Ur. 12 Erstes Blatt 186. Jahrgang Mittwoch, 15. Zanuar 1956 Annahme von Anzeigen für die Mitlagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70 nim Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Vereinbg.25"/„ mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Erscheint täglich, außer Lonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monatr-vezugrpreir: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illusttierte , 1.80 Zustellgebühr.. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernfprechanschlüffe unterSammelnummer 2251 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Stentifutt am Main 116s« Prüft und Verlag: SrLHI'sche UniverfitätLyllch- und Steindruckerei «.Lauge In Stehen. Schriftleitung und Seschäftzftelle: Schulstrahe 7 *en/.bl« man 51°d°ch Dom " mu6. 5m L Kanada ist ™ ihre Welt. oerdienstM.) flinke und m 3:10 (2:3). " dieser höhe gerade von mehr. Anders e spielten an- sah man ihre chiuß, als der sie ihren Sieg, st. sicherstellen, aktgewinn wie- Grüningen 5:9 einem harten * Grüningen die it ihm ist eine ;war zu spielen ichlsamkeit wich« sich deshalb ge« in acht nehmen daraus legen b gespielt wirb. , qenb — TB. . Trotzdem ö« en, tonnte die Mannschaft der d damit weitere ttershausen Rh), konnte auf es To. Rutters- anden. Wie das eine eindeutige itrengung tonn« schon 12 Tore Frankfurt. und hat nun« ärz stattfindende r Gaumannschaf« und Sachsen im Austragung ge' * gerung rßen. Gießen sollen am Ahr beginnend, '*• sir^c S!SS agnerholz) rung 53 E *•*..*1 Korfführung der Kloitenkonferenz ohneJapan 7 Das Heranziehen der Sowjetunion und anderer Mächte wird erwogen. London, 14. Jan. (Reuter.) Der Beschluß der japanischen Abordnung, die Flottenkonferenz zu verlassen, sobald die anderen Abordnungen erklärt haben, daß eine gemeinsame obere Begrenzung der Tonnage unannehmbar ist, wird auf der morgigen Sitzung abgegeben werden. Die Form stellt einen Sieg der japanischen Diplomaten über die militärischen Vertreter dar. Die letzteren I-otten gewünscht, daß eine ausgesprochen unnachgiebige Erklärung abgegeben werde, in der das Recht Japans auf Gleichheit gefordert würde: aber die Diplomaten bestanden auf einer Erklärung, die einen Appell an die Welt- Meinung zugunsten einer Abrüstung darstellt. Die japanische Erklärung wird auseinandersetzen, daß es Japans Ziel gewesen sei, die Last der Rüstungen zu vermindern, Angriffshandlungen auszuschalten und Angriffsrüstungen zu beseitigen. Freitag werden die anderen Abordnungen bekanntgeben, warum der japanische Vorschlag für sie unannehmbar sei. Nachdem die Japaner die Ablehnung ihrer Vorschläge angehört haben, werden sie st i l l s ch w e i g e n d die Konferenz verlassen und als „Abordnung" keinen weiteren Anteil an der Konferenz mehr nehmen. Obwohl dies das Ende der Fünfmächtekonferenz bleutet, besteht kein Zweifel darüber, daß die Konferenz fortgesetzt werden wird, um die wertmäßige Begrenzung und andere Fragen zu er- Dltern. Die Sowjet r.egierung hat einen Ma- rmebeigeordneten für London ernannt. Es ist Jn- genieur-Flaggenmann (d h. Kapitän) Antzigl C)iaunski: er befindet sich bereits auf dem Wge nach London. Das Eintreffen Chiaunskis, der breits Flottensachoerständiger auf der Abrüstungs- korferenz war, verstärkt die Ansicht, daß nach dem Ausscheiden Japans andere Mächte möglicher- töife aufgefordert werden, sich an den Besprechungen zu beteiligen. Wahrscheinlich wird Japan durch Beobachter vertreten bleiben, die jedoch weder Erklärungen abgeben noch sich an Abstimmungen beteiligen werden Oie Japaner haben aus dem bisherigen Verlauf her Londoner Flottenkonferenz die Konsequenzen gezogen: In der nächsten Vollsitzung der Konferenz werden sie den Verzicht auf eine weitere Teilnahme an den Besprechungen mitteilen und auch eingehend begründen. Wenn auch die Gegensätze von Anfang an nahezu unüberbrückbar erschienen, so durfte doch mit irgendeinem Kompromiß gerechnet werden. Denn auch die Washingtoner Konferenz hatte schließlich eine Lösung herbeigeführt. Nur genügte diese Lösung auf die Dauer nicht. Es mußte eine Regelung getroffen werden, an deren Zustandekommen jedoch nur die unentwegten Optimisten glaubten, aud) bann noch, als die Londoner Vorkonferenz einen ausgesprochen negativen Verlauf nahm. Wenn Japan jetzt den Mut aufgebracht hat, der Konferenz den Rücken zu kehren, dann hat es diesen Schritt unter Ausnutzung des Durcheinanders in Europa getan. In der Tat ist auch die gegen- märtige Situation für die Japaner denkbar günstig. So lange sich die übrigen auf der Konferenz vertretenen Mächte, von Amerika abgesehen, wegen Abessinien Herumstreiten und außerdem noch ihre Streitkräfte auf dem Lande, in der Luft und zu Wasser in Bereitschaft setzen, besitzen die Japaner natürlich eine sobald nicht wiederkehrende Bewe- zungsfreiheit. Von dieser Freiheit haben sie im letz- M Jahre auf dem asiatischen Kontinent reichlich Ge- naud) gemacht. Ausgesprochene Sicherheitsgründe inb es aber auch, die sie veranlaßt haben, die Gunst ücr Stunde zu benutzen, um sich von der Konferenz Mickzuziehen, also offen zum Ausdruck zu bringen, itafj man sich von nun ab nicht mehr an irgendwelche Verteilungsschlüssel für Tonnage und Kaliber- halten, sondern sich die schwimmenden Streit- iiräfte zulegen werde, die man für unerläßlich er- iüd)|et, um sowohl von der amerikanischen als auch »der sowjetrussischen Seite her vor Ueberraschungen iiüer Art gesichert zu fein. Das bedeutet aber, daß kapern mindestens auf die Höhe der Vereinigten •Staaten aufrüsten muß, wenn auch die daraus erwachsenden finanziellen Lasten für das japanische •Bott kaum noch tragbar sein werden. Daraus ergeben sich wiederum ganz von selbst neue Spannungen im Stillen Ozean, die sehr bald eine hochgradige 'lleroosität bei allen Anliegerstaaten des Pazifik aus- i)|en werden. Einspruch Japans. .Kein Wunsch nach einem Wettrüsten zur See. London, 14. Jan. (DNB.) Wie Preß Asso- iriotion erfährt, hat die japanische Flottenabordnung e:egen die Fortführung der Derhand- Dlungen a l s Diermächtekonferenz den jMsiischen Einspruch erhoben, daß die Bedm- o|unqen eines Fünfmächtevertrages nicht von einer diermächtekonferenz festgelegt werden könnten. Die LlMchen und die amerikanischen Juristen erkannten Mock) diesen Einwand n i ch t a l s st i ch h a l t i g an. Der japanische Admiral Nagao erklärte einem «Milchen Pressevertreter, Japan habe den ernsten Wunsch, die internationale Lage nicht zu verschlech- tit-rn Nach japanischer Auffassung bedeute ein Aus- «en Japans nicht ein R ü st u n g s w e t t - nenn e n. Japan beabsichtige nicht, seine Flotte Vis ur Größe der Flotten Englands oder Arneri- flln ufzurüsten, obgleich das derzeitige ameri f a= iriffje Bauprogramm, das den gegenwärtigen Flottenoertrag voll ausnütze, in Japan Beunruhigung verursache. Solange nicht d i e anderen ein Flottenwettrennen hervorriefen, werde sich auch Japan zurückhalten. Gleichzeitig müsse betont werden, daß sich die Flottenverträge von Washington und London für die Verteidigungsbedürfnisse Japans als unbefriedigend erwiesen hätten. Das in Washington gegründete Verhältnissystem lasse Japan keine Gerechtigkeit widerfahren. Die Japaner seien der Ansicht, daß es zwecklos fein würde, an Besprechungen über eine stärkenmäßige Begrenzung teilzunehmen, solange kein Abkommen auf mengenmäßigem Gebiete erreicht fei. Die Frage der Befestigung von Flotten st ützpunk- t e n im Stillen Ozean könne nicht gegen den Grundsatz der Gleichberechtigung ausgehandelt werden. Das Echo in Patts Paris, 15. Jan. (DNB. Funkspruch.) Der Mißerfolg der Londoner Flottenkonferenz wird in der Pariser Presse nicht besonders tragisch genommen, einmal, weil ihr Erfolg von Anfang an ziemlich unsicher erschien und zum anderen, weil der französische Standpunkt sich in gewisser Beziehung zu sehr dem japanischen nähert, als daß die französische Oeffentlichkeit die Haltung der japanischen Abordnung in London nachdrücklich mißbilligen könnte. Das „Journal" meint, man brauche die Japaner zu sehr, als daß man ihnen die Tür verschließen könne und die Japaner hätten selbst ein zu großes Interesse daran, ein Wettrüsten zu vermeiden, als daß sie künftige Verhandlungsmöglich-, feiten von vornherein ausschließen könnten. Das „Oeuvre" sagt, Frankreich sei grundsätzlich nicht gegen Gleichheit, aber dieser Grundsatz rufe weitgehende Erwägungen wach, die über den Rahmen der Londoner Konferenz hinausgehen und sich daher praktisch nicht durchführen lassen. Die französische Abordnung werde sich daher in London der Stimme enthalten. Frankreich dürfe nicht die gegenseitige Abhängigkeit der Rü st ungen z u Lande und zur See aus dem Auge verlieren. Frankreich sei gegen d i e Hinzuziehung Deutschlands und Rußlands zur Flottenkonferenz. Unausbleibliche Folgen. Neue Flottenstützpunkte Amerikas und Englands im Pazifik. ^London, 15. Jan. (DNB. Funkspruch.) „Daily Telegraph" weist nachdrücklich darauf hin, daß der Austritt Japans aus der Flottenkonferenz wahrscheinlich den Ausbau und die Neuschaffung amerikanischer und britischer Flotten st ützpunkte im Stillen Ozean zur Folge haben werde Wenn Amerika seinen Plan, neue Flottenstützpunkte zu bauen, ausführe, bann werde voraussichtlich auch England gezwungen fein, feine Stellung im Stillen Ozean erneut Zu prüfen. U. a. würde eine Wiederherstellung der Verteidigungswerke von H o n k o n g> erwogen werden, die feit 16 Jahren unberührt geblieben und daher veraltet feien. Das Verhalten Japans werde jedoch kein Flottenwettrüsten zur Folge haben. England und die Vereinigten Staaten hätten bereits eine Verst ä n d i g u n g über die beiderseitigen Flottenstär- kcn getroffen, durch die ein englisch-amerikanisches Wettrüsten ausgeschlossen werde. In Amerika verstehe man wohl, daß England seine Flotte wieder auf eine „angemessene Stärke" bringen müsse. U. a. sei eine beträchtliche Erhöhung der britischen Kreuzer-Tonnage erforderlich.' Ferner fei durch Japans Stellungnahme die Vervollständigung des ungeheuren amerikanischen Bauprogramms unvermeidlich gemacht worden, das den Vereinigten Staaten bis 3um Jahre 1942 d i e größte Flotte der Welt geben werde. „Japan hat die Flottenkonferenz getötet" lautet im übrigen der Kommentar des „Daily Telegraph". Das Verhalten Japans werde sich ohne Zweifel ungünstig auf die zukünftige Stellung Japans zur See auswirken. Die übrigen Flottenabordnungen seien überzeugt, daß Japan einen diplomatischen Fehler er ft er Ordnung begangen habe. Die Aufrüstung des Bolschewismus. Oer sowjeirussische Heereshaushalt mehr als verdoppelt. — Fast 40 Prozent des Staatshaushalts für Mflungszwecke. - Lom Hauptvollzugsausschuß „unter donnerndem Jubel bewilligt". Moskau, 15. Jan. (DNB.) Vor dem Hauptvollzugsausschuß hielt Finanzkommissar G r i n k o sein Referat über den Staatshaushalt für 1936. Grinko hob wiederholt hervor, daß die Sowjetunion infolge der durch die Stachanow-Be- megung gesteigerten Produktion auf bedeutende Erhöhung der Staatseinnahmen rechnen könne. Im übrigen waren die Ausführungen Grinkos ziemlich verschwommen. Da innerhalb der Sowjetwirtschaft teils Verrechnungsverkehr, teils Geldverkehr besteht, ergeben die Angaben des Staatshaushaltes kein vollständiges Bild über die Finanzgebarung. Grinko nannte z. B. nicht die Einnahmen des Staates aus dem Binnenhandel, die feit der Abschaffung der Lebensmittelkarten erheblich zugunsten des Staates gestiegen fein müssen. Die größte Beachtung verdienen die Zahlen, die Grinko über die Aufwendungen für heereszwecke nannte. Der Voranschlag für 1935 hätte für heereszwecke 6,5 Milliarden Rubel festgesetzt. Durch die Rach- forderungen des Verteidigungskommissariats habe sich diese Summe a uf 8,2 Milliarden Rubel erhöht. Für das Jahr 1936 seien für heeresausgaben 14,8 Milliarden Rubel vorgesehen. lieber die Aufnahme des anderthalbstündigen Berichtes schreibt die sowjetamtliche Nachrichtenagentur: „Die Aufmerksamkeit, mit der der ganze Saal den Bericht des Finanzkommissars anhört, wird besonders angespannt, als er zum Ausgabenposten des Haushalts für die Verteidigung übergeht. Unter donnerndem I u - b e l nennt sodann Grinko die für das Verteidi- gungskommisfariat vorgesehene Zahl." In einer Broschüre wird der Staatshaushaltsooranschlag für 1936 veröffentlicht. Danach sollen Einnahmen und Ausgaben 82,9 Milliarden Rubel betragen. Davon entfallen auf der Einnahmeseite auf Warenumsatz und Handel 62,5 Milliarden (über 10 Milliarden mehr als 1935, was sich durch die Abschaffung der Lebensmittelkarten erklärt). Die Ausgabeseite sieht 40,7 Milliarden für Jnvesti- klonen in Unternehmungen der Volkswirtschaft vor, darunter 14,5 Milliarden für die Industrie. Dieser Teil der Ausgaben des Sowjethaushaltes ist in solchem Umfange nur innerhalb einer vollkommen verstaatlichten Wirtschaft denkbar und in keinem anderen Staatshaushalt vorhanden. Sämtliche übrigen Ausgaben, die allein einen Staatshaushalt in europäischem Sinne darstellen, belaufen sich auf 40,2 Milliarden Rubel. Davon entfallen, wie bereits gemeldet, a u f den Militärhaushalt 14,8 Milliarden, d. h. fast 40 v. H. des eigentlichen Staatshaushaltes. polnische Antwort an Rolotoff. Warschau, 15. Jan. (DNB. Funkspruch.) Der konservative ,Czas" antwortet unter der Überschrift „Der Irrtum Molotoffs" auf die letzte Rede des bolschewistischen Regierungschefs mit der Erklärung, daß niemand in Europa die Sowjetunion angreifen wolle oder Eroberungspläne gegen sie habe. Die Sowjetunion fei es, die in Europa rüste, als ob sie sich auf einen n^a h e n Krieg vorbereite. Die Stimmung der Unruhe schaffe nicht Europa, das den Frieden wünsche, und schwere wirtschaftliche Sorgen habe, sondern die Sowjetunion durch ihre Rü st ungen und noch mehr durch die kommunistische Propaganda, die durch alle erdenklichen Kanäle nach Europa gelangen. Molotoff schätze die Haltung Europas durchaus falsch ein: Europa habe keine Angriffsabsichten gegen Moskau, aber es fei gezwungen, sich energisch gegen den Druck des kriegerischen Kommunismus zu schützen. Es sei der Irrtum Molotoffs, daß er in dem zum Selbstschutz Europas notwendigen Kampf gegen den Kommunismus eine russenfeindliche politische Handlung sehen wolle. Moskaus Wühlarbeit in Palästina Vorbereitung eines bewaffnetenAnfstandes der Araber. Beirut, 14. Jan. (DNB.) Moskau ist anscheinend unter Benutzung der internationalen Spannung und der Erregung der Araber bestrebt, die in Palästina herrschende jüdisch - arabische Spannung nach Kräften zu schüren, um über den Umweg einer nationalen Revolution im vorderen Orient die bolschewistische Revolution vor zubereiten. Sowjetrussische Gelder fließen immer reichlicher in die arabischen Kampforganisationen. Allein in den letzten beiden Monaten sind an gewisse arabische Vermittler 12 000 Pfund gezahlt worden. Mit diesen Geldern wird eine umfangreiche Einfuhr von Waffen durchgeführt, die teilweise japanischer Herkunft sind und ihren Weg über Transjordanien und die Sinai- Halbinsel nehmen. Die arabische nationale Bewegung, die in der letzten Zeit sich gegenüber England noch angriffslustiger zeigt als gegen die Juden, bleibt offenbar zumeist in Unkenntnis der wirklichen Drahtzieher. Die Führer der arabischen illegalen Kampforganisation stehen mit dem Leiter der kommuni st ischen Propagandazentrale für den vorderen Orient in Verbindung, der seinen Sitz in Damaskus hat und den Parteinamen Bogdanoff führt. Die arabischen bewaffneten und ausgebildeten kommunistischen Abteilungen zählen zur Zeit 8000 Mann. Doppelt so stark ist der diesen Abteilungen zur Verfügung stehende Ersatz. Auf Moskauer Anweisung hin sollen die arabischen Unruhen bis Ende Februar ausbrechen, beginnend mit Ueberfällen auf die Städte und jüdischen Landsiedlungen in Nordpalästina, zwischen Haifa und dem Jordan. Auch Ueberfälle auf englische Polizeistationen sind vorgesehen. Die Hyänen des Wellness. Von unserem (-)-Berichierstatter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) London, Januar 1936. Die Vernehmung des Chefs des Bankhauses Morgan, John Pierpont Morgan, und seines Panners Lamont vor dem amerikanischen Senatsausschuß haben mit ihren bedeutsamen Aufhellungen über die Ursachen des amerikanischen Kriegseintritts hier gewaltiges Aufsehen erregt Im parlamentarischen Ausschuß des Unterhauses, der eine ähnliche Aufgabe hat wie der amerikanische, nannte Sir Philip Gibbs den internationalen Rüstungshändler Sir Basil Z a h a r o f f eine sehr trübe Erscheinung. Er berief sich dabei auf das Urteil der ganzen Welt. Der Präsident der Vickers- Armstrong-Gelellschaft, General Sir Herbert Lawrence, sagte nur, daß Sir Basil Zaharoff seit 1924 keine Beziehungen mehr zur größten britischen Waffenherstellerin habe, aber er sagte nicht, daß Zaharoff keine Waffengeschäfte mehr mache. Im Juni 1934 erklärte der amerikanische Senator B o - r a h, einer, der es wissen muß: „Im Kriege um die grüne Hölle des G r a n C h a c o hat Sir Basil Zaharoff seine Hand im Spiel. Es ist dieblutbefleckte Hand des größten Kriegsgewinnlers unserer Zeit. Seit einem halben Jahrhundert hat es keine Kämpfe mehr auf dieser Erde gegeben, an denen Zaharoff nicht verdient hätte." Die Vickersleute hatten alle Ursache zu schweigen; denn Zaharoff hat die englische Rüstungsindustrie hoch gebracht, er hat, um diese Industrie Zur Blüte zu bringen, Intrigen und Kämpfe angezettelt, und das „Geheimnis dieses Geschäftspartners der ganzen Welt" ist heute kein Geheimnis mehr. Er ist griechischen Blutes, 1850 in Konstantinopel geboren, schlug sich kümmerlich durch und sah einer Strafe wegen Diebstahls entgegen, als der Ehef der großen englischen Rüstungsfabrik Mr. Vickers auf einem Besuch in Athen einen Dol- metscher suchte und Zaharoff durch den Hotelportier, seinen Verwandten, empfohlen wurde. Seitdem ist der Grieche ein führender Mann in b e r R ü st u n g s i n d u st r i e geworden, er wurde vom Britenkönig geadelt, heiratete eine bourbonische Prinzessin, die Base des Königs von Spanien, die ihm spanische Rüstungsaufträge zuwandte, und wurde Generaldirektor der Vickerswerke, Hauptaktio- nur der Schneider-Creuzot-Rüstungsfabriken, Großoffizier der französischen Ehrenlegion Dieser Typ des rücksichtslosen Geschäftemachers, der aus dem Blut der Gefallenen, den Tränen der Mütter, Witwen und Waisen, dem Ruin ganzer Völker schnödes Gold münzte, aber wäre nicht denkbar ohne gewisse Regierungen, die ihn unterstützten, um die durch Phrasen berauschten „demokratischen" Völker auf die Schlachtbank zu führen. Dieser Mann der Höchstfinanz ist undenkbar ohne die demokratischen Einrichtungen des Westens, die nur zur Folie für einige Wenige dienen, die die Massen beherrschen. Sie haben die Kapitalmacht; ihre Späher dringen in jedes Regierungszimmer, sie beherrschen eine gewisse Presse, die täglich gegen Deutschland hetzt, und wenn sich die Völker unter dem Zeichen des Frontkämpsertums vereinigen und auf friedliche Weise ihre Gegensätze schlichten wollen, schreien sie und ihre Pressebanditen über deutsche Fangnetze... Während die Times heute wieder in Gedenkartikeln versichert, lediglich um ,poor Bel= gium" zu retten, habe England die Weltkriegsbürde auf sich genommen, schrieb die gleiche „Times" am 15. März 1915, es geb noch Engländer, die glaubten, daß Deutschlands Bruch der belgischen Neutralität die Briten zum Kriege zwang. „Sie überlegen nicht", fuhr das Blatt fort, „daß unsere Ehre und unsere Interessen uns dazu bringen mußten, .uns Frankreich und Rußland anzuschließen, s e l b st wenn Deutschland gewissenhaft die Rechte feiner kleinen Nachbarn geachtet hätte und versucht haben würde, sich durch die östlichen Festungen Frankreichs einen Weg zu bahnen." Dieses Eingeständnis der nackten Wahrheit ist heute vergessen, aber das Mißtrauen gegen die Worte von Freiheit und Wohlfahrt der demokratischen Völker läßt sich nicht bannen, nachdem Zaharoff wenigstens vorsichtig gestäupt wurde und bei allem Verschweigen seiner Beziehungen zu den Regierungen doch' schließlich festgestellt wurde, daß Kriege unter dem Treiben der privaten Rüstungsindustrie möglich wurden. Der britische „Mann der Straße", der Durchschnittsengländer, weiß im allgemeinen, ebenso wie jeder Amerikaner, daß die idealistischen Ziele, für die die Entente-Negierungen angeblich in den Krieg zogen, in Wirklichkeit nur Aushängeschilder für das nackte Profittnteresse der Rüstungsindustrie gewesen sind. Die Vereinigten Staaten haben den Weltkrieg mit 4 335 000 Mobilisierten geführt, davon sind nach amerikanischen Quellen 126 000 Mann gefallen, die Gesamtverluste werden auf 350 300 angegeben, also auf 8 v. H. der Gesamtmobilisierten. Das ist der niedrigste Satz aller am Kriege beteiligten Nationen. Dagegen gab Amerika nicht weniger als 4 2 Mi 11 ionen Do11ars für d i e Kosten Polen und die Ukrainer endgültig aufgehalten hat. Der Verlauf des Prozesses hat - ergeben, daß der frühere litauische Außenminister ! Zaunius die Terroristen mit Geldmitteln u n - - terstützte und die flüchtigen Agenten mit litau- ! ischen Pässen versehen hat. Litauische Ableutz- nungsversuche wurden von der polnischen Presse mit der Veröffentlichung der belastenden Dokumente beantwortet. So hatte der Prozeß noch die weitere i Folge, daßderpolnisch-litauischeGegen- s a tz wieder sichtbar geworden ist. Das Regierungsblatt „Czas" schrieb" dazu, von Litauen sei alles zu erwarten, und es sei Zeit, daß dieser Staat einmal vor ein europäisches Tribunal gezogen werde. Zaunius sei der typische Vertreter der Kownoer Ideologie, die es mit ihrem Rechtsgefühl vereinbaren könne, sich zu Komplizen von Mördern zu machen. m Die Angeklagten selbst haben wahrend des Prozesses eine selbstbewußte Haltung zur Schau getragen. Sie haben beharrlich ihre Schuld geleugnet und sich geweigert, ihre Aussagen anders als i n u k r a i- nischer Sprache zu machen. Selbst durch die Anordnung von Dunkelhaft und anderer Strafmittel haben sie sich nicht erschüttern lassen. Bis auf wenige Ausnahmen. Zwei von ihnen verloren im Laufe der Verhandlungen die Nerven und belasteten sich und ihre Mitangeklagten. Sie sind die künftigen Konfidenten der politischen Polizei, und man wird für ihr Leben nicht gut sagen können, wenn sie wieder in Freiheit gesetzt werden. Ueber- haupt ist auch in diesem Prozeß stark mit bezahlten Spitzeln gearbeitet worden, jener sehr unerfreulichen, aber wie es scheint, unentbehrlichen Waffe der politischen Kriminalbehörden. Es ist zu erwarten, daß nach Abschluß des Prozesses die polnische Regierung in noch schärferer Weise alle illegalen ukrainischen Bestrebungen unterdrücken, gleichzeitig aber ihre Versöhnungsaktion mit der Masse der ukrainischen Minderheit fortführen wird. Oer polnische Heereechaushalt. Warschau, 15. Jan. (DRV. Funkspruch.) Im Haushaltsausschutz des polnischen Sejm wurde der Militärhaushalt in Höhe von 768 Millionen Zloty bewilligt, der 34 v. H. aller Staatsaus- gaben darstellt. Die Erklärungen des Vertreters der ukrainischen Volksgruppe wurden mit starkem Beifall ausgenommen, der für den Militärhaushalt stimmte unter Hinweis darauf, datz die Beziehungen zwischen Polen und Ukrainern a u f ein neues Gleis gekommen seien. Die Beruhigung der Beziehungen zwischen Polen und Ukrain- : nern liege auch im Interesse der Verteidigung des : Landes. Hur noch wenig Stimmung für Verhängung der Oelsperre gegen Italien Schritt zum F------- . Krieges auf Europa würde das Schicksal der Zivilisation besiegeln und die Welt dem B o l s ch e - worden sein. Schwedische Protestnote in Asm Erne Untersuchung der Schuld an dem Bombenabwurf von Dolo gefordert. Stockholm, 15. Jan. (DRV.) Der schwedische Gesandte in Rom hat der italienischen Regierung eine Note wegen des italienischen Bombenabwurfes auf die schwedische Rote-Kreuz-Abteilung in Abessinien überreicht, in ihr heißt es u. a.: Die schwedische Regierung ist der Ueberzeugung, daß die schwedische Krankenabteilung Gegenstand eines unmittelbaren Angriffs durch stürzen lassen? Matrolm Macdonalds Wahlaussichten beffern sich. L o n d o n , 14. Jan. (DNB.) Im Wahlkreis Rotz and Cromarty haben sich die Wahlaussichten Malcolm Macdonald wesentlich gebessert. Mac - d o n a l d und sein Gegenkandidat Randolph E h u r- ch i l l sprachen am Montagabend von demselben Balkon des Hotels in Dingwall zu der Wählerschaft. Macdonalds Rede wurde wider Erwarten von der Menge mit großem Beifall ausgenommen. Er wurde nach Beendigung der Versammlung aus den Schultern mehrerer Anhänger durch die Stadt getragen. Randolph Churchill hingegen wurde von der Menge mit lauten Lärmkundgebun-1 gen und Nieder-Rufen begrüßt, so daß er schließlich seine Rede abbrechen mußte. Der zurückgetretene Vorsitzende der Konservativen von Roß and Cromarty, Sir William Martineau, erklärte, daß die seinerzeit zustande gekommene Mehrheit für die Kandidatur Randolph Churchills nur dadurch erreicht worden sei, daß eine Reihe von Grundbesitzern unberechtigterweise 60 Acker- kn echte mit in die Versammlung ge- bracht und sie veranlaßt hätten, ihre Stimmen für Churchill abzugeben. Martineau bezweifelt nicht, datz die Kandiditur Churchills ohne diese Stimmen a b g e l e h n t worden wäre. Mit dem Urteil im Prozeß gegen die Teilnehmer an der Ermordung des polnischen Innenministers । Pjeracki ist der Vorhang auch über einem Spiel gefallen, dessen Fortsetzung nur auf einer anderen Bühne denkbar ist. Es war die Tragik in dem Schicksal des Ermordeten, datz gerade er es war, der die Unerträglichkeit der Verhältnis s e i n O st g a l i z i e n am deutlichsten erkannte und deshalb eine Politik der Versöhnung gegenüber der ukrainischen Minderheit eingeleitet hatte, die von seinem Nachsolger im Amte, Koscialkowski, dem gegenwärtigen Ministerpräsidenten, erfolgreich weitergeführt wurde. So saß auch nicht das Ukrainertum als solches auf der Anklagebank, sondern nur eine besondere terroristische Gruppe, die Organisation der UON., die seit länger als zwölf Jahren durch zahlreiche Morde an polnischen Beamten, durch Brandstiftungen auf den Gehöften polnischer ; Landwirte und Siedler, durch Beraubung von Postämtern, durch Demolierung von polnischen Schulen und Zerstörung polnischer Hoheitszeichen zu erkennen gegeben hatte, daß sie auf keinen Fall gesonnen sei, den politischen Zustand anzuerkennen und sich der polnischen Staatshoheit unterzuordnen. So war es auch bezeichnend, daß trotz des Prozesses, der in seinem Anklageakt schwere Vorwürfe gegen Angehörige des ukrainischen Volkes enthielt, die Versöhnungsaktion der Regierung ihren Fortgang nahm und bereits bei den Septemberwahlen zu den gesetzgebenden Körperschaften dazu führte, daß in Ostgalizien und Wolhynien gemeinsame polnisch-ukrainische Wahllisten aufgestellt wurden, die den Ukrainern in den beiden Kammern fast die gleiche Anzahl von Sitzen sicherten, die sie vorher hatten, obwohl die Zahl der Abgeordneten im ganzen durch die neue Wahlordnung wesentlich gekürzt worden war. Diese Annäherung fand unter Vermittlung des Lemberger Metropoliten S z e p - tycki zwischen Warschau und den ukrainischen Nationaldemokraten, der UNDO., statt. Diese Organisation, die in früheren Jahren gehofft hatte, durch Anlehnung an die Sowjets zu einer eigenen ukrainischen Staatlichkeit zu gelangen, hat inzwischen eingesehen, daß die Sowjets die schlimmsten Feinde aller nationalen ukrainischen Regungen sind, was besonders ihre Entnationalisierungspolitik in der Sowjetukraine bewies. Deshalb ist die UNDO. gern bereit gewesen, die polnische Versöhnungshand zu ergreifen und hat sich mit ihren politischen Forderungen auf das Verlangen nach Autonomie im Rah men des polnischen Staatsverbandes zurückgezogen. Der Führer der terroristischen UON ist der Oberst K o n o w a l e c, der sich längere Zeit in Litauen die italienische Luftfahrt geworden ist. Da es sich hierbei um schwedische Staatsangehörige handelt, die in Ausübung eines Werkes der Menschlichkeit gemäß dem Abkommen von 1929 von italienischen Fliegern angegriffen wurden, sieht sich die schwedische Regierung verpflichtet, gegen dieses Vorkommnis nachdrücklichst Protest zu erheben. Hinsichtlich der Tätigkeit der schwedischen Abteilung hat sich kein Anhaltspunkt dafür ergeben, daß sie sich eines Mißbrauchs des Note-Kreuz-Zeichens schuldig gemacht habe und alle diesbezüglichen Vermutungen sind von den schwedischen Angehörigen der Abteilung mit Entschiedenheit als Irrtümer erklärt worden. Für die schwedische Regierung gibt es keine Veranlassung, an der Wahrhaftigkeit dieser schwedischen Zeugenaussagen zu zweifeln. Die schwedische Regierung nimmt Kenntnis von dem Bedauern der italienischen Regierung, datz schwedische Staatsangehörige von dem Bombenabwurf getroffen wurden und e r - wartet, daß eine Untersuchung der Verantwortlichkeit an dem Bombenabwurf durch Italien mit aller Beschleunigung geführt und die Angriffshandlung gehörig verfolgt werde. Die schwedische Regierung behält sich vor, ihre Forderungen, die sie für gerechtfertigt hält, später zu unterbreiten. schlüge zu schaffen. Optimistischer Kriegsbericht aus Addis Abeba. Schwierige Lage der Italiener an der Nord- front. GeringeAussichten für eineLffenftve im Süden. Addis Abeba, 14. Jan. (DNB.) Nach den in Addis Abeba einlaufenden Frontberichten wird die militärische Lage der Italiener sowohl im Norden als auch im Süden von Tag zu Tag schwieriger. An der Nordfront haben die großen R e g e n s ä l l e den Italienern nahezu jede Rückzugsbewegung unmöglich gemacht. Ebensowenig können belangreichere Truppenverschiebungen stattfinden. Die Italiener haben sich in ihre stark ausgebauten, betonierten Verteidigungsstellungen und in befestigte Blockhäuser zurückgezogen, die stark mit Maschinengewehren bestückt sind. Um unnötige Verluste zu vermeiden, greift die abessinische Armee die italienischen Stellungen nicht mehr in großen Truppenverbänden an. Man ist der Auffassung, daß sich diese italienischen Verteidigungsnester über kurz oder lang werden ergeben müssen, da der Nachschub ebenso wie der Rückzug fast ausgeschlossen ist. Sämtliche Straßen sind in einen grundlosen Morast verwandelt, in dessen Schlamm alle Fahrzeuge stecken bleiben. Alle Versuche der italienischen Truppen, unterstützt von Artillerie und Flugzeugen, sich aus dieser schwierigen Lage zu retten, haben wenig Aussicht auf Erfolg. Nordwestlich von Mak alle und im Gebiet von Aks um wird noch immer heftig und für beide Seiten äußerst ver- * lustreich gekämpft. Das VeWel Deutschlands. Ein französisches Urteil über unsereZugend. Paris, 15. Jan. (DNB. Funkspruch.) „Ingen- den der Welt" ist die Ueberschrift einer Artikelfolge, die „Journal" veröffentlicht. Die ersten Aufsätze sind der „Jugend in Deutschland" gewidmet. Sie tragen die Ueberschrift „Das Beispiel Deutsch' land s". Der Berichterstatter schildert zunächst den Zustand der deutschen Jugend vor der Macht« ergreif ung durch den Nationalsozialismus. 1932 sei Deutschland ein Land ganz ohne Jugend gewesen. 1935 hatten die auslandsdeut- schen Jungen, d-nen ein Besuch der Heimat ermöglicht wurde, feststellen können, daß Deutschland 1935 ein von Jungen bevölkertes und beseeltes Land sei. Man frage sich, ob ein i Wunder geschehen sei. Sei es denn überhaupt möglich, daß in vier Jahren ein Volk, das unter Zwen fein litt, das vor Verzweiflung gealtert war, sich einen neuen Glauben aufbaut? — In einem dem Blatt gehörenden Lichtspielhaus in Paris läuft zur Zeit ein Bildstreifen gleichen Inhalts. Aussprache zwischen ^eichsminister Kerrl und Bischof D. Zänker. Berlin, 14. Jan. (DNB.) Am Freitag hatte der Reichsminister für die kirchlichen Angelegenhelten den Bischof von Breslau, D. Zänker, einer Besprechung geladen. Die Aussprache san° in Gegenwart des Vorsitzenden des Landeskirchen ausschusses D. Eger und der Mitglieder des fd)les fischen Provinzialkirchenausschusses, Pfarrer^' heyde und Pfarrer Bessert, statt. Dlschoi Man kann heute schon sagen, daß gerade bie finanzielle Verflechtung der amerikanischen Privatleute in das Kriegsunternehmen der Entente die amerikanische Regierung bewog, den Mittelmächten den Krieg zu erklären, daß Wilson mit der verdickten Energie eines monomanen Pazifisten die tollsten Ungerechligkeiten gegenüber Deutschland beging und für England eintrat, zumal die Geschäfte Amerikas in Gefahr waren. Das haben schon vor der Vernehmung Morgans einsichtige Amerikaner festgestellt, so der amerikanische Historiker Sidney Fay, Professor Shevill von der Universität Chikago, bereits am 18. Dezember 1923 hielt ein lOOproz. I Amerikaner, der über ein halbes Menschenalter dem Senat angehörte, Robert L. Owen, eine Rede im Senat über die Kriegsschuldfrage, in der er Deutschland freisprach und die Poincare, Iswolski, Grey bezichtigte, durch ihre Einkreisungspolitik seit Jahrzehnten den Krieg vorbereitet zu haben. Im Jahre 1924 wurde Owens Forderung, einen Ausschuß über die Kriegsschuldfrage einzusetzen, vom Senatsausschutz mit nur 8 gegen 6 Stimmen abgelehnt und auch der jetzige Ausschuß hat lediglich Die Aufgabe, die vollkommene Neutralitätspolitik Roosevelts während des abessinisch-italienl- schen Krieges zu unterstützen, daher griff er nur ein Teilproblem an, nämlich die Lieferungen an Geld und Waren durch die Amerikaner während des Weltkrieges und ihren Einfluß auf die Handlungsweise Wilsons. Deshalb wurde dem „autokratischen , undemokratischen Deutschland die amerikanische Kriegserklärung überreicht und die Fach, Lloyd George, Clemenceau und Orlando wußten, weshalb sie in einer Depesche an Wilson vom 3. Juni 1918 eine beschleunigte Hilfe der Amerikaner erwarteten. Sonst lag die Gefahr vor, daß, wie es in der Depesche heißt, „der Krieg verloren geht." Das amerikanische Eingreifen allein bewirkte, daß Deutschland niedergeworfen und Wilson mit seinem Frieden ohne Sieger oder Besiegte Schiffbruch erlitt. | Von Zaharoff zu der Morgan-Gruppe lauft Die । Linie derer, die eiserne oder goldene Kugeln auch für die Kriege der Zukunft bereit halten, wenn sich nicht die Völker diesem privatkapitalistischen Treiben endlich widersetzen. Der amerikanische Präsident Abraham Lincoln sagte: „Laßt uns Vertrauen haben zu dem Glauben, datz nur das Recht Macht schafft." Die Zaharoff und Morgan haben mit den Entente-Regierungen das Recht gebeugt. Wann wird der Mann der Stratze, der hellhörig geworden ist, diese Hyänen der Schlachtfelder so behandeln, wie es diese Leichenstedderer verdienen? Oder wird er sich in einen neuen europäischen Krieg um „demokratische" Ideale halber Deutsche Mionalerziehmg. Im Berchtesgadener Land gilt bei, einer Be- gegnung der Gruß „Zeit lassen. Don der großartigen Natur der bayenschen Berge strömt Ruhe und Kraft auf Die Menschen aus. Ruhe und Kraft geht auch von dem Haus auf dem Oder- salzberg aus, in dem Adolf Hitler feine kurzen Erholungsstunden verbringt, um dann mit verdop« pelter Energie die Arbeit für Volk und Staat wieder aufzunehmen. Auch die Politik des Führers scheint bestimmt zu sein vom Grundsatz,Zeit lassen. Der Führer braucht sich nicht drängen zu lassen, er braucht nichts zu überstürzen, er kann warten, er kann alles wachsen und reifen taffen, denn hinter ihm und seinem Werk steht das Gesetz des deutschen Lebens. r Es haben sich manche Leute sehr frühzeitig den Kopf darüber zerbrochen, was denn, in Zukunft aus der Partei werden solle. Werde sie zum Aussterben bestimmt sein oder woher bekäme sie ihren Nachwuchs? Es ist auch viel darüber gerätselt worden, welche Aufgabe denn noch die Organisation der Hitler-Jugend erfüllen könne, nachdem alle deutschen Jungen und Mädchen gleicherweise im Geiste der nationalsozialistischen Weltanschauung erzogen würden. Der Führer hat auf den gesunden Instinkt der deutschen Jugend vertraut. Die Jugend, die seinen Namen trägt, war stets eine Kampfjugend und sie ist es auch geblieben in den Jahren nach der Machtergreifung. Sie hat unablässig an sich gearbeitet und alles vorbereitet, um dereinst der großen Aufgabe gerecht werden zu können, die ihr der Führer stellen würde. Dieser Augenblick war mit dem Parteitag der Freiheit gekommen. Am 14. September 1935 sprach Adolf Hitler im Nürnberger Stadion zu seiner Jugend: „Was wir von unserer deutschen Jugend wünschen, ist etwas anderes, als es die Vergangenheit gewünscht hat. In unseren Augen, da muß der deutsche Junge der Zukunft schlank und rank sein, flink wie Windhunde, zäh wie Leder und hart wie Kruppstahl. Wir müssen einen neuen Menschen erziehen, auf daß unser Volk nicht an den Degenerationserscheinungen der Zeit zugrunde geht. Wir haben es unternommen, dieses Volk durch eine neue Schule zu erziehen, ihm eine Erziehung zu geben, die schon mit der Jugend anfängt und nimmer enden soll... Keiner soll sagen, daß es : für ihn eine Zeit gibt, in der er sich ausschließlich : selbst überlassen sein kann... Unsere Absicht und unser unerschütterlicher Wille ist es, daß wir : schon in die Herzen der Jugend den Geist : hineinbringen, den wir im großen Deutschland als : den allein möglichen und für Die Zukunft erhalten- । den sehen möchten und sehen wollen." Die von der Südfront einlaufenden Meldungen lassen darauf schließen, datz die Italiener nach der Räumung der Ogadenprovinz ihren geplanten Vormarsch auf die Provinz Bali weiter fieberhaft vorbereiten. Die Entfernung von Dolo, dem Ausgangspunkt einer italienischen Offensive, nach Addis Abeba beträgt in der Luftlinie rund 600 Kilometer. Ein Angriff müßte anfangs fast 250 Kilometer durch fieberoerfeuchte Gebiete und Wüsten- und Steppengegenden vorgetragen werden. Dann würde er auf hohe Gebirgszüge stoßen, in denen gegen 160 000 Mann abessinischer Truppen in gut verschanzten Stellungen bereitstehen. Von ausländischen Militärs wird stark bezweifelt, ob es der italienischen Armee gelingen kann, bis zum Beginn der großen Regenzeit dies Gelände zu überwinden, da Ras D e ft a bereits jetzt im Gebiet von Dolo zu Gegenangriffen übergeht. Brand- und Gasbomben auf die Stadt Gokota. AddisAbeba,15. San. (DNB.) Di- fübmeft- lich von Makalle gelegene Stadt Sokota soll von Brandbomben vernichtet worden sein. Äußerem sollen dort drei große Gasbomben abgeworfen worden sein, was für die ahnungslose Bevölkerung, die sich später zu den Einschlagtrichtern begeben habe, furchtbare Folgen gehabt haben. Zehn Personen hätten durch das Gas das Augenlicht verloren, während viele andere schwere Brandwunden davongetragen hätten. Die Kirche der Heiligen Maria in Sokota sei von Bomben getroffen worden, gerade als in ihr zahlreiche Betende weilten. Von ihnen sollen zehn in Stücke gerissen w i s m u s ausliefern. Die Oppositionspresse bringt eine scharfe Warnung an Die Regierung. Die englische Oeffentlich- keit werde eine schwankende Politik und ein Abweichen von einem einmal eingeschlagenen Weg der Sühnepolitik nicht dulden. Der Ruf Englands müsse von dem Vorwurf befreit werden, daß England auf der einen Seite den Krieg verurteile und auf Der anderen Seite aus den Oellieferungen, Die zur Fortsetzung des Krieges benötigt werden, Ge- । roinn ziehe. Es sei bemerkenswert, daß die Oel- I aktien in den letzten Tagen stark angezogen haben. Das von der französischen Presse aufgegriffene Thema von der deutschen Wiederaufrüstung sei lediglich ein französisches Ablenkungsmanöver, um eine geeignete Atmosphäre für neue italienisch-abessinische Friedensvor- London, 15. Jan. (DNB. Funkspr.) Die Ansicht der Morgenblätter geht dahin, daß das britische Kabinett heute keinerlei entscheidende Beschlüsse zum italienisch-abessinischen Konflikt fassen wird. „Daily Telegraph" meldet, in Londoner Regierungskreisen sei man der Meinung, daß keinerlei Aussichten auf eine sofortige Verhängung der Oelsperre bestehen. Man glaube vielmehr, daß es unter den gegenwärtigen Umständen wünschenswert sei, die Oelsperre eine Zeitlang aufzuschieben. Eden werde lediglich zu einer Sondierung der anderen Mächte nach Genf gehen. Sollte er doch eine starke Stimmung für eine Oelsperre vorfinden, werde er zunächst eine. Rückfrage an das britische Kabinett richten müssen, bevor er die britische !Regte= rung auf diesen Kurs festlegt. „Daily Mail" meint, Italien besitze schon jetzt genügend Oelvor- i r ä t e für sechs oder sogar neun Monate. Die Regierung habe die Pflicht, die Oelsperre z u begraben, da dies der erste Frieden sei. Ein Uebergreifen des des Weltkrieges aus. Es steht an zweiter 1 Stelle. Amerika h a t den Krieg der Entente finanziert, und der Verdacht, daß es I in den Krieg gezogen fei, um Die Beträge zu ret-1 len, die feine großen Bankhäuser wie Morgan der Entente geliehen, ist jetzt durch die Vernehmung ] Morgans und Lamonts vor dem Senatsausschutz beftäiigt worden. Zwar hat der Vorsitzende, Sena- j tor Nye, alles Politische bei den Verhandlungen ausscheiden wollen, aber das Thema der Unter- , fuchung, ob gerade private G l ä u b i g e r i n = 1 tereffen Amerika in den Krieg zogen, trifft gerade die politische Haltung Wilsons während des Weltkrieges. Und es wirft einen neuen Schatten auf diesen Präsidenten, daß er nach der Aussage Morgans. offiziell das Anleiheverbot bei- dehielt, aber Kredite schon im August 1914 für die französische Regierung g e ft a 11 e i e, und zwar wurden diese Kredite von Der Firma Morgan gegeben! Das Staatsdepartement unter William Bryan war damals gegen die Anleihen, auch gegen die Kredite, da beide dasselbe und mit wirklicher Neutralität nicht vereinbar feien. Aber die Rabulistik, Die Spitzfindigkeit, war überhaupt Wil- fons Hauptfähigkeit, und je mehr die Morgans an die Entente lieferten, um fo fchroffer wurde Die Haltung Wilfons gegen die Mittelmächte, denen er Gewalttat vorwars, während er sich vor der „Seegewalt der Briten beugte. Die „ßufitania", die am 4. Mai 1915 versenkt wurde, hatte, wie eine frühere Untersuchungskommission feststellte, gewaltige IDlengen Munition an Bord und Die amerikanischen Bürger, die mit ihr untergingen, hatten ihr Schicksal der Regierung Wilson zu verdanken, ine die Ankündigung des U-Boot-Krieges als deutschen Bluff auffaßte und ihren Bürgern weiter gestattete, in Der Kriegszone spazieren zu fahren. Während Deutschland und Die Mittelmächte von Den amerikanischen Rohstoffen ab gef per rt wurden, lieferten Morgan und 900 andere amerikanische Gesellschaften nicht nur Dollars, sondern Munition und Lebensrnittel an die Entente. Unsere ehemaligen Kämpfer an der Westfront haben seit Anfang 1915 die Granaten der amerikanischen Bethlem Steel Cie nicht vergessen! Dor dem Untersuchungsausschuß ist auch festgestellt worden, daß Beschlüsse des Präsidenten sofort Dem Bankhause Morgan bekannt waren, jedenfalls ift | die Durchsickerung solcher Informationen erfolgt, > und die Morgans wären schlechte Geschäftsleute gewesen, wenn sie diese Informationen nicht benutzt hätten. Sie haben dann auch diese Informationen sofort den britischen Stellen mitgeteilt und es ist ein leerer Streit um Worte, ob sie selbst oder ihr Geschäftspartner Davidson diese Beziehungen zu den höchsten Stellen der Entente hatten. An der Tatsache ändert das nichts. Und wenn sie behaupten, kein amerikanischer Regierungsbeamter habe ihnen diese Informationen geliefert, so kann man nur mit dem alten Titus Lucretius feststellen: De nihilo nihil (Aus nichts wird nichts). Damit war das Arbeitsprogramm auch für die HI. gegeben. Schon in seiner Neujahrsbotschaft kündigte der Reichsjugendführer Baldur von S ch i r a ch die Schaffung einer einheitlichen großen Reichsjugend unter Führung der Hitler-Jugend an. Vierzehn Tage später ergänzte Stabsführer Lauterbacher die Mitteilungen des Reichsjugendführers dahin, daß in Den kommenden drei Jahren möglichst alle 10- bis 13- jährigen im Jungvolk und in der Jung- mädel-Organifation erfaßt werden sollen und daß nach dieser vierjährigen Bewährungszeit die Besten in Die Hitler-Jugend und den B D M. ausgenommen werden sollen. Die übrigen Jungen und Mädel aber würden mit ihrem 14. Lebensjahr in den großen Verband der Staatsjugend eintreten, um hier untee- der Führung der Hitler-Jugend dem deutschen Volke zu dienen. "Damit ist also für die. Zukunft Der Weg ganz klar vorgezeichnet, Den Die jüngste Generation in DeutschlanD zu gehen hat. Für sie gilt Dasselbe Ausleseprinzip, Das sich für Die Partei in Der Kampfzeit herausgebildet hat. Die Partei selbst hat wiederum die Gewähr, daß sie auch in Zukunft ge- mäß dem Führerwort „Alle Deutschen sollen Nationalsozialisten sein, aber nur die besten Nationalsozialisten auch Parteigenossen" stets die Auslese des Nachwuchses umfassen wird. Hitler-Jugend und BDM. haben also fortan eine doppelte Aufgabe: Sie sollen einerseits den Nachwuchsbedarf an jungen Nationalsozialisten für Sie Partei sicherstellen und sie sollen andererseits an der weltanschaulich-politischen Erzie - hung der Gesamtjugend einen hervor- ' ragenden Anteil nehmen. Es ist klar, daß die Organisation der Hitler-Jugend eine so gewaltige Aufgabe nur durchführen kann, wenn die Idee der Selbstführung der Jugend verwirklicht wird. Das ist der künftige Weg einer deutschen Nationalerziehung, wie Adolf Hitler sie auf Dem Parteitag der Freiheit gekennzeichnet hat und wie sie im Jahre 1936 von der Reichsjugendführung gestaltet werden soll. Wenn, wie es Baldur von Schirach in seiner Königsberger Rede ankündigte, die drei maßgebenden Erziehungsfaktoren, Eltern- f) aus, Schule und Jugend führung, in diesem Sinne Zusammenwirken, dann wird das Wort des Führers erfüllt werden: „Glaubt mir, es wird einmal eine Zeit kommen, da wird die deutsche Jugend ein wunderbar gesundes und strahlendes Antlitz besitzen, offen, aufrichtig, kühn und friedliebend." Wie die Blume eines guten Weines, so entwickelt sich auch das Aroma edlen Tabaks erst nach mehrjährigem Lagern. Deshalb verarbeiten wir jetzt die hervorragenden 33er Macedonen in der ALVA-Mischung. 2 1 & G ä. Z - M- Iiitung des 2) i f 3 i p H n a i gigen den Bischof Dr. Zänker als die Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse und Ein Jahr deutscher Strafrechtspflege Kleinen zu rücksichtslos und zu der andere für weich und darf der Richter und Staats- Extremen gehen, sondern muß die bekannte goldene Mittel st raße einhalten, die keinem von ihr Beglückten volle Zufriedenheit schafft. Und dann heißts: Der Richter ist ein Reaktionär, der die Zeit nicht versteht und ihren Fortschritt hemmen will. Der Dorwurf ist nicht neu, auch in den Nachkriegsjahren klang das gleiche Lied. Während aber damals der deutschfühlende Richter sich solche Rüge gefallen der ge- Landesverband Hessen-Nassau. scharf dünkt, hält schwächlich. Drum kann und anwalt nie mit den Tätigkeit der dreimal gekreuzten Juristen im vergangenen Jahr bei unseren Volksgenossen mehr — zwar nicht Anerkennung; auf sie können wir Strafjuristen selten rechnen, wohl aber — V e r st ä n d - n i 5 als in den früheren Jahren gefunden hat. Das Mißtrauen gegen die Strafrichter und Staatsanwälte ist im langsamen, aber doch fühlbaren Schwinden begriffen. Die Tätigkeit des Strafrechtlers ist nun mal für niemand eine^eine Freude, für den Verfolgten und Verurteilten nicht, weil er selten den Schuldbeweis, fast nie aber die Höhe seiner Strafe als zutreffend anerkennt. Aber auch der, der durch seine Strafanzeige oder .Schutzbitte den Staatsanwalt in Bewegung gesetzt hat, ist unzufrieden; seine Klage sei doch nun mal die wichtigste, vor der alle anderen Arbeiten zurückzustehen hätten; Verfolgung und Urteil seien viel zu lässig und milde. Und dieselben Beschwerden mit verschiedenen Vor- meiner gedachten, auf diesem Wege meinen herzlichen und aufrichtigen Dank aus. Rhein, Mosel und Neckar führen Hochwasser. Das Wasser des Rheins und der Mosel sowie ihrer Nebenflüsse st e i g t weiter. In Ehrenbreitstein und einigen weiteren Gemeinden sind wieder die Ufer überschwemmt. In den tiefergelegenen Stadtteilen von Koblenz und der Nachbarorte ist das Wasser bereits in die Keller eingedrungen, so daß sie geräumt werden mußten. Das Hochwasser auf der Mosel zwang zur Ein- stellung des Schiffsverkehrs und des Fährbetriebes. hätten ohne Unterstützung von Reichsgeldern gehoben werden müssen. Weiter sei die Beseitigung des ungerechten Wettbewerbs mit Auslandserzeugnissen unter Anpassung der Erzeugung an den Bedarf, die Regelung der Einfuhr an Lebensmitteln und der Warenoerteilung und -Kennzeichnung notwendig gewesen. Bei einer geopolitischen Betrachtung der gegenwärtigen Lage in der Welt könnten wir feststellen, daß überall am Ende bisheriger verfallender Weltanschauungen etwas Neues hervorstrebe. Deutschland stünde am Anfang des Neuen. Nur für unser Volk sei diese nationalsozialistische Weltanschauung gegeben. An ihrer ersten Stelle stehe die nationalsozialistische Agrarpolitik, die der Führer ausdrücklich genehmigt habe und deren Garant R. Walter Darrs sei. Der Neichsgeschäftsführer deutscher Diplomlandwirte Dr. Krämer überbrachte die Grüße des Reichsführers SS. Himmler und sprach dann über die Arbeit der verschiedenen Abteilungen der Leitung des Reichsbundes, in denen die gesamte berufsständische Arbeit nach innen und außen und alle sozialen Aufgaben durchgeführt werden. Er schloß mit dem Hinweis, daß die im Neichsbund erfaßten Diplomlandwirte ein Stoßtrupp des Bauerntums im Kampfe der nationalsozialistischen Agrarpolitik seien. Abteilungsleiter IE Pg. Schönheit sprach dann über das Thema: Der Bauer und seine Heimat. Er zeigte, wie stark gerade der Bauer mit seiner Heimat verbunden sei. Gerade aus diesem Heimatgefühl sei dem Bauern die Kraft gekommen, in Notzeiten auszuhalten. Aus dem Boden gewachsen sei auch der echte Bauernstolz, der seine Wiedergeburt durch das Reichserbhofgesetz, die Sicherung der Heimat feiere. Pg. Schönheit richtete dann an die Diplomlandwirte den Appell, den Bauern Lehrer, Erzieher, Berater und Freund zu sein. Es ginge darum, daß Höfe geschaffen würden, auf denen starke Bauerngeschlechter wachsen könnten, damit wir der Zukunft Deutschlands ruhig ins Auge zu sehen vermöchten. r Als Ehrenvorsitzender des Landesoereins Hessen- Nassau im Reichsbund Deutscher Diplomlandwirte hatte Dr. Wagner an den Reichs führer SS. folgendes Telegramm gesandt: „Der Lan- desoerein Hessen-Nassau, angetreten am 14. Januar 1936 in Frankfurt a. M., grüßt anläßlich feines zweitägigen Schulungslehrganges feinen Führer." Zeichen bei der Strafvollstreckung und beim Strafvollzug. Was dem lasten mußte und sich auch gern gefallen ließ, weil er innerlich und oft auch äußerlich mit allen Kräften gegen die fortschreitende kommunistische Verseuchung „reagierte", so weist er sie heute weit von sich. Er arbeitet treu und gewissenhaft am Aufbau des nationalsozialistischen Staates mit, und wenn dies in seinem Beruf nicht so auffällig in die Ex- scheinung treten kann wie bei anderen Berufen, so liegt das an seinem hohen Amt, das ihn zwingt, in seiner Berufsausübung von den bestehenden G e - fetzen auszugehen. Selbstredend wird er sie im nationalsozialistischen Geiste auslegen und anwenden, wird auch Gesetzen, die diesem Geiste nicht mehr entsprechen, die weitere Wirksamkeit versagen. Aber in seinem Berufe als Schöpfer von G e - setzen aufzutreten, das gestattet ihm eine geordnete Strafrechtspflege innerhalb der gegebenen Rahmengesetze, die ja den Richter heute von vielen alten unerträglichen Fesseln befreit haben (z. B. der im Sommer dieses Jahres geschaffene Analogie- Paragraph 2 des StGB.). Aber innerhalb dieser Rahmen muß er s i ch halten, er darf nicht schlechthin alte Gesetze durch neue ersetzen, will er nicht sonst bei der natürlichen Verschiedenheit jedes einzelnen nach Auffassung und Temperament die Strafrechtspflege einer Auflösung preisgeben. Kunst und Wissenschaft. Aufgaben der neuen Reichsanslatt für das deutsche Bäderwesen. In der Universität Breslau fand die Einführung des Leiters der Reichsanstalt für das deutsche Bäderwesen Pros. Dr. Vogt durch Dr. Fricke als Vertreter des Reichserziehungsministers im feierlichen Rahmen statt. Die Bedeutung der Errichtung der Reichsanstalt wurde von dem Präsidenten des Reichsfremden-Verkehrsverbandes, Staatsminister Esser, eingehend gewürdigt. Prof. Dr. Walz kündigte nach einem kurzen Begrüßungswort die Uebertragung eines neuen Ordinariats der medizinischen Fakultät für Bäder- und Klimakunde an den Leiter der Reichsanftalt an. Der Landeshauptmann von Niederschlesien Dr. von Boeckmann überbrachte die Grüße des Gauleiters und Oberpräsidenten. Abschließend legte Prof. Dr. Vogt in einer längeren Rede die Aufgaben der neuen Reichsanftalt dar. Verleihung der Liebig-Kekule-Plakelte. In den nächsten Tagen wird die Liebig- Kekule-Plakette der Vereinigung Liebighaus e. 23. zu Darmstadt an Dr. Alwin Mi11asch für seine Verdienste um die wissenschaftliche und angewandte Chemie verliehen. Mittasch gehörte von 1904 bis 1933 der Badischen Anilin- und Sodafabrik (jetzt IG. Farbenindustrie AG.) an und hat hier durch zahlreiche Arbeiten, besonders auf dem Gebiete der chemischen Katalyse, Hervorragendes für Wissenschaft und Technik geleistet. Ihm verdankt man u. a. die Schaffung der Katalysatoren, mit deren Hilfe die Ammoniaksynthese großtechnisch «durchgeführt wird. Das Ammoniaklaboratorium des Stickstoffwerkes Oppau, das sich bald zu dem größten chemischen Jndustrie-Forschungs- laboratorium Deutschlands entwickelte und dessen Mrestaglmg des Reichsbundes Deutscher Diploinlandtvjrte nker sprach dem Minister über den Verlauf der mgjten Ereignisse bei den theologischen Prüfungen in Schlesien sein Bedauern aus : ui) erklärte sich vorbehaltlos bereit, mit dem Pro- viizialkirchenausschuh unter Leitung des Landes- ßichenausschusfes auf der Grundlage der jetzt gelte den Verordnungen zusammenzuarbeiten. R ichsminister Kerrl hat daraus dem Landeskir- ch nausschuß mitgeteilt, er sehe im Hinblick auf i)i von feiten des Bischofs ihm abgegebenen Er- II rungen und mit Rücksicht auf das Befriedungs- nrE in der Kirche fein Ersuchen auf Einleitung d e s Disziplinarverfahrens ggen den Bischof Dr. Zänker als erledigt an. Unter dieser Ueberschrift wird von Ministerialdirektor Dr. Cr 0 hne vom Reichsjustizministerium in der „Deutschen Justiz" auch auf die schwere und verantwortungsvolle Aufgabe des deutschen Strafrichters und Staatsanwalts hingewiesen, der man bis in die jüngste Zeit hinein nicht immer das erforderliche Verständnis entgegengebracht hat. Abteilung III (Strafrechtspflege), das Sorgenkind des Herrn Ministers, nicht etwa, weil ihre Mitarbeiter oder deren Arbeitsweise allerhöchstes Mißfallen erregen, sondern weil alle unangenehmen Ereignisse — und davon gibts bei einer Reichszentralbehörde natürlich ein gehäuftes Maß — sich bei ihr und der mit ihr eng verbundenen Zentralstaatsanwaltfchaft konzentrieren. Es ist ganz selbstverständlich, daß die Auswirkungen einer Bewegung, die Land und Volk von allen in den Vor- und Nachkriegsjahren hineingefressenen Krankheiten säubern und ein neues Deutschland nicht nur mit neuer Verwaltung und neuen Gesetzen, sondern vor allem mit neuer Gesinnung aufbauen will, sich zunächst in der Strafrechtspflege besonders bemerkbar machen. All die Schmarotzer und Wucherer vergangener Jahrzehnte, all die, welche mit schleichendem Gift oder offener Gewalt der neuen Weltanschauung entgegenarbeiten, müssen, wenn unbelehrbar, ausgemerzt werden, und dieser Reinigungsprozeß vollzieht sich im Kulturstaat im Rahmen der Strafrechtspflege. Erfreulicherweise kann man feststellen, daß die Schönheit der Arbeit int den Betrieben der MichsbetriebS- gemeinfchast Eisen und Metall. Der Leiter des Amtes für „Schönheit der 2Ir= 6er, Pg. Speer, und der Leiter der RBG. Eisen jufo Metall, Pg. Iäz 0 sch, erlassen folgenden gern! infamen Aufruf: Betriebsführer und Gefolgschaftsmitglieder! Die Woche vom 11. bis 15. Februar 1936 t)(iört in den Betrieben der Reichsbetriebsgemein- fdnft Eisen und Metall der „Schönheit der A b eit!" Schönheit der Arbeit ist Ausdruck na= tu'ialsozialistischer Betriebskultur und Betriebs- kcneradschaft! In den Betrieben der Metallgewin- nt ig und Metallverarbeitung in feinmechanischen Werkstätten ebenso wie in den Riesenbauten der Sowerindustrie, überall muß die Schönheit der Lliveit verwirklicht werden! Die Forderungen kön- rui im Einzelfall verschieden fein; aber es muß der pliche Geist sein, der aus den Betrieben Nach- längkeit und Verwahrlosung, Gleichgültigkeit und Sumpfsinn hinausfegt! Schafft helle, g e - f im b e Arbeitsstätten! Sorgt für Lüftung uni Entstaubung, bekämpft überflüssigen Lärm! Srgt für Sauberkeit und Ordnung, bringt Licht, Li't und Sonne an den Arbeitsplatz! Schafft Grünaragen und Erholungsplätze in den Werkhöfen, folgt für würdige und freundliche Gestaltung der Kmtinen und Kameradschaftsräume. Schafft helle Ui kleideräume und saubere Waschanlagen. Je schmutziger die Arbeit, um so vorbildlicher die W schgelegenheit! Sorgt dafür, daß in mustergültig n Arbeitsstätten die Freude an gemeinsamer Anieit und gemeinsamer Leistung Einzug hält! In de Wache vom 11. bis 15. Februar 1936 werden Ruerenten des Amtes „Schönheit der Arbeit" und bei Reichsbetriebsgemeinschaft Eisen und Metall B. triebsbesichtigungen durchführen, um sic! von den Fortschritten der Schönheit der Arbeit zuLiberzeugen und die verdienten Pioniere auf dieser Gebiet festzustellen. Sie Neuregelung der Lohnverhältnisse in der Zigarrenherffellung. )eer Nationalsozialistische Gaudienst Hessen-Nassau tei mit: Das frühere Tarifamt der Zigarrenher- fUung hat seit 1. Januar 1936 als „Einstu- [ in g s ft e 11 e für die deutsche Zigarren- i HD u ft r i e" seine rechtmäßige gesetzliche Unterlag erhalten. Aufgabe der Einstufungsstelle ist die Fr.setzung der Entlohnung für die mit der Her- fteiung von Zigarren beschäftigten Gefolgschafts- irüylieder; der Betriebsführer ist unter Hinzu- narnie des Vertrauensrates verpflichtet, der Ein- [firjngsfteUe (Sitz in Hamburg) Warenmuster (^ijarren) einzusenden. Die Einstufungsstelle nimmt mim die Ausarbeitung für den Lohnaushang vor, hr gleichzeitig die tarifliche Entlohnung den Ge- wlijschaftsmitgliedern gegenüber sichert. Ständige sio- trollfährten der amtlichen Stellen überprüfen bie Entlohnung und haben feit ihrem Bestehen »bl" eine Million an rückständigen Löhnen, teilte e infolge nicht richtiger Einordnung in die ikaüfklassen, herausgeholt. Die Einrichtung sichert |n besonderem Maße Arbeitssrieden und Vertrauen Iwichen Betriebsführer und Belegschaft. I lies weiteren ist durch die inzwischen eingerichtete EG nausgleichkasse eine Verbesserung der pae der Gefolgschaftsmitglieder dadurch eingetre- ten daß mehr Rücksicht auf die Familienverhält- pifii genommen wird und der Kinderreiche eine sei- ner Lasten entsprechende Zulage erhält, die im Buchschnitt rund 10 v. H. und mehr des Wochen- isLes beträgt, je nach der vorhandenen Kinderzahl. Ei' wesentlicher Teil dieser Erfolge ist auf die vor- Ipik'iche Arbeit der Fachgruppe „Tabak" in der EeHsbetriebsgemeinschaft „Nahrung und Genuß" it des Sozialamtes der DAF. zurückzuführen. N S G. In Frankfurt fand die Jahrestagung des Reichsbundes Deutscher Diplomlandwirte, Landesverband Hessen-Nassau, statt. Der Landesoerbandsoorsitzende Freiherr von Wangenheim mies auf die Ausgaben der Diplomlandwirte vor allem in der Erzeugungsschlacht hin. Diese müßten Berufsberater des Bauern fein. Das Ziel der Beratung fei die Ertüchtigung des Bauerntums, als Blutsquell und als Ernährer des deutschen Volkes. Zum weltanschaulichen Fundament des Diplomlandwirtes als Berater des Bauerntums müsse sich ein umfangreiches Wissen der Praxis gesellen. Landesbauernführer Dr. Wagner, der Ehrenvorsitzende des Landesverbands Hessen-Nassau, wies u. a. darauf hin, daß das Gefühl für die Weltanschauung des Nationalsozialismus jedem die Möglichkeit gibt, auch die Agrarpolitik zu verstehen und weiterzutragen. Um die revolutionäre Umformung, wie die Herauslösung des Bauern' aus der liberal-kapitalistischen Wirtschaft, Schaffung einer Grundlage vom Bauerntum her, um eine der Bedarfsdeckung dienende Wirtschaft mit ftetiaer Erzeugung, gesichertem Absatz und festen Preisen zu erhalten, sei es nötig gewesen, den Saliern selb st dem liberalistisch-kapitalistischen Denken zu entheben. Durch das Reichserbhosgesetz wurde zu allererst wieder ein Recht geschaffen, das dem Gefühl des echten Bauern entsprach, ein Gericht, in dem der Bauer entscheidend mitzusprechen hatte und das den Boden wieder treuhänderisch und für alle Zeit dem in die Hände legte, der bereit war, ihn so zu bebauen, wie er es vor sich zu verantworten hatte. Durch diese Sicherung könne er in verstärktem Maße Bluterneuerungsquell sein. Die ernährungspolitischen Aufgaben des Bauerntums faßte Dr. Wagner in die Forderung zusammen: Wir haben die Aufgabe, dafür zu sorgen, daß die Ernährung für das, was wir zum Leben der Nation brauchen, in jedem Fall auf dem Raum erzeugt wird, den wir bewohnen. Nahrungsfreiheit heißt die Parole der Erzeugungsschlacht. Und ehe diese Freiheit nicht erreicht ist, ist der Einsatz des Letzten ebenso notwendig, wie die Hilfe des Volkes, wenn auch nur in ideeller Bereitschaft. Die Aufgabe der Diplomlandwirte sei es, diese Gedankengänge in verständlichster Weise an das Bauerntum heranzutragen. Dr. Wagner schilderte bann die Grundsätze der Marktordnung. Die Kaufkraft der Bevölkerung Ministerpräsident Göring übermittelt die gende Danksagung: Für die vielen Glückwünsche und Beweise herzlicher Zuneigung und Freundschaft, die mir zu meinem Geburtstag aus allen Teilen des Reiches in so reicher Fülle zu gegangen sind, kann ich, wie ich es gern möchte, zu meinem lebhaften Bedauern nicht jedem einzelnen persönlich danken. Ich spreche deshalb allen, die Tätigkeit sich auf die verschiedensten Gebiete Chemie erstreckt, hat er vom Beginn (1918) an leitet, bis er 1933 in den Ruhestand trat. An« aller Welt. Ministerpräsident Göring dankt für Geburtstags-Glückwünsche. üfi* 'T 5u- Ä N* ö,e Ergangen, da muß * unb ranf 2eder unb hart neuen Men. £ S? ni^ Qn , Heit zugrunde ■n-, dieses Volk ''M eine Erzie. anjängt oU fagen, daß es slch ausschließlich ’ere Absicht und z 1 es, daß wir gend den Geist Deutschland als Zukunft erhalten, len* 0gramm auch seiner Neujahrs- mdführer Baldur einet einheitlichen Führung der Hit. später ergänzt^ die Mitteilungeit daß in den tom« le 10- bis 13. ’.b in der Jung. Hl werden folleiv n BewährungsM -Jugend und erden sollen. Die. wurden mit ihrem, i n Serbanb Är 1 hier uwtevte deichen Sollt Zukunft der Dtz e jüngste Genew t Für sie gilt das- : die Partei in bet ie Partei selbst ha! nich in Zukunft ge> mrschen sollen 51c je besten National- stets die Auslese en also fortan eine len einerseits des ionalfozialisten fut sie sollen anderen wünschen Erzie' 1 nb einen herM klar, daß die Drgj so gewaltige nenn die Idee da aend Derwirn® Neg einer deutsche Oer sie auf bej rdinet hat und es Baldur o « Ade ankundigk siaktoren, Elter, 'ndführung^ irken.dann M 1 werden: Ä : kommen, da 0 .erunsereZugen» n"X wty t yfrws inbV-5lantH ien d'e ßeimat« :luch K DeutB ,nenHtertc5 A b e 0,0' sich, ob! auibaut Paris ielhaus p.8" IU9. $ Iirom( ' l,i"< 'It °krdop. lk b^L^QQt atz Ehrers 'käme fie ir en e >.'süschen ^lt' het « au j” Tugend cer Ittor0,“? 9eblif= 28" tiul>r« (teilen Olympia vor dreißig Jahren. Ein Rückblick auf die Olympischen Spiele in London im Jahre 1908. Auf dem Rhein ist das Verbot der Flohschiffahrt und damit die erste Beschränkung der Rheinschiff- fahrt überhaupt in Kraft getreten. Die Schiffahrt auf dem Neckar ist. wie aus Hirschhorn gemeldet wird, wegen des Hochwassers eingestellt. Die neue Umgehungsstraße in Hirschhorn ist wegen Unterspülung bis auf weiteres gesperrt worden. Rundfunk im Dienst des WHW. Eine neue Einnahmequelle für das Winterhilfswerk ist das Wunschkonzert d e s D e u t s ch - landsenders. Unter dem Motto ..Sie wünschen — wir spielen, geholfen wird vielen!" führte dieser Sender am Dienstagabend sein erstes Konzert dieser Art durch. Bis Dienstagmittag lagen bereits 1200 Briefe vor, die neben den Spendenquittungen der NSB.-Ortsgruppen gereimt und ungereimt eine Fülle von so verschiedenartigen Wünjchen ergab, daß fünf Kapellen und eine Reihe von Solisten aufgeboten werden mußten, um wenigstens den Hauptteil der Wünsche zu befriedigen. Deswegen bringt der Deutschlandsender am 26. Januar eine zweite Sendung dieser Art. Großer Felssturz in der Sächsischen Schweiz. In den dos Elbufer begleitenden Steinbrüchen von Postelwitz in der Sächsischen Schweiz ereignete sich ein gewaltiger Felssturz. Eine 30 m hohe Felssäule, die vorn Regen unterwaschen war, brach zusammen. Etwa 5000 Raummeter Gestein nahmen den Weg zu Tal. Der größte Teil kam auf der Ebene unterhalb der Steinbrüche zur Ruhe. Jedoch rollten einige Hundert Raummeter Felsen über den abschließenden Abhang hinunter zur Straße Postel- roitz-Schmilka. Dabei traf ein Felsen von etwa 6000 Zentner Gewicht das Siedlungshaus eines Forstarbeiters. Es wurde stark beschädigt und mußte geräumt werden. Am Nachbarhaus wurde ein Loch in die Hauswand gerissen. Verletzt oder getötet wurde niemand. Fünf Todesopfer eines Erdrutsches in Spanien. An der spanischen Nordwestküste bei La Coruna sind durch einen Erdrutsch sechs Personen v e r - /schüttet worden. Fünf der Verschütteten konnten nur noch als Leichen geborgen werden, während der einzige Ueberlebende sehr ernste Verletzungen davontrug. Die schwere See, die im Verlauf des stürmischen Wetters während der letzten Tage im Atlantischen Ozean wütete, hat die Sandsteinküste bei La Coruna stellenweise so stark ausgewaschen. daß es zu dem verhängnisvollen Erdrutsch kam. Von einer Lawine begraben. Bei Partenkirchen verschüttete Zwischen Schneefernerhaus und Knorrhütte eine Lawine drei Skiläufer. Einer von ihnen konnte sich selbst befreien. Ein Deutsch-Amerikaner namens Steinbach und eine Dame liegen noch unter den Schneemassen. Vom Schneefernerhaus und von Garmisch- Partenkirchen gingen Rettungskolonnen ab. Die Lawine hatte eine Länge von 700 Meter. Drei Todesopfer eines Grubenunglücks. Wie vom Bergamt Düren mitgeteilt wird, hat auf der Grube Eschweiler-Reserve bei Eschweiler eine örtliche Schlagwetterexplosion stattgefunden. Drei Hauer verunglückten tödlich. Der Grubenbetrieb geht weiter, da das bei der Grube angewandte Gesteinsstaubverfahren die Ausbreitung der Explosion über ihren Herd hinaus verhinderte. 17 Todesopfer beim Absturz eines amerikanischen Großflugzeuges. Ein Passagierflugzeug der American Air Lines, das sich auf b e m Fluge von Newark nach Los Angeles befand, stürzte in der Nähe von Goodwin im Staate Arcansas ab. 14 Fluggäste, die beiden Piloten und die Stewardesse fanden den Tod. Die Trümmer des Flugzeugs liegen in einem beinahe unzugänglichen Sumpfgebiet. Schweres Vkolorbdokunglück in Japan. Auf dem Kafumigaura-See. nordöstlich von Tokio, hat sich ein schweres Motorbootunglück ereignet. Sieben Marineflieger von der Marinc- flugabteilung Kasumigaura kenterten bei einer Fahrt über den See mit ihrem Motorboot. Mehr als hundert Matrosen haben bisher vergeblich den Im Hinblick auf die bevorstehenden Olympischen Spiele ist es nicht uninteressant, einen Rückblick aus die Londoner Olympischen Spiele zu werfen, die im Jahre 1908 stattfanden. Damals hieß es in einem Bericht der „I l l u ft r i r t e n Zeitung": „Zahlreich wie nie zuvor haben sich die allerbesten Sportsleute aus allen Ländern eingefunden. Einen prächtigen Anblick bot ihr Einmarsch bei der Eröffnung. Famose Gestalten. Große Amerikaner, sehnige Engländer mit scharfen Gesichtszügen, dann die blonden Recken der nordischen Völker, bewegliche Franzosen, temperamentvolle Italiener, ehrgeizige Ungarn und schließlich die wohlgeordnete Schar der Deutschen, die säuberlich ausgerüstet im Gleichschritt der schwarzweißroten Fahne folgten. Die englischen Zeitungen meinen, ihr Eindruck sei .wuchtig' gewesen. Auch das weibliche Geschlecht war in den Reihen der Olympiakämpfer vertreten. Eine Abteilung dänischer Turnerinnen folgte den Gladiatoren der 21 Nationen, die hier in den Wettstreit traten. Wie Anno 1906, so erregten auch diesmal die graziösen Däninnen viel Interesse und viel Gefallen. Es war herzerfreuend, ihre Elastizität, ihre Eleganz, ihre Beherrschung des Körpers zu beobachten." In London waren die anderen Nationen den Deutschen einwandfrei überlegen. .Wohl flatterte hier und da einmal die schwarzweißrote Flagge am Siegesmast", so schrieb die Jllu- strirte Zeitung, „aber die Ueberlegenheit der anderen Nationen mußten wir anerkennen. Den Löwenanteil der Erfolge errangen b i e Ameri - See abgefucht, so baß mit bem Tobe der Verunglückten gerechnet werben muß. Sieben Todesopfer einer Dynamilexplosion in Spanien. In ber Nähe von Salamanca ereignete sich ein schweres Explosionsunglück. Ein größerer Dynamitvorrat, ber in einem Wohnhaus aufbewahrt würbe, entzünbete sich aus unbekannter Ursache. Das Haus würbe völlig zertrümmert. Die Bewohner, eine siebenköpfige Familie, würben g e - tötet. Zwei Todesopfer eines Streites im Wirtshaus. Der Genbarmerieoberwachtmeifter Billert aus Koehlen, ber sich vorübergehend in Geestenseth bei Bremerhaven aufhielt, gab in einer Gastwirtschaft bei Auseinandersetzungen mit anderen Besuchern mehrere Schüsse ab. Durch sie wurde der Maurermeister T i e t j e n so schwer verletzt, daß er bald nach seiner Einlieferung in bas Krankenhaus verschied. Durch eine weitere Kugel wurde der Dach- deckermeister B r e d en aus Geestenseth verletzt, für ihn besteht jedoch keine Lebensgefahr. Schließlich richtete Oberwachtmeister Bill er t die Waffe gegen sich selbst und brachte sich ein tödliche Verletzung bei. Festnahme eines D-Zug-Diebes. Ein Einwohner aus Bingen mußte, als er mit bem v-Zug von Wiesbaben nach Rübesheim fuhr, am Ziel seiner Reise feststellen, baß ihm drei Koffer, bie Wertgegenstänbe in Höhe von zusammen 1100 Mark enthielten, gestohlen worben waren. Den sofort aufgenommenen Ermittlungen ber Polizei gelang es, ben Täter, einen bereits steckbrieflich gesuchten Verbrecher, in bem Augenblick an ber Fähre in Erbach fe st zunehmen, als er über ben Rhein fetzen wollte. Vier Raubmörder in Spanien zum Tode verurteilt. Der dreiste Raubüberfall auf einen städtischen Lohngelbtransport, ber, wie gemelbet, vor wenigen Wochen am hellen Tage vor bem Madriber Rathaus verübt würbe unb ein Tobesopfer forberte, hat nunmehr feine Sühne gefunben. Vor dem Schnellgericht in Madrid wurden vier Täter wegen Raubmordes und Körperverletzung zum kaner unb Englänber, vor allem in ben athletischen Hebungen In biesen war ber Abstand gewaltig unb bie wenigen Fälle, in benen wir uns mit unserem Können bem ihrigen näherten, bebeu- ten Ausnahmen, bie nur beweisen, baß wir bie Anlage haben, ber bic Ausbildung fehlt. Auch im Robfahren, Schwimmen unb Einzelwetturnen sinb ben Erfolgen enge Grenzen gesteckt gewesen. Im Lawn-Tennisspiel hat uns bas vorzügliche Ab- schneiben Froitzheims, ber Spieler vom Rufe eines Powell, Parke unb Caribia geschlagen hatte unb nach einer Nieberlage gegen Ritchie ben zwei- t e n Preis errang, ebenso überrascht wie erfreut. Außerhalb ber Konkurrenzen aber haben wir eine Leistung gezeigt, bie ben großen Erfolg wahrlich verdient hat: bas war bie Riegenvorführung der Deutschen Turnerschaft. Ihr wurde auch der Wanderpreis, der im Jahre 1906 in Athen den Schweden übergeben war, zuteil. Ihre schwierigen Geräteübungen in tadelloser Ausführung wirkten geradezu bestechend." Der Berichterstatter beklagt sich über ben Londoner Nebel, das trübe und regnerische Wetter, und den mangelnden Widerhall im großen Publikum. „Wer hätte das gedacht! England, das Mutterland des Sports, in dem jedes bedeutende Fußballspiel seine 40 000 Zuschauer anlockt, ist nicht imstande, zusammen mit den zahlreichen Gästen das graue, allerdings 60 000 Personen fassende Stadion zu füllen!" Wenn man diesen recht pessimistischen Bericht liest, kommt einem erst so recht zum Bewußtsein, wie sehr sich ber internationale Sportgedanke seit dem Jahre 1908 entwickelt hat. Tode, zwei andere zu 27 unb zu 30 Jahren Zuchthaus verurteilt. Den Räubern waren da- mals IV2 Millionen Peseten in bie Hände gefallen. Das Gelb konnte jeboch zum größten Teil roieber herbeigeschafft werben. Wie bie Gerichtsverhanblung ergab, war eine gewisse Summe des geraubten Gelbes zu Waffenanschaffungen für die kommunistische Partei bestimmt. Schüsse in einem amerikanischen Gerichlssaal. Das Bezirksgericht in Chikago war dieser Tage der Schauplatz eines aufregenden Zwischenfalles. Als der Richter Prystalfki im überfüttert Ge- richtsfaal den Antrag des Anwaltes John K e 0 g h, der kürzlich einen Zivilprozeß gegen eine Versicherungsgesellschaft um eine Summe von zwei Millionen Dollar eingeleitet hatte, abwies, zog ber Anwalt plötzlich eine kleine Pistole und feuerte mehrere Schüsse ab. Der erste Schuß töteteden gegnerischen Anwalt. Dann schoß Keogh zweimal auf den Richter, der jedoch rechtzeitig in Deckung ging, so daß die Schüsse ihr Ziel verfehlten. Schließlich gelang es den Gerichtsdienern, den gewalttätigen Anwalt niederzuschlagen unb zu überwältigen. Die Schießerei verursachte unter ben im Gerichtssaal Anwesenben ungeheure Aufregung. Auslandsbelrügereien eines jüdischen Emigranten. Ein jübischer Flüchtling aus Deutschlanb namens Kurt Herbert Müller mürbe, wie „Nya Daglight Allehanba" sehr ausführlich berichtet, von ber Stockholmer Polizei wegen Betrugs unb Sittlichkeitsvergehens verhaftet unb ins Gefängnis gesteckt. Dieser Jube hatte es, bem Zeitungsbericht zufolge, verstauben, sich ein Jahr lang als Träger bes Kleist- Preises unb Schriftsteller Peter Martin Sampel auszugeben unb aus ben literarisch interessierten Kreisen des Landes große Unterstützungsbeträge herauszuholen. Besonders freigebig waren natürlich die Mitglieder der Stockholmer jüdischen Gemeinden. Der falsche Sampel warb u. a. für bie Herausgabe einer großen unb selbstverständlich internationalen Zeitschrift mit bem vielversprechenden Namen „Die Große Glocke". Es fanden sich jedoch hierfür keine Dummen, und so mißglückten auch weitere hochfliegende Reisepläne. Müller reifte aber nach Dänemark und Finnland, wo er gleichfalls einträgliche Beziehungen anzuknüpfen verstand. Da er auch hier mit seinen literarischen Schöpfungen kläglich scheiterte, gelangte der falsche Schriftsteller endlich in die Hände ber Polizei. Gefängnis für einen üblen Tierquäler. Wegen roher Mißhanblung einer Kuh stand ein junger Einwohner aus dem Westerwald- ort Großmaischeid, der erst kurz zuvor wegen Tier, q u ä [ e r e i zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt worden war, erneut vor der Strafkammer Neuwied. Der jetzt zur Verhandlung stehende Vorfall hatte sich am 1. August 1935 abgespielt. Damals hatte der Angeklagte in Oberbieber eine Kuh derart mit einem Stock mißhandelt, daß man noch lange Zeit später dicke Striemen auf dem Seib des Tieres sehen konnte. Das Amtsgericht Neuwied verurteilte ihn zu sechs Wochen Gefängnis und zog die beiden Strafen zu einer Gesamtstrafe von drei Monaten Gefängnis zusammen. Die Berufung des Angeklagten wurde verworfen. Feuer in einer Bürgermeisterei. In einer ber letzten Nächte brach im Bürgermeisterhaus in Asbach (Kreis Neuwieb) Feuer aus, burch bas ber Dachstuhl bes Gebäubes voll- ftänbig vernichtet würbe. Außerdem ist auch bie Dienstwohnung bes Bürgermeisters in Mitleiben- Gedenket der hungernden Vögel! schäft gezogen worben. Das Amt mürbe baburch be- sonders schwer geschädigt, daß eine große Anzahl Akten mitverbrannte. Das Feuer entstand durch die Fahrlässigkeit eines Amtslehrlings, der auf bem Speicher beim Schein einer Kerze Akten herausgesucht hatte und nach Beenbigung ber Arbeit vergaß, bie Kerze roieber mit herunterzunehmen. Sie brannte nieber unb setzte bie Akten in Branb. Obwohl es ber Ortswehr unb verschobenen Wehren aus ber Umgebung nach angestrengter Arbeit gelang, ben Branb einzudämmen, ist ber entftanbene Sachschaben bennoch groß, ba Zimmerbecken eingebrochen sinb unb erheblicher Wasserschaben entstan- den ist. Wetterbericht des Reichswetterbienskes. Ausgabeork Frankfurt. Der von Englanb nach Süden sich erstreckende Hochdruckrücken ist noch immer für unser Wetter ausschlaggebend. Die Zufuhr polarmaritimer Suft gab zwar am Dienstag noch Anlaß zu vereinzelten, leichten Schneeschauern, doch ließ nachfolgende Aufheiterung in ber vergangenen Nacht bie Temperatu. ren, befonbers im sübweftlichen unb westlichen Deutschlanb, stärker unter ben Gefrierpunkt zurück- gehen. Da über Westeuropa ber Suftbrutf fällt, aber über Deutschlanb ansteigt, werben wir an ben Westrand bes Hochbruckrückens kommen. Aussichten für Donnerstag: Abgesehen von Dunst- ober Nebelbildung vielfach aufgeheitert unb im wesentlichen trocken, nächtliche Fröste zunehmend, auf Ost drehende Winde. Aussichten für Freitag: Fortdauer der ziemlich kalten unb im wesentlichen trockenen Witterung. Lufttemperaturen am 14. Januar: mittags 2,8 Grad Celsius, abenbs 0,1 Grad; am 15. Januar: morgens —0,9 Grab. Maximum 3,4 Grab, Minimum —1,9 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 14. Januar: abends 1,4 Grad; am 15. Januar: morgens 1,1 Grad. — Sonnenscheindauer 2,9 Stunden. — Niederschläge 0,0 mm. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel D.A. XII. 35: 11300. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Manatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Führendes Spezialhaus Südwesldeulschlands sucht per 15. Februar 1936 geeignete LadenräDine zu Ausstellungszwecken, Größe ca. 30—50 qm. Angebote mit Preis unter F. E. 124 an „Wefra“ Werbeges. m. b. H., Frankfurt am Main. 255V | Vermietungen"! 572-3immet- MlMg in Neubau, mit allem Komfort, i.schönster, freier Lage, an ruhige Mieter v.l.Avril zu vermieten. Schriftl. Angeb. unter 0157 an b. Gießen. Anzeig. E-Mbn. mit 2 Entresol- zimmern, Badezimmer u. Heiz., Wilhelmstr. 10 p, sof.z. verrn. 220 O Näh. A. Becker, Kevlerstratze 9. Gut möbliertes Zimmer zu vermiet, om Horst-Wessel W. 49 p 4-Zimm.--Wohnung l.St.,mitBade- zimmer, z. 1.Februar z. vermiet. Zu erfragen [0212 Friedrichstr.13v Schön möbliert. Wohu-u.$cblalzim. mit Heizung, in gutem Hause zu vermieten. 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Diese Bestrebungen haben dazu geführt, daß sich allmählich ein sorgfältig durchdachtes System der Lehrlingsbetreuung herausgebildet hat, das von den Industrie- und Handelskammern im engsten Zusammenwirken mit der Deutschen Arbeitsfront, den fachlichen Organisationen der gewerblichen Wirtschaft und der Hitler- Jugend eingerichtet und durchgeführt wird. Die Kaufmannsgehilfenprüfungen erfolgen mündlich und schriftlich. Die Leistungen der Prüflinge werden in den Kammerberichten unterschiedlich beurteilt. Uebereinstimmend ist der Eindruck der, daß die rasch fortschreitende Entwicklung auf dem Gebiete der Kansmannsgehilfenprüfungen zu einer außerordentlichen Belebung des Interesses und des Verantwortlichkeitsgefühls aller Beteiligten — Lehrherren, Lehrlinge, Eltern und Schule — geführt hat. Die Anforderungen bei den schriftlichen Prüfungen bestehen in der Anfertigung eines Aufsatzes, in der Aufnahme eines Diktats, Schriftverkehr, kaufmännischem Rechnen und Buchführung. Die Kaufmannsgehilfenprüfung setzt als Abschluß der Lehrzeit eine richtige Lehrlingsbetreuung voraus. Während aber das Netz der Prüfungseinrichtungen über das ganze Reichsgebiet als praktisch geschlossen bezeichnet werden kann, ist auf diesem Gebiet in den verschiedenen Bezirken noch viel Arbeit zu leisten. Am weitesten vorgeschritten ist die Bremer Kleinhandelskammer, die über die ganze Lehrzeit hinweg eine systematische Lehrlingsbetreuung durchführt. Zu diesem Zweck wird für jeden Lehrling im Bezirk der Kammer eine Lehrlings- stammrolle angelegt. Diese enthält alle Daten über den Lehrlmg, dessen Eltern und über die Lehrfirma: sie enthält ein Stück des kaufmännischen Lehrvertrages, das letzte Schulzeugnis und die laufend bei der Kleinhandelskammer über den Lehrling und über seine Lehrverhältnisse eingehenden Berichte. Die Lehrlingsstammrolle wird beim Eintritt in die Lehre angelegt. Während der Probezeit, also innerhalb von drei Monaten, muß vom Lehrherrn, von der Berufsschule für den Einzelhandel und vom Lehrling selbst an die Kammer eingehend berichtet werden. Der Lehrherr muß sich dazu äußern, ob er den Lehrling für den kaufmännischen Beruf für geeignet hält. Die Berufsschule berichtet über ihre Eindrücke, die sie vom Lehrling während der ersten Wochen der Schulzeit erhalten hat. Dies geschieht dadurch, daß die Schule den Lehrling Arbeiten anfertigen läßt, die sie der Kleinhandelskammer zur Lehrlingsstammrolle einreicht. Die praktischen Arbeiten des Lehrlings erstrecken sich auf kaufmännisches Rechnen und auf die Abfassung eines Aufsatzes, der wiederum einen Bericht des Lehrlings über feine persönlichen Eindrücke aus den ersten Lehrwochen enthält. Die Betreuung erstreckt sich auch •auf die Prüfung der sozialen Verhältnisse. Gehilfenprüfung und Lehrlingsstammrolle haben den Zweck, die Lehrlingsausbildung in neuartiger Weife in den Gesamtaufbau des kaufmännischen Er- .ziehungswesens einzuordnen. Im Jahre 1935 haben sich bereits 20 500 Prüflinge gemeldet, gegenüber 10 500 im Jahre 1934. Soweit ein Ueberblick bisher möglich ist, haben 83 v. H. die Lehrlingsabschlußprüfung bestanden. Auf den Einzelhandel allein entfielen 63 v. H. der Prüflinge. EMjtsbuchhattlW. Die geschäftliche Entwicklung im gewerblichen und kaufmännischen Leben hat im Laufe der letzten Jahre immer mehr dazu geführt, daß auch die kleineren und kleinsten Unternehmungen gezwungen werden, .eine ordnungsgemäße Buchhaltung einzuführen. ! Jetzt zum Jahresanfang wird die Frage der Buch- I Haltung für viele Geschäftsleute wieder sehr brennend, da bekanntlich ab 1. Oktober 1935 das „Waren- leingangsbuch" gesetzlich eingeführt worden ist. Dor- •ausfichtlich wird ab 1. Oktober 1936 das Warenaus- .aangsduch folgen. Für viele Schreibungewohnte, Äleinkaufleute und Gewerbetreibende bedeutet die 'Buchführungspflicht zunächst eine nicht gern gesehene -Belastung. Deshalb ist es für alle Berufenen eine sselb verständliche Pflicht, dem Berufskameraden »gerade in dieser Angelegenheit mit Rat und Tat zur »Seite zu stehen und ihm die Einführung einer ord- mungsgemäßen Buchführung zu erleichtern. In diesem Sinne hat die Fachgruppe Textileinzel- lhrn-roel in Verbindung mit dem Reichsbund des Textileinzelhandels ein nachahmenswertes Beispiel »gegeben, indem sie eine Einheitsbuchhaltung heraus- »gkgeben hat. Die neue Einheitsbuchhaltung wird dem ggefamten Textileinzelhandel ab 1. Januar 1936 zur Benutzung empfohlen. Der Reichsminister der Finan- zen hat schon vor einigen Wochen feine Zustimmung zu dieser Buchführung gegeben, so daß die Einheits- Luchhaltung des Textileinzelhandels gewissermaßen eine amtliche Billigung erhalten hat, obgleich natürlich ein Einführungszwang für niemand besteht. In diese neue Einheitsbuchhaltung ist bereits das Wareneingangsbuch eingebaut und gleichzeitig Vor- ssorge getroffen, daß auch entsprechende Rubriken für das kommende Warenausgangsbuch vorhanden find. Die Einheitsbuchhaltung des Textileinzelhandels nimmt besonders auf die mittleren und kleinen Geschäftsinhaber Rücksicht, so daß die Anlage einfach, caber doch so gehalten ist, daß eine ordnungsgemäße unö sorgfältige Buchführung für jedermann möglich Wird. Es ist Vorsorge getroffen, daß auch eine Lager- Lewegungsstatistik so eingegliedert wird, daß lager- weise getrennter Umsatz und Wareneingang aus den 'Buchungen abgeleitet werden, die dann am Monats- Ichluß die Feststellung der jeweiligen Bestandswerte der Unterlager ergeben. . Der Einheitsbuchhaltung ist als Hüfsbuch das Kassenbuch beigegeben, in das Sk. a. die Führung der Tageskasse eingetragen werden kann. Dadurch wird 25 möglich, daß die Buchungen am Abend im Einheitsjournal vorgenommen werden können. Hier ist besonderer Wert darauf gelegt, daß es dem kleineren Geschäftsmann erspart bleibt, besondere Räumlichkeiten für eine ständige Buchung wahrend der Ge- chäftsstunden bereitstellen zu müssen. Beachtet werden muß, daß die Einheitsbuchhaltung eine Durchschreibebuchführung ist, bei der die Eintragungen in die Kontenkarten von Lieferanten und Schuldnern und in die Sachkonten gleichzeitig mit der Journalverbuchung geschehen. Die technische Ausführung ist so vorzüglich gehalten, daß nach kurzer Zeit auch der Ungeübteste das ganze Buchhaltungssystem zweckentsprechend handhaben kann. Einer der wesentlichsten Vorteile dieser Einheitsbuchhaltung ist die Verbindung Lagerstatistik und Buchhaltung. Hierdurch wird erreicht, daß ohne Lageraufnahme und Berechnungen sonstiger Art eine statistische Bilanz am Monatsende gemacht werden kann. Hier ergibt sich ein klar ersichtlicher Vorteil auch für den buchungsfremden Geschäftsmann, der die Geschäftsergebnisse in Zukunft sehr viel besser verfolgen kann. Die Einheitsbuchhaltung ist eine doppelte Buchhaltung, aber sehr einfach gehalten, soweit die geforderte Arbeitsleistung in Frage kommt. Um jedem ein möglichst schnelles Erlernen zu erleichtern, ist ein Buchführungslehrgang beigegeben, der besonders an Hand von Beispielen, die in großer Fülle aufgezählt werden, jedem Einzelhändler ein Helfer fein wird, das Buchführungssystem sehr bald und sehr leicht zu begreifen. Die' praktische Arbeit wird so durchgeführt, daß zunächst das Kassenbuch vorgenommen wird; dann kommen die Journalbuchungen, die Eintragungen der täglich eingegangenen Waren und in ähnlicher Weise später die Warenausgangsbuchungen und schließlich die Lagerstatistik. Für die hauptsächlichsten Sachkonten, wie Kasse, Bank, Postscheck, Wareneingang und Warenausgang werden bei der Buchung Sachkontendlätter nicht benötigt. Es ist in diesem Rahmen natürlich nicht möglich, nun beispielhaft zu zeigen, wie die Buchungen im einzelnen vorgenornrnen werden, jedoch wird sich jeder leicht durch die Anforderung der entsprechenden Einheitsbuchhaltung darüber unterrichten können. Jrn Ganzen ist es eine begrüßenswerte Neuerung, die sich sicherlich bald im ganzen Textileinzelhandel und darüber hinaus im ganzen Handel und gewerblichen Leben durchsetzen wird. bungskosten von Landesfinanzämtern aufgestellt. Sie sollen künftig nicht nur für den Altbesitz, sondern für sämtliche Gebäude, die vor dem 1. Januar 1925 bezugsfertig geworden sind, festgesetzt werden. Die Gebäudeentschuldungssteuer ist in jedem Falle besonders abzugsfähig. Die Abschreibungen für Absetzungen sind im allgemeinen mit dem Pausch- satze abgegolten. Die Stücke der Gemeindeumschuldungsanleihe, die die Hausbesitzer im Jahre 1935 mit Rücksicht auf die Senkung der Gebäudeentschuldungssteuer erhalten haben, können mit einem Durchschnittswerte von 86 v. H. des Nennwertes versteuert werden; grundsätzlich ist der Kurs vom Empfangstage maßgebend. Als Einnahmen anzusetzen sind auch auf Grund von Guthabenbescheinigungen erhaltene Beträge, sowie Beträge, die zur Tilgung von Steuern abgetreten sind. — 1935 erhaltene Zinsoergütungsscheine können mit einem Durchschnittswert von 90 v. H. des Nennbetrages in Einnahme gestellt werden. Sonffige Einkünfte. Bezieher von Altenteilsleistungen können für 1935 aus Billigkeitsgründen als Werbungskosten mindestens 200 Mark von den Einnahmen in Abzug bringen. Es gilt also das gleiche wie bereits bisher gesetzlich für Rentner der reichsgesetzlichen Sozialversicherungen und sonstige Bezieher von Renten, die ganz oder teilweise auf früheren Beitragsleistungen beruhen. Die neuen Veranlagungsgrundsähe bei den Steuererklärungen. Don Dr. jur. et rer. pol. K. Wuih, Sachverständigem in Steuerfragen, Berlin. Die neuen Veranlagungsrichtlinien, die bei der Abgabe der Steuererklärungen für 1935 zu beachten find, bringen Säuberungen gegenüber dem Vorjahre vor allem aus dem Grunde, weil die Bestimmungen des neuen Einkommensteuergesetzes nunmehr in größerem Umfange wirksam werden. Die Ueber- gangsoorschriften für die Einkommensteuer 1934 sind auf die Einkommensteuer 1935 nicht ausgedehnt. Dies gilt vor allem für die Abzugsfähigkeit von Jahresverluften und die Bildung steuerbegünstigter Rücklagen seitens des Kaufmanns. Auf der anderen Seite wird die in dem neuen Einkommensteuergesetz zwingend für bestimmte Fälle vorgesehene Durchschnittsbesteuerung bei Gewerbetreibenden, Landwirten, freien Berufen, Hausbesitzern usw. noch nicht durchgeführt. Vielmehr bleibt es grundsätzlich bei dem bisherigen Verfahren der Anwendung von Richtsätzen für die Einschätzung nicht buchführender Steuerpflichtiger; die Veranlagung darf hier nicht schematisch erfolgen, sondern soll dem Zweck dienen, die tatsächlichen Einkünfte möglichst genau festzustellen. Auch in den späteren Jahren werden bindende Durchschnittssätze noch nicht in Betracht kommen; vielmehr sind auch hierfür nur neue Richtlinien für die Aufstellung von Richtsätzen vorgesehen. An den bisherigen Besteuerungsgrundsätzen ist nichts geändert; nur weitere Auslegungsgrundsätze werden bekanntgegeben. Ledige haben ohne Rücksicht auf das Alter für 1935 die erhöhte Einkommensteuer zu zahlen. Erst für 1936 werden Ledige, die bis zum 31. 8. 36 65 Jahre alt geworden sind, als kinderlos verheiratet besteuert. Die Finanzämter haben dies jedoch bereits bei der Festsetzung der Vorauszahlungen für 1936 zu berücksichtigen. Slbgabeftiff und Anträge auf Fristverlängerung. Die allgemeine Frist für die Abgabe der Einkommen-, Körperschaft- und Umsatzsteuererklärungen für 1935 ist nunmehr in den Deranlagungsrichtlinien zur Einkommen- und Körperschaftsteuer für 1935, wie im Vorjahre, auf die Zeit vom 1. bis 29. Februar 1936 festgesetzt. Die Vordrucke sollen bis Ende Januar übersandt werden. Die Verpflichtung zur Einreichung der Steuererklärung ist jedoch von dem Erhalt des Vordruckes nicht abhängig, soweit Abgabepflicht besteht. Zur Einreichung der Steuererklärung sind in jedem Falle buchführende Steuerpflichtige, sowie die körperschaftsteuerpflichtigen Gesellschaften usw. verpflichtet. Außerdem besteht Abgabepflicht, wenn das Einkommen von 1935 jährlich 8000 RM. übersteigen oder zwar weniger, aber mehr als 4000 RM. betragen hat, sofern darin Einkünfte von mehr als 300 RM. enthalten sind, die weder von der Lohn-, noch von der Kapital- rung des Ersatzgegenstandes vor dem 1. Januar 1935 erteilt und die Lieferung vor dem 1. Januar 1936 erfolgt ist. Die Steuerermäßigung in Höhe von 10 d. H. für Gebäudeinstandsetzungen und -er- gänzungen, die bis zum 30. April 1935 ausgeführt sind, wird letzmalig bei der Einkommensteuerveranlagung 1935 für Aufwendungen dieses Jahres gewährt. Bei in eigener Regie durchaeführten Gebäudeinstandsetzungen kommen nur Ausgaben für Material und Löhne bei zusätzlicher Beschäftigung von fremden Handwerkern und Arbeitern, nicht für Löhne an ständig beschäftigte Arbeitskräfte in Betracht. Gegenüber von anderer Seite geltend gemachten Bedenken wird die Abzugsfähigkeit der Gewerbesteuer oder einer entsprechenden Rückstellung festgestellt, soweit sie das laufende Wirtschaftsjahr belastet. Für Gewerbetreibende und Angehörigen freier Berufe, die wegen Gewerbeertrages über 6000 Mk. oder Betriebsvermögen über 50 000 Mk. ober Umsatz über 200 000 Mk. nach dem letzten Steuerbescheid buchführungspflichtig sind, gelten die Richtsätze für nichtbuchführende Gewerbetreibende und Angehörige der freien Berufe nicht. Werden trotz Verpflichtung ordnungsmäßige Bücher nicht geführt, so wird der Gewinn durch Einzelschätzung ermittelt; die Richtsätze können hier lediglich einen Anhaltspunkt bieten. Für die selbständigen Handelsvertreter unb Pro- visionsreisenben, soweit sie nicht — insbesonbere bei einem Oeroerbeertrage über 6000 Mk. (vgl. oben!) — zur Buchführung verpflichtet sinb, sollen nunmehr allgemein von ben Lanbesfinanzämtern Pauschsätze zur Abgeltung ber Betriebsausgaben aufgestellt werben. Diese Richtsätze gelten auch bann, wenn der Handelsvertreter einen Teil der Provisionen als Spesenzuschuß erhält, nicht aber, wenn ihm die Spesen ganz oder teilweise ziffernmäßig oder in einem ziffernmäßig festgesetzten Pauschbetrage ersetzt werden. Die Aufstellung einheitlicher Sätze für bas ganze Reichsgebiet finbet wegen der verschiedenartigen Verhältnisse nicht statt. Die Einkommensteuerveranlagung des Hausbesitzers. Für die Einkommensteuerveranlagung des Hausbesitzers werden, wie bisher, Pauschsätze für Wer- Einheitswerte u Für die Landwirtschaft vi Allgemeine Besteuerungsgrundsähe. Eine Zusammenveranlagung des Einkommens mit der Ehefrau findet, wie bisher, für das volle Kalenderjahr unter der Voraussetzung statt, daß die Ehegatten vier Monate verheiratet waren und während dieses Zeitraumes nicht dauernd getrennt gelebt haben. Kinderermäßigungen werden in erster Linie für minderjährige Kinder berücksichtigt, die mindestens vier Monate im Kalenderjahr als minderjährig zum Haushalt des Steuerpflichtigen gehört haben. Leben die Eltern zusammen mit den Kindern in einem fremden Haushalt, so steht die Steuerermäßigung grundsätzlich trotzdem den Eltern zu. Haben diese jedoch fein Einkommen, so kann ausnahmsweise den anderen Steuerpflichtigen (z. B. den Großeltern) eine Steuerermäßigung bis zur Hohe der tarifmäßigen Kinderermäßigung gewährt werden. Entsprechendes gilt bei getrennt- lebenden ober geschiebenen Ehegatten, wenn bie Kinderermäßigung dem Elternteil zusteht, zu dessen Haushalt die Kinder gehören, der andere Ehegatte jedoch Aufwendungen für die Erziehung und den Unterhalt der Kinder macht, eine Ermäßigung kommt hier jedoch für beide Eltern in Betracht. Zur Berechnung der Einkommensteuer wird bas Einkommen vor Einorbnung in die Stufen ber Einkommenfteuertabelle auf einen burch 50 teilbaren Reichsmarkbetrag nach unten abgerundet, z. V. wenn ein Steuerpflichtiger ein Einkommen von 7290 Mark hat, auf 7250 Mark, nicht aber auch bei einem Einkommen von 7300 Mark. Während die Vorauszahlungen auf die Einkommensteuer 1935 grundsätzlich ohne Rücksicht auf eine Veränderung in der Hohe ber Einkünfte gegenüber bem Vorjahre vom Finanzamt erhöht werben konnten, besteht diese Möglichkeit für die Vorauszahlungen des Jahres 1936 nicht mehr. Eine Erhöhung kann das Finanzamt infolgedessen nur noch vornehmen, wenn es nachweist, daß sich die nicht steuerabzugspflichtigen Einkünfte 1936 gegenüber 1935 um mehr als ein Fünftel, mindestens aber um 2000 Mark gegenüber dem zuletzt festgesetzten Einkommen erhöhen werden. Im umgekehrten Falle kann, wie bisher, ber Steuerpflichtige eine Herabsetzung ber Vorauszahlungen verlangen, wenn bie Einkünfte 1936 über ein Fünftel, mim bestens aber um 1000 Mark niedriger als nach bem letzten Einkommensteuerbescheid sein werden, nd Grundsteuer. n besonderer Bedeutung. ertragsteuer betroffen wurden. Die allgemeine Steuererklärungsfrist kann auf Antrag im einzelnen Falle verlängert werden, wenn besondere Gründe geltend gemacht werden. Bei den Anfang des Jahres.besonders stark beanspruchten. Unternehmen, wie Saisonbetrieben und solchen mit sehr zeitraubenden Warenbestandsaufnahmen, wird der Antrag auf angemessene Fristverlängerung ohne besondere Prüfung bewilligt, lieber den 30. April 1936 hinaus soll Fristverlängerung nicht gewährt werden, bis zu diesem Zeitpunkt aber auch nur ausnahmsweise bei besonders umfangreicher Buchführung ober Vorhanbensein zahlreicher Zweiggeschäfte, biesen Unternehmen kann auch gleichzeitig für spätere Jahre bie Bewilligung widerruflich erteilt werden; regelmäßig soll eine kürzere Frist, in einfachen Fällen von 1—2 Wochen genügen. Die Einkommensteuerveranlagung der Gewerbetreibenden und freien Berufe. Zur Einkommensteuerveranlagung des buchfüh- renben Kaufmanns wurde bereits darauf hingewiesen, daß der Abzug von Jahresverlusten und steuerbegünstigten Rücklagen für 1935 fortfällt. Der Kaufmann wird daher im Rahmen der sonstigen kaufmännischen Erwägungen nach Möglichkeit einen Ausgleich der Jahresergebnisse in ber Weise vornehmen, baß keine zu hohen, später nicht absetzbaren Verluste ausgewiesen werden; er wird, soweit zulässig, die Abschreibungen in Verlustjahren einschränken und Wertminderungen in Gewinnjahren Rechnung tragen. Die Möglichkeit des Ausgleichs gibt vor allem das „Konto kurzlebiger Wirtschaftsgüter", das nach den bisherigen Grundsätzen gebildet werden kann. Anlagen und Zugänge aus 1934 müssen auf das Konto bis spätestens Ende des Kalenderjahres 1935, Zugänge aus 1935 bis Ende des Wirtschaftsjahres (1934/1935) übertragen fein; spätere Übertragungen sind zwecklos. Die amtliche Liste bleibt weiterhin maßgebend; doch kann der Steuerpflichtige auch für andere Wirtschaftsgüter nachweisen, daß ihre voraussichtliche betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer 5 Jahre nicht übersteigt. Don Schaufenstereinrichtungen gehören zu den kurzlebigen Wirtschaftsgütern u. a. trotz fester Verbindung mit bem Oebäube auch Parkett- böben, Seiten- und Rückwände des Schaufensters. Steuerfreie Ersatzbeschaffungen werden für 1935 nur noch anerkannt, wenn ber Antrag auf Liefe- Nach dem Stande vom 1. Januar 1935 werden die Werte für den Grundbesitz neu festgestellt. Die Einheitswertbescheide, durch bie bie festgestellten Werte ben Steuerpflichtigen bekanntgegeben werden, sind in den letzten Wochen den Steuerpflichtigen zugegangen bzw. gehen ihnen in den nächsten Wochen noch zu. Die letzte, der Einheitsbewertung 1935 vorangegangene Bewertung fand nach dem Stande vom 1. Januar 1931 statt. Gegenüber der Bewertung 1931 unterscheidet sich die Bewertung 1935 insofern, als jetzt das neue Reichsbewertungs- gefetz die gesetzliche Grundlage bildet. Die Bedeutung der Einheitswerte 1935. ift eine weit größere, als die der Einheitswerte 1931. Die Grundlagen für die Grundsteuer der Länder und Gemeinden bilden bis jetzt in den meisten Ländern noch Werte aus der Vorkriegszeit. Ab 1. April 1937 werden jedoch bie auf den 1. Januar 1935 festgestellten Einheitswerte des Grundbesitzes die Berechnungsunterlagen der Grundsteuer bilden, lieber bie Auswirkung sowie über bie Unterschiebe in ber Höhe ber Werte 1935 gegenüber 1931 hat ber Herr Reichsminister ber Finanzen in einem Erlaß u. a. folgern bes ausgeführt: Für bie Höhe ber durchschnittlichen Grundsteuer- belaftung in einer ©emeinbe, einem Kreis, einer Provinz, einem Lanb ist bei einer Umstellung bes Steuersystems bie Höhe ber neuen Steuerwerte grundsätzlich ohne iebe Bebeutung. Es ist baher für bie Durchschnittsbelastung völlig unerheblich, ob bie Steuerwerte z. B. 100 Millionen, 70 Millionen ober 50 Millionen NM. betragen. Entscheibenb allein ist ber Betrag, ber burch bie Grunbsteuer aufgebracht werben soll. Aenbert sich bieser nicht, so bleibt bie Durchschnittsbelastung bieselbe. Die Umstellung ber Grunbsteuer auf bie Einheitswerte hat mit bem Betrag, ber burch bie Grunbsteuer aufgebracht werben soll, nichts zu tun. Zur Erzielung besfelben Aufkommens muß ber Steuersatz bei höheren Steuerwerten verringert, bei niebrigeren Steuerwerten erhöht werden. Die Einheitswerte werden in gewissen Zeitabschnitten allgemein neu festgestellt. Diese Wiederholung der Hauptfeststellung bient bem Zweck, bie bisherigen Werte zu überprüfen. Eine Aenberung bes Wertes kann sich in zwei Gruppen von Fällen als notwenbig erweisen: 1. Den vorige Einheitswert entsprach den damaligen Wertverhältnissen. Inzwischen haben sich jedoch die Verhältnisse geändert, so daß auf den neuen Stichtag eine Aenderung bes Wertes er- forberlich ist. 2. Eine Ueberprüfung ber bisherigen Werte ergibt, baß einzelne von ihnen nicht richtig unb gleichmäßig festgestellt sinb. In solchen Fällen sinb bie zu beanftanbenben Werte zur Herstellung einer zutreffenben unb gleichmäßigen Bewertung bei der nächsten Einheitsbewertung zu berichtigen. Die Wertberichtigungen bestehen zum Teil in Ermäßigungen, zum Teil in Erhöhungen des Wertes. Don den Steuerpflichtigen, deren Werte niedriger als bisher -angesetzt werden, verlautet im allgemeinen nichts. Dagegen find die Klagen ber Steuerpflichtigen, bereu Werte erhöht werben, oft befonbers ein» bänglich. Derartige Klagen werben ben Finanzämtern selbstverftänblich Anlaß geben, bie Richtigkeit unb Gleichmäßigkeit ber festgestellten Werte zu überprüfen. Für ben Fall jedoch, baß eine lieber« Prüfung bie Richtigkeit unb Gleichmäßigkeit ber bisherigen Werte bestätigt, dürfen sich bie Behörben nicht burch bie (Einbringlidifcit ber vorgebrachten Klagen bewegen lassen, bie Werte herabzusetzen. Der Zweck ber neuen Bewertung würbe sonst verfehlt werben. Die Finanzämter würben baburch zwar bem einzelnen betroffenen Steuerpflichtigen einen Gefallen tun, bas würbe jeboch ben Interessen ber Gesamtheit ber betreffenben Besitzergruppe des Grundbesitzes zuwider sein; denn durch eine Herabsetzung der Werte für einzelne Gegenden ober einzelne Steuerpflichtige würbe das wichtigste Erfordernis der Bewertung — der Grundsatz der Gleichmäßigkeit — verneint werden. Die oben erörterte Frage ist von besonderer Bedeutung für bie Landwirtschaft unb bei ihr insbesonbere für bie unter bie Mnidestbewertung fallen- ben Betriebe. Die Dorschriften bes Reichsbewertungsgesetzes über bie Bewertung landwirtschaftlicher Betriebe sind auf die Flächeneinheit — ein Hektar — abgestellt. Der für ein Hektar anzusetzende Wert heißt „Hektarsatz". Es soll für jeben lanbwirtschaft- liehen Betrieb, der zutreffende Hektarsatz durch Vergleich mit richtig bewerteten Betrieben ermittelt werden. Der Hektarsatz umfaßt nicht nur die landwirtschaftliche Fläche selbst, sondern auch den auf ein Hektar entfallenden Wertanteil an ben Schäuben und Betriebsmitteln des Betriebs. Bei sei- Einheitswerte Wirtschaft zweimal a. Hessische Ki Mitglied gewährt wird). Im weiteren weist der Erlaß darauf hm, daß eine zutreffende, nicht zu niedrige, jedoch gleichmäßige Bewertung in sehr vielen Fällen im eigensten Interesse des 'jeweiligen Eigentümers liegt. Die Einheitswerte — so heißt es in dem Erlaß weiter — dürfen mit Rücksicht auf die Grundsteuer keinesfalls niedriger festgestellt werden. Sie müssen ohne Rücksicht auf ihre steuerlichen Auswirkungen in jedem stalle Zutreffend und gleichmäßig sein. Es wendet. . Gerade in Fällen der unter Buchstabe c) bezeichneten Art haben die Eigentümer schon oft einen zu niedrigen Wert später als nachteilig für sie selbst erkannt. Trotzdem blieb der Grundton der Börse weiter freundlich, und auch die Kurse lagen wenn nicht noch mäßig fester, so aber doch gut behauptet. Am Aktienmarkt hielten sich die Veränderungen, innerhalb eines Prozentes. Für Spezialwerte erhielt sich etwas Kaufinteresse. AG. für Verkehr eröffneten mit 98,25 (97,50), Westdeutsche Kaufhof mit 30,75 (30,13). Sonst eröffneten von chemischen Werten IG.-Farben mit 149,13 (149), Rüt- gerswerke mit 117,75 (117,50). Am Elektromartt betrugen die Abweichungen nach beiden Seiten 0,25 bis 0,50 v. H. Höher waren Schuckert, Siemens und Betula. Montanwerte lagen sehr ruhig. Etwas fester Harpener mit 109,90 (109,50), Stahlverein mit 77,50 (77,40), dagegen gaben Rhein. Braunkohlen auf 216,50 (217,50) nach. Schiffahrtspapiere blieben behauptet. Daimler Motoren bröckelten weiter etwas ab auf 94.75 (95), auch Deutscher Eisen- bandel ermäßigten sich um 0,40 v. H., während Moenus Maschinen 0,50 v. H. gewannen; Muag lagen mit 77,50 unverändert. Sonst kamen noch zur Notiz: Zellstoff Aschaffenburg 81,50 (81,50), Feldmühle Papier 116,40 (116), Cement Heidelberg 122 (121,25), Hanfwerke Füssen 90 (89,50) und Reichsbank 182,75 (183). Der Rentenmarkt lag still. Altbesitz mäßig höher mit 110 (109,90), Zinsvergütungsscheine etwa 92,40, späte Schuldbuchforderungen 96.50. dagegen Kommunal-Umschuldung 87,55 bis 87,60 (87,65) und zertif. Dollar-Bonds mit minus 0,25 bis 0,50 vom Hundert. Von fremden Werten lagen Meri- kaner etwas fester, 5proz. äußere Gold 14,30 (14), 4proz. Gold 8,50 (8,25), 4proz. Ungarn Gold unverändert 9,35. Im Verlaufe blieb das Geschäft weiter sehr klein, die Tendenz war aber durchaus freundlich. Etwas höher lagen nochmals AG. für Verkehr mit 98,75 nach 98,25, Westdeutsche Kaufhof mit 31 nach 30.75, Schuckert mit 126 nach 125,50, anderseits ermäßigten sich Reichsbank auf 181,75 noch 182,75. Scheideanstalt auf 216 bis 215 (217), Metallgesellschaft auf 114,50 (115,25). Linoleumwerte notierten 1 bis 2 vom Hundert fester, ferner stiegen Lechwerke auf 100,75 (100) Am Kassamarkt waren einige Industriewerte höher gefragt, während Grohbankaktien etwas nachgaben. Fest notierten aber n. P. Frankfurter Bank mit 103,50 (101,75) bei nur 25 v. H. Zuteilung. Der Rentenmarkt lag auch späterhin, sehr ruhig. Zertif. Dollar-Bonds unterlagen mehrfachen Schwankungen. Der Pfandbriefmarkt brachte zumeist unveränderte Kurse, einige Liquidationspfandbriefe lagen nicht ganz gehalten. Stadtanleihen notierten ungleichmäßig, ebenso lagen Industrie-Obligationen uneinheitlich; 6proz. Stahlverein 103 (103,50), 6pro- zentige Mittelstahl 103,65 Br. (103,75), aber 5proz. Stahloerein 98,25 (98), 4>§proz. Stahlverein 92,90 (92,40). Von fremden Werten bröckelten Mexikaner im Verlaufe etwas ab. Tagesgeld wieder 2 v. H. Abendbörse behauptet, AKU. fest. Vreutzen. Kreis VeKlar. 1. Kinzenbach, 14. Jan. Der Männergesangverein „Fortuna" hielt im Vereinslokal seine Hauptversammlung ab. Vereinsführer Schmidt gab zunächst den Jahresbericht bekannt, dem zu entnehmen war, daß trotz der Verringerung der Sängerzahl hinsichsitlich der gesanglichen Leistung ein Fortschritt zu verzeichnen ist. Mit hoffnungsvollen Worten für die Zukunft schloß der Bericht. Nach der Bekanntgabe des Singstundenbesuches gab der Kassenwart den Kassenbericht, der einen Ueberschuß auswies. Dem Rechner wurde durch den Vereinsführer Entlastung erteilt. Der bisherige Vorsitzende wurde einstimmig wiedergewählt, der dann seinerseits seine bisherigen Mitarbeiter in den Vorstand bestimmte. Lediglich der Posten des Kassenwartes wurde neu besetzt. Im weiteren Verlaufe der Versammlung wurde beschlossen, die aus Anlaß des 60jährigen Bestehens vorgesehene Winterfestlichkeit am 1. Febwar in Form eines Liederund Konzertabends durchzuführen. In der üblichen Weife wurde die Versammlung geschlossen. Frankfurt a. M., 14. Jan. Am Gemüse- markt waren die Zufuhren weiter reichlich. Bei allgemein schleppendem Geschäft gaben die Preise für Feldsalat, Rosenkohl und Zwiebeln nach, sonst blieben sie unverändert. Ausländischer Blumenkohl und Eskarol waren stark angeboten und ließen un Preise nach. U. a. notierten: Blumenkohl, Steige 9, 12 und 18 Stück, 3.20 bis 4,00 ital., Eskarol 5 bis 12, Steige 18, 24 Stück, 3,25 bis 4,00 ital., Feldsalat, groß 25 bis 35, klein (Mistbeet) 4-5 bis 80, Gewürzel, großes Bündel 30 bis 40, Karotten 4 bis 5, frische Bündel 6 bis 8, Kohlraben 2,5 bis 4,5, Meerrettich 35 bis 45, Rosenkohl 18 bis 21, Rotkraut 6 bis 10, Sellerie, je nach Größe 10 bis 30, Spinat (Gärtner) 8 bis 10, Spinat (Pfälzer) 6 bis 7, Weißkraut 3 bis 6, Wirsing 4 bis 8, Winter- kohl 6 bis 8, Zwiebeln 8,5 bis 10. Ob st - und Südfrüchte markt: Aepfel- angebot mengen- und gütemäßig gut, Birnenzufuhren gering. Nachfrage unbefriedigend und erhebliche Üeberstände. Preise noch unverändert, aber zum Nachgeben neigend. Apfelsinen, Mandarinen und amerikanische Aepfel gutes Angebot, langsames Geschäft und rückläufige Preise. U. a. notierten Aepfel I 24 bis 30, II 18 bis 22, Goldparmänen 22 bis 30, Renetten 22 bis 28. Schafsnase 16 bis 18, Aevfel: jugosl. 18 bis 22, ital. 22 bis 24, amerik. 40 Pfund rote 16,00 bis 18,00, gelbe 16.50 bis 18, Faßäpfel, etwa 120 Pfund 29 bis 30 amerik., Apfelsinen, blond 14 bis 20 span., blond extra 18 Holzmann 92, Mainkraft 89, Muag 76,40 RWE. 127,75, Schuckert 125, Kaufhof 30, AG. für Verkehr 98,50, Reicksbahn-Vorzugsaktien 121,bä, Hapag 15,25. Frankfurter Obst- und Gemüfemackt. zugunsten der größeren Betriebe führen; denn die landwirtschaftliche Grundsteuer wurde der bisherigen landesrechtlichen Regelung gemäß nach der Größe der Betriebe bemessen. Es war deshalb unerläßlich, im Rahmen der Mindestbewertungsoorschrift die Größe des Betriebs zu berücksichtigen. Das neue Reichsbewertungsgesetz schreibt daher vor, daß bei der Mindestbewertung landwirtschaftlicher Betriebe neben dem Wert des Wohngebäudes auch die landwirtschaftliche Fläche und die Betriebsmittel zu berücksichtigen sind. Aus den neuen Vorschriften ergibt sich eine dem Grundsatz der steuerlichen Gleichmäßigkeit und der sozialen Gerechtigkeit entsprechende Berichtigung der bisherigen Einheitswerte der in Betracht kommenden landwirtschaftlichen Betriebe. Für die Vermögenssteuer ist diese Erhöhung der Einheitswerte ohne Bedeutung. In Inhaber der in Betracht kommenden Betriebe unterliegen nur in Ausnahmefällen der Vermögenssteuer (zumal jetzt, nachdem mit Wirkung ab 1. April 1936 durch das neue Vermögensteuergesetz dem Steuerpflichtigen ein Freibetrag von je 10 000 RM. für jedes Familien- 2. Deutsche RaffegeWgelschau in Magdeburg Hervorragende Erfolge der heimischen Geflügelzüchter. Mein-Mainischer Garantieverband. Bisher 1300 Kreditanträge. Der zur Erleichterung der Kreditaufnahme im Rhein - Mainischen Wirtschaftsgebiet gegründete Rhein-Mainische Garantieverband G. m. b. H. Frankfurt a. M. (Börse) wird nach wie vor aus allen Kreisen der Wirtschaft, insbesondere von kreditbedürftigen Handwerkern, Gewerbetreibenden, Hausbesitzern usw., lebhaft in Anspruch genommen. Bisher sind rund 1300 Kreditanträge über mehr als 3,5 Millionen Mark eingereicht worden, die zum größten Teil genehmigt werden konnten. Die Zahl der Fälle, in denen Ablehnungen erteilt werden mußten, ist im verflossenen Jahr stark zurückgegangen. Wie bekannt, kommt der Verband für alle Kreditsucher in Frage, die für Arbeitsbeschaffungs- Zwecke Kredit benötigen, aber die für Kreditinstitute im allgemeinen erforderliche bank- oder satzungsmäßige Sicherheit nicht stellen können. Der Garantieverband ersetzt durch seine Garantie die fehlende bankmäßige Sicherheit und begnügt sich mit anderweitigen Sicherheiten, nachstelliger Grundschuld, Privatbürgschast, Abtretung von Ausständen, Slcher- heitsübereignung oder Pfandbestellung. In geeigneten Fällen kann auch reiner Personalkredit gewährt werden, sofern es die persönlichen Eigenschaften des Gesuchstellers, insbesondere Charakter und Tüchtigkeit und seine wirtschaftlichen Verhältnisse, vertretbar erscheinen lassen. Die Kreditgrenze beträgt im allgemeinen 5000 Mark, jedoch kann in besonderen Fällen auch ein höherer Betrag garantiert werden. Der Verband steht für die Fmanzie- runa von Instandsetzungen und Umbauten, von Lieferungs- und sonstigen Aufträgen, für Betriebskredite, für Kredite zur Bezahlung von Handwerkerrechnungen und auch für Zwischenkredite für Neubauten zur Verfügung. Weitere Auskünfte und die erforderlichen Vordrucke sind bei den angeschlossenen Banken, Sparkassen und Kreditgenossenschaften sowie beim Verband selbst erhältlich. Nhein-Mainische Börse. Millagsbörse freundlich. Frankfurt a. M., 14. Jan. Die Börse brachte heute eine merkliche Schrumpfung des Geschäfts. Das Publikum hatte nur wenig Aufträge gegeben, so daß auch die Kulisse Zurückhaltung an den Tag legte, zumal da wirtschaftliche Anregungen fehlten. zell): Zwerg-Wyandotten, weiß: sg E, sg Z, dreimal g; derselbe: Deutsche Zwerge, goldfarbig: g. Wilhelm Nern (Pohl-Göns): Wyandotten, reb- huhnfarbig: sg E, Sieger, sg, g. Philipp O st h e i m (Echzell): Altdeutsche Kröpfer: zweimal sg E, zweimal Sieger, zweimal sg 1 Z, zweimal sg 2 Z, sg E, g. K. Philipp IV. (Watzenborn-Steinberg): Neuenglische Zwergkämpfer: sg E, Sieger, zweimal sg 2, dreimal sg 3, zweimal sg, zweimal a. Willi P i p p (Echzell): Rhodeländer: zweimal sg, zweimal g; derselbe: Italiener, einfachkämmig: sg 2 Z, sg, zweimal g; derselbe: Deutsche Schönheitsbrieftauben: zweimal sg. Heinrich Roos I. (Echzell): Wyandotten, hell: sg E, sg 2, SZ; derselbe: Zwerg-Wyan- dotten, hell: g. Heinrich Ruhl IV. (Garbenteich): Neuenglische Zwergkämpfer: sg 2, zweimal sg, dreimal g. Otto S o e d l e r (Nieder-Gemünden): Deutsche Zwerge: zweimal sg E, sg 1 Z. Heinz Schlier (Butzbach): Zwerg-Wyandotten, silber:. zweimal g. Karl Stoll (Lang-Göns): Rhodeländer: zweimal sg E, g. Friedrich ,S t o tz (Laubach): Italiener, einfachkämmig, schwarz: sg; derselbe: Rheinländer, schwarz: zweimal sg E, sg 1 Z, sq 2 Z, sg. Emil Valdor (Wetzlar): Zwergs Wyandotten, silber: g; derselbe: Glattfuß-Flugel- tauben: zweimal g. W. Wagner (Gleiberg): Zwerg-Paduaner, chamois: zweimal sg 1 Z, g.' Ä. G. Walther (Bauernheim): Strasser-Taube-?: sg 2, sg, zweimal g. Ludwig Weigand (Großen- Linden): Antwerpener Bartzwerge, schwarz: fg E, Sieger, sg 1 Z, sg 3, g. dem Falle zutreffend und aleichmäßig sein, muß dabei bedacht werden, oaß die Einheits nicht nur für die Grundsteuern, sondern auch für zahlreiche andere Steuern und Beiträge gelten, und daß die Bedeutung der Einheitswerte über die steuerliche Seite weit hinausgeht. Es werden die Einheitswerte z. B. a) der landwirtschaftlichen Schuldenregelung (Entschuldung) zugrundegelegt, b) bei der Bemessung von Gerichts- und Notariats- gebühren berücksichtigt, c) bei Beleihungen, Verkäufen, Erbausemander- fetzungen, Entschädigungen für Enteignungen usw. oft zugrundegelegt oder als Anhalt verlier Bemessung ist von einer mittleren Betriebsgröße ausgegangen worden. Für Kleinbetriebe würde diese Regelung zu unhaltbaren Ergebnissen führen; denn bei ihnen ist der Wert der Wohn- und Wirtschaftsgebäude und des lebenden und toten Inventars, auf ein Hektar berechnet, erheblich höher als bei größeren Betrieben. Es würde z. B. ein Betrieb von zwei Hektar Fläche — ohne Rücksicht auf den hohen Wert der Gebäude und des Inventars — insgesamt mit nur 2000 Mark zu bewerten sein, wenn der für die Gegend anzusetzende Hektarsatz 1000 Mark betragt. Eine derart niedrige Bewertung würde im Hinblick auf die Bewertung der Grundstücke von Nichtlandwirten derselben Gemeinde nicht zu verantworten sein. Die Grundstücke dieser Volksgenossen (z. B. Fabrikarbeiter, Handwerker, Gewerbetreibende, Eisenbahn- oder Postbeamte, Lehrer und dergl.) werden in jedem Falle mit ihrem vollen Wert steuerlich erfaßt. In diesen Kreisen würde es nicht verstanden werden, daß die Landwirte ihre Gebäude nicht versteuern sollten, zumal sie im Vergleich mit den Nichtlandwirten ohnehin verschiedene erhebliche steuerliche Vergünstigungen genießen. Aus diesen Gründen war bereits in die Reichs- bewertungsgesetze 1925 und 1931 die Vorschrift ausgenommen worden, daß alle landwirtschaftlichen Betriebe mindestens mit dem Wert der bebauten' Grundstücksteile anzusetzen waren. Diese Vorschrift diente der steuerlichen Gerechtigkeit und dem sozialen Frieden zwischen Landwirten und Nichtlandwirten. Diese soeben bezeichnete Mindestbewertungsvorschrift hat sich als unzureichend erwiesen. Den Beschwerden der benachbarten Nichtlandwirte wurde zwar dadurch einigermaßen abgeholfen, daß sie wenigstens die Besteuerung der bebauten Grundstücksteile sicherstellte. Daß dabei aber die landwirtschaftlich genutzte Fläche völlig unberücksichtigt blieb, hat sich auch für die Landwirtschaft selbst als untragbar erwiesen. Denn bei dieser Mindestbesteuerung blieb, da nur die bebauten Grundstücksteile erfaßt wurden, die Größe der landwirtschaftlichen Fläche außer Betracht. Es wurden infolgedessen Betriebe mit gleichem Gebäudebestand, ohne Rücksicht auf ihre Größe, gleich hoch bewertet. Ein Betrieb von fünf Hektar wurde ebenso hoch wie ein Betrieb von zehn Hektar bewertet, wenn beide einen gleichwertigen Gebäudebestand hatten. Diese Regelung würde'bei der Grundsteuer zu einer Be- lastungsoerschiebung zuungunsten der kleineren und Am Sonntag, 12. Januar, ging in Magdeburg die größte deutsche Geflügelausstellung, die Zweite Deutsche Rassegeflügelschau, zu Ende. Etwa 16 000 Tiere aus allen Teilen Deutschlands waren zur Schau ausgestellt, u. a. rund 6000 Hühner, 3000 Zwerghühner, 100 Puten, 50 Gänse, 500 Enten, 4500 Tauben, 70 Zuchtstämme aller Arten und fast 100 Gehege der verschiedenen Rassen. Mit der Ausstellung war auch eine Jugendgruppen-Sonder- schau verbunden. Auch aus unserer Heimatprovinz war die große Schau sehr stark beschickt. Nachstehend bringen wir einen Auszug aus Der Siegerliste mit den Namen derjenigen Züchter, die im Kreise Gießen und den angrenzenden Kreisen beheimatet sind. (Es bedeuten: RFC = Reichsfachgruppen-Ehrenpreis, E = Ehrenpreis, SZ = Sondervereinigungs - Zuschlagspreis, Z = Zuschlagspreis, v = vorzüglich, sg = sehr gut, g = gut.) Friedrich Bauer (Gießen): Rhodeländer: sg E, Sieger, sg E, zweimal sg 2 Z, zweimal s», g. Heinrich Becker (Allendorf a. d. Lahn): Russische Orloffs, rotbunt: sg 2, zweimal g. Ernst Bender (Griedel): Zwerg-Langschan, schwarz: sg 3, g; derselbe: Italiener, rosenkämmig: sg 1 Z, sg; derselbe: Emdener Gänse: sg, zweimal g; derselbe: Peking- Enten: g. Karl Dietrich (Düdelsheim). Deutsche Zwerge, schwarz: sg 2 Z, sg, dreimal g. Otto D i t - tert (Wetzlar): Zwerg-Wyandotten, goldfarbig: zweimal sg 1 Z, dreimal g; derselbe: Zwerg-Wyan- öotten, silberfarbig: zweimal sg 2, sg 3, g; derselbe: Sussex, hell: sg 1 Z, sg 2 Z, zweimal sg 2, sg 3, dreimal sg, dreimal g. Ludwig Eifert (Nieder-Ohmen): Reichshühner, weiß: sg 1 Z, sg 3, sg, dreimal g. Hermann Fischer (Rendel): Tauben, Hessische Kröpfer: sg E, sg 1 Z, sg, g. Willy Frey (Lang-Göns): Sebright, goto: sg 1 Z, zweimal g. Fritz Günther (Büdingen): Leghorn, weiß: g. Karl Habicht (Homberg a. d. Ohm): Zwerg-Langschan, schwarz: sg E, sg 1 Z, sg 3, sg, zweimal g. Heinrich Harth (Nidda): Tauben, Hessische Kröpfer, schwarz: sg 2, g. Otto Heß (Lang-Göns): Cajuga-Enten: zweimal sg, zweimal g. Wilhelm Hofmann (Lollar): Rhodeländer: sg 3, dreimal sg, g. Heinrich Holler I. (Echzell): Hessische Kröpfer, fahl: Siegerklasse, sg 2, sg, g; derselbe: Gimpel: sg. Heinrich Jäger II. (Ober- Hörgern): Tauben, Hessische Kröpfer: Preisrichterklasse, sg 1 Z, sg 1, sg, g. Alfred Jung (Grohen- Linden): Wyandotten, silber: sg 1 Z, sg 2, zweimal g. Jakob Kappes (Büdesheim): Tauben: Belatschte Weißschwänze: sg 1, sg 2, viermal g. Jean Kolter (Bad-Nauheim): Französische Bag- Detten: sg 1, SZ, zweimal sg 1, g. Hch. Kraft III. (Wallenrod): Rheinländer, schwarz: v, RFC, Sieger, sa 2 SZ, sg 2 Z, zweimal sg, zweimal g. Jean Kranz (Schotten): Tauben, Koburger Lerchen: sg 2 Z, zweimal sg, g. Ludwig Mogk (Ech- An der Abendbörse entwickelte sich auf Grund fester Meldungen aus Amsterdam eine Sonderbewegung in Kunstseide AKU., die bei lebhaften Umsätzen auf 54,75 bis 55,50 (52,50) anzogen. Der übrige Aktienmarkt lag dagegen sehr still und im Vergleich zum schwächeren Berliner Schluß etwa behauptet, während gegen den hiesigen Mittagsschluß meist leichte Abschwächungen eintraten. Befestigt waren Kali-Chemie mit 128,50 bis 129,50 (128,50) Deutsche Renten lagen still und gut behauptet. Auf höheres Ausland notierten Mexikaner bei beachtlichen Umsätzen etwas fester, 5 v. H. äußere Gold 14,75 (14,30), 5 v. H. innere Silber 5,80 (5,65), 4 v. H. Gold 8,90 (8,50) und 4,5 v. H. Irrigation 8,40 (8,25). Zertif. Dollar-Bonds bewegten sich etwa auf dem Mittagsschlußstand. Ü. a. notierten: Altbesitz 110, 4,5 v. H. Dresden Stadt von 1926 89,50, 6 v.H. Krupp 103,75, IG. Bonds 124,13, 4 v. H. Ungarn Gold 9,35, 5 v. H. Mexikaner innere 5,80, 5 v. H. äußere Gold 14.75, 4 v.H. Gold 8,90, 4,5 v.H. Irrigation 8.40, Adca 71, Commerzbank 86,25, Reichsbank 182,50, Buderus 96, Kali-Chemie 128,50 bis 129,50, Mannes- ■ - . 98 mann 80,65, Rheinstahl 107,75, Stahlverein 76,40, span., ^rnlos 21 bis 28 span. Navel a4 bis 28 AKU. 54,75 bis 55,50, MAN. 98, Deutsche Lino- span., Birnen 25 bis 30, Kockbirnen 18 Dis 20, leum 144.50, Licht & Kraft 129,50, Elektr. Liefe- Mandarinen 18 bis 24. Walnüsse 4v franz., Zttro- rung 115,50, IG.-Farben 149, Gesfürel 126, nen, 300 bis 360 Stück, 6 bis 7 Reichsmark. Die hinter Frankturi a. 2DL Schluß- kurs Schlußk. Abendbörse Datum 13.1 14.1 - 6% Deutsche Reichsanlethe v. 19271 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 b*/r% Doung-Anleihe von 1930 .. | Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Ausloj.-Rechten ............. 4*/,% Deutsche Reichspostschahan Weisungen von 1934, I....... 6% ehe m.8% Hess. Bollsstaat 1929 (rückzahlb. 102%)............ 414% ehem.8% Hessische Landes- baut Darmstadt Gold R. 12.... 5*4% ehem. 4*4% Hess. Landes- Hypothekenbank DarmstadlLiaui dy2% ehem. 8% Darmst. Komm Landcsb.Goldschuldverschr. R.6 Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 4*4% ehem.8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 5yz% ehem. 4y2% Franks. Hyp.. Bank-Liqu.-Psandbriese....... 5%% ehem. 4*/2% Rheinische Hyp.-Bank-Ligu.-Goldpfe..... 4*/2% ehem. 8% Pr. Lanvespsand- briesanstalt, Pfandbriefe R. 19 4y2% ebem. 7% Pr. Landespfano driefanst., Gold Komm. Lbl.V Sleuergutsch.Verrechnungsk. 34-38 100,4 97 103,13 109,9 99,7 97,75 96,4 100,9 93 113,25 96,5 101,75 101,65 97 97 108,3 100,25 97 103,4 110 99,75 97,75 96,4 100,9 93,25 113,25 96,5 101,65 101,5 97 97 108,4 9,5 9,5 4% Cefteneid)ffd)e Goldrente... 4,20% Oesterreichische Silberrente 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4*4% desgl. von 1913.......... 6% obgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie l......... ........... 1,45 9,35 9,4 9,4 14 1,45 9,35 9,4 9,35 14,75 Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2H. Lerna fürs börse 14 1. 13-1 109,9 109,9 99,9 99,9 97,8 98 96,13 96,25 113,65 113,5 Banknoten. o?eiO 101,5 101,65 97 97 61,7« 61,52 bie Höhe Der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. den a 63,17 80,64 33,62 63,43 80,96 33.76 2,43 41.80 54,65 12,25 16,33 168,36 97 108,3 100,5 97 103,4 100.4 97 103,5 97 108,4 £>ru. 2,45' 41,96 54.87 12,29 16.39 169,04 31,9 1,45 9,4 9,3 9,4 14,5 31,25 I 1,4 9,45 I 9,35 I 9.65 ! ticrUn, 14 Zanu,.r_________ Amerikanische Noten.............. Belgische Noten.......... ....... Dänische Noten ............... Englische Noten Französische Noten Holländische Noten Italienische Noten. Norwegische Noten ...' Deutsch Oesterreich, ä 100 Schilling Rumänische Noten......... Schwedische Noten Schweizer Noten................. Spanische Noten Ungarische Noten Frankfurt a.M. Berlin Frankfurt a. M. | Berlin Schlußkurs Schluß!. Abend- börs- Schlußkurs Schlußk. Mittag- börie Schlußkurs Schlußk. Abendbörse Schlußkurs Schlußk. mittag» börse Datum 13.1 14-1. 13-1- 14-1 ■Datum 1 13 1 14-1 13.1 • 14 1. 4% desgl. Serie U ............ 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4*/2%Rumän.vereinh.Reniev.i913 4% Rumänische vereinh. Rente . 2 *4% Anatolier ............. 9,25 7 9,25 5,2 39,25 9,5 6,5 9,35 5,3 39,4 9,65 6,75 9,3 5,4 39,25 9,9 6,75 9,35 5,4 39,4 Mansselder Bergbau....... Kokswerke ................ Rheinische Braunkohlen .... Rheinstahl ................ Vereinigte Stahlwerke...... Otavi Minen ............. . 6 . 6 12 . 4 . 0 . 0 125,25 217,5 108,5 77,4 18,4 124,5 216,5 107,75 76,4 18,25 125 116,75 215,75 108,75 77,4 18 124,5 117 216,5 107,5 76,13 18,13 Kaliwerke Aschersleben...... . 5 124,5 126,5 125,9 126.5 flamburg-Amerika-Paket ..... 0 15,65 15,25 15,5 15,4 Kaliwerke Westeregeln...... . 5 120,5 — 121,5 122 Hamburg-Sübam. Dampfschiff . 0 — — 27 27,5 Kaliwerke Salzdetfurth..... 7y2; 182 185 183 185 Norddeutscher Lloyd ......... A.G. für Verkehrswesen Akt. .. Berliner Handelsgesellschaft ... Commerz- und Privat-Bank ... Deutsche Bank und D'sconto» Gesellschast................ Dresdner Bank.............. 0 17,5 17,5 17,4 17,4 0 6 0 0 0 97,5 117 87 87 87 93,5 117,5 86,25 86,5 86,5 97,5 118 87 87 87 98,75 117,5 86,5 86.5 86,5 I. G. Farben-Jndustrie..... Scheideanstalt............. Goldschmidt .............. Rütgerswerke ............. Metallgesellschaft........... . 7| 149 . 9' 217 . 5 110,5 . 6 117,5 . 4‘ 115,25 149 215 109,5 117 114,5 149,4 109,65 117,5 115 149,18 109,65 117,4 114,5 Reichsbank ................ 12 183 182,5 182,65 182,25 Philipp Holzmann ......... - 4 92,25 92 92,5 92 AEG ..................... c 37,65 37,13 37,5 36,75 Zementwerk Heidelberg .... Cementwerk Karlstadt....... 121,25 128 W - Bekrlla.................... 10 136,75 137 137,4 137,4 Elektr. Lieferungsgesellschaft.. 5 114,9 115,5 115 115,5 102.65 103,4 Licht und Kraft ........... 614 130 129,5 130,5 130 Schultheis Payenhofer ..... . 4 —— — Felten & Guilleaume......... 4 114,9 114,4 114,75 114,13 Äku (Allgemeine Kunstseide) . 0 53,25 55,5 53,4 52,75 Gesellsch.s.Elektr.Unlernehmung. 6 126 126 126 125,75 Bemberg................. . 6 104,5 104,5 104,5 104 Rheinische Elektrizität ........ 6 — —— — 131 Zellstoff Waldhof .......... . 5 120,5 119 119 118,75 Rhein. Wests. Elektr.......... 6 128,25 127,75 128,25 127,65 Zellstoff Aschaffenburg ..... Dessauer Gas ............. . 0 81,5 81,5 82,25 82,75 Schuckert LCo............... 4 125 125 125 125,25 . 7 — —— 123,13 123,9 Siemens & Halske............ 7 167,5 167,65 167 166,5 Daimler Motoren.......... .. 0 95 94,5 95,5 94,5 Lahmeyer LCo.............. / 125,5 124,75 125,13 125 Deutsche Linoleum......... . 8 144,5 144,5 144,75 144.25 Lrenstein & Koppel ........ .. 0 — —— 80,25 79,5 4 96,75 108,65 96 96,75 96,4 Westdeutsche Kaufhof....... Chade.................... Accumulatoren-Fabrik...... .. 0 30,13 288,5 175 30 288 175 30 288 174 30 Deutsche Erdöl ............. 4 108,65 108,5 108_,5 7‘/i 12 173 Harpener.................. 0 109,5 109,5 109,5 109,75 Conti-Gummt............. .. 8 164,5 165 164,5 165 Hoesch Eisen—Köln-Neuessen . 3 85,5 85,5 85,5 85 Ilse Bergbau .............. Ilse Bergbau Genüsse....... 6 6 127,25 157 127,5 157 128 158 128 Grttzner.................. .. 0 | 27,4 27.9 1 27,5 Klöcknerwerke .............. 8 83 83 83,13 82.25 Mainlraftwerke Höchst a.M.. .. 4 89 89 — Mannesmann-Rühren....... 0 81,13 80,65 81,25 \ 80,4 Süddeutscher Zucker ....... 10 1 199 I 198,5 1 198,5 I 198,5 13.3a uar 14.3anuar Amtliche Notierung Geld | Sries Amtliche Notierung Geld | Brief Buenos Atre 0,668 0,672 0,668 0,672 Brüssel .... 41,89 41.97 41,96 42,04 Rio de Jan. 0,138 0,140 0,138 0,140 Sofia ..... 3.047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 54,79 54,89 54,86 54,96 Danzig .... 46,80 46,90 46,80 46,90 London.... 12,27 12,30 12,285 12,315 Helsrngfors.. 5.405 5,415 5,415 5 425 Paris ..... 16,41 16,45 16,38 16.42 Holland ... 168,75 169,09 168,78 169,12 Italien .... 19,98 20,02 19,98 20.02 3avan ..... 0,717 0,719 0,718 0,720 Jugoslawien 5.654 5,666 5,654 5,666 Osiv..... : 61,61 61,73 61,68 61,80 Wien...... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon ... 11,13 11,15 11,14 11,16 Stockholm.. 63,26 63,38 63,34 63,46 Schweiz ... 80,82 80,98 34,06 80,82 80,98 Spanien... 34,00 33,98 34,04 Prag...... Budapest .. 10,29 10,31 10.27 10,29 Reuyort ... 2,473 2,477 2,478 2,482 ^arft b,n die m ^ei 'ell> nach^'ie 'er !8in?' ’°nft unb n^Nl K ini ln" >mi > !ä let) j,M s«> h' B*?5 S ■bl5 21 «}? rni-? AM LtzL ' hinter. 'S: ft* ?.r ^eranberl -„«ks •«Ö . b'°nb ertra is '°°°> 24 bis M bis U ■^an8- Siir«: echsknark. r. ? G- Jj 3' drei- ’v goldfarbig: a. ßijanbotten, teb« ^ppVstheim "nal fg E, zwci- SJ92 3, fg E. Steinberg): Neuer, Zweimal |q 2, g. Willi Pipp sg- Zweimal q; [9.2 3, lg. zwei- UKitsbrieftauben: (Echzell): Wyan- Zwerg-Wyam V. lGarbenteich): 2, zweimal ig, licder-Gemünden)-, 1 ■ 19 1 3- Heinz ; 'yandotten. füber< ig:®öns): Rhode- rich.ütotz (2qu» schwarz: jq; bei-, mal sg E, sg 1 Ac ?D°tzlark Zwerg- : Glattsuh-Flügel'^ iner f@Ieiberg):. ma( fg 1 3, g»I Strafferlauber ia,Q.X\^ V&W zr, schwarz: ft t, )er Männerge- >[f im Deremslokei ab. Lereinssührer ^resbericht bekannt । der Verringerung ■ gesanglichen Leimen ist. Mit HA' unft schloß der des Singstundenbe- n Koisenbericht, der em Rechner wurm inq erteilt. Der* imiq wiedergewM iqen Mitarbeiter in iich d°r Bi«" » 5m weiteren M beschloßen, bieau 5 vorgesehene M Form eines Li de i„ ?n der übliche« geschlossen. ß.Hl U.>uflr T672 42.04 0,140 3,053 54,96 46,9J 12,319 5 «25 16,42 169,12 20.« 0,729 5,666 6' 49- 11- 63,46 LO-Z 34 10,29 2,462 *W 41,96 0,138 3,047 54,86 46.80 12,28a 5415 16,38 168-78 19,9 0,718 5,654 61.68 48,9 11,1 63,34 80-82 33,98 10J7 2,478 gelt’ 1 —" DW« "2,44 41,z |2,J & »> -T43 41.80 54.65 12,25 16,33 168.J6 6l'52 Ur. 12 Drittes Blatt Mittwoch, 15. Januar <936 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Von der „Lustkutsche" zum Blitzflugzeug. dessen niemand berechtigt ist, sich zu geschäftlichen Zwecken auf die Reichskulturkammer zu berufen. Versuche dieser Art sind strafbar. Erhöhung der Durchschnittsgeschwindigkeit um das Dreifache. Achtung: Arbeitsbuch! Große Flugzeugparade auf dem Tempelhofer Feld. Anläßlich ihres zehnjährigen Be- ft e h e n s veranstaltete dieser Tage die Deutsche Lufthansa auf dem Tempelhofer Feld bei Berlin für die Teilnehmer an einer großen internationalen Luftverkehrstagung, der 35. Vollversammlung der „International Air Traffic Association“, eine große Flugzeugparade, auf der sämtliche seit dem Jahre 1919 herausgekommenen deutschen Verkehrsflugzeuge vertreten waren. Es war ein eigenartiger Anblick, die ältesten „V e - teranen" der deutschen Verkehrs^uft- fahrt einmal in Reih und Glied mit den allermodernsten Schnellflugzeugen zu sehen. Es ist zwischen ihnen ein Unterschied wie etwa zwischen dem „Adler", der ersten Lokomotive der Ludwigs-Eisenbahn Nürnberg—Fürth im Jahre 1835, und einer heutigen Schnellzugslokomotive. Sowohl rein äußerlich wie auch den Leistungen nach wurde durch die deutsche Verkehrsluftfahrt in diesen siebzehn Jahren seit Kriegsende ein ungeheurer Entwicklungsweg zurückgelegt. Den Anfang machten seinerzeit umgebaute Militärflugzeuge, in deren Beobachtersitz der einzige Passagier hinter dem Piloten mehr schlecht als recht verstaut wurde. Dann kam als erstes „echtes" deutsches Verkehrsflugzeug die Junkers-Ganzmetallmaschine „F13", die immerhin schon ihre 130 Stundenkilometer flog, vier Passagierplätze hatte und heute noch gebrauchsfähig ist. Sie war die Stammutter einer großen Anzahl weiterer deutscher Verkehrsflugzeuge. Es folgte in Jahre 1925 die „G 23", deren Drei-Motoren-Typ beschau waren natürlich die Wasserflugzeuge, die an der Entwicklung des Weltflugverkehrs gleichfalls hervorragenden Anteil hatten. An ihrer Spitze steht der berühmte D 0 r n i e r - W a l, der schon im Jahre 1923 zu Ozeanflügen herangezogen und schließlich zum Träger des ersten planmäßigen Flugverkehrs über den Atlantischen Ozean wurde. Auch die „Ju 46", die als Seeflugzeug vorwiegend für den Schleuderstart von Schiffen aus eingesetzt wurde, zählt zu den Veteranen der deutschen Der- kehrsluftfahrt. Ebenso bedeuten die „W 33" und die „W 34", die Junkers als Post- und Eilfracht-Flugzeuge herausbrachte, Marksteine auf dem Entwicklungsweg der Weitstreckenfliegerei. So veranschaulichte die große Flugzeug- parade auf dem Tempelhofer Feld auch dem Ausland gegenüber die Fortschritte der deutschen Verkehrsluftfahrt in einer Weise, wie sie überzeugender nicht gedacht werden kann. In nur siebzehn Jahren hat sie einen Entwicklungsweg zurückgelegt, zu dem die Eisenbahn volle hundert Jahre und das Kraftfahrzeug immerhin gegen vierzig Jahre gebraucht haben. Unbefugte Berufung auf die Veichskulturkammer ist strafbar. Die Landesstelle Hessen-Nassau des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda teilt mit: Verschiedene Vorfälle geben Anlaß, darauf hinzuweisen, daß die Reichskulturkammer und ihre Einzelkammern mit dem Vertrieb von Bildern, Büsten, Büchern usw. nichts zu tun haben, und daß infolge- Durch Bekanntmachung vom 18. Mai 1935 wurden die Angehörigen der nachstehenden Betriebsgruppen aufgerufen, die Ausstellung ihrer Arbeitsbücher zu beantragen: 1. Industrie der Steine und Erden; 2. Eisen- und Stahlgewinnung; 3. Metallhütten- und Metallhalbzeugwerke; 4. Herstellung von Eisen-, Stahl- und Metallwaren; 5. Maschinen-, Apparate- und Fahrzeugbau (auch mit Gießerei; 6. Elektrotechnische Industrie; 7. Optische und feinmechanische Industrie; 8. Chemische Industrie; 9. Papierindustrie; 10. Leder- und Linoleumindustrie; 11. Kautschuk- und Asbestindustrie; 12. Baugewerbe und Baunebengewerbe; 13. Großhandel; 14. Einzelhandel; 15. Verlagsgewerbe, Handelsvermittlung und sonstige Hilfsgewerbe des Handels; 16. Geld-, Bank-, Börsen- und Versicherungswesen. Es ist damit zu rechnen, daß schon in allernächster Zeit eine Verordnung des Reichsarbeitsministers erlassen wird, wonach die Arbeiter und Angestellten dieser Betriebsgruppen nur beschäftigt werden dürfen, wenn sie im Besitz eines ordnungsmäßig ausgestellten Arbeitsbuches sind. Wer also den genannten Betriebsgruppen angehört und die Ausstellung eines Arbeitsbuches noch nicht beim Arbeitsamt beantragt hat, hole dies schleunigst nach. Eine Beschäftigung ohne Arbeitsbuch ist, wenn die Verordnung des Reichsarbeitsministers bekanntgegeben sein wird, bei Betrieben der erwähnten Art strafbar. Aus der Provinzialhauptstadt. reits den ersten Ostasienflug ermöglichte. Schon im nächsten Jahr erschien dann die „G 24" auf der Bildfläche, womit die Deutsche Lufthansa ihre meisten großen zwischenstaatlichen Strecken eröffnete. Als erster „fliegender O - Z u g" erregte die „G 31" in ifer ganzen Welt ungeheures Aufsehen. Diese Maschine beförderte außer drei Mann Besatzung bereits sechzehn Passagiere und hatte als erste ein kaltes Büfett nebst einem Luftsteward an Bord. Es folgte die Jünkers „G 38", die mit ihrem Gewicht von nicht weniger als 24 Tonnen das größte bis dahin gebaute Landflugzeug darstellte. Das Zeitalter der Blitzflugzeuge brach mittler „Ju 52" an. Dieser Gigant unter den Verkehrsflugzeugen beschleunigte im Jahre 1934 die stündliche Durchschnittsgeschwindigkeit von 160 a u f 2 4 0 km. Er wurde außer in Europa auch in Amerika, Afrika und Asien eingesetzt. Siebzehn Passagiere finden in ihm jeden Komfort. Zugleich erschien als schnellstes Verkehrsflugzeug der Welt die „He 70" für allerdings nur vier Fluggäste, as über zwei Jahre alle großen Geschwindigkeitsrekorde mit Zuladung zu halten vermochte. Die gleiche Geschwindigkeit von bereits 300 Stundenkilometer entwickelte die sodann herausgebrachte „Ju 160", die zwei weiteren Passagieren Raum bot. Der neueste Stand der Flugtechnik wurde veranschaulicht durch die „He 111" und die Junkers „Ju 86", die je zehn Passagiere aufnehmen können. Die erste Maschine entwickelt eine Stundengeschwindigkeit von über 4 0 0 km, womit fast ein Dreifaches der mit dem ersten deutschen Verkehrsflugzeug „F13" erzielten Schnelligkeitsleistung erreicht wird. Wahrscheinlich ein Fortschritt, auf den die Deutsche Lufthansa stolz sein kann! Die neue Heinkel „He 111" ist mit zwei BMW^VMDlotoren von je 600 PS ausgerüstet, während die „Ju 86" über zwei Junkers „Jumo"-5-Schwerölmotoren verfügt. Die Deutsche Lufthansa ist heute die einzige Luftverkehrsgesellschaft der Welt, die mit Schwerölmotoren fliegt. Wie Pfeile schießen diese beiden Apparate, die neuesten Errungenschaften der deutschen Verkehrsluftfahrt, über das Rollfeld hin. so daß man ihnen mit den Augen kaum mehr zu folgen vermag. Nicht vertreten auf. der einzigartigen Flugzeug- Die Tlatur im milden Winterwetter. Die milde Witterung der letzten Zeit mit einer Höchst-Tageswärme von 10 und 12 Grad Celsius und vereinzelt auch noch darüber hat die Natur frühzeitig aus ihrem Winterschlaf erwachen lassen. In Tier- und Pflanzenwelt ist bereits neues Leben gekommen. Besonders stark macht es sich in der Vogelwelt bemerkbar. Tagtäglich kann man den Frühlingsgesang der Meisen vernehmen. Das „Didi- didii" der Blaumeise und das „Spitz-die-Schar" ihrer Schwester Kohlmeise schmettert schon am Morgen durch die frühlingsmäßige Ngtur. Schon lösen sich die Vogelschwärme in einzelne Pärchen auf, die sich nach Nistgelegenheiten umtun. Junker Star, der Herold des Frühlings, sitzt auf dem Dache seines zukünftigen Familienheimes und jubiliert und schlägt mit den Flügeln, als ob morgen Tag- und Nacht- gleiche wäre. Der Vogelzwerg Zaunkönig war beim stärksten Frost nicht müde geworden zu fingen, jetzt ist er, aller Nahrungssorgen bar, um so mehr zum Singsang aufgelegt. Sein wohlklingendes Lied mit einem Roller in der Mitte ist aus dem nahen Gebüsch oder dem überhängenden Wurzelwerk an kleinen Wasserläufen und Gräben vernehmbar. Groß ist das Gezeter der Spatzen, die sich unter den Dachsparren wegen Brutstätten zanken. Während in normalen Wintern kaum ein Buchfinkenweibchen bei uns verbleibt, kann man deren heute recht viele in ihrem sperlingsfarbenen Kleide wahrnehmen. In der niederen Tierwelt ist das Leben entweder noch nicht erstarrt, oder schon wieder aufgewacht. Nach den ergiebigen Regenfällen konnte man Regenwürmer in großer Zahl auf Straßen und Feldwegen feststellen, und in den Gärten machen sie sich an den Dauerkulturen unangenehm bemerkbar, indem sie die Blätter von Nüßchen und Wintersalat in ihre Gänge ziehen. Im plötzlich zwischen den Wolkenfehen hervorbrechenden Sonnenscheine der warmen Tage spielen die Mücken, als ob es Sommer sei. Marienkäserchen und Florfliegen krabbeln am Fenster und wollen ins Freie. Am Kellerfenster flattert ein Schmetterling, dem nun wohl sein Frühaufstand zum Verderben gereichen wird. Der Bienenvater wird durch das Summen seiner Immen zum Bienenhause gerufen und freut sich mit einem Auge über die emsige Putzarbeit, mit dem andern aber möchte er Tränen meinen über die schweren Nachteile, die starke Kälterückschläge im Gefolge haben. Auch die Pflanzenwelt spürt den Hauch der Wärme. Die silbrig glänzenden Kätzchen der Salweiden lugen immer weiter aus ihrer braunen Hülle heraus. Am Haselnußstrauch längen sich die weiblichen Blütenteile, die Staubblätteranlagen lassen immer mehr die Samenbeutel zum Vorschein kommen, und wenn das laue Wetter noch eine Zeit anhält, beginnen sie zu stäuben. Gliedlang schon gucken die Keimblätter des Schneeglöckchens aus der braunen Erde, und zwischen ihnen leuchtet es weiß — das Blütenköpfchen beginnt sich emporzurecken. Das Gänseblümchen in Garten und Hag hat noch nicht aufgehört zu blühen. Geschützt stehende Winterastern lassen die noch unentwickelten Knospen sich entfalten. Die Christrose hat ihren Hochzeitstag. Nicht braucht sie vor Frost zu erstarren. Weißrosa leuchten ihre Blütensträuße aus der Gebüschecke. Sie will sich beeilen, daß sie von ihren Frühlingsschwestern nicht überrascht wird. Maßliebchen und Stiefmütterchen zeigen frisches Grün, und am Steingartenbeet beginnt die wintergraue Farbe von den Stauden zu weichen. Der Winterheide herabhängende Glöckchen läuten im Winde und lassen die zukünftige rote oder weiße Farbe durchleuchten. Dem spätgesäten Winterweizen ist diese milde Winterwitterung sehr günstig. Das Saatgut ist aus dem „Milchkeim" noch gut ausgelaufen. Und doch freut sich der Bauer und noch viel weniger der Obst- und Gartenbauer nicht ob solcher fauler Winter. Er weiß, daß auch heuer wieder der alte Bauernspruch recht behalten wird, „wenn die Tage langen, kommt der Winter gegangen", und daß das Gespenst der Spätfröste so oft schon zur Zeit der Eisheiligen — manchmal auch vorher oder danach — so viel berechtigtes und ersehntes Hoffen zunichte gemacht hat. Vornotizen. Tageskalender für Mittwoch. NSG. „Kraft durch Freude": ab 20.30 Uhr allgemeine Körperschule im Lyzeum. — NSLB., Kreis Gießen, Fachschaft „Körperliche Erziehung": 15.30 Uhr freiwillige Arbeitsgemeinschaft für Mädchenturnen. — Gloria-Palast, Seltersweg: „Der Kraft- Mayr". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Es ge-. schah in einer Nacht ...". — Oberhessischer Kunstverein (Turmhaus am Brandplatz): 11 bis 18 Uhr Ausstellung des Künstlerbundes „Isar". — Evangelische Stadtmissivn: 10, 15 und 20.30 Uhr biblische Vorträge. Stadttheater Gießen. Wegen Erkrankung im Personal fällt heute abend die Vorstellung „Maskenball", Oper von Verdi, aus. Die Intendanz bittet, die gelösten Karten an der Theaterkasse umzutauschen. Die deutsche Rrbeitdfroht „kdF."-Vergünsiigungen für den Reichsarbeitsdiensk. Der Reichsleiter der Deutschen Arbeitsfront, Pg. Dr. Ley, hat verfügt, wie der Leiter der NS- Gemeinschaft „Kraft durch Freude", Pg. Dreßler- Andreß, mitteUt, daß den Angehörigen des Reichsarbeitsdienstes bis zum Ober- f e I b m e i ft e r einschließlich die Vergünstigungen der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" mit sofortiger Wirkung gewährt werden sollen. 16 Wiesbadener Betriebe feiern gemeinsam einen großen Bunten Abend der NS.-Gemein- schaft „Kraft durch Freude". Arn Mittwoch. 15. Januar, veranstaltet die NS. Gemeinschaft „Kraft durch Freude" zusammen mit dem Reichssender Frankfurt im Paulinenschlößchen zu Wiesbaden einen großen Bunten Abend. 16 Wiesbadener Betriebe haben zu dieser Veranstaltung ihre Betriebsgefolgschaften eingeladen, um sie an den Darbietungen dieses Abends teilnehmen zu lassen. Der Reichssender Frankfurt hat ein erlesenes Programm zusammengestellt. Maria Madien Madsen (Sopran) und Willi Treffner, beide vom Frankfurter Opernhaus, werden Operettenlieder bringen. Lotte Werkmeister, Berlin, bekannt durch ihre heiteren Vorträge im Deutschlandsender Berlin u. a., wird Heiteres und Frohes zum Vortrag bringen. Luise Walter, München, wird frohe Lieder zur Laute fingen und Emil Franz, der das Xylophon meisterlich beherrscht, wird durch Vorträge auf diesem Instrument die Zuhörer erfreuen. Egon Erich Schmidt, Berlin, hat die Ansage des ganzen Programms übernommen, lieber Max Campet, den bekannten Münchener Komiker, wäre jedes Wort zu viel. Fritz Kullmann begleitet die Darbietungen am Klavier, und die Kapelle Franz Hauck sorgt für die musikalische Umrahmung. Das Programm wird über den Reichssender Frankfurt geleitet. Die Gesamtunkosten haben die beteiligten Wiesbadener Betriebe übernommen. Gportantt „Kratt durch Freude". Heute findet folgender Kursus statt: Allgemeine Körperschule für Frauen und Männer. Von 20.30 bis 21.45 Uhr Lyzeum, Dammstraße 26. Das neue Programm für die Sportkurfe und für die Skifahrten ist kostenlos auf dem Sportamt — Schanzenstraße 18 — erhältlich. LandschattsbundDolkstumundHeimai. Den Mitgliedern wird der Besuch des Vortrags von Privatdozent Dr. Richter über die Glauburg, veranstaltet vorn Oberhessischen Geschichts- Gräber sprechen über Jahrtausende. Don unserem -dt.-Berichierstaiier Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Kopenhagen, im Januar. Wir wissen, daß Skandinavien die Wiege der germanischen Dölkerfamilien bei ihrem Aufbruch nach Europa gewesen ist. Das Ahnen um ihren kulturellen Hochstand, um Mut, Strenge gegen sich und andere, um ihre Kriegserfahrung und staatsbildenden Fähigkeiten ist durch die Geschichtsforschung Gewißheit und Erkenntnisgut einer neuen Zeit geworden. Diese, unsere Zeit hat nicht nur durch wissenschaftliche Pioniere den Weg zu verschütteten Quellen wieder aufgedeckt, sondern auch körperlich arbeitend die Spaten in der Erde angesetzt. Die Tat siegte, indem sie neue Taten gebar. Skandinavien hat sich angeschickt, sich selbst aufs Neue zu entdecken. Man hatte gewußt, daß von hier -aus nach einem Wort des gotischen Geschichtsschreibers Jordanes „die germanischen Stämme wie Bienen aus einem Bienenkörbe herausgeschwärmt waren", daß die aus diesem „Mutterschoß der Völker" herausströmenden Kräfte die hin- siechende alte Welt zerstört und mit neuen Trieben neu auzurichten versucht hatten. Man hat an Fürstensitzen und in weltenfernen Klöstern europäische Geschichte geschrieben und sich zugleich von ihren Ursprüngen, entfernt Mit der Besinnung des deutschen Volkes auf seine wahren Kraftquellen ist auch die Beschäftigung mit den Jahrhunderten wiedergekehrt, die nach landläufiger Auffassung die Kindheit der germanischen Stämme in mystischem Halbdunkel umschließen. Dieses Dunkel hellt sich durch Funde, Ausgrabungen, Vergleiche und Berechnungen in einem Tempo auf, das jeden Vergleiches spottet. Die Museen haben nicht Kräfte genug, um überall anfassen zu können. Die Bevölkerung hilft, weil auch sie vorn Fieber der Frage nach Herkunft und Bestimmung gevackt ist. Eine seit langem nicht mehr gekannte Ehrfurcht vor der Kette von Geschlechtern bricht sich »Bahn; die Wiedergeburt des nordischen Menschen pocht tönend und klirrend an verrostete Tore und verstaubte Amtsstuben. Politische und wirtschaftliche Drangsal hat Aufhorchen gelehrt. Nun springt die Forschung in die Bresche. Gräber aus Sreinalter und Bronzezeit, Ausgraben von eisernen Waffenhaufen und befestigten Lagern aus den Jahrhunderten, die der Völkerwanderung voraufgingen, bis zu denen, die das Wikingertum der germanischen Seeherren umspannten, fördern tote Leiber und Schätze zutage. Und es wurde ein einziges hohes Lied auf frühe Kultur und heldenhaftes Leben. Wenn die nächsten Zeilen sich besonders Dänemark zukehren, so deshalb, weil in den letzten Jahren in diesem Lande bei weitem d i e meisten Funde von geschichtlicher Bedeutung gemacht worden sind. Als vor wenigen Wochen das äußerlich und innerlich neuhergerichtete Nationalmuseum in Kopenhagen seine Pforten dem breiten Publikum wieder öffnete, zeigte es einen Ueberblick über die Geschichte des Landes, der sich zum mindesten gleichwertig an.die Seite der besten völkerkundlichen Schauen Der Erde stellt. Dabei drängt sich die Frage auf, wie alt denn dieses Dänemark sein mag, dem nachgerühmt wird, das älteste Land Europas zu sein. Aus den Geschichtsbüchern und, den ältesten bisherigen Zeitbeschreibungen ist vielen bekannt, daß König Gorm der Alte die Schweden, die als Eroberer auf dem jütischen Festlande Fuß gefaßt hatten, zwischen 936 und 940 an der Schlei schlug und daß seine königliche Frau Thyra das Danewerk als Grenzwall gegen Süden gufwerfen ließ. Auf den Runensteinen bei Jelling, unweit des friedvollen Vejle am gleichnamigen Fjord, stehen die Worte: „Gorm errichtete diesen Gedenkstein für Thyra, feine Frau, nach Dänemarks Buße". Damit sollte gesagt sein, daß Dänemark durch Wiedergutmachung befreit war. Dänemark wird hier zum erstenmal als „tanmarka" erwähnt. Es ist die geschichtliche Geburtsstunde des heutigen Volksstaates. Auf dem zweiten, dem größeren der Jellingsteine ist eingemeißelt — diese Runen waren wie die Felsenritzzeichnungen viel früherer' Zeit ursprünglich meist farbig ausgemalt —: „König Harald ließ diesen Gedenkstein setzen für Gvrm, seinen Vater, und Thyra, seine Mutter; der Harald, der Dänemark und Norwegen gewann und die Dänen zu Christen machte". Heute wird die Darstellung, daß Königin Thyra Dänemark zum erstenmal geeint habe, ins Reich der Sage verwiesen. Die Schlußfolgerung ist die, daß der alte König Gorm als Träger vorauf- gegangener und ihm folgender Geschlechter einen festen geschichtlichen Anhaltspunkt gibt. Zahlreiche Forschungen nach den ersten germanischen Stämmen in Jütland haben Siedlungen entlang der Gude-Au bloßgelegt, die westlich von Horsens entspringt und durch die Silkeborger Bergheide nordwärts nach Randers fließt, um hier den Moränenschutt des Höhenrückens, der Jütland seine Gestalt gibt, ins Kattegat zu wälzen. Diese Wohnstätten reichen ins Steinalter zurück! Aber soweit gehen die heutigen geschichtlichen Zusammenfügungen ngch nicht. Sieht man von den Gräberfunden aus der Bronzezeit ab, den beiden bei Egtved und Skrydstrup ihrer 3000jährigen Ruhe entrissenen blonden Frauen — die wegen der Kunstfertigkeit, mit der ihre wollenen Gewänder gefertigt und am Halse und über den Armen abgeschlossen waren, -wegen der Geräte des täglichen Gebrauchs und der Schmucksachen für die Festtage, die ihnen für die Reise ins Ungemessene mitgegeben waren, berühmt geworden sind — so sind cs die Ausgrabungen auf Seeland, Fünen und oben in Nordjütland, die die Gedanken für die Geschichte des Volkes geschärft haben. Sprechen doch an diesen freigelegten Stätten noch heute die Sitten und Bräuche, ja die in ihrem Kampfgeist wie Verwandte anmutenden Vorfahren der Rasse selbst, auf die man stolz ist. Längst vergessen ist der blutige Hader nordischer Wikinger untereinander. Die verbindende Heldengeschichte lebt auf. Wie breit hat die Presse das wohl 2000 Jahre alte Lager der Gimbern im Himmermvor geschildert, das von gepanzerten Dvppelwällen und Gräben umgeben war und zu dem durch das offene Moor nur ein einziger, einen halben Meter dick gepflasterter Steinweg führte; wieviel Spalten hat sie gefüllt mit den Einzelheiten des planvoll befestigten Wikinger-Ortes an der Vaarby-Au auf Seeland, wo vor 1000 Jahren Pallisaden acht Meter hohe Wälle krönten, die die Au umfloß, und unter deren Schutz an den Herdstätten inmitten weiter Hallen die heimischen Feuer brannten. Welchen Anteil hat das ganze Volk an der Freilegungdes Ladby-Schif- f e s genommen, das am Kerteminde-Fjord auf Fünen die Leiche eines Wikinger-Häuptlings barg, den man mit Pferden, Jagdhunden, Waffen und erlesenem steinbesetzten Schmuck und reichen, mit Golddraht durchwirkten Kleidern zur letzten Fahrt nach Walhalla bestattet hatte. Das Interesse an der Erde, die über diesem Totenschiff zum Hünengrabe getürmt worden war, erlahmte auch dann nicht, als sich herausstellte, daß Räuber den Leichnam und den größten Teil der Schätze entwendet hatten. Oder waren es keine Räuber gewesen, sondern Nordländer, die ihren toten Häuptling heimholen wollten? Denn damals war es nicht Brauch, die gefallenen Helden in Booten beizusetzen, von deren Prunk und unnachahmbar kühnem Bau das Oseberg-Schiff bei Oslo Zeugnis gibt. Rund um die Ostsee reichen sich die Funde aus frühgermanischer Zeit die Hand. Die Blutsverbundenheit der Geschlechter Jahrtausende hindurch ist zu stark, um kleinlichen Ehrgeiz aufkommen zu lassen. Wir sagten, daß Gorm der Alte — ein Jahrhundert ehe Knud der Große Dänemark, England und Norwegen unter feiner Herrschaft vereinte — das Wort „tanmarka" in Stein prägte. Es gibt auch eine andere Lesart. Sie geht auf einen schwedischen Forscher zurück. Danach ist „Danmark" nicht abgeleitet vom Volksstamm der „da- nen" — vielmehr seien die ersten Bewohner Jüt- lands Goten genannt worden — sondern der Name für die (von Skandinavien aus gesehen) südliche Grenzmark gewesen. Das altgermanische Wort „Dan" bedeutet einen überschwemmten Landesteil, und das ist das heutige dänische Festland, auf dem sich südschwedische Germanen und Danen vor 1000 Jahren schlugen, zweifellos gewesen. Was von keiner Seite bestritten werden kann, ist Dänemarks Recht, in den kommenden Jahren, vielleicht schon 1936, sein Bestehen als tausendjähriges Reich zu feiern; als einiges Volk mit stolzer nordischer Geschichte. Zeitschriften. — Das Sonderheft „F i l m" der „Süddeutschen Monatshefte" (München) eröffnet der Vizepräsident der Reichsfilmkammer Weide- mann mit einem Aufsatz über den „Film als Kunstform unserer Zeit". In die neuen Grundsätze der Filmzensur, die heute gegenüber dem alten Gesetz etwas wesentlich Neues, Schöpferisches dar- stellt, führt Arnold Bacmeister von der 'Berliner Filmprüfstelle ein. Mit einer neuen Grundlegung der Filmkunst aus dem Geiste der Musik, wobei auf die Versuche des absoluten Films zurückgegriffen wird, führt der Leiter der dramaturgischen Abteilung der Reichsfachschaft Film, Leonhard Fürst, hinüber in den zweiten Teil des Heftes, der den Stand des Tonfilms im Zusammenhang seiner künstlerischen Eigenentwicklung gewidmet ist. „Bild und Dialog im Tonfilm", ein Aufsatz des Spielleiters Carl Junghans, beleuchtet eine der brennendsten Regie- und Schnittfragen des heutigen Tonfilms. Noch dringender ruft das Autorenproblem nach einer Losung. Das ersieht man aus dem Artikel „Autoren-Nachwuchs" des Leiters der Fachschrift Filmschriftsteller in der Reichsschrifttums- fammer, Hans Homberg. Daß die Arbeitsbedingungen des Drehbuchverfassers geändert werden müssen, das natürliche Wachsen, Blühen und Reifen einer dichterischen Idee auch im Filmschaffen Platz greifen, ergibt sich aus der Untersuchung „Dichten als Auftrag" von Schriftleiter Hans Spielhofer. Kommt in die -XV mterlager! Oer Bund Deutscher Mädel (BDM) zur Krage der aus jüdischen Haushaltungen entlassenen Hausangestellten. Durch das Gesetz vom 15. September 1935 ist festgelegt, daß ab 1. Januar 1936 kein deutsches Mädel mehr in jüdischen Haushaltungen beschäftigt werden darf, soweit es unter 45 Jahre ist. Damit sind eine größere Anzahl von Mädeln aus ihren bisherigen Dienststellungen herausgeholt worden. Für uns als Nationalsozialisten ist selbstverständlich, daß unsere erste Sorge diesen Mädchen gilt. Daß die Lösung dieser Frage nicht einfach ist, ist uns ganz klar. Weniger aus dem Grunde, daß wir keine neuen Arbeitsmöglichkeiten für diese Mädels hätten, als aus der Tatsache, mit welcher Einstellung jedes dieser Mädel das Gesetz an sich sieht. Wir wissen, daß das Gesetz für die, die davon betroffen werden, im Augenblick eine Schärfe hat, die von vielen nicht verstanden, sondern nur als persönliche Härte empfunden wird. Wir wissen, daß die Aufgabe der Stellung im Augenblick für jedes Mädel ein Opfer bedeutet. Wir wissen aber auch, daß die nationalsozialistische Idee nicht nur Opfer materieller Art gefordert hat und fordert, sondern daß Hunderte von Menschen sogar ihr Leben dafür gegeben haben. Wenn jedes einzelne Mädel sich das einmal klarmacht, daß auch sie als deutsche Volksgenossin ihrem Volke gegenüber Pflichten zu erfüllen hat, dann wird es sich loslösen von der Auffassung, daß es auf das persönliche Wohlergehen ankommt. Der größte Teil der entlassenen Mädchen ist bereits durch die Arbeitsämter in neue Stellungen, in den weiblichen Arbeitsdienst und in die Landhilfe vermittelt worden. An alle übrigen ergeht von uns durch die Arbeitsämter und durch die Deutsche Arbeitsfront die Aufforderung: Kommt in unsere Winterlager. Dort findet ihr Erholung bei Sport und Spiel und froher Gemeinschaft junger Kameradinnen aus allen Berufen. Hier könnt ihr Kraft für eure neue Arbeit sammeln. Unsere Winterlager liegen in den schönsten Gegenden unseres Gaues. Wir freuen uns, wenn ihr zu uns kommt und wissen, daß ihr euch bei uns wohlfühlen werdet. Else Riese, Führerin des Obergaues 13. Geldspenden für das WHW. Gesamtsumme der bisher eingegangenen Spenden 33 467,61 RM. Weitere Geldspenden gingen ein: 4.Jan.: Michel, Bierverleger, Gießen 50,80 RM.; Spar- und Darlehnskasse Alten-Buseck 3; Kriegerverein Ober-Hörgern 5 RM. 6. Jan.: Luise Reuning 10 RM.; Bauoberinspektor Lotz 15 RM. 7. Jan.: Dr. E. Vogt Wwe. 5 RM.; Professor Dr. Messer 20 RM. 8. Jan.: Gießener Schwimmverein 10 RM.; Gesangverein Lauter 4,50; Reichsoffiziersbund Gießen 10; Freiherr von Lemmers 11 RM. 9. Jan.: Vereinigung ehemaliger 224er, Gießen 5 RM.; Elfer-Stammtisch Merlau, Gießen 23 RM. 10. Jan.: Robert Strube, Gießen 30 RM.; Niederhausen, Gießen 15; Altersvereinigung 1873—1922 10; Verwaltungssekretär Ritter 20; Dreschgemeinschaft Eberstadt 10 RM. 11. Jan.: Pferdeversicherungsverein Ober-Hörgern 5 RM.; Landwirtschaftlicher Konsumverein ? ? ? 200 RM. Lohnspenden von Arbeitnehmern. 4. Jan.: Frischdienst Gießen 22,40 RM.; Verbrauchergenossenschaft Gießen 60,62; Provinzialkasse Gießen 295,90; Stempel-Kreuter, Gießen 26,16; Häute- und Fettoerwertung, Gießen 17,50 RM. 6. Jan.: Reserve-Standarte 116 5 RM.; Lupus- Heilstätte, Gießen 20,57; v. Münchowsche Druckerei, Gießen 21,49; Gailsche Tonwerke 47,05; I. Parnaß 5; Adolf Geisse 16,45 RM. 7. Jan.: Karzentra 53,86 RM.; I. B. Noll 32,70; Winterhoff 9,92; Stadtkasse Gießen 556,60; „Kraft durch Freude", Gießen 10,34; Bekrusa, Gießen 14,40; P. I. Möbs, Gießen 46,70; Artur Pietsch Auerhahn 9,77- Industrie- und Handelskammer, Gießen 15,30; Theod. Köhler 9,43; Orth. Universitäts-Klinik 27,02; Arbeiter und Angestellten der Gemeinde Heuchelheim 8,08 RM. 8. Jan.: Wilhelm Frey, Lang-Göns 8,65 RM.; Gebr. Grieb 23,77; Buderus'sche Eisenwerke, Lollar 63,20; Gießener Anzeiger 100,60; Alice-Schulverein 32,30; Veterinär-Klinik Gießen 56,85 RM. 9. Jan.: I. B. Häuser 48,10 RM.; Dürr & Co. 40; Emil Pistor Nachf. 6",84; Franz Bette, Gießen 12,35; A. u. W. Denninghoff 38,48 RM. 10. Jan.: Bänninger G. m. b. H. 282,67 RM.; Finanzkasse Hungen 11,30; Hessische Landesuniversität 1633,03; Textilhaus Graf 31,90; W. Möser, Gießen 15,70 RM. 11. Jan.: Arbeitsamt Gießen 11,10 RM.; Vogt & Co., Gießen 34,28; Cafe Amend 29,40; Jürgens van den Bergh 9,55; Eierteigwarenfabrik 19,95 RM. Gesamtsumme 37 772,19 RM. verein, am Donnerstag, 16. d. M., um 20.15 Uhr, in der Aula des Gymnasiums, empfohlen. Eintritt frei. Amt für Volkswohlfahrt. Ortsgruppe Gießen-Mitte. Vetr.: Pfundsammlung. Am Mittwoch, 15. Januar, werden die Spenden (Pfundsammlung) durch die NS.-Frauenschaft eingesammelt. Die Hausfrauen werden gebeten, den Inhalt der Päckchen auf der Umhüllung kenntlich zu machen und die Mitgliedskarten zur Ouittungs- rinzeichnung bereitzuhalten. Die Pfundsammlung erstreckt sich während des WHW. wieder auf alle Volksgenossen. Gegen den Mißbrauch nationalsozialistischer Kampflieder Nach Zustimmung des Kreisausschusses des Kreises Gießen und mit Genehmigung des Reichsstatthalters in Hessen — Landesregierung, Abt. la — ist vom Kreisamt Gießen unter dem 14. Januar 1936 für den Kreis Gießen nachstehende Polizeiver- ordnung erlassen worden: Der Mißbrauch der Kampflieder der national» sozialistischen Bewegung durch Umdichtung des Textes, durch Benutzung ihrer Melodie für einen fremden Text oder in ähnlicher Weife ist verboten. Die Nichtbefolgung des § 1 wird gemäß § 9 Absatz 2 des Gesetzes zum Schutze der nationalen Snmbole vom 19. Mai 1933 — Reichsgesetzblatt I Seite 285 — mit Geldstrafe bis zu 150 Mark oder mit Haft bis zu zwei Wochen bestraft. Diese Polizeioerordnung tritt sofort in Kraft. Verbotener Verkehr mit Gefangenen und Schuhbäff'inqen. Das Kreisamt Gießen hat nach Zustimmung des Kreisausschusses und mit Genehmigung des Reichsstatthalters in Hessen — Landesregierung, Abt. la — am 14. Januar 1936 folgende Polizeiverordnung für den Kreis Gießen erlassen: Wer unbefugt mit Gefangenen oder Schutzhäftlingen in Verkehr tritt oder sich mit ihnen durch Worte, Zeichen oder auf andere Weise zu verständigen sucht, wird mit Geldstrafe bis zu 30 Mark bestraft. Diese Polizeiverordnung tritt am Tage nach ihrer Veröffentlichung in Kraft. Das Hissen der HI.-Kahnen in den Schulen. Die Landesregierung — Abteilung II — hat folgendes bekanntgegeben: An die Direktionen der höheren Schulen, gewerblichen Unterrichtsanftalten, sowie die Kreis- und Stadtschulämter. In Aenderung bzw. Ergänzung meines Ausschreibens vom 30. Sept. 1935 zu Nr. II/IV 26283 gebe ich bekannt: Die Berechtigung zum Hissen der HI. - Fahne haben nur die Schulen, deren Jugend zu mindestens 90 Prozent der HI., dem Jungvolk, oder dem BDM. angehören. Die seitherige Regelung war eine Vereinbarung zwischen der Führung des Gebiets 13 der HI. und der Landesregierung, Abteilung II. Durch Verfügung der Reichsjugendführung ist allgemein der erhöhte Prozentsatz festgelegt worden. Neben der National- und HJ.-Flagge ist auch das Hissen der Jungvolkfahne gestattet, doch darf diese nicht allein gezeigt werden. GeländesportarbeitSgemeinschasten an den böheren Schur O'-’ wr^teoereitr Der im Gießener Anzeiger vom 11. Januar angekündigte Vortrag von Privatdozent Dr. Richter über die Ausgrabungen auf der Glauburg findet — wie in Berichtigung jener Anzeige ausdrücklich fest- gestellt *fei — am 16. Januar in der Aula des Gymnasiums statt. Obst- und «nartenbanvprem Im vollbesetzten Saale des Hotels Hopfeld hielt am Sonntag der Verein seine erste diesjährige Tagung ab. Nach Erledigung einiger interner Angelegenheiten wies der Vorsitzende auf die günstige Gelegenheit hin, die sich gegenwärtig zur Bekämpfung der Wühlmäuse in den Gärten mittels Gift und Fallen, wie auch durch Umarbeiten von Kompost- und Erdhaufen, sowie der Beseitigung alter Hecken biete. Ferner wurde auf die wirtschaftlichen Vorteile hingewiesen, welche die Ausnützung aller sonnig gelegenen Hauswände und Mauern mit Spalierobst viettzt. Pfirsich und Wein zur Selbstversorgung gibt es noch viel zu wenig. Redner des Tages war Gartenbaudirektor Lange aus Frankfurt a. M. In überaus klarer und anschaulicher Weise legte er die mancherlei Be- bingungen dar, unter denen Obstbäume nicht nur regelmäßige Ernten brächten, sondern auch zu einer notwendigen Mehrleistung veranlaßt werden könnten. Wir haben es, so sagte der Redner u. a., durch vermehrte Anpflanzung schwachwachsender Zwergbäume in der Hand, unsere Gärten besser als seit» her auszunutzen und durch bessere Pflege, Bodenbearbeitung und Düngung die Ernte nach Menge und Güte zu steigern. Unter den gegenwärtigen wirtschaftlichen Umständen muß jeder, der Bäume besitzt ober solche pflanzen kann, an der Aufgabe tätigen Anteil nehmen, den Obstbedarf unseres Volkes aus eigener Scholle zu decken. Das nächste Ziel ist, jeden Obstbaum dahin zu bringen, daß er jährlich 20 Pfund mehr Früchte trage. Dieses Ziel ist erreichbar, und wenn es erreicht sein wird, werden wir von der Versorgung aus dem Ausland unabhängig fein. Wir haben sogar, so teilte der Redner mit, trotz der geringen Obsternte ohne Auslandsware noch so günstige Vorräte, daß ein erheblicher Mangel nicht zu befürchten ist. Auf den Baumschnitt eingehend, dessen Bedeutung in der Regel verkannt und überschätzt werde, wurde gesagt, er sei kein Mittel, um unfruchtbare Bäume fruchtbar zu machen. Wichtiger sei die Wohl der Sorten und vor allem auch der verschiedenen Unterlagen. A"ch die in Ihrer Bedeutung erst seit kurzem voll gew r- bigte Rolle bet Bestäubungsverhältnisse würbe ein» ge'henb erörtert, wie auch noch vieles andere, das in nächster Zeit in einem Artikel der „Scholle" behandelt werden soll. Der mit reichem Beifall belohnte Vortrag löste zum Schluß noch eine überaus lebhafte Aussprache aus, die erkennen ließ, daß das allgemeine Interesse am Obstbau in erfreulicher Weise zunimmt.________ Nr. 1 — a---? 271 D „Ja, und nun möchte ich gern eure Ansicht hören!" sagte Mia. „Könnt ihr mir raten, das Grundstück zu kaufen? Aber bitte ganz offen sprechen." Annelies enthielt sich einer Antwort. Günter spielte mit dem Stiel seines Glases. „Wenn du sonst nicht irgendwelche Bedenken hast, kann ich dir nur raten, zuzugreifen. Es ist ein ganz prachtvolles Grundstück." Mias Augen hingen mit zwingender Frage an seinem Gesicht. Dann ließ sie plötzlich die dunklen Wimpern sinken. „Wenn ich überhaupt hierbleibe, werde ich es kaufen!" sagte sie, als spräche sie in ihr Glas hinein. Als sie am späten Nachmittag wieder nach Hause fuhren, gelang es ihr, Günter kurz vor dem Eingang des Gartenrestaurants einen Augenblick allein zu sprechen. Sie trat dicht vor ihn hin und sah ihn mit einem schwermütigen Augenaufschlag an. „Du hast mir etwas versprochen, Günter. Weißt du es noch?" Er verneinte. Er erinnerte sich tatsächlich nicht. „Doch, Günter: die Bootsfahrt!" half sie seinem Gedächtnis nach. „Ach ja! Aber ich weiß wirklich nicht ..." Sie hielt seinen abirrenden Blick fest. „Günther", bat sie mit drängender Stimme, „ich weiß nicht, wie lange ich noch hier sein werde — willst du mir diese Stunde noch schenken?" Er sah ihr stumm in die fast angstvoll flehenden Augen. Dann straffte sich seine Gestalt. „Gut! Ich werde kommen!" sagte er heiser. „Wann? Heute abend?" „Morgen — wenn es dunkel wird." 14. Kapitel. Die alte Kathrin trat mit schwerfälligen Schritten ans Küchenfenster und sah in die merkwürdig fahle Dämmerung hinaus. „Der Himmel gefällt mir gar nicht! Es gibt heute noch ein Wetter!" Annelies folgte ihr langsam. Sie sah prüfend zum Himmel hinauf. Dann glitt ihr Blick verloren über den Garten hin. Plötzlich stutzte sie. War das nicht Günter, der da eben mit raschen Schritten unter den Bäumen verschwand? Ging er nach dem Turmzimmer? Er hatte sie heute ein paarmal mit einem solchen Ausdruck in den Augen angesehen, daß sie laut hätte aufschreien mögen. Vielleicht suchte er jetzt wieder einmal die Einsamkeit. Eine knappe Viertelstunde darauf ging sie wieder ins Wohnzimmer hinüber. „Wo ist denn Günther?" fragte sie mit ruhiger Miene. „Er wollte noch ein bißchen an die Luft!" gab die Tante Auskunft. — Günther hatte die Schritte verlangsamt, als die Stufen von der Mauer herabgestiegen war und nun nach dem Flußufer hinüberging. Von weitem schon sah er Mia in dem unsicheren Dämmerlicht neben dem Bootshaus stehen. Ihr Kleid wehte im aufkommenden Winde. Fortsetzung folgt *• Erfolgreiche Gießener Geflügelzüchter. Der in Züchterkreisen bekannte erfolgreiche Rhodeländerzüchter Friedrich Bauer, Vorsitzender des Gießener Geflügelzüchtervereins, erhielt auf der vom 10. bis 12. Januar in Magdeburg veranstalteten 2. Deutschen Rassegeflügelschau neben mehreren Ehren-, Zuschlags- und Klassenpreisen in stärkster Konkurrenz auf einen Rhodeländer-Hahn den Siegertitel. — Das Vereinsmitalied Heinrich Becker erzielte auf rotbunte Orloffs beachtliche Ausstellungserfolge. Amtsgericht Gießen. Das Gericht hatte sich gestern mit dem Karl S ch a u l, Wilhelm W i ß n e r, Friedrich Maar und Richard Strobel wegen gemeinschaftlicher Körperverletzung zu beschäftigen. Die Angeklagten befanden sich am 18. Mai 1935 spät abends in einer hiesigen Wirtschaft. Zwei der Angeklagten musizierten. Es entspann sich zwischen ihnen und einem Gast ein Wortwechsel. Dabei ergriffen die beiden anderen für die Musikanten Partei, und es kam zu einer schweren Schlägerei, die sich auf der Straße fortsetzte und bei der der Zeuge erheblich verletzt wurde. Drei der Angeklagten leugneten zwar hartnäckig, sie wurden sedoch durch die Beweisaufnahme überführt. Das Gericht erkannte gegen Schau! auf 5 Monate, gegen Strobel auf 2 Monate, gegen Maar auf 1 Monat und gegen W i ß n e r auf 6 Wochen Gefängnis. Die Angeklagten tragen gesamtschuldnerisch die Kosten des Verfahrens. Große Strafkammer Gießen. Der $). B. aus Friedberg wurde zu einemJahr sechsMonatenGefängnis und zu 1000RM. Geldstrafe verurteilt. Der Angeklagte erhielt von mehreren Berechtigten den Auftrag, Steuergutscheine beim Finanzamt Friedberg, wo er tätig war, einzulösen. Die Beträge lieferte er nur teilweise ab, den Rest behielt er für sich. Während ihm in einigen Fällen Vollmacht ausgestellt wurde, fertigte er auch Dollmachtsurkunden an und unterzeichnete sie mit den Namen der Berechtigten. Der Angeklagte war in der gestrigen Hauptoerhandlung im wesentlichen geständig. Das Gericht billigte ihm daher mildernde Umstände zu und rechnete ihm zwei Monate auf die Geldstrafe an, die damit als verbüßt gilt; drei Monate Gefängnis wurden dem Angeklagten auf die erkannte Freiheitsstrafe angerechnet. Gießen imZeichendesSchausenstenvettbewerbes Die jungen Kaufleute und Gebrauchsanwärter wurden aufgefordert, sich am Schaufenster- wettbewerb, der im Rahmen des 3. Reichsberufswettkampfes in der Zeit vom 9. b i s 1 6. Februar stattfindet, zu beteiligen. Line stattliche Zahl Teilnehmer hat sich bei der zuständigen Wetlbewerbsleilung gemeldet, um im Kampfe um die Leistung ihr Können unter Beweis zu stellen. Nun beginnt der Kaufmannsnachwuchs zu entwerfen, zu planen und zu gestalten. Bald werden große Plakate an den einzelnen Fenstern ankündigen, daß hinter Vorhängen und Läden sich große Taten vorbereiten, gilt es doch unter Beweis zu stellen, daß auch die jüngste Generation des Kaufmannsnachwuchses in der Lage ist, die Werbemöglichkeiten eines Schaufensters zu erfassen und auszuschöpfen. Für die Oeffentlichkeit wird der Schaufensterwettbewerb von besonderem Interesse sein, ist dieser doch derjenige Teil des Wettkampfes der deutschen Jugend, der sich vor den Augen aller abspielen wird. Genau wie im letzten Jahre, werden die Käufer, welche in den Nachmittags- und Abendstunden die Straßen von Gießen durcheilen, die einzelnen Schaufenster, welche im Wettbewerb stehen, aufsuchen, um mit kritischem Blick die Leistungen der Kaufmannsjugend zu vergleichen. Den jungen Aussteller wird seine Leistung mit besonderem Stolz erfüllen können, steht doch in jedem Wettbewerbsfenster ein Schild, auf dem Namen und Leistungsklasse des Schaufenstererstellers verzeichnet ist. Wenn sich am Sonntag, 9. Februar, in den Vormittagsstunden die Prüfungskommission zur Abnahme der Fenster zusammenfindet, so werden viele Prüflinge und Interessenten mit Eifer die Feststellungen dieser Kommission verfolgen. Nach Bekanntgabe des Ergebnisses wird den Siegern eine Urkunde ausgehändigt, die, im Fenster angebracht, das Ergebnis der Bewertung verrät. Wer macht noch mit? Schon mancher junge Kaufmann oder Verkäuferin konnte durch die Anregung eines Schaufensterwettbewerbes in sich ein Talent entdecken, das vorher nicht vermutet wurde. Etwas Mut und Fleiß wird jeder aufbringen können, um an dem Wettbewerb teilzunehmen. Es ist höchste Zeit zur Anmeldung, die bei der Deutschen Arbeitsfront, Schanzenstraße 18, Zimmer 7, erfolgen kann. Anmeldungsschluß: 15. Januar 1936, 18 Uhr. W.M. In 48 Orten. LPD. Von der Gaujugendwaltung erfahren mir; Der Schaufensterwettbewerb in Hessen-Nassau gelangt in 4 8 Städten und Orten zur Durchführung. In allen Orten wurde ein Wettbewerbsleiter eingesetzt mit der Maßgabe, den Organisationsund Prüfungsausschuß für den Schaufensterwettbewerb zu bilden. In diesen Ausschüssen befinden sich bewährte Mitarbeiter aus sämtlichen Sparten des Einzelhandels sowie erste Fachkräfte aus der Dekorationsbranche. Ende Januar werden die örtlichen Wettbewerbsleiter aus dem ganzen Gaugebiet zu einer großen Tagung zusammenkommen, wobei der Wettbewerbsleiter Karl Meurer grundlegende t Ausführungen über die Durchführung und Bewer- I tung des Schaufensterwettbewerbs machen wird. Inzwischen laufen die Meldungen in großer Zahl ein. I Die Zahl der Teilnehmer als auch der zur Ver- ! fügung gestellten Schaufenster dürfte im Gau Hessen- Nassau etwa doppelt so groß sein als im Februar vorigen Jahres. Jeder Teilnehmer erhält eine Teilnehmerurkunde. Schiedsgericht beim Reichsnährstand. E-nkührung der Schiedsrichter bei der Landesbauernschast Hessen-Nassau. NSG. Der Reichsnährstand ist nicht die Jnter- essenvereinigung der deutschen Bauern, sondern die Gemeinschaft aller, deren Arbeit der Ernährung des Volkes dient. Da die Vielfalt der hier zusammengefaßten Berufe ungewöhnlich groß ist, muß die Möglichkeit gegeben sein, etwa auftretende fachliche und berufliche Streitfälle vor einem ständigen Schiedsgericht zu schlichten Für die Landesbauernschaft Hessen-Nassau ist dieses Schiedsgericht nun gebildet und am gestrigen Dienstag feierlich verkündet worden Der Landes- bauernführer Dr. Wagner nahm vormittags im großen Sitzungssaal der Landesbauernschaft die Einführung der Schiedsrichter vor und sprach bei dieser Gelegenheit über Sinn und Aufgabe der Einrichtung. Da die Schlichtung von Streitigkeiten auf Einzelgebieten des Wirtschaftslebens nur bei genauer Sachkenntnis möglich ist, haben schon immer eigenständige Schiedsgerichte bestanden für besondere interne Einzelfragen. Das Schiedsgericht beim Reichsnährstand hat die Voraussetzung, daß die Schiedsrichter durchaus unparteiisch sind; es besteht aus einem Obmann und .zwei Schiedsrichtern als Beisitzer. Der Obmann «ist Jurist und muß die Befähigung zum Richteramt Ihaben; der Reichsbauernführer selbst be- rruft ihn auf die Dauer von 2 Jahren. Die Schieds- uichter, die jeweils die fragliche Einzelsparte ver- ttreten, müssen Mitglieder des Reichsnährstandes sein und werden einer Vorschlagsliste entnommen, die durch den Reichsbauernführer genehmigt ist. Besonders bemerkenswert am Aufbau dieser Schiedsgerichte ist, daß die Schiedsrichter nicht etwa durch die Parteien benannt werden, ebenso dürfen sie weder eine der Parteien beraten, noch mit ihr über den Streitfall verhandeln. Die Auswahl der Schiedsrichter und ihre Bestellung für den einzelnen Streitfall erfolgt durch die Geschäftsstelle des Schiedsgerichts; über die Einzelheiten des Verfahrens unterrichtet die Schiedsgerichtsordnung, die allen Berufenen bei der Einführung ausgehandigt wurde. Der Landesbauernführer machte die versammelten Schiedsrichter mit Nachdruck darauf aufmerksam, daß dieses Amt die schwere Verantwortung enthält, unparteiisch, streng fachlich und nationalsozialistisch zu denken und zu handeln. Er gab der Ueberzeugung Ausdruck, daß alle Schiedsrichter das große Vertrauen, das durch die Genehmigung zur Errichtung dieses Schiedsgerichtes dem Reichsnährstand bewiesen wurde, immer neu bestätigen. Die Arbeit des Reichsnährstandes werde durch eine umsichtige und sorgsame Pflege dieser eigenständigen Gerichte wesentlich erleichtert werden. Als Obmann des Schiedsgerichtes wurde Landgerichtsrat Dr. Wimmer bekanntgegeben, die Zahl der Schiedsrichter aus den einzelnen Sparten beträgt etwa 100 Sachkenner. ©.Jlxfport Der Handball-Gaumeister in Gießen. 1900 gegen Kasseler Türngemeinde am Sonntag. Ein Handballspiel von nicht alltäglicher Bedeutung steigt am kommenden Sonntagnachmittag auf dem 1900-Sportplatz. Die gut in Form gekommenen Spielvereinigungsleute empfangen den diesjährigen Meister des Gaues Nordhessen, die „CT". Nach den bisherigen Ergebnissen zu urteilen, wird sich das Treffen zu einer Kraftprobe ersten Ranges gestalten. Die Kasselaper werden alles daransetzen, um weiterhin Spitzenreiter zu bleiben und ihrem Titel als Gaumeister Ehre zu machen. Die Platzbesitzer wollen nicht nur ihre Spielstärke unter Beweis stellen, sondern auch jede Chance wahrnehmen, um weiter nach vorne zu kommen. Fußball der Kreisklaffen. 1. Kreisklasse: Großen-Buseck — Rodheim 3:2; Leihgestern — Lollar 0:5; Bissen berg II — Steindorf 4:1; Burgsolms — Leun 6:2; Oberbiel — Albshausen 5:2; Spsr. Wetzlar — Stockhausen 5:0 Hermannstein — Ehringshausen 3:6; Holzhausen — Aßlar 0:3. 2. Kreisklasse: Großen-Linden — Steinbach 3:3; VsB.-R. III — Lich 1:2; Lich II — Steinberg II 2:5; Tv. 1846 — Alten-Buseck 6:0; Fellingshausen — Launsbach 1:6; Lollar II — Krofdorf K. nicht angetreten; Heuchelheim II — Rodheim II 9:1; Geilshausen — Treis 9:1; Grünberg II — Daubringen 3:3; Staufenberg — Rüd- dingshausen 5:3; Wetzlar III — Spsr. Wetzlar II 0:3; Naunheim II — Waldgirmes 4:1. Fußballklub 1926 Großen-Buseck. Großen-Buseck I — Rodheim I 3:2. Am Sonntag war Rodheim Gegner der ersten Elf des FC. Großen-Buseck. Hatte man auf Grund der letzten Leistungen mit einem eindeutigen Sieg der Einheimischen gerechnet, 'so wurde man in dieser Hinsicht enttäuscht. Die Gäste aus Rod- heirn brachten einen festen Siegeswillen und großen Eifer mit, duxch den die technische Ueberlegen- heit der einheimischen Mannschaft voll ausgeglichen wurde. Der schlüpfrige Boden ließ dazu ein flaches Spiel nicht zu. Rodheim fand sich mit den Platzverhältnissen viel besser ab und konnte durch ein schnelles, weites Spiel, besonders in der ersten Halbzeit recht gefährlich werden. Großen-Busecks Mittelstürryer brachte seine Mannschaft schon in den ersten Minuten 1:0 in Führung. Rodheim glich bis zur Pause aus. In der zweiten Halbzeit gestalteten die Einheimischen das Spiel ganz überlegen, konnten aber vorerst keine Erfolge erzielen, mußten vielmehr den Gästen nach einem gelegentlichen Durchbruch die 2:1-Führung überlassen. Rodheim zog nun sämtliche Spieler zurück, um das Resultat zu halten. Die Einheimischen konnten trotzdem durch Kopfstoß des Mittelstürmers im Anschluß an einen schön hereingebrachten Eckball des Linksaußen den Ausgleich erzwingen. Das Spiel neigte sich dem Ende zu und Rodheim war schon froh, wenigstens einen Punkt gerettet zu haben. Zwei Sekunden vor Spielschluß konnte^ jedoch der mittlerweile in den Sturm gegangene rechte Verteidiger durch wunderbaren Schuß noch den verdienten siegbringenden Treffer erzielen. Die Jugend konnte das entscheidende Spiel gegen Wieseck in schönem Stil 5:1 gewinnen. Damit dürfte ihr die Meisterschaft in ihrer Gruppe sicher [ein. Von den bis jetzt ausgetragenen 7 Spielen, in denen sie ein Torverhältnis von 35:7 erzielte, wurden 6 gewonnen; eins endete unentschieden. Es stehen nur noch drei Spiele aus. Sportverein 1920 Lollar. Leihgestern I — Lotlar I 0:5. Die erste Mannschaft spielte in Leihgestern und sicherte sich durch einen überzeugenden 5:0-Sieg die beiden letzten ihr noch zur Erringung der Gruppenmeisterschaft notwendigen Punkte. Man hatte mit einem so glatten Siege auf dem gefürchteten Gelände nicht gerechnet. Der für den Mittelläufer eingestellte Ersatzmann bot efne sehr gute Leistung. Die erste Elf des Sportvereins 1920 Lollar ist durch diesen Sieg Meister der ersten Kreisklasse, Gruppe Gießen, in der diesjährigen Verbandsrunde geworden. Sie hat von den seither ausgetragenen zwölf Pflichtspielen elf gewonnen und nur ein Spiel unter unglücklichen Umständen mit 3:2 verloren. Sie hat bisher 67 Tore in dieser Runde erzielt und nur 17 Gegentreffer hinnehmen müssen. Die beiden noch ausstehenden Spiele haben auf die Tabellenfübrung selbst keinen Einfluß mehr. Den einzelnen Spielern gebührt ob dieser überragenden Leistung ein Gesamtlob. Die zweite Elf mußte unverrichteter Sache wieder umkehren, weil der Gegner, Krofdorfs 1., nicht antrat. Die Jugend konnte gegen die körperlich weitaus stärkeren und auch spielerisch besseren Gegner nicht ankommen und mußte sich eine hohe 5.0-Niederlage gefallen lassen. Versammlung der Kegler im Lahn-Buseckertal. Arn Sonntag waren die angehörenden Vereine des Vereins der Kegler „Lahn-Buseckertal" in Wieseck zu einer Aussprache über die neuerstandenen Bundeskegelbahnen bei Gastwirt Heinrich Braun in Wieseck zusammengekommen. Nach kurzer Begrüßung durch den Vorsitzenden, Wilhelm Schäfer (Wieseck), erfolgte eine Aussprache über die Finanzierung der Kegelbahnen. Die Finanzlage des Keglervereins ist in bester Ordnung. Durch pünktliche Beitragszahlung der angehörenden Vereine ist es möglich, aus den laufenden Einnahmen die Unkosten, welche durch Neubau der Bundesbahnen entstanden find, restlos zu begleichen. Die Ausscheidungstampfe für das Bundeskegeln beginnen nunmehr. Die Reihenfolge der Bahnen- benutzung durch die einzelnen Vereine wurde festgelegt. Es dürfte hierdurch eine einwandfreie Abwicklung der Ausscheidungskämpfe gesichert sein. Nach Schluß der Aussprache gab der Vorsitzende den einzelnen Vereinen noch einmal die Ergebnisse, unter Ueberreichung der Siegerdiplome, aus dem Winterhilfskegeln bekannt. An das Winterhilfswerk konnten damals 68 Mark abgeführt werden. „Skiläufers Freuden/' Lin Filmvorlrag des Skiklubs Gießen. Der Skiklub Gießen hatte zu einer Ski-Film- Vorführung eingeladen und der Vereinsführer Karl A l t h a u s konnte im überfüllten Saale des Kunstwissenschaftlichen Instituts etwa 250 Gäste begrüßen. In humorvollen Worten erinnerte er die trauernde Skigemeinde an die gute Schneelage anfangs Dezember in unseren oberhessischen „Alpen", dem Vogelsberg. Die Freude hierüber habe jedoch nur bis Weihnachten gewährt, da das Christkindchen statt klirrenden Frost, Föh^wetter mit Temperaturen bis zu 13 Grad Wärn^e gebracht habe. Seitdem beten die Jünger der weißen Kunst mit viel Andacht und Inbrunst das Skigebet. Alsdann ging er auf den Inhalt des Filmes ein, der von den Brettern, die für den Skiläufer die Welt bedeuten, und ihren Fahrten erzählte. Nur noch wenige Tage trennen uns von den Olympischen Winterspielen im schönen Werdendster Land. Hierzu werden etwa 25 bis 30 Jugendliche aus Mitteldeutschland auf einer Alm am Wank bei Garmisch-Partenkirchen wohnen. Althaus schloß seine Ansprache mit den Worten: „Olympia 1936 wird ein großartiges Kampfgemälde, eine Sinfonie des Mutes und der Könnerschaft sein. Ein Gemälde, das, so hoffen wir alle, in den Farben des Winters gemalt ist. Weiß wie der Schnee, blau wie der Himmel und golden wie die Sonne." Zu dem nun folgenden Film gaben die DSD.- Lehrwarte Lotz und Althaus in Form eines Zwiegesprächs die notwendigen Ergänzungen. Der Film selbst brachte im ersten Teil mit der Überschrift: „Aller Anfang ist schwer", einen Einblick in einen Kurs für Skisäuglinge. Während die nächsten beiden Teile die „hohe Schule" der Skimeister im Abfahrtsund Sprunglauf zeigte. Hier konnte man den auch in Gießen bekannten Norweger, Olympiaspringer Randmod Sörensen, bei seinen wundervollen, kraftvollen Sprüngen von der Olympiaschanze am Guidi- berg sehen. Birger Ruud und eine Reihe unserer besten deutschen Springer, bei denen man das systematische Olympiatraining deutlich merkte, konnte man gleichermaßen bewundern. Erstklassige Abfahrtsläufer, allen voran Hellmut Lantschner, zeigten in vollendeter Beherrschung Skilauf in höchster Vollkommenheit. Ein weiterer Teil des Films war dem Sommertraining bekannter deutscher Meisterläufer gewidmet. Aufnahmen aus dem Schwarzwald und dem Riesengebirge zeigten die Schönheit unserer heimatlichen Berge zur Winterszeit. In manchen dem Skisport noch Fernstehenden wird dieser ausgezeichnete Filmabend den Wunsch ausgelöst haben, sich ein Paar Bretter anzuschaffen und mitzuziehen in die Wunderwelt der Berge. Mit Begeisterung wurde von allen Anwesenden das traditionelle Skigebet gesprochen, das schon am anderen Morgen durch einzelne Schneeflocken in Erfüllung ging. Kurze Sportnotizen. Beim Magdeburger Hallensportfest, das am Samstagabend vor 4000 Zuschauern abgewickelt wurde, siegte Borchmeyer vor Leichum im Sprinterdreikampf. Im Kugelstoßen besiegte Wöllcke mit einem Wurf von 15,70 Meter den in Heidelberg studierenden Amerikaner John Lyman, der es nur auf 13,95 Meter brachte. Japans Eishockey-Olympia-Mannschaft mußte in Kattowitz durch Polens Nationalvertretung eine 5.1-Niederlage einstecken. mit der »OPEL Synchron - Federung« Ihnen ohnehin einzigartige Vorzüge bieten. Und noch eine besondere Annehmlichkeit, wenn Sie sofort kaufen : dann ist Ihr Wagen auch schon eingefahren, wenn die ersten schönen Tage kommen I zwischen den Blättern bis zum 14.Februar! Denn soviel sparen Sie ohne jedes weitere Zutun, wenn Sie Ihren OPEL »Typ Olympia« schon jetzt kaufen. 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So ist gegenwärtig der Bau der 300 Meter langen Brücke über das Urselbachtal im Gange, eines der mächtigsten Bauwerke der Reichsautobahn in unserem Bezirk. Die nördlich von Frankfurt verlaufende Strecke führt durch ein landschaftlich äußerst reizvolles Gebiet, in döm wichtige Bäder und romantische Flecken liegen, die von der Bahn aus leicht erreicht werden können. Trotz aller Schwierigkeiten soll ein werterer Teilabschnitt der Reichsautobahn, nämlich die Strecke Frankfurt — Bad-Nauheim, bis zum 2 3. September 1936 fertiggestellt sein, so daß sie bis zu diesem Termin eingeweiht werden kann. Werbung für den Deutschen Rundfunk. Der mit Tonfilm-Apparatur, Großlautsprecher und Schallplattenvorführungsgerät ausgestattete große Werbewagen der Reichsrundfunkkammer wird am 19. Januar in G r o ß e n - B u s e ck , am 21. Januar in Treis a. d. Lda., am 23. Januar in Leihgestern und am 2. Februar in V i l l i n- gen eintreffen. In diesen Orten wird er neben Platzkonzerten und Sondervorstellungen jeweils abends eine öffentliche Veranstaltung zur Werbung für den deutschen Rundfunk bringen. Die Darbietungen dürften sicherlich das volle Interesse der Volksgenossen in diesen Orten finden. 750-Zahrfeier des Bestehens der Burg Grünberg. + Grünberg, 14. Jan. Das Jahr 1936 ist für Grünberg ein Jubiläumsjahr. Genau vor 750 Jahren — im Jahre 1186 — war es, als der damalige Landgraf Ludwig III. von Thüringen, der gleichzeitig Landesherr von Hessen war, hier an der Südgrenze seiner Besitzungen auf dem „Grünen Berge" eine Burg errichten ließ. An der großen, von der Wetterau kommenden Heerstraße gelegen, sollte diese Burg die Sicherung der hessischen Lvnde gegen Einfälle der Erzbischöfe von Mainz übernehmen. Die Geschichte weiß von harten Kämpfen der beiden streitenden Parteien um die Burg zu berichten; u. a. wurde sie schon nach neunjährigem Bestehen von den siegreich vordringenden Mainzern, die der Kölner Erzbischof unterstützte, zerstört, jedoch bald darauf wieder in größerer Ausdehnung aufgebaut. In kleinerem Kreise wurde nun die Anregung gegeben, dieses für Grünberg wichtige geschichtliche Ereignis durch eine Jubiläumsfeier zu begehen. Am Montagabend tagte daher im Rathaus unter dem Vorsitz von Bürgermeister Wagner ein von diesem berufener Ausschuß, um über diese Sache zu beraten. Dse Versammlung war einstimmig der Meinung, eine der Bedeutung der Sache entsprechende Jubiläumsfeier abzuhalten, für die als Zeitpunkt der 2 7. und 2 8. Juni bestimmt wurde. Um die nötigen Vorarbeiten zu leisten, wurden verschiedene Unterausschüsse gebildet, die alsbald mit ihrer Tätigkeit beginnen sollen. Ebenso wurde in, großen Zügen schon der äußere Rahmen der Feier festgelegt: Samstag, 2 7. Juni: Festabend in der Turnhalle mit Ansprachen, Festrede und lebenden Bildern aus Grünbergs Geschichte. Sonntag, 28. Juni: Großer Festzug mit historischen Gruppen mit anschließender Kundgebung, zu der Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger eingeladen werden soll, dann Volksfest und am Abend große Beleuchtung des Marktplatzes. DonememLastzugabgestüniundgetötei * Butzbach, 15. Jan. In der letzten Nacht stürzte beim Passieren eines aus einer Zugmaschine und zwei großen Lastwagen bestehenden Lastzuges Wius Offenbach a. M. in unserer Stadt der auf dem vordersten Anhängewaaen als Bremier sitzende 36 Jahre alte Hermann Pfaff aus Offenbach a. M. so unglücklich von dem Fahrzeug ab, daß er offen- sitlich das Genick brach und auf der Stelle t o t liegen blieb. Der Verunglückte wurde von dem Fahrzeug nicht überfahren. Um den bedauernswerten Mann trauern feine Frau und zwei Kinder. Jteger Betrieb in Nieder-Oflei^n —. — Homberg 14. Januar. Im benachbarten Nieder-Ofleiden ist man in der O b e r h e f - fischen Basalt - und Hartsteinindüstrie jetzt emsig mit einer Vergrößerung und dem Umbau der Gebäude und ihrer maschinellen Einrichtungen beschäftigt. Bis vor Weihnachten arbeitete man in drei Schichten von je acht Stunden bis nachts 2 Uhr, um das für die Reichsautobahn erforderliche Material an Schotter liefern zu können. Das bisher gelieferte Quantum soll jedoch erhöht werden. Deshalb werden zur Aufstel- lungeinesneuen Brechers umfassende bauliche Veränderungen durchgeführt, um den der Reichsautobahn vertraglich zu liefernden Tonnengehalt auch tatsächlich liefern zu können. Landkreis Gießen. $ Alten-Buseck, 14. Jan. Am Sonntagnachmittag fand in der Wirtschaft von L. Döpp eine Versammlung des hiesigen Obstbauoereins statt, zu der auch Nichtmitglieder eingeladen waren. Vorsitzender Wagenbach begrüßte die Besucher und behandelte dann in einem längeren Vortrag die im Interesse einer erfolgreichen Obsternte liegenden Vorbedingungen. Aus seinen Ausführungen ging hervor, daß einer befriedigenden Ernte eine entsprechende Pflege und Behandlung der Bäume unbedingt oorauszugehen habe. Viele Baumbesitzer ständen leider noch auf dem grund- verkehrten Standpunkt, daß die jeweilige Obsternte in ihrer Menge und Güte nur von der mehr oder weniger günstigen Witterung während des Obstjahres abhänge, ohne zu bedenken, daß, wie jedes andere Gewächs, auch der Obstbaum der notwendigen Pflege bedürfe. Hierzu gehöre vor allem zweckmäßige Düngung, ferner gründliche Säuberung und Auslichtung der Bäume, Anlegung von Klebringen und Wellpappgürteln und nicht zuletzt die außerordentlich wichtige Schädlingsbekämpfung durch rechtzeitiges Bespritzen mit den der jeweiligen Jahreszeit entsprechenden Spritzmitteln. Die dringende Notwendigkeit dieser Maßnahmen bewies der Vortragende durch mitgebrachte, stark mit allerlei Schädlingsbrut behaftete Zweige verschiedener Obstarten. Nach dem Vortrag legte der Vorsitzende der Versammlung die Abrechnung über die vorjährige Obstbaumbespritzung vor, die von drei Versammlungsteilnehmern geprüft und für richtig befunden wurde. Bürgermeister Kahl erteilte dem Vorsitzenden hierauf Entlastung und dankte ihm für seine mühevolle Tätigkeit. Anschließend sprach Bürgermeister Kahl über die in Vorbereitung befindlichen Maßnahmen für die diesjährige Obst- baumbespritzung sowie über die Beseitigung der alten Baumruinen, die meistens nur noch ihren Zweck als sehr geeignete Brutstätten für allerlei Obstbaumschädlinge erfüllten. Diese Maßnahme müßte erforderlichenfalls bei säumigen Baumbesitzern durch die Gemeinde auf Kosten der betreffenden Eigentümer durchgeführt werden, damit nicht die Gesamtheit durch die Gleichgültigkeit einzelner geschädigt werde. Nach kurzer Aussprache wurde die Versammlung mit dreifachem „Sieg- Heil" auf den Führer geschlossen. wg Großen-Buseck, 14. Jan. Der G e - sangverein „Heiterkeit-Sängerkranz" wiederholte im Saale des Gastwirts Wagner sein Wintervergnügen zugunsten des Winter- h i l f s w e r k e s. Nach einer kurzen Ansprache über die Ausgaben des Winterhilfswerkes wurde ein Theaterstück aufgeführt. Mit dem Gesang einiger Lieder trug der Chor zur Verschönerung des Abends bei. Da sich eine große Anzahl Volksgenossen eingefunden hatte, konnte dem Winterhilfswerk ein erheblicher Betrag überwiesen werden. — Die jüngste Eintopfsammlung, die von der Freiwilligen Feuerwehr durchgeführt wurde, hatte ein gutes Ergebnis. Es konnten 138,27 Mark abgeliefert werden. Auf Großen-Buseck entfielen 93,22 Mark, auf Burkhardsfelden 32,35 Mark und auf Oppenrod 12,70 Mark. — Jäger aus Frankfurt a, M., die einen Teil der hiesigen Jagd gepachtet haben, stifteten für das Winterhilfswerk fünf Hasen. Die Hasen wurden von den Mädchen der hiesigen Kochschule unter Anleitung der Lehrerin Frau Schneider schmackhaft zubereitet und dann bedürftigen Volksgenossen zugestellt. 5 Lollar, 14. Jan. In unserem Orte stand der vergangene Sonntag ganz im Zeichen der Freiwilligen Feuerwehr. Zur Durchführung der ersten Eintopfsammlung im neuen Jahre hatte sich die Freiwillige Feuerwehr bereit« willigst zur Verfügung gestellt und bei der Sammlung ein recht befriedigendes Ergebnis erzielt. Zur Freude der Bevölkerung veranstaltete die Feuerwehrkapelle an drei verschiedenen Stellen Platzkonzerte, die jedesmal eine zahlreiche und dankbare Zuhörerschaft fanden. Für den Nachmittag war vom Kommando eine außerordentliche Generalversammlung im Gasthaus „Zum Schwanen" einberufen worden, zu der sich die Wehr recht zahlreich eingefunden hatte. Nach dem flotten Spiel eines Feuerwehrmarsches, der eigens für die Lollarer Wehr vom Kammervirtuosen Kümmel (Darmstadt), einem Lollarer Kind, komponiert und ihr gewidmet wurde, begrüßte Oberbrandmeister Rohrbach die Generalversammlung. In ehrenden Worten gedachte er der im vergangenen Jahre verstorbenen Kameraden. Es sind dies die beiden Mitbegründer der Wehr Hch. Bi er au und Karl Moos sowie das passive Mitglied Hch. Hofmann. Der von dem Oberbrandmeister gegebene Bericht vom Jahr 1935 zeigte die Wehr technisch wie verwaltungsmäßig auf sehr befriedigender Höhe. Die Ehrung der der Wehr längere Jahre angehörenden Kameraden wurde in der üblichen Weise vorgenommen; es ergab sich hierbei, daß eine recht stattliche Zahl in diesem Jahre 10, 15, 20 und 25 Jahre der Wehr angehören. Auf eine 50jährige Zugehörigkeit kann Otto Mickel und auf seine 25jährige Zugehörigkeit Otto Nuhn zurückblicken. Durch die Neueinteilung der Wehr wurde eine Neubesetzung der Führerstellen notwendig, die folgendes ergab: 1. Löschzug Brandmeister Karl Schwabe, 2. Löschzug Brandmeister Karl Rohrbach, Führer der Motorspritze Heinrich Müller II., dessen Stellvertreter Otto Schiefer- stein. Als Maschinisten Ernst Kutscher und Heinrich R i e h m. Ein vom Kameraden Heinrich Rohrbach gehaltener Vortrag „Brandbekämpfung auf dem Lande", der allerlei Wissenswertes und Belehrendes brachte, wurde mit größtem Interesse verfolgt und beifällig ausgenommen. Da in diesem Jahre die Wehr 60 Jahre besteht, ist zum 1. und 2. August das Stiftungsfest vorgesehen, zu dem die vorbereitenden Kommissionen ernannt wurden. Mit dieser Feier soll der diesjährige Herbstverbandstag der Freiwilligen Feuerwehren im Kreise Gießen verbunden werden. Oberbrandmeister Rohrbach gab zum Schluß noch verschiedene Anregungen und ermahnte die Wehrmänner zur weiteren freudigen Mitarbeit. Mit diesem Appell, dem Sieg-Heil auf den Führer und dem Deutschland- und dem Horst-Wessel-Lied fand die außerordentliche Generalversammlung ihr Ende. Staufenberg, 14. Jan. Die am Sonnag hier durchgeführte Eintopfsammlung ergab 45 Mark. Die im Lebensmittelopferring durchgeführte Pfundsammlung war im Ergebnis wiederum sehr zufriedenstellend. 0 Saubringen, 14. Jan. Der hiesige Kleintierzuchtverein hielt in der Wirtschaft Schäfer seine Jahresschlußversammlung ab. Vereinsführer Opper gab einen kurzen Rückblick auf das vergangene Jahr und wies auf die im November mit gutem Erfolg durchgeführt lokale Ausstellung hin, deren Ergebnis dem Winterhilfswerk zugute' kam. Dem Verein find fünf Mitglieder neu beigetreten, so daß die Mitgliederzahl nunmehr 47 beträgt. Die Jahresrechnung wies einen günstigen Abschluß aus. Im weiteren Verlauf des Abends wurden zwei Theaterstücke aufgeführt, die sehr gut gefielen. Nach der Versammlung, die- gleichfalls als Familienabend ausgeftaltet war, blieb man noch geraume Zeit kameradschaftlich beisammen. # Mainzlar, 14. Jan. Die Eintopf- sammlung in unserem Orte ergab den Betrag von rund 44 Mark. — Dieser Tage wurde im hiesigen Gemeindewald („An den Tannen") eine Holzversteigerung durchgeführt. Es gelang- ten 25 bis 30 Schlaghaufen Fichtenreifig zum Preis von 50 Pfennigen je fünf Raummeter und 25 bis 30 Raummeter Fichtenknüppel zum Preise von 6 bis 7 Mark je zwei Raummeter zum Verkauf. (XD Eberstadt, 14. Jan. Bei der jüngsten Eintopffammlung wurden in unserem Orte 28 Mark aufgebracht. — Die Getreidesammlung, die in der vergangenen Woche für das Winterhilfswerk durchgeführt worden war, erbrachte 35,05 Zentner Weizen. — Das Standesamts- reqister verzeichnet in unserem Orte für das verflossene Jahr 10 Geburten, 4 Eheschließungen und 11 Sterbefälle. Unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Herr Ferdinand Nennstiel sen. wurde heute nach schwerem Krankenlager von uns genommen. In tiefer Trauer im Namen der Hinterbliebenen: Ferdinand Nennstiel jun. Gießen, den 15. Januar 1936. Die Trauerfeier findet auf Wunsch des Verstorbenen in aller Stille statt. Von Beileidsbesuchen bittet man Abstand nehmen zu wollen. 270 0 Heute abend 7 Uhr ist mein lieber Mann, unser guter, treusorgen- aer Vater, Schwiegervater, Großvater, Schwager und Onkel Theodor Kliffmüller Feldschutzmeister i. R. im 76. Lebensjahre nach längerem Leiden sanft entschlafen. Die trauernden Hinterbliebenen: Anna Kliffmüller, geb. Friedrich Gießen, Osnabrück, Familie W. Wiehemeyer den 13. Januar 1936. Familie Karl Sauer. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 16. Januar, nachmittags 3 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. 0197 Trockenes kurzgeschnittenes Tannen- esosO ANWWlZ liefert Sägewerk Weller,Leihgestern Mercedes Mk. 186.- schonf.montl.M.8.30 FranzNIACo., Gießen Seltersweg 44 \ Danksagung. Tür die vielen Beweise liebevoller Teilnahme beim Heimgang unserer lieben Entschlafenen sagen wir hiermit unseren herzlichsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Hebell. Gießen, Januar 1936. 256 D Donnerstag, den 16. Jan. 1936, nachm. 21lhr, versteigere ich dahier (Bekanntgabe erfolgt irn Ber- steigerungslokal „Zum Löwen", Neuenweg 28, dahier) zwangsweise gegen Barzahlung: 3 Eisschränke, 1 Eiskonservator, 3Schreibtische, ISchreibtischsessel 1 Jagdflinte, 1 Ladenkasse, Mantelkessel, Dosenverschlusimasch., Schlittschuhe, 1 Brotschneide- masch., 1 Tafelwaage, 1 Waschkessel, 1 Jauchevumpe, 1 Aktenregal, 1 Schrank und Haushaltungsgegenstände wie Kochtöpfe, Kaffeekannen u.tj.nt. 264o ffifill Gerichtsvollz. in Gießen, MM, Ludwigstr. 33, Tel. 3239. Beteiligung gebeten. 2fl?D Am 11. d.M., entschlief sanft meine liebe gute Schwester 0205 Agathe. Minna Körner. Gießen, den 15. Januar 1936. Die Beerdigung fand in der Stille statt. VonBeileidsbesuchen bitte ich abzusehen Volkstümliche Naturwissenschaft in reichbebilderten, leichtverständlich geschriebenen Werken und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Verlagserzeugnisse. Sie vermitteln einen tiefen Einblick in die Geheimnisse des Naturgeschehens und damitdurch erweitertes Wissen erhöhte Freude an den vielfältigen Schönheiten der Natur. - Verlangen Sie Prospekte und auch Probehefte der Zeitschrift „Der Naturforscher“ Hugo Bermühler Verlag • Berlin-Lichterfelde Die Beerdigung unseres treuen Kameraden und Mitgründers der Vereins Theodor Kliffmüller findet Donnerstag, den 16. d. M., 15 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Die Kameraden werden um zahlreiche ^weckeÄekompwngoer Schwarzarbeit können Arbeits-Ange- bote von Handwerkern nur mit Namensnennung u. unter Vorlage desGewerbenachweises ausgenommen werden. Verlag besStebenerAnzetgers Immen- r MmMW abzugeb. Bestell, erb wir v .Postk. DampfsägewerkLollar B.NuhnA.G.,Lollar. Immer hält sie die Getränke warm. Viele Ausführungen gibt es davon bei J. B. Häuser Am Oswaldsgarten 131A Gießen - Ruf Nr. 2145/2146 Werbe-Drucksachen liefert Brühl’sche Druckerei Bekanntmachung. Die Bauarbeiten für die Schmutzwasser- und Regenwasserkanäle zum Ausbau der Fröbelstraße zwischen Georg-Philipp-Gail-Straße und Alter Röd- ger Weg, des Schwarzlachweges zwischen Schottstraße und Marburger Straße und einer Straße im Wiesengelände an der Schlesischen Straße sollen auf Grund der RVO. für Bauleistungen öffentlich vergeben werden. 258D Die Verdingungsunterlagen und Angebotsvordrucke sind ab Donnerstag, den 16. Januar 1936, bei uns erhältlich. Die Angebote sind bis zum Eröffnungstermin am Donnerstag, dem 23. Januar 1936 vormittags 10 Uhr an das Städtische Hoch- und Tiefbauamt, Gießen, Afterweg 9, abzugeben, wo die Oeffnung der eingegangenen Angebote erfolgt. Zuschlags- und Bindefrist 4 Wochen. Gießen, den 14. Januar 1936. Städtisches Hoch- und Tiefbauamt. Gravert.