M. 87 Erstes Blatt 186. Jahrgang Dienstag. 14. April 1956 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monatr-Vezugspreir: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr.. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer (Bemalt Zernsprechanschliiffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen Postscheckkonto: Zrankfurt am Main 11688 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: SrShl'sche UnioersttStsvuch- und Steindruckerei «.Lange In Sieben. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8^/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm hohe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf.. für Textanzeigen von 70mm Breite 50 Rpf..Platzvorschrist nach vorh.Vereinbg.25"/„ mehr. Ermühigte Grundpreise: Stellen-. Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf.. Familienanzeigen, Bäder-. Unterrichts- u. behördliche Anzeigen6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Italien gibt nicht nach. Von unserem römischen E.-Korrespondenten. Rom, Mitte April. Am 7. März stimmte Mussolini dem Genfer Friedensappell grundsätzlich zu. Inzwischen ist auch das vom Negus selbst geführte Heer zerschmettert, der Tana-See besetzt und der Vormarsch mit Beschleunigung fortgesetzt worden. Schwärme von Flugzeugen säen Tod. Ueber der Hauptstadt erschienen die ersten Bomber, Dessie und Harrar stehen vor dem Fall. Befehl: ins Herz von Abessinien! Offenbar spricht man in Rom eine andere Sprache als in Genf. Aber auch die Staatsmänner persönlich reden aneinander vorbei. Eden: Es geht nicht an, daß wir fortgesetzt von der Einstellung der Feindseligkeiten reden und in Wirklichkeit der Krieg blutiger als je fortgeführt wird. War das der Sinn des Friedensappells? Wie lange noch? Mussolini: Bis zur vollständigen Vernich- tung! Und die Osterbotschaft des Feldmarschalls B a d o g l i o versichert: Wir werden nicht rasten und ruhen, bis der Feind gänzlich am Boden liegt! * Genfer Zwischenspiel. Merkwürdig, daß es noch immer Zuschauer anzieht, obwohl es nun über ein Jahr lang gegeben wird, mit immer den gleichen Schauspielern und Kulissen, denselben Tiraden und Nebengeräuschen. Noch sonderbarer ist die Tatsache, daß auch Erwachsene, Männer, die nicht zu den Harmlosen oder Stammtischpolitikern gezählt werden wollen, den Schein mit der Wirklichkeit verwechseln, das Theater ernst nehmen. Man sollte einmal nach deutschem Muster eine große Dölkerbefragung vornehmen: Glaubt ihr noch an Genf oder nicht? Es würde sich ergeben, daß nur 1,5 v. H. an den Storch glauben. Wir stehen somit vor der eigentümlichen Erscheinung, daß einige wenige Erwachsene noch so tun, als glaubten sie an das, was sie möchten, daß die angeblich unpolitische Masse glaubt. In Italien nimmt kein Balilla den Theaterdonner mehr tragisch. Wenn Spott töten könnte, müßte die „Liga" längst das Zeitliche gesegnet haben. Was sich die Zeitungen täglich an Witzen und Karikaturen erlauben, würde Bände voll Satirik füllen. Wer die tiefere Bedeutung dieser Ironie erkennen will, wie sie in dem scheinbaren Widerspruch zwischen der grundsätzlichen römischen Friedensbereitschaft und der Stimme der Geschütze zum Ausdruck kommt, braucht nur an den Tiber zu fahren oder — an die Seine. Die Auguren haben noch immer das gleiche Lächeln, das sie an jenem Dreikönigstag 1935 befiel, als sich die lateinischen Schwestern in die Arme sanken. * Frankreich spielt seine Rolle mit unleugbarem Geschick. Ab und zu macht es eine unwillige große Gebärde gegen Rom, die dort entsprechend erwidert wird, im Grunde aber bleibt es dem französisch-italienischen Abkommen treu und sekundiert Mussolini, wo es kann, wenn es auch England gegenüber den Schein wahrt und die Sanktionen durchführt, natürlich immer so, daß es Italien nicht wehtut. Rom kann zufrieden sein mit seinem Anwalt, wie hellsichtige Engländer nun Herrn F l a n d i n nennen. Mit Sicherheit fährt er Eden jedesmal in die Parade und so wird es bleiben, mag der französische Außenminister heißen, wie er mag, so lange man in Paris die italienische Hilfe gegen Deutschland nicht entbehren zu können glaubt. In Rom sagt und schreibt man das ganz offen: England zeigt sich versöhnlich gegen Deutschland und unnachgiebig gegen Italien, Frankreich unnachgiebig gegen Deutschland und versöhnlich gegen Italien. Der Rhein ist ihm eben wichtiger als der Tanasee. Frankreich spielt die Partie Italiens in der Erwartung und Berechnung, Rom werde sich dafür erkenntlich zeigen und sein Gewicht in die Schale werfen, sowie es die abessinische Ernte glücklich unter Dach habe. Das alles ist dem gewöhnlichen Zeitungsleser schon so selbstverständlich geworden, daß es nahezu banal klingt; um so erstaunlicher, wenn die „hohe Politik" in Genf darüber auf Stelzen hinwegschreitet, als wisse sie nicht, daß sich Mussolini schon vor dem ersten Kanonenschuß Möglichkeit und Erfolg des Feldzuges gesichert hat, ganz ähnlich wie sich Italien vor der Intervention 1915 durch den Geheimvertrag von London sicherte. Je länger je mehr erweist sich jener Dreikönigsvertrag als diplomatisches Meisterstück. ♦ Um Italien „zur Räson zu bringen", müßte also England schon das tun, was es unbedingt vermeiden möchte: gegen den Willen Frankreichs und ohne die Hilfe des Völkerbunds allein gegen Italien vorgehen. Daran glaubt man aber in Rom nicht und nützt die Verlegenheitspause nach Kräften aus. Es gilt als ausgemacht, daß kein Quadratmeter von dem mit Blut und Eisen eroberten Gebiet zurückgeaeben wird, folglich muß das Ziel sein, so viel Land wie möglich zu besetzen, bevor die Gunst des Augenblicks durch Friedensverhandlungen geschwächt werden kann. Denkbar, daß dem Negus so viel Souveränität bleibt wie dem Sultan von Marokko, der sich ja auch Kaiser nennt, Fürst der Gläubigen, und nominell sogar absoluter Herrscher ist, aber praktisch wird künftig der Arm Noms in Addis Abeba regieren. Hunderttausend Arbeiter bühnen jetzt bereits den Weg ins Herz von Abessinien, der Pflug folgt dem Sturmwagen, der Geschäftsmann dem Soldaten. Eine Gesellschaft zur Erforschung und Ausbeutung der Bodenschätze wurde ins Leben gerufen, Steuert Eden auf Sanktionen hin? Englands Kurs im Abessinienkonflikt. Italienische Sondierung in Paris. Oie Franzosen jeder Ausdehnung der Sanktionen abgeneigt. Die Italiener haben am Tana-See die Grenze des Sudans erreicht. Europa. Auch Tribuna schreibt, der Völkerbund und seine Mitgliedsstaaten müßten auch die tatsächliche Lage in Europa in Rechnung stellen. Es handele sich darum zu wissen, ob Europa angesichts eines verschwindenden Abessinien die Gefahr einer englischen F l o t t e n m o b i l m a - chung im Mittelmeer und einer Mittelmeerkoalition gegen Italien auf sich nehmen wolle. England trage die Verantwortung für die Gefahr eines gewollten Mittelmeerkonfliktes. Die anderen Staaten und besonders Frankreich seien jedoch mitschuldig. Niemand könne sich oder andere über die wahre Lage täuschen. mühungen verdoppelt hätten, um eine vernünftigere Auffassung der Wirklichkeit zu erreichen, so habe doch Edens Nein schließlich gesiegt. Die Anwendung von Oelsanktionen erscheine heute wirkungsloser als vor einem Monat. Daher würden andere und schwerwiegendere Maßnahmen notwendig sein, um das englische Ansehen wieder herzustellen, und um die der englischen Eigenliebe zugefügten Wunden zu verbinden. „Wird England", fragt „Matin" im Tone der Bestürzung, „soweit gehen, sich für eine Flottenaktion gegen Italien zu entscheiden? Ist England allein in der Lage, eine Maßnahme solchen Ausmaßes durchzuführen? In welchem Ausmaß wird England d i e anderen Mächte in einen aussichtslosen Konflikt hineinziehen können, der seinem Gegenstand nach lächerlich ist und in seinen Folgen schrecklich sein könnte? London darf nicht erwarten, daß Frankreich im italienisch - abessinischen Streitfall Englands Abenteurerpolitik folgen wird. Dem stehen zuoiele Interessen moralischer und wirtschaftlicher Art entgegen." Am Mittwoch, so heißt es weiter, würden sich Ministerpräsident S a r r a u t, Außenminister F l a n d i n und Staatsminister Paul-Boncour mit dem in Genf von Eden gestellten Entweder — Oder zu befassen haben. Eden habe gesagt, entweder seid ihr auf unserer Seite oder auf Seite der Italiener, aber ihr müßt euch entscheiden. Die französischen Staatsmänner würden sich zweifellos über die tatsächlichen Belange Frankreichs aussprechen. Sie würden zu würdigen wissen, welche Gefahren eine Politik der U e b e r e i l u n g in sich berge. London, 13. April. (DNB.) Die englische Presse berichtet, daß der britische Außenminister nach London gekommen sei, um neue Anweisungen für Genf zu erholten, wohin er am Donnerstag zürückkehren wird. Am Dienstag wird er dem Premierminister und anderen Kabinettskollegen über die Bemühungen des Völkerbundes berichten, den abessinischen Streit zu beenden. Daily Telegraph glaubt, die britische Regierung sei jetzt davon überzeugt, daß wirtschaftliche Sanktionen keine Wirkung hätten. Kollektive Sicherheit könne nur wirkungsvoll sein, wenn die Völkerbundsmitglieder bereit seien, wenn notwendig auch militärische Sanktionen anzmvenden. Die Regierung müsse nun entscheiden, ob sie diese Ansicht im Augenblick zur Debatte stellen könne. Einige wichtige Mitgliedsstaaten seien bereit, England ihre Unterstützung zu geben, wenn es sich für militärische Sanktionen entscheiden sollte. Sie erklären, daß man sich entweder zu militärischen Sanktionen entschließen müsse oder zu dem Eingeständnis, daß der Völkerbund seinen Willen Italien nicht aufzwingen konnte. Englands Haltung sei zur Zeit noch nicht f e st u m r i s s e n. Vielmehr halte man es in Regierungskreisen für äußerst wichtig, nichts zu sagen oder zu tun, was die Aussichten für eine erfolgreiche friedliche Regelung durch den 13er Ausschuß gefährden könne. Man hoffe, daß Mussolini seinen Vertreter ermächtigen werde, der so- fertigen Eröffnung von Friedensverhandlungen zuzustimmen, wenn auch seine Zustimmung durch eine Anzahl von Bedingungen eingeschränkt sein würde. Der allgemeine Wunsch gehe dahin, daß die Verhandlungen von einem W affe n st i l l st a n d begleitet sein sollten. Die letzte italienische Verlautbarung mit ihrem Hinweis auf die Vernichtung des Feindes ermutige solche Hoffnungen allerdings nicht. Rom hoffe augenblicklich auf weitere Siege und sogar auf den völligen Zusammenbruch des Negus. Welche Hoffnungen man sich aber auch in Rom machen möge, so habe doch die Eroberung Abessiniens dos moralische oder polt- tische Ansehen Italiens in Europa nicht vermehrt und seine Fähigkeit, die Ereignisse in Europa nach seinem Belieben zu gestalten, nicht gestärkt. Wenn Italien sich jedoch nicht ehrlich zu Verhandlungen bereit zeigen sollte, werde es nicht möglich sein, die Genfer Verhandlungen länger hinauszuschieben. Das Blatt erklärt dann, daß die wirtschaftlichen Sühnemaßnahmen keine Beendigung des Konfliktes bewirken könnten. Auch eine Oelfperre werde wirkungslos sein. Die einzige bleibende Möglichkeit seien militärische und Flottensanktio- neu. Man müsse jedoch unterscheiden zwischen der theoretischen Feststellung dieser Tatsache und einem Vorschlag, sie tatsächlich anzuwenden. Die Staaten, die von Anfang an jeden Gedanken eines militärischen Vorgehens von sich gewiesen hätten, seien gegenwärtig stärker als je dagegen eingenommen. Man könne sich nicht vorstellen,' daß sich eine britische- Regierung auf militärische oder Flottensanktionen einlassen würde, es sei denn mit der vollen kollektiven Unter st ützung der anderen Völkerbunds st aaten. Das komme jedoch unter den gegenwärtigen Umständen überhaupt nicht in Frage. „News Chronicle" schreibt, die Ratsmitglieder seien mit Ausnahme Frankreichs, Ekuadors und Chiles der Ansicht, daß Italien zwarden Krieg, aber nicht „den Frieden gewinnen" dürfe. Die Forderung nach weiteren wirtschaftlichen Sühnemaßnahmen, im Falle eines Scheiterns des Aussöhnungsversuches, sei tatsächlich viel stärker als die Gegner des Völkerbundes zugeben. „Die wahre Lage." Italienische Pressepolemik gegen England. Rom, 13. April. (DNB.) Im Hinblick auf die Genfer Besprechungen schlägt die römische Presse am Ostermontag einen stark polemischen Ton an. „Giornale d'Jtalia" erklärt, es sei kein Konflikt zwischen Italien und dem Völkerbund, sondern zwischen Italien und England, ja um genau zu sein, ein Konflikt zwischen Italien und einigen politischen Kreisen Englands. Nun könne sich Italien nur noch fragen: Was führt Eden eigentlich gegen Italien im Schilde, welches neue Abenteuer will er Europa bereiten? Italien habe nicht die Absicht, irgendjemand zu bedrohen, sondern vielmehr die legitimen englischen Interessen zu achten. Es sei aber entschlossen, der Anmaßung Wider st and zu leisten, und dies nicht nur, um seine eigenen Rechte und seine anerkannten Interessen zu wahren, sondern ebenso sehr im Hinblick auf eine Ki^ rung auch in Paris, 13. April. (DNB.) In einer Unterredung mit dem französischen Mini- fterpräfibenten Sarraut soll der italienische Botschafter Cerruti den Ministerpräsidenten nach genaueren Angaben über die Haltung gefragt haben, die die französische Regierung für die nächste Genfer Zusammenkunft einzunehmen gedenke. Die Unterredung wird vom „Journal" als ein bedeutsames diplomatisches Ereignis bezeichnet. Die Besprechung sei sehr ernst gewesen, denn Sarraut habe es für notwendig gefunden, sich anschließend sofort zur Berichterstattung zum Präsidenten der Republik zu begeben. In Genf werde ein Abschnitt eingeleitet, dessen Entwicklung d i e schwerwiegend st en Folgen haben könne. Die englische Regierung werde über die Anweisungen beraten, die sie Eden mitgeben werde. Auch die französische Regierung müsse ihre Stellungnahme fe st leg en. Es sei nur natürlich, daß die italienische Regierung vor den Verhandlungen auch ihrerseits ihre Haltung bestimmen wolle. Italien wolle augenscheinlich nicht zulassen, daß man es einem Druck und einer Demütigung aussetze. Paris am Scheidewege. Keine übereilten Entschlüsse. Wie schon andere französische Blätter, verwahrt sich auch der „M atin" gegen d i e Verhängung weiterer Sanktionen. Man sei an einem Kreuzweg angelangt. Wenn auch die ftanzösischen Unterhändler in Genf ihre Be- R o m, 13. April. (DNB.) Marschall Badoglio telegraphiert: Der siegreiche Vormarsch unserer Truppen an der Nordfront wird fortgesetzt. Eine Abteilung, die von Gondar aus vorgerückt war, besetzte am 12. April die Halbinsel (Borgora im Tana-See und hißte dort die Trikolore. Unsere Truppen wurden von der Bevölkerung freudig begrüßt. Der Tana-See wurde mit Gondar durch eine Kraftwagenstraße verbunden, die gleich wahrend des Vormarsches unserer Truppen gebaut wurde. Eine andere Abteilung, aus motorisierten Truppen, Kamelreitern und schnellen Kampfwagen, besetzte den abessinischen Zollposten vor Gallab at (einer Grenzstadt im Englisch-Aegyp- tischen Sudan. Die Schriftleitung) westlich von Gondar. Feindliche Armeegruppen ergriffen vor unserem Vormarsch die Flucht. An der Südfront stieß eine kleine Abteilung der Aosta-Lanzenreiter bei einem Erkundungsritt in der Nähe von Wadara auf überlegene feindliche Streitkräfte. Sie griff den Feind tapfer an und zwang ihn nach erbittertem Kampf zum Rückzug. Auf unserer Seite waren 46 Tote und Verwundete zu beklagen. Der Gegner hatte erhebliche Verluste. Der Widerhall in London. Britische und italienische Truppen nur durch ein ausgetrocknetesFlußbett getrennt. London, 14. April. (DNB. Funkspruch.) Die Mitteilung im amtlichen italienischen Heeresbericht, daß die Truppen das Ufer des Tanasees erreicht haben, wird von den Morgenblättern allgemein in großer Aufmachung wieder- gegeben. Gleichzeitig wird im Bericht hervorgehoben, daß eine wettere italienische Truppenabteilung den abessinischen Zollposten in Gallabat beseht hat. Die englischen Blätter melden hierzu, daß nur die auf der abessinischen Grenzseite befindliche Hälfte der Stadt in italienischen Händen sei, während die im Sudan liegende andere Stadthälfte von britischen Truppen beseht sei. Die britischen und italienischen Truppen feien nur durch ein ausgelrocknetes Flußbett voneinander getrennt. groß ist die Hoffnung, Italien werde alle die Rohstoffe, die dem Mutterland fehlen, nun in Afrika finden. Und damit hätte Mussolini den Schlußstein in sein wahrhaft gewaltiges Werk gefügt, den Staat unabhängig und damit politisch so st a r k gemacht, wie er es heute schon militärisch ist. Das muß man sich vor Augen halten, wenn man die Hartnäckigkeit des Duce verstehen will. Es handelt sich um weit mehr als bloß um die Gewinnung einer weiteren Kolonie! So trug das alte Rom die Zivilisation vor, wie es poetisch heißt; in Wirklichkeit sicherte es seine Macht st ellung, unter deren Schutz die Kulturen und die Kultur gedeihen konnten. In der modernen Kolonialgeschichte hat dieser Feldzug nicht seinesgleichen, blättert man aber in den Annalen Cäsars, so ergeben sich verblüffende Vergleiche. Italien wird nicht nachgeben, weil es nicht mehr nachgeben kann. Flugblätter auf Addis Abeba abgeworfen. Asmara, 14. April. (Funkspruch des Kriegsberichterstatters des DNB.) 21 italienische Bomben- und Jagdflugzeuge starteten am Montag früh zu einem Geschwaderflug nach Addis Abeba. Die Flugzeuge kreisten mehrmals über der Stadt, ohne daß Luftabwehr einsetzte. Es wurden Tausende von Flugblättern abgeworfen, in denen der Bevölkerung erklärt wird, daß das Heer des Negus zertrümmert worden sei und daß Italien in den eroberten Gebieten d i e Sklaverei abgeschafft habe. Weiter enthalten die Flugblätter das Versprechen, Italien werde dem Lande Ruhe und Zivilisation bringen. Das Geschwader kehrte wohlbehalten zum Flughafen zurück. Calles über seine Ausweisung. Brownsville (Texas), 11. April. Der frühere mexikanische Staatspräsident Calles erklärte, nachdem sich die mexikanischen Begleitoffiziere zurückgezogen hatten, über die Hintergründe seiner Ausweisung u. a., der wahre Grund für seine Verbannung sei der anarchische Z u st a n d , in dem sich Mexiko gegenwärtig befinde. Die Regierung versuche, den Kommunismus einzuführen. Sie fei bestrebt, den Erzeugungsapparat zu sozialisieren und in der Landwirtschaft ein Kollektivsystem einzurichten, wie es in Sowjetrußland bestehe. Das mexikanische Volk lehne jedoch den Kommunismus ab und betrachte ihn als ein System, das für Mexiko völlig ungeeignet fei. tteberfüllte Kirchen in Moskau. Moskau, 13. April. (DNB.) Auch in diesem Jahre drängten sich am Samstagabend große Massen der Moskauer Bevölkerung zum Oster got- t e s ö i en ft in die wenigen noch geöffneten Kirchen. Während man in Moskau vor der Revolution über 800 Kirchen zählte, sind heute ungefähr zwei Drittel davon verschwunden und von den übriggebliebenen sind auch nur nod) 36 ben Gläubigen zugänglich. Schon von 21 Uhr ab war in allen noch geöffneten Gotteshäusern das Gedränge fast lebensgefährlich. Nur ganz wenige Gläubige konnten überhaupt bis zum Altar und zu den Heiligenbildern Vordringen. Gegen Mitternacht, wo nach orthodoxen Ritus die Auferstehung Christi gefeiert wird, schwollen die Menschenmassen vor den Gotteshäusern immer mehr an. Hunderte ft a n b en vor den Kirchen auf der Straße, da der Zugang gänzlich unmöglich geworden war. Nach übereinstimmenden Beobachtungen war der Andrang der Gläubigen zum Oster- Oie Türkei fordert Wiederbefestigung der Dardanellen. Ein Antrag für die Maitagung des Völkerbundsrats. gottesdienst diesmal noch st ä r k e r als in den vorhergehenden Jahren. Vor allem fiel die große Zahl von Männern und Jugendlichen beim Kirchgang auf. Der griechische Mimster- präsident Demerdzis f. Athen, 13. April. (DNB.) Der griechische Ministerpräsident und Außenminister Konstantin D e - merdzis ist in der Nacht zum Ostermontag plötzlich gestorben. Demerdzis hatte die Osterferien im Kreise seiner Familie verlebt. Am Ostersonntag begab er sich zur gewöhnlichen Zeit zur Ruhe. Am Montagmorgen fand ihn sein Kammerdiener gegen 9 Uhr tot auf. Die Aerzte äußerten die Ansicht, daß der Ministerpräsident gegen 5 Uhr morgens einem Schlaganfall erlegen ist. Der König, der sofort vom stellvertretenden Ministerpräsidenten Metaxas benachrichtigt worden war, begab sich in das Sterbehaus, um dem Toten die letzte Ehre zu erweisen. General Metaxas hat dem König den Rücktritt des Kabinetts angeboten. Er wurde jedoch sofort mit der Neubildung der Regierung beauftragt. Um 17 Uhr leistete Metaxas bereits seinen Eid als Ministerpräsident und Außenminister. Die übrigen Posten des Kabinetts bleiben unverändert. Man erwartet, daß es zur Bildung einer parlamentarischen Regierung kommen wird, die von Sophulis, Tsaldaris oder General Metaxas geführt und in der Kammer von den Liberalen unterstützt wird. Demerdzis, der Professor des Zivilrechts an der Universität Athen war, wurde Ende November 1935, als General Kondy- lis wegen seiner Meinungsverschiedenheiten mit dem König in der Amnestiefrage zurücktrat, mit der Bildung eines Uebergangskabinetts beauftragt, in dem er die Posten des Ministerpräsidenten, des Außenministers und des Kriegsministers übernahm. Nach den Wahlen vom 26. Januar 1936, die eine klare politische Entscheidung nicht brachten, reichte Demerdzis dem König das Rücktrittsgesuch seines Kabinetts ein, um die Bildung einer der politischen Willensbildung des Volkes entsprechenden Regierung zu ermöglichen. Als jedoch infolge der schwierigen Mehrheitsverhältnisse in der griechischen Kammer weder die Volkspartei noch die Venizelisten imstande waren, ein tragfähiges Kabinett zu bilden, übernahm Demerdzis am 14. März erneut den Vorsitz ter griechischen Regierung. Präsidentenwechsel in Lettland. Riga, 11. April. (DNB.) Am Samstag über- ggb der bisherige Staatspräsident Albert Kwie- f i s dem Ministerpräsidenten und Außenminister Dr. Karl Ulmanis das Amt des Staatspräsidenten. Nach dem Gesetz vom 19. März d. I. wird Dr. Ulmanis die Aemter des Staats- und Ministerpräsidenten in einer Person vereinigen. Die Stadt Riga, die reichen Flaggenschmuck angelegt hatte, erlebte eine großartige Kundgebung zu Ehren des neuen Präsidenten. Tausende von Studenten, Schülern, Bauern, Arbeitern, Handwerkern, Mitgliedern der verschiedensten Organisationen zogen am Präsidentenpalast vorbei und brachten dem Staatschef lebhafte Huldigungen dar. Staatspräsident Ulmanis erklärte einer Abordnung der an den Kundgebungen beteiligten Bevölkerungskreise: „Ich sehe bald die Zeit kommen, wo ich meine Aufgabe als erfüllt betrachten kann und in der ich dis Vollmachten, die mir anvertraut sind, in die sicheren und starken Hände des Volkes zurücklegen kann". Dublin wehrt sich gegen den Kommunismus. London, 14. April. (DNB. Funkspruch.) In Dublin kam es am Ostermontag zu großen Kundgebungen gegen die Kommunisten. Eine kommunistische Versammlung im College Green wurde von einer t a u s e n d k ö p f i g e n Volksmenge gesprengt. Die Redner, unter denen sich auch der englische Kommunist Gallacher befand, wurden mit dem Ruf: „W ir wollen keinen Kommunismus in Dublin" niedergeschrien und mit Steinen und Flaschen beworfen. Die Polizei griff mit dem Gummiknüppel ein und brachte die Redner in Sicherheit. Anschließend kam es vor dem kommunistischen Versammlungshaus, vor dem Gebäude der republikanischen Kongreßpartei und der Freimaurerloge gleichfalls zu erregten Kundgebungen der Menge gegen die kommunistischen Hetzer. Die Polizei ging dabei wiederum mit dem Gummiknüppel gegen die Kundgeber vor. Zwischen Moskau und Tokio. Schanghai, 13. April. (DNB.) Das Hauptquartier der japanischen Kwantung-Armee gibt bekannt, daß sechs hohe Verwaltungs- und Militärführer der nordmandschurischen Provinz Hsingan unter dem Verdacht der Spionage zugunsten Sowjetrußlands mit dem Ziel der Abtrennung mongolischer Landesteile von der Mandschurei verhaftet worden sind. Unter den Verhafteten befinden sich der Prooinzgouverneur, General Ling sh eng, der Leiter der mandschurischen Abordnung bei der Mandschuli-Konferenz im vergangenen Jahr, General F u l i n g , und der Stabschef der 1. Hsingan-Armee, General Tschunteh. Der Polizeichef hat gegen die Verhafteten die kriegsgerichtliche Aburteilung angeordnet. Auf den Verrat der Verhafteten sollen angeblich die Grenz Zusammenstöße der letzten Zeit zurückzuführen sein. Die Trauerfeier für Botschafter von Hoesch. London, 13. April. (DNB.) Für den verstorbenen Botschafter von Hoesch wird am Dienstagnachmittag eine Trauerfeier der deutschen Kolonie in der Botschaft stattfinden. Am Mittwoch folgt dann die feierliche Ueberführung des Sarges nach dem Victoria-Bahnhof, von wo er in einem Sonderzug nach Dover gebracht werden wird. Von hier aus bringt der britische Z e r st ö r e r „Scout" die sterblichen Ueberreste direkt nach Wilhelmshaven, von wo sie Donnerstag in einem Sonderzug nach Dresden gebracht werden. Dort wird sodann am Samstag die feierliche Beisetzung in der Fa- miliengruft erfolgen. Kirchliche Trauerfeiern in den deutschen Kirchen in London und in einer englischen Kirche sind für den 24. April vorgesehen. An ter Ueberführung nimmt als Vertreter der Reichsregie, rung Ministerialdirektor D i e ck h o f f teil. Der Sarg des Botschafters war seit Samstag im großen Empfangsraum in der Botschaft feier« Genf, 11. April. (DRV.) Im Völkerbund s- jekretarlat ist eine Role der türkischen Regierung eingegangen, in der beantragt wird, die Frage der Aufhebung der Entmilitarisierung der Meerengen auf der Maitagung des Völkerbundsrates zu erörtern. Sas Echo in England. Die englische Presse nimmt ausführlich Stellung zu der türkischen Note. Die Times schreibt, Frankreich, Großbritannien, Italien und Japan haben seinerzeit versprochen, daß sie, falls die Dardanellen oder die entmilitarisierte Zone mit Krieg bedroht ober angegriffen werden sollten, gemeinsam einer solchen Verletzung mit allen Mitteln, zu denen sich der Völkerbund entschließen sollte, ent- aegentreten würden. In der Zwischenzeit hat Japan den Völkerbund verlassen, und Italien hat ich „öffentlich über ihn lustig gemacht". Wie könnte )ie Garantie unter diesen Umständen Anwendung inten? Andererseits wird man sich fragen, welche Garantien die Türkei dafür geben kann, daß die Freiheit der Durchfahrt durch die Dardanellen, wie sie im Vertrag von Lausanne festgelegt wurde, aufrechterhalten wird. Und welche Befestigungen plant die Türkei? Sie hat bereits strategische Eisenbahnen und Straßen gebaut und militärische Zonen in der Nähe angelegt, so daß es jedenfalls nur eine Angelegenheit weniger Stunden sein würde, um die Dardanellen wirkungsvoll zu -besetzen. All dies sind Fragen, die einen Prüfstein f ü r die konstruktive Kraft des Friedenssystems bilden werden, das die Mehrheit der Nationen nach wie vor zu errichten wünscht. Wenn nicht die Ordnung Der Film im neuen Deutschland sucht nach lebensnahen, innerlich wahren Filmstoffen. Wo der Dichter in das volle Menschenleben unserer Zeit hineinpackt, da ist es interessant. In einem Berufe nun spiegelt sich dieses Leben täglich in allen Formen wieder, ein Beruf muß besonders Schritt halten mit dem vorwärtsstürmenden Tempo unserer Zeit: der P r e s s e b e r u f. Zwischen dröhenden Rotationsriesen und Uhrwerken gleichenden Setzmaschinen, rechneten Kopierstreifen, Bildtelegraphen, Rundfunkempfängern und hastenden Schreibmaschinen arbeiten die Männer und Frauen der Zeitung, Verleger, Schriftleiter und Verlagsangestellte, Stenotypistinnen, Maschinenmeister, Setzer und Drucker. Ob in den Metropolen des Reiches, in den Mittelstädten unserer heimatlichen Gaue ober ben behaglichen Kleinstäbten bes Laubes, Überall wirken so Zeitungen lebenbig in ber Gemeinschaft bes beutschen Volkes. Ihnen schafft vom „Soll unb Haben" her ber Zei- tunqsverleger bie wirtschaftliche Grunblage. Gustav F r e y t a g s „Journalisten" beherrschte einmal bie Spielpläne ber Theater. Es war bie Zeitung von bamals. Allzuviel von bieser Zeitung von bamals beeinflußt leider heute noch bie Darstellung von Zeitungsmännern in Bühnenstücken unb Filmen. Wir suchen aber heute ben Dichter, ber blutvolle Menschen aus bem Schaffen bes heutigen volksverbunbenen Zeitungsberufes in bra- matisch bewegter, spannenber, frischer Film- h a n b l u n g gestaltet. Denn wir wollen für einen zeitnahen Film bas Leben einmal bort anpacken, wo es vielleicht am interessantesten — sicherlich am bewegtesten ist —, bei ben Menschen, bie mit ihrer Arbeit unb ihrem Glück, ihren Sorgen unb ihrer Liebe ber Zeitung verhaftet finb. lieh aufgebahrt. Am Sarge hielten bie Mitglieter ber beutschen Botschaft, ber Partei unb ber beut« chen Presse bie Totenwacht. Eine große Zahl ber persönlichen Freunte bes Botschafters in Englanb ließen es sich nicht nehmen, bem Verstorbenen einen letzten Besuch abzustatten. Der König ließ sein persönliches Beileib burch Sir Sibney Clive übermitteln. Königin Mary ließ ihr Beileid fernmündlich übermitteln. Auch ber Herzog unb bie Herzogin von Port fanbten Beileibs- bezeugungen. Oes Königs Beileid an den Führer. Berlin, 11. April. (DNB.) Seine Majestät König Ebuarb VIII. von Englanb hat bem Führer unb Reichskanzler zum Ableben bes beutschen Botschafters in Lonbon, Dr. Leopolb von Hoesch, burch ben königlich britischen Botschafter in Berlin sein persönliches Beileib übermitteln lassen. Der Führer unb Reichskanzler hat bem König von Englanb für biefen Beweis feiner Teilnahme an bem schweren Verlust, ben bas Deutsche Reich burch ben Tob bes Botschafters von Hoesch erlitten hat, seinen aufrichtigen Dank zum Ausbruck gebracht. Frankreich stellt neue Grenzreqimenter auf. Paris. 13. April. auch.bereits ei nicht gänzlich zum Stellu Herbst 1914 n alle Vorausse Kriegsplan bet die veränderte Kampfe ge Gesarntkriegsha^ Dem russischen mit einem Min ten, kam nach Gieße, Eugen Eugen d'All schon über drei duschen Opernb und noch immer Achter Frische l°W durch die wenben mufif Äi? ,0,9‘ vuJ 1 m e r a, d Marken 1 •’N bie ”"6. 'br bie rsr: : 11 d« Siel Ä Milieu, i,*1 sondern »r JV Sphäre anderseiii sjfle äs SÄ' als bas bet i »rieten' Un6,erul Wj? f'tnl Ha?"* stritt j„l'chen S mit h L Ä Di > ö N M ^'rlei biebeMe"";ti»fti 5,'Ls auch als ,l genannten #a t Gegenden ® rD traut 8-g ® »SÄ ,/osterniond Ä * Een wb’™" "e ft pwA laßen drei W schwimmen. Le na gar nicht beieina fürs Leben ein. 3' ous 6er Lange 6er Fommerfruchl- Vereinzelt werde böse Kräfte nachgef durch den Geruch Fressen zugrunde g ' ° Heber die herku die Dolksfage nach Als einst vor de ner Petrus oerna gemacht habe, um dome zu erfchlieste ganze Schlüffelbur bis tief hinab in einen Engel nad) l bringe. Doch ehe i vermochte, Ratten Erdboden erreicht ihnen empor war die der Erde bere; fen hatte. Zwar ni fei mit fort, doch und ip jedem Ja! von neuem empor Himmel des Frühli ?««», bo p,uhn Äfeteir »Ä" ° in & ' '"*> "°ch ein« SfeSti •rti^l”rJlWen ; «US bl» x6ei1 ift L" Hu JA r«Ür itknier e"9ten ”»» Cti'P« . SantQ m 'l’^unbeS 9'®e' iP-!failtatio» i?»rb 'fcÄ' !WttentPSino h Wen ^p:hkut,er u Achten, s:du Hen, Mefukr . ® Qlfe |n' '"'^abenst? ' präch ftgen Gedenktai (fugen JQ ülorenfiner R Jagen sein SS (Scherl-Bilberbienst-M.) ärger der Wett". sbau in ungleich arößerem Umfange bereit» und eingesetzt wurden, als es in den beiden Zu Timur Lengs 600. Geburtstage. OS umschlossenen Bodenbesitz h. der „Eiserne", auch Ta m erl a n genannt, d. OieGojabohne in ihrer chinesischenHeimat Auswärts im deutschen Eisenerzbergbau schwung in Schweden. — 3 50: Bekanntmachung KP 126 der Ueberwachungsstelle für unedle Metalle, betr. Kurspreise. der 6.30: 8.10: 17 104 gegenüber 14 439 Ende Februar. Braunkohlen-Gchwelkrastwerk Hessen-Frankfurt AG. (Hefrag). Fwd. Das Jahr 1935 ist nach dem Bericht sein müssen, „deren kaum jedes Jahrhundert aufzuweisen hat", um zu einem Entschlüsse zu erstarken, durch den er sich von solcher Grundeinstellung mit der gleichen Schärfe und Einseitigkeit lossagte, mit der er sich bisher zu ihr bekannt hatte. Verwaltung ohne beträchtliche Störungen verlaufen. Die Rohkohlenförderung im Tagebau erreichte nur 360 000 (399 000) Tonnen, im Tiefbau 363 000 Fwd Der konjunkturelle Aufschwung der deutschen Eisenindustrie in den letzten Jahren ist nach dem letzten Wochenbericht des JfK. auch dem deutschen Eisenerzbergbau zugute gekommen. Die Zahl der Beschäftigten, die von 16 200 im Jahre 1929 auf 3800 abgenommen hatte, ist wieder auf 14 000 bis 15 000 Personen angewachsen. Die Lohnsummen haben, nachdem sie in den krisenjahren auf 6 Mill. Mark geschrumpft waren, gegenwärtig den Jahresbetrag von etwa 20 Mill. Mark erreicht. Die gewonnene Erzmenge ift — gemessen am Eiseninhalt — nur noch um 8 v. h. niedriger als 1929. rif 18 am 1. Juni 1936) beginnen und mit Einzahlungen nicht im Rückstand sind. Schulfunk: Das Grenzland ruft! Eine kleine Ringsendung zum Schulbeginn. 10.45: Rur Kassel: Nachrichten. 11: Hausfrau hör zu! 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten. Anschließend: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.10: Frohsinn am Rhein. 15: Wirtschaftsbericht. 15.15: Kleines Konzert. 15.30: Was brachten die Zeitschriften? 15.45: „Großkraftwerk Wiese". Eine naturkundliche Plauderei von Dozent Dr. Ewald Schild. 16: Bon Kassel: Musik zum Nachmittag. 17.30: Die Kinder der Sieger. Neue Fohlen im Gestüt. Bon Dieter Basser« mann. 18: Hochmusikalisches Kunterbunt! 19.45: Erzeugungsschlacht. 20: Nachrichten. 20.15: Stunde der jungen Nation „Ritter, Tod und Teufel". 20.45: Sonnenstrahlen im April. Sojabohnenbau das Hauptgewicht auf die Gewinnung von Grünmasse gelegt, die allein oder mit Mais zusammen zur Sauerfutterbereitung dient. Oder man läßt die Körner reifen und verfüttert sie ganz oder geschrotet. Unter diesem Gesichtspunkt soll ihr Anbau in Zukunft auch in Deutschland betrieben werden, denn die Sojabohne ist so eiweißreich wie kaum ein anderes Kraftfutter. Da die ersten Anbauversuche in Europa meist fehlschlugen und nur in den südlichsten Teilen gelangen, wurde die Sojabohne in Deutschland in großen Mengen eingeführt, da sie kaum zu entbehren ist. Sie kommt hauptsächlich aus der Mandschurei, wo ihr Hauptanbaugebiet liegt. Dort wurden 1926 rund 6 Millionen Tonnen geerntet. Nach Dftafien ist heute Nordamerika das wichtigste Erzeugungsgebiet. Bei der augenblicklichen Ernährungslage Deutschlands liegt der deutschen Landwirtschaft daran, diese wertvollste Fett- und Eiweißpflanze, die es gibt, auch bei uns heimisch zu machen. Vorausgesetzt, daß ein richtiges Klima und ein geeigneter Boden ausgewählt werden, ist ihr Anbau auch in Deutschland durchaus möglich. Das Saatgut, das heute von den deutschen Sojabohnenzüchtern zur Verfügung gestellt wird, reift bei Beachtung dieser Gesichtspunkte sicher aus. Bislang stand dem Anbau der Sojabohne der niedrige Auslandspreis mit rund 16 Mark je Doppelzentner im Wege.Um diesemUebelstand abzuhelfen und dem deutschen Anbau den Weg frei zu machen, wird für diesjährige deutsche Sojabohnenernte vom Reichsnährstand der doppelte Preis, nämlich 32 Mark je Doppelzentner ab Station des Anbauers, garantiert. Außerdem erhält jeder Anbauer etwa 8 5 v. H. reines Sojaschrot der von ihm abgelieferten deutschen Sojabohnen zum Marktpreis zurück. sich die Wirtschaftlichkeit der Förderung verschlechterte; es bedurfte neuer und verbesserter Aufbereitungsverfahren, um den Hochofenwerken die Eindeckung mit heimischen Erzen zu erleichtern. Die Haldenbestände an deutschen Erzen sind in den vergangenen Jahren erheblich vermindert worden. 3m Siegerländer Bezirk und im Lahn-Dill-Ge- biet lagerten um die Wende 1935/36 rund 75 000 Tonnen gegenüber 410 000 Tonnen im 3ahre 1932. Der Verbrauch von inländischen Erzen ist in den letzten Jahren stärker gestiegen, als der von ausländischen. Zwar hat sich bas Verhältnis von Inlands- und Auslandserz 1935 wieder etwas zuungunsten der heimischen Eisensteine verschoben; dies hängt jedoch im wesentlichen damit zusammen, daß in der Rohstoffstatistik der deutschen Hochofenwerke erstmalig die Minettebezüge der Saarhütten her heimatlichen Dolks kraft für den Kriegszweck Arbeitskräfte zum Stellung' ...... ' ' gestellt 3 4 3: Freier Handel mit Reichsmark in Rumänien nur noch bis 30. April 1936. — 3 4 4: Verhandlungen über eine Normalisierung des Wirtschaftsaustausches mit Litauen. — 34 5: Die französische Wirtschaft im Jahre 1935. — 3 4 6: Bekanntmachung KP 125 der Ueberwachungsstelle für unedle Metalle, betr. Kurspreise. — 3 4 8: Neue Bestimmungen über den Reiseverkehr mit der Tschechoslowakei. — 3 49: Anhaltender Wirtschastsauf- Zwar nicht ein Nachfahre des großen Mongolenherrschers Dschingis-Khan, wohl aber fein ruheloser Nacheiferer ift Timur Leng gewesen und sein Name verbreitete nicht geringen Schrecken in der Welt des 14. Jahrhunderts. Würde dieser grausamste aller Eroberer der Geschichte, den man den „Würger der Welt" nannte, mit seinen Kriegshorden die Herrschaft der Mongolen nach Westen über den Hellespont ausbreiten, sowie er im Osten das Reich der Mitte bedrohte? Oer „Eiserne". Timurs Leben und Taten sind von Sagen und Märchen umwoben, und Dichtung und Wahrheit lassen sich nur schwer von einander lösen. Als Sohn eines unbedeutenden Stammeshäuptlings ist Timur, RunMunfproqramtn. Mittwoch, 15. April. 6 Uhr: Choral, Morgenspruch, Gymnastik. Der Arbeitseinsatz im Marz in Hessen Beträchtlicher Rückgang der Zahl der Arbeitslosen Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. Gymnastik. 9.15: Musik zur Frühstückspause. 10: ließ er an einem Tage hunderttausend Gefangene abschlachten, um rascher oormärtsbringen zu können, und die Stadt Delhi ließ er bei der Einnahme so gründlich plündern, daß sie niemals mehr ihren damaligen Reichtum und Glanz wiedergewann. Eroberer von 27 Reichen. Nur mit Schaudern berichten die Geschichtsschreiber von der Erscheinung des „Hinkenden Wolfes" — ein Pfeilschuß hatte den großen, breitschultrigen Mann gelähmt — zugleich aber rühmen sie seine Liebe für Kunst und Wissenschaften. Die berühmtesten Aerzte, Dichter, Musiker und Gelehrte versammelte er an seinem Hof und zeigte sich stets bestrebt, der Nachwelt das Bild eines friedliebenden, kunstsinnigen und gerechten Herrschers zu hinterlassen. Bezeichnend dafür ist sein Testament, dessen Echtheit allerdings angezweiselt wird. Hier rühmt Timur Leng sich nicht nur seiner Macht als eines Herrschers über 27 Reiche, die er alle aufzählt, Iran und Syrien, Aegypten und Irak, Khotan, Kabulistan und Hindostan und viele andere, sondern er nennt auch seine Verdienste um die Wissenschaften, um die Gesetzgebung und vor allem um die Verbreitung des Gesetzes Mohammeds. Was er selbst von sich erzählt. Von feinem Leben erzählt er: „Von meinem 13. Jahre an durchzog ich die Länder, kämpfte mit dem Unglück, faßte Pläne, vernichtete feindliche Scharen, gewöhnte mich an Aufstände unter Offizieren und Soldaten und daran, von ihnen harte Worte zu hören. Aber ich gelangte auch dazu, sie zu beruhigen, indem ich meine Zuflucht zur Geduld nahm, und indem ich Gleichgültigkeit zur Schau trug, die mir sehr fern lag. Schließlich stürzte ich mich mitten unter die Feinde. So gelang es mir, Länder und selbst Königreiche zu unterjochen und den Ruhm meines Namens zu verbreiten." Auch eine andere Stelle wirft ein Schlaglicht auf diesen ungewöhnlichen Menschen, der sich jedes Mittels bediente, um feine Unternehmungen zum Erfolg zu führen. „Ich achtete stets die Krieger, mochten sie für oder gegen mich kämpfen. Welche Dankbarkeit schuldet man nicht Männern, die ein Glück von langer Dauer vergänglichen Gütern opfern. Sie stürzen sich in Kämpfe und setzen ihr Leben inmitten von Gefahren aufs Spiel. Der feindliche Krieger, der mit unverletzbaren Banden an feinen Herrn geknüpft ist, hatte teil an meiner Freundschaft. Wenn er sich unter meine Fahnen stellte, belohnte ich sein Verdienst und seine Treue und nahm ihn unter meine Vertrauten auf. Aber der Krieger, der im Augenblick des Kampfes mit Verachtung der heiligsten Rechte feinen Anführer verließ, um zu mir überzugehen, war in meinen Augen ein verabscheuungswürdiger Mensch." Diesem wilden Eroberer folgten seine Horden, wohin er sie auch führte, nach Indien und nach Damaskus, und auch auf feinem letzten Kriegszckg an die Grenzen Chinas. Im Dezember 1404 trat Timur den Marsch über den Syr-Darja an, aber in Otrar befiel ihn ein tödliches Fieber, dem er am 14. Februar 1405 erlag ... ein zum Zusammenbruch verurteiltes Riesenreich hinterlassend. C. K. ersten Kriegsjahren geschehen ift. Hatte sich General von Falkenhayn im Spätherbst 1914 nach dem endgültigen Scheitern der Flandern- Offensive 3u solchem Zielwechsel nach dem Osten entschlossen, so würde er voraussichtlich kaum vor I a h r e s m i 11 e 1915 in der Lage gewesen sein, auf gesicherter Grundlage zur entscheidenden Tat zu fd)reiten. Das wäre also etwa zu dem gleichen Zeitpunkt gewesen, zu dem er in Wirklichkeit daran gegangen ift, den Operationen im Osten ein über die bisherigen Absichten weit hinausreichendes Ziel zu fetzen. Zwar schloß auch die tatsächliche Lage im Juli 1915 die Möglichkeit nicht aus, mit den vorhandenen Kräften in bemessener Zeit den Feldzug gegen Rußland mit einem weit größeren operativen Erfolge abzuschließen, als es geschehen ift, sofern der Generalstabschef sich damals rechtzeitig zu der vom Oberbefehlshaber Ost vorgeschlagenen Operation gegen rechte Flanke und Rücken des Feindes und zu gleichzeitigem Vortreiben starker Kräfte jenseits des Bug entschlossen hätte. Eine sichere Grundlage aber dafür, die Niederwerfung des russischen Heeres mit Aussicht auf vollen Erfolg ins Auge zu fassen, hätte sich nur schaffen lassen, wenn die oberste Führung von langer Hand nach einem klar durchdachten Kriegsplan darauf hingearbeitet hätte, das höchstmögliche Kräfteaufgebot auf weite Sicht und unbesorgt um die Entwicklung der Lage im Westen verfügbar zu machen. Gewiß soll nicht verkannt werden, daß ein so radikaler Entschluß an die Willens- und Spannkraft des Feldherrn und an die hingebende Leistungsfähigkeit der Truppe die denkbar höchsten Anforderungen gestellt hätte. Auch handelt es sich dabei nicht nur um rein militärische Erwägungen, sondern ebenso sehr um politische, wirtschaftliche und nicht zuletzt seelische Fragen von größter Tragweite. Damit ist ober nicht gesagt, daß der Entschluß härtere Belastungsproben zur Folge gehabt hätte, als sie Führung und Truppe in jener Zeit ohne ein so großes Ziel im Hintergründe tatsächlich auf sich genommen und mit vollem Erfolge bestanden haben. Indessen kam für General von Falkenhayn ein solcher Entschluß überhaupt nicht in Frage. Denn er verstieß nach seiner ganzen Anschauungsweise, die übrigens von vielen Führern des Westheeres voll geteilt wurde, gegen einen der wichtigsten Grundsätze, nach denen er den für die rings umschlossenen Mittelmächte zum Kampf um Bodenbesitz entarteten Krieg an der Westfront zu führen gewillt war. Es ift gewiß kein Zufall, daß der Generalstabschef gerade in diesen Tagen, da er sich innerlich vor die entscheidende Frage gestellt sah, auf welche Weise und auf welchem Wege künftig die Kriegsentscheidung zu suchen sei, an Feldmarschall von der Goltz Die Worte richtete: „Wenn auch noch viele Lehren aus diesem Feldzuge unbewiesen sein mögen, eine ist über jeden Zweifel erhaben, nämlich die: Halte, was du ha st und gib nie einen Fluß- breit von dem auf, was du gewannst. Dieser Lehre entsprechend werde ich handeln und denke, wie gesagt, auch nicht daran, irgendeinen Fußbreit Landes im Westen freiwillig aufzugeben." General von Falkenhayn hätte nach dem bekannten Wort von M o 11 k e ein „Stern erster Größe (399 000) Tonnen, insgesamt 728 000 (738 000) Tonnen, die Abraumförderung 1,26 (1,08) Mill. Kubikmeter, flüssige Schwelprodukte wieder 45 000 (45 000) Tonnen. Die Stromerzeugung ging infolge anderweitiger Verwendung von Schwelkoks auf 122,60 (129,53) Mill. Kilowatt, der Stromverkauf 98,97 (106,85) Mill. Kilowatt zurück Läßt man die von der Preag im Vorjahre gemachte Sonderleistung anläßlich der Sanierung in Höhe von 18,30 Millionen Mark durch Uebernahme von Zins- und Tilgungsverpflichtungen außer Betracht, so liegt ungefähr das gleiche Gewinnergebnis wieder vor. Bei 4,77 (4,31) Erträgen und 4,43 (4,86 Aufwendungen verbleibt nach 0,33 (17,91) Abschreibungen ein Gewinn von 4091 Mark, der sich einschl. Vortrag auf 10 512 Mark erhöht. Die Bilanz ist durch erhebliche Neuzugänge, sowohl bei Anlagen wie bei Beteiligungen, letztere besonders durch den Erwerb weiterer Aktien der Coninentalen Elektrizitäts- Union AG., Basel, und durch die zu 50 v. H. eingezahlten Aktien der Braunkohlen-Benzin AG. um 2,04 erhöht, weniger flüssig geworden. Sie zeigt Anlagen durch das letztjährige Bauprogramm auf 2,15 (1,79) gestiegen, Beteiligungen auf 3,03 (0,99) erhöht. Das Umlaufvermögen ging auf 8,47 (11,48) zurück, darunter Konzernforderungen 7,37 (10,07), Warenforderungen 0,59 (1,0), Vorräte 0,4 (0,31), Anderseits erscheinen bei unverändert 0,5 AK., bekanntlich vollständig der Preußischen Elektrizitäts- AG., Berlin, gehören, die Reserven 0,05 (0,05), Rückstellungen 1,49 (1,45), Wertberichtigung 0,14 (0,16), Verbindlichkeiten 11,57 (12,42), darunter Anleihe 8,22 (8,22), Warenschulden 0,13 (0,94), Akzepte 0,39 (0,08), Bankschulden 2,4 (2,9). Sie Zndustrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: ZdR. Das Kulturalter der Sojabohne in Dftafien wird auf reichlich fünf Jahrtausende geschätzt. Sie ist seit uralter Zeit in China ein jehr wichtiges Nahrungsmittel Aus ihr gewinnt der Chinese ein tägliches Kochgericht, die Miso, das sich besonders bei der Landbevölkerung großer Beliebtheit erfreut. Mit Salz oder gekochtem Reis vermischt, ist es das Lieblingsgericht vieler Japaner und Chinesen. Außer diesem Brei bereitet man aus den Sojakörnern noch Tunke für Braten und Fisch oder Käse. Auch in geröstetem Zustand und als Mehl zu Brot und anderem Gebäck wird die Sojabohne genossen. Ihr Del wird als Speiseöl ober zu Seifen verwendet. Gereinigt ist es geruchlos und als Speisefett und Jndustrierohstoff ein sehr wesentlicher Faktor auf dem Weltmarkt. In Europa wird dieses Del auch zu Kunstspeck und Kunstbutter zu Seifen, Glyzerin, Firnis, Linoleum, Farben usw. verarbeitet. Die Preßrückstände liefern ein gutes Viehfutter. Die Chinesen gewinnen daraus sogar Milch, die Sojabohnenmilch, die auch kondensiert ober als Milchpulver in ben Hanbel kommt. Mit Salzlauge kann man baraus ben Sojabohnenquark erhalten, ber bei Gärung ben Sojakäse liefert. Bei europäischen Völkern scheitert bie Verwendung ber Sojabohne als Nahrungsmittel oft an der Voreingenommenheit ber Bevölkerung. In Wirklichkeit ist bie Sojabohne sehr nahrhaft. Der Same enthüllt außerorbentlich viel Eiweiß, etwas 35 bis 38 v. H., wogegen unsere Ackerbohne nur etwa 19 v. H. enthält. Man hat baher nicht selten versucht, bie Sojabohne auch wegen ihres hohen Delgehaltes als Fleischersatz heranzuzieyen. Diese Verwenbung wirb jeboch beeinträchtigt burch einen bitteren Geschmack, Schwerverbaulichkeit unb ab- führenbe Wirkung. Der Uebelftanb kann jeboch burch Dämpfen beseitigt werden. — Große Bedeutung hat die Sojabohne in vielen Ländern als Vieh- futter. In ben Vereinigten Staaten wirb beim Lpd. Frankfurt a. M., 11. April. Das Landesarbeitsamt Hessen teilt mit: Wie in den Vorjahren, nahm auch im März dieses Jahres im Zusammenhang mit der Frühjahrsbelebung die Zahl Der Arbeitslosen in ganz beträchtlichem Umfange ab. Der Rückgang der Zahl der Arbeilslosen um rund 29 000 ober 19 v. h. war sogar noch größer als in der gleichen Zeil des Vorjahres (16,8 o. £).). Gegenüber dem vorjährigen Stand von Ende März liegt die Arbeitslosenzahl um rund 18 800 niedriger. Die Arbeitsämter zählten am 31. März b. I. 123 206 Arbeitslose, bavon waren 15 300 ober 12,4 v H. Frauen. Der Arbeitseinsatz hat sich nicht nur in sämtlichen Arbeitsamtsbezirken, sondern auch fast in allen Berufsgruppen verstärkt. Den absolut größten Rückgang der Zahl ber Arbeitslosen wiesen die Arbeitsämter Frankfurt (— 5474), Gießen (— 3801), Kassel (—2945), Darmstadt (—2488) unb Mainz (—2231) auf; verhältnismäßig am stärksten war bie Abnahme in ben länblichen Bezirken. Bon ber Gesamtabnahme entfallen 17 400 Arbeitslose auf bie Außenberufe, unb zwar davon auf bas Baugewerbe 10141, auf bie Berufsgruppe Jnbustrie ber Steine und Erden" 2171, auf bas Verkehrsgewerbe 1186, auf bie Berufsgruppe „Lanbwirtfchaft, Gärtnerei, Tierzucht" 971 und auf bie in diesen Berufsgruppen regelmäßig tätigen ungelernten Arbeiter rund 2900. Aber auch in den übrigen Berufsgruppen hat sich die Beschäftigungslage beträchtlich gebessert. Von den Konjunkturgruppen war besonders, gufnahme- geboren worden, und es bedurfte eines kühnen Ränkespiels und fanatischen Zielstrebens, bis der Zwanzigjährige sich an bie Stelle bes Emir Hu- sein von Khorosan unb Transoxanien setzen konnte. Mit Hilfe der islamitischen Priesterschaft, zu deren Schutzherr er sich erhob, gewann er das Südland bis an den Hindukusch hinzu. Samarkand wurde seine Residenz, von ber aus er. hartnäckig den großen Plan verfolgte, das Reich des Dfchingis-Khan wieder zu errichten und durch das Band des_ Islams unverbrüchlich zusammenzuhalten. In fünfunddreißig Feldzügen eroberte er die Länder von der Wolga bis zur chinesischen Mauer und vom Ganges bis vor die Tore Konstantinopels und Kairos. Auf feinem Zug nach Indien, dessen unermeßliche Schätze ihn anlockten, * Baugeldzuteilung. Die Deffentliche Bausparkasse für Hessen (Abteilung der Landeskommunalbank-Girozentrale für Hessen) in Darmstadt nahm am 7. April in Anwesenheit einer Anzahl von Bausparern und Vertretern von Sparkassen ihre dreizehnte Baugeldzuteilung vor. Ausgelost und zugeteilt wurden diesmal 71 Verträge über 314 000 Mark, so daß nunmehr nach 6V2jährigem Bestehen ber Bausparkasse im ganzen 374 Verträge mit 1806 000 Mark ausgelost sind. Alle Deffentlichen Bausparkassen haben bis zum 31. Januar 1936 rund 135 Millionen Mark dem Bau- und Hypothekenmarkt zugeführt. Die nächste Baugeldzuteilung ber Deffentlichen Bausparkasse für Hessen finbet voraussichtlich im Dktober 1936 mit Stichtag 30. September 1936 statt. Zuteilungsberechtigt sind alle Bausparer, deren Verträge spätestens am 1. Juli 1936 (bei Tarif 25 am 1. Januar 1936 unb bei Ta- Gutenberg-Festwoche in Main,. LPD. Mainz, 13.April. In der Zeit vom 14. bis 24. Juni wird in diesem Jahre das traditionelle Gutenbergfest in größerem Rahmen als bisher begangen werden. Besonders bas Stabttheater stellt sich mit einer Reihe von Fest - unb Erst - aussührungen in ben Dienst der Sache. Der feierliche Eröffnungsakt finbet am Vormittag bes 14. Juni Im Kurfürstlichen Schloß statt. Die Festsitzung der Gutenberg-Gesellschafb am 21. Juni soll diesmal in einem volkstümlich erweiterten Rahmen vor sich gehen. WiederjüdischeWeinfälschervorGericht LPD. Mainz, 13. April. Im Zuge der verschiedenen Strafprozesse gegen jüdische Weinhändler beginnt am Dienstag, 14.April, vor der Großen Strafkammer des Mainzer Landgerichts wieder eine Verhandlung gegen die Inhaber ber Mainzer Weingroßhanblung Gebrüber Hey- mann. Die Anklage lautet auf Betrug unb Vergehen gegen bas Weingesetz. Großfeuer in Alzey. Alzey, 13. April. (LPD.) In der Nacht zunl Dfterfamstag brach in Alzey zum zweiten Mals innerhalb einer Woche Großfeuer aus, und zwar diesmal in ber Gerberei unb bem Lederlager ber Schuhfabrik Hudelmaier. In kurzer Zeit ftanb bas mit Häuten und Leder gefüllte große Gebäude in hellen Flammen und brannte trotz schnellem und tatkräftigem Eingreifen der Feuerwehr bis auf die Grundmauern nieder. Bis in die Vormittagsstunden waren dis Wehrmänner in unermüdlicher Arbeit damit beschäftigt, bas Großfeuer auf bas Gerbereigebäuds ber Fabrikanlage zu beschränken, was ihnen auch schließlich gelang. Durch ben Brand sind große Werte an Häuten unb Lebervorräten, sowie zahlreiche wertvolle Maschinen vernichtet worben. Der Sachschaden ist groß, lieber bie Branbursache ist bisher noch nichts bekannt. fähig bie Gruppe „Eisen- unb Metallerzeugung unb -Verarbeitung" (Abnahme ber Arbeitslosen um runb 2300) unb bas Holz- unb Schnitzstoffgewerbe (—1268). In ber Konsumgüterinbustrie machte sich bie Belebung befonbers bemerkbar im Bekleibungs- geroerbe, bas eine Abnahme ber Zahl ber Arbeitslosen um runb 1300 aufwies, unb in ber Leberinbu- ftrie (—656); im Nahrungs- und Genußmittelgewerbe unb im Gastwirtsgewerbe trat ebenfalls eine merkliche Entlastung ein (Abnahme 312 bzw. 362). Ende März wurden in der Arbeitslosenversicherung 21 232, in der krisenfürsorge 51217 hauptunlerstühungsempfänger gezählt. Die Zahl der hauptunlerstühungsempfänger in beiden Unlerstühungseinrichlungen zusammen ist demnach um 22 920 oder 24,0 v. h. zurückgegangen. Die Zahl der anerkannten Wohlfahrtserwerbslosen betrug Ende März 22 364, also 3346 ober 13 v. H. weniger als Enoe Februar. Die Zahl ber in ber werteschafsenben Arbeitslosenfürsorge beschäftigten Notstandsarbeiter betrug Enbe März An ber Zunahme ber Erzförderung sind bie einzelnen Bergbaugebiete nicht gleichmäßig beteiligt gewesen. Am stärksten stieg bie Förberung im Sub- hercynischen Bezirk (Peine, Salzgitter) unb im thüringisch-sächsischen Bezirk. Teilweise mußten sehr eifenarme Gesteine herangezogen werben, so baß | enthalten sind. Dienstag, 14. April 1936 schädigen. Weiterhin ist es untersagt, von Maiglöckchen (Scilla), den wilden Hyazinthen, de« Schneeglöckchen, von der Christrose und von Primeln aller Art die unterirdischen Teile zu beschädigen oder auszugraben. Im Handel dürfen von jetzt ab u. a. folgende Arten nicht mehr auftreten: Zweige von Eibe, Wacholder, Hülse (Stechpalme) und Gagelstrauch, große und kleine Schneeglöckchen sowie Leberblümchen. Auch sind bezüglich der Entnahme und des Handels von Schmuckreisig strenge Dor- schriften erlassen. Besonderen Schutz genießen dabei die jetzt blühende Kätzchen tragenden Weidenzweige. Schließlich ist noch hervorzuheben, daß die Bestimmungen des nunmehr aufgehobenen Reichsvogelschutzgesetzes durch neue Vorschriften ersetzt worden sind. Danach ist das Fangen von Vögeln grundsätzlich verboten. Wichtig für die Frühjahrszeit ist auch noch die Bestimmung, daß es nach dem 15. März nicht mehr erlaubt ist, Hecken, Gebüsche und lebende Zäune zu roden oder abzuschneiden bzw. abzubrennen, die Bodendecke auf Wiesen, Feldrainen, ungenutztem Gelände, an Hängen und Hecken abzuorennen sowie Rohr- und Schilfbestände zu beseitigen. Aus der neuen Naturschutzverordnung sind hier nur die im gegenwärtigen Zeitpunkt wichtigsten Vorschriften angeführt. LandschastsbundDolkstum und Heimat. Volksbildungswerk Ortsgruppe Gießen-Milte. Morgen, Mittwoch, 15. April, 20.15 Uhr, Natur- fchutzabend in der Aula des Gymnasiums. Lichtbildervortrag von Dr. K. Heidt: „Die geschützten Pflanzen der hessischen Heimat". Der G r 0 ß s ch e Männerchor wirkt mit. Eintritt frei. Gäste willkommen. Eportamt „Kraft durch Freude". heute folgende Kurse: Fröhliche Gymnastik und Spiele, Frauen. Von 20.30 bis 21.45 Uhr, Lyzeum, Dammstraße 26. Kindergymnastik. Von 17.30 bis 18.30 Uhr, Frankfurter Straße 60, Gartenhaus. (Neuanmeldungen werden vor Beginn der Stunde angenommen.) Schwimmen. Von 20 bis 21 Uhr, Frauen und Männer, Volksbad; von 21 bis 22 Uhr, nur für Frauen. Reiten. Von 21 bis 22 Uhr, Universitäts-Reitinstitut, Brandplatz. * ** Die D ft e r f e r t e n. Das Kreisschulamt Gießen weist darauf hin, daß der Unterricht in der Volksschule nach Ostern am 15. April in vollem Umfange beginnt, der Unterricht in der B e - rufs schule dagegen erst am 16. April seinen Anfang nimmt und die Aufnahme der Schüler und Schülerinnen der Unterstufe am 15. April stattfindet. ** Gebührenpflichtige Mahngespräche der P 0 st. Fernsprechteilnehmer, die ihre Fern- sprechrechnungen nicht innerhalb der vorgeschriebenen Zahlfrist von sieben Tagen beglichen haben, werden an die Zahlung der Rechnung durch das Amt fernmündlich erinnert. Ebenso wird Teilnehmern, deren Fernsprechanschluß gesperrt werden muß, die Sperre vorher fernmündlich angekündigt. Die fernmündliche Erinnerung der Teilnehmer an die Zahlung der Fernsprechgebühren und die fernmündliche Sperrankündigung wegen Nichtzahlung der Fernsprechgebühren sind Leistungen, die durch das Verhalten des Teilnehmers verursacht werden und lediglich seinen Belangen dienen. Das Reichspostministerium hat daher angeordnet, daß für diese Gespräche vom 1. April ab den Teilnehmern die Gesprächsgebühr von 10 Rpf. anzurechnen sind. ** Seinen schweren Verletzungen erlegen. Der Motorradfahrer Willi Heyer aus Krofdorf, der am Sonntag vor acht Tagen abends auf der Landstraße nach Krofdorf unmittelbar am Rande der Stadt mit seinem Motorrad gegen einen Baum fuhr und dabei einen schweren Schädelbruch menschliche Erfindungsgabe ausführen kann." Ar- nolfo di Cambio, der Stadtbaumeister von Florenz, wurde mit dem Entwurf und der ersten Ausführung beauftragt, der Grundstein vom päpstlichen Legaten am 8. September 1296 gelegt. Das ganze Volk half mit. Die Kirche erhielt an diesem Tage einen neuen Namen, der wie Frühling und Gesang klingt — Maria bei Fiore. Er wurde wohl zu Ehren des Wappenzeichens von Florenz, der Lilie, gegeben, vielleicht aber auch, weil die Stadt der Legende nach auf einem Blumenfeld erbaut ist. Nach Arnolfo di Cambios Tode wurde die Verwaltung des Baues der „Arte della Lana" übergeben, die das Werk finanziell auf jede Weise sicherzustellen suchte, ein „Dombau-Komitee", nach heutigem Sinn, gründete die „Opera del Duomo" Reiche Einkünfte aus den Wäldern von Cosentino wurden diesem Werk zugewandt, Steuern von den Bürgern der Stadt erhoben. Außerdem spendeten die Florentiner noch reichlich in die Opferkästen, denn der neuerstandene Dom war die Angelegenheit aller, auch des ärmsten Bettlers. Im Jahre 1334 stand Giotto an der Spitze der „Opera del Duomo". Der Glockenturm. Er war es, der den Neubau des Campanile bestimmte, und zwar an der entgegengesetzten Stelle des alten. So erstand der „Hirtenturm". Außerdem hat wohl Giotto die von Arnolfo entworfenen Pläne der Fassade kurz vor seinem 1337 erfolgten Tode gelindes!. Sein Nachfolger war Pisano, welcher schon die ersten Türen des Baptisteriums begonnen hatte. Aber erst 1350 gestaltete sich der Bau unter Francesco Talentis Leitung in der jetzigen Form. Nicht Alfonso, sondern Talenti sind die größten Schönheiten des Domes, die Weite seines Schiffes, der stolze Schwung seiner Wölbung zuzuschreiben. Talenti erneuerte sogar noch einmal die Fundamente des Baus, und wenig blieb von Alfonsos ursprünglichen Plänen übrig. Die erste Säule im Kirchenschiff wurde 1357 unter Triumphgesängen beim Klange der Orgel oder der Glocken feierlich eingeweiht. So war nach und nach die ehemalige „Santa Reparata" bis auf den letzten Stein verschwunden. Ein Bild ist aus ihrer Zeit bis in die heutige herübergerettet worden, die „Madonna del Popolo", die am Fest Mariä Lichtmeß alljährlich feierlich gezeigt wird. Ende des 14. Jahrhunderts war der Dom so weit hergestellt, daß die Signoria an die Errichtung würdiger Grabstätten ihrer größten Landsleute in dem Bauwerk dachte. Der größte Sohn der Stadt Florenz, der in der Verbannung gestorben ist, Dante, sollte im Tode heimkehren und neben Petrarca und Boccaccio ruhen. So plante es die Signoria. Aber Ravenna gab den Toten nicht heraus, dem es zu Lebzeiten Zuflucht und zweite Heimat geworden. Die Vollendung. Um 1420 rief ein Preisausschreiben zur Vollendung des Baus auf. Entwürfe für eine Kuppel sollten vorgelegt werden. 200 Florins wurden für den schönsten Plan geboten. Viele Künstler bewarben sich darum, und es wurde über den Modellen und den Plänen beraten. Vasari berichtet uns, wie Brunelleschi alle Bedenken bei Seite schob und die ungeheuren Schwierigkeiten der Konstruktion mit seinem kühnen Plan überwand Welch eine Zeit damals! Ghiberti arbeitete in diesen Jahren an den Türen des Baptisteriums, D 0 n a t e l l 0 , Lucca della Robbia schufen ihre Kunstwerke. Als die Kuppel nahezu vollendet war, forderte ein neues Preisausschreiben zu ihrer letzten Vollendung, mit Türmchen und Kugel, auf. Unter denen, die ihre Entwürfe einreichten, war auch eine Frau, Gaddi mit Namen. Aber wieder kam Brunelleschi allen anderen Bewerbern zuvor. Die Kuppel „una si terri- bile Volta“, war beendet. Michelangelo nahm die Erinnerung daran nach Rom mit. Aeußerlich verschwenderische Pracht, innen fast ernüchternde Strenge sind das Charakteristikum von Santa Maria del Fiore. Selten sind die Kontraste so plötzlich, so überraschend wie in diesem Bauwerk. Aber beides: verschwenderische Pracht und nüchterne Strenge sind dem Genie der Florentiner eigentümlich. Aus dem Herzen florentinischer Geschichte und Kunst emporgewachsen, steht der Dom vom modernen Leben unserer Tage umflutet, immer noch „unberührt und unbeschädigt da, ein Gedicht und Gebet zugleich, so majestätisch in seiner Kraft und doch von so zarter Schönheit, daß ihm kein anderes Bauwerk vergleichbar ist." C. K. „Die unmögliche Frau." Diesen Film schrieb Thea von Harbou nach dem Roman von Mia Fell mann für die Europa; man merkt ihm weniger die literarische Herkunft als die Machart, wenn man so sagen darf, der Frau von Harbou an: das Großzügig- Romantische und das etwas filmhaft Unwahrscheinliche der Fabel, die im Aufbau aber eine leichte und geschickte Hand verrät und auch das richtige Mischungsverhältnis für einen fließend unterhaltsamen, stellenweise sogar richtig spannenden Spielfilm zustande bringt. Die „unmögliche Frau" ist eine noch junge, schöne und ehrgeizige Dame, Besitzerin und Leiterin einer großen, rumänischen Ölraffinerie. Der mit allen Mitteln eines rücksichtslosen Wirtschaftskrieges geführte Kampf um die Ausbeutung des Werkes geht Hand in Hand mit dem Kampf um die Hand der „unmöglichen" Besitzerin. Auf der Gegenseite stehen ein märchenhaft reicher und mächtiger Oelmagnat und, als sein gefügiges und gewissenloses Werkzeug, der Direktor der Raffinerie, den jener vor dem Zuchthaus gerettet und völlig in der Hand hat. Dieser Direktor sabotiert mit allen Kräften die tüchtige und erfolgreiche Arbeit eines begabten jungen Ingenieurs, den Jleana, die „unmögliche Frau", sich aus Deutschland verschrieben hat. Daß sie gar nicht so unmöglich ist, wie sie tut und geschildert wird, daß sie nicht nur ein sachlicher Chef, sondern auch eine schwache, von uneingestandener Liebe und Eifersucht gequälte Frau ist, ahnt man bald; aber das zeigt sich erst recht, als der Kampf um das Werk schon auf dem Höhepunkt angelangt ist und sich fast gegen Jleana — in doppeltem Sinne — entschieden hat. Erst als der junge Deutsche durch erfolgreiche eigene Ölbohrungen der brutalen Konkurrenz die gefährlichste Waffe entwunden und dann das Werk unter persönlichem Einsatz vor einer Explosionskatastrophe größten Ausmaßes gerettet hat, läßt Jleana die Maske fallen und gibt ihre unnatürliche Zurückhaltung auf. Dorothea Wieck, die wir lange nicht mehr im Film gesehen haben, ist eine überaus geeignete Darstellerin für diese Rolle: sehr gepflegt und apart, sehr kühl und verhalten; aber man spürt bald unter der Maske unpersönlicher, nüchterner Sachlichkeit ein warmes und ganz weibliches Gefühl. Gustav Fröhlich aibt den jungen Ingenieur, wie er schon viele Rollen gegeben hat: draufgängerisch, ehrlich und anständig, mit einem frisch ' zupackenden Temperament. Edwin Jürgensen spielt den unheimlichen Magnaten auf der Gegenseite, eine etwas romanhafte Figur, gemildert durch Eleganz und weltmännische Umgangsformen. Gut auch Harry Hardt als Jleanas „Finanzminister"; allerdings ist er durch zahlreiche ähnlich geartete Aufgaben in seinem Spielstil von vornherein einigermaßen feftgelegt. Gina Falckenberg, Henckels und Schur sind vom Ensemble noch zu nennen. Johannes Meyer unterstreicht in seiner Spielführung die verschiedenartigen, dramatisch wirksamen Elemente und gibt durch eine Reihe cha- rakteristischer Landschaftsaufnahmen dem Stück seine eigentümliche Szenerie. — Der Film lief bei gutem Besuch am zweiten Feiertag im Lichtspielhaus an. Das Beiprogramm bringt ein drastisches Lustspiel „Wenn einer eine Reise tut", interessante Bilder aus Barcelona und die neue Ufa-Wochenschau. — r— , Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) GiebenbürgerZugend als Gäste der Gießener Hitlerjugend. Am Ostersonntag kamen Bauern- und Handwerkersöhne und -töchter aus dem rumänischen Siebenbürgen auf ihrer Fahrt durch unser Gaugebiet auch nach Gießen, wo sie am Bahnhof von der HI., dem JV. und dem BDM. empfangen und in ihre Privatquartiere geleitet wurden. Zum Siebenbürgen-Abend am Ostermontag im CafL Leib hatte sich eine große Zahl von Volksgenossen eingefunden, die den Vorträgen, Liedern und Tänzen der Siebenbürger Gäste reichlichen Beifall spendeten. Erfreulich war die zahlreiche Beteiligung der Jugendorgnisationen. Mit dem Einmarsch der Wimpel gab der BDM. dem Abend den Anstrich des Festes. Unterbannführer Taesler vom DJV. entbot den Gästen einen freundlichen Willkommensgruß. Der Sprecher der Siebenbürger Jugend sprach von den starken Eindrücken, die das Mutterland auf die drei Wochen im neuen Deutschland weilende Jugend gemacht hat. Mit Freude stellte er fest, daß sie von der Jugend des Führers eingeladen sind. Das Erlebnis für sie im deutschen Mutterlande ist groß, aber es muß es auch sein, weil die Siebenbürger ja gekommen sind, um neue Kraft zu schöpfen; denn der anhaltende Kampf um ihre Eigenart und um ihr Volkstum ist nicht spurlos an ihnen vorbeigegangen. Aber die Siebenbürger sächsische Jugend ist heute wieder fest entschlossen, ihr Volkstum zu verteidigen, arteigene Kultur zu pflegen und das Blut vor jeder Vermischung zu bewahren. Die Ueberbauerung durch acht Jahrhunderte hat den guten Kern dieser Volksgruppe bewiesen. Für ihre Arbeit wollen sie Kraft holen im Reiche. Wo keine Aufgabe ist, da ist fein Leben. Die Jugend spürt aber noch etwas von dem alten Kolonistengeist der Vorfahren in ihren Adern und wird sich behaupten. Wenn sie auch in einem fremden Lande wohnen müssen, so bleibt aber eins, die deutsche Seele, die die Siebenbürger mit dem Mutterlande und Volke verbinden. Mit einigen Liedern brachte die Jugend ihr Sinnen und Trachten, den Willen zum Kampf und die Verachtung für den feigen Frager, aber auch die Sehnsucht zu dem Lande mit dem Gürtel der Karpathen zum Ausdruck. lieber den Zug aus der Heimat sprach ein anderer Junge, der eine kurze Uebersicht gab über die Auswanderung vor 800 Jahren, bei der Deutsche von der Mosel, aus Flandern, Luxemburg und der Eifel in jene Lande an den Karpathen zogen. Ihr Lebenstrieb und ihr Lebensdrang waren ihnen Leitsterne, und wie die Vorfahren sich zäh gegen die Anstürme der Asiaten behaupteten, so stehen heute ihre Nachkommen fest verwurzelt in ihrem Volkstum auf Vorposten. In erster Linie will die Jugend den großdeutschen Gedanken vertiefen. Einige Volkstänze, die durch die in ihrer Heimattracht erschienenen Mädels und Jungen verständlich wurden, leiteten über zu einem neuen Hinweis auf das fruchtbare und ertragreiche Land, die Eigenart der Bauweise, die in erster Linie eine fränkische ist, und auf die Sitten und Gebräuche, die die Pflanzstätten des reinen Volkstums blieben. Einige Volkstänze, kurze Anekdoten, die tiefen Humor der Siebenbürger kennzeichneten, und Mundartlieder füllten den Abend, der mit einem Hinweis auf die ernste Lage der Siebenbürger aus Menschenbergers Buch „Die Stadt im Osten" und des Siebenbürger Heimatdichters Arnold Roth trutzigem Lied von der Wacht im Osten beschlossen wurde. Noch einmal dankte der Sprecher und sprach von der Aufgabe, die die Jugend sich gesetzt hat und die beherrscht wird von der Volksdeutschen Idee. Bannführer Schreiber gab den Gästen Grüße an ihre Heimat mit. Mit dem Liede der Hitlerjugend wurde die Volksdeutsche Feierstunde beendet. W.87 Drittes Blatt n9ene fön. 1Qbme 'Ören Res- e kine eruhm. e Der. "s be. 'enden, Mter- e n t, 1, $ier als ^botan •iä: em um t. nein 13. Mit dem ' Ccha- liieren ' Worte ZU be. Geduld Schau rzte ich es mir, en und lid)t auf b jedes >en zum Krieger, ■ Welche die ein , Gütern ehen ihr -l- Der Banden 1 meiner Fahnen ie Treue uj. Aber mies mit Anführer n meinen w Horden, und nach Kriegszch 1404 trat an, aber )er, dem zum > erlassend. C. K. mit Ein- M t vom 14. Mionelle n als bis» tadtthealer nd Ersteche. Der nittag des Die M- 3imi [oH Minen Bericht Aus der Provinzialhauptstadt. Oie Schlüsselblume. Wenn die linden Frühlingslüfte wehen, die Lerche ihr hoffnungsfrohes Lenzlied ertönen läßt und die Wiesen und Saatfelder sich lichtgrün zu färben beginnen, erscheinen auch die ersten Boten des Frühlings aus der Pflanzenwelt. Da sie den ersten Schmuck in der Natur bilden, werden diese ersten Kinder Floras mit ihrem Weiß und Rot und Gelb und Blau von jung und alt mit besonderer Freude begrüßt. All diesen ersten Frühlingsblühern werden feit alten Zeiten wirksame Kräfte zugeschrieben. Insbesondere ist es die Schlüsselblume, die Krankheiten bannen und Wunderdinge verrichten kann. Sagt doch ein alter Spruch von ihr: „Die Schlüsselblume wärmt, sie trocknet und erweicht, stillt Schmerzen, in dem Schlag sie bald ein Mittel reicht, vertreibt die laufende Gicht, zu böser Tiere Biß hält man die Schlüsselblume für köstlich und gewiß!" Auch heute noch finden ihre Wurzeln, Blätter und Blüten in der Volksheilkunde Verwendung. Der Tee aus ihnen ist schwachreizend und schweißtreibend und leistet gute Dienste gegen Gicht, Rheuma- tismus, Schwindel, Migräne und Brustbeschwerden. Er wirkt schmerzstillend und beruhigend und ist auch als Dorbeugungsmittel bei Anlagen zu den genannten Krankheiten zu empfehlen. In manchen Gegenden wird die Schlüsselblume auch Schlagkraut genannt, weil ein Absud aus den Wurzeln heilsame Säfte gegen Schlaganfälle enthalten soll. Ein Pulver aus den Blüten, die in der Nackt vom 30. Ostermond zum 1. Wonnet zu pflücken sind, gilt im Osten unseres Vaterlandes als gutes Mittel gegen Viehkrankheiten aller Art. Auch als Schatz- fraut findet sie Verwendung. Junge Mädchen lassen drei Blütenschäfte aus fließendem Wasser schwimmen. Je nachdem sie bald oder später oder aar nicht beieinander kommen, tritt der Bund fürs Leben ein. Im Mittelfränkischen schließt man aus der Länge der Blütenstiele auf den Wuchs und Sommerfrucht. Vereinzelt werden indes der Schlüsselblume auch böse Kräfte nachgesagt. So sollen junge Gänse schon durch den Geruch der Blüten leiden und beim Fressen zugrunde gehen. lieber die Herkunft des „Himmelsschlüssels" weiß die Volkssage nach Reichard folgendes zu berichten: „Als einst vor der hohen Himmelstür der Pförtner Petrus vernahm, daß man sich Nachschlüssel gemacht habe, um ein Hinterpförtchen am Himmelsdome zu erschließen, entfiel ihm vor Schrecken der ganze Schlüsselbund und sank von Stern zu Stern bis tief hinab in die Erde. Schnell sandte er ihm einen Engel nach, daß er ihn aufhob und zurückbringe. Doch ehe dieser den Befehl auszuführen vermochte, hatten die goldenen Schlüssel bereits den Erdboden erreicht und sich eingedrückt, und aus ihnen empor war eine goldene Blume gewachsen, die der Erde bereits den Frühlingshimmel erschlossen hatte. Zwar nahm der Engel wieder die Schlüssel mit fort, doch ein zarter Abdruck blieb zurück, und iji jedem Jahre sprossen die Schlüsselblumen von neuem empor und erschließen uns den Blumenhimmel des Frühlings." i Dornoiizen. Tageskalender für Dienstag. NSG. „Kraft durch Freude": 20.30 bis 21.45 Uhr fröhliche Gymnastik und Spiele im Lyzeum; 20 bis 21 und 21 bis 22 Uhr (nur für Frauen) Schwimmen im Volksbad. — Stadttheater: 20 bis 23 Uhr „Tiefland". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Der Favorit der Kaiserin". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die unmögliche Frau". Stadttheaker Gießen. Heute, von 20 bis 23 Uhr, erste Wiederholung von „Tiefland", Oper von Eugen d'Albert. Musikalische Leitung: Paul Walter; Spielleitung: Paul , Wrede. 26. Dienstag-Abonnement. Der Nom von Florenz. der ver- Üdifche 14. April, ;er Land« ? Inhaber er Hey- und Ber> lacht zunt ten Mls aus, und Lederlager In kurzer er tzeM latnmf11 [tigern CJ -undma^ waren * damit b* )ereigeb°M ihnen auch sind sowie W lilirN1 'I* IN n°stik- g chten- 8 q. 'S’«! x-Z WL PlB' MLel: Ä Or u|el - Zur Fünfhundertjahrfeier seiner Einweihung. In diesen Tagen feiert Florenz den fünfhundert- jährigen Gedenktag der Einweihung seines Domes durch Papst Eugen IV. Alle, die dieses stolzeste Denkmal Florentiner Renaissance kennen, werden sich in diesen Tagen sein Bild vergegenwärtigen, werden ich, rückblickend, des Tages erinnern, da sie zum ersten Male feine Kuppel in ihrem köstlich lichten 3raun, in unvergleich harmonischer Wölbung über Florenz stehen sahen, das Stadtbild zu wundervoller Geschlossenheit krönend. Sie werden sich der Stunde zinnern, da sie, durch das Gewirr der Gassen zu ihm gelangend, den Dom zum ersten Male betraten Vielleicht war es damals gerade Abendzeit. Dämmerung und Kühle im Raum, der durch seine Weite and Strenge überrascht — ein „gefrorener See" nennt ihn Ruskin. Kerzen sind eben gelöscht, und ter Dunst des Weihrauchs steht in der Wölbung les Schiffes wie ein blauer Schleier. Auf dem Mar- norboben spielt ein letzter tiefgoldener Sonnenstrahl. Der Fuß des Eintretenden zögert am Portal des Domes, wenn man zum ersten Male mit einem großen Kunstwerk in Berührung kommen soll. Und in diesen Minuten des Zögerns vergegenwärtigt man sich noch einmal feine Geschichte. Die alte Kirche. An dieser Stelle erhob sich einst ein viel älteres Heiligtum, Santa Reparata. Seine Geschichte geht in los frühe Mittelalter zurück. Die Legende erzählt con einer syrischen Heiligen, der zu Ehren die Kirche errichtet worden ist. Die ersten Dokumente stammen ous dem achten Jahrhundert. In diese Zeit fällt der besuch eines hohen Gastes aus dem Norden: Karl d?r Große hat hier eine Weihnacht gefeiert. Dante trat für die Freilegung der bürd) ein Hospital beengten Santa Reparata und des Baptisteriums, des cd« ihm gepriesenen „Bel San Giovanni", ein. Das Siegesmal. Santa Reparata muß nach allen Berichten eine frjöne Kirche gewesen sein. Ende des dreizehnten Jahrhunderts wurde sie baufällig, eine gründliche Jteftauration hätte sie wohl wieder in alter Schön- I jieit hergestellt. Die Guelfen aber, nach dem Sieg Dom Campeldino Herren der Stadt und von Stolz a, schwellt über den am Boden liegenden ghibellini- fdten Feind, beschlossen, diesem Sieg ein unsterbliches Dsnkmal zu setzen. Sie wollten eine neue Kirche errichten, die alte Reparata genügte ihrem Triumph- glfühl nicht mehr. Es sollte an ihrer Stelle das „erhabenste, prächtigste Gebäude entstehen, das Oster-Enttäuschung. Wer an dem herrlichen Karfreitag mit seinem prächtigen Frühlingswetter die Hoffnung gehegt hatte, zu Ostern werde uns vom Wettergott ein gleiches schönes Festtagswetter beschert werden, der erlebte bereits am Ostersamstag eine arge Enttäuschung. Statt Sonnenschein und linder Frühjahrsluft erlebten wir an diesem Tage bei zeitweisem Schneeregen und Graupeln ein Wetter, das mehr nach Winter, als nach Ostern aussah, einen gut geheizten Ofen zur besonderen Annehmlichkeit machte und vielen Männern und Frauen Anlaß gab, beim Gang in den Straßen wieder den Wintermantel zu Ehren kommen zu lassen. N'cht viel besser zeiate sich der erste Osterfeiertag. Wenn er auch in Gießen und in der nächsten Umgegend keine Neuauflage des Schneeregen- und Graupelwetters vom Tage vorher brachte, so wartete er doch, wie fein Vorgänger, auch mit einer Temperatur auf, die das Verweilen in der schön geheizten Stube entschieden angenehmer machte, als einen Gang ins Freie. Und so kam es denn auch, daß am ersten Feiertag der Spaziergängerverkehr und die Zahl der Eisenbahn- ober Kraftpostaus- flügler nach ber Umgegenb verhältnismäßig gering waren unb manche Ausflugs-Gastwirte eine arge Enttäuschung erlebten; vom Morgen bis zum Abenb erwies sich ber ganze erste Feiertag als eine Niete. Etwas besser ließ sich ber gestrige zweite Feiertag an, ber am Vormittag unb am Nachmittag einige Stunden lang von Hellem Sonnenschein erfüllt war unb infolgebessen stärkeren Verkehr ber Spaziergänger unb ber Eisenbahnausflügler brachte, aber hinsichtlich seiner Temperatur auch noch mancherlei Wünsche unerfüllt ließ. So haben wir benn an ber Feiertagsbescherung bes Wettergottes mit gutem Grunb allerlei Mängel festzustellen unb zu registrieren, baß bie Dfterfeiertage als Ganzes gesehen uns eine Enttäuschung gebracht haben. Die Reichsbahn hatte schon von Mitte voriger Woche ab im Fernverkehr großen Betrieb zu verzeichnen. Von Mittwoch ab bis zum Samstag, wo ber Fernreiseverkehr seinen Höhepunkt erreichte, mußten sogar mehrere Sonberzüge gefahren werben, ba ber planmäßige Zugverkehr ben Anbrang ber Reisenden nicht vollständig aufnehmen konnte. Der Rückreiseverkehr hat seit gestern abenb roieber lebhaft eingesetzt. Im Ausflugsverkehr nach ber näheren Umgebung war bagegen ber Betrieb an beiben Feiertagen sehr gering’ eine natürliche Folge bes ungünstigen Wetters. Die Polizei unb bie Sanitätskolonne vom Roten Kreuz berichten gleichfalls von fast völliger Feiertagsruhe, ba auch bei ihnen fast keinerlei Inanspruchnahme auftrat. Die Gottes- bienfte in unseren Kirchen waren an beiben Feiertagen gut besucht. Neue Naturschutzverordnung zum Schuhe der wild wachsenden Pflanzen und der nicht jagdbaren wild lebenden Tiere. Die Naturschutzbewegung hat in diesen Tagen einen neuen, bemerkenswerten Fortschritt erzielt. Nachdem im Juni vergangenen Jahres das Reichs- naturfchutzgesetz erlassen wurde, ist nunmehr eine Naturschutzverordnung ergangen, die sich mit dem Schutz der wild wachsenden Pflanzen und der nicht jagdbaren wild lebenden Tiere, insbesondere den Angehörigen der Dogelwelt, beschäftigt. Die Verordnung erschien gerade zur rechten Zeit, um unserer Frühlingsflora den ihr so notwendigen Schutz zu sichern. So ist es beispielsweise für jedermann verboten, Schachblumen, die gelbe Narzisse, Küchenschellen aller Art und Seidelbast zu pflücken oder zu be- erlitt, so daß er bewußtlos der Chirurgischen Klinik zugeführt werden muhte, ist dort in der Nacht zum Ostersonntag, ohne das Bewußtsein wiedererlangt, zu haben, gestorben. ** Tödlicher Berkehrsunfall in der Rodheim er Straße. Am gestrigen Oster» montagnachmittag ereignete sich in der Rodheimer Straße in der Nähe des „Feldschlößchens" ein 93er- kehrsunfall, dem leider das Leben eines Kindes zum Opfer fiel. An jener Stelle wollte das noch nicht ganz zwei Jahre alte Töchterchen eines hiesigen Handwerksmeisters von der einen Straßenseite über den Fahrdamm nach der anderen Straßenseite laufen, als im gleichen Augenblick der Personenkraftwagen eines Gießener Einwohners herannahte. Da das Kindchen ganz unvermutet und plötzlich auf den Fahrdamm sprang, lief es geradezu in den Kraftwagen hinein. Es wurde zu Boden geworfen und erlitt einen schweren Schädelbruch. Der Autofahrer verbrachte das bedauernswerte Kind sofort noch der Chirurgischen Klinik, wo es jedoch bald nach der Einlieferung verstarb. ** M i t dem Motorrad gegen ein Last- u u t o. Am Ostersamstagabend rannte ein Motorradfahrer aus Garbenteich an der Ecke Neustadt-Os- waldsgarten mit seiner Maschine gegen ein Lastauto. Dabei erlitt der Motorradler einen Knöchelbruch und Hautabschürfungen, die seine Ueberführung durch die Sanitätskolonne nach der Chirurgischen Klinik erforderlich machten. In den letzten Wochen fanden gemeinsame K r e i s f a ch s ch a s t s t a g u n g e n der Getreide-und Futtermittelverteiler, der Verteiler von Mehl und Mühlenfabrikaten und der Kartoffelverteiler innerhalb der Landesbauernschaft Hessen-Nassau in Darmstadt, Heppenheim, Michelstadt, Frankfurt am Main, Wiesbaden, Wetzlar, Limburg, Alsfeld und Schotten statt. Bei den jeweiligen Tagungen waren die Kreisbauernführer bzw. deren Beauftragte, sowie viele Bezirksbauernführer und Ortsbauernführer zugegen, ebenso die Kreiswirtschaftsberater. Um alle strittigen Fragen seitens der Fachschaftsmitglieder sofort beantworten zu können, waren von der Landesbauernschaft die zuständigen Vertreter, sowie der Leiter der Futtermittelaußenstelle, ferner die Geschäftsführer der Marktverbände anwesend. Die Versammlungen erfreuten sich eines außerordentlich starken Besuches durch Landhandel und Genossenschaften. Nach Eröffnung nahm zuerst der Landesfachschaftsleiter der Getreide- und Futtermittelverteiler, Wilhelm U l b r i ch (Darmstadt), das Wort, um eingehend den Aufbau der Fachschaften und die Aufgaben der Landes- und Kreisfachschaftsleiter darzulegen. Herr Ulbrich ermahnte die Verteilergruppen, Landhandel und Genossenschaften, den zeitweise überspitzten Konkurrenzkampf zwischen Handel und Genossenschaften zu beseitigen und in gutem Einvernehmen miteinander zu arbeiten. Hierauf sprach der Landessachschaftsleiter der Verteiler von Mehl- und Mühlenfabrikaten Ott- Beisetzung des ObervenvatterS Büchsenschüh. = Li ch, 13. April. Unter sehr großer Beteiligung von nah und fern fand am heutigen zweiten Osternachmittag die Beerdigung des am Karfreitag in früher Morgenstunde plötzlich durch einen Schlaganfall aus dem Leben geschiedenen Oberverwalters des hiesigen Fürst zu Solms-Lichschen Hofguts, Wilhelm Büchsenschütz, statt. Dabei kam noch einmal die große Verehrung zum Ausdruck, die der Entschlafene wegen seiner hervorragenden Verdienste in weiten Kreisen genoß. Der Leichenzug wurde von einer Abordnung der SS., der Sängeroereinigung „Cäcilia", dem hessen- nassauischen Verband der Schäfer, der Kriegerkameradschaft und der Gefolgschaft des Hofguts Lich angeführt, hinter dem Leichenwagen schritten die Angehörigen und die Familienmitglieder des Fürstlichen Hauses, u. a. Für st Reinhard, Erbprinz Dr. Hermann Otto zu Solms- Hohensolms, Lich, und Graf Wilhelm zu Solms-Laubach, Vertreter des Landesbauernführers, der Landesunioersität Gießen, sowie viele Berufskameraden, Freunde und Bekannte aus unserer Stadt, der näheren und weiteren Umgebung. Die Trauerfeier am Friedhof wurde durch den Chor der Sängervereinigung Cäcilia „Heber den Sternen" eröffnet. Im Anschluß an ein Osterwort sprach dann der zuständige Ortsgeistliche, Stifts- dechant Kahn, und ließ das reich gesegnete Lebenswerk des Heimgegangenen in Familie, Beruf, Gemeinde und Volk vor der Trauergemeinde noch einmal lebendig werden. Nach Einsegnung, Gebet und Segen ließen die Gefolgschaft des Hofguts Lich, die Fürstliche Familie, die landwirtschaftlichen Institute der Universität Gießen, die Landesbauernschaft und der Landesbauernführer, der Verein für Schafzucht in Nassau- Hessen, deren verdienstvoller Vorsitzender der Verewigte seit Jahrzehnten war, der Verband der nassau-hessischen Schäfer und die Kriegerkameradschaft Lich im Kyffhäuserbund durch ihre Sprecher unter ehrenvollen Nachrufen und entsprechender Würdigung der großen Verdienste um alle Zweige der Landwirtschaft und der hervorragenden Charaktereigenschaften des treuen und echt deutschen Mannes prachtvolle Kranzspenden am Grab niederlegen. Das Gedächtnis von Wilhelm Büchsenschütz wird im Segen weiterwirken. 3m Srubenteich ertrunken * Grünberg, 13. April. In einem bei dem Dorfe Flensungen gelegenen Grubenteich der Gewerkschaft Luise zu Weickartshain fand man nach langem Suchen die Leiche des seit einigen Tagen vermißten 18 Jahre alten H. Michel aus L e h n h e i m. Ob Selbstmord, ein Unglücksfall ober ein Verbrechen vorliegt, ist noch nicht bekannt. Landkreis Gießen § Steinbach, 14. April. Im Anschluß an den Ostergottesdienst am zweiten Osterfeiertag wurde auch hier eine S ch u la n f a n g s a n d g ch t abge- halten. Gegenüber 22 Konfirmanden wurden dieses Jahr nur 13 Kinder in die Schule aufgenommen. --- Alb ach, 14. April. Am zweiten Osterfeier- tage fand hier die K o n f i r m a t i o n unserer diesjährigen Konfirmanden statt. Es waren brei Jungen und drei Mädchen: Karl Schäfer, Ludwig Balser, Wilhelm Heinrich Will; Hildegard Becker, Paula Arnold, Else Schmitt. Bei der Feier sangen die Kinder unter Leitung ihres Lehrers Groh zwei ** Der Gesangverein „Heiterkeit" unternahm, wie man uns berichtet, am Karfreitag bei herrlichem Frühlingswetter feinen traditionellen Frühjahrsausflug nach Grohen-Buseck. Die Vereinsmitglieder nahmen in großer Zahl an der etwa zweistündigen Wanderung teil. In vortrefflicher Sängerkameradschaft verlebte man beim Gesang herrlicher Lieder und bei humorvollen Vorträgen einige schöne Stunden der Erholung, die allgemein Anklang fanden. Gießener Dochenmarktpreife. * Giehen , 14. April. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,55 Mk., Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mk., Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse 6 10, ungezeichnete 8, Wirsing, das Pfund 20 bis 25, Weißkraut 15, Rotkraut 18 bis 20, Gelbe Rüben 10 bis 12, Rote Rüben 10 bis 12, Spinat 10 bis 15, Unterkohlrabi 8, Feldsalat 80 Pf. bis 1 Mk., Tomaten 45 bis 50 Pf., Zwiebeln 12 bis 14, Meerrettich 35 bis 70, Schwarzwurzeln 20 bis 35, Rhabarber 20 bis 30, Aepfel 20 bis 50, Zwetfchenhonig 40 bis 45, Blumenkohl, das Stück 45 bis 55, Salat 20 bis 25, Salatgurken 70 bis 80, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 20, Sellerie 10 bis 40, Radieschen, das Bund 15 Pf. mar Wetzel, Frankfurt a. M., um seinerseits die Verteiler zu ermahnen, die von dem G. W. 93. festgelegten Handelsspannen einzuhalten und nicht durch ungesetzliche Machenschaften Sabotage zu treiben. Er erinnerte die Berufskameraden daran, wie traurig es mit dem Mehlhandel gestanden hatte vor Inkrafttreten des gesetzlichen Reichsmehlschlußscheines. Alsdann erörterte der Landesfachschaftsleiter der Kartoffelverteiler, M o x t e r, Frankfurt a. M. eingehend den Aufbau der Kartoffelwirtschaft. Er brandmarkte das unsaubere Verhalten einzelner Verteiler bei der Ausstellung der Schlußscheine, beim Kauf vom Erzeuger und streifte die wichtigsten Anordnungen bezüglich der Abnahme und des Weiterverkaufes bei Waggongeschäften. Der Geschäftsführer des G. W. V. P e t f ch , sowie der Geschäftsführer des Kartoffelwirtschaftsverbandes Bolle, nahmen dann Veranlassung, vom Gesichtspunkt der Wirtschaftsverbände aus die wichtigsten Fragen zu erörtern. Eine allgemeine Aussprach schloß sich jeweils an, wovon reger Gebrauch gemacht wurde; die gestellten Fragen konnten durch die Vertreter der Landesbauemschaft bzw. der Verbände beantwortet werden. Bei allen Tagungen trat erfreulicherweise nach Schluß der mehrstündigen Versammlung die Erkenntnis zutage, daß es unbedingt möglich ist, Landhandel und Genossenschaften im Interesse von Erzeuger und Verbraucher zu einer festen Einheit zusammenzuschmieden. Lieder. Anschließend an die Konfirmation fand auch die Schulanfängerandacht statt; es sind dieses Jahr sieben Kinder, fünf Jungen und zwei Mädchen, die in die Schule ausgenommen wurden. Die Kinder waren mit Kränzchen und Blumen- sträußchen geschmückt. * Rödgen, 14. April. Heute begeht unser Mitbürger Heinrich Balser VI., Gießener Straße, seinen 8 7. Geburtstag. Der Jubilar ist noch sehr rüstig. * Daubringen, 13. April. Don einem schweren Unglücksfall wurde die 42 Jahre alte Ehefrau Elisabeth 9V al ter von hier betroffen. Die bedauernswerte Frau fiel so unglücklich von einer Leiter, daß sie mit schweren inneren Verletzungen von der Gießener Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in die Klinik gebracht werden mußte. * Harbach, 13. April. Am Ostersamstag zog sich der 48 Jahre alte Landwirt Georg Wenzel von hier bei der Arbeit schwere Verletzungen der rechten Hand zu. Der Verunglückte mußte die Hilfe der Chirurgischen Klinik in Gießen in Anspruch nehmen. 0 Lang-Göns, 13. April. Seit einigen Tagen treten die Masern hier sehr stark auf. Ein großer Teil aller Kinder liegt zu Bett. Im allgemeinen handelt es sich um leichtere Fälle. —.— Aus der mittleren We11erau, 13. April. Während im Vorjahre nur ganz vereinzelt Lein gesät wurde, ist man in diesen Tagen in allen Dörfern dabei, den Flachsbau aufzunehmen. Gegenwärtig werden die meist kleinen Flächen bestellt. Durch die Landesbauernschaft wurde den Flachsanbauern die notwendige Ausklärung über Bodenbearbeitung, Düngung und Saatgutmenge zuteil, so daß mit einem vollen Erfolg zu rechnen ist. Neben der jedem Dorfe aufgegebenen Pflichtanbaufläche wird von allen Bauern und Landwirten noch aus jeden Hektar bewirtschafteter Fläche ein Quadratmeter Flachs für die Adolf-Hitler-Flachs- spende angebaut, die dem Führer am Erntedank- tag 1936 durch den Reichsbauernführer überreicht werden soll. Winterraps und - r ü b f e n stehen in voller Blüte. In allen Feldmarken leuchten die gelben Streifen weit zahlreicher als in den letzten Jahren, ein Zeichen dafür, daß der Bauer gewillt ist, die Erzeugungsschlacht auch auf dem Gebiete der Fett- und Oeloersorgung zum siegreichen Ende zu sühren und uns vom Ausland unabhängig zu machen. Mit dem Legen der Frühkartoffeln wurde bereits begonnen. Kreis Bübingen r Mittleres Niddatal, 13. April. Infolge des günstigen Wetters hat sich die W i n t e r f r u ch t ausgezeichnet entwickelt, die Sommerfrucht ist vorzüglich aufgegangen und wächst zusehends. Der Klee ist gut überwintert und zeigt einen buschigen Stand; ebenso verhält es sich mit dem Wiesen-- gras. Die Kartoffeläcker sind gut vorbereitet, hier und da werden schon Frühkartoffeln gesteckt. Die Ob st bäume aller Art zeigen große Mengen Knospen, die bei Frühäpfeln und Birnbäumen bald aufplatzen werden oder gar schon Blüten zeigen. Wie Hier, so rechnet man auch bei den verschiedensten Steinobstsorten, die zum großen Teil jetzt vollauf blühen, auf einen erheblichen Ertrag. Mehr als sonst hat man die Winte r s p r i tz u n g mit Karbolineum zur Vernichtung von tierischen und pflanzlichen Schädlingen durchgeführt. Eben trifft man Vorbereitungen zur Ausführung der Vorblütenspritzung. Leider findet man immer noch Leute, die dem Spritzver- jahren unbegreiflicher Weise gleichgültig gegenüber» stehen. Erfreulich ist jedoch die Tatsache, daß in zahlreichen Gemeinden oft mehrere Spritzen in Privatbefitz neben der der Gemeinde gehörigen zur Schädlingsbekämpfung verwandt werden. Kirche und Schule. Wiederherstellung des ^echtssriedens in der Evang. Landeskirche Nassau-Hessen Eine „Erste Verordnung" mit diesem Ziel hat am 28. März der Landeskirchenausschuß der Evangelischen Landeskirche Nassau-Hessen in lieber» einftimmung mit den vom Reichskirchenausschuß gegebenen Richtlinien beschlossen. Nach § 1 sind Theologische Prüfungen, die feit dem 1. Januar 1934 bis 20. Dezember 1935 abgeleistet ind, von dem Landeskirchenausschuß als gültige Prüfungen anzuerkennen, nachdem insbesondere durch Einsicht in die Prüfungsvorgänge nachaewie- sen ist, daß die abgehaltenen Prüfungen und das eingeschlagene Verfahren im allgemeinen den kirchengesetzlichen Bestimmungen entsprochen haben. Im Zweifelsfalle kann der Landeskirchenausschuß die Anerkennung von einem Kollegium abhängig machen. Nach § 2 sind die seit dem 1. Januar 1934 bis 20. Dezember 1935 vorgenommenen Ordinationen in der Regel von dem Landeskirchenausschuß als gültige Droinationen anzuerkennen, wenn estgestellt ist, daß bei ihrer Erteilung die Voraussetzungen für die Hebertragung eines geistlichen Amtes in der Landeskirche vorgelegen haben und das Ordinationsgelübde in der durch die Ordnung der Kirche vorgeschriebenen Form abgelegt worden ist. Bei der Beurteilung sind die in § 1 anerkannten Prüfungen den ordnungsmäßig abgelegten Prüfungen gleichzuachten. War eine Prüfung am 20. Dezember 1935 bereits begonnen, so ist nach § 3 dieser Teil der Prüfung nicht zu wiederholen. Die Prüfungsakten und Personalnachweise sind dem Landeskirchenausschuß zuzuftellen. Die Prüfungskandidaten sind gehalten, sich bei dem Landeskirchenausschuß unter Hinweis auf den bereits geleisteten Teil der Prüfung zu melden. Dabei findet § 1 dieser Verordnung Anwendung. Die Verordnung trat am 1. April in Kraft. Preußen. Kreis Wetzlar. (D Krofdorf, 13. April. Schon vor 150 und mehr Jahren rühmte man in Krofdorf Musikalität und Sangesfreudigkeit. Das hat bis auf den heutigen Tag feine Gültigkeit. Besonders in dem fast Zu einem triumphalen Erfolg für die deutsche Automobilindustrie, zu einem einzigartigen Erfolg aber auch für Deutschlands besten Autorennfahrer, Rudolf Caracciola, gestaltete sich der „Große Preis von Monaco" am Ostermontag, jenes Rennen, das in seiner Art einmalig ist in der Welt und das in tollem Wirbel durch Die Straßen der am Mittelmeer gelegenen Stadt Monte Carlo führt. Aber Rudolf Caracciola steht mit seinem großen Sieg auf Mercedes-Benz nicht allein. Hinter ihm rasten der Italiener V a r z i (Auto-Union) und der deutsche Bergmeister Hans Stuck (Auto-Hnion) über die Ziellinie und sorgten somit dafür, daß der Triumph des deutschen Rennwagens überwältigend wurde. In diesem ersten „Großen Preis" der neuen Saison lagen auch die Alfas, Maseratis und Bugattis im Rennen und das Fahreraufgebot war „auserwählt". Aber sie alle endeten weitab geschlagen, auch die neuen Alfa-Romeo-Wagen, von denen man sich Wunderdinge versprochen hatte, mußten sich den schnellen deutschen Wagen beugen. Tausende und aber Tausende von Motorsportbegeisterten feierten Rudolf Caracciola nach seinem grandiosen Siege. Glückwunsch des Führers. Voll Stolz meldete der Führer des deutschen Kraftfahrfports, Korpsführer Hühnlein, dem Führer den Ausgang des Rennens und schon wenig später hielt Caracciola ein Telegramm in Händen: „Zum ersten Sieg 1936 meinen herzlichen Glückwunsch! Adolf Hitler." Start in strömendem Regen Strömender Regen ergoß sich über die 18 Rennwagen, die sich am Hafen zum Start stellten. Der Italiener Aymini, der den mit Flugzeugmotor aus» gestatteten Trossi steuern sollte, und der Ungar Hartmann auf Maserati fehlten. Dann fiel die Startflagge. Der Italiener Nuvolari setzte sich sofort an die Spitze, aber nur kurz ist die Zeit seiner Führung; „Carratsch" lost ihn ab. Die Straßen sind durch den Regen unheimlich glatt geworden, dazu kommt noch, daß Brivio (Alfa Romeo) Oel verliert. Eine breite Oellache befindet sich vor der Schikane. Chiron (Mercedes - Benz) gerät ins Schleudern und fährt auf die Schikane auf. Bremsen kreischen auf und schon stehen fünf Wagen in dichtem Knäuel zusammen. Rosemeyer braust heran und streift das Hinterrad von Brauchitschs, der daraufhin aufgibt. Auch Farina, Alfa Romeos großer Favorit, scheidet aus, wenig später Rosemeyer mit seinem Auto-Union. Dann folgt Brivio. Caracciola und Nuvolari liefern sich einen" heißen Kampf. Der neue Alfa wird von Nuvolari auf immer höhere Touren gebracht und schließlich setzt sich der Italiener in der 9. Runde an die Spitze. Bald liegen nur noch die beiden Auto-Union-Wagen in der gleichen Runde wie Nuvolari und Caracciola. Von sieben deutschen Wagen befinden sich noch drei im Rennen. Aber alle drei deutschen Wagen befinden sich auf den vorderen Plätzen, zusammen mit Nuvolari mit dem einzigen ausländischen Wagen. Auf 11 Teilnehmer ist das Feld zusammengeschmolzen. Caracciola jagt Nuvolari vor sich ber und in der 26. Runde setzt sich sein silbergrauer Mercedes an die Spitze. Er hatte diese Leistung nach einer im 83er-Tempo gefahrenen Runde — die schnellste, die bisher dahin vollbracht wurde — erzielt. Caracciola fährt schneidig und sichert sich allmählich einen Vorsprung von 36 Sekunden. Immer neue Rundenbestzeiten. Obwohl der Regen unvermindert anhalt, wird die Geschwindigkeit größer. Immer höhere Durchschnitte werden erzielt und besonders Varzi tut sich dabei hervor. Die führenden Wagen schaffen jetzt immer neue Rundenbestzeiten. Ein herrlicher Kampf entjpinnt sich, durch den die übrigen immer weiter 100jährigen Gesangverein „Germania- Krofdorf wird von jeher der Gesang gepflegt. Jeweils zur beginnenden Frühjahrszeit legt der Verein vor der Öffentlichkeit Zeugnis ab von jahrsüber geleisteter Arbeit. Das diesjährige Konzert fand am Osterfonntagabend statt. In der vollbesetzten Turnhalle sah man neben den Einheimischen zahlreiche auswärtige Gäste. Der Dirigent des Vereins, Phil. Groß (Wieseck), wartete mit einem vokal und instrumental abwechslunasreichen Konzert auf. Das Orchester unter seiner Leitung eröffnete mit der Ouvertüre zu der Oper „Titus" von Mozart. Die beiden ersten Chore („Nur die Tat macht frei" und „Für Deutschland") stellten eine Huldigung an Volk und Vaterland dar. Gut klang Schuberts „Das Dörfchen" mit Klavierbegleitung. Je zwei Chöre von Heinrichs („Ich ging an einem Frühmorgen" und „Es blies ein Jäger") und Silcher („Steh ich in finsterer Mitternacht" und „Klosterfräulein") sowie „Es hat ein Bauer ein schönes Weib" und „Erntereigen" fanden als Lieder im volkstümlichen Ton großen Anklang. Wenn hier und da die Tenore etwas fcbwach erschienen, fo möge dies ein Anlaß fein, daß aus der sangesfrohen Bevölkerung des großen Ortes noch mancher den Weg zu aktiver Sangesbeteiligung in den Verein finden möge, um die bisherige Schar zu stützen und zu ergänzen. Diesen Gedanken brachte auch der Vorsitzende der „Germania" Ernst Schleen- b e ck e r in einer kurzen Ansprache zum Ausdruck. Das Konzert, zu dessen abgerundetem Gelingen auch die mannifachen Darbietungen des Orchesters beitrugen, zeigte das ernste Streben des Vereins und seines rührigen Dirigenten. <£ Rodheim a. d. Bieber, 14. April. Heute begeht der Anstreichermeister und NS.-Hago-Füh- rer Wilhelm Seipp von hier das fünfundzwanzigjährige Geschäfts- und Ehejubiläum, wozu ihm von allen Seiten herzliche Glückwünsche dargebracht wurden. — Am Palmsonntag wurden im Kirchspiel Rodheim a d. Bieber (einschließlich Filial Fellingshausen) insgesamt 76 Kinder konfirmiert und zum heiligen Abendmahl zugelassen. Davon entfielen auf die Gemeinde Rodheim 14 Knaben und 20 Mädchen, auf Bieber 7 Knaben und 5 Mädchen, auf Fellingshausen 9 Knaben und 11 Mädchen und Vetzberg 7 Knaben und 3 Mädchen. * R o d h e i m a. d. Bieber, 13. April. Bei einem Sturz vom Fahrrad am zweiten Feiertag erlitt der 48 Jahre alte Maurer Wilhelm L e u ch e l von hier einen Oberschenkelbruch. Der bedauernswerte Mann mußte von der Gießener Sanitätskolonne vom Roten Kreuz der Chirurgischen Klinik in Gießen zugeführt werden. zurückfallen. Den Schluß des Feldes bildet 9Äl- liams mit acht Verlustrunden. Nuvolari kommt gegen die drei Deutschen nicht mehr an. Varzi verfolgt feinen Markengefährten Stuck und gewinnt mehr und mehr an Boden, bis er den deutschen Bergmeister schließlich in der 82. Runde hinter sich läßt. Oer Endkampf. Stuck muß sich in der 84. Runde sogar eine Heberrundung durch Caracciola gefallen lassen, nachdem auch Nuvolari den Angriffen Caracciolas nicht mehr gewachsen war. Caracciola und Varzi befanden sich jetzt in einer Runde. 200 Meter trennten die beiden und vergebens versucht Varzi aufzuschließen. Caracciola erhält von seinem Renn- Iciter Zeichen und schon steigert er das Tempo. Im Nu vergrößert er den Abstand in meisterhafter Fahrt auf über 2 Kilometer. Die letzten Runden brechen an. Caracciola steht sie sicher durch und beendet das Rennen als Sieger. Eine riesige Zuschauermenge jubelt ihm zu, als er aus feinem Wagen steigt. Unter den Klängen des Deutschlandliedes ertönt aus dem Lautsprecher die Stimme des Ansagers, der den deutschen Sieg verkündet. Boxen: Rordheffen — Westfalen 11:7. Im Kasseler Stadtpark-Saal standen sich am Karfreitagabend zwei Auswahl - Boxstaffeln von Nordhefsen und Westfalen gegenüber. Die Gäste, die nur eine schwächere Vertretung geschickt hatten, verloren mit 7:11 Punkten. Im Rahmen der Veranstaltung wurde der Bantamler S t a s ch - BC. 26 Kassel für die Erringung der Deutschen Meisterschaft feiner Gewichtsklasse geehrt. Kurze Sportnotizen. Konrad Böcker-Frankfurt, der beim Olympia 1896 in Athen in der siegreichen deutschen Turnmannschaft stand, ist im Alter von 65 Jahren gestorben. Böcker hat sich auch um das Wasserspringen verdient gemacht. ♦ Die Oster-Hockeyturniere begannen durchweg am Karfreitag. Dabei gab es überall unerwartete Ergebnisse. In Wiesbaden wurde der Indian Gymkhana-Club vom Wiesbadener THC. doch mit 1:5 geschlagen, in Kreuznach verlor Medoc Bordeaux mit dem gleichen Ergebnis gegen den Kreuznacher HC. — Mit 3:5 unterlag in Heidelberg die Universität London der Uni Heidelberg. Auch in Homburg, Gladbach usw. gab es auf der ganzen Linie bei gutem Wetter und zufriedenstellendem Besuch guten Sport. * Das Frauen-Hockeyturnier in Berlin» DaMem begann am Freitag unter Beteiligung von Ländermannschaften aus sechs Nationen. Deutschland besiegte Spanien einleitend ganz überlegen mit 11:2 (4:1) Toren, Holland gab Ungarn mit 6:0 (3:0) das Nachsehen und Dänemark zeigte sich Oesterreich mit 4:0 (2:0) überlegen. Rund 1000 Zuschauer wohnten den trotz der hohen Ergebnisse nicht einseitigen Kämpfen bei. Die deutschen Spielerinnen gewannen außerdem leicht mit 6:0 (2:0) über Dänemark. Fußball-Ireundschastskämpfe im Reich. Die Ergebnisse. Kickers Offenbach — VfL. Benrath 1.2; SV. Wald» Hof — FC Schalke 04 1:1; Stuttgarter SC. gegen Hjpest Budapest 2:5; Wacker München — 1. SV. Jena 1:2; Borussia Fulda — VfR. Mannheim 1:0; VfB. Kurhessen Marburg — Vikt. Aschaffenburg 3:2; Spvgg. Baden-Baden — Freiburger FC. 3:5; FD. Mombach 03 — VfB. Friedberg 1:1; Gutsmuts Dresden — Bayern Hof 5:2; Eintr. Braunschweig gegen Eintracht Frankfurt 3:5; Dresdener SC. ge- Landhandel und Genossenschaften in einer Front. Obecheffen Caracciola siegt im „Großen Preis von Monaco" | A« «■ «„da ®or" Mdiltsstt vornan vos Url)ebett«d)f5f(f)u6: w B flnbt*”“ 'Mrö!" Lai.il. Ä.’ Ä*t» ii. S=! 3rg. b« Cft «■, «sa s Krg*." E. Stund üJÄ “ eniM Mete, ®OftegL; ?"d 6iefeftr"S i4l »b fite $4 n lan9i"’ bu® p-jfe S-Ä sÄ«* BerteidiM" Hit ton im Ml“ g(| int ®i6en 1 i us feinem , N’d)fanb= | *imme des sich am sseln von 1 Die Gaste, ; idt hatten, i der Der- ; ch-M.R n Meister- ! wurde in vier Vorläufen, zwei Zwischenläufen und zwei Endläufen ausgetragen. Jrn ersten Lauf lagen Kingrna und Neumann sicher vorne. Muhl, der anfänglich führte, konnte sich im Endspurt nicht behaupten. Im zweiten Lauf gualifizierten sich Tobias und Breuer, während der jüngere Schorn als Dritter einkam. Das Ergebnis kam umso überraschender, als man gerade I. Schorn als einen ausgezeichneten Spurter kennt. Im dritten Lauf siegte Borck in einem harten Kampf gegen Paduschek. Im vierten Lauf wurde sehr verhalten gefahren. Der sympathische Wetzlarer Göbel zeigte sich von der besten Seite und vermochte sich auf dem zweiten Platz durchzusetzen. Den Sieger des Laufes stellte der ausgezeichnete Kölner Schlösser. Im ersten Zwischenlauf kämpften die Kölner Kingma, Tobias, Breuer und der Gießener Neumann um den Sieg, Der klar an Breuer fiel. Im zweiten Zwischenlauf gab es eine angenehme Ueberraschung insofern, als der Wetzlarer Göbel in einer geradezu blendenden Manier die ausgezeichneten Fahrer (als die sie sich im Laufe Des Nachmittags wieDerholt erwiesen) PaDuscheck, Borck unD Schlösser hinter sich ließ. Ja, er vermochte sogar einige Meter zwischen sich unD seine Gegner zu legen. Im EnDlauf um Den ersten unD zweiten Platz mußte Göbel allerDings mit Dem zweiten W" ißlet M« kommt ge« Larzi vtzr« ) gewinnt deutschen hinter sich „Um zwölf Uhr roerDen Die Photos .Wochenschau' gebraucht. — Nun, klopft Dein Anfängerherzchen, mein Kind?" „Nicht im geringsten!" sagte Mariella. Ät Oer n°Mert vollbe. Aschen 23 Aer. ^nx Mert ?ffoete . von 1 und und ein ' Lieder Mn f)ier Vn’ la mnges» Wer )en Der. u stützen auch der hleen. lusdrulk Gelingen Orchesters Vereins Ü* heute °g°-Füh. uiund- Ehe. ten Herz, r Am eun q d. n) ins- "d zum eien auf rv Md, hen, auf chen und t Derl'^ . üb-«' [ifllM gen 1. FC. Nürnberg 1:3; FV. 06 Breslau — ASV. Nürnberg 1:0; Werder Bremen — Spvgg. Fürth 2:2; Berliner SV. 92 — Stuttgarter Kickers 2:1; VfB. Leipzig — Phönix Karlsruhe 4:0; Spvgg. 02 Erfurt — VfL. Neckarau 1:0; Hertha BC. gegen Wormatia Worms 5:4. Aordheffens Fußball-Elf abermals geschlagen. Gau Mitte sieg« 2:0 (1:0). Im zweiten Spiel der Osterreise des Gaues Nord- Hessen war Den Vertretern Des Gaues XII Das Glück abermals nicht holD. Nach Der Niederlage in Stettin reichte es auch in Halle vor 2500 Zu- begannen i überall M wurde ibener S# verlor M i es au! , zufriedenste! Mit großem Interesse sah man dem Punktefahren über 20 Runden entgegen, Das in jeDer zweiten RunDe eine Wertung braä)te. An diesem Wettbewerb beteiligten sich ausschließlich Die einheimischen Fahrer. Es starteten Neumann (Gießen), Göbel (Wetzlar), M e - b u s (GöbelnroD), K. Muhl (Gießen) und Weber (Gießen). Schade, daß Preis nicht mit im Wettbewerb stand. Das Punktefahren gestaltete sich zu. einem spannenden Duell zwischen Neumann und Göbel, die bei sämtlichen Rundenspurts vorne lagen und den ersten, bzw. den zweiten Platz für sich in Anspruch nahmen. Lediglich bei der 8. Wertung wurde Göbel einmal auf Den Dritten Platz verwiesen unD zwar Durch K. Muhl. Den Ersten machte in jeder der 10 Wertungen Neumann. Allerdings lag zwischen ihm und Göbel bestenfalls einmal eine Radlänge. Der Kampf wurde von Den Zuschauern mit großer Begeisterung verfolgt. Erfreulich ist es, daß Weber auch immer Dann im Wettbewerb bleibt, wenn für ihn auch keine Chance auf Sieg bleibt. Das SO-Kilometer-Mannfchastsrennen Dieser Wettbewerb sah von 10 vorgesehenen Mannschaften 8 am Start. Auch von Diesen 8 Mannschaften fielen währenD Des Rennens noch 2 Mannschaften Durch Aufgabe aus, unD zwar Gelpke-NeuwieD/Göbel-Wetzlar unD Mebus-Göbeln- rod/Spatz-Gießen. Die übrigen 6 Mannschaften setzten sich aber aus fast Durchweg gleichwertigen Kräften zusammen, so Daß sich ein harter Kampf entspann, Der reich an Sensationen war. Die Am 2. Feiertage wurDe Durch einen 6:0-Sieg Der 1. JugenD unD einen 3:2-Sieg Der 1. Schülerelf über Den Sportverein 05 Wetzlar Das Dfterprogramm beendet. Handball im Männer-Turnverein. Mlv. I — Tv. hausen I 10:8 (3:4). Einer Einladung Des Turnvereins Hausen waren Die Männerturner am Ostersonntag mit Drei Mann- schäften gefolgt. Die 1. Mannschaft mußte sick mächtig anstrengen, um gegen Die sich tapfer weyrenden Hausener erfolgreich zu bleiben. In fofgenber Aufstellung traten Die Männerturner an: Krausch I.; Winter, Seipp; Krausch II., Grünig, Hußke; Barth, Ploch, Weiß, Lindenstruth, Strack. Zunächst war man auf beiben Seiten ziemlich nervös, sämtliche Angriffe rourDen entroeDer schon von Den Läufern bzw. Der VerteiDigung zunichte gemacht. Zwei von Strack gut gemeinte Schüsse wurden von Dem sicher arbeitenDen Hausener Torhüter in schöner Manier gehalten. Weniger glücklich erging es seinem Gegenüber. Nach etwa 20 Minuten war Der Bann gebrochen. Ein Den Hausenern zugesprochener Strafwurf eröffnete Den Torreigen; wenige Minuten später mußte sich Krausch abermals geschlagen bekennen. 2:0 für Hausen! Zäh wurDe weiter gerungen. Im Anschluß an eine schöne Vorlage Des Gießener Mittelläufers konnte Der Halblinke Das erste Tor für feinen Verein erzielen. Ebenfalls war es Strack, Der kurz Darauf Das Ausgleichstor schoß. Mit einem schönen Strafwurf konnte Grünig für feinen Verein in Führung gehen. Mit zwei weiteren Toren stellten Die Hausener ein Halbzeitergebnis von 4:3 her. Daß Die zweite Spielhälfte noch Das positive (SnDergebnis für Die Männerturner braute, lag wohl in erster Linie an Der größeren Ruhe Der Gießener. In regelmäßigen Ab» ftänDen schossen Die Männerturner, verteilt auf Die einzelnen Stürmer, noch sieben weitere Tore, Denen Hausen noch vier entgegensetzen konnte. Mit 10:8 wurde Das jederzeit schöne und faire Spiel für Die Gießener Männerturner beenDet. Allo. Jugend — Tv. hausen Jugend 12:7 (6:3). Eine kombinierte JuaenDmannschaft konnte ebenfalls ihr Freundschaftsspiel in Hausen siegreich gestalten. Mit 12:7 mußte sich Die verstärkt antretenDe Hausener Elf geschlagen bekennen. In rounDerbaren Kombinationen schossen Die Männerturner Tor auf Tor. TrotzDem bekam Walter im Gießener Tor oft reichlich zu tun. 2Hfv. Schüler — Tv. hausen Schüler 1:3 (0:3). Die jüngsten Männerturner mußten sich, mit nur neun Mann spielenD, nach tapferer Gegenwehr mit 3:1 geschlagen bekennen. „Erhard!" Lautlos sagte sie es vor sich hin. Aber wie merkwürDig: Dieser Name brachte in ihrem Herzen feinen WiDerhall mehr. Sie schloß Die Augen, versuchte sich sein Gesicht vorzustellen, aber es gelang nicht. Die Züge ErharD von Hagens ver- schwammen ihr unD rourDen zu Denen Heßlings. „Ausgeträumt?" Lore unterbrach bewußt Ma- kiellas Traum. Sie konnte ja nicht wissen, an wen sie Dachte, unD wollte nicht. Daß sie in trostloses Grübeln verfiel. „Was ich beginnen möchte?" fragte Mariella unD sah sehnsüchtig vor sich hin. „Hinaus, Lore! Ganz Veit hinaus! Irgendwohin, wo man keine Häuser sieht unD keine Menschen. Nur Himmel — nur viel Himmel unD ErDe!" Lore nickte. Es traf sich gut, Daß Doktor Hartwig ihnen für Den ganzen heutigen Tag Den Wagen ,)ur Verfügung gestellt hatte. So konnte Mariellas Wunsch erfüllt roerDen. Das Auto fuhr auf Der clatten Chaussee Dahin und ließ die Großstadt weit tinter sich. Nach zwei Stunden schon waren sie weit draußen cn einem kleinen See. Jenseits zogen sich weite Wiesen und bebaute Felder hin. Sie saßen in einem ICeinen Kaffeegarten und schauten still hinaus. Die koldenen Getreidefelder wogten der Ernte entgegen. Her Himmel spannte sich wie ein Tuch aus glän- Mder Seide über die Landschaft. Ganz im Hintergründe weidete eine Herde Schafe, und die Heide- losenhecke, Die Den Kaffeegarten umgab, hauchte IstäubenDe Düfte aus. Gottesfrieden lag über Dieser stillen LanDschäft, unb Dieser FrieDe nahm nach unD nach auch Besitz oon Mariella. Lore hatte sich schon seit geraumer Zeit bemüht, durch betontes Herumhantieren mit ihrer linken §ond Die Aufmerksamkeit Der FreunDin zu erregen, liod) Die war noch ganz mit sich selbst beschäftigt. 3n langen, durstigen Zügen sog sie die jammer» Jugend futzball. Die 1. Jugend wurde am ersten Feiertag in Lauterbach mit 7:4 geschlagen. In Diesem Spiele konnten Die Gießener sich auf Dem kleinen Platz nicht zurechtfinDen unD mußten schon bei Halbzeit eine 4:2-Führung Des Gastgebers hinnehmen. Auch nach Der Pause konnten Die Lauterbacher sich in ihrem wuchtigen Spiel Durchsetzen unD erfochten einen oerDienten Sieg. Die 2. JugenD siegte in Geilshausen nach einem überlegen geführten Kampf mit 4:1 Toren. Die 1. Schülerelf trennte sich im Spiele gegen Sportfreunde Wetzlar Schüler mit einem unent« schieDenen Ergebnis. BeiDe Mannschaften führten ein gutes Spiel vor. Die 1. JugenD siegte am zweiten Feiertag in Als- felD 3:1. TrotzDem Die Alsfelder eine körperlich Den Gießenern überlegene Mannschaft ins FelD stellten, konnten sie sich gegenüber Dem technisch reiferen Spiel Der Gießener nicht Durchsetzen. Erwartungsgemäß wurDe Die zweite JugenD in Lich mit 4:1 Toren geschlagen. Die Gastgeber siegten in Dieser Höhe oerDient. Spielvereinigung 1900 Gießen. Lollar II — 1900II 1:1. Am ersten Feiertag ftanDen sich Die Reserven Der beiDen Vereine gegenüber. Die gezeigten Lei- ftungen konnten nicht befrieDigen. Das Resultat rechtfertigt Den Spielverlauf. Lollar AH. — 1900 AH. 4:3. Der SchieDsrichter ließ über Die volle Zeit spielen unD Da konnten Die Alten Herren Der Blau- Weißen nicht ganz mit. Für Die meisten Torerfolge schauern nicht zu einem Siege. Die Elf Des Gaues Mitte gewann 2:0 (1:0), unD ihr Sieg war auf @runD Der besseren Gesamtleistung nicht unverdient. Die besten Leute hatte Der Gau Mitte in dem bekannten Rechtsaußen Paul (Dessau) und dem Magdeburger linken Flügel Jakob-Winter von Kirckett Viktoria. Dazu kam eine gut eingespielte Hintermannschaft, die den Angriffen Des Gaues NorDhessen jeDerzeit gewachsen war. Der Führungstreffer fiel in Der 23. Minute Durch einen überraschenden 35-Meter-Schuß von Paul. Nach Der Pause waren die NorDhessen besser, sie gaben sich aber geschlagen, als in Der 17. Minute Elze auf Vorlage von Staudinger zum zweiten Male einsenden konnte. W* He"" DfB.-Reichsbahn Gießen. Eindrucksvoller 2:1-Sieg über Griesheim 02. Was niemanD zu erwarten gewagt hatte, wurde Tatsache. Die Gietzener stellten den glücklichen Sieger. Zweifellos arbeiteten Die Hiesigen Die großen Torchancen heraus, mußten aber eine technische Ueberlegenheit Der Gäste anerkennen. Seit langer Zeit haben wir ein so ausgeprägtes Flügelspiel, wie es Die Gäste zeigten, in Gießen nicht gesehen. Dem flüssigen Spiel Der Griesheimer gegenüber wirkte öfters bas Der Hiesigen verkrampft. Den Ausschlag für Den Gießener Sieg gab Die Umstellung Des linken Flügels, Denn nachDem LehrmunD halblinks spielte, war Der Gießener Sturm beDeutenD pro- Duktiver unD gefährlicher. Bei Den Gästen spielte Krieger, Der sonst Torhüter ist, auf rechtsaußen. Sein Ersatzmann im Tor war glänzenD. In Der VerteiDigung überragte Der rechte VerteiDiger. Die Läuferreihe hatte in ihrem linken Läufer Theves Den besten Mann. Die Angriffe Des Sturmes wurden von Den beiDen Außen getragen. Bei Den Gießenern war WloDarek Durch Fehling ersetzt. Balser im Tor machte einen unsicheren Ein- Druck. In Der VerteiDigung war Leutheuser I in großer Form. Der beste Mann auf Dem Platze war unstreitig Knaus. Fenster, wie gewohnt sicher. Hauptfeld war unter Form. Die erste ViertelstunDe war ohne Kampfhand- lung. Das Spiel bewegte sich meistens im Mittel- felb. NachDem ein guter Angriff Der Griesheimer abgeschlagen roorben war, entstaub bei einem Vorstoß ihres rechten Flügels vor bem VfB.-Tor ein Gebränge unb fast hätte ein grober Schnitzer von Balser zum ersten Erfolg für sie geführt. Haupt- felb rettete. Zwei Ecken für Griesheim würben von ihrem Halblinken neben bas Tor geköpft. Immer wieber kamen bie Gäste burch ihre Außenstürmer zum Zuge, scheiterten aber an ber Gießener Ver- teibigung. Ueberraschenb fiel bas erste Tor für bie Hiesigen. Heß setzte einem zwischen bie Verteibigung gelegten Ball nach, konnte an ben Tormann vorbeikommen unb schoß von links in einem spitzen Winkel ein. Halbzeit! Nach Wieberbeginn spielten bie Griesheimer wuchtiger. Ein Kopsbal! oon LehrmunD wurDe abgewehrt unD Der Nachschuß von SchmiDt ging Darüber. Auf Der Gegenseite konnten Die Griesheimer eine leichte FelDüberlegenheit erzwingen, Die aber vorerst zu keinen Erfolgen führte. Ein Deckungsfehler von HauptfelD unD Der Linksaußen legte eine halbhohe Flanke zu Dem Halbrechten, ber entschlossen einschoß. Kurze Zeit später mußte Krieger, ber sich bei einem Zusammenstoß verletzt hatte, ausscheiben, trotzbem brückten bie Griesheimer weiter. Hierburch staub Der Gießener Sturm öfters frei unD konnte DaDurch gefährliche Angriffe ein» leiten. Als LehrmunD unD Heß gemeinsam eine Flanke von rechts einDrütfen wollten, wurDe Heß unfair gelegt. Der fällige Elfmeter blieb aus. Es -roar tragisch für Die Gäste, Daß kurz vor Schluß 1te Durch ein Abseitstor geschlagen rourDen. Ein Zu- I pmmenfpiel Des Jnueusturmes unD LehrmunD, Der abseits jtanb, konnte unhaltbar in Die rechte untere 'Ecke einschießen. Alle Bemühungen Der Gäste, Den Ausgleich zu erzielen, scheiterten an Der Hintermannschaft Der Hiesigen. SchieDsrichter Volkmar- Wetzlar war gut. VfB.R. II — BL. Nauborn 21 I 1:2. Die zweite Elf hatte auscheinenD ihren Gegner zu leicht genommen unD mußte Durch ein Tor kurz vor Schluß Den Gästen Den Sieg überlassen. Auffällig war Die Schußunsicherheit Des Gießener Sturmes. Lollars zeichnete sich ein aktiver Spieler (Lotz) verantwortlich. Im großen unD ganzen hat Das Spiel jeDoch feinen Zweck erfüllt. verschiedene Hanblun- gen hatten wohl Die Lacher auf ihrer Seite, aber sanft zeigte es sich. Daß Die AH. trotz ihres gereiften Alters unD ihrer starken Körperfülle noch mit Dem Ball umzugehen wissen. Londorf I — 1900 fomb. 0:1. Durch einen Elfmeter kam Das Resultat zustande. Aeußerst enge Platzverhältnisse unD eine vollstänbig auf VerteiDigung eingestellte Mannschaft liehen weitere Erfolge nicht zu. Sportverein 1928 Garbenteich. Ergebnisse der Feiertage. Karfreitag: Garbenteich 1. Jugend — Assen- heim 1. Jugend 3:1 (1:1). 1. Feiertag: Garbenteich I — Ober-Ros» bach I 3:2 (0:2). Garbenteich Jugend — Ober- Rosbach Jugend 2:0 (2:0). 2. Feiertag: Garbenteich 1. Jugend — Wetz- lar 05 Jugend 6:0 (4:0). Garbenteich 1. Schüler gegen Wetzlar 05 1. Schüler 3:2 (2:1). Wer Das Dfterprogramm Des Sportvereins 1928 verfolgt hat, konnte feststellen, Daß sämtliche Mannschaften große Erfolge errangen. Die 1. Jugend- Mannschaft leitete Durch einen 3:1-Sieg über Den Tabellenführer Assenheim 1. Jugend Den Reigen ein. Hier bekamen Die zahlreichen Zuschauer ein Spiel zu sehen, wie man es auf Dem Garbenteicher Sportfeld noch selten gesehen hat. Ungefähr 300 Zuschauer umsäumten am 1. Feiertag Den Platz als Garbenteichs 1. Elf zum Spiel gegen Den Bezirksliga-Verein Ober-Rosbach antrat. Wohl mußte Der Gastgeber Ersatz einstellen, aber trotzDem wurden die Anhänger nach Der angenehmen Seite überrascht. Die Mannschaft spielte in folgender Ausstellung: Otto Stumpf, H. Mohr, Rudolf Stumpf, Hch. Becker, Albert Stumpf, Karl Weigel, Wilh. Schmidt, Ldg. Fenster, Hch. Roth, Albert Fenster, Ldg. Stumpf. Die Gäste waren in Den ersten zwanzig Minuten leicht überlegen und brachten das Garbenteicher Tor oft in Gefahr. Dabei mußte man erleben, daß Garbenteichs Hintermannschaft zwei Selbsttore verschuldete und so das Halbzeitergebnis herstellte. Aber noch war das Spiel nicht verloren! Durch großen Eifer brachte es die Meister-Elf fertig, das Schlußergebnis mit 3:2 herznstellen. Die Mannschaften verdienten für ihre faire Spielweise ein Gesamtlob. Die Jugendmannschaft roar auch wieder auf Dem Damm. Der 2:0°Sieg über Die gleichen von Ober- Rosbach ist beachtenswert. roo sie stationiert waren, roieDer nach der Errel- schen Pflanzung zurückgeflogen. Aber der Herzog hatte recht damit, daß man Den geretteten, aber so beforgniserregenb schwererkrankten Prinzen Bonaglia keinesfalls allein mit Pepito Artest unD der hilflosen kleinen Jlaro zurücklassen konnte. Auch an Pepito mit seinem gebrochenen Bein war es nicht sehr kameradschaftlich gehandelt. So Der Radfahrverein 18 8 5 Gießen setzte mit dem gestrigen ersten Bahnrennen des Jahres 1936 eine sich anbahnende radsportliche Tradition fort. Von allen Freunden des Radsportes, wie des Kampfsportes überhaupt, wird dies allgemein begrüßt werden. Der Verein läßt es sich dabei angelegen fein, Fahrer zu verpflichten, die der besten Klasse, insbesondere der besten westdeutschen Klasse angehören. Daß sich Die heimischen RaDsportler gegen Kölner, Dortmunder usw. behaupten können und gleichwerttge Gegner abgeben, ist Dabei sehr erfreulich. Der gestrige Ostermontag brachte ausgezeichneten Sport. Die etwa 1500 Zuschauer kamen sehr auf ihre Rechnung, erlebten spannende Kämpfe und Jagden, interejfante Fliegerrennen und dann das abwechselungsreiche 50-Kilometerrennen nach Sechstagefahrt. Ein Punktefahren war nicht weniger interessant. Trotz einiger Abmeldungen fand sich ein Feld vieler gleichwertiger Kämpen. Die ganze Veranstaltung stand unter einem glücklichen Stern. Für die Radfahrer roar das Wetter geradezu ideal. Für die Zuschauer roar es zwar etwas kühl; Das störte aber niemanden ernsthaft. Die Bahn selbst roar in ausgezeichneter Verfassung, sie war frisch gewalzt und fest. Erfreulicherweise gab es nur zwei Stürze, die aber auch sehr glimpflich abliefen. Die Rennen wurden sehr fair ausgefahren. Einen sehr anregenden Verlauf nahm schon das. erste Rennen, ein i Platz vorlieb nehmen, während Breuer Den Sieger Fliegerkampf, stellte. Göbel hatte allerdings vor diesem Endlauf der 16 Fahrer im Wettbewerb sah. Das Rennen' das anstrengende Punktefahren bestritten. Mannschaften L. und I. Schorn, Paduscheck-Kingma, Schlösser-Tobias, Thiel-Weiler, Neumann-Borck, K. Muhl und Breuer gingen sehr aus sich heraus und nahmen jeden einzelnen Spurt sehr ernst. Eine weitere Belebung erfuhr das Rennen durch einige Prämienstiftungen, die ebenso heiß umkämpft wurden, wie die eigentlichen Spurts, die Punktewer- Verständnis vor einer Spurtrunde, ihren ganzen Vorteil verloren. Unmittelbar danach setzten Padu- schek und Kingma, beide rasch abwechselnd, zur Gewinnung eines Vorsprungs an, setzten sich tatsächlich vor das Feld und gewannen sehr rasch an Raum. Sie schienen sich einen Rundengewinn vorgenommen zu haben, nachdem sie sehen mußten, daß gegen die beiden Schorn, b- den vierten, fünften und sechsten Spurt als Sieger für sich tungen brachten. In ein besonders anregendes Stadium kam das Rennen, als die Fahrer Thiel-Weiler mit einer großen Energie und einem über viele Runden anhaltenden scharfen Tempo, heftig verfolgt vom übrigen Feld, eine halbe Runde Vorsprung gewannen, diesen Vorsprung sogar auf nahezu dreiviertel Runden erweiterten, dann aber durch einen schlechten Wechsel, bzw. durch ein Mißbuchten, nicht aufzukommen war. Da aber Rundengewinn über Spurtwertung geht, versuchten sie es also auf diese Weise, zum Siege zu kommen. Beide zogen abwechselnd in unheimlichem Tempo los und überraschend schnell schlossen sie wieder zum Feld auf, das sie in der Folge nicht mehr verließen. Gegen ihre blendende Fahrtechnik vermochten die anderen nicht aufzukommen, und der Rundengewinn und damit der Sieg schien ihnen für jeden Fall sicher. Beide verzichteten in der Folge auf Punktgewinn aus Spurtwertungen. Der Kampf ging unentwegt weiter und gewann an Tempo, da die gegen Schluß ausgesetzten Prämien immer neuen Anreiz zur Spurts boten. Dabei zeichnete sich neben den Brüdern Schorn auch das Paar Muhl-Gießen- Breuer-Köln aus. Schlösser und Tobias (Köln) sicherten sich auch verschiedene Prämien. In der Schlußrunde gab es noch einmal einen heftigen Kampf. Der erste Sieg im letzten Spurt fiel an Breuer. In der Zielkurve gab es dabei einen Zwischenfall. Paduschek stürzte und konnte das Rennen die letzten 100 Meter nicht mehr bestreiten. Da ihm aber für den Sturz zwei Runden gut standen, blieb dem Paar Paduschek-Kingma der Sieg doch sicher. Ein anregender und rassiger Kampf fairer Sportsleute hatte damit seinen Abschluß gefunden. Viel Jubel gab es für die sietz- reichen Fahrer der einzelnen Wettbewerbe, als sie ihre Ehrenrunden fuhren. Die ßrgebnific: Fliegerrennen: 1. Breuer, Köln; 2. Göbel, Wetzlar; 3. Kinama (Köln); 4. Borck, Köln. Punktefahren: Sieger: Neumann, Gießen, 50 Punkte; 2. Göbel, Wetzlar, 28 Punkte; 3. Muhl, Gießen, 20 Punkte; 4. Mebus, Göbelnrod, 11 Punkte; 5. Weber, Gießen, 1 Punkt. 50-km-Mannschaftsrennen: Sieger: Paduscheck-Kingma, Köln; 2. L. und I. Schorn, 28 Punkte; 3. K. Muhl, Gießen-Breuer, Köln, 21 Punkte; 4. Neumann, Gießen-Borck, Dortmund, 13 Punkte; 5. Thiel-Weiler, Dortmund, 11 Punkte; 6. Schlösser- Tobias, Köln, 6 Punkte. Aus Rundengewinnen errangen Paduscheck-Kingma 8 Punkte. Straßen-Rennen des Radfahrer-Vereins 1900 Wieseck. Der Radfahrer-Verein Wieseck konnte es ermöglichen, am Karfreitag mit seinem Anfahren ein Straßenrennen zu verbinden. Besonderer Umstände wegen waren leider von den gemeldeten Fghrern nur wenige zum Start angetreten. Die Rennstrecke (12 Kilometer) führte die Jugendfahrer über Alten- Buseck, Großen-Buseck, Rödgen, Trohe mit Ziel Ludwigsburg. Im Endspurt konnte Einhäuser vor Müller den Sieg erringen; die kürzeste Fahrdauer betrug 24 Minuten. In der anschließend ausgefahrenen Ein-Kilometer-Meisterschaft ging Ernst ' W Oben links: Während der Ehrung des Siegers im Punktefahren, Neumann, Gießen (im Vordergrund rechts). — Unten: Der idyllische Waldsportplatz war zum gestrigen Ostermontag der Schauplatz spannender Radwettkämpfe. Auaen- blicksbild aus dem 504cm= Mannschaftsfahren. (Aufnahmen |2]: Neuner, Gieß. Anzeiger.) Müller als erster durchs Ziel. Da mit diesen Rennen wieder eine bisher ruhende Sportart im Verein wachgerufen wurde und weitere Interessenten vorhanden sind, steht zu erwarten, daß das nächste Rennen mit stärkerer Beteiligung durchgeführt werden kann. Kunst und Wissenschaft. Reichsarbeilsgemeinschafl für eine Reue Deutsche Heilkunde. Auf Veranlassung des Reichsärzteführers findet vom 18. bis 20. April in Wiesbaden unter der Leitung von Prof. Dr. Köt schau (Jena) die 1. Reichstagung der Reichsarbeitsgemeinschaft für eine Neue Deutsche Heilkunde statt im Zusammenhang mit dem Kongreß für innere Medi- z i n. Reichsärzteführer Dr. Wagner, Prof. Dr. Kötschau, Dr. Blome (Berlin), Prof. Dr. Grote (Dresden) und Dr. Brauchle (Dresden) sowie für die Deutsche Gesellschaft für innere Medizin Prof. Dr. Schwenkenbecher (Marburg) werden sprechen. Die Tagung wird Zeugnis ablegen von den bisherigen Erfolgen der nationalsozialistischen Bewegung in ihrem Bestreben, eine neue deutsche Heilkunde zu gestalten, die auf d-e wirklichen Bedürfnisse unseres Volkes Rücksicht nimmt und eine Verschmelzung zwischen dem bisherigen schulmedizinischen Denken und einer biolo- gisch begründeten natürlichen Heilweise herbeifuhrt. Frankfurter Schlacktmehmarkt Frankfurt a. M., 14. April. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 239 Rinder (36 Ochsen, 37 Bullen, 112 Kühe, 54 Färsen), 208 Kälber, 27 Schafe, 2910 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 41 bis 45 Mark, Bullen 39 bis 43, Kühe 25 bis 42, Färsen (Kalbinnen) 40 bis 44, Kälber 40 bis 74, Schweine 50 bis 57 Mark. Marktverkauf: Rinder und Schweine wurden zugeteilt, Kälber, Hämmel und Schafe ruhig. Sprechstunden der Redaktion. 1130 bis 1230 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samstagnach. mittag geschloffen. Die deutsche Bauwirtschast und die Arbeitsbeschaffung imLahrelSSS Fwd. Wie alljährlich gaben die Deutsche Bau- und Bodenbank AG. und die Deutsche Gesellschaft für öffentliche Arbeiten AG, auch in diesem Jahre einen umfassenden Bericht über die Entwicklung der deutschen Bauwirtschaft und die Arbeitsbeschaffung im Jahre 19 35 heraus. In dem Bericht wird u. a. festgestellt, daß die Produktion der deutschen Bauwirtschaft im Jahre 1935 weiter erheblich zugenommen hat. Die Leistungen haben mengenmäßig den Stand der letzten Hochkonjunkturjahre erreicht. Die Produktionssteigerung wurde erzielt im Rahmen einer Investitionstätigkeit, die im Berichtsjahre gegenüber 1934 um etwa ein Drittel gestiegen und damit für den Binnenmarkt ebenfalls wieder ungefähr auf dem Stand der Jahre 1928/29 angelangt ist. Der Anteil der Bauwirtschaft an der gesamtdeutschen Produktion ist größer als in den vergangenen Jahren gewesen. Die öffentliche Hand ist noch mehr wie in den Vorjahren die Auftraggeberin der Bauwirtschaft geworden. In der Baustoffindustrie ist die Beschäftigung gleichfalls weiter gestiegen, wenn auch im einzelnen mit erheblichen Unterschieden. Der Wert der baugewerblichen Produktion wird für 1935 auf 6,9 bis 7,5 Milliarden geschäht, gegen 5,2 bis 5,7 Milliarden im Vorjahre und 2,3 Milliarden im Tiefstand des Jahres 1932. Die gewaltigen öffentlichen Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen, an deren Finanzierung die Oeffa und die Deutsche Bau- und Bodenbank maßgebend beteiligt waren, sind während des Jahres 1935 im wesentlichen zu Ende geführt worden. Die bereitgestellten Mittel waren schon Ende 1935 fast vollständig für bestimmte Bauvorhaben belegt, so daß 1935 nur noch verhältnismäßig wenig neue Bewilligungen ausgesprochen wurden. Auch die Auszahlungen sind rasch fortgeschritten; es stehen nur noch geringe Reste zur Verfügung. Der Gesamtbetrag der für Arbeitsbefchaffungs- zwecke bereitgestellten Mittel hat sich im Berichtsjahre durch die Grundförderungsbeiträge der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung auf 5092,7 (5050) Mill. Mark erhöht. Der Hauptteil der für Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen bereitgestellten Mittel wurde in den Jahren 1933 und 1934 ausgezahlt, die Arbeitsbefchaffungs. Politik der Reichsregierung hatte also auch in diesen beiden Jahren die stärkste Wirkung. 1933 wurden annähernd 1,5 Milliarden Mark, 1934 über 2,4 Milliarden ausgeschüttet, 1935 waren es noch immer 705 Millionen Mark. Von den 1105,5 Millionen Mark Haushaltsmitteln des Reiches waren bis Ende 1935 = 1103,8 Millionen Mark für bestimmte Maßnahmen bewilligt. Bei den mit Wech- selvorfinanzierung durchgeführten drei Arbeitsbeschaffungsprogrammen haben sich die Bewilligungen bis Ende 1935 auf 1879,4 Millionen Mark (von 1888 Millionen Mark bereitgestellten Mitteln) erhöht. Don den Auszahlungen des Jahres 1935 entfiel der Hauptteil auf die eigentlichen vorfinanzierten Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen mit 220 Millionen Mark und die Reichsanstalt mit 214 Millionen Mark. Aus den Haushaltsmitteln des Reiches flössen noch 115 Millionen Mark. Die Auszahlungen haben damit bei den vorfinanzierten Arbeitsbeschaffungsprogrammen die Summe von 1764,4 Millionen Mark, bei den Haushaltsmitteln die Summe von 847,8 Millionen Mark erreicht. Reben den Arbeilsbeschaffungsmaßnahmen find während des Jahres 1935 zahlreiche weitere öffentliche Arbeiten abgewickelt worden, so bei der Reichsbahn, der Gesellschaft Reichsautobahnen und der Reichspost. Trotz des Auslaufens der eigentlichen Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen ist für die Bauwirtschaft vorläufig ein beträchtlicher Beschäftigungsgrad ga- sichert. Es laufen u. a. umfangreiche weitere Aufträge der Reichsbahn und einige größere Bauvorhaben der Reichswafserstraßenverwaltung. Auch stehen die im Jahre 1935 bereitgestellten Haushaltsmittel des Reiches für den Wohnungs- und Sied- lungsbau noch fast in voller Höhe zur Verfügung. Darüber hinaus hat die Oeffa aus ihren eigenen Mitteln Kredite im Betrage von 60 Millionen Mark zur Verfügung gestellt. Da die Oeffa Wert darauf legt, daß für die von ihr durch Eigenkredite ge- förderten Arbeiten außer den Mitteln der Reichs- anstatt in möglichst großem Umfange auch fremde Darlehen herangezogen werden, darf man annehmen, daß mit den genannten Krediten Arbeiten im Gesamtbetrags von rund 150 Millionen Mark durchgeführt werden. 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