8^ Das Inedensrezept einen befeifigen. Wenn Japan diese Voraussetzungen auher Artikel. 2 n -1 _3 = ® 3-3-2. =5 2 21 und kann nicht als Versuch gedeutet werden die Privatwirtschaft allmählich zu Gunsten der Staats- wirtfchaft zu enteignen. Voller Erfolg des Londoner Gastspiels der Dresdener Staatsoper. Die Dresdener S t a a t s o p e r gab in London mit „D o n G i o v a n n i" ihre Abschiedsvor- nischen Verhandlungen unvermeidlich sei. Politische acht lasse, dann drohe die Gefahr trotz des guten Kreise wollen wissen, dah die Vankingregie- Willens beider Lander die geplante wirtschaftliche r » n g nach wie vor zu einer v e r st a n d i g u n g > und politische Zusammenarbeit unmöglich zu werden. Hpf* o cP 2, 5 L zeugnisse in feinen Fabrikationsbereich zieht, gerät sehr schnell ins Hintertreffen, erstarrt und verkalkt. Das Streben nach Rentabilität ist auch mit dem Verhalten eines „königlichen Kaufmanns" vereinbar, der sich und seinen Betrieb einer höheren na» tionalwirtschaftlichen Aufgabe zur Verfügung stellt und auf Anregung amtlicher Stellen sich solchen Produktionsmethoden zuwendet, die innerhalb der nächsten Monate oder gar Jahre noch keinen angemessenen Nutzen abzuwerfen versprechen. Graf Schwerin von Krosigk wußte, daß er von seinen Zuhörern in Bremen, der alten wagemutigen Hansastadt, nicht mißverstanden werden würde, als er sie aufforderte, durch Findigkeit und Sparsamkeit auch die einstweilen noch nicht voll rentablen Produktionen für den eigenen Betrieb und damit für die gesamte deutsche Wirtschaft ertragreich zu gestalten. und Zusammenarbeit mit Japan bereit sei. Doch mühten alle die Souveränität Chinas berührenden Fragen fallengelassen werden und beide Länder als gleichberechtigte Partner in Verhandlungen Maßnahmen zur Beseitigung der japanfeindlichen Stimmung in China vereinbaren. Auf diese Weise müsse eine Grundlage für eine künftige freundliche Zusammenarbeit beider Länder geschaffen werden. Die Zeitung „Tokio Richi Richi" warnt die ja- panische Regierung vor dem Versuch, alle japanischen Forderungen als ein unteilbares Ganzes zu behandeln. Die Zeitung erklärt, dah die Beseitigung der antijapanischen Bewegung in China eine vordringliche Frage sei, deren Lösung den Einsatz aller Kräfte erfordere, um durch Verhinderung neuer Zwischenfälle zu vermeiden, dah die Beziehungen zwischen den beiden Ländern gestört werden. Deshalb solle die japanische Regierung ohne Rücksicht auf irgendwelches Prestige neue Verhandlungen einleiten. Dabei soll unter einstweiligem Verzicht auf die Lösung der Rordchiizafrage und auf gemeinsame Bekämpfung des Bolschewismus nur das eine Ziel verfolgt werden, die antijapanifche Stimmung und die Aktionen gegen Japan zu Rat zur Mäßigung. Vermeidung neuer Zwischenfälle. Tokio. 13. Rov. (Ostasiendienst des DRV.) Rachdem die japanische Presse in der letzten Zeit bereits auf eine bevorstehende Aenderung der japanischen Chinapolitik hingewiesen hatte, meldet Domei Freikagnacht. dah in einer im Anschluß an den Kabinettsrat zusammengetretenen Konferenz von Vertretern des Auswärtigen Amtes, des Heeres und der Kriegsmarine einmütig die lleberzeugung zum Ausdruck gekommen fei, dah die gegenwärtigen chinesisch-japanischen Verhandlungen keinen Crfolg mehr versprechen. In der Haltung Chinas mache sich eine wachsende V ersteifung bemerkbar, und die a n tijspanische Bewegung innerhalb der Bevölkerung nehme ständig zu, was unter anderem in den Streiks in verschiedenen von Japanern geleiteten Spinnereien und in Strahenkundgebun- g e n zum Ausdruck komme. In Regierungskreisen stehe man in Anbetracht der Ablehnung des japanischen Verhandlungsprogramms durch die Nanking- regierung auf dem Standpunkt, dah der fofor- Ml Man in den Verhandlungen mit Gina einen neuen Kurs einschlagen? Ehina wünscht als gleichberechtigter Partner behandelt zu werden. stellung. Das Haus war wieder bis auf den letzten Platz gefüllt. Am Ende der Vorstellung wollte der Beifallssturm kein Ende nehmen. Wieder und wieder mußten die Künstler vor den Vorhang treten, um sich für den Beifall zu bedanken. Rückblickend kann man sagen, daß das rund zwei Wochen dauernde Gastspiel der Dresdener Staatsoper ein voller Erfolg gewesen ist. Die Londoner Presse hat immer wieder unumwunden die Leistungen der Sänger, des Orchesters und des Dirigenten anerkannt wobei vor allem das Zusammenspiel gewürdigt wurde. Der „Daily Telegraph" widmet Richard Strauß in feiner Musikbeilage einen langen flugzeuge gebaut werden könnten. Die Erörterung über die Verteidigungsfähigkeit der Schlachtflotte und der Flottenstützpunkte im Mittelmeer gegen Luftangriffe ist noch keineswegs abgeschlossen. Aber es scheint, als ob man sich in London zu dem Standpunkt bekenne, das eine zu tun, aber das andere nicht zu unterlassen, also über einem forcierten Ausbau der Luftwaffe die Schlachtflotte, seit jeher das Rückgrat der britischen Rüstung, nicht zu vernachlässigen. So muß man jedenfalls wohl den Hinweis der Derteidigungskommission, der auch Männer aus Politik und Wirtschaft angehören, deuten, daß Englands Schutz nicht nur in der Verteidigung der Küsten des Jnselreichs liege, sondern mindestens ebensosehr in der Sicherung freier Verbindungswege in allen Meeren. Dieser Gesichtspunkt klang ja auch in der Zwiesprache zwischen Mussolini und Eden über eine Mittelmeer-Der- ftdnbigung zwischen England und Italien an. Schlachtflotte und Luftwaffe werden also gleicher- maßen gefördert werden. sichttger als alle bisherigen amtlichen Erklärungen der drei Mächte. Der nationalvölkische „U j M a - gyarsag" schreibt, die Wiener Konferenz habe ihre besondere Aufmerksamkeit Deutschland zugewandt, das seit der Rheinlandbesetzung immer mächtiger werdenden Faktor der Weltpolitik darstelle. Das'Kommunique verkünde den Sieg der Gerechtigkeit und des Rechts über die Papier- Rentabilität [£>cr italienischeAußenminister inBudapest in der Nationalwirtschaft | Ungarns Dank für Mussolinis Bekenntnis zur Revision. Der Nationalsozialismus hat sich unter Berücksichtigung aller Umstände dazu entschlossen, die Privatwirtschaft beizubehalten und der Unternehmertätigkeit des Einzelnen eine große Chance zu geben. Daß dies keine Lebensversicherung I auf die Dauer fein soll, ist wiederholt von führenden Männern des neuen Reichs, insbesondere vom Führer und Reichskanzler selbst, ausgesprochen worden. Die Chance, die der Staat dem privaten Unternehmer gibt, verpflichtet zu wagemutigem Handeln, zum Einsatz aller verfügbaren Kräfte für em erstrebenswertes Ziel, aber auch zur Schonung des in Dem betreffenden Unternehmen eingebauten Kapitals. In dieser Aufzählung ist die Vielgestaltigkeit der Aufgaben und Verpflichtungen aus- gedrückt, deren Erfüllung erst dem privaten Unternehmer Anspruch darauf gewährt, weiterhin vom Bei der geschilderten Einstellung des englischen Volkes zur Wehrpflicht ist es begreiflich, daß man in England besonderen Wert legt auf die Vorbe- reitung der wirtschaftlichen Mobilmachung. Die Frage, ob die Einrichtung eine» besonderen Munitionsmini st eriums not« wendig ist, ist noch nicht endgültig geklärt. Winston Churchill, der sich selbst für diesen Posten schon lange bereit hält und darin auch von seinen Freunden in der konservativen Partei unterstützt wird, vertrüge. Befriedigung in Wien Wien, 13. Nov. (DNB.) Die Wiener Presse ist von dem Ergebnis der Dreier-Besprechungen sehr befriedigt. Die „Reichspost" ist der Ansicht, daß das Schwergewicht der römischen Protokolle a u f wirtschaftlichem Gebiet liege. Die Zusammenarbeit der Rom-Pakt-Staaten auf politischem Boden bestehe im wesentlichen darin, alle störenden Einflüsse von dem Werk des wirtschaftlichen Wiederaufbaus im Donaubecken fernzuhalten. Die Wie- nerBesprechungen hätten vor allem ein wichtiges Ergebnis gehabt: Die „Zusage österreichischer Beteiligung an der wirtschaftlichen Aufschließung Aethiopiens . Das Abkommen vom 11. Juli werde in Wien, Rom und Budapest in durchaus gleicher Weise als eine willkommene Ergänzung d e r römischen Protokolle empfunden. Es sei dabei höchst erfreulich, daß die drei Regierungen, die sich zum wirtschaftlichen Aufbauwerk im Donaubecken zusammengeschlossen hätten, künftighin des Rückhalts einer positiven Einstellung des Deutschen Reiches zu ihren Bemühungen gewiß sein dürsten. Das „Neue Wiener Tagblatt" schreibt: Die römischen Protokolle und das Abkommen vom 11. Juli seien die beiden Staatsverträge, die die Selb- ständigkeit Oesterreichs feierlich gewährleisten. Neben diesen beiden zwischenstaatlichen Verträgen stehe der V ö l k e r b u n d s p a k t. Oesterreich wolle sich keineswegs den Genfer Verpflichtungen entziehen, wünsche allerdings eine grundlegende Reform Genfs. — Die amtliche „Wiener Zeitung" unterstreicht ebenfalls die Bedeutung des Abkommens vom 11. Juli, das sich in das ständig verdichrende Netz der österreichisch-ungarisch-italienischen Beziehungen eingefügt habe und als ein w e r t v o l I er Fortschritt der europäischen Gesundung bezeichnet werden müsse. ter dem Fallbeil von Zwangsmaßnahmen zu halten. Die Mahnung des Reichsfinanzministers, bei der Produktion nie die Rentabilität zu vergessen, bedeutet nicht, daß der Produzent bei der Einbeziehung neuer Produkte in seine Erzeugung unö bei der Anwendung neuer Verfahren morgen oder über- morgen vollen Ersatz für ine gemachten Aufwen. Düngen beanspruchen darf. Steht man sich den Boden genau an, auf dem die großen Jndustr e- Unternehmungen Deutschlands m der zweiten chalfte des vorigen Jahrhunderts^ erblüht stnS I-ist ztem- Aber größere Beunruhigung verursacht in der Oeffentlichkeit augenblicklich der Ausrüstungsstand des Landheeres, über dessen bedenkliche Vernachlässigung unser Londoner Korrespondent am Donnerstag schon im einzelnen berichtet hat. Hier liegt eine Schwierigkeit, der man nicht so leicht Herr zu werden scheint, in der Frage der Rekrutierung. Weder bei der Luftwaffe noch bei der Marine mangelt es an Ersatz durch Freiwillige — eine Dienstpflicht wie in den kontinentalen Armeen gibt es ja in England nicht. Die Beschaffung des Ersatzes für die Landstreitkräfte ist selbst in dem Ausmaß, wie es zur Auffüllung der bestehenden Formationen notwendig wäre, äußerst schwierig, ganz zu schweigen für neuaufzustellende Truppen- kärper. Der besondere Nachdruck, den die Regierung, namentlich auch der Kriegsminister Duff Cooper, auf die körperliche Ertüchtigung der Jugend legt, wobei häufig Deutschland als Vorbild hingestellt wird, läßt die Deutung zu, daß man in Zukunft die englische Jugend in nichtmilitärischen Organisationen so weit schulen will, daß es dann nur noch einer kurzen waffentechnischen Ausbildung bedarf, um aus ihr genügend brauchbare Soldaten zu beschaffen. Man hofft wohl auf diese Weise um die dem englischen Volke so unsympathische allge- meine Wehrpflicht herumzukommen, aber es erscheint doch zweifelhaft, ob angesichts des heutigen Standes der Kriegstechnik, der neben einer ausgedehnten Waffenkunde des einzelnen Soldaten auch eine bis ins kleinste durchgebildete Zusammenarbeit der Waffen fordert, ein solches Provisorium genügen würde, um die britischen Landstreitkräfte den Anforderungen moderner Truppenführung anzu- gleichen. Dabei spielt natürlich die Frage eine be» sondere Rolle, oh England für einen künftigen Krieg auf dem europäischen Festland ein Expeditionskorps bereithalten muß. Der Erste Lord der Admiralität hat im Unterhaus diese Frage insofern eingeschränkt, daß er das Vorhandensein irgendwelcher Verpflichtungen und eines mit dem französischen Generalftab vereinbarten Planes für das Eingreifen eines britischen Expeditionskorps auf dem Festland bestritt. Die Lage sei heute wesentlich verschieden von der im Sommer 1914. Wohl aber werde eine „Truppe für alle Zwecke" aus fünf Divisionen gebildet werden, die bereit sein müsse, überall hinzugehen. Wenn man sich der Schwierigkeit erinnert, die es erst vor wenigen Monaten machte, die englische Besatzung in Palästina hinreichend zu verstärken, um die dort ausgebrochenen Unruhen zu unterdrücken — es mußte damals eine Division aus dem Manöver geholt werden —, so wird man den Wunsch des . britischen Kriegsministeriums begreifen, ein größe- • res Truppenkontingent ständig zur Verfügung zu - haben, um überall dort sofort eingesetzt werden zu können, wo britische Interessen es erfordern. tionsibee, di- bis dahin nutzt oder doch nur w°n.g bekannt war. Si- steckten Kapital,n d,e Produktton und zahlten teures Lehrgeld, erreichen --aber nach wannig achen Rückschlägen schließlich doch daß stau- ihrer Tätigkeit reichen G-w.nn zogen Erst al- di- Gleis- au-g-sahr-n waren. wuchs die Zahl derer, die sich in gleicher Weste betätigten. Die Folg; davon war, daß ein Konkurrenzkampf, -nt> brannte und die Produktion immer weniger lohnend würbe. In der Zeit der großen Konzerne, die Ende des vorigen Jahrhunderts anbrach und im neuen Jahrhundert fortbauert, liegen die Dinge etwas anders^ Die großen Unternehmungen haben e'ne Reihe von Artikeln, die sie nach erprobten Verfahren billig und hochwertig Herstellen, und an denen sie angemessen verdienen. Dazu nehmen sie im Laufe JW neue Artikel, deren billige Massenerzeugung Zunächst einmal unter geldlichen Opfern stubiertunderprobt wird. Nur ein Teil dieser neuen.Erzeugnisse oder auch der neuen Verfahren wird ^n wirtschaftlicher Erfolg. Manche werden aus dem Produktionsprogramm wieder gestrichen, andere dagegen für dauernd in die Fabrikation eingereiht. Für solche neuen Waren genießt ein solches Unternehmen bann einige Zeit hindurch fast ein Monopol und auch eine sehr erhebliche Gewinnquote. Em Unternehmen, das aus Furcht vor anfänglichen Zubußen und vo-ckostspieligen Irrtümern keine neuen Er- Reichsfinanzminister Graf Schwerin von Budapest, 13. Nov. (DNB.) Der italienische Krosigk hat in einem Vortrag in der Verwal- Außenminister Graf C i a n o traf Freitag mittag tungsakadernie zu Bremen über Sparsamkeit und mit seiner Gattin und seiner Begleitung im Sonder- rentable Wirtschaftsführung gesprochen. Er hat zuge i n B u d a p e st ein. Auf dem mit ungarischen seine Zuhörer ermahnt, die Produktion so zu füh- und italienischen Flaggen geschmückten Budapester ren, daß dadurch keine Mehrbelastung für die Ge- Hauptbahnhof wurde Graf C i a n o von Minister- samtheit entsteht. Die Folge davon wäre entweder, Präsident Daranyi und den Spitzen der Behörden daß die betreffenden Unternehmungen existenz- feierlich empfangen. Vor dem Bahnhof hatte eine unfähig werden, ihren Betrieb einstellen und ihre Ge- Ehrenkompanie Aufstellung genommen. Die Straßen folgschaft der Arbeitslosigkeit überantworten müssen; trugen reichlichen Fahnenschmuck. Die Reihe der ober aber der Staat müsse mit seinen Mitteln ein- Feierlichkeiten begann mit einem Frühstück im unga= springen und die Gesamtheit schädigen, um ein rischen Außenministerium. Graf Ciano stattete auch privates Unternehmen fortbestehen zu lassen. Daß dem ungarischen Reichstag einen Besuch ab Er der Reichsfinanzminister sich gegen die Möglichkeit wurde von den Abgeordneten mit stürmischen Eljen- wehrt, daß Reichsmittel für Subventionen not- Rufen empfangen. Es wurden Hochrufe auf den leidender Unternehmungen in Anspruch genommen König von Italien und Mussolini ausgebracht. Der werden, leuchtet unbedingt ein. Etwas anderes ist Präsident des Reichstages begrüßte den Minister nut es jedoch, welchen Rang die rentable Produkttons- einer Ansprache, in der er im Namen der ungarischen und welche Ausnahmen gegebenenfalls anerkannt des König- und Kaiserreichs Italien Ausdruck gab. zu werden verdienen. Der Präsident bat den italienischen Außenminister, R-ntabllitä. in d-r Wrsichasi b-d-ut-t daß da- d-m^?uhr-r d-s erzeugte Produkt einen höheren Wert hat als d e cn Dank Ungarns zu übermitteln. In den bafU-*r*9eQaHHn^ Wenn h^r 6taatniefrtaus- Abendstunden veranstaltete Ministerpräsident D a - menichliche Leistung. Wenn d e r S t a a t nicht aus des italienischen Gastes einen schließlich und nicht einmal m erster ßime auf!Kew I Xatenemcfanfl. tabilität ausgeht, so hat das besondere! Das Endergebnis der Wiener Besprechun- G r ü n d e. Er unternimmt es m anormalen Zeiten, i cnoergeonis «er £ befriedigend Produktionsrnethoden anzuwenden, die privatwirt- ß t gp betont daß die Konferenz eine Ichast-ich Nickst voll rentabel sind Uber ber Start ' raf^ung» leistet hierbei nur ^wnurblen^^e, b e agentll^^ ^r^ntttnrnung und der praktischen Zusarnrnen- einer gesunden und normalen P^^^wirtschaft Jrifdjen den drei Mächten bedeute und da- obliegen. Es ist unter den heutigen Verhältnissen 3^ 'Auen Abschnitt auf dem Wege der Bein Deutschland nicht möglich, es dem Zufall ode c^.:^duna Mitteleuropas bilde. Das Regierungsblatt der Tatkraft des Einzelunternehmers zu überlassen, cK(jaaet[enfen" bezeichnet das Zusammen- in welchem Wirtschaftszweig die Pionierarbeit be= „ Rom-Pakt-Staaten mit dem Deutschen 1°nd°r- W v°nft°tt-n E. und 'n w-ich-m "^der^m Patt „ - in - rn - u - n Epoche, anderen Wirtschaftszweig sie stockt. Eine Reihe v n ifi eraer Linie die wirtschaftspoliti- Verfahren sind noch nicht risikofrei und billig g - Ergebnisse der Wiener Konferenz hervor, ob- nug, um von privaten Unternehmungen ohne float- W die Verhandlungen über die durch die Lira- liche Unterstützung im weitesten 6mn angeroan Abwertung entstandenen Fragen noch nicht ab« zu werden. Wenn hier der Ltaat eingreift und/M', Abw r^^g ebenfalls der Regierung nahestehende Blat! „B u d a p e st i H i r 1 a p" unterstreicht den Friedens- und Aufbaucharakter der Wiener Konferenz. Sie schuf nicht nur wichtige Richtlinien, sondern auch konkrete Feststellungen. Der legittmistische „M a g y a r s a g" erklärt, der Schlußbericht lasse alle Türen offen und sei vor- alsch aus unbestreitbaren Sünden Einzelner zu olgern daß die private Wirtschaft das in sie ge« chte Vertrauen getäuscht habe und um höherer Rücksichten willen von Staatsbetrieben abgelost werden müsse. Der richtige Weg ist vielmehr der, zau- Die Unterhausdebatte über die Antwortadresse des Parlaments auf die Thronrede hat dem Premierminister und seinen Ministerkollegen hinreichend Gelegenheit gegeben, die Besorgnis der Oeffentlichkeit über den Stand der Aufrüstung des britischen Reichs zu zerstreuen. Das offene Eingeständnis der Regierung, daß das Empire während des Abessinienkonflikts ganz unzulänglich gerüstet war, um die Durchsetzung seiner Politik gegebenenfalls auch mit den Waffen erzwingen zu können, hat in der englischen Oeffentlichkeit einen so nachhaltigen Eindruck hinterlassen, daß das Kabinett sozusagen mit einem Schlage erreicht hat, was einer dreijährigen Propaganda nicht gelungen war. Es stehen ihm so gut wie unbeschränkte Geldmittel zur Durchführung seines Aufrüstungsprogramms zur Verfügung, und die Debatte dreht sich nun darum, ob dies Programm ausreicht und wie es noch zweckmäßiger gestaltet werden könnte, um so schnell wie möglich wirksam zu werden. Da ist einmal die Frage über den Vorrang von Schlachtflotte oder Luftwaffe, eine Frage, die sich während des Mittelmeerkonflikts in besonderem Maße aufdrängte und deren grundsätzliche Bedeutung für die Durchführung des Rüstungsprogramms sofort deutlich wird, wenn man weiß, daß für die Kosten eines einzigen der geplanten gewaltigen Schlachtschiffe von 35 000 Tonnen rund 80 bis 100 große Kampf- ttr. 268 (Elftes Blatt 186. Jahrgang Samstag, 14- November 1936 __ Annahme von Anzeige« Erscheint tüglich, autzer W für Die Mittagsnummer w" "»s I x. C*. ▲ « A.** 444 A4 AAM ZW- (ölCnCllCr AMMi sst Auch bei Nichterscheinen B OV Ermäßigte Grundpreise: von einzelnen Nummem Stellen-, Vereins-, gemein- General-Anzeiger für Oberhessen richten: Anzeiger Gießen v w 1 behördliche Anzeigen 6Rpf. granHÄ’in 11688 vruck und Verlag: Srühl'lche UniverfitSts-Yuch. und Steindruckerei «.Lange in Gieh-N. Schrlftleitung und G-,chSftsftelle: Schulstrahe r M°ngenab!chM°s.°ff°,8 e Kritik an Baldwin. Das Rüstungsprogramm und die Opposition. Die Verhaftungen in Moskau. Herausforderung um jeden Preis. in allen Lagern, auch im konservativen, Mißstimmung und Opposition hervorgerufen. Der „Daily Telegraph" ergreift die Partei des Ministerpräsidenten. Aber schon die „Morning Post", das Organ rechtskonservativer Kreise, rückt von ihm ab. „Daily Mail" sagt, Baldwins Pflicht sei es gewesen, sich über den Aufrüstungs- stand anderer Länder zu informieren. Einige führende konservative Abgeordnete sollen die sofortige Einsetzung eines Unterausschusses zur Prüfung der Verteidigungspläne der Negierung fordern wollen. Auch einige Minister sollen der Meinung sein, daß man dem allgemeinen Ruf nach Schaffung eines Munitionsmini st e- r i u m s nachgeben müsse. „Daily Herold", als das führende Oppositionsblatt, verwirft die gesamte Regierungspolitik, sowohl die Außenpolitik wie auch die Rüstungsvolitik. „Daily Expreß" hält die Offensive gegen Baldwin für ein Vorspiel zu noch schärferen Angriffen. Der linksliberale „News Chronicle" nennt die Baldwin-Erklärung die größte Sensation im Westminster seit dem Rücktritt Hoares im vergangenen Dezember. Dem Ansehen Baldwins sei ein schwerer Schlag versetzt worden. erhobenen diplomatischen Protest bewenden lassen, falls dieser keinen Erfolg haben sollte. Man wird bei dieser Gelegenheit zweifellos auch einmal die Frage der ständigen Kontrolle der ausländischen Missionen in Moskau durch Dutzende von GPU.-Spitzlern in Zivil aufwerfen, die vor den Botschaftsgebäuden jeden anhalten und ausfragen oder gar verhaften, der das Gebäude einer fremden Mission betreten will. Da die neuen Deutschen-Ver- haftungen sogar einzelne Botschaftsmitglieder selbst angehen insofern, als der Rechtsberater der Botschaft, ein Arzt und der evangelische Geistliche mit verhaftet sind, ergibt sich die weitere Frage, ob Deutschland nicht aus derartigen Eingriffen und Behinderungen die nächstliegenden Folgerungen ziehen sollte. Moskau verschleudert Kunstschatze aus Staatsbesitz. Achtzehn Rembrandts heimlich ins Ausland verkauft. Moskau, 13. Nov. (DNB.) In Moskau wurde am Freitag eine Ausstellung sämtlicher in Sowjetbesitz befindlicher Rembrandt-Gemälde eröffnet, die eine überraschende Tatsache zutage brachte. Während noch der amtliche „Intourist"- Bädecker von 1928 allein in der Leningrader Eremitage 42 Rembrandtbilder aufzählt, im Moskauer brandts verzeichnet und schließlich noch zwei Rembrandt verzeichnet und schließlich noch zwei Rembrandt-Gemälde in Kiew erwähnt werden, werden auf der gegenwärtigen Rembrandt-Ausstellung nur 29 Gemälde des Meisters gezeigt, obwohl ausdrücklich sogar in der Presse betont wurde, daß dies sämtliche Rembrandts in Sowjetbesitz seien! Die Ausstellung brachte also eine für ihre Veranstalter sicherlich höchst unerwünschte Bestätigung schon längst aufgetauchter- Gerüchte, wonach seit 1 9 2 8 zahlreiche Kun st schätze aus den großen Sammlungen des zaristischen Rußland, darunter viele- Rembrandts, von der Sowjetregierung heimlich an ausländische Privatsammler verkauft worden seien. Jedenfalls sind, wie die Ausstellung zeigt, von den 47 Rembrandts, die 1928 noch aufgefübrt wurden, nur noch 29 vorhanden! 18 Bilder sind demnach verschwunden. Die heimliche Veräußerung derartiger unermeßlich wertvoller nationaler und m Staatsbesitz befindlicher Kunstschätze nach dem Ausland dürfte in der Geschichte jedenfalls erstmalig sein. hat im Unterhaus am Donnerstag erneut einen Vorstoß in dieser Richtung unternommen. Aber seine Person ist anscheinend das stärkste Hemmnis für das Zustandekommen dieses Plans. Baldwin hat es bisher stets rundweg abgelehnt, diesem unruhigen Geist einen Posten im Kabinett einzu- rclumen, auch bei der Einrichtung des Verteidiaungs- ministeriums, dem die Zusammenarbeit aller Zweige der Landesverteidigung besonders obliegt, hat man Churchill geflissentlich übergangen und den bis- herioen Generalstaatsanwalt Sir Thomas Inskip damit betraut. Solange Baldwin am Ruder bleibt, wird Churchill sich mit der Kritik an den Rüstungsmaßnahmen des Kabinetts begnügen müssen, aber er bleibt auch so ein steter Mahner, das äußerste zu tun, um namentlich die wirtschaftliche Mobilmachung des Landes durchgreifend zu organisieren. Daß diese bereits weit vorgeschritten ist, hat Baldwin im Unterhaus ausführlich dargelegt. Es ist alles das, was der Premier die Umstellung der Nation vom Frieden auf den Krieg genannt hat. Aber die wirtschaftlichen Maßnahmen beschränken sich nicht auf alle nur denkbaren Vorbereitungen für die Verteidigung des Jnselreichs gegen eine feindliche Blockade. In England herrscht in besonderem Maße die Auffassung vor, ein fünfter Krieg werde vorwiegend ein Materialkrieg sein, der die Bereitstellung einer leistungsfähigen R ü - stungsindustrie erfordere. Man hat deshalb daran gedacht, über den gegenwärtigen Bedarf hinaus schon jetzt Werften, Munitions- und Waf- fenfabriken, Flugzeug- und Motorenwerke zu bauen und einzurichten, die erst im Kriegsfälle in Betrieb genommen werden sollen. Freilich stellt das englische Aufrüstungsprogramm so hohe Anforderungen an die Rüstungsindustrie, daß für die Errichtung solcher „Schattenfabriken" vorerst wohl weder Zeit noch Geld vorhanden sein dürfte. Die fieberhaften Anstrengungen, die England unternimmt, um seine so lange vernachlässigte Rüstung in denkbar schnellster Zeit auf den höchstmöglichen Stand zu bringen, beweist, wie ernst man in England auf Grund der Erfahrungen im Abessinienkonflikt die Sorge empfindet, inmitten einer hochgerüsteten Welt ohne eigene ausreichende Machtmittel in der internationalen Politik künftig nicht mehr die ausgleichende und vermittelnde Rolle spielen zu können, in der England seine traditionelle Aufgabe erblickt. Außenminister Eden hat im Unterhaus in diesem Sinne die Aufrüstung mit Englands Völkerbundsverpflichtungen begründet und sie als beste und wirksamste Sicherung des Weltfriedens gepriesen. Der Premier Baldwin hat in seiner Rede auf dem Guidhall-Bankett sich weit weniger hoffnungsvoll ausgedrückt Er hat mehrmals von dem „Wahnsinn" der Aufrüstung gesprochen, in der er eine mögliche Kriegsursache insofern erblickt, als sie die Verbesserung des Lebensstandards des Volkes verhindere. Baldwin hat die Bereitwilligkeit Englands erklärt, sich um eine Rüstungsbeschränkung zu bemühen und er hat auch am Donnerstag im Unterhaus wiederholt, daß England eine allgemeine Vereinbarung über eine Rüstungsverminderung namentlich zur Luft anstrebe. Aber das Bild, das Baldwin von der weltpolitischen Lage entwarf, war düster genug, um die Aussichten auf eine solche Rüstungsvereinbarung nicht allzu rosig zu beurteilen Er hat dabei, wie schon mehrfach in letzter Zeit, der Befürchtung Ausdruck gegeben, daß künftige Kriege den Charakter mittelalterlicher ..Religionskriege" annehmen könnten und von Weltanschauungen gesprochen, deren Vertreter bereit seien, die Durchsekunq ihrer Weltanschauung ..bis zum Tode zu erzwingen" D^s trifft tatsächlich nur, wie ja auch der britische Premier weiß, auf den Bolschewismus zu. der eben erst durch seine rücksichtslose und durch vielfältiges, stichhaltiges Beweis- material hinlänglich belegte Einmischung zugunsten der roten Anarchie in Spanien beweist, daß seine weltreoolution^re Machtgier vor keiner Staatsgrenze halt macht. Nationalsozialismus und Faschismus hohen aber sich stets dagegen verwahrt, daß ihre auf hie nationalen Bedürfnisse ihrer Völker zuge- schvittene Weltanschauung eine Exportware sei. 2r'' r wie sie andere Völker nach ihrer Fasson selig m-’-hen lassen wollen, so wallen sie allerdings auch nut allen Mitteln einem Vordringen des bolfche- wi'tischen Giftes nach Mittel- und Westeuropa einen Riegel vorichi»ben, weil sie aus allzu teuer erkauften eigenen Erfahrungen genau wissen, daß ein bolschewistisch verseuchtes Europa eine Lebensgefahr für ihre eigenen Nationen bedeuten müßte. Das Schlagwort von den „Religionskriegen", denen England nach einem Wort Baldwins die Verteidigung der „Freiheit des Geistes" entgegensetzen müsse, wird vielfach ergänzt durch die Befürchtung, daß Europa in zwei feindliche Lager auseinander falle. Sowohl in den Besprechungen des polnischen Außenministers Beck in London, wie in französischen Ministerreden kam zum Ausdruck, daß man iede Blockbildung ablehnen müsse, wenn der Friede erhalten werden solle. Es w- d dabei zwar an die verhängnisvollen Folgen der Bündnissysteme erinnert, die zum Weltkrieg geführt haben, aber stets geflissentlich vergessen, daß es Frankreich gewesen ist, das schon in den ersten Jahren nach Versailles durch seine Militärabkommen mit Polen und der Kleinen Entente und zehn Jahre später in noch weit bedrohlicherer Weise durch seinen Militärpakt mit der Sowjetunion auf die abschüssige Bahn der Vorkriegsbündnisse zurückgelenkt hat. Deutschland und Italien haben dagegen mit aller Deutlichkeit bewiesen, daß ihre Bemühungen ausschließlich darauf hinauslaufen, in zweiseitigen Abmachungen den Konfliktsstoff zwischen den Völkern auszuräumen und die Balls für eine politische, kulturelle und wirtschaftliche Zusammenarbeit zu finden, die den Interessen aller beteiligten Nationen gerecht wird. Das kann in der Debatte über ein künftiges System zur Sicherung d"a Friedens nicht aut länger überleben w^den. will man sich nicht dem Vorwurf der Böswilligkeit und Voreingenommenheit aussetzen. Die vertikale Achse Berlin-Nom, von der Mussolini in seiner Mailänder Rede gesprochen hat, ist ein wesentliches Element dieser auf Stabilisierung des Friedens gerichteten Politik, die mit Blockbildung nichts zu tun hat. Das ist auch auf der soeben abgeschlossenen Wiener Konferenz der drei Mächte der römischen Protokolle deutlich zum Ausdruck gekommen. Daß es für alle diese Nationen fein Paktieren mit dem Bolschewismus geben kann, liegt auf der Hand. In Berlin und Rom, wie in Wien und Budapest sind die Erinnerungen an die innerpolitische Zersetzungspolitik des Kommunismus noch zu wach, um das geringste Bedürfnis zu verspüren, seinem außenpolitischen Exponenten, der Sowjetunion, seine weltrevolutionäre, auf die Zerstörung der gesamteuropäischen Kultur und Wirtschaft gerichtete Tätigkeit irgendwie zu erleichtern. Damit muß man sich in Paris und London abfinden, mag nun endlich der viel besprochene West- pakt zur Verhandlung kommen oder eine englischitalienische Verständigung über die beiderseitigen London, 14. Nov. (DNB. Funkspruch.) Die Oppositionsgruppen verschiedener Richtung haben plötzlich wie auf Verabredung einen Angriff gegen das Kabinett und gegen den Premierminister Baldwin persönlich unternommen. Zwei Stellen aus Baldwins jüngster Unterhaus-Erklärung haben ihn diesem Angriff ausgesetzt. Auf den Vorwurf, daß die englische Aufrüstung verhältnismäßig spät eingesetzt habe, hatte Baldwin erwidert, er selbst sei schon früher von der Notwendigkeit der Rüstungen überzeugt gewesen. Aus Wahlrücksichten habe er diese Frage aber zurück st eilen müssen, da damals noch ein völkerbundsgläubiger Wind in England wehte und Abrüstung höher rm Kurse stand als Aufrüstung. Die Opposition möchte ihn deshalb der Unaufrichtigkeit zeihen. Sie stellt sich ferner auf den Standpunkt, daß diese Nachgiebigkeit gegenüber Rücksichten zweiten Ranges auf einen Mangel an Führereigenschaften schließen lasse. Der Labour- 21bgeordnete Greenwood hat hei einer Rede in Preston sich dazu hinreißen lassen, von „Betrug" zu sprechen. Ferner hat Baldwin im Unterhaus bemerkt, daß Demokratien etwas hinter den Diktaturen herzuhinken pflegen. Das hat Die sowjetrussisische Politik hat zur Zeit die unangenehme Aufgabe, zwei eklatante Belastungen vor der Außenwelt möglichst zu verschleiern und von ihnen im eigenen Bereich der Sowjets möglichst abzulenken. Die ununterbrochene Kette von politischen und militärischen Niederlagen in Spanien, zu denen sich die ständigen Anprangerungen der Sowjetpolitik durch Italien und Deutschland im Nichteinmischungsausschuß gesellen, ferner die andauernden inneren Unruhen, die sogar Stalin zwangen, sich am russischen Revolutionstag bei der großen offiziellen Feier in Moskau von nicht weniger als 20 000 GPU. beschützen zu lassen, und schließlich die diplomatischen Versager der Litwinow- Politik, für die ihr Träger spaßeshalber jetzt mit dem Lenin-Orden ausgezeichnet wurde (!), all dies führt zu dem alten Moskauer Ablenkungstrick, zu Ma f s enverhaftungen von Ausländern. Ziel ist, wie immer in solchen Fällen, ein Schauprozeß mit den dazugehörigen außenpolitischen Stützungsmanövern. Der berüchtigte Moskauer „Generalstaatsanwalt" Wyschinski, Nachfolger Kry- lenkos, soll wieder Arbeit bekommen. Die Reichsregierung hat bereits durch ihren offiziellen Protest gegen die Verhaftung von Reichsdeutschen in Moskau gezeigt, daß sie die von den Sowjets selbst verschuldeten Belastungen ihrer Außen- und Innenpolitik auf keinen Fall als einen Grund zu völlig unsachlichen Verfolgungen von Reichsdeutschen oder zu Beeinträchtigungen der Tätigkeit der deutschen Botschaft oder zu Verletzungen des Niederlassungsrechtes ansehen kann und daß sie entschlossen ist, die Reichsangehörigen in Rußland genau so zu schützen wie die eigene diplomatische Vertretuna in Moskau. Ist schon die bolschewistische Kriegführung in Spanien eine unerhörte Herausforderung an die gesamte Kulturwelt, so ist die Verhaftung von sechs Reichsdeutschen, denen nicht das geringste vorgeworfen werden kann, eine umso größere wohl beabsichtigte Unverschämtheit, als Deutschland s e I b ft die diplomatischen Formen gegenüber Sowjetrußland ftets auf das Korrekteste gewahrt hat. Daß in der Berliner sowjetrussischen' Botschaft sowie in der Handelsvertretung durchaus nicht etwa nur diplomatische oder wirtschaftliche Angelegenheiten bearbeitet werden, weiß jedes Kind. Wenn Deuschland die Moskauer Methoden auch nur mit einem Bruchteil der bolschewistischen Gewissenlosigkeit nachahmen wollte, dann würden von den in Deutschland lebenden Sowjetrussen einschließlich ihrer diplomatischen Betretung wohl nicht viele in Freiheit bleiben. Deutschland wird es keinesfalls bei dem vorläufig Interessen im Mittelmeer sich anbahnen oder schließlich im Londoner Nichteinmischungsausschuß das wenig erbauliche Spiel um die Vertuschung des bolschewistischen Eingreifens in Spanien weitergehen. Weil man es in Paris und London zu bequem oder zweckmäßig hält, die Augen vor der bolschewistischen Gefahr zu schließen, werden weder Deutschland noch Italien auch um einen Schritt von ihrem Wege abweichen. F. W. L. Frankreichs Außenpolitik. Delbos betont das Einverständnis mit England. Paris, 14. Nov. (DNB.) Der Senatsausschuß für Auswärtige Angelegenheiten hörte vier Stunden lang Außenminister Delbos anhand eines Fragebogens zur außenpolitischen Lage. Delbos gab Aufschluß über den Meinungsaustausch der fünf an einem Westpakt interessierten Mächte. Die französische Regierung halte daran fest, daß der westeuropäischen eine allgemeine europäische Regelung folgen müßte. Zu den Vorgängen in Spanien teilte der Minister mit, daß der Londoner Nichteinmischungsausschuß bereits eine Reihe gemeinsamer praktischer Maßnahmen für die wirksame Kontrolle von Kriegsmateriallieferungen ausarbeite. Die französische Regierung habe bisher das Nichteinmischungsabkommen e i n- gehalten und werde dies auch weiter tun. Zur mitteleuropäischen Frage führte der Außenminister aus, daß Frankreich zu Polen und der Kleinen Entente freundschaftliche Beziehungen politischer und wirtschaftlicher Art unterhalte, die sich vertieften. Ausgiebig wurde über den französisch-sowjetrussischen Pakt gesprochen. Delbos trat „im Interesse des Friedens und der Achtung der Verträge" (!!) für seine Beibehaltung ein. Zum Schluß wies der Außenminister auf die „gemeinsame Hal- tung" Englands und Frankreichs hin, die auch in der Unterhausrede Edens zum Ausdruck gekommen fei. Präsident Roosevelt lasse sich von den gleichen „demokratischen Gefühlen" leiten wie die französische Republik und das englische Weltreich. Nach wie vor werde es das Bestreben der französischen Regierung sein, zu verhindern, daß irgendwelche „aus der Wüste geborene Kreuzzüge" in einen allgemeinen Krieg ausarteten. Die Kontrolle der Manischen ENuhMen. Ausdehnung auf die Flugplätze? London, 13. Nov. (DNB.) Der Internationale Ueberwachungsausschuß hat in seiner letzten Sitzung einen Plan gebilligt, der im Interesse einer wirksameren Durchführung des Nichteinmischungspaktes die Organisierung einer Kontrolle an den spanischen Einfuhrplätzen vorsieht. In der hierüber ausgegebenen Verlautbarung hieß es, daß lediglich noch zwei Fragen einer Aufklärung durch Sachverständige bedürfen. Die eine bezieht sich auf die Möglichkeit einer Ausdehnung der Kontrolle auf die spanischen Luft- Häfen. Zur Prüfung dieser Angelegenheit traten im Foreign Office d i e Luftfahrtattachäs derjenigen Länder zusammen, die Mitglieder des Unterausschusses sind. Die zweite Frage bezieht sich auf die Bezahlung der Mitglieder der geplanten Kontrollausschüsse. Die Kontrollausschüsse sollen auf spanischem Boden an denjenigen Einfuhrstellen eingesetzt werden, wo der Verdacht einer Umgehung des Waffeneinfuhrverbotes besteht. Be- stimmend für das Vorgehen der Kontrollausschüsse werden sowohl die eigene Initiative, als auch von London aus erteilte Anweisungen hinsichtlich bestimmter Fälle sein. Die Mitglieder der Kontrollausschüsse sollen nicht die diplomatische Immunität zugesprochen erhalten, da dies mit einer Anerkennung der Regierung des Generals Franco gleichbedeutend fein würde. Oie Montana-Kaserne in Madrid mit Bomben belegt. A n der Front vor Madrid, 14. Nov. (DNB.) Am Freitagnachmittag überflogen nationalistische Flugzeuge in beträchtlicher Höhe die Stellungen der Roten vor der Segovia- Brücke und belegten sie mit zahlreichen Bomben. Darauf schlugen sie die Richtung nach der Hauptstadt ein und warfen schwere Bomben auf d i e Madrider Montana-Kaserne. Die Kaserne selbst sowie das umliegende Stadtviertel waren minutenlang in eine schwarzgraue Wolke gehüllt. Auf dem Rückflug gerieten die nationalistischen Flugzeuge in einen erbitterten Kampf mit acht roten Kampfflugzeugen, von denen eines a b - geschossen wurde. Die Gesamtlage an der Madrider Front war am Freitagabend wenig verändert. Die nationalen Truppen frnnteit ihre Linien abschnittsweise verbessern und heftige Angriffe der Roten, besonders auf den beiden Flügeln, mühelos zurückfchlagen. Die rote Artillerie entwickelte am Freitag lebhafte Tätigkeit. „Spanisches Gold"... aas Kupfer Einem Schwindler aufgesessen. P a r i s , 14. Nov. (DNB. Funkspruch.) Die Gold- oerfäufe der roten spanischen „Regierung" an das Ausland hat sich ein Schwindler zunutze gemacht. In einem Pariser Kaffeehaus trat er unter der Maske eines Attaches der spanischen Botschaft in Paris, namens Graf Voli, mit einem französischen Kaufman in Verbindung, dem er erklärte, er habe den Auftrag, 30 Kilo Gold gegen französische und andere ausländische Banknoten zu verkaufen. Das Geschäft müsse aber geheim abgewickelt werden, da die spanische Botschaft amtlich nicht in Erscheinung treten wolle. Der Kaufmann, der sich auf unerlaubte Weise das im Handel sonst überhaupt nicht erhältliche Gold zu einem Vorzugspreis verschaffen wollte, war mit dem Vorschlag des angeblichen spanischen Attaches einverstanden. Er besorgte sich die vereinbarte Kaufsumme, während der Schwindler mit einer Kraftdroschke das „Gold" herbeischaffte. In der Kraftdroschke wurde dann auch das „Gold", 7 Barren von etwa 30 Kilo, dem Kaufmann übergeben, der dafür 300 000 Franken in französischen Banknoten, einen Scheck über 200 000 Franken sowie ausländische Banknoten im Werte von 40000 Franken dem Schwindler aushändigte. Käufer und Verkäufer trennten sich dann. Eine große lieber» raschung mußte nun der Kaufmann erleben, als er das angebliche Gold einem Edelmetallhändler weiter verkaufen wollte. Der Sachverständige stellte fest, daß die Barren zum allergrößten Teil aus Kupfer bestanden. Der französische Kaufmann hat nun Klage eingereicht, aber die spanische Botschaft in Paris erklärt, daß sie den angeblichen Attache, Graf Voli, überhaupt nicht kenne. Sühne für den Flaggenfrevel in Donria. Danzig, 13. Nov. (DNB.) Der Zwischenfall in der Danziger Sporthalle in der Nacht zum 11. November anläßlich der Feier des polnischen Nationalfeiertages, wo vier Personen, wie berichtet, die Symbole und Hoheitszeichen des Deutschen Reiches und der nationalsozialistischen Bewegung zerrissen und beschmutzt hatten, hat bereits am Freitag seine Sühne gefunden. Der Schnellrichter verurteilte wegen Sachbeschädigung in Tateinheit mit Vergehen aus § 130, Abs. d, den Angeklagten Hei- rnowsky zu einer Gefängnis st rafe von sechs Monaten und den Angeklagten Kurowski zu einer Gefängnis st rafe von neun M o - n a t e n. Don den Angeklagten, die sich beide zur polnischen Minderheit bekennen, war Heirnowsky geständig, während Kurowski seine Tat bestritt, aber in der Beweisaufnahme überführt werden konnte. Der dritte Täter wurde außer Verfolgung gesetzt, da die Beweismittel nicht ausreichten, mähre nb der vierte Beteiligte noch nicht ermittelt werden konnte. Der Vorsitzende führte in der Urteilsbegründung u. a. aus, daß die Tat der Angeklagten auf die wochenlange Hetze polnischer Zeitungen zurückzuführen sei. Die Angeklagten seien Opfer dieser Verhetzung geworden. ♦ Auf Anordnung des Danziger Polizeipräsidenten wurde die polnische Zeitung „Dziennik Bvd- g o s k i" vom 12. November 1936 wegen unmatr-'r Berichterstattung über einen angeblichen Uebcrlall auf einen Polen in Luvushorst bei Neuteich beschlagnahmt. Das Verbot der Verbreitung der in Lodz herausgegebenen „Volkszeitung" ist auf die Dauer von sechs Monaten beschränkt worden. gnverstän^l'ckes £frfei( eines pofnifd’cn ^er'chis. Katto witz, 13. Nov. (DNB.) Am letzten Reichswak^ltage im März dieses Jahres befanden sich zahlreiche Reichsdeutsche aus dem Kreise Rybnik in Deutsch-Oberschlesien, um ihrer Wahlpflicht zu genügen. Während der Heimfahrt auf einem Leiterwagen wurden die Reichsdeutschen in den Abendstunden im Dorfe Kor- nowatz von Mitgliedern des polnischen Verbandes der Aufständischen überfallen, mit Steinen beworfen und mit Reitpeitschen, Gummiknüppeln und Zaunlatten mißhandelt. Mehr-re rnußt-n ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Mehrere Aufständische waren von den Reichsdeutschen erkannt worden. Gegen sie wurde A n • zeige erstattet. Der Staatsanwalt lehnte jedoch eine Strafverfolgung ab, da ein „öffentliches Interesse nicht vorliege". Merkwürdigerweise wurden aber elf Reichsdeutsche im Verwaltungsstreitverfahren z u Haft- und Geldstrafen verurteilt, weil sie angeblich die Aufständischen „provoziert" hätten. Gegen diese Strafen legten die Reichsdeutschen Berufung ein. Vor dem Be^ks- aericht in Rybmk wurde der Vorwurf, die Aufständischen durch das Singen von volenfeindlichen Liedern und durch ...Heil Hitler"-Rufe her^usgefordert zu haben, von sämtlichen Arweklcwten ühereinftim- menh zurückgewiesen. Die Aufständischen blieben bei der Behauvtuna. daß sie sich „provoziert" gefühlt hätten. Ihre Aussage, die Reichsdeutschen hätten polenfeindliche Lieder gesungen, machten sie nur sehr unbestimmt und zögernd. Trotzdem kam das Gericht zu einer Verurteilung der Reichsdeutschen auf je 50 Zloty Geldstrafe. Oeaen in den Wiener Kaffeehäusern. Wien, 13. Nov. (DNB.) Im Bundestag bemängelte der Berichterstatter über den Haushaltsposten „Kunst" die Ueberfrembung im österreichischen Kunstleben. Es sei einfach untragbar, daß sich unter 33 Ausländern, für die seit Ende Oktober eine Arbeitsbewilligung nachgesucht worden sei, 25 Schwarze befänden. Im steigenden Maße versuchten die Wiener Konzert- lokalbesitzcr, Negerkapellen anzustellen. Da» widerspreche dem christlich-deutschen Grundcharakter des österreichischen Staates. — Unioersitätsprofessor Dr. Arzt bedauerte, daß ein weiterer Abbau von Lehrstühlen an den österreichischen Hochschulen durchgeführt worden sei. Noch im Jahre 1926 sei in Wien die Geschichte durch sieben Ordinariate vertreten gewesen, während jetzt die Zahl auf vier gesunken sei. Das Abkommen vom nfrevel leipröfibenfen inik Bnd' en iinn^rr ien UebcrÄl Ileuteich be- rbreitung der 5 3 e i t u n a" en beschränkt Zwischenfall ^cht zum 5 polnischen wie berich, ^Zeichen r national« und be« 'eitag seine verurteilte t mit Verklagten Hei« rase von len Kurowski neun Mach beide zur Heimowsky lat bestritt, Ürf werden Verfolgung chten, mäh« nittelt rv^r- )er Urteils- 1 Anqrklaq- e polnl« t n \<\. Die Mg gewor- M N» fett. '?ku Fit . üeqen a"bi 2 • T-IÄ n' da die ""ung tre, .unerlaubte "A erhalt- 'nen wollte .'Mischer )Qs „Told" snann über« L°nZ°sischen vranken f0. n°n 40000 5?ufer und o^e lieber» eben, als er Zweiter Mte fest, > enteil sranzösj'che der die (PQ. pe den an- upt nicht Jufef. s &v' für «iE? M lienfr„,„ J»* Uuf“Kir«lW MÄH’’ -rsi'-'Lb-- SxS S-'" M Am letzten 5 Sabres deutsche aus -Oberschlesien, Während der wurden die n Dorfe Kor- lolnischen ien über' mif W* । mißhandelt- nlvruch neh' ! den NeichS' wurde An« lehnte iedoch tlickes Inter- wurden aber ^tredoeP en verur fien ..p r v >n leoten bte >em $e’,r 6 m» ac.: üblichen 21- überfl*"’ m dl- K"'4! Wer wahre Leistung höher schätzt gemacht. Die Ausführungen des Interpellanten wurden ständig van Zwischenrufen der Linken unter- brachen, fo daß sich der Kammerpräsident veranlaßt sah. darauf aufmerksam ;u machen, dah die Aussprache für das Ansehen Hauptfchriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. 2). 21. X. 36: 10 OOO. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Vf. mehr Elnzelverkausspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Frankreichs nicht gerade sehr glücklich sei, und dah man sie deshalb möglich st rasch zu Ende führen möge. Nachdem Vecquart ge- endet hatte, betrat Ministerpräsident Leon Blum die Rednertribüne. Auf der Rechten fehle sofort Tumult ein. Zwei Kommunisten sprangen daraufhin über ihre Bank hinüber zu der Rechten, und in wenigen Sekunden kam es zu einer beifpiellofen S a a l s ch l a ch t. Es hagelte von allen Seiten Ohrfeigen. Unter unbe- fchreiblichem Lärm versuchte Kammerpräsident h e r r i o t die beiden kämpfenden Parteien auseinanderzubringen. Leon Blum verlieh schließ, lich die Tribüne. Die Saaldiener räumten fetzt die Tribüne und erst nach längeren Vemühun- ekiseind Nr. 1-Oer Bolschewismus Erste Besichtigung der Wanderausstellung in Frankfurt a. M. Prüfen Sie die nüchternen Zahlen I Denn sie allein sind der höchste Ausdruck einer klaren, unbestechlichen Beweisführung für Überlegenheit von Leistung und Preis. X OPEL »6« mit dem geschmeidigen 6 Zyl. Motor von 2 Ltr. Inhalt. X Bergsteigefähigkeit: 1.6ang37°/o» 2.6ang 23°/o • 3.Gang 14°/0 • 4. Gang 9%. X OPEL Synchron-Federung - gleich ideal für gute wie für schlechte Straßen. X Exakt wirkende Öldruckbremsen. X Besonders großer Kofferraum für reichliches Gepäck. X Benzinförderung durch zuverlässige Membranpumpe aus hinten liegend. Kraftstofftank. Saalschlacht in der pariser Kammer Schwere Vorwürfe gegen den Innenminister Salengro auf fetten Schrei der Entrüstung gewartet, den feder Schuldlose abgegeben haben würde. Diese Aufforderung veranlaßte Innenminister Salengro zu einigen kurzen Bemerkungen, in denen er lediglich erklärte, daß er als Soldat ebenso seine Pflicht getan habe wie jeder andere. — Die Kammer nahm dann eine Entschließung an, in der zum Ausdruck kommt, daß sie den Feldzug gegen Salengro verurteilt und der Regierung das Vertrauen dafür aus- spricht, daß sie ein Pressegesetz erläßt, das in Zukunft derartige Verleumdungen unmöglich macht. Ein Liederbuch des BDM Machthaber seit Jahren systematisch versuchen, die kommunistische Idee durch Propaganda und Terror über die ganze Welt auszubreiten. Die Bilder ?>ev gen in erschreckender Weise, in welches Chaos auch Deutschland, heute eine Insel des Friedens und Aufbaus, zu stürzen drohte. Besonders eindrucksvoll ist jedoch ein Gang durch die Ausstellung selbst. Sie zeigt an Hand von Dokumenten, Bildern und Schriften die Methoden, Mittel und Wege, die der Weltbolschewismus benutzt, um sein Ziel, die Weltrevolution, zu erreichen. Rund 1 860 000 Menschen mußten i h r Leben lassen, damit die Wahnidee des Kommunismus weiter ausgebreitet werden kann, Kirchen wurden zerstört, Geistliche getötet und mißhandelt und 10 Millionen Menschen verhungerten. Vergrößert wird jedoch die kommunistische Gefahr noch durch die bis zum äußersten gerüstete Rote Armee, derer ungeheure Stärke veranschaulicht wird. Nack längerer Vorarbeit ist jetzt, dem Reichs- Jugeno-Pressedienst zufolge, ein Liederbuch für Mädel erschienen. Bisher waren die Formationen des BDM. und der Jungmädel auf die Liederbücher der Hitler-Jugend, vor allem auf die drei Hefte der „Jungen Gefolgschaft" und die einzelnen Liederblätter, angewiesen, sofern nicht die aktive Formationsführerin sich selbst nach für Mädel geeigneten Liedern umsah, die sie in Landschafts- und Heimatliedern sowie in den BDM.-Funksendungen finden konnte. Während bei allen Liedern der HI. und des Jungvolks die soldatische Haltung zum Ausdruck kommt, sagte die Reichsreferentin des BDM., Trude B ü r k n e r, einmal vom Erziehungsideal des BDM.: „Wir bewegen uns mit unserer Arbeit in weiblichen und fraulichen Bezirken, denn das Endziel ist, jedem deutschen Mann eine Frau zur Seite zu stellen, die sich ihrer Verantwortung der Familie, dem Volk und dem Staate gegenüber bewußt ist." Die Reichsreferentin des BDM. hat diesem Lieder- buch folgendes Geleitwort gegeben: „Ich glaube, daß alle unsere Mädel und Jungmädel im BDM. mit großer Freude dieses Buch in die Hand nehmen werden — bekommen sie doch hier das von ihnen so oft und dringlich gewünschte Liederbuch, in dem gerade für die Mädel das Liedgut zusammengestellt ist, dgs ihnen etwas zu sagen hat. Ich wünsche diesem Buch starke Verbreitung. Es soll mit das liebste Buch in der Bücherei eines BDM.-Heimes oder eines Mädels oder Iungmädels sein. Es 'oll auf keinem Heimabend fehlen und bei keiner Fahrt und in keinem Lager vergessen werden — und es soll helfen, daß unsere Mädel nicht nur mit einer unbändigen Freude fingen, sondern daß sie auch zu einer Pflege des Liedes kommen, wie sie uns Deutschen immer gemäß gewesen ist." Kleine volitiscke Tiadiridbten Wegen schwerer Zusammenstöße zwischen polnischen und jüdischen Studenten sind die Vorlesungen an der W i l n a e r U n i v e r s i t ä t bis auf Wider- ruf durch den Rektor e i n g e st e l l t worden » Die tschechoslowakische Polizei hat die Vorlesung des sudetendeutschen Dichters R o b e r t Hohlbaum, die er als Gast des Verbandes Deutscher Akademiker im Deutschen Haus in Prag halten sollte, verboten. ♦ Der Gouverneur von Rom, Bottai, ist zum Erziehungsmini st er ernannt worden. Der bisherige Erziehungsminister de V e c ch i wurde zum Gouverneur von Rhodos und den Inseln des Dodekanes ernannt. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgobeort Frankfun Der Führer beim ersten Konzert der Londoner Philharmoniker. Das erste und einzige Konzert der Londoner Philharmoniker in der Berliner Philharmonie unter Englands größtem Dirigenten, Sir Thomos B e e ch a m, wurde zu einem künstlerischen linb gesellschaftlichen Ereignis allerersten Ranges. Der große Ruf, der Englands repräsentativstem Orchester und namentlich seinem Gründer und Leiter, Sir Thomas B e e ch a m, vorausgeht, hatte die Musikgemeinde der Reichshauptstadt so rechtzeitig auf den Plan gebracht, daß das erste der zehn Konzerte, die Sir Thomas B e e ch o m mit seinen Künstlern auf Einladung unseres Londoner Botschafters von Ribbentrop auf deutschem Boden gibt, schon seit Tagen ausverkauft war. Diese unge- wöhnliche Anteilnahme galt sicherlich nicht nur dem großen Musiker und seinem weltberühmten Orchester, sondern im gleichen Maße auch dem Förderer deutscher Musik in England. Es ist Sir Thomas B e e ch a m s Verdienst, wenn deutsche Musik aus dem englischen Konzertleben nicht fortzudenken ist, \ wenn deutsche Tondichter, deutsche Musiker und ; deutsche Künstler immer wieder in England zu Wort kommen. So war dieser Abend zugleich ein neues Dokument der e n g l i ch - d e u t s ch e n K u l- t u r b e z i e h u n g e n, ein verheißungsvoller Auf- tafl für ihre Ausweitung und Vertiefung. Diese Bedeutung des Abends wurde unterstrichen durch die Teilnahme des Führers und Reichs- kanzlers, fast der gesamten Reichsregierung, zahl- reicher Reichs- und Gauleiter, vieler Persönlichkeiten aus den Gliederungen der Bewegung, der Vertreter der Wehrmacht, aller Kunst- und Kultur- behörden, zahlreicher Persönlichkeiten aus Wissenschaft und Wirtschaft, des Diplomatischen Korps, mit dem englischen Botschafter Sir Eric P h i p p s und seiner Gattin an der Spitze, ferner der Präsidenten aller der Vereinigungen, die sich die Pflege kultureller Beziehungen zum britischen Imperium zum Ziele gesetzt haben. Der große Saal der Philharmonie und selbst die nicht von den 80 englischen Musikern eingenommenen Plätze des Podiums waren besetzt, als, von den Anwesenden mit erhobener Rechten begrüßt, der Führer und Reichskanzler mit Dr. G o e b b e l s und seiner Begleitung erschien und in der Regierungsloge Platz nahm, in der ihn ein Teil der anwesenden Reichsminister erwartete. Sir Thomas B e e ch a m wurde, als er das Podium betrat, mit minutelangem Händeklatschen begrüßt, ein Empfang, der zugleich der Dank für seinen Einsatz ?ür die deutsche Musik in seiner Heimat England war. „ . Sir Thomas Beecham brachte im ersten Teil des Programms ausländische Musik und zwar As-dun Rhapsodie von D v o r a k, die D-dur°Symphonie von Haydn und den römischen Carneoal von B e r l i o z , im zweiten Teil englische Musik und zwar eine von ihm selbst vorgenommene Bearbeitung der „Götter gehen betteln" und die Enigma- Dariation des größten englischen Komponisten der neueren Zeit, El Elgar. Das Berliner Konzert bestätigte den großen Ruf der Londoner Philhar- maniter und ihres weltberühmten Dirigenten voll- aus und brachte ihm einen ungewöhnlichen Erfolg. Gedenkfeier für die Opfer des „Isis"-tlntergang-. gen gelang es, die Ruhe wieder herzustellen. Unter vollkommener Ruhe des Hauses betrat dann wieder Ministerpräsident Blum die Rednertribüne. Er verlas zunächst einige Tagesberichte der Kompanie- und Bataillonsführer, bei denen Sa- lengro als Radfahrer Dienst tat, und erklärte, daß Salengro nur ein einziges Mal vor ein Kriegsgericht gestellt und mit drei gegen zwei Stimmen freigesprochen worden sei. Wenn einige Blätter das Gegenteil behaupteten, so geschehe das lediglich, um innere Zwietracht zu säen, oder aber um für ihr Blatt Propaganda zu machen. Man habe der Regierung geantwortet, sie möge die Verleumder verfolgen. Die Männer, die im öffentlichen Leben stünden, seien jedoch gegen derartige Lügen wehrlos. Er müsse leider erklären, daß ein Schwurgericht, wenn es einen Prozeß gegen solche Verleumder zu führen hätte, vielleicht angesichts der Parteilichkeit der Geschworenen das Urteil vergewaltigen würde, oder aber im anderen Falle die öffentliche Meinung einen Freispruch wiederum als Parteilichkeit ab- lebnen würde ri , v o,( Der schwerkriegsverletzte rechtsstehende Abgeordnete Dallat forderte den Innenminister auf, sich mit dem Schiedsspruch eines Ehrengerichts einverstanden zu erklären und dieses Ehrengericht qu« d e n Reihen feiner politischen Gegnerzu wählen. Ein anderer Abgeordneter der Rechten gab seiner Verwunderung darüber Ausdruck, daß sich Salengro nicht s e l b st von der Tribüne der Kammer herab verteidigt habe. Er habe vergeblich 11.1'ill habe setzen Hochschullehrer, tzer sich seinem deutschen Lolke unzertrennlich zugehörig fühle, auf das tiefste bewegt. Der in den letzten Jahren viel- fach auf Oesterreichs Grenzen beschränkte Kulturkreis werde damit wieder seine natürliche, ihm durch gemeinsame Sprache und gemeinsames Volks- tum zukommende Ausdehnung erhalten. Mit dem Vordringen kälterer ßuftmaffen hat sich über dem europäischen Festland ein stärkeres Azorenhoch entwickelt. In seinem Bereich hat sich auch bei uns Witterungsbesserung eingestellt. Da die bei England ankommenden Atlantikwirbel nordostwärts wandern, ist eine stärkere Einflußnahme ihrer Ausläufer auf unser Wetter vorerst nicht mehr zu be- fürchten, so daß in den nächsten Tagen freund- liches Wetter vorherrschen wird. Aussichten für Sonntag: Vielfach dunstig oder neblig, sonst heiter bis wolkia, meist trocken, nachts vereinzelt leichter Frost, schwache Luftbewegung. Lufttemperaturen am 13. November: mittags 11,b Grad Celsius, abends 9,5 Grad; am 14. November: morgens 5,5 Grad. Maximum 12,8 Grad, Minimum heute nacht 5,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 13. November: abends 8,3 Grad; am 14. November: morgens 7,2 Grad Celsius. — Niederschläge 1,1 mm. ____________________________________ Im Haus der Deutschen Arbeit In Hamburg vereinigte sich Betriebsführung und Gefolgschaft der Hamburg-Amerika-Linie mit den Angehörigen der Opfer der furchtbaren Katastrophe des Motorschiffes „Isis" und zahlreichen führenden Persönlichkeiten der Partei, des Staates, der Wehrmacht und der Seeschiffahrt zu einer weihevollen Gedenkstunde. Der Vorsitzende des Vorftan- des der Hamburg - Amerika - Linie, Dr Walter Hoffmann, widmete den 39 tapferen Seeleuten herzliche Worte des Gedenkens. Während tue Musik das Lied vom guten Kameraden spielte verlas er die Namen der auf dem Felde der Arbeit gebliebenen Kameraden und versprach den Hinterbliebenen Unterstützung im Geiste echter Betriebs, gemeinschaft und Kameradschaft. Dann gab er Kenntnis von dem Telegramm des Führer in dem dieser seinem tiefempfundenen Beileid Ausdruck gibt Reichsstatthalter Gauleiter Kauffmann gedachte gleichfalls der toten Arbeitskameraden der „Isis". Im Auftrage des Führers sprach der Gau- leiter den Angehörigen nochmals das wärmste Bei- leid aus. 39 Kränze, dem Gedächtnis der Toten geweiht, sollen bei der nächsten Ausreise der Deut schland" an der Statte des Unterganges der Lsis" den Fluten übergeben werden.___________ Paris, 13. Rov. (DNB.) Bei der Aussprache über die Beschuldigungen der Rechten gegen den Innenminister, daß Innenminister Salengro während des Krieges fahnenflüchtig geworden sei, kam es in der Kammer zu einer Saalfchlacht. Der rechtsstehende Abgeordnete Vecquart führte unter fortwährenden Zwischenrufen aus, daß der Beschluß des sogenannten Ehrengerichts, dem General Gamelin Vorstand, keine Aufklärung des Falles gebracht hatte. Er habe sich mit allen Augenzeugen der damaligen Ereignisse in Verbindung gesetzt. Alle Antworten, die er erhalten konnte, liefen entweder darauf hinaus, daß Salengro fahnenflüchtig geworden sei oder aber, daß die Auskunftgeber sich nicht genau des Falles erinnerten. Niemand aber habe d i e Unschuld Salengros beteuert. Falls irgendein Verdacht gegen ihn bestehe, so liege es im Interesse der nationalen Würde, volle Klarheit zu schaffen. Der Kriegsminister habe sich geweigert, die notwendige Aufklärung zu geben. Die Zeugenaussagen, die vorlägen, gingen ausschließlich darauf hinaus, daß Salengro schon vordem Kriege auf der Liste der Verdächtigen als Anttmilitarist und Revolutionär gestanden habe. Am 17. Oktober 1915 habe er, während eines vollkommen ruhigen Tages, die französischen Stellungen verlassen und sei seither spurlos verschwunden gewesen. Er habe behauptet, den Leichnam eines am vorhergehenden Tage gefallenen Kameraden suchen zu wollen. Die Frage sei aber, warum er dann in einem Bries an seine Kriegspaten erklärt habe, er sei während einer Schlacht gefangen gen o m - men worden. Sofort nach der Gefangennahme Salengros habe eine heftige Beschießung der französischen Stellungen eingesetzt. Er wolle nicht annehmen, daß der Innenminister den Verrat so weit getrieben habe, seine eigenen Kameraden i niedermetzeln zu lassen. Salengro habe die Mög- 1 sichkeit gehübt, seine Ankläger wegen Verleumdung ° zu verfolgen. Er habe davon keinen Gebrauch als jeden Nimbus, läßt die nüchternen Zahlen sprechen. Ihm ist mit üblichen Angaben nicht gedient. Der OPEL »6« hat eine gestoppte Spitzengeschwindigkeit von 105 km/Std., er überwindet Steigungen bis zu 37% und hat eine entsprechend hohe Beschleunigung. Das erklärt die hohe Reisegeschwindigkeit des OPEL »6«! VArLaufcößCellschflit m, b, H» Frankfurter Strafoe 52 - Telephon Nr. 2847 Unverbindliche Probefahrten; Motorwagen - VerkaUlSgeseilSCIKlll m LPD Frankfurt a. M., 13. Nov. Am Frei- l tagabend fand eine erste Besichtigung der Wan- I Herausstellung „Weltfeind Nr. 1 — Der > Bolschewismu s", die auf dem Roßmarkt auf- < gebaut wurde und hier bis zum 19. November ge- ! zeigt uurb, durch führende Persönlichkeiten der Partei und chrer Gliederungen, der Polizei und Wehrmacht sowie des Staates und der Stadt Frank- ' furt a. M. statt. Der Kreisleiter Oberbürgermeister Staatsrat Dr. Krebs wies in einer einführenden Ansprache auf die große Gefahr hin, die der Zivilisation durch den alles vernichtenden Bolschewismus drohe. Spanien sei gegenwärtig das beste Beispiel dafür. D i e g a n z e W e l t m ü s s e a u f gerüttelt w e r d e n , um die kommunistische Gefahr zu erkennen, sie zu bekämpfen und so die natio- nalen Gitter zu erhalten An die Ausführungen des Oberbürgermeisters schloß sich die Vorführung eines Films, der in anschaulicher Weise i vor Augen führt, wie die jüdisch-kommunistischen I MHäH o. HcdcrWW BVVHW Denken Sie immer I)' (I ir -1 x. 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Textilwarenkunde Für Metallwerker: Allgemeines Rechnen für Metallwerker Techn. Rechnen, Arithmetik, Algebra Einführung in das technische Zeichnen Grundlagen der Elektrotechnik Vorbereitungslehrgang auf die Elektro- werkmeitter-Laufbahn Lehrgang für Elektrizitätswerker u.Elektroinstallateure , _ t Lehrgang für Maler und Werftbrnder: Schriftschreiben, Holz- u.Marmorschreib. Lehrgang für Fleischer Lehrgang für Schneiderinnen Lehrgang für Tischler und Nebenberufe: BerWerm für Metzgereibetrieb sofort oder zum 1. Dezember gesucht. Schriftliche Angebote u. 7247V an den Giebener Anzeiger. Intoi-AHe* von altangeseh. Sach-Versich.- Ges. ist zu besetzen. Geeign. für Herren (a.vriv.Persönlichk.)m. gut. Beziehung, u. dem Willen, den Bestand d. Neuabschlüsse im Nebenberuf zu vermehren, ß narüeitung ourch Sadbeute. Schr.Ang.u.7229V a.d.G.Anz. rür die älteste deutsche Eltern-Zeitschrift „Schule und Elternhaus“ suchen wir für Gießen, Wetzlar und Umgebung geeignete Kraft als Werb e-Mitarbeiter. 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Zut erhaltener iWkllvW , (auf. geM. 529U154 - Sa Die Schwedische Akademie hat den Nobelpreis für Chemie dem Direktor des Kaiser-Wilhelm- Jnstituts für Physik in Berlin, Universitätsprofessor Dr. Peter D e b y e , zugesprochen für seinen Beitrag zur Erkenntnis des Baues der Moleküle. (Scherl°M.) fünf Jahren regelmäßig von der englischen Bevölkerung verzehrt wurde, unablässig angewachsen ist. Für den Gesundheitszustand des englischen Volkes ist natürlich außerordentlich interessant zu erfahren, welche Art von Nahrungsmitteln diese gewaltige Steigerung ausmacht. Es zeigt sich, daß in der Hauptsache Milchprodukte, Eier, Früchte und Gemüse in stärkerem Maße verzehrt worden sind. Wie sie zu einer Aussteuer kommen wollten. (—) Birmingham. Vor den Geschworenen der Grafschaft Middleser stand ein junges Pärchen wegen Diebstahls, die Fabrikarbeiterin St. und der 19jährige Frederick William W. Sie hatten gemeinsam aus einem Erfrischungspavillon einen ganzen Posten Weine und Liköre gestohlen, und sie gaben ihre Verfehlung auch ohne weiteres zu Nur der Grund für den Diebstahl war ein nicht alltäglicher, sie wollten nicht etwa sich einen vergnügten Tag machen, sondern die Weine verkaufen, um mit dem Gelde heiraten zu können. Beide besitzen außer ihrer großen Liebe so gut wie nichts. Die Geschworenen trugen erstaunlicherweise dieser großen Liebe Rechnung und gewährten dem heiratslustigen Pärchen zwei Jahre Bewährungsfrist. Krenzotternfleisch — eine Delikatere D. Z Stockholm Die nordische Küche hat manche Eigentümlichkeiten Am bekanntesten ist der „smörgasbord" der aus unendlich vielen ..Schwedenplatten" besteht und dem Ausländer gewöhnlich schon beim Anblick das Wasser im Munde zusammenlaufen läßt. Zu der Kehrseite der Medaille wird man den „surström- ming" rechnen, ein nordschwedisches Nationalgericht. Es ist ein in Gärung übergegangener Fisch, dessen Geruch genügt, um die unerschro/ensten und stärksten Männer zum Rückzug und die Frauen zum Umfallen zu bringen In diesen Tagen nun wußten die skandinavischen Zeitungen von einem neuen Leckerbissen zu berichten, nämlich Kreuzotterbraten. Hiermit hat es folgende Bewandtnis: Der dänische Zoologe Adjunkt Hans Hvaß wurde schon vor längerer Zeit in der Presse genannt, als er die kulinarischen Vorzüge der gebratenen Blindschleiche pries. In einem Vortrag, den er kürzlich im dänischen Rundfunk hielt, erwähnte er, daß er niemals Kreuzotterfleisch genossen habe. Wenn jedoch jemand seiner Hörer ihm eine Kreuotter schicke, werde er gern den Versuch machen. Zu Dutzenden kamen in den nächsten Tagen Kreuzottersendungen Hvaß suchte sich ein ihm geeignet erscheinendes, lebend gefangenes Tier aus, das seiner Ansicht nach besonders lecker aussah. Nachdem der Versuch, die Kreuzotter zu mästen, mißglückt war, ließ Herr Hvaß die Otter töten und in Stücken braten, und zwar in ähnlicher Art, wie man Aal zubereitet. Auch Frau Hvaß und der Sohn nahmen an der Mahlzeit teil, zu der Burgunder getrunken wurde. Kreuzotter schmecke ganz ähnlich wie Frosch, erklärte Herr Hvaß, nur etwas fleischiger und zäher. Auf jeden Fall glaubt er den Beweis geführt zu haben, daß Kreuzotterbraten ungefährlich ist. „Die meisten Menschen glauben, daß Kreuzottergenuß wie Gilt wirkt", erklärt Hvaß in der Presse, „Ich habe jetzt bewiesen, daß dies nicht der Fall ist." So berichten die skandinavischen Blätter. Daß Kreuzotterfleisch ein Nationalgericht werden wird, ist allerdings zu bezweifeln. Wir gestehen jedenfalls, daß wir kein Verlangen danach haben. Beim Spiel mit einem Pferdchen .. (rt) Kopenhagen An das Schicksal jenes Drahtfeil-Ueberquerers der Niagarafälle, der dann später von einem einfachen Fuhrwerk totgefahren wurde, erinnert das Schick- lal des pensionierten Kirchspielbeamten L., der auf einem Gut bei Grindsted auf Jütland, dessen Jn- Ipektor sein Schwiegersohn ist, seinen Lebensabend ^ubrachte. Da seine Frau vor vielen Jahren einem Straßenunglück zum Opfer gefallen ist, scheute sich der fast 70jährige alte Herr seit damals, irgend ein Gefährt zu besteigen, war nicht dazu zu bewegen, jemals die Eisenbahn, eine Straßenbahn, ein Automobil oder auch nur ein gewöhnliches Pferdefuhrwerk zu benutzen Dieser Tage nun spielte er an einem der letzten schönen Herbsttage im Gutsgarten mit seinem 4jährigen Enkelkind „Pferderennon". das heißt, er und der Kleine zogen an einem Bindfaden ein auf Rädern laufendes Holzpferdchen hinter sich her und liefen dabei um die Wette. Dabei stolperte der alte Herr über einen weggeworfenen Kohlstrunk, stürzte, schlug mit dem Kopf auf eine jener bekannten und geschmacklosen tönernen Zwergfiguren, wie sie gelegentlich in Gärten aufgestellt werden, zerschlug diese, und eine Scherbe zerschnitt ihm die Halsschlagader, so daß er in wenigen Minuten hilflos verblutete Neues für den Bücheriisch. — Hans Carosfa: Geheimnisse des reifen Lebens. Aus den Aufzeichnungen An- aermanns. 237 Seiten In Leinen 5,50 Mark. Im Insel-Verlag zu Leipzig, 1936. — (420) —Es wird, wie wir glauben, auch den Freunden Carossas und seiner Dichtung nicht ganz leicht werden, den Zugang zu diesem Buche zu finden und es in seinem Wesenskern zu erschließen. Was sich im Untertitel als „Aufzeichnungen" zu erkennen gibt, ist weder Roman noch Philosophie noch Autobiographie im landläufigen Sinne; eher eine Mischung aus diesen Grundelementen, und man darf wohl voraussetzen, daß der Held des Buches (sofern dieser etwas altertümlich-farblose Begriff hier gestattet ist), wenn nicht in allen Teilen, so doch in vielen sich mit dem Erzähler identifizieren läßt; daß jedenfalls das, was Angermann hier in der Jch-Form von seinen Erlebnissen und Erfahrungen und Lebenseinsichten berichtet, im wesentlichen auch von Carossa persönlich erlebt, erfahren und also mitgeteilt wird. Das Buch ist in der klaren und einfachen Sprache geschrieben, die wir an Carossa schätzen, und es liest sich auch eigentlich mühelos und fließend wie ein Roman oder eine Lebensbeschreibung wobei dem Leser äußerlich die Gliederung des Ganzen in kleine übersichtliche Abschnitte zu Hilfe kommt. Dennoch erweist es sich bei fortschreitender Lektüre als nicht ganz einfach, die auf den ersten Blick kaum in einem inneren Wesenszusammenhang stehenden Teile zu einem sinnvollen Ganzen zu verbinden. Wenn das Buch von den Geheimnissen des reifen Lebens handelt, so wird der Leser, vermutlich zunächst überrascht, finden, daß diese in einem alltäglichen Leben vorhanden sind oder gefunden werden müssen: er wird, fortschreitend und tiefer dringend, einsehen, daß das Leben Angermanns soweit es sich hier vor unseren Blicken abspielt, nur gleichsam als die äußere und oberste Schicht eines andern, allgemeineren, überpersönlichen und innerlichen Lebens geschildert wird: daß, mit anderen Worten, in dem täglichen und nüchternen Dasein, wie es da geschildert wird, alle, auch die scheinbar nebensächlichen, nüchternen und tagtäglichen Dinge, Erlebnisse und Begebenheiten aleichsam beispielhaft begriffen werden, als Sinn-Bilder eines tiefer erfahrenen und erlebten Lebens Um Angermann herum gruppieren sich als die neben ihm wesentlichsten Figuren des Buches drei Frauengestalten: Cordula, Barbara und Sihylle die nicht nur in ihrer äußeren Gestalt, ihrem Wesens- und Eharakterbilde scharf und kontrastreich von einander geschieden, sondern auch in der Behandlung durch den Dichter, in ihrer Darstellung und Ausforrnuna sehr unterschiedlich belichtet sind, so daß ihre Gestalten teils mit lebendigen Konturen in den Vordergrund rücken, teils aber bis zulebt im Halbdunkel, im Zwielicht bleiben aber nur gleichsam durch einen Schleier erkennbar sind. Daß das Buch einer gereiften und reinen Lebenserfahrung und Weltansicht entsprang scheint uns ebenso unbezweifelbar wie die für jeden Leser versönlich sich ergebende Notwendigkeit, sich nachdenkend mit diesen Aufzeichnungen auseinanderzu- fefcen: wer fie herunterliest wie einen beliebigen Rowan, wird unbefriedigt bleiben und am Ende destensalls eine Reihe von Einzeleindrücken gewonnen haben, aus deren innerer Verbindung erst ein '^siorblick über die Einheit und fubieftine Gefchlos- ^»nheit des Ganzen stch finden läßt. In diesem Sinne ist das an fich fließend fegbare Buch nicht ganz beauem sondern anspruchsvoll zum Nachdenken und zur Vnseinanderfetzung anreaenb und ouffordernd Schwissel und Ansatzpunkt mögen dem Qpfer hierzu die afg Epilog an den Schluß aestellten Verse An das Hnaebarene" bieten, mit denen die Aufzeichniinaen Anaermanns oder Earosios aus- ^inaen- si-> enden M't den gedankenvollen Worten: Sekunden braucht'? um die Kiaur des Menschen zu umaebn Doch wer die Seele eines Liebenden umroanhern will, dem reichen affe Jahre feines Erdenwegs nicht aus." bth — VaufAfverdes:ReinholdimDienst. Novelle. 116 Seiten Biegsam gebunden 2.20 Mark (auch biegsam in Leder gebunden 4 50 Mark) Verlag Albert stangen 'Georg Müller, München, Neuausgabe 1936 — (431) — Wir haben schon früher auf diese schöne Erzöhluna hingewiefen, die zuerst in dem Nonellenbande .Reinhold oder die Verwandelten" von Afvendes erschien. Jetzt liegt sie in einer schmucken, schlanken Einzelausgabe vor. und wir freuen uns, noch einmal darauf aufmerksam machen zu können: diese Erzöbfvng vom Leben und Sterben eines iungen Freiwilligen 'm großen Kriege verdient um ihrer menschlichen Gesinnung, ihrer männlichen Haltung und ihrer klaren und noblen Sprache nun-m hohe Vnerfc'nnuna Das gelchmackvoU ausaeffnttete handliche Rändchen fei mich als Gofchenk van Mann zu Mann unter Freunden und alten Kriegskameraden angel-aent- lich emnfohfen. Mb — Adolf von Hatzfeld: V^lffano Ve- kenntnis einer Reife. K3 Seiten. Mit Lichtbildern, deinen 3 60 Mark Rüffln ft Loenina, Verlag, Vot-chgm 10.37 — 6100) — Dieses kleine fehr oefchnw-^noll aucaeffattefe Ruch des münsterlandi- schon Dichters ^hnff von Hatzfeld welches einen Aufenthalt in Vafitano dem Kerzen und dem fehcnhiaen Puls des Golf? von Saferno", frhifhert, fügt sich ein in die unabsehbare Reihe der Rü^tzor. die au« her deutschen R-ülelull und der deutschen Jt^fienfehnfucht geboren wurden. Wenn m^n die schönen Licksthifder betrachtet rnefche die-Schilderung lehendia heqfeiten fo wirkt -'s, auf den ersten Rfick überafchend am Ende des Ruches, nach den Aufnahmen non Vositano und aus Vomvesi einer Ansicht von Münster, der Heimatstadt Hatzfelds, zu begegnen- doch sieht man nach der Lektüre ein daß diele Vildwfammensteflunq sinnvoll und vielleicht fogar sinnbildlich genannt werden darf- das Entscheidende dieser Reiseschilderung, die sich ein Bekenntnis nennt, liegt nicht so sehr in der Aneinanderreihung von an sich gewiß reizvollen und vielfach anregende Erlebnissen, Beobachtungen und Betrachtungen wahrend eines beglückend ungebundenen Aufenthaltes in Italien, unweit von Neapel; sondern darin, daß — wohl ein typisch germanischer Zug — aus Der erfüllten Sehnsucht nach dem Süden, aus Den mancherlei tiefen und herzbewegenden Erlebnissen dieser Reise, die neue und tiefere Sehnsucht nach dem Norden und nach Der deutschen Heimat erwächst. So verbinden sich die beigegebenen Bilder sinnvoll zur Einheit. Wenn die Namen Neapel, Capri, Ischia, Pompeji — um einige bekanntere aus Hatzfelds Schilderung zu nennen — mehr bedeuten als nüchterne geographische Ortsbezeichnungen, der wird das kleine Buch mit Genuß und vielfältiger Anregung in sich aufnehmen, hth. — gehör v Z 0 beltitz: Briefe deutscher Frauen. Mit 16 Tafelbildern. Preis Ganzleinen 6,80 Mark. Verlag Ullstein, Berlin — (405) — Seitdem die Frau des Dichters Gottsched durch ihre von, feinem Geschmack ausgezeichneten Briefe dem Briefstil eine Aenderung zum Besseren gab, sind die Frauen oft vortreffliche Briefschreiber ge- gewesen Im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts entwickelte sich aus der plätschernden Schwatzhaftigkeit, aus dem Schwulst von Höflichkeits-Floskeln ein „Abdruck der Seele". Aus Künstlichkeit und Unnatur wurde reines Gefühl, aus gezierter Emp- findelei vollendete Individualität. Eine Anzahl solcher Briefe vereinigt dieses neue Buch. Die Auswahl wurde so getroffen, daß immer das Charakteristische der Frauen hervortritt, ihr Innenleben, ihre Natur. Der Zweck des feinsinnigen Buches, ein Sprache gewordenes Bild der deutschen Frauenseele zu geben, ließ es nicht zu, daß nur die Briefe geistvoller, literarisch tätiger Frauen ausgewählt wurden. Zum Geist mußte das Herz treten, und so stehen neben den Briesen der Frau von Stein die Briefe Christianens, neben den der Charlotte von Kalb die Briefe der Frau Susette Gontard an Hölderlin. Zu der Frau Rat Goethe, zu Caroline Herder, Dorothea Schlegel und der Droste, zu Clara Schumann und Mathilde Wesendonk gesellen sich die Briefe von Caroline Schelling und die der Gün- derode, Bettinas unglücklicher Freundin. Auch die ungekünstelten Briefe fehlen nicht, die Grillparzers „ewige Braut", Kathi Fröhlich an ihre Schwestern oder an den alternden Dichter gehen ließ. Fast eine Neuentdeckung ist die Korrespondenz von Hebbels Jugendgeliebter Elise Lensing, an den Dichter und seine Frau Christine. Brautbriefe von Johanna Bismarck und Frauenbriefe aus dem Weltkrieg stehen am Schluß dieser Briefsammlung, die Herz untT Seele der deutschen Frau widerspiegelt. — H a n n s M a r i a B r a u n : G e s a n g der anderen Tage. Gedichte. 60 Seiten. Kart. 2,— Reichsmark. Verlag Wilhelm Hartung, Leipzig C1. — (288) — Die in diesem Bande vereinigten Gedichte umfassen mehrere Themenkreise (Kindheit — Gedichte der Fremde — Verse vom Vaterland — Dem Ruf der Stunde) und hinterlassen ihrer äußeren Form und ihrem inneren Gehalt nach sehr verschiedenartige Eindrücke. Manches, wie die „Marseiller Bilder", wirkt wie ein verspäteter Nachklang des Naturalismus, doch erweisen andere Stücke („vom Vaterland"), daß Braun die Zeichen der Zeit verstanden hat. Eine Entwicklung zur sttengen, in sich ruhenden lyrischen Form würde dem jungen Autor sicher zustatten kommen. Das Beste gelingt ihm in diesem Bande da, wo ein Bild oder ein Gefühl in der schlichtesten Form sich zu gestalten vermag. Frankreich unter den Valois. — Paul Wie gl er: Könige von Frankreich von der Jungfrau bis zur Bluthochzeit. (Das Gesicht der Epochen.) Preis in Seinen geb 8,40 RM. Verlag Reimar Hobbing, Berlin SW 19. — (375.) — Die rund zweihundert Jahre der Regierung des Hauses Valois, von denen in diesem Buche die Rede ist, bedeuten für Frankreich den Aufstieg aus den Tiefen völliger Verwilderung im Innern und schwerster Bedrängnis von außen im hundertjährigen Krieg mit England, dessen Könige zu Zeiten mehr als die Hälfte des Landes besetzt hielten, zu einem einigen, in seinen natürlichen Grenzen gefestigten Reich straffer zen- tralisttscher Staatsführung, dem aber unter den letzten drei Valois wieder ebenso schnell eine Zeit völliger Zerrüttung in den furchtbaren Religionskämpfen des ausgehenden 16. Jahrhunderts folgt, denen erst der erste Bourbone Heinrich IV. ein Ende setzt. Es ist in der an Wechselfällen wahrlich nicht armen Geschichte Frankreichs sicher eine der unruhigsten und schwankendsten Epochen und deshalb besonders geeignet, in zeitgenössischen Berichten, Denkwürdigkeiten, Briefen und Chroniken wieder vor unserem Auge zu erstehen, wie es in der Absicht dieses Buches liegt. Paul Wiegler war der rechte Mann für diese Aufgabe. Seine eigenartige Auswahl und Zusammenstellung der Dokumente der Zeit, die er durch knappe, aber durchaus hinreichende Erläuterungen zu einem Ganzen verband, stellt ein überaus farbiges Bild vor uns hin, in dem keine politische, soziale und kulturelle Nuance außer Acht blieb. Das Schicksal Frankreichs spiegelt sich in feinen Königen. Das Buch setzt ein mit dem geisteskranken Karl VI., unter dem die Händel der Großen des Reiches in der Fehde zwischen Armagnacs und Bourguignons ihren Gipfel erreichten, während das geringe Volk unter Steuerlast und wirtschaftlicher Unsicherheit stöhnt und in Aberglauben verkommt. Unter dem Schwächling Karl VII. ergreift die Jungfrau die Sache Frankreichs, aber nach ihrem Siege in die Adelsintrigen verstrickt und an die Engländer verraten, wird ihr der Prozeß gemacht. Die hier abgedruckten Protokolle von Rouen, eins der interessantesten Stücke des Buches, gewähren tiefen Einblick in die geistige Verfassung dieser Zeit der Gärung. Ludwig XL, der Begründer der Einheit des Reichs, verschlagen und listig, brutal und skrupellos, sparsam bis zum Geiz, eröffnet die Reihe her großen Könige aus hem Hause Valois, dessen letzter Niederlage: Jean Weisel, Hießen, Sonnenstralle 6, Tel. 3888 Franz I. wohl in der Machtgier und Skrupellosigkeit feinem Ahnen Ludwig ähnelt, der aber sonst ein echter Renaissancefürst ist, prachtliebend und verschwenderisch, der Kunst und edlen Frauen hold. Die Frauen haben am Hose der Valois immer eine große Rolle gespielt, im Guten und im Bösen: Jsabeau, die eisig kalte Mutter Karls VII. und seine Geliebte Agnes Corel, Anna von Beaujeu, der tüchtige Vormund ihres Bruders Karl VIII., Luise von Savoyen, Stifterin des „Damenfriedens" von Cambrai, Mutter Franz I. und dessen kluger Schwester Margarete von Navarra, die schöne Diane von Poitiers, allmächtige Geliebte Heinrichs II. und schließlich dessen Frau Katharina von Medici, Mutter dreier Könige, deren unversöhnlicher Haß den Hugenottenkriegen eine so schlimme Wendung gab. Die Pariser Bluthochzeit und der Barrikadentag unter Heinrich III. in her Schilherung von Augenzeugen sinh her schaurige Ausklang hieses Buches, has in seltener Treue uns ben Geist einer Zeit nahe zu bringen versteht. —e. AeMlen: Kunst und Geschichte. — I. H. B r e a st e h: Geschichte Aegyptens, heutsch von Professor Dr. Hermann Ranke, Heihelberg. Mit einem Bilderanhang: Die ägyptische Kunst (250 Kupfertiefhrucktafeln unb 8 Wieher- "ab"n in Farben). Preis geb. 4,80 Mark. PHaihon- Verlag Zürich. — (394) — Seit den großartigen Funhen, hie bei ben letzten Ausgrabungen im Niltal vor etwa zehn Jahren gemacht worben sind, ist bas Interesse für altägyptische Kunst nicht wieher eingeschlafen. Aber nur selten Hat es zu nachbrück- firfpr Beschäftigung mit her Geschichte unb Kultur biefes Volkes geführt, bas anberthalb Jahrtausenbe unb länger vor unserer Zeitrechnung so herrliche Kunstdenkmäler in Architektur, Bilbnerei, Plastik und Kunsthandwerk hervorgebracht hat, wie sie Heute unsere großen Museen Allen. Unb hoch besitzen wir in dem vorliegenden Werk eines amerikanischen Historikers schon seit langem eine ungemein fesselnde Schilderung der ägyvtischen Geschichte Die klare Gliederung des Stoffes, ■ die Schlichtheit des Stils, die Bescheidenheit des Verfassers, der sich nirgends in Phantasien verliert, wo die oft nur sehr dürftigen Quellen keine sicheren Aussagen erlauben, aber auch ein Drang zu größter Anschaulichkeit, her uns erlaubt, von der Kultur des ägyptischen Volkes in ben verschiebenen Zeitaltern ein sehr eindrucksvolles und detailliertes Bild zu gewinnen, alle diese Eigenschaften machen das Buch als Führer in der Hand des gebildeten Laien besonders geeignet. Und es ist ein unleugbares Verdienst, in bas sich Herausgeber und Verlag teilen, daß fie dieses Buch in einer fo schönen und überaus preiswerten Neuausgabe gleichsam als Einführung zu einem großartigen Bilderatlas altägyptischer Kunst dem deutschen Leser barbieten. Der Gipfel in her Schilherung Breastebs ist wohl bie Begrünbung her ägyptischen Weltherrschaft der 18. Dynastie unter dem gewaltigen Thutmosis III., anderthalb Jahrtausende vor Beginn unserer Zeitrechnung. Theben, bie Resibenz her Pharaonen am oberen Nil, war nicht nur bas politische Machtzentrum her hamals bekannten Welt, fonbern auch Mittelpunkt einer Kultur, beren Ausstrahlungen wir bis weit nach Vorberasien hinein unb bis an bie nörblichen Küs^n bes Mittelmeeres verfolgen können. Die Ruinen gewaltiger Säulentempel, bas monumentale Stanbbilb eines Amenhotep III., bie herrlichen Erzeugnisse bes ägyptischen Kunsthanb- werks biefer Zeit, bie wir in ausgezeichneten Wiehergaben sorgfältig ausgewählt und doch in beispielloser Fülle in diesem Bilderatlas bewundern können, zeugen von einem materiellen Reichtum, aber auch von einem durchgebildeten Geschmack, wie ihn bis zu den Griechen fein Volk des Altertums wieder erreicht zu haben scheint. In feiner eindringlichen Schilderung her religiösen Revolution des Echnaton, der die Priesterherrschaft des Amonkults stürzte und den Weltgott Aton einfetzte, gibt uns Breasteb auch Einblick in das geistige Leben dieser Zeit, soweit dies die wenigen auf uns überkommenen zuverlässigen literarischen Quellen gestatten. Eine zweite Blüteperiobe erlebte bann bas ägyptische Volk unter Ramses II. nach Sicherung bes Reiches gegen bie Hethiter. Aber es war in bie Verteibigung gebrängt, bie es volksfremben Heeren überlassen mußte. Auch ein Psammetich vermochte auf bie Dauer nicht ben Niebergang aufzuhalten. Aegypten fällt nacheinanber unter bie Frembherrschaft her Perser, her Makehonier und Römer. Zu hem Bilherteil, in hem besonbers bie Hervorragend wiedergegebenen farbigen Tafeln unsere Aufmerksamkeit auf sich ziehen, hat Professor Ranke eine Einführung geschrieben, in her er daraus aufmerksam macht, daß bie ägyptische Kunst zu allen Zeiten bobenftänbige Kunst war, aus den religiösen Vorstellungen und Bedürfnissen der Nilbewohner entstanden, wohl auch Anregungen aus der kretisch-mykenischen Welt empfangend, aber weit mehr die Kulturen Vorderasiens und des östlichen Mittelmeers befruchtend. Wir wünschen diesem schönen Buch nicht nur viele aufmerksame Betrachter, sondern auch viele Leser, die hier einmal Gelegenheit Haben, bie Einheit von Kunst unb Geschichte des ägyptischen Volkes auf sich wirken zu lassen. IM k ” Unverblndlldie Vorführung In jedem Fedigesdiift I DAS GAB ES NOCH NICHT - Mit Schwundausgleich, automat. Trennschärfe-Regelung, Leucht-Amplimeter, Stummabstimmung, Blitzwähler usw. Wechselstrom RM208.- m.R. Allstrom RM222.- m.R. (o.Gleichr.-R.) KÖRTING-RADIO DR. DIETZ & RITTER G.M.B.H., LEIPZIG 0 27 Das Kin- als Bürge -er Zukunft. Bon Or. Wolfgang Kraus. vm Beginn des Jahrhunderts, in dem wir leben, hat man einmal das Wort vom „Zeitalter des Kindes" geprägt. Was das Kind in der Entwicklung des Volkes bedeutet, kam in dieser überschwenglichen Bezeichnung nicht zum Ausdruck, der Begriff erschöpfte sich vielmehr in einer Ueberwer- tung oes kindlichen Eigenlebens gegenüber der Bevormundung durch Eltern und Lehrer. Heute ist man zu einer anderen Bewertung gekommen. Auch das persönliche Eigenleben des Kindes hat sich in den Rahmen der großen Gemeinschaft einzufügen, die wir Volk nennen, man hat keinen Sinn mehr für Revolten der Unreife, und die Autorität des Zweckes ist wieder der schrankenlosen Entfaltung des Jchs übergeordnet. Wenn man heute von einer Herrschaft des Kindes sprechen kann, dann hat sie einen ganz anderen Sinn. Wohl soll das Kind im Leben des Volkes herrschen, aber nicht dadurch, daß kindlicher Geist sich etwa vordrängen dürfte, sondern durch eine Unterstreichung des Wertes der Zahl im Volksleben. Ein Volk ohne Nachwuchs ist zum Aussterben verurteilt. Erst durch eine ausreichende Zahl gesunder Kinder wird ihm ein Weiterleben im Kreise der andern Völker verbürgt. An unserem westlichen Nachbarn sehen wir ein erschreckendes Beispiel vom Rassentode eines Volkes. In Frankreich ist die Geburtenziffer längst unter die Sterbeziffer herabgesunken. Zuzug aller Art, der durch eine grundsatzlose Kolonialpolitik stark mit farbigen Elementen durchsetzt ist, verschlechtert unaufhörlich das Rassenbild des französischen Volkes, dessen gute nordische Bestandteile seit der großen Revolution von 1789, als Parole „Tod den Blonden" ausgegeben wurde, immer weiter zusammenschmelzen. Ein bevölkerungspolitischer Idealismus, wie er in der heutigen Zeit besonders gepflegt wird, kann sich nicht auf das Streben nach einer großen Kinderzahl schlechthin beschränken. Im Vordergründe muß allerdings natürlich zunächst einmal der Appell an den gesunden Willen zur Fortpflanzung stehen. Wenn aus der Verbindung von zwei Einzelwesen durchschnittlich wieder nur zwei Einzelwesen heroorgehen, so ist ein ziffernmäßiger Bevölkerungsrückgang unvermeidlich. Die Statistik lehrt also, daß der Durchschnitt der Volksvermehrung über der Zweikinderzahl liegen muß. Ist so erst einmal im Bewußtsein des Volkes der Wille zur Mitarbeit am Weiterleben der Gesamtheit wachgerufen, so gilt es nicht nur, ihn weiter zu pflegen, sondern ihn auch mit dem Wissen von der Auslese zu erfüllen. Nicht alle Teile eines Volkes sind in gleichem Maße wert, den Weg in die Zukunft anzutreten. Man muß klar zwischen den erbbiologisch guten und den minder wertvollen Rasseteilen unterscheiden. Die amtliche Rassepolitit unserer Zeit geht dahin, das rassenmäßige Fremde so weit wie irgend möglich auszuscheiden. Da eine klare Erkenntnis dessen, was gut, weniger gut oder schlecht ist, bei der großen Masse nicht leicht durchzusetzen ist, wird eine Leitung durch die überlegte und verständige Hand einer zweckbewußten Führung in der Bevölkerungspolitik niemals zu entbehren sein. Dabei gilt es, das gefühlsmäßige Empfinden für Wert und Unwert immer mehr zu fördern und zu vertiefen. Denn erst, wenn beide, Volk und Führung, in der rassenpolitischen Zielsetzung und Zweckmäßigkeit übereinstimmen, erst dann kann von einer erfolgsicheren Bevölkerungspolitik gesprochen werden. Die Ungleichheit und Verschiedenartigkeit in der Zusammensetzung eines Volkes verlangt für die nationale Geschlossenheit des angestrebten Zukunftsbildes eine Angleichung und Verschmelzung seiner einzelnen Rassenbestandteile. Beim deutschen Volke ist das insofern nicht schwierig, als seine wesentlichen! Stammesglieder untereinander fast alle irgendwie artverwandt sind. Was nicht hineinpaßt und nicht auszumerzen ist, muß sich dem vom Volk selbst erkannten Jdealtyp unterordnen. Auch bei der Volksoermehrung ist die Unterschiedlichkeit des Wertes maßgebend. Die leichter beweglichen, daher weniger zum ruhigen Ausgleich geneigten, sozusagen flüssigen Elemente eines' Volkes, die einer Bodenständigkeit weniger fähig sind, also vor allem die dem nordischen Urbilde am meisten abgewandten Rassenteile sind im Laufe der geschichtlichen Entwicklung immer vorn Bestreben der Zusammenballung zum Zweck des leichteren und rascheren Erwerbs getrieben worden. Das Ergebnis war eine Zusammensetzung der städtischen Bevölkerung, die vom Rassenstandpunkt aus nicht immer erfreulich genannt werden konnte. Auf dem Lande sind die wertvollen rassischen Dolksteile im allgemeinen besonders gut gediehen. Die Folgerung, das bodenständige Landvolk in der Pflege des Nachwuchses nach Kräften zu fördern, liegt auf der Hand. Der Raum auf dem Erdball wird enger. Wann er einmal zum Kampfplatz der Nationen und der Rassen wird, ist heute noch nicht zu sagen. Nur das läßt sich nicht leugnen: ein Volk, das sich durch ungenügende Fruchtbarkeit schon heute im Wettbewerb der Geburtenziffer herabdrücken läßt, löscht damit seinen Namen von der Tafel der Weltgeschichte. Aus aller Welt. Neue amerikanische Riefenbrücke dem Verkehr übergeben. Präsident Roosevelt eröffnete dieser Tage den Verkehr auf der neuen Riesenbrücke zwischen San Franzisko und Oakland, indem er im Weißen Haus in Washington die neuartige Brückenbeleuchtungsanlage durch Drücken eines Knopfes einschaltete. Die Eröffnungsfeierlichkeiten dauern drei Tage. Nachdem erst kürzlich die insgesamt 22 Kilometer lange Triborough-Brücke, die drei Neuyorker Stadtteile miteinander verbindet, eröffnet worden ist, wurde durch die gegenwärtige Brückeneinweihung ein weiteres Riesenbauwerk dem Verkehr übergeben. Die San-Fran- zisko-Bai-Brücke hat eine Gesamtlänge von über 17,5 Kilometer. Die Brückenanlage besteht aus mehreren Viadukten, einer Hängebrücke, die von San Franzisko bis zu der in der Bay liegenden Insel führt, und einer Auslegerbrücke, die schließlich die Insel mit Oakland verbindet. Die Anlage weist u. a. 51 Pfeiler auf. Bei dem Bäu wurden 152 Tonnen Stahl verwendet sowie riesige Betonmengen. Die Baukosten belaufen sich auf 77 Millionen Dollar. Die Bauzeit betrug drei Jahre. Während des Brückenbaues wurden durch Unfälle 24 Arbeiter getötet und 1157 verletzt. Die neue Beleuchtungsanlage macht das Einschalten von Autoscheinwerfern unnötig. Unweit der soeben eröffneten Brücke ist eine weitere Brücke von ähnlichen Ausmaßen im Bau. Wiener Pahfälscherzenkrale arbeitet auf Moskauer Geheiß. Vor einigen Wochen wurde von der Politischen Polizei in Wien eine kommunistische Paßfälscherzentrale ausgehoben. Die Unter« sucbung hat nun einwandfrei ergeben, daß die Paßfälscher im Auftrage einer Moskauer Zentral st elle gearbeitet haben. Die Kunden dieser Zentrale waren fast durchweg Agitatoren au- aller Herren Ländern, die der Tarnung bedurften, um wenigstens eine Zeitlang ihre geheime Wühlarbeit betreiben zu können. Die Zentrale war völlig international aufgezogen und beschäftigte u. a. zwei Wiener Jüdinnen und zwei Wiener jüdische Rechtsanwälte. Bis jetzt wurde die Ausgabe von 127 falschen Pässen festgestellt. Schwerverbrecher zum Tode verurteilt. Ein Königsberger Sondergericht verurteilte den 24jährigen Schwerverbrecher Emil Walter aus Tilsit wegen Verbrechens gegen das Gesetz zur Gewährleistung des Rechtsfriedens in Tateinheit mit versuchtem Mord zum Tode und zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte, sowie wegen weiterer Straftaten zu fünfeinhalb Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust. Walter hatte am 28. August d. I. versucht, aus der Tilsiter Strafanstalt auszubrechen und dabei den Strafanstaltshilfswachtmeister O g i n s k i mit einem Schemel niedergeschlagen und schwer verletzt. Er hatte hierauf dem Bewußtlosen die Dienstpistole entrissen, ihn noch zu erwürgen versucht und ihm eine Uhr geraubt. Später war er jedoch durch einen Bauchschuß kampfunfähig gemacht und wieder festgenommen worden. Ein Kind stürzt aus dem fahrenden Eilzug. Mit dem Eilzug von Bingerbrück fuhr ein Transport von Kindern der Eisenbahnerfürsorge aus der Gegend von Hannover nach Bad Kreuznach zu einem Erholungsaufenthalt. In der Nähe von Münster-Sarmsheim stürzte ein sechsjähriger Junge aus dem in voller Fahrt befindlichen Zuge, ohne daß sein Verschwinden zunächst bemerkt wurde. Glücklicherweise kam das Kind ohne ernstere Verletzungen davon. Der Junge wurde auf der Landstraße laut weinend von einer Frau gefunden, die ihn nach Münster-Sarmsheim brachte. Von dort wurde er im Auto nach Bad Kreuznach in das Kinderheim gebracht. Schwerer Unfall bei einer militärischen Uebung in Ungarn. In Tolna (Ungarn) ereignete sich bei einer Uebung der Zöglinge der Militärschule ein schwerer Unfall. Der Draht einer Feldtelephonleitung kam mit der Hochspannungsleitung in Berührung. Zwei Artilleristen wurden vom Starkstrom getötet, ein dritter schwer und mehrere andere leicht verletzt. Warnung vor einem Betrüger. In letzter Zeit ist in Leipzig und Stuttgart ein Betrüger aufgetreten, der vorwiegend in Hotels ungedeckte Schecks auf die Kommerz- und Privatbank München und Berlin in Zahlung gab. Vor dem Betrüger wird gewarnt. Er nannte sich Willi Verend und gab an, Organisationsleiter für den Vertrieb des Berichtes der 4. Olympischen Winterspiele 1936 zu sein. Statt Karten! Als Verlobte grüßen Mariechen Maas Rudolf Hauser Nieder-Weise! Buhbach / Garbenteich im November 1936 05218 Ihre Vermählung zeigen an Max Wmtterlm und Frau Mariechen, geb. Senkler Gießen, den 15. November 1936 Bruchstraße 32 Frankfurter Straße 30 n 5260 Ihre Vermählung beehren sich anzuzeigen Friedrich Grünewald Erika Grünewald, geb. Lich Gießen, Bahnhofstr. 27 Gießen, Sonnenstr. 31 Mannheim, B. 6.26 den 14. November 1936 _____________05282 Statt Karten! Ihre Vermählung geben bekannt Alfred Weller Ilse Weiler, geb. Kliffmüller Wieseck Gießen 14. November 1936 7239 D Ihre Vermählung geben bekannt Oipl.-Jng. Emil Eckstein Toni Eckstein, geb. Weihe Laubach (Oberhessen), am 14. November 1936 Steinweg 26 ______________________________________________________________65247 Giefeener Brauhaus Pils ^lll 1 N V yillr Das Produkt langjähriger Erfahrung NS. - Gemeinschaft „Kraft durch Freude" Sonntag, den 15. November, im Caf6 Leib Kameradschaftsabend iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiililiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii der Ortsgruppe Gießen-Nord der NSDAP, mit großem heiteren Programm Frankfurter Künstler und Tanz Beginn 20 Uhr Eintritt 50 Pfennig 7232 D GoeMund und Kanfm. Verein Montag, 16. Nov. 1936, abends 8 Uhr, Neue Aula: Schmallilmiorlrag von Curl Backeberg: taz und M durch Südamerika Mitglieder Eintritt frei, Nichtmitglieder 1 Mk. [7i66D Kreisnrasikerscliah Gießen in der Reichsmusihkaminer Dienstag, 17. Nov., abends 8 Uhr in der Neuen Aula der Universität Tag der Deutschen Hausmusik Katholisches Vereinshaus Dienstag, den 17. November und Mittwoch, den 18. 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Vor lnnte sich Wjgj steifer für Öen ''lchen Winter. ember. abe* alität: [ Topfi Reinshaus en 5. November kl ttii=B1.6"der‘" frei! »° ber^!L inner [ 4 U^r [„«. Samstag, ig.KavemderMS Eichener Anzeiger (Senerai-Anzeiger für Gbechchen) Itr.268 vrliies Blatt Aus der provinzialhaupistadi Veilchen im November. von 8. Fortsetzung. Erfüllung H. Neues Freibad (Schwimmbad) und TNilitärschwimmanftalt. sollen. Das Ausmaß dessen, was nach dieser Rich- tung hin getan werden kann, ist jedoch abhängig von den Möglichkeiten der Finanzierung, die heute in dieser Hinsicht noch nicht erschöpfend zu überblicken sind. war jedenfalls so. Mit Dank nahm ich das Sträußchen Veilchen entgegen, gab ihm frisches Wasser und stellte das kleine Blumenglas auf meinen Schreibtisch. Schon eine Stunde darauf war das Zimmer voll Veilchendust. Jeder Besucher bestätigte mir das. — Veilchen im November ... Ich saß smnend vor dem Blütenwunder und staunte die kleinen Blumen an. Draußen geistern die dichten Nebel, und kalter Regen fällt vom Himmel. Hier aber im warmen Zimmer stehen Boten des Frühlings. Der starke Frost der Oktobernächte hat sie nicht bezwungen. Sie blühten willig weiter und spendeten ihren Duft. Dahlien, Löwenmäuler, Rosen und Nelken senkten die Köpfe und verwelkten, die kleinen bescheidenen Veilchen aber hielten der Kälte stand. Klein und bescheiden, und doch so trotzig und stark. Aber das allein war es nicht, was mich so bewegte. Ich mußte unwillkürlich daran denken, daß diese Veilchen nun doch — trotz ihres Ausharrens — zur falschen Zeit gekommen waren. Wenn die Blätter gefallen sind und der Sturm an den kahlen Aesten zerrt, wenn sich das Laub schützend auf die Erde legt und alles zur Ruhe geht, dann kehrt leise Wehmut in unferm Herzen ein. Wir denken daran, daß alles, auch das Schönste, auf dieser Erde vergänglich ist, und wir rüsten auch uns für die Winterszeit. Wir warten auf den ersten Schnee und finden es natürlich, wenn nun alles in Feld und Flur schlafen gegangen 'ist. Bäume und Blumen, die Sinnbilder des Frühlings und des Sommers, schlummern einem neuen Frühling entgegen. Und da kommt nun dieses Veilchensträußchen und erweckt Gefühle und Wünsche, die dem Herzen wehe tun. Wenn in den ersten Märztagen Schnee und Eis vom warmen Südwind weggetaut werden, wenn die Schneeglöckchen läuten und die Vögel mit ihrem Gesang beginnen, wenn kräftiger, frischer Erdgeruch durch die Luft zieht, dann haben wir Sehnsucht nach den ersten duftenden Frühlingsboten, nach den Veilchen. Am versteckten Platz, unter Laub und dürrem Gras, geschützt von den Dornenhecken, da stehen sie und strecken ihre kleinen violetten Köpfchen in die Höhe. Diese e r st e n Veilchen sind es, die uns jubeln lassen und die uns verkünden, daß der neue Frühling kommt. Sie werden von den Kindern gepflückt und mit Sang und Klang ins Haus gebracht. Ja, dann sind sie am rechten Platz. Veilchenduft und Frühlingserwachen gehören zusammen. Das Veilchensträußchen im November aber kann । nicht die Tatsache vergessen machen, daß wir vor : dem Winter, vor der langen Ruhe der Natur stehen, i Es kann nur noch einmal das Bild des letzten Früh- wanderten. — Die kleinen Blumen können aber zu gleicher Zeit eine Verbindung Herstellen zwischen Vergangenheit und Zukunft. Sie bilden den duftenden Weg, der von einem Frühling zum andern hinüberführt. Sie tragen Erinnerung und Prophezeiung in sich. Und deshalb will ich das kleine Sträußchen lieb haben, und es soll möglichst lange auf meinem Schreibtisch stehen, bis auch seine Blumenköpfchen eines Tages welk herabhängen werden. keineswegs vom Gärtner, denn bei ihm kann man ja Rosen, Nelken und alle anderen Blumen zu jeder Jahreszeit kaufen. Nein, es waren „selbstgezogene aus feinem Garten. Mit Stolz erzählte er es mir. Schon feit einigen Jahren blühten diese Veilchen im Frühling und im Herbst, manchmal sogar während des ganzen Jahres. Ob das nun an der Pflege oder an dem guten Boden läge, das wußte er nicht. Es (Nachdruck verboten.) V. Schon ziemlich abseits vom Getriebe der Innenstadt, inmitten eines großen, etwas verwahrlosten Gartens, lag die Villa des alten Justizrats Will- noff. Es dunkelte schon, und im Erdgeschoß des Hauses waren die Fenster bereits alle erleuchtet. In dem kleinen Salon, der zur Straßenseite hinauslag, ging mit kleinen, trippelnden »schritten die Justizrätin auf und ab. Unruhig spähten ihre Augen währenddessen nach der Tür, als könne in jedem Augenblick jemand eintreten, den sie sehn- lichst erwartete. t Wie Immer drehten sich ihre Gedanken um ihre Tochter Olga. Olga, ihre einzige Tochter, dieses ver- Um dem Bedürfnis nach einer modernen Frei- bad-(Schwimmbad-) Anlage zu entfpre- ( chen und ferner dem Erfordernis der Garnison . nach einem zeitgemäßen M i l i tärschwim m - bad Rechnung zu tragen, ist für die nächste Zeit die Schaffung dieser beiden Anlagen geplant. Das neue Freibad und die Militärschwimmanstalt werden ihren Platz außerhalb des Lahngebiets erhalten. Die Wasserversorgung für diese Einrichtungen unterliegt gegenwärtig gewissen Dorbereitungsarbeiten, von deren Ergebnis .die endgültige Entscheidung über die Platzfrage abhängig sein wird. Es wird großer Wert darauf gelegt, daß für die Speisung der Schwimmbecken durchaus einwandfreies, klares und gesundes Wasser zur Verfügung steht. Die Freibad-(Schwimmbad-)Anlage soll nach den Vorschriften des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen gebaut und ebenso auch nach diesen Richtlinien die Versorgung mit Wasser durchgeführt werden, damit in diesem Schwimmbad schwimmsportliche Veranstaltungen nach den Wettkamvsbestimmungen des Fachamts Schwimmen des Reichsbundes für Leibesübungen durchgeführt werden können. Weitere rege Wohnungsbautätigkeil. Im Hinblick auf den anhaltenden starken Bedarf von neuem Wohnraum wird die Stadt weitere Wohnhausbauten im Schwarzlach- Gebiet und am Leimenkauter-Weg zur Durchführung bringen. In beiden Stadtbezirken sollen die neuen Wohnhäuser in der gleichen Weise errichtet werden, wie sie durch die jüngsten Arten des Bautpvs bereits geschaffen wurden, damit eine einheitliche Fortführung der Bebauung gegeben ist. Für das Schwarzlach-Gebiet ist gegenwärtig die Schaffung von 38 Wohnungen vorges"hpn. Welches Ausmaß die neue Bautätigkeit am Leimenkauter- W"g annehmen wird, hängt von den finanziellen Möglichkeiten ab, die dafür von der Stadtverwaltung erschlossen werden können. Ein weiteres großes Wohnungsbauvorhaben wird in aller Kürze die Bauftrma Freese am Erd- kauterwea in Angriff nehmen, wo die Errichtung von Häusern mit insgesamt etwa 40 Wohnungen vorgesehen ist. Neue Grünflächen. — Springbrunnen. — Fallende Bäume. Auf dem Gebiet der Verschönerung des Stadtbildes ist geplant, weitere Grünflächen und auch eine Reihe von Springbrunnen zu ; schaffen, die auf alle Stadtgebiete verteilt werden Rammelt? Konnte es denn sein, daß er über den Prozeß jo leicht dachte? Schließlich stand doch die ganze Existenz, Vermögen, Ehre und Ansehen der Familie Brand auf dem Spiel! Und all das hatte er ihm doch gesagt und jetzt wieder geschrieben, deutlich genug! Trotzdem, trotzdem lehnte Gerhard ab! Bat ihn, die Verhandlung mit Rammelt selber zu führen! Als ob das so einfach wäre! Als ob Gerhard es nicht wüßte, daß er, Walter, sich zu Verhandlungen nun einmal nicht eignete, daß ihm das ruhige Blut, das kühle, schnelle Berechnen des Gegners fehlte! Dazu bei einem Gegner wie Rammelt, dessen Tüchtigkeit, aber auch eisige Unpersönlichkeit stadtbekannt war. Wenn einer, so tonte nur Gerhard mit ihm verhandeln. Und nun sagte er einfach ab! Ob der alte Juftizrat einen Ausweg wußte? Das angemeldete Gespräch fiel ihm wieder ein: „Ja, was ist denn, Fräulein Schlicht? Warum bekomme ich mein Gespräch nicht?" „Ich kann keine Verbindung mit dem Büro von Herrn Justizrat bekommen! Herr Justizrat wird schon zu Hause sein..." , „So rufen Sie eben in feiner Wohnung an. Auf Walter Brands Gesicht zuckte es schon wieder vor Nervosität und verhaltenem Aerger. Endlich kam die Verbindung. „Der Herr Justizrat ist jetzt nicht anwesend. Herr Generaldirektor möchten die Güte haben, vielleicht heute abend in seiner Prioatwohnung vorzusprechen." „Gut! Sagen Sie, daß ich kommen werde! Das neue Garnison-Lazarett. Am gestrigen Freitag hat vor der Lokalkommission des Kreisamtes die Verhandlung der Vertreter der Wehrmacht-Verwaltung mit den Grundeigentümern zwecks Bereitstellung des Baulandes für das neue Garnison-Lazarett stattgefunden. Das Wehrkreiskommando hat die sofortige Einweisung des Wehrmachtfiskus in den Besitz der Grundstücke beantragt. Diesem Verlangen ist gestern statt- gegeben worden, so daß mit dem Beginn des Baues des neuen Garnison-Lazaretts südlich der verlängerten Schubertstraße bereits in den allernächsten Tagen gerechnet werden kann. Die Bauarbeiten sind auch schon an mehrere Baufirmen vergeben worden. Mit diesem Bau wird nicht nur einem Erfordernis der Wehrmacht Rechnung getragen, sondern zugleich ein bedeutsames Stück Arbeitsbeschaffung „Ob ich Dr. Rammelt kenne?" unterbrach sie ihren Gedankengang auf die Frage Brands bin. „Gewiß kenne ich ihn, sehr gut sogar! Schon, weil er Sanna Hellers Verlobter ist." „Janna Heller? Die Dame kenne ich nicht!" In der Tat waren die Gebrüder Brand niemals mehr als durch ein geschäftliches Interesse verbunden gewesen. Beide waren zu verschieden in ihrer Art. Wohl achteten sie sich, doch fehlte es ihnen am Verständnis füreinander. In den Jahren aber, als Gerhard sich Janna Heller genähert hatte, war Walter Brand außer Landes gewesen. Und da es zu einer offenen Verlobung zwischen Gerhard und Janna noch nicht gekommen war, Gerhard selbst aber niemals zu seinem Bruder über sie gesprochen hatte, hatte Walter nicht einmal den Namen von Janna Heller erfahren. Olga Willnoff deutete sich die Erklärung für Walter Brands Unkenntnis über Janna Heller in ähnlicher Weife. Einen Augenblick nur dachte sie daran, Walter aufzuklären. Doch dann besann sie sich. Besser, er wußte nichts davon! So unterdrückte sie die Bemerkung, gab endlich Antwort auf die ihr gestellte Frage: „Und warum meinen Sie, ob ich den Bevollmächtigten Rammelt kenne?" „Ach, nur ein Gedanke, nichts weiter! Es hat ja schließlich doch keinen Zweck . . ." Erstaunt blickte Olga auf. Die letzten Worte hatten so resigniert, so müde und voll geheimer Bitterkeit geklungen, daß sie im gleichen Augenblick überzeugt war, daß etwas dahinterstecken müsse. Sie überlegte blitzschnell. Don ihrem Vater wußte sie, daß Walter Brand in einem schweren Prozeß verwickelt war, bei dem es sich bei beiden Parteien um MilUonenohnckte handelte. Dr. Rammelt aber war als Sachverständiger für die benötigten Gutachten ernannt woroen. Ob Walter Brand deshalb nach ihm fragte? „Warum weichen Sie mir aus, Herr Generaldirektor?" sagte sie mit einschmeichelnder Stimme. „Was hat denn keinen Zweck mehr und hat gleich- zeitig mit Dr. Rammelt zu tun? Darf ich es wirk- lich nicht wissen?" Vorsichtig umging Walter ihre Frage. (Fortsetzung folgt!) Schnee und Kälte hinweg, zum neuen Veilchen im November ... Blumen der und der Sehnsucht! Dornotizen. Tageskalender für Samstag. Fliegeralarm! Gießener, beachtet genau die Anordnungen der Polizei für den Fliegeralarm am nächsten Montag! Die richtungweisenden Bestimmungen waren am vorigen Donnerstag in einer Bekanntmachung im Gießener Anzeiner zu lesen, heute teilt die Polizei wichtige Ergänzungen mit. Alle Volksgenossen in Gießen bekunden am Montag bei der Flieger- alarm-Aebung die von der Polizei geforderte größte Disziplin! Um die Schlagfertigkeit des Gießener Feuerwehrdienstes noch mehr als bisher zu steigern, hat die Stadtverwaltung die Anschaffung eines weiteren neuen L ö s ch z u g e s beschlossen. In den jetzigen Räumen der Feuerwache ist für diese Geräte aber kein Raum vorhanden. Daher wird an der Feuerwache ein Erweiterungsbau errichtet werden, in dem die Geräte des neuen Löschzuges ihren Standort haben sollen. Der Erweiterungsbau wird von den jetzigen Gebäuden der Feuerwache ausgehend nach dem Schulhof der Pestalozzi- fchule zu feinen Platz finden, fo daß also die gegenwärtigen Raumverhältnisfe an der Front Oswaldsgarten unverändert bleiben werden. Dennoch aber will ich vorwärts schauen, über ...... Frühling! Neue Projekte der Stadt Gießen. Kommunale Aufgaben der nächsten Wochen.-Planungen für das nächste Jahr. fein. Man könnte dann wohl den Gedanken zur Verwirklichung ins Auge fassen, auf bie[e Weise auch den abseits von den jetzigen Straßenbahnlinien gelegenen Straßen- zügen eine angenehme und preiswerte Fahrverbindung zu geben. Insbesondere wäre dann die Möglichkeit geschaffen, für den südlichen Sta dtte il, namentlich für das Klinikvier - t e I und die angrenzenden Bezirke, Fahrgelegenheiten einzurichten, die frei wären von den Hemmungen und Hindernissen, die schon seit Jahren als Schmerzenskind unserer Straßenbahn bekannt sind. Eine zweckmäßige und nur dem Gemeinwohl dienende Kombination zwischen Straßenbahn - und Omnibusbe trieb, d. h. aufeinander abgeftimmte Fahrpläne mit guten An- fchlußzeiten, würde dann in greifbarer Nähe liegen. Natürlich wird bis zur Verwirklichung '■tiger Möglichkeiten, die heute erst nur noch a^ "ore- tische Betrachtungen anzusehen sind, längere Zeit vergehen, aber d i e erfreuliche Tatsache besteht doch, daß die Stadtverwaltung neue gute Wegezur befriedigenden Lösung der dringlichen Verkehrsprobleme unserer Stadt beschreitet und damit im Begriffe ist, der Gesamtheit unserer Bevölkerung einen neuen wertvollen Dienst zu leisten. Auf dem Arbeitsgebiet der Besserung unserer Derkehrsverhältnisse liegt auch das Projekt einer Umgestaltung der Vorgärten vor dem Liebig- museum und dem Hauptzollamt. Dort soll durch die Neuregelung der Dinge im Zusammenhang mit einem beim Hauptzollamt geplanten Anbau mehr Raum zur glatten Bewältigung d e s starken Wege im Rebel. Vornan von Käthe Mehner. (Copyright by Aufwärts-Verlag, Berlin SW 68.) Unter der weitblickenden Führung unseres Oberbürgermeisters Ritter ist die Stadtverwaltung in eifriger, wenn auch nach außen hin wenig sichtbarer Weise am Werk, immer neue Wege zur Vorwärts- entmicflung der Stadt Gießen zu bereiten. Aus dem großen L-fbeits- und Aufgabenkreis, den sich der Oberbürgermeister und seine Mitarbeiter jür die Zeit bis zum Jahresende und für die ersten Monate des nächsten Jahres zunächst zur Erledigung gestellt haben, fei hier einiges mitgeteilt. Ein bedeutendes Werk der Derkehrsverbefserung, das in weiten Kreisen der Bevölkerung volle Zustimmung finden wird, stellt die Schaffung eines Pendel-Verkehrsbetriebs von der Straßenbahnhaltestelle vor der „Stadt Lich" durch das Oftmarkenviertel bis zur Wald- kaferne bar. Diese neue Fahrverbindung wird wohl Ende November oder vielleicht in den ersten Tagen des Dezember in Betrieb genommen werden. Es handelt sich dabei um den Einsatz zweier großer Omnibusse, deren jeder etwa 30 bis 40 Personen fassen wird. Die Omibusse, die mit Dieselmotoren-Antrieb ausgerüstet sind, werden einen regelmäßigen Pendelverkehr von der Straßenbahn-Haltestelle vor der „Stadt Lich" bis zur Waldkaserne versehen. Das neue Verkehrsmittel, dessen Fahrplan eine zweckentsprechende zeitliche Abstimmung auf den Verkehr der Straßenbahnwagen erfahren soll, wird sowohl den Truppen in der Waldkaserne, als auch den Bewohnern in den Straßenzügen des Ostmarkenviertels und des unteren Kugelberges eine gute Anschlußmöglichkeit an die Straßenbahnwagen bringen, wobei auch der Fahrpreis eine Regelung erfahren dürfte, die sicherlich den Beifall der Fahrgäste finden wird. Die Stadtverwaltung hofft, mit dieser neuen Einrichtung allen berechtigten Wünschen der Verkehrsinteressenten gerecht werden zu können. Dieser Omnibusbetrieb bringt aber nicht nur die Erfüllung unmittelbarer Notwendigkeiten, sondern er ermöglicht auch einen gewissen Ausblick auf künftige Möglichkeiten. Wenn diese Omnibusse den Erwartungen entsprechen — woran man wohl nicht zweifeln kann — so dürften sie vielleicht der Ausgangspunkt zu einer weiteren Ausgestaltung unserer städtischen Verkehrsmittel Verkehrs an der Ecke Liebigstraße-Bahnhof- straße geschaffen werden. Nach der Durchführung dieser Umgestaltung würde als besonders wertvoller Gewinn eine erhebliche Verbesserung der Ausfahrtmöglichkeit der großen Fahrzeuge vomHofe desPostamtsund eine größere Straßenübersicht für die Fahrzeuglenker sowohl in der Richtung nach der Liebig- strahe, als auch nach dem Bahnhof zu verzeichnen sein. Kurz gesagt: die jetzt geradezu lebensgefährliche Verkehrsfalle an dieser Stelle, die schon mancherlei Unheil verursacht hat, würde verschwinden. Erweiterungsbau an der Feuerwache. Walter Brand, der Generaldirektor der Brand Aktiengesellschaft, war um einige Jahre alter als fein Bruder Gerhard. Eme gewisse Aehnlichkeit zwischen beiden war nicht zu verkennen doch war die Gestalt Walters massiger, sein Gesicht voller und sein Schritt schwerfälliger. Während er eben jetzt unruhig in seinem Büro auf und ab ging, fdjien ber unter (ernen Füßen au wittern, faulem Schlicht, bte Sekre- tärin, bte hinter ihrer Schreibmaschine auf das Diktat des Generaldirektors wartete, kam es fast jo "^Schreiben Sie weiter, Fräulein Schlicht in dem Sinne, wie ich Ihnen soeben schon sagte Das heißt nein, hören Sie auf! Sie sollen aufhoren. Geben Sie mir den Bogen! Den Bogen wiederholte er nervös und in nicht allzu sanftem Ton, als sie sekundenlang zögerte. Doch ohne von seiner Heftigkeit Notiz Zu nehmen, nahm die Sekretärin den Bogen aus der Moichme und reichte ihn dem Chef. Inge Schlicht kannte die Sorgen, die auf dem Generaldirektor lofteten. Co empfand sie über seinen ihr sonst Ton der Nervosität und Ungeduld mehr Mitleid als ^S^/on kehrte der Generaldirektor zu ihrem Tisch 3Ur'serbinben Sie mich bitte mit Hern Juftizrat Wittn^f! Suchen Sie seine Amtsnummer! Während die Sekretärin ^e Verbindung mit dem Büro des Justizrats herstellte, verfiel Walter Brand aufs neue in seine unruhige Wanderung. Rastlos gingen und kamen ferne Gedanken Wieder und wieder beschäftigte ihn die unverständliche Absage seines Bruders, mit dem Bevollmächtigten der Vereinigten Zuckerwerke zu verhandeln. Vielleicht war es nichts als eine persönliche Antipathie gegen wöhnte Geschöpf, die noch einmal so lange mit jedem Manne herumkokettieren würde, bis sie überhaupt keinen mehr bekam! Dabei tat eine gute Heirat bitter not! Kaum würde man das Haus, den kostbaren Mercedes noch lange halten können, wenn Olga nicht bald eine gute Partie machte! Und gleich kam nun Walter Brand, Generaldirektor eines großen Unternehmens! Wenn Olga nun mit ihm...? Ein lautes Hupen unterbrach jäh ihre lieber« legungen. Schnell trat sie ans Fenster, blickte hinter der Gardine auf die menschenleere Straße. Richtig, ein Wagen hielt! Eben entflieg ihm eine hohe, kräftig gebaute Gestalt. Das muhte der Generaldirektor sein! Eilfertig rief die Justizrätin nach Olga. Gleichgültig antwortete diese, trat dann langsam in den Hausflur, um den Gast zu empfangen. Der Generaldirektor lächelte erfreut. Wenigstens noch nicht gleich wieder das leidige Geschäft! Er kannte Olga kaum. Das letztemal, als er sie gesehen hatte, war sie noch fast ein Kind gewesen. Wie sie sich verändert hatte, seitdem! Alles schien reizvoll, vielversprechend und interessant an ihr! Und zu welch rassiger Schönheit hatte sie lich entwickelt! Das hochgeschlossene saphirblaue Kleid aus fließender Seide hob die Vorzüge ihrer Figur aufs vorteilhafteste und kontrastierte eigenartig mit dem in der abendlichen Beleuchtung fast brennenden Kupfer ihres Haares, von dem Walter den Blick fast nicht wenden konnte. Sie faßen sich in dem kleinen Emvsangssalon in bequemen Klubsesseln gegenüber. Während beide noch einige belanglose Worte miteinander wechselten, betrachteten sie sich gegenseitig in geheimem ^Auch Olga hatte Walter selten so ungestört in Augenschein nehmen können wie in diesem Augenblick. Unwillkürlich verglich sie ihn mit feinem Bruder Gerhard, freilich nicht ohne, wie immer schon, jenem bei weitem den Vorzug zu geben. Wie plump, wie ungeschickt erschien Walter gegenüber dem gewandten'Benehmen, der temperamentvollen Beweglichkeit Gerhards! Und trotzdem,--ein Spiel mit dem Feuer mochte sich hier lohnen, vielleicht gerade mit dem Mann, der Gerhards Bruder war... Stadtheater: 20 bis 22.45 Uhr „Ein idealer Gatte" (NS.-Kulturgemeinde — Theaterring). — Gloria-Palast, Seltersweg: 14.15 Uhr „O mein Heimatland" (Kulturfilm): „Blumen aus Nizza". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Wo die Lerche singt". — Gesangverein „Heiterkeit", 20.15 Uhr Konzert im Studentenheim. — Reichstreuebund, 20.30 Uhr Barbara- und Gründungsfeier des Artillerievereins Gießen im Cafe Leib. — Oberhessi- scher Kunstverein, Turmhaus am Brand: 17 bis 18 Uhr Ausstellung von Oelgemälden, Aquarellen und Tempera. _____________________________ Seit Jahren die größte und führende Maß-Schneiderei Sf ü r Zivil und Uniformen Herren-Bekleidungshaus Gießen G.m.b.H. Marktplatz Vertragslieferant der Heeres-Kleiderkasse In diesem Zrsammenhange sei mitgeteilt, daß m den nächsten Tagen mehrere Baume an der Kaiser-Allee aus dem Straßenbild verschwinden werden. Diese Bäume sind in ihrem Wurzelwerk und im unteren Teile des Stammes krank und sehr brüchig, wenn auch die Krone noch die Merkmale eines gesunden Zustandes zeigt. Da die Standfestigkeit der Stämme in keiner Weise mehr gewährleistet ist und sie infolgedessen zu einer großen Gefahrenquelle für Personen, Häuser, Fahrzeuge und sonstige Anlagen geworden sind, muß not- ^USenM1u“SbUeiSbe^r du- nieten' Bottsgenoffen 3ugute jornmen pininpn Tnaen bestand die ernste Besorgnis, daß wird, darüber hinaus aber auch neue Absatzmoglich mehrere dtefer X» Ä X unS ketten für die verschiedensten Zweige der he.mnchen unabsehbares Unheil anrichten würden. ' Wirtschaft erhoffen laßt. Ungs hervorzaubem, kann an die Tage erinnern, an denen wir zum erstenmal mit frohem Herzen ffin -Freund brachte sie mir mittags. Sie sind dem Gesang der Lerchen lauschten und im warmen -in Vrcuno DL.a)ie ' v Sonnenschein dem kommenden Frühling entgegen- Tageskalender fstr Sonntag. Gießener Studentenschaft, 10.30 Uhr Langemarck- Gedächtnisfeier am 116er Ehrenmal am Landgraf- Philipp-Platz. — Ortsgruppe Gießen-Nard der NSDÄP., 20 Uhr Karneradfchaftsabend in Verbindung mit der NS.-Gerneinschaft „Kraft durch Freude" trn Cafä Leib. — Stadttheater: 11.30 bis 12.30 Uhr: 5. Morgenoeranftaltung G. F. Händel, virtuose Musik; 19 bis 21.45 Uhr „Der Zarewitsch". — Gloria-Palast, Seltersweg: 11 Uhr „O mein Heimatland" (Kulturfilm); „Blumen aus Nizza". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Wo die Lerche singt". — Verbrauchergenossenschaft e. G. m. b. H. Gießen, 14.30 Uhr ordentliche Vertreterversammlung im Katholischen Vereinshaus, Liebigstraße. — Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brand: 11 bis 13 Uhr Ausstellung von Oelgemälden, Aquarellen und Tempera. Sladtlhealer Gießen. Heute abend findet die dritte Vorstellung für den Theaterring der NS.-Kulturgemeinde statt. „Ein idealer Gatte", Schauspiel von Oscar Wilde. Spielleitung: Wolfgang Kühne. Anfang 20 Uhr, Ende 22.45 Uhr. Freier Kartenverkauf zu Tagespreisen an der Abendkasse. Spielplan des Stadttheaters Gießen vom 15. bis 22. November. Die fünfte Morgenveranstaltung des Stadttheaters sieht virtuose Musik von G. F. Händel vor. Die Dortragsfolge bringt ein Konzert für Oboe und Streicher mit Continuo (Concerto grosso Nr. 10) in g-moll und vier Arien aus verschiedenen Werken, Konzert für Harfe und Streicher in B-dur. Die Gesamtleitung hat Ernst Bräuer. Mitwirkende sind: Gustav Bley, Bariton; Luise Frank, Harfe; Willi Lenz, Oboe, und die Streicher des städtischen Orchesters. Die Feier wird umrahmt durch Rezitationen Wolfgang Kühnes. Anfang 11.30 Uhr, Ende 12.30 Uhr. Für Platzmieter ist der Eintritt frei. — Am Abend geht zum erstenmal am Sonntag der große Erfolg „Der Zarewitsch", Operette von Franz Lehär, in Szene. Die musikalische Leitung hat Hans H. Hampel. Spielleitung führt Paul W r e d e. Tänze: Irmgard Zenner. Anfang 19 Uhr, Ende 22 Uhr. Außer Miete. Dienstag, 17. November, Anfang 20 Uhr, Ende 22.30 Uhr: „Der Bogen des Odysseus", Schauspiel von Gerhart Hauptmann. Spielleitung: der Intendant. Dienstag-Miete. 9. Vorstellung. — Mittwoch, 18. November, Anfang 19 Uhr, Ende 22.30 Uhr: „Don Carlos", dramatisches Gedicht von Schiller. Spielleitung: Dr. Fr. H e l l m u n d a. G. Mittwoch-Miete. 9. Vorstellung. — Freitag, 20. November, Anfang 20 Uhr, Ende 22 Uhr: Erstaufführung „Hänsel und Gretel", Märchenoper von E. Humperdinck. Musikalische Leitung: Paul Walter. Spielleitung: Paul Wrede. Freitag-Mete. 10. Vorstellung. — Samstaa, 21. November: Anfang 20 Uhr, Ende 22.45 Uhr, geschlossene Vorstellung NSG. „Kraft durch Freude": „Gustav Kilian , Harald Bratt. — Sonntag, 22. November, von 11 bis 13.30 Uhr, geschlossene Vorstellung für die Studentenschaft: „Der Bogen des Odysseus". Anfang 19 Uhr, Ende 21.30 Uhr: „Der Bogen des Odysseus", Schauspiel von Gerhart Hauptmann. Spielleitung: der Intendant. Außer Mete. Der Goethe-Bund und kaufmännische verein haben — wie man uns mitteilt — für den kommenden Montag den Forscher Curt Backeberg zu einem Schmalfilmvortrag „Kreuz und quer durch Südamerika" gewonnen. Der Vortragende wird einen außerordentlich spannenden und interessanten Bericht über seine Südamerika-Expedition geben. (Siehe heutige Anzeige.) Kameradschaftsabend der Ortsgruppe Gießen-Nord. Die NS.-Gerneinschaft ,Lraft durch Freude" gestaltet in der Gemeinschaft mit der Ortsgruppe Gießen-Nord der NSDAP, am morgigen Sonntagabend im Cafä Leib einen Kameradschaftsabend, der ein heiteres Programm unter Mitwirkung Frankfurter Künstler bringen wird. Auf die heutige Anzeige sei besonders hingewiesen. An alle Werkscharführer und -männer. NSG. Der Gauwerkscharführer, SA.-Standartenführer Holzapfel, gibt folgenden Tagesbefehl: Wit dem heutigen Tage übernehme ich die Führung der Werkscharen des Gaues Hessen-Nassau. Durch das Abkommen des Reichswerkscharführers Dr. Ley mit dem Stabschef der SA., Victor Lutze, und dem Korpsführer des NSKK., Hühnlein, haben die Werkscharen polittsche Bedeutung erlangt. Der Werkscharmann ist dazu ausersehen, das neue deutsche Arbeitertum zu vertreten und durch seine Haltung und sein Auftreten Zeugnis von dem neuen Geist unserer Betriebe abzulegen. Deshalb seid ihr alle eine Gemeinschaft, die in sich unsere nationalsozialistische Auffassung von dem Soldatentum trägt. Wir bauen unsere Gemeinschaft auf den nationalsozialistischen Grundsätzen der Ordnung und der Disziplin, der Kameradschaft und der soldatischen Haltung auf. Dies verpflichtet jeden Werkscharmann mehr als bisher, sich voll und ganz einzusetzen, um uns die Achtung und das Ansehen zu verschaffen, die den Werkscharen, gemäß ihrer politischen Bedeutung, zukommt. Nur so können wir mithelfen, das große Werk des Führers zu vollenden. Jungvolk und Zungmädel sammeln. Heute morgen trafen sich Jungvolk und Jung- mädel in ihren Sammelplätzen, zogen dann singend durch die Stadt und fanden sich am Amtsgericht ein, um von dort aus für ihre Sammelaktion zu rüsten. Die Jungmädel waren mit kleinen Handwagen angerückt, die sie auf den nahen Wiesen mit Blumen, Tannengrün und Wimpeln schmückten und außerdem Schrifttafeln daran befestigten, durch die zur Mithilfe am Winterhilfswerk aufgefordert wurde. Nasch waren die Mädchen zu den einzelnen Wagen eingeteilt und frohgemut zogen sie los, zur Kleinkinderwäsche - Sammlung. Die Jungmädel werden im Laufe des heutigen Tages an jede Tür klopfen und sicherlich werden sie bei der opferfreudigen Bevölkerung unserer Stadt nicht vergeblich bitten. Zu gleicher Zeit machte sich auch das Jungvolk auf den Weg, das mit größeren Hand- und Schiebekarren zur Stelle war. Das Jungvolk wird heute Altmaterial sammeln, das als Rohstoff der Wiederverwertung zugeführt werden soll. Auch diese gemeinnützige Sammlung verdient alle Unterstützung. LangemM-GeUenen-Gedächinisfeier in Gießen Am Sonntag, 15. November, 10.30 Ahr, veranstaltet die Gießener Studentenschaft am 116er Ehrenmal am Landgraf-Philipp-Plah eine Cange- marck-Gedächlnlsfeier. Die Bevölkerung der Sladl wird hiermit zu dieser Feier eingeladen. Die Gießener Ortsgruppen, SA., SS., NSKK., Reichsarbeitsdienst, HI., DLB., RLB. nehmen mit Fahnen und Abordnungen an dieser Feier teil. Wie uns die Studentenschafl milleilt, nehmen auch Abordnungen des alten Heeres teil. Die Fahnen der Gießener Ortsgruppen, von jeder Ortsgruppe acht Politische Leiter, treten um 10.15 Uhr vor der Geschäftsstelle der Ortsgruppe Gießen-Nord an und marschieren von dort geschlossen zum Landgraf-Phitipp-Plah. Die Sludentenschaft tritt geschlossen um 10 Ahr an der Universität an. Kreisleitung Detterau der NSDAP. Die Gießener Studentenschaft. Nationalsozialistische Knegsopferversorgung Ortsgruppe Gießen. Antreten zur ßangemarcffeier der Studentenschaft am Sonntag, 15. November, pünktlich 10.20 Uhr an der Marktlaubenuhr, Brandplatz. (NSKOD.- Dienstanzug.) Fliegeralarm in Gießen. Neuer Aufruf der Polizeidirektion Gießen. In Gieße gibt's Fliegeralarm, das gilt für reich und arm, do flüchtet jeder schnell ine Haus und kaner streckt die Noas eraus. Ach der Zentral-Rundfunk hat sich eingeschalt, drum kann de Alarm hörn jung und alt. Zu der am Montag, 16. November, stattfindenden Fliegeralarmübung fordern wir die Bevölkerung von Gießen nochmals auf, sich genau nach den Anordnungen, die am Donnerstag amtlich bekanntgegeben wurden, zu verhalten. Zu den bereits ergangenen Veröffentlichungen wird ergänzend mitgeteilt, daß der Zentral-Rundfunk Gießen in die Alarmierung eingeschaltet ist. Die Hörer von dieser Anlage werden gebeten, ihre Lautsprecher zur Unterstützung der Alarmierung an den offenen Fenstern, ober auf Balkonen aufzustellen. Am Montag wird im Anschluß an die Nachrichten ein Ansager nochmals zur Bereitstellung der Lautsprecher aufsordern. Darum vergeßt nicht die Nachrichten einzustellen, damit ihr die Aufforderung hört. Die Zeit wird nicht mitgeteilt. Auch einige Gießener Radiosirmen stellen in uneigennütziger Weise im Stadtgebiet ihre Lautsprecheranlagen zur Uebertragung des Alarms auf. Sobald die Alarmsignale ertönen, begeben sich alle Verkehrsteilnehmer im Laufschritt in die Schutzräume. Zur Kenntlichmachung der Schutzräume sind an den Eingängen Hitlerjungen aufgestellt. Auck sind die Schutzräume und die Wege dorthin durch vorschriftsmäßige Schilder (gelb mit rotem Quer ft reifen und schwarzem Aufdruck) gekennzeichnet. In den Schutzräumen ist Ruhe zu bewahren und das Rauchen verboten. Den Schutzraum-Ordnern ist unbedingt Folge zu leisten. „Tag -er Deutschen Hausmusik 1936." Der „Tag der Hausmusik", den wir am 17. November wiederum begehen, ruft alle deutschen Volksgenossen zur Pflege und Förderung der Hausmusik auf. Sie ist das unerläßlich notwendige Fundament für den Ausbau und die Neuordnung unseres Musiklebens. In der Dielgestalttgkeit der Erscheinungsform vom Kinder- und Volkslied, von den Gesängen der Heranwachsenden Jugend und dem Marschlied unserer politischen Formationen bis zum Kunstgesang, der Pflege von Kammermusik und der Beherrschung einzelner Instrumente ist sie Bindeglied zur Kunst- ausübung und -Vermittlung höherer und höchster Grade in den Konzertsälen und unseren Opernhäusern. Hausmusik ist ein einziges großes Bekenntnis zur lebendigen Musik. Sie bekundet die Erfüllung der Pflicht unserer Generation zur Verwaltung des künstlerischen Erbgutes, das uns die unsterblichen Meister der Vergangenheit hinterlassen haben. Das nationalsozialistische Deutschland nimmt es heilig ernst mit seiner kulturellen Mission und verlangt von jedem Einzelnen im Rahmen seiner Verhältnisse aktive Mitarbeit. Der „Tag der Hausmusik", den die Reichsmusikkammer seit 1932 alljährlich durchführt, wirbt für diesen Zweck. Er soll keinen äußerlichen Zwecken dienen, sondern die Menschen zur Entfaltung seelischer Kräfte anregen, die sie über die Pflichten des Alltags erheben und ihnen die notwendige Stärkung für ihre Arbeit geben. Das ist der tiefere Sinn des „Tags der Deutschen Hausmusik", dem ich auch in diesem Jahr einen vollen Erfolg wünsche. F i ch t m ü l l e r, Landesleiter Hessen-Nassau der Reichsmusikkammer. Kreiömusikerschast Gießen. Aus Anlaß des „Tages der deutschen Hausmusik" veranstaltet die Kreismusikerschaft Gießen in der Reichsmusikkammer am kommenden Dienstag, 17. November, in der Neuen Aula der Universität einen Musikabend. Die Veranstaltung be- ainnt um 20 Uhr. Auf die heutige Anzeige sei besonders hingewiesen. Tierkrankheiten und Volksgesundheit. Die naturwissenschaftliche Abteilung der Oberhesfischen Gesellschaft für Natur- und Heilkunde veranstaltete einen sehr gut besuchten Vortrag über „Tierkrankheiten und Volksgesundheit", den Unioersitätspro- fessor Dr. St and fuß mit Unterstützung von Lichtbildern sehr anregend zu gestalten verstand. Der Vortragende kennzeichnete einige jener Tier^ krankheiten, die nicht nur unter den Tieren selbst großen Schaden anrichten, sondern teilweise auch auf Menschen übertragbar sind. So wies er u. a. auf die Räude hin, die vor dem Kriege sehr zahlreich auftrat und namentlich während des Krieges die Bewegungen des Heeres beeinträchtigte. Früher konnte sie vom Tier auch auf den Menschen übertragen werden, was heute durch eine wirksame Bekämpfung kaum noch möglich ist. Eine andere Krankheit ist die Papageienkrankheit, die in den letzten Jahren auffallend oft aufgetreten war. Nicht so gefährlich wie diese ist der Rotlauf. Dennoch kommt es vor, daß namentlich Fleischbeschauer, die sich an solchen erkrankten Tieren oder an den Knochensplittern verletzen, ernstlich Schaden nehmen können. Allerdings gibt es dagegen ein Schutzmittel, ein Serum. In Gefahr kommen nur solche Personen, wie die Fleischbe- schauer, Schlächter, das Personal in den Abdeckereien, das mit den Tierleichen zu tun hat. Für diese Volksgenossen und auch für solche, die in den Gerbereien beschäftigt sind, kommt auch der Milzbrand in Betracht. Sein Auftreten ist nicht mehr so häufig, weil in Deutschland jedes Tier untersucht werden muß und es ein wirksames Schutzserum dagegen gibt. Die Eindämmung dieser Krankheit ist ein Erfolg her reichsgesetzlichen Bekämpfung. Die Möglichkeit zu einer Ansteckung in Deutschland wird in der Hauptsache durch die Einfuhr der Häute aus dem Ausland, das eine wirksame Bekämpfung noch nicht eingeführt hat, gegeben. Der Weltkrieg hat dabei zu einem unfreiwilligen Experiment geführt. Mit der stockenden Einfuhr während des Krieges gingen die Erkrankungen zurück und damit hörten auch die Erkrankungen der Menschen auf. Die Zahlen der Erkrankungen fliegen aber, als wieder Häute aus dem Ausland eingeführt wurden. Bei der Maul- und Klauenseuche kamen sehr selten Ansteckungen vor. Nach der Kennzeichnung dieser Krankheiten zeigte der Vortragende die Uebertragungsmöglichkeiten auf den Menschen, die sich in erster Linie durch den Genuß kranken Fleisches oder der Milch von erkrankten Tieren ergeben, auf. Dann ging er besonders ein auf die sorgsamen Maßnahmen der Reichsregierung, die die Volksgesundheit gewährleisten. Die erste Aufgabe hierbei ist bereits das rechtzeitige Erkennen der Krankheit des Tieres sowie dessen Beaufsichttgung. Dazu kommt die klinische Untersuchung der Schlachttiere und namentlich die Untersuchung nach der Schlachtung. Der Ausbau der Bakteriologie durch Robert Koch und die Mkroskopie erweisen sich hierbei als wertvolle Helfer. An der Tatsache, daß z. B. von dem Gießener Untersuchungsinstitut immer noch zehn Milzbranderkrankungen im Jahre festgestellt werden, die andernfalls zu großen Unglücken führen könnten, machte der Redner die Bedeutung der Bakteriologie verständlich. In Deutschland wurden, so fuhr der Redner fort, drei große Gesetze zum Schutze der Volksgesundheit geschaffen. Das älteste war das Nahrungsmittelgesetz, das feit 1927 als Lebensmittelgesetz erweitert wurde, das Fleischbeschaugesetz von 1900 und das Reichsmilchgesetz von 1930. Durch das Nahrungsmittelgesetz war es möglich geworden, durch Stichproben Untersuchungen vorzunehmen. Dieses Gesetz fand eine Erweiterung durch das Fleischbeschau- gesetz, durch das die Gefahren, die vom Tiere kommen, noch weiter eingeschränkt wurden, weil jede gewerbliche Schlachtung selbst in dem kleinsten Orte überwacht werden kann. Und schließlich füllt das Reichsmilchgesetz die letzte Lücke, weil dadurch der Genuß der rohen Milch sehr eingeschränkt wird und durch das Pasteurisieren der Milch die schädlichen Keime beteiligt werden. In Hessen werden durch 100 Tierärzte 9000 Rinderbestände mit etwa 43 000 Milchkühen unter steter Kontrolle gehalten. Heber die Bekämpfung der Tuberkulose, die nach den neuen Erkenntnissen immer mehr in einen Schutz der gesunden Tiere umgewandelt wird, klärte ein sehr instruktiver Film auf, der, wie der Vortrag selbst, beifällig ausgenommen wurde. Amtsgericht Gießen. Der D. K. aus Gießen war angeklagt, von April 1934 bis zum März 1936 in Gießen fortgesetzt sich des Betrugs schuldig gemacht zu haben. Der Angeklagte, der Arbeitslosenunterstützungsempfänger war, beschäftigte sich bei einigen Gießener Firmen, sowie bei einer auswärtigen Firma ohne Wissen des Arbeitsamtes und ohne diesem die verdienten Beträge anzugeben. Die für die fragliche Zeit zu Unrecht erhobene Arbeitslosenunterstützung belief sich auf ca. 900 Mark. Das Gericht verurteilte den Angeklagten wegen fortgesetzten Betrugs nach § 263 StGB, zu einer Gefängnisstrafe von sechs Monaten und zur Kostentragung. Strafmildernd wurde berücksichtigt, daß der Angeklagte in der Hauptverhandlung im wesentlichen geständig war, daß ihm vor Jahresfrist feine Frau gestorben ist — der Angeklagte hat fünf Kinder — und daß er bei besonders erschwerten Familienverhältnissen in Not gehandelt hat. Feder Hilst dem WHW.! Opferspenden vom Lohn oder Gehalt sind an bat Winterhilfswerk des Deutschen Vol» fes, krelsführung Wetkerau In G1 e< ßen, Postscheckkonto Nr. 23633, ober auf besten Bankkonto 6100 bei ber Bezirkssparkasse Gießen zn überweisen. Die Lieferung von Hafer für die Wehrmacht. Dom Heeres-Derpflegungsamt in Gießen wird uns geschrieben: .. Um den dringenden Bedarf des Hafers für die Wehrmacht zu decken, sind Sonderbeftimmungen für den Großankauf der Heeresverpflegungsämter und Heeresftandortverwaltungen für die Zeit vom Oktober 1936 bis März 1937 getroffen worden. Die genannten Heeresdienstftellen dürfen • beim Futterhaferankauf neben den gesetzlichen Festpreisen besondere Preisaufschläge zahlen. Diese betragen für den Erzeuger: Bei Lieferung im Oktober und November 1936 — 3 Mark je 500 Kilogramm; bei Lieferung im Dezember 1936 und Januar 1937 = 2,50 Mark je 500 Kilogramm; bei Lieferung im Februar und März 1937 = 2 Mark je 500 Kilogramm. Dem Verteiler dürfen zur Weitergabe an den Erzeuger bei Wiederbeschaffung des der Heeresverwaltung zu liefernden Hafers bei Lieferung im Oktober 1936 bis März 1937 = 2 Mark je 500 Kilogramm gezahlt werden. Es wird besonders hervorgehoben, daß es zulässig ist, daß mehrere Erzeuger zusammen liefern können, um die Mindestmenge von 500 Kilogramm zu erreichen. Die Lieferung erfolgt nach Wahl des Verkäufers frei Waggon Verladebahnhof des Erzeugers oder sie kann per Fuhre bei den Heeresverpflegungsämtern bzw. Heeresstandortverwaltungen angefahren werden. Es besteht aber auch die Möglichkeit. daß der Hafer beim Erzeuger mit Lastkraftwagen abgeholt wird. Auf die den Kreisbauernführern zwecks lieber- fenbung an die Ortsbauernführer zugestellten Merkblätter und Postkarten wird besonders hingewiesen. Im Interesse der Beschaffung des Hafers für dis Pferde der Wehrmacht ist es Pflicht jedes Erzeugers und Verteilers, daß er den verfügbaren Hafer alsbald zur Lieferung andient. Auskunft erteilt das Heeresverpflegungsamt Gießen. „ Die deutsche Arbeitsfront - , ' D.d.Vßemeinfdiaft „firaft öurdi Freude" _____' ■ -V.X-■ v-........, ■ A. Am Montag, 16. November, 20 Uhr, findet in der Neuen Aula der Universität ein Filmvortrag von Kurt Beckeberg „Kreuz und quer durch Südamerika" statt. Verbilligte Eintrittskarten für Mitglieder der Deutschen Arbeitsfront sind auf der Kreisdienststelle „Kraft durch Freude", Schanzenstraße 18, zum Preise von 0,40 RM. erhältlich. Abteilung Feierabend. Am Samstag, 21. November, findet die vierte Sondervorstellung der NSG. „Kraft durch Freude" im Stadttheater statt. Zur Aufführung gelangt die heitere Komödie „Gustav Kilian, Manufakturwaren en gros & en ddtail". Preise der Plätze sind 0,70 und 0,90 RM. Karten können ab Montag auf ber Kreisdienststelle „Kraft burch Freude", Schanzenstraße 18, abgeholt werden. Kameradschastsabend im Studentenhau.-. Gestern Abend hielt das Karneradfchaftshaus des NSDStB. in der großen Tageshalle des Gießener Studentenhaufes feinen ersten Kameradschaftsabend in diesem Wintersemester ab. Es ist schon zu einer schönen Tradition geworden, daß die Abende des Kameradschaftshauses von Dozenten, Vertretern der Parteigliederungen und anderen Gästen immer sehr stark besucht sind. Auch eine größere Anzahl ber neu nach Gießen gekommenen Professoren hatte sich gestern abend eingestellt, um mit dem Karne- radschaftshaus den richtigen Konnex zur Universität Gießen zu bekommen. Der Hausführer des Kameradschaftshauses, Pg. Kempf, eröffnete und hieß die zahlreich erschienenen Gäste herzlich willkommen. In seinen weiteren Ausführungen betonte er den Sinn des Kameradschaftshauses und der Kamerabschaftsabende. Die junge Mannschaft habe bas ihr gesteckte Ziel erkannt unb werbe mutig darauflosmarschieren. Dann wechselten gemeinsam gesungene Lieder mit Darbietungen einzelner Kameraden ab. Aus ber großen Fülle des Gebotenen feien nur kurz Mundart ged ich te und Lieder zur Laute erwähnt. Geheimrat Sommer ergriff im Laufe des Abends das Wort und kam besonders auf feine Verbundenheit mit der jungen Mannschaft zu sprechen. Es sei für Gießen ein gutes Zeichen, baß Dozenten unb Studenten von jeher gut zufammengearbeitet hätten. Die heutige studierende Jugend habe das Verdienst, daß sie in gemeinsamer Arbeit an manche wichtige Arbeit herangehe. In diesem Zusammenhang streifte Geheimrat Sommer kurz die letzten Leistungen anläßlich des Reichsleistungskampfes der Studentenschaft. Der Vorsitzende des Gießener Studentenwerks, Professor Eaer, richtete anschließend einige Worte an die Versammelten und erzählte aus früheren Zeiten nette Anekdoten aus dem Universitätsleben. Der Bannführer der HI., Pg. Heim, unterstrich in kurzen Worten die Zusammenarbeit zwischen HI. unb NSDStB. Manche interessante Rede und Gegenrede wurde noch gehalten und so schnell die Abendstunden verbracht. Kurz nach Mitternacht beendete der Zapfenstreich den gut verlaufenen Abend. Gießener wochenmarktpreise * Gießen, 14. Nov. Aus dem heutigen Wochenmarkt kosteten: D. f. Molkereibutter, 14 kg 1,57 Mk., f. Molkereibutter 1,52, Landbutter 1,42, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mk., Matte 20 bis 25 Pf., Käse, bas Stück 4 bis 10, Wirsing, 14 kg 6 bis 8 Pf., 50 kg 4,50 bis 5 Mk., Weißkraut, kg 4 bis 5 Pf., 50 kg 3 bis 3,50 Mk., Rotkraut, 14 kp 6 bis 10 Pf., 50 kg 5,50 bis 6 Mk., gelbe Rüben, 14 1 Groß-Felda, 12.Nov. Wie sehr sich alte Sitten durch Jahrhunderte erhalten, sieht man daran, daß hier von Martini an abends um 8 Uhr eine Glocke geläutet wird, die den Verirrten den Weg weisen sollte. Sie wird bis Mariä Lichtmeß geläutet, auch wenn heute durch die Straßenbeleuchtung ein Verirren unmöglich ist. Preußen. Kreis Wetzlar. < Kinzenbach, 12. Nov. An der Kartof- f e l s p e n d e für das diesjährige Winterhilfswerk beteiligte sich die Ortsbauernschaft restlos. Der Richtsatz von 10 Pfund pro Morgen der Betriebe wurde eingehalten, so daß das Ergebnis 108 Zentner betrug. Die Kartoffeln wurden gestern mit Fuhrwerken nach dem Bahnhof Dorlar gebracht, wo sie mit der Spende der Bauernschaften von Atzbach und Dorlar zusammen verladen wurden. Don dort ging die Fahrt nach Wiesbaden, wo sie an bedürftige Volksgenossen zur Verteilung kommen. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) G. R. Sie sind zur Zahlung des genannten Mehrbetrages verpflichtet. Bei Zubilligung von Ratenzahlungen wird regelmäßig ein Kaufpreis vereinbart, der nicht unerheblich über dem bei Barzahlung berechneten Preise liegt. Diese Preisdifferenz ist i auch keineswegs ungerechtfertigt, da der Verkäufer | andernfalls bei Vereinbarung von Ratenzahlungen einen beträchtlichen Zinsverlust erleiden würde und ! Abzahlungsgeschäfte regelmäßig für den Verkäufer \ mit einem gewissen Risiko verbunden sind. ; ■6tn «ich f“t di- ■“^samter ■ xM tom U worden Mn' beim M." Fest. U ^ese de. Mrung im ■ L,e 500 l.,1936 und Wwgramm' M 2 Mari lQbe an den IF heeres- M.rung im ■Qrf je 500 |Qfi es zu. ■K" liefern M'logranim »Verkäufers Mgers oder Mpflegungs. »en angele Möglich. I Lastkraft. ^5 lieber- eilten Merk« angewiesen, lers für die 5 Erzeugers Ha/er als- erteilt bas iftshaus des es Gießener ischaftsabenö on zu einer ftbenbe des treten der immer sehr llnzahl der oren hatte lern Karne- ir Univech- Hauses, Pg. reid) erfchie- seinen rvei- i des Karne- ,abende. Die kte Ziel erbieten. -Lieder mit ' Aus der kurz Uh* nt. Geheim- «lbends das rbundenheu Es sei für i und Stu- itet hätten . Derdieml, che wich^r stungen an Studenten entenwer^' nige Worte ^früheren chtätsleen. unterfi"» e ,n Woche"' eni 57 Ok., ’S"50 kg *;Ä SJtxfpoit Bilanz 1936 des deutschen Krastsahrsporles Neue Nichtlinien für das Jahr 1937. VfBer finden in Naunheim einen Gegner, der durchaus in der Lage ist, sie zu schlagen. — Nach ihrem Erfolg gegen Bissenberg ist man geneigt, den Burgern einen Sieg über Lollar auf eigenem Platze zuzutrauen. — Die 1900er müssen sich in Bissenberg sehr anstrengen, wenn sie wenigstens einen Punkt erringen wollen. —' Trotzdem die Dillenburger auf eigenem Gelände spielen, haben die ©inner die Aussicht, beide Punkte nach Hause zu nehmen. 5 kg 40 Pf., 50 kg 5 bis 3,40 Mk., Aepfel, §4 kg 15 bis 25 Pf., 50 kg 15 bis 25 Mk., Tafeläpfel, kg 25 bis 30 Pf., 50 kg 25 dis 30 Mk., Birnen, Vi kg 10 bis 20 Pf., Nüsse 45 bis 65 Pf., Hähne 1 bis 1,10 Mk., Suppenhühner 80 bis 90 Pf., fflän e 90 Pf. bis 1 Mk., Enten 90 Pf. bis 110 Mk Tauben, das Stück 50 Pf., Blumenkohl 35 bis 50 Salat 8 bis 10, Endivien 5 bis 10, Lauch 5 bis 8* Sellerie 10 bis 30, Rettich 5 bis 15 Pf. -,“1ei1R^>Ünfli.nM.iebV9'ä»ri9er. Am Montag. 16jnooember, kann der Dberpofttoaffner t R. Konrad L - h r Wilhelmstraße 51, in bester Gesundheit seinen 75. Geburtstag begehen. " Finanzamts-Personalien. Der Re- aierungsrat beim Finanzamt Gießen, Freiherr von Schenck zu Schweinsberg, wurde mit Wir- kung vom 1. Dezember ab als Amtsvorstand an das Finanzamt Dillingen (Baden) versetzt. Steuerinspektor Frees beim Finanzamt Gießen wurde zum Obersteuerinspektor ernannt. Steuersekretär Gondolph vom Finanzamt Gießen erhielt seine Ernennung zum Steuerinspektor unter gleichzeitiger Versetzung an das Finanzamt Schotten. Steuersekretär Stark beim Finanzamt Gießen wurde zum Steuerinspektor, ©teuerblätar Brenner wurde zum Steuerassistenten beim Finanzamt Gie- ßen ernannt. Wenn ihr schlachtet, denkt an das WHW. Dank der gemeinsamen Anstrengung von $üt)- rung und Gefolgschaft ist das deutsche Volk — Gott sei Dank — über die Knappheit au fdem Schweine- markt hinweggekommen, und gerade in jedem länd- tichen haushalt ist man wohl in der Lage, in diesen Wochen vor dem Weihnachlsfest wieder an Haus- fchlachtungen zu denken. Wie in den Jahren vorher meldet sich da auch wieder das Winterhilfswerk des deutschen Volkes und bittet die Volksgenossen, die nun eine mehrere Zentner schwere Sau schlachten, einen kleinen Teil an dieses große Hilfswerk des Führers abzu- führen. Zu diesem Zweck sind durch die Kreisführung des WHW. an alle Orksgruppenamtsleilungen vorschriftsmäßige Konservenbüchfen abgegeben worden, die dort zu empfangen sind, um dann gefüllt wieder abgegeben zu werden. In vielen Gemeinden werden die Büchsen schon durch die zuständigen Gemeindeinstanzen bei der Verabfolgung des Schlachlscheines ausgehändigk. Dir find sicher, wenn sich diese Helferkreise an die beteiligten Volksgenossen wenden, daß sie keine Fehlbitte tun und daß auch auf ihrem Gebiet alles getan wird, um unsere Schlacht gegen hunger und Kälte segensreich zu gestalten. Die Kreisführung des WHW. wird zum Schluß des Winterhalbjahres veröffentlichen, wieviel Büch- sen an Schlachtfpende in jedem Orte aufgekommen find, und sie ruft alle zu einem edlen Wettstreit in dieser Angelegenheit auf. Kreisführung des WHW. Oer wilde Wein. Ampelopsis Veitchi, so lese ich im Baumschulenpreisbuch. Es ist der selbstrankende, wilde Wein, wie ihn der Dolksmund nennt. Einer der früheren Hausbewohner hat ihn gepflanzt, der letzte vor mir hat ihn mit rauher Hand geviertelt, bei mir darf er wieder wachsen, und m drei Sommern hat er fast alles wieder erobert, was ihm einst von der Hausfläche entzogen worden war. Im Frühjahr begann es; über Nacht waren die Knospen gesprungen und zartes Braungrün schmückte die Wand. Nicht lange dauerte es, da war die ganze Wand geschmückt mit dem grünen Sommerkleid. Als gar die Glyzine mit ihrer Fülle der blauvioletten Blütentrauben dazu kam, da war der herrlichste Maienschmuck da. Wenige Wochen später werde ich eines Morgens wach und sah: es brummt und summt in der über und über grün bewachsenen Hauswand. Tausende und aber Tausende kleine, unscheinbare, grünliche Blütchen sind aufgegangen. Nun sind aber auch schon die Gäste da. „Wer zahlt die Völker, nennt die Namen, die gastlich da zusammenkamen ..." Bienen, Hummeln, Wespen, dicke Fliegenbrummer, kleine Falter — kurz: eine buntgewürfelte, ausgelassene Gesellschaft, in Feier- ftimmung, so scheints wenigstens, wenn ich das Gesumme höre. Aber nun nicht ein paar Tage, wie etwa beim Lindenbaum in seiner Blüte, sondern Wochen und Wochen. Und welch eine übergroße Fülle: Ich stelle mich an die blühende Wand: wie ein grüner Regen geht's über mich von den her- unterrieselnden Staubgefäßen. Vier Wochen war ich fort in Urlaub. Als ich heimkomme: immer noch blüht der wilde Wein. Kurz sind die Sommertage, besonders dieses Jahr! Ich sehe zufällig eines Tages die Wand hinauf. Fast hat Der Wein Das Dach wieDer erklommen, aber was sehe ich? Da oben Die kleinen jungen Blättchen sind rot — der Herbst beginnt. Und nun sind wiederum Wochen vergangen, da gibts jeden Tag etwas zu sehen. Das Farbenspiel ist herrlich an solch einer Wand mit dem Freund „Ampelopsis“. Ein Frost — und die Herrlichkeit geht zu Ende; was im Frühling, im Sommer, im Herbst das Herz erfreute, Die fcbone AugenweiDe, sie fällt. Nun steht der Freund kahl Da, aber wieder hat er Gäste. Die Blätter sind abgefallen, aber Tausende von kleinen blauschwarzen Beeren sind nun sichtbar. Die Freunde aus der Vogelwelt, Die schon gerne Nachtquartier in ihm bezogen, als er noch im Blätterschmuck stand, Stare, Amsel und der freche Spatz, haben nun fyier einen gedeckten Tisch. , Bis ins Frühjahr hinein naschen sie gern, für sie muß es ein Leckerbissen sein, so ein paar Beerlein. Und dann beginnt Der Kreislauf von neuem... Das ist mein Freund, ich liebe ihn, den Ampelopsis Veitchi. D- Richtkranz auf dem Friedberger । Adolf-Hitler-Polytechniknm. < LPD. Friedberg, 13. Nov. Die Bauarbeiten 1 am Adolf-Hitler-Polytechnikum in < Friedberg sind während Der letzten Monate so rasch c vorwärts geschritten, Daß in Diesen Tagen Das Richt- < fest gefeiert roerDen konnte. Das große GebäuDe, das \ unweit Des Personenbahnhofs errichtet rourDe, Dürfte i nach feiner Fertigstellung eine ZierDe Der StaDt werDen. Zwei Häftlinge in Friedberg ausgebrochen. LPD. Friedberg, 13. Nov. Am Donnerstag- nachmittag brachen zwei Häftlinge aus Dem hiesigen Amtsgerichtsgefängnis aus. Sie konnten je- Doch bereits am Abend wieder bei Okarben und Korpsführer Hühnlein, der bereits in feiner programmatischen Ansprache anläßlich des Führerappells des NSKK. in Döberitz eine Neuregelung des deutschen Krastfahrsports für das Jahr 1937 angekündigt hatte, hat nunmehr die entsprechenden Richtlinien erlassen. In einer Bilanz des Sportjahres 1937, die der Korpsführer seinen Richtlinien voranstellt, zeigt er auf, welche außerordentlichen Erfolge der deutsche Kraftfahrsport auch im Jahre der Olympischen Spiele wiederum im In- und Ausland zu erringen vermochte. 3m internationalen Automobil-Renn- f p o r t sind bei fast allen großen veranstal- tungen Deutsche Fahrer auf deutschen Wagen siegreich gewesen, und auch die Europa-Meisler- schaft hat Deutschland für sich siegreich behaupten können. Auch im Motorrad-Rennsport konnten deutsche Fahrer auf deutschen Maschinen hervorragende Leistungen erzielen, und zum ersten Male wurden die deutschen Meisterschaften für Motorräder ausschließlich auf deutschen Maschinen erkämpft. Mit Freude und Genugtuung kann ein immer stärkeres Hineinwachsen Der Jugend und vornehmlich der in den Motorsportscharen der HI. zusammengefaßten Jugend in den Kraftfahrsport fest- gestellt werden. Allein 68 Veranstaltungen, die in erster Linie von den Einheiten des NSKK. durchgeführt werden, haben der Weiterentwicklung des Kraftfahrgeländesportes, der auf dem besten Wege ist, zum wirklichen Volkssport zu werden, gedient. An Den in Deutschland) im Jahre 1936 zur Durchführung gelangten kraftfahrsportlichen Veranstaltungen haben sich insgesamt 16 150 Fahrer beteiligt. Diese verteilen sich auf die einzelnen Gliederungen wie folgt: NSKK. 8080, Wehrmacht 4370, DDAC. 2509, SS. 612, HI. 255, SA. 60, Verschiedene 264. Diese Aufstellung zeigt Deutlich, daß das NSKK. allein die Hälfte aller Teilnehmer stellt. Der aktive Geist, Der Dem N a ti o na l sozia l i sti s ch e n Kraftfahrkorps innewohnt, hat Dieses stetige Anwachsen seiner Beteiligung am Kraftfahrsport bewirkt. r, findet in Filmvortmz ' durch Süd- m für Mit- if der Kreis- lenffraOe 18, Die Dritte JgD. spielt gegen Heuchelheims zweite. Der Ausgang ist offen. Gpielvepeimgung 1900 Gießen. Biffenberg — 1900. Die Blauweißen müssen am Sonntag Die Reise nach Bissenberg antreten. In früheren Jahren konnte sich eine Mannschaft schon etwas „einbilden", wenn sie von dort mit einem achtbaren Resultat zurückkehrte. Ganz besonders aber, wenn ihr ein Punktgewinn gelungen war. In diesem Jahre haben die Bissenberger noch nicht so recht überzeugen können, aber sie werden bestrebt sein, die einmal errungene Position, unter Aufbietung aller Kräfte zu verteidigen. Aus diesem Grunde bedarf es wohl keiner weiteren Erörterungen, um die Blauweißen davor zu warnen, daß das Spiel so ohne weiteres zu ihren Gunsten zu entscheiden wäre. Es hat sich schon zur Genüge bewiesen, daß ein angeschlagener Gegner zu Leistungen fähig ist, die man ihm vorher nicht zugetraut hätte. Es bedarf daher besonderer Vorsicht, wenn die in der Aufstellung: Rahn: Zei- ler, Lippert; Erhard, Heilmann, Lehrmund; Müller, Schellhaas, Enders, Garth, Heuser antretenden 1900er mit einem Erfolg rechnen wollen. Jugendfutzball. 1900 1. Jugend — Leihgestern 1. Jugend: Das erste Spiel in der Nachrunde trägt am kommenden Sonntag die 1. Jugend gegen Leihgestern aus. Es wird sehr nötig sein, das Spiel von Beginn an ernst zu nehmen. Das ist aus Den bisher erzielten Ergebnissen zu ersehen. Aber auch Die Blauweißen haben in letzter Zeit überzeugende Spiele gezeigt unD müßten in Der Lage sein, einen Sieg zu erringen. 1900 2. IugenD — Tuspo. Wieseck l.JugenD: Die Zweite Jugend hat ebenfalls Die VorrunDe beenDet und ist am Sonntag nach Wieseck zu einem FreunD- schaftsspiel eingelaDen. Es wirD zu einem interessanten Vergleich Der Spielstärke kommen. 1900 3. IugenD — Staufenberg IugenD: Die dritte Jugend empfängt auf eignem Platz die Jugend Staufenbergs. Die 1900er sollten nach dem am vergangenen Sonntag errungenen hohen Sieg auch über Staufenberg siegreich sein können und Damit ihren Platz in Der Tabelle festigen. Oie Kreisklaffen am Sonntag. VfB. II — Naunheim II (Nesseldreher, Heuchelheim); Burg II — Lollar II (Friedrich, Dillenburg); Bissenberg II — 1900 II (Deis, Nauborn); Dillenburg II — Sinn II (Schmidt, Burg); Lich gegen Garbenteich (Niersbach, Wetzlar); Klein-Linden gegen Steinbach (Grote, Mainzlar); Niedergirmes gegen Oberbiel (Zutt, Wetzlar); Steindorf — Ulm (Volkmar, Wetzlar); Burgsolms — Ehringshausen (Buß, Steinberg); Philippstein — Aßlar (R. Würz, Holzhausen); Sportfreunde — Leun (Krämer, Rod- heim); Nauborn — Holzhausen (Scharf, Wetzlar); Hermannstein — Albshausen (Marscheck, Wetzlar); Steinberg II — Tv. 1846 II (Weinandt, Leihgestern); Bieber — Muschenheim (Lotz, Launsbach); Staufenberg— Flensungen (Böcher, Gießen); fiauns- VfB.-Reirbsbahn Gießen. Raunheim auf dem Waldsportplatz. Wenn auch die Naunheimer nicht mehr so spielstark sind, wie im vergangenen Jahre, so stellen sie doch eine Mannschaft ins Feld, die bei der Meisterschaftsfrage mitsprechen wird. Die Stärke der Naunheimer liegt darin, daß sie sich auf feit Jahren zusammenspielende Kräfte stützen. Die Naunheimer haben noch den Vorteil, einzelne Spieler zu besitzen, die schon repräsentativ herangezogen wurden. Vor einer soliden Hintermannschaft steht eine Läuferreihe, die sowohl im Aufbau wie in der Abwehr gutes leistet. Der gefährlichste Mannschaftsteil ist der Sturm. Unter diesen Verhältnissen und bei dem Vergleich des Tabellenstandes wäre man ohne weiteres geneigt, Den Nauheimern einen glatten Sieg zuzutrauen. Da jedoch die Gießener zum ersten Male mit ihren neuen Spielern auf den Plan treten, so verspricht man sich hiervon eine wesentliche Verstärkung Der hiesigen Mannschaft. Die Gießener bringen folgenDe Spieler auf Den Plan: Balser; Schwarz, Stephan; Hauptfeld, Knauß, Feuster; Fehling, Mund, Krämer, Heß, Szponick. Diese Aufftellung ist die stärkste, Die Der Verein zur Zeit herausbnngen kann. Man erwartet. Daß Die Mannschaft alles einsetzt, um vom Tabellenende wegzukommen. Leiter des Spieles ist Gutmann- Atzbach. VfD.-R. II — Raunheim II. Die Naunheimer zweite Mannschaft gibt einen sehr starken Gegner ab. Die zweite des Platzoereins muß sich gewaltig strecken, wenn sie in diesem Spiele erfolgreich sein will. Jugendfutzball. VfB.-R. 1. Jgd. — Watzenborn-Steinberg 1. Jgd.: Die erste Jugend tritt in Steinberg auf einen Gegner, der im Vergleich zum vergangenen Jahre nicht mehr so spielstark ist. Aber da die Steinberger auf ihrem Platze immer sehr gefährlich waren, so dürfen die Gießener das Spiel nicht leicht nehmen. VfB.-R. II — Alten-Buseck I: Da die zweite Mannschaft in letzter Zeit nicht nur eine konstante Form aufweist, sondern ständig ihre Leistung steigerte, so erwartet man einen knappen Sieg. Mitten im Zentrum der Stadt Plockstraße Nr. 11, ist eine sehenswerte Tevvich-, Gardinen- und Dekorations-Schau eröffnet worden. Prachtvolle Tevviche, Gardinen und Dekorationen ziehen die Ausmertsamkeit der Beschauer auf sich, ^I"^r Veranstalter dieser sehenswerten Schau ist das bekannte Tevvich- u. Gardinenbaus Ludwig, Gene und Pfaff, früher Brumlik-Haus, Frank- surt am Marn, Liebfrauenstraße 1-3._________7088y oder Rennen — bleibt ausschließlich d e n Gliederungen des NSKK. Vorbehalten — somit werden auch die internationalen und nationalen Rennen den für ihren Austragungsort zu- ständigen Motorgruppen bzw. -Brigaden des NSKK. zur Durchführung übertragen. 3. Der Deutsche Automobil-Club (DDAC.) führt selbst nur solche kraftsportliche Veranstaltungen durch, deren Träger seine Ortsgruppen mit ihrer Gefolgschaft sind. Seine Mitglieder, die im Besitze der nach den Gesetzen des deutschen Kraftfahrsportes erforderlichen Ausweise bzw. Li- zenzen sind, haben das Recht, sich an allen von Der ONS. bzw. Dem NSKK. organisierten und durch, geführten kraftsportlichen Veranstaltungen zu beteiligen. Jrn übrigen sieht Der DDAC. seine be» Deutungsvolle Aufgabe in Anpassung an Die Zu- sarnrnensetzung seiner Gefolgschaft in erster Linie in der wirtschaftlichen Verbesserung der Fahrzeughaltung und Dem Ausbau Der Kraftfahrtouri st ik. bach — Londorf (Hofmann, Wieseck); Büblingshausen — Sportfreunde II (Spies, Nauborn); Niedergirmes II — Münchholzhausen (Knapp, Wer- dorf); Aßlar II — Sportfreunde III (Räuber, Waldgirmes). Bei dem ersten Treffen stehen sich zwei wieder erstarkte Mannschaften gegenüber. Bei dem Spiel in Burg haben die Lollarer die besseren Aussichten, was auch bei dem Treffen Bissenberg — 1900 von den Platzbesitzern anzunehmen ist. Die Begegnung an der Dill dagegen ist völlig offen. Die Spiele in der Kreisklasse der Gruppe Gießen sind in der ersten Hälfte zum Teil schon erledigt. Nur noch einige Nachhutgefechte stehen aus. Das Treffen Klein-Linden — Steinbach hat auf die Tabelle noch besonderen Einfluß. Gewinnt Klein-Linden, dann stehen sie mit Steinberg auf gleicher Höhe, d. h. im Punktverhältnis. In Bezug auf den Torunterschied rangieren die Teutonen noch an erster Stelle. In der Gruppe Wetzlar sind ziemlich veränderte Verhältnisse eingetreten. Die seitherigen beiden Gruppen wurden zu einer Gruppe vereint, um den Vereinen hinreichend Spielmöglichkeiten zu verschaffen. Dadurch ist in dieser Staffel eine Lage geschaffen worden, die von den Beteiligten mit großem Interesse verfolgt wird, denn die ausgeglichene Spielstärke wechselt das Bild von Sonntag zu Sonntag. Die Spiele in der zweiten Kreisklasse nähern sich der Halbzeit. Spielabteilung 3to.i889 Klein-Linden Klein-Linden I — Steinbach I. Am morgigen Sonntag bestreitet die 1. Mannschaft das letzte Derbandsspiel der Vorrunde gegen Steinbachs I. Wer das Spiel gewinnt, ist im voraus nicht zu sagen. Doch sollte Klein-Linden das Spiel nicht leicht nehmen, da die Mannschaft im Falle eines Punktverlustes auf den zweiten Tabellenplatz käme. Immerhin sollte ein Sieg der Einheimischen im Bereich der Möglichkeit liegen. Zugendfußball der Gruppe Gießen. Am Sonntag, 15. November, werden folgende Pflichtspiele ausgetragen: Spvgg. 1900 Gießen — Leihgestern (Hillebrecht, Großen-Buseck); Watzenborn-Steinberg — VfB.-R. (Schiedsrichter wird noch bestimmt); Großen-Linden — Klein-Linden (Arnold, Heuchelheim); Allendorf — Lich (Kirchner, Gießen); Steinbach — Garbenteich (Rohrbach, Gießen); Rodheim — Wißmar (Bender, Fellingshausen); Krofdorf — Launsbach (Weil, Vetzberg); Großen-Buseck — Ettingshausen (Körber, Alten-Buseck); Spvaa. 1900 III — Staufenoerg (Bernhard, Wie- seck); Heuchelheim II — DfB-R. III (Scharf, Wißmar). H. Kirchner, Jugendgruppenleiter. Handball im Sportkreis Gießen. Nach der vorsonntägigen Unterbrechung gehen die Punktekämpfe auf den Handballfeldern weiter. Gleich zu Beginn wird es wieder eine Reihe spannender Spiele geben, die vielleicht dazu beitragen werden, die Lage hier und da etwas aufzuklären. Gespannt darf man auf das erstmalige Auftreten des Tv. Hochelheim sein, der nachträglich in die heimische Staffel der Bezirksklasse eingereiht wurde. Dezirksklasse. Tv. Lützellinden — Tv. Heuchelheim: Heuchelheim ist in letzter Zeit stark nach vorne gekommen und wird auch in Lützellinden wieder seinen Mann stehen. An einen Sieg ist aber nach Lage der Sache kaum zu denken, zumal die Platzbesitzer auf eiaenem Platz immer eine Einheit darstellen, die sich schwer schlagen läßt. Tv. Hochelheim — SpV. 1900 Gießen: Hochelheim weist noch nicht die Stärke auf, die erforderlich ist, um gegen eine Mannschaft, wie sie die SpV. 1900 darstellt, einigermaßen ehrenvoll abzuschneiden. Das erste Spiel sollte vielmehr ziemlich eindeutig zu Gunsten von 1900 enden. Tv. Münchholzhausen — Tuspo. Marburg: Die Marburger Mannschaft hat in den letzten Spielen nicht das. gehalten, was man erwartet hatte. 1. Kreisklasse. Tv. Dutenhofen — To. Herborn: Die Gäste haben bis jetzt schon einige recht schone Ergebnisse erzielen können und werden unter diesen Umständen alles auf eine Karte setzen, um kn Dutenhofen zu gewinnen. Ob das Dutenhofen allerdings zulassen wird, ist kaum anzunehmen, weil das ein weiteres Zurückfallen bedeuten würde. Tv. Dorlar — To. Holzheim: Die Dor- larer Mannschaft darf nicht unterschätzt werden, zumal sie schon oft für Ueberraschungen gesorgt hat. Es kann deshalb für Holzheim nur eins geben, so zu spielen, wie man es von der Mannschaft gewohnt ist, d. h., sich auf reine Zweckmäßigkeit ein- zustellen. To. A tz b a ch — Tv. Hörnsheim: Zu einem spannenden Kampf wird es in Atzbach kommen. Wenn auch die Platzbesitzer die Spielstärke früherer Jahre nicht mehr aufweisen können, so hat sich doch gezeigt, daß sie zu spielen verstehen und daß es ihnen nicht darauf ankommt, auch gegen eine so starke Mannschaft, wie sie Hörnsheim darstellt, ihren Mann zu stehen. Tv. Katzenfurt — To. Gruningen: Grüningen hat Aussicht, zwei weitere Punkte zu gewinnen. Die Mannschaft muß sich endlich einmal zusammenreißen und zeigen, daß sie spielen kann. 2. kreisklafse. Tv. Allendorf (Lahn) — Tv. Wetzlar II: Die Reserve des Tv. Wetzlar ist als spielstark bekannt. Ob es unter diesen Umständen Allendorf gelingen wird, einigermaßen abzuschneiden, steht dahin, zumal die Mannschaft wieder einmal mit Ersatz antreten muh. Tv. Nauborn — Tv. Hausen: Hausen sollte dem Papier nach zwar gewinnen. Die Platzbesitzer darf man allerdings keineswegs unterschätzen, zumal sie gerade in der letzten Zeit wieder recht schöne Ergebnisse gezeitigt haben. Tv. L o n d o r f — Tv. Beuern: Offen ist der Ausgang des Spieles in Londorf. Beide Mannschaften sind sich in spielerischer Hinsicht ziemlich gleichwertig. Entscheiden wird die Tagesform. Jugend. Mtv. Gießen I — Mtv. Gießen II; Tv. Dutenhofen — To. 1846 Gießen; SpV. 1900 Gießen gegen To. Krofdorf; To. Lollar — Tv. Allendorf (Lda.); Tv. Lich — Tv. Lang-Göns; To. Groß- Rechtenbach — Tv. Ebersgöns; Tv. Hochelheim gegen Tv. Oberkleen; Tv. Wetzlar — Tv. Nauborn; Tv. Atzbach — Tv. Garbenheim; Tv. Londorf gegen Tv. Beuern. Handball: Llmversität-Realgymnasium 10:8. Am gestrigen Freitagnachmittag lieferten sich die Handballmannschaften unserer Universität und des Realgymnasiums einen sehr spannenden Kampf, den die Studenten mit 10:8 für sich entscheiden konnten. Allerdings fiel die Entscheidung zugunsten der Studenten erst in der zweiten Halbzeit. In der ersten Spielhälfte hatten die Gymnasiasten die Oberhand und konnten dies auch im Halbzeitergebnis von 5:2 Toren zum Ausdruck bringen. Nach der Pause erwies sich jedoch, daß das größere Stehvermögen bei den Studenten war. Sie vermochten, nachdem die Jüngeren noch bis zu sieben Toren führen konnten, Tor um Tor aufzurücken, auf 7:7 gleichzuziehen und bis zum Ende des Spieles mit 10:8 Toren den Kampf für sich zu entscheiden. Die Elf des Realgymnasiums unterlag in einem fd,jn geführten Kampf höchst ehrenvoll. Beide Mannschaften waren sehr gut besetzt. Bei der Universität entschied der wurfkräftige Sturm den Kampf. Fußballkampf Deutschland-Italien im Rundfunk. Wie aus dem Rundfunkprogramm des Sonntags zu ersehen und wie am gestrigen Freitag im Rundfunk bekanntgegeben wurde, wird am morgigen Sonntag die mit großer Spannung erwartete Fußballbegegnung Deutschland—Italien übertragen. Bereinsmannschastskampf im Geräteturnen. „Eintracht" Frankfurt — „Vorwärts" Langen — Turnv. 1846 Gießen. Am heutigen Samstag nimmt eine sechs Mann starke Mannschaft des To. 1846 Gießen an einem vom To. „Vorwärts" Langen veranstalteten Mannschaftswettkampf an den Geräten teil. Die Mann» schäft besteht aus den Turnern Karl Reuter« Karl Schick, Heinr. Herbert, Ldw. Herbert, Max Hardt, Hermann G u t b u b, Ersatzmann Willi Straub. lieber die Aussichten der Mannschaft läßt sich im Voraus nichts sagen, weil die Stärke der beiden anderen Mannschaften, die jetzt dem Gau Südwest angehören, nicht bekannt ist. If p vZs I njierZ [Sc.-- Für den Landhaushalt: Verschiedenes! Fahrräder RM. 10,- Anzahl., Wochenrate RM. 2,50, Svez.-Räd.RM. 38,- an. [7207D Fahrrad- Bornemann, Gießen, Neuen-Bäue 22. 1 RN. DieSINGER Nr.201 oder Nr.88 gegen gute Sicherheit von Privatmanngesucht. Schr. Ang. unt. 05308 a.d.G.A. zum Nähen, Sticken undStopfen Auskunft und Prospekte durch jeden Singer Laden SINGER NÄHMASCHINEN AKTIENGESELLSCHAFT Singer Kundendienst überall Gießen, Marktplatz 18. Z Achtung! Schneider emvf. sich i. 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Wenn es im Herbst und Winter grün herausleuchtet aus all der übrigen Post, die der Briefträger brachte, dann gilt des echten Jägers erster Griff den „Grünen". Verrät ihm doch die grüne Karte, wo und wann man ihn zum frohen Jagen erwartet, welche Wildrat" halten und auf dem Wege des „Volksentscheides" zu klären suchen, was man nun treiben soll und was dann. Das taugt nie etwas und erst recht nicht bei der Treibjagd. Das gehört vorher daheim oder im Revier genau festgelegt, und ferner — eine Treibjagd kann nur einer leiten, aber nicht ein „Jagdrat". Ist aber eine Jagd gut vorbereitet, und wird sie straff durchgeführt, dann ist sie ein Genuß! Pünktlich, wie es sich gehört, haben sich alle, die zur Jagd gehören, am „Stelldichein" eingefunden : Jäger, Treiber, Hunde und Wildwagen. Freude liegt auf den Gesichtern der Jäger und Treiber, denn sie hoffen auf einen schönen Tag. Jagen ohne Jagdhornklang wäre früher undenkbar gewesen! Dann kam aber eine Zeit, in der die schöne Kunst fast verlorengegangen wäre. Dafür traten Autohupen und Signalhörner nach dem Vorbild des Rangierbahnhofes an die Stelle des Hornes. Heute legt jeder Jagdherr wieder Wert darauf, daß das Jagdhorn auf seiner Jagd nicht fehlt. Wie ganz anders wirkt es doch, wenn am „Stelldichein" die Hörner das Signal „Begrüßung" erklingen lassen und damit verkünden: „Die Jagd beginnt"! Die Treiber sind zuvor in Reih und Glied angetreten, die Schützen sammeln sich um den Jagdherrn, der sie nun noch einmal mündlich willkommen heißt, dann in großen Zügen darlegt, wie er sich den Verlauf des Tages denkt, was er zu schießen und was er zu schonen bittet, und der vor allem daran erinnert, daß jeder Schütze die Vorsicht walten lassen möge, die beim Umgang mit einer Feuerwaffe am Platze ist. Ein . „Weidmannsheil" wünscht er seinen Gästen. „Weidmannsdank" schallt es zurück. — Die Jagd kann beginnen. Die Hälfte der Schützen hat der Jagdherr zu sich gebeten, die andere schließt sich dem Förster an, der genau unterrichtet ist, wie Am Treffpunkt. Der Jagdherr heißt die Gäste herzlich willkommen. N 4 die Jagd verlaufen soll. Herr und Hund beobachten gespannt das Jagdfeld. Die einzelnen Jagden sind arten dabei besagt werden sollen und was es sonst Wissenswertes für ihn gibt. Darunter gehört zum Beispiel die Bemerkung, ob er zur Frühstückspause seine Jagdtasche oder seinen Rucksack selbst mit dem ausrüsten soll, was Leib und Seele zusammenhält, oder ob der Jagdherr Wert darauf legt, seine Gäste bewirten zu dürfen, sei es etwa mit einer guten Erbsensuppe mit allerlei, was darin herumschwimmt, oder mit einem feinen Schmierkäs mit Kartoffeln, in der Schale in heißer Asche gebraten, oder mit sonst irgendeiner „Spezialität". Hat er dies alles in sich ausgenommen, so weiß er, wenn er ein erfahrener Weidmann ist, daß man eine Treibjagd nicht aus dem Aermel schütteln kann, sondern daß der Jagdherr wissen muß, mit wieviel Schützen er rechnen kann ufro.; denn die Jagd muß gut vorbereitet sein, wenn sie wirklich klappen soll. Drum fetzt er sich flugs hin und schreibt seinen Dank und vor allem — daß er kommt. Bald hat der Jagdherr die Zu- und Absagen in der Hand, und nun kann er den Plan seiner Jagd festlegen. Der Teufel soll eine Treibjagd holen, in der kein Plan herrscht! Es ist für die Gäste ein Vergnügen besonderer Art, wenn nach jedem Treiben die Pächter die Köpfe zusammenstecken, einen „Kriegs- Der Obertreiber aus Rödgen war schon bei vielen Jagden mit dabei. e s ri - meist durch Schneisen abgegrenzt, auf denen die Schützen ihre Stände finden sollen. Rechts herum geht der Jagdherr, links herum der Förster, und jeder stellt dabei nach und nach seine Schützen an. Dabei sagt er dem betreffenden Schützen, wo der Nachbarschütze steht, worauf es bei dem Stande etwa besonders ankommt (vielleicht flüstert er ihm mit vielsagendem /4? Mm M „Ajax", der brave Jagdhund, bringt den geschossenen Hasen seinem Herrn. Blick das Wort „Fuchspaß" zu!) und wohin die „Folge" geht, d. h. wohin der Gast kommen soll, wenn das Treiben zu Ende ist. Indes haben die Treiber sich auf der einen Seite des Jagens in einer Linie mit gleichen Zwischenräumen aufgestellt, mit einem derben Stock oder einer Klapper bewaffnet, um das Wild aufscheuchen zu können. Verantwortlich für alles, was bei den Treibern vorgeht, ist der „Obertreiber". Eine schlechte Treiberwehr, die keine Ordnung hält, die sich zu Klumpen zusammenballt, oder in der bald hier, bald dort einer hinter der Linie herumkrebst, kann die ganze Jagd verderben. Deswegen erfreuen sich gute Treiberwehren bei den Jägern immer einer besonderen Wertschätzung. So waren z. B. die „Münchholzhäuser" immer als eine besonders gute Treiberschar bekannt, die mit Vorliebe auch außerhalb ihrer Heimatgemarkung Verwendung fand. Mit Buben kann man keine anständige Treibjagd machen; am besten sind ältere Leute, die das „sehen" gelernt haben, die das Wild „ansprechen" und es den Schützen durch Zuruf richtig ankündigen können, ehe diese es zu Gesicht bekommen. Auch zimperlich dürfen sie nicht sein, wenn es auch einmal durch Dickicht und Dorn geht, oder wenn die Dickung einmal regennaß oder schneeoerhangen ist. Kurz: eine richtige Treiberwehr muß die Empfindung haben, daß es überhaupt nur klappen kann, wenn sie sich voll einsetzt, und sie ist stolz darauf, wenn es wirklich geklappt hat. Es darf dem Treiber nicht nur auf den Treiberlohn ankommen, er muß selbst etwas wie Weidmannsfreude in sich fühlen. Dann ist die halbe Jagd bereits geglückt. Während so der Obertreiber seine Leute aufaestellt hat, haben die beiden Flügel, Jagdherr und Förster, sich getroffen und selbst ihre Stände eingenommen. Der Jagdherr „bläst" das Treiben „an", andere Hörner nehmen das Zeichen auf und vom „Rück- wechfel", wo die Treiber stehen, klingt es zurück. Das Treiben beginnt. Schon fällt ein Schuß dort, wo alljährlich der Fuchs geschossen oder —gefehlt wird. Reineke hatte zu spät versucht, seinen Balg in Sicherheit zu bringen. Gespannt und ohne sich zu rühren, stehen die Schützen auf ihren Ständen, die Flinte so zur Hand, daß sie sofort im Anschlag liegt, wenn Wild erscheint. Nicht immer ist es so, daß man das Treiben so weit überblicken kann wie auf unserem Bild. Wenn es gilt auf enger Schneise zwischen zwei Dickungen den Fuchs über den Kopf gehen zu lassen, oder das Kaninchen oder den Hasen Rad schlagen zu sehen, dann gibt es kein langes Ueberlegen. Leute mit „langer Leitung" sind dort am falschen Platze. Hier gibt es kein langes Zielen, wie auf dem Schiebstande. Der Schuß muß hingeworfen sein und trotzdem — sitzen! Hier knallt es und dort! Mit „Haro" kündigen die Treiber den Hasen an, mit „Tiro" Fasan und Schnepfe, bis schließlich das Treiben zu Ende ist. Während „Waldmann", der Dackel, bei den Treibern seinen Platz fand und schon manchen „Krummen" lauthals vor die Schützen hetzte, hat sein großer Weidqeselle unbeweglich neben seinem Herrn gesessen. Er darf nicht „pfeifen" und „winseln", und nur ein Zittern, das ab und zu über seinen Rücken läuft, verrät die Erregung, in der er sich befindet. Ein Mümmelmann, der über die Schneise flüchtete, wurde vom Schuß etwas kurz gepackt und verschwand nach Verlust einer Handvoll „Wolle" in der gegenüberliegenden Dickung. Nun ist das Treiben vorüber und abgeblasen, und „Ajax" soll jetzt zeigen, was er kann. Diese Arbeit nach dem Schuß ist die schwerste und zugleich wertvollste Arbeit des Hundes. Soll er doch wieder gut machen, was der Hornsignal: „Die Jagd beginnt!". (Aufnahmen [9]: Neuner, Gießener Anzeiger.) Alles Wild wird so auf dem grünen Gras der Waldwiese gestreckt, wie Weidmannsregel es vorschreibt, in Reihen und jede Wildart für sich. Wehe dem, der über die Strecke schreitet! Ihm gebühren die Pfunde, d. h. Schläge mit dem blanken Hirschfänger auf feine „Kehrseite". Denn mit dem „Streckelegen" will der Weidmann sein Wild ehren. Der Jagdherr verkündet nunmehr allen die Strecke: MD Drüben steht ein guter Bock. Ein Teil der Jagdbeute wird zum Wagen gebracht. schlechte Schuß verdarb, und das Wild vor Qual und Ludertod bewahren! Am „Anschuß" legt der Jagdherr seinen Hund zur Fährte; der „saugt" sich an ihr fest, kurz hängt er noch am Riemen nach, dann wird er „geschnallt" und dahin geht die Jagd. „O weh, o weh" klingt des Hasen Todesklage. Doch schon ist der Hund zurück, stolz den Hasen im Fang, und setzt sich vor seinem Herrn nieder, bis der ihm das Wild abnimmt, ihn lobt und ab= liebelt. Nun geht es weiter von Treiben zu Treiben. Nicht alles Wild, das vorkommt, darf geschossen werden. Trotzdem hat der Jäger feine Freude daran, und der Anblick eines „guten" Bockes läßt alle den Schritt verhalten. Nach jedem Treiben wird „Strecke" gelegt, d. h. das darin geschossene Wild wird ordnungsmäßig in einer Reihe, jedes Stück auf der rechten Seite, niedergelegt, um dann zum Wildwagen gebracht und dort so aufgehängt zu werden, daß es nicht verhitzen, aber gut auskühlen kann. Der Aufenthalt im Freien macht Hunger und Durst. Schon hat da und dort mal einer den Griff in die Tasche getan. Nun sitzt alles zusammen in der warmen Herbstsonne ober an einem Feuerchen, oder auch in der Jagd- oder Schutzhütte, die Jäger und Treiber gastlich aufnimmt. Allerlei kommt da zum Vorschein! Belegte Brote gestatten keine besonderen Schlüsse, dagegen verrät die verlockende Leberwurst dort drüben die „Hausschlacht", während sich das Gänsekeulchen als der für den Hausherrn kaltgestellte Rest des Sonntagsbratens offenbart. Scherzworte fliegen hin und her, ein Schluck „Zielwasser" ist auch nicht zu verachten, doch der Jagdherr drängt zum Aufbruch. Man ist ja doch schließlich nicht zum Frühstücken hierher- gekommen! Unb weiter reiht sich Treiben an Treiben, bis bie Sonne sinkt. In Reihen hängen die Hasen auf dem Wildwagen, bunte Fasanen- hähne schaukeln an seinen Leitern, drei Füchse, eine Schnepfe und ein Habicht vermehrt das bunte Bild. Und nun wird die Strecke des Tages gelegt! „Die heutige Strecke beträgt 3 Füchse, 47 Hasen und Fasanenhähne, 1 Schnepfe und 1 Habicht." Und während die einzelne Wildart genannt wird, ertönt das „Totsignal". „Fuchs tot", „Has tot", „Federwild tot", rufen die Hörner, grüßt der Jäger fein Wild. „Halali" und „Jagd vorbei" bilden den Abschluß. Die Jagd ist vorüber. Alle sind zufrieden, aber jeder hat irgend etwas Besonderes erlebt, und das müßte doch noch besprochen werden! Wo aber könnte das besser geschehen als dort im Dorfwirtshaus, wo eine „deftige" Erbsensuppe, ober ein „Schweinernes", ober dergleichen der hungrigen Jäger und Treiber harrt. Dann kommen Weidmannslied und Weidmannsscherz zu ihrem Recht. Nach dem Frühstück: Treiber und Jäger machen sich wieder auf den Weo. ■ ■ Die Schützenkette umstellt beim Mühlchen von Annerod das weite Feld. Wirtschaft Sie Getreide-Ablieferungspflicht. nach 1 Kirchliche Nachrichten Mühlen 2. gottesdienst; 13: Hauptgottesdienst. — Garbenleich. 10: Gottesdienst. — Hausen. 13: Gottesdienst. — Lich.; Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion Göbelnrod. Lesegottes- Kindergot- Abendmahls für die Alten; Kollekte. — 14.15: Gottesdienst. — Veilsberg. 10: dienst. — Wahenborn-Sleinberg. 10.30: tesdienst; 13: Hauptgottesdienst. Christliche Gemeinde Giehen, Zu den Evangelische Gemeindest. Sonntag, den 15. November 1936. LPD. Frankfurt a. M., 13. Nov. Die Presse- srellc des Landesarbeitsamtes Hessen teilt mit: Während im Vorjahre der niedrigste Stand der Arbeitslosigkeit bereits Ende August mit rund 117 200 arbeitslosen Volksgenossen erreicht wurde, setzte der saisonübliche Rückgang in diesem Jahre erst im Oktober ein. Ende September d. I. waren nur noch rd. 74 300 Arbeitslose vorhanden. Die Zahl der Arbeitslosen stieg sodann bis zum 31. Oktober d. I. leicht an, und zwar um rd. 4800 auf 7 9 1 6 2, davon waren 68 375 oder 86,4 v. H. Männer und 10 787 oder 13,6 v. H. Frauen. Von der Zunahme um rd. 4800 Arbeitslose entfallen fast drei Viertel (3165) auf die Saisonauhen- berufe. Ferner ist daran das ebenfalls von der Saison beeinflußte Gast- und Schankwirtschaftsgewerbe mit vd. 600 Arbeitslosen beteiligt. Von den Saison- außenberufen war es insbesondere das Baugewerbe, in dem nach Fertigstellung kleinerer Wohnungsbauten usw die Zahl der Arbeitslosen am stärksten, und zwar um rd. 1660 Baufach- und 660 Bauhilfsarbeiter, zunahm. In der Berufsgruppe „Eisen- und Metallerzeugung und -Verarbeitung" konnte sich die günstige Entwicklung auch weiterhin behaupten. der Frauenhilfe. — Harbach. 9.30: Gottesdienst mit Feier des hl. Abendmahls für die Alten; Kollekte. — Bellershain. 12.30: Gottesdienst mit Feier des hl. Oer Arbeitseinsatz im Oktober im Bezirk des Landesarbeitsamts Hessen Bibelstunde. Gemeinschaft innerhalb der Kirche (Landeskirchliche Gemeinschaft), Gutenbergstraße 9. Sonntag, den 15. November. 20.30 Uhr: Evangelisationsstunde. — Mittwoch, den 18. November. 20.30 Uhr: Bibelstunde. — Donnerstag, den 19 November. 20.30 Uhr: Jugendbundstunde. katholische Gemeinden. Samstag, den 14. November 1936. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, 15. Nov. 24. Sonntag nach Pfingsten. 8 bis 21 Uhr. f Stadtpostamt: Für Schließfachabholer bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. Aerzte : Dr.Klein, Frl.Dr. Gürtler. Zahnarzt: Dr. Geyer. Apotheke: Pelikan-Apotheke. fester, Mexikaner lagen uneinheitlich. Im Verlaufe schrumpfte das Geschäft am Aktienmarkt vollkommen ein, die Kurse waren gegen den Anfang kaum verändert. Einzelne Montanwerte unterlagen geringen Schwankungen und waren am Schluß etwas erholt. Don Auslandaktien schwankten Aku zwischen 66,50 bis 67,50, Otavi bei einigen Umsätzen zwischen 32 bis 32,75 nach 33. Eh ade A bis E erholten sich auf 277 nach 270. Die später zur Notiz gekommenen Werte lagen uneinheitlich, aber meist etwas schwächer, Licht & Kraft —1,50 d. H. Am variablen Renten markt ergaben sich keine Veränderungen von Belang. Ungarn Gold schwankten zwischen 9,70 bis 9,50. Der Pfandbriefmarkt lag ruhig und fast unverändert, auch Stadtanleihen erfuhren nur geringe Abweichungen, 4,5 Darmstadt von 1928 94,13 (94,75), 4,5- (6)prozentige Frankfurt 94,50 (94,25), 4,5 Heidelberg 91,75 (92). Im Freiverkehr nannte man Adlerwerke 105, Wayß & Freytag 126,50, Ufa 64,50, Growag 93,50. Tagesgeld etwas gefragt zu 2,75 (2,50) o. H. Abendbörse freundlich. An der Abendbörse zeigte sich überwiegend etwas Nachfrage. Die Haltung war freundlich und das Geschäft auf Teilgebieten lebhafter. Die weitere Erholung der Aüslandswerte dürfte dabei mit- qesprochen haben. Aku erhöhten sich bei lebhaften Umsätzen auf 68,25 bis 68,90 (67,25), Ehade A—C auf 291 (277, Berlin 281), Otavi auf 35,13 bis 35 (33,40); 4proz. Schweiz. Bundesbahn lagen 1 v. H. höher mit 139,50 und 4proz. Ungarn Gold notierten mit 10 (9,85). Von Jnlandsaktien wurden Montanwerte etwas gefragt, Buderus 124 (122,90), Verein. Stahl 124 (123,25), Hoefch 119,50 (119,25), Klöckner 126,25 (126), Rheinstahl 153,25 (152,75). Recht fest lagen Motorenwerte, BMW. 0,50 v. H. über Berlin hinaus erhöht auf 141,50 (139), Daimler 123 (121,90). Don Maschinenaktien Moenus 98,65 (98), aber Muaq 129 (129,50). Auf den übrigen Marktgebieten wichen die Kurse gegen den Berliner Schluß nur geringfügig ab. JG.-Farben blieben zu 171,65 bis 171,50 nur knapp gehalten. Am Kassamarkt stiegen JG.-Ehemie Basel volle auf 158,50 (155), dö. leere auf 140,50 (138) und Sie- mens-Reiniger auf 126,75 (125,50). Deutsche Renten blieben stark vernachlässigt. JG.-Farben-Bonds waren zu 135,50 (136) angeboten. Sonntag, den 15. November. 9.30 Uhr: Erbauungs- ! stunde; 20.30: Predigt (Prediger Lück). — Ab Montag, 16., bis Sonntag, 22. November: 20.30 Uhr: Evangelisationsvorträge durch Prediger K. Bussemer. Dienstag bis Freitag und Sonntag, 15.30 Uhr: U. a. notierten: 6proz. Mainkraft 101,40, 6proz. JG.-Farben 135,50, 5proz. Eisenbahn-Bank 80,50, 1914er Ungarn 8,25, 1913er 8,25, 1910er 8, Ungarn Gold 10, Kronen-Bosnier 5,15, 4proz. Schweiz. Bundesbahn 139,50, 5proz. Rumänen 7, 4proz. Rumänen 6,10, Aku 68,25 bis 68,90, MAN. 117,75, Bemberg 116, Buderus 124, Ehade A—C 291, Daimler 123, Scheideanstalt 270, Licht und Kraft 156, JG.-Farben 171,65 bis 171,50, Felten 138,50, Goldschmidt 128,75, Hoesch 119,50, Holzmann 135, Lahmeyer 144,25, Mannesmann 117,13, Muag 129, Moenus 98,65, Rheinstahl 153,25, Schuckert 162, Siemens-Reiniger 126,75, Verein. Stahl 124, Westdeutsche Kaufhof 60,50, Commerzbank 109,50, DD- Bank 111, Dresdner Bank 108,50, AG. für Verkehr 124,50, Hapag 14,75, Otavi-Minen 35,13 bis 35, Allianz Stuttgarter Verein 251. Frankfurter Obst- und Gemüsemackt. Frankfurt a. M., 13. Nov. Das Gemüseangebot blieb durchweg sehr reichlich. Der Absatz war sehr schleppend, die Preise allgemein rückläufig, besonders für Rosenkohl und Spinat. U. a. notierten: Blumenkohl 20 bis 40, Eskarol 4 bis 10, Feldsalat 28 bis 60, Gewürze! (großes Bündel) 25 bis 40, Karotten 3 bis 5, gelbe Kartoffeln (50 Kilo) 3,00 bis 3,15, Oberkohlrabi 3 bis 5, Unterkohlrabi 3 bis 5, Kopfsalat (unter Glas) 5 bis 10, Meerrettich 40 bis 45, Petersilie 30, Rettich 3 bis 8, Rosenkohl 14 bis Giehen. Stadtkirche. 9.30 Uhr: Pfarrverwalter Damerau; 11: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde; Pfarrverwalter Damerau; 17: Pfr. Becker. — Jo- hanneskirche. 9.30: Pfr. Bechtolsheimer; 11: Kinderkirche für die Lukasgemeinde; Pfr. Bechtolsheimer; 17: Pfr. Ausfeld; 20: Bibelbefprechung im Johannes- faal; Pfr. Bechtolsheimer. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfarrvikar Weckerling; 11: Kinderkirche für die Luthergemeinde; Pfarrvikar Wecker- (ing. — Petruskapelle (Wetzlarer Weg 59). 9.30: Pfarraffistent Bangert; 10.45: Kinderkirche für die Petrusgemeinde; Pfarraffistent Bangert. — Saal der Neuen Krippe. 11: Kinderkirche für die Johannes- aemeinde; Pfr. Ausfeld. — Wiefeck. 9.30: Beichte; 10: Predigtgottesdienst; im Anschluß Feier des hl. Abendmahls; 15: Bibelstunde. — Alten-Vuseck. 9.30: Beichte; 10: Gottesdienst; hl. Abendmahl für die männliche Jugend. — Steinbach. 10: Gottesdienst. — Albach. 12.30: Gottesdienst; 13: Kinderkirche. — Annerod. 9: hl. Abendmahl für die Jugend. — Rödgen. 13: hl. Abendmahl für die Jugend. — Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienst; 11: Beichte und hl. Abendmahl für die Mädchen. — Kirchberg. 10: Gottesdienst; anschließend hl. Abendmahl für die Jugend von Mainzlar. — Daubringen. 14: Gottesdienst. — Lollar. 8: Gottesdienst. — Klein-Linden. 11: Kinder- Rhein-Mainische Börse. Vlitlagsbörse uneinheitlich. Frankfurt a. M., 13. Nov. An der Börse herrschte stärkere Zurückhaltung; das Geschäft bewegte sich in engen Grenzen. Die Kursentwicklung am Aktienmarkt war uneinheitlich, es überwogen jedoch die Abschwächungen. Für Auslandwerte war die Haltung unsicher, wozu Mutmaßungen über in Vorbereitung befindlichen Maßnahmen von besonderer Tragweite beigetragen haben dürften. Kunstseide Aku hatten bei lebhaften Umsätzen eine Einbuße von 3 v. H. auf 67,50, wobei sich Angebot und Nachfrage ausgeglichen haben; Ehade A bis C gingen um 6 RM. auf 270, Otavi Minen auf 33,50 bis 33 (34) zurück. Von inländischen Werten waren Lahmeyer mit 145 (148,25), Bayr. Motorenwerke mit 138,50 (142) etwas stärker abgeschwächt. Von Montanwerten ließen Buderus 165 v. H., Hoesch 0,75 v. H. nach, sonst blieben die Kurse ziemlich behauptet. Chemieaktien lagen schwächer, Metallgesellschaft —1,75 v. H., Goldschmidt —1,25 v. H., Scheideanstalt —1 v. H., JG.-Farben 171,75 (172). Im einzelnen eröffneten Reichsbank 1,50, Siemens 1,25, Cement Heidelberg 0,50, AEG. 0,13 v. H. leichter, Bemberg 0,50, Nordd. Lloyd 0,25 v. H. freundlicher; Daimler, Holzmann, Schuckert, Gesfürel und Westdeutsche Kaufhof blieben behauptet. Auch der R e n t e n m a r k t lag sehr ruhig. Kom- munal-Umschuldung waren zu 89,90 angeboten, wäbrend Altbesitz etwas fester lagen. Auch zertif. Dollar-Bonds waren mäßig höher, 6proz. Preußen 74 (73,65), 6,5proz. Preußen 74,40 (74). Von Auslandrenten notierten Ungarn und Rumänen etwas Auch in den übrigen, von der Konjunktur abhängen Berufsgruppen waren die Schwankungen nur gering. Der Beginn der Zuckerkampagne brachte Hunderten von arbeitslosen Volksgenossen für längere Zeit Beschäftigung. In der Forstwirtschaft wurde mit dem Holzeinschlag in verschiedenen Bezirken bereits begonnen, so daß auch von dieser Seite der Rückgang des Arbeitseinsatzes abgeschwächt worden ist. Dazu kommt noch, daß im Laufe des Monats Oktober 660 Volksgenossen mehr bei Notstandsarbeiten eingesetzt werden konnten als im Vormonat. Die Zahl der beim Bau der Reichsautobahn beschäftigten Arbeitskräfte (ohne Stammarbeiter) hat sich allerdings im Oktober um über 1900 vermindert, nachdem die Strecke Frankfurt a. M.— Bad-Nauheim fertiggestellt war. Die Zahl der von der Reichsanstalt Unterstützten stieg Grobe Oktober um 2979 auf 45 248 Hauptunterstützungsempfänger. Von den Arbeitsämtern anerkannte Wohlfahrtserwerbslose wurden Ende Oktober 15138 gezählt, das find rd. 1000 weniger als zu Beginn des Monats. Die Zahl der bei Notst nds- arbeiten beschäftigten Volksgenossen ist um 661 auf 5035 gestiegen. Autohilfe: Rufnummer 04 beim Postamt Gießen. Kleine Strafkammer Gießen. Der Angeklagte O. H. aus Friedberg war beschuldigt, am 10. November 1935 in der Gemarkung Ober-Roßbach auf fremdem Jagdgebiet im Scheinwerferlicht eines Kraftwagens einen Hasen geschossen und dadurch gegen § 292 StGB., sowie gegen das Jagdgesetz verstoßen zu haben. Das Amtsgericht Friedberg hatte den Angeklagten durch Urteil vom 28. Juli 1936 freigesprochen. Die Staatsan- waltschaft hatte gegen dieses Urteil Berufung einge- legt. In der gestrigen Hauptverhandlung kam die Kleine Strafkammer jedoch zu demselben Ergebnis wie der Vorderrichter und wies daher die Berufung der Staatsanwaltschaft zurück. Der August Hamburger aus Seibelsdorf (Kr. Alsfeld) war vom Amtsgericht Lauterbach am 28. September 1936 wegen Tierquälerei zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt worden. Es war ihm zur Last gelegt, auf einem Hofgut einen Zugochsen mit einer Mistgabel blutig geschlagen zu haben. Gegen dieses Urteil hatte der Angeklagte Berufung eingelegt. Da in der Haupt- veryandlung neue Beweisanträge gestellt wurden, wurde die Sache abgesetzt. Rundfunkprogramm Sonntag, 15. November. 6 Uhr: Hafenkonzert. 8.05: Gymnastik. 8.45: Morgenmusik. 9: Katholische Morgenleier. 9.45: „Und Gott schweigt?" Von Edwin Erich Dwingcr. 10: Cho^gelang. 11: Reichssendungaus der Deuisch- landhalle: Langemarck-Feier. 12: Musik am M! ag. 14: Unterhaltungskonzert. Dazwischen: Funkberichte von der ersten und zweiten Halbzeit des Fußball- Länderkampfes Deutschland — Italien im Olympia-Stadion Berlin. Sprecher: Rolf Wernicke. 16: Sonntagnachmittag aus Saarbrücken. 18: „Deutschland, heiliges Wort." Abschlußfeier der R.-Referaten des Gebietes-Obergaues 12 Westmark der HI. 18.30: ... und nun ein Tänzchen! 19: Lieder. 19.50: Sportbericht. 20: „Geschichten aus dem Wiener Wald." Ein historisches Funkbild im Dreivierteltakt. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). Hlontag, 16. November. 6 Uhr: Morgenspruch. — Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Musik zur Frühstückspause. 10: Schulfunk. 11: Hausfrau, hör zu! 11.30: Landfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: Schloßkonzert I. 13: Nachrichten. — Anschließend Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Schloßkonzert II. 14: Nachrichten. 14.10: „Sesam öffne dich!" (Aus unserem Wunschkästchen.) 15: Volk und Wirtschaft. 15.15: Kinderfunk. 15.45: Unterhaltungskonzert. 16.45: Südwestdeutsche Erzähler. Eberhard Meckel. 17: Klaviermusik. 17.30: 1. Eine Viertelstunde in der Seilschwebebahn. 2. Im Hebel- stübli. 18: „Fröhlicher Alltag." 19: „Sie kamen vom Bauernhof." Gustav Ruhland, ein vergessener deutscher Bauerndenker. 20: Nachrichten. 20.10: Geplänkel um Spichern. Bilderbogen aus den Sommertagen Anno 70. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 22.30: Nachtmusik. Fach. Jeder Erzeuger von inländischem Brotgetreide ist nach Anordnung der Hauptvereinigung der deutschen Getreidewirtschaft verpflichtet, von dem durch den zuständigen Getreidewirtschastsver- band festgesetzten Kontingent bis zum 31. Dezember mindestens je 60 v. H., bis zum 31. Januar 1937 mindestens je 80 v. H., bis zum 28. Februar 1937 mindestens je 100 v. H. für Zwecke der menschlichen Ernährung, oder für technische Zwecke mit den vorgeschriebenen Kontingentsmarken abzuliefern. In begründeten Ausnahmefällen kann von dem zuständigen Getreidewirtschaftsoerband auf Antrag die spätere Erfüllung eines bestimmten Teiles des Ablieferungskontingents zugelassen werden. Die Nichterfüllung dieser Ablieferungspflicht roirb den bestehenden Vorschriften bestraft. 9.30: Stiftsdechant Kahn; 13: Kindergottesdienft; 14: der Schuljugend; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Stiftspfarrer Naumann. — Nieder-Beffingen. 9.30: Predigt und sakramentalem Segen; 11.15: Messe mit Stiftspfarrer Naumann. — Langsdorf. 11: Haupt- Predigt; 17.30: Christenlehre und Andacht. — Grüngottesdienst; Pfarrer Naumann, Lich. — Beiten- berg. 9.45: Hochamt mit Predigt. — Hungen. 8: Haufen. 9.30: Hauptgottesdienst; Pfr. Gerich, Bellers- Messe; Hochamt mit Predigt. — Laubach. 10: Messe; 15, Rote Rüben 3 bis 5, Rotkraut 2 bis 4, Sellerie (je nach Größe) 8 bis 35, Spinat 9 bis 15, Schwarzwurzel 18 bis 25, Haustomaten 40 bis 60, Weißkraut 2 bis 3, Filterkraut 2,5 bis 3,5, Wirsing 2,5 bis 4, Winterkohl 6 bis 8, Weiße Rüben 5 bis 7, Zwiebel 5 bis 6. Obst und Südfrüchte: Zufuhren von Aep- feln und Birnen sehr gut. Nachfrage nur nach -besseren Auslesen befriedigend, in Mittelware Ueber- stände. Preise fest. Nüsse sind gut, Trauben ausreichend angeboten. Geschäft zufriedenstellend. U. a. notierten: Aepfel I 30 bis 35, II 20 bis 28, Wirtschaftsäpfel 15 bis 20, Goldparmänen I 35 bis 38, Boskop I 30 bis 35, Renetten 22 bis 28, Schafsnase 16 bis 20, Birnen I 20 bis 30, II 15 bis 18, Kochbirnen 8 bis 12, Verein Dechant 25 bis 30, Mollebusch I 15 bis 18, II 12, Pastoren 8 bis 15, Bananen, 12,5-Kilo-Kiste, netto 5,00 bis 6,00 Kam., 6,00 Westindien und Bras., Kranz-Feigen, 25 Kilo, 10,50 bis 11,50, Haselnüsse 38 bis 45 ital., 30 bis 35 bulgar., Trauben 44 bis 50 holl., blaue Italiener 15 bis 18, Walnüsse 30 bis 32 bulg., Zwetschen 20, Zitronen, Kiste 300 und 360 Stück, 9,50 bis 10,50. Die Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 950: Die Umsatzsteuerumrechnungs- jätze auf Reichsmark für die nicht in Berlin notierten ausländischen Zahlungsmittel für Oktober 1936. — 951: Begrenzung der Kompensationsgeschäfte seitens Rumänien. — 952: Neue Liste der polnischen autonomen Zollermäßigungen und Zollbefreiungen. Hochamt mit Predigt; 14.30: Vortrag und Andacht. — Lich 10: Messe; Hochamt mit Predigt; 20: Vortrag und Andacht. — Nidda. 8.15: Messe; Hochamt mit Predigt. — Schollen. 10.30: Messe; Hochamt mit Predigt. Gießen. Wochentags 6.30 und 7.15 Uhr: hl. Messen. Mittwoch, den 18. November 1936. Hungen. 7.15 Uhr: hl. Messe. Evangelische Sladlmisfion (Christliche Gemeinschaft innerhalb der Landeskirche), Löberstraße 14. Sonntag den 15. November. 8.30 Uhr: Morgenandacht; 13.30: Sonntagsschule; um 15 und 20.15 Uhr spricht Herr Stadtmissionsinspektor Schönwinkel. — Mittwoch, den 18. November. 20.30 Uhr: Bibelstunde. — Samstag, den 21. November. 20.30 Uhr: Jugendbibelkreis (Jünglinge). Neuapostolifche Gemeinden, Händelstraße 1, Eder- straße 13. Sonntag, den 15. November. 9.30 Uhr: Gottesdienst; 16 Uhr: Gottesdienst. Daplistengemeinde, Gartenstraße 13. Sonntag, den 15. November. 11 Uhr: Kindergottesdienst; 20.30: Predigt. — Donnerstag, den 19. November: 20.30 Uhr: Bibelstunde. Oeffentticher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringenden Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Telefon 02. _, „ „ Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst I heim. — Rlünzenberg. 11: Gottesdienst; Kollekte; 8.30: Frauenoersammlung. — Trais-TNünzenderg. 9: I Gottesdienst; Kollekte. — Hungen. 10: Gottesdienst; 19.30: Gottesdienst zur Eröffnung der Winterarbeit Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v.H., Frankfurt a. UI. Serhn Schluß« furd Schluß!. Abend» börir Schluß- kurs Schluß!, mittag» börse '-Datum 12-11- 13-11 12-11- 13-11. 6% Deutsche Retchsanleihe v. 1927 101,25 101,4 101,4 101,4 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 98,13 98 98,13 98 6Yi% Doung-Anleihe von 1930 .. 102,5 — — —— Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auslos.-Rechten ............ 118 118,4 118,13 118,75 *Vi°/o Deutsche Reichspostlchatzan Weisungen von 1934, 1....... 99,75 99,9 100 100 iVxVo ehem. 8% Hessischer Volks staut 1929 (rückzahlb. 102%) ... 98,75 98,75 _ _ 4Vi% ehem. 8% Hessische Landes bank Darmstadt Gold R.12... 97 97 _ 97 6%% ehem. sy,% Hess. Landes Hypothekenbank DarmstadtLiau. 100,4 100,25 _ _ 4Yi% ehem. 8% Darmst. Komm Landesb.Goldschuldverichr. R.b 93 93 _ — Oberhessen Provinz-Anleihe ml- Auslos.-Rechten ............ 130,5 _ _ Deutsche Komm. Sammelabl. An leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 122,9 122,4 122,65 122,4 4'/,% ehem.8% Franks. Hyp.-Banl Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 97 97 97 97 6%% ehem. 4*4% Franks. Hyp. Bank-Liqu.-Pfandbriese...... 100,5 100,5 _ 6Yi% ehem. 4Yt% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpse. ... 100,75 100,75 101 101 4%% ehem. 8% Pr. Landespfand briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 97,5 97,5 97,5 97,5 4*4% ehem. 7% Pr. Landcspfand vricsanst., Gold Komm. Obl. 20 95 95 95 95 kteuergutich.BerrechnungSk. 34-38 109,8 109,8 109,9 109,9 4% Oesterretchtsche Goldrenke... — — 26,5 24-5 4,20% Oesterreichische Silberrente 2,75 — 2,2 2,3 4% Ungarische Goldrente ....... 9,45 10 9,4 9,85 4% Ungarische Staalsrente v. 1910 — 8 7,85 8 4*/,% desgl. von 1913......... 8,25 8,25 7,9 8,3 o% abgeü. Gvldmexikaner von 99 11,75 11,65 11,5 11,9 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie l......... .......... — — — — Frankfurt a.M. Herlin Schluß» kurS Schluß!. Abend» börse Schlußkurs Schluß!. Mittag» bör>e Datum 12-11- 13-11 - 12-11- 13-11. 4% oesgl. -Lene ii ........... — — — — 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 6,65 7 6,5 6,55 4*/,%Ru»ian.vereinh.Rentev.l913 10,5 10,5 10,5 10,25 4% Rumänische vereinh. Rente 5,6 6,1 5,8 5,9 2^% Anatolier............ 33 32,75 33,5 32,65 Hamburg-Amerika-Paket ..... 0 14,75 14,75 14,5 14,4 Hamdurg-Südam. Dampfschiff . 0 — — 38 38 Norddeutscher Lloyd ......... 0 14,4 14,65 14,5 14,25 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 125 124,5 125,4 124,25 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 — 125,5 127,25 126,13 Commerz- und Privat-Bank ... 4 110 109,5 110 109,5 Deutsche Bank und DiSconto- Gesellschaft................ 4 111,5 111 111,5 111 Dresdner Bank.............. 4 109 108,5 109 108,5 Reichsbank ................ 12 187 185,5 186,5 185,13 21.(5.®...................... 0 _ _ _ — Bekula..................... 8 166,75 166 166,9 166,65 Elektr. LieferungSgesellichaft .. 6 135,75 136 136,9 136 Licht und Kraft ............. 7 157,25 156 156,5 155,5 Felten & Guilleaume......... 4 138 138,5 138 138 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung 6 144 145,25 144,5 145,75 Rheinische Elektrizität ........ 6 — — 132 130 Rhein. Wests. Elektr.......... 6 137,75 137,75 137,65 137,65 Schuckert & (So............... 6 161,5 162 162 162 Siemens & Halske........... 8 197,75 197,5 197,75 197,5 Lahmeyer L Co............. 7 148,25 144,25 147,9 t 144,25 Buderus .................. 124 I 124 123,13 122,9 Deutsche Erdöl ............. 4 143 142,25 143,5 142,5 Harvener................. 2% 155,5 156 156,5 156 Hoesch Eisen—Köln-Neuessen . 3 119,75 119,5 118,5 119,25 Ilse Bergbau .............. 6 — 195 191 3üe Bergbau Genühe....... 6 147 147,5 147 148,25 Klöcknerwerke .............. 9 126,75 I 126,25 126,25 126 Mannesmann-Rohren....... 116,75 I 117,13 116,4 1 117,25 Frankfurt a. M. Äerlin Schluß« kurs schlußl. Abend» börse Schlußkurs Scylußk. Mittagbörse Datum 12-11- 13-11 12-11- 13-11- ManSselver Bergbau....... 6¥i 158 — 158,5 157 Kokswerte ................ . t> / — — 139 138 Rheinische Braunkohlen .... 12 — — 230 225,25 Rhetnslabl ................ . 4 153 153,25 153,5 152,75 Bereinigte Stahlwerke...... sy, 122,75 124 122,25 123,25 Otavi Minen ............. .. 0 34 35 33,5 33,4 Kaliwerke Aschersleben...... .. d — 140,5 143,75 140,5 Kaliwerke Westeregeln...... .. 6 135,5 135 135 136,75 Kaliwerke Salzdetfurth..... 7% 194 — 194 — I. G. Farben-Jndustrie..... .. 7 172 171,5 172 171,65 Scheideanstalt............. .. 9 271 271 — —— Goldschmidt .............. .. 6 129,5 128,75 129,5 128,75 RütgerSwerke ............. .. 6 141 139,5 140,5 139,5 Metallgesellschaft........... .. 6 152,5 151,25 152,5 150,9 Philipp Hol,mann......... - 4 135 135 135,5 134,5 Zementwerk Heidelberg .... .. 7 165,5 166 - - Cementwerk Karlstadt....... .. 6 - - Schultheis Patzenhoser .... .. 4 — — 101,75 101-9 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 70,25 68,9 6/,d 67,25 Bemberg................ .. 5 115 116 115 115,75 Zellstoff Waldhof ......... .. 6 164 162 163,5 162,25 Zellstoff Aschaffenburg .... .. 0 140 138,5 140 139,25 Dessauer Gas ............ .. 7 — — 110 110,5 Daimler Motoren......... .. 0 121,5 123 121,75 121,9 Deutsche Linoleum........ .. k 166 167,5 165,5 168 Lrenstein & Koppel ....... .. 0 —- — 91,5 92 Westdeutsche Kaufhof...... .. 0 60 60,5 59,9 60,5 Cbade................... .. e 276 291 270 281 Accumulatoren-Fabrik..... . 12 — — 201,5 Conti-Gummt............ . ii 169,5 170 169,5 1 170 Griyner................. .. 0 1 33,9 1 34,5 I 34,9 Mainkrastwerke Höchst a.M. .. 4 - — — Süddeutscher Zucker...... . IC 1 200,5 1 203 1 202 I 203 Lombardzinsfuß 5 v. H. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. Banknoten. 12-November 13. November Am liche Notierung Amtliche Notierung Geld Brief Geld Srlcf jueno» tim 0,691 0,695 0,691 0,695 Brüssel .... 42,11 42,19 42,08 42,16 Mo de Jan. 0,144 0,146 0,145 0,147 Sofia..... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen 54,22 54,32 54,17 54,27 Danzig .... 47,04 47,14 47,04 47,14 London.... 12,145 12,175 12,13 12,16 HeljingforS. 5,36 5,37 5,35 5,36 Paris ..... 11,55 11,57 11,54 11,56 Holland ... 134,02 134,28 133,96 134,22 .Italien .... 13,09 13.11 13,09 13,11 Favan ..... 0,708 0,710 0,708 0,710 .lugoilawten 5,654 5,666 5,654 5,666 Oslo..... ■ 61,02 61,14 60,96 61,08 Wien...... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon ... 11,025 11,045 11,015 11,035 Stockholm.. 62,60 62,72 62,54 62,66 Schweiz ... 57,19 57,31 57,15 57,27 Spanien... 21,98 22,02 21,98 22,02 8.771 8,789 8,771 8,789 Budapest .. Reuyork .. 2,489 1 2,493 2,488 2,492 Lettin, 1Z.November Geld Mef timenlanintie Nvien.............. 2,45 2,47 Belgische Noten.................. 41,96 42,12 Dänische Noten ................. 54,01 54,23 Englische Noten ................. 12,105 12,145 Französische Noten............... 11,49 11,53 Holländische Noten............... 133,62 134,16 Italienische Noten................ — —— Norwegische Noten .............. 60,80 61,04 Deutsch Oesterreich, A 100 Schilling — — Rumänische Noten.............. —— — Schwedische Noten............... 62,38 62,62 Schweizer Noten................. 57,00 57,22 Spanische Noten................. Ungarische Noten................ — — Vier Saba-Geräte von musterhafter Qualität! Ihr Radiohändler führt sie Ihnen qerne und unverbindlich vor! r SMK UDO HPfffT 1936/3? / __■________________________________________'__________________ ________________________________________________________________________ Volkswirischastliche Zeiifragm Kamps der Vergeudung im Vetrieb! ibljoier \ imt Gießen. 3 RM. r>er Einzelyanoei im Vrerjahresplau er- 100 000 RM., 150 000 RM,. 200 000 RM., 200 000 RM. 6 RM. bei Vermögen bis 9 RM. bei höherem Vermögen bis 12 RM. bei höherem Vermögen, bis 24 RM. bei Vermögen über l^enbti ’M idb für Steuerpflichtige, die einkommensteuerfrei gewesen sind, |en 1, (Eber. 9-30 Uhr: V. A. Schärfer denn je haben wir in Zukunft in der gesamten deutschen Wirtschaft den Kampf gegen Verderb und Vernichtung zu führen. Mag der einzelne Verlust auch gering erscheinen, die Gesamtsumme des vernichteten Gutes zeigt mit erschreckender Deutlichkeit das Ergebnis gedankenlosen Wirtschaftens. In der ganzen Wirtschaft führen Nachlässigkeit und Leichtsinn zu Verlusten, die unbedingt zu vermeiden sind, bedeutet doch jeder Verlust nichts anderes als eine Minderung des Volksvermögens. Deutschlands Armut an Rohstoffen mannigfachster Art ist eine bekannte Tatsache. Wenn trotzdem das deutsche Volk an Verbrauchsgütern nicht Not zu leiden hat, so dankt es dies deutschem Erfindergeist und deutschem Arbeitswillen. Den besten Beweis dafür liefert das Aufblühen unserer Werkstoffindustrien. Es darf aber unter keinen Umständen der Fall eintreten, daß wir uns einmal vor- wärtshelfen und vom Ausland unabhängig machen und auf der anderen Seite Rohstoffe, die wir notgedrungen im Ausland kaufen müssen, vergeuden und so unseren Devisenbestand nutzlos angreifen. Rohstoffe sind heute praktisch Volksgut, und wer sich am Volksgut vergeht, verübt ein Verbrechen. Das mögen sich alle merken, die aus Nachlässigkeit alles zu klein und zu gering finden. Nichts ist in diesem Kampf so wenig und so klein, um nicht Beachtung zu finden. Mag es auch im Haushalt eine Sammlung gebrauchter Tuben sein, ein Stein kommt zum anderen, bis der ganze Bau steht. Wieviel wichtiger ist aber noch die Achtsamkeit in den Betrieben. Wie manches Mal fallen im Betrieb wertvolle Rohstoffe aus reiner Unachtsamkeit der Vernichtung anheim. Ausnutzung des vorhandenen Rohstoffes bis zum äußersten heißt hier die Parole! Erhöhte Aufmerksamkeit hilft Bruch und Schrott möglichst vermeiden. Für nicht vermeidbare oder dgl. Vermögen) mehr als 8000 RM. betragen hat. Schulden sind hier nicht abzugsfähig. Welche Sleuermäßigungen können beansprucht werden? Wer im Jahre 1937 voraussichtlich einkommensteuerfrei sein wird, kann Ermäßigung der Bürgersteuer auf den dem niedrigsten Reichssatz von 3 RM. entsprechenden Steuerbetrag beantragen. Ist das Einkommen im Jahre 1936 gegenüber 1935 um mehr als 30 v. H. zurückgegangen, so wird die Bürgersteuer auf Antrag entsprechend dem Hundertsatz des Einkommensrückgangs ermäßigt. Ist z. B. das Einkommen 1936 gegenüber 1935 um 40 v. H. zurückgegangen, so erfolgt eine Herabsetzung der Bürgersteuer um 40 v. H. Die Ermäßigung kann nicht unter den Betrag verlangt werden, der sich bei Zugrundelegung des niedrigeren Einkommens 1936 oder des Vermögens ergeben würbe. Hovembtt^ nff "A 20.30- 20.30 LNgm Bei der Durchführung des Vierjahresplanes steht natürlich die Erzeugung im Vordergrund. Neue Herstellungsmethoden, voller Einsatz der Technik, mo- oerne Fabriken und neue Waren, das ist die Parole der kommenden Jahre. Aber im Rahmen der gewaltigen Aufbauarbeit darf kein Glied der Volkswirtschaft fehlen, am allerwenigsten der Einzelhandel. Die Bestimmungen über die Rohstoffoerteilung und die Preisbildung berühren außerdem die Arbeitsgebiete des Einzelhandels auf der ganzen Linie. Es liegt ohne weiteres auf der Hand, daß nicht nur die Erfindung, Erforschung und Erzeugung neuer Rohstoffe notwendig sein wird, um das gesteckte Ziel zu erreichen, sondern auch die Einschaltung des Verbrauchers, und gerade hier setzen die bedeutsamen Aufgaben ein, die der Einzelhändler zu erfüllen hat. Die Wirtschaftskraft und den Einfluß, den der Einzelhandel für seine Aufgaben mitbringt, wird man gebrauchen können und einsetzen wollen, um den Verbrauch in Bahnen zu lenken, die im Rahmen des Vierjahresplanes zielbewußt erstrebt werden müssen. Der Einzelhandel verfügt über 700 000 bis 800 000 Betriebe. Mehr als zwei Millionen Menschen, selbständige Kaufleute, Gehilfen, Angestellte und gewerbliche Hilfskräfte sind im Einzelhandel tätig. In den Geschäften des deutschen Einzelhandels wird über die Hälfte des Volksvermögens umgesetzt; somit ist der Einzelhandel maßgebend für die Bedarfsdeckung großer Schichten des Volkes. Der Einzelhändler verfügt auch über einen bedeutenden Werbungsapparat, dessen vornehmster Teil das Schaufenster ist, wozu noch die Zeitungsanzeige und der persönliche Verkehr mit der Kundschaft hinzukommen. Wenn man bedenkt, daß alle neuen Waren, die den Käufern angeboten werden, erst durch die Auslage in den Schaufenstern des Einzelhandels bekannt werden, so kann man ermessen, wie tiefgehend die Einflußmöglichkeiten find, die der Einzelhandel auszuüben in der Lage ist. Es gibt vielleicht drei bis vier Millionen Schaufenster in deutschen Einzel- handelsaeschäften, und jedes dieser Schaufenster übt täglich seine Wirkung auf Dutzende von Personen aus. Die wirtschaftliche Kraft des Einzelhandels ist durch die Aufbaugesetze der letzten Jahre gestärkt worden. Hier ist zunächst an das Einzelhandelsschutzgesetz, an die Ausmerzung des unlauteren Wettbewerbs und an die Maßnahmen für eine bessere Berufsausbildung zu denken. Der fachkundige Einzelhändler, den es natürlich früher auch schon gegeben hat, der aber in den Zeiten der Herrschaft des anonymen Kapitals häufig zurückgedrängt worden ist, soll in Zukunft vollständig das Feld beherrschen. Dadurch wird der Einzelhandel wieder ein Berufsstand, der sich der Achtung und Anerkennung aller Volksschichten erfreut. Die Führer des Einzelhandels haben bereits bedeutsame Erfolge besonders in der Schulung und der Ausbildung eines einsatzbereiten Nachwuchses erzielt. Unter diesen Gesichtspunkten gewinnt der Vier- naftit. 8.45: u'eier. 9.45: ich Stringer, der Seubd)« . am M. .H FMderM des FußbA en im Dfrm- Wernicke. 16: 18: „Seutsch- >r R.-Resenn- mark der f)3. Lieder. 19.50: dem Wiener n Sreiviertel- Sendebezirk). " tionn, »•Sb W spricht nT Mt. 'stunde. ' Huge^. Wie kann die Bürgerffeuer nach dem Vermögen bemessen werden? Eine Heranziehung der Steuerpflichtigen zur Bür- gersteuer entsprechend dem Vermögen ist für 1937 ins Ermessen der Gemeinden gestellt. Als Be- messungsgrundlaae ist lediglich das steuerpflichtige Vermögen nach Abzug der Schulden, wie es unter Berücksichtigung der Freibeträge für den Steuerpflichtigen selbst, seine Ehefrau und seine minderjährigen Kinder der Vermögenssteuer unterliegt, maßgebend. Zugrunde gelegt wird für 1937 das auf den 1. Januar 1935, bei einer Neu- oder Nachoer- anlagung das auf den 1. Januar 1936 festgesetzte steuerpflichtige Vermögen, soweit es dem Steuerpflichtigen für den 10. Oktober 1936 noch zuzurechnen war. Die Reichssätze als Mindestsätze vom steuerpflichtigen Vermögen betragen: kießen. »g war be. I Gemarkung I 'm Schein- |en geschossen » gegen das Amtsgericht Urteil vom e Staatsan- usung einge» ’ng kam die en (Ergebnis >'e Berufung Osdorf (Str. ierbach m ölerei zu rurteilt wor- f einem Hof- bel blutig ge- eil hatte der i der Haupt- teilt wurden, jahresplan auch für den Einzelhandel erhöhte Bedeutung. Hier ist Gelegenheit geboten zu zeigen, welche Aufgaben man dem Einzelhandel stellen kann, und daß er fähig ist, diese Aufgaben durchzufuhren. Es ist auch denkbar, daß diejenigen Kreise des Einzelhandels, die bisher von der Wirtschaftsbelebung den geringsten Nutzen ziehen konnten, wie in vielen Fällen der Einzelhandel in den kleinen Städten oder der Einzelhandel in den Nebenstraßen der Großstädte, jetzt Gelegenheit finden, abgerissene wirtschaftliche Verbindungen wieder aufzunehmen und sich dadurch wieder einzuschalten in den Kreislauf des wirtschaftlichen Geschehens. Durch rein wirtschaftliche Maßnahmen ist es bisher dem Einzelhandel in den Kleinstädten nicht in allen Fällen gelungen, den Kundenkreis zurückzuerringen, den er in der Vorkriegszeit hatte und den er im Trubel der Inflation und der Nachkriegsjahre verlor. Diese kleinen Geschäftsleute, zu denen sich die Einzelhändler in den abgelegenen Straßen der Großstädte gesellen, werden Gelegenheit haben, durch verstärkten Einsatz bei den Aufgaben des Vierjahresplanes, bei der Verbrauchslenkung usw. manche der Stellungen zurückzuerobern, die sie in vergangenen Jahren aufgeben mußten. Es wird auch kaum noch einen Preisunterschied zwischen dem kleinstädtischen und dem großstädtischen Einzelhandel geben, so daß die vornehmste Aufgabe des kleinstädtischen Einzelhändlers in wirtschaftlicher Hinsicht wahrscheinlich darin bestehen dürste, die enge persönliche Verbindung mit den Kunden wieder herzustellen, wo sie sich gelockert hat. Somit wird der Einzelhändler in allen StMen und Bezirken zur Derbrauchslenkung erzogen werden. Er ist der Mann, der auf die Ueberflußgüter Hinweisen und als Berater des Kunden den Absatz von Waren und Gütern in die gewünschte Richtung lenken kann. Anderseits ist der Einzelhändler auch Mittler nach der Erzeugerseite hin, weil er auf immer wiederkehrende Wunsche und tatsächlich vorhandenen Bedarf der Verbraucherschaft Hinweisen kann. Der große Einfluß, den der Geschäftsmann hier auszuüben in der Lage ist, hat sich besonders in der Bekleidungs- und in der Ernährungswirtschaft der letzten Jahre bemerkbar gemacht. Gerade in der Textilwirtschaft sind vielfach neue Rohstoffe eingeführt worden, die durch die Kunst des Handels den Beifall des Publikums gefunden haben. Es muß deshalb erwartet werden, daß der Einzelhandel seine Aufgaben im Rahmen des Vierjahresplanes erfüllen wird. Der Einzelhandel, ebenso wie der Großhandel, wird auch dafür zu sorgen haben, daß Preistreibereien unterbleiben. Nur zu leicht wird, wenn sich die Fälle von Preisüberschreitung häufen, dafür zu Recht oder zu Unrecht ein ganzer Berufsstand von der Verbraucherschaft verantwortlich gemacht. Die Einzelhändler haben es aber selbst in der Hand, diesem Uebelstand vorzubeugen oder ihn zu beseitigen und sich ganz der positiven Mitarbeit am Vierjahresplan zu widmen. Megeliing und Befreiungen bei der Biirgerfleuer. Or. jur. et rer. pol. K. Wuth, Berlin. M die Bürgersteuer des nächsten Jahres ist durch das Gesetz vom 27. Oktober 1936 in verschie- d«ur Hinsicht eine Neuregelung getroffen. Eine Mihi von Einzelfragen sind ferner durch die in- zrpiäsn ergangene Rechtsprechung, sowie einen ELlüs des Reichsfinanzministers ebenfalls vom 21 £-tober d. I. geklärt. Die Steuerpflichtigen foftnri nunmehr feststellen, mit welcher Bürgerst !Mi sie für 1937 zu rechnen haben und welche Wfn ung oder Ermäßigung von ihnen, gegebenem fcüs durch besonderen Antrag, geltend gemacht tmrbin können. Wer ist bürgersieuerpstichkig? 8ü gersteuerpftichtig wird im Jahre 1937 grund- söhlic jeder Volksgenosse fein, der vor dem 11. Oktober 1918 geboren ist. Die Steuerpflicht tritt in bt Ccmeinbe ein, in deren Bezirk er am 10. Okto- fafc 1>36 (Stichtag) gewohnt hat. Wie berechnet sich die Bürgerffeuer nach dem Einkommen? Du Bürgersteuer 1937 wird in erster Linie nach dem n Jahre 1935 erzielten Einkommen berechnet; nwßpbenö ist der bei der Einkommensteuer zu- ■ ungelegte Mittelbetrag der Tabelle. Auch die yiiste der nichtveranlagten Arbeitnehmer wer- )eti ivch Abzug von 500 RM. für Werbungskosten mt) Sonderausgaben vom Arbeitslohn in die <5tu= :et i?r Tabelle eingeordnet; Verluste aüs anderen hnftsarten sind vorher abzusetzen. Bei Land- voltei usw. bleiben bei der Einkommensteuer 1935 Wls stgestellte landwirtschaftliche Einkünfte unbe- rüfnötigt. Hinzugerechnet werden dem veranlagten $3it( nmen des Landwirts bei einem Gesarnt- >irfo imen im Jahre 1935 bis 12 000 RM. und Llilinsten aus Landwirtschaft über 6000 RM. der leiten Betrag. Von Landwirten ist außerdem die Mn! ststeuer nach dem landwirtschaftlichen 93er-- zu beachten. De: Tarif für die Errechnung der Steuergrund- Brä;e (Reichssätze nach dem Einkommen), von icr die Gemeinden Hundertsätze als Bürgersteuer rwek n, ist nur in den höchsten Stufen geändert. Vir ieichssätze betragen: Kinderermäßigungen werden bei der Berechnung . der Reichssätze nicht gewährt, weil der Familienstand . schon bei dem zugrunde gelegten Vermögen durch : Abzug der Freibeträge von dem Gesamtvermögen berücksichtigt ist. Das land- und forstwirtschaftliche Vermögen wird der Bürgersteuer in jedem Falle zugrunde gelegt, wenn sich bei Zusammenrechnung des Vermögens der Ehegatten und am Stichtag zum Haushalt gehöriger minderjähriger Kinder ein höherer Wert als 20 000 RM. ergibt. Der Reichssatz beträgt hier min- ' bestens 6 RM., ermäßigt sich jedoch um je 2 RM. für jedes zweite und jedes folgende minderjährige Kind, das am 10. Oktober 1936 zum steuerpflichtigen Haushalt gehörte. Ein Beispiel. Ein Gewerbetreibender mit zwei minderjährigen Kindern hatte im Jahre 1935 ein Einkommen von 6000 RM. Der maßgebende Reichssatz von 9 RM. ermäßigt sich für das zweite Kind um 1 RM. auf 8 RM. Hiernach wird die Bürgersteuer entsprechend dem von der Gemeinde beschlossenen Hundertsatz für 1937 festgesetzt. Eine Berechnung nach dem steuerpflichtigen Vermögen kommt hier nur in Betracht, wenn es 150 OOO Reichsmark überstiegen hat. Ist das Einkommen im Jahre 1936 auf 4000 RM. zurückgegangen, so kann Ermäßigung der Bürgersteuer um 33% v. H. beantragt werden. Für diese Fälle, in denen der Steuerpflichtige Anspruch sowohl auf Kinderermäßigung, wie auf Ermäßigung wegen Einkommens- oder Vermögensrückgangs, oder auch wegen Einkommenssteuerfreiheit im Jahre 1937 hat, fragt es sich, in welcher Reihenfolge die Ermäßigungen zu berechnen sind. Bestimmt ist, daß zunächst die besonderen Ermäßigungen wegen Einkommensrückgangs oder dergleichen und sodann die Kinderermäßigungen zu berücksichtigen sind. In dem gegebenen Beispiel ermäßigt sich der maßgebende Reichssatz von 9RM. zunächst wegen des Einkommensrückgangs um % auf 6RM. Sodann findet mit Rücksicht auf die vorhandenen beiden minderjährigen Kinder eine weitere Ermäßigung um 1 RM. auf 5 RM. statt. Der Antrag auf Ermäßigung der Bürgersteuer, auf die der Steuerpflichtige' einen Rechtsanspruch hat, ist an die zuständige Gemeindebehörde zu richten. Eine Frist für die Einreichung des Antrags besteht nicht, doch wird die Ermäßigung nur für solche Steuerbeträge gewährt, die nach dem Eingang des Antrags fällig werden. Der Steuerpflichtige kann Einwendungen gegen die Berechnung der Bürgersteuer im Wege des Einspruchs gegen den Bürgersteuerbescheid oder die Anforderung auf der Lohnfteuerkarte für 1937 innerhalb eines Monats nach Erhalt bei der Gemeindebehörde geltend machen; gegenüber der Einspruchsentscheidung sind nacheinander Berufung und Rechtsbeschwerde gegeben. Bei besonderen Härten, insbesondere wirtschaftlicher Notlage ist ein Antrag auf Ermäßigung oder Erlaß der Bürgersteuer aus Billigkeitsgründen zulässig. Die Anzergepflicht der Ausstellungsvorhaben. DNB. Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda gibt bekannt, daß sämtliche Ausstellungsvorhaben der örtlichen zuständigen Landesstelle des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda anzuzeigen sind. Auch soweit bisher Anträge auf Genehmigung von Ausstellungen beim Werberat der deutschen Wirtschaft einzureichen waren, sind diese Anträge jetzt zunächst der Landesstelle vorzulegen, die sie an den Werberat der deutschen Wirtschaft weiterreicht. Aufstellung von Warenautomaten in Kasernen. LPD. Der Reichskriegsminister hatte bereits in einem Erlaß vom 18. Februar 1936 angeordnet, daß Gewerbetreibenden das Betreten der Kasernen zum Zwecke des Aufsuchens von Bestellungen und des Verkaufs von Waren verboten ist. Nach einer Mitteilung des Reichskriegsministers an die Wirtschaftsgruppe Einzelhandel ist nunmehr auch für die Aufstellung von Warenautomaten in Kasernen angeordnet worden, daß solche Automaten nur von den Kantinenpächtern bzw. bei Selbstbewirtschaftung vom Kommando aufgestellt und durch diese nur solche Waren verkauft werden, die in den Kameradschaftsheimen geführt werden. Danach ist also anderen Gewerbetreibenden die Austtellung von Warenautomaten in Kasernen nicht gestattet. Der Kreis der Waren, die in den Kameradschafts. Heimen und Kantinen geführt werden dürfen, ist nach einem Schreiben des Reichskriegsministers aus dem Jahre 1934 so abgegrenzt, daß außer Lebensrnitteln, Tabakwaren und Getränken nur solche Gegenstände geführt und verkauft werden dürfen, die für dienstliche Zwecke benötigt werden oder für die aus dienstlichen Gründen ein dringendes, sofort zu befriedigendes Bedürfnis eintreten kann. k. 6.30: Früh- i. 8.10: GyM' je. 10: Schul- nöfunt. 1L45: • Nachrichten, i Sendebezirk, n. 1410: > hkiistchen.) lock. 15.45-Un; » 6t# 7.30: I. Em- 2. 3m Ö«*1' e kamen vom aesiener deut« 9 20.10: Ge- ,s den Som- iud) beW roitroeten und geschiedenen Personen, die am 10. Oktober d. I. 50 Jahre alt waren, oder zu deren Haushalt an diesem Tage oder früher minderjährige Kinder gehört haben. Kleinrentner, Sozialrentner und die ihnen gleichgestellten, sowie Kriegsbeschädigte und Kriegerhinterbliebene können Zugrundelegung des Richtsatzes der gehobenen Fürsorge verlangen. Zur Feststellung, ob die Freigrenze von 150 v. H. bzw. bei Ledigen 130 v. H. überschritten ist, werden die voraussichtlichen einkommensteuerpflichtigen Einkünfte des Jahres 1937 im Sinne des Einkommensteuergesetzes geschätzt. Die Schätzung erfolgt grundsätzlich im Anschluß an die Einkünfte des Jahres 1936. Die Freigrenze bleibt außer Betracht, wenn das Einheitswertoermögen vom 1. Januar 1935, bei Neu- oder Nachfeststellung vom 1.1.1936 (Grundvermögen, Betriebsvermögen, landwirtschaftliches Abfälle ist aber keineswegs der Kehrichthaufen der richtige Platz. Wenn schon in der Hauswirtschaft der Kampf um die Erhaltung wertvoller Rohstoffe geführt wird, dann erst recht im Betrieb. Gerade im Betrieb besteht immer die größte Gefahr für eine planlose Vernichtung von Rohmaterial. Es ist ja „genug da". Hier fliegt wieder ein Rest Kupferdraht, der nicht mehr zu gebrauchen ist, an die Eiche, da ein „überflüssiger" Rest Zinn, und beide wandern sie denselben Weg: in den Kehrichthaufen. Das geht nicht an. Es ist nicht mit der Ausrede getan, der kleine Verlust bedeute nichts, das spüre die Firma oder der Unternehmer nicht. Das Letztere mag im Augenblick vielleicht zutreffen, schwerer aber wiegt der Verlust, den unsere Wirtschaft durch diese dauernden kleinen Nachlässigkeiten erleidet. Nirgends ist der Kamps gegen die nutzlose Vergeudung von Rohstoffen bedeutungsvoller, als in den Betrieben. Nirgends kann also auch der Beweis für wahres Empfinden der Volksgemeinschaft besser erbracht werden als hier. Die ersten, die für diese Notwendigkeit im Betrieb Verständnis zu wecken haben, sind die Betriebsleiter und die Meister, stehen doch gerade sie mit der Gefolgschaft in engster Berührung. Damit haben sie die Pflicht zur Aufklärung, ja sogar der Ueberwachung. Man kann in den Betrieben die Abfälle an wertvollem Rohmaterial sorgfältig sammeln. Ja, man kann sogar als Ansporn Prämien für den geringsten Verbrauch von Rohstoffen aus- setzen. Die Aussetzung derartiger Prämien hat sich in vielen Fällen bereits als nützlich erwiesen. Denken wir nur an die zum Zwecke der Unfallverhütung ausgesetzten Prämien. Der Erfolg war hier wider Erwarten groß. Warum sollte man da, wo es um die größte Rohstoffersparnis geht, nicht nach dem gleichen Grundsatz handeln? h außerordentlichen Einkünften im Sinne des IMmmensteuergesetzes (§34; z. B. Gewinne beim !it:uf von Betrieben oder Beteiligungen; Ab- itmigen) tritt eine Ermäßigung der Bürgersteuer r bim gleichen Verhältnis ein wie sich die Ein- iMensteuer durch Anwendung der niedrigeren B eu rsähe ermäßigt. jSi Reichssätze ermäßigen sich, wie bisher, für 6 :ep rpflichtige, zu deren Haushalt am 10. Okto- )t r 936 mindestens zwei minderjährige Kinder haben, um je 2 RM. für das zweite und C|)e5 folgende minderjährige Kind bei einem Ein- h mr en bis 2400 RM., um je 1 RM. für das tipch und dritte minderjährige Kind und um je ||HR. für das vierte und jedes weitere minder- mri;e Kind bei einem höheren Einkommen bis IMo RM. Als Kinder gelten in allen Fällen nitber Abkömmlingen auch Stiefkinder, Adoptiv- Bhir, Pflegekinder und deren Abkömmlinge. Mr im Jahre 1935 einkommensteuerfreie Perl'ißvtt gilt der niedrigste Reichssatz von 3 RM. Ist IM zeitweilig Lohnsteuer entrichtet worden, so Elt sie als einkommensteuerfrei, wenn sie bei Veranlagung für 1935 von der Einkommen- r befreit gewesen wären. Welche Befreiungen bestehen? freiung von der Bürgersteuer 1937 besteht für >nen, die am jeweiligen Fälligkeitstage der «ersteuer versicherungsmäßige Arbeitslosen- Krisenunterstützung empfangen, am Fälligkeits- t^$e laufend öffentliche Fürsorge genießen, oder ein Zusatzrente oder Elternrente, Elternberhilse, 53itnen= oder Waisenbeihilfe nach den Reichsver- [fjgt ngsbeftimmungen oder Familienunterstützung iitoe Einberufung zur Wehr- oder Arbeitsdienst- n[fp:t beziehen. Für Angehörige der Wehrmacht, Llei ^andespolizei und des Arbeitsdienstes fällt die .Sircersteuerpflicht fort, wenn sie Einkommen- oder $td)r1teuer 1937 nicht zu zahlen haben. Blinde sind W 1937 bei voraussichtlichen Jahreseinkünften bis RM. steuerfrei. I&i geringen Einkünften im Jahre 1937 besteht •Rt>iung von der Bürgersteuer, wenn sie voraus- jichkch, nach den wirtschaftlichen Verhältnissen am Migen Fälligkeitstage der Bürgersteuer im •Miue 1937, die Freigrenze nicht überschreiten. Die s grenze beträgt minbeftens 400 RM., gründlich 150 v. H.' des Betrages, den der Steuer- l’fl'ctige nach feinem Familienstand im Falle d"r : Ychlbedürftiqkeit nach den Richtsätzen der all- inen Fürsorge als jährliche Wohlfahrtsunter- ' W ng am 10. Oktober 1936 erhalten haben wurde. ; W" Ledige beträgt die Freigrenze mindestens 400 grundsätzlich 130 v. H. des nach dem Gesag- -»r maßgebenden Betrages der Wohlfahrtsunter- W ng. Als Ledige gelten die am 10. Oktober 1936 ' ^erheirateten Personen mit Ausnahme der ver- Ü jede weiteren angefangenen 300 00 RM. .. ich der Reichssatz von 1000 RM. um je 1000 6 ee Einkommen bis 4 500 RM. 9 •• et 6 000 12 ff ff 8 000 18 ff te e . 12 000 24 ff tt • . 16 000 30 ff ■t ■ e 20 000 50 ff ff .. 25 000 75 tt tt 50 000 50 ff ff 75 000 00 ff ff 100 000 io n ff 250 000 30 ft ,/ ff il 500 000 H Bernan 7211 D für Herbst und Winter Große Auswahl Stoffspezialhaus BERNARD&SOHN Gießen - Plockstraße 14-16 7249 A CARLJMnwArK Gesdiäftsübernahme! 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Mehgerhandvrl für das besondere Prüfungsausschüsse errichtet pnh für die Provinz Starkenburg: Meisterprüfungskommch Starkenburg, Darmstadt, Hügelstraßcb für die Provinz Oberhessen: MeisterprüfungskommW Oberhessen, Gießen, Goethestraße 7 für die Provinz Rheinhessen: MeisterprüfungskommW Rheinhessen, Worms, Kämmererstraßei 7034 d Hessische Handwerkskammer OarnW ist wahre e Sparsamkeit/ Pflege und Peinigung oBer Marken und Systeme im Abonnement. Be. ratung unverbindlich und kostenlos. Baums&Treibig Btiromaschinen und 72oeD -Organisationen Reparaturwerkstatt für alle Btiromaschinen Ideal-nnd Erika- Vertretung Gießen Wolf Straße 12 and. Kaiserallee Ruf 3700 «... 40000 und Zubehör moA Autobedarf Weinern i s In Schaufenster 3, 6 und 7 BORRMANN g. Gießen ✓ Neustadt 5z Ruf 4165 _____________________________________7248 A