ein Drehbuch zustande? Ein Mann hat eine Film-Idee. (Es muß aber wirklich eine Idee sein, keine Luftblase, die bei der ersten Belastungsprobe zerplatzt.) Er wird nun gewöhnlich einige Zeit mit dieser Idee spazierengehen, ehe er sich hinsetzt, um seinen Film-Stoff zu Papier zu bringen. Er tut das in Form einer kurzen Inhaltsangabe, des sogenannten Exposes. Ganghofers Roman. Außerdem spricht sie am Reichssender München viele Dorträge ins Mikrophon. Sie ist also vielseitig begabt. Heli Finkenzeller ist gebürtige Münchnerin. Sie spielte an den Münchner Kammerspielen, und wie das so ist in der Theater- und Filmwelt: eines Abends sah sie dort einer der Produktionsleiter der Ufa, Karl Ritter — und „entdeckte" sie für den Film. Rach ihrem ersten großen Erfolg, dem „Ehestreit", kam sie in der weiblichen Hauptrolle im „Königswalzer heraus, und da sie kein übliches Filmgesicht hat, sondern dem Typ des neuen deutschen Mädels gleicht, wurde sie außerdem eine angenehme Bereicherung für die Leinwand. Lida Baarowa war Theaterspielerin in Prag. Sie ist Tschechin, und ihre ersten Erfolge hatte sie im tschechischen Tonfilm. In „Barcarole", begann sie in deutscher Sprache zu spielen, und eine neue lohnende Aufgabe fand sie in der Rolle der Gerda Hegert in „Einer zuviel an Bord" als Partnerin von Albrecht Schönhals. Aus Wesermünde kommt Carola Höhn. Ausgewachsen ist sie im Schwarzwald, und die Bretter hat sie zum ersten Mal in Berlin, im Steglitzer Schloßtheater betreten. Rach einigen kleinen Rollen im Film, — „Charleys Tante", „Einmal eine große Dame sein" — wurde sie durch den erfolgreichen Film „Ferien vom Ich" bekannt und verkörperte dann die Prinzessin Sisi im „Königswalzer". Ellen Schwanneke, besonders begabt, mädchenhaft und temperamentvoll, ist ein Schauspielerkind. Ihr Vater war Viktor Schwanneke, der verstorbene Berliner Schauspieler. Jahrelang schon kennen wir sie vom Berliner Theater her, und sie hat auch schon in manchem großen Film mitgewirkt. Sie war eine Zeitlang nur in Wien tätig und wurde zuletzt wieder für das Filmlustspiel „Königswalzer" verpflichtet. Jung, und vor allem ungekünstelt in der Art, wie sie sich zu geben vermag, ist H a n s i K n o t e ck, das „Seelchen" in der „Heiligen und ihr Narr". Auch sie ist „erblich belastet", ihr Vater war ur- prünglich Schauspieler. 1914 in Wien geboren, tudierte sie in ihrer Heimatstadt „Theater" und spielte sich über Marienbad, Mährisch-Ostrau und Leipzig zum Tonfilm durch. Dor einem Jahr machten wir ihre filmische Bekanntschaft in „Schloß Hubertus"; ihr feines Gesichtchen und ihre Herzlichkeit blieben uns in angenehmer Erinnerung. Synchronisieren. Wie wird das gemacht? Die Fremdwörter sollen zwar nach Möglichkeit vermieden und durch deutsche Ausdrücke ersetzt werden, jedoch ist das zuweilen mit etlichen Schwierigkeiten verknüpft. So geht es uns auch mit unserer so geheimnisvoll und kompliziert anmutenden Synchronisation". Den Begriff, den man mit diesem schönen, dicken Fremdwort benennt, durch einen deutschen Ausdruck genau wiederzugeben, dürfte nicht ganz leicht sein. Das Wort „Synchronisation" kommt von „Synchronismus", welches soviel wie Gleichzeitigkeit bedeutet. Synchronistisch heißt: Gleichzeitiges zusammenstellend. Wenn rotr in ein Filmatelier gehen, können wir uns einmal anschauen, was es mit dieser mystischen Sychronisa- Gegen die Berulkung deutscher Volksgruppen im Film. NSG. Zum ständigen „Humor-Fundus" der Witzblätter, der Bühnen und auch des Films gehört feit langer Zeit der Sachse, dessen Dialekt billige Effekte erzielen soll. Vor einiger Zeit hat sich der Leiter der Nachrichtenstelle an der Dresdener Staatskanzlei, Oberregierungsrat Arthur Graefe, gegen die Verulkung eines sächsischen Dialektes und eines sächsischen Menschen verwahrt, wie es bei ihm in dieser Form gar nicht gibt. Dabei wird betont, daß der „gemiedliche Sachse" als der „dumme August des deutschen Volkes" eine starke, schädenoerur- sachende Verunglimpfung deutscher Volksgenossen und einer deutschen Volksgruppe Üarstellt. Oberregierungsrat Graefe kündigt einen Kampf gegen die verzerrende Verspottung eines deutschen Dialektes an, der sich auch auf den Film erstrecken wird. Besonders im Film sind häufig genug „Sachsen" aufgetreten, deren Benehmen und Gerede den gebürtigen Sachsen, der sein Land, sein Volk und seinen eine ganz besondere Art des Humors einschließenden Dialekt liebt, verärgern und kränken mußte. Dabei soll auf die beliebte Methode oberflächlich arbeitender Filmautoren hingewiesen werden, die, wenn ihnen nichts Humorvolles mehr einfiel, eine blöde Szene mit einem in dieser Form in Wirklichkeit niemals existierenden sächsischen Ehepaar auf Reisen als Geistesblitz einstreuten. Der Kampf gegen die Verspottung eines deutschen Dolksteils im Film wird auch über Sachsen hinaus starke Beachtung und Unterstützung finden. Firma Interesse dafür, arbeitet er das Expose in etwas breiterer Form, mehr auf Einzelheiten eingehend, aus, und legt es dann abermals zur Prüfung vor. Jetzt wird die Produktionsfirma eventuell schon Wünsche wegen irgendwelcher Aende- rungen des Exposes äußern. Sind diese Aende- rungen vorgenommen und ist das Exposö zur vollen Zufriedenheit der Firma ausgefallen, schreitet man dazu, nach dem vorliegenden Expose das eigentliche Drehbuch schreiben zu lassen. Dies ist für den werdenden Fllln eine Angelegenheit von lebenswichtiger Bedeutung. Deshalb wird sich die Firma für diese Arbeit ein bzw. zwei Autoren suchen, die in der Film-Industrie als Drehbuchautoren einen guten Namen haben. (Nach Möglichkeit wird auch der Urheber des Exposes zu der Ausarbeitung des Drehbuches zugezogen.) Diese Leute setzen sich nun zusammen und schaffen in wochen-, oft monatelanger schwerster und verantwortungsvollster Arbeit das eigentliche Drehbuch. Was es heißt, ein wirklich gutes Drehbuch zustande zu bringen, kann nur der ermessen, der selbst „beim Bau" ist und der Materie nähersteht. Bezeichnend ist dafür jedenfalls, daß wir verhältnismäßig äußerst wenige wirklich gute Drehbuch-Autoren haben. Zwischendurch und auch noch nach Fertigstellung des Drehbuches in der ersten Rohform sind immer wieder Besprechungen zwischen der Produktionsfirma und den Autoren, in denen man darüber berät, wie man das Buch schreiben bzw. ändern kann, damit man z. B. nicht zuviel teure Außenaufnahmen (Ausland) oder zu massenhafte und daher auch teure Komparserie drin hat; oder man will die eine oder die andere Rolle umschreiben, um einen guten Schauspieler mehr herauszubringen usw. Es gibt da tausenderlei verschiedene künstlerische und kaufmännische Gesichtspunkte, nach denen das Drehbuch aus- gefeilt werden muß. Ist die riesige, mühselige Arbeit bewältigt, dann geht der Film ins Atelier, und nun beginnt erst die eigentliche Arbeit des Filmens: das Drehen. Nun zeigt es sich sehr bald, ob das Drehbuch dem Regisseur die Arbeit erleichtert — ob es gut ist ober schlecht, und den ganzen Film „schmeißt". Wäre das letztere der. Fall, so würde das eventuell einen Verlust von Hunderttausenden bedeuten. D. S. Es ist bei meiner Arbeitsweise nicht möglich, eher als alle Jahre oder eineinhalb Jahre einen Film herauszubringen. Niemand ahnt, was mir mein Einzelgängertum kostet, wie meine ganze Arbeit durch ein beständiges Ankämpfen gegen manche großen „Produktionschefs" ist, in deren Augen schnell sich abwickelnde Bilanzziffern wichtiger sind als nach Kunst strebende Herzen! Wie ich gerade immer an den maßgebenden Stellen der „Industrie" um Einsicht und Verständnis ringen muß! Ich brauche daher den Erfolg notwendiger als jeder andere. Nicht aus materiellen Gründen, obwohl ich bescheidener lebe, als manche meinen. Ich brauche den Erfolg, um daraus dje Kraft für neue Arbeit zu gewinnen, aber auch um mir die Freizügigkeit meines Schaffens zu sichern. Von der Idee bis znm Ulm Wie entsteht eigentlich ein Drehbuch? Nach der Vollendung meines Suter-Films soll einer meiner Lieblingsträume in Erfüllung gehen: Im Rahmen einer deutsch-italienischen Produktion, welche von den maßgebenden Führern des kulturellen Lebens der Länder unterstützt wird, soll ich einen Film spielen und redigieren, dessen Manuskript ich bereits geschrieben habe. Titel und Inhalt des Films lautet: „C o n d o t t i e r i". Ich brauche nicht zu erwähnen, daß die Gestalten Giovannis, Colleonis und Gattamelattas Vorbilder geben, wie es herrlichere, kühnere und großzügigere i gibt, und sie zum Leben zu erwecken, wird Aufgabe fein, die uns alle zugleich begeistern erfreuen wird! Steinzeitmenschen im Mm. Das Bild eines Volksstammes, der noch völlig in den Formen des Steinzeitalters lebt und über den wegen seines außerordentlich scheuen Verhaltens und seines unsteten Nomadenlebens bisher wenig bekannt geworden ist, wird nunmehr durch eine Filmaufnahme als wichtiges Kulturdokument erhalten bleiben. Es ist der Stamm der W o r o r a in Nordaustralien, den der englische Ethnologe H. R. Balfour eingehend studiert und dessen ganze Lebensweise er im Film festgehalten hat. Die Worora sind eines der primitivsten Völker, die es heute noch auf Erden gibt. Sie werden von der australischen Regierung in jeder Weise geschützt. Fremde Einflüsse werden von ihnen nach Möglichbisher sehr wenig aus solchen Vorschlägen aufgenommen habe, sondern zum Schluß immer noch bei irgend einem eigenen Stoff gelandet bin. Vielleicht aber ist gerade diese Zeit des Suchens und des beständigen Umgebenseins von Vorschlägen und Entwürfen für mich notwendig, um leichter zu mir selbst zurückzufinden. In dieser Zeit des Suchens und Horchens führe ich ein ziemlich unstetes Leben, bin bald auf Reifen, bald in Berlin ober in irgendeiner anderen Stadt, bin im Kreise alter Berggefährten auf irgendeiner Tour oder im Kreise der „Prominenten". Die ganze Unruhe und Bewegtheit dieser Zeit, alle ihre verschiedensten Ausstrahlungen zu sammeln, um das zu finden und zu gestalten, was notwendig wird, ist wohl der unbewußte Zweck dieses Herumirrens. Dieser Zustand dauert oft sehr lange, und es wird jedem Leser begreiflich fein, warum dem so ist. Ein Freund von mir, der Schriftsteller Karl Springenschmid in Salzburg gab mir die Lösung. Er sagte: „Lieber Trenker, Du findest ja gar nicht den Stoff, so wie eine glänzende Lösung oder einen guten Einfall. Umgekehrt ist es: der Stoff erfaßt Dich, und läßt Dich nicht mehr los." Vielleicht liegt in dieser Auffassung überhaupt das Wesen eines intuitiven Schaffens. Der Gedanke oder die Idee einer Arbeit muß den Autor erfassen, bann kann er ihn auch schöpferisch gestalten. Wenn man aber umgekehrt an irgenbeinen Stoff herangeht, ber sich nicht aus bem inneren Drang entwickelt, kann bas Schöpferische nicht so fühlbar sein wie im ersten Fall. Wenn ich bann endlich einmal einen Entschluß gefaßt habe, so vergrabe ich mich in meine Arbeit unb kümmere mich nicht mehr sonberlich viel um bie übrige Welt. So finb meine letzten Jahre verlaufen; bie größte Empfänglichkeit für alles, was bie Welt erlebt unb leidet, wird von der größten Sammlung und Konzentration für das, was ich empfangen habe, um es gestalten zu können, ab- gelöst. , . Unser ganzes Schaffen aber ist und bleibt Kameradschaftsarbeit. So wie ich die freie Luft liebe und das Atelier nicht leiden kann, so liebe ich echte unverstellte Menschen und meide die Welt der Pappe und Schminke. Bei meiner Arbeit habe ich Menschen um mich, die schon seit vielen Jahren mit mir arbeiten. Diese Kameradschaftsidee wächst ja auch aus meinen Filmen immer wieder heraus. feit sorgfältig ferngehalten, und Balfour war der erste Gelehrte, der zu ihnen in nähere Beziehung treten durfte. Die Worora bewohnen das Kun- munja-Schutzgebiet im Kimberley-Bezirk, ein Gelände von 96 000 Hektar, auf dem die nur dreihundertundfünfzig Menschen des Stammes genügend Bewegungsfreiheit für ihre Wanderungen und Jagden haben. Ihre Sprache kann von niemandem erlernt werden, der nicht zu dem Volke gehört, und der Worora braucht selbst dreißig Jahre feines Lebens, bevor er sich in feinem heimischen Idiom richtig ausdrücken kann. Man kann die Schwierigkeit dieser Sprache ermessen, wenn man zum Beispiel erfährt, daß es 440 verschiedene Formen für das Derb „sein" gibt und 1400 verschiedene Formen für das Wort „töten". Dagegen gibt es keine Zahlenbezeichnungen, die über drei hinausgehen. Besonders interessant ist die Lebensweise der Worora für den Vorgeschichts-Forscher, ber sich eine Vorstellung von bem Alltagsdasein ber Steinzeit-Menschen machen will. Er kann bei ihnen bie Technik ber Herstellung von Waffen unb Werkzeugen genau beobachten. Man hat ben Verlauf biefer Arbeiten mit ber Uhr ausgenommen unb hat festgestellt, daß die rohe Formung einer Steinaxt aus einem Basaltstück eine halbe Stunde in Anspruch nimmt. Diese Arbeit, die viel Kraft erfordert, wird stets von Männern getan. Dagegen ist das Schleifen und Scharfmachen der Axt, das auf einem Steinamboß erfolgt, stets bie Arbeit ber Frauen unb bauert weitere fünfzehn Minuten. Schweriger ist bie Verfertigung einer Speerspitze, unb nur Männer beschäftigen sich bamit; sie haben es barin zu einer großen Fertigkeit gebracht unb vermögen in einer halben Stunbe ein wahres Meisterstück anzufertigen. Das Feueranmachen, bas durch bas rasche Reiben eines Stockes gegen einen anberen geschieht, wirb von einer Frau in ad)b unbvierzig Sekunben vollbracht, von einem Mann in achtunbzwanzig Sekunben. Vorzügliche Aufnahmen wurden von den Höhlengemälden dieses Stammes hergestellt, die in ganz Australien einzigartig sind. Auf ihnen finden sich merkwürdige Fiauren, die von einem Strahlenkranz umgeben sind. Was diese Gestalten bedeuten unb wie die Worora zu bieten Darstellungen gekommen sind, hat man bisher noch nicht ergründen können. ungefähr einen Begriff davon machen, was für eine Fülle von zeitraubender, anstrengendster Arbeit, abgesehen von den durch die unumgängliche Umständlichkeit des Verfahrens entstehenden Unkosten, in solcher Synchronisation eines fremdsprachigen Films steckt.--- Dafür ist man heutzutage tatsächlich in ber Lage, einem Menschen „bas Wort im Munde her- umzubrehen". Was mag wohl ein ausländischer Schauspieler empfinden, wenn er sich selbst urplötzlich in einer ihm in Wirklichkeit völlig ungeläufigen Sprache reden hört? K. Begabter Film-Nachwuchs. Don Charlotte Till. Wir begrüßen mit Vergnügen jedes neue Gesicht im Film. Denn der Jugend gehört die Welt. Von ihr erwarten wir die neue Leistung, und mit ihr soll der Aufstieg des deutschen Films weiter geführt werden, von ihr soll er — im wahrsten Sinne des Wortes — ein neues, junges Gesicht bekommen. Eine ber Jungen, erst seit einem Jahr beim Film, ist Charlotte Rabspieler. Sie stammt aus Stuttgart und war eigentlich ärztliche Assistentin. Ihre Schönheit, ihr Talent brachten sie dazu, bie Münchner Schauspielschule burchzumachen. Dann ging sie ans Theater in Bamberg, von ba kam sie zurück nach München — und schon holte sie der Film. Zuerst sahen wir sie in „Ehestreik". Danach im „Klosterjäger", dem Ufa-Tonfilm nach Wie ich arbeite. n Luis £renfer. NSG. Es ist nicht leicht, über die eigene Arbeit etwas Besonderes zu sagen, aber vielleicht kann meine Grundeinstellung zur Filmarbeit doch Anregungen geben und neuerdings bestätigen, daß es bei aller ordentlichen Arbeit in der Welt immer wieder dasselbe ist: vollständige Hingabe, restloses Suchen und Arbeiten, Innerlichkeit und künstlerische Ehrlichkeit. Filmarbeit und Film sind zweierlei. Wenn ich einen Filmgedanken verwirkliche, so spiele ich Dann nicht bloß ober führe Regie, fonbern ich erfinde ihn. Ich stelle mich nicht in eine ftaupb ober Glanzrolle vor bie Kamera unb schere mut), vom Honorar abgesehen, nicht mehr weiter um die ganze Sache, sondern ich nehme ben Film von Umfang bis Enbe als mein eigenstes Werk sehr ernst. Ich lehnte es immer ab, als „Star" zu gelten unb sparte auch nicht mit kräftigen 21 usd rucken, wenn ich bies erst jemanb klar machen mußte. Mich interessiert ber Film als Gesamtschöpfung denn ich sehe im Film als Gesamtwert die Möglichkeit großer und echter Ausdruckskunst. Welcher Kunstschaffende hat bie Mittel in so reichem Maße zur Verfügung wie ber Filmschaffende, dem außer ben dramaturgischen Kräften unb Spannungen auch noch Die Bildwirkung in ihrer ewigen Unerschöpflichkeit unb ber ganze Reichtum an Musik unb Sprache m allen ihren Höhen unb Tiefen 3U lJienen unb ju helfen bereit finb, wenn er in bas Wesen all dieser großen Dinge einzudringen versteht. Ich suche mir selbst den Stof den ich formen will. Es ist nicht so, baß ich mich einfach hmfetze und so unb soviel Romane durchlese, um zu sehen, ob etwas barin zu verfilmen wäre, ober baß ich mir von fleißigen Schreibern wehr ober weniger gute Stoffe geben ließe. Ich habe auch viele Freunde, bie es trotz aller Enttäuschungen immer roieber versuchen, mir „ihre" Stoffe auf zudrangen. „Trenker, Du mußt ben Florian Geyer filmen, nichts anderes!" - „Trenker für Dich gibt es nur eine einzige Möglichkeit und die heißt: dasMeer! So gehen'und kommen tausenderlei Vorschläge und Pläne. Ich höre mir die meisten davon mit Interesse an, aber sage niemals zu, weil ich weiß, daß ich Die Bezeichnung „Drehbuch" ist wie keine andere dazu geeignet, die verschiedensten Bedeutungen vermuten zu lassen. So könnte man zum Beispiel sagen: Dieses Buch heißt Drehbuch, well es während der Aufnahmearbeit im Atelier andauernd gedreht unb gewälzt werben muß; ober eine andere Auslegung: Es heißt Drehbuch, weil sich der gesamte Ausnahmebetkieb um dieses Buch dreht. Aber Scherz beiseite: Das Drehbuch ist wirklich mit das Wichtigste für den ganzen Film. Mit ihm steht und fällt meistens das ganze Filmprojekt. Ist das Drehbuch gut, so muß auch der Film gut werden — es sei denn, daß der Regisseur mit abgefeimter Raffinesse alles Gute darin erbarmungslos ab- roürgt und durch Kitsch ersetzt. Ist das Drehbuch schlecht, so dürfte es auch dem besten Regisseur schwer fallen, einen Bombenerfolg daraus zu machen. Von außen sieht dieses in dünne Pappe geheftete Buch mit feinem dicklettrigen, mehr ober weniger zugkräftigen Titel auf dem grellfarbigen Deckel ziemlich harmlos aus, höchstens, baß es etwas größer ist als andere „normale" Bücher. Was jedoch in feinem geräumigen Innern mit Schreib- maschinenfchrift geschrieben steht, hat es oft für die bedauernswerten Leute, die den Inhalt dieses tum auf sich hat. v f Wie bekannt fein dürfte, werden Filmaufnahmen im Allgemeinen mit Bild und Ton zugleich gemacht. Das ist jedoch nicht durchweg der Fall. Ber Außenaufnahmen, insbesondere bei Bewegungsaufnahmen (Reit-, Geh- ober Fahraufnahmen) kommt es sehr häufig vor, daß aus technischen Gründen die Tonaufnahmen nicht gleichzeitig mit den Bildaufnahmen gemacht werden können, da die etwas umständliche Tonapparatur (der Mikro- phonkran, der Abhörwagen usw.) bei weitem nicht so beweglich ist wie die Kamera. Wie sollte man zum Beispiel bei einer Reitaufnahme, wenn man mit einem Auto neben den dahingaloppierenden Pferden herjagt, all die verschiedenen Geräte mitschleppen? In solchen Fällen „läßt man den Ton zu Hause", die Schauspieler gestikulieren und reden jedoch, als ob die Aufnahme mit Ton gemacht würde. Am nächsten Tage geht man bann ins Atelier, wo die Aufnahme bann „nachsynchronisiert" wirb. Dies geht folgenbermaßen vor sich. Man läßt die am Vortage ohne Ton gemachte Aufnahme wie im Kino auf einer Vorführleinewanb auflaufen. Vor der Leinewand haben bie in ber Szene erschei- nertben Schauspieler Platz genommen unb beobachten, währenb man ben Filmstreifen immer roieber von neuem ablaufen läßt, an ihren Mundbewe- gungen genau, wann sie im Bilde zu reben beginnen und in welchem Tempo bies geschieht. Allmählich versuchen sie bann, möglichst genau mit ben Mundbewegungen in der Aufnahme mitzusprechen. Das wiederholt unb übt man so oft, bis es klappt, bas heißt: bis bie Munbbewegungen im Bilde und das gesprochene Wort genau übereinstimmen. Später unterlegt man der Szene dann noch die zum Bilde gehörenden Nebengeräusche (Pferdegetrappel u. ä.), was ebenfalls sehr sorgfältig gemacht werden muß, damit gesprochenes Wort unb Geräusch sich nicht gegenseitig erschlagen. Die geschllberte Arbeit mag zwar etwas kompliziert und umftänbüd) anmuten, tatsächlich jeboch ist sie, in Anbetracht ber Schwierigkeiten und der Zeitversäumnis, die man zu überwinden hätte bei dem Unterfangen, derartige Aufnahmen mit Ton und Bild zugleich zu drehen, noch verhältnismäßig einfach. Als ein Kinderspiel aber mutet sie an im Vergleich mit der viel schwerigeren und mühseligeren Arbeit, die das Synchronisieren eines fremdsprachigen Films erfordert. Wie vieles andere sind auch Filme, entsprechend ihrer Qualität, ein mehr ober minber gangbarer Hanbelsartikel im Warenaustausch mit dem Ausland. Einen Fehler haben fast alle ausländischen Filme für uns: sie sind in fremder Sprache verfaßt und dadurch der großen Masse des Publikums unverständlich. Damit tauchte ein neues Problem für die Filmindustrie auf. Man mußte diese fremden Filme durch irgendwelche Maßnahmen auch für unser Publikum verständlich machen. Man versuchte es zunächst, wie man es ja auch jetzt noch hin und wieder in einem ausländischen Film zu sehen bekommt, mit unter den Bildern hindurchglellenden Schriftbändern. Es erwies sich jedoch bald als äußerst störend und die Wirkung herabrnrndernd daß man feine Aufmerksamkeit zwischen Bild unb Schrift teilen mußte. Deshalb ging man auch bald zur Synchronisation der fremdsprachigen Filme ... o - ■ über Ist bies auch ein außerordentlich schwieriges, Damit geht er zu irgendeiner $dm=$n)buft on5= zeitraubendes und kostspieliges Beginnen, so wiegt firma unb bietet dieser seinen Stoff an. Hat Die bis 7%. Stück, 7,50 bis 8. Wirtschaft Zinsverbilligung sm VodenverbesseruWdarlehen eine Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2H. Lertm Frankfurt a. M. Schlußk. 13-7. Datum 97 119,9 beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v.H., Lombardzinsfuß 5 v. 5). Die hinter den Papieren 101,25 97,3 102,5 112,7 100,1 101,13 97,3 102,5 112,7 100,1 98,5 97 beln 7 Das etwas beeren Markt. 119,75 97 101,25 102,25 112,75 100,1 98,25 97 101,13 93,5 123 119,9 97 101,1 101,13 97,5 95 I 109,5 wesen 119, Hapag 14,75. Frankfurter Obst- und Gemüsemackt. Frankfurt a. M., 14. Juli. Das Angebot von Gemüsen aller Art blieb aenügend. Einlegegurken aus dem südlichen Rheinhessen erstmals angeboten. Geschäft zufriedenstellend. Preise teilweise rückläufig. Starkes ausländisches Tomatenangebot, in Gurken nachlassend, Geschäft gut, Preise stetig. U. a. notierten: Blumenkohl I 30 bis 35, II 20 bis 28, III 14 bis 18, Bohnen: Pfälzer 13 bis 14, Gärtner 14 bis 18, Wachsbohnen 18 bis 20, Erbsen: Sack 10 bis 12, Gärtner 16 bis 18, Gurken: (Salat) Treibhaus 12 bis 30, 18 bis 25 holl., Einmach (Salz) 100 Stück 2,30 bis 2,50, Essig 100 Stück 1,20 bis 2, Karotten Bdl. 3 bis 4, do. Vs kg 6 bis 8, Kartoffeln, Erstlinge 6 bis 7, Kohlrabi 2% bis 5, Kopfsalat 4 bis 8, Pfifferlinge 25 bis 28, Steinpilze 40, Rettich Bdl. 8 bis 10, St. 5 bis 10, Römischkohl 5 bis 6, Rote Rüben Bdl. 5 bis 6, Rotkraut 8 bis 9, Spinat: Wurzel 14 bis 15, Blätter 18 bis 20, Schnittlauch 25, Tomaten (Treibhaus) 20 bis 30, holl. 5 kg netto 2,60, ital. kg 16 bis 20, Weißkraut 3Vs bis 5, Wirsings 3 bis 5, Zwie- 101,25 97,5 95 109,5 31 2,55 8,8 8,13 8,5 14,9 101,2 97,5 95 109,5 31,5 2,8 9 8,5 8,6 15 2,6 8,75 8,25 8,5 15 und den übrigen Butterlieferländern tarnen restlos zur Einkühlung. Mein-Mainische Börse. Mtlagsbörse wieder fest. Frankfurt a. M., 14. Juli. Rach den leichten Abschwächungen von gestern war die Börse am Aktienmarkt erneut fest. Die Gründe hierfür suchte man hauptsächlich in der gebesserten außenpolitischen Lage. Daneben lagen wieder einige Kundschaftsaufträge vor, während Anregungen aus der Wirtschaft fehlten. Die Kulisse sah sich zu Deckungen veranlaßt und nahm verschiedentlich auch kleine 'Meinungskäufe vor. Im Ganzen war das Geschäft nicht sehr lebhaft, in einigen Spezialwerten war der Umsatz jedoch beachtlich. Stärker hervor traten heute IG. Farben, die bei lebhaften Umsätzen auf 169 bis 170, später 170,50, (168,40) anzogen. Auch Scheideanstalt um 3 v. $). auf 277 gesteigert. Montanwerte setzten zunächst noch etwas uneinheitlich, aber vorwiegend fest ein. Harpener plus 1,25 v. 5)., Mannesmann plus 1 v. 5)., Bereinigte Stahlwerke plus 0,75 v.H., Buderus plus 0,50 d. S). dagegen Hoesch 0,75 v.H. und Rhem- stahl 0,75 v.H. schwächer. Elektroaktien ebenfalls nicht ganz einheitlich, Lahmeyer 0,40 v. H., Schuckert 1 v. H. und AEG. 0,13 v.H. höher, an- dererseits Gesfürel 1 o. H. und RWE. 0,25 v. H. niedriger. Bon Maschinenwerten gewannen Muag und Moenus je 0,75 v. H., Junghans und Daimler nur knapp gehalten. Schiffahrtsaktien konnten sich bei kleinen Umsätzen um 1 bis 1,25 v. H. erholen, ferner waren AG. für Verkehrswesen 0,75 v.H. fester. Im einzelnen setzten Gement Heidel- berg, Bemberg, Hanfwerke Füssen und Zellstoff Aschaffenburg bis 0,75 höher ein, während Kunstseide AKU. 0,65 v.H. verloren. Westdeutsche Kaufhof unverändert 46 o. H. Rach den ersten Kursen ergaben sich überwiegend weitere leichte Erhöhungen, besonders Farben, einige Montanwerte, AG. für Verkehrswesen und Muag wurden beachtet. Deutsche Renten lagen still und wenig ver- i ändert. Etwas höher Kommunal-Umschuldung mit 2,75 8,9 8,4 8,5 15,13 Oie Noggenvermahlung wird weiter gefördert. LPD. Bekanntlich erhalten die Mühlen, die Roggen vermahlen, hierfür einen Zuschuß, der die Differenz zwischen den von Monat zu Monat veränderten Roggenpreisen und den ständig gleichbleibenden Roggenmehlpreisen ausgleichen soll. Die Zelt dieser Zuschußgewährung war bis zum 15. Juli 1936 begrenzt, weil auch die Roggenpreise bis zu diesem Tage festgesetzt worden waren. Da die Mühlen bis dahin aber nicht damit rechnen können, in vollem Umfange oder auch nur überwiegend Roggen aus neuer Ernte zu verwenden, sondern auf alterntige Ware zurückgreifen müssen, so müssen auch für die Zeit vom 15. bis zum 31. Juli 1936 diese Zuschüsse noch gewährt werden. Der Reichsnährstand hat darum durch eine Bekanntmachung der Wirtschaftlichen Vereinigung der Roggen- und Wei- zenmühlen diese Zeit in die Gewährung der Zuschüsse einbezogen. Erneute Steigerung der Buttererzeugung die Höhe der 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1994 6Vz% Doung-Anlethe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auslos.-Rechten ............ Auslos.-Rechten ............ Deutsche Komm. Sammelabl. An leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 4’/2% ehem.8% Franks. Hyp.-Banl Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 ey2% ehem. 4'/r% Franks. Hyp Bauk-Liqu.-Pfandbctese....... 6*4% ehem. 4-4% Rheinische Hyp.-Bank-Ltgu.-Goldpfe. 4y2% ehem. 8% Pr. Landespfandbriefanstalt, Pfandbriefe R. 19 4-4% ehem. 7% Pr. Landespfand briefcmst., Gold Komm. £61.20 Steuergutich.Berrechnungsk. 34-38 Chemie in der Waschküche. Neues vom Neichstreffen der Deutschen Chemiker in München. Daß die Ehemie sich neuerdings besonders eifrig mit dem Ruß beschäftigt, hat seinen Grund darin, daß die Ruße äußerst wichtige Stoffe für die Gummi-Industrie sind. Sie werden hier als Füllstoffe verwendet, aber keineswegs im Sinne einer bloßen Streckung, vielmehr kann man die Gebrauchseigenschaften der Gummierzeugnisse durch den Ruhzusatz wesentlich verbessern. Allerdings muß der Ruß dafür ganz bestimmte Eigenschaften aufweisen, seine Teilchen dürfen eine bestimmte Größe, die sich in millionte! Millimeter bewegt, nicht überschreiten, außerdem aber müssen sie bestimmte Oberflächeneigenschaften haben. Bisher wiesen nur die amerikanischen Gasrüße diese günstigen Eigenschaften auf. Neuerdings konnten nun, wie Dr. F. Stapelfeld! ausführte, deutsche Chemiker durch eine sehr eingehende Erforschung der Herstellungsbedingungen auch in Deutschland brauchbare Ruße für die Gummi-Industrie und andere Verwendungszwecke gemimten. Gummierzeugnisse, die mit deutschem Gasruß hergestellt werden, haben die gleiche Güte, wie die mit ausländischem Ruß Gewönne- nen, auch lassen sich die deutfchen Gasrüße mit künstlichem Kautschuk verarbeiten. Man ist also auch hier in der erstrebten Unabhängigkeit von ausländischen Erzeugnissen einen entscheidenden Schritt weitergekommen. LPD. In den letzten Wochen ist wiederum Zunahme der molkereimäßigen Buttererzeugung erfolgt. Dies ist insofern besonders bemerkenswert, als im Vorjahr schon Anfang Juni der Höhepunkt der jahreszeitlichen Buttererzeugung erreicht war. Die Butterherstellung der deutschen Molkereien liegt zur Zeit fast um ein Viertel höher als die zur gleichen Zeit des Vorjahres. Der Absatz der Butter vollzog sich im bisherigen Rahmen recht lebhaft. Für den Augenblicksbedarf steht in erster Lime Feine Molkereibutter zur Verfügung, da die Markenbutter ihrer Lagerfähigkeit wegen fast ausschließlich der Dorratswirtschaft zugeführt wird. Die Verbraucher haben aber nicht die geringste Ursache, über mangelnde Belieferung mit Oualitätsbutter zu klagen, da die Feine Molkereibutter der Markenbutter wohl an Haltbarkeit, aber nicht im Geschmack nachsteht. Die vermehrten Einfuhren aus England 88,20 (88,10) sowie Reicbsbahn-VA. mit 123,25 (123). Späte Schuldbuchforderungen, Zinsvergü- Meine und Reichsaltbesitz nahezu unoeran- on Auslandsrenten wurden Mexikaner bei um 0,13 bis 0,40 v. H. höheren Kursen, aber nur kleinen Umsätzen weiter gefragt. Im Verlaufe war das Geschäft recht still. Verhältnismäßig lebhaft blieben jedoch am Aktienmarkt IG. Farben, die auf 171,50 nach 170 stiegen und zeitweise 172 v.H. streiften; besondere Gründe für diese Befestigung lagen nicht vor, man brachte sie aber mit Tauschoperationen gegen Montanwerte. die später eher abbröckelten, zusammen. Fest lagen ferner Junghans mit 101,50 nach 100,25, auch AG. für Verkehr, Rheinmetall-Borsig und Kaufhof zogen noch an. Von später notierten Werten büßten Deutsche Linoleum 1,75 v. H. auf 189,25 und Siemens 1 v. H. auf 202 ein. Am Rentenmarkt wurden Kommunal-Um- schUldung zu 88,20 umgesetzt, zertif. Dollar-Bonds bröckelten leicht ab auf 67,75 (68). Pfandbriefe lagen nahezu unverändert, Liquidationspfandbriefe teilweise etwas höher. Stadtanleihen im allgemeinen wenig verändert, 4,5 v. H. Wiesbaden nach Pause fest mit 93 (91,75). Von fremden Werten zogen 4 v. H. Ungarn Kronen bei größeren Umsätzen auf 2,20 (1,90) an. Mexikaner lagen später sehr still. Freioerkehr: Adlerwerke 109,50 (109), Pokorny 104,50 (105), Ufa-Aktien 66,50 (66), Gro- wag 84 (84,50), NSU. 143 (142,50), Kali Wintershall schwach 125 (127). — Tagesgeld 2,75 (2,50) v. H. Abendbörse gut behauptet. 4% Oesterrelchische Golbrente... 4,20% Oesterrelchische Silberrente 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 414% desgl. von 1913.......... 6% abgeft. Goldmepkaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie ..................... derlich. Eine Verlängerung der einfachen Zinsverbilligung kommt nur in Betracht, wenn der Zinssatz 5 v. H. nicht übersteigt und der Verwaltungskostenbeitrag den Zinsoerbilligungsrichtlinien entspricht. Sind Länder Darlehnsnehmer, so wird einfache Zinsverbilligung nicht verlängert, wenn das Darlehen zur Finanzierung staatseigener Aufgaben verwendet worden ist. Die Verlängerung kommt also nur dann in Betracht, wenn das Land Zwischenträger ist. Die verstärkte Zinsverbilligung wird nicht allgemein verlängert, sie kann nur im Falle einer Sanierungsbedürftigkeit nach Maßgabe besonderer Richtlinien von neuem auf besonderen Antrag hin bewilligt werden. Die Anträge auf Bewilligung der verstärkten Zinsverbilligung sind von den Vorprüfungsbehörden unmittelbar an die Zwischeninstitute der Deutschen Rentenbank-Kredrtan- ftalt oder an die Deutsche Bodenkultur-AG. weiterzuleiten, falls diese beteiligt sind. «Uß. H weiteren Behandlung unterworfen werden, wenn sie nicht als bösartig schwer betrachtet werden sollen. Früher hat man hierfür Auslaugverfahren angewandt oder solche Arbeitsweisen, die den geschnittenen Tabak behandeln. Diese Verfahren verändern aber das Tabakblatt wesentlich und sind deshalb abzulehnen. Neuerdings konnte man nun nach Mitteilungen von Dr. Popp Verfahren entwickeln, mit denen man Tabake von bösartiger Schwere in bekömmliches Rauch gut umwandeln kann, ohne daß sie in ihren Normaleigenschaften deein- einträchtigt werden. Die neuen Verfahren beruhen auf der Einwirkung von Wasserstoffsuperoxyd auf das ungeschnittene Blatt. Man hat also hier eine ganz ähnliche Arbeitsweise vor sich, wie bei der Behandlung von Mehl mit chemischen Stoffen, durch welche die Backfähigkeit erhöht wird und die gewonnenen Backerzeugnisse bekömmlicher gemacht werden. Bei leichteren Tabaken ist diese Behandlung allerdings überflüssig, nur bei den schweren übt sie ihre günstige Wirkung aus. Die Abendbörse hatte am Aktienmarkt bei gut behaupteten Kursen nur kleines Geschäft, etwas lebhafter IG. Farben mit unverändert 172. Deutsche Linoleum lagen schwach und ermäßigten sich nahezu auf den Berliner Stand auf 187,50 (189,25). Am Kassamarkt hatten Deutsch-Asiatische Bank beachtlichen Umsatz und stiegen auf 860 (836), auch Deutsche Ueberseebank fest mit 162,13 (160,25) ferner Commerzbank 96 (95,90). Renten lagen wieder sehr ruhig. Kommunal- Umschuldung etwas hoher gefragt mit 88,25, zertifizierte Dollarlands unverändert 67,75 bis 68. Mexikaner auf Mittagsbasis behauptet. U. a. notierten: 6 v. H. Verein. Stahlwerke 102,75, 6 v. H. IG. Farben 130,25, 4,20 v. H. Oefterr. Silberrente 2,75, 4 v.H. Ungarn Kronen 2,22*/2, 4 v. H. Rumänen 5,45, 4,50 v. H. Irrigations- Mexikaner 10,50, 5 v. H. Tehuantepec 8,65, Adca 82, Commerzbank 96, Deutsch-Asiatenbank 860, Deutsche Ueberseebank 162,13, Buderus 111,25, Klöckner 115,50, Hoesch 118,50, Rheinstahl 147,50, Verein. Stahl 109, AEG. 37, Bekula 156, Zement Heidelberg 144,25, Conti Gummi 190, Daimler E 123,50, Deutsche Erdöl 133, Scheideanstalt 277, Deutsche Linoleum 187,50, Licht & Kraft 159,75, Eßlingen Maschinen 89,90, IG. Farben 172, Gesfürel 144, Holzmann 125,25, Junghans 101,25, Metallgesellschaft 137,50, RWE. 139,75 bis 139,50, Schuckert 165, Siemens 203, Zellstoff Aschaffenburg E 119, Reichsbahn-VA. 123,25, AG. für Verkehrs- Rundfunkprogramm. Donnerstag, 16. Juli. 6 Uhr: Choral — Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Pon Leipzig: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Bäderkonzert. 9.30: „Musik am Morgen". Zithermusik und Lieder im Volkston. 11.30: Bauernfunk. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittagskonzert II, 14: Nachrichten. 14.10: Wunschkonzert. 15: Volk und Wirtschaft. Weshalb sind Zolle nötig? 15.15: Kinderfunk. 16: Unterhaltungskonzert. 17.30: „Fröhliche Bücher für die Reisezeit". 17.50: „Fahrt ins Blaue". Reiseplauderei eines Frankfurter Journalisten. Von Hermann Jung. 18: Konzert. 19: Mit dem Glockenschlag. Die Stunde spiegelt das Leben des Tages. 19.30: Kleine Unterhaltung. 19.45: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: Unterhaltungskonzert. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). Nachrichten der DAF. 22.30: Vom Deutschlandsender: Reichssendung: Wiedererweckung der Spiele und Ausblick auf die XL Olympiade. 22.45: Heut' wird getanzt. 24—2: Nachtkonzert. Freitag, 17. Juli. 6 Uhr: Herbei, o ihr Gläubigen — Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Ein heiterer Sommermorgen. Lustiges Stelldichein mit Musik und Gesang. 9.45: Nur Freiburg: Nachrichten. 11: Hausfrau, hör zu! 11.30: Bauernfunk. 11.45: So- ziakdienst. 12: Bunt wie immer! 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Bunt wie immer! 14: Nachrichten. 14.10: Dem Opernfreund (XII). 15: Volk und Wirtschaft. Deutsche Wasser- straßen (3): Die Oder. 15.15: „Wir haben ein Haus, wir haben ein Kind..." Arbeiter und Soldat als Siedler in Stadt und Land. 16: Unterhaltungskonzert. 16.45: Kammermusik. 17.30: Wiedersehen mit Flandern. Ein Reisebericht. Vorsicht! — Schlangen! Ein naturkundliches Gespräch. 18: Musik zum Feierabend. 19: Kammermusik. 19.45: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: Unterhaltungskonzert. Lied und la*?, aus den Alpen. 21.30: Von München: Reichssen- dang: 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 22.20: Sportschau der Woche. 22.45: Tanz in der Sommernacht. 24—2: Nachtkonzert. Warum wäscht eigentlich die Seife? So einfach die Antwort darauf zu sein scheint, so schwierig ist sie in Wirklichkeit. Anderseits ist es aber unerläßlich, sie zu geben; denn mit ihr hängt aufs engste die Möglichkeit zusammen, die F e 11 w i r t s ch a f t von dem Bedarf, den die Seifenindustrie an Fetten hat, zu entlasten. Worum es dabei geht, zeigt die Statistik: vom gesamten deutschen Jahresbedarf an Fetten (2,1 Millionen Tonnen) gehen allein etwa 250 000 Tonnen in die Seifenindustrie. Für den Chemiker erwächst hieraus die bedeutungsvolle Aufgabe, andere leichtzugängliche waschkräftige Stoffe aufzufinden, die an die Stelle dieser Fette treten können und sie dadurch für die Zwecke der Ernährung freizumachen vermögen. Dabei kann es sich keineswegs darum handeln, „Ersatzstoffe" im berüchtigten Sinne dieses Wortes zu finden. Die Chemie ist darauf auch gar nicht mehr angewiesen, seit sie weiß, daß die Seifenwirkung, nämlich das Schaumbilden, das Einhüllen und Wegschwemmen der Schmutzstoffe keineswegs an oso besonderen chemischen Aufbau der Seifen gebunden ist, daß vielmehr alle Stoffe, die in ihrer Losung bestimmte Oberflächenkräfte ausüben, den Schmutz zu verdrängen und dadurch Seifenwirkungen auszuüben vermögen. An sich sind Stoffe dieser Art zahlreich, Kieselsäure, Kartoffelstärke, Gelatine, Kasein usw. gehören zu ihnen. Allerdings sind für Wäschereizwecke nur wenige davon geeignet. Nach praktischen Waschversuchen, über die Dr. K. Lindner auf dem Reichstreffen berichtete, lassen sich besonders mit Eiweiß- ft offen ausgezeichnete Wafchwirkun - g e n erzielen. Da derartige Stoffe in Form ver- fchiedener Abfälle in Deutschland reichlich zur Verfügung stehen, so besteht also hier tatsächlich em bemerkenswerter Weg, einen Teil des Fettbedarfs der Seifenindustrie für andere Zwecke freizumachen. Auch der Rauch er weit hat die diesjährige Chemikertagung eine erfreuliche Kunde gebracht, wenigstens des Pfeifenrauchers. Die Schneidetabake, die in der Pfeife geraucht werden, müssen im Gegensatz zum Zigaretten- und Zigarrentabak eine Zwischenbehandlung durchmachen: sie werden gedämpft und gerostet und mit einer „Soße" von bestimmter Zusammensetzung behandelt. Dadurch wird an sich schon ein übermäßiger Nikotingehalt herabgesetzt. Das genügt aber bei Tabaken mit höheren Nikotinwerten nicht, sie müssen noch einer Schlußk. Abend- bcSrfe 14-7 ZdR. Da mit dem 31.3.1937 die meisten verstärkten und die in früheren Jahren bewilligten einfachen Zinsverbilligungen ablaufen, wird im Reichsministerialblatt der Landwirtschaftlichen Verwaltung Nr. 15 vom 11.7.1936 eine Anordnung über die Verlängerung für Zinsverbilligungen erlassen. Für die einfache Zinsverbilligung gilt folgende Regelung: Soweit die Darlehn aus Mitteln der Deutschen Rentenbank-Kreditanstalt, der Deutschen Bodenkultur-AG. oder der Zentrale für Bodenkulturkredit stammen und von diesen Anstalten unmittelbar oder unter Zwischenschaltung anderer Banken vergeben worden sind, wird die einfache Zinsverbilligung ohne besonderen Antrag mit Wirkung vom 1.4.1937 um zwei Jahre verlängert. Dabei wird die Zinsverbilligung auf 3 v. H. ausschließlich Verwaltungskostenbeitrag festgesetzt. Bei anderen Darlehen kann die einfache Zinsverbilligung ebenfalls um zwei Jahre verlängert werden, doch ist ein Antrag der Dorprüfungsbehörde erfor- 101,25 ’ 97,5 102 ' 112,7 100,1 98,5 97 101,13 93,5 123 119,5 97 101 101,13 97,5 95 109,5 I Schlußkurs 13-7 Obst angebot war infolge der Regenfälle schwächer, in Heidelbeeren und Stachel- aber ausreichend. Erdbeeren kaum noch am Frühzwetschen erstmals angeboten. Geschäft ziemlich lebhaft, Preise für Himbeeren hoher, im übrigen kaum verändert. Ausländische Aprikosen, Pfirsiche und Susinen genügend angeboten. Ge- schäft befriedigend, Preise fest. U. a. notierten: Sommer-Aepsel 23 bis 30, ital. 23 bis 24, Apriko- {en 38 bis 42, ital. 28 bis 35, Bananen, 12^ »kg, Kiste 6 bis 7 Kamerun, Zucker-Birnen 20 bis 24, Heidelbeeren 22 bis 24, Garten-Himbeeren 32 bis 45, Johannisbeeren 17 bis 20, Kirschen 20 bis 30, Sauerkirschen 22 bis 30, Pfirsiche 30 bis 38, ital. 23 bis 32, Susinen ital. 30 bis 35, Stachelbeeren 10 bis 20, Frühzwetschen 40 bis 42, Zitronen, 150 börle 14.7. Franksurt o.M. Berlin Frankfurt a. M. Dertin Schlußkurs Schlußi. Abendbörse Schlußkurs Schlußk. Mittag- börle Schluß- kurs Schlußk. Abend- börsc Schluß- kurs Schlußk. Mittag- börse Dalum 13-7 147 13 7. 14.7- Datum 13.7. 14.7. 13.7. 14-7. 4% desgt. Sene U ............ 5% Rumän. vereickh. Rente v. 1903 4!4%Rumän.vereinh.Rentev.l913 4% Rumänische vercinh. Rente . 2 »4% Anatolier ............. Hamburg-Amertka-Paket .....0 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Norddeutscher Lloyd .........0 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz, und Privat-Bank ... 4 Deutsche Bank und Dtsconw- Gesellschaft................ 4 Dresdner Bank........... 4 Retchsbank ................Y< A.E.G......................0 Bekula.....................8 Elektr. Lieferungsgesellschaft... 6 Licht und Kraft .............7 Felten & Guilleaume......... 4 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 6 Rheinische Elektrizität ........ 6 Rhein. Wests. Elektr.......... 6 Schuckert 8 Co...............6 Siemens 8 Halske............ 8 Lahmeyer L Eo.............. 7 Buderus ................... Deutsche Erdöl ..............4 Harpener............. 2% Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. i Ilse Bergbau ............... 6 Ül>e Bergbau Genüsse........t Klöcknerwrrke ............... ‘ ManneSmavn-Röhren........8 6,6 10 5,4 42,75 13,5 14,5 118,5 95,5 97,5 97,75 196 36,9 156,25 134,25 159,5 135,5 144,75 131,75 137,25 164,5 203 143 111 12i,75 133 118,75 137,5 115 109,75 6,5 10 5,45 14,75 15,5 119 96 97,5 97,65 196 37 156 134 159,75 135 144 131,25 139,5 165 203 143,4 111,25 133 134,25 118,5 137,5 115,5 110,5 6,5 10 5,35 13,4 44,5 14,25 118,13 122,9 95,4 97,5 97,75 197 37,13 156,13 133 160 135,4 144,25 132,25 136,25 165 202 143,25 111 130 133,25 118,4 173 136,65 114,75 110 6,9 10,2 5,45 14,5 46,5 15,4 118,9 122,9 95,75 97,5 97,65 197,75 37,13 156,4 160 136,13 144,65 131 139,25 165 203 142,9 111,5 132,9 134,5 118,25 174,5 137 115,5 110,65 Mansselver Bergbau....... 6Vr Kokswerke...... 6 Rheinische Braunkohlen .....12 Rheinstahl .................. 4 Bereinigte Stahlwerke...... 8% Otavt Minen .'..............0 Kaliwerke Aschersleben........b Kaliwerke Westeregeln........5 Kaliwerke Salzdetfurth..... 7% I. G. Farben-Jndustrie.......7 Scheideanstalt...............9 Goldschmidt ................ 5 Rütgerswerke ............... 6 Metallgesellschaft............. 5 Philipp HoHmann...........4 Zementwerk Heidelberg ......7 Eementwerk Karlstadt.........6 Schultheis Patzenhoser .......4 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg...................6 Zellstoff Waldhof ............ 6 Zellstoff Aschaffenburg .......0 Dessauer Gas ............... 7 Daimler Motoren............0 Deutsche Linoleum........... 8 Lrenstein & Koppel ..........0 Westdeutsche Kaufhof.........0 Chade..................... 9 Acrumulatoren-Fabrik....... 12 Conti-Gummt.............. 11 Gritzner....................0 Mainkraftwerke Höchst a.M.... 4 Süddeutscher Zucker ........10 147,25 108,25 27,9 127,75 127 182 168,4 274 113,75 130 138,4 126 143,75 150 53,4 85,5 156 118,75 123,4 191 46 408 190 1 32,5 95 1 229 147,5 109 27,4 127,75 127 182 172 277 113 130 137,5 125,25 144,25 150 52,75 86 154,5 119 123,5 187,5 46,5 405 190 95,75 228 141,25 131,25 237,75 147,25 108,75 27,75 127,75 127 182 168,75 114 130,25 138,5 126,25 108,5 53 85 155 119 121,5 123,13 191,4 83,4 46 403 213,13 189 1 32,25 I 229 140 131,5 147,5 108,75 27,65 127,75 127 182,5 172 113 130 137 125,25 110,4 53,13 85,65 154,5 119,65 120,5 123 187 83 46,5 406 212 189,5 3M 13.Juli 14 3ut Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld | Lrief Geld Ärie duenos Ai re 0,675 0,679 0,674 0,678 Brüssel .... 42,00 42,08 41,98 42,06 Rio de Jan. 0,142 0,144 0,144 0,146 Sosta..... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen 55,70 55,82 55,65 55,77 Danzig .... 46,80 46,90 46,80 46,90 London.... 12,475 12,505 12,465 12,495 HelsingforS. 5,499 5,511 5,495 5,505 Paris ..... 16,415 16,455 16,42 16,46 Holland ... Italien.... 169,07 169,41 169,08 169,42 19,53 19,57 19,53 19,57 zavan ..... 0,727 0,729 0,728 0,730 Jugoslawien 5,654 5,666 5,654 5,666 Oslo..... : 62,70 62,82 62,65 62,77 Wien...... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon... 11,335 11,355 11,325 11,345 Stockholm.. 64,32 64,44 64,27 64,39 Schweiz ... 81,18 81,34 81,17 81,33 Spanten... 33,95 34,01 33,97 3d, 03 10,285 10,305 10,285 10,305 Budapest .. Neuyork ... 2,482 2,486 2,480 2,484 Vanknoten. Berlin,14.Juli Geld Srief 2,432 2,452 Belgische Noten.................. 41,84 42,00 Dänische Noten ................. 55,45 55,67 Englische Noten ................. 12,43 12,47 Französische Noten............... 16,37 16,43 Holländische Noten............... 168,66 169,34 Italienische Noten................ — —1 Norwegische Noten .............. 62,43 62,69 Deutsch Oesterreich, 4 100 Schilling — —' Rumänische Noten............... — 64,05 64,31 Schweizer Noten................. 80,99 81,31 33,63 33,77 Ungarische Note« ................ bte At nicht s Mch Ä Ä ' 'tltl >^ersi, B io ^Und k es n t n- ■* 1“. t»ie ■ löt Mr sSkoßrüB Der Mll*j IDWÄ 6 fei fW'Ä®'1 l B sd 4*L c gtaais ■ L»kM" P.Jj* #ie im öl’" .'btt W* UM i übrigen W k ihr geregelt^ tunt) ®e|U* “Se «den Me" i übernehmen. J $ Dienst eine A t der Weh« 1 wendige",^ :i treten. Ws © i werüen anßerbc jj)r. S ch oll?u Für den °rz t besonderen D I {Räume M Yl x den neuzeitliche E Therapie sowie c qen ausgeftatte rauch ausla c gen zur Behc Ä Unter,uchu libie in Anlehn iibenß und Elli Teilnehmer un u ausgerüstete 9 ii gestellt und d 3 2115 Gehilfen g SanitätsL t chender Anzal I der weiblichen - Schwestern 8 Stelle her mär jj sportfelb bejin 3 Schwimmhalle' Das Arztha : gründliche Un jj stattet. Es di !lRbntgena 3 Beftrahlungsc d photographisch j ferner über 8 Augen-, chals- o birurgiße 1 H tionsräum t ift, vorhanden. I! Möglichkeit, (Erl g zu behandeln. $ B [allen Gebraut IIder Regel Ui ilhaus erfolge S Schwestern d 8 Kameradschaft 8 gebrachten W H dem Reichssp 8 sten Stellen I len. Für die I Rettungsstelle 1 Röntgendurch ö vorhanden. 2 Der s . einem stnellzug di u Ll'n Euttlin 11 "scher Kleidu $Jir gegenüb Jwgtegefn j Men, desto 6r stand aus annte aus, Pc^rum auf T tr1"1 M r chnell rnieher "Z,gebend. äu; ZÄ 'nen, $ 1 bis ä ' 5 bi5 ?ls 30. Ä itd[ & S iih «hj en. J 10M Apriko. Hu Anspruch. Pause, 7: n Weiterer mit Muß schien. 11: 11.45: &> Nachrichlis Bunt d» ipernfreunb he Wchi> haben ein : und Sol' 16: Unter« .7.30: ffif t. Barsch! sprach. 18: ufit. 19.45' 20: W und Ta Mchsiill- tnbebejirfl. Ünz in ta U 6.30; 7: Nach, frt. 9.30: Jeher im Nett l '!)-13.15; Wunsch, sind Zölle gskonzerl 1. 17.50: Frankfur« Konzert iegelt da? ng. 19.45: !O: Nach. Nachrichten der DAF. ung: Wie« nf die XI. lt 24—2: en Zmsm n der 3’^ Verwaltung-' itlinien eni- so wird tw wenn du >r Aufgad» ung kom^ Land 3®' gung ir im N Mabe w *«! jne aus *• an die 3® ant-KreM -AS. 5 o ,5 i5 >2 |8 >3 !8 >4 55 95 25 27 17 97 85 80 ^5? 42.06 0,146 3,0g 55.^ 46,90 12,S 5,5OJ 16,4 1»; 19,57 0,73° 5.6g 62,J 49-0 11,3g 64,Z 8bB 10, J* 2,414 62;* Ur. 165 Drittes Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberhesien) Mittwoch, 15. Juli 1956 Oer Arzt bei den Olympischen Spielen. Asoßzügige und kostenlose Gesundheitsüberwachung aller Teilnehmer gesichert. 1 er ärztliche und Gesundheitsdienst bei den dir npischen Spielen bezweckt, die Versorgung aller Knülle und Erkrankungen sicherzustellen, bte besten Dämlichkeiten für G e s u n d h e i t s ü b e r w a- hing d e r Aktiven einschließlich wissenschaft- iich-r Untersuchungen zu bieten und die allgemeine fryienische Ueberwachung durchzuführen. Er gliedert |td in den Gesundheitsdienst auf dem Reichssport- jet und den übrigen Kampf- und Uebungsvlätzen, imOlnmpischen Dorf und in der Stadt. Die Leitung k‘ ärztlichen Dienstes auf dem Reichssportfeld und irlln Kampf- und Uebungsstätten liegt in den Hän- ki von Staatsrat Dr. Conti, die praktische ärzt- iutz Versorgung untersteht Professor Dr. G e b - fr ar b t, Hohenlychen. Öie im Olympischen Dorf bte Unterbringung von ki Wehrmacht geooten wirb, so wirb auch ber irzlliche unb Gesundheitsdienst in biesem unb ben ilbigen Unterkünften in Döberitz-Elsgrunb von hi,geregelt. Die Gesamtburchführung bes ärztlichen ini Gesunbheitsbienstes im Olympischen Dorf unb seiiL Ueberwachung liegt, wie bie Vorbereitung, in ki Händen des Generalarztes Dr. Z i a j a. Die miche Leitung wird Oberstabsarzt Baader ii benehmen. Reben ihm wird im regelmäßigen Drift eine Reihe ausgewählter Sanitätsoffiziere ki Wehrmacht tätig sein. Unter ihnen sind die not- vkidigen Fachärzte, auch ein Zahnarzt, ver- tre-n. Als Sportärzte der deutschen Mannschaft oe2en außerdem Dr. H e i ß, Dr. Hefter und Dr Schöndube dort tätig fein. Mr den ärztlichen Dienst wurden außer einem kimberen Arzthause (Hanau) noch große ÄLme im Hindenburghause bereitgestellt und mit ki neuzeitlichen Apparaten für Diagnostik und Lhrapie sowie für sportphysiologische Untersuchun- ici ausgestattet. Es ist dafür Sorge getragen, daß inch ausländische Aerzte diese Einrichtun- zei zur Behandlung an ihren Mannschaften und Untersuchungen an ihnen benutzen können. Für )ie in Anlehnung an das Olympische Dorf in Do- kife und Elsgrund bereitgestellten Unterkünfte für Lemehrner und Teilnehmerinnen sind gleichfalls gut Azerüstete Räume für ärztliche Versorgung stcher- lehellt und der ärztliche Dienst in ihnen geregelt. O Gehilfen der Aerzte werden ausgewahlte L nitätsunteroffiziere in voll ausrei- hkider Anzahl bereitstehen. In den Unterkünften ki weiblichen Teilnehmer in Elsgrund treten S Western vom Roten Kreuz an die BtLle ber männlichen Hilfskräfte. Auf bem Reichs- pntfelb befinbet sich bas Aerztehaus neben bem vcvimrnhallengebäude. !,as Arzthaus ist mit allen Einrichtungen für srindliche Untersuchungen unb Behanblung ausge- tariet. Es verfügt über hoppelte mobernfte Rin tgenanlagen, Diathermie, reichhaltige AcUahlungseinrichtungen, Elektro-Kardiographie, aiil ographische Einrichtung unb Laboratorium; jener über Einrichtungen zur zahnärztlichen, M.en-, Hals-, Rasen- unb Ohrenbehandlung. Für Mirgische Behanblung sinb zwei Opera- tiinsräume, von denen einer streng aseptisch ist vorhanden. In geringem Umfange besteht die Mylichkeit, Erkrankte und Verletzte dort stationär |i ehandeln. Hiervon soll jedoch nur in Ausnahme- fcil n Gebrauch gemacht werden, vielmehr wird in frer Regel Unterbringung im Kranken- kau 5 erfolgen. Durch die Aerzte, Aerztinnen und edioeftern des Arzthauses werden auch die im Kameradschaftshaus auf dem Reichssportfeld unter- nl achten Wettkämpferinnen versorgt werden. Auf »er Reichssportfeld befinden sich, auf die wichtig- ter Stellen verteilt, sieben Rettungsstel- e Für bie Wettkämpfer am bebeutenbften ist bie Re ungsstelle am Marathontor. Hier ist auch eine Rö tgestburchleuchtungs- unb Aufnahmemöglichkeit Mixjanben. Alle Rettungsstellen finb unteremanber unb mit bem Rettungsamt ber Stabt Berlin durch ein unmittelbares Fernsprechnetz verbunden. Auch alle übrigen Kampfplätze sind mit ärztlich besetzten Rettungsstellen ausgerüstet, so die Deutschlandhalle, die Regattabahn Grünau und alle Uebungsplätze. Das Arzthaus, das bei den IV. Olympischen Winterspielen in Garmisch-Partenkirchen der Mittelpunkt der Versorgung war, wird bei den Uebungs- plätzen in Eichkamp Aufstellung finden. Seine Ausrüstung enthält alles, was für Untersuchung und Behandlung benötigt wird. Insbesondere ist es auch für sportärztliche Untersuchungen eingerichtet. Seine Aufstellung ist der Initiative des Reichsärztesührers Dr. Wagner, seines Stellvertreters Dr. Bartels und des Sportärzteführers Dr. Ketterer zu verdanken. Entsprechend seinen besonderen sportärztlichen Aufgaben wird die ärztliche Besetzung durch den Sportärztebund geregelt. In Grünau befinden sich außer drei Landstationen eine Wasserstation auf einem Rettungsschiff. Röntgenuntersuchungsmöglichkeit und Diathermie-Behandlung ist gegeben. Die Unterkunftsräume der Ruderer im Schloß Köpenick, Polizeiunterkunft Köpenick und Dorotheenschule Köpenick sind ebenfalls mit Untersuchungs- und Behandlungsstellen versehen, von denen die in der Polizeiunterkunft Köpenick besonders gut ausgestattet ist. Die Sanitätsmannschaften in Grünau stellt die Ret- tungsgesellschast der Wassersportvereine. Mit der Leitung des Sanitätsdienstes in Grünau ist der Arzt der Rettungsgesellschaft der Wassersportvereine, Dr. Reinhardt, betraut. Die ärztliche Dienstleistung wird von 6 0 aus- gewählten für die gesamte Zeit verpflichteten Aerzten versehen. Die hervor- Mahlzeit auf der Gartenmauer. Still liegt die Straße mit ihren grünen Vorgärten in der Mittagssonne. Fernab klingt das Lachen der Kinder herüber, einsam ist es ringsum, nur ein älterer Mann geht vor mir, eine schmale kleine Gestalt mit grauem Haar und bescheidenem schwarzen Lüsterjakett. Ich beachte ihn kaum, und doch soll er mir in der nächsten Minute ein überraschendes kleines Erlebnis bringen. Denn plötzlich bleibt der Herr mit dem grauen Haar an einem Vorgartengitter stehen. Er blickt eine Weile in die schattigen Büsche und läßt dann einen leisen, lockenden Ruf vernehmen. Run verhalte auch ich den Schritt und bin gespannt, wen wohl der kleine Herr erwarten mag. Und da schleicht eine graue Katze unter dem Jasminbusch hervor, äugt scheu nach links und rechts und springt dann mit einem geschmeidigen Satz auf die Backsteinmauer des Gartengitters. Zwischen den Stäben windet sie sich durch und sitzt nun, den Schwanz anmutig um die Vorderpfoten geringelt, unmittelbar vor dem, der sie rief. Sie miaut leise und ein bißchen kläglich, ich komme langsam näher und sehe nun, daß es eine magere, dünne Katze ist, ungepflegt und gewiß sehr hungrig. Der kleine Herr streicht der Katze zärtlich über die eingefallenen Flanken, dann holt er aus der Seitentasche der Lüsterjacke eine Tüte hervor und schüttet sie aus dem Steinsims aus. Fleisch rollt heraus, rohes, sorgsam in Würfelchen geschnittenes Fleisch! Im Handumdrehen hat das Tier die roten Stückchen verschluckt. Schon sitzt es wieder wie ein schüchtern bettelndes Kind und blickt aus grünen, klaren Augen den Spender an. Der ist auch wirklich mit feiner Güte noch nicht am Ende. Er kramt ragenbften Fachärzte der Reichshauptstadt stehen in besonderen Fällen zur Verfügung. Die Sanitätsmannschaften und Schwestern stellt das Rote Kreuz, hinzu kommen Heilgehilfen des Arbeitsdienstes unter dem Arbeitsgauarzt Dr. Lambrecht. Erforderlich werdende Transporte ernster Verletzter oder Erkrankter werden durch das Rettungsamt der Stadt Berlin durchgeführt. Für die Aktiven ist im Städtischen Krankenhaus Westend eine chirurgische und eine innere Station freigemacht und auch die Möglichkeit zur Unterbringung von Infektionskranken vorhanden. So können alle Aktiven in einem Krankenhaus behandelt werden. Dies wird zweifellos zur Aufrechterhaltung enger Verbindung zwischen den Mannschaftsführern und den Wettkämpfern erwünscht sein. Die Unterbringung erfolgt in 1- bis 3-Bett-Zimmern. Auf Wunsch ist die Möglichkeit zur Unterbringung in konfessionellen Krankenhäusern aller Konfessionen vorgesehen. In der Stadt wird vom Hauptgesundheitsdienst der Stadt Berlin zusammen mit dem Roten Kreuz ein ständiger. Bahnhofsdienst und ein Straßendienst, besonders an den Tagen des Marathonlaufs, der Radfernfahrt und des Gehens eingerichtet. Verstärkung des Dienstes in den städtischen Rettungsstellen ist vorbereitet. Hilfsrettungsstellen in besonders gefährdeten Brennpunkten sind eingerichtet. Die Versorgung der großen Massen- quartiere ist durch besondere Vereinbarungen mit der Berliner Aerzteschaft geregelt. Die Inanspruchnahme der ärztlichen Einrichtungen im Olympischen Dorf, des Arzthauses auf dem Reichssportfeld, der Rettungsstellen und notwendige Krankentransporte für Wettkämpfer sind kosten - los. In Kiel ist durch Dr. Schirren für die Sicherung der aktiven Segler, ihre Betreuung in ihren Unterkunftsheimen gesorgt. Für die Zuschauer befinden sich auf dem Begleitdampfer ein Arzt und Sanitätsmänner des Roten Kreuzes, das auch den Straßenunfalldienst durchführt. weiter in seinen Taschen und zieht drei Päckchen heraus, in Zeitungspapier gewickelt. Sehr neugierig geworden, trete ich näher heran, der kleine Herr läßt sich dadurch nicht stören. Er wickelt die Päckchen aus, während die Katze und ich gespannt auf die kommenden Dinge warten. Und es enthüllen sich: Erstens ein Näpfchen, zweitens ein Flasche Milch, drittens einige Brötchen. Die Milch wird in den Napf gegossen, und dis Brötchen werden hineingebrockt. So, und nun „Wohl bekomms!" Und wie es bekommt! Das hungrige Tierchen schleckt und schleckt. Währenddessen habe ich Zeit, den freundlichen Geber über seine Wohltat zu befragen. „Ja, sehen Sie", sagt er und sieht mich aufmerksam durch die goldgefaßte Brille an, „was soll denn aus dem Tier werden? Es ist herrenlos und hat sich in diesem Garten ein Notquartier errichtet. Seit zwei Tagen habe ich es beobachtet, bis ich bestimmt wußte, daß sich niemand seiner annimmt. Nun, so sorge ich eben bis auf weiteres für das arme Wesen ..." Ganz schlicht sagt er das und krault dabei behutsam das schleckende Katzenköpfcken. „Haben Sie noch mehr solcher Schützlinge?" will ich wissen. „Das soll wohl sein", antwortete er, immer so, als sei das alles die selbstverständlichste Sache von der Welt, „es gibt ja immer noch Menschen, die ihre Katzen aussetzen und sich um das Schicksal der verlassenen Geschöpfe weiter keine Sorgen machen. Da hilft man, wo man kann, und mein Weg führt mich an manchen Gärten vorbei." Und nun wendet er sich wieder der schlappenden Katze zu, gießt noch ein bißchen Milch nach, damit die Semmel besser schmeckt, und als die Katze satt ist und sich zufrieden an seinen Aermel drückt, packt er Schälchen, Flasche und Brötchenreste wieder ein. „Wie lange machen Sie das schon? frage ich noch schnell. „Ach, schon immer..." gibt er zur Antwort Und dann wendet er sich zum Gehen, mich nachdenklich mit der grauen Katze zurücklassend, die nun wieder scheu und lautlos unter den schattigen Büschen verschwindet. v. M. Dornoiizen. Tageskalender für Mittwoch. Gloria-Palast, Seltersweg: „Peter Ibbetson". — Bekenntnisgemeinde, 20.15 Uhr, Vortrag von Pfarrer Steck, Dozent beim Prediger-Semmar in Frankfurt a. M., über „Falsche Propheten in der Bibel" im Johannessaal. Vortrag der Vekenntnisgemeinde Gießen. Die Dekenntnisgerneinde Gießen veranstaltet am Mittwoch im Johannessaal einen Vortrag. Pfarrer Steck (Frankfurt a. M.) spricht über das Thema „Falsche Propheten in der Bibel". Auf die heutige Anzeige sei hingewiesen. Haus Markt 22 neu hergerichtet. ** 2 ik. 5 (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.) Zu Ende der vergangenen Woche konnte die Erneuerung der Front eines schönen alten Fachwerkhauses unserer Stadt beendet werden. Das Haus 22 am Markt bietet in feiner reichen Gliederung und in der feinen und verständnisvollen Verwendung der Farbe einen prächtigen Anblick und gereicht unserer Stadt sehr zur Zierde. Das dunkle Braun der Balken erführt eine feine Belebung durch Rot und Grün. Mit der verständnisvollen Wiederherstellung dieses Hauses ist das Stadtbild wieder um einiges gehoben worden. Es ist er» Gute Möbel bei Koos Giessen Schulstr6 Aus der Provinzialhauptstadl. der eng- JUifeerlebn sie. Von Martin Weise. Der seltsame Reisegefährte. M-rt einem Hellen Sommertag trug mich kcimellzug durch das gesegnete Hegauland. Lm Tuttlingen war ein Herr in moderner fieser Kleidung in das Abteil zugestiegen. Er saß pi gegenüber. Je näher wir den eigenartigen fceigfegeln des Hohenkrähen und Hohenstoffeln liren, desto nervöser wurde der neue Fahrgast. |r stand auf, beugte sich weit aus dem Fenster, in nte aus dem Abteil auf den Gang, um sich liOerum auf der anderen Seite des Wagens weit ci dem Fenster zu lehnen. Dann war er ebenso Ihisell' wieder am Abteilfenster, seltsame Laute von ff) gebend. , 1115 der Hohentwiel, jener schon zur Legende ge- voidene Berg mit seinen zertrümmerten Burg- flMlagen sichtbar wurde, ging eine merkwürdige Diünderung mit dem Abteilgefährten vor. Er riß fei Jakett auf, breitete seine Arme, als wolle er eiaas umschlingen, und schrie laut in die sommer- fiirtte Landschaft. Dabei bemerkte ich, daß ihm firmen über die gebräunten Wangen rollten. r,ü)o, ho, ho — hei, hei — Heimat!! Heimat!! Sirmer wieder und immer lauter rief er Diele Si te, diese Worte. Dabei fiel er plötzlich matt, |( nach einem Fieber, das ihn geschüttelt, aus fern Platz zurück. Wenige Minuten starrte er mit B?i»n Augen vor sich hin, dann kehrte das Leben Bioer in ihn zurück. Dann sah er mich an, mit finden Augen — und erschrak. Ich glaube, er bm.erkte in diesem Augenblick überhaupt erst, daß e nicht allein im Abteil war. Ein müdes Lächeln im spielte seinen Mund, dann sprach er hastig, st«) zi imir wendend: „Verzeihen Sie, verzeihen eie, rem Herr! Verzeihen Sie mein Benehmen. Es :r plötzlich über mich. Schauen eie, nach zehn •irren harter, schwerer Arbeit in 2Imerita kehre i!) heute in meine Heimat zurück. In mein liebes ■feiaulanb. Eltern haben goldene Hochzett. Sind rr.e Bauersleute. Kein Mensch weiß, daß ich träne. O, und mein Heimatdorf steht noch, steht ’bqi so, wie ich auszog. Die schlanke Kirch . D icßen Linden. Ich hab es gesehen vorhin. Ja, ich 1I2 es gesehen — und wieder von ihm Besitz er- tvfen. O, wie unendlich schön ist doch mein Hegau- iiöi, mein Dörfchen mit den Linden, unter denen ■it Brunnen rauscht. Verzeihen Sie, mem Herr, frrouftte nicht wohin mit meinem Gluck, daß meine foijen diesen geliebten Erdenfleck Wiedersehen . V^er 3ua bremste. Weiße Bahnhofsschilder glitten Düber. Rufe. Schreien. Signale. Singen am Hohentwiel. Hastig nahm der Herr in dem moder-1 nen englischen Anzug Mantel und Köfferchen. Mit | kurzem Gruß war er an der Tür, und noch bevor der Zug hielt, sprang er aus dem Wagen und rannte wie ein Schulbub, der in die Ferien fahren darf, nach der Sperre. Dann war dieser seltsame Reisegefährte meinen Blicken entschwunden. Lange habe ich noch über diesen wunderlichen Fahrgast nachgedacht. Ich konnte sein Gebaren, seine Freude, der Heimat wiedergeschenkt zu sein, durchaus verstehen. Und ich glaube, nur der deutsche Mensch kann so von seiner Heimat Besitz ergreifen, wie dieser Mann, der nach zehn Jahren aus fremdem Land zurückkehrte. Zur freundlichen Erinnerung. An der Uferpromenade in Meersburg am Bodensee saß auf einer Bank ein. junger Mensch. Die untergehende Sonne tauchte den See in eine wahre Sinfonie von Farben. Der junge Mensch aber artete nicht des wundervollen Schauspiels. Ich setzte mich zu ihm. Da bemerkte ich, daß er mit Eifer auf die Rückseite von Ansichtskarten mit großen ungelenken Buchstaben schrieb: „Zur freundlichen Erinnerung an meine erste Reise an den Bodensee". Darunter setzte er seinen Namen, den er mit einem ungefälligen Schnörkel zierte. Postkarte für Postkarte nahm er vor. Nichts beeinflußte ihn bei seiner eintönigen Arbeit, weder die Schönheit des abendlichen Sees, noch die vorbeiflutenden, festlich geputzten Menschen, noch die Ouvertüre von Mozarts „Zauberflöte", die eine Kapelle in einem nahen Hotelgarten spielte. Als er einen Augenblick mit seiner geschäftigen Tätigkeit aussetzte, nicht aber, wie ich erwartete, über den in allen Farben leuchtenden See blickte, sondern auf den harten Kies der Promenade, sprach ich ihn an. ' „Sie sind sehr fleißig mit Ihren Widmungen. Sie wollen wohl bei Ihrer Rückkehr Ihren Freunden und Bekannten eine Ueberraschung und Freude bereiten?" Ganz treuherzig antwortete er mir: „Nee, do foff ich mir derheeme e Album und papp die Karten rein!" „Nun, wenn Sie die Karten in ein Album kleben wollen, da brauchen Sie sich doch an diesem herrlichen Abend nicht die Mühe zu machen und Ihre Erinnerungszeilen auf den Karten anbringen.' Etwas verdutzt sah er mich an, dann sagte er langsam und schwerfällig: „Da Hamm Se eigentlich recht!" Dann nahm er mit der größten Ruhe und Selbstverständlichkeit die nächste Postkarte und schrieb wieder mit seinen großen ungelenken Buch- staben „Zur freundlichen Erinnerung..." Da bin ich aufgeftanben und gegangen. Dem Mann war ! nicht zu helfen. Karriere. Von 3o Hanns Rösler. Auf Detektiv muß man gelernt haben. Das geht nicht so hudriwudri wie das Brezelbacken. Zum Detektiv gehört mehr. Sonst möchten ja alle Leute Detektiv werden, das Monokel im Auge, die kurze Pfeife im Mund, den Vollbart in der Tasche und den Revolver in der Hand. Das wäre ein Leben! Nein, ein Detektiv ist ein ernster Kopfarbeiter, er kalkuliert, er organisiert, er kombiniert, er rechnet und berechnet, er denkt und bedenkt, er schaut hin und er schaut her, nichts überläßt er dem Zufall, denn nur so, nur so allein, macht er seine große Karriere. * James Holmes war der größte Detekttv seiner Zeit. Er machte sich seinen Namen in jungen Jahren durch den Fall der Fürstin Franzmann- hansmann. Der Fürstin waren im Roxyhotel in Paris kostbare Perlen gestohlen worden, aber ehe die Uhr sich noch einmal um sich selbst gedreht hatte, klopfte es an die Tür und James Holmes trat ein. „James Holmes, Detekttv", sagte er. Die Fürstin empfing ihn mit offenen Armen. „Helfen Sie mir!" „Ich habe Ihnen schon geholfen." „Wie? Was? Wann? Wo?" James Holmes verneigte sich höflich. „Ich bringe die Perlen zurück", sagte er, „es gelang mir, den Dieb zu fassen — eine Bedingung muß jedoch erfüllt werden: der Name des Täters bleibt unbekannt." Die Fürstin erfüllte den Wunsch des Detektivs gern, und James Holmes Ruhm verbreitete sich blitzartig über alle Erdteile. Der Fall erregte um jo größeres Aufsehen, als man nie erfuhr, auf welche Weise und von wem die Perlen gestohlen worden waren. Man sprach von einem Mitglied der besten Gesellschaft, später von einer berühmten Schauspielerin, der Detektiv aber schwieg auf alle Fragen beharrlich, und gerade dieses geheimnisvolle Schweigen wurde beredt für seinen Ruhm. So wurde James Holmes bald der Held aller großen Sensationsfälle, die Knaben träumten von seinen Taten, und die Mädchen hätten selbst eines Einbrechers harte Hand nicht gefürchtet, wußten sie sich doch auch unbewacht unter seinem Schutz. Als James Holmes nach vielen Jahren längst feinen falschen Bart an den Nagel gehängt hatte und eine Auskunftei für schnelle und diskrete Fälle eröffnete, wo er nicht mehr so weit laufen mußte. sondern alle Verdachtsmomente, Beweise und Gegenbeweise schon sauber in einer Kartothek bequem zur Hand hatte, kam eines Tages ein Reporter zu ihm, der die berühmtesten Kriminalfälle des letzten Jahrhunderts sammelte. „Wie entdeckten Sie eigentlich Ihre Begabung, James Holmes?" fragte er. • „Ein Zufall, junger Freund." „Arbeiteten Sie schon lange in Ihrem Berus, als sich der berühmte Fall der Fürstin Franzmann- hansmann ereignete?" James Holmes lächelte: „Nein. Dieser Fall war mein erster Fall. Ich war damals weder Detektiv, noch dachte ich daran, einer zu werden. Offen gestanden, ich glaubte, Detektive gebe es nur im Film wie Hexen im Märchen. Ich war damals Vertreter einem Grammophonfabrik und, da diese neue Erfindung gerade von Amerika herüberkam, beauftragte mich meine Firma, in das größte und vornehmste Hotel zu gehen und dort meinen Apparat vorzuführen. Als ich mit dem unhandlichen, umfangreichen Trichterapparat die Halle betrat, war gerade der Diebstahl des kostbaren Kolliers bekanntgeworden, und kein Mensch hatte Augen für mein Kommen und meine Erfindung. Ich lief daher durch den Gang, der in die Zimmer führte, und stellte meine Maschine auf einen Tisch. Ich war so ungeschickt, dabei eine Vase umzustoßen. Die Vase zerbrach. Auf dem Boden lag die Perlenkette, die der Dieb darin verborgen hatte, bis er Gelegenheit fand, sie unbemerkt aus dem Hotel zu bringen. Ich steckte die Kette ein und —" „Und brachten Sie der Fürstin?" fragte der Besucher. „O nein — ich ließ das Grammophon stehen, wo es stand, ging in die Halle zurück und meldete mich als neuen Gast an. Als Beruf schrieb ich: Detektiv. Als ich dann zwölf Stunden später der Fürstin die Perlen zurückbrachte, und man mich nach dem Dieb fragte, verweigerte ich, eine Zusage oortäuschend, die Aussage." Der Reporter traute feinen Ohren nicht. „Sie verdanken also Ihren großen Erfolg nur einem Zufall?" James Holmes nickte: „Der erste große Erfolg, junger Freund, ist oft ein Zufall. Und dann: Der Erfolg ist ein guter Vater — er hat viele, viele Kinder." Hochschulnachnchten. Der Dozent für Vorgeschichte Dr. Ernst Sprockhofs wurde zum außerordentlichen Professor an der Universität Marburg ernannt. Sprockhofs ist seit 1933 Herausgeber der „Vorgeschichtlichen Forschungen". Vorsicht beim Sammeln von Pilzen . an 7 ten Zeit. PuddingpujJ J^^FeinkostPäckchenH. 20.59 „ 21.20 „ 22.34 „ 22.38 „ 23.34 „ 6.50 „ Offenbach....... Hanau ........ Gelnhausen . . - - Schlüchtern .«...'s Fulda........ Bebra........ Berlin, Anhalter Bahnhof . b) c) d) die der 18, IC Illi U ---Q- / - V . Bahnhofsmission der Umsteigebahnhofe angemeldet und dort nicht nur auf den richtigen Bahnsteig gebracht, sondern auch für die Zeit seines etwaigen Aufenthaltes versorgt.. Die Bahnhofsimsston gibt den Schaffnern Hinweise, so daß die Kinder auch mäbrenb der Fahrt selbst unter Aussicht fmb. Selbstverständlich ist der gesamte Dienst, den die Bahnhofsmission leistet, unentgeltlich. d^ ordnungsgemäßen Abführung der Sozialversicherungsbeiträge; der Betriebsordnung; der für den Betrieb auf Grund der 14. Durchführungsverordnung zum AOG. erlassenen Anordnung." schickt. 23000 Fahrgäste der Straßenbahn an drei Tagen. Besonders hüte man sich vor den gefährlichsten aller Giftpilze, den K n o l l e n b l ä t t e r s ch w a m m e n (Amanita phalloides), die statt einiger eßbarer grüner Täublingsarten, oder statt des eßbaren Grünlings gesammelt werden und die meisten tödlichen Vergiftungen verursachen. Es gibt aber noch eine Reihe anderer Giftpilze, deren Genuß recht verhängnisvolle Folgen haben kann. So sind in den letzten Jahren zahlreiche Vergiftungen durch den Panther pilz verursacht worden, der statt des ! eßbaren Perlpilzes gesammelt wurde. Auch vor dem ziegelroten Ri stpilz, der allerdings schon im Die Zusteigebahnhöfe sind: Offenbach, Hanau, Gelnhausen und Schlüchtern. Anmeldungen zu diesem Sonderzug nehmen die Ortsgruppen der NSDAP, entgegen. Letzter Anmeldetermin ist der 17.Juli. Der Fahrpreis beträgt einschließlich der Eintrittskarten für die Ausstellung und das Reichssportfeld 13,60 RM. Quartierkarten für die Uebernachtung sind ebenfalls bei den Ortsgruppen in den nächsten Tagen zum Preise von 2,20 RM. für ein Prwat- zimmer und 2,70 RM. für ein Hotelzimmer einschließlich Frühstück erhältlich. Die Rückfahrt des Sonderzuges erfolgt am 26. Juli. Die genauen Rückfahrzeiten werden noch bekanntgegeben. freulich, daß sich immer mehr Hausbesitzer entschließen, unter sachverständiger Beratung ihre Hauser in diesem Sinne Herrichten zu lassen. Oie Verkehrsopfer der letzen Woche. DRV. Die vom Reichs- und preußischen Der- kehrsminister bekannlgegebenen Ziffern der Der- kehrsopfer der letzten Woche lauten diesmal 139 Tote, 4450 verletzte. Der Reichs- und preußische Verkehrsminister bemerkt diesmal: „wie unachtsam und sorglos viele sich noch im Verkehr verhalten, ergibt sich z. B. daraus, daß täglich etwa viermal, im Jahre mehr als IZOOmal, Fahrzeuge in herunlergelasfene und beleuchtete Eisenbahnschranken hineinfahren. Ebenso wichtig, wie die Vorsicht an Eifenbahnkreuzun- gen, ist ein vernünftiges Verhallen an Straßenkreuzungen. Das hupen an Straßenkreuzungen, um sich die gebotene Verlangsamung des Tempos zu ersparen, ist strafbar." 35 Stadtkinder fahren nach Bad Orb. genommen werden. Volkstanzkreis. Am Donnerstag, 16. Juli, findet wieder Uebungsftunde des Volkstanzkreises im Haus Deutschen Arbeit, großer Saal, Schanzenstraße statt. Beginn 20 Uhr pünktlich. Autorennen auf dem Nürburgring. Wegen Amtsunterschlagung wurde der Ph.il aus Holzhausen zu 10 Monaten Gefangni- verurteilt. Der Angeklagte kassierte in seiner Gigts schäft als Posthelfer Rundfunk- und Zeitungsgeld ein, die er jedoch nicht ablieferte. In den Stam? karten vermerkte er, daß die Gelder nicht bejom seien. Als die Postanstalt an die „SäM-ge" Mahnbriefe ergehen ließ, öffnete der AngetMebii Briefe und vernichtete sie. Wegen Verbrechen im Sinne des § 171 Ml wurde der I. H. aus Wieseck zu 6 Monat.!! Gefängnis verurteilt. Der 60jährige AngeklM hatte sich an einem Mädchen von vier Jahren w gangen. Das Gericht billigte dem Angeklagten Anbetracht seines schlechten GesundheitszustaM mildernde Umstände zu. Fünf Wochen der UnD uchungshaft wurden auf die Strafe angeredjrti Der W. K. aus Odenhausen hatte sich W Diebstahls, Betrugs und schwerer Urkundenfalsch^ zu verantworten. Der Angeklagte war mit einr* Mädchen in Grünberg verlobt. Als er eines .laß die Gastfreundschaft seiner Schwiegereltern in» spruch nahm, entwendete er das Sparkassenbuch ner Braut und versprach, das Buch in Gießen 8 einer Bank anzulegen und mitzusparen. TaW- hob jedoch der Angeklagte den gesparten Betrag. Als sich die Braut von der „Sparsamkeit' desL geklagten überzeugen wollte, riß er aus dem D den Einzahlungsvermerk über 5 Mark heraus m beurkundete einen weit höheren eingezahlten - trag. In Gießen mietete er unter Angabe, hier gestellt zu sein, ein Zimmer. Nach einem M verschwand er, ohne zu zahlen, unter Mitnck. eines Schlüssels. Das Gericht erkannte auf 8 M n a te Gefängnis, unter Anrechnung * Wochen Untersuchungshaft. Allein die genaue Kenntnis der besonderen Merkmale der einzelnen eßbaren und giftigen Pilze schützt vor schädlichen Folgen des Pilzgenusses. Rosenschau. Am Sonntag, 19. Juli, findet in Steinfurth bei Bad-Nauheim große Rosenfchau statt. Anmeldungen für eine verbilligte Sonderschau können noch auf der Kreisdienststelle Gießen, Schanzenstraße 18, an- Sonderzug zur Veichsausstettung „Deutschland- und zur Besichtigung des Reichssportfeldes am 24. Juli nach Berlin. Der Fahrplan für den am 24. Juli anläßlich der Reichsausstellung „Deutschland" nach Berlin fahrenden Sonderzug aus dem Gau Hessen- Nassau liegt nun endgültig fest. Die Abfahrt des Sonderzuges erfolgt am 24. Juli in n Die öcuifdic Arbeitsfront ^^?lLg^i6emeinfdiaft „Kraft öunh Freude satznaht — angebrachten grauen Hornknopf mit der einen Schlaufe, mit der anderen am zweiten Waffenrock- oder Feldblusenknopf von oben be- t-m-*. getragen zum Parade-, Melde-, Die Erfüllung sozialer Verpflichtungen bei Vergebung staatlicher Aufträge. Frankfurt a. M., Hauptbahnhof um 20.26 Uhr verfahrens ist es erforderlich, daß die antragstellenden Firmen folgendes beachten: 1. Angabe der in Frage kommenden Behörden. 2 Dem Antrag ist eine von sämtlichen Mitglie- ' dern des Vertrauensrates unterzeichnete Erklärung beizufügen, daß die sozialen Verpflichtungen innegehalten werden, die sich ie nach dem Einzelfall ergeben aus: a) den für den Betrieb geltenden gesetzlichen bzw tariflichen Bestimmungen (Tariflohn, Urlaubsregelung, Mehrarbeitszuschläge, Ak- Mai und Juni in Wäldern und Parkanlagen auftritt, muß wegen seines starken, meist tödlich wirkenden Giftes gewarnt werden. Er wird zuweilen mit dem Champignon verwechselt. Um die Kenntnis der Pilze zu verbreiten und damit der Gefahr der Pilzvergiftung nach Möglichkeit entgegenzuarbeiten, hat auch das Reichsgesund- heitsamt einen Ueberblick über die wichtigsten eßbaren und schädlichen Pilze in gemeinverständlicher Darstellung im P i l z m e r k b l a t t gegeben, das unter Mitwirkung des Botanischen Museums in Berlin-Dahlem und der Deutschen Gesellschaft für Pilzkunde bearbeitet ist und durch den Buchhandel bezogen werden kann. Zeigen sich nach dem Genuß von Pilzen Erscheinungen, die den Verdacht einer Vergiftung erregen, so versäume man keine Zeit, für ärztliche Hilfe zu sorgen. Bis solche zur Stelle ist, muß man sich bemühen, das Gift aus dem Blagen zu entfernen. Falls Erbrechen nicht bereits erfolgt ist, rufe man es dadurch hervor, daß ein Finger tief in den Rachen gesteckt wird. Die schädliche Wirkung des Genusses giftiger Pilze äußert sich gewöhnlich nach einigen Stunden, bei den Knollenblätterschwämmen tritt sie meist erst nach 8 bis 40 Stunden ein. Hilfe kommt bei der Erkrankung nach Genuß von Knollenblätterschwämmen vielfach zu spät. * Universitäts-Garteninspektor i. R. Rehnelt in Gießen, Heyerweg (sog. Professoreneck), ist gern bereit, in Zweifelsfällen Aufklärung über die Verwendbarkeit der gesammelten Pilze für den menschlichen Genuß zu geben. Herr Rehnelt stellt sein Wissen als Pilzsachoerständiger den Volksgenossen unentgeltlich zur Verfügung. LPD. Der Treuhänder der Arbeit für das Wirt- i schaftsgebiet Hessen, Schwarz, gibt in den »Amtlichen Mitteilungen", Nr. 13, vom 10. Juli 1936 folgendes bekannt: . „Staatliche Austragsstellen machen neuerdings die Erteilung von Aufträgen davon abhängig, daß die in Betracht kommenden Lieferfirmen die Erfüllung ihrer sozialen Verpflichtungen durch eine vom Treuhänder der Arbeit ausrnstellende Bescheinigung über ordnungsgemäße Lohnzahlung nachweisen. Eine derartige, der jeweiligen Lieferfirma gemachte Auflage bringt die grundsätzliche Ansicht des Staates zum Ausdruck, daß nur solche Betriebe mit staatlichen Aufträgen bedacht werden, die umgekehrt die ihnen vom Staat auferlegten Pflichten gegenüber ihren Gefolgschaftsmitgliedern strikte er- ^Zwecks möglichster Beschleunigung des Nachweis-1 Der nächste Einstellungstermin ist der 1. Okto- i der 1936. 1 Die Meldungen müssen spätestens 6 Wochen vor- 1 her auf der Bezirksleitung vorliegen. Fürsorge für ausscheidende Soldaten. In einem Erlaß des Reichskriegsministers und Oberbefehlshaber der Wehrmacht heißt es: Aus der Wehrmacht scheiden jährlich über 10 000 Soldaten nach 12jähriger Dienstverpflichtung aus^ Diese wählen meist den Zivildienstschein. Solch starker Zuwachs an Versorqungsanwärtern erfordert bei der zur Zeit noch recht schwierigen Lage der Zivilversorgung erhöhte Fürsorge für die Ausscheidenden und geregelten Ablauf der Zwilver- ^Alle ^Dienststellen in der Wehrmacht müssen unbedingt mithelfen, daß die Versorgungsanwarter bis zum Einberufen in die erstrebte Lebensstellung geeignete Zwischenbeschäftigung erhalten sei es als Angestellte, fei es als Arbeiter. Dadurch werden ganz erhebliche Beträge eingespart, die sonst den Nichtbeschäftigten in der Form der lieber* qangsgebührnisse gewährt werden mußten. Zwischenbeschäftigung weitet auch den Blick, ertüchtigt mit für den späteren Zivilberuf und er- leichtert so mittelbar die Zivilversorgung. Jede Möglichkeit, den langgedienten Soldaten nach dem Ausscheiden bald an den richtigen Platz zu bringen, muß ausgenutzt werden. Wiedereinführung der Schützenschnur. Für die besten Leistungen im Schießen mit Gewehr (Karabiner), leichtes Maschinengewehr und schweres Maschinengewehr wird bie „Schützenschnur in dem durch die Schiehvorschriften festgelegten Umfang verliehen. _ . Die Schützenschnur ist eine Fangschnur aus mattem Aluminiumgespinst, an deren Enden ie eine Schlaufe zum Einknöpfen am Waffenrock (Feldbluse) angebracht ist. Sie wird in 12 Stufen verliehen Die' Schützenschnur wird von der rechten Schulter nach der Brust getragen. Sie wird an einem kleinen, unter der rechten Schulterklappe — an deren Ern- Das Betreten der Bahnanlagen der freien Strecke wird bestraft. LPD. Das Begehen des Bahnkörpers der freien Strecke und das' Ueberfchreiten der Gleise außerhalb der Uebergänge durch Unbefugte hat in letzter Zeit wiederholt zu folgenschweren Unfällen geführt. Insbesondere scheint sich die Landbevölkerung der. mit solchen verbotswidrigen Handlungen verbundenen Gefahren für Leben und Gesundheit nicht bewußt zu sein. Es ist deshalb geboten, auf die Strafbarkeit dieser leichtfertigen Uebertretungen hinzuweisen. „ . Nach § 78 der mit Gesetzeskraft ausgeftatteten Eisenbahnbau- und Betriebsordnung ist das Betreten der Bahnanlagen der freien Strecke für Unberechtigte verboten. § 79 der gleichen Verordnung gestattet dem Publikum das Ueberfchreiten der Bahn nur an den zu Uebergängen bestimmten Stellen. Jede Zuwiderhandlung ist mit Geldstrafe bis zu 150 Mark bedroht. Die Bahnpolizeibeamten find erneut angewiesen, zur Deutung von Unfällen mit aller Strenge gegen Verstoße elnzuschrei- ten und in jedem Falle Strafanzeige zu erstatten. Die für den Erlaß von bahnpolizetlichen Strafverfügungen zuständigen Vorstände der Reichsbahn- Betriebsämter werden jeden Uebertretungsfall unnachsichtig mit empfindlichen Geldstrafen ahnden. Verstärkter Zugverkehr zu den Olympischen Spielen. LPD. Die Deutsche Reichsbahn hat für die Dauer der Olympischen Spiele, und zwar vom 30. Juli bis 19. August, nach und von Berlin einen verstärkten Zugverkehr vorgesehen. Jedem Olympiafahrer wird deshalb empfohlen, sich frühzeitig über die Fahrtmöglichkeiten zu unterrichten. Gerümpel verursacht einen Brand. LPD. Nicht oft genug kann der Deffentlityeji dringend empfohlen werden, Speicher und Woh, nungen von Gerümpel zu säubern. Gerümpel b& deutet stets Gefahr, die um so großer ist, je enget die Raumverhältnisse sind. Em Treppenhausbrand der in der Rechengasse in der Mainzer Altstadt ent.' standen war, ist ein warnendes Beispiel, die rümpelungsaktion nicht zu leicht zu nehmen. dem obersten Podest vor einer Wohnung war ein Holzoerschlag mit Gerümpel ungefüllt. Hier billig sich der Feuerherd, der in dem engen Treppenhaus und infolge der Häuserdichte in der Altstadt ein größeres Unheil verursacht hatte, wenn nicht auch die Einwohner als tatkräftige Mithelfer zur Stell! gewesen wären. Die Staatsanwaltschaft ist mit bei Feststellung der Brandursache beschäftigt; wird eine Fahrlässigkeit ermittelt, wird Bestrafung erfolge«. __ Ist aber das Aufstapeln von Gerumpel in bei Wohnung nicht auch schon eine Fahrlässigkeit Darum: Entrümpelt Speicher und Wohnungen! Am Sonntag, 26. Juli, fahren wir mit Omnibussen von Gießen und Friedberg nach dem Nürburgring zu dem Rennen um den „Großen Preis von Deutschland". Anmeldungen müssen bis spätestens Mittwoch, 22. d. M., auf der Kreisdienststelle Gießen, Schanzenstraße 18, oder auf der Dienststelle in Friedberg abgegeben sein. Die zur Verfügung stehende geringe Anzahl von verbilligten Eintrittskarten müssen sich die Teilnehmer baldigst sichern. Der Fahrpreis beträgt von Gießen aus 7.— Mark, die Eintrittskarte —.55 Mark. Rheinfahrt. Am Sonntag, 2. August, findet unsere diesjährige Rheinfahrt statt. Die Fahrt führt mit der Bahn bis Braubach, von da mit dem Dampfer nach Rudes- heim, wo ein mehrstündiger Aufenthalt zur Besichtigung des Niederwalddenkmals vorgesehen ist. Die Fahrt geht abends von Rüdesheim über Braubach zurück. Der Fahrpreis beträgt 4,30 Mark. Anmelbe- jchluh ist 25. Juli 1936. Das Gastspiel des Zirkus Busch in unserer Stadt hat der Straßenbahn während dreier Tage eine außerordentliche Inanspruchnahme gebracht. Nicht weniger bann rund 23 000 Personen benutzten die Straßenbahn. Am Freitag betrug die Zahl der Fahrgäste rund 7000 Personen, am Samstag und am Sonntag wurden je 8000 Personen befördert. Die Straßenbahn mußte dementsprechend den Verkehr erheblich verstärken, fuhr mit Anhängern und weit mehr Wagen als sonst. An das Personal wurden durch diesen Ansturm der Fahrgaste hohe Anforderungen gestellt. Der Verkehr vollzog sich dank i,\ $.ß mjrb „^tragen zum Parade-, Meioe-, der vorbildlichen Pflichterfüllung aller Straßen- ^lusqeh- und Wacyanzug, jedoch nicht zum Feldbahner völlig reibungslos. unb Exerzieranzug. Erworbene Schützenabzeichen 25000 in den Zeltlagern der 63- sln^°uch beider,°tzun,^u ^°r°n^rup- 3te®. Die Anwesenheit auf dem Gautag -essen- zutragen. Nach ehrenvollem Ausfche^n ““s Nassau 1936 nahm Stabsführer Hartmann Lau- Heeresdienst wird das Schützenabzeichen Eigentum t e r b a ch e r zum Anlaß, in Begleitung von Ge- des Erwerbers. bietsführer Brandt und Gebietsjungvolkfuhrer £)ie Bahtlhof6Nlissl0N Paul Wagner mehrere Zeltlager der Hitleriugend im Gebiet Hessen-Nassau zu besuchen, um Einblick httst VSIM UMslclgeN zu nehmen in den gesamten Lagerbetrieb und um n-am Schon manche Mutter hat sich besorgt ge- sich ein Bild von den Erfolgen des Lagerleben-i zu f fie it)r Kind allein mit der Bahn fahren machen. Es überraschte ihn die Tatsache, baß fa^n ' , sgej bem großen Andrang, der erfah- 25 000 Jungen die Kameradschaft des W^xs rUnQ5qemä6 gerade in den Ferienwochen auf den erlebt hatten und als Träger des Zeltlagerabzeichens Bahnhöfen herrscht, ist es doch keine Kleinigkeit, die im Lager genossene Gemeinschaftserziehung be- gunflen oder ein Mädel ihrem Schicksal zu kündeten. überlassen. Mit dem Hinbringen zur Bahn und dem Einstellung in den Frauenarbeitsdienst, 'He NSG Ab 1 April 1936 sind sämtliche Meldungen Schwierigkeiten, mit denen manchmal sogar Er. für den' Frauenarbeitsdienst nicht mehr an die Ar- wachsens schwer fertig werden. - beitsämter, sondern ausschließlich an die Bezirks- Die Bahnhofsmisilon bietet ^re Dienste am Sie leitunq 11 des Frauenarbeitsdienstes Wiesbaden, hat auf allen Bahnhöfen 'hre Helfer. Man wend Rheinstraße 74, Abt. Meldestelle, zu richten. sich vertrauensvoll an die nächste Zweigstelle^ Dann Die Merklbätter betr. Einstellung sind von der bekommt das Kmd, das allem reifen soll, eine E Bezirksleitung des Fr°uen°rb°tt-dienste- vnzusvr- k ° n n u n g s k ° r t - °u.«! °nd.-t und be, der Veichsjugendführer Baldur von Schirach in Marburg LPD. Marburg, 14. Juli. ReichsjugendD Baldur von Schirach mit feinem Stabe i tefe Montaavormittag der Universität und benu stitut für Leibesübungen einen Besuch ab. 3-; seines Aufenthaltes war es. einen Einblick winnen in die Arbeit des Prüfungslagers beM scheu Turn- und Sportstubentinnen, insbesor.- ber 50 BDM.-Sportwartinnen, welche an t» einjährigen Ausbilbungslehrgang teilgenommen bert und zur Zeit ebenfalls in den Abschluß jungen stehen. U. a. nahm ber Reichsjuge» auch Gelegenheit, bie Prüflinge bei ber Arve» Luisabab zu sehen. Anschließenb besichtigte Unterkunftsräume im Wohnheim Forsthos. 13 Uhr setzte er seine Reise nach Heibelberg P Zwei Menschen an einem Tag das Leben geretie'- LPD. Wetzlar, 14. Juli. Ein an dem bagger bei Albshausen beschäftigter Arbeiter t beobachtet, wie an bem anderen Ufer eine Frau ins Wasser stürzte. Er ruderte sofort mu< Kahn an die Unfallstelle und k o n n t e b t e 3 aus b en Fluten retten. — Wenige ® nach diesem Vorfall sollte er noch einmal • heit haben, ein Menschenleben zu retten. - Hilferufe wurde er auf ein Mädchen aU'M das in die Lahn gestürzt war. Auch in diesem r kam die Hilfe des wackeren Mannes noch 3ut Heute morgen sanden sich 35 Kinder unserer Stadt, zum größten Teil mit ihren Metern, aift dem Bahnhof ein, um gemeinsam bie Reise nach Bab Orb anzutreten. Die Kinder, Knaben unö Pilzvergiftungen, von denen oft ganze Fa- Mädchen, sollet in Bad Orb in einem Kmdererho- m-^en betroffen werden und die nicht selten sogar lung-cheim eine Kur von fünf Wochen Dauer Der[all|en, kommen alljährlich vor. In den machen, um dann gekräftigt zuruckzukehren. Die meüaU5 meisten Fällen werden sie durch selbstae- Auswahl der Kinder erfolgte durch den Schularzt. rammeüe ^ihe verursacht. Unter den aus Markten Es handelt sich dabei nicht um kranke ober gar fauften Wn finö Giftpilze infolge ber auf fast erbkranke Kinder, sonbern um solche, bie lediglich QÜen Märkten ausgeübten Marktkontrolle kaum an- einer Kräftigung bedürfen, und die ihnen in -»ab $ßer Pilze sammelt, sollte nur solche Orb sicherlich auch zuteil we^en wird Sofern es nehmen, bie fid)er als eßbar bekannt notwendig ist, werden die Kinder auch töDlDaoer, Genießbarkeit im geringsten Lichtbäder ufw. bekommen. im Zweifel, so wende er sich an eine Pilzbera- Die Kleinen, schätzungsweise im 2Mer non <8-13 tungifteHe. Schönem erwartet, die Reise an. Die Gruppe der unb giftigen Pilzen gibt es nicht. Kinber wirb von einer Schwester und einem Ver- ba5 Vorhandensein DOn Milchsaft, oder bie trauensmann bes Stabtjugenbamtes auf ihrer Reift ^ebrige Beschaffenheit bes Hutes, noch bis Braun- nach Bad Orb betreut unb nach fünf Wochen auch järbung eines in bas Pilzgericht getauchten Löffels, wieber ab geholt. ober bie Verfärbung einer mitgekochten Zwiebel Bei diesem Transport handelt es sich um Die beuten auf Anwesenheit von Giftpilzen. zweite Entsendung erholungsbedürftiger Kinder nach > ' ' "---- Bad Orb. Bereits am 27. Mai hatten 25 Kinder unserer Stadt bie Fahrt nach Bab Orb unternommen und kehrten nach 5 Wochen gut erholt wieder zurück. Im September werden noch einmal durch das Stadtjugendamt 35 Kinder nach Bad Orb ge- ** Straßensperrungen. Wegen AlGh, runq von Reichsautobahnarbeiten wird bie Lch, straße G ar b e n te i ch —L i ch vom 16. Juli für jeglichen Verkehr gesperrt. Umleitung etfolgi Über Steinbach-Lich. Wegen Ausführung D01 Pflafterarbeiten wird bie Provinzialftraße Tübingen — Lorbach vom 20. Juli ab für jeo, lichen Verkehr gesperrt. Die Umleitung erfolgt üb« Vonhausen. Aus bem gleichen Anlaß werben, eher,, falls vorn 20. Juli ab, bie Ortsburchfahrten Wöl, fersheirn unb Dorheim für jeglichen Derkch gesperrt. Die Umleitung erfolgt bei ber Ortsduch fahrt Wölfersheim über Beienheim, Reichelsheim Bingenheim und Echzell, bei ber Ortsburchfchi Dorheim über Schwalheim. ** Freilichtfpiele in Braunfels Dein schoben. Wie uns von ber Intendanz des hiesigen Stadttheaters mitgeteilt wirb, müssen die ddi^ sehenen Freilichtspiele im Schlotzhof zu Brauchs- wegen der schlechten Witterung auf unbestimmt Zeit verschoben werden. ** Wichtig für Lungenkranke, Sprechstunden ber Fürsorgestelle für ßungenfranlü in ber Mebizinischen Poliklinik, Frankfurter Str^ 63, finben für die Besucher aus den LandgemeiMu des Kreises Gießen jeden Dienstag von 16 te 17 Uhr statt. Für lungenkranke Kinder finden U Sprechstunden am gleichen Tage und zu der gh dien Zeit in der Universitäts-Kinderklinik {tob Lungenkranke und Krankheitsgefährdete, tue in iich lieber Behandlung sind, bedürfen einer llebir Weisung des Arztes in die Lungenfursorgest«^ Unbemittelte werden unentgeltlich beraten. ** Erfolgedes Tanzklubs „Rot-Wei^ Gießen. Beim Tanzturnier in Bad Ems ami^ qanqenen Samstag um bie Meisterschaft von W beutschlanb (veranstaltet vom Reichsverdanb p Pflege bes Gesellschaftstanzes in ber RelchstheM kammer) konnte ein Paar bes Gießener Tanzklte „Rot-Weiß" in der C-Klasie einen zweiten Pl°- belegen. Im Hinblick auf bie starke Konkumi' ist bieser Erfolg sehr beachtlich. Große (Strafkammer Gießm «i “oeoj, * Ur 1«^ »' «up H»» .»•*« Ud-- i.xa Krbetter Kun0®“1 W« e’n gji be- ff NvW Urheberrecht: ^6°rtsetzun F , Lankero Merl un\ PW| t JQt Ware; Neckn. j)err lhi 5 Pt- Rle er l1' K lief. CT* 5>i J“ru4. &*'-• I SlStf Ki f« 'wil % Si'S GS* ?Jerer Gegen- Sreusotter 3U 1 Win°<7' Mingnaiter w tätet roerden- j- Sobeln ferner auf Deran « Mratungssteile ^)iplomlanWrt mnsere Gen aauroeifen t)at- Seifere m» «. Wekämpftng -iverbesserung > tM m der ® « gestreut weröt ■ Rentner ner Wchultheft Ü ilusführungen tsKonrad Röl li fall. Das Rim g ßpitze unterhi j drang. Das ü !-l Handlung geb- ! ! Aus de :i! 13. Juli. Der i Wachstum bei r löffeln, Dickwi i lichen Stand i stark ausgebn ff Stegen nicht r die Frucht zu ß größeren Acke it steht. Die Bo i Heuer viel Art j Dielen Seifern 8 bie Harten W runiseinanber qe Beraff geschickt übern übrigen T Wt, da sich bei Wmer bilden t$e Blüte be« Mr Negen eit oder Roggen r »sttzen des Rei ö andere Oetre1 ll Man rechnet 6 ber Schnitt 8 Flachs hat I vn Regen t i turl'ch, daß i futter liberal fchenernt ‘ Ertrag war Oberhessen •Xi nn let 2 erfot unsrl; junge Männer von hier. Beide mußten mit Alsfelder Prämienmarkt von ßkrbig war mittelmäßig. Herzkirschen, die in bie €61 Die Aussichten liebjfinb fast restlos aufgeplatzt. Vornan von I. Schneider Ioerstl. Häher seiner Stube war jetzt ihr Schritt vernehm- n jmeiic arte Äorl: Nun — da glbts keine feste Skala; die natürliche Veranlagung entscheidet! Fest steht aber, daß Sie das „Braunwerden" ganz wesentlich fördern, wenn Sie sich vor jeder Sonnenbestrahlung gut mit Nivea einreiben. ft h n: ö a ü genen Mantelkragen. Die Dame, mit der er beinahe zusammengestoßett Ich« Si9en > itrb bi, 'M leitung sfüljruE, l°lstrch 1 °b Ü Ä’n die Haustür!" . , „ Äber das ist doch überflüssig!" memte sie ver- i tttoert „Es ist doch schon ein Riegel und a3£Ders ihn noch ein Schloß zum Absperren da. Wozu - Mythen Sie denn noch ein zweites?" »besser ist besser", sagte er und wich ihrem Blick 1 E$ stutzte — begriff plötzlich, lehnte sich gegen dte und brach in ein so herzhaftes Lachen aus, I ®&aer sich verlegen am Herd zu schaffen machte. : It iFrauenzimmer hatten es in sich. Die durch- ’ k:te ihn und lachte chn aus. Das hatte er jetzt i 01M, srW irbe ter 5 n (hfir: > in feinen tb SM In den b ber nW bie JB >x einmal im Kreis der Geistlichen des Dekanats wellen zu können. Er gab dann einen Bericht von der derzeitigen kirchlichen Lage im Reich. Allgemein glaube er sagen zu können, daß eine Entspannung sich immer mehr bemerkbar mache. Sodann sprach Pfarrer Weidner (Ostheim) über seine große Ostseefahrt als Schiffsgeistlicher an Bord des Lloyd« dampfers „Stuttgart" im vorigen Jahr. Er berichtete zunächst über seine Arbeit als Schiffsgeistlicher, wobei er von recht gut besuchten Gottesdiensten, rechtem Opfersinn und großem Interesse an den kirchlichen Fragen der Gegenwart seitens der Passagiers viele Beispiele geben konnte. Kurz erzählte er von seinen Besuchen bei den deutschen evangelischen Auslandsgemeinden in Kopenhagen und Stockholm, um dann ausführlicher von der Gustav-Adolf-Gemeinde Reval, wie überhaupt vonl dem deutschen kirchlichen geben in Estland zu reden. Hierbei konnte er über erfreuliche Dinge von des beispiellosen Opferwilligkeit der deutschen Evangelischen in Estland Bericht erstatten. Der letzte Teil des Vortrags behandelte die kirchlichen Verhältnisse in Rußland. In Leningrad und vornehmlich auf der deutschen Botschaft in Moskau konnte der Vortragende amtliche Feststellungen auch über den Stand der lutherischen Kirche in Rußland machen. Er gab u. a. bekannt, daß von den 193 deutschstämmigen Pfarrern vor dem Krieg (141 waren rein deutsch) Ende 1934 noch 62 im Dienst waren. Zur Zeit dürften es noch rund 20 Pfarrer sein, die im Dienst der lutherischen Kirche in Rußland ihr schweres Amt innehaben. Dabei sei zu beachten, daß die Landgemeinden heute fast alle ohne Pfarrer und nur die großen Städte kirchlich versorgt sind. Wie sich das Leben in einem Staat gestalte, wenn der Staatsbürger gänzlich gottlos werden solle, wurde an etlichen Beispielen anschau- lichst gezeigt. Dekan Hoch dankte dem Vortragenden für seinen interessanten und wertvollen Vortrag. An die Konferenz schloß sich am Nachmittag eine Familienzusammenkunft an, bei der Pfarrer : Weidner noch u. a. über seinen Besuch auf dem i Standesamt in Moskau berichtete, wo er russischen Eheschließungen beiwohnte. Eine Ordensschwester wegen Unzucht zu Gefängnis verurteilt. Landkreis Gießen. ' Heuchelheim, 15. Juli. Die 17 Jahre alte Mira Ruppert von hier mußte wegen Wecenverletz ungen durch einen Ur^glucks- fajl ..er Chirurgischen Klinik in Gießen zugefuhrt "*^"d enhausen, 14. Juli. Der landwirtschaftliche Arbeiter Adolf Loth von hier, der mit bem PMen von ßinbenblüten beschäftigt war, stürzte mm Einern Baume herab aus einen Haufen Deck» fdtot-r In bewußtlosem Zustanbe wurde er nach $jm gebracht und in ärztliche Behandlung ge- mz test fen bk ; * Büdingen, 14. Juli. Unter dem Vorsitz Dekan Hoch (Selters) tagte gestern vormittag im Gemeindesaal eine Konferenz der Geistlichen des Dekanats Büdingen, zu dem jetzt auch Orte der früheren Dekanate Nidda und Rodheim gehören. Nach Schriftlesung und Gebet des Vorsitzenden begrüßte Dekan H o ch den Propst der Propstei Oberhessen, Propst Drommershausen (Frankfurt a. M.), den Redner der Tagung, Pfarrer Weid- n e r (Ostheim) sowie bie in großer Anzahl erschienenen Amtsbrüber. Die meisten Geistlichen bes „Lois!" sagte sie, hinter ihn tretenb. „Ich verspreche Ihnen feierlich, baß ich nicht bavonlaufe. Weber bei Tag, noch bei Nacht. — * Köln war ganz in dichten grauen Nebel gehüllt, die Straßen, die Häuser, die Plätze, alles trug diese leblose stumpfe Farbe, die so recht zu der Stimmung paßte, in der sich Kommerzienrat Terry befand. Am Wochenende bin ich bei dir! hatte Maria gesagt. — Und heute war Samstag. Seit 9 Uhr morgens saß er auf seinem Zimmer und wartete. Er wußte nicht, wann sie kam, auch nicht, ob mit der Bahn, oder mit dem Wagen, ober mit bem Flugzeug. Aber baß sie eintreffen würbe, bas war sicher. — Wenn ihr nicht — — nein, nein. Es würbe ihr nichts zugestoßen fein. Es bürste nicht! Das wäre bas Enbe. Es war jetzt 5 Uhr nachmittags. Der Lüster brannte bereits. Das Zimmermäbchen kam, bas Teebrett zu holen. Terry hatte kaum eine Bis- kuittschnitte zu sich genommen. Wenn Maria kam, würbe man sofort nachservieren lassen. Sie mochte nicht wenig Hunger haben. Ob sie wohl etwas von Belang zu berichten wußte? Vielleicht war ber Staatsanwalt noch gar nicht hinter ihm her? Vielleicht sah er alles viel zu schwarz. Obwohl — ganz leer würbe er ja nicht ausgehen. Jemanb streifte im Dorübergehen an die Türklinke feines Zimmers. Mit einem Sprung war er an ber Tür, öffnete sie und trat hinaus. Wo Maria nur so lange blieb? Das Herz pochte ihm bis zum Halse hinauf. Fürchterlich war dieses Warten. Um 8 Uhr meldete das Zimmermädchen einen Herrn. „Herr Kommerzienrat Terry?" fragte derJ8e- fucher, der gleich darauf ins Zimmer trat und sich als Juwelier Mangold vorstellt. Er dankte für den angebotenen Stuhl und zog ein Telegramm aus der Tasche. „Das ist vor einer Viertelstunde bei mir eingelaufen. Von einem Münchener Geschäftsfreund. Der hat es nach Mainz weitergegeben. Der Mainzer Geschäftsfreund hat es an mich geleitet." Terry griff mit zitternden Fingern danach. „M. bei mir. BZ." „Ich verstehe nicht", sagte er. „Ich habe auch nicht verstanden", erklärte der Juwelier. „Aber mein Münchener Gewährsmann hat noch ein zweites Telegramm nachgeschickt. Nämlich dieses hier." Terrys Augen hasteten über die wenigen Zeilen. beim übrigen Obst sind ziemlich mäßig. Steinobst gibt es zum Teil in großen Mengen, vor allem Pflaumen und Zwetfchen. Auch die Birnen zeigen stellenweise einen sehr guten Behang, dagegen wird es heuer ganz wenig Aepfel geben, Ihre Blütezeit fiel in bie kalten Maiwochen, in denen die Bienen kaum fliegen konnten. Leider zeigen auch einzelne Birnensorten wieder starken Schorfbefall, wenn nicht beizeiten gespritzt worden ist. — In den Gärten werden zur Zeit Stachel- und Johannisbeeren geerntet. Der Ertrag der Stachelbeeren ist gut, der der Johannisbeeren geringer als in den Vorjahren. Eine Rekordernte brachten dieses Jahr die Erdbeeren, hauptsächlich die früheren Sorten und dann vor allem die Himbeeren. In den letzten zehn Jahren hat man solchen Mengen von Gartenhimbeeren nie pflücken können. — Die Imker können heuer nicht viel Honig schleudern, denn während der Obstblüte war es zu kalt, Raps, ber gut honigte, wird in den hiesigen Gemarkungen kaum gezogen. So kommt es, daß die meisten Imker bis jetzt überhaupt nicht zum Schleudern kamen. Die Linden, die reichlich blühten, konnten auch nicht viel geben, da ber Regen bie Sammelarbeit ber Bienen stark beeinträchtigte. Kreis Iriedberg. Dekanats waren anwesend. Nach Erledigung verschiedener geschäftlicher Dinge wie Vertretung, Festsetzung des Jahresfestes ber Inneren Mission und des Evangelischen Bundes (von der Feier bes Gustav-Abolf-Festes mürbe mit Rücksicht auf bie große Tagung in Nibba in biefem Jahre abgesehen) nahm Propst Trommershausen (Frankfurt am Main) das Wort. Er erinnerte an feinen ersten Besuch als kommissarischer Propst von Oberhessen auf einer Dekanatskonferenz im Jahr 1934 unb bedauerte lebhaft, daß es ihm bei der großen Arbeit, die ihm obliege, bislang nicht möglich gewesen fei, Einladungen zu Konferenzen des Dekanats Folge zu leisten. Um so mehr freue er sich heute wieder gangen, hat Mann und Sohn im Krieg verloren und weiß, was es heißt, fein Kreuz auf sich nehmen. — Sie sind also einverstanden?" „Mit allem", sagte Terry. ,Hch weiß nicht, wie ich Ihnen danken soll." „Es ist durchaus nichts zu danken, Herr Terry. Georg Amselmann war mir ein lieber Freund, unb seine Söhne finb mir ans Herz gewachsen, besonbers Wolfgang." „Sie kennen bie beiben persönlich?" fragte Terry. „Gewiß! Georg Amselmann hat sie mir öfter mitgebracht, wenn er zu Besuch zu mir kam, benn Wolfgang ist ja--aber bas ist schließlich Nebensache unb gehört alles der Vergangenheit an. Vielleicht überlegen Sie sich, ob Sie nicht schon heute zu Frau Schröder übersiedeln wollen. Wenn ja — ich halte es jedenfalls für ratsam — bringe ich Sie selber zu ihr. Sie fahren mit einer Taxe in meine Wohnung: Cäsarstraße 52. So verwischt sich bie Spur, wenn sie etwa schon einer ausgenommen haben sollte. — Jetzt auf Wiebersehen!" Terrys Hänbe zitterten, als er feine Garberobe aus bem Schrank nahm unb in ben Koffer zu verstauen begann. Die Zeitungen schrieben also bereits von seiner Flucht. Gut! Ausgeblieben wäre bas ja nie. Die Hauptsache war, baß Maria sich in bester Obhut unb in treuesten Hänben befanb. Was der tote Amselmann auch gefehlt hatte, seine Jungen machten es reichlich wett. Er sah die Telegramme auf dem Tisch liegen, faltete sie zusammen und steckte sie in die Brieftasche. Liebe, kleine Maria! Sie war ein tapferer Mensch. Aber bei aller Tapferkeit mußte sie dieser Umschwung der Verhältnisse doch bitter hart treffen. Er batte noch gar keine Pläne machen können, wie sich ihrer beider Zukunft weiterhin gestalten ließ. Vielleicht verhalfen ihm die Amselmanns zu einer bescheidenen Existenz. Das Telephon auf dem Schreibtisch klingelte. Angestrengt horchte Terry auf Mangolds etwas undeutlich vernehmbare Stimme. „Frau Schröder erwartet Sie. Vergessen Sie nicht: Cäsarstraße 52. — Wiedersehen!" — Als Terry aus bem Hotel trat, begann es stark zu schneien. „Verzeihung!" sagte er unb barg zugleich erschrocken bas Gesicht hinter dem aufgeschla« 4 Alsfeld, 14. Juli. Die weil über die Grenzen Alsfelds bekannte, seit mehr als 50 Jahren bestehende, von der Stadt Alsfeld alljährlich veranstaltete Leistungsschau (Prämienmarkt) für Pferde, Rindvieh, Ziegen und Schweine fand am gestrigen Montag statt. Wenn auch infolge der ungünstigen Witterung nicht alle zur Prämiierung angemeldeten Tiere zum Markt gebracht worden waren, so erwies sich das vorgeführte Zuchtmaterial bei allen Tiergattungen nach dem Urteil der Preisrichter von recht guter Qualität. Die Prämiierung begann um 8 Uhr morgens auf dem Lindenplatz. Dank der sorgfältigen Vorbereitung durch die Stadtverwaltung ging bie Arbeit der Preisrichter sehr flott von statten, so daß bereits um 11 Uhr mit Vorführung der prämiierten Tiere begonnen werden konnte. Dor deren Beginn hielt Vortrag, der sehr stark besucht war, fand bei den landwirtschaftlichen Zuhörern großes Interesse. Der übrige Nachmittag brachte reges Markttreiben in den Straßen, durch die sich ein dichter Menschen- ström bewegte. Die ganze Straßenzüge ausfüllenden Derkaufsstände lockten zahlreiche Besucher an. Auch das nachmittags in der Festhalle veranstaltete V o l k s f e st und der Vergnügungsplatz hatten einen sehr starken Besuch aufzuweisen. Viel Interesse fand auch die auf dem Lindenplatz veranstaltete Aus- stellung landwirtschaftlicher Maschinen und Geräte. Der Kleintierzuchtverein trug zur Belebung des Marktes durch eine Kaninchen f ch a u bei. Kirche und Schule. Konferenz der Geistlichen des Dekanats Büdingen. Dysoltwerke. — Nachricht von Wolfgang Amselmann. — Hotel Rheinhof. Terry kombinierte fieberhaft. Der Schweiß trat ihm auf die Stirn. Seine Finger vermochten kaum mehr das Stück Papier zu halten. „Sind Sie nun im Bilde?" fragte Mangold. „Dieses zweite Telegramm sagt mir, daß es sich um Ihre Person handelt, daß Sie im Rheinhof zu suchen sind, und daß ber Aufgeber ber ersten Nachricht Wolfgang Amselmann ist. Demnach muß bie erste Depesche so lauten: „Em bei mir. Wolfgang." Ich nehme an, baß Em jemanb ist, ber Ihnen nahesteht." „Ja", sagte Terry mit einem Atemzug, ber ihm beinahe die Brust sprengte. „Es handelt sich um meine Tochter Maria. Jetzt ist alles gut! Ich habe Folterqualen gelitten. Wir wollten hier Zusammentreffen. Wahrscheinlich hat sich meine Tochter nicht zu kommen getraut oder will einen günstigeren Zeitpunkt abwarten. Seien Sie tausendmal bedankt, mein Herr!" Mangold sah die Erschütterung bes alten Mannes unb empfanb Mitleid mit ihm. „Die Blätter bringen heute die ersten Nachrichten über die Zusammenhänge in den Dysoltwerken. Wenn Sie irgendeine Hilfe benötigen, gleich welcher Art, stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung. Der Rheinhof dürfte im Augenblick nicht der geeignete Aufenthalt für Sie fein/ „ „Niemand vermutet mich in Köln. ,Die Zeitungen schreiben bereits von Ihrer Flucht, und das Gericht ist findig. Es kann Ihnen passieren, daß Sie heute ober morgen verhaftet werben." Terrys Gesicht würbe aschfahl. „Wissen Sie ein Hotel, 3>as unter Umftänben in Frage käme —? „Ein Hotel kommt überhaupt nicht in Frage. Nur Privat. Unb da nur eine ganz zuverlässige Person- lichkeit. Ich weiß eine Dame — eine altere Dame schon. Sie arbeitet für ein Kunstgewerbegeschäft. Ich werde mit ihr sprechen, ob sie ein Zimmer ent- behren kann." lizei nahm die Verfolgung der rabiaten Burschen auf. Kreis Bübingen. FNidda, 14. Juli. Infolge eifriger Werbetätigkeit hat hier die Luftschutzbeweauna feste Wurzeln gefaßt. In mehreren aufeinanderfolgenden Kursen wurden etwa 500 Personen theoretisch und praktisch ausgebildet. Die Mitgliederzahl stieg zusehends. Ber dem unlängst au Ende gegangenen vierten Ausbildungskurs wurde das 1000. Mitglied hiesiger Ortsgruppe mit der Reichsluftschutzbundes-Nadel ausge« zeichnet. Zur Ortsgruppe Nidda zählen bereits über 5000 Mitglieder in 28 Orten, die teilweise von hiesigem Ausbildungspersonal betreut werden. — Der Turnverein, der sich neben der turnen« scheu Ausbildung seiner Mitglieder auch bie leicht- sportliche der Frauen sehr angelegen sein läßt, wußte seine Arbeiten auf viele Wochen unterbrechen, da die geräumige Turnhalle vielen anderen Zwecken dienen mußte, namentlich als Wohn- und Schlaf- raum für etwa 200 Volksgenossen Verwendung sand, bie in hiesiger Gemarkung ausgedehnte Me- iiorationsarbeiten ausführten. Nachbem nun die durch bie außergewöhnlich starke Benutzung notroenbig geworbene Schönheitsreparatur ausgeführt ist, wirb die Halle ihrem eigentlichen Zwecke, bie Ertüchtigung von Jugenb unb somit des Volkes zu fördern, wieder dienen. Kreis Schotten. & Wettsaasen, 14. Juli. Am Sonntag fand das Schlußschießen des Schützenvereins Kirschgarten, der auch eine große Anzahl hiesiger Schützen zu , seinen Mitgliedern zählt, statt. Von den 30 Preisen, welche ausgesetzt waren, errang Gustav Stein mit 34 Ringen den 1. Preis und den Ehrenpreis. : Noch weitere sieben Preise entfielen auf hiesige Teilnehmer. * Babenhausen II, 14. Juli. Durch Sturz , von einer Leiter verunglückten gestern zwei LPD. Darmstadt, 14. Juli. Dor der Großen Strafkammer wurde in achtstündiger, teils nichtöffentlicher Sitzung gegen die Emilie B. aus München, frühere Schwester Wendel i na, verhandelt unter der Beschuldigung, sich fortgesetzt a n einem 13jährigen Zögling vergangen zu haben. In der Verhandlung erklärte die ge- ständige Angeschuldigte, daß sie mit 17 Jahren in ein Karmeliterinnenkloster eingetreten sei. Nach der Ausbildung im Mutterhaus in Holland kam sie 19jährig nach Offenbach a. M. in ein dortiges Karmeltterinnen-Kindecheim, in dem arme und verwahrloste Kinder ohne Eltern oder Heim erzogen wurden. 1931 habe sie noch mit freiem Gewissen die zeitlichen Gelübde der Armut, der Keuschheit und des Gehorsams ablegen können. Später sei sie aber in sexuelle Nöte geraten unb kam schließlich so weit, daß sie ein regelrechtes Liebesverhältnis mit einem ihrer Obhut anvertrauten Zögling begann, das über ein Jahr lang dauerte. Als die übrigen Schwestern hinter dieses Verhältnis kamen, wurde Emilie B. in die Küche versetzt, und als auch bas nichts half, im November 1934 an einen andern Ort versetzt. Inzwischen war sie schwanger geworden und gebar im Januar 1935 ein Kind. Sie wurde darauf aus dem Orden gestoßen und kehrte ins Elternhaus zurück, während das Kind in der Obhut des Klosters blieb. Der Behörde war wohl- weislich der Kindesvater nicht angegeben worden. Nach eingehender Beweisaufnahme erkannte das Gericht wegen fortgesetzter Unzucht mit einem minderjährigen Zögling auf eine Gefängnis- strafe von einem Jahr unb drei Mona- t e n unter Anrechnung der Untersuchungshaft von Wie stark kann man bräunen? "Bitte!" _ , „Ich rufe Sie heute noch an. — Sie gelten als ein Geschäftsfreund von mir. Ich bin für unbedingte Vorsicht nach jeder Richtung. Mein Korn- pagnon sieht Ihnen sehr ähnlich. Ich gebe Sie als dessen Bruder aus. Der Dame können tote un- grau Schröder ist auch schon durch böse Tage ge-t „— tFortsetzung folgt!). Mg.ährlichkeit und Uufchädlichkeit (ihr Nutzen , ü versiegt ihren Schaden) steht die Glatte oder ( Schlingnatter unter Naturschutz und darf nicht ge- ] tüllelvverden. 1 Göbelnrod, 14. Jult. Dieser Tage fand , rf. 5 frihr:uf Veranlassung der Landwirtschaftsschule und • “W .^entungsstelle Grünberg unter Leitung von . . Dliplonlandwirt Keym ein Rundgana durch onti nun *.re Gemarkung statt. Es wurde dabei k LungE feijtolteHt, daß die Frucht einen guten Stand auf» "Mer- IGrfen hat. Der Referent gab Aufschluß über Lanbger- & unfo ertragreichere Standortsorten, über die \ üon i Mkmpfung des Unkrauts und über die Boden- * M Diirtiferung durch Kalkung. Er wies darauf hin, mb ju bc tjihfcin der Gemarkung jährlich 1500 Zentner Kalk "bertlinit fttönut werben müßten; leiber seien aber nur 400 bete, bie r Meiner verarbeitet worben. Ortsbauernführer i einer ‘ W^ulth eiß dankte dem Referenten für feine igenfiir^ LÜnsiihrungen. — Das Töchterchen des Landwirts beraten. M^d Römer erlitt dieser Tage einen Un- 5,M£ fäll Das Kind fiel gegen eine Heugabel, deren eine ad Ems -- Opi« unterhalb des Knies tief in das Bein ein- rfdjaft do< hj öW. Das Mädchen mußte sofort in ärztliche Be- ichsvM fr Innung gebracht werden. er Reich-: Mus dem südlichen Kreise Gießen, feener Ir 13. fiutt. Der Regen der letzten Wochen hat bas $Ba:estum der Hackfrüchte sehr gefördert. Kar- tnffm, Dickwurz unb Gemüse zeigen einen vorzüglich Stand Freilich hat sich auch bas Untraut ft ter! ausgebreitet. Für bie Getreidefelder war der gp.leg-i nicht vorteilhaft. Fast überall hat sich d )e frucht zur Erde gelegt. Man sieht selten einen öf -ren Acker, auf dem das betreibe noch aufrecht >hi Die Bauern werden deshalb bei der Ernte me viel Arbeit haben. Die Maschinen können bei «(tu Aeckern überhaupt nicht benutzt werden, da e ttarfen Winde die Halme nach allen Seiten if5imanber gedrückt haben. Die Wintergerste ist tr tt geschnitten. Der Ertrag war gut. Auch bei bin übrigen Getreide sind die Ernteaussichten noch g-kt, öa sich bei dem kühlen Wetter noch recht viele flpnsr bilden können, auch wenn die Frucht liegt m 6 Blüte des Getreides war überall beendet, als ähriaeV Sh Hegen einsetzte. Auf leichten Böden, auf denen der 3^' ö'hHoggen noch sehr schön steht, da er beim Em- m AimlV siltze des Regens schon mehr gefestigt war als das ' ahbc-e (Betreibe, zeigt sich schon Beginn der Reife. 5fcai rechnet damit, daß in etwa 8 bis 10 Tagen d fr Schnitt des Roggens beginnen kann. — Der «fite 6 n, tofw V ifl -inem Schrecken fest, daß kein Gnetz meyr in in ben 3 JkSüdjfe war. Sakra, sakra! Mußte er einen holen d80 Zentimeter erreicht, von vielen Menschen, dü! '2 finden, getötet, da die Leute glauben, die wer|2 ffWf- Kreuzotter vor sich zu haben. Die ®runtr» ifS fdrbi der Glatten oder Schlingnatter ist gewöhnlich Men' gwraun, wie das dürre Gras und das graue ber ®Htrn, auf dem sie lebt. Sie ist leicht von ber in urfesr Gegend gar nicht mehr vorkommenden Men otter zu unterscheiden. Im Hinblick auf ihre LPD. Butzbach, 14. Juli. In dem Gasthaus des etwa 30 Jahre alten Wirtes Willi Magen- Heimer kam es in der Nacht zum Sonntag nach einer vorausgegangenen heftigen Auseinander-, setzung zwischen einigen jüngeren Burschen von auswärts und dem Wirt zu einer s ch w er en Schlägerei. Die Burschen fielen über den Wirt her, schleiften ihn in die Küche unb richteten ihn yier übel zu. Einer versetzte ihm mit einer Kaffeemühle einen schweren Schlag auf den Hinterkopf. Mit einer klaffenden Kopfwunde und weite- junge uh u n u«i uuh ji«. ren erheblichen Verletzungen wurde deriBemverletzungen nach der Chirurgischen Wirt in die Klinik nach Gießen gebracht. Die Po-1 Klinik in Gießen verbracht werden. begonnen werden konnte. Vor deren Beginn hielt Bürgermeister Dr. Völsing eine Ansprache m der er allen Züchtern ben Dank ber Stabt Alsfeld aussprach sowie dem Reichsnahrstanb unb seinen Or- ganisattonen auch für die diesjährige tatkräftige Unterstützung bes Prämienmarktes dankte. Es sei das Verdienst unseres Führers, daß die vor bem Abgrund stehende deutsche Landwirtschaft wieder eine gesicherte Existenz erhalten habe. Die Ansprache schloß mit einer Huldigung unb einem Treuegelob- nis für ben Führer und Kanzler des deutschen Volkes. Anschließend fand diePreisoerteilung und die Vorführung ber prämiierten Tiere statt. Nachmittags fanb in der Turnhalle em Vortrag von Professor Dr. S t a n d f u ß (Gießen) über „D t e Bekämpfung ber Tuberkulose bes Rinbviehes" unb über das „Seuchenhafte Verkalben" statt. Der Redner, ber bas Hessische Veterinär-Untersuchungsamt in Gießen leitet, wies in feinem ausgezeichneten, äußerst lehrreichen Vortrag auf bie großen volkswirtschaftlichen Schöben biefer beiben weitverbreiteten Tierkrankheiten hin unb erläuterte fobann die Mittel zur Bekämpfung ber Krankheiten unter besonderer Berücksichtigung bes Tuberkulosetilgungsverfahrens. Dann gab ein Film eiiua war mineimaBlfl. wm«,..» ... ... über die Durchführung des Tuberkulosetilgungsv-r- f ii 'aqen reifen müßten, gibt es fast gar nicht. Die fahrens em sehr anschauliches Bild über die große 1 >|tn ^Kirschen haben unter dem Regen gelitten wirtschaftliche Bedeutung dl-ser Maßnahmen zur . . .. Die Aussichten Bekämpfung einer ber wichtigsten Tierseuchen. Der einem Monat. Das Gericht billigte der Angeklagten im wesentlichen mildernde Umstände 3U, weil der Junge nach der Aussage des Arztes frühreif war und es in der Aufsicht des Klosters sehr gemangelt habe. Die älteren und lebenserfahreneren Schwestern hatten nach Auffassung des Gerichts sehen müssen, daß hier Dinge vorginaen, die durchaus nicht so harmlos waren, wie die An- aeschuldigte und der Junge es hinstellten. Da der Staatsanwalt und auch die Angeklagte das Urteil annahmen, wurde dieses sofort rechtskräftig Preußen. Opfer der Arbeit LPD. Wetzlar, 14. Juli. In den Stahlwerken Röchling-Buderus wurde gestern der Putzer Wilhelm T r ö l l e r aus Neukirchen von einem absplitternden Maschinenteil so unglücklich am Kopf getroffen, daß er bald darauf im Wetzlarer Krankenhaus an den schweren Verletzungen v e r st a r b. Nächtlicher Besuch im Schlafzimmer Mit vorgehaltenem Revolver die Herausgabe des Geldes verlangt. LPD. Biedenkopf, 14. Juli. In einer der letzten Nächte wurde in dem Kreisort Breidenbach das Ehepaar Scheffel. Inhaber eines Kolonialwarengeschäftes, plötzlich durch einen umfallenden Stuhl aus dem Schlafe geschreckt Kaum konnte der Ehemann die Ursache der nächtlichen Störung feststellen, als schon ein Mann auftauchte und mit vorgehaltenem Revolver Geld verlangte... In seiner Bedrängnis lieferte das Ehepaar schließlich die Geldkassette mit 130 Mark Inhalt dem Räuber aus. Daraufhin verschwand der Dieb wieder durch das Fenster, das Ehepaar immer noch mit dem Revolver bedrohend. Mit Hilfe einer Leiter, die er wohl schon bei seinem Einsteigen benutzt hatte, gelangte er aus der im zweiten Stock gelegenen Wohnung wieder auf die Straße. Die sofort aufgenommenen Ermittlungen der Gendarmerie führten bisher leider noch zu keinem Ergebnis. Verlustreicher Brieftaubenstug. Frankfurt a. M., 14. Juli. (LPD.) Der jetzt abgehaltene Brieftaubenflug von St. Pölten (Oesterreich) aus hat allen Züchtern des Rhein-Main- Gebiets schwere Verluste gebracht. Don den 927 aufgelassenen Tieren waren bis Samstagabend nur 11 Tauben im heimatlichen Schlag eingetroffen. Im Laufe des Sonntags und Montags kehrten dann noch etwa 180 Tiere zurück, so daß bei der Uhren- kontrolle am Montagabend noch etwa 700 Tauben fehlten. Die unaufhörlichen Regenfälle, vielfach mit Stürmen begleitet, haben die Tiere ungewöhnlich stark zermürbt. Ein großer Teil der noch ausstehenden Tauben dürfte im Laufe der Woche, nachdem sich die Tiere unterwegs ordentlich ausgeruht haben, zu Hause noch eintreffen. Allerdings wird auch mancher Züchter erhebliche Verluste buchen müssen. Kreis ZDehlar ' Launsbach, 15. Juli. Am heutigen Mittwoch begeht unser ältestes Gemeindemitglied Johannes hobach seinen 8 6. Geburtstag in körperlicher und geistiger Frische. Er war langjähriger Gemeindebediensteter und ist treuer Leser des Gießener Anzeigers. Er hat 2 Kinder, 7 Enkelkinder und 3 Urenkel. * Krumbach, 14. Juli. Die 60 Jahre alte Witwe Margarete Hermann trug bei einem Unglücks fall einen Bruch des linken Unterschenkels davon. Die Frau mußte nach Gießen in die Klinik gebracht werden. Weltbestleistungen bis zu 48 Stunden zu verbessern. Zur Verfügung steht ihm ein nach eigenen Plänen gebauter Rennwagen mit einem 450-?8-Rolls- Royce-Motor. Nachdem Eyston mit 261 Stundenkilometer den Weltrekord über 100 Meilen gebrochen hatte, muhte er sein Fahrzeug „Windeseile" einer kurzen [Überprüfung unterziehen, doch wurde dabei soviel Zeit verloren, daß die Rekorde über 200 Meilen und 200 Kilometer nicht mehr Überboten werden konnten. Von diesem Zeitpunkt an wurden weitere Bestleistungen nicht mehr offiziell bekannt- gegeben, obwohl Eyston noch mit fünf neuen Weltrekorden bis 150 Meilen aufwartete. Kurze Sportnotizen. Joe Louis, der von unserem Max Schmeling schwer geschlagene „braune Bomber", wird bereits am 23. Juli wieder im Ring erscheinen. Der Neger wird an diesem Tage in Pittsburg gegen Al Gainer, einen für uns unbekannten Mann, antreten * 22 Fußballspieler hat England jetzt zum Olympischen Fußballturnier nach Berlin gemeldet. Es handelt sich bei de» auserwählten Spielern durchweg um solche, die bereits international tätig waren. Die Spieler treten am 29. Juli von London aus die Reife nach Berlin an A m Eidgenössischen Turnfest vom 17. bis 20. Juli in Winterthur werden auch in diesem Jahre wieder deutsche Turner teilnehmen. Aus dem Gau Südwest wurden Reuther (Oppau), Stiegler (Weisenau), ©obig (Mombach), Stemmler (höchst) und Zellekens (Frankfurt) gemeldet 362 amerikanische Olympiakämpfer werden am Mittwoch mit dem Dampfer „Manhattan" die Reise zu den Olympischen Spielen nach Berlin antreten. Insgesamt wird die amerikanische Expedition 384 Köpfe umfassen und damit die größte Mannschaft darstellen, die USA. je zu Olympischen Spielen abgeordnet hat Die siebente Etappe der französischen Radrundfahrt von Aix-les-Bains über 230 Kilo- 5teforMerin im Speerwurt PF ■ V ft Tilly Fleischer (Frankfurt a. M.) gehört seit acht Jahren zur deutschen Extraklasse und vertrat Deutschland bei vielen Länderkämpfen mit Erfolg. 1932 stellte sie mit 44,07 m einen neuen Speerwurf-Weltrekord auf, der aber noch im selben Jahre von Inge Braumüller auf 44,64 m verbessert wurde. Bei der letzten Deutschen Meisterschaft erreichte sie mit ihrer Meisterleistung von 44,56 m beinahe diesen Rekord. Sie hat mit dieser Leistung alle Aussicht auf eine Olympia-Medaille. — (Schirner-M.) Harrfahrt-Einzelsieger der HI. Hessen -Nassau. NSG. Bei der diesjährigen harzfahrt der Motor- HI., auf der der Reichsjugendführer Korpsführer Hühnlein zum Ehrenführer der HI. ernannte und den Grundstein für die Reichsmotorsportschule der HI. in Bad Gandernheim legte, errangen von 270 Teilnehmern die hitlerjungen Hippe (Königsstein, Taunus) und V e l l m e r (St. Goarshausen) als Einzelfahrer in der 200ter= Klaffe den ersten und zweiten Sieg mit Punktgleichheit und erkämpften sich je eine silberne Medaille und den Ehrenpreis der Obergruppe West des NSKK. Die Motor-HI. des Gebietes Hessen-Nassau setzt damit die Reihe ihrer Siege fort. Auf der vorjährigen Harzfahrt stand Junggenosse Vellmer in der Gesamtwertung als Einzelfahrer an erster Stelle. Fußball-Iugenhgruppe Gießen. Die Mannschaftsmeldungen der Vereine der Gruppe Gießen für Jugend- und Schülermannschaften müssen sofort beim Jugendgruppenleiter eingereicht werden. Vereine, die bis zum 25. Juli 1936 nicht gemeldet haben, werden bei der neuen Gruppenzusammenstellung nicht berücksichtigt. Säml- liche Jugendspieler müssen nach der Spielsperre im Besitze des Reichsjugendbundpasses fein, wofür die Dereinsführer und Vereinsjugendwarte verantwortlich sind. Spieler, die keinen Reichsbundplatz besitzen, können an den Pflichtspielen nicht teilnehmen. Oberjungführer h. Kirchner, Jugendgruppenleiter. Eyston wieder auf Weltrekordjagd. Der Engländer E y st o n, der die meisten Automobil-Weltrekorde innehat, ist zurzeit im Begriff, auf einer 17 Kilometer langen Rundstrecke in Utah (USA.) zusammen mit Bert Dänin sämtliche meter nach Grenoble sah noch 71 von 90 in Paris gestarteten Fahrern am Start. Die schwere Bergetappe mit den zirka 2000 Meter hohen Galibier und Lautaret machte den Fahrern schwer zu schaffen. Am Ziel traf eine 12 Mann starke Spitzengruppe ein; im Spurt gewann der Holländer Middelkamp in 8:32,02 vor Archambaud, der in der Gesamtwertung weiter vor S. Maes (Belgien) und P Clemens (Luxemburg) führt. Die noch im Rennen befindlichen sechs Deutschen traten nicht in Erscheinung. Sportamt ^Krast durch ftreube'". heute folgende Kurse: Allg, Körperschule und Schwimmen: Don 20 bis 21.15 Uhr, Müllersche Badeanstalt. Schwimmen, Anfänger und Fortgeschrittene: Don 19 bis 20 Uhr, Frauen und Männer, Großen-Buseck, Schwimmbad. Reiten: Don 21 bis 22 Uhr, Universitäts-Rett- inftitut, Brandplatz Deutsche Schwimmeisterschasteu - Ausscheidung für die Olymvischen Spiele. Die Deutschen Schwimmer-Meisterschaften, die vom 17. bis 19. Juli in Halberstadt durchgeführt werden, haben ein ganz ausgezeichnetes Meldeergebnis gefunden. 116 deutsche Vereine haben insgesamt 287 Nennungen abgegeben und mit zwei Ausnahmen verteidigen alle Meister ihre Titel. Nur Mahraun im Kunstspringen der Männer und Hertha Schieche im Kunst- und Turmspringen der Frauen sind nicht am Start. Im Hinblick auf die Olympischen Spiele werden die Kämpfe natürlich mit ganz besonderer (Erbitterung ausgetragen werden und sie sind mit wenigen Ausnahmen als offen zu bezeichnen. Die Titelkämpfe der Männer. Ein Meister steht zweifellos fest, Helmut Fischer über 100 Meter Freistil. Ihm kann keiner gefährlich werden. Im Kampf um die Plätze haben Ja- bufch-Magdeburg und Heibel-Bremen die besten Aussichten, lieber 200 Meter Freistil ist das Rennen offen. Der jugendliche Berliner Plath hat in letzter Zeit unsere gesamte Spitzenklasse eindeutig geschlagen. Und doch wird der Titelverteidiger Gaucke-Stettin, werden die Bremer Freese und heibel in der Entscheidung ein Wort mitzusprechen haben, lieber 400 Meter muß sich der Stettiner Nüske sehr anstrengen, wenn er seinen Titel erfolgreich verteidigen will. Freese und Przywara-Hin- benburg sind nicht schlechter, lieber 1500 Meter kommen nur Freese und Przywara als Meister in Frage; der Bremer Rekordmann hat die besseren Aussichten. Im Brustschwimmen über 200 Meter ist Heina-Gladbeck Titelverteidiger, aber sowohl Sietas-Hamburg als auch vor allem der junge Balke-Dortmund sollten schneller sein. Balke hat die Jugend, Sietas die Erfahrung für sich. Im 100-Meter-Rückenschwimmen liegt die Entscheidung zwischen den beiden Wünsdorfer Soldaten Schlauch und Schwarz. Das Kunstspringen wird wohl zwischen Esser und dem Dresdener Weiß entschieden werden; Weiß ist auch im Turmspringen der gefährlichste Gegner für den Titelverteidiger Storck- Frankfurt. Bei den Staffelkämpfen ist damit zu rechnen, daß die Bremer die beiden Freistilstaffeln über 4X100 und 4 X200 Meter sicher vor Magdeburg 96 gewinnen. Für weitere Plätze kommen Stettin, Frankfurt und Stuttgart in Frage. Die 4X200-Meter- Bruststaffelmeifterschaft wird Hellas Magdeburg sicher erfolgreich verteidigen können; die stärksten Gegner sind Frankfurt. Gladbeck und Charlotten- burg. Die 400-Meter-Lagenstaffel (100, 200, 100 Meter) ist offen. Magdeburg 96 ist Titelverteidiger. Oie Wettbewerbe her Frauen Gisela Arendt wird es nicht leicht haben, wieder Meisterin über 100 Meter Freistil zu werden, denn die junge Spandauerin Inge Schmitz ist ihr sehr nahe gekommen lieber 400 Meter Freistil kann die Charlottenburgerin halbsguth kaum verlieren. Im Brustschwimmen über 200 Meter wird Martha Genenger-Krefeld ihren Titel wieder erfolgreich gegen Hanni hölzner verteidigen und über 100 Meter Rücken sollte Christel Rupke-Ohligs ihre gefährlichste Gegnerin Atta heiling ebenfalls im Schach halten können. Im Kunstspringen hat Frau Jensch-Berlin die besten Aussichten, das Turmspringen ist dagegen etwas offener. Die Hamburgerin Köhler sollte ein kleines Plus vor der Dortmunderin Bingel aufweisen. i MM V I rl MM : W & - . .'.tzX Die indischen Olympiakämpfer im Olympischen Dorf. Arn Montag trafen die indischen Olympiakämpfer, insgesamt 26 Mann, in Berlin ein und wurden am Nachmittag im Olympischen Dorf begrüßt. Es sind Leichtathleten, Ringer und Hockeyspieler. Die Hockeyspieler konnten in den Jahren 1928 und 1932 die Goldene Medaille gewinnen. (Scherl'Bstd erdienst-M.) Oer Wett beste Leichtathletin. ", 4 \ ■ Gisela Mauermayer (München) ist nicht W Deutschlands, sondern darüber hinaus die btg Leichtathletin der Welt. Hochsprung, Kugelstoßn besonders aber Diskuswerfen sind die Hebungen, i denen sie ihre besten Erfolge erzielt. Kaum « Sportfest vergeht, an dem sie nicht ihren am Sm tag vorher aufgestellten Weltrekord verbessert. den Deutschen Meisterschaften am letzten Sonnig kam sie zum erstenmal über 48 m, mit 48,31 m- ein phantastischer Weltrekord — wurde sie Meisten,: Wenn irgendwo, dann hat Deutschland und Guroip hier die ersten Aussichten auf die „Goldene". - (Schirner-M.) Adler-Sieg im belgischen Königspm! Mit dem Start von 34 Wagen in mehren Klaffen begann am Samstag pünktlich um 16 Lk das Rennen für Sportwagen tim den Großen Pw von Belgien über 24 Stunden. Bei bedecke Himmel hatte sich um diese Zeit in der Ardens Landschaft von Francorchamps längs der Strw eine große Zuschauermasse eingefunden. Die drei Adler-Wagen, die mit v. Guille a u imi Stöhr, Sauerwein-Graf Orssich Prinz z u Schaumburg-Bötzkes am Stern am Rennen teilnehmen, fanden bei den Zuschaun größte Beachtung. Ihre elegante Stromliniensm wurde von Fachleuten und Laien bestaunt. 3: beiden Alfa Romeo-Kompressor, von Sommer uiri Farina gesteuert, erwiesen sich erroartungsgm.] als die schnellsten Wagen. Das Stundenmittel di-:: Maschinen betrug nach einer Stunde 135 km.-. Die übrigen Mannschaften fuhren nicht wild brocj los, da sie ihre Motoren für die 24 Stunden larri Fahrt nicht schon in den ersten Runden überoo strengen wollten. Die Adler-Waaen fuhren nti 111,5 km/st ein gemäßigtes Durchschnittstempo. Nach zwei Stunden hatte der von Sir McRohc gesteuerte Aston Martin in der 2-Liter-Klaffe rtii einer Runde Vorsprung die Führung vor Öen dn Adler-Wagen, die mit Prinz zu Schaumburg i der Spitze ihre Runden mit 107,7 km/st breijtt’i Neben den beiden Alfas, deren Durchschnitt ia 134,3 km/st stand, waren d i e Adler-Fahl::: die gleichmäßig st e Mannschaft auf bii Bahn. Nach dreieinhalb Stunden lösten sich ü Adler-Fahrer ab. Allmählich kam die Dämmerur; und mit ihr begann die schwierige Nachtfahrt. D 20 Uhr, also nach vier Stunden Fahrzeit, baiti die Alfas 35 Runden — 520 Kilometer, 2lLn 29 Runden — 430 Kilometer zurückgelegt. In der Nacht gab es zahlreiche Ausfälle. :J schieden die zwei Bugattis aus, und auch der D Romeo-Kompressor von Farina, so daß in dm« Klasse Sommer allein das Rennen zu Ende fahrü muß. Gegen Morgen waren schließlich von 30 starteten Wagen nur noch 20 im Rennen. ■'* Kampf um den Königspreis wurden die Fahl! Mannschaften von Delahaye, Aston Martin, Sinr? und Jmperia gesprengt, lediglich Adler und W blieben zusammen. Adler hatte sich in seiner K!°c^ die Führung gesichert und zog in gleichmäßig Fahrt seine Runden. Das Tempo wurde aKerbimC aus taktischen Gründen auf 103 km/st gemäßigt! Am Sonntag lagen um 12 Uhr noch 19 auf der Bahn, am Stand des Rennens änderte üi aber bis zum Schluß nichts mehr. Der abftic schnellste Wagen des Rennens war der 211 li» Romeo-Kompressor von Sommer-Severi, der c 24 Stunden 3002,15 Kilometer bei einem Stund« s mittel von 125,008 km/st zurücklegte. Die W Adler-Wagen fuhren in den letzten Stunden auf Sicherheit und erreichten unangefochten Sieger ihrer Klasse und Gewinner des Königspi" ses das Ziel. Damit wurde der belgische Könip preis schon zum dritten Male von einer deutsche Mannschaft gewonnen. Aus aller Well. Goethes Reisewagen auf der Ausstellung „Deutschland". Der Reisewagen Goethes traf in Berlin Schöneberg ein. Der Wagen ruft nicht nur die innerung an den großen deutschen Dichter und feM Zeit wach, sondern bringt auch einen Gruß di- Landes Thüringen an die Reichshauptstadt, nrf das Schild an der Rückseite des Wagens befa(W- „Thüringen, das grüne Herz Deutschlands, gn>ftt die Ausstellung .Deutschland"' in Berlin durch Goethes Reisewagen!" Erfolgreiche Erstbesteigung in den peruanischen Kordilleren. Zwei österreichische Bergsteiger, und zwar W bekannte Mitglied der letzten deutschen Nanu° Parbat-Bergfayrt 1934 Schneider aus Hall Tirol und sein Begleiter, der junge Salzburg Awerzger, haben, wie aus Peru gemeldet wi w vor kurzem zum erstenmal den 5749 Meter hotz'l Gipfel Chambara in den Weißen Cordilleml bestiegen. Allanlik-Jacht „Hamburg" wohlauf. Der Schnelldampfer „Neuyor!" der HambinA Amerika-Lmie sichtete auf feiner Fahrt die HaB burger Atlantik-Jacht „Hamburg", die sich an M Ozeanrennen von Bermudas nach Cuxhaven .w teiügt. Die Jacht hat ein Drittel der Gesamtstrea zurückgelegt. Sie signalisierte, daß an Bord wohl" sei.