Ur. 137 Erster Blatt 186. Jahrgang Montag, 15. Juni 1936 Gießener Anzeiger und 12 Arbeit das schon heut Erreichte vollbracht wer- Ain iwein \ heil Hitler! Sprenger. Gewiß sind auch wir Nationalsozialisten nur Menschen, denen hier und da auch ein Fehler unterläuft. Unverantwortlich aber ist es, wenn gewisse Besserwisser wohllüstig in diesen kleinen Fehlern herumwühlen und darüber die großen und klaren Erfolge unserer Arbeit vergessen. Leider weiß nur Der Führer hat uns berufen, an seinem Befreiungswerk mitzuarbeiten, heute und für alle Zeit haben wir zu beweisen, daß wir des Führers I w ü r d i a sind. $u begeben, wenn in Frankfurt a. M. allein fast jeder 10. Einwohner zu den Sammelplätzen der NSDAP, eilt, dann wird sich wohl so mancher aus seiner Behaglichkeit aufgeschreckte Mitbürger einen Flaggenschmuck annehmen wird, wie er bisher noch nicht zu sehen war. Trotz der Bedenken und Ermahnungen aller Superklugen wird der Gautag Hessen-Nassau in gewaltigstem Ausmaß durchgeführt werden. Denn es ist notwendig, daß wir immer wieder daran erinnern, daß vor etwa über drei Jahren in Deutsch- sm„ML4ien ^f ihm wohnen. So ist auch diese Sied« ls Stück Heimat aus der Gemein« t heraus geschaffen worden. Den toieblern legt sie die Verantwortung auf, den Gedanken der Verpflichtung für sein Volk zu wahren, hier stehen sie auf Wacht am Rhein als ewiges Beispiel der Einsatzbereitschaft. 5 0 0 0 solcher Stätten sind geschaffen und weitere folgen als lebendige Festung des Friedenswillens der deutschen Nation. Zwei Mädels in der Tracht des BDM. dankten dem Reichskriegsopferführer für die ihnen geschaffene Heimat. Blumensträuße überreichten sie ihm als äußeres Zeichen ihres Dankes. Unser Blick schweift durch die neuerstandenen Straßen, an den geschmückten Häuserfronten entlang, aus denen frohe Menschen und zahlreiche gesunde Kinder blicken. Ein Transparent, das breit von Haus zu Haus gespannt ist, bezeugt die Dankbarkeit der neuen Siedler. „Nunmehr auf eigener Scholle eine Heimat für unsere Kinder, das danken wir unserem Frontkameraden Adolf Hitler", lautet sein Text. Glauben an sich selb st und seine Stärke hat, so ist dies einzig und allein der NSDAP, zu verdanken. die Menschen veranlaßten, sich in den Gaststätten in kleinem frohen Kreis zusammenzufinden. Weihe oer Fronlkämpsersiedlung Aus dem ehemaligen Fort S t a h l b e r g ist ein Werk des Friedens entstanden, das Samstag seine feierliche Weihe erhielt. Nach Begrüßungsworten des Mainzer Führers der NSKOV. sagte der Kreisleiter und Oberbürgermeister von Mainz Dr. Barth Dank dem Pg. Oberlindober für das binnen Jahresfrist geschaffene Siedlungswerk, das den Tatwillen des Nationalsozialismus zum Ausdruck bringe. Reichskriegsopferführer O b e r l i n d - ober erinnerte an die Zeit, da im Feld Pioniere Tag für Tag ein Stück Unterstand herrichteten und aus ihm ein Stück Heimat schufen. Da fand die alte Sehnsucht und Liebe ihren Ausdruck. Deutscher Boden ist uns heiliges Land, weil Millionen für ihn gestorben sind. Es ist uns Gewähr, daß auch nach Jahrhunderten noch deutsche Befehl des Gauleiters. Parteigenossen und Parteigenossinnen! NSG. Ich ordne an, daß am Samstag, dem 11., und am Sonntag, dem 12. Juli 1936, die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei, ihre Gliederungen und angeschlossenen Verbände in der Hauptstadt des Gaues, Frankfurt am Main, ausmarschieren. Frankfurt a. M., den 13. Juni 1936. den konnte. Wie oft kommt es vor, daß gleichgültige Volksgenossen an uns herantreten und uns Vorhaltungen machen, daß mir „so dumm seien" und unsere Gesundheit und Kraft für bereits erreichte Ziele einsetzten. Diese Narren werden es nie begreifen können, welch glühendes Feuer der Begeisterung und welches unermeßlich große Verantwortungsbewußtsein das Wort „Deutschland" für einen Nationalsozialisten der Tat bedeutet. Das aber ist die Bedeutung des Gautages: Einmal im Jahr soll den alten Kämpfern der Bewegung für ihr treues Ausharren gedankt werden. Einmal im Jahr wollen wir selbst sehen, wenn die Gefolgschaft aufmarschiert, wie st a r k wir sind. Einmal im Jahr wollen wir in aller Oeffentlich- keit zeigen und beweise!?, daß die Nationalsozialistische ' Deutsche Arbeiterpartei das Herz Deutschlands ist. Einmal im Jahr ist es notwendig, die elementare Kraft und ungeheure Größe der NSDAP, vor Augen zu führen. An unserem Gautag wollen wir Nationalsozialisten von Hessen-Nassau uns darauf besinnen und prüfen, was wie für die Bewegung und damit für Deutschland und unseren Gau geleistet haben, um dankbar das Erreichte anzuerkennen und das neue Ziel für unsere Arbeit im kommenden Jahr zu stecken. Der Stolz und die Genugtuung, die die erfüllte Pflicht geben, werden uns zu noch größerem Arbeitseinsatz im kommenden Jahr befähigen. Warum Gaulag? Wenn am Samstag, dem 11., und am Sonntag, dem 12. Juli 1936, etwa 70 Sonderzüge in den Bahnhöfen von Frankfurt a. M. aus dem Dilltal und dem Odenwald, aus Rheinhessen und Oberhessen, vom Westerwald und Spessart, kurz aus dem ganzen großen Gau Hessen-Nassau einlaufen, wenn auf allen Straßen des Gaues in Lastwagen, Omnibussen und Privatwagen, auf Motor- und Fahrrädern abermals Zehntausende sich nach Frankfurt a. M. fragen, warum das? Besonders geschäftstüchtige und kluge Menschen werden wahrscheinlich mit Riesenschritten an ihren Rechenschieber eilen und ausrechnen, was die Vorbereitung und Durchführung dieses Gautages wohl wieder kosten möge. Wieder andere, noch klügere, werden festftellen, daß das deutsche Volk bei der letzten Wahl doch eine so eindeutig und absolut klare Sprache gesprochen habe, daß man ihm doch nunmehr die verdiente Ruhe gönnen und lassen solle. Und trotz all dieser Bedenken wird die Partei weiterhin dafür Sorge . . - . r tragen, daß außer den ungeheuren Vorbereitungen ein verhältnismäßig kleiner Kreis, mit w i e v i e l , zum Gautag auch die Stadt Frankfurt a. M.sMühe, Sorgen und e h r e n a m t l l ch e r' w u rd i g sind. Ehrentag der Frontsoldaten und Kriegsopfer Die Mainzer Tagung der RGKOV. schätzen, und wenn wir uns schätzen gelernt haben, dann ist der wahre Frieden nicht mehr fern. Wir reichen über den deutschen Rhein hinweg dem Gegne r von einst die Hand des deutschen Soldaten zu wahrer Kameradschaft und hoffen daß sich daraus eine wirkliche freundschaftliche Nachbarschaft entwickeln kann." Am Nachmittag fcmb eine Sondertagung her Hinterbliebenen statt, auf der die Ver- treterin der Reichsdienststelle der NSKOV, Krau Sötting und der Reichsknegsopserfuhrer fpra- eben. Einen Höhepunkt erreichte die Tagung dann mit einem Vorbeimarsch der Forma.onen oar dem Reichskriegsopfersuhrer Begeisterte Zurufe erklingen überall. Die Ab perrungsmannschaften haben^Mühe, die drängenden Massen zuruckzuhal en. Zum Abschluß führten im Volkspark die SA.-Relter- sturmftandarte Mainz Reitersptele und die SA.- Brigade 150 den Einsatz moderner Nachrichtenm,t- tel vor. bis plötzlicher Regen und heftiges Gewitter Rudolf Heß auf dem Gauiaq in Schlesien. Breslau, 14. Juni. (DNB.) Auf dem Gautag der Bewegung in Schlesien hielt der Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, eine Ansprache. Der politische Glauben, der Urheber allen Geschehens in unserem Lande, ist von dieser Welt, und er ist real in seinen Wirkungen. Er hat Deutschland nicht nur Freiheit und Ehre, und den deutschen Menschen nicht nur die Freude am Leben und das Ethos der Arbeit wiedergegeben, er hat dem deutschen Volke eine Wehrmacht gegeben, er hat die Arbeits- losenziffr endlich auf unter 1,5 Millionen gesenkt, er hat wieder Feuer unter den Kesseln der Waffenschmiede angefacht, er hat Straßen und Brücken und Schiffe, Zeppeline und Fluazeuae, neue Eisenbahnen entstehen lassen. Er hat den deutschen Arbeitern eigene Urlaubsdampfer, eigene Urlaubsheime geschaffen. Wir träger dieses Glaubens, wir Künder dieser geschichtlichen Idee, wir Revolutionäre dieser neuen Weltanschauung, sind durchdrungen davon, daß dieser Glaube einen neuen Idealismus in unser deutsches Leben hineingetragen hat. Deshalb denken wir auch nicht daran, uns von irgendwem in unsere Dinge hineinreden zu lassen. Wir sagen den politischen Mächten der Erde: Kümmert euch um eure eigenen Angelegenheiten und laßt das deutsche Volk in Frieden arbeiten und seinen Weg gehen. Das mögen alle wissen, die es sich zur Aufgabe gefetzt haben, unter dem Motto der Weltrevolution den Frieden der Völker zu stören und ihren Wohlstand zu vernichten. Und wir sagen das denen, deren Aufgabe und Sorge es fein soll, das heil derer, die sie betreuen, in einem großen Jenseits zu bereiten: Wir denken nicht daran, euch in eurem Wirken zu stören, wenn es diesem großen Ziel dient, aber wir verbitten uns alle E i n- mischung in unser diesseitiges Streben, unser Streben nach Frieden, Glück und Gerechtigkeit für die deutschen Menschen auf dieser Erde. Wir sind überzeugt, daß, wenn wir nach einem Leben der Arbeit für Glück, Frieden und Gerechtigkeit für unsere Mitmenschen vor dem Jenseits stehen, wir solz sagen dürfen: Wir haben unsere Pflicht getan im Diesseits und in einem höheren Sinne. Unsere große Aufgabe für das kommende Jahrhundert ist es, ein kraftvolles starkes Bollwerk der Kultur der wertvollen Raffen zu fein gegenüber dem Bolschewismus, ein Bollwerk zu fein gegen das Wühlen der niederen Instinkte einer schlechteren Rasse. Wir denken nicht daran, über andere Völker und wie sie sich ihr Haus einrichten, Urteile zu fällen, aber wir wissen, was es heißt, den Bolschewismus im eigenen Lande würgen und wüten zu sehen, und wir wissen demzufolge auch, was uns von außen droht, wenn dieser Bolschewismus über fremde Länder versucht nach Deutschland einzudringen. Wir haben dieser Gefahr gegenüberzufetzen die geeinte Volkskraft der deutschen Nation, die sich den Schutz geschaffen hat, den sie braucht. Neue schwere Unruhen in Palästina. London, 15. Juni. (DNB. Funkspr.) Nach Meldungen aus Palästina ist es auch am Sonntag zu schweren Unruhen gekommen. In einem großen Mietgebäude in Haifa, in dem viele britische Familien wohnen, ereignete sich eine gewaltige Explosion. Ein Arader wurde in dem Verdacht, einen Bombenanschlag verübt zu haben, verhaftet; er wird voraussichtlich auf Grund des neuen Sadotagegesetzes zum Tode verurteilt werden. Menschenleben sind durch die Explosion nicht gefährdet worden. Neuerdings wurden wieder zwei Juden verhaftet, die große Mengen kommunistischer Flugblätter $ur Verteilung bet sich hatten. Auch aus Transjoroanien wurden jüdische Agitatoren ausgewiesen. Ein raffiniert angelegtes Attentat auf den Flughafen Gaza konnte in letzter Minute verhindert werden. Die Taktik der Aufständischen geht dahin über, die Telefonleitungen z u durchschneiden. Allein bei Nablus wurden 25 Leitungen zerstört. In den letzten 24 Stunden wurden 3000 Orangenbäume und 80 Morgen Melonenfelder vernichtet. Ueberfälle auf Eisenbahnzüge sind an der Tagesordnung. Es gibt in ganz Palästina kein Verkehrsmittel mehr, das einen ungefährdeten Ueberland- oerkehr gewährleisten kann. Automobilreisen sind jetzt auch nur noch in größeren Karawanen möglich, wobei die Reisenden trotzdem noch mit lieber« fällen der Aufständischen rechnen müssen. land noch Verzweiflung und Arbeitslosigkeit, politischer Mord, Korruption, Ehrlosigkeit und fremde Besatzung, Klassenkampf und Kulturlosigkeit an der Tagesordnung waren. Es ist erstaunlich, wie schnell diese Dinge alle vergessen werden, und mit welcher Selbstverständlichkeit die Erfolge der nationalsozialistischen Regierung hingenommen werden. Darum ist es notwendig, daß immer wieder in der Öffentlichkeit festgestellt wird, daß alles, was sich in den letzten Jahren in Deutschland geändert hat, einzig und allein der Nationalso- zialistischen Deutschen Arbeiterpartei zu ver d a n f e n ist, die heute mit ihren Organisationen fast jedes deutsche Haus erfaßt. Wenn heute in Deutschland wieder die Soldaten marschieren, wenn die Schornsteine der Fabriken rauchen, wenn die Flieger mit ungeheurer Geschwindigkeit durch die Luft fliegen, wenn die Jugend wieder eine wahrhaft deutsche Erziehung genießt, und wenn vor allem das geeinte Volk miebe reinen Vorbeimarsch vor dem Reichskriegsopferführer. — (Aufnahme: Schwarz.) LPD. Mainz, 14. Juni. Die alte Soldatenstadt Mainz stand am Sonntag im Zeichen der Tagung der Nationalsozialistischen Kriegsopferversorgung. Schon am frühen Morgen trafen 30 Sonderzüge mit auswärtigen Teilnehmern in Mainz ein. Aus dem Volkspark vollzog sich bis 11 Uhr vormittags der große Aufmarsch. Auf einem Podium hatten hier die Hinterbliebenen und Waisen Ehrenplätze erhalten, während vor dem Podium die Schwerkriegsbeschädigten in ihren Fahrstühlen Aufstellung genommen hatten. Reichskriegsopferführer Oberlindober schritt nach seinem Eintreffen die angetretenen Formationen der SA., des Arbeitsdienstes sowie der Wehrmacht ab und begrüßte bann jeden einzelnen der Schwerkriegsbeschädigten durch Handschlag. Kreisleiter und Oberbürgermeister Or. Barth überbrachte die Grüße des Gauleiters und Reichsstatthalters S p r e n g e r, der sich gefreut habe, daß dieser Ehrentag der deutschen Frontkämpfer und Kriegsopfer gerade in den Gau Hessen-Nassau gelegt woden sei. Dr. Barth begrüßte die Frontsoldaten am freien deutschen Rhein und in Mainz, das von jeher ein Bollwerk des Deutschtums gewesen sei. Er weihte dann eine Anzahl neuer Fahnen ber NSKOV. und gab den Bannerträgern die Verpflichtung mit, sich immer stets derer würdig zu erweisen, die als deutsche Soldaten ihren Einsatz für die Nation mit ihrem Leben und ihrem Blut besiegelt hätten. Die Versammlung gedachte bann ber gefallenen Helben bes Weltkrieges unb ber Bewegung. Reichskriegsopferführer Oberlindober gab einen Ueberbütf über bie Entwicklung ber NSKOV., bie beftes Irabitionsgut verkörpere. Jeber müsse bankbar sein, bie heutige Zeit miterleben zu können. Sein Gruß galt besonders den Saarländern und der wieder erstandenen Wehrmacht. „Ich wende mich an dieser Stelle , so fuhr der Reichskriegsopferführer fort, „u ber die Grenzen unserer deutschen Heimat nach Westen, Norden, Süden unb Osten unb rufe in eurem Namen allen benen, bie gegen uns geCamptt haben, zu, aus bem Erleben bes grtfeen Krieges ihren Völkern ben Frieden zu bringen. Jcy sage dies auch allen denen, die immer noch Da Märchen von der Erbfeindschaft erzählen. nen mir uns kennen, dann lernen mir uns säs.'S'&s w * a it e -i"” Beilagen: Die illustrierte A .A A A A A A A A A A bis 8-/,Uhr des Vormittags HeimaUm Mw. Di-Scholl« ■ iw M W 6tun6preife ää BO Ir zilllr I -w Ohne Illustrierte . 1.80 ■ B ■ ■ ■ B ■ ■ ■ ■ ■ ■ anzeigen von 70 mm Breite Zustellgebühr .. I -.25 WWI M I W 50 Rpf.,Platzvorschrift nach Auch bei Nichterscheinen ~ I ■ ■ vorh.Dereinbg.25^ mehr. 1 V Wt »runO,reife: Seneral-Anzeiger für Sberhchen MZ Postscheckkonto: behördliche Anzeigen 6Rpf. Sranttnrt am Main 11686 vruck unO Verlag: vrühl'sche Unwersttats vuch- und Stein-ruckerel R. Lange in Sieben. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulftrahe 7 Mengenabschlüsie Staffel b Das neue Schulschiff „Horst-Wessel" wird gelaust. Der Führer wohnt dem Stapellauf in Hamburg bei. Hamburg, 13. Juni. (DNB.) Das zweite Se- gelfchulschiff der Kriegsmarine „Horst Wessel" ist im Hamburger Hasen im Beisein des Führers und Reichskanzlers glücklich vom Stapel gelaufen, ein Schwesterschiff der „Gorch Fock", das aber noch größer und geräumiger sein wird. An den Elbuiern haben sich Zehntaujende Volksgenossen eingefunden, um die „Grill e", an deren Großmast achtern die Standarte des Führers flattert, an sich vorüberziehen zu lassen. Auf dem Werftgelände wird der Führer, in dessen Begleitung sich Reichskriegsminister Generalfeldmarschall von Blomberg, die Reichsminister Heß und Dr. Goebbels sowie der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, Generaladmiral Dr. R a e d e r, befinden, von Reichsstatthalter Kaufmann, dem Regierenden Bürgermeister Krogmann sowie den leitenden Männern der Bauwerft herzlich willkommen geheißen. Der Führer schreitet die Front einer Ehrenkompanie des Segelschulschiffes „Gorch Fock" und eines Ehrensturmes der Berliner SA. ab und grüßt die alte Sturmfahne des Sturmes 5 und die Standarte, die Horst Wessels Namen tragen. Auf der Ablauftribüne haben sich inzwischen eingefunden: die Mutter Horst Wessels und seine Schwester Jngeborg; ferner u. a. der Stabschef der SA., Lutze, SS.-Obergruppenfüh- rer Sepp Dietrich, Reichspressechef SS.-Grup- penführer Dr. Dietrich, der Kommandierende General des X. Armeekorps, General der Kavallerie Knochenhauer, der Kommandierende Admiral der Marinestation der Nordsee, Vizeadmiral Schultze, der Chef des Bildungswesens der Marine, Vizeadmiral Saalwächter und weitere Männer der Wehrmacht, der Vartei und des Staates. Backbord- und steuerbordseits des Neubaues haben Ehrenabordnungen der Marine, des Heeres, der Luftwaffe und aller nationalsozialistischen Formationen Aufstellung genommen. Der Stellvertreter des Führers, Reichsmimster Rudolf Heß, nimmt das Wort zur Taufrede, in der er u. a. ausführte: „Dieses Schiff soll den Namen des Dichters und Kämpfers der Front der deutschen Revolution, Hör st Wessel, tragen — so wie sein Schwesternschiff den Namen des Dichters und Kämpfers der Front des Krieges zur See, Gorch Fock, trägt. Die beiden Segelschulschiffe unserer Kriegsmarine tragen damit Namen von Kämpfern und Dichtern der gleichen Idee — von Männern, die ihr Leben gaben für diese Idee. Die Idee heißt: Deutschland. Ihre Hoffnung war, daß aus der Hingabe des Einzellebens erstehe ein Leben der deutschen Gemeinschaft, würdig ihres Opfers, Ihr Glaube war ein Deutschland, getragen vom Geist der Front, war ein national- sozialistisckes Deutschland, ohne daß sie das Wort „Nationalsozialismus" kannten. Aus der Idee dieses Deutschlands gestaltete Adolf Hitler die stolze Wirklichkeit des Dritten Reiches. Im Ringen Adolf Hitlers um die Erhebung dieser Idee zur Idee Deutschlands, im Ringen um das Werden des Dritten Reiches ließ Horst Westel sein Leben aufgehen im Dienste am Führer und an seiner Idee. Horst Wessel lebte den Nationalsozialismus vor. Auf daß er dem Glauben an den Nationalsozialismus unter den Arbeitern der Faust verbreiten konnte, wurde der Student Horst Wessel zum Handwerker Horst Wessel — vereinte er in sich den Arbeiter des Geistes mit dem Arbeiter der Faust, vereinte er in sich den Nationalisten der Idee mit dem Sozialisten der Tat. Indem Träger der marxistischen Revolution Horst Wessel erschossen, wurde Horst Wessel zur symbolischen Gestalt der Deutschen Revolution, wurde er zum unerbittlichen Mahner für die deutschen Revolutionäre. Indern Horst Wessels Lippen verstummten, wurde sein Lied zum Lied der Deutschen Revolution, wurde zum Lied des Deutschlands, das diese Revolution gebar. Indem Horst Wessel starb wurde „Horst Wessel uns unsterblich. 5d)iff, trage den unsterblichen Flamen hinaus über die Meere, krage ihn unter der Flagge, unter der Horst Wessel kämpfte und fiel. Trage stets mit dir den Gei st Horst Wessels! Uebertrage den Geist horst Wessels den Jungen, die auf dir zu Männern erzogen werden. Uebertrage ihnen den Geist der Front! Uebertrage ihnen den Gei st der Kameradschaft, frei von allem Klassen- und Standesbegriff, den Gei st von Zusammen st e h e n, des Einsatzes des einen für den anderen, den Geist der Pflichterfüllung über den Befehl hinaus, den Geist, der Entbehrungen auf sich nimmt um einer Idee willen, den Gei st der persönlichen Schlichtheit und Einfachheit, den Geist, der das Sein über den Schein stellt, den Gei st des Dienens am Ganzen, den Geist der Hingabe des Lebens für Deutschland! Uebertrage ihnen den Geist, der die Fahne hochhält bis zum letzten Atemzug, ob auch das Schiff versinkt. Uebertrage ihnen die Liebe, übertrage ihnen die Treue zum Führer! Wir grüßen den Führer, ber bas neue Deutschland schuf, bem wir es danken, daß deutsche Schiffe wieder ihre Fahnen in Ehren zeigen tonnen, die stolze Fahne eines freien Volkes Das Sieg-Heil auf den Führer hallt von den hohen Schiffswänden und den Mauern der Werft an la gen wider, das Deutschlandlied klingt auf. Dann vollzieht die Mutter des toten Helden, Frau Margarethe Wessel, die feierliche Namensgebung mit den Worten: Ich taufe dich „Horst Wessel"' Der Startschuß ertönt, und unter Sreg- Heil-Rufen und den Klingen des Liedes des Dichters der Deutschen Revolution gleitet das stolze Schiff erst langsam, dann schneller und schneller glücklich in sein' Element Das neue Segelschulfchiff der Kriegsmarine. Hamburg, 13. Juni. (DNB.) Das neue Segelschulschiff der Kriegsmarine „Horst Wessel , das der Ausbildung des seemännischen Nachwuchses der Kriegsmarine dient, ist hauptsächlich für Fahrten in den heimischen Gewässern bestimmt. Die größte Länge des Schiffsrumpfes ist 81 Meter, die größte Breite 12 Meter: der Tiefgang beträgt 5 Meter, die Wasserverdrängung 1750 Tonnen. Das Schiff ist eine D r e i m a st b a r k mit einer größten Segelfläche von etwa 2000 Quadratmeter. Die Höhe "der Masten über der Wasserlinie beträgt etwa 45 Meter. Ein 750-?8-MAN.-Flug- motor befähigt das Schiff, nur mit Motorkraft fahrend eine Geschwindigkeit von 10 Knoten zu erreichen. Etwa 2 0 0 Anwärter für die verschiedenen Laufbahnen der Marine können untergebracht werden. Außerdem ist eine ständige B e - s a tz u n g von neun Offizieren, 13 Feldwebeln, 26 Unteroffizieren und etwa 30 Mann an Bord. Das neue Schulschiff nach der Taufe. — (Scherl-Bilderdienst-M.) '' H ' E '’S i **»*• ■, « V* & MMM \X'v MT W ' w : z* fc » * ( > rfr i: ' 4. ;> : ifc i....;.,114 M x <> • • V ‘ ' v;: * ' , - VZ » , Deuischland will den Frieden. Das nationalsozialistische Reich ist inmitten der Händel der Welt eine Insel der Ordnung und der Ruhe, der inneren Sicherheit und Beständigkeit. Reichsmimster Dr. Goebbels aus dem Gautag Südhauuover- Vramlschweig. Hildesheim, 14. Juni. (DNB.) Auf dem Gautag Südhannover-Braunschweig gab Reichsminister Dr. Goebbels feiner besonderen Freude Ausdruck, wieder die Gesichter der altenKampf- genossen zu sehen, die Freud und Leid bis zum Sieg gemeinsam getragen haben. Wir stellen fest, daß wir dieselben geblieben, nur vielleicht härter und grauer durch die überstandene Zeit des Kampfes geworden sind. Man kann auch nicht sagen, daß wir nur Glück gehabt haben. Das Glück kam erst zu uns, als wir uns schon im Unglück bewährt hatten! Wir haben gearbeitet, große Projekte entworfen und auch verwirklicht. Als wir anfingen, stand noch nicht die Hälfte des Volkes hinter uns, aber heute können wir mit Stolz sagen: Wir sind als Bewegung das Volk, wir reprä- sentieren die ganze Nation! (Tosender Beifall.) Das ist das Verdienst von uns allen. Jeder brave alte Parteigenosse kann sich ein Stück des Verdienstes an dieser einzigartigen politischen Lei- stung gutschreiben. „Wir wollen der übrigen Welk nicht den Nalio- nalsozialismus aufzwingen. Der Rakionalsozia- Ilsmus ist für uns nicht nur keine Exportware, sondern im Gegenteil ein Patentartikek, der nur für den innerdeutschen Gebrauch angewandt wird. Wir haben auch nicht den Ehrgeiz, dieses junge Reich mit kriegerischem Lorbeer auszustatten. Unsere Armee hat im vergangenen Krieg soviel Lorbeeren des Ruhmes gesammelt, daß sie für die nächsten hundert Iahre ausreichen. (Stürmische Zustimmung.) wir haben es auch nicht nötig, durch außenpolitische Abenteuer uns Anhang im eigenen Volk zu schaffen — wir haben Anhang genug! Das deutsche Volk will den Frieden, weil es den Frieden nötig hat! Es hat sich am 29. Wär; mit einer Einstimmigkeit sondergleichen hinter das Friedensangebot des Führers gestellt. Das hat die Welt darauf geantwortet? Juristische Spitzfindigkeiten und Paragraphenreiterei! Trotzdem geben wir die Hoffnung nicht auf, daß es am Ende doch gelingen wird, die Welt für unsere großen Friedensgedanken zu gewinnen, denn die Welt hat den Frieden nötig!" „Der italienisch»abessinische Krieg", so erklärte er, „ist nun beendet, weil der Völkerbund sich energisch durchgesetzt hat! (Stürmische, lang anhaltende Heiterkeit.) Was hätte der Völkerbund wohl getan, wenn früher über Deutschland feindliche Bombengeschwader erschienen wären? Wir hätten uns bestenfalls mit einer pathetischen Resolution begnügen müssen. Völkerschicksale werden nun aber nicht durch papierne Resolutionen entschieden, und noch niemals sind die machtpolitischen Resultate eines Krieges durch Reden von Außenstehenden geändert worden. Deshalb ist es doch gut zu wissen, daß heute Motorengebrumm über unseren Häusern bestimmt nur von deutschen Flugzeugen herrühren kann! Wir halten es durchaus für möglich, daß auch der Völkerbund einmal ein Hort des Friedens wird. Aber darauf kann man keine Völkerschicksale begründen, und deshalb haben wir uns gesagt: „Doppelt genäht hält besser!" und unsere eigene Wehrmacht zum Schutze unserer friedlichen Arbeit aufgebaut." Dr. Goebbels erinnerte an die prophetischen Worte des Führers in seiner Reichstagsrede vom 7. März: „Wir haben das Rheinland wieder militarisiert, um vorkommendenfalls auch imWesten eine Wehr gegen rote Versuche zu haben. Eine Nation wie die deutsche, die durch eine innere Wiedergeburt ihre neue Form gefunden hat, kann es nicht zulassen, daß ihre reichste und bevölkertste Provinz an der Grenze schutzlos jedem Zugriff preisgegeben ist " Dr. Goebbels zeichnete ein eindrucksvolles Bild der politischen und sozialen Unruhen in aller Wett und rief alt denen, die auch heute noch glauben, gegen den Nationalsozialismus Stellung nehmen zu müssen, zu: „Dasselbe Schicksal hätte auch uns bevorgestanden. Nur wären vielleicht der Zusammenbruch und das Lhaos noch viel gründlicher gewesen! Daß e< in Deutschland heute noch ein Christentum und Kirchen gibt und daß die Konfessionen in Ruhe ihrem Gottesdienst nachgehen können, verdanken sie nicht ihrer eigenen umyustossenhe.li Allein ber Nationalsozialismus hak in Deutschland ein für allemal den Bolschewismus vernichtet! (Stürmische Zustimmung). Deutschland steht den Händeln der Wett uninteressiert gegenüber. Es bildet geradezu einen Block aus Granit, eine Insel der Ordnung und der Ruhe, der inneren Sicherheit und Beständigkeit, einen Block von ITlännern, der durch feine bloße Anwesenheit schon eine Sicherheit dafür ist, daß der Bolschewismus niemals Europa erobern wird. Zur Erfulluna dieser Aufgabe hob Reichsminister Dr. Goebbels insbesondere den Gl eich klang von Partei und Armee hervor. Beide seien aufeinander angewiesen, und beide seien im tiefsten Innern davon überzeugt, daß auf ihrem Zusammenwirken das Schicksal der Nation beruhe. Wir organisieren den Arbeitsprozeß im Innern und mu| en dabei die Ueberzeugung haben, daß über bas deutsche Schwert steht. Die Partei aber ist die große Lehrmeisterin unseres Lebens, die große Erzieherin unserer fle Änft der Nation ununterbrochen ihre pol ttschen Führer. Die Nation steht und Mit der Partei! Ihr, meine Parteigenossen, seid die Auslese des Volkes!" Dr. Goebbels stellte ihnen d e n F ü h r e r, der uns ah" Snn rnhßH Äffnung ins Herz gepflanzt habe, ?. 5 B orbilb treuer Pflichterfülluna ?nn'^5^eUtfdK könne sich glücklich schätzem io einen Mann zu haben. ö Die kulturelle Sendung der Gemeinden. Ausklang des internationalen Gemeindekongreffes in München. München 13. Juni. (DNB s In der Schluß, sltzung des VI. Internationalen Gemeindekongresses legte Oberbürgermeister Dr. Dr. W e i d e m a n n (Hallr) den deutschen Nationalbericht vor Das Charakteristische der Kulturpflege in Deutschland ist, daß es gerade die Gemeinden sind, die sich in großem Umfange der Kulturarbeit widmen. Bei den 'großen Gemeinden ist es die Erhaltung bedeutender Kul- tunnstitute bei den kleineren Gemeinden, Land- Provinzen die Heimatpflege, der Denkmalschutz, die Erhaltung bäuerlicher und Handwerk- ^Ebkunst usw. Der nationalsozialistische emer ^icht zur Entartung neigen- d n Großstadtkultur abgewandt und neigt eine m a n n CnQbe xem üm[fad) früher vernachlässigten n ous dem Volk zu. Große Besucherge- mN w.e die NS.-Kultur gemeinde und ''Kraft durch Freude" arbeiten leben fcin?IQlen Kunstgesinnung mit den deut- ’Xn Gemeinden und Gemeindeverbänden zusam- men. Nach einem Wort unseres Führers und Reichskanzlers ist die Meinung, daß in materiell bedürftigen Zeiten kulturelle Fragen in den Hintergrund treten müßten, ebenso toncht wie gefährlich Gerade in einer Zeit wirtschaftlicher Note und Sorgen ist es wichtig, allen Menschen klar zu machen, daß eine Nation nicht im gegenseitigen wirtschaftlichen Egoismus aufgehen darf, sondern daß ihr auch noch höhereAufgabenzur Lösung gestellt sind. Der Generalsekretär im holländischen Ministerium für Volksbildung van Polje bezeichnete die moderne Gemeinde als eine Kulturgemeinde m dem Sinne, als auf den verschiedenen Gebieten dem kulturellen Element fortgesetzt besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden müsse. Ein Vergleich der verschiedenen Länder ergebe jedenfalls soviel, daß die Gemeinde den einzelnen kulturellen Maßnahmen große Aufmerksamkeit und Pflege widme. Er habe auf dem Kongreß junge Kommunalpolitiker gefunden, die wüßten, zu arbeiten für die stetige kulturelle Hebung des Volkes, und die einen dauernden Frieden wünschten, gerade weil sie wüßten, daß jeder Krieg, ob gewonnen ober verloren, ein Fluch sei, ber ihre Heimat zugrunberichten müsse. Der Bürgermeister von Riga Kacens dankte als Vertreter Lettlands dem Oberbürgermeister Fiehler für die große Liebe und deutsche Gründlichkeit, mit der er die Länderberichte bearbeitet und daraus ein Material geschaffen hat, das für alle Kommunalpolitiker sehr großen Wert besitze. Der französische Minister für V o l k s g e • sundheitspslege Sellier äußerte die Meinung, daß die Kultur in ihrem Ursprung tatsächlich erblich bedingt ist und daß es richtig ist, daß die nationale Kultur in ihrer Eigenart gefördert und erhalten wird, wie das auch hier in München geschieht. Die Pflege der nationalen Kultur sei aber auch von internationaler Bedeutung. Die nationalen Kulturgüter müßten erhalten bleiben, damit sie auch anderen Nutzen bringen. Die Freizeit könne besonders jetzt ausgestaltet werden, da beim Internationalen Arbeitsamt in Genf die Einführung der Vierzigstundenwoche befürwortet werden wird. Wenn diese durchgeführt sei, würden die Arbeiter viel Freizeit und bezahlten Urlaub haben. Diese Errungenschaft habe aber keinen Zweck, wenn nicht gleichzeitig dafür gesorgt werde, daß diese Freizeit für die kulturelle Förderung der Bevölkerung ausgenutzt werde. Der französische Minister äußerte sich freundlich über die Aufnahme, die er in München fand. Oberbürgermeister F i e h l e r sprach als Vorsitzender des Deutschen Gemeindetages den Vertretern aller Kulturstaaten der Welt den Dank für ihre Teilnahme aus. Er sprach die Hoffnung aus, daß besonders die Teilnehmer aus dem Auslands gute persönliche Eindrücke vom neuen Deutschland erhalten haben und daß dieser Kongreß über die Gemeinden hinweg zu einer Verständigung der; Nationen unter sich führen möge. In feiner Schlußansprache stellte Präsident Harris fest, daß der Kongreß eine Tagung der internationalen Verständigung gewesen sei. Diese internationale Verständigung bedeute den Frieden, den alle wünschten. Sein besonderer Dank galt dem Oberbürgermeister Fiehler für feine anerkennenden Worte. Damit war der VI. Internationale Gemeindekongreß geschlossen. ♦ « Am Vorabend hatte die Stadt München einen Empfanasabend veranstaltet, der einen besonderen künstlerischen Rahmen hatte. Oberbürgermeister Fiehler begrüßte seine Gäste. Das Münchener Kindl trug daraus unter großer Begeisterung der ausländischen Gäste einen Prolog in fünf Sprachen, deutsch, englisch, französisch, italienisch und spanisch vor. Tänze des Staatstheaterballetts riefen das Helle Entzücken der Gäste hervor. Besonderem Interesse begegnete der Originaltanz der Schaefsler Zunft aus Dem 16. Jahrhundert, der nach alten Vorbildern und getreu überlieferten Kostümen aus» geführt wurde. Weitere künstlerische Darbietungen ergänzten das Programm. Der freudig begrüßte Einzug der Bockbiermusik leitete bann zu Urmünche- ner Gemütlichkeit mit Weißwurst und Bockbier über. Dr. Schachts Betuch in Athen. Reichsbankpräsident Dr. Schacht ist am Samstag» vormittag nach zweitägigem Aufenthalt in Belgrad nach Athen weitergereist. Zum Abschied auf dem Flugplatz hatte sich u. a. der Gouverneur der Jugoslawischen Nationalbank eingefunden. Dr. Schacht wurde mit dem Orden der Jugoslawischen Krone er st er Klasse ausgezeichnet. Der zweitägige Besuch des Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht n der griechischen Hauptstadt verlief all» citig befriedigend. Am Sonntagvormittag hatte Dr. Schacht eine längere Unterredung mit dem Gouverneur der griechischen Notenbank, die u. a. die Belebung des gegenseitigen Warenaustausches zum Gegenstand hatte. — Am Samstagabend fand ein Empfang beim ehemaligen Außenminister Maximos statt. Sonntagvormittag gab der deutsche Geschäftsträger für Dr. Schacht ein Frühstück, an dem u. a. Ministerpräsident Metaxas und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens teil- nahmen. Am Sonntagabend gab der Gouverneur der Notenbank zu Ehren Dr. Schachts einen Empfang. König Georg von Griechenland hat dem Reichsbankpräsidenten das Großkreuz des Georg-Ordens verliehen. Wir fragen wiederum den »Daily Telegraph". Berlin, 13. Juni. (DNB.) Der Flottenkorre- spondent der englischen Zeitung „Daily Telegraph" bringt heute eine Meldung, in der behauptet wird, Deutschland überlege es sich, ob es, wenn es eine Kolonialmacht werde, eine größere Flotte im Verhältnis zur britischen Stärke verlangen könne, als im deutsch-englischen Flottenabkommen vorgesehen ist. Es handelt sich hierbei offenbar um eine jener Lügen meldungen, die immer wieder zum Zwecke internationaler Brunnenvergiftung in die Welt gesetzt werden. Wir stellen fest, daß an dieser Meldung nicht ein wahres Wort ist. Bereits am 2. Mai haben wir den „Daily Telegraph" wegen einer anderen lügnerischen Behauptung öffentlich zur Rede gestellt, ohne jedoch eine Antwort zu erhalten. Wir richten jetzt an den „Daily Telegraph" auch in dieser Angelegenheit die offene Frage, woherseine Kenntnis über derartige Absichten Deutschlands stammt. Faschistische Verordnung gegen rhetorische Auswüchse. Rom, 13. Juni. (DNB.) Das Verordnungsblatt der Faschistischen Partei wendet sich in einer blonderen Anweisung mit aller Schärfe gegen das Ueberhandnehmen eines „leeren rhetorischen Exhibitionismus", der anläßlich der GrüNbung des MdEnglandAushebung derSankiionen anregen? Mittwoch Entscheidung des britischen Kabinetts. l n Der imen sehr. Jedermann könne sehen, daß der Völkerbund habe, r in China, dankte der Reichsregierung, richtung des schönen Heims beigetrag« Oberbürgermeister Dr. Krebs überb: [en haben, »rächte die aus seine der abessinischen Frage gescheitert und daß sich die kollektive Sicherheit eine undurchführbare Sache erwiesen a n sei, als einen deren leister Kindl aus- ichen, misch das Mn alten aus- ungen [rußte ünche« »ckbier so wie man es in Sowjetrußland gemacht eben Sowjets nach französischer Art. und die von Mussolini am forre- raph wird, eine Die konservative „M o r n i n g Post" begrüßt die angekündigte Aufhebung der Sühnemaßnahi als chler mit 1 ein mal. der chine» deutschen istag« lgrad dem ■ Ju- chacht chen zwei- chacht es all- te Dr. jo ip ant. raus« M* -ßen. gab : ein taxas teil' rneut W dem des har. der [ewe- deute eson- r für L3n. jener • ZU!» n d'e dieser ereits raph itung Ant' Daily iffene artige lke. W. hme, Dor. Der. k für aus, lande >land 1 die der altet in in. diese izeit ichaft I da- sblatt , b* i da- W' „Ein großer Bluff." Journal" zur Aenderung der Sowjetverfassung. Paris, 15. Juni. (DNB. Funkspr.) „Journal" bezeichnet die Aenderung der sowjetrussischen 23er« fass uns als einen „großen Bluff". Auf den ersten Blick habe es den Anschein, als ob die neue politische Form, die sich Sowjetruhland gegeben habe, derjenigen der Schweiz ähnele. Man müsse sich aber einmal überlegen, w i e die russischen Wähler von ihren politischen Rechten Gebrauch machen könnten. Cs gebe nur eine erlaubte Partei und das sei die kommunistische. Die Wahlfreiheit beschränke sich demnach, für diese Partei zu stimmen oder aber sich der Stimme zu enthalten. Cs sei immerhin erheiternd gewesen, daß die Dritte Internationale zur Verschleierung ihrer Diktatur gerade dieses System gewählt habe; hinter dieser Fassade des Liberalismus finde man jedoch die Hegemonie des Politbüros der Dritten Internationale, das alle Fäden in der Hand habe und das die revolutionäre Propaganda in der Welt fortsetze. frage machen, so müßte er traditionsgemäß der Regierung austreten, da sie Politik ablehne. Gegen die Uebernahme militärischer Verpflichtungen. London, 15. Juni. (DNB. Funkspruch.) Glückwünsche der Stadt, Der chinesische Botschafter Exzellenz Chen Tien-fong gab der Hoffnung Ausdruck, daß durch die Errichtung des Heims ein neuer Anstoß zur Vertiefung der deutsch-chinesischen kulturellen Beziehungen gegeben werde. Er wid- mete dem Gründer des Institutes, Professor Richard Wilhelm einen warmen Nachruf. Reichsaußenminister von Neurath und Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger, ließen ihre Glück- wünsche übermitteln. Britische Rlounl-Everesl-Expebilion kehrt nach England zurück. Die britische Mount-Evere st- Expedition hat ihren diesjährigen Versuch, den höchsten Berg der Erde zu besteigen, endgültig a u f g e g e - ben. Die Expedition wird nach England zurückkehren. Abgeordneten Merlot und Bouchery, der liberale Abgeordnete Jaspar, der auf dem linken Flügel der liberalen Partei steht und der Abgeordnete Pier- lot, Vorsitzender der katholischen Partei. Die Bildung der Regierung war mit großen Schwierigkeiten verbunden. Insbesondere hat der Führer der Sozialistischen Partei Vandervelde aus vorwiegend persönlichen Gründen die Bemühungen van Zeelands bis zum letzten Augenblick auf alle mögliche Weise zu durchkreuzen versucht. Das Programm der Regierung ist noch nicht bekannt. Es ist anzunehmen, daß die wirtschafts- und sozialpolitischen Forderungen der Gewerkschaften sich bei der letzten Formulierung in stärkerem Maße durchgesetzt haben. Die Besetzung des Ministeriums für Landesverteidigung mit dem General D o n i s , der Kommandant des Lütticher Wehrkreises ist, dürfte dem Wunsch des Königs entsprochen haben, die Verantwortung für die Landesverteidigung, den Parteieüiflüssen, die sich namentlich unter dem früheren Minister Deveze geltend machten, zu entziehen. Das A u ß e n m i nist e r i u m hatte van Zeeland von Anfang an dem Sozialisten Spaak zugedackt. S p a a k, der noch vor anderthalb Jahren auf dem äußersten linken Flügel der Sozialistischen Partei stand und damals sehr radikalen Auffassungen huldigte, hat inzwischen eine Wandlung vollzogen. Er war schon im vorigen Kabinett einer der engsten Mitarbeiter van Zee- lands, mit dessen allgemeiner Politik auch in außenpolitischen Fragen er schon im vorigen Jahr weitgehend übereinstimmte. Paul Wittko 70 Jahre all. Am 16. Juni vollendet der Schriftsteller Paul Wittko in Hamburg in bemerkenswerter Frische seinen 70. Geburtstag. 1866 in Ragnit bei Tilsit als Sohn des späteren Landgerichtsdirektors Wittko geboren, studierte er narf) Absolvierung des Tilsiter Gymnasiums Germanistik und Literatur bei dem Herausgeber des Grimmschen Wörterbuches Rudolf Hildebrandt in Leipzig sowie Geschichte bei Treischke in Berlin. Durch Zufall kam er zur Journalistik. Sie führte ihn nach kürzerer Tätigkeit in Nord- hausen, Oldenburg, Essen und Gera für acht Jahre als Hauptschriftleiter an den Gießener Anzeiger. Ebenso lange war er dann als Feuilletonredakteur am Neuen Stuttgarter Tagblatt tätig, wo er in besondere Beziehung zu Theaterkunst und Bühnenschasfen trat. Wittko wurde dann Feuilletonredakteur an der Neuen Hamburger Zeitung (später Hamburger Anzeiger) und blieb in Hamburg, auch als er nach fünf Jahren diese Tätigkeit mit der Leitung der sozial-ethischen Zeitschriften „Die soziale Frage^ und „Die Brücke" vertauschte. Beide Zeitschriften mußten infolge der Inflation ihr Erscheinen einstellen. Nun wandte sich Wittko einer vielseitigen Tätigkeit als freier Schriftsteller zu. Die Hauptstärke Paul Wittkos ist das biographische Feuilleton, die Charakteristik bedeutender Persönlichkeiten und ihrer Leistungen in Kunst und Dichtung, Geschichte und Philosophie. Das Ehina-Jnslilul der Universität Frankfurt. Zu einem gesellschaftlichen Ereignis gestaltete sich die in Anwesenheit des chinesischen Botschafters in Berlin und des zur Zeit auf Urlaub in Deutschland befindlichen deutschen Botschafters in China, Dr. Trautmann, oorgenommene Eröffnung des neuen Heimes des China-Instituts der Universität Frankfurt. Der Vorsitzende der Stiftung, Dr. von B o r ck, ehemaliger deutscher Gesandter 27. Mai abgegebenen Versicherungen. Die britischen Minister seien mehr und mehr überzeugt, daß England es auf sich nehmen müsse, dem Völkerbund die Aufhebung der Sühnemaßnahmen vorzuschlagen. Sogar Eden soll entschlossen sein, dafür einzutreten. Frankreich habe der englischen Regierung bereits mitgeteilt, daß es für Beseitigung der Sanktionen sei, um den Weg zur Befriedung Europas zu ebnen. Bisher sei es jedoch nicht möglich gewesen, Klarheit darüber zu schaffen, wie die Regierung Blum sich eine Reform des europäischen Friedens- und Sicherheitssystems denke. Die am kommenden Montag zur Erörterung der Dardanellen-Frage in Montreux zusammentretende Konferenz der Mittelmeerstaaten werde sich wahrscheinlich durch die Rückkehr Italiens in das „europäische Konzert" auszeichnen. Eine weitere Frage, die zur Sprache dort kommen werde, sei die Forderung der kleineren Mittelmeerstaaten nach einem „M ittelmeer- L o c a r n o". habe. — Die liberale „News Chronicle" betont, daß Edens Freunde im Kabinett und in der Presse über Baldwin und Neville Chamberlain entrüstet seien. Selbst wenn Eden mit dem Rücktritt drohen sollte, werde sich jedoch die Ansicht Chamberlains durchsetzen. Obwohl sich Eden durch die Erklärung Chamberlains stark vor den Kopf gestoßen fühle, werde er voraussichtlich doch in der Regierung bleiben. — Der konservative „Daily Expreß" erwähnt die Möglichkeit eines Rücktrittes von Chamberlain, falls ihm Baldwin feine Unterstützung verweigern sollte. Wahrscheinlich sei es jedoch, daß sich die Ansicht Chamberlains durchsetzen werde, hinter dem beinahe sämt- liche konservativen Abgeordneten ständen. Der arbeiterparteiliche „Daily 5) er alb" führt in seinem Feldzug gegen die Aufhebung der Sanktionen eine groß aufgemachte Pariser Meldung an, wonach die französische Regierung gegen die Aufhebung der Sühnemaßnahmen sei und sich weigerte, Italien freie Bahn in Abessinien zu geben. In genauem Gegensatz dazu erklärte das Rothermere-Blatt „Daily Mai l", die französische Regierung sei zu dem Schluß gekommen, daß die Aufrechterhaltung der Sühnemaßnahmen unmöglich sei. Eden sei zum Aufheben der Sühnemaßnahmen geneigt. Sollte er jedoch ihre Aufrechterhaltung zu einer Personal- Imperiums zu beobachten sei und „in keiner Weise der Würde der Zeit entspreche". Die Weisung ver- langt von allen Parteistellen, daß gegen diese Erscheinung eingeschritten werde und betont, daß die erhöhte geschichtliche Verantwortung des Faschismus immer die stete Einhaltung des faschistischen Stils notwendig macht. aus rund 50 Ober- und Unterhaus-Abgeordneten bestehende außenpolitische Ausschuß der sogenannten „britischen Reichsgruppe" nahm aufs schärfste gegen d i e Teilnahme Englands an irgendwelchen militärischen Ver- pflichtungen, die nicht den britischen Interessen dienen, Stellung. Irgendein Kollek- tiosystem könne sich niemals erfolgreich erweisen. Keine Nation sei bereit, Maßnahmen gegen einen anderen Staat zu ergreifen, die die Gefahr eines Krieges mit sich bringe. Die weitere Mitgliedschaft Englands beim Völkerbund müsse von der Beseitigung der Zwangsmaßnahmen in den Satzungen abhängig gemacht werden. England solle die notwendigen Berichtigungen herbeiführen. Aus aller Welt. Der Kartenverkauf für die Olympischen Spiele. Das Organisationskomitee für die XL Olympischen Spiele Berlin 1936 teilt offiziell mit, daß der unmittelbare Verkauf der Kartenstelle für Jn- landsbestellungen endgültig beendigt ist. Die Kartenstelle kann infolge Ausverkaufs der Hauptoeranstaltungen und des angewachsenen Aufgabenbereiches weitere Bestellungen nicht mehr bearbeiten. Hingegen hat sich die Deutsche Bank und Diskonto- Gesellschaft, Hauptstelle Berlin, Mauerstraße 26/27, in den Dienst der Olympischen Spiele gestellt und wird den gesamten Schalterverkehr für die Eintrittskarten zu den Olympischen Spielen übernehmen. Es werden zunächst die Restbestände des bisherigen Verkaufs für die schon festgelegten Veranstaltungen freigegeben. An bestimmten Tagen stehen immer nur gewisse Kategorien zum Verkauf. Für die anderen Veranstaltungen gelangen die Karten fortlaufend, sobald die Veranstaltungen endgültig festliegen, zum Verkauf. Technische Gründe verbieten die Entgegennahme jeglicher telephonischer und brieflicher Bestellungen. Rationierte Zuteilungen von Karten sind vorbehalten. Schwere Bluttat in Langensalza. Ein blutiger Auftritt spielte sich in Langensalza im Hause des 63jährigen Invaliden H o f m e i st e r ab. Die Familie wurde von dem 36jährigen Friedrich Kühne aus Dornstedt bei Halle überfallen, dessen Frau bei Hofmeister Ausnahme gefunden hatte. Hofmeister selbst, seine 62jährige Ehefrau und seine Tochter, die 31jährige Hildegard B a u» metjer, wurden durch Schüsse getötet. Der Weber Wilhelm Baumeyer, Hofmeisters Schwiegersohn, wurde durch einen Oberschenkelschuß schwer verletzt. Kühne hat nach der Tat die Flucht ergriffen. Die Staatsanwaltschaft hat die (Ermittlungen ausgenommen. Ein Raubmörder zum Tode verurteilt. Vor dem Altonaer Schwurgericht wurde der 23jährige Otto Krepp wegen Mordes in Tateinheit mit schwerem Raub zum Tode und zum Verlust der Ehrenrechte auf Lebenszeit sowie wegen fortgesetzten Verbrechens gegen § 175, wegen Verbrechens gegen § 176 Abs. 3, ferner wegen schweren Diebstahls zu einer Gesamtstrafe von acht Jahren Zuchthaus verurteilt. Krepp hatte den Seemann Bibbern ermordet und beraubt. Außerdem hatte er sich zu verantworten wegen Sittlichkeitsverbrechens an einem Kinde, fortgesetzter widernatürlicher Unzucht, Kuppelei und Raub. Schwere Bluttat bei Paris. In Nanterre unweit von Paris spielte sich zwischen dem Besitzer eines kleinen Miethauses und seinem Mieter ein Drama ab, bei dem zwei Personen getötet, und eine lebensgefährlich verletzt wurde. Die Mieter, eine arbeitslose Familie, hatten seit einigen Monaten keine Miete bezahlt, wshalb es zu einer heftigen Auseinandersetzung mit dem Hauswirt kam. Der Streit nahm schließlich einen außerordentlich scharfen Charakter an. Plötzlich griff der Wirt zu seinem Revolver, tötete durch eine Kugel feinen 57jährigen Mieter und dessen 26 Jahre alten Sohn und verletzte einen anderen Sohn lebensgefährlich. Ein Knabe aus dem Zug gestürzt und überfahren. Im Tunnel zwischen Aßling und Rosenbach an der jugoslawisch-österreichischen Grenze in Kärnten verunglückte der elfjährige Neffe des griechischen Außenministers tödlich. Der Knabe fuhr in Begleitung feiner Erzieherin von Griechenland nach München, wo er bei einem Onkel die Ferien verbringen sollte. Bei der Fahrt des Zuges durch den Karawankentunnel suchte der Knabe den Abort des Wagens auf, machte einen Fehltritt und stürzte aus dem Zuge. Er schlug dabei mit dem Kopf an die Tunnelwand und geriet unter die Räder, die ihn vollständig zerstückelten. Die Leiche wurde einen Kilometer vom österreichischen Tunneleingang entfernt aufgefunden. Hinrichtung eines Mörders. Der 1910 geborene Hans Heppner aus Lissau ist im Hose der Danziger Strafanstalt h i n gerichtet worden. Er war am 15. März 1936 durch Urteil der Großen Strafkammer des Landgerichts in Danzig wegen Mordes in Tateinheit mit schwerstem Raub zum Tode verurteilt worden, weil er die 75jährige Witwe Renate Schirk mit einem Knüppel erschlagen f)at, um sich eine Geldsumme anzueignen. Der Danziger Senat hat angesichts dieses kaltblütigen und mit außerordentlicher Gefühlsroheit begangenen Raubmordes von seinem Begnadigungsrecht keinen Gebrauch gemacht. IHaffenmorb amerikanischer Bersicherungsbetrüger? In Springfield (Massachusetts) ist man anschei- nend einer Bande von Massenmördern auf die Spur gekommen, die zum Zwecke des Lebensoersicherungsschwindels schon feit Jahren ihr furchtbares Treiben ausgeübt hat. Die Behörden Haden sich veranlaßt gesehen, über 50 verdächtige Todesfälle, die sich in den letzten Jahren ereignet haben, eine Untersuchung einzuleiten. Den unmitelbaren Anlaß zu dieser großen Morduntersuchung gab der kürzlich erfolgte Tod von drei Männern, die angeblich infolge eines Unfalles oder an Herzschwäche gestorben sind. Die Leichen- schau bei diesen drei Todesfällen ergab jedoch, daß die Männer in allen Fällen einem Giftmord zum Opfer gefallen waren. Ein Polizeirichter erklärte, daß in zahlreichen der von ihm als verdächtig bezeichneten Todesfällen der letzten Jahre die Verstorbenen kurz vor ihrem Tode von Personen, die mit ihnen gar nicht verwandt waren, auf höhere Beträge versichert worden waren, als sie angesichts ihrer Vermögenslage selbst hätten aufneh- men können. Englische Reisegesellschaft schwer verunglückt. Ein schwerer Auto Unfall, von dem eine britische Reisegesellschaft betroffen wurde, ereignete sich auf der Vrovinziallandstraße Cleve—Goch. Ein großer britischer Personenkraftwagen, in dem zwei Damen und zwei Herren fuhren, geriet auf der regennassen Straße ins Schleudern und prallte in voller Fahrt gegen einen Baum. Bei dem heftige» fischen Regierung, den chinesischen und l , , Freunden des Instituts, die durch Spenden zur Schaffung der Sammlungen und zur Er- hlich die der. liebt auch taten auch Amerika zahlt 2 Milliarden Dollar aus Die Auszahlung des Veteranen-Bonus beginnt. N e u y o r t, 15. Juni. (DNB. Funkspruch.) Mit dem Montag beginnt die vor wenigen Monaten vom Kongreß über das Veto des Präsidenten Roosevelt hinweg verfügte Ausschüttung der Bonuszahlungen an die ehemaligen Kriegsteilnehmer. Seit Wochen haben Hunderte von Regierungsangestellten in Washington an den Vorbereitungen gearbeitet. Insgesamt 3 517 000 Veteranen erhalten ihre Dienstentschädigung voll ausbezahlt, obwohl dies ursprünglich erst 1945 erfolgen sollte. 2 670 514 Briefumschläge, enthaltend Bonus und Schecks von 1,6 Milliarden Dollar, mußten vorbereitet werden, andere werden folgen, da noch nicht alle Veteranen Antrag auf Auszahlung gestellt haben. Wenn sämtliche Anträge erledigt sind, werden ungefähr zwei Milli- arden Dollar zur Auszahlung gelangt sein. Die Auszahlungen an einzelne Veteranen schwanken zwischen 60 und 1500 Dollar, der Durch- chnitt beläuft sich auf 550. Zweihunderttausend dieser Veteranen erhalten Arbeitslosenunterstützung, aber der Veteranenoerband ist so einflußreich, daß die Regierung es nicht wagen würde, angesichts der Bonusauszahlung die Arbeitslosenunterstützung herabzusetzen oder zu unterbrechen. Um die Post- ämter und Banken vor dem Riesenandrang zu schützen, wurden überall in den Kasernen der Nationalgarde Schalter eröffnet, wo die Veteranen ihre Bonusscheine einlösen können. Die Jnflationisten erhoffen von der plötzlichen Mil- liarden-Auszahlung eine Belebung der Wirtschaft, was jedoch von der Regierung bezweifelt wird, da ein großer Teil des Geldes wahrscheinlich in der Form von Sparguthaben in die Banken wandert. Die Rolle der französischen Kommunisten. Paris, 15. Juni. (DNB. Funkspruch.) Das in Paris erscheinende Organ der 4. Internationale, d. h. der radikalsten Richtung des Kommunismus „Der Arbeiterkampf", wurde auf Anordnung der Gerichte beschlagnahmt. (Eine Untersuchung ergab, daß die Anhänger dieser Richtung während des Streiks eine außergewöhnlich starke Propaganda ertwickelten und die Arbeiter zur Revolution aufforderten. Die Zwischenfälle, die sich während der Massenstreiks abspielten, sollen fast ausschließlich auf das Konto dieser Gruppe gesetzt werden können. In Lille jagte der kommunistische Abgeordnete T h o re z , die Arbeiterschaft hätte beim Streik aus dem Grunde keine Ausschreitungen begangen, weil sie wußte, daß die Fabriken ja doch bald ihr Eigentum würden. Man habe behauptet, daß die Besetzung der Fabriken illegal sei, aber es sei eben eine neue Legalität im Werden. Bevor wir aber die Macht übernehmen konnten, sei es notwendig, daß die Kommunistische Partei alle kleinen Leute und Bauern in sich vereine. Senator C a ch i n erklärte, jetzt sei nicht mehr die Stunde für kleine Straßenunruhen und für Zusammenstöße mit der Polizei, jetzt gelte es, eine große disziplinierte Aktion der französischen Massen durchzuführen. Ihr Ziel bleibe die Errichtung der Sowjets, zwar nicht genau ahr. unb ben, last, auch sind ufte. Nele Dem iQm- her d°k nah. Er t'ker !tige ern. teil, „ein London, 15. Juni. (DNB. Funkspruch.) Die Presse und Öffentlichkeit sehen mit großer Spannung der Kabinettssitzuna am Mittwoch entgegen, auf der aller Voraussicht nach die gesamte außenpolitische Lage und besonders die Sank- tionspolitif besprochen werden wird. Die meisten Blätter rechnen bestimmt damit, daß sich die •Regierung für baldige Aufhebung der Sühnemaßnahmen gegen Italien entscheiden werde. Mehrere Zeitungen betonen, daß im Kabinett noch scharfe Meinungsverschiedenhei- t e n seien, und daß möglicherweise mit einem Rück- tritt des Außenministers (Eben gerechnet werden könne. Der der Regierung nahestehende „Daily Telegraph" meldet jedoch, daß sich die Minister über bie Hauptziele der britischen Politik einig seien. Diese Ziele seien die baldige Beendigung des „Sanktionsexperiments" und die (Erneuerung der Zusammenarbeit mit Italien in der europäischen Politik. Maßgebend für diesen Entschluß feien: der Mißerfolg der Sanktionspolitik, die B e f ü r ch - tung eines unsicheren Zeitabschnitts Das neue belgische Kabinett. Eine Orei-parteien-Regiernng unter Führung van Seelands Wickelung, Ziele und Aufgaben der NS. - Kulturgemeinde und legte die Grundsätze dar, nach denen bie NSKG. sich bei ber Pflege bes Theaters, ber Musik, ber Hanbwerks- unb Volks- kultur z. T. auf neuen Wegen betätigt. Weiter sprach er von bem Programm ber Reichstagung, bas ein Spiegelbilb einer täglich im Reich sich vollziehenden Arbeit am kulturellen Aufbau des Dritten Reiches fein.wolle. Nach einem Dank an die Stadt München und an den Traditionsgau München-Oberbayern erklärte er mit einem Gedenken an den Führer die Tagung für eröffnet. Oer englische Schriftsteller <5. K. Chesterton t Der bekannte englische Schriftsteller G. K. Chesterton ist im Alter von 62 Jahren in Bacons- sield bei London g e ft o r b e n. Gilbert Keith Chesterton wurde 1874 in Campten Hill, London-Kensington, geboren. Er wandte sich früh dem Journalismus zu, machte sich einen Namen als Kunsthistoriker und wurde Mitarbeiter der angesehensten englischen Blatter. Chesterton hat dann eine Reihe von humoristischen No- manen geschrieben, von denen „The Man who was Thursday" und „Man who kneis too much" auch ins Deutsche übersetzt wurden. Außerdem sind zu nennen die Lebensgeschichten von Browning, Dickens und Vernarb Shaw, bas Ballabenepos „The Ballab of the White Horse", bie phantastische Komöbie „Magic" und eine Darlegung seiner kon- servativen Ansichten über Politik unb Gesellschaft. 1915 hat Chesterton auch einen Band katholischer religiöser Lyrik veröffentlicht; feinem einige Jahre später erfolgten aufsehenerregenden Uebertritt zum katholischen Glauben entsprach bie Haltung bes 1930 ins Deutsche übertragenen Buches „Der unsterbliche Mensch", worin Chesterton eine kulturphilosophische Derteibigung bes Christentums versuchte. Von ber Vielseitigkeit Chestertons zeigt ber Umstand, daß auch eine Anzahl amüsanter Detektivromane voller Phantasie unb Witz von ihm erschienen sind. Brüssel, 13. Juni. (DNB.) Die Verhanblun- gen van Zeelands über die Neubildung der Regierung sind abgeschlossen worden. Das neue Kabinett setzt sich voraussichtlich folgendermaßen zusammen: Vorsitzender des Mimsterrates (ohne Portefeuille): van Zeeland; Außenminister: Spaak (Sozialist); Innenminister: de Schryver (Katholik); Landesverteidigung: General D o n i s , Justizminister: Bovesse (Liberaler); Finanzen und Bekämpfung der Arbeitslosigkeit: de Man (Sozialist); Wirtschaftsminister: van Jsquaker (Katholik); Oeffentliche Arbeiten: Merlot (Sozialist); Arbeit und Soziale Fürsorge: Delattre (Sozialist); Verkehr: Marcel Henry Jaspar (Liberaler); Kolonien: Rubbens (Katholik); Post und Telegraph: Bouchery (Sozialist); Gesundheitswesen: Vandervelde (Sozialist); Unterrichtswesen: Hosta (Liberaler); Landwirtschaft: (wahrscheinlich) Pierlot (Katholik). Die neue Regierung ist eine Drei-Parteien- Regierung, bie sich in ber auf 202 Sitzen be- stehenben Abgeorbnetenkammer auf eine Mehrheit von 156 Abgeorbneten stützen kann. Sechs Minister gehören ber sozialistischen, vier ber katholischen unb brei ber liberalen Partei an. Ministerpräsident oan Zeelanb unb General Do n i s rechnen sich zu keiner Partei. Der flämische V o 1 k s t e i l ist vertreten burch sechs Minister, nämlich burch be Schryver, Rubbens, van Jsacker, Hoste (nicht Hosta), be Man unb Bouchery. Die meisten Mitglieber ber neuen Regierung haben auch bem vorigen Kabinett van Zeeland angehört Neu eingetreten sinb bie sozialistischen Kunst und Wissenschaft. Oie Reichstagung der 7!S. Kulturgemeinbe in München. München, 14. Juni. (DNB.) Die Reichs- t a g u n g 1936 ber N S.- K u l t u r g e m e i n b e, die vom 14. bis 19. Juni in München ftattfinbet, wurde im Deutschen Museum feierlich eröffnet. An der Tagung nehmen etwa 2000 Amtswarte der NS.» Kulturgemeinde aus dem Reich und zahlreiche Ehren- gäfte teil. Die Tagungsteilnehmer legten unter Füh- rung des Amtsleiters ber NSKG., Dr. Walter Stang, an ber Ehrenwache auf bem Königsplatz im Gebenken an bie Toten ber Bewegung einen Kranz nieber. Eröffnet würbe bie Tagung mit zwei musikalischen Uraufführungen von J.Jngen- b r a n b unb Julius Weismann, ausgeführt vom Reichs-Symphonieorchester ber NSDAP, unter Leitung von Franz A b a m unb Erich Kloß. Gauleiter Staatsminister W a g n e r begrüßte bie Teilnehmer herzlich unb erklärte, er würbe sich sehr freuen, wenn bie NS.-Kulturgemeinbe, bie ebenso wie bie Partei von München aus ihren Weg in bas Reich angetreten hat, wieder nach München zurück- käme. Rerchsleiter Oberbürgermeister F i e h l e r begrüßte die Tagungsteilnehmer in München. Der Amtsleiter der NS.-Kulturgemeinde Dr. Walter Stang begrüßte im Namen des Reichsleiters Alfred Rosenberg die Gäste. In einer programmatischen Rede behandelte er Entstehung, (Ent- Anprall wurden die beiden Frauen sofort getötet. Die anderen Insassen, die Metzgermeifter Frederic K a y m und Christian S e e h aus London wurden mit schweren Verletzungen in das Krankenhaus nach Cleve gebracht. 16 Todesopfer eines Jährunglücks m Sibirien. Dor einigen Tagen hat sich auf dem Jenissei- Strom in Sibirien ein furchtbares Fährungluck ereignet Bei dem Zusammenstoß eines Motorfährschiffes mit einem anderen Fahrzeug kenterte das Fährboot, das 26 Fahrgäste an Bord hatte. Nur 10 Personen konnten gerettet werden, während die übrigen 16 Personen, vornehmlich Arbeiter eines großen Sägewerkes, ertranken. Wie die Untersuchung ergab, besaß der Führer des Fährbootes nicht den Zulassungsschein. Zudem hatte er im Augenblick des Zusammenstoßes das Steuerrad sich selbst überlassen und war mit dem Einkassieren des Fahrgeldes beschäftigt. Hochzeit des Gauleiters Dr. Hellmuth. Im Rathause in Würzburg fand die Trauung des Gauleiters von Mainsranken Dr. Otto Hellmuth mit Frau Erna Maria, geborene Stamm, von Kassel statt. Der Führer und Reichskanzler sandte zur Hochzeit des Gauleiters folgendes Telegramm: „Lieber Parteigenosse Hellmuth! Zu Ihrer heutigen Hochzeitsfeier sende ich Ihrer Gattin und Ihnen meine aufrichtigsten und herzlichsten Grüße zugleich mit meinen besten Wünschen für eine glückliche Zukunft Ihrer jungen Familie. Als äußeres Zeichen meiner treuen Verbundenheit mit Ihnen werde ich Ihnen in nächster Zeit mein Bild übersenden lassen. Ihr Adolf Hitler." — Zur Vermählung von Dr. Hellmuth liefen weiter u. a. Glückwünsche ein von den Reichsministern Dr. Frick, Göring, Kerrl und Dr. Frank und zahlreichen anderen führenden Persönlichkeiten der Bewegung. Schweres Unwetter in der Rhön. lieber der Rhön gingen schwere Gewitter nieder, die wolkenbruchartigen Regen mitbrachten. Besonders schwer tobten die Unwetter in der nördlichen Rhön, im Tal der Ulster. Gewaltige Wassermassen stauten sich in Schleid an der Eifenbahnlinie. Der Bahndamm wurde unterspühlt, so daß der Zugverkehr Geisa—Tann unterbrochen werden mußte. In Schleid stand das Wasser zwei Meter hoch. Leider hat das Unwetter ein Menschenopfer gefordert. Ein Ertrunkener wurde angeschwemmt, dessen Personalien noch nicht festgestellt werden konnten. Arbeitsdienst und SA. leisteten die erste Hilfe. 20 Todesopfer eines Kinobrandes in Britisch-Indien. In haiderabad (Britisch-Jndien) kamen durch ein Großfeuer, das in einem Lichtspielhaus ausbrach, 20 Frauen und Kinder ums Leben. Wo wächst der Spargel? Spargel wird wohl überall in Deutschland ange- baut. Aber seine Gewinnung in Massen, wie sie für die Belieferung der großen Derbrauchermärkte notwendig ist, erfordert dock eine Bodenart, wie sie nicht überall gegeben ist. Und so kommt es, daß unsere Karte von landwirtschaftlichen Erzeugnissen ausgesprochene Spargelzentren aufweist, wobei allerdings auch d i e „M arktnähe" eine bestimmende Rolle mitgespielt hat, da Spargel allzu lange Transporte und Lagerung nicht verträgt. Das Hauptgebiet des deutschen Spargelbaues liegt bei Braunschweig, dem Sitz der bedeutendsten Konseroenindustrie, und erstreckt sich auf Hannover- Süd, Braunschweig-Land, Provinz Sachsen und Anhalt, hier wird rund die Hälfte deg. in Deutschland angebauten Spargels geerntet. Die beiden nächstfolgenden Großanbaugebiete sind Brandenburg-Berlin und Hessen. Und schließlich darf auch der Spargelbau in Baden und Mecklenburg nicht unerwähnt bleiben. Die Anbaufläche ist in den letzten Jahren ständig gestiegen. Sie belief sich bei der Bodenbenutzungserhebung 1927 auf 13100 Hektar, 1934 bereits auf 23100 Hektar, das ist eine Zunahme von über 75 v. h. Am stärksten war der Zuwachs in Brandenburg und in der Provinz Sachsen. Da in den beiden letzten Jahren rund 28 Doppelzentner je Hektar geerntet wurden, standen dem Markt und der verarbeitenden Industrie etwa 600 000 Doppelzentner Spargel zur Verfügung, davon entfielen auf die hauptgemüsegediete rund zwei Drittel. Neben dieser Eigenversorguna spielt die Einfuhr von Spargel kaum eine Rolle. Ader es ist doch bemerkenswert, daß 1931 noch 13 700 Doppelzentner ein- und 6000 Doppelzentner ausgeführt wurden, daß 1935 aber Richtige Broternährung! Neue Ergebnisse der Karies-Forschung. Berlin, 13. Juni. (DNB.) Auf der ersten Sitzung der Arbeitsgemeinschaft für Kariesforschung wurden bemerkenswerte Mitteilungen über die Frage der richtigen Broternährung gemacht. Der Leiter der neuen Arbeitsgemeinschaft und Direktor des Zahnärztlichen Instituts der Universität Berlin, Professor Dr. Schröder, bezeichnete als das große Ziel der Arbeitsgemeinschaft für Kariesforschung, durch eine zweckmäßige, dem ganzen Volk zugängige Ernährungsweise die inneren Ursachen der Zahnfäule in ihren Auswirkungen auf ein Mindestmaß zu beschränken. — Professor F l ö ß n e r erinnerte daran, daß 40 vom hundert des deutschen Nahrungsbedarfs durch Brot und Mehl gedeckt werden. Die Streitfrage Weizen oder Roggen in der Broternährung bestehe nicht mehr, da wesentliche physiologisch-chemische Unterschiede zwischen beiden Getreidearten nicht festgestellt werden können. Eine andere Frage sei die nach dem Ausmahlungsgrad des Mehles, da man annehme, daß ein ursächlicher Zusammenhang zwischen einer Reihe von Erkrankungen, so auch der Zahnfäule, und der zu geringen Ausmahlung des Mehles festzustellen ist. — Dr. Kraft (Lugano) wies darauf hin, daß dem Vollkornbro t infolge seines Gehaltes an Eiweiß, Vitaminen, Zellulosen und Mineralstoffen der h ö ch st e Ernah- rungswert zukommt. Professor Scheunert (Leipzig) sprach über Die Bedeutung des Brotes als tßitamintrag er. Für die Versorgung der Bevölkerung mit Vitamin B 1, die im Sinne Der Steuerung aller Drüsen mit innerer Sekretion äußerst wichtig ist, ist möglichst ein Vollkornbrot, mindestens aber ein Schwarzbrot 82prD3entig Ausmahlung zu empfehlen. Wenn dieKostab- wechslungsreich ist und Gemüse, Obst, Milch, Eier usw enthält, kann es kaum zu einem Dttamm Mangel kommen. Nur Brot aus hochausgemahlenem Mebl in Mengen von 3—400 Gramm ^gh^) XgesbÄn Bitamin Bl d°ck°n. Sobald man Graubrot oder Weißbrot ißt, muß b-tr-chtl,ch°r Teil des Vitamin-B 1-Bedarses durch -nder- d°°7 Direktor des 3n-n oer- böltnismäßia guten Behang auf. Sowohl beim Tafel- als auch beim Wirtschaftsobst ist rnck einer guten Mittelernte zu rechnen. Leider> macht sich die Blutlaus besonders schädigend bemerkbar sodaß a manchen Aesten ganze Flaumbuschel 3" erkennen sind, unter denen der Baumfeind seine Schadarbeit ausführt. Seit einigen Tagen ist dabei, Bekämpfungsmaßnahmen durchzufuhren m dem er die befallenen Stellen mit einem Pflanzen- schubmittel bestreicht. durchschlagender Erfolg wurde mit den Spritzmaßnahmen im Winter und Vorsommer in den ^E^Ä^me sind der Bellersheimer Straße erzielt. Die Baume smD frei von jeglichen Obstfeinden, nur der Meltau, em Kalvill und Gravensteiner, bemerkbar Im Gegen lob au den bespritzten Baumen sind die -öianer der unbehandelten zerfressen und an Stammen und Aesten tritt die Blutlaus geradezu seuchenhuft auf. Um eine Verbreitung dieses Obstfeindes zu unterbinden, hat der hiesige Obst- und Gartenbauverein auf Veranlassung seines rührigen Vorsitzenden 5>einr. Block III. eine Kolonne von vier interessierten Mitgliedern zur Bekämpfung eingesetzt. Die befallenen Stellen wurden mit 50prozentlgem Obstbaumkarbolineum bepinselt, womit ein voller Erfolg erzielt wurde Kreis Friedberg. Lpd V i l b e t, 14. Juni. Auf der Fahrt durch den Vilbeler Wald kam einRadfahrerzuFall und zog sich so s ch w e r e V e r l e tz u n g e n zu, daß er bald darauf verstarb. mehr eine grStzere Hebung abhielt, und auch die Darmstädter Berufsfeuerwehr sofort emarlff gelang es, das Feuer bald zu ersticken, das sonst b e i den i n Nebenbauten lagernden feuer« gefährlichen Stoffen einen gefährlichen Umfang hätte annehmen können. Wirtschaft. * Zunahme der Lahnschissahrt. Nach dem durch die Hochwasser im April verursachten Rückgang der Verfrachtungen auf dem kanalisierten Teil der Lahn zeigt der Mai wieder eine starke Zunahme, so daß eine neue Monatshöchstleistung er- reicht wurde. Insgesamt sind im Mai 16 948 Tonnen Güter verftachtet worden und vier Flöße zu Tal gegangen. Die Transporte wurden in 111 Güterschiffahrten erledigt. In den ersten Juniwochen ist der Lahnverkehr weiter gewachsen. * Kennziffer der Großhandelspreise. Die Kennziffer der Großhandelspreise stellt sich für den 10. Juni auf 104,1 (1913 = 100); sie ist gegenüber der Vorwochen (104,0) wenig verändert. Die Kennziffern der Hauptgruppen lauten: Agrarstoffe 106,0 ( + 0,2 v. H.), industrielle Rohstoffe und Halbwaren 93,3 (+ 0,1 v. H.) und industrielle Fertigwaren 120,7 (4- 0,1 v. H.). Rbein-Maimsche Börse. Tendenz weiter schwächer. Frankfurt a. M., 13. Juni. Zum Wochen- schluß erfolgten weitere Glattstellungen und wei- tere Kursrückgänge. Die Umsätze sind bedeutend geringer geworden, nur vereinzelt war stärkerer Der- kaufsdruck vorhanden, so vor allem waren Verein. Stahlverein angeboten und im Verlaufe um insgesamt 1,50 v. H. geringer. Damit folgten auch die übrigen Montanwerte, wobei Harpener 1,40, Rheinstahl 1,40, Mannesmann 1,40, Klöckner 0,75 v. H. verloren. Hoeschwerke allerdings noch 0,40 v. H. freundlicher. Ziemlich widerstandsfähig lag der Farbenmarkt, JG.-Farben 170,65 (170,50) dis 170,50 o. H. Auch Erdöl und Scheideanstalt unverändert. Am Elektromarkt war die Kursbildung uneinheitlich. RWE. verloren 0,50, desgleichen Betula und Schuckert, Gesfürel 1 v. H. Fester waren Siemens mit 0,90, AEG. mit 0,40 v. H. Akkumulatoren gut gehalten. Zellstoffwerte weiter abbröckelnd, Waldhof um 1,75 v. H. Von Zementwerten Heidelberg um 2,25 v. H. gedrückt, Bauwerte ziemlich gut gehalten. Maschinenwerte bröckelten meist um Bruchteile eines Prozentes ab, so Daimler, Moenus um 0,25 v. H., Muag um 0,50 v. H. Groß-Schiffahrtswerte behauptet. AG. für Verkehrswesen 0,50 v. H. niedriger. Jrn einzelnen verloren Aku. 0,25, Südd. Zucker 2 v. H., aber Reichsbank 0,50 v. H. höher. Der Anleihemarkt war durch die schwache Der- " fassung der Aktien beeinflußt, Umsätze wurden noch geringer, Kursveränderungen von Belang traten nicht ein. Altbesitz unverändert 113,50, auch späte Schuldbücher 98, Zinsvergütungsscheine 92,70, Kom- munal-Umschuldung 89,55. Der Pfandbriefmarkt lag zum Wochenschluß ziemlich ruhig. Kursveränderun- gen traten nicht ein. Auch Stadtanleihen still. Don . Auslandrenten waren die großen Bosnier, Rumä- ♦ nen und Mexikaner behauptet, kleinere Ostwerte gegenüber den erhöhten Abendbörsenkursen eher weiter mäßig erhöht. Kronen-Bosnier 8,50 v. H. Der Verlauf der Börse brachte am Aktienmärkte weder Geschäftsbelebung noch Kurserholung. Beachtet weiterhin Verein. Stahlwerke zu 93,50 bis 93,75, JG.-Farben mit 170,25 bis 170.50 v. H. Auch Anleihen ohne Belebung und Veränderung. Tagesgeld wurde etwas leichter mit 3 (3,25) v. H. Frankfurter Schlachtviehmarkt Frankfurt a. M., 15. Juni. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 126 Rinder (23 Ochsen, 28 Bullen, 102 Kühe, 43 Färsen), 627 Kälber, 27 Schafe, 3808 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 45 Mark, Bullen 43, Kühe 25 bis 43, Färsen (Kalbinnen) 44, Kälber 38 bis 73, Härnmel 40 bis 48, Schweine 51 bis 57 Mark. — Marktverlauf: Rinder und Schweine wurden zugeteilt; Kälber schleppend, Lämmer, Hämmel und Schafe gut. Die Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 500: Kündigung des Zahlungs- und Verrechnungsabkommens mit der Schweiz. — 501: Der Wortlaut des Abkommens über den Waren- und Zahlungsverkehr Danzigs mit Polen. — 502: Neue Bestimmungen für den Reiseverkehr nach den Niederlanden. — 503: Bekanntmachung KP 148 der Heberwachungsstelle für unedle Metalle, betr. Kurspreise. — 504: Australische Einfuhrzolltarifänderungen und Einfuhrbeschränkungen. — 505: Be- kanntmachung KP 150 der Heberwachungsstelle für unedle Metalle, betr. Kurspreise. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 1230 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samstaguach- mittag geschlossen. Die hinter den Frankfurt a. Ul. | Berlin Schluß» für« Schlußl. Abend« bSrse Schluß» für« Schlußl. mittag» börse Oainm 12-6 13.6 12.6 13-6. B% Deutsche ReichSanleihe v. 1927 101,25 101,4 101,4 101,4 4% Deutsche ReichSanl. von 1934 98,9 99 98,9 99 BXi% Doung-Anlethe von 1930 . 102,9 103 — 103,3 Deutsche Ant.-Ablös.-Schuld mti AuSIos.-Rechten ............ 113,5 113,4 113,5 113,4 4Xi% Deutsche ReichSpostschatzan Weisungen von 1934, 1...... 100,15 100,2 100,25 100,4 *Yi% ehe in. 8% Hessischer Boll« float 1929 (rückzahlb. 102%) .. 98,75 98,75 98,8 98,9 4Xi% ehem. 8% Hessische Lande« bant Darmstadt Gold R. 12... 97 97 —— _ 6Xi% ehem. 4y»% Hess. Lande« Hypothekenbank DarmstadtLiou 101,25 101,25 —— _ 4Xi% ehem. 8% Darmst. Komm Lande«b.Goldschuldverlchr R.k 93,25 93,25 — Oberhcssen Provinz-Anleihe ml' AuSlos. -Rechten ............ 123,5 123,5 _ Deurscbe Komm. Cammclabl. An leihe Serie 1 mit AuSlos.-Rechten 119,25 119,25 119,5 119,25 4Xi% ebcm.8% Franks. Hyp.-Banl Goldpfe. 15 unkündbar bi« 1935 97 97 — 6Xi% ehem. 4Xi% Franks. Hyp. Bank-Liqu.-Pfandbrtese...... 101,4 101,5 _ 6X2% ehem. 4Xi% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpsc. ... 4Xi% ehem. 8% Pr. Landespfand. bnefanstalt, Pfandbriefe R. 19 102 101,4 102 101,75 97,5 97,5 97,5 97,5 4Xi% eben,. 7% Pr. Lcmdeüpfand briefanst., Gold Komm. Lol. 20 94,75 91,75 94,75 94,75 tzteuergutsch.Berrechnungök. 34-38 109,4 109,4 109,4 109,4 4% Oesterreichlsche Goldrente... — — 32,75 _ 4,20% Oesterreichische Silberrenle 3 3,05 2,9 3,15 4% Ungarische Goldrente....... 9,5 9,75 9,8 9,8 4% Ungnrisckse Staatsrente v. 1910 9,25 9,4 9,4 9,45 4X«% desgl. von 1913......... 9,24 9,5 9,4 9,65 5% abgest. Gvldmerikaner von 99 — 14,25 14,4 14,4 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie 1................... —- — 12 .— Kurszettel der Berliner angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt besc Jranffurt a.Dl. Berlin Schluß» für« Schlußl. Abend» börse Schluß» für« Schluß!, mittag» börse Datum 12.6 13.6. 12-6- 13.6- 4% vesgl. (Serie h ............ 5% Mumän. vereinh. Rente v. 1903 4Xi%Rumän.vereinh.Rentev.l913 4% Stumänische vereinh. Rente . 3 V*% Anatolier............ Hamburg-Amertka-Paket .....o Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Norddeutscher Lloyd .........o il.®. für Verkehrswesen Alt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz- und Privat-Bank ... 4 Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................ 4 Dresdner Bank........... 4 Reichsbank ................ A.E.G..................... 0 Bekula...................... (flcltr. LieferungSgesellscha'ft... 8 Licht und Kraft ............. 7 Felten L Guilleaume......... 4 Gesellsch.s Elektr.Unternehmung. 6 Rlieinische Elektrizität ...... r Rhein. Wests. Eleltr...... 6 Schuckert LEo........ 6 Siemens L Halske...... 8 Üahmeyer L Eo......... 7 Buderus .......... Deutsche Erdöl ......... 4 Harpener............. 2y Voesch Eisen-Söln-Neue'ssen . 3 Ilse Bergbau ............ 6 Ilse Bergbau Genüsse........§ Klöcknerwerke ................ ManneSmann-RShren........ 3 7,3 10 5,8 44,9 14,75 16,13 122,5 94 94,75 95,5 197,5 36,75 150,5 133,5 155 135,5 140 137,65 135,25 154,25 197,75 140 106 130 129,5 108,5 139,25 105,5 100,75 7,3 10 5,8 44,9 14,75 15,9 122 93,5 95 95,25 197 36,9 150 131,5 154,25 134,75 139 134,75 153,75 197,75 138,5 105,25 129,25 128,13 108,5 137 104,25 99,65 11,75 7,3 10 5,8 45 14,5 16 122,9 117,75 94 95,25 95,5 198,25 36,9 151 133,5 155 136,5 140 137,25 135,25 154,75 197,75 140,25 106,25 130,25 130 109,25 167,25 139,5 105,75 100,9 10,25 5,8 45 14,5 28 15,75 123 116,5 93,5 95 95,25 196,5 36,75 150,65 131,5 153 134,4 138,75 136 134,5 154,25 197 139 105,25 129,75 128 108 138 104,25 99,5 Frankfurter Börse. (offenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v.H., Frankfurt a. M. 23erhn Schluß- fur« Gchluvk. Abend- börse Schluß» für« Schlußl. Mitlagbörse Datum 12-6. 13-6. 12-6. 13.6 Mansseiver Bergbau....... 6X» Kokswerke .................. g Rheinische Braunkohlen .....12 Rheinsiahl .................. 4 Bereinigte Stahlwerke......gx. Otavi Minen ...............0 Kaliwerke Aschersleben........5 Kaliwerke Westeregeln........5 Kaliwerke Salzdetfurth..... ?X, 3. G. Färben-Industrie.......7 Scheideanstalt................ Goldschmidt ................. RütgerSwerke............... c Metallgesellschaft.............. Philipp Holzmann............ Zementwerk Heidelberg ...... 7 Cementwerk Karlstadt.........g SchulthetS Patzenhofer .......4 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bembcrg............... ß Zellstoff Waldhof ............6 Bellftofi Aschaffenburg .......0 Dessauer Gas ............... 7 Daimler Motoren............. Deutsche Linoleum........... g Orenstein S Koppel ........ 0 Westdeutsche Kaufhof.........0 Ehade.................... Accumulatoren-Fnbrik.......12 Tonti-Gummi.............. Grttzner.............. 0 Annkraftwerke Höchst a.M.... 4 Süddeutscher Zucker ........ 10 139,5 245 131 95 22,5 132 130,5 170,5 260 114 129,5 137 128,75 142,25 150 55,9 89 142,75 107 122,75 179,5 46 457 202,5 191 33,25 98 232 138 246,25 129,65 93,5 22,13 132,25 130 170,13 260 111,5 129,5 135,5 128,25 140 150 55,65 88,5 141,25 105,5 122 176 45,75 452 202,5 190 32,5 98,25 230 139 136,25 246 131,25 95,18 22,25 132,75 130,25 183,5 170 114 128,25 137,5 129 111 56,13 89,5 141,25 107 120 123 179 34,25 45,9 454 204 191,5 33 229,5 138 136 246,75 130 93,5 22,5 132 129,75 182,5 170 112,5 129,5 135 128,5 110,4 55,75 88,9 141,5 106,5 120,75 121,5 175,25 83 45,4 452,5 203 189 32 Lombardzinsfuß 5 v. H. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2R. 12-Zuni 13. Juni Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Brief Geld Brief duenofl Aic, 0,689 0,693 0,689 0,693 Brüssel .... 42,01 42,09 42,01 42,09 Rio de Jan. 0,139 0,141 0,139 0,141 Sofia..... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen 55,78 55,90 55,72 55,84 Danzig .... 46,80 46,90 46,80 46,90 London.... 12,495 12,525 12,48 12,51 HelsingforS.. 5,509 5,521 5,504 5,516 Parts ..... 16,35 16,39 16,35 16,39 Holland ... 167,86 168,20 167,91 168,25 Italien..... 19,48 19,52 19,48 19,52 Japan ..... 0,730 0,732 0,730 0,732 Jugoslawien Oslo..... _■ 5,654 5,666 5,654 5,666 62,79 62,91 62,72 62,84 Wien...... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon... 11,35 11,37 11,34 11,36 Stockholm... 64,42 64,54 64,35 64,47 Schweiz ... 80,22 80,38 80,22 80,38 Spanien... 33,89 33,95 33,88 33,94 Prag....... Budapest .. 10,255 10,275 10,255 10,275 Reuyork ... 2,485 2,489 2,484 2,488 Banknoten. Benin,13- Ium 1 GeiZ Brief Amerikanische Roten.............. 2,436 2,456 Belgische Noten.................. 41,88 42,04 Dänische Noten ............... 55,47 55 69 Englische Noten ................. A 12,445 12,485 Französische Noten............... 16,30 16,36 Holländische Noten.......... 167,49 168,17 Italienische Noten................ Norwegische Noten ........ 62,50 62,76 Deutsch Oesterreich, ä 100 Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten............... Schweizer Noten................. Spanische Noten............. Ungarische Noten............. 64,13 80,04 33,54 64,39 80,36 33,68 Nr. 137 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Montag, 15. Juni 1936 Aus der Provinzialhauptstadt Ein llrlaubsgruß. Mit der Frühpost war sie eingegangen. Vom Kontor wurde sie auch bald danach in den Betrieb geschickt und während der ersten Pause ging sie von Hand zu Hand. Alle betrachteten sie genau, sahen sich die Anschrift und die Mitteilung an und beschauten dann interessiert die Ansicht auf der Vorderseite. Es war nur eine Postkarte, gewiß, aber es hatte eine besondere Bewandtnis damit. Denn sie war an alle Kameraden des Betriebes gerichtet und kam von dem kleinen Schulte. Der kleine Schulte war wirklich ein Kerl, das mußte man ihm lassen. Das ganze Jahr hindurch hatte er von den Beraen gesprochen. Wie großartig ihre Erscheinung sei und welche Aussicht man von ihrem Gipfel haben müsse. Kurzum, der kleine Schulte schwärmte von den gewaltigen Bergriesen und versicherte dabei, er werde sie auf alle Fälle im Sommer besuchen. Und nun war wahrhaftig diese Ansichtspostkarte da, die immer wieder von einer Hand in die andere ging und an der man sich nicht satt sehen konnte. „Ich habe schon meine erste Kletterpartie ser und schließlich jene Angehörige eines „auser- wählten Volkes", die sich gleich Spaltpilzen überall bemühten, die Volkskraft der Gesamtheit der deutschen Menschen zu zerstören. In einzelnen Darlegungen geißelte der Redner das verhängnisvolle Wirken der verschiedenen Gruppen und hielt damit eine scharfe Abrechnung mit allen Feinden unserer Volksgemeinschaft. Für das deutsche Volk gebe es, so schloß der Redner, keine Möglichkeit zu ruhen oder zu rasten. Jedermann müsse seine Pflichten, seiner Familie und der Gesamtheit gegenüber, erfüllen. Die deutsche Frau müsse ihre Notwendigkeiten erkennen. Alle Kraft müsse unserem Führer und unserem Volke gewidmet sein. Im Anschluß an die mit starkem Beifall aufgenommenen Ausführungen des Kreisleiters Zürtz sprach die Sau-Frauenschaftsleiterin Westernacher. Bei einem Blick zurück in die deutsche Vergangenheit müsse es uns scheinen, so begann die Vortragende, als schauten wir in eine andere Welt, in eine schier unbegreifliche Welt, gesehen vom Standpunkt eines endlich geeinten Volkes aus. Die' Zukunft fei nicht mehr lichtlos. Alle Wandlung zum Guten verdankten wir dem Führer. Unsere Aufgabe sei es deshalb, uns seiner würdig zu erweisen. Die deutsche Frau habe ein weites Arbeitsgebiet. Die Arbeit müsse einer großen Linie folgen. In der Erkenntnis des Guten fei die Frau noch immer eine treue Mitkämpferin gewesen. Die Frau habe auch ihrerseits der Volkwerdung zu dienen, habe ihre größte Aufgabe in der Heranbildung des neuen Geschlechts, in der Verantwortung für das Kind, sie müsse dafür sorgen, daß die Jugend rechtzeitig ihre Pflicht dem Volke und dem Staate gegenüber erkenne. Jede einzelne Frau sei wichtig, aber sie müßten alle zur großen Einheit geführt werden. Das neugeschaffene Deutsche Frauenwerk erblicke für die deutsche Frau große Aufgaben in der Volksund in der Hauswirtschaft, um so mehr, als 75 v. H. des deutschen Volksvermögens der Hand der Frau anvertraut seien. Sie müsse Vorratswirtschaft treiben, sie müsse deutsche Ware kaufen, geschult werden für den Blick auf das Volksganze. Niemand solle sich zu klug dünken, an Kursen für Mütterschulung und Kindererziehung teilzunehmen. Im neuen Geiste habe jedermann noch zu lernen. Dem Ausland, das falsche Vorstellung von der Stellung der deutschen Frau hege, müsse gezeigt werden, daß die Frau nicht geknechtet sei, sondern in freiem Wirken an der Gestaltung des Geschicks unseres Volkes beteiligt sei. Diele Frauen aus Stadt und Kreis Gießen waren aeftern nachmittag in der Volkshalle versammelt. Die meisten waren sehr zeitig gekommen und wurden bis zum Beginn der Kundgebung durch gute Musik des Musikzuges der SA.-Standarte 116 ausgezeichnet unterhalten. Die Volkshalle, insbesondere der Bühnenr^um, waren mit den Symbolen des Dritten Reichs, mit dem Zeichen der NS.-Frauen- jchaft, mit Blumen und frischem Grün ansprechend geschmückt. Tie Einbringung der Fahnen der Ortsgruppen unserer Stadt und einiger Fahnen der Hitlerjugend unter den Klängen des Badenweiler Marsches leitete die Kundgebung ein. Frau Wrede (Giehen) die Führerin der NS.-Frauenschaft in Stadt und Kreis Gießen hieß alle Teilnehmerinnen und die Gäste herzlich willkommen, wies kurz auf die Notwendigkeit der Kundgebung hin, deren Sinn besonders darin bestehe, neue Kraft mit hinauszunehmen in den Alltag und freien Blick zu gewinnen für die Forderungen unserer Zeit. In einer längeren Ansprache beschäftigte sich dann der erste Redner des Abends Kreisleiter Zürh (Lauterbach) mit dem Thema „Die Stellung der Frau in Vergangenheit und Gegenwart, insbesonder im Dritten Reich." Der Redner gab zunächst einen lieber« blick über die unterschiedliche Stellung der Frau bei verschiedenen Völkern. Er schilderte besonders die Wandlungen der Stellung der Frau in Deutschland von der Vergangenheit bis in die Gegenwart, um dann im Geiste der nationalsozialistischen Weltanschauung die Bedeutung der Frau eindeutig darzustellen. Die Frau — so führte er u. a. aus —, als ein wesentlicher Bestandteil des Volkskörpers, habe ihre großen und besonderen Aufgaben. Sie werde immer innerhalb des Volkes Berufe auszufüllen haben, die ihr nie streitig gemacht werden könnten. Die Frau solle nicht den Mann von einem Arbeitsplatz verdrängen, sondern ihrem ureigensten Berus der Hausfrau und Mutter dienen. Um den zahlreichen Zuhörerinnen die große Mission der Frau innerhalb des deutschen Volkes vor Augen zu stellen, griff der Redner weit zurück in die Geschichte unseres Vaterlandes. Er erinnerte an die in völkischer und rassischer Hinsicht so verhängnisvollen Folgen des 30jährigen Krieges, bann an die verschiedenen Bemühungen um die Schaffung eines einheitlichen Reiches aller Deutschen (unter dem großen Kurfürsten, Friedrich dem Großen und unter Bismarck), an die völkische Zerrissenheit vor der Weltkrieg, an die Einigung im Auaust 1914, an das neuerliche Auseinanderstreben aller Kräfte nach dem 9. November 1918 und die endgültige Einigung und Schaffung der Volksgemeinschaft durch Adolf Hitler, an der die Frau zu einem großen Teil mitzuarbeiten habe, mitzuarbeiten im Sinne und im Hinblick auf den Führer. In weiteren Ausführungen beschäftigte sich der Vortragende mit Fragen der Religion, sprach von dem Glauben an den Herrgott ohne konfessionelle Bindung, erhob die Forderung der ständigen Pflichterfüllung der Volksgemeinschaft gegenüber und betonte, daß wir immer den deutschen Volksgenossen als unseren Nächsten betrachten müßten. Das Bestehen der verschiedenen Organisationen der Partei, der NS.-Frauenschaft, der SA., der HI. usw. und ihr Wirken sei immer darauf abgestellt, zu verhindern, daß das deutsche Volk jemals wieder einen 9. November erlebe. In klarer Uebersicht sprach dann der Redner über die verschiedenen feindlichen Kräfte, die in vergangener Zeit dem deutschen Volkstum unermeßlichen Schaden zuiügten: die Fürsten, denen (international verschwägert und versippt, wie sie waren), das Schicksal ihres Volkes gleichgültig gewesen sei; dann jenes falsch verstandene Christentum, das dem Volke das ständige Gefühl der Demut und der Minderwertigkeit aufzudrängen bemüht war und noch ist, die Clique verbrecherischer Finanziers, denen der Profit immer über das Wohl des Volkes gegangen für dieses und nächstes Jahr tauchten auf und Orte wurden genannt, deren Klang sich mit der Vorstellung von blumigen Bergwiesen, von Flußtälern und friedlicher Einsamkeit verband. Ob das Gebirge für den Urlaub vorzuziehen sei oder ob man lieber trachten solle, sich am Strande zu erholen. Und wie sich herausstellte, sparten bereits einige für Madeira, andere wieder für eine Norwegenfahrt. Bis die Fabriksirene p iff und gebieterisch aus dem Traumland der Wün che und Reiselust zurückrief an die harrenden Ma chinen. Aber alle trugen noch den Widerschein des frohen Urlaubsgespräches im Gesicht und es war ihnen, als seien sie für eine Weile tatenlustig unterwegs gewesen. Und doch hatten sie nur eine Postkarte in der Hand gehabt, den netten Urlaubsgruß vom fixen, kleinen Schulte. H. W. Sch. Dornotizen. Tageskalender für Montag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Zigeunerbaron". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Ehestreik". — 20.15 Uhr Vortrag von Professor Dr. Reichwein: „Zwischen Weiß und Rot, Erlebnisse in sibirischer Gefangenschaft" in der Neuen Aula der Universität. — Oberhessischer Kunstverein: 16 bis 19 Uhr Ausstellung des Wettbewerbs der Deutschen Gesellschaft für Goldschmiedekunst „Frauenbildnis mit Schmuck" im Foyer des Stadttheaters. Polizeibericht. Tragischer Tod eines zwölfjährigen Schülers durch leichtfertiges und unachtsames hantieren mit einer Schußwaffe. Arn 10. Juni 1936 wurde der zwölfjährige Schüler Reinhold Schwab aus Geiß-Nidda (wir berichteten bereits am Samstag darüber) gegen Abend von seinen Eltern vermißt. Die Suche nach dem Jungen unter Beteiligung der Ortseinwohnerschaft war vergeblich. Am folgenden Tage wurde Schwab durch Polizei- und Rundfunk als vermißt gemeldet, desgleichen wurde der Vermißtenzentrale des Landeskriminalpolizeiamtes Darmstadt durch die Gen- darmeriestation Nidda Kenntnis gegeben. Auch an diesem und dem folgenden Tage wurde die Suche nach dem Vermißten wieder durch Ortseinwohner, SA. und Feuerwehr fortgesetzt. Am 12. abends wurde dann endlich die Leiche des Jungen in einem durch das Dorf führenden Kanal gefunden. Sie lag etwa 20 Meter weit im Kanal, der einen Durchmesser von 80 Zentimeter hat und Wasser in einer Tiefe von etwa 25 Zentimeter führte. Nach Auffinden der Leiche wurde die zuständige Gendarmerie und das Amtsgericht Nidda verständigt. Beide Dienststellen begaben sich sofort an die Fundstelle der Leiche. Nach Aufbrechen der Straßendecke wurde dann die Leiche geborgen und anschließend von einem vom Amtsgericht zugezogenen Arzt untersucht, der eine Schußverletzung an der rechten oberen 23ru ft feite feststellte. Der Verdacht siel nun auf den in der Nachbarschaft des Verlebten wohnenden 16jährigen Erwin H ö r e s , der am Tage des Vermißtseins nach den Feststellungen der Gendarmerie in seinem elterlichen Garten nach Sperlingen geschossen hatte. Außerdem wurde ermittelt, daß der Verlebte Schwab am Nachmittag des 10. Juni kurze Zeit bei Höres in dessen Garten war. Höres darüber am 11. Juni durch die Gendarmerie gehört, stellte dabei entschieden in Abrede, etwas über den Verbleib des Schwab zu wissen. Das Schießen mit einem Flobert- gewehr und die Anwesenheit des Schwab gab er jedoch zu. Auf die Verdachtsmomente hin wurde Höres in der Nacht zum 13. Juni dem Oberamtsrichter, der noch mit den Ermittlungen in Geiß-Nidda tätig war, zugeführt und von diesem einem Verhör unterzogen. Nach anfänglichem Leugnen gab Höres schließlich zu, daß ihm beim Laden des Roberts ein Schuß unabsichtlich losgegangen sei, der den vor ihm stehenden Schwab getroffen habe. Kurz nach der Tat will Höres dann den Schwab nach dem Kanal geschafft haben. Die noch in der Nacht verständigte Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizeistelle Gießen begaben sich am 13. Juni früh an den Tatort Nach Inaugenscheinnahme des Tatortes und der Fundstelle der Leiche wurde Höres nochmals einem eingehenden Ver- Aufgaben der Krau im Dritten Reich Groß-Kundgebung der RG.-Krauenschast. Die deutsche Frau müsse durch die Sorge um die Stärkung der Widerstandskraft des eigenen Geistes und des eigenen Körpers der Volksgesundheit dienen. Sie solle und müsse Hüterin deutscher Kultur sein. Sie müsse den Kindern Freude an deutscher Art mit auf den Lebensweg geben. Volkslied und Volkstanz zu pflegen sei ihr aufgetragen. Ueberall sei hier im Kleinen Stein auf Stein zu fügen. Die deutsche Frau solle stolz darauf sein, dem deutschen Volke anzugehören. Alle Aufmerksamkeit müsse von der deutschen Frau der Pflege der Erbgesundheit und der Rasse entgegengebracht werden. Sie müsse von einem Kranz blühender Söhne und Töchter umgeben sein, die sie zur Liebe zu Führer, Volk und Vaterland zu führen habe. Die Frau solle aber auch Kampfgenossin sein: im Luftschutz, als Helferin im Roten Kreuz! Die Bäuerin habe die besondere Aufgabe in der Erzeugungsschlacht für die Ernährung des deutschen Volkes zu wirken. Die Arbeitskraft jeder einzelnen Volksgenossin sei wertvoll. Jede solle gerne und freiwillig mitarbeiten. Die NS.-Frauenschaft werde für alle Arbeit die Grundrichtung geben und mit allen Volksgenossen gute Kameradschaft halten. Mit dem Wunsche, daß Gott den Führer seinem Volke lange erhalten möge, schloß die Rednerin ihre an Anregungen reichen Worte. Zum Schluß der Kundgebung sprach der Gauorganisalionsle ter Bickendorf über verschiedene grundsätzliche Gedanken nationalsozialistischer Volksführung. Er schilderte den Sinn der Organisation und die Notwendigkeit der großen Inhalte; er betonte, daß das Schicksal der Nation von Mann und Frau gleichermaßen getragen werden müssen, stellte die Aufgaben der Frau um die Reinhaltung der Rasse heraus, forderte die Vertiefung der Volksgemeinschaft, den Glauben an die Gemeinsckaft und barqn, daß das deutsche Volk immer leoen muß, dem niemand helfe, das ganz auf sich angewiesen sei, und seinen Willen für sich selbst ZU vollziehen habe. Dem Führer sei es zu danken, daß das große Vernichtungswerk gegen unser Volk, das mit dem Weltkrieg begonnen worden fei, nicht habe vollendet werden können. Der Führer sei mit allen Volksgenossen verbunden, wie jeder deutsche Mensch mit dem Führer. Hinter dem Führer müße unser aller Kraft stehen. (Beifall!) Die zahlreichen Zuhörerinnen folgten den Worten der Rednerin und der Redner mit großer Aufmerksamkeit. Der weibliche Arbeitsdienst aus dem Lager Ulrichstein verschönte die Kundgebung mit mehreren sehr exakt vorgetragenen zweistimmigen Gesängen. Die Ausbringung der Fahnen beschloß die große Kundgebung. hinter mir und ich habe sie ausgezeichnet überstanden", schrieb der kleine Schulte. „Ihr könnt den Berg auf der Ansicht sehen und auch die Aufstiegsroute, die ich eingezeichnet habe. An alle Kameraden herzliche Grüße!" Das war mal tatsächlich eine interessante Frühstückspause. So etwas kam nicht alle Tage vor. Vor kurzem stand der kleine Schulte wie alle anderen an seiner Maschine hier im Werk und nun kletterte er da irgendwo in den Alpen herum, als ob das gar nichts wäre. Und daß er gleich eine anständige Bergtour unternommen hatte, das sah ihm ähnlich. Donnerwetter, er war doch ein fixer Junge und verstand es, aus seinem Urlaub etwas zu machen. Und plötzlich sprachen sie alle vom Urlaub. „Diesmal geht's zu meinen Verwandten aufs Land", sagte der lange Richter, „aber für das nächste Jahr nehme ich mir auch mal eine größere Sache vor, das ist ganz gewiß. Möglichkeiten gibt es ja Gott sei Dank zur Genüge. Und wenn man mal für einige Zeit eine andere Gegend und ganz andere Gesichter sieht, dann ist das sicher die richtige Erholung/ Es gab eine nette Aussprache. Allerlei Pläne hör unterzogen. Es stellte sich dabei heraus, daß Römischer Gommer. Don unserem römischen E.-Korrespondenien. Tuskulurn, im Juni. Die Wiesen sind abgeerntet, fangen unter dem unerbittlichen Gestirn schon an zu bräunen; in den Straßengraben gedrückt, weiß vor Staub, stirbt der letzte Mohn, und die Zikaden lärmen — der römische Sommer ist da. Die bagnanti, die Badegäste am Strand von Anzio, behaupten, sie könnten schon nicht mehr schlafen wegen des Höllenkonzertes, jede Nacht werde es schlimmer, man sollte die Bäume einfach Umschlagen. Verrückte Gesellschaft da drinnen im Platanenlaub, man sieht sie nicht, der Junge hat sie nicht einmal mit feinem Schulmikroskop entdecken können, aber lärmen tut sie zum Davonlaufen. Dieses unaufhörliche Gesirre! Hunderttausend Mandolinen auf einmal, nein, das geht zu weit. Kein Liebespärchen wagt sich mehr auf eine Bank zu setzen, wie soll man denn da merken, wenn jemand kommt ... Fremde rattern im Schnellzug durch die nächtliche Campagna, die Fenster stehen offen, es ist so schwül. Aber der Radau, den die Räder wieder machen! Durch die Hitze, erläutert der nie fehlende Sachverständige, ziehen sich die Schienen zusammen und in die so entstehenden Zwischenräume plumpsen nun die Räder, es ist also klar, daß — — daß der Lärm nicht dadurch hervorgerufen werden kann, wirst der andere höhnisch ein, denn Wärme dehnt die Körper aus! Um Ihre physischen Kenntnisse sind Sie nicht zu beneiden, mein Herr! Kriegt er einen roten Kopf und zischt: Physikalisch, meinen Sie wohl! Für jeden Nichtpedanten klar, daß ich mich bloß versprochen habe, die Räder kreischen wegen der Ausbuchtung der Schienen. Schließen wir die Fenster, schlägt die friedliebende alte Dame vor. Der Lärm dringt durch die Scheiben. Gottlob, der Zug hält, die Ohren können — zum Teufel, der Lärm ist ärger als vorher. ? ? ? Es müssen die Telegraphendrähte fein, der Wind harft darin. Natürlich, das ist es. Leolsharfen ... hat sich was mit Aeolsharfen! Wo sich kein Lüstchen regt! Sie macht so reizbar, die schrille Dauerserenade. Vielleicht Fabriken? Lächerlich. Weit und breit nichts als Steppe. Es werden Flugzeuge sein. Niemand kann sich die Geschichte erklären. Der con- duttore, vorwurfsvoll gefragt, steckt den Kopf hinaus, zieht ihn wieder zurück, zuckt die Achseln und weiß: Immer schon so gewesen. Nichts zu machen. Ob Sie es glauben oder nicht, meine Herrschaften, ich habe schon die längsten und ausrangierteften Güterzüge gefahren, mit französischem Schrott vollgestopft, ein Lärm, sage ich Ihnen, ein Lärm — aber nichts gegen das da draußen! Nun lauschen sie alle angestrengt, um zu unterscheiden zwischen der Stimme des rollenden Materials, der Lokomotive, der kreischenden Schienen einerseits und der unerforschlichen Stimme der Natur andrerseits, und kommen einträchtig zu dem Schluß: Jeder Zuglärm wird von ihr übertönt! So ist der tiefe Süden. Der Mandolinen sind es mehr als Sterne. Die Harfen häufen sich zu Myriaden, sie musizieren provozierend laut. Die Nacht des Südens ist den Lärm gewöhnt. Zikaden, nichts als Zikaden. Singzirpen sagen wir im Deutschen. Nichts kündet den Sommer so sicher an wie der Zikadenlärm. Er hat etwas Herrisches, Zügelloses, Unbestreitbares. Mit ihm übertreibt die Natur wieder einmal, wie mit den Heringszügen und den Heuschreckenschwärmen. Ob es freilich bloß die Liebe ist, wenn die Baummusikanten so unermüdlich pauken und schrillen und zirpen? Und dann: ginge es nicht auch mit einem etwas geringeren Aufwand an Geräusch? ♦ Mit einer Handvoll Kleingeld und zwei Marktnetzen ist das Mädchen ausgezogen, mit einer unprogrammäßigen Kopflast ist es heimgekehrt. Die Frauen der römischen Campagna tragen alles, was für die Arme zu schwer ober zu unförmig ist, auf dem Kopf: den Wäscheballen, den wassergesüllten doppelhenkeligen Kupferkessel mit seiner klassisch schönen Einbuchtung, das Reisigbündel, die Kinderbadewanne. Santuzza trug einen Salatkopf. Was ist ein persischer Reiher gegen einen solchen Kopfputz? Fleischloser Tag heute, daher viel Gemüse und Obst mitbringen, capito? Santuzza hatte begriffen. Aber bei der Abrechnung zeigte sie sich etwas ängstlich, der Salatkopf schien ihr etwas zu teuer, wenn er auch groß sei. Habe ich's falsch gemacht, Signora? In den beiden Marktnetzen waren neue Kartoffeln, Spaghetti, Mispeln, süße Bohnen, Erdbeeren und noch dutzenderlei Krimskram, außer den Makreelen. Wir rückten zuerst dem Salat zu Leibe, wir schlachteten ihn mit vereinten Kräften, für die Kaninchen fiel dabei nicht viel ab, denn er war gesund vom Mark bis 3um zartgrünen Blätterrand, er hatte ein „Herz" so groß wie ein Büffelherz, es war gar nicht fertig zu werden. Rein in die Schüssel, eine andere Schüssel her, noch eine. Es quoll und schwoll, es gab eine Salatüberschwemmung, bei Hotelportionen hätte eine Kompanie Soldaten damit bedient werden können. Wir aßen Lattuga zu Mittag, wir aßen Lattuga zu Abend, es ist immer noch reichlich da. 1150 Gramm hatte der Kopf gewogen, 55 Zentimeter maß er der Länge nach. Ein Heubündel für einen Trakehner! sagte der Besuch aus Deutschland. Er war kein Vegetarier. Nach dem zweiten Bissen gab er das Gezauder auf, beim dritten schnalzte er, beim zehnten stach er die Gabel hinein wie ein Mäher. Und was hat dieses Göttermahl gekostet? Vier Soldi, sagte die Signora, das sind nicht ganz 4 Pfennig. Da kann man schon unter die Sanktionisten gehen. Den Kopfsalat gestern handelte Santuzza sogar für 15 Centesimi ein. An schneeweißem Blumenkohl haben wir uns krank gegessen, der grüne durfte ausblühen und fein Mensch glaubt, daß diese ginsterartigen Riesenbüsche mit ihrem herrlichen Blütengelb Nahrungsmittel seien. Es gab in diesem gesegneten Jahr sogar endlich einmal gute Drangen, wie man sie sonst nur im Ausland findet, und Aepfel, die nicht wurmig waren. Alles Gute muß eben des Verdienstes wegen ausgeführt werden. Bis der Völkerbund auf den noch besseren Gedanken kam, die Einfuhr in die Vereinsländer zu verbieten. Seither schwimmen wir in Fett. Denn das Angebot im blockierten Erzeugerland mußte naturgemäß größer werden als die Nachfrage. Die Preise sind, wie man sieht, erschwinglich. Männer tragen jetzt Anzüge aus Seide. Es gibt nichts Billigeres. Und der Kaffee kommt unmittelbar aus seiner Heimat, aus Abessinien. Kein Wunder, wenn auch die Politiker unter der Last ihres Erfolges den Kopf so hoch, so stolz und steif tragen wie Santuzza. Zeitschriften. — Das erste Heft einer von der Deutschen Arbeitsfront und dem Amt „Schönheit der Arbeit" in der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" herausge- gebenen neuen Monatsschrift „Schönheit der Arbeit" ist mit einem Geleitwort des Reichsleiters der DAF., Dr. Ley, erschienen: Es zeichnet sich nicht nur durch die geschmackvolle und großzügige äußere Aufmachung und ein vorzügliches Bildmaterial aus, sondern ist auch dem ganzen Textinhalt nach geeignet, berichtend und werbend an der Verwirklichung der idealen Aufgaben mitzu- roirfen, die sich unzähligen deutschen Volksgenossen heute mit dem Begriff „Schönheit der Arbeit" verbinden. Das gilt in besonderem Maße für Beiträge wie „Das Herz im Betrieb" oder „Drei Freundinnen erleben ihren Arbeitstag", oder „Ein Schwimmbad wird gebaut". Unter dem Stichwort „Für den Feierabend" sind zum Schluß auch rein unterhaltende Schilderungen („Heimatboden"; „Kumpels im Kohlenschacht") beigegeben. — Im Juniheft der „Z e i t w e n d e", Wichern» Derlag, Berlin-Spandau, Ev. Johannesstift, ist bemerkenswert ein Aufsatz „Arndt: Ahnherr des Deutschglaubens?" In Hellem Licht strahlt der Christ Ernst Moritz Arndt; ein Christ freilich, der auch die ganze diesseitige Welt — Erde und Vaterland und Volkstum — als Schöpfung Gottes wertet und mit allen Fasern seines Herzens in ihr wurzelt. Dr. Tim Klein zeichnet das Bild des erst heute in seiner wahren Bedeutung gewürdigten „Soldatenkönigs", Friedrich Wilhelm I. von Preußen, als das eines „großen christlichen Königs". Professor D. Dr. Helmuth Schreiner steuert eine feine Betrachtung bei über „Gemeinschaft im Heiligen Geist", die den Christenglauben als eine lebendige, tätige Kraft erweist, als die er sich ja auch in Männern wie Friedrich Wilhelm I. und Arndt bewährte. Der Psychologe August Vetter arbeitet den der christlichen Auffassung entsprechenden Dreiklang „Geist, Seele, Leib" heraus. Epischer Ruhepunkt in dem ebenso bewegten wie auf einen Gvundton gestimmten Heft ist die Fortsetzung der „Schönen Gesine" von Gerhard Ringeling, während den Ausklang wieder die anregenden „Randbemerkungen" bilden. (Schluß.) (Nachdruck verboten.) Ein paar Tage bevor Jens Petersen das Kran- kenhaus für immer verlassen sollte, kam für Bene- Schwender mit dem Treugruß an den Führer den offiziellen Teil des Abends geschloffen hatte, übernahm Kamerad Ritter die weitere Führung des Abends. ** Starke Bautätigkeit im Eich gärte n g e b i e t. Während für den oberen Teil der Fröbelstraße bis zur Liebigshöhe der Straßenbau zur Ausführung kommt, hat in der Mitte dieser Straße der Bau von Wohnhäusern erneut stark eingesetzt. Seit einigen Tagen hat die Baufirma Frese für mehrere Baugruppen, die hinter den an der Kaiserallee stehenden Studentenhäusern zu stehen kommen, mit den Ausschachtungsarbeiten beginnen lassen. Hier sollen sechs Wohnhausgruppen als Reihenhäuser für 24 Dreizimmerwohnungen nacheinander zur Ausführung kommen, wozu noch ein kleiner Hausgarten und ein 6 m tiefer Vorgarten angelegt werden soll. Außer diesen Bauten hat man diesem Bauvorhaben gegenüber mit dem Bau eines Einfamilienhauses begonnen, während das angrenzende Doppelhaus im Rohbau fertiggestellt ist. Auch das im vergangenen Herbst begonnene Doppelhaus Ecke Fröbel- und Curtmannstraße ist bis zum inne- Das Volks-preisschießen im Schützenhaus Ein guter Erfolg für den Volkssport. Höres den Verlebten nicht sofort nach der Tat, wie er bei seiner richterlichen Vernehmung angab, nach dem Kanal schaffte, sondern erst gegen 22Z0 Uhr des Tat-Tages. Außerdem gab er zu, die Leiche kurz nach dem Vorfall von der Tatstelle in einem erhöht gelegenen Garten hinter den Zaun niedergelegt zu haben, um ein Auffinden zu verhindern. Höres hat sich, um einen Verdacht von sich abzulenken, sogar an den Suchen nach Schwab beteiligt. Er wurde unter Haftbefehl gestellt und in das Amtsgerichts- gefängnis Nidda eingeliefert 25 Zahre bei der hessischen Vertretung in Berlin. Jens Petersen schaute vor sich hin, tiefe Erschütterung stand auf seinem Gesicht. „Ja, er hat wieder gutgemacht, und mehr als das. Ich werde ihn nicht vergessen, und ich werde ihm immer dankbar sein. Wo ist er begraben?" „Auf Oeoenshöe, auf dem alten Friedhof, Jens." Da nahm Jens Petersen Benediktes Hand, sie schauten sich an. Sie gelobten es sich beide ohne Worte: ihr erster Weg auf Oeoenshöe nach ihrer Rückkehr sollte zu dem stillen Grabe führen. Auch Kriminalkommissar Schlottmann erschien eines Tages als Besucher. Er berichtete allerlei Interessantes. Man hatte mit einem Schlag die ganze Devisenschieberbande festgenommen. „Die Kerls arbeiteten ungeheuer raffiniert", erzählte er. „Aber Kriminalrat Rönn ist ihnen schließlich doch hinter ihre Schliche gekommen. Sie setzten sich als harmlose Besucher immer an irgendwelchen Grenzpunkten fest und verschoben Devisen nach fremden Ländern mit den neuzeitlichsten Mitteln, Auto, Flugzeug, Motorjacht, es gab nichts, was sie nicht in den Dienst ihrer Pläne stellten. Sie haben cs ja an dem Devisenschmuggel mit den Bilder- rahmen gesehen. Zum Glück haben wir jetzt aber auch das Haupt der ganzen Gesellschaft, einen Russen, der in Paris saß. Nun können sie alle für ein paar Jahre im Zuchthaus darüber nachdenken, ob es nicht praktischer ist, auf ehrliche Weise sein Brot zu verdienen. Nur eine hat es vorgezogen, sich dem irdischen Richter zu entziehen, ein rotblondes Mädchen: diese Peggy Trilow. Sie hat in einem unbewachten Moment aus ihrer Handtasche ein Präparat herausgeholt und sich vergiftet." Benedikte schauderte. Welche Kette von Unrecht, aber auch welche Kette von Angst und Gefahr um diese Menschen! Ihre Auaen umflorten sich. Sie dachte an Hans- Hermann, der um ein Haar für immer in den Netzen dieser Menschen gefangen gewesen wäre. Sie wollte mit dem Tode nicht hadern, vielleicht war ihm wohl, weil er all diesen wirren Dingen entrückt war. die unermüdlich ihre Schiebkunst gepslegth°b-n nun dem Volke mit gutem Beispiele und mit prakü,ch-n Anregungen vorangehen können. Auch der Schutzen verein e B. Gießen hat sich sreud.g und bewußt >n den Dienst des Volkes gestellt um ledermann sur das Volksschießen zu gewinnen. Daß em solches Volks schießen aber zustande kommen konnte, das dankte Dereinsfuhrer Frey in erster Linie seinen Schutzen- kameraden, die durch die Stiftung der zahlreichen wertvollen Preise den Anreiz für eme solche Veranstaltung und durch ihre praktische Mithilfe die technischen Vorbedingungen dafür geschaffen Habern Mit Freude stellte er fest, daß die NnKK. 1/M 147 zum zweiten Male den Wanderpreis für Wehrmann- büchsen erringen konnte und daß sich die neuen Soldaten der Garnison durch den 1. Wanderpreis im Kleinkaliberschießen so gut hier emgefuhrt haben. Mit dem Treuegelöbnis zum Führer beendete er feine Ansprache,'um dann die Preise oudtellen. Zum Schluß wurde auf die Sieger der alte Schutzen- gruß „Gut Ziel!" ausgebracht Bei Musik und Tanz herrschte sowohl auf dem Schützenhaus wie in den Zelten ein- reges Leben. Die Ergebnisse: TNannschaflsschiehen: Wehrmannbüchsen: 1. 1/M. 147 (NSKK.) Gießen 816 Ringe; 2. Schützenverein Gießen E. V. (gern. Mannschaft) 793 R.; 3. Kriegerverein Annerod 743 R.; 4. 2. Kp. MGB. 2. (mot.) 730 R.; 5. Schützenverein Krofdorf 727 R.; 6. Postsportoerein Gießen 649 R. Beste Einzelschüßen: 1. Hch. Appel 1/M. 147 (NSKK.) 227 R.; 2. Gg. Schilling 1/M. 147 (NSKK.) 225 R.; 3 Förster Melching, Schützenverein Krofdorf 212 R.; 4. Gefr. Hofmann, 2 Kp., MGB. 2. (mot.) 208 R.; 5. W. Schmidt, Schützenverein Krofdorf 207 R. Kleinkaliber: 1. MGB. (mot.) 1. Mannschaft 542 R.; 2. Schützenverein Gießen 541 R.; 3. Postsportoerein Gießen 1. Mannschaft 539 R.; 4. Kriegskameradschaft Gießen 1. Mannschaft 534 R.; 5. Kriegerverein Annerod 532 R.; 6. Schützenverein Krofdorf 527 R.; 7. Kleinkaliber Schützenverein Frohnhausen 524 R.; 8. Krieger- und Schützen-Kameradschaft Saubringen 520 R.; 9. Schützenverein Steinbach 519 R.; 10. 16/R 116 SA. Gießen 507 R.; 11. SA. 15/R. 116 Londorf 504 R.; 12. NSKK. 1/M. 147 502 R. (21 Mannschaften waren beteiligt.) Die besten Einzelschützen: 1. Lumme, Gießen; 2. Formhals, Allendorf; 3. Carl Mootz, Gießen je 33 Ringe; 4. Kurt Strack; 5. Fink; 6. Unteroff. Geck MGB. (mot.); 7. Feldw. Dietz MGB. (mot.), alle aus Gießen; 8. Keil, Gr.-Buseck; 9. Fleck, Gießen; 10. Keudel, Klein-Linden je 32 Ringe. MeinMWheiWl Vornan von Marlise Kölling. Urheberrechtsschutz: Verlag Oskar Meister, Werdau. und jetzigen hessischen Vertretung Oberfinanzrat Schäfer, der in L _ „ ist, bearbeitet wirtschaftliche Fragen, insbesondere Fragen der Auftraasbeschaffung für die hessische Industrie und das hessische Handwerk. Seine Erfahrungen, Beziehungen und Fachkenntnisse haben der hessischen Wirtschaft wertvolle Dienste geleistet. Oberfinanzrat Schäfer ist Mitglied des Hessen-Vereins in Berlin; er genießt in den Kreisen seiner Landsleute in Berlin großes Ansehen. sonders das Zusammentreffen mit dem Führer des Reichstreubundes und ftellvertr. Führer des Soldatenbundes, Oberpräsident Schwede (Koburg) hervor. Die Beschreibung des Ehrenmales vervollständigte seinen sehr interessanten Bericht. Die damit eingeleitete Aussprache regte zur Hergabe luftiger Erlebnisse während der Dienstzeit an. Der in der Zwischenzeit eingetroffene Führer der Infanterie-Kameradschaft, Kaufmann Röhr jr., sprach dann über die ersten Arbeiten in der Kameradschaft des neuen Soldatenbundes und über die Erfolge der Zufammenführung der alten 116er Kameraden feiner früheren Kompanie. Er regte zu gleicher Zusammenfassung der alten Kameraden der früheren Kompanien der 116er u. a. Regimenter an, damit durch die Aufzeichnung der Kriegserlebnisse und durch die Sammlung von Kriegserinnerungen wertvolles kriegsgeschichtliches Material gesichert wird. Der Führer der Vereinigung ehemal. 116er, Kamerad Bill, sprach sich im gleichen Sinne aus und sagte zu, daß auch er versuchen werde, in diesem Sinne zu arbeiten und der großen Sache und dem Vaterlande zu dienen. Nachdem Standortführer Oberfinanzrat Schäfer ist am 15. Juni d. I. 25 Jahre bei der früheren hessischen Gesandtschaft .......... ~ ' 1 igin Berlin tätig. Gießen geboren bitte ein Brief aus Köln. Dort lagerten immer noch die beschlagnahmten Bilder Hubert Zedlitz'. In all den Aufregungen hatte Benedikte sich um diese Dinge nicht kümmern können. Nun bekam sie plötzlich em Angebot von einem Kölner Kunsthändler. Eine Summe von zehntausend Mark wurde ihr für die Bilder Hubert Zedlitz' geboten. Zugleich fragte das altbekannte Kunstgeschäft an, ob noch weiterer künstlerischer Nachlaß vorhanden wäre. In diesem Fall würde sich ein Beauftragter der Firma in Oeoenshöe einfinden, um mit Benedikte, als der Erbin, über den Ankauf des gesamten Materials zu verhandeln. Dieser Brief war gerade eingetroffen, als Frau Agathe Zedlitz, duch die Sensation der jüngsten Ereignisse auf der Insel veranlaßt, nach Stralsund herübergekommen war. Benedikte hatte ihr gleich von ihrer Verlobung mit Jens Petersen geschrieben; Frau Agathe hatte heftig erwidert. Der Gedanke, daß eine Zedlitz einen einfachen Dorfschulmeister heiraten sollte, rief ihren gesamten Ahnenstolz auf den Plan. Energisch hatte sie von Benedikte verlangt, sofort zu ihr zu kommen. Benedikte hatte das mit dem Hinweis auf Jens Petersens Gesundheitszustand abgelehnt. Nun erschien Frau Agathe plötzlich in Benediktes gemietetem Zimmerchen. Benedikte war gerade für eine halbe Stunde fortgegangen, um ein paar notwendige Besorgungen zu erledigen. Sie fand ihre Mutter bei der Lektüre dieses Briefes aus Köln. Wenn Benedikte gehofft hatte, die Mutter durch Ruhe und gütiges Zureden zur Vernunft zu bringen, so sah sie sich getäuscht. Frau Agathe sprach ungehemmte Vorwürfe gegen Jens Petersen aus: "Hast du es nötig, dich auf dem Dorf zu vergraben?" fragte sie heftig. „Du könntest eine ganz andre Heirat machen, überhaupt jetzt, wo du zu Vermögen kommst. Ich habe diesen Brief gelesen. Sicherlich ist die ganze Hinterlassenschaft Onkel Huberts noch viel mehr wert. Du mußt den Verkauf in geschickte Hände legen, dann kannst du einen großen Erlös daraus erzielen. Und alles das willst du diesem Petersen zukommen lassen?" „Alles das, Mutter, und viel, viel mehr, mein Herz und mein Leben", sagte Benedikte mit einem Aufleuchten in den Augen. Aber als die Mutter Jens Petersen verdächtigte, es nur auf Benediktes Geld abgesehen zu haben da war es mit Benediktes Geduld und Ruhe vorbei. „Mutter, ich habe Jahre um Jahre alles von dir geouldig ertragen, weil du mir leid tatest, weil du b,C .veränderten Verhältnisse nicht schicken konntest, weil du immer glaubtest, von Geld, von äußerer Stellung und Reichtum hinge das Glück dieses Lebens ab. Aber wenn du Jens vor mir herabsetzen willst, dann darf ich dir nicht mehr zuhören." Frau Agathe war gegangen, ohne den Schwiegersohn gesehen zu haben. Sehr traurig kehrte Benedikte zu Jens Petersen zurück. Sie hatte ihm von der Ankunft der Mutter nichts gesagt, um ihn nicht vorher zu beunruhigen. Sie wollte erst sehen, was die Aussprache mit der Mutter ergeben würde. Aber vor Jens' forschenden Augen konnte sie nichts mehr verbergen. Die kleinste Unwahrheit ihm gegenüber war ihr unerträglich geworden. So berichtete sie ihm von dem Gespräch mit ihrer Mutter. Aber obwohl sie die schonendsten Worte wählte, Jens Petersen mit seiner feinen Seele führte alles heraus. Sehr traurig sagte er: „Daß ich der Grund zu einem Zerwürfnis zwischen dir und deiner Mutter sein soll, Liebstes, das ist für mich sehr schwer." Aber Benedikte schmiegte sich an ihn: „Du bist nicht der Grund, Jens. Zwischen Mutter und mir bestand schon lange nur eine ganz äußere Bindung. Don klein an war ich immer viel mehr das Kind meines Vaters. Es mußte wohl einmal zu einer Entscheidung kommen, früher oder später; wir können eben auf die Dauer nicht miteinander sein. Ich kann mir überhaupt nur vorstellen, bei einem einzigen Menschen zu sein, und den kennst du —" * Der Wind ging sausend über die abgemähten Felder, als oben in der kleinen Holzkirche von Oeoenshöe eine stille Hochzeit gefeiert wurde. Benedikte stand neben Jens Petersen am Altar. Fast bas ganze Dorf gab ihnen das Geleit an ihrem Ehrentage. Ein leiser Schmerz war in Benedikte, daß ihre Mutter nun wirklich fehlte. Sie hatte bis zum letzten Augenblick gehofft, die Mutter würde es doch nicht über sich bringen, ihr einziges Kind ohne den mütterlichen Segen zum Traualtar schreiten zu sehen. Aber Frau Agathe in ihrem verbohrten Eigensinn war nicht umzustimmen gewesen. Dafür war Onkel Friedrich erschienen. Gang überraschend war er heute mit dem Dampfer angekommen und in Benediktes Zimmer getreten. „Ach will nicht viele Worte machen, mein Kind, Du weißt, wie mir zumute ist. Aber ich glaube' ich handele auch im Sinne meines Jungen, wenn ich heute bei dir bin." So saß denn Onkel Friedrich mit dem Trauerflor am Arm, hager und eisgrau auf der ersten Bank Und hinter ihm drängten sich die Fischer und ihre Frauen, die Schüler Jens Petersens und alle. Sammeltag im Dienst derNächstenliebe Der Samstag und der Sonntag waren dem Sammelwerk für die karitativen Verbände (Rotes Kreuz, Innere Mission, Bahnhofmission) gewidmet, lieber« all auf den Straßen begegnete man den zahlreichen freiwilligen Helfern dieser Verbände. Es dauerte nicht lange, da war jeoermann mit einem, meist auch mit mehreren der Zeichen, die an diesen beiden Tagen verkauft wurden, geschmückt. Der Einsatz der Sammeltätigkeit begann sehr früh. Bereits am Samstag kurz nach 6 Uhr machten sich die ersten Mitglieder der Sanitätskolonne auf den Weg, um mit dem Sammelwerk gu beginnen. Der Samstag war der guten Sache günstig; das prächtige Wetter ließ viele Volksgenossen unterwegs sein. Weniger günstig war der Sonntag, der einen unerwünschten Witterungsumschwung brachte. Trotzdem war das Konzert, das vom Musikkorps des MG.-Batls. in der Anlage im Hindenburgwall gegeben wurde, sehr gut besucht. Mit Freude folgte man den ausgezeichneten musikalischen Darbietungen der Kapelle, die sich bereits mit diesem Konzert viele Sympathien erwarb. Leider beeinträchtigte ein heftiger Gewitterregen die schöne Veranstaltung. Wie wir heute morgen von der Freiwilligen Sanitätskolonne hören, ist das Ergebnis der beiden Sammeltage befriedigend. Kameradschastsabend des Michstrenbundes. Nach dem harmonisch verlaufenen Ausflug an die Edertalsperre hielt jetzt der Reichstreubund auch einen Kameradschaftsabend in Gemeinschaft mit den Kameradenfrauen ab, der wiederum gut besucht war. Der Standortführer, Kamerad Schwender, gab eine Reihe organisatorischer Bekanntmachungen zur Kenntnis und wies besonders auf die vorliegenden Stellenangebote für ausscheidende Kameraden des aktiven Dienstes hin. Mit besonderer Freude tonnte er feststellen, daß der unter der Obhut des Reichs- treubundes auch hier in Gießen gebildete Soldatenbund sich vielversprechend entwickelt. Führer der ersten Infanterie-Kameradschaft ist Leutnant Röhr jun., Geldoerwalter der Reichsbundkamerad Hirt. Von dem ersten, in der letzten Woche stattgefundenen Abend des Soldatenbundes kannte er einen erfolgreichen Auftakt berichten. Nach einer durch musikalische Darbietungen ausgefüllten Pause berichtete Kamerad L. Friedrich, der als ehemaliger Deckoffizier der Marine an den Einweihungsfeierlichkeiten in Laboe teilgenommen hat, über feine Reife und über das Marine-Ehrenmal. Einleitend sprach er über die englische Seestrategie während des Weltkrieges. Er machte daran den Erfolg des deutschen Sieges am Skagerrak klar. Sehr ausführlich berichtete er von der Ausfahrt zur Flottenparade und besprach besonders die moderne Technik bei den Flottenübungen, die auch für den Landsoldaten sehr interessant waren. Aus den persönlichen Erlebnissen des Redners ragte be- Wie sehr der Schützenverein e. D. Gießen mit seinen Bestrebungen der Pflege des Kleinkaliber- chießsportes im Volke auf dem rechten Wege ist, bewies erneut das große Volks-Preisschießen am letzten Sonntag. Obwohl der Tag nicht sehr verheißungsvoll anbrach, hatten sich bereits am Morgen zahlreiche auswärtige Schützen eingefunden, so daß sich ein sehr reges Schießen entwickelte. In erster Linie war wieder das Mannschaftsfchie- ßen mit der Wehrmannbüchse auf größere Entfernung gut besetzt. Zum ersten Male beteiligte sich hierbei auch eine Abteilung des neuen motorisierten Maschinengewehr-Bataillons. Am Kleinkaliber-Mannschaftsschleßen waren 21 Mannschaften gemeldet, deren Wettschießen sich eine geraume Zeit hinzog. Auch hierbei waren die schon bekannten Mannschaften der Gießener Umgebung anzutreffen, die in Gemeinschaft mit oem Gießener Schützenverein treue Anhänger des Schießsportes sind. , , ... Von den Vormittagsstunden bis m den fpaten Nachmittag hinein herrschte reges Leben auf allen Schießständen. Obwohl das Regenwetter nicht den Erwartungen für einen solchen Tag entsprach, zeigte es sich doch, daß diese Veranstaltung m weiten Volkskreisen Beachtung gefunden hatte; denn es waren nicht nur die alten Schützen und ehemaligen Soldaten, die man hier antraf, sondern auch viele Jugend, selbst aus der weiteren Umgebung, war gekommen, um ihre Künste zu erproben unb auch einmal erwartungsvoll vor der Zielscheibe zu stehen, die automatisch gleich die Anzahl der Ringe anzeigt. Am Nachmittag spielte eine Kapelle Krengel zum Tanz auf, der bei einem solchen Schützenfest nicht fehlen darf. Leider setzte zu früh am Nachmittag ein neuer anhaltender Regen em, der nicht nur die Leistungen an den Schießständen beeinträchtigte, sondern auch die Stimmung etwas drückte. Als mit der einbrechenden Dunkelheit das Schießen eingestellt werden mußte, hatten die Mitglieder des Schützenvereins eine ganz beträchtliche Arbeit im Dienste des Volkes geleistet. Mehr als 3000 Schuß waren abgegeben. Außer den etwa 30 Mannschaften waren die Schießstande unter dauernder Kontrolle gehalten. — Am Abend fand dann auf dem vollbesetzten Schützenhaus die preisverieilunq statt. Eine große Anzahl schöner und wertvoller Preise, die von dem Schützenverein und dessen Mitgliedern gestiftet worden waren, konnten zur Verteilung kommen. Auch die Stadt Gießen hatte wieder einige Preise zur Verfügung gestellt. Dereinsführer Gust. Frey stellte anschließend an feine Begrüßung die zunehmende Beteiligung von jung und alt in diesem Dolksschießen fest. Er betonte den Wert solcher Veranstaltung, bei denen die Schützenvereine, ren Ausbau gediehen. Rechnet man die bis wm nächsten Monat bezugsfähig werdenden Zweifamilien- Häuser in der unteren Fröbelstraße den obenerwähnten Bauten hinzu, so kann hier bis Jahresfrist mit einem Zugang von 50 Wohnungen gerechnet werden. „ , . , ** Glockenüberprufung der Jo h an - neskirche. Am heutigen Montag wird das Geläute der Johanneskirche durch die Firma Jt in cf e r in Sinn einer Revision unterzogen werden. Zu Die» fern Zwecke werden die Glocken ab und zu erklingen müssen. .... z ** D i e Erdbeermarkte unter den Markt- tauben haben wieder eingesetzt. Nach erst svärlich^n Anfall sind am heutigen Montag gana beträchtliche Mengen angefahren worden. Die Ober-Rosbacher sind nun wieder jeden Tag da. Die Spitzenpreise betrugen heute 55 Pfg. für die beste Qualität. Bei warmem Wetter dürfte eine reiche Erdbeerernte zu erwarten sein. ** Sonntags-Rückfahrkarten zum Reichsbahn-Turn- und Sportfest in H e r s f e l d. Zu dem am 20. und 21. Juni in Hers- fcld stattfindenden Reichsbahn-Turn- und Sportfest werden von der Fahrkartenausgabe Gießen Sonntagsrückfahrkarten nach Hersfeld mit folgender Geltungsdauer ausgegeben: Zur Hinfahrt vom 20. Juni 0 Uhr bis 21 Juni. Zur Rückfahrt vom 20. Juni bis 22. Juni, 12 Uhr (spätester Antritt der Rückfahrt). ♦* Auszeichnung von Kriegspferden. Die Fachschaft „Tierschutz" im Landschaftsbund Volkstum und Heimat hat den Auftrag erhalten, die in Gießen noch vorhandenen Kriegspferde auszu- zeichnen. Die Feierlichkeit findet am Sonntag, 21. Juni, 11.30 Uhr, in der Univerfitätsreitbahn am Brandplatz statt. ** Schlägerei. In der Nacht vom Samstag zum Sonntag kam es im hiesigen Bahnhof zwischen einigen Männern zu einer Schlägerei, in deren Verlauf ein 30jähriger Arbeiter namens Albert Gath schwer verletzt wurde. Er erhielt mit einem Bierglas einen Schlag auf den Kopf und mußte mit Gehirnerschütterung und schweren Kopfverletzungen in die Chirurgische Klinik gebracht werden. Die polizeilichen Ermittlungen sind im Gange. ** Ausbruch der Rotlaufseuche. Dis Polizeidirektion Gießen teilt mit: In dem Schweinebestand des Heinrich Neuling in Gießen, Asterweg 65, ist Schweinerotlauf festgestellt worden. Gehöftsperre ist angeordnet. Don schwerem Verdacht befreit. LPD. Wetzlar, 12. Juni. Unter dem Verdacht des Mordes an einer polnischen Landarbeiterin, die am 6. April 1923 bei der Altenberger Schleuse tot aus der Lahn geborgen worden war, wurden am 29. November v. I. "bet 46 Jahre alte Karl Befort in Wetzlar und der 41 Jahre alte Johannes Ermentraut von Kloster Altenberg von der Wetzlarer Kriminalpolizei in Untersuchungshaft genommen. Die Verhaftung erfolgte auf Grund einer Anzeige der Tochter des Karl Befort, die ihren Vater ausdrücklich des Mordes bezichtigte. Als Zeugin hatte sie ihre Mutter angegeben, die mit Befort in Scheidung lebt. Auch Frau Befort hatte die Angaben ihrer Tochter bestätigt und bemerkt, daß ihr Mann in der Nacht, als die Polin verschwand, abend um 7 Uhr aus seiner Wohnung fortgegangen und erst am andern Morgen um 5 Uhr wiedergekommen sei. An der Leiche der Polin waren Spuren eines Verbrechens nach § 218 festgestellt worden. Frau Befort hatte weiter erklärt, daß ihr Mann Instrumente für den verbotenen Eingriff mitgenommen habe. Durch Beschluß der Strafkammer beim Landgericht Limburg sind Befort und Ermentraut außer Verfolgung gesetzt und am 29. Mai aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Kreis IDehiar CD Wißmar, 15. Juni. Am Sonntag begingen die Eheleute Landwirt Georg Todt und Frau Margarethe, geborene Stroh (Hausnummer 106), das Fest der goldenen Hochzeit. Der Jubilar steht im 75. und die Jubilarin im 70. Lebensjahr. Beide erfreuen sich noch bester Gesundheit. Georg Todt gehörte lange Jahre der Verwaltung, zuletzt als Direktor, der Spar- und Darlehenskasse an. alle, mit denen Jens und auch Benedikte verwachsen waren. Die alte Orgel, von Kantor Mathes gespielt, klang feierlich durch den Raum, die goldene Dorherbst- sonne schien durch die bunten Altarfenster, und draußen rauschte sanft und gleichmäßig in erhabener Majestät das Meer. Benedikte stand mit Jens Petersen vor dem Altar. Sie mußte an jenen ersten Tag hier in dem kleinen alten Gotteshause denken. Welch ein Weg von damals bis heute, welch ein Schicksal, welche Fügung! — Wieviel Irrwege waren sie gegangen — wieviel Schweres hatte sich aufgetürmt. Aber nun war alles gut. Wie sie jetzt nebeneinander standen, so würden sie weiter nebeneinander sein in guten und bösen Tagen. Und der Boden der Heimat, er würde der sichere Grund ihres irdischen Lebens sein, wie die göttliche Macht über ihnen der Grund ihrer vertrauenden Zuversicht. Als die Kirchentüren sich öffneten, schritten sie hinaus vor dem Zuge der andern — über die Wiesen her grüßte das Schulmeisterhaus und daneben winkte das trauliche Häuschen „Endlich allein"^ Aber nun sollte es einen anderen Namen bekommen. „Uns' Hüsung", wollten sie es taufen. Malte Schluck, der Maler, hatte den neuen Namen auf ein blaues Schild so recht bunt und luftig aufgemalt Und als Jens und Benedikte mit dem Hochzeitszuge auf dem Wege zum Krug, wo man fröhlich feiern wollte, an ihrem Hause vorüberkamen, da grüßte sie das neue Schild schon mit seinen fröhlichen Lettern, umspielt von gemalten Herzen und bunten Bauernblumen. „Uns' Hüsun.g", sagte Jens Petersen leise zu Benedikte, „ob Onkel Hubert uns böse fein würde, daß wir sein Haus umgetauft haben?" Benedikte schüttelte den Kopf: „Nein, Jens, das glaube ich nicht. Wenn er für sich auch durch schwere Erfahrungen menschenscheu geworden sein mochte, im Grunde war doch Glauben in ihm und Vertrauen. Sonst wäre er nicht in die Heimat zurückgekehrt — und sonst hätte er nicht gerade darauf bestanden, daß ich hier eine Heimat finden sollte. Freilich, wie tief mir dies alles Heimat werden sollte, das hat auch er nicht geahnt. Er wußte ja nicht, daß es nicht nur mein Stückchen Erde werden würde, sondern das Stückchen Erde für dich und mich!" Während aus dem „Krug" schon die Willkommensmusik scholl, während der geordnete Zug schon gelockerter vorwärts drängte, hielten sie beide eine» Augenblick still. Im Wehen des herben Windes, im Rauschen bei Meeres, im Schlag ihrer beider Herzen tönte eint heilige, eine starke Melodie: Heimat! SJt.-tfport Deutschland trifft nun im Europa-Schlußspiel auf den Sieger der Begegnung Oesterreich — 3ugo* bitte cer- Auf dem Waldsportplah des VfT.-R. Gießen. MM ^nfinenial-Reifen reit Verdacht i Land, i her AI« rgen wor. v. I. ter : unb bet von Ä(o« inalpolizei terhaftüng achter bes icklich des ihre Mut- bung lebt hrer Toch- nn in bet um 7 Uhr ) erst am mmen (ei. iren eines ben. Frau in Änstru- genommen i Lanbge- aut außer ber Unter- g begingen unb Frau mer 106), )er Jubilar Lebensjahr, leit. Georg mg, zuletzt iffe an. Oie Jubiläumsfeier des Turn- und Gesangvereins Lollar . Den meisten Menschen geht es so Sie finden's schöner anderswo! ln’ ni*. “‘Mt. ■ ‘‘"«er bU bie. u erklin. L^artt, Kein Etliche ,°bb°cher ^preise ltat. Lij ernte 3U , r8unt V\\ in Hers. Sportfest nConn. wer (Sei, 20. Juni 9uni bis lahrt). (erben. lQftsbunb alten, bie !.auszu. Tonntag. bahn am Samstag Lahnhof fierei, in namens W mit topf unb ■en Kopf. gebracht Unb im ch e. Sie vchweine» en, After, tben. Ze. sachkundigen Leitung des Sportlehrers Fischer noch größere Leistungen zu erzielen. Er gewann die 100 Meter in 11,7 Sek. und den Weitsprung mit 6,45 Meter. Neben ihm verdient Schleenbecker vom Turnverein Ruttershausen besondere Beachtung. Besondere Beachtung deshalb, weil diesem Jungen keine guten Platzanlagen und kein erfahrener Trainer zur Verfügung stehen. Seine Leistungen im Hoch- sprung (1,64 Meter) und im Speerwerfen (48,51 Meter) sind so gut, daß man sich seinen Namen für die kommende Zeit merken muß. Auch Rinn vom Spv. Heuchelheim kann über 1500 Meter noch bessere Zeiten erzielen. — In der B-Klasse waren die Ergebnisse ebenfalls befriedigend. Erfreulich ist, daß wir auch hier einige Jungens gefunden haben, die bei richtigem Training zu größeren Leistungen gesteigert werden können. In der Mittelstrecke über 800 Meter erreichten Rinn vom Tv. Heuchelheim, Ortwein von der Spieloereinigung 1900 und Vogel vom Tv. Alten-Buseck ansprechende Zeiten. Wohl als die beste Leistung des Tages und damit der Jugendmeisterschaften überhaupt, ist das Kugelstoßen von Goß, von der Spieloereinigung 1900 zu nennen. In auffallend gleichmäßiger Form stieß er und erreichte schließlich 14,65 Meter. Außerdem gewann er noch die 100 Meter in der guten Zeit von 11,7 Sek. In den beiden jüngsten Klassen und in den Mädchenklassen waren die Läufe und der Weitsprung recht gut, während in den technischen Hebungen noch erhebliche Verbesserungen eintreten müssen. Am Nachmittag sollten, wie angekündigt war, die Meisterschaften für die Männer und die Frauen zum Austrag kommen. Infolge der schlechten Platzverhältnisse aber entschlossen sich die Vertreter des Kreissachamtes zur Absage dieser Kämpfe. Der seit kurzer Zeit mit der Führung im R. f. L. beauftragte Kreisführer, Herr Dr. Schäfer hatte die Gelegenheit benutzt, dieser wichtigen Deranstal- tung beizuwohnen. Etwa gegen 14 Uhr nahm die Veranstaltung ihr Ende. Gpielvereinigung 1900 Gießen. Spv. Wehlar Liga — 1900 Liga 3:0. Unter dem Eindruck der 8:2-Nied'erlage, die die Blau-Weißen bei dem Verbandsspiel erlitten, war es nicht die beste Zuversicht, mit der die Elf nach Wetzlar fuhr. Hinzu kam, daß Wetzlar, nach den letzten Resultaten zu urteilen, in beachtlicher Form sein mußte, was man von den Blau-Weihen nicht gerade behaupten konnte. Dies zeigte sich dann auch während des Spiels, daß Wetzlar in spielerischer Hinsicht Fortschritte gemacht hat. Das frühere wuchtige Spiel ist noch vorhanden, es haben sich aber verschiedene technisch und taktische Eigenschaften eingebürgert, die sich sehr vorteilhaft auswirken. Sehr augenscheinlich war z. B. das Dreiverteidigerspiel. Die Außenläufer, denen hierdurch eine andere Aufgabe zukommt, fanden sich gut damit ab und der Sturm, der von dem zurückhängenden Mitttelstür- mer Wohlgemuth in Tätigkeit gesetzt wurde, besaß auch mit vier Mann genügend Gefährlichkeit. Die Blau-Weißen dagegen zeigten ein völlig zerfahrenes Spiel. Besonders der Sturm war in einer Verfassung, mit der bei der stabilen Hintermannschaft nicht auszukommen war. Dadurch trat eine Heber- lastung der eigenen Hintermannschaft ein. Die Außenläufer verloren hierdurch bald den Atem, so daß die Hauptlast wieder auf Zeiler und Lippert ruhte. Der Spielverlauf begann sofort in schnellen Zügen. Die Angriffe der Blau-Weißen, ziemlich durchsichtig angelegt, werden meist vor dem Strafraum abgewehrt. Die Vorstöße der Wetzlarer waren i weit gefährlicher und so blieb es nicht aus, daß sie . bald die Führung übernahmen. Einen Schuß von . Blech konnte Lippert im Spreizschritt noch erreichen. Der Ball sprang Wohlgemuth vor die Füße und der ließ die Gelegenheit nicht ungenutzt. Eine Viertelstunde später kam Wetzlar auf glückliche Art zum zweiten Treffer. Eine verkorkste Flanke des Linksaußen schien sich hinter das Tor zu neigen, sprang jedoch an die Innenseite des Pfostens und von da "man f* fßenn ich W: dies * md) „,(ln di-K 50* ygS Puncec überraschend mit 4:6, 6:3, 6:4, 4:6, 6:2 und errangen damit den ersten Punkt für Oesterreich. Msilein wieder Bester der Tennislehrer In Bad Ems ging die Meisterschaft der Tennislehrer zu Ende. Wie nicht anders zu erwarten war, zeigte sich Nüßlein seinen Gegnern klar überleaen. Seinen letzten Kampf gewann er gegen den Düsseldorfer Eppler 6:0, 6:2. Mesferschmidt erkämpfte sich durch einen 6:1-, 6:3-Sieg über Benz den zweiten Platz. Dritter wurde Eppler, gegen den Benz ebenfalls mit 4:6, 3:6 verlor. Ein großartiges Endspiel gab es im Doppel. Nühlein-Dickhoff gegen Eppltzr- Benz gewannen 6:4, &6, 4:6, 6:3, 6:2. „Opel" siegt in Schlesien. Wichtigstes Ereignis im Radsport war der Straßenpreis von Schlesien. Bei den Amateuren siegte H u p f e l d (Dortmund) vor E i ch h o r st, S ch e l - l e r und Krückl und bei den Berufsfahrern gewann die Opel-Mannschaft das Mannschaftsrennen über 100 Kilometer vor Phänomen, Diamant und Adler. Gchlnßrunden-^ußball um den Tschammer-Osten-Polal. Viktoria Berlin — Wacker Leipzig (Sa.) 2:1; v. d. Goltz Tilsit — Hindenburg Allenstein verlegt; Hertha BSC. — Tbd. Eimsbüttel 3:2; Beuthen 09 — Minerva 93 Berlin 3:2; Preuß.-Langenbielau — VR. Gleiwitz; Cherusker Görlitz — Berliner SV. 92 1:2; BC. Hartha — Wacker Halle 8:0; VfB. Leipzig — 1. SV. Jena 5.0; Altona 93 — Wacker 04 Berlin 3:5; Viktoria Hamburg — Dessau 05 6:1; Holstein Kiel — Polizei Lübeck 1:2; SpVgg. Röhlinghausen — Arminia Bielefeld 2:1; VfB. Ruhrort — FC. Schalke 04 2:5; Fortuna Düsseldorf — SV. Klafeld ausgefallen; VfL. Benrath — Rheydter SpV. 7:0; Viktoria Stolp — Preußen Danzig verlegt. Weltrekord von Ragnhild Hveger. ins Netz. Nach der Pause schien eine Hmstellung bei den Blau-Weißen Erfolg zu versprechen. Die Aktionen des Sturmes wurden durchdachter, wodurch die Hintermannschaft der Platzbesitzer etwas mehr in Tätigkeit gesetzt wurde. Ein Durchbruch von Jäger wird von Krükau unfair gestoppt. Der Strafstoß hierfür blieb jedoch aus. Bei einem Gedränge vor 1900s Tor rutschte der Ball durch Schomberts Beine hinter die Linie. Diesen Erfolg erkannte der Schiri nicht an. Wenig später gelingt es den Gastgebern trotzdem den Vorsprung zu erhöhen. Eine Flanke von Blech dreht der Halbrechte mit dem Kopf in das rechte obere Dreieck. Bei etwas Aufmerksamkeit konnte Garth dies verhindern. Bei Wetzlar war kein Versager festzustellen. Bei 19ÜÖ konnte nur die Hintermannschaft befriedigen. Schombert, der das Tor vertretungsweise hütete, trifft keine Schuld an den Toren. 1900 AH. — Bad-Nauheim AH. 1:2. Die mit nur 10 Mann antretenden Blau-Weißen mußten diesmal den Gästen den Vortritt überlasten. Gießener Ringersieg gegen Friedberg. Bei mäßigem Besuch fand am vergangenen Samstag ein Freundschaftskampf im Ringen zwischen dem 1. Kraft- und Sportklub 1893 und dem Stemm- und Ringklub Friedberg statt. Nach harten Kämpfen konnte die einheimische Mannschaft einen schönen Sieg über die kampfstarken Friedberger erringen. Leider war der Friedberger Schwerge- wichtler verhindert, so daß diese Klasse ausfiel. Vor dem Mannschaftskampf wurden zunächst einige Jugendkämpfe ausgetragen, die beim Publikum einen guten Eindruck hinterließen. Die Ergebnisse lauten hier: Dreßler besiegt E. Becker in 6 Ttinu- ten, Frank besiegt Hatz, Kornmann legt Schnelle in 5 Minuten auf die Schultern. Die Ergebnisse des INannschaftskampfes. Bantamgewicht: Der vielversprechende Gießener Knaupp ist gegen Heeb (Friedberg) dauernd im Angriff und siegt nach 5V- Minuten durch Hüftschwung. 3:0 für Gießen! Federgewicht: Funk hat in Nees (Friedberg) einen achtbaren Gegner, doch der überlegenen Ringweise von Funk kann der Friedberger nur zwei Minuten standhalten um dann durch Doppel- Es ist allzu schade, daß sich in Gießen zu derartigen Veranstaltungen nur wenige sportlich begeisterte Zuschauer einfinden. Alle Jugendlichen waren mit großem Ernst und dem nötigen Eifer bei der Sache. Mit Ausnahme der technischen Konkurrenzen waren bei den kurzen Laufstrecken infolge der großen Teilnehmerzahl Vor- und Zwischenläufe nötig. Schon in diesen wurde von allen heiß um den Platz gekämpft, der die Teilnahme am Entscheidungslauf ermöglicht. In den Wurf- und Stoß Übungen wurden inzwischen die Entscheidungen ausgetragen. Es war ein erfreuliches Bild, diese Jugend beim Kampf zu beobachten. Der plötzlich einsetzende Gewitterregen machte der allgemeinen Freude ein baldiges Ende. Das Dereins- haus war nicht groß genug, all den Schutzsuchenden ein Dach zu geben. Fast eine Stunde lang mußten die Wettkämpfe unterbrochen werden, und als dann die Sonne wieder ein Fortsetzen der Veranstaltung gestattete, war der größte Teil der Platzanlage in kleine Seen verwandelt. Gerade die Zielgerade, die gleichzeitig auch die 100-Meter-Bahn bildet, war derart unter Wasser gesetzt, daß die 50- und 100- Meter-Läufe auf der gegenüberliegenden Bahn fortgesetzt werden mußten. Die Sprunggruben waren überhaupt unbenutzbar. Außer den Staffeln wurden sämtliche Konkurrenzen zur Durchführung gebracht. Durchweg gute Ergebnisse. In der Jugendklasse A waren die Ergebnisse durchweg gut Einige gute Leistungen sind besonders heroorzuheben. Der Jugendliche Kley vom DfB.-R. ist sehr veranlagt und verspricht unter der Das Kreiswertungssingen. Tausend Sänger und Sängerinnen hielten gestern in das festlich geschmückte Lollar ihren Einzug zu einem Wertungssingen der Gruppe III des Sängerkreises Gießen, Gau XII. Bald hörte man in jedem Lokal Lieder erklingen, die letzten Proben vor der Wertung. Als Wertungsrichter war H. Samper aus Darmstadt gewonnen. Im Saale der Gastwirtschaft „Zur Linde" fand das Wertungssingen statt. Hieran haben folgende Vereine teilgenommen: Turn- und Gesangverein Lollar (Chorleiter: Jul. Eberle), Gesangverein „Liederkranz" Climbach (Karl Sommer* lad), Männergesangverein Salzböden (E. Schön), Gesangverein „Liederkranz" Odenhausen (Hch. Velten), Gesangverein „Germania" Wißmar (W. Bittendorf), Sängervereinigung Alten-Buseck (Ludwig Schreiner), Gesangverein „Eintracht" Wieseck (Fritz Leib), Gesangverein „Sängerkranz" Bersrod (Karl Volk), Quartettverein „Frohsinn" Gießen (Fritz Leib), Gesangverein „Liedertafel" Launsbach (I. Schröder), Gesangverein Ruttershausen (Konrad Nicolai), Sängeroereinigung 1925 Wieseck (Philipp Groß), Gesangverein Staufenberg (Gg. Burger), Gesangverein „Liederkranz" Gießen (Alb. Kasten), Gesangverein Mainzlar (Gg. Burger), Gesangverein Daubringen (Ludwig Schreiner), Gesangverein „Germania" Großen-Buseck (Alb. Kasten), Gesangverein „Teutonia" Heuchelheim (Otto Bender), Gesangverein „Liederkranz" Treis a. d. Lda. (Konrad Nicolai), Gesangverein „Liederkranz" Heuchelheim (Wigand Gernhardt), Gesangverein „Germania" Heuchelheim (Ludwig Schreiner), Sängervereinigung Lollar (Heinrich Meyer). Zu gleicher Zeit feierte auch der letztgenannte Verein sein 60jähriges Bestehen. Aus diesem Anlaß wurden dem Verein viele Ehrungen seitens der Provinz- und Gauführung zuteil. Das Wertungsingen nahm etwa 4'/- Stunden in Anspruch. Es wurde durchschnittlich Gutes geleistet. Anschließend fand vor dem Schulhaus eine öffentliche Kundgebung statt, zu der sich die Bevölkerung in großer Anzahl eingefunden hatte. Nach dem Deutschen Sängergruß brachten die Sänger unter der Stabführung des Musiklehrers K a st e n (Gießen) den Massenchor „Für Deutschland" („Es ziehen die Standarten") zu Gehör. Bürgermeister Böhm begrüßte die Sängerschaft im Namen der Gemeinde und der politischen Leitung und wünschte dem Feste einen froben Verlauf. Anschließend sprach der Führer des Sängerkreises Karl Müller-Dieben und führte unter anderem folgendes aus: Liebe Sangesbrüder und Sangesfreunde! Ein Jahr ernster Arbeit liegt nun wieder hinter uns und Sie haben sich heute wieder einer Kritik ihrer Arbeit unterzogen. Diese Wertungssingen sollen dazu beitragen, noch bestehende Mängel auszumerzen zum Besten unseres deutschen Liedes. Mit großer Freude kann ich feststellen, daß die Gesangvereine mit allem Ernst an die Lösung ihrer hohen nationalen Aufgabe, der Pflege des deutschen Liedes, herangegangen sind, und erfolgreich waren. Den deutschen Mannergesang zu pflegen, ber alle singenden Volksgenossen in Stadt und Land einander näherbringt und formt Volkstumsarbeit leistet, das soll die hohe Aufgabe der Männergesangvereine sein, habet wollen wir uns stets bewußt sein, daß wir als Pfleger und Hüter dieses wertvollsten Kulturgutes eine große Verantwortung übernommen haben. Wenn wir uns heute zu einer öffentlichen Kundgebung hier Lollar, lö-Juni. Der Turn- und Gesangver- ein Lollar feierte gestern und vorgestern das Fest seines 75jährigen Bestehens. Es wurde am Samstagabend mit einem Kommers auf dem Festplatze in „Nuhns Garten" eröffnet. Als Auftakt brachte die Kapelle Lynker dem Jubelverein ein Ständchen. Dann wurden die Ortsvereine in ihren Vereinslotalen abgeholt unb~ zum Festplatze gebracht. Nach einem Marsch eröffnete der festgebende Verein die Jubiläumsfeier, wobei der Dereinsführer K r e h b i e h l herzliche Worte der Begrüßung sprach. Sangesbruder Lenhard aus Merkenbach überbrachte Grüße und Glückwünsche seines Vereins sowie des Sängerkreises X und sprach beher- zigenswerte Worte über die Bedeutung des Gesanges. Darbietungen der Ortsvereine schlossen sich an. Die „Sängervereinigung Lollar" sowie oer „Turn- und Gesangverein" selber brachten Lieder zum Vortrag, der Turnverein zeigte exakt ausgeführte Keulenübungen der Frauenriege, eine Gruppe BDM.-Mädchen schone Volkstänze. Dazwischen ließ die Kapelle Lynker ihre Weisen erschallen, und bald entwickelte sich auf dem Festplatze ein fröhliches Treiben, zumal auch das Wetter sehr schon war und das beste für den Sonntag erwarten ließ. Leider sollte man aber eine schwere Enttäuschung erleben. Im strahlenden Sonnenschein brach zwar der Sonntag an. Die Klänge ber Musik weckten bie Schläfer aus ihrem zum Teil recht kurzen Schlummer, und bald sah man auf allen Wegen, zu Fuß, per Rad, Auto und Bahn die Sänger des Kreises Gießen unserem Orte zustreben. Um 8 Uhr begann das Wertungssingen im Gasthaus „Zur Linde". Hatte es schon am Vormittag mit Unterbrechungen geregnet, so setzte am Nachmittag ein kräftiger, alles durchweichender Regen ein. Mit geringer Verspätung bewegte sich der Festzug durch den Ort. Auf dem Festplatze angekommen, vollzog sich hier der Festakt, der leider durch ben Regen stark beeinträchtigt würbe. Ein Begrüßungschor des Jubelverein leitete biefen ein. Dann überbrachte im Namen des Gauführers Wenbler Berufsschullehrer Geng- nagel (Grünberg) die Glückwünsche des Gauvorstandes und überreichte eine Ehrenurkunde des Deutschen Sängerbundes, die der Dereinsführer Krehbiehl mit Worten des Dankes und dem Gelöbnis, der Sängersache auch fernerhin treu zu dienen, entgegennahm. Des schlechten Wetters wegen mußte leider das Singen der Gastvereine ausfallen. Die Sänger und besonders die Jugend liehen sich die Laune aber nicht verderben. Bei Tanz und Gesang entwickelte sich bald ein fröhliches Festtreiben und eine gute Stimmung, die die Sänger noch dis tief in die Nacht zusammenhielt. Ernennungen im ORL. Nach der Vollendung der organisatorischen Aufgaben des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen und nach Errichtung des Reichsfportamtes durch den Führer und Reichskanzler ernannte der Reichssportführer im Zuge der Neuverteilung der Dienstgeschäfte Graf von der Schulenburg zu seinem persönlichen Referenten und zum Gau- führer des Gaues Ausland im DRL. Zur Wahrung der Einheitlichkeit der Geschäftsführung und organisatorischen Grundsätze wurde ein Generalreferat geschaffen und mit der Leitung Guido von Mengden beauftragt. Zum Leiter ber Presse- und Propaganda-Abteilung wurde Gärtner ernannt. Weltrekord Gisela Mauermayers. 47,99 Meter im Diskuswerfen. Bei den Leichtathletikmeisterschaften des Gaues Oberbayern in München gab es wieder ausgezeichnete Leistungen unserer Frauen. G. Mauermayer verbesserte den von ihr am 28. 8. 1935 ausgestellten Rekord im Diskuswerfen von 47,12 auf 47,99 Meter. Auch Frl. G o l i u s wartete mit einer ausgezeichneten Leistung auf, indem sie im Speerwerfen mit 45,22 Meter einen neuen deutschen Rekord aufstellte. Reuer deutscher Rekord im Weitsprung. 7.81 Meter weit sprang der Leipziger Song bei den Leichtathletik-Kreismeisterschaften von Leipzig und stellte damit einen neuen deutschen Rekord auf, der gleichzeitig als Europarekord anzusprechen ift Klarer Tennis-Sieg gegen Irland. Deutschlands Tennisspieler haben bereits am Samstag den Davispokalkampf gegen Irland gewonnen. Im Doppel siegten am Samstag Cramm- Henkel mit 6:0, 6:1, 6:4 über Rogers-McDeagh, so daß der Kampf 3:0 stand und bereits entschieden war. Am letzten Tage besiegte Heinrich Henkel den Iren Littleton Rogers mit 6:2, 6:0, 6:0 und Gottfried von Cramm blieb gegen McVeagh mit 6:2, 6:3, 6:1 erfolgreich. versammelt haben, dann gilt es uns darum, Zeugnis abzulegen für den Ernst, mit dem wir der Sache unb dem deutschen Liede dienen. Es gilt uns aber auch darum, das Interesse der breiten Öffentlichkeit zu erwecken unb sie alle zu bitten, soweit sie noch abseits stehen, ganz besonders aber die Jugend, einzutreten in unsere Reihen und mitzuhelfen, das leutsche Lied zu pflegen und zu fördern und es dem Volke zu erhalten. Singt ein Volk, bann geht es aufwärts mit ihm urtb ich freue mich, bie Feststellung machen zu können, daß in ben Vereinen in bie« em Jahre ein Aufschwung zu verzeichnen war. Wir wollen uns immer roieber für bas deutsche Lied, dem tiefsten und schönsten Ausdruck deutschen Wesens unb beutschen Gemüts, zusammenfinben, um mitzuhelfen an bem Wieberaufbau unseres beutschen Vaterlandes. Sodann ergriff ber Gangesbruder Gengnagel das Wort unb übermittelte die besten Grüße des Gaues und ber Provinz. Im weiteren Verlauf seiner Ansprache führte er etwa folgendes aus: Früher in ben alten Bünden waren wir auf Wettstreiten, heute find diese weggefallen und wir haben uns ernster Schulungsarbeit, bem Wertungssingen, zugewandt. Es gilt hierbei nicht einen Hnterschied Wie wir bereits in unserer Vorschau berichteten, versprachen die eingegangenen Meldungen zu diesen Meisterschaften im Jahre 1936 dieser Veranstaltung einen würdigen sportlichen Erfolg zu geben. Die Erwartungen, die die verantwortlichen Stellen in diese Jugendmeisterschaften gesetzt hatten, wurden bann auch sowohl zahlenmäßig in ber Beteiligung als auch leistungsmähig in ben vielen Konkurrenzen voll erfüllt. Als nach zahlreichen Regentagen südlich einmal am Sonntag früh die Hoffnung auf einen schönen Sonnentag gewagt werden durfte, hatten sich auf bem im tiefen Grün ber Bäume liegenden Waldsportplatz etwa 300 Jungens unb Mädchen eingefunben, um in ehrlichem Wettstreit um ben Meistertitel ober wenigstens einen guten Platz zu kämpfen. Nach ber Alaggenhissung, zu ber sämtliche Wettkämpfer angetreten waren wies der Kreisfachamtsleiter für Leichtathletik auf den Wert dieser Meisterschaften hin und bat darum, daß sich jeder einzelne mit seiner ganzen Kraft sur die edle Leibesübung und damit für das Wohl unseres Vaterlandes einsetzen möge. Zum austrag tarnen die Meisterschaften für die männlichen Jugendklassen A Jahrgang 1918/19, B, Jahrgang 1920/21; C, Jahrgang 1922/23; und D, Jahrgang 1924 und jünger, und für die weiblichen Jugendklassen A, Jahrgang 1920/21, unb B, Jahrgang 1922 und jünger. Gleichzeitig wurde an fünf verschiedenen Geräten mit ben Kämpfen begonnen. Den wenigen Zuschauern bot sich bald ein buntes Bild. __________________ von gut und schlecht festzustellen, sondern es gilt bei diesen Wertungssingen einmal sestzustellen, wie weit bie Arbeit eines Jahres gediehen ist, und weiterhin den Chorleitern unb Sängern Richtlinien für ihre fernere Weiterarbeit mit auf den Weg zu geben. Ich weiß, jeder einzelne Sänger leistet innerhalb seines Vereins nach bester Kraft. Hafer Lied steht im Dienste bes Volkes unb ber Weg zu wahrem Volkstum führt über das deustche Lieb. In ihm verkörpert sich die Seele des deutschen Menschen. Durch das zeitgenössische Lied schlagen wir die Brücke von jung zu alt. Jung und alt gehören im Liede zusammen. Für bie kämpferische Zeit haben wir die Kampflieder, für den Marsch und für die Straße unb als Chorgemeinschaft haben wir bas chorfähige Lieb zu pflegen. Singt bie Lieber ber Jugend, und die Jugend werden wir gewinnen unb sie einst in unseren Reihen sehen! Nachdem ber Redner des Führers gedachte unb das Deutschland- und Horst-Wessel-Lied gesungen waren, erklang der Massenchor: „Wach auf, du deutsches Land". Nach der Mittagspause stellten sich die Sänger zum Festzug auf, während sich die Chorleiter im Saale des Gasthauses „Zum Schwanen" $ur mündlichen Kritik durch den Wertungsrichter versammelten. H. Samper sprach sich allgemein sehr lobend über die Leistungen der einzelnen Vereine aus, und betonte hauptsächlich die beim Sieb- Vortrag herrschende gute Aussprache. Bei eingehender Besprechung der Chöre konnten die Dirigenten Wertvolles für ihre künftige Weiterarbeit mit auf den Weg nehmen. vielt, klang Dorherbst' enster, unb äiq in erstand nut te an jenen Aotteshauie bis heute, _ wieviel । war alles |o würden unb basen würde ott in, wie w . ihrer » schritten s'« i'erdieD" ,nd daneben ich allem- men bekow' S. Hainen am Nach längerer Dorbereitungszeit wurden Dänemarks Schwimmer und Schwimmerinnen in Kopenhagen einer weiteren Olympiaprüfuna unterzogen. Dänemarks große Olympiahoffnung R. H v e g e r ueu t w ö -».,........ .v_a_ gewann dabei die 500 Meter Kraul in der neuen flawien, die nach dem am Sonntag in Wien aus- Weltrekordzeit von 6:45,7 und unterbot damit die gespielten Doppel '2:1 für bie Jugoslawen steht, von der Holländerin den Ouden mit 6:48,4 auf- Metaxa-Graf Bawarowski schlugen Kukuljevic-! gestellte Bestleistung. nackenhebel auf die Schultern zu kommen. 6:0 für Gießen Leichtgewicht: In Staab-Friedberg und Klotz-Gießen treffen sich zwei alte Bekannte. Staab kann zunächst durch Armzug eine Wertung erzielen, die aber Klotz durch Ueberstürzer wieder aufholt. Zum Schluß ist Klotz stark im Angriff. Ergebnis: unentschieden. 7:1 für Gießen. Weltergewicht: Der Nachwuchsringer R. Becker hat in dem Friedberger Hofes einen äußerst starken Gegner. Becker greift jedoch beherzt an und schafft schöne Momente. Bei Ausführung eines Schleudergriffes kommt Becker in eine gefährliche Lage, di^ der Friedberger geschickt zum Siege ausnutzt. 7:4 für Gießen Mittelgewicht: Der nun wieder für Gießen startende Gefreite Vetter liefert mit Gröninger (Friedberg) einen prachtvollen Kampf. Detter ist stark überlegen, jedoch geht der Friedberger dauernd außer der Matte. Vetter erringt dadurch nur einen hohen Punktsieg. 9:4 für Gießen Halbschwergewicht: Walter (Gießen) versucht dauernd durch Angriff seinem schweren Gegner beizukommen, der Friedberger ist aber auf der Hut und überrascht durch einen schnellen Armzug, der ihm auch den Sieg bringt. Sieger Wagner- Friedberg in 4 Minuten. Das Gesamtergebnis lautete 9:7 für Gießen. Mainzer Ruderregatta. Die Mainzer Regatta hatte am ersten Tage bei schönstem Wetter ausgesprochenen sportlichen und Publikumserfolg zu verzeichnen. Es gab eine Reihe von Ueberrafchungen, so die Niederlage des Berliner Zellen-Achters gegen Wiking Berlin im Ersten Achter. Den Großen Einer gewann Pirch von der Skullerzelle Berlin vor Krakau und Westhoff, die Berliner Zelle gewann auch den Zweier mit Steuermann. Würzburg ließ sich in der alten Besetzung den Vierer ohne Steuermann nicht nehmen und im Vierer mit Steuermann blieb die neu zusammengestellte Renngemeinschaft Mannheim-Ludwigshafen siegreich. Auch am Sonntag, der leider der Veranstaltung nur Regen brachte, gab es spannende Kämpfe. Tausende von Zuschauern harrten trotz des schlechten Wetters bis zum Schluß der Regatta aus. Im Großherzog-Vierer siegte die Renngemeinschaft Mannheim-Ludwigshafen vor der Ruderzelle Würzburg und dem Berliner RK. Hellas Im Einer um die Rheinmeisterschaft blieb Gustav Schäfer von der Skullerzelle Berlin Sieger vor v. d. Berghi (Mainz) und von Düsterlho (Mannheim). Im Jubiläums- Achter holte sich die Zelle Würzburg den Sieg vor der Zelle Berlin-Grünau' und der RG. Wiking- Berlin. der Nachwuchsfahrer in die Reihe der deutschen Meisterfahrer. Er hat in den letzten beiden Jahren viel gelernt und schon im Training konnte man beobachten, daß Rosemeyer oft besser als die er- fahrendsten Nürburgring-Kenner die schwierigsten Stellen nahm. Nunmehr hat sich Rosemeyer vollends die Herzen der Nürburgring-Besucher erobert, die ihm schon im vergangenen Jahre zufubelten, als er von unserem Europameister Caracciola auf den letzten hundert Meter geschlagen wurde. Neben Rosemeyers Sieg hat die Auto-Umon auch noch einen weiteren Erfolg zu verzeichnen, da ihre vier Wagen restlos durchhielten. Mercedes-Benz hatte keinen glücklichen Tag, denn zwei Waaen sielen in aussichtsreicher Position zurück. Nuvolari unterlag dem größeren Kämpferwillen Rosemeyers und der größeren Geschwindigkeit des deutschen Wagens. Die beiden folgenden Plätze, die Alfa Romeo belegte, zeigen an, daß die italienischen Maschinen unseren Modellen in der Tat gleichwertig geworden f Korpsführer Hühnlein ehrte Zum Abschluß sämtliche Sieger, überreichte Preise und Plaketten, Rose- mey-r erhielt den Preis des Korpsfuhrers für die bestt Zeit des Tages. Rosemeyer zum Obersturmführer befördert. Nach dem Siege Rosemeyers gratulierte Reichs- führer SS. Himmler und teilte gleichzeitig die Beförderunb Rosemeyers vom Sturmführer zum Obersturmführer mit. Die Ergebnisse der großen Rennwagen-Klasse. 10 Runden - 228.100 Kilometer. 1. Bernd Rosemeyer, Deutschland (Auto - Union), 1:56:41.1 Std. (117.1 Stdkm.): 2. Tazio Nuvolari, Italien (Alfa-Romeo), 1:58:54 Std. (115.1); 3. Tonio Brivio, Italien (Alfa Romeo), 1:59:30.2 Std. (114.5); 4. Giuseppe Farina, Italien (Alfa Romeo), 1:59:58.3 (114.25); 5. Hermann Lang, Deutschland (Mercedes- Benz) 2:00.28 (111.7); 6. Louis Chiron, Frankreich (Mercedes-Benz), 2:03:33 (110.75); 7. Achille Varzi, Italien (Auto-Union), 2:03:35.2 (110.75); 8. Hans Stuck, Deutschland (Auto-Union), 2:03:363 (110.7); 9. E. von Delius, Deutschland (Auto-Union), 2:05:53.2 (108.7); 10. I. Zanelli, Italien (Maserati), 2:04:14 (eine Runde zurück). Die übrigen kennen. Auch die übrigen Rennen des Tages nahmen einen glänzenden Verlauf. Die Ausweisfahrer, die mit ihren Motorrädern kurz nach acht Uhr den Anfang machten, überraschten durch gute Zeiten und Durchschnittsgeschwindigkeiten. Im Anschluß daran wurden die S e i t e n w a g e n f a h r e r auf die Reise geschickt. Hier zeigte der NSU. - Fahrer Schneider (Düsseldorf) in der 600-ccm-Klasse eine überragende Leistung. Er 'holte gegen die zwei Minuten früher gestartete 1000-ccm-Klasse sogar noch einen Vorsprung von zwei Minuten heraus. Mit 58:01.4 Minuten für die 91.240 Kilometer und einem Mittel von 94.35 Stundenkilometer wurde er in feiner Klasse Erster vor Bock, Mannheim (Norton). Bei den schweren Seitenwagenmaschinen siegte Kahrmann, Fulda auf DKW. vor Zimmer- mann, Nürnberg auf NSÜ., nachdem hier das Basler Ehepaar Stärkte, dos lange in Führung lag, ausgeschieden war. Bei den Solomaschinen der Lizenzfahrer kam in der Halbliter-Klasse der DKW - Fahrer H. Müller zu einem klaren Sieg vor Gall, München (BMW.), Mansfeld (DKW.) und Bodmer (DKW.) In der 350-ccm- Klasse lieferten sich S ö n i u s (NSU.) und R i ch - n o w (Rudge) einen harten Kampf um den Sieg, den schließlich Sönius sicher zu seinen Gunsten entschied.. Bei den „kleinen" Solomaschinen siegte E. Kluge mit sechs (!) Minuten Vorsprung vor Wal- fried und Hans Winkler (beide DKW). Die beste Zeit der SportwagenFahrer holte Ernst Henne, München, mit seinem neuen, kompreffor- losen Zwei-Liter-BMW.-Sportwagen heraus Bel den „kleinen" Rennwagen gab es einen .Maserati- Doppelsieg durch Graf Trossi und Tenm. ERA konnte den dritten und vierten Platz durch Prinz Bira und Marcel Lehoux belegen. Den fünften Platz sicherte sich Walter Bäumer mit seinem Heinen, nur 8000 ccm großen Austin. Gießener Studenten in Heidelberg erfolgreich. 3n der Leichtathletik Heidelberg vor Darmstadt und Bonn. Anläßlich der 550-Jahrfeier veranstaltet die Uni« versität Heidelberg eine ganze Reihe von großen sportlichen Veranstaltungen, in deren Mittelpunkt zweifellos das Endspiel des gut besetzten Fußball« turniers und der Fußball-Länderkampf Deutschland gegen Ungarn stehen. Am Samstag nun kam es zu den ersten Kämpfen. Das größte Interesse beanspruchte dabei der Leichtathletik-Kampf zwischen den Universitätsmannschaften von Heidelberg und Bonn sowie der Technischen Hochschule Darmstadt. Die Heidelberger gewannen mit 50 Punkten sicher vor Darmstadt (35,5) und Bonn (31,5). Der in Heidelberg studierende amerikanische Leichtathlet John L y m a n stieß die Kugel 15,09 Meter weit und übertraf damit zum ersten Male seit seiner Anwesenheit in Deutschland die 15-Meter-Marke. Bonn und Heidelberg im Fußball-Endspiel. Für das Endspiel des Fußball-Turniers haben sich die Universitätsmannschaften von Heidelberg und Bonn qualifiziert. Die Heidelberger schlugen die TH. Darmstadt klar mit 3:0 und die Uni Bonn bezwang die Uni Erlangen ebenso sicher 3:1. Gießener Studenten im Handball-Endkampf. Im Handball-Turnier stehen Heidelberg und Gie- ßen im Endkampf. Heidelberg kam über Bonn mit 10:9 zu einem knappen Siege und Gießen schlug die TH. Aachen 8:5. Einen Hockeykampf zwischen Bonn und Heidelberg gewannen etwas überraschend die Heidelberger mit 3:0. Schlechte Aussichten für die Gurkenernte. LPD. Aus dem Ried, 12. Juni. Aus der hessischen Gurkenmetropole, dem Ried, kommen keine erfreulichen Berichte. Durch diL kalte und nasse Witerung in den letzten Wochen ist die Aussaat des Gurkensamens nur spärlich aufgegangen und die Ausfälle ,s i n d erheblich. Zwar haben die großen Ländereien, wo es notwendig war, eine Nachsaat erhalten, aber die Aussichten auf eine gute Ernte sind doch stark gesunken und werden noch weiter fallen, wenn nicht bald sich warmes Wachswetter einstellt. Wieder Heimatspiele in Runkel. Lpd. Runkel, 12. Juni. Am 28. Juni, 5., 19. und 26. Juli finden auf dem Schloßplatz des Lahnstädtchens Runkel wieder Heimatspiele statt, die unter der künstlerischen Leitung des Oberfpielleiters Heinz Fischer von der Hessen-Nassauischen Volksbühne in Wiesbaden stehen. Zur Aufführung kommt ein Werk voll dramatischer Wucht, betitelt: „Ein Volk — Ein Weg", ein Schauspiel aus der Zeit der Bauernkriege von Max Orth. Die Laienspielgruppe „Lahngold" wird zusammen mit der Runkeler Bevölkerung die Aufführung bestreiten. Rosemeyers großer Sieg. Das internationale Eifel-Rennen. Bernd Rosemeyer. —■ (Scherl-Bilderdienst.) ch 4, Leider war auch dem diesjährigenEifel-Rennen der Wettergott nicht günstig gesinnt. Es regnete fast den ganzen Tag und gegen Schluß der Rennen hüllte sogar Nebel den Nürburgring ein. Trotz des wenig einladenden Wetters waren aber wieder Hunderttausende auf den Ring gekommen, um den Kampf der besten Rennfahrer und Rennmaschinen Europas mitzuerleben. Sie wurden nicht enttäuscht, denn es gab gerade in der großen Rennwagenklasse einen Kampf, der an Aufregung und Spannung nichts zu wünschen übrig ließ. TazioNu- volari, Italiens Meisterfahrer und B. Rosemeyer, derJüngstederersten deut- schenFayrerklasse, lieferten sich ein Duell von seltener Härte. Nuvolari lag mit seinem neuen Alfa Romeo, der auch in diesem Rennen wieder seine Güte darlegen konnte, zunächst an der Spitze, nachdem er Rudolf Caracciola (Mercedes-Benz) „abgehängt" hatte. Caracciola konnte seinen Wagen nicht voll ausfahren, da er einen Defekt an den Stoßdämpfern hatte, der ihn sogar zum Aufgeben zwang. Bernd Rosemeyer legte sich mit seinem Auto-Union hinter Nuvolari und rückte dem Italiener näher und näher. Schließlich konnte der junge deutsche Fahrer unter dem Jubel der- Zuschauer an Nuvolari vorbeigehen und seinen Vorsprung bis zum Ziel auf zwei Minuten ausdehnen. Hinter Rosemeyer belegten die italienischen Alfa-Romeo-Fahrer Tazio Nuvolari, Tonino Brivio und Giuseppe Farina die nächsten Plätze. Als Fünfter kam der Mercedes-Benz-Nachwuchsfahrer Hermann Lang ein, der ein sehr gleichmäßiges Rennen fuhr. Chiron (Mercedes), Varzi (Auto- Union), Stuck (Auto-Union), Delius (Auto-Union) und Zanelli (Maserati) beendeten das Rennen in dieser Reihenfolge ebenfalls. Vier Teilnehmer — Caracciola, Brauchitsch (beide Mercedes), Martin (Alfa Romeo) und Severi (Alfa Romeo) — schieden aus. Rosemeyers schönster Tag und größter Sieg. Es war eine unvergeßliche Leistung. Dieser Sieg stellt Rosemeyer nunmehr endgültig aus der Front Das Msthe Dirndl aus Stoffen von Bemani o Dirndl-Kretonne, 80 cm breit, echtfarbig be- 0.82 druckt, allerneuste Motive p. m Die fahrende naturkundliche Monatsschrift! 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