Nr. 240 Erstes Blatt Dienstag, 15. Oktober 1936 186. Jahrgang Opfer für die Freiheit unseres Volkes ä 8 -s • (D® c o die der S o 3 A 0 %- 01 s ä o Deutsche Tischgemeinschast. Man wird sich noch des Tages erinnern, da Wir wissen noch eins: Der Verbrauch an Lebensmitteln ist im Laufe der Regierung des Führers nicht geringer, sondern wesentlich größer geworden. Millionen und aber Millionen sind in der Lage, mehr Nahrungsmittel für sich und ihre Familie zu kaufen als früher, und sie sind ferner in der Lage, sich auch solche Lebensmittel zu kaufen, die sie sich früher nicht leisten konnten. Es sind ungefähr 6V2 Millionen Menschen, die heute sagen dürfen, daß sie nicht nur unter Adolf Hitler wieder Arbeit gefunden haben, sondern daß sie im Durchschnitt im Monat nicht weniger als etwa 85 Mark mehr ausgeben können, als vor der Machtergreifung. Wenn im Monat rund 6V2 Millionen Menschen 85 Mark mehr ausgeben, so wird die Nachfrage am allgemeinen volkswirtschaftlichen Markt dadurch erhöht um über 550 Millionen Mark im Monat oder über 6% Milliar- den Mark im Jahr. Man kann annehmen, daß hiervon wiederum rund 3 Milliarden für den Einkauf von Lebensmitteln verwandt werden. Denn die unterernährten Arbeitslosen von einst und ihre Familien haben em Veseitigte Arbeitslosigkeit - steigernder Lebens mittelverbrauch. Bedürfnis nach etwas mehr Fleisch, mehr Fett usw., das sie nun nach langen Jahren des Darbens endlich befriedigen können. Stellen Sie sich aber vor", rief der Stellvertreter des Führers seinen Volksgenossen zu, „was es bedeutet, wenn für die unerhörte Summe von 3 Milliarden, das heißt 3000 Millionen, Mark während eines Jahres mehr Lebensmittel verlangt werden als vorher! Wundert es da jemanden, daß es gelegentlich kleine Schwierigkeiten gibt?! Ich weih, daß unser Volk es freudig auf sich nimmt, von Zeit zu Zeit etwas weniger Fett, Schweinefleisch oder dergleichen zu verzehren, im Bewußtsein, daß dafür Millionen Volksgenossen laufend etwas besser ernährt werden als einst, da sie arbeitslos waren. Mit Stolz können wir feststellen, etwas zu wenig Butter für den einzelnen ist der Beweis für den Erfolg der Arbeitsschlacht, für die Gesamtheit: der Verzicht des einzelnen bedeutet Gewinn für Millionen." : - 3 1 7. o chen, wie Abwertung der Währung oder Inflation haben wir in ihren 'Wirkungen am eigenen Leibe erlebt und verwerfen sie, weil die Abgründe des Schreckens dieser politischen Hilfsmittel, zu denen andere Völker jetzt griffen, kennen. Wir arbeiten und sind auf dem besten Wege, durch Vermehrung unserer eigenen Produktion das ganze Volk satt zu machen. Das ist nationalsozialistische Wirtschaftspolitik, daß das deutsche Volk in seiner Gesamtheit die Güter vermehrt, die ihm ein besseres Dasein ermöglichen werden. rt. ■ex X? T = = = 3- während des Krieges ausgegebenen und in Nachkriegszeit beibehaltenen Fleischkarten aufgehoben wurden. Unter dem Kartensystem, das im alten Reichstag ein Marxist einst als Marsch in die 1 s- s S n » v " e WM Erscheint tfigltd), autzer ä Annahme von Anzeigen Sonntags und Feiertags JmSShM Fv Bg 'v für die Mittagsnummer Beilagen: Tie 3Uuftrierte 4^1 ▲ k. A ▲ ▲ A. ▲ A A >1 A A A A ▲ ▲ AÄ bis8-/,Uhrd-sVormittag, —Br Mit 4 Beilagen NM. 1.95 MV B B Bt B VK B B Bk B £ B B B HM Bl B BL B BL B von 70 mm Breite Ohne Illustrierte . 1.80 M B H B^^ B LB^ » B BL B My 50Rpf.,Platzvorschrift nach ▼▼ 1 ▼ * ^aI W °orhVereinbg.25°,mehr. von einzelnen Nummern Ermühtgte Grundpreise: infolge höherer Gewalt Stellen-., Vereins-, gemein- MM General-Anzeiger für lvberheffen SM Doftfcbcdfonto* behördliche Anzeigen 6Rpf. sranifutt am Main 11686 Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfilätsvuch- und Steindruckerei «.Lange in Sietzen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7 M-ngenolffchwff-Staffelö Es sei eine alte wirtschaftliche Erfahrung, so führte Reichsminister Heß weiter aus, daß der Preis für eine Ware steige, wenn von dieser weniger vorhanden sei, als gebraucht werde, und die Menschen mehr zu zahlen bereit seien, um sie in der gewünschten Menge zu erhalten. Der Reichsnährstand halte aber die Mehrheit der Lebensmittelpreise in festen Grenzen und sorge dafür, daß selbst während einer zeitweiligen Knappheit eine gerechte Verteilung möglich sei, oder, ein Ausgleich vorgenommen werde. Weder ein Zwangssystem wie in Sowjetrußland, noch ein Markensystem wie in der Kriegs- und Nachkriegszeit bei uns, vermögen die Menge der zur Verfügung stehenden Lebensrnittel zu vergrößern, wohl aber vermöge beides durch Ueberbürokratisierung die Schwierigkeiten zu erhöhen und deswegen werde an eine derartige Einführung nicht gedacht. „Wir wollen auch nicht vergessen: würden einige Produkte nicht besser bezahlt, wäre unsere Landwirtschaft zusammengebrochen. Denn die Preise, die der Nationalsozialismus bei der Machtergreifung für einige sandwirtschaftliche Produkte vorfand, waren Preise, die der Marxismus geschaffen hatte zur Vernichtung des Bauernstandes, zu seiner Proletarisierung und Bolschewi- sierung. Wir wären schlechte Sozialisten, wenn wir den Bauern um unserer Popularität beim Arbeiter willen verraten hätten, denn wir hätten damit schließlich die Gesamtheit und damit den Arbeiter selbst schwer geschädigt — ja, der Vernichtung preisgegeben! Der Nationalsozialismus wird dafür sorgen, daß der gleichbleibende Durchschniltsbedarf gedeckt werden kann zu gleichbleibenden Durchschnittspreisen. Der Nationalsozialismus wird ebenso dafür sorgen, daß die preise für Lebensmittel, die im Laufe der Zeit etwas angestiegen sind, nicht weiterhin steigen. Wer glaubt, auf Kosten der Gesamtheit mit dem Lebensnotwendigsten Wucher treiben zu können, wird den Nationalsozialismus kennen lernen! Aber alle Maßnahmen können ebensowenig wie Markensysteme, Preiserhöhungen oder Lohn- 1 erhöhungen etwas daran ändern, daß wir einige Lebensmittet heute noch nicht in der Menge besitzen, in der wir sie benötigen." Rudolf Heß charakterisierte dann den Weg, der i über Lohnerhöhungen und die nachfolgenden Preis- , erhöhungen ohne Vergrößerung der Produktion zur -Inflation führen muß — gemäß unserer i einstmals gemachten Erfahrung. Mit einem Hin- , weis auf Frankreich meinte er, es sei er- - staunlich, wie wenig anscheinend andere Länder aus - solchen Erfahrungen zu lernen geneigt seien. Wir aber haben aus unseren bitteren Erfahrungen ae- lernt:. Den Leidensweg einer Inflation wird unser Volk nicht wieder gehen! Die Wege, die wir gehen, die gelegentlichen Schwierigkeiten zu überwinden, hat der Führer gewiesen: , r „ 1. Die Welt gibt uns die Möglichkeit, Rohstoffe, die wir bisher kaufen mußten, in eigenen Gebieten zu gewinnen, d. h. sie stellt uns Rohstoffkolo- nien zur Verfügung. Diese Abgabe von Kolonien liegt in ihrem eigenen Interesse, weil wir sonst eben doch gezwungen sein könnten, um jeden Preis z u exportieren und damit die übrigen Exportländer zu schädigen. 2. Erzeugung der notwendigenRoh» stoffe im eigenen Lande, soweit dies irgendwie möglich ist. Und Sie wissen, daß wenn deutsche Chemiker und deutsche Techniker etwas anpacken, das Ergebnis nicht schlecht ist! Bereits seien Fabriken im Bau, die uns in kurzer Frist aus manchen Gebieten unabhängig machen werden vom Auslande. Dabei kann das Ausland über eines beruhigt sein: Mittels der Rohstoffe aus eigenen Gebieten und mittels der selbsterzeugten Rohstoffe werden wir nicht dazu übergehen, den Export neuerdings zu steigern und dabei erst recht in Wettbewerb zu treten. Wir werden auch künftig Waren mit anderen Ländern tauschen, aber wenn wir ohne Steigerung des bisherigen Exportes genügend Rohstoffe besitzen, werden wir diese in erster Linie dazu verwenden, Waren nicht für die Ausfuhr, sondern für uns selbst zu erzeugen. So wie wir festgestellt haben, daß die Verknappung die preise in die höhe treibt, hat die Mehrerzeugung auf die Dauer das gegenteilige Ergebnis: der Käufer bekommt mehr für fein Geld. Denn nicht darauf kommt es an, wieviel Mark jemand erhält, sondern darauf, wieviel er fich um seinen Lohn kaufen kann. Und wir werden dafür sorgen, daß der deutsche Arbeiter ein st der be st bezahlte Arbeiter der Welt sein wird, gemäß seiner Leistung — denn der deutsche Arbeiter ist auch der beste der Welt. Durch sein entschlossenes außenpolitisches Handeln errang der Führer der-Nation die politische Freiheit. Durch sein entschlossenes wirtschaftspolitisches Handeln wird der Führer der Nation die wirtschaftliche Freiheit erringen. Was bedeutet gegenüber dem furchtbaren Schicksal, das uns noch vor wenig Jahren bedrohte, wenn heute gelegentlich einmal etwas zu wenig Fett, etwas zu wenig Schweinefleisch oder dergleichen vorhanden ist! Was bedeutet es. wenn wir obendrein wissen: dieser Mangel ist der Ausdruck von Gesundung sfr i f en — wenn wir wissen, daß ein geIeqentl’d)es ZU Wenig das Zeichen dafür ist, daß Millionen in Arbeit und Brot kamen und daher sich mehr solcher Lebensmittel kaufen. F r e u e n w l r uns überdieses Zeichen des Erfolges. Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhefjen e> sv* * n 5 3 sÄ-rr. UrJ HU „Das deutsche Bott wird nicht kapitulieren." Rudolf Heß über Lebensmittel- und Rohstoffversorgung. deutsche Volk mit Brot und Mehl, Kartoffeln, Butter und Trinkmilch zu hundert Prozent, also vollkommen aus deutscher Erzeugung gedeckt werden kann. Gemüse und Fleisch müssen wir zu einem geringen Prozentsatz Des Gesamtbedarfs, Eier und Molkereierzeugnisse zu einem etwas höheren, und den Fettbedarf zu einem noch relativ hohen Prozentsatz durch Einfuhr aus dem Auslande decken. Aus dieser Lage ergeben sich die Schwankungen in der Versorgung und in der Preisgestaltung. Aber daß wir bereits in einem so hohen Maße unabhängig geworden sind und auf wichtigen Gebieten uns vollkommen selbst ernähren, das allein ist eine ungeheure Leistung, die wir dem Reichsnährstand danken, die wir danken dem hingebungsvollen Schaffen des deutschen Bauern. Eingeführt werden müssen ebenso eine große Zahl von Rohstoffen, die notwendig sind, unsere Industrie in Gang zu halten, die Arbeit von Millionen zu sichern, die Aufrüstung zu vollenden. Einführen können wir aber nur im Austausch gegen Waren, die wir selb st erzeugen. Voraussetzung für diesen Warenaustausch ist aber wieder, daß das Ausland auch bereit ist, uns diese Waren a b zu - nehmen. Und hier hat sich in den letzten Jahren die große Schwierigkeit ergeben: Die Ausfuhrmöglichkeiten in der ganzen Welt sind immer mehr zurückgegangen; teils weit viele Länder, die früher Waren kauften, diese selbst Herstellen, teils weil die Weltwirtschaft glücklich soweit durcheinander gebracht wurde, die Produktion und die Preise teilweise auf derart abweichenden Grundlagen aufgebaut find, so hohe Zollmauern errichtet wurden, daß der Austausch von Waren st o ck t. Gewiß Sozialisierung rühmte, war selbst die eigene Produktion an Fleisch für den Städter nicht vorhanden. Die Kühe und Schweine schienen nur aus Knochen und Flechsen zu bestehen. Am Tage nach der Aufhebung der Fleischkarte waren alle Schlächterläden mit Fleisch reichlich versehen, und die Würste hingen verlockend in Ringen da. Es kam die Zeit, da unter der Auslandsverschuldung und den parlamentarischen Experimenten mit der deutschen Währung fast sieben Millionen deutscher Volksgenossen nicht einmal das Notwendigste zum Leben hatten, während die Läden mit allerlei Dingen des täglichen Bedarfs gefüllt waren. Mit anderen Worten: diese Lebensmittelversorgung hatte einen Fehler. Sie war für den Arbeitslosen nicht zu bezahlen. Das schönste Huhn nutzte nichts, wenn es für den Kochtopf ein Ideal bedeutet, weil die Hausfrau es nicht bezahlen kann. Und schließlich litt unter der mangelnden Kaufkraft der Bevölkerung unser Bauernstand, Millionen von Hektar gingen in die Zwangsversteigerung, während arbeitsame Menschen aus dem Besitz verdrängt wurden und das Proletariat vermehrten. Gegen die Not nicht nur des Winters, sondern auch des sommerlichen Alltags nützte die Arbeitslosenunterstützung nichts. Denn einmal war sie zu gering, und mußte es fein nach Lage der Reichsfinanzen, um den Massen mehr als das nackte Leben zu gewähren, zum andern wirkte die Aussichtslosigkeit für jeden Arbeitswilligen, jemals wieder in Arbeit und Brot zu gelangen, seelisch derartig zerrüttend, daß ein allgemeiner Pessimismus wie ein Krebsschaden am deutschen Volkskörper wucherte. die sich Rudolf Heß wandte, wissen, vor allem wenn sie die Schrecken der Nachkriegszeit und der Inflation durchgemacht haben, daß diese Politik des Ausweichens auf vorhandene Lebensrnittel in der Küche sehr gut möglich ist und die Wiederkehr der „englischen Krankheit" unter dem National- ozialismus unmöglich gemacht wurde, also die Hungerblockade, auf die Bolschewisten und Juden vergeblich spekulierten. Es gilt in erster Linie die deutschen Werkstätten wieder zu bevölkern und die Produktion anzukurbeln. Alle anderen Kleinmittel- Auf einer zusammengebrochenen Volkswirtschaft, \ einen rückgängigen Außenhandel, einer allgemeinen , Verwirrung in den öffentlichen Finanzen hat der , Nationalsozialismus sein Rettungswerk auf geb aut. Es kam vor allem darauf an, nicht nur einzelnen , Klaffen, sondern dem gesamten deutschen i Volke die Lebensnotwendigkeiten zu sichern. In einer großen Rede hat bei der Eröffnung der neuen Adols-Hitler-Halle in Hof der Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, gezeigt, was geleistet würbe, mit welchen Mitteln wir für die Sicherheit der Ernährung arbeiten und vor allem betont, daß wir nichts zu verbergen haben und einander nichts vormachen. Die Grundlage der deutschen Ernährung liefert das deutsche Bauerntum. Nach den Jahren der Ausfuhr von Milliarden Mark für lebenswichtige Nahrungsmittel an das Ausland ist es natürlich nicht möglich, von heute auf morgen unseren gesamten Bedarf selbst zu erzeugen. Aber daß wir den Bauernstand derartig kräftigten, daß er wieder rentabel wurde, hat sich in einer hundertprozentigen Selbstversorgung mit Brot und Mehl, Kartoffeln, Zucker und Trinkmilch ausgewirkt. Das sind die lebenswichtigen Grundlagen, die das ganze deutsche Volk in seinem Bestand sichern. Für Fleisch, Eier und Butter ist natürlich dieses Ideal noch nuht vollkommen erreicht. Wir müssen, mitten m der Erzeugungsschlacht, zusätzliche Mengen an diesen Nahrungsmitteln aus dem Auslande einführen. Und dabei ergibt sich folgendes: Wir können selbstverständlich in einem Staat, ber kerne Auslandsschulden machen will, die erforderlichen Rohstoffe und Lebensrnittel nur einführen, wenn man u ns e re Jndustriewaren bagegena b n i m mt. Es ist wichtiger, daß die Menge der Arbeitslosen wieder beschäftigt wird und damit auch besser lebt, als daß nun aus allen Gebieten ber ße^mit ein Ueberfluß herrscht, denn die Einstellung der Millionen Arbeitslosen führte natürlich dazu daß auch der Lebensmittelbedarf m seiner Gesamtheit wuchs, da die ehemaligen Arbeitslosen sich heute bester ernähren und kleiden als es wahrend ihres Arbeits- lofendaseins der Fall war. Hinzu kommt, daß wir infolge des verlorenen Krieges, im Verlaufe der allgemein rückläufigen Welthandelsziffern nicht mehr über jene Lebensmittelüberschuß-Gebiete verfugen, die uns vordem zur Verfügung standen und daß wir wie übrigens alle Völker, a u f d e n A u s l a n d s mär Eten wenig er ab fetze n. Sie ^6? davon ist zwangsläufig, daß d i e I n d u st r i e - Rohstoffe, die mir ' zur Beschäftigung der wieder arbeitenden Massen notwendig haben und durch deren Verarbeitung wir schließlich dre deutsche Fa milie gegen die Vernichtungswut Bolschewismus schützen, den Vorrang in der Einfuhr haben. Mit anderen Worten: Wir können nicht die Lebensrnittel, die uns fehlen, in beliebigem. Maße tm Auslande kaufen. Die Folge davon ist eme gewisse Verknappung einiger Lebensmittel wie z. B. Eier, Fleisch, Butter, die von Zelt zu Zeit noch auft^tt- Wollen wir daß wir die Eier und das Fleisch, das wir aus dem Auslande einfuhren, bezahlen mit ^Wiederkehr des Massenelends des Verdorrens ganzer Geschäftszweige, der Ruinierung un- eres Bauerntum"? Oder wollen dr° H°u-frauen lieber wenn es an Eiern fehlen sollte oder an Fleilch, diese Lebensmittel durch andere ersetzen, die wir genügend zur Verfügung haben und im eigenen Lande produzieren, und zwar zu festen, gleichbleibenden Preisen. Unsere Hausfrauen, an könnten wir viel mehr Waren als augenblicklich absehen! Es wäre ein leichtes, sie mit Hilfe von Vatutaexperimenten hinauszu- fchteudern. wenn wir damit zugleich unser Votksvermögen in einer Inflation verpulverten. Das wäre ein schöner Export, der den Ausverkauf des Volkes mittels einer solchen Inflation bedeutete, und der zugleich ein gewissenloser Verzehr des nationalen Kapitals wäre! Wir könnten um solchen Preis schon Waren absehen, aber wir wollen weder unsere Sparer betrügen, noch die Heranwachsende Generation ausfleddern, indem wir das Nationalvermögen, welches wir ihr zu vererben haben, selbst verzehren. Wir wollen keine Experimente, keinen Betrug, sondern wir wollen einen in ehrlicher Arbeit auf solider Grundlage und in guten kaufmännischen Sitten sich vollziehenden Warenhandel. Dazu brauchen mir natürlich und selbstverständlich Absatzmärkte. Aber Absatzmärkte, die wir im Kriege verloren, können mir nicht mehr zurückerobern, meil andere Staaten sie nun besitzen und nicht mehr hergeben. Daher reicht unsere Ausfuhr zur Zeit nicht aus, um alles, was wir benötigen, einzuführen." Obendrein, fo fuhr Rudolf Heß fort, habe die jüdische Boykotthetze das ihre getan, die Ausfuhr vorübergehend weiter zu behindern. Aber der Versuch, ein großes, arbeitsames Volk durch Aushungern zur KapiKi- lation zu zwingen, sei gescheitert, und ebenso würden alle weiteren Versuche scheitern. „Das Volk Adolf Hitlers weih, worum es geht. Es nimmt es auf sich, wenn nötig, sich dazwischen etwas einzuschränken, — kapitulieren wird es nicht! And niemand glaube, daß, wenn der wirtschaftliche Kamps gegen unser Volk fehlschlug, Deutschland durch Waffengewalt überwältigt werden könnte — etwa durch 3n- marschsehen des sowjetrussischen Militarismus. Wir haben vorgeforgt! Und wir sind bereit, auch künftig — wenn notwendig — mal etwas weniger Fett, etwas weniger Schweinefleisch, ein paar Eier weniger zu verzehren, weil wir wissen, daß dieses kleine Opfer ein Opfer bedeutet auf dem Altar der Freiheit unseres Volkes. Wir wissen, daß die Devisen, die wir dadurch sparen, der Aufrüstung zugute kommen. Auch heute gilt die Parole: „Kanonen st a t t Butter!" Der Führer gehört nicht zu denen, die eine Sache halb tun. Da uns eine Welt in Waffen gezwungen hat, aufzurüsten, rüsten wir auch ganz auf! Jedes Geschütz mehr, jeder Tank mehr, jedes Flugzeug mehr ist ein Mehr an Sicherheit für die deutsche Mutter, daß ihre Kinder nicht hingemordet werden in einem unseligen Krieg — nicht hingefoltert werden durch bolschewistische Banden. Wir sorgen dafür, daß die Lust, uns anzugreifen, endgültig vergeht! ( I S pS * « > Hof, 12. Ott. (DNB.) Aus Anlaß der Eröffnung der neuen Adolf-Hitler- Halle in Hof hielt der Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, eine bedeutsame Rede, in der er das Problem der Versorgung des deutschen Volkes mit Nahrungsmitteln und die Frage der Preisgestaltung für landwirtschaftliche Produkte des täglichen Bedarfs behandelte. Rudolf Heß erklärte u. a.: „Wie ungeheuer sind doch die Leistungen des neuen Reiches allein a u f wirtschaftlichem Gebiet! Was bedeutete es doch, im Januar 1933 einen Staat zu übernehmen, der vor dem Zusammenbruch steht, mit einer Wirtschaft, die eigentlich längst hätte Konkurs ansagen müssen, und dann innerhalb kürzester Frist mittels dieses Staates, mittels dieser Wirtschaft die Gesundung herbeizuführen, Millionen wieder in Arbeit und Brot zu bringen, eine moderne Wehrmacht aufzubauen und zugleich mit diesen gewaltigen Anstrengungen unserem Volke das Brot zu sichern! Diese Sicherung des Brotes für das deutsche Volk mußte geschehen durch die Erhöhung der Eigenerzeugung an Lebensrnitteln. Wir haben erreicht, daß das H=DgO 0 Or V 7 , *0 ® =2? 3 8 = °.n o ca- 2 = 3® = ? I ° o H ^31? Xr ö" - 2 E T * = 3 3 * cr° — C -7M3 lOE.X 2.®| =D 2 0-5 □ •* n" “ O —* 3 o ? - 27 y3%°^3 .3^=3 2 ihsf? Zusah zum Währungsabkommen. Lockerung des amerikanischen Goldausfuhrverbots zur Speisung des Stabilisierungs- und Ausgleichsfonds. Und setzen wir unseren Stolz darein, und wenn nötig, vorübergehend mit anderen Lebensmitteln xu behelfen. Setzen mir unseren Stolz darein, die Anweisungen des Reichsnährstandes zum Sparen von Nahrungsmitteln, zum Kampf gegen d en Verderb genauestens zu befolgen." „Sie, meine deutschen Hausfrauen, beeinflussen nicht nur — darüber wollen wir uns doch nichts vormachen — die Laune Ihrer eigenen Männer, sondern von Ihnen, von der von Ihnen ausgehenden Stimmung hängt die Stimmung des deutschen Volkes wesentlich mit ab. Jede gute Hausfrau weitz, wie sie ihre Familie in guter Stimmung hält, und besonders diejenigen, die einmal — unabhängig von der Gesamtlage — persönlich wirtschaftlich ernstere Zeiten haben durchmachen müssen, wissen, wie man mit einfachen Mitteln eben durch die Hausfrauenkunst auch dann ein gutes Essen bereiten kann, wenn es einmal entweder kein Fleisch oder keine Butter oder keine Eier enthält. Und die tüchtigen deutschen Hausfrauen wissen, was sie zu tun haben, um im Dienst dieser großen deutschen Familie: des deutschen Volkes zu wirken, wenn dieses vorübergehend kleine Notstände überwinden muh. Sie kaufen eben ein, wie es im Interesse der großen deutschen Familie liegt! Sie versuchen nicht unbedingt das zu kaufen, was gerade weniger am Markte ist, sondern sie kaufen von dem viel, das reichlich vorhanden ist und verwenden es so, daß es ihren Männern und ihren Kindern gerade besonders gut erscheint und besonders gut schmeckt. Keine gute Hausfrau trauert gerade dem Viertelpfund Schweinefleisch nach, das sie nun einmal nicht bekommt. Jede gute deutsche Hausfrau ist zu ihrem Teile eine Mutter des deutschen Volkes. Sie hat in vielen Fällen gleiche und höhere Pflichten zu erfüllen als die Männer dieses Volkes, die ihre Haltung achten und ehren werden. Deutsche Frauen, zeigt, was ihr könnt! „Wenn in Deutschland", so fuhr Rudolf Heß fort, „Führer und Gefolgschaft miteinander einen Uebeb stand besprechen und miteinander klar werden, wie er zu beheben ist, so folgert das Ausland sehr eilfertig, gottlob, die Deutschen fangen unter der hitlerschen Führung zu hungern an, und die deutsche Wirtschaft zerfällt. Dieses Ausland möge sich beruhigen. Wir Deutsche haben vor einander nichts zu verbergen. Es wäre wohl töricht, wenn die deutsche Regierung jede Sorge auf das Volk abladen würde, wie es töricht wäre, dem Volke nicht zu sagen, in welcher Lage es sich befindet, und was zu tun ist zum allgemeinen Wohle. Wir sind eine ehrliche Schicksals- gemeinfchaft! Und wir werden immer unbeschadet dessen, was die anderen draußen glauben oder erzählen, als Führende oder Geführte dieser Schicksalsgemeinschast offen vor einander st e h e n. Was ist denn schließlich schon das Motiv derer draußen, die so sehr bei uns den hunger erhoffen? Es ist ja doch nur das letzte kleine Hälmchen, an das sie sich in ihrer Sehnsucht klammern, es möge doch endlich in der großen Auseinandersetzung: hier jüdischer Bolschewismus, hier deutscher Nationalsozialismus der Nationalsozialismus einmal eine Position oder eine Schlacht verlieren, damit man doch noch hoffen könnte, daß Juden und Bolschewiken noch einmal in Deutschland siegreich werden! Diesem Ausland mußten wir sagen, es hofft umsonst. Wir aber wollen glücklich fein, daß uns schlimmstenfalls an einigen Tagen im Jahr einmal der Butteraufstrich für das Brot und nicht das Brot selbst für Monate fehle, wie in dem gepriesenen Lande des Glücks und der Wohlfahrt der Massen, in Sowjetrußland. Es wisse die Welt, wie jeder einzelne von uns, der einmal einen Blick in andere Länder tun konnte, daß Deutschland das sozialste Land der Erde ist." Jeder KdF.- Fahrer, der soziales Elend draußen mit eigenen Augen gesehen hat, würde ihm recht geben, so sagte Rudolf Heß, wenn er ausfpreche, daß jeder, der von draußen in die Heimat kommt, sie mit dem Gefühl beträte: Gottsei Dank! Ich bin wieder in Deutschland, dem Deutschland des wahren sozialen Geistes. „Immer, wenn wir einen kleinen Verzicht leisten müssen, wollen mir dankbar sein, daß wir gerettet wurden vor dem Schicksal Sowjetrußlands und vor dem Schicksal Spaniens! Wer wolle dem unendlichen Leid, dem Elend und der Not, das die Völker dieser Länder zu ertragen hätten, gegenüber aufstehen und sagen: „Ja, aber ich habe heut' ein Viertelpfund Butter zu wenig bekommen". Wir seien dem Führer und dem höheren, der den Führer uns sandte, dankbar, daß wir unser tägliches Brot hätten, daß wir ein einiges Volk geworden seien, gleichwertige Genossen, die sich gegenseitig helfen, und die in Frieden und Ruhe schaffen können für sich und ihr Volk, das ein starkes Heer schütze, und das auch draußen durch kampfstarke Schiffe gesichert sei. Mit einem Dankesgruß an den Führer, der aufstieg aus den Reihen des schaffenden Volkes und kreaft feiner Fähigkeit und kraft feiner Liebe zu diesem Volke der Führer wurde, schloß Rudolf Heß seine Rede. Der Bolschewismus Todfeind des Christentums. Eine Rede des Kardinals Jmitzer. W i e n, 12. Oft. (DNB.) Der E r z b i s ch o f v o n Wien, Kardinal Dr. Jnnitzer, hielt eine scharfe Rede gegen den Bolschewismus. Er führte u. a. aus: Die neuen Formen des Kampfes der Finsternis gegen das Licht heißen Kommunismus und Bolschewismus. Der Bolschewismus hat einen Gottlosen-Feldzug begonnen und geht mit unheimlicher Vehemenz zu Werke. Wenn ich sage, daß 1935 von Moskau aus 11 Millionen gottesleugnerische Bücher in Europa in 6 Sprachen verbreitet wurden, um der europäischen Christenheit den Glauben aus dem Herzen zu reihen, so ist das nur ein Beleg dafür, welche Taktik der Bolschewismus einschlägt. Im Gefolge der Agitatoren des Kommunismus schreiten Tausende von solchen, denen das Christentum gleichgültig ist, oder die im geheimen wünschen, daß die Front des Hasses gegen den Glauben erstarkt und die Kirche eine Niederlage erleidet. Weitere Tauende leben in den Tag hinein, als ob nichts ge- chehe. und sind sorglos; ja die Staatsmänner chließen angeblich im Interesse der Wirtschaft Vündnisse mit der Macht des Bolschewismus. Es ist, als ob die Menschheit blind wäre und nicht mehr sehe, woher das Unheil kommt. Wo immer der Sowjetstern Moskaus erscheint, bedeutet er Blut und haß und Feuer. Paris, 13. Oft. (DNB.) Die Verhandlungen zwischen der amerifanischen und der englischen Re- sterung über die technischen Bedingungen ihrer Zu- ammenarbeit auf währungspolitischem Gebiet stnd um Abschluß gelangt. — Der amerikanische Schatz- ekretär Morgenthau weist darauf hin, daß in Zukunft die Vereinigten.Staaten Gold auch für die sofortige Ausfuhr, und zwar für die Stabili- ierungs- und Ausgleichsfonds für diejenigen Länder freigeben, die bereit sind, Gold nach Amerika zu verkaufen, vorausgesetzt, daß diese Goldangebote unter vorteilhaften Bedingungen gemacht werden. Sämtliche Verkäufe von Gold werden durch die Vermittlung der Federal Reserve Bank von Neuyark getätigt. Das Gold wird zum Preise von 35 Dollar die Unze Feingold plus 0,25 v. h. ür die Unkosten verkauft. Das Abkommen werde nach und nach die technischen Operationen der Stabilisierung und des wechselseitigen Verkehrs wesentlich erleichtern, da die schwierigste Frage, wie sich die drei Ländek die notwendigen Mittel für den Stabilisierungs- und Ausgleichs- onds besorgen könnten, nun geregelt sei. Morgenthau bezeichnet das neue Abkommen als einen „neuen Typ von Goldstandard" zwischen den drei Nationen. Das Abkommen fetzt kein de- timmtes Verhältnis der Währungen der drei Länder zu einander fest. Einzelpersonen ist es nicht gestattet, Goldtransaktionen vorzunehmen. Der „neue Standard" fei der zweite Schritt in Richtung einer internationalen Währungsstabilisierung. Das Zusatzabkommen wird auch von der „Ti- m e s" als ein weiterer Schritt vorwärts bezeichnet. Die Zusammenarbeit zwischen den drei Währungsfonds wäre schwierig gewesen, hätten die Vereinig- Tübingen, 13.Oft. (DNB.) Die Vereinigung Deutscher Rechtshistoriker hält unter Leitung von Professor Dr. Herbert Meyer (Göttingen) in Tübingen ihre fünfte Tagung ab. Nach Begrüßungsworten des Dekans, Professor Dr. Kreller, und des Rektors, Professor Focke, sprach Reichsrechtsführer Reichsminister Dr. Frank. Er führte u. a. aus: Der. erste Appell geht dahin, daß Sie bei Ihrer rechtshistorischen Forschung in erster Linie beobachten wollen, daß nur aus den gewaltigen, gigantischen Weltantithesen, die wir heute erleben, das Bedürfnis nach einer Wissenschaft ersteht, die unserem Volke in seinem entscheidenden Existenzkampf die geistigen Waffen zur Durchsetzung dieses Kampfes liefert. Es wird Sie mit großer Freude erfüllen, dieses Erlebnis der Geschichte unter dem Gesichtspunkt zu sehen, daß aus dem Nationalsozialismus heraus überhaupt die einzige Möglichkeit bestand, in Deutschland noch wissenschaftlich zu arbeiten. Wäre der Führer nicht gekommen, bann würde über Deutschland das alles Geistesleben völlig vernichtende und zerstörende bolschewistische Chaos hereingebrochen sein. Auch für die deutschen Rechtshistoriker kann es heute nur einen Ausgangspunkt geben, alle deutsche Geschichte zusammenzusassen als eine große Verpflichtung, sie nur als Vorgeschichte des Nationalsozialismus anzusehen. Wir glauben daran, daß jede wissenschaftliche These, die ja der Wahrheitserforschung dienen soll, in ihren Ergebnissen identisch sein muß mit den Ausgangspunkten des Nationalsozialismus. Wir glauben, daß in der Idee, die der Führer feiner Bewegung voranstellte, die letzten Wahrheiten auch jeder nur denkbaren wissenschaftlich en Erkenntnisse enthalten sind. Das Parteiprogramm der NSDAP, ist sonach auch für die rechtsgeschichtliche Erforschung die g r o ß e j ten Staaten sich nicht bereit erklärt, die Bestimmungen über die Goldausfuhr abzuändern. Bisher sei die Ausfuhr nach Ländern ohne Goldwährung verboten gewesen, worunter auch England und Frankreich fielen, jetzt habe Amerika der Goldausfuhr nach den beiden Ländern unter bestimmten Bedingungen zugestimmt. Man nehme an, daß bei der Umwandlung in Gold 35 Dollar je Unze gezahlt werden würden. Frankreich und England, das keine Goldwährung habe, würden zu keinem festen Kurs in Gold umtauschen. Das Abkommen werde die Zusammenarbeit zwischen den Ländern erleichtern und dadurch mithelfen, das erfolgreiche Arbeiten an der Stabilisierung zu sichern. Die 833. für Stabilität der internationalen Wechselkurse. Basel, 12. Dft. m£ m8"1 '"ip- *• «b,| *»" ttif L M l4°" fi Ä'1«’ “»» ,a“6eren •tfS: s?» K9!" i“t den „T M lo ' M Al!,,. 'N bet " •« SoBlet. !*“ Wt«. Bas tbeotei M tun babtn, nternationalen "ben Worten ’fm uni) in “ngelegnnlxit "■' du lam, mit Unta. 'Tribüne aus. ^!ch auf eine «w der unter Wieder jebe , werden M, ^mottQti^ne unb auf zwei Delegation der Völkerbund die :e- Diese mehr Lknon ist ein die meisten Jfr mit bemoi n roten Pro« )orben sind und er Leite aufge» ein ab zulehnen, ifer Maschinerie oanbfreien, aber n Lösungen ge- in Nordeuropa fchieden ab, das >und oder intet» leiten zu lassen, ibe der Sowjet» nd die -leine )en Gemeinsam» ogifäe und nach ioiDittruljWn alten. Das sich twinow'Finkel» des öttHw denn» chü, za geradezu iercn suche, war die Stimmung, et.Initiatioen in lunbsreform ßiberftänbe nicht es genügte eine i der englischen iffälliger lversab» [iert worben war. ,ß diese Reform, 'iht - die mtt» nbung der Pak » dntfieibung em» onnte aber nicht, ifj diese rein aka» ines Probleme-, mter zwei Troß» iru&Ianb - W jo leicht, einfach ng des Ser amm- burchfuhren fiel tatsächlich « allgemeinen W n orohen Reform' weitere ReE rfin X ssräS- , fron’ t Ben, finb fi,s Wil «i*; '* 5 betK"'^ “ «la« iuJ ’ einen dan r=r««;sb>» «I» fönnt«- ,t äuj«' ; 0^;* ftpia* n 5o^Ansatz' raS'^Mo-^n ' tf gfts- en versuch^ in :^^Xonl ... . * :'Mk .. / '/ ' * $ zy»y ' MK , /'»zz, v ■H JRÄ' A ■ iiiisets!! iw iji z ,iiF «■ll iiiieiiiiiiiii ■ «■IN iiiie M iinr iiii • - !i!8Ä !■!■!■' Igir «eieif ir »iLüäHäi»iiUiäiSiDiKG Oberreichsanwalt Or.Werner gestorben. Gebiet der Wirtschafts- und Währungspolitik bar, nur ist hier der Völkerbund lediglich zur Registrierung von Ergebnissen benutzt worden, an deren Zustandekommen er völlig unbeteiligt ist. Es lag besonders im Interesse Frankreichs, die nicht mehr au vermeidende Abwertung als eine internationale Aktion erscheinen zu lassen und ihr ein möglichst großes Echo zu geben. Der Völkerbund konnte hier nur die Gelegenheit zu einer zwanglosen und deshalb vielleicht besonders aufschlußreichen Aussprache in größerem Kreise bieten. Es wird aber jedes weitere praktische Vorgehen von dem selbständigen Entschluß der einzelnen Regierungen und von zweiseitigen Vereinbarungen abhängen, da noch in allgemeiner Erinnerung ist, daß die vor einigen Jahren, in der Anfangszeit der Weltwirtschaftskrise, unter dem Protektorat des Völkerbunds verfolgte Methode der gleichzeitigen vielköpfigen Behandlung, abgesehen von einer Konvention über Felle und Knochen aus dem Jahre 1928, kein einziges praktisches Ergebnis gezeitigt hat. Vom Wegfall der Einfuhrbeschränkungen über den Zollwaffenstillstand bis zur Weltwirtschaftskonferenz ist man nur zu paragraphenmäßig formulierten Schlagworten gelangt, hinter denen jeder Teilnehmer seine eigene Auffassung gewahrt glaubte, ein theoretisches Spiel, das auf die Gestaltung der internationalen Wirtschaftsbeziehungen keinen Einfluß hatte. Auch für die besonderen Anliegen einzelner Länder, z. B. die polnischen Wunsche nach überseeischem Siedlungsraum, hat der Völkerbund wie üblich lediglich eine Tribüne abgegeben, nicht aber die Stätte einer von ernstlichem Erfolgswillen getragenen Prüfung und Beratung. Einen charakteristischen Grundzug der abgelaufenen Tagung bildete das alle Arbeiten durchdringende Bewußtsein der mangelnden Universalität. Die Abwesenheit derjenigen Länder, die politisch und wirtschaftlich zu den' wichtigsten gehören und ohne deren Mtwirkung keine internationalen Beschlüsse diesen Namen verdienen, wurde diesmal als tatsächliche Lücke bedauert. Die ständig nicht nur von England geforderte Rücksichtnahme auf die sich entwickelnden Westpaktverhandlungen war nur eines der verschiedenen Symptome für das Streben nach einer Arbeitsgemeinschaft auf breiterer Grundlage. Der Wunsch, diese Grundlage zu finden, ist, abgesehen von der Sowjetunion, die die entgegengesetzte Tendenz verfolgt — allgemein und es fehlte in der allgemeinen Aussprache auch nicht an Vorschlägen und Anregungen von den Paktplänen für Nord- und Südamerika bis zu den besonders au das europäische Festland eingestellten Vorschlägen des englischen Außenministers. Es fragt sich aber, ob Gens überhaupt der geeignete Boden ist, um Konzeptionen von einer diesem Ziel angemessenen Großzügigkeit in absehbarer Zeit durchzuführen. Das Staatsbegräbnis für Gömbös Was der Rheän unter den Strömen, das ist der Harz unter den deutschen Mittelgebirgen, ein Fürst und Patriarch, den nicht ein einzelner Stamm, den das ganze Volk verehrt. Wie diese Liebe ein üppiges Geflecht von Sagen und Gedichten durch die Herrscherkrone des Rheinvaters geschlungen hat, so hat sie auch das kahle Haupt des Bergesalten im Harz, den Brocken, mit Mären und Liedern reich umkränzt, ja, den germanischen Vorfahren war er, wie am Harz viele Ortsnamen und Erinnerungen bezeugen, recht eigentlich der deutsche Olymp, der Sitz Wotans, seiner Einherier und Walküren. für dumm verkaufen. Auch die anderen Völker, mit Ausnahme des hinter den Gefängnismauern der GPU. sitzenden russischen Volkes, wissen heute zu genau Bescheid über das deutsche Winterhilfswerk und über die deutsche Arbeitsschlacht, sie wissen andererseits auch, daß im bolschewistischen Rußland Millionen von Bauern und Arbeitern elend verhungern mußten, daß in allen Ländern, die vom moskowitischen Ungeziefer heimgesucht werden, soziale Erschütterungen und wirtschaftliche Krisen zu einer Dauererscheinung geworden sind, daß in Spanien eine uralte Kultur vernichtet, ein großes Volk nur deshalb dezimiert und ausgeplündert wird, weil Moskau einen neuen Stützpunkt zur Durchführung seiner Weltkriegspläne gebraucht. In diesem Lichte betrachtet, erhält auch die für einen normalen Verstand kaum faßbare Gemeinheit der Straßburger Exzesse ihren eigentlichen Sinn. Aber Thorez irrt sich, wenn er glaubt, daß seine zügellosen Provokationen uns zu irgendwelchen unbesonnenen Handlungen hinreißen würden. Es ist etwas anderes, was uns nachdenklich macht. Auf der Tribüne, von der Thorez seine Hetzreden los ließ, saßen als „Präsidium" neben den Kommunisten auch die Vertreter der s o z i a l i st i s ch e n und radikalsozialistischen Partei. Dieser Umstand machte die Veranstaltung zu einer offiziellen Kundgebung der Volksfront, jener Volksfront, welche die Regierung der französischen Regierung bildet. Ministerpräsident L6on Blum wird nicht umhin können, sich dazu zu äußern, er wird auch Stellung nehmen müssen zu der Tatsache, daß sein Bundesgenosse Thorez das Oberhaupt eines benachbarten Staates auf die ungeheuerlichste Weise verleumdet und beleidigt hat. Es besteht überdies das ungeschriebene, in allen Kulturstaaten der Erde anerkannte und stillschweigend befolgte Gesetz internationaler Höflichkeit, das jedes Staatsoberhaupt vor einer böswilligen Herabsetzung in anderen Ländern schützt. Ministerpräsident Löon Blum, der sich wiederholt gegen eine Politik der Einmischung in die inneren Angelegenheiten fremder Staaten und für eine internationale Verständigung ohne Rücksicht auf das innere Regime der einzelnen Länder ausgesprochen hat, wird diesem Gesetz Rechnung tragen muffen, er wird gegen die Straßburger Lümmelei einschreiten müssen, wenn ihm überhaupt daran liegt, die deutsch-französischen Beziehungen zu verbessern. Wir warten auf Antwort aus Paris! E.V. 3m Zauberreich des Blocksberges Gtreifzug durch den herbstlichen Harz. Don Arthur Behbein. Vorsicht bei weisen in Böhmen. Reisende, die bei einem Besuch des Erzgebirges oder des Böhmer Waldes die tschechoslowakische Grenze überschritten und im tschechoslowakischen Grenzgebiet photographische Aufnahmen machten, haben die für sie sehr unangenehme Erfahrung machen müssen, daß sie in den Verdacht gerieten, Spionage zu treiben. Die tschechoslowakischen Behörden haben in all diesen Fällen, wo Reichsdeutsche das Verbot, im Grenzgebiet zu photographieren, sei es auch nur in Unkenntnis überschritten, in rigoroser Weise ein V e r f a h r e n wegen Spionage eingeleitet. Es genügt dazu bereits, wenn Grenzbeamte bei deutschen Reisenden den Besitz von Phtographenapparaten feststellten. Im günstigsten Falle wartet der von einer Verhaftung Betroffenen eine längere Untersuchungshaft, aber häufig sind auch bereits sehr empfindliche Freiheitsstrafen verhängt worden. Irgendwelche Schadens- ersatzansprüche wurden abgelehnt. Es ist also Reisenden und Wanderern in nord- und westböhmi- Wer aus irgend einer Richtung, durch die weite niederdeutsche Ebene kommend, den Harz zum ersten Male erblickt, dem ist sofort klar, wie der Blocksberg zu hohen Ehren und so bösem Ruf gekommen ist. Und so oft er dann auch wiederkehrt, immer wieder wirkt die wuchtige Größe dieser deutschen Bergwelt, immer wieder wirkt die Steigerung der großartigen Architektur zur beherrschenden Kuppe mächtig auf ihn ein. Er versteht auch sofort, daß dies Gebirge als Wetterwand für einen großen Teil Deutschlands von besonderer Bedeutung ist. Wie heftig Wind und Sturm diese Mauer anrennen, und wie wild der Winter gegen sie wütet, das wird dem Brocken- befteiger selbst an heiteren Sommertagen durch die Kampfspuren sichtbar. Schon in tausend Meter Höhe hört der Hochwald auf; hier folgen Zwerg- bäume, die vom Wetter immer wieder zerwühlt und gebogen und gebrochen worden sind, so daß sie zu seltsamen Formen verkrüppelten. Zuletzt gibt*5 keinen Baumwuchs mehr; nur Moose und Fichten, Alpenkräuter und arktische Gewächse ge- deiyen noch zwischen den Granittrümmern der manchmal so unwirtlichen Felswarte. Und wie oft brauen Nebel um den Scheitel des Blocksberges! Aber diesen Unbilden hat der Berg zauberhafte Erscheinungen zu verdanken. So das Brockengespenst, ungeheuere Schattenrisse der Kulmbauten und -besucher auf einer Nebelwand. Oder ein Gewitter unterhalb der Kuppe, so daß wir — wie das auch Fliegern zuweilen beschieden ist — aus sonnenheiterer Höhe in das Donnerwetter hinunterschauen. Oder die weiße Sintflut, wenn dicker milchiger Nebel alle Täler füllt und nur ein paar Gipfel wie Archen auf dem Meer 'zu schwimmen scheinen. Höchst wunderlich und dabei oft von märchenhafter Schönheit sind die Bildhauerkünste des Rauhreifs im Winter, der aus den Zwergfichten Fabelwesen und aus den Brockenhäusern Kristallpaläste macht Wie lieblich der Harz-Wald sein kann, das sollten die Deutschen eigentlich wissen. Sie wissen's aber noch lange nicht alle. Wenn sie vom Harz hören, stellen sich bei manchen noch die Begriffe düster und wild ein, ein stattlicher Teil des alten Berges ist von mächtigen Fichten bestanden, und seine Bäche stürzen schäumend über ein tolles Durcheinander von Felsblöcken. Aber wie schnell zerflattert die Vorstellung des Finsteren und Unheimlichen, wenn der Blick selig über Billionen von jungen Fichtentrieben schweift, und deren berauschende Kraftwürze uns überflutet! Und wo bleibt erst jene vorgefaßte Meinung, wenn die Laubwogen des Unterharzes im Herbst zu einem einzigen, vieltom- gen goldenen Farbenmeer verwandelt find! : ' Als ich einmal an einem sonnigen Sonntagnach- i mittag urplötzlich von einem Felsvorsprung im ■ Kiefernhain drüben über der Schlucht den rätsel- fRononHoin »rhlifttp und auf feinen Urwelt- Lügen haben kurze Beine. Wir haben gestern schon die kommunistischen Demonstrationen in Elsaß-Loth- ringen soweit sie uns Deutsche angehen, als das gebranbmartt, was sie sind, eine unerhörte Flegelei, die geeignet ist, die deutsch-französischen Beziehungen auf das schwerste zu belasten. Der Haßgesang, den Thorez, Moskaus bezahlter Agent, in Straßburg gegen den Führer und das deutsche Volk angestimmt hat, liegt auf einer so tiefen moralischen Ebene, daß er an sich keine sachliche Er- wideruna von unserer Seite verdient. Wir wollen aber dieses einzigartige Dokument eines internationalen politischen Verbrechertums niedriger hängen, damit alle deutschen Volksgenossen recht genau sehen können, mit welchen hinterhältigen Methoden der Weltbolschewismus arbeitet, wie er selbst nicht davor zurückscheut, weltbekannte Tatsachen frech zu leugnen, Aussprüche unseres Führers glatt zu fälschen und fremde Staatsoberhäupter mit den gemeinsten Beschimpfungen zu überschütten. Wir haben den Meister der Lüge auf frischer Tat ertappt. Thorez unterstellte Adolf Hitler die Erklärung, daß es für den deutschen Arbeiter recht gesund sei, wenn er hungern müsse. Aber 60 Millionen, die am vorigen Dienstag in Deutschland vor den Lautsprechern saßen, wissen, was der Führer wirklich gesagt hat, daß es nämlich für die Menschen, die Drei ober vier Gänge am Sonntag einzunehmen gewohnt seien, auch einmal ganz gesund wäre, nur ein Eintopfgericht zu essen, daß aber niemand in Deutschland hungern und r i e r e n solle. Thorez unterstellt dem Führer auch die Erklärung, der Krieg müsse kommen, damit Deutschland die Möglichkeit habe, eine andere Stellung in der Welt zu erobern. Aber 60 Millionen Deutsche und weitere ungezählte Millionen auf der ganzen Erde antworten ihm, daß Adolf Hitler niemals in seinem Leben etwas ähnliches gesagt hat, daß er vielmehr bei jeder Gelegenheit den unbedingten Friedenswillen des Nationalsozialistischen Reiches betont und ihm durch seine Politik wirksamen Ausdruck verliehen hat. Die Sendlings Moskaus können uns und die Welt heute nicht mehr lich anmutenden Felsmauern das Gekribbel von Hunderten festtäglich gekleideter und gestimmter Menschen, da schoß mir jäh der Name Arkadien durch den Kopf. Nie vorher vermeinte ich ein Bild von solcher Helligkeit und Heiterkeit erschaut zu haben! Dann wieder hab' ich an heimlichen Weihern und in verschwiegenen Klosterkreuzgängen Stunden von so tiefer Versonnenheit erlebt, wie sie eine „düstere" Landschaft uns wahrlich nicht schenkt. Hast du einmal oben auf der Roßtrappe gesessen, wenn der Hall der Menge verklungen war, tiefe Dämmerung den Bodegrund füllte, und die Berghäupter sich goldene Kronen austetzten? Ist der Blick vom Weißen Hirsch nach Treseburg hinunter nicht eines der anmutigsten Bilder, die man erleben kann? Und was für köstliche Ueber- raschungen bietet der Reichsbannforst dem Wanderer, der schweigend ihn durchstreift? In diesen Wochen kann er dem prachtvollen Konzert lauschen, das die Eifersucht der Brunfthirsche durch den Herbstwald dröhnen läßt. — Ich erwähnte eben den Regenstein — er ist einzigartig. Eine unbegreiflich weitläufige Burg, ganz in den Felsen hineingehauen — wo gibt’s bas noch einmal in beutschen Gauen? Solcher Wunberbinge hat der Harz mehr. Gleich am Fuß des Regensteins ein Stückchen Wüste: ben Heers. Unb nicht weit davon bie Teufelsmauer! Und die mächtigen Höhlen bei Rübeland und am südlichen Rande bei Uftrungen! Auch eine ber größten Quellen Europas entspringt in ben Wälbern bes Harzes. Das ist ber Rhumessprung bei Pöhlbe im Sübharz. Nicht wahr, es ist begreiflich, daß ber Deutsche ben Harz lieb hat? Zu all ben anderen Grünben kommt aber noch ein besonders gewichtiger: auc bas hat ber Walb mit bem Rhein gemein, ba hier große Tage ber beutschen Geschichte ihre Schauplatz hatten. Hören wir Namen wie Goslar, Queblinburg, Ballenstebt, so sehen wir Kaiser unb Könige, Erzbischöfe, Bischöfe unb Siebte, Ritter, Minnesänger und Gelehrte in feierlichem Zuge an uns vorüberwallen. Irgendwo im Harz lauerte ber Finkler unter bem Zweischirm ben Vögeln bes Waldes auf, als man ihm bie beutsche Krone überbrachte; auf bem Falkenstein hoch überm Selketale faßte Eicke von Repkow das beutsche Recht in seinen Sachsenspiegel; in ber Kaiserpfalz am Fuß des Rammelsberges staub die Wiege Heinrichs IV.; des benachbarten Domes Estrich färbte das Blut der Mannen Hezilos, des Bischofs, und Widerage, des Abtes. In Walkenried, heute eine ber schönsten aller Klosterruinen, heilte ber Braunschweiger Löwe seine gebrochene Pranke; hier hielt auch vier Jahr- hunberte später Moritz von Sachsen seine letzte Rast auf seinem Tobesritt roiber den Markgrafen Albrecht. Jedes ber alten Städtchen am Rande des Harzes atmet tausendjährige deutsche Vergangenheit. In der großen unb bunten Geschichte bes Harzes gibt es einen Zug, ber uns wie ein Symbol anmutet; als Heinrich III. im Sterben lag, flüsterte • er bem über sein Lager gebeugten Freunde als ; letzten Willen den Wunsch ins Ohr, daß sein Herz i im Harz ruhen solle. Wer je einmal in diesem ; Bergwald gewandert ist, ber läßt ein Stück seines Herzens dort zurück. Unb nun zieht es ihn immer : nach ber Stätte, mit ber er so innerlich unb innig i verbunden ist. Immer nrieber zwingt ihn bie Sehn- - sucht, in bas Zauberreich bes Blocksberges ein- mitgemad)!. Nach dem Kriege muhte er eine Heimat veriallen. Er trat 1919 in das Reichsjustizministe- rium ein, roo er 1920 Ministerialrat wurde. Aus dieser Stellung kam er 1926 als Nachfolger Dr. Ebermeners als Oberreichsanwalt an das Reichs- aericht. Ein tragisches Geschick fügte es, daß er am 10. Jahrestage feiner Ernennung zum höchsten Beamten der Änklagebeharde das Krankenhaus zur Operation aussuchen muhte. Oberreichsanwali Werner hat in vielen politischen Prozessen von Bedeu- tung persönlich die Anklage vertreten, darunter im Reichstagsbrandstifter.Prozetz, wo er gegen die Kommunisten van der Lubbe und Torgler das Todesurteil beantragte. Als am J-7-,1934 L16. liner Zweigstelle der Reichsanwaltschast am Bolks- g e r i ch t s h o s eingerichlel wurde muhte der Ober- reichsanwalt als deren Leiter häufig IN Berlin fein. Diese aufreibende Doppelstellung hat er bis zum 1. April d.J, wo der Volksgerichtshof seine eigene Staatsanwaltschaft erhielt, mit ^orblldlichem, Elser unb Arn Samstag mürbe ber ungarische Ministerpräfibent Julius Gömbös zur letzten Ruhe geleitet. Hier sieht man Reichsverweser Slbmiral v. H 0 rthy (rechts) beim Verlassen bes Reichstages nach der Trauerfeier. Hintere Reihe von links: Ministerpräfibent Göring, Minister Graf C i a n o unb Bunbes- kanzler Dr. Schuschnigg. — (Scherl-Bilderbienst-M.) Oberreichsanwalt Dr. Paul Werner. (Scherl-Bilderdienst-M.) Leipzig, 12. Okt. (DNB.) Oberreichsanwalt Karl Werner ist im Alter von 60 Jahren an ben Folgen einer schweren Operation in Leipzig gestorben. Dr. Werner wurde 1876 in Mühlhausen (Elsaß) geboren und war vor bem Kriege im Iustizbienst ber Reichslanbe Elsaß-Lothringen tätig. Den Weltkrieg hat er als Hauptmann ber Lcmbwehr an ber Front selbstloser Hingabe an Kunst und Wissenschaft dreien zu Aus aller Welt Anregungen gab. 0,5 mm. x. * fand in der Prediger-Kirche ein statt, bei dem Superintendent über die Lage seiner kämpfenden ehrenhalber gie ernannt. Am Samstag Volksabend Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bildert Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. IX. 36: 9650. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Oie Erfurter Zubiläumstagung des Evangelischen Bundes. Vom 10. bis 12. Oktober feierte der Evangelische Bund sein 50jähriges Jubiläum in Erfurt. In der von 400 Vertretern aus ganz Deutschland besuchten Abgeordnetenversammlung überbrachte nach einer Begrüßung durch den Stadtgeschichtsforscher Geheimrat D. Dr. Biereye Kirchenrat H i ck m a n n - Dux die Grüße des evangelischen Sudetendeutschtums und den Dank der evangelischen Kirchen in Oesterreich und der sudetendeutschen Gebiete. Bundesdirektor Lic. von der Heydt- schem Grenzgebiet dringend zu empfehlen, keine Photographenapparate mit über die Grenze zu nehmen oder gar dort Aufnahmen im — machen. Papst Pius XI. empfing am Montag in feierlicher Audienz den neuen Gesandten der Republik Guatemala zur Ueberreichung seines Beglaubigungsschreibens. — Seit der Rückkehr von feinem Sommeraufenthalt in Castell Grandolso hat Papst Pius XL regelmäßig und fast täglich mehrere Audienzen erteilt. So empfing er am Sonntag 3000 Mädchen der italienischen kacholischen Jugendorganisation. Damit werden die in den letzten Tagen immer wieder austauchenden Gerüchte über einen schlechten Gesundheit s zu st and des Papstes von selbst widerlegt. ___________ ____________ Festgottesdienste abgehalten, in denen Bischöfe und Pfarrer aus den verschiedensten Ge- Auf einer Besichtigungsreise besuchte Reichs- Minister Dr. Goebbels die Landes st elle Baden, wo er von Reichsstatchalter und Gauleiter Robert Wagner und von Landesstellenleiter Schmid begrüßt wurde. Weiter suchte der Reichsminister die Landesstelle seines Ministeriums in Stuttgart auf. Dort empfing ihn der Reichsstatthalter und Gauleiter Murr im Beisein des Gaupropagandaleiters Mauer. Der Minister äußerte sich auf beiden Landesstellen befriedigt über die ihm vorgetragenen Fragen, zu denen er im einzelnen Stellung nahm und weitere Wetterbericht des Reichswetterdiensles. Ausgabeort Frankfurt. Die von Norden her über das europäische Festland sich ausbreitende milde Westströmung hat jetzt den größten Teil Deutschlands erfaßt und stark bewölktes Wetter, vielerorts mit leichten Regenfällen, gebracht. Nur im südlichsten Teil Deutschlands brachte die Nacht zum Dienstag noch Strahlungsfröste. Von Norden her stößt jetzt aus breiter Front wieder Kaltluft nach, doch wird sie nur vorübergehend Einfluß auf unser Wetter gewinnen, zumal von Island ein neuer Wirbel erkennbar ist. Aussichten für Mittwoch: Zunächst vielfach dunstig und bewölkt mit Regenfällen, dann mehr wechselnd bewölktes Wetter mit einzelnen Schauern, bei lebhaften, von West nach Nord drehenden Winden nach anfänglicher weiterer Milderung wieder frischer. w , Aussichten für Donnerstag: Nach anfänglicher Aufheiterung und weiterer Abkühlung wieder zunehmend unbeständiger und milder. Lufttemperaturen am 12. Oktober: mittags 6,8 Grad Celsius, am 12. Oktober: abends 6,8 Grad; am 13. Oktober: morgens 5,5 Grad. Maximum 7,9 Grad, Minimum heute nacht 5,3 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 12. Oktober: abends 6,1 Grad; am 13. Oktober: morgens 6,4 Grad. — Niederschlage D. Heinzelmann „ . und ringenden Kirche sprach. Am Sonntagvormittag wurden in allen evangelischen Kirchen Erfurts Dr. H. W. Beyer über „Evangelisches und katholisches Verständnis der Kirche". Auf der Generalversammlung wurde der Führer der evangelischen Kirche in Oesterreich, Superintendent Johann Heinzelmann, von der Theologischen Fakultät der Martin-Luther-Umversttät Halle-Wittenberg zum Doktor der Theolo- Vor einem Llniformverbot in England? London, 13. Okt. (DNB. Funkspruch.) Die Morgenblätter wenden ihre Aufmerksamkeit der Kabinettssitzung am Mittwoch zu, die sich auch mit den Zusammenstößen und Unruhen im O st e n d e befassen wird. „Morning Post" meint, es dürften Vorbeugungsmaßnahmen beschlossen werden, worunter beispielsweise das Uniformverbot fallen könnte. Vielleicht passe man auch das Gesetz über die Abhaltung öffentlicher Versammlungen den heuttgen Zuständen an, und zwar indem man der Polizei größere Machtvoll- kommenheitzum Eingreifen gebe. „Daily Mail" meint, daß neben dem Uniformverbot ein sechsmonatiges Verbot aller politischen Märsche und Straßendemonstrationen besprochen werden könnte und eine Verschärfung der Strafen für alle, die sich Gewalttätigkeiten hätten zuschulden kommen lassen. „Daily Expreß" meint, die Regierung werde alles ängstlich vermeiden, was nach einer Unterdrückung der öffentlichen Meinungsäußerung aussehen könnte. England verstärkt seine Luststreitkräste im Fernen Osten. L o n do n, 13. Okt. (DNB. Funkspruch.) Di- Luft- streitkräfte Großbritanniens im Fernen Osten werden durch ein Geschwader Wasserflugzeuge verstärkt werden. Das Geschwader wird am Mittwoch von England nach Singapore ab fliegen. Die britische Luftwaffe im Fernen Osten beläuft sich dann auf vier Geschwader, zwei Wasserflugzeug-Geschwader und zwei Geschwader von Torpedo-Bombern. Kleine politische Nachrichten. ' Der Führer und Reichskanzler empfing auf dem Obersalzberg im Beisein von Staatssekretär Funk den Präsidenten des Reichsfremdenoer- kehrsverbandes, Hermann Esser, zum Vortrag. sang der Teilnehmer durch die städtischen Behörden fand am Abend in den „Reichshallen" eine F e st- oersammlung statt. Der Reichskirchenausschuß grüßte den Bund durch den Generalsupermtenden- ten D. Eger, die Deutsche Evangelische Pfarrer- Vereinigung durch Kirchenrat O Klingler, der Gustav - Adolf - Verein durch Generalsekretär D. Geißler. Begeisterung erweckte die Begrüßung des Vertreters des Protestantischen Weltoerbandes, des Pfarrer van Hoogenhuize aus Amsterdam, der sich als Freund Deutschlands bekannte, und die Gruhworte D. Heinzelman n s namens der österreichischen Protestanten. Der Präsident des Evangelischen Bundes, Prof. 0. Born kämm (Leipzig) gab in seiner Festrede einen Ueberblick über die Arbeit des Evangelischen Bundes in den 50 Jahren seines Bestehens und kennzeichnete deren große Bedeutung nicht nur für die Kirche, sondern ebenso für Volk und Staat. Arn Schluß verlas er ein „Wort des Evangelischen Bundes an die deutschen Protestanten". Verkehrsunglück fordert zwei Todesopfer. Ein Verkehrsunglück trug sich zwischen Dannenwalde und Lüdersdorf (Mecklenburg) zu. Ein mit fünf Personen besetzter Kraftwagen aus Lychen raste in einer Kurve gegen einen Lastzug. Bei dem Zusammenstoß wurde der Personenkraftwagen umgeworfen und zertrümmert. Von den Insassen wurden ein Mann und eine Frau sofort getötet, während drei weitere Männer in schwerverletztem Zustand ins Krankenhaus eingeliefert werden mußten. richt der Schule zeigen und schließlich Anregungen zur Einfügung der Wissenschaft in das Gesamtleben der Nation bieten. Als Teilnehmer waren Wissenschaftler und Lehrer aus allen Gauen Deutschlands und auch aus dem Auslände erschienen. Prof. Dr. beding begrüßte die Gäste. Prof. Konrad Meyer, kommissarischer Obmann der Reichsarbeitsgemeinschaft für Raumforschung, sprach über die Aufgaben der Reichsarbeitsgemeinschaft: Raumforschung sei keine neue, im Werden begriffene Wissenschaft, sondern eine neue große Aufgabe. Es gelte, den deutschen Gesamtlebensraum in landschaftlicher Aufgliederung und in der unlösbaren Verbindung mit dem Leben und der Leistung der Bevölkerung zu messen und zu deuten. Eine Neuordnung des Raumes werde angestrebt, weil sie sich als bitter notwendig für uns erwiesen habe. Der Redner erwähnte dabei, daß eine große Bestandsaufnahme des deutschen Raumes gebraucht werde. Es gehe hier für die Geographie wie auch für andere Zweige der Wissenschaft um eine große und schöne Aufgabe. Friedrich von Oppeln-Bronikowski f. In Berlin starb im Alter von 63 Jahren der Historiker, Archäologe und Uebersetzer Dr. phil. h. c. Friedrich von Oppeln-Bronikowski. 1873 in Kassel geboren, trat Oppel-Bronikowski, der aus einer Offiziersfamilie stammte, zunächst in die Armee ein; nach einem Unfall mußte er als Rittmeister aus dem Dienst ausscheiden und wandte sich nach dreijährigem Studium in Berlin wissenschaftlichen Arbeiten zu. Seiner Uebersetzer-Tätigkeit sind vor allem ausgezeichnete Ausgaben von Stendhal, de Coster und Maeterlinck zu verdanken, ferner eine große deutsche Ausgabe der Werke, Briefe und Gespräche Friedrichs des Großen. Als eigene kulturgeschichtliche Arbeiten erschienen die „Abenteurer am preußischen Hofe" und „Liebesgeschichten am preußischen Hofe". Nach dem Kriege war Oppeln- Bronikowski jahrelang im Sprachendienst des Auswärtigen Amtes tätig. Weite Reisen führten ihn nach Italien, Frankreich, Belgien, Griechenland, Kleinasien und Aegypten, und das Hauptinteresse seiner letzten Zeit galt der Altertumswissenschaft; davon zeugt sein 1931 erschienenes Buch Archäologische Entdeckungen im 20. Jahrhundert." — Das Feuilleton des Gießener Anzeigers verdankt dem vielseitigen Schriftsteller eine Reihe interessanter und anregender Beiträge. Braunschweiger Musittage der Reichsjugendführung. Im Anschluß an das D r i 11 e R e i ch s mu s i k - schul»ungslagerder Hitler-Jugend, das vom 23. bis 29. Oktober in Braunschweig stattftn- det, wird das Kulturamt der Reichsjugendführung vom 30. Oktober bis 1. November, ebenfalls in Braunschweig, drei festliche Musiktage durchführen. Diese Musiktage werden eine Letstungs- schau der aus den Reihen der Hitler-Jugend geschaffenen musikalischen Werke darstellen. Eine Reihe junger Komponisten der Hitler-Jugend wird auf einzelnen Veranstaltungen eigene Werke dirigieren. Darüber hinaus werden bekannte Persönlichkeiten des deutschen Musiklebens aus Veranftal- tunZen der Reichsjugendführung während der Musiktage dirigieren oder selbst spielen. In musikalischen Veranstaltungen der Hitler-Jugend dürfen als Kernpunkte die großen Gemeinschaftssingen nicht fehlen, die im Verlauf der Braunschweiger Musiktage teils mit Angehörigen der Hitler-Jugend aller Untergliederungen, teils mit der Bevölkerung oder in Form von Werkfeiern mit der Betriebsbelegschaft gestaltet werden. Gerade diese Gemeinschaftsveranstaltungen sind geeignet, zu beweisen, wie stark heute schon Lied und Musik der Jugend im Leben und in der Arbeit unseres Volkes stehen. Deutscher Geographenlag in Jena. In diesen Tagen fand in Jena unter der Schirmherrschaft des Reichsministers Rust und in Arbeitsgemeinschaft mit der Fachgruppe Erdkunde der 26. Deutsche Geographentag statt. Die Tagung diente der Behandlung der politischen Geographie im weitesten Sinne und damit der deutschen Landeskunde. Blut und Boden, Raumforschung und Landesplanung, geschichtliche und vorgeschichtliche Kultur, alle neuen Forderungen und Zielsetzungen im geistigen Schaffen und politischen Leben, die die nationalsozialistische Bewegung angeregt hat und die in der Geographieforschung seit Jahren ihren Widerhall gefunden haben, werden behandelt. Der Geographentag will am Beispiel Thüringens Forschungsergebnisse eines engeren Landschaftsraumes den diesem fernstehenden Fachgenos- sen in Vorträgen und wissenschaftlichen Ausflügen näher bringen, die Nutzbarmachung neuer Lebens- äufjerungen und Erkenntnismöglichkeiten im Unter- Berlin gab einen Ueberblick über die Geschichte der volkstümlichen evangelischen Organisation. Sodann — r, . , . sprachen Pfarrer Dr. Vergär- Darmstadt über bieten Deutschlands predigten. — Nach einer Kranz- „Der Evangelische Bund im Aufbau" und Prof, niederlegung am Luther-Denkmal und einem Emp- Hömsheim, den 12. Oktober 1936. 6496 P Grobes if" Verkäufe irik-Knnlnr :—r Fabrik-Kontor Udnlirank Fräulein Marie Jäger 65080 Vermietungen"] [Stellenangebote! I Keine Zeugnisse in Urschrift Heinrich Hof Gießen, im Oktober 1936 04701 Mündlich können Sieesnurwsnigvo sagen, schriftlich mehreren, durch eine Kleinanzeige sagen (Sie e§ allen Am Sonntag, 5 Uhr früh, verstarb unerwartet nach kurzer Krankheit unsere liebe Schwester Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange unseres lieben Vaters Nach beinahe dreißigjähriger Mitarbeit ist die Zeitungsträgerin von uns gegangen. Wir betrauern in ihr ein allseitig beliebtes Gefolgschaftsmitglied, das jederzeit in Treue zu uns stand. Gießen, 13. Oktober 1936. Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange Verlag des Gießener Anzeigers Gießen (Marktstr. 4) undFrankfurt/M., den 12. Oktober 1936 Die Trauerfeier der Feuerbestattung findet Donnerstag, 15. Oktober, nachm. 3 Uhr auf dem Neuen Friedhof statt ____________________________________________6507D Die Einäscherung findet in aller Stille in München statt — Von Beileidsbesuchen bitten wir abzusehen 04705 Für die Hinterbliebenen; Professor Dr. Otto Behaghel Elisabeth Behaghel Kleine Anzeigen richten sich an die Bevölkerung der engeren Heimat! Darum: Kleinanzeigen in die Heimatzeitung, den Gießener Anzeiger sagen wir hiermit auf diesem Wege unseren tiefgefühlten Dank Die trauernden Hinterbliebenen Die Beerdigung findet Mittwoch, den 14. Oktober, um 14 Uhr, vom Trauerhaus, Hauptstraße 4, aus statt. [Verschiedenes! Suche für Gymnasiasten höher. Stufe zur BeaulsichiiW der Schularbeiten geeigneten Herrn mit vosit. Kenntnissen in alten Sprach., Mathematik u. Französisch. Schr. Angebote unt. 6505D 'an d. Gieß. Anz. Statt besonderer Anzeige Am 9. 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Anzeigers uegt ein Werbeblatt des Rheinischen Braunkohlen- Syndikats, Köln, bei. 6407V Nr. 240 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Dienstag, 13. Oktober (936 Die Schlacht bei Lena am 44. Oktober 4806. Von Rudolf Mohr, Generalmajor a. O. Jena! Wohl selten in der Geschichte hat ein einziges Wort so viel Begriffe umfaßt, wie der Name der kleinen Thüringer Universitätsstadt, in deren Nähe am 14. Oktober 1806 Napoleon I. die berühmte Armee' Friedrich des Großen schlug und damit den preußischen Staat zertrümmerte. Unglauben, Staunen, Schrecken, Entsetzen, Flucht, Kopflosigkeit, Verrat waren die Folgeerscheinungen, die alles mit sich in den Abgrund rissen. An eine solche Möglichkeit hatte die Welt, an eine solche Katastrophe niemand in Preußen gedacht. Dennoch wehten von Lorbeer bekränzt die Friedericus-Fah- nen über den für unbesiegbar gehaltenen Regimentern, noch galt seine Fechtweise, seine Schlachtordnung als heiliges Vermächtnis des großen Königs und Feldherrn bei der höheren preußischen Führung. Sie alle waren ja seine Schüler gewesen, hatten unter seinem beherrschenden Einfluß gestanden und zum Teil noch seine Siege mit ihm erfochten. Erfochten in der Schlachtordnung, die 1806 versagte, vor der aber die feindliche Uebermacht bei Leuthen zusammengebrochen war! Gewiß, cs fehlte nicht an Stimmen, die anderer Ansicht waren, aber die standen nicht an führender Stelle. Auch die große politische Bewegung im Westen war nicht ohne Einfluß auf eine Anzahl einsichtsvoller Ofiziere im preußischen Heere geblieben, unter denen ein lebhafter Gedankenaustausch stattfand, in dem meistens die schematische Nachahmung des friederizianischen Echelonsangriffs mit herber Satire behandelt wurde. Männer wie Clausewitz, Scharnhorst, Gneisenau und der Prinz Louis Ferdinand haben das völlig Ungenügende der alten Fechtweise in der l i n e a r e n T a k t i k der Massen klar erkannt, aber durchgedrungen sind sie mit ihrer Ansicht nicht. Das lag eben an der Zeit und vor allem an der Besorgnis, an Stelle des Erprobten Unerprobtes zu setzen. So blieb alles beim alten, bis der Krieg mit eisernem Besen zur Seite fegte, was nicht mehr in die neue Zeit gehörte und sie verstand. War Fechtweise und Taktik rückständig und veraltet, so war dies erst recht in der Organisation der Armee, bei der T u p p e n a u s r ü st u n g und dem Zustand der Festungen der Fall. Auch die höheren Führer, die doch vom Könige nach bestem Wissen und in völliger Uebereinstim- mung mit der öffentlichen Meinung ausgewählt waren, wie der Herzog von Braunschweig und der Fürst Hohenlohe, versagten und wetteiferten im kritischen Moment in Unentschlossenheit und Schwäche. Es war ihnen eben völlig unmöglich, sich von den Anschauungen ihrer Zeit und den Eindrücken ihrer Erziehung und Ausbildung loszulösen und sich auf das Genie eines Napoleon urn- zustellen. Dazu kam das durchweg zu hohe Alter des gesamten Offizierkorps. Waren doch unter den Generalen 4 über 80, 13 über 70 und 62 über 60 Jahre alt und von den 945 Kapitäns (Hauptleuten) der Fußtruppe 2 über 70, 18 über 60 und 119 über 50 Jahre. Selbst unter den Leutnants befanden sich 70- und 60jäh- rige Offiziere Daran war vor allem die große Sparsamkeit schuld, die bei dem gänzlichen Mangel an Einnahmequellen und bei der allein auf Erhaltung des Friedens gerichteten Politik sich auf allen Gebieten fühlbar machte und sich in erster Linie auf das Heerwesen ausdehnte. Das Genie Friedrich des Großen hatte dem preußischen Volke eine Großmachtstellung geschaffen, die mit den damaligen Größenverhältnissen seines Landes in schroffem Gegensatz stand. Sie zwang dazu, eine Rüstung zu tragen, die für den schwachen Körper zu schwer war. Vor allem war es das Werbesystem mit den ihm nahestehenden Mißständen, das schwer auf der Armee lastete. Es war begründet im Geiste der Zeit und in den national-ökonomischen Anschauungen über die Schonung der Volkskräfte. Mit ihm hatte Friedrich der Große es zuwege gebracht, 7 Jahre lang dem gesamten Europa Widerstand zu leisten. Alle Staaten, mit Ausnahme des revolutionären Frankreichs, hatten dieses System beibehalten. Auch Frankreich war nur durch die Not zur Annahme der allgemeinen Wehrpflicht getrieben worden und hatte vor dem Auftreten Napoleons sehr schlechte Erfahrungen mit ihr gemacht. Erst diesem gewaltigen Organisator war es gelungen, Ordnung zu schaffen und Schöpfer einer neuen Fechtweise zu werden Diese, mit ihren Tirailleurs und (Kolonnen, war auch in Preußen durchaus nicht unbekannt geblieben, und ihre Vor- und Nachteile der preußischen Lineartaktik gegenüber wurden in den militärischen Blättern und Gesprächen oft genug behandelt. Aber mit wenigen Ausnahmen war doch das gesamte Offizierkorps vom Feldmarschall bis zum jüngsten Kornett der festen Ueberzeugung, daß die vielbesprochenen französischen Schützenlinien vor dem Sturmschritt anrückender preußischer Bataillone zerstieben würden, wie die Spreu im Winde. Und beinahe hätten sie Recht behalten. Der Ausgang der Schlacht bei Jena hing an einem Haar, wie wir später sehen werden, und wenig nur hat daran gefehlt, daß statt der Niederlage ein Sieg erfochten wurde, trotz der veralteten Fechtweise. Im übrigen stand diese in engster Verbindung mit der Art des Ersatzes der Armee. Solange man das Werbesystem mit seinen vielfach zur Desertion neigenden Mannschaften besah, solange man den Ersatz zum großen Teil in vaterlandslosem Gesindel suchte, das heute diesem, morgen jenem seine Haut verkaufte, solange die Armee sich in ihrem größerem Teil aus Elementen zusammensetzte, die nur durch die Bande einer eisernen Disziplin zujammenaehal- ten werden konnten, solange war an die Einführung einer Taktik, die selbständiges Handeln und die Freiheit der Bewegung des einzelnen Mannes zur Grundlage hatte, nicht zu denken. Aber ebenso wenig an die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht vor dem Druck der Erfahrungen, die der Niederlage von 1806 folgten, und die selbst dem beschränktesten Untertanenverstand den Unwert der bisherigen Einrichtungen mit überzeugender Kraft vor Augen führte. Noch schlimmer sah es mit der Kriegsbereitschaft der Armee aus. Das überalterte Offizier- korps ist schon verwöhnt, aber so wie mit ihm, so war es mit dem Zustand der Waffen, der Festungen, der Kriegsoorbereitung durch alljährliche, größere Hebungen, durch Anhäufung von Kriegsmaterial usw. der Fall. Es fehlte an allem, besonders aber an Geldmitteln. Dazu kam die schwankende Politik (man muß unwillkürlich an Bethmanns Unalückshand denken), die allein auf Erhaltung des Friedens eingestellt war, alle Demütigungen Napoleons einsteckte und die einzige Gelegenheit versäumte, zusammen mit Oesterreich und Rußland gegen ihn loszuschlagen. Und als trotz aller Friedensliebe der Krieg unvermeidlich wurde, da stand Preußen allein dem Übermächtigen Gegner gegenüber, dessen kriegser- probtes Heer noch der frische Ruhm der „Ärei- kaiserschlacht von Austerlitz" schmückte. Die Erkenntnis, daß es sich um einen Kampf auf Tod und Leben handle, fehlte fast völlig. Nicht einmal das stehende Heer wurde im vollen Umfange kriegsbereit gemacht, über 100 000 Mann hätten mehr am Entscheidungskampf teilnehmen können. In den Truppenbewegungen zeigte sich von vornherein eine auffallende Zagheit des Entschlusses. Man beriet, detachierte, rückte hin und her und ließ dem Gegner, bei dem nur e i n Feldherrnwille bestimmte, gänzlich freie Hand. Nicht einmal über den Vormarsch Napoleons herrschte Klarheit. Dafür wußte dieser um so besser Bescheid und hatte die im preußischen Hauptquartier herrschende Verwirrung klar erkannt. Als er in der Nacht zum 12. Oktober 1806 die Gewißheit gewonnen zu haben glaubte, daß die preußischen Hauptkräfte sich bei Erfurt vereinigten, warf er seine aus Franken in der allgemeinen Richtung auf Gera und Leipzig oormarschierende Armee herum und stand bereits am 12. Oktober abends mit dem 5. und 7. Korps südlich Jena a. d. S., mit dem 1. und 3. Korps südöstlich Naumburg a. d. S. und mit dem 4., 6. und Garde-Korps einen Tagesmarsch zurück in zweiter Linie in einer neuen 25 Kilometer langen Front, ohne Kenntnis allerdings davon, daß bereits die preußische Armee des Fürsten Hohenlohe ganz nahe seinem linken Flügel gegenüberstand. Diese hatte, während die Hauptarmee unter dem Herzog von Braunschweig noch zwischen Erfurt—Weimar verblieb, die beherrschenden Höhen des linken Saaleufers besetzt, ohne jede Nachricht von dem Herannahen Napoleons. Hätte man die Lage auch nur einigermaßen erkannt und aus- nutzen wollen, so wäre es fraglos möglich gewesen, über die erst im Aufmarsch begriffenen linken Flügel-Korps der Franzosen mit bedeutender Ueber- legenheit herzufallen. Aber man dachte bei der preußischen Führung überhaupt nicht mehr an kühne Unternehmungen. Die Schreckensnachricht von der Niederlage des Korps des Prinzen Louis Ferdinand bei Saalfeld a. d. S. am 10. Oktober und feines Todes hatten die trostlose Verwirrung Dörnberg Xvl-x« 6 1 © f 5 •4 3 0O» u O 3 cituug gftlftK- Wer Zeitung liest, ist stets im Bilde, und wer Bescheid weiß, hat Erfolg I und Ratlosigkeit zum Höhepunkt gesteigert. Endlich entschloß man sich, mit der Hauptarmee bei Auerstedt über die Unstrut zurückzugehen, das Korps Hohenlohe sollte zur Deckung des Abmarsches zunächst auf den Höhen bei Jena stehen bleiben. Noch einmal bot das Glück der preußischen Armee mit diesem Plan eine überaus günstige Chance. Bei Jena konnte das Korps Hohenlohe in seiner sehr starken Stellung den vereinzelten Angriff des französischen linken Flügels zurückschlagen und sich zum mindesten einen ehrenvollen Rückzug erkämpfen, bei Auerstedt mußte die Hauptarmee das dort einzeln vorgegangene Korps D a v 0 u st mit großer Uebermacht angreifen, schlagen und zersprengen. Beides war möglich und erreichbar, aber beides geschah nicht. Wenden wir uns nun zur Hohenloheschen Armee. Ihr Zustand war ein geradezu trostloser. Die unausgesetzten Hin- und Hermärsche, die nutzlosen Anstrengungen und vor allem der Hunger hatten die Truppen derartig mitgenommen, daß man sie kaum noch als gefechtsfähig betrachten konnte. Hauptschuld trug das ganz verkehrte Verpfleg u n g s s y st e m, das die Truppen nur aus Magazinen, wie im Siebenjährigen Kriege, ernähren wollte und jede Requifitton, selbst gegen bare Bezahlung, auf das strengste verbot. Dazu kamen kopflose Paniken unter den Trains und Kolonnen, die sich in wilder Flucht auf die Nachrichten vom Anrücken der Franzosen zerstreuten und selbst Truppenteile, wie die in Jena einrückende Division Tauentzin in weitgehendstem Maße in ihre Panik hineinrissen. Erst im Laufe des 12. und 13. Oktober sammelten sich nach und nach die preußisch-sächsischen Truppen (Sachsen focht neben einigen Kleinstaaten, wie z. B. Weimar, auf preußischer Seite) in einem Lager zwischen Capellendorf und der Schnecke (s. Skizze) auf dem Hochplateau nordwestlich Jena. Die Front war nach Südwesten, nach der Seite, von welcher man nach dem Gefecht bei Saalfeld den Feind erwartete. Auch die Vorposten, die im weiten Umkreis das Lager umgaben, hatten die gleiche Front. Für eine Fernaufklärung durch die zahlreiche Kavallerie geschah nichts. Die Lehren des großen Königs über feine „Mäusepatrouillen", die „nachts aus bleiben und sich in der Gegend herumtreiben, ohne festen Posten zu nehmen", waren völlig verloren gegangen. Erst auf direkten Befehl des Fürsten Hohenlohe wurden am 12. Okt. abends 2 Erkundungsabteilungen auf das rechte Saale- Ufer vorgetrieben. Beide bestätigten das Herannahen starker feindlicher Kräfte, die bereits südlich Jena die preußischen Vorposten angegriffen und geworfen und mit einer zweiten Kolonne bei Dornburg (10 km nordöstlich von Jena) die Saale Weltlauf mit dem Tode. Von Bernhard Faust. In zäher, stiller Arbeit hatte Kapitän Scott, ein Engländer, alles vorbereitet, um von Kap Evans dem Winterlager, zum Südpol vorzu- stoßen' Hinter der Großen Eisbarriere, auf 79 Grad südlicher Breite, 241 Kilometer entfernt, war das Ein-Tonnen-Lager angelegt worden, die erste Der- pflegfteUe südwärts mit Lebensmitteln und Del auf zwölf Wochen, Haferschrot und Preßheu für die Ponys und Hundekuchen. Nach dreimonatiger Abwesenheit kehrte man heim, als die Sonne hinter den Spitzen des Prinz-Albert-Gebirges schied, und das erste, was sie daheim empfing war Die Nachricht, daß Amundsen in der Walfischbucht überwintere, gleichssalls «uf Erobererfahrt zum Südpol, und daß also ein Wettlauf bevorstunde um Ruhm und Ehre für das eigene Land. In mehreren Abteilungen, bei drohendem Himmel und heftig orgelndem Sturm, brach Scott auf, die Motorschlitten voraus. Eine ungewöhnliche Schwüle herrschte — 5,5 Grad unter Null und machte die Ponys launisch und müde; zu allem Unglück versagten die Motorschlitten, und in gedrückter Stimmung erreichte man das Em-Tonnen- Lager. Stürme und riesige Schneewo ken am Kap Lyttelton aus Nordnordwest, unfreiwillige Rasttage die am Vorrat zehrten, der Zusammenbruch und Verlust der Ponys, im Süden die stumpfe, weiße, undurchdringliche Nebelmauer, alles bas, und das Gefühl schwermütiger Verlassenheit in der Unendlichkeit der Eiswüste ließen Scott ihr weiteres Schicksal in trübem Licht erscheinen. ?ochdas vertraute er nur seinem Tagebuch an; fröhlich und gelassen, ein Kamerad unter ^Kameraden, feierte er mit den Seinen auf 86 Grad 56 TO muten südlicher Breite die Jahreswende, Wünsche für das glückliche Gelingen der Fahrt auf den Lippen. Nach und nach wurden die Kranken und Schwachen ins Winterlager zurückgesandt; es blieben fünf Mann: Doktor W i l s 0 n der wissenschaftliche Leiter, Rittmeister O a t e s , Leutnant Bowers und Deckoffizier Evans. Mit ihnen begann Scott seine Heldenfahrt zum Sudpol. „Noch 137 Kilometer bis zum Pol!" rief er m fernem Tagebuch. „Aber können wir das noch ganze sieben Tage aushalten?" Und später, aus dem Trotz eines großen Glaubens- „Nur noch lumpige fünfzig Kilometer! Wir müssen hinkommen, koste es was es wolle!" Und leise hinzugefügt: „Jetzt schreckt mich nur noch die furchtbare Möglichkeit, daß die norwegische Flagge vor der unfern dort flattern könnte!" Und als das Wirklichkeit geworden war, als sie Amund- sends verlassenes Zelt am Südpol fanden, die dumpfe Klage: „(Eine furchtbare Enttäuschung, aber nichts tut mir dabei so weh, als der Anblick meiner armen, treuen Gefährten! All die Mühsal, all die Dual — wofür? Für nichts als Träume — Träume, die jetzt--zu Ende sind." Es war der 18. Januar 1912, vor nun bald 25 Jahren, dem Tage des Rückmarsches, dem Beginn eines Kampfes, der sie zu Helden machte. „Vor uns liegt eine Strecke von 1500 Kilometer", rief Scott, „1500 Kilometer trostlosen Schlittenziehens, 1500 Kilometer Hunger und Kälte. Wohlan! ..." Doktor Wilson litt an Schneeblindheit, Evans erfror die Hand, und Dates konnte die Füße nicht mehr erwärmen Dazu wurden die Lebensmittel knapp, zuletzt das Del. Am 14. Februar fieberte Evans; feine Frostbeulen, blaufchwarze dicke Eiterklumpen, waren aufgebrochen. Er konnte nicht mehr die Schneeschuhe anschnallen, er brach zusammen, raffte sich auf, riß die Handschuhe von den Fingern und erfror die Hände, irrte lachend auf dem Eis und lief davon, wie auf der Flucht. Als sie ihn fingen und ins Lager brachten, schlief er hinüber in den Schlaf, aus dem es kein Erwachen gibt. Vierzig Grad Kälte! Rittmeister Dates hatte beim Weitermarsch auch die Füße erfroren. Nachts fragte er Doktor Wilson im Zelt, ob noch eine Rettung möglich sei, und der Arzt bejahte und tröstete ihn, fo gut er konnte. Aber Dates, der wußte, daß er für die Kameraden nur eine Last war, vielleicht das Hindernis für die eigene Rettung, erhob sich und ging hinaus in das Brausen und Heulen der Finsternis — ging, ohne sich umzusehen. Niemand kennt sein Grab ... Zwanzig Kilometer, einen Tagesmarsch vom Ton-Tonnen-Lager, von der Rettung entfernt, wurden sie von einem furchtbaren Sturm im Zelt festgehalten; Kost und Brennstoff gingen darüber zur Neige. „Aber wir werden bis zum Ende aushalten", sagt Scotts Aufzeichnung vom 29. März 1912. „ÄZir werden schwächer, und der Tod kann nicht mehr ferne sein." Und die letzte (Eintragung: „Um Gotteswillen — sorgt für unsere Hinterbliebenen!" Acht Monate später fand sie die Entsatzabteilung: Wilson und Bowers lagen in den Schlafsäcken; Scott starb zuletzt, er hatte den Rock geöffnet, und sein Arm umschlang Doktor Wilson. Eterberegister als Geschichtsquellen. Im Anschluß an einen kürzlich (G. A. v. 21. September) erschienenen Aufsatz „Zwischen den Zeilen der Kirchenbücher" von Ruth Köhler-Jrrgang schreibt uns Herr Pfarrer Döll in Steinbach: Die Verfasserin hatte den Duellenwert der Sterbe- emträge gegenüber den Tauf- und Copulationsein- trägen geringer gewertet. Dieses Urteil dürfte in dieser Form nicht allgemeingültig sein. In den Kirchenbüchern von Steinbach z. B. sind gerade Die Sterbereaister eine FunDgrube für Den Forscher. So sinD im Kirchenbuch von 1743—1807 bei Den Sterbeeinträgen nicht nur Werturteile über Die Verstorbenen unD Angaben über Die Krankheit unD das Alter zu finden, sondern auch teilweise richtige Familiengeschichten: Geburtstag, Eheschließung, Name des Ehegatten, Zahl der Kinder, Enkel und daneben geschichtliche Ereignisse eingeschrieben. Beispiel für Werturteile: am 1. 1. 1763 starb der fromme rechtschaffene Mann, der das Lob eines gerechten Wandels hat, früh um 3 Uhr: Johann Gerhard, alt' und lebenssatt, ein Kirchenältester und Gerichts- schöpf und wurde begraben den 3. eiusdem bei volkreicher Begleitung, alt 76 Jahr 4 Monat 17 Tage, Text Phil. I, 23. Beispiel für die Krankheit, die zum Tode führte: am 10. 2. 1763 starb Johann Peter Gilbert, weiland Johann Caspar Gilberts hinterlassener Sohn an der roten Ruhr und daß er sich aus großer Faulheit s. v. niemals die Hosen reinigen wollte, wobei ihn die Läuse gefressen, daß ihn wegen des entsetzlichen Gestankes niemand hat ins Haus nehmen wollen noch können in einem Stall, doch auf einem Bett, elend und jämmerlich und ward den 11. eiusdem begraben, alt 18 I. 4 M. 11 Tg. Beispiel für Familiengeschichte: am 5. XII. 1796, morgens um 8 Uhr starb Johann Baltzer Krämer, 72'Jahr 3 Monat 14 Tag alt; geb. d. 20. August 1724, copuliert 14. 11. 1748. Witwer seit dem 1. 3. 1790. Kinder: 2 Söhne, 2 Töchter; Krankheit: 4 Wochen still gelegen. Beispiel für geschichtliche Nachrichten: 5. 10. 1762 abends um 5 Uhr starb Anna Maria Gilbertin geborene Pitzin, weiland Johann Caspar Gilberts hinterlassene Witwe, an der roten Ruhr und den 7. eiusdem begraben alt 58 I. 9 M. 19 Tg. Text Ps. 40, 1. Nb. bei dieser Gelegenheit ist das erste Kreuz wieder auf den hiesigen Kirchhof gekommen, nachdem die Franzosen alle vorigen Kreuze vorigen Monats im Backofen verbrannt haben. Aehnliche (Einträge wissen ebenfalls von den Franzosen zu berichten. Ein Ahnenforscher hat übrigens gerade die Sterbeeinträge seiner Urahnen photographiert wegen der feinen Wertung derselben bei deren Sterbeeintrag. Lichtspielhaus: „Oer Lettelstudent^. Verblüffendes Zusammentreffen: kaum haben wir den „Bettelstudenten" von Millöcker, abgestaubt und auf neu frisiert, im Theater eine fröhliche Auferstehung feiern sehen, ist auch schon Die Ufa mit einer Verfilmung zur Stelle, Die soeben bei uns angelaufen ist. Georg Jacoby hat Die Sache in großem Rahmen inszeniert; Walter Wassermann unD C. H. Di11er schrieben Das Drehbuch, Das Dem Libretto von Zell und G e n e e in großen Linien getreulich folgt. Natürlich hat Der Film hier, wie in fast allen ähnlichen Fällen, von seiner größeren Reichweite, wenn man so sagen Darf, von seiner räumlichen UngebunDenheit ausführlich unD großzügig Gebrauch gemacht. (Er hat Die Vorgeschichte einbezogen, er wechselt Die Schauplätze nach Belieben unD läßt Den Beschauer frei« aiebig hinter Die Kulissen schauen: Das alles mit stattlichem Einsatz von Personal, von Ausstattung Bauten, Kostümen. Aber Der entscheiDenDe Eindruck geht natürlich auch hier von der Musik aus, die in unverwelkter Frische dem fröhlichen Spiel feinen eigentümlichen Charakter gibt. Die Spielleitung zeichnet sich durch eine leichte, sichere Hand, lieber» blick über Räume und Massen, und ein herzhaft-heiteres Temperament aus, das die Handlung von Anfang bis zu Ende lebhaft und anregend im Fluß hält. Der musikalische Bearbeiter und Leiter Alvis M e l i ch a r und der Kameramann Ewald D a u b verdienen vorn Regiestab mit besonderer Anerkennung hervorgehoben zu werden. Fritz K a m p e r 5 gibt den Obersten Düendorf mit saftigem Humor und ausladenden Gebärden. Don Der gräflichen Familie Nowalska gibt Marika Rökk als Bronis- lawa mit spritzigem Temperament Die lebendigste Figur, während Carola Höhn als Laura neben ihr, obwohl gesanglich gepflegt und sauber, ein wenig zurücktritt. Ida Wüst stattet die Gräfin Pal- matica mit besorgter Mütterlichkeit und standesbe- wußten Allüren aus. Recht frisch geben sich Berthold E b b e ck e und Johannes H e e ft e r s als Die veiden StuDenten. Ernst Behmer als Gefängniswärter Enterich nicht zu vergessen. (Ein schönes, bewegtes Bild bietet Die große festliche Tanzgruppe unter Führung von Sabine R e ß, — Das Lichtspielhaus brachte Die Operette gestern als süddeutsche Uraufführung heraus. hth. i den Auße und das Vi Wirtschaft Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a.M. Berlin g-rontfurt a.M. Benin Jrantturf a. M. 10.DHober w- IS" E 'urs bgr(c wrs | 10 10 12 10 10.10. 124,25 2,489 129 124,75 o 8 16,75 16,75 118,5 125 102,75 104 104,25 193,5 16,65 16,25 121,65 125 103 104,75 105 192,5 101,25 98,13 103,25 118,25 88,75 97 100,4 93 als die 6 6 6 8 7 121 145 156,75 121,25 145,5 127,5 116,5 101,25 98,13 103,13 118,25 99,9 98,75 97 100,4 93 124 97 100,25 o 0 6 119 142,75 154,5 118 144 125,6 115,25 39,4 162 131,5 161,75 141 146,5 135 141,75 161,5 208,25 153,75 38,75 162 130 160,9 139,5 145,13 132 140 161,75 206 151 119 144 155 118,5 181 144 125,75 115,4 16,75 40,5 16,9 121,25 126 103 105 105,5 192,75 230,5 154,5 119,25 40,5 133,75 131,5 175,5 273,5 119,25 138,75 146,5 86,4 94,25 165,25 140,5 120,5 168,25 58,5 410 202 172 A.E.G. Betula 38,75 161,5 130 160,5 139,5 145 140,9 161 204 151 121 145 157 121,75 185 146,5 128 117 b 6 7 8 o 0 9 12 11 0,693 41,90 0,145 3,047 54,50 47,04 12,205 5,385 11,615 132,67 13,09 0,713 5,654 61,34 48,95 11,09 62,93 57,32 26,97 8,691 2,489 0,697 41,98 0,147 3,053 54,60 47,14 12,235 5,395 11,635 132,93 13,11 0,715 5,666 61,46 49,05 11,11 63,05 57,44 27,03 8,709 2,493 123,25 97 100,4 100,5 97,5 95 109,75 Rheinische Elektrizität Rhein. Wests. Elektr. Schudett SC-,...... Siemens & Halske... llahmeyer LLo..... 16,5 40,75 16,65 119,4 125 102,75 104 104,25 193,25 39,25 163,5 134 161,5 141,4 146,5 136 141,9 162,5 209 154 4 1 1‘2 Schultheis Patzenhofer .......4 Aku (filllflemeine Kunstseide) .. 0 8,5 12,4 7,2 39,25 3,3 13 10,5 10,5 8,4 12,5 7,45 40,75 stärkungen, denn bei ihm stand der Glaube fest, er habe es mit der preußischen Haupt- a r m e e zu tun. Und wirklich, ihm und seinem Eingreifen gelang das bisher unmöglich Erscheinende. Unter den größten Schwierigkeiten wurde die Artillerie auf den Landgrafenberg gebracht bzw. hinaufgeseilt, von allen Seiten eilten im Geschwindmarsch die französischen Korps heran und begannen sofort den Aufstieg auf das Plateau, wobei das Korps S o u l t durch das Rau-Tal von dem Pfarrer von Wcnigenjena unter Todesdrohungen geführt wurde. Das Korps L a n n es und die Garde wur° noch erhebliche Abnahme (Kassel — 889, Frankfurt — 719, Darmstadt —542). duehu* tUtn Brüssel... •Rio de Jan. Sofia..... Kopenhagen Danzig .... London.... HellingforS. Holland ... Italien.... Japan ..... Zngoilawtsn CSlo..... Wien diilabon ... Stockholm.. Schweiz ... Spanien... Prag..... Budapest .. ■Reutjod 4% Oesterrelchtsche Goldrente... 4,20% Orsterreichische Silberrente 4% Ungarische Goldrente ....... 4% Ungarische Staalsrente v. 1910 4’ i% oesgl. von 1913......... 5% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagdabbahw-Anlethe Serie I..................... Elektr. Lieferungsgesellschaft... 6 Licht und Kraft .............7 gelten & Guilleaume 4 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 6 8,4 12,65 7,35 40,75 Norddeutscher Lloyd ......... A.G. für Berkehrswesen Akt. .. Berliner Handelsgesellschaft ... Commerz, und Privat-Bank ... Deutsche Bank und Disconto. Gesellschaft. ........ Dresdner Bank ....... Reichsbank ....... 8,3 12,4 7,4 39,75 Die Zahl der Hauptunterstühungsempfänger in der Arbeitslosenversicherung ist im September um 232 oder 2,6 v. h. auf 8686, die Zahl der hauptunterstühungsempfänger in der Krisenfürsorge um 1640 oder 4,7 v. h. auf 33 583 zurückgegangen. Von den Arbeitsämtern anerkannte Wohlfahrtserwerbslose wurden Ende September 16 278 gezählt, das sind 1137 oder 6,5 v. h. weniger als zu Beginn des Berichts- monats. Die Zahl der Aolstandsarbeiter betrug Ende September 4346, gegenüber 4945 Ende August d. 3. und 10 242 Ende September vorigen Jahres. den zum frontalen Durchstoß bestimmt, das Korps Augereau sollte vom Mühl-Tal aufsteigen und das Korps Soult durch das Rau-Tal über Closewitz in die linke Flanke des Gegners vordringen. Das Korps Ney und drei Kavallerie-Divisionen befanden sich noch im Anmarsch, die Korps D a - voust und Bernadotte gingen auf Kösen und Dornburg vor, um dort der immer noch bei Jena angenommenen preußischen Hauptarmee den Rückzug zu verlegen. So schien alles aufs beste geordnet, aber eigentlich war alles falsch. (Fortsetzung folgt.) Hamburg-Amerika-Pakei O Hamburg-Südam. Dampfschiff. O 101,4 I 98,13 103,9 118,5 100,13 98,8 2,493 Banknoten. Der Arbeitseinsatz im September in Hessen Weitere Aufwärtsbewegung. LPD. Frankfurt a. M., 12. Okt. Die Presse- stelle des Landesarbeitsamts Hessen teilt mit: Der Arbeitseinsatz wies auch im Monat September noch eine weitere Aufwärtsbewegung auf. Die Zahl der arbeitslosen Volksgenossen ging um 1009 oder 1,3 v. h. des Standes von Ende August d. 3. zurück, während im gleichen Monat des Vorjahres die Zahl der Arbeitslosen bereits um über 1700 zugenommen hatte. Der Erfolg in der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit tritt noch deutlicher in Erscheinung, wenn berücksichtigt wird, daß die Zahl der Notstanüsarbeiter im September d. I. um weitere 600 gesenkt werden konnte, während im Vorjahr bereits über 200 Rotstandsarbeiter mehr eingesetzt wurden. Die Abnahme um über 1000 Arbeitslose wurde erreicht, obwohl nach Fertigstellung der Reichsautobahnstrecke Frank- urt a. M. — Bad-Nauheim und verschiedener größerer staatlicher Bauten eine erhebliche Zahl von Volksgenossen zur Entlassung gekommen ist, das bedeutet also, daß sie zum größten Teil wieder in andere Arbeitsplätze eingewiesen werden konnten. Die Arbeitsämter im Landesarbeitsamtsbezirk Hessen zählten am 30. September 74 265 Arbeitslose, davon waren 10 125 oder 13,6 v. H. Frauen. Die Entwicklung war in den einzelnen Arbeilsamtsbezirken nicht einheitlich; bei sieben Aemtern ergab die Zählung eine leichte Zunahme, 10 hatten eine z. T. geringe, z. T. eine In bester Haltung und Stimmung trafen die Bataillone am Dornberg ein. Die Verhältnisse lagen für einen Angriff auf die vereinsamten Kräfte des französischen Korps Cannes durchaus günstig. Wäre er erfolgt, so hätte sich die Lage der Armee voraussichtlich völlig geändert. Denn dann hätte, der mangelnden Aufklärung zum Trotz, die Anwesen- heit und das Heranrücken der starken feindlichen - Kräfte unbedingt bemerkt und mit einem Schlage erkannt werden müssen, in welcher Gefahr sich das 1 Korps Hohenlohe befand. Der Fürst will auch den Befehl zum Angriff gegeben haben, er kam aber nicht zur Ausführung, da in diesem entschei- . denden Augenblick ein scharfer Gegenbefehl des Herzogs von Braunschweig eintraf, der einen Angriff aufs strengste verbot, um die Deckung des Abmarsches der Hauptarmee nicht zu gefährden. Dieser längst überholte und in Unkenntnis der Lage und Vorgänge gegebene Befehl, der leider befolgt wurde — wird man dabei nicht unwillkürlich an den verhängnisvollen „Befehl" des Oberstleutnants H e n t s ch in der Marneschlacht 1914 zum Zurückgehen erinnert?! —, verscherzte die beste Gelegenheit, das Geschick zu ändern. Was noch geschah, war unabänderliche Folge. Eigentlich muß man sagen, „was nicht geschah". Denn alles widerspricht unseren heutigen Begriffen über Aufklärung, Fühlung und Führung in einer solchen Weise, daß man direkt vor einem Rätsel steht. Hohenlohe handelte eben förmlich fasziniert in dem festen Glauben, er habe es nur mit einem einzigen französischen Korps zu tun und die übrige französische Armee sei im Vormarsch gegen Naumburg und die preußische Hauptarmee. Don dem Herannahen einer weit überlegenen Macht unter dem Kaiser Napoleon selbst hat er bis zum Morgen des 14. Oktober keine Ahnung gehabt. Nicht einmal die begeisterten Rufe vive 1‘enipereur, mit denen die französischen Regimenter ihren gegen 4 Uhr auf dem Landgrafenberg eintreffenden Kaiser begrüßten, und die weit hinüber zu den preußischen Vorposten klangen, wurden ihm gemeldet, ebenso wenig wie der Aufstieg der feindlichen Kolonnen durch das Rau-Tal und die anderen Schluchten der steilen Abhänge. Das Gefecht zwischen Tauentzien und den ihm gegenüberstehenden Truppen des Marschalls Cannes war immer schwächer geworden. Don preußischer Seite erfolgte kein Angriff, der Fürst Hohenlohe kehrte ins Lager zurück, ließ aber die vorgeführten Reserven bei Tauentzien, der dadurch 13:8: IV2 stark wurde. Auf französischer Seite hatte der Kaiser Napoleon sofort klar erkannt, in welcher Gefahr sich seine schwachen Kräfte auf dem Landgrafenberg befanden und jeden weiteren Angriff zunächst gehemmt. Mit seiner ganzen Energie aber sorgte er für das Heranführen von 23er- Bemberg................. Zellstoff Waldhof Zellstoff Aichasfenburg Dessauer Gas ............. Daimler Motoren Deuliche Linoleum Lrenstcin S Koppel .. Westdeutsche Kaufhof Chave .............. Accumulatoren-Fabrik Conti-Gummi............. Gritzner Mainkraftwede Höchst a.M.. I Süddeutscher Zucker ....... Datum 4% oesgl. Serie n 5% Rumün. vereinh. Nente v. 1903 4Vr%Rumän.vereinh.Rentev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente . 2 y4% Anatolier ......... ... Ithein-Mainische Börse. Mttagsbörfe fest. F r a n k f u r t a. M., 12. Okt. Die Börse war auch zum Wochenbeginn wieder allgemein fest. Am A k - t i e n m a r t1 lagen Kauforders aus dem Publikum vor, denen vielfach kein entsprechendes Angebot gegenüberstand, woraus sich auch stärkere Kurs- erhöhungen bei einigen Spezialpapieren erklären. Bei verhältnismäßig lebhaften Umsätzen ergaben sich durchschnittliche Erhöhungen von 1 bis 2 v. H. Starke Nachfrage fanden Zellstoffwerte, besonders Waldhof, die auf 170,90 (165,25) anfteigen konnten, auch Aschaffenburger und Feldmühle zogen bis 2,50 v. H. an. Von Montanwerden gewannen Hoesch 2,50 v. H., Klöckner 2 v. H., die übrigen Werte 1 bis 1,50 v. H. Recht lebhaft waren Otavi Minen mit 41 bis 41,50 (40,50). Am Elektromarkt setzten Siemens ihre Steigerung auf 208,25 (204) fort, Gesfürel plus 2,50 v. H., Elektrische Lieferungen plus 1,50 v. H., die übrigen Wette bis 1 0. H. fester, lebhaft AEG. mit 39,50 bis 39,25 (38,75). Am Chemiemarkt ergaben sich durchweg Erhöhungen bis zu 1,75 v. H., nur Metallgesellschaft 0,50 d. H. leichter. Maschinenaktien zogen 0,25 bis 0,75 v. H. an. Im einzelnen stiegen Gement Heidelberg um 2,25 v. H. Deutscher Eisenhandel um 3 v. H., Allgemeine Lokal und Kraft um 2.40 v. H., AG. für Verkehrswesen um 1,13 v. H., Westdeutsche Kaufhof um 1,40 v. H. und Kunstseide AKU. um 3,65 0. H. Etwas schwächer lagen Schiffahrtsaktien bei Rückgängen bis 0,75 v. H., Reichsbank 192,50 (193,50)." Der Rentenmarkt war ebenfalls fest. Kom- munal-Urnschuldung 88,95 (88,75), Altbesitz etwa 118,50 (118,25), zertif. Dollar-Preußen 74,50 (74), Reichsbahn-Vorzugsaktien 126 (125,75). Der Auslandsrentenmarkt tendierte allgemein fester, deson- überschritten hatten. Diese Meldung wurde von den zurückgegangenen Vorposten mit dem Hinzufü- gen bestätigt, daß der Gegner, der im Saale-Tal ein Lager bezogen habe, mindestens 20 000 Mann stark sei. Aber auch auf diese Meldung, die erst 11 Uhr nachts beim Fürsten Hohenlohe eintraf, geschah so gut wie nichts. Nur an das Detachement Tauentzien erging der Befehl, daß es, falls es Jena räumen müsse, mit allen seinen Truppen fich auf das Hochplateau zurückziehen und in der inten Flanke des Lagers zwischen Closewitz und Lützeroda aufstellen solle. Mit diesem Befehl, der auch zur Ausführung kam, gab man dem Feind die außerordentlich steilen Abhänge des Plateaus kampflos preis. Und dieser benutzte das sofort und folgte den am 13. Oktober 8 Uhr vorm. zurück- gehenden Kolonnen Tauentziens auf dem Fuße. Damit war jede Möglichkeit der Beobachtung und Aufklärung von dem hohen Talrande . für die preußische Führung verloren. Mehr als je tappte sie von da ab im Dunkeln. Das Nachdrängen der französischen Vortruppen auf den Landgrafenberg, nördlich Jena, führte gegen 2 Uhr nachmittags zu einem lebhaften Gefecht mit den Tauentzien'schen Bataillonen zwischen Lützeroda—Closewitz. Der Gefechtslärm, der immer stärker wurde, bewog den Fürsten Hohenlohe zum Eingreifen. Er hatte gerabeb as Lager abgeritten und war von den 10 preußischen Bataillonen der Division v. Grawert mit Jubel und Begeisterung begrüßt worden. Der Gedanke, daß es endlich einmal nach dem ewigen Hin und 5) er, zum Kampfe kommen würde, rief einen wahren Enthusiasmus hervor. Zunächst ließ der Fürst von jedem Bataillon 40 Freiwillige zu Tauentziens Unterstützung vorgehen, dann aber wenig später die gesamte "Reserve-Infanterie, außerdem 2 preuß. und 2 sächsische Kavallerie-Regimenter nebst 2 reitenden Batterinen nach dem Dornberg aufbrechen und eilte selbst dorthin voraus. Auch von anderer Seite kam Hilfe. Dem sächsischen Korps unter General v. Zeschwitz war auf die Drohung hin, daß es abmarschieren würde, wenn die hungernden Truppen nicht endlich Brot erhielten, eine Fouragierung gestattet worben. Die zu ihrer Deckung abgefanbten sächs. Truppen vom 1. Batt. 3. Esk. und 2 reitende Geschütze — kamen nun, angelockt durch das lebhafte Feuer sehr zur Zett dem rechten Flügel Tauentziens zur Hilfe * Ermäßigung der Höch st preise für Hasen- und Kaninchenfelle. Im Hinblick auf die jetzt beginnende Hasenjagd hat der Reichswirtschaftsminister durch Verordnung vom 9. Oktober die Höchstpreise für Hasen- und Kaninchenfelle der Nr. 154 des deutschen Zolltarifs ermäßigt. Diese Maßnahme ist im Interesse einer billigeren Rohstoffversorgung der Hutstoff- und Huttnbustrie erfolgt. Es wird zur Erleichterung der Rohstofflage selbstverständlich erwartet, daß die Bevölkerung Hasen- und Kaninchenfelle restlos abliefert. 12.10. 101,4 98,25 103,9 118,3 100 98,75 97 AmUiche Geld 0,693 41,88 0,145 3,047 54,50 47,04 12,205 5,385 11,615 132,57 13,09 0,713 5,654 61,34 48,95 11,09 62,93 57,36 26,97 Philipp Holzmann 4j 131 Zementwerk Heidelberg 7 157,25 Cemenlwerk Karlstadt......... 6| 156,5 I Schluß- kurs 10.10 bers Ungarn waren gefragt und bis 0,65 v. H. erholt, auch Rumänen und Mexikaner zogen etwa 0,13 bis 0,40 v. H. an. Die Börse war im Verlaufe unter kleinen Schwankungen am Aktienmarkt weiter fest. IG. Farben 177,75 nach 176,25, Zellstoff Waldhof 173 nach 170,90, Aschaffenburger etwa 145 nach 142,75, Daimler 122 nach 121, AG. für Verkehr 120,50 nach 119,65. Montanaktien erhöhten sich um etwa 0,25 bis 0,75 v.H. Kaliaktien lagen sehr fest, Aschersleben 140 bis 142 (133,75), Westeregeln 138 (131,50), Salzdetfurth etwa 191 nach zuletzt 183. Am Kassamarkt blieben Vereinigte Glanzstoff und Memeler Zellstoff, sowie Mez Söhne stark gefragt, Voltohm waren weiterhin angeboten. Don Renten zogen Kommunal-Umschuldung bei größeren Umsätzen auf 89 nach 88,95 an. Ungarn Gold schwankten zwischen 13,40 bis 13,60. Der Pfandbriefmarkt brachte bei einigen Liqui- bationswerten kleine Rückgänge. Stadtanleihen lagen teilweise fester, 4Vi (7) Frankfurt 94,50 (94), 4Vb Mainz von 1928 94 (93,50). Industrie-Obligationen lagen wenig verändert. ' Im Freiverkehr galten: Ablerwerke 103, Pokorny 116, Waiß 8- Freytag 129, VDM. 144, Growag 86, schwächer Humboldt-Deutz Motoren 123 bis 124. Tagesgeld unverändert 2,75 v. H. Abendbörfe knapp behauptet. An der Abendbörfe zeigte sich nach den starken Erhöhungen des Mittags seitens der Kulisse einiges Entlastungsbedürfnis, zumal da keine weiteren Kundenaufträge Vorlagen. Das Geschäft war bei überwiegend etwas nachgebenden Kursen recht lebhaft. Gemessen an den Steigerungen waren die Einbußen von etwa 0,50 bis 1 v. H. gegen den Berliner Schluß geringfügig. Später ergaben sich in einzelnen Papieren auf Käufe kleine Erholungen. Etwas gedrückt waren Montanaktien, Verein. Stahl 120,75 bis 120,25 bis 120,75 (121,25), Hoesch 120,75 bis 121,25 (121,25), Mannesmann 116,40 bis 116,50 (117), Rheinstahl 155,75 (157), Klöckner 127,50 (128). IG.-Farben ermäßigten sich auf 177,50 (178,75). Von Elektroaktien verloren Schuckert 1 vom Hundert auf 161,50, Gesfürel zunächst 147,25, bann auf Berliner Stand von 146,50 erleichtert. Matt lagen Kunstseide AKU. mit 85,40 bis 84,50 , (89), während Bernd er g zu unv. 97,50 gesucht wur- : den. Am Einbeitsmarkt lagen D-Banken etwas - schwächer, DD-Bank 104,75 (105), Dresdner Bank Innerhalb der einzelnen Berufsgruppen ergaben sich nur geringe Veränderungen. Don den Außen- verusen verzeichnete das Baugewerbe und das Verkehrsgewerbe trotz der vorgeschrittenen Jahreszeit noch eine weitere Abnahme, während die Zahl der Arbeitslosen in „Landwirtschaft", „Forstwirtschaft", „Industrie der Steine und Erden" und „Ungelernte Arbeiter" bereits leicht anstieg. Von den von der Konjunktur abhängigen Berufsgruppepn wiesen die Gruppe „Lebererzeugung und -Verarbeitung", das „Holz- und Schnitzstoffgewerbe" und das „Bekleidungsgewerbe" eine ansehnliche Abnahme auf; die Zahl der arbeitslosen Angestellten ging ebenfalls noch beträchtlich zurück. Dotierung Brief 0.697 41,96 0,147 3,053 54,60 47.14 12,235 5,395 11,635 132,83 13,11 0,715 5,666 61,46 49,05 11,11 63,05 57,48 27,03 105 (105,50), ferner gaben JG.-Chemte tettgezahltö auf 166 (168) nach. Der Rentenmarkt lag bei behaupteten Kursen sehr ruhig, Altbesitz noch leicht unter den Berliner Schluß ermäßigt aus 118 25 (118,50). Kommunal-Umschuldung uno. 88 95 bis 89. Don Auslandrenten ermäßigten sich Ungarn Gold auf 12,80 (13) und 5proz. äußere Mexikaner auf 14 (14,40). Im Freiverkehr nannte man Wiener Verkehrsanleihe 2,13, Oesterr.-Ungar.-Bank-Pfand- briefe 4.25. U. a. /notierten: Altbesitz 118,25, 6proz. JG.-Far- ben 133,75, Reichsbahn-VA. 125,75, 4proz. Ungarn Gold 12,80, 4proz. do. Kronen-Rente 2,30, 5proz. Rumänen 8,40, 4proz. do. 7,35, 5proz. äußere Mexi» kaner 14, Abca 85,75, Commerzbank 103, DD-Bank 104,75, Dresdner Bank 105, Buderus 121, Harpe- ner E 156,75, Hoesch 120,75 bis 121,25, Ilse Genuß 145,50, Klöckner 127,50, Mannesmann 116,40 bis 116,50, Rheinstahl 155,75, Verein. Stahlwerks 120,75 bis 120.25 bis 120,75, AKU. 85,40 bis 84,50, AEG. 39,40, BMW. 137, Bekula 162, Bemberg 97,50, JG.-Chemie Basel leere 166, Conti Gummi 174, Daimler 121,50, Deutscher Eisenhandel 135,25, Deutsche Erdöl 145, Scheideanstalt 274, Licht und Kraft 161,75, Eßlinger 100,50, JG.-Farben 177.50, Felten 141, Gesfürel 147,25 bis 146,50, Goldschmidt 119,75, Hanfwerke Füssen 92, Holzmann 132,50, Linde' Eis 167, Muag 121, Metallgesellschaft 146, RWE. 141,75, Schuckert 161,50, Aschaffenburger Zellstoff 145. AG. für Verkehrswesen 121,65. Frankfurter Schtachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 12. Okt. Auftrieb: 940 Rinder (gegen 551 am letzten Montagsmarkt), darunter 345 (76) Ochsen, 100 (104) Bullen, 299 (273) Kühe, 196 (98) Färsen; zum Schlachthof direkt: 77 (75) Ochsen, 1 (1) Bulle, 15 (36) Kühe, 45 (45) Färsen, 323 (402) Kälber, 236 (130) Hümmel und Schafe, 1843 (2338) Schweine. Notiert wurden pro 50 Kilogramm Ceoendgewicht in Mark: Ochsen a) 42 bis 45 (am 5. Oktober 45), b) 41 (39 bis 41), c) 36 (—); Bullen a) 40 bis 43 (41 bis 43), b) 39 (39); Kühe a) 40 bis 43 (40 bis 43), b) 34 bis 39 (35 bis 39), c) 27 bis 33 (28 bis 33), d) 25 (25); Färsen a) 42 bis 44 (41 bis 44), b) 38 bis 40 (37 bis 40); Kälber a) 69 bis 75 (69 bis 78), b) 61 bis 68 (60 bis 68), c) 53 bis 60 (52 bis 59). Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 12. Okt. Infolge der Herbst- bestellungs- und Erntearbeiten bleibt das Weizenangebot an den Großmärkten klein, während die Versorgung der mittleren Landmühlen lausend erfolgt. Die Roggenzufuhren haben sich nur ganz vereinzelt gehoben. Das Gerstenaeschäft bleibt mangels Angebots in allen Sorten still. Hafer ist nur in kleinen Mengen käuflich. Weizen- und Roggenmehl haben fteHges Bezugsgeschäft, die Offerten in Weizenmehl sind nicht sehr reichlich. Futtergetreide, besonders für die Schweinemast, bleibt begehrt. Die zugeteilten Mengen von Weizenkleie und Weizenfuttermehl decken knapp den Bedarf. Oelkuchen werden in diesen Tagen der Landwirtschaft geliefert. In Rauhfutter kommen kleine Umsätze zustande. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W 13 201, w 16 204, W 19 208, W 20 210; Roggen R 12 164, R 15 167, R18 171, R 19 173. Futtergerste —, Braugerste 232, Futterhafer —. Weizenmehl Type 790 W 13 28,00, W 16 28,10, W 19 28,10, W 20 28,45; Roggenmehl Type 997 R 12 22,45, R 15 22,80, R 18 23,30, R19 23,50 plus 0,50 Mark Frachtausgleich. Weizenfuttermehl 13,60. Weizenkleie W13 10,75, \V 16 10,90, W19 11,10, W 20 11,20; Roggenkleie R 12 9,95, R15 10,15, R18 10,40, R19 10,50, Mühlenfestpreis ab Mühlenstation. Sojaschrot —, Palmkuchen —, Erdnußkuchen —, Treber 16,50 bis 16,65, Trockenschnitzel —, Heu 5,00 bis 5,50, Weizen- und Roggenstroh (drahtgepreßt oder gebündelt) 2,20. Kartoffeln: gelbfleischige hiesiger Gegend 2,70 Mark, weißschalige hiesiger Gegend 2,40 Mark per 50 Kilogramm bei Waggonbezug. Tendenz: ruhig. Die Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 820: Aenderung der Umrechnungskurse für ■ -i Personen-, Gepäck- und Expreßgut- verkehr mit Holland, Schweiz und Frankreich. — 821: Einzahlungskurse für Postanweisungen nach Dänemark, Frankreich, Lettland, den Niederlanden und Niederl.-Jndien. — 822: Festsetzung der franzö- fi eben Einfuhrkontingente für landwirtschaftliche Erzeugnisse für das 4. Vierteljahr 1936. — 823: Französische Zollermäßigungen für Rohstoffe, Halbfabrikate und Fertigwaren. — 824: Verlängerung von Devisengenehmigungen und -bescheinigungen im । Verkehr mit der Tschechoslowakei. — 825: Der Wortlaut des italienischen Währungsgesetzes. — 826: Italienische Reiselira bleibt weiter in Gültigkeit. — 827: Zur kommenden Sumatra-Tabakversteigerung. — 1 828: Einfuhr von kleinen Postsendungen und Re- : flamemateriat in Bulgarien. — 829: Zur Einfuhr , von Warenproben in Dänemark. — 830: Zur Zoll- 1 ermäßigung für Fertigwaren in Frankreich. Monist elver Bergbau Kokswerke .................. 6 Sibeiniiche Braunkohlen 1*2 Rheinstahl ........ 4 Bereinigte Stahlwerke 8yt Otavi Minen .......... O Kaliwerke Aschersleben 5 Kaliwerke Westeregeln 5 Kaliwerke Salzdetfurth 7% SMiUßk. Mittag« börle 12.10 I. ®. Farben-Jndustrte .....1 Scheideanstatt...............9 Goldschmidt 6 Rütgcrswerle ....... 6 Metallgelellschaft 5 12>Oktober Amtliche Notierung Geld | Briet Schluß- kurs 10.10. Buderus ................... • Deutsche Erdöl 4 Harvener................. 2Vi Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. 3 Ilse Bergbau ...............6 Ilse Bergbau Genüsse 6 Klöcknerwerke ...............8 Mannes mann-Röhrea 8 Schills!!. Abend- bSrse 12 10 q 32i?| lol 213 I Datum 1 6% Deutsche Reichsanlethe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 6’/«% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mti Auslos.-Rechten ............ 4y,% Deutsche RetchSpostschatzan Weisungen von 1934, l 4%% ehern. 8% Hessischer voM staat 1929 (rückzahlb. 102%) .. 4%% ehern. 8% Hessische Landes baut Darmstadt Gold R. 12... vy2% ehem. 4tz% Hess. Landes Hypothekenbank DarmstaotLigu 4/,% ehem. 8% Darmst. Komm Lanvesb.Goldichuldverichr {R.b Oberhesjen Provinz-Anleihe mH Auslos.-Rechten ............ Deutsche Komm. Sammelabl. An leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten *ya% ehem.8% Franks. Hyp.-Banl Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 6%% ehem. 4/2% Franks. Hyp. Bank-Liqu.-Pfandbriese...... 6H% ehem. 4’/2% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpfe. ... 414% ehem. 8% Pr. Landespfand briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 *y,% ekeln. 7% Pr. Landespfmid briefanst., Gold Komm. Cm. 20 Eteuergutsch.BerrechnungSk. 34-38 Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angesührten Ziffern geben die Höhe der zuletzt belchloffenen Dividende an. - Reich--bankdisk°nt4 ^. Lombardzinesub^o.q. Frankfun a. M. Berlin Schluß- fürs SchlUßi. Abend- börse Schlußkurs Gchlußk. Mittag- dörse Datum 10.10. 12 10. 10.10 12-10. 160,5 160 161 138,9 141,25 232,5 231 233 155,75 155 157 120,75 119,4 121,25 41,9 40,9 41,65 142 134,5 143 139 133 139 192 189 193,5 177,5 175,75 178,75 274 —- 119,75 118,5 119,75 141,25 139,9 140,5 146 146,25 146 132,5 130,25 132 159,5 157 — 106 107. 84,5 86 89 97,5 94,5 97,5 174 166,25 175 145 141,25 145,5 114,25 114,75 121,5 120,5 121,75 166,5 167,25 168 — 88 89,25 59,75 58,75 60,4 412 407,5 412 — 202 208 174 172,5 174 31,75 | - I 32 97 - 214,5 1 213,25 I 215 Berlin,12-Ohob.r «eld ' Srles " ., timentannd)e ................... 2,451 2,471 41,76 41,92 54,34 54,56 12,18 12,22 11,565 11,605 132,28 132,82 61,18 61,42 Deutsch Oesterreich, 4 1OO Schilling Rumänische Noten.............. —■ ——* Schwedische Noten ............... 62,76 63,02 57,17 Spanische Noten................. 25,95 26,05 Ungarische Noten — 100,5 100,75 100,75 97,5 97,5 37,5 95 95 95 I 109,75 109,8 109,8 32 34 33 3,13 — 12,8 13,25 13 10,75 10,25 10,25 11 10,75 11.13 14 14,65 14,4 — — — Dienstag, lZ. Oktober 1936 Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Ur. 2^0 Drittes Blatt Die erste Iieichsstraßensammlung oder der sie find eins. die Parole des Führers und folgen das Winterhilfswerk. nesfaal. Stadtthealer Gießen. wollen Sie einen guten eindruck macken? Urlaubsfahrten. Z.O Verpflegung) 39 RM. inkreich. Nachdruck verboten! 22 Fortsetzung. Ijl Die öeutfdie Arbeitsfront n.9.=0cmeinfdiaft „firaft burdi freuöc Jeder hitst dem WHW.! Opferspenden vom Lohn oder Gehalt sind an das W i n t e r h i l f s w e r k des Deutschen Volkes, Kreisführung Wetterau in Gieren, Postscheckkonto Ar. 23 633, oder aus dessen Bankkonto 6100 bei der Bezirkssparkasse Gießen zu überweisen. «NSG. Der Arbeiter der Stirn und der Faust, der täglich seinen Beruf für das Volk ausübt, will als erster in diesem Jahre im Winterhilfswerk 1936/37 für alle die, die noch Not und Hunger kennen, einsatzbereit sein. Wo in der Welt gibt es noch einmal ein Bei- Das Deutsche Volksbildungswerk in der NSG. „Kraft durch Freude" bringt im Monat Oktober folgende Vorträge und Veranstaltungen: Am 16. Oktober, abends 8.30 Uhr, in der Aula des Gymnasiums Eröffnung des Volksbildungswerkes im Kreise Gießen. 22. Oktober, abends 8.15 Uhr, im Hörsaal des Kunstgesch. Instituts. Oberh. Geschichtsoerein: Prof. Dr. Bechtel spricht über „Raumforschung, angewandt auf das Lahngebiet". 26. Oktober, abends 8 Uhr, in der Aula der Universität. Goethe-Bund: Kundgebung aus Anlaß der „Woche des Deutschen Buches". Robert Hohl- b a u m und Josef Weinheber lesen aus eigenen Werken. . .. 27. Oktober, abends 8.30 Uhr, in Lang-Gons: Prof. Dr. S e f s 0 u s „Fragen aus der deutschen Ernährungswirtschaft". (Lichtbildervortrag.) 29. Oktober, abends 8.30 Uhr, Dorfgemeinfchafts- abend Londorf: Prof. Dr. Meyer-Bark- Ha u f e n „Das Deutsche Bauernhaus". (Lichtbildervortrag.) Oer Patenwein fand guten Absatz. Im Verlaufe der Werbung für den Verbrauch deutschen Weines wurden in Gießen von dem Patenwein 44150 Liter, gegenüber 40 599 Liter un Vorjahre, ausgeschenkt. Der Verbrauch stellt in diesem Jahre also eine lOproz. Steigerung gegenüber dem Vorjahre dar. Von den 44150 Litern Paten» wein entfallen auf den Wein aus Gau-Odernheim 39 750 Liter, auf den Tropfen aus Oppenheim 4400 Liter. ** Silberne Hochzeit. Am morgigen Mittwoch, 14. Oktober kann das Ehepaar Herman Goß, Gartenstraße 3 wohnhaft, das Fest der silbernen Hochzeit begehen. ** Sterbefälle in Gießen. In der Zeit vom 1. bis 10. Oktober verstorben in Gießen: Gießener: 1. 10.: Eva Maria Schober, 26 Jahre alt, techn. Lehrerin, Wilhelmstraße 14; '3. 10.: Heinrich Hof, Reichsbahnzugführer i. R., 74 Jahre alt, Wilsonstrpße 10; 5. 10: Heinrich Wilhelm Hochstadt, Verwaltungsinspektor, 42 Jahre alt, Gnauthstraße 34- 7. 10: Johann Pflicht, Steuerbetriebsassistent i. R.,' 71 Jahre alt; Liebigstraße 103; 7. 10.: Fried- rich Wilhelm Ernst Riebel, Res.-Lok.-Führer i. R., Den Abschluß der diesjährigen Sommer-Urlaubsfahrten bildet die Fahrt nach Berlin vom 21. bis ' -. Der Teilnehmerpreis (einschl. Unter- Der Arbeiter, er hat bitter empfinden müssen, was es heißt, Hunger zu haben, Not und Elend mitzumachen; er will mit ehrlichem, freudigen Herzen seine Kräfte für diese Sache dem deutschen Volke zur Verfügung stellen. Die Arbeiterschaft will cn diesem Tag nicht nur dem deutschen Volke, sondern der ganzen Welt zeigen, wie stark sie heute nach knapp 4 Jahren ausgerichtet ist und daß sie nur von dem «einen beseelt ist, dem Volke, in dem sie leben, in friedlicher Arbeit zu dienen. Und so wird auch im Gau Hessen-Nassau die erste Reichs-Strahensammlung von Erfolg sein und zeigen, daß die ganze Arbeiterschaft für diese Sammlung zur Stelle ist. Er, der Arbeiter, wird am 17. und 18. Oktober dich auffordern, deutscher Volksgenosse, zu opfern, damit die Gemeinschaftsleistung, die der Führer von uns fordert, von Erfolg gekrönt ist. Spendet alle am 17. und 18. Oktober dem Arbeiter das Opfer für das Winterhilfswerk! eben auf den Tag, wo ich den Betrieb hier satt kriege. Da kann er lange warten. Es sei denn —" „Was?" Das Aepfelchen sitzt auf dem Großvater- stuhl, die letzte Errungenschaft von daheim, und ist leibhaftig gewordene Neugierde. Das Thema John Herbing ist rasend interessant. „Daß wir heiraten." „Heiraten?" Liefet denkt einen Augenblick angestrengt nach, aber dann sagt sie: „Ich finde, daß der nicht so aussieht, als ob er heiraten will. Verlieb dich man nicht zu toll, du hast bloß das Nachsehen." Da schlägt draußen die Ladenklingel an und holt sie hinaus zu einem Viertel Pfund Butter und sechs Brötchen. Hanna Brandes sieht ihr gedankenvoll nach. Sie denkt an Paul Laverenz und findet eine merkwürdige Aehnlichkeit der Auffassungen bet ihm und Liesel. Er hat sie aus der Erkenntnis seines Verstandes und der Beobachtung und Liesel Gottschalk aus dem primitiven Instinkt der Frau heraus. Beide haben sie Unrecht, — recht hat nur sie, weil sie ihn liebt. . . . Sie atmet tief auf und fährt in den Kittel. Dann geht sie in den Laden und stellt sich neben Liesel auf. Sie hört gerade noch, wie das Aepfelchen zusammenrechnet und hat dann Gelegenheit, einen Mann in blauem Monteuranzug zu fragen, was er will. Flasche Milch mit Halm und zwo Schrippen. Der Verkauf klappt, und Hanna ist stolz, sie braucht nicht einmal Liesel zu fragen, was das kostet, denn der Mann legt das Geld abgezählt auf den Glasteller. Als sie wieder allein sind, muß Liesel Preise nennen und ihr zeigen, wie man Wurst schneidet. Heute abend Wiederholung des ersten Operetten« Erfolges der neuen Spielzeit „Der Bettelstudent", Operette von Carl Millöcker. Spielleitung: Paul Wrede. Musikalische Leitung: Hans Hampel. Anfang 20 Uhr; Ende 23 Uhr. Dienstag-Miete. 4. Vorstellung. Legen Sie Wert auf ein gepflegtes Aussehen? Dann sollten Sie Nivea-Zahnpasta benutzen. Der außerordentlich feine Putzkörper schont den Zahnschmelz und äW reinigt gründlich. Regelmäßige Pflege mit Nivea-Zahnpasta erhält die Zähne weiß und gesund. Buch. . In diesem Augenblick hielt der Zug mit einem leichten Ruck. Im Gang entstand ein Gewühl von hin- und herhetzenden Reisenden. Schließlich kam ein Herr ins Abteil. Er legte seinen Koffer ins Gepäcknetz und wollte wieder hinausgehen. „Verzeihung!" sagte da die Lesende, welche Station haben wir? Der Herr nannte, sich umdrehend, eine Stadt — worauf die junge Frau bestürzt aufsprang, ihr Täschchen über die Schulter hing, Willi!" rief und aus dem Abteil stürmte. Mit einer Verwünschung stopfte der junge Mann „Illustrierte" und Bleistift in seine Rocktasche, packte eine große Reisetasche und eine Mappe und hastete mit unverständlichem Gemurmel hinterdrein. Gleich danach zog der Zug an. Ein älterer Herr lochte belustigt auf. „Na", sagte er, „da haben sie ja Glück gehabt! Vor lauter Rätselraten , er schüttelte den Kopf, „wären sie beinahe sitzen geblieben! „Ich hätte mich nicht so examinieren lassen! betonte eine jüngere Dame, und ihre Nachbarin pflichtete ihr bei. Vom Rätsellösen war das Gespräch hältst." „Und dein glücklicher Verehrer Herbing? Dem gefällt das wohl, wie?" Hanna Brandes bekommt einen roten Kopf. „Er hat gelacht, als ich es ihm erzählt habe. Er hat seinen Besuch in Aussicht gestellt und will nur von mir bedient werden. Er nimmt die ganze Geschichte von der humoristischen Seite und wartet 54,5t 1I.H irr" Omnibusfahrten. Am Sonntag, 18. Oktober, finden folgende Omnibusfahrten statt: 1. Wiederholung der Fahrt nach Wiesbaden. 2. Fahrt nach Frankfurt zur Besichtigung des Weltflughafens. Der Fahrpreis wird in den nächsten Tagen bekanntgegeben. Anmeldungen können umgehend noch auf der Kreisdienststelle, Schanzenstraße 18, abgegeben werden. Am Samstag, 31. Oktober, 2. Sondervorstellung im Stadttheater Gießen, „Der B e t t e l st u d e n t". Die Karten können ab sofort bei den Betrieswarten und auf der Kreisdienststelle, Schanzenstraße 18, bestellt werden. Der Missionskursus zu Gießen. Der Missionskursus des Oberhessischen Vereins für Basler Mission nahm am gestrigen Montagabend im Johannessaal, der dicht gefüllt war, seinen verheißungsvollen Anfang in Fopm eines schlichten Begrüßungsabends. Der evangelische Kirchengesangverein Gießen (Dirigent Herr Nebeling) machte sich durch den exakten Vortrag zweier Chöre, am Anfang und am Schluffe, um den Abend verdient. Dekan a. D. G u ß m a n n, der Vorsitzende des Oberhessischen Vereins für Basel, begrüßte die zahlreich Erschienenen, insbesondere den zur allgemeinen Freude erschienenen Vorsitzenden des Landeskirchenausschusses der eo. Kirche Nassau- Hessen, Oberkirchenrat Zentgraf, den Vertreter der Propstei Oberhessen, Propst Knodt-Gießen, den Vertreter der theol. Fakultät, Prof. R u - d 0 lph, den Vertreter der Gesamtgemeinde Gießen Pfarrer A u s f e l d-Gießen, dann den Vertreter des Dekanates Gießen, Dekan Sattler- Wiefeck nffurf^L- Sie kennen die Parole des Führers und folgen gerne, ihm verdanken sie heute ihr inhaltsreiches Leben, ihm verdanken sie heute alles, als Arbeiter dieses schaffenden Volkes sehen und schauen zu dürfen. Er, der Führer, er hat ihnen das gegeben, was man ihnen mit Unrecht vorenthalten hat. Es ist ein mächtiges Bekenntnis zum Führer, zu feiner Arbeit, wenn es heißt, die schaffende Front, die Arbeiter oder die Soldaten stehen im Kampf für „Das ist ja schrecklich! Du kannst es natürlich fabelhaft. Scheiben wie ein Blatt, -r- aber dir fehlt trotzdem eine Maschine, mein Kind." Mir fehlt mehr als eine Maschine, mir fehlt vor allem das Geld, um mir diese Bequemlichkeit zuzulegen, Geliebte," antwortet Liesel gelassen und putzt ihre langen Messer an einem Tuch ab. „Dann paß mal die nächste halbe Stunde allein auf deinen Laden auf!" Hanna zieht sich wren Kittel wieder aus, setzt ihre weiße Mutze auf und geht noch einmal ins Zimmer zurück. Mit einem Buch kommt sie wieder. „Ich muß unbedingt mal in die Leihbücherei, das Luch „Agnes und Florian" ist längst fällig." spiel, daß Millionen von Arbeitern sich in ihrer Freizeit für das Wohl ihrer Mitmenschen einsehen? Gleich, ob Betriebssichrer oder Ingenieur in der Fabrik beschäftigte Arbeiter, wurde von verschiedenen Seiten beleuchtet und abgegrenzt. Da Vertreter beider Geschlechter in fast gleicher Zahl vorhanden waren, und die lange Stille vorher den Redefluß aufgestaut hatte wie Wasser hinter Wehren sich sammelt, sprudelten jetzt die Gespräche hin und her, und die Gesichter strahlten einander wohlwollend und munter an. So dankten sie doch alle zuguterletzt, wenn auch nur heimlich im Herzen, dem albernen Reisegefährten, daß er mit seiner überstürzten Flucht die lastende Stille von ihnen genommen und ihnen eine so heitere Stunde geschenkt hatte. P. B. Dornotizen. Tageskalender für Dienstag. NS.-Lehrerbund, Geschichtliche Arbeitsgemeinschaft, 17.30 Uhr im Seminarzimmer der Oberreal- schule. — Stadttheater, 20 bis 23 Uhr „Der Bettelstudent". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Verräter". — Lichtspielhaus, Bahnhofltraße: „Der Bettelstudent". — Oberhessischer Verein für Basler Mission. 20.30 Uhr: Beginn des Missionskursus im Johan- fie also nicht sonderlich zu fesseln, da sie sich so kaltblütig die Portionen im voraus abmessen konnte. Unterdessen hatte sich der junge Mann, das Haupt nachdenklich in die aufgestützte Linke gelegt, über die Zeitung auf der kleinen Tischplatte gebeugt, wobei Daumen und Zeigefinger seiner Rechten ruh- los den Silberstift drehten. Vier Gesichter, ihm gegenüber, und zwei auf der gleichen Sitzseite, die nicht wußten, wohin mit ihren Augen, ahnten eine unterhaltsame Ablenkung und schmunzelten hinüber. Man brauchte nicht mehr so angestrengt nach der Landschaft, in den Wagengang oder auf seine Fußspitzen zu blicken. „Einen Städtenamen!" sagte plötzlich der junge Mann, als frage ein Lehrer einen Schüler und drehte sich nach seiner Frau um. „Mit fünf Buchstaben", fügte er feiner Frage hinzu. Sie sah einen Augenblick aus ihrem Buch auf und sagte: „Mainz — Trier — Essen ..." „Mit l am Schluß", unterbrach er sie kopfschüttelnd. „Das Schluß-L liegt fest!" „Memel!" sagte die Frau, ein wenig errötend, da sie mit einem Blick sah, daß alle Gesichter an ihr hingen. „Danke!" jubelte der junge Mann und malte die Buchstaben in die betreffenden Quadrate ein. „(Eine Giftschlange mit drei Buchstaben!" verlangte er eine Weile danach, wobei er seine Stimme fast zum Flüstern dämpfte, weil er auf einigen Gesichtern ein Lächeln sah. Die Frau ließ sich in ihrer Lektüre nicht stören. „Ein deutscher Dichter mit sechs?" drängte er und tippte er Leserin mit seinem Silbernagel auf das 1,10 145 .04/ 4.50 7.°J M -5 i,7lt ä« »1 -Ä , 400 Draußen ist sie. Sie geht nicht gleich zur Bücherei, sie sucht in den Straßen nach einem Haushaltungsgeschäft, und als sie es am Wittenbergplatz gefunden hat, ersteht sie eine schöne Schneidemaschine für Liesels Würste und Schinken. Man soll sie umgehend in die Molkerei Gottschalk, Augs- durger Straße 10, schicken; nun erst sucht sie Leonhardt im Wolde auf. „Sie dachten wohl, ich sei mit Florian durchgegangen?", begrüßt sie ihn lebhaft. Sie geben sich die Hand wie alte Bekannte, und Hanna kommt einer Frage zuvor. „Mit diesem Florian kann man wirklich durchbrennen, vielleicht hätte ich es heute auch fertig gebracht. Eine Liebesgeschichte, aber sie ist gut." „Früher hätte ich keine Einstellung dazu finden können, heute kann ich es. Weil John da ist!", denkt sie. Sie bleibt lange in der kleinen Bücherei, ab und zu kommt ein Kunde, jeder hat andere Interessen, und es ist zu bewundern, wie genau der junge Sturmführer Bescheid weiß. Er ist in Uniform, wirkt noch schlanker als sonst. Er ist überhaupt eine Augenweide, findet Hanna Brandes. Frisch, gesund, vergnügt und liebenswürdig. , Der Laden muß ja gehen. Dann sind sie wieder allein, und Leonhardt im Wolde holt ein neues Buch. „Keine Liebesgeschichte, Fräulein Brandes. Ein Stück aus dem Leben eines jungen Menschen. Ein gut Stück Kampf, ein klein wenig Glück und Erfolg und eine ganz große Bescheidenheit. Das macht das Buch aus." Leonhardt im Wolde legt es in die gepflegte Frauenhand und tut es mit voller Absicht. Es steht ihm so aus, als habe dieses elegante Mädchen mit dem etwas hochmütigen Gesichtsausdruck nicht allzu ■ tief in die neue Zeit hineingefuhlt, vielleicht ist ste ganz spurlos an ihr vorübergegangen. Hanna bläh t tert und lieft im Buch herum. Dann sieht sie auf. „Sie meinen, daß es mir gefallen wird?" 1 „Gefallen? Ich weiß nicht. Aber vielleicht ist es 1 Es bleibt minutenlang still. $)anna ift ehrlich zu 1 sich selbst, sie weiß genau, was der Morni von ihr l sagen will, und sie gesteht ihm auch unumwunden - das Recht dazu zu. (Fortsetzung folgt.) Ein Toter wird lebendig Es klingelte. Als stünde der leibhaftige Gottseibeiuns draußen, so fuhr Frau Hase zusammen, als sie die Tür öffnete. Da stand aber bloß der Gasmann und sagte, er wolle den Zähler nachsehen ... „Ich denke, Sie sind tot?" faßte sich Frau Hase endlich. „Vorgestern war doch schon einer hier, der sagte, er wäre Ihr Nachfolger! Und 5 Mark 80 hat er auch kassiert!" Es war alles Schwindel. Das Gaswerk hatte langst eine Warnung einrücken lasten. Und gestern stand schon zu lesen, daß der falsche Gasmann inzwischen auf frischer Tat ertappt sei! Bloß Hases wußten von nichts .. Tja - hätten sie Zeitung gelesen! Die warnt beizeiten: Sieh dich vor, sonst hau'n dich Gauner übers Ohr' bald in größere und wichtigere Bezirke vorgestoßen. 27. Oktober Das Verhältnis von Mann und Frau zueinander l kunft und 5 Aus der Provinzialhauptstadt. Oer Rätsellöser. Er hakte einen Fensterplatz im Abteil. Da konnte er, wie in allen O-Zugwagen, ein Brett waagrecht aufklappen wie zu einer kleinen Tischplatte. Auf diesem Tischchen vor ihm lag die „Illustrierte". Als sich der Zug in Bewegung setzte, zückte er seine Brieftasche, entnahm ihr einen silbernen Bleistift und drehte bedächtig die Mine auf fchreibfertig. Danach flüsterte er seiner schönen Nachbarin, die jung wie er und wahrscheinlich seine Frau war, etwas zu, worauf diese lächelnd aus ihrer Handtasche ein Buch zog und darin zu lesen begann. Sie hatte den Band ungefähr in der Mitte aufgeschlagen, wo als Buchzeiger eine beschriebene Ansichtskarte lag. Jetzt schob sie den Zeiger einige Seiten dahinter, wo, wie ich bei ihrem Blättern bemerkte, ein Kapitel zu Ende war. Die Lektüre schien „Natürlich sind sie. Wer soll denn auch hier । stehen und den Leuten die Wurst und den Käse ab- I säbeln?" „Na, eben ich, du kleines Schaf!" meinte Hanna 1 gelassen. Sie geht an Liesel vorbei ins Wohn- । zimmer. Dort setzt sie ihren kleinen Koffer ab und packt ihn aus. Viel ist nicht darin. „Drei weiße Kittel hat mir Ida genäht, sie hat schrecklich gern wissen wollen, wozu ich die brauche, da habe ich ihr endlich gesagt, daß du sie haben sollst. Sonst hätte die gute Seele ja doch der Schlag gerührt, geheult hat sie genug, als sie hörte, daß ich weg wollte." „Mir will das auch gar nicht in den Kopf, Hanna! Ich wäre da doch nicht gleich auf und davon gelaufen —, ich —" „Du bist ja auch nicht daheim geblieben, als dem Bruder heiratete. Und das war nur der Bruder, hier ist es mein Vater. Du brauchst gar nicht zu stöhnen. Hier sind ein paar bequeme Schuhe, fo ganz bin ich ja auf das Hinter-dem-Ladentisch- stehen nicht geeicht. So ganz ernst brauchen wir das ja unter uns auch nicht zu nehmen, Liefe!. Auf Gehalt verzichte ich großzügig, ich volontiere erst mal in Milch, Käse, Wurst." „Wenn du doch nur mal vernünftig reden wurdest, jetzt schneist du mir einfach hier herein und erklärst, Verkäuferin bei mir werden zu wollen. Als ob es ja nun für dich, wenn du durchaus arbeiten willst, nicht was Vernünftigeres gäbe!" Liefe! Gottschalk ist wütend, sie fühlt sich veralbert, und das konnte sie schon als Schulmädchen nicht ausstehen. Aber Hanna Brandes läßt sich nicht stören. „Es gibt eben nichts Vernünftigeres für mich. Paul Laverenz hat mir ein diesbezügliches Kapitel gelesen, und ich habe es akzeptiert. Ich leugne nicht ab, daß er mich doch in sein Lektorat gesteckt hätte, wenn er wüßte, daß ich hier bei dir in die Lehre hehe. Ich bitte mir aus, daß du reinen Mund Das ist eine Wandlung, die ich freudig begrübe, Hanna. Ich will nicht fragen, was dich letzten Endes dazu bewogen hat, ich will mich nur an Tue Tatsache halten. Wenn du den Wunsch hast, das Haus zu — verlassen, so will ich dir nicht hinderlich sein, im Ge- aenteil, ich will alles tun, um deinen Wünschen nach eigener Bequemlichkeit gerecht 3" werden. Hanna, Kind -" Es ist ein warmer Klang in der Stimme des Anwalts, er faßt feiner Tochter um die Schultern, er weiß um den Ernst dieser Stunde und ist Hanna dankbar dafür, daß sie das einzige Hindernis aus dem Weg raumt das Melanie Morholt und ihn getrennt hielten, ihren Widerstand. Er will viel für feine Tochter tun, er spricht von einer kleinen Wohnung und von Ida, die sie versorgen soll. Er schenkt ihr das blaue Mercedes- Kabriolett und sagt zum Schluß: „Ich weiß, daß ich mich auf dich verlassen kann, $ Ganz versteht Hanna den Sinn dieser Worte nicht, sie sagt überhaupt nicht viel zu dem, was ihr Vater ihr anbietet. Sie hat ihre eigenen Gedank n und Pläne, sie sehen ganz anders aus und wurden ihrem Vater viel von der Freude an ihrem Entschluß nehmen, wenn er sie kennen wurde. 11. Kapitel. „Du willst doch nicht behaupten, daß das dein Ernst ist!" Liesel Gottschalk fuchtelt so aufgeregt mit dem langen Wurstmesser. daß Hanna Brandes sich zwei Schritte zuruckzieht. „Natürlich ist das mein Ernst! Bitte lege mal das Messer aus der Hand. Du sollst überhaupt nicht so forsch mit deinen Händen reden, ste sind noch • immer nicht ganz gesund." Lv'Mivi rtbtt 16,50 bis 5 5A Wetzender gebündelt) iesiger Gegend V:nD 2,40 Mark jug. Teiche uz: oer Glehen ■ Umrechnungs- jnb Expreßgut- Frankreich. - Dehlingen nach n Niederlanden ung der frag* Stoffe. S)-Ib- 1: Berlangenmg ... _826:5*«‘ ültiihil - erftdgfrung. ääS ft* ’ be. 4Ä 88,95 k h 1, dl, & '“‘iS *»»s & -fQ6lroerte m $4,50, h ^135,25, ,kkht und £V77,60, Ndmibt ln 132,50, 146. 121,65. W rfl tr’fb: 940 bar. -299 (273) itjof direkt: ik 45 (45) 'ommel und wurden pro fvchsen a) 39 bis 41), 43), b) 39 1 34 bis 39 d) 25 (25); 38 bis 40 78), b) W bis 59). L |t der Herbst« das Weizen, während die i laufend er« iur ganz oer» leibt mangels r ist nur in unb Roggen« it Offerten in Zuttergetreide, t begehrt. Die und Weizen« Ölkuchen Mr« Hast geliefert, ze zustande, illes übrige je 13 201, W16 U2 164, R15 ste Brau« ich! Type 790 '5 22,80, R18 atyausgleid). W13 10,75, WMBIIWH Roman von Ilse Schuster. Copyright 1936 by Aufwärts - Verlag G.m.b.H., Berlin SW 68 und die Kreisvorsitzende des Verbandes der eaang. kirchlichen Frauenhilfen im Kreise Gießen, Frau K r e u d e r-Gießen. Er betonte in seiner Begrüßungsansprache, daß, weil es sich um die Abhaltung eines kirchlichen Kursus handle, auch nur die Vertreter der kirchlichen Organisationen als Ehrengäste eingeladen worden seien. Letztere richteten in der ' vorgenannten Reihenfolge herzliche Worte an die Versammlung, immer den inneren Zusammenhang zwischen Kirche und Mission betonend. Nach Mitteilung einiger geschäftlicher Dinge und nach dem Vortrag des Schlußliedes des Kirchengesangvereins, dem der Vorsitzende den gebührenden Dank für feine Mitwirkung aussprach, wurde der harmonisch verlaufene Begrüßungsabend geschlossen. 6,1 Grad Kälte! In diesem Jahr haben sich früh Temperaturen um den Gefrierpunkt eingestellt. Die bisherigen Temperaturen des Oktober waren viel zu niedrig. In der Nacht zum Montag ist es sogar zu N a ch t f r ö st e n gekommen. Die Flugplatz-Wetterwarte hat eine niedrigste Temperatur von minus 6,1 Grad festgestellt. Das Observatorium auf dem Kleinen gelt) berg meldet minus 2 Grad. Danach war es in den tiefer gelegenen Gegenden kälter als in den Gebirgslagen. In den Tälern, besonders im Niddatal, kam es zu starker Re if bitt) ung. 7 W 41,sz 0,14 3,051 K 3.11 0,715 kl." 49- 11.1! 63.01 S, 44 27-03 8,70» I 2,491 72 Jahre alt, Schottstraße 11; 7. 10.: Karl Heppert, Arbeiter, 34 Jahre alt, Seltersweg 32. Auswärtige: 2. 10.: Elfriede Arch, 13 Jahre alt, Holzheim, Krs. Gießen; 2. 10.: Emilie Weifenbach, geb. Gaub, o. B., 38 Jahre alt, Ehringshausen, Krs. Alsfeld; 5. 10.: Johannes Scholl, Landwirt, 54 Jahre alt, Rnddingshaufen, Krs. Gießen; 5. 10.: Heinrich Sauer, Holzarbeiter, 55 Jahre alt, Lumda, Krs. Gießen; 7. 10.: Luise Herr, geb. Henkelmann, Nur noch wenige Tage trennen uns von der ersten Reichsstrahenfammlung der Deutschen Arbeitsfront für das Winterhilfswerk des deutschen Volkes. Am 17. und 18. Oktober ist die gesamte deutsche Arbeiterschaft der Stirn und der Faust einsatzbereit für den Kampf gegen hunger und Kälte. o. B., 52 Jahre alt, Heuchelheim b. Gießen; 9. 10.: Richard Michel, Landarbeiter, 18 Jahre alt, Rodheim a. d. Horloff, Krs. Gießen. * * Stadttheater-Miete. Die Einlösung des zweiten Abschnitts der Stadttheater-Miete be- rifft eine Bekannmachung der Stadtverwaltung in unserem heutigen Anzeigenteil, auf die besonders hingewiesen sei. Die Intendanz des Stadttheaters macht darauf aufmerksam, daß für Platzmieter, die ihre Miete für die ganze Spielzeit auf einmal bezahlen, eine Freikarte zu einer Vorstellung nach freier Wahl zur Verfügung steht. * * Straßensperrungen. Wegen Ausführung von Bauarbeiten an der Wetterbrücke wird die Landstraße Ruppertsburg —Wetterfeld vom 12. Oktober ab für jeglichen Verkehr gesperrt. Umleitung erfolgt über Laubach. Wegen Ausführung von Brückenbauarbeiten wird die Landstraße Trais-Horloff — Steinheim vom 12. Oktober ab für jeglichen Verkehr gesperrt. Umleitung erfolgt über Hungen—Rodheim a. d. H. * * Straßensperrung Wegen Vornahme von Gleisarbeiten wird der Bahnübergang Schiffenberger Weg der Strecke Gießen— Fulda am 15. und 16. Oktober für jeglichen Fährverkehr gesperrt. Die aufgestellten Sperr- und Umleitungsschilder sind zu beachten. Gießener Dochenmarktpreise. * Gießen, 13. Okt. Auf dem heutigen Wochen- markt kosteten: D. f. Molkereibutter, % Kg 1.57 Mk., f. Molkereibutter 1,52, Landbutter 1,42, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Kühlhauseier, das Stück, Kl. A 11%, Käse, das Stück 4 bis 10, Wirsing (grün), % kg 6 bis 8, Weißkraut 4 bis 6, Rotkraut 7 bis 10, gelbe Rüben 8 bis 12, Spinat 20, Römischkohl 8, Unterkohlrabi 8 bis 10, Erbsen 25 bis 30, Grünkohl 15, Rosenkohl 25 bis 30, Feldsalat 80 bis 90, Tomaten 20, Zwiebeln 7 bis 8, Meerrettich 30 bis 70, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kürbis 5 bis 6, Kartoffeln, neue, 5 kg 40, % kg 4, 50 kg 3,20 bis 3,50 Mk., Falläpfel, % kg 5 bis 6, Aepfel 15 bis 28, Birnen 10 bis 15, Zwetfchen 10 bis 12 junge Hähne 1.— bis 1,10, Suppenhühner 80 bis 90, Tauben, das Stück 50 bis 60, Nüsse, V» kg 45 bis 50, Blumenkohl, das Stück 50 bis 70, Salat 8 bis 10, Salatgurken 10 bis 25, Endivien 5 bis 10, Oberkohlrabi 4 bis 8, Lauch 5 bis 8, Rettich 5 bis 15, Sellerie 20 bis 30 Pf., Weißkraut, 50 kg 3,50 Mk., Rotkraut 6.— bis 7.—, Wirsing (gelb) 5.— bis 6.—, Aepfel 15.— bis 28.— Mark. Verletzung der Lufischutzpflicht wird geahndet. Verdunkelung in Gießen. Don der Polizeidirektion Gießen wird uns mitgeteilt: Am Freitag, 16. Oktober, in der Zeit von 20 bis 21 Uhr wird in Teilen der Stadt Gießen eine Verdunkelung durchgeführt. Das Verdunkelungsgebiet ist wie folgt begrenzt: Bahndamm der Strecke Gießen—Marburg, Horst- Wessel-Wall vom Oswaldsgarten bis Mühlstraße, Mühlstraße, Löwengasse, Teufelslustaärtchen, über den Seltersweg durch die Plockstratze, Johannes- straße bis Goethestraße, Goethestraße bis Hinden- burgwall, Bismarckstraße bis Lonystraße, Lony- straße, Gartenstraße, Ludwigsplatz, Gutenbergstraße, Am Nahrungsberg, Licher Straße, Alter .Steinbacher Weg, Graudenzer Straße, am Wald entlang bis zur Fuldaer Bahnstrecke, Bahnstrecke entlang bis Straße nach Grimberg einschließlich Professoreneck, alsdann quer über Den Trieb bis zum Wiesecker Weg einschließlich der letzten Häuser in der Thoma- und Menzelstraße, weiter über die Marburger Straße einschließlich Wohnung des Friedhofsverwalters und dann durch das Schwarzlachgebiet einschließlich aller dortigen Häuser bis zur Bahnunterführung an dem Wißmarer Weg. Alle aufgeführten Straßen sind in die Verdunkelung einbegriffen. Berdunkelungsbedingungen. Gebäude: Es sind alle Gebäude so zu verdunkeln, daß keinerlei Lichtschein nach außen dringen kann. Besonderes Augenmerk ist auf die Abblenduna nach der Hofseite zu richten. Es wäre falsch, die Ansicht zu vertreten, dort würden keine Kontrollen durchgeführt. Oeffentliche Lokale sind mit Lichtschleusen zu versehen, so daß beim Oeffnen der Türen kein Lichtschein nach außen dringen kann. Treppenhäuser sind gut nach außen zu verdunkeln. Fahrzeuge: Fahrzeuge aller Art müssen abgeblendet sein. Wo keine Abblendungseinrtchtunaen vorhanden sind, dürfen Fahrzeuge nur mit den sogenannten Standlampen fahren. Fahrzeuge ohne Abblendung werden angehalten und dürfen erst nach Beendigung der Verdunkelung weiterfahren. Zivilbevölkerung: Es ist verboten, daß sich Zivilpersonen während der Zeit der Verdunkelung unberechtigt (als Neugierige oder Zuschauer und dergl.) auf der Straße aufhalten. Da die Verdunkelungsoersuche dem Wirklichkeitsfall angepaßt werden müssen, ist der unberechtigte Aufenthalt auf der Straße unzulässig. Aerzle und Hebammen: Für Aerzte und Hebammen besteht während der Verdunkelungszeit keine Bewegungseinschränkung, sofern dies zur Ausübung ihres Berufes erforderlich ist. Werden von diesen Personen Kraftfahrzeuge benutzt, so sind die Anordnungen für Kraftfahrzeuge zu beachten. Kontrollen: Besondere Kommandos werden im Auftrage der Polizeidirektion strenge Kontrollen durchführen. Den Anweisungen des Kontrollpersonals ist unbedingt Folge zu leisten. Die Kontrolle der Häuser wird durch Polizeibeamte, die Amtswalter des Reichsluftschutzbundes und SA.-Männer durchgeführt. Die Kontrolle der Fahrzeuge erfolgt durch Polizeibeamte und NSKK.-Männer. Maßnahmen gegen die Verdunkelungssünder: Die letzten Verdunkelungen haben bewiesen, daß es trotz der vielen Veröffentlichungen und Hinweise auf die Notwendigkeit des zivilen Luftschutzes immer noch Leute gibt, die entweder als Besserwisser oder als Widerspenstige es nicht für notwendig halten, den behördlichen Anordnungen Folge zu leisten. Diesen Außenseitern wird an dieser Stelle eine letztmalige Warnung unter Hinweis auf § 2 des Reichsluftschutzgesetzes, wonach jeder Deutsche lustschutzpflichtig ist, erteilt. Die Polizeidirektion wird für die Zukunft die Namen derjenigen, die die Luftschutzpflicht verletzten, in der Presse veröffentlichen. Bei schwereren Verstößen werden die Bestimmungen des Reichslustschutzgesetzes in Anwendung gebracht. Die Oeffentliche Handelslehranstatt Gießen im neuen He in. angenehmen Aufenthalt bieten. Die Schulräume sind z. T. mit neuen Tischen und Bänken ausgestattet und in freundlichen, hellen Farben gehalten. Neben diesen Schulsälen enthält das Haus noch eine stattliche Anzahl von kleineren Räumen, z. v z „ die den verschiedensten Zwecken dienen. Für die moderner Typen, die sich in bestem Zustand befin- Lehrkräfte (9 Herren und 3 Damen gehören > den. Zusätzliche Prüfungsgeräte gestatten ferner eine dem Lehrkörper der Schule an) ist ein besonderes Lehrerzimmer geschaffen, in dem der Unterricht vorbereitet werden kann. Ein Wartezimmer, ein kleines Zimmer für das Sekretariat, für den Direktor usw. sind gleichfalls vorhanden. In einem der oberen Stockwerke befindet sich ein Raum, der eine sehr umfangreiche Sammlung enthält, die als Anschauungsmaterial für den warenkundlichen Unterricht zur Verfügung steht. Diese Sammlung ist außerordentlich interessant. Sie enthält eine Fülle von Dingen, die in systematischer Arbeit von der Schule zusammengetragen wurden, z. T. auch aus freier Initiative von Firmen der verschiedenen Branchen gestiftet worden waren. Für den Unterricht bedeutet diese anschauliche Sammlung ein wertvolles Hilfsmittel, an Hand dessen den Schülerinnen und Schülern mancher Produktionsgang unserer heimischen und mancher fremden Industrie nahegebracht werden kann. Da die Schule den Schülerinnen nicht nur kaufmännische Kenntnisse vermitteln, sondern während der Zeit des zweijährigen Schulbesuches auch die hauswirtschaftlichen Fertigkeiten nicht vernachlässigen will, hat man für Lehrzwecke auch eine Küche geschaffen, die sehr gut eingerichtet ist. Eine Hauswirtschaftslehrerin erteilt den Unterricht in durchaus fachmännischer Weise. Die Gießener Oeffentliche Handelslehranstalt, die bisher unter räumlich beschränkten Verhältnissen im Liebigbau in der Liebig- straße untergebracht war, konnte ein neues, eigenes Heim beziehen. Dank der Initiative der hiesigen Industrie- und Handelskammer, die der rechtliche Träger des Lehrinstituts ist, dank auch der Unterstützung von anderen Seiten war es möglich, das Haus Wernerwall 11 zu erwerben und mitsamt einem Nebengebäude für die Zwecke der Schule einzurichten. Der Ausbau bzw. der Umbau des Gebäudes wurde nunmehr vollendet, und die Oeffentliche Handelslehranstalt konnte in diesen Tagen den Unterricht in den neuen Räumen aufnehmen. Am morgigen Mittwoch findet vor einem Kreise geladener Gäste eine offizielle Einweihungsfeier statt. Der Einzug in die neue Schule bedeutet für das Institut einen wichtigen Markstein seiner Entwicklung. Die Sckulleitung der Oeffentlichen Handelslehranstalt gab uns am gestrigen Montag Gelegenheit zu einer eingehenden Besichtigung ihres neuen Heims. Ein Gang durch das Gebäude läßt erkennen, daß man unter den gegebenen Umständen mit großer Sorgfalt und Zielsicherheit zu Werke gegangen ist. Es wurden durch die Niederlegung von Wänden in diesem Hause (bas ehemals als Wohnhaus diente) neun große Schulräume geschaffen, die den Schülerinnen und Schülern (Mädchen und Knaben werden getrennt unterrichtet) für den Unterricht In geradezu vorbildlicher Weise hat die Schule im Laufe der Zeit Einrichtungen für den Schreibmaschinenunterricht geschaffen, wie sie wohl nicht in jeder Schule gleichen Charakters und Umfanges zu finden (ein dürften. Nicht weniger denn 43 Maschinen stehen für den Schreiomaschinenunter- richt zur Verfügung, fast durchweg neue Maschinen Kontrolle der Leistung bzw. der Leistungssteigerung der Schüler. Neben der fachlichen theoretischen und praktischen Ausbildung in vielen Fächern ist aber auch die Leibesübung nicht vergessen worden. Jeder Morgen bringt den Frühsport, der jetzt auf Oswaldsgarten, also kaum 15 Meter vom Schulhaus entfernt, im Freien gehalten wird. Um auch bei sehr schlechtem Wetter den Frühsport nicht ausfallen lassen zu' müssen, wurde in einem kleineren einstöckigen Nebengebäude ein Turnsaal geschaffen, der allen Anforderungen der Schule gerecht werden kann. Selbstverständlich hat man auch großen Wert darauf gelegt, die hygienischen Einrichtungen der Schule so zu gestalten, daß sie allen neuzeitlichen Forderungen gerecht werden. Das Haus in seiner Gesamtheit läßt erkennen, daß unter sparsamer Verwendung der vorhandenen Mittel ein Werk geschaffen wurde, das unserer Stadt neben vielem anderen zur Ehre gereicht und für die der Schule anvertraute Jugend eine Stätte ist, an der unter den jetzigen günstigen Verhältnissen alle Arbeitskraft ganz auf das Lehr- und Bildungsziel verwandt werden kann, so daß Hemmungen, wie sie sich aus räumlichen oder technischen Gründen ergeben könnten, vermieden sind. Die Oeffentliche Handelslehranstalt kann zu ihrem neuen Heim mit vollem Rechte beglückwünscht werden. Fungvott-Führerlager in Friedberg. Eröffnung durch den Gauleiter. LPD. Friedberg, 12. Okt. Das erste große Führerlager des Deutschen Jungvol- kes des Gebietes Hessen-Nassau, das etwa 600 Jugendführer in der Zeit vom 11. bis 18. Oktober in den Mauern Friedbergs vereinigt, wurde in einer nächtlichen Feierstunde an dem Wartturm, dem wuchtigen Wahrzeichen Friedbergs am südlichen Stadteingang, von Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger persönlich eröffnet. Der Gauleiter ermahnte die Pimpfe, als jüngste Gefolgsmannen des Führers zu dem hohen Gesetz der Treue zu stehen. Die Feierstunde wurde umrahmt von Wechselreden und Liedern von Teilnehmern des Führerlagers, die von dem Willen der jungen Gefolgsmannen kündeten. Das Lager dient der weltanschaulichen und arbeitsmäßigen Ausrichtung der Jungoolkführer als Auftakt zur Winterarbeit. Den ersten Vortrag hielt am Montagmittag Gauschulungsleiter Ruder (Frankfurt a. M.), der über die Aufgaben des Jungvolkführernachwuchses, sprach. Im Laufe der Woche werden namhafte Persönlichkeiten der Partei, des öffentlichen und des Geisteslebens sprechen. Oberheffen. 25. Jubiläum der Frauenhilfe Leihgestern. Leihgestern, 12. Okt. Am aestrigen Sonntag beging die Frauenhilfe Leihgestern die Feier ihres 25jährigen Bestehens, verbunden mit dem Treffen der Frauenhilfen des Kreisverbandes Gießen. In großen Scharen waren sie der Einladung gefolgt aus Großen-Linden, Klein - Linden, Heuchelheim, Lang-Göns, Watzenborn-Steinberg und der Markusgemeinde Gießen. Selbst Hochelheim war mit seiner Frauenhilfe vertreten, auch wenn es nicht zum Kreisverband gehörte, und Nieder-Ohmen hatte eine Abordnung geschickt. Die Festpredigt in der überfüllten Kirche — es mögen 800 Personen gewesen sein — hielt Pfarrer Probst (Frankfurt-Oberrad). Im Anschluß an den Text 1. Kg. XIX, 18, feierte der Redner diesen. Tag als einen Tag reiner Freude, der schon zahlenmäßig offenbare, wie groß die Liebe zum Werk des Herrn fei. Propst Knodt (Gießen) überbrachte die Grüße und Glückwünsche des Landeskirchenamtes. Die Nachoersammlung, mit einem Grußwort des Ortspfarrers eröffnet, brachte die Geburtsurkunde der Frauenhilfe Leihgestern aus der Chronik des Jahres 1911 und klang aus in eine ernste Mahnung an alle Frauen, Priesterinnen zu fein in jedem Haus. Nach Bekanntgabe des Jahresberichtes durch die Kreisverbandsvorfitzende Frau K r e u- d e r gratulierte Dekan Sattler im Namen des Dekanates Gießen mit den besten Wünschen für die Zukunft. Frau Dr. Ohly zeigte in ihrem Vortrag „Mütter helfen Gemeinde bauen" an einzelnen treffenden Beispielen, wie jede einzelne Frau im Aufblick und Gebet zu Gott ihren Baustein in ernster Verantwortung vor dem Höchsten herbeitragen muß zum Aufbau des Reiches Gottes in Gemeinde und Volk. Die Feier war umrahmt von Chören des Kirchengefangvereins unter Leitung feines Dirigenten Häuser (Steinberg). Während der Kaffeepause waren die Frauen und Männer Gäste bei den Bewohnern des Dorfes. Die Kollekte ergab 112,65 Mark. Auftakt zum Gattusmarkt. + Grünberg, 11. Okt. Auch dieses Jahr fand als E i n l e it u n g zum Gallusmarkt ein gut besuchter Heimatabend in der Turnhalle statt. Darbietungen des Musikvereins, des Männerchores und des Turnvereins, eine Ansprache von Bürgermeister Wagner, verschiedene Gedichtvorträge und das gemeinsam gesungene „Grünberger Gallusmarktlied" bildeten den ersten Teil des Abends. Der folgende Teil brachte als Höhepunkt des Abends die Aufführung der dramatischen Szene „Schach dem Zaren" von Wilhelm Müller- Scheid, die von Mitgliedern des Stadttheaters Gießen wirkungsvoll zur Darstellung kam. Einen einführenden Vortrag hierzu hielt Kreiskulturwart Heß. Mit dem Gruß an den Führer schloß Bürgermeister Wagner Den wohlgelungenen Heimatabend. Nie Autobahn Frankfurt-Nauheim. Lpd. Bad-Nauheim, 12. Okt. Die neue Autobahn st recke Frankfurt .a M. — Bad - Nauheim hat, wie die Beobachtungen seit Eröffnung Dieser Teilstrecke ergeben, zu einer bemerkenswerten Entlastung der Provinzialstraßen zwischen Frankfurt und Bad-Nauheim geführt. In den Dörfern, in denen früher beispielsweise an Sonntagen ein fast lebensgefährlicher Verkehr herrschte, ist es jetzt verhältnismäßig still geworden. Am letzten Sonntag wurden auf der neuen Strecke und auch in Bad- Nauheim bis zu 60 Wagen in der Minute gezählt. Einen besonderen Anziehungspunkt bildet die Gegend von Ober-Rosbach, wo zahlreiche Kraftfahrer ihre Fahrzenuge anhalten, um von hier aus den schönen Ausblick in die Taunusberge und die Wetterau zu genießen. Landkreis Gießen X Wieseck, 12. Okt. Das 2 5jährige Dienstjubiläum unserer Gemeinde- schwester Frau Minna Kaldt Wwe. wurde gestern im schön geschmückten Gotteshaus begangen, nachdem vorher der Gemeinderat im Rathaussaal in Worten und Gaben der Jubilarin Dank und Anerkennung gezollt hatte. Geleitet vom Leiter des Hessischen Evangelischen Schwesternbundes für Oder- Hessen, Pfarrer Schmidt- Laubach, und dem Ortsgeistlichen, an der Seite der Vorsitzenden Gräfin Elisabeth von Schlitz gen. von Görtz, denen in stattlicher Zahl die oberhessischen Schwestern des Bundes folgten, zog die Jubilarin vom Pfarrhof aus in die dichtbesetzte Kirche ein. Dis Predigt über das Evangelium des Sonntags (Matth. 22, 33—46) hielt Pfarrer Schmidt, ein Enkelsohn unseres früheren Pfarrers und Dekans W a h l. Die Größe und den Ernst des Rufes zum Dienst stellte er für Schwestern und Gemeinde in das Licht des Wortes Gottes. Die Chorschule unter Leitung von Organisten Lehrer Schneider sang die Chöre „Mit dem Herrn fang alles an" und „Großer Gott, wir loben dich". Vor dem Schlußlied und Segen ergriff Dekan Sattler das Wort, verlas ein Glückwunschschreiben des Propstes von Oberhessen Knodt, Gießen, und gab den Wünschen des Dekanats Gießen und der Kirchengemeinde Ausdruck, dabei hervorhebend das auch bei der Schwester Wirklichkeit gewordene harmonische Zusammenwirken von NS.-Frauenschast und Evang. Frauenhilfe, deren Mitglieder zahlreich an der Feier teilnahmen. Ein Kreuz aus Alabaster wurde der Jubilarin als äußeres Zeichen des Dankes seitens des Kirchenvorstandes überreicht. Am Nachmittag schloß sich eine kurze Arbeitstagung in der Wohnung der Schwester an. Der Tag, an dem vom Kirchturm die Kirchenfahne wehte, zeigte noch in vielen Gaben die enge Verbundenheit der Gemeinde mit ihrer Schwester, deren bewährte Kraft uns hoffentlich noch lange erhalten bleibt. * Lollar, 12. Okt. Am gestrigen Sonntag fand das PreisschießenderKriegerkamerad- schäft Lollar seinen Abschluß. Die Resultate waren durchweg sehr gut. Konrad Pfeffer und Gefr. Graf vom J.-R. 81 waren Preisträger der beiden ersten Preise. Weiter wurde geschossen: Justus Frank, 2. Pr., AtzM Göttlich, 3. Pr., Heinrich Riesen, 4. Pr., Erich Schön, Salzböden, 5 Pr., Hrch. Müller, 6. Pr., Fritz Scheer, 7. Pr., Karl Schwabe, 8. Pr., Cossement, Climbach, 9. Pr., Paul Seipp, Ruttershausen, 10. Pr., Willi Borschel, 11. Pr., Heinrich Brück, 12. Pr., K. A. Müller, 13. Pr., Friedrich Heuser, 14. Pr., Karl Zecher, Ruttershausen, 15. Pr., Ludwig Hettche, 16. Pr., Karl Erdmann, Ruttershausen, 17. Pr., Josef Ries, 18. Pr., Willi Mattern, 19. Pr., Friedrich Deibel, 20. Pr. 00 ©taufenbera, 12. Okt. Bei der letzten Pfundsammlung Durch die NSV. wurden in der Ortsgruppe Mainzlar (Orte Staufenberg, Mainzlar und Saubringen) insgesamt 225 Pfund Lebensrnittel gesammelt. In Staufenberg wurden 60 Pfund, in Mainzlar 70 und in Saubringen 95 Pfund aufgebracht. + Mainzlar, 12. Okt. Bei der ersten Eintopfsammlung in unserem Orte wurden 50 RM. aufgebracht. — Der Gastwirt Friedrich Koch von hier erntete einen Kürbis im Gewicht von 82 Pfund. = 2)aubringen, 12. Okt. In unserem Orte fand ein Lehrgang über die Zubereitung von Süßmost statt. Fräulein Harter von der Bäuerlichen Werkschule Gießen erteilte den Unterricht. * Reiskirchen, 12. Oft. Gestern ereignete sich in unserem Sorfe ein Verkehrsunfall. Ein Radfahrer, der inmitten des Sorfes aus einem Seitenweg in die Hauptstraße einbog, fuhr mit einem Kraftwagen zusammen. Ser Radfahrer kam zu Fall und erlitt glücklicherweise nur Hautabschürfungen. Ein Insasse des Kraftwagens wurde durch Glasfplitter leicht verletzt. CD Lauter, 12. Okt. Nachdem die Kartoffelernte beendet ist, hat nun die Sickwurzernte eingesetzt. Im allgemeinen ist man recht zufrieden mit dem Kartoffelertrag. Völlig versagt hat die Sorte „Industrie", dagegen brachten „Ackersegen" und „Gelbe Ovale" gute'Erträge. Auch der Ertrag an Sickwurz verspricht ein guter zu werden. Neben der Sickwurzernte läuft die Herbstbestellung einher. Infolge der steten Feuchtigkeit gibt es zahlreiche Schnecken, doch dürften die kalten Nächte einen Teil der Schädlinge vernichtet haben. — Anfangs dieses Monats konnten die Arbeiter Wilhelm Schmidt II. und Otto Kröll auf eine 25jährige Tätigkeit in der Molkerei Schlörb zurückblicken. — Sie ' gestrige Eintopfsammlung erbrachte hier 2310 RM. oo Eberstadt, 12. Oft. Am gestrigen ersten (Sin- top ff o n n t a g wurden in unserem Sorf von der evangelischen Frauenhilfe 27,50 RM. gesammelt. — Sie Kartoffelernte geht hier ihrem Ende entgegen, die Herbstbellung hat schon begonnen. — Nachdem Die Sreschmaschine schon längere Zeit hier arbeitet, fann man ein Urteil über Den Körnerertrag abgeben. Am meisten hat wohl der Winterweizen enttäuscht. Roggen brachte eine Mittelernte. währenD Hafer wohl den besten Ertrag lieferte. Sommergerste wird nur wenig angebaut, Wintergerste brachte 16 bis 18 Zentner pro Morgen. ch Obbornhofen, 12. Oft. Sie hiesige B e - zugs - und Abfatzgenossenschaft hat eine 1 WOrfel 10 Pfg. 2Teller sind die Rezepte, nach denen MAGGI8 Suppen hergestellt werden. Machen Sie sich diese Erfahrung zu nutze» MAGGP SUPPEN 0Ji.-$pOTt heil un° Aus den preußischen Nachbargebieten in BadHomburg. Aus Rheinhessen icht gegen die Schwert. 20.45: „Runxendorf auf Welle Frankfurt." Verletzung da- Ein heiterer Abend mit Ludwig Manfred Lommel. 3 das Seid ler (Berlin) selbst dirigiert. Auch diesmal war die Vorstellung wieder eine ausgezeichnete künstlerische Leistung. Das hervorragend musizierende Orchester brachte alle Feinheiten der Mozart- schen Musik zur Geltung. Die gesanglichen Leistungen verdienen ebenfalls volles Lob. Besonders hervorzuheben sind auch die prächtigen, stilechten Bühnenbilder und die wirkungsvolle Bühnenbeleuchtung, die dem Werk einen stimmungsvollen Rahmen gaben. Die Darsteller und das Orchester ernteten verdienten, reichen Beifall. Unter den zahlreichen Besuchern waren erfreulicherweise auch Gäste aus der weiteren Umgebung Alsfelds zu bemerken. _ ch Deckenbach, 12. Okt. Die Sammlung für das WHW. am gestrigen E i n t o p f s o n n- tag ergab hier insgesamt 21,35 RM. Gebrauch machte. Kreis Alsfeld. derte. Nach kurzer Rast in Stockheim fuhr man mit der Eisenbahn heim. Kreis Schotten. I Schotten, 12. Okt. Die Sammlung für das Winterhilfswerk, die Eintopfspende, wies hier ein sehr gutes Ergebnis auf. In die Turnhalle hatte gestern die Frauenschaft zu einem gemeinsamen Eintopfgericht eingeladen, von dem die ganze Bevölkerung in einmütiger Geschlossen- 100 Meter: 1. Ludwig, 14,5 Sek.; 2. Weber I., 14 6 Sek.; 3. Schmidt, 14,7 Sekunden. 200 Meter: 1. Weber I., 30 Sek.; 2. Ludwig, 31 Sek. Kugel- toßen: 1. Schmidt, 8,11 Meter; 2. Schalch, 7,83; 3. Ludwig, 7,50 Meter. Speerwerfen: 1. Sieck, 19,30 Meter; 2. Ludwig, 18,90; 3. Weber I., 18,60 Meter. Diskuswerfen: 1. Dapperl., 20,33 Meter; 2. Ludwig, 19,99; 3. Sieck, 18,60 Meter. Weit- sprung: 1. Dapper I., 3,91 Meter; 2. Ludwig, 3,85; 3. Weber I., 3,70 Meter. Hochsprung: 1. Dapper I., 1,25 Meter; 2. Schalch, 1,25; 3. Ludwig, 1,20 Meter. Mädchen, Klasse A. 100 Meter: 1. Holler, 15,4 Sek.; 2. Arnold, 16; 3. Dapper II., 16,1 Sek. 200 Meter: 1. Weber II., 33,01 Sek.; 2. Arnold, 34 Sekunden. Hochsprung: 1. Dapper II., 1,20 Meter; 2. Weber II., 1,15 Meter; 3. Muhl, 1.15 Meter. Weitsprung: 1. Holler, 3,85 Meter; 2. Arnold, 3,32; 3. Dapper II., 3,18 Meter. Kugelstoßen: 1. Muhl, 9 Meter; 2. Dapper II., 7,38; 3. Holler, 6,05 Meter. Speerwerfen: 1. Muhl, 14,30 Meter; 2. Dapper II., 14,20; 3. Arnold 13,10 Meter. Diskuswerfen: 1. Muhl, 21,60 Meter; 2. Weber II., 15,60; 3. Arnold 12,60 Meter. Mädchen, Klasse B. 100 Meter: 1. Steuerwald, 15,9 Sek.; 2. Gudrun Weber, 16; 3. Inge Mohr, 16,5 Sekunden. Eportamt „Kraft durch Freude". Es können noch Kinder im Alter von 4 bis 10 Jahren an unserem Kursus für Kindergymnastik teilnehmen. Der Kursus läuft Dienstags von 16 bis 17 Uhr in der Frankfurter Straße 60, Gartenhaus. Die Kosten betragen 20 Pf. für den Uebungstag. Anmeldungen nimmt die GymnastiNehrerin vor Be- ginn der Uebungsstunde an. Ein weiterer Kursus ist Freitags von 16 bis 17 Uhr in der Turnhalle im Stadtzentrum vorgesehen. Für diesen Kursus nimmt die Geschäftsstelle, Schanzenstraße 18, Neu- anmeldungen an. Ein neuer Kursus für Allgemeine Körperschule, Frauen und Männer, findet Mittwochs von 20.30 bis 21.45 Uhr statt. Der Unkostenbeitrag beträgt 20 Pi. für den Uebungsabend. Neuanmeldungen an die Geschäftsstelle oder den Sportlehrer vor Beginn der Uebungsstunde erbeten. Jugendklasse B. 100 Meter: 1. Seim 13 Sek.; 2. A. Oehler 13 Sek.; 3. Linkmann 13 Sek. 1500 Meter: 1. Heller 4:48,4 Min.; 2. Belloff 5,08 Min.; 3. Krollpfeiffer 5,14 Min. Dreisprung: 1. A. Oehler 10,12 Meter; 2. E. Oehler 9,95 Meter. Speerwerfen: 1. A. Oehler 30,05 Meter; 2. Schwarz 26,55 Meter; 3. Seim 25,45 Meter. Hammerwerfen: 1. Muhl 17,80 Meter; 2. Schmuck 12,45 Meter; 3. Schäfer 11,55 Meter. Diskuswerfen: 1. Schwarz 25,33 Meter; 2. Schieferstein II 22,55 Meter; 3. Seim 22,50 Meter. Kugelstoßen: 1. Linkmann 10,08 Meter; 2. Schwarz 9,46 Meter; 3. A. Oehler 9,19 Meter. Jugendklasse C: 100 Meter: 1. Mootz 13,4 Sek.; 2. Dietrich 13,5 Sek.; 3. Schäfer 15 Sek. 100 Meter OKI. II: 1. Friedmann 15,7 Sek.; 2. Beck 16,2 Sek. Kugelstoßen: 1. Mootz 11,01 Meter; 2. Dietrich 9,33 Bieter; 3. Schäfer 7,36 Meter. Kugelstoßen C II: 1. Friedmann 6,25 Meter; 2. Beck 5,29 Meter. Diskuswerfen: 1. Mootz 20,40 Meter; 2. Schäfer 17,40 Meter; 3. Dietrich 17,30 Meter. Weitsprung: 1. Mootz 4,92 Meter; 2. Dietrich 4,86 Meter; 3. Schäfer 4,11 Meter. Hochsprung: 1. Friedmann 1,15 Meter; 2. Beck 1,10 Meter Jugend, Klasse D. 100 Meter: 1. Hergert, 14,6 Sek.; 2. Herrmann, 15; 3. Parr, 15,8 Sekunden. 800 Meter: 1. Herrmann, 2,54,6 Min.; 2. Balser, 2.57; 3. Langsdorf, 3.05 Min. Bollweitwerfen: 1. Hergert, 57 Meter; 2. Falkenhainer, 49,80; 3. Langsdorf, 36,90 Meter. Hochsprung: 1. Langsdorf, 1,15 Meter; 2. Herrmann 1,05 Meter. Weitsprung: 1. Hergert, 3,71 Meter; 2. Herrmann, 3,60 Meter; 3. Balser. 3,41 Meter. Kugelstoßen: 1. Falkenhainer, 8,69 Meter; 2. Langsdorf, 8,05; 3. Hergert, 8,01 Meter. Jugend, Klasse E. 100 Meter: 1. Pannecke, 17.2 Sek.; 2. Walter Zimmek, 17,3; 3. Werner Zimmek, 18 Sekunden. , Ballweitwerfen: 1. Pannecke, 30 Meter; 2 Thon, . 28 Meter. Weitsprung: 1. Panneke, 3,15 Meter; 2. Walter Zimmek, 3,05 Meter; 3. Thon, 2,78 Meter. i Frauen. sich dieser öffnete. Eine „Großhandlung" für gestohlene Fahrräder ausgehoben. LPD. Limburg, 12. Okt. In dem Kreisort Th al heim gelang es der Gendarmerie, in Zusammenarbeit mit der Kölner Kriminalpolizei zwei Brüder zu ermitteln, die über 30 meist in Köln gestohlene Fahrräder verkauften. Wer die Fahrraddiebstähle ausführte, ist noch nicht bekannt. HoheStrafen für eine Einbrecherbande. Alsfeld, 11. Okt. Am Samstag fand hier _... erste diesjährige Operngastspiel der Deutschen Musikbühne statt. Zur Aufführung gelangte Mozarts komische Oper „Die Hochzeit des Figaro". Die Aufführung wurde vom Intendanten der Deutschen Musikbühne Erich „FE.Teutonia"Wahenborn-Steinberg Leihgestern I. — BL-Steinberg I. 0:3 (0:2). ( BL-Steinberg II — Leihgestern II. (Leihgestern nicht angetreten.) - BL-$teinberg I. Jgd. — Großen-Linden I. Jgd. : 1:2 (1:0). Zum dritten Verbandsspiel mußten die Teutonen ; nach Leihgestern. Obwohl man sich auf ein interessantes und fesselndes Spiel freute, mußten die Zuschauer nicht ganz befriedigt den Platz verlassen. Die Gäste kamen nicht an ihre gewohnte Form heran und dann wurde vom Schiedsrichter jeder, auch der geringste Verstoß, gepfiffen, sodaß das Spiel darunter zu leiden hatte. — Die II. Mannschaft von Leihgestern trat nicht an. — Die I. Jugendmannschaft von Großen-Linden konnte gegen die gleiche von Watzenborn-Steinberg einen 2:1" (Sieg erringen, der verdient war, obwohl die Einheimischen noch kurz vor Schluß mit 1:0 in Führung lagen. Um die Deutsche DereinSmeisterschast. Spvgg. 1900 Aktive erreichen 5,109,85 Punkte. Am vergangenen Sonntag, dem Schlußtermin für die deutsche Vereinsmeisterschaft 1936, unternahmen die Aktiven der Spielvereinigung 1900 ihren zweiten Versuch in der deutschen Vereinsmeisterschaft, Klasse B. Da diesmal die Mannschaft fast vollständig zur Stelle war, konnte die erste Punktzahl um über 400 auf 5,109,85 Punkte erhöht werden. Die 1900er dürften sich damit an die 7. Stelle der B- Vereine des Gaues Hessen gesetzt haben. Während die Werfer mit etwa den gleichen Leistungen wie beim ersten Versuch aufwarteten, sorgten die Läufer und Springer für einen erheblichen Punktgewinn. Die angenehmste Ueberraschung war hier der junge Kleemann, der über 3000 Meter eine Zeit von 9:12,4 Min. erzielte und dabei den hervorragenden Langstreckler Hans Neide! — der Turnverein Heuchelheim unternahm ebenfalls noch einen Versuch — um Handbreite schlagen konnte. Nachstehend die Ergebnisse, die der Wertung zugrunde gelegt werden konnten: 200 Meter: 1. Mieritz 24,3 Sek; 2. Adam 24,5 Sek. 8 00 Meter: 1. Bepperling 2.08,3 Sek.; 2. Peters 2:09,3 Sek. 3 00 0 Meter: 1. Kleemann 9:12,4 Mn.; 2. Jmmel 9:44,4 Min. Hochsprung: 1. Braun 1,64 Meter; 2 Hop- enmüller 1,63 Meter. 3. Jung 1,63 Meter. Dreisprung: 1. Jung 11,94 Meter; 2. Himmelmann 11,42 Meter. Diskuswurf: 1. Kilo 39,86 Meter; 2. Fel- ing 31,28 Meter. Speerwurf: 1. Felsing 41,84 Meter; 2. Hop- enmüller 41,53 Meter. 4X100-Meter-Staffel: 46,1 Sek. Mann- chaft: Mieritz, Adam, Kilo, Jung. DfA.-Reichsbahn-Leichtaihletik. Am vergangenen Sonntag hielt der VfB.-R. seine internen Vereinswettkämpfe ab. Trotz der vorgeschrittenen Jahreszeit traten etwa 50 Teilnehmer zu den Wettkämpfen an. Gestartet wurde in einer Aktiven-, sechs Jugend-, einer Frauen- und zwei Mädchenklassen. Besonders in den Läufen gab es gute Zeiten. Die älteren A-Jugendlichen hatte man in die Aktiven-Klasse eingereiht. Sie setzten sich hier auch überall durch. Die Ergebnisse. A. Aktive. 100 Meter: 1. Möll 11,5 Sek.; 2. Kley 11,5 Sek. (Handbreite zurück). 200 Meter: 1. Möll 23,4 Sek.; 2. Kley 23,4 Sek. (Handbreite zurück). 800 Meter: 1. Stürmer 2,15 Min.; 2. K. Pfaff 2:15,1 Min. Speerwerfen: 1. Kley 41,47 Meter; 2. Möll 39,48 Meter; 3. Siegmund 36,64 Meter. Weitsprung: 1. Kley 6,31 Meter; 2. Möll 5,98 Meter. Dreisprung,, 1. Möll 11,50 Meter; 2. Kley 10,68 Meter; 3. Siegmund 10,20 Meter. Jugendklasse A. 100 Meter: 1. Heberling 13 Sek.; 2. R. Belloff 13,2 Sek. 800 Meter: 1. R. Krämer 2:23,8 Min.; 1500 Meter: 1. R. Krämer 4,53 Min. Stabhochsprung: 1. E. Oehler 2,67 Meter; 2. W. Kröck 2,62 Meter. Diskuswerfen: 1. Schieferstein I 32,60 Meter. Kugelstoßen: 1. E. Kley 13,39 Meter; 2. Schieferstein I 9,75 Meter. Weitsprung: 1. Krock 5,01 Meter; 2. Heberling 4,98 Meter; 3. Schieferstein 4,59 Meter. zu lassen. Plötzlich entschloß sich Henne, die Rekordfahrt zu wagen. Bald kam aber die Maschine auf Touren, und als der Startfaden zerrissen wurde, war die „Spitze" der Maschinenleistung schon fast erreicht. Gespannt wartete man dann beim Depot und an der Zeitnahme auf das Ergebnis der ersten Fahrt. Als 13,28 Sekunden für den Kilometer und 22,16 Sekunden für die Meile durchgesagt wurden, da wußte man schon, daß die Rekordfahrt gelingen würde, da Henne auf der Rückfahrt erfahrungsgemäß jedesmal eine bessere Zeit herausholen konnte als auf der Hinfahrt. So war es denn auch, für die Rückfahrt gab der elektrische Zeitmesser 13,21 Se- künden für den Kilometer und 21.95 Sekunden für die Meile an. Damit waren bei Durchschnittszeiten von 13,235 Sekunden und 22.05 Sekunden die neuen Weltrekorde für Kilometer und Meile mit fliegendem Start geschaffen. Nach einer kurzen Pause machte sich Henne an die Verbesserung seiner Rekorde über Kilometer und Meile mit stehendem Start. Hier dauerte es etwas länger, bis eine Rekordfahrt glückte, da Henne einige Male ziemlich schlecht vom Start abkam und auf "dem ersten Teil der Strecke infolge der für den „fliegenden" Start berechneten hohen Uebersetzung nur "langsam die Tourenzahl höherschrauben konnte. Schließlich gab es aber auch hier noch einen JBe t- rekord und zwar über die längere Strecke der UJceue« Nachdem Ernst Henne mit seinen Hebern von der Bahn gegangen war, machte sich der Engländer Eric Fernihougb erneut an die Arbeit. Er ver- suchte sich zunächst über Kilometer und Melle mit fliegendem Start, blieb aber nut der doppelt so schweren und mit 130 PS ausgestatteten Brough Superior weit unter den Rekordzeiten Hennes. Beim Versuch mit stehendem Start erlitt der Engländer Maschinenschaden und ließ daraufhin eine kompressorlose Ersatzmaschme heranschaffen. Aber auch mit dieser Maschine gelangen Fermhough keine neuen Rekorde. Mil 272 fcm/slfl. über die Reichsaulobchn Ernst Senne erzielt sieben Weltrekorde. Die Vernehmung von rund 30 ergab folgendes Bild: Der als uneheliches Kmd geborene Ehemann trieb nach Verlassen des W°-s«ich-us°- ein recht unstetes Leben als Kuhhirt, Laufbursche, Pferdepfleger bei einem Zirkus ufro., bis er dann feine ebenfalls unehelich geborene fpatere tfrau kennen lernte und 1933 ^"atete Merz-Hn Tage später kam das erste Kind, em Mädchen zur Welt, dem im Jahre 1934 ein zweites Mädchen folgte^ Ungefähr ein Jahr danach bezogen sie n E n-henn ein Eiedlerhaus. Doch auch dieser Wech el trug mch dazu bei, die Ehe harmonisch zu gestalten. Der Ehe mann mißhandelte nach wie vor seine Ehefrauund machte Schulden. Das jüngste der Mädchen konnte der Vater aus unbekannten Gründen: ncht leiden und schnürte es, bevor es zu Bett gebracht wurde die tzande dicht an den Körper gepreßt, IM Stricken derart zusammen, daß sich das Kind nicht mehr rühren konnte. Diese Fe selung lallt angeblich den Grund haben, daß sich die Kleine Nicht bloßstrampelt oder kratzt. Schrie dann da- Sutil was bei dieser Quälerei verständlich war dann legte er es mit dem Bauch nach unten m Den Wagen, drückte das Gesicht in Kissen und legte noch ein weiteres Kissen oben bra h Schreien nicht höre, wie er £an9l,b/'® ten ibn Zeugen darauf aufmerksam, daß das Kmd auf diese Weise ersticken müsse. Offenbar hoffte er so die Kleine los zu werden. Eines Tages, im Januar dieses Jahres wollte das vierzehn Monate ätt-^ind seine Nudeln nicht essen und p.e sie wie. der aus. Aus Wut hierüber schlug er den Kopf des Kindes zweimal mit oller Wucht gegen die Tischkante, so daß es eine erhebliche 9X»rUhunn hn. LPD. Bad Hombura, 12. Okt. Bad Homburg stand am Samstag und Sonntag im Zeichen der ehemaligen Angehörigen des Füsilierregi- ments (Kurhessisches) Nr. 8 0 und seiner Kriegs- formationen, die ihre Wiedersehensfeier abhielten. Die Stadt, in der bis 1914 das 3. Bataillon des Regiments in Garnison lag, hatte reichen Flaagen- schmuck angelegt. Don weither waren die alten Achtziger gekommen, um im Kreise der Kameraden Erinnerungen aus den ruhmreichen Tagen des Regiments auszutauschen und ein paar frohe Stunden miteinander zu derbringen. Die ehemaligen Kommandeure und höheren Offiziere waren fast alle erschienen, und die Freude, mit der die Leute ihre alten Vorgesetzten begrüßten, war das beste Zeichen für die alle Schranken überwindende, in den Schlachten des Weltkrieges geschmiedete echte Kameradschaft. . Am Samstagabend fand im Kurhaus ein Kamerad- schaftsabenü statt, zu dem auch die Vertreter der Partei und der Behörden, sowie eine Abordnung der Traditionskompanie des Regiments erschienen waren. Der Sonntag stand im Zeichen der Gefallenenehrung am Denkmal in den Kuranlagen, der feierlichen Weihe der Fahnen des Verbandes und der Ortsgruppe Gießen und vor allem im Zeichen des Festmarsches durch die Stadt und des Vorbeimarsches an dem Ehrenführer des Regimentsverbandes, Generalmajor Behring, und der Schirmherrin der Wied ersehens fei er, der Landgräfin von Hessen. Unter den Gästen befand sich auch der heute 93jährige Oberleutnant Freiherr Hilmar v. Zedlitz - Neukirch , der selbst in diesem hohen Alter noch die Reise auf sich genommen hatte, um im Kreise der Kameraden verweilen zu können. Im ganzen dürften mehr als 3000 ehemalige Achtziger an der Wiederfehensfeier teilgenommen haben. Das nächste Wiedersehenstreffen findet anläßlich des 175jährigen Bestehens des ruhmreichen Regiments in zwei Jahren tn Wiesbaden statt. Ein Ehepaar gasvergiftet aufgefunden. LPD. Frankfurt a. M., 12. Okt. In einem Hause in der Miquelstraße wurde ein älteres Ehepaar aufgefunden, das durch ausstro- mendes Gas bewußtlos war. Die Frau ist Mittwoch, 14. Oktober. 6 Uhr: Choral, Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Werkskonzert. 10: Schulfunk: „Der Schneider von Ulm." Hörspiel nach dem Roman von Max Eydt von Fritz Meingast. 11: Hausfrau, hör zu! 11.30: Gaunachrichten. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten. Anschließend: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 14.20: Die schöne Stimme (XXI). Amelita Calli-Curci. 15: Volk und Wirtschaft. Werbung fördert den Wohlstand. 15.15: Dom Mikrophon verhaftet. Persönlichkeitsstudien aus dem Stegreif. 15.45: Fritjof Nansen. Eine Würdigung seines Schaffens anläßlich feines 75. Geburtstages. 16: 1. Kammermusik. Musik des Barock. 2. Unterhaltungskonzert. 17.15: Die Heimat des Deutschlandliedes: Burgenland. Hörfolge von Fritz Heinz Reimefch. 18: Unser singendes, klingendes Frankfurt. 19.45: Kampf dem Verderb! 20: Nachrichten 20.15: Stunde der jungen Nation. Pflug und Eltern ersticken ihr eigenes Kind. Zwölf und sieben Jahre Zuchthaus. Lpd. Mainz, 10. Okt. Der 32jährige Josef Ehret aus Mainz-Ginsheim und feine 29iahrige Ehefrau, geb. Bender aus Mamz-Ginsheim waren des Mordes an ihrem eigenen Kinde angeklagt und wurden nach dmettagiger Verhandlung vom Schwurgericht Mainz der Ehemann wegen Totschlags im Sinne des § 212 zu zwölf Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust und die E h e f r a u wegen Beihllse zum Totschlag im Sinne der §§ 212 und 49 zu s leben Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Chroer- Zwei Tage lang war das Glück gegen Ernst Henne bei feinen Rekordversuchsfahrten auf der Frankfurter Reichsautobahn. Aber am Montag war bann der große Tag für Ernst Henne gekommen. Unter äußeren Bedingungen, wie man fie sich idealer kaum vorstellen kann, glückte dem Münchener auf zwei Fahrten die Verbesserung von insgesamt sieben Weltrekorden, von denen der wertvollste der neue absolute Geschwindigkeits-Weltrekord für Motorräder ist, den Henne von 256,046 km/std auf das phantastische Mittel von 272,006 km/std schraubte. In der kaum glaublichen Zeit von 13,235 Sekunden jagte Henne mit feiner neuen 500-ccm-BMW.-Rennmaschine über den „fliegenden" Kilometer und war damit um rund 16 km'std schneller als im Vorjahre, wo er auf der gleichen Strecke mit einer 750-ccrn-BMW. den absoluten Weltrekord an sich riß. Jrn gleichen Zuge verbesserte Henne auch seine Welthöchstleistung über die „fliegende" Meile, die er in der Durchschnittszeit von 22 05 Sek. und mit einem Mittel von 262,749 km/std schaffte. 1935 war Henne auf 252,831 km'std gekommen. P1 Diese mit der 500-ccm-Maschine ausgestellten beiden Rekorde bedeuteten gleichzeitig aber auch neue Welthöchstleistüngen für die 750-ccm- und 1000-ccm-Klasse, fo daß also Henne auf dieser Fahrt allein sechs Weltrekorde brach. Damit gab sich aber der Münchener noch nicht zufrieden. Er setzte sich noch einmal auf die Maschine, an der nicht das Geringste geändert worden mar, und griff feine eigenen Rekorde über Kilometer und Meile mit stehendem Start der Halb- liter-Klasse an. Auch dabei hatte Henne noch einen Erfolg zu verzeichnen, er schraubte den Mellen- Rekord von 155,45 km/std auf 170.401 km/std Der bestehende Kilometer-Rekord von 147,21 km/std konnte dagegen nicht ganz erreicht werden. Hennes Monteure machten die Maschine statt- fertig und dann brummte der Münchener einige Male Wer die Dahn, um den Motor warmlaufen gelsberger Höhenclubs am Sonntag ter Beteiligung von fast 40 Mitgliedern eine Wanderung über Wallernhausen, Bellmuth Effolderbach und Stockheim nach der Glauburg. Dort folgte man mit gespanntem Interesse den Ausführungen des Altertumsforschers Dr. R i ch t e r , der an einem Modell der einstigen Glauburg deren Geschichte schil- Lpd. Hanau, 12. Oft. Nach dreitägiger Verhandlung vor der Großen Strafkammer in Hanau wurde am Montag das Urteil gegen die zehn- köpfige Einbrecherbande gefällt, die lange Zeit hindurch Hanau und Umgebung in Schrecken versetzte. Der Anführer der Bande, der 53 Jahre alte I. Reinhardt, wurde unter Einbeziehung einer 5jährigen Zuchthausstrafe, die er gegenwärtig verbüßt, zu acht Iahren Zuchthaus und zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von zehn Jahren verurteilt. Außerdem wurde die Polizeiausticht als zulässig erklärt. Ein weiteres „prominentes" Mitglied der Bande, „Ede" Kraus erhielt vier Jahre Gefängnis. Die 48jäh- rige Ehefrau Minna W e i n g ä r t n e r, die es unter dem Spitznamen „Schwarze Minna zu einer traurigen Berühmtheit gebracht hat, wurde unter Einbeziehung zweier Gefängnisstrafen von insgesamt 3^2 Jahren zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt. Auch bei ihr wurde auf zehn Jahre Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaufsicht erkannt. Die übrigen Mitglieder der Einbrecherbande erhielten Gefängnis st rasen von zwei Jahren sechs Monaten bis zu einem halben Jahr. Eine Angeklagte wurde freigesprochen. Kreis Wetzlar > Frankenbach, 12. Okt. Bei der Naturalspende für das WHW. wurden in unserem etwa 700 Einwohner zählenden Orte 52,13 Zentner Kartoffeln, 6,48 Zentner Roggen und 7 RM. Bargeld gespendet. Saatgutreinigungsanlage geschaffen, die in jeder Hinsicht mustergültig ist. Im ersten Arbeitsgange werden Unkrautsamen und andere Beimengungen entfernt, anschließend erfolgt das Beizen mit einem vom Deutschen Pflanzenschutz empfohlenen Mittel. Die Anlage wird elektrisch betrieben. Die Genossenschaft berechnet für die Reinigung nur die Selbstkosten, einschließlich Tilgung und Verzinsung der Werkanlage. Nachdem in diesen Tagen der Roggen gereinigt wurde, trifft man jetzt Vorbereitungen zur Herrichtung der «Saatgüter für die Winterweizensaat. △ Bellersheim, 12 Oft. Zur Zeit halten sich große Starenschwärme in unserer Gemarkung auf und plündern die noch fjängenben Zw et- sch e n, die für die letzte Honigbereitung zurückbe- halten wurden. Wenn auf einmal mehrere Hundert dieser listigen Vögel auf ein Baumftück einfallen, so bleibt feine Frucht mehr an den Bäumen hängen, ein Teil der «Stare begibt sich bann auf die Baumscheiben, um bie heruntergebissenen Zwischen zu verzehren. Auch bie Trauben an ben Hausspalieren sinb vor ben Räubern nicht sicher. «Schreckmittel achten sie gar nicht. Wie bekannt, handelt es sich bei biesen Starenschwärmen um Vögel norbischer Herkunft unb solcher aus Ruhlanb. Kreis Bübingen. HNibda, 12. Oft. Bei herrlichem Wanberwetter unternahm der hiesige Zweigverein des Vo- Wiedersehensfeier ehemaligerAchtziger\ bracht werden mußte. Der Mann war, als er sich um seine bei einem Sturz verletzte Frau bemühte, aus Versehen an den Gashahn gekommen, wobei oontrug. Nachdem er ihm einen Verband angelegt hatte, verfuhr er nach der oben angegebenen Art. Auf Geheiß des Mannes fuhr die Frau den Wagen in den Nebenraum und tat nichts, um das Kind aus feiner gefährlichen Lage zu befreien, obwohl, wie fie selbst zugibt, wußte, daß das Kind ersticken mußte. Angeblich habe sie aus Angst vor dem Manne nichts zu unternehmen gewagt. Die Obbuk- tion ber Leiche ergab, baß bas Kinb erstickt war. Der mebizinische Sachverstänbige Prof. Heye aus Franffurt a. M. stellte bei beiben Angeklagten angeborenen Schwachsinn fest. Trotzbem sinb beide für ihre Tat voll verantwortlich. Außerbem kann von einem Affekt nicht bie Rebe fein. Der Staatsanwalt hatte bei beiben Angeklagten bie Todesstrafe unb Aberkennung ber bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit beantragt. Das Gericht bejahte zwar bie Tötungsabsicht, verneinte aber bie Uebedegung unb unterstellte einen gewissen Erreaungszuftanb. Es berücksichtigte weiter bie Stumpfsinnigkeit des Ehemannes. Bei ber Frau nahm bas Gericht an, daß sie ben Tob selbst nicht wollte, jeboch bas Tun ihres Mannes nicht hinberte. Nundfunkprvaramm. Wer Stock und Stein. NSG. Zum dritten Male führte em Sonntag — wir berichteten bereits gestern darüber — die Motorgruppe Hessen des NSKK. die Vogelsberg-Geländefahrt durch. Rund 160 Fahrer des NnKK., der Wehrmacht, der SS., der motorisierten HI. und des DDAL. nahmen an dieser schweren Geländeprüfung teil. Zum Teil berührten die beiden großen Schleifen der Prüfstrecke das Manöoergelände, auf dem vor wenigen Wochen noch die große Schlacht zwischen Blau und Rot tobte, lieber 140 Kilometer führte die Strecke, die Geländeaufgaben aller Schwierigkeiten aufwies. Da gab es lange holprige Querfeldeinfahrten, steile Geröll- und Schotterauffahrten, Schlammstücke, rutschige Wiesenhänge und vor allem eine Wasserdurchfahrt, die ven Hauptanziehungspunkt für Zuschauer und Schlachtenbummler bildete. Die Anforderungen an Fahrer und Maschine waren diesmal ziemlich hoch, und groß war die Zahl derjenigen, die unterwegs „bauen" oder gar infolge starker Maschinenschäden ausscheiden mutzten. Der trockene, harte Boden der Feldwege verlangte eine hohe Materialbeanspruchung, und wenn man nach geschlagener Schlacht die heimgekehrten Fahrzeuge besah, war wohl kaum ein Fahrzeug heil davongekommen. Der Sportgeist der Teilnehmer war ausgezeichnet, selbst Fahrer, die aussichtslos in der Wertung lagen, hielten bis zum Ziel durch. Den gestern veröffentlichten Ergebnissen der Vo- tzelsberg-Geländefahrt ist nachzutragen, daß auch in verschiedenen Wertungsgruppen Mannschaften mit ♦' goldenen bzw. silbernen Plaketten ausgezeichnet wurden. So konnten die Unteroffiziere E. Keim, Werner Berndt und Oberfeldwebel Emil Gröber, sämtlich Standort Wetzlar, eine goldene Medaille erringen. Eine silberne Plakette sicherten sich der Unteroffizier Walter Grotewohl, der Gefreite August Reichert und der Schütze Heinz Adam, sämlich vom Standort Büdingen. Das Bild oben zeigt den Standartenführer der - -ML- | Motorstandarte 147, Nagel, und seinen Beifahrer Da uster, die eine goldene Plakette errangen. Bild unten gibt einen Eindruck von der Wasserdurchfahrt, die die Kraftfahrer zu überwinden hatten. (Aufnahmen [1J: Müller-Gießen, [11: NSG.). Handball im Männer-Turnverein. ZHtv. I — Tv. Heuchelheim I 13:3 (5:3). Der Männerturnverein konnte am Sonntag mit dem Abschneiden seiner Mannschaften zufrieden sein, gab es doch keine Niederlage, außer der der zweiten Jugend, die aber damit der ersten Jugendmannschaft eindeutig zur Tabellenführung verhalf. Die erste Mannschaft trat ohne Schmidt, Volz und Seipp an. Man hatte Holzkamp, der eigentlich Verteidiger ist, die Sturmführung anoertraut und kann mit dem Ausgang dieses Experimentes sehr zufrieden sein. Die übrige Mannschaft war ebenfalls ganz bei der Sache, lediglich Scheuermann im Tor hatte einen schlechten Tag: die zwei Verteidiger vor ihm ließen den gegnerischen Sturm jedoch nur selten zum Schuß kommen. — Heuchelheim begann in scharfem Tempo, dem die Mtver nicht folgen konnten bzw. nicht wollten. Es dauerte dann auch gar nicht lange, und es hieß 1:0 für Heuchelheim. Der Halblinke nutzte einen Fehler der Verteidigung geschickt aus. Wenig später stand es nocheinmal 2:1 für Heuchelheim, aber bis Halbzeit hatten die Mtver einen 5:3-Vorfprung herausgespielt. Nach der Pause lief dann der Mtv.-Sturm zu großer Form auf. Fehrenbach (2), Weigand (4), Strack (4) und Utoffz. Holzkamp (3) waren die Torschützen dieses Spieles. Der Schiedsrichter Drolsbach leitete stets sicher und großzügig. Die zweite Mannschaft kanterte Heuchelheims Zweite 11:1 nieder. Hier war der Spielverlauf ähnlich dem des ersten Spieles. Die erste Jugend ließ ihren Vereinskameraden, der zweiten Jugendmannschaft, nie eine Chance. Auch die erste Jugend steht mit 6:0 Punkten an der Tabellenspitze. * TV. 1846 Jugend — Tv. Krofdorf Jugend 16:6. Die Jugendhandballmannschaft des TV. 1846 hatte am Sonntag die Jugend des TV. Krofdorf zu Gast. Die Krofdorfer Jugend war körperlich zu schwach, so daß sie gegen die starken Gießener nichts ausrichten konnten. Leider verließen die Krofdorfer 6 Minuten vor Schluß den Sportplatz wegen einer Fehlentscheidung des Schiedsrichters. Der Schiedsrichter konnte nicht mehr gefallen. Mit 16:6 blieben dje Gießener Turner Sieger und stehen somit hinter MTV. an zweiter Stelle. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) Line für viele. (7N. ID.) Es besteht keine rechtliche Handhabe, in Gießen das Klopfen von Teppichen usw. auf bestimmte Stunden des Tages zu beschränken. Selbstverständlich darf diese Klopferei nicht am frühen Morgen oder am Abend vorgenommen wer. den, zu einer Zeit, die zur Anwendung der gesetz. lichen Bestimmungen über ruhestorenden Lärm führen müßte. hausflurmatte. Der Hausbesitzer hat für einen ordnungsmäßigen Zustand des Treppenhauses zu sorgen. Er kann daher verlangen, daß eine Fußmatte entfernt wird, wenn zu befürchten ist, daß Personen durch die Fußmatte zu Fall kommen. Erleidet jemand durch den ordnungswidrigen Zustand im Treppenhaus Schaden, so trifft die Haftpflicht in erster Linie den Hauseigentümer, daneben aber auch denjenigen, der den ordnungswidrigen Zustand herbeigeführt hat. h. k. in Tr. Zu 1, 2 und 4: Grundsätzlich sind alle Beamten des Polizei- und Sicherheitsdienstes Hilfsbeamte der Staatsanwaltschaft. Welche Beamten im einzelnen mit Aufgaben des Polizei- und Sicherheitsdienstes betraut und Hilfsbeamte der Staatsanwaltschaft sind, bestimmt sich nach Landesrecht. In den einzelnen Ländern wurden einander ähnliche Bestimmungen erlassen, die die Polizeibeamten, Gendarmen, Ortsbürgermeister, Forstbeamten und eine ganze Reihe anderer Beamter als Hilfsbeamte der Staatsanwaltschaft bezeichnen. In Hessen sind ein Teil der Hilfsbeamten der Staatsanwaltschaft auf Grund ihrer Zugehörigkeit zu einer bestimmten Beamtenklasse Hilfsbeamte der Staatsanwaltschaft, so z. B. die Kriminalbeamten; andere Beamte, wie die unteren Polizeibeamten, werden einzeln ernannt und verpflichtet. Zu 3: Die Anordnung von Haussuchungen, sowie sonstigen Durchsuchungen steht grundsätzlich dem zuständigen Richter zu. Bei Gefahr im Verzüge kann jedoch auch der mit der Sache befaßte Hilfsbeamte der Staatsanwaltschaft auf Grund eigener Entschließung zur Haussuchung schreiten. Eine Durchsuchung der Wohnung und anderer Räume, sowie feiner Person und der ihm gehörigen Sachen kann bei demjenigen vorgenommen werden, der als Täter ober Teil-- nehmer einer strafbaren Handlung ober als Begünstiger ober Hehler verbächtig ist, wenn die Durchsuchung zum Zwecke seiner Ergreifung verfolgt ober zu vermuten ist, baß sie zur Auffinbung von Beweismaterial führen werbe. Zu 5: Wenn bie Durchsuchung ohne Beisein eines Richters ober Staatsanwalts ftattfinbet, so sinb, wenn dies möglich ist, ein ©emeinbebeamter ober zwei Mitglieder der Gemeinde, in deren Bezirk die Durchsuchung erfolgt, zuzuziehen. Zu 6: Hilfsbeamte der Staatsanwaltschaft sind auch dann zur vorläufigen Festnahme befugt, wenn Gefahr im Verzüge obwaltet und dringende Verdachtsgründe gegen den Angeschuldig- ten vorhanden sind und er entweder der Flucht verdächtig ist oder Tatsachen vorliegen, aus^ denen zu schließen ist, daß er Spuren der Tat vernichtet oder baß er Zeugen ober Mitschulbige zu einer falschen Aussage ober Zeugen bazu verleiten werbe, sich der Zeugnispflicht zu entziehen. Dr. Wolf 04710 Zu haben in Apotheken, Drogerien und wo Plakate sichtbar. 704V Schlafanzugflanelle GLORIA 16.— u.- Premiere! 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Oktober 1936, für die Dienstag-Meter in der Zeit von 10 bis 13 und von 17 bis 18 Uhr. Samstag, 17. Oktober 1936, für die Mttwoch-Meter in der Zeit von 10 bis 13 Uhr. Nach Einzahlung auf Postscheckkonto Frankfurt am Main 37 210, Kasse des Stadttheaters Gießen, Klavier! 6512D schwarz poliert, in ganz erstklass. Zustand, echt Elfenb - Klaviatur, sehr schöner und voller Ton, mit Garantie sehr billig zu verkaufen. Des weiteren empfehle ich Ihnen die Besichtigung mein, reichhalt. Lagers in neuen Flügeln u.P anos. E. Zollinger Klaviertechniker und Stimmer Gießen, WUsonitraße 6, Telepli. 3119 । PQLRST i Giessen erfolgt Ueberfendung der Mietkarten. Die zu zahlende zweite Rate beträgt: für Dienstag u. Mittwoch Familienlogen mit 5 Plätzen 40.— RM. Familienlogen mit 4 Plätzen 30.— „ Sperrsitz, Reihe 1 bis 7, I. Rang. Reihe 1 bis 2 u. Logenvordjzrplätze Sperrsitz, Reihe 8 bis 11, I. Rang Reihe 3 bis 6 u. Logenrückplätze Sperrsitz, Reihe 12 bis 15, 8-- „ erfolgen. Gießen, den 8. 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