186. Jahrgang Gietzener Anzeiger et 16 A man Sie Vorgänge in Schensi - dem str. 15 uni entüchif laffen mehr 11 i V' ahmen garnß >gr. 1876 betrüben o au schlossen, die neugewonnene Einheit nicht durch Tschanghsüliang zerreißen zu lassen. Die Regierungspresse hält die Vernichtung der Reste des Heeres Tschanghsüliangs mit einem verhältnismäßig geringen militärischen Aufwand für möglich. Sie hasst auch, daß Tschanghsüliang doch noch dem Druck der geschlossenen öffentlichen Meinung nachgeben wird. Die Muffert-Bewegung in Holland. Amsterdam, 13. Dez. (DRV.) Die NSV. veranstaltete eine große Kundgebung, zu der sich über 10 000 Mitglieder aus allen Teilen Hollands eingefunden hatten. Der Führer der NSB.-Bewegung, Musfert, betonte, daß Holland endlich Anstrengungen machen müsse, dem Weltbolschewis- 'm u s zu begegnen. Insbesondere die holländischen Besitzungen in Ostasien schwebten in größter Gefahr. Musfert forderte eine Erhöhung der Verteidigungsmittel Niederländisch-Jndiens, Ausrottung des Kommunismus mit Stumpf und Stiel und eine gute Verwaltung. In Europa habe Holland die wichtige Aufgabe, eine Brücke zwischen England und Deutschland zu bilden. Holland müsse alles tun, um die Verständigung zwischen diesen beiden großen europäischen Nationen zu fördern. Die Jugend Hollands sollte durch Einführung der A r b e i t s d i e n st p f l i ch t wieder die Achtung vor der Arbeit lernen. Der Bauer, der Träger der Ernährung der Nation, müsse in seinem Besitzstand gesichert werden. Der Landarbeiter habe ein Recht auf die eigene Scholle. Die NSB. wolle durch die Arbeitsdienstpflicht die großen südlichen Teile der Zuidersee trocken legen lassen. er die chinesischen Behörden zum Abfall von Nanking aufforderle, enthielt auch die Forderung nach einem Bündnis mit Sowjekruß- tand und die Aufnahme der Kommunisten in die Kuomintang. Dicse Forderungen bestätigten die Vermutung. daß der Schritt Tschanghsüliangs auf Befehl der Komintern erfolgte. Bereits Mitte November sickerte aus Sianfu durch, daß Tschanghsüliang ein willenloses Werkzeug der Kommunisten geworden sei und seine Truppen mit der roten Armee sich anbiederten. Die Beziehungen zu Kommunistenkreisen, die bereits im vorigen Jahr ausgenommen wurden, wurden derart eng, daß chinesische und ausländische Komintern-Vertreter sich in Sianfu heimlich auf- hiellen und dieBeraterTschanghsüliangs wurden. Auch die Nanking-Regierung war hinter die Fäden Tschanghsüliangs gekommen und plante Gegenmaßnahmen, die die Umzingelung der unzuverlässigen Truppen Tschanghsüliangs durch 50 ausgewählte Regimenter der Nanking-Regierung unter dem Kommandeur der 1. Division, hut- sungnan, führen sollten. Am 11. Dezember glaubte Tschiangkaischek die Zeit gekommen, um Tschanghsüliang das Komando zum Kampf gegen die Banditen Nordwestens aus den Händen zu nehmen. Am nächsten Morgen jedoch unterbrachen plötzlich die Truppen Tschanghsüliangs die Lunghai-Bahn bei Tungkuan und entwaffneten die Leibwache Tsch i a n g kai sche ks, den sie gefangen nahmen. Am Abend erließ Tschanghsüliang das erwähnte Rundtelegramm, das neben den genannten Forderungen auch die Kriegserklärung an Japan und das Ende der „diktatorischen Regierung" Tschiangkaischeks verlangte. Die Entschlossenheit, mit der alle diese Aktionen durchgeführt wurden, sieht im Widerspruch mit der bisherigen weichlichen Haltung Tschanghsüliangs, so daß man daraus schließt, daß die wirkliche Führung geschulte Kräfte der Komintern übernommen haben. Ein Vorliegen rein vaterländischer Gesichtspunkte für den Abfall Tschanghsüliangs von Nanking wird in chinesischen Kreisen allgemein geleugnet, vielmehr glaubt man, daß er persönlich sich lediglich im Nordwesten Chinas einen Ersah für den selbstverschuldeten Verlust seiner ererbten mandschurischen Satrapie schaffen wolle. Sie Aanking-Regierung zur energischen Abwehr entschlossen Tschiangkaischeck gefangen genommen. Verrat Tschanghsüliaiig» in -er Provinz Schensi im Auftrag Moskaus Aus Sesehl Moslaur. Tschanghsüliang ein Werkzeug der Kommunisten. Das Rundtelegramm Tschanghsüliangs, mit iönaAt^ ttnD 10106(11 ibcr* PuvM Sie M lk--°" zelgen Drucke^ Moskaus im Fernen Osten ebenso gefährlich für den Frieden sei, wie die offenkundige Einmischung in Spanien. Es scheint ein von langer Hand vorbereiteter Plan zu bestehen, sagt das Blatt. Das „Journal" erklärt, daß Gewißheit bestehe, daß die Urheber der chinesischen Revolte für Rechnung der Sowjets arbeiten. Das „Oeuvre", das für feine sowjetfreundliche Einstellung bekannt ist, gibt trotzdem die Mitwirkung Moskaus zu. In der „Republique" werden die chinesischen Ereignisse ein kommuni st ischer Staats st reich genannt, der ernste Auswirkungen für den Frieden der Welt haben könnte. Japan wartet ab. Tokio, 13. Dez. (DNB.) Die Meldungen über die Vorgänge in China sind in Tokio mit großer Bestürzung ausgenommen worden. Das japanische Kabinett beschloß, zunächst die weitere Entwicklung der Lage abzuwarten. Falls es nötig sein werde, werde Japan umfassende Maßna hm e n ergreifen, um das Leben und die Sicherheit der japanischen Bürger in China zu schützen. Man sieht die Lage für ganz Ostasien besonders deshalb als gefahrdrohend an, weil der Kommunismus die treibende Kraft der Meuterei Tschanghsüliangs ist. Nach japanischer Ansicht ist die Krise ohne eine vollkommene Umbildung der chinesischen Z e n t r a l r e g i e - r u n g nicht zu lösen. Dom Oberkommando der in Nordchina stationierten japanischen Truppen wird mitgeteilt, daß die Lage vorläufig ruhig sei. Die japanischen Truppen seien jedoch darauf vorbereitet, jederzeit einzugreifen, wenn ein aktives Vorgehen erforderlich werde. Nanking, 13. Dez. (Ostasiendienst des DNB.) ; Die Nanking-Regierung hat den jungen Marschall : Tschanghsüliang, den Sohn des früheren Oberkommandierenden der Mandschurei, aller seiner Aemler enthoben, da er in einem Rundtelegramm alle chinesischen Behörden zum Auf stand gegen den Marschall Tschiangkaischek, den Präsidenten des Reichsvoll- zugsamles und Oberkommandierenden der Nankingtruppen, aufgefordert hat. Tschanghsüliang, der die chinesischen Truppen in der Provinz Schensi befehligt, hat den Marschall Tschiangkaischek, der sich in der Hauptstadt der Provinz Schensi, Sianfu, aufhielt, fowie eine Anzahl hoher chinesischer Persönlichkeiten, darunter den Innenminister, die Wehrkreiskommandeure der Provinz Fukien und der Gebiete von Honan, hupei und Schensi, gefangengeseht. Wie „Central Daily News" berichtet, befand sich Tschiangkaischek seit längerer Zeit in Sianfu, um die Verteidigung der Provinz Suiyuan und der anderen nordwestchinesischen Provinzen gegen die Kommunisten zu leiten. Die Nanking-Regierung wies die Provinzialbehörden an, scharfe Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Ordnung und des Friedens zu treffen. Allen ausländischen diplomatischen Vertretungen wurde mitgeteilt, daß Marschall Tschanghsüliang gemeutert und den Marschall Tschiangkaischek in Sianfu festgenommen habe. Strafmaßnahmen gegen Tschanghsüliang seien eingeleitet. Der chinesische Staatspräsident Linsen passierte an Bord eines Kanonenbootes auf der Fahrt nach Nanking Schanghai. Dorthin sind auch der Finanzminister Kunghsianghsi und Frau Tschiangkaischek nach einer Konferenz mit politischen Führern Schanghais abgereist. In einer Sitzung des ständigen Parteiaus- scbusses und des zentralpolitischen Ausschusses wurde beschlossen, dem Finanzminister Dr. Kunghsianghsi das Präsidium des Reichsvollzugs- amtes vertretungsweise zu übertragen. Die Militärkommission wird um sieben Mitglieder, darunter der Generalstabschef und der Marineminister, vermehrt. Die Leitung der Militärkommission übernimmt General F e n g y u h si a n g. Die Nanking- Truppen werden der Militärkommission und dem Kriegsminister unterstellt. Erste Kämpfe bei Sinanfu. Schanghai, 13. Dezember. (Ostasiendienst des DNB.) Der Kommandeur der Wusung-Garmson in Schanghai berichtet, wie Domei Wanpo meldet, daß auf den Stadtmauern Sianfus rote Fahnen wehen und daß in der Nähe der Stadt dieerstenKämpfe zwischen Truppen Tschanghsüliangs und Streitkräften des Befriedungskommissars der Porvinz Schensi, der Nanking halte, ausgebrochen seien. . Nach einem Bericht des japanischen Botschafters in Nanking, Kawagee, der sich augenblicklich tn Schanghai befindet, soll T sch i a n g k a i s ch e k nicht mehr am Leben sein. Eine Bestätigung dieser Mitteilung des japanischen Botschafters liegt noch nicht vor. Gegen die Einheit Chinas. Oie Moral in derWirtschastspraxis. Bon Or. Carl Wellthor. Die Woche an der Monatswende November-Dezember hat eine fast erdrückende Fülle von Wirtschaftsgesetzen gebracht. Am 28. und 29. November haben der Reihe nach Staatssekretär Backe vom Reichsernährungsministerium, Reichsminister Heß, Reichsbauernführer und Reichsernährungsminister Darre und als letzter Ministerpräsident Göring auf dem Goslarer Reichsbauern- t a g an die Tüchtigkeit und die anständige Gesinnung des Bauern und Landarbeiters appelliert. Unmittelbar darauf wurde durch Vorverlegung des höheren Getreide-Ablieferungspreises um einen Monat der Anreiz zur Abgabe von Brotgetreide verstärkt. Einer Vermehrung des Schweinefleisch-Angebots im Dezember diente die Senkung des Preises für Fettscheine mit Wirkung vom 1. Januar 1937. Die Viehwirtschaft wurde revidiert. Zur Sicherstellung des Finanzbedarfs der Reichsautobahnen wurde der Motorenbetriebsstoff um 3 bis 4 Pfennig je Liter erhöht. Für alle übrigen Waren und alle Dienstleistungen wurde ein strenges Verbot der Preiserhöhung verkündet. In einer Fettoerordnung wurde der Bedarf der bedürftigen und minderbemittelten Volkskreise an billigen Speisefetten sichergestellt. Eine mit zahlreichen anderen Wirtschaftsgesetzen am 1. Dezember verabschiedete Novelle zum Deoisengesetz schloß Lücken der Bewirtschaftung, und ein Gesetz gegen Wirtschaftssabotage bedrohte widerrechtliche Vermögensverbringung ins Ausland und Unterhaltung heimlicher Auslandskonten mit dem Tode. Es ist selbstverständliche daß die nationalsozialistische Regierung alles dies durchsetzen will, — aber nicht allein durch Druck und Strafandrohung, sondern in möglichst großem Umfang durch freies Mitgehen. Es ist eine Erscheinungsform jenes selbftgefälliaen Realitätengeistes, jede Moral in wirtschaftlichen Dingen zu leugnen. Für Unternehmer wurde der irreführende Satz erfunden: ohne Profit raucht kein Schornstein. Wenn das uneingeschränkte Geltung hätte, gäbe es keine verlustreiche Ausfuhr, sondern nur Jagd nach den Ueberschüssen liefernden Jnlandsaufträgen. Wenn hiergegen gesagt wird, solche Verlustgeschäfte geschähen aus höheren Rück- echten, hinter denen letztlich auch materielle Erwägungen ständen, so liegt hierin keine Entwertung oder gar Diffamierung. Wenn man die Bemühungen der führenden Wirtschaftspolitiker Deutschlands knapp charakterisieren will, kann man geradezu agen: sie sind bemüht, das deutsche Volk über seinen wahren Nutzen aufzuklären. Wer seine eigene Wohlfahrt als ein Stück der gesamten nationalen Wohlfahrt empfindet, besitzt eben jenen Gemeinsinn, dessen eine Vielheit von Menschen fähig sind, und dessentwegen man nicht an mythische Ideologien zu appellieren braucht. Die Skeptiker müssen nachdenklich werden, wenn sie sich vergegenwärtigen, in welchem Maß das nationalwirtschaftliche Wohloerhalten breiter Volksschichten die Folge besserer Wirtschafts-Einsicht ist. Wir haben in der Zeit von 1918 bis 1933 ein halbes Menschenalter durchlebt, in dem auf diesem Gebiet ein falscher Glaube herrsche, nämlich der, daß es für die Gesamtheit und damit auch für die aus dem Gesamtschicksal des Volkes für den einzelnen fließenden Daseinsbedingungen unerheblich sei, wieweit ein Glied der Volksgemeinschaft seinem Sondervorteil auf Kosten der Gesamtheit nachjage. Wenn man nach den psychologischen Wurzeln des Nationalsozialismus forscht, wird man gerade der Bekämpfung dieser Lösung im Innern des deutschen Volkes eine besondere Bedeutung beimessen müssen. Der Streit im deutschen Hause hat fremden Mächten die Möglichkeit gegeben, unser gemeinsames Schicksal zu schädigen und zu gefährden. Selbst dort, wo man über höhere Sorgen und Pflichten wenig nachzudenken pflegt, beginnt die Erkenntnis, daß w i r alle gemeinsam den'Atlas auf unseren Schultern tragen, und daß jeder, der ausbricht, auf sich und die anderen die Gefahr heraufbeschwört, unter dem stürzenden Riesengewicht erdrückt zu werden. Mit der materialistischen Auffassung, daß es nur an die richtige Erkenntnis vom persönlichen Nutzen des einzelnen zu appellieren gelte, kommt man aber nicht aus. In jedem höher gearteten Menschen lebt das Bedürfnis, im höheren Sinn „gut" zu handeln. Man hat darüber Betrachtungen angestellt, wie es zu erklären fei, daß früher über Kleinigkeiten ein großes Geschrei angestimmt wurde, und daß jetzt selbst über weitreichende Konsequenzen unserer Lage verständig und kaltblütig gesprochen wird. Die letzte Ursache liegt in der Verhältnismäßigkeit jedes Empfindens. In kleinen Zeiten erregen Bagatellen großen Lärm, und in großen Zeiten gehen selbst große Dinge geräuschlos über die Bühne. Im tiefsten Innern sind sich aber viele der Schreiber und Nörgler in kleinen Zeiten bewußt, wie unwahrhaftig ihr Gehabe ist. Zu ihrer inneren Rechtfertigung suggerieren sie sich selbst die Unerträglichkeit der an sie gestellten geringfügigen Zumutungen und sabotieren die Anordnungen der Staatsführung. Es ist ein alter, aber immer wieder mißachteter Grundsatz, daß man von tüchtigen und anständigen Menschen viel eher viel als wenig verlangen und erlangen kann. Ist das richtig? Jeder von uns hat Freunde gehabt, die sich in den Jahren nach dem Kriege verbittert aus dem öffentlichen Leben zurückaezogeN haben. Sie waren von der Kompromißsucht und dem Opportunismus der Parteien angewidert. Die wenigen Idealisten, die in den damaligen Parteien geblieben waren, wollten die Hoffnung nicht auf» geben, daß doch einmal ein Sturmwind der Er- Die Festnahme des Marschalls T schiang kar- schek ist ein schwerer Schlag für China. Der Marschall war der stärkste Exponent der Eimgungsbe- ftreunqen der Kuomintang, der nationalen Emhelts- partei Chinas. Von Nanking aus, dem Sitz der Re- aieruna, bemühte sich der Marschall, tue widerstrebenden Provinzen im Norden und Süden an einen Kernpunkt anzukristallisieren um auf diese Weise am sichersten den für die Geschichte Chinas charakte- riftitten Separatismus der Provinzgouverneure zu überwinden. Erst vor wenigen Monaten war es dem persönlichen Einsluh des Marschalls gelungen, die Generäle der Kanton-Provmzen zur Unterwer- fung unter die Zentralregierung von Nanking zu zwingen Die Rücksicht auf die lapantsche Jnter- v7ntionspolitik erschwerte dem MarMll em ähnliches Vorgehen in den chinesischen Nordprooinzen. Wahrend der seit langem schon lausenden, oftmals unterbrochenen und dann wieder ausgenommenen Berhandlunge mit Japan, das vor allem em ge- meinfames Vorgehen gegen den Kommunismus in Mittelchina sordert, war Tschiangkaischek genötigt, zur Ver eidigung der Provinz Suiyuan gegen mon- aolilcke Truppen nach Nordwesten aufzubrechen. Dort scheint nun dem Verrat des Gouverneurs der Provinz Schensi T s ch a n g h I u e l I a n g zum | UWMLTW gegen di? Einigungsbeftrebungen Tschmngkastcheko gewehrt. Er war von Tschiang atf*et 18281 »or Schensi ein neues mpfürrhtuna qe- Anstoß zu der Revnste ch-m d Besurchtun^ge^ seinem Widel stand gegen tue 3entralreg«uns n Kvä eftrs“ w. lauer Machenschaften in China bedeute. In dem Artikel heißt es, die chinesischen Soldaten Tschiangkaischeks seien unzufrieden, weil sie gegen die chinesische Sowjetarmee vorgehen sollten. Sie hätten deshalb Tschiangkaischek gefangen gesetzt. China beginne eine einheitliche Aktion zu verwirklichen. Daher begrüßten die Kommunisten Frankreichs diese Ereignisse mit großen Hoffnungen. Der „Matin" hat nicht den geringsten Zweifel an der Mitwirkung Moskaus. Das Blatt schreibt, darf sich nicht verhehlen, daß die Einwirkung würde, wie ja auch anscheinend schon Agenten der Komintern in Sianfu, der Hauptstadt Schensis, bei dem Anschlag auf Tschiangkaischek und feine Begleiter die Hand im Spiel hatten. Die Nanking- Regierung scheint indessen entschlossen zu sein, sich durch die Machenschaften Moskaus nicht ins Bockshorn jagen zu lassen. Es wird indessen ihrer ganzen Tatkraft bedürfen, in diesem Augenblick die Einheit Chinas zu wahren und den Kommunismus, der aus den separatistischen Bestrebungen in den Nord- west-Provinzen Nutzen zu ziehen sucht, rechtzeitig niederzuschlagen. L. Paris fürchtet ernste Auswirkungen. Paris, 14. Dez. (DNB. Funkspruch.) Die Morgenpresse verhehlt nicht, daß die Vorgänge wegen ihrer Hintergründe auch gefährliche Auswirkungen für Europa haben können. Daß diese Hintergründe vor allem in Moskau zu suchen sind, wird offen ausgesprochen. Der Führer der französischen Kommunisten, Senator C a ch i n, veröffentlicht in der „Humanite" einen Leitartikel, der ein klares Eingeständnis der Mos- M. an :enlos W nr. 292 Erstes Blatt 186. Jahrgang Montag, 14. Dezember 1936 Sonmags' anb*5«iertag» jW « A W' W «nnahme oon »n-«,,.- Ä‘T4 4 Ka A** A** ▲▲ ▲ 44 a 4 A4 bls8°.uhr'd»LL-g. Heimat im Bild Die Scholl- W RKBk IW BV |B B Grundpreise für 1 mm Höhe MonatS'vezugspreis: U H B BJF | I I ▼ B W ■ l| A fl F B B B H für Anzeigen von 22 mm Mit 4 Beilagen RM.1.95 MB Bi B< B B B B B B B< B Breite 7 Rpf., für Text- Ohne Illustrierte . 1.80 BF B BL B B B B B B fB BB B B W B anzeigen von 70mm Breite Zustellgebühr -.25 W ■ W W W M W W* ■. MB BL' 50Rpf..Platzvorschriftnach Auch bei Nichterscheinen B B B ” M ” B V vorh.Vereinbg.25^ mehr. General-Anzeiger für Oberheffen WM Postscheckkonto: behördliche Anzeigen 6Rps. Frankfurt am Main 11686 Druck und Verlag: vrühl'sche UniverfitatrVuch- und Zteindruckerei V. Lange in Giehen. Zchristleitung und Geschäftsstelle: Schulftrahe 7 Mengenabschlüsse Staffel 8 Schanghai, 14. Dez. (DNB. Funkspruch, Ostasiendienst des DNB.) Der stellvertretende Präsident des Reichsvollzugsamts, Dr. K u n g H s i a n g- H s i, begrüßte vor der Presse die aus allen Teilen Chinas einlaufenden Treuekundgebungen für die Regierung, die die Solidarität des Lantz es in der Verurteilung des verräterischen Vorgehens Tschanghsüliangs beweise. Die Initiative zur Revolte in Sianfu dürfte, so führte Dr. Kung Hsiang-Hsi weiter aus, van den unzufriedenen U n- terführ ern Tschanghsüliangs ausgegangen fei. Dr Kung Hsiang-Hsi verurteilte weiter scharf den gegen die Einheit des Reiches in schwerer Jeit gerichteten Verrat Tschanghsüliangs, der einen schweren Vertrauensbruch an Kiankaischek begangen habe. Der vorübergehende Personenwechsel würde auf den Kurs der Regierungspolitik feinen Einfluß haben. Das chinesische Volk werde im Vertrauen auf feine Regierung die Ruhe b e w a h- r e n, damit die Sianfu-Revolte ihren baldigen Abschluß finden könne. Die Schanghaier Banken, die Handels- und Industrie-Bereinigungen, sowie die kulturellen Institute haben der Zentralregierung ein Treue- betenntnis übermittelt und sie gebeten, scharfe Maßnahmen zur Unterdrückung der Revolte in Shenst zu ergreifen, Im übrigen haben die Ereignisse aus die Börse IN Schanghai doch fo erhebliche Rückwirkungen ausgelost, daß das Reichsvollzugsamts den Schanghaier Dberburger= meister anwies, in Zusammenarbeit mit den Wirt- lckiastssührern für eine Beruhigung zu sargen, Santon sandte eine Loyalitätser la- runq und sagte militärische Hilfe zu, falls solche notwendig sei. Die Nankingregierung ist fest ent- tenntnis und der Selbstverleugnung über Deutschland dahingehen werde. Für manche ist die Erfüllung anders gekommen, als sie gehofft hatten. Daß dann aber nach dem Umschwung so viele Verärgerte aus ihrer selbstgewählten Einsamkeit her- auskamen und sich in Berufsgemeinschaften oder Parteigliederungen mit Volksgenossen aller Schichten und Kreise in eine Reihe stellten, kann nur durch das Bewußtsein erklärt werden, daß es sich endlich wieder lohne, in Deutschland zu hoffen und zu kämpfen. Diese Menschen sind zum Sauerteig des deutschen Volkes geworden und haben seine negativen Eigenschaften, insbesondere Nörgelsucht und Besserwisserei unterdrücken helfen. Wir müssen alles aufbieten, um diese wertvollsten unter uns vor Enttäuschungen und vor neuer Flucht in die Einsamkeit zu bewahren. Reichsbauernsührer Darrs hat sich in seiner Rede vom 29. November in Goslar gegen diejenigen gewehrt, die „den deutschen Bauern besser kennen" wollen. Auch hartgesottenen Egoisten, von denen es in allen Berufsgruppen unseres Volkes zahlreiche Exemplare geben mag, muß es aufgegangen sein, daß der deutsche Bauer in den letzten drei Jahren vom lähmenden Druck der Unrentabilität erlöst worden ist. Diese Erlösung wäre miß- tor in Spanien sieht, der noch den Anspruch erheben könnte, das spanische Volk zu repräsentieren. Die dieser nationalen Regierung gegenüberstehende Partei hat überdies durch die ganze Art ihres Kampfes, durch die Ermordung politischer Gegner, durch Geiselerschießungen, Verbrennungen und andere Brutalitäten die Leidenschaften bis zum äußersten aufgepeitscht. Eine Versöhnung mit dieser Partei erscheint schon wegen der in ihr offensichtlich vorherrschenden anarchistischen Tendenz clffabon, 14. Dez. (DRV. Funkspruch.) General Queipo de Llano wandte sich sehr scharf gegen den Kommunistenhäuptling Del Vayo und seine in Genf gegen das nationale Spanien geführte Hetze. Die Art und Weise wie die spanischen Bolschewisten gegen das nationale Spanien und gegen die guten Elemente des Landes vorgehen, schließe alle Verhandlungsmöglichkeiten mit diesem Gesindel aus. Auch eine maßgebende Persönliches der nationalen Regierung hat dem Havas-Verkreter in Salamanca gesagt, daß eine Vermittlung nicht möglich sei. Das nationale Spanien führe einen Kampf, in dem es keine Kompromißmüglichkeit zwischen Gut und Böse gebe, zwischen Wahrheit und Lüge, zwischen Leben und Tod gebe es keine Diskussion. So sehr auch die Gefühle derjenigen zu achten feien, die die Initiative zum Vermittlungsvorschlag gemacht hätten, so beweise doch allein schon diese Anregung, daß sie sich über die wahre Lage in Spanien nicht klar feien, oder daß man sich nicht klar darüber sei, was in Spanien auf dem Spiele stehe. Der Kampf könne nur mit dem Sieg durch die Bajonette oder durch eine bedingslose Uebet- gabe der Roten enden. Selbst wenn, was nicht anzunehmen sei, die Roten in Valencia zu einer Vermittlung bereit seien, sei es General Franco nicht. Im übrigen scheine man im Auslande vergessen zu haben, daß der Spanten zerreißende Krieg von religiösen und vaterländischen Ideen beherrscht werde, Über die es kein Verhandeln gebe. Aus dem spanischen Krieg fei eine Frage geworden, die die ganze europäische Politik interessiere. Das hätten die Spanier nicht gewünscht und nicht vorhergesehen. Sie seien jedoch nicht bereit, solchen Erwägungen das verfolgte Ziel zu opfern, das darin bestehe, von neuem ein katholisches und imperiales Spanien Frankfurter. Am Sonntag fährt der Bruder Frankfurters nach Haufe „um seinen Vater zu beruhigen". Am Montag wird ein Anruf aus Bern erwartet. Am Dienstag erfolgt gleichzeitig mit einer Expreß- karte ein neuer Versuch, Frankfurter telephonisch zu erreichen. Alle die Telephonate werden aus einem jugoslawischen Ort mit Bern in der Schweiz geführt. Es ist völlig unwahrscheinlich, daß es sich hier nur um Gesundheitsfragen gehandelt hat. Nach dem ersten telephonischen Anruf, bei dem der Bruder Frankfurters mit dem Freund Davids, dem Jugoslawen Pavlinovice gesprochen hat, schreibt Alphons Frankfurter an seinen Bruder u. a.: „Nachdem ich mit Branke Pav- linowitsch gesprochen hatte, war ich keineswegs beruhigt, obwohl er mir versicherte, daß du gesund seiest." Auch der Einwand, daß die Lügen Frankfurters über sein Studium Gegenstand der geführten Unterhaltung sein sollten, ist nicht recht einleuchtend. Ein Tatbestand, der 13 Semester hindurch sich fortsetzte, brauchte nicht — ohne jeden äußeren Anlaß — plötzlich innerhalb von vier Tagen telephonisch und telegraphisch aufgerollt und geklärt zu werden. Der ganze Vorgang wird nur verständlich, wenn man onnimmt, daß die Familie Frankfurter etwa am 30. Januar (Tag der ersten Expreßkarte) von der beabsichtigten Tat erfuhr und sofort versuchte, mit dem Sohn in Verbindung zu treten. Es ist dabei möglich, daß es die Absicht der Familie gewesen ist, den David Frankfurter von seinem Verbrechen abzuhalten. Da der Mörder seit Dezember 1935 keine Verbindung mit seiner Familie mehr gehabt hat, erhebt sich die Frage: Bon welcher Seite hat die Familie Frankfurter von dem bevorstehenden Ereignis Kenntnis erhalten? Die Aufzeichnungen Frankfurters auf dem Deckel einer Zigarettenschachtel beginnen mit den Worten: „Es soll ausgeführt werden bas Ur t e i l" und sie geben den Mordplan in allen Einzelheiten wieder, einschließlich der Zahl der beabsichtigten Schüsse und eines Hinweises auf die Kopfschüsse, mit denen Gustlosf bann ja auch ermoroet wurde. Niemand, der einen Entschluß nur aus sich selbst heraus faßt und einen Plan zu einer Tat sich allein überlegt, kommt auf den Gedanken, diesen Plan schriftlich zu fixieren, vor allem dann nicht, wenn -r genau weiß, daß er die Niederschrift während der beabsichtigten Handlung doch nicht zu Rate ziehen kann. Nur eine Person wird versuchen, sich Notizen zu machen, der bestimmte, ins einzelne gehende Ratschläge von anderen Personen erteilt worden sind. Man schreibt solche Ratschlage auf, um sie nicht zu vergessen und um sie langen oder doch recht kurzlebig gewesen, wenn die Regierung des Deutschen Reiches „nach allen Richtungen Geschenke verteilt", also auch eine allgemeine Lohn- und Gehaltssteiaerung ermöglicht hätte. In jedem Berufsstand müssen sich — das ist eine der auf weite Sicht segensreichsten Folgen der berufsständischen Zusammenfassung — die Kräfte durchsetzen, die alles aufbieten, um durch national- wirtschaftliches Wohlverhalten das Erreichte mch wieder aufs Spiel zu setzen. Darum ist der Appell der führenden deutschen Wirtschaftspolitiker an die Selbstzucht und die Disziplin der einzelnen mehr als eine rednerische Floskel ohne greifbaren Inhalt. schwer denkbar. Wie es vollends in Frage kommen könnte, bei dieser Sachlage eine ordnungsmäßige Volksabstimmung in Spanien zu bewerkstelligen, vermag die Deutsche Regierung nicht zu erkennen. Trotzdem wird sie aber, wenn die anderen Regierungen brauchbarekonkreteVer- mittlungsvorschläge glauben machen zu können, an deren Prüfung und Verwirklichung bereitwilligst Mitarbeiten. Berlin, den 12. Dezember 1936. zu schaffen. In diesem Kreuzzug für Gott und Vaterland werde sie niemand aufhatten. * Wie üblich gab General Llano auch einen Bericht über die Lage an den Fronten. Mit Ausnahme kleinerer Kampfhandlungen ist der Sonntag ruhig verlaufen. Ein Angriff des roten Gesindels auf die Stellungen der Nationalisten im Frontabschnitt von Madrid, am Samstag, ist vollkommen abgeschlagen worden. Die Nationalisten haben dabei mehrere Tanks und anderes Kriegsmaterial erobert. Bei Villa Real haben die nationalen Streitkräfte einen Angriff gegen die Roten unternommen, und sie aus ihren Stellungen vertrieben. Wie auch in den vorhergehenden Tagen waren nationale Flieger tätig. Eine nichtssagende Entschließung des Wkerbundsrates. Genf, 12. Dez. (DNB.) Der Völkerbundsrat hat in öffentlicher Sitzung eine Entschließung angenommen, die feststellt, daß das gute Einvernehmen zwischen den Nationen ohne Rücksicht auf die innerpolitische Gestaltung der Staaten aufrechterhalten werden müsse und an die Pflicht aller Staaten erinnert, die gesetzesmäßige Unversehrtheit und politische Unabhängigkeit eines anderen Staates zu achten. Weiterhin begrüßt der Rat das Bestreben des Nichteinmischungsausschusses, wirksame Kontrollmaßnahmen zu schaffen und den von Großbritannien und Frankreich unternommenen Schritt. Es wird ferner als wünschenswert bezeichnet, so rasch wie möglich eine gemeinsame internationale Aktion Humanitären Charakters ins Leben zu rufen. Für den künftigen Wiederaufbau Spaniens würde eine internationale Hilfe ebenfalls erwünscht sein. Der Vertreter der roten Machthaber von Valencia del Vayo stimmte der Entschließung zwar zu, machte aber den Vorbehalt, daß die Aktion des Rates damit sich nicht erschöpfen dürfe. Er werde gegebenenfalls eine weitere Prüfung der Angelegenheit beantragen. sich in aller Ruhe einprägen zu können. Es gibt nur eine Erklärung für diese Aufzeichnungen des Mörders: Es ist ihm bei der Durchführung feiner Tat von anderer Seite ein ins einzelne gehender Plan ausgearbeitet und mitgeteilt worden. Diesen Plan hat er sich notiert, um alles so durchzuführen, wie es von ihm erwartet wurde. Dabei fiel das Wort vom Urteil als einer bereits bekannten und feststehenden Tatsache, denn Frankfurter notierte sich „Es soll ausgeführt werden das Urteil". Wer hat dieses „Urteil" ausgesprochen? Das ist die große Frage, die dieser Prozeß aufgeworfen, aber nicht beantwortet hat. In einem Schreiben, das bereits am 8. März 1936 von einer Einwohnerin des G e - burtsortes Frankfurters, Vinkovci, an eine Bekannte geschrieben worden ist, heißt es u. a.: „Große Sorge haben wir, zumal dem hiesigen Rabbiner sein Sohn, der in Vern lebt, mit Namen Frankfurter, der den 31$.- Führer Gustlosf erschossen habe, ein Vlnkov- caer ist und sein Vater hier tagtäglich massenhaft van den Juden der ganzen Welt Glückwünsche bekommt, daß einer weg ist. Ich horte mit meinen eigenen Ohren eine Jüdin sagen: „Die Würfel sind gefallen, er muh fallen." Das war so ca. einen Wonat vor dem Attentat in Davos. Damals wußte ich nicht, was es bedeuten sollte. Wan spricht, der junge Frankfurter war vor einem Wonat hier, und da sind in Belgrad in der Zentrale der jüdischen Waxonnerie die Würfel gefallen." Man darf nach allen bisherigen Erfahrungen mit der internationalen Verpachtung jüdisch-bolschewistischer Wühlereien ohne weiteres annehmen, daß der jüdische Kreis in dem Heimatort des Verbrechers nur ein vermittelndes Glied in der Kette der Urheber und Auftraggeber gewesen ist. Die eigentlichen geistigen Urheber des Davoser Mordes aber mußten im Rahmen ihrer internationalen Pläne ein besonderes Interesse daran haben, gerade auf dem Boden der Schweiz den Versuch zur Anzettelung internationaler Verwicklungen zu machen. Die Frage nach den Hintermännern des Mörders wird auch mit dem Urteilsspruch im Churer Prozeß keinesfalls aus der öffentlichen Diskussion verschwinden können. Interessenten an der Aufklärung sind schließlich alle Staaten, die mit dem Bolschewismus nichts zu tun haben wollen. Auch politischer Bord ist Bord. Professor Grimm entkräftet die Argumente der Verteidigung. Chur, 12. Dez. (DNB.) Am vierten Verhand- lungstag hielt der Prozeßvertreter der Neben- klägerin Frau Gustlosf, Prof. Dr. Grimm (Esten), eine groß angelegte, durch ihre ruhige Sachlichkeit und ihre außergewöhnlich tiefe juristische Fundierung hervorragende Rede. Professor Grimm führte u. a. aus: „In dem Beschluß des Hohen Gerichts vom 20. November 1936 wird erklärt: Es sind hier Dinge vorgetragen worden, es ist eine Literatur zitiert worden, die so niedrig ist, daß ich es ab- lehne, mich damit auseinanderzusetzen. Das Judenproblem in Deutschland und die Behandlung, die die Judenfrage in Deutschland erfahren hat, ist em historischer Vorgang von säkularer Bedeutung. Geschichtliche Vorgänge können nur von der Geschichte beurteilt werden. Erst in 100 Jahren wird man klar darüber sehen, wie das Urteil der Geschichte endgültig aussieht. Die Zeitgenossen werden in ihrer Mehrheit nie in der Lage fein, Die großen epochemachenden Vorgänge, die sie mit- machten, abschließend zu beurteilen. Ich lehne es also ab, dem Gegner zu folgen und das Gericht zu einem Forum politischer Auseinandersetzungen uni Propaganda zu machen. Selten, sagte Professor Grimm, habe er einen Mordfall erlebt, der s o k a l t b l ü t i g u n d ü b e r- legt, fast pedantisch genau wie dieser ausgeführt worden fei. Er verwies auf die unumstößlichen Beweise der Schießübungen, der Zigarettenschachtel und erklärte, daß n i r g e n d s d i e An z e i ch e n e i n er Affekthandlung, nirgends Leidenschaft festzu- stellen sei. Einen schleichenden Affekt aber gebe es nicht. Selbst die Freunde des Täters bezeichneten ihnen als einen Phlegmatiker. Die Zeugen sagten, daß er in allen Dingen objektiv eingestellt gewesen sei, auch zum Nationalsozialismus. Keinerlei Gefühle seien zu erkennen. Als er auf der Treppe Frau Gustlosf gegenübergestanden habe, habe er nach seiner eigenen Aussage das Gefühl unterdrückt, weil der Entschluß zum Mord fest in ihm stand. Heute solle alles das rein reflexmäßige Handeln gewesen sein. Professor Grimm umriß dann noch einmal das Bild des Mörders als eines verbummelten, seinem Triebleben hingegebenen Studenten, über den das vernichtendste Urteil sein eigener Vater am Tage der Tat geschrieben habe. Dieser abschreckenden Erscheinung des Täters stellte er dann die makellose Persönlichkeit Wilhelm Gustloffs gegenüber, der für die Idee, für den Führer und für Deutschland gelebt habe. Wilhelm Gustlosf sei ein Kämpfer gemeßen, aber von hoher anständiger Marte aus habe er seinen Kampf geführt. Professor Grimm hob die rein menschlichen Eigenschaften des ersten Blutopfers der Bewegung in der Schweiz hervor und stellte dieser idealen Persönlichkeit den Mörder gegenüber, der von sich aus gesagt hat: „Eine ganze Welle von Haß erfüllte mich gegen alles, was Nationalsozialismus war." 7- Eine Welle von Haß! Der Verteidiger hat geglaubt, diesen Haß als Milderungsgrund anführen zu können. Darf ein Rechtsstaat zulassen, daß der Haß sich zügellos austobt? Muß er nicht rücksichtslos fordern, daß der Haß an den Schranken des Gesetzes Halt macht, daß er das Gesetz respektiert? „Es geht heute", fuhr Professor Grimm fort, „um die Ordnung schlechthin, um Dtbnung oder Unordnung ober Anarchie, um Ordnung ober Chaos. Politischer Mord ist Mord. Den politischen Mord zulassen, ihn verherrlichen, rechtfertigen oder ihn auch nur milde betrachten, führt zum Chaos, zur Anarchie." Zum Schluß seines Plädoyers überreichte Professor Grimm dem Kantonsgericht einen feierlichen Einspruch gegen die Art derVer- t e i b i g u n g Dr Curtis. In diesem Einspruch heißt es: ,Trotz der feierlichen Zusage hat die Verteidigung den ganzen gestrigen Verhandlungstag, volle sechs Stunden, dazu benutzt, Ausführungen zu machen und Schriftstücke zu verlesen, die mit der Person Frankfurters und diesem Prozeß nicht das geringste zu tun haben und eine einzige Beschimpfung eines der Schweiz befreundeten Landes enthalten. Es bedarf keines Nachweises, daß es ein Mißbrauch des R e ch- tes der Verteidigung bedeutet, wenn diese es unternimmt, in einem Verfahren, in dem die Witwe des Ermordeten von dem Mörder, der ihr das Liebste geraubt hat, Genugtuung für den erlittenen Schmerz begehrt, diesen Schmerz nur noch zu vermehren durch zügellose Angriffe auf die Ehre des Landes des Getöteten, die diesem ein und alles war." Nach den Ausführungen Professor Grimms, die durch ihre ruhige Sachlichkeit wirkungsvoll von den Auslassungen des Verteidigers Dr. Curtt abstachen, nahm noch einmal der Amtskläger Dr. Friedrich Brügger das Wort, der bas Plädoyer der Verteidigung als eine schwindsüchtige juristische Konstruktion bezeichnete. Für die Beurteilung der Strafsache sei die tendenziöse Propagandaliteratur durchaus wertlos. Die Tatsache aber sei unbestreitbar, daß hier ein vorsätzlicher Mord vorliege. „Wenn das kein vorsätzlicher Mord ist, bann gibt es überhaupt keinen vorsätzlichen Morb mehr." Frankfurter habe mit voller Ueberlegung gehandelt, die Waffe mit der M0rdabsicht erworben, Schießübungen oorgenommen, die Reise nach Davos mit der M 0 rdabsicht a n • getreten, den Mordplan schriftlich auf der Zi- garettenschochtel niebergelegt, alles sorgfältig aus- gekundschaftet, sich Einlaß in die Wohnung Gust- loffs zum Zwecke des Mordes verschafft und die Mordtat genau s0 ausgeführt, wie er sie g e v l a n t habe. Der Präsident gab dem Angeklagten das letzte Wort. In typisch jüdischer Art mit weinerlicher Stimme gab der Angeklagte einige der neuen Greuelgesckichten, die er gehört habe, wieder; von Reue über seine verbrecherische Tat ober auch nur einer weiteren Begründung seines Frevels kein Wort. So widerlich und abstoßend wie der Eindruck des Angeklagten, so widerlich und abstoßend war auch der Ausklang. Das Gericht gab bekannt, daß am Montag keine neue Verhandlung anberaumt sei, daß das Urteil vielmehr nach der Beratung schriftlich zugestellt werde. Anbots Heß dankt Frau Gustloff. München, 12. Dez. (DNB.) Auf ihrer Rückreise von Chur, wo sie im Prozeß gegen den Mörder ihres Gatten, des früheren Landesgruppenleiters der Schweiz der Auslondsorganifatton der NSDAP., Wilhelm Gustloff, vor Gericht entscheidend wichtige Aussachen machen mußte, wurde Frau Gustlosf heute in München vom Stellvertreter des Führers Reichsmini st er Rudolf Heß empfangen. Rudolf Heß sprach Frau Gustlosf im Namen des Führers den Dank für das persönliche Erscheinen in dem Prozeß aus, das für sie so schmerzliche Erinnerungen wecken Deutschlands Stellung zum französisch-englischen Vermittlungs-Borschlag. Berlin, 13. Dez. Den hiesigen Botschaftern Englands und Frankreichs wurde folgendes Memorandum übermittelt: „Die Deutsche Regierung beehrt sich, auf die Me- moratiben der Königlich Britischen und der Französischen Regierung vom 5. b. M. über die Lage in Spanien folgendes zu erwidern: I. Die Deutsche Regierung teilt selbstverständlich den Wunsch der beiden Regierungen, in Spanien mö Mich st halb geordnete friedliche Z u- ft ä mb e hergestellt zu sehen und insbesondere der Gefahr eines Uebergreifens des Brandes auf bas übrige Europa vorzubeugen. Sie ist bereit, alle Maßnahmen zu unterstützen, die wirklich geeignet finb, diesem Zwecke zu dienen, der allen ordnungsliebenden und auf die Sicherung des Friedens bedachten Regierungen in Europa am Herzen liegen muß. II. Was den Vorschlag der beiden Regierungen anlangt, den Grundsatz der N i ch t e i n m i s ch u n g in die spanischen Wirren zu bekräftigen und durch weitere Abreden effektiv zu g e ft a 11e n, so muß die bimtsche Regierung daraus Hinweisen, daß sie von Anfang an, so auch in ihrer Note vom 27. August d I. dafür eingetreten ist, die zu treffenden Abreden auf die Verhinderung der Ausreise von freiwilligen Teilnehmern an den Kämpfen in Spanien auszudehnen. Sie hat es sehr bedauert, daß sich andere Regierung en damals hierzu nicht haben entschließen können, was zweifellos wesentlich dazu beigetragen hat, die Lage in Spanien zu verschärfen. Ob das allgemeine Verbot jeder direkten oder indirekten Intervention auch unter den heute gegebenen Verhältnissen noch zu dem erstrebten Ziele führen kann, muß leider einigermaßen zweifelhaft erscheinen. Das bedarf angesichts der allgemein bekannten Rolle, die landfremde Elemente in immer steigendem Maße bei der Entfesselung anarchischer Aktionen in Spanien gespielt haben und noch spielen, keiner näheren Begründung. Die deutsche Regierung ist aber gleichwohl bereit, sich in dem Londoner Ausschuß, wie bisher, an allen Beratungen darüber zu beteiligen, wie eine Aenderung dieses Zustandes und eine wirksame Kontrolle der zu treffenden Vereinbarungen herbeigeführt werden könnte. Dabei ist sie aber der Ansicht, daß das Verbot direkter Intervention als ein einheitliches G e - famtproblem in Angriff genommen werden müßte. III. Der Gedanke, durch eine gemeinsame Vermittlungsaktion der beteiligten Mächte den Kämpfen in Spanien ein Ende zu bereiten, verdient an sich sicherlich alle Sympathie. Die Deutsche Regierung hat indeß schon durch die von ihr ausgesprochene Anerkennung der nationalen Regierung zum Ausdruck gebracht, daß sie neben dieser Regierung keinen anderen Fak- Abschluß des Frankfurier-Prozesses in Chur. Wer sind die Hintermänner? Eins ist an dem bisherigen Verlauf des Churer Mordprozesses auch für den Außenstehenden außerordentlich auffallend. Von allen interessierten Seiten — wovon wir das Schweizer Gericht und die -eigentlichen Schweizer Kreise ausdrücklich ausnehmen — ift schon seit dem Mord an Wilhelm Gustlosf und danach mit zunehmender Beflissenheit bis in die Prozeßzeit hinein die völlig unglaubwürdige Fiktion aufgestellt worden, als handele es sich um die Tat eines absoluten Einzelgängers, der nach der einen Tendenz jener Ausstreuungen so etwas wie das Opfer feiner eigenen Jdealauffaffung geworden fei, nach der anderen unter dem Einfluß feiner „inneren Stimmen" gehandelt habe. Diese beiden Versuche zur Irreführung der öffentlichen Meinung wurden und werden mit einer solchen Planmäßigkeit betrieben, daß sich in geradezu zwingender Weise die Frage ergibt: Wer hat denn nun eigentlich das meiste Interesse an dieser Darstellung des Frankfurter als eines Einzelgängers? Mit anderen Worten: Wer find die Hintermänne r, die den feigen Mord letzten Endes ausheckten? Gerade die sechsstündige, von den Tatbeständen des Prozesses immer wieder meilenweit ablenkende Rede des Verteidigers Dr. C u r t i hat — zweifellos sehr gegen bie Absichten der internationalen jüdischen Clique — die Frage nach den Hintermännern Frankfurters aufs stärkste in den Vordergrund gedrückt. Es war allzu auffallend, wie dieser Verteidiger Stunde um Stunde völlig abseitige Dinge vorbrachte, die mit den Tatbeständen überhaupt nichts zu tun haben und zweifellos neben dem Versuch der Reinwaschung des Angeklagten vor allem den Zweck verfolgten, von den Hintergründen des Mordes, in denen sich der eigentliche Tatplan konstruierte, abzulenken. Diese Hintergründe und diese Hintermänner Frankfurters aber werden u. a. auch durch die Tatsache beleuchtet, daß nach einwandfreien Beobachtungen die Juden im Heimatort des Mörders in der Zeit unmittelbar vor dem Verbrechen immer wieder in auffallender Weife die Köpfe zusammensteckten. In der Verhandlung angeschnitten wurden die auffällig starken Bemühungen der Familie Frankfurter, gerade in den Tagen unmittelbar vor der Tat mit David Frankfurter in persönliche, möglichst telephonische Verbindung zu treten. Am Donnerstag vor der Tat eine Expreßkarte des Bruders. Am Freitag telephonischer Anruf. Am Samstag Erwartung eines telephonischen Anrufes durch den Bruder. Am Sonntagabend ein Telegramm an den David Das nationale Spanien lehnt Verhandlungen ab. Es gibt kein Kompromiß zwischen Gut und Böse. Die Königsproklamation Georgs VI Pg- Reichsfachgruppenleiter Alfred Männich; Reichsfachgruppenleiter Dr. Fritz K u b a ch ; Pg- Pg. der Be- unü bei Lufthansa in Zusammenarbeit mit dem brasilianischen Condor-Syndikat betreibt, hat die Verbindung im Laufe der Zeit zu einer wirtschaftlich wie politifch wichtigsten Luftverkehrsstrecke der Welt ihr würdevoll» Verholten vor Sencht nicht allem dem ehrenden Andenken an ihren Satten, fonbern dem ganzen national,ozialistilchen Deutschland gedient habe. ' 1 München. 12. Dez. (DHB.) 3n der Rächt zum Samstag ereignete sich in München in den Häuserblocks Winzercr-Schellingstrahe durch ausströ- mendes Gas ein schweres Unglück, dem 9 Personen zum Opfer fielen. Weitere Personen erlitten Vergiftungen. Bei den Betroffenen handelt es sich durchweg um Personen, die Erdgeschohwohnungen innehatten. 3m Hause Win- zererstraße 36 sind zwei Frauen und ein Mann getötet. Zwei weitere Personen wurden mit Vergiftungserscheinungen in das Krankenhaus gebracht. 3m Hause Winzererstrahe 38 fanden zwei Frauen und zwei Männer den G a s t o d. 3m Anwesen Winzererstrahe 40 wurden zwei junge Man- ner durch das Gas getötet. Weitere vier Gas- kranke wurden im Hause Schellingstrahe 138 aufgefunden. Die Ursache der Entstehung der Gasaus- ftrömung sieht noch nicht einwandfrei fest. Das schwere Unglück hat in der Bevölkerung tiefstes Mitgefühl ausgelöst. Don den Behörden geschieht alles, um volle Aufklärung über Hergang und Ursache des Unglücks zu schaffen. Es kann festgestellt werden, daßkeinBerschulden von irgendeiner Seite sich ergeben hat. lieber die Einzelheiten wurde u. a. folgendes bekannt: Am Samstagvormittag kam ein Fuhr- werksbesitzer in das Haus Winzererftraße 40, um Aus aller Wett. 200 pianmäßige Ozeanflüge der Lufthansa. seinen Ausfahrer zu wecken. Dabei stellte sich heraus, daß der Mann bewußtlos in seinem Zimmer lag. Ein zweiter Bewohner des Zimmers war b e- reits tot. Der Fuhrwerksbesitzer verständigte sofort die Polizei. Erst jetzt bemerkte man, daß die Rolläden eines Kolonialwarengefchäftes im dem Haus Rr. 36 noch geschlossen waren. Hier fand man im Schlafzimmer 3 Personen anscheinend tot vor. Bei einer von ihnen hatten die Wiederbelebungsversuche Erfolg. In einer anderen Wohnung fand man zwei Personen tot in ihren Betten, im Nebenzimmer noch einen dritten Toten. Im Hause Winzererstraße Nr. 38 lag eine Frau gleichfalls tot auf dem Fußbdoen. Bei den weiteren Erhebungen in der Nachbarschaft wurde festgestellt, daß eine ganze Reihe Personen Beschwerden verspürt hatte und zum Teil erkrankt war. Die Namen der Toten find: 1. der 34jährige Zimmermann Zattler, 2. der 28jährige Hilfsarbeiter Michael Seidenschwanz, 3. die 51jährige Obsthausiererin Margarethe H e i s e l e, 4. der 38jähr. Obsthausierer Nikolaus Wunderlich, 5. der 24jährige Obsthändler Max Schnur- r e r, 6. die 67jährige Witwe Barbara Will, 7. die 53jährige Kolonialwarenhändlerin Therese Lorenz, 8. ihr Sohn, der 18jährige Georg Lorenz, 9. die 49jährige Sekretärin Mathilde Brams. Zehn Personen, die meist leicht erkrankt sind, mürben ins Krankenhaus eingeliefert. Lebensgefahr besteht für keinen von ihnen. Schweres Gasunglück in München Neun Todesopfer, mehrere Vergiftete. voraenommen: Ämtsleiter für Wissenschaft und Facherziehung: Pg. Fritz K u b a ch ; Reichsfachgruppenleiter Kulturwissenschaft: Dr. Arnold Brügmann; Naturwissenschaft: der Lordmayor den Herolden und der Prozession an, um an der letzten Verlesung der Proklamation vor der Königlichen Börse teilzunehmen. Der Treueid des Parlaments. London, 12. Dez. (DNB.) Während der Der- lesung der Königsproklamation durch die Waffenherolde in der Stadt traten das Unterhaus und das Oberhaus zu einer feierlichen Sitzung zusammen, in der die Abgeordneten den Treueid auf den neuen König leisteten. Im Unterhaus waren etwa 100 Mitglieder anwesend. Die weiteren Abgeordneten werden den Treueid am Montag leisten. Nach dem Sprecher leistete als erster Baldwin den Eid, der folgendermaßen lautet: „Ich schwöre beim allmächtigen Gott, daß ich treu sein und treue Gefolgschaft Seiner Majestät König Georg leisten werde, seinen Erben und Nachfolgern, wie das Gesetz es vorschreibt". — Hierauf trug sich der Premierminister in das in Gold gebundene Buch des Hauses ein. Nach ihm folgten die Minister, die Geheimen Staatsräte und die übrigen Abgeordneten, wobei die Führer der Opposition dadurch ausgezeichnet wurden, daß sie unmittelbar nach den Ministern den Eid ablegen konnten. Eine ähnliche Szene spielte sich im Oberhaus ab, das zum ersten Male seit dem Tode König Georgs V. zwei Thronsessel aufwies, da der neue König verheiratet ist. Unter den zahlreichen Lords, die dem neuen König den Treueid leisteten, fiel vor allem der Erzbischof von Canterbury, das Oberhaupt der englischen Kirche, auf. 3m Empire. Gleichzeitig mit dieser historischen Sitzung in London begann auch im ganzen Britischen Weltreich unter dem Donner von 21 Salutschüssen der gleiche feierliche Staatsakt. Als erstes proklamierte Neuseeland den neuen König. Der Generalgouverneur und das neuseeländische Kabinett leisteten bereits um 3 Uhr MEZ. den Treueid auf den neuen König. Etwa um die gleiche Zeit erfolgte die Proklamation in Queensland (Australien). Zeitlich sodann folgte die Proklamation in Hongkong. In Kanada wird die Proklamation erst am Montag erfolgen. In der Südafrikanischen Union erfolgt die feierliche Ratifizierung erst am 8. Januar nach dem Wiederzusammentritt des Parlaments. Vor Queensland hatte der Kreuzer „Emden" Gelegenheit, die feierliche Proklamation mitzuerleben. Unmittelbar nach dem Staatsakt flaggte das Schiff über die Toppen und feuerte zu Ehren des neuen Königs einen Salut von 21 Schuß. Zum Herzog von Windsor ernannt. London, 12. Dez. (DNB.) Im St. James-Palast i trat am Samstag der Thronrat zusammen, um die Proklamation König Georgs VI. aufzu- : Zu diesem feierlichen Staatsakt versammelten ich die Kabinettsminister, die Mitglieder des Geheimen Rates, der Lordmayor und der Alderman von London sowie die Sheriffs, d.h. die Inhaber der obersten richterlichen Stellen der Stadt London. Sämtliche Mitglieder erschienen in Hofuniform bzw. m ihren mittelalterlichen Amtstrachten. Kurz vor 12.30 Uhr MEZ. verließ König Georg VI. in der Uniform eines Admirals feine Wohnung, um sich in den St. James-Palast zu begeben. Eine große Menschenmenge begrüßte den neuen König mit türmischem Jubel. Der König wurde sofort in den Thronsaal des Palastes geführt. Der Thronbesteigungsrat, zu dem auch die Vertreter der Dominien und Indiens gehören, erklärte „einstimmig und eines Herzens, daß der hohe und mächtige Prinz Albert Frederic Arthur George nun durch Gottes Gnade unser einziger mächtiger Lehnsherr als König Georg VI. ist, dem wir aus vollem Herzen und in demütiger Zuneigung Treue und ständigen Gehorsam schwören". Die Mitglieder des Thronrates leisteten darauf Georg VI. ihren Treueid. Der erste Staatsakt des neuen Königs bestand in einer Audienz für die Vertreter der britischen Dominien in London, die dem König die Huldigung und das Treuegelöbnis ihrer Länder überbrachten. Der König empfing sodann den Lordpräsidenten des Geheimen Rats Ramfay M a c - donald und genehmigte eine Verordnung, die bestimmt, daß der für die Krönung angefetzte Zeitpunkt unverändert bleibt. Die Krönung des neuen Königs wird somit am 12. Mai 1937 erfolgen. DerZug derHerolde durch dieEily Am Samstag um 16 Uhr MEZ. wurde Georg VI. an verschiedenen Plätzen Londons und in der City feierlich zum König ausgerufen. Die Herolde in ihren historischen Uniformen hatten sich im St.- James-Palast versammelt, wo ein dreimaliges Trompetensignal die erste Verlesung der Proklamation einleitete. Darauf setzte sich der Zug in Staats= karossen durch die Mall in Bewegung. Vorbei an der Admiralität ging es zum Chartng Croß, wo die Proklamation zum zweiten Male durch den Herold von Lancaster verlesen wurde. Am T e m p l e war die Straße durch ein Band gesperrt, um zu bekunden, daß hier die City beginnt. Beim Herannahen des Zuges wurde die traditionelle Frage gestellt: „Wer kommt da?" Die Antwort lautete: „Seiner Majestät Herolde, die Eintritt in die City von London verlangen, um Seine Königliche Majestät König Georg VI. zum König auszurufen." Ein Herold, von zwei Trompetern begleitet, erhielt darauf Einlaß und wurde zum Lordmayor geführt, der in schwarz-goldener Robe, umgeben von hohen Beamten der Stadt, den Boten des Königs erwartete. Nach Ueberreidyung der Proklamationsurkunde antwortete der Lordmayor: „Ich habe von dem Inhalt des Dokumentes Kenntnis genommen und von der feierlichen Handlung, die ftattfinben soll. Entsprechend altem Brauch der City von London werde ich meine Pflicht tun." Nach einem Trompetensignal forderte dann ein Beamter der Stadt die Herolde auf, die Botschaft innerhalb der City zu proklamieren. Der ganze Zug rückte darauf in die City ein, und wiederum wurde Georg VL feierlich zum König ausgerufen. Nun schloß sich London, 12. Dez. (DNB.) König Georg VI. verlieh heute abend seinem Bruder, dem frei= willig vom Thron geschiedenen König Eduard VIII. Titel und Rang eines Herzogs von Windsor. König Georg feiert Montag feinen 41. Geburtstag. Mit Rücksicht auf die erst vor drei Tagen erfolgte Thronbesteigung wird auf Wunsch des Königs von den sonst üblichen festlichen Veranstaltungen Abstand genommen. Lediglich die im Hydepark und im Tower ausgestellten Batterien werden einen Salut abfeuern. Reichsfachgruppenleiter Rechtswissenschaft: Pg. Dr. Karl Lang; Erziehung: Assessor r Oer ungarische Innenminister beim Eintopfessen. Berlin, 13. Dez. (DNB.) Auf ausdrücklichen Wunsch des ungarischen Innenministers nahmen die ungarischen Gäste Sonntag mittag am Eintopfessen teil. Es gab eine herzliche Begrüßung, als zwischen der Staatsoper und der Universität Minister von Kozma und Reichsminister Dr. Frick mitten unter den bereits essenden Volksgenossen sich zu Tisch setzten. Jeder bekam einen großen Schlaa Ebbsen mit Einlage, der allen so gut mundete, daß sich die meisten noch einen zweiten Teller geben liehen. Minister von Kozma erklärte, er freue sich, an dem Tage der deutschen Volksgemeinschaft inmitten der Deutschen am Eintopfessen teilgenommen zu haben. Der ungarische Innenminister steckte einem Sammler einen namhaften Bettag in die Büchse. werden lassen. Rund zehn Millionen Luftpostbriefe sind seit Eröffnung des Dienstes über den Südatlantik befördert worden, und die Kürze der Postlaufzeit — die 15 300 Kilometer lange Strecke zwischen Fran- furt und Santiago de Chile wird in viereinhalb Tagen überwunden — hat wesentlich dazu bei getragen, die wirtschaftlichen Beziehungen Deutschlands zu den füdamerikanischen Nationen zu vertiefen. Aber nicht nur für Deutschland, sondern für fast alle europäischen Nationen ist die Luftpostoerbindung nach Südamerika von größter Bedeutung geworden. Das beweisen die allwöchentlich in Frankfurt gesammelten Luftpostbriefe, die von dort aus ihre Reise über den Ozean antreten. Zunehmender Ausländerbesuch im Driften Reich. Der Reiseverkehr vom Auslande nach dem Deutschen Reich hat seit der Machtübernahme einen gewaltigen Aufschwung genommen. Das zeigt besonders klar ein Vergleich der Ergebnisse aus den Jahren 1932/33 und 1935/36 auf Grund der amtlichen Erhebungen des Statistischen Reichsamts in etwa 2500 deutschen Städten, Bädern, Kurorten und sonstigen Fremdenplätzen. In diesen Orten wurden — wie die „Deutschen Verkehrsblätter" feststellen — 1932/33 (1. April 1932 bis 31. März 1933) insgesamt 1114 700 Auslandsftemde gezählt, wah- Das SA- und das HZ.-Zühcerkorps auf dem Obersalzberg beim Führer. .-D^r,f!3,bermS' L. D-z. (DNB.» Nach der kürzlich erfolgten Berabichiedung des Reichsgesetzes für die deutsche Jugend und im Zusammenhang Mit dem neuen großen Aufgabengebiet, das der Führer seiner SA. mit der Organisation und Durch- fuhrung der Nationalsozialistischen Kampfspiele ge- . m ihrer gemeinsamen Arbeitstagung in Berchtesgaden oerfammelten ©21.= unb HJ.-Führer, an de? Spitze Stabschef Viktor Lutze und Reichsjugendführer Baldur von Schirach, am Sainstagmittag a l s feine Gaste zu sich auf den Obersalzberg. Dieser Besuch beim Führer bildete den Höhepunkt und Abschluß der gemeinsamen Arbeits- taaung von SA. und HI. Inmitten der winterlichen Bergwelt des Berchtesgadener Landes ver- brachte das SA.- und HJ.-Führerkorps einige herrliche Stunden mit dem Führer. So gestaltete sich der Führerappell zu einem bleibenden Erlebnis, das der tiefen Verbundenheit aller Gliederungen der Partei mit ihrem Führer aufs neue Ausdruck gab. Studentische Wissenschastsarbeit. München, 12. Dez. (DNB.) Die NSK. gibt folgende Anordnung des Reichsstudentenführers zur studentischen Wissen chaftsarbeit bekannt: Im Arbeitsplan für die Reichsstudentenführung steht die Wissen chafts - und Facharbeit im Vordergrund. Es ist unser Ziel, den studentischen Nachwuchs auf der festen Grundlage weltanschaulicher Zuverlässigkeit stehend in die wissenschaftliche Facharbeit hineinzustellen, um so zu erreichen, was als höchstes Ziel von uns gefordert ist: die besten Nationalsozialisten zugleich zu den fähigsten Fachmännern auf ihrem Gebiete zu machen. Zur Bewältigung dieses Zieles habe ich Kameraden mit dieser 2lrbeit betraut, die sich durch ihre ausgezeichnete nationalsozialistische wissenschaftliche Leistung bereits bewährt haben. Ick) habe bis jetzt folgende Besetzungen des Amtes für Wissenschaft und Facherziehung der Reichsstudentenführung renb Deren Zahl 1935/36 um rund 41 Prozent auf 1 571400 gestiegen war Besonders zahlreich waren unter den Ausländern die Hollander, Engländer, Schweizer, Nordamerikaner und Skandinavier vertreten; auch aus Frankreich hat der Besuch bemerkenswert zugenommen. Diese eindeutige Entwicklung hat alle die Stimmen widerlegt, die 1933, als die nationalsozialistische Bewegung die ^Regierung übernahm, der Meinung Ausdruck gaben, daß sich der internationale Reiseverkehr von Deutschland abwender» würde. Zehn Jahre Zuchthaus für jüdischen Sittlichkeitsverbrecher. In Würzburg wurde der Prozeß gegen den jüdischen Weinhändler Leopold Isaak Obermayer zu Ende geführt, der ein furchtbares Bild jüdischer Verkommenheit zu Tage brachte und mit aller Schärfe zeigte, daß das nationalsozialistische Deutschland auf der Hut vor solchen jüdischen Volksschädlingen und Volksverderbern ist. Obermayer wurde wegen 30, davon 20 fortgesetzten Verbrechen der widernatürlichen Unzucht zu einer Gesamtstrafe von 10 Jahren Zuchthaus, zehn Jahren Ehrverlust und Sicherheitsoerwahrung verurteilt. Bezeichnend für den verbrecherischen Willen des Beurteilten ist, daß er auf seinen Reisen, die er als Weinhändler durch Deutschland unternahm, sich nur deutschen jungen Männern näherte und zu seinen Opfern machte, während er Judenjungen unbehelligt ließ. In der Urteilsbegründung wurde daher wohl mit Recht gesagt, daß der Verdacht naheliegt, daß Jud Obermayer es darauf abgesehen hatte, die deutsche Jugend und das deutsche Volk zu schädigen. Im übrigen zeigte die Verhandlung ein so trübes Bild sittlicher Verkommenheit — die zur Verhandlung stehenden Fälle bildeten nur einen Bruchteil der in die Hunderte gehenden Verfehlungen —, daß die ärztlichen Sachverständigen den Standpunkt vertraten, daß Jud Obermayer entmannt werden müsse. Sechs Todesopfer eines nächtlichen Bootsunglücks. In einer der vergangenen Nächte ereignete sich auf der Mur ein schweres Unglück, dem sechs Menschenleben zum Opfer fielen. Acht junge Burschen und Mädchen begaben sich abends in einem Boot vom jugoslawischen Ufer nach dem österreichischen Uferort Mureck. Trotz vielfacher Warnungen wollten sie in der Nacht in angeheitertem Zustande mit dem Boot nach Jugoslawien zurückkehren. Plötzlich hörte man Angstrufe. Das Boot war an einen aus dem Wasser ragenden Am Samstag landete von Natal kommend Dornier-10-Tonnen-Wal „Taifun" mit der satzung Brix, Schirrmacher Büro er Liepke planmäßig auf dem Gambia-Fluß Bathurst an der westafrikanischen Küste. Damit hat die Deutsche Lufthansa den 2 0 0. p l a n m a ß i - aen V 0 st f l U g über den Sud atlantik Erfolgreich beendet. Die an Bord b-sindlichen Lust, noftfenbunaen gingen mit einer Hemkel HE 111 über Las Palmas, Lissabon und Mamille nach Frankfurt. Die Sicherheit und Regrirnaßlakett des deutschen Luftpostdienstes zwischen Deutschland und Reichsfachgruppenleiter Land- und Forstwirtschaft: Diplomlandwirt Pg. Groß; Reichsfachgruppenleiter Kunst: Pg. Rolf Fink, (gez.) Dr. Scheel, Reichsstudentenführer. unter der Einwohnerschaft, soweit sie deutschen Blu-! denl sudamerikanischen Staaten, den die Deutsche tes und deutscher Abstammung ist, völlige Ruhe — """ und Eintracht. Die Versuche, politische Zwietracht zu säen, kommen nicht von deutscher Seite, sondern deutlich erkennbar von einer anderen, Die ein Interesse daran hat, die deutsche Einigkeit zu brechen und die endgültige Einverleibung Südwestafrikas in die Union herbeizu- führen Die angekündigten Maßnahmen finden daher nicht nur keine Begründung in der Haltung ber deutschen Bevölkerung des Mandatsgebietes, sondern sie v e r st o ß e n auch gegen das der Union übertragene Dölkerbundsmandat. Felsblock gefahren, so daß eine Bootswand eingedrückt wurde und Wasser einbrang. Zwei der Lurchen sprangen ins Wasser und retteten sich an das Ufer, während die übrigen Insassen samt dem Boot von den Wellen abgetrieben wurden. Bestrafung eines betrunkenen Kraftfahrers. Das Kasseler Schöffengericht verurteilte den 25- ährigen Willi Kramer aus Fritzlar wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung zu 2V- Jahren Gefängnis. Kramer war am 6. September beruflich mit seinem Lieferwagen nach Eschwege gefahren und hatte an der Kirmes in Niederhone te.f~enommen. In betrunkenem Zustand trat er Jie Rückfahrt an und fuhr in eine von der Kirmes heimkehrende Menschengruppe. Ein Toter und vier Verletzte waren die Opfer seines Leichtsinns. Schreckliche Bluttat eines Geistesgestörten. In Goringswald (Sa.) spielte sich in einer der letzten Räche eine schwere Bluttat ab. Der Invalide Rudolf Lange erschlug mit einem Beil nacheinander seine 34jährige Ehefrau und seine beiden Töchter im Alter von zwölf und acht Jahren. Seine beiden Söhne im Alter von dreizehn und zehn Jahren ließ er unbehelligt. Nach der Tat teilte sich Lange selbst der Polizei. Anscheinend handelte er in einem Zustand von Geistesgestörtheit. Unglückstag bei einem englischen Bombengeschwader. Von sieben Bombenflugzeugen des 102. englischen Bombengeschwaders, die geschlossen vom Aldegrove- Flugplatz in der Nähe von Belfast aufgeftiegen waren, erreichte nur eines fein Ziel. Eine der Maschinen ging in Flammen auf, nachdem sie gegen einen Berg geflogen war. Drei der Insassen verbrannten. Von einer zweiten Maschine, die ebenfalls verbrannte, wurde ein Mann schwer verletzt. Aus der dritten Maschine sprangen alle vier Insassen mit Fallschirmen ab und konnten sich retten. Auch diese Maschine verbrannte beim Absturz. Drei weitere Maschinen machten eine Notlandung, bei der ein Apparat beschädigt wurde. Besorgnisse um einen englischen Fischdampfer. In dem englischen Fischereihafen Fleetwood herrscht ernste Besorgnis über das Schicksal des Fischdampfers „Odama", der mit einer Besatzung von 12 Mann am 27. November ausgelaufen und zum letzten Male in der Nacht zum 3. Dezember gesehen worden war. In jener Nacht hatte ein überaus schwerer Seegang geherrscht. Es wird befürchtet, daß das Schiff gekentert und mit der gesamten Besatzung gesunken ist. Wetterbericht des Reichswelterdienstes. Ausgabeork Frankfurt. Vom Atlantik ist ein kräftiger Sturmwirbel tn das Nordseegebiet vorgestoßen und macht sich auch in den deutschen Küstengebieten durch heftigen Südsturm bemerkbar. Auch bei uns wird sich die Lebhaftigkeit der Witterungsoorgänge rasch und erheblich verstärken, wobei zunächst in großer Verbreitung Regenfälle zu erwarten sind. Anschließertt» setzt sich das sehr unbeständige und zu Niederschlägen geneigte Wetter fort. Aussichten für Dienstag: Zunächst verbreitete Regenfälle und bei zeitweise stürmisch auffrischenden südwestlichen Winden mild, später wieder mehr wechselnde Bewölkung. Aussichten für Mittwoch: Bei Luftzufuhr aus West Fortdauer der unruhigen und zu Niederschlägen geneigten Witterung. Lufttemperaturen am 13. Dezember: mittags 0,3 Grad Celsius, abends 0 Grad; am 14. Dezember: morgens —1,3 Grad. Maximum 0,4 Grad, Minimum heute nacht —1,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 13. Dezember: abends 0,6 Grad, am 14. Dezember: morgens 0,6 Grad. — Schnee 0,8 mm. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantworllich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange: für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantworllich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. XI. 36: 11 000. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts- Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. , Aur-sU P Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 Eine Begrüßungsfeier für General Faupel in Salamanca. Salamanca, 13. Dez. (DNB.) Zu Ehren des deutschen Geschäftsträgers, General Faupel, wurde im Kolosseumtheater eine vaterländische Feier veranstaltet, an der u. a. auch der oberste Falangistenführer Hedilla teilnahm. Die Kundgebung wurde eingeleitet mit der spanischen Legionärhymne und den deutschen Nationalliedern, die von den mehr als 3000 Anwesenden begeistert mitgesungen wurden. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand tue Vorführung der Filme „Weltfeind Nr. 1" und „Triumph des Willens", die mit Hochrufen auf das neue Deutschland begrüßt wurden. Der frühere Korrespondent einer nationalen Madrider Zeitung in Berlin schildert unter dem Beifall der Anwesenden das Nationalsozialist r sch e Deutschland und die Aufbauarbeit Adolf Hitlers. Gudwestafrika und dieGüdafrikanischeLlnion Berlin, 12. Dez. (DNB.) Die Regierung der Südafrikanischen Union teilt mit, daß sie weder beabsichtige, S üd w e ft a f ri fa als eine fünfte Provinz in die Union zu übernehmen, noch das Mandat einer anderen Macht zu übertragen. In dem Bericht wird ein Gesetz angekündigt, das es Ausländern einschließlich nicht naturalisierten Deutschen unmöglich machen soll Mitglieder politischer Orgamsatio- nen oder anderer Körperschaften 3^ n denen ihre Mitgliedschaft von dem ^^rnftrator für nicht wünschenswert erachtet wird. Die Regie- runa sei entschlossen, die Ausübung irgendeines Zwanges au Deutsche durch ausländische Führer zu unterbinden. Unter solchen ^u5Ianöt^^^en gu^ rem wird auch der Führer des Deutschen Bundes genannt. Die Regierung stützt tÄülks flärung auf den Bench : der vor einiger Zett mit der Klärung oei ^nge legenheit beauftragt worden war. unb* ein(eitiger” Ä -verlegter Sachdarstellung Eier Selbstbeherrschung b«wi-!endabst«d° Geselle der Mandatsregierung gewii senh ast achten. Im Mandatsgebiet herrscht * * Unser lieber guter Freund, der Dichter so vieler schöner, oft gesungener Lieder, das Ehrenmitglied aller 50er-Vereinigungen Herr Louis Frech Herrn Louis Frech im Alter von 78 Jahren zu sich in die Ewigkeit abzuberufen In tiefer Trauer: Luise Frech, geb. Demuth Gießen, den 14. Dezember 1936. Sämtliche 50er Alters-Vereinigungen 8018 D Statt Karten! Die Trauerfeier findet am Dienstag, dem 15. Dezember, nachmittags 1/24Uhr auf dem Neuen Friedhof statt - Beileidsbesuche dankend verbeten Herr Hermann Ihring 8023 D Land- und Gastwirt im 76. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Frau Auguste Ihring, geb. Jochem, Lieh, den 13. Dezember 1936. Gesucht Frau Luise Arnold, geb. Peters IM. MIM- Die Beerdigung findet statt: Dienstag, den 15. Dezember, */23 Uhr. 8021 P Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Altersvere inigung 1878 — 1928 Jean Arnold, Gastwirt, Wir beklagen den Heimgang unsres 1b. Alterskameraden Gießen (Bahnhofstraße 7), den 12. Dezember 1936. Karl Pfaff 8024 D Der Vorstand. 8019 D | Verkäufe Schwarzer Heir.-Uetaieher Danksagung. Karl Pfaff, Schlossermeister kaufen. 05703 Ludwigstr.26v Kaum gebranchie Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Kath. Rinn Wwe. und Kinder. J. B. Häuser Heuchelheim, den 14. Dezember 1936. kaufen. 05707 Gießen (Kaplansgasse 19), den 11. Dezember 1936. 8020 P Balinhofstr. 42 l Smoking Die Trauerfeier findet am Dienstag, dem 15. Dezember, nachmittags um Gewinnauszug 2 Uhr auf dem Neuen Friedhof statt. Gewinnauszug 05706 Nachdruck verboten Ohne Gewähr Ohne Gewähr Nachdruck verboten 1. ßiehungstag 11. Dezember 1936 2. Ziehungstag 12. Dezember 1936 Frau Margarethe Schultheis geb. Braun im 55. Lebensjahr 144928 Die trauernden Hinterbliebenen: 18 Gewinne zu 102636 118379 600 RM 1022 3847 9784 13381 Ldwg Schultheis Familie Ldwg. Dort Familie Wilh. Jahres Familie Alfred Schultheis Lina Schultheis nebst Bräutigam 69306 75227 91308 91317 95664 99584 DÄubringen, 14. Dezember 1936 Die Beerdigung findet Dienstag, den 15. Dezember, 14.30 Uhr, statt 80170 In der heutigen Nachmittagszlehung wurden Gewinne über 240 RM. gezogen 213416 274146 1000 RM. 28677 83604 258184 800 RM. 184060 225007 232453 28820 Frau Marg.Knortz, geb. Wagenbach 48989 61453 63899 81024 93553 im 60. Lebensjahre. In tiefer Trauer: Hch. Knortz nebst Angehörigen. Kinzenbach, Heuchelheim und Reiskirchen, 13. Dezember 1936. 05708 800 RM. 280472 302527 91550 3000 RM. 2000 RM. 1000 RM. 113212 131879 178834 217858 242332 267359 285176 315872 345110 364306 198916 184653 350867 109012 148353 319274 103038 236417 281140 348931 391962 800 RM. 167509 69468 267934 330050 116985 93665 228965 292227 141369 237971 287876 354756 394206 122415 138539 155180 174381 197420 224696 240043 270315 304371 337362 355229 158485 251967 327102 356427 125742 138782 160432 178253 199520 226423 245231 283264 314340 339617 358179 133025 147226 162731 180508 203577 228499 252935 284265 319848 342687 368274 114834 140926 180799 220896 246398 269315 295600 319079 352846 369136 179198 274665 334296 380379 133820 149957 162897 181352 207790 231658 254669 284989 324074 347997 371SIS 117917 143247 195372 223895 251270 270025 295878 322956 353743 369368 34029 301141 101327 211404 275145 337673 390506 119509 168375 201164 234961 252655 271466 302637 323843 354136 388409 96331 135225 180478 198543 229683 255058 283191 336807 364751 392226 103983 139725 186603 205861 239320 261553 287069 353422 381564 398137 25000 RM. 5000 RM. 3000 RM. 2000 RM. 1000 RM. 379379 184390 800 RM. 155437 378430 121052 154527 187451 214845 241551 272122 320021 357263 387368 88398 50314 125358 167607 191603 222444 242018 275055 332627 359666 388229 117700 151649 170833 179589 214540 241638 261488 289661 334491 370744 395677 127107 176420 195725 225039 242072 282079 336531 362760 388862 96041 299145 73251 374701 145944 307918 69081 109086 120196 168547 213246 235385 260162 273306 305136 327449 358429 111372 129611 178383 214384 241568 264806 277612 308494 336534 364107 174508 264767 327661 365606 109195 135702 150918 167281 189838 207879 232292 265967 289064 326111 352850 372936 2 4 2 2 391890 13130 l 44021 ' 53434 । 79513 10295 284107 72214 295772 114678 293145 86088 117844 138483 151673 173194 192907 218130 232687 268753 301859 337158 353161 375684 126141 161647 174769 196242 222020 253570 266454 303067 342232 384423 128125 165053 176676 201123 235822 253578 278335 311937 344682 387270 10199 206479 287215 382432 149672 166072 178477 202286 241416 257521 284214 323659 348409 389149 50000 RM. 10000 RM. 5000 RM. 3000 RM. 1000 RM 222618 42882 234107 391398 12654 193226 90686 186266 70207 222864 290581 158198 173141 188677 220084 251475 265388 296345 337726 877781 398727 256504 258905 300417 288256 357050 zu iu 111405 146682 187256 209014 241425 264670 314196 355908 385618 399776 Kinderbettchen Kindertischchen und -stütz Ich en preiswert zu ver- 2 Gewinne 6 Gewinne 10 Gewinne 2 Gewinne 4 Gewinne 4 Gewinne 4 Gewinne zu zu zu 70189 79182 79811 87394 91632 95692 13277 46698 55125 80941 119497 155980 171255 182474 219898 250637 264398 289771 336917 373160 397319 ÄÜchläfftvoNZbiS 20 v. 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Dezember, nachm. 2.45 Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofs statt.- Beileidsbesuche dankend verbeten. —......zu 12 Gewinne zu 167990 264274 Für die überaus vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange unseres lieben Entschlafenen sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. im 79. Lebensjahre durch einen sanften Tod aus einem arbeitsreichen Leben in die Ewigkeit abberufen. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meinen lieben Mann, unseren treubesorgten Vater, Großvater und Schwiegervater Marie Pfaff, geb. Adolph und Kinder. Nach kurzem schweren Leiden verschied in der Med. Klinik zu Gießen meine liebe Frau, unsere treusorgende Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Nach kurzer Krankheit wurde heute meine herzensgute Frau, unsere treusorgende, innigstgeliebte Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwägerin und Tante Am 13. Dezember verschied nach längerer Krankheit ganz plötzlich meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Großmutter, Schwiegermutter, Schwester und Schwägerin Zahnarzt Dr. Carl Wilhelm Frech Hanni Frech Oberstudiendir. Wilhelm Schwarz und Frau Gustel, geb. Frech Studienrat Dr. Heinrich Justus und Frau Minni, geb. Frech und vier Enkel Die Trauerfeier vor der Einäscherung findet am Dienstag, dem 15. Dezember, 15.30 Uhr, auf dem Neuen Friedhof, statt ist am Samstagabend durch einen sanften Tod unerwartet von dieser Welt abberufen worden. Jeder von uns ist sich der Schwere des Verlustes bewußt Wir bitten unsere Mitglieder, unserem leider viel zu früh Verstorbenen die letzte Ehre zu erweisen. 8n der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 240 RM. gezoger. Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 15. Dezember, nachmittags 2/2 Uhr, vom Trauerhause Bahnhofstraße aus statt. Heute entschlief sanft nach kurzem Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater Sn der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 240 RM. gezogen Kleine Kreatur in Wasser, Busch und Halm Bon Karl Otto Bartels. 164 Naturaufnahmen aus dem Leben der niederen Tierwelt mit erläuternden Bildunterschriften, Namensan- gab. u. ausführlichem Text (62 Seiten). Mit einem Geleitwort von Profess. Dr. Deegener, Universität Berlin. Dieses Werk bringt erstaunlich vielseitige und trefflich gelungene Einzelbilder und Bildfolgen aus dem reichen Leben der zahllosen kleineren Lebewesen. Aus der Freude am B«. obachten ist ein wert- volles naturgeschichtliches Urkundenbuch geworden, das hervorragend geeignet ish die Liebe auch aum kleinsten Naturgeschehen zu erwecken. Gebunden RM. 4,80. Bitte verlangen Sie kostenlos unsere bebild. Werbcblätter! Das Buch ist durch jede Buchhandlung zu beziehen! HugoBermühler Verlag Berlin. 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Bücher unter dem Weihnachtsbaum „(Europa' den ZU- Verweser gewählt und mit der Macht und Befugnissen betraut, die einst dem Monarchen gekommen waren. — Fanny Gräfin von Wilamowitz- Moellendorff: Erinnerungen und Be gegnungen. Mit 16 Bildern. Preis kart. 3,60 RM., Leinen 4,50 RM. Verlag von Martin Warneck, Berlin W 9. — (538.) — Die Verfasserin ist Schwester Carin Görings, eine Tochter Schwedens und später Gattin eines preußischen Gardeoffiziers. Gräfin Wilamowitz-Moellendorff kennt die Welt aus vielen Reisen, und überall findet sie Berührung mit bedeutenden Menschen. Jedes Kapitel ist interessant, ab es handelt von der Kindheit, dem Eintritt in die große Welt, der ersten Auslandsreise usw. Ihre Heirat führt die Verfasserin dann nach Deutschland, zunächst nach Potsdam, wo ihr Mann bei den Garde-Ulanen stand. Dann siedelte die Familie über auf das alte Familiengut Gadow. Auf beiden Etappen werden wir eingeführt in das Leben der Gesellschaft, an den Hof. Der Krieg fordert Trennung der Gatten, Graf Wilamowitz stirbt im fernen Osten, in Bagdad. Nun sehen wir die Gräfin mehrer unermüdlichen Arbeit; was Menschen zerstört hatten, mußte wieder aufgebaut werden. Erst arbeitete sie in Schweden, um Gaben aller Art nach Deutschland senden zu können. Die Arbeit wächst. Sie geht selbst nach Berlin, nimmt sich besonders der Kinder und Frauen an und konnte viel Not lindern. Aber immer großer wird das Arbeits- — Rudolf Koch: D i e Weihnachtsgeschichte, ein Blackbuch in zehn Holzschnitten. Preis in Pappband 1,80 RM. im Insel-Verlag zu Leipzig. — (512) — Rudolf Koch, der berühmte „Offenbacher Schreiber", zag seine beste schöpferische Kraft aus dem Zusammenleben mit der Familie, er war auch eine innerlich tief religiös veranlagte Natur, der seine Kunst immer wieder in den Dienst des Höchsten stellte. Aus beidem erwuchs ihm die Gabe, diese Weihnachtsgeschichte gestalten zu können mit der ganzen schlichten Frömmigkeit der alten Holzschnitt-Meister und doch ganz gegenwartsnah in der Auffassung des Berichts des Evangelisten Lukas über die weltbewegenden Ereignisse der Heiligen Nacht. Bilder und Schrift wurden nach Art der alten Blockbücher zusammen aus demselben Holzblock geschnitten und geben so jene künstlerische Einheit, die auch einen Vorwurf wie die Weih- nachtsgeschichte uns mit immer neuen Augen sehen läßt. —e. — Novalis Werke in einem Bande. Preis Geschenkleinen 4,80 RM., Halbleder 7,50 RM. Walter Hädecke Verlag in Stuttgart. — (567) — Diese schone Ausgabe besorgte der Dichter Wilhelm von Scholz. Der sorgfältigen Bearbeitung fügte er das geistvolle „Fragment über Novalis" an, das tief in das Innere des Dichters führt und seine überzeitliche Bedeutung herausstellt. Zum schönsten gehören seine Hymnen an die Nacht und die Marienlieder. Die Geistlichen Lieder sind Perlen unserer Dichtkunst. Das Buch enthält als Gesamtausgabe auch den großen Roman Heinrich von Ofterdingen, auch die Bruchstücke zur Fortsetzung des Ofterdingen und, was besonders wertvoll ist, auch die Tieckfchen Bemerkungen über die beab- Gvinhusvud baut Finnland Don Erkki Räikkönen. Weise, wie man sie sich nicht hatte träumen lassen können, Wirklichkeit geworden war ..." Am Senatsplatze angekommen, richtete Manner- Heim seine Schritte zum Senatsgebäude, wo die gesamte Regierung zur Sitzung versammelt war. Dann trat der Senat, von der Heeresleitung und dem diplomatischen Korps gefolgt, während die Nationalhymne „Unser Land" erscholl, auf den Platz hinaus. Dort wurden sie begrüßt vom Landtag, der Stadt, den Studenten und den Vertreterinnen der finnischen Frauen. „Ein feste Burg" klang empor, als Svinhufvud und Mannerheim mit Gefolge und die Deutschen, von Graf von der Goltz geführt, zum Dankgottesdienst in die Nikolaikirche hinaufgingen. „Der Herr ist meine Stärke und Lobgesang und ist mein Heil. Das ist mein Gott, ich will ihn preisen; er ist meines Vaters Gott, ich will ihn erheben", war der Text der Feierpredigt. Unter Orgelklang verließen sie die Kirche und begaben sich zum Runebergdenkmal auf der Esplanade, wo General Mannerheim zu Pferde die Parade des weißen Heeres abnahm. Regiment auf Regiment marschierte an dem Heerführer vorbei, während die Kapellen den Karelischen Reitermarsch spielten und dröhnende Hochrufe die Helden des Freiheitskampfes grüßten. Dieser Tag war im buchstäblichen Sinne der Tag der Freiheit: am Tage vorher nämlich hatte sich die letzte Zuflucht der Russen in dem selbständigen Finnland, das befestigte Ino gegenüber der russischen Festung Kronstadt, ergeben. Frei war das Land im Osten wie im Westen. Ein edler Geist von Opferbereitschaft hatte das gesamte weiße Finnland zum Kampf um seine Freiheit zusammengeschweißt. Das weiße Heer hatte die schweren Kämpfe bestanden. Aber viele Tausende aus seinen Reihen waren dahin. Sie ruhen nun in der Heimaterde, deren Freiheit sie mit ihrem Leben erkauften. Mit ihrem Herzblut haben sie den Traum von der Selbständigkeit Finnlands verwirklicht. Svinhufvud aber wurde zwei Tage nach der großen Feierparade vom Landtag zum Reichs- u11- Langsam, mit scharfem Blick die grauen ^ielhen musternd, ritt der weiße General grüßend die Front ab. Aus tausend Kehlen dröhnte ihm Antwort entgegen. Und er lächelte den Männern zu wie alten Bekannten und ritt dann weiter. Dann gab er ein Zeichen, und gefolgt von seinen tausenden kampf- und leidgestählten Männern trat er leinen historischen Zug in die Hauptstadt des freien Finnlands an, die im Frühlingssonnenschein seiner harrte. Ein siegreiches Heer folgte seinem siegreichen Führer. Keine Paradearmee in glänzenden Uniformen, nein, ein eben aus dem Kriege gekommenes graues Feldheer, ein Bauernheer, aus dem Nichts geboren, das sich selber ausgerüstet, seine Waffen Xet( vom Feind genommen und Taten vollbracht hatte, die nach Jahrhunderten den größten Traum verwirklichten, den je ein Volk sich selbst erfüllen kann." 1 Durch die fahnengeschmückte sonnige Stadt ging der Marsch des weißen Heeres. „Wohl hatte man in Helsinki früher große Volksmengen versammelt gesehen", erzählt ein Augenzeuge, „nie jedoch so viele und nie so freudevolle, 1° herzlich begeisterte Menschen wie die hauptstädtische Bevölkerung an diesem Tag Hochrufe, die zu einem einzigen machtvollen Huldigungssturm an- schwollen, empfingen unsere weißen Krieger, als sie durch die Straßen marschierten." Voran zu Pferde General Mannerheim; Blumen schmückten seinen Weg, und das Volk jubelte ihm zu. „Besonders warm wurden die karelischen Truppen und ihr Führer, Oberst Sihvo, empfangen", heißt es weiter. „Die Straßen und Plätze entlang flutete eine Woge von Begeisterung, als er mit seiner Schar anrückte. Schon am Tage vorher waren sie Gegenstand stürmischer Huldigung gewesen; jetzt am Festtag des weißen Heeres kannte der Jubel des Volkes keine Grenzen. In dem Führer der Karelier grüßte es seine Jäger, die ganze Jägerbewegung, die heilige Heldenmär der vaterländischen Geschichte, die jetzt auf die wunderbarste sichtigte Fortsetzung des Ofterdingen. Ferner finden wir die Lehrlinge zu Sais, die „Christenheit" ober „Europa", die Fragmente — sowohl die zu Lebzeiten des Dichters gedruckten als auch die aus dem Nachlaß — sowie wichtige Anmerkungen. Verständnisvolle Bearbeitung und würdige Ausstattung machen diese Neuausgabe gleichermaßen zu einem wertvollen Geschenk. — "1 e15; Dezember feiert Pehr Evind svinhufvud der Präsident des befreundeten finnischen Volkes, seinen 75. Geburtstag. Wir kürzlich im Albert Langen- ® & .^lag in München erschiene- xen ^^-"^nhufvud baut Finnland", in bem Erkki Räikkönen den Kampf dieses Ä-mannes gegen den Bolschewismus um die Gründung des finnischen Staates schildert, folgenden Auszug. Wie ganz anders als vor dreieinhalb Monaten, m k feJnCrs gewaltsamen Unterbrechung, war das 9 bei feiner ersten Sitzung am 15. Mai bot! Verödet standen die Bankreihen der Sozialdemokraten, von denen die meisten m den Ausruhr verwickelt waren. Ein einziger hatte sich m die Sitzung gewagt. Dafür waren die Bür- gerlichen ausnahmslos erschienen. Auch Ehrengäste waren da: von d e r G o l tz mit seiner militärischen Begleitung der deutsche und der schwedische ®e> s°n°te, viel deutsches Militär und finnische Frei- Heitskampfer, die schon für die große Parade am folgenden Tag nach Helsinki gekommen waren. Auf feinen alten Plätzen saß der Selbständig- feifsfenat Der Landtagspräsident gedachte der stürmischen Ereignisse und der zwei Landtagsmänner, die dem Aufruhr zum Opfer gefallen waren: Antti Mikkola und Ernst Saari. Dann dankte er dem Senat für den schweren Dienst am Vaterland, den er geleistet hatte. Und nun betrat Svinhufvud die Rednerbuhne. Er umriß das große Geschehen in großen Zügen: "Mit Todesverachtung stürzten sich die kühnen Bauern von Pohjanmaa unter der Führung ihres energischen Oberbefehlshabers den gut gerüsteten Aufrührern und ihren russischen Helfern entgegen. Nord-Pohjanmaa tat sich zusammen mit Süd-Poh- janmaa, und binnen kurzem war die Verbindung zu den ausländischen Mächten über Nord-Pohjan- maa geöffnet. Zugleich der Weg zur Vereinigung mit dem tapferen karelischen Heer, das mit bewundernswerter Willenskraft und Zähigkeit einen großen Teil von Karelien befreite. Als auch unsere tn Deutschland zu einer besonderen Truppe ausgebildeten Jäger Anfang Februar auf finnischen Schiffen ins Vaterland heimkehrten — vom ganzen Volk erwartet und herzlich empfangen —, da erhielt unser von vaterländischer Begeisterung und Freiheitsliebe geschaffenes Volksheer einen unschätzbaren Zuwachs." — Weiter sprach Svinhufvud von Deutschlands Hilfe, von den schwedischen Freiwilligen und den schweren Kämpfen: „Ihre tiefe Dankbarkeit spricht die Regierung dem Heer, seinen Führern und Mannschaften aus, ihr inniges Beileid auch jenen tausenden finnischen Heimen, die das Leben ihrer Ernährer ober ihrer Söhne hingegeben haben, ba bas Vaterlanb es so forberte. Und t«f bewc«gt gedenken wir «nserer zahlreichen Volksgenossen, bie — waffenlos — in Erfüllung ihrer Pflicht beim Morgengrauen unserer völkischen Freiheit der Blutgier aufgehetzter und betrogener Mitbürger zum Opfer fielen. Gesegnet wird ihr Andenken in diesem Lande sein, solange im finnischen Volke Freiheitsliebe lebt!" Nach Berührung der wichtigsten außenpolitischen Fragen schloß er: „Mit Freude hat die Regierung bemerkt, daß das Volk sie in ihren Bestrebungen unterstützt. Als Frucht dieses Zusammenwirkens begrüßen wir nun das von den Unterdrückten befreite Vaterland." Als der nächste Tag anbrach, hatte sich auch das Heer versammelt. Züge auf Züge waren herangerollt und hatten die Truppen gebracht: die Tapferen von Vilppula und die Ahvola-Helden, die Eroberer von Tampere und Rautu, Männer in grauer, grober Zwillichkleidung mit kampfgehärteten Zügen. Schon vor Mittag standen sechzehntausend bereit. Ein Jäger erzählt: „Am Parademorgen versammelten sich die Truppen im Tiergartenpark, von wo sie in geschlossenen Formationen in die Hauptstadt einmarschieren feld. Gräfin Wilamowitz reift nach Amerika, um für die Not in Deutschland Verständnis zu wecken. Sehr interessant ist, was die Aufzeichnungen hiervon erzählen, von ihrem Besuch bei Hoover und vielen anderen Begegnungen. Auf der Rückreise trifft sie Tagore und kann ihm in Stockholm helfen. Wir lesen weiter von engen Beziehungen zu dem Erzbischof Söderblom, zu Sven Hedin, den Dichtern Heidenstam und Karlfeldt. — Wir sind dann wieder in Deutschland, hören von Göring, Goebbels und anderen führenden Männern, lassen uns von einer Begegnung mit dem Führer erzählen, weilen mit der Verfasserin bei dem Herzogspaar von Braunschweig in Gmunden. Das Buch schließt mit einem Ausklang „Auf der Wartburg", worin die Gräfin ernste unb besinnliche Töne anschlägt. — Aus allem spricht bie große Liebe zu Deutschland und der Wunsch aufrichtiger Freundschaft mit Schweden. — Marcel Dupont: Murat. Reiter, Marschall von Frankreich, Kaiserlicher Prinz und König von Neapel. Aus dem Französischen übersetzt von Otto H. Fleischer. Mit vier Bildtafeln. Preis steif broschiert 6 Mark, Seinen 7,50 Mark. Wilh. Gottl. Korn Verlag, Breslau. — (433) — Marcel Dupont ist ein Pseudonym, hinter dem sich ein höherer Offizier verbirgt. Sein Buch indessen schildert Murat als Menschen und vor allem als das, was er zu allererst war: als den geborenen Reitergeneral, der sein Leben am vollsten lebt, wenn er mit dem Säbel in der Faust zur Attacke gegen den Feind galoppiert. Es ist ein erstaunliches Leben, das dieser Gastwirtssohn unb einstige Priesterzöglinq geführt hat, biefer von unersättlicher Ruhmsucht und Machtgier getriebene Soldat, dem sich nach seiner Begegnung mit dem General Bonaparte und seiner Verheiratung mit dessen Schwester Karoline eine glänzende Laufbahn eröffnet, der sich in allen Ländern — van Aegypten bis Rußland — mit beispielloser Tapferkeit schlägt und in allen Kriegen des Kaisers an entscheidender Stelle steht, der auf dem Höhepunkt seines Ruhmes den Thron von Neapel besteigt unb dessen Stern mit dem Stern des Kaisers erlischt: in Kalabrien fällt er seinen Feinden in die Hände und endet unter den Kugeln eines Exekutionskommandas, nachdem er in feinen letzten Stunden eine innere Größe gezeigt hat, bie er als König nie gekannt. Das Buch Duponts ist ein großartiges Gesamtpanorama des napoleonischen Zeitalters. — Hans Kloepfer: Sulmtal und Kai - nachboden. Ein steirisches Bilderbuch. Mit reichem Buchschmuck von Emmy Singer. Seinen 6 Mark. Verlag der Alpenland-Buchhandlung Südmark, Graz-Wien-Leipzig. — (493) — Rosegger, der liebenswürdige steirische Dichter, der Tausende Reichsdeutscher mit den Eigenheiten österreichischen älplerischen Volkstums vertraut machte, hat in der Gegenwart einen würdigen Nachfolger gefunden: Dr. Hans Kloepfer ist in Köflach, dem Hauptorte des weststeierischen Braunkohlengebietes, seit Jahrzehnten als Werksarzt tätig und mit Bauern, Arbeitern und Kleinbürgern innig verbunden ist. Er kennt die Freuden und Sorgen der kleinen Seute, er bleibt nicht spielerisch an der Oberfläche, sondern schürft in Tiefen, wo überraschende Schätze verborgen sind, erforscht allch liebevoll die Vergangenheit unb gestaltet baraus Bilder aus bem Seben, hoch- deutsche unb munbartliche Gebichte, Erzählungen unb Schilberungen voll anschaulicher Kraft, duxch- fonnt von Güte unb Humor. — Der vorliegende Banb schließt sich ben betben vorausgegangenen: „Aus bem Bilderbuche meines Sehens" unb „Ge- Bäume ausreißen ? Sie kennen doch die wunder* bare Stimmung, in der man buchstäblich Bäume auöreißen lÄ möchte. Schaumwein macht ein bißchen übermütig....... M- SCHAUMWEIN fcingt Jr&hsinri! Dem Nordpol kam noch vor Abschluß des Jahrhunderts Fridtjof Nansen näher als alle Vorgänger, indem er 1895 auf feiner berühmten „Fram"- Reife bis 84° 4' nördlicher Breite vordrang unb hierbei zugleich die überraschende Entdeckung machte, daß der Nordpol höchst wahrscheinlich nicht auf" Sand sondern in einem tiefen Meere lag. Vierzehn Jahre später, 1909, gelang es dem Amerikaner Peary, diesen nördlichen Achsendrehpunkt der Erde, den er schon feit den neunziger Jahren mit unbezähmbarer Energie in immer neuen Expeditionen systematisch bestürmt hatte, wirklich zu erreichen. In der Tat auf schwimmendem Meereise. Allerdings trat ein anderer Amerikaner, F. Cook, hervor, der behauptete, schon ein Jahr früher dort gewesen zu fein, und es ist nicht mit restloser Klarheit festgestellt worden, was an dieser Behauptung wahr ist. Jedenfalls war das eine der beiden großen Probleme noch vor Ablauf des ersten Jahrzehntes des neuen Jahrhunderts gelost. Das andere freilich schien noch in weiter Ferne 3U liegen. War doch die antarktische Welt unendlich viel furchtbarer vereist, als die arktische. In Breitegraden, unter denen bei uns noch große Stätten modernen Sebens liegen, wie Seningrab, Stockholm, Oslo, Bergen, Drontheim, sind wir dort schon nahe der Grenze allen nicht maritimen Sehens angelangt, bieten ungeheure Eisberge ober zusammenhängende Eismauern weithin aller Schifffahrt Halt. Hier war rings um ben Pol noch ein Raum etwa hoppelt so groß wie ganz Europa völlig unbekannt. Diesen galt es zunächst einmal ,u berennen, zu verkleinern, ehe man, so schien es, an bie Eroberung seines innersten Punktes überhaupt denken konnte. An diesem Kampf um die Antarktis überhaupt haben auch wir Deutschen uns ehrenvoll beteiligt. Dr Georg Neumayer, der Direktor der Deutschen Seewarte, ist hier ein Hauptrufer im Streit gewesen, der mit begeisternden Worten immer wieder auf die Notwendigkeit hinwies, die Sudpolwelt zu erforschen. Und als im Beginn des Jahrhunderts mehrere Kulturnationen sich zusammentaten, um nach einheitlichem Plan dies Werk an verschiedene Stellen zugleich in Angriff zu nehmen, da sandte auch das Deutsch- Reich unter Erich n ° n D r y - aallki eine große, wohlgerustete antarktische Ex- UiHon au7 di- in'd-n Jahren 1901 bis 1903 südlich oom Indischen Ozean in dem „Kmstr-Wll- delm II -Land" den Nordrand des hier noch gonz unbekannten, gänzlich in Eis vergrabenen Sud- polarkontinentes f°ststellt° und> dortüberwinternd eine wissenschaftliche Arbeit ersten Ranges durchführt-, deren Ergebnisse heut in einer großen Reche Die Eroberung des Südpols. Iton Professor Dr. Georg Wegener. Im zweiten Viertel des vorigen Jahrhunderts begann, was man bas „letzte Zeitalter der Entdeckungen" zu nennen pflegt. In dem mächtigen rauschartigen Kraftgefühl, das der Menschheit aus der damals so gewaltig sich entwickelnden Technik erwuchs, ging sie daran, die große Aufgabe der Entdeckung der Erdoberfläche zu vollenden, bie letzten noch weißen Flecke der Erdkarten zu tilgen. Es waren das insbesondere das schwer zugängliche Innere der großen Kontinente und die beiden eis- umftarrten Polarkappen des Erdballs. Ein neues Heroenzeitalter der Forschungsreisen bricht herein, das nun rasch mit den Geheimnissen Jnnerafnkas, Jnnerasiens, Australiens usw. aufräumt unb Namen unsterblich macht wie S i v i n g st o n e Stanley, Schweinfurth, Barth, Nachtigal, Prschewalski, Sven Hedin und viele andere. Um die Wende zum 20. Jahrhundert ober doch in dessen allerersten Jahren sind hier nahezu alle Probleme großen Stils gelöst. Einzig um die beiden Pole gibt es noch unbekannte Gebiete van wirklich bedeutendem Umfang unb mit dem ganzen dämonischen Zauber, ben die Terra incognita nun einmal auf den Menschengeist ausubt. . Gewiß, auch in der Arktis sowohl wie in der Antarktis war noch im 19. Jahrhundert Außerordentliches geleistet und nicht minderer Entdeckerruhm errungen worden, von James Roß ange fanden bis zu Fridtjof Nansen, aber immerhin, bien'bü-b noch ganz elementar Große- an erster Entschleierung des Unbekannten zu tun Vor allem aalt es h7er zwei Punkte zu erreichen, deren Eroberung gewissermaßen Ehrensache der Menschheit war, den N°?dp°l und den Sudpol. Während ;n den voroufgehenden Jahrhunderten daran noch niemand überhaupt zu denken gewagt hatte, Tiaren dies neuerdings unzweifelhaft die beiden populärsten Probleme der Erdentdeckung überhaupt geworben. fflerX mit ihnen hat sich der Abenteuersinn und bie Einbildungskraft des 19. Jahrhunderts m,t Vorliebe beschäftigt. An der Spitze natürlich Jules Derne der große Magier der modernen, durch jenen Kr'aftaustausch der neuen ^echmk beflügelten Phantasie Wer von ben alteren Sefern erinnert sich nicht wie er seinen Kapitän Hatteras den Nord- Kapitän Nemo den Sudpol erreichen läßt? Den Nordpol, wie man damals als selbst verständlich annahm, -us einem hochragenden Fest londe, den Südpol Mit Unterseeboot tn einem Meere Inmitten schwimmenden Eises. von Bänden vorliegen. Eine zweite bedeutende deutsche Südpolarexpeditton führte 1911/12 Wilhelm Filchner in das Wedbellmeer im Süden des Atlantik und drang dort weiter südwärts vor als irgendein Vorgänger; freilich auch fo nur ungefähr so weit gegen den Pol, wie auf unserer Halbkugel allsommerlich mühelos bie spitzbergischen Touristenschiffe kommen. Trotzdem wagten auch im Südpolgebiet einige beherzte Männer bereits an den Südpol selbst zu denken. Es waren vor allem die Engländer, bie sich ja in ber Tat schon durch die antarktischen Entdeckungsfahrten ihres James Cook in den siebziger Jahren des 18. Jahrhunderts und ihres James Roß in ben vierziger bes 19. Jahrhunderts eine moralische Apwartschaft auf die Führung in der Südpolarforschung erworben hatten. Zwei Männer, Robert Scott und Ernest Shackle- ton, trieben seit 1902 teils zusammen, teils wetteifernd Angriff auf Angriff auf bem Este südlich bes von Roß entdeckten Victoria-Landes gegen ben Pol vor. Von ihnen gewann der letztere 1909 bereits die Breite von 88° 23. Er war also nur noch 180 Kilometer vom Pol, als er wieder umkehren mußte. Das Jahr darauf brach Robert Scott aufs neue mit einer trefflich 'ausgerüsteten Expedition auf, und jetzt erreicht er, mit vier Begleitern, wenn auch unter Einsatz der äußersten Kraft und halb vernichtet durch unausgesetzten Kampf mit grauenvollen Schneestürmen, am 18. Januar 1912 den Südpol — da aber sieht er inmitten der grenzenlosen Eiswüste dieser furchtbaren Gegend an einer Stange die norwegische Flagge wehen! Folgendes war inzwischen geschehen. Der norwegische Polarforscher Roald Amundsen, ein Mann von unbändiger Tatkraft und Abenteuerlust, ber sich schon einen Namen dadurch gemacht batte, daß er als erster und bisher einziger 1903/06 auf bem kleinen Robbenfangschiff „Gsöa" die nordwestliche Durchfahrt um Nordamerika praktisch ausführte, hatte im Jahre 1910 eine neue, längere Zeit vorbereitete Nordpolarexpeditton angetreten, auf der er zunächst sein Erpedittonsschiff — kein anderes als die berühmte „Fram" Fridtjof Nansens um bas Kap Horn herum zur Bering- straße führen wollte. Unterwegs im Atlantik erklärte er plötzlich feinen völlig überraschten — und bann begeisterten — Leuten, da er ja dicht an der Antarktis vorüber müsse, wolle er, wefl der Nordpol inzwischen doch entdeckt sei, unterwegs erst einmal versuchen, ben Südpol zu erreichen, ehe er weiterführe zu den nunmehr rein wissenschaftlichen Arbeiten im Norden. Das Glück will es, daß er diesen Versuch in einer neuen Gegend unternimmt, östlich vom Victoria-Land, die ungleich weniger als die tradittonell von Scott und Shackleton gewählten Reisegebiete von jenen fürchterlichen, auf besonders schroffen Geländeunterschieben beruhenden Schneestürmen heimgesucht wird. Hier gelinat es dem kühnen Manne wirklich, in einer Art Husarenritt mit seinen Schlitten und Hunden das große Ziel zu erreichen. Am 14. Dezember 1911, also vor nunmehr 25 Jahren, langt er, fünf Wochen früher als Scott dort an und pflanzt die Fahne feines Landes auf dem südlichen Pol auf. Auch hier ist es genau umgekehrt wie man sich zu Jules Vernes Zeit gedacht hatte. Der Südpol liegt auf dem Hochplateau eines Kontinents, in einer Meereshöhe von 3127 Meter. Dann kehrt er mit feinen Leuten wohlbehalten zu feinem Schiffe zurück und fetzt feine Reife nach der Beringftraße fort. So bewunderungswürdig auch diese Leistung des Norwegers ist, wir dürfen sie doch nicht berühren ohne noch ein Wort des ehrenden Gedächtnisses an Robert Scott und die Seinen hinzuzufügen. Hier hatte nun wirklich ein anderer ihnen die Ehre vorweggenommen. Gebrochen in ihrer letzten Kraft durch die ungeheure Enttäuschung sind sie auf dem Rückmarsch alle zugrunde gegangen. Ihre Tagebücher wurden später gefunden unb enthüllten uns eine Tragödie, die ebenso durch die körperlichen und seelischen Leiben wie durch das Zeugnis einer wahrhaft erhabenen Kameradschaftlichkeit im Untergang zu den ergreifendsten der Menschheitsgeschichte gehört'. Zeitschriften. — Im Säuglingsalter sind Ohrerkrankungen, besonders im Herbst und Winter, durchaus nicht selten. Wie äußert sich bie Erkrankung des Ohres? Wie erkennt die Mutter bei Säuglingen und kleinen Kindern Schmerzen? Wie lange dauert z. B. eine akute Mittelohrentzündung? Wie kann verhütet werden, daß der Säugling überhaupt an einer Mittelohrentzündung erkrankt? lieber alle diese Fragen liest die junge Mutter in dem Dezemberheft der bekannten Zeitschrift „M utter und Kind" (Verlag Staude, Berlin W 30), und zwar in dem Artikel von Dr. H. Tollkühn, Berlin, „Ohrertrankungen bei Säuglingen". Auch die Beiträge: „Wie kommt es zu Sprachfehlern?", „lieber Haarpflege" unb die Fortseßung der Artikelserie , Störungen der Mut» terschastsvorgänge" werden jede Mutter interessieren. Im übrigen steht der größte Teil des Inhalts dieses Heftes unter dem Eindruck des nahenden Weih- nachtsfestes. Reizende Bilder veranschaulichen den Text. [ammelte hochdeutsche Gedichte" nicht nur würdig an, sondern bedeutet eine Steigerung. Das deutsche Schrifttum hat wenig Heimatbücher von solcher geistiger Höhe. Wie Rosegger wird auch Kloepfer seinen Weg zu deutschen Herzen finden, selbst wenn sie fern von steirischen Landschaften schlagen. Allen Wanderern und Bergsteigern, besonders dern und Freunden des Deutschen und Oesterreichi- scheu Alpenoereins, werden Kloepfers Werke, von denen der 4. Band „Gedichte in steirischer Mundart" und der 5. Band „Gesammelte Erzählungen" bringen wird, willkommen sein. Mr. Frido Kordon. Zusammenschluß der Gartengestalter. Die Gründungsversammlung einer Ortsgruppe Gießen des „Reichsbundes der Gartenausführen- den und Friedhofsgärtner e. V." fand am gestrigen Freitagnarbmittag im „Hessischen Hof" statt. Mit einem Hinweis auf die Bedeutung dieses Zusammenschlusses aller freischaffenden Gartengestalter und Friedhofsgär^ner entbot der Kreisfachwart Fritz Weber den Willkommensgruß. Der Bezirksgruppenleiter für den Bezirk Gießen, Gartengestalter Fritz W i d m a i e r (Gießen) erläuterte dann den Aufbau und die Gliederung des innerhalb des Reichsnährstandes geschaffenen Reichsbundes, der einen Zusammenschluß aller Gar- tengestalter und Friedhofsgärtner zwecks Förderung ihres Berufes darstellt. Als Mitglieder des Bezirksausschusses wurden die Gartengestalter Herbert Meier (Wetzlar) und Arthur W i t t m a n n (Gießen) bestimmt. Dem Reichsbund haben nach dem Gesetz alle mit Gartenausführungen und Friedhofsgartenarbeiten Beschäftigten anzugehören, auch bann, wenn sie bisher noch keine abgeschlossene Lehrzeit aufweisen können. In Zukunft wird der Beitritt nur solchen Berufsangeyörigen möglich fein, die ihre Lehrlings- und Gartenmeisterprüfung abgelegt haben. Nach einigen weiteren organisatorischen Ausführungen unterstrich der Landesausschußbeirat, Gartengestalter Hölgers die Auswirkungen dieser Organisation auf die Förderung und Gestaltung der Berufsgruppe. Dem freischaffenden Gartengestalter soll durch die straffere Organisation eine bessere Förderung seiner schwierigen Existenz gegeben werden. Es ist beabsichtigt, den Garten^estalter schon bei der Hausplanung einzuschalten, werter soll erreicht werden, daß auch die Tagesarbeit im Privatgarten nicht mehr über das Arbeitsamt vergeben, sondern nur mit Zustimmung der Ortsgruppe ausgeführt werden darf, wie das in anderen Städten bereits durchgeführt ist. Eine besondere Aufgabe wird dem Gartengesialter durch die Mitwirkung bei der Verschönerung der Landschaft und des Stadtbildes zu- gewiefen werden. Durch vertrauensvolles Zusammenwirken mit den Gartenbesitzern und mit den Behörden soll der Gartengestalter mit zur Durchführung der Arbeitsschlacht beitragen. In Gießen soll eine Kommission gebildet werden, die in Zusammenarbeit mit den Behörden und dem Verkehrsund Verschönerungsoerein an der Verschönerung des Gießener Stadtbildes tatkräftig mitwirken und dazu die dem Reichsbund angehörenden Mitglieder heranziehen soll. An die Ausführungen schloß sich eine Aussprache an. Aus den preußischen Tlachbargebieten. Mord an einer O.rne in Frankfurt. F r a n k f u r t a. M., 12. Dez. (LPD.) Am Samstag wurde, wie die Kriminalpolizei mitteilt, im Hause Schüppengasse 26 die 39jährige berufslose E l s e F a l t i n in ihrem Zimmer t o t aufgefunden. Nach den Feststellungen der Mordkommission und des Gerichtsarztes ist die Faltin erdrosselt worden. Als Täter kommt ein Mann in Frage, der kurz vor 12 Uhr bei der Faltin zu Besuch war. Dieser Mann ist 26 bis 30 Jahre alt, 1,78 bis 1,80 Meter groß, kräftig, breitschultrig, hat dunkelbraunes Haar, eine besonders auffällige eingedrückte breite Nase, trug stahlgrauen bis lilafarbenen Ueber- zieher mit Ringsumgürtel von gleicher Farbe, def- en Enden er in die Manteltaschen gesteckt hatte. Der Mantel hat wahrscheinlich Karos in dünnen Streifen. Er trug weichen Hut mit abgestepptem Rand und Stoffgamaschen. Der Mann hat gegen 12 Uhr das Haus eiligen Schrittes mit hochgestelltem Mantelkragen in Richtung Weißadlergasse verlassen. Wer hat ihn gesehen? Wie heißt er? Wer weiß, wo er weitergegangen ist? Der Unbekannte ist schon wiederholt in der Schüppengasse gesehen worden. Zeitweise trug er eine Lederweste, manchmal eine Lederjacke. Er hat wiederholt angegeben, von Beruf Kraftfahrer zu sein und einen Fernlastzug zu fahren. Sachdienliche Angaben nimmt die Mordkommission des Polizeipräsidiums Frankfurt a. M., Zimmer 400—403, Tlephon 20015, bezw. jede Polizei- tation entgegen. Auf Wunsch werden Mitteilungen vertraulich behandelt. Für die Aufklärung ist eine namhafte Belohnung zu erwarten, die nur an Privatpersonen zur Verteilung kommt. Kurz vor dem Eintreffen des gesuchten Mannes war ein anderer Mann bei der getöteten Faltin. Dieser Mann wird im Interesse der Aufklärung dringend gebeten, sich ebenfalls sofort zu melden. E n Notstandsgebiet verschickt 5000 WHW.-pakete LPD. Westerburg, 12. Dez. Einen schönen Beweis sozialen Verständnisses und Opferwillens gibt die Bevölkerung des Oberwesterwald- {reifes erneut bei der Weihnachtspaketaktion des WHW. Obwohl der Kreis selbst Notstandsgebiet ist, wurden nicht weniger als 5 0 0 0 Weihnachtspakete zur Verfügung gestellt. Mt Bekleidungsstücken und Lebensmitteln als hauptsächlichem Inhalt werden die Pakete nach Frankfurt am Main und Offenbach versandt. Ein Gememdehausbrand forderlZ Menschenleben Oberheffen. Fahrplanverbesierung auf der Strecke Nidda—Schotten. Zur Verbesserung des Zugverkehrs an Sonn- und Feiertagen verkehrt der gegenwärtige Werk- tags-Personenzug Nr. 4190, Schotten ab 15.45 Uhr, Nidda an 16.24 Uhr, ab Sonntag, 13. Dezember, täglich. In der Gegenrichtung wird Sonntags ein neuer Personenzug Nr. 4185 in folgendem Plane eingelegt: Nidda ab 17.50 Uhr, Kohden an 17.56, ab 17.57, Unter-Schmitten an 18.01, ab 18.02, Ober- Schmitten an 18.06, ab 18.07, Eichelsdorf an 18.13, ab 18.14, Rainrod an 18.20, ab 18.21, Schotten an 18.30 Uhr. Landkreis Gießen. 4= 5) auf en, 12. Dez. Am Donnerstagabend kamen dis hiesige Frauenschaft und der Frauenchor beziehungsweise Frauenhilfe zu einer gemeinsamen Adventsfeier im Rat- haussaal zusammen. Die Feier war sehr gut besucht. Dank der Anregung und der Bemühung der Führerin der Frauenschaft, Frl. Schäfer (Hausen), fand jeder Teilnehmer aus seinem Platz ein Adventslichtlein und einen Teller mit Obst und Gebäck, das ganze überstrahlt von den Lichtern des Adventskranzes. Frl. Schäfer begrüßte die Erschienenen, während Pfarrer Steiner in seiner Adventsansprache darauf hinwies, daß sich die Volkskraft stets erneuern müsse an dem Geist, der in dem Kindlein in der Krippe zu den Menschen gekommen ist. Er gab seiner Freude besonderen Ausmuck über das schöne Zusammenarbeiten in der Gemeinde Hausen und dankte Frl. Schäfer für ihr verständnisvolles Wirken im Sinne wahrer Volksgemeinschaft. Adventslieder, das Vorlesen einer Weihnachtsgeschichte und ein Film .Deutsche Weihnacht" ließen den Abend zu einer echt adventlichen Feierstunde werden. s. Lang-Göns, 12. Dez. Bei der V i e h z ä h- l u n g ergab sich hier eine Zunahme fast aller Tiergattungen feit 1935. Die Ergebnisse vom Dezember 1935 sind in Klammern beigefügt. Pferde: 147 (150), Rindvieh 953 (892, Schweine 1613 (1433), Schafe 399 (327), Ziegen 93 (87), Kaninchen 177 (160), Federvieh (Hühner, Gänse und Enten) 5914 (4384), Bienenvölker 45 (25). * Lang-Göns, 13. Dez. Eine begrüßenswerte Aenderung wurde an unserem alten Gottes- Hause vorgenommen. Die beiden Haupttüren an der Süd- und Westwand wurden zum Teil erneuert, mit Rahmen versehen und so angeschlagen, daß sie sich nach außen öffnen. Dadurch würde Raum für Windfänge im Innern der Kirche geschaffen. Schon feit Jahren machte sich in der Nähe der Türen ein starker Luftzug bemerkbar, der — besonders im Winter — viele Frauen abschreckte, dort Platz zu nehmen. Diesem Uebelstand wurde nun abgeholsen. c\d Eberstadt, 13. Dez. Das fünfjährige Sähn- chen eines hiesigen Einwohners stürzte gestern abend so unglücklich von einem Wagen, daß es einen doppelten Unterarmbruch erlitt und in das Krankenhaus nach Lich gebracht werden mußte. — Bei der heutigen Eintopffamm- l u n g durch die Mitglieder des Reichsluftschutzbundes wurden insgesamt 25,40 Mark aufgebracht. ex) Langsdorf, 13. Dez. Die Viehzählung zeitigte in unserem Orte im Vergleich zu der vom Vorjahre beachtenswerte Ergebnisse. Pferde 105 (107), Rindvieh insgesamt 902 (820), darunter waren 497 Milchkühe, während es 1935 nur 460 gewesen waren. Im erhöhten Rindviehbestand macht sich die gute Futterernte 1936 bemerkbar. Schafe 259 (253), Schweine 1202 (1051), auch hier ist die starke Zunahme auffallend; Ziegen 37 (38), Federvieh 2721 (2751) Stück, Kaninchen 127 (—), Bienenstöcke 55 (46). — Bei Erd arbeiten auf der Obergasse stieß man dieser Tage wieder einmal auf die Fundamente der alten Dorftore, der Hungener und der Licher Pforte. Bei der elfteren war das Mauergefüge so stark, daß es mit explosiver Kraft gesprengt werden mußte. An einer anderen Stelle der Obergasse fand man in einiger Tiefe wieder einen mächtigen Plattenbelag. Es besteht die Möglichkeit, daß diese früher viel tiefer liegende Straße, die „Steinweg" hieß, mit breiten Platten gepflastert war. < Harbach, 12. Dez. Hier fand in der Zeit zwischen 19.30 Uhr und 20.30 Uhr eine Verdunkelungsübung statt, die sehr gut verlief. Um 19 Uhr erfolgte ein Trompetensignal, worauf die Einwohnerschaft sofort mit der Verdunkelung begann. Eine halbe Stunde später wurde ein zweitel Signal gegeben. Um diese Zeit mußten die Verdunkelungsvorrichtungen angebracht sein. Gleichzeitig wurden alle Straßenlampen ausgeschaltet. In tiefem Dunkel lag nun unser Dorf. Alle Straßen waren wie ausgestorben.Die Kontrollstreifen nahmen hier und da in den Häusern Stichproben vor, während die Straßenwachen für peinliche Durchführung der Verkehrsmaßnahmen sorgten. Um 2(130 Uhr kündigte ein abermaliges Trompetensignal die Beendigung der Uebung, an der sich auch Oberwachtmeister Wendel von der Gendarmeriestation Reiskirchen beteiligte, an. Anschließend fand eine kurze Besprechung statt. Bürgermeister Münch dankte allen Amtsträgern des Reichsluftschutzbundes für ihre bereitwillige Mithilfe und brachte ein Sieg-Heil auf den Führer aus. — In diesen Tagen wurden die Weihnachtspakete für das WHW. abgeliefert. Es wurden hauptsächlich Kleidungsstücke und Wüsche gespendet. — Infolge des unbeständigen Wetters nehmen auch in unserem Dorfe die Grippeerkrankungen zu. Namentlich unter den Kindern sind viele Krankheitsfälle zu verzeichnen. Bei weiterer Zunahme ist mit dem Schließen der Schule zu rechnen. Kreis Büdingen. * Büdingen, 13. Dez. Die Bäuerliche Haupt- aenossenschaft Rhein-Main-Neckar beabsichtigt, in ber Gemarkung Stockheim (Kreis Büdingen) au: dem Gelände der früheren Zuckerfabrik eine Flachsrösterei zu betreiben. Zu diesem Zwecke soll das Wasser des Bleichenbaches gestaut werden, damit aus ihm das Wasser zum Betrieb der Flachs» röfterei, entnommen werden kann. Die Abwässer sollen in die Nidder abgeleitet werden. Drei Knaben im Atter von 11 6i<$ 14 Zähren verbrannt. IZjährigeS Mädchen rettet sich durch einen 8 Meter tiefen Sprung. LPD. Montabaur, 12. Dez. In der Nacht zum Freitag brach im benachbarten Horressen im Gemeindehaus, in dem insgesamt 16 Personen verschiedener Familien wohnen, vermutlich durch dort lagernde alte Akten Feuer aus. Den Dachstuhl bewohnte der Arbeiter Peter Wey and III. mit seiner kinderreichen Familie. Die 13jährige M a r t h a, die mit ihren Brüdern Eduard, Oswald und Hubert in einem der Dachzimmer schlief, wurde durch den beißenden Rauch wach. Sie weckte ihre drei Brüder. Als das Kind die Zimmertür aufriß, stand es vor einem undurchdringlichen Flammenmeer. Es gelang ihm noch, durch das Dachfenster zu kriechen und vom Dach in den Garten zu springen. Das Kind hatte trotz der beträchtlichen Höhe von 8 Meter Glück und kam mit einigen Schrammen am Arm davon. Die Feuerwehr mar gleich zur Stelle und machte ihre Geräte, die in dem brennenden Gemeindehaus untergestellt waren, sofort fertig. Das Feuer konnte bald wirksam bekämpft werden, doch als man sich zur Dachkammer der Knaben durchgekämpft hatte, bot sich ein entsetzlicher Anblick. Die drei Buben waren voll- ständig verbrannt. Partei und Staat haben sofort Hilfsmaßnahmen in die Wege geleitet, und die NSV. hat den vom Brand betroffenen Familien gleich eine erste Unterstützung zuteil werden lassen. Wirtschaft. Wichtig für Viehverteiler! Fwd. Auch für das Jahr 1937 werden nach Mit- teiluna der Landesbauernschaft Hessen-Nassau wieder Ausweiskarten zur Befreiung vom Straßen- fteuerhest ausgegeben. Zur Inanspruchnahme dieser Ausweiskarte ist jeder Diehverteiler berechtigt, der der Fachschaft angehört und sich durch Unterschrift verpflichtet, daß er die vom Reichsfinanzministerium gestellten Bedingungen an die Buchführung ordnungsmäßig erfüllt. Die für das neue Jahr gültigen Ausweiskarten werden durch den Viehwirtschaftsverband Hessen-Nassau ausgestellt und tragen gleichzeitig auch die Unterschrift des Landesfachschaftsleiters der Viehverteiler. Der Antrag auf Ausstellung der Karte ist über die zuständige Kreisbauernschaft an den Viehwirtschaftsverband zu richten und muß bis 31. Januar 1937 bei den genannten Dienststellen eingegangen sein. * * Frankfurter Börse am 24. Dezember geschlossen. Nachdem vor einigen Tagen schon mitgeteilt wurde, daß die Berliner Börse am 24. Dezember ausfällt, ist jetzt auch für die Rhein- Mainifche Börse in Frankfurt a. M. dieselbe Regelung getroffen worden. Am Donnerstag, 24. Dezember (Weihnachtsheiligabend), fällt also die Mittags- und Abendbörse aus. Rhein-Mainifche Börse. Still. Frankfurt a. M., 12. Dez. Auch zum Wochenende bewegte sich das Geschäft in engsten Grenzen. Die Unternehmungslust des Handels blieb wegen des nur schwachen Ordereinganges sehr gering. Eine ausgesprochene Tendenz war nur schwer zu erkennen, im ganzen blieb sie etwa behauptet. Die Kursveränderungen am Aktienmarkt gingen nur ganz vereinzelt über 0,25 bis 0,50 v. H. nach beiden Richtungen hinaus. Am Montanmarkt überwogen kleine Abschwächungen, Rheinstahl verloren 0,75 v. H., während Hoesch 0,25 v. H. höher lagen. JG.-Farben eröffneten mit unverändert 165. Am Elektromarkt lagen Siemens weiter matt mit 189,50 (190,50), RWE. bröckelten 0,50 o. H. ab, dagegen zogen Licht & Kraft 1,75 v. H. an, Felten unv. 137. Maschinen- und Motorenwerte lagen uneinheitlich, Muag 131 (130,50), Rheinmetall 152,75 (152), dagegen Moenus 94,25 (94,50) und Daimler 118,50 (118,90). Ron Einzelwerten gingen Bemberg weiter zurück auf 102,75 (104), Reichsbank gewannen 0,25 v. H., Feldmühle Papier und Westdeutsche Kaufhof ließen je 0,25 v. H. nach. Auf den übrigen Marktgebieten herrschte Geschäftsstille. Nach den ersten Notierungen waren JG.-Farben, Verein. Stahlwerke und Daimler Motoren etwa 0,25 bis 0,50 v. H. hoher gefragt. Der Rentenmarkt war ebenfalls ruhig. Etwas Nachfrage fanden Altbesitz mit 115.75 (115,65) und Kommunal-Umschuldung mit unv. 89,75. Zertifizierte Dollar-Bonds lagen bei kleinen Umsätzen behauptet. Im Verlaufe blieb das Geschäft am Aktienmarkt klein und die Kursentwicklung war weiter uneinheitlich, es zeigte sich jedoch auf Teilgebieten einige Nachfrage. Am Montanmarkt erholten sich Vereinigte Stahl um 0,65 v. H. auf 120,65, Mannesmann um 0,75 v. H. auf 116,50. JG.-Farben erhöhten sich auf 166,25 nach 165 und Siemens waren auf 191 nach 189,50 erholt. Die erst später notierten Werte lagen uneinheitlich, wobei Mansfelder 2, Dt. Linoleum 2,50, Scheideanstalt und Dt. Erdöl bis 1 v. H. verloren, während Holzmann 1 v. H. anzogen. Am Rentenmarkt bewegten sich Kommunal- Umschuldung bei 89,75, Stadtanleihen notierten nahezu unverändert, Liquidationspfandbriefe lagen zum Teil 0,13 bis 0,25 v. H., Pfälz. Hyp. Liquid. 0,40 v. H. hoher. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 14. Dez. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 967 Rinder (131 Ochsen, 161 Bullen, 350 Kühe, 145 Färsen), 470 Kälber, 120 Schafe, 4516 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 36 bis 45 Mk., Bullen 34 bis 43, Kühe 20 bis 43, Färsen (Kalbinnen) 28 bis 44; Kälber (Sonderklasse) 25 bis 65; Lämmer und Hämmel 30 bis 45; Schweine 51 bis 57 Mark. — Marktverkauf: Rinder und Schweine wurden zu- geteilt, Kälber, Hämmel und Schafe mittelmäßig. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. $ronfturt a. M. Berlin 14,25 14,5 108 108 4 98,75 Banknoten. Ärlef Bt.riin,s2.Äezemver WM 7 159,5 160,25 Ol 34,9 io] 202,5 Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v.H., Lombardzinsfuß 5 v. H. 22 1,95 7,13 6,05 6,25 8,55 14,4 120 121,25 137,75 148,75 115,75 1D8 104,5 185,5 59,4 231,4 103 160 137,5 59,5 232 108 104,5 185,25 138,5 154,5 190,5 135 138 154,5 191 134,5 108 104,5 185,75 108 104,5 185,5 118,9 159,5 57,4 104 161 138,5 118,5 157 6 6 8 3 173 134,4 146,5 137 140,4 130 137,5 154,5 190,25 135,5 6 6 0 7 0 8 n (i 'd 12 u 144 123,13 116,5 121 138,5 148 115,25 173 134,75 148 137 140 14,5 38 15 120 123,75 108 122,5 138,25 143 115 180,5 144,75 123,75 116 15,4 120,5 123,25 108 Schultheis Patzenhoser 4 '21 tu < Allgemeine Kunstseide) .. O 144 123,25 116 172,6 134 146,25 137 141 173 134,75 148 137,4 140,75 130,25 138 154,5 190.5 135 121,75 138 75 149 115,75 177,5 144 123,25 116,25 102,75 160,25 138 109,5 118,75 157 88,25 59,65 232 195 160 fllfe Bergbau ....... Ulfe Bergbau Genüsse Klöcknerwerte ....... Mannesmann-Röhren Amenkannche Roten Belgische Noten.................. Dänische Noten . Englische Noten Französische Noten ....... Holländische Noten Italienische Noten Norwegische Noten Deutsch Lesterreich, ä 1OO Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten...... Schweizer Noten................. Spanische 92016« .......... ..... Ungarische Noten.......... 14,5 147,75 15 121 Gritzner.................. Mainkraftwerte Höchst a.M.. Süddeutscher Zucker ....... Buderus Deutsche Erdöl 4 Harvener 2% Voesch Eisen—Kölnereuessen .. 3 21 1,95 7,05 6 6,13 9,2 98,5 57 103 160 138 108,9 118,4 159,13 89 '9,25 232 196 159 A.G. für Verkehrswesen Mt. .. Berliner Handelsgesellschaft ... Commerz- und Prival-Bank... Deutsche Bank und Dtsconto» Gesellschaft................ Dresdner Bank Reichsbank .......... ] Bemberg........... Zellstoff Waldhof .... Zellstoff Aschaffenburg Dessauer Gas ....... Daimler Motoren .... Deutsche Linoleum ... Lrenstein & Koppel ., Westdeutsche Kaufhof. Chave.............. Accumuialoren-Fabrik Conti-Gummi....... 4% Oesterreichische Goldrente... 4.20% Oesterreichische Silberrente 4% Ungarische Goldrente ....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4%% desgl. von 1913.......... 6% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagdaobahn-Anleihe Serie I..................... Hamburg-Amerika-Paket o Hamburg-Südam. Dampfschiff. o Norddeutscher Lloyd .........0 ~ 0 6 A.E.G o Bekula g Elektr. Lieferungsgesellschaft... 6 Licht und Kraft ............. 7 Felten & Guilleaume 4 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 6 Rheinische Elektrizität ........ g Rhein. Wests. Elektt s Schuckert L Co...............- Siemens L Halske s Lahmeyer L Co......... 7 33,5 I 33,75 I 34 I 95 95 — 203 | 203,5 I 202,5 1 Frankfurt O.1H. Berlin Schluß« kurs Schlußk. Abend« börse Schlußkurs Schlußk. Mittagbörse Datum 1112. 12-12. 11.12. 1212. 4% oesg,. Sene h............ —.. _ _ _ 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 —— _ 6,25 6,3 4j4A>Rumän.vereinh.Rentev.l913 9,7 9,65 9,75 9,55 4% Rumänische vereinh. Rente . 5,225 5,25 5,35 5,3 2 y4% Anatolier............ 26,75 27 26,9 27 Franksurl a. M. Berlin Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. Hl. Schluß« turs Schlups. Abend« Schluß« turS Schlußk. Mittag- 11 .Oezem.er 12.Dezember börse böise Amiliche Geld | Notierung Amtliche Geld Notierung Bries Datum 11.12 12.12. 11 12 12.12. Ärlef Man-felder Bergbau .. Sof6tD'-rte........... RheiniiMe Braunkohlen Nheinstahl ........... Bereinigte Stahlwerke. Otavi Minen ........ Kaliwerke Aschersleben. Kaliwerke Westeregeln. Kaliwerke Salzdetfurth .... ey, ......6 .....12 ....... 4 .....sy, .......0 .......b .......5 .....?y. 150 217,75 148,5 120,25 22,2 133 131,5 148 217,25 148,75 120,65 22,4 134,5 131,5 149 136,5 217,25 148 120,4 22,4 134 132,5 148 136,65 217,25 148 120,9 22,4 134,5 131,75 182 oueno» ittuv Brüssel .... 'Rio de Jan. Sofia..... Kopenhagen Danzig.... London.... Helsingfors. '■Baris ..... Holland ... 0,738 42,07 0,149 3,047 54,48 47,04 12,20 5,385 11,605 135,41 0,742 42,15 0,151 3,053 54,58 47,14 12,23 5,395 11,625 135,69 0,748 42,07 0,149 3,047 54,46 47,04 12,195 5,385 11,60 135,41 0,752 42,15 0,151 3,053 54,56 47,14 12,225 5,395 11,62 135,69 Italien.... 13,09 13,11 13,09 13,11 $. G. Färben-Industrie .......? 165 166,25 165,13 166,13 Japan ..... 0,709 0,711 0,709 0,711 Scheideanstalt........ .......9 261 260 Jugoslawien 5,654 5,666 5,654 5,666 Goldschmidt ......... .......6 125,5 125 126 125,25 Oslo..... : 61,32 61,44 61,29 61,41 Rütgerswerke........ ....... 6 136,25 136 Men...... 48,95 49,05 48,95 49,05 Meiallgesellschaft...... .......6 149,5 150 149 Lissabon... 11,08 11,10 11,075 11,095 Ltockholm.. 62,90 63,02 62,87 62,99 Schweiz ... 57,17 57,29 57,17 57,29 Philipp Holzmann .... .......4 1 131 132 131 132 Spanien... 20,48 20,52 20,48 20,52 Zementwerk Heidelberg ...... 7 162 162 Prag...... 8,761 8,779 8,761 8,779 Zementwerk Karlstadt . ....... 6 Budapest .. — Reut)od ... 2,488 2,492 2,488 2,492 Schlußkurs Schlußk. Abendbörse Schlußkurs Schlußk. Mittagbörse Datum 11.12. 1212. 11-12. 12-12- 6% Deutsche Reichöanleihe v. 1927 101 101 101 101,13 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 97,9 97,9 97,9 97,9 6%% Dvung-Anleihe von 1930 .. 102 102 101,9 101,9 Deutsche Anl..Ablös..SchuId mti Auslos.-Rechten ............ 115,65 115,75 115,65 115,9 4/t% Deutsche Reichspostschatzan Weisungen von 1934. 1....... 99,8 99,75 99,9 - 41/2% ehem. 8% Hessischer Volks, staat 1929 (rückzahlb. 102%) ... 98,75 98,75 98,5 4/z% ehem. 8% Hessische Landes bank Darmstadt Gold R. 12.... 97 97 — —— 6/z% ehem. 4%% Hess. Landes Hypothekenbank DarmstadtLiau. 100,6 100,6 — __ 4/i% ehem. 8% Darmst. Komm. Landesb.Goldschuldverschr. R.6 93 93 — Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten ............ — —— 131 _ Deutsche Komm. Sammelabl. An leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 122,25 122,25 122,25 122,25 4/a% ehem.8% Franks. Hyp.-Banl Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 97,25 97,25 97,25 97,25 6/*% ehem. 41/2% Franks. Hyp. Bank-Licsu.-Pfandbriese...... 100,5 100,65 — _ 5/i% ehem. 4’/2% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpfe. ... 100,7 100,7 100,75 100,75 4/i% ehem. 8% Pr. Landespfand, brief anstatt, Pfandbriefe R. 19 97,5 97,5 97,5 97,5 4/i% ehem. 7% Pr. Landespfand briefanst., Gold Komm. Lbl.20 95 95 95 95 Steuerguttch.Verrechnungsk. 34-38 109,8 109,8 109,9 109,9 2,45 2,47 41,92 42,08 54,30 54,52 12,17 12,21 11,55 11,59 135,08 135,62 61,13 61,17 — — 62,70 62,96 57,02 57,24 «**> w* — — Ur. 292 Drittes Blatt Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Montag, 11. Dezember M6 orer (Nachdruck verboten.) 52. Fortsetzung. der der Gauleiter Sprenger inmitten einer Schar begeisterter Pimpfe. (Aufnahme: Schwarz — NSG.) im Cafe Leib wurde von dem Führer der Gießener Kameradschaft, Rektor Stroh, an Stelle des durch Krankheit verhinderten stellvertretenden Kreisführers T a u b e r t eröffnet. Namens der Kameraden begrüßte er den Landesführer Generalleutnant a. D. Fett (Frankfurt a. M.) mit seinem Stabsleiter, den Bezirksführer Amtsgerichtsdirektor Stumpf (Bad-Nauheim), die Majore von K i t t l i tz von der Wehrmacht und Urban von der Luftwaffe, Oberregierungsrat Dr. S ch ö n h a l s , Oberbürgermeister Ritter, die Vertreter der Gliederungen der Partei, insbesondere den Vertreter der SA.-Standarte 116 und die Ehrenmitglieder des Kreisoerbandes. Hierauf stellte er der Tagung das Treuebekenntnis zum Führer und zu Deutschland voran. Oer Landesführer, General a. O. Fett, gab seiner Freude über die stattliche Anzahl der erschienenen Kameraden Ausdruck. Der General dankte dann noch einmal dem letzten Kreisführer Taubert (Lollar) und all seinen Vorgängern, um dann die großen Ausgaben zu streifen, die Kameradschaften entgegen, den der Ehrensturm SA. mit seiner Sturmfahne anführte. Der Kreisverbandstag Kreisverbandstag des Deutschen Reichskriegerbundes Landesführer Generalleutnant a.D. Fett beim Abschreiten der Front der Kameraden. Rechts hinter ihm Kreisführer Dr. Mo n nord. Fahnengruppe und Kameraden beim Vorbeimarsch unter dem Vorantritt des Kreisführers Dr. M o n n a r d. (Aufnahmen [2]: Pfaff, Gießen.) dem Reichskriegerbund in der Sammlung aller Soldaten zur Erhaltung ihrer Wehrkraft nach Maßgabe ihrer Fähigkeiten und in der Ausrichtung auf das Gedankengut der NSDAP, aufgetragen sind. Er führte dann den neuen Kreisführer Dr. M o n - narb ein und verpflichtete ihn durch Handschlag. Der Bezirksführer, Amtsgerichtsdirektor Stumpf (Bad-Nauheim), beglückwünschte den neuen Kreisführer und dankte gleichfalls feinen Vorgängern für die Arbeit im Kreise Gießen, die er als stets gute und erfolgreiche anerkannte. Hierauf hielt der Kreisführer OberveierinärratDr.Monnard/GieheN/ feine Ansprache, die ein Dank für die kameradschaftlichen Worte des Landesführers, die Glückwünsche des Bezirksführers und ein erneutes Bekenntnis zu Führer und Volk waren. Mit der Parole „Alles für Deutschland" versprach der Kreisführer seine Arbeit aufzunehmen und sie im Sinne der „Kyffhäusersache" fortzusetzen. Damit verband er auch den Dank an alle seine Vorgänger und besonders an seinen Mitarbeiterstab. Der Kreisführer versprach auch, seinen Kreisverband zu einer Pflegstätte echter und edelster soldatischer Tugenden zu machen und soldatischen Geist zu hegen und zu hüten. Damit bekannte er sich zu treuer Gefolgschaft zum Führer, der Deutschland vor dem Bolschewismus gerettet und das Volk zu einer Familie zusammengeschlossen hat. Dr. Monnard gedachte dann der für Deutschland Gefallenen, während die Musik das Lied vom guten Kameraden spielte. Zum Schluß überreichte er den Kameraden Friedrich Böhmer, der in schwerster Zeit Kameradschaftsführer war, und Wilhelm H ö r r, beide aus Heuchelheim, das Kyffhäufer-Ehrenzeichen 2. Klasse. Kreisleiter z. b. Ä. Oberbürgermeister Witter, der die Grüße aller Ehrengäste übermittelte und als altes Mitglied der „Hassia" besonders erfreut darüber war, unter den alten Soldaten als Gast zu sein, hielt dann eine von forschem Kämpfergeist getragene zündende Ansprache. In temperamentvoller Weise sprach er von Deutschland als dem herrlichsten Volk der Erde, das einst verführt und verirrt sich selbst untreu wurde und dem Verfall zuschritt, bis der eine Mann kam, der mit großer Liebe zu seinem Volke ihm wieder den rechten Weg zeigte. In einem Rückblick auf die geistige Verfassung der Jahre vor der Machtübernahme machte der Oberbürgermeister die große Not klar, die unser Volk und Vaterland in den Abgrund zu zerren drohte und sprach dann von dem Glauben jener i kleinen Schar, die mit dem Führer an die Arbeit ■ ging. In ergreifender Weise schilderte er die Sorge , und Arbeit des Führers um und für fein Volk und - brachte den Nationalsozialismus auf die einfachste mes. Dann ging die Fahrt nach Büdingen, wo ein zweites Heim geweiht wurde. Oer Gauleiter begrüßte hier den Vertreter der Wehrmacht, Generalmajor Petter, und die Ehrengäste der Bewegung und der Behörden. In seiner Weiherede wies er auf die Förderung der Heimbeschaffung in Hessen-Nassau hin. Eingehend behandelte er den Weg der gegenwärtigen Generation, die wohl durch tiefe Nacht hindurch gegangen ist, die aber durch die Tat bewiesen hat, daß diese zu überwinden war. „Was wir gut gemacht haben", wandte er sich an die angetretenen Kolonnen der HI. und des Jungvolks, „sollt ihr dereinst noch besser machen, weil euch der Nationalsozialismus in Fleisch und Blut übergegangen sein muß." Mit dem Satz: „Wir sind und bleiben ein Volk von Soldaten", wurde dann auch das Heim in Büdingen der HI. übergeben. Nach einem kurzen Einblick in das Innere des Heimes, das in seiner Anlage dem Heim in Hirzenhain gleichartig ist, begab sich der Gauleiter in das Stadtinnere Büdingens. Hier besichtigte er ine neueingerichteten Räume der Kreisleitung der NSDAP, und übernahm mit einer kurzen Rede über den Sinn der Schulung die erst kürzlich eingerichtete G a u s ch u l e. Eine gelungene Kameradschaftsveranstaltung im Saal des alten Rathauses beschloß die Fahrt, die deutlich den Beweis erbrachte, daß die Bewegung bis in den entlegendsten Dörfern und Städte unseres Gaues von Soldaten des Glaubens geführt wird, die nur eins kennen; den Dienst für Volk und Führer. inem Spalier Aufstellung genommen. Bis am Ziel wurde diese sührt vom Jubel der Menschen, von Blumensträu- en lachender BDM.-Mädel und von den Klängen ihmissiger Marschmusik begleitet. Seit längerer Zeit tatte der Gauleiter diesen Teil Hessens nicht be- Der Kreisverband Gießen des Deutschen Reichskriegerbundes (Kyffhäuser) hielt am gestrigen Sonntag in Gießen seinen zweiten diesjährigen Verbandstag ab, der ein besonderes Gepräge durch einen feierlichen Appell und durch die Anwesenheit des Landesführers, General a. D. Fett, erhielt. Vom Bahnhof aus marschierten die Fahnengruppen der auswärtigen Kameradschaften mit Marschmusik zum Oswaldsgarten. Mit dem inzwischen eingetroffenen Musikkorps des JR. 116 und dem SA.- Sturm R 12/116 erwarteten sie hier den Landes- führer, der unter Marschklängen der Regimentsmusik mit dem Kreisführer Dr. Monnard die Front abschritt. In einer Ansprache gab Landesführer General a. O. Fett seiner Freude über den guten Eindruck dieses schönen Bildes einträchtiger Soldatenkameradschaft Ausdruck und stellte den Kameradschaften ihren neuen Kreisführer, Kam. Oberveterinärrat Dr. Monnard (Gießen) vor. In einem Rückblick auf die Entwickelung des früheren „Hasfia"-Derbandes, der vor zwei Jahren im neuen Kyffhäuserbund aufge- gangen ist, würdigte er die Verdienste des früheren Kreisführers, Oberleutnant a. D. Bonhard, erinnerte auch an den zur großen Armee abberufenen Oberst a. D. Kö11fchau, und dankte dem stellv. Kreisführer, Steuerinspektor Taubert (Lollar), der den Verband in letzter Zeit geführt hat. Der Landesführer wies dann den neuen Kreisführer Kam. Dr. Monnard in fein Amt ein. Hierauf nahm der Landesführer den Vorbeimarsch tinber und bie Angehörigen ber Partei und Gliederungen zu „Natürlich den von Fräulein Sanna, was die Braut vom Herrn Doktor ist!" „Sie meinen Fräulein Sanna Heller, nicht wahr?" warf der Kommissar ein. „Herr Dr. Rammelt und Fräulein Heller verstanden sich wohl gut? Oder hatten sie auch manchmal einen kleinen Streit, ein Zerwürfnis ober so etwas?" „Nicht baß wir etwas davon wüßten", antwortete Dönitz statt Paulines. „Herr Doktor war übrigens auch mehr drüben in ber Villa, als daß er und Fräulein Heller hier waren." „Na, aber wie ein richtiges Liebespaar waren sie doch auch nicht!" widersprach Pauline. „So mal ordentlich herzlich und freundlich habe ich die beiden auch nie gesehen!" Der Kommissar tat, als überhörte er Paulines Aeußerung, merkte sie sich jedoch; fragte dann weiter: „Aber Fräulein Heller war doch gewiß nicht der einzige Besuch, Pauline! Denken Sie mal gut nach! Vielleicht erinnern Sie sich auch an einen Telephonanruf --" „Richtig, das Fräulein Willnoff war ja hier!" rief Pauline aus. „Sie hat auch zuerst angerufen. Am Dienstagabend ist das gewesen. Sie hat bann noch auf den Herrn Doktor warten müssen weil er so spät kam." „Unb wie lange ist Fräulein Willnoff bann geblieben?" „Nicht sehr lange. Herr Doktor unb sie finb bann zusammen fortgefahren, nicht wahr, Dönitz?" Der Chauffeur nickte: „Ins ,Excelsior'?" „Sns ,Excelsior'!" „Sa, ich hörte Herrn Doktor sagen, er habe großen Hunger, unb sie wollten erst zusammen essen!" „So, so, zuerst wollten sie noch etwas essen!" murmelte ber Kommissar, sich seine eigenen Gedanken machend. Blickte Dönitz dann scharf an: „Und sie haben die Herrschaften dann natürlich zurückgefahren?" „Nein, Herr Kommissar, das nicht! Herr 5)r. Rammelt meinte, ich wäre müde, und hat mich gleich zurückgeschickt!" „Hm!" machte der Kommissar, nicht besonders überzeugt, daß Rammelt nur aus Rücksicht für den Chauffeur gehandelt habe. „Haben J5ie Herrn lj)r. Rammelt dann noch zurückkehren hören?" Der Gauleiter weiht neue Heime der lugend Besichtigungsfahrt durch den Kreis Büdingen. NSG. Gauleiter und xeichsstatthalter Spren- jer stattete am gestrigen Sonntag dem Kreis Tübingen einen Be- «lch ab, bei dem er die tzeihe undUebergabe der ^geschaffenen Hitler- zugendheirne in Hir - >enh ain und Bü- gingen vornahm. Die >ahrt durch die Dörfer inb Marktflecken gestalte sich zu einem über» pältigenben Erlebnis ber Begeisterung ber Bevölkerung und ihrer Zunei- jung zu bem Führer hres Gaues. Durch bie Ortschaften unb oftmals Ulf freier Lanbftraße hat- [,n Männer, Frauen unb Wege im Rebel. Vornan von Käthe Mehner. (Copyright by Aufwärts-Verlag, Berlin SW 68.) iid)en können, um so mehr fanb nun bie Freube : Her seinen Besuch in vielen einzelnen Stimmungs- tilbern ihren schönsten Ausdruck. Hoch von einem Berghang von Hirzenhain grüßte bereits von weitem bas leuchtend frische zolz bes HJ.-Heimes. Ehrenformationen hatten luffteUung genommen, unb bie Bevölkerung Hir- pnhains war Zeuge ber Uebergabe eines Geschenkes, das ber Nativnalsaziälismus der deutschen Su- cend machte. Kreisleiter G ö r n e r eröffnete die Feierstunde nit kurzen Begrüßungswarten. Er schilderte das Zustandekommen dieses Baues. Schlicht und klar st er in der Linienführung, so wie diese Fügend, ter er dienen soll. Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger rgriff danach das Wart zur feierlidjen Uebergabe. I U stellte bie Bedeutung des Heimes, bie es burch 3ie Anordnung bes Führers hat, wonach bie ge= amte deutsche Fügend Hitlerjugend ist, ausführlich iar und wies darauf hin, daß in der Erziehung 'es Nationalsozialismus es eine ^Selbstverständlich- teit ist, daß die Jugend von ihr total erfaßt ist. durch die Schwierigkeiten unseres Werdens in unem materialistischen Zeitalter erkennen nur num nehr welcher Weg gegangen werden muh. Neben ter schulischen Ausbildung, die heute allenthalben mustergültig durchgeführt wird, hat deshalb die veltanschauliche Ausbildung zu stehen. Damit ist iv unmöglich gemacht, daß Einflüsse Dritter ine deutsche Jugend ins Verderben führen können. Dieser Jugend, führte der Gauleiter weiter aus, überleben wir nicht nur das Werk des Führers, sondern wir übergeben ihr damit auch bie Tradition äner Verpflichtung, bie über Jahrtausende hinweg leicht. In biesem großen Werk spielen bie Heime (ine große Rolle, benn sie sollen zu Vermittlern ber (inzig großen kampfbereiten Kameradschaft werben. Mit oem Hinweis auf bie Verbundenheit mit bem ganzen beutschen Volk und seinem Führer faßte der Gauleiter bie feierliche Uebergabe bes Heimes in bie Worte zusammen: „Ihm bleibt treu, im Zedenten und im Handeln!" Mit Worten des Dankes übernahm danach m Vertretung des Gebietsführers Oberbannführer Ünbenburger für die HI. den Schlüssel des Heimes. Unter den Klängen des Horst-Wessel-Liebes itiegen die Flaggen der HI. und des deutschen Zungvolks an den Masten empor. Es blieb nur kurze Zeit zur Besichtigung des dcrrlich gelegenen, mustergültig eingerichteten^Hei-. „Sie wissen also schon--Za, ^wiß also oegen des Gutachtens hatte ich meine Tochter gelten, vielmehr hatte sie selbst gebeten — — mit lern Bevollmächtigten, Herrn Dr. Rammelt, zu ver- ^Der ^Kommissar hatte Mühe seine Befriedigung M verbergen. Seine aufs Geratewohl g f irrage hatte mehr Erfolg gehabt, als er s f 9 Jlnb^err Dr. Rammelt war also auch in Ober- °Der Justizrat biß sich auf die Sippen Er ärgerte fch, bereits so viel gesagt zu haben, nahm sich vor, den weiteren ftraqen gegenüber absolutes ^tul- Hweigen zu bewahren. Aber schon a"twor e e ie rustizrätin statt seiner auf bie letzte Frage des ^nTechof? Ja, Herr Dr Rammelt war na iirlich in Oberhof! Das heißt nein .. ElgentUch uiücn mir es selbst nicht. Jebenfalls hat unjere Achter uns gesagt, baß er in Oberhof sei, unb baß le deshalb dorthin wolle." des Ein belustigtes Lächeln fpiette um:Ö™ ®unb des -ommiss ars, als er die aufgeregten Angaben oer Lustizrätin zu Protokoll brachte „Roch eine Frage! Können Sie mir faflen, tn welchem Verhältnis Ihr Fraulein Tochter zu Her Generaldirektor Brand steht? q.tffhrat „Sn gar keinem Verhältnis!" fuhr der Sustizrat imroiüig heraus. „Sch sage Shnen, H ii gar keinem Verhältnis! fabelte bie . „Aber wie kannst du bas sagen? kabelte o^e "Ustizrätin ihren Mann, ohne sewe .. ^greifen zu können. Sn ihrer Eitel eit weidete sie Ich an dem Gedanken, dem J’ manschen zu (ine Andeutung von ihren geheimst" wachen, von denen sie nur 3,u j^r t)offte DaB B H erfüllen würden. »N->turl.ch kann man von i-ner Verlobung noch nicht sprechen, a hin,--man beobachtet ja so allerlei, und eine Mutter merkt doch so etwas sofort, wenn ein Mann sich für ihre Tochter interessiert! Unb Sie können es mir glauben, daß sich Herr „Generaldirektor Brand für meine Tochter---" Nun ist es aber genug!" fiel ihr der Sustizrat ins Wort. „Glauben'Sie ihr ja nicht, Herr Kommissar! Was meine Frau da sagt, sind alles nur Phantasien!" , f., s ~ Der Kommissar lächelte, verabschiedete sich dann. Er wußte genau, was er zu glauben hatte, und war mit den Ergebnissen seines Verhörs sehr zu- ^^Freilich auch nur, soweit es die berufliche Lö- funa betrifft!" dachte er, während er langsam seinen Weg fortsetzte. Für den Generaldirektor war nun kaum noch ein Ausweg offen. 3U Je0r hatten die Beweise sich gehäuft. Die Tatsache, daß er auch Olga Willnoff wegen des Gutachtens beauftragt hatte, mit Rammelt zu verhandeln, ergab einen neuen Beleg für die Wichtigkeit, die er der Bearbeitung des Bevollmächtigten beigelegt hatte. Man konnte jetzt nicht einmal mehr warten, bis die Prüfung der Akten die schlechte finanzielle Lage der Brand A.-G. bestätigt hatte! Fast mit einem gewaltsamen Ruck blieb ber Kommissar vor ber öffentlichen Fernsprechzelle stehen, zu ber er feine schritte gelenkt hatte. So sehr er ben Mann bebauerte, ehrlich bedauerte, ihn menschlich verstand - - - er konnte ia nichts anderes als feine Pflicht tun. Es muß fein!" sagte er vor sich hm, betrat dann bie" Zelle, um im Polizeipräsidium Anweisung zur Verhaftung des Generaldirektors Walter Brand zu 9£$ann ging er langsam zur Omnibushattestelle, um in bem bereits zur Abfahrt fertigen Kraftwagen m bie am anderen Ende der Stadt gelegene Vorstadt- siedlung zu fahren, in deren Nahe sich Dr. Ram- melts Villa befand. * * mnn erräblen Sie mir doch einmal was für Besuch fierr Dr. Rammelt in den letzten Tagen vor seinem Verschwinden empfangen hat?ermunterte der ^Kommissar Pauline, als er ihr und dem Chauffeur Dächtz gegenüber Platz in der großen Küche genommen hatte, um fie noch einmal persönlich einem kleinen Verhör zu unterziehen. Dönitz verneinte, er habe fest geschlafen. „Und Sie haben auch geschlafen?" wandte sich der Kommissar an Pauline. „Sa, Herr Kommissar! Aber wenn ich so sagen soll, am nächsten Morgen war oben im Arbeitszimmer eine Unordnung, als ob — — — ich hatte nämlich noch gerade vorher aufgeräumt, als die Herrschaften gegangen waren!" „Was für eine Unordnung war das?" ermunterte der Kommissar das Mädchen. „Als ob eben die Dame nochmal mit zurückgekommen wäre! — — Da war nämlich alles voll Puder auf dem Sofa! Aber vielleicht darf ich das gar nicht sagen, wo Herr Doktor doch verlobt ist! Bitte, Herr Kommissar verraten Sie mich nicht!" „Nein, nein, Pauline, Sie können ganz sicher sein! Sie sind übrigens ein gescheites Mädchen, Pauline!" fügte er anerkennend hinzu. Brach bann plötzlich bas Verhör ab. „Führen Sie mich boch bitte mal in Herrn Dok« tors Arbeitszimmer!" bat er. „Nein Dönitz, — Pauline genügt!" Eifrig öffnete Pauline die Tür, zeigte dem Kommissar den Weg nach oben. „Hier, dieses ist das Arbeitszimmer!" sagte fie, eine Tür am Ende des Ganges aufschließend. Der Kommissar trat ein. „Vielen Dank, Fräulein Pauline! Sie können jetzt ruhig wieder hinuntergehen." * Als der Kommissar nach einer halben Stunde bas Haus verließ, jtanben bitte Schweißtropfen auf seiner Stirn. „Nun sieht roieber alles anbers aus?" murmelte er vor sich hin. Vorsichtig öffnete er ein kleines Päckchen, bas er in ber Hanb trug. Ein mit Blut getränkter Wattebausch lag barin. Er rief einen der Zivilposten heran, die unauffällig in der Nähe der Villa postiert waren. „Nehmen Sie mal diese Schlüssel an sich!" redete er den Beamten an. „Sie haften mir dafür, baß niemanb bas Haus betritt, ber sich nicht ausweisen kann. Seber sonstige Besucher, ber sich bem Haus nähert, muß sofort bem Polizeipräsibium aemelbeA werden!" Sowohl, Herr Kommissar!" Dann fuhr Kriminalkommissar Wagner zum Magdalenenhospital. (Fortsetzung folgt!) Formel. Liebe zum deutschen Volk, die begründet ist durch den Glauben an den Führer und getragen wird von der Hoffnung auf den ewigen Bestand unseres Volkes. Alle sind nun zum Führer geströmt, und alle, die guten Willens sind, hat der Führer zur Mitarbeit aufgerufen. Auch die alten Soldaten, die durch die Schule des alten, ruhmreichen Heeres gingen, hat er eingeschlossen in diese Mitarbeit. An den alten Soldaten soll die Jugend sich ein Vorbild nehmen können. Dieser Jugend werden einst die alten Soldaten ihre Hahne übergeben, damit sie von Generation zu Generation fortgetragen wird, und diese neue, die alten schwarz-weiß-roten Farben in dem Hakenkreuz sinnvoll vereinigende Fahne ewig über einem glücklichen und friedlichen Deutschland wehen möge. Den von starkem Beifall aufgenommenen Ausführungen folgte nach einer kurzen Pause die Arbeitstagung. Zunächst referierte der Kreisschießreferent Albin Klein über das Schießwesen im Kreis, das von 1144 Schützen gegenüber 968 im Vorjahr gepflegt wurde. Dabei haben sich besonders die Kameradschaften Lumda, Allertshausen und Nonnenroth hervorgetan. Am besten wird der Erfolg im Kreise verständlich an den errungenen Ehrennadeln für das Schießen, von denen eine große goldene, zwei goldene, acht silberne und 137 bronzene errungen werden konnten. Auch dem Vergleichsschießen wurde große Beachtung geschenkt, und die Beteiligung ergab eine gute Durchschnittszahl von 90 Ringen. Dabei erreichte Geilshausen mit 181,2 die erste, Lumda mit 176,9 die zweite und Stockhausen mit 176,55 Ringen die dritte Stelle im Kreis. Die Kameradschaft Annerod konnte in den LanÄesaus- scheidungswettbewerb eintreten und erreichte mit 142 Ringen die 5. Stelle. Ihr fiel auch der von Oberst K ö t t s ch a u gestiftete Kreiswanderpreis und der Titel der Kreismeisterschaft zu. Den Titel des Kreismeisterschützen errang der Kamerad Phll. Glaub aus Reiskirchen. Der Landesführer sprach allen Siegern, auch den Kameradschaften Eberstadt und Nonnenroth seine Anerkennung aus und appellierte an das Pflichtgefühl des einzelnen, sich im Schießsport zu üben. Es erhielten die große goldene Ehrennadel PH. Glaub, Reiskirchen; die goldene Ehrennadel Konrad Rabenau, W. Schwarz, K. Nagel und Ehr. Müller aus Annerod, Hch. Mendel und Phil. Damm II. aus Reiskirchen; die silberne Ehrennadel: W. Wagenbach, Alten-Buseck; Hch. Haas V. und K. Keßler aus Annerod; W. Sames, Dorf-Gill; Hch. Schom- ber II., Ettingshausen; O. Schönau, O. Deibel, E. Kinkel jr., I. Röder und K. Strack aus Gießen; W. Grieb VII., Holzheim; K. Schmidt II., Lauter; Hch. Peter VII., W. Schomber und Stumpf aus Reiskirchen; L. Olemotz, Rüddingshausen; K. Erdmann und L. Krämer aus Ruttershausen; CH. Magel, E. Nikolaus und W. Pfeiffer aus Steinbach. lieber das Propagandawesen sprach eingehend Kamerad Köhres, der sich mit der Zweckmäßigkeit einer planmäßigen Werbung befaßte, damit durch eine straffe Organisation auch die großen Ge- Gedanken der Kyffhäufersache bis an den letzten alten Soldaten herangetragen werden. Der Sozialreferent Dr. Tod t, Friedberg, sprach über die große soziale Aufgabe der Kriegerkameradschaft. Er ging auf die Einzelheiten des Sozialwesens ein. lieber das Sammelwesen sprach Kam. Fechtwart Launspach, Kam. W i ll m a n n, Bad-Nauheim, über das in der Deutschen Krieger-Wohlfahrtsgemeinschaft zusammengefaßte Krankenkassenwesen. Mit dem Rechnungswesen beschäftigte sich Kam. S w i e t l i ck, Bad-Nauheim. In seinem Schlußwort beschäftigte sich der Kreisführer Dr. Monnard mit Kleinarbeiten, die darauf ausgerichtet find, die Kyffhäufersache schlagfertig zu erhalten und zum Dienst am großen Vaterland zu befähigen. Der Landesführer brachte ein dreifaches Hurra auf den neuen Kreisführer aus, in das die Kameraden freudig einstimmten. Dann schloß der Kreisführer mit dem Treugelöbnis zum Führer den Kreisverbandstag. Aus der Provinzialhauptstadt. Das Käuzchen. Vielleicht ist es eine Untugend. Aber wenn, dann ganz bestimmt eine sehr schöne: des Abends nämlich im Bett zu liegen und zu lesen. Der Tag wird noch ein wenig länger; er bekommt einen Zusatz, einen Uebergang, einen freudigen Gedankenstrich, und ist nun schon nicht mehr derselbe Tag. Wie ein Waffenstillstand ist das zwischen unserer Arbeit und unserer Ruhe; aber wir wissen nun, daß jetzt zuerst einmal die Ruhe zu uns kommen wird. Es ist schön, von etwas Gutem schon im voraus zu wissen. Das, was wir in dem Buch da lesen, ist mit einemmal auch viel plastischer als am Hellen Tag. Es paßt besser in die Welt, ist überhaupt jetzt erst wirklich in seiner Welt. Denn alle übrigen schlafen oder reden doch wenigstens nicht mehr laut; sie haben uns allein gelassen, sprechen nur noch in ein paar Glockenfchlägen zu uns, und nun unterhalten wir uns, die im Buch und ich, ihr Besucher. Draußen ist nur noch das Käuzchen wach. Es kommt Nacht für Nacht und stört nicht. Wir sind noch nicht so weit, daß es uns stört. Sein Schrei macht die Stille in dem Dunkel dort hinter dem Fenster noch deullicher. Es schreit fern und dann schreit es nah. An seinem Schrei kann man hören, wie es fliegt. Manchmal auch schweigt es eine lange Weile, und dann fließt die Stille wie ein breites, träges Wasser zwischen den Bäumen f)J. sammelt vom 18. bis 20. Dezember für das WHD. draußen. Da liege ich mit meinen Freunden aus dem Buch am Ufer, und wir unterhalten uns leise; und manchmal hören wir sogar unsere Herzschläge. Aber plötzlich ist das Käuzchen wieder da. Ganz fern schreit es, drüben vom andern Ufer, und ruft meine Gedanken hinüber. Dann schweigen wir hier für einige Augenblicke, und meine Gedanken setzen draußen im Dunkel über den Strom. Ehe der letzte von mir geht, schaltet er das Licht aus, und die trägen Wasser strömen über mich hin... Meine Freunde aus dem Buch sagen mir „Gute Nacht" und legen sich zwischen den Zeilen schlafen. Nun wird es wohl lange, lange still sein; aber davon weiß ich nichts, denn meine Gedanken sind ja Gott weiß wo unterwegs. Manchmal kommt einer zurück und sieht nach mir; er sieht nur kurz durchs Fenster, und an der Hand hält er einen ganzen Schwarm von fremben, bunten Gestalten, die neugierig nach mir her sehen. Und noch einmal schreit das Käuzchen und ruft und holt sie alle zurück. Bis das Wasser sich verläuft und die Nebel steigen, die hellen, milchigen Nebel. Aber um diese Zell haben sich meine Gedanken schon wieder an ihre Plätze geschlichen; sie sind kühl und frisch und schwatzen mich munter; denn nun ruft sie ja auch das Käuzchen nicht mehr. „Na also", sage ich, „dann fft es jetzt wohl Tag • - ein anderer, einer, von dem man noch nichts weiß außer dem einen, daß er da ist." — Meine Freunde im Buch schlafen noch fest; sie brauchen diesen Tag nicht, mag er nun fein, wie er will; sie machen ihre Sache unter sich aus, ihr Schicksal ist langst entschieden. jsd. Bornotizen. Tageskalender für Montag. Deutsche Arbeitsfront, Abt. Arbeitsopfer: 15 Uhr, Kaffee-Nachmittag im Caf6 Ebel. — Gloria-Palast, Seltersweg: „Ein kleiner goldner Ring". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Dahinten in der Heide" — Weihnachts-Ausstellung der oberhessischen Künstler; ab 17 Uhr im Turmhaus am Brand. NGOAp. Amt für Beamte. Kreis Wetlerau. Der für den 16. d. M. vorgesehene Gemeinschafts- abend fällt wegen der allgemeinen Versammlungssperre aus. ASOAv. - Amt für Volkswohlfahrt. Ortsgruppe Gießen-Aord. Am Dienstag, 15., und Mittwoch, 16. Dezember, wird im Bereich der Ortsgruppe Gießen-Nord die Pfundsammlung durchgeführt. Die Hausfrauen werden gebeten, die Pfundpäckchen bereitzulegen. SA.-Gruppenführer Beckerle spricht. NSG. Der Führer der SA.-Gruppe Hessen Gruppenführer B e ck e r I e spricht am Sonntag, 20. Dezember, von 10.00 bis 10.30 Uhr über den Reichssender Frankfurt. Prof. Werner nach Breslau berufen. Pof. Dr. Ferdinand Werner, der am 27. Oktober in voller Frische seinen 60. Geburtstag begehen konnte, ist nach Breslau in die Stelle eines Regierungsdirektors berufen worden. Er steht als Leiter an der Spitze des höheren Schulwesens von Ober- Uhb Niederschlesien. Sein Amt in Breslau hat er oereits angetreten. Louis Frech t- Am Samstagabend ist sanft und unerwartet der mit der Stadt Gießen und ihrer Bevölkerung eng verbundene und in weiten Kreisen bekannte Kaufmann Louis Frech verstorben. Louis Frech wurde als Sohn eines Kaufmanns am 24. Oktober 1858 in Gießen geboren; er entstammte einem Geschlecht, das bis zum Jahre 1559 in Gießen ansässig nachweisbar ist. Er wurde nach dem Schulbesuch und der Erfüllung seiner Einjährigen-Mili- tärdienstpflicht Kaufmann. 48 Jahre lang war er bei der Firma Heyligenstaedt in Gießen als erster Prokurist, Kassierer und Korrespondent, auch in fremden Sprachen, tätig. Leider wurde ihm aber infolge Zusammenbruchs der Firma die Frucht seiner jahrzehntelangen Arbeit genommen und ihm sein Lebensabend getrübt. In stärkster Weise innerlich verbunden mit ferner Heimatstadt Gießen wußte Louis Frech aus feinen Jugendjahren und aus der Entwicklungsgeschichte der Stadt Gießen sehr viel und interessant zu berichten. Er war für alle Freunde der Heimatgeschichte geradezu eine unerschöpfliche Fundquelle, die immer gerne zur Verfügung ftanö und in reichem Maße spendete, sobald es galt, damit der Heimatstadt zu dienen. Dadurch, aber auch infolge seiner großen persönlichen Liebenswürdigkeit und wegen seines vortrefflichen Charakters erfreute er sich in weiten Bevölkerungskreisen größter Wertschätzung. 3m Laufe der Jahre wurden ihm denn auch viele Ehrungen bereitet; er war Ehrenmitglied einer Reihe von Vereinigungen, Inhaber von Ehrenzeichen der Deutschen Turnerschaft, der Gießener Rudergesellschaft usw.; in einer Versammlung von etwa tausend Fünfzigern wurde er zum Ehrenvorsitzenden sämtlicher Fünfziger-Vereinigungen einstimmig ernannt. Die Stadt Gießen hat ihn in dankbarer Würdigung seiner Verdienste um die Erforschung ihrer Geschichte von dem Kunstmaler Hans Hagen- au er porträtieren lassen; das Bild (Brustbild) sott für alle Zeiten an diesen warmherzigen und aufrechten Mann seiner Gießener Heimat erinnern. Auch als Dichter von Heimatliedern hat Louis Frech der Bevölkerung von Gießen und Umgegend viel gegeben. Das Andenken an diesen prächtigen deutschen Mann und seiner Heimat treu ergebenen Menschen wird bei allen, die ihn kannten, für alle Zeiten in Ehren lebendig bleiben. Weihnachtsabzeichen des WHW. NSV. Am 18., 19. und 20. Dezember werden von der HI. die Weihnachtsabzeichen zum Verkauf angeboten. Es handelt sich um zehn verschiedene Figürchen aus Holz, die nach Entwürfen von Frau Magda Heller aus Dreis in der Eifel angefertigt werden und sich mit ihrer lustig-bunten Bemalung sehr gut als Schmuck für den Weih- nachtsbaum eignen. Als Motive finden wir Engel, Zwerge mit Blumen und Latemchen, ein tanzendes Mädchen, einen Skiläufer, das Sterntalerkind und Kinder, die auf dem Mond, auf Sternen und Kometen reiten. Der Gesamtauftrag beläuft sich zunächst auf 14 Millionen Abzeichen. Bei der Zuteilung der Aufträge wurden wirt- schafttich schwer ringende Gebiete besonders berücksichtigt: Hermsdorf-Kynast, Schlesien, Olbernhau im Erzgebirge, das uns noch durch das letzt- jährige Weihnachtsabzeichen („Olbernhauer Reiterlein") in Erinnerung ist, und zum erstenmal die Hohe Eifel. Gerade in der Eifel stellt der Auftrag des WHW. einen sehr beachtlichen Versuch zur Besserung der Lage der Eifelbauern dar, die ausschließlich auf die armseligen Erträge eines sehr kargen Bodens angewiesen find. Die früher in der Eifel heimischen Industrien, insbesondere Lohgerberei, Erzhütten-Industrie und Bruchsteingewinnung, sind sämtlich eingegangen, da diese handwerklich eingestellten Betriebe mit der Industrie nicht Schritt halten konnten. Die Eifelbevölkerung ist an und für sich anspruchslos. Aber dadurch, daß gar keine Möglichkeit besteht, zu den kümmerlichen Boden- erträgnissen, die oft noch nicht einmal für den Unterhalt der meist starken Familien ausreichen, sich noch ein zusätzliches Einkommen zu verschaffen, herrscht in zahlreichen Häusern noch große Not. Daher löste der Auftrag der WHW.-Reichsführung gerade hier Helle Freude und Begeisterung aus. Unterbann-Schulung 1/116 der HZ. Am Samstag und Sonntag fand im HJ.-Heim in der Walltorstraße die erste Unterbannschulung des Unterbannes 1/116, * sowie der Sonderformationen statt. Zu dieser Unterbannschulung waren alle Einheitsführer der Gießener HI. erschienen. Als Gast konnte der Verbindungsoffizier des Standortes Gießen begrüßt werden. Nach Meldung an den Bannführer sprach Unterbannführer Rühl über den Zweck der Unterbannschulung, und er besprach mit seinen Führern die einzelnen Aufgabengebiete für die kommende Dienstzeit. Unterbannführer Rühl führte aus, daß gerade jetzt nach dem neuen Gesetz über die Hitler- Jugend eine unbedingte und gewissenhafte Schulung der Unterführer der Hiller-Jugmd auf weltanschaulichem und körperlichem Gebiet stattfinden müsse und daß gerade in diesen Unterbannschulungen die beste Gelegenheit dazu sei. Er sprach anschließend über den Volksgemeinschaftsabend und über den Dienst in der Hitler-Jugend. Nach seinen Ausführungen fand eine Liederstunde statt. Auch hier wies der Unterbannführer darauf hin, daß die Hitler-Jugend versuchen müsse, die Lieder so zu fingen, wie sie gedacht seien und die Lieder auch formschön und genau zu fingen. Der Bannsingrefe- rent übte nachher einige neue Lieder ein, die von den HJ.-Führern in die Einheit weitergetragen werden. Der Dienst an diesem Abend fand sein Ende in einer eingehenden Heimbesichtigung und Heimbesprechung. Am Sonntagmorgen trat die Führerschaft um 8 Uhr zum praktischen Geländedienst an. Der KS.- Stellenleiter Körner führte die Einheit ins Gelände und zeigte dort in anschaulichem Unterricht praktischen Geländedienst. Es wurden hauptsächlich die einzelnen Aufgaben für das HJ.-Leistungsab° Zeichen geschult. Die Unterbannschulung fand gegen 14 Uhr ihr Ende. Der Unterbannführer wies seine Kameraden nochmals darauf hin, all das, was in dieser Schulung praktisch und theoretisch geschult wurde, in würdiger Form den Kameraden zu zeigen und vorzuführen. Es fand dann noch eine Aussprache der Führerschaft statt, in der einige Unklarheiten beseitigt und Anregungen gegeben wurden. Den Schluß bildeten der Gruß an den Führer und das Lied der HI. Wieder eine Entgleisung aus der Biebertalbahn. Am Samstag gegen 11.30 Uhr ereignete sich auf der Biebertalbahn unmittelbar bei Rodheim an der Bieber wieder eine Zugentgleisung, die diesmal aber nicht so glimpflich verlief, wie die übrigen Entgleisungen im Verlaufe der letzten vierzehn Tage. Bei dem Vorfall am Samstag sprang infolge Riffes der Kuppelung der zweite Wagen des von Bieber kommenden Zuges hinter der Lokomotive aus dem Gleis und sechs anders Wagen folgten ihm, bis es gelang, den Zug zum Stehen zu bringen. Zum Glück handelte es sich bei den entgleisten Wagen um Güterwagen, die mit Effenftein und Kalksteinen beladen waren, während der Packwagen und der mit drei Personen besetzte Personenwagen am Schluffe des Zuges fuhren und ebenso wie die Lokomotive auf dem Gleis stehen blieben, so daß erfreulicherweise Menschen nicht zu Schaden kamen. Die entgleisten Güterwagen fuhren ineinander, so daß ansehnlicher Materialschaden entstanden ist, der sich noch dadurch erhöht, daß auch die Gleisanlage und deren Unterbau stark beschädigt wurden. ♦ Dieser neue Unfall auf der Biebertalbahn verstärkt die Ueberzeugung, die sich schon nach der Häufung der Entgleisungen innerhalb der letzten vierzehn Tage immer mehr vertiefte, daß es wirklich an der Zeit ist, mit diesem mangelhaften Bahnbetrieb Schluß zu machen. Schon seit Jahren hat man immer wieder die Beobachtung machen können, daß dieses Verkehrsunternehmen in technischer Hinsicht ganz erheblich hinter dem Stand von Ver- kehrsfürsorge zurückblieb, der unbedingt gewahrt werden muß, wenn die Verkehrssicherheit gewährleistet sein soll. Wahrend die Angestellten und Arbeiter dieses Bahuunternehmens in vollem Umfange ihrer Dienstpflicht Genüge leisten, versagt ganz offensichtlich die oberste Leitung des Unternehmens gegenüber ihrer Aufgabe, durch ausreichende technische Vorkehrungen und Unterhaltungsmaßnahmen dafür zu sorgen, daß ein einmanbfreier Bahnbetrieb gesichert ist. Die Klagen, daß die Biebertalbahn von der betriebsführenden Firma nur als Einnahmequelle angesehen wird, während die Verpflichtungen gegenüber der Öffentlichkeit und deren berechtigte Verkehrsbelange nebensächlich behandelt werden, sind ja nicht neu. Diese Klagen bestehen nun schon seit Jahren. Ein Blick auf den Zustand der Kleinbahnhofsanlagen in Gießen, wie auf die technischen Anlagen des Betriebes überhaupt, offenbart zur Genüge, daß hier sehr vieles im argen liegt. Es ist daher kein Wunder, wenn in der Bevölkerung immer stärker die Forderung laut wird, an die Stelle des jetzigen mangelhaften Bahnbetriebes eine einwandfrei arbeitende Bahn zu setzen, bei der die öffentlichen Verkehrsinteressen in vollem Umfange gewahrt werden. Man kann sich auch denken, daß bei einem einwandfreien Bahnbetrieb die Frequenz des Personenverkehrs wesentlich besser sein wird als bisher. Man kann nur hoffen und wünschen, daß die zuständige Aufsichtsbehörde nunmehr, nachdem innerhalb von zwei Wochen geradezu eine ununterbrochene Serie von Verkehrsunfällen diesen Bahnbetrieb kompromittiert hat, energisch durchgreift und ein einwandfreies, zeitgemäßes Bahnunternehmen mit den Verkehrsaufgaben für das Biebertal betraut, bei dem das pflichttreue Personal des jetzigen Betriebes sicherlich nutzbringender als bisher für die Allgemeinheit wirken kann. Weihnachtsfeier auf dem Gchiffenberg. Am Samstagabend veranstaltete die Heimatvereinigung Schiffenberg, wie alljährlich, auf dem Schiffenberg eine aus Gießen und der näheren Umgebung des Schiffenbergs gut besuchte Weihnachtsfeier. Eingeleitet wurde die Veranstaltung durch eine Vorfeier in der Kapelle, wo nach einem Gesangsvortrag des Frauenchors Hausen, Pfarrer Steiner- Hausen eine der Feier entsprechende Ansprache hielt. Mit einem gemeinsamen Weihnachtslied schloß die eindrucksvolle Feier. Anschließend fand im Saale des Schiffenbergs die $ami* lienzusammenkunft statt, die im ersten Teil weih, nächtlichen Charakter trug, während der zweite Teil dem Heimatgedanken gewidmet war. Der Saal war prachtvoll geschmückt. Nach einem Weihnachtslieder Potpourri der Kapelle B e n d e r - Watzenborn Steinberg, einem Vorspruch „Deutsche Weihnacht" von Herrn. Claudius, sowie einem Gesangs oortraq des Frauenchors Hausen begrüßte der Ver einsführer, Oberforstmeister Nicolaus, die zahl reich Erschienenen, insbesondere Dekan i. R. G uh mann als Vereinsführer der Heimatvereinigun Staufenberg und Bürgermeister Prof. Dr. Hamn als Vertreter der Stadt Gießen. Im weiteren Ver lauf seiner Ansprache lenkte der Redner die Gedan ken der Zuhörer auf die weihnachtliche Zeit uni) ihre Aufgaben für den einzelnen, wie auch für die Volksgemeinschaft. Im Lause des Abends fprad dann noch Dekan i. R. Gußmann, der betonte daß die beiden Heimatvereinigungen „Schiffenberg' und „Staufenberg" gleich seien in der Liebe zu Heimat. Rektor i. R. Müller, Hausen, bot em Weihnachtserzählung von Peter Rosegger. Nach dem Knecht Rupprecht die Kleinen mit einer Weih nachtsüberraschung bedacht hatte, erfreute Heimatdichter Gg.^H e ß - Leihgestern die Besucher zunächst mit einem Gedicht „Weihnachtswünsche", sowie alg Ueberleitung in den heimatlichen Teil mit dem Vortrag „Bleib deiner Heimat treu". Die Darbietungen gaben zu reichem Beifall Veranlassung, so daß Zugaben erfolgen mußten. Frau Kirch, mann, Hausen, trug ein von Rektor i. R. Mül- l e r verfaßtes und von Pfarrer Steiner, Hau« fen, vertontes Lied: „Heimat o Heimat, wie bist du so schön!" mit Klavierbegleitung von Pfarrer Steiner vor. Dieses Lied wurde der Heimatvereinigung Schiffenberg vom Verfasser gewidmet, eg soll nach dem Wunsche des Vereinsführers in den Schatz der Heimatlieder eingerecht werden. Musi, kalifche Darbietungen, Gesangsvorträge und gemeinsame Lieder trugen weiter zur Verschönerung der Veranstaltung bei. Nach kurzem Schlußwort des Vereinsführers und dem „Sieg-Hell!" auf den Führer fand die Feier mit dem Gesang des Deutschlandliedes und des Horst-Weffel-Liedes ihren Abschluß. Oer Silberne Sonntag. Der gestrige Sllberne Sonntag, der in diesem Jahre der erste Geschäfts-Sonntag vor Weihnachten war, brachte unserer Stadt zwar einen starken Besuch von auswärts, jedoch reichte dieser in seinem zahlenmäßigen Ausmaß nicht an den Umfang heran, den wir im vorigen Jahre beim Besuch der auswärtigen Kaufintereffenten hier bemerken konnten. Als Beispiel dafür kann nicht nur die Tatsache angesehen werden, daß der Publikumsvertehr in den Hauptgeschäftsstraßen erheblich schwächer war, sondern auch die Tatsache, daß der von der Reichsbahn gefahrene abendliche Heimkehr-Sonderzug von in 6er: N folgen! .«bgesehen Kenberg - t Ubot -Ä .M Arters zo Wage" Wahrer die ; Merhil ' mnrtH® hifGnmi ckn Stan auf Räumung klagen. Der Wetzlc Ülaun Frohn Mai Bisser Sinn IW VsB.° Dille, Ä Wetz .Spitze t lie. TrvH 11 Mäha Inbe um Ich eine lannschaf llte jedoi feaupien |ljen auch Img erfen li Bissenb Ke Sinnet Men. Es I-mptet. F 6t daß sj V sie die eirn p diese, p Toren R einen portet h< bipielerifd M über feles hinc |Nn tra Menborn r.Npt Wen r ’tanben pien Mo pn die ' Jen. Bei PJ)* Men. L?erJd)ne Assanier R daß i Wha »5 Ri fei fr in ! Pninq 5 Mar (in Vk>I Oratio ft Gießen durch das Lumdatal nach Grünberg eine erheblich schwächere Besetzung, als im Vorjahre aufwies. Man geht wohl nicht fehl in der Anncchme, daß der schwächere Besuch eine Folge der verbreiteten Grippeerkrankungen fft, nicht minder auch des ungünstigen Wetters, das am gestrigen Sonntag den Aufenthalt im Freien nicht gerade zu einer Annehmlichkeit machte. Obwohl der Käuferbesuch mhlenmäßig enttäuschte, dürfte aber doch wohl für die Geschäftswelt in den Ladengeschäften und auch auf dem Weihnachtsmarkt auf Oswaldsgarten manche Hoffnung erfüllt worden fein, denn man konnte beobachten, daß im allgemeinen rege gekauft wurde und viele Männer und Frauen mit Paketen und Paketchen beladen den Heimweg an, traten. Man kann nur hoffen und wünschen, daß nunmehr endlich die Witterung trocken und minier» lich kalt werden möge, damit die Grippe stark zurückgeht, damit die Möglichkeit des Verkehrs auf den Straßen wieder wächst und im Verlaufe dieser Woche und vor allem am kommenden Goldenen Sonntag den Ladengeschäften und auch dem Weill' nachtsmarkt auf Oswaldsgarten den erhofften starken Besuch bringt. Schuh vor Grippe. Der Präsident des Reichsgesundheitsamtes, Pro- feffor Dr. Reiter, erläßt folgenden Aufruf: Anläßlich der in den letzten Wochen aufgetrete- nen Häufung von Grippeerkrankungen liegt Der- anlaffung vor, die Bevölkerung auf folgende Gesichtspunkte hinzuweisen: Die Grippe ist eine überaus ansteckende Krankheit, die hauptsächlich durch erkrankte Personen direkt verbreitet wird. Gewöhnlich beginnt sie mit Husten, Schnupfen, Fieber und großer Mattigkeit. Die Krankheitserreger finden sich auf den Schleimhäuten der oberen Luftwege und werden beim Husten und Niesen durch kleinste Schleimtröpfchen auf andere, gesunde Personen ausgestreut. Auch durch die Hände, Taschentücher und Gebrauchsgegenstände kann der Ansteckungsstoff übertragen werden. Deshalb Vorsicht vor Kranken und Krankheitsverdächtige! Laßt euch nicht anhusten und anniesen, wascht stets die Hände vor dem Essen! Jeder hat die Pflicht, die Gesundheit anderer Volksgenossen vor Schaden zu bewahren. Deshalb vermeidet es, andere durch Anhusten oder Anniesen zu gefährden, haltet auch dabei ein Taschentuch oder den Handrücken vor Mund und Nase! Wer sich krank fühlt und fiebert, gehört ins Bett. Dadurch schont er seinen Körper und verbreitet die Krankheit nicht weiter. Rechtzeitiges Zuziehen eines Arztes ist zur Vermeidung von Nachkrankheiten dringend geboten. Es ist nicht unbedenklich, trotz schlechten Befindens zur Arbeit zu gehen, denn durch rechtzeitige Schonung kann oft der Ausbruch schwererer Krankheitserscheinungen vermieden werden. Es liegt auch im Allgemeininteresse, daß solche Menschen zni Hause bleiben, da gerade sie an den Arbeitsstellen und in den Verkehrsmitteln zur Ausbreitung der Krankheit beitragen. Betriebsführer und Behörden- leiter werden daher in Epidemiezeiten, wie den gegenwärtigen, keine falschen Schlüffe über dle Dienstauffassung und die Arbeitsfreude der sich krank Meldenden ziehen! * ** B ei der Arbeit verunglückt. Der Weißbinder Heinrich Wagner aus Großen-Bustk stürzte bei Weißbinderarbeiten hn Betriebe der Firma Bänninger von einem 7 Meter hohen Es- rüst ab und erlitt dabei Brüche beider Arme uiti Verletzungen am Kopfe. Der bedauernswerte Mann mußte der Chirurgischen Klinik zugeführt werden. Briefkasten der Vedattion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) D. 3. Da in der Aufbewahrung von fünf Zentner Kohlen in der Wohnung ein unangemessener Gebrauch der gemieteten Räume zu erblicken ist. kann der Vermieter, wenn Sie die Kohlen troß Aufforderung nicht enfferuen, gemäß § 2 MSchA ins dem umstrittenen SJLtfpoit Kurhessen Marburg und Tuspo 86/09 Fußball der heimischen Mannschasten Spiele VfB.°R. Gießen Ta- Gießen, Seltersweg 87 7955 A Punkten Kassel. 9 9 9 9 8 9 9 9 9 igenden Stand: Verein Wetzlar 05 Naunheim Frohnhausen Lollar Bissenberg Sinn 1900 Gießen werde in ihrer völkischen Ausrichtung wichtig für die Erhaltung des Blutes und der seelischen Qualitäten des deutschen Menschen. Im RfL. sei die Einheit der völkischen Leibesübung in der Verwirk- lichung begriffen, der RfL. sei ein völkischer Er- ^iehungsverband und werde geeignet sein, mitzu- ;elfen an der Erhaltung des Volkes. Der weitere Verlauf der Tagung brachte eine Fülle organisatorischer Angelegenheiten zur Sprache, vor allem die Ausrichtung des Dietwartes für seine Aufgaben; es wurden die Hilfsmittel bekanntgegeben, die ihm zur Verfügung stehen und Anregungen gegeben für die Form seiner Arbeit im Verein. Insbesondere wurden Anregungen gegeben für die Ausgestaltung der Dietabende, für die Vertiefung von Uebungsabenden und für eine würdige Ausgestaltung von kameradschaftlichen Veranstaltungen. Zum Schluß sprach Dr. Römer noch über die völkische Aussprache und betonte, daß sie keine Prüfung sein solle. Mit besten Wünschen für eine zukünftige fruchtbare Arbeit in den Vereinen, mit einem Gedenken des Führers und den beiden gemeinsam gesungenen Nationalhymnen fand die Tagung der Veveinsdietwarte chren Abschluß. Der Kreisführer des Reichsbundes für Leibesübungen Dr. Schäfer und der Kreisdietwart Dr. Römer hatten für den gestrigen Sonntag zu einer Tagung der Vereinsdietwarte in die Turnhalle nach Heuchelheim eingeladen. Kreisdietwart Dr. Römer eröffnete die Versammlung mit einem Leitspruch und sprach dann kurz über den tieferen Sinn der Dietarbeit, der darin bestehe, das Deutschbewußt- sein im Turn- und Sportkameraden zu fördern und zu stärken. Als erster Redner der Tagung sprach sodann der Kreisschulungsleiter der NSDAP., pg. Michel, Großen-Linden, der in großen Linien den Kampf und den Erfolg des Nationalsozialismus um die Erneuerung des Deutschen Reiches und Volkes aufzeigte. Er schil- derte die Verhältnisse in Spanien als charakteristisch für die Lage, die überall da eintrete, wo der Bolschewismus die Möglichkeit habe, das Volk zu tyrannisieren. Er stellte dem das große Verdienst des Führers entgegen, der Deutschland vor diesen Schrecken bewahrt habe. Er wies auf die Erstarkung der deutschen Politik dem Ausland gegenüber hin, sprach von dem großen Vertrauen des Volkes zum Führer, von der Besinnung auf die nationalen Kräfte in unserem Volk und den Opfern, die in heldischem Kampf für ein Ideal gebracht worden seien. Das was bisher vollbracht worden sei, habe ich auf Grund des gegenseitigen Vertrauens von Führer und Volk aufbauen können, die Erfolge ruhten mit ihren Wurzeln in den ursprünglichsten Kräften des Volkes. Der Geist Wolf Hitlers werde in alle deutsche Zukunft wirken und das starke deutsche Volk werde nicht untergehen können. Es könne gesichert durch die Waffe in die Zukunft blicken. Nachdem der Redner noch zum internationalen Judentum Stellung genommen hatte, nachdem er schilderte, wie kommende Generationen die deutsche Sache fortführen werden im Glauben an den Führer, nachdem er noch kurz die Aufgaben der Leibesübung treibenden Vereine und des Reichsbundes für Leibesubung herausgestellt hatte, schloß er seine mit Beifall aufgenommenen Ausführungen. Im zweiten Vortrag der Tagung sprach Or. 3infier, Halbzeit in der Bezirksklasse Gießen Dill. MU folgenden Begegnungen fand die Vorspielserie — abgesehen von dem noch auszutragenden Spiel Jiffenberg — VsB.-R. ihr Ende. Burg — Wetzlar 05 0:1. / Frohnhausen — Lollar 2:1. Sinn — Bissenberg 0:4. Auf Grund dieser Ergebnisse hat die Tabelle sol- ALLEINVERKAUF: y Sshuhhaus Edmund 1/0116 flroKart SetrA 0(, 5>- Der Dereinsdietwart im Dienst. Tagung der Vereinsdietwarte des Kreises VHI in Heuchelheim. tsamtes, i Aufruf. »en aujgeto1 jen liegt folgende w eckende N* ntte N* eginnt fie M -er TlaitigW' j den WM werden W chleimüW-" gestreut N d Mach' off Übertrag en und flWJ -r dm * *it ihim Mentuch y?s *,ss -lechten W rch rechts , ererer^ Es liest * SlrbeE isbreE W*w Mt einigem Interesse sah man in Stadt und Land diesem Spiel entgegen. Das Ergebnis von 2:2 Toren bedeutet für die Gäste der Spielvererm- quna einen Erfolg, den man nicht ohne weiteres erwartet hatte. Allerdings befriedigte der Kampf in spielerischer Hinsicht nicht ganz, zudem er gegen Ende über die Notwendigkeit eines Freund^asts- ipieles hinaus hart geführt wurde. Beide Mannschaften traten in veränderter Aufstellung an. Die Watzenborn-Steinberger erschienen ohne den Torwart Happel, den Verteidiger Burger und ohne die bewährten Halbstürmer Lang und O. Haas. Für sie standen drei Jugendliche und ein Spieler der zweiten Mannschaft in der Elf, die sich dem Kampf gegen die Blauweißen mit großer Hmg°be wll>- meten Bei der Spielvereimgung 1900 fehlten Rahn und Heuser, die durch Fischer und Lang ersetzt ^Der"schnelle Beginn des Spieles ließ aus einen interessanten Derlauf schließen, doch bald merkte man, daß die Aktionen aus beiden Se'ten zumlich provisorisch in Szene gesetzt wurden Hierdurch kam ein flüssiges Spiel nicht zustande uni es büeb vor erst bei einem teilweise a“5.8e9W"6« In der 30 Minute kamen die Gaste auf einen wunderbaren Schuß ihres Mittelstürmers hm zur Führung Fett schlug eine Flanke hoch in den Strafraum, aus her Lust erwischte Burg den Ball und schlug ihn mit solcher Wucht "die rechte obere S-ke, daß Fischer überhaupt keine Möglichkeit zum Singreifen hatte. Nach dem Wechsel kamen die Teutonen im Anschluß an einen S rafftoß zur 2,0- Führung. Aus Handspiel von- Zeller schlug F-n,'n winer bekannten Art den Ball 3m'f4en b'e $fDfte . Sie Blauweißen nehmen letzt Umstellung vor, Ne sich vorteilhaft auswirkt, wodurch di- Angriffs i troas rationeller wurden. In der 75. _ Wnn auch die Bemühungen von Erfolg. Emen Strafstoß gab Heilmann dicht ->°r- Tor E n Knäuel )«on Spielern, das sich um den Ball^ ÄK ä1 'S i S, h;. örrc.niM| TIen N* Oie r >e Ä w ^'°bk L «illir zU 5er. SuM ,Dß)iels ■ ^widmet, h ?Cs in dq ^en. Wj, ?etunb i ^lschöneru^ Adr, ,°es Deuij^ 'ledes ihre, rg. !r in dich« )r. Weihnlltz. «nen ftartt« W in fri. oen Umjm| " Besuch bä merken tonn- ' die Tatsilte mbverkehr i hwücher n der Re^. onderzugr.-,' irünberg q im VoW )er Annchx,. t der Dtifoi minder audg itrigen Sonn- rode zu eines Köuserbesuitz och mhl füll ‘en und autz 'waidsgartern denn mam >n rege grauen mÄ Heimweg aiN rünschen, dch i und minlem Grippe ifarl! Verkehrs ouff Zerlaufe dieser: den @olbmi ich dem LH erhofften s!«' Dillenburger Mannschaft hat bis jetzt noch nichts gezeigt. Es dürfte für sie auch schwer sein, von dem Tabellenende wegzukommen. Fußball-lleberraschung in Hessen. Borussia Fulda schägt Hanau 93 2:0 (1:0)! Der Abschluß der Vorrunde und der gleichzeitige Beginn der Rückrunde bei den Fußball-Meisterschaftsspielen in Hessen brachte am Silbersonntag eine große Ueberraschung. Borussia Fulda kämpfte gegen den Meister Hanau 93 mit einem unbeugsamen Siegeswillen und trug — nach einem fast beispiellosen Niedergang in der letzten Zeit — zwei ungemein wertvolle Punkte mit nach Hause. Mit 2:0 (1:0) fiel das Ergebnis für die Borussen sogar recht klar aus. Hanau, das stark nach der Spitze strebte, hat durch diese Niederlage ohne Zweifel einen recht empfindlichen Stoß erlitten. Der VfB. Friedberg schlug auf fremdem Platz die Spielvereinigung Niederzwehren knapp mit 3:2 (2:1) und rückte in der Tabelle zwei Stufen nach oben. Das erste Spiel der Rückrunde sah Kurhesfen Marburg und Kewa Wachenbuchen im Kampf. Das 2:2 (0:0)- Unentschieden ist für Wachenbuchen, das fast die ganze zweite Halbzeit mit nur zehn Mann durchstehen muhte, ein schöner Erfolg. Aus andere» Gauen. Gau Südwest: FSV. Frankfurt — FK. 03 Pirmasens 1:2; Sportfreunde Saarbrücken gegen Eintracht Frankfurt 4:2; SD. Wiesbaden — Kickers Offenbach 0:1; Borussia Neunkirchen — Union Niederrad ausgefallen; Wormatia Worms — FV. Saarbrücken 0:0. Gau Bayern: 1860 München — Wacker München 1:2; VfB. Ingolstadt-Ringsee — Bayern München 3:2; Spvgg. Fürth — 1. FC. Nürnberg 2:1; BC. Augsburg — FC. 05 Schweinfurt 1:1. auch in Bettenhausen kein Glück. Dttt 10:9 (5:5) mußten die Kurhessen eine knappe Niederlage einstecken, die den ersten Platz in der Tabelle kostete, den jetzt Bettenhausen mit 12:4 Punkten einnimmt. Da die Kasseler Turngemeinde zu Hause gegen den Neuling Jahn Gensungen 11:5 (5:3) siegreich blieb und damit 11:3 Punkte besitzt, ist Kurhessen Kassel mit 11:5 Punkten auf den dritten Platz zurück- gefallen. Spielverein Kassel gewann m Marburg über Kurhessen mit 7:5 (5:3) und wurde dadurch mit Jahn Gensungen (je 8:8 Punkte) auf dem vierten Platze punktgleich. Kirchbauna, das dem Gau- meister die erste' Niederlage beigebracht hatte, bewies die Zufälligkeit dieses Erfolges beim Spiele in Wetzlar, wo der einheimische Turnverein mit 12:8 (5:1) gewann. Kirchbauna und Wetzlar haben jetzt je 6:8 Punkte. Ihnen folgen mit 4:12 bzw. 2:12 Mitarbeiter des rasfenpokltifchen Amtes im Gau Hessen-Nassau, über das Thema „Rasse und Leibesübungen". Er schilderte in großen Zügen die Entwicklung der Menschen aus der Vorzeit heraus, er erinnerte an die harmonische Erziehung von Geist und Körper in Hellas und kennzeichnete die Leibesübung als ein Mittel, den gesunden Menschen zu Höchstleistungen zu führen. Der Sport sei Charakterschule und vermittle gesunde Lebensauffassungen. Der Sport halte den Kopf flar, der Sport könne wertvoller Helfer in der Rassenpflege sein und gerade hier sei dem Sport manche große Aufgabe gegeben. In seinen weiteren Ausführungen beschäftigte sich der Vortragende eingehend mit den Fragen der Erhaltung der Rasse, schilderte die Gefahren, die zum Verfall der Rasie führen können und betonte dabei, daß die Kennzeichen einer Rasse nicht so sehr mit dem Tasterzirkel festzustellen seien, sie lägen vielmehr in den seelischen Qualitäten begründet. Für die Ausartung sei notwendig, die Erhöhung der inneren Wahrhaftigkeit, der Tüchtigkeit, der Tatkraft und des heldischen Sinnes, solcher Kräfte also, die in ihrer Entfaltung dem Wohl des Volkes dienen können. Mit dem Hinweis auf die Eignung der Leibesübungen, gerade diese Eigenschaften zu fördern, schloß der Vortragende. Nach einer kurzen Pause sprach der Kreisführer des Reichsbundes für Leibesübungen ©r. Schäferin kurzen grundsätzlichen Ausführungen über die Aufgaben und die Organisation des Reichsbundes für Leibesübungen und gab Hinweise auf die zukünftige Entwicklung im RfL. Nach der Mittagspause sprach der Kreisdietwart ©r. 7^-mer über das Thema „Völkische Leibeserziehung". Er gab einen interessanten Rückblick auf da-; Wesen der Leibesübung im klassischen Griechenland und gab dann einen geschichtlichen Abriß der Leibesübung in unserem Vaterland. Er stellte die germanischen Auffassungen von Leibesübung heraus, schilderte den Wandel, der durch den Einbruch des Christentums in der Auffassung der Leibesübung hervor- gerufen wurde und sprach dann über die Periode des Verfalls der Leibesübung im 17. und 18. Jahrhundert. In feinen weiteren Gedankengängen führte er über Gutsmuts zweckbetonte „Gymnastik" zu der Form der völkischen Erziehung im Turnertum Iahnscher Prägung. Schließlich kam der Redner auf die Verwirklichung Iahnscher Ideale durch den Führer Adolf Hiller zu sprechen, erinnerte an die Tage von Stuttgart, bei denen der Führer die Forderung nach dem strahlenden Gefft im herrlichen Körper erhob. Die Leibesübung sei die Grundlage wahrhaft volkstümlicher Erziehung, jeder Knabe müsse durch sie zum Mann werden, die Leibesübung terhilfswerk ju unterstützen. Insgesamt und bis« per gingen für das Winterhilfswerk beim Bezirks- fuhrer Bittendorf 84,40 Mark ein. Don den 23er- nnen unseres engeren Heimatgebietes spendeten die Radsahreroerernigung Klein-Linden 10 Mark, der ^oofahrervereln „Wanderlust" Gambach 10 Mark, x k *a^rerDerein "Teutonia" Krofdorf 4,90 Mark o an ™ Radfahrerverein „Germania" Wißmar ^,90 Mark. Auch vom Radfahrerverein 1885 Gießen wurde der Betrag von 10 Mark abgeführt. Handball der Studenten. Eia Freundschaftskamps Gießen — Heidelberg. ...Rachdem die Mannschaft der Gießener Universi- t bfl Spielen zum Jubiläum in Heidelberg so gut abschneiden konnte, war man auf die Begeg- nung in Gießen einigermaßen gespannt. Die Gäste geigten sich von ihrer besten Seite und forderten den einheimischen Studenten alles Können ab. Der Kampf endete mit einem gerechten Unentschieden non 10:10 Toren, das Spiel konnte allerdings auf Grund der besseren Technik der Gäste zu einem knappen Sieg der Heidelberger führen, wenn sie etwas mehr kämpferischen Einsatz an den Tag gelegt hätten Das Spiel selbst war reich an spannenden Sze- nen und sah die Mannschaften, nachdem die Einheimischen ursprünglich mit zwei Toren in Führung gegangen waren, abwechselnd im Vorteil. Kurz vor Schluß hatten die Gießener Studenten eine Führung von 8:10 Toren herausgearbeitet, im Endspurt sicherten sich aber die Gäste doch noch das Unentschieden Das Spiel, das zu Tramingszwecken aus- getragen worden war, um die Mannschaften für die weiteren Kämpfe um die weiteren Kämpfe um die Hochschulmeisterschaft fit zu halten, dürfte seinen Zweck erreicht haben. Schiedsrichter Drols - bad) war ein gerechter Leiter. Kurze Sporinoiizen. Unentschieden mit 8:8 endete der in Budapest ausgetragene Landerkampf der Amateurboxer von Ungarn und Italien. Fritz Schäfer (Schifferstadt), der Olym- piazweite im Weltergewichts-Ringen, nahm an einer Veranstaltung in Bafel teil und konnte dabei einen zweifachen Erfolg buchen. Ferencz Cfik, der ungarische Olympiasieger im 100 - Meter - Kraulschwimmen, eilt zur Zeit in Schweden von Sieg zu Sieg. Seinen fünften Start erledigte der Ungar in Stockholm, wo er die 100 Meter in 58,2 schwamm. 12 000 Zuschauer wohnten den internationalen Amateur-Radrennen in der Berliner Deutschlandhalle bei. Das Zweistunden-Mannschaftsrennen gewannen Dubaschny - Bartoskiewicz vor den Italienern Rigoni - Latini. Hchmeling - Braddock am 3. Juni n. 3. Joe Louis ausgeschallel. Max Schrneling hat auf feiner Arnerikareise den gewünschten Erfolg gehabt: Der Titelkampf mit Weltmeister Braddock wurde für den 3. Juni end- Mig abgeschlossen. Es hat lange gedauert, ehe man den Weltmeister dazu bekam, nachdem er bis dahin offensichtlich dem Zusammentreffen mit dem Deut- ichen aus dem Wege gegangen war und mit immer Sieder neuen Emwanoen diesen Kampf zu verhindern suchte. Die Verhandlung vor der Boxkommi - ßon war ebenfalls ergebnislos verlaufen, obwohl die Sportliche Behörde Braddock mit strengen Maßnahmen gedroht hatte. Erft als sich die Leute um Braddock gar keinen Rat mehr wußten, unterzeichneten sie den Vertrag vom Madison Square Garden und der Titelkampf kann nun für den 3. Juni 1937 im Song Island-Stadion als gesichert gelten, vorausgesetzt, daß Braddock bis dahin nicht wieder mit neuen Einwänden kommt. Der Vertrag enthält die Klausel, daß es beiden Boxern erlaubt (ein soll, vorher Kämpfe unter 15 Runden auszutragen, wobei jedoch für Braddock ein ausdrückliches Verbot besteht, gegen Joe Louis zu kämpfen. Schrneling hat damit also den Hauptzweck seiner 'Reife erreicht, nämlich die Verhinderung des geplanten Kampfes Louis—Braddock in Atlanttc City, ier unter Umständen alle Aussichten unseres Titelanwärters zunichte gemacht hätte, wenn Braddock to. geschlagen worden märe. Radfahrer im Dienste der Winterhilfe. Auch die Radfahrer haben sich in den Dienst Les Winterhilfswerkes aefteüt Von Veranstaltungen $atte man zwar abgesehen, die Mitglieder des Fach- rtnntes Radfahren im Bezirk Gießen haben sich aber Sereiterflärt, durch einen Sonderbeitrag das Win- Heute abend findet im Stadttheater die 5. Sondervorstellung der NSG. ,Kraft durch Freude" statt. Es gelangt die Oper „Hänsel und Gretel" zur Auffichrung. Anfang 20 Uhr, Ende 22 Uhr. Karten zu 0,60, 0,80 und 1 Mark sind noch an der Abendkasse erhältlich. Amt Reisen, wandern, Urlaub. Auf Grund der überaus großen Anzahl Anmeldungen, die sich für die erste Winterfahrt 1937 ergeben hat, haben wir eine weitere Fahrt über Weihnachten eingelegt Die Fahrt wird mit Omnibussen nach dem Badischen Schwarzwald — Feldbergaebiet durchgeführt Die Fahrt geht ab in Frankfurt a. M. am 26. Dezember morgens und endigt am 1. Januar 1937 abends in Frankfurt. Der Teilnehmerpreis einfchl. Verpflegung und Unterkunft beträgt 33 Mark. Anmeldungen können umgehend auf der Kreisdienststelle „K. d. F.". Schanzenstraße 18, Zimmer 7, getätigt werden. Weiterhin sind für diesen Winter noch folgende Urlaubsfahrten vorgesehen: Schwarzwald — Kniebis vom 13. bis 17. Januar 1937, Teilnehmerpreis 26,50 Mark; vom 30. Januar bis 5. Februar 1937, Tellnehmerpreis 33,50 Mark; vom 21. Februar bis 28. Februar 1937, Teilnehmerpreis 36,50 Mark. Rhön — Gersfeld vom 23. bis 30. Januar 1937, Teilnehmerpreis 18,50 Mark; 3. bis 10. März 1937, Teilnehmerpreis 18,50 Mark. Allgäu — Pfronten vom 13. bis 20. Februar 1937, Teilnehmerpreis 30,50 Mark. Larner Winkel, Bayerische Ostmark vom 13. bis 20. Februar 1937, Teilnehmerpreis 22 Mark. Reit im Winkel vom 27. Februar bis 9. März 1937, Teilnehmerpreis 53 Mark. Rundfunkprogramm. Dienstag, 15. Dezember. 6 Uhr: Choral. — Morgenfpruch. — Gymnastik. 6.30 Uhr: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8 10: Gymnastik. 9.30: Musik am Morgen. 10: Schulfunk. Hörfolge. 11: Nur Freiburg: Nachrichten. 11.30: Landfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert 1. 13: Nachrichten. — Anschließend: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.10: Nach Tisch gönnt euch ein wenig Rast, seid bei Frau Musica zu Gast! 15: Volk und Wirtschaft. 15.15: Das deutsche Lied. 16: Unterhaltungsmusik. 17.30: Gibraltar — der Schlüssel des Mittelmeeres. Don Dr. Theodor Sap- per. 17.45: Ich werde dir heimleuchten! Bellebte Redewendungen und ihre Herkunft. 18: Konzert. 19: Eine Dauernwiege erzählt. 19.30: Kampf dem Verderb. 19.40: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: Konzert. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.30: Tanz- und Volksmusik. 24 bis 2: Nachtmusik. Kirchliche Nachrichten. Dienstag, 15. Dezember. eich. 20 Uhr: Frauenhilfe II. Mittwoch, 16. Dezember. Gießen. Stadtkirche. 20 Uhr: Abendandacht. — Lollar. 20: Adventsandacht. — Klein-Linden. 20: Adventsandacht. — Lich. 20: Bibelstunde, Stifts- dechant Kahn; 21: Kirchenchor. Donnerstag, 17. Dezember. Gießen. Johannessaal. 20 Uhr: Bibelstunde, Pfr. Ausfeld. — Lich. 20.30: Posaunenchor, Vorbereitung für die Kinderkirche. — Hungen. 20.15: ; Frauenhilfe. Samstag, 19. Dezember. I Lich. 20.30 Uhr: Posaunenchor. Dillenburg Die Wetzlarer Mannschaft hat verdient die Dellenspitze auf Grund ihrer gleichbleibenden Leistung inne. Trotzdem die Naunheimer mit 4 Minuspunkten im Rückstand sind, so werden sie doch in der Nach- runbe um die Meisterschaft noch ein Wort mitreden. Dlach einem glänzenden Start hat die Fronhäuser Mannschaft in ihrer Spielstarke nachgelassen. Sie eilte jedoch ihren Tabellenstand in der Nachrunde »ehaupten können. Die letzten Ergebnisse von Lollar iflffen auch bei dieser Mannschaft einen Formrück- gang erkennen. Nach einer anfänglichen Krise haben >ie Bissenberger wertvolle Punkte sammeln können. Die ©inner Mannschaft hat ihre Stärke in den Heimspielen. Es ist abzuwarten, wie sie sich weiter behauptet. Für die beiden Gießener Vereine ist es Zeit, daß sie die Spielstärke heben, denn sonst sollte pur sie die Abstiegfrage noch nicht geklärt sein. Die Elfmeter kam 1900 zum Ausgleich. Schmitz, der einer Vorlage nachspurtet, wurde unsanft gelegt. Bei der ersten Ausführung wurde der Ball zwar gehalten, da aber verschiedene Spieler den Strafraum noch nicht verlassen hatten, wurde die Wiederholung angeordnet und diesmal ließ sich Hain die Gelegenheit nicht entgehen. Auf dieselbe Art konnte Steinberg zum Siege kommen, denn, als Zeiler bei Abwehr einer Ecke das Bein zu hoch hob, entschied sich der Schiedsrichter für dieselbe Maßnahme. Durch eine glänzende Parade vereitelt Fischer jedoch diese Chance, was ihm eine herzliche Umarmung von feiten des Sünders einbrachte. Schiedsrichter Holzapfel (Lich) hatte nicht feinen besten 9 Zwei Fußball-Tänderkänipfe. Italien besiegt die Tschechoslowakei 2:0 (2:0). In Genua waren am Sonntag Italien und die Tschechoslowakei die Gegner in einem Fußball- Länderkampf. Die Italiener kamen vor allem au Grund ihrer Schnelligkeit zu einem verdienten 2:0 (2:0)-Sieg. Mt Ausnahme der Läuferreihe stellte Italien die gleiche Mannschaft, die im November dieses Jahres in Berlin gegen Deutschland 2:2 unentschieden gespielt hatte. Frankreich — Jugoslawien 1:0 (1:0). 3m mit 35 000 Personen vollbesetzten Prinzenpark traf am Sonntag Frankreich erstmalig in einem Fußball-Länderkampf mit Jugoslawien zusammen. Die Franzosen fanden überaus harten Widerstand und mußten sich mit einem 1:0 (1.0)« Sieg begnügen. Der einzige und entscheidende Treffer fiel bereits in der sechsten Minute. Im weiteren Verlauf des Kampfes hatten die Franzosen alle Mühe, die gefährlichen Angriffe der Gaste abzuwehren. Handball der Gauliga Hessen Nach der knappen Niederlage in Kirchbauna hatte der Kaumeister und Tabellenführer Kurhessen Kassel 19üü-Watzenborn-Steinberg 2:2 Tore Punkte 34:10 18:0 18:11 14:4 23:17 13:5 17:14 8:10 20:13 7:9 19:25 6:12 13:24 5:13 13:24 5:13 10:34 3:15 : Schenkt einander .<& SALAMANDER W |M w ’ n.s- Dic öeutfdie Arbeitsfront Gemeinfch^fi durch freuöc" ein neues oder eine hübsche Einen schönen Winter- Mantel Sie finden vielseit. Auswahl im bekannten Spezialgeschäft und dazu den passenden Rock für morgens einen warmen Morgen« rock > und Mantelstoffe in gut. Qualität sehr beliebt sind Kleiderstoffe CABt MSSEdr $ 1 5 Volksdeulsclier Abend Veranstaltet von der Ortsgruppe Metzen des Volksbundes für das Deutschtum im Ausland am Dienstag, 15. Bez. 1936,20.15 Uhr in der Aula der Universität. Alle Volksgenossen werden hierzu herzlichst emgeladen. Eintritt frei!7vssv Ihr rauher HUSTEN der Sie plagt, gibt zu denken. 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Naturschönheiten in sick aufzunehmen, dem singen u. klingen die Tafeln tausend Erinnerungen woch an einstmals leibhaft Erschautes." Reclams Universum Verlangen Sie kostenlos unsere bebilderten Werbeblätter Ju beziehen durch jede Buchhandlung I Hugo Bermühler Verlag Berlin-Lichterfelde IweckSBekampwngoei Schwarzarbeit können Arbeits-Aage boic von Handwerkern nur mit Namensnennung u. unter Vorlage besSewerbeuachweises ausgenommen werden, vertag des «Sieb euerAnzeigere Vierzehnte Ziehung der Auslosungsrechte der Anleiheablösungsschuld des Deutschen Reichs. bei der am 7. Dezember 1936 ertolgten öffentlichen Ziehung der Auslosungsrechte wurden folgende Nummern gezogen. Die Kummern gelten für alle Gruppen jedes Wert» Abschnitts mit Ausnahme der Auslosungsrechte, die wegen des Bezugs einer Vorzugs- oder Wohlfahrtsrente oder infolge eines Verzichts gemäß § 24 des Anleiheablösungsgesetzes nicht an der Auslosung teilnehmen. Bei der Einlösung werden gezahlt für je 100,— RM. Nennwert der Auslosungsrechte 500,— RM., dazu 4V3% Zinsen für IP/4 Jahre ----- 253,125 RM., zusammen 753,125 RM Die Zahlung erfolgt gegen Quittung und Rückgabe der Auslosungsscheine und eines gleichen Nennbetrages in Schuldverschreibungen der Anleiheablösungsschuld des Reichs bei der^Relcäs« schuldenkasse in Berlin SW t>8, Oranlenstraße 106/109, oder auch bei allen Reichsbankanstalten mit Ausnahme der Reichshauptbank Berlin. Mit dem Ablauf des 31. März 1937 hört dde Verzinsung des Einlösungsbetrags aut. Die Einlösungsbeträge für die gezogenen Auslosungsrechte, die im Reichsschuldbuch eingetragen sind, werden den Gläubigem ohne ihr Zutun durch die Post zugesandt, so daß Schuldbuchgläubiger dieserhalb nichts zu veranlassen haben. 2 62 94 101 137 210 226 243 256 277 362 375 413 647 664 1051 056 190 490 652 732 809 887 962 971 2062 065 143 213 241 313 343 362 380 417 516 530 606 679 721 744 759 772 790 802 854 901 910 947 3046 074 098 113 242 246 304 385 448 550 555 563 601 604 608 710 750 792 924 937 960 4046 151 277 294 305 388 501 729 733 747 755 816 842 867 949 980 5001 084 098 130 183 194 217 386 424 545 651 733 836 865 945 962 987 6095 310 325 430 590 688 799 844 869 898 939 7089 092 149 151 153 190 200 209 228 268 269 276 426 668 671 726 804 908 8004 162 192 209 228 238 252 284 382 413 417 477 515 539 660 679 765 825 978 9007 014 073 306 341 404 452 457 470 618 706 710 879 968 10052 084 120 126 136 184 217 218 492 513 524 558 588 666 913 935 964 980 994 11098 112 224 266 315 350 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