Nr. 188 Erstes Blatt 186. Jahrgang Donnerstag, 13. August 1956 Erscheint täglich, anher Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholl« Monatr-Vezugspreir: Mit 4 Beilagen RM.1.S5 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr.. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe onter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach« richten: Anzeiger Stehen postschecktonto: Zronkfurt am Main 11688 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Unioerfitat§.vuch- und Zteinöruckerei R. Lange in Gießen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulftrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm hohe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von7Omm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25"/g mehr. Ermähtgte Grundpreise: Stellen-, Vereins., gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder«, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Auch Deutschlands Turnerinnen in Krönt. Amerika gewinnt drei Medaillen im Krauen-Kunstspringen.—Der amerikanische Schwimmer Lack Medica erzielt olympischen Rekord im 4VO-Meter-Kreistilschwimmen vor den Japanern. Dem 11. Wettkampftag der XI. Olympischen Spiele war wieder schönstes Sommerwetter beschie- den. Dom frühen Morgen bis zum späten Abend tummelten sich auf den Kampffeldern und -stätten wieder die jungen Athleten der ganzen Welt und sie hatten dabei überall auch eine große und begeisterte Zuschauermenge. Für Deutschland gestaltete sich auch dieser Mittwoch wieder sehr erfolgreich, gelang es doch unseren Turnerinnen ebenfalls, die Goldmedaille im Kampf mit den besten Turnerinnen von acht Nationen für Deutschland zu erobern und es damit den Männern gleichzutun, die am Vortage so überragende Erfolge erzielt hatten. Außerdem fiel Deutschland noch eine Bronze- medaille im Segeln der 8-Meter-N-Klasse zu. lieber 20 000 Zuschauer verfolgten in dem Schwimm - Stadion wieder mit größter Spannung die hervorragenden Kämpfe im Springen, Schwimmen und Wasserball. Das Kunst- springen der Frauen wurde — ebenso wie das Kunstspringen der Männer — eine sichere Beute von USA., das alle drei Medaillen holte. Majorie G e st r i n g , die erst 13jährige und noch nicht einmal auf der Höhe ihres Könnens stehende Amerikanerin, wurde mit 89,27 Punkten Olympia-Siegerin vor Katherine R a w l s (83,35) und der Siegerin von Los Angeles Dorothy Hill-Poynton. Der vierte und fünfte Platz fiel an die beiden Deutschen Gerda Daumerlang (Nürnberg) und Olga Jensch-Jorban (Berlin), die beide ebenfalls ausgezeichnet sprangen und nur in Geringfügigkeiten der Ausführung hinter den Amerikanerinnen zurückstanden. Den siebenten Platz belegte Suse Heinze (Deutschland) hinter der zierlichen Japanerin Osawa. Zn der 400 - M e te r - Fr e i st i l- Entscheidung feierte der Amerikaner Jack Medica in der olympischen Rekordzeit von 4:44,5 Minuten einen großen Sieg über die beiden Japaner Uto und Makino, die 4:45,6 bzw. 4:48,1 Minuten benötigten. 'Aus den Dorläufen zum 10 0-Meter-Rückenschwimmen der Männer konnten sich erfreulicherweise alle drei deutschen Schwimmer — Hans Schwarz, Heinz Schlauch und Erwin S i - mon — für die Zwischenläufe qualifizieren. Dagegen kam Anni Stolte im 100-Meter- Rückenschwimmen der Frauen nicht weiter. Sie schied als fünfte des ersten Zwischenlaufes aus. Dafür ist Deutschland im Endlauf der 4-mal- 100-Meter-Frauen staffel vertreten. Die Staffel Halbsguth-Lohmar-Schmitz-Pollack wurde hinter Hollands großer Staffel, die in 4.38,1 den zweiten Vorlauf gewann, in 4:40,5 Minuten Zweite. Im Endlauf stehen neben Holland und Deutschland die Staffeln von USA., England, Kanada, Dänemark und Ungarn. Im Wafserball wurden am Mittwoch die Teilnehmer an der Endrunde ermittelt. Deutschland besiegte Schweden mit 4:1 (2:0) und trifft nun in der Endrunde gleich auf den Favoriten Ungarn. Weiter qualifizierten sich noch Frankreich (mit 4:2 über Oesterreich) und Belgien (mit 8:0 über England) für die Endspiele. Auf dem Maifeld begannen am Mittwoch die olympischen Reiterkämpfe mit dem Einzelreiten zur Großen Dressurprüfung, an der 11 Nationen teilnehmen. Dor mehr als 20 000 Zuschauern gab es großartige Ritte, bei denen sich noch besonders Major Gerhard auf Absinth (Deutschland) und Rittmeister Jensen auf His Ex (Dänemark) hervortaten. Im Handball-Turnier erfocht Deutschland einen klaren 16:6 - (9:3-) Sieg über die Schweiz und bestreitet nun gegen Oest erreich, das Ungarn mit 11:7 (5:2) abfertigte, am Freitag das entscheidende Spiel um den Olympia- Sieg. Auch im Hockey qualifizierte sich D e u t s ck- land durch einen feinen 3:0-(l:0-)Sieg über Holland vor 25 000 begeisterten Zuschauern im Hockey-Stadion zum Endspiel gegen Indien, das ebenfalls am Freitag ausgetragen wird. Indien war Frankreich haushoch überlegen und siegte zweistellig mit 10:0 (4:0). Um den dritten und vierten Platz tragen Frankreich und Holland em Entscheidungsspiel aus. Im Basketball- Turnier fanden am Mittwoch nur drei Spiele der Endrunde statt, da Peru auch hier seine Mannschaft zurückgezogen hatte und Polen daher kampflos unter die „Letzten Vier" kam. In der Vorschlußrunde stehen außer Polen noch USA. (56:-3- Sieg über Philippinen), Mexiko (34:17-Sieg gegen Italien) und Kanada (41:21-Sieg gegen Uruguay). Kanada - Polen und USA. - Mexiko heißen die Spiele der Vorschlußrunde, deren Gewinner am Freitag das Endspiel bestreiten. Beim olympischen B o x - T u r n l e r in der Deutschlandhalle stand am Mittwochnachmittag nur ein deutscher Vertreter im Kampf, und zwar der Fliegengewichtler Kai - f er, der den Chilenen Lopez m der dritten Runde durch Kampfabbruch besiegte. Auch auf der Regatta-Bahn i n (B r ü n au herrschte am Mittwoch wieder reger Bettueb Es wurden die Vorläufe zum Zweier „mi. , Vierer „ohne", Doppelzweier und Achter sowie die Hoffnungsläufe zum Einer entschieden. Dabei gari «s wieder schöne deutsche Erfolge. Im Zweier gewannen Gustmann-Ada m s k i von «ber Fach- amtszelle G^ünau ihren Dorlauf vor Italien und Ungarn, im Vierer „ohne" siegte die Würzburger Mannschaft vor Oesterreich und Dänemark und im Doppelzweier waren Kaidel-Pirsch (Zelle Grünau) gegen England und die Schweiz erfolgreich. Lediglich im dritten Achter-Dorrennen mußte sich die Deutschland vertretende Berliner Wiking-Mannschaft mit dem zweiten Platz hinter der Schweiz begnügen. Der Abstand im Ziel betrug jedoch nur eine Zehntelsekunde und es besteht daher alle Hoffnung, daß sich der deutsche Achter noch in den Hoffnungsläufen für die Entscheidung durchringt. In den vier Hoffnungsläufen zum Einer befand sich kein Deutscher, da ja Gustav Schäfer „seinen" Dorlauf am Dienstag sicher gewonnen hatte. Hasenöhrl - Oesterreich, Narrow- USA., Giorgio- Argentinien und C a m p- bell» USA. holten sich durch ihre Siege die Berechtigung, in die Entscheidung eingreifen zu können. Im Mannschaftsturnen der Frauen (hier werden die Einzelsiege an den verschiedenen Geräten nicht mit Medaillen ausgezeichnet) errangen Deutschlands Turnerinnen einen großen Olympischen Sieg vor der Tschechoslowakei, Ungarn, Jugoslawien und Polen. — USA., Italien und Großbritannien belegten in dieser Reihenfolge die nächsten Plätze. Deutschlands Punktzahl betrug nach Abschluß der Hebungen 506,50 Punkte gegen 503,60 der tschechoslowakischen Turnerinnen und 499 der Ungarinnen. Die deutschen Säbelfechter konnten einen schönen Erfolg buchen. In der Zwischenrunde des Mannschafts-Wettbewerbs siegten sie mit 11:5 über Frankreich, nachdem sie vorher knapp 7:9 gegen Belgien verloren hatten. Nach dem 11. Wettkampftag hat Deutschland bereits den Gewinn von insgesamt 62 Olympischen Medaillen aufzuweisen. 19 Goldene, 18 Silberne und 25 Bronzene Medaillen wurden von unseren Olympiakämpfern und Kämpferinnen errungen. Ein Erfolg, den sich vor Beginn der Spiele keiner zu erträumen gewagt hatte und der deshalb um so schöner und wertvoller ist! dem Führer Adolf Hitler. „Indem wir seiner gedenken", so schloß Oberbürgermeister Behrens, „begrüßen wir die Nationen der Welt." Noch einmal präsentierten die Ehrenkompanien, und schon brauste ein dreifaches Sieg-Heil zum nächtlichen Himmel empor. Die Klänge der Nationalhymnen beendeten den Schluhtag der olympischen Segelwettkämpfe. Der Zwischenfall peru-FIFA. Peru hat das größte Gesühl des Dankes gegenüber Deutschland. Berlin, 12.2Iug. (DNB.) Während der Ausgleichsoerhandlungen zwischen der Sportmannschaft Perus und der FIFA, der obersten internationalen Behörde für das Fußballspiel über den Streit zwischen Peru und der FIFA., der dadurch entstanden ist, daß nach einem für Peru mit 4:2 gegen Oesterreich gewonnenen Dorrundenspiel die FIFA, das Spiel für ungültig erklärte und Peru sich weigerte, an einem zweiten Spiel teilzunehmen, erklärte der Londoner Gesandte Perus Benavides in einem Gespräch mit dem Vertreter des Lokalanzeigers, daß er sich verpflichtet fühle, als Vertreter Perus im Internationalen Olympischen Komitee vor der ganzen Welt festzustellen, daß keine einzige deutsche Stelle irgend etwas mit der Sache zu tun habe. Die FIFA, habe der peruanischen Fußballmannchaft in den Vorrundenspielen Sportplätze zur Verfügung gestellt, mit deren technischer Einrichtung die Mannschaft nicht ganz vertraut gewesen sei. Keine deutsche Stelle-sei dafür verantwortlich. Don der Entscheidung der FIFA, gegen Peru sei die Mannschaft völlig überrascht worden. Man habe gefordert, daß Peru auf Grund feines Sieges gegenüber Oesterreich in den weiteren Zwischenrunden spielen würde. Man habe sich bereiterklärt, nach der Entscheidung im Fußballspiel ein Freundschaftsspiel mit Oesterreich durchzuführen. In Lima sei die Freude über den Sieg Perus im Fußballspiel gegen Finnland und gegen Oesterreich sehr groß gewesen. Die Nachrichten über die Zwistigkeit habe man mit einer gewissen Erregung ausgenommen. Die Demonstrationen in Lima, in die auch die deutsche und die österreichische Gesandtschaft hineingezogen wurden, seien nicht von Peruanern, sondern von fremden Elementen veranlaßt. Ich kann, fo erklärte der Gesandte, Ihnen auf das bestimmteste versichern, daß diese Demonstrationen, die wir fehr bedauern, von fiom- munisten durchgeführt wurden. Dir haben leider mehrfach erleben müssen, daß fremde kommunistische Elemente den versuch machen, mit den Nachbarstaaten und mit großen europäischen Staaten uns in Konflikt zu bringen. Ich habe meinem Präsidenten mitgeteilt, wie herzlich die peruanische Wannschasl in Berlin ausgenommen wurde und wie glücklich wir uns hier fühlen. Jeder einzelne der peruanischen Mannschaft ist bereit, die Erklärung abzugeben, daß wir das größte Gefühl des Dankes gegenüber Deutschland empfinden. Unsere Sympathie gilt nicht nur dem deutschen Volke, sondern auch der deutschen Regierung. Wir sehen gerade in dieser Lage, in die wir wieder durch die kommunistische Agitation gebracht sind, im heutigen Deutschland die entscheidende Wacht gegen den Kommunismus. ©er Führer im Olympia-Stadion. Berlin, 12. Aug. (DNB.) Auch am Mittwoch wohnte der Führer und Reichskanzler den sportlichen Wettbewerben im Olympia-Stadion bei. Er traf während des Handballfpie- les Oesterreich — Ungarn ein, um anschließend Zeuge des Kampfes der deutschen Handballer gegen b i e Schweiz zu sein. Neben dem Führer sah man u. a. in der Ehrenloge: den Stellvertreter des Führers, Reichsmini- fter Rudolf Heß, die Reichsminister £)r. Frick, Ruft und Graf Schwerin-Krosigk, Generaloberst Freiherrn von Fritsch, die Reichsleiter Bouhler und Dr. Dietrich, Staatssekretär Pfundtner, die Obergruppenführer Brückner und Sepp Dietrich, Brigadeführer Schaub, General D a I u e g e, Reichssportführer von Tschammer und Osten sowie zahlreiche weitere hohe Vertreter von Partei und Staat und führende Mitglieber des Olympischen Komitees. Gchwarzmann zum Leutnant befördert Berlin, 12. Aug. (DNB.) Auf Vorschlag des Oberbefehlshabers des Heeres hat der Reichskriegsminister und Oberbefehlshaber der Wehrmacht den Feldwebel Schwarzmann wegen seiner hervorragenden Leistungen bei den Olympischen Turn- wett k ä m p f e n zum Leutnant befördert. Besuch im olympischenZeltlager derHZ Berlin, 12. Aug. (DNB.) Auf Einladung des Reichsjugendführers hatten die Mitglieder des Internationalen Olympischen Komitees unter Führung ihres Präsidenten Graf de Baillet-Latour, Mitglieder des Diplomatischen Korps und zahlreiche ausländische Jugendführer Gelegenheit, das Leben und Treiben im Olympia-Lager der Hitlerjugend kennen zu lernen. Die sportlichen Vorführungen und das Leben am Lagerfeuer gaben den Gästen einen Einblick in die Erziehungsarbeit an der deutschen Jugend und ihre gesundheitliche und charakterliche Ertüchtigung. Feier des Friedens. Berlin war die Vollendung des Möglichen. — Man darf für später nicht llebermäßiges verlangen. Sin Gespräch mit dem Grasen Vaillel-Laiour. Berlin, 12. Aug. (DNB.) Der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees Graf de Baillet-Latour zog in einem Gespräch mit der „Nachtausgabe" die Bilanz der XI. Olympischen Spiele zu Berlin, die er als einen nicht mehr zu überbietenden Höhepunkt bezeichnete. '„Coubertins Ziel ist es immer gewesen, zu erreichen, daß die Massen einer Nation, wenn sie die Olympischen Spiele gestalten, auch wirklich vom olympischen Gei ft erfaßt werden. Dieser Wunsch ist in Deutschland in solchem Maße in Erfüllung gegangen, daß wir darüber alle das tiefste Glück empfinden. Wir haben jetzt 'in Berlin das H ö ch st maß der Möglichkeiten für Olympische Spiele erreicht. Das bedeutet die Mahnung, nicht für später Uebermäßiges zu verlangen. Die Organisation der Spiele muß auf die Leistungsfähigkeit aller Nationen Rücksicht nehmen. Ich könnte mir Olympische Spiele vorftellen, bei denen wesentlich weniger Sportler erscheinen als in Berlin, weil nur die Männer und Frauen mit wirklichen Aussichten des Sieges kommen. Dann wäre auch kleineren Ländern die Möglichkeit gegeben, die sportliche Jugend der Welt bei sich zu sehen. Wir dürfen nicht nur die Organisation unter dem Gesichtspunkt der Möglichkeit großer Nationen ins Auge fassen. Für Tokio können z.B. auch nur die gleichen Maße gelten wie für Berlin. Ein größeres Stadion zu bauen, als es in Berlin in bewundernswerter Schönheit und technischer Gestaltung uns zur Verfügung gestellt ist, würde eine Gefährdung der Gemeinschaft zwischen Sportlern und Zuschauern bedeuten. Das Berliner Stadion bringt die Vollendung des Möa- l i ch e n, vielleicht wird in Tokio sich nur die Hälfte der Sportler versammeln, die nach Berlin gekommen sind. Das ist kein Rückschritt. Die Verhältnisse des Landes und die verkehrstechnischen Möglichkeiten müssen jeweils den Rahmen der Spiele beftimmen. Es geht um den Frieden zwischen den Menschen. Darin liegt der höchste Wert der Spiele, wie ihn Coubertin immer gesehen hat, und wie ihn auch Deutschland begriffen hat. Diese Seite des Friedens ist keine Sache eines Außenministers oder gar eines Kriegsministers. Es ist nur Sache der Menschen. In einem Zeitalter, in dem die einen Staaten demokratisch regiert werden und in anderen Staaten der Volkswille auf anderem Wege zur Geltung kommt, ist es vop größter Wichtigkeit, daß sich die Menschen der oerfchiedenen Nationen untereinander genau kennenlernen. Wenn hier Hunderte von Franzosen wochenlang in Berlin mit Deutschen zusammengelebt haben, bann gehen sie selbstverständlich mit einem besseren und reineren Denken über Deutschland wieder nach Hause. Das mag nur ein Beispiel sein. In diesem Sinne sind die Olympischen Spiele eine Feier des Friedens. Wir haben diese Feier in Berlin täglich erlebt. Das war das Höchste, was uns in den Olympischen Spielen geschenkt werden konnte." Das Olympische Feuer in Kiel gelöscht. Schlußfeier der Segelolympiade. Kiel, 12. Aug. (DNB.) Arn Mittwochabend fand am Hindenburgufer eine erhebende A b - schlußfeier für bie Segelolyrnpiabe statt, bei ber nach einem feierlichen Akt bas Olympische Feuer auf ber Hansekogge, bas seit neun Tagen loberte, gelöscht unb bie Olympische Flagge eingeholt würbe. Am Hinbenburgufer leuchteten von brei weißen Säulen mit golbenen Oel- zweigen bie fünf olympischen Ringe im hellen Scheinwerferlicht. Die Flaggen der 26 an den Se- gelwettkämpfen beteiligten Nationen flatterten im Äbendwinb. In großem Halbkreis hatten bie Formationen ber Partei unb ber Kriegsmarine mit Fackeln Aufstellung genommen. Vor ihnen ftanben bie Ehrenkompanien ber Luftwaffe unb ber Kriegsmarine. Unter den Klängen ber Musikkapellen erfolgte der Anmarsch ber Segler ber 26 Nationen. Oer Führer des Deutschen Segler- verbandeS/Oberstleutnanta.O.Ketvisch/ verlas bann bie siegreichen Nationen. An sechs Masten stiegen babei nadjeinanber unter ben Klängen der Nationalhymnen der Siegerländer die Flaggen dieser Länder, Deutschland, Großbritannien, Holland, Norwegen, Schweden und Italien empor, während bie Ehrenkompanie präsentierte und die Zehntausende in jubelnde Beifallsrufe ausbrachen. Mädels des BDM. schmückten daraufhin die Sieger mit Lorbeerkränzen. Unter den Klängen eines Fanfarenmarfches schossen Raketen von den im Hafen liegenden Kriegsschiffen empor. Der Hafen wurde in ein buntes Lampionmeer verwandelt, von den Kriegsschiffen leuchteten bie bläulichen Scheinwerferkegel zum nächtlichen Himmel; bas Scheinwerferspiel der Flotte begann. Der Führer des Deutschen Seglerverbandes erklärte: Die Segelwettkämpfe der Olympischen Spiele sind im Geiste des olympischen Gedankens geführt worden. Nicht jeder konnte Sieger werden, das wißen alle, aber jeder hat trotzdem den Kampf um des Kampfes willen bis zum äußersten durchgeführt. Für diesen Einsatz banke ich Ihnen, meine Kameraben aller Nationen. Der Rebner wies weiter auf die Tatsache hin, daß bie 26 Nationen sich in ber Zeit gemeinsamen Kampfes unb Zusammenlebens in Kiel kennen und schätzen gelernt hätten als Kameraden unb Menschen. Diese innere Verbunbenheit möge jeber in feine Heimat mitnehmen unb im olympischen Geist bem Frieben ber Welt dienen. Das Olympische Feuer werbe gelöscht, aber in jedem werde es weiterglühen. „Wir holen die olympische Flagge nieder, aber sie wird immer, ewig jung, über ben künftigen Geschlechtern leuchten." Unter bem Donner ber Böller und den Klängen der Olympischen Hymne wurde die Flagge niederaeholt und die Olympische Flamme auf der Hansekogge gelöscht. Die Ehrenkompanie präfentierte erneut, die Menge grüßte die nieder- gehende Flagge mit erhobener Rechten. Das niedergeholte Flaggentuch wurde von Fackelträgern der Kriegsmarine über die Bellevue-Landungsbrücke getragen und Oberstleutnant a. D. Kewisch übergeben, der die Flagge mit den olympischen Ringen mit den Worten in Empfang nahm: „Ich nehme diese Flagge zu treuen Händen in Verwahrung, bis wir ste in vier Jahren an Japan für die Olympischen Spiele 1940 aushändigen werden." Ein Trompetensignal schmetterte über den Hafen. Auf den Kriegsschiffen erschienen plötzlich die Besatzungen mit Fackeln und umkränzten mit strahlendem Fackelschein die Decks in chrer ganzen Länge. Auf ein rotes Leuchtsignal verlöschten die Fackeln mit einem Schlage. Oberbürgermeister Behrens sprach den Dank Kiels an das Internationale Olympische Komitee dafür aus, daß Kiel Kampfplatz der olympischen Regatten sein konnte. Sein Dank für das mustergültige Gelingen ber olympischen Segelwettkämpfe galt bem Schirmherrn ber Olympischen Spiele, bem Künder unb Vollstrecker des deutschen Willens, Der Reichsjugendführer erklärte: Was die Gäste hier zu sehen bekämen, sei nichts anderes als ein Ausschnitt aus dem Leben, wie es sich in allen HI.-Lagern in Deutschland abspiele, in denen etwa eine Million deutscher Jungen ertüchtigt werde. Das Gesetz, nach dem die deutsche Jugend lebe, sei hart und einfach. Diese Jugend verfolge nie das Ideal eines Miniatursoldaten und werde auch nicht auf einer Wache ausgebildet. Wir wollen nichts anderes als das Gück der Jugend und die Ertüchtigung und damit den Dienst an der olympischen Idee. Ein Gartenfest bei Botschafter von Ribbentrop. Generaloberst G ö r i n g im Gespräch mit Frau von Ribbentrop. (Presse-Jllustration-Hoffmann-M.) Berlin, 12. Aug. (DNB.) Im Rahmen der Empfänge aus Anlaß der XI. Olympischen Spiele in Berlin gab Botschafter v. Ribbentrop in seinem Garten in Berlin-Dahlem ein Abendessen zu Ehren des Internationalen Olympischen Komitees und ausländischer Olympiagäste. Bon ausländischer Seite waren u. a. erschienen die Mitglieder des Internationalen Olympischen Komitees mit ihrem Präsidenten Graf Baillet-La- tour, die Botschafter Großbritanniens, Frankreichs, Italiens, Japans, Polens, der USA., der Türkei, Argentiniens, Chiles und Brasiliens, die Gesandten Belgiens, Schwedens, Finnlands, Ungarns, Oesterreichs, Rumäniens, Südafrikas, der Schweiz und Afghanistans. Ferner bemerkte man den ständigen Unterstaatssekretär im britischen Außenamt Sir Robert Bansittart und Lady Bansittart, Lord und Lady Rennell of Rodd, Lady Chamberlain, Herrn B o n v o i s o n und Frau, Staatssekretär Graf Scembek, Generalmajor O s h i m a, Minister a. D Pomaret, Graf B o n o c a s s a , General Renondeau, Lord B a r n b y , Lord und Lady Aberdare, Prinz und Prinzessin Lubomirski, Marques de P o l i g n a c, Lord und Lady K e m s l e y, Lord und Lady C a m r o f e, Fernand de B r i n o n und Frau de Brinon, Mr. Ward Price. Bon deutscher Seite sah man u. a. den Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, die Reichsministcr von Blomberg, Göring, Dr. Frick, Graf Schwerin-Krosigk, Dr. Gürt- ner, Dr. Frank, Seldte und R u st. Generaladmiral Dr. h. c. Raeder, Reichssportführer von Tschammer und Osten, Reichsleiter B o u h l e r, Reichsführer SS. Himmler, den Stabschef der SA. Lutze, Reichsjugendführer von S ch i r a ch , Reichsarbeitsführer H i e r l, Korpsführer Hühnlein, Reichsfrauenführerin Scholtz- Klink. Deutsch-österreichische Reise- und Wirtschaftsabkommen. Reisebeschränkungen aufgehoben.—Erste Etappe zum weiteren Ausbau des Handelsverkehrs. Berlin, 12. Aug. (DNB.) Die Verhandlungen zwischen dem Deutschen Reich und Oesterreich, die am 27. Juli in Berlin begonnen haben und deren Zweck es war, verschiedene mit der Durchführung der deutsch - österreichischen Vereinbarung vom 11. Juli zusammenhängende Fragen zu regeln, haben am Mittwoch ihren Abschluß gefunden. Der österreichische Delegationsführer Gesandter Dr. Wildner und der deutsche Delegationsführer Vortragender Legationsrat Dr. C l o d i u s haben eine Reihe von Abkommen und Vereinbarungen paraphiert, durch welche die bisher auf dem Gebiete des Reiseverkehrs bestehenden Einschränkungen beseitigt und gewisse Maßnahmen zur S t eig e r u n g des gegenseitigen Warenaustausches vorgesehen werden. Im einzelnen ist aus dem Inhalt dieser Vereinbarungen, die nach Zustimmung der beiderseitigen Regierungen alsbald unterzeichnet und in Kraft gesetzt werden sollen, folgendes heroorzuheben: Die Ge bühr von 1000 Rei chsmark bei der Ausreise nach Oesterreich wird aufgehoben werden. Dementsprechend werden in O e st e r - reich die Beschränkungen für die Ausreise in das Deutsche Reich beseitigt werden. Zwischen den beiden Regierungen wird ein Reiseverkehrsabkommen abgeschlossen, das den Reiseverkehr aus dem Reich nach Oesterreich in Anpassung an die deutsche Devisenlage regelt und die Bereitstellung der erforderlichen Zahlungsmittel zunächst für einige Zeit sicherstellt. Der Abschluß eines Abkommens zur Regelung des kleinen Grenz Verkehrs ist für einen nahen Zeitpunkt in Aussicht genommen. Ferner ist zwischen den beiden Delegationen eine Vereinbarung zur Steigerung des Umfanges des Warenaustausches getroffen worden. Das Verhandlungsprogramm betraf zunächst insbesondere nach der Jahreszeit dringliche Ein- und Ausfuhrfragen. Hierbei wurde neben der Behandlung die industrielle Ausfuhr betreffender Fragen Einverständnis über die Festsetzung von zusätzlichen Kontingenten für die Abschlüsse auf den nächsten Messen von Leipzig und Wien sowie über die Ermöglichung der Ausfuhr einer gewissen Anzahl von Nutz - und Zuchtrindern sowie von Pferden aus Oesterreich nach dem Reich erzielt. Außerdem wurde im Rahmen von Austauschgeschäften die Regelung der Ausfuhr einer gewissen Menge von Holz, Käse und Rahm behandelt. Ferner wurde ein Programm für die Abwickelung sowohl der normalen als auch zusätzlichen Kohlenlieferungen aus dem Reich nach Oesterreich bis zum Ende des laufenden Jahres aufgestellt. Die im August 1934 abgeschlossene Vereinbarung zwischen den beiden Notenbanken zur Regelung der Zahlungen im Warenverkehr wird durch ein staatliches Verrechnungsabkommen ersetzt. Die am Mittwoch paraphierten Vereinbarungen stellen eine erste Etappe dar. Zu einem späteren Zeitpunkt werden die Besprechungen wieder aufgenomen werden, um zu prüfen, in welcher Weise die Entwickelung der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern auch weiterhin gefördert werden kann. 200 km neue Reichsautobahnstrecke. Vier neue Teilstrecken sind fertiggestellt und werden am Montag dem Verkehr übergeben. Magdeburg, 12. Aug. (DNB.) Am kommenden Montag, also unmittelbar nach dem Abschluß der Olympischen Spiele, wird das gigantische Werk der deutschen Reichsautobahnen durch die Eröffnung von vier weiteren Teil st recken mit zusammen 20 0 Kilometer um ein beträchtliches Stück vorwärts gebracht sein. Zu diesen Teilstrecken gehört einmal die 50 Kilometer lange Teilstrecke Braunschweig — Helm- steot der Autobahn Berlin — Hannover, von, der bereits die 40 Kilometer-Strecke Braunschweig—Lehrte im Betrieb ist. Weiter wird ein 30Kilometer langes Teilstück der Linie Berlin — München eröffnet, nämlich der Abschnitt Weißenfels — Eisenberg. Die dritte neue Strecke ist als vorläufig letztes Stück der Reichsautobahnlinie München — Reichsgrenze die Strecke von Samerberg zu Siegs darf mit 35 Kilometer Länge, durch die von Montag an die gesamte Linie München—Siegsdorf mit Anschluß an die deutsche Alpenstraße Siegdorf - Manthäusel - Berchtesgaden befahren wird. Das bedeutet für den Fremdenverkehr des gesamten Chiemgaues und das Berchtesgadener Land einen außerordentlichen Fortschritt, einen Markstein in der Verkehrsentwicklung des deutschen Alpenlandes überhaupt. Die vierte neue Autobahn, die vom Berliner Ring westlich von Werder bis zur Kreuzung mit der Reichsstraße nördlich von Magdeburg am kommenden Montag in Betrieb genommen wird, ist mit 80 Kilometer die größte Autobahnstrecke, die je eröffnet worden ist. Es fehlt dann an der durchgehenden Gesamtverbindung Berlin—Hannover nur noch das kurze Zwischenstück zwischen Magdeburg und Helmstedt mit dem großen Elbübergang. Aber auch diesen Abschnitt hofft man noch bis Ende des Jahres dem Verkehr übergeben zu können. In etwa fünf Wochen, am Gedenktag des ersten Spatenstiches zu den Reichsautobahnen durch den Führer, wird der tausendste Kilometer der Oesfentlichkeit übergeben werden. Außer diesen tausend Kilometer, die dann in Betrieb sind, befinden sich noch weitere 15 0 0 im Bau. Zur Zeit hat auch die B e l e g s ch a f t s z i f f e r der unmittelbar an den Autobahnen Arbeitenden mit 125 000 ihren bisher höchsten Stand erreicht. Auf der Strecke Berlin-Magdeburg fand eine Vorbesichtigung statt. An Niederungen und Höhen, Seen und Feldern, Laub- und Nadelwaldungen vorbeiführend ist die Strecke in ihrem ganzen Verlauf außerordentlich reizvoll und abwechselungsreich. Zur Vermeidung von Kreuzungen mit den Verkehrsstraßen und Landwegen spannen sich 59 Brücken über die Bahn. Das größte Bauwerk ist die Brücke am Nahmitzsee bei Lehnin mit einer Gesamtlänge von 184 Metern. Dieses Bauperk ist in fünf Deffnungen von je 33 Meter Spannweite unterteilt und etwa neun Meter hoch; es überbrückt die Straße nach Nahmitz, die Eisenbahn und das stark moorige Gelände der dortigen See-Enge. Vor der Anschlußstelle Thee- ßen hat die Bahn übrigens mit einer 10,2 Kilometer langen schnurgraden Strecke die l ä n g st e Grade aufzuweisen, die es auf den deutschen Autobahnen überhaupt gibt. Im Mai 1934 haben die Bauarbeiten begonnen. Einen Ueberblick über das gewaltige Stück Arbeit, das geleistet werden mußte, geben folgende Zahlen: Es wurden 350 000 Quadratmeter'Waldfläche gerodet und etwa 400 000 Kubikmeter Mutterboden abgehoben. Es find insgesamt mehr als 1000 000 Tonnen Baustoffe an die einzelnen Baustellen herangeschafft worden, eine Materialmenge, die 50 000 Eisenbahnwaggons zu je 20 Tonnen ausfüllen würde. Für die Ausführung aller dieser Arbeiten waren etwa 2 000 000 Tagewerke notwendig. Für die Unterbringung der großstädtischen Arbeitskameraden wurden fünf Lager mit einer durchschnittlichen Belegschaft von 220 Mann errichtet. Deutsche Einrichtungen vorbildlich. Dublin, 13. Aug. (DNB. Funkspruch.) „Irish Preß" veröffentlicht einen Bericht über die Deutfch- landfahrt einer irischen Lehrergruppe, in dem besonders die neuen Autobahnen und die Arbeitslager lobende Erwähnung finden. Wir find der Ansicht, so schreibt der Berichterstatter über den Arbeitsdienst, daß Lager dieser Art sich auch für Irland eignen; denn dadurch würden unsere jungen Leute nicht nur der Arbeitslosenfürsorge enthoben, sondern sie könnten auch in verschiedenen Gegenden des Landes arbeiten und dauernde Werte leisten. — Dr. O'Sullioan, ein Teilnehmer der Fahrt erklärte: „Laßt uns nach Hause gehen, in dem festen Entschluß, für Irland auf dem Gebiete der Wirtschaft und der Erziehung das zu tun, was die Deutschen für ihr Vaterland tun." Vom Führer empfangen. Berlin, 12.Aug. (DNB.) Der Führer empfing die zu den Olympischen Spielen in Berlin weilenden Besitzer des „Daily Telegraph", Lord K e m s - le y und Lord C a m r o s e. Anschließend empfing der Führer und Reichskanzler eine aus 20 Herren bestehende Abordnung von Mitgliedern des japanischen Parlaments und der Stadtverordnetenversammlung von Tokio, die durch den kaiserlich japanischen Botschafter Grafen Mu° s h a k o j i eingeführt wurden und die dem Führer (Erinnerungsgaben japanischen Kunstgewerbes überbrachten. Ferner nahm der Führer den Besuch des Staatssekretärs im polnischen Außenministerium, Grafen Szembeck, entgegen, der vom polnischen Botschafter Lipski begleitet war. Admiral Behncke ZO Jahre alt. Heute begeht Admiral a. D. Behncke seinen 70. Geburtstag. Zu Beginn des Krieges war Behncke stellvertretender Admiralstabschef. Im Jahre 1915 wurde ihm als Konteradmiral die Führung des 3. Geschwaders übertragen, das aus den acht neuesten Großkampfschiffen der damaligen Flotte bestand« £ J ■ M Als Chef dieses Geschwaders nahm er an der Seeschlacht am Skagerrak teil. Er wurde damals durch eine feindliche Granate schwer verwundet. Im März 1917 hatte Behncke als Vizeadmiral Anteil an der (Eroberung der baltischen Inseln. Durch sein überraschend schnelles (Eintreffen in Moonsund verhinderte er das Ausweichen der russischen Flotte, wobei das russische Linienschiff „Slawa" vernichtet wurde. Für diesen Erfolg wurde er mit dem Pour le m£rite ausgezeichnet. Im September 1920 übernahm er den Posten des Chefs der Marinelei- tung, den er bis 1924 bekleidete. Viel hat Admiral Behncke in jenen trüben Jahren der Inflation für den Neuaufbau der Flotte geleistet. Er gab ihr wieder Disziplin, bemühte sich, die kleine Streit- kraft aus dem politischen Tageskampf herauszulösen ÄasleiWnnlgeFrciulejnZngnd. Bon Geno Ohlischlaeger. (afp) Zu den wenigen, die sich an diesem stürmischen Tag an den Strand wagten, gehörte auch Ingrid Lehnow. Sie hatte in den ersten Tagen die Ostsee immer nur glatt gesehen und freute sich über ein bißchen „Nordseebrandung" als Abwechslung. Sie zog sich schnell aus und lief ins Wasser. Den Teil des Meere's vor ihrer Sandburg kannte sie gut; der Boden fiel da erst ganz flach ab, dann wurde er so tief, daß man nicht mehr stehen konnte, und dann erhob er sich zu einer Art Sandbank, auf der man bequem wieder Fuß fassen konnte. Bis zu dieser Sandbank war sie auch jetzt wieder geschwommen. Sie stellte sich auf den Boden, um sich etwas auszuruhen. Beim Umblicken sah sie, daß so weit draußen sonst niemand war. Nur ein Herr kam jetzt noch hinter ihr über die tiefe Stelle geschwommen, und nun hatte er auch die Sandbank erreicht. „Großartig, was?" rief er ihr zu. Aber sie schüttelte den Kopf. „Gefällts Ihnen nicht?" Sie deutete auf ihre Ohren, daß sie nichts verstanden hätte; der Wind verschlang seine Worte. Da mußte er schön näher heranwaten, um sich verständlich zu machen. Ingrid fand das Meer heute auch wundervoll; sie wollte noch weiter hinausschwimmen. „Da mach ich nicht mit!" sagte er. „Ganz aufrichtig gesagt: ich traue mich nicht! Das ist nicht ungefährlich bei dem Wellengang!" Aber Ingrid beachtete seine Warnung nicht. Eiß bißchen weiblicher Ehrgeiz war es auch, was sie anstachelte, jetzt erst recht nicht umzukehren, wo ein Mann sich nicht weiter hinauswagte. So winkte sie ihm einen Gruß zu und warf sich gegen die Wellen. „Dickkopf!" brummte Herbert Fiedler! „Es ist wirklich leichtsinnig von ihr. Ich bin doch gewiß keine ,Bangbüchs', aber das hier ist Leichtsinn." Und damit schwamm er langsam dem Ufer zu. Ingrid aber schwamm noch ein Stück hinaus. Herrlich war es, sich so seiner Kraft bewußt zu sein und im freien Meer zu schwimmen, so ganz allein mit der Natur. Mal legte sie sich auf den Rücken und ließ sich von der Berg- und Talbahn der Wellen auf und nieder heben, den Blick in den weiten Himmel gerichtet. Dann wollte sie umkehren. Aber es war gar nicht so leicht, dorn Lande näher zu kommen; denn hier draußen hatten die Wellen eher die Neigung, einen ins Meer hinauszuziehen. Daher mußte sie sich mächtig anstrengen, um nicht hinausgetrieben zu werden. Ein bißchen ängstlich verfolgte sie, von Zeit zu Zeit an einem Baum in den Dünen ihren Standort vergleichend, ihr Dorwärtskommen. Manchmal fürchtete sie, daß sie sich überhaupt nicht dem User nähere, sondern immer noch gleich weit davon entfernt sei. Kräftig die Arme ins Wasser stoßend, und nach hinten drückend, kämpfte sie sich sehr langsam aus der gefährlichen Zone. Endlich konnte sie feststellen, daß sie doch ihrem Ziel näher gekommen war; jetzt packte sie auch die Strömung nicht mehr so stark. Es war aber auch höchste Zeit, denn sie fühlte ihre Kräfte erlahmen. Ein Glück, daß sie jetzt den seichteren Teil erreicht haben mußte, in welchem die Sandbank ein Ausruhen ermöglichte. Aber vergebens suchten ihre Füße Grund. Sie konnte nirgends stehen und mußte weiterschwimmen. Was bedeutete das? Der Seegang konnte doch nicht die ganze Sandbank weggeschwemmt haben? Nein, jetzt bemerkte sie, was los war; sie war durch die Wellen ein großes Stück von ihrem sonstigen Badeplatz abgetrieben worden, und hier schien es eben keine Sandbank zu geben. So war sie gezwungen, das Ufer schwimmend zu erreichen, ohne sich ausruhen zu können. Doch sie war so erschöpft, daß sie ihre Glieder wie Blei am Leibe hängen fühlte. Vor allem hatte sie in den Händen, in den Fingern gar keine Kraft mehr. Da packte sie plötzlich eine schreckliche Angst, wie sie noch gefährlicher ist als die Gefahr selbst, weil sie die Bewegungen noch mehr lähmt als die Müdigkeit. Mein Gott, es schien zu unmöglich, daß sie es noch bis zum Strand aushielte! Jeder Meter war eine Qual und so viele lagen noch vor ihr. „Ruhe! Nur Ruhe!" rief sie sich selbst zu, „nur jetzt nicht die Nerven verlieren!" Aber was half das, da ihr Arme und Beine kaum noch gehorchten? Verzweifelt hörte sie einen Augenblick auf zu schwimmen, um den Gliedern eine kurze Ruhepause zu gönnen; aber da brauste ein Wellenkamm von hinten über ihren Kopf und duckte sie unter Wasser. Als sie wieder auftauchte, schoß schon die nächste Welle heran. In Todesangst schrie sie auf; denn sie fühlte sich diesem Kampf nicht mehr gewachsen. Da packten sie zwei starke Arme an den Handgelenken und zogen ihren Körper hoch, in einen schwankenden, tanzenden Kahn hinein, und ehe ihr in völliger Erschöpfung die Lider zufielen, sah sie noch in die freudig erregten Augen des Herrn, über dessen mangelnden Mut sie vor einer halben Stunde gelächelt hatte. Er hatte mit dem Glas eines Strandkorbverleihers erkannt, daß sie in höchster Gefahr war, und die beiden hatten, so schnell es ging, einen Kahn vom Steg losgemacht und sie eben noch rechtzeitig erreicht. Nach einem Tag Schonung war Ingrid wieder ganz erholt. Aber sie schwor, sich nie mehr so weit hinauszuwagen. „Eigentlich waren Sie der Tapfere von uns beiden!" sagte sie, als sie mit Herbert nochmals über ihr erstes Zusammentreffen sprach. „Wieso?" meinte er. „Sie sind doch weiter hinausgeschwommen, während ich ..." „Während Sie umkehrten, ganz richtig. Aber vielleicht gehört mehr Mut dazu, einer Frau zu gestehen, daß man nicht mitmachen wolle!" lachte Ingrid. Am Nachmittag trennten sie sich. Er nahm sich vor, am Abend mit ihr auszugehen und bei einer Flasche Wein die Rettung zu feiern. Er war enttäuscht, als er sie abends nicht beim Promenadenkonzert sah, wo sich sonst alle Welt im Badeort trifft. Das Konzert war zu Ende, ohne daß er sie gefunden hätte. Da fiel ihm ein, daß sie vielleicht auf die Seebrücke gegangen fein könnte. Er eilte auf die Brücke, doch weder unter den darauf Spazierenden noch unter den Gästen des Restaurants am Brückenkopf entdeckte er Ingrid. lieber die Brücke wieder dem Land zuschlendernd, sah er von dem Kreuzer, der am Abend draußen in der Bucht vor Anker gegangen war und dessen Besatzung das bunte Bild auf der abendlichen Promenade noch bereichert hatte, eine Barkasse kommen. Er blieb stehen, um zu beobachten, wie sie an einem der Landeplätze der Brücke unter ihm anlegte. Plötzlich sah er unter den Aussteigenden eine Dame, und, kein Zweifel, es war Ingrid! Also dort hatte sie gesteckt? Sie hatte es anscheinend eilig gehabt, das Schiff zu besichtigen, während die allgemeine Besichtigung doch erst für morgen vorgesehen war. (Eben wollte er ihr winken und sie anrufen, da bemerkte er, daß Ingrid sich angelegentlich mit einem der Urlauber unterhielt. Da hielt er sich zurück und folgte ihnen unauffällig. Auch am Land verlor er sie nicht aus den Augen, bis er sie in einem Lokal an der Strandpromenade einkehren sah. Und als er später noch einmal an dem Lokal vorbeistrich und einen Blick in die Terrasse warf, sah er sie eben miteinander anstoßen. So schnell vergessen! dachte Herbert. Aerger und Schmerz über diese Enttäuschung zeigten ihm, daß ihm doch sehr an ihr gelegen gewesen war. Sie ist eben doch leichtsinnig, nicht nur beim Schwimmen, versuchte er sich zu trösten, und er beschloß, sie mit Verachtung zu strafen. Am nächsten Tag kümmerte er sich überhaupt nicht um sie. Er grüßte sie nur kühl und beteiligte sich an den ausgelassenen Späßen einer Gesellschaft anderer Burgnachbarn, um ihr zu zeigen, daß er nicht auf sie angewiesen sei. Im übrigen miet) er es, ihr zu begegnen. Drei Tage später standen sie sich plötzlich mitten im Wald an einer Weggabelung gegenüber. Nun konnte er ihr nicht ausweichen. „Aus reiner weiblicher Neugier wollte ich Sie schon längst etwas fragen!" sagte Ingrid. „Warum sind Sie eigentlich auf einmal so verändert mir gegenüber gewesen? Aufrichtig gesagt: ich habe es nicht begriffen; aber ich hege einen Verdacht." „Das fragen Sie noch?" antwortete Herbert. „Aufrichtig gesagt: ich liebe es nicht, wenn eine Dame an Herzerweiterung leidet! Eigentlich wollte ich Sie an dem Abend einladen; aber ich muhte feststellen, daß ..." „Mein Verdacht!" unterbrach Ingrid. „Na, bann lesen Sie, bitte, mal das hier!" Sie reichte ihm eine Postkarte. „Liebe Ingrid! Wir legen morgen dort für drei Tage an. Erwarte Dich um halb neun an der Seebrücke. Bis dahin herzlichst Dein Walter", las Herbert und sagte: „Ich wüßte nicht, warum mich das interessieren sollte!^ „Den Absender sollen Sie lesen, meinte ich!" „Absender: Fähnrich z. S. Walter Lehnow", las Herbert. „Lehnow? Lehnow? Dann war es ja..." „Mein Bruder!" lachte Ingrid. „Ja, das war ein überraschendes Wiedersehen!^ Herbert schwieg eine ganze Weile nachdenklich. „Jetzt habe ich auch eine Frage", sagte er dann sie fest ansehend. „Aus reiner weiblicher Neugier wollten Sie wissen, warum ich mich so benommen hätte — nur aus reiner weiblicher Neugier?" Aber als er jetzt ihre Augen sah, brauchte er die Antwort nicht abzuwarten. Zeitschriften. — Manche Leute glauben, das flache Land sei bei Luftangriffen kaum ober wenig gefährdet, weil die Häuser kleiner und weniger eng gebaut seien, und weil diese Ziele „sich auch gar nicht lohnten". Wie steht es mit dieser Logik aber wirklich? Welche Wirkungen können entstehen, wenn doch einmal auf Dörfer Bomben fallen? Darüber unterrichtet ein großer Bildbericht im neuen Heft der „Sirene", der deutlich die Gefahren eines Luftangriffs auf bas offene Land und die große Bedeutung rechtzeitiger Schutzmaßnahmen zeiK. und ihr den Geist einer fast gänzlich verlorenen Tradition wiederzugeben. 1936 wurde ihm vom Kaiser von Japan der Orden der ausgehenden Sonne I. Klasse verliehen als Anerkennung für die Leitung der Deutsch-Japanischen Gesellschaft. Elektrifizierung der österreichischen Bundesbahnen? W i ß n , 12. Aug. (DNB.) Das „Linzer Dolksblatt" und das „Echo" bringen Mitteilungen von unterrichteter Seite, wonach eine österreichische Gruppe unty Führung desPrinzenJosiasvonCo- bürg, zu der der ehemalige Finanzminister und jetzige Gouverneur der Postsparkasse Dr. Buresch und Handelsminister S t o ck i n g e r als Vertreter des österreichischen Staates traten, mit der amerikanischen General Electric Co., einem der größten Elektrokonzerne der Welt, Verhandlungen über die Elektrifizierung des ganzen Streckennetzes der österreichischen Bundesbahnen aufgenommen haben. Die Verhandlungen führten zu einem formellen Angebot der genannten Firma. Den Bundesbahnen soll ein Betrag von 300 Millionen Schilling, davon die Hälfte in West-Devisen, zur Verfügung gestellt werden. Der Bolschewismus rüstet. Oie Verstärkung der Roten Armee. Mit einem Federstrich hat die Sowjetregierung in Moskau die Stärke des stehenden Heeres um die Hälfte erhöht. Sie hat das Einberufungsalter von 21 Jahre auf 19 Jahre herabgesetzt. Bereits im Herbst 1936 muß sich die Hälfte der neuen Rekruten stellen, die andere Hälfte im Jahre 1937. Diese Übergangszeit dauert bis 1940. Dann wird zum erstenmal wieder ein voller Jahrgang eingezogen. Die jährliche Rekrutenquote in Sowjetruß- land wurde mit 1,2 Millionen Mann angegeben gegen nur etwa eine halbe Million in Friedenszeiten. Rußland hat in den letzten Jahren seine Kriegsbereitschaft ständig erhöht. Nach Angaben des japanischen Kriegsministeriums, das über die sowjetrussischen Verhältnisse natürlich gut unterrichtet ist, zählt die Armee Sowjetrußlands heute 1600 000 Mann, von denen 750 000 zum aktiven Heer, 600 000 zu den Reserven, 160 000 Mann zur GPU. und 90 000 Mann zu den Transportkolonnen gehören. Die Zahl der sowjetrussischen Infanterie- Divisionen betrug 1927 70, 1935 aber 85. Im gleichen Zeitraum verdoppelte sich die Zahl der Kavallerie-Divisionen von 10 auf 20, die Kampfflugzeuge vermehrten sich von 1200 auf nominell 4 0 00, dagegen geben aber Sowjetquellen und französische Nachrichten an, Sowjetrußland besitze bereits über 6000 moderne Militärflugzeuge. Die Zahl der Tanks erhöhte sich von 180 im Jahre 1927 auf über 4000 im Jahre 1935. Während die Ausgaben für das sowjetrufsifche Heer im Jahre 1931 1,4 Milliarden Rubel betrugen, waren sie im Vorjahre auf 6,5 Milliarden Rubel gestiegen und für 1936 ereicht die Summe die phantastische Ziffer von 14,8 Milliarden Rubel! Fast 50 v. H. der Einnahmen der Sowjetunion werden für Heeres- zwecke aufgewandt. Durch die gewaltige Steigerung des Heeresbestandes aber wird diese Ziffer noch mehr in die Höhe getrieben. Man kann rechnen, daß statt rund 15 Milliarden im nächsten Jahre 22,5 Milliarden Rubel für die Rote Armee verwendet werden müssen. Während der Bolschewismus überall außerhalb seiner Grenzen mit Friedensphrasen hausieren geht und die westlichen Demokratien sowie die Tschechoslowakei und Rumänien darauf hereingefallen sind, macht Moskau die größten Anstrengungen, um zu einer Militärmacht zu werden, die schon durch ihre Masse die Funktionen einer bolschewistischen Dampfwalze übernehmen kann, die alles in Grund und Boden stampfend. Das ift eine Gefahr für den Weltfrieden um so mehr, als der Kommunismus die Grundlage der mosko- witischen Armeen ist und den Ausrottungskrieg ge- gegen alle „Klassenfeinde" als Dogma für den russischen Militärpflichtigen verkündet. Die roten Zaren im Kreml haben sich aus den Kriegsdienstverweigerern der russischen Revolution, aus den Pazifisten schnell und folgerichtig zu den größten Militaristen der Gegenwart entwickelt. Und nur daran sind sie zu messen. Ihre Friedensphrafen sind nur die Tarnung, hinter der sie die gewaltigste Aufrüstung vollziehen, um ihr Ideal der Gleichförmigkeit der asiatischen Barbarei in ganz Europa und darüber hinaus zu verwirklichen. Die Rote Armee ist ein Instrument der Weltrevolution. Wie der bolschewistische Umsturz entfesselt wird, ist lediglich eine untergeordnete Frage taktischer Natur. Bis Ende 1932 hofften die Bolschewisten auf Berlin, jetzt haben sie alles auf die französische und die spanische Karte gesetzt. Dieses gewaltige Instrument des Kommunismus dient nicht der Verteidigung, sondern ist als politisches Instrument gedacht. Auf dem letzten kommu- nistischey Parteikongreß der Sowjetunion wurde am 21. Januar 1936 eine Entschließung angenommen, in der es heißt, die Rote Armee dürfe nicht nur ein Derteidigungsinstrument sein, sondern sic müsse in den noch vorhandenen imperialistischen Staaten „dem Proletariat dieser Länder nötigenfalls in seinem Kampf gegen den Imperialismus eine entscheidende Unterstützung erweisen." Diese und ähnliche Aeußerungen aus der letzten Zeit taffen darauf schließen, daß sich Sowjetrußland ohne weiteres in die inneren Angelegenheiten eines Landes mischen wird, wenn es die Zeit dafür gekommen glaubt und sich stark genug fühlt. In Moskau wird der kommende Krieg ausgebrütet. Wer daran noch zweifelt, dürfte durch die neue Verstärkung der roten Heereswaffe wohl eines Besseren belehrt sein. Ein Dementi der rumänischen Gesandtschaft. Berlin, 12. Aug. (DNB.) Die Königlich Rumänische Gesandtschaft Berlin teilt mit: Die in einigen ausländischen Zeitungen erschienene Nachricht, wonach Rumänien die Absicht hat, eine Reihe von Eisenbahnlinien zu bauen, um eine direkte Verbindung zwischen der Tschechoslowakei und Sowjetrußland durch Rumänien herzustellen, ist vollkommen unzutreffend. In Wirklichkeit handelt es sich nur um den doppelgleisigen Ausbau der bereits vorhandenen Eisenbahnlinie, die das Innere Rumäniens mit der Tschechoslowakei verbindet. Alle anderen diesbezüglichen Kombinationen sind vollkommen unbegründet. Der Vormarsch der spanischen Nationalisten. Lissabon, 13. Aug. (DNB. Funkspruch.) General Queipo de Llano teilte über den Sender Sevilla mit, daß die vor Malaga operierenden Streitkräfte der Militärgruppe am Mittwochfrüh von L a Ronda aus ihren Vormarsch ange» treten hätten. Die Truppen hätten sich um 5.30 Uhr abends bei Anteq uera befunden. Durch Rundfunk wurde ferner bekannt gegeben, daß die unter dem Befehl des Generals Franco stehenden nationalistischen Truppen bei M e - r i d a, etwa 100 Kilometer östlich von Badajoz mit der von General Mola befehligten Nordgruppe der Nationalisten Verbindung genommen haben. Badajoz sei völlig eingekreist. Von der portugiesischen Grenze wird gemeldet, daß am Mittwoch vier breimotorige Flugzeuge erneut Bomben über Badajoz abgeworfen haben. Die spanischen Grenzposten hätten sich den Nationalisten angeschlossen und verteidigten ihre Grenzposten gegen die Roten Sturmscharen auf Badajoz. Aus portugiesischer Seite haben sich zahlreiche Schaulustige eingefunden, die den Kampf jenseits der Grenze mit großer Spannung verfolgen. Aus Elvas wird berichtet, daß Badajoz schwer unter der Blutherrschaft der Roten leide. Die Kommunisten, die das Herannahen des Heeres der Nationalisten beunruhige und die das Ende ihrer Herrschaft kommen sähen, mordeten und ver- nichteten in sinnloser Wut alles, was ie erreichen könnten. Der Vormarsch der nationalistischen Truppen auf Badajoz habe sich ver- zögert, da die von den Kommunisten zerstörten Brücken erst wieder hergestellt werden mühten. Wie Havas aus Jrun meldet, ist am Mittwochabend die Stadt E i b a r von den Nationalisten cingen o.m men worden. In Eibar befinden sich zahlreiche Waffen- und Munitionsfabriken, die bisher die Regierungstruppen in San Sebastian mit Waffen versorgten. Das Geschützfeuer an der spanisch-französischen Grenze bei Jrun dauert weiter an. Mehrere Flieger der Nationalisten überflogen das von den Roten beherrschte Gebiet und warfen Bomben über San Sebastian ab. Die Truppen der Militar- gruppe standen Mittwochabend nur noch drei Kilometer vor Jrun. Die Nationalisten sollen bereits Villabona etwa zehn Kilometer nördlich von Tolosa besetzt haben. San Sebastian soll nach der Einnahme von Tolosa durch die Nationalisten ganz plötzlich sein äußeres Bild stark verändert haben. Ein Massenauszug der Bevölkerung aus der Stadt habe eingesetzt. Die Rote Miliz sei zum größten Teil verschwunden. Die Stadtverwaltung habe bekannt gegeben, daß Die Wasserzufuhr unterbrochen sei und daß die Bevölkerung sich aus den Springbrunnen oder den Wasserquellen außerhalb der Stadt mit frischem Wasser versorgen müsse. Die Nachrichtenagentur Fournier meldet aus Madrid, daß im Alcazar von Toledo noch immer 200 Militärpersonen und 900 Mann Zwil- garde eingeschlossen seien. Die drei Meter Di cf en Mauern Der Festung hätten bisher a l l e n A n - griffen der Marxisten st a n d g e h a l t e n. Die Lebensmittel sollen noch für eine Woche aus- reichen. Der Festungsbrunnen gebe jedoch nur sehr spärlich Wasser. Zwei nationalistische Generäle in Barcelona erschossen. Paris, 12. Aug. (DNB.) Nach einer Havas- melDung aus Barcelona sind Die spanischen nationalistischen Generäle Goded und B u r r i e I, Die in Barcelona gefangengenommen roaren, am Mittwoch um 6.20 Uhr in Den Graben Des Forts Montjuich bei Barcelona erschossen worden. Die Erschießung roirD Der Auftakt zu einem ruck- sichsloferen Vorgehen Der Militärgruppe sein. Vom nationalistischen Hauptguartier in Burgos war bereits Dienstag abenD durch Rundfunk bekanntgegeben worden, daß sämtliche Offiziere Der Regierungstruppen, die bereits gefangengenommen find ober künftig gefangen genommen werden, erschossen werden, falls die Madrider Regierung das Todesurteil gegen Die beiden Generale nicht in eine mildere Strafe umwandle. 3n den Kerkern von Madrid. Der konservativeMinisterMaura erschossen. Lissabon, 13. Aug. (DNB. Funkspruch.) Der frühere spanische Minister und Führer Der Linkskonstrvativen, Miguel Maura, soll, als er versuchte, in Die argentinische GesanDtschaft in MaDriD zu flüchten, erschossen worden sein. Jrn größten Gefängnis von Madrid befinden sich 18 00 Anhänger der Militärgruppe., darunter die Offiziere und Unteroffiziere Der Ma- DriDer Garnison, soweit Diese nicht bereits erschossen oDer im Kampf gefallen sinD. Im ersten Stockwerk sind 400 höhere Offiziere vom Major auswärts untergebracht, Darunter die Generäle Fanjul, Kapaz und Montesinos. Die gefangenen Offiziere roerDen w i e gewöhnliche Perbrecher behandelt. Im zweiten Stockwerk liegen 700 Offiziere und Unteroffiziere vom Hauptmann abwärts sowie zahlreiche Zivilisten. Im 3. Stockwerk sind 700 Mitglieder Der spanischen F as ch i st e n - P a r t e i untergebracht, darunter führenDe Persönlichkeiten Der Bewegung wie Ruiz De Alda und Sanchez Mazas, die bereits vor Ausbruch des Aufstandes verhaftet. worden waren. Seit einigen Tagen befinden sich in dieser Abteilung auch der Führer Der spanischen Liberal- Demokraten Melquedes A l v a r e z und Der Führer Der Agrarpartei Martinez De Velasco. Diario de Notizias berichtet von einem fürchterlichen BlutbaD, Das die Kommunisten in Der an Der Bahnstrecke Sevilla—Merida gelegenen Stadt C a - zalla d e la Sierra angerichtet haben. 4000 Kommunisten seien, nachdem sie durch nationalistische Truppen eine Niederlage erlitten hatten, nach der genannten Stadt geflohen und hätten Dort aus Rache 107 nationalistisch gesinnte Einwohner e r - 'schossen. Die bolschewistische Vluihenschast in Malaga. Deutsche Flüchtlinge berichten über die Kommuniftengreuel. Aus Dem Dampfer „General Osorio" hatte ein Vertreter Des DNB. Gelegenheit, mit Den Spanien- Deutschen zu sprechen. Fast alle stammen aus Malaga, wo Der kommunistisch- anarchistische Terror mit am schwersten wütet. Am 17. Juli, Dem gleichen Tage, an Dem die Truppen in Spanisch-Marokko ficb gegen Die MaDriDer Regierung erhoben, marschierte eine Kompanie Infanterie Der Garnison Ma- laga Durch Die StaDt zum Sitz Des Zivilgouverneurs, um Den KriegszustanD zu verkünden. In Der Nähe Des ZivilgouvernementsgebäuDes entwickelte sich eine Schießerei mit Den Kommunisten, Die sich balD zu einem Gefecht zwischen den Truppen und der Poli- z e i auswuchs. Auf Seiten Des Militärs ftanDen Die MitglieDer Der spanischen „Phalan x", eines von der Regierung am meisten verfolgten rechtsgerichteten Verbandes. Die linksgerichteten Gruppen stellten sich auf die Seite Der Polizei. In der Nacht zum 18. Juli lief außerdem ein großer Teil der Soldaten, von der sehr starken bolschewistischen Propaganda im Heer beeinflußt, zu Den Marxisten über. Die Uebermacht Der Roten war so stark, daß sich Die Nationalisten in Malaga nicht halten konnten. Die Bolschewisten gingen nun gegen Die wohlhabenden Bürger Der StaDt vor. 2Han warf sie in Die Gefängnisse. Als Diese überfüllt waren, fing man an, sie kurzerhand zu erschießen. Sie würben zu Fuß ober in Etagen zum Fried- hos gebracht unD Dort ermorDet. Die Toten übergab man Dem 2Uob, Der auf Den Leichen Freu- l u t i o n ä r e r R a t", aus Zivilisten zusammengesetzt, den Kommandanten Der Kriegsschiffe beigegeben. Der KommanDierenDe General Der Provinz Malaga rourDe im Hafen von Marxisten erschossen. Vom 17. Juli an war die Stadt völlig von aller Welt abgeschnitten. Telephon, Telegraph und Eisenbahn waren völlig stillgelegt. Die Deutschen hörten zunächst lediglich Die Sender von Madrid und den nationalistischen Sender in Sevilla, bis eine Anweisung herauskam, wonach nur noch Der MaDrider SenDer abgehört roerDen Dürfe, Da nur Dieser „Die offiziellen und Die einzig wahren Mitteilungen" bringe. Außerdem wurde angeordnet, daß man Rundfunk nur noch bei geöffnetem Fenster und nachts bei beleuchtetem Haufe hören dürfe. Nur dank der Umsicht des deutschen Konsuls in Malaga war es möglich, sich einzeln und in kleinen Gruppen zu Den im Hafen eingetroffenen Deutschen Dampfern „Hero" unD „Saturn" zu begeben. Der Polizeikommissar von Malaga hatte Hotelautobusse zur Verfügung gestellt, Die Durch Polizeimannschaften geDeckt rourDen. Nur so gelang es, Durch die kommunistischen Viertel hindurchzukommen und deutsche Volksgenossen aus ihren Wohnungen zu befreien, die schon tagelang abgeschlossen von aller Welt hatten verweilen müssen. Die Deutschen konnten nur das Allernotwendigste mitnehmen; die meisten sind ganz ohne Geld und ohne sonstige Mittel. Um so erfreuter waren sie über die überaus herzliche und freundliche Aufnahme, Die ihnen an BorD Der Deutschen Schiffe zuteil rourDe. Denlänze aufführte. Dann wurden Käufer und Villen in Brand gesetzt. Die Hauptstraße von INalaga und die Wohnviertel der wohlhabenden kreise waren bald ein einziges großes Flammenmeer. Gewaltige Rauchschwaden verpesteten tagelang die Luft fast bis zum Ersticken. Schon in den ersten Tagen wurde das Grundbuchamt für Stadt- und Landbesitz inBrandgesteckt, damit später nicht etwa Ansprüche auf Schadenersatz erhoben werden könnten. Das Worden hörte nicht auf. Elan ging zur Verfolgung der Wilglieder der rechtsgerichteten Verbände über. Eine planmäßige Treibjagd begann. Aus ihren Wohnungen geholt, wurden die verfolgten auf der Straße sofort erschossen. Ebenso ver- fuhr man bei Haussuchungen, die von Roten Milizen bei rechtsgerichteten Personen vorgenommen wurden, hierbei verschwanden außerdem zahlreiche Wertgegenstände. Aus aller Wett. Schwere Unwetter an der französischen Atlantikküste. Aus allen Provinzen Frankreichs mit Ausnahme Der Mittelmeerküste werden schwere Niederschläge gemeldet, Die überall großen Schaden angerichtet haben. Am meisten wurde die französische Atlantikküste heimgesucht, wo sintflutartige Regen fälle niedergingen. In der Umgebung von Boulogne für Mer, Saint Omer und Saint Paul ist die gesamte Ernte vernichtet worden. Der Sachschaden wird auf über 12 Millionen Franken geschätzt. Weite Flächen stehen unter'Wasser, die Landstraßen waren teilweise in reißende Sturzbäche verwandelt. Zahlreiches Vieh ist Dem Unwetter zum Opfer gefallen. Der Verkehr ift in oer- schiedenen ©egerfDen sogar auf Den großen Ver- binDungsstraßen unterbrochen. Auf Der kleinen, Der Küste Der Vendse vorgelagerten Insel Noir- m o uti er rourDe die Kirche vom Blitz getroffen. Der Turm, Der Den Schiffen als Anhaltspunkt Dient, ift ein Opfer Der Flammen geroorDen. In 5) e r b i e r s , unweit van Sabies D'Olanne, rourDen zwei ßanDarbeiter vom Blitz erschlagen. Auch in Der Umgebung van Belfort wütet seit 24 Stun- .. Den ein heftiges Unwetter, Das unermeßlichen - «Schaden «mchtete. Die LanWraßen, die völlig Inzwischen hatte im Hafen von Malaga Die Aktion Der roten Matrosen eingesetzt. Die Q f f i 3 i e r e, Die auf Seiten Der Nationalisten standen, wurden von Der eigenen Mannschaft ver Has - tet. Fünf Kriegsschiffe tagen im Hafen von Malaga, Die nun von Gefreiten oder Decke»!..... xmuMn» Sogjsich wurde ein.»- überschwemmt sind, mußten für jeden Verkehr gesperrt werden. Furchtbare Waldbrände in Sibirien. Infolge Der ungeheuren Trockenheit unD Hitze sinD in Oftfibirien furchtbare WalDbrände ausgebrochen. Am stärksten beDroht sinD von ihnen Die Städte Swerblowsk und Archangel, Die bereits von Dicken Rauchwolken erreicht sinD. Zahlreiche Dörfer sinD von Den Flammen umzingelt unD vollständig zerstört. Auch eine Reihe von Personen, Denen jeDer Weg abgeschnitten war, fiel den Flammen zum Opfer. Man bemüht sich, eine große leere Zone um die brennenden Wälder zu legen, indem man alles Gebüsch niederschlägt und Gräben aufwirft. Die Eisenbahnlinie, die die Stadt Perm mit Archangel verbindet, ist von Den Flammen bereits erreicht. Ein Eilzug war gezwungen, mitten im WalDe zu halten, Da er von hohen Flammen unD Dichten schwarzen Rauchwolken umgeben war; nur Die schnellste Flucht konnte die Reisenden noch retten, während der Zug völlig ausbrannte. Außer den Feuerwehren hat man Flugzeuge eingesetzt, die die Richtung der Brände feststellen sollten, aber sie wurden durch den dicken Rauch zur Rückskehr gezwungen, ohne etwas erkundet zu haben. Hunderte von Familien haben alle ihre Habe verloren und sind obdachlos geworden. Der Leichtsinn von Jägern und Beerensammlern wird für Das Aufflammen Der Brände an Den verschiedensten Stellen verantwortlich gemacht, auch Funken von Lokomotiven haben sie längs der Bahnen verursacht, und an manchen Stellen hat Der Blitz eingeschlagen. Die ungeheure Ausdehnung aber war nur möglich durch die übermäßige Hitze und Trockenheit; Die Temperatur im Schatten stieg über 40 Grad Celsius in Archangel. Die Trockenheit hat auch bewirkt, daß die Schiffahrt auf Den Flüssen aufhören mußte, Da Der Spiegel bis zu zwanzig Zentimeter unter Dem tiefsten Stand im Sommer 1921, der bisher einen Rekord in der Dürre Darstellte, gesunken war. 20 Tote bei einem Eisenbahnunglück in Korea. In Korea ereignete sich ein schweres Eisenbahnunglück infolge großer Unwetter, Die Die Eisenbahngleise weithin unterspült hatten. Das Unglück forderte 20 Tote. Die Hauptstadt Koreas, Söul, ist von Ueberschwemmungen Des Hankang- Flusses bedroht. Unfall eines britischen Postflugzeuges. Das planmäßige Postflugzeug der von der British Airways beflogenen Nachtpoststrecke Hannover— Köln — London erlitt in der Nacht zum Mittwoch gegen 3 Uhr auf dem Flug von Hannover nach Köln einen Unfall. Aus bisher nicht geklärten Gründen mußte Das Flugzeug, das Luftpostsendungen aus Den nordischen Ländern an Bord hatte, in Der Nähe von Honnef eine Außen- lanDung vornehmen. Dabei rourDe Die Maschine 3 e r ft ö r t. Don Den zwei Mann Der Besatzung tarn einer ums Leben, einer wurde schwer verletzt. Bei vorschriftswidrigem Flug tödlich abgestürzt. Ein Flugschüler der Uebungsstelle Böblingen stürzte am 11. August bei Allersberg in Der Nähe von Nürnberg tödlich ab. Er hatte entgegen Den bestehenden strengen Befehlen einen Uebungs- flug dazu benutzt, über der Wohnung von Verwandten in vorschriftswidrig geringer H ö h e zu fliegen, wobei er an einem Baum hängen blieb. Bon einer Rakete die Hand abgerissen. In Trier fanden Schüler auf der linken Moselseite eine Rakete, die bei einem am Tage vorher ftattgefunbenen Feuerwerk anscheinend nicht abgeschossen worden war. Einer der Jungen nahm die Rakete in die Hand, ein anderer steckte sie mit einem Streichholz an. Plötzlich gab es einen furchtbaren Knall und einen markerschütternden Schrei — dem Jungen, der die Rakete gehalten ßatte, war d i e linke Hand bis zum Unterarm abgerissen worden. Ein vorüber- gehender Arbeiter, der in der Nähe tätig war, sprang hinzu und band den Arm des Jungen oberhalb der Wunde ab, damit keine Verblutung eintreten konnte. Der Junge hat außerdem erhebliche Verletzungen am Unterleib und an den Beinen davongetragen. 3rod Angeklagte des Baugrubenunglücks-Prozesses aus der haft entlassen. Im Prozeß wegen des Einsturzunglücks in Der Hermann-Goring-Straße wurden auf Beschluß des Gerichtes die Angeklagten Reichsbahnoberrat Kurt Vellberg und der Bauwart bei der Reichsbahn Wilhelm Schmitt aus der Haft entlassen. Ein Gemäldediebstahl nach 15 Jahren vor Gericht. Nach 15 Jahren hatte sich der 50 Jahre alte Heinrich Wentzel von Saarbrücken wegen eines G e- mäldediebstahls in der Mannheimer Schloßgalerie zu verantworten. Mit zwei anderen Diebesgefährten hatte er in den ersten Morgenstunden des 4. Juni 1921 mittels einer Leiter vom Jnnenhof zehn Gemälde im Werte von 7 0 0 0 0 Mark gestohlen. Die Einbrecher waren von dem Wächter beim Diebstahl betroffen worden. Der Wächter gab sich aber als solcher nicht zu erkennen, weil ihm ein Revolver vor die Stirn gehalten wurde und er jedes Vorgehen gegen die Diebe wohl mit dem Leben bezahlt hätte. Die Gemälde wurden in Frankfurt a. M. abgesetzt und von der Kriminalpolizei nach Mannheim zurückgebracht. Zwei der Diebe wurden gefaßt und zu viereinhalb bzw. vier Jahren Zuchthaus verurteilt. Der Dritte Täter floh in Das ©aarlanD unD rourDe Dort wegen Diebstahls zu sechs Jahren Zwangsarbeit in Cayenne verurteilt. Es gelang ihm jebotf) 1930 von Dort zu entfliehen unD in Süd- amerifa Stellung zu finDen. 1933 kehrte er, angeblich wegen Krankheit feines Vaters, nach Saarbrücken zurück. Der eine inzwischen aus Dem Zuchthaus entlassene Diebesgefährte entDecfte ihn hier und überantwortete ihn Dem Gericht, nachdem seine Erpressertätigkeit an dem Geflohenen nur geringen Erfolg hatte. Da der Angeklagte durch sein Schicksal nach der Flucht schon an sich bestraft war, sah Das Gericht milDernDe Umstände für gegeben und sprach gegen ihn eine Gefängnisstrafe von zwei Jahren aus. Bei nervösen Herzsiörnngen wirkt Klosterfrau - Melissengeist ausgleichend auf die Herztätigkeit und sorgt für geregelten Puls, vor allem, wenn durch Genuß starken Kaffees, schwerer Zigarren, Zigaretten, übermäßige köx- verliche und genüge Anstrengungen oder feenfeoe Aufregungen Beschwerden auftreten. Ein Ten Klofterfrau-Meliffengeist ist mit zwei Teilen Wasser in einem Likörglas täglich zwei- bis viermal zu nehmen. Herzauffchläge mit halb Melissengeist und halb Wasser, etwa 10 bis 15 Minuten dauernd, unterstützen die Wirkung. Verlangen Sie die ausführliche Druckschrift Nr. 203 völlig kostenlos von der alleinigen Herstellerin Maria Clementine Martin, Klosterfrau, Köln. amV Reichsbürgschasten für Kleinwohnungen. Inmitten des Trubels um die Olympischen Spiele droht fast eine Verordnung des Reichsfinanz- und Arbeitsminifters verloren zu gehen, die in den ersten Tagen des August veröffentlicht wurde. Der Höchstbetrag der Reichsbürgschaften in dem Klein- Wohnungsbau ist von 2 5 0 auf 400 Millionen Mark erhöht worden. An gutem Willen und an energischen Vorarbeiten zur Durchführung des vom Heimstätten- Amt der DAF. in Angriff genommenen Um- siedlungs- und Arbeitersiedlungsprogramms hat es wahrhaftig nicht gefehlt. Den besten Erfolg hatte wohl seinerzeit die vor einem Jahr gegründete „Arbeitsgemeinschaft zur Förderung des Arbeiter-Wohnstättenbaus" aufzuweisen. Sie vereinigte Gemeinden, Industrie- Unternehmungen, Siedlungsgesellschaften, Treuhand- stellen, Architekte und Handwerker zu gemeinsamer Arbeit. Bereits nach einem Jähr stellten Unternehmungen nicht weniger als 40 Millionen Mark von sich aus teilweise zinslos zur Restfinanzierung zur Verfügung. Die Schiffahrt baute Seefahrersiedlungen usw. Trotzdem blieb das Problem der Aufbringung der zweiten und dritten Hypothek überaus schwierig. Dies hängt naturgemäß sehr eng zusammen mit der Inanspruchnahme des Kapitalmarktes durch das Reich. Immerhin schätzten zuverlässige Statistiken die Summe, die in den letzten Jahren in die Finanzierung von Eigenheimen durch die Siedlungslustigen selbst gesteckt worden ist, auf rund 800 Millionen Mark. War die Finanzierung der Wohnungsbauten in der Nachkriegszeit ganz im Gegenteil zur Vorkriegszeit schon eine Sache der öffentlichen Hand geworden, so lag der Gedanke einer einheitlichen Konzentration um so näher. Dor allem mußte versucht werden, die Siedlungen billiger herzustellen. Für eine Arbeitersiedlung sollte der Preis von 20 Pfennig für den Quadratmeter nach Möglichkeit nicht überschritten werden, meint Dr. Wagner, der Vorsitzende des Reichsoerbandes deutscher Heimstätten. Bei sehr vielen Siedlungen ist übersehen worden, welche Kosten später durch das Wachsen der Gemeinden für Schulen, Kirchen, Verwaltung usw. automatisch entstehen mußten. Bei den heute üblichen Kleinsiedlungen mit anderthalb Zimmer und Wohnküche im Erdgeschoß, ausbaufähigem Obergeschoß, Keller, Stall, Abort usw. liegen die Gesamtkosten zwischen 5000 und 6000 Mark. Der Siedler soll von dieser Summe mindestens 20 Prozent Eigenkapital aufbringen, das heißt also 1000 Mark. Die erste Hypothek muß mindestens bis zu 65 v. H. gehen, beträgt also etwa 3250 RM. Das Reich übernimmt für den Teil der Hypothek, der 40 v. H. der Gesamtkosten überschreitet. die Ausfallbürgschaft. Der Restbetrag von 750 RM. wird vom Reiche als Tilaungsdarlehen zu 4 v. H. mit 1 v. H. Tilgung zur Verfügung gestellt. In die Summe von 1000 Mark Eigenkapital dürfen noch hineingerechnet werden Darlehn der Betriebsführer an den Kleinsiedler, Verwandtendarlehn, Selbsthilfearbeiten des Siedlers. Um die Arbeitersiedlung wirtschaftlich zu erhalten, muß nachgewiesen werden, daß die Belastung des Siedlers nicht mehr als 25 v. H. fernes monatlichen Einkommens ausmachen darf. Man erwartet von ihm auch den Nachweis einer entsprechend kleinen Summe zur Anschaffung des notwendigsten Siedlerbedarfs, Klein- vielis, Samen und Bäume usw. Aus diesen Aufstellungen geht hervor, ein wie gewaltiger Schritt vorwärts die Erweiterung der Reichsbürgschaften von 250 auf 400 Millionen Mark bedeutet. Der größte Teil wird ja von der Reichsanstalt zur Verfügung gestellt, die von sich aus in der letzten Zeit auf die einheitliche Zusammenfassung aller öffentlichen Bauten in einer Hand drängte. Nach den Berechnungen der Arbeitsfront gibt die Erstellung einer einzelnen Siedlunasstelle zwei Arbeitskräften für ein volles Jahr Arbeit. Die Errichtung von 200 000 Siedlungsstellen im Jahre, eine kapitalmäßig durchaus tragbare Ziffer, würde also allein 400 000 Arbeitskräfte jährlich beschäftigen. Das ist ein um so wichtigeres Problem gerade für die sogenannten Zentren der Erwerbslosigkeit infolge von Standortsverlegungen der Industrie. Hier liegt einer der Anhaltspunkte, von denen aus versucht wird, die Ziffer der Erwerbslosigkeit auf der einen Seite und die Krisenfestigkeit der Arbeiter auf der andern Seite zu vermindern bzw. zu erhöhen. Inmitten der Höhepunkte der olympischen Wettkämpfe ist es nicht ohne Reiz, gerade diese Pro- Bei herrlichstem Wetter fand das Kreis-Schiedsrichtertreffen des Sportkreises Gießen im Fachamt Fußball statt. Der Leiter der Schiedsrichter-Kameradschaft Wetzlar eröffnete die Arbeitstagung. Kreisfachamtsleiter Hugo Henkel und der Kreis- Schiedsyjchter-Mitarbeiter Grote sprachen über die Pflichten und Rechte des Schiedsrichters. Daraufhin spielte eine Mannschaft der Schiedsrichter-Kameradschaft Gießen gegen die gleiche von Wetzlar. Die Gießener siegten hier durch bessere Stürmerleistungen mit 3:1 Toren. Am Nachmittag hatten dafür die Wetzlarer die Genugtuung, über die Gießener Mannschaft mit 4:1 Toren zu siegen. Beide Spiele waren sehr fair verlaufen und wurden auch von den Anwärtern durchschnittlich gut geleitet. Als dann die beiden Auswahlmannschaften der Gruppen Gießen und Wetzlar den Platz betraten, hotten sich ungefähr 400 Zuschauer eingefunden, die von den gezeigten Leistungen auch nicht enttäuscht waren. Das Spiel der AuSwahlmannschasten. Gießen — wehlar. Die größte Ueberraschung war der verdiente Sieg der Gießener. Diese hatten die geschlossenere Mannschaft zur Stelle, die, abgesehen von schwachen zehn Minuten, in der zweiten Halbzeit bis zum Schlüsse das sehr schnelle Tempo des Spieles durchstand. Demgegenüber verfügte Wetzlar besonders im Sturm über die besseren Einzelspieler, die aber durch ihre Eigennützigkeit viel verdarben. Die G i e ß e n e r standen: Happel^Steinberg); Gabriel (Lollar), Lippert (1900 Gießen): Mund (VfB.), Knaus (VfB.), Klinke! (Lollar): Ehrhardt (1900), Enders (1900), Heß (VfB.), Fett (Steinberg), Szponick (VfB.) Bei den Gießenern war die Hintermannschaft überragend. Die Verteidigung erwies sich als sehr schnell und schlagsicher. Die Gießener Läuferreihe war gut. Leider konnte der rechte Flügel nicht restlos befriedigen. Heß in der Mitte führte den Sturm erfolgreich und konnte selbst zwei Tore erzielen. Der linke Flügel war der gefährlichste Mannschaftsteil und durch ihn wurden die Erfolge eingeleitet. Fett schoß ebenfalls zwei Tore. Die Wetzlarer Hintermannschaft hatte nicht die Qualitäten der Gießener. Insbesondere wirkte ihre bleme einmal aufzugreifen. Sie sind der beste Beweis dafür, daß selbst während so großer und umfassender Vorbereitungen von den zuständigen Stellen noch Zeit und Raum gefunden wurde, an so wichtige soizalpolitische Fragen heranzugehen. Es bedarf nur einer gewissen Gegenüberstellung dieser sozialen Aufbauarbeiten in Deutschland mit den Nachrichten, die aus jenen Ländern zu uns dringen, deren demokratische Einrichtungen uns als vorbildlich vor Augen gehalten wurden. Während gerade diese Staaten, wie z. B. Frankreich, sich im Mittelpunkt weittragender Auseinandersetzungen über bei uns längst erledigte soziale Probleme befinden, während Siedlungsprobleme, Landverteilungen usw. den Anlaß zu Bürgerkriegen geben, wie in Spanien, vollzieht sich bei uns auf weitaus begrenzterem Boden inmitten einer viel größeren Enge ein ruhiger und stetiger Aufbau, der auf dem Internationalen Freizeit-Kongreß in Hamburg und den anschließenden Besichtigungsfahrten vieler internationaler Fachleute durch Deutschland restlos gnerkannt worden ist. Verteidigung oftmals sehr unsicher. Die Läuferreihe war der beste Mannschaftsteil der Wetzlarer. Der Wetzlarer Sturm befriedigte in seiner Gesamtheit nicht. Die Wetzlarer begannen das Spiel mit schnellen Angriffen. Nachdem ihr Halblinker eine sichere Chance drübergeschossen hatte, waren die Gießener durchgebrochen: ihr Angriff aber wurde unfair abgestoppt. Den fälligen Freistoß schoß Knaus über das Tor. Als Knaus eine Weitvorlage zu Szponick gab, und dieser sofort zu dem vor dem Tore freistehenden Enders flankte, schien ein Tor sicher. Enders schoß jedoch vorbei. Zwei Ecken für Wetzlar brachten nichts ein. Wieder ist der linke Flügel durchgebrochen. Szponick flankte, Heß nahm den Ball auf, eine kurze Täuschung und es stand 1:0 für Gießen! Zwei Minuten vor Halbzeit köpfte Wohlgemuth auf das Gießener Tor, bei der Abwehr prallte Happel mit seinem Verteidiger zusammen und beide kamen zu Fall. Wohlgemuth erfaßte die Situation und schoß den abspringenden Ball wuchtig ins Tor, Happel schnellte jedoch vom Boden hoch und hielt diesen Ball. Eine glänzende Leistung! Dann war Halbzeit. Bald nach Wiederbeginn führten die Gießener 3:0. Jetzt warfen die Wetzlarer alles nach vorne. Es schien, als ob die Gießener dem schnellen Tempo nicht mehr gewachsen sind. Blech flankte zu Wohlgemuth und dieser köpfte knapp an der Außenlatte vorbei. Aber schon im Gegenangriff war es Wohlgemuth, der auf 3:1 verkürzt. Anschließend gingen zwei scharfe Schüsse von Blech neben das Tor. Der Wetzlarer Sturm wechselte jetzt das System, Wohlgemuth bleibt zurück, und die Halbstürmer stürmen. Hierdurch bekommt er immer wieder freies Schußfeld. Der Erfolg blieb nicht aus. Er erhielte das zweite und auch anschließend das dritte Tor. Jetzt griffen die Gießener wieder an und als Enders im Strafraum gelegt wurde, war durch den Elfmeter, den Fett unhaltbar verwandelte, der Sieg ficher- gestellt. Beim Schlußpfiff hatte die Gießener Mannschaft einen großen Erfolg errungen. Lehrgang im Frauenturnen in Wetzlar. Am vergangenen Samstag und Sonntag fand unter Leitung des Kreisfrauenturnwartes Schneider (Wetzlar) ein Lehrgang im Frauenturnen Appell der Schiedsrichter im Kreis Gießen. statt. 50 Turnerinnen, öorfurnerinnen unb Seite« rinnen von Frauenabteilungen waren da und gaben sich mit größtem Eifer der Lehrgangsarbeit hin. Neben den Geräteübungen für das Kreisfrauenturnen widmete man sich auch den volkstümlichen Uebungen; neben guten Leistungen, die von der Lehrgangsleitung anerkannt wurden, hatte diese aber auch Gelegenheit, mancherlei Fehler und irr- tümliche Auffassungen zu berichtigen, so daß man nunmehr beim Kreisfrauenturnen mit guten Erfolgen rechnen kann. Auch die Uebungen des gymnastischen Vier- kampses — Schwebekante, Medizinball, Seil und Keulen — wurden restlos durchgenommen und geübt, so daß man nunmehr doch die Ueberzeugung haben kann, daß in allen Vereinen nicht nur planmäßig, sondern auch in richtigem Uebungsaufbau gearbeitet wird. Volkstanz und Spiele (hier sei vor allem Korbball erwähnt, an das die Turnerinnen nach kurzer Erklärung durch Dr. Loh (Wetzlar) mit Feuer- eifer herangingen) vervollständigten die Lehrgangs- arbeit der zwei Tage und gaben einen großen Ausschnitt aus dem reichen Arbeitsgebiet und Be- tätigungsfelb, das den Frauen im Fachamt Turnen des Reichsbundes für Leibesübungen heute geboten ist. Möge die Arbeit der zwei Tage allen Vereinen des Kreises in der rechten Form zugutekommen und allen Turnerinnen unseres Kreises Segen bringen an Leib und Seele. Wetterbericht des Reichsweiterdienstes. Ausgabeort Jranffurt In den über dem westlichen Teil des Festlandes wieder aufkommenden östlichen Luftströmungen drangen am Mittwoch kühlere Luftmassen vom Meer her vor und führten dabei zu Landregen, die den ganzen Tag über anhielten. Besonders ergiebig waren die Niederschläge im Südwesten und Süden des Reiches, wo zwischen 60 und 90 Liter Wasser pro Quadratmeter niederfielen. Da jetzt die Wirbeltätigkeit über dem Atlantik wieder stärker in Gang gekommen ist, wird sich auch in den nächsten Tagen das unbeständige und zeitweise regnerische Wetter noch fortsetzen. Aussichten für Freitag: Uebermiegenb bewölkt, zunächst zeitweise auch aufgeheitert, später wieder zeitweise Niederschläge. Temperaturen um 20 Grad Celsius, südwestliche Winde. Aussichten für Samstag: Fortdauer des unbeständigen und zeitweise regnerischen Wetters. Lufttemperaturen am 12. August: mittags 18,1 Grad Celsius, abends 15,7 Grad; am 13. August: morgens 15 Grad. Maximum 19 Grad, Minimum heute nacht 13,9 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 12; August:: abends 18,4 Grad: am 13. August: morgens 17 Grad. — Niederschläge 10,7 mm. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange: für Feuilleton: i. V. Dr. Fr. W. Lange; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D.A.VII.36: 9350. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts- Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. zusehen. Gießen, den 12. August 1936. 03662 nach kurzer, schwerer Krankheit in die Ewigkeit abberufen. Die Beisetzung findet in Mainz statt. Von Beileidsbesuchen und Blumenspenden bitten wir ab- Am Dienstagabend wurde mein lieber Mann, unser guter Vater und Großvater Im Namen aller Hinterbliebenen: Marie Flörke, geb. Herrl Dr. Wilhelm Flörke. 502«v Verkäuferin Oberreallehrer i.R. Karl Kunkel * 17. 2 1867 In Rockenberg. Nachdruck verboten Ohne Gewahr Fliesenleger Gießen und Stettin, 13. August 1936. 12. August 1936 4. Ziehungstag In der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 150 RM gezogen 03644 sofort gesucht für 354106 Vermietungen"] 2000 RM. 5451 12107 13653 19188 Nissen 03664 Roonstrafre20v 412 Gewinne zu 300 RM. 527 3114 3280 3571 3664 4910 5067 5357 6006 14906 | Empfehlungen *380 A MMen von RM.2.50 an O. Uhr und Günther. Leder-Röhrig Gießen (Ludwigsplatz 9), den 13. August 1936. 03663 178073 229059 375490 87483 132104 215200 309540 348618 18011 30156 45059 63871 76184 96682 143254 226567 313803 362865 189085 229582 381438 27796 42438 61364 67749 85226 1000 RM. 140173 190232 241235 394551 500 RM 112074 183785 266306 346297 3497 16300 27912 43452 63151 74424 88123 101866 172564 240280 315224 366139 103690 177363 248757 323509 372717 20378 39786 47042 66375 79484 26854 41652 56914 66982 83908 87336 121276 208624 272677 347792 22088 40215 54981 66386 81086 Oamentasdien Zuml.Sevt.od. spät, freundliche 2 Zimmer m. Baderaum a. Kochgelegenheit u. Mans.-Zimm. zu vermiet. 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Aus jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gesallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 43956 163322 177741 62460 117667 163546 9272 70653 93348 14548 65423 68907 141262 170996 175689 216668 223951 228621 268294 396601 337608 346527 94351 94355 98330 100872 100883 101342 101639 105387 108708 109458 112947 113004 115529 116658 117908 123416 123958 126511 127263 130494 134401 134759 136786 137883 138325 142812 145342 146778 148016 151969 155107 156895 167204 158472 160996 164612 166002 166656 167398 169403 172116 174759 175952 177826 178611 180179 180440 184378 185574 186698 192367 193721 194333 198561 200263 204071 205456 206333 208611 208764 209082 216606 216924 222180 222654 224773 224903 229915 233762 235196 237214 237483 239686 240594 244072 248835 250144 251811 256070 259893 260606 261865 270041 271150 272066 280779 281855 292445 295077 296588 306506 307311 309041 310336 313314 315108 317858 321910 322715 323262 330627 331166 333980 336784 337709 342782 347324 353470 354146 355116 355823 360270 361064 362127 362811 364749 365530 366103 367263 367612 374389 379763 382689 383423 384831 387683 388265 389705 389959 391666 397165 398335 Das klassische Fachbuch für Pilzfreunde und -kenner in neuem Oewande und zu stark ermäßigtem Preise Prof. Dr.W. 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Nr. ,88 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Donnerstag, ,5.August ,956 Aus Oer provmzutthauptstaOt. Urlaubsreifen am Schreibtisch. Wenn ich ein böser Mensch wäre, dann würde ich mich über das Regenwetter der letzten Wochen freuen, denn in diesem Jahre kann ich keine Urlaubsreise machen. Ich muß zu Hause bleiben und zuschauen, wie Tag für Tag der Himmel seine Schleusen öffnet. Aber ich hoffe doch, daß die Besucher an der See und in den Bergen besseres Wetter haben als wir. Sie wollen sich erholen, sie wollen sonnige Tage und blauen Himmel haben, sonst wäre es ja keine rechte Erholung. Ich fitze an meinem Schreibtisch und denke zu- rück. Es ist aber nicht so, daß ich mich gräme, weil ich nicht verreisen kann. D nein! Auch zu Hause kann ich mich erholen. Ich habe das schon mehr getan. Es bedarf dazu nur ein wenig Umstellung: möglichst früh aufstehen und sobald man merkt, daß ein schöner Taa heraufzieht, wird der Rucksack gepackt. Das sind kleine Urlaubsreisen, aber nicht minder schön als die andern. Was soll es aber geben, wenn es immer wieder regnet? Da habe ich auch kleine Zaubermittel; denn ganz links in meinem Schreibtisch ist eine Schublade, die gefüllt ist mit Erinnerungen an meine früheren Reisen. Da kann es auch regnen. Beim Lesen dieser Aufzeichnungen versinkt für mich die Umwelt. Ich bin wieder an der See, ich sitze im Segelboot. Wir turnen in den Sanddünen, wir schwimmen um die Wette. — Wie war das damals doch in dem kleinen Försterhaus auf Rügen? Zwei Zwillingspaare, ganz hellblonde, blauäugige Kinder, hatten die Försters- leute. Wie oft haben wir in dem schönen Garten gesessen und mit den Kindern gespielt! Und dann in Tirol! Das kleine Haus am Bergesrand, in dem wir unsere „Jause" einnahmen, das werden wir nie vergessen. Aber das freundliche, schwarzhaarige Mädchen in dem Hause und die Eierpfannkuchen mit dem Obst dazu, das waren Magnete, die uns immer wieder anzogen. Und die Tage am Bodensee? Da liegt noch ein weißes Steinchen, das ich mir beim Rheinfall von Schaffhausen aufhob, da sind vertrocknete Alpenrosen und Edelweiß. Kleine, nichtige Dinge, aber für mich von unnennbarem Reiz. Köstliche Erinnerungen bergen sie. Und die Reisebekanntschaften? Wie oft haben wir uns versprochen! fleißig zu schreiben und in steter Verbindung zu bleiben. Aber wie wenig ist daraus geworden! Es ist wohl auch gut so, daß Reisebekanntschaften so schnell vergessen werden. Im Alltag nimmt sich manches ganz anders aus, als in der Sommerfrische. Auch das dicke Kursbuch vom vorigen Jahre liegt noch auf seinem Platz. Ich blättere ein wenig darin. Kleine Buchzeigen liegen noch auf bestimmten Seiten. Ja, das war im vorigen Jahr! — Es ist Nacht geworden. Der Regen hat aufgehört. Ich schaue zum Himmel. Ueberall erglänzen die Sterne. Würzige, frische Luft weht mir entgegen. Einzelne Fußgänger wandern vorüber. Drüben der Nachbar hört die Nachtmusik des Rundfunkes. Einzelne Töne dringen zu mir. Beim Zurücktreten in das Zimmer sehe ich die Reisehefte auf dem Schreibtisch liegen. Ich ordne sie sorgfältig und lege sie wieder in die Schublade zurück. Für heute habe ich meine Urlaubsreise hinter mir. Auch Erinnerungsreisen sind schön. Vornoiizen. Tagenskolender für Donnerstag. Gloria-Palast (Seltersweg): „Boccaccio". — Keine Bcfrbäftiquna ohne Arbeitsbuch Mit dem 31. August 1936 ist die Einführungszeit des Arbeitsbuches beendet. Durch eine Verordnung des Reichsarbeitsministers, die in diesen Tagen zu erwarten ist, wird daher bestimmt werden, daß a b 1. September 1936 kein Arbeiter oder Angestellter des arbeitsbuchpflichtigen Personenkreises mehr beschäftigt werden darf, der nicht im Besitz des Arbeitsbuches ist. Wer diese Vorschrift nicht beachtet, Bayreuth. Von Walter Scbwerdtfeger Dor sechzig Jahren, am 13. August 1876. wurde mit der Aufführung des Musikdramas „Das Rheingold" das Festspielhaus Richard Wagners in Bayreuth eingeweiht. Der gigantische Kampf eines Menschen für sein Lebenswerk hatte einen vorläufigen Abschluß gefunden, als mit dem harfenumwogten Schlußakkord der „Götterdämmerung" die Bayreuther Bühnenfestspiele von 1876 ausklangen. „Vollendet Wahn- frieb, 21. November 1874. Ich sage nichts weiter", hatte der Einundsechzigjährige hinter die letzten Takte der Partitur geschrieben. Fünfundzwanzig Jahre waren es her, seit ihm der Gedanke aufgetaucht war, der gewaltigen Tetralogie vom „Ring des Nibelungen" ein eigenes Theater zu bauen. Das Jahr, das ihm die Verwirklichung so vieler Träume gebracht hat, schien ihm auch diesen erfüllen zu wollen. Nach den Plänen des Hamburger Architekten Gottfried Semper wollte Ludwig II. in München, am Ostufer der Isar, den Werken Richard Wagners einen prächtigen Renaissancebau errichten. Wenige Monate später mußte der München verlassen und nach Triebschen, an den Vierwaldstätter See, übersiedeln, da die Polizei sich weigerte, die Gewähr für seine Sicherheit zu übernehmen. Nach Jahren stellte ihm der König das kaum noch benutzte schöne Opernhaus in Bayreuth zur Verfügung. Es erwies sich als ungeeignet für Wagners Absichten: aber die Behörden der kleinen Residenz schenkten dem Dichter-Komponisten „ein unvergleichlich schönes und ausgiebiges" Baugelände auf einem Hügel vor der Stadt, und ein Jahr danach, 1872, konnte Wagner in der Oper zu Bayreuth die Aufführung von Beethovens Neunter Symphonie dirigieren, zur Feier der Grundsteinlegung seines Festspielhauses. Nach vielen Schwierigkeiten der Geldbeschaffung, — es war nicht gelungen, genügend Zeichner von „Patronatscheinen" zu finden — ging der Bau endlich seiner Vollendung entgegen. „Da siehe, was der gewaltige Wille eines Mannes vermag! Dieses Haus schuf er allein. . Die Musik, die darin klingt, schuf er allein. Die Worte, die den Hörer ergreifen, er erdachte sie Nachdem 1875 „vorbereitende Studien" von Wagner angesetzt worden waren, begannen int Juni 1876 die eigentlichen Bühnenproben in Bgyreuth. Äi>oif-Hitler-Marsch 1936 Jugend am 19. August in SranffurtZDL Oie Bannfahnen unserer Hitler- NSG. Während die Augen Deutschlands und der Welt nach Berlin auf das Fest der XL Olympischen Spiele 1936 gerichtet sind, rüstet sich in allen Gebieten des Reiches die Jugend des Führers, um die Fahnen nach Nürnberg zu tragen. Tausend Hit- lerjungen bringen in mehrwöchigem Marsch 380 Feldzeichen zum Reichsparteitag nach Nürnberg als Bekenntnis des Geistes der Gemeinschaft, in dem die nationalsozialistische deutsche Arbeiterjugend einst begonnen hat Die INarscheinheiten des Gebietes Hessen-Nassau werden in Stärke von 48 TRann mit einem Spielsmannszug am 19. August nach einer Abenfeier auf dem Frankfurter Römerberg aufbrechen. Dor den Toren der Stadt wird zunächst das selbst- gebaute Zeltlager bezogen, und in der Frühe des 20. August unter Führung von Unterbannführer Scheffauer der Abmarsch vollzogen. Es werden berührt die Orte Darmstadt — wo eine Gedenkstunde am Grobe des gefallenen Hitlerjungen Peter F r i e ß ftattfinbet — Brensbach — Erbach — Amorbach — Miltenberg — Freudenberg — Wertheim — Distelhausen — Markelsheim -- Tauberzell — Geßlau — Neuses — Bonnhof — Oberroßbach und Fürth. hier treffen die 18 Bannfahnen nach einem Marsch von 19 lagen, wobei 281 Kilometer zurückgelegt wurden, am 7. September ein. Ruhetage m Darmstadt, Markelsheim und Neuses geben den Teilnehmern neben der Möglichkeit der Erholung Gelegenheit zu gemeinsamen Heimabenden mit der örtlichen HI., die das Erlebnis einer sich über das ganze Reich erstreckenden Kameradschaft vermitteln. Sie gestatten gleichzeitig die Schulung und Ausbildung zur Erringung des HI.- Leistungsabzeichens. Der Marsch selbst bedeutet ja schon eine ungeheure Leistung und stellt manche Anforderung. Doch das Bewußtsein, als eine Gruppe von 25 die Symbole der Hitlerjugend am Führer vorbeizutragen und damit im Namen von 200 000 Kameraden des Gebietes ein Bekenntnis abjulegen, überwindet alle Strapazen. Sie werden marschieren und ihren Glauben weiterleiten. Stadtkinder erholen sich auf dem Lande. Dank der Kinderlandoerschickung der NSV. und der umfassenden Vorsorge der Kreisamtsleitung Gießen der NSV. war es auch in diesem Jahre im Verlaufe der bisherigen Sommermonate möglich, einer großen Zahl von Stadtkindern mehrwöchige Erholungsaufenthalte bei den Volksgenossen in den Dörfern des Kreises Wetterau zugänglich zu machen. Von Anfang Mai bis jetzt konnten rd. 960 Kinder diese schöne Sommererholung genießen, und zwar waren 493 Kinder aus Orten des Kreises Westfalen-Süd, 250 aus Essen, 148 aus Schleswig-Holstein, 40 aus Offenbach a. M., 19 aus Bingen und Alzey, 10 aus Düsseldorf gekommen. Ueberall wurde den erholungsbedürftigen Kindern eine herzliche und bis zum letzten Tage ihres Aufenthaltes außerordentlich fürsprgliche Aufnahme bereitet, so daß die Buben und Mädels nach dem Ablauf ihrer Besuchszeit sehr schön erholt zu ihren Eltern zurückkehren konnten. Den Pflegeeltern in unseren Dörfern des Kreises Wetterau, die sich in vorbildlicher Weise dieser Kinder annahmen und ihnen dadurch ein auf Jahre hinaus denkwürdiges Sommererlebnis bereiteten, gebührt für ihre Opferfreudigkeit die volle Anerkennung aller Volksgenossen. Das gute Werk an diesen Kindern wurde dadurch gefördert, daß der Kreisamtsleitung Gießen der NSV. bisher rund 1000 Pflegestellen für Kinder zur Verfügung gestellt wurden. Da aber noch weitere Kinder den dringend notwendigen Erholungsurlaub auf dem Lande genießen sollen und für die ganze Kinderlandoerschickung nach dem Kreis Wetterau insgesamt rund 1600 Pflegestellen gebraucht werden, so fehlen mithin immer noch rund 600 Stellen, um deren Gewährung für die erholungsbedürftigen Kinder die Kreisamtsleitung Gießen der NSV. dringend bittet. Eine Nachwerbung, die zu diesem Zwecke von der NSV. gerade in diesen Tagen durchgeführt wird, soll der Beschaffung dieser Freistellen dienen. Möchte das gute Werk einen vollen Erfolg haben, damit alle für diese Kinderlandverschickung vorgesehenen Buben und Mädels den dringend notwendigen Landaufenthalt erhalten können. Am gestrigen Mittwochnachmittag kehrten 56 Buben und Mädels aus Westfalen-Süd, die feit dem 8. Juli in den Orten des Kreises Wetterau zur Erholung weilten, unter sorgsamer Betreuung vom Bahnhof Gießen aus nach ihren Heimatorten zurück. Das Aussehen der Kinder zeigte, daß ihnen der etwa fünfwöchige Aufenthalt auf dem Lande sehr gut bekommen war und daß die Pflegeeltern der Kinder alles getan haben, was Elternpflicht gerade an erholungsbedürftigen Kindern zu tun gebietet. Viele dieser Kinder hatten eine Zunahme ihres Gewichts im Verlaufe der fünf Wochen von 4 bis 9 Pfund zu verzeichnen. Etwa 20 Minuten nach der Abfahrt dieser Kinder kam ein neuer Transport von 82 Kindern aus Westfalen in Gießen an, die von hier aus die Fahrt nach ihren Pflegestellen in 26 Ortsgruppen des Kreises Wetterau ungesäumt antraten. Auch diesen Buben und Mädels wird der mehrwöchige Erholungsaufenthalt in Oberhessen zweifellos sehr gut tun. Die Kreisamtsleitung Gießen der NSV. hatte auch hier wieder in umfassender Weise gute Vorsorge für die Kinder getroffen. ob Unternehmer ober Betriebsführer, Arbeiter ober Angestellter, setzt sich ber Gefahr ber Bestrafung aus. Deshalb werben Arbeiter unb Angestellte, bie bas Arbeitsbuch ungeachtet ber wieberholten Bekanntmachungen unb Hinweise noch immer nicht beantragt haben, letztmalig aufgeforbert, ben Antrag b e - schleunigt bei bem zustänbigen Arbeitsamt zu stellen. Wer Zweifel hat, ob er arbeitsbuchpflichtig ist, hole sich Auskunft beim Arbeitsamt. Neue Lehrgänge der Arbeitsschule der OAr Die Arbeitsschule ber Deutschen Arbeitsfront, die Ausbildungsstätte aller Schaffenden, eröffnete am Dienstag, 18. August, neue Lehrgänge in Deutscher Kurzschrift und Maschinenschreiben. Tausende von Arbeitskameraden haben durch die Schreibmaschine wieder Beschäftigung gefunden. Die Schreibmaschine ist im heutigen Wirtschaftsleben ein unentbehrlicher Faktor, der mit dem Tempo unserer Zeit Schritt halten und dem Arbeitskameraden die Schreibarbeit wesentlich erleichtern soll. Leider muß aber die Feststellung gemacht werden, daß etwa 95 Prozent aller Arbeitskameraden, die Tag für Tag mit der Maschine zu tun haben, sich immer noch mit zwei Fingern abquälen, während ihnen doch zehn Finger zur Verfügung stehen. Warum nicht alle Finger ausnutzen? Warum nicht die Arbeit gleichmäßig verteilen, die gesamte Arbeit erleichtern und dadurch die Leistung steigern? Durch das Tippen wird der Schreiber genötigt, immer wieder von der Maschine auf die Vorlage und von der Vorlage auf die Maschine zu sehen. Es ist keineswegs verwunderlich, daß hierdurch die Augen und besonders die Nerven sehr in Mittel» denschaft gezogen werden. Wieviel leichter, bequemer und fortschrittlicher ist dagegen das Zehnfinger-Blindschreiben! Alle Finger müssen mitarbeiten, jeder Finger hat seine ihm zugeteilten Zeichen, daher ist es auch möglich, daß die Zeichen vollkommen blind angeschlagen werden können Beide Hände werden zunächst in die Grundhaltung gebracht, und schon kann die Arbeit beginnen. Während die Augen immer auf die Vorlage gerichtet sind, bedienen die Finger vollkommen blind die Maschine. Sv sollte es überall fein; alle sollten sich des Blindschreibens bedienen, alle sollten endlich zu der Erkenntnis kommen, daß sie durch die bisher angewandte Schreibweise ihre Gesundheit gefährden. Die Arbeitsschule der Deutschen Arbeitsfront ist bemüht, alle Arbeitskameraden in der Blindschreibe» methode auszubilden, und sie hat daher für alle Wochentage Anfängerlehrgänge angesetzt. Der Unterricht wird in dem großen Schreibmaschinensaal der Oeffentlichen Handelslehranstalt Gießen, Liebig« straße, abgehalten. Auskunft und Anmeldung: Deutsche Arbeitsfront, Abt. für Berufserziehung und Betriebsführung, Gießen, Schanzenstraße 18, Zimmer 5, Telephon 3275. /yC x Die,öcutf(he Rrbcitöfront • n.9.=6cmcinf(hafl „firaft burd) frcubc" Schöne Urlaubsreifen mit „Kraft durch Freude". Das Reiseprogramm der NSG. „Kraft durch Freude" bietet für den Monat August noch eine Fülle der schönsten und preiswertesten Urlaubs- reifen. Die nächste Fahrt geht vom 19. bis 2 8. August an die schone Ostküste Schleswig-Holsteins. Weite Waldungen, herrlicher Strand und frische, gesunde Seeluft erwarten die Urlauber in Flensburger-Forde. Diese Fahrt, die für den geringen Preis von 41,50 Mark zur nördlichsten Badestadt Deutschlands und zur Flensburger Förde mit ihren reizvollen Ufern geht, wird jeden Teilnehmer erfreuen: Ebenfalls vom 19. bis 28. August führt eine Reise unmittelbar an die Elbmündung in das von KdF.-Urlaubern bevorzugte Nordseebad Cuxhaven. Herrliches Klima, gepflegter Strand, schone Promenaden machen diesen Hafen zum Erholungsort ersten Ranges. Viel Abwechslung bietet der rege Schiffs- und Hasenverkehr, Besichtigung der Ozeanriesen und vieles mehr. Nur 38 Mark kostet diese 8-Tage-Reise, die dem Urlauber Erholung durch Freude, neues Erleben und Erweiterung des Blickfeldes bringen wird. Zehn Tage Urlaub an einem der herrlichsten Fleckchen deutscher Erde, vom 2 0. bis 30. August, bringt die nächste Fahrt ins romantische Tauber- tal — Rotenburg. In diesem stillen Winkel, mit den mannigfaltigen Eindrücken, erholt man sich so recht von dem Tempo der Zeit. Für 36,50 Mark verbringt der Teilnehmer einen herrlichen Urlaub in froher Gemeinschaft. Zwei weitere Züge nach Schwäbisch-Alb- Lichtenstein und Schwarzwald-Sigmaringen bringen „KdF."-Urlauber vom 2 9. 21 u g u ft bis 6. September in den herrlichen Schwarzwald. Zahllos sind die Möglichkeiten, in der abwechslungsreichen Landschaft zu wandern unb Erholung zu finden. Wer sich in feinem Urlaub richtig erholen und dabei gleichzeitig viel Schönes Mutti, diese — die schmeckt so gut. Mutti lächelt, denn Zahnpasta ißt man ja nicht Aber die Zunge ist dennoch stark beteiligt und da ist das milde und wunderbar schöne Aroma der Nivea-Zahnpaste eine gute Hilfe, um auch die Kinder zur Zahnpflege anzuhalten. In der Nacht zum 7. August traf Ludwig II. in Bayreuth ein. In der Nähe des Jean-Paul-Wirts- hauses „Zur Rollwenzelin", draußen vor der Stadt, hielt der Hofzug auf freier Strecke, und in Begleitung Richard Wagners begab sich der König nach dem Schlößchen Eremitage. Auf Umwegen fuhr er am Abend zum Festspielhaus, um der Generalprobe zum „Rheingold" beizuwohnen. — Allein sitzt er nun in der Loge neben dem Freund. Am- phitheatralisch senken sich die Sitzreihen zur Bühne, die in gleicher Höhe mit dem Boden des Zuschauerraumes liegt. Dazwischen liegt der „mystische Abgrund", der Traumwelt und Wirklichkeit trennt. In einer Vertiefung, durch Schalldecken den Augen der Zuschauer verborgen, ist das Orchester untergebracht. Leise beginnen die heruntergestimmten Kontrabässe das tiefe Es zu streichen. Sanfte Fagotte kommen hinzu. Dann fährt in den graugrünen Quintenzusammenklang das Wellenspiel der Horner. Tuba und Posaunen treten nun in der Tiefe hinzu; die Fagotte nehmen das Wellenmotiv in zweistimmiger Führung auf, von Violincelli umspielt. Flöten geleiten den Sang weiter empor, Bratschen und Violinen überspülen ihn in glitzernden Läufen, während die Hörner kanonartig aus der Höhe herabsinken. Immer gewaltiger schwillt der Strom der Töne. Breite Wogen, die versinkend wieder geboren werden, so rollt durch vier Oktaven majestätisch die Es-ckur-Skala heran. Der Vorhang teilt sich. Und mit dem „Weia! Waga! Woge, du Welle!" erklingt der Sang der Rheintöchter. In ihr Spiel mit dem plumpen, lüsternen Alben tritt der feierliche Rhythmus der Daßtrompete, von Pauken um= dröhnt. Wiegend beginnen die Geigen zu flirren; in immer neuen Stimmen, zu blendender Polyphonie anschwellend, treten die Hörner hinzu. Harfen ertönen. Hell schmettert jetzt die C-dur-^anfare der Trompete. In den Strahlen der aufgehenden Sonne leuchtet auf einem Fels das Rheingold auf. Taufende von Fremden hatten die Festspiele nach Bayreuth gelockt. Ludwig II. war nach Beendigung der Generalproben in der Stille wieder nach Hohenschwangau abgereift. Mit großem Gefolge war der alte Kaiser in Bayreuth eingetroffen. Aus Gastein u,rvr der Kaiser von Brasilien gekommen. Die Fürsten des Bundes füllten mit ihrer glänzenden Begleitung die Logen. Orden, Atlasschärpen über Gala-Uniformen, Brillantdiademe leuchteten über der Brüstung. Die Elite von Kunst und Wissenschaft war versammelt. Neben Makarts kühnem Malerkopf war das kluge Gesicht des Wagnergegners Hanslick aus Wien zu sehen. Die führenden Zeitungen Europas hatten ihre Berichterstatter entsandt. Und doch: es war kein Sieg, es war nur ein gesellschaftliches Ereignis. Ein Karikaturist zeichnete den Meister, wie er über die Regenbogenbrücke des Rheingolds aus dem Festspielhaus ins Irrenhaus schreitet, von seinen Marionetten gefolgt. In den Salons lief das Witzwort vom „Ring der nie gelungen" von Richard Trommelfell. Mit einem Fehlbetrag von 160 000 Mark schloffen die ersten Festspiele. Im Dezember schrieb er den erschütternden Bries an seinen Freund Heckel: „Mein bisher durchgeführtes Unternehmen war eine Frage an das deutsche Publikum: „Wollt Ihr?" — Nun nehme ich an, daß man nicht will, und bin demnach am Ende." Als Richard Wagner am 13. Februar 1883 im Palazzo Vendramin zu Venedig die Augen schloß, war fein Werk noch nicht gesichert. Es war ein Vermächtnis an Deutschland. Germanische olympische Wettkämpfe. Von Hellmuth Merzdorf. Die Lieder des Pindar künden den Ruhm der Olympischen Spiele, der reiche Schatz des antiken Schrifttums gibt Klarheit über die griechischen Wettkämpfe. Uns sind solche Quellen über germanische Wettkämpfe nahezu versiegt. Immerhin zeigt ein kurzer Streifzug durch die Sagas und die römischen Schilderungen des Germanentums, daß auch unsere Vorfahren ihre Kräfte in regelmäßigen feierlichen Wettkämpfen maßen. Von der Ordnung und Disziplin dieser Spiele spricht die „Geschichte vom Goden Snorri": „Bei den Leuten in Breitfjord war es im Herbst Brauch, zu Beginn des Winters unterhalb Achsel südlich vom Schiff Ballspiele abzuhalten, und dahin kamen die Männer aus der ganzen Gegend. Dort errichtete man eine große Spielbude. In diesen Buden hielt man sich auf und verweilte dort zur Spielzeit einen halben Monat ober länger. Es war da eine auserlesene Schar Männer aus dem Bezirk zusammen und ein gewaltiger Andrang. Fast alle bei dem Spiel waren jüngere Männer außer Thord Stierauge. Dieser konnte sich wegen seiner allzu- großen Heftigkeit nicht am Spiele beteiligen. Er war nicht etwa allzustark, daß er aus diesem Grunde nicht hätte teilnehmen dürfen." Ebenso berichtet die „Geschichte vom starken Gretir": „Die Jünglinge spielten gewöhnlich zusammen Ball auf dem Eise des Midsjardar- sees. Dahin kamen Leute aus dem Midfjördr und Dididalr: dahin kamen auch Leute von Vestthop und Vatnses, ebenso aus Hrutsfjördr. Die von weither kamen, blieben dort, solange die Spiele dauerten; die gleich stark waren, wurden einander aegenübergeftellt; und hieran hatte man die schönste Freude lange Zeit im Herbst." Aus der Unterhaltung zwischen den beiden Königen Sigurd und Eystein in „Snorris K ö - nigsbuch" erfahren wir näheres über die einzelnen Sportarten: König Eystein erwiderte: „Ich erinnere mich, daß du kein Spiel ausführen konntest, zu dem Gewandtheit gehört." Da sagte König Sigurd: „Denkst du daran, wie wir beide beim Schwimmen abschnitten? Ich konnte dich untertauchen, wenn ich wollte." König Eystein sagte: „Ich schwamm nicht kürzer als du, auch war ich kein schlechterer Tauchschwimmer. Ich verstand mich auf den Eislauf, so daß ich keinen kannte, der es darin mit mir aufnahm, aber du verstandest nicht mehr davon als ein Rind." König Sigurd versetzte: „Eine Häuptlingen gemäßere und nützlichere Kunst deucht mir, mit dem Bogen gut umgehen zu können. Ich glaube, du kannst meinen Bogen nicht spannen, auch wenn du den Fuß dagegen stemmst." Eystein erwiderte: „So bogenstark wie du bin ich nicht, doch weniger unterscheiden wir uns in der Treffsicherheit, aber auf die Schneeschuhe erst verstehe ich mich besser als du, und das galt früher doch als eine gute Kunst." Tacitus spricht davon, daß sich nackte Jünglinge im Sprunge zwischen Schwerter und drohende Speere werfen. Diese Hebung habe ihi-e Geschicklichkeit geschaffen, diese ihre 2Inmut, doch nicht zum Zwecke des Erwerbs ober für Gelb. Der Lohn ihrer Ausgelassenheit, möge sie noch so verwegen sein, sei bas Ergötzen der Zuschauer. Bei ber Verfolgung der Romer benutzten bie Kimbern zum Erstaunen ihre Schilbe als Schlitten, so daß sie rodeln können mußten. So sind es viele Sportarten, die wir bei den Germanen vorfinden, Ballspiele, Schlittschuhlauf, Schneeschuhlauf, Rodeln, Ringen, Schwimmen. Von manchen Sportarten mag die Kunde verloren gegangen sein. So sind wohl Pferde- und Wagen- rennen schon vor 3000 Jahren in Germanien üb» lich gewesen, ein Schneeschuh, der in Finnland gefunden wurde, weist ein Alter von etwa 4000 Jahren auf. Die neuere vorgeschichtliche Forschung hat in diese Fragen Klarheit gebracht unb nachgewiesen, daß auch in dieser Beziehung Klarheit notroenbig war. Wenn jetzt ber olympische Gebaute im Mittelpunkt unseres Erlebens steht, bann können wir uns auch mit Freude baran erinnern, baß auch bei uns sportliche Wettkämpfe im Rahmen ber germanischen Kulturarbeit durchgeführt wurden. sehen will, der nehme an einer dieser Fahrten für 29,50 Mark bzw. 34 Mark teil. Die letzte KdF.-Reise im August führt oom 3 0. August bis 13. September in den Naturpark im Westen des Reiches. Eifel-Mayen ist das Ziel dieser Fahrt. Da die zwölftägige Reise insgesamt nur 25 Mark kostet, wird diese Erholungsfahrt besondere Beachtung finden. Das großzügige Reiseprogramm bietet somit allen Gelegenheit, in ihren Ferien die deutsche Heimat kennenzulernen. Urlauber, reist mit „KdF.", meldet euch an bei der Kreisdienststelle, Gießen, Schanzenstraße 18. 650000 Zungmädel lesen die letzten Aehren vom Felde. NSG. Damit keine einzige Aehre verloren geht, werden alle Jungmädel des Obergaues Hessen- Nassau hinausziehen auf die Felder und Aehren lesen, und jede Jungmädelschaft wird ihren Stolz darein setzen, die meisten Aehren gesammelt zu haben und das Feld tadellos sauber zu verlassen. Die gesammelten Aehren werden dem WHW. als erste Gabe des Winters 1936/37 von den Jungmädeln überreicht werden. Denn jede Aehre ist Brot! Aller Jungmädeldienst fällt bis zum 15. September zugunsten der Erntehilfe aus. Es kommt immer darauf an, daß man sich an der Stelle einsetzt, an der die Arbeit gerade von besonderer Wichtigkeit und Bedeutung ist. Die Mädel und Jungmädel wissen, daß für das gesamte deutsche Volk die Ernte in den nächsten Wochen das wichtigste Arbeitsfeld ist, und sie wollen helfen. 65 000 Jungmädel stehen froh und frisch zum Aehrenlesen bereit. Das Wetter der nächsten zehn Tage. Wettervorhersage für die Zeit vom 13.—22. August, herausgegeben von der Iorschungssielle für langfristige Wettervorhersage des Reichsamls für Wetterdienst am 12. August 1936. Das Wetter wird in den nächsten drei bis fünf Tagen ziemlich unbeständig, doch meistenorts nicht unfreundlich sein. In den mitteldeutschen Gebirgen, in Schlesien, im Schwarzwald und im Alpengebiet sind aber stellenweise stärkere Niederschläge zu erwarten. Im Osten wird es verhältnismäßig warm, im Westen und Südwesten vorwiegend kühl sein. In der nächsten Woche wird sich wieder vorwiegend heiteres, trockenes und untertags warmes Wetter einstellen. Gegen Ende des Vorhersagezeitraumes werden neuerdings gewittrige Störungen, vor allem im Osten des Reiches, auftreten. * ** Straßensperrung. Wegen Vornahme von Straßenbauarbeiten ist die Lessing st raße vom 11. August ab auf die Dauer von drei Wochen für jeglichen Fährverkehr gesperrt worden. Die aufgestellten Sperr- und Umleitungsschilüer sind zu beachten. ** Zur Gesellenprüfung der I n - dustrielehrlinge veröffentlicht die Kreishandwerkerschaft Gießen im Anzeigenteil unseres heutigen Blattes eine Berichtigung, die den interessierten Personen zur besonderen Beachtung empfohlen sei. ** Freie Lehrer st eilen. Erledigt sind je eine Lehrerstelle für einen evangelischen Lehrer an der Vs^chule in Steinbach (Kreis Gießen), wo Dienstwohnung vorhanden ist, und in Crainfeld (Kreis Lauterbach). Bewerber müssen mindestens vor acht Jahren die Prüfung abgelegt und eine Anwärterdienstzeit von mindestens fünf Jahren zurückgelegt haben. Schöffengericht Gießen. Wegen Betrugs standen der H. Sch. und der G., beide aus Bad-Nauheim, vor den Schranken des Gerichts. Die noch nicht vorbestraften Angeklagten waren geständig. In der Absicht, sich einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen, hatte der Angeklagte Sch. an seiner Arbeitsstelle unbefugt dem Angeklagten G. Eis verabreicht. Das Gericht erkannte gegen Sch. auf eine Gefängnisstrafe von einem Monat und vierzehn Tagen. G. wurde in eine Geldstrafe von300R M., Hilfsweise 30 Tage Gefängnis, genommen. Außerdem wurden den Angeklagten die Kosten des Verfahrens auferlegt. Notlandung eines Schweizer postflugzeugs. LPD. F r a n k f u r t a. M., 12. Aug. Das Mittwoch früh kurz nach 4 Uhr auf dem Flughafen Rhein- Main nach Basel gestartete schweizerische Post- und Frachtflugzeug mußte gegen 4.30 Uhr infolge einer Motorstörung bei Wixhausen notlanden. Die Maschine wurde nach Frankfurt gebracht, von wo aus sie nach Behebung des Defektes wieder starten wird. Das Studium an der Llniversität Gießen. Oie Kulturwissenschaften. Wenn ein junger Student überlegt, welche Universität er für ein kulturwissenschaftliches Studium wählen soll, so verdient Gießen in vieler Hinsicht Bevorzugung. Wir leben hier auf uraltem Kulturboden. Der Altertumsforscher kann auf einem Nachmittagsspaziergang den römischen Limes erreichen und stundenlang durch den Wald an ihm entlangwandern. Dem Kunsthistoriker geben eine ganze Reihe alter Klöster und Kirch-Ruinen aus frühchristlicher und aus mittelalterlicher Zeit einen durch nichts zu ersetzenden Anschauungsunterricht (vor allem Kloster Arnsburg und das ehemalige Deutschordenskloster Schiffenberg, nur als Beispiele). Ein Liebhaber mittelalterlicher Burgen, der sich gern in den Geist des Rittertums zurückversetzt, kommt bei uns besonders auf seine Kosten, denn Gießen ist geradezu ein Mittelpunkt eines großen Kreises von Burgen und Ruinen: Staufenberg, Badenburg, Schiffenberg, Münzenberg, Hohensolms, Vetzberg und Gleiberg, der heute eine vorbildliche Gelegenheit für studentische Gemeinschaftslager bietet. Alle diese Burgen in der Entfernung eines Nachmittagsspazierganges! Ferner kommen wir von hier aus in das reizende Lahntal mit vielen in kultureller Hinsicht sehr sehenswerten Orten: Wetzlar, Schloß Braunfels, Weilburg usw. Gießen besitzt ein Theater, das sich in der letzten Spielzeit sehr verbessert hat und heute alle Anerkennung verdient. In den Vortragsreihen des Goethebundes sprechen in der Universität anerkannte Dichter und zeitnahe Schriftsteller zu uns. Ueberhaupt bietet die Stadt in jedem Winter viel mehr kulturelle Veranstaltungen von Rang, als der Neuankommende erwartet. Wenn heute immer wieder verlangt wird, daß die Forschungsarbeit der Universitäten unter landschaftlich bestimmte Gesichtspunkte gestellt werden soll, wenn man besonders von dem Kulturwissenschaftler größere Volksverbundenheit fordert, so müßte eine Universität wie Gießen ganz besondere Bevorzugung genießen. Ganz nahe bei uns, im Vogelsberg und in der Schwalm, haben wir unmittelbaren Zutritt zu altem Volkstum, wo alte Trachten und Sitten noch heute im Brauch sind. Durch jahrelange Vorarbeiten für das Südhessische Wörterbuch ist bei uns eine unendliche Fülle volkskundlichen Materials gesammelt worden und wartet auf die Auswertung. Den mitarbeitenden Studenten bietet sich hier die beste Gelegenheit, sich in die volkskundliche Forschungsmethode praktisch einführen zu lassen. Die Ausgrabungen auf dem Glau- berg, bei denen Gießener Studenten mitarbeiten, gewinnen immer mehr an Bedeutung für den Historiker. Das Studium bei uns hat weiter den großen Vorteil, daß in Gießen jeder mit seinen Professoren auf alle Fälle persönlich bekannt wird. Die Zahl der Studierenden ist in keinem der fremdsprachlichen, geschichts- und geisteswissenschaftlichen Fächer größer als 30 bis 40. Es gibt daher kein Aneinander-Vorbeilaufen. Lehrer und Schüler stehen in den Seminaren in einem kameradschaftlichen Verhältnis zueinander. Das ist besonders für den Anfangenden von entscheidender Wichtigkeit. Die Professoren nehmen sich der einzelnen Studenten an. Der ganze Ton ist persönlicher, als an großen Hochschulen mit ihrem Massenbetrieb. Die Arbeit der Fachschaft trägt mit dazu bei, daß ältere und jüngere Kameraden zusammenkommen und sich gegenseitig beraten und helfen. Hier kann keiner ausweichen, wir kennen uns alle. Schließlich will ich noch auf etwas Hinweisen, was bisher kaum an einer anderen Universität möglich war: wir haben schon über ein Jahr lang regelmäßige pädagogische Kurse mit Schulbesuchen und praktischen Unterrichtsoerspchen. Hierbei wird allen denen, die einmal in das höhere Lehramt gehen wollen, Gelegenheit geboten, schon am Anfang ihres Studiums einmal vor der Schulklasse ihre Lehrfähigkeiten praktisch zu erproben. Gießen hat eine Garnison, die der Stadt und deren Umgebung ihr Gepräge gibt. Durch das gute Verhältnis, das zwischen der Kommandantur und der Universitätssührung besteht, ist es möglich gewesen, wehrwissenschaftliche Vorträge für die Studenten einzurichten, oft in Verbindung mit praktischen Vorführungen und Uebungen der Trupps. Auch diese Gelegenheit dürfte sich selten an anderen Universitäten bieten und ist darum besonders begrüßenswert für solche, die sich für den Heeresdienst vorbilden wollen. Volksverbunden, lebensnah und auf die Forderungen der Gegenwart eingestellt ist das Studium der Kulturwissenschaften an der Universität Gießen. Wirtschaft. Rbein-Mainische Börse. TNilkagsböse uneinheitlich. Frankfurt a. M., 12. Aug. Nachdem sich gestern eine leichte Geschäftsbelebung und eine festere Haltung anzubahnen vermocht hatte, lag der heutige Börsenverkehr wieder außerordentlich still. Die Kulisse bekundete Zurückhaltung, auch das Publikum war mit Aufträgen nur schwach vertreten. Am Aktienmarkt war die Kursentwicklung Fu Beginn uneinheillich, vielfach bestimmten schon kleinste Beträge den Kurs. Montanmarkt war die Haltung etwas schwächer, Harpener —1,50 v. H., Hoesch, Mannesmann und Verein. Stahl je —0,50 v. H., Klöckner zogen noch 0,75 v. H. an, ebenso Ilse Genuß. IG. Farben setzten mit 166,50 1,25 v. H. schwächer ein, während Deutsche Erdöl 0,75 v. H. gewannen. Elektroaktien lagen schwächer, Siemens und <5d)liefert verloren je 1,50 v. H. Felten 1 v. H., RWE 0,75 v. H. und AEG. 0,25 v. H. Zellstoffaktien lagen uneinheitlich, Aschaffenburg 125,25 (123,50), Waldhof 151,25 (152,50). Muag gingen nach der gestrigen Steigerung um 0,90 v. H. zurück, ferner bröckelten Daimler 0,25 v. H., Kunstseide AKU 0,75 v. H., Rheinmetall und Westdeutsche Kaufhof je 0.25 v. H. ab. Reichsbank-Anteile eröffneten je 0,25 v. H. höher. Nach den ersten Kursen hielt die Zurückhaltung an, meist nannte man die Kurse etwas unter dem Anfangsstand. Am Rentenmarkt erhielt sich die freundliche Haltung, das Geschäft war aber klein. Altbesitz ca. 113 (112,80), die übrigen variablen Papiere lagen gut behauptet. Von Auslandsrenten eröffneten Anatolier 1 & II mit unv. 45,50, 4,5 v. H. Irrigations-Mexikaner mit unv. 9,65 und 4prozentige Goldmexikaner mit 9,60 (9,60). Im Freiverkehr hatten diverse Auslandswerte lebhafte Nachfrage bei höheren Kursen, so u. a. Kronen-Bosnier zu 8,40 bis 8,50 (8,25). Im Verlaufe war die Haltung am Aktienmarkt weiter uneinheitlich und überwiegend etwas schwächer, da die Kulisse noch kleine Glattstellungen vornahm. Montanwerte ließen zumeist bis 1 v. H. nach, Klöckner und Rheinstahl verloren je 2 v. H., ferner gingen AKU. auf 62 nach 63 zurück. Später ergaben sich z. T. wieder leichte Erhöhungen. Von später notierten Werten gewannen Bemberg und Eßlinger Maschinen je 1,50 v. H., Holzmann dagegen minus 1,50 v. H. Im Freiverkehr erhöhten sich Adlerwerke auf 115 (114,50), Ufa-Aktien auf 65 (64,50) und Wayß & Freytag auf 122,50 (122). — Tagesgeld war zu 2,75 (2,50) v. H. etwas gefragt. Abendbörse gehalten. An der Abendbörse hielt die Geschäftsstille an. Am Akt-ienmarkt konnten sich die Kurse etwa behaupten, zumeist hatten die Notierungen nominellen Charakter und lagen gegen den Berliner Schluß nicht ganz einheitlich, aller nur um Bruchteile eines Prozentes verändert. Etwas schwächer Scheideanstalt mit 275 (276), auch Schuckert 0,50 v. H. niedriger mit 158,50. Zellstoffaktien blieben gut behauptet. Der Rentenmarkt lag wohl ebenfalls sehr ruhig, die Haltung blieb aber durchaus freundlich. Reichsaltbesitz blieben zu 113,13 und Städte-Altbesitz zu 113,50 gefragt. Von Auslands- renten bröckelten Mexikaner etwas äb, auch Kronen- Bosnier mit 8,35 (8,45) nur knapp gehalten, dagegen setzten 4proz. Steg-Anleihe von 1883 ihre Befestigung auf 8 (7,60, gestern 7,25) fort. U. a. notierten: Altbesitz 113,13, 6proz. IG. Far- ben-Bonds 129,13, Reichsbahn-VA. 123,25, 4,5proz. Stadt Mainz von 1928 94, 4proz. Ungarn Gold 9,13, 4proz. Kronen-Rente 2,30, 4proz. Rumänen 5,65, 5proz. innere Mexikaner 6,25, 5proz. dto. äußere Gold 14, Bayr. Hyp.-Bank 93, Commerzbank 101,50, DD.-Bank 103,50, Buderus 116,50, Harpener 128,50, Ilse Genuß 136,50, Mannesmann 110,25, Otavi Minen 33,50, Rheinstahl 146, Verein. Stahl 110,65, Aku 62,25, AEG. 38,40, BMW. 138,50, Bekula 155, Deutsche Erdöl 129, Scheideanstalt 275, Licht & Kraft 151,50, IG. Farben 166, Feldmühle Papier 135, Holzmann 129, Junghans 102,65, Muag 121,75, Metallgesellschaft 135,50, Schuckert 158,50, Kaufhof 54,40, Zellstoff Aschaffenburg 124,50, Waldhof 150,25, Südd. Zucker AG. 215. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 12. Aug. Weizen wird von den Mühlen erst zur Lieferung zweite Hälfte August gekauft, um die Preisoerbilligung zu erhalten. In Roggen hat das Angebot etwas zugenommen, doch kann der Bedarf noch nicht gedeckt werden. Wintergerste zu Futterzwecken ist nicht angeboten, dagegen ist zweizeilige Wintergerste für Jndustrie- zwecke ausreichend am Markt. In Braugerste liegen die ersten Angebote aus Mittel- und Norddeutschland vor, doch wollen die Brauereien und Mälzereien vor Abschlußtätigung die Entwicklung abwarten, zumal Angebote aus hiesiger Gegend noch selten sind. In neuem Heu sind die Umsätze unbedeutend; neues Stroh wird zu niedrigen Preisen angeboten, doch wird bei Bedarf altes Stroh vorgezogen. Die übrigen Futtermittel liegen unverändert, nur Treber knapp und im Preise anziehend. Mehle haben unveränderte Marktlage. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W 13 217, W 16 220, W 19 224, W 20 226, Roggen R 12 160, R 15 163, R18 167, R19 169 Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste—, Futterhafer (alt) 190. Weizenmehl Type 790 W 13 28,75, W 16 29, W 19 29, W 20 29,35, Roggenmehl Type 997 R 12 22,45, R 15 22,80, R 18 23,30, R 19 23,50 plus 50 Pf. Frachtausgleich. Weizenfutter- mehl 13,40 bis 13,50. Weizenkleie W 13 10,65, W16 10,80, W19 11, W 20 11,10, Roggenkleie R 12 9,95, R 15 10,15, R 18 10,40, R 19 10,50 Mühlenfestpreise ab Mühlenstation. Soyaschrot —, Palmkuchen —, Erdnußkuchen —, Treber 15 bis 15,25, Trockenschnitzel —, Heu 4,50 bis 5, Weizen- und Roggenstroh 2. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 13. Aug. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 33 Rinder (4 Ochsen, 2 Bullen, 23 Kühe, 4 Färsen), 776 Kälber, 69 Schafe, 439 Schweine. Es kosteten: Kälber 60 bis 90 Mark, Hämmel 48 bis 52, Schafe 42 bis 50, Schweine 51 bis 57 Mark. Marktoerlauf: Rinder und Schweine wurden zugeteilt, Kälber, Hämmel und Schafe flott. Schweinemarkt in Homberg. —.— Homberg, 12. Aug. Der Auftrieb zum heutigen Schweinemarkt betrug 193 Ferkel. Man bezahlte für sechs bis acht Wochen alte Ferkel pro Stück 16 bis 20 Mark, für acht bis zehn Wochen alte 18 bis 22 Mark, für zehn bis zwölf Wochen alte Tiere 20 bis 25 Mark. Der Handel verlief schleppend; es verblieb geringer Ueberftand. Gietzener Wochenmarktpreife. * Gießen, 13. Aug. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, % kg 1,55 Mark, Landbutter 1,42, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käfe, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse B 12, Wirsing, % kg 8 bis 10, Weißkraut 5 bis 8, Rotkraut 10 bis 12, gelbe Rüben 10 bis 12, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 10 bis 20, Römischkohl 8 bis 10, Bohnen, grün 18 bis 20, gelb 20 bis 25, Erbsen 15 bis 30, Tomaten 25 bis 30, Zwiebeln 10 bis 12, Pilze 20 bis 25, Kartoffeln, neue, % kg 5 Pf., 50 kg 4,50 Mark, Frühäpfel, % kg 15 bis 40 Pf., Falläpfel 7 bis 8, Pfirsiche 55 bis 58, Birnen 15 bis 35, Pflaumen 20 bis 25, Zwetfchen 25, Mirabellen 30 bis 35, Renekloden 25 bis 30, Nüsse 45, Brombeeren 30 bis 35, Preißelbeeren 35 bis 40, Heidelbeeren 30 bis 35, Johannisbeeren 12 bis 15 Pf., junge Hähne 1 bis 1,10 Mark, Suppenhühner 80 bis 90 Pf., Tauben, das Stück 45, Blumenkohl 10 Pf. bis 1 Mark, Salat 8 bis 12, Salatgurken 10 bis 25, Einmachgurken 1 bis 5, Endivien 8 bis 15, Oberkohlrabi 4 bis 8, Rettich 5 bis 10, Radieschen, das Bündel 10 Pf. Rundfunkprogramm. Freitag, 14. August. 5.50 Uhr: Wetterbericht. 6: Olympische Fanfaren. Musik in der Frühe. Nachrichten des Drahtlosen Dienstes. 7.50: 14. Tag der XI. Olympischen Spiele. 8: Eine kleine Morgenmusik. 9: Unterhaltungskonzert. Dazwischen: Hörberichte. Fechten: Säbel-Einzel-Ausscheidung. Schwimmen: Turmspringen- Frauen-Entscheidung. 400-Meter-Freiftil-Frauen- Zwischenläufe. Wasserball. 12 bis 13.45: Musik am Mittag. Dazwischen Olympische Siegertafel 1896 bis 1936. Dazwischen 13: Funkbericht von der Dampferfahrt des Internationalen Olympia-Komitees (IOK.) nach Grünau (Stralauer Fischzug.) 13.45: Neueste Nachrichten. 14: Bunte Musik. Da-- zwischen: Hörberichte. Rudern: Vierer mit Steuermann: Entscheidung; Zweier ohne Steuermann: Entscheidung; Einer (Skiff): Entscheidung; Zweier mit Steuermann: Entscheidung; Vierer ohne Steuermann: Entscheidung; Doppelzweier-Entscheidung; Achter-Entscheidung. Schwimmen: 200-Me- ter-Bruststil-Zwischenläufe; 1500-Meter-Freistil-Zwi- schenläufe; 100-Meter-Rücken-Endlauf; 4 mal 100- Meter-Staffel: Frauen-Endlauf. Wasserballspiele. Handball: Endspiele um den 1. und 4. Platz. Basketball-Endspiele. Hockey-Endspiele. 19: Olympia- Echo: 14. Tag. 20: Kurznachrichten des Drahtlosen Dienstes. 20.10: Zeitgenössische Musik. 22: Wetterund Tagesnachrichten. 22.15: Olympia-Echo. 22.45: Unterhaltungs- und Tanzmusik. 0.50 bis 1: Intermezzo. 1 bis 2: Konzert nach Mitternacht. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt besch lossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v.H., Lombardzinsfuß 5 v.H. Frankfurt a. M. Berlin Frankfurt a.M. Berlin Schluß- kurs Schlußk. Abendbörse Schlußkurs Schlußk. Mittag- börse Schluß, kurs Schluß!. Abendbörse Schluß- kurs Schlußk. Miitag- börse Oatnm 11.8. 12.8. 11.8. 12.8. Datum 11.8. 12-8. 11.8. 12.8. 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 101,4 101,4 101,4 101,4 4% Dessl, (serte ti ............ — — _ _ 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 97,9 97,9 97,9 98 6% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 6,5 6,6 — 6,6 6/2% Doung-Anleihe von 1930 .. 102 102,13 102,13 — 4'/r?i»Rumän.vereinh.Rentev.1S13 10,15 10,1 10,1 Deutsche Anl.-Mlös.-Schuld mit 4% Rumänische vereinh. Rente .. 5,65 5,65 5,6 5,65 112,8 113,13 112,9 113,13 2 %% Anatolier ............... 45,5 4%% Deutsche Reichspostschatzan Weisungen von 1934, I....... 100,3 100,3 100,5 100,3 4’/2% ehern. 8% Hessischer Bolls. Hamburg-Amerika-Paket .....0 15,25 15 15,13 15,13 staat 1929 (rückzahlb. 102%) ... 98,75 98,75 98,75 —— Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 —— — 43 43 O/i% ehern. 8% Hessische Landes Norddeutscher Lloyd .........0 15,5 15,5 15,5 15,4 bunt Darmstadt Gold R. 12... 97 97 —- 97 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 116,5 117,5 118 117,75 5%% ehem. 4&% Hess. Landes Berliner Handelsgesellschaft ... 6 — — 123 125,5 Hypothekenbank DärmstadtLiqu. 100,9 100,9 — Commerz- und Privat-Bank ... 4 101,75 101,5 101,5 101,5 4/i% ehem. 8% Darmsl. Komm Deutsche Bank und Disconto» Landesb.Goldjchuldverschr. 91.6 93,75 93,75 Gesellschaft................ 4 103,5 103,5 103 103,5 Dresdner Bank..............4 103 5 Reichsbank ................12 194"25 194 Deutsche Komm. Sammelabl. An leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 120,4 120 120,13 120,2 A.E.G...................... 0 38,75 38 4 Bekula..................... s b-/r% ehem. 4'/z% Franks. Hyp^ Elektr. Lieferungsgesellfchast ... 6 128,75 128 128'65 127/75 Bank-Ligu.»Pfandbriefe....... 101,05 Licht und Kraft ............. 7 152 151 5 6yz% ehem. 4/2% Rheinische Felten & Guilleaume......... 4 135,5 133'5 135 133 Hyp.»Bank»Liqu.-Goldpfe. ... 101,4 101,4 101,4 101,5 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 6 140 140 140 139,75 4/1% ehem. 8% Pr. Landespfand. Rheinische Elektrizität ........ 6 128,5 128,75 129 129,25 briefanstalt, Pfandbriefe 9L 19 97,5 97,5 97,5 _ Rhein. Wests. Elektr..........6 133,25 132,25 133 132 4/2% ehem. 7% Pr.Landespfand Schuckert L Co............... 6 160,5 158,5 160,4 159 briefanst., Gold Komm. Obl. 20 95 95 95 95 Siemens & Halske.».......... g 199,5 198 198 198 Steuergutsch.Berrechnungsk. 34-38 109,5 109,5 109,5 109,6 LahmeyerLCo.............. 7 140,5 141 140,75 141,75 4% Oesterreichische Goldrente... — _ _ 29,13 Buderus ................... 4 117 116,5 116,25 116,4 4,20% Oesterreichische Silberrente 2,6 2,6 2,6 2,75 Deutsche Erdöl ..............4 129,5 129 129,5 128,75 4% Ungarische Goldrente....... 9,1 9,13 9,15 9,15 Harpener................. 8J4 131,75 128,5 131,25 128,5 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 8,6 8,7 8,6 8,75 Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. ß 114,75 113 114,5 112,9 4/2% desgl. von 1913.......... 8,6 8,75 —— 8,95 Ilse Bergbau ...............6 —— — 166,5 167 5% obgest. Goldmexikaner von 99 13,9 14 14 14,1 Ilse Bergbau Genüsse........6 136,5 136,5 136,25 136,75 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Klöcknerwerke .......... 8 117 116 117,75 115,75 Serie 1..................... — — — — Mannesmann-Röhren........8 111,75 110,25 111,5 110,5 Frankfu rt a. M. Berlin Devisenmarkt Berlin - - Frankfurt a .2TL Schluß- kurs Abendbörse Schlußkurs Schluß!. Mittag- 11.August 12.August Datum 11.8. 12.8. 11.8. 128. Ärmliche Notierung Geld | Brief Amtliche Notierung Geld | Brie Mansselder Bergbau....... 6 yt 150 150 150,75 150 Jueno» Alle 0,689 0,693 0,689 0,693 Kokswerke................ .. 6 — 133,5 133,5 Brüssel.... 41,95 42,03 41,96 42,04 Rheinische Braunkohlen .... . 12 221,5 222 221,5 222 Rio de Jan. 0,144 0,146 0,145 0,147 Nheinstahl................ .. 4 148,5 146 148 145,65 (Sofia..... 3,047 3,053 3,047 3,053 Vereinigte Stahlwerke...... S'/i 112,25 110,65 112,25 110,75 Kopenhagen 55,79 55,81 55,81 55,93 Otavi Minen ............. .. 0 34,25 33,5 34 33,65 Danzig----- 46,80 46,90 46,80 46,90 Kaliwerke Aschersleben...... .. 5 126 126,75 London..... 12,495 12,525 12,50 12,53 Kaliwerke Westeregeln...... .. 5 — 122 122,9 Helsingfors.. Paris ..... 5,509 5,521 5,514 5,526 Kaliwerke Salzdetfurth..... 176 176 184,75 16,38 16,42 16,385 16.425 Holland ... 169,00 169,34 169,04 169,38 9. G. Farben-Industrie..... -Italien..... 19,57 19,61 19,57 19,61 .. ? 167,75 166 167,75 166 Japan ...... 0,730 0,732 0,730 0,732 Scheideanstalt............. .. 9 278 275 — Jugoslawien 5,654 5,666 5,654 5,666 Goldschmidt .............. .. 6 118 117,65 118 118 Oslo..... : 62,80 62,92 62,82 62,94 Rütgerswerke ............. .. 6 132 131 132 130,5 Wien....... 48,95 49,05 48,95 49,05 Metallgesellschast........... .. 6 136 135,5 136 136 Lissabon.... 11,35 11,37 11,355 11,375 Stockholm... 64,42 64,54 64,45 64,57 Philipp Holzmann......... Zementwerk Heidelberg .... Cementwerk Karlstadt....... 130,75 148 154 129 148,25 154 I IS Schweiz ... Spanien.... Prag....... Budapest ... 81,07 32,04 10,27 81,23 32,10 10,29 81,12 31,85 10,275 81,28 31,91 10,295 Neuyork ... 2,488 2,492 2,489 2,493 Schultheis Patzenhofer ..... Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 4 .. 0 63,25 62,25 109,5 63,13 107,1 62,13 Banknoten Bemberg................. Zellstoff Waldhof .......... Zellstoff Aschaffenburg ..... Dessauer GaS ............. Daimler Motoren.......... Deutsche Linoleum......... Orenstein & Koppel ........ Westdeutsche Kaufhof....... Chade .................... Accumulatoren-Fabrik...... Conti-Gummi............. .. 6 84,5 152,5 123,5 130 169 55,75 374,5 208 184,5 86 150,25 124,5 129,25 168,75 54,4 390 208 184,75 85 152 124,25 112 130,9 168 86,25 55,7^ 377/75 2058,25 ,164,5 86 150,25 124,5 111,5 129.11/ > **169 /86,13 54,75 392 208 185 Berlin, 12-Auaust 1 Geld Brief .. 0 .. 7 .. 0 .. 8 .. 0 .. 0 .. 9 12 11 Amerikanische Noien.............. Belgische Noten.................. «Frische Note» ................. 1 reiche Noten ................. 1 ^Höfische Noten............... 1 ^findische Noten............... ?Sliid)e Noten................ NorwOische Noten .............. «S > Oesterreich, ä 100 Schilling .............. 2,441 41,80 55,61 12,465 16,335 168,62 62,60 2,461 41,96 55,83 12,505 16,395 169,30 62,86 Gritzner.................. Mainkraftwerke Höchst a.M.. Süddeutscher Zucker....... . ro 35,25 96 215 35,75 96, 215 < f 215 35,75 I 214,25 I :: Ungarische >(Oten ....... 64,23 80,94 31,52 64,49 81,26 31,64 Ges« ßewa1 bal^ uifl d* ,-«ds w T">«° esse der D'1 i,!sthrS-° phonanruse aus dem sich ein „6 9^7 -er zuerst nach Mi' men iM ganz M „gefragt,'', in 64* - für die 6M mir Hvnöertlnarl würde das , liegen die - überlegen, । Bemühung' fei von de' die Ränge gen, dann frage nach Hausen sick dann die wieso den dann hör! Leitung 1 etwas vor Deshalb Grünau । hatte. Un mich die fesselt häl Meter-Sti wissenswe da einen f den argen Training haben arg solche plui kurrenz n und desha ?ie Turnei Zutsche tu ein x V V ,4 \ ttg. Auftrieb M 3 193 FE en alte Fei'?, '„Sehn lj Wochen alle uef schleppe^' Gerste [ tle* Vrbä-n Und sÄ ^ng Llze. 5? »ft lebenb-Q^ 1*5 ? 16°. R15 Kreises ’MSofc A»'*M 9n?'3°* $ 19 ®w«- J3 10.65, 9 SWfeie Müh. 1-15 lb.25, ^lzen- und orkk. 'Bericht.) Hm Auftrieb: 33 ie' 4 Färsen), .^kosteten: I5 52, Schafe ^urktoerlauf- ^t, Kälber, Hfl. 2.453 23 94 52 'flirt a- '^Auausi tiö. 141 .80 61 165 135 62 60 64'Z «'S ZI,54 W 42,04 0,147 3.053 55, 46.9 12,g 5,5 16.425 69.38 19,$ 0,7? 5,6 62, 49.03 11-37$ 64,57 81-Z 31,91 10,235 eife. tigen Wochen- g 1,55 Mark, )is 1,60 Mark, tück 4 bis 10, z2 kg 8 bis 10, >, gelbe Rüben not 10 bis 20, 8 bis 20, gelb en 25 bis 30, irtoffeln, neue, Piel, / kg 15 che 55 bis 58, . Zwetschen 25, is 30, Nüsse 45, en 35 bis 40, beeren 12 bis Suppenhühner ,5, Blumenkohl 2, Salatgurken divien 8 bis 15, 10, Radieschen, «-S 62,85 iche Fanfaren. >es Drahtlos ipischen Spiele, kerhaltungskon' rn: Säbel-W- Turmspringen- Freistil-Frauen- .45: Musik am egertafel 189k ericht von der Olympia-Ko- auer FischM) nie Musik. 2a- :er mit Steuer- e Steuermann: leibung; 3weLicr Vierer ohne sWeier-Mchei' imen: 200=> f- 4 mal 10üa Lasserballspiele. 4. Platz. Bas- 19: vlywp>a- bu DraMn M. 22: Wetter' pia-Ccho-f. ' >0 bis 1: 3nle lernacht- ss-s 1,639 li.se ),145 3,047 55,81 46,80 12,5 5,514 6.385 69,04 19,57 0,730 5,654 62,8 48,95 1,355 64,4$ 8l,j 31-8 |0,275 2,489 Nr. 188 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)Donnerstag, 13. August 1936 XL OLYMPISCHE SPIELE QQ9 Gestern erkämpften sich auch die deutschen Turnerinnen die Goldmedaille! Sie erhielten 506,50 Punkte. Die Silberne gewannen die Frauen der Tschechoslowakei, die Bronzene fiel an die Turnerinnen von Ungarn. Die deutsche Hand* ballmannschaft errang sich die Teilnahmeberechtigung am Endspiel. Deutschland und Österreich werden am Freitag um den Sieg kämpfen. Weiterhin qualifizierten sich die Wasserball- und die Hockeymannschaft für die Endkämpfe. BERLIN 1936 Grünau. Don unserem Or. G. St.-Sonderberichterstatter Grünau, den 12. August 1936. Nun haben endlich auch die Ruderer das Wort. In schlanken Rennbooten kämpfen sie auf Deutschlands schönster und vollkommenster Rennstrecke um die Teilnahme an den Schlußkämpfen. Das Interesse der Olympiabesucher für die Ruderwettkämpfe ist sehr groß. Man kann das aus den vielen Telephonanrufen schließen, die uns morgens unsanft aus dem kurzen Schlaf wecken. Jedesmal meldet sich ein „Freund" oder „sehr guter Bekannter" oder gar „Verwandter" am anderen Ende der Strippe, der zuerst vom schönen Wetter erzählt, dann aber nach zwei Sätzen schon bei der Kernfrage angekommen ist. Heute war es mit der Kartennachfrage ganz schlimm. In erster Linie ist die Schlußfeier „gefragt", börsentechnisch gesprochen ist eine „Hausse in Schlußfeier" und — ganz im Vertrauen gesagt — für die Karte meiner Frau zur Schlußfeier haben mir Leichtsinnige bereits einen richtigen Hundertmarkschein geboten. Aber auch für 200 Mk. würde das „Papier" nicht verkäuflich sein. Aehnlich liegen die Dinge im Schwimmen. Wenn Sie sich überlegen, daß in das Schimmstadion trotz größter Bemühungen des Architekten March nur ein Fünftel von den Iuschauermassen hinein geht, die sonst die Ränge des Olympiastadions zu bevölkern pflegen, dann können Sie auch ermessen, welche Nachfrage nach Schwimmkarten herrscht. Und seit gestern häufen sich die Anrufe nach Ruderkarten. Wenn ich dann die ach so liebenswürdigen Anrufer frage, f. \r Die deutsche Turnmannschaft erkämpfte sowohl in ihrer Gesamtheit als auch durch einzelne ihrer Mitglieder hervorragende Erfolge. Unser Bild zeigt (von links nach rechts) den Riegenführer, dann Winter, Stadel, Steffens, Frey, Volz, Stängel, Schwarz mann und Berkert. — (Sch erl-Bilderdienst-M.) wieso denn jetzt schon Karten zu den Dorrennen, dann hört man sie förmlich am anderen Ende der Leitung schmunzeln und leise wispern sie dann etwas von Sensation. Deshalb habe ich mich einen Tag früher nach Grünau aufgemacht, als ich ursprünglich geplant hatte. Und ich habe recht daran getan. Nicht, daß mich die Wettkämpfe in den Dorrennen schon gefesselt hätten, wie etwa der Endlauf der 4X100= Meter-Staffel, nein, das viele Drum und Dran war wissenswert und aufschlußreich zugleich. Ich habe da einen Filmmann bedauert, der den Auftrag hatte, den argentinischen Achter zu filmen, wenn er zum Training auf der Strecke liegt. Die Argentinier haben argwöhnisch gelächelt und gesagt, daß sie auf solche plumpen Tricks nicht hereinfallen. Die Konkurrenz will wahrscheinlich nur die Zeit wissen, und deshalb fahren sie schon lange nicht. Der Kameramann war ein kummergewohnter Mann und er versuchte mit seinem kümmerlichen Redetalent gegen die Beredsamkeit der Südländer aufzukommen. Schließlich machten die Argentinier einen Kompromißoorschlag: sie fahren die Strecke zum Filmen ab, wenn — Amerika mitfährt. Als unserm Bildreporter die Tränen kamen, bin ich weiter gegangen, habe nachdenkliche Betrachtungen über die schweren Sorgen der Kameraden vom Film angestellt und weiß nicht, ob sie nun tatsächlich gedreht haben. Vielleicht hat sich der Photograph diesmal sein Teil gedacht, hat innerlich wütend eine „lange Rase" gemacht und nach willigeren Opfern seiner Linse Ausschau gehalten. Dann wird er auch bei den Japanern gelandet sein, die mit so viel Liebe, mit so unsäglicher Geduld und mit einem heiligen Ernst ihre i * | HJ > MM' r<> /x .' HM Die Turnerinnen von acht Nationen stritten um die Medaillen im Turnen. Unser Bild zeigt links die deutsche Turnerin Erna Bürger am Schwebebalken und rechts die deutsche Teilnehmerin Meier bei einer schönen Hebung am Barren mit ungleichen Holmen. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Auf dem Mittelpodium die Japanerin Hideko M a e h a t a , die Olympiasiegerin über 200-Meter-Brust- 'Schwimmen wurde, rechts die Deutsche Martha Genenger, die, im Ziel nur etwa 30 cm geschlagen, >die Silberne Medaille errang, vorn die erst zwölfjährige Inge Sörensen (Dänemark), wohl die jüngste Medaiüenträgerin der XL Olympischen Spiele überhaupt. (Scherl-Bilderdienst-M.) Vorbereitungen zum Achterrennen treffen. Japans Achter ist sehr schnell, und die Fachmänner erzählen sich Wunderdinge von den kleinen kräftigen Kerlen in dem merkwürdigen Boot. Das Boot der Japaner sieht nämlich anders aus, als jedes europäische Rennboot. Es ist 3,5 Meter kürzer und in Stromlinienform gebaut. Alle Metallteile sind aus Aluminium und das Boot ist so leicht, daß zwei Mann spielend damit umgehen können. Dieses Boot wurde auf Grund jahrelanger Versuche und haargenauer wissenschaftlich- mathematischer Berechnungen so gebaut, daß bei geringster Kraftanstrengung die schnellste Fahrt erreicht werden kann. Als Ruderfachleute die Japaner zum ersten Male im Training sahen, haben sie fast die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen, weil die acht Jungen dort im Boot für europäische Verhältnisse einfach groteske Dinge trieben: sie fuhren nämlich im ,52er-Schlag", d. h. also, daß sie in einer Minute 52 Ruderschläge machten. Die besten Mannschaften der Welt haben sich bisher nach jahrelangem Training erlauben dürfen, 42er-Schlag zu fahren, und das auch nur zeitweise. Beobachtet man nun die Japaner, dann muß man zwar feststellen, daß der Durchzug dieses Riemens kürzer ist als bei unseren Mannschaften, daß im übrigen auch die Rollsitzbahn nicht so groß ist wie bei uns. Mit diesen Schlägen erzielen die Japaner naturgemäß eine unheimliche Geschwindigkeit, und die große Frage ist eben die, ob sie das Tempo auf die Dauer durchhalten werden. In Henley, der großen internationalen englischen Regatta, haben die Söhne aus Nippon verloren. Das war überhaupt die erste Niederlage der japanischen Achtermannschaft. Der japanische Trainer Shuhei Seta erklärte nach dem Verlauf dieses Rennen, daß seine Leute taktisch falsch gefahren wären und deshalb von der Schweiz geschlagen wurden. Hinzu kam, daß sich die Japaner damals noch nicht an das Klima in Europa gewöhnt hatten. Die gesamte Ruderwelt blickt in diesen Tagen nach Grünau und rechnet, diskutiert und macht Voraussagen, ob die Japaner ihr Tempo durchhalten oder nicht. Unser deutscher Achter ist auch nicht „so ohne". Acht prächtige Burschen von „Wiking" Berlin sitzen da im Boot. Sie sind Freunde, sie trainieren seit Jahren zusammen und können 20 Siege in schweren Rennen nachweisen. Es ist zu begrüßen, daß der verantwortliche Leiter nicht eine kombinierte Mannschaft in den Achter gesetzt hat, die zwar als Einzelruderer recht stark sind, sich aber kaum kennen, sondern daß er diese Trainingsgemeinde so zusammen gelassen hat, wie sie seit Jahren trainiert. Der älteste Mann im Boot ist 26 Jahre alt, alle anderen stehen im Alter von 20 bis 22 Jahren. Der deutsche Achter rudert „Fairnbairn-Stil". Hierüber ist viel geschrieben worden, und es gibt viele Stimmen, die sich mit dieser Art des Ruderns nicht befreunden können. Was Fairbairn ist? Es ist die Methode des zweckmäßigen Ruderns in einer Körperhaltung, bei der es auf strengste Wahrung der alten Rudergesetze nicht so ankommt. Der Wiking-Achter hat unter seinem Trainer diesen Stil so weit ausgebaut, daß man wirklich einen sinnvollen Aufbau erkennen kann. Die acht Jungen im Boot mit ihrem kleinen Steuermann sind schon richtig, und sie tragen voll und ganz das Vertrauen der deutschen Ruderwelt. Auch DeuWands Turnerinnen siegreich. Der dritte Tag der Olympischen Turn-Wettkämpfe stand im Zeichen der Frauen. Nach dem ganz überragenden Abschneiden der Männer am Vortage, die zwölf von den 24 Medaillen erkämpften und damit Deutschland zur weitaus erfolgreichsten Nation machten, sah man den Leistungen der Frauen mit ganz besonderem Interesse entgegen. Die Frauen tragen nur einen Mannschaftskampf ohne Einzelwertung aus. Ihr Wettkampf umfaßt zwei Gemeinschaftsübungen, die von allen Turnerinnen zugleich ausgeführt wurden, und je eine Pflicht- und Kürübung am Schwebebalken, Barren und Querpferd. Acht Nationen gingen in den Kampf: Großbritannien, Tschechoslowakei, Polen, Italien, Jugoslawien, USA., Ungarn, Deutschland. An den Geräten. Im Gegensatz zu den Männern muß nach den internationalen Bestimmungen beim Frauen-Tur- nen von allen Mannschaften die gleiche Reihenfolge eingehalten werden. Dadurch ergibt sich folgendes Bild. Großbritannien turnte zunächst mit der Mannschaft allein am Barren und rückte dann zum Schwebebalken vor. Dann erst trat die zweite Nation, die Tschechoslowakei, am Barren in Aktion. Als Großbritannien am Pferd arbeitete, begannen die Tschechinnen am Schwebebalken, worauf die dritte Natton, Polen, den Beginn am Barren machte. Dadurch zog sich die Abwicklung der Kämpfe in die Länge. Nach zwei Stunden hatten erst drei Nationen das erste Gerät hinter sich. Die Pflicht am verschiedenen hochgestellten Barren wurde allgemein als zu schwierig betrachtet. Sehr schwierig waren auch die Hebungen am Schwebebalken: sie stellen die höchste Anforderung an die körperliche Beherrschung. Deutschlands Turnerinnen in Führung Nach achtstündigem, ununterbrochenem Kampf stand am Schlüsse der Einzel-Hebungen an den Geräten die deutsche Mannschaft mit 524,10 Punkten ils überlegener Spitzenreiter fest. Zwar werden — wie schon beim Mannschaftskampf der Turner — nur die sechs Besten für den Mannschafts-Wettbewerb gewertet, aber der mehr als 20 Punkte betragende Vorsprung unserer Turnerinnen dürfte sich auch nach Abzug der Wertungen für die beiden schlechtesten Turnerinnen nicht wesentlich verkleinern. Hinter Deutschland hat sich in der Gesamtwertung die Tschechoslowakei geschoben, die mit 507,35 Punkten Ungarn (503,55) überholt hat. Jugoslawien, Polen, Italien, USA. (7 Turnerinnen) und Großbritannien folgen auf den Plätzen. Der Stand vor den Gemeinschaftsübungen war folgender: 1. Deutschland 524,10 P.; 2. Tschechoslo- wakei 507,35 P.; 3. Ungarn 503,55 P.: 4. Jugoslawien 489,75 P.: 5. Polen 486,30 P.: 6. Italien 455,55 P.; 7. USA. (7 Turnerinnen) 432,90 P.; 8. Großbritannien 404,09 Punkte. Die gymnastischen Gemeinschasts- Uebungen. Ohne Pause ging es nach dem Gerätekampf unmittelbar zu den Gemeinschafts-Uebun- g e n mit und ohne Gerät, die die Auffassungen der Nationen über das gymnastische Turnen lehren sollten. Ein wirkungsvolles Bild bot sich, als die einzelnen Mannschaften die Bühne betraten. Diese Vorführungen bedeuten zweifellos eine Bereicherung des turnerischen Programms der Frauen. Die erste Uebung wird ohne Gerät geturnt. Die 20 000 Zuschauer bekunden größtes Interesse und belohnen die Prachtleistungen mit starkem Beifall. Die Bewertung erfolgt mit je 20 Punkten für den „körperbildenden Wert" und die „Schönheit der Zusammenstellung". Die Höchstnote für „Ausführung und Zusammenarbeit" beträgt 30 Punkte. 70 Punkte sind also von jeder Mannschaft im günstigsten Fall bei jeder der beiden Gemeinschafts- Uebungen herauszuholen. Dieser Höchstzahl kommen bei der Uebung die Ungarinnen mit 57,64 Punkten am nächsten. Die Deutschen zeigen die Loges- Schule, die mit ihrer starken Bewegung und Körperdurchbildung einen ausgezeichneten Eindruck hinterläßt, aber die Uebung bringt nur 56,51 Punkte ein. Zwischen Ungarn und Deutschland schiebt sich mit 57,34 Punkten noch die Tschechoslowakei. Deutschlands Führung in der Gesamtwertung blieb aber unangefochten. Die Amerikanerinnen brachten eine stark leistungsbetonte Hebung. Ein verwirrendes Bild bot die zweite Gymnastik- Hebung mit Gerät (Medizinball, Tennisschläger, Hanteln, Keulen usw.). Nicht immer fanden die Geräte eine ihnen entsprechende Verwertung. Theatralisch wirkten die Engländerinnen mit ihren Bällen und die Flitzbogen der Polinnen. Im Mittelpunkt standen aber doch die Keulenübungen, die an Schwierigkeit, Raumausnutzung, Körperdurch- bildunq, Sicherheit und prächtige Handhabe alles andere überragten. Dem großen Formenreichtum der Deutschen setzten die Ungarinnen eine Überlegenheit auf rein gymnastischem Gebiet entgegen. Die deutschen Mädel gewinnen. Tatsächlich glückte es den deutschen Turnerinnen, es ihren Turnbrüdern gleich zu tun und zu bewei- fen, daß sie die Spitzenklasse der Welt anführen. Mit 506,50 Punkten erkämpften sie sich nach dauernder Führung in der Gesamtwertung die Goldmedaille. 503,60 Punkte brachten der Tschechoslowakei den zweiten Platz und damit die Silbermedaille. Für die drittbeste Note 499,00 wurden die Ungarinnen mit der Bronzemedaille ausgezeichnet. Olympischer Zeitplan für Freitag. 15 Uhr: Handball: Schweiz gegen Ungarn; 16.20 Uhr: Deutschland — Oesterreich; Sieger- Zeremonien, jeweils im Olympia-Stadion. 9 Uhr: Schwimmen. Turmspringen, Frauen (Entscheidung); 400-Meter-Freistil, Frauen (Zwischenläufe). Wasserball: Um den 1. bis 4. Platz; um den 5. bis 8. Platz. 15 Uhr: 200 Meter Brust, Männer (Zwischenläufe); 1500 Meter Freistil (Zwischenläufe); 100 Meter Rücken, Männer (Endlauf); 4 X 100-Meter- Staffel, Frauen (Endlauf), 8 Uhr: Reiten. Dressurprüfung für die Vielseitigkeitsprüfung, Maifeld. 16.30 Uhr: Hockey- Turnier: Endspiel um den 1. und 2. Platz, sowie um den 3. und 4. Platz, Hockey-Stadion. 16 Uhr: Basketball: Schlußrunde, Tennis- Stadion. 9 Uhr, 15 und 17 Uhr: Fechten. Säbel-Einzel- kämpfe (Dorrunde, Zwischenrunde, Vorschlußrunde), Turnhalle Kuppelfaal im Reichssportfeld. 20.30 Uhr: „Das Frankenburger Würfelspiel", Dietrich-Eckart-Bühne. 15 Uhr: Boxen: 4. Runde, Deutschlandhalle. 14.30 Uhr: Rudern. Vierer m. St. (Entscheidung); 15; Zweier o. St. (Entscheidung); 15.30: Einer (Entscheidung); 16: Zweier m. St. (Entscheidung); 17.30: Vierer o. St. (Entscheidung); 18: Doppelzweier (Entscheidung); 18.30: Achter (Entscheidung), Grünau. 10.30 Uhr: Segeln, Kieler Förde. Sensation im Schwimm-Stadion. Iack Medica vor den Japanern. w Start über 400-m-Freistil. Diesen Kampf gewann der amerikanische Weltrekordmann Jack M e d i c a mit dem neuen Olympischen Rekord von 4:44,5 Minuten, der Japaner Uto gewann die Silberne Medaille, während dessen Landsmann M a k i n a die Bronzene Medaille erhielt. Unser Bild zeigt von rechts nach links: Ma k i n a (Japan), Taris (Frankreich), F l a n a g a n (USA.), Leivers (Großbritannien) U t o (Japan), Medica (USA.) und Negani (Japan). — (Scherl-Bilderdienst-M.) Adolf Kiefer kaum zu schlagen. Drei deutsche Rückenschwimmer im Zwischenlauf. Als erster Schwimmwettbewerb wurde am Mitt- wochoormittag das 100-Meter-Rückenschwimmen der Männer mit fünf Vorläufen begonnen. Die drei Deutschen Hans Schwarz, Heinz Schlauch und Erwin Simon qualifizierten sich zur großen Freude der 20 000 Zuschauer für die beiden Zwischenläufe. Gleich der erste V o r l a u f war auch der schnellste. Amerikas Weltrekordler Adolf Kiefer schwamm vollkommen locker und stilistisch kaum zu übertreffen mit 1:06,9 Minuten einen neuen olympischen Rekord, der bisher von seinem Landsmann und Olympia-Sieger von Amsterdam Kojac mit 1:08,2 gehalten wurde. Von dem Amerikaner Drys- dale wurde in 1:09 der zweite Vorlauf gewonnen. Der große und starke Wünsdorfer Hans Schlauch schwamm ein gutes Rennen und wurde in 1:10,1 vor dem jungen Jugoslawen Wilfan und Scheffer-Holland Zweiter. Den ersten japanischen Sieg gab es im dritten Vorlauf durch Ko- jima, der van de Weghe-USA., Christiansen-Philippinen und Erwin Simon auf die Plätze verwies. Zwischenläufe zum 100-Meter-Rücken der grauen. Das interessantere Rennen gab es im e r st e n Lauf, wo Hollands Favoritin Dina Senfs sich gar nicht auszuschwimmen brauchte, um in 1:17,1 die Amerikanerin Mortridge (1:19,1) hinter sich zu lassen. Anni S t o l t e , die einzige deutsche Teilnehmerin kam nicht mit. Daß sie olles aus sich herausgab, was sie zuzusetzen hatte, beweist die Zeit von 1:21,7, die sie bisher noch nie im freien Wasser erzielte. Den zweiten Vorlauf holte sich Rie Maßenbroek. Sie siegte in 1:19,1 vor Frampton in 1:19,6, Bridges in 1:20,4 und Kerkmeester (Holland), die mit 1:21,3 Vierte wurde. In die Entscheidung kommen hier die drei Besten eines jeden Zwischenlaufes und die schnellste Vierte des gesamten Feldes, also Senfs und Mastenbrock (Holland), Mor- tridges und Bridges (USA.), Brunnström (Dänemark), Harding und Frampton (Großbritannien). Deutsche Schwimmerinnen im 4-mal-100-7Neter- Kraul-Staffel-Endkampf. Einen schönen Kampf lieferte die deutsche 4-mal- 100-Meter-Kraul-Staffel der Frauen in der Aufstellung Halbsguth, Lohmar, Schmitz und Pollack der holländischen Weltrekordstaffel Selbach, Wagner, den Ouden und Mastenbroek im zweiten Vorlauf. Mit drei Meter Vorsprung siegte Holland in 4:38,1 vor Deutschland in 4:40,5, Dänemark 4:46,2 und Japan 4:58,1 Minuten. Den ersten Lauf hatte USA. mit der Mannschaft Ryan, Lapp, Freeman und McKean ganz knapp vor England gewonnen. Die Entkleidung ü6er4OO=m=ffraul. Auf den Rängen und Tribünen fieberte man der Entscheidung im 400-Meter-Freistilschwimmen entgegen, als der Lautsprecher die Bahnverteilung wie folgt verkündete: Negami (Japan), Medica (USA.), Uto (Japan), Leivers (Großbritannien), Flanagan (USA.), Taris (Frankreich) und Makino (Japan). Alles war zum erneuten (Sroßkampf Japan — USA. bereit. Schon durch den kraftvollen Startsprung hat sich Jack Medica die Spitze gesichert. Der Amerikaner nimmt auch die 50-Meter-Wende mit leichtem Vorsprung vor Uto. Bei 100 Meter liegen Medica und Uto mit 1:06,1 gleichauf vor Negami. Bei 200 Meter hat Uto mit 2:19,9 die Spitze knapp einen Meter vor Medica. Bis 300 Meter ändert sich an diesem Bild nichts. Auf der letzten Bahn entscheidet die größere Körperkraft Jack Medicas über Sieg und Niederlage. Bis 385 Meter liegen Uto und Medica Kopf an Kopf. Dann aber ist es passiert. Mit letzter Energie wälzt sich Medica — stilistisch an Deiters erinnernd — mit kraftvoll langen Armzügen durch das Wasser und schlägt in 4:44,5 Minuten als sicherer Sieger vor Uto (4:45,6) an. Im Kampf um den dritten Platz wird der zweite Amerikaner von Makino (4:48,1) klar geschlagen. Verlegene amerikanische kunüspringerinnen. Alle drei Medaillen an USA. Rund 20 000 Zuschauer waren am Mittwochmorgen wieder ins olympische Schwimmstadion gekommen, wo sich die Bewerberinnen im Kunstspringen zum Kampfe stellten. Die 16 Teilnehmerinnen waren in zwei Gruppen zu je acht Springerinnen eingeteilt und hatten je drei Pflicht- und drei Kürsprünge zu erledigen. Gute Leistungen in den Pflichtsprüngen Der ersten Gruppe gehörten u. a. die Olympiasiegerin von Los Angeles, Dorothy Hill - Poyn - ton, die amerikanische Allround-Sportlerin Katherine R a w l s , die Japanerin O s a w a und die beiden deutschen Springerinnen Gerda Säumer» lang und Suse Heinze an. Beim ersten Pflichtsprung, einem Salto vorwärts gehechtet, erhielt Rawls mit 13,50 Punkten die beste Note. Gerda Daumerlang hatte hier Pech, da sie etwas verdrehte und nachhechtete und von den Richtern nur 9,72 Punkte erhielt. Auch im zweiten Sprung, einem Kopfhochsprung rückwärts aus dem Stand, erhielt Rawls für ihre sichere und elegante Ausführung die beste Note mit 14,11. Daumerlang hatte sich wieder gesunden und erreichte 13,43, wobei sie besser war als Dorothy Hill. Eine großartige Leistung sah man beim dritten Pflichtsprung, einem Auerbach-Kopfsprung mit Anlauf, wo sich Rawls und Hill-Poynton mit 15,20 die beste Wertung holten, aber auch Gerda Daumerlang erhielt mit 14,63 eine recht gute Note. Nach den Pflichtsprüngen führten in dieser Gruppe die Amerikanerinnen vor den beiden Deittschen Daumerlang und Heinze und der Engländerin Slade. Unübertreffliche Kür. Hatten die Amerikanerinnen im Schulspringen schon gut gefallen, so waren sie in der „Kür" überhaupt nicht zu übertreffen. Durch unerreichte Eleganz in der Ausführung, bis in die Fußspitzen ge- streckte Beinhaltung und fast vollkommen gelockerte weiche Arbeit des Oberkörpers und der Arme bestach jeder Sprung der Amerikanerinnen. Rawls erhielt für den ersten Kürsprung, einen halben Bohrer aus dem Stand rückwärts, 15,20 Punkte, die bisher beste Wertung für diesen Sprung. Fast fehlerlos war auch der halbe Bohrer mit Anlauf der zierlichen Japanerin Ofawa. Die absolut beste Bewertung gaben die Richter der schon weitaus in Führung liegenden Amerikanerin Rawls mit 15,40 Punkten für ihren 1^2-Salto gegen das Brett. In diesem Durchgang erzielte Gerda Daumerlang für die glänzende Ausführung der halben Auerbach- fchraube mit 13,40 die zweitbeste Bewertung. Dorothy Hill bekam für ihren letzten Sprung, den 1 Vs- Salto gegen das Brett gleich ihrer Kameradin Rawls 15,40 Punkte. Ziemlich gleichwertig besetzt war die zweite Gruppe, in der es $u einem scharfen Kampfe zwischen der erst 13jährigen Amerikanerin Majorie G e st r i n g und der deutschen Europameisterin Olga Jensch-Jordan kam. Bereits nach drei Pflichtsprüngen lag die für ihr Alter schon große, aber schlanke Amerikanerin mit 52,67 Punkten vor unserer Meisterin, die mit 37,10 Punkten klar vor der durch ihre Heirat Norwegerin gewordenen früheren Dänin Inger Kragh, heute Nordbö-Kragh, lag, die 32,78 Punkte erhalten hatte. Vierte war die Japanerin Kono mit 32,71 Punkten. In der Kür wurde der Unterschied zwischen Jensch und Gestring noch klarer. Die deutsche Meisterin tauchte nicht ganz spritzerlos ein. In der Höhe vom Brett beim Absprung und in der Vollendung des Sprunges war sie aber der Amerikanerin ebenbürtig, nach unseren Begriffen vielleicht sogar etwas besser. Jensch erhielt für ihre halbe Auerbach- schraube mit Anlauf nur 14,40 Punkte, während Gestring für den gleichen Sprung mit 16,20 bewertet wurde. Mit dem tadellosen l^/2-Salto vorwärts aus dem Stand rücklings, der ihr genau 16 Punkte einbrachte, beendete die Amerikanerin das Springen als Olympiasiegerin. Amerikanischer Sieg im Franen-Turmspringen. Das Turmspringen der Frauen endete erneut mit einem Doppelerfolg der amerikanischen Springerschule. Roynton-Hill, Amerikas Olympiasiegerin von Los Angeles, wurde zum drittenmal Olympiasiegerin. Im Kunstspringen vom 10-Meter-Brett war sie nicht zu schlagen und errang die Goldmedaille vor ihrer Landsmännin Dünn und der Deutschen Käthe Köhler. Um die Entscheidung im Wasserball-Turnier. Nach den letzten Zwischenrundenspielen vom Mittwoch stehen nunmehr im Olympischen Wasserballkampf die Endrunden-Teilnehmer fest; es sind: Ungarn und Belgien aus der Zwischengruppe 1 sowie Deutschland und Frankreich aus der zweiten Zwischengruppe. Am Mittwoch kam Ungarn zu einem überlegenen 8:0-(3:0-)Sieg über Holland, während Belgien in der gleichen Gruppe über Großbritannien mit 6:1 (3:1) triumphierte. In Gruppe 2 schlug Deutschland die Schweden klar mit 4:1 (2:0), und Frankreich war über Oesterreich mit 4:2 (1:2) siegreich. Ungarn, Belgien, Deutschland und Frankreich tragen ihre ersten Endrundenspiele am Donnerstag aus. Dabei treffen Deutschland auf Ungarn und Belgien auf Frankreich. Am gleichen Tage beginnen auch die unterlegenen Nationen Holland, England, Oesterreich und Schweden mit ihren Kämpfen um den 5. bis 8. Platz. Holland hat hier zunächst gegen Oesterreich anzutreten, während England sich mit den Schweden auseinanderzusetzen hat. V:W W -z * WE Im Entscheidungskampf der Kunstspringerinnen erzielte die 13jährige Amerikanerin Margie Gestring den Sieg und die Goldene Medaille. Die deutsche Vertreterin, Frau Jensch-Jordan, kam auf den fünften Platz. Unser Bild zeigt Frau Jensch-Jordan mit ihrem Töchterchen und der jungen Siegerin nach den Kämpfen. — (Presse-Bild-Zentrale-M.) Der zweite Kampftag der Ruderer. Strahlender Sonnenschein und ein leichter, die Wellen kräuselnder Wind, das war auch für den zweiten Tag der Grünauer Regatta das richtige Wetter. Schon in den frühen Nachmittagsstunden setzte der fast ununterbrochene Zustrom der Zuschauer ein. Nicht weniger als 13 Rennen standen auf dem Programm. Als Auflakl ein deutscher Sieg. Der erste Vorlauf im Zweier mit © t. endete mit einem deutschen Sieg. Die beiden Berliner Friesen Gustmann und Adamski, mit Arend am Steuer, hatten bei 1800 Meter den Sieg sicher und laut umjubelt gingen sie in 7:27,3 Minuten als Sieger dieses Vorlaufes durchs Ziel. Das zweite Vorrennen wurde ein glatter Sieg für Frankreich, das, vom Start weg in Führung liegend, alle Angriffe der Dänen und der Schweizer zurückwies und mit einer knappen Länge Vorsprung gewann. Deutschland siegt auch im Vierer „ohne". Nach dem Vorrennen im Zweier „mit" gingen die Vierer ohne Steuermann an den Start. Im ersten Vorlauf war unser deutsches Meisterschaftsboot mit Eckstein, Rom, Karl und Menne im Rennen. Von Anfang an holte der europäische Mei- sterschaftsvierer eine klare Führung. Auf den letzten 200 Meter zeigten die Deutschen, was sie noch „drin" hatten und siegten in 6:22,5 vor Oesterreich 6:32,1, Dänemark 6:36,8, Ungarn 6:40,7 und USA. 6:41,4. Den zweiten Vorlauf gewann die Schweiz. Das erste Vorrennen im Doppel-Zweier endete zur allgemeinen Ueberraschung mit einem Siege der Franzosen Giriat-Jaquet, die das Europa- Meisterschaftspaar Verey-Ustupski (Polen) schlugen. Zu einem harten Kampf kam es im zweiten Vorlauf zwischen unserem deutschen Meisterpaar der Zelle Grünau Kaidel^Pirsch und den schon mehrfach bei Olympischen Spielen beteiligten Engländern Bresford-Southwood. In 6:41 siegten Kaidel-Pirsch vor den Engländern, die 6:44,9 benötigten. Die übrigen Boote lagen7 bis 8 Längen zurück. Drei Borkämpfe im Achter. Mit großer Spannung sah man dem ersten der drei Dorläufe im Achter entgegen, in dem die favorisierten Amerikaner auf die Japaner trafen. Der Ausgang war dann doch etwas überraschend. Nach hartem Kampf auf der ganzen Strecke, auf der England zum größten Teil sich um die Führung verdient gemacht hatte, spurteten auf den letzten 200 Meter die Amerikaner an den Engländern vorbei und siegten in der prachtvollen Zeit von 6:00,8. Die Japaner fielen sehr zurück. In einem harten Kampf konnte sich Ungarn durch seinen Sieg im zweiten Vorrennen die Teilnahme am Endlauf sichern. Mit 6:07,6 wurde Ungarn Sieger vor Italien, Kanada und Australien. Mcking verlor mit V10 Sekunde. Das kampfreichste der drei Achterrennen sollte aber das letzte werden, in dem Deutschland und die Schweiz aufeinandertrafen. Mit großen Hoffnungen verfolgte man den Start unserer Wicking- Mannschaft, und der Kampf hat auch das Vertrauen gerechtfertigt. Es ist nur als Pech zu bezeichnen, daß der Spurt 50 Meter zu spät eingesetzt wurde und so das Vorrennen gegen die in hervorragender Form befindlichen Schweizer verloren aing. Bei 800 Meter hatte das deutsche Boot einen Vorsprung von Vs Länge vor der Schweiz. Spurt auf Spurt folgte zwischen den beiden führenden Achterbooten, doch konnte Deutschland immer noch die Führung behaupten. Als dann bei 1700 Meter überraschend Schmidt am Schlaa, des Bootes der Eidgenossen zum Spurt ansetzt, wird diese Chance ausgelassen, und trotz tosender Anfeuerungsrufe der Zuschauer kann Wicking* den geringen Vorsprung der Schweizer nicht mehr einholen. In 6:08,4 siegten die Schweizer vor Deutschland (6:08,5), Jugoslawien und Dänemark. Deutschlands Achter muß sich somit als einziges deutsches Boot erst über die Hoffnungsläufe die Teilnahmeberechtigung am entscheidenden Lauf sichern. Die vier Hoffnungsläufe im Einer. Die vier Zwischenläufe im Einer waren die letzten Rennen des zweiten Tages der Grünauer Regatta. Die dabei ermittelten Sieger Hasenöhrl (Oesterreich), Varrow (USA.), Giorgio (Argentinien) und Campbell (Kanada) werden am heutigen Donnerstag zusammen mit den vier Siegern der Vorrennen, Verey (Polen), Schäfer (Deutschland), Rusli (Schweiz) und Warren (England), in die Vorentscheidung kommen. 1111111 - M7Ä • <■ W->^ z,, , —KZ? " " V-' W 5n der prachtvollen Reitareim des Polofeldes begann am Mittwoch das größte aller Olympischen Reit- turniere, an dem die besten Reiter aus elf Nationen zunächst in die Große Dressurprüfung eintraten. Im xsoröergrunö rechts steht man die kleine Richtertribüne, während auf dem Prüfungsplatz der französische Kapitän I0 u s saumg auf „Favorite" seine Dressurprüfung absolviert« — (Scherl-Bilderdienst'-M, bis 8 Die Olympischen Spieliurniere Die Kämpfe des Olympischen Boxturniers wur- Lilber Bronze Sold Nationen 2 2 »richt. 9:3-Halbzell - Führung. 1 1 1 3(1) 4 6 bedeuten die Die in Klammern gesetzten Zahlen Mittwochoorrnittag vor vollbesetzten Tribünen auf, dem Malfeld mit dem Einzelreiten zur Großen 2lnzayt Dressurprüfung, an der Vertreter von 11 Nationen I Nachdruck verboten! 3. Fortsetzung. ihm — seinem Gesicht nach Hand ging. Rudolf Terbrüc 16(2) 18(5) 19 19(5) 6(1) 4 2 5 5 5(2) 5 2 7(1) 4 3 3 6 IQ) 3 4(4) 3 2 2(1) 5 6 6 4 4 3 5(1) 25(2) 2 2 1 Hl) 1 2 5 4 3 6 2(1) 1 2(2) 7(1) 2 Olympisches Boxturnier. Kaiser (Deutschland) siegt entscheidend. Am Regattastrand von G r ü n a u läuft ein junges Mädchen, so schien es mir zuerst, den Arm schwesterlich um ein niedliches kleines Geschöpf von 10—12 Jahren geschlungen, an mir vorbei. In schwarzen Hosen mit weißem Hemd, das leuchtende rot-weiß-schwarze Abzeichen, Adler und Hakenkreuz, das Wahrzeichen der Olympiamannschaflen an der Brust. „Wo sind Sie denn her. Haben Sie schon Ferien?" Sie gesteht, ein wenig errötend, daß sie bereits verheiratet und glückliche Mutter sei. Mit 12 Mädchen ist sie von Ostpreußen, von Osterode über Pillau zum erstenmal zu diesem großen Treffen der jungen Paddler und Paddlerinnen zu den Olympischen Spielen aufgebrochen. Nun zelten sie in eigenen Zelten in der Nähe vom Ausfluß des Müggelsees. 1500 junge Kanufahrer und Kanufahrerinnen zu beiden Seiten der Waldstraße nach Friedrichshagen. „Wir Kanufahrer find ganz anders als die Fachämter Turnen, Schwimmen und Leichtathletik für derartige Sternfahrten eingerichtet", verriet mir schon vorher einer der Organisatoren vom Fachamt Kanusport. „Unsere Jungens und Mädels besitzen nicht nur eigene Zelte, sondern wenn sie einmal „Er hat gesagt, Rudolf, er sei kein Schurke. Er ist wahrscheinlich nur ein schurkischer Geschäftemacher. Das scheint in der Familie zu liegen." Hier wurden sie unterbrochen. Der Wirt kam und meldete das Frühstück. Er war merklich beruhigt und höflicher. Diese Männer bekamen von einem Briten Besuch, dann war da wohl alles in Ordnung. Rudolf Terbrügge und John Schnakenbeck gingen hinunter an den Frühstückstisch. Er war reich gedeckt, alles was recht war. Aber sie schlugen trotzdem merkliche Breschen in die aufgetischten Dinge. Dann gingen sie wieder hinauf und rührten sich nicht aus ihrem Zimmer weg. — „Hast du nicht einen Brief zu schreiben, Rudolf? Ich will meiner lieben Frau gerade ein paar Zeilen schicken." John Schnakenbeck setzte sich, ohne eine Antwort abzuwar- errafdjenb. drecke, auf bc n die Führul, auf den letzt!: Engländern do: Zeit von 6:00' Griechenland Aegypten Argentinien Australien Belgien China . Dänemark Estland Finnland Frankreich Großbritannien... Holland......... Indien Island ........ Italien ........ Japan Kanada Lettland Mexiko Neuseeland Norwegen Oesterreich Philippinen Polen Rumänien Schweden ....... Schweiz Süd-Afrika Tschechoslowakei.. Türkei Ungarn Uruguay Bereinigte Staate« Deutschland der in Kunstwettbewerben errungenen Medaillen. ~(1) 1 3 3000 Kanu- und Merpimpse erleben Olympia „ffiir haben unsere Zelte selbst mitgebracht.- — Iugendkameradschast zwischen den Nationen. ten, an den Tisch und begann mit der Arbeit, die ihm — seinem Gesicht nach — nicht leicht von der Hand ging. Rudolf Terbrügge sah ihm zu. Er saß dem Freund gegenüber. Das Blatt Papier bedeckte sich mit schwarzen Schriftzügen. Er versank in Sinnen. Diesen Brief würde die dicke Blondine an den Vorseßen in Hamburg lesen. Würde er sie erfreuen? Er sah das kleine Gemach, in dem John Schnakenbeck gehaust hatte, er sah sich eintreten — und vorher — die Bilder tauchten auf, ohne daß er sie rief. In Wietze war er ein bißchen sehr rasch weggekommen. Heute tat es ihm leid. Der Vater war alt. Es kann keiner aus seiner Haut. Vielleicht ch Ungarn dch i die Teilnahw wurde Ungon Australien. ekunde. jterrennen sM Deutschland un) it großen Hch mjerer Wilkch aud) bas $?i- 's Pech zu d:-1 i fpät einge/ti ' die in W WX x)«r Boot r Schweiz. 6p leiden fiifjrerk and immer nti bei 1700 ®tiß , des Bootes ta ird diese TtM- Anfeuerungsr/: geringen ir einholen. Ä utschland (6:0 utschlands Wr itsches Boot ech ;eiInabmeW- >m. tn Liner, r waren die W t (Brunauer w reger HasenW am W er Siegern ö‘; r (Deutschlam agtanö), in » Unbekannte Fracht Boman von $rant z.Vraun Durham schien sich eine Weile an der ratlosen Verblüffung der beiden zu weiden. Dann trat er ioon der Tür weg weiter ins Zimmer. „Ich bin Heftern abend erst spät von der „Queen Elizabeth" weggegangen. Man wußte zu der Stunde schon von iiurem Verschwinden. Der Kapitän hat nicht schlecht gewettet. Noch in der Nacht hat er mit ein paar Matrosen die Schenken unten am Grantonhafen durchsucht. Muß ihm ein schönes Stück Geld ge- taftet haben, in jeder Kneipe einen Whisky. Aber : uch schlaue Füchse hat er ja doch nicht gefunden. §s war ganz geschickt, in ein Privatquartier zu Hehen." Er lachte, zog sich einen Stuhl heran und setzte sich an den Tisch. . , * „Sind Sie nicht mehr auf der „Queen Elizabeth , Durham? Abgemustert?" „Ja, ich hatte nur bis Edinburgh Vertrag, da mußte der Alte mich auch noch ziehen lassen. Wie ar hier ohne Heizer wegkommen wird, weiß lch -.licht. Vielleicht findet er wieder ein paar arme Schlucker." Rudolf Terbrügge trat heran und setzte sich glelch- »lls an den Tisch. Er empfand, hier war Offen- iieit angebrachter als Versteckspiel. „Wir hielten es nicht mehr aus", sagte er, „lieber auf Löhnung ver- Achten, aber weg von diesem Schiff. Die Keilet imb in einem Zustand, daß es jeden Heizer ..Wern wollen Sie das erzählen, terbrügge? Durham lachte. „Glauben Sie, ich lveiß das nicht -elber? Mir hat man nichts vorgemacht. Ich kannte Vas Schiff gut, wissen Sie, viel zu gut! Noch be- veutend besser als Sie!" Er zwinkerte bedeutungsvoll mit den Augen. „Deshalb ließ mich der Alte ouch anstandslos gehen, wie ich es vertraglich hatte. 5r hätte mich gern behalten, ihm fehlen fünf Leute, 3&er ich wollte weg." - .0„ „Liegt die »Queen Elizabeth' noch am Kar. „Gestern abend lag sie noch da. Er hat ja keine Heizer!" Rudolf Terbrügge sah dem Oberheizer voll ms Besicht. „Dann werden Sie also hingehen und uns ::n den Kapitän verraten." Mitglieder sind, auch eigene Boote. Deswegen bereitet uns das Zusammenströmen von 1500 Jungen und Mädels keine besonderen Schwierigkeiten." In Reih und Glied stehen in der märkischen Heide ver- ankert links und rechts von der Landstraße die Zeltreihen. Etwa 300 Mädchen und 1500 Jungens. Ein munterer Betrieb draußen. Wenn mir sie treffen wollen, müssen wir mittags antreten. Das, was sie am besten zusammenhält, ist die große Abfütterung zu Mittag. In Massenküchen vollzieht sie sich schnell. „Wenn nur das Wetter ein bißchen besser wäre", seufzt ein Pimpf neben mir und verdrückt den zweiten Teller. Das ist in der Tat das einzige, was sie bedrückt. „Was macht ihr denn den ganzen Tag?" Oh, der vierzehnjährige blonde Junge aus Hannover zieht aus feiner Tasche, ein roemg zerknautscht, oft von Wasser durchtränkt, aber dennoch leidlich lesbar, das gedruckte Programm für die kurzen Tage dieses Lagerlebens. Eine reiche Fülle von Veranstaltungen erwartete die junge Schare Sie durfte bei der Eröffnung im Stadion mit dabei fein. Sie sahen eine ganze Menge von Berlin, paddelten durch die Seenkette der Oberspree, beschauten sich sah er ihn nicht wieder ... Und Antje Oelkens wußte überhaupt nicht, wo er geblieben war. Antje, die schließlich ein Recht hatte, zu erfahren, was aus ihm geworden war. Aber es ist ja noch nichts aus mir geworden! Meldest du dich deshalb nicht, du eingebildeter Narr? Einen Menschen, der dich liebt, läßt du einfach im Stitfi, weil — warum eigentlich habe ich nicht von ihr Abschied genommen? Weil es ein wirklicher Abschied geworden wäre, weil ich sie hätte freigeben müssen? Wollte ich, daß alles in der Schwebe bleibt? Aber gerade im Gegenteil, sie soll nicht mehr an mich denken. Oder denken vielleicht, aber nicht auf mich warten. Das wagte ich ihr nicht zu sagen. So war es, jawohl. Und dann ging auch alles so rasch, so überstürzt. Ich mußte mich selbe« überrumpeln... »Lohn, kannst du mir Papier für zwei Brief« geben?" „Nimm nur, da ist ja noch genug.* (Fortsetzung folgt!) „Wir sind ganz begeistert über die enorme Ausdehnung des Kanusports in Deutschland", versichern uns ein paar junge Engländer. „Wir werden alles tun, um auch bei uns in den Seendistrikten diesen Sport weiter auszubreiten". „Bei uns in Frankreich gibt es nicht sehr viele Flüsse, auf denen wir paddeln können", klagt ein junger Franzose. Der Italiener neben ihm denkt voller Trauer an die ausgetrockneten Flußbette Italiens im Sommer. Nur an den Seen in Norditalien und an den Meeresküsten, dort allerdings in vielen Monaten wunderbar und einzigartig, kann gepaddelt werden. Die Verständigung mit den Skandinaviern gestaltet sich immer am schwersten, sofern keiner von ihnen Deutsch kann. Bei ihnen zu Hause hat sich längst der Kanusport machtvoll neben dem Rudersport durchgesetzt. Was für wundervolle Wildwasserstrecken können die Schweden und Finnen im Kajak durchrasen! Ihre Augen leuchten, wenn sie davon sprechen. Und wie haben die Schweden über den Sieg und die Goldene Medaille ihrer Zweiermannschaft Johannsson und Bladström am Freitagnachmittag in Grünau gejubelt. Der Gedanke derartiger internationaler Treffen der Kanusportler hat durch dieses Lager Schule gemacht. Tausend Freundschaften sind geschlossen worden. Jeder unserer deutschen kleinen Paddler und vielleicht noch mehr die Paddlerinnen bringt wohlverwahrt im Lederbeutel oder in der wasserdichten Tasche ein kleines Büchlein voll Autogrammen und Adressen mit nach Hause. Die Kanufahrer verständigen sich leicht untereinander. Eine selbstverständliche Kameradschaft der kleinen Boote auf dem Wasser. Sie brauchen keine große Organisation, geborene Gemeinschaftsfahrer, die sie sind. lieber Köpenick zurück fahren mir zur Regattabahn nach Grünau. 200 Meter weiter, spreeauf- märte, stehen 50 blütenmeiße Rundzelte am Strande inmitten einer Lichtung des Föhrenwaldes. Das Fachamt für Rudern baute sie für 500 Ruderer der Jugendgrupven aus ganz Deutschland für die olympischen Ruderwettbewerbe in Grünau auf. Ein prächtiges Ziel für die jungen Ruderer. Jahr um Jahr, oder alle zmei Jahre, pflegen sich ja Kanu- fahrer untereinander und Ruderer untereinander Weitere deutsche Voxerfolge. In der mieder vollbesetzten Deutschland-Halle murde das Olympia-Boxturnier am Mittmochabend mit Kämpfen der zmeiten Runde forgesetzt. Zur großen Freude der deutschen Zuschauer gelang es allen kämpfenden deutschen Boxern, sich durch Siege für die nächste Runde zu qualifizieren. Einen besonders guten Eindruck hinterließ wieder unser Federgewichtsmeister Miner- Breslau, der den Belgier Lecrauoaet boxte und einen hohen Punktsieg herausholte. Etwas mehr Mühe hatte im Mittelgewicht der Hamburger Baumgarten, der dem Italiener Totti gegenüberftanb. Die Richter gaben dem Deutschen trotz einer schwachen dritten Runde den Punktsieg. Einen stark bejubelten Blitzsieg feierte der deutsche Europameister im Schwergewicht Runge- Elberfeld gegen den Tschechoslowaken Kuß. Schon in der ersten Runde schickte Runge seinen Gegner auf die Bretter. Einen ausgezeichneten Eindruck hinterließen auch die polnischen Amateure. USA. brachte alle Vertreter eine Runde weiter. GroßeDressurprüfung auf dem Maifeld Die olympischen Reiterkämpfe begannen am Don Beginn an waren die Zuschauer vom Können der deutschen Mannschaft begeistert und Beifall nraufte auf, wenn die schnell und geschickt kombinierenden Stürmer zu Torerfolgen kamen. Die Eid- Denossen entpuppten sich in der ersten Spielhälfte -ls ernsthafte Gegner und gaben sich durchaus nicht io schnell geschlagen, wie das Ergebnis vermuten läßt. In unvermindertem Tempo wurde auch die weite Hälfte durchgeführt. Das Zuspiel der Deut- chen klappte besser als beim Gegner. Die Deutschen „lieben immer ruhig und sicher. Ihre Zusammenarbeit begann bereits in der eigenen Spielhälfte, tauber und kaum zu halten tarnen unsere Stürmer immer wieder vor das Tor der Eidgenossen. Der Sieg der deutschen Mannschaft war, auch der Höhe nach, durchaus verdient. Deutschland und Indien im Hockey-Endspiel. Dor 25 000 Zuschauern — das Hockey-Stadion mar damit fast überfüllt — wurden am Mittwoch Wie beiden Spiele der Vorschlußrunde des Olympischen Hockey- Turniers entschieden. Indien und Deutschland qualifizierten sich für das Endspiel, das um Freitag stattfindet. Indien — Frankreich 10:0. Im ersten Dorschlußrundenspiel des Olympischen Hockey-Turniers standen sich Indien und Frankreich gegenüber. Die Inder zeigten sich ihren Gegnern llar überlegen und siegten mit 10:0 Toren, nachdem üe den Sieg bereits bei der Pause mit 4:0 sicher- gestellt hatten. Deutschland — Holland 3:0. Das zweite Dorschlußrundenspiel bestritten die Mannschaften von Deutschland und Holland — alte Hockey-Rivalen also, die sich genau kennen. Deutsch- nnb siegte nach einer blendenden zweiten Halbzeit icher mit 3:0, nachdem es in der ersten Halbzeit — Nwas schwächer spielend — mit 1:0 geführt hatte. Die 25 000 Zuschauer gingen begeistert mit dem Spiel mit, feuerten die Spieler beider Mannschaf- Zen mit Zurufen und taftmäfeigem Händeklatschen ;m und waren natürlich überglücklich, als Deutsch- wnds Mannschaft in der zweiten Halbzeit ein Spiel linlegte, das einfach großartig war. Olympisches Basketball-Turnier. Das Olympische Basketball-Turnier wurde am Mittwoch mit vier Spielen der End-Ausscheidungs- ■unbe fortgesetzt. Es kamen nur drei Kämpfe zur Durchführung, da Peru auch im Basketball seine Mannschaft zurückgezogen hatte und Polen daher kampflos in die Vorschlußrunde kam. Unter den „Letzten Vier" stehen neben Polen noch USA., das Die Philippinen überraschend klar mit 56:23 :28:20) besiegte, Mexiko, das über Italien mit «4:17 (20:7) erfolgreich war, und Kanada, das Uruguay ganz überlegen mit 41:21 (23:6) schlug. o^erinneitt, rrgieTchm Die belast n. ®uf den fünj. -Gorban n Siegerin na» entrale-U.) teilnehmen. Mehr als 20 000 Zuschauer hatten sich am Mittwoch zu dieser interessanten Vorführung eingefunden. Bereits am ersten Tage gab Major Gerhard (Deutschland) auf Absinth eine durch Sicherheit und Schwung bestechende Vorstellung. Sehr flüssigen, schwungvollen Trab und gute Ga- lopparbeit zeigte der dänische Rittmeister Peder Jensen auf His Ex. Diel Charme entwickelte Capitain Jousseaume (Frankreich) auf Favorite. Sehr korrekte Figuren mit ausgezeichneten Galopp- wechseln und flüssigen Uebergängen führte Rittmeister von Oppeln-Bronikowski (Deutschland) auf Gimpel vor, die wunderbar ftisch wirkten. Bewundernswert war bei allen Vorführungen die vollendete Harmonie zwischen Reiter und Pferd. Für die Mannschaftsbewertung werden die Punkte der drei Reiter jeden Landes zusammenae^ählt, woraus sich die Reihenfolge der einzelnen Mann- schäften ergibt. Olympische Medaillen. das schone märkische Land von der Höhe des Bismarckturmes aus, und jetzt, jetzt kommt ihr großer Höhepunkt. In dichten Scharen hocken, liegen und stehen sie auf dem grünen Rasen der Regattabahn von Grünau. Sie dürfen Zeugen sozusagen der öffentlichen Rehabilitierung ihres Sports werden. Zum erstenmal werden goldene Medaillen für Siege im Kanu-, Kajak- und Faltboot-Rennen verteilt. Welche Chance für die Zukunft! Ein Faltboot oder Kajak ist nicht so teuer, als daß es nicht er» spart werden könnte. Auf tausend Seen und Flüssen bietet sich in Deutschland den jungen Leuten Gelegenheit zum Training. Jetzt, da die Bahn für sie frei ist, da sie zugelassen sind neben den „altehrwürdigen" Ruderern, wird sicherlich auch manch einer, der sich vorher nicht so sehr dafür interessierte, zum Paddel greifen, in der Hoffnung, einmal olympische Ehren zu ernten. Man wird sich lange umsehen müssen, um wie- der einmal eine so braungebrannte, muntere und gesunde Schar von Jungens und Mädels beieinander zu sehen. Arn Samstag löst sich das Lager auf. Einzelne Gruppen werden noch ein paar Tage da bleiben. Aber zu kurz ist der Urlaub für die vielen Lehrlinge und Erwerbstätigen unter den Jungens und Mädels. „Auf Wiedersehen morgen in Grünau zum letztenmal." Nicht weit davon entfernt flattern die Flaggen über dem internationalen Kanusportlager. Rege Kameradschaft herrscht zwischen dem deutschen Kanusportlager und den Jungens aus aller Herren Länder, die 3000 Mann stark beim Müggelschlöß- chen hausen. Für sie ist ebenso großzügig und schön gesorgt worden wie für das internationale Jugendlager an der Heerstraße. Elektrisches Licht, Wasserleitungen, Telephone, Krankenzelte, massive Küche stehen ihnen zur Verfügung. Man trifft die Jungens, sie haben ein Durchschnittsalter von 14 bis 19 Jahren, noch weniger häufig in den Zelten als ihre deutschen Kameraden, von denen ein paar hundert mit ihnen zusammen im Lager leben. Ebenso wie wir deutsche Jungens aus Rastatt, aus Bayern, aus Hannover, aus Königsberg trafen, die mit der Bahn ober mit dem Boot, je nach Geldbeutel und Zeit, hierher gekommen waren, so strömten die Gruppen aus allen kanusporttreibenden Ländern am Müggelsee zusammen. Deutschland und Oesterreich im Handball-Endspiel. Nun sind auch die Handballspieler ins Olympische Stadion ekngezogen, nachdem die Abwicklung der Vorrunde des Olympischen Turniers auf den Ber- iner Dereinsplätzen erfolgte. Die wer letzten Be- negnungen der Schlußrunde, in denen die Placierung der vier noch im Rennen liegenden Nationen Deutschland Oesterreich, Schweiz und Ungarn ent» chieden wird, werden am Mittwoch und Freitag m Olympia-Stadion ausgetragen. Damit hat das Handball piel eine Anerkennung gefunden, die ein Meilenstein in der Geschickte des jungen Mann- chaftsspieles ist. Wohl noch nie ist em Handball- piel vor einer so riesigen Zuschauermenge ausge- -ragen worden, wie sie sich zum ersten der beiden Kämpfe des Mittwochnachmittags, der Begegnung De ft erreich —Ungarn eingefunden hatte. 80 000 Menschen mögen bei Beginn des ersten Kampfes versammelt gewesen sein. Der Kampf Oesterreich — Ungarn endete mit 11:7 Toren. Deutschland — Schweiz 16:6 (9:3). Groß war der Jubel der inzwischen auf 90 000 Menschen angewachsenen Zuschauerrnenae, als Deutschlands Auswahlelf in schmuckem Weiß erschien. Aber auch die Schweizer wurden herzlich be» sie an und machte eine Pause. Dann fuhr er fort: „Man kann erwischt werden, drüben, von chinesischen Regierungsfahrzeugen oder beim Abladen von den Truppen der Zentralregierung. Dieses Risiko geht kein Seemann gern ein. Es ist daher gut möglich, daß mein Bruder ein paar Burschen, wie ihr es seid, gern übernimmt. Soll ich ihm schreiben? Würdet ihr als Heizer und Trimmer gehen, bis wir in die chinesischen Gewässer kommen? Dort würden sich Chinesen finden, die in der Hitze besser unter Deck arbeiten können. Ihr sollt dann als Matrosen arbeiten. Die Löhnung geht natürlich nicht nach dem Tarif. Sie ist besser. Wir machen eine Summe fest aus, die gezahlt wird zur Hälfte an der chinesischen Küste nach Abladung, zum Restteil bei der Rückkehr in Dundee." „Ganz gut. Aber wir haben keine Papiere. Die sind auf der ,Queen Elizabeth' geblieben." „Papiere oder nicht! Ihr wärt einverstanden?" Sie tauschten nur einen einzigen Blick, dann sagten sie fast gleichzeitig: „Ja." Durham stand auf. „Ihr bleibt hier", befahl er. „Macht keinen Unsinn; lauft nicht weg aus Angst, ich könnte euch verraten. Ich bin kein Schurke , er grinste wieder auf diese unangenehme Art zähn^ bleckend wie ein Hund, der zuschnappen will —, „ich bin allenfalls ein Geschäftsmann. Mein Bruder wird mir Dank wissen." Er gina zur Tur. Dort schien ihm etwas einzufallen, er bheb noch einmal stehen. „Ich werde nach Dundee telephonieren", sagte er, „ihr könnt dann noch heute Bescheid haben. Wenn ihr inzwischen etwas von mir wollt,ich wohne nebenan im Hotel „Empreß of Jndia"." Er tat so etwas wie einen Gruß, mit Kopf und Hand zugleich, dann war er draußen. Sie hörten seine Schritte sich entfernen. „Das wäre eine Lösung", sagte John schnakenbeck. Rudolf Terbrügge nickte. „Aber es ist wieder jo, daß wir auf ein Schift kommen, John, das nicht ganz gerade Wege zieht. Oder irre ich mich?" „Du hast alles ganz richtig verstanden. Aber was bleibt uns sonst übrig? Schließlich geht uns Heizer die Ladung nichts an, die der Kapitän nimmt. Uns kann keiner verantwortlich machen. Wir haben einfach Arbeit genommen, wo sie sich bot. Vielleicht zahlt er ja ganz gut, der Mr. Durham in Dundee/ „Du vertraust demnach unferm Oberheizer? Du willst wirklich hier warten? Und wenn er jetzt zur ,Queen Elizabeth' geht?" den Mittwoch nachmittag in der Deutschlandhalle vor wieder sehr gutem Besuch fortgesetzt. Die Zuschauer bekamen wieder ausgezeichneten Sport zu sehen und gingen begeistert mit. Mit einer groß» artigen Leistung wartete der deutsche Fliegengewichtler Kaiser (Gladbeck) auf, der als einziger Kämpfer am Nachmittag seine Begegnung entschci- dend gewann. In unerhörtem Tempo griff Kaiser seinen Gegner Lopez an. Die Überlegenheit wurde in der Schlußrunde so stark, daß der Ringrichter den Kampf abbrach und den Deutschen zum Sieger durch technischen k. o. erklärte. Von den übrigen Kämpfen ist noch die Begegnung im Leichtgewicht zwischen dem Philippinen Padilla und Kajnar (Polen) besonders hervorzuheben. Pa- dilla zeigte sich von hervorragender Seite. Der Pole konnte die Punktniederlage nicht vermeiden. — Einen unerhörten Schlagwechsel gab es zwischen dem früheren Europameister im Halbschweraewicht Zehetmaier (Oesterreich) und Villarreal (Argenti. nien). Villarreal gewann. Eine große Leistung sah man noch im Schwergewicht von Tandberg (Schweden) gegen den amerikanischen Neger Oliver. Durham wich dem Blick nicht aus. „Ich denke nicht daran", entgegnete er ohne zu zögern. „Was gehen mich Ihre Privatangelegenheiten an? Ich hin nicht mehr der Oberheizer an Bord der ,Queen Elizabeth'. Ich treffe Sie hier in Leith in einem Gasthof. Wir kennen uns, das ist alles." „Wahrhaftig, Durham?" Der Brite legte die Hand auf den Tisch. „Mein Wort!" Es war einen Augenblick still. Dann meinte Rudolf Terbrügge: „Sie leben hier in Edinburgh ober Leith?" „Nein", kam die Antwort, „ich bin in Dundee zu Hause. Aber in den Firth of Tay fuhr die ,Queen Elizabeth' ja leider nicht. Ich muß sehen, wie ich hinauf gelange." Sie schienen sich näherzukommen. „3n Dundee lebt mein Bruder", fuhr er redselig fort. „Er hat ein eigenes Boot, ober es ist ihm fast zu eigen, ein paar Leute haben Gelb dabei. Das soll ich als erster Maschinist übernehmen. Sie wundern sich, aber es ist so. Man hat seine Examen gemacht, ich brauche nicht als Oberheizer zü fahren!" Er lehnte sich zurück; sein Gesicht bekam einen selbstgefälligen Glanz und wurde harmlos für den, der darin zu lesen verstand. „Können Sie uns da nicht mitnehmen und unterbringen?" fragte Rudolf Terbrügge trocken. Durham riß die Augen auf. Der Einfall war ihm noch nicht gekommen, aber jetzt griff er ihn auf. „Das könnte ich", sagte er nachdenkend, „ihr seid ein paar Kerle, die Hoare auf den Zähnen haben. Man muß in den Häfen besser auf euch aufpassen. Das wäre freilich nötig. Aber sonst seid ihr tüchtig. Er zeigte wieder sein Pferdegebiß. * „Dann nehmen Sie uns doch mit!' ,f)abt ihr in Deutschland etwas verbrochen, daß ihr um jeden Preis davonmußtet?" „Wir haben nichts auf dem Gewissen, Durham, wahrhaftig nicht. Es gab lediglich keine örbeü für uns, und da nahmen wir, was sich bot. Unglücklicherweise war die ,Queen Elizabeth ein Schift, auf dem man es nicht aushalten konnte. Wir waren sonst gewiß nicht davongelaufen." Durham beugte sich vor. Er flüsterte plötzlich. „Es geht nach China", sagte er gedämpft. „Die ,Mary D.' fährt offiziell mit Stückgut und Ballast; aber sie hat noch eine andere Ladung, die keiner kennt. In China ist Krieg, das wißt ihr. Einer gegen alle, alle gegen einen. Wer Krieg matten will, braucht Waffen. Wir fahren nach China. Er say in Deutschland irgendwo zu treffen. Das letztemal sahen sich z. B. die Kanufahrer in Kassel. Eben werden die Pflöcke für die letzten Zelte in den losen Sand gerammt. Berliner Jungruderer fchlspxen Strohballen heran. Die zuerst eingetroffene Breslauer Mannschaft, die mit ihren Booten die Oder herunterkam, hilft ihnen dabei. „Ich habe noch zwölf Mexikaner hier im Lager bei uns", sagt mir einer der Jungens. Später sehen wir einige von ihnen. Es sind durchweg Deutsche, die wie überall in Süd- und Mittelamerika den Rudersport in diesen Ländern begründet und vorangetrieben haben. „Wir hatten eine gute Ueberfahrt. Ein bißchen kalt hier für uns." Der 15jährige mit dem strohblonden Haar ist restlos begeistert über das Deutschland, das sie bis jetzt gesehen haben. Die Jungruderer genießen von der Höhe ihres Strandes, ja fast von ihren Zelteingängen aus eine herrliche Sicht über die gesamte Regattastrecke. Mächtig stolz sind sie auf ihre technischen Errungenschaften im Lager: elektrisches Licht, Wasserleitungen und Sanitätszelt. Schon flattert die Olympiaflagge und die des Fach- omtes Rudern über ihren Häuptern. Glückliche Jugend, die hier am Grünauer Strande in wundervoller Lage, das Olympische Feuer am Bismarckturm Tag und Nacht vor Augen, fünf unvergeßliche Tage verleben darf! Oberheffen. Landkreis Gießen. * Heuchelheim, 13. Aug. Am morgigen 14. August nzrb Frau Helene Rinn, geborene Siegfried, Brauhausstraße Hierselbst wohnhaft, 8 4 Jahre alt. = Steinbach, 12. Aug. Der Küfer Karl B a l - s e r X. und seine Ehefrau Susanna, geb. Haas, feiern am Donnerstag, 13. August, das Fest der silbernen Hochzeit. csD Langsdorf, 12. Aug. Von einem schweren Herzeleid wurde die Familie des hiesigen Landwirts Hermann Bausch II. getroffen. Der Sohn kam auf dem Heimweg des Abends im elterlichen Hofe so unglücklich zu Fall, daß er sich eine schwereVer- letzung der Wirbelsäule zuzog, an der er nach fünf Tagen leider verstorben ist. Die allgemeine Teilnahme mit den hart betroffenen Eltern, die sich u. a. in einem ungewöhnlich großen Trauergefolge kundtat, ist um so tiefer, als es sich um den letzten Sohn des Hauses handelte. Zwei weitere Kinder waren schon früher gestorben. — Die Landwirtschaft erlebt einen sorgenvollen Sommer. Kaum sind durch die sonnige Witterung der letzten Tage die schweren Sorgen um die Getreideernte zurückgetreten, so zeigen sich andere Feinde des Bauern: Auf manchen Aeckern treten die Engerlinge massenweise auf. Obschon die Leute Eimer voll dieser gefräßigen Unholde lesen, sind ganze Dickwurzäcker von ihnen völlig zernagt, so daß keine Ernte eingebracht werden kann. —.— Obbornhofen, 12. Aug. Die U m - bauar beiten am alten Rathaus sind in vollem Gange. Nachdem das schadhafte Ziegeldach entfernt woroen war, hat man die überputzte Fach- werkansmauerung des ersten Obergeschosses und des Dachstockes freigelegt und dabei ein überraschend schönes Muster dörflicher Zimmermannskunst zutage gefördert. Zweimal ist an der Hauptfront die Gestalt des „Wilden Mannes" in Doppelform zu staden. Das massige Balkenwerk ist noch durchweg so gut erhalten, daß nur einige wenige Ersatzstücke eingezogen werden brauchen. Der Bau ist über 400 Jahre alt und soll nun wieder, nachdem er jahrelang als Notwohnung gedient hat, seiner ursprünglichen Zweckbestimmung entsprechend hergerichtet werden. Im Erdgeschoß werden in neuerstellten Räumen die Viehwaage und die Feuerspritze mit den Feuerlöschaeräten Platz finden, während der erste Stock als Ratssaal umgestaltet wird. Sämtliche Arbeiten werden von einheimischen Handwerksmeistern ausgeführt. Von der staatlichen Denkmalpflege in Darmstadt ist ein Zuschuß in Aussicht gestellt. Wenn die Renovierungsarbeiten zum Abschluß gekommen sind, wird das Dorfbild nicht nur eine Verschönerung erfahren, sondern auch der lebenden Generation zeigen, daß die Geschlechter vor Jahrhunderten Meister ihres Fachs waren. ch Lauter, 12. August. Gestern trafen a ch t Mann Arbeitsdienst hier ein, die von den hiesigen Bauern zur Erntehilfe angefordert waren. Sie fanden alle liebevolle Aufnahme. Leider hat seit gestern nachmittag wieder Regenwetter eingesetzt, so daß eine Verzögerung der Erntearbeiten eingetreten ist. Kreis Friedberg. * Kirch-Göns, 13. Aug. Das Kreispresseamt Wetterau und der Stützpunkt Kirch-Göns teilen mit: In Kirch-Göns wurden die ganze Zeit über ängstliche Gemüter durch das Umgehen eines angeblichen „Nachtgespenstes" in Aufregung versetzt. Der Verdacht fiel auf einen jungen Mann aus Kirch-Göns. Dieser hat jedoch mit der ganzen Angelegenheit nichts zu tun. Es trifft zwar zu, daß er sich am Samstagabend nach vorheriger Vereinbarung am Stammtisch mit einigen anderen Volksgenossen dazu hergab, einem der Beteiligten auf diese Weise einen Schrecken einzujagen, wobei er sich am Schlüsse zu erkennen gab. Der betreffende junge Mann hat jedoch mit dem „fraglichen" Gespenst nicht das Geringste zu tun, was jedem, der anderer Meinung sein sollte, gesagt sei. Kreis Schotten. > Schotten, 12. Aug. Die hiesige Segelfl i e g e r s ch a r hat ein Segelflugzeug erbaut, das in der Schützenhalle der Bevölkerung zur Besichtigung freigegeben ist. Die Weihe des Segelflugzeugs soll in Kürze stattfinden. Der hiesige Segelfliegerstützpunkt wird zu dem Rhön-Segelflug-Wett- bewerb fahren. § Laubach, 12. Aug. Nach fachmännischer Ansicht waren unsere Kirchenglocken in höchster Gefahr. Durch das jahrhundertelange Anschlägen der Klöppel dehnte sich das Glockenmaterial, so daß ein Springen der Glocken sehr zu befürchten war. Der Kirchenvorstand hat daher beschlossen, beschleunigt eine Reparatur vorzunehmen. Die Facharbeiten wurden der Glockenfirma Gebrüder Rinker in Sinn (Dillkreis) übertragen, die sie mit Hilfe hiesiger Handwerker in diesen Tagen ausführt. Die Glocken werden um 90 Grad gedreht, bekommen Stahljoche und werden neu gelagert. Sobald die Baugenehmigung eingegangen ist, soll auch noch in diesem Jahre das Dach des Kirchturmes neu gedeckt werden. Die seitherige Deckuntz ist nicht mehr dicht, so daß Feuchtigkeit in die Kirche eindringt. Auch die Kirchturmuhr hat schon darunter sehr gelitten. O Laubach, 11. Aug. Vom 7. bis 10. August fand hier eine Freizeit des hessischen Evangelischen Schwesternbundes statt, die von ungefähr 30 Schwestern aus ganz Hessen besucht war. Unter dem Vorsitz ihrer Leiterin, Ihrer Erlaucht der Gräfin Elisabeth von Schlitz genannt von Görtz aus Schlitz, versammelten sie sich in der Kleinkindcrschule, wo der Geschäftsführer des Schwesternbundes, Direktor Pfarrer Röhricht, Darmstadt, und der O r t s p f a r - r e r als oberhessischer Leiter Vorträge und Andachten hielten. An einem Nachmittag wurde mit einem Autobus ein Ausflug nach dem Hoherods- kopf unternommen. Der innere Höhepunkt war am Sonntagabend in der feierlich durch Kerzenschein erleuchteten Kirche die Feier des Heiligen Abendmahls. Die Schwestern fanden in freundlicher Weise bei Laubacher Familien Unterkunft; sie verließen befriedigt am Montag unsere Stadt. △ Saubad), 12. Aug. Am vergangenen Sonntag konnten die Laubacher Schützen unter starkem Wettbewerb bei dem Hauptschießen der Schützengesellschaft Nidda gute Preise erzielen. Auf der Meisterscheibe (Entfernung 100 Meter) errang den 1. Preis Arnold Enders mit 60 Ringen, 2. Preis Karl Becker (59 Ringen), 11. Preis Gustav Schneidt jun. (55 Ringen); auf der Glückscheibe (Blättchen) errang den 3. Preis Karl Pitz, 4. Preis Karl Becker, 7. Preis Arnold Enders, auf der Festscheibe (100 Meter) den 3. Preis Arnold Enders, 7. Preis Karl Becker, 10. Preis Karl P i tz und 12. Preis Gustav Schneidt jun. — Der Zweigverein Laubach des Vogelsberger Höhenklubs unternahm am vorigen Sonntag unter Führung von Heinrich Wahl eine Omnibusfahrt nach dem Waldecker Vergland, an der 41 Personen teilnahmen. Die Fahrt ging von Laubach über Alsfeld und durch den Kreis Ziegenhain an den Edersee. Dort und auch in Waldeck wurden alle Sehenswürdigkeiten eingehend in Augenschein genommen. Die Rückfahrt erfolgte über Bald Wildungen, wo man nachmittags einige Zeit verweilte. Am späten Abend tarnen die Teilnehmer sehr befriedigt und wohlbehalten hier wieder an. Kreis Alsfeld. * Nieder-Ohmen, 12. Aug. Am vorigen Sonntag führte der hiesige Sanitätshalbzug des Roten Kreuzes seine zweite diesjährige Sammlung durch, die im Verkauf von Blumen bestand. Der Halbzug, der im Jahre 1932 von sei, nem jetzigen Halbzugführer Wilhelm Emmrich ins Leben gerufen wurde, zählt zur Kreiskolonn« Alsfeld und besteht zur Zeit aus 17 Mitglieder. Diesen fiel die Aufgabe zu, in folgenden Ortschaß ten zu sammeln: Meder-Ohmen, Merlau, Mücke, Flensungen, Wettsaasen, Ruppertenrod, Ober-Ohmey und Atzenhain. Das Ergebnis fiel über alles Erwarten gut aus. Die schönen Wicken wurden restlos verkauft. Diese Opferbersitschaft der Bevölkerung zeiA daß die Leistungen des Roten Kreuzes im Dienste der Allgemeinheit volle Anerkennung finden. Preußen. Kreis Dehlar. (l) W i ß m a r, 12. Aug. Auch in unserer Gemeinde erhält künftig jedes Ehepaar zum Hochzeitsfeste das Buch des Führers „Mei, Kampf" vom Bürgermeister ausgehändigt. Das erste Ehepaar, das diese Hochzeitsgabe mitnehmei, konnte, waren am Samstag Ludwig Weber und Frau Anna, geb. Mandler. — Verschiedene Landwirte unseres Ortes haben sich aus wirtschaftlichen Erwägungen entschlossen, von jetzt ab die Ferkel- zuchtin ihren Betrieben durchzuführen. Dadurch ist Gelegenheit gegeben, im Orte selbst die zur Schweineaufzucht gewünschten Ferkel kaufen zu können. Autounfall mit tödlichem Ausgang. LPD. Marburg, 12. Aug. Am Sonntag fuhr der 23 Jahre alte Walter N a h l e r aus Marburg in der Nähe von Gilserberg mit seinem Personenkraftwagen gegen einen Baum. Er erlitt so schwere Kopf- und Beinverletzungen, daß er am Mittwoch in der Marburger Klinik gestorben ist. Sein Beifahrer erlitt bei dem Unfall einen Schlüsselbeinbruch. Sportamt „Kraft durch Freuden Heute folgende Kurse: Leichtathletik, Frauen und Männer: Von 19.15 Uhr bis 20.30 Uhr, Universitätssportplatz am Kugelberg. (Vorherige Anmeldung nicht erforderlich.). Fröhliche Gymnastik und Spiele, Frauen. Von 20 bis 21 Uhr, Lyzeum, Dammstraße 26; von 21 bis 22 Uhr, Lyzeum, Dammstraße 26. (Vorherige Anmeldung nicht erforderlich.). Sprechstunden der Redaktion. 1130 dis 1230 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Somstagnoch- mittag geschlossen. Zur jetzigen A ussaatfür Feld und Garten Hochzucht Lembkes Winter-Rübsen Hochzucht Lembkes Winter-Raps Landsberger Gemenge Westerwoldisches Weidelgras Welches Weidelgras Winter-Wicken Inkarnatklee, seidefrei Luzerne, ungarische, seidefrei Luzerne, Provenzer, seidefrei Rotklee, Hess.-Nassauer, seidefrei Rotklee, Siebenbürger, seidefrei Feldsalat oder Nüßchen Winter-Spinat, bewährte Sort. Winter-Kopfsalat Advents Wirsing Weißkraut und Rotkraut Frühlings-Zwiebeln Stiefmütterchen Vergißmeinnicht Maßliebchen usw. zuverlässig und preiswert im Samenhaus Heinrich Hahn, Bahnhofstr. 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Aug. 1936 ausgeschriebene Anmeldung der Industrielehrlinge zur Gesellenprüfung bei der Kreishandwerkerschaft Gießen hinfällig. PALAST Giessen Aus aX« ßens mit gutgeh. gernischt.Waren- geschäft, einziges am Platze, weg- zugshalber sehr billig zu verkauf. Schr.Ang. unter 03659 a.d.G.A. Lanz- Lokomobile ca. 25 PS f. Dreschrnasch.- Betrieb geeign., sofort billig zu verkaufen. 49930 CohntoltinOufttie Mglmlisen Ruf: Wetzlar Nr. 2695. Gut erhaltenes BaiMlirrail zu verkauf. oaeee Babnhofstr.38?? | Kaufgesuche"] Auto Kleinwagen, steuerfr. Lirnous. innurgutern Zustand zu kaufen gesucht. Schriftl. Ang. m. Angabe üb.Fabrik.,Baujahr usw. unter 5028V a.d.G.A. Gebrauchte ßadeeimchinng zu kauf, gesucht. Schr. Angeb. mit Preis unt. 03668 an d. Gieß. Anz. 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Preis in Leinen gebunden RM. 4,— „5n dieser sorgfältigen Zusammenstellung findet der Naturfreund und Jäger alles Wissenswerte über die in deutschen Wäldern heimischen Raubvögel. Hervorragende Abbildungen vervollständigen das Buch." Blätter für Bücherfreunde Unsere Raubvögel aus der Jagd Anleitung zum richtigen Ansprechen der heimischen Raubvögel mit 35 Abbildungen von Dr. (£. Demandt. Herausgegeben von der Staatlichen Stelle für Naturdenkmalpflegc. Preis Kart. RM.0,60 Das Heftchen bringt mit vielen Umritzzeichnungen die äußere Lrschei- nung unserer wichtigsten Raubvögel im Fluge und im Sitzen. Neben den wichtigsten Form- und Grötzenangaven ist auch die Flugart und der Ruf kurz gekennzeichnet. Naturdenkmäler aus der Vogelwelt Don Oberstleutnant Friedrich von Lucanus. 144 Seiten mit 32 Bildern auf Kunstdrucktafeln. Preis geb. RM. 2,10 „Der unschätzbare Wert dieses Buches liegt nicht allein in der Fülle neuer Tatsachen, die es vor uns ausbreitet. 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