Nr. 88 Erster Blatt 186. Mrgang Mittwoch, 15. April 1936 Erscheint täglich, aufeer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr.. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Hernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach« richten: Anzeiger Stehen Postscheckkonto: 5rankfurt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche llniverfttats-Vuch- und Steindruckerei R.Lauge in Stehen. 5christleitung und Geschäftsstelle: Schulftrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8V,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rps., für Text- anzeigen von 70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Vereinbg.25O/„ mehr. 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Emil Sari, der Berichterstatter für den Heereshaushalt im französischen Senat, hat nämlich vor einiger Zeit einem Schriftleiter der „France militaire“ ein Interview gewährt, das freilich schon vor dem 7. März 1936 in dieser Zeitung veröffentlicht wurde; aber gerade dadurch gewinnen Saris Erklärungen besonders an fachlichem Wert. Sari beginnt mit der Feststellung, daß die französischen Ostfestungen die Unverletzlichkeit des Landes gewährleisten und es gegen jeden Einfall und jede Ueberraschung sichern. Allgemein bekannt ist wohl, daß seit dem Weltkrieg Frankreich unter Aufwand unzähliger Milliarden seine neue Ostfront mit allen technischen Errungenschaften der jüngsten Zeit wirklich uneinnehmbar gestaltet hat. Ganz mit Recht betont Sari den gewaltigen Unterschied, ob es sich darum, handelt, nur ein einzelnes Festungswerk zum Schweigen zu bringen oder aber eine breite Lücke durch ein zusammenhängendes System von B e - festigungen zu schlagen. Kann man doch als Haupterfahrung des Weltkrieges auf dem Gebiet des Festungskampfes feststellen: Alle einzelnen Festungen ohne Ausnahme sind dem vernichtenden Feuer der modernen schweren Artillerie erlegen. Umgekehrt zeigt der ganze Krieg auf der Westfront kein einziges Beispiel, wo es gelungen wäre, durch den zusammenhängenden französi- scheu Festungsgürtel eine „breite Lücke" zu schlagen. Der einzig praktische Versuch, das Trauerspiel von Verdun, beweist vollauf die Anschauungen Saris: schwere Verluste, riesiger Materialaufwand und lange Dauer des Angriffs; schon allein die Tatsache, daß die Deutschen trotz aller Anstrengungen niemals imstande waren, genügend Artillerie herbeizuschaffen, um den Angriff gleichzeitig auf beiden Maasufern vorzutragen, war eine der Hauptursachen für das Mißlingen. Und dabei handelte es sich hier nicht sowohl um das Herausschlagen einer genügend breiten Lücke (um einer Armee den strategischen Durchbruch zu ermöglichen) als vielmehr um das Herausbrechen einer einzelnen, allerdings besonders starken Säule des Festungssystems. Das Herausschlagen der Lücke aber hätte mindestens das Bekämpfen zweier feindlicher Festungen erfordert, daher noch weit mehr Artillerie und sonstige Kampfmittel. Kein Wunder also, daß der einzige Plan hierfür ebenso rasch verschwand, als er auftauchte. Ende August 1914 hat die Oberste Heeresleitung tatsächlich den kühnen Gedanken gefaßt, die in der Schlacht von Lothringen siegreiche 6. Armee solle zwischen Toul und Epinal durchstoßen. Da die Luftlinie zwischen diesen beiden Festungen nur 50 Kilometer beträgt, also fast in ihrer ganzen Breitenausdehnung von der Artillerie dieser zwei starken Festungsgruppen beherrscht war, so war ein artilleristisches Niederhalten, um nicht zu sagen Niederkämpfen der beiden die erste Voraussetzung für das Gelingen; schon die dafür nötigen schweren Batterien — besonders bespannte — waren aber nicht vorhanden. Den Franzosen konnte ein solcher Durchbruchsversuch nur hochwillkommen sein; in der sogenannten lzücke zwischen Toul und Epinal, die natürlich durch Feldbefestigungen gesperrt war, brauchten sie nur schwachen Widerstand zu leisten; je weiter westlich sie die deutsche 6. Armee nach sich zogen, desto vernichtender mußte dann ihr konzentrischer Gegenangriff unter kräftiger Mitwirkung von Toul und Epinal sich gestalten: ein Cannae schlimmster Sorge wäre der 6. Armee sicher gewesen; ein wahres Glück, daß die Oberste Heeresleitung schon nach wenigen Tagen den ganzen Plan wieder fallen ließ. Konnte man also den bisherigen Ausführungen Saris gerade auf Grund kriegsgeschichtlicher Erfahrung restlos beistimmen, so wird man seine letzten Folgerungen mit um so größeren Bedenken lesen müssen. Auf die Frage nämlich, ob die Festungen, wenn alles fertig ist, der Erhaltung des Friedens dienen, indem sie jeden feindlichen Einfall ausschließen, antwortet er: niemand könne das bestreiten. Gewiß, Befestigungen jeder Art dienen in erster Linie der Abwehr; aber damit ist ihre Aufgabe doch keineswegs erschöpft, sie werden oft genug zu Ausfallspfortenund ermöglichen es, an einem Teil der Front mit schwachen Kräften auszukommen, um an anderer Stelle desto stärker angreifen zu können. Ohne die Anlehnung an Königsberg hätte Hindenburg kaum die fast völlige Entblößung der deutschen Ostgrenze gegenüber Rennenkampf wagen können, vielleicht wäre dann Tannenberg nicht geschlagen worden! Eine Behauptung Saris aber, daß mit der Landesbefestigung ein Volk seine Achtung vor der Unverletzlichkeit des Nachbarlandes betone, hält geschichtlicher Nachprüfung nicht stand. Kein geringerer als Ludwig XIV. hat die Grenzen Frankreichs mit einem dreifachen Gürtel von 130 Festungen gesichert, und dem Sonnenkönig wird selbst Herr Sari schwerlich andichten wollen, daß ihm die Nachbarländer (z. B. die Rheinpfalz) un- England wartet die Entwicklung in Genf ab. Hoffnungen auf finanzielle GchwierigkeitenFtaliens./Keine gebundene Marschroute für Eden. London, 15. April. (DNB. Funkspruch.) Vor der Abreise des englischen Außenministers Eden nach Genf, die auf heute nachmittag festgesetzt ist, beschäftigen sich die englischen Blätter noch einmal eingehend mit den Aussichten der Besprechungen für eine Beilegung des abessinischen Streitfalles. Aus den Blättermeldungen geht hervor, daß Eden nicht mit neuen, f e ft umriffenen Anweisungen nach Genf reift, die Entwicklung der Genfer Verhandlungen abwarten will. In den offensichtlich beeinflußten Berichten wird allgemein hervorgehoben, daß die Widerstandskraft Abessiniens noch keineswegs als gebrochen angesehen werden könnte. Auch spiele die schwierige finanzielle wirtschaftliche Lage Italiens eine wichtige Rolle. So schreibt der diplomatische Mitarbeiter der „Time s", die Politik der britischen Regierung sei unverändert. England wolle auch jetzt im Abessinienstreit nicht auf eigene Faust handeln. Die Regierung sei der Ueberzeugung, daß der D ö l k e r b u n d als ein Ganzes handeln müsse. Bei der Erwägung wirtschaftlicher und finanzieller Sühnemaßnahmen werde England auch nicht über das hinausgehen, wozu die übrigen Dölkerbundsmitglieder bereit find. In Regierungskreisen halte man es für einen Fehler, die Wirkung der jetzigen Sühnemaßnahmen zu unterstützen. Ebenso weise man die Behauptung zurück, daß die Abessinier völlig besiegt seien, oder Italiens Schwierigkeiten so gut wie behoben seien. Don einer Lockerung der Sühnemaßnahmen gegen Italien könne keine Rede sein, solange die Feindseligkeiten andauern. Man sei jedoch geneigt, zunächst das Ereignis der Besprechungen zwischen den Völkerbundsvertretern und Italien abzuwarten, bevor man sich mit den etwaigen Folgen eines Scheiterns befasse. Der diplomatische Mitarbeiter des „Daily Telegraph" tritt der Auffassung entgegen, daß Eden in den letzten Genfer Verhandlungen eigenmächtig öorgegangen fei. Hinter seiner Stellungnahme stehe vielmehr das Gesamtkabinett. Solange ein wirklicher Friede in Abessinien nicht erzielt fei, komme nach Ansicht der englischen Regierung eine Milderung der Sühnemaßnahmen nicht in Frage. Im Falle eines Fehlschlagens der Friedensbesprechungen sei England tatsächlich bereit, sich jeder Entscheidung des Sühneausschusses über die Ausübung eines finanziellen und wirtschaftlichen Druckes auf Italien anzuschließen. Man habe nicht vergessen, daß eine Oelsperre bereits grundsätzlich gebilligt worden sei. Die Gerüchte, daß die bestehenden Sühnemaßnahmen auf französischen Wunsch aufgehoben werden sollen, seien weniger auf Tatsachen, als auf italienische Hoffnungen begründet. Italiens Finanzlage sei ernst. Seine Goldrücklagen seien monatlich um 9 Millionen Pfund gefallen. Diese andauernde finanzielle Unterhöhlung könne in wenigen Monaten zum wirtschaftlichen Zusammenbruch führen. Die Kenntnis dieser Lage werde wahrscheinlich bei den bevorstehenden Genfer Verhandlungen zwischen den abessinischen und den italienischen Vertretern gegenüber der Tatsache der kürzlichen italienischen Siege beträchtlich ins Gewicht fallen. Man-rechne daher nicht damit, daß der N e g u s sich mit tief erniedri- genben Bedingungen abfinden werde. Ferner sei klar, daß die ausgiebige Anwendung von Gift- gasen den italienischen Vormarsch ermöglicht habe. Weder der Völkerbund, noch die britische Regierung könnten an der Tatsache vorbei, daß die Italiener wieder ein i n t e r n a t i o • nales Abkommen gebrochen hätten. Man habe Grund anzunehmen, daß diese Auffassung auch bei der französischen Regierung Platz gegriffen habe. Der diplomatische Mitarbeiter der „M o r n i n g P o st" glaubt, daß England auf der nächsten Genfer Sitzung eine Oelsperre vor schlagen werde, falls die Friedensbesprechungen fehlschlagen sollten. Das Unvermögen, den Krieg durch Sühnemaßnahmen zu beenden, und die Möglichkeit des Scheiterns der Friedensbemühungen haben die britische Regierung wiederum in eine schwierige Lage versetzt. Die Aussichten auf ein Kompromiß würden als ungünstig betrachtet. Eden bei Baldwin. London, 15. April. (DNB.) Außenminister Eden hat sich im Laufe des Dienstag nach Trent Park begeben, um sich mit dem dort weilenden Ministerpräsidenten Baldwin über die Lage in Genf zu besprechen. Eden wird Mittwoch nachmittag nach Genf zurückkehren. Die englischen Hoffnungen sind zur Zeit auf die Sitzung des Genfer Schlichtungsausschusses gerichtet, der am Donnerstag zusammentritt, um zu den Ergebnissen der bisherigen Friedensfühler Stellung zu nehmen. Der Sitzung geht bekanntlich eine Zusammenkunft des Vorsitzenden des Dreizehner-Ausschusses Madariaga mit einem abessinischen Vertreter und wahrscheinlich auch mit dem italienischen Vertreter Baron A l o i s i voraus. „Times"aüdiettalienischeAdreffe London, 15. April. (DNB. Funkspruch.) Wie auf ein Stichwort hin heben in ihren Kommentaren zu den Genfer Verhandlungen über den abessinischen Streitfall die Morgenblätter hervor, daß man die Stärke der italienischen Verhandlungsstellung trotz der letzten militärischen Siege nicht überschätzen dürfe. Diese Tendenz, die schon in den politischen Informationen der Presse sich geltend machte, erscheint noch stärker in den Leitartikeln. So schreibt „Time s", Mussolini werde vielleicht auf Grund verschiedener Tatsachen zu der Ansicht kommen, daß ein ausge« handelter Friede für Italien vorteilhafter sei, als die grenzenlose Verlängerung des Krieges mit ihrem Verlust an Menschenleben, ihrem „großen Einfluß auf Italiens innere Lage und ihren Folgen für die politische Stellung Italiens in Europa". Der Krieg werde selbst bann nicht zu Ende fein, wenn die italienischen Truppen Addis Abeba vor Beginn der Regenzeit erreichen sollten. Auch dann wäre nur der erste Abschnitt der Eroberung eines gewaltigen und schwierigen Gebietes erreicht. Abessiniens Widerstand würde in Form eines dauernden Kleinkrieges andauern. In den europäischen Angelegenheiten, die Italien viel näher angingen, sei sein Einfluß ständig gesunken. Der schwere Stoß, den das italienische Ansehen erlitten habe, sei dadurch bewiesen worden, daß man den Vorschlag, italienische Truppen als Vertreter für die „Heiligkeit der Verträge" nach dem Rheinland zu senden, allgemein höhnisch beurteilt habe. Die Anwendung von Giftgasen habe die öffentliche Meinung in den einzelnen zivilisierten Ländern entrüstet. Bei den heute beginnenden General st absbesprechungen zwischen England, Frankreich und Belgien sei keine Rede von einer italienischen Mitarbeit. In der Tat sei es offensichtlich, daß der italienische Einfluß in Europa mit dem Zunehmen feiner Inanspruchnahme an anderer Stelle zurückgehe. Französische Abneigung gegen weitere Sanktionen Harte Worte der pariser presse gegen England. Paris, 15. April. (DNB. Funkspruch.) Vor der Wiederaufnahme der Genfer Verhandlungen über den italienisch-abessinischen Streitfall verstärkt die französische Presse ihre Bemühungen, vor einer Verschärfung der Sühnemaßnahmen gegen Italien zu warnen. Selbst in radikalsozialistischen Blättern wendet man sich von der bisher durchgeführten Unterstützung der Sühnemaßnahmenpolitik ab und findet Worte des Verständnisses, wenn nicht für den italienischen Standpunkt, so doch für d i e fachlichen Belange Frankreichs, die gegen einen Bruch mit Italien sprechen. Bezeichnend ist, daß die sozialistische und die k o m m u n i st i s ch e Presse sich über die Sühnemaßnahmen, die sie früher so eifrig gefordert hat, in Schweigen hüllt. Der dem französischen Außenministerium nahestehende „Petit Parisien" fordert, daß die Friedensverhandlungen im afrikanischen Streitfall nicht unter dem Druck neuer Sühnemaßnahmen gegen Italien stattfinden dürften. Der sühnemaßnahmenfeindliche „I o u r" glaubt, daß in der Frage der Sühnemaßnahmen England eine plötzliche Schwenkung voraenommen habe. Baldwin und Eden, so schreibt das Blatt, hätten die Unwirksamkeit von Oelmaß- nahmen und der wirtschaftlichen Sühnemaßnahmen erkannt. Eine militärische Aktion aber erscheine ihnen aus vielerlei Gründen gefährlich. Kein Staatsmann sehe leichten Herzens der Gefahr eines Krieges ins Auge. In London wisse man auch, daß England kaum auf die Mitwirkung anderer Völkerbundsmitglieder rechnen könne. Insbesondere habe Frankreich in London zu verstehen gegeben, daß es sich gewissen Maßnahmen, wie z. B. einer Schließung des Suezkanals für die italienischen Schiffe, widersetzen werde. Auf militärischem Gebiet stehe es in England so, daß an ein Einzelvorgehen nicht zu denken sei. Auch der „Matin" ist davon überzeugt, daß England nicht allein gegen Italien oorgehen werde, vor allem wenn sich in Genf genügend Anhänger für eine andere als die englische Auffassung fänden. Das „I o u r n a l" erklärt, England möge ein- sehen, daß Frankreich nicht gewillt sei, für England die Kastanien aus dem Feuer z u holen. Wladimir d ' O r m e f s o n im „F i g a r o" fürchtet, daß England die Verantwortung für die Niederlage des Völkerbundes im abessinischen Streitfall auf Frankreich abwälzen und ihm oorroerfen werde, die kollektive Sicherheit sabotiert zu haben. Es wäre daher besser, daß Frankreich sofort nach dem „Bruch" des Locarno- Vertrages den Völkerbund verlassen hätte. Noch verletzlich gewesen wären. Das gleiche Festungssystem hat auch Napoleon I. nicht daran verhin- dert, seine Adler bis nach Wien, Berlin Utid Moskau zu führen. Ebensowenig hat der neue Festungsgürtel, den Frankreich sich nach 1871 geschaffen, nicht verhindert, daß wenn auch nicht die gesamte Nation, doch ihre maßgebenden Führer wie Poin- care, Elemenceau u. a. 44 Jahre den Rachegedanken mit allen Mitteln gepflegt haben; er hat endlich nicht verhindert, sondern nur begünstigt, daß im August 1914 zwei starke französische Armeen in Elsaß-Lothringen eingefallen sind. Wenn wir aber mit Sari dem heutigen Frankreich friedliche Absichten unterstellen wollten, was angesichts des höchst verdächtigen Bündnisses mit Moskau nicht leicht ist, wenn wir sogar glauben wollen, daß Frankreich durch die Befestigungen seiner Grenzen nur seine friedlichen Absichten und die Achtung vor der Unverletzlichkeit des deutschen Nachbarlandes bewiesen haben, dann türmen sich geradezu die Gegenfragen auf: Warum hat man Deutschland gezwungen, alle Westfestungen bis 50 Kilometer östlich des Rheines zu schleifen? Sie hätten doch — immer nach Sari — genau ebenso unsere Achtung vor der Unverletzlichkeit Frankreichs betont. Warum hat die interalliierte Militärkommission im Jahre 1922 wie ein Shylock darauf bestanden, daß selbst die harmlosesten wenigen Unterstände in £) ft preu- fee n vernichtet werden mußten, obgleich sie ohne jede Artilleriebestückung waren? Oder endlich: Glaubt Sari ober sonst ein Franzose, daß die deutschen Truppen, die jetzt in ihre früheren Friedensstandorte westlich des Rheines einmarschiert sind, eines Tages den wahnsinnigen Gedan- ken haben werden, sich die Schädel an der Magi- noHtnie zu zerschmettern, die gerade Sari selbst für uneinnehmbar erklärt hat? Clausewitz hat auf die Frage, wo die Festungen zu liegen haben, die klassische Antwort erteilt: „Die natürlichste Antwort ist, daß die Festungen a n d i e Grenzen gehören; denn sie sollen den Staat verteidigen, und der Staat ist verteidigt, solange die Grenzen es sind." Angefangen von der chinesischen Mauer und dem römischen Limes über das Festungsnetz Vaubans bis zur Maginotlinie hat dieses Wort Ewigkeitswert; nicht nur für Frankreich allein. Oer Führer besichtigt die Reichsautobahn. München, 14. April. (DNB.) Der Führer besichtigte, von Berchtesgaden kommend, am Dienstag zunächst den bereits fertiggestellten Teil der deutschen Queralpen st raße von Mauthäusl bis Inzell, anschließend die Reichsautobahn München — Landesgrenze von Bernau am Chiemsee bis München. In der Begleitung des Führers befanden sich der Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen Dr. Todt und der Leiter der Fachgruppe Kraftwagen Direktor Wer - l i n. Die Autobahn München—Landesgrenze ist bisher auf einer Strecke von 30 Kilometer von München bis Weyarn dem Verkehr freigegeben. Etwa gegen Pfingsten wird ein weiteres T^lstück bis Frasdorf mit der Jnn-Ueberquerung dem Verkehr übergeben werden können. Später erfolgt dann die Freigabe der Strecke bis Kilometer 75 am Chiemsee. Der am Dienstag besichtigte Teil der Strecke, auf dem eine Fahrbahn größtenteils bereits fahr- fertig ist, führt durch landschaftlich reizvollstes Gebiet Deutschlands. Von der Höhe vor dem Chiemsee hat man einen Blick auf die gesamten deutschen Ostalpen und über den Chiemsee weit hinaus in das bayrische Land, einen Ausblick, wie er von kaum einer Autostraße Deutschlands in solcher Schönhest geboten werden kann. Besonders eindrucksvoll sind auch die Brückenüberquerungen der Prien und des Inn. Westlich des Inn hat man von Irschenberg eine Alpensicht auf das Kaisergebirge, den Dachstein, den Wendelstein und einen großen Teil der bayrischen Alpen, die von überwältigender Schönheit ist. Interessant und landschaftlich reizvoll ist auch die Durchquerung des Leitzach-Tales und die Streckenführung am Seehamer See. An Der Bahre von Hoefchs. London, 14. April. (DNB.) Als Vertreter der Reichsregierung traf am Dienstag Ministerialdirektor Dieck hoff in London ein, um an dec Ueberführung der Leiche des verstorbenen Botschafters von H o e s ch teilzunehmen. Ministerialdirektor D i e ck h o f f legte im Namen des Führers und Reichskanzlers an der Bahre des verstorbenen Botschafters von H o e f ch einen Kranz nieder. Einen weiteren Kranz legte er im Auftrage des Reichsaufeenministers und der Mitglieder des Auswärtigen Amtes nieder. sei es dazu Zeit. Frankreich habe sich für die Idee der kollektiven Politik an den Sühnemaßnahmen gegen Italien beteiligt, die feinen Handel schwer aeschädigt hätten. Nach dem 7. März hätte sich aber keine Regelung zugunsten der kollektiven Politik gezeigt. Daher müsse Frankreick seine volle Handlungsfreiheit wieder finden und ohne Zeitverlust dre Entscheidungen treffen, die seine Er- fahrungen und seine Belange ihm bestimmten. 9tur die radikalsozialistische „Republique" meint, man bürfe nicht ohne weiteres ablehnen, sich in der S ü h n e m a ß n a h m e n p o l i t i k auf Seiten Englands zu stellen, denn das werde den früheren Verbündeten gestatten, sich von den F e ft» lands-Angelegenheiten ab^uwenden. Weiterhin erklärt aber auch „Republlque", für eine Unterstützung Deutschland gegenüber komme in erster Linie Italien in Frage. Daher müsse man sich wie 1914 mit Italien versöhnen. Wenn man in Genf die abessinische Kolonialfrage anders als friedlich regeln wolle, nämlich zunächst durch Drohungen und dann, weil die Drohungen wirkungslos blieben, durch Gewalt, würden die Nationen sich nur selber besiegen und der eigentliche Sieger werde Deutschland heißen. Beschrankte Vollmachten Aloisis. Rom, 14. April. (DNB.) Baron A l o i f i begab sich am Dienstag nach Genf. Für Mittwoch nachmittag ist die erste Fühlungnahme mit dem Präsidenten des Dreizehner-Ausschusses Madariaga vor gesehen. In politischen Kreisen wird ausdrücklich darauf hingewiesen, daß Aloisis Mandat in Genf das eines Beauftragten und nicht das eines eigentlichen Unterhändlers fei, da es sich im gegenwärtigen Stadium lediglich um Vorbesprechungen unverbindlicher Natur handle. Es könnten jetzt nur Friedenspräliminarien, nicht jedoch wirkliche Friedensverhandlungen ins Auge gefaßt werden. Baron Aloifi fei nach Genf entsandt worden, um an dem äußeren Rahmen der hierzu notwendigen Beratungen mitzuarbeiten. Er werde jedoch, so erklärt man, von s i ch aus keine Vorschläge irgendwelcher Art mitbringen, sondern lediglich zur Verfügung stehen, um etwaige Anregungen entgegenzunehmen und nach Rom weiterzuleiten. Neue abessinische Beschwerde über Gistgasangriffe. Genf, 14. April. (DNB.) Die abessinische Der- tretung in Genf hat dem Völkerbundssekretariat zur sofortigen Weiterleitung an den Dreizehnerausschuß, den Achtzehnerausschuß, den Völkerbunds- rat, sowie alle Mitgliedsstaaten ein Telegramm ihrer Regierung vom 12. April zugehen lassen, worin eine Zusammenstellung der Giftgas- angriff e auf abessinische Ortschaften gegeben wird. Danach sollen in der Zeit vom 22. Dezember bis zum 7. April 19 Gasangriffe ausgeführt worden fein. Bei den vier letzten Angriffen, Die sich am 4., 5., 6. und 7. April gegen Kor a m gerichtet hätten, soll die Stadt mit Gas buchstäblich überschwemmt worden fein. Das am meisten verwendete Gas soll Pperit gewesen sein. Um die Vorherrschaft im Mlelmeer. Am gleichen läge, an dem in Genf der Versuch gemacht wird, unter der Aegide des Völkerbundes einen Ausgleich zwischen Italien und Abessinien herzustellen, ist die Nachricht in die Welt gelangt, daß italienische Truppen ihre Zeltlager am Tana-See aufgeschlagen haben. Diese Nachricht war zu erwarten, nachdem die Italiener die Stadt G o n d a r im abessinischen Hochland besetzen konnten. Trotzdem hat das Erscheinen der italienischen Vorposten an dem vielbesprochenen See in England große Bewegung hervorgerufen. Man weih, daß Mussolini an seinen Zielen festhalten wird und sich nichts abhandeln läßt. Daher hat man auch in London nur geringe Hoffnungen für den Erfolg der Genfer Bemühungen, aber um so größere Sorgen um die Entwicklung der Machtverhältnisse im Mittelmeer. Italien am Tana-See, das bedeutet für England, daß die wirtschaftliche Entwicklung des Sudans mit der Baumwollindustrie von Aegypten von dem Wohlwollen der italienischen Herren in Abessinien abhängig wird. Mussolini beruft sich auf seine Erklärung, daß er an den Wasserverhältnissen des Tana-Sees, der das große Reservoir für den Blauen Nil darstellt, nichts ändern will. Er hat sogar für die englischen Interessen einen Straßenbau von der Sudangrenze bis zum Tana-See in Aussicht gestellt. Rom läßt aber feinen Zweifel darüber, daß eine Abtretung des Gebietes an England oder feine Kolonien nicht gedacht werden kann. Die theoretischen Erörterungen über die B e - drohung Aegyptens oder über die Herrschaft am Mittelmeer, die so lange die Spalten aller Zeitungen der Welt erfüllten, werden nur zur mach t» politischen Kraftprobe werden. Der „Daily Telegraph", dem man Beziehungen zum englischen Außenamt nachsagt, hat bereits das Stichwort von den militärischen Sanktionen ausgegeben. Darunter könnte auch nach italienischer Ansicht in erster Linie die Sperrung des Suez-Kanals in Frage kommen. Unter diesen Umständen gewinnt der französische Versuch, zwi- chen Italien und England zu vermitteln, eine ent» checkende Bedeutung. Die Aussprache des italieni- chen Botschafters Cerrutti. die am Ostermontag mit dem französischen Ministerpräsidenten S a r» raut stattgefunden hat, ist nach französischen Berichten sehr e r n st verlaufen. Der „Mcttin warnt mit besorgter Miene vor der englischen „Abenteurerpolitik". Mit Spannung erwartet die Welt das Ergebnis der Kabinettssitzungen, die heute in Paris und London stattfinden. Die Rheinlandfrage, die sonst immer in den Vordergrund geschoben wurde, um Deutschland wm „Störenfriede" der Weltpolitik zu machen, ist stark in den Hintergrund getreten. Der Völkervund, sonst die Hoffnung und der Stolz der westlichen Demokratien, spielt in bemitleidenswerter Ohnmacht eine Nebenrolle. Die Pariser Blätter machen darauf aufmerksam, daß England nicht nur den O ft ausgang des Mittelmeeres stark gesichert hat, sondern daß es auch die Inselgruppe der Balearen und die Stadt Tanger mit starken Befestigungen versehen hat. Die Balearen gehören zu Spanien und Tanger bildet eine internationale Zone. Man wir einigermaßen erstaunt darüber sein, daß auch sie in das englische Sicherungs- s y st e m im westlichen Mittelmeer einbezogen sind. Der Vormarsch geht weiter. Rom, 14. April. (DNB.) Das neueste Fronttelegramm Marschall B a d o g l i o s wird als amtlicher italienischer Heeresbericht Nr. 184 veröffentlicht und hat folgenden Wortlaut: „Der Vormarsch nimmt auf der ganzen Nordfront seinen Fortgang. 22 unserer Flugzeuge haben während des Montag längere Zeit über Addis Abeba gekreuzt. Sie warfen Flugschriften ab. Von Kampfhandlungen wurde abgesehen. Der Bevölkerung bemächtigte sich eine außerordentliche Panik. Dessie, bisher Hauptquartier des abessinischen Kronprinzen, ist von italienischen motorisierten Kolonnen kampflos besetzt worden. Noch vor drei Monaten hätte niemand geglaubt, daß die Italiener •/Hschangi - See Tana V-fc * vDessie -Aidis •Abeba Q so rasch an Boden gewinnen könnten. Damals fühlten sich die Abessimer stark genug, von einer Vertreibung der Italiener zu träumen. Heute sind sie es, die vor den italienischen Abteilungen in wilder Flucht davoneilen. Daß sie eines Tages eine schwere und entscheidende Niederlage erleiden würden, stand von vornherein fest. Denn auch eine gut gerüstete abessinische Armee hätte auf die Dauer den überlegenen italienischen Streitkräften, die zudem über eine gewaltige Bomberflotte verfügen, doch nicht Stand halten können. Aber Marschall B a d o g l i o verzichtete nach seiner Ernennung zum Oberbefehlshaber der ostafrikanischen Streitkräfte darauf, um jeden Berg und jeden Ort ein erbittertes Ringen mit dem Gegner zu veranstalten und einen Abnützungskrieg zu führen, der die eigenen Reihen mim gestens ebenso gelichtet hätte, wie die des Gegners. Er war für unbedingten Großeinsatz aller Waffen und für ein Vorgehen gegen die abessinischen Armeen, als seien sie militärisch genau so gleichwertig wie europäische Einheiten. So bereitete er in wochenlanger Kleinarbeit eine Offensive vor, die im Zeichen der modernsten und schwersten Waffen stand. Die Abessinier suchten zwar zunächst noch Wider- stand zu leisten, aber dem enormen Aufwand an Kriegsgerät aller Art waren sie keine 24 Stunden gewachsen. Unter den schweren Geschossen, dem Dauerfeuer der Maschinengewehre und den unablässigen Bombenangriffen aus der Lust mußten sie weichen, zunächst langsam, dann immer schneller, bis schließlich die Flucht allgemein wurde und auch den Negus packte, der fein Prunkauto zurücklassen mußte, das als Siegestrophäe wohl demnächst in Rom Aufstellung finden wird. Die abeffinifchen Fronten find zusammengebrochen, sie existieren nicht mehr. Abessinien liegt dem italienischen Zugriff offen. Im Sturmschritt eilen die motorisierten Abteilungen auf der Straße nach Addis Abeba vorwärts, wäh» rend auf dem rechten Flügel der Nordfront zunächst durch die Besetzung des sudanesischen Grenzortes G a l l a b a t jede Waffenzufuhr von der anderen Seite her für die Abessinier gesperrt worden ist, zum andern aber der Tanasee erreicht wurde, in dessen Fluten sich die Trikolore spiegelt. Daß General Graziani im Süden mit verschränkten Armen der noch nicht vernichteten Armee des Ras N a s i b u gegenübersteht, mindestens aber daraus vernichtet, größere Aktionen in die Wege zu leiten, will angesichts der raschen Eroberung des abessinischen Kaiserreiches vom Norden her nicht viel bedeuten. Vielleicht ist ihm eine Schonung seiner Kräfte anempfohlen worden, um sie für andere Unternehmungen bereitzuhalten. Geht der italienische Vormarsch auf der Straße nach Addis Abeba und im Tana-See-Gebiet im gleichen Tempo weiter, dann wird binnen Wochenfrist ein gutes Drittel des ganzen abessinischen Gebietes, wenn nicht gar die Hälfte des fruchtbaren Teiles des Reiches des Negus unter italienischer Herrschaft stehen. Da durch den italienischen Siegeszug die Stämme in Unruhe geraten sind und sogar offen die zurückflutenden abessinischen Truppen bekämpfen, erscheint die italienische Hoffnung auf Auflösung des abessinischen Reiches und Absetzung des Negus nicht ganz unberechtigt. Die 3taliener am Tanasee. Rom, 14. April. (DNB.) In unterrichteten Kreisen erklärt man zu der in englischen Blättern bekundeten Beunruhigung über die Besetzung des abessinischen Zollpostens G a l l a b a t an der Su° dan-Grenze, daß man in Italien keine Besorg n i s s'e wegen der Nähe englischer und italienischer Truppen zu beiden Seiten der Sudan- Grenze hege. Es bestehe keinerlei Veranlassung, an- zunehmen, daß englische Truppen das von den Italienern besetzte abessinische Gebiet, oder italienische Truppen den englischen Sudan betreten würden. Unter dem Titel „Entgleisungen" wendet sich das halbamtliche „Giornale d'Italia" in einer kurzen Notiz auf der ersten Seite scharf gegen eine Erklä- rung des „Dailn Expreß", in der es hieß, „daß der Tanasee vis jetzt als ein englischerSee betrachtet worden sei, und immer ein solcher bleiben werde." Hierauf erwidert das „Giornale d'Italia", der Tanasee sei, oder um genauer zu sein, war ein abessinischer See, der sich jetzt in der Hand der italienischen Soldaten befinde. Dies sei die augenblickliche unbestreitbare Tatsachenlage. Daß er bisher als englisch angesehen werde, könne ein Wunsch, oder allenfalls ein „Hintertreppengeschwätz" sein. Es sei kaum zu begreifen, so schreibt das italienische Blatt weiter, wie der „Daily Expreß" einen solchen Irrtum habe aussprechen können. Auf den von der englischen Zeitung zwischen der Lage am Tanasee und dem Suezkanal gezogenen Vergleich entgegnet das „Giornale d'Italia ab- chließend: „Lassen mir diesen Vergleich ruhig bei» eite. Ein Vergleich muß, um genau zu sein, ho» nogene Begriffe enthalten, aber die i t a l i e n i ■ ch en Soldaten würden gegebenenfalls bereit ein, jeder Drohung den Gegenschlag zu versetzen." 3tülien hebt die Sklaverei im besetzten Abessinien aus. Genf, 14. April. (DNB.) Der italienische Unterstaatssekretär S u v i ch hat dem Generalsekretär des Völkerbundes ein Schreiben über die Aufhebung der Sklaverei in den von italienischen Truppen besetzten Gebieten Abessiniens zugehen lassen mit der Bitte, es allen Völkerbundsmitgliedern, sowie den Mitgliedern des 13er-Aus- schusies und des Sklavereiausschusses bekannt zu geben. Dieses Schreiben hat folgenden Wortlaut: Am 2. März hat die italienische Regierung bereits Gelegenheit gehabt, dem Völkerbund die Verordnung des Oberkommissars für Ostafrika vor« 14. Oktvber 1935 zur Kenntnis zu bringen, worin die Sklaverei in den Gebieten der Provinz Tigre, die Italien aus wohlbekannten Gründen Mi besetzen genötigt war, feierlich für abgeschafft erklärt wurde. Gleichzeitig wurde der entsprechend lautende Erlaß des Gouverneurs von Somaliland für die an die italienischen Kolonien grenzenden abessinischen Gebiete, die unter den gleichen Umständen von Italien besetzt wurden, ntttgeteilt. Im Anschluß hieran beehre ich mich, mitzuteilen, daß Marschall Bado gl io unter dem 12. April in Makalle folgenden Erlaß verkündet hat: „Völker von Tigre, von Amhara, von Godjam höret: Die Sklaverei ist der Rest einer alten Barbarei und dort, wo die italienische Fahne weht, kann es keine Sklaverei geben. Deshalb ist in Tigre, in Amhara und in Godjam, überall wo die italienische Fahne weht, die Sklaverei abgeschafft. Ich habe den Kauf und Verkauf von Sklaven verboten. Die Sklaven, die in Euern Ländern sind, sind befreit. Diejenigen, die Hilfe brauchen, sollen sich bei den italienischen Behörden melden. Sie werden Hilfe und Schutz erhalten. Wer die Bestimmungen dieses Erlasses übertritt, wird entsprechend dem Gesetz bestraft." Laval fordert Verständigung mit Deutschland. »Ohne Einklang zwischen Paris und Berlin gibt es keine tatsächliche Friedensgarantie für Europas Paris, 14. April. (DNB.) Der frühere Außenminister und Ministerpräsident Laval hat einer Zeitung in Clermont-Ferrand längere Ausführungen zur außenpolitischen Lage, insbesondere zur deutsch - französischen Auseinandersetzung, übermittelt. Die Veröffentlichung ist von der Pariser Presse nahezu ausnahmslos in vollem Umfange übernommen worden und wird von ihr als bedeutsam bezeichnet. Laval bekennt sich eingangs zum Gedanken der deutsch-französischen Verständigung. Ohne Einklang zwischen Paris und Berlin gebe es feine laifachliche Friedensgarantie für Europa. Das habe er hundertmal gesagt. In seinen weiteren Darlegungen wiederholt Laval aber die bekannten Argumente, insbesondere zur Verteidigung des Paktes mit Sowjetrußland, die aus französischen Ministerreden und Zeitungsartikeln zur Genüge bekannt sind. Deutschland, so behauptet er, habe zwar Frankreich zu wiederholten Malen die Friedenshand hingestreckt, habe aber durch seine Handlungen die Wirkung wieder zunichte gemacht. Die begründete deutsche Behauptung, daß Frankreich niemals auf deutsche Friedensvorschläge eingegangen sei, will Laval nicht gelten lassen. Während der 15 Monate, in denen er für die Außenpolitik verantwortlich gewesen sei, habe er niemals eine Gelegenheit versäumt, seinen Wunsch nach einer Verständigung mit Deutschland Ausdruck zu geben. In diesem Zusammenhang geht Laval auf den französisch- sowjetrussischen Beistandspakt ein. Laval möchte es auch so dargestellt wissen, als ob Deutschland im Jahre 1935 gegen den Abschluß von zweiseitigen Abmachungen über gegenseitigen Beistand nichts emzuwenden gehabt habe. Dabei beruft sich Laval auf angebliche Feststellungen Sir John Simons in Berlin. So entschieden Laval auch hierbei den französischen Standpunkt heraushebt, so nachdrücklich tritt er im weiteren Verlauf seiner Erklärung für Verhandlungen mit Deutschland ein. Ich möchte, schreibt er u. a., keine Erklärungen abgeben, die die französische Regierung stören könnten, da sie allein verantwortlich ist und auch die Entschlüsse zu fassen hat. Eines Tages, den ich nahe hoffe, wird eine neue Vertrauensatmosphäre zwischen den verschiedenen Völkern ohne Zweifel gestatten, das niemals bisher gelöste Problem der Begrenzung der Rüstungen wieder aufzuwerfen. Reichskanzler Hitler macht Vorschläge, mit deren Einzelheiten ich mich nicht zu befassen habe. Das ist Sache der Regierungen, aber die systematische Weigerung, zu verhandeln, würde meiner Ansicht nach falsch sein. Unter der Bedingung, daß wir stark bleiben, halte ich es für eine Pflicht, alles zu tun und nichts zu vernachlässigen, um eine Festigung des Friedens zu erreichen. Die Psychologie unseres Landes ist gewiß nicht die Deutschlands. Alles das ist kein Grund, um einer Aussprache auszuweichen, die mehr denn je notwendig ist. Man müßte nur in Berlin wissen, daß es gewisse Diskussionsmethoden gibt, die Frankreich nicht annimmt. Wenn man mir entgegenhält, daß wir neuen Enttäuschungen entgegengehen, so antworte ich, daß wir unseren unbedingten Willen zur Errichtung des Friedens zeigen und beweisen müssen. Natürlich können wir nur in Übereinstimmung mit unseren Freundschaften und mit unseren Bündnissen handeln. Der Frieden, den wir wollen, ist kein egoistischer Frieden, kein Frieden nur für uns allein. Wir fordern einen Frieden für alle im Westen wie im Osten. Die Erklärungen Hitlers würden keinen Wert haben, wenn sie einen anderen Sinn hätten. Es handelt sich nicht mehr darum, sich lang und breit mit Formeln zu befassen, sondern es gilt, das wesentliche Endergebnis zu erreichen. Wenn die in der Vergangenheit gewählten Systeme gescheitert find, müssen wir andere suchen und finden. Bei Beginn von Verhandlungen reiht sich ein Plan an den anderen, ohne daß sie sich immer gleichen. Auf den deutschen Plan folgte der französische Plan, morgen vielleicht ein englischer Plan. In den Zustand der Unruhe und der Unordnung, in dem sich Europa befindet, muß man handeln, schnell handeln. Man muß in erster Linie eine Lösung der französisch-deutschen Fragen versuchen. So schwierig auch eine Regelung sein mag, kein französischer Staatsmann darf sich der Notwendigkeit entziehen, sie zu versuchen, wenn er nickt die schwierigste Verantwortung auf sich laden will. Die Achtung vor den Landesgrenzen und die Achtung vor den innerpolitischen Systemen der verschiedenen Länder ist dabei die Bedingung, und zwar die wahre Bedingung eines dauerhaften Friedens. In Frankreich war man von der Haltung Englands enttäuscht. Ich gebe zu, daß meine Heber» raschung nicht so groß war wie die der Mehrzahl meiner Landsleute. Da ich als Franzose denke, finde ich es natürlich, daß man auf der anderen Seite des Kanals englisch denkt. Und an dem Tage, da wir nicht mehr tue einen oder die anderen unserer Verhandlungspartner dazu zwingen wollen, ebenso zu denken wir wir, werden wir einen großen Schritt zum Verständnis gemacht haben. Unsere Zusammenarbeit wird dann bedeutend erleichtert sein. Die Forderung französischer Frontkämpfer. Paris, 15. April. (DNB.) In Reims fand in den letzten Tagen die 20. Jahresversammlung der „Union F 6 d 6 rale", des größten französischen Frontkämpfer verbandes, statt, Der annähernd eine Million Mitglieder zählt. Diese Tagung stand nach den Worten Des wiedergewählten Vorsitzenden Henri P i ch o t unter dem Zeichen der nationalen Sammlung. Pichot äußerte sich einigermaßen skeptisch über den Parlamentarismus. Er führte aus, daß die Kammerwahl ein nur ungenaues Bild des Landes liefere. Die neue Kammer werde sich sagen müssen, daß die Tage ernster Verantwortung gekommen seien. Die öffentliche Meinung werde fordern, daß die Regierung von unbescholtenen/ mutigen Männern gebildet werde, die sich des nationalen Gewissens bewußt seien. Pichot sprach in diesem Zusammenhang auch von den jungen Kräften, die an Stelle der unfähigen Polittker die Staatsreform und die Erneuerung der Wirtschaft durchführen würden. Ausführlich erörtert wurde die außenpolitische Lage, das deutsch-französische Verhält- n i s und das Problem des Friedens. In einer von dem Frontkämpferverband angenommenen Entschließung wendet sich die „Union Föderale" gegen die inneren Kämpfe zwischen Franzosen. Sie lehnt jede Politik der Vereinsamung ab und erklärt, daß es die Aufgabe Frankreichs bei den bevorstehenden internationalen Verhandlungen fein müsse, mit Ruhe und Festigkeit unabhängig von den Schwankungen der Innenpolitik die. „kollektive Sicherheit im Rahmen des Völkerbundes" zu vertreten. 3ntereffaute Ergebnisse einer Umfrage. Paris, 15. April. (DNB. Funkspruch.) Auf die Befragung, die das Journal" unter feinen Lesern über verschiedene Tagesprobleme veranstaltet hat, find bisher rund 114 000 Antworten eingelaufen. Die Frage: „Sind Sie der Ansicht, daß der Friede Europas von der deutsch-französischen Annäherung abhängig ist?" haben 87 964 Leser mit Ja und 2 5 6 4 4 mit Nein beantwortet. Die weitere Frage: „Glauben Sie, daß wir uns mitDeutschland verständigen können?" wurde mit 78 1 7 4 Ia - Stim - men und 3 2 300 Nein-Stimmen beantwortet. Hingegen ist die Frage, ob es dem Völkerbund eines Tages gelingen werde, einen dauerhaften Frieden in Europa herzustellen, mit 21 940 Ja- und 87 9 6 8 Nein-Stimmen beantwortet worden. Bei der Frage nach den vier französischen Staatsmännern, in die man das größte Vertrauen setzt, steht Laval mit 45 612 Stimmen an der Spitze. Es folgen Tardieu mit 39 608, Man - bei mit 22196, Franklin-Bouillon mit 11 530 und Flandin mit 11168 Stimmen. Die Generalsiabsbefprechungen. London, 14. April. (DNB.) Die General« stabsbesprechungen auf Grund der Denkschrift der Restlocarnomächte werden am Mittwoch in London beginnen. Auf englischer Seite nehmen u. a. Generalleutnant Dill für das Heer, der Stellvertretende Chef des Flvttenstabes Vizeadmiral James für die Flotte und Vizeluftmarschall C o u r t n e y für die Flugstreitkräfte teil. Frankreich wird durch den stellvertretenden Generalstabschef General Schweißguth (Heer), Gene» ral Mouchard (Luftflotte) und Vizeadmiral A b r i a l (Flotte) vertreten. Die belgischen Vertreter sind Generalmajor de Fontaine und der Luftfahrtattachs in London Major Wouters, sowie zwei ober brei jüngere Offiziere. Italien nimmt an ben Militärbesprechungen ber Rest- locarnomächte bekanntlich nicht teil. Generalstreik der nordfranzösistben Bergarbeiter. Paris, 14. April. (DNB.) Auf einer Generalversammlung ber Vertreter sämtlicher Gewerkschaften des nvrbfranzösi s ch en Kohlenbeckens in Lens wurde beschlossen, am 1. M a i in den Generalstreik zu treten. Al» Grund für diese Maßnahme wirb angegeben, bafj bie Vergünstigungen, bie ben Arbeitern über Tag zugeftanden würben, ungenügend seien, und daß bie Untertagearbeiter nicht einmal biese Vergünstigungen erhalten hätten. Landjahr 1936. Don Ministerialrat Adolf Schmidt-Bodenstedt. Am 17. April beginnt das diesjährige „Landjahr". Wir haben den Leiter der Lano- jahr-Abteiluna im Reichs- und Preußischen Ministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung, Ministerialrat Schmidt- Badenstedt, gebeten, uns einige grundsätzliche Ausführungen für das Landjahr 1936 zur Verfügung zu stellen. Die Schriftleitung. Für die meisten der mehr als 30 000 Jungen und Mädchen, die in diesen Tagen auf große Fahrt in die Landjahrlager nach Niedersachsen, Pommern, Schleswig-Holstein, Schlesien, Ostpreußen, Rhein- land und Westfalen gehen, bedeutet dies den ersten längeren Abschied von ihren Eltern, ihren bisherigen Kameraden, von der Stätte, in der sie ihre Kinderzeit verbracht haben. Wohl wird es den Eltern etwas schwer ums Herz sein, ihre Kinder nun für acht Monate herauszugeben in eine fremde Umgebung unter Führung ihnen zunächst noch unbekannter Menschen. Aber sie wissen auch, daß sie ihre Jungen und Mädchen damit nicht einem unbekannten Schicksal ausliefern, sondern daß der nationalsozialistische Staat dieses Landjahr geschaffen hat, um ihren Kindern in einer gesunden Umgebung unter der Leitung bewährter und für die Aufgabe besonders geschulter Erzieher eine bevor- zuate Erziehung zuteil werden zu lassen. Das Landjahr ist in seiner Art ohne Beispiel in der deutschen und außerdeutschen Geschichte des Erziehungswesens. Es wurde zum ersten Mal, zunächst als Versuch, mit beispiellosem Erfolg durchgeführt im Jahre 1934, und es hat sich heute nach !weijährigem Bestehen endgültig durch ge - etzt. Wenn auch zunächst die Stimmen der Be- enklichen nicht fehlten, die vor einem Erziehungsexperiment warnen zu müssen glaubten, das keinerlei Vorgänger habe und vielleicht zu einem Mißerfolg führen könne, so gibt es heute um so mehr Pädagogen und Er^iehungsmänner, die begeisterte Anhänger und Verfechter dieser in der Tat revolutionären Erziehungsgrundsätze des Landjahres sind. „Seine besten Verteidiger aber sind", wie Reichsminister R u st, der Schöpfer des Landjahres, feststellen konnte, „die Eltern, die ihre Kinder zurückbekommen haben, wie sie sie noch nicht kannten, rechtwinklig an Leib und Seele." Das zeigt wohl am eindeutigsten, wie tief der Erziehungsgedanke des Landjahres, feine Form und Durchführung in die breitesten Schichten des Volkes Eingang gefunden hat. Es sind die Kinder des Volkes, ohne Unterschied des Standes und der Konfession, die im Landjahr eine Erziehung genießen, wie sie früher in ihrer umfassenden Auswirkung kaum ausdenkbar gewesen ist. In der Kameradschaft des Lagers erkennen die Kinder, daß allein entscheidend für die Wertung des einzelnen die Leistung ist, mit der er der Gemeinschaft dient. In diesem einen Jahr sollen die jungen deutschen Volksgenossen an sich selbst erleben, daß konfessionelle Verschiedenheiten keine Grenzen zu bedeuten brauchen, und daß nur in der Zusammenfassung der Kräfte der Einzelnen in der Gemeinschaft die Energien ausgelöst werden, die die Zukunft eines Volkes garantieren. Das Landjahr erfaßt die in körperlicher und geistiger Beziehung erbbiologisch gesunden und charakterlich wertvollen Jungen und Mädel arischer Abstammung und deutscher Staatszugehörigkeit, um sie durch zuchtvolle, gleicherweise vom praktischen Leben und vom Volkstum der Gegenwart her bestimmte Gemeinschaftserziehung auf dem Lande bei bäuerlicher Arbeit geistig wie körperlich harmonisch durchzubilden und bei nationalsozialistischer Schulung zu freudiger Einsatzbereitschaft für das Volksganze zu erziehen. Grundsätzlich sind alle deutschen Kinder zur Teilnahme am Landjahr verpflichtet, soweit sie den Grundsätzen der Auswahl entsprechen und Aufnahmemöglichkeiten vorhanden sind. Bevor- zugt werden dabei Kinder aus einer gesundheitlich gefährdeten Umgebung. Die Landjahrpflichtigen müllen zur Feststellung ihrer Tauglichkeit vor der Entsendung in die Landjahrlager wiederholt ärztlich untersucht werden. Ein ins einzelne gehender Beurteilungsbogen fordert eine sorgfältige Stellungnahme des Arztes und eine eindeutige Beurteilung durch die Schule. Ueber die Herkunft, die wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse Der Landjahrpflichtigen mögen folgende Feststellungen Auskunft geben: Von den im Jahre 1935 in das Preußische Landjahr eingezogenen 31504 Jungen und Mädchen waren 2981 Väter Beamte. Die Zahl der Väter in einem Angestelltenverhältnis betrug 3802. Selbständige Kaufleute, Händler und Handwerker waren 3140 Väter; in sonstigen Berufen standen 3051. Weiter waren 11 500 Väter gelernte Arbeiter, 6896 ungelernte und 129 landwirtschaftliche Arbeiter, erwerbslos waren 5565 Väter. Aus Großstädten mit über 100 000 Einwohnern stammten 18 467, aus kleineren Städten 7597 Landlahrpflichtige. Die übrigen 5440 Landjahrpflichtigen sind in Landgemeinden, die in einem Notstandsgebiet liegen, beheimatet. Das Landjahr ist kein Land f ck u l jahr und nicht „Unterricht in ländlicher Umgebung". Es räumt auf mit einer verträumten Erntewagenromantik einer Zeit, die selbst schon die Verbundenheit mit dem Boden verloren hatte. Im Landjahr sehen und erleben die Kinder es täglich, daß dieser Boden nichts schenkt, sondern sich nur in harter Arbeit immer wieder neu seine Ernte abringen läßt, und sie wachsen durch die Arbeit selbst hinein in den Lebenskreis des mit dem Boden verbundenen Bauerntums und Dorfhandwerks in dem für ihre Gesamthaltung entscheidenden Lebensalter von 14 Jahren. Im Landjahr herrscht das Gesetz der Gemeinschaft und der Kameradschaft des Lagers, und daraus erwachsen die Formen der Schulung und der Erziehung. Jeder Junge und jedes Mädel erleben es an sich selber in Arbeit, Sport und Spiel, wie die Gemeinschaft sie mitreißt und ihre Leistungen steigert. Aber nicht auf die Leistung technischen Könnens und besonderer Fähigkeiten zielt die Landjahrerziehung hin, sondern auf die Leistung des Charakters, auf Stählung des Willens ebenso wie auf Sauberkeit der Haltung. Alles dient dieser Erziehung, die nicht darauf abgestellt ist, Spitzenleistungen einzelner, besonders gut veranlagter Jungen und Mädchen heranzuzüchten, sondern bei planmäßiger Aufbauarbeit und allmählicher Leistungssteigerung die Durchschnittsleistungen der Lagergemeinschaften zu steigern. Der Erfolg blieb nicht aus. An der Schwelle des dritten Landlahres, das am 17. April beginnt, kann rückblickend festgestellt werden, daß die Schulentlassenen der Jahre 1934 und 1935 nach Ableistung ihrer Landjahrpflicht gesünder und froher, wider- standsfähig und arbeitstüchtiger in das für sie nun beginnende praktische Leben hinausgingen. Paris, 15. April. (DNB. Funkfpruch.) Die politische Entwicklung in Spanien macht die französische presse, soweit sie nicht zur Volksfront gehört, besorgt. Man fürchtet Rückwirkungen auf die französische Innenpolitik. Der „Jour" behauptet heute, daß Bucharin, der frühere Leiter der Komintern, nach Spanien unterwegs sei, um eine kommuni st ifche französisch - spanische Legion zu organisieren. Bucharins Eintreffen fei bereits aus präg und dann aus Bafel gemeldet worden. Möglicherweise werde er über Straßburg auch nach paris kommen. In Straßburg werde er zunächst einmal die Finanzierung der dortigen Kommunisten durch Moskau regeln, nachdem diese durch die Verhaftung Eberleins gestört worden sei. In p a r l s werde Bucharin mit den Kommunisten führern Frankreichs verhandeln und dann am 19. April in Madrid eintreffen. Das Blatt kündigt bereits seht an, daß man Dementis dieser Informationen nicht zu fürchten brauche. Für die Durchreise Bucharins durch Frankreich werde es Beweise schaffen. Am Mittwoch, so meldet der „Iour" weiter, werde in Paris eine kommunistische französisch-spanische Legion gegründet werden. Sie solle die rote Einheitsfront unterstützen, d. h. Unter st ühung der kommuni st ischen Massen zum Zwecke der proletarischenRevolution. Die französischen Kommunisten hätten für dieses Abkommen nur eine Bedingung gestellt, nämlich, daß die spanischen Kommunisten ihre französischen Kameraden in „analogen Fällen" zu unterstützen hätten. Anschläge aus französische Polizeipräfekturen. Paris, 14. April. (DNB.) In weniger als 48 Stunden sind auf drei französische Poli- Jede erzieherische Einwirkung auf Menschen ist in höchstem Maße abhängig von der Persönlichkeit des Erziehers. Auch die Durchführung des Landjahres steht und fällt mit dem Einsatz geeigneter Männer und Frauen, die die Aufgabe erkennen und gewillt und innerlich bereit sind, sie durchzuführen und ihre Kräfte des Herzens und der Seele dafür einzusetzen. Der Erfolg hat bewiesen, daß bei dem Einsatz dieser Landjahrerzieherschaft die richtigen Wege beschritten wurden. In mehrwöchigen Schulungs- und Ausleselagern mußten die künftigen Landjahrerzieher und -erzieherinnen — sie stehen alle im Alter von 20—30 Jahren — ihre Fähigkeit beweisen, auf Grund ihrer körperlichen, charakterlichen und weltanschaulichen Eignung als lebendige kämpfe- ische Jugendführer die Forderungen selbst vorzuleben. So wurde ein Erzieherkorps gewonnen, das aus innerer Berufung ouchdrungen ist von der Verpflichtung, nationalsozialistische Gefolgschaftsund Kameradschaftsgesinnung vorzuleben und in unermüdlicher Hingabe den genialen Gedanken des Landjahres in täglicher harter Anspannung aller Kräfte zu gestalten. Den bewährtesten Erziehern und Erzieherinnen wird die Leitung der Landjahrlager übertragen, in denen die Landjahrpflichtigen in mehreren Gruppen zu je 20 Kinder zusammen- gefaht sind. Jungen und Mädchen sind in getrennten Lagern untergebracht. Im letzten Jahr ist außer in Preußen und dem Saarland auch in anderen deutschen Ländern das Landjahr gesetzlich eingeführt worden. Während die Verwaltung im einzelnen den Ländern obliegt, werden die grundsätzlichen Richtlinien von dem Reichs- und Preußischen Ministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung erteilt. Die Jungen und Mädel im Landjahr tragen auf Grund einer Vereinbarung mit dem Reichsjugendführer. die Uniform der Hitlerjugend, und den Landjahrerziehern sind Ränge in der HI. verliehen' worden. Das Landjahr als Schöpfung des nationalsozialistischen Staates bedient sich der lebendigen Formen einer Erziehung, wie sie die nationalsozialistische Bewegung entwickelt hat: der durch Idee und Erlebnis geformten Gemeinschaft, des Lagers. Und indem das Landjahr in ständiger engster Zusammenarbeit mit der nationalsozialistischen Bewegung steht, werden die aus ihre immer neu strömenden Kräfte in der Erziehung der Landjahrpflichtigen wirksam. aeipräfetturen Anschläge verübt worden, die jedoch keinen nennenswerten Schaden anrichteten. Am Montagmorgen fand der Pförtner der Polizeipräfektur von Nantes in einem der Zimmer des Erdgeschosses eine leere Dose, die eine leicht explodierbare Flüssigkeit enthalten hatte und die von außenher ins Zimmer geschleudert worden war. Das Feuer, das im Anschluß an die Explosion ausgebrochen war und das niemand bemerkt hatte, war jedoch von selbst erstickt, so daß nur unbeträchtlicher Sachschaden verursacht wurde. In der Nacht zum Dienstag drangen Unbekannte in ein Büro des Polizeipräsidiums von Quimper (Bretagne) ein und begossen den Fußboden mit Benzin, das sie allerdings nicht anzündeten. Man vermutet, daß dieser Anschlag von bretonischen Autonomisten ausgeführt wurde. Ein dritter ähnlicher Anschlag wurde schließlich auf das Polizeipräsidium von t. Brieu , ebenfalls in der Bretagne, verübt, wo eine mit einer leicht explodierbaren Flüssigkeit gefüllte Flasche in das Büro eines hohen Beamten geschleudert wurde, ohne jedoch zu explodieren. Auch hier nimmt man an, daß es sich um einen Anschlag von bretonischen Autonomisten handelt, die am 15. Februar einen Drohbrief an die französische Regierung gesandt hatten, in dem sie die Einführung der bretonischen Sprache im Schulunterricht forderten. Kommunisten stören eine Parade in Madrid. Madrid, 14. April. (DNB.) Bei der mili- tärischen Parade, die am Dienstag aus Anlaß des fünfjährigen Bestehens der spanischen Republik unter Teilnahme der Bevölkerung und sämtlicher städtischen und staatlichen Behörden aus der Castellana abgehalten wurde, wurden gegenüber der Präsidialtribüne und neben der Tribüne, auf der das diplomatische Korps Platz genommen hatte, von unbekannten Tätern Feuerwerkskörper entzündet. Da die Explosion der Feuerwerkskörper im ersten Augenblick für Pistolenschüsse gehalten wurden und man an einen kommunistischen UeberfaU glaubte, entstand unter den Zisichauern eine Panik, die sich jedoch bald legte. Die Parade wurde fortgesetzt. Bei den Feuerwerkskörpern handelte es sich um die gleichen, wie sie auch auf den spanischen Jahrmärkten abgebrannt werden. Die Kommunisten versuchten, sich mit ihren roten Fahnen der Parade anzuschließen, wurden jedoch von der Polizei daran gehindert. Kurz nach dem Zwischenfall wurden von Kommunisten Flugzettel verteilt und auch zu den Tribünen des diplomatischen Korps hinaufgeworfen. Nach Beendigung der Parade kam es zwischen Kommunisten und politischen Gegnern zu einer Schießerei, die ein Todesopfer und vier z. T. Schwerverletzte forderte. Weitere Tote und Verwundete in Spanien. Madrid. 15. April. (DNB. Funkspruch.) In der Nacht zum Mittwoch kam es in Spanien im Anschluß an die amtlichen Feiern anläßlich des fünfjährigen Bestehens der spanischen Republik zu mehreren blutigen Zwischenfällen. Im „Jerez de la Frontera" wurde der Führer der spanischen Faschisten von Marxisten überfallen und lebensgefährlich verletzt. Im Verlaufe einer Schießerei wurde weitere sechs Personen verwundet und eine getötet. In Linares forderte eine Schießerei zwischen Sozialdemokraten und Kommun i ft e n einen Toten und drei Schwerverletzte. Unter den letzteren befindet sich auch der Chef der städtischen Polizei. In P a mp l o n a wurde aus Protest gegen die Arbeitslosigkeit von den sozialdemokratischen Gewerkschaften der Generalstreik erklärt. In Madrid stellten um Mitternacht sämtliche Kraftdroschken ihren Betrieb ein, um ihre Lohnforderungen durchzudrücken. ©er apostolische Nuntius bei Garraut. Paris. 15. April. (DNB.) Der französische Mi- nifterpräfioent Sarraut empfing am Dienstagnachmittag den apostolischen Nuntius. Sin Wechischer„phöliix"-profesl Wien, 15. April. (DNB.) Wie zuverlässig verlautet, hat die tschechoslowakische Regierung durch ihren Wiener Geschäftsträger am Dienstag beim Außenminister Berger-Walde n e g g Vorstellungen in der Angelegenheit der Versicherungsgesellschaft Phönix erhoben. Dem Vernehmen nach soll der Geschäftsträger darauf hingewiesen haben, daß die von der österreichischen Regierung durchgeführte Regelung der Phönix- Angelegenheit gegen die verschiedenen Vereinbarungen verstoße, die zwischen der österreichischen und der tschechoslowakischen Regierung sowie zwischen den staatlichen Versicherungsaufsichtsbehörden in Wien und Graz im Laufe der Jahre geschlossen wurden. Die Beisetzung Demerdzis'. Athen, 14. April. (DNB.) Unter großer Anteil- nähme der Bevölkerung wurde der in den frühen Morgenstunden des Ostermontag plötzlich verstorbene griechische Ministerpräsident Demerdzis am Dienstagnachmittag z u Grabe getragen. Die Beisetzung fand in überaus feierlicher Form statt. Dem Trauergottesdienst in der Kathedrale wohnten der König, der Thronfolger, alle Mitglieder der Regierung, die hohen geistlichen Würdenträger, Vertreter der Beamtenschaft und der Wehrmacht sowie das diplomatische Korps bei. Die Garnison von Athen erwies dem Verstorbenen bis zum Friedhof militärische Ehren. Der neue Ministerpräsident General Metaxas hielt in der Kathedrale auf feinen verstorbenen Amtsvorgänger eine Trauerrede, in der er u. a. feststellte, daß das ganze politische Leben Demerdzis' ohne Hintergedanken und ohne persönliche Interessen dem Wohle Griechenlands gewidmet gewesen sei. Der Tod von Demerdzis, der gleichsam als Soldat auf dem Schlachtfeld gefallen sei, bedeute einen großen Verlust für Griechenland. Sein Andenken werde unvergessen bleiben. Seiki!) des Führers. Berlin, 14. April. (DNB.) Anläßlich des Ablebens des griechischen Ministerpräsi- denten Demerdzis hat der Führer und Reichskanzler Seiner Majestät dem König von Griechenland und der griechischen Regierung telegraphisch feine aufrichtige Teilnahme übermittelt. Moskau wühlt in Frankreich und Spanien Eine kommunistische französisch-spanische Legion in Vorbereitung. Besorgnisse in der französischen presse. Bas feß^efBBfe. rande Fbnnal van *ÄLV&* KÜNDE SORTE gfcwfihrieifiei refilofe Ent- ■ DICK Aus aller Wett Neues für den Büchertisch Telephon 4314 mi«D 2 MUe s» [*==] LN» * yjWVV frei, 3000 Klm. UJIIO lUW UtU! gelaufen, zu verkaufen. Wo, sagt Are null sucht zum 1. Mai Gesuchtp.1.7.36 Z-ä-Zinuii-.Wohii. 21/J-ZiiB.-Wohn. I Verkäu /Y, : • I 4M l r¥ x MH, - Ein eigenartiges Schauspiel entrollte sich auf dem historischen Römerberg in Frankfurt a. M., wo ein Schachspiel mit lebenden Figuren stattfand. Zahlreiche Zuschauer verfolgten mit großer Spannung den Verlauf des interessanten Spiels. — (Scherl-Bilderoienst-M.) Das Ehrenzeichen. Von Inh Georg Dietrich. Der Tisch war abgeräumt worden, die Jagdgesellschaft rückte zum Plaudern zusammen. Es dauerte nicht lange, bis die Runde an den Gast, der zum ersten Male in ihrer Mitte weilte, die Frage richtete, was es mit dem verbogenen Eifenring, den er an einer Schnur aus der Westentasche gezogen hatte, für eine Bewandtnis hätte. „Nur eine Erinnerung an unseren afrikanischen Feldzug", klang es zurück. Man bestürmte ihn um Aufklärung, und die Schilderung seiner Erlebnisse gedieh allmählich bis zu dem Einzelfall, auf den alle so neugierig waren: „Also zum Ring! Ich muß da noch ein wenig Ihre Geduld in Anspruch nehmen. Eines Tages wurde ich eilig nach der Station befohlen. Ich fand hier einen Allerweltskerl, dessen Name Negendank allen Kolonisten geläufig war, wenn er selbst sich auch meist nur Maxe zu nennen pflegte. Wo im weitesten Umkreise ein Gebäude, Gerät, Gewehr oder auch eine Maschine der Reparatur bedurfte, wandte man sich an Maxe, der schnell und sachkundig jeden Schaden zu beheben verstand. Seine Schnoddrigkeit erklärte er lachend damit, daß er Urberliner wäre. Er hatte es in Spanbau bis zum Unteroffizier gebracht und schien es als seine wichtigste Kulturaufgabe aufzufassen, die bewährten heimischen Kasernenhofblüten auf afrikanischem Boden neu ersprießen zu lassen, wozu ihm die Einberufung zur Reserveübung reichlich Gelegenheit bot. Hier gewann er sich die Herzen unserer Askaris damit, daß er deren schwer zu merkende Namen durch ihm geläufigere deutschen Klanges ersetzte, wie Schulze, Lehmann, Pietsch und dergleichen. Ein Verfahren, das die Umgetauften als besondere Ehrung empfanden. Der Ungeschickteste seiner Abteilung war der neuangeworbene Ura Ibn, von Negendank in „Urian" verdeutscht. Taufpate war hierzu der Höllenfürst Urian, der sich vermutlich gehütet haben würde, mit Jbns teuflischem Grinsen in Wettbewerb treten zu wollen... Mein Dienst rief mich landeinwärts. Untrügliche Anzeichen drohender Feindseligkeiten spornten unsere Vorbereitungen an. Endlich kam der ersehnte Befehl, xum nächsten Sammelplatz vorzurücken. Als wir dort eintrafen, überraschte mich meine Beförderung zum Hauptmann, und ungeachtet meiner Jugend wurde ich mit der Führung des hier vereinten Truppenkörpers beauftragt. Auch Sergeant Negendank stieß mit seiner Abteilung zu uns. Der luftige Drill- meister hatte sich inzwischen trefflich bewährt, und sogar aus Urian war, wovon ich mich bald überzeugen konnte, ein strammer Soldat und bewunderungswürdiger Majchinenschütze geworden. Sie alle kennen den bitteren Verlauf des Feldzugs. Was unfern schwarzen Jungen an Kriegsauszeichnungen zuteil wurde, war bei Gott redlich verdient. Keiner konnte diese aber auch mit größerem Stolze tragen als unsere unverwüstlichen Askaris. Der von brennendem Ehrgeiz gepeinigte Ibn zählte nicht zu diesen Auserwähtten, Denn trotz vieler Vorzüge war es noch nicht gelungen, seiner Einfalt die Verantwortung und Sorgfalt für die ihm anvertrauten Waffen beizubringen. Leider war unser Vorrat an Ehrenzeichen bald aufgebraucht, so daß ich auch die Tapfersten mit einem mündlichen Lob vor der Front begnügen mußten. Unter dem Umstand, nicht dekoriert zu fein, litt niemand offensichtlicher als Ura Ibn, schlug er doch bei jeder Kampfhandlung an Negendanks Seite tollkühn sein Leben in die Schanze. Die Notwendigkeit, uns immer wieder zurückziehen zu müssen, versetzte ihn in wahre Raserei. In unserer bedrängten Lage meldete er sich eines Abends freiwillig zu dem Trupp, der unter Führung seines Maxe mit Maschinengewehren im Buschwerk verborgen unfern Rückzug decken sollte. Ein verlorener Posten, dem nur die Wahl zwischen Tod und Gefangenschaft blieb. Der Mangel an Nahrung und Heeresgut zwang das Gros zu anstrengenden Eilmärschen, so daß wir darauf verzichten mußten, für die Nacht Zelte aufzuschlagen. Es war am dritten Morgen nach der Trennung von unferm urwüchsigen Sergeanten, als ich aus meinem bleiernen Schlafe aufgeschreckt wurde. Neben mir kniete Ura Ibn in zersetzter Kleidung, Stirn und Arm notdürftig verbunden, mit fiebernden Augen. Doch fest an seine Brust gepreßt hielt er sein unbrauchbar gewordenes kleines Ma chinen- gewehr, das er durch alle Gefahren hindurch geschleppt hatte. „Hauptmann, zur Stelle", keuchte er und setzte triumphierend hinzu: „Waffe mit!" Völlig entkräftet brach er zusammen. Seitdem weiß ich, daß uns auch eine Teufelsfratze schön und edel anmuten kann. Beim Aufbruch befahl ich, den schwerverwundeten Urian auf einem unserer wenigen Wagen zu betten und hielt mich während des Marsches in seiner Nähe. Krampfhaft umkrallte seine Hand einen Gegenstand, den er an einer Schnur auf der Brust trug. Nach langer Fahrt erwachte Ibn, ich trat zu ihm, und pflichtgemäß erstattete er mit schwacher Stimme die Meldung, daß jein Maxe und alle anderen gefallen und er als einziger Ueberlebender sich zu uns durchgehungert hätte. „Und Waffe mitgebracht!" hauchte er. Beglückt streichelte er während meines Lobes das umgehängte Kleinod, in dem ich jetzt einen stählernen Ring erkannte, dem der Reichsadler und einige Zeichen eingestanzt waren, er schien von einem zertrümmerten Maschinengewehr herzurühren. Auf meine erstaunte Frage ermannte sich Ura noch einmal zu her stolzen Antwort, daß der Ring der höchste Orden wäre, den der Kaiser für die tapfersten Askaris eigens geschickt habe. Schon sterbend hätte ihm das der Maxe erzählt und ihm die Schnur um den Hals gehängt. Lächelnd wies der Kranke die ihm gereichte Stärkung zurück und streckte sich zum letzten Schlummer. Am Abend begruben wir unfern braven Kameraden Urian. Meine Herren, Hut ab, vor diesen beiden Deutschen, dem weißen, der im Augenblick der Ewigkeit feinem schwarzen Bruder, den er verloren weiß, durch eine gütige Lüge das heißeste Sehnen erfüllt, und auch vor Dem armen Teufel, Der belogen, aber in höchster Glückseligkeit, zu seinen Vätern einging. Zum Gedächtnis an diese beiden bewahre ich den Ring, der von einem Helden verliehen. Das letzte Schlagen eines Heldenherzens vernahm." Buch und Leser. Aus der Arbeit der Reichsstelle zur Förderung des deutschen Schrifttums im Gau Hessen-Nassau berichtet der Kulturoienst des NSG. Hessen-Nassau folgendes: Die Reichsstelle zur Förderung des deutschen Schrifttums nimmt im Rahmen der kulturpolitischen Aufgaben des nationalsozialistischen Staates einen bedeutenden Platz ein. Sie hat in planvoller, gründlicher Arbeit in allen deutschen Gauen Landes- und Kreisdienststellen ins Leben gerufen, Die in ihrem Auftrag für ein gutes und weltanschaulich vertretbares Schrifttum Sorge tragen. Auch Die Landesdienststelle Hessen-Nassau konnte die Betreuung der Leserschaft in ihren Bezirken erfolgreich betreiben. Die Büchereien unseres Gaues wurden von Schmutz und Schund sowie von marxistischer Literatur gereinigt. Ihre Arbeit geschieht in enger Fühlungnahme mit der Partei und ihren Gliederungen sowie in ständiger Verbindung mit Presse, Buchhandel und Rundfunk. Eine Reihe von Buchausstellungen, Dichterabenden und Vortragsveranstaltungen in Frankfurt und den übrigen größeren Städten unseres Gaues machte die Volksgenossen wirkungsvoll mit der Tätigkeit der Landesdienststelle bekannt. Ein besonderer Erfolg stellt die von der Landesdienststelle durchgeführte Büchersammlung zugunsten Der Lager Des deutschen Arbeitsdienstes, Die in zwei Jahren 9000 Bände einbrachte, dar. Die Buchberatung nimmt einen immer größeren Raum in der Arbeit Der Reichsstelle 3ur Förderung des deutschen Schrifttums ein. Mit der „Bücherkunde", Der monatlich erscheinenden Zeitschrift Der Reichsstelle, war Dar, Organ geschaffen, das die wichtigsten Ergebnisie des deutschen Schrifttums auf Grund sorgfältiger parteiamtticher Prüfung laufend bespricht. Die Landesdienststelle Hessen- Nassau hat das ihrige dazu beigetragen, bas Verständnis für ein arteigenes, würdiges deutsches Schrifttum im Gau zu vertiefen und Den Forderungen unserer Weltanschauung entsprechend Das Bekenntnis zum guten deutschen Buch in immer weitere Volkskreise hineinzutragen. Zeitschristen. — „Der Naturforscher" vereint mit „Natur und Technik". Preis vierteljährlich 2,50 Mark, Einzelheft 1 Mark. Hugo Bermühler Verlag, Berlin-Lichterfelde. Die von uns wiederholt schon als eine Der bedeutsamsten naturkundlichen Veröffentlichungen gekennzeichnete Zeitschrift beginnt mit Dem April-Heft ihren 13. Jahrgang. Bei Der Ueberfüüe Des Stoffes ist es heute kaum möglich, mit Der rasch fortschreitenDen Entwicklung Der naturwissenschaftlichen Erkenntnis Schritt zu halten. Hier helfend einzuspringen und einen Querschnitt durch die Forschungsergebnisse aller naturwissenschaftlichen Gebiete zu geben, ist die kulturelle Aufgabe, die der „Naturforscher" hervorragend erfüllt. Prof. Dr. Reiner Müller gibt einen ausgezeichneten Ueberblirf über Die Wirkung von Lichtstrahlen auf Die Gesundheit, Der geraDe jetzt vor Beginn Des Sommers befonbere Beachtung oer- Dient. Eine in manchen Kreisen immer roieDer auf- tauchende Besorgnis, daß die künstliche Düngung Einfluß auf Güte und Bekömmlichkeit Der Nahrungsmittel hat, kann Dr A. Jacob auf Grund einwandfreier Versuchsergebnisse beseitigen. — In die Welt Der Tropfsteine führt an HanD von eindrucksvollen Aufnahmen Helmut Cramer. Die Frage nach Dem GrunDe des Vogelzuges im Frühjahr und Herbst beschäftigt die Menschen schon von altersher; wie Dr. H. Schildmacher von der Vogelwarte Helgoland berichtet, hängen Vogelzug und Hormone eng miteinander zusammen. Der Rhythmus in Der Abscheidung Der Hormone veranlaßt Den Rhythmus im Leben Der Zugvogel. — Prof. Dr. H. Dohrer hat Den Geburtsakt Der Stab- Heuschrecke im Lichtbild natururkunDenmäßig fest- gehalten. — Was Sage unD was naturwissenschaftliche Wahrheit bei Den im Laufe Der Weltgeschichte aufgetauchten und versunkenen Inseln ist, weist Prof. Dr. R. Hennig an auffälligen Beispielen nach. — Ein mit seltenen und schönen Aufnahmen bebilderter Aufsatz über Wolfe und Wildhunde aus der Feder der Gräfin Hagen wird viel Beachtung finden. Anregungen zur Naturbeobachtung im Frühjahr, kleine Beiträge und Forschungsergebnisse aus den verschiedensten Gebieten, die Bücherschau und die beliebte Preisfrage beschließen das erste Heft des neuen Jahrgangs. Nr. 88 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Mittwoch, <5.April Mb Aus der Provinzralhaupistadt. Der erste Schulgang. Einer meiner Jungen fragte mich einst, als ich mit ihm zum erstenmal zur Schule ging, ob denn alle Leute in die Schule gehen müßten. Ich bejahte. Darauf fragte er: „Ist der Lehrer auch einmal in die Schule gekommen?" „Natürlich", sagte ich, „der war gerade so ein Bub, wie ihr es seid. Er hat gerade so ansangen müssen wie ihr auch. Er hat eine Schiefertafel und ein Lesebuch gehabt." Diese Antwort schien dem Jungen etwas Trost zu geben, und er trabte zuversichtlich neben mir her. Bei einer späteren Gelegenheit erzählte ich dem mir bekannten Lehrer von der Frage, die mir mein Junge gestellt hatte. Im Verlaufe dieser Unterhaltung erfuhr ich dann noch gar viele ergötzliche Einzelheiten über die Vorstellungswelt der kleinen Abcschützen. Nur eine kleine Probe möchte ich hier anführen. Sie ist so reizend und so bezeichnend für die kindliche Denkungsart, daß sie sicher manchen Eltern Freude machen wird. — Am ersten Schultage, nachdem alle Kinder auf ihre Plätze gesetzt worden waren, hatte ihnen der Lehrer einige Bilder gezeigt, hatte von dem Schulsaal gesprochen und ihnen einzelne Geräte vorgeführt, auch die große Schultafel, die auf einem Gestell stand. In dem Rahmen waren Löcher, damit die Tafel hoch oder niedrig gestellt werden konnte. Auch das zeigte der Lehrer den Kindern, einmal hoch, dann ganz niedrig, so niedrig, daß die Tafel fast die Erde berührte. Da erhob sich einer der kleinen Schulanfänger, betrachtete die niedrig gestellte Tafel und den langen Lehrer daneben und sagte: „Gelt, da hast du drauf geschrieben, als du noch so ein ganz kleiner Kerl warst?" (Nebenbei: Dieser Schüler war später der beste in der Klasse, wie mir der Lehrer versicherte.) Die kindliche Anschauungswelt konnte den Lehrer noch nicht von der großen Schultafel trennen, sie gehörte mit zu dem Lehrer. Dem Kinde war noch nicht zum Bewußtsein gekommen, daß auch der Lehrer einmal auf eine kleine Schiefertafel geschrieben hatte. Es war der Meinung, daß der Lehrer schon als kleines Kind „als Lehrer" auf die Welt gekommen sei und dementsprechend auch eine große Wandtafel erhalten hätte. Jedenfalls hatte der kleine Bub nachgedacht: Eine niedrig gestellte Tafel und ein langer Lehrer, die passen doch nicht zusammen, also muß er die niedrige Tafel benutzt haben, als er noch klein war! — Immer wieder fällt mir diese Probe von unfreiwilligem Schulhumor ein, wenn die Zeitungen bekanntgeben, daß an dem und dem Tag die kleinen Sechsjährigen zum erstenmal in der Schule anzutreten haben. Fast für alle Kinder ist das ein Freudentag. Schon monatelang wurde davon gesprochen. Ranzen und Griffelkasten sind in Ordnung, die Schwämme angenäht, Griffel und Bleistift -gespitzt. Hundertmal ist vorher schon geprobt worden, ob der Ranzen „auch sitzt". Nun marschieren die kleinen Buben und Mädchen, geführt van treuer Mutterhand, hin zu dem großen Haus. Sa ein bißchen Herzklopfen haben sie ja alle. Aber Tränen sieht man heute ganz selten. Gott sei Dank, im Laufe der letzten Jahrzehnte haben die Eltern eingesehen, welcher Unsinn es ist, den Kindern Angst vor der Schule zu machen. „Wart nur, wenn du in die Schule kommst!" oder „Der Lehrer wird dir das schon abgewöhnen!" Aehnliche Drohungen konnten die Kinder immer wieder hören, und so entstand in ihrem Köpfchen ein ganz falsches Bild von der Schule und dem Lehrer. Es war kein Wunder, daß viele Kinder weinten und die Hand der Mutter nicht loslassen wollten. Erst als sie sahen, daß der Lehrer oder die Lehrerin gar nicht so schlimm waren, wie sie sich vorgestellt hatten, beruhigten sie sich. All die Aufregung vorher aber und viele, viele Tränen hatten die Eltern auf dem Gewissen. Heute erzählen die andern Kameraden, wie schön es in der Schule ist. Das Stillesitzen mit gefalteten Händen ist ja auch längst nicht mehr am Platze. Mit glänzenden Augen kommen die Kinder zur Schule, mit munteren Reden und lebendigen Sinnen. So will sie der Lehrer haben. Keine vor Angst sich duckenden Kinder, die nur an den Stock denken. Nein, die Kinder sollen aus sich herausgehen, sie sollen es machen wie der kleine Bub, der da meinte, der Lehrer hätte „als kleiner Kerl auf die große Tafel geschrieben". Und so sehen die kleinen Anfänger auch heute schon, wenn sie am ersten Tag in den Schulhof wandern, wie da die andern Kinder tollen und sich freuen. Sie sehen am nächsten Margen schon, wie hier vor dem Unterricht der Körper in der Morgengymnastik gestählt und gestärkt wird, sie hören den Tagesspruch und singen auch das gemeinsame Lied mit. Sie werden bald heimisch in den Schulräumen. Auch das Elternherz wird sich bald beruhigen, wenn das Kind wieder nach Hause kommt und erzählt, wie schön es in der Schule war. Lernt es dort doch bald gute Kameradschaft und Freundschaft pflegen, lernt es dort doch auch, sich einordnen in eine große Gemeinschaft. Und das ist ja eine der großen Erziehungsaufgaben, die sich unsere Schule gestellt hat: die Kinder fühlen zu lassen, daß sie nicht allein auf der Welt sind, daß sie sich einfügen müssen in eine Gemeinschaft, die nicht das Wohl einzelner, sondern aller will. Deshalb sollen die Eltern ihre Sorgen über Bord werfen und sich freuen, daß ihr Liebling nun auch teilnimmt an dieser Gemeinschaft. A. M. Dornotizen. Tageskalender für Mittwoch. NSG. „Kraft durch Freude": 20.30 bis 21.45 Uhr allgemeine Körperschule im Lyzeum. Landschaftsbund Volkstum und Heimat, Dolksbildungswerk, Gottesdienste für Schulanfänger. Die vor einigen Jahren getroffene Einrichtung von besonderen Gottesdiensten für die Kinder, die in die Schule ausgenommen werden, ihre Eltern und ihre Lehrer hat sich gut bewährt. In diesem Jahre finden am morgigen Donnerstag, 16. April, um 9 Uhr, Schulanfänger-Gottesdienste statt, und zwar in der Stadtkirche für die Mädchen, in der Johanneskirche für die Knaben. Zwei Strafgefangene entwichen Die Kriminalpolizei Gießen teilt mit: In der Nacht vom 13. zum 14. April sind aus der Zellenstrafanstalt Butzbach zwei (Befangene entwichen. Es handelt sich um den Strafgefangenen Fritz Sichert, geboren am 13. März 1903 zu Guntersblum. Der Entwichene ist von mittlerer Gestalt, 1,70 Meter groß, hat graue Augen und blonde Haare. Am rechten Zeigefinger hat er eine Narbe. Der zweite Strafgefangene, Adam G i o d r o w s k i, am 20. Dezember 1892 zu Kiel geboren, ist 1,71 Meter groß, ebenfalls von mittlerer Gestalt, blondem Haar, blauen Augen und gesunder Gesichtsfarbe. Sichert hat bis zum Jahre 1942 und Giodrowski bis zum Jahre 1939 Strafe zu verbüßen. Beide Strafgefangene trugen, als sie entflohen, lediglich Unterkleidung und Hausfchlappen, ferner hatten sie je Heist dem Erholungswerk des deutschen Volkes! Die nationalsozialistische Volkswohlfahrt hat für die Zeit vom 19. bis 25. April 1936 eine großzügige Werbewoche für biß Adolf-Hitler- Freiplatz-Spende und Kinderlandverschickung angesetzt. Hierzu erläßt Gauleiter und Reichsstatchalter Sprenger folgenden Aufruf: Unser herrlicher Gau Hessen-Nassau, der schon so off seine Opferbereitschaff bewiesen hat und der im vergangenen Jahre, dank der Mitarbeit der gesamten Bevölkerung, das Erholungswerk des deutschen Volkes mustergültig durchgesührf hat, will auch in diesem Jahr unter Beweis stellen, daß er mit allen Kräften im Dienst der Aufbauarbeit für die Nation sich einsehf. Das Erholungswerk des deutschen Volkes, das von der NS.-Volkswohlfahrf durchgeführt wird, ist eine gewaltige Aufgabe, an der alle mitzuhelfen haben. Mer seine Mitarbeit zusagf, bekennt sich zu der Arbeit des Führers. Eine Nation, die für die Gesunderhaltung des Volkes größte Sorge trägt, sichert sich ihre Zukunft. (Gez.): Sprenger, Gauleifer. Ortsgruppe Gießen-Mitte: 20.15 Uhr in der Aula des Gymnasiums Naturschutzabend. — Stadttheater: 19.30 bis 2^15 Uhr „Der tolle Christian". — Gloria- Palast, Seltersweg: „Der Favorit der Kaiserin". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die unmögliche Frau". SfadffHeater Gießen. Heute von 19.30 bis 22.15 Uhr als 26. Vorstellung im Mittwoch-Abonnement „Der tolle Christian", ein Drama aus dem Dreißigjährigen Krieg von Th. Haerten. Spielleitung: der Intendant. Oberhessische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde. Die Naturwissenschaftliche Abteilung der Oberhessischen Gesellschaft für Natur uyd Heilkunde veranstaltet am morgigen Donnerstag, 16. April, 20 Uhr, im Botanischen Institut am Brandplatz einen Vortrag. Professor E. K ü st e r wird über das Thema „Probleme und Ergebnisse der experimentellen Zellforschung" sprechen. Auf die heutige Anzeige sei besonders hingewiesen. Der Schulbeginn in der Stadt. Wir veröffentlichten in unserer gestrigen Ausgabe eine Notiz über den Schulbeginn, in der nach einer Bekanntmachung des Kreisschulamtes Gießen darauf hingewiesen war, daß der Unterricht an den Volksschulen nach Ostern am 15. April beginnt. Wie wir heute auf besondere Nachfrage beim Kreisschulamt hörten, trifft dieses Datum des Schulbeginns nur für bie Land- orte bes Kreises Gießen zu, während der Unterricht an den Volksschulen in der Stadt erst am morgigen Donnerstag, 16. April, in vollem Umfange ausgenommen wird Ebenfalls am morgigen Donnerstag findet die Aufnahme der Abcschützen statt. eine Schlafdecke mit sich genommen. Sachdienliche Mitteilungen sind an die nächste Polizeibehörde zu geben. Ein Gießener Preisträger beim Wettbewerb deutscher Polizeiöeamten. Die Polizeidirektion Gießen teilt uns mit: Don dem Herrn Reichs- und Preußischen Minister des Innern war für alle deutschen Polizeibeamten ein Wettbewerb mit dem Thema: „Der Polizeibeamte als Nationalsozialist im Leben und Handeln" gestellt worden. In diesem Wettbewerb ging als einer der Preisträger der Gruppe 3 der Polizeiversorgungsanwärter Ludwig Pitzer hervor. In einer Ansprache übermittelte der augenblicklich mit der Vertretung der Polizeidirektion Gießen beauftragte Polizeiverwaltungsoberinspektor Beate die vom Herrn Minister Dr. Frick Herrn Pitzer verliehene Ehrenurkunde und sprach ihm hierbei lobende Anerkennung aus. Reichskamps der Jungarbeiter und Lehrlinge in Königsberg. Die 31 Besten unseres Gaues nehmen fett. NSG. Die Auslese der t ü ch t i g st e n Jungarbeiter und Lehrlinge für den End kämpf des 3. Reichsberufswettkampfes ist nunmehr erfolgt. Aus unserem (Bau sind 31 Gaubeste — 24 Jungen und 7 Mädel — auf Grund ihrer hervorragenden Leistungen in den Dorwettkämpfen und beim Gauwettkampf zum Reichsberufswettkampf einberufen worden. Sie gehören den Berufen der Wettkampfgruppen: Nahrung und Genuß, Leder, Steine und Erde, Handel, Verkehr und öffentliche Betriebe, Chemie, Eisen und Metall, Druck, Hausgehilfen, Gesundheit und Nährstand an. M i t dieser Teilnehmerzahl steht Hessen-Nassau mit an der Spitze aller (Baue. Auch gegenüber dem Vorjahre, in dem sich insgesamt nur 16 aus unserem Gau bis zum Endentscheid durchkämvsten, bedeutet dies ein weiterer Erfolg auf dem Weg der Heranbildung eines auserlesenen Facharbeiternachwuchses. Sämtliche Reichskampfteilnehmer fahren voraussichtlich am 21. April unter der Führung der Gau- Jugendwalter der DAF. nach Berlin. Ein Sonderzug bringt dann die insgesamt 670 Teilnehmer am Reichskampf aus allen (Bauen nach Swinemünde, von wo die Weiterfahrt nach Königsebrg mit dem Seebäderdienst erfolgen wird. Der Schlußkampf dauert bis zum 30. April. Es werden 220 Reichssieger ermittelt, von denen die 40 beruflichen und charakterlich Besten am 1. Mai dem Führer vorgestellt werden. 7ISV. sucht Freiplätze. NSG. Die Gauamtsleitung der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt hat ihre Sommerarbeit eröffnet, und ihre erste Sorge gilt nun der Kinderlandverschickung und Werbung für die Adolf-Hitler-Freiplatzspende. Kinder, die Erholung nötig haben, sollen hinaus aufs Land, um sich dort an Leib und Seele zu kräftigen. Politische Leiter, die im anstrengenden Dienst für die Bewegung ihre Gesundheit eingesetzt haben, sollen eine wohlverdiente Stätte finden, wo sie sich von der Last der Arbeit erholen können. Wiederum wendet sich die Gauamtsleitung der NSV. an das tatkräftige Verständnis aller Volksgenossen, die in der Lage sind, einen Freiplatz zur Verfügung zu stellen. Wenn das große Werk des Führers gelingen soll, so ist die Einsatzbereitschaft jedes einzelnen notwendig. Gerade in dem Opferwillen, die Kinderlandverschickung und die Adolf- Hitler-Spende nach Kräften zu fördern, beweist sich die sozialistische Gesinnung, die für die Zukunft unteres Volkes bedeutungsvoll ist. Die öeutfdie Arbeitsfront Sonntagsfafjrf nach Köln am 19. April. Die Fahrt muß wegen der geringen Teilnehmerzahl leider ausfallen. Bei genügender Teilnahme können wir aber die Fahrt mit Omnibussen durchführen. Der Fahrpreis beträgt dann aber 8,10 Reichsmark. Um- oder Anmeldungen müssen umgehend erfolgen. Sonnlagsfahrt nach Heidelberg am 19. April. Wir haben uns an dieser Fahrt des Kreises Wetzlar beteiligt und nehmen auch Anmeldungen entgegen. Die Fahrt geht ab Gießen. Die Fahrt kostet 4— RM., mit Mittagessen 4,90 RM. Gportamt „Krast durch Freude". heule folgender Kursus: Allgemeine Körperschule, Frauen und Männer. Von 20.30 bis 21.45 Uhr, Lyzeum, Dammstraße 26. Veuanmeldungen zu folgenden Kursen nimmt die Geschäftsstelle, Schanzenstraße 18, entgegen: Reiten, Fechten, Kindergymnastik, Schach, 'Rollschuhlaufen. Für die Kurse: Allgemeine Körperschule, Fröhliche Gnmnastik und Schwimmen ist keine vorherige Anmeldung erforderlich. Die Anmeldung kann im Kursus erfolgen. Deutsche Zägerschast. Fagdgau Oberhessen. An Stelle des nach Darmstadt versetzten Oberforstmeisters D e u st e r habe ich den Graf zu Solms- Laubachschen Forstmeister Willi O st h e i m in Laubach zum Kreisjägermeister für den Kreis Schotten ernannt. Der Gaujägermeister: Nicolaus. ** Jubiläum bei der Reichsbank. Am heutigen Tage kann der Hauptzählmeister der hiesigen Reichsbankstelle, Karl Burger, auf eine 40jährige Tätigkeit im Dienste des Staates zurückblicken. Anläßlich dieses Jubiläums hat ihm der Führer und Reichskanzler seinen Dank und AnOie Tippgräfin. Vornan von Klothilde v Stegmann Urheberrechtsschutz: Auswärts-Verlag, Berlin, SW 68. 37 Fortsetzung Nachdruck verboten! Wenn nun wenigstens Mariellas Vater gesund gewesen wäre, dann hätte dieser ja sofort eingreifen können. So aber lag der Aermste immer noch bewußtlos im Fieber und ahnte nicht, was seiner Tochter alles angetan worden war. Aber es war keine Zeit mehr zu verlieren. Was mochte inzwischen aus Mariella geworden sein? Wie sollte er das erfahren? An men' sollte er sich wenden? Annina war doch, wie die amerikanischen Zeitungen meldeten, gar nicht mehr in Deutschland. Sicherlich war ihr Haushalt aufgelöst. Wo sollte er nun Mariella suchen? Da kam Heßling ein Gedanke: In Nairobi, nur ein paar Flugmeilen von Tanga entfernt, lebte der deutsche Konsul, der die Interessen seiner Landsleute im ehemaligen Deutsch- Ostafrika vertrat. Vielleicht hatte der Zeitungen, aus denen sich Näheres ersehen ließ ... In gefährlichem Tempo sauste Walter in seinem Sportflugzeug los. Und noch am Abend des gleichen Tages wußte er, was sich während seiner Abwesenheit mit der unglücklichen Mariella ereignet hatte. Er wußte von der Gerichtsverhandlung und von dem vernichtenden Urteil. Es war ihm, als müßte ihm das Herz brechen bei dem Gedanken an Mariellas Leiden. Aber er durfte jetzt nicht schwach werden. Es mußte irgend etwas geschehen! Aber was? fragte er sich auf dem Rückflug zum Uelle. Von hier aus konnte er nicht einschreiten, um so weniger, als Mariella die unverdiente Gefängnisstrafe ja schon hinter sich hatte. Ob sie wirklich diesem Schuft, diesem Erhard von Hagen, noch nachtrauerte? Es konnte ja nicht sein. Sie mußte doch endlich erkennen, für wen sie sich wie eine Heldin geopfert hatte. Aber das war jetzt alles nebensächlich. Die Hauptsache war, daß Mariellas Vater wieder gesund Vmrve und selbst sein Kind schützen konnte. So schnell er konnte, flog er zu der Pflanzung von Ronald Errel zurück. Der beherbergte noch immer seine Gäste: Pepito Arlesi, Jlaro und den kranken Prinzen. Pepito Arlesi war schon wieder ziemlich hergestellt. Er hätte schon abreisen können. Doch war selbstverständlich daran nicht zu denken. Auch er hätte den Prinzen Bonaglia niemals allein gelassen, nachdem er ihn endlich wiedergefunden. Mit Bonaglia ging es immer noch nicht gut. Jlaro hatte die größte Angst um ihren geliebten Pflegevater. Wie bleich er heute wieder aussah! „Nur ein Wunder kann ihn noch retten!" hatte der Arzt gesagt, bevor er gegangen war. In töchterlicher Hingabe wich die junge Jlaro nicht einen Augenblick von seinem Lager. Vier Tage und vier Nächte war sie nicht aus den Kleidern gekommen. Denn nur in ihrer Anwesenheit war der Todkranke ruhig. In heftigen Fieberphantasien lag er heute wieder und verwechselte in angstvollen Rufen immer wieder Mariella mit Jlaro. „Sie müssen sich Ruhe gönnen, Kind! Lassen Sie mich doch auf eine einzige Stunde Sie ablösen." Mit bewegten Worten bat Pepito das wunderschöne,' kindliche Mädchen immer wieder, sich niederzulegen. Er hatte vor einigen Tagen die ersten Gehversuche unternehmen dürfen, die zur vollen Zufriedenheit aller Beteiligten ausgefallen waren. Wenn der schwere Kummer um den Prinzen nicht gewesen wäre, der wie eine bedrückende Last auf allen Bewohnern der Pflanzung lag — Pepito hätte sich wie im siebenten Himmel, gefühlt. Jlaro in ihrer Engelsgeduld horte sich die Geschichte von Pepitos merkwürdiger Verlobung immer wieder an, wenn sie einen Augenblick das Krankenlager des Pflegevaters einmal verließ und mit Peter plauderte. „Hat es der Himmel nicht wundervoll mit mir gemeint?" fragte Pepito Arlesi immer wieder. „Ein entzückendes, herrliches Geschöpf will sich mir anvertrauen, nur weil ihm meine Briefe gefallen — ein Mädel, mit feiner Heimat ebenso verwachsen wie ich, wenn ich auch auf italienischem Boden lebe?" „Das muß wohl die Liebe sein", sagte Jlaro nachdenklich. „Es muß etwas sehr Schones fein, diese Liebe. Ich mochte sie wohl auch kennen. Ach, warum ist sie noch nicht zu mir gekommen?" Pepito mußte sich Mühe geben, um nicht laut aufzulachen. So kläglich klang das aus dem Munde der Siebzehnjährigen! Gerade so, als ob sie den Anschluß bereits verpaßt hatte. „Nun, kleine Jlaro, warten Sie nur die Zeit ab. — Kommt Zeit, kommt Rat! Und auch der Freiers- mann. Aber die Liebe bringt auch Enttäuschungen mit sich. Auch meine kleine unbekannte Lore wird, fürchte ich, enttäuscht sein. Sie selbst ist blond und blauäugig und scheint mich für einen waschechten Italiener mit dunklen Glutaugen und pechschwarzem Haar zu halten. Sie hat offenbar noch nicht recht begriffen, daß ich ebensogut deutsch bin wie sie, trotzdem ich in Italien lebe. Sie hat mir nun so begeistert zurückgeschrieben, daß ich sicherlich den Helden ihrer Kindheitsträume ähnlich sehe, daß ich nicht den Mut fand, ihr diesen Glauben zu zerstören! Im Gegenteil, ich habe ihr mitgeteilt, daß ich ganz anders aussähe als das Bild, das ich ihr mitgefchickt habe. Wieso Haare und Augen so hell daraus ausgefallen seien, wäre sogar dem Photographen ein Rätsel geblieben." Er lachte fröhlich über den kleinen Streich, den er seiner unbekannten Liebsten drüben gespielt. Und Jlaro lachte mit. Ach, sie war ja so gern fröhlich. Aber feit der geliebte Pflegevater so krank war, hatte sie das Lachen beinah verlernt. Jetzt schrak sie auf. Drinnen aus dem Krankenzimmer klang die angstvolle Fieberstimme des Prinzen Bonaglia: „Mariella mein Liebstes auf Erden!" keuchte er. „Weg, weg von ihr, Annina! Rühre sie nicht an! Hilf, Himmel! Sieht denn niemand die Schlange, die sich da am Boden ringelt? — Fort, fort, Mariella, daß sie dich nicht beißt! — Fort ...?" Angstvoll sprang Jlaro auf und lief zu dem Kranken hinein. Pepito Arlesi konnte mit seinem lahmen Bein nicht so schnell nach. Auch fürchtete er, den Kranken zu stören. Sein übermüdetes Gesicht wurde sehr ernst und traurig. Wann würde es endlich mit Bonaglia besser werden? Inzwischen beugte sich Jlaro sanft über das Bett des Fiebernden. Schwere Schweißtropfen standen auf feiner Stirn. Aber als Jlaro ihre kühle Hand auf Giovannis Stirn legte, wurde er ruhiger. Wieder saß sie Stunde um Stunde da. Der Tag wich der Nacht, und die Nacht ging bereits in erste Morgendämmerung über, als sie es wagen konnte, ihre Hand von der Stirn des Schlafenden zu lösen, ohne daß er erwachte. Nun war es auch mit ihrer Kraft zu Ende. Sie sank in den Sessel zurück, in dem sie ungezählte Stunden ruhelos gesessen, und sanfter Schlummer ließ sie alle Qualen vergessen. Sie hatte einen wundersamen Traum. An der Seite Giovannis sah sie sich dahinschreiten, neben einem Mädchen, wie sie ein schöneres niemals gesehen zu haben glaubte. Die Fremde hatte ihren Arm liebreich um Jlarvs Hüften geschlungen und sagte zärtlich. „Liebes Schwesterlein! Eigentlich bin ich ein wenig eifersüchtig auf dich, weil ich Vater mit dir teilen muß. Aber ich habe dich so lieb, daß ich dir Vaters Liebe doch gönne." „Jlaro! Liebling!" Das Mädchen wagte nicht, die Augen zu öffnen. Ach, der Vater phantasierte wohl immer noch, meinte wohl Mariella, wenn er nach Jlaro rief. Denn in seinen Fieberträumen hatte er kosende Schmeichelworte immer nur für seine rechte Tochter gesunden, nicht aber für die, die der Urwald ihm gegeben. „Jlaro, Liebling!" Rein und stark klang es. Sie fuhr auf. O Glück! Sie sah beim ersten Blick: der Zustand Giovannis hatte sich gebessert. Seine Augen blickten klarer. Ein mattes Lächeln lag um seinen Mund, als er ihre Hände zärtlich ergriff und mit schwacher Stimme flüsterte: „Verzeih, daß ich dich nicht schlafen ließ, piccola mia. Doch du weintest so herzbrechend und riefst so kläglich nach mir, daß ich dich aufwecken mußte. Doch dein Traum verriet mir auch noch anderes, mein Kind. Deine grundlose Furcht, mich an dem Tage verloren zu haben, an dem ich meine Tochter wieder in die Arme schließe. Du bist ein ganz törichtes kleines Mädchen. Warum soll denn ein Vater nicht zwei Töchter gleich zärtlich lieben können, bambina?" Heiß küßte Jlaro die Hand Giovannis. Wieder schlummerte er unter ihrer Berührung ein, und wieder ließ er ihrs Hand nicht los. (Fortsetzung folgt!) Landwirtschaftliche Genoffenschastslagungen in Gießen. erkennung für die dem Reiche geleisteten treuen Dienste ausgesprochen. Gleichzeitig hat auch Reichs- bcinfpräfibent Dr. Schacht dem Jubilar in einem besonderen Schreiben seine und des Reichsbank- Direktoriums aufrichtige Glückwünsche für die der Reichsbank in Treue und Hingebung geleistete Arbeit übermittelt. Beide Urkunden wurden Herrn Burger von dem Ersten Dorstandsbeamten, Reichsbankdirektor A n tz, in Anwesenheit der gesamten Gefolgschaft überreicht. Herr ^Burger ist bereits im Jahre 1908 bei der Reichsbank m (Ziehen eingetreten und somit von sämtlichen Beamten bei weitem am längsten bei der hiesigen Bankanstalt tätig. Auch der Reichssachbearbeiter der Fachschaft „Oesfenttiche Banken" hat Herrn Burger im Namen der gesamten Reichsbankbeamtenschaft zu dem 40jährigen Dienstjubiläum eine Glückwunschadresse zukommen lassen. ** Geschäftsjubiläum. Am heutigen 15. April kann der Seilermeister und Wagendecken- fabrifant Wilh. Nebhuth, Rodheimer Straße 56, fein 25jähriges Geschäftsjubiläum begehen. Am heutigen Tage ist Herr N e b h u t h auch seit 25 Jahren treuer Bezieher des Gießener Anzeigers. ** Sie Bautätigkeit im Südviertel. Die Neubauten an der Ecke Aulweg und Wartweg sind im Rohbau nahezu fertiggestellt, während im Günthersgraben, zunächst der Wilhelmstraße, mit der Erbauung eines weiteren Einfamilienhauses begonnen wurde. In der Liebigstraße, zwischen Aul» weg und Ebelstraße, werden die beiderseitigen Bürgersteige mit Betonunterlage und Basaltinplatten neu befestigt. ** Verkehrsunfall. Am gestrigen Dienstagvormittag ereignete sich aus der Landstraße nach Lollar in der Nähe der Johannesburg ein 23er- kehrsunfall, der zum Glück noch glimpflich verlief. An jener Stelle war ein von Gießen kommender Kraftwagen kurz in einen Feldweg eingebogen, um zu wenden und nach Gießen zurückzufahren. Im Augenblick des Wendens kam ein Motorradfahrer von Lollar her und streifte den Kraftwagen am Schutzblech des rechten Hinterrades. Dadurch stürzten der Motorradler und feine Begleiterin auf dem Soziussitz. Während der Motorradfahrer unverletzt blieb, trug seine Begleiterin zum Glück nur geringe Verletzungen davon. An dem Motorrad entstand geringer Sachschaden. ** „Der kranke Hund" auf der Internationalen Kölner Hundeausstel» l u n g. Unter dem Stichwort „Der kranke Hund" beteiligt sich das Veterinär-Pathologische Institut der Universität Gießen an der 3. Reichssiegerausstellung für Hunde aller Rassen in Köln am 25. und 26. April in drei Unterabteilungen, und zwar erstens „Organkrankheiten des Hundes", zweitens .Infektionskrankheiten des Hundes" und drittens „Parasitäre Erkrankungen des Hundes". Für jeden Hundebesitzer wird gerade diese Sonderausstellung von großem Interesse sein, zumal die einzelnen Krankheiten der Hunde jedem Besucher auf Wunsch erläutert werden. Amsel, Drossel, $inf und Star... Jetzt ist schon in der Morgenfrühe die Lust mit lautesten Schall erfüllt von süßem Vogelgesang, und er wird stärker mit jedem Tag. Aus dem unbekümmerten Tirilieren hebt sich, wenn man näher hinhört, bald ein Solosänger heraus, ein Vogel, den es bei uns überall gibt: die Amsel. In der Musikbegabung steht die Amsel zweifellos an der Spitze unserer Sänger. Schon Ende Februar erklingt leise und wie probend zuerst ihr Lied. Wenn das erste Frühlicht den Sorgenvollen zum schweren Tagewerk, oder den Kranken zu einem Leidenstage weckt, so tönt tröstend der Gesang der Amsel an fein Ohr. Am Tage geht ihr Gesang leicht in dem lauten Chorgesang der anderen unter, aber am Abend, wenn allmählich ein Vogel nach dem andern verstummt, schwebt über dem schlafenden Orchester das unvergleichlich schöne Duett der Wipfelsänger. Es gibt da auch Unterschiede der Begabungen, wahre Virtuosen, deren sanfte Flötentöne bis $u 12 fein unterschiedene modulierte Strophen wiederholen, die sogar manchmal transponiert werden, also Note um Note in eine höhere oder tiefere Tonart gesetzt werden. Wenn ihr solche neue Tonfolge geglückt ist, so wird jedesmal eine kleine Pause eingelegt und dann wird die neue Erfindung wiederholt. Ihre Base, die Singdrossel, dagegen läßt einen meist ungefügteren Gesang erschallen, eine kurze Reihe jubelnder, voller und weithin schallender Töne, die sie herausjauchzt und sprudelt. Oft ist es fast wie Stottern, als ob sie sich nicht zu lassen wüßte vor der Uedersülle in ihrer Kehle. Erst viel später vernimmt das Ohr mit Entzücken eine ganz neue Stimme, die kleine hinreißend gespielte Fiedel der Grasmücke, die vor lauter Früh- lingsseligkeit fast zu zerspringen droht. Was sie wohl denkt? Warum die Vögel wohl singen? Das Rotkehlchen ist so zutraulich wie kein anderer Vogel. Es umhüpft und umknickst den im Garten Arbeiten so nah, daß man sich vorsehen muß, es nicht zu treten ober zu verletzen; munter gucken seine schwarzen Aeuglein ganz aus der Nähe unserem Tun zu. So lebhaft wie sein Wesen ist, so ist auch sein Lied. Es singt schon an frühen Wintertagen, es singt vom Frühjahr bis in den Herbst hinein. Man hat es die Koloratursängerin unter den Vögeln genannt. Die Strophen beginnen mit einigen leisen, außerordentlich hohen Tönen. Es folgt die rasch abfallende Tonkette sich oft fast überschlagender Melodien, die bann wie eine rounber» schöne ruhige Frage ausklingt, ein ewig-junges, ewig-heiteres Lieb. Unb bann bie anbern in bem vielstimmigen Chor! Wenn bie Schneefchmelze naht, mag es auch noch so winterlich sein, entschließt sich schon ber Fink au seiner schmetternben Melbung: „Sss ist noch früüüh"! Unvergeßlich bas Lieb ber Lerche, wenn man in bie Ferien fuhr, ber Zug auf freiem gelbe hielt unb alles ganz still war. Da sprang ihr Lieb auf, höher unb höher stieg sie im Singen, schien von ber Gewalt bes Silberquells in ihrer Brust gen Himmel geschleubert. Die Stare scheinen mehr in sich hinein zu fingen, zu quirelieren, ihnen schmilzt ber Ton in Der Kehle vor lauter Frühlings- oergnügen. Da, an einem schönen Abenb, Enbe April, plötzlich ber unverkennbar königliche Schlag ber Nachtigall. Ihre ooUenbete Vvrtragskunst gefällt ihr selbst; wenn sie in bunfler Nacht, laut unb unbekümmert um alle Gefahren, ihr Lieb erschallen läßt, so mochte man bie Hänbe breiten um Dies Wunder, bissen Fall von Febern mit seinen kunstreichen, überquel» lenben unb langgezogenen Tönen. Wie soll man seiner Bewunberung, seiner Liede unb Dankbarkeit für all biefe Darbietungen Aus- bruck geben? Man kann es, inbem man für flache Dogelbrunnen zum Trinken unb Baben, für Brutstätten, bie vor allem Zugriff gesichert finb, unb vor allem auch für richtige Winterfütterung in eigenen ober befreunbeten Garten sorgt. M. K. Der dritte Dfterfeiertag würbe von ben länblichen Genossenschaften des nörblichen Oberhessens unb bes angrenzenden Kreises Wetzlar fleißig ausge- üllt. Vormittags hielt unter Leitung des Aufsichtsratsvorsitzenden Landwirt Wilhelm Schwalm (Lollar) die Kierverwertungsgenoffenschast Gießen im .Frankfurter Hof" in Gießen ihre 2. ordentliche Generalversammlung ab. Der Geschäftsbericht wurde von bem Geschäftsführer Dittmar (Gießen) vorgetragen. Dem Bericht ist folgenbes zu entnehmen: Der Mitglieberstanb hat sich im Laufe bes Geschäftsjahres nicht oeränbert. Der Umsatz an Eiern hat sich gegen bas Vorjahr um rund 810 300 Stück erhöht. Es wurden rund 2 075 200 Stück mit einem Verkaufserlös von 198 540,37 Mark umgesetzt. Der Reingewinn für das verflossene Jahr betrug 1064,16 Mark, btr zum größten Teil ber gesetzlichen Reserve zugeschrieben würbe. Oberrevisor Hartmann wies in kurzen Darlegungen auf ben gewaltigen Aufschwung tm länblichen Genossenschaftswesen hin. Ueberall seien be» beutenbe Umsätze zu verzeichnen. Es sei eine Freube, ba braußen auf bem ßanbe festzustellen, wie sich bie Umsätze in Kassen unb Warengenossenschaften vermehrt haben. Auch bei ber Eierverwertung Gießen fei im vergangenen Jahre fleißig gearbeitet worden, unb ein schöner Erfolg zu verzeichnen, obwohl bie Eier-Erfaffung burch bie Lockerung ber Bestimmungen gelitten habe. Das ausscheibende 23orftanbsmitglieb Lanbwirt Paul Görlach (Eberstabt), sowie bie ausschei- benben Aufsichtsratsmitglieber Lanbwirt Schwalm (Lollar) unb Lanbwirt Schäfer (Annerob) wurden einstimmig wiebergewählt. Um bie Mittagszeit tagte, ebenfalls im „Frankfurter Hof", bie Bezirksviehverwertung Gießen in ihrer zweiten Jahresversammlung. Don bem Verbanb länblicher Genossenschaften war Ober- revisor Hartmann (Gießen) erschienen. Nach einem Grußwort bes Aufsichtsratsvorsitzen- Das Geschäftsjahr 1935 wirb von allen Gelbinstituten als sehr günstig bezeichnet. Bei ber Dolks- bank Gießen ist allerbings ein Aufschwung festzustellen, der seinesgleichen sucht unb mit ben nationalsozialistischen Erfolgen ber Erzeugungsschlacht, ber Arbeitsschlacht, dem Aufbau ber Wehrmacht, sowie mit bem bamit verbundenen wachsenben Vertrauen begrünbet wirb. Es finb 78 Genossen beigetreten, 15 freiwillig unb 8 burch Tob ausgeschieben. Enbe 1935 zählte bie Bank 565 Genossen mit 626 Geschäftsanteilen unb 375 600 Mark Gesamthaftsumme. Der Umsatz hat sich in ben letzten Jahren außer- orbentlich erhöht; er betrug auf beiben Hauptbuchseiten in 1933 = 19 Millionen Mark, in 1934 = 32 Millionen Mark unb in 1935 = 48 Millionen Mark. Die Steigerung betrug mithin in 1934 = 70 v. H. unb in 1935 = 50 v. H. Die Einlagen finb in 1935 um runb 300 000 Mark gestiegen unb betragen jetzt runb eine Million Mark. Sämtliche berechtigten unb vertretbaren Wünsche ber Genossen auf Gewährung neuer Krebite konnten erfüllt werben. Es würben 118 neue Krebite im Gesamtbetrag von 195 000 Mark bewilligt. Außerbem würben ben Sparern bie zur Rückzahlung gefünbigten 121 000 Mark Einlagen pünktlich zur Verfügung gestellt. Enbe 1935 betrugen die Außenstänbe 716 541 Mark, bie sich auf 448 Krebitnehmer verteilen. 221 Genossen haben Krebite bis zu 1000 Mark, 210 von 1000 bis 5000 Mark unb 17 haben Krebite von 5000 bis 10 000 Mark in Anspruch genommen. Es ist natürlich, baß bei ber Genossenschaft bie Kleinkrebite bevorzugt werben. Die Kre- biete finb vorwiegenb gegen Hypothek, Grunbschulb Am gestrigen Dienstag fanb im „Hinbendurg" zu Gießen bie Tagung ber Kreisfachgruppe Oberhessen in ber Reichsfachschaft Imker des Reichsverbanbes ber deutschen Kleintierzüchter statt, zu ber alle Ortsfachgruppen aus bem Vereinsbezirk Vertreter entfanbt hatten. Ortsfachgruppenvorsitzender Braun, Siodheim v. t>. Höhe, begrüßte bie Erschienenen unb gebuchte ber verstorbenen Ehrenmitglieber Maurer (Gießen), Balser (Albach) unb Weitz (Schotten), beren Anbeuten in üblicher Weise geehrt würbe. Er erstattete bann ben Geschäftsbericht, aus bem u. a. folgenbes roiebergegeben fei: Das verflossene Bienenjahr gehörte zu den ungünstigsten feit vielen Jahrzehnten. In ben meisten Ortschaften würbe nur ein Stanbburchschnitt erreicht, der einer völligen Mißernte gleichkam. Wenn trotz biefer Unroirt- schaftlichkeit burchgehalten, ja bie Zahl der Bienenvölker noch vermehrt würbe, so beweist bas, wie sehr bie Imker von ber hohen volkswirtschaftlichen Bebeutung ber Bienenzucht burchbrungen finb. Wir finb eingegtieberf in ben Reichsnährstand unb haben die Pflicht, alles können einzusehen, um bie Lrnährungsfreiheit unseres Volkes sicher stellen zu helfen. Wenngleich im großen Zeitgeschehen gerabe bie Arbeit ber kleinen Biene noch nicht voll geroürbigt wirb, so finb es boch Hunberte von Millionen Mark, bie sie allein burch bie Befruchtung ber Kulturpflanzen erschaffen hilft. Die Zahl ber Ortsfachgruppen hat sich um eine (Altenburg) oerminbert. Es soll nach bem Willen der Dachorganisation noch eine weitere Zusammenlegung ftattfinben, ba größere Arbeitsgemeinschaften leistungsfähiger hinsichtlich ber Schulung, Bie- nenroeibeoerbefferung unb Leistungszucht finb. Zum Schluß gebuchte ber Dereinsobmann noch ber vorjährigen großen Ausstellung in Leipzig unb ber Jubiläumstagung in Gießen unb forberte bie Jmker- fameraben auf, sich rege an ber heurigen Reichs- nährstanbsfchau in Frankfurt a. M. unb ber Reichs- verdanbsfchau in Essen zu beteiligen, bamit burch Stellung von Pflichtsätzen ein voller Erfolg erzielt werbe. ben Lanbwirt Kehr (Treis a. b. ßba.) erstattete Geschäftsführer Metz (Gießen) ben Jahresbericht. Es würben im vergangenen Jahre insgesamt 1407 Schweine, 1025 Kälber, 668 Stück Großvieh, zwei Pferbe unb 37- Schafe mit einem Betrage von 426195,78 Mark unb 312 Stück Zuchtvieh mit 118 560 Mark umgesetzt. Aus dem Jahresbericht ging hervor, daß sich bie genossenschaftliche Viey- verwertung — Vermittlung zwischen Bauer zu Bauer — überaus gut eingeführt hat. Vorhanbene Schwierigkeiten müßten noch beseitigt werden. Für die Folge soll die Zuchtviehvermitttung besser ausgebaut, mit dem arischen Viehhandel sott Hand in Hand gearbeitet werden. Der Viehmarkt in Gießen soll regelmäßig beschickt werden. Hierzu sei mit ber Viehzentrale Hannover unb mit norb- unb sübbeutschen Diehverwertungsgenossen- schaften ein entsvrechenbes Abkommen getroffen worben. Es fei damit zu rechnen, baß sich ber Viehmarkt in Gießen zu einer Zentrale für Viehvermittlung mehr unb mehr entwickeln werbe. Mithin fei es bem Bauer aus bem Bezirk Gießen leicht möglich, an nächster Stelle stets gutes Zuchtvieh zu erhalten. Oberrevifvr Hartmann (Gießen) erläuterte den vorgelegten Geschäftsbericht, besprach bie Finanzierung der Viehvermittlung unb gab beachtenswerte Winke für bie Weiterarbeit. Der Bericht über bie gesetzliche Revision würbe von Otto Heß (Leihgestern) erstattet. Die vorgelegte Bilanz würbe genehmigt und Vcrstanb unb Amfichtsrat Entlastung erteilt. Der Reingewinn würbe ber Reserve unb bem Rückstel- lungsfonto überwiesen. Die Festsetzung ber Krebit- grenze für Bankkrebit unb Krebit an Mitglieber würbe im vvrgeschlagenen Sinne genehmigt. Das neue (Einheitsftatut würbe angenommen. An Stelle bes zurückgetretenen seitherigen Direktors Schwalm wurde Lanbwirt Otto Heß II. (Leihgestern) gewählt. Für ben Aufsichtsrat wurden Karl Höchst (Lonborf), Wilhelm K r i e p (Geilshausen), Lubwig Rinn IV. (Heuchelheim) unb Wilhelm Wagner (Wißmar) wieber- bzw. neugewählt. ober Bürgschaft gesichert. Blankokrebite werben nicht bewilligt. Am Kassesthalter betrug ber Umsatz 12,6 Millionen Mark. Bei ber Reichsbank wurben'8,1 Millionen Mark, auf bem Postscheckkonto 1,6 Millionen Mark umgesetzt. Bei ber Lanbesbauernkasse be« ftanb am Jahresschluß ein Guthaben von runb 240 000 Mark. Unter ben 1200 Genossenschaften im Gau Hessen-Nassau ftanb bie Volksbank Gießen damit an erster Stelle. Zur Diskontierung und zum Einzug wurden 1659 Wechsel hereingenommen, gegenüber 1846 in 1934. Der Wechselbestand betrug 78 397 Mark, der Bestand an Wertpapieren (Pfandbriefe unb Reichsanleiheablösungsschulb) betrug 82 452 Mark. Der Bestaub an Bargelb, Schecks, Reichsbank- unb Postscheckguthaben belief sich auf 30 502 Mark. Ohne Berücksichtigung bes Wechselbestanbes betragen bie binnen kürzester Frist verfügbaren Mittel 35 v. H. ber Gesamtverbinb- lichkeiten, so baß bie ßiquibität als sehr günstig bezeichnet werben kann. Die Bilanzsumme hat sich um 316 729 Mark auf 1 197 851 Mark, mithin um 37 v. H. erhöht. Auf ber Passivseite ber Bilanz stehen außer ben bereits ermähnten Einlagen bie Geschäftsguthaben ber Genossen mit 124 656 Mark, bie gesetzlichen Reserven mit 28 000 Mark unb ein Rückstellungskonto für etwaige Ausfälle mit 16 000 Mark. Der Rein- gewinn beträgt 6089 Mark, gegenüber 5891 Mark im Vorjahr. Daraus ersieht man, baß bie erhebliche Steigerung bes Umsatzes unb ber Bilanzsumme bie Rentabilitätsberechnung kaum beeinflußt haben. Nach alten genossenschaftlichen unb neuen nationalsozialistischen Grunbsätzen wirb bas Die Königinzucht hat unter bem neuen Obmann G. Bobenbenber (Gießen) eine gute Vorwärtsentwicklung genommen. In her Ortsfachgruppe Butzbach würbe eine neue Königinbelegstation in Bobenrob geschaffen. In Hungen unb in Schotten finb bie Vorbereitungen bazu bereits getroffen, so baß bort in Kürze mit ber Inbetriebnahme zu rechnen ist. Auch in ber Seuchenbekämpfung finb gute Ergebnisse erzielt worben. Darmseuche unb Faulbrut finb noch in wenigen Fällen aufgetreten, so baß bei Fortführung ber Stanbrevisionen mit dem balbigen Nieberkämpfen biefer ansteckenben Krankheiten zu rechnen ist. Bezüglich ber Wanberung konnte im Geschäftsjahr nur ein eifrige Propaganba burchgeführt werben. Bereits finb Vorkehrungen getroffen, um ^Säuberungen in ben Schwarzwalb zu ermöglichen. Ein geeigneter Platz für Aufstellung von mehreren taufenb Völkern würbe erworben. Die Bauernkammer hat volle Unterstützung zugefagt, vor allem für Gebiete ohne Haupttracht. Die Stellung zur ßanbesfadjgruppe hat sich aeänb"rt. ba die Kreisiachgruopen keine felb- ftänbige Kaffenführung mehr besitzen unb ganz von biefer abhängig finb. Der Vorsitzenbe stellte mit Stolz fest, baß in ber Lanbesfachgruppe gerabe Oberhessen wichtige Aemter besetzt, unb forberte zur rüstigen Mitarbeit im neuen Geschäftsjahr auf. In ber Aussprache würbe u. a. Aufklärung gegeben über bie burch ben Reichsausschuß für Die deutsche Zuckerwirtschaft vorgesehene Verbilligung hes Bienenzuckers, bie je Pfunb etwas über 5 Pfennig beträgt. Der Kassenbericht Rechner S t a u b a ch (Staben) trug ben Kassenbericht vor. Danach ergab sich bei 1551 Mitgliebern unb 30 Ehrenmitgliebern eine Einnahme von 7248,02 Mark, ber eine Ausgabe von 7315,50 Mark gegenübersteht. Das Vereinsvermögen setzt sich in ber Hauptsache aus Mikroskopen, Filmen, Stock- waagen unb einer Fachbücherei zusammen. Für das Winterhilfswerk würben 6,5 Zentner Bienenhonig unb 115 Mark Bargelb gestiftet. Aus der Seuchenkasse werben solche Imker bebacht, beren Völker infolge Krankheitsbefall abgefchwefelt werben müssen. „Verbienen" klein unb bas „Dienen" groß geschrieben. Der Zinsüberschuß betrug 26 279 Mark. Die persönlichen unb sachlichen Unkosten beliefen sich nach Abzug ber Ersatzposten auf 16 200 Mark. Dazu kommen noch 4594 Mark Steuern. Die Oe- famtunkosten betragen 1,7 v. H. ber Bilanzsumme unb liegen weit unter bem Reichsburchschnitt. Den Einlegern werben bie durch den zentralen Kredit- ausschuß festgesetzten Höchstzinsen für Kredit- genossenschaften vergütet. Den Schuldnern werden 5,5 v. H. Zinsen berechnet. Der Reingewinn soll, wie im Vorjahr, zur Ausschüttung einer 4vrozentigen Dividende und zur Stärkung ber Reserven Der- roenbet werden. Am gestrigen Dfterbienstag hielt bie Volksbank im CafL ßeib ihre orbentliche Generalversammlung ab, bie von 275 Genossen besucht war. Der Vorsitzenbe bes Aufsichtsrats, Rechtsanwalt Zimmer (Gießen), begrüßte bie Erschienenen mit herzlichen Worten. Besonberer Willkommengruß aalt Direktor (Hb mann von ber Lanbesbauernkasse in Frankfurt a. M. Er wies bann auf ben günstigen (Be- fchäftsganq ber Bank hin unter befonberem Hinweis, baß entsprechen!) ber Zusammensetzung der Mitglieder und den Zielen ber Bank erhebliche Krebite gerabe an bie bäuerlichen unb Heineren Kreise gegeben worben seien. Im Anschluß baran sprach er ernste Worte über bie Pflichten der Krebitnehmer, bie heute befonbers zu beachten seien. Sein Dank galt ben Mitgliebern bes Vorstanbes unb ber Gefolgschaft ber Bank. Dann gebuchte ber Vorsitzenbe der Toten bes vergangenen Jahres unb roibmete bem so früh bahingeschiebenen seitherigen Vorsitzenben bes Aufsichtsrats, Kreisbauernführer Dörrschuck, einen warmen Nachruf. , Direktor Hartmann erstattete einen ausführlichen Geschäftsbericht, aus bem folgenbe, für bas Genossenschaftswesen wichtigen Ausführungen interessieren. Der finanzielle unb wirtschaftliche Aufschwung sei in erster Linie bem Führer Abolf Hitler zu Derbanfen, ber ben Weg gezeigt und bas Volk gesammelt habe. Wenn Führer unb Volk treu zusammenstehen, gehe es immer aufwärts. Dieses Treue- unb Vertrauensoerhältnis braucht auch jebes Einzelunternehmen unb jebe Genossenschaft. Die Verwaltung hat wohl, äußerlich gesehen, bas Recht zum Regieren, aber innerlich die erste Pflicht, bie Geschäfte einroanbfrei zu führen unb bamit ben Mitgliebern zu bienen. Dieses Be- bürfnis nach Pflichterfüllung barf sich nicht auf Vorstand unb Aufsichtsrat beschränken, fonbern muß sich auch auf bie Mitglieber ausbehnen, bie ja Teilhaber an bem Unternehmen finb. Eine Genossenschaft kann nur gebeihen, wenn bie Führung ehrlich, sauber unb korrekt ist, wenn bie Genossen Vertrauen zur Führung haben unb treu zur Fahne halten. In biesem Sinne sei seither erfolgreich gearbeitet worben, unb so solle es auch weiterhin bleiben. Die Bilanz würbe einstimmig genehmigt unb bem Vorschlag ber Verwaltung über bie Gewimmer- teilung zugestimmt. Nach bem Bericht über bie gesetzliche Prüfung wurde dem Vorstand und Aufsichtsrar Entlastung erteilt. Die statutengemäß aus- scheidenden Aufsichtsratsmitglieder Fritz, Kock und Zimmer, sowie bas Vorstanbsmitglied Sommer würben wiebergewählt. Bezirksbauern- führer Metzger würbe neu in den Aufsichtsrat gewählt. Die Volksbank war feit ihrer Gründung streng arisch eingestellt und hat sich stets für das Zusammenarbeiten von Stadt und Land eingesetzt. Im Sinne wahrer Volksgemeinschaft und genossenschast- licher Treue ist auch die diesjährige Generalversammlung verlaufen. Direktor E i ö m a n n (Frankfurt a. M.) dankte in herzlichen Worten für den freundlichen Will- kommengruß und begrüßte die sehr gute Entwick- lung und den Aufbau der Volksbank. Stets habe sie sich als guter Stützpunkt ber Lanbesbauernkasse erwiesen. Dies sei in ber gegenwärtigen Zeit bes Aufbaues sehr wertvoll. Zum Schluß bankte ber Vorsitzenbe bes Aufsichtsrats, Rechtsanwalt Zimmer, allen Mitgliebern für ihre Mitarbeit unb schloß mit einem Sieg- Heil auf ben Führer bie harmonisch verlaufene Generalversammlung. Ortsfachgruppenvorsitzenber B e ch t o 1 b (Helben- bergen) beleuchtete als Rechnungsprüfer bie saubere unö einbmanbfreie Führung ber Rechnung, so baß ber Versammlungsleiter bem Rechner für bie umsichtige unb gewissenhafte Arbeit ben Dank aus- sprach. Ein Vortrag. Den Höhepunkt der Tagung bildete ein Vortrag oon Dr. Hugo Schauberl von ber Pflanzen- physiologischen Versuchsstation ber Lehr- unb For- schungsanstalt für Wein-, Obst- unb Gartenbau in Geisenheim (Rhein) über „bie Befruchtungsver- hältnisse bei unseren Obstgewächsen." Nachbem ber Vortragenbe einen geschichtlichen Rückblick über bas jüngste Wissenschaftsgebiet bes Obstbaues, bie Blütenbiologie, gegeben hatte, suchte er folgenbe Aragen klarzulegen unb zu beantworten: Welche Arbeit leistet bie Biene bei ber Bestäubung? Welche praktischen Schlußforberungen müssen Imker unb Obstbauer baraus ziehen? Wir unterscheiben selbstfruchtbare unb selbstunfruchtbare Obstgehölze. Sämtliche Kernobstsorten (Birnen, Aepfel) finb völlig ober praktisch selbst- unfruchtbar. Es muß also ber Blütenstaub von guten Pollenspenbern burch bie Insekten auf bas Fruchtblatt übertragen werben. Zu 90 v. H. geschieht bies burch bie Honigbiene. Beim Steinobst gibt es selbstfruchtbare unb selbst- unfruchtbare Sorten, unb zwischen diesen sämtliche Uebergänge. Quitten unb Sauerkirschen finb selbst- fruchtbar. Nach ben bisherigen Untersuchungen sind sämtUche Süßkirschensorten selbstunfruchtbar. Bei ben Pflaumenarten kommen auch beide Gruppen vor. Pfirsich und Aprikosen sind durchweg selbst- fruchtbar. Beim Schalenobst (Walnüsie, Haselnüsse) wird bie Uebertragung bes Pollenstaubes burch den Winb besorgt. Beerenobst ist in ber Hauptsache selbstfruchtbar. Nur eine einzige Birnsorte ist jungfernfrüchtig, b. h. sie bringt ohne jegliche Be- ftäubung Früchte hervor. Reicher Beifall dankte dem Redner für seine lehrreichen Ausführungen. In ber Aussprache wies Dr. Tempel oon ber Hauptstelle für Pflanzenschutz in Gießen auf bie Zusammenarbeit seiner Dienststelle mit ben Bienenzüchtern unb Obstbauern hin unb betonte, baß nur durch Pflege der Obstbäume, ordnungsgemäße Bienenzucht unb Nützlingsschutz, vor allem Vogelschutz, ein lohnender Obstbau getrieben werben könne. Auf die Verwendung trorf Jahresabschluß und Generalversammlung der Volksbank Gießen. Tagung der Oberhessischen Imker in Gießen. chemischen Mitteln könnte dabei nicht verzichtet werden. Ein Lichtbildervortrag. Anschließend hielt Pfarrer i. R. A i s ch (Bad- Nanheim) einen Lichtbildervortrag über „Bienen- nährpftanzen". In über 100 buntfarbigen Bildern führte er den Hörern die besten Trachtpflanzen vor Augen, gab dabei Anweisung über deren Pflege Ehrenbürger von Alsfeld und Grebenau. V Alsfeld, 14. April. Anläßlich des 77. Geburtstages des Seniorchefs der Firma Mechanische Kleiderfabrik Georg Dietrich Bücking in Alsfeld und der Verheiratung seiner jüngsten Tochter fänd am zweiten Osterfeiertag im Großen Saal des Deutschen Hauses" eine Familienfeier mit der gesamten Gefolgschaft der drei Alsfelder Werke statt. Im Verlaufe der Feier überreichte Bürgermeister Dr. V ö l s i n g dem Jubilar den Ehrenbürgerbrief der Stadt Alsfeld. Der Vertreter der Stadt wies t# seiner Ansprache darauf hin, daß die Stadtverwaltung auch heute noch das langjährige, verdienstvolle Wirken des zu Ehrenden, der über 20 Jahre dem Stadtvorstand angehört habe, anerkenne. Bürgermeister Dr. V ö l s i n g wies ferner auf die bedeutsame Entwicklung der Firma Georg Dietrich Bücking im Zuge des Arbeitsbeschaffungsprogramms des Führers hin, die vielen Hunderten von Volksgenossen und Volksgenossinnen Arbeit und Brot gegeben habe. Anschließend überreichte der Bürgermeister der Gemeinde Grebenau, in welcher sich eine Zweigniederlassung der Firma Georg Dietrich Bücking befindet, den Ehrenbürgerbrief der Gemeinde Grebenau. Die Gefolgschaft der Firma spendete zur Hochzeit der Tochter des Seniorchefs ein kostbares Geschenk. Die denkwürdige Feier wurde durch musikalische Darbietunaen der Gruppenkapelle des Arbeitsdienstes Alsfelo, sowie durch gesangliche und deklamatorische Darbietungen umrahmt. Hauptversammlung der Laubacher Ausschuß-Gesellschaft. □ Laubach, 14. April. Heute nachmittag versammelten sich im Saale des „Schützenhofes" die Mitglieder der Ausschuß-Gesellschaft, um die ersten Vorbereitungen für das vom 7. bis 9. Juni d. I. stattfindende Laubacher Ausschußfest, das auf sein 396-jähriges Bestehen zurückblicken kann, zu treffen. Der seityeriae Hauptmann Wilhelm H ö - g e l gab zunächst nach Begrüßung der Ausschuß- Mitglieder einen eingehenden Bericht über das vorjährige Ausschußfest und die Tätigkeit des Vorstandes. Die Jahresrechnung schloß mit einer Einnahme von 1165,86 Mark und einer Ausgabe von 1100,76 Mark ab. Einstimmig wurde der seitherige Mitgliedsbeitrag von 75 Pfennig beibehalten. Mehrere neue Mitglieder wurden ausgenommen. Satzungsgemäß haben die neuen Mitglieder die Statuten vor Beginn des Schießens zu unterschreiben, andernfalls sie kein Anrecht auf einen Preis haben. Auf diese Bestimmung wurde besonders hingewiesen. Die Wahl hatte folgendes Ergebnis: Zum Hauptmann wurde Wilhelm L e i d n e r I. mit 86 Stimmen (einstimmig) gewählt. Hauptführer wurden: 1. Georg Friedrich Jochem (75 Stimmen); 2. Wilhelm Desch (66); 3. August Braun (56); 4. Fritz Löwer (51); 5. Christian Röder (44); 6. Christian Von - Eiff (44); 7. Konrad Wilhelm 9JU , FL.Teutonia - Katzenborn-Steinberg 1. Feiertag: 1. Mannschaft — Langendiebach 2:2 (0:1); 1. Mannschaft Hungen — 2. Mannschaft 0:1 (0:0); 1. Jgd. Hungen — 1. Jgd. 1:2; 1. Schüler — 1. Schüler Bad-Nauheim 2:1. 2. Feiertag: 1. Mannschaft — 1. Mannschaft Buchenau 5:1 (4:1); 1. Jugend — 1. Jgd. Buchenau 4:1. Am ersten Feiertag war es der Sportv. Lanaen- diebach, der gegen die in guter Aufstellung auftretende erste Mannschaft der Teutonen ein Unentschieden errang. Man hatte bisher selten ein solch schönes rasantes Spiel auf dem Platze der Teutonen gesehen. Die Gäste gingen durch unhaltbaren Schuß in Führung. Die Einheimischen kämpften nun um den Ausgleich ober sogar noch um den Sieg. Es gelang auch die Führung mit 2:1 zu erringen, aber zwei Minuten vor Schluß schoß der Halblinke der Gäste durch haltbaren Schuß aum Unentschieden ein. Das Ergebnis entspricht dem Spielverlauf. Am zweiten Feiertag hatte man für die erste Mannschaft den Fußballverein Buchenau zum Gesellschaftsspiel verpflichtet. In diesem Spiel zeigte die erste Mannschaft in der ersten Halbzeit eine große Leistung. Fett auf Linksaußen, der in diesem Spiel drei unhaltbare Tore schoß, riß den Sturm immer vor und so kam es, daß es nach einer Viertelstunde Spielzeit schon 3:0 für die Teutonen hieß. Nun kämpften die Einheimischen fast eine Stunde lang, ohne zu einem weiteren Erfolg zu kommen, bis dann endlich kurz vor Schluß der Linksaußen Fett durch Elfmeter und durch einen wuchtigen Schlag das Resultat um zwei weitere Tore erhöhte. Das einzige Tor für Buchenau fiel in der Halbzeit und war für den Torwart (Haas) unhaltbar. Im Anschluß an diese beiden Spiele verlebten die Gäste mit ihren Sportkameraden aus Watzenborn-Steinberg noch recht schöne Stunden. Die zweite Mannschaft fuhr am ersten Feiertag nach Hungen und trug gegen die dortige 1. Mannschaft ein Gesellschaftsspiel aus. Die erste Mannschaft von Hungen war meistens tonangebend, mußte sich aber trotzdem von der zweiten Mannschaft der Teutonen geschlagen bekennen. Diesmal war es Burk, der für feine Farben noch in den letzten Minuten das einzige Tor schoß und somit den Sieg herstellte. Die 1. Jugendmannschaft fuhr ebenfalls nach Hungen und konnte nach einem mäßigen Spiel mit 2:1 Toren geroinnen. Am 2. Feiertag war die 1. Jugend von Buchenau -um Gesellschaftsspiel erschienen und hier zeigten die Einheimischen etwas bessere Leistungen als in Hungen. Sie kamen hierdurch auch zu einem schönen 4:1-Sieg. Buchenau war körperlich weit überlegen. Die Kleinsten der Teutonen konnten gegen die 1. Schülermannschaft von Bad-Nauheim auf eigenem Gelände einen 2:l°Sieg erringen. Technisch und Vermehrung und forderte zur Bienenweide- Verbesserung auf. Seine Ausführungen fanden reichen Beifall. Nachdem noch verschiedene innere Vereins- angelegenheiten besprochen worden waren, beschloß der Vorsitzende mit dreifachem Sieg-Heil auf Führer, Volk und Vaterland die anregend verlaufene Tagung. Högel (Ehrensektion); 8. Emst Rühl (32); 9. Wilhelm Löwer (30); 10. Heinrich StengelII. (28); 11. Georg Tröller jun. (27); 12. Albert Von-Eiff (19) und 13. Karl Jockel (17). Weiter- bin wurden 6 Ersabhaupttührer gewählt. Der seitherige Hauptmann schloß sodann, nachdem er allen seinen Mitarbeitern den Dank für ihre Mühewaltung ausgesprochen hatte, die Versammlung mit einem dreifachen Sieg-Heil auf den Führer. Anschließend mürben*ber seitherige unb ber neugewählte Hauptmann unter Vorantritt ber Kapelle bes hiesigen Musikvereins in ihre Wohnungen gebracht. Mit der Auflösung des Umzuges auf dem Marktplatz fand bte erste Vorbereitung zum diesjährigen Laubacher Ausfchußfest ihr Ende. Landkreis Gießen. § Daubringen, 14. April. Am ersten Osterfeiertag veranstaltete ber hiesige Ke gelklub „Alle Neune" in ber Wirtschaft Schäfer einen Theater-Abend. Nach ben Eröffnungsworten des Vereinsführers Johann Will folgten zwei Theateraufführungen mit Musikeinlagen. Die beiden Theaterstücke gefielen gut, die Spieler ernteten reichen Beifall. * Stangenrod, 14. April. Der Landwirt Karl Hartmann von hier ging frühmorgens in ben Stall, um bas Vieh zu füttern. Da er nach längerer Zeit noch nicht zurückaekehrt war, hielt feine Frau nach ihm Umschau und fand ihn schließlich schwer verletzt in der Scheune am Boden liegend auf. Der bedauernswerte Mann war beim Futterholen in der Scheune abgestürzt und hatte dabei so schwere Verletzungen erlitten, daß er noch am gleichen Abend v e r st a r b. ch Lauter, 15. April. Am morgigen Donnerstag, 16. April, feiern Otto Kröll und Ehefrau Marie, geb. Männchen, und am Freitag, 17. April, H. Schmidt III. und Ehefrau Käthe, geb. Röhm, das Fest der Silbernen Hochzeit. od Sberftabt, 14. April. In ber hiesigen Kirche fand am Karfreitag ein M i s s i o n s a b e n d statt, bei bem Fräulein Lydia Schmidt, die vor einigen Jahren als Lehrerin im benachbarten Kloster Arnsburg wirkte und dann als Miffionsschwe» fter tätig war, einen Vortrag über die Arbeit ber Rheinischen Mission auf Sumatra hielt. Die Vortra- genbe forderte zu opferfreudiger Unterstützung der Missionsarbeit auf. Das Schlußwort sprach Pfarrer Ködding, der auch ber Vortragenden ben Dank der Gemeinde aussprach. Die Sammlung für das Werk der Rheinischen Mission hatte ein schönes Ergebnis. A Obbornhofen, 14. April. Zu Opern wurden hier 8 Knaben und 12 Mädchen f o n firmiert. Neu in die Schule ausgenommen werden 19 Abcschützen. Da unsere Gemeinde nur rund 700 Seelen hat, ist dies eine recht hohe Geburtenziffer. —.— Steinheim, 14. April. In ber Mutterkirche zu Rodheim wurden aus bem Kirchspiele, Steinheim, Rodheim, Rabertshausen, 14 Kinder Confirmiert, 12 aus Steinheim und 2 aus Rabertshausen. waren die Kleinen ihren Kameraden von Bad- Nauheim überlegen. Spielvereinigung 1926 Leihgestern. Die Spvgg. Leihgestern hatte sich für die Öfter- feiertage namhafte Gegner verpflichtet. Spvgg. Leihgestern Jugend gegen Germania Marburg (Lahn) Jugend 1:2. Die Jugendmannschaft empfing am 1. Osterfeiertag die gleiche des SV. Germania Marburg (L.) zum Gesellschaftsspiel. Die Marburger waren technisch und taktisch ganz auf der Höhe und konnten als verdiente Sieger den Platz verlassen. Spvgg. Leihgestern I gegen SV. Vad-Nauheim (Ligareserve) 5:2. Nach diesem Spiel trafen sich die Reserve des Gauligisten SV. Bad-Nauheim und die 1. Mannschaft von Leihgestern. Die Gäste gingen mächtig aus sich heraus und belagerten das Tor der Blau- weißen ohne aber etwas zu erreichen. Als sich Leihgestern dann wieder frei machen konnte, fiel überraschend das Führungstor für die Gäste. Aber der Ausgleich ließ nicht lange auf sich warten. Die Einheimischen stellten um. Sofort wurde ein Angriff vorgetragen und unter dem Jubel ber Zu- schaüer erzielte ber Rechtsaußen ben Ausgleich. Wenige Minuten später konnte der Gästetorhüter nur noch durch Fußabwehr ein sicher scheinendes Tor verhüten, aber der Halbrechte köpfte geschickt zur Führung ein. Mit diesem Ergebnis ging es in die Pause. Bad-Nauheim raffte sich nun noch einmal auf, um den Ausgleich zu erzielen, aber das Schlußdreieck stand zuverlässig. Als aber den Gästen doch ein Tor gelang, war es das Zeichen zum Generalangriff ber Blauweißen. Der einheimische Sturm trug einen Angriff vor, es gab ein Gedränge unb ber Linksaußen konnte erneut die Führung erzielen. Bei einem weiteren Vorstoß wurde der Halblinke unfair gelegt, der fällige Elfmeter wurde verwandelt. Schließlich unternahm der einheimische Mittelstürmer einen Alleingang und trotz starker Bedrängnis stellte er durch einen unhaltbaren Schuß bas Endergebnis her. Leihgestern Jgd. — Tuspo. Kassel Jgd. 3:2. Am 2. Feiertag hatte die Jugend-Mannschaft die ^-Jugend des Tuspo. 86/09 Kassel zu Gast und gewann sicher 3:2. Außer diesen drei Toren wurden noch zwei erzielt, die aber der Schiedsrichter nicht anerkannte. Die Kasseler waren gut, aber die Einheimischen spielten besser als se und die Gäste mußten sich am Ende knapp, aber verdient, geschlagen bekennen. Daubringen und Staufenberg — Spv. 1920 Frankfurt a. M. Die Fußballmannschaften Daubringen I und Staufenberg I hatten an ben beiden Dfterfeiertagen eine Mannschaft bes Sportvereins 1920 Frankfurt- Griesheim zum Freundschafts-Gegenspiel einge- läden. Daubringen spielte mit bem Gegner auf bem Daubringer Sportplatz und siegte in Hottern und Sutern technischen Spiel mit 6:2 Toren. Am zweiten ifter eiertag wurde dann der Wettkampf zwischen Stau enberg und Frankfurt auf dem Sportplatz in Stau enberg ausgetragen. Frankfurt siegte hier mit 4:2 Toren. Zugendkämpfe bei der Spielvgg.4900. 1. Feiertag: 1900 1. Jugend — Tuspo. Kassel 1. Jugend 1:2; 1900 1. Schüler — Hanau 93 1. Schüler 2:4; 1900 2. Schüler — Hanau 93 2. Schüler 1:3. 2. Feiertag: 1900 1. Jugend — Braunfels 1:0; 1900 2. Jugend — Londorf 1. Jugend 2:1. Mit ber Verpflichtung der Kasseler Junioren und der Hanauer Schüler wurde kein schlechter Griff getan. Die Gäste führten Spiele vor, die weit über dem Durchschnitt standen. Aber vorneweg muß gesagt werden, baß die Blauwe-ißen dem Gegner mindestens ebenbürtig waren, ja, mit etwas Glück konnten die Siege genau so gut von den Einheimischen erfochten werden. Das Spiel der ersten Jugend enttäuschte insofern, als die 1900er überlegen spielten und zum Schluß den Sieg doch den Kasselern überlassen mußten. Das Spiel begann mit flotten Angriffen beider Mannschaften und die Kasseler waren es, die ben ersten Erfolg für sich buchen konnten. Die Blauweißen drängten, doch der Tormann ber Gäste lies vorerst keinen Erfolg zu. 1900 bekam einen Elfmeter zugesprochen, ber wenig placierte Schuß wurde gehalten. Ein Strafstoß wurde dann vom Mittelstürmer gut eingeköpft und der Ausgleich hergestellt. Jedoch die Freude dauerte nicht lange. Bei einem Angriff ber Gäste wenige Minuten vor Schluß bekam der Linksaußen den Ball und schoß, für den Tormann unhaltbar, das siegbringende Tor. Eine Freude war es, dem Spiel der beiben Schuler Mannschaften zuzusehen. Die Kleinen zeigten eine erstaunlich gute Ballbehandlung und schufen gar manche kritische Situation vor bes Gegners Tor. Beide Mannschaften der Blauweißen mußten ben Gästen aus Hanau ben Sieg überlassen, doch bewies das nicht, baß sie schlechter gewesen wären. Anregende Festtags-Begegnungen.- Das Dfterprogramm ber Handballer sah eine ganze Reihe recht interessanter Begegnungen, die ohne Ausnahme auch einen spannenden Verlaus nahmen. Vornehmlich die Landvereine traten in Erscheinung und manche als spielstark bekannte Mannschaft mußte ihr solides Können anerkennen. Am 1. Offerftierfag: Tv. Münchholzhaus en — Sp.-Gde. Eintracht Frankfurt a. M. 1:9 (1:4): Die Einheimischen, die nicht in ihrer stärksten Besetzung antraten, mußten eine, auch in dieser Höhe verdiente Niederlage hinnehmen. Die Gäste aus dem Gau 13 zeigten ein sehr gefälliges Spiel, das auch reich an interessanten Kampfmvmenten mar. Wäre Münchholzhausen komplett gewesen, bann hätte das Ergebnis leicht anders lauten können. Tgbe. Wetzlar-Niedergirmes — Tv. Kirchgöns 7:7 (3:3): Die Wetzlarer Vorstädter haben mit diesem Ergebnis bewiesen, daß sie reif sind, in die Bezirksklasse aufzusteigen. Denn, obwohl bie Gäste ihren bekannten Mittelstürmer ersetzen mußten, war bie Mannschaft noch stark genug, um die Platzbesitzer zur Hergabe ihres ganzen Könnens zu veranlassen. Der Kampf, ber beiderseitig äußerst anständig geführt wurde, konnte sehr gefallen. Tgbe. Wetzlar-Niedergirmes II — Tv. Kirchgöns II 10:2 (4:2): Auch bie beiderseitigen Reservemannschaften lieferten sich ein schönes Spiel, das die Einheimischen dank ihrer größeren Spielerfahrung hoch gewinnen konnten. Tb. Dutenhofen — To. Beuern 8:1 (4:0). Die Gäste waren zwar recht eifrig, konnten aber gegen bas taktisch und technisch kluge Spiel der Platzbesitzer nicht ankommen, zumal auch Dutenhofen in einer Form spielte, bie $u ben besten Hoffnungen für die demnächst beginnenden Aufstiegspiele berechtigt. Tv. Dutenhofen Jgd. To. Beuern Jgd. 3:2 (0:1). Dieses Ergebnis kommt überraschend. Die Jugendmannschaft der Gäste, die erst vor kurzem zusammengestellt wurde, schlug sich überraschend gut und hätte dem Spielverlauf nach ein Unentschieden verdient gehabt. To. Schupbach — Tv. Garbenheim 3:7 (2:4). Die Garbenheimer waren Gäste des Tv. Schupbach, der im Kreis Lahn-Westerwald eine gute Rolle spielt, und konnten einen schönen und beachtenswerten Sieg landen. Tv. Münchholzhausen — Tv. (Barbenheim Jgd. 7:5. Der knappe Sieg ber Platzbesitzer kommt überraschend, geht aber vollkommen in Ordnung. Bei etwas mehr Glück von feiten Garbenheims hätte das Ergebnis leicht anders lauten können. TV. Holzheim — TV. Ga mb ach 7:5 (3:3): Der Sieg der Platzbesitzer ist zwar knapp ausgefallen, geht aber vollkommen in Ordnung. Lediglich her aroße Etter der Gäste ließ sie zu 5 Toren kommen. Holzheim hätte bei etwas mehr Verständnis innerhalb der einzelnen Mannschaftsteile leicht höher gewinnen können. TV. Holzheim Jgd. — TV. Gambach Jgd. 5:12 (3:4): Bis zur Halbzeit konnten die Jugendlichen h-"- Hol»h"imer noch einigen Widerstand leisten, mußten sich dann aber dem besseren Können der Gegner beugen. Das Ergebnis ist ehrenvoll, wenn man bedenkt, daß Gambach Meister des Kreises XI ist- Am 2. Feierlag. TV. Holzheim — TV. Allendorf (Lumda) 12:6 (7:4): Trotzdem man bei Holzheim noch Spuren des schweren Spieles vom 1. Feiertag feft- stellen konnte, zeigte die Mannschaft ein sehr gefälliges Spiel. Aber auch die Gäste waren nicht schlecht. Ihr Sturm nur zeigte einige Schwächen, die noch ausgemerzt werben müssen. Jedenfalls gehen die Gäste mit den besten Aussichten in bie am Sonntag beginnenden Aufstiegsspiele der 2. Kreisklasse. TV. Holzheim Jgd. — TV. Allendorf (Lumda) Jgd. 5:6 (2:1): Hier standen sich zwei vollkommen gleichwertige Mannschaften gegenüber, die sich einen jederzeit ausgeglichenen Kampf lieferten. Der Umstand, daß Holzheim bereits am 1. Feiertag gespielt hatte, mag die Schuld daran tragen, daß das Spiel verloren ging. Tv. Hörnsheim — To. Hochelheim 9:3 (6:1). Es hat wohl kaum jemand gegeben, der diesen Ausgang des Lokaltreffens in Hörnsheim hätte voraussagen können. Er beweist aber aufs neue, rote stark zur Zett die Mannschaften der Vor allem dürfte in diesen Spielen viel gelernt worden sein. Am zweiten Feiertag weilte die erste Jugend tn Braunfels. Der Braunfelser hatte eine Mannschaft aus älteren Spielern unb Jugendlichen aufgestellt unb es fiel der ersten Jugend schwer, sich zu behaupten. Das einzige Tor fiel einige Minuten vor Schluß. Auch die zweite Jugend kehrte mit einem Siege aus Londorf zurück. Die Mannschaft zeigte ein schönes Spiel und siegte verdient. Die beiden Tore wurden von dem Mittelstürmer geschossen. Zweite Runde um die Deutsche Fußballmeisterschaft. Die Favoriten vor schweren Prüfungen. Die erste Runde der Gaugruppenspiele um die Deutsche Fußball-Meisterschaft hat am 5. April in einer Hinsicht etwas enttäuscht: Die sonst üblich gewesenen einleitenden Überraschungen blieben diesmal ausnahmslos aus. Alles ging der Ordnung nach. Alle acht Heim-Mannschaften, die ja von vornherein mehr oder weniger zu Favoriten gestempelt worden waren, kamen zu den erwarteten Erfolgen. Nur drei Tore konnten die „Reisenden" zu- ftanbebringen; die Platzmannschaften erzielten zusammen dagegen nicht weniger als 27 Treffer. Das war klar und deutlich. Am kommenden Sonntay sollte das denn doch anders werden. Die Favoriten müssen reifen. Sie werden es dabei schwer haben, schwerer jedenfalls, als dies beim ersten Blick auf bie Ergebnisse bes 5. April den Anschein hat. Gau gruppe J Berlin: Berliner SV. 92 — Polizei Chemnitz; Königsberg: Hindenburg Allen- stein — Schalke 04. (Baugruppe II: Gleiwitz: VR. Gleiwitz — Werder Bremen; Stolp: Viktoria Stolp — Tod. Eimsbüttel. Gaugruppe III: Stuttgart: Stuttgarter Kickers — Wormatia Worms; Jena: 1. SV. Jena — 1. FC. Nürnberg. (Baugruppe IV: Hanau: FC. Hanau 93 — SV. Mannheim-Waldhof; Köln: Kölner CfR. — Fortuna Düsseldorf. Zm Zeichen der Freundschaftsspiele. unteren Klassen und vornehmlich ber 1. Kreisklasse sind. Obwohl beide Gegner Ersatz in ihren Reihen hatten, bekam man ein Spiel zu sehen, bas begeistern konnte. Nach anfänglich starker Ueberlegen» heit ber Vlatzbesitzer kamen die Gäste nach ber Pause stark auf unb konnten bas Spiel vollkommen ausgeglichen gestalten. Wäre in diesem Abschnitt bie Hintermannschaft von Hörnsheim nicht so gut gewesen, bann hätte das Spiel leicht einen anderen Ausgang nehmen können. Tv. Groß-Rechtenbach — Tv. Obern- Hain 14:4 (7:3). Die Gäste aus dem Taunus hatten in Groß-Rechtenbach nicht viel zu bestellen. Sie verloren in einem recht spannenden und jeder Zett anständigen Spiel auch in dieser Höhe verdient. Tv. Garbenheim — Tv. Münchholzhausen 3:16 (1:9). Die Mannschaft bes Tv. Münchholzhausen hatte seine Mannschaft verstärkt und konnte so zu einem recht eindeutigen Sieg kommen. Lobenswert ist der Eifer, den die Gast- aeber trotz ber hohen Niederlage bis zum Schluß bewahrten. Alle Handball-Gaumeister der Frauen festgestellt. Im Gau Sachsen besiegte die Frauen-Handball- mannschaft von Polizei Dresden im Endspiel um die Gaumeisterschaft die Els der Spvgg. Leipzig knapp mit 4:3 (1:2) Toren. Damit stehen jetzt alle sechzehn deutschen Handballgamneister der Frauen fest. Oer Führer empfing Schalke 04. Arn Karfreitagabend nach dem Spiel des deutschen Fußballmeisters FC. Schalke 04 gegen den SV. Waldhof bat der Führer die Mannschaft von Schalke 04 zu sich in fein Hotel. Bei diesem Empfang begrüßte ber Führer alle 22 Mann ber Schalter Reisegesellschaft, unterhielt sich mit jebem einzelnen unb wünschte zum Schluß dem Schalter Verein alles Gute. OieOlympia-KernmannfchastderBoxer Nach ben deutschen Amateur-Boxmeisterschaften wurde die Olympia-Kernmannschaft neu zusammen- gestellt, der nunmehr folgende Boxer angehören: Fliegengewicht: Graaf (Hamburg), Priesnitz (Breslau), Kaiser (Gladbeck). Bantamgewicht: Stasch (Kassel), Westhoff (Elberfeld). Federgewicht: Miner (Breslau), Rustemeyer (Köln), Büttner II. (Breslau). Leichtgewicht: Schmedes (Dortmund), Jakubowski (Bochum), Fluß (Köln). Weltergewicht: Campe (Berlin), Murach (Schalke), Knoth (Düsseldorf). Mittelgewicht: Baumgarten (Hamburg), Loibl (Ulm). Halbschwergewicht: Jaspers (Stettin), Krumm (Köln). Schwergewicht Runge (Elberfeld), Schnarre (Recklinghausen). Diese Boxer bilden eine vorläufige Kernmannschaft. Sie werden am 2. Mai im Olympia- Vorbereitungslager Benneckenstein zusammengezogen. Zu ihnen kommen weitere gute Boxer aus den verschiedenen deutschen (Bauen, soweit sie bei den Meisterschaftskämpfen durch Können und Talent aufgefallen sind. Oie neuen deutschen Rmaermeister. Kämpfe in Mannheim und Mainz. Die neuen deutschen Ringer-Meister mit Ausnahme der Mittel- und Halbschwergewichts-Klasse wurden an Ostern in Mannheim und Mainz ermittelt. Die neuen Titelträger sind: Justin Gehring- Friesenheim (Bantam), Eduard Sperling- Dortmund (Feder), Heinrich Nettels- heim- Köln (Leicht), Paul G a w e n d a ° Mainz (Welter) und Georg Gehring- Ludwigshafen (Schwergewicht). In allen fünf Klaffen wurden neue Meister ermittelt. Die Meisterschaften im Mittel- und Halbschwergewicht folgen am 21. und 22. April in Berlin. Lieber 400 Meldungen für die OOAL -Nachtfahrt am 18./19. April 1936. Für bie DDAC.-Nachtfahrt, bie ber Gau Hessen bes DDAC. am nächsten Samstag unb Sonntag durchführt, liegen über 100 Meldungen vor. Das Erfreuliche an diesem hohen Meldeergebnis ist noch, daß sich mit zwei Ausnahmen sämtliche Klassen- tahrer unseres Gaues beteiligen und auch die übrigen Fahrer fast ausnahmslos gute Könner sind, 10 daß es in allen Klassen einen erbitterten Kampf um Sieg und Plätze geben wird. Von den Kraftradklassen ist die große Klasse für Maschinen über 350 Kubikzentimeter am stärksten besetzt. Die Seitenwagenmaschinen sind diesmal alle in einer Klasse zusammengefaßt, die dadurch nahezu zwei Dutzend Nennungen aufweist. Bei den Kraftwagen hat die meisten Meldungen die Klasse der kleinen Wagen bis 1175 Kubikzentimeter erhalten. Bemerkenswert stark ist die Beteiligung der Reichswehr, die nicht allein in den Kraftradklassen vertreten ist, sondern bei den Personenwagen neben normalen Typen noch insgesamt neun Kübelsitzwagen gemeldet hat. Die Abnahme der Fahrzeuge beginnt am nächsten Samstag um 16 Uhr am Ooerforsthaus Frankfurt am Main. Die Startprüfung beginnt am gleichen Ort um 20 Uhr und nach Erledigung der Beleuchtungsprüfung werden die Teilnehmer auf die erste Teilstrecke der Zuverlässigkeitsfahrt geschickt. Kurze Sportnotizen Japans Kabinett befaßte sich in einer Sitzung am Dienstag mit der Absicht des Japanischen Olympischen Komitees, sich um die Durchführung der Olympischen Spiele 1940 zu bewerben. Die Regierung versprach, die Pläne des Komitees weitgehendst zu unterstützen, die notwendigen Anlagen zu schaffen und die Spiele auch finanziell zu sichern. Englischer Fußballmeister der 1. Liga wurde am Ostermontag Sunderland, das in Birmingham hoch mit 7:2 gewann und jetzt von keinem anderen Klub mehr einzuholen ist. Der Titelverteidiger Arsenal fiel auf den siebten Platz in der Tabelle zurück. Albert Richter kam bei den Osterrennen in Den Haag zu einem schönen Erfolge. Im Haupt- fahren blieb er ohne Niederlage und ließ Weltmeister Scherens, den Franzosen Gsrardin und den Holländer Leene hinter sich. 42 Bahn-Radfahrer wurden noch den ersten Olympia-Prüfungsrennen in Forst und Halle aus den rund 80 Bewerbern ausgewählt und zur Olympia-Kernmannschaft zufammengestellt. Die Rennen haben bewiesen, daß es um den Nachwuchs nicht sonderlich bestellt ist, denn in den beiden Rennen zeigten sich die „Alten" noch durchweg überlegen. Frostschaden an der Obstbaumblüte? Bisher glimpflich abgegangen. LPD. Frankfurt a. M., 14. April. Ueberall stehen die Obstbäume in schönster Blüte und nicht nur die Obstzüchter hatten um den Blütenverlauf und den Fruchtansatz höchste Besorgnisse, als es Ostern schneite und in den folgenden Nächten star- ster Frost eintrat, der das Wasser in den Pfützen gefrieren ließ. Haben Schnee und Frost der Blüte nun geschadet? Diese Frage läßt sich im Augenblick noch nicht ganz einwandfrei beantworten, vielmehr wird sich erst in den nächsten Tagen klarer Herausstellen, welche Bäume von dem Frost stärker betroffen wurden. Erheblich mitgenommen wurden die Pfirsiche, deren früheste Sorten schon abgeblüht hatten, während die mittleren und späten Sorten in der Blüte standen. Diese haben sowohl den Schnee wie den Frost schlecht vertragen. Der Fruchtknoten ist schwarz geworden, zum Teil sind die Blüten auch schon abgefallen, so daß in der Pstr- sichernte bestimmt mit starken Ausfällen gerechnet werden muß. Unterschiedlich hat der Wettersturz auf den Verlauf der Kirschblüte gewirkt. So gibt es Orte an der Bergstraße, die kaum betroffen wurden, während in anderen die Blüten braun und unansehnlich geworden sind, ein Zeichen, daß sie der Frost vernichtet hat. Auch in der Frankfurter und Mainzer Gegend stehen neben völlig unbeschädigten Kirschbäumen andere, die kaum einen nennenswerten Ertrag bringen können. Die Birnen, die gegen Fröste etwas widerstandsfähiger sind, haben sich im allgemeinen gut gehalten, und auch die Pflaumen und Z w e t s ch e n wurden nur stellenweise vom Frost und dem Schnee schärfer angegriffen. Kaum betroffen wurden die vielen hunderttausend Apfelbäume, die in Südwestdeutschland zu finden sind, denn von einigen wenigen ganz frühen Sorten abgesehen, stecken die Apfelblüten noch in der Knospe, der der Frost nur wenig anhaben kann. Gefährlich wäre es allerdings, wenn in den nächsten Tagen abermals Nachtfröste' folgen würden, denn eine oder zwei kalte Nächte halten die Blüten aus; wiederholen sich die Fröste aber, dann werden auch die härteren Sorten in Mitleidenschaft gezogen. „Höhenflüge" und „Höhenlustkuren" in der Klimakammer. Ein Besuch im Kerckhoff-Institut in Bad-Nauheim. Oben: Die große Klimakammer des Kerckhoff-Jnstituts in Bad-Nauheim. Unten: Das Innere der Kammer. Ein Fliegeranwärter während der Eignungsprüfung. (DNB.-Heimatbilderdienst. Photo: Burk [1], Werkphoto [1|.) Lpd. Bad - Nauheinz, 14. April. Große Anforderungen werden heute an den Flieger gestellt. Für ihn genügt es nicht, allgemein für tauglich befunden zu sein, sondern er muß u. a. auch die Eignung seines Körpers, rasch aufeinanderfolgenden Luftdruckveränderungen standzuhalten, nachweisen. Die Frage nun, ob sich jemand für die Fliegerei eignet, kann man heute dank der fortschreitenden Technik und besonders auf Grund einer Erfindung des Frankfurter Ingenieurs Z e u z e m in der Weife beantworten, daß man den Prüfling, ohne ihn erst mit einem Flugzeug aufsteigen zu lassen, in einer sogenannten Klimakammer den dort künstlich hergestellten Luftverhältnissen großer Höhen aus- setzt. In Bad - Nauheim ist seit einiger Zeit in der G. William - Kerckhosf- Stiftung, eine der größten bioklimatischen Stationen der Welt, eine unter Leitung von Prof. Koch stehende Flieger - Untersuchungsstelle eingerichtet, in der sich die bisher größte Klimakammer befindet. Als mir ber Unter» juchungsftelle einen Besuch abstatteten, fand gerade eine Flieger- Eignungsprüfung statt. In der großen Kammer, die ein Gewicht von 100 Zentner hat und bis zu einer Luftverdünnung auf 16 000 Meter Höhe jedem Luftdruck gewachsen ist, hat der Prüfling auf einem Liegestuhl Platz genommen, lieber ihm an der Decke sind die Kühlapparate angebracht, die den Temperaturunterschied herbeiführen sollen, in der Ecke stehen ein paar Sauerstoff-Flaschen und wissenschaftliche Apparate. Zwei Aerzte setzen sich neben den Untersuchungs-Kandidaten, die Tür wird von außen verschlossen, und bann beginnt ber „Höhenflug". Ein Assistent breht braußen an einen Hebel, und halb verkünbet ein surrendes Geräusch das Arbeiten einer Vakuumpumpe, die die Lust aus der Kammer laugt. Vier Minuten sind verstrichen. Eine Quecksilbersäule zeigt 1000 Meter Höhe an. Die Pumpe wird nun abgestellt und eine kurze Pause eingelegt, während der, wie uns ein Blick durch das Fenster- chen in das Innere ber Kammer zeigt, bie Aerzte ben Puls und Blutdruck messen. Weiter gehts, und bald sind 5000 Meter Höhe erreicht. Der zukünftige Flieger, der vorhin eine noch lächelnde Mine zeigt, wird etwas blasser im Gesicht. Die beiden Aerzte haben es schon besser, sie können, wenn ihnen die Lust zu dünn wird, ein wenig von dem mitgeführ- ten Sauerstoff durch kleine Schläuche einatmen. 6000 Meter, 7000 Meter, wieder wird gemessen und alles genau ausgezeichnet. Dann geht es wieder langsam herunter. Von außen strömt jetzt durch eine Deffnung zischend die Luft herein, die Quecksilbersäule fällt. 4000 Meter, 3000 Meter, 2000 Meter ... und bald hat auch der Prüfling feine frische Gesichtsfarbe wieder. Die während des „Höhenflugs" gesammelten Untersuchungsergebnisse dienen dem Tauglichkeitsbefunb. In ber Klimakammer können aber nicht nur Flieger-Prüfungen vorgenpmmen werben, sonbern es ist auch innerhalb weniger Minuten möglich, bas Klima von Davos, von Aegypten, vom Norbpol, wie überhaupt bas Klima irgenbeines Ortes ber Welt, herzustellen. Auf biefe Weise können bei Kranken, ohne baß erst weite und teuere Reisen erforberlich finb, durch Klimakuren in einer solchen Kammer gute Ergebnisse erzielt werben. Kunst und Wistenschast. Der Soziologe Professor Ferdinand Tönnies f. Geheimer Regierungsrat Professor Dr. phil. Dr. jur. et rer. pol. h. c. Ferdinand Tönnies, ber über Deutschlands Grenzen hinaus bekannte Be- grünber ber mobernen Soziologie, ist im 81. Lebensjahr nach kurzer Krankheit in Kiel gestorben. Geboren 1855 auf dem Hofe seines Vaters in Schleswig, studierte er Philologie, Geschichte und Philosophie in Jena, Leipzig, Bonn, Berlin, Tübingen und Kiel, wo er sich 1881 habilitierte und 1913 zum Ordinarius für Nationalökonomie ernannt wurde. Sein klassisches Werk „Gemeinschaft und Gesellschaft" erschien 1887 und wurde grundlegend für die Entwicklung der soziologischen Wissenschaft. Von feinen übrigen Arbeiten seien genannt „Kritik der öffentlichen Meinung" (1922), „Soziologische Studien und Kritiken" (1925/29), „Einführung in die Soziologie" (1931) und „Geist der Neuzeit", ein großes Werk, das der 80jährige 1935 vollendete. Die deutsche Amazonas-Iary-Expedition. In Rio be Janeiro ist von ber deutschen Amazonas-Jary-Expebitiondie vom 27. Januar batierte Nachricht eingetroffen, baß ber deutsche Expebitionsteilnehmer Josef Greiner im Urroalb einem schweren Fieberanfall erlegen ist. Josef Greiner hatte sich in Rio aus Jbealismus unb Begeisterung ber Expebition ange- schloffen, ber er als Transportleiter ber Post- unb Nachschubboote wertvolle Dienste leistete. Gleichzeitig mit biefer Nachricht teilte Schulz-Kampf- Henkel mit, baß er mit feinem Kameraben Gerb Kahle unb ber eingeborenen Mannschaft bei ben Aparai-Jnbianern überwintern werbe. Durch bie Regenzeit und bie Hochwasser des Jary wird bie Expebition lange Zeit von ber Außenwelt abge- schnitten fein. Aus aller Welt. Das Winterhilfswerk der Deutschen Jägerschafk. Das zweite Winterhilfswerk ber Deut- scheu Iägerschaft hat insgesamt 235 859 Stück Wild mit 1290 000 Kilogramm Gesamtgewicht im Werte von 1 262 000 Mark und Barspenden in Höhe von 35 554 Mark ergeben. Die Deutsche Jägerschaft hat damit dem Winterhilfswerk Werte von 1 297 554 Mark übergeben gegenüber 1 080 000 Mark im Vorjahre. „21lein Kampf" als Geschenk an die Gefolgschaft. Eine große Speditionsfirma stattete ihren Dank für bie Wiederbelebung des Verkehrs und damit auch für die Sicherung des Arbeitsplatzes ihrer Gefolgschaft am Tage ber Führerrebe aus ben Kruppwerken wie folgt ab: sie verteilte im Anschluß an einen Betriebsappell an jedes Gefolg- schaftsrnitglieb das Buch des Führers „M e i n Kamp f". In insgesamt 5000 Exemplaren wurde dieses Standardwerk des Nationalsozialismus an die Gefolgschaftsmitglieder verteilt. Ein Beispiel, das ber Nachahmung wert ist. „Graf Zeppelin" begegnet der „kdF."-Flotte. Das Luftschiff „Graf Zeppelin" begegnete auf feiner Südamerika-Fahrt am Dienstagvormittag in ber Südbiskaya dem „K d F." -Schiff „St. Louis". Etwas später überflog das Luftschiff bis beiben anberen „KdF."-Schiffe. Die Begegnung, bei der bas Luftschiff bei schönstem Sonnenschein in etwa 100 Meter Höhe die Schiffe ber Madeira- Fcchrer Überflog, rief bei allen „KdF."-Urlaubern stürmische Begeisterung hervor. Von allen Decks würben bem Luftschiff bonnernbe Heilrufe zuge» fanbt. Die Begegnung wird allen Urlaubern ein unvergeßliches Erlebnis bleiben. Die Urlauber auf der „St. Louis" und bie Besatzung sanbten bem Luftschiff telegraphisch ihre Grüße unb wünschten gute Fahrt und gute Heimkehr. Vom Luftschiff wurden bie Funkgrüße dankend erwidert unb ber Freude über die Begegnung Ausdruck gegeben mit den gleichen Wünschen für gute Heimfahrt. Das Luftschiff stand um 18 Uhr etwa 400 Kilo-" meter westlich von Lissabon. Während des ganzen Tages war es über der Biskaya unb vor ber portugiesischen Küste von Rückenwinben begünstigt. Englischer Oslasienbampser mit wertvoller Labung aufgelaufen. Aus Gibraltar kommt bie auffe^enerregenbe Nachricht, daß ber 16 700 Tonnen große englische Dftafienbampfer „Ranpura" auf ber Höhe von Mallorca (Balearen) auf einen Felsen auf» gelaufen ist. Die „Ranpura" soll bie Gegenstände einer Londoner Kunstausstellung, die die chinesische Regierung leihweise zur Verfügung gestellt hatte, wieder nach China zurückbringen. Bisher ist es trotz aller Bemühungen nicht gelungen, den Dampfer wieder flott zu machen. Versuchs der Marineschlepper, das Schiff aus feiner Lage zu befreien, scheiterten. Unter der ungeheuren Beanspruchung rissen die Schlepptaue. Weitere Flott» machungsversuche werden unternommen. Die Fahrgäste sind bereits mit Zubringerbooten an Land gebracht worden. Der englische Dampfer „Barra- boot", ber sich auf dem Wege nach Australien befindet und bereits Gibraltar passiert hatte, ist angewiesen worden, nach der Unfallstelle zurückzukehren, um einen Teil der Fahrgäste zu übernehmen. Die Ausladung der chinesischen Kunstschätze wirb vorläufig nicht für nötig erachtet, da sich das Schiff in keiner unmittelbaren Gefahr befinden soll. Die Gegenstände, deren Wert auf rund 200 Millionen Mark geschätzt wird, sind nicht versichert. Mexikanische Kirche mit wertvollen Kunst- schähen in Brand gesteckt. Die berühmte San Francisco-Kirche in Guadalajara (Jalisco) wurde von Verbrecherhänden in Brand gesteckt. Wertvolle Kunstschätze sind ver- nichtet worden. Danksagung. Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme beim Heimgang unseres lieben Entschlafenen, sowie für die herzlichen Worte des Trostes am Grabe durch den Herrn Pfarrer und durch die Vertreter des Artillerievereins, der Altersvereinigung 1872-1922, des Lokomotivführervereins und des Eisenbahnvereins sagen wir unseren herzlichsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Margarethe Schweitzer, geb. Kopp. Gießen (Wetzlarer Weg 63), den 15. April 1936. _____________________________2416 D UfCDDC DRUCKSACHEN W CKDC Brühl, Gießen Säuglings- Nahrung! Was geb e ich meinem Kinde? Diese Frage wird vi eie Mütter immer wieder beschäftigen.UnsreGetreid» Flocken, Mehleund Grieße neben unsren reinen Pflanzensäften und Nußmusen stellen die Grundlagen für Kleinkinder-Nahrung dar. Druckschriften kostenlos. Reformhaus Gießen, Kreuzplatz 5 Fernsprecher Nr. 2130. __2408 V, 1369 A Vogtsche Privat-Handelsschule Gießen, Goethestr.32 Zweijährige Handelsklasse für Schulentlassene m. 8 jähr. Schulbildung. Ziel : Mittlere Reife (früher Einjähr. • Exam. genannt). Für Mädchen auch Rochen und Nähen. Schulgeld RM 17.— , keine Nebengebühren. Ein u. halbjährige Handelsfachklasse Schulgeld RM 19.-, keine Nebengebühren Abendkurse für Berufstätige i. Maschinenschreiben, Stenographie und allen Handelsrächern. Anmeldungen fOr das neue Schuljahr und Auskünfte in Gleßeniederzeit im Schulgebäude Goethestraße 32. Volkstümliche Naturwissenschaft in reichbebilderten, leichtverständlich geschriebenen Werken und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Verlagserzeugnisse. 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Der Nationalsozialistische Gaudi e n st Hessen-Nassau schreibt: Die Börse ist aus den Bedürfnissen der Wirtschaft heraus entstanden, sie soll Angebot und Nachfrage einander so nahe wie möglich bringen und dadurch den Besitzwechsel von Wertpapieren erleichtern. Sie ist also nicht Selbstzweck, sondern hat der Wirtschaft zu dienen. Die Preise der Wertpapiere werden an der Börse auf Grund von außen kommenden Voraussetzungen registriert. Die Höhe der Kurse liegt nicht etwa im Ermessen der Kursmakler, sie wird vielmehr zwangsläufig bestimmt von den vorhandenen Kauf- und Verkaufaufträgen. Gewiß ist in vielen Fällen ein gewisser Spielraum vorhanden, der aber gewöhnlich recht klein ist, was schon daraus ersehen werden kann, daß zur Ermöglichung der Notierung die Kurse oft bis auf den achten und zehnten Teil eines Prozents untergeteilt werden müssen. Im übrigen ist es Pflicht der Börsenorgane, darüber zu wachen, daß die Börse ihrer Aufgabe gerecht wird, ein wahrheitsgetreues Spiegelbild der Gesamtwirtschaft zu gebep. Seit 1934 stehen die Börsen unter Reichsaufsicht, die durch einen Reichskommissar an jeder Börse ausgeübt wird. Außerdem haben der Börsenvorstand als Unterorgan der Handelskammer und die Maklerkammer gewisse Ueberwachungsaufgaben, die in den für jede Börse erlassenen und vom Reichswirtschaftsministerium zu genehmigenden Börsen- und Maklerordnungen im einzelnen niedergelegt sind. Während früher der Börsenvorstand auch für die Kursfeststellung verantwortlich war, ist diese durch gesetzliche Regelung im März 1934 der ausschließlichen Zuständigkeit der Maklerkammer übertragen worden. Man ist damals von dem Gedanken ausgegangen, daß der Börsenvorstand von der umfangreichen technischen Kleinarbeit entlastet werden sollte, um seine Tätigkeit auf die Mitarbeit und Förderung der großen wirtschaftspolitischen Probleme der Regierung, soweit sie ihren Niederschlag an der Börse finden, konzentrieren zu können. Zu diesem Zweck wurde auch in den Börsenordnungen bei ihrer Neufassung im Jahre 1934 die Zuständigkeitsfrage in § 7 wie folgt umrissen: „Der Börsenvorstand hat dafür Sorge zu tragen, daß an der Börse die Interessen der deutschen Volkswirtschaft und der am Börsenverkehr interessierten Kreise, insbesondere der Sparer und kleinen Aktionäre, beobachtet werden, und hat die hierfür geeigneten Maßnahmen zu treffen; soweit es sich um die Entwicklung der Kurse handelt, hat er im Rahmen dieses Aufgabengebietes in besonderen Fällen an die Maklerkammer ein entsprechendes Ersuchen zu richten." Es ist demnach die Aufgabe des Börsenvorstandes, Kursentwicklungen zu verhindern, die den genannten Interessen zuwiderlaufen. Das festzustellen, ist bei der Mannigfaltigkeit der an der Börse zur Auswirkung kommenden Faktoren nicht immer einfach. Die Vereinheitlichung der Börsenaufsicht in der Hand des Reiches und die klare nationalsozialistische Forderung, daß Einzelinteressen unter allen Umständen den Gesamtinteressen unterzuordnen sind, haben aber die Lenkung der Börsenentwicklung wesentlich erleichtert. Diese Lenkung bietet aus den eingangs dargelegten Gründen innerhalb der Börse selbst die geringsten Schwierigkeiten. Sie kann sich dort im allgemeinen auf die Sorgfalt beschränken, daß von allen an der Kursfeststellung beteiligten Personen Disziplin gewahrt wird. Dies gilt insbesondere auch für die sogenannte Kulisse, die seit langem Zielpunkt heftiger Anfeindungen ist. Man wirft ihr hemmungsloses Gewinnstreben vor und spricht ihr, da sie doch nur unberechtigte Zwischengewinne erziele, die Existenzberechtigung ab. Eine solche Stellungnahme ist zwar auf Grund der früher gemachten Erfahrungen durchaus verständlich, schießt aber über das Ziel hinaus, soweit die Einrichtung als solche gemeint wird. Der kurzfristige Effektenhandel der Kulisse ist in einem modernen Markt kaum zu entbehren. Wenn dieses Zwischenglied an der Börse fallen würde, so würden im allgemeinen die Kursausschläge nach beiden Seiten viel stärker jein, da ein Ausgleich erst dann zustande kommen könnte, wenn dem einen Kunden, der sein Geld in Wertpapieren anlegen möchte, ein anderer Kunde gegenüberstände, der zufällig die gleichen Wertpapiere aus irgendwelchen Gründen zu verkaufen wünschte. Die Börse hat aber nur dann wirtschaftlich einen Sinn, wenn der Wert- papierbesitzer seine Effekten jederzeit anbringen kann und umgekehrt. Gerade in der letzten Zeit hat es sich erwiesen, daß diejenige Börse am b e st e n funktioniert, die über eine kräftige Kulisse verfügt. Trotz der ausgleichenden Tätigkeit der Kulisse kann es mitunter zu einer einseitigenMarkt- läge kommen, so daß stärkere Kursausschläge unvermeidbar werden. In diesen Fällen muß der Ausgleich durch die Emissionshäuser erfolgen, die mit der Einführung eines Wertpapiers auch die Verpflichtung einer gewissen Kurspflege übernommen haben. Je stabiler der Kurs eines Wertpapiers durch dauernde Marktregulierung und Kurspflege gehalten wird, um so größere Beliebtheit erfreut es sich gewöhnlich in Anlegerkreisen. Weitaus wichtiger als die Pflege der Markttechnik an der Börse ist es, daß die A u f k l ä - rungundBeratungdes auftraggebenden Publikums durch die Banken in verantwortungsbewußter Weise erfolgt und daß von den Verwaltungen der Aktiengesellschaften die geschäftliche Entwicklung und Ertragsverhältnisse der Oef- fentlichkeit gegenüber möglichst in regelmäßigen Abständen so klargelegt werden, daß eine einigermaßen zuverlässige Urteilsbildung über den Wert des Wertpapiers möglich ist. Auf diese Weise können in erster Linie unerwünschte Kursausschläge vermieden und einer ungesunden Spekulation der Boden entzogen werden. Es muß leider immer wieder festgestellt werden, daß die Publizität mancher Unternehmungen über das Maß berechtigter Zurückhaltung hinaus unzureichend ist. Der Frankfurter Borsenvorstand hat in seinen Veröffentlichungen der letzten Zeit wiederholt auf diesen Mißstand aufmerksam gemacht. Weiterhin sei auch noch auf die Proklamation des Berliner Börsenvorstands Mitte des vergangenen Jahres verwiesen, worin das Publikum vor den Folgen allzu bedenkenlosen Aktienkaufes gewarnt und daran erinnert werden mußte, daß die Bewertung der Aktien letzten Endes immer von ihrer Rentabilität abhängig sei. Durch diesen Appell an die Öffentlichkeit wurde damals die in Gang befindliche Aufwärtsbewegung der Kurse mit einem Schlag abgestoppt. Aus alledem geht hervor, daß der reibungslose Verlauf des Börsengeschäfts in erster Linie eine Frage der Erziehung und erst in zweiter Linie eine Frage der Kontrolle ist. Es gibt keine wirtschaftliche Betätigung, der man mit Hilfe einer noch so ausgeklügelten gesetzlichen Umbauung diejenige ideale Gestalt verleihen könnte, die den Forderungen von Anständigkeit und gemeinem Wohl entspricht, wenn nicht die Qualität der Menschen, die in der Wirtschaft stehen, die Gewähr dafür bietet. Aus der Tatsache heraus, daß die Grundgesetze für den Börsenverkehr im großen und ganzen bestehen bleiben und die Reform im Verwaltungswege durchgeführt worden ist, geht hervor, daß von maßgebender Stelle nach dem Umbruch nicht die Einrichtung der Börse als solche, sondern die Art und Weise, in der d i e in ihr wirtschaftenden Menschen ihre Aufgabe erfüllen zu können glaubten, als volkswirtschaftlich schädlich und damit abänderungsbedürftig erkannt worden waren. Die Maßnahmen beschränkten sich daher zunächst darauf, alle Elemente zu beseitigen und unschädlich zu machen, die in erster Linie füröie Auswüchse der Nachkriegszeit verantwortlich waren. Sodann konnte die Börse in den Rahmen des großen wirtschaftlichen Wiederaufbauprogramms der Retchs- regierung eingefügt werden. Der glänzende Erfolg der Zinssenkungsaktion, die unter der nicht immer voll anerkannten Mitwirkung der Börse durchgeführt wurde, ist noch in guter Erinnerung. Das nächste große Problem, nämlich die Konsolidierung der kurzfristigen Verpflichtungen des Reiches aus Arbeitsbeschaffung und Aufrüstung ist bereits in Angriff genommen worden und findet nun die Börse bei seiner weiteren Lösung zur tätigen Mitarbeit bereit. In diesem Zusammenhang muß noch erwähnt werden, daß die Reichsregierung durch die gesetzliche Einführung der offenen Marktpolitik der Reichsbank die Rentenmärkte zum Zweck der Erleichterung von Zinssenkung und Konsolidierung bewußt fördert und bett Aktienmärkten durch das Kapitalstockgesetz gewisse Fesseln auferlegt. Dieses Gesetz sowohl als auch die in dem vergangenen Jahr durchgeführte Jndustriebelastung zugunsten des zusätzlichen Exports unterbinden jede Möglichkeit einer Störung der genannten Ziele durch konkurrierende Aktienbewegungen und geben die Gewähr, daß das sich neu bildende Sparkapital aus, schließlich diesen Zielen nutzbar gemacht wird. Die KdF.-Flotte in Lissabon. b' n v . ■ ^y .M < X " W 1 jf / Ä I' jr » 1 » MM Auf der Fahrt nach Madeira trafen die vier Schiffe der KdF.-Flotte im Hafen von Lissabon ein, wo sie herzlich begrüßt wurden. Sie erlebten es, daß es heute tatsächlich dem Arbeiter möglich ist, mit eigenen Schiffen die Meere zu befahren. Das Bild zeigt die „Kraft-durch-Freude"-Fahrer bei der Fahrt in den Hafen von Lissabon. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Alte und neue, ernste und heitere Stücke... Theaterbericht aus der Reichshauptstadt. An dieser Stelle wurde zuletzt über zwei Berliner Uraufführungen berichtet (Burtes „W a r - b e ck" und Wieds „W anderkönigi n"). Daneben bewegt sich der Fluß der Berliner Theaterereignisse ständig weiter, aber es sind nicht immer Schiffe mit schöner Fracht, die er heranträgt. Wenn bas Theater in ber Saarland st raße etwa Gerhart Hauptmanns „M i ch a e l Kra- m e r" herausbringt, ber einst als eine eble Did)- hing gegolten ljai, so zeigt sich heute, baß über dieses realistische Drama mit seinen deklamatorischen Partien die Akten geschlossen sein dürften, denn sie wohnen, das realistische Familienstück und die dichterische Betrachtung, beide in gesonderten Bezirken, deren Grenzen man nicht straflos verwischen darf. Daher bleibt, obwohl ein Künstler, wie Paul Wegener für den Michael Kramer aufgeboten wurde, eine peinliche Erinnerung an den Abend zurück. Das Gleiche gilt für Hermann Bürte s Bühnenstück „Der letzte Zeuge", das an ber gleichen Stelle herauskam: hier bemüht sich ein Dichter, ein hanbfeftes Kriminalbrama zu schreiben, mit bem Erfolg, daß sich ber Dichter und ber bebenkenlose Theaterschriftsteller bauernb stören unb seltsame Disharmonien bewirken. Wenn bas Deutsche Theater Gogols hundert Jahre alte Komödie „Die Heirat" ausgräbt, so kann dieser Versuch, russische Genreszenen aus bem Biebermeier lebenbig zu machen, nur gelingen, weil ein Schauspieler wie Bruno Hübner bie Leitung hat, weil ihm Kräfte wie Franz P f a u b 1 e r (ein schwerfälliger Heiratskanbidat), Angela S a l l o k e r (bas, bräutliche Täubchen), Hans Brausewetter, Wilfrieb Seyferth, Paul Dahlke zur Verfügung stehen. Aber Schil- lers „Kabale unb Liebe" wird — mit Ernst Karchow als Präsidenten, Paul Klinger als Ferdinand, Angela S a l l o k e r als Luise, Bruno Großmamas Walfisch. Von Hans Leip Es war nicht unsere Großmama. Aber sie wohnte in ber Nähe unb hatte ein Buch mit Tieren. Q, es waren prächtige Abbilbungen von Löwen, Schlangen unb Giraffen. Aber bas Schönste waren bie Walfische. Der Mann tiefer Großmama war Kapitän gewesen unb hatte einst selber Walfische gefangen. Er war nicht mehr am Leben, sondern war auf ben weiten Meeren verschollen. Sein Bilb hing an ber Wanb. Er sah freunblich aus unb gar nicht wie ein wilber Abenteurer unb Walfischharpunierer, unb sein Kranzbart umgab sein weiches Kinn wie eine lichte Wolke bie Hinterseite eines rosigen Engels. Aber Großmama sagte, er sei ein Rauh- bein gewesen. Unb einmal habe er folgenbes mit den Walfischen erlebt. Sie seien mit bem dicken Walfischfängerschiff unter Segeln einmal in die Nähe eines Eisberges geraten ober vielmehr, biefer Eisberg habe sich mit unheimlicher Geschwinbigkeit auf sie zu bewegt, so daß ein Zusammenstoß schon unvermeiblich schien. Alle an Borb waren ganz ratlos ob biefes Natur- munbers, benn niemanb vermochte in ber See bie leiseste Strömung zu erkennen ober festzustellen, bie zur Erklärung für bie Bewegung bes Eisberges hätte dienen können. Der kleine Schiffsjunge Klaus, ber feine erste Reise machte, nahm bie Mütze ab unb betete ein lautes Vaterunser, er war noch sehr klein unb bachte, nun müßten sie alle umkommen bei bem Anprall. Der Eisberg rauschte näher unb näher, ba half kein Wenben unb kein Segelbrassen, es war bie genaue Richtung auf bas Schiff, unb nun fingen bie Segel an zu labbern unb schlaff zu werben, ber weiße Koloß schnitt ihnen allen Winb ab, nun gehorchte auch bas Steuerruber nicht mehr, ba bas Schiff keine Fahrt mehr machte. Selbst ber gute Kapitän war bleich, bleich wie ber weiße her- angischtenbe Berg. Doch auf einmal, als sei plötzlich ein geheimer Befehl ergangen, änderte bas heranjagende Unglück seinen Kurs, und keinen Steinwurf vom Bugsprit bes kleinen guten Fahrzeuges entfernt gischtete bas ansehnliche Stück Eisgebirge vorüber. , Nun aber, ba die Rückseite sichtbar wurde, ergab sich auch zu aller Aufatmen und Erstaunen die Erklärung des Wunders. Ein ungeheurer Walfisch war mit seinem Kopfe in eine Spalte des Eisberges gerannt -und hatte sich -dort festgeklemmt. Und da er nicht rückwärts konnte, schob er mit aller Macht vorwärts und bewegte so das ihn an Mächtigkeit noch um einiges überragende Hindernis. Die Harpuniermannschaft des Schiffes hatte natürlich nichts Eiligeres zu tun, als die Boote klar zu machen, hineinzuspringen und die Verfolgung der willkommenen Beute aufzunehmen. Sie mußten mit allen Kräften über zwei Stunden rudern, um endlich das aufgeregte, aber allmählich sich ermattende Tier einzuholen. Da sie nun wegen des gefährlichen, rasend schlagenden Schwanzes nicht zu einem guten Schuß herankommen konnten, begab sich der Kapitän kühnlich auf den Eisberg, was durchaus viel schwerer ist, als man sich im allgemeinen vorstellt, kletterte bis an bie Spalte, darin sich bas Tier verfangen und warf ihm die Harpune von oben in den Rücken. Der Ruck unb Schmerz spornten ben armen Wal zu solch verzweifelter Anstrengung an, baß er sich rücklings jäh aus ber verklemmten Lage löste unb ins freie Wasser davonschoß. Der Kapitän, dem die an ber Harpune befestigte Leine um die Brust geschlungen war, mochte wollen oder nicht, er wurde nach kurzer Zeit hinterhergerissen und flog in weitem Bogen in die See. Nur dem Umstande, daß er ein vortrefflicher Schwimmer war und sein Wurf so sicher gezielt gewesen war, rettete ihm das Leben. Der Walfisch tauchte, wie es die Walfische zu tun pflegen, wenn sie verwundet sind, aber glücklicherweise nicht tiefer, als bie Leine lang war, und schon nach kurzer Zeit kam er wieder nach oben, um Lust zu schöpfen, unb es war bas letztemal, daß er es tat. Bald lag er regungslos da. Der Kapitän wurde wohlbehalten geborgen, und ber Walfisch, der größte, ben er je gefangen, ergab so viele Tonnen Speck, Tran und Fischbein, und allein die fette weiße Zunge war zwanzig Fuß lang, zwölf Fuß breit unb an bie tausend Pfund schwer — die gute Großmama rechnete immer noch nach Fuß, wenn sie von Walfischen erzählte — unb ber Kapitän oerbiente an bem Fang so gut, so daß er, als er nach vielen Wochen wieder daheim war, seinen landfeinen blauen Anzug anzog, einen Zylinderhut aufs Haupt schwang und bei einem hübschen jungen Mädchen vorsprach, das Angelika hieß, und sie fragte, ob sie seine Frau werden wollte; denn damals war er noch gar nicht verheiratet. Meine kleine Schwester fiel jedesmal, so oft bie liebe Großmama auch bie Geschichte erzählte, immer wieder darauf herein, und fragte verwundert: Angelika? Ich dachte, er hätte dich geheiratet, Großmama! Dann klappte die alte gute Dame das Buch leise zu, wischte- sich eine Iräne aus den milden Augen unb sagte mit einem spitzbübischen Lächeln wobei sie wohl daran dachte, wie sie damals gelächelt hatte —: Jawohl, mein Müschen, das hübsche junge Mädchen namens Angelika, das war ich. Abendgang zur alten Kastanie. Von Hoberf Braun Wenn ich das Haustor zugedrückt und versperrt habe, finde ich mich in ber nach junger Erbe duf- tenben Luft — ber Walbwind weht mir bie unteren Spitzen bes Ueberrocfes auf unb durchbläst mich kalt. Ich wandere bie leere Dorfstraße hinab Die Laternen spielen ein stummes, eigenartiges Spiel mit meinem Schatten. Zuerst, in ber Nähe der gelblichen Lichtquelle, ist er kurz unb dunkel und an der Straßenmauer aufgebogen. Dann erreicht er schnell wachsend meine Größe, während er sich aber auszieht und lächerlich verlängert, Überfächern ihn andere dünne Schatten, die sämtlich die Züge meines Umrisses tragen unb schließlich finde ich ihn hinter mir. von der Laterne, der ich mich nähere, kurzerhand zurückgeschickt, bis er nach einigen Schritten wieder unter meinen Füßen hervorkriecht unb ein neues Dasein beginnt. Ich kann dieses immer veränderliche Spiel verfolgen, solange ich will, und es dauert auch meist bis zur der Stelle, da ich bei bem krummen hochdachigen Weinbauernhaus angelangt bin, dessen ebenerdige Fenster erleuchtet sind. Eine Weingesellschaft sitzt da bringen an langen grünen Tischen unb von ben Scheiben, an benen die Tropfen bes Zimmerdunstes herablaufen, zeichnen sich die Gestalten der Zechenden ab. Zitherspiel und schwanke Lieder dringen heraus. Ein Schutzmann kommt auf seinem Patrouillengang die Straße herauf. Ich ziehe weiter, die eng gewundene Dorfstraße hinab, zwischen den schlafenden Giebelhäusern hin, höre das hallende Pochen meiner Schritte, begrüße noch ein einzeln erleuchtetes Fenster. Wenn andere Schritte hinter mir hörbar werden und mich überholen, so stammen sie meist von den zwei oder drei jungen Männern, die allabendlich ihre Bräute besuchen und um diese Stunde heimkehren. Ich halte erst wieder, wenn ich bei der großen Kastanie angelangt bin, dem ältesten Baum des Ortes. Sie steht weit ausgreifend da, wie aus vielen Bäumen zusammengewachsen, und breitet ihr ungeheures Astgewölbe über die Bank zu ihren Füßen, bie Schleife bes mondglänzenden Baches und über die Straße. Hier gehe ich nie achtlos vorüber. Besonders wenn der volle Mond so hoch, fast im Zenith des trübblau verwölkten Himmels steht und außerdem in weitem Abstand der Riesenkreis eines dünnen Schleierwolkenkranzes sich um ihn versammelt hat. Dann suche ich solange einen Platz, bis ich das ferne Gestirn genau hinter das reichlichste Geäst visiert habe. Wie hoch erscheint nun ber Raum dieses Baumes, aus besten schräg rissiger Rinde mit dem Ansatz von riesigen Warzen die Seitenbäume des Hauptstammes brechen, jeder wie ein Fürst ZU seinem eigenen Gebiet gerichtet: in wilder Schwingung wie eine Riesenschlange sich aus- bäumend, stürzend, sich wieder aufbäumenb und nach oben zu, wohin das Licht der Laterne nicht mehr reicht, ein schwarzes Gitterrankenwerk von greifenden Aeften ergebend. Wie in Stockwerken scheint er da aufgebaut; mit Treppen und Bögen und höchsten Dachwölbungen, und durch all dieses Gewirre von Stämmen und Aesten bahnt sich der Mond seinen Weg: fern und ruhig, eine verblichene Silbermünze. Ich blicke wie aus Bergwerkstiefen zu ihm auf. 3n diesem Augenblick weiß ich. was ich zu wissen suchte, als ich so spät vom Hause noch fortging: daß es außer meiner engen täglichen Welt noch Anderes gibt, daß alles bald neraebt unb auch mein gewohnter Gang auf ber nächtlichen Straße einmal nicht mehr fein wirb. Das sagt mir der alte Baum immer, wenn ich unter ihm stehe und mich in den schwebenben Verlauf der fürstlich starken, mit kurzen kleinen Gerten überwucherten Seitenarme verliere, deren Gestalten einmal im Laternen- l'cht spielen, dann wieder, wie hinter Kulissen mit den Scharen ihrer geschwungenen Zweige in magische Mondnacht greifen. Fast jeden Abend lehrt mich die Kastanie gleich hilfreich diese Weisheit, wenn auch immer im andern Kleid der Jahreszeit. Einmal wenn das Sil- ber spärlichen Schnees auf ihr liegt, das eine tiefe Märzwolke über das Geäst verstreute Oder, während der wenigen Wochen im Spätherbst, da nur auf ben Zweigen, bie der Laterne zugekehrt sind, die letzten gelben zerfransten Blätter hängen, burrfp schienen von Licht, indes ber ganze übrige W'vfel schon kahl liegt. Oder an den Früblingsabend"n, da er überschüttet ist von der Flut der ersten gefalteten Blätter, die ungeschickt wie beoehte. weiche Tierpfötchen herabhängen. Oder: beim Sturm, im langen Sommerregen, im Nebel und Schneeflockentreiben bes Januars. Immer ist er ein Quell neuen Mutes, bes Trostes, des Ausblickes in bie unendliche Welt des Lebens, wovon ich etwas heimtrage, wenn ich die enggerounbene Dorfstraße bergauf gebe, zurück den alten Weg zwischen den schlafend vorgeneigten Giebelhäusern und dann der haus- armen Waldstraße zu, deren letzte, ein wenig sausende Gaslaternen mit meinem Schatten wieder ihr heimliches Spiel treiben. .. . Wirtschaft 35 d) 40 b) 39 (—); Küste a) 40 bis 42 (40 bis 42), bj bis 38 (34 bis 36), c) 28 bis 33 (28 bis 33), 24 bis 25 (25); Färsen a) 44 (41 bis 44), b) (40). Kälber andere a) 73 bis 76 (73 bis 75), 67 bis 72 (65 bis 72), c) 58 bis 66 (55 bis 64), 45 bis 57 (40 bis 54). Lämmer und Hämmel Schweinemarkt in Laubach. □ Laubach, 14. April. Zu dem heutigen Schweinemarkt wurden 291 Ferkel aufgetrieben, -die bei der großen Anzahl der Marktbesucher alle abgesetzt wurden. Die Preise bewegten sich je nach Alter zwischen 25 und 35 Mark pro Stück. Schweinemarkt in Alsfeld. * Alsfeld, 14. April. Auf dem heutigen Schweinemarkt waren 357 Ferkel aufgetrieben, darunter 178 Händlerschweine. Es wurden bezahlt für 6 bis 8 Wochen alte Ferkel 25 bis 30 Mark, 8 bis 10 Wochen alte Tiere 30 bis 35 Mark. Der Handel verlief flott, es verblieb nur geringer Ueberftand. genommen; so ersteht zwar das Schicksal des Her» zogs Christian von Braunschweig, der der „Winterkönigin" ihr böhmisches Reich wiedererobern will und sich zu einer unglücklichen Schlacht gegen Tilly verleiten läßt, deutlicher, aber auch isolierter und beinahe abgelöst von den wüsten, brennenden Hintergründen des Krieges. Dennoch bleibt eine starke Wirkung zurück, dank der Mitwirkung Raimund Buchers (Christian), Katharina B r a u r e n s (Elisabeth) und Erich Pontos (Knnphausen). Rach dem historischen Schauspiel die historische Satire: „Die Weiberlist von Weinsberg" von Gert von Klaß im Theater am Nolle ndorfpl atz. Eine historische Miniatur, die aus der bekannten Sage von den Weibern von Weinsberg die drastischen und handgreiflichen Elemente herausarbeitet — das Weiberregiment in der belagerten Stadt, das Huckepacktragen der Männer — so daß eine Art Rüpelspiel entsteht, hinter dem in erheblicher Entfernung Shakespeares „Lustige Weiber" auftauchen; wirklich gibt Josef Sieber seinen Weinsberger Ratsherrn, einen großmäuligen Saufaus, in Falstaff-Maske. Ren6e Stobrawa, Paula Denk und Tony van Eyck sind die Führerinnen der Amazonen, und C. L. Achaz-Duisberg stimmt die Einstudierung auf Tumult, Klamauk und Akrobatik ab. Das Theater am Sch i ffb auerd amm, das den „Krach im Hinterhaus" über vierhundertmal gespielt hat, ist der „Serie" müde geworden und hat sich zum wechselnden Spielplan bekehrt, zunächst mit Sigmund Graffs „Anna und Adalbert", einem Berliner Äolksstück, in dem der schüchterne Adalbert einmal ausgeht, um seine verschiedenen Sorgen zu ersäufen, wobei ihm, dem Arglosen, allerlei Unangenehmes widerfährt, bis er sich nach einer ereignisreichen Nacht sozusagen in den Armen seiner Anna wiederfindet, die er eigentlich immer geliebt hat. Mit Ilse Fürsten- berg und Helmut K ä u t n e r , der von den Münchener „Mer Nachrichtern" an das „richtige" Theater gekommen ist, ein heiterer Erfolg. bo. Hübner als Wurm — unter der Regie Heinz Hilperts ein voller Theatererfolg, auch darum, weil Hilpert sich zur Gefühlswelt des jungen Schiller bekennt, weil er einen möglichst vollständigen Text spielt und Striche aufmacht, die sonst ängstlich gewahrt bleiben, weil sie „nicht mehr zeitgemäß" seien. Im Theater des Boltes erscheint Ibsens „Peer G y n t" in der Uebertragung von Dietrich Eckart mit Herbert Hübner in der Titelrolle und begeistert eine tausendköpfige Menge, weil der Spielleiter, Intendant Walther B r ü g - mart'n, die inneren Wandlungen des nordischen Träumers durch großartige Bauten und sinnlich faßbare szenische Wirkungen ungemein wirkungsvoll in den Riesenraum seines Hauses projiziert, weil er über dem Seelenspiel das Schauspiel nicht vernachlässigt. In der Volksbühne wirkt „M utter M e w s", das Drama des vor dreißig Jahren verstorbenen niederdeutschen Dichters Fritz Staven- Hagen, wie eine anklagende Erinnerung an den Hamburger, der — von seinen Zeitgenossen verkannt — verbittert und entkräftet verschieden ist. Die Gestalt der „bösen Schwiegermutter , die durch zahllose Possen gehetzt wurde, wächst hier zu einem Dämon der Vernichtung empor: eine alte Frau, die durch ein hartes Leben streng und selbstgerecht geworden ist, vernichtet das Glück ihrer Kinder und versteht am Ende nicht, wie es dahin kommen konnte. Eine großartige Aufführung unter der Leitung Lucie Hoflichs, die selbst die Mutter spielt und damit eine unvergleichliche Schöpfung hinstellt; neben ihr behauptet sich die Schwiegertochter, eine junge Darstellerin, die hier zum ersten Male in großer Rolle auftritt: Siglinde R e i s m a n n. Wer Theodor Haertens Schauspiel „D e r tolle Christian" als Buch liest, wird davon den Eindruck einer visionär geschauten Ballade aus den Zeiten des Dreißigjährigen Krieges empfangen. Für die Aufführung des Deutschen Theaters hat der Verfasser wesentliche Kürzungen vorbis 6,00 ital., Feldsalat 20 bis 30, Gewürze! gr. Bdl. 30 bis 40, Salat-Gurken (Treibhaus) je nach Größe St. 35 bis 65, Karotten 4 bis 6, Kohlrabi (Treibhaus) St. 10 bis 20, Kopfsalat (Treibhaus) St. 15 bis 23, dto. Steige 30 St. 5,00 bis 5,50 holl., 18 bis 30 St. 3,00 bis 4,00 ital., Schlüpfer 45 bis 50, Lattich 50 bis 60, Meerrettich 30 bis 40, Radies Bdl. 5 bis 8, Römischkohl 10 bis 18, Rotkraut 13 bis 15 holl., Sellerie 50 Kilogramm 6 bis 9, Spinat 2 bis 6, Weißkraut 10 bis 12 holl., Zwiebeln 8,5 bis 10, 10,5 bis 11 Ungar. Obst und Südfrüchte: Deutsches Aepfel- angebot gering, Nachfrage bei unv. Preisen sehr schwach. Äpfelsinenangebot nach wie vor gut, Geschäft lebhaft, Preise unv. Amerikanische Aepsel knapp angeboten, Geschäft infolge der hohen Preise sehr langsam. Aepsel I 28 bis 38, II 20 bis 26, III 15 bis 18, Amerik. Aepfel 20 Kibogramm-Krste rot 20.00 bis 22.00, Apfelsinen blond 12,5 bis 18 pan., Blut 14 bis 18 span., 20 bis 23 ital.. Bananen, 12,5 Kilogramm-Kifte 8,00 bis 8,50 Kamerun, 8,50 Westinvien, 7,00 bis 7,50 Brasil., Erb- nüsse 2,5 Kilogramm-Packung 1,75 bis 2,00, Smyrna-Feigen 25 Kilogramm-Kiste 9,50 bis 10,00, Zitronen, Kiste 300 und 600 St. 6,00 bis 8,00. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Ministerialrat Prof. Or. Georg Heyl, Darmstadt, 70 Jahre alt. LPD. Darmstadt, 14. April. Am Dienstag feierte Ministerialrat i. R. Prof. Dr. Georg H ey l In Darmstadt, der sein ganzes Leben dem Apothekerstande gewidmet hat, seinen 7 0. Geburtstag. Er hat jahrzehntelang als Leiter der pharmazeutischen Abteilung des Chemischen Instituts (1895 bis 1920) und des Pharmakognostischen Instituts der Technischen Hochschule Darmstadt (1903 bis 1934) Generationen von Apothekern für ihre wichtige Aufgabe im Dienste der Volksgesundheit ausgebildet. Im hessischen Ministerium des Innern leitete der Jubilar fett 1903 als Obermedizinalrat das Apothekenwesen und wirkte gleichzeitig als Apothekenvisitator. Eifrig beim Roten Kreuz tätig, leitet das Geburtstagskind auch heute noch die Bezirksgruppe Hessen der Deutschen Pharmazeutischen Gesellschaft. Zahlreiche Ehrungen wurden Ministerialrat Dr. Heyl heute zuteil. Ein Mantelmarder unschädlich gemacht. 17 Einbrüche eingestanden. LPD. Frankfurt a. M., 14. April. Nach langer mühevoller Arbeit gelang es der Frankfurter Kriminalpolizei, einen Einbrecher festzunehmen, der seit Januar das Frankfurter Westend Rhein-Mainifche Börse. Alitlagsbürse weiter fest. Frankfurt a. M., 14. April. Zwar kam das Geschäft nach den Feiertagen nur sehr langsam in Gang, die Haltung war aber weiter fest. Zu den ersten Notierungen lagen Kundschaftsausträge vor, auch die Kulisse schritt verschiedentlich zu kleinen Anschaffungen. Die vorliegenden Meldungen aus der Wirtschaft, vor allem die Abnahme der Arbeitslosenziffer, machten einen guten Eindruck. Am Aktienmarkt ergaben sich durchschnittliche Befestigungen von 0,50 bis 1 v. H. Eine Ausnahme bildeten IG. Färben-Industrie mit 165 bis 164,50 (165,75), wobei der unveränderte Dividendenvorschlag der Konzerngesellschaft Dynamit Nobel von 3,50 v. H. mitsprach, da die Börsenkreise daraufhin auf eine unveränderte Farben-Ausschüttung von 7 o. H. rechnen, während in den letzten Wochen sich Hoffnungen auf eine Erhöhung dieses Satzes verstärkten. Von sonfttgen Chemiewerten Rütgers- werke +1 d. H., Deutsche Erdöl + 0,40 v. H., Scheideanstalt unverändert 229,50. Elektroaktien hielten sich bei sehr kleinen Umsätzen gut behauptet, Schuckert 1 v. H. fester mit 140,50, Gesfürel + 0,75 v. H. mit 135,75. Von Montanwerten waren Har- pener mit 125,25 (124) und Klöckner mit 90,65 (89,75) fest, die übrigen Papiere erhöhten sich um 0,25 bis 0,50 v. H. Von Einzelwerten Deutscher Eisenhandel aus dem bekannten Grunde weiter erhöht auf 125,13 (124), ferner Holzmann 112,65 (111,50). Auf den übrigen Marktgebieten bewegten sich die Veränderungen in engen Grenzen, etwas schwächer waren Norddeutscher Lloyd. mit 16,25 (16,75). Von Auslandswerten Chade A bis C 342 (339). Renten lagen zwar ebenfalls still, aber freundlich. Altbesitz-Anleihe 112,13 (112), Kommunal-Um- schuldung 87,15 bis 87,10 (87,05), späte Schuld- buchforderungen und Zinsvergütungsscheine konnten sich nicht ganz behaupten. Zertifizierte Dollar- Bonds zogen bei kleinen Umsätzen etwa 0,25 bis 0,40 o. H. an. Im Verlaufe blieb das Geschäft am Aktienmarkt wohl nur auf Mindestumsätze beschränkt, die Haltung blieb aber weiter fester. Nach den ersten Quotierungen eingetretens leichte Rückgänge von etwa 0,25 bis 0,50 v. H. wurden in den meisten Fällen wieder ausgeglichen. Auch Färben-Industrie mäßig erholt mit 164,75 nach 164,50. Lebhafter waren Otavi Minen mit 19,65 dis 19,90 (19,40). Autowerte lagen heute bei behaupteten Kursen sehr still, auch Zellstoffwerte ruhiger und kaum verändert, nur Aschaffenburger 93 (92). Fest waren Braunkohlenaktien sowie Accumulatoren mit 186,50 (185). Der variable Renten markt erfuhr späterhin kaum Veränderungen, zertifizierte Dollar-Bonds unsicher machte. Es handelt sich um einen alten Bekannten der Polizei, der erst im Januar d. I. aus dem Zuchthaus entlassen wurde. Bei der Ausführung seiner Straftaten nutzte er d e n ßeidjtfinn ber ßeute aus, bie ihre Fenster im Parterre nachts nicht schließem Bei seinem Emsteigen ging er so vorsichtig zu Werke, daß die in der Wohnung Schlafenden von dem Eindringen nie etwas bemerkten. Er hatte es stets auf die Flurgarderobe abgesehen und nahm käst nur Herrenmäntel, die er sofort i m Pfandhaus versetzte. Bei seiner Vernehmung legte der Em- brecher ein umfassendes Geständnis ab. Er hat nicht weniger als 17 Einbrüche eingestanden. Warnung vor einem vielseitigen Betrüger. LPD. Frankfurt a. M., 14. April. Der Rückfallbetrüger und Dieb Josef Küppers aus Duis- bürg, der schon in den verschiedensten Städten Deutschlands Gastspiele gab und deshalb gesucht wird, ist jetzt auch in Frankfurt a. M. aufgetreten. Er besuchte eine hiesige Buchhandlung und gab an, daß er in seiner Eigenschaft als Vertreter der „Halemschen Vertriebsgesellschaft in Berlin" die Reichskammer der bildenden Künste in Frankfurt am Main ausgesucht hätte. Diese Di e nst ste ll e wünsche ein Bürgerliches Gesetzbuch mit Kommentar zu bestellen und habe ihn ersucht, Vorschläge zu unterbreiten. Zu diesem Zweck möchte er sich entsprechende Ausgaben des BGB. ansehen und anfragen, welche Provision ihm bei der Erteilung des Auftrages ausgezahlt würde. Es kam in diesem Punkt zu einer Einigung und Küppers entfernte sich, um angeblich festzustellen, welche Ausgabe des BGB. die Reichskammer der bildenden Künste bestellen wolle. Einige Zeit später kam er zurück und übergab eine Bestellkarte, nach der eine sehr wertvolle Ausgabe des BGB. mit Kommentar bestellt wurde. Die Bestellkarte trug folgenden Stempel: „Der Leiter der Landesstelle der Reichskammer der bildenden Künste" und eine entsprechende Unterschrift. Auf Wunsch wurde die Provision sofort ausgezahlt. Später stellte sich heraus, daß der Auftrag fingiert war. Küppers nannte sich R-, Kloß und quittierte auch den Empfang der Provision mit diesem Namen. In einem anderen Falle mietete er sich in einem Hotel ein Zimmer und verschwand, ohne seine Rechnung zu begleichen. Eine seidene Tischdecke im Werte von 70 Mark nahm er mit. Hier nannte er sich Franz Fiege. Bei einem Zimmervermieter wohnte er etwa acht Tage und verschwand unter Mitnahme von drei Photoapparaten, der Hausschlüssel und ohne die Miete zu bezahlen. Weiter erschien er bei mehreren Familien und überreichte Quittungen der Monatsschrift „Völkische Kultur" und erklärte, daß die Töchter die Monatsschrift bestellt hätten. Da der Vierteljahresbeitrag fällig sei, müsse er diesen einziehen. Die Beträge wurden gezahlt und später wurde festgestellt, daß man einem Schwind- l e r in die Hände gefallen war, denn eine Bestellung war nicht erteilt. Küppers nannte sich auch Hans Fischer, Hermann Gilsbach, Hans S ch r e e r s und Adolf Ostertag. Vor dem Betrüger, der 1,84 Meter groß ist, dunkelblonde Haare hat und rheinische Mundart spricht, wird gewarnt. Rundfunkprogramm Donnerstag, 16. April: 6 Uhr: Choral — Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 10: Schulfunk: 10.30: Sendepause. 10.45: Nachrichten. 11: Gaunachrichten. 11.30: Bauernfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.10: Das schöne deutsche Lied (III). 15: Wirtschaftsbericht. 15.15: Kinderfunk. 16: Klaviermusik. 16.30: Unterhaltungsmusik. 17.30: „Lied übers Land". Aus dem Schaffen des hessischen Dichters Heinrich Out» beriet. 17.40: Bücherfunk. 18: Konzert. 19: Konzert. 19.45: Der Zeitfunk brinat den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: Wir fahren der Sonne entgegen 1 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebetirk). 22.30: „Der Baumeister". Wir geben der Stadt das Gesicht, von Ernst Nebhut. 23: Tanzmusik. 24—2: Nachtmusik. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) A. k. h. Da eine wirksame Kündigung der Pacht nicht erfolgt ist, können Sie, falls Zahlung auf gütlichem Wege nicht zu erreichen ist, klageweise gegen die Pächterin Ihrer Wiese vorgehen. G. 6. Die Kündigung ist, da der Mietzins nach Monaten bemessen wird, auf Grund gesetzlicher Bestimmung nur für den Schluß eines Kalendermonats zulässig. Sie hat spätestens jeweils am 15. des Monats zu erfolgen. blieben etwas gefragt, ebenso Altbesitz bei unverändert 112,13. Goldpfandbriefe waren leicht angeboten, -blieben aber unverändert, wogegen Liquidationswerte überwiegend 0,25 v. H. nachgaben. Stadtanleihen im großen und ganzen gut behauptet. Von fremden Werten lagen Mexikaner etwas schwächer. Im freien Markt Warschau - Wiener weiter fest, Mark-Obligationen 14,75 (14,50), Stücke- Dbligationen 13,75 (13,50), Jnwangorod Dombrowa 13,25 (12,75). — Tagesgeld etwas ermäßigt auf 2,50 (2,75) v. H. Abendbörse fest. Im Abendbörsenverkehr war die Haltung ebenfalls fest, allerdings hatte das Geschäft kein besonderes Ausmaß. Die meisten Abschlüsse tätigte Die Kulisse unter sich. IG. Farben begegneten nach dem Dementi über die Dividendenerörterungen bei der Dynamit Nobel und auf die Meldung eine deutsche Seifen-Ersindung durch die IG. Farben- Industrie weiterer Nachfrage und waren auf 165,50 (165,25) erholt; im freien Verkehr war das Geschäft bei leicht schwankenden Kursen etwas größer, zuletzt wurde 165,65 bezahlt nach vorübergehend 165,25. Ferner wurden Montanwerte höher bewertet, Hoesch 96,13 (95,75). Autoaktien waren ebenfalls gesucht, Daimler 105 (104,25), Adlerwerke Kleyer 102—102,50 (102) und Auto-Union 106,25 bis 106,50 (105,75). Auf den übrigen Marktgebieten lagen die Kurse vielfach 0,25—0,50 v. H. über dem Berliner Schluß, oder blieben gut behauptet. Don unnotierten Werten befestigten sich Neue Baugesellschaft Wayß & Freytag auf 104,75 (103,50). Der Rentenmarkt nahm einen sehr stillen Verlauf, die Kurse blieben bei freundlicher Grundtendenz gut behauptet. Von fremden Werten 4proz. Schweiz. Bundesbahn 202 (201,50), 3,5proz. dto. 186,75 (186,25). U. a. notierten: Altbesitz 112,13, 4,75proz. Verein. Stahlwerke (1951er) 94,13, 6proz. Krupp 103,90, 6proz. IG. Farben-Bonds 131,65, 4proz. Rumänen 5,55, 4proz. SBB. 202, 3,5proz. SBB. 186,75, I. und II. Anatolier 38,75, 5proz. äußere Mexikaner Gold 13,25, Adca 74, Commerzbank 91,75, DD.- Bank 89, Dresdner Bank 93,25, Allianz-Stuttgarter Versicherungs-Verein 254, Buderus E 101,75, Harpener 124,75, Kali Aschersleben 130,40, Mannesmann 89,75, Otavi Minen 20,25, Hoesch 96,13, Rheinstahl 123, Stahlverein 86,50, Aku 51, AEG. 36, Bekula 145, Daimler 105, Dt. Eisenhandel 124,75—125, Scheideanstalt 229,50, Licht & Kraft 142,75, IG. Farben 165,50, Felten 123,90. Frankfurter Obst und Gemüfemackt. Frankfurt a. M., 14. April. Am Gemüse- markt war die Beschickung infolge der Feiertage geringer. Gut angeboten waren Spinat, Treibhauskopfsalat und Rcidies. Geschäft nur in Salat lebhaft, sonst schleppend. Preise kaum verändert. U. a. notierten: Blumenkohl, Steige 12 und 18 St. 5,00 d) 45 bis 57 (40 bis 54). Lämmer und Hämmel b2) 46 bis 48 (48 bis 50); Schafe nicht notiert. Schweine al) 57 (57), a2) 57 (57), bl) 56 (56), b2) 55 (55), c) 53 (53), d) 51 (51), e) 50 bis 51 (__), Sauen gl) 54 bis 56 (57), g2) — (50 bis 56. Marktverlauf: Rinder und Schweine wurden zugeteilt. Kälber lebhaft, ausverkauft. Hämmel und Schafe ruhig, ausverkauft. Großhandelspreise für Fleisch- und Fettwaren. Beschickung: 576 Viertel Rindfleisch, 67 ganze Kälber, 234 halbe Schweine, 2 Kleinvieh. Notiert wurden pro 50 Kilo in RM.: (für Rindfleisch jeweils Höchstpreise): Ochsenfleisch a) 80; Bullenfleisch a) 76, b) 66, c) 58; Kuhfleisch a) 75, b) 65; Färsenfleisch a) 80; Kalbfleisch b) 78 bis 88, c) 70 bis 78. Hammelfleisch b) 90 bis 95. Scheinefleisch b) höchster Preis 74. Fettwaren: Roher Speck unter 7 Zentimeter, höchster Preis 80, Flomen höchster Preis 80. Marktverkauf ruhig. F r a n k f u r t a. M., 14. April. Auftrieb : Rinder 239 (gegen 454 am 6. April), darunter 36 Ochsen, 37 Bullen, 112 Kühe, 54 Färsen. Zum Schlachthof direkt: 3 Ochsen. Kälber 208 (840), Schafe 27 (56), Schweine 2910 (4685). Notiert wurden pro 50 Kilo Lebendgewicht in RM.: Ochsen a) 45 (am 6. April 43 bis 45); Bullen a) 43 (43), b) / x . AA la- IAA A<>\ Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter Sranrrun a. M. Schluß« kurü Schluß,. Abendbörse Oatum 9.4. 14.4. 6% Deutsche Reichsanlethe v. 1927 100,6 100,9 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 97,25 97,25 6/i% Doung-Anleihe von 1930 .. — Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auslos.-Rechten ............. 112 112,13 4‘/,% Deutsche Retchspostschatzan Weisungen von 1934, 1....... 100,1 100,15 6% ehern.8% Hess. Volksstaat 1929 (rückzahlb. 102%)............ 98,25 98,25 4/i% ehem.8% Hessische Landes- bau, Darmstadt Gold N. 12.... 96,5 96,5 514% ehem. 4y,% Hess. Landes- Hypothekenbank DarmstadtLiaui 101,2 101,13 4/t% ehem. 8% Darmst. Komm Lanvesb.Goldschuldverlchr. R.6 92,5 92,5 Oberhessen Provinz-Anlethe mit Auslos.-Rechten ............. 120 120 Deutsche Komm. Sammelabl. An- leihe Serie 1 mit AuSlos.-Rechten 114,2 114,2 4y2% ehem.8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 96,5 96,5 6/t% ehem. 4y2% Franks. Hyp.< Bank-Lic,u.-Pfandbriefe....... 101,5 101,25 6y2% ehem. 4/2% Rheinische Hyp.-Bank-Ltgu.«Goldpfe..... 101,65 101,65 4/2% ehem. 8% Pr. Landespfandbriefanstalt, Pfandbriefe R. 19 97 97 4y,% ehem. 7% Pr. Landespfand- briefanst., Gold Komm. Obl.VI 97 97 Steuergutsch.VerrechnungSk. 34-38 108,85 108,85 4% £>efterret(f)t1me Goldrente.... 4,20% Oesterretchtsche Silberrente 4% Ungarische Goldrente ....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4/i% desgl. von 1913.......... 6% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie 1..................... 1,35 8,25 8,25 8,4 13,5 9 1,35 8,25 8,25 8,4 13,25 9 Den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Berlin Frankfurt a.M. Berlin Frankfurt a. M. Berlin Schluß« turs Schlußl. Mittag- Schlußkurs Schluß!. Abend* börsc Schluß« kurs Schluß!. Mittag« börse Schluß« kurs Schlußk. Abend« börse Schluß« kurs Schlußk. Mittagbörse 9.4. 14.4. Datum 9.4. 14.4 9.4. 14-4. Datum 9-4. 14-4. 94. 144. 100,65 97,3 102,9 112 100,4 96,5 114,4 101,65 97 97 108,9 28,5 1,3 8,3 13,5 9,5 100,65 97,25 102,9 112,13 100,2 98,25 114,4 101,5 97 97 108,9 4% deSgl. Serie II ............. 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 sy2%Ruinän.vereinh.Nentev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente .. 2/4% Anatolier ............. Hamburg-Amerika-Paket .....0 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Norddeutscher Lloyd .........0 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz- und Privat-Bank ... 0 Deutsche Bank und Dtsconto» Gesellschaft................0 Dresdner Bank..............0 Reichsbank ................ 12 A.E.G......................u Bekula.................... 10 Elektr. Lteferungsgesellschaft... 6 Licht und Kraft ........... 6% Felten & Guilleaume......... 4 Gesellsch.f.Elektr. Unternehmung. 6 Rheinische Elektrizität ........ 6 Rhein. Wests. Elektr..........6 Schuckert L Co...............4 Siemens L Halske......... 7 Lahmeyer L Co..............7 Buderus .............. 4 Deutsche Erdöl ..............4 Harpener...................0 Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. t Ilse Bergbau ...............6 Ilse Bergbau Genüsse........6 Klöcknerwerke .......... 8 Mannesmann-R Ihren........0 9 6,9 9,2 5,55 15 16,75 113 112,5 91,75 92,25 93 183,75 35,9 144,5 129,5 142,5 122,5 135 129,5 139,5 187,4 134 101 119 124 94,75 170,75 133 89,75 88,75 9 7 9,5 5,55 38,75 15,25 16,25 113,25 112,5 91,75 89 93,25 184 36 145 129,25 142,75 123,9 135,75 129,5 139,75 187 134,13 101,75 119,4 124,75 96,13 174 134 90,9 89,75 9,6 5,55 38,5 15,4 25,75 17 113,4 112,5 91,75 92,25 93 184,25 36,13 144,75 129 142,5 122,75 135,25 135,5 129,5 139,75 186,25 134,5 100,5 119,5 124,25 94,9 170 133,75 90 88,9 6,8 9,5 5,55 38,75 15,4 26,75 16,25 113,65 112,5 91,75 89 93,25 184,25 36 144,75 130 143,25 123,65 135 135,5 130 140 187,5 133 102,25 119,25 125 95,75 178 135 90,75 89,65 Marisfelder Bergbau.........6 Kokswerke .............. 8 Rheinische Braunkohlen .....12 Rheinstahl ..................4 Vereinigte Stahlwerke........0 Oiavi Minen ...............0 Kaliwerke Aschersleben........5 Kaliwerke Westeregeln........5 Kaliwerke SaUdetfurth.....1/.j I G. Farben-Jnbustrte.......7 Scheideanstalt...............9 Goldschmidt ................ 5 RütgerSwerke ............... 6 Metallgeiellschaft.............4 Philipp Holzmann ...........4 Zementwerk Heidelberg ......7 Cementwerk Karlstadt.........6 Schultheis Patzenhofer .......4 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg................... 5 Zellstoff Waldhos ............ 5 Zellstofj Aschaffenburg .......0 Dessauer Gas ...............7 Daimler Motoren............0 Deutsche Linoleum........... 8 Orenstetn L Koppel ..........0 Westdeutsche Kaufhof.........0 228,75 121,75 85,5 19,4 133,5 129,5 187 165,75 229,5 111 126,75 118,25 111,5 138 130 51,25 81 130,75 92 104,25 170 36,5 339 185 179,5 I 1 198 139,25 230 123 86,5 20,25 130,4 130,5 187 165,5 229,5 110 128 119,5 112,5 138,5 130 51 85 131 93 105 170,5 36,75 139,75 128,5 229 122 85,5 19,65 130,5 131 187 165,9 111,5 127,4 118,5 112,25 102,25 51,5 83 130,25 92,13 132,9 104,5 169,5 81 37 139,75 129,4 230 123,25 86,4 20,25 130,25 128,5 188,5 165,25 109,25 127,9 119,25 112,75 103,13 51 83,75 130,5 92,9 132,5 104,65 171 80,5 36,75 1,3 8,4 8,25 13,25 Chade....................71/» Accumulawren-Fabrtk....... 12 Conti-Gummi...............8 Gritzner................. 0 Mainkraftwerke Höchst a-M.... 4 Süddeutscher Zucker ——. 10 342 186,5 180,25 I 31,65 93 1 200 342 185,75 180,25 I 2 1 200 344 187,65 180,5 32 200 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt O.2IL 9.April 14.April Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Brief Geld I »rief Buenos atte. Brüssel..... Rio de Jan. Sofia ...... Kopenhagen. Danzig..... London ..... HelsingforS.. Paris ...... Holland .... Italien..... Japan ...... Jugoslawien Oslo..... : Wien....... Lissabon.... Stockholm... Schweiz .... Spanien.... Prag....... Budapest .. Reu York ... 0,683 42,06 0,139 3,047 54,84 46,80 12,28 5,415 16,38 168,83 19,68 0,716 5,654 61,71 48,95 11,14 63,30 80,94 33,95 10,27 2,485 0,687 42,14 0,141 3,053 54,94 46,90 12,31 5,425 16,42 169,17 19,72 0,718 5,666 61,83 49,05 11,16 63,42 81,10 34,01 10,29 2,489 0,683 42,08 0,139 3,047 54,86 46,80 12,285 5,415 16,385 168,84 19,68 0,716 5,654 61,73 48,95 11,145 63,32 81,03 33,97 10,275 2,487 0,687 42,16 0,141 3,053 54,96 46,90 12,315 5,425 16,425 169,18 19,72 0,718 5,676 61,85 49,05 11,165 63,44 81,19 34,03 10,295 2,491 Banknoten • 2)enib,14.91pril Q>eiO Brtel Amerikanische Noten...... Belgische Noten.......... Dänische Noten ......... Englische Noten ......... Französische Noten....... Holländische Noten....... 2,439 41,92 54,60 12,25 16,335 168,42 2,459 42,08 54,82 12,29 16,395 169,10 Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, i 1OO Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten............... Schweizer Noten................. Spanische Noten................. 61,52 63,10 80,85 33,63 61,76 63,36 81,17 33,77 Ungarische Noten ........ —