Nr.1I Erster Blatt 186. Mrgang Dienstag, 14-Zanuar M6 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernfprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche UnloersttStr-vuch- und Sterndruckerei «.Lauge in Siehe». Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7 Annahme von Anzeige» für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Dormittags Grundpreise für 1 mm Höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70mm Breite 50 Npf.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25°/a mehr. 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Es folgten der Reichsarbeitsdienst und schließlich in langen Zügen die Deutsche Arbeitsfront. DieKundgebung in der Wartburg Kaum war der Vorbeimarsch beendet, begann auch schon der Ansturm auf die Wartburg. Bevor Reichsminister Dr. Frick den festlich geschmückten Saal betrat, wurden ihm im Auftrage der SS. - Standarten des Reiches die Urkunden überreicht, die im Sommer 1934 bei einer Sternfahrt zur großen Saarkundgebung nach Koblenz gebracht worden waren. Den Beginn der Kundgebung bildete ein von SA- Männern wirkungsvoll vorgetragenes Festspiel „Befehl, der aus dem Blute kam. Dann sprach als erster Redner der Gauleiter ReichskommiffarBürckel: Als mir der Führer am 15. Januar 1935 den Auftrag der Rückglrederungdes Saarlandes übertrug, so erklärte der Gauleiter u. a., stand ich vor einer Ausgabe, die Problem auf Problem zu türmen schien. Die schwierigste Frage lag auf wirtschaftlichem Gebiet. Das Preisniveau für die lebenswichtigen Güter lag an der Saar unter dem des Reiches, ebenso die Löhne. Die Saarindustrie verlor plötzlich ihr Absatzgebiet. Es mußte daher ohne Zeitverlust hart zugegriffen werden gegen alles, was der gleichzeitigen Lösung der Lohn-, Preis- und Absatzfrage im Wege stand. Die Arbeitslosenziffer begann schon in kürzester Frist, zum großen Teil bedingt durch das Arbeitsbeschaffungsprogramm, bis auf 25 000 zu sinken. Jeder hatte den Ernst der Situation erfaßt. Die wirtschaftlichen Rückgliederungsprobleme konnten nur durch Kameradschaftlichkeit gelöst werden. Der Gauleiter wandte sich dann an die ausländischen Pressevertreter und behandelte einige Fragen, die von ihnen vor einem Jahr an ihn gestellt wurden: Was geschieht den Juden? Wie wird es den Kirchen ergehen? Was wird aus den 5tatus-quo-Anhängern? Die Juden sind wohl ausnahmslos zugleich -unter dem bekannten Kontingent des Status quo. Sie genießen den Schutz des römischen Abkommens gleich doppelt: Als Juden und als Status-quo-Wähler. Bis 1. März werden wohl mehr als 95 v. H. aller Juden unter gründlichster Ausnützung aller durch das rön^sche Abkommen gesicherten finanziellen und vermögensrechtlichen Möglichkeiten das 6 a arge b t e t verlassen haben. Die noch hier bleiben, werden nach den bereits geltenden Gesetzen behandelt. Der Gauleiter wies weiter darauf hin, daß das religiöse und kirchliche Leben völlig ungestört geblieben sei, daß Ruhe und Frieden herrsche. Was die Status-quo - Anhänger betrifft, so kann niemand uns zumuten, ihnen um den Hals zu fallen. Die Drahtzieher führen jetzt ein angenehmes Leben. Um die dummen Verführten kümmern sie sich nicht mehr. Wenn ich daran denke, daß in diesem Augenblick so manchem dieser Verführten, der am Rundfunk mithört, die Tränen in Den Augen stehen, dann möchte ich die menschliche Bemerkung machen: Gebt Euch, solange Ihr noch das Glück habt, auf diesem geheiligten Boden zu leben, den andere gerettet haben, alle Mühe, w i e= der gutzumachen, was sich noch gutmachen läßt. Eure Kinder jedenfalls wollen wir für Eure Sünden nicht verantwortlich machen. Der Gauleiter betonte bann, daß gerade die Menschen an der Saar durch ihren Kampf als die letzten großen Zeugen aller Welt bekannt haben: Wir haben als Lehrmeister das geschichtliche Erlebnis einer deutschen Grenzmark: nicht Preuße, nicht Bayer, nicht Süddeutscher, nicht Norddeutscher, nicht Protestant, nicht Katholik, sondern nur deutsch. Die Welt wollte uns damals nicht glauben und sie richtete die entscheidende Frage an ein Volk, dem ein Vertrag aufzwang, letzter Zeuge um das eigene Blut zu sein. Und die Antwort war ehern, treu und gewaltig, weit sie einfach war: Wir sind nur Deutsche. Diesem geschichtlichen Bekenntnis und dieser völkischen Notwendigkeit hat der Führer seine dankbare Anerkennung gegeben, wenn er gestern verfügte, daß dieses Land zusammen mit der schon ein Jahrtausend um das gleiche Schicksal ringenden Pfalz ab heule den Namen trägt Gau Saarpfalz. Zum Schluß erklärte der Gauleiter: Ich melde Ihnen, Herr Minister, den Vollzugder Rückgliederung als die gemeinsame Arbeit aller Saarländer. Es gibt noch alle Hände voll zu tun, wie überall, und niemand wird uns die Arbeit abnehmen. Uns hilft der Herrgott, wenn wir uns selber helfen! Wir haben den 13. Januar vor einem Jahr zu einer gewaltigen Friedensdemonstration erhoben. Eine tausendjährige Epoche machtpolitischer Auseinandersetzung soll abgelöst Saarlautern, 13. Jan. (DNB.) Am Jahrestag der Saarabstimmung wurde als Zentrum des Grenzkreises aus der Stadt Saarlouis, den Gemeinden Lisdorf, Pikard, Schönbruch und Fraulautern die neue Stadt Saarlautern vom Reichsminister Dr. Frick aus der Taufe gehoben. Auf dem Adolf-Hitler-Platz in Saarlouis sind die gesamten Gliederungen der Partei angetreten. Ringsum steht eine nach vielen Taufenden zählende Menschenmenge. Kreisleiter Schubert begrüßt Reichsminister Frick als Sohn des Gaues Saar-Pfalz besonders herzlich. Reichsminister Frick führt dann u. a. aus: Die Reichsregierung hat an dem heutigen Ehrentage des Saarvolkes nicht fehlen wollen. Deshalb hat mich der Führer entsandt, um dem Saarvolk die besten Grüße und Wünsche für die Zukunft zu übermitteln. Der Versailler Vertrag hat dieses Gebiet vorübergehend von Deutschland abgerissen. Gerade in Saarlouis sollten sich die sagenhaften 150 000 Saarfranzosen befinden. Am 13. Januar vorigen Jahres ist diese Lüge als Lüge enthüllt worden, als sich die Stadt Saarlouis mit 90 v. H. zu Deutschland bekannte. Man wird diesen Tag niemals vergessen, an dem das Saarvolk in musterhafter @e« werden von der Einsicht, daß man völkische Werte und Gesetze nie durch Festungen und Kanonen ersetzen kann. Uns kann man nicht mehr mit Kanonen und Tanks imponieren. Uns kann man nur imponieren mit einem: Wenn andere es als ihre vornehmste Ehre betrachten, unsere Ehre nicht anzutasten, damit wir im Frieden mit allen für die Zukunft unserer Kinder sorgen können. Un- sinnung sich als deutsches Volk gezeigt hat. Man hat den heutigen Tag gewählt, um Saarlouis mit den vier umliegenden Gemeinden zusammenzuschließen und de? neuen Stadt auch einen neuen Namen zu geben. Der alte Name geht auf eine Zeit zurück, die zu der verderblichsten gehört, die Deutschland jemals hat durchmachen müssen. Mitten im Frieden wurde deutsches Land geraubt. Fremde Namen hat man deutschen Städten gegeben. So erhielt Saarlouis den Namen eines französischen Königs. Die Bevölkerung hat damals gebeten, daß der alte Name beibehalten werde. Trotzdem wurde ihr der Name Saarlouis aufgedrängt. Deshalb soll dieses Unrecht jetzt wieder gutgemacht werden, und diese Stadt soll, wie in alter Zeit wieder den alten Namen Saarlautern führen. (Langanhaltender Beifall.) Kreisleiter Schubert dankt dem Minister für seine Ausführungen und gab das Gelöbnis ab, daß er als Bürgermeister der neuen Stadt sein Amt so führen werde, wie es sich für einen gewissenhaften Nationalsozialien gezieme. Anschließend trug sich Dr. Frick in das Goldene Buch oer Stadt ein. Dann fuhr er nach dem Ehrenmal im Warndt und kehrte wieder nach Saarbrücken zurück. fer größtes inneres Glück aber ist, daß wir Deutsche sind und einen Hitler haben. Reichsminister Dr. Frick kennzeichnete in feiner Rede zuerst die schwierig« Lage des Saarlandes vor der Abstimmung und würdigte die heldenhafte Haltung des Saarvolkes, die den überwältigenden 13. Januar 1935 zeitigte. Er hob hervor, daß im Führerrat der Deutschen Front sich Männer zusammengefunden hatten, deren Namen im Kampf gegen das Saar- Unrecht den besten Klang hatten. Mit diesen Männern vereinigte sich in unerschütterlichem Siegeswillen die junge Kraft aus der nationalsozialistischen Bewegung. Und sie alle sanden in dem Saarbevollmächtigten Gauleiter Bürckel ihren zielbe - wußten Leiter. Wie sich der an der Saar zur Entscheidung berufene Teil seiner geschichtlichen Ausgabe und Pflicht getreu erwiesen hatte, so fühlte sich das ganze deutsche Volk mit seinem Führer einig in dem erhebenden Glücksgefühl der unverbrüchlichen nationalen Geschlossenheit und Einsatzbereitschaft. Wo Deutsche in der Welt wohnten, da gingen in diesen Tagen die Gedanken voll freudigen Stolzes zu ihren Brüdern an der Saar. Auch heute möchte ich im Auftrage des Führers noch einmal allen Saarländern danken. Sie alle haben dem deutschen Vaterlande einen Dienst von geschichtlicher Bedeutung erwiesen. Das Reich hat mit dem 1. Wär; das Saarland in feine unmittelbare Verwaltung genommen. Wann und in welcher Form das Saarland bei einer Neugliederung des Reiches in eine größere Verwaltungsein- heit aufgehen wird, kann heute noch nicht ge- gefagt werden. Auch diese Entscheidung wird der Führer zu dem Zeitpunkt treffen, der ihm im Rahmen der deutschen Gesamtpolitik richtig erscheinen wird. Nachdrücklich weise ich aber heute bereits darauf hin, daß die spätere Reichsgaueinteilung der wirtschaftlichen Entwicklung und der hauptver- kehrsakte des Saarlandes, die unbestreitbar von Westen nach Osten verläuft, folgen wird. Die wirtschaftliche Erbschaft, die wir bei dem Uebergang des Saarlandes angetreten haben, stellt uns vor ernste und schwierige Fragen. Oberster Grundsatz war und ist, so viele arbeitslose Volksgenossen wieder in Arbeit und Brot zu bringen, als es mit den vorhandenen Mitteln wirtschaftlich sich ermöglichen läßt. Auch das übrige Reichsgebiet hat feine innige Verbundenheit mit dem Saarlande zum Ausdruck gebracht dadurch, daß es mehr als 12 0 0 0 Saarländern für dauernd oder vorübergehend neue Arbeitsplätze zur Verfügung stellte. Durch das Zusammenwirken aller Maßnahmen hat sich die saarländische Wirtschaft erfreulich gekräftigt. Es war möglich, die Zahl der Arbeitslosen im Saarland um etwa 30 000 zu vermindern. Zwischen heute und dem 13. Januar 1935 liegt für das Saarland und für uns alle ein Jahr harter und von Erfolg gekrönter Arbeit. Eure Heimat aber ist wieder ganz hineingewachsen in das große deutsche Vaterland. Nichts kann uns trennen von dem gemeinsamen unabänderlichen Willen, unser Volk groß, frei und glücklich zu machen und zu erhalten. Im Gedenken an die geschichtliche Stunde vor einem Jahr, an dem Ehrentag des Saarlandes, geben wir unser aller Empfindungen Ausdruck in dem Ruf: Unser deutsches Vaterland, unser geliebter Führer Sieg-Heil! Das Echo der Saarseiern in Frankreich. Paris, 14. Jan. (DNB. Funkspruch.) Der Berichterstatter des „Excelsior" gab einen Bericht aus Saarlautern, in dem er zum erstenmal diese deutsche Bezeichnung auch im französischen Text beibehält und schreibt, die überwältigende Stimmenmehrheit für Deutschland sei für die Saarländer sehr ehrenwert und habe französischerseits keinerlei Rachsucht heraufbeschworen. Außerdem habe das Abstimmungsverhältnis den Vorteil der Klarheit gehabt. Er schließt mit einem Hinweis auf den neuen deutschen Saarfunksender und macht sich im Namen aller Franzosen den Wunsch zu eigen, den der Direktor des Saarbrücker Senders geäußert habe: Der Saarsender soll zur Verständigung der Völker beitragen und westlich der Grenze 23 er- ständnis f ü r die Absichten des neuen Deutschlands wecken. Der Vertreter des „Jour" schreibt: Saarbrücken sei innerhalb von Jahresfrist die nationalsozialistischste Stadt geworden. Nie habe man in Deutschland so viele Hakenkreuzbanner und so reichen Fahnenschmuck gesehen wie gestern im Saarlande. Saarbrücken habe sich mit großer Schnelligkeit dem übrigen Deutschland angepaßt. Man könne mit Vergnügen feststellen, daß man sich heute von amtlicher wie von Seiten der Bevölkerung bemühe, alles zu vermeiden, was die Eigenliebe der Franzosen verletzten könnte. Oes Führers Sruß an das Saarvolk. Berlin, 13. Jan. (DNB.) Der Gauleiter des Saar-Pfalz-Gaues, Reichskommissar Bürckel, hat an den Führer und Reichskanzler fofo gendes Telegramm gerichtet: „Zum Jahrestag der Abstimmung entbietet das dankbare Saarvolk die aufrichtigsten Treue- ..grüße und verbindet damit den herzlichen Wunsch, Saarbrückens „platz der Deutschen Front" Am Vorabend des 13. Januar wurden im ganzen Saargebiet Feiern abgehalten. In Saarbrücken wurde am Abend der festlich beleuchtete Platz vor dem Rathaus auf den Namen „Platz der Deutschen Front" umgetauft. — (Scherl-Bilderdienst-M.) ä W -- - ; ' V*-'' 1 8* 1% ■ < * Die Gründung der neuen Saarstadt »Saarlautern' K , ! M 8 ÄM W ■ . 'S ~~ Moskau rüstet die Armee -er Weltrevolution. Molotoff vor dem Hauptvollzugsausschuß über die Außenpolitik der Sowjetunion. Man hat sich daran gewähnt, daß sowjetrussische Politiker Reden halten, die zu den wahren Absichten der bolschewistischen Weltanschauung in schroffem Widerspruch stehen. Der Vorsitzende des Rats der Volkskommissare hat es für notwendig gehalten, sich mit den angeblichen Richtlinien der deutschen Außenpolitik auseinanderzusetzen. Seine Rede war, ein Musterbeispiel der politischen Verschlagenheit, eine einzige rhetorische Bemühung, den wahren Sachverhalt zu verschleiern, die Probleme zu verdunkeln und einen Frieden zu propagieren, hinter dem die ewige Gefahr der Weltrevolution lauert. Wenn man Molotoff über die außenpolitischen Verdienste der Sowjetunion plaudern hört, könnte man allen Ernstes glauben, er sei ein überzeugter und fanatischen Anhänger des Weltfriedens, ein Mann, der die Auswüchse des Kapitalismus aus idealistischen Beweggründen haßt und die armen Abessinier aus rein humanen Motiven unter die Fittiche seines Mitleids nimmt. Wer aber zwischen den Zeilen zu lesen versteht, wird klar erkennen, daß auch diese Rede nichts anderes gewesen ist als ein getarntes Bekenntnis zum Gedanken der Weltrevolution. Da der Angriff die beste Verteidigung ist, hat sich Molotoff dazu hinreißen lassen, dem neuen Deutschland außenpolitische Motive unterzuschieben, die völlig aus der Luft gegriffen sind. Molotoff behauptet, daß die deutsche Regierung „aggressive Absichten und Eroberungspläne" habe, die sich gegen die Sowjetunion richten. Er ist im Irrtum, wenn er glaubt, „daß die Machthaber Deutschlands die Augen naiver Leute von gewissen Eroberungsplänen dadurch abzulenken versuchen, daß sie sich auf das Fehlen einer gemeinsamen Grenze zwischen Deutschland und der Sowjetunion berufen/' Solche Ablenkungsmanöver sind in Deutschland aus dem einfachen Grunde überflüssig, weil hierzulande niemand auch nur im Traum daran denkt, in Rußland einmarschieren zu wollen, um vielleicht die sowjetrussische Bevölkerung zum Gedanken des Nationalsozialismus zu bekehren. Die Annahme des Herrn Molotoff ist so absurd und an den Haaren herbeigezogen, daß es sich gar nicht lohnen würde, sich mit ihr zu beschäftigen, wenn sie nicht ein plumper psychologischer Trick wäre. Rußland will der Welt suggerieren, daß es vom nationalsozialistischen Deutschland schwer bedroht ist, um die tatsächlichen Beweggründe für feine ungeheuren Ausrüstungsbestrebungen zu verschleiern. Um dem „Weltfrieden" dienen zu können, sind die owjetrussischen Machthaber unermüdlich an der Arbeit, die Rote Armee zu einem internationalen Kampfinstrument erster Ordnung auszubilden. Die ungeheuerliche Steigerung der bolschewistischen Rüstung wird auf Kosten der Untertanen der Sowjetrepublik erzielt. Die Regierung läßt Millionen verhungern, während sie Getreide der russischen Muschiks enteignet, um dieses Gtreide auf dem Weltmarkt zu verkaufen. Die gewaltige Steigerung der Getreideausfuhr müssen die Bolschewisten mit Hunger, Elend und Tod bezahlen. Ueber die Zustände im Sowjetparadies ist so viel bekanntgeworden, daß sogar die Sowjetregierung nicht die Stirn hat, die Tatsachen abzuleugnen. Sie rüstet auf, während sie überall, z. B. in Paris, um Anleihen bettelt. Sie weiß deshalb. Denn die Sowjetarmee wird für ben Angriff bereit» gemacht, und im Angriff liegt die Zielsetzung der Kolonien stellen würden, fturbie Sowjetunion habe sich im Ostafrikakonflikl auf einen besonderen prinzipiellen Standpunkt gestellt, dem jeglicher Imperialismus und jegliche Politik des Kolonialraubes fremd fei. Diese Politik der Sowjetunion, die sie von anderen V ö l k e r b u n d s m i t g l i e d e r n trenne, werde noch große Früchte tragen. Ls gebe viel Anlaß zur Kritik am Völkerbunde. Man müsse auch zugeben, daß er zur Verhütung des ostafrikanischen Krieges nichts getan habe. Man könne aber die Tatsache nicht verkennen, daß der Völkerbund in diesem Falle nicht diejenigen behindert habe, die dem Friedenswerk dienten, sondern diejenigen, die dem Angreifer Helsen wollten. Der italienisch-abessinische Krieg zeige, daß die Gefahr des Weltkrieges immer mehr wachse, immer mehr Europa erfasse. Die kapitalistischen Staaten glaubten selbst nicht an die Möglichkeit eines bedeutenden Wachsens ihrer Bolschewistische Verschleierungskünste. Englische Zeitungen berichten von Schwierigkeiten in Südtirol. Kräfte auf der Grundlage der Entwicklung ihrer inneren Grundkräfte. Japan und Deutschland, und jetzt auch Italien seien entweder schon jetzt in den Vordergrund eines, neuen Zusammenstoßes zwischen den „imperialistischen Mächten der ganzen Welt" hinausgetreten oder sie seien bereit, in nächster Zukunft hinauszutreten. Es gebe keinen kapitalistischen Staat, der nicht durch die Aktivität der Außenpolitik der erwähnten drei Mächte berührt wäre. „In dieser internationalen Situation", erklärte Molotoff im Tone dunkler Drohung, „ist die Verantwortung der Sowjetunion besonders groß. Wer sich in einen neuen imperialistischen Krieg verwickelt, kann sich auch noch vor der Verwirklichung seiner Ursur- pationspläne den Hals brechen. Nicht ausgeschlossen ist, daß die Hoffnung der imperialistischen Cliquen auf die Passivität der Volksmassen im unerwartetsten Augenblick zusammenbrechen könnte, wie es auch schon früher zu geschehen pflegte. Uns Bolschewiken ist es nicht schwer, ein derartiges Streben der Dolksmassen zu verstehen." bolschewistischen Politik schlechthin. Wenn sie in Genf mit Friedensphasen um sich wirft und die anderen Völker daraus hereinfallen, so wird die Teufelsfaust der Weltrevolutionierung sofort zum Vorschein kommen, wenn die Rote Armee stark genug ist, um zum Angriff auf die bestehende Ordnung schreiten zu können. Schon heute ist die Rote Armee vielleicht die stärk st e der Welt. Im Kriegsfälle kann schon jetzt Sowjetrußland mindestens zehn Millionen Mann, die nicht älter als 32 Jahre sind, auf die Beine stellen. Davon sind 8,5 Millionen ausgebildete Reserven und 1,5 Millionen bilden das aktive Heer. Hinzu kommen aber noch die ungefähr 200 000 Mann zählenden Angehörigen der GPU., die in Panzerkraftwagen-Abteilungen, Fliegergeschwadern, Schützen- und Kavallerieregimentern organisiert sind. Mit der Roten Armee ist die „Ossoaviachim" vereinigt, die „Gesellschaft zur Förderung der Landesverteidigung, des Flug- und Gaswesens". Die Mitglieder dieser Gesellschaft werden in allen denkbaren militärischen Waffen ausgebildet und ihre Zahl wird auf nicht weniger als 13 Millionen angegeben. Das unerschöpfliche Menschenmaterial der Sowjetrepubliken wird also vollkommen durchmilitarisiert und nach einem einheitlichen Willen gelenkt. Da dieser Wille auf den Umsturz gerichtet ist, sind die Folgerungen für jede nichtbolschewistische Regierung selbstverständlich. Die ungeheuerliche Frechheit der Anschuldigung' gegen Deutschland wird noch deutlicher, wenn man bedenkt, daß die Sowjetunion das Monopol, sich in die innerpolitischen Verhältnisse anderer Staaten einzumischen, für sich und ihre weltrevolutionären Zwecke gepachtet hat. An allen Ecken und Enden in Europa und Ueberfee kommunistische Versuche, die bestehende Ordnung durch gewalttätige Mittel zu erschüttern, und ein allgemeines Chaos heraufzubeschwören. An allen Ecken und Enden Unfrieden, blutiger Hader und unbeschreibliche Verwirrung, einzig und allein durch das gewissenlose Treiben sowjetrussischer Propagandazentralen. Herr Molotoff aber, der diese Vorgänge entweder ignoriert oder als harmlose Bagatellen mit überlegener Gebärde beiseite schiebt, spricht mit verlogenem Pathos von der sowjetrussischen Friedensliebe: „Wir müssen unsere Rote Armee auch fernerhin stärken und im Vereine damit jede Möglichkeit ausnützen, um den Frieden zu unterstützen und die Werktätigen aller Länder über unsere besondere prinzipielle Linie in der internationalen Friedenspolitik aufzuklären." Was würde Herr Molotoff dazu sagen, wenn das neue Deutschland die Absicht hätte, „die Werktätigen aller Länder über die prinzipielle Linie der nationalsozialistischen Politik aufzuklären"? In schärfstem Gegensatz zu den Propagandamethoden der Sowjetunion hat der Führer immer wieder betont, daß Deutschland einzig und allein von dem Gedanken geleitet ist, den inneren Aufbau nach Kräften zu fördern und zu allen anderen Staaten friedliche Beziehungen zu unterhalten. Das nationalsozialistische Deutschland hat durch fein Verhalten praktisch bewiesen, daß dieses Programm kein leeres Gerede ist, während die Sowjetunion trotz ihrer ewigen Friedensbeteuerungen immer wieder von neuem den Versuch unternimmt, die Bevölkerung fremder Staaten bolschewistisch zu verseuchen. daß Sie, mein Führer, doch recht bald z« uns t o m m e n mögen. Ihr getreuer Bürckel." Der Führer und Reichskanzler hat hierauf mit folgendem Telegramm geantwortet: „Ihre Grüße erwidere ich herzlichst in dankbarer Erinnerung an die vorbildliche Haltung des Saarvolkes während der Jahre der Fremdherrschaft und im treuen G e - denken an das überwältigende Bekenntnis zum deutschen Volk und Vaterland, das die Saarländer heute vor einem Jahr abgelegt haben. Adolf Hitler." Saarbrücken wird Hochschulstadi. Berlin, 13.Jan. (DNB.) Aus Anlaß der Jahresfeier der Saarlandbefreiung gibt Reichserzie- hungsminister Rust bekannt, daß die Stadt Saarbrücken zum Herbst 1936 eine Hochschule für Lehrerbildung erhält. Damit übernimmt das Saaroolk, das sich' vor einem Jahr in einzigartiger Weise zum Deutschtum bekannt hat, die Aufgaben, an der Heranbildung des nationalsozialistischen Erziehernachwuchses mitzuwirken. Die neue Hochschule soll ein Mittelpunkt des kulturellen Lebens im Saarlande werden und den Geist des neuen Deutschland im äußersten Westen des Reiches verkörpern. „Bann des 43. Januar/ Saarbrücken, 13. Jan. (DNB.) Am Jahrestage des Abstimmungssieges hielt die HI. des Gebietes 25 Pfalz-Saar ihre Jahrestagung ab. Reichsinnenminister Dr. Frick richtete dabei an die Jugend etwa folgende Worte: Die deutsche Jugend ist unser kostbarstes Gut; denn auf ihr ruht die Zukunft der Nation. Ihr als Führer dieser Jugend neben dem Elternhaus, der Schule und der Kirche, habt eine ungeheure Aufgabe und Verantwortung. Für diese Aufgabe müssen wir aber in Anspruch nehmen die alleinige Zuständigkeit der HI. Wir müssen hier den absoluten Totalität s a n s p r u ch des nationalsozialistischen Staates geltend machen. Die neu zu schaffende Staatsjugend wird die Aufgabe haben, die deutschen Jungen und die deutschen Mädel zu guten Reichsbürgern zu erziehen. Niemand wird künftig im nationalsozialistischen Staat Beamter werden können, der nicht in die Schule der HI. und der Staatsjugend gegangen ist. Stabsführer Lauterbacher erklärte bann: Heute und in den kommenden Jahrhunderten würden wir uns des Abstimmungstages an der Saar erinnern, denn er sei ein Tag der großen Volksverbundenheit und Kameradschaft. Lauterbacher gab im Auftrage des Reichsjugendführers dem Bann 70 Saarbrücken den Ehrennamen „Bann des 13. Januar". Aulobusunglück im Saargebief. Im Saargebiet fuhr auf dem Wege zum Erinne- rungsmarfch ein mit etwa 40 Teilnehmern in der traditionellen Uniform der Deutschen Front besetzter Autobus infolge Versagens der Bremse in der sog. Spieser-Hohl gegen eine Vorbautreppe. Dabei wurden die Insassen herausgeschleudert, sieben schwer und zwölf leicht verletzt. Die Verletzten wurden in Neunkirchener Krankenhäusern untergebracht. Nie Brotversorgung. Eine Entschließung der Reichsarbeitsgemeinschaft für Brotversorgung. Berlin, 13. Jan. (DNB.) Die Reichsarbeitsgemeinschaft für Volksernährung hat folgende Entschließung gefaßt: Das Brot spielt auch heute noch in der Volksernährung eine sehr wichtige Rolle. Gegenüber der Vorkriegszeit ist der Brotverbrauch nicht unbedeutend z urücfgegangen. Das hängt zum großen Teil mit der infolge der anders gearteten Arbeitsverhältnisse und -zeiten auch veränderten Lebensweise zusammen. An die Stelle des Brotes sind teilweise andere Nahrungsmittel getreten, die aus dem Auslande bezogen werden. Daher ist es notwendig, den Brotverbrauch wieder zu steigern. Die Reichsarbeitsgemeinsckaft für Volksernährung hat die Fraae der Brotversorgung in v o l k s g e - fundheitlicher Beziehung eingehend erörtert. Da zuweilen nach Auffassung der Verbraucherschaft die Güte des Brotes zu wünschen übrig läßt, hält es die Reichsarbeitsgemeinschaft für erforderlich, der Verbesserung des Brotes erhöhte Aufmerksamkeit zu schenken. Eine Werbung zum vermehrten Brotverbrauch kann nur dann von dauerndem Erfolg fein, wenn dem Verbraucher überall und jederzeit ein schmackhaftes, bekömmliches, also gutes Brot zur Verfügung steht. Es wird notwendig fein, sowohl in der Müllerei — bei der Mehlherstellung — als auch in der Bäckerei darauf bedacht zu sein, durch Ausnutzung aller vorhandenen Möglichkeiten zur Qualitätsverbesserung beizutragen. Die Reichsarbeitsgemeinschaft ruft die zuständigen Fachgewerbe auf, unter Heranziehung aller Kräfte auf wissenschaftlichem und praktischem Gebiet sofort die Arbeit aufzunehmen und dem Volke und der Volksernährung mit dem besten Brot zu dienen. Richtlinien für die Veranlagung zur Einkommensteuer. Berlin, 13. Jan. (DNB.) Der Reichsminister der Finanzen hat eingehende Veranlagungsrichtlinien zur Einkommensteuer und Körper s ch a f t s ft e u e r für 1935 herausgegeben. Die Frist für die Abgabe der Steuererklärungen ist auf den Zeitraum vom 1. bis 29. Februar 1936 festgesetzt. Die Vordrucke für die Steuererklärung gehen den Steuerpflichtigen in der Zeit vom 10. bis 31. Januar 1936 zu. Eine allgemeine Verlängerung der Erklärungssrist über den 29. Februar 1936 hinaus wird nicht stattfinden. In einzelnen begründeten Ausnahmefällen kann jedoch das Finanzamt die Steuererklärungsfrist verlängern, und zw^r bei der Einkommensteuer bis zum 30. April Für die Gewerbetreibenden sind von besonderer Bedeutung die Anweisungen über die Behandlung der sogenannten kurzlebigen Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens. Die Liste der kurzlebigen Wirtschaftsgüter gilt bis auf weiteres fort, sie ist nur in einzelnen Punkten er- gänzt worden. Gleichzeitig ist noch klargestellt worden, daß die Gewerbesteuer bei der Ermittlung des gewerblichen Gewinns abzugs- f'ä h i g ist. Durchschnittssätze werden für 1935 für nichtbuchführende Gewerbetreibende nicht ausgestellt, sondern, wie bisher, Richtsätze. Dom 1. Januar 1936 ab werden Ledige im Alter von mehr als 65 Jahren für ine Einkommensteuer nicht mehr als ledig behandelt werden. Sie haben die Einkommensteuer nach den Sätzen für kinderlos Verheiratete zu entrichten. Für die Veranlagung für 1935 gilt ober noch die alte Regelung, wonach sie als ledig gelten. Moskau, 13. Jan. (DNB.) Vor dem Haupt- vollzugsausschuß erklärte der Vorsitzende des Rates der Volkskommissare, Molotoff, daß die Beziehungen der Sowjetunion zu anderen Ländern im verflossenen Jahre im allgemeinen normal gewesen feien. Die Sowjetregierung wie auch die Regierungen Frankreichs, der Tschechoslowakei und einiger anderer Staaten haben vom Standpunkt der Sicherung des Friedens in Europa dem Abschluß eines sogenannten Osteuropapaktes befonoere Bedeutung beigemessen, dem nach dem Vorschlag Frankreichs auch Deutschland, Polen, Lettland, Estland und Litauen beitreten sollten. Wegen des Entgegenwirkens Deutschlands und Polens hatte aber der Osteuropapakt gegenseitiger Hilfe keinen Erfolg. Dies hinderte jedoch nicht, daß im Mai des vorigen Jahres ein sowjet- russisch-französischer Pakt gegenseitiger Hilfeleistung unterzeichnet wurde. Ferner wurde ein Vertrag gegenseitiger Hilfe zwischen der Sowjetunion und der Tschechoslowakei abgeschlossen. Die Sowjetregierung hat die Beziehungen zu Uruguay abgebrochen, und zwar unter dem Druck brasilianischer, man sagt auch irgendwelcher europäischer Reaktionäre. Wenn man Uruguay Glauben schenkt, so kann man denken, daß die Sow- jetregierueg sich mit nichts anderem als mit den inneren Angelegenheiten Brasiliens und Uruguays beschäftigt hat. Die Sowjetregierung kann aber solche Schritte, mögen sie auch von Uruguay ausgehen, nicht übersehen, Schritte, die nicht allein in bezug auf die Sowjetunion vollständig unbegründet sind, sondern auch eine unmittelbare Verletzung des Völkerbundspaktes darstellen. Deshalb hat sich das Volkskommissariat des Aeußern an den Völkerbund mit einer Beschwerde über die Handlungsweise von Uruguay gewandt, das die diplomatischen Beziehungen mit der Sowjetunion abbrach, oyne vorher den Streitfall an ein Schiedsgericht oder an den Völkerbundsrat zur Entscheidung zu geben, wie dies die Völkerbundssatzungen fordern. Molotoff wandte sich dann den Beziehungen der Sowjetunion mit Deutschland und Japan zu, die, wie er sich ausdrückte, die besondere Aufmerksamkeit auf sich ziehen. „Ich spreche es direkt aus“, erklärte er, „daß die Sowjetregierung die Herstellung besserer Beziehungen zu Deutschland wünscht als diejenigen, die jetzt bestehen. Dies erscheint uns vom Standpunkt der Interessen beider Völker unbestritten zweckmäßig. Molotoff glaubte der Reichsregierung aggressive Absichten und Lroberungspläne vorwersen zu müssen. Trotz dieser angeblich sowjetfeindlichen Außenpolitik habe jedoch die Reichsregierung der Sowjetunion einen Vertrag über die Gewährung eines Kredites in Höhe von 200 Millionen Mark für fünf Iahre vorgeschlagen, der am 9. April 1935 unterzeichnet wurde. Dieser Kredit sei im allgemeinen erfolgreich realisiert worden. In den letzten Monaten habe die deutsche Regierung die Frage eines neuen großen Kredits aufgeworfen, die Sowjetregierung stehe auf dem Standpunkt, daß sie sich nicht weigern werde, auch diesen sachlichen Vorschlag der deutschen Regierung zu erwägen, da die Entwicklung handelswirtschasllicher Beziehungen mit anderen Staaten, unabhängig von den dort herrschenden politischen Kräften, der Politik der Sowjetunion entspreche. In den Beziehungen zu Japan demonstrierte die Sowjetunion ihre Friedensliebe durch das Abkommen über den Verkauf der Ostchinefischen Bahn. Auch hinsichtlich aller übrigen praktischen Fragen fand die Sowjetunion bisher einen Weg zur Verständigung mit Japan. Ungelöst bleibt aber d i e Hauptfrage. Japan ist bisher unserem Vorschlag über den Abschluß eines Nichtangriffsvertrages ausgewichen. Man kann nicht umhin, ein derartiges Verhalten verdächtig zu finden. Die japanische Regierung habe bisher auch auf diese Vorschläge, die eine Prüfung der Grenzzwich e n f ä l l e zum Ziele haben, nicht geantwortet. £s habe daher den Anschein, daß „bestimmte Kreise )er japanischen Militärclique" diese Grenzzwischen- älle brauchen, um die Aufmerksamkeit von den Vorgängen in der Mandschurei und in Nordchina abzulenken. Dieses Spiel mit dem Feuer längs un- erer fernöstlichen Grenze hort nicht auf, die japanische Militärclique macht sich sowohl unmittelbar als auch über andere Territorien an unsere Grenzen heran." Japan und Deutschland seien rechtzeitig aus dem Völkerbund ausgetreten, um sich hie Hände reizumachen. Molotoff behauptete zu wissen, daß „Deutschland, aufgemuntert von einigen ausländischen Mächten, sich vorbereite, eine Herr- chende Stellung an der Ostsee einzunehmen". Deshalb müsse sowohl an den Ost- als auch an den Westgrenzen Sowjetrußlands die Verteidigung auf die gebührende Höhe gebracht werden. Im Laufe der letzten Jahre fei in militärischer Beziehung nicht wenig getan worden. Wir haben eine ftarfe Rote Armee aufgezogen, jetzt müssen wir noch zäher daran arbeiten, damit un- ere gesamte Armee aus ergebenen und ihre Sache bis aufs Letzte könnenden Kämpfern — Fliegern, Artilleristen, Chemikern, Tankführern, Schützen und Kämpfern aller anderen notwendigen Waffengattungen — bestehe. Wir haben für die Befehlshaber der Roten Armee persönliche Dienstgrade eingeführt, um die Bedeutung des führenden Teiles unserer Armee noch mehr zu verstärken und zu heben. Wir müssen unsere Rote Armee auch fernerhin stärken und die Werktätigen aller Länder über unsere besondere prinzipielle Linie in der internationalen Friedenspolitik a u f f I ä r e n. Der Eintritt Sowjetrußlands in den Völkerbund habe keineswegs zu bedeuten, daß fortan kein radikaler grundsätzlicher Unterschied zwischen der internationalen Politik der Sowjetunion und der Politik der kapitalistischen Mächte bestehe. Der ltalienisch-abessi- nische Krieg sei ein typisch imperialistischer Krieg. Italien trete als Vorkämpfer für die neue Aufteilung der Welt aus. Unter den kapitalistischen Mächten gibt es keine Mächte, die die Unabhängigkeit Abessiniens oder jeden anderen Landes über die Interessen ihrer eigennützigen Teilnahme an der Austeilung der London, 13. Jan. (DNB.) Trotz der scharfen italienischen Zementierung der englischen Meldungen über angebliche Vorkommnisse in Südtirol veröffentlicht der „E v e n i n g Standard" in großer Aufmachung einen Bericht seines Sonderkorrespondenten Grice aus Innsbruck, in dem u. a. gesagt wird, daß die Zahl der Männer, die sich der Dienstleistung in Abessinien durch d i e Flucht nach Oe st erreich entziehen, wachse. Der Berichterstatter will viele in der Nähe der italienischen Grenze gelegene Dörfer und Städte von Nordtirol besucht haben und veröffentlicht Aussagen der Deserteure, die unter schwierigen Umständen über d i e schneebedeckte Alpenkette aeflüch- t e t sind. Die Grenzdörfer seien mit Soloaten und bewaffneter Polizei gefüllt. In vielen Teilen würden neue Kasernen errichtet. Besonders scharf sei die Kontrolle am Brennerpaß. Seit dem Ausbruch des Krieges hätten sich insgesamt mehr als 10000 Deserteure bei den Nothilfe-Verbänden gemeldet, was aus den Listen der Verbände klar yervorgehe. In der Kaserne in Meran hätten in der Nacht vor ihrem Transport die Leute ihren Offizieren den Gehorsam verweigert und den größten Teil der Einrichtung der Kaserne zertrümmert. Nach Unterdrückung der Revolte seien drei Mann in Haft behalten worden, deren Schicksal nicht bekannt sei; die anderen seien entwaffnet und ohne Gewehre oder Munition zum Zuge befördert worden. Professor Dr. Reut-Nicolusfi von der Universität Innsbruck habe an den Arbeiten der Nothilfe-Verbände hervorragend teilgenommen und u. a. erklärt, daß seit Kriegsbeginn 1700 deutschsprechende Deserteure b i e Grenze überschritten hätten. Kürzlich sei eine vollständige italienische Abteilung mit Maschinegnewehren und Gewehren in einem Dorf in Nordtirol eingetroffen, wo sie sich bei der Polizei gemeldet hätte. Dr. Reut habe sich seinerzeit in Rom gegen die Aushebung von Wehrpflichtigen in Südtirol gewandt mit dem Vorschlag, sie für Polizeizwecke zu verwenden. Auf die ablehnende Antwort des Kriegsministers hin habe Reut erklärt, daß es dann zwar nicht zu einer offenen Revolte oder zu Blutvergießen kommen würde, daß aber viele Leute desertieren würden. Bei dem Abtransport der eingezogenen Reserveoffiziere sei es auf allen Stationen zu Störungen gekommen, in deren Verlauf viele Verhaftungen oorgenommen worden feien. Die Darstellung des „Evening Standard" wird von italienischer Seite entschieden bestritten. Dem Blatt muß daher die volle Verantwortung für feine Ausführungen überlassen bleiben. Keine Konzentrationslager in Oesterreich. Wien, 14. Jan. (DNB.) Die in der Ausland- presse mehrfach aufgetaudjte Nachricht, wonach in Oesterreich für italienische Militärflüchtlinge Konzentrationslager errichtet worden wären, entbehren, wie die „Politische Korrespondenz" meldet, jeder Grundlage. Die Bewegungsfreiheit der übrigens nichtzahlreichen militärischen Flüchtlinge aus Italien wird in keiner Weise unterbunben M zwischen Mn und Prag. Dr. Schuschnigg begibt sich wieder einmal auf Reisen. Diesmal führt ihn sein Weg nicht nach Süden, sondern nach Norden. Dor dem Jndustri- ellen-Klub in Prag wird er, einer Aufforderung dessen Präsidenten entsprechend, einen Vortrag halten. (Man hört, daß die Einladung an den österreichischen Bundeskanzler bereits ergangen war, bevor Dr. Benesch und die Prager Regierung etwas davon erfuhren.) Vielleicht hat die Reise von Dr. Schuschnigg nach Prag deshalb größere Beachtung gefunden, weil es seit vielen Jahren das erstemal wieder ist, daß sich ein österreichischer Kanzler in die Hauptstadt der Tschechoslowakei begibt. Zuletzi weilte Dr. Seipel in Prag, von dem bekanntlich das Wort stammt: „Jede Lösung mit, nichts gegen Deutschland". Dr. Seipel, der ein sehr konservativ denkender Mann war, hatte damals nicht sehr danach gefragt, welche Regierungsform in Deutschland bestand und welche Männer in Berlin regierten. Das Deutschtum stand ihm bei aller Wahrung christlich-katholischer Interessen über dem Parteienstreit. Heute möchte man das Wort Dr. Seipels dahin verändern: „Jede Lösung — nur nicht mit Deutschland". Vielleicht hat man sich zu sehr daran gewöhnt, die Politik der österreichischen Regierung nach ihrer Abhängigkeit von Italien und Frankreich zu beurteilen. Die Haltung des österreichischen Vertreters im Völkerbund während der Abstimmung über die Anwendung von Sanktionen gegen Italien schien die allgemeine Annahme zu bestätigen, daß das kleine österreichische Staatsschiff nur im Schlepptau der großen italienischen Fregatte fahren kann. Eine solche Auffassung verallgemeinert und vereinfacht das Wesen und die Ziele der österreichischen Politik doch wohl zu sehr. Ein Staat mag noch so klein sein, immer wieder wird er bestrebt sein, sich die arößtmöglichste Unabhängigkeit zu verschaffen und zu sichern. Und bei diesem Bemühen wird er seine Freunde dort suchen, wo er sie gerade findet. Er wird auch nicht davor zurückschrecken, einen alten Freund, der iym eine Wegstrecke lang geholfen hat, abzuschütteln. Er wird ständig lavieren und alle Klippen und Untiefen der Politik zu umschiffen versuchen. Denn darüber darf keine Täuschung bestehen, daß heute die österreichische Staatsführung, gerade weil sie von der Volksmeinung vollkommen losgelöst ist, in ihrer Außenpolitik ungehemmter vorgehen kann, als eine fest im Volk verankerte Regierung. Einer solchen Regierung fällt es verhältnismäßig leichter, das Steuer herumzuwerfen und einen Kurs anzustreben, den sie bisher zu vermeiden gesucht hatte. Für die Regierung einer kleinen Macht ist es aber auch notwendig, ihre Politik jederzeit der Einstellung der Großmächte untereinander sorgfältig anzupassen. Es kann also kaum Wunder nehmen, daß Dr. Schuschnigg in dem Augenblick ein besseres Einvernehmen und eine engere Zusammenarbeit mit der führenden Macht der Kleinen Entente anzustreben versucht, in dem Italien nicht nur in einem schweren Krieg in Abessinien, sondern auch in einen drohenden Konflikt mit England ver- wickelt ist. Diese Tatsache ist es, die dem Besuch von Dr. Schuschnigg in Prag, der unter normalen Verhältnissen gewiß keine besondere Aufmerksamkeit verdiente, sein Gepräge gibt. Und im übrigen kommt dieser Besuch auch durchaus nicht wie der Blitz aus heiterem Himmel. Man wird sich erinnern, daß die christlich-soziale Wiener „Reichspost" Ende Oktober vergangenen Jahres einen längeren Aufsatz veröffentlichte, in dem darauf hingewiesen wurde, wie notwendig für Oesterreich eine wohlwollende Haltung Englands sei. Dieser Aufsatz war nicht nur von dem Bedürfnis diktiert, anläßlich neuer Kreditverhandlungen in London um gut Wetter zu bitten, sondern auch um die Bedenken zu zerstreuen, die die sanktionsfeindliche Haltung Oesterreichs in Genf erweckt hatte. Uneingestanden oder nicht, hielt man es wohl für notwendig, sich etwas von dem italienischen Freund zu distanzieren und dort Anschluß zu suchen, wo es über die sanktionsgläubige Haltung keinen Zweifel gab. Plötzlich tauchten denn auch in der Wiener Presse Aufsätze auf, in denen die bei Ausbruch des abessinischen Konfliktes zu Grabe getragenen Donaupaktpläne zu neuem Leben erweckt wurden. Dabei tat man sein möglichstes, auch Ungarn erneut in die Diskussionen über die Organisierung des Donauraumes hereinzuziehen. So liegt zum Beispiel eine Nummer der „Reichspost" vom 4. Januar dieses Jahres vor uns, in der auf ein Buch hingewiesen wird, das der christlich-soziale ungarische Abgeordnete Bela Turi geschrieben hat und in dem unter anderm erklärt wird, eine noch größere Sicherheit für die Unabhängigkeit Oesterreichs werde vorhanden sein, wenn Oesterreich und Ungarn mit der Tschechoslowakei zu einem mitteleuropäischen Zusammengehen sich finden würden. Die „Reichspost" sieht diesen ungarischen Vorschlag, wenn sie ihn auch als „Wunschtraum" bezeichnet, als bahnbrechende Idee an und schreibt dazu: „Es ist ein Verdienst um die Zukunft, da ein Magyare vor die Mächtigen der Kleinen Entent hintritt und für die einzig mögliche, die friedliche ljche Zusammenarbeit plädiert." Daß aber die Donaupläne mehr sind als nur eine augenblickliche Derlegenheitslösung, beweist weiter ein Aussatz, der bereits im August vergangenen Jahres in der amtlichen „Wiener Zeitung", als deren Herausgeber und Eigentümer die Bundesverwaltung (!) zeichnet, erschienen ist und in dem des langen und breiten das politische Kräftespiel im Donau-Raum behandelt wird. Der Aufsatz gipfelte in der Forderung, durch einen Donaupakt die Kräfte im Donauraum auszubalancieren und durch diesen Donaupakt die Politik Oesterreichs in ein aktives Instrument des Universalismus zum Schutze gegen jede Vorherrschaft, sei sie pangermanisch, panflawisch, panromanisch oder panbolschewikisch, umzuwandeln. Es kann also gar kein Zweifel sein, daß die österreichische Regierung eine neue politische Kombination anstrebt, die ihr erneut die Unabhängigkeit der Entschließung erleichtert und sie in die Lage versetzt, den Stürmen des abessinischen Konfliktes auszuweichen. Ob das Liebäugeln mit Prag mehr sein wird als nur ein kleiner Flirt und ob es zu einer Bindung führen wird, mag Dr. Schuschnigg in Prag beantworten. Mas will Schuschnigg in vrag? Prag, 13. Jan. (DNB.) Der der Tschechischen Agrarpartei, der Partei des Ministerpräsidenten und Außenministers Dr. Hodza, nahestehende „Vecer" behauptet, der österreichische Bundeskanzler Dr. Schuschnigg werde bei semem Aufenthalt in Prag nicht nur vom Staatspräsidenten und vom Ministerpräsidenten empfangen werden, sondern auch Kardinal Kasper beisuchen, was bei derartigen Anlässen nicht gerade «üblich sei. Oesterreich wünsche seine Selbständigkeit und suche Hilfe dafür in Prag. Prag olle die Brücke für Oe st erreich zum Völkerbund sein, der gegen Oesterreichs Haltung in den Sanktionsfragen etwas verstimmt sei. Es be- tehe kein Zweifel darüber, daß Schuschnigg in ;Zrag auch über die Rückkehr der Habsburger sprechen wird. „Es ist bekannt, daß der Vatikan die österreichische Unabhängigkeit wünscht und daß er auch der Habsburger Restaurabion geneigt ist. In Ungarn erwartet man das Ergebnis der Reise Schuschniggs mit Spannung. Auch dieser Staat hat Grund, einen Weg zu suchen, um sich mit dem Völkerbund besser zu stellen. Der österreichische Bundeskanzler wird voraussichtlich Ungarns Wünsche in Prag verdolmetschen." Im Interesse der Tschechoslowakei dürfe nicht die Frage aufgeworfen werden, ob Oesterreich schwarz, rot, weiß oder gelb sei, Die Tschechoslowakei habe viele gemeinsame Interessen und Sorgen mit Oesterreich. Aufschub oder Abbruch -er Flottenkonferenz? London, 14.Jan. (DNB. Funkspruch.) Die auf Dienstag festgesetzte Sitzung der Londoner Flottenkonferenz ist auf Ersuchen der japanischen Abordnung erneut verschoben worden. Die japanische Abordnung erklärt, daß sie weitere Anweisungen von Tokio über einige Punkte benötige. Die Morgenblätter sind der Ansicht, daß London, 14. Jan. (DNB. Funkspruch.) „Daily Telegraph" berichtet über Einzelheiten der englischfranzösischen Beistandsabmachungen im Mittelmeer. Die Besprechungen zwischen den englischen und französischen Stäben hätten lediglich zu sehr spärlichen „Arbeitsabmachungen" geführt, auf die sich England verlassen könne, wenn es im Mittelmeer angegriffen würde. Anscheinend seien keinerlei Vereinbarungen für eine Zusammenarbeit auf irgendeine wanderen Gebiet getroffen worden. England würde das Recht erhalten, französische Flottenstützpunkte, Docks und Werkstätten zu benutzen. In Frankreich habe man ernste Zweifel geäußert, ob nicht sogar diese Maßnahmen zu Unruhen der französischen Arbeiter in den betroffenen Häfen führen könnten. Eine automatische Hilfeleistung der französischen Flotte komme nicht in Frage, da das Kabinett nicht um die Zustimmung des Parlaments zu der erforderlichen allgemeinen Mobilmachungsverordnung nachsuchen wolle. Aus demselben Grunde würde auch die französische Armee nichts weiteres tun, als sich in v o l l - ständigen Verteidigungszustand versetzen. Dies könne durch eine Regierungsverordnung bewirkt werden, durch die die beiden letzten Rekrutenjahrgänge zu den Waffen zurückgerufen würden. Die zur Besetzung aller französischen Grenzen erforderlichen Divisionen würden in voller Kriegsstärke sein. Die französische Armee würde jedoch nicht in der Lage sein, irgendwelche Operationen über die Landesgrenzen hinaus ohne einen allgemeinen Mobilmachungsbefehl durchzuführen. Für die Zusammenarbeit in der Luft hätten die Stäbe nicht mehr vereinbaren können, als die S i g n a l d i e n ft e der französischen Luftflotte dem britischen Luftfahrtministerium zur Verfügung zu stellen, um die Engländer so früh wie möglich davon (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Paris, Januar 1936. Wie die Verfassung es vorschreibt, tritt das französische Parlament am zweiten Dienstag des neuen Jahres, also am 14. Januar, zu seinem ordentlichen Sitzungsabschnitt zusammen. Die außerordentlichen Umstände dieser Tagung bestehen darin, daß der Senat um ein Drittel erneuert in den Luxemburgpalast zurückkehrt und daß die Kammer wenige Wochen vor ihrer Auflösung steht, da mit dem 31. Mai ihre Legislaturperiode abgelaufen ist. Die Drittelerneuerung des Senats hat dessen politisches Gesicht nicht geändert und das respektable Durchschnittsalter seiner Mitglieder nicht gesenkt. Der Senat wird seiner geschichtlichen Aufgabe treu bleiben, beharrendes Gegengewicht der nervösen Ausschläge einer politisch sehr viel aktiveren Kammer zu sein. Er ist mit dem Dämmerlicht zufrieden, das vom politischen Tag durch die Glaskuppel auf feine beschauliche Arbeit fällt, und überläßt es neidlos der Kommer, im Jupiterlicht der politischen Oeffentlich- keit seine parlamentarischen Kämpfe auszutragen. Wenn die Abgeordneten der Kammer am Dienstag wieder in ihr seltsames Heim ohne Fenster, in das Palais Bourbon zurückkehren, lassen sie sozusagen ihr Köfferchen im Vorzimmer in Bereitschaft. Sie rüsten sich, zu der neuen Befragung des Volkes in ihre Wahlkreise zurückzukehren. Trifft das Wort, daß man reisende Leute nicht aufhalten soll, auch für französische Abgeordnete zu? Ein leidenschaftsloser Beobachter müßte den Eindruck gewinnen, daß der jetzigen Kammer vor Ablauf ihrer Geltungsdauer nicht mehr viel zu tun übrig bliebe, als durch eine geschickte Liquidation eine glücklichere Wiederkehr vorzubereiten. Große Aufgaben von innenober außenpolitischer Bedeutung zu erfüllen, ist ihr nicht beschieden. In der Außenpolitik ist seit der Vorweihnachtstagung, die der Regierung nach hartem Kampf eine knappe Mehrheit für die von ihr eingenommene Haltung brachte, keine entscheidende Wendung eingetreten, die eine neue große Aussprache rechtfertigen würde. Die Regierung hat von sich aus keine Ursache, aus ihrer neuerlich betonten Zurückhaltung hervorzutreten. Nach Rom hin zeigt sie ein höflich abwartendes Gesicht, London gegenüber wird die in der großen Lavalrede zugegebene technische Verknotung der militärpolitischen Zusammenarbeit in aller Stille, wenn auch von der Oeffent- lichkeit nicht unbemerkt, fortgesetzt. Eine unbekannte Größe bleibt hingegen die zu erwartende Ratifizierung des f r a n z ö s i s ch - s o w - jetrussischen Paktes und des neuen Wirtschaftsabkommens zwischen Paris und Moskau. Die aus der Angst vor einem erstarkenden Deutschland geschlossene Ehe zwischen dem hochkapitalistischen Frankreich und dem weltrevolutionären Sowjetrußland beginnt unter dem Eindruck der zunehmenden innerfranzösischen Tätigkeit der Kommunisten und vor der Gefahr eines Abrutschens die Lage trotz des neuen Versuchs, eine sofortige Krise abzuwenden, nach wie vor sehr schwie- r i g sei. In der gestrigen Besprechung zwischen der englischen und der japanischen Abordnung sei keineswegs die Bereitschaft der Japaner zutage getreten, ihre ursprüngliche Forderung nach einer gemeinsamen oberen Grenze der Rüstungen der Flottenmächte herabzuschrauben. „Morning Post" meldet, das Ersuchen Japans nach einem weiteren Aufschub sei auf eine Warnung Englands zurückzuführen, daß Japan die Verantwortung für einen Zusammenbruch der Konferenz tragen müßte. Japanische Blätter melden bereits den Abbruch der Konferenz. Tokio, 14. Jan. (DNB. Funkspr.) Sonderausgaben der Zeitungen verkünden bereits den „Abbruch der Flottenkonferenz" nach dem Ausscheiden Japans. In Marinekreisen erklärt man, daß die Konferenz unüberbrückbare Gegensätze zwischen Japan und England sowie den Vereinigten Staaten ergeben habe und deshalb eine klare Lösung erforderlich gewesen sei. Man solle die Lage nicht beschönigen. Die Fünf-Mächte- Konserenz sei nun beendet und Japan sei nicht unmittelbar daran interessiert, was die andern vier Mächte nun tun werden. Die gesamte japanische Presse begrüßt es, daß eine offene Spaltung da- durch vermieden wurde, daß die japanischen Forderungen überhaupt nicht mehr erörtert I wurden. zu unterrichten, wenn feindliche Flugzeuge in Richtung England über Frankreich fliegen sollten. Untersuchung an Ort und Stelle London, 14. Jan. (DNB. Funkspruch.) „Daily Telegraph" teilt mit, Außenminister Eden werde seine Ministerkollegen um den Auftrag bitten, alle Bemühungen zur Anwendung der kollektiven Sicherheit zu verdoppeln, Damit dieses System allen Beanspruchungen der Zukunft Widerstand leisten könne. Mussolini habe wissen lassen, daß er eine Untersuchung des Völkerbundes über die Methoden der italienischen Kriegsführung nicht adle h n e n würde, vorausgesetzt, daß sie mit einer unparteiischen Untersuchung der politischen und militärischen Methode Abessiniens verbunden würde. Die Entsendung eines Ausschusses nach Abessinien wäre eine ähnliche Maßnahme wie die seinerzeitige Entsendung einer Dölkerbundskommission im chinesisch-japanischen Konflickt. „Morning Post" erklärt, daß die Gerüchte neuer Friedensmöglichkeiten in London als verfrüht betrachtet werden. Die erste Bedingung für die Entsendung einer Völkerbundskommission nach Abessinien wäre eine Einst e l l u n g der Feindseligkeiten. Man fürchte jedoch, daß keine der beiden Parteien hierzu bereit fein werden. Die Belgrader Reise König Carols. Belgrad, 13. Jan. (DNB.) Am Sonntag trafen auf Schloß Dedinje bei Belgrad König Earol und der rumänische Thronfolger Michael ein. Sie begaben sich sogleich nach Petrotschitsch a u f eine Jagd, die dort von der jugoslawischen Königinmutter Maria veranstaltet wurde. An der IJcigd nahmen außer den rumänischen Gästen die Königinmutter Maria, Prinzregent Paul und Ministerpräsident Stojadinowitsch teil. König Carol und der Thronfolger reiften um Mitternacht wieder nach Bukarest zurück. der Parlamentsmehrheit nach links immer stärkere Bedenken in manchen politischen Rechtskreisen auszulösen. Es wäre jedoch verfehlt, erwarten zu wollen, daß diese Bedenken sich vor der Hand zu einem grundsätzlichen Wandel der französischen Rußland-Politik verdichten könnten. Der Gedankenkomplex der kollektiven Sicherheit, von dem die breite französische Oeffentlich- keit als von einem Allheilmittel gegen eine Aende- rung des gegenwärtigen europäischen Zustandes bis zu einem Grade besessen ist, daß man selbst vor einer Verletzung der Locarnoverpflichtungen nicht zurückscheut, läßt im Ernstfälle eine praktische Opposition gegen die moskaufeindliche Politik nicht hochkommen. Auf innerpolitischem Gebiet sind die großen Tagesstreitfragen ebenfalls vor Weihnachten bereits ausgeräumt. Der Haushalt ist verabschiedet, das Gesetz über die Kampfverbände angenommen und vor der Verkündung stehend. Bleibt als einziger Konfliktsstoff das grundsätzliche Be st reden der Linken, die Regierung Laval um jeden Preis zu stürzen, selbst wenn kein zwingender äußerer Anlaß vorliegt. Die Beharrlichkeit, mit der die Linke, einen großen Teil der Radikalsozialisten einbegriffen, gegen das Kabinett Laval anrennt, ist um so bemerkenswerter, als sich kein politischer Gewinn aus einem Kabinettssturz oder Kabinettsrücktritt kurz vor Kammerschluß für die Sache der Linken erkennen läßt. Es fei denn, daß innerhalb der Volksfrontkreise der Moskauer Einfluß bereits derartig wirkt, daß man in innerpolitischen Wirren um jeden Preis schon eine Schwächung der Staats- nufnrifät und eine Stärkung der eigenen Stellung erblickt. Die beruflichen Ministerstürzer und Krisen- prnf(er sind denn auch bereits in der Linkspresse eifrig am Werk, die Möglichkeiten einer Krise, jg deren Notwendigkeit aufzuzeigen, ohne allerdings ein ernsthaftes Echo im politischen und parlamentarischen Paris zu finden. Der Wunsch, eine allgemeinpolitische Aussprache herbeizuführen, wird gewissen Linkskreisen innerhalb der Radikalsozialisten zugeschrieben, die sich der Hoffnung hingeben, bann auch Die letzten Negierungsanhänger der Partei gegen Laval stimmen zu sehen. Das könnte vielleicht den freiwilligen Rücktritt einesteils der radikalfozialistischenMinister zur Folge haben, die aber zu ersetzen Laval nicht schwer werden dürfte, weil er so kurz vor den Wahlen auf keine überwältigende Mehrheit Wert zu legen braucht. Daß in letzter Stunde noch aus der jetzigen O p - v o s i t i o n eine Regierung gebildet werden könnte, ist völlig unwahrscheinlich, weil ihr praktisch eine Kabinettsmannschaft fehlt. D al ab i er, ber Führer des linken Flügels ber Radikalsozia- listen und bisher einziger Kandidat für die NachfolgfchaftHerriotsimParteivor- f i tz, wünscht auf jeden Fall bis nach den Wahlen in ber Oppvsivn zu bleiben. Auf die Haltung der Radikalsozialisten aber kommt es entscheidend Italia farä da se. Von unserem römischen E.-Korrespondenien. Rom, im Januar. In den Kämpfen um die italienische Einigung um die Mitte des vorigen Jahrhunderts soll das Wort zuerst aufgekommen fein: Italia farä da se. Italien handelt selbst, es läßt sich von niemand dreinreden, es wird von sich aus entscheiden. Nach dem Ausbruch des Weltkrieges, als Italien von beiden Seiten heiß umworben wurde, holte man die Losung wieder hervor, aber klar und entschieden befolgt wurde sie eigentlich erst jetzt, wenn auch zwangsläufig: Italien steht ganz allein. Wer hätte das, fo fragten die Zeitungen am Dreikönigstag, wer hätte das heute vor einem Jahre, als Mussolini und Laval jenes ver- leißungsvolle Abkommen schlossen, gedacht? Wer ich träumen lassen, daß schon nach einem halben Jahre die Front von Stresa zerfallen könne? Welche Phantasie konnte auf das tolle Bild einer französisch-englischen Front gegen Italien verfallen? Da glaubte die Welt, die großen Drei hätten sich ge- unden auf der Richtlinie: für Oesterreich, gegen Deutschland! und jetzt? Alles gegen Italien und zwar zum Schutze eines Barbarenstaates! Schlußfolgerung: Schamlos, unbegreiflich, verrückt. Aber nach jedem solchen Ausbruch begreiflicher Verbitterung beißt man die Zähne zusammen: Jetzt erst recht! Italia farä da se. B i s zum Ende! Sind wir etwa durch unsere Auflehnung gegen den Völkerbund schwächer geworden? Im Gegenteil, es geht uns ganz ähnlich wie Deutschland nach seinem Austritt. Aus sich allein gestellt, lernt man erst feine verborgenen Kräfte richtig erkennen. Und Mussolini läßt sich' nicht dreinreden, verbeißt sich immer hartnäckiger in fein Ziel. Zum erstenmal macht sich Rom von dem übermächtigen Einfluß Englands frei, ja, es wirft ein Auge nach der Achillesferse des flottengewaltigen Gegners und nimmt mit Genugtuung feinen Platz als ebenbürtiger Partner an der Flottenkonferenz ein. Italien, jenes Vorkriegsnichts, jene quantite nögli- geable, an einem Tische mit Großbritannien und den Vereinigten Staaten, Frankreich und Japan! Hat es damit nicht schon theoretisch die Mittelmeerfalle gesprengt? Mag England auch praktisch noch eine Weile den Schlüssel in der Hand behalten, die Zeit arbeitet für Rom! Eine Ueberlegung, in der man den Grund für die auf den ersten Blick erstaunliche Tatsache, daß Italien trotz allem den Völkerbund nicht verläßt, erblicken kann. Genf ist nach römischer Auffassung ein Machtinstrument in den Händen Englands und Frankreichs geworden, das durch den geheimen Widerstand der lateinischen Schwester vielleicht eher geschwächt werden kann, als durch den Rücktritt Italiens. Gewiß möchte andererseits Frankreich die Genfer Waffe nicht preisgeben, aber Rom hat jetzt andere Sorgen als die „deutsche Gefahr". Die Eroberung Abessiniens, die Ausbeutung der gewonnenen Gebiete schafft für zwei Menschenalter Arbeit. Harrar liegt augenblicklich näher als der Brenner. So wird Italien, um die französische Zermürbungsarbeit in Genf nicht zu stören, im Völkerbund bleiben, „so lange es seine Kräfte zulassen." Italien treibt niemals Politik auf lange Sicht, Mussolini schon gleich gar nicht. Er ist der Mann des Augenblicks, der die günstige Gelegenheit am Schopfe faßt, wo und wie sie sich immer biete. Venedig wie Rom ist bekanntlich ein Geschenk der deutschen Waffen, das eine fiel Italien trotz der Niederlage von 1866, das andere trotz der Nichtteilnahme am Kriege von 1870 in den Schoß. Wer weiß, wie sich die Dinge noch gestalten werden, in Aegypten, in Ostasien, im nahen Orient, in Genf! Nur nicht vorzeitig nachgeben. Immer, feit hundert Jahren, hat Italien durch die kriegerischen Ereignisse gewonnen, niemals verloren. Man denke, um nur die jüngsten Errungenschaften zu nennen, an Valona und die anderen Stützpunkte in der Adria, an die Zwölfinselgruppe dicht an der Küste Asiens! Wie viele Menschen wissen überhaupt, daß der Dodekanes, der in Wirklichkeit aus 43 Inseln besteht und wie eine strategisch ungemein wichtige Kette von Sperrforts vor Kleinasien liegt, nun endgültig zu Italien gehört? Welche Bedeutung der Beteiligung Italiens an der Bahn Dschibuti—Addis Abeba, wie sie voriges Jahr vereinbart wurde, zukommt, das ahnt man nun allmählich, aber wer denkt noch daran, daß damals Mussolini auch das Sprungbrett zum Tschadsee erhielt, das Hochland von Tibesti? Von dort ist es nun nach Kamerun ober Nigeria nicht weiter als von Mailand nach Rom! Wenn das eine Eisen in Abessinien versagen sollte, so holt Italien dieses zweite aus dem Feuer. Schwerlich also läßt sich eine solche Politik mit Sanktionen ersticken. Man wird sich daran gewöhnen müssen, in der internationalen Politik Italien nicht mehr als den Schützling dieser oder jener Großmacht, als Teil der einen oder anderen Mächtegruppe zu betrachten, sondern als selbständiges Kraftfeld: Italia farä da se. an. Gewisse Optimisten unter den Radikalsozialisten hegen immer noch die Hoffnung, daß Herr io t sich am 19. Januar doch wieder bereitfinden werde, den Parteivorsitz zu übernehmen. Da Herriots Ehrgeiz sich aber nicht auf das Ministerpräfidium, sondern auf das Außenministerium richtet, erscheint seine Rückkehr an die Spitze der Partei unwahrscheinlich. Mit leichter Erregung erwarten die Wahlmacher und Wahlmathematiker die Festsetzung des Tages für die Neuwahlen durch die'Regierung. Man sollte meinen, daß einige Wochen früher oder später nicht von grundsätzlicher Bedeutung seien. Die Parteien denken darüber anders, und die Opposition wittert auf jeden Fall parlamentarische Schwierigkeiten, die sich ausbeuten lassen könnten. Die Regierung sieht dem nächsten Dienstag mit Ruhe entgegen. Sie scheint ihre eigene Stellung gefestigter und die politische Lage freundlicher anzusehen als die scheidenden Kammerabgeordneten. Die soeben angeordnete Senkung des Diskontsatzes der Bank von Frankreich soll diesen Eindruck nach außen hin bekräftigen. Finanzpolitisch ist für diese Senkung die Möglichkeit gegeben, nachdem die Goldbewegung der Bank von Frankreich wieder normal geworden ist. Jnnerpolitisch erscheint der Regierung diese Senkung zweckmäßig, um vor neuer Störung des französischen Wirtschaftslebens durch eine überflüssige Krise zu warnen. Das Urteil im Mordprozeß pieracki. Warschau, 13. Jan. (DNB.) Im Prozeß gegen die zwöls Mitglieder der geheimen ukrainischen nationalistischen Terrororganisation O U N. ist das Urteil verkündet worden. Die Anklage lautete auf Zugehörigkeit zu einer staatsfeindlichen Organisation, auf Mitwirkung an der Vorbereitung des Mordanschlages im Juni 1934 auf de» Die englisch-französischen Veisiandsabmachungen. parlamentarischer Epilog in Frankreich. Von unserem Noe.-Äerichierstaiier. 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Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel 2). 21. XII. 35: 11300. Druck und Verlag: Brühl'fche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. dige Besetzung von je 1000 bis 2000 Jungen. Die Freizeitaktion der Hitlerjugend wurde somit zu einem unerwartet großen Erfolg. Innerhalb der 25 Gebiete der HI. steht das Gebiet Hessen- Nassau an zweiter Stelle hinter Sachsen mit 40 000 bis 50 000 Jungen. Unzählige Betriebsführer und Handwerksmeister haben das neue Erziehungswerk durch Bewilligung mehrwöchiger Freizeit für Jungarbeiter und Lehrlinge unterstützt, und viele von ihnen übernahmen sogar die Verpflegungskoften ihrer jungen Betriebsmitglieder. Neben den Jungarbeitern reihten sich Tausende von Schülern ein in die „Hohe Schule der sozialistischen Gemeinschaft". Neben den Ertüchtigungslagern längerer Dauer verbrachten noch ~ ' * Hitlerjunaen ihre Freizeit in :end der Wochentage, Taufende schwäbifch-deutschen Kulturbundes aufgelöst. Mit Berufung auf die Tätigkeit der im November des vorigen Jahres aufgelösten Jugendabtei- l u n g der Ortsgruppe wegen angeblicher politischer Betätigung, die über den Rahmen der Satzungen des Kulturbundes hinausgehe. Das Hauptorgan der deutschen Volksgruppe „Das deutsche Volksblatt" in Neusatz bedauert die Entscheidung der jugoslawischen Behörden, und erklärte die Begründung für wenig verständlich. Es sei besonders schmerzlich, daß nunmehr auch die Ortsgruppe Neusatz aufgelöst worden sei, wo sich der Sitz des schwäbisch-deutschen Kulturbundes befinde. Mit Neusatz wurde in den letzten Monaten die dritte Ortsgruppe des schwäbisch-deutschen Kulturbundes durch die jugoslawischen Behörden zur Einstellung ihrer Tätigkeit gezwungen. Wohn., geboten: Sonnige4-3im.- Altwohnung. Schriftliche Angebote unt. 0191 andenGieß.Anz. polnischen Innenminister P i e r a ck i und auf Beihilfe zur Flucht des Mörders. Das Gericht verurteilte die drei Hauptangeklagten Bandera, Lebed und Karpynec zum Tode. Die Todesstrafe wird jedoch auf Grund des kürzlich erlas- jenen BegnMgungsgesetzes in lebenslängliche Gefängnisstrafe umgewandelt werden. Don den üblichen Angeklagten wurden zwei zu lebenslänglichem Gefängnis, vier Angeklagten zu je 15 Jahren Gefängnis verurteilt. Wieder eine Ortsgruppe des schwäbisch-deutschen Kulturbundes in Jugoslawien aufgelöst. Belgrad, 13. Jan. Die jugoslawischen Behör- den haben die Ortsgruppe Neusatz des 3. Grosses Reit- und Fahr-Turnier 1936 in der Festhalle Frankfurt a. M. Samstag, 18. Januar, aMs. 7.’B Uhr - Sonntag, 19. Januar, nachm. 3 Uhr u. abds. 8 Uhr Ermässigte Fahrpreise für Karteninhaber auf Reichsbahn und Strassenbahn StMWlll (ließen i97d Mittw., IZ.Jan., 19.30-22.30 Uhr 14. Vorstellung i. Mittw.-Abon. Preise von 1.20 6.5.00 RM. Maskenball. Over von Verdi Musik.-Leitung: Paul Walter. Svielleitung: Der Intendant« Billige «eesischr Grüne Heringe.......3 u 65 4 Kabeljau o.K., 3vfündig u 3(M seilet aus Seelachs.....n 32^ Schellfisch i. Ausschnitt, Schollen, Heilbutt u.alle übr.Sort. emvf.bill. Ä.^ochKmbfotgev Mäusburg 15 252A Televbon 3612 Elektrisches Klavier neuwertig, mit 50 Rollen, wegen Geschäftsaufgabe für 2UH. 450.- m sofort zu verkaufen. Frankfurt-M. Telephon Carolus 44639. 243V Güter können von und nach Frankfurt a. Main—Wiesbaden mit befördert werden. 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Aussichten für Mittwoch: Wolkig bis heiter, vereinzeltes Auftreten von Schneeschauern, nachts verbreitete Fröste, Tagestemperaturen bei 0 Grad, Winde um Nord. Aussichten für Donnerstag: Bei zeit« welliger Aufheiterung und nur noch vereinzelten Schneellfällen weitere Abkühlung. Lufttemperaturen am 13. Januar: mittags 1,7 Grad Celsius, am 13. Januar: abends 1,5 Grad, am 14. Januar: morgens 0,7 Grad; Maximum 2,0 Grad, Minimum minus 0,7 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 13. Januar: abends 1,9 Grad, am 14. Januar: morgens 1,8 Grad. Strebsamer Herr zum Besuch der Ladenkundsch.u. Bürofräulein gesucht. Schrift!. Angebote unter 0192 a. d. G. A. Bad u.a.Zubeh. i.Zentrum,Nähe Anlage,ruhigbe» legen, sofort zu vermieten. Näh. Tel. 3727. om Nationalsozialistische Jugenderziehung Gemeinschaftsarbeit von Elternhaus, Schule und Hitlerjugend. Noröeroog Lin deutsches Vogelparaüies Natururkunden von den Halligen und vom Wattenmeer. Don P. F. Weckmann-Witten bürg. Einführender Text von Prof. Dr. F. Dietrich. Mit 64 Kunstdrucktafeln. „Der deutsche Bengt Berg" wird Weckmann-Wittenburg genannt, der als Meister der Naturphotographle vielfach mit höchsten Auszeichnungen preisgekrönt wurde. Hier hat er seine intimsten Erlebnisse mit den gefiederten De- wohnern der einsamen Vogelhallig in unübertrefflichen Dildsolgen mit der Kamera festgehalten. Das Familienleben der Seevögel wird hier in wundervollen Lichtbild- reihen, Einzel- und Maffenflugbildern und seltenen über» raschungsaufnahmen gezeigt. - Preis gebunden RM.4,—. Zu beziehen durch jede Buchhandlung! Benzinexplosion. Zwei Eisenbahnwagen wurden völlig zerstört. Dabei wurden vier Perso- neu q e t ö t e t und 20 schwer verletzt. Unter den Opfern befinden sich auch einige Schulkinder. Da man vermutet, daß der Brennstoff sich im Gepäck eines Reisenden befand, wurden alle Fahrgaste ver» haftet. . In Miajasaki auf der Insel Kluschiu gingen drei Gebäude einer Pulverfabrik in b i e ß u ft. Bisher wurden 15 Tote geborgen. Die Ursache des Unglücks ist noch unbekannt. Greta Garbos Partner gestorben. Zeltlager! Lehrer und Hitlerjugend. Gebietsführer Potthoff spricht in Weilburg NSG. In einer Vortragsreihe, die Hitlerjugendführer vor den Studenten der Hochschule für Lehrerbildung in Weilburg abhalten werden, sprach als erster Gebietsführer Herbert Potthoff. Der Gebietsführer legte Wert auf die Feststellung daß die Hitlerjugend in keiner Weise der Lehrerschaft etwa feindselig gegenüberstehe. Sie lehne nur den Typ des Pädagogen ab, der in Verkennung ihrer wichtigen Aufgabe auf dem Gebiet der Charakterbildung 'und der weltanschaulichen Schulung ihre Arbeit hemme. Sie sei der Ueber- zeugung, daß die Gesamterziehung der deutschen Jugend nur in engsterZusammenarbeit mit der Lehrerschaft erfolgen könne. Die heroische Lebensauffassung, die sich die Hitlerjugend im Gegensatz zur bürgerlichen zu eigen gemacht habe, fände heute vollstes Verständnis bei der Lehrerschaft, die den Dienst an der Jugend als Berufung auffasse. Führerqualitäten bei Junglehrern lasse ohne weiteres die Tätigkeit als Hitlerjugendführer zu, wenn man dies auch nicht verallgemeinern könne und dürfe. Ehrlicher Wille und gesunde Anschauung gepaart mit gerader weltanschaulicher Haltung auf beiden Seiten gäbe die Gewähr reibungsloser, gedeihlicher Zusammenarbeit auf dem verantwortungsvollen Gebiet der Erziehung der deutschen Jugend. Kunst und Wissenschast. Der Führer bei einer „kraft-durch-Freude"- Aufführung. Der Führer traf am Montagabend überraschend in Nürnberg ein und nahm im Stadttheater an einer ganz ausgezeichneten Aufführung des „3 i g e u n e r b a r o n 5" für die Festgemein- . 'Unuar, abends 8 llhr, im Am 0onner8tag, 6em l6 3anu , s«hnh°sstr°ß-: Hotel-Restaurant „Bayerischer , iDütufli ottevnt Juntj bleiben. llnk°st-nb-Ur-g- Pe!en^™ung, Ortsgruppe Gießen. Königsberg, 14. Jan. (DNB.) Im Rahmen i der in allen Gebieten der HI. stattfindenden Führertagungen veranstaltete das Gebiet 1 (Ostland) eine Kundgebung. Nach einem chorischen Spiel „Ruf aus dem Osten" sprach Reichsjugendführer Baldur von Schirach. Die Organisation der deutschen Jugend, so führte er u. a. aus, habe die Aufgabe, den kommenden Generationen Deutschlands den künftigen Weg einer deutschen Nationalerziehung zu zeigen. Die Idee der S e l b ft f ü h r u n g der Jugend sei die revolutionäre Tat in der Geschichte der menschlichen Erziehung. Ihre Durchsetzung in einer Organisation von Millionen bedeute einen gewaltigen Umbruch in der Erziehung selbst. Die Idee ist nur denkbar im Rahmen der nationalsozialistischen Weltanschauung, weil diese Weltanschauung eine Offenbarung des ewig Jugendlichen im deutschen Volke ist. Gegenüber all den Kräften, die diese Idee ablehnen, wollen wir fanatisch erklären, daß wir eine Preisgabe dieses Grundsatzes als die Vernichtung der nationalsozialistischen Jugendbewegung überhaupt betrachten würden. Es ist unmöglich, daß diese Jugend als Bewegung, als Impuls besteht, wenn ihr das Prinzip genommen wird, daß sie geschaffen hat. Ich möchte das hier mit solcher Deutlichkeit aussprechen, weil ich es für notwendig erachte, das ganze deutsche Volk darauf hinzuweisen, daß die Erziehung und die Bildung der deutschen Jugend nicht Angelegenheit einer einzigen Stelle sein kann. Drei Faktoren müssen in vertrauensvoller, kameradschaftlicher Zusammenarbeit an der Lösung dieses Problems schaffen: das deutsche Elternhaus, die deutsche Schule und die Jugendführung des Reiches mit ihren durchführenden Organen. Nur wenn diese drei als Gemeinschaft wirken und sich in ihren Grundzügen über die Tendenz ihrer Erziehung klar sind, kann ein wirklich wertvolles Erziehungswerk geleistet werden. Niemals kann einer dieser Teile die Forderung erheben, über alles bestimmen zu dürfen. Es steht auch gegenüber dem Anspruch eines solchen Teiles der historische Anteil der Eltern an der Erziehung ihrer Kinder, der historische Anteil der Schule und der historische Anteil der Hitlerjugend auf dem Gebiete der charakterlich-seelischen Erziehung zur Führung und zum Führertum. — Der Reichsjugendführer nahm dann Stellung zu der Führerauslese in der HI. Er kam auf die Bedeutung der Akademie für Jugendführung zu sprechen, die in Braunschweig und München entstehen solle. Am 24. Januar werde in Braunschweig bereits der Grundstein gelegt. 500000in denZelllagern der HZ Nach den Feststellungen des Organisationsamtes der Reichsjugendführung haben im Sommer 1935 rund 500000 Jungen in mehrwöchiger Dauer das Leben in den Zeltlagern der Hitlerjugend kennengelernt. 167000 davon waren Hitlerjungen, 335 000 Angehörige des Deutschen Jungvolks.. Die Zahl der Zeltlager erreichte fast 1800. Die 64 größten hatten allein eine ftän- |8tellenangeböte| Seine Ursprungs* Zeugnisse, itrnbem nur Zeugnis- abschrifien dem Be- werbungsjchreiben beilegen I — Lichtbilder undB ew erbungsuntev lagen müssen zur Der- metdung von Verlusten auf der Rückseite 'Kamen und Anschrift des Bewerbers tragen I Pünktl.,ehrliches Mädchen od. Frau täglich von 8 bis 11 Uhr baldigst gesucht. Näheres Wiesenstr.6I.° schäft „Kraft durch Freude" teil. Das Publikum, fast nur Nürnberger Arbeiter und Angestellte, i bereitete dem Führer eine stürmische Huldigung. In i der Begleitung des Führers befanden sich außer ! seinem Adjutanten Gauleiter Streicher, Gau- i (eiter Staatsminister Wagner- München, der < Kommandeur der 17. Infanterie-Division General- 1 major Ritter von Schobert und Oberbürgermeister Liebel. Aus aller Wett. Stärkste Beteiligung an denOlympischenGpielen zu erwarten. Der Vorstand des Organisationskomitees für die 11. Olympischen Spiele trat in Berlin zur ersten Sitzung im neuen Jahr zusammen. Anwesend waren u. a. Staatssekretär Dr. Pfundtner, Relchs- fportführer v. TfchammerundO ft e n, Staatskommissar Dr. Lippert. Staatssekretär a. D. Dr. Lewald führte den Vorsitz. Generalsekretär Dr. Die hm teilte mit, daß nach dem jetzigen Stand der Anmeldungen eine erhebliche größere A n - zahl von Teilnehmern zu den Spielen erwartet werden müsse, als nach den Erfahrungen der bisherigen Olympischen Spiele angenommen werden konnte. Zur Zeit lägen vorläufige Meldungen aus 21 Ländern vor, d. h. noch nicht einmal aus der Hälfte aller teilnehmenden Länder; trotzdem machten'ihre Mannschaften allein schon 3800 Personen aus. Rechne man die Aktiven der übrigen 28 Nationen in einer Höhe hinzu, die sich heute schon mit ziemlicher Sicherheit schätzen lasse, so komme man auf etwa 5300 Aktive. Das sei mehr als das Dreifache der Teilnehmerzahl von Los Angeles. Staatsrat Dr. Conti legte einen genauen Plan für die ärztliche Versorgung der Aktiven und Zuschauer auf den Olympischen Kampfstätten vor. Zahlreiche Aerzte, an ihrer Spitze Geheimrat Bier und Prof. Sauerbruch, haben ihre Mitarbeit zur Verfügung gestellt. wegen gehässiger Berichterstattung ausgewiesen. Der bisherige Berliner Berichterstatter des „Prager T a g b l a 11 e s", der Jude und tschechoslowakische Staatsangehörige Ernst Popper, ist aus dem Reichsgebiet ausgewiesen worden, weil er fortdauernd in unzuverlässiger, unsachlicher und gehässiger Weise über Deutschland berichtete und durch seine irreführenden Hetzartikel nicht nur die Interessen des Reiches erheblich geschädigt, sondern auch die internationale Atmosphäre planmäßig vergiftet hat. Popper hat die Pflichten, welche ihm die von Deutschland gewährte Gastfreundschaft auferlegte, aufs gröbste verletzt. Seine Berichterstattung war eine ständige Belastung für die Tätigkeit der zahlreichen anderen ausländischen Journalisten, die sich bemühen, in sachlicher und fairer Weise über deutsche Verhältnisse zu berichten. Jüdischer wadchenmörder verhaftet. Der Mörder, der in der Nacht zum 15. Dezember 1935 diae 30jährige Johanna Schiele in der Puttkamerstraße in Berlin ermordet hatte, konnte jetzt nach mühevollen Ermittlungen der Berliner Mordkommission in der Person des 29jäh- rigen Juden Arnold Zwirn festgenommen werden. Unter dem Druck des zusammengetragenen Beweismaterials legte Zwirn ein Geständnis ab. Danach will der Mörder nach einer Auseinandersetzung wegen einer Geldforderung auf das Mädchen, mit einem Totschläger eingeschlagen haben. Eine wutter mit acht Kindern verbrannt. Ein entsetzliches Brandunglück, dem eine Mutter und'ihre acht Kinder zum Opfer fielen, ereignete sich in dem Städtchen Tyldesley in der englischen Grafschaft Lancaster. Aus bisher noch ungeklärter Ursache brach in einem Arbeiterviertel der Stadt gelegenen Häuschen, das der Bergmann T y - r e r mit seiner Familie bewohnte, ein Feuer aus, das in kurzer Zeit das kleine Anwesen in lodernde Flammen hüllte. Später barg die Feuerwehr die neun Todesopfer aus den Trümmern der Brandstätte. Zwei folgenschwere Explosionen in Japan. \ Bei Fujui nordwestlich von Nagoja in Japan - ereignete sich auf der Eisenbahn eine schwere Ein Quell der Freude für den Naturfreund Belauschtes Leben Kleine Kreatur In Wasser, Dusch und Halm Don Karl Otto Bartels. 164 Naturaufnahmen aus dem Leben der niederen Tierwelt mit erläuternden Bildunterschriften, Namensangaben und ausführlichem Text (62 Seiten). Mit einem Geleitwort von Professor Dr. Deegener, Universität Berlin. Dieses Werk bringt erstaunlich vielseifige und trefflich gelungene Einzelbilder und Bildfolgen aus dem reichen Leben der zahllosen kleineren Lebewesen. Aus der Freude am Beobachten ist ein wertvolles naturgeschichtliches Urkundenbuch geworden, das hervorragend geeignet ist, die Liebe auch zum kleinsten Naturgeschehen zu erwecken, kart. 3,90, geb. 4,80. Bitte verlangen Sie kostenlos unsere bebilderten Werbeblätter! Das Buch ist durch jede Buch. Handlung zu beziehen! 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Anz. | Verschiedenes | Pebzwaren Velzrevarnturen Br,U Zweites Blatt Metzen« Anzeiger 6 Liszt, Meyerinck, Schäffers und Josephine Dora vom übrigen Ensemble. — Im Beiprogramm: Fox-Wochenschau: hübsche Bilder aus der deutschen Edelkatzenzucht: je ein Vorspann zu „Pygmalion" und „Henker, Frauen und Soldaten" mit Albers in der Hauptrolle. —r— fern, wenn man durch die engen und winkligen Gassen des Barrio Santa Cruz, des typischsten Viertels Alt-Sevillas, und der anderen Stadtteile geht. Weiß glühen die glatten Wände der Häuser, nur von den schmalen Balkons und den Gittern der Fenster unterbrochen, in der Mittagssonne, und durch kunstvolle (Sittertüren blickt man hinein in die Patios, in die Jnnenhöfe maurischer Art, wie sie — mehr oder weniger prächtig — hier in Andalusien alle Häuser haben. Als Schutz gegen die Hitze sind in den Straßen Sonnensegel von Dach zu Dach gespannt, und vor den Casss und Klubs in der Calle de las Sierpes und den anderen Hauptverkehrsstraßen sitzen die Sevillaner in dichten Scharen und im süßesten far niente. Aus den Tag in Sevilla folgt ein Abend und eine Nacht, die wir nie vergessen. Nicht nur die Feria mit ihrem bunten Jahrmarktstreiben ist daran schuld und die Deutsche Schule, die von uns auf dem Bahnhof festlich Abschied nahm, bevor uns der Lloyd-Sonderzug zurück nach Cadiz zu unserem Dampfer „General von Steuben", zur Fortsetzung unserer Reise nach dem Süden, führte. Ein silber- ner Mond schien durch die Palmen der öffentlichen Gärten, und draußen an der Plaza de Espana erwachte Sevilla nach dem heißen Tage zu nächtlichem Leben. In dichtem Korso fahren die Autos stundenlang um den Platz. Hier zeigt „man" sich und feine eleganten Wagen, hier sitzt man in den Casös, aus denen das Radio laut in die Nacht lärmt, hier flaniert man auf dem Bummel, dem Paseo. Und hier ist auch die schöne Sevillanerin zu finden. In den Autos fährt sie vorbei, sie promeniert und flirtet auf den Wegen rund ufn den Paseo — nie allein, selbstverständlich, sondern in der sicheren Hut irgendwelcher Anverwandten. Es liegt eine unerhörte Stimmung und Lebendigkeit über diesem ganzen Bilde: Die Palmen, nächtliche Schatten in den dunklen Himmel werfend, der Mond, das Summen der sich ergehenden Menge. Wir sind auch in anderen Städten Spaniens schon abends durch Straßen und Parks gebummelt. Aber das hier ist anders. Vielleicht ist es die Lauheit der Luft, vielleicht die schwarzen Wipfel der Palmen und der silberne Mond. So fremdartig ist es, und fast wie ein Abenteuer — in der Heimat Carmens. Wirtschaft. Oie Jndustrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 29: Bestimmungen über die Versendung von Wertbriefen und Paketen nach dem Auslande. 30: Höchstzulässige Preise für rohe Felle und Häute der Zolltarif-Nr. 153. 31: Aenderungen der Einfuhrumsatzsteuer in der Tchechoslowakei. 32: Vorschriften über den Deredelungsverkehr und private Verrechnungsgeschäfte mit Polen. 33: Schweizerisches Verbot von Wertbriefsendungen nach Deutschland. 34: Ümsatzsteuerumrechnungssätze für die nicht in Berlin notierten ausländischen Zahlungsmittel im Dezember. 35: Zolltarifänderungen in Lettland. 36: Zuteilung der rumänischen Einfuhrquoten für das 1. Vierteljahr 1936. — Sonderkontingente für Deutschland. Rhein-Mainische Börse. Mittagsbörse freundlich. Frankfurt a. M., 13. Jan. Da die Nachfrage der Kundschaft sich verringert hat, eröffnete die Börse am Wochenanfang zwar weiter freundlich, aber doch mit wesentlich stillerem Geschäft. Die Kulisse verhielt sich zunächst abwartend, teilweife schritt sie noch zu einigen Gewinnmitnahmen. Die feste Haltung einiger Spezialwerte gab jedoch weiterhin einige Anregung. Am Aktienmarkt waren Kurserhöhungen von 0,5—1 v. H. im Durchschnitt daher allgemein. Nur wenige Papiere setzten mäßig niedriger ein, so Siemens mit 167,50 (168), RWE. mit 128 (128,65) und Hoesch Eisen mit 86,25 (86,50). Lebhafter waren erneut AG. für Verkehrswesen mit 97,90 (95.50), da sich die Schätzung der Dividende auf 6 statt bisher 5 v. H. verdichtet. Außerdem fanden Daimler Motoren stärkere Beachtung zu 95,75 bis 96,25 (95), wobei ebenfalls, allerdings vage Dividendengerüchte mitsprachen. Montanaktien lagen zumeist 0,25—0,50 v. H. höher, im gleichen Ausmaß freundlicher eröffneten IG. Farben und Deutsche Erdöl. Elektroaktien notierten bis 0,50 v. H. fester. Schuckert stiegen auf 125,65 (124,50). Maschinen- und Metallwerte lagen bis 0,65 v. H. höher, Metallgesellschaft gewannen 1,25 v. H. Zellstoff- und Bauaktien stiegen von 0,50—1 v. H., ferner erhöhten sich Westdeutsche Kaufhof um 1 v. H. auf 29,75, Südd. Zucker auf 199 (198,50), Bemberg auf 105 (104,50). Schiffahrtsaktien und Reichsbankanteile lagen behauptet. Der R e n t e n m a r f t lag bei behaupteten Kursen still. Altbesitz 110, späte' Schuldbuchforderungen 96,50, Kommunal-Umschuldung ca. 87,65, Zinsvergütungsscheine ca. 92,45 (92,40). Von fremden Werten 5proz. innere Mexikaner 5,85 (5,75), 5proz. Rumänen 7 (6,50), 4proz. Ungarn Gold 9,50 (9,55). Im Verlaufe blieb die Haltung am Aktienmarkt freundlich, das Geschäft bewegte sich aber weiterhin in ruhigen Bahnen. Etwas lebhafter und fester lagen noch AG. für Verkehr mit 98,75—98,50 nach 97,90, AEG. mit 37,75 nach 37,13, IG. Farben mit 148,50—149,25 nach 148,90, Stahlverein mit 78 nach 77,50 Die verspätet zur Notiz gekommenen Papiere lagen meist höher, besonders BMW. mit 122 (120,50), Lechwerke mit 100 (98,25), Dt. Linoleum mit 144,75 (144). Am variablen Rentenmarkt traten keine Aenderungen ein, etwas leichter waren zertif. Dollar-Bonds. Der Pfandbriefmarkt blieb durchweg voll behauptet, auch Stadtanleihen lagen zumeist unverändert, etwas fester 4,5proz. Mainz mit 92,13 (91,75). Industrie-Obligationen lagen nicht ganz einheitlich, aber meist nur wenig verändert. Am Auslandsrentenmarkt gingen Ungarn Gold auf 9,45 nach 9,50 zurück, auch Mexikaner lagen meist nur knapp gehalten, etwas höher waren 4proz. Türken Bagdad I mit 9,50 (9,25). Im Freiverkehr wurden bewertet: Adlerwerke 101,50—102 (101,50), Wayß & Freytag 89 (88,50), Veithwerke 103,50 (102), Growag 79,50 (79). Tagesgeld unv. 2 v. H. Abendbörse ruhig. An der Abendbörse lagen keine Kundschaftsausträge vor. Das wenige Geschäft lag in Händen des berufsmäßigen Börsenhandels, der eher etwas Material übrig hatte und zu Glattstellungen bzw. Gewinnmitnahmen geneigt war. Infolgedessen ergaben sich, insbesondere im Vergleich zu den Frankfurter Schlußkursen, einige leichte Rückgänge von etwa 0,25 bis 0,50 v. H., während gegen den Berliner Schluß- und Nachborsenverkehr die Kurse etwa gehalten warne. IG. Farben ermäßigten sich auf 149,25 bis 149 (149,40), Bekula auf 136,75 (137,40), andererseits erhöhten sich Goldschmidt auf 110,50 (109,65) und Siemens auf 167,50 (167). Die Grundstimmung blieb im ganzen freundlich. Am Kassamarkt hielten sich Großbankaktien auf dem befestigten Mittagsstand unverändert. Von Jndustriewerten zogen Faber & Schleicher auf 55 (54), Dresdner Schnellpressen in teilweiser Anpassung an Berlin auf 79 (74,75) an. Der Rentenmarkt lag nahezu völlig geschäftslos und unverändert. Etwas matter waren weiterhin die meisten zertifizierten Dollar-Bonds. Auslandsrenten lagen still. U. a. notierten: Altbesitz 109,90, IG. Farben- Bonds 124, ReichsbahmVorzugsaktien 121,50,4 v. H. Schweizer Bundesbahn 187,25, Commerzbank 87, DD.-Bank 87, Dresdner Bank 87, Pfälzische Hypothekenbank 85, Buderus 96,75, Harpener 109,50, Klöckner 83, Mannesmann 81,13, Mansfeld 125,25, Hoesch 85,50, Rheinstahl 108,50, Laurahütte 21,40, Stahlverein 77,40, AKU. 53,25, AEG. E 37,65, Bekula 136,75, MAN. 98, IG. Chemie volle 169, Conti Gummi 164,50, Daimler 95, Deutsche Erdöl 108,65, Scheideanstalt 217, Deutsche Linoleum 144,50, Dresdner Schnellpresse 79, Faber & Schleicher 55, IG. Farben 149,25 bis 149, Feinmechanik Setter 80,50, Gesfürel 126, Goldschmidt 110,50, Hanfwerke Füssen 89,50, Holzmann 92,25, Jung- hans 84,50, Muag 77,50, Miag Mühlenbau 84, Motoren Darmstadt 94,25, RWE. 128,25, Schuckert 125, Siemens 167,50, Schramm Lack 81, Westdeutscher Kaufhof 30,13, Süddeutsche Zucker 199, AG. für Verkehrswesen E 97,50. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 13. Jan. Das leicht erhöhte Weizenangebot aus der Wetterau und Kurhessen genügt der mäßigen Mühlennachfrage. In Roggen haben die Zufuhren gegenüber dem Vormonat weiter abgenommen; Käufer sind zuerst die Landmüh- len. Für Brau- und Jndustriegerste sind die Käufer bei besserem Angebot gegenüber den festen Forderungen zurückhaltend. In Hafer liegt nur ungenügendes Angebot vor. Weizenmehl ist vorläufig noch ruhig; der Roggenmehlabsatz der hiesigen Mühlen ist unbefriedigend. Kleie lebhaft gefragt, Biertreber leicht nachgebend. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W 13 207, W 16 210, W 19 214, W 20 216; Roggen R 12 170, R 15 173, R 18 177, R 19 179; Sommergerste für Brauzwecke 225 bis 230, Weizenmehl W 13 28,15, W 16 28,40, W 19 28,40, W 20 28,75, Roggenmehl R 12 22,15, R 15 22,80, R 18 23,30, R 19 23,50 plus 50 Pf. Frachtausaleich: Weizennachmehl 17, Weizenfuttermehl 13,50, Weizenkleie W13 10,65, W16 10,80, W 19 11, W 20 11,10; Roggenkleie R 12 9,95, R 15 10,15, R 18 10,40, R 19 10,50, Mühlenfestpreise ab Mühlenstation; Soyaschrot m. M. 16,20, Palmkuchen m. M. 16,80, Erdnußkuchen m. M. 18,30, Trockenschnitzel 8,92, Großhandelspreis ab Fabrikstation, Heu 8,70 bis 9, Weizen- und Roggenstroh drahtgepreßt 3,80 bis 4, gebündelt 3,50 bis 3,80. Kartoffeln: Industrie hiesiger Gegend 3,20, gelbfleischige hiesiger Gegend 3,05, weiß-, rot- und blauschalige hiesiger Gegend 2,75 Mark per 50 Kilo bei Waggonbezug Frachtparität Frankfurt a. M. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 13. Jan. Auftrieb: Rinder 1112 (gegen 815 Meinung zugu Erstellt. Dle ,apa Zersetzen, daß es K der Munger Wen auszuschaltei Men. Freitag irdnungenbeka zerschlag für Ju u tie Japaner die ü «hört haben, werd tonserenz o£j feinen weiteren 21 ehmen. Obwohl dies da, tzdeutet, besteht ke erenz fortgese Whigs Begrenzu iriern. Die Sow limeb eigeordneten enieur-Flaggenm 6 biaunf ti; et Lege nach London lereits Flottensach tznferenz war, ne\ Ausscheiden 3apan weise aufgeforbert »en ju beteiligen. 2 &eobad)ter nerl (Klärungen abgebe heiligen werden Die Japaner hab, fcr Londoner Flotte Pgen: In der näd Kitten sie den Ver, c den Besprechung gründen. Wenn a ü nahezu unüberbt irgendeinem § kmn auch die Washi | eine Lösung he, «fung auf die Dam tog getroffen werde N nur die unen kch dann noch, al- Mn ausgesprochen wenn Japan jetzt Ntzenz den Rücken ^ritt unter Ausnutz ‘"Europa getan Jfffle Situation für S lange sch die üb «n Mächte, do te-w ^umstrei SJMe aus dem Br r*n ^itschgj JrI'$ eine sobald M-iheit. Von di« kl Jahre ans