186. Jahrgang Ernteschlacht in Ostpreußen Ein Aufruf des Gauleiters Koch. Erntebergung zur Verfügung zu stellen. Die Bauern zahlen dafür jeden Tag je Mann einen Ehrensold von einer Mark für den Kampffonds der Partei. 1933 ist in Ostpreußen die Arbeitsschlacht geschlagen worden. Der Gauleiter hat damals in wenigen Wochen die Provinz von der Arbeitslostg- keit befreit. Ostpreußen war als erster deutscher Gau ohne Arbeitslose. Jetzt reift in Ostpreußen eine gute Ernte heran. Es steht kein Heer von Arbeitslosen mehr zur Verfügung. Die Ostpreußen sollen nach dem Willen des Gauleiters zeigen, daß sie wahrhafte nationale Sozialisten sind. „News Chromcle" veröffentlicht eine groß aufgemachte Pariser Meldung, daß der englische Außenminister Eden vor sechs Tagen einen wichtigen diplomatischen Schritt unternommen habe, um die Anwesenheit Deutschlands und Italiens auf der Locarno-Konferenz zu erzielen. Um einen Ausgleich zwischen dem französischen und dem britischen Standpunkt herbeizu- führen, habe er einen Plan aufgestellt, wonach Heidelberg, 13.Juli. (DNB.) Reichsminister Dr. Goebbels, der aus Anlaß der Eröffnung der Reichsfestspiele in Heidelberg weilte, empfing Montagvormittag die 370 Teilnehmer des Arbeitslagers des Rundfunk- und Kulturamtes der Reichsjugendführung, dessen Hauptlager in der Zeit vom 9. bis 16. Juli auf dem Bierhelderhof bei Heidelberg abgehalten wird. Der Minister nahm Geleaen- heit, an die jungen Kameraden bedeutsame kulturpolitische Ausführungen zu richten: „Wenn Sie der eine oder andere Ausländer heute morgen singend und mit frischgebräunten Gesichtern durch die Stadt Heidelberg marschieren sieht, so wird er nicht den Eindruck haben, daß, wie ihm ein großer Teil seiner Presse glauben machen möchte, die deutsche Jugend sich in Ketten oder Zwangsjacken befindet oder unter einem System der geistigen Tyrannei und des geistigen Terrors seufzt. Ich glaube, in ihren Gesichtern wird das Ausland das Deutfchand erkennen können, das wir uns viele Jahre in der Opposition erträumt haben. Sie haben im Kulturlager eine ausgiebige Diskussion über jene großen Fragen gepflogen, die uns alle bewegen; denn nichts wäre uns unerwünschter, als wenn in Deutschland in einem autoritativen Staat die Diskussion abgeschnitten würde. Wir stehen allerdings auf dem Standpunkt, daß, nur wer aufbauend verantwortlich mitarbeilet, ein Recht zur Diskussion und Kritik hat. gemeinsame Erklärung abgeben sollten, daß die Verhandlungen einen westlichen Unterstützungspakt, sowie die Rückkehr Deutschlands in den Völkerbund erstrebten. Eden habe gehofft, daß dieser Plan den französischen Wünschen entgegenkommen und gleichzeitig eine Beleidigung Deutschlands vermeiden würde, indem Deutschland von Anfang an zu der Konferenz eingeladen würde. Arn 8. Juli habe der belgische Außenminister S p a a k auf Ersuchen Edens die französische Regierung von dem Plan unterrichtet. Frankreich habe geantwortet, daß es zwar grundsätzlich zuslimme, aber der Ansicht sei, daß eine solche Erklärung am besten auf der vorbereitenden Konferenz selbst abgegeben würde. Rachdem Frankreich den Plan Edens abgelehnt habe, sei es eine offene Frage, ob die Locarno-Konferenz jetzt nicht auf un- bestimmte Zeit aufgeschoben werde. In Paris verlaute, daß England im Begriff fei, ein „Ultimatum“ zu stellen, daß es die Beteiligung an der Konferenz verweigern würde, wenn nicht auch Deutschland und Italien daran teilnehmen würden. Verantwortliche Kreise in Paris seien der Ansicht, daß Frankreich mit einer Isolierung in Europa bedroht werde, wenn es seine Stellungnahme zum Plan Edens nicht ändere. Der diplomatische Mitarbeiter der „Morning Post" weist auf die französische Opposition gegen eine bedingungslose Einladung Deutschlands zu der Konferenz hm. ung, neue Gesetze, eine neue Lebenshaltung, tausende Kilometer modernster Autostraßen und monumentale Gebäude hinterlassen. Das aber allein würde nicht genügen, um Staat und Volk auch für die nächsten Jahrhunderte Bestand zu verleihen. Es ist nicht genug, von Jahrtausenden zu reden, man muß sie auch gestalten. Sie müssen so denken und fühlen lernen, wie wir denken und fühlen gelernt haben. Sie müssen als selbstverständlich hinnehmen können, worum wir einmal jahrelang gekämpft haben. Es muß einmal die Zeil kommen, in der der Nationalsozialismus selbstverständlich geworden ist. Es ist eine alte Erfahrung, daß Gesinnung und Haltung von einem Volk nur aufgenommen werden können, wenn fie ihm vermittelt werden durch eine Schicht, die in fich eine Trägerin von Gesinnung und Haltung ist. Unsere neue Jugend soll einmal als Mittlerin zwischen der Gesinnung und Haltung, die uns erfüllt, und der Weltanschauung, die wir vertreten, zum deutschen Volk funktionieren. Diese Funktion ist vielleicht die wichtigste, welche wir heute im öffentlichen Leben kennen und anerkennen müssen. Deshalb, meine jungen Nationalsozialisten, ist es so begrüßenswert, daß Sie sich in gemeinsamen Lagern zusammenfinden, wo diese neue Gesinnung bewährt und erhärtet wird. Wir mußten unseren Weg einsam und allein gehen. Vielleicht hat uns das mehr gehärtet, als jede Schule und jedes ßager. Sie sind auf einem einfacheren, vielleicht aber auch auf einem schwereren Weg begriffen. Sie müssen sich das alles theoretisch aneignen, was wir uns im ES ist nichts selbstverständlicher als die Tatsache, daß, wenn in einem geistig-politischen Umbruch von der öffentlichen Betätigung alle Fähigkeiten eines Volkes aufgezogen werden, die Wissenschaften und Künste manchmal etwas zu kurz kommen. So ist es ja auch heute. Das politische Leben beansprucht eine solche Unmenge von Kräften des Geistes, des Verstandes und des Herzens, daß zeitweilig für me Wissenschaften und Künste kaum noch etwas übrig zu bleiben scheint. Ein großer Teil der Manner, die im neutto Deutschland führend sind, wurde fid) auf einem Gebiet der Wissenschaften oder schönen Künste betätigen, wären sie in einem fertigen und kaum noch zu ändernden Staat hineingeboren worden. Die Rot unseres Landes und die Rotwendigkeit, dieser Rot abzuhelfen, haben fie in die Politik hineingezogen, und fie haben deshalb auch der Politik einen anderen Charakter geben können, als fie gemeinhin hat. Wir verstehen ja nicht mehr unter Politik nur die Beschäftigung mit den materiellen Dingen eines Volkes. Sie hat für uns einen viel umfassenderen Charakter bekommen. Sie bedeutet für uns die Beschäftigung mit allen Fragen, die ein Volk überhaupt bewegen. Daß Sie sich nun als junge Deutsche zusammenfinden, um in gemeinsamer Aussprache die Fragen, die uns gerade auf kulturellem Gebiet beschäftigen, zu klären, auszusondern und auszuscheiden ist für die deutsche Jugend ein schönes und gutes Zeichen. Wir haben es in unserer Jugend nicht so leicht gehabt. Als wir an Gymnasien oder Universitäten studierten, gab es in Deutschland keine Richtung mehr; eine Stellungnahme zu den Dingen der Wissenschaft und Kultur war damals verpönt. Wir haben Stellung genommen und einen Standpunkt vertreten, haben uns bekannt und zu den Dingen nicht mehr „sowohl" und „zwar" und „vielleicht und „man müßte" und „man könnte" gesagt, sondern haben I a und Nein gesagt. Die Dinge, zu denen man Rein sagt, haben wir beseitigt, diejenigen, welche man bejahen kann, haben wir zum Siege geführt. Sie geben heute die Fundamente eines neuen besseren, sozialistischen Kulturstaates ab. Am Sonntag eröffnete der Gauleiter auf dem Parteibezirkstaq in O st e r o d e die Ernteschlacht 1936. „Ich appelliere an die Parteigenossen und darüber hinaus an das gesamte ost- preußische Volk", rief der Gauleiter aus, „nunmehr die auf dem Nationalsozialismus beruhende Solidarhaftung des einzelnen für die Gemeinschaft zur Wahrheit werden zu lassen. Am nächsten Sonntag und an den folgenden steht vom Gauleiter bis zum jüngsten SA.- oder SS.-Mann, vom Oberpräsidenten bis zum Kassenboten das ganze ostpreußische V o l k.angetreten um die Ernte zu b e r g e n. Ich weiß , so schloß der England und Frankreich ringen um die Locarno-Konferenz in Brüssel. Frankreich macht Schwierigkeiten und blickt dabei auf Deutschland. Ein plan Edens von Paris abgelehnt. gen, die der menschlichen Vernunft freien Spielraum gibt und nicht unhaltbare Zustände mit Hilfe von Bajonetten und Bombengeschwadern zu verewigen sucht. Mag man sich noch so sehr an das klammern, was schon zur Vergangenheit gehört, es ist nicht zu halten, es muß dem System weichen, das den wirklichenund echten Frieden garantiert. So stehen sich heute zwei Richtungen in Europa gegenüber: die eine, ausgezeichnet durch dre erfolgreiche Friedenspolitik des Führers und die andere, die nur den Namen einer Friedenspolitik trägt, dafür aberrum (o u n f r u ä। fr- bar er ist. Für welche sich schließlich die Volker entscheiden werden, unterliegt keinem Zweifel. Die Tatsachen haben es bereits bewiesen. Nichts von alledem. Dagegen liegt über Europa der Schatten des f r a n z ö s i s ch - j o w i e t - russisch-tschechischen M i l i t a r o e r t r - - g-s, der nicht nur eine ständige Kriegsdrohung bildet, sondern auch das Sprungbrett der bolschewistischen Propaganda in Europa bildet, unter der allerdings die vertrauten Bundesgenossen der Sowjetrussen am schwersten zu leiden haben. Wenn man wenigstens noch wirtschaftlich verheißungsvolle und fruchtbringende Ber» träge und Abmachungen vorweisen konnte Doch auch daran mangelt es, so daß d iie ®e9ß.nJe., in der Bilanz der Friedensbeit -ge r e st l o s a u s f ä l l t. Um so mchr föW" bagegen die positiven Beiträge des Führers zu Buch, denen auch der böswilliaste Kritiker zugestehen muß, daß sie beruhigend und entspannend wirken und das gerade Gegenteil von dem darstellen, was man bisher den Nationen als Ziel der deutschen Außenpolitik hingestellt hat. Zur praktischen Friedenspolitik gehört allerdings Mut, ein anderer Mut als der, der beim Abschluß der Militärverträge Pate stand. Um so hoher ist auch der Wert dieser Friedenspolitik zu veranschla- Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Die so vorschnelle internationale Kritik war es, die nach dem 30. Januar 1933 den Völkern Düsteres prophezeite und Adolf Hitler als die Verkörperung des Krieges abzumalen suchte. Sie hat den Führer weder verwirren, noch einschuchtern können. Gestützt auf eine Nation von 65 Millionen, die den Frieden wünscht, konnte er sich daran machen, den fremden, das große diplomatische Feld beherrschenden Staatsmännern wirkliche Friedenspolitik vorzuexerzieren. Mit seinen bisherigen Ergebnissen kann er mehr als zufrieden sein! Den Engländern gab er das Flottenabkommen, das einen positiven Rüstungsbeschränkungsbeitrag bildet. Denn Deutschland will nicht Wettrüsten, Deutschland will zur See nicht stärker sein als das Britische Reich. Es will lediglich seine Küste ausreichend geschützt sehen. Und dazu genügt das vertraglich verankerte Flottenabkommen. Keine andere Nation ist bis heute den gleichen Weg gegangen, obwohl dieses Abkommen zu einer merklichen Teil- entspannung führte. Aehnlich liegen die Dinge mit dem voraufgegangenen deutsch-polnischen Vertrag, der dem Unfrieden zwischen zwei Nachbarn Einhalt gebot und einen U'nruhefaktor beseitigte, unter dessen Druck der Frieden Osteuropas stand. Gehört nicht die Saarregelung ebenfalls zu der praktischen Friedenspolitik des Führers? Nichts von alledem was zuvor von den Feinden Deutschlands prophezeit worden ist, ist eingetreten. Die Saarfrage wurde in aller Ruhe gelöst, zwischen Deutschland und Frankreich blieb nicht die mindeste Gegensatz. lichkeit. Wieder war ein ©treitobjeft friedlich-gütlich Oie Aufgabe der deutschen Jugend. Eine bedeutsame kulturpolitische Rede des Reichsministers Or. Goebbels praktische Friedenspolitik Noch immer stehen mir und die Welt unter dem Eindruck des deutsch-österreichischen D e r- söhnungswerkes. Wo Deutsche sich treffen, wo beut die Worte erschallen, wo Deutsche wohnen, leben und Hausen, da herrscht stille Glückseligkeit. Deutsche, auseinandergetrieben durch einen Zwist, der die Feinde des Deutschtums zu den gewagtesten Hoffnungen verleitete, wandern wieder Schulter an Schulter durchs Dasein, bereit, die deutsche Sache fürderhin nur unter dem deutschen Blickwinkel zu betrachten und zum Nutzen der deutschen Gemeinschaft zu behandeln. Fester denn je steht das Deutschtum heute nach der vollzogenen Aussöhnung der beiden Brudervölker. Aber auch das Ausland hat nicht gezögert, diesem Ereignis den Platz einzuräumen, der ihm gebührt. Es gibt wohl keine Zeitung der fünf Erdteile, die nicht den Ausgleich zwischen Berlin und Wien gewürdigt und seine Bedeutung für die gesamteuropäische Politik hervorgehoben hat. Mögen auch hie Ansichten verschiedentlich auseinandergehen, fast durchweg stimmen sie aber darin überein, daß der Frieden Europas durch das Zusammenfinden Deutschlands und Oester- reichs gewonnen und daß dieser Ausgleich die dunklen Wolken verscheucht hat, die wie ein drohendes Gewitter über Europa hingen. Wir haben dieses Gewölk von jeher mit anderen Augen angesehen als das Ausland. Aber jenseits der Grenzen glaubte man, aus dem Gegensatz der beiden deutschen Staaten ernste Gefahren herauslesen zu müssen. Heute existieren diese Gefahren jedenfalls nicht mehr. Europa ist um einen Konflikt ärmer, dafür aber um einen Friedensbeitrag reicher. Doch allzu groß ist dieser Schatz an Friedensbeiträgen nicht. Staatsmänner, die sich für besonders klug und gewandt hielten, glaubten, der Menschheit das Geschenk der Pakte machen zu müssen. Doch dieses Geschenk wurde zur Plage und zu einem den Frieden störenden Element. Da haben die einen mit den anderen offene Bündnisverträge abgeschlossen, aus denen gewaltige Rüstungen wucherten. Die anderen glaubten Gegensiche- rungen treffen zu müssen. Eine dritte Gruppe griff zu den Freundschaftsoerträgen mit militärischem Hintergrund. Und alle fanden trotzdem nicht das erlösende Wort, das Europa aus dem Zustand der Friedlosigkeit hätte herausführen können. Gewiß, schönklingende Redensarten konnte man an jeder Straßenecke zu hören bekommen. Genf vornehmlich wurde die Bühne, auf der Friedensvorstellungen ohne Zahl zur Ausführung gelangten, die schließlich das Publikum dermaßen langweilten und enttäuschten, daß sich einer der Zuschauer nach dem anderen zurückzog. Mit Schauspielerei laßt sich eben das europäische Publikum nicht zufriedenstellen. Zum Wort gehört die Tat, und die Tat muß wieder so beschaffen sein, daß sie jeder Kritik standzuhalten vermag. Kampf aneignen konnten. Ich habe den Eindruck, daß Sie diesen Weg aufrecht, tapfer und treu aus freiestem Herzen zu gehen und einem neuen Weltanschauungsideal zu huldigen und zu dienen bereit sind. Es werden auch einmal Zeiten über Deutschland kommen, in denen harte Männer notwendig sind, die noch I a sagen, und die auch den Mut haben, zu gegebener Zeit Nein zu sagen. Dazu kann Sie niemand anders erziehen, dazu müssen Sie sich selbst erziehen. Den Weg dazu finden Sie in der Zwiesprache mit den anderen, aber auch in der Zwiesprache mit sich selbst. Die großen Güler der Politik, der Wirtschaft und vor allem der Kultur, die das deutsche Volk besitzt, müssen wir bewahren, fördern und vermehren. Die Verantwortung dafür tragen wir vor dem Forum der deutschen und der Weltgeschichte. Seien fie fich dieser Verantwortung immer bewußt. Rehmen Sie das Leben optimi- siifch, tapfer und in treuer Gesinnung Ihrem Führer, Ihrer Idee und Ihrem Vaterland ge- gegenüber. Dann habe ich die feste Ueberzeu- gung, daß, wenn wir einmal die Augen schließen, wir unser Erbe in gute, tapfere und feste Hände legen können.“ Obergebietsführer Eerf dankte dem Minister für seine Worte und versprach im Namen der La- gerkameraden, daß die deutsche Jugend, der Verantwortung gegenüber der Zukunft bewußt, ihre Arbeit immer mit Emst, Freude und Lebensbejahung gnpacfen werde. Der Obergebietsführer schloß mit einem Sieg-Heil auf den Führer. Ich garantiere, daß das ganze ostpreußische Volk Schulter an Schulter diese Ernteschlacht genau so schlagen wird, wie wir im Jahre 1933 die Arbeitsschlacht geschlagen haben. Kleine politische Nachrichten. Botschafter von Ribbentrop ist zu einem mehrwöchigen Erholungsurlaub in Bad Wildungen eingetroffen. Kommissarisch sind mit der Verwaltung folgender Stellen beauftragt worden: Ministerialrat von K e u d e l l vom Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda mit der des Regierungspräsidenten von Marienwerder. Polizeipräsident Pfeffer von Salomon in Kassel mit der des Regierungspräsidenten in Wiesbaden. Regierungspräsident Friedrich in Königsberg wurde in den Ruhestand versetzt. Regierungsvizepräsident Dr. Hoffmann in Marienwerder ist vertretungsweise mit der Verwaltung der Stelle des Regierungspräsidenten in Königsberg beauftragt worden. — Der Regierungspräsident von Köln, Diels, ist zum Regierungspräsidenten von Hannover und der Regierungspräsident von Aachen, Reeder, 3um Regierungspräsidenten von Köln ernannt worden. Ur. 162 Erster Blatt 186. Jahrgang Dienstag, 14-Juli 1956 Gießener Familienblatter JW ■■ jTw Grundpreise für 1mm höhe Heimat im Bild-Die Scholle AB B M M Br ■ M M B B B M B M B M jr B für Anzeigen von mm VJlVhvIlvl ZZW KF V «rmäfiigte «irmrtpreift: ZDG General-Anzeiger für Oberhessen ZDZZ richten. Anzeiger Gtehea behördliche Anzeigen 6Rpf. s,onHurtÄ?tn 11688 Druck und Verlag: vrühl'sche Uaivcrfitätt Such- und Zteindruckerei «.Lange in Siehe«. Schrlflleilung und Seschästrftelle: Schulftrahe r Mengenabschiüsse Staffel 8 Sie, meine jungen Freunde, sind einmal dazu berufen, diese Dinge für die nächste Generation zu verteidigen. Wenn wir einmal das Reich in ihre jugren, yuu« Hände legen, werden wir ihnen eine Weltanschau- lEngland, Frankreich u n d Belgien eine London, 14. Juli. (DNB. Funkspruch.) Die Frage, ob die geplante Locarno-Konferenz in Brüssel aufgeschoben wird oder nicht, wird Dienstag früh eingehend erörtert. Der diplomatische Berichterstatter von Reuter meldet, daß der Zeitpunkt und die Tagesordnung der Konferenz zur Zeit auf diplomatischem Wege zwischen London, Paris und Brüssel besprochen würden. Angesichts der Veränderung ber Sage durch das d e u t sch - ö st e r r e i ch i sch e Abkommen sei es möglich, daß die Konferenz zu einem späteren Zeitpunkt ab* gehalten werde. Eine Entscheidung hierüber werde voraussichtlich nicht vor der Kabinettssitzung am kommenden Mittwoch getroffen werden. Reuter verzeichnet im übrigen die Möglichkeit, daß Frankreich sich mit einem diplomatischen Meinungsaustausch der Locarno-Mächte außer Deutschland zufriedengeben werde, worauf Deutschland zur Teilnahme an der Brüsseler Konferenz eingeladen werden könne. Eine solche Formel werde voraussichtlich auch die Beteiligung Italiens ermöglichen. Königsberg, 13. Juli. (DNB.) Der Gauleiter und Oberpräsident Erich Koch hat zusammen mit den Führern aller anderen Parteigliederungen in Ostpreußen einen Aufruf veröffentlicht, in dem Frankreich befürchte, sich einer d e u t s ch - italienischen Front gegenüberzusehen, und, wenn England unentschieden und Belgien neutral bleibe, in eine Minderheitsstellung versetzt zu werden. Wünsche und Befürchtungen in Paris. Paris, 14. Juli. (DNB. Funkspruch.) Die Pariser Presse hat sich bereits wieder etwas von dem deutsch-österreichischen Abkommen abgewandt, um sich jetzt eingehend mit der Frage der Konferenz der Locarno möchte zu beschäftigen, die infolge der italienischen Antwort auf die Einladung des belgischen Ministerpräsidenten in Frage ge- st e l l t scheint. Die hiesigen Blätter sind jedenfalls ziemlich beunruhigt, um so mehr, als der Londoner Kabinettsrat vom Montag keine endgültige Klarheit geschaffen hat. Französifcherseits legt man den größten Wert auf die Abhaltung der Konferenz, auch ohne die Beteiligung Italiens und Deutsch- l a n d s, da man bei dieser Gelegenheit versuchen möchte, die Frage der General- stabsbesprechungen zwischen Frankreich, Belgien und Großbritannien aufzuwerfen und zufähliche S i ch e r h e l t s g a r a n t i e n von Großbritannien zu erreichen. Wie sich die französische Regierung endgültig zu der etwas veränderten Laae verhalten wird, dürfte voraussichtlich in den nächsten Tagen bekannt werden, da Außenminister D e l b o s nach kurzer Abwesenheit erst am Dienstag wieder in die französische Hauptstadt zurückkehrt. Die hiesigen Blätter haben allgemein den Eindruck, als ob man in London nicht sehr von der Abhaltung der Konferenz unter den gegenwärtigen Umständen b e g e i st e r t fei. Großbritannien, so schreibt die außenpolitische Mitarbeiterin des „Oeuvre", kehre zu seiner überlieserungsmäßigen Politik des Abwartens zurück. Das Ziel, das die Londoner Regierung verfolgte, fei mehr denn je der Abschluß eines westeuropäischen Sicherheitspaktes. Was die Hinzuziehung Deutschlands zu den Besprechungen angehe, so habe die französische Regierung sich zwar grundsätzlich mit der britischen Haltung einverstanden erklärt, aber darauf hingewiesen, daß die Einladung an Italien und Deutschland er st im Anschluß an eine vorherige Fühlungnahme der anderen drei Locarnomächte erfolgen dürfe. 3n diesem Punkte bestünden zwischen Paris und London Meinungsverschiedenheiten. Der „M a t i n" ist der Ansicht, daß die Brüsseler Konferenz, wenn sie überhaupt stattfindet, wahrscheinlich einen sehr viel breiteren Rahmen annehmen werde, als ursprünglich beabsichtigt gewesen sei. Großbritannien werde jedenfalls nichts unversucht lassen, um Deutschland an den Verhandlungstisch zu bringen. Denn man jedoch die mutmaßliche Absicht Mussolinis berücksichtige, einen Pakt zustandezu- bringen, dem außer Frankreich, Deutschland, Großbritannien und Italien auch Polen angehören solle, so erkläre sich die außerordentlich heikle Lage, in die die französische Regierung infolge der Verträge komme, die sie mit Sowjetruh- tand und der kleinen Entente verbinde. Wenn aber Bl o s k a u aus diesem Pakt ausgeschaltet werde, so werde die französische Regierung wohl oder übel gezwungen werden, sich zu entschließen, vor allem, wenn von den übrigen Dächten ein Druck auf sie ausgeübt werde, einem solchen Sicherheitssystem beizutreten. Don Stresa sei jedenfalls fast nichts übrig geblieben, denn das deutsch-österreichische Abkommen regele für geraume Zeit die Donaufragen. Belgiens Ausgabe vorläufig beendet. Brüssel, 13. Juli. (DNB.) In Brüsseler politischen Kreisen betrachtet man auf Grund der italienischen Antwort die Aufgabe des belgischen Ministerpräsidenten van Z e e l a n d , der in den Besprechungen zwischen den Vertretern Frankreichs, Englands und Belgiens den Auftrag erhalten hatte, eine Konferenz der sogenannten Restlocar- n o m ä ch t e vorzubereiten, vorläufig als beendet. Die in der italienischen Antwort aufgeworfene Frage muß nunmehr nach belgischer Auffassung Gegenstand eines Meinungsaustausches auf diplomatischem Wege zwischen London, Paris und Brüssel sein. Dieser diplomatische Meinungsaustausch dürfte sich in erster Linie zwischen Paris und London abspielen. Die b e l g i s ck e Regierung nimmt mehr eine abwartende Haltung ein. Eine neue Initiative des belgischen Ministerpräsidenten scheint im Augenblick nicht in Aussicht genommen zu sein. Kunst und Wissenschaft. Eine deutsche Indien-Expedition kehrt heim. Dieser Tage hat die deutsche Indien-Expedition Paul hartlmaier, die im Der» aangenen Herbst die Ausreise antrat, wieder deutschen Boden betreten. Nach dem bisher ausgewerteten Material dieser bedeutenden Lichtbild-Expedition nach Indien stellt sie für die deutsche Forschung einen beachtenswerten Erfolg dar. In monatelanger Fahrt durchstreifte die Wagenkolonne die weiten fumpfigen Niederungen der nordindischen Dschungel. Eines der denkwürdigsten Ereignisse bildete das Zusammentreffen mit der englischen Himalaya- Expedition in Darjeeling, wo hartlmaier außerdem Gelegenheit hatte, einem tapferen tibetanischen Bergführer der deutschen Nanga-Parbat- Expedition die diesem verliehene Auszeichnung zu überreichen. Rauschende Eingeborenenfeste wurden miterlebt und zur Vorführung in der Heimat in Bild und Film festgehalten. <- Weltsendung Bayreuth am Vorabend der Olympischen Spiele. Der deutsche Rundfunk wird auch in diesem Jahre eine Bayreuther Festspielaufführung für Deutschland und die Welt übertragen: die Eröffnungsveranstaltung „Lohengrin" am 19. Juli. In der ersten Pause spricht Alfred Lorenz über das Thema „Vom Schwanenritter der Sage zum Lohengrin Wagners", in der zweiten Friedrich W ü r z b a ch „Zum Kampf der Wagen und Gesänge, Gedanken um Olympia und Bayreuth". Das Echo -es deutsch-österreichischen Abkommens. Die ehrliche Friedensarbeit Deutschlands und Oesterreichs findet die Anerkennung aller gutgesinnten Menschen. Wien, Rom und Budapest. Wien, 14. Juli. (DNB.) Der neue Staatssekretär für Aeußeres Schmidt hat an den italienischen Außenminister (Ei a n o folgendes Telegramm gerichtet: . „Im Augenblick, da ich unter der Führung Bundeskanzlers Dr. S ch u f ch n i g g als Staatssekretär die Leitung der auswärtigen Angelegenheiten übernehme, liegt es mir am Herzen, Ew. Exzellenz meine herzlichen Grüße zu entbieten und Sie zu versichern, daß ich mich auf die Zusammenarbeit mit Ew. Exzellenz im Geiste der Römischen Protokolle aufrichtig freue und daß ich mir die Pflege und die Vertiefung der freundschaftlichen Beziehungen zu Italien besonders angelegen sein lassen werde." Zu gleicher Zeit ging an den ungarischen Außenminister Kanya folgende Begrüßungsdepesche ab: „Den Anlaß zur Uebernahme der Leitung der Auswärtigen Angelegenheiten, die Bundeskanzler Dr. Schuschnigg mir unter seiner Führung übertragen hat, ergreife ich, um Ew. Exzellenz zu versichern, daß ich ernstlich bestrebt sein werde, die herzlichen und freundnachbarlichen Beziehungen zu Ungarn sorgfältig zu pflegen und weiter im Sinne der Römer Protokolle auszubauen, hiermit verbinde ich meine aufrichtigsten und ergebensten Grüße." „Glückbringendes Vorzeichen für Olympia." Zwischen dem Präsidenten des O e st er re ich i- schen Olympischen Komitees, Dr. Theodor Schmidt, und dem Präsidenten des Organisations-Komitees für die 11. Olympischen Spiele fand anläßlich des Abschlusses des deutsch-österreichischen Abkommens ein Telegrammwechsel statt: „Präsident Exzellenz L e w a l d, Berlin. Gedenke Eurer Exzellenz heute nach Abschluß des deutsch-österreichischen Abkommens in aufrichtiger olympischer Verbundenheit und bin sicher, daß Teilnahme Oesterreichs an den Olympischen Spielen das begonnene Werk erfolgreich fortsetzen wird. Dr. Theodor S ch m i o t, Präsident Austrolymp." * Dr. Schmidt, Austrolymp, Wien. In gemeinsamer Freude über Freundschastsab- kommen Oesterreich-Deutschland als glückbringendes Vorzeichen für Olympische Spiele sendet Ihnen herzliche kollegiale Grüße. L e w a l d." „Dem europäischen Frieden ein großer Dienst." Brüssel, 13. Juli. (DNB.) Das Uebereinfom- men zwischen Deutschland und Oesterreich hat in Belgien einen tiefen Eindruck gemacht. In politischen Kreisen gibt man seiner Befriedigung Ausdruck, daß durch die Beseitigung der Spannungen zwischen den beiden Ländern, mit denen Belgien freundschaftliche Beziehungen unterhalte, auch dem europäischen Frieden ein großer D i e n ft erwiesen worden sei. Im Vordergrund steht jetzt, so betont man hier, die Frage, wie sich die mit dem Abkommen zum Ausdruck gelangende Annäherung zwischen Rom und Berlin auf die diplomatische Lage in Europa auswirken werde. ZrantteichmchisGleichVerliges' Paris, 13. Juli. (DNB.) Das deutsch-österreichische Abkommen steht nach wie vor im Vordergrund des öffentlichen Interesses und wird von den Außenpolitikern der großen Blätter auch am Montag noch sehr ausführlich besprochen. Der Grundton der Blätter geht dahin, daß man nunmehr vor einem Mitteleuropa stehe, dem Frankreich nichts Gleichwertigesentgegenzu st eilen habe. „So einfach, daß alle zufrieden fein müßten." London, 13. Juli. (DNB.) Auch die englische Abendpresse nimmt in ausführlichen Leitartikeln zum deutsch-österreichischen Abkommen Stellung. Die „E v e n i n g News" schreibt, das Abkommen sei so einfach, daß es alle zufried en st ellen müsse mit Ausnahme der internationalen Unruhestifter. Oesterreich werde aus der Vereinbarung finanziellen Nutzen ziehen und gleichzeitig von einer Sorge befreit werden, die Dr. Schuschnigg ziemlich zu schaffen gemacht habe. Der Vorteil, den Deutschland aus der Abmachung erhalte, sei mittelbar, darum aber nicht weniger wesentlich. Der große Vorteil für Deutschland bestehe darin, daß Hitler durch die Wiederherstellung guter Beziehungen zu Oesterreich den Weg für eine Verständigung und Zusammenarbeit mit Italien freimache. Den schreienden Pazifisten in England scheine aber diese Tatsache nicht zu behagen. Im weiteren Verlauf seiner Ausführungen stellt sich der Arttkel auf den Standpunkt, daß in Westeuropa der Friede nur dann hergestellt werden könne, wenn Sowjetrußland beiseite bliebe. „Vereitelte Spekulationen." Rom, 13. Juli. (DNB.) Der gewaltige Eindruck der deutsch-österreichischen Verständigung in ganz Europa und ihre entscheidende Bedeutung für die Befriedung Europas spiegeln sich auch in der römischen Mittagspresse lebhaft wieder. In ihren Leitartikeln wird übereinstimmend betont, daß diese politische Tat außerhalb Genfs und ohne Einmischung der zahllosen unrechtmäßigen Vormünder Mitteleuropas im Geiste wahrer politischer Zusammenarbeit erfolgt ist. Größte Beachtung schenkt man dem Telegrammwechsel Hitler-Schuschnigg, Mussolini- Schuschnigg und Gombös-Schuschnigg. „Teuere weist daruf hin, daß der deutsch- österreichische Gegensatz in einigen Haupt- Die Erweiterung der österreichischen Regierung. Das österreichische Kabinett wurde durch die Ernennung des Kabinettschefs im Bundeskanzleramt Guido Schmidt (links) zum Staatssekretär und des Präsidenten des Kriegsarchivs Staatsrat G l a i f e • Horstenau (rechts) zum Minister ohne Portefeuille erweitert. — (Scherl-Bilderdienst-M.) ftäbten immer wieder für uneingestandene Ziele mißbraucht und geradezu als eine politische Erscheinung von dauerndem Bestand betrachtet wurde. Diese Spekulation habe jetzt ein Ende gefunden. Auch „P i c c o l o" spricht davon, daß es jetzt mit der Spekulation zu Ende sei, die österreichische Frage für alle möglichen politischen Manöver wie einen Rolladen auf- und zuzuschlagen. Ebenso gescheitert seien abex auch die Versuche, Italien zu vereinsamen. Churchills Schwiegersohn urteilt. London, 14. Juli. (DNB. Funkspruch.) Der konservative Unterhaus-Abgeordnete Duncan Sam- d y s, ein Schwiegersohn Churchills, begrüßt in einer Zuschrift an die „Times" das deutsch- österreichische Abkommen, das auf dem Wege der Versöhnung einen gefürchteten Gefahrenpunkt von der Karte Europas entfernt habe. Wenn Deutschland durch feinen staatsmännischen Akt zu einer engeren Zusammenarbeit mit Ita« lien komme, so sei das nur die wohlverdiente Belohnung für den Beitrag, den es für die mitteleuropäische Stabilität geleistet habe. Jeder Schritt, der das Vertrauen in Europa erweitere, verdiene ein uneingeschränktes Willkommen. Dr. Goebbels verliest den Freundschasts- vertrag mit Oesterreich. /. ■ DM' v-m ... ■ • ■ • • vz M "X ■ Reichsminister Dr. Goebbels gab über alle deutschen Sender im Auftrage der Reichsregierung das Freundschaftsabkommen zwischen Deutschland und Oesterreich bekannt, das einen historischen Markstein auf dem Wege zum Frieden Europas bedeutet. — (Presse-Illustration-Hoffmann-M.) Das volksgemeinschastliche Ideal in Deutschland. Oer Hauptamtsleiter des Winterhilfswerks spricht in London auf dem Internationalen Kongreß für soziale Arbeit. London, 13, Juli. (DNB.) lieber das Thema „Die Volksgemeinschaft als Ausgangspunkt und Ziel im heutigen Deutschland" sprach am Montag der Hauptamtsleiter Erich H i l g e n f e l d t auf dem in London tagenden 3. Internationalen Kongreß für soziale Arbeit. Nach einem Hinweis darauf, daß diese Konferenz die Gemeinschaft in den Mittelpunkt ihrer Betrachtungen gestellt habe, führte der Reichsbeauftragte für das 'Winterhilfswerk u. a. folgendes aus: „Die neueste Entwicklung in Deutschland zeigt die Tendenz, unbeschadet der kleineren Gemeinschaften — wie Familie, Dorf, Stadt — das in einem nationalen Staat erfaßte Volk zur Besinnung auf seine völkische und damit schicksalsmäßig entscheidende Zusammengehörigkeit zu bringen und ihm bewußt werden zu lassen, daß nicht der bloße Zweck, sondern die im Blut und Boden begründete Nation das Unterpfand für die gedeihliche Entwicklung eines jeden Volksgenossen ist. Die Gemeinschaft des Volkes ist Ausgangspunkt und Ziel für die Wiederbelebung oder Schaffung jedes Gemeinschaftsgefühls auch innerhalb der örtlichen Gemeinschaft. Das starke Erwachen dieses Gefühls innerhalb der Volksgemeinschaft, wie es in der Gegenwart in Deutschland sichtlich erlebt wird, ist dafür der beste Beweis. Bei dem Ringen des Nationalsozialismus um die Volksseele, deren Besitz notwendige Voraussetzung für die Gewinnung einer Volksgemeinschaft ist, galt es folgende Begriffe in ihrer wahren Bedeutung freizulegen: den Begriff der Freiheit, der Verantwortung und des Dienens. Wohl ist es möglich und ein verhältnismäßig leichtes Beginnen, durch Zwang Menschen zusammenzuschließen. Dann ist es eine Organisation, aber keine Gemeinschaft. Dann ist in ihr auch nicht das Lebendige, was die Gemeinschaft kennzeichnet: die auf freiwilligem Entschluß beruhende Einordnung und Unterordnung des einzelnen in die Gefolgschaft, die freie Anerkennung des Führers und das unbedingte Zusammengehörigkeitsgefühl zu dieser Einheit. Ls gibt keine höhere Freiheit als die der Ration, und die Freiheit des einzelnen hat sich derjenigen der Ration unterzuordnen. So erwächst auf dem Boden des einschränkenden Gesetzes in der Bindung des Elnzelmenschen an das Volk das kostbare Gut der inneren und äußeren Freiheit. Damit eng verbunden ist der andere Begriff, der Begriff der Verantwortung. Jeder hat sich bei seinem Tun die Frage vorzulegen: nutze ich damit meinem Volk, biene ich damit der Gemeinschaft ober hanbele ich ihrem Wohl zuwider. Die Freiheit in der Gemeinschaft, die Verantwortung für die Gemeinschaft, weist den Weg zum Dienst an ber Gemeinschaft. Wenn ber Preußenkönig Friedrich der Große seinerzeit ein Vorbild treuester Pflichterfüllung gab, als er fein Handeln unter die Maxime stellte: „Ich bin der erste Diener meines Staates", so ist die Lösung heute in dem Wort des Führers des deutschen Volkes wieder lebendig geworden: . „G e m e i n n u tz geht vor E i g e n n u tz!". Das nationalsozialistische Ideal der Volksgemeinschaft ist nicht Vorstellung geblieben, sondern ein bis dahin zerrissenes, ausgebluleles Volk hat es zur Selbstbesinnung auf die unerschöpflichen Werte der Gemeinschaft und damit zu den Quellen seiner Kraft zurückgeführt. So ist das volksgemeinschaftliche Ideal zu einer gewaltigen Realität in Deutschland geworden. Als Adolf Hitler zum Winterhilfswerk des deutschen Volkes aufrief, stand das gesamte deutsche Volk bereit, zu opfern und zu helfen. Jeder hatte erkannt, daß er selbst nicht mehr von der Gemeinschaft verlangen konnte, als er selbst bereit war, ihr zu geben. Der Redner schloß: „Weil wir im engen Raum Deutschlands den Werk der Gemeinschaft erkannt haben, bejahen wir ihn auch in unserem Verhältnis zu den anderen Völkern. So wird der Gedanke der Volksgemeinschaft nicht nur von wesentlichster Bedeutung für die Maßnahmen sozialer Arbeit im Rahmen der Einzelgemeinschaft, sondern verdient allgemeine Beachtung in den Beziehungen der Völker zueinander." England gibt in Montreux nach. Zurückhaltung der Jtuffen und Franzosen. Montreux, 13. Juli. (DRV.) Zur Vorbereitung der entscheidenden Sitzungen der Meerengenkonferenz haben am Montagnachmittag die Besprechungen zwischen den Hauptdelegierten wieder eingesetzt. Litwinow hatte eine längere Unterredung mit dem aus London zurückgekehrten englischen Delegierten Rendell. Später verhandelte Paul-Boncour mit dem türkischen und dem russischen Außenminister. Wie man hört, enthalten die neuen Richtlinien des englischen Kabinetts ein völliges Nachgeben in der Frage der Durchfahrt russischer Kriegsschiffe in Friedenszeiten; hierfür soll keine quantitative oder qualitative Beschränkung mehr vorgesehen sein. Für den Artikel über die eoentl. Erfüllung von Völkerbundsverpflichtungen und regionalen Bei- standspakten schlägt England eine Kompro- m i ß f o r m e l vor, die in russischen und französischen Kreisen mit großer Zurückhaltung ausgenommen wird. Englands Kompromißvorschlag. London, 14. Juli. (DNB. Funkspruch.) Nach britischen Berichten aus Montreux ist mit einer Einigung über die hauptsächlichsten Streitpunkte auf der Meerengenkonferenz in den nächsten Tagen zu rechnen. „Daily Telegraph" schreibt, in britischen zuständigen Kreisen hoffe man, daß bis zum Wochenende eine für alle Parteien annehmbare Konvention entworfen werden könne. Nach einer Reuter-Meldung wird die sowjetrussische Forderung, daß Kriegsschiffe nicht nur bei der Vollziehung der Völkerbundssatzung gegen einen Angreifer, sondern auch in Erfüllung gegenseitiger Unter st ützungspakte freie Durchfahrt durch die Meerengen haben sollen, auf Wunsch Großbritanniens fallen gelallen werden. Stattdessen würden einige Länder möglicherweise Erklärungen abgeben, oder in Son - der-abmachungen mit der Türkei eintreten. Ferner werde man sich wahrscheinlich in Bälde über die folgenden Punkte einigen: 1. Rußland soll das Recht haben, in Friedenszeiten feine Kriegsschiffe frei durch die Meerengen zu bewegen. 2. Für Staaten, die nicht am Schwarzen Meer liegen, soll die zur Durchfahrt z u gelassene Tonnage auf 30 000 Tonnen nebst weiteren 8000 Tonnen für „humanitäre Zwecke" begrenzt werden. 3. Im Kriegsfall, und wenn die Türkei neutral ist, sollen keine kriegführenden Schiffe durch die Meerengen passieren, es sei denn in Vollziehung von Völkerbundsverpflichtungen. Sine türkische Erklärung. Montreux, 13. Juli. (DNB.) In der Vormittagssitzung der Meerengenkonferenz gab der türkische Außenminister Rüschtü Aras am Montag eine längere Erklärung über die von dem rumänischen Vertreter aufgeworfene Frage der Wirkung des zu schließenden neuen Abkommens gegenüber den Nichtunterzeichnern ab. Er führte darin aus, daß das neue Abkommen eine allgemeine Bedeutung haben werde, daß es deshalb nicht angebracht sei, es für die Unterzeichnung oder den Beitritt anderer Mächte offen zu lassen, datz aber die Türkei sich vorbehalte, nötigenfalls mit denjenigen Ländern, die ihr genehm seien, über entsprechende Abmachungen im Rahmen der geltenden Regelung zu verhandeln. In Konferenzkreisen wird angenommen, daß sich diese Erklärung vor allem auf Italien beziehe, mit dessen Beteiligung an der Konferenz die Türkei nicht mehr rechne, v Das Frontkämpfertreffen in Verdun. Friedensgelöbnis auf dem Nationalfriedhof von Oouaumont. Verdun, 13. Juli. (DNB.) Als Sonntagabend die Dämmerung über die Höhen um Verdun zog, begann die große Pilgerfahrt nach Douau- m o n t. Eine Gruppe von 20 Autobussen nahm die deutschen Teilnehmer vor dem Portal des Quartiers in Empfang. Von der Plattform des ersten Wagens wehte die Hakenkreuzfahne. In langsamer Fuhrt ging es zunächst durch die Stadt Verdun. Die französischen Frontkämpfer und die Bevölkerung, die den Weg säumten, begrüßten 'die Deutschen wiederum mit besonderer Herzlichkeit. Manche von ihnen machten sich in der Aufgeschlossenheit des Tages den deutschen Gruß zu eigen und riefen mit erhobenem Arm: „Heil les A l l e m a n d s", „23 i d e l a p a i x", „Es lebe der Frieden!" Wir sind vor dem Nationalfriedhof von Douaumont angelangt. Die französischen Frontkämpfer nehmen zu beiden Seiten Aufstellung, jeder Mann vor einem Grab. Jedes Grab trägt das gleiche weiße Kreuz. Jedes Grab trägt als einzigen Schmuck rote Rosen. Während Bachsche Melodien aus der Johannespassion durch die Nacht klingen, marschiert die deutsche Abordnung auf das Feld. Ihnen als den tapferen Gegnern ist der Ehrenplatz in der Mitte des Rasens unmittelbar vor dem Turm vorbehalten. Hoch flattert die Hakenkreuzfahne im Winde. Beethovens Eroica leitet zu dem Höhepunkt der Feier über. Die Stimme eines Sprechers beruft die Toten. Ein Kanonenschuß donnert durch die Nacht. Alle Scheinwerfer und alle Lichter erlöschen. Eine Minute des Schweigens, die allein den Toten gehört. Aus der Ferne das Hornsignal „Feuer einstellen!" Von den Ecken des Riesenfriedhofes antwortet das gleiche Signal. Ein zweiter Kanonenschuß. Die Scheinwerfer flammen wieder auf, und nun hallt über die ergriffene Menge das Friedensgelöbnis: „Well diejenigen, die hier und anderswo liegen, th den Frieden eingelrelen sind, nur um den Frieden der Lebenden zu begründen, und weil es uns unheilig wäre, künftighin zuzulassen, was die Toten verabscheut haben, deswegen schwören wir, den Frieden, den wir ihrem Opfer verdanken, zu bewahren und zu wollen. Aus allen Kehlen antwortet es: „Ich schwöre . Während jetzt die französischen Frontkämpfer auf den Gräbern, vor denen sie stehen, je eine Blume niederlegen, tragen zwei deutsche Verdun- Kämpfer einen Riesenlorbeerkranz, mit der Hakenkreuzschleife geschmückt, auf die Estrade und legen ihn vor der Fackel nieder, die mit dem Feuer angefacht worden ist, das Schwerkriegsbeschädigte vom Grab des Unbekannten Soldaten in Paris nach Verdun gebracht haben. Dann marschieren die Deutschen unter den achtungsvollen Blicken ihrer französischen Kameraden langsam die Stufen zum Beinhaus hinauf, dessen erleuchteten Altar sie im Vorbeimarsch mit erhobenem Arm grüßen. Sie grüßen damit die n am e n- Io s^n Kämpfer, deren Gebeine hier m Maßen- kammern beigesetzt sind, sie grüßen damit alle Toten des Weltkrieges. Die Friedenskundgebung auf den Schlachtfeldern von Verdun ist beendet. In gleicher langer Kolonne erfolgt der Marsch abwärts. Wir begegnen immer neuen französischen Frontkämpferkolonnen, die zu Fuß von Verdun gekommen sind und erst um Mitternacht auf dem Friedhof von Douaumont an- langen werden, um in einer zweiten Feier die Toten zu grüßen und den Frieden zu beschwören. Und jedesmal, wenn sie das der deutschen Kolonne vorangetragene Schild „Allemagne" erblicken, werden ihre Gesichter heller. Sie winken den Deutschen zu und rufen: „Bravo les Allemands, vive la paix, es lebe -der Frieden!" Deutsche Totenehrung in Verdun. Verdun, 13. Juli. (DNB.) Verdun und die dort versammelten zehntausende Frontkämpfer waren am Montagmittag Zeuge einer einzigartigen Kundgebung. Ein Zyg französischer Militärlastwagen, Soldaten mit Stahlhelm am Steuer, besetzt mit der deutschen Frontkämpferabordnung, durchfuhr die Straßen der Festung Verdun zu einer stillen Gedenkfeier an dem berühmten lotenmal inmitten der Stadt an der Maasbrücke. Hoch flatterte von den ersten Wagen die Hakenkreuzfahne im Wind. In langsamem Zug ging es durch die dichtumsäumten Straßen der Stadt. Vor der Fahne entblößten sich alle Häupter. Das Militär grüßte. In der Nähe des Totenmals hielten die Wagen an. Einige knappe Kommandos eines alten Verduner Frontoffiziers ertönten, und die Deutschen standen in mustergültiger Marschordnung in Viererreihen. Dann marschierten sie im Gleichschritt zum Denkmal. Dort wurde Aufstellung genommen, die Fahne drei Meter vor der Front. In weitem Bogen umstanden die französischen Frontkämpfer die Stätte, französische Generale und hohe Offiziere am Fuße des Denkmals. Langsamen Schrittes tritt Hauptmann von Brandes, der Erftürmer des Forts Douaumont, an die Stufen des Denkmals und legte einen großen Lorbeerkranz mit der Hakenkreuzschleife nieder. Die Hände der deutschen Kämpfer sind zum Deutschen Gruß erhoben, alle Häupter sind entblößt. Eine Minute des Schweigens. Leise stimmen die Frontkämpfer das Lied vom guten Kameraden an, alle Deutschen fallen ein. Die Fahne ist gesenkt. Wieder ein paar knappe Kommandoworte, die Deutschen marschieren ab. Aber nach wenigen Schritten schon dringen ihnen von allen Seiten französische Frontkämp- f e r entgegen. Feuchten Auges schütteln sie den Deutschen in stummer Ergriffenheit die Hand. Diese im Programm nicht vorgesehene Totenehrung durch die deutschen Kameraden hat in Verdun tiefen Eindruck gemacht. Während des Krieges haben die Deutschen sich als mannhafte Gegner die uneingeschränkte Achtung der Franzosen erworben. Daß die Friedensar- beit des Dritten Reiches unter dem Frontkämpfer Adof Hitler jetzt ebenfalls die Achtung der Franzosen zu erringen beginnt, dafür war die spontane Kundgebung am lotenmal von Verdun ein symbolischer Beweis. Dieses Bewußtsein bringt die deutsche Frontkämpferabordnung, die durch ihre Haltung einen tiefen Eindruck gemacht hat, nach Deutschland heim. Der Abschluß der Feier. Das deutsche Bekenntnis zum Frieden. Paris, 13. Juli. (DNB.) Nachdem die deutsche Frontkämpferabordnung am lotenmal der Stadt Verdun ihren Kranz niedergelegt hatte, versammelten sich die Leiter sämtlicher Abordnungen im Rathaus von Verdun zu einem offiziellen Empfang. Der Bürgermeister von 23 e r b u n hieß die Frontkämpfergäste aus allen Teilen der Welt mit warmen Worten willkommen. Der Unterpräfekt von Verdun und der französische Pensionsmini- ste r gaben in kurzen Ansprachen den Gefühlen aller in Verdun versammelten Frontkämpfer Ausdruck, indem sie von dem gegenseitigen 23 e r- stehen über Gräben und Grenzen hinweg sprachen. Die Leiter der einzelnen Abordnungen antworteten, als erster der Führer der deutschen Abordnung Hauptmann v. Br an di s, der in knappen Worten erklärte: „Wir wollen, wie Adolf Hitler es verkündet hat, aufrichtig den ehrenvollen Frieden und mit den anderen Völkern wie gute Rachbarn eines Hauses Zusammenleben." Anschließend wurde den Leitern der Abordnungen die silberne Verdun-Plakette überreicht. Nach einem gemeinsamen Mahl, das die Leiter aller Abordnungen kameradschaftlich vereinigte, fuhren Hauptmann von Brandts und der französische Frontkämpferführer Pichot mit einigen deutschen Kameraden hinaus vor die Wälle Verduns, um auf dem deutschen Krieger- friedhof Ville devant Chaumont gemeinsam im Namen der deutschen und französischen Frontkämpfer einen Kranz niederzulegen. Am frühen Nachmittag rüstete man zum Aufbruch. Sonderzug auf Sonderzug verließ Verdun. Die Deutschen suchten ihre Wagen, aber Hauptmann v. Brandts konnte noch nicht etnfteigen. Am Eingang des Bahnhofs wurde er von einer starken Gruppe früherer Soldaten des französischen Infanterieregiments 95 erwartet, jenes Regiments, das bei dem Sturm auf Douaumont unter Hauptmann von Brandts' Kommando das französische Fort besetzt gehalten hatte. Sie wollten ihrem siegreichen Gegner die Hand drücken. Es war ein ergreifender Augenblick, wie in strömendem Regen zwischen Gleisen und Güterschuppepn französische Potlus und der Erstürmer von Douaumont mit tränenfeuchten Augen einander gegenüberstanden. Das Kommando „Einstetgen" unterbrach die letzten Unterhaltungen zwischen den deutschen Verdunkämpfern, die aus den Fenstern winkten, und ihren französischen und italienischen Kameraden, die unter Führung von Pichot zum Abschied erschienen waren. Langsam setzte sich der Zug in Bewegung. 500 Arme reckten sich zum deutschen Gruß. Franzosen und Italiener winkten, und der Zug nahm seinen Weg ostwärts durch die Schluchten zwischen den Forts von Verdun hindurch. Die Reichstagung des NSLB. M. & T M AM «M: & MAE Feierliche Einweihung des Hauses der Deutschen Erziehung in Bayreuth. In Bayreuth kamen 30 000 deutsche Erzieher zusammen, um im Rahmen der Reichstagung des NSLB. an der Wethe des Hauses der Deutschen Erziehung tetlzunehmen, die von dem Reichswalter des NSLB. Gauleiter W ä ch 11 e r vorgenommen wurde. Man sieht auf dem rechten Bild die Gedenkstunde zu Ehren des auf tragische Weise ums Leben gekommenen Gauleiters Hans S ch e m m im Haus der Deutschen Erziehung, links den Marsch der Formationen zum Schloßplatz, wo Gauletter Wächtler den Vorbeimarsch abnahm. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Bayreuth, 13. Juli. (DNB.) Am Sonntag vormittag fand im Rahmen der Reichstagung des NSLB. die Weihe des Hauses der Deutschen Erziehung statt. Nach einleitenden Musikdarbietungen widmete Reichswalter Gauleiter Wächtler „den ersten Gruß dieses Weiheraumes in Liebe, Dankbarkeit und Treue an den großen Erzieher aller Deutschen, dem Führer." Gauleiter Wächtler hielt dann die Festrede, in der er u. a. ausführte: Nur der Führer allein und die nationalsozialistische Weltanschauung bestimmten Ziele und Weg unserer Arbeit. Dieses Bekenntnis ist unser Gelöbnis. In diesem Hause solle das Gewissen der deutschen Erzieherschaft wohnen, das wach ist und nie zu fordern aufhören wird. Aus diesem Hause sollen die Richtlinien für die Schulung der Erzieherschaft hinausgehen. Das Haus ist fertig. Daß es zur nationalsozialistischen Arbeitsstätte und durch diese zu einem Symbol der nationalsozialistischen Weltanschauung werde, das ist unser heißes und ernstes Bemühen. Es lebe der Führer! Es lebe das ewige deutsche Volk! Der Montag war der Haupttag und zugleich Schlußtag des Reichstreffens. Zunächst begründete der Reichsstudentenbundsführer Derichsweiler sein Erscheinen auf der Tagung mit der Notwendigkeit eines Gedankenaustausches aller mit Erziehungsfragen betreuten Organisationen und erläuterte dann die Aufgaben des NSDStB. dahin, die studentische Jugend aus ihrer einstigen kastenmäßigen Abgeschlossenheit restlos herauszuführen und ihr studentisches Leben unter der Sicherung der fachlichen Ausbildung neu zu formen. Anschließend sprach Dr. Krieck über nationalsozialistische Erziehung und Erziehungswissenschaft. „Niemals in der Weltgeschichte", so führte er aus. „ist ein politisches Ziel so eng mit dem Erziehungsgedanken verbunden gewesen, wie heute im Zeitalter des Nationalsozialismus. Zur Herantragung der Erkenntnis an den Menschen bedarf es in erster Linie einer deutschen Haltung des Erziehers selbst, und hierdurch wird die deutsche Erziehungswissenschaft zu einem unauflösbaren Bestandteil der nationalsozialistischen Weltanschauung." Im Mittelpunkt der Tagung stand das große weltanschauliche Bild, das der Leiter des Rasse- politischen Amtes, Dr. Groß, entroctrf. Es genüge nicht, so erklärte er dabei, den Inhalt eines umfangreichen Kompendiums im Kopfe zu haben, sondern es sei erforderlich, aus der Fülle historischer und naturwissenschaftlicher Tatsachen dasjenige an die deutsche Jugend heranzubringen, was sie zur Erfüllung ihrer Zukunftsaufgaben unerläßlich benötige. Der Vortragende schloß mit der Forderung an die deutsche Erzieherschaft, ein Anwalt der Reinheit und Gestaltungsfreude am großen Werk des Führers zu sein. Reichswalter Gauleiter Wächtler faßte die Ergebnisse und Erkenntnisse der Haupttagung noch einmal zusammen. Sie gelte es nun hinauszutragen in das Leben, in die Schule. Der Jugend den Nationalsozialismus der Tat nahezulegen, sei die erste Pflicht eines jeden deutschen Erziehers. Mit jenen Lehrern, die heute immer noch Vereinen angehören, die nach konfessionellen Gesichtspunkten aufgebaut sind, könne der nationalsozialistische Erzieher keine Gemeinschaft pflegen, und der NSLB. werde auch die Mittel finden, um diesem Zustand ein Ende zu machen. Mit dem gemeinsamen Gesang der nationalen Lieder und dem Sieg-Heil auf den Führer fand die Tagung ihren feierlichen Ausklang. Marxistische polizeibeamien morden in Madrid. Oer spanische Monarchistenführer ohne Hastbefehl verhafiet und ermordet. Marxistische Polizeibeamte als Täter verhaftet. Madrid, 13. Juli. (DNB.) Der Führer der spanischen Monarchisten. Calvo Sotelo, ist am Montagvormittag auf dem Friedhof Almudena in Madrid ermordet aufgefunden worden. Calvo Sotelo galt als der eigentliche Führer der spanischen nationalen Bewegung. Die Regierung hat den Mord an dem monarchistischen Abgeordneten und Führer der spanischen nationalen Bewegung Calvo Sotela bestätigt und erklärt, daß sie Maßnahmen ergriffen habe, um die furchtbare Tat zu sühnen und die Täter festzustellen. Zur Untersuchung der Mordtat sind zwei Sonderrichter ernannt worden. Die Tat ist mit einem Dolch ausgeführt worden. Wahrscheinlich liegt ein Racheakt für die Erschießung eines Polizeioffiziers am Samstagabend in Madrid vor. Die Leiche wurde von den marxistischen Polizeibeamten, die Calvo Sotelo ohne Verhaftungsbefehl auf eigene Faust verhaftet hatten, selbst nach der Tat in einem Polizeiwagen auf den Friedhof gebracht. Die Mörder erklärten dem Friedhofsbeamten, der sich wegen Fehlens der Ausweispapiere des Toten zunächst dem Eintritt der Beamten widersetzt hatte, daß es sich um einen Nachtwächter handelt, der auf der Straße tot aufgefunden worden fei. Sofort nach der Auffindung der Leiche begaben sich zahlreiche Abgeordnete der Rechtsparteien auf den von einem großen Polizeiaufgebot bewachten Friedhof, wo Calvo Sotelo aufgebahrt liegt. Die Nachricht von dem Mord verbreitete sich wie ein Lauffeuer in der Stadt. Der Bevölkerung hat sich eine starke Erregung bemächtigt. Es besteht allgemein der Eindruck, daß die Folgen unabsehbar sind. Im Zusammenhang mit dem Mord sind meh« liche Aus aller Wett trafen VefmietungeH MWlMdchen zur Aushilfe sofort gesucht. 4458D im 75. Lebensjahre. Gießen (Grabenstraße 8). Frankfurt a. M., den 13. Juli 1936. 03215 O ...undzum Bauen Heinrich Arnold und Frau Sophie, geb. Lindemann Hugo Lagemann und Frau Minna, geb. Arnold Arthur Weirich und Frau Marie, geb. Arnold. Die Beisetzung findet am Mittwoch, dem 15. Juli, nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt Wer beteiligt fid) mit kleiner Einlage, die sichergestellt wird, an einer 6(^11^ sabrttation? Schrift!. Angeb. unt.4459Da.den Gießen. Anzeig. Aut alle Fälle Vetter die billige Möbel -Einkaufequelle! Austeilung und Verkauf nur Wiesenstr. 6 tische Geheimpolizei festgestelll habe, daß die Aufstandsbewegung in Palästina zum großen Teil von Moskau geschürt werde. Vor kurzem habe man im Norden der Stadt Tel Aviv das Hauptquartier der Kommuni st ischen Partei entdeckt, das in unmittelbarer Verbindung mit Moskau gestanden und von dort Anweisungen für die Anruhen erhalten habe. 3n dem Gebäude habe man u. a. Schriftstücke des Moskauer Departements für Propaganda im Nahen Osten gefunden, fowie Ouittungsabfchnitte für große Geldsummen aus Moskau. Einige der Schriftstücke feien in Chiffre, andere, ki unsichtbarer Tinte geschrieben gewesen. Ulweriwk zu verpachten. Bewerb u 03230 a. d. Gieß. Anz. Sonntag mittag verschied nach langem, schwerem Leiden unsere liebe, gute Mutter Frau Katharina Arnold Witwe geb. Welker Gießen 4451 a Am Oswaldsgarten Fernruf Nr. 2145/46 TORPEDO nur RM. 186.— schon für 8.30 monatlich Alleinverkauf: Niederhausen Gießen 10»a Bahnhofstraße Die Erholungs-Ecke läßt sich auch in Ihrem Garten, Veranda, Balkon einrichten. Hübsche und bequeme Gartenmöbel, Schirme und Liegestühle sind ja sooo billig. Überzeugen Sie sich selbst, kommen Sie zu W| J. B. Häuser Oie Palästina-Unruhen von Moskau geschürt. London. 14. Juli (DNB. Funkspruch.) ..Daily Mail" meldet aus Jerusalem, daß die bri- Unter der Leitung des Gebietsführers I (Ost- land), Oberbannführer Boeckmann, trafen 2000 Eitler jungen aus Danzig in der Reichshauptstadt ein. Die Jungen werden in einer dreiwöchigen Reise Gelegenheit haben, Deutschland eingehend kennenzulernen-, dabei werden sie die Hauptstadt der Bewegung, die Stadt der Parteitage besuchen und auf langen Eisenbahnfahrten durch viele deutsche Gaue einen Begriff von Deutschlands Schönheit und Größe bekommen. Die hitler- Fiir Wiederverkäufer! k VeiMeluuMer Karl Amol, PapierwarengroBhandlnng Bahnhofstraße 41. oszi? Bekanntmachung. Nachdem die Zustellung der Bescheide über die Kanal-, Straßenreinigungs- und Müllabfuhrgebühren sowie über die kommunale Grundsteuer, Gewerbsteuer und Sondergebäudesteuer für das Rechnungsjahr 1936 an die Zahlungspflichtigen bzw. Empfangsberechtigten stattgefunden hat, werden als Tage, an denen die sämtlichen Bescheide als zugestellt zu gelten haben, hiermit festgesetzt: 4-454C 1. für Kanal-, Straßenreinigungs- und Mullabfuhrgebühren der 13. Juni 1936; 2. für die Bescheide über die kommunale Grundsteuer, Gewerbsteuer und Sondergebäudesteuer der 11. Zuli 1936. Diejenigen Steuerzahler, die bisher einen Bescheid nicht erhalten haben, werden aufgefordert, dies alsbald beim Städtischen Rechnungsamt im Stadthaus, Bergstraße, Zimmer Nr. 9, anzuzeigen. Bei dieser Gelegenheit wird wiederholt darauf hin- geroiefen, daß nur in den allerdringendsten Fällen und nach eingehender Begründung Gesuchen um Stundung oder Erlaß entsprochen werden kann. Gießen, den 13. Juli 1936. Der Oberbürgermeister: Ritter. 1780 Todesopfer der Hitzewelle in Amerika. Die Hoffnung, bafj die Rcgensälle der letzten Tage eine durchgreifende Wetteränderung in Amerika einleiten würden, hat sich als trügerisch erwiesen. Die Hitzekatastrophe nimmt vielmehr stündlich einen größeren Umfang an. Die Zahl der Todesopfer beträgt bereits 1780. Sie wächst durchschnittlich um 50 Personen in der Stunde. Die Leichenschauhäuser in Lhikago. Detroit und Minneapolis sind von unbekannten Toten überfüllt. In Detroit starb am Montag im Verlaufe von 14 Stunden alle 10 Minuten eine Person an Hitz- schlag. Das Dürregebiet erstreckt sich jetzt über zwölf Staaten der Union. Die Regenfälle der letzten Tage sind anscheinend für den ausgedörrten Boden zu spät gekommen. In Nord- und Süddakota chießen jedenfalls nach dem Regen zum Entsetzen )er Farmer nur noch Kakteen aus dem Boden, die als einzige Pflanzen die Dürrezeit überstanden haben. Line Anzahl hoher Regierungsbeamter, darunter der Leiter der Wiederansiedlungsbehörde, Tug- well, begibt sich am Dienstagabend im Flugzeug von Washington in die Dürregebiete, um die Vorbereitungen für die Umsiedlung eines Teiles der Bevölkerung der „Staubschüssel-, wie die von Sandstürmen heimgesuchten Landesteile bezeichnet werden, zu treffen. Präsident Roosevelt beabsichtigt, in der nächsten Tagung des Kongresses ein großzügiges Programm für die Wiedergewinnung unfruchtbar gewordener Landstriche vorzulegen, das sich über viele Jahre erstrecken soll. LZ „Hindenburg- in Lakehurst. Das Luftschiff „Hindenburg" ist am Montag um 12.46 MEZ. glatt in Lakehurst gelandet. Luftpost Brasilien—Deutschland in 46 Stunden 11 Minuten. Die am Freitag, 10. d. M., um 12.33 Uhr unserer Zeitrechnung in Natal in Brasilien mit einem Dornier-Wal der Lufthansa abgegangene L u f t p o st f ü r Europa ist am Sonntag mit dem Anschlußflugzeug „Falke" schon um 10.44 Uhr in Frankfurt gelandet. Für die große Reise von Südamerika nach Deutschland einschließlich der Zwischenlandungen wurden demnach wiederum nicht einmal zwei Tage gebraucht: die an Bord der Lufthansaflugzeuge befindlichen rund 40 000 Sendungen reiften in nur 46 Stunden 11 Minuten. 2000 Danziger hitlerjungen auf dreiwöchiger Deutschlandfahrt. Frauenmord aufgeklärt. Die Ermordung der 45 Jahre alten lebigen Schneiderin Gertrud Hiller aus Pfaffendorf bei Görlitz, die am 5. d. M. tot aufgefunden worden war, hat jetzt ihre Aufklärung gefunden. Als Täter wurde der 28 Jahre alte Albert Linke aus Pfaffendorf ermittelt. Linke hat ein volles Geständnis abgelegt. Sechs Jahre Zuchthaus für eine entmenschte Stiefmutter. Das Koblenzer Schwurgericht hielt in Birkenfeld eine Sitzung ab, bei der sich eine Frau Ritter aus Schwollen wegen schwerer Kindesmißhandlung zu verantworten hatte. Die Angeklagte hatte das fünfjährige Söhnchen ihres zweiten Mannes so mißhandelt, daß es starb. Der Junge wies am Kopfe eine große Oeffnung auf, die ihm nach Sichere Existenz! Best etngef. altes Auto -Tran*' portgeBchüft mit prima seitU Kundschaft (Nähe Gießens) schnellstens zu verkaufen. Guter Diese. zug muß übernommen werden. Bei guter SicherhestS* leistung wird auf große Anzahlung nicht gesehen. Schrift!. Anfragen U.4460D an den Gieß. Answer. Oer spanische Landtag für eine Doch.« geschloffen. Madxid, 14. Juli. (DNB. Funkspruch.) In der Nacht zum Dienstag hat der spanische Ministerpräsident Casares hirota nach Rücksprache mit dem Landtagspräsidenten Martinez B a r r i o, dem Führer der linksrepublikanischen Gruppe Marcelino Domingo und einem Vertreter der Marxisten den Beschluß gefaßt, den Landtag noch vor dem Beginn der'Dienstag-Sitzung durch Regierungsdekret für eine Woche schließen zu lassen. Kommunisten fordern Verbot der Rechtsparteien. Madrid, 13. Juli. (DNB.) In einer Versammlung, die die kommunistische Landtagsfraktion anläßlich der Ermordung Calvo S o - t e I o s abgehalten hat, wurde beschlossen, die Regierung aufzufordern, sämtliche politische Gruppen der Rechten, darunter die Katholische Dolks- aktion, deren Jugendorganisationen, die Traditionslisten und die spanische Erneuerungsbewegung aufzulösen und die diesen Gruppen nahestehenden Parteien zu verbieten. USUechtsstehendeinMadridverhastet. Madrid, 14. Juli (DNB. Funkspruch.) In Madrid, wie auch in der Provinz sind außerordentlich starke polizeiliche Sicherheitsmaßnahmen ergriffen worden, da man die dem Sachverständigengutachten in rohester Weise beigebracht worden war und zum Tode führte. Das Gericht verurteilte die unmenschliche Stiefmutter zu 6 Jahren Zuchthaus und sprach ihr die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 5 Jahren ab. Außerdem wurde sofort Haftbefehl erlassen. Orkanverwüstungen im oberitalienischen Weinbaugebiet. Ein Orkan von außergewöhnlicher Gewalt rich. tete in der bekannten oberitalienischen Weingegend von Asti furchtbare Verwüstungen an. Der Sturm fegte etwa eine halbe Stunde lang über das Land hinweg. Nicht nur die Ernte, soweit sie noch auf den Feldern stand, wurde vollkommen ver- nichtet, auch Weinberge und ganze Wälder wurden restlos zerstört. Auf kilometerweite Strecken sind die Weinkulturen dem Erdboden gleichgemacht. Starke Bäume wurden entwurzelt. In einer Ortschaft fand ein Bauer durch einen Blitzschlag den Tod, mehrere Personen erlitten Verletzungen. Zahlreiche Häuser wurden abgedeckt. — Die starken Gewitterregen in den letzten Tagen haben zu einem Ansteigen des Pegels des Corner Sees um 2V2 Meter über den Normalstand geführt. Der See ist an zahlreichen Stellen über die Ufer getreten und hat den Hauptplatz der Stadt Como über- schwemmt. Mehrere Geschäfte stehen unter Wasser. Kleine Brücken mußten errichtet werden, damit die Leute ihre Einkäufe besorgen können. Großfeuer in einer polnischen Stadt. Fünf Personen verbrannt. In einer Vorstadt von Pinsk wurden durch ein Großfeuer 13 Wohnhäuser und mehrere Wirtschaftsgebäude vernichtet. Fünf Personen sanden in den Flammen den Tod. Verheerendes Erdbeben an der nordchilenischen Küste. Ein schweres Erdbeben, das eine Flutwelle im Gefolge hatte, hat in einer Breite von 600 Kilometer das nordchilenische Küstengebiet heim- gesucht. Der Mittelpunkt des Bebens lag in der Hafenstadt Talt al, wo fast sämtliche Hauser mehr oder weniger schwer beschädigt wurden. Schweren Schaden hat das Erdbeben, das drei Minuten dauerte, auch in der Stadt Copiaco angerichtet. Ob auch das Hinterland in Mitleidenschaft gezogen worden ist, konnte noch nicht festgestellt werden, da sämtliche Drahtverbindungen zerstört sind Man hegt jedoch für das Innere der Pronin- zen Antofagasta und Atacama, wo in den Minen Hunderte von Arbeitern beschäftigt sind, die schwer- ften Befürchtungen, lieber die Zahl der Menschenopfer, die das Erdbeben gefordert hat, liegen noch keine genauen Angaben vor. rere Polizeibeamte verhaftet worden, darunter der Lenker des Polizeiautos, mit dem der Abgeordnete aus feiner Wohnung abgeholt worden war, und in dem sich der Mord abgespielt hat. Der Chauffeur leugnete die Teilnahme an der Tat und behauptete, seine Wohnung die ganze Nacht über nicht verlassen zu haben. Die Familienangehörigen des Ermordeten haben ihn auch nicht wiedererkannt. Ferner sind zwei Polizeibeamte verhaftet worden, die m der letzten Nacht vor der Wohnung des Ermordeten W a ch t d i e n st hatten. Die Regierung erklärt, daß sie die Presse über das Vorgefallene unterrichten, im übrigen jedoch der Öffentlichkeit keine Einzelheiten mitteilen werde, da dadurch die Nachforschungen erschwert würden. Der Landtagspräsident hat sämtliche Parteiführer zu einer Besprechung gebeten, um über die durch die jüngsten Ereignisse geschaffene inner- politische Lage zu verhandeln. Die Regierung kündigt strenge Maßnahmen an. Madrid, 14. Juli. (DNB.) Der spanische Finanzminister hat nach Beendigung der Minister r a t s s i tz u n g am Montagabend der Presse eine Note überreicht, in der auf die politischen Gewaltakte der letzten Zeit Bezua genommen wird, die in der Ermordung eines P o l i z e i o f f i - ziers und des monarchistischen Abgeordneten Calvo S o t e I o gipfeln. Die Regierung verurteilt diese Bluttaten unter flammendem Protest und kündigt an, daß sie sofort und mit allen Mitteln, die ihr durch das Gesetz für öffentliche Ordnung zur Verfügung stehen, energische Maßnahmen ergreifen wird, durch die der Gemeinschaftssinn unter den spanischen Bürgern und die elementarste Achtung vor dem menschlichen Leben geschützt werden sollen. Keine Doktrin und keine Idee verdiene anerkannt zu werden, wenn ihre Träger nicht einmal vor dem Leben der Bürger Haltmachten. D i e Regierung verspreche, alles z u tun, um die Verbrecher ober die Anstifter, gleich welcher politischen Richtung sie angehören, zur Sühne heranzuziehen. Sie werde ferner für die Aufklärung der beiden Mordtaten schleunigst sorgen und habe aus diesem Grunde zwei Sonderrichter eingesetzt. In Madrid und in anderen spanischen Provinzen seien bereits zahlreiche Verhaftungen Dorgenommen und viele Parteiheime geschlossen worden. Die Regierung werde einen Aufruf erlassen, in dem schwere Strafen für politische Verbrechen angekündigt werden und Bevölkerung aufgefordert werden soll, das Friedenswerk der Regierung in diesen schweren Stunden zu unterstützen, damit die umstürzlerischen Elemente nicht die Oberhand gewinnen. jungen unternahmen einen Rundgang durch die Berliner Innenstadt und das Regierungsviertel. Dann fuhren sie mit Svnderzügen nach Potsdam, von wo sie sich nach Döberitz begeben werden, um an Vorführungen der Luftwaffe teilzunehmen. Begegnung der „Bremen“ mit der Segeljacht „Peter von Danzig". Der deutsche Schnelldampfer „Bremen", der sich zur Zeit auf der Fahrt von Bremen nach Neuyork befindet, gab nach seinem Heimathafen folgenden Funkspruch: „Passierten am Montag 9.30 Uhr MEZ. die Segeljacht „Peter von Danzig" auf 45 Grad 31 Minuten Nord und 43 Grad 8 Minuten West." Es ist dies die zweite Standortmeldung, die von deutschen Dampfern über die deutschen Jachten beim O l y m p i a - A 11 antik r e n n e n gegeben wird. 3m Segelflugzeug von Tempelhof nach Stettin. Eine neue beachtliche Segelflugleistung vollbrachte Flugkapitän Otto Babe kühl von der Deutschen Lufthansa. Babekuhl ließ sich in Tempelhof von Peter Riedel mit dem Motorflugzeug Hochschleppen und erreichte mit einem Rhön-Sper- ber nach etwa dreieinhalb Stunden den 130 Kilometer entfernten Flughafen Stettin, den er vorher als Bestimmungshafen angegeben hatte. Trauung Elly Beinhorn — Bernd Rosemeyer. Am Montagvormittag fand im Schmargendorfer Rathaus die standesamtliche Trauung der bekannten deutschen Sportfliegerin Elly Beinhorn mit dem Rennfahrer Bernd Rosemeyer statt. Vor dem Rathaus hatte sich eine große Menschenmenge angesammelt, die dem jungen Paar Herz- liche Glückwünsche darbrachte. Amerikanischer Schiffsdesuch in Hamburg. An Bord des zur Zeit im Hamburger Hafen liegenden amerikanischen Küstenwachschifses „C a y u g a" fand ein Empfang statt. Unter den Gästen, die Commander S e x t o n herzlich willkommen hieß, befanden sich Regierender Bürgermeister Krogmann, Konteradmiral Lindau, Kapitän zur See Lohmann, Korvettenkapitän Heini- schen und weitere führende Männer Hamburgs. Zahlreiche Mitglieder der amerikanischen Kolonie unter Führung von Generalkonsul Erhard! waren ebenfalls erschienen. Auf dem stimmungsvoll geschmückten Deck und in den Räumen des Schiffes entwickelte sich bald ein Bild froher Geselligkeit. Das Küstenwachschiff „Cayuga" wird von Hamburg aus seine Fahrt nach Le Havre fortsetzen. Fast neuer SiaöenDagea (Stromlinienf.) sofort preiswert zu verkaufen. Gießen 103210 Ritters affe 18. | Kaufgesuche | WWWN 4 Sitzer, aus Privatbank) geg.bar ges.Nur gepflegt. Wagen,möglichst Kabriolett und steuerfrei. Schr. Angeb. m. Preis unt. 4374D an d. Gießen. 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Das bedingt zur Zeit wechselnd bewölktes Wetter mit Schauernei- gung Die Großwetterlage ist noch unbeständig, so daß mit dec Fortdauer der unbeständigen Witte- runq gerechnet werden muß. Aussichten für Mittwoch: Nach Derbreiteten Regenfällen wieder mehr wechselnd bewölktes Wetter mit einzelnen Schauern, bei west- ließen Winden Temperatur wenig geändert Aussichten für Donnerstag: Bei Lust- zufuhr aus Westen Fortdauer der unbeständigen ^Lufttemperaturen am 13. Juli: mittags 17,6 Grad Celsius abends 13,6 Grad; am 14. Juli: morgens 14,9 Grad. Maximum 18,7 Grad, Minimum heute nacht 10,6 Grad._________________ Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertr. Hauptschriftleiter: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder i. 23.: Ernst Blumschein; für Feuilleton: Dr. Hans Thynot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschem. Anzeigen- [eiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. VI. 36: 9400. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts- Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Ps. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mchr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Im stöbt. Haus Marktlaub enftr. Nr. 6 ist ab 1.8. 1936 e. geraum. Wohnung bestehend aus 2 Zimm., Küche m.Speisekamm^ Bad, Veranda, 2Keller zuverm. Anfragen sind zu richten an Vermess.- u.Grund- stücksamtGießen Bergstr.20. 4452V | Mietgesuche~| z-ö-WM Btyiung sürsosort gesucht. AuchAltbauwoh- nung. Sonnige Lage und Bad erwünscht. Schr. Angebote unter 03224 an den Gieß. Anzeiger. WlslMMe Untat- WevMl in reichbebilderten, leichtverständl. Werken und in verschiede, nen Preislagen bieten unsere Derlagserzeug» nisse. 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Mittwoch, 15.Julr.1936, 14 Uhr, versteigere ich dahrer, Neuenweg NrL8 (Versteigerungslokal) bzw. an Ort und Stelle Bekanntgabe im obigen Lokal, zwangsweise gegen Barzahlung: Büro-, Haus- u. Ladenmöbel, neu und gebraucht, Schreib- und Nahmaschinen, 3 Schuhmacher-Nahmaschinen, 3 Kaffenschranke, Registrierkassen, 3 Warenregale, em Gimmmophon, 1 Geige, 1 Laute, 4 Radiogeräte, 2 Chaiselongues, Sofas, Sessel u. Stühle, Herren-, Damen- und Kinderschnürschäste, 1 groß. Posten Kleider-, Mantel-, Möbel- und Vorhangstoffe, Ma- tratzendrell, Handschuhe, Hemden, Krawatten, Hüte und Mützen, IKastenwagen, 1 Kaffeeröster, eine Kaffeemühle, Straßenbesen, Bürsten, Kordel, Hanfstricke, Svielfach., Körbe, ferner verschiedene Bücher; freihändig: verschied. Metzgereigeräte. 4457V Btttovf Gerichtsvollzieher in Gießen, Steinstraße 42. Telephon 3660. Nr. 162 Zweiter Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Dienstag, U. juli 1956 daß der Staub doch eine besondere Eigenschaft haben müßte, und nahm sich etwas davon mit. Die Untersuchung ergab, daß es Borax war, der zum Konservieren von Nahrungsmitteln und auch zu vielen anderen Dingen gebraucht wird. Auch ihm brachte dieses so zufällig auf der Ferienreise gefun« bene Boraxlager viel Geld. Auf einem ganz anderen Gebiete vollzog sich die Feierenentdeckung eines Kanadiers. Er war auf der Vancouver-Insel und vergnügte sich beim Baden in einer Bucht, als er Fische beobachtete, die wie Sardienen aussahen Er fing einige und konservierte sie in Zinnbüchsen, als ob es Sardinen mären. Als er später Proben davon zu kosten gab, wurde ein Konseroengroßhändler auf den besonders wohlschmeckenden Fisch aufmerksam, und die Unterhandlungen mit dem glücklichen Entdecker dieser Delikatesse führten dazu, daß an Ort und Stelle eine große Konservenfabrik angelegt wurde die heute einen riesigen Versand hat. Nicht weniger findig waren zwei amerikanische Geschäftsleute die ihren Urlaub am Mississippi in der Nähe von Mus« catine verbrachten und ihren Zeitvertreib im Angeln suchten. Sie sahen dabei merkwürdige Muscheln, die schwarz und sehr hart waren. Der eine der beiden kam auf den Gedanken, daß sich aus diesen Muscheln gute Knöpfe machen lassen müßten. Er verfolgte die Sache weiter und schließlich wurde in dieser Gegend eine Knopffabrik errichtet, die ihn zu einem vermögenden Manne machte. Vogelbilder aus alter und neuer Zeit. Ende Juli wird in Leipzig der Weltgeflügelkongreß tagen. Aus Anlaß dieser Tagung wird jetzt vom dortigen Museum für bildende Künste und vom Leipziger Kunstverein eine Sonderschau veranstaltet, die den Titel trägt: „Gefieder aus alter und neuer Zeit — gemalt, geformt, gezeichnet, geknipst", lieber diese Ausstellung berichtet das Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel". In der Ausstellung, die zahlreiche wertvolle Leihgaben aus dem Besitz der verschiedensten deutschen Museen, Galerien und Bibliotheken sowie aus Prioatbesitz aufweist, wird gezeigt, wie der schöpferische Künstler des abendländischen Kulturkreises nördlich der Alpen in den letzten vier Jahrhunderten dem gefiederten Wesen begegnete. Eine Besonderheit der Ausstellung, wie sie in dieser Form noch nirgends durchgeführt wurde, ist der Versuch, die Tierdarstellungen des Künstlers und des Naturwissenschaftlers gegenüber zu stellen. Zu diesem Zweck sind die prachtvollen Vogelbucher seit dem 16. Jahrhundert bis zu ihrer Blute Anfang des 19. Jahrhunderts in lückenloser Folge ausgestellt. 9. Jl.-Sport Olympiavorbereitungen überall. Korpsführer Hühnlein ghrenführer der Motor-HL. Die diesjährige große HJ.-Motorfahrt durch den Oberharz, die am Sonntag durchgeführt wurde und 186 Angehörige der Motorsport Treibenden im Alter von 16 bis 18 Jahren aus allen Gebieten des Reiches in Mannschaften. und Einzelfahrern am Startort sah, ist von Anfang bis zu Ende pro- grammäßig verlaufen höchst bemerkenswert ist die Tatsache, daß von den gestarteten Fahrern nicht weniger als 168 das Ziel erreichten. Die von bestem Wetter begünstigte Fahrt führte bei einer Länge von rund 120 Kilometer von Goslar nach Osterode und von dort über Torfhaus zum Ausgangspunkt zurück. Korpsführer Hühnlein und Reichsjugendführer Baldur von Schi rach nahmen Gelegenheit, sich auf der ganzen Strecke von den höchst anerkennenden Leistungen zu überzeugen. Am Abend erfolgte vor der altehrwürdigen Kaiserpfalz in Goslar die Verteilung der Preise. Der Schlußappell war verbunden mit einer b e - sonderen Ebruna des Führers des NSKK., Korpsführer Hühnlein. Der Reichsjugendführer würdigte in einer längeren Ansprache die Verdienste des Korpsführers um die motorsportliche Ertüchtigung der Jugend und teilte die Ernennung Hühnleins zum Ehrenführer der Motor-HI. mit. Die Formationen begrüßten den neuen Ehrenführer mit einem brausenden Sieg-Heil. Korpsführer Hühnlein nahm die ihm zuteil gewordene Ehrung mit Worten der Freude und des Dankes entgegen. Er wertete sie als Anerkennung der engen Zusammenarbeit zwischen Motor- HI. und NSKK Die Aufgabe der Betreuung der Motor-HI. betrachte er als eine der schönsten, stolzesten und dankbarsten Aufgaben, die ihm über- Haupt gestellt seien. Den Wanderpreis des Korpsführers, eine Bronzestatue „Der Trommler", der bei der vorjährigen Harzfahrt von einer Mannschaft des Gebietes Ruhr- Niederrhein gewonnen worden war, erhielt diesmal die Mannschaft 51 des Gebietes Franken, die sich aus drei Nürnberger Fahrern zusammensetzt. Der Preis des Reichsjügendführers fiel an die Mannschaft 54, die ebenfalls aus dem Gebiet Franken stammt. Erstklassige Besetzung von »Bund um Schotten"' Zwei INeisterschaftsläufe am 19.3uli. Mit einem Gesamt-Meldeergebnis von nahezu 130 Fahrern schneidet das Motorradrennen „Rund um Schotten", das am 19. Juli auf der mustergültig ausgebauten Rennstrecke im Vogelsberg durch den DDAC. ausgetragen wird, in diesem Jahre wieder ganz hervorragend ab. Daß dieses Meldeergebnis zustande kam, obwohl durch die zweijährige Pause das Interesse an dieser Veranstaltung hätte schwächer geworden sein können, beweist, welch hoher sportlicher Wert diesem Rennen zukommt und welcher Beliebtheit es sich in den Kreisen der Rennfahrer erfreut. Obwohl die beiden Rennen der Seitenwagen-Maschinen als Meisterschafisläufe gewertet werden, kann man von einem Hauptrennen kaum sprechen, weil jede Klasse hervorragend besetzt ift. Unter den 20 Maschinen der 250--ccm ° K l a s s e herrscht natürlich die berühmte, kaum schlagbare DKV vor, um so mehr, als die Auto-Union ihre Fabrikfahrer Kluge, Geiß und Winkler entsendet. Der Rudgefahrer K d r b ft e i n und der Frankfurter Schön auf Bücker-Jap werden wohl ihre ernstesten Konkurrenten sein, wenn man von den Privatlizenzfahrern auf DKW absieht. In der 3 5 0 - c c rn - K l a s s e , für die sich 25 Fahrer eingetragen haben, muß NSU. wieder einmal den Ansturm der ausländischen Maschinen ab- wehren. Das Werk stützt sich dabei auf feine Fabrikfahrer H. Fleischmann, Soenius und O. Steinbach. Seine Stteitmacht wird verstärkt durch Bertholet, Naujok und Wieden- meyer. Gefahr droht den NSU.-Leuten durch die Norton-Fahrer, vor allem durch In der E l st und Fallier, außerdem durch den tüchtigen Rudgefahrer Port. Sehr heiß wird es in den Rennen der 5 00° Kubikzentimeter-Maschinen hergehen, das 26 Nennungen verzeichnet, denn hier wird es zu einer neuen „Auseinandersetzung" zwischen NSU. und DKW. kommen. NSU. bietet H. Fleischmann, Soenius und Rüttchen auf. DKW. dagegen den vielfach bewährten Mansfeld, den tüchtigen Müller, daneben Bodmer und schließlich sogar O. Steinbach. Dazu kommen als sehr scharfe und aussichtsreiche Konkurrenten der Rudgefahrer Petruschke, Giggenbach und K o h l u s und die nicht weniger berühmten Nortonfahrer R ü h r f ch n e ck und P o t h s. Die Seitenwagenrennen, die beide für die deutsche Meisterschaft gewertet werden, vereinigen natürlich alle „Asse". In der kleinen Klasse: allen voran das beliebte Ehepaar Stärkle (NSU.), der vorjährige deutsche Meister Braun (DKW.), ferner Schneider (NSU,), Schumann (NSU.) und Seppenhauser (Norton). In der großen Klasse Kahrhamm (DKW.), der bisher noch nie in Schotten fehlte, dann wieder Stärkte (NSU.), W e Y r e s (Harley) und Schuhmann (NSU.) Organifation des Fackel-Slaffellaufes. In der griechischen Hauptstadt Athen fand ein Appell der Läufer statt, die an dem Fackel-Staffellauf Olympia—Berlin teilnehmen. Der Start in Olympia erfolgt am 20.Juli nach einer Feier, bei der Unterstaatssekretär Georgacopoulos die Regierung vertritt. Das olympische Feuer wird in der Altis mit einem Brennglas entzündet. Darauf verlaffen 14 junge Mädchen den in der Altis gelegenen Zeustenipel und tragen das Feuer zum heiligen Hain, wo es vom ersten Läufer mit der Fackel übernommen wird. Die Strecke von Olympia bis zur bulgarischen Grenze hat eine Länge von 1108 Kilometer. In Sofia traf der Ehrenvorsitzende des Bulgarischen Olympischen Komitees, Exz. Tschaprachikosf, ein, um die Vorbereitungen für den Staffellauf auf bulgarischem Boden zu überwachen. In Szeged hielten die Vertreter des ungarischen Leichtathletikverbandes eine Tagung ab. deren Mittelpunkt bie*23orbereitung des Laufes auf ungarischem Boden bildete. Nippons Schwimmer immer besser. Die japanischen Schwimmer erzielten beim Training im Sportforum wieder ausgezeichnete Zeiten. Arsi kraulte die 100 Meter in 56,6 Sek., Kiyokawa benötigte für die 100 Meter Rücken 1:08,4 Minuten und Sugiura für die 200 Meter Freistil 2:12,6 Minuten, Hamuro erreichte über 200 Meter Brust 2:42 Minuten. 66 ZRann O8^.-Leichtathleten-Aufgebot. Die O8^.-Olympia-Leichtathletikmannschaft wurde nach den Ausscheidungskämpfen in Randalls Island nunmehr namentlich aufgestellt. Sie umfaßt 66 Leichtathleten, die alle bei den letzten Prüfungskämpfen Großartiges geleistet hatten und mit den besten Aussichten auf Olympia-Siege nach Berlin fahren. Von den Leistungen auf Randalls Island fei nur der neue Hochsprungrekord des Negers Cornelius Johnson hervorgehoben. Johnson übersprang schon beim ersten Versuch 2,08 Meter und David Al Britton tat ihm. dies beim dritten Sprung nach. Großartige Leistungen der Finnen. Bei den finnischen Leichtathletik-Olyrnpia-Ausschei« düngen in Helsingfors, denen 20 000 Besucher beiwohnten, gab es auch zwei bemerkenswerte Rekorde. K o t k a s erzielte im Hochsprung mit 2.03 Meter einen neuen Europa- und Landes-Rekord und B ä r l u n d erreichte im Kugelstoßen mit der Weite von 16,23 Meter eine neue Landesbestleistung. England erhofft sieben Goldmedaillen. Im Anschluß an die Leichtathletik-Meisterschaften im White-City-Stadion wurde die englische Mannschaft ausgestellt, die bei den Olympischen Spielen in den leichtathletischen Wettbewerben starten solU Sie umfaßt 41 Aktive, die von dem Hürdenrekordler D. O. Finlay geführt werden. Die höchstzu- lässiae Zahl von drei Bewerbern wurde für alle Laufwettbewerbe bis 1500 Meter genannt, ebenso werden je drei Engländer über 5000 Meter, 10 000 Meter, im Marathonlauf, im 50-Kilometer-Gehen, über 110 Meter Hürden und im Weitsprung an den Start gehen. Wie dem DNB.-Dertreter zur Aufstellung Der Mannschaft von maßgebender Stelle versichert Die Vesten der deutschen Leichtathletik. Wg NM M Links- Der neue deutsche Rekordmann im Dreisprung Wöllner (Leipzig), er erreichte 15,06 m. — An der Mitte: Der 8.0^H"soen-Laus der Frauen aanz links im Bild die Ueberraschungssiegerin Eckert (Frankfurt). — Rechts: Der Deutsche Dister L o n g.(Leipzig), der im harten ^weikamv? Lochum mit 7,82 m überflügelte. - Unt en links: Die Deutsche Meisterin R a t j e n (Bremen), die 1,58 m im $od) prung erreichte bann der neue Deutsche Meister im Hammerwerfen Karl Hein (Hamburg) mit der Rekordleistung von 54,26 m. Danz reH t s. DieDeutsche Weltrekordlerin Gisela Mauermayer (München), die die Weltbestleistung im Diskuswurf auf 48,31 m herauffchraubte. (Schirner-M. (5) und Preffe-Bild-Zentrale-M. 11].) Junges Blut. 33on Hans Riebau In Ostfriesland werden die Menschen im Durchschnitt älter als sonst wo im deutschen Vaterlande. Ob es am Tee liegt, der in unvorstellbarer Schwärze zu jeder Tages- und Nachtzeit bereit steht, oder am ebenso unvorstellbar hohen Fettgehalt des Essens — man weiß es nicht Sicher aber ist, daß die Zahl der Hundertjährigen in Ostfries- land unverhältnismäßig groß ist, und eben so fest steht, daß diese Hundertjährigen im allgemeinen olles andere als kindische Greise sind Immerhin, die Ziffer Hundert hat auch m Ost- friesland ihr Gewicht Sie ist nicht nur der Anlaß einen Geburtstag mit besonderer Festlichkeit zu begehen, sondern auch ein Schlußstein, der wenn nicht das leibliche Leben, so doch das berufliche endgültig abzuschließen pflegt. Diese bittere Pille dl,eb auch Herrn von V., seit unvordenklichen Zeiten Vorsitzender des Stutenversicherungsvereins in Gr nicht erspart. Mit viel Musik, mit Tee, mit Arrakbowle, war sein „Hundertjähriger" gefeiert worden Aber schon am übernächsten Tag steckten Die Bauern von Gr. und Umgegend die Kopse zusammen, und alsbald wurde beschlossen, im Hinblick aus die Führung des Stutenversicherungsvereins eine Verjüngungsaktion vorzunehmen. Herr von V. sträubte sich nicht schlecht. Er suhle sich jung und frisch wie nie, erklärte er, und was ihm etwa an Gelenkigkeit fehle, das fei doppelt und dreifach durch die jahrzehntelange Erfahrung ersetzt, die Aber Hermann Sandstede. der Kassierer des Vereins klopfte ihm auf die Schulter 2afe man, Jacobus", sagte er, „hundert Jahr - das 'st immerhin bannig alt, und in der heutigen Zeit weiß du, da brauchen mir junges Blut. Das hilft nun mal allens nix." So kam es, wie es kommen mußte. Herr von V. wurde in allen Ehren und mit vielem Dankeschön abgesägt, und für ihn trat Peter St m feierlicher Sitzung und in Gegenwart des Landrats das Amt des Vorsitzenden des Stutenversicherungsvereins an. Nach der Sitzung faß man noch em wenig beim Tee zusammen. Man sprach über den Laus der Welt und über die Notwendigkeit, das Alte immer wieder beiseite zu werfen, um dem Jungen Platz zu machen. Da endlich konnte der Land rat, der neben dem finster - blickenden Herrn von V. saß, es nicht mehr aushalten. „Wie ist es eigentlich , fragte er Hermann Sandstede — und nunmehr ist es wohl an der Zeit, einzuschalten, daß es sich hier nicht um ein erfundenes Anekdötchen, sondern um eine durch und durch wahre Geschichte handelt — „wie alt ist er denn nun, Ihr neuer Vorsitzender?" Sandstede, der Kassierer, dachte und rechnete ein wenig nach. Dann sagte er, indes er wohl selbst ein wenig überrascht war: Siebenundneunzi g." Der Landrat machte ein verblüfftes Gesicht. Hermann Sandstede aber fuhr, während er sich Den weißen Schnurrbart strich und den — noch nicht einmal sechzigjährigen — Landrat dabei ansah, fort: „Tscha, gar zu tschung, das is ja nun wieder auch nix, meinen Sie nid) auch, Herr Landrat? Gioria-polast: „Peter Ibbetson" Wieder ein Pararnount-Filrn (wie „Sehnsucht"), aber diesmal in deutscher Sprache und in deutscher Regie; wieder eine Liebesgeschichte auch, aber diesmal eine ganz romantische und sehr traurige, übrigens im Kostüm spielend in Paris und London um das Jahr 1820 Es ist auch wohl kein Zufall, daß in den Zwischentiteln die Handlung gewissermaßen episch aufgeteilt wird und vom ersten, zweiten, dritten Kapitel usw die Rede ist. In der Tat wirkt der Film in großen Teilen wie ein verfilmter Roman (man könnte gelegentlich an Dickens denken) und es finden sich auch, streng genommen, nicht besonders viele Elemente der Fabel, die eine Uebertragung in die optische Sphäre nahegelegt hatten ,Die Geschichte einer unsterblichen Liebe" heißt es tm Untertitel- die Geschichte zweier Menschen, die von Kindesbeinen an für einander bestimmt scheinen, früh getrennt werden, sich spater als Erwachsene unvermutet wiederfinden und durch em mibrtqes Schicksal abermals und für immer zum Verzicht auf das Gluck eines gemeinsamen Lebens gezwungen werden Aber was ihnen das Schicksal vorenthält, finden sie in einem gesteigerten Leben der Phantasie und des Traumes, der sie über alle äußere Trennung hinweg zueinander fuhrt und miteinander glücklich fein läßt: diefe Partien gaben dem Registern Henry Hathaway (ber bei uns durch die Inszenierung des Films .Zengall bekannt wurde, unbestreitbar gewisse Möglichkeiten, über den im Grunde epischen und unfilmischen Charakter der Fabel mit den Mitteln der Kamera hm- auszukommen; es muß allerdings hinzugefugt wer- den, daß diese Möglichkeiten zugleich em wenig überspannt wurden: der Film weift gegerI Ende gewisse Langen und in der Ausgestaltung der Traumvisianen auch Szenen auf, die für unfern deutfchen Geschmack etwas nam und pfeutioromam tisch ausgefallen find. Hübsch sind aber die Kinder- I (jenen des ersten Teiles, großenteils zart und stim° mungsvoll auch Die Daran anschließenden „Kapitel" in England. In der Darstellung hebt sich wiederum, wie in „Sehnsucht", Gary Coop e r in der Titelrolle heraus, der, ernsthaft und männlich, auch in der alten Tracht eine ausgezeichnete Figur macht; man kann sich diese Gestalt in seiner Wiedergabe gut oorstellen, wenn Cooper hier auch nicht ganz die Unmittelbarkeit und ursprüngliche Frische des Spiels erreicht wie es ihm als Partner der Marlene Dietrich gelang. Ann Harding als Mary und John Halliday, Donald Meek in einer Chargenrolle und die recht unbefangen spielenden Kinder Dickie Moore und Virginia Weidler seien neben Cooper genannt. Die Musik schrieb Ernst T o ch: die lobenswerte Photographie stammt von Charles Lang. Die Uebertragung ist einwandfrei — Im Beiprogramm sieht man u. a. zwei Kulturfilme ..Cowboy-Freuden" und „Oldenburger Land" —r— Serienreifen, die Geld brachten Ein junger Neuseeländer unternahm vor einigen Jahren eine Serienreife in die wenigbesuchten Gegenden des Tarawera-Berges. Dabei jagte er zu seinem Vergnügen wilde Schweine. Eines der Tiere das er getroffen hatte, stürzte in ein seichtes Gewässer Er holte es heraus und bemerkte nun, daß ein Stein, der mit in das Wasser hinabgefallen war, merkwürdig glitzerte Er holte ihn aus dem Wasser, sah, daß er godhaltig war und untersuchte nun die Felswand So stieß er auf eine Goldader, die ihm großen Reichtum gab. Zwei Amerikanerinnen, Mrs Wilfon und Miß Spencer, unternahmen eine Serienreife in die Mo- jawe-Wüste in Südkalifomien. In einer Nacht lagerten sie in einem Tale und wollten sich ein Feuer anmachen. Das Feuer rauchte jedoch so rurd)tbar, daß sie nicht kochen konnten. Als sie nach der Ursache suchten, entdeckten sie darunter eine schwarze teerartige Masse. Sie nahmen ein Stück davon mit und zeigten es zu Hause einem Geologen. „Das ist Asphalt!" erklärte ihnen dieser. Die beiden Frauen kehrten nach dem Fundort zurück und begannen ein Unternehmen, indem sie das Asphaltlager ausbeuteten, das für sie kaum weniger bedeutete, als eine Goldmine. Ganz ähnlich ging es einem Amerikaner im Pellowstone-Park, dem gewaltigen amerikanischen Naturschutzgebiet. Er fand eine Pferdeleiche, die anscheinend schon ziemlich lange da lag, dabei aber noch vollständig frisch war. Der Kadaver war mit einer Schicht von reinem Staube bedeckt. Die meisten wären achtlos daran oorübergegangen, dieser findige Mann dachte aber, wurde, hält man in englischen Fachkreisen die Vertretung des Union Jack für sehr stark und hofft, daß sie bei den Kämpfen im Olympischen Stadion nicht weniger als sieben Goldmedail- l e n erringen wird. In erster Linie denkt man dabei an den „traditionellen" enalischen Sieg über 800 Meter und rechnet sich weiterhin Gewinnchancen aus für die 400 Meter, 1500 Meter, den Marathonlauf, die 110 Meter Hürden, die 4-mal-100-Meter- Staffel und das 50-Kilorneter-Gehen. Aus dem Turnverein Saubringen. Das Turnen wurde ab Monat Mai wieder auf- genommen. Abgehalten wurden wöchentlich zwei Turnstunden, bis jetzt insgesamt 16. Der Besuch war sehr gut. Besonders die Schülerriege, die inzwischen auf 20 angewachsen ist, betätigte sich sehr eifrig. Auch die Mädchen zeigen wachsendes Interesse am Turnen und haben bis jetzt gleichfalls die Turnstunde besucht. Die Zahl der Schülerinnen beträgt zur Zeit 12. Die Leitung der Turnstunde liegt in den Händen von Heinrich Michel jun. Sporkamt »Straft durch Freude^. Heute folgende Kurse: Kindergymnastik. Don 17.15 bis 18.30 Uhr, Frankfurter Straße 60, Gartenhaus. Fröhliche Gymnastik und Spiele (Frauen). Bon 20.30 bis 21.45 Uhr, Lyzeum, Dammstraße 26. Schwimmen (Anfänger und Fortgeschrittene). Von 20 bis 21 Uhr, Frauen und Männer, Volksbad. Von 21 bis 22 Uhr nur für Frauen, Dolksbad. Neue KdF. -Sport kur fe. Für die Kurfe Reiten, Tennis, Kindergymnastik und Reichssportabzeichen werden Neuanmeldungen auf der Geschäftsstelle. Schanzenstraße 18, angenommen. Die Kurse beginnen in der nächsten Woche, deshalb ist umgehende Anmeldung erforderlich. Auskunft erteilt die Geschäftsstelle. Ergebnisse des 29. Mönturnsestes. Ueber den Verlauf des 29. Rhönturnfestes auf der Wasserkuppe, der von bestem Bergwetter begünstigt war, haben wir schon berichtet und auch mitgeteilt, daß nicht nur aus dem Gau 12 (Hessen), sondern auch aus den Nachbargauen 6 (Mitte), 13 (Südwest) und 16 (Bayern) Turner und Sportler an den Wettkämpfen teilnahmen. Don den oberhessischen Orten sind es vor allem Lauterbach, Alsfeld, Frifchborn und Schlitz gewesen, die das Fest stark beschickt und auch schöne Erfolge aufzuweifen hatten. Es brachten Siege von der Wasserkuppe mit nach Hause: Lauterbach 35, Alsfeld 22, Schlitz 18 und der kleine Vogelsberger Landverein Frischborn 14. Das sind beachtliche Erfolge unserer ober- hessischen Vereine. Wir nennen in nachfolgender Zusammenstellung aus jedem Wettkampf den ersten Sieger und anschließend noch die oberhessischen Preisträger, soweit sie unter die ersten zehn Sieger fallen: Dierkampf, Oberstufe (38 Bewerber, 30 Sieger): 1. O. Werner, Tv. Weilmünster, W. Nol- zen, Reichsbahn-„Hessen" Hersfeld, 75 P. Vierkampf, Unterstufe (73 Bewerber, 50 Sieger): 1. R. Stock, Tschft. Lauterbach, 79; 6. E. Decher. Tv. Schlitz, 74; 10. H. Stein, Tschft. Lauter- bad), K. Bücking, To. Alsfeld, 70 P. Vierkampf, Jugend, Klasse 1 (75 Bewerber, 62 Sieger): 1. W. Kohl, Tschft. Klein- Krotzenburg, Hch. König, Tschft. Lauterbach, 92; 5. L. Kraft, To. Alsfeld, 77; 7. K. Sondermann, Tv. Alsfeld, 73; 9. O. Schäfer, To. Schlitz, 71; 10. F. Bernhardt, To. Frifchborn, 67 P. Vierkampf, Jugend. Klaffe 2 (43 Bewerber, 38 Sieger): 1. H. Vogt. T.- u. Fechtkl. Fulda, 90; 5. Ö. Geisel, Tv. Alsfeld, 80; 9. W. Kirther, Tv. Schlitz, B. Knieriem, Tv. Alsfeld, 70; 10. W. Lammersdorf, Tv. Alsfeld, 69 P. D r e i k a m p f, Altersklasse 1 (35 Bewerber, 27 Sieger): 1. A. Schall, T.- u. Spv. Voigt & Häfner Frankfurt a. M., 67 P. Dreikampf, Altersklasse 2 (25 Bewerber, 19 Sieger): 1. W. Volkart, Tv. Frankfurt a. M.- Bockenheim, 74; 2. E. Södler, Tschft. Lauterbach, 68; 3. H. Fink, Tschft. Lauterbach, 66; 5. H. Möller, Tschft. Lauterbach, 62; 9. E. Ebeling, Tv. Alsfeld, 56; 10. L. Bing, Tschft. Lauterbach, 55 P. Dreikampf, Altersklasse 3 (17 Bewerber, 17 Sieger): 1. F. Gail, Tv. Offenbach a. M., Hans Thöt, Tv. Alsfeld, 66 P. Dreikampf, Turnerinnen (22 Bewerberinnen, 15 Siegerinnen): 1. Gretel Willhard, Tv. Hersfeld, Gerta Brehl, Tgm. Fulda, 54; 7. Marie Schneider, Tv. Schlitz, Erna Möller, Tschft. Lauterbach, 44; 10. Anna Helfenbein, Tschft. Lauterbach, Bittmann, Tschft. Lauterbach, 40 P. Dr'eikampf, Jugendturnerinnen (34 Bewerberinnen, 29 Siegerinnen): 1. L Weckbecher, Mainz-Kostheim, 71; 3. Margarethe Kimpel, Tv. Schlitz, Elisabeth Weber, To. Schlitz. 55; 6. Anni Beuel, To. Schlitz, Elfriede Koch, Tv. Alsfeld, 50 P. Dreikampf, Knaben (61 Bewerber, 52 Sieger): 1. O. Wehner, Tv. Horas, 86; 3. F. Raab, Tv. Alsfeld, 74; 6. A. Kirchner, Tschft. Lauterbach, 71; 8. H. Volz, Tschtf. Lauterbach, 69 P. In den Staffeln wurden Sieger: Oberstufe (4X100-Meter-Pendelstaffel): 1. Tv. Mühl- heim a. M., 47,4 Sek.; Jugend (4X100-Meter- Pendelstaffel): 1. Tgm. Fulda, 48,1 Sek.; 2. Tv. Alsfeld, 50 Sek.; Knaben (Scherzstaffel): 1. To. Hersfeld. Wirtschaft. Mein-Mainische Börse. Mittagsbörse fest. Frankfurt a. M., 13. Juli Die Börse setzte ihre Befestigung am Aktienmarkt unter Führung von Montanwerten auch zu Beginn der neuen Woche fort. Es lagen wieder zahlreiche Aufträge der Kundschaft vor, denen nur wenig Angebot gegenüberstand. Der Abschluß der deutsch-österreichischen Vereinbarung mit seinem günstigen Widerhall in der Weltpresse hinterließ einen starken Eindruck. Im Durchschnitt lagen die Kurse gegen den Schluß vom Samstag um 1 v. H. höher. Besonders lebhaftes Geschäft verzeichneten wiederum Montanwerte, in denen sich die während der Vorwoche beobachteten Spezialkäufe fortfetzen. Verein. Stahlwerke 109,13 bis 109,50 (107,65), Klöckner und Mannesmann gewannen bis 1 o. H., Rheinstahl unverändert 148, während Buderus nach der starken Erhöhung vom Samstag 0,25 v. H. nachgaben auf 113,25. Von Kohlenwerten Harpener und Ilse Genuß je plus 3 v. H. Am Chemiemarkt stiegen IG. Farben auf 168,50 bis 169 (167,50), dagegen büßten Scheideanstalt 2,50 v. H. ein. Elektrowerte, die bisher als vernachlässigt galten, ebenfalls fest, Felten, Lahmeyer und Siemens je plus 1,50 v. H., Gesfürel, RWE. und Stuckert bis plus 1 v. H. Zellstoffwerte ebenfalls fest, Aschaffenburg plus 0,75 v. H., Waldhof plus 0,50 v. H., aber Feldmühle minus 1,25 v. H. Maschinen- und Motorenaktien stärker erhöht, BMW. und Daimler je plus 1,50 v. H., Muag plus 2 o. H., Moenus plus 0,65 v. H. Im einzelnen gewannen Reichsbank 1,75 v. H., AG. für Verkehr 1 v. H., Deutsche Linoleum 1 v. H., Kunstseide AKU. 0,65 v. H. Metallgesellschaft, Cement Heidelberg und Westdeutsche Kaufhof lagen gut behauptet. Otavi Minen etwas niedriger mit '27,90 (28,13). Schiffahrtswerte wieder angeboten und bis 0,50 v. H. schwächer. Nach den ersten Notierungen unterlagen die meisten Papiere einigen Schwankungen, wobei verschiedentlich auf Gwinnmitnahmen der Kulisse leichte Rückgänge eintraten. Der Rentenmarkt lag zwar still, aber ebenfalls etwas fester. Altbesitz 112,70 (112,65), späte Schuldbuchforderungen 98,25 (98,13), Kommunal- Umschuldung 88,10 (88,05), Zinsvergütungsscheine unverändert 92,65, Reichsbahn-Dorzugsaktien 123,25 (122,90), zertif. Dollar-Preußen 67,50 (67,40). Auslandsrenten lagen vorerst still. In der zweiten Börsenstunde wurde das Geschäft am Aktienmarkt erheblich stiller. Montanwerte wurden etwas realisiert und bröckelten gleich einigen anderen Papieren um 0,25 bis 0,50 o. H. gegen die höchsten Kurse ab. Am Kassamarkt wurden Frankfurter Hof und Mez Söhne weiter stark gesucht, dagegen blieben Eisenbahn-Bank im Angebot. Äm Rentenmarkt entwickelte sich lebhaftes Geschäft in Mexikanern bei festen Kursen; 5 v. H. äußere Gold 15 (14,13), 4,5 v. H. Irrigation 9,60 bis 10 (9,60), 5 v. H. innere Silber 6,40 bis 6,50 (6,25), 4 v. H. Gold 9,90 (9,50), 5 o. H. Tehuante- pec 8,25 (8). Ferner erhöhten sich zertif, Dollar- Bonds um 0,50 auf 68. Goldpfandbriefe lagen unverändert, Liquidation.Pfandbriefe etwas uneinheitlich, ebenso Stadtanleihen; höher 5,5 v. H. Pfälz. Liquid. 101,50 (101,25) bzw. 4,5 v. H. Stadt Hanau 91,25 (90,65). Im Freiverkehr stiegen Wayß & Freytag auf 117,50 (117), Auto-Union auf 127 (126,50) und Kali Wintershall auf 127,50 (126,50). — Tagesgeld wieder leichter mit 2,50 nach 2,75 v. H. Abendbörse knapp behauptet. An der Abendbörse mar die Haltung nur knapp behauptet. In Montanwerten erfolgten weiter kleine Glattstellungen, so daß die Kurse um 0,25 bis 0,50 v. H. nachließen, auch auf den übrigen Gebieten des Aktienmarktes bröckelten die Kurse gegen den Berliner Schluß bet allgemeinen sehr kleinen Umsätzen leicht ab. Etwas höher notierten auf die Ertragsentwicklung AG. für Verkehrswesen mit 118,50 (118,13). Deutsche Renten lagen sehr still. Am Auslandsrentenmarkt bestand wieder etwas Interesse für Mexikaner, die Umsätze waren bei teilweise etwas höheren Kursen nicht sehr lebhaft. Zertifizierte Dollar-Bonds wurden in kleinen Beträgen zu unverändert 68 umgesetzt. U. a. notierten: 6 v. H. IG. Farben 130, 4,50 v. H. Franks. Hyp. Gold R. 8 bis 10 97, 4,50 v. H. Goldrumänen 10, 4 v. H. Einheitsrumänen 5,40, 5 v. H. innere Mexikaner 6,75, 5 v. H. do. äußere Gold 15, 4 v. H. do. Gold 10,13, 3 v. H. do. innere Silber 6,10, Adca 82, Commerzbank 95,50, DD.« Bank 97,50, Frankfurter Hyp.-Bank 95,50, Buderus 111, Harpener 133, Mannesmann 109,75, Rhein- stahl 147,25, Verein. Stahl 108,25, AEG. E 36,90, Conti Gummi 190, Daimler 123,40, Deutsche Erdöl 129,75, Scheideanstalt 274, Deutsche Linoleum 191, Licht & Kraft 159,50, IG. Farben 168,40, Gesfürel 144,75, Gebr. Junghans 100,50, Lahmeyer 143, Muag 116,25, Schuckert 164,50, Verein. Ultramarin 146, Aschaffenburger Zellstoff 118,75, Reichs- bahn-VA. 123, AG. für Verkehrswesen 118,50. Schweinemarkt in Alsfeld. J) Alsfeld, 13. Juli. Auf dem heutigen Sd) weinemarkt standen 687 Ferkel und Läuferschweine, darunter 310 Händlerschweine, zum Verkauf. Es kosteten 6 bis 8 Wochen alte Ferkel 24 bis 26 RM., 8 bis 10 Wochen alte Tiere 26 bis 30 RM., Läuferschweine 34 bis 58 RM. pro Stück. Der Handel verlief flott, es verblieb geringer Ueberftanb. — Auf dem Prämiierungsmarkt waren 102 Pferde, 5 Bullen, 80 Stück Rindvieh und 44 Ziegen zur Prämiierung aufgetrieben. Frankfurter Schlacbtvielnnarkt. Frankfurt a. M., 13. Juli. Auftrieb: 327 Rinder (gegen 286 am letzten Montagsmarkt), darunter 47 (31) Ochsen, 57 (51) Bullen, 162 (155) Kühe, 61 (49) Färsen; Kälber 508 (459), Schafe 37 (38), Schweine 3960 (4258), Notiert wurden pro 50 Kilogramm Lebensgewicht in Mark: Ochsen a) 43 bis 45 (am 6. Juli 45), b) 41; Bullen a) 42 bis 43 (41 bis 43), b) 39 (39); Kühe a) 40 bis 43 (40 bis 43), b) 35 bis 39 (35 bis 39), c) 28 bis 33 (27 bis 33), d) 25 (25); Färsen a) 42 bis 44 (43 bis 44); Kälber andere a) 66 bis 70 (68 bis 70), b) 59 bis 65 (61 bis 67), c) 50 bis 58 (54 bis 60), d) 40 bis 49 (45 bis 53); Hämrnel b2) 49 bis 50 (46 bis 48); Schafe nicht notiert; Schweine al) 57 (57), a2) 57 (57), bl) 56 (56), b2) 55 (55), c) 53 (53), d) 51 (51); Sauen gl) 54 bis 56 (54 bis 56), g2) 45 bis 53 (47 bis 52). — Marktverlauf: Rinder und Schweine wurden zugeteilt. Kälber mittelmäßig, ausverkauft. Hämmel und Schafe lebhaft, ausverkauft. Ueberstand: 1 Schwein. Großmarkt für Fleisch und f ü r Fett- waren. Beschickung: 988 Viertel Rindfleisch, 268 halbe Schweine, 127 ganze Kälber, 6 Hämmel. Notiert wurden pro k- Kilogramm in Mark: Kuh- fleisch (alles Höchstpreise) a) 77, b) 65, c) 54; Färsenfleisch a) 80; Kalbfleisch b) 95 bis 105, c) 85 bis 95; Hammelfleisch b) 90 bis 95; Schweinefleisch b) höchster Preis 74. Fettwaren. Roher Speck unter 7 cm 60 bis 65, Flomen höchster Preis 80. — Marktverlauf: Mit Ausnahme von Rindfleisch ruhig. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 13. Juli. In Getreide alter Ernte fanden vor der neuen Ernte keine Umsätze mehr statt. Nur in Hafer waren norddeutsche und bayerische Partien am Markt, fanden jedoch mit ihren hohen Forderungen nur gelegentlich Interesse. Neue Wintergerste wurde in befriedigenden Mustern vorgezeigt. Preise bildeten sich auf Grund der neuen Bestimmungen, die im übrigen lebhaft erörtert wurden. Von Futtermitteln standen Kleie genügend zur Verfügung, auch Biertreber, die bei wenigem Interesse leicht nachgaben. Rauhfutter hat vorerst nur langsames Geschäft. Weizenmehl ging ruhig um, während Roggenmehl flott gefragt bleibt. Es "notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W13 217, W 16 220, W 19 224, W 20 226, Roggen R 12.180, R15 183, R18 187, R19 189 Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Hafer 190 bis 195. Weizenmehl W13 28,75, W16 29, W19 29, W 20 29,35, Roggenmehl R 12 22,45, R15 22,80, R 18 23,30, R19 23,50 plus 50 Pf. Fracht- ausgleich. Weizenfuttermehl 13,20 bis 13,50. Weizenkleie W 13 10,65, W 16 10,80, W19 11, W 20 11,10, Roggenkleie R 12 9,95, R15 10,15, R18 10,40, R19 10,50 Mühlenfestpreise ab Mühlenstation. Treber 15, Heu 4, Weizen- und Roggenstroh drahtgepreßt oder gebündelt 2. Kartoffeln: Erstlinge 6 Mark einschl. Sack per 50 Kilogramm bei Waggonbezug. Tendenz: ruhig. Der Arbeitseinsatz im 3uni im Bezirk des Landesarbeitsamtes Hessen. F r a n k s u r t a. M., 12. Juli. (LPD.) Der Monat Juni brachte eine weitere sehr beachtliche Entlastung der Arbeitslage im Landesarbeitsamtsvezirk Hessen. Die Zahl der Arbeitslosen nahm um 6 4 3 4 oder 6 v. H. des Standes von Ende Mai a b. Dieser Erfolg ist um so bedeutsamer, als im gleichen Zeitraum des Vorjahres nur etwa über 2000 Volksgenossen in Arbeit gebracht werden konnten, und zwar von einem Ausgangsbestand von rund 127 600 Arbeitslosen. Während im Zeitpunkt der TNachtübernahme etwa jeder zehnte Einwohner in Hessen und Hessen-Nassau arbeitslos war, entfallen nunmehr nur noch zwei Arbeitslose auf 100 Einwohner. Die Arbeitsämter zählten Ende Juni insgesamt 86 973 Arbeitslose; davon waren 11 734 oder 13,5 v. H. Frauen. An der Abnahme um 6434 Arbeitslose waren 16 von den 17 Aemtern mehr oder weniger stark beteiligt, während in einem Arbeitsamtsbezirk ein gewisser Stillstand in der Entwicklung eintrat; in diesem Bezirk war eine Zunahme um 14 Arbeitslose zu verzeichnen. Die absolut größte Abnahme hatten die Großstadtbezirke Kassel (—1324), Frankfurt (—1212) und Mainz (—933), sowie das Arbeitsamt Hersfeld (—915), das mit 61,5 v. H. die verhältnismäßig stärkste Abnahme aufweist. Am größten war die Entlastung, wie in den Vormonaten, auch dieses Mal wieder in den von der Konjunktur abhängigen Verufsgruppen. Obwohl im Bekleidungsgewerbe und in der Lederindustrie, wie regelmäßig zu Beginn des Sommers, eine leichte Abschwächung der Beschäftigung eingetreten ist (Zunahme 315 bzw. 25 Arbeitslose), entfällt von der Gesamtabnahme mehr als die Hälfte (rund 3400) auf die konjunkturabhängigen Berufe. Das Metallgewerbe war hieran mit einer Abnahme um 1236, das Holz- und Schnitzstoffgewerbe mit 367 beteiligt. Auch im Nahrungs- und Genußmittelgewerbe, das zahlreiche Arbeitskräfte für die Konservenindustrie anforderte, die zu einem großen Teil auch anderen Berufsgruppen entnommen wurden, war ein Rückgang der Zahl der Arbeitslosen um 275 zu verzeichnen. In den Saisonaußenberufen ging die Zahl der Arbeitslosen noch um rund 3000 zurück. Der Hauptanteil entfällt auf das Baugewerbe (—1034) und auf die Berufsgruppe „Industrie der Steine und Erden" (—524). Von den arbeitslos gemeldeten Angehörigen der Berufsgruppe „Landwirtschaft, Gärtnerei, Tierzucht" wurden 264 in Arbeit gebracht, ferner wurden von der Landwirtschaft als Erntehilfsarbeiter für die Heuernte Arbeitskräfte in großer Zahl aus anderen Berufsgruppen eingestellt. In.der Berufsgruppe „Gast- und Schankwirtschaftsgewerbe" erreichten die Arbeitseinsatzmöglichkeiten bereits im Vormonat ihren Höhepunkt, im Juni war eine weitere Steigerung infolge der vorgeschrittenen Jahreszeit nicht möglich. Auch für die Angestelltenberufe entwickelte sich der Arbeitseinsatz weiterhin günstig. Die Zahl der arbeitslosen Angestellten ging um über 500 zurück. Ende Juni wurden in der Arbeitslosenversicherung 10278, in der krisenfursorge 40388 Haupt- ' Unterstützungsempfänger gezählt. Die Zahl der Hauptunterstützungsempfänger in beiden Unler- stühungseinrichtungen zusammen ist demnach gegenüber dem Stande von Ende 2Hai um 4343 oder 7,9 v. h. zurückgegangen. Die Zahl der anerkannten Wohlfahrtserwerbslosen betrug Ende Juni 18 952, gegenüber 20 068 Ende Mai d. I., das ist also eine Abnahme um 1116 oder 5,6 o. H. In der wertschaffenden Arbeitslosenfürsorge wurden 6235 Notstandsarbeiter gezählt; durch die planmäßige Einschränkung der Notstandsarbeiten wurde somit die Zahl der Notstandsarbeiter im Laufe des Monats um rund 3600 vermindert. 30 englische Sportflieger in Frankfurt LPD. Frankfurt a. M., 13. Juli. Am kommenden Freitag werden 30 englische Sportflieger mit ihren Maschinen auf dem neuen Flug- und Luftschiffhafen Rhein-Main landen. Sie kommen auf Einladung der Stadt Frankfurt, werden hier etwa drei Tage bleiben und dann nach der Wafferkuppe zu den Segelfliegern fahren. Der Besuch der englischen Sportflieger dient ebenfalls dazu, den seit langer Zeit gepflegten freundschaftlichen Berkehr zwischen Frankfurt a. M. und England weiter zu vertiefen. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v.H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt a. TL JJerlin Schlußkurs Schlußk. Abendbörse Schlußkurs Schlußk. Mittagbörse Datum 11.7 13 7 117. 13.7. 6% Deutsche Rerchsanteihe v. 1927 101,13 101,25 101,13 101,25 4% Deutsche Retchsanl. von 1934 97,5 97,5 97,4 97,3 5*/2% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mii 102 102 102 102,5 Auslos.-Rechten ............ 4/t% Deutsche Reichspostschatz an 112,65 112,7 112,65 112,7 Weisungen von 1934, 1....... 4/2% ehem. 8% Hessischer Volks- 100 100,1 100,1 100,1 staat 1929 (rückzahlb. 102%) ... 4/2% ehem. 8% Hessische Landes 98,5 98,5 98,5 — baut Darmstadt Gold R. 12.... b/2% ehem. 4tz% Hess. Landes 97 97 ■— 97 Hypothekenbank DärmstadtLigu. 4/*% ehem. 8% Darmst. Komm 101 101,13 — Landesb.Goldschuldverschr R.e Oberhesjen Provinz-Anleihe mli 93,5 93,5 — — Auslos.-Rechten ............ Deutsche Komm. Sammelabl. An 123 123 — — leche Serie 1 mit Auslos.-Rechten 4/2% ehem.8%'Frankf. Hyp.-Banl 119,5 119,5 119,75 119,75 Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 b/2% ehem. 4/2% Franks. Hyp. Bank-Liqu.-Psandortese....... b/2% ehem. 4/2% Rheinische 97 97 — 97 101 101 — — Hyp^Bank-Ltqu.-Goldpse. ... 4/2% ehem. 8% Pr. Landespfand- 101,3 101,13 101,3 101,25 briefanstatt, Pfandbriefe R. 19 4/2% ehem. 7% Pr. Landespsand briefanst., Gold Komm. £61. 20 97,5 97,5 97,5 97,5 95 95 95 95 Steuergutsch.Berrechnungsk. 34-38 109,5 109,5 109,5 109,5 4% Oesterreichtsche Goldrente... — — — 31 4,20% Österreichische Sitberrente — 2,6 2,4 2,55 4% Ungarische Goldrente....... 8,75 8,75 8,8 8,8 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 8,35 8,25 8,35 8,13 4/2% desgl. von 1913.......... 8,5 8,5 8,6 8,5 6% abgesi. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anlethe 14,13 15 14,3 14,9 Serie 1.................... — — — — Frankfurt a.TL Äerlin Schlußkurs Schlußk. Abendbörse Schlußkurs Schlußk. Mittag, börse Datum 1L7 13-7. 11.7. 13.7. 4% oesgt. Serie 11 ............ — — — — 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 6,6 6,6 6,55 6,5 4^r%Rumän.vereinh.Rentev.l913 10,13 10 10 10 4% Rumänische vereinh. Rente . 5,55 5,4 5,5 5,35 2*4% Anatolier .............. 43,25 42,75 43,13 — Hamburg-A mertka-P aket .....v 14 13,5 14,25 13,4 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 — —— 44,25 44,5 Norddeutscher Lloyd .........0 15 14,5 15,25 14,25 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 117,5 118,5 117 118,13 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 — —— 122 122,9 Commerz- und Privat-Bank ... 4 Deutsche Bank und Disconto- 95,4 95,5 95,4 95,4 Gesellschaft................ 4 97 97,5 97 97,5 Dresdner Bank.............. 4 97,5 97,75 97,5 195,5 97,75 Reichsbank ................12 195,25 196 197 A.E.G...................... o Bekula.....................8 Elektr. Lteferungsgeielljchaft... 6 Licht und Kraft ............. 7 Reiten & Guilleaume......... 4 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 6 Rheinische Elektrizität ........ 6 Ryein. Wests. Elektr.......... 6 Schuckert L Co............... 6 Siemens L Halske............ 8 Lahmeyer L Co.............. 7 BuderuS ................... *- Deutsche Erdöl ..............4 Sarpener................. 2/t oesch Eisen—Köln-Neuessen .. 3 Ilse Bergbau ...............6 Ilse Bergbau Genüsse...... 6 Klöcknerwerte ...............8 Mannesmann-Röhren........ 8 37,13 36,9 37,13 37,13 156,4 156,25 156,13 156,13 133,75 134,25 132 133 159,5 159,5 160 160 134 135,5 135 135,4 143,75 144,75 144 144,25 130,5 131,75 130,5 132,25 136,5 137,25 136,75 136,25 164,5 164,5 164.75 165 201,5 203 202,25 202 142,5 143 142,65 143,25 113,5 111 113 111 129,5 129,75 129,4 130 132,25 133 133,75 133,25 119 118,75 118,75 118,4 —— —— 174 173 134,75 137,5 135,25 136,65 115,25 115 115,75 114,75 110 109,75 110,4 110 Frankfurt a. M. 53erhn Schluß- kurs Schlußk. Abendbörse Schlußkurs Schlußk. Mittagbörse Datum 11.7. 13.7. 11.7. 13.7. Mansselver Bergbau....... 6N 141,25 — 141,25 141,25 Kokswerke ................ .. 6 —— — 130,75 131,25 Rheinische Braunkohlen .... . 12 — — —— 237,75 Rheinstahl ................ .. 4 148 147,25 148 147,25 Vereinigte Stahlwerke...... 8/t 107,65 108,25 107,25 108,75 Otavi Minen ............. .. O 28,13 27,9 28,25 27,75 Kaliwerke Aschersleben...... .. 5 126,25 127,75 126,75 127,75 Kaliwerke Westeregeln...... .. 5 126,25 127 127 127 Kaliwerke Salzdetfurth..... 7K 180,75 182 182 182 I. G. Farben-Jndustrte..... .. 7 167,5 168,4 167,75 168,75 Scheideanstalt............. .. 9 277 274 — —— Goldschmidt .............. .. 5 111 113,75 111,25 114 Rütgerswerke ............. .. 6 130 130 129,25 130,25 Metallgeiellschaft........... .. b 138,25 138,4 137,75 138,5 Philipp Holzmann......... .. 4 124,5 126 125 126,25 Zementwerk Heidelberg .... .. 7 143,5 143,75 - Cement werk Karlstadt....... .. 6 150 150 - Schultheis Patzenhofer ..... .. 4 — — 110 108,5 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. O 52,75 53,4 53,13 53 Bemberg................. .. 6 85,25 85,5 85,25 85 Zellstoff Waldhof .......... .. 6 155,5 156 155,5 155 Zellstoff Aschaffenburg ..... .. O 118,5 118,75 118,75 119 Dessauer Gas ............. r — — 121,75 121,5 Daimler Motoren.......... .. 0 122,25 123,4 122,9 123,13 Deutsche Linoleum......... .. 8 191 191 191,25 191,4 Orenstetn & Koppel ........ .. O — — 82,5 83,4 Westdeutsche Kaufhof....... .. 0 46 46 46 46 Chade................... .. 9 410 408 410 403 Accumulatoren-Fabrik...... . 12 213,25 — 212,5 213,13 Conti-Gummi............. . 11 190 190 189,5 189 Gritzner.................. .. O 32,25 32,5 32,5 32,25 Matnkraftwerke Höchst a.M.. .. 4 95 95 Süddeutscher Zucker ....... . 10 228 229 229 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2H. 11.3UÜ 13 3u1 Amlltche Notierung Amtliche Notierung Geld Brief Geld »rief Buenos Aue 0,675 0,679 0,675 0,679 Brüssel .... 41,93 42,01 42,00 42,08 Rio de Jan. 0,142 0,144 0,142 0,144 Sosta ..... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen 55,72 55,84 55,70 55,82 Danzig .... 46,80 46,90 46.80 46,90 London.... 12,48 12,51 12,475 12,505 Helstngfors. 5,499 5,511 5,499 5,511 Paris ..... 16,415 16,455 16,415 16,455 Holland ... 169,08 169,42 169,07 169,41 Italien.... 19,53 19,57 19,53 19,57 Japan ..... 0,727 0,729 0,727 0,729 Jugoslawien 5,654 5,666 5,654 5,666 Oslo..... : 62,72 62,84 62,70 62,82 Wien....... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon ... 11,34 11,36 11,335 11,355 Stockholm... 64,34 64,46 64,32 64,44 Schweiz ... 81,16 81,32 81,18 81,34 Spanien... 33,99 34,05 33,95 34,01 Prag....... 10,285 10,305 10,285 10,305 Budapest .. — —— — — Neuyork ... 2,482 2,486 2,482 2,486 Banknoten 23erhn,13.juli Geld Ärlef Amerikanische ’Jioten....... 2,434 2,454 Belgische Noten.......... 41,84 42,00 Dänische Noten .......... 55,50 55,72 Englische Noten .......... 12,41 12,48 Französische Noten........ 16,365 16,425 Holländische Noten ........ 168,65 169,33 Italienische Noten......... —— — Norwegische Noten ...... 62,48 62,74 Deutsch Oesterreich, ä 1OO Schilling — —• Rumänische Noten........ —— —— Schwedische Noten........ 64,10 64,36 Schweizer Noten.......... 81,00 81,32 Spanische Noten.......... Ungarische Noten......... 33,61 33,75 \ ' X". L^MLchN^ Kassel 1211 O Dz trie der beitglos „Landin Ar- irisches! tströfte i einge- mkwirt- möglich- >nkt, im )er dop für die tseinsatz ien An- V Tack endenz: ’W- wpV \\ der linier- mnach i4343 trbslojen 58 Ende 116 oder lofenfür- ilt; durch rdsarbei- jeiter im ert. ttffurf m kom- >port« i neuen Den. Sie Art, wer- nach &er Der Be« lfalls da» haftlichen England alter mfcitze e und mit Enterbenden Trund lebhaft Kleie lie bei >er hat ■im blecht. ri9e je ' 217, 2 180, sprei(e ler 190 . W19 Rio Fracht. • Wei. W20 R18 Wen. 0Wn. -neiung 1 0^679 42,08 0,144 3,053 55,82 46,90 12,505 5,511 16,4 169, 19,5/ 0,1g 5,666 62,8 49,05 Ä 81-34 34,01 10,305 2,486 Dienstag, (4)uli 1956 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Nr. 162 Drittes Blatt Aus der Provinzialhauptstadi (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.) Wir wollen hier nicht aufs geistige Gebiet abschwenken, es genüge zu sagen, daß der Geist Mussolinis über allen Wassern schwebt. Er war es nicht zuletzt, der dem Begriff der neuen Sachlichkeit zum Siege verhalf, als er aus den Pontini- fchen Sümpfen zeitgemäße Städte heroorzauberte. Nun ist aber jede Mode eine Gefahr, jeder Stil trägt von seiner Geburtsstunde an den Todeskeim in sich, selbst die Kunst als Ausdruck Sterblicher unterliegt dem unerbittlichen Gefetz von Aufstieg und Verfall, wenn wir auch gerne von Ewigkeitswerten sprechen. (Und die milonische Venus wird auch ewig sein, unsterblich; aber warum? Weil sie Natur ist.) Für ein Land von der künstlerischen Eigenart Italiens muß das Novecento doppelt gefährlich fein, wenn es planlos alles Brauchtum überwuchert. Schon heute haben mir das Gefühl, der neuen Sachlichkeit in ihrem Stilauswuchs werde es so gehen wie der Gegenerscheinung des „Jugendstils" mit seinen verrückten Schnörkeln und seiner verlogenen Blumenromantjk. Die Novecentisten treiben Bilderstürmerei, wenn sie Säule und Rundbogen in Acht und Bann tun, um öde Würfel unter Pinien und Zypressen zu stellen. Soll man wirklich das alte Florenz abreißen, um Geschäftshäuser mit Reeling und Promenadendeck am Arno zu errichten? Am großen Kanal in Venedig einen jener Türme erstellen, die beileibe nicht rund sein dürfen, sondern auf der einen Seite oval sein und auf der anderen zwei Kanten haben müssen? Dor der Cestiuspramide in Rom steht nun in der Tat ein unfaßbares Postamt. Aber der Duce ist gottlob nicht bloß ein kühner Neuerer, er ist auch Wächter. Man ahnt schon sein Halt! Die vierte Stadt in den pontinischen Gefilden, Aprilia, kehrt mit Säulen und Bogen zur Bodenständigkeit zurück. Novecento? Ja, aber alles mit Maß! Dor der Ernte. Draußen auf den Flu- < / ren ist es stiller gewor- ßM den. Das Jubilieren und Flöten der Singvögel hat nachgelassen. Nur die Lerche schwingt sich noch unverdrossen von der Erde in die Luft und trillert ihr Lied. Längst ist ihr Nest -im Kornacker, in * dem sie ihre Brut aufzog, ijj verlassen. Die Jungen sind t'-/' ausLeflogen und trillern | schon mit. Auf den Getreidefeldern liegt ein goldener Schein. Wohl haben schwere Regen die Halme zum Teil geknickt und die Aehren zur Erde gedrückt, aber die Körnerbildung wurde nicht gehindert. Ueberall wächst das tägliche Brot. Zwischen den Halmen leuchten roter Mohn und Rheinfahrl am 2. August. Am Sonntag, 2. August, findet eine Rheinfahrt von Gießen aus statt. Die Fahrt geht mit der Bahn nach Braubach, von dort mit dem Dampfer nach Rüdesheim und zurück. In Rüdesheim ist ein mehrstündiger Aufenthalt vorgesehen. Abends geht die Fahrt wieder von Braubach aus mit der Bahn zurück. Anmeldungen müssen umgehend auf der Kreisdienststelle Gießen, Schanzenstraße 18, vorgenommen werden. Der Fahrpreis beträgt 4,30 Mk. Arlaubsfahrl: Sächsische Schweiz — Bad Schandau vom 23. bis 31. Juli. die Wegraine, die im vollsten Schmuck der Sommerblumen prangen: Schafgarben, Wucherblumen, Leinkraut, Kamillen und alle Arten Gräser. Diese farbenprächtigen Naturkinder geben den Getreidefeldern den lebendigen Rahmen. Seitdem die Feldbereinigungen überall Wege geschaffen haben, ist das deutsche Feld immer abwechslungsreicher geworden. Jetzt kann jeder Bauer von beiden Seiten auf seinen Acker. Er braucht keine Rücksicht mehr auf feinen Nachbarn zu nehmen. Er kann Hackfrüchte, Klee oder Frucht ziehen, ganz wie es ihm beliebt. Früher, als noch einzelne Besitzer dem Nachbarn über das Feld fahren mußten, um auf ihren Acker zu gelangen, da sahen wir mehr geschlossene Felder. Da war es unmöglich, daß ein einzelner mitten in den Getreidefeldern feine Kartoffeln baute. Aber heute bieten die deutschen Felder wundervolle Abwechslung. Lange, schmale Aecker mit Hackfrüchten ziehen sich wie grüne Bänder zwischen den Fruchtfeldern hin. Dann wieder kommen einige Stücke mit Klee, daran anschließend Mais und dann wieder Getreide. Aber wohin man auch schaut: Vorherrschend ist das Meer der Halme. Es wogt das Korn im Sonnenbrand, darüber die Glocken schallen — Sei mir gegrüßt, mein deutsches Land, du schönstes Land von allen! (Schönaich-Carolath.) Dieses schlichte und doch so wundervolle Gedichtchen führt die Ueberschrift „Daheim". Und so stellen wir uns in der Fremde auch unser schönes Vaterland vor: Die Höhen vom grünen Walde betreut, die Abhänge und Flächen mit goldenen Getreidefeldern bedeckt und die Täler im Schmucke der blumenreichen Wiesen. So stand die Heimat vor dem geistigen Auge unserer Soldaten, als sie im Schützengraben ihr Land verteidigen mußten, so steht noch heute, die Heimat im Herzen unserer Auswanderer, die die Not zwang, ihr Vaterland zu verlassen. Jede Jahreszeit hat ihren tiefen Sinn und ihre Bedeutung, aber es gibt Höhepunkte im Laufe des Jahres. Und wie die ersten Tage des Frühlings an unser Herz rühren, so durchflutet uns jetzt beim Durchschreiten der deutschen Felder ein ungeahntes, beglückendes Gefühl. Die Tage vor der Ernte sind die beste und reifste Zeit des Jahres. Das duftende Heu wurde schon in die Scheunen gefahren, die Ernte begann bereits. Der Sommer geht dem Herbst entgegen, die Blätter werden sich färben und langsam zur Erde fallen. Ganz unwillkürlich schauen wir da zurück aufs Jahr und auf das, was hinter uns liegt. Erde mußte liegen schwarz und brach, von des Pfluges Eisenfaust zerschnitten Menschen mußten säen und danach himmelhin um das Gedeihen bitten. Regen mußte fallen weitumher, und es mußte lang die Sonne scheinen, eh' das windbewegte, gelbe Meer branden durfte zwischen Wiesenrainen. (Hilda Bergmann.) Dornotizen. Tageskalender für Dienstag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Peter Ibbetson". Zahlungsfristen einhalten! Zwischen Sommer und Herbst ist die Zeit der Besinnung, der Rückschau und der Einkehr. Beim Anblick des reifenden Getreides schöpfen wir Kraft für unsere tägliche Arbeit. Viele von uns sind jetzt zurückgekehrt von dem Urlaub und haben draußen in Wald und Feld Ruhe und Erholung gefunden. Der große Einschnitt des Jahres beginnt. Sicheln und Sensen werden singen, die Halme werden niedersinken, um den Menschen das tägliche Brot zu geben. A. bimmelblaueKornblumen, Rittersporn und Kornraden. Am schönsten aber sind Auf den Spuren des Obersten Fawcett. Die Expedition des Engländers Albert de Winton zum Matto Grosso in Brasilien, um das Schicksal des vor fast elf Jähren verschollenen, schon fast sagenhaft gewordenen Forschers Oberst P. H. Fawcett aufzuklären, hat mit dem Untergang auch dieses Forschungsreisenden geendet, wie die Nachrichten zeigen, die in das Dom-Jose-Mu,eum in Sao Paulo gelangt sind. Es ist jetzt zehn Jahre elf Monate her, seit Oberst F a w c e t t von seiner kleinen kühnen Expedition in das Innere Brasiliens die letzte Nachricht sandte. Sie war sehr kurz, wie der Forscher überhaupt sehr zurückhaltend über seine I Pläne war, die auf der Annahme beruhten, daß Selbstverständlich ist die Truppe dazu erzogen, nach Möglichkeit jeden Flurschaden zu vermeiden. Andererseits muß jedoch die kriegsmäßige Geländeausbildung der Truppe im Interesse der Landesverteidigung und der Schlagkraft des Heeres gewährleistet sein. Die Truppe darf erwarten, daß die Bevölkerung Verständnis für die Notwendigkeit der Geländeausbildung aufbringt, und daß unberechtigte Klagen und Beschwerden unterbleiben. Erwerbslose nehmen an den Lehrgängen der DAF. teil. In einem Schreiben an die Deutsche Arbeitsfront teilt der Präsident der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung mit, daß für diejenigen Erwerbslosen, die an einem Lehrgang der DAF. für Erwerbstätige teilnehmen wollen, gewisse Erleichterungen seitens der Reichsanstalt zugestanden werden. Wenn das zuständige Arbeitsamt diese Lehrgänge als fördernd für den Arbeitseinsatz ansieht und ihre Dauer 13 Wochen nicht übersteigt, können die Arbeitsämter die Teilnehmergebühren unter den üblichen Voraussetzungen übernehmen. Der Teilnehmer muß aber während der Dauer dieser Kurse für den Arbeitseinsatz voll zur Verfügung stehen. Diese Anordnung des Präsidenten der Reichsanstalt bedeutet für viele Erwerbslose, die sich in den Kursen der DAF. weiterbilden wollen, eine wesentliche Erleichterung. cento heißt also eigentlich neunzehnhundert. Und an unserem Sprachgebrauch gemessen, rechnet man im Süden nicht vorwärts, sondern rückwärts, spricht also für die Zeit bis zum Jahre 2000 vom neunzehnten Jahrhundert, für unser 18. Jahrhundert agt er siebzehntes, Settecento und so weiter. Künstler, die unserer Meinung nach im 15. Jahrhundert gelebt haben find Quattrocentisti, Möbel aus dem Jahre 1350 gehören zum Trecento. Diese verschiedenartige Bezeichnung ist mit schuld daran, wenn es so oft zu Verwechslungen zwischen Früh- und Hochrenaissance kommt. Ein wahres Glück für un- ichere Examenskandidaten, daß sowohl Dante wie Raffael und Michelangelo ihr Leben auf zwei ver- fchiedene Jahrhunderte verteilt haben. Bis vor einigen Jahren gab es in Italien landauf, landab nur dieselben Speisezimmer im Renaissancestil, Quattrocento; ein Regierungsgebäude sah aus wie das andere, ungefähr wi enoch heute eine Gaststätte in Palermo so aufgemacht ist wie die anderen in Venedig oder Rom, wie es überall die gleichen Gerichte, denselben Espresso, die nämlichen Süßigkeiten in den Kaffeehäusern gibt. Mit einem Schlage aber rückt dann das Novecento auf, und der Italiener stellte sich um. Er pflegt traditionell zu sein, wie wir es uns kaum vorstellen können, und seine Abneigung, etwas anders zu machen, als es die Väter machten, ist oft nur schwer zu brechen, eine Veranlagung, die ihm nicht selten den Ruf der Rückständigkeit einbringt. Aber schwenkt er einmal um, so tut er es gleich gründlich. Wie jetzt in der Wohnkultur — ein gestern noch so gut wie unbekannter Begriff. Mit der geistigen Umwälzung, die der Faschismus brachte, ging diese andere Revolution Hand in Hand: plötzlich drang das Linoleum oder gar das Parkett in die gepflasterten Zimmer em, der Holzkohlenherd wich der Elektrizität, tue kalte Pracht des „Salotto“ mit seinem goldenen Getue und dem ewig verschossenen Damast wurde durch zweckdienliche Dinge überrumpelt. Mädchen turnen in aller Oeffentlichkeit; junge Herren nehmen eine Stellung an! Man badet gemeinsam am Strand Und noch vor zehn Jahren wußte unter hundert Römern noch nicht einer mit Bestimmtheit zu sagen, wo der Tiber mündet. Heute steigt man dort ins Flugzeug, so um das Mittagessen herum, um seinen Nachmittagskaffee vor der Moschee in Tunis zu trinken. Novecento! Es ist wie ein Aufschrei, ein Durchbruch, ein wahrer Fanatismus für das Neue. Der Rausch hat alle Bevölkerungsschichten gleichzeitig ergriffen, nur die Aristokratie scheint sich noch in ihren gestrigen Empfangsräumen wohl zu fühlen. Nie geheimnisvolle Zahl 900. Von unserem römischen E.-Korrespondenten. Rom, im Juli. Der Fremdling, der einmal von Zahlenfimmel oder Zahlenkomplexen gehört hat und nun in dem Lande herumreist, wo alles anders ist, hält Italien für davon besessen. Nicht daß ihn die 13 lange stören würde, die würdige Männer in Gold an der Uhrkette baumeln haben, die im Blusenausschnitt junger Mädchen ruhen darf und bei der Wahrsagerin die Stelle des Hausspruches vertritt, denn er erfährt bald, daß unsere Unglückszahl hierzulande als Glückszahl gilt. Aber die oder dieses ominöse 900! In keinem Wörterbuch findet man Rat, man kann den Führer vor- und rückwärts durchstöbern, selbst das dutzendbändige „Handbuch" des Wissens versagt da, aber auf dem nächstbesten eingewickelten Bonbon steht totsicher: 900. Nichts weiter. Jemand hat wegen nichtzustandegekommener Hochzeit ein Schlafzimmer billig abzugeben, 900. Ist das der Preis? Aber das intime Badezimmer- gerät da im Schaufenster kann doch nicht auch 900 Lire kosten? Ein Pappschild hängt ihm um den Porzellanhals: 900! Basta. Allmählich lernt der Neuling Italienisch und kann nun laut und richtig nachsagen: Nowetschento. Novecento! Neunhundert. Er hört das Sejamwort auf der Versteigerung des Trödlers 9epau 1° triumphieren wie auf der Ausstellung der Moderne, der Triennale in Mailand, der Dreijahresausstel- lung. Hier prunken vor allem die Hauser damit, dann allerdings auch alles das, was darinnen ist, bis zu dem Akt des Futuristen über dem lackierten Holztor, das ein Schreibtisch ist. Um dem Kopfschütteln ein Ende zu machen: 900 bedeutet so viel wie hochmodern. Also em Stil, wie der Louis XV. oder das Empire. Alles, was glatt, grat) und kantig ist, der Wasserhahn wie das Wochenendhaus, nennt sich Novecento; alles, was rund, gewunden oder gebogen ist, gehört in Die Rumpelkammer — altmodisch. Denn wir leben im neunzehnten Jahrhundert und damit nocheinmal basta. ' v . Wer nun in der Kunstgeschichte etwas bewandert ist, denkt: Aha! Darum. Die anderen Sterblichen, und sie brauchen sich deswegen gar nicht zu schämen, schütteln weiter den Kopf m der ^eftmng: Nanu? Wir leben doch im zwanzigsten Jahrhundert! Die Sache ist die, daß der Italiener erstens seinen Privatkalender hat und zweitens das Tausend vor den Iahrhundertzahlen weglaßt. Nove- Jn diesen Tagen wurde am Selterstor als eine oerkehrstechnische Neuerung ein Wegweiser aufgestellt, der zur Nachtzeit, bzw. bei Einbruch der Dunkelheit, transparent leuchten wird und in schwarzer Schrift auf gelbem Grund die Hauptverkehrsstraßen kennzeichnet. Wie wir hören, wurde dieser Wegweiser vorerst versuchsweise aufgestellt. (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.) Gießener Dochenmarktpreise. * Gießen, 14. Juli. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, XA kg 1,55 Mark, Landbutter 1,42, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse B 10, Klasse C 9^, Wirsing, kg 10, Weißkraut 10 bis 12, Rotkraut 12 bis 15, gelbe Rüben 15, rote Rüben 12, Spinat 20, Römischkohl 8 bis 10, Bohnen, grün 25 bis 30, gelb 30, Erbsen 15 bis 18, Tomaten 30 bis 45, Zwiebeln 14 bis 15, Pilze 30, Kartoffeln, H kg 5 Pf., 5 kg 45 Pf., 50 kg 3,95 Mark, neue, % kg 9 bis 10 Pf., 50 kg 7,50 bis 8 Mark, Pfirsiche, % kg 35 bis 50 Pf., Himbeeren 25 bis 30, Birnen 35 bis 40, Kirschen 20 bis 35, Heidelbeeren 28 bis 33, Stachelbeeren 15 bis 30, Johannisbeeren 18 bis 20, Erdbeeren 40, Hähne 90 Pf. bis 1 Maxk, Tauben, das Stück 50 bis 60 Pf., Blumenkohl 10 bis 60, Salat 5 bis 8, Salatgurken 20 bis 40, Einmachgurken 5 bis 10, Oberkohlrabi 5 bis 8, Rettich 5 bis 10, Radieschen, das Bündel 10 Pf. * ** Dienstjubiläum b e i der Reichsbahn. Hilfsschrankenwärter Wilhelm W a l t h e r II. von Daubringen, im Dienste beim Bahnhof Gießen, konnte am gestrigen Montag auf sein 25jähriges Dienstjubiläum bei der Eisenbahn zurückblicken. Der Betriebsführer, Reichsbahn-Amtmann Wahl, Der Reichsfinanzminister hat sich auf Grund von Klagen aus der Wirtschaft genötigt gesehen, an die obersten Reichsbehörden, die Landesregierungen, den Deutschen Gemeindetag, die Reichsleitung der NSDAP., die Deutsche Arbeitsfront und andere Stellen einen Erlaß zu richten, in dem dafür eingetreten wird, daß die betreffende Stelle ihrerseits auf die beschleunigte Abwicklung des Zahlungsverkehrs hinwirkt. Der Minister betont, es sei für ein geregeltes Wirtschaftsleben unerläßlich, die vereinbarten oder üblichen Zahlungsfristen einzuhalten. Sofern Meinungsverschiedenheiten über die Höhe einer Rechnung bestünden, könne auf den unbestrittenen Teil der Forderung zumindest eine entsprechende Abschlagszahlung geleistet werden. Damit weist eine berufene Stelle erneut auf einen Mißstand hin, der sich trotz unbestrittener Besserung bisher noch nicht endgültig hat beseitigen lassen. Obwohl Zahlungsmoral und Zahlungssitten in den letzten Jahren eine erfreuliche Wandlung erfahren haben, gibt es doch noch immer zahlreiche Auftraggeber, denen es mit der Begleichung ihrer Rechnungen nicht besonders eilt. In vielen derartigen Fällen könnte mühelos dadurch für eine beschleunigte Abwicklung von Zahlungen gesorgt werden, daß der Auftraggeber die erforderlichen Summen recht- _ zeitig, etwa durch Ansammlung auf einem Spar-1 laubsort Bad Schandau kassenbuch oder einem Spargirokonto, bereitstellt. Dadurch wird er in die Lage versetzt, seinen Verpflichtungen pünktlich nachzukommen. Außerdem erleichtert ihm die ständige Verfügung über ein Sparkassenguthaben, seinen wirtschaftlichen Verpflichtungen nachzukommen. Flurschäden und Wehrmacht. Bei den militärischen Dienststellen gehen in der letzten Zeit in steigendem Maße Beschwerden und Klagen aus den Kreisen der Zivilbevölkerung über Flurschäden — verursacht durch übende Truppen — ein. Die Prüfung dieser Beschwerden ergibt in den meisten Fällen, daß die Klagen unberechtigt sind. Es erscheint daher notwendig, auf die gesetzlichen Bestimmungen hinzuweisen. Nach dem Naturalleistungsgesetz darf Die Wehrmacht zu Truppenübungen alle im Privat, und im öffentlichen Besitz befindlichen Grundstücke benutzen. Ausgenommen sind hiervon nur Gebäude, Wirtschafts- und Hofräume, Gärten, Parkanlagen, Holzschonungen, Dünenanpflanzungen, Hopfengärten und Weinberge sowie Versuchsfelder land- und forstwirtschaftlicher Lehranstalten und Versuchsstationen. Die Truppe ist nur verpflichtet, vor Benutzung kultivierter Grundstücke die betreffenden Ortsvorstände zu benachrichtigen; desgleichen sind etwaige entstandene Schäden zu vergüten. Die Sächsische Schweiz mit ihren Bergen ist für viele die Vorschule so mancher Bergbesteigung in den Alpen. Immer wieder ragen aus den bewaldeten Uferbergen die mächtigen Felsberge heraus und umrahmen in einer für den Rheinländer neuen Form das Tal der Elbe. Schöne Ausflüge vom Ur- I laubsort Bad Schandau in diese neue Welt wech- irgendwo mitten in dem urwaldbedeckten Plateau des Matto Grosso eine „verschollene Welt", Ruinen von Städten, fabelhafte Schätze und die Spuren einer bisher unbekannten Menschenrasse vorhanden wären. Es war ein wissenschaftlicher Traum, für den Dokumente in den Archiven von Rio de Janeiro nur eine schmale Unterlage boten, der aber das Temperament des Forschers augenscheinlich bis zu feinem Tode verlockt hat. Nur von feinem Sohn und einem anderen jungen Engländer begleitet, war er von Cuyaba nach Süden in das wenig bekannte und sehr gefährliche Gebiet der Quellflüsse des lingu aufgebrochen, und nach seiner letzten Botschaft hat man nie wieder etwas von ihnen gehört. Ob sie von Indianern ermordet wurden oder ob sie verhungerten, ist heute noch ein Geheimnis. Aber immer wieder kamen Gerüchte, daß sie als Gefangene in den Händen der Indianer noch lebten, und sie würben geglaubt, obgleich es unwahrscheinlich ist, daß Oberst Fawcett es in dem mörderischen Klima des Matto Grosso so lange aushalten konnte. Es wurden aber einige ernsthafte Versuche unternommen, das Geheimnis zu lösen. Im Jahre 1928 folgte eine Rettungsexpedition des Commander D y o t t den Spuren des Obersten Fawcett, aber sie mußte den Versuch ebenso aufgeben wie die anderen Unternehmungen, die den dunklen, in Südamerika umlaufenden Gerüchten über das Schicksal Fawcetts nachgingen. Ende Februar 1934 brach Albert d e Winton vom Rio de Janeiro auf, obwohl die Vertreter der Regierung ihn dringend gewarnt hatten und suchte mit einem paar Campolos-Jndianern als Führern in das ge» heimnisvolle Gebiet vorzudringen. Seine Reise vollzog sich zum Teil in Kanus, und in seinem letzten Brief teilte er mit, daß er bereits sieben Dörfer besucht habe, die auf den Karten des Obersten Fawcett eingetragen waren. Hier kehrten seine zwei indianischen Führer mit seinen letzten Briefen zurück, da sie sich weigerten, ihn in das Gebiet des feindlichen Jndianerstammes Suyas, zu begleiten, von denen auch angenommen wird, daß sie Fawcett ermordet haben. Als man weiter nichts von den Reisenden hörte, sandte man einige amerikanische Missionare auf die Suche nach ihm aus, und diese kehrten nach einer sehr schwierigen Reise mit der Nachricht von dem Tode Wintons zurück. Sie hatten von Indianern erfahren, daß er in einem Dorfe der Calapolos mit einem aus Pequi-Früchten bereiteten Getränk vergiftet worden sei, woraus die Indianer, damit der Tote nicht in ihrem Dorfe gefunden würbe, ihn schnell im Kanu zu den Camayuros- Jndianern brachten, wo er starb. Gegenstände, die aus seinem Gepäck geplündert waren, wurden fast in jedem Ort gefunden, den er besucht hatte. fein mit einer Dampferfahrt auf der Elbe und einer Fahrt nach Dresden. Der Abschluß der Fahrt wirv die Teilnehmer nach Leipzig führen, von wo aus die Fahrt in die Heimat geht. Der Fahrpreis beträgt 35,50 Mark. Anmeldungen können noch auf der Kreisdienststelle, Schanzenstraße 18, abgegeben werden. Urlaubsfahrt nach Hamburg. In der Zeit vom 22. bis 27. Juli fährt ein Sonderzug nach Hamburg zum Weltkongreß für Frei- zeit und Erholung. Anmeldungen müssen ebenfalls auf der Kreisdienststelle KdF. erfolgen. Der Fahrpreis mit Verpflegung und Eintritt zu den verschiedenen Veranstaltungen beträgt 27,50 Mark. Leuchtender Verkehrs-Wegweiser am Setterstor. 2 Die 6eutfdie flrbei(6front n.9.=Gemcinf(haft „Kraft Durch freuöc feierte den Jubilar mit einer herzlichen Ansprache, in der er besonders das Pflichtbewußtsein des Jubilars herausstellte. Die Treue und Verbundenheit, die zwischen dem Jubilar und seiner Verwaltung besteht, sand sichtbaren Ausdruck in dem ansehnlichen Geldgeschenk, sowie einem Anerkennungsschreiben und dem Buch des Führers „Mein Kampf" mit einer Widmung des Herrn Präsidenten der Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. Bon seinen Mitarbeitern mit herzlichen Wünschen für sich und die Seinen bedacht, wurde der Jubilar zum festlichen Begehen seines Ehrentages zu feiner Familie entlassen. ** Die Aufteilung von kommunalen Steuer- und Gebührenbescheiden betrifft eine Bekanntmachung des Oberbürgermeisters in unserem heutigen Anzeigenteil. Hausbesitzer und Gewerbetreibende seien auf diese wichtige Veröffentlichung besonders hingewiesen. ** Verwundetenabzeichen auch an Angehörige der Freiwilligen Krankenpflege, des Freiwilligen Automobilkorps und des Freiwilligen Motorboot-Korps! Der Reichs- und Preußische Arbeitsminister hat in einem Ergänzungserlaß zu den Bestimmungen über das Verwundetenabzeichen be- fttmmf, daß auch die Angehörigen der Freiwilligen Krankenpflege, des Freiwilligen Automobilkorps und des Freiwilligen Motorbootkorps die Verleihung des Verwundetenabzeichens beantragen können, sofern sie während ihrer Tätigkeit im Kriegsgebiet eine Kriegsdienstbeschädigung erlitten haben. Anträge sind an die Versorgungsämter zu richten. Die Äntragsfrist läuft bis zum 31. Dezember 1936. ** Achtet auch a u f kleine Wunden. Wie sehr auch kleine Wunden der Beachtung bedürfen, geht aus einem Fall hervor, der gegenwärtig in der Chirurgischen Klinik behandelt werden muß. Der hiesige landwirtschaftliche Arbeiter Heinrich Jakob erlitt vor einiger Zeit eine unbedeutend erscheinende Wunde an der Hand, die er nicht besonders beachtete, zumal sie auch bald verheilte. Vor etlichen Tagen stellten sich nun die ersten Anzeichen von Starrkrampf ein. Der junge Mann liegt schwer darnieder. ** Straßenbahn-Fahrplan Gießen — Wieseck. Die im Fahrplanheftchen des Gießener Anzeigers angegebenen Straßenbahnwagen Gießen ab 20.22, 20.52, 21.22, 21.52 und Wieseck ab 20.45, 21.15, 21.45, 22.15 verkehren nicht. Lustschuhhauswart und Entrümpelung. Zu den Pflichten eines Lustschutzhauswartes gehört die Durchführung der Entrümpelung der Dachböden. Vielen Volksgenossen war dies etwas Neues und Ungewohntes, denn um den Zustand der Dachböden hatte man sich im allgemeinen gar nicht oder nur sehr wenig gekümmert. Man dachte kaum darüber nach, eine wie große Gefahr das Anfüllen derselben mit leicht anzündlichem Material mit sich bringen konnte und ließ sich auch durch die früher häufigen Dachstuhlbrände nicht aus der Ruhe bringen. Seit das nationalsozialistische Deutschland regiert, hat sich auch hier mancherlei geändert. Millionen Volksgenossen — vom Reichsluft- fchuhbund aufgeklärt und ausgebildet — erkannten angesichts der Bedeutung der Fliegerwaffe im Ernstfall die Rotwendigkeit, hier einen gründlichen Wandel eintreten zu lassen. Und so hat das deutsche Volk in Stadt und Land in zunehmendem Maß in den letzten Jahren mehr oder weniger umfangreiche Entrümpelungen vorgenommen. Es wäre jedoch ein Irrtum zu glauben, alle Volksgenossen hätten den vollen Ernst der Forderung des RLB. erkannt. Allzu oft muß festgestellt werden, daß schon ordnungsgemäß entrümpelte Dachböden in verhältnismäßig kurzer Zeit genau so mit überflüssigen Sachen angefüllt^sind wie in der Vergangenheit. Hier tritt bedauerlicherweise ein Mangel an Einsicht zutage, und es ist nötig, nachdrücklich darauf hinzuweisen, daß es zu den selbstverständlichen Aufgaben des von der Polizei verpflichteten Luftschutzhauswartes gehört, in den erwähnten Fällen den Notwendigkeiten unserer Zeit in taktvoller aber entschiedener Weise Geltung zu verschaffen. Stets mutz sich die Bevölkerung darüber im klaren sein, datz nicht die Kampfstoffbomben, sondern die Brandbomben die grötzte Gefahr für ein Dorf oder eine Stadt sind. Ihr kann und mutz durch die Entrümpelung begegnet werden. Es kommt auch vor, daß Volksgenossen unter Entrümpelung die vollkommene Räumung des Dachbodens verstehen: das ist eine grundfalsche Meinung. Es sollen lediglich alle leichtentzündlichen, überflüssigen und wertlosen Gegenstände verschwinden. Dagegen können alle anderen Sachen auf dem Dachboden verbleiben. Freilich müssen sie zweckmäßig geordnet und am besten in der Mitte des Raumes aufgestapelt werden, damit die Hausfeuerwehr bei Luftschutzhausübungen oder im Ernstfall ungehindert ihres verantwortungsvollen Amtes walten können. Der RLB. wird es sich jedenfalls angelegen fein lassen, ständig auf die Notwendigkeit der Entrümpelung aufmerksam zu machen und von Zeit zu Zeit die erforderlichen Kontrollen durchzuführen. RLB. Auftakt zur Weinwerbewoche in Gießen. Die Wirtschaftsgruppe Gaststätten- und Beherbungsgewerbe des Kreises Gießen hielt gestern Nachmittag im Hotel Hindenburg eine Mitgliederversammlung ab, die sich hauptsächlich mit der diesjährigen Weinwer6ewoche befaßte. Kreisgruxpenleiter Herr eröffnete die gut besuchte Versammlung und hieß besonders den Patenstadt-Organisationsausschuß, an dessen Spitze Oberbürgermeister Pg. Ritter, herzlich willkom- nten. Dann erläuterte er in großen Zügen das, worauf es bei der diesjährigen Werbewoche ankommt, nämlich, sich dafür einzusetzen, dem notleidenden Winzerstande zu helfen. Dann sprach der Oberbürgermeister unserer Stadt Pg. Ritter in seiner Eigenschaft als Leiter des Patenstadt-Organi- sationsausfchusses zu den Gastwirten. Er führte u. a. aus: Wie im Vorjahre, so fände auch dieses Jahr das Fest der deutschen Traube und des Weines im gesamten Deutschen Reiche statt. Bei der letzten Weinwerbewoche sei Gießen, was den Umsatz anbelange, an e rst e r St e ll e i m Re i ch e marschiert, und die diesjährige Werbung verspräche, dank der guten Organisation noch höheren Umsatz. Besondere Richtlinien seien für diese Wein- woche von feiten des Reichsnährstandes herausgegeben worden, die eine einwandfreie Durchführung für alle beteiligten Kreise gewährleisten würden. Der Ausschuß habe einen guten Tropfen Gauodernheimer und Oppenheimer ausgesucht, der bestimmt vortrefflich munden werde. An den Gastwirten selbst werde es liegen, daß sowohl in der Weinwerbewoche als auch nachher mehr Wein getrunken werde, denn nur das bedeute Hilfe für den notleidenden Winzer. Man müsse im Lauf der Zeit soweit kommen, daß das Publikum mehr als früher ausgehe und sich auch einmal ein gutes Glas Wein gönne. In echter Volksgemeinschaft müßten alle Stände zusammenstehen, wenn es gilt, einem notleidenden Bruder zu helfen. Groß seien die Mühen und die Arbeiten der Winzer, und sehr schwierig sei heute der Absatz. Allen müsse es jetzt klar werden, und das sei mit ein Ziel der Weinwerbewoche, daß der Wein kein Luxusgetränk, sondern im wahrsten Sinne des Wortes ein Volksgetränk fei. Oberbürgermeister Ritter gab dann noch, den Wirten einige Richtlinien bekannt und kam dann nochmals kurz auf die Werbung für die Weinwoche zu sprechen. Er schloß seine mit großem Interesse und Beifall aufgenommenen Ausführungen mit dem Geleitworte, das über der diesjährigen Weinwoche steht: Laß den Glauben dir nicht rauben an die Wunderkraft der Trauben, wer vom Wein des Rheines tranf, zollt der Allmacht ewig Dank. Kreisgruppenleiter Herr dankte dem Oberbürgermeister für seine Ansprache und erteilte dem Kreiswalter der Deutschen Arbeitsfront Pg. Wagner das Wort. Auch in diesem Jahre werde, so führte der Redner u. a. aus, wieder durch die Organisation „Kraft durch Freude" in Gießen in der Volkshalle ein Winzerfest, das ja schon zu einer Tradition geworden sei, stattfinden. Ganz bewußt würde man solch gemeinsame Feste aufziehen, weil dadurch der Begriff „Gemeinfchaft" immer mehr im Volke vorangetragen werde. Pg. W a a n e r erinnerte dann ebenfalls noch an die Not der Winzer, denen durch diese Gemeinschaftswerbung geholfen werden müsse. Im weiteren Verlauf der Versammlung wurden dann noch einzelne Fragen besprochen und geklärt, und manche gute Anregung für die diesjährig- Weinwerbewoche gegeben. Die während der Ver« sammlung ausgeschenkten Proben des Patenweins fanden lebhaften Anklang. Der Auftakt zur dies, jährigen Weinwerbewoche war damit gegeben. Kreisgruppenleiter Herr schloß die Versammlung, indem er des Mannes gedachte, der den Weg zur wahren Volksgemeinschaft dem deutschen Volke gezeigt hat — mit eifern dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Führer. Die Ertüchtigung derIugend. Eine Anordnung des Reichsjugendführers. Der Reichsjugendführer Baldur von Schirach hat eine Anordnung erlassen, in der es heißt: Das höchste Gut, das die Führer der Hitler- Jugend und des Deutschen Jungvolks zu wahren haben, ist die Gesundheit der ihnen anoertrauten Jungen. Der Führer will keine weichlichen Müttersöhnchen, sondern eine kraftvolle und sportlich durchtrainierte Jugend. Diese Erziehung zu Kraft, Ausdauer und Härte darf aber nicht dazu führen, daß HI.- und DJ.-Führer von einem Jungen Leistungen verlangen, die dem Alter der Jungen nicht entsprechen, über deren Kraft gehen und gesundheitliche Schäden zur Folge haben. Im Jahr des Deutschen Jungvolks sind alle im Alter von 10 bis 14 Jahren stehenden Jungen zur Parteijugend gekommen. Die Eltern, die damit dem Deutschen Jungvolk ihr kostbarstes Gut anoertraut haben, müssen die Gewähr haben, daß die Gesundheit und Leistungsfähigkeit ihrer Jungen im Jung- oolkdienst nicht beschädigt oder herabgesetzt, sondern planmäßig gefördert wird. Das Vertrauen der Elternschaft zur Führerschaft der HI. und des DJ. ist die Grundlage unserer Erziehungsarbeit. Ich erwarte und verlange von jedem HI.- und DJ.- Führer, daß er dieses Vertrauen rechtfertigt. Um in Zukunft Ueberanftrengungen und gesundheitliche Schäden jeder Art zu vermeiden, gebe ich zu meinen bisherigen Anordnungen folgende A u s- führungsbestlmmungen für den Jungvolk d i e n st: 1. Heimabend: Der Heimabend bzw. der Heimnachmittag darf die Dauer von zwei Stunden nicht überschreiten. Er muß, sofern er am Spätnachmittag durchgeführt wird, bis spätestens 19 Uhr beendet sein. 2. Fahri: Jungvolk-Emheiten von Jungzug-Stärke an aufwärts, die starke Größenunterschiede in ihren Reihen auszuweisen haben, lassen die kleinsten Pimpfe in einer Gruppe von 4 mal 3 Pimpfen an der Spitze marschieren. Der Abstand zwischen dieser Spitzengruppe und der nachfolgenden Einheit muß mindestens 3 Meter betragen. Die erste Reihe der nachfolgenden Einheit ist für das Einhalten dieses Abstandes verantwortlich. Am Schluß der Einheit marschiert ein von dem Führer der Einheit bestimmter DJ.-Führer, der für die Marschordnung der marschierenden Abteilung verantwortlich ist und eintretende Ermüdungs- oder Schwächeerscheinungen rechtzeitig erkennt und dem Führer zur Meldung bringt. 3. Marschleistung: 10- und 11jährige Pimpfe nicht mehr als 10 Kilometer Tagesleistung: 12- bis 14jährige Pimpfe nicht mehr als 15 Kilometer Tagesleistung. (Durch eine besondere Verfügung wird die in den Bedingungen für das DJ.-Leistungsabzeichen verlangte Tagesfahrt von 20 Kilometer auf 15 Kilometer herabgesetzt.) 4. Marschtempo: 10- und 11jährige Pimpfe nicht mehr als 4 Kilometer pro Stunde; 12- und 14jährige Pimpfe nicht mehr als 4,5 Kilometer pro Stunde. 5. Marschpause: Nach jeder Stunde Marsch ist mindestens eine Viertelstunde Pause einzulegen. Diese dient der Erholung und darf nicht mit Spiel oder Unterricht ausgefüllt werden. 6. Uebernachtung: Für 10- und 11jährige Pimpfe sind Fahrten mit Uebernachten im Zelt grundsätzlich verboten. Sie dürfen an mehrtägigen Fahrten nur teilnehmen, wenn ihre Unterkunft in Jugendherbergen gesichert ist. 12- bis 14jährige Pimpfe dürfen mehrtägige Fahrten mit Uebernachtungen in Zelten nur durchführen, wenn a) ein trockener Lagerplatz vorher ausgesucht, b) genügend Stroh sichergestellt ist (für ein Zwölfer- Zelt ist etwa 1 bis 1,5 Zentner Stroh erforderlich). 7. Rachtruhe: Die Fahrten sind von den DJ.-Führern so an- zusetzen, daß das Tagesziel bis spätestens 19 Uhr erreicht wird. Lageraufbau und Abendverpflegung müssen bis spätestens 21 Uhr beendet sein. Jeder Pimpf muß mindestens neun Stunden Nachtruhe haben. Wird das Tagesziel in Ausnahmefällen (durch Witterungsunbilden, unvorhergesehenen Aufenthalt usw.) später erreicht, so ist auch in diesem Fall die Zeit der Nachtruhe von neun Stunden unbedingt einzühalten. 8. Gepäck: Das Gepäck für zehn- und elfjährige Pimpfe, das Waschzeug, Wäsche und Mundvorrat enthält, darf ein Gewicht von fünf Pfund nicht überschreiten. Zeltbahn und Decke dürfen nicht mitgenommen werden. Das Gepäck für 12- bis 14jährige Pimpfe darf ein Gewicht von zehn Pfund nicht überschreiten. Beträgt die Ausrüstung des 12- bis 14jährigen Pimpfs bei mehrtägigen Fahrten mehr als zehn Pfund pro Junge, so ist das überzählige Gepäck auf sogenannten Gepäckwagen unterzubringen. (Näheres über den Gepäckwagen vgl. Anordnung des Amtes für körperliche Schulung.) 9. Eager. In den Zeltlagern von längerer Dauer ist den Jungvolkjungen, ebenso wie in den Fahrtenlagern, eine Nachtruhe von mindestens neun Stunden zu gewähren. In der Mittagszeit ist für die Pimpfe neben dem Mittagessen eine Erholungspause von mindestens zwei Stunden anzusetzen. Im übrigen gelten für den Dienst im Zeltlager sinngemäß meine Anordnungen über Fahrt, Marsch, Leibesübungen, Geländesport und Dienst bei Nacht. 10. Geländefporl. a) Ordnungsübungen sind Mittel zum Zweck, kein Selbstzweck. Im Jungvolkdienst werden nur soviel Ordnungsübungen angesetzt, um ordnungsmäßiges Antreten, Melden und Marschieren der Jungvolkeinheiten zu gewährleisten. Einzelausbildung rft daher mit Ausnahme des liebens des Grußes verboten. Grundsätzlich sind an einem Tage Ordnungsübungen nicht über die Zeitdauer von einer Viertelstunde auszudehnen. b) Den Begriff von Strafordnungsübungen oder Strafgelände dien st gibt es weder in der Hitler-Jugend, noch im Jungvolkdienst. HI. - und DJ. - Führer, die zu solchen Mitteln zur Aufrechterhaltung ihrer Autorität greifen, beweisen damitihre Unfähigkeit und werden von mir rücksichtslos entfernt. c) Der Geländedienst soll an einem llebungstap im allgemeinen die Gesamtdauer von drei Stunden, einschließlich An- und Rückmarsch, nicht überleiten. In diesen drei Stunden ist mindestens eine Pause von einer halben Stunde enthalten, die nicht mit Unterricht oder dergleichen ausgefüllt werden darf. Bei Regenwetter darf kein prakttscher Geländedienst durchgeführt werden. Bei überraschendem Regenwetter hat der Führer seine Jungen so schnell als möglich in eine trockene Unterkunft zu bringen. d) Geländespiele, die im Rahmen des Jungvolkdienstes durchgeführt werden, werden nicht immer in einem Zeitraum von drei Stunden abgewickelt werden können. Sie dürfen aber die Höchstdauer von fünf Stunden nicht überschreiten. Innerhalb dieser Zeit muß den Jungen genügend Zeit zur Erholung gewährleistet werden, die insgesamt eine Stunde betragen muß. 11. Leibesübungen. Die Gesamtdauer einer Turn- und Sportstunde darf zwei Stunden nicht überschreiten. Innerhalb Verfluchtes Gold! Vornan von Z. Gchneider-Zoerstl. Urheberrecht: Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa. 24 Fortsetzung. Nachdruck verboten! Er bekam auch eins zugeschoben und mußte mit anstoßen. „Daß Sie mir mein Glück gut behüten", sagte Amselmann und konnte es nicht verhindern, daß ihm dabei ein dunkles Rot in die Wangen hinaufstieg. Auch Marias Gesicht färbte sich dunkec. „Da fehlt sich nix", lachte Hornester. I tu, was i kann. Wann's mir aber daoonlauft, das Freiln — was nachher?" ,Zch werde nicht davonlaufen", sagte Maria, ungewollt zusammenschauernd. ,Zch bin ja so froh, daß ich hier sein kann." Mittlerweile war es auch in der Bauernstube mollig warm geworden, und man siedelte dort hinüber. Es gab nicht mehr viel zu besprechen. Die wenigen Ratschläge, die Wolfgang noch zu geben hatte, bezogen sich auf ihren Briefwechsel und die mögliche Vermeidung des Zusammentreffens mit Bekannten. Er versprach einmal in der Woche zu kommen. Wenn es mit dem Wagen nicht ging, mit der Bahn bis Garmisch und von dorther mit dem Schlitten. Wahrscheinlich würde auch Hylmar einmal nachsehen kommen. Man mußte ihn unbedingt emweihen. Ein wenig später fuhr Amselmann wieder weg. Der Schneepflug hatte inzwischen die Straße frei gemacht. Maria ging bis ans Gartentor mit. „Sej tausendmal bedankt'/ „Keine Ursache! Auf Wiedersehen, Maria. Und keine Angst mehr. Wenn irgendwelche Gefahr drohen sollte, telegraphiere ich an den Lois." „Bitte!" Als sie ins Haus zurückkam, zankte Hornester: „Jetzt haben S' Ihnen gewiß nasse Füß' geholt, mit bene dünnen Hausschucherl. Das Schlafzimmer oben hab i auch schon gheizt. Die Koffer stehen droben. Mögn S' zu Mittag einen Griehschmarrn?" ,Lch mag alles, Lois, ober besser gesagt, ich mag eigentlich nichts." „Na, na", meinte er beschwichtigend, ,gar nix ist zu wenig. Da kommt man von Kräftn, und wann nacha der Wind von der Zugspitzn abablaft, wirft's Ihnen um. I mach also einen Grießschmarrn und dünste Aepfel dazu. Aepsel sind noch gnua da vom Sommer her. I muß doch bas Geld anbringn, bas mir der Herr Amselmann gehn hat." „Wofür?" fragte sie. „Für's Essen", erwiderte er prompt. „A Abwechslung soll i schafsn, hat er gsagt. Wird net leicht sein, die Abwechslung. Aber wenn S' a Wild mögn, Freiln Maria, und Kartoffelknödel ober a gfurrtes Fleisch und a Kraut bazu und Bauch- stecherl und Reinstritzln und einen Zwirl?" lieber diese Bezeichnungen mußte sie lachen. „Bauchstecheri und Reinstritzln habe ich noch nie gehört, Lois." „Das glaub i schon", meinte er, ohne sich zu verwundern. „Da werden S' schaun, Freiln Maria, was das gut’s is. Und am Freitag geh i zum Eibsee ’nauf, da gibt’s Fisch aus dem Kalter. Er soll sich net beschwern können, der Herr Amselmann, daß i Ihnen keine Abwechslung schass." ,Hch bin ja mit allem zufrieden", sagte sie und sah sich den Lois Hornester eigentlich jetzt erst so richtig an. Ein hübscher Bursch! Schlank gewachsen, mit einem schmalen, ausdrucksfähigen Gesicht, in dem die grauen Augen ohne Falsch in die Welt blickten. „Sie sind noch gar nicht lange hier, sagte mir Herr — sagte mir Wolfgang." „Na, no gar net lang." Er nahm die Gläser vom Tisch und trug sie nach der Anrichte hinüber. „A so an die sechs Wochen oder acht. Aber i hab mich scho eingwöhnt. Is gar net schwer gewesen. Is a guter Herr, der Herr Wolfgang und der Herr Hylmar auch. Is a fein’s machen mit bene zwei. I hab mei Essn und mei Dach übern Kops und meine Pseifn zum Feierabend und meine zwei Stubn und a schönes Trinkgeld dazu. Und früher hab i nix ghabt und's hat a gehn müffn." „Was waren Sie denn früher?" fragte Maria, ihre Tasche von dem grünbezogenen Ripssofa aufnehmend. „Früher? — Mein Gott, da bin i halt gwesen, was sich grab gschickt hat. Drittelsknecht bei die Bauern, Straßenarbeiter, Wagenputzer in einem Autogesckäft. So oft auszahlt wordn ist, hab i Angst gyabt, ob's noch weitergeht, ober ob i am End schon wieder auf der Straßn steh. Eines Tages is’s a wirkli so weit gwesen. Net ums Sterbn hab i mehr a Arbeit kriegt. Da is mir der Herr Amselmann begegnet, grab so im Oktober hinaus war's, und i bin ganz verzweifelt im Straßengraben glegn." Maria schüttelte bedauernd den Kops. „9a", sagte er ernst, „so dreckig is mir's gangen. Kein ganzn Schuh mehr, fein Hemd zum Wechsln, die Hosen zerrissn. Im Janker a Loch am andern, den Hut hat mir aner gstohln. Der Wirt hat fan Kredit mehr gehn, und der Magn hat doch in der Früh was wolln und am Mittag wieder und zu Abend noch amal. Da fimmt ma nachher ins Spintisieren und bringt 'raus, daß's am beftn is, wann man Schluß macht." „Mein Gott", sagte Maria, „ein Glück, daß der Wolfgang zur rechten Zeit gekommen ist." „Dös wohl", gestand der Hornester. „Er hat mi mitgnommen und hat mir das Haus zeigt und gfragt, ob i bleibn möcht und schaun, daß nix gstohln wird im Winter, und daß im Sommer alles in Ordnung is, im Garten und so. Na — und jetzt bin i halt da. — Jessas, wie die Zeit lauft! Jetzt is schon alei Mittag, und wir habn no nix zum Essen. Uno i werd schon schaun auf Ihnen, daß i dem Herrn Wolfgang seine Guttat wieder auf gleich bring." „Ich werde es Ihnen sicher nicht zu schwer machen und recht folgsam fein", versprach Maria lächelnd. „Ja, ja, da möcht i schon recht schön drum bittn, Freiln Maria. I hab ja a net den ganzen Tag zum Hinterdreinlaufn. Und wann S' fortgehn, ohne daß i was weih, nachher wirft mich der Herr Amselmann wieder aussi. Und das werden S' doch net wolln, gell, Freiln Maria?" „Um Gottes willen, nein!" rief sie und streckte ihm die Rechte entgegen. ,Hch laufe bestimmt nicht fort, zum mindesten nicht weiter, als Sie mich im Auge behalten können. Wolfgang hat Ihnen doch sicher gesagt, daß niemand wissen soll, daß ich hier bin." „Ja, ja. Dos hat er mir schon gsagt. Von mir erfahrt keiner was. Geht niemand was an. Bloß das eine, wann i fragn dürfte, Freiln Maria — warum versteckt er Ihnen denn?" Sie sah seinen ehrlichen Blick auf sich gerichtet und senkte die Lider. „Wir haben alles verloren, Lois. — Und im Geschäft sind Unregelmäßigkeiten vorgekommen, für die mein Vater verantwortlich ist. Nun sucht das Gericht nach ihm. Ich weiß, wo Vater sich aufhält und damit ich das nicht sagen muß, halte ich mich hier verborgen." ,Lesus Maria!" rief der Hornester. „Teufel, bös is aber schlimm, bös mit dem Gricht, mein i. Da berf i scho gut auspassn, daß keiner z' nah ans Haus fimmt. Sind Spürhund, die von der Polizei, grab wie die Zöllner a. Die lassn nimmer aus, wann s' einmal was in die Nasn kriegt habn. Da kann sich aner noch so gut versteckn, finbn f ihn." Er glaubte einen ängstlichen Ausdruck in Marias Gesicht zu bemerken und ftteß die geballte Rechte in die Luft. „Tun's Ihnen nur net fürchtn! I bin schon da! I paß schon auf. Grad hergehn soll mir aner. Wann's pressiert, sind S' halt mein Gschpusi, mei Schatz, oerstehns schon, gell? Da sollt sich aner herschleichn und Ihnen unters Gsicht schaun. Dem helsert i auf d' Füß. Der fimmt a zweites Mal nimmer. I bin net umsonst der Hornester Lois." „Ich habe alles Vertrauen zu Ihnen", sagte sie^ „Vielleicht wird es gar nicht so schlimm." „Gwiß net", versicherte er. „Und wie i schon gsagt hab: i bin ja da! Tun S' Ihnen nur net fürchtn, Freiln Maria! — Jetzt schaun S' in die Stubn nauf und tun S' den Koffer auspackn. Derweil richt i bas Essen." „Kann ich nicht etwas helfen?" fragte sie flein- laut. „Grießschmarrn" hatte er gesagt. Sie hatte feine Ahnung, wie man den machte. Es war peinlich, sich als Mädchen einem Mann gegenüber eine Bloße zu geben. Als durchschaute er ihre Gebanfen, machte er einen Hieb durch die Luft. „3a, na, da brauch i niemand dazu. Wann t fertig bin, ruf i Ihnen schon." Er horchte chr nach, wie sie die Treppe hinaufging und schüttelte ein paarmal den Kopf. Was sie etwa sagen würde, wenn er fragte: Wie geht's denn dem Steffn? Haben S' schon lang nix mehr von ihm ghort? Aber das würde er nicht tun. Keinen Schnaufer ließ er verlauten. Leicht, daß sie ihm dann davon lief. Und der Herr Wolfgang hatte ihm so ans Herz gelegt, daß er auf sie acht geben sollte. (Fortsetzung folgt k) Im Schloßhof von Heidelberg. Uebungsläufen Uebungsläufen von Läufen Oberheffen vor- Die deutsche Gelreidewirischast 1936/37 Hier finden die Reichsfestspiele statt. (Presse-Bild-Zentrale-M.) I troffen, da für diesen Lauf eine Begrenzung der Mindestzeit vorgeschrieben ist. LPD. Frankfurt a. M., 13.Juli. Die NS- Volkswohlfahrt eröffnete heute nach einer eingehenden Wiederherstellung das große Kindererholungsheim Steinmühle bei Ober-Erlenbach. Hier ist im wahren Sinne das Wortes ein wirkliches Kinderparadies erstanden, das der segensreichen Arbeit der NSV. alle Ehre macht. Heute ist der erste Transport von 8 0 bedürftigen Kindern aus allen Teilen des Gaues eingetroffen, und mit dem Begrüßungsakt verbunden wurde die Einweihungsfeierlichkeit. Gauleiter Haug von der NSV. begrüßte die kleinen Gäste und erschienenen Vertreter der Partei und der Presse und wies darauf hin, daß bereits ein Tag nach dem Gautag die TIS'B. wieder an der Arbeit fei, um dem Wohle der Heranwachsenden Jugend zu dienen. es recht viele derartiger Heime mit der Zeit geben möge, auf daß der Heranwachsenden Jugend in dingten Gründen Schwierigkeiten bereitet, wird wie bisher die Bäckerausgleichskasse, die aus den gleichen Ausgleichsabgaben der Weizenmühlen gespeist wird, helfend einspringen. Zur Sicherung einer gleichmäßigen Versorgung des Volkes mit Brot ist ferner die Ablieferungspflicht (b;w. das Ablieferungsrecht) der Landwirtschaft für Brotgetreide beibehalten worden. Das Gesamtablieferungssoll ist vom Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft festgestellt. Die Aufbringung erfolgt wie bisher durch den Reichsnährstand unter Beibehaltung des Kontingentsmarkensystems. 30 v. H. des Ablieferungssolls müssen bis 15. Oktober 1936 geliefert werden. Im Interesse einer gesicherten und ^gleichmäßigen Versorgung mit Brot ist weiterhin bestimmt worden, daß Roggenmehl von niedrigerer Ausmahlung als die vor zwei Jahren eingeführte Type 997 nicht hergestellt werden darf, wobei die Vorschriften über den Aschegehalt so gestaltet worden sind, daß ihre Innehaltung auch den kleinen Mühlen ohne Schwierigkeiten möglich ist. Der Sicherung der Versorgung mit Brotgetreide dient ferner die Vorschrift, daß die Mühlen verpflichtet werden, mindestens die doppelte Menge des ihnen monatlich zustehenden Mahlkontingents an Brotgetreide auf Lager zu Hitler. Und in sein Sieg-Hell auf den Führer stimmten die Kinder begeistert ein. Unter der Führung von Ratsherr Stephan aus Hanau, der das Haus in der ersten Zeit verwalten wird, und der Heimleiterin Krauter fand dann eine Besichtigung des Anwesens statt, bei der man einen Einblick in das Kinderparadies gewinnen konnte, der unbedingt die Ueberzeugung aufzwang, daß die Kinder hier wahrhaft ausgezeichnet untergebracht sind. Die Betreuung und Verpflegung geschieht nicht nach irgendeinem Rentabilitätsprinzip oder im Rahmen eines vorgeschriebenen Etats, sondern ausschließlich nach dem Grundsatz: „Laßt J)ie Kinder sich wirklich erholen und sattessen!" Märchenhaft schöne Schlafzimmer, Waschräume, Spielzimmer stehen der Heranwachsenden Jugend zur Verfügung. Für alles ist auf das beste gesorgt. Ein ausgesucht kinderfreundliches Personal setzt alles daran, um den kleinen Gästen den Aufenthalt so froh und glücklich zu gestalten, wie es immer nur möglich ist. Zu dem Kinderheim gehört auch ein Gut von 50 Morgen Land mit Obst- und Gemüsegarten, Schweine und Kühe stehen im Stall, ein sachkundiger Landwirt steht dem Gut vor, das das Heim oerforgt, so daß bis ins kleinste vorgesorgt ist, um auch die leidlichen Bedürfnisse nach besten Kräften zu befriedigen. Man schied von der Stätte fröhlichen Kinderdaseins mit dem erhebenden Bewußtsein, daß hier die NSV. ein Werk geschaffen hat, das von wahrer Volksgemeinschaft und echter Kinderbetreuung zeugt. Und man kann nur den einen Wunsch hegen, daß halten. Als weitere Maßnahme zur Sicherung der Brotversorgung ist zu erwähnen, daß Roggen und Weizen, der nicht unter das Ablieferungssoll fällt, zunächst dem zuständigen Getreidewirtschaftsveroand angebient werden muß. Beim Futtergetreide sind Maßnahmen getroffen worden, um die Preisgestaltung und den gesamten Verkehr mit Futtergetreide stärker als bisher in die Hand zu bekommen. U. a. gilt Hafer und Gerste in Zukunft nur bann als Jnbustriegetreibe, wenn es von Bezugsscheinen begleitet wirb, die an das verarbeitende Gewerbe dem Bedarf entsprechend verteilt und von den verarbeitenden Werken an die Lieferfirmen zur Erfassung der Ware beim Erzeuger vergeben werden. Nach dem 28. Februar 1937 ist der Handel mit Braugerste, Jndustriegerste und Jndustriehafer untersagt. Ausnahmen können nur leistungsschwachen Betrieben im Einzelsall zugestanden werden. Wintergerste darf in Zukunft nicht mehr für Brauzwecke verwendet werden. Außerdem wird eine Andie- nunaspflicht der Verteiler gegenüber den Getreidewirtschaftsverbänden für den Fall eingeführt, daß Futtergerste und Futterhafer in größeren Mengen in das Gebiet eines anderen Getreidewirtschaftsver- bandes verkauft werden soll. Diese Maßnahmen werden eine geordnete Futtergetreideoersorgung ge- Jahren leidend. H*W i e s e ck , 13. Juli. Der hiesige Turnverein hat auf dem letzten Kreisturnfest des Kreises Lahn-Dill sehr erfolgreich abgeschnitten. In der Oberstufe errangen im Zwölfkampf Adolf Kreiling mit 209*/, Punkten den 2. Sieg unt) Karl Bettin mit 1921/2 Punkten den 6. Sieg. In der Mittelstufe blieb Karl Heitz mit 184 Punkten 11. Sieger, in der Unterstufe wurden 9 Siege errungen. Es erhielten Kurt Lepper mit 201 P. den 8., Ewald I m m e l mit 194 P. den 14., Karl Schäfer mit 192 P. den 15., Hans Kreiling mit 188 P. den 19., Rudi Velten mit 179 P. den 27., Ernst Hildebrand mit 178 P. den 28., Ernst K l i n g mit 174 P. den 31., Helmut Schreiner mit 164 P. den 41. und Erwin Römer mit 163 P. den 42. Sieg. Im Dreikampf der Mittelstufe ging Ernst Bellof mit 63 Punkten als 5. Sieger hervor. < Baubringen, 13. Juli. Gestern nahm auf dem Schießstand in der Alten Sandgrube das diesjährige Preisschießen der Krieger- und Schützenkameradschaft seinen Anfang, das an den kommenden Sonntagen fortgesetzt wird. Es war verbunden mit einem allgemeinen Pokal- (als Wanderpreis) und Volksschießen, an dem sich besonders die Jugend beteiligte. Der Sieger im Pokalschießen, mit Kleinkaliber auf 50 Meter, war Schlossermeister Ludwig Mohr mit 94 Ringen bei 9 Schuß. Mit Luftgewehr auf 5 Meter standen Karl K l ö ß und Ludwig Mohr mit je 35 Ringen an erster Stelle. Die Ehrenscheibe mit Großkaliber gewann Karl Weimer. Dem Ballonschießen mit Kleinkaliber, dem Schießen auf Blumen und Bildscheiben mit Luftgewehr wurde von jung und alt eifrig gehuldigt. § Beuern, 13. Juli. In den letzten Jahren hat sich die Geflügelzucht in unferm Dorfe beträchtlich gehoben. Einige Landwirte und auch andere Einwohner haben moderne, gesundheitlich einwandfreie Stallungen errichtet und sich der Pflege der Hühner besonders angenommen. Meistens wird in diesen fortschrittlichen Betrieben die Rasse des Weißen Leghorn gezüchtet. Auch mit der Er- brütung der Eier durch künstliche Brutapparate wurden Versuche gemacht, die recht zufriedenstellend ausfielen, lieber den Absatz der Eier brauchen sich die Züchter gegenwärtig keine Sorgen zu machen. Die Eier gehen ganz ausgezeichnet ab, die Nachfrage übertrifft sogar die Angebote. — Unsere Gemeinde hat als eine der ersten Landgemeinden des Kreises Gießen schon im Jahre 1928 ein Schwimm- Folgenschwerer Zusammenstoß bei Bad-Nauheim. Ein Toter, drei Verletzte. 10° und 11jährige in Form von bis zu 1000 Meter, 12- und 14jährige in Form von bis zu 1500 Meter ausüben. ZdR. lieber die Getreidewirtschaft 1936/37 sprach der Ministerialdirektor im Reichsernährungsrniniste- ' rium Dr. Moritz vor Vertretern der Presse. Er führte u. a. folgendes aus: Nach der ersten Erntevorschätzung des Statistischen Reichsamts (Anfang Juli) haben wir mit einer Getreideernte von nahezu 24 Millionen Tonnen zu rechnen. Die Ernte wird also um rund 1800 000 Tonnen höher geschätzt, als die Ernte des vergangenen Jahres gewesen ist; sie liegt um 1,3 Millionen Tonnen höher als das Durchschnittsergebnis der letzten fünf Jahre, bleibt allerdings hinter der Rekordernte des Jahres 1933 um rund 1 Million Tonnen zurück. An den höheren Erträgen sind alle Getreidearten beteiligt; beim Brotgetreide liegt die Schätzung um 1,2 Millionen Tonnen höher, beim Futtergetreide um über 0,5 Millionen Tonnen höher als der Ertrag der letzten Ernte. Die Roggenernte wird auf rund 8,5 Mill. Tonnen, die Weizenernte auf 5 Mill. Tonnen geschätzt. Damit sind wir nicht nur beim Roggen, sondern auch beim Weizen unabhängig vom Ausland; obgleich der Weizenverbrauch für die menschliche Ernährung in der letzten Zeit wesentlich gestiegen ist, können wir mit den zu erwartenden 5 Millionen Tonnen unter Berücksichtigung des natürlichen Schwundes neben dem Mahlweizen auch alle anderen Bedürfnisse (Saatgut, technische Zwecke, Verfütterung) decken. Danach zeichnet sich die Versorgungslage klar ab. Mit den Vorräten, die aus der Ernte 1935 stammen, finden wir unzweifelhaft den Anschluß an die neue Ernte, wie vom Ernährungsministerium entgegen manchen Zweifeln, die mitunter laut geworden sind, immer betont worden ist. Dem Ablauf des neuen Getreidewirtschaftsjahres dürfen wir mit aller Ruhe entgegensehen. Diese Tatsache befreit jedoch nicht von der Verpflichtung, mit der kommenden Ernte hauszuhalten. Ist hiernach die Brotversorgung bis zur neuen Ernte und im neuen Erntejahr vöMg gesichert, so muß die Ordnung der Getreidewirtschaft wie bisher davon ausgehen, daß der Brolpreis entsprechend den Zielen der allgemeinen Wirtschaftspolitik der Reichsregierung unverändert bleibt und, daß die Erzeugerpreise nach wie vor gerecht und stabil gestaltet werden. bad ekbaut. Es liegt auf der rechten Seite der Straße nach Bersrod zu, an einem linken Nebenflüßchen des Krebsbaches. Das Bad erfreut sich eines starken Besuches der badelustigen Jugend, auch aus den Nachbarorten. Da ein ständiger starker Zufluß vorhanden ist, kann das Wasser genügend erneuert werden, so daß es immer sauber ist. Um den Anforderungen der Besucher noch weiter entgegenzukommen, läßt die Gemeindeverwaltung gegenwärtig Verbesserungen vornehmen, indem neue Auskleidriäume geschaffen werden. + Beuern, 13. Juli. Die hiesige Milchge- n o s s e n s ch a f t hielt im alten Schulsaal ihre Generalversammlung ab. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates Ludwig Stein gedachte zunächst der verstorbenen Mitglieder. Im Anschluß daran wurde der Geschäftsbericht erstattet. Die Genossenschaft Wettkampfmäßige Durchführung über die Strecken von 1000 und 1500 Meter sind grundsätzlich verboten. Der in den Bedingungen für das DJ.-Leistungsabzeichen vorgesehene Lauf über 1000 Meter wird von diesem Verbot nicht be= LPD. Bad-Nahei m, 13. Juli. Montag mittag ereignete sich auf der Landstraße zwischen den benachbarten Orten Ober- und Nieder- rnörlen ein folgenschwerer Unfall. Ein aus Bad- Nauheim kommender Personenwagen stieß unmittelbar an der Kreuzung der Reichsautobahn mit einem ihm entgegenfahrenden Motorrad zusammen. Der Anprall war so heftig, daß der Lenker des Rades, ein Einwohner aus Steinfurth Das Kinderparadies von Ober-Erlenbach Eröffnung des Kindererholungsheims Steinmühle durch die NSV. zählt 119 Mitglieder. Im Geschäftsjahr 1935 wurden 221 899 Liter Milch an die Molkerei geliefert. Im Dorfe verblieben 17 894 Liter. Im Jahre 1934 wurden 156 882 Liter an die Molkerei gebracht. Die Milchlieferung hat sich also bedeutend gehoben. Im Jahre 1935 wurden 24 910 Mark ausbezahlt. Der Durchschnitt-Fettgehalt der Milch betrug 3,7 v. H. Die Verwaltungskosten beliefen sich auf 335 Mark, der Reingewinn auf 60 Mark. Die Rechnung wurde gut geheißen und dem Vorstand Entlastung erteilt. Die satzungsgemäß ausscheidenden Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder wurden wiedergewählt. Die Versammlung wurde mit einem dreifachen „Sieg-Heil" auf Führer und Vaterland geschlossen. * Ettingshausen, 13. Juli. Johannes O p» per III. und feine Ehefrau Marie, geborene Balser, können am 15. d. M. das Fest der goldenen Hochzeit feiern. Der Jubilar ist 77 Jahre alt, seine Gattin hat im vorigen Monat das 73. Lebensjahr vollendet. )( Lich, 13. Juli. Unser evangelischer Kirchenchor unternahm, von schönem Wetter begünstigt, in Omnibussen seinen diesjährigen A u s- f I u g. Die Abfahrt erfolgte bereits am frühen Morgen. In flotter Fahrt ging es über Gießen und Wetzlar nach dem schön gelegenen Braunfels, wo zunächst Schloß und Schloßpark besichtigt wurden. Beim Gottesdienstbesuch wirkte der Chor unter der Leitung seines Chormeisters Karl Stein durch Vortrag von zwei Chören mit und fand dankbare Zuhörer. Das nächste Ziel war Greifenstein, das über Leun—Ulm—Holzhausen erreicht wurde. Im Gasthaus zur Burgruine wurde Mittagsraft gemacht. Eine Besichtigung der alten Barockkirche mit ihren prachtvollen Stuckarbeiten aus dem Jahre 1683 und der Burgruine, die auch heute noch trotz ihres Zerfalls einen mächtigen Eindruck auf den Besucher ausübt, schloß sich an. Da der Ausflug den drei Solmser Burgen galt, war Hohensolms das letzte Ziel, lieber Herborn, Burg, durch das liebliche Aartal, wurde Hohensolms erreicht. Im alten Rittersaal war durch das freundliche Entgegenkommen der Heimleitung die Tafel gedeckt, an der Kaffee und Kuchen trefflich mundete und gar bald gar stimmungsvoll schöne Volkslieder erklangen. Der Leiter des Heims führte die Gäste selbst durch das Schloß. Ein herrlicher Rundblick auf Westerwald, Taunus, den Frauenberg bei Marburg und den Vogelsberg ließ im Abendsonnenschein die Besucher die ganze Schönheit des heimatlichen Landes schauen. Ein Besuch des „Halses" mit seinen breitästigen Linden und seinem aus Findlingen erbauten Gefallenendenkmal, sowie ein Ständchen auf dem freien Platz vor der Gastwirtschaft von Führer schloß den Besuch ab. lieber Königsberg und durch das idyllische Biebertal wurde die Heimfahrt angetreten. Die Burgenfahrt war nach allgemeinem Urteil eine der schönsten, die der Chor bis jetzt unternommen hatte. Auch die Frauenhilfe machte einen Ausflug, lieber 50 Mitglieder nahmen daran : teil. Er führte zuerst nach Romrod, wo eine Be- i sichtigung des Schlosses stattfand. In Alsfeld war = Oberlehrer Dotter den Frauen ein sachkundiger dieser zwei Stunden sind den Jungen .genügend Erholungspausen von je 5 bis 10 Minuten zu gewähren. Im Kurzstreckenlauf (d.h. Laufen mit höchster Geschwindigkeit) dürfen 10- und 11jährige nicht mehr als 60 Meter, 12- und 14 jährige nicht mehr als 100 Meter laufen. Laufen über lange Strecken dürfen Da demnach die Getreidewirtschaft 1936/37 mit ganz ähnlichen Verhältnissen und Aufgaben au rechnen hat wie im abgelaufenen Jahr, konnte die bisherige Regelung weitgehend übernommen werden. Das F e ft p r e i s f y st em ist unverändert währleiften. Um eine bevorzugte Versorgung der Wehrmacht mit Hafer zu erreichen, ist schließlich bestimmt worden, daß diese in den ersten Monaten des Wirtschaftsjahres besondere Zuschläge für Hafer zahlen kann. Der Aufbau der zur Ordnung der Getreidewirtschaft geschaffenen Organe ist unverändert geblieben Nur der Zusammenschluß der Roggen- und Weizenmühlen ist dem Führerprinzip entsprechend im Innern umgestattet worden. namens Wolf, so schwer verletzt wurde, daß er auf der Stelle v e r st a r b. Der Soziusfahrer erlitt einen Schädelbruch, während der Wagenlenker, der bei dem Zusammenstoß durch das Wagenverdeck geschleudert wurde, sowie ein neben ihm sitzendes Mädchen mit leichteren Verletzungen davonkamen. Die Verletzten wurde ins Bad-Nau- heimer Krankenhaus eingeliefert. Landkreis Gießen. * Wieseck, 14. Juli. Am Montagnachmittag wurde die Ehefrau eines hiesigen Einwohners tot in der Abort grübe des Wohngrundstückes aufgefunden. Ob es sich um einen Selbstmord oder um einen Unglücksfall handelt, ist bis jetzt noch nicht bekannt. Die bedauernswerte Frau war schon seit beibehalten worden. Die Getteidepreise steigen entsprechend dem Gesälleprinzip wieder von Osten nach Westen und zeitlich von Monat zu Monat bis zum Schluß des Erntejahres an. Die Festpreise bleiben bei den einzelnen Getreidearten dieselben wie im vergangenen Jahre. Eine Ausnahme machen lediglich die Roggen- und Weizenpreise im Erzgebirge und die Weizenpreise in Bayern. Hier ist zum Ausgleich der in diesen Gebieten bisher etwas zu niedrig festgesetzten Preise eine leichte Erhöhung vor- genommen worden. Die Kleinoerkaufspreise, die der Verbraucher für Backwaren zu zahlen hat, werden jedoch dadurch nicht beeinflußt. Entsprechend der Beibehaltung der bisherigen Getreidefestpreise ergeben sich auch bei den Mehlpreisen im Laufe des Jahres keine nennenswerten Veränderungen gegenüber dem Vorjahr. Insbesondere wird der Roggenmehlpreis wieder während des ganzen Wirtschaftsjahres auf dem gleichen Stand gehalten, um dadurch die Stabilität des Brotpreises zu ermöglichen. Dies wird auch in Zukunft durch Gewährung von Ausgleichsbettägen an die Roggenmühlen erreicht; die Mittel hierfür werden wie bisher durch eine Ausgleichsabgabe der Weizenmühlen aufgebracht. Dort, wo trotz des stetigen Roggenmehlpreises die Auftechterhaltung des Brotgetreides aus örtlichen, in der Entwicklung be- Damit werde die Parole erfüllt, die der Gauleiter auf dem Gautag ausgegeben habe, nämlich wieder frisch ans Werk zu gehen, nachdem auf dem Gau- tag die Bilanz über das vergangene Jahr gezogen worden sei. Dieses Heim, das heute für die gesunde Heranwachsende Jugend geschaffen worden fei, habe einst einem weniger erfreulichen Zweck gedient, nämlich der Unterbringung einer verwahrlosten Jugend, die nicht als vollwertiges Mitglied in der Volksgemeinschaft stand. Hierin werde auch sinnfällig die Umstellung zum Aus- druH. gebracht, Vte sich im nationalsozialistischen Deutschland vollzogen habe, das sich auch die Aufgabe gestellt habe, die Jugend so und so zeitig zu betreuen, daß sie nicht später als Minderwertige dem Staate zur Last fällt. An die Kinder richtete der Gauamtsleiter als einzige Bitte die, daß sie, wenn sie nach vier Wochen der Erholung von die- -- ----------,, fer Stätte schieden, Dank für den Mann im Herzen reichem Maße frohe Kindertage beschert werden bewahren, der dies alles ermöglicht habe: Adolf können. 12. Dienst bei Rächt auf Fahrt und Lager. a) Nachtwache. Nachtwachen find für 10- und 11jährige grundsätzlich verboten, 12- bis 14jährige Pimpfe dürfen nicht länger als je eine Stunde Nachtwache pro Nacht übernehmen. b) Nachtmärsche, Na ch t g e l änd e s p i e l e, Nachtalarm: Nachtmärsche sind, sofern sie nicht in Ausnahmefällen durch Witterungsunbilden usw. bedingt sind, für das Jungvolk verboten. Nachtgeländespiele sind grundsätzlich verboten. Von diesem Verbot sind die sogenannten Dunkel- heitsüdungen nicht betroffen, die in der Zeit der Dämmerung durchgeführt werden und eine Zeit von zwei Stunden nicht überschreiten dürfen. Nachtalarm ist für das Jungvolk grundsätzlich verboten. Führer, die gegen diese Anordnungen verstoßen, werden von mir rücksichtslos entfernt. Sind auf Grund besonderer Verhältnisse Anordnungen notwendig, die von diesen Befehlen abweichen, so ist meine Zustimmung vorher einzuholen. ****** denn mit Opekia werden Marmeladen und Gelees biUiger. Ohne Opekta nämlich kochen diese durch die lange Kochzeit häufig bis zur Hälfte ein. Mit Opekta jedoch bekommen Sie ungefähr das ganze Gewicht an Marmelade oder Gelee in die Gläser, das Sie an Obst und Zucker m den Kochtopf geben. 1 i i i v H ■s- : $ i UH t i i : t Nordamerika. Runb un W ü5>». ä*'E Ä w*; .tag«.'( M-d-l lid) nur d M-l»« Jet mit®1! 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