Samstag, 14. Mrz 1956 186. Jahrgang Nr. 63 Erstes Blatt ÄXa6^a**a**M***a**am BSS (Biebener Familienblatter M mA ■ Jm Jw HH JW 1H M M Grundpreise für 1 mm höhe Heimat im Bild-Die Scholle ■ HW g fl JF WZ ly I Ifly I M W SB < fi/l J W 3 JF W für Anzeigen von 22 mm Monatr-vezugspreir: ■ Q W | R< MF g g WZ g / I |l WZ g g g Wf g Breite 7 Rps, für Text- Mil 4 Beilagen RM.1.95 W V ■ ■ ■ W MM ■ ■ Mk ■ JL JH ■ ■ «M ■ M ■ Mk ■ anzeigen von 70 mm Breite Ohne Illustrierte , 1.80 Wf V ■ W g AL g M W Wir 50Rpf.,Plahvorschrist nach Zustellgebühr .. „ -25 M g ^F ■ ▼ g ^F vorh.Dereinbg.25°/^ mehr. 5.*4ä!z: Kr V -Ar infolge höherer Gewalt ... r ** Stellen. Betems.,gemein. -WM General-Anzelger für Oberheffen K-M richten. G 6 behördliche Anzeigen 6Rpf. Zrantturt am Main 11686 Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfitätrvuch- und Ztemdruckerei R. Lange ln Gießen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulftrahe 7 Mengenabschlüsse Staffel ö Sietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Der Führer spricht heute in der Hauptstadt der Bewegung. München und der Tradiiionsgau rüsten zu einer gewaltigen Treuekundgebung für den Führer. München, 13. März. (DNB.) Keine Stadt im Reich ist mit der Geschichte der nationalsozialistischen Beweauna so eng verbunden wie München. Hier hat Adolf Hitler sein Programm verkün- det, hier die ersten Versammlungen ab- aehalten, hier hatte die Partei die e r st e n Kämpfe mit fanatischen Gegnern zu bestehen, von hier aus trug die Bewegung ihren Kampf in das Reich, von hier aus trat sie ihren Sieges- z u g a n , der zur Eroberung der Macht in Deutschland führte. In München steht das Mahnmal an der Feldherrnhalle, in München haben auf dem Königsplatz die ersten Blutzeugen der Bewegung die ewige Wache bezogen, München hat vom Führer den Ehrennamen „Hauptstadt der Bewegung" erhalten. Der Führer hat diese Stadt aber auch zur Hauptstadt der deutschen Kunst auserkoren und er hat durch die monumentalen Parteibauten, durch das Haus der deutschen Kunst und durch andere Bauschöpfungen der' Stadt ein neues Gesicht gegeben, in dem der heroische Geist unserer Zeit auch seinen architektonischen Ausdruck findet. So setzt denn München seinen Stolz und seine Ehre darein, schon zu Beginn des Wahlkampfes in einer gewaltigen K und- g e b u n g, an der Hunderttausende teilnehmen werden, dem Führer seine Liebe, Dankbar- keitund Treue zu bezeugen und ihm zu zeigen, «daß er sich auf die Hauptstadt der Bewegung wie auf den Traditionsgau München-Oberbayern am 29. März verlassen kann. In einer gewaltigen nächtlichen Kundgebung wird Ine Bevölkerung mit den Zehntausenden von auswärts herbeiströmenden Volksgenossen am Sams- lagavend ein Gemeinschaftsbekenntnis 3 u Adolf Hitler ablegen und der Welt einen neuen überwältigenden Beweis erbringen für die Unerschütterliche Geschlossenheit, in der das deutsche Volk hinter feinem Führer steht. Schon am Freilag konnten die wichtigsten Vorarbeiten für die «Großkundgebung zum Abschluß gebracht werden, sowohl auf der etwa eine Million Menschen fassenden Theresienwiese zu Füßen der Bavaria wie in den Ausstellungshallen auf der Therefien- höhe, wo der Führer zu den Volksgenossen über die Entscheidende Bedeutung des 29. März sprechen »vird. Auf der Theresienwiese allein, wo die beiden größten deutschen Lautsprecherfirmen im Zusam- «nenhcmg mit den technischen Behörden der Stadt Ein bisher in München noch nie dagewese- mes Lautsprechernetz errichteten, arbeiteten insgesamt 250 Techniker und Hilfkräfte — darunter 75 Mann aus dem Reichsarbeitsdienst — an der Aufstellung der 200 Lautsprecher und ebenso vieler Zuleitungsmasten, denen eine Gesamtsprechleistung non zweimal 3000 Watt zur Verfügung steht. Auch cn den Ausfallstraßen des Bavariaringes stnd Lautsprecher aufgestellt, die die Stimme des Führers noch weit in die an die Theresienwiese angrenzenden Straßen hineintragen werden. Unter einem Wald von über 80 großen Hakenkreuzfahnen, die auf der Theresien- roiese ine beiden Seiten der Zugangsstraße ein- ffassen, werden 200 000 Mann aufmarschieren und Sem Führer den Gruß der Hauptstadt der Be- rvegung und des Traditionsgaues, der sich mit Adolf Hitler ja von jeher ganz besonders verbunden weiß, entbieten. Vier rot verkleidete Pylonen werden mit ihren lodernden Flammen den Weg weisen zu der Ausstellungshalle I, in her der Führer spricht. Auch in dieser großen Halle, die in den letzten Jahren wiederholt der Schauplatz erhebender Massenkundgebungen der nationalsozia- !-istischen Bewegung war, arbeiteten am Freitag neben Arbeitsdienstmännern ungezählte Zimmer- eute und Dekorateure emsig an der Ausschmückung und am Einbau von Sitzgelegenheiten und Tribünen 'ür die Zehntausende, die hier und in den angrenzenden Hallen 2 und 3 den Worten des Führers auschen werden. Die Hauptstadt der Bewegung ist gerüstet. Die ganze Bevölkerung weiß: Wenn sie Samstag abend geschlossen auf der Theresienwiese antritt, so tritt sie damit vor dem Führer und f ü r Deutschlands Zukunft an. „Treue dem Führer!" Das ist der Wahlspruch, der mit leuch- : enden Lettern über diesem denkwürdigen Abend ckehen wird. Und mit derselben Begeisterung, mit demselben unerschütterlichen Vertrauen zum Führer werden die Massen auch an dem geschichtlichen »9. März an die Wahlurne treten und reudig ihr Stimme abgeben für Adolf Hitler, den Schöpfer des neuen Deutschland und den unermüdlichen Kämpfer für den Frieden der Welt! M Dr. Goebbels im Wahlkamps durch die Aordmark. DerReichsproPagandaministcrsPrichtinKicl Kiel, 13. März. (DNB.) Reichspropaganda- 'eiter Dr. Goebbels begab sich am Freitagabend von Hamburg aus nach Kiel. Taufende und aber Taufende von begeisterten Hamburgern jubelten »em Minister zu, mit den Formationen der Be- wegung zusammen ein dichtes Spalier bildend, das »ch erst draußen im Weichbild der Stadt verlor. Und dann ging es in rasender nächtlicher Fahrt willen durch die Nordma r k des Reiches, durch Dörfer und Flecken, wo überall größere -der kleinere Ansammlungen der Einwohner den Minister in Nacht und Kälte erwarteten, um ihrer Treue und Anhänglichkeit Ausdruck zu verleihen. Ein wahrer Begeisterungssturm durchbrauste die kleine Stadt Neumünster. Hier war buchstäblich die ganze Stadt auf den Beinen. Eine Stunde werden sie wohl gewartet haben, um schließlich nur einen Augenblick, dafür aber um so herzlicher, Dank und Gruß zu entbieten. Die Nordmark steht in Treue zum Führer und wird ihm, ihrer Pflicht folgend, am 29. März ihre Stimme geben! Zu den deutschen Großstädten, die einst durch Parteigezeter und Kriegsfolgen Unsägliches litten, gehörte die Kriegsmarinestadt Kiel. Hoch vor drei Iahren war Kiel eine tote Stabt, der Hafen verödet, die großen Hellingen auf dem Oftufer leer, still war es auf den großen Werftbetrieben, heute fpürt hier in der Kriegs- marineftadt jeder Volksgenosse Tag für Tag, was der Führer für ihn bedeutet. Der deutsche Werftmann ist stolz, daß seiner Hände Fleiß entsprechende Achtung zu Teil wird, die sich auch das Ausland nicht versagen kann. So zeigen die in den letzten Wochen in Auftrag gegebenen beiden 15 OOO-Tonnen-Groh-Tanker des Auslandes für eine Kieler Werft das Vertrauen in die deutsche Arbeit. Bereits eine Stunde vor Beginn der Kundgebung bildete die Nordostseehalle in Kiel ein einziges Köpfemeer und kein Steh- geschweige denn Sitzplatz war noch zu haben. Die Halle mußte wegen Ueberfüllung polizeilich geschlossen werden. Die noch Einlaß begehrenden Volksgenossen wurden auf die Parallelkundgebungen in der „Deutschen Wacht" und dem „Eichhost^ verwiesen. Auch vor der Halle, wo für Lautsprecherübertragung gesorgt war, sammelten sich viele Tausend an. Kurz nach 20.30 Uhr kündigte ein nicht enden wollender Jubel die Ankunft von Dr. Goebbels an. Nach kurzer Begrüßung begann der Minister, immer wieder von begeisterten Beifallskundgebungen unterbrochen, seine Ausführungen, die die Zehntausende immer wieder zu« Beifallsstürmen hinrissen. Kein einziges Wort lassen sich die 40 000 Menschen entgehen, die in der langgestreckten Halle gedrängt nebeneinander sitzen oder draußen vor der Halle sowie in zwei Paralleloersammlungen die Rede anhören. Fast zwei Stunden spricht der Minister. An die Zeiten erinnernd, da eine Auflehnung gegen bas Versailler Diktat als Hoch- und Landesverrat von Gerichten der Weimarer Republik abgeurteilt wurde, sprach Dr. Goebbels von dem Wunder der Volkwerdung, das sich im Zeichen des Hakenkreuzes vollzog und das in dem so knappen Zeitraum von drei Jahren in einer Unzahl von greifbaren Erfolgen praktisch zur Auswirkung kam. Als Dr. Goebbels die Halle verließ, hatten die Abfperrmannfchaften große Mühe, die auf ihn zudrängende Menge zurückzuhalten. Nicht geringer war die Begeisterung der Taufende, die in der Umgebung der Halle durch Lautsprecher die Rede mit anhören konnten. Auch Kiel — das hat diese gewaltige Kundgebung der 40 000 gezeigt — wird am 29. März dem Führer freudig seine Stimme geben. Bischof Dr. Bornervasier begrüßt die Trierer Garnison. Trier, 13. März. (DNB.) Der Bischof von Trier, Dr. Bornewasser, hat seinen Stellvertreter, den Generaloikar Dr. Meurers, einen ehemaligen Frontoffizier, beauftragt, dem Stand- ortälteften der Garnison Trier in seinem Namen zu begrüßen, da der Bischof sich sehr gefreut habe, daß die alte Garnisonstadt Trier wieder von unserer Wehrmacht bezogen wurde. Er sieht in ihr, wie in dem ehemaligen Heer, den Hort des Friedens, der Ordnung, der Zucht und der echten christlichen Gottesfurcht. Oie NGKOV. in vorderster Front. Mit dem Führer für Deutschland. Berlin, 13. März. (DNB.) Der Reichskriegsopferführer hat die Bezirksobmänner der Nationalsozialistischen Kriegsopferversorgung nach Berlin berufen, um die Richtlinien für die Arbeit zum 29. März zu erteilen. Wie die Nationalsozialistische Kriegsopferversorgung in vorderster Front stand beim Kampf gegen Hunger und Kälte, wie sie in vorderster Front stand bei der Volksabstimmung 1933, so soll sie auch in vorderster Front stehen bei den Wahlen am 29. März. Die Parole lautet: M i t dem Führer für Deutschland! In Referaten der Abteilungen — Presse, Organisation, Propaganda — wurden die Maßnahmen näher dargelegt. Die Tagung brachte bereits in überzeugender Weise zum Ausdruck, daß alle Frontsoldaten und Kriegsopfer, daß somit jeder deutsche Soldat in Treue und Stolz zum Führer steht. ♦ Die für Anfang April angesetzten Vertrauensratswahlen sind mit Rücksicht auf den Reichstagswahlkampf verschoben worden. Der neue Termin für die Vertrauenratswahlen wird, wie Ndz. meldet, noch betanntgegeben. Europas neue Chance. Heute vor einer Woche erlebte die Welt die historische Stunde, in der Deutschland den Rest entehrender Fesseln aus dem Versailler Diktat von sich warf und durch die Wiederherstellung feiner vollen Souveränität über das ganze Reichsgebiet die Voraussetzung für ein neues Friedensgebäude gleichberechtigter Nationen schuf. Denn die Kündi- S des Locarnovertrags durch Deutschland als Dort auf die Verletzung des Locarnogedankens durch den französisch-sowjetruffifchen Beistandspakt darf nur im Zusammenhang mit dem konstruktiven Friedensplan des Führers betrachtet werden, der für ein neues besseres Locarno den Grundriß entworfen hat. Es wäre tief bedauerlich, wenn die für die Zukunft Europas verantwortlichen Staatsmänner aus der durch den mutigen Entschluß des Führers geschaffenen netten weltpolitischen Lage nichts zu machen verständen. Es könnte nicht ohne schwerwiegende Folgen bleiben, wenn sie die große Stunde ungenützt verstreichen ließen, in der sich ihnen durch den gedankenreichen, aber ganz auf den politischen Realitäten gründenden Friedensvorschlag Adolf Hitlers noch einmal die Chance bietet, ein neues Blatt europäischer Geschichte zu beginnen, auf dem statt Krieg und Zerstörung, Völkerentrechtung, und Länderraub die Friedensakte der europäischen Völkerfamilie verzeichnet werden soll als Anfang einer Zusammenarbeit zur Rettung abendländischer Kultur und Wirtschaft vor blinder Selbstvernichtung. Die Geschichte der deutsch-französischen Beziehungen ist eine Kette versäumter Gelegenheiten, versäumt, weil es in Frankreich bisher an dem Staatsmann fehlte, der mutig genug war, in die von einer gefährlichen Tradition zwischen beiden Völkern errichtete Mauer von Mißtrauen und Argwohn eine Bresche zu legen, um die Hand des Führers zu ergreifen, dessen nationale Erziehungsarbeit im deutschen Volk den Boden für eine Verständigung mit feinem großen Nachbarn im Westen bereitet hat. Der Führer hat noch einmal in feiner letzten großen Rede in Karlsruhe erläutert, warum gerade er als deutscher Nationalist an die Stelle der vergiftenden, fruchtlosen Lehre von der „Erbfeindschaft" der beiden größten Völker des europäischen Kontinents den von nüchterner Vernunft eingegebenen Glauben an das Ideal einer deutsch- französischen Arbeitsgemeinschaft gesetzt hat, einer Arbeitsgemeinschaft, die nur gleichberechtigte Partner kennt und ihre nationalen Interessen respektiert. Das deutsche Volk und fein Führer sind nicht enttäuscht oder gar entmutigt, wenn das deutsche Friedensangebot in Frankreich nicht sofort das Echo gefunden hat, das es um feiner Großzügigkeit willen verdient hätte. Wir kennen aus taufend bitteren Erfahrungen die Vorliebe des Franzosen für das Formalistische, für das in Paragraphen gezwängte Buchftabenrecht der Verträge, die man „heilig" nennt, wenn die gesunde politische Entwicklung ihre Revision fordert, deren Geist man jedoch skrupellos verletzt, wenn die vermeintlichen Interessen Frankreichs es wünschenswert erscheinen lassen. So hat uns Herrn Sarrauts erstes „Unannehmbar" so wenig überrascht wie Frankreichs Antrag auf Einberufung des Völkerbundsrats und die von Paris aus angeregte Aussprache der Locarnomächte. Wir haben nur den einen Wunsch, daß in dieser Aussprache, die zum Vorteil der Sache aus der überhitzten, von vorgefaßten Meinungen, Verstimmungen und Ratlosigkeiten verwirrten Atmosphäre von Paris und Genf in das kühler Ueberlegung günstigere Milieu der Londoner Downingftreet verlegt worden ist, nicht, wie die Franzosen im ersten Schock es anscheinend vorhatten, stur halt gemacht wird bei der Aufkündigung des Locarnopakts, sondern daß der als Ersatz für diesen durch die anderweitige Bindung Frankreichs sinnlos gewordenen Vertrag vorgeschlagene Friedensplan des Führers mit der Unvoreingenommenheit und Sorgfalt geprüft wird, die jede Möglichkeit verdient, die einen Ausweg aus dem stickigen Gestrüpp europäischer Verwicklungen in die reine Luft klarer Verhältnisse bietet. Die Franzosen gingen anscheinend mit der festen Absicht in die Verhandlungen, in der Wiedererrichtung der deutschen Souveränität am Rhein ausschließlich einen „Vertragsbruch" zu sehen, den man mit „Sanktionen" beantworten müsse, und das Positive des deutschen Schritts völlig zu ignorieren. Daß sie mit ihrer starren Auffassung offenbar' bei den Engländern keinen Anklang fanden, war die Ursache zur Verlegung der Konferenz nach London. Flandin hofft wohl hier eher, auf die Stimmung im britischen Kabinett Einfluß nehmen und den einen oder andern Minister und Parlamentarier zu seiner Meinung bekehren zu können. Baldwin dagegen möchte mit der Verlegung der Konferenz der Gefahr Vorbeugen, daß sich das Schicksal Hoares wiederholt, dessen Friedensoorschlag im Abessinienkonflikt ein Teil feiner Kabinettskollegen als Kapitulation vor den französischen Wünschen empfunden hatte. Außerdem sahen die Engländer mit Recht in London eher die Möglichkeit, die Verhandlungen aus dem Rahmen rein formaler Behandlung des deutschen Schrittes nach dem Buchstaben der Verträge, die nach dem Wunsch der Franzosen natürlich mit der „Verurteilung" Deutschlands im Stile von Stresa enden sollte, in ein allgemeines Gespräch über künftige Friedenssicherungen gegebenenfalls unter Hinzuziehung deutscher Vertreter überzuleiten. Soweit scheint es indessen noch nicht gekommen zu sein, denn die Franzosen suchen mit allen Mitteln England unter Druck zu fetzen, um sie für ihr« Auffassung zu gewinnen, daß das deutsche Vorgehen eine Angriffsdrohung fei, für die sie „Genugtuung" verlangen könnten. Sie suchen England auf dessen eigene Politik im Abessinienkonflikt festzu- Oer Führer spricht in Frankfurt a.M. 3tS(ö. Am Montag, 1 6. März 1 936, wird der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler in Frankfurt a.21L in der Festhalle sprechen. Karten zu dieser Kundgebung sind bei allen Ortsgruppen dec RSDAP., Kreisleitung Groß-Franksurt sowie bei allen Kreisleitungen des Gaues zu haben. O»e Kundgebung beginnt pünktlich um 20 Llhr. Die Festhalle wird um 17 Uhr geöffnet. Da mit einem ganz ungewöhnlichen Andrang zu rechnen ist, wird derplahvorderFe st Halle, der für jeglichen Verkehr und als Parkplatz gesperrt bleibt, dem Publikum zur Verfügung gestellt. Dort besteht für Zehntausende die Möglichkeit, den Führer zu sehen und die Rede, die durch Lautsprecher übertragen wird, zu hören. Außerdem wird die Kundgebung noch in 45 Generalmitgliederappellen der Ortsgruppen der RSDAP. von Groß-Frankfurt übertragen. Da der 16.März der „lag bet Wehrmacht" ist, findet vormittMs um 9.30 Uhr in Frankfurt a. M. auf dem Ostpark eine v Paradeaufstellung der Truppen des Standortes Frankfurt a. M. vor dem Reichskriegsminister von Blomberg statt. Diese Paradeaufstellung wird kurz nach 10 Uhr beendet sein. Anschließend nimmt der Reichskriegsminister den Vorbeimarsch her Truppen an der Ostparkstrahe ab. Darauf werden die Truppen durch nachfolgende Straßen marschieren: Hanauer Landstraße bis Allerheiligentor, Hans- Handwerk-Straße, Zeil, H a u p t w a ch e. An der Hauptwache teilen sich die Formationen. Ein Teil marschiert durch die Biebergasse, Vörsenstraße, Hochstraße, Eschenheimertor, Eschersheimer Landstraße nach Vonames. Der andere Teil über 'Kaiserstrahe bis zum Hauptbahnhof nach der Gutleutkaserne. Anschließend an die Führerkundgebung in der Festhalle ist aus dem Opern- plahin Frankfurt a. M. ein großer Zapfenstreich der Wehrmacht. Daran sind beteiligt: drei berittene Musikkorps, ein berittenes Trompeterkorps sowie Spielleute mehrerer Bataillone. Die Musikkorps werden von einigen Kompanien begleitet. Der große Zapfenstreich wird etwa eine halbe Stunde dauern, dann marschieren die Musikkorps durch die Goethestraße, Steinweg, hauptwache, Kaiserstrahe, Hauptbahnhof in Richtung nach der Gutleutkaserne ab. t ■ v- l■■ i ,5 %z -s - KM 77 MK--, -»., Figuren der Locarno-Konferenz Ruhigere Beurteilung in Paris Kirchen Madrids sowie ein Kloster und die monarchistisch-faschistische Zeitung „La 31 a - cIon“. Die Gebäude wurden in Brand ge- steckt. Die Kirchen San Luis und San Jgnacio, die mitten in der Stadt gelegen sind, stehen bereits in hellen Fla mm e n und erleuchten den nächtlichen Himmel. Die Feuerwehr ist an mehreren Brandstellen eingesetzt, kann sich aber nur darau beschränken, ein Uebergreisen auf benachbarte Gebäude zu verhindern. Auf Polizeibeamte, die die Brandstifter der Kirche San Luis unschädlich machen wollten, wurde ein P i st o l e n f e u e r erössnet. Lin Beamter wurde gelötet, ein anderer schwer verletzt. Auch an anderen Stellen der Stadt fanden Schiehereien statt. Dabei sollen insgesamt zehn Personen verletzt worden sein. Drei Feuerwehrleute zogen sich bei den Löscharbeiten ebenfalls Verwundungen zu. Besonders heslig war der Brand der Kirche San Luis, deren Türme aus die Slrahe stürzten. und die Stromleitung der Straßenbahn zerschlugen. wodurch der gesamte Verkehr im Stadtzentrum für einige Zeit lahmgelegt wurde. Das Feuer griff hier auch auf die angrenzenden Wohnhäuser über, die geräumt werden muhten und zum Teil niederbrannten. Von den kommunistischen Brandstistern konnte bis seht keiner verhaftet werden. Der Innenminister erklärte, dah er sür polizeilichen Schuh der Kirchen sorgen wolle, um weiteren Sabotageakten vorzubeugen. das Hoheitsgebiet anderer Nationen anzutasten, möge man sich vor der Vielzüngigkeit der ranzösische'n Diplomatie in Acht nehmen. Der üngste liberale Abgeordnete A c l a n d schlägt eben- o wie sein Arbeiterkollege eine internationale Friedenskonferenz unter Einschluß Deutschlands vor. Italien und der Locarnopakt. Rom, 12. März. (DNB.) „Tribuna" äußerst lebhaftes Erstaunen darüber, daß augenblicklich so viel Aufregung um den Locarnopakt entstanden sei. Offensichtlich sei heute der Fluß des Verges- e n s über die Ufer getreten. Nur dann könnte Man sieht (von links nach rechts) den britischen Außenminister Eden, den französischen Außenminister Fl a nd in und den belgischen Ministerpräsidenten v an Je eland beim Verlassen des Foreign Office in London nach der ersten Beratung. — (Scherl-Bilderdienst-M.) sei gegen Gewaltmaßnahmen. Wasmeintdie junge Generation? London, 13. März. (DNB.) „S t a r" hat die jüngsten Abgeordneten der politischen Parteien um ihre Ansichten befragt. Der Konservative C a r t l a n d schreibt, wenn die Methode des deutschen Vorgehens bedauert werden müsse, so bedeute das nicht, daß sie nicht heilsam sowohl für die Weltbeziehungen als auch den Völkerbund sein könne. Der Gedanke der entmilitarisierten Jone könne logischerweise nicht mehr vertei- d i a t werden. Die Zone hätte zur gleichen Zeit verschwinden sollen, als die französischen und britischen Truppen das Rheinland verließen. Der Arbeiterabgeordnete M a c m i l l a n stellt fest, daß es keineswegs besondere Gefahren heraufbeschwören müsse, wenn Deutschland sein eigenes Gebiet besetzt habe. Anders wäre die Lage, wenn Deutschland dasselbe getan hätte, was Frankreich den Deutschen im Ruhrgebiet zugefügt habe. Deutschland habe sich jetzt das genommen, was man ihm, als es noch ein demokratischer Staat war, verweigert habe. Solange Deutschland nicht versuche, Fairplay für DeuWand. Aufschlußreiches Kulissengespräch unter englischen Politikern. Bon unserem Londoner chb.-Vertreter. Paris, 14. März. (DNB. Funkspruch.) Die Pariser Samstagpresse ist wesentlich zurückhaltender in der Beurteilung der allgemeinen Lage. Der etwas übertriebene Optimismus der letzten Tage macht nach zweitägiger Verhandlung in London einer ruhigeren Beurteilung Platz. Man beginnt auch französischerseits einzusehen, daß die ursprünglich gegen Deutschland geforderten Maßnahmen zu hoch geschraubt waren und daß man sich wohl oder übel mit weniger begnügen müsse. Man verhehlt sich nicht, daß die Londoner Besprechungen recht langwierig sein werden. Pertinax schreibt im „Echo de Paris", er könne nicht behaupten, daß die Aussichten auf eine wirksame und durchgreifende Handlung gut seien. Frankreich und England seien sich nicht einig, der Dölkerbundsrat werde seine Arbeiten verlangsamen müssen, damit die französisch-englischen Besprechungen fortgesetzt werden können. Vie Agentur Havas glaubt zu wissen, daß der Völkerbundsrat seine „Empfehlungen" nicht vor Mitte nächster Woche treffen könne. Niemand könne heute irgendwelche Voraussagen machen, denn es gebe zahlreiche Punkte, die noch nicht geklärt seien. Der französische Außenminister halte es für seine Pflicht, vorher nach Paris zurückzukehren, um mit seiner Regierung Rücksprache zu nehmen. Wenn die interessierten Mächte der Auffassung seien, daß die Wiederherstellung des Status quo ante in der entmilitarisierten Zone unmöglich sei, so werde sich daraus mit zwingender Notwendigkeit ergeben, daß ein verlorengegangener Sicherheitsfaktor durch London, im März. Mit welcher Spannung man in England an allen bedeutsamen Regierungserklärungen Deutschlands teilnimmt, zeigte sich wieder am vergangenen Samstagnachmittag. Die erste Auflage der Abendblätter in London war im Nu verkauft. Eine zweite, dritte, vierte, fünfte Auflage folgten, dann Extraausgaben — und noch um Mitternacht standen die Zeitungsverkäufer schreiend auf den Straßen und konnten nicht genug Zeitungen erhaltenem sie an tausend ausgestreckte Hände zu verkaufen. „Hitler shakes Europe!“ — Hitler schüttelt Europa! „The Watch on the Rhine is there againl“ Die Wacht am Rhein ist wieder da! So und mit tausend anderen Schlagzeilen gaben die Abendblätter die Meldungen von der endlichen Wiederbesetzung des deutschen Rheinlandes bekannt. Am nächsten Morgen folgten die Sonntagsblätter. Ich beschloß, im Gespräch mit Freunden und Bekannten, Engländern, die Deutschland von jahrelangen Aufenthalten kannten und anderen, die es nur von Reiseprospekten und Ansichtskarten kannten, ihre Meinung zu hören. Ueberall trat man mir, wo man mich als deutschen Korrespondenten kannte, mit der Zeitung in der Hand entgegen, überall begann man ungeniert über die Ereignisse zu sprechen. Am eindruckoollsten war ein Gespräch zwischen einemLiberalen und einem Konservativen, deren Namen, obwohl sie in England in allen politischen Lagern bekannt sind, hier wiederzugeben nicht notwendig ist. Ich durfte dem Gespräch als Zuhörer und Stenograph beiwohnen. In jenem Gespräch waren in kurzen Worten so ziemlich alle Argumente vereinigt, denen ich bei hundert Gesprächen in knappen zwei Tagen begegnet war. Zuerst sprach der Konservative: K: Eden hat vollkommen Recht: man kann nicht anders als mißtrauisch zu Deutschland sein, nachdem es so überraschend einen der wichtigsten Pakte zerriß. L: War der Locarno-Pakt, auf den Sie anspielen, wirklich ein Pakt, der der Erhaltung eines Friedens diente? K: Ja. Frankreich hatte feine Genugtuung erhalten. L: Wie meinen Sie das, „Frankreich hatte feine Genugtuung erhalten"? Hatte Frankreich überhaupt ein Recht auf Genugtuung? Und wenn ja, hatte Frankreich diese Genugtuung nicht bereits dann erhalten, als es in seiner Dölkerbunds- politik Großbritannien ins Schlepptau nahm und die „Liga der Nationen" in Wirklichkeit zu einem Tummelplatz französischer Revanchegelüste machte? K: Das stimmt. England glaubte Frankreich vielleicht zu sehr, wenn man uns jenseits des Kamals immer wieder von deutschen „Rachegelüsten" sprach. Aber dieses plötzliche Vorgehen, anstatt die Lage erst durch die üblichen diplomatischen ' Kanäle sondieren zu lassen ... L: Plötzlich? Soviel ich weiß, bereitete Hitler die europäischen Nationen auf etwas ähnliches vor, als der französisch-russische Pakt vor den Pariser Senat kam. Wir dürfen nicht vergessen, daß wir in England keine Ahnung von dem Fluch des Bolschewismus haben, während man in Deutschland jene bestialische Politik am eigenen Leibe erfuhr. KiAber die Demilitarisierung des Rheinlandes fügte Deutschland doch keinen Schaden zu. Heutzutage, mit mechanisierten Armeen, kann ein solches Gebiet in Stunden durchmarschiert oder überflogen werden. Es war alles so ruhig ..'. L: Sie machen mir die Antwort leicht. Stellen Sie sich vor, daß England gezwungen würde, seine südliche Küste am Kanal in einer Tiefe Die englischeRegierung bereitet einen eigenen Friedensplan vor? Sämtliche Vorschläge des Führers sollen einbezogen werden. man eine gewisse juristische und politische Sprache der letzten Tage verstehen. Die Zusammenziehung der englischen Flotte im Mittelmeer und die gleich- zeitig begonnenen Verhandlungen über eine Zusammenarbeit zwischen Frankreich und England im Mittelmeer, alle diese ausgesprochen antl-ita- lienischen Zwangsmaßnahmen, die den Sanktionen vorausginaen, hätte man in ihrer eigentlichen Bedeutung zu schnell vergessen, wenn man glaube, daß sie mit dem L o c a r n o - pakt und der Stellung Italiens zu diesem Pakt vereinbar seien. Dies anzunehmen, wäre absurd, wenn auch das Absurde schon seit einiger Zeit die internationale Politik bestimme. L o n d o n, 14. März. (DNB. Funkspr.) In ihren Berichten über das Ergebnis der Besprechungen der Locarnomächte am Freitag vertreten die Morgenblätter die Ansicht, daß sich die britische Haltung gegenüber Deutschland versteift habe. Die Blätter melden, daß Frankreich und Belgien auf Großbritannien einen Druck dahingehend ausübten, daß , wischen den drei Mächten ein neuer „Locarnopakt" ür gegenseitigen Beistand abgeschlossen Derben solle. Das wesentlichste Ergebnis der Freitag-Besprechungen habe in der Ueberzeugung gelegen, daß ein Vorgehen auf dieser Linie jedem anderen vorzuziehen ei. „Daily Telegraph" (konserv.) weiß zu berichten, laß eine Zusammenfassung der verschiedenen Ansichten der Locarnomächte in einer Denk- chrift erfolgt sei, die der belgische Ministerpräsi- )ent van Zeeland ausgearbeitet habe. Diese Denkschrift sei die Grundlage der Besprechungen vom Freitag gewesen. Ein Ende der Besprechungen ei noch nicht in Sicht. Die Haltung der Franzosen habe sich seit der Ankunft Paul-Bon- cours beträchtlich verschärft. „Morning Post (rechtskonservativ) erklärt, daß die Franzosen am Freitag gewisse Zugeständnisse gemacht hätten, aber an einer zumindest „symbolischen Zurückziehung der deutschen Truppen" (!) festhielten. „News Chronicle" (liberal) verzeichnet den, wie er sich ausdrückt, ersten „Hoffnungsschimmer". Das ausgegebene Stichwort gehe dahin, daß jeder seinen Beitrag zu leisten habe. Man erwarte von Deutschland etwas mehr, als es bisher angeboten habe, aber auch Großbritannien und Frankreich hätten ihr Teil zu geben und feien nun etwas mehr bereit, es zu tun. Der britische Anteil würde voraussichtlich darin bestehen, daß eine besondere Garantie gegeben würde, das K o l l e k t i v s y st e m aufrechtzuerhalten. Eden habe im einzelnen noch keine Vorschläge gemacht. Es würden aber voraussichtlich noch Besprechungen hierüber mit den Kabinettsmitgliedern während des Wochenendes stattfinden. Das Blatt hat den Eindruck, daß die britischen Garantien das Völkerbundssystem stärken, nicht aber zu einem Bündnis mit Frankreich führen würden. „Times" erklärt, daß nach britischer Ansicht die deutsche Antwort mit ihren negativen Verpflichtungen wahrscheinlich einen kleinen Fortschritt darstellt, aber sehr weit von dem entfernt sei, was Eden erbeten habe. „Daily Telegraph" schreibt: Britische Staatskunst hat noch niemals eine delikatere und gewichtigere Ralle gespielt als in dieser Woche. Sie muß, wenn Wy möglich ist, einen mittleren W e g zwischen zweierlei Ansichten finden, die in direktem Gegensatz zueinander stehen, zwischen der französischen Entschlossenheit, mit Deutschland nicht zu verhandeln, solange der Rhein von Truppen besetzt bleibt, und dem Daraufbestehen Deutschlands, daß die Wiederherstellung feiner Souveränität über sein eigenes Gebiet vor jeder Besprechung über weitere Verträge oder seiner Rückkehr zum Völkerbund als Tatsache hingenommen werden muß. Die „Daily Mail" schreibt: Im Verlaufe der letzten 24 Stunden hat sich nichts zugetragen, was die Staatsmänner der Welt daran hindert, den Frieden Europas zu erhalten. Die Lage ist äußerst schwierig. Aber mit Klugheit und Mäßigung kann die Gefahr der Katastrophe eines neuen Weltkonfliktes vermieden werden. Alle müssen für den Frieden arbeiten. Das Blatt stellt dann fest, daß sich in dem gegenwärtigen Fall die gewöhnlichen Völkerbundssanktionen nicht anwenden lassen. Am Rhein seien die deutschen Truppen nicht in das Gebiet eines fremden Staates einmarschiert; sie haben lediglich deutsches Gebiet besetzt. Infolgedessen treten die Strafen des Völkerbundspaktes nicht in Kraft. Der Wunsch des Landes gehe dahin, daß der Frieden gewahrt werden soll. Die öffentliche Meinung werde niemals eine Politik unterstützen, die , diesen gefährde, ohne daß entscheidende Gründe vorhanden wären. Der Natur der Dinge nach hätte die Entmilitarisierung des Rheinlandes früher oder später zu Ende gehen müssen. Es gebe kein , Beispiel, daß eine solche Knechtschaft e n d los ge- dauert hätte. Die Vertragsklauseln, die brüsk gebro- ’ chen worden seien, hätten nicht mehr viele Jahre ' überlebt. Diese Tatsache sei den meisten Briten ge« ■ genroärtig. Das sei ein starker Grund, warum man i Verhandlungen dem Zwang vorziehe, der von so gefährlichen Verbündeten wie den Sowjets verlangt werde. Die Welt würde in der Tat ' bankrott fein, wenn es kein Mittel gebe, ein Kom- promiß zwischen der französischen und der deutschen i Ansicht zu erreichen. Das ganze brittsche Fühlen eine neue Garantie ersetzt werden müsse. Die Londoner Regierung setze ihre Verhandlungen mit Berlin fort, um zu versuchen, eine gemeinsame Verhandlungsgrundlage zu finden. Der „Petit Puristen" richtet einen pathetischen Appell an die englische Regierung, sie möge doch einsehen, daß die französische Oeffentlich- k e i t ebenso berücksichtigt werden müsse, wie die englische, und daß es für den französischen Außenminister noch viel schwerer sei, auf die vollständige Durchführung der im Locarnovertrag niedergelegten Klauseln zu verzichten, als für Baldwin und Eden. Sie möchte deshalb der englischen Oeffentlichkett klarmachen, daß England seiner Unterschrift und seinem einmal gegebenen Wort treu bleiben müsse. Man wohne in London einer Prüfung d e r Standhaftigkeit zwischen der englischen und der französischen Auffassung bei. Flandin vervielfache seine Bemühungen bei seinen englischen Freunden; aber die englische Regierung fürchte, die englische Oeffentlichkeit vor den Kopf zu st o ß e n, und diese Lage führe zu einer Art diplomatischer Lähmung, die die Aufgabe der französischen Abordnung außerordentlich erschwere. „Oeuvre" sagt, der rechte Flügel in der englischen Oeffentlichkeit sei nach wie vor f ü r e i n e Isolierung, während Millionen und aber Millionen von Arbeitern die franzofischeAuf- fassung für verabscheuenswert hielten, weil die entmilitarisierte Rheinlandzone urdeutsches Gebiet sei. nageln und fordern, daß der Volkerbundsrat Sanktionen gegen den „Friedensbrecher" beschließe. Sie vergessen dabei, daß Italien seinerzeit seine Truppen in sremdes Land einrücken ließ, während Deutschland lediglich seine Souveränität über unzweifelhaft deutsches Land wieder herstellte. Zudem gibt der Artikel 4 des Locarnooertrags dem Völkerbundsrat nur das Recht, auf Antrag einer der vertragschließenden Parteien eine Verletzung des Vertrages festzustellen und dies den Signatarmächten des Locarnovertrages anzuzeigen, die bann ihrerseits verpflichtet finb, „ber Macht, gegen bie sich Die beanftanbete Hanblung richtet, sofort ihren Beistanb zu gewähren". Da bie deutsche Regierung inbessen ben Locarnooertrag burch Frankreichs Beistandspakt mit Moskau als erloschen betrachtet, wird der Wert einer solchen „Feststellung" des Dölkerdundsrats, aus der Frankreich dann den Anspruch auf Sanktionen herleiten möchte, äußerst fragwürdig. Daß Sanktionen zudem ein sehr zweischneidiges Schwert sind, ist wohl aller Welt im Abessinienkonflikt deutlich geworden. Sie würden noch viel mehr gegen ihre Urheber zurückprallen, wenn sie gegen eine Macht angewandt würden, die wie Deutschland trotz der Schrumpfung des Außenhandels mit einem Import von rund 4,25 Milliarden Mark als Kunde eine dreimal so große Rolle spielt wie die Italiener. Aber nicht nur aus diesen sehr nüchternen wirtschaftlichen Erwägungen heraus vermögen sich die Engländer mit dem französischen Wunsch nach Sanktionen nicht zu befreunden. Baldwin und Eden haben bereits klar- gestellt, daß Sanktionsmaßnahmen ausschließlich auf Grund des Artikels 16 der Völkerbundssatzung gestattet sind, der sie nur gegen einen improvisierten Angriff gegen ein anderes Land oorsieht. Daß bei der Wieoerherstellung der deutschen Souveränität im Rheinland keine Rede fein kann von einem „Angriff" auf ein anderes Land, müßte langsam auch den Franzosen klar geworden sein. Da überdies England sofort nach der Notifizierung des Einmarsches deutscher Truppen in die entmilitarisierte Zone die Franzosen seines Beistandes für den Fall eines deutschen Angriffs versichert hat, hat Frankreich keinerlei Minderung seiner Sicher- heit erfahren. Eine neue deutsche Erklärung stellt in wirkungsvollen Zahlen die militärischen Kräfte zusammen, die als Sicherung Frankreichs diesem dank seines ausgedehnten Bündnissystems außer der eigenen Armee für den Fall zur Verfügung stehen würden, daß Deutschland den Wahnsinn begehen würde, mit seinem kleinen Heer gegen den nach eigener Meinung der Franzosen uneinnehmbaren Festungsgürtel längs der französischen Ostgrenze anzuren- nen. Gerade um ihre aufrichtige Verhandlungsbereitschaft zu zeigen und ben Franzofen jeben Schein einer Bebrohung zu nehmen, hat bie Reichsregierung sich ja auf eine rein fymbo l h a f t e Wieberaufrichtung ber deutschen Souveränität im Rheinland beschränkt, indem sie nur 19 Bataillone als Friedensgarnison in die bislang entmilitarisierte Zone gelegt hat. Sie ist damit schon von sich aus einem Wunsch der Engländer weitgehend entgegengekommen, die für die Dauer der Verhandlungen über einen neuen Friedenspakt mit Rücksicht auf die Empfindlichkeit der Franzosen gleichsam einen festen Zustand schaffen möchten, her den Franzosen jeden Grund nehmen müßte, sich von Deutschland bedroht zu fühlen. Die Reichsregierung hat deshalb bei gleicher Einstellung auf der Gegenseite zugesagt, für die Dauer der Verhandlungen weder die Truppenstärke der Friedensgarnisonen im Rheinland zu erhöhen, noch diese näher an die Grenze heranzuschieben. Damit sollte eine vernünftige Grundlage gegeben sein, um es ben Engländern zu ermöglichen, Frankreich für eine neue europäische Ordnung zu gewinnen, die für ein Dierteljahrhundert ein Bollwerk des Friedens in der Welt fein könnte. Der Führer hat in Karlsruhe noch einmal an die Franzosen appelliert, nicht ihr Herz der deutschen Friedenssehnsucht au verschließen, den alten Hader zu vergessen, damit beide Völker als stolze gleichberechtigte Nationen sich über den alten Schicksalsstrom hinweg die Hände reichen können zur Begründung einer neuen Epoche ber Wohlfahrt und des Friedens. Am 29. März wird das im Nationalsozialismus geeinte deutsche Volk bei der Wahl zum Reichstag vor aller Welt bekunden, daß die Friedenspolitik des Führers auch die Politik ber Nation ist, bie im Glauben an feine Ideale, im Vertrauen aus feine Führung sich einmütig zu ihm bekennt, wenn er sie ruft, und ihm sein Mandat erneuert, als Sprecher des deutschen Volkes gestärkt durch die gläubige Zuversicht ber Nation Deutschlands Sache vor Der Welt zu vertreten. Kommunistische Brandstister in Madrid. Kirchen und Klöster in hellen Flammen. Madrid, 13. März. (DNB.) Am Freitagabend stürmten die kommuni st en mehrere London, 14. März. (DNB. Funkspr.) Wie der „Daily Telegraph" in seiner Spätausgabe zu berichten weih, bereitet die englische Regierung einen umfassenden Friedensplan für Europa vor, der erwogen werden olle, sobald eine Grundlage für Verhandlungen zwischen den L o c a r n o m ä ch t e n undDeutschland hergestellt sei. Die Vorschläge würden sämtliche Vorschläge Hillers mit elnbeziehen. Weitere Einzelheiten enthält das Blatt darüber nicht. Aoch keine Einigung in London. Eine zusammenfassende Denkschrift van Seelands. Menschast im Kamps gegen die Schädlinge Don Dr. Riehm, Direktor der Biologischen I^eichsanstali, Berlin-Oahlem. ’erit Amerika. der lieber» Wen Außen» Verlassen des DL) noch nicht annähernd übersehen. Die lleberschwemmungen in Die Zahl der Todesopfer werden müsse. Verhandlungen ine gemein* läge zu rin» en pathetischen sie möge doch leffentlify nüfle, wie Sie Wen Außen» e vollständige niebergelegUn om unb Sben. vesieniWeit WW\\t und i bleiben 11* rüsung der - englischen und Landin vero»' inen engl'W -ung fürchte, dir or den Kops -e iu einer M die die Ausgabe ^ordentlich er« 6i£ >zone urdeutsches ^pkache eb.b,e e*ne q». K p 8e I \ e n, ycarno. Mem Pakt wäre ah. m'11 emi«et Züchtung Versuche gemacht werden, durch Kreuzung neue, krankheitswiderstandsfähiae Pflanzensorten zu gewinnen und sie der Landwirtschaft zur Verfügung zu stellen. Im Kampf gegen die Schädlinge finden wir Hilfe in der Vogel- und Jnsektenwelt. Bekanntlich werden für unsere Singvögel verschie» denartige Nistgelegenheiten angeboten, die sich zum Teil als völlig ungeeignet erwiesen haben. Die Biologische Reichsanstalt hat deshalb eine Prüfung aller vorhandenen Ni st höhlenarten eingeleitet. Man betreibt in Dahlem auch die Züchtung nützlicher Insekten-, so wird jetzt z. B. eine in Deutschland noch nicht heimische Raubwanze untersucht, die nach den bisherigen Erfahrungen in Frankreich bei der Bekämpfung des so gefährlichen Kartoffelkäfers Dienste leisten kann. Um die Pflanzenschutzfoschung erfolgreich durchführen zu können, sind Zweigstellen dec Biologischen Reichsanstalt in Naumburg, Aschersleben, Stade, Berncastel-Cues, Kiel, Gliesmarode, Königsberg und Guhrau eingerichtet, die die Möglichkeit haben, die Schädlinge und Krankheiten der Kulturpflanzen in den Hauptanbaugebieten zu studieren. Für die Erforschung des Vorratsschutzes ist in Dahlem eine Dienststelle eingerichtet, die seit zwei Jahren bemüht ist, wirksame Mittel auf Bekämpfung des Kornkäfers ausfindig zu machen, eines Schädlings, der die Getreidelager, in denen die Brotreserven ruhen, bedroht. Alle wissenschaftlichen Arbeiten der Biologischen Reichsanstalt sollen unmittelbar praktischen Zwecken dienstbar gemacht werden. Deshalb werden hier auch die Richtlinien für die praktische Bekämpfung der Schädlinge ausgearbeitet und deshalb arbeitet sie auch in engster Fühlungnahme mit dem Reichsnährstand, den sie bei seinen Bestrebungen in der Erzeugungsschlacht, durch Schädlingsbekämpfung die Erträge zu steigern, wissenschaftlich berät. Kernmayer, ferner zahlreiche Rechtsanwälte und Mittelschullehrer aus Klagenfurt, Villach und St. Veit. Sie werden beschuldigt, an Hilfsaktionen für arbeitslos gewordene Nationalsozialisten teilgenommen zu haben. Kraft durch Freude. Wachsende Besucherzahlen im Gau Hessen-Nassau. Freude, Frohsinn und Erholung zu bringen, ist mit die Aufgabe der NSG. „Kraft durch Freude", die das Feierabendwerk des deutschen Volkes ist. Dabei soll die Ausgestaltung des Feierabends allumfassend sein, alle Volksgenossen sollen gewonnen werden und allen soll neue Freude gegeben werden. Daß wir uns in unserem Gau nach Kräften bemüht haben, diese Aufgabe durchzuführen, zeigen die Zahlen der Besucher, die in Veranstaltungen der NSG. „Kraft durch Freude" zu Gast waren. So können wir für das Berichtsjahr 1934, das erste Jahr der NSG. „KdF.", 808151Besucher in unseren Veranstaltungen unterhaltender Art melden. Diese Zahl steigerte sich im zweiten Berichtsjahr 1935 schon auf 1488 869 Besucher und die beiden ersten Monate des Jahres 1936 ergaben schon die Zahl von 610 259 Arbeitskameraden und -kameradinnen. Es ist ein Zug stetiger Aufwärtsbewegung zu verzeichnen, ein Zeichen dafür, daß unsere Feierabend-Veranstaltungen sich immer weitere Kreise erobert haben. Auch ihre Zahl wird immer größer. Während wir uns in den ersten Monaten nur mit der Durchführung in den Städten begnügten, drangen wir bald auch auf das flache Land vor und heute wird es wohl kaum noch eine Gemeinde unseres Gaues geben, in der nicht irgendein Abend der NS.-G. „Kraft durch Freude" durchgeführt wurde. Am 2. Dezember 1933 fand der erste Bunte Abend in Frankfurt a. Main statt. Und schon ein Jahr später konnten 1498 Heitere Abende, Konzerte, Theater- und Operetten-Adende, Groß- Varieteveranstaltungen, Kameradschafts- und Heimatabende, Feierstunden usw. als durchgeführt gemeldet werden. Das Jahr 1935 brachte eine 250- prozentige Steigerung der Veranstaltungen, nämlich 3834. Und die beiden ersten Monate des Jahres 1936 konnten schon 1007 Kraft-durch-Freude-Abende aufweisen. So ergibt sich für den Gau Hessen-Nassau seit Bestehen des Feierabendwerkes der NSG. „Kraft durch Freude" eine Zahl von 2 913 279 Besuchern, die sich auf 6339 Veranstaltungen verteilen. Wir können als Erfolg buchen, daß fast j e - der Einwohner unseres Gaues einmal bei der NSG. „Kraft durch Freud e". z u © a ft war. Aus aller Welt.. Ein neuer Deichbau auf Sylt. Hamburg, 13. März. (DNB.) Im Rahmen der großen Landgewmnungs- und Landsicherungsarbeiten an der Schleswig-Holsteinischen Nordseeküste wird der Bau eines umfangreichen Deiches auf der Insel Sylt geplant. Der neue Deich soll sich von Morsum nach Rantum erstrecken. Ein weiteres großes Arbeitsvorhaben stellt die Versorgung weiter Marschgebiete des Kreises Norderdithmarschen mit einwandfreiem Trinkwaffer dar. Zu diesem Zweck ist der Bau eines ausgedehnten Rohrleitungsnetzes geplant. In der Gemarkung Borgholz bei Wenningstedt wird mit der Errichtung eines elektrisch betriebenen großen Pumpwerkes begonnen werden, das noch bis zum Sommer d. I. fertig- gestellt werden soll. Bei der Durchführung beider Vorhaben wird eine beträchtliche Anzahl erwerbsloser Volksgenossen auf längere Zeit Arbeit und Brot finden. Grohseuer in einer chinesischen Eisenbahnwerkstätte. In den Eisenbahnwerkstätten der Peiping-Hankau- Bahn in Tschanghsintien brach in einer der letzten Nächte ein Großsener aus, das erst im Lause ®enug‘uunfl , Franks nid|t ®'nU£ferbi*' inetL im« eine1' Mdt- Az «a; <><- öie „befreiende Revolution" in Paraguay. Asuncion, 12. März. (DNB.) Die Regierung von Paraguay veröffentlicht eine Verordnung, in der die Bevölkerung aufgefordert wird, freiwillig mitzuarbeiten an der Verwirklichung der hohen Ziele der Revolution. Es seien verboten jede ) r i d a t e politische Betätigung, sowie jede organisatorische Tätigkeit von politischen Parteien und Gewerkschaften für die Dauer eines Jahres. Alle Gebiete der Sozialpolitik, desgleichen Gegensätze zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern, sowie die Frage der Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen würden durch das Innenministerium geregelt werden. Die Schaffung eines „Nationalen Arbeitsamtes" sei vorgesehen. Die Verordnung will dem dringenden Bedürfnis gerecht werden, den politischen sowie staatsrechtlichen Umfang der „befreienden Revolution" unzweideutig festzulegen. Das Volk müsse in voller Deutlichkeit die neue Struktur des Staa - t e s erkennen können, um sich davon Rechenschaft zu geben, daß diese Revolution den im heutigen Europa vollzogenen sozialen Umwandlungen gleichkomme. ErneuterVormarsch in Abessinien Rom, 13. März. (DNB.) Der italienische Heeres- bericht besagt: „Die Erythräa-Front ist in Bewegung geraten. Im westlichen Tiefland haben unsere Abteilungen das Gebiet von A l c a » dra erreicht, wobei sie von der Bevölkerung freundlich begrüßt wurden. Eine vorgeschobene Abteilung des III. Armeekorps gelangte bis F e n a r o a. Die Luftwaffe belegte wichtige feindliche Truppenzusammenziehungen im Gebiet von Encetcab und südlich von Quorum mit Bomben. In der Somali-Front nimmt die Tätigkeit unserer Flieger zwischen Neghelli und Addis Abeba im Seen-Gebiet ihren Fortgang. Bewaffnete Banden der uns ergebenen Galla Borana führen erfolgreiche Kleinkämpfe durch, während sich alle Stämme aus den Grenzgebieten rund um Neghelli ansammeln, um unseren Schutz zu suchen. Die Einrichtung der Zivilverwaltung in den besetzten Gebieten nimmt ihren Fortgang. An der Südfront von Bali werden ununterbrochen die täglichen Kampfhandlungen unserer Luftwaffe gegen die wichtigsten feindlichen Stützpunkte der Armee des Dedschas Beiene Merid durchgeführt." Als -besonders wichtig bezeichnen die italienischen militärischen Stellen den Umstand, daß das irreguläre Eingeborenenkorps, das seit Monaten lediglich am Setit-Fluß die Wacht hielt, den Setit überschritten hat und auf dem äußersten rechten Flügel die Vorhut bereits tn Nogara, wenige Kilometer von der Sudangrenze entfernt, steht. Das zweite Korps setzt seinen Vormarsch südlich des Takazze in die Hochebene von Semien fort. Das dritte Armeekorps bewegt sich auf seinem Vormarsch in südlicher Richtung auf Sokota zu. Es scheint, daß das erste Armeekorps mit seinem linken Flügel bis dicht an den Aschangi-See vorgedrungen ist. Auch Zusammentritt des ^Zer-Ausschusses in London? Lon dyn, 14. März. (DNB.) Reuter berichtet, daß auf Ersuchen d e r italienischen Ab- Ordnung wahrscheinlich der Dreizehner-Ausschuß des Völkerbundes in der nächsten Woche in London gufammentreten werde. Italien sei der Auffassung, daß nach der Annahme des Vorschlages, in Verhandlungen über die Einstellung der itlaienisch- abessinischen Feindseligkeiten einzutreten, dies im Hinblick auf die Bedeutsamkeit der italienischen Mitarbeit bei der europäischen Hauptfrage ein geeigneter Augenblick sei. Kleine politische Nachrichten. Reichsminister Dr. Frick übermittelt der deutschen Bevölkerung folgende Danksagung: Zu meinem Geburtstag sind mir aus allen Teilen Deutschlands und aus allen Kreisen der Bevölkerung zahlreiche Glückwünsche zugegangen, die mich außerordentlich erfreut haben. Da es mir unmöglich ist, allen denen, die meiner so freundlich gedachten, persönlich zu danken, bitte ich auf diesem Wege meinen herzlichen Dank entgegenzunehmen. Wenn es gilt, dem deutschen Boden die höchsten (Erträge abzuringen, ist es unbedingt notwendig, dafür zu sorgen, daß die Keimung der Saaten ebenso wie das Wachstum der Pflanzen durch Schädlinge und Krankheiten nicht beeinträchtigt werden; mit anderen Worten, es muß für einen wirksamen Pflanzenschutz gesorgt werden. Neben dem Pflanzenschutz tut Vorratsfchutz not; es muß verhütet werden, daß die eingebrachte Ernte durch Schimmelpilze, Bakterien, Insekten oder andere tierische Schädlinge vernichtet wird. Das für Pflanzenschutz und Dorratsschutz notwendige wissenschaftliche Rü st zeug zu liefern, ist Aufgabe der Biologischen Reichsan st alt für Land- und Forstwirtschaft in Berlin- Dahlem. Hier wird die. Lebensweise der Schädlinge erforscht; denn nur bei genauer Kenntnis der Biologie der Schädlinge ist es möglich festzustellen, zu welchem Zeitpunkt die Bekämpfung den sichersten Erfolg verspricht. Sv untersucht man in den zoologischen Laboratorien der Biologischen Reichsanstalt verschiedene schädliche Insekten, die unsere Kulturpflanzen bedrohen; in den botanischen und mykologischen Laboratorien werden die Krankheitserreger studiert, die Fäulnis der Kartoffeln oder Krankheiten von Getreide- und Gemüsepflanzen Hervorrufen. Wieder in anderen Dienststellen der Biologischen Reichsanstalt werden die chemischen Mittel untersucht, die zum Beizen des Saatgutes und zur Bekämpfung von Raupen und anderen Schädlingen in fo großer Zahl in den Handel gebracht werden. Die Anwendung chemischer Mittel, die oft starke Gifte enthalten, würde überflüssig sein, wenn es gelingen würde, Pflanzensorten ausfindig zu machen, die gegenüber den Krankheitserregern unanfällig sind. Die Dienststelle für Sortenkunde ist deshalb bemüht, die Anfälligkeit der verschiedenen Sorten unserer Kulturpflanzen gegenüber den wichtigsten Krankheiten, zu prüfen, während in der Dienststelle für Vererbungslehre und Jmmunitäts- von 40 englischen Meilen von allem militärischen Schutz zu entblößen und im Innern des Londes eine kleine Armee zu halten, die kaum genügt, innere Unruhen zu bekämpfen. K: Aber das ist ja unoor{teilbar. Wie sollten mir, als Engländer jemals unsere Küste im Stich lassen? L: Und Deutschland denkt genau so. Während es abrüstete, im Glauben auf den gleichen guten Willen anderer Völker, rüstete man allerorten auf. In Deutschland sah man dieser Entwicklung so lange genug geduldig zu. K: Hm. Ader kann man Friedensvorschlagen, bie zusammen mit einer militärischen Wiederbesetzung erfolgen, denn glauben? Muß man nicht mißtrauisch fein? L: Adolf Hitler hat in mehr als einem Dutzend Reden den europäischen Nationen ehrliche Friedens- Vorschläge gemacht. In Frankreich entrüstete man sich, weil Deutschland die Anmaßung besaß, von Gleichberechtigung der großen europäischen Völker zu reden, und in England tastete man die Vorschläge vorsichtig ab und kam vor lauter Vorsicht überhaupt zu keinem Wunsch, wirklichen Frieden zu schaffen. Nur einmal zeigte es sich, wie leicht man Frieden haben kann, wenn man will: beim Flottenabkommen. Wie kann man von Mißtrauen gegen Deutschland reden, wenn man der Regierung nicht ein einzigesmal die Chance gibt, diese Vorschläge in die Tat umzusetzen? Für uns Eng- länder ist Sport oft wichtiger als Politik und wir brüsten uns, die besten Spielregeln der Welt zu besitzen. Aber dieses Mißtrauen wäre gegen jeden Sportgeist. Wann endlich wird man nicht stets auf Frankreichs Forderungen hören und endlich einmal an England und nur an englische Interessen denken, anstatt sich im politischen Schlepptau unserer gallischen Nachbarn ziehen zu lassen. K: Ich verstehe Sie jetzt. Man sollte Deutschland eine Chance geben. Es hängt von Hitlers weiteren Handlungen ab. I.: Ganz im GegenteN: Frankreichs Haltung ist entscheidend! Das waren in gedrängter Unterhaltung die Meinungen, denen ich allenthalben begegnet bin. Vielleicht ist dieses Gespräch einleuchtender und klarer als hundert Pressekommentare. Schweden wünscht sich herauszuhatten. Stockholm, 12. März. (DNB.) „Stockholms Tidninaen" warnt die skandinavischen Länder vor einer Beteiligung an Maßnahmen des Völkerbundes ■in dem augenblicklich von Frankreich gewünschten Sinne. Aeußerste Wachsamkeit sei notwendig, zumal die skandinavischen Staaten es niemals zulassen könnten, daß der Völkerbund zu einem Werkzeug gewisser Grvßmachtsin- 1 e r e s s e n herabsinke. Schweden sei nicht nach Genf gegangen, um den Frieden von Versailles und den Vertrag von Locarno zu garantieren, sondern um zur Sicherung des Friedens und zur Verständigung Zwischen den Völkern beizutragen. „Svenska Mvr- genbladet", erklärt, Schweden habe keinerlei Anteil an der Gestaltung des Versailler Friedens; es iönne daher auch keiner Verantwortung für dessen Folgen — und der Locarnovertrag sei eben als derartige Folge anzusprechen — auf sich nehmen. Nach Auffassung des „Aftonbladets" verlangt Frankreich die Zurückziehung deutscher Truppen aus dem Rheinland lediglich aus rein strategischen (gründen, um sich so militärische lieber- l e g e n h e i t gegenüber Deutschland zu sichern. Für Deutschland bilde das Rheinland einen unumgänglichen Sicherheitsfaktor. Deshalb |ei auch die französische Forderung unannehmbar, imb das um so mehr, als Deutschland ebenso wie Frankreich ein Recht auf eigene Sicherheit habe.— „,Nya Dagligt Allehanda" kommt zu dem Schluß, Daß es keinen Menschen mehr gebe, der noch glauben könnte, mit Sanktionen den Frieden zu Pchern. Für Schweden ergebe sich daraus die einzig richtige Folgerung, zu der überlieferten strengen Friedens- und Neutralitätspvli- 1 i k zurückzukehren. Das Unterhaus stimmt dem Heereshaushatt zu. des nächsten Nachmittags eingedämmt werden konnte. Die Werkstättenanlagen wurden schwer be- schädigt. Man hält es nicht für ausgeschlossen, daß der Brand auf einen Sabotageakt zurückzu- sühren ist, der in Verbindung mit den Aktionen der Kommunisten in der Provinz Schansi steht. hohe Zuchthausstrafen für internationale Münzfälscher. Nach zwölftägiger unter Ausschluß der Qeffent- lichkeit geführter Verhandlung verurteilte die Strafkammer des Landgerichts Berlin den 38jährigen Salomon S m o (i a n o f f und den 50jährigen Adram Lenden, der aus dem Orient stammt, wegen fortgesetzten Münzoerbrechens zu je 5 Jahren Zuchthaus, 5 Jahren Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaufsicht. — Smolianoff, ein aus Rußland stammender Kunstmaler, hatte englische Zehnpfundnoten in besonders raffinierter Weise nachgemacht und durch seinen Mitangeklagten vertreiben lassen. Nach den Ermittlungen der Polizei handelt es sich um Mitglieder einer weitverzweigten internationalen Fälscherbänbe. Smolianoff wurde bereits in Holland, in der Schweiz und in Deutschland einschlägig vorbestraft. Schwere lieberschwemmungen in kowno. Die seit mehreren Tagen infolge Eisgangs eingetretene Ueberfchwemmung in Kowno und Umgegend nahm bedrohliche Ausmaße an. Der Wasserspiegel her. Memel flieg infolge anhaltenden Regens bis zu sieben Meter. Fast die gesamte Altstadt und zahlreiche Straßen der Neustadt stehen völlig unter Wasser, so daß an einigen Stellen das Wasser bis auf wenige Meter an die Hauptstraße von Kowno heranreicht. Der Verkehr wird notdürftig durch Kähne aufrechterhalten. Eine Anzahl großer industrieller Unternehmungen, die an den Ufern der Memel und der Wilja gelegen sind, stehen unter Wasser, so die schwedische Zündholzfabrik und eine große Gummifabrik. Sie mußten ihre Betriebe schließen. Dadurch sind über 1500 Arbeiter zeitweilig ihres Verdienstes verlustig gegangen. Unterhalb von Kowno, wo der Memelstrom zu einer Breite von vier Kilometer angeschwollen ist, sind drei Dörfer überschwemmt und von der Außenwelt abgeschnitten. Das Wasser reicht bis an die Dachfirste der Häuser. Die Einwohner konnten nur mit Mühe durch Militär und Feuerwehr in Sicherheit gebracht werden. Die meisten Haustiere sind den Fluten zum Opfer gefallen und zahlreiche Häuser wurden von den Eis- schollen zerstört. Die Höhe des Schadens läßt sich Verteidigungsmini st er ernannt roor- Öen. Jnscip ist 60 Jahre alt und gehört der Kon- ßervatioen Partei an. Als Vertreter der englischen Admiralität gehörte Jnscip im Jahre 1919 dem Ausschuß für die sog. Kriegsverbrechen an. Jnscip ist ein führendes Mitglied der Evangelischen Par- lei der Kirche von England und hat die Oeffentlich- teit wiederholt vor einem Uebergreifen des bolschewistischen Gottlosenfeldzuges nach England gewarnt. Än politischen Kreisen hat die Ernennung des neuen Verteidigungsministers große Ueberraschung ausgelöst, da sein Name in der umfangreichen Kandidatenliste in den letzten Wochen mit keinem Wort -rwähnt worden war. Jnscips Hauptaufgabe wird Öie Koordinierung der drei Hauptwaffengattungen fein. Jnscip wird der Hauptoertreter des Minister- Präsidenten Baldwin im Reichsverteidigungsaus- sminifter hat das Recht, London, 12. März. (DNB.) Kriegsminister Dufs-Cooper brachte am Donnerstag im Unterhaus Den Haushalt für das britische Heer «ein. Es sei notwendig, eine Armee au besitzen, die im Notfall auch außerhalb Englands in Erscheinung treten könne. Man dürfe niemals von der Voraussetzung ausgehen, daß England in keinen künftigen Konflikt auf dem Kontinent verwickelt werden könnte. Mehr denn je fei England e i n Teil des europäischen Kontinents. Weniger denn je könne es sich auf die Vorzüge der Jnsellage verlassen. Kein Kenner der Kriegswissenschaft hege Zweifel an einer wachsenden Bedeutung d e r Maschine bei militärischen Dingen. Der nächste Krieg werde ein Krieg der Maschinen und der Menschen sein. Duff-Cooper berichtete sodann, daß England ein Tankabwehrgeschütz einführen werde, und daß acht weitere K a - ivallerie-Regimenter motorisiert werden würden. Der Labour-Abgeordnete Major M i I n e r brachte einen Antrag ein, die Zahl des Mannschaftsbestandes der Armee herabzusetzen. Die Heeresvor- lage sei die unmfangreichste seit 13 Jahren. Der gegenwärtige Zusammenprall der Meinungen sei eine ausgezeichnete Gelegenheit, den Frieden zu sichern. Der Antrag wurde mit 149 gegen 59 Stimmen abgelebt und der Heeresetat ohne Abstimmung angenommen. DerneueenglischeÄerteidigungsminister London, 13. März. (DNB.) Der General- ütaatsanroalt Sir Thomas Jnscip, ist zum Die Dienstgebäude der Wehrmacht flaggen am 16. März 1936, dem ersten Jahrestage der Wiedererlangung der deutschen Wehrfreiheit. Die im Dienst befindlichen Schiffe und Fahrzeuge der Kriegsmarine legen kleinen Flaggenschmuck an. In den letzten Tagen sind nicht nur in Wien, sondern auch in den Bundesländern zahlreiche Verhaftungen von Nationalso- aialiften vorgenommen worden. Unter den Verhafteten befinden sich u. a. auch der ehemalige Landeshauptmann von Kärnten, der Landbundführer !lchuß sein. Der Verteidigungsminister hat das Recht, sine Sitzung der Stabschefs einzuberufen, falls er Dies für notwendig hält. fchwemmungskataftrophe in den Nordoststaaten der Vereinigten Staaten ist auf 30 gestiegen. Der gesamte Sachschaden der am meisten betroffenen sechs Bundesstaaten wird auf 50 Millionen Dollar geschätzt. In New Hampshire und in Connecticut haben die Ueberschwemmungen weiter zugenommen. Die Flüsse Merri-mac und Connecticut führen stündlich größere Wassermengen herbei. Hunderte von Landstraßen sind überflutet. In niedriger gelegenen Gebieten sind die Wohnhäuser bis zum zweiten Stock ganz unter Wasser. In Pennsylvanien mußten ' mehrere Bergwerke wegen des Hochwassers geschlossen werden. Präsident Roosevelt billigte die Verwendung von fünf Millionen staatlicher Notstandsgelder zum Zwecke der Bekämpfung des Hochwassers. Weite Gebiete von Südwest-Kansas, Nordwest-Qklahoma und Teile von Colorado wurden von einem heftigen Sandsturm heimgesucht. 200000 Menschen sind arbeitslos geworden, da infolge der Ueberschwemmungen auch viele Kraftwerke und Fabriken, hauptsächlich Spinnereien und Webereien, geschlossen werden mußten. Zum Schmelzen des 1,5 Meter hohen Schnees gesellten sich schwere Regengüsse, die in der Nacht zum Samstag erneut in Schnee- stürme übergingen. Die Lage der Bevölkerung wird dadurch noch verzweifelter. Das erneute Absinken der Temperaturen hat jedoch einen Rückgang des Hochwasserstandes bewirkt. 66 Grindwale an Land getrieben. An verschiedenen Stellen der Westküste Jütlands wurden dieser Tage insgesamt 66 Grindwale an Land getrieben. Die größten Tiere waren sechs Meter lang und mögen dis zu 2000 Pfund. Sie mußten teilweise mit Pferdevorspann an Land gebracht werden. Ein so reicher Fang an Grindwalen ist in Dänemark seit langer Zeit nicht mehr gemacht worden. Man nimmt an, daß den Walen entweder durch plötzliches Fallen des Wasserstandes der Rückweg ins Meer abgeschnitten worden ist, ober daß sie durch einen Sturm an Land getrieben worden sind. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Der sich über Skandinavien nach England hin erstreckende Hochdruckrücken hat sich in seinem westlichen Teile weiter verstärkt, während der im Oft» feegebiet liegende Wirbel in Auffüllung begriffen ist. Dieser Luftdruckoerteilung entsprechend findet noch immer eine Zufuhr kälterer Luftwaffen nach Deutschland statt, die sich in ihren unteren Schichten mit feuchteren, aus dem Mittelmeergebiet stammenden Luftmassen vermischen und daher, besonders in Ost- und Mitteldeutschland, Anlaß zu Niederschlägen geben. Auch bei uns hat sich zur Zeit diese feuchtere Mischluft durchgesetzt, doch steht zu erwarten, daß die noch immer in der Höhe im Gang befindliche absteigende Luftbewegung nach unten hin durchgreift und Aufheiterung bringt. Aussichten für Sonntag: Morgens vielfach dunstig ober nebelig, sonst wolkig bis heiter, im allgemeinen trocken, nachs leichter Frost, tagsüber mieber etwas milber als seither, überroiegenb nörb- liche unb östliche Winbe. Aussichten für Montag: Im wesentlichen trockenes unb heiteres Wetter mit langsam anstei- genben Tagestemperaturen. Lufttemperaturen am 13. März: mittags 0,8 Grab Celsius, abenbs 1,2 Grab; am 14. März: morgens 1,4 Grab. Maximum 1,4 Grab, Minimum heute nacht 0,6 Grab. — (Erbtemperaturen in 10 cm Tiefe am 13. März: abenbs 3,1 Grab; am 14. März: morgens 2,6 Grab Celsius. Hauptschriftleiter: Dr. Friebrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik unb für bie Bilber: Dr. Friebrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für ben übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für ben Inhalt ber Anzeigen: Theobor Kümmel. D. A. II. 36: 10 556. Druck unb Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch-unb Steinbruckerei R. Lange, K.-G- sämtlich in Gießen. Mvnatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Vf. Zustellgebühr, mit ber Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. wandert sichs auf Erden-- herrlich ohne -ach wie. Schuheinlagen zur rechten Zeit - steigern die Leistungsfähigkeit! L.Thöt Gießen Friedrichstr. 7 Kassenlieferant Hartbrennholz, ä Wagen 5 Mk., Anmachholz ä Wagen 6 Mk., 1 Sack Anmachholz 1 Mk. frei Keller. ggsv J. Wellhöfer, Telephon 2313, Marb.Str. 24. Zu den hilimlimo empfehl.ich mein reichhalt. Weinlager zu streng reellen Preisen. Welnstoben ftaaf’s Hänschen. iflünen- MviMtzglz abzugeb. Bestell erb. wir v.Poslk DamplsägewerkLollar B.NuhnA.6..Lollar. Sammerjöger verlilgtjedes Ungeziefer [01225 Gdiomöer, Gietzen jetzt: Kirchstr. 20 Sachverständiger in Gerichtsangelegenheiten, Weintrinkeri Vergleichen Sie meine naturreinen Ausschank- und Flaschenweine. [1637 D Weinslnben Naat’s Häuschen. 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So hinterließ er dem größeren Sohn, ähnlich wie F brich Wilhelm I. von Preußen, eine zuverlässige G nndlage. ' in 2. Juli 936 ist König Heinrich in Memleben ge orben und dann in Quedlinburg beigesetzt worden Sein Sohn Otto, der ihm folgte, war entschlossen, sich nicht damit zu begnügen, erster unter gleichen zu sein. Er wollte nicht nur die deutsche Königskrone, er wollte den Staat der Deutschen als eine Machteinheit über allen Teilmächten. Er hat um diesen Staat gerungen gegen das Landesfürstentum, auch wenn seine nächsten Verwandten auf der Gegenseite standen, und er hat ihn verwirklicht, zwar nicht in der Form des Einheitsstaates, aber doch in einer Form, die das Deutsche Reich auf Jahrhunderte hinaus zur ersten Macht der abendländischen Christenheit erhol). Nur wurde, im Laufe dieses Jahrhunderts, die bedingte Einheit dieses Oberstaates von innen heraus immer mehr aufgelockert, und zu guter letzt triumphierte das Landesfürstentum, im Bunde mit der Weltmacht Rom, später gelegentlich auch im Bunde mit dem französischen Königtum, über den Staatsgedanken des ersten Reiches der Deutschen. Das Ende dieser Entwicklung war die lächerliche Zersplitterung in zweieinhalbhundert selbständige Staatsgebilde, die im Westfälischen Friedenden als solche völkerrechtlich anerkannt und deren Selbständigkeit von Frankreich und Schweden ausdrücklich verbürgt wurde. Von da ab wurde die geographische Zersplitterung rückläufig. Nach dem Wiener Kongreß gab es noch drei Dutzend deutsche Vaterländer, nach Bismarcks zweiter Reichsgründung im Rahmen Kleindeutschlands noch zwei Dutzend, und daneben die ehemalige Hausmacht der Habsburger als selbständige, europäische Großmacht. An Stelle der gemilderten geographischen Zersplitterung aber wuchs eine Aufspaltung der Volksseele in Parteien empor, die einander schlimmer befehdeten, als es die territorialen Teilmächte im ersten Reiche aetan hatten. An dieser Zersplitterung der seelischen Kraft des Volkes ist das zweite Reich zugrunde gegangen. Diese seelische Zersplitterung, neben der auch die geographische Zersplitterung wieder fröhlich gedieh, hat das deutsche Volk bezahlen müssen mit dem Verlust seiner Ehre und seiner Freiheit Es war von der stolzen Höhe der ersten Militärmacht Eurovas und der zweiten Seemacht der Welt berab- gettürzt und zu einer Tributkolonie des Sieger- fnnifnfigmu5 geworden. Und als Wächter über die wehrlose Tributkolonie hatte der Sierserkapitalis- mns den Völkerbund bestellt, in den Deutschland, vm besser und beguemer beaufsichtigt werden zu kmv"n hineingezwungen wurde. Im Innern ging d'e Aufspaltung der Volksseele in immer mehr Wnrteien derweil munter weiter, 1932 hatte der K^mvf aller gegen alle seinen Höhepunkt erreicht, jenieits dessen nur mehr zwei Möglichkeiten lagen: nationaler Zusammenschluß oder bolschewistisch- in^rnationales Chaos. Den nationalen Zusammenschluß hatte Hindenburg gefordert, Jeit er, beim Sturz des Kaiser- r-iches. Staat und Volk in beispielhafter Weise ü^er die zerbrochene Staatsform gestellt hatte: den nationalen Zusammenschluß hatte der unbekannte Soldat des Krieges, Adolf Hitler, gefordert, Schnelle Hilfe am rechten Ort < MHMZ ■ T W Würden diese beiden Arbeitslosen, die das linke Bild zeigt, Aussicht haben, bei der Stellungsuche einen neuen Posten zu besetzen? Wohl schwerlich! Sie begaben sich jedoch zur NSV. und wurden hier neu eingetleibet. Jetzt dürften sie in ihrem anständigen Anzug, falls ihre Leistungen entsprechend sind, bald zu Arbeit kommen. Das ist Hilfe am rechten Platz, und so wirkt sich die neue deutsche Volksgemeinschaft aus, die Adolf Hitler im deutschen Volke schuf. (Scherl-Bilderdienst-M.) seit er, mit einer handvoll Gleichgesinnter, die nationalsozialistische Bewegung ins Leben gerufen hatte. Als sich, am 30. Januar 1933, Hindenburg und Hitler gefunden hatten, war der Weg zur UeberminSung einer tausendjährigen Zersplitterung frei. Hitler, der Staatsführer, zerriß die goldenen Ketten des Völkerbundes, der seinen Namen zu Unrecht trug und nur das ausführende Organ des Versailler Siegerkapitalismus war. Und mit mehr als 90 v. H. aller Wahlmündigen stellte sich das Volk, bei der Abstimmung im Herbst 1933, hinter seinen Führer. Aber Hitlers Staatsführung dachte nicht daran, auf den Lorbeeren dieses beispiellosen Erfolges auszuruhen. Rastlos verfolgte sie ihren Weg, um aus dieser Einigkeit die tatsächliche Einheit des Staates der Deutschen zu schmieden. Beseitigt wurden die Reste der Länderhoheit, beseitigt wurden die letzten Binnengrenzen, gebändigt wurde das Hebel deutscher Geschichte, der Partikularismus in der Gesellschaft, wo er als Kastengeist, in der Wirtschaft, wo er als Parteisucht sein Unwesen getrieben hatte. Und als dann über jeden Zweifel klar wurde, daß die Versailler Mächte dem entwaffneten Deutschland nie Wort halten und auch ihrerseits abrüsten würden, da hat der Führer vor Jahresfrist dem Reich aus eigenem Lebensrecht b i e Wehr- Hoheit zurückgegeben. Damit war bie Schmach des Zusammenbruchs, von 1918 getilgt, ber Schild ber deutschen Ehre wieber blankgeputzt unb in Europa bas Gleichgewicht ber Kräfte soweit wieber hergestellt, baß daran gedacht werden konnte, den auf Vertragsbruch gegründeten Diktatfrieden von Versailles durch einen Frieden ehrlicher Verständigung zu ersetzen. Um diese Verständigung nicht zu gefährden, brachte Deutschland ein großes und schweres Opfer: es verzichtete darauf, die Wehrhoheit des Reiches auch in der entmilitarisierten Zone geltend zu machen, die das Versailler Diktat uns einseitig aufgezwungen hatte und die wir im Locarno-Vertrag, unter dem Druck der Tributknechtschaft, nochmals hatten anerkennen müssen. Als dann Frankreich aber durch sein Militär-Bündnis mit Rußland den Rheinpakt willkürlich durchbrach, wie einst Clemenceau den Waffenstillstands-Vertrag, wie Poincare im Ruhreinbruch den aufgezwungenen Friedensvertrag willkürlich durchbrochen hatte — da nahm der Führer das getretene Recht Deutschlands in die eigenen Hände, indem er den neuen Vertragsbruch damit beantwortete, daß er der Reichseinheit den noch fehlenden Schlußstein einfügte: die wiedergewonnene Wehrhoheit wurde auch auf die entmilitarisierte Zone ausgedehnt. Und auf dieser tragfähigen Grundlage wurde den Nachbarn Deutschlands zugleich ein Angebot zur dauernden Befriedung Europas gemacht, wie es gleich weitherzig und weitblickend noch niemals ergangen ist. Von der Einigkeit des staatlichen Wollens, die am 30. Januar 1933 zwischen Hindenburg und Hitler besiegelt wurde, ist Hitlers Staatsführung binnen drei Jahren vorgedrungen zur tatsächlichen Staatseinheit des vordem so unselig zersplitterten Volkes im Herzen Europas. Und.über dieser festgefügten Tatsache gilt es nun, den Bau der europäischen Völkergemeinschaft zu errichten. So gesehen, ist in diesen drei Jahren mehr geleistet worden, als in einem Jahrtausend deutscher und europäischer Geschichte. An das deutsche Volk ergeht nun der Ruf, das von der Staatsführung Geleistete dadurch zu unterstützen und zu sichern, daß es sich am 29. März zu diesem Ergebnis der drei Jahre laut und einmütig bekennt. Kann ein Mann oder eine Frau, wenn sie sich I ihres Deutschtums bewußt sind, auch nur eine | Sekunde lang im Zweifel fein, wie sie am 29. März zu stimmen haben? Miig helft»! Die Bedeutung der Kinderbeihilfen an kinderreiche Familien. Wpd. Ein einschneidender, von allen in der so» zialen Arbeit Stehenden als bedeutungsvoll erkannter Schritt zur Verwirklichung des bevölkerungspolitischen Gedankens ist die Verordnung der Reichsregierung über die Gewährung von Kinderbeihilfen an kinderreiche Familien vom 15. September 1935 mit den Ausführungsbestimmungen vom 26. September 1935. Nachstehend sollen aus der sozialen Arbeit vor und nach der Machtübernahme praktische Fälle die Bedeutung der Beihilfen für Kinderreiche erläutern. Vor der Machtübernahme: 1. Von 1927—1932 wird eine Familie betreut. Der Mann ist in seinem angelernten Beruf fast ständig arbeitslos; wie weit selbst verschuldet, bleibt dahingestellt; die Ehefrau groß, mager, verkümmert, körperlich heruntergekommen: sie blüht nur für kurze Zeit auf, nach der Geburt eines Kindes. Danach verfällt die Frau sehr bald wieder, die Haushaltssorgen zermürben sie; der Mann lebt sorglos dahin. 1927 hat die Frau nach achtjähriger Ehe sieben Kinder zur Welt gebracht, fünf Kinder davon leben, zwei sind tot. Bis 1932 sind in der Familie weitere vier lebende Kinder gebaren. Die Familie bewohnte 2V2 Zimmer in einer Stadtwohnung. Das halbe Zimmer, für die älteste, konstitutionell tuberkulös gefährdete Tochter bestimmt, steht leer; es sind nicht genügend Betten vorhanden, so daß die Aelteste allein schlafen könnte. In einem großen Bett schlafen vier Kinder, die übrigen zu zweien in je einem Bett. Dem Wohlfahrtsamt entstehen ungeheure Kosten durch Bewilligung von Unterstützung und Kleidung für die elfköpfige Familie. Trotzdem hatten die Kinder fast nie ein Hemd unter dem Kleid oder Anzug, im Sommer liefen sie barfuß, im Winter ohne Mäntel. Die Frau ist nie außerhalb der Wohnung zu sehen, sie hat kein straßenfähiges Kleid. Vorhandene, vom Wohlfahrtsamt bewilligte Kleidung ist sehr bald nicht mehr tragbar, verschmutzt, zerrissen. 2. Im Jahre 1929 erzählte ein arbeitsloser Kaufmann mit sieben Kindern: Ich hatte eine sehr gute Stellung als Buchhalter in einer großen Firma. Unangenehm war nur, daß ich dort stets wegen der vielen Kinder gehänselt wurde; auch die leitenden Herren machten sich teils luftig über mich, teils machten sie mir Vorhaltungen über die Kosten, die die vielen Krankenscheine für meine große Familie verursachen. (Meine Kinder leiden viel an Halsentzündungen.) Mehr ober weniger beutlich spürte ich, wie lästig ber Firma meine große Familie war. Eines Tages glaubte ich, bie Nabelstiche nicht mehr ertragen zu können unb tünbigte meine Stellung in ber Hoffnung, als Zeichner privat ruhiger unb besser zu leben. Fast erfreut über meine Kündigung, ließ man mich gehen. Nach Bezahlung eines Fortbil- bungskursus im Schilbermalen unb ber in ben letzten Jahren angelaufenen Schulben behielt ich von ber Abfinbungsfumme nur n 0 ch f 0 viel, um knapp brei Monate mit meiner F a- m i I i e leben zu können, bann mußte ick Unterstützung beantragen. Ich finde nirgends Arbeit, überall werde ich abgewiesen; der Verdienst Köhlers Zensier als modischer Kurzbericht — sie gewähren augenblicklich eine umfassende Übersicht, zeigen die Auslese der wichtigsten Moden in Kleidung für Herren und Knaben. Qualitätskleidung ist das Steckenpferd des Hauses Köhler, die grösste Auswahl zu haben und wirklich preiswert zu sein — das kann jeder deutlich merken — ist der fachliche Stolz des Hauses Köhler. 1611 A Anekdote von der Liebe. Bon Karl Lerbe Von dem Manne, um den es in dieser kurzen, aber seltsam ergreifenden Geschichte geht, ist uns nicht viel mehr überliefert, als daß er den herzhaft irdischen Namen Kohl führte und zur" Zeit der Kaiserin Elisabeth als Professor der deutschen Sprache zu Petersburg wirkte. Dagegen wissen wir von ihm, was man von nicht vielen Lebewesen des irdischen Werkeltages sagen kann: daß ihn das Schicksal einmal mit dem herrlichen und furchtbaren Geschenk einer Leidenschaft bedachte, die ihn aus der gewissenhaften und nüchternen Alltäglichkeit । feines Daseins emporriß und die Kraft seines Ge-, fühls, die sonst wohl nach üblicher Menschenart in vielen trüben Feuerchen verflackert wäre, zu einer großen und wilden Flamme brausend auftrieb | Dies wiedersuhr dem Professor Kohl, als er einmal durch irgendwelche Beziehungen eine Einladung zu einer Hoffestlichkeit erhalten hatte und dabei in die Nähe der Kaiserin geriet: Da fühlte er mit wunderlich lustvollem unb schmerzlichem Erschrecken, baß ber Anblick Elisabeths ihn wie ein himmlischer Feuerschlag bis in unergrünbete Tiefen stures Wesens traf. Der Branb freilich, ber ba ent- zünbet war, konnte hier nicht sogleich hell unb heiß amschießen — aber er schwelte, er griff um sich, er fraß unb fanb ungeahnte Nahrung, unb schließlich mar er eine schwere unb fengenbe büftere Flamme: 1 so baß ber Professor Kohl verstört unb mit wach-1 senbem Entsetzen merkte, wie sehr sein peinlich ge-: regelter Alltag ihm zur Unmöglichkeit unb zum! wesenlosen Schattenspiel würbe, unb wie eine gefährliche unb furchtbar lockenbe Kraft ihn in abenteuerliche Bezirke riß. Man barf glauben, baß er sich mit ernstem Vorwurf zur Ordnung rief, vor der fremden und gefährlichen Lust seiner Träume am Tage ängstlichen Abscheu empfand und sich mit aller Kraft gegen djp Erkenntnis wehrte, daß er mit einer nach bürgerlich-irdischen Begriffen wahnsinnigen und stras- lich.n Leidenschaft die Kaiserin liebte Ja liebte: so daß sein seltsames und strenges Schicksa seines ängstlichen Wehrens spottete und ihn aus allen gehüteten Bindungen trieb und ihn, einen wirren und trunkenen und von seinen ratlosen Freunden gemiedenen Mann, durch nächtliche Straßen jagte, über deren eisigem Dunkel ein mächtiger sternuber- flammter Himmel gleißte. Wir weichen der betrüblich verwahrlosten Gestalt, bie ihre sehnsüchtige Not und Beglückung mit stammelnden und rasenden und vermessenen Worten zu diesem Himmel emporschickte, nicht aus und lächeln nicht über ihr tolles Tun: Wissen wir doch, daß die hohe Flamme in jeglichem Gesäß heilig ist und sich ihres Ursprungs aus dem Weltenfeuer rühmen darf. Vielleicht hatte eine Ahnung den Professor Kohl gelenkt, als er eines Morgens, aus blicklosem Starren erwachend, vor sich das riesig gewölbte Portal einer Kirche sah und sich inmitten einer plappernden Schar zerlumpter Bettler fand, die, von gutmütig-grimmigen Wachen zurückgehalten, die Stufen umdrängten: Denn im Augenblick, da er feine Umgebung erkannte, fauste es mit klappernden Rädern und sprühenden Husen und Gesunkel und Peitschenknall durch den kahlen Vorfrühlingstag heran, war da und hielt: blanke Karossen mit blitzender unb sehr erlauchter Menschenlast. Dem Professor Kohl war, was sie herantrugen, ein verschwommenes Gewoge farbiger Schatten — bis auf eine Gestalt, bie er durch aufschießende Trä- nen ganz deutlich und mit großer, feierlicher Klarheit sah: Elisabeth. Ihm aber war es nicht die Kaiserin, die über ein Reich von märchenhaften Maßen gebot, die gekrönte Abenteuerin, vor deren weltgeschichtlichen Affären er zu einem Nichts schrumpfte, unb von ber, wie wir Kunbigen aus vielen Beispielen wissen, wirklich eine Welt ihn trennte: ihm war es bie himmlische unb irbische, bie heilige unb feinen zitternben Hänben unb Sinnen erreichbare Gestalt ber Frau, die er liebte. Ueber ben trennenben Weltenraum riß sein Sprung ihn hinweg, an verbüßten Wachen vorüber, mitten burch erstaunt zuruckweichendes Gefolge — nieber zu ihren Füßen, hinauf zu ihren Knien. So lag er unb wußte nicht, baß Tränen in seinen struppigen Bart strömten, baß sein abgezehrtes Gesicht von Glut überlobert war, baß er mit stoßendem Atem wilde unb tiefe unb heiße Worte stammelte, die nieberzuschreiben keine Feber wagen barf. In biefen wenigen Augenblicken ergriff bie Flamme ber Erfüllung bie ganze Kraft seines Lebens, schoß fteilauf unb erlosch. Er sah nicht, baß rings bie Klingen aus ben Scheiben fuhren, unb daß der elegant geführt Degen Schuwalows ihm am nächsten war; er fühlte vielleicht, daß Elisabeths Hände sie mit einer schützenden Bewegung von ihm fernhielten und dabei einen Herzschlag lang fein Haar berührten; und er vernahm gewiß den Klang ihrer Stimme, wenn er auch nicht die Worte verstand, die wir, ba sie schön waren, hier aufzeichnen müssen: „Wenn Sie biefen Menschen töten wollen, weil er mich liebt — was wollen Sie bann mit benen tun, bie mich hassen?" Wer bas fernere Schicksal bes Professors Kohl wichtig findet möge wissen, baß besorgte Freunde ihn, den ausgebrannten Rest eines glühenden Erlebnisses, auf dem leeren Platze vor der Kirche fanden und mit ängstlicher Hast nach Deutschland — man sagt, nach Hamburg — schafften, wo er sich selbst in einem stummen und leidlich vernünftigen unb vom Geleucht eines sehr fernen Erlebnisses beglänzten Dasein überlebte — einem Dasein übrigens, bas seine irbische Erhaltung einem von ber Kaiserin Elisabeth ausgesetzten Ruhegehalt ver- bantte. Gießener Giadiiheaier. Franz Lehär: „Die blaue Mazur". Die blaue Mazur ist ein Nationaltanz im Kostüm, ben man — wenn bas Libretto recht hat — in Polen mit ber Frau- tanzt, bie man fürs ganze Leben zu erobern wünscht. So hat ber Graf Olinski seine junge Frau gewonnen, unb ber erste Akt setzt gleich mit dem großen Hochzeitsfest ein, an einem Punkt also, an bem Operetten unb Lustspiele gemeinhin abzubrechen pflegen. Aber bas Fest enbet mit schrillem Ausklang unb plötzlicher Trennung: bie junge Frau Blanko belauscht unabsichtlich ein Gespräch bes Grasen mit seinen Freunben unb muß erfahren, baß ben frisch Vermählten, in Erinnerung an bie verlorene Freiheit unb ein lebenslustiges unb unbebenkliches Junggesellentum, die eben erst eingegangene Bindung schon fast wieder reut. Als dann auch noch, so uneingelaben unb unpossenb wie möglich, eine seiner zahlreichen ehemaligen Freunbinnen, bie Grell Aigner vom Wiener Hofballett, auf ber Bilb- ftäche erscheint, ist es vollends aus: Blanko verläßt heimlich dos Fest und rettet sich zu einem Jugendfreunde ihrer Mutter, benj Freiherrn von Neiger. Aber bie Liebe ist boch stärker, als bie Vermählten sich eingestehen wollen. Der Graf macht Blankos Aufenthalt ausfinbig, eine Eifersuchtsszene läßt unmißverstänblich erkennen, wie es um ihn steht, unb bie blaue Mazur führt bie zur Unzeit Getrennten wieber, biesrnal hoffentlich für länger, zusammen. Das Programm verschweigt bie Namen bes ober ber Autoren, bie bas Libretto verfaßt haben. Wir wollen ihnen auch nicht nachforschen unb uns nicht in Einzelheiten einlassen, wozu bas Textbuch im allgemeinen unb bie Liebertexte im besonderen an sich reichlich Gelegenheit böten. Es kommt ja bei einer Operette noch immer auf bie Musik an; baß bie Handlung — auch unter Berücksichtigung einer gewissen, theatermäßig-traditionellen Bereicherung durch das obligate zweite Paar — nicht gerade Üppig genannt werden kann, mag die oben skizzierte Inhaltsangabe bezeugt haben. Lehär seinerseits war bemüht, musikalisch das Möglichste aus ber Vorlage herauszuholen. Er setzt stellenweise zu einer breit ausgebauten Instrumentierung an, bie überall flüssig unb gefällig, gelegentlich aber ein wenig konventionell klingt. Die besten Wirkungen zieht er aus bem frisch und rhythmisch lebhaft entwickelten Titelmotiv; hübsch obwohl sehr einfach, wirkten auch in der Melodieführung die Ueberleitung vom ersten zum zweiten Akt und das Terzett der alten Herrn am Kamin der Reigerschen Villa in Wien. — * Die Aufführung, von Herrn Wrede mit beträchtlichem Einsatz von Personal und Ausstattung in Szene gesetzt, von Herrn Bräuer musikalisch geleitet, erschien im ersten Akt etwas unkonzentriert und ohne den rechten Schwung, gewann aber im Verlaufe des Abends an Zusammenhalt, Stimmung und Farbe. Die Ballettmeisterin Thery Schultheis fand für die Tanzeinrichtung in der ..blauen Mazur" dankbare Anregungen. Herr Löffler hatte hübsche Dekorationen für alle drei Schauplätze entworfen; Herr Weber unterstrich bie Bühnenwirkung burch stimmungsvoll abgestufte Beleuchtungseffekte. * Herr Weiser spielte ben Grafen Olinski und hielt bie Figur mit Geschick auf ber schmalen Mitte zwischen einem weltmännischen Kavalierston und echtem Gefühlsausbruch, gesanglich übrigens am eindrucksvollsten in der lyrisch gefärbten Mittellage. Frau Perry als Blanko entwickelte ihre Rolle darstellerisch gewandt und ungebrochen in der Linienführung und brachte die Partie auch musikalisch, mit dem Hochzeitslieb vor allem, recht vorteilhaft zur Entfaltung. Herr Lindt als Adolar hatte es nicht schwer aus dem Umstande, daß er „seinen eigenen Zwilling" und also eine Doppelrolle zu spielen hatte, dankbar aufgenommene, komische Effekte zu ziehen, und wurde überdies von Fräulein F 0 r n a 11 a z, die mit der Grell vom Ballett die typische Soubrettenpartie vertrat, temperamentvoll unterstützt unb begleitet. Recht glücklich geriet das Trio ber brei älteren Kavaliere, bie von den Herren Bley, Volck unb Greis verständnisvoll gegeben wurden. Vom Ensemble seien noch Fräulein Hagemann und Herr Tank in kleineren Aufgaben erwähnt. * Die Operette fand sehr freundliche Aufnahme. Es gab mehrere Wiederholungen und zum Schluß etliche Blumensträuße. hth. von den dann und wann verkauften Schildern reicht nicht im entferntesten für den Lebensunterhalt der Familie aus. Aach der Machtübernahme: 1. Ende 1935 wird die Frau des ersten Falles mit einem etwa dreijährigen Kinde zufällig in der Straßenbahn getroffen. Die Frau ist nicht mehr so mager, sie und das Kind sind sauber und ordentlich angezogen. Sie erzählt vergnügt: „Wir wohnen jetzt in einer Stadtrandsiedlung, so daß die Kinder den ganzen Tag im Freien sind. Jetzt sind z w ö l f K i n d e r da! Die Aelteste arbeitet seit Äroei Jahren in einer Fabrik. Ich hole sie jetzt von der Arbeit ab, wir wollen etwas einkaufen. Mein Mann ist noch arbeitslos, aber es geht uns ganz gut, die NSV. sorgt viel für un s." 2. Nach Bekanntgabe der Verordnung über die Gewährung von Beihilfen an Kinderreiche meldete sich u. a. eine Familie mit vier Kindern. Der Mann, früher Buchhalter, nimmt seit Jahren jede sich bietende Arbeit an, arbeitet im Sommer beim Baugewerbe, im Winter trägt er Kohlen aus. Er hilft seiner Frau bei den Haushaltsarbeiten so gut er kann. Während die Frau mit dem jüngsten Kinde von der NSV. verschickt ist, versorgt der Mann die drei anderen Kinder und besorgt auch noch die Wäsche, damit Mutter bei ihrer Rückkehr nicht gleich so viel Arbeit vorfindet. Trotz der jahrelangen Arbeitslosigkeit wurde beim Wohlfahrtsamt nur einmal Bettwäsche beantragt, Kleidung nie. Der Hausbesuch bestätigt die Angaben des Mannes, daß die Frau außerordentlich wirtschaftlich sei. Aus den ältesten Sachen näht die unterernährte Frau Kleider, Mäntel und Wäsche für sich und die Kinder, bestickt die Kleidchen mit bunten Garnresten, die sie gerade hat. „Mädchen müssen doch niedlich aussehen. Die Kinder' sind meine ganze Freude. Oft sitze ich noch nachts, um alles nett herzurichten. Alte Pullover werden aufgetrennt und zu Jacken, Schlüpfern wieder verarbeitet. Nein, nähen habe ich nie gelernt, für die Kinder habe ich es mir aber angenommen." Jetzt fehlt es in der Wirtschaft dieser so ordentlichen Familie bei zunehmender Kinderzahl an allen Wirtschaftsgegenständen. Der Tisch ist nicht mehr groß genug, Stühle, Bettstellen, Betten und Bettwäsche fehlen. Nur zwei kleine Kochtöpfe, ein Messer und zwei Gabeln, ungenügende, schadhafte Löffel sind vorhanden. Zum Wäschewaschen werden Die Geräte dazu geliehen. „Weil die Unterstützung und der Verdienst der kurzfristigen Arbeiten des Mannes nur zum Leben reichen, konnten wir nichts neu anschaffen ober ergänzen. Zum Wohlfahrtsamt wollten wir nicht damit kommen." Vorstehende Fälle zeigen, daß die Hilfsmöglich- keiten für kinderreiche Familien in der Zeit vor der Machtübernahme vollständig versagten, während die Maßnahmen der heutigen Regierung eine individuelle, wirksame Förderung und Besserung der sozialen Lage kinderreicher Familien gewährleisten. So wird auch auf diesem Gebiet das Programm Adolf Hitlers weitgehend erfüllt und für einen gesunden Nachwuchs der Nation gesorgt. A. N. Kunst und Wissenschaft. 75 Iahre Gesellschaft für Erdkunde zu Leipzig. Die Gesellschaft für Erdkunde zu Leipzig beging mit einem akademischen Festakt die Feier rhres 75jährigen Bestehens. Oberbürgermeister Dr. Goerdeler feierte die Gesellschaft, die u. a. Mittel zur Unterstützung größerer Forschungsreisen und für den Druck wichtiger geographischer Werke zur Verfügung gestellt habe. Der Vorsitzende Professor Dr. Reinhard gab einen Ueberblick über die Entwicklung der Gesellschaft. Es wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt: Professor Dr. Hans Wattson Ahlmann, Stockholm; Hans Baedeker, Leipzig; Professor Dr. Walter Behrmann, Frankfurt a. M.; Dr. Fritz Brockhaus, Leipzig; Dr. Hugo Eckener; Generalleutnant Gadegast, Leipzig; Prof. Dr. Robert Gradmann, Erlangen; Professor Dr. G r a n o e, Finnland; Professor Dr. Kurt Hassert, Dresden; Professor Dr. Hans Koßmat, Leipzig; Geheimrat Prof. Dr. Le Blanc; Prof. Dr. Wilhelm Meinardus, Göttingen; Prof. Dr. Friedrich Metz, Freiburg i. Br.; Prof. Dr. Erwin Scheu, Königsberg; Prof. Dr. Otto Schlüter, Halle; Prof. Dr. Heinrich Schmitthenner, Leipzig; der Polarforscher Dr. H. Sverdrup, Bergen; der Verleger Earl Wagner; Prof. Dr. Ludwig Weickmann, Leipzig; zu korrespondierenden Mitgliedern: Dr. Nils G. Hörner, Upsala, der Mitarbeiter Sven H e d i n s auf seiner letzten Reise; Prof. Dr. Herbert Luis, Ankara; Prof. Dr. Rudolf Lütgens, Hamburg; Prof. Dr. Fumio T a d a von der Universität Tokio und Dr. Hermann von Wißmann, der durch seine Forschungsreisen in Südarabien und China bekanntgeworden ist Den Festvortrag hatte der Altmeister der deutschen Geographie, der 77jährige Geheimrat Prof. Dr. P e n ck, übernommen, der seit 50 Jahren der Gesellschaft als Ehrenmitglied angehört. Er sprach überaus fesselnd über „Die Ausbreitung der Menschheit". Wir alle dürfen stolz fein! HSfL Durch die weitgespannten Riesenzette, durch die historischen Kundgebungshallen der Kampfzeit, durch die Tausende und aber Tausende der Versammlungssäte, durch den größten und den kleinsten Raum der Volksgemeinschaft in Stadt und Land schwingt seht der heiße Atem nationaler Begeisterung, Hingabe und Gesinnung. M i t Adolf Hitler an der Spitze legt das politische Führerkorps vor dem kommenden Stichtag deutscher Zukunftsgestaltung Rechenschaft über das ab, was in drei Jahren unter nationalsozialistischer Führung geschah, was gewollt und erreicht wurde, was erstrebt und durchgeseht wurde: Freiheit, Ehre, Gleichberechtigung — Arbeitsbeschaffung — Blüte der Industrie, kultureller Aufstieg — soziale Fürsorge — seelische Erneuerung ... Gewaltige Zahlen, unaussprechbare, ethische und moralische Werte, unauslöschlich eingetragen in das Buch vom neuen deutschen Leben und Glauben. Aus dem Munde derer, die noch nie in billigen Phrasen und Theorien, sondern stets in eisernen Tatsachen, durchblutet von einer Weltanschauung, gesprochen haben, erfährt das deutsche Volk die geschichtlich einzigartige Bilanz der national- sozialistischen Leistung. Gewiß macht jeden, der sich mit ganzem Bewußtsein zu der deutschen Volkgemeinschaft zählt, diese Abrechnung stolz. And mit gutem Recht kann es so sein, muh es sogar so sein. Denn in diesen Tagen, da vor unseren Augen das Heer derer aufmarschiert, die wieder Arbeit fanden, die wieder freien Boden ackern, die wieder ein einiges Volk mit den Waffen zu schützen bereit sind, da kann uns in großartiger Weise unsere Schicksalsgemeinschaft bewußt werden. Unser aller Mühen und Opfern, Werken und Denken, Glauben und Wollen ließ diese jetzt überall aufgezählte Leistung des deutschen Wunders werden. Dein Teil, unbekannter, schweigender Volksgenosse, auf der letzten Bank der Wahlversammlung, dein ehrlicher Anteil steckt mit in dem Werk des Führers. Dein Wille stärkte des Führers Entschluß. Dein Hammerschlag erneuerte die Wirtschaft. Dein Werktag ließ die Wehrmacht werden. Dein Opfer gab Notleidenden Mut. Dein Verständnis schuf neue Arbeitsplätze. Deine Kraft ließ die Autobahnen werden. Dein Können machte uns vom Ausland unabhängiger. In allem, was wir an Taten und Schöpfungen erlebten, ruht unsichtbar und unerkennbar, aber ebenso unverkennbar und unleugbar die L e i - stung des ganzen Volkes, der Anteil des unbekannten Volksgenossen. Des Führers Idee und Weitblick war der zündende Funke; er lieh Deutschland sich selbst wiederfinden. Ein Tor wäre ein jeder, den nicht sein Anteil mit Stolz erfüllt; wer aber könnte erst feinen eigenen Willen und Fleih seiner Hände und Gedankenwerk im Stich lassen? Im Führer personifiziert sich das deutsche Leben, findet der Wille Form und Gestalt. Gibt es da überhaupt einen Zweifel, wie wir, nachdem wir uns Rechenschaft ablegten, die Frage des 29. März beantworten? Immer wieder finden wir zu der einen These zurück: wir alte sind Deutschland, und Deutschland ist der Führer. And das ist es, was wir am Wahltag geloben werden, weil wir sonst uns selbst betrügen würden. Eindringliche Zahlen deutscher Opserbereilschast. Sich steigernde Erfolge des Winierhilfswerks im Sau Hessen-Nassau. Vorn mittelalterlichen Turmzimmer des Saal- Hofes über die ganz notdürftig ausgeftattete Etagenwohnung in der Taunusstraße zum geräumigen Haus in der Mainzer Landstraße, das ist der Weg, den die Gauamtsleitung der Nationalsozialistischen- Volkswohlfahrt in Frankfurt gehen mußte, um von bescheidenen Anfängen zu einer umfassenden Fürsorgeorganisa- tton mit allem Drum und Dran zu gelangen. Tausend Dinge waren zu überlegen und tausend Besserungen und Aenderungen wurden mit dem Wachsen dieser Einrichtung, die sich bis auf das kleinste Dorf unseres Gaues erstreckt, notwendig. Damals im Herbst 1933 aalt es wie in ganz Deutschland eine neue Art von Fürsorge zu schaffen, die in Wahrheit sozialistisch sein sollte im Sinne dessen, was der Führer inz Herbst 1933 bei der Verkündung des Winterhilfswerkes aussprach: An die Stelle der privaten Fürsorge, die mit untauglichen Mitteln am untauglichen Objekt arbeitete, wurde ein Werk gigantischer sozialer Hilfe gesetzt. Die geeinte Nation wurde Trägerin der sozialen Fürsorge, die sich nunmehr von Person zu Person, vom Deutschen zum Deutschen in edler Selbstverständlichkeit übertrug. Der bedürftige Volksgenosse wurde durch die rettende Tat des Führers aus der traurigen Rolle des Almosenempfängers herausgerissen und in den Mittelpunkt des Mitempfindens der Nation gestellt. Die Beweisführung, daß der eine mit dem Schicksal des anderen auf Gedeih und Verderben verknüpft ist, gab der nationalsozialistischen Fürsorge Sinn und letztes Ziel. Durch die Forderung des Führers, daß die Leistung des einzelnen, die er für das Winterhilfswerk aufbringt, ein Opfer bedeuten müffe, wurde dem Gebenden die soziale Verpflichtung auferlegt, daß feine Mithilfe nicht dem eigenen Ermessen anheimgestellt ist, sondern daß sie abhängig ist von der Größe der Not. Der Empfangende aber wurde damit zum vollwertigen Volksgenossen, der empfängt,, um später, wenn es ihm besser geht, in dieser oder jener Form geben zu können. Die soziale Fürsorge gestaltete sich um in die große „Not- und B r o t g e m e i n s ch a f t" des deutschen Volkes, das sich als große Familie fühlt. Der Größe dieser Aufgabe wurde unser Gau durch den restlosen Einsatz aller Kräfte gerecht. Der Erfolg entsprach den Anstrengungen: Das Winterhilfswerk 1933/34 betreute in unserem Gau 900 000 hilfsbedürftige oder 300 000 Familien, das find 27 v. h. der Gefamtbevöt- kerung. Naturalleistungen u. a.: 470 000 Ztr. Kartoffeln (mit Kaufkartoffeln rund 600 000 Zentner) 200 000 Pfd. Frischfleisch 500 000 „ Hülsenfrüchte 250 0Ö0 „ Grieß 1 000 000 „ Mehl • 250 000 „ Zucker 7 000 000 „ Brot 250 000 „ Schweineicymala 700 000 „ Weizenmehl für Ostern 240 000 „ Grünkern 100 000 „ Wurst und Speck 100 000 Dosen Fischkonserven 1000 000 Stück Eier (von BDM. und Jungvolk gesammelt) 250 000 Dosen Konservenfleisch 12 000 Paar Arbeitsschuhe 25 000 „ Kinderschuhe 1 000 000 Pfd. Lebensrnittel in Weihnachtspaketen 260 000 Gutscheine für Lebensmittel 3 000 000 Portionen warmes Essen 2 000 000 Zrr. Brennstoff 22 000 frische Seefische 4 000 Festtagskuchen 500 000 Stück Kleiderspenden. Gebrauchswert der^esamtspenden 12 000 000 Mark. 1934 35 wurden vom WHW. rund 600 000 Bedürftige oder 210 000 Familien des Gaues betreut, das find rund 20 v. h. der gesamten Bevölkerung. Naturalleistungen u. a.: 2 209 230 Ztr. Brennstoffe 828 000 „ Kartoffeln 1 242 367 „ Brotgetreide und Mehl 35 000 Paar Schuhe 495 500 Pfd. Fische 139 000 Dosen Fischkonserven 476 000 Pfd. Fleischkonferven 290 000 „ Käse 170 000 „ Marmelade 438 000 Liter Milch 950 000 Pfd. Nudeln 59 000 „ Wurstwaren 844 000 „ Zucker 160 000 Stück Wunschpakete zu Weihnachten. Gebrauchswert der Gesamtspenden 19 000 000 Mark. Die Zahl der Bedürftigen ist gesunken, der Wert der Spenden hat sich stark erhöht: d. h. die Leistung für den einzelnen Betreuten konnte außerordentlich gesteigert werden. Diese Zahlen werden lebendig, erhalten Fleisch und Blut, wenn man sich die Tausende und Abertausende von freiwilligen Helfern und Helferinnen vorstellt, die in uneigennütziger Arbeit das Gebot des Führers durchführen, wenn man sich vorstellt die vielen Hilfsbedürftigen, die« von der nationalsozialistifchen Volkswohlfahrt betreut wurden. Der Geist restloser Opferbereitschaft war es, der die Leistungen des Winterhilfswerkes von Jahr zu Jahr wachsen ließ. Und 1935/36 ? Noch liegen die abschließenden Zahlen nicht vor. Aber schon jetzt darf gesagt werden, daß der Gau Hessen-Nassau seine führende Stellung in den Leistungen für das WHW. behauptet und gefestigt hat. Abermals ist eine Steigerung f e st z u st e l l e n: Alle Sammlungen und Sachleistungen des Winterhilfswerkes 1935/36 haben sich wesentlich erhöht; in manchen Kreisen haben sich einzelne Leistungen um 5 0 o. H gesteigert. Die Einsicht in die Notwendigkeit des Volksganzen hat diese Erfolge, die ein lebendiges Zeugnis für den Opferwillen unseres Gaues ablegen, werden lassen. Tatbereiter Idealismus und leidenschaftliche Hingabe an das große Werk des Führers haben die verbindenden Brücken von Mann zu Mann über Not und Elend geschlagen. Nirgends und niemals ist Sozialismus so eindringlich gelehrt und geübt worden wie im Winterhilfswerk. Der Gau Heffen-Naffau hat bier- aus feine Folgerung gezogen.Dr. A. H._ Mder neue hochempfindliche FEINKORN Filml OLYMPAN Das Meisterstück. Von Hans Franck. Wie war es doch einst? Als der Großvater die Großmutter nahm, da gingen er und sie zu einem Handwerker, einem Meister feines Faches, und bestellten für den ge= liebtesten Menschen ein besonders schönes Stück, ein Meisterstück, durch das nicht den Bedürfnissen des Taaes gedient werden sollte, das ein Ausdruck der Liebe war und sie durch ihr ganzes Leben begleitete, oftmals auf Kind und Kindeskind sich vererbte. Wochen, Monate, selbst Jahr und Tag arbeitete der Meister daran, denn es galt, Ehre mit ihm einzulegen und das Letzte an Schönheit, Zweckmäßigkeit und Werkgerechtigkeit herauszuholen. Ich !iabe sie noch mit eigenen Augen gesehen in un= erem Haus, in andern Häusern, diese Meisterstücke; ich werde eines von ihnen durch den Willen der nun bald achtzigjährigen Mutter an einem hoffentlich noch recht fernen Tage besitzen. Unvergeßlich sind sie mir geblieben: der Mahagonischreibschrank mit Der eingelegten Arbeit, der Nähtisch mit unzähligen Fächern und Kästchen in geflammter spiegelblanker Birke, die vielgewundene goldene Brosche, die Uhrkette aus geflochtenen Haaren mit dem goldenen Schieber, der aus zwei ineinander verschlungenen Händen bestand, der kleine Stehspiegel mit silbergetriebenem Rahmen, das handgebundene Familienbuch mit dem genarbten Ledereinband und manche andere Köstlichkeit mehr. Liebe war ihr Ursprung, Liebe war ihr Geleit, Liebe war ihr Ziel. Kam der Besteller zu dem Meister, so wußte er, daß er mit Geld die eigentliche Leistung nicht ausgleichen konnte. Gab der Meister das besondere Werk aus der Hand, so ging es ihm nicht verloren. Oft sah er es an dem Platz wieder, für den es entstanden war. Das Unalltägliche fügte sich dem Alltag ein, das Alltägliche wurde durch das Meisterstück überleuchtet. Und was mit der Bezahlung nicht abgegolten werden konnte, das wurde durch anerkennende Worte, durch bewundernde Blicke, durch behutsame Behandlung im Lauf der Jahre nach und nach ausgeglichen. Soweit ein lebendiges Werk durch Nebenhergehendes, durch anderes als feine sinnvollste Nutzung im Innersten berührt werden kann. Wie aber wurde es dann? Zu den Zeiten der Väter entwickelte sich das Gew zur allbeherrschenden Macht. Es verselbständigte sich; war nicht mehr Diener sondern Herrscher, Tyrann. Und es schuf sich, um (eine Macht auszubreiten und zu behaupten, das Heer der Maschinen. Da bestellte man nicht mehr eine Meisterarbeit, verfolgte nicht mehr ihr Werden, bekümmerte sich nicht mehr um das Wesen der Dinge, die dem Leben botmäßig sein und ihm dienen sollten. Man kaufte Fertiges, das irgendwo von irgendwem in Massen hergestellt wurde, so billig, so anreißerisch wie möglich. Die Werke wurden Gebrauchsgegenstände, wurden Ware. Sie richteten sich nun oftmals nicht mehr nach dem Wunsch und Willen und Bedürfnis der Menschen, sondern die Menschen richteten ihre Bedürfnisse und Wünsche nach dem, was „auf Lager" war. Schreierische Reklame brachte es ihnen bei, was sie zu benützen und als Beweis einer gehobenen Lebensstellung zu beziehen und zu bezahlen hatten. Geld hatte man ausreichend. Aber Geschmack, Gefühlssicherheit, Selbständigkeit hatte man nicht mehr. Und ein grauenhafter Verfall des schöpferisthen Handwerks war die Folge. Der Meister wurde vielfach zum Unternehmer und der Unternehmer nur zu oft zum Schwindler. Nicht etwa in rechtlichem Sinne, sondern aufs Menschliche gesehen. Er redete den Kunden und sich selber Maßstäbe, Wertungen ein, an die er im Grunde seines Herzens selber nicht glaubte. Er folgte dem „Zuge der Zeit". Wohin sie Deutschland geführt hat, haben wir erlebt: an den Rand des politischen, wirtschaftlichen, kulturellen Verderbens. Und wie wird es fein? Nun, nachdem Einer wider die Zeit aufgeftanben ist und das Steuer im allerletzten Augenblick herum- geriffen hat, ist zu hoffen, daß unsere Kinder auch in dieser Hinsicht zu dem Früheren zurückfinden. Nicht um das Ehemalige zu wiederholen — im Leben eines Volkes ist, wie im Leben des Menschen, kein Jahr gleich dem andern, keine Epoche gleich der andern — sondern um von da aus die rechte Richtung zu nehmen, wo mit dem Sieg einer falschen, volkverderbenden Weltanschauung die Allgemeinheit xur unrichtige^ Seite abbog. So wie der neue ständische Aufbau des Handwerks nicht eine Wiederholung des mittelalterlichen Zunftwesens ist, wohl aber das Gesunde dieses Ordnungsgedankens aufnimmt, wird sich auch bei dem Verkehr zwischen Handwerksmeister und Verbraucher der einstige Zustand nicht wiederholen. Aber es gilt, entschlossen mit dem Mißbrauch eines entwurzelten Geschlechtes zu brechen und von der Stelle aus, die als letzte richtig war, den Weg ins Zukünftige au nehmen. Eine der schönen, tausendfacher Abwechselung fähigen alten Sitten ist die Bestellung, bas Jn-Aus- trag-Geben, bas gemeinsame Erarbeiten eines „Meisterstückes", eines Werkes, bas im Leben bes Auftraggebers unb bes Aussührenben über ben Alltag hinausgeht, bas sich nicht an bas Zeitliche in unb an uns wendet, sondern an das Unzeitliche, das Ueber.zeitliche. Ein großer Tag im Leben bes Volkes, ein Feiertag in ber Familie, ein Glückstag im persönlichen Dasein, sie geben immer roieber Gelegenheit bazu. Versuche es jeber wenigstens einmal. Er wirb ber Meister, bie ihm ein wahrhaftes Meisterstück schaffen können unb mit Freube schaffen werben, in feiner Nähe heute noch, heute schon roieber, mehr finben als er glaubt. Wiedersehen mit dem alten Jagdflugzeug. Äon E. K Belhig, ehemals Jagdstaffel C. Vor achtzehn Jahren — fast um diese Jahreszeit — dein unvergeßlicher Führer, der 25jährige Rittmeister Manfred Freiherr von Richthofen, steuerte dich damals. Wo du an der Front erschienst, brachtest du dem Gegner Schrecken und Entsetzen, uns aber Ruhe und bedingungsloses Vertrauen! Weithin leuchtete dein roter Rumpf. Die flatternden Silhouetten deiner langen Führerroimpel ließen dich schon auf Kilometerweite erkennen. Wer sich dir zum 'Kampf stellte — siel! Zwei Monate steuerte dich der Rittmeister von Luftsieg zu Luftsieg! Als bann ber schnellere „Fokker" dich verdrängte, kamst bu zu meiner Staffel, in ben nörblichen Flanbernabschnitt. Wie stolz unb sicher fühlte ich mich, als ich bich über Ppern steuern durfte! Dein Motor war ein luftiger Kumpan. Immer summte er ein Lieb. Die Melobie, bie er in ber Luftschlacht über Brügge fang, klingt mir noch heute in ben Ohren: „ ber Gott, ber Eisen wachsen ließ, ber wollte feine Knechte .." Einen „Sopwith" erledigten wir. Dann aber packte uns ein anberer „Sopwith" im Nacken. Wir mußten uns bem großen, fairen Englänber, Captain Bishop stellen. Eng kurvten wir umeinanber. Immer kleiner unb steiler würben bie Kreise, die wir drehten. Und bann — kam biete verwünschte Labehemmung auf meinen beiben Maschinengewehren. Wir saßen mitten in ber Geschoßgarbe bes Engländers! Steilab, wie ein zu Tode getroffener Vogel, saustest du ber Erbe zu. Ein weißsprühenber, glitzernber Strahl zischte hinter uns, unb ftanb, wie ber Schweis eines leudjtenben Kometen, weit über ber Sturzbahn. In Haushöhe'singst bu bich roieber. Glatt lanbeten wir — wenn auch schwer angeschossen — im Sturzacker bei Roselaere. Schnell würbest bu roieber ausgeheilt. Dann flog bich mein Kamerab Ieckert. Unb roieber warst bu mitten in heißen Luftkämpfen! Eine große „De Havilanb" flog vor beinen Maschinengewehren. Brennend, in Feuer gehüllt, steuerte der englische Pilot seine angeschossene Maschine dir nach. Er sprang nicht ab. Er wollte dich rammen und mit in bie Tiefe reißen! Wieder, um eines Haares Breite, entkamst du heil! Drei Tage später zerriß ein englisches Flakgeschoß deinen Propeller. Abermals trugst bu beinen Führer glatt zur Erbe. Ganz konnten wir bich nicht ausheilen. Du würbest nicht mehr frontfähig. Auf bem Flugplatz ber Jagbfliegerfchule von Farmars fanbeft bu weitere Verwenbung. Werbende Jagdflieger steuerten dich nun. Junge Flieger, bie in bie Lücken eintreten sollten, bie bes Gegners Maschinengewehre im Frühjahr 1918 so zahlreich in unsere Reihen gerissen. Als bie Hölle von Flanbern verschwanb, sah ich bich wieder. Es war Mitte Dezember 1918! Auf dem rheinischen Flugplatz war es, wo bu, inmitten von 618 anberen deutschen Kriegsflugzeugen staubest, um unbesiegt ben amerikanischen unb englischen Offizieren übergeben zu werben. Als die fremden Offizieren prüfend bie Reihen der Flugzeuge ab- schritten, blieben sie längere Zeit vor dir stehen. Sie musterten dich schweigend. Zwei amerikanische Soldaten zogen dich vor die Reihe der übrigen Maschinen. Um nicht vor Wut aufzuheulen, schluckte ich würgend. Mit meinen beiden anderen Kameraden verließ ich schnell den Platz. Am Ausgangstor des Flugplatzes, wir wollten gerade die amerikanische Postenkette passieren, erreichte uns das Kommando des englischen Obersten. Schneidend scharf kam der Befehl — blitzschnell legten die amerikanischen und englischen Offiziere die Hände zum militärischen Gruß an die Mützen — ruckartig salutierten die Posten die Gewehre — bis wir drei deutsche Flieger den Platz verlassen hatten! Diese militärische Ehrenbezeugung der damaligen Gegner dem Gedenken deines ersten, heldenhaften Führers, galt allen deutschen Fliegern, und dir Albatros, bem Meisterwerk beutscher Arbeit! Wir leben beide noch, alter Albatros — etwas älter finb wir zwar geworden ... Wie kommst bu eigentlich hierher? ... „Mein Herr, bas Museum wird .gleich geschlossen!" Die Worte bes Beamten reißen mich jäh aus meinen Träumen in bie Gegenwart zurück. Ich besuche bich halb roieber, treuer Vogel, alter Kampfkumpan! Hochschulnachrichten. Von ben amtlichen Verpflichtungen rourben ent» bunben bie orbentlichen Professoren Dr. Felix Ehrlich (Biochemie, unb landwirtschaftliche Technologie) an ber Universität B r e sl ä u, unb Dr. Wilhelm Anschütz (Chirurgie) an ber Universität Kiel. Professor Dr. Wolfgang Freiherr von Budd en- brock-Hettersborf, Drbinarius für Zoologie an ber Universität Kiel, würbe in gleicher Eigenschaft an bie Universität Halle versetzt. 1 ^^IbeDQi. a lnb Jungvolk '"°chtspaketen e fEINKOWN-lU ,eit im Lau skirnos vom t IRAN rihnachten. 1000 000 Mark, efvnken, der erhöht-. d.h. - reuten konnte 000 000 Mark 1 600000 Be- Baues betreut, Bevölkerung. Die meisten Völker der Welt haben den We; vom Steinzeitalter in die moderne Zc!™ °* L von Jahrtausenden zurückgelegt. Die S; Mackenzie-Delta legen ihn jetzt in wenigen Jahren zurück. Bei den Eskimos handelt es sich um jenen nordamerikanischen Stamm, der in den letzten Jahren aus Nahrungsmangel auszusterben drohte und durch den phantastischen fünfjährigen Renntiertreck von Alaska zum Mackenzie gerettet wurde. Der Däne Porsild, der die Renntierherde über den Norden Amerikas führte, erzählt, daß die Herde von 3000 Stück in Nordwestkanada so ausgezeich- Wer kann am 29. Mrz wählen? Berlin, 13. März. (DNB.) Zum Reichstag sind wahlberechtigt sämtliche deutschen Staatsangehörigen deutschen oder artverwandten Blutes, dies b i s zumWahltagdas2 0. Lebensjahrvollen d e t haben, sofern sie nicht nach den allgemeinen Bestimmungen (Entmündigung oder -Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte) vom Wahlrecht ausgeschlossen sind oder sofern nicht ihr Wahlrecht ruht. Nicht wahlberechtigt sind Juden, d. h. solche Männer und Frauen, die von mindestens drei der Rasse nach volljüdischen Großelternteilen abstammen. Ferner sind nicht wahlberechtigt die von zwei volljüdischen Großeltern abstammenden jüdischen Mischlinge (Männer und Frauen), die am 30. September 1935 der jüdischen Religionsgemeinschaft angehört haben oder nach dem 30. September 1935 in sie ausgenommen sind oder die am 30. September 1935 mit einem Juden verheiratet waren oder sich nach dem 30. September 1935 mit einem Juden verheiratet haben. Juden sowie diejenigen jüdischen Mischlinge, auf die die vorgenannten Voraussetzungen zutreffen, haben sonach der Wahlurne fernzubleiben, auch dann, wenn sie versehentlich in die Wahllisten eingetragen sind. Geben sie dennoch eine Stimme ab, so machen sie sich strafbar. Die Bestimmungen über den Kreis der Wahlberechtigten sind im übrigen unverändert. Das ie Mer, es Es M 8 |o ' Ministerpräsident General der Flieger Hermann Göring eröffnete den Wahlkampf in Königsberg. Bei seiner Ankunft überreichte ein kleines Mädchen dem Ministerpräsidenten eine Blumengabe. IV. Tschiang-Kai-schek. Der nationale Führer. Nach 25jähriger patriotischer Arbeit ist T s ch i - ng - kai - schek zu Beginn des Jahres 1936 Wahlrecht der Soldaten ruht wie bisher. Wahlfreiheit und Wahlgeheimnis bleiben unberührt. Wie bisher find Ausländsdeutsche, die sich am Wahltage in Deutschland aufhalten, wahlberechtigt. Auch die Bestimmungen über Wahlen auf hoher See und über die Stimmabgabe auf Bahnhöfen gelten für die bevorstehende Wahl. Göring in Ostpreußen runb •_ Alle Samin- Sinterhilfswerkcs iht: in mandjen lgen um 50 d. bie Ulotoenbio- rfolge, bie ein willen unfern bereiter W- an das W verbindenden M und Eiend ist Sozialismus worden wie in Nassau hat b'«' Dr.A.H. « Äs* ’orb' $6ol' wollten ein Gemetzel unter ihnen veranstalten, doch konnten sie daran gehindext werden, und in wenigen Monaten hatten sie sich an den Umgang mit den Tieren, von denen jetzt ihr ganzes Schicksal abhängt, gewöhnt. Heute sind die vor anderthalb Jahrzehnten noch völlig primitiven Eingeborenen genau so zivilisiert wie die in enger Nachbarschaft mit den Weißen wohnenden Eskimos. 30 Jahre Schlaflosigkeit. (a. d.) Rom. In der Klinik von Jntra in Italien wurde eine 53jährige Wäscherin zur Beobachtung ausgenommen, die einen „seltenen Fall" darstellt. Seit der Geburt ihres ersten Kindes, also seit genau 30 Jahren, hat die Frau kein Auge zugetan. Die Aerzte stellten ihr damals in Aussicht, daß sie nach der Geburt des zweiten Kindes ihren Schlaf wiederfinden würde, jedoch das war nicht der Fall. Trotz der langen Schlaflosigkeit erfreut sich die Frau einer guten Gesundheit: sie hat ihr Leben lang als Hausfrau und Wäscherin schwere Arbeit geleistet und gegen große Armut gekämpft. i in ttfuet iiedeb Kämpfer für Chinas Einigung Von August Beck, Oberstleutnant a. O. tysAA ,n d.' > die °Kgwnianbo ns Sm W Geschichten aus aller Welt. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Tiere können auch erben! (ha) Montreal. Immer häufiger hört man, daß jemand einer Katze, einem Hunde oder gar einem Vogel sein Vermögen und sein gesamtes Hab und Gut vermacht habe. Lange Zeit hindurch ging man kurzerhand dazu über, derartige Vermächtnisse für ungültig zu erklären und höchstens einen „Treuhänder" zur Pflege des bedachten Tieres zu ernennen. Inzwischen aber haben die britische Staatskasse und die Verwaltungen vieler britischer Dominions gemerkt, daß auf diese Weise Hunderttausende an Pfunden den Staatskassen zugehen. Denn mit dem Tode jenes Tieres würde das Vermögen nichl etwa den Nachkommen des Hundes oder des Esels zufallen, sondern dem Staat! Aus dieser einfachen Ueberlegung heraus sollen in Zukunft alle Tiertestamente in England und seinen Kolonien für gültig erklärt werden. Werden Hund, Katze und Esel sich freuen! Nach Jahren zutagegekommen. (zi) Neuyork. Gleich zwei Fälle, die wieder einmal an die berühmte Duplizität der Ereignisse glauben lassen, meldeten dieser Tage die amerikanischen Zeitungen, Fälle, in denen Fremdkörper aus dem menschlichen Leibe wieder zutagegefördert wurden, nachdem sie ihrem Träger jahrelang zu schaffen gemacht hatten. In einem Fall handelt es sich um den 57jähri- gen Hotelbesitzer Philipp Pettigrew im kanadischen Montreal, der im Alter von vier Jahren eine sogenannte Zitscherpfeife aus Blech verschluckt hatte. Da das verängstigte Kind seinen Eltern nichts davon erzählte, wurde auch nichts versucht, die Pfeife wieder herauszupraktizieren, und Pettigrew wurde ein alter Mann, ohne außer einem hartnäckigen Husten irgendeine gesundheitliche Schädigung durch den Gast in seinem Leibe zu verspüren. Dieser Tage jedoch ließ er sich röntgen, und dabei wurde die Zwischerpfeife in seinem Körper dicht neben dem rechten Lungenflügel entdeckt. Die Aerzte hoffen, sie durch eine ganz leichte Operation entfernen zu können. Der zweite Fall wird sogar die Wiederaufnahme einer Kriminaluntersuchung zur Folge haben. Als der Polizei-Konstabler Rood in Matawan, New Jersey, vor zwei Jahren beim abendlichen Rundgang einen Einbrecher auf frischer Tat ertappte, wurde er von diesem angeschossen und erhielt eine Kugel in den Nacken. Da das Geschoß allzu dicht an der Halswirbelsäule lag, wagten die Aerzte nicht, sie operativ zu entfernen. Flood litt seit dieser Zeit an heftigen Schmerzen im Hals und im Hinterkopf, konnte nur noch Büroarbeiten versehen und sollte sogar frühzeitig pensioniert werden, als er plötzlich vor einigen Wochen überaus heftige Hustenanfälle erlitt, in deren Verlauf er die Kugel aushustete. Das bisher in den Akten vergrabene Verfahren gegen Unbekannt wegen Mordversuches an dem Polizeibeamten wurde nunmehr wieder ausgenommen, da man hofft, die zu der gefundenen Kugel gehörende Waffe ausfindig zu machen! Das Vermächtnis auf der Küchenleiter. (th) Los Angeles. Ob man jemals mit diesem Prozeß um die Erbschaft des Hermann Strathmann aus Los Angeles zu einem Abschluß kommen wird? Als nämlich dieser seltsame Mann starb, sind innerhalb der ersten zehn Tage nach seinem Ableben nicht weniger als neun Personen mit „seinen letzten Verfügungen" aufgetaucht! Drei davon konnten als Fälschungen sofort durchschaut werden. Die Fälscher sitzen längst hinter Gittern. Drei andere Vermächtnisse stammen aus einer sehr frühen Zeit und sind überholt. Die meiste Aussicht aber hat bislang ein Testament, das au den Rand einer Küchenleiter geschrieben wurde. Es ernennt eine Miß Ellen Gotts zur Universalerbin. Man kann deutlich auf einem Brett, das den Gerichten eingereicht ist, die Worte lesen: „Ich liebe sie. Ich gebe all mein Hab und Gut Miß Ellen Gotts. Sie ist mein guter Geist." Es folgen auch Ortsangabe, Datum und Unterschrift. Es fehlt also nichts. Nur gjbt es ein paar zärtliche Verwandte, die behaupten, daß Hermann Strathmann ein wenig verrückt gewesen sei in seinen letzten Lebensjahren. Deshalb müsse jedes Testament, auch das auf der Küchenleiter, für ungültig erklärt werden. Eskimos im 20. Jahrhundert. (B. Li.) Kopenhagen. nete Lebensbedingungen vorfindet, daß sie sich in absehbarer Zeit verhundertfacht haben wird. Die 7500 Mackenzie-Eskimos gehen also guten Zeiten entgegen. Porsild kennt diese Eskimos noch aus früheren Jahren. Er berichtet, daß noch in der ersten Nachkriegszeit den Eskimos Feuerwaffen gänzlich unbekannt waren. Auch Metall hatten die Eingeborenen so gut wie nie zu sehen bekommen. Sie schossen mit Pfeil und Bogen. Ihre Werkzeuge schnitzten sie sich aus Knochen. Die Frauen nähten mit Hilfe durchlöcherter Fischgräten. Als der Stamm dann in Not geriet, ließ ihn die kanadische Regierung mit modernen Gewehren versorgen. Nun ging es den Eskimos eine Zeit hindurch glänzend, da sie mit Hilfe der Regierung die Pelze der von ihnen geschossenen Tiere zu guten Preisen loswurden. In überraschender Kürze gewöhnten sich die Eskimos an die Zivilisation des 20. Jahrhunderts. Sie ließen sich Petroleumöfen, Möbel und wer weiß was noch kommen. Die Herrlichkeit nahm aber bald ein Ende, da der Wildbe- ftanb reißend abnahm. Die Mackenzie-Eskimos gerieten in Vergessenheit, bis vor fünf Jahren bekannt wurde, daß der Stamm zu verhungern drohe. Da die Eskimos nicht dazu zu bewegen waren, ihre Wohnstätten zu verlassen, kam man vor fünf Jahren auf den Gedanken, ihnen aus dem hohen Norden eine Herde zahmer Renntiere zu schicken. Mit 3000 Tieren machte sich der Däne Porsild von Alaska aus auf den Weg und kam schließlich nach fünfjähriger Reife mit einer größeren Herde bei den Eskimos an, als er in Alaska mitgenommen hatte. 800 Kälber waren unterwegs geboren worden. Die Eskimos hielten die Tiere zunächst für Wild und Ein großer Teil des Wohlstandes Chinas war damals in die Auslandkonzeffonen, besonders nach Schanghai, geflüchtet. Diese Situation meisterte Tschiang-kai-schek, indem er die Nanking- Regierung schuf. Trotzdem Borodin einen Preis von einer halben Million Dollars auf den Kopf seines früheren Mitarbeiters ausgesetzt hatte, ging dieser in Schanghai frei umher und der russische Agitator mußte nach vierjährigem Aufenthalt das Feld seiner Tätigkeit räumen und nach Urga (Ulan- Bator) fliehen. Die Wuhanregierung in Hankau brach zusammen. Tschiang-kai-schek wurde, nachdem er in Nordchina den stets zu Japan neigenden Tsang-tso-lin besiegt hatte, am 10. Oktober 1928 zum Präsidenten der Republik China gewählt. Das Jahr 1929 brachte im Sommer die Kämpfe gegen die Kiangsi-Gruppe und im Herbst den Sieg über den mächtigen General Feng-Pu-hsiang den christlichen General, der über die drei nordwestlichen Provinzen Chinas gebietend, seine militärischen Kräfte vielfach aus der Mongolei rekrutiert hatte. Feng hatte lange ein Doppelspiel getrieben, indem er einerseits das bolschewistische Erbe Borodins weiterpflegen wollte, und dahin arbeitete, den linken Flügel der Kuo-min-tang und die Wuhan-Regierung in Hankau wieder aufzurichten. Trotzdem beteiligte sich Feng mit einem mächtigen Flankenstoße an dem Feldzuge Tschiang-kai-scheks gegen Tsang-tso-lin. Feng, dessen Umtriebe erkannt wurden, wurde dann in Nordchina völlig besiegt. Der General Tsang-tso-lin, seit 1922 unabhängiger Herrscher der Mandschurei, fand seinen Tod, als er auf dem Rückzug nach Norden seinen Truppen folgend, am 4. Juni 1928 einem Eisenbahnattentat zum Opfer fiel. Die chinesische Presse schob die Schuld an der Eisenbahnsprengung I a - pan in die Schuhe. Denn dieses Land trat alsdann auf den Plan, um das Erbe Tsang-tfo-lins anzutreten. Seitdem mußte sich Tschiang-kai-schek, dem jetzt durch den Anschluß Nordchinas die Einigkeit Chinas einigermaßen gesichert erschien, zum Kampf nach zwei mächtigen Fronten entschließen, im Süden gegen den in Fukien aufflackernden Kommunismus und im Norden gegen I a - pan, das Reich der aufgehenden Sonne. Japan war in seiner politischen Machtentfaltung durch das katastrophale Erdbeben des Jahres 1923 im Bereich der Sagamibucht bei Tokio auf einige Jahre zurückgeworfen worden, seit dem geheimnisvollen Tod Tsang-tso-lins, des Diktators der Mandschurei, sah es sich veranlaßt, seine Ansprüche auf die Mandschurei geltend zu machen, besonders nachdem sich der Sohn Tsang-tso-lins, H u e h l i a n g , für die Kuo-min-tang erklärt hatte. Bevor jedoch die japanische Frage akut wurde, mußte Tschiang- kai-schek nochmals eine im Werden begriffene und von General Feng unterstützte Gegenregierung in Peiping Niederkämpfen (1930). Als dann das Einrücken der Japaner in die Mandschurei nach dem Zwischenfall von Mukden im Jahre 1931 erfolgte, steigerte sich die Siedehitze des chinesischen Chauvinismus derart, daß Tschiang-kai-schek im Dezember 1931 zurücktreten mußte, weil er der durch das nationale Studententum beeinflußten Kriegsstimmung nicht Rechnung tragen wollte. Boykott und antijapanische Stimmung stiegen in China auf eine Höhe, daß Japan zu Beginn des Jahres 1932 einen Zwischenfall als Vorwand benutzte, um bei Schanghai Truppen zu 1 a n d e n. Die Ereignisse bei Schanghai, wo 90 OOO Japaner die 19. chinesische Armee nach sechswöchigen schweren Kämpfen um Tschapei besiegten, waren die Veranlassung, daß Tschiang-kai-schek wieder zum Oberbefehlshaber des Heeres ernannt wurde. Der von ihm vollzogene Waffenstillstand von Tamgku bedeutete eine Niederlage der völkischen Politik Chinas, die Tschiang-kai-schek unverschuldet ausgleichen mußte. Die vielen Vorstöße der Kuo-min- tang gegen Norden, welche bie Privilegien der fremden Konzessionen brechen sollten, waren umsonst gewesen. (Fortsetzung folgt.) nhalten Fleisch ende und Aber«: eisern und uneigennütziger lchsühren, wenn bedürftigen, die» kswohlsahrt be« oser Opfer« Leistungen des hr wachsen ließ/ die abschließen- jeht dars gesagt u seine führende das WM be- '‘‘frSä#.* Ile wn ’ vielleicht vor die schwerwiegendsten Entscheidungen einer politischen Tätigkeit gestellt worden. Nachdem am 1. November 1935 der das Einverständnis mit Japan fördernde Ministerpräsident Wang- t s ch i n g w e i so schwer verwundet worden war, daß er seine Amtsgeschäfte nicht mehr ausüben konnte, wurde die verantwortliche Aufgabe, das heikle Verhältnis mit Japan auszugleichen, erneut in die Hände des bewährten Führers Tschiang- kai-schek gelegt. Die politischen Verhältnisse sind heute undurchsichtiger als je, das unterirdische Heranwachsen unzufriedener Stimmungen, sowohl im Innern, wie außerhalb des chinesischen Reiches mutet wie das Hereinbrechen katastrophaler Ereignisse an. Wenn man in diesem Zusammenhänge das Bild des chinesischen Führers betrachtet, wie es ich seit Beginn der Revolution entwickelt hat, so bietet diese Beurteilung vielleicht Anhaltspunkte für die Möglichkeiten in der Zukunft, jedenfalls kann man daraus ersehen, daß ein zielbewußter Führer die Schicksale Chinas in Händen hält. Besonders wird gegenwärtig der eine Gesichtspunkt ins Auge zu fassen sein, das Verhältnis Chinas zu der Sowjetrepublik, das im Laufe der chinesischen Revolution alle möglichen Auswirkungen erfahren hat und das auch gegenwärtig die chinesische Politik nicht unberührt lassen kann. Die Einstellung Tschiang-kai-scheks zu dieser schicksalhaften Frage und andern Schwierigkeiten der äußeren Politik, die mit kriegerischen Ereignissen wechselnde parteipolitische Entwicklung, dem Ausbau der Verwaltung des Reiches, das Problem einer sozialen Agrarreform, die Schaffung von Verkehrswegen und einer Armeemacht, chließlich noch der Kampf mit teils ehrgeizigen, teils gewinnsüchtigen Generalen, diese Momente kennzeichnen den Weg, den der bedeutendste militärische Führer Chinas seit dem Beginn der großen Revolution im Jahre 1911 durchlaufen hat. Als Sun-yat-sen die Parole zur Bekämpfung der ausländischen Eindringlinge ausgegeben hatte, war Tschiang-kai-schek sein Sekretär. Den christlichen Sun-yat-sen, dem er später durch die Verheiratung mit einer Tochter der vornehmsten christlichen chinesischen Familie in Schanghai, der Familie Soong, verschwägert wurde, unterstützte er in seinen idealen Revolutionsideen bis zu dessen Tode im Jahre 1925, sogar zu einer Zeit, als dessen eigener Sohn aus der Kuo-min-tang - Partei austrat. Teils politisch tätig, teils als Vorstand der Militärakademie in Wampoa bei Kanton (1924), wo mit russischen Instrukteuren die Wampookadetten herausgebildet wurden, schuf er sich bald eine Stellung, die ihn mit Auszeichnung über feine Mitarbeiter hob. Mit dem russischen Sendboten Michael Borodin gemeinsam, errang er seine ersten Kampfeserfolge über den General Tschen. Am 28. Mai 1926 wurde er Oberbefehlshaber der chinesischen Armee und schickte sich, noch noch nicht.40 Jahre alt, an, Nordchina dem General Wu zu entreißen. Nachdem sich im März 1927 die Truppen Wus aus Nanking und Schanghai zurückgezogen hatten, kündigte Tschiang-kai-schek dem roten Borodin die Freundschaft auf und gründete am 14. April 1927 eine Gegenregierung in Nanking. Dadurch daß Bprodin die fremdenfeindliche chinesische Bewegung in eine soziale Revolution umformte, wobei sich dem patriotischen Jungchinesen der Mob der Straße an die Seite stellte, wurde das chinesische Bürgertum, das über die begangenen Grausamkeiten und Räubereien entsetzt war, der Kuo-min-tang - Bewegung entfremdet. Der russische Einfluß verlor den Beistand des wohlhabenden und gebildeten Chinesen- tums, besonders der Auslandchinesen, die sehr freigebige Geldgeber Sun-yat-sens gewesen waren. Oberhessen. Glückwunsch des Führers zum Dienstjubiläum. LPD. Friedberg, 13. März. Der Büro» bireftor bei dem Amtsgericht Friedberg, Jakob Neff, blickt am 14. März auf eine 48jährige Dienstzeit zurück. Aus diesem Anlaß hat ihm der Führer und Reichskanzler feine besten Wünsche ausgesprochen und damit seinen Dank und seine Anerkennung für die dem Reich geleisteten treuen Dienste verbunden. Fachschaststagung in Friedberg. Der Getreidewirtschaftsverband, der Kartoffelwirtschaftsverband, der Schlachtviehverwertungsverband und deren Landesfachschaften halten am 18. März in Friedberg im Hotel Trapp eine Fachschaftstagung ab. Die Tagung der Fachschaft der Viehverteiler findet um 10 Uhr statt, während die Fachschaften der Getreide- und Kartoffelverteiler um 14 Uhr in gemeinsamer Veranstaltung tagen. Die Kreisbauernschaft Oberhessen-West macht die arischen Fachschaftsmitglieder nochmals aufmerksam, daß es sich um eine Pflichtoersammlung handelt und ihr Erscheinen dringend erforderlich ist. Landkreis Gietzen. * Daubringen, 13. März. Die Verbrauchergenossenschaft Gießen veranstaltete für ihre Mitglieder der hiesigen Verteilungsstelle in der Wirtschaft von Ludwig Schäfer einen Familienabend. Geschäftsführer Stork (Gießen) erstattete einen ausführlichen Jahres- und Geschäftsbericht und konnte mitteilen, daß sich der Umsatz der Verteilungsstelle Saubringen im vergangenen Jahre um 2000 auf 44 000 Mark gehoben habe. Musikalische Darbietungen und humoristische Vorträge hielten die Teilnehmer der Veranstaltung bei einer Kaffeetafel noch geraume Zeit beisammen. )—( Allendorf a. d. Lda., 12. März. Gestern abend hielt die hiesige Ortsgruppe der N S. - Frauenschaft im Saale der Gastwirtschaft Horn einen Pflichtabend ab, zu dem auch die hiesige Evangelische Frauenhilfe, sowie der hiesige Kirchengesangverein eingeladen waren. Frau Harth eröffnete die Versammlung mit kurzen Begrüßungsworten, in denen sie auch auf die jüngste Tat des Führers und die bevorstehende Reichstagswahl hinwies. Ein aus der Mitte der Mitglieder gebildeter Sprechchor trug anschließend den Tagesspruch vor. Sodann kam ein Frühlingsgedicht zum Vortrag. Vom Kirchengesangverein, unter Leitung seines Dirigenten, Lehrer Heil, wurden zwischendurch drei Lieder ftim? mungsvoll zu Gehör gebracht. Hierauf sprach Orts- bauernführer Wilhelm Rein über das Thema: „Die Frau in der Erzeugungsschlacht". Der Redner beschrieb in großen Umrissen den Wirkungskreis der Frau in Haus, Hof, Stall und Garten. Besonders eingehend behandelte er die Geflügel- und Kleintierzucht und den Gartenbau. Zahlreiche sachdienliche Fragen aus der Mitte der Versammlung, die durch den Redner alle prompt beantwortet wurden, zeugten von dem großen Interesse der Zuhörerinnen. Nachdem Frau Harth dem Redner für seinen lehrreichen Vortrag gedankt und die Zuhörerinnen ermahnt hatte, die gegebenen Fingerzeige in Zukunft zu beachten, wurde mit dem Treugelöbnis für den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler und dem Gesang des zweiten Verses des Deutschland-Liedes die Versammlung geschlossen. wg. Großen-Buseck, 13. März. Heute wurde im hiesigen Gemeindewald die letzte Holzver- ftetgerung abgehalten. Außer einigen Eichen- und Fichtenstammen kamen nur Fichtenstangen zum Verkauf. Bei reger Beteiligung wurden bezahlt für Fichtenstangen 1. Klaffe 1,20 bis 1,50 RM., 2. Kl. 0,80 bis 1,00 RM., 3. Klaffe 40 bis 60 Rpf. je Stück. * Allendorf a. d. Lahn, 14. März. Der 28jährige Bahnbeamte Erich B e i l e ck e von hier zog sich bei einer Sportübungsstunde eine leichte Gehirnerschütterung zu und mußte in die Klinik gebracht werden. s. Lang-Göns, 13. März. Bei dep jüngsten Eintopfsammlung am Sonntag ging in der Ortsgruppe Lang-Göns der schöne Betrag von 200,95 Mark ein. Das war der bisher höchste Betrag einer Eintopfsammlung. + Lang-Göns, 14. März. Am heutigen Tage können unsere Mitbürger Konrad Rudolph und seine Ehefrau Katharina, geb. Wenzel, Obergasse, im Kreise ihrer fünf Kinder, der Enkel und Urenkel das Fest der goldenen Hochzeit feiern. Das Jubelpaar, der Ehemann steht im 79. Lebensjahre, die Frau im 73., erfreut sich der besten körperlichen und geistigen Frische. = Lich, 13. März. Dieser Tage wurde im hiesigen Rathaus ein neuer Ausbildungskurs des Roten Kreuzes für Samariterinnen eröffnet, zu dem sich 25 Frauen und Mädchen angemeldet hatten. In Verhinderung der Vorsitzenden des Alice-Frauenvereins begrüßte die stellvertretende Vorsitzende, Erbprinzeffin Hermann Otto zu Solms-Hohensolms» Lich, die Erschienenen, insbesondere die Kreisgruppenleiterin Baroneß Ernestine von Rabenau (Großen-Buseck) und Dr Neun- Höffer (Lich), dankte letzterem, daß er sich wieder in selbstloser Weise für die Ausbildung der Samariterinnen zur Verfügung gestellt hat und brachte auf den Führer und Kanzler, den Schirmherrn des Deutschen Roten Kreuzes ein dreifaches Sieg-Heil aus. Der Unterricht wurde sofort ausgenommen. Er wird am Freitagabend von Dr. Neun Höffer, am Dienstagabend von der Ortsgruppenführerin, Frau Regina Giesel er, mit den bereits ausgebildeten Samariterinnen erteilt. Am Schluß des Abends sprach noch die Kreisgruppenleiterin zu den Kursteilnehmerinnen über die Arbeit des Roten Kreuzes, die Stellung der Samariterinnen innerhalb desselben und die Aufgaben und Pflichten der Hilfskräfte. = Steinheim, 13. März. Die Bautätigkeit hat hier bereits begonnen. Es wurde ein baufälliges Wohnhaus niedergelegt, an dessen Stelle ein Neubau erstehen soll. Auch an drei weiteren Baustellen wurde der Baugrund vorbereitet und die notwendigen Baumaterialien herbeigeschafft. — In den Baumanlagen auf dem Kaltenrain herrscht lebhafte Tätigkeit. Allenthalben ist man mit der Durchführung von Baumpflegearbei- t e n beschäftigt. Eine große Anzahl dürrer und abgängiger Bäume wurde auf Veranlassung der Obstbaubereinigungskommission entfernt. Der O b ft- und ©artenbauoerein unterstützt alle Pflegemaßnahmen. § Obbornhofen, 13. März. Die Reichs» bodenfchätzungskommission hat in die» sen Tagen in der hiesigen Feldmark ihre Arbeiten in Angriff genommen, um einwandfreie Grundla» gen für die kommende Einheitssteuerbewertung zu schaffen. In gewissen Abständen werden mit besonders konstruierten Bohrern Probelöcher von ein Meter Tiefe ausgeführt und nach dem Untersuchungsergebnis bezüglich Bodenart und Bodengüte die Einteilung in hie verschiedenen Ertragswertklassen vorgenommen. Es ist damit zu rechnen, daß die Arbeiten noch im Laufe dieses Monats beendet werden. A Obbornhofen, 13. März. Nachdem die Buderusschen Eisenwerke zu Wetzlar seit geraumer Zeit im hiesigen Gemeindewald und den angrenzenden Gewannen Probeschürfungen vorgenommen haben, sind sie nun durch die hessische Oberste Bergbehörde mit dem Eisen st einberg- werk Heinrich in den Gemarkungen Obbornhofen und Wohnbach beliehen worden. Soweit verlautet, sollen die Schürfungen in verstärktem Maße fortgesetzt werden. Kreis Alsfeld. ... Homberg, 13. März. Der hiesige L u fisch u tz k u r s u s wurde mit einem Kameradschaftsabend beschlossen. Der Ortsgruppenleiter sprach zunächst kurz über die Bedeutung des Luftschutzes, Kursusteilnehmer Gabel dankte allen Lehrkräften. Nachdem Schulungsleiter Seipp noch aufgefordert hatte, das Gelernte weiterzutragen, fand der Abend mit dem Treuegruß an den Führer seinen offiziellen Abschluß. Unterhaltsame Vorträge und Gesang hielten die Kameraden dann noch geraume Zeit beisammen. # Ober-Ohmen, 13. März. Die Gaufilmst e l l e der NSDAP, veranstaltete im Saale von Krebs einen Filmabend. Es wurde der Film „Die Reiter von Deusch-Ost-Afrika" gezeigt. Das Beiprogramm brachte eine geschichtliche und geographische Wanderung durch den Thüringer Wald. Die Besucher folgten mit großem Interesse. Das Wasserhaus von Großen-Linden- * Großen-Linden, 13. März. Wasser- türme gibt es überall in unserem Vaterlande. Wasserhäuser aber sind sehr selten. Als die Gemeinte Großen-Linden im Jahre 1907 eine Wasserleitung baute, mußte natürlich auch die Frage nach einem Wasserturm aufgeworfen werden. Unter der Initiative des damaligen Bürgermeisters, jetzigen Altbürgermeisters Leun, wurde von Baurat D i e h m in Gießen ein Kostenvoranschlag über einen Wasserturm erbeten, gleichzeitig auch ein Voranschlag über ein Wasserhaus. Das Wasserhaus erforderte einen Aufwand von 38 000 RM., während der Wasserturm 31 000 RM. kosten sollte. Da die Mehrkosten nur 7000 RM. betrugen, entschloß man sich im Gemeinderat, ein Wasserhaus zu bauen, denn damit ergaben sich gleichzeitig drei vermietbare Dreizimmer-Wohnungen, die eine ständige Einnahme an Miete sicherten. Um den nötigen Wasserdruck zu erzielen, mußte das Haus auf einer hochgelegenen Stelle errichtet werden, auf der es zwar windiger ist, da aber die Wände des - . Wasserhauses aus statischen Gründen stärker sind als bei anderen Häusern, wird auch die Wärme besser gehalten. Der Entwurf des Wasserhauses stammt von Oberbauinspektor Mohr in Gießen. Spezialbauleiter war Bauinspektor Simpel Der Voranschlag wurde — das erscheint bemerkenswert — nicht überschritten. Unser Bild zeigt das Wasserhaus von Großen-Linden, das sich in einer durchaus reprä- sentablen Form darbietet. Der Wasserbehälter, der etwa 200 Kubikmeter Wasser faßt, befindet sich unmittelbar über den Wohnungen im kräftig ausgebauten Dachgeschoß. (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.) An einem Geschwür erstickt. LID. O st h o f e n, 13. März. Der 28jährige Schmiedemeister Otto Beutel hatte sich eine Halsentzündung zugezogen. Es bildete sich ein Geschwür, das immer größer wurde. Auf dem Wege ins Wormser Krankenhaus erlitt Beutel den E r st i ck u n g s t o d. Großes Vaupwjekl in Watzenborn-Steinberg. Eine Volks- und Turnhalle. In Watzenborn-Steinberg empfindet man es seit langer Zeit als einen starken Mangel, daß kein Saal vorhanden ist, der die Volksgemeinschaft in größerem Umfange fassen könnte. Neben diesem Mangel trat noch ein anderer Umstand unangenehm in Erscheinung: für d i e Sch ulkinder fehlte die Turnhalle. Bisher mußten die Pflichtturnstunden auf dem zwar geräumigen, aber unzweckmäßigen Dachboden der Schule abgehalten werden. Watzenborn-Steinberg unterhält gegenwärtig sieben Schulklassen, notwendig wäre an sich eine achte Schulklasse, es stehen aber nur sechs Schulräume zur Verfügung. Auch diesem Mangel soll nun abgeholfen werden. Die Gemeindeverwaltung unter der Initiative des Bürgermeisters Schäfer trägt sich nunmehr mit dem Gedanken, eine Volks- und Turnhalle zu bauen. Die Pläne liegen bereits vor und wurden vom Hessischen Hochbauamt in Gießen entworfen. Mit der Arbeit wird voraussichtlich bald begonnen werden, wenn die Frage der Finanzierung ihre endgültige Lösung gefunden hat. Der Voranschlag des Bauvorhabens beziffert die Kosten auf 90 000 Mark. Zu einem Teil soll die Volks- und Turnhalle als Gemeinschaftsarbeit getragen werden, d. h. ein großer Teil der Einwohnerschaft wird selbst mit Hand anlegen. So haben sich bereits die Mitglieder folgender Vereine bereiterklärt, in praktischer Arbeit mitzuhelfen: Gesangverein „Eintracht" Steinberg, Gesangverein „Sängerkranz", Gesangverein „Harmonie" Watzenborn, Gesangverein „Jugendfreund" Steinberg, Turnverein Watzenborn und FC. „Teutonia" Watzenborn-Steinberg. Diese Mithilfe wird sich zunächst auf die Aushebung der Baugrube und das Brechen der Steine für das Fundament (die Steine werden im Steinbruch der Gemeinde gebrochen) beziehen. Zahlreiche Einwohner, soweit sie über Gespanne verfügen, haben sich bereiterklärt, durch freiwillige Fuhrleistungen die gute Sache zu fördern. Der jetzt vorliegende Plan des Projektes läßt erkennen, daß man bemüht sein wird, in erster Linie den Forderungen Rechnung zu tragen, die von der Schule her erfüllt werden müssen. Das Gebäude gliedert sich nach dem Entwurf in zwei Teile, die aber architektonisch als solche kaum in Erscheinung treten, sondern eine harmonische Einheit darstellen werden: die eigentliche Turnhalle und dem geräumigen Vorbau! Das Kellergeschoß enthält drei große Luftschutzräume mit drei Gasschleusen, in denen bis zu 120 Personen geborgen werden können. Ferner befindet sich im Kellergeschoß eine Lehrküche für die Schule, schließlich ein großer Gerateraum, der über eine schräge Ebene mit der eigentlichen Turnhalle verbunden sein wird. Selbstverständlich ist auch für die notwendigen hygienischen Einrichtungen Sorge getragen. Die Turnhalle — zu ebener Erde — wird 31,50 Meter lang, 15,62 Meter breit und 6,50 Meter hoch sein. Sie soll mit allen für den Turnbetrieb der Schule notwendigen Geräten ausgerüstet werden. Im Blickpunkt der Halle wird eine Bühne ge- schaffen, die für festliche Veranstaltungen beispielsweise bis zu 300 Sängern Aufstellung gestattet. Vorgesehen ist ferner eine Empore für etwa 200 Zuschauer, während im Saale etwa 1000 Personen Platz finden können. Der Schaffung der Sitzgelegenheiten für 1200 Personen wird zu gegebener Zeit nähergetreten. In dem Vorbau werden zu ebener Erde zwei geräumige Zimmer geschaffen, die der Hitler- Jugend und dem Jungvolk für Heim- und Sprechabende zur Verfügung stehen sollen. Im ersten Obergeschoß werden zwei große und freundlich-helle Schulsäle ausgebaut, die der Schulraumnot abhelfen werden. Das gesamte Gebäude wird sich unmittelbar an die neue Schule anschließen. Die Front und der Haupteingang liegen nach der Ludwigstraße zu. Für die Schüler, die in den beiden neuen Schulräumen des Vorbaues unterrichtet werden sollen, wird ein besonderer seitlicher Eingang geschaffen. Auch die Turnhalle erhält als Zugang für die Kinder vom Schulhof aus einen besonderen Eingang. Die neue Volks- und Turnhalle soll der Gemeinde Watzenborn-Steinberg auch zur Vertiefung der Volksgemeinschaft dienen. Abgesehen davon, daß die Halle großen Versammlungen und festlichen Veranstaltungen Raum geben soll, erhofft man sich davon auch eine Förderung des turnerischen Lebens und eine Belebung im Vereinsleben überall da, wo der geeignete Raum die Voraussetzung der gedeihlichen Entwicklung ist. Rein äußerlich, und soweit es sich nach den vorliegenden Plänen beurteilen läßt, wird die Volks- und Turnhalle in klaren harmonischen Formen gehalten und der Gemeinde zur Zierde gereichen. Oberhessischer Kunstverein Turmhaus am Brandplatz Ausstellung der neuesten Arbeiten von Richard Geßner, Düsseldorf Oelgemälde - Aquarelle - Pastelle Dauer der Ausstellung: 15. März bis 5. April Besuchszeiten: Sonntags von 11 bis 13 Uhr - Werktags von 16 bis 17 Uhr Eröffnung der Ausstellung: Sonntag, den 15. März 1936,11 Uhr Eintritt: Für Mitglieder frei, für Nichtmitglieder 30 Pfennig. — Auf Antrag verbilligte Führung 1606 D Am Montag, dem 16. März 1936, 20 Uhr im Saale des Studentenhauses (LeihgesternerWeg) Klavierabend Georg Kuhlmann Werke v. Schumann, Debussy. Frommei,Chopin u.a. Ihre Vermählung geben bekannt Or. med. Theo Eck Stabsarzt in der Sanitätsabteilung 15 Gertrud Eck, geb. Hamma Stuttgart (Herdweg 38), den 14. März 1936 1618 D Ortsverband Gießen für O. Jugendherbergen. vevsammluug amDienstag.dem 17.März,20Uhr imSiugsaaldesRealgymnasiums Lieder, Sprechchöre durch die Hitler-Jugend. Jahresbericht, Vortrag, Film. msD Düse berg, Ortsverbands-Leiter. WIESECK Morgen Sonntag 01162 TANZ bei Gastwirt Wilh. Dorfeld C jZTj'J große Auswahl TmT Lefler-Röhrig Gießen / Neustadt Nr. 43 1325 A Den Hausfrauen von Gießen zur gefl. Kenntnis, daß ich am heutigen Tage einen modernen Heißmangelbetrieb eröffnet habe, den ich zur Benutzung bestens empfehle. Auf Wunsch wird die Wäsche abgeholt und zurückgebracht. Oii84 Älnnt Ulalkomeslus Kaiserallee 14H., Televbon 3735 Unsichtbares Kunststopfen von Teppichen u.Kleidern nur beim Fachmann Unverbindlicher Voranschlag Braubach & Fischer Seltersweg 63 Tel. 2627 1 583 D MenMers... Burhenne, Gnauthslr. 5, Fernspr.3169. .wrSf/wS** HAUPTGEWINN EINE* SFG1E 5000MARK Karten im Vorverkauf in der Musikalienhandlung Challier. Neuenweg, und an der Abendkasse. 0,062 in eru“,keit' OeUtsCtl lte , 1 e 1 Enl'esStode HUu £.8«n£ J'1* föt Sen turn. Mlid) jst inw; ?ird 31^) £50 Meter -turnbetrieb Huhne ge> !n beispielz, *9 gestattet. 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Die SüuchMatzung für 1936 Nach der Beratung des Voranschlags mit den Ratsherren hat der Oberbürgermeister auf Grund 3. der Deutschen Gemeindeordnung btüten wurden rund 40 000 Morgen hauptsächlich in den Kreisen Lauterbach, Alsfeld und Schotten in ihrem Nutzwert als Weide-, Wiefen- § 2- für 2. für je Summe: 972 033,94 Großzügige ArbeüsbeWaffungspläneder Stadtverwaltung 415 033,94 202 000,— 45 000,— 100 000,— 80 000,— 50 000,— der Bestimmungen die nachstehende Stadt Gießen 193 6 erlassen: wie 2. Sondergebäudesteuer für je 1 RM. des staatlichen Sondergebäudesteuersolls von den Steuerwerten: a) bis 7000 RM. — 60 v. H. — auf 52,6 Rpf., b) über 7000 RM. — 60 v. H. — auf 45,93 Rpf. Schulen: 1936: Ausgaben 564 855,51 nahmen 146083,28 Reichsmark. RM. 80 000,— auf 1000 Einwohner in Wiesbaden 54,5, in Offenbach 50,2 und in Frankfurt 48,5 Arbeitslose. Man darf mit Zuversicht hoffen, daß nach der nunmehrigen Remilitarisierung der Rheinlande die volle Auswirkung des nationalsozialistischen Aufbauwerkes auch dort eine erhebliche Besserung bringen wird. 3m Gegensatz zum Landesarbeitsamtdurchschnitt mit 30,3 Arbeitslosen auf 1000 Einwohner ist der Durchschnitt für unsere Provinz Oberhessen mit 11,5 Arbeitslosen auf 1000 Einwohner ganz außerordentlich günstig zu nennen. Reben diesen zahlenmäßig beleuchteten Gebieten der erfreulichen wirtschaftlichen Wieder- gesündung und damit auch der begrüßenswerten seelischen Wiederaufrichtung deutscher Menschen ist noch zu erwähnen, daß auch die Landwirtschaft eine starke Entlastung von dem früheren Drucke erfahren hat und die Industrie in Oberhessen gleichfalls eine sehr erfreuliche Aufwärtsbewegung verzeichnet. Auf manchen Gebieten der heimischen Wirtschaft hat sich der Grundsteuer: a) vom Gewerbekapital auf 63 Rpf. Haushaltssatzung der für das Rechnungsjahr Ankauf von Gebäuden u. Grundstücken Erbauung von Straßen, Wegen und Anlagen .......... Kanal- und Wasserbauten..... Altstadtsanierung........ Neubau der Liebigshöhe...... Errichtung einer Diehauktionshalle . . Errichtung einer Universitätsturnhalle . die Erbauung von Straßen, Wegen und Anlagen, sowie für die Neubefestigung von Straßen für das neue Haushaltsjahr einen Betrag von 415 000 Mark vorgesehen, gegenüber 200 000 Mark für den gleichen Titel im vorjährigen Haushalt; 202 000 Mark sind zur Ausgabe vorgesehen für die Ausführung von Kanalisationsarbeiten usw., gegenüber 68 000 Mark im Vorjahre; für die Zwecke der A l t st a d t - S a n i e r u n g hat die Stadtverwaltung eine Summe von 45 000 Mk. in den Voranschlag eingestellt; für den Neubau der Liebigshöhe ist der Betrag von 100 000 rei Jahre nationalsozialistische Aufbau arbeit in Oberhessen. Große Erfolge der Arbeitsschlacht. Arbeitseinsatz im Verlaufe der letzten drei Jahre so erheblich zum Besseren gewandelt, daß teilweise sogar ausgesprochener Mangel an fachlichen Arbeitskräften besteht, der nur durch Heranziehung von geeigneten Facharbeitern aus anderen Bezirken ausgeglichen werden kann. Sehr erfreulich ist es auch, fesistellen zu können, daß manche Betriebe in Oberhessen, die vor der Machtübernahme durch Adolf Hitler unmittelbar vor dem Zusammenbruch standen oder schon stillgelegt waren, sich wieder aufrichten bzw. mit ihrer Arbeit erneut beginnen konnten und nun einer großen Zahl von Volksgenossen, teilweise noch mehr als früher, Arbeit und Brot geben können. Dadurch ist die Wirtschaft wieder in ihre normale Entwicklung zurückgekommen, und was die Regierung zunächst durch Notstandsarbeiten in Angriff nahm und wieder in Gang brachte, ist heute nicht mehr notwendig, denn die Wirtschaft läuft nunmehr aus sich heraus. Wir haben also in den bisherigen drei Jahren der nationalsozialistischen Staats- und Wirtschaftsführung das erfreuliche Ergebnis erzielt, daß nicht mehr die Regierungsmaßnahmen zur Arbeitsbeschaffung die Träger der Entwicklung sind, sondern daß diese Funktion durch den normalen Verlauf der Wirtschaft erfüllt wird. Das ist eine Feststellung, die nicht nur im Reiche gilt, sondern auch für unsere engere Heimat maßgebend ist, und mit der wir außerordentlich zufrieden sein können. Oberbürgermeister Ritter hatte die Rats- Herren der Stadt Gießen auf den heutigen Samstagvormittag zu einer öffentlichen Sitzung in das Stadthaus, Bergstraße, geladen, um mit ihnen den Haushaltsvoranschlag der Stadt Gießen für das Rechnungsjahr 19 3 6 zu beraten, gleichzeitig auch die Haushaltssatzung für das Rechnungsjahr 1936 zu erlassen. Der Voranschlag für 1936 schließt mit einer Gesamtsumme von 7 130 635,99 RM. gegen 6 328 630,94 RM. im Vorjahre in Einnahme und Ausgabe ab. Davon entfallen auf die Betriebsrechnung 5 618 704,86 Reichsmark gegen 5 424 449,01 RM. im Vorjahre in Einnahme und Ausgabe Die Vermögensrechnung weift in Einnahme und Ausgabe 1 511 931,13 RM. gegen 904 181,93 Reichsmark im Vorjahre auf. Im einzelnen sind aus dem Voranschlag folgende interessante Einzelheiten zu berichten: O e Letriebsrechnung Kunst und Wissenschaft: 1936: Einnahmen 340 048,30 RM., Ausgaben 513 244,87 RM.; im Jahre 1935: Einnahmen 197 548,30 RM., Ausgaben 355 831,07 Reichsmark. Wohlfahrtswesen, Gesundheitswesen: 1936: Einnahmen nichts, Ausgaben 914190 Reichsmark; im Jahre 1935: Einnahmen 166,20 Reichsmark, Ausgaben 968 272,40 Reichsmark. Finanzverwaltung: 1936: Einnahmen 3 034 128,05 RM., Ausgaben 1 148 690,67 RM.; im Jahre 1935: Einnahmen 2 980 823,79 RM., Ausgaben 1 165 476,47 Reichsmark. Oie VermöqenSrechnung. In den Abteilungen Allgemeine Verwaltung und Polizeiverwaltung ist nichts vorgesehen. Gundbesitz, Land- und For st wirtschaft: 1936: Einnahmen 211058,40 RM., Ausgaben 277 500 RM.; im Jahre 1935: Einnahmen 168 250 RM., Ausgaben 66 100 Reichsmark. Bauverwaltung : 1936: Einnahmen 170 000 Reichsmark, Ausgaben 950 880 RM.; im Jahre 1935: Einnahmen 163 000RM., Ausgaben 445 621,50 RM. Betriebsverwaltung: 1936: Einnahmen nichts, Ausgaben 115 500 RM; im Jahre 1935: Einnahmen nichts, Ausgaben 65 500 Reichsmark. Schulen: 1936: Einnahmen nichts, Ausgaben 19 OQO RM.; im Jahre 1935: Einnahmen und Ausgaben nichts. Kunst und Wissenschaft: 1936: Einnahmen 10 000 RM., Ausgaben 60 000 RM.; im Jahre 1935: Einnahmen nichts, Ausgaben 2800 RM. Woh'lfahrtswesen, Gesundheitswesen: in beiden Jahren nichts an Einnahmen und Ausgaben. Finanzverwaltung: 1936: Einnahmen 1 120 872,73 RM., Ausgaben 89151,13 RM.; im Jahre 1935: Einnahmen 572 931,93 RM., Ausgaben 324 160,43 Reichsmark. Es ist erfreulich, daß der Voranschlag unter Zugrundelegung der vorjährigen Steuersätze, also ohne Steuererhöhung, ausgeglichen werden konnte, obwohl die Leistungskraft des Haushaltsplans 1936 gegenüber dem vorjährigen Haushalt gestiegen ist. Allgemeine Verwaltung: 1936: Einnahmen 148 958,28 RM., RM.; im Jahre 1935: Ein- RM., Ausgaben 547 592,02 Gewerbesteuer: a) von Gebäuden und Bauplätzen auf 34 Rpf. für je 100 RM. Steuerwert, b) vom land- und forstwirtschaftlich oder gärtnerisch genutzten.Grundbesitz auf 47 Rpf. für je 100 RM. Steuerwert. Ferner Bürgersteuer 500 v. H. des Reichssatzes. § 3. Der Höchstbetrag der Kassenkredite, die im laufenden Rechnungsjahr zur Aufrechterhaltung des Betriebes der Stadtkasse in Anspruch.genommen werden dürfen, wird auf 460 000 RM. festgesetzt. In diesem Höchstbetrag sind 400 000 RM. Kassenkredite enthalten, die aus Grund früherer Ermächtigung ausgenommen und noch nicht zurückgezahlt sind. § 4. Der Gesamtbetrag der Darlehen, die zur Bestreitung von Ausgaben des außerordentlichen Haushaltsplanes bestimmt sind, wird auf 972 033,94 Reichsmark festgesetzt. Er soll nach dem Haushaltsplan für folgende Einzelzwecke verwendet werden: Der Gießener Haushalisvoranschlag für 1936 Sitzung der Ratsherren der Stadt Gießen. nahmen 68 088,74 RM., Ausgaben 549 664,06 RM.; im Jahre 1935: Einnahmen 63 462,73 RM., Ausgaben 525 383,03 Reichsmark. Polizeiverwaltung: 1936: Einnahmen 1760 RM., Ausgaben 172 767,87 RM.; im Jahre 1935: Einnahmen 1960 RM., Ausgaben 162 989,54 Reichsmark. Grundbesitz, Land- und Forstwirt- schäft: 1936: Einnahmen 628 942,07 RM., Aus- gaben 491 774,67 RM.; im Jahre 1935: Einnahmen 617 380,01 RM., Ausgaben 475 714,35 Reichsmark. Bau - Verwaltung: 1936: Einnahmen 374 911,59 RM., Ausgaben 781 696,35 RM.; im Jahre 1935: Einnahmen 397 916,39 RM., Ausgaben 775 514,46 Reichsmark. Betriebsverwaltung: 1936: Einnahmen 1 021867,83 RM., Ausgaben 481 820,86 RM.; im Jahre 1935: Einnahmen 1019108,31 RM., Ausgaben 447 675,67 Reichsmark. 100 RM. Steuerwert, b) vom Gewerbeertrag auf 286 Rpf. für je 100 RM. Steuerwert. Die Steuersätze für die Gemeindesteuern, die jedes Rechnungsjahr neu festzusetzen sind, werden folgt festgesetzt: diesem Zusammenhang sei auch darauf hinae- tDi:'*n, daß der Einsatz von etwa 60 0 Land- Mfem und des Mädchen-Arbeitsbien- \V; sich in zahlreichen bäuerlichen Familien sowohl iü’ Die einzelne Familie, wie auch für die Gesamt- hlt ganzer Dorfgemeinschaften, anderseits aber ui Jur die jungen Helfer und Helferinnen aus i*<- Lrtadt sehr segensreich ausgewirkt hat. 8-n einer Betrachtung, der Arbeitslosigkeit in un- 1 ieie engeren Heimat ist noch von besonderem Jn- lile? e die Tatsache, daß Oberhessen dabei sehr gut aiiooneibet. Während nach dem Stande vom September 1935 im Reichsdurchschnitt auf je : M Einwohner 26 Arbeitslose entfielen, lag der im Landesarbeitsamtsbezirk Hessen mit 30.3 itslosen auf je 1000 Einwohner über dem lAicisburchschnitt. Dabei muß man jedoch beachten, Ijji die außerordentlich schwierigen wirtschaftlichen lchtäältnisse in der damals noch entmilitarisierten ,jir bedeutend ins Gewicht fallen. So kamen z. B. Bei der Durchsicht des neuen Voranschlags kann man die erfreuliche Feststellung machen, daß unsere Gießener Stadtverwaltung ihre bisherigen großzügigen Arbeitsbeschaffung sm aßnah- men im neu en Haushaltsjahre 19 3 6 mit anerkennenswerter Tatkraft fortsetzt, um dadurch an ihrem Teile, im Sinne des Führers und Reichskanzlers, für viele Volksgenossen wiederum Arbeit und Brot zu beschaffen. Besonders aufschlußreich für dieses Bestreben der Stadtverwaltung ist die Vermögensrechnung 193 6. Dort findet man z.B. im Kapitel Bauoerwaltung für uiö Ackerland um etwa 30 bis 40 v. h. im (Ertrag gesteigert. Die bei diesen Verbesserungs- a beiten aus den Weiden und Aeckern heraus- ziffchafften Steine wurden für Wegebauzwecke wnvandt. Bei den umfangreichen Reguliert ngsarbeiten an der Nidda, an der Nidder iwb an anderen Bachläufen von den Bezirken bis Vogelsbergs bis weit in die Detterau Hinteler wurden fchähungsweife insgesamt 1000 borgen Land gewonnen und rund 40 000 ll argen Weidegelände durch eine gesunde Be- iciränfung der Grundwasferverhältnisse, gute ^stuhmöglichkeilen des Wassers usw., sowie btrch Beseitigung der früheren Aeberschwem- mungsmöglichkeiten in der landwirtschaftlichen Ertragsmöglichkeit erheblich gesteigert. Oie Reichstagswahl am 29. März findet un- aeöhr zu dem gleichen Zeitpunkt statt, der vor drei Soren — am 5. März 1933 — dem deutschen Vtlke unter der Führung Adolf Hitlers den eoen Reichstag des Dritten Reiches brachte. Diese brn Jahre nationalsozialistischer Staatsführung hoZen auf allen Gebieten des Lebens unseres Lclkes einen grundlegenden Wandel der Dinge ge: rächt. Wo vorher Niedergang, Kampf aller gegen all-, Kleinmütigkeit, Mißgunst und Verzweiflung heischten, ist heute nach drei Jahren der Regierung Nolf Hitlers kräftiges und gesundes Aufwärts- strben, Gemeinschaft des Geistes und des Strebens a(l?r Volksgenossen mit gleicher Blick- und Ziel- ric tung, Harmonie und fooffnungsfreubiger Snwung der Herzen, kurzum ein neuer und glück- licer, tatfroher deutscher Mensch zu sehen. Diese treuliche Wendung zum Guten der Dolksgemein- fchift und zum Gluck des einzelnen Volksgenossen trit wohl am eindrucksvollsten auf dem Gebiete bä Arbeit zutage. Wer sich in Stadt und Land bi( Verhältnisse der Arbeitsmöglichkeiten vor drei Fqhren ins Gedächtnis zurückruft und jener Zeit bi! Lage von heute gegenüberstellt, wird zugeben mitten, daß hier der bekannte Vergleich von Nacht Hfl) Tag durchaus am Platze ist. Das ist nicht nur m Reiche so, sondern trifft im besonderen Maße lüh auf unsere engere oberhessische Heimat zu. In Oberhessen hatten wir im Jahre 1932 den klebrigsten Stand der Arbeitslosigkeit mit 11 900 Personen. Dagegen belief sich drei Jahre syäler, Ende August 1935, dank der großen tlrbeitsbeschaffungmahnahrnen im Rahmen der t'rbeitsschlachl der niedrigste Stand der Ar- eitslosigkeit auf 3500 Personen. Der Höchst- |i a n b der Arbeitslosigkeit Ende Januar 1933, cls der Führer Adolf Hitler die Wacht über- tohm, ist mit 15185 Personen festgestellt, in trfreulichem Gegensatz dazu belief sich drei .'ahre später, im Februar 1936, der Höchststand ler Arbeitslosigkent in Oberhessen auf 6153ch Personen. JMefe Zahlen bedeuten eine Abnahme der Ar- ickslosigkeit im Verlaufe der besten Beschäftigungs- mriate, im Sommer, um etwa 70 d. H., im Laufe ber Wintermonate um etwa 60 v. H. Dabei muß mci sich vor Augen halten, daß der Bezirk Ober- )cf:n keine einheitliche wirtschaftliche Struktur be- isti sondern teilweise Industrie und teilweise Land- vi^schaft aufweist, ferner auch die Witterungsver- iälmisse starken Einfluß auf den Arbeitseinsatz iqten. Die Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen der Re- ;ienng und der übrigen Behörden sind auch für üe Gage der anerkannten Wohlfahrts- iw e r b s 1 o f e n und damit für die Gemeinden leh: segensreich geworden. Nährend im Februar 1933, unmittelbar nach der Machtübernahme durch den Führer, in den kemeinden der Provinz Oberhessen rund 3600 cmertannte Wohlfahrtserwerbslose vorhanden baren, ist deren Zahl im Verlaufe der letzten Irei Jahre bis zum Februar 1936 auf 180 in s: mtlichen Gemeinden Oberhessens gesunken. Dit'Cr erfreulich starke Rückgang ist auch für die Zkimeindefinanzen von großer Wichtigkeit, )o ourch diese Besserung eine starke Belastung von )en Finanzen der Gemeinden genommen ist, ganz rbcesehen von der an und für sich natürlich als ha..ptsache' zu begrüßenden materiellen und seeli- chi Besserung der Lage vieler schaffenswilliger inb tatfroher Volksgenossen und ihrer Familien. 21iif dem Gebiete der Notstandsarbeiten si Oer Gesundungsprozeß unserer Wirtschaft er» viQcherweise so erheblich wirksam geworden, daß d|cm im Verlaufe des Jahres 1935 die Notftands- ittriten erheblich zurückgeschraubt wer- )m konnten und im Laufe des Jahres 1936 eine liiere Senkung erfahren roeiben. In den Jahren lhii/35 find m Oberhessen durchschnittlich 150 0 Männer mit Notstandsarbeiten )jj(h'äftigt worden. Durchgeführt wurden Meliora- itrrn, Dränagen, Bachreaulierungen, Wegebau, Aaserleitungs- und Kanalisationsarbeiten usw. 3-isgefamt wurden von 1933 bis 1935 von den Itofffanbsarbeifern 1 430 000 Tagewerke g-leistet; davon entfallen 630 000 Tagewerke auf Meliorationen. Im Verlaufe dieser Artz 1- Der dieser Satzung als Anlage beigefügte Haushaltsplan für das Rechnungsjahr 1936 wird im ordentlichen Haushaltsplan in den Einnahmen auf . . 1511931,13 in den Ausgaben auf ... 5 618 704,86 und im außerordentlichen Haushaltsplan RM. in den Einnahmen auf . . 1511981,13 in den Ausgaben auf . . . 1511931,13 festgesetzt. Samstag, 14-MrzM6 Mark in den Voranschlag ausgenommen worden. Beim Kapitel Betriebsverwaltung hat man 80 000 Mark für die Errichtung einer Vieh» auktionshalle auf dem Viehmarktplatz in Ansatz gebracht, daneben stehen noch 30 500 Mark für Friedhofs-Geländeregulierungen unb für anbere bringliche Bauarbeiten. Das Kapitel Schulen weist für die (Erneuerung ber Zentralheizungsanlage im Lyzeum eine Voranschlagssumme von 19 000 Mark auf. Als Zuschuß für bie Errichtung einer Univerfitäts- turnhalle ist ein Betrag von 60 000 Mark vor» gesehen, ber vom Rechnungsjahr 1936 ab in 6 gleichen jährlichen Raten im Betrage von je 10 000 Mk. aufgebracht werben soll. Außerbem ist im Kapitel Finanzverwaltung unter bem Titel Wohnungsbaukonto eine weitere Schulbentilgung im Betrage von 49 600 Mark allein für bie Wohnungsbaubarlehen vorgesehen. Neben biefer Arbeitsbeschaffung von ber Seite der Vermögensrechnung her ist natürlich auch die Betriebsrechnung mit ihren laufenden Ausgaben ein bedeutsamer Faktor für Arbeits- und Derdienftmöglichkeiten unserer heimischen Wirtschaft. Der Arbeitseinsatz im Februar im Landesarbeitsamtsbezirk Hessen. In wenigen Wochen verlassen Tausende von Jungen unb Mäbel bie Schulen. Allein in Hessen-Nassau finb Zehntausend bei ben Berufsberatungsstellen ber Arbeitsämter gemelbet. Sie alle wollen einen Beruf erlernen unb eine Lehr- unb Arbeitsstelle haben. Sie alle erwarten hoffnungsvoll ben Tag, an bem sie in das Arbeitsleben ber Nation einge» gliebert werden unb in ber Armee ber fchaffenben beutfchen Menschen mitmarschieben können. Es ist die Aufgabe der gesamten Wirtschaft und Verwaltung und insbesondere der verantwortlichen Betriebsführer, Meister und Dienststellenleiter, Lehr- und Ausbildungsstellen für unsere schulentlassene Jugend zu schaffen und Wovon spricht jedes Jungmädel und Mädel? den Arbeitsämtern unverzüglich zu melden. Die Erhaltung und Steigerung der Leistungsfähigkeit unserer Wirtschaft und die Sicherung ihres Nachwuchses machen es dringend erforderlich, daß auch der letzte Jugendliche zum Einsatz gebracht wird. Es gibt Berufe, in welchen bie Überalterung unb ber Facharbeiternachwuchsmangel bereits sehr stark fühlbar ist. Wir hoffen beshalb, daß alle Betriebsführer und Meister die Unterbringung sämtlicher Jugendlichen als ihre erste Pflicht betrachten unb damit ein Zeugnis ihres hohen Verantwortungsbe- wußtseins gegenüber dem Volk und Daterlanb geben. Becker, Gauwalter ber DAF., Lanbesobmann ber NSBO. Potthoff, Führer des Gebietes 13 Hessen-Nassau ber HI. Riese, Führerin bes Obergaues Hessen-Nassau bes BDM. Garner, Lanbeshandwerksmeister Hessen. Kretschmann, Präsident des Landesarbeitsamtes Hessen. Wagner, Landesbauernführer Hessen-Nassau. E ck a r b t, Gauwirtschaftsberater Hessen-Nassau. Schwarz, Treuhänber ber Arbeit für bas Wirtschaftsgebiet Hessen. L ü e r, Leiter ber Wirtschaftskammer Hessen. Zschintzsch,Regierungspräsibent. T r a u p e l, Landeshauptmann. Busemann, Leiter ber Bezirksgruppe Hessen ber Reichsgruppe Jnbustrie. Sauer, ©aujugenbroaltung ber DAF., Berufsreferent im Gebiet 13 HI. Avieny, Lanbesobmann ber Reichsgruppe Banken für ben Wirtschaftsbezirk Hessen. Spoerle, Leiter ber Bezirksgruppe Hessen ber Reichsgruppe Hanbel. Der BDM. stellt aus. NSG. In allen Untergauen bes Obergaues Hessen-Nassau werben noch in biefem Monat bie Werkausstellungen eröffnet, bie einen klaren Ueber« blick über ein Teilaebiet ber Arbeit bes BDM. geben sollen. Alle Arbeiten, bie bie Mäbel unb Jungmäbel in ben Heimabenben gebastelt, gehämmert, gewebt unb genagelt haben, aus ben einfachsten Mitteln, werben hier zusammengetragen. Wir wissen, baß wir gerabe auf biefem Gebiet eine wichtige Aufgabe zu erfüllen haben: Wirb es boch einmal unsere Pflicht sein, bie Geschmacksrichtung unseres Volkes zu bestimmen. Und wenn wir klar und deutlich erkennen, was echt unb gesunb ist unb zu uns paßt in Form, Stil unb Farbe, bann wirb auch einmal unser Heim biesen Charakter tragen. Wir freuen uns, baß unsere Werkausstellungen uns bie Möglichkeit geben, einer breiteren Öffentlichkeit zu zeigen, baß Werkarbeit unb Basteln nicht Spielerei unb Zeitvertreib finb, fonbern ein ernster Teil unserer Arbeit unb ein weiterer Schritt, um bas beutsche Mäbel zum gefunben beutfchen Hanb- werk unb feiner Arbeit zurückzuführen. Die Ausstellung bes gesamten Obergaues wirb am 19. März in Wiesbaben im Neuen Museum eröffnet unb gibt einen Querschnitt burch bie Arbeit des Obergaubereiches. Werkstuben in allen llnlerqauen des ROM. NSG. Im Obergau Hessen-Nassau werben in diesem Monat in allen Untergauen Werkstuben eröffnet. In diesen Werkstuben lernen die Mädel wie man mit wenigen, vielleicht altem und gebrauchtem Material wieder nützliche Gegenstände herstellt. Die große Werkausstellung des Obergaues gibt allen, bie Interesse an unserer Mädelarbeit haben, Gelegenheit, sich einen Einblick zu verschaffen. Amtsgericht Giehen. Das Gericht befaßte sich gestern mit dem K. H. aus Gießen wegen Diebstahls im Rückfall. Der Angeklagte, der wiederholt einschlägig vorbestrasr ist, entwendete im Juli 1935 aus einem Garten im Schiffenberger Tal zwei Bretter. Das Gericht erkannte auf eine Gefängnisstrafe vou einem Jahr. Aus der Provinzialhauptstadt. Spielende Kinder. Führte mich da kürzliä; mein Weg an einer Baustelle vorbei. Auf der Grenze zwischen Fahrbahn und Bürgersteig türmten sich Massen gelben Sandes, und obenauf lagen Schippen umher, ein Stillleben in einer verkehrsstillen Straße. Bei meinem Rückweg hatte sich inzwischen allerlei kleines Volk dort angesiedelt. Kleine Mädchenhände patschten eifrig Kuchen, kauernde Buben trieben Höhlen in den Sandberg, und auf dem glatten Fahrdamm hatte sich unter Eingliederung einiger Schippen in den Spielprozeß anscheinend ein Juxplatz mit Karussellbetrieb aufgetan. Knirpse, ritterlich genug, daß sie Spielkameradinnen in den eisernen Mulden der Geräte Platz nehmen ließen, und gerade groß genug, daß sie mit beiden Armen den Austrieb der langen, geschweiften Schippenstiele mit der Belastung in optimaler Höhe ausgleichen konnten, liefen unter lautem Gesang — sicherlich als Ersatz für die übliche Drehorgelmusik — ordnungsgemäß ihre Kreise, in deren Mittelpunkten mit strahlenden Augen die niedlichen Fahrgäste auf den rotierenden Scheiben hockten und unternehmungslustig die Knie hochzogen, damit von dem Hochgenuß der „reibungslosen" Kreiselrunden ja nichts verloren ging. Da kamen zwei Arbeiter aus dem Torweg. Der eine schalt und jagte die kleine Gesellschaft auseinander. Aber beim Weitergehen waren meine Gedanken und Gefühle doch bei dem anderen, der still lächelnd die Schippen aufsammelte und sie ihrem ursprünglichen Zweck wieder zuführte ... Gab es nicht auch einmal eine Zeit, wo wir selbst solche Verwandlungskünstler waren? Zum Schrecken unserer Mitwelt war nichts sicher davor, als „Rohmaterial" in den Zauberkreis unserer spielerischen Verarbeitung hineingezogen zu werden. Alles und jedes, selbst das unscheinbarste Ding, gewann unter unseren Händen Farbe, Gestalt und Seele in so reichem Maße, daß unvergeßliche Freuden uns wieder daraus zurückflossen. Ein Reiser- besen wurde zum Reitpferd, ein Schemel zum Hund, das Stühlchen knatterte als Wagen durch die. Stube, aus leeren Taffen tranken wir köstlichen Kakao, und ein schlankes Holzscheit aus der Küche wurde, mit bunten Lappen ausgestattet, kameradschaftsfähig, es durfte mitessen, wurde spazieren gefahren und vollwertig an der Unterhaltung beteiligt. Unser tummelhastes Umherrennen und Balgen wäre mit den Jahren verödet ohne die lustbetonte Vertiefung durch Inhalte des Wettkampfes, der Flucht und Verfolgung, der Kameradschaft des Mannschaftskampfes, des Geländespiels u. dgl., Spieltätigkeiten, die uns darüber hinaus eine Fülle neuer Vorstellungen, Gefühle und Willenshandlungen erleben ließen, die der geregelte Alltag uns nicht zu geben vermochte. Unbewußt und mit eignen Kräften bahnten wir uns im Reichtum und der Mannigfaltigkeit unserer Kinder- und Jugendspiele einen Weg in den Erlebnis- und Aufgabenkreis der Erwachsenen, als die wir dann weder darauf verzichten wollen noch können, die harten Notwendigkeiten des Lebens im befreienden Licht dichterischer und künstlerischer Ausdeutungen mitzusehen. R. B. Vornotizen. Tageskalender für Samstag. DAF., Kreiswaltung Gießen, Fachgruppe Der- mittlergewerbe: 20 Uhr im Haus der Deutschen Arbeitsfront Vortrag von Gaufachgruppenwalter Pg. Wagner. — NSG. „Kraft durch Freude": Ab 15.30 Uhr allgemeine Körperschule und Waldlauf auf dem Universitätssportplatz am Kugelberg. — Gloria-Palast, Seltersweg: „Durch die Wüste". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Mädchenräuber". — Reichstreubund, Ortsgruppe Gießen: 20.15 Uhr Kameradschaftsabend im Cafä Ebel. Tageskalender für Sonntag. NSG. „Kraft durch Freude": Sternwanderung der Ortsgruppen nach dem Schiffenberg, Ortsgruppe Gießen-Süd Abmarsch 8.30 Uhr Ecke Frankfurter Straße-Schubertstraße; Gießen - Mitte Abmarsch 8.30 Uhr Ecke Frankfurter Straße-Wilhelmstraße; Gießen-Ost Abmarsch 8.30 Uhr Licher Straße (Persiluhr); Gießen-Nord Abmarsch 8.30 Uhr Amtsgericht. — Stadttheater: 19 bis 22 Uhr „Undine". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Durch die Wüste". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Mädchenräuber". — Artillerie-Verein: Artilleristen-Treffen, 8.30 Uhr Antreten am „Hessischen Hof". — Kreisfeuerwehrtag: 14.45 Uhr im Katholischen Vereinshaus. — Verein ehern. 116er, Landwehr 116: Opferschießen für das WHW. auf den Schießständen der beiden Schützenvereine. — Oberhessischer Kunstverein, (Turmhaus am Brandplatz): 11 bis 13 Uhr Ausstellung von Gemälden von Richard Geßner (Düsseldorf). Der Spielplan des Gießener Stadttheaters vom 15. bis 22. INärz. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Sonntag, 15. März, von 19 bis 22 Uhr der große Opernerfolg: „Undine", romantische Zauberoper von Lortzing. Musikalische Leitung: Paul Walter; Spielleitung: Paul W r e d e. Die Vorstellung ist außer Abonnement. — Dienstag, 17. März, von 20 bis 23 Uhr die Schlageroperette: „Die blaue Mazur" von Fr. Leyär. Spielleitung: Paul Wrede; musikalische Leitung: Ernst Bräuer; Tänze: Thery Schultheis. 22. Dienstag-Abonnement. — Mittwoch, 18. März, von 19.30 bis 22 Uhr, zum erstenmal: „Lapp im Schnakenloch", ein Spiel von Ed. Reinacher. Spielleitung: Wolfgang Kühne. Hieran anschließend: „Der zerbrochene Krug", Lust- spiel von Heinrich von Kleist. Spielleitung: der Intendant. 22. Vorstellung im Mittwoch-Abonnement. — Donnerstag, 19. März, einmaliges Gastspiel „Die acht Entfesselten". Tanz — Groteske — Parodie — Pantomime. Die Vorstellung ist außer Gießen für Donnerstag, 19. März, verpflichtet. Wir glauben mitteilen zu können, daß sie teilweise mit neuem Programm uns besuchen werden. (Siehe heutige Anzeige.) konzertverein Gießen. Man schreibt uns: Als Solisten für das Chorkonzert des Konzertvereins, das am 19. März Haydns „Die Schöpfung" zur Aufführung bringen wird, wurden Fräulein Ria Ginster aus Frankfurt sowie die Herren Willi Lorscheider und Gustav Bley gewonnen. Fräulein Ria Ginster, die dem Gießener Konzertpublikum von früheren Veranstaltungen her noch in bester Erinnerung ist, hat erst kürzlich eine Konzertreise nach Amerika mit glänzenden Erfolgen beendet. Herr Lorscheider hat bereits im April 1935 in Gießen bei der Neunten Symphonie mitgewirkt und sehr gefallen. Herr Bley hatte bei einem Liederabend des Konzertvereins und in den Veranstaltungen des Gießener Stadttheaters wiederholt Gelegenheit, fein schönes Können zu zeigen. Klavier-Abend Georg Kuhlmann. Man schreibt uns: Wir machen darauf aufmerksam, daß der in Gießen bekannte Frankfurter Pianist Georg Kuhlmann am nächsten Montag, 20 Uhr, im Saale des Studentenhauses (Leihgester- Oer Führer im Gau Hessen-Nassau. Am Montag, 16. März, spricht der Führer um 20 Uhr in der Frankfurter Festhalte. Die Rede wird über den Reichssender Frankfurt übertragen. Zeder wahlberechtigte Volksgenosse muh den Führer an diesem Abend hören! Zn jedem Ort wird ein Raum zum Gemeinschastsempsang hergerichtet für die Volksgenossen, die kein Empfangsgerät besitzen. Alle Volksgenossen, die ein Rundfunkgerät besitzen, werden gebeten, Rachbarn, Bekannte usw., die kein Gerät haben, zum Empfang einzuladen. Fede Gießener Ortsgruppe richtet einen Saal zum Gemeinschastsempsang her, und zwar: Giehen-Rord: Easö Leib. Gießen-Süd: Studentenhaus Giehen-Mitte, Gießen-Ost geben die Lokale am Montag in der Gießener presse noch bekannt. Oie Parole für den 16. März: Jeder hört den Führer! Kreisleitung Westerau. Abonnement. Dauer von 20 bis 22 Uhr. — Freitag, 20. März, von 20 bis 22.30 Uhr: „Lapp im Schnakenloch", ein Spiel von Ed. Reinacher. Spielleitung: Wolfgang Kühne. Hierauf anschließend: „Der zerbrochene Krug", Lustspiel von Heinrich von Kleist. Spielleitung: der Intendant. 23. Vorstellung im Freitag-Abonnement. — Samstag, 21. März, als Vorstellung der Deutschen Bühne: „Der Kanzler von Tirol , Schauspiel von Josef Wente. Spielleitung: Kurt Lüpke. Freier Kartenverkauf Tagespreisen an der Abendkasse. Dauer von 20 bis 22.45 Uhr. — Sonntag, 22. März, von 11.30 bis 12.30 Uhr 3. SonntagMorgenveranstal- tung. Don 19 bis 21.45 Uhr außer Abonnement das Lustspiel: „Krach im Hinterhaus" von M. Böttcher. Spielleitung: Heinrich Hub. Der Spielplan der RS.-kullurgemelnde Gießen, Ring Deutsche Bühne erhält bis auf weiteres eine Aenderung insofern, als nur noch Samstagvorstellungen stattfinden. Auf die Anzeige in unserer heutigen Ausgabe wird im einzelnen verwiesen. Nochmals „Die acht Entfesselten" im Stadttheater. Anfang Januar erlebten wir im Stadttheater das erste Gastspiel dieser amüsanten Künstlergemeinschaft vor ausverkauftem Hause. Man bot Witz, Parodie, Satire und Groteske in feingeschliffener Weise. Viele Besucher mußten wir — so schreibt man uns aus dem Stadttheaterbüro — beim letzten Gastspiel der „Entfesselten" abweisen, fast täglich kommen neue Anfragen, ob die „acht Entfesselten" nochmals kommen. Die Intendanz hat diesen Anfragen Rechnung getragen und dieses Kollektiv zu einem nochmaligen Gastspiel im Stadttheater ncr Weg) einen Klavierabend gibt. Das Programm ist eingerahmt von Kompositionen Schumanns (Toccata, Novelette fis-moll) und Chopin (III. Ballade, III. Scherzo). Es enthält ferner Toccaten von Debussy und Prokofieff und die „Wasserspiele" von Ravel. Als Erstaufführung bringt der Künstler eine Sonate des Pfitznerschülers Gerhard Fromme!, deren Uraufführung er vor kurzem in Frankfurt unter großem Beifall von Publikum und Presse gegeben hat. Deutsche Arbeitsfront. Kreiswaltung Gießen. Fachgruppe: Vermittlergewerbe. Zu der am Samstag, 14. März, abends 8 Uhr, im Hause der Deutschen Arbeitsfront, Schanzenstraße 18, stattfindenden Versammlung werden alle Handelsvertreter und -makler, Grundstücks- und Hypothekenmakler, Versicherungsagenten und -makler, Agenten und Makler im Bausparwesen, Versteigerer und Hausverwalter (auch die, die der DAF. nicht angehören) eingeladen. Es spricht der Gaufachgruppenwalter Pg. Wagner. LandschastsbundDolkstum undHeimat. Ortsring Gießen. Sonntag, 15. März, um 11 Uhr, Führung durch die Universitäts-Bibliothek. Gäste willkommen. Der für 18. März vorgesehene Lichtbildervortrag über „die geschützten Pflanzen unserer hessischen Heimat" ist auf Mittwoch, 22. April, verschoben. Die für heute abend vorgesehene Veranstaltung des Verbands Deutsche Frauenkultur wird auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Oie Tippgräfin. Vornan von Klothilde v Stegmann Urheberrechtsschutz: Aufwärts-Verlag, Berlin, SW 68. 12 Fortsetzung. Nachdruck verboten! Unter frohem Lachen bestiegen die drei Renates kleinen Zweisitzer mit dem Notsitz, auf dem Lore unter dem Protest Mariettas Platz nahm. Dann sausten sie davon, denn Renate Trotha schlängelte ihr Auto durch die Lücken der Autobusse und schweren Wagen. Jeder Derkehrsschutzmann lächelte ihr zu, und für jeden von ihnen hatte sie einen kameradschaftlichen Gruß. „’nen Augenblick mal", rief sie plötzlich, sauste bis zur Bordschwelle, riß ihre Kamera an sich und siitzte auf den Bürgersteig. Dort machten drei kleine Terrier gemeinsam vor einem etwa fünfjährigen, entzückenden Mädelchen „schön", um von dem Kinde Zucker zu erbetteln. Ohne daß das Kind es merkte, hatte sie die reizvolle Gruppe auf die Platte gebannt. „Uff! Das Frühstück ist verdient", stellte sie dann voll tiefen Wohlbehagens fest, als sie den Wagen wieder erklettert hatte und Gas gab. „Dafür zahlt mir die Redaktion der „Frau und Mutter" mindestens fünf Mark — also kann ich euch beruhigt eine Bohne mehr in den Kaffee tun." Dann schaltete sie den dritten Gang ein und fuhr über die Heerstraße in sausender Fahrt davon, bis sie vor einem kleinen Häuschen Haltmachte, das inmitten eines großen Gartens in märkische Kiefern eingebettet lag. Hinter dem Gitter, das das Anwesen von der Straße trennte, raste ein riesiger Schäferhund entlang, der heulende Zeichen vor Freude gab, als er das Auto sah. Renate konnte kaum die Tür auf- schließen, so stürmisch attackierte das erfreute Tier feine heimgekehrte Herrin, die lachend zu ihren Gästen sagte: „Jago würde jedem Menschen das Lebenslicht ausblasen, der es wagen würde, sich an mir oder meinem Eigentum zu vergreifen." Sie sagte es ganz harmlos, und es war natürlich) nur ein Zufall, daß sie Mariella dabei ansah. Mariella aber, in ihrem angstgepeinigten Herzen immer mit den Gedanken an das beschäftigt, was sie für Erhard tun mußte, wurde aschfahl. Sie wankte. Wären ihr Lore und Renate nicht eilig beigesprungen, so hätte sie einen bösen Sturz auf den kiesbestreuten Weg getan, der zur „Villa Liliput" führte. Als sie wieder zu sich kam, lag sie auf einer schattigen Veranda, den Kopf von einer Kompresse gekühlt. Angstvoll sah sie Lores schöne Augen auf sich gerichtet. Renate stand neben ihr und fühlte ihren Puls. „Na, das war hoffentlich nur ein kleiner Schreckschuß, Fräulein Bonaglia. Fühlen Sie'sich wieder- besser?" „Wieder ganz gut!" versicherte Mariella. Sie richtete sich trotz des Widerspruchs der Freundin auf: „Seien Sie mir nur nicht böse. Ich weiß selbst nicht, was mit mir war." Sie zwang sich zur Heiterkeit, um Lores Angst nicht zu vergrößern. Wie rührend hatte Lore ihr den kleinen Geburtstagstisch in dem winzigen Eßzimmer aufgebaut! Zwei gute Bücher, die Mariella noch nicht kannte und von denen Lore ihr begeistert geschrieben, ein kleines weißes Halskrägelchen und ein bißchen Kölnisch Wasser. Aber das Schönste — der Tisch war aufs liebevollste mit rosa und weißen Blüten geschmückt, die Lichter von Blütenranken umgeben. Alles atmete sorglichste Liebe Wie gut man zu ihr war — zu ihr, die in Gedanken ein schweres Verbrechen plante! Hätte sie doch ihr Herz erleichtern dürfen, ihr Herz, das zum Brechen schwer war, wenn sie an das dachte, was ihr in der heutigen Nacht noch bevorstand. Doch es mußte sein, sie konnte und durfte ihr Vorhaben um Erhards willen nicht länger hinaus- zögern. ..... Werde nicht schwach, mein Lieb! Denke an unsere gemeinsame Zukunft und bereite alles Not- roenbige vor! Das Päckchen, das diesem Schreiben beigeschlossen ist, enthält das Schlafmittel für die Tante. Es ist völlig harmlos, aber sicher wirkend. Wen? wir uns zu irgendeiner Stunde des Tages persönlich gegenübertreten werden, meine Mariella, laf) uns nicht von all den häßlichen Dingen reden, die doch für unser Glück so unumgänglich sind. Laß mich nur schweigend Deine Schönheit genießen und immer aufs neue den Augenblick herbeisehnen, wo nichts auf Erden uns mehr trennen kann als der Tod", stand in Erhards Geburtstaqsbrief. Mariella hatte immer noch gehofft, das Schicksal würde ein Einsehen haben und ihr irgendeinen Ausweg ermöglichen. Nun aber, da nur noch Stunden sie von dem Fürchterlichen trennten, das sie sich vorgenommen, brach sie zusammen. Doch sie mußte sich zusammennehmen. Es blieb nichts anderes mehr übrig. So vermochte sie es, die Heitere zu spielen und eine frohe Stunde mit Lore und ihrer Kusine Renate zusammen zu sein. Dann aber mußte sie schleunigst nach Hause, wenn sie bis zum Abend mit ihren Vorbereitungen fertig werden wollte. Aber wenigstens mußte sie doch Renates Wunsch erfüllen und sich das Heim der jungen Pressephotographin ansehen. Renate war sehr stolz auf ihr kleines Häuschen. Sie hatte es sich, so erzählte sie, mit eigenem Geld und ganz aus eigener Kraft geschaffen. Ihre Eltern waren ehemals sehr reich gewesen, hatten aber ihr ganzes Vermögen in der Zeit der Inflation verloren. Zum Glück hatte Renate ihre Ausbildung mit allem Ernste betrieben und konnte nun, wie sie lächelnd sagte, „ihren Mann oder besser ihre Frau stehen". „Sie glauben nicht, Fräulein Bonaglia", fuhr sie fort, während sie neben Lore ging, „wie glücklich ich war als ich mir diese kleine Bleibe schaffen konnte. Ewig bei Wirtinnen wohnen, und wenn es noch so freundliche sind, ist schrecklich. Man muß das Gefühl haben, ein Stückchen Eigenes zu besitzen, und wenn es noch so bescheiden ist. Sehen Sie, deshalb schreibe ich in allen Zeitungen, die mir zur Verfügung stehen, immer wieder über den Wert des kleinenEigenhauses. Immer wieder photographiere ich Siedlervillen, Eigenlauben und zeige den Leuten: das kleinste Stückchen eigener Grund und Boden ist mehr wert als die prunkvollste Wohnung, die einem nicht gehört." Bewundernd ging Mariella neben der jungen Photographin her. Ein Gefühl der Wehmut überfiel sie. Ein Stückchen eigener Grund und Boden — ein Ort, wo man selbständig und Herr über sich war, das mußte ein unendliches Glück fein! Wenn sie daran dachte, wie sie selbst jeder Laune Annina von Gellerns ausgeliefert war, tat ihr das Herz noch weher. Wie traurig hatte sich ihr Schicksal gestaltet! Wenn der Vater noch lebte, dann würde Ria Ginster Solistin in Haydns Schöpfung 1679D Donnerstag. 19. März, in der Stadtkirche Geheimrat Martin 75 Lahre alt. Am morgigen Sonntag, 15. März, kann der emeritierte Professor der Anatomie in Gießen, Geh. Medizinalrat Dr. Martin, fein 75. Lebensjahr vollenden. Geheimrat Martin wurde 1861 in Stuttgart geboren, wo er nach dem Besuch des Realgymnasiums Veterinärmedizin studierte und nach der Approbation zum Tierarzt als wissenschaftlicher Assistent angestellt wurde. Schon als Student war er Mitarbeiter an einigen Bänden der Werke seines Vaters. Zwei Jahre war er dann als Assistent an der Tierärztlichen Hochschule in München tätig, wo ihm nach Erledigung des Examens als beamteter Tierarzt die Distrikts-Tierarztstelle übertragen wurde. Im Jahre 1886 erhielt er -einen Ruf an die Tierärztliche Hochschule in Zürich für die Fächer der Anatomie und Physiologie und wurde im Alter von 25 Jahren zryn Professor und Mitglied der Aerztlichen und Zahnärztlichen anat. physiologischen Prüfungskommission ernannt. Ferner hat er stellvertretend in der Medizinischen Fakultät Physiologie gelesen und geprüft. Im Jahre 1894 promovierte er zum Dr. phil. Im Jahre 1901 folgte Professor Martin einem Ruf als ordentlicher Professor und Direktor des Veterinäranatomischen Instituts der Landesuniversität Gießen. Gleichzeitig wurde er von der Vereinigten Medizinischen Fakultät ehrenhalber zum Dr. med. vet. promoviert. Seine Forschungen auf dem Gebiete der Anatomie, Histologie und Embryologie hat er in Gießen in rastloser Tätigkeit erfolgreich fortgesetzt, wobei ihm in seinen Werken das besondere Talent als wissenschaftlicher Zeichner zugute kam. Im Jahre 1915 wurde er zum Geheimen Medizinalrat ernannt. Er ist Ehrenmitglied des Vereins Württembergischer Tierärzte und der Gesellschaft Schweizerischer Tierärzte. Ebenso wie in Gießen wurde er auch von der Medizinischen Fakultät der Universität Zürich zum Dr. med. ehrenhalber ernannt. Im September 1928 trat er in den Ruhestand, den er in unserer Stadt Gießen verlebt. Außer einer Reihe von Einzelarbeiten, namentlich aus dem Gebiete des Magens und Darmes, sowie des Zentral-Nervensystems hat der Jubilar ein vierbändiges, in mehreren Auflagen erschienenes Lehrbuch der Anatomie der Haustiere geschrieben. Nekruten-Vereidigung in Gießen. Die Vereidigung der Rekruten des Ergänzungs- Bataillons 53 findet am 16. März, 12 Uhr, auf dem Schiffenberg in Anwesenheit des Divisions- Kommandeurs statt. Oer Artilleristentag in Gießen. Am morgigen Sonntag werden rund tausend alte Artilleristen aus Gießen, aus der Provinz Oben Hessen und aus den angrenzenden Gebieten sich in Gießen zu einem Artilleristen-Treffen mit den aktiven Kameraden der Gießener Artillerie vereinigen. Die von auswärts kommenden alten Soldaten werden am Bahnhof in Empfang genommen und zum Oswaldsgarten geleitet, wo der Sammelplatz aller Teilnehmer an dem Artilleristen-Treffen ist. Unter den Marschklängen eines Artillerie-Trompeterkorps und mit einer Ehrenabteilung der aktiven Gießener Artillerie an der Spitze werden die ehemaligen Ar- ! tilleriften etwa um 9.30 Uhr in geschlossenem Zuge vom Oswaldsgarten aus durch die Neustadt, Bahnhofstraße, Kaplansgasse, Seltersweg, Hindenburg- wall, Bleid)straße, Ludwigstraße, Ludwigsplatz, und Kaiserallee zur Artillerie-Kaserne marschieren, wo ihnen Gelegenheit geboten wird, die Artillerie- Kaserne in allen Teilen besichtigen zu können. Um die Mittagsstunde werden sich die alten Waffenkameraden in der Kaserne zum gemeinsamen Mittagessen versammeln, bei dem es eine kräftige Eintopf-Mahlzeit geben wird. Ferner wird auf dem großen Kasernenhofe Gelegenheit fein, Vorführungen einer aktiven Truppe beizuwvhnen. Danach folgt der geschloffene Abmarsch zum Cafe Leib, wo der Rest des Waffentages der Artillerie mit einem frohgestimmten kameradschaftlichen Beisammensein verbracht werden wird. Es sei noch besonders darauf hingewiesen, daß das Artillerie-Trompeterkorps auch bei dem kameradschaftlichen Beisammensein im Ml Der üür 3ugen ÜO enstag halt 6 verbergen im Mamnilung fee Hitler-Juge Minderns und rrn den Jnha ** Sonnt J'öln. Dom 2 .inir Kölner F i:it den Veran Ma", technis rmb Ausstellun mysrückfahrkar M Hinfahrt d uahrt bis 17.9 Rückfahrt); zur «l-lip" $10 kS •gtt» äp Mrkt kosteten. . Mdbutter flatte 20 rote 25.»" Me Stuben 1 Wat 18 bis 2n« 20, Skosenko Maten 35 bis M 30 bis Mein 4 bis 4 Ubis 3,70 M Setzen W Älppenhühaer o1 Wioien 10 bis - Mene 10 bis 4 " Die mu’ l.-rJohanne fiiltfinbet, wird Agt ausfchließ li.tfe Feier ist b lü. Es wirten «sters, der Rv lymüstums. : ttllnfl, ber Fa Aeue Aeul sie glücklich auf den großen Besitzungen der Bonaglias fein dürfen. Dann brauchte sie nicht dankbar zu sein für den Unterschlupf, den Annina von Gellern ihr gewährt hatte. Renates winziges Heim bestand nur aus einem großen Zimmer und einer Wohnküche sowie zwei winzigen Mansardenkammern oben. Aber das reichte ja vollständig aus, wie Renate meinte. Das eine Zimmer zu ebener Erde war ein Verhältnis- mäßig großer Raum. Die eine Wand bestand nur aus Glasfenstern. Renates großer Schreibtisch stand vollbepackt mit Büchern, Zeitschriften, Broschüren an der einen Hellen Fensterwand. Um das ganze Zimmer herum zogen sich breite Ruhebetten. Das eine davon wurde, wie Renate zeigte, mit einem Handgriff in der Nacht zur Ruhestätte hergerichtet. Schränke und Schubkästen waren überall eingebaut. Auch die Bücherregale waren ein Teil der Wände. In lichtem, warmem Gelb waren diese Wände getönt. Die Möbel in goldbraunem Hol; zeigten einfache, schöne Formen. Ueberall waren blühende Pflanzen in breiten Blumenfenstern. Das kleine Gärtchen stand in üppiger Blüte. Neben Renates großem Wohn- und Arbeitszimmer war die winzig kleine Wohnküche wie eine Liliput- küche aus einem Märchen, Ein winzig kleiner elektrischer Herd, blitzblanke Aluminiumtöpfe. Ein eingebauter Küchenschrank, hinter dessen Glas das bunte Bauerngeschirr aufgereiht stand. Daneben eine winzige Speisekammer. Eine kleine Holztreppe führte hinauf zu dem Boden, in dem zwei kleine Mansardenstübchen in bunten, luftigen Farben etwaiger Gäste harrten. „Nicht wahr, es ist hübsch, mein kleines Reich?" sagte Renate, als Mariella immer wieder ihrem Entzücken Ausdruck verlieh. „Groß genug für mich und ein paar liebe Menschen. Oft genug kommt plötzlich irgendeine Freundin über Nacht ober auch ein armes Menschenkind, dem ich einmal Rat und Hilfe und Zuflucht geben muß. Und wenn Sie einmal kommen wollen, Fräulein Bonaglia, fallen Sie mir herzlich willkommen fein." ,Lch komme gern einmal, Fräulein Trotha. Nun muß ich aber wirklich nach Hause." Sie sah auf die Uhr und erschrak. „Es ist so schön hier bei Ihnen, daß man einfach alles vergißt. Nun werde ich viel zu spät daheim fein." (Fortfetzung folgt.) Io $J.4port le r :et TURlZtAMtwiysftÄA 1 beizen 5 Fahlberg-List Aktiengesellschaft, Chemische Fabriken, Magdeburg SO. Neue Tapeten Neue Vorhangstoffe Neue Teppiche 1663 A 2145/2146 1585 A 1588V Hoch- uod Wbou, Moxfuneo-Rou, Optiker Neuzeitliche Geller Brillen 1603 A Modehaus Haben Sie offene Füße? Betriebs-Technik. Elektro-Tecbnik. tn^-Kaufmann. Auto- und Flugzeug- Boo, lehz WerlitäTlen. Staatlich Germ i san- Universal-Saatbeize £-J|6|nq38 'mOJfl ioq U90|9zusspnqe9 ueB|ezues0un|qgujJ9A ueO|9zuBsBunqo|J9A uaqoBSiianjpudiiiiuBj Kalt- und Wannleime f. holzverarbeitende Betriebe liefert seit über 25 Jahren Paltaleim-Fabrik, Erfurt 'Rührige Vertreter gesucht! die Meid Spass Knaben-Instttul Lucius Gegründet 1809 Forfihaus bei Echzell (Oderhesien) Wir nehmen Iham die Sorge für die Erziehung Ihres Zungen ab. Lei allen Vorzügen eines Landheimcs lehrplangemäßer Unterricht in kleinen Klaffen, Erziehung zu selbständiger Arbeit. Sehr gesunde Lage an ausgedehnten Waldungen. Sexta - Untersekunda - Oberrealschule - Realgymnasium. Gbersek.-Reife a. d. flnstalt Beste Empfehlungen. Profp. frei l Leitung: Dr. Lucius Jugendspiele. Die 2. Jugend sollte in der Lage sein, gegen den Gegner aus Heuchelheim einen Sieg zu landen, damit soll jedoch nicht gesagt sein, daß die Mannschaft als Sieger gilt. Die Heuchelheimer werden sicher zu kämpfen wissen und alles daransetzen, ein günstiges Ergebnis herauszuholen. Zum fälligen Pflichtspiel empfängt die 1. Schülermannschaft die gleiche des Turnvereins Klein-Linden. Es ist ein Kampf um die Punkte. Es wird wohl jede Mannschaft bemüht sein, den Sieg zu erringen. Der Mannschaft der Blauweißen wird man wohl ein kleines Plus zusprechen müssen. ister cböpfung terStadtki^ Zu jeder Gartenarbeit das richtige Gerät! 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Lollar — Frohnhausen. Dillenburg — Vissenberg. Die 1900er dürften einen schweren Stand haben. Die Frohnhäuser werden in Lollar auf einen Gegner stoßen, der ihnen sowohl in technischer wie in kämpferischer Hinsicht nicht nachstehen sollte. In Dillenburg haben die Platzbesttzer diesmal begründete Aussicht auf einen Erfolg. Gpielvereinigung 1900 Gießen. 1900 Liga — SpV. Wetzlar. Am Sonntag treffen die Blauweißen in der Fortsetzung der Pokalspiele auf den Sportverein 05 Wetzlar. Im vergangenen Jahre kam es bei derselben Paarung dieser Konkurrenz zu einem eindeutigen Sieg der Platzbesitzer. In diesem Jahre berechtigten die Blauweißen nach ihrem Sieg gegen den Lokalgegner ebenfalls zu gewissen Hoffnungen. Im Laufe der letzten Woche trat jedoch eine grundlegende Aenderung ein. Ein Teil der Besten der Spielvereinigung stehen in nächster Zeit nicht zur Verfügung. Hierdurch sind die Aussichten um den weiteren Verbleib in diesem Wettbewerb sehr herabgemindert worden. Zwar ist die Aufstellung: Schmidt; Zeiler, Lippert; Erhard, Schäfer, Schmidt; Dörr, Wilhelmi, Jäger, Heilmann, Henkelmann als nicht schlecht zu bezeichnen, doch dürfte die Sicherheit der einzelnen Reihen, die gerade in den letzten Spielen zutage trat, besonders in den vorderen Linien durch die erforderliche Ersatzeinstellung etwas ins Schwanken geraten sein. Eine Erfolgsmöglichkeit besteht daher nur unter Aufbietung aller Kräfte und restlosem Einsatz jedes einzelnen Spielers. 1900 II — Klein-Linden I. Die Reserve der Blauweißen trägt in Klein- Linden ein Gesellschaftsspiel aus. Durch die Abgabe einzelner Spieler an die Ligamannschaft ist sie nicht so spielstark wie sonst. Ein Erfolg wird daher sehr schwer sein, denn die Reserve des Lokalgegners kam trotz stärkster Aufstellung nicht an einer Niederlage vorbei. Winterkuren '‘”1 für Nervös-Erschöpfte Spezialknranstalt Hofheini im Taunus 3 bei Frankf. a. M„ Tel. 214. Mäß. Pr.- Prosp.d.: | Dr. M. Schulze-Kahleyss,Nervenarzt] Aundmmprogramm Sonntag, 15.2Uär$. 6 Uhr: Hasenkonzert. 8.05: Gymnastik. 8.45: Orgelchoräle. 9: Katholische Morgenfeier. 9.45: Bekenntnisse zur Zeit. Die Verstädterung (I). Von Prof. Dr. Hans F. K. Günther. 10: Morgenfeier der HI. 10.30: Chorgesang. 11.15: Von deutscher Art und Kunst. Zwei deutsche Meister. Eine Funk- folae. 12: Musik am Mittag. 13: Die Auslese (I). Kostbarkeiten aus unserem Schallarchiv. 14. Kinderfunk. 14.45: Das Volk erzählt. 15: Deutsche Scholle. 16: Nette Sachen aus Köln. Einlage: Fußball- länderkamvf: Deutschland — Ungarn 18: HJ.-Funk. 18.30: Für Feinschmecker — 30 Minuten leichte Kost. 19: Deutsches Volk auf deutscher Erde (IV). Lied über den Saaten. 20: Sportbericht. 20.10: Der fröhliche Lautsprecher. 21.10: Nachrichten. IHontag, 16. März. 6 Uhr: Choral. Morgenspruch, Gymnastik. 6.30: „Bei Sonnenaufgang am Tage der Wehrfreiheit". Wir grüßen den Führer. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Polizeiliche Morgenmeldung. 10.15: Schulfunk. 11: Hausfrau hör zu! 11.30: Bauernfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten; auch aus dem Sendebezirk. 13.15: Schloßkonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Vom Deutschlandsender: Allerlei von Zwei bis Drei. 15: Wirtschaftsbericht. 60 000 deutsche Tankstellen. 16.45: Wer kennt die Meister deutscher Erzählkunst? IV. Ein literarisches Preisrätsel. 17: Klaviermusik von Chopin. 17.30: HJ.-Funk. 18: Fröhlicher Alltag. 19.45: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel: Hallo, hier Unfallkommando! 20: Nachrichten. 20.10: Uebertragung der Führerrede. 22: Nachrichten. MM WM am Donnerstag, dem 19. Marz 1936. Vierde-. Ander-. Meine- v. Ziegenniorfl Auftrieb von 7-8 Uhr. Für zum Verkauf gestellte Rinder ist neben dem Ursprungszeugnis eine amtliche Bescheinigung über negativen Ausfall der Blutuntersuchung auf ansteckendes Verkalben vorzulegen. Prämiierung Schreinen und Ziegen Wertvolle Geld- und Ehrenpreise. — Anmeldung bis zum 13. März an die Bürgermeisterei Butzbach. Verlosung• Hauptgewinn 300 NM. bar außerdem Rinder, Schweine, landwirtschaftliche Geräte, Haushaltungsgegenftände. 1300 V Tanz in allen Lokalen - Großer Vergnügungspark Sonntagskarten im Umkreis von etwa 50 km oft ■ l» $1 5«' iun . ßoflW c D i e musikalische Abendfeier in , Johanneskirche, die morgen um 18 Uhr -tatfindet, wird die letzte dieses Winters sein; sie gt ausschließlich Werke von Joh. Seb. Bach. Di e Feier ist der Passionszeit entsprechend gestal- Es wirken mit Mitglieder des städtischen Or- ers, der Kirchenchor und Schüler des hiesigen ) nnasiums. Die Leitung hat Musiklehrer N e - ) ing, der zugleich auch Orgelwerke vortragen Höhere Privatschnle Wei Wernerwall 15 Oberrealschullehrplan, realgymnasiale und gymnasiale Kurse. Gründliche Vorbereitung für die Reifeprüfung u. Obersekunda- rette. Reichsverbandsprüfung durch die Lehrer der Schule. Tägliche, gewissenhaft beaufsichtigte Arbeitsstunden. - Aufnahme von Schülern und Schülerinnen in alle Klassen (auch Sexta) jederzeit. - Sprechstunden täglich 11.30-13 Uhr. ssoD ßefb spielen wird. Um den sthwerkriegsdeschS- )ig:en Kameraden die Teilnahme an allen Veran- taltungen möglich zu machen, wird ihnen von dem Zsianstalter des Treffens, dem Artillerie-Verein B ßen, die Möglichkeit geboten, kostenlos mit der -tiaßenbahn bis zur Artillerie-Kaserne und von Soft zurück zuyi Cafs Leib fahren zu können. Äi-oher Bürgersteig an der Gtadtpost. gegenwärtig sind Arbeiter des städtischen Hoch- iri Tiefbauamtes damit beschäftigt, die Umzau- img des großen Vorgartens vor dem ehemaligen Eae Ernst-Ludwig, der Stadtpost, zu entfernen. Sit Akazien, die in diesem Vorgarten standen, sind Glitte beseitigt. An Stelle des Vorgartens wird >in großer Bürgersteig geschaffen, der vor allem )er bisher ziemlich langen Weg von den Haupt- ichltern der Stadtpost zum Schalter der Paketes abkürzen soll. Darüber hinaus soll dem starker Fußgängerverkehr an dieser Ecke mehr Raum jcceben werben. Gießener Wochenmarktpreife. ' G i e ß e n, 14. März. Auf dem heutigen Wochen- nc-kt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,55 Mk., La dbutter 1,42, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mk., Di tte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, leusche, Klasse S 11, Kl. A 10^, Klasse B 10, Ll-fse C 9/2, Klasse D 9, ungezeichnete 8, Enten- ie: 9, Wirsing, das Pfund (gelb) 12 bis 15, (grün) rv^is 25, Weißkraut 12 bis 15, Rotkraut 15 bis 18, Me Rüben 10 bis 15, Rote Rüben 10 bis 12, Srnat 18 bis 20, Unterkohlrabi 8, Grünkohl 15 22. Marz 24 Uhr (Ende der Hinfahrt) und zur Mck. fahrt vom 21. März 12 Uhr bis 23. März 12 Uhr (spätester Antritt der Rückfahrt). Am 16. März nach 12 Uhr und am 17. März sind die Sonntagsrückfahrkarten zur Rückfahrt nur gültig, wenn sie durch die Messegefellschaft abgestempelt sind. ** Befreiung von den Rundfunkgebühren. Volksgenossen, denen die Rundfunkgebühren erlassen worden sind, werden daran erinnert, daß sie ihre Vorschlagsbescheiniduna für die Befreiung von Rundfunkgebühren bis spätestens 20. März bei der zuständigen Bezirksfürjorgestelle erneuern lassen müssen. Auf Grund der von der Fürsorgestelle erneuerten Dorschlagsbescheinigung müssen sie die weitere Befreiung von der Zahlung der Rundfunkgebühren spätestens bis zum 25. März bei dem zuständigen Zustellpostamt beantra. aen. Volksgenossen, die bis zum 25. März ihre Befreiung bei ihrem Zustellpostamt nicht erneut beantragt haben, müssen die Rundfunkgebühren bezahlen. ** Lieferungs-Vergebung. Die Verwaltung der Provinzial-Pflegeanstalt schreibt in unserem heutigen Anzeigenteil die Lieferung von Heizmaterial und Kartoffeln aus. Interessenten seien besonders darauf hingewiesen. ** Viehmärkte in Gießen. Am Dienstag nächster Woche findet hier Rindoiehmarkt statt, am Mittwoch folgt Schweinemarkt. ** Unfall. Der jugendliche Heinrich Funk, wohnhaft Kaiserallee, zog sich durch einen unglücklichen Sturz einen Bruch der linken Schulter zu und mußte zur Behandlung in die Klinik gebracht werden. Milchkühe Hi Rinder, rotbunt, hochtragend oder frischmelb, auf der t. Milchviehversteigerung in !Mnsteri.W., Halle Münsterland m Dienstag, dem 17.März 1936, vorm. 12Ubr. liiere Auskunft und Katalog (kostenlos) durch bte hMische Provinzial - DiehverwertunssaenoMschaft sbmr.b^., Münster UW., von-Eteuben-Str.4—V, T.zoo 11. Näibige Vermittlung von Vieh aller Art (Fett- und Weide» vieh, Ferkel, Läufer uf®0_____________ Auch auf eignem Platze spielen bte Kleinsten gegen Allendorf 1. Schülermannschaft und man darf wohl hoffen, daß die kleinen 1900er auch gegen diesen Gegner günstig abschneiden werden. VfB.-Reichsbahn Gießen. Die Ligamannschaft in Vad-Rauheim. Die Bad-Nauheimer, die sich schon im Vorjahre den Aufstieg zur Gauliga erkämpft hatten, konnten sich in dieser Klasse nicht durchsetzen und sind zum Abstieg verurteilt. Dies ist nicht auf einen Mangel an Spielkultur und technischem Können zurückzufüh- ren, sondern liegt in der Hauptsache im Mangel der Erfayrung und taktischer Reife begündet. Waren es doch gerade die Gastgeber, die die Hersfelder in ihrer Hochform auf ihrem eigenen Gelände stoppten. Wenn man das Können der Gastgeber mit dem der Hiesiaen vergleicht, so muß man ohne weiteres die Bad-Nauheimer als die bessere Mannschaft bezeichnen. Berücksichtigt man noch weiterhin, daß die Gießener eine ganz neue Mannschaftsaufstellung herausbringen müssen, so ergibt sich, daß ihre Aussichten auf einen Erfolg ziemlich aussichtslos sind. Die Gießener haben mit ihrer Vertretung folgende Spieler beauftragt: Balser; Leutheuser II, Lehrmund; Hauptfeld, Knauß, Feuster; Szponick, Heß, Wlodareck, L. Schmidt, Fehling. Die 2. Mannschaft fährt nach Alten-Buseck. Gemessen an der Spielstärke des Gastgebers gehen die Gießener einem harten Kampfe entgegen. Ein Erfolg der Platzbesitzer wäre keine Ueberraschung. Die dritte Manschaft fährt zum Verbandsspiel nach Garbenteich. Der Ausgang des Spieles ist nicht voraus zu bestimmen. Iugendfußball. VfB.-R. 1. Jgd. — Großen-Linden 1. Jgd.: Das Vorspiel endete unentschieden. Bei diesem Kampfe entpuppten sich die Großen-Lindener als ein Gegner, der über eine gute Spielstärke verfügt. Die Gießener müssen, wenn sie die Gruppenmeisterschaft erringen wollen, dieses Spiel gewinnen. DfB.-R. 2. Jgd. — Großen-Linden 2. Jgd.: Die Spielstärke der 2. Jgd. der Gäste ist noch nicht bekannt. Der Ausgang ist offen. DfB.-R. 3. Jgd. — Klein-Linden 2. Jgd.: Zwei Jugendmannschaften, die in der Spielstärke sich die Waage halten, ringen in diesem Spiel um den Sieg. VfB.-R. 1. Schüler — Garbenteich 1. Schüler: In diesem Spiel sollten die Gießener einen glatten Sieg erringen können. Die 2. Schülermannschaft spielt in Klein-Linden gegen die dortige Zweite. Fußballspiel des Leinberger-Zugendkurses. Am heutigen Samstag stehen ft cf)/ die 22 besten Spieler dieses Kurses gegenüber. Dieses Spiel, das als Abschluß des Kurses gedacht ist, soll den Beweis für die geleistete Arbeit erbringen. Nach dem vorhandenen Material kann man überzeugt sein, daß Leinberger zwei Mannschaften herausstellt, die in der Lage sind, ausgezeichneten Fußball zu demonstrieren. Die Vorbedingungen für einen spannenden Kampf sind somit gegeben. Das Spiel wird von Schiedsrichter Post (Wieseck) geleitet. , FE.Teutonia- Watzenborn-Sleinberg Watzenborn-Steinbergs 1. Mannschaft und Jugend fährt am kommenden Sonntag nach Ehringshausen (Kreis Wetzlar). Da über die Spielstärke des' Gegners nichts bekannt ist, kann über den voraussichtlichen Ausgang des Spiels nichts gesagt werden. sid. ,c Versammlung des Ortsverbands ü: Jugendherbergen. Am kommenden dinstag hält der Ortsverband für Deutsche Jugend- jeroergen im Singsaal des Realgymnasiums eine Leifammlung ab. Lieder und Sprechchöre durch )ie Hitler-Jugend, ein Vortrag über den Sinn des Scnberns und ein Film „Pimpfe auf Fahrt" bil- )en den Inhalt. (Siehe die Anzeige in dieser Jlunmer.) ** Sonntags - Rückfahrkarten nach Liil n. Vom Bahnhof Gießen wird uns mitgeteilt: ..Ui Kölner Frühjahrsmesse vom 15. bis 22. März nit den Veranstaltungen „Westdeutsche Textilpropa- jeröa", technische Fachveranstaltung „Der Antrieb" m Ausstellung „Siedlerwirtschaft" werden Sonn- vg-rückfahrkarten ausgegeben. Die Karten gelten |lir Hinfahrt vom 14. März 12 Uhr und zur Rück- vh t bis 17. März 24 Uhr (spätester Antritt der Mkfahrt); zur Hinfahrt vom 21. März 0 Uhr bis ile W^it eit _ ÄS* SÄIO Anzeigen-Aktiengefellfchafl iaren u^n Teil- Li^yme von Anzeigen für alle Zeitungen und Zeitschriften ‘S,5j Ki-Sen / Sl®rl bei mindestens 20% Eigenkapital in bar unkündbar und bei tragbaren Tilgungsraten. Für empfindliche Füße finden Sie die richtige Fußbekleidung im Sdiuhhaus Dcvzbädl Gießen, Bahnhofstraße 60 Gewissenhafte, fachmännische Bedienung! 16<5 A_^ A Ueberblick übe •l Traunstein?! cher Leser frag MO,-Ma ein (trz! Der grille des Wl ober etwas go stein: er ist nr Braunstein, n durchaus nicht es sich landlä weichen tontg blaugrau bis fiültenberg er kämmen in de unb «gei sähe auf: 18 das übrige si stlcinMd lieg: stäche, mächtig ren Metern. $ chen Adern ro Delneb über werk Trotzen frieb Gießen firimp ’imßein ft Nötigen Beffa ®11 Ma n bien u Wchi bas Hm 'ßeraib finde de; "'"'cher Slrul wandert es S'ücke) m de Jes Zusatzes Roheisens. J ^""''steinber Kötzer oU Artige Norf F« bie ben Eperk befir c,e laufend i &en "Uf d. !affen erkennen $ci1 h> inqo *, Äk ?33 hat au* hrgmerf erheb, Ä" 3ahr i unt" 4 91 J'^Qliges SjÄ ■&en. hen. B ln «tjiir cn des 8 1900 Q|. Sf*w $s M । 5 n ?Unbtr n',2- 4X1 klammer, währen halber ^rbanJ DFB. ÖOI, "'n für ba. Sugestiniini 1 ®lasgotBt: Auto-Prki; J 'n Moni, Itruttion b(. J von b(l uarina uni 8 Pfennig r sich wie ein König .Lebewohl iute Pflaste ;b sein W raugenlaett lose(8Pflast I in Apotheke: I lerzuhäbei ! mbnrgH.Elgi! Iwen-Dreg.! I ersw.69; 6u; Frankf.^tr.31 | ile 32 Handeliklam I uent m. 8 jähr. 1 Ziel: Mittlere Einjähr..Exom Mädchen au» ähen. Schulgeld eme Nebenge ihrige Handele- hulgeld RMI?.-, I lebuhren. v, Berufolflliy hteiben, Steno illen Handelt für dot neu» ^utVünhe In i\\ Im Schulge tlrofie32. 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Vom Füllort aus führt der Weg in die „Strecken" die nach verschiedenen Seiten im Bergwerk auslaufen. Von den Strecken aus führen „Querschläge" und von ihnen aus werden, schier labyrinthisch, Gänge vorgetrle- ben, an deren Enden der Bergmann steht und das wertvolle Erz mit seinem Preßluftspatcn abbaut. Der Gast, der begleitet und behütet vom Steiger in die Grube kommt, verliert ungemein rasch jegliche Orientierung. Es gibt Ja hier unten feine „Himmelsrichtung" Die Strecken sehen für das Auge des Laien alle gleich aus. Man geht um Kurven und Ecken und merkt es kaum, da das Auge das Dunkel nicht zu durchdringen vermag. Nur im Bannkreis der Grubenlampe ist die Umgebung matt erhellt. Von der 25-Meter-Sohle kann man tiefer und tiefer gelangen Der Steiger öffnet hin und wieder irgendwo am Boden eine viereckige, kaum 40 Zentimeter im Quadrat messende Falltür und über schmale Leitern (die der Bergmann „Fahrt" nennt) führt der Weg in die Tiefe Merkwürdigstes aller Gefühle, über eine solche „Fahrt" im engen holzverschalten Schacht senkrecht in die Tiefe zu steigen — fünf Meter, zehn Meter, fünfzehn zwanzig Meter — oben und unten Finsternis, die leise zischende Lampe am eisernen Haken zwischen Daumen und Zeigefinger, dicht vor dem Gesicht, Fuß um Fuß die Sprossen suchend, mit den Händen nachgreifend — so steigt man hinab. Alles Empfinden fürHöhe Der Förderturm — Sinnbild des Bergwerkbetriebs. Für den Fährbetrieb im Schacht gibt es ein fehl klar ausgedachtes Signalwesen Mit Glockenfchlägen verständigen sich der Mann am Füllort und bei Mann im Maschinenhaus. Interessant, daß darüber hinaus auch eine Verbindung durch ein eingebautes Sprachrohr besteht, mit dessen Hilfe man sich gut verständigen kann. Was oben hineingesprochen wird. UeberblicE über einen Teil des Tagebaubetriebes. — (Aufnahmen |7|: Neuner, Gießener Anzeiger.) Braunstein?! Was ist Braunstein? So wird mancher Lefer fragen Der Wissenschaftler würde sagen: Mn O» — Mangansuperoxyd! Der Bergmann sagt: ein Erz! Der Laie würde sich vielleicht an die Begriffe des Wortes halten: brauner Stein! Es ist aber etwas ganz Merkwürdiges mit diesem Braunstein: er ist weder braun noch (Stein; außerdem hat Braunstein, wie er bei Großen-Linden vorkommt, durchaus nicht den Charakter des Erzes, wie man es sich landläufig vorstellt, sondern ist von einer weichen tonigen Beschaffenheit und in der Farbe blaugrau bis blauschwarz. Braunstein aus dem Hüttenberg enthält Mangan und Eisen. Das Vorkommen in der Lindener Mark weist hohe Prozentsätze auf: 18 v. H. Mangan und 22 v. H. Eisen — das übrige sind tomge Erden und Wasser. Fettig glänzend liegt das Erz dicht unter der Erdoberfläche, mächtig in einer Schicht von 0,50 bis mehreren Metern, hin und wieder durchzogen von schwachen Adern rötlichen Tons. Der Abbau geschieht im Betrieb über und unter Tag Das Braunsteinbergwerk Großen Linden, wie auch der Abteilungsbe- trieb Gießen — Bergwerkswald — gehören zu K> nvp Braunstein stellt für die Roheisenerzeugung einen mehligen Bestandteil dar Das im Erz enthaltene Mongan dient der Qualitätserhöhung des Eisens, es macht das Eisen geschmeidiger gestattet eine bessere Verarbeitung beim Schmieden, erhöht die Härte des Stahls Ohne jede Veränderung in al-icher Struktur, wie das Erz gewonnen wird, wandert es (lediglich zerkleinert in faustgroße Ssticke) m den Hochofen Das Mehr oder Weniger des Zusatze« entscheidet mit über die Qualität des Roheisens. Die Bedeutung des Großen-Lindener Brauirsteinbergwerks für die deutsche Eisenindustrie ist größer als es der Laie vermuten kann Es gibt derartige Vorkommen nur wenige, im Grunde nur zwei die den Abbau lohnen. Das zweite derartige Bergwerk befindet sich im Rheinland. Die laufend und systematisch durchgeführten Bohrungen auf dem zum P3erk gehörigen Gelände lassen erkennen, daß das Vorkommen noch auf lange Zeit hinaus lohnenden Abbau gestattet, lieber 300 Volksgenossen haben gegenwärtig dort Arbeit und Verdienst. Die Wirtschaftsbelebung seit 1933 hat auch dem Großen-Lindener Braunsteinbergwerk erheblichen Aufschwung gebracht. Im vergangenen Jahre konnte die Belegschaft um etwa 175 Mann erhöht werden Bergleute für den Betrieb unter Tag fahren in drei Schichten ein und aus. * Einmaliges großes und starkes Erlebnis, dem Bergwerk unter Tag, dem Bergmann „vor Ort" einen Besuch abzustatten, und dabei Volksgenossen in einem Beruf kennenzulernen, der kaum einen Vergleich zuläßt. Der Bauer pflügt unter weitem Himmel, so mancher Handwerker kann seinem Be- ruf im Freien nachgehen und in feine Werkstatt fällt auch Immer zu irgendeiner Zeit des Tages ein Sonnenstrahl, der Beamte, der Kaufmann, der Arbeiter, sie alle stehen immer im lebendigen Verkehr mit Menschen, bewegen sich frei in mehr ober weniger freundlichen Räumen, haben Ausblick auf Irisches Grün, auf Blumen und blühende Sträucher, «erleben den Wechsel der Jahreszeiten bewußt und Stunde um Stunde, hören die Vögel ihr Lied fingen und hin und wieder summt eine Biene in das Zimmer als Abgesandter des Frühlings ober des Sommers, sie alle sehen den Blitz unb hören den Donner als kraftvolle Aeußerungen der Natur. — Das alles muß der Bergmann oermiffen! Tag für Tag fährt er ein tn den Schacht, begibt sich an seinen Arbeitsplatz auf die Sohle und baut das Erz ab Zwei Mann arbeiten meist zusammen. Im Scheine ihrer leise zischenden Karbidlampe arbeiten sie auf engem Raum, der nur spärlich erhellt wird. Das Blauschwarz des Erzes nimmt alles Licht an sich. Mit dem Preßluftspaten wird das Erz abgebaut, mit Schubkarren wird es zur nächsten Rolle transportiert. Stundenlang arbeiten beide allein, so wie überall im weitverzweigten Bergwerk, räumlich oft Hunderte von Meter voneinander entfernt. Die undurchdringliche Finsternis beherrscht Stollen und Strecken, die alle mit starkem Holz ausgebaut N W j v,- U - ■ Arbeit mit dem Prcßluftspaten. sind, — nur hin und wieder taucht m der Ferne ein Lichtfunke auf, wenn sich der Steiger nähert, um nach den Männern „vor Ort" zu sehen * Das Bergwerk unter Tag ist eine*Welt für sich. Wer sich hier zum ersten Male nähert, wird es nicht tun, ohne bas Gefühl ber Ehrfurcht vor bem Beruf bes Bergmanns. Unb biefe Ehrfurcht muß sich vertiefen, wenn er einbringt in btefes Reich, tief in bie Erbe, bie uns trägt, bie sich kunstvoll aufbaut, die der Mensch beherrscht, wenngleich sie ihn manchmal kraftvoll und unbändig überwältigt. Rasch sinkt der Förderkorb in die Tiefe, gehalten oder Tiefe geht verloren. Schließlich aber ist die 67- Meter-Sohle (tiefste Sohle im Braunsteinbergwerk Großen - Linden) erreicht In derStrecke geht es dann auf unb zwischen Gleisen, vorwärts, links unb rechts münben Erzstotten ein, in bie von ben höher gelegenen Sohlen aus das gebrochene Erz eingeschüttet wirb unb unten bireft in bieWagen gleitet. Schließlich ist auch bas Enbe ber Strecke erreicht .. Nicht überall liegt bas Erz gleichmäßig. Hin unb roicber ist bas Lager unterbrochen. Im Gießener Braunsteinbergwerk trifft man streckenweise auf Schiefer Teilweise ist auch Kalk in ber Formation anzutreffen Gegen ben Kalk unb Schiefer wirb mit Dynamit vorge- gangen. Für biefen Zweck M H ? > fei Eine charakteristische Abbaustelle im Tagebau. tL .Ux Gefüllte Wagen verlassen den Bunker ber Aufbereitung. wirb bas Gestein an ver- schiebenen Stellen mit bem Preßlufthammer angebohrt, in bie Hoffnungen werben, etwa 1,50 bis 1,80 Meter tief, Sprengpatronen eingeführt, bie Zünbschnur gelegt unb bann bie Erplofion herbeigeführt Die Arbeiter, bie mit blefer Tätigkeit betraut finb, ziehen sich babei auf etwa 50 bis 80 Meter von ber Spreng- stelle zurück unb warten, möglichst hinter einer Streckenbiegnng bie Detonation ab. Ungeheuer Ist ber ßuftbruef im engen Stollen — weit fliegt bas Gestein. Für ben Bergmann gibt es in ber Braunsteingrube verhältnismäßig wenig Gefahren. Die Grube ist überall sehr gut ausgebaut unb iabcllos inDrbnung gehalten. Auch bie Luft ist nicht, wie mancher wohl glauben könnte, schlecht („gute Wetter" lagt ber Bergmann). „Schlagenbe Wetter" gibt cs im Braunsteinbergwerk nicht. Dafür aber manchmal viel Wasser. Streckenweise tropft cs lebhaft von oben. Teilweise kommt bas Wasser in Rinnsalen über bie Wänbe unb ocrblnbet sich mit der lehmigen Erde zu einem zähen Schlick. Viel Wasser läuft in schmalen Gräben entlang den Hauptstrecken ab, die nach der Pumpstation zu leichtes Gefälle haben. Die Pumpen sind Tag und Nacht in Betrieb und drücken das Wasser durch einen Stollen aus der Grube ist unten, 70 Meter tiefer, klar zu verstehen. Selbstverständlich ist das auch umgekehrt der Fall. So gibt es viel zu hören, zu beobachten, zu erleben. Ueberall begegnet dem Gast der alte Borg- mannsgruß, das sinnvolle unb innige „Glück Auf!" Ueberall steht ber einfache, arbeitsame Volksgenosse auf seinem Posten in schweren Diensten, tut seine Pflicht unter äußeren Umständen, denen wohl nicht jedermann gewachsen ist. Aber der Bergmann liebt auch seinen Beruf unb ist mit ihm ebenso oerbunben, wie jeber, ber seinen Beruf als Lebensaufgabe betrachtet. Die Arbeitskamerabschaft de- beutet hier unten sicherlich auch mehr als nur einen Begriff. (Sprengpatronen werben In vorgebohrte Löcher cingeführt. Im Füllort der 67-Meter-Sohle. Unb wenn ber Gast in blefem fast faustischen Bo- reich roieber am Bahnhof steht, dann wird er nm einiges nachdenklicher geworden fein, als zu jener Stunde, da er die Schachtaulago betrat. Dor Für- berforb bringt uns rasch nach oben. Strahlender Sonnenschein liegt über der Vorsrühlingslandschast des gesegneten Hüttenbergs. * Braunstein wird jedoch auch in umfangreichem lagebau gewonnen Da ist aber alles einfacher und weniger heroisch. Zwar gibt es auch da schwere Arbeit, aber sie geschieht doch un Freien, unter blauem Himmel, unter ber Sonne, unter ber Helle bes Tages Das Erz liegt in dem gegenwärtia m Betrieb befindlichen Abbau oft nur zwei Meter tief unter ber Erdoberfläche Aufschlußreich zeichnen sich am angeschnittenen Erdreich die geologischen Schich- tungen ab. Ueberall tritt in diesem Tagebau das fettige, glanzende, blau sch warze Erz zutage wird mit langen Spatenstichen abgebaut verladen und von kleinen Feldbahnlokomotiven die aufgeregt große Rauchwolken ausstoßen, nach der Verladestation Großen Linden gebracht In vielen Waggons rollt das Manganerz ans der Lindener Mark in die Hochöfen von Buderus, in die Hochöfen des Lahngebietes und des Siegerlande'« in der Hauptsache unb In großen Mengen aber In die Hochöfen an ber Saar unb Im Ruhrgebiet ... ______________________________:______________ Aus Natur und Technik. Der „Nelioplan". Eine Lösung des Hubschrauber-Problems? Die Bemühungen, Start- und Landest r e ck e n der Flugzeuge zu verkürze n, sind so alt wie die Luftfahrt selbst. Einen je größeren Umfang sie annimmt, um so intensiver werden auch die Bemühungen sein, den ja tatsächlich nicht nur unbequemen, sondern unter Umständen sogar hinderlichen Nachteil auszuschalten, der mit der Bereitstellung weiter Flugplätze verbunden i|t. Große Nutzflächen mitten in der Großstadt für den Flugbetrieb reservieren zu müssen, ist vom kommunalpolitischen Standpunkt aus gesehen, eine unrentable Kapitalsanlage, während sich aber auf der andern Seite durch die Verlegung der Flugplätze für den Personen- und Frachtverkehr (für militärische Anlagen gelten andere Maßstäbe) in die Außenbezirke der Großstadt verkehrstechmsche Schwierigkeiten ergeben würden. Aber wie die zivile, so hat auch die militärische Luftfahrt ein Interesse daran, die für Start und Landung benötigten Flächen zu begrenzen. Im Kriegsgebiet werden ja — nicht nur bei unvorhergesehenen Notlandungen — kaum jemals entsprechende Startend Landebedingungen vorhanden sein. Ein in zerklüftetem Gebiet oder jedenfalls nicht auf ebe- nem Gelände zum Niedergehen gezwungenes Drachen-Motor-Flugzeug setzt sich immerhin der Gefahr aus, zertrümmert zu werden oder m Ermangelung des dafür benötigten Platzes nicht wieder starten zu können. Unter diesen Umständen kann es nicht wundernehmen, daß schon seit jeher größte Anstrengungen gemacht wurden, Flugzeuge zu konstruieren, die unter Beibehaltung oder gar Steigerung der Flugeigenschaften der bisher benutzten Apparate — zu Start und Landung recht wenig Platz beanspruchen. Bisher ist das aber noch nicht einwandfrei gelungen, denn alle auf die Erreichung dieses Zieles zugeschnittenen Flugapparate wiesen mehr oder roenic v große Mängel hinsichtlich verminderter Fluggesa,windigkeit oder gar gefährdeter Flugsicherheit auf, so daß die durch sie vermittelten Vorzüge nicht ausreichten, um vom Gebrauch des Drachen-Motor-Flugzeuges abzugehen. Die mit Hilfe eines eigenmotorisch angetriebenen Hubpropellers senkrecht gestarteten „Hubschrauber sind nicht nur außerordentlich schwerfällig, weil der nahezu 15 Meter im Durchmesser große Propeller und das zu seiner Stütze erforderliche Gerüst die Bewegungsmöglichkeiten des Flugzeuges stark beeinträchtigen, sondern sie büßen zufolge dieses hinderlichen Aufbaues auch erheblich an Vorwarts- gefchwindigkeit ein. Selbst das „A u t o g i r o", das von dem Spanier de la Cierva konstruierte Windmühlenflugzeug, hat sich trotz mancher Bewährung in Spezialfällen, d. h. bei seiner Verwendung zur Durchführung bestimmter, aber nur beschränkter Sonderaufträge, nicht allgemein durchsetzen können. Das ist in Anbetracht der Tatsache, daß das „Autogiro" als bislang reifste Konstruktion des Hubschraubers angesehen werden darf, immerhin bemerkenswert. Im übrigen ist ja das Problem auch durch diesen Flugzeugtyp keineswegs gelöst worden: abgesehen davon, daß es einen senkrechten Auf- und Abstieg nicht gewährleistet, sondern lediglich die Auf- und Abstiegswinkel vergrößert, büßt auch das „Autogiro" infolge seiner den Luftwiderstand vermehrenden Winmühlenflügel an Vorwärtsgeschwindigkeit ein. Wenn man den aus Japan kommenden Meldungen Glauben schenken darf, ist es dem Ingenieur Nishi gelungen, einen Flugapparat zu konstruieren, der unter Beibehaltung der guten Flugeigenschaften des Drachen-Motor-Flugzeuges vermöge seiner Hubschraubenvorrichtung ganz neuartiger Anordnung senkrecht starten und landen kann. Sowohl die beiden Hubschrauben als auch der zu ihrem Antrieb dienende Motor, mithin also die gesamte Hubvorrichtung, sind im Flugzeug selbst untergebracht. Lediglich eine tropfenförmige Ver- dickung des Rumpfes des im übrigen ganz „normal" aussehenden Flugzeuges fällt an diesem „Yetto plan" auf. Die Verdickung wird von einem am oberen Rumpfrand mit einer kleinen Oesfnung beginnenden Hohlraum verursacht, der sich trichterförmig zum unteren Rumpfrand erweitert. Dieser Hohlraum gewährt den beiden Hubpropellern von knapp einem Meter Durchmesser Platz- -Ole durch einen starken Motor in außerordentlich schnelle Umdrehung versetzten Propeller saugen die Lust durch die untere Trichteröffnung, führen sie dann an den Wänden des Hohlraumes gegen eine im Trichterinnern angebrachte Ringtragfläche, vor der die Luft stark komprimiert wird, zumal sie ja — durch jene Tragfläche am Austritt verhindert - aus der kleineren Trichteröffnung am oberen Autoreifen aus Kalk und Kohle. Aus dem Kriege ist das Bemühen um Ersatz des natürlichen Kautschuks durch Synthese bekannt geblieben. Die Verfahren richteten sich darauf, das Naturerzeugnis nachzubilden und dann ebenso nutzbar zu machen wie nach den bisherigen Methoden. Hierbei ergab sich die Schwierigkeit, daß man den molekularen Aufbau des Kautschuks und seine physikalischen Bedingtheiten nicht kannte. Heute stehen wir auf diesem Gebiete wieder in regster Arbeit. Aber das Ziel der Chemiker ist nicht die Nachbildung des Natur-Kautschuks, sondern die Schaffung eines neuen Stoffes, der, besonders die an einen Autoreifen gestellten Anforderungen erfüllt. Der natürliche Gummi ist keineswegs ideal. Wir kennen die Empfindlichkeit des Autoreifens gegen Benzin und Del, also gerade gegen die Stoffe, mit denen er am leichtesten in Berührung kommen kann. Ferner verliert er mit der Zeit auch bei Nichtgebrauch an Festigkeit und ist gegen Wärme sehr empfindlich. Diese Eigenschaft ist bei der Steigerung der Fahrgeschwindigkeiten sehr unangenehm. Bei den künstlichen Reifen werden diese Nachteile vermieden. Wenn auch die vorhandenen Erzeugnisse noch nicht restlos befriedigen, so lassen doch die gesammelten Erfahrungen erkennen, daß das Arbeitsgebiet sehr große Erfolge verspricht. Der Chemiker bezeichnet den Ausgangsstoff für den künstlichen Kautschuk als Butadien, das aus den Grundstoffen Kohle und Kalk entstanden ist. Man wird also künftig Reifen aus Kalk und Kohle herstellen. Die Probereifen haben schon Fahrtleistungen von mehr als 40 000 Kilometer ausgehalten. Wenn man berücksichtigt, daß derartige Leistungen auf Heeres- fohrzeugen erzielt wurden, so wird man überzeugt sein, daß bei einer wesentlich geringeren Beanspruchung der Reifen im Wirtschaftsbetrieb die Laufdauer noch höher sein wird. Operationen werden gefilmt. Die genaue Betrachtung eines Vorgangs, der sich auf einem nur sehr kleinen Raum abspielt, durch eine größere Menge von Beobachtern läßt sich schwer durchführen. Das macht sich insbesondere beim Unterricht oft unangenehm geltend, wenn ein Versuch oder eine Operation zahlreichen Hörern in den Einzelheiten ihres Verlaufs gezeigt werden soll. Um das zu ermöglichen, hat man die Operationssäle und sonstige Lehrstätten mit aufsteigenden Sitzreihen gebaut. Das konnte nicht verhindern, daß bei einer gewissen Größe auf den höheren Reihen der Gebrauch des Feldstechers nötig wurde. Auch Umgänge wurden eingerichtet, von denen man herabblicken konnte. Angesichts dieser Umstände bedeutete es einen wesentlichen Fortschritt, als die Technik Einrichtungen schuf, um Vorgänge der erwähnten Art, insbesondere Operationen mit Hilfe des Films aufzunehme n. An der Rumpfrand ohnehin nicht so widerstandslos entweichen kann, wie sie in den Trichterschlund hmein- geschleudert wurde. Dadurch wird em überaus großer Auftrieb des Flugzeuges erreicht Es wird versichert, daß der Yettoplan bei 100- prozentig erhaltener Dorwärtsgeschwindigkeit eine Aufstiegsgeschwindigkeit von fünf Meter in der Sekunde habe. Wie das kaum anders zu erwarten ist, wahren die japanischen Fachkreise, die an der Ausbeutung dieser möglicherweise umwälzenden Erfindung interessiert sind, unbedingtes Stillschweigen. Man wird also zunächst weitere Angaben und Mitteilungen über die Versuchsergebnisse abwarten müssen, ehe man diese Neuerung auf dem Gebiete des Flugwesens nach ihrer wahren Bedeutung abschätzen kann. Decke über dem Operationstisch wurde das Objektiv der Aufnahmekamera angebracht. Eine entsprechende Beleuchtung wurde eingerichtet. Verschiedene Maßnahmen sorgten dafür, daß die bei der Operation Beschäftigten durch die Aufnahme in keiner Weise gestört wurden. Die nach diesem Verfahren gewonnenen Filme stellen einen äußerst wertvollen Unterrichtsstoff dar, der jederzeit an beliebigen Orten vorgeführt werden kann. Die optische Technik ist aber weiter bemüht geblieben, Versuche und Operationen unmittelbar zur Anschauung zu bringen. Im neuen großen physikalischen Hörsaal der Technischen Hochschule zu Berlin wurden schon vor einigen Jahren Einrichtungen durchgebildet, um die Versuche vor Bildwerfern auszuführen, b.ie die Vorgänge in beträchtlicher Vergrößerung an der Wand erscheinen ließen. In einem neu Der sprechende Gtahldraht. Wichtige Besprechungen pflegt der vorsichtige Geschäftsmann im Protokoll, das seine Sekretärin niederschreibt, festzuhalten. Hierbei können selbstverständlich Unklarheiten auftreten, weil bisweilen die eine Meinung schon durch den Tonfäll zum Ausdruck gebracht werden kann, ohne daß eine schriftliche Aufzeichnung das gleiche Ergebnis dar- zustellen braucht. Der Gedanke, Gespräche mit Hilfe eines Grammophons aufzuzeichnen, ist daher nicht neu. Benutzt man aber zur Aufzeichnung Wachsplatten oder -walzen, so verlangt die Aufbewahrung der gesprochenen Protokolle viel Raum. Auch ist die Wiederverwendung der benutzten Platten beschränkt. Eine Neuerung auf diesem Gebiet stellt eine Vorrichtung dar, bei der die Sprache nicht mechanisch auf Platten, sondern elektromagnetisch auf einen Stahldraht aufgenommen wird. Während des Sprechens läuft ein dünner Stahldraht an einem Elekromagneten vorbei, der den Draht im Rhythmus der Sprache magnetisiert. Eine Wiedergabevorrichtung gestattet das Anhören der Aufnahme nach beliebiger Zeit. Will man den Draht wieder verwenden und das aufgenommene Protokoll vernichten, wird der Draht von feiner magnetischen Besprechung elektromagnetisch wieder befreit und läßt sich ohne Materialoerlust von neuem besprechen. Es ist nur eine Frage der Schaltung, ob man dieses Textophon auch bei der Führung von Ferngesprächen als Mithörer und -schreiber benutzen will. Die eigenen Worte und die des entfernten Teilnehmers gelangen auf den Draht und ergeben ein unwiderrufliches Protokoll. In vielen Geschäftsbetrieben wird es nötig fein, die besprochenen Stahldrähte aufzubewahren. Da jede Drahtspule nur einen winzigen Raum beansprucht, kann man hie bisher dazu gebräuchlichen Aktenschränke auf einen kleinen Wandschrank ersetzen. WorengerdW. Eine technische Plauderei. Mühsam und mit einigen Windungen schleppt sich die Fahrstraße hinauf zum Muggelturm einem Ausflugsziel in der Umgebung Berlins. Plötzlich braust ein Auto herunter, bremst, halt ganz kurz und wendet, die Gänge werden neu geschaltet, und bald ist es wieder oben. Dies Manöver wiederholt sich mehrere Male, als ob es dem Fahrer Freude machte, immer nur herauf und wieder ^nunter zu fahren. — Da ist die Limousine wieder! Ein sonderbares Gebilde, es sieht aus wie ein ausgedienter Regenschirm, ist an ihr befestigt. Dieser Drahtstern, der so über das Dach hinausragt, ist eine zlntenne. Damit sind wir schon einigermaßen im Bilde. Darum kommen wir gar nicht erst auf den Gedanken, daß der Mitfahrer neben dem Mann am Steuer etwa dauernd aus einer Thermosflasche trinkt. Nein, er spricht in ein Mikrophon. Wo aber Mikrophon und Antenne so dicht beieinander sind, kann der kleine Sender nicht fern fein. Im Wagen ruht, wie ein kleiner Handkoffer, weich und vorsichtig gebettet, der Kurzwellensender, der von einem dritten Mann bedient wird. Der Wagen braust wieder einmal den Bergweg hinab und entschwindet den Blicken. Schnell laufen wir hinauf, um seinen Weg von oben zu verfolgen. Jeder gehe in die Werkaussiellung am 21., 22„ 23. März im Neuen Studentenheim. Dabei stoßen wir unversehens auf die Empfangsstation, die zu diesem kleinen Sendewagen gehört. In einem Zimmer des Restaurants auf den Müg- gelbergen haben sich die Techniker häuslich nieder» gelaßen. Eine Wachsplatte beginnt auf einem Schneidapparat zu kreisen. Die Nadel gräbt feine Rillen in das Wachs, und die hauchdünnen Späne werden abgesaugt, während aus dem Lautsprecher dauernd die Geräusche des fahrenden Autos ertönen, nur hin und wieder unterbrochen von der freundlich erklärenden Stimme des Mitfahrers. — Wir Horen deutlich, wie die Gänge geschaltet werden. — Jetzt, jetzt muß die letzte große Steigung kommen. Nun kehrt der Wagen zurück. Das Horen wir alles aus dem Lautsprecher. ♦ Wir eilen hinaus, und schon kommt der geheimnisvolle Wagen die Straße herauf. Der Mitfahrer macht akrobatische Hebungen, er steckt sein Mikrophon unter die geöffnete Motorhaube, er holt es wieder hervor, er spricht hinein, und damit sind sie wieder oben angelangt. Das ist wirklich ein sonderbarer Betrieb! Wir sind doch neugierig, was diese Funkakrobatiker und Schallplattenfritzen treiben. Das ist kurz erklärt. Der kleine Kurzwellensender im Wagen überträgt die vom Mikrophon aufgenommenen Geräusche des arbeitenden Motors zur Empfangsstation. Hier werden sie ausgenommen und auf Schallplatten festgehalten, fTamit — und das ist der Zweck der Uebung — Schallplatten von diesen Geräuschen angefertigt werden können. Die Platten werden dann an technischen Schulen, Hochschulen, Kraftfahrerlehrgängen usw. vorgeführt, damit sich das Ohr der jungen Kraftfahrer schon frühzeitig daran gewohnt, wie ein gut arbeitender Motor klingt. Verschiedene Sorten von Kraftstoff, Benzin und Benzol in ihrer verschiedenartigsten Zusammensetzung hort das geübte Ohr aus dem Motorengeräusch heraus. Hin und wieder einmal treten starke Klopfgeräusche im Motor auf, die am zeigen, daß die Verbrennung des Gemischs über dem Kolben nicht ordnungsmäßig vor sich geht. Das aber schadet dem Motor. So erkennt man sofort die Ursache warnender Motorgeräusche und kann entsprechend Abhilfe treffen. Dr. G. Duvigneau. Was gibt es Neues in -er Technik? Von Joachim Boehmer. Das Geheimnis des Rhodiums. Spiegel, die nicht anlausen. Der deutschen „Heraeus-Gesellschaft" ist es nach langjährigen Versuchen nunmehr gelungen, im Rhodium, einem bisher fast unbekannten Metall der Platingruppe, ein Mittel zu finden, durch das die Oberflächenveredelung von Metallen auf ganz neue Grundlagen gestellt wird. Das neue Verfahren ist insbesondere für die Spiegelherstellung sowie die gesamte Schmuckwarenindustrie von Bedeutung. Selbst der Fachmann wird von Rhodium noch nicht viel gehört haben, obwohl es sich hierbei um das edelste Metall handelt, das es gibt. Rhodium ist daher noch teurer als Platin und kam früher, als ein Kilo Platin noch zweitausend Mark kostete, auf nicht weniger als zwanzigtausend Mark, also das Zehnfache des Platins, pro Kilo zu stehen. Seitdem man jedoch in kanadischen Nickelerzlagern eine neue Quelle für die Rhodium-Gewinnung entdeckt hat, kostet ein Kilo des seltenen Metalls „nur" noch 4—5000 Mark. Es ist ein Nebenprodukt des Platins, bei dessen Gewinnung es miterzeugt wird. Trotz des außerordentlichen hohen Preises ist es jedoch deufichen Technikern nunmehr gelungen, das Rhodium in den Dienst der Oberflächenveredelung von Metallen zu stellen. Mit „einem einzigen Gramm des kostbaren Stoffes im Werte von 4 bis 5 Mark kann heute ein ganzer Quadratmeter einer Silber-, Messing-, Alpaka-, Bronze- oder Nickelfläche mit einer Rhodiumhaut überzogen werden. Rhodiniertes Metall, wie der neue Fachausdruck lautet, braucht überhaupt nicht mehr geputzt zu werden. Es eröffnen sich durch diese Eigenschaft des Rhodiumüberzugs vor allem der Spiegel- und Schmuckwarenherstellung ungeahnte Möglichkeiten. So wird möglicherweise der gewöhnliche Metallspiegel des Mittelalters durch die Rhodinierung wieder zu Ehren kommen. Er wird einfach zuerst auf Hochglanz poliert und sodann mit einem galvanischen Ueberzug von Rhodium versehen. Dieser Spiegel kann niemals anlaufen oder splittern, was vor allem der Kraftfahrer zu schätzen wissen wird. Auch verleiht das Rhodium den Spiegeln ein erhöhtes Reflexionsoermögen, was z. B. für Kinospiegel von erheblicher Bedeutung ist. Ebenso eröffnen sich dem Rhodium auf dem Gebiet der Schmuckwarenindustrie dank seines weichen, silberartigen Glanzes, seiner vollständigen Anlauffestigkeit und großen Härte' weite Anwendungsgebiete. Selbstverständlich können auch Schmuck- gegenstände aus unedlen Metallen aller Art mit einem Rhodiumüberzug versehen werden. Auch die Anwendung des Rhodiums ist mit großen Vorteilen verbunden. Es hat großes Streu- oermögen und kann in kaltem Zustande und ohne Entwicklung giftiger Gase aufgetragen werden. Den Chemikern der Heraeus-Gesellschaft ist es nach dreijährigem Studium gelungen, ein Rhodium herzustellen, das den Vorteil hat, nicht einmal von Königswasser angegriffen zu werden, das selbst Gold und Platin auflöst. Flammen ersticken im Schaum. Neuartige Brandbekämpfung. Wasser ist nicht immer ein Helfer bei Brandgefahren. Von den Phosphor-Brandbomben beispielsweise weiß man, daß sie sich nur zeitweise mit Wasser löschen lassen, da das Phosphor, wenn es trocken geworden ist, sich von neuem entzündet. Die Elektron-Termit-Bomben lassen sich überhaupt nicht löschen, auch nicht mit Wasser. Dazu kommt noch, daß durch die Wasserfluten beim Löschen häufig beträchtlich größere Schäden entstehen als durch das Feuer selbst. In bestimmten Fällen, da Wasser zur Bekämpfung einer Feuersbrunst nicht mehr ausreicht, geht man neuerdings einen anderen Weg: man erstickt das Feuer durch Schaum und hält damit einen weiteren Zustrom von Sauerstoff fern. Neu ist hier vor allem die Art der Schaumerzeugung. Im Gegensatz zu den chemischen Flüssigkeiten, die man bisher in solchen Fällen fast regelmäßig anzuwenden gewohnt war, beginnt sich jetzt das überaus wirksame und in schwersten Fällen glänzend erprobte Luftschaumverfahren durchzusetzen, das sich einer seifenähnlichen, starken Schaum bildenden Lösung bedient. Diests Verfahren setzt die Verwendung eines besonderen Stahlrohres voraus, das durch Anschrauben am Feuerwehrschlauch befestigt wird. Die Frage, ob der Schlauch aus einem Pumpengerät ober aus einer Hydrantenleitung gespeist wird, bleibt nebensächlich. Die seifenähnliche Lösung, Tutogen genannt, befindet sich in einem besonderen Behälter, den der Feuerwehrmann auf dem Rücken festgeschnallt hat. Von diesem Behälter aus führt eine besondere Zuleitung zum Stahlrohr. Es tritt nun eine Vermengung Der Lösung mit den Wassermengen der Hydrantenleitung ein, wobei der Wasserdruck die lebhafte Schaumerzeugung veranlaßt. Der jeweiligen Druckwirkung entsprechend kann das Präparat in Höhen bis zu fünfundvierzig Meter getragen werden. Wo der Schaum auftritt, muß das Feuer ersticken, da der Schaum die weitere Luftzufuhr unterbindet und dadurch den Flammen die weitere Ausbreitungsmöglichkeit entzieht. Sie, r a f ch e Wirkung wird insbesondere auch durch die große Zähigkeit der Schaumassen erreicht. Trotz dieser Zähigkeit aber hat der Schaum noch Elastizität genug, um sich beim Auftreffen auf die gefährdeten Stellen schnell auszubreiten und sich genügend weit auszudeynen. Ein außerordentlich schätzenswerter Vorteil liegt darin, daß das Schaummittel, zu dessen Herstellung durchweg inländische Stoffe verwandt werden, noch Kältetemperaturen bis zu zwanzig Grad widersteht. Mindestens ebenso wertvoll und wichtig bleibt ferner die Tatsache, daß die Schaumbildung gänzlich frei ist von schädlicher Gasentwicklung, der Schaum bleibt in allen Stücken ungefährlich, selbst die Entstehung von lästigen Flecken wird vermieden. Bei all diesen Vorzügen bleibt das Verfahren von größerem Wasserbedarf unabhängig. Bereits eine kleine Motorspritze mit nur einer Minutenleistung von sechshundert Liter genügt zu einer Schaumversorgung von vier Schlauchleitungen. Man hat damit also die Möglichkeit, aus verschiedenen Richtungen gegen die Flammen vorzugehen, ein Vorteil, der namentlich auch der Feuerbekämpfung auf dem Lande zustatten kommt. Kunstharz - ein neuer Werkstoff Von Dr. Liener. Die Kunstharzindustrie hat in den letzten Jahren einen glänzenden Aufstieg genommen und damit zur Verbreiterung unserer Rohstoffversorgung und zur Erleichterung unserer Devisenlage beigetragen. Die Erzeugung ist von 5300 Tonnen im Jahre 1929 auf 17 000 Tonnen im Jahre 1934 angewachsen und hat sich damit mehr als verdreifacht. Im laufenden Jahr rechnet man sogar mit einer, Herstellung von 23 000 bis 25 000 Tonnen, deren Wert etwa 30 Millionen Reichsmark beträgt. Nicht nur der heimische Markt wird mit deutschem Kun st harz versorgt, sondern etwa ein Drittel der Erzeugung wird von ausländischen Märkten ausgenommen. Die große Bedeutung der Kunstharzindustrie liegt in erster Linie darin, daß ausschließlich heimische Rohstoffe als Grundlage dienen. Es handelt sich dabei vor allem um Phenol, das aus Steinkohlenteer gewonnen wird und mit etwa 90 v. H. an der Erzeugung der Kunstharze beteiligt ist; die aus Phenol hergestellten Kunstharze sind unter dem Namen Phenoplaste zusammengefaßt und zu unterscheiden von den Aminoplasten, für die das Carbamid, ein aus der Luft gewonnener Harnstoff, und das Formaldehyd als Ausgangsstoff verwendet wird. Diese ermöglichen die Herstellung von 'Kunstharzen in leuchtendem Weiß. Ist bei den genannten Rohmaterialien Pressung und Härtung in heißen Formen ein Hauptmerkmal der Verarbeitung, so wird bei den sogenannten Spritzmassen die heiße Maße in kalte Formen gespritzt, die sofort erstarrt. Auf diese Weise können sehr komplizierte Stücke hergeftellt werden, die in der Feinmechanik und Stark st rom- t e ch n i k Verwendung finden, da sie sich durch starke Isolierfähigkeit auszeichnen. Hierbei dient das Polystyrol, ein aus Benzol gewonnener Kohlenwasserstoff, also auch ein heimischer Rohstoff, als Ausgangsstoff. Jedoch der weitaus größere Teil des gewonnenen Kunstharzes bildet die Grundlage für die Herstellung von Preßmassen, denen Füllstoffe beigemischt werden, um je nach dem Verwendungszweck bestimmte gewünschte Eigenschaften zu erzielen. So verleiht Holzzusatz von Holzmehl und Gewebeschnitzel außerordentliche Festigkeit, Asbestsvser hohe Wärmebeständigkeit, Glutsicherheit und Widerstandsfähigkeit gegen Feuchtigkeit, Carbamidstoffe lassen sich in den zartesten Farbtönen lichtecht Herstellen. Durch all diese Eigenschaften sind die Kunstharze für vielseitige Verwendungsmöglichkeiten geeignet, besonders auch auf den Gebieten, wo früher Auslandsrohstoffe benötigt wurden. So wurden sie im Maschinenbau erfolgreich für Metalle und Pockholz eingesetzt, wo sich Lager und Zahnräder aus Hartgewebe durch geräuschloses Laufen, geringen Verschleiß und Kraftersparnis auszeichnen. In der Hartpapierindustrie haben sich Kunstharze ebenfalls bestens bewährt, in zunehmendem Umfang wird dieses Material in der Elektrotechnik für Konstruktionsmaterial und selbst für Schalttafeln verwendet. Auch in der Radioindustrie, in den Kabelwerken und bei der Post finden Kunstharze weitgehende Verwendung an Stelle von Hartgummi. Edelkunstharze werden zu hübschen Gebrauchsgegenständen verarbeitet und ersetzen Elfenbein, Schildpatt, Horn, Marmor usw. Im Haushalt erfreut sich Geschirr aller Art aus Kunstharz großer Beliebtheit, Tassen, Teller, Tabletts, Ascher usw. Im Jahre 1934 bestanden in Deutschland etwa 600 Kunststoffpressereien. Durch den stark erweiterten Anwendungsbereich von Kunstharzen hat sich die Zahl der Betriebe inzwischen stark vermehrt, sie dürften sich jetzt auf insgesamt 1000 belaufen. Der Hauptsitz dieses Industriezweiges ist Rheinland- Westfalen, es folgen Thüringen und Berlin. In den nächsten Jahren ist auf Grund der außerordentlich günstigen Zukunftsaussichten der Kunstharze mit einem weiteren Ausbau zu rechnen. Wirtschaft. Wochenbericht vom Frankfurter Schlachtviehmarkt. Der Frankfurter Schlachtviehmarkt hatte in der abgelaufenen Woche für fast alle Gattungen wieder sehr lebhaftes Geschäft. Die Neuordnung des Der-, kehrs mit Rindvieh hat sich allgemein stark ausgewirkt. Der Großoiehmarkt war sehr schwach beschickt, so daß der Bedarf nur mit 36 v. H. gedeckt werden konnte. Es standen nur 393 (725) Tiere -um Verkauf. Der Anteil der Kühe am Gesamtauftrieb betrug 63 o.H. Die Qualität war, im ganzen gesehen, geringen als in der Vorwoche. Die Tiere wurden den Metzgern zugeteilt. Im Hinblick auf den knappen Riederauftrieb nahm der Kälbermarkt trotz der wesentlich stärkeren Zufuhr (1321) gegen 1177 Stück) einen lebhaften Verlauf; die Preise zogen zunächst angesichts der guten Qualitäten etwa 2 RM. an, liehen aber gegen Ende der Woche wieder auf den Dorwochenstand nach, geringe Tiere erreichten nicht die letzte Notiz infolge der abfallenden Qualität. Der Markt konnte geräumt werden. Der Schweinemarkt zeigt eine weiter günstige Entwicklung. Für fettes Fleisch ist die Kauflust wesentlich stiller geworden. Der Auftrieb erreichte mit 4264 (4100) nahezu den Dorjahresstand. Bei den schweren Schweinen ist ein leichter Rückgang der Qualität festzustellen, doch ist der durchschnittliche Ausmästungsgrad weiterhin zufriedenstellend. Der geringe Auftrieb von Schafen von nur 89 (429) Stück konnte bei gleichbleibenden Preisen abgesetzt werden. Die Nachfrage nach Schaffleisch dürfte mit fortschreitender Jahreszeit stark abnehmen. Im Hinblick auf die geringen Lebendviehzufuhren am Rindermarkt entwickelte sich auf dem Fleischgroßmarkt lebhaftes Geschäft. Die Bestände wurden geräumt, wobei sich die Preise im Sinne der Höchstpreisanordnung staffelten. Wochenbericht vom Frankfurter Produktenmarkt. Das Angebot in Weizen genügt zur völligen Bedarfsdeckung des laufenden Geschäfts. Im Gegensatz zu Frankfurt wird in Mannheim auch norddeutscher Weizen so reichlich angeboten, daß Absatzmöglichkeiten für März und April kaum noch bestehen. Roggen ist weiterhin sehr gefragt und knapp. Es sollen aber jetzt Andienungen der RfG. erfolgen, die bereits zugesagt sind. Auch gewährt die Hauptvereinigung Frachtzuschüsfe, nicht nur für Kahnladungen, sondern auch für Wagenladungen, was sich in Starkenburg und in Rheinhessen teilweise günstig ausgewirkt hat. Allerdings ist jetzt nur noch wenig Roggen zu erhalten, da Baden und die Pfalz schon zu einem früheren Zeitpunkt die gesamte Märzware aus dem Markt genommen haben. Industriegerste wird von den Erzeugern nicht mehr angeboten, nur die Bestände der ersten und zweiten Hand werden noch umgesetzt. Futtergerste hat nach wie vor geringes Angebot. Hafer aus unserem Gebiet ist weiter sehr knapp, doch konnte der dringendste Bedarf der Fuhrhalter namentlich aus neuerlichen Zuweisungen der RfG. befriedigt werden. Am F u t t e r m i t t e l m a r k t ist die Lage noch unverändert. Trotz der milden Witterung, die den Weidegang begünstigt, zeigt der Verbraucher noch starken Bedarf für Kraftfuttermittel, wie Kleie, Oelkuchen und Schnitzel, doch war oerfügungs- freie Ware beim Handel kaum zu erhalten, Biertreber und Malzkeime hatten etwas schwierigeren Absatz, offenbar sind die Preise noch zu hoch. Nach- und Futtermehle fanden kaum Beachtung. Mehl: Weizenmehl hat laufendes Bedarfsdeckungsgeschäft. In Roggenmehl herrscht gute Nachfrage, zu deren Befriedigung teilweise norddeutsches Mchl von den hiesigen Mühlen herangezogen werden muß, da sie aus hiesigem Roggen nicht genügend Vorräte haben. Der Rauhfuttermarkt liegt still bei eher weichenden Preisen und reichlichem Angebot seitens der ersten Hand. Rhein-Mainische Börse. TNitlagsbörse Aktien schwächer. Frankfurt a. M., 13. März. Bei Fortdauer der starken Zurückhaltung war die Tendenz am Aktienmarkt weiter etwas schwächer. Von Berliner Seite lagen kleine Verkäufe vor, während sich am hiesigen Platz eher etwas Deckungsbedürfnis zeigte. Daher wiesen auch die Rückgänge selten mehr als 0,50 bis 1 v. H. auf. Am Montanmarkt gaben Klöckner und Rheinstahl jedoch je 1,50 v. H. nach, ferner verloren Harpener 1, Mannesmann 0,75 und Verein. Stahlwerke 0,50 v. H. Ilse Genuß blieben zu 127,50 unverändert, ebenso Otavi Minen mit 17,50. Am Elektromarkt gaben Siemens 1,50, Licht und Kraft 1 und AEG. 0,40 v. H. nach. Die Farben-Aktie ging seit langem unter die 150 v. H- Grenze und notierte mit 149,75 (150,25). Von Maschinenwerten verloren Daimler 0,75, Eßlinger 0,75 und Muag 0,50 v. H. Kunstseideaktien gingen bis 0,75 v. H. zurück, AKU. 47,75 (48), Bemberg 90 (90,75). Bauaktien blieben behauptet, Cement Heidelberg 130,50, Jul. Bergsr 121. Leicht rückläufig waren Reichsbank, Nordd. Lloyd um je 0,25 v. H. Der Rentenmarkt hatte bei behaupteter Tendenz kleines Geschäft. Etwas schwächer lagen zertif. Dollar-Bonds, 6proz. Preußen 61,25 bis 61,50 (62), 6proz. Spargiro 61,50 bis 61,75 (62,25). Mäßig hoher lagen Zinsvergütungsscheine mit 93,50 (93,40), Kommunal-Umschuldung, späte Schuldbuchforderungen und Reichsaltbesitz lagen unverändert. Von fremden Werten notierten: 4proz. Rumänen unü. 5,20, Anatolier I und II unv. 37,13, 5proz. Goldmexikaner 13,13 (13,25). Im Verlaufe blieb das Geschäft am Aktienmarkt zwar sehr klein, die Haltung war aber widerstandsfähiger und teilweise brachte der Aktienmarkt leichte Erholungen von 0,25 bis 0,50 v. H. IG.-Farben 150,25 nach 149,75, Verein. Stahlwerke 81,75 nach 81,2'5, AEG. nach 34,40, AKU. 48 nach 47,75, Hoesch 86 nach 85,90 (87). Von später notierten Werten lagen Zellstoffaktien uneinheitlich, Aschaffenburg 81,90 (81), Waldhof 118 (119), Feldmühle 118,50 (119). Am Rentenmarkt bröckelten späte Schuldbuchforderungen und Kommunal-Umschuldung etwas ab, auch zertif. Dollar-Bonds gingen noch etwas zurück. Goldpfandbriefe und Kommunal-Obligatio- nen lagen unverändert, Liquidationspfandbriefe und Stadtanleihen notierten uneinheitlich, wobei leichte Rückgänge überwogen. Auslandrenten lagen still. Im Freiverkehr ermäßigten sich Ufa auf 52 (52,50), Frankfurter Handelsbank auf 31 (31,50), sonst nannte man u. a. Adlerwerke unv. 98, Gro- roag unv. 80, DDM. unv. 128,50 und Wayß und Freytag unv. 92. Hlontag keine Abendbörse. Arn Montag, 16. März, fällt die Frankfurter Aben?börse aus. Fwd. Die Adam Opel AG. in Rüsselsheim steigerte ihren Vorjahrsrekordabsatz im Jahre auf 84 921 (59 763) im Inland abgesetzte und 11306 (8441) im Ausland ab gesetzte Wagen. Ein besonderes Merkmal bedeutet die Trennung der L a st w a g e n h e r st e l l u n g, die jetzt in dem neuen Werk in Brandenburg erfolgt, sowie die Produktionsgrenze von über 100 000 Wagen in einem einzigen Jahre, wodurch Opel in die vorderste Reihe sämtlicher Automobilfabriken der Welt eintritt. Das Fahr- r a b g e f d) ä f t der Opel AG. verzeichnet im allgemeinen Rahmen den Rückgang in dieser Branche. Die Ertragsrechnung und die Bilanz rechtfertigen die im vorigen Jahre vorgenommene starke Rüstung des Werkes für die neue Produktion. Das Jahr 1935 war recht erfolgreich, es brachte eine starke Steigerung der Gewinnziffer, einen mehrfachen Umschlag des Aktienkapitals — der Umsatz wird nicht genannt, dürfte aber über eine viertel Milliarde betragen haben — und schließlich ein Anschwellen der flüssigen Mittel. Der Bruttoertrag stieg auf 112,82 (82,60) Millionen Mark, Zinseingänge aus Kaffafkonto auf 2,82 (1,77), während außerordentliche Erträge nur noch 0,5 (1,87) brachten. Die Personalaufwendungen stiegen auf 49,75 (39,89) Mill. Mk., Besitzsteuern auf 9,33 (5,91). Der Jahresgewinn erhöhte sich auf 19,76 (13,40) Mill. Mark. Davon werden 4,0 Mill, zur Erhöhung der gesetzlichen Reserve auf 10 v. H. des Aktienkapitals verwandt, 9 Mill. Mark werden als Sonderreserve im Hinblick auf verschiedene Maßnahmen und Erweiterungen zum Ziele der Vervollkommnung und Verbilligung der Wagen errichtet, d. h. daraus wird zunächst eine eigene Schmiede errichtet, die Erstellung einer eigenen Gießerei ist vorgesehen, aber wohl erst in den nächsten Jahren zu erwarten. Eine Million Mark wird für die kommenden laufenden Wohlfahrtszwecke bereitgestellt, dann werden erwartungsgemäß 6 v. H. Dividende, also erstmalig seit Bestehen der Firma 1929 als AG., vorgeschlagen, die restlichen 2,07 Mill. Mark werden vorgetragen. Die Generalversammlung wird weiterhin über die Frankfurter Obst- und Gemüsemarkk. i Frankfurt a. M., 13. März. Das Gemüseangebot blieb im ganzen noch gut. Treibhaussalat verzeichnet steigendes Angebot. Geschäft rege. Preise für Rosenkohl nachgebend, für Weißkraut höher, sonst unverändert. Ausländischer Blumenkohl und Salat bei gutem Angebot weiter lebhaft und anziehende Preise. U. a. notierten: Blumenkohl, Steige 15 Stück, 4,75 itaL, Eskarol, Steige 24 und 32 Stück, 3,00 bis 3,30 itaL, gr. Feldsalat 25 bis 35, Feldsalat klein 40 bis 70, Gewürzel gr. Bdl. 30 bis 50, Karotten 4 bis 6, gelbe Kartoffeln, 50 Kilogramm, 3,80 bis 4,00, Erd-Kohlrabi 3 bis 5, Kopfsalat (Treibhaus) Stück 30 bis 32, Kopfsalat, Steige 24 Stück 5,50 bis 6,00 span., 24 bis 40 Stück 5,00 bis 5,50 itaL, Schlüpfer 75 bis 80, Lattich 50 bis 60, Meerrettich 35 bis 45, Rosenkohl 20 bis 23, Rote Rüben 3% bis 8, Rotkraut 10 bis 14, 12% bis 14 holl., Sellerie gr. 20 bis 28, mittel 14 bis 18, klein 10 bis 12, Spinat 8 bis 12, Schnittlauch Bdl. 30 bis 35, Schwarzwurzel 14 bis 22, Weißkraut 9 bis 12, Wirsing 13 bis 15, Winterkohl 10 bis 12, Zwiebeln 9% bis 10. Am Ob ft mar ft ergab sich keine Veränderung, das Geschäft war im allgemeinen gut und die Preise kaum verändert. U. a. notierten: Aepfel I 28 bis 35, II 20 bis 26. III 16 bis 20, Boskop 26 bis 35, Roter Eifer 20 bis 25, Schafsnase 16 bis 20, amerifan. Aepfel, Kiste etwa 40 Pfund, rote 15,00 bis 18,00, Apfelsinen, blond 12 bis 18 span., Blut 13 bis 20 span., Blut 20 bis 23 itaL, Bananen, Kiste 25 Pfund, 5,00 bis 6,00 Kamerun, Kranz- Feigen, 25 Kilogramm, 8,50 bis 9,00, Smyrna- Feigen, 50 Pfund, 10,00, Zitronen, Kiste 300 bis 360 Stück 6,00 bis 7,00. Frankfurter Buttermarkt. Frankfurt a. M., 13. März. Die Entwicklung des Buttermarktes hat sich den Erwartungen entsprechend verbessert. Die Zufuhren zum hiesigen Platz waren besonders anfangs der Woche recht gut, so daß die Kleinhandelsgeschäfte fast durchweg zufriedenstellend beliefert werden konnten und ihrerseits die Forderungen des Konsums erfüllten. Ende der Woche waren die Anlieferungen kleiner, insbesondere holländische Butter hat nur unzureichende Zufuhren. Es notierten in RM. per 50 Kilogramm frei Frankfurt a. M. (Großhandelsverkaufspreise an den Kleinhandel): Deutsche Markenbutter 145—148, feine deutsche Molkereibutter 143—145, deutsche Molkereibutter 142, Landbutter 125. Holl. Butter 145—148. Gründung einer besonderen Wohnungsbaugesellschaft, der etwa 2 Millionen Mark zugeführt werden, beschließen. Der Fabrikbesitz ist nicht belastet. Die Opelbilanz spiegelt den vollen Erfolg der Reichsregierung und ihrer Maßnahmen zur Motorisierung Deutschlands wider. Es erhöhte sich die Produktion seit den ersten Maßnahmen um 383 v. h., die Reuzulassungen in Deutschland um 317 v. h., der Automobilbestand um 53 v. h. und die Ausfuhr um 133 v. h. Gleichzeitig konnte der Preis der Wagen verbilligt werden. Für eine weitere Verbilligung müßten Fortschritte bei einzelnen Dorindustrien erzielt werden. Opel beschäftigt 18 310 Mann, die Konsolidierung der etwa 12 000 Mann Gefolgschaft, die erst 1933 und 1934 zu Opel kam, schreitet nach bisher natürlichen Reibungen fort. Befruchtet durch den Aufschwung der letzten drei Jahre werde auch das Jahr 1936 güte Absatzmöglichkeiten für die deutsche Automobilindustrie bieten. Die Firma geht mit wohlausgerüsteten Werksanlagen in das laufende Jahr, sie will ihren Leistungsgrad noch erhöhen, insbesondere beim Export. Der Opelexport sei stückmäßig und wertmäßig weiter gestiegen. lieber die Finanzierung des Wagenkaufes fei eine Angabe aus Rüffelsheim vermerkt, wonach die Quote der Barkäufe 1935 auf etwa 50 v. H. gegen 55 und 60 v. H. das Jahr vorher herunterging. Von den Kreditkäufen werde etwa die Hälfte sehr kurzfristig bis zu vier Monaten finanziert, etwa 30 v. H. weifen eine Laufzeit von über vier bis zu zwölf Monaten, etwa 20 v. H. über 12 bis zu 18 Monaten auf. Die Kreditinanspruchnahme verteilte sich zu 58 v. H. auf Geschäftskäufe, 13 v. H. freie । Berufe, 11,5 v. H. Bauern, Gärtner usw., 11 o. H. Festbesoldete und 1,5 v. H. Private. HV. am I 23. März. fid>e 7ld*rid)fett Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 15. März. Okuli. Gießen. Stadtkirche. 9.30 Uhr: Propst Knodt; 11: Kinderkirche der Matthäusgemeinde; Propst Knodt; 18: Pfr. Becker. — Zohanneskirche. 9.30: Pfr. Bech- tolsheimer; 11: Kinderkirche der Lukasgemeinde; Pfr. Bechtolsheimer; 18: Pfr. Ausfeld; 20: Bibelbesprechung. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfr. Anthes; 11: Kinderkirche der Luthergemeinde; Pfr. Anthes. — Petruskapelle, Wetzlarer Weg 59. 9.30: Pfr. Trapp. — Wieseck. 9.45: Hauptgottesdienst; 11: Kinderkirche — Alten-Vuseck. 10: Gottesdienst. — Trohe. 13: Gottesdienst. — Albach. 12.30: Gottesdienst und Christenlehre. — Steinbach. 10: Gottesdienst. — Rödgen. 10: Gottesdienst. — Annerod. 13: Gottesdienst; 20: Abendgottesdienst.— Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienst; 11: Kindergottesdienst (2. Abteilung). — Kirchberg. 10: Gottesdienst; Pfarrassistent Metzler. — Daubringen. 13.30: Gottesdienst; Pfarrassistent Metzler. — Treis an der Cumba. 10: Hauptgottesdienst; Missionar Oberlein von Herrnhut; 11: Katechismuslehre; 19: Lichtbildervortrag von Missionar Oberlein. — Klein-Linden. 9: Gottesdienst und hl. Abendmahl für die männliche Jugend; 11: Kindergottesdienst. — Garbenleich. 10: Gottesdienst. — Hausen. 13: Gottesdienst. — Lich. 10: Stiftsdechant Kahn; 12.45: Kindergottes- dienst; 14: Stiftspfarrer Naumann. — Rieder- Bessingen. 10: Stiftspfarrer Naumann. — Langsdorf. 11: Hauptgottesdienst. — Veilenhausen. 9.30: Hauptgottesdienst. — Münzenberg. 11: Gottesdienst; 20: Passions-Abendgottesdienst. — Trais-Münzenberg. 9: Gottesdienst; 18.30: Passions-Abendgottesdienst. — Hungen. 10: Gottesdienst; 13.30: Kindergottesdienst. — Reinhardshain. 10: Gottesdienst. — Beltershain. 12.30: Gottesdienst. — Dahenborn- Sleinberg. 13: Gottesdienst. Montag, den 16. März. Münzenberg. 20 Uhr: Mädchenabend. Dienstag, den 17. März. Langsdorf. 20.30 Uhr: Feierstunde der Inneren Mission mit Filmvorführung „Segensspuren der Liebe". Mittwoch, den 18. März. Klein-Linden. 20 Uhr: Passionsandacht. — Lich. 20: 4. Passionsandacht. — Münzenberg. 20: Frauenbund. Freitag, den 20. März. Bettenhausen. 20 Uhr: Passionsandacht. Christliche Gemeinde Gießen. Sonntag, 15. März. 10 Uhr: Erbauungsstunde; 20.30: Evangelisation; Prediger Lück. — Dienstag, 17. März. 20.30 Uhr: Bibel- und Gebetstunde. Gemeinschaft innerhalb der Kirche (Landeskirchliche Gemeinschaft), Gutenbergstraße 9. Sonntaa, 15. März. 15 Uhr: Männerstunde ; 20.30: Evangett- sationsstunde. — Mittwoch, 18. März. 20.30 Uhr: Bibelstunde. — Donnerstag, 19. März. 20.30 Uhrr Jugendbundstunde. Evangelische Stadtmission, Löberstraße 14. Sonntag, 15. März. 20.15 Uhr: Evangelisationsvortrag; Missionsinspektor Veiel. — Mittwoch, 18. März. 20.30 Uhr: Bibelstunde. Baptistengemeinde, Gartensirahe 13. Sonntag, 15. März. 11 Uhr: Kindergottesdienst; 20.30: Evangelisation. — Donnerstag, 19. März. 20.30 Uhr: Bibelstunde. Katholische Gemeinden. Samstag, den 14. März. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, den 15. März. 3. Fastensonntag. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Kinder und der Kolpingsfamilie; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 17.30: Christenlehre und Andacht. — Grünberg. 9.45: Hochamt mit Prediat. — Hungen. 8: Hochamt mit Predigt. — Laubach. 10: Hochamt mit Predigt; 14.30: Vortrag und Andacht. — Lich. 10: Hochamt mit Predigt; 20: Vortrag und Andacht. — Ridda. 8.15: Hochamt mit Predigt. — Schotten. 10.30: Hochamt mit Predigt. Mittwoch, den 18. März. Hungen. 7.15 Uhr: Messe. vesfentlicher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringende« Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Telefon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamt: Für Schließfachabholer 1 bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500 Aerzte : Frau Dr. Marx, Dr. Ploch. Zahnarzt: Dr. Geyer. Apotheke: Engel-Apotheke. Die Adam-Opel-AG. im Jahre 1935. Rekordabsatz und Gewinnsteigerung - 6 (0) Prozent Dividende —. Sonderreserve für Neuanlagen. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. Datum Banknoten. Gritzner 0 Mainkraftwerke Höchst a.M.... 4 Süddeutscher Zucker 10 9,13 9,25 Ziffern geben die Höhe der zuletzt beichlosjenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. 28,4 I 89 I 198 I 8,25 8,25 13,25 1 95,75 159,25 30,5 302,5 174 180,5 4 0 5 5 0 7 0 8 0 17,5 122 119 48 90,75 119 81 ManSselder Bergbau .. Kokswerke........... Rheinische Braunkohlen Rheinstahl ........... Vereinigte Stahlwerke. Otavi Minen ........ Kaliwerke Aschersleben. Kaliwerke Westeregeln. Kaliwerke Salzdetfurth Schultheis Patzenhofer Aku (Allgemeine Kunstseide) .. Bemberg................... 1,2 8,2 7,9 8 .12,9 Die hinter den Papieren an; . o . 5 . 6 ?y, 94 I 130,5 । 130 I 28,65 1,2 8,5 8,3 8,3 13,25 I. ®. Farben-Jndustrte Schetdeanstait........ Goldschmidt Rütgerswerke Metallgeiellschaft Philipp Holzmann .... Zementwerk Heidelberg Cementwerk Karlstadt.. . 0 7*/, 12 • 8 1,25 8,13 7,9 8 13 28,5 1,2 Zellstoff Waldhof .... Zellstoff Aschaffenburg Dessauer Gas....... Daimler Motoren .... Deutsche Linoleum ... Lrenstetn & Koppel .. Westdeutsche Kaufhof. (?hnbe.............. Accumulatoren-Fabrik Eonti-Gummt...... 5 131,5 6 — 12 218 4 111,75 0 81,75 4% Oesterreichtsche Goldrente.... 4,20% Oesterreichische Stlberrente 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische StaatSrenk v. 1910 4y»% deSgl. von 1918.......... 6% abgest. (Bolbmerilaner von 99 B"8dadbahn-Anleihe 71 150,25 1 9 211,5 ! 5* 106 6 119,75 41 110,5 I Krankfun a. M. Berlin Schluß« kurs Schiußr. Abend« börse Schlußkurs Schlußk. Mittag« börse 12.3. 13.3. 12.3. 13-3- Frankfurt a.M. Berlin Schlußkurs Schluß!. Abendbörse Schluß« turs Schluß!. Mittag« börie «jfltum 12.3. 133 12.d. 13-3- 4% besgl: Serie II .......... 9,13 9 — — 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 6,13 6,13 6,2 6,13 sy,%Rumän.vereinh.Rentev.l913 9,13 9 9 8,85 4% Rumänische vereinh. Rente 5,2 5,15 5,2 5,05 2%% Anatolier........... 37,13 37,13 37,25 37,13 Hamburg-Amertka-Paket ..... 0 15,65 15,25 15,65 15,13 Hamburg.Südam. Dampfschiff 0 — — 26,65 — Norddeutscher Lloyd ......... 0 17,4 17,13 17,5 17 A.G. für Verkehrswesen Akt. . 0 105,5 104,5 105,4 104,75 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 111 110 111,13 110,25 Commerz- und Privat-Bank .. 0 92,5 91,5 92,25 92 Deutsche Bank und Dtsconto Gesellschaft................ 0 92,5 92 92,5 92 Dresdner Bank.............. 0 92,5 92 92,5 92 Reichsbank ................ 1*2 184,25 184 184,4 184,25 A.E.G...................... l) 34,75 34,75 35 34,9 Bekula.................... 10 140,4 140 140,4 140 Elektr. Lieferungsgesellschaft.. 5 119,25 118 119,5 118,25 Licht und Kraft ........... 6 V. 135 133,5 135 134,13 Felten & Guilleaume....... 4 112,75 111,75 112,75 112,25 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 6 126 125 126 125,25 Rheinische Elektrizität ........ 6 124,25 121 123,5 121 Rhein. Wests. Elektr.......... 6 126,25 126,25 126,5 125,9 Schuckert & (£o............... 4 130 129 131,13 129,5 Siemens & Halske........... 7 167 165,5 168 165,5 Lahmeyer & Co............. 7 124,75 124 125,25 125 Buderus .................. 4 94,75 94 95,4 94,25 Deutsche Ekdöl ............. 4 108,13 106,75 107,5 107,25 Harpener.................. 0 113,75 112,5 114 113 Hoesch Eisen—Köln-Neuessen . 8 87 85,5 86,5 85,5 Ilse Bergbau .............. 6 —— — 158 157,25 Ilse Bergbau Genüsse ....... 6 127,5 127,5 127,25 127 Klocknerwerke .............. 8 83,75 82,25 83,25 82,4 Mannesmann-Rühren....... 0 81,25 80 81,25 80,25 Arant,uri o. 2)1. Benin Schluß« kurs Schluß!. Abendbörse Schluß« kurs Schlußk. Mittagbörse Datum 12-3. 13.3 12 3. 13.3 6% Deutsche RetchSanlethe v. 1927 100,5 100,25 100,5 100,5 <% Deutsche Reichsanl. von 1934 97,65 97,65 97,65 97,65 vy2% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit 102,9 102,9 — 103,4 Ausloi.-Rechten ............. 110,5 110,5 110,5 110,5 4*/i% Deutsche Retchspostschatzan- 100,1 100,1 100,2 100,13 6% ehem.8% Hess. Bolk'sstaat 1929 98,25 98,25 4Vi% ehem. 8% Hessische Landes, bank Darmstadt Gold R. 12.... 6*/2% ehem. 4y,% Hess. Landes- 96,4 96,4 — 96,4 Hypothekenbank DarmstadtLigui