Montag, IZ.Zuli 1956 186. Jahrgang Nr. 161 Erstes Blatt nützige Anzeigen sowie ein» spaltige Gelegenheitsanzei» gen 5 Npf, Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8^/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Npf., für Textanzeigen üon70mm Breite 50 Npf.,Platzvorschrift nach vorh.Vereinbg.25^ mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemein» Erscheint täglich, autzer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monats-vezugsprets: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr. „ -25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen richten: Anzeiger Gießen v w 1 $,e„ÄÄ:il686 Druck und Verlag: vrühl'sche Uni°erfiläl;.vuch- und Steindruckerei «.Lange in Si-Heu. Schristleitung und S-schäs.rftelle- Schulstrahe 7 M-ng-nab,chmn°staff-,8 Gautag Hessen -Nassau 1936 in der Gauhauptstadt Frankfurt am Maiu. Neichsminister Or. Krick spricht aus der Kundgebung der Hunderttausend. - Zahlreiche Arbeitstagungen. Blick von der Tribüne auf einen Teil des Aufmarschgeländes mit den riesigen Menschenmassen. Im Vordergrund Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger bei seiner Rede, lmks vorn Reichsinnenminister and es! Nach der Begrüßungsfahrt durch der Betrachtung über Adolf Hitlers Werk des deut- von Stan- fRpirfiGmtnifter T)r ft r i cf (im Auto vorn links, daneben Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger) beim ALn^der Konten Im Bilde ganz links der Gießener Kreisleiter Dr. H i l d e b r a n dt, neben ihm d« Eichener KreisauLbttdung-leit-r Dr. Kopp an der Spitze der Politischen Leiter chres Dienstbezirks. Gin unvergeßliches Erlebnis (Eigener Bericht des Gießener Anzeigers.) Nach den Höhepunkten des G a u t a g s Hessen- Nassau 19 3 6 bei der Einweihung des Flug- und Luftschiffhafens Rhein-Main am Donnerstag und bei der Weihe des Erbhöfedorfes Riedrode am Samstag brachte der Gautag am gestrigen Sonntag mit der großen Kundgebung einen weiteren, in seiner Auswirkung außerordentlich bedeutsamen Höhepunkt mit einer Rede des Reichsministers des Inneren Dr. Frick vor rund hunderttausend Bolks- Vaterli-----------,-----o- ~ v . die riesigen Kolonnen der Volksgenossen fuhr der Reichsminister noch an den Besuchern der großen Tribüne entlang, um hier den Ehrengästen eben- alls seinen Gruß zu entbieten. Und auch hier wurde dem Vertreter des Führers ein begeisterter, schen Wiederaufbaues insbesondere an den Austritt Deutschlands aus dem Völkerbund, an die Wiederherstellung der deutschen Wehrhoheit durch die Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht, an die Herstellung der vollen deutschen Souveränität im Rheinland durch die Wiederaufrichtung der deutschen Garnisonen erinnerte, um schließlich noch das jüngste überragende Ereignis der Wiederherstellung freundschaftlicher Beziehung zwischen Deutschland und Oesterreich hervorzuheben. An den gewaltigen Beifallsstürmen, die bei dieser Gelegenheit über den weiten Platz brausten, konnte der Reichsminister erneut erkennen, wie stark und wie tief die Wirkung dieser Maßnahmen des Führers im Volke empfunden und mit rückhaltloser Z u st i m m u n g und größter Dankbarkeit gewürdigt werden. Und als der Minister am Schlüsse seiner Rede unserem Führer Adolf Hitler als dem von Gott dem deutschen Volke gesandten Retter in der höchsten Not der deutschen Nation huldigte und ihm auch an dieser Stelle die treue und dankbare Gefolgschaft des deutschen Volkes bekundete, da unterstrichen gewaltige, nicht endenwollende Beifallsstürme der Hunderttausend, wie stark auch in diesem Punkte der Minister das herzliche und ehrliche Empfinden aller deutschen Männer und Frauen, sowie der Jungens und Mädels als Träger der künftigen Nation mit seinen Worten zum Ausdruck gebracht Der Führer dantt dem Reichsstatthaller. NSG. Der Führer dankte dem Reichsstatthalter in Hessen, Gauleiter Sprenger, für die Meldung der Dorsweihe von Riedrode mit folgendem Telegramm: Herrn Reichssiatlhaller Sprenger. Ich danke Ihnen für die Meldung von der Uebernahme des Erbhofdorfes Riedrode und wünsche dem Dorf und seinen Erbhofbauern gutes Gedeihen. Mit deutschem Gruß! Adolf Hitler. NSG. Sonntagvormittag hat Gauleiter Sprenger an den Führer folgendes Telegramm gerichtet: Mein Führer! 104 000 Aufmarschteilnehmer am Gautag Hessen-Nassau und Zehnlausende Volksgenossen entbieten Ihnen ihren Gruß. heil! Die Ebrenaäste auf der Tribüne bei der Ankunft der Reichsminister und des Gauleiters. Im Vordergrund recbts von den Vertretern der Wehrmacht Generalleutnant Lüdtke, daneben u.a. Offiziere der Luft rechts von oen _ «Mjnchmea jy, Pjajj, Sieben.) Sprenger. Kurze Zeit danach traf vom Führer folgende Antwort ein: Reichsstallhaller Sprenger Frankfurt am Main. Ihnen und den Teilnehmern am Gautag Hessen-Nassau danke ich für die mir telegraphisch übermittelten Grüße, die ich in herzlicher Verbundenheit aufrichtigst erwidere. A d o l f h i t l e r. Die Mrgenseier der Führer schaff der §3. und des VDR. gestaltete sich zu einem eindrucksvollen Bekenntnis der Führerschaft der Jugend des Gaues zu Führer, Volk und Vaterland. Von Fahnen und Wimpeln in großer Zahl umgeben, hatten sich etwa 2000 Führer und Führerinnen der HI. und des BDM. auf dem Römerberg eingefunden. Musikzüge der HI. und Fanfarenbläser und Paukenschläger des Jungvolks, sowie stimmungsvolle Chöre umrahmten die Feier. In einer Ansprache an die junge Generation führte GtabSleiter Hartmann Lauterbacher u. a. aus, daß Gautage nicht nur Aufmärsche seien, sondern Bekenntnistage zum Führer, zur Nation und zur nationalsozialistischen Welt- anschauuna. Sie seien ditz Kraftquellen für ein neues Jahr der Arbeit. „Da Ihr einst die Führer der Bewegung sein werdet, müßt Ihr schon heute Euch darauf vorbereiten, die Bannerträger der Bewegung zu werden. Die nationalsozialistische Idee ist in kurzer Zeit der Inhalt des Lebens des deutschen Volkes geworden. Damit ist der Beweis erbracht, daß die Umformung des Volkes durch die nationalsozialistische Bewegung der richtige Weg zur Wiederaufrichtung Deutschlands war." Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger sprach hierauf zu der versammelten Jugend: „Euer Bekenntnis ist ein Bekenntnis zum Führer". Er hat die Aufgabe so gestellt, daß sie auch die Jugend erfassen kann. Das ist das Große an ihm. Das deutsche Volk besitzt Ewigkeitswert. Deutsches Leben war immer ein heldisches In guter Haltung standen trotz des heftigen Regens alle Ausmarschkolonnen bereit zum Empfang des Reichsministers Dr. Frick als Vertreters des Führers und der Reichsregierung. Don brausendem, nichtendenwollendem Jubel empfangen, mit immer erneuten vieltausendstimmigen Heilrufen begrüßt und umjubelt erschien Reichsminister Dr. Frick in Begleitung des Reichsstatthalters Gauleiter S p r e n g e r und des Reichsmimsters Darre auf dem Kundgebungsplatze. Der Minister und seine beiden Begleiter fuhren zunächst im Auto in ganz langsamer Fahrt die Front des riesigen Au Marsches ab, anschließend auch die Zwischenraum zwischen den einzelnen Kolonnen, um überall inmitten der begeisterten Gefolgschaft des Führers den Gruß der Volksgenossen zu empfangen und herzlich zu erwidern. Das gab überall eine sehr herzliche Begrüßung, die Zeugnis ablegte für die starke innere Verbundenheit zwischen der Führung des Volke s u n d d er großen Menge der Gefolgschaft, die aber auch ein überwältigender Ausdruck des grenzenlosen und unbedingten Vertrauens war, mit dem beide, die Führung und die Geführten, einander verbunden find im Dienste des gemeinsamen Werkes und des gemeinsamen Zieles: eines freien, mächtigen und glücklichen deutschen herzlicher Empfang bereitet. Dann begab sich der Reichsminister Dr. F r i ck mit dem Gauleiter Sprenger und dem Reichsminister Darre auf den Rednerturm. Zunächst sprach der Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger, der unter starker Zustimmung der Menge den ReichsmiNlstern Dr. Frick und D a r r e herzlichen Willkommengruß darbrachte, ebenfalls unter lebhafter Zustimmung der Volksgenossen auch viele Gäste aus dem Auslande willkommen heißen konnte. Im weiteren Verlaufe seiner Ansprache bekundete die riesige Menschenmenge noch wiederholt durch starken Beifall ihre vollkommene und vertrauensvolle Verbundenheit mit dem Gauleiter als ihrem berufenen Sprecher des Gaues Hessen-Nassau. Und dann sprach Reichsminister Dr. Frick. Stürmischen Jubel und dankbare Erwiderung löste seine Mitteilung von dem Gruß des Führers an die Volksgenossen im Gau Hessen-Nassau aus. Der Minister konnte im weiteren Verlaufe seiner großen, mitreißenden Rede noch wiederholt die Feststellung machen, daß er den hunderttausend aufmarschierten Männern und Frauen, Jungens und Mädels vollkommen aus dem Herzen sprach, als er an die Zeit des Ringens und Kämpfens der Partei, an den gewaltigen Wandel der Dinge durch die Machtübernahme des Führers und an die große und erfolgreiche Aufbauarbeit erinnerte, die seit dem 30. Januar 1933 unter der Führung Adolf Hitlers auf allen Gebieten des deutschen Lebens geleistet wurde, die auch weiterhin mit aller Tatkraft fortzusetzen der Wille des Führers ist, der sich dabei auf die treue Gefolgschaft seines deutschen Volkes stützen kann. Besonders stark und eindrucksvoll gestalteten sich die Zustimmungskundgebungen der Hunderttausend, als der Reichsminister auf die Ueberwindung des Bolschewismus in Deutschland hinwies und dann bei genossen. Der Aufmarsch dieser Hunderttausend auf dem weiten Festhallengelänve in Frankfurt a. M. war schon rein äußerlich ein großartiges Bild, das einen sehr starken Eindruck hinterließ. Bereits von 9 Uhr ab rückten von allen Seilern in riesigen Marschkolonnen die Teilnehmer der Kundgebung zu dem Aufmarsch-Gelände heran. Je näher der Uhrzeiger auf die vorgesehene Kundgebungszeit um die Mittagsstunde heranrückte, desto interessanter wurde das Bild dieses Riesenaufmarsches. Da standen in fast unübersehbarer Tiefe die Kolonnen der Politischen Leiter, der SA., des Arbeitsdienstes, der HI., des BDM., der Frauenschaft, der Werkscharen usw., blockweise gegliedert, durch ihren Aufmarsch und in gemeinsamem Bekenntnis mit den Rednern bereit, eine ft a r k e Willenskundgebung fürdas WerkunseresFührersundReichskanz- lers Adolf Hitler und für das von ihm geschaffene Dritte Reich abzugeben. Flieger zogen hoch in der Luft über der Stadt des Gautages und über dem Aufmarschgelände ihre Kreise, sogar ein Motorflieger mit anhängendem Se- aelfluazeua zoa während der Kundgebung über den gelflugzeug zog während der Kundgebung weiten Platz dahin. Ein riesiger Wald v darten und Fahnen grüßte die aufmarschierten Kolonnen von der großen Tribüne herab. Prächtig war insbesondere der Anblick der großen Kolonnen des Arbeitsdienstes, als sie mit präsentiertem Spaten vor dem Reichsminister Dr. Frick und dem Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger ihre zackige Ehrenbezeugung erwiesen. Ueberall herrschte au dem weiten Gelände die beste Stimmung. Auch ein Gewitter mit starkem Regenguß, das unmittelbar vor der Ankunft des Reichsministers mebergmg und wohl bei den meisten Kundgebungsteilnehmern das himmlische Naß im Handumdrehen bis auf die Haut durchgehen ließ, vermochte die gute Stimmung nicht zu beeinträchtigen. hatte. Nach dem Gruß und Treuegelöbnis an den Führer verließen die Reichsminister in Begleitung des Gauleiters unter stürmischem Jubel der Menschenmassen den Kundgebungsplatz. Eine feierliche Stunde, die zu einer herrlichen B e - kundung der Einheit und Einigkeit des deutschen Volkes sowie der Geschlossenheit zwischen Führer und Gefolgschaft geworden war, hatte ihren Abschluß gefunden, sie wird aber im Gedächtnis und durch die Herzen der Teilnehmer auch im Leben des Alltags immer lebendig fortwirkende Kraft haben. M ■ • - Di' &X jW1, fap -f: Unser Bild links zeigt die Morgenfeier der HJ.-Führer auf dem Römerberg. — Auf dem Bilde rechts sieht man die große Ehrentribüne mit dem Rednerturm in der Mitte. Leben. Die neue Erkenntnis ist die, daß unser Volk niemals ungestraft diesen Weg verlassen darf. Daher muh der Jugend S e l b st v e r - trauen anerzogen werden. Wir müssen uns ein Beispiel nehmen an des Führers Vorbild. Sein Leben ist Vorbild für unser Leben, sein Kampf für unseren Kampf, sein Schaffen für unser Schaffen. Das deutsche Volk muß ein Volk von Soldaten werden, von Garanten der friedlichen Arbeit. Allen Völkern Europas soll es Ansporn und Vorbild sein, mit uns in friedlichen Wettbewerb zu treten. Aber wir sind auch bereit, unsere friedliche Arbeit zu schützen! All das verdanken wir dem Führer. Er hat uns gelehrt und wir haben erkannt, daß das Leben unseres Volkes einmalig ist im Leben der Völker. In unsere Auffassung kann alles eingebaut werden, was gut ist. Aber weil dies so ist, gibt es keine zweite neben ihr. „So steht und marschiert Ihr auf dem Ewigkeitsweg unseres Volkes; Ihr seid die Zukunft; deshalb zeigt Euch würdig der Idee und ihres Bannerträgers Adolf Hitler!" Nach den Worten des Gauleiters klingt aus unsichtbarem Mund ein gewaltiges Bekenntnis unseres Glaubens über den weiten Platz. Die Jungen und Mädels, die Männer und Frauen erheben sich von ihren Plätzen und mächtig schallt als Bekenntnis zur Tat das Lied der Hitlerjugend: „Vorwärts, vorwärts...!" Die Kundgebung der Hunderttaufend. Drei Taten sind Marksteine in der außenpolitischen Entwicklung, die uns immer mehr Geltung und Ansehen in der Welt zurückgewinnen. Da ist zunächst das Datum vom 14. 10. 1933, als wir aus der Abrüstungskonferenz und dem Völkerbund ausgeschieden sind, und dadurch unsere außenpolitische Handlungsfreiheit wieder erlangt haben. Das zweite Datum ist der 16. 3. 1935, als der Führer dem deutschen Volke die W e h r - f reih eit wiedergeschenkt hat. Und das dritte Datum, das hier gerade Frankfurt besonders berührt, ist der 7. 3. 1936, als der Führer das Rheinland wieder unter den Schutz und die volle Souveränität des Reiches gestellt hat. Auch die Gegner müssen an. diesen Talen erkennen, daß wirklich vieles anders und besser geworden ist in Deutschland. Und auf diesem Weg werden wir weiterschreiken. Wir haben durch die gestrige Tal bewiesen, daß wir absolut von einem Friedenswillen erfüllt sind. Wir haben einen Freundschaftsvertrag mit unseren Brüdern in Oesterreich geschlossen. Das ist gerade das Wesentliche des nationalsozialistischen Staates, daß wir nicht Worte und leere Redensarten machen, wie es in der Zeit des Parlamentarismus an der Tagesordnung war, sondern handeln und Taten sehen lassen. Wir sind zu jeder friedlichen Mitarbeit in Europa und der ganzen Welt bereit. Aber nur unter einer Bedingung, daß die Lebensnotwendigkeit des deutschen Volkes anerkannt wird. Alle diese Erfolge sind nur möglich gewesen dank einer Leistung, die Jahrhunderte überdauert, näm. lich, daß Adolf Hitler in dem 15jährigen Ringen um die Seele des deutschen Volkes vor der Machtergreifung und in den drei Jahren seit der Machtergreifung wieder den Geist einer echten und wahren Volksgemeinschaft in Deutschland geschaffen hat, auf dem alle anderen Erfolge aufbauen. Der deutsche Mensch ist dank der nationalsozialistischen Arbeit in diesen 18 Jahren wieder ein anderer geworden. Das verpflichtet uns alle im Geist echter und wahrer Volksgemeinschaft zu leben und zu handeln, damit wir immer als eine geschlossene Einheit gegenüber inneren Gegnern ober Feinden von außen dastehen. Das ist das unsterbliche Verdienst des Mannes, der nun seit etwa zwei Jahrzehnten unablässig für Deutschlands Ruhm gesorgt hat. Dieser Mann ist ein wahrer gottbegnadeter Führer, den uns die Vorsehung noch lange erhalten möge zum Wohl des deutschen Volkes. Mit einem Sieg-Heil auf den Führer schloß Dr. Frick seine Rede. Nach der Kundgebung marschierten die Formationen wieder zur Stadt zurück. Um 14 Uhr nahm dann das D o l k s s e st seinen Fortgang bis in die späten Abendstunden. Den Beschluß des Gautages bildete das imposante F euerwerk am Main. Der Fanfarenzug des Jungvolks begrüßte die Reichsminister und den Gauleiter und gab damit das Zeichen zum Beginn der Kundgebung. Zunächst ergriff Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger das Wort. Er begrüßte Reichsminister Dr. Frick und Reichsbauernführer D a r r ö und führte u. a. aus: Es ist mir eine Genugtuung, daß ich zahlreiche Gäste aus dem Ausland auf dem Gautag Hessen- Nassau begrüßen kann. Wer zu uns kommt, soll sich ein Bild machen können, wie es heute in Deutschland aussieht. Wir zeigen in diesem Jahr eine neue Form, ein neues Bild eines Gautages. Nachdem die Richtlinien für die kommende Arbeit gegeben sind, soll der Gautag dazu da sein, eine ernste Prüfung abzulegen, ob wir die vom Führer gestellten Aufgaben getreulich erfüllen und ob wir unsere Pflicht dem Führer und der Nation gegenüber getan haben. Wir sind in unserer Arbeit soweit fortgeschrit- len, daß wir die Arbeitslosigkeit, die 1933 im Gau 265 800 betrug zurückgedrängt haben auf nur 78 300. Wir werden nicht eher ruhen, bis auch der letzte Volksgenosse wieder In Arbeit steht. Vor drei Tagen haben wir als Dokument der Schöpferkraft das jüngste Kind der Partei, den Flug- und Luftschiffhafen Rhein-Main aus der Taufe gehoben. An einer anderen Stelle, wo vor drei Jahren noch wüster Sumpf war, und der Mensch nicht leben konnte, haben wir ein Dorf aus der Taufe gehoben, in dem nur Erbhofbauern ihren Sitz haben. Wir haben im Rahmen dieses Gautages in kultureller Hinsicht auch die Festspiele auf dem Römer- berg aezeigt und bewiesen, daß wir auf dem Wege sind, oas deutsche Theater zur Volkshochschule zu gestalten. Ich weise ferner darauf hin, daß wir den Siedlungsgedanken, und zwar sowohl die bäuerlichen Siedlungen, als auch die Arbeitersiedlungen im ganzen Gau gefördert haben. Dadurch haben wir eine Senkung der Mieten, vielfach bis zu einem Drittel, bereits erreicht. Die Autobahn- erroeiterung wird noch in diesem Jahr in unserem Gau in Erscheinung treten. Auch politisch können wir mit Stolz behaupten, daß wir an der Durchbildung des nationalsoziali-sti- schen Staatsgedankens in Hessen kräftig mitgearbeitet haben. Wir werden diese Leistungen noch steigern. Das sei unser Versprechen. Reichsmimster Dr. Frick überbrachte sodann zunächst die Grüße des Führers und erinnerte an die unvergeßlichen Erlebnisse des Weimarer Parteitages, der ein Treuebekenntnis zum Führer war. Weiter betonte er, daß das Geheimnis des Erfolges der nationalsozialistischen Bewegung diese Treue, dieses Festhalten an dem einmal als richtig erkannten Ziel ist. Dieser absolute Zusammenhalt der Kämpfer, die sich durch nichts abhalten lassen, und mit dem Führer in bösen wie in guten Tagen weiterkämpfen, bis das Ziel erreicht ist, das ist der Sinn dieser Gautage. Nicht wie früher bei den parlamentarischen Parteien sollen diese Tage dazu dienen, irgendwelche Debatten zu führen über irgendwelche ungelösten Probleme. Unsere Parteitage und Gautage dienen der Bewegung und der Stählung zu neuem Kampfe. Das ist vor der Machtergreifung so gewesen und daran hat sich nichts geändert. 7Nan soll sich nicht einbilden, daß mit der Machtergreifung der Kampf ein Ende hätte! Wir Rakional- sozialisten wollen diesen Kampf fortführen für das Wohl und Gedeihen des deutschen Volkes! Wir haben den Aufstieg in so kurzer Zeit nur diesem nationalsozialistischen Kampfwillen zu verdanken. Vach 15jährigem unermüdlich zähem Ringen um die Seele des deutschen Volkes ist es dem Führer gelungen, Millionen bester deutscher Volksgenossen unter der Fahne des Hakenkreuzes zu sammeln in dem unbändigen Willen der nationalen Selbstbehauptung und sozialer Gerechtigkeit. Und diese Weltanschauung des Nationalsozialismus, die den Gemeinschaftsgedanken in den Mittelpunkt feiner Betrachtung stellt, hat sich als richtig erwiesen, und nach dem 30. Januar 1933 wäre es töricht, zu glauben, daß nun die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei ihren Zweck erfüllt habe. Sie ist heute notwendiger als j e, sie hat eine ungeheure Aufgabe z u erfüllen. Nach dem Gesetz über die Sicherung der Einheit von Partei und Staat ist die NSDAP, die Trägerin des politischen Willens der Nation, sie ist die führende und bewegende Kraft des nationalsozialistischen Staates. Damit ist der Partei eine ungeheuer große, aber auch schwere Ausgaben zugeflossen. Die Mitglieder der NSDAP, sind die Mitglieder eines Führerordens. Dieser Führerorden soll die Auslese der Tüchtigsten, der Entschlossensten, der Tapfersten enthalten. Damit soll keine neue Kaste geschaffen werden, sondern es soll diesen Mitgliedern der NSDAP, ein hoher Pflichte n k r e i s zugewiesen werden. Dabei müssen wir uns immer wieder den Führer zum Vorbild nehmen. Er lehnt es ab, obwohl er in feiner Hand alle Macht vereinigt, Diktator zu sein. Er will nicht befehlen, sondern er will überzeugen, er will der Vertrauensmann des deutschen Volkes sein, wie die Wahl vom 29. März bewiesen hat, wo über 99 v. h. des deutschen Volkes sich für Den Führer erklärt hat. Wie der Führeer im Großen für das Volk denkt, nicht durch Diktat, sondern durch Leistung, wie er sich die Anerkennung von früheren Gegnern erringt, so muh auch jeder von uns in seinem kleineren Wirkungskreis dafür sorgen, daß er nicht einfach sagt, „ich bin der und der, mit den und den Befugnissen, ich ordne das und das an“, sondern er muß überzeugen. Dann wird die Partei ihre Aufgabe als Erzieher erfüllen, als der Erzieher, der in erster Linie wirkt durch Vorbild, Lharakterbildung und Leistung nach dem goßen Vorbild unseres Führers. Dieser nationalsozialistische Kampfgeist hat heute schon zum großen Teil die Probleme gelöst, die bei der Machtergreifung uns erwartet haben. Es ist vor allem das ganze politische System geändert worden. An die Stelle der unfähigen und korrupten parlamentarischen Demokratie ist getreten die Verantwortung nach obgn und die Autorität nach unten. Wir können mit Stolz bekennen: heute gilt das Wort: ein Volk, ein Reich, ein Führer! Gerade in diesen Tagen sind es drei Jahre, daß die letzte der politischen Parteien ihr Leben ausgehaucht hat. Die Länder stehen nicht mehr im Gegensatz zum Reich, sondern fügen sich als ein Teil des Reiches. Es gibt keine Ländergrenzen mehr und nichts hindert mehr die Zusammenarbeit und die erhöhte Leistungsfähigkeit des deutschen Volkes. Eine Großtat ist vollbracht: Der Bolschewismus, der andere Länder in ständiger Unruhe hält und zu Aufruhr und Streiks führt, er ist niedergerungen. Und wir sind das stärkste Volk ' in der Wett gegen die bolschewistische Pest. Was die wirtschaftlichen Erfolge anlangt, ist hervorzuheben, daß es gelungen ist, in drei Jahren die Arbeitslosigket so gut wie auszumerzen Wenn wir heute in der Statistik lesen, daß etwa über eine Million Arbeitslose in Deutschland vorhanden sind, so ist das nicht anders wie in der Vorkriegszeit. Auch da gab es immer eine Anzahl von Volksgenossen, die ohne Arbeit waren. Zumeist sind es nur bedingt einsatzfähige Arbeiter, und heute ist es schon eine Tatsache, daß schon ein großer Mangel-nn Landarbeitern und an geschulten Facharbeitern besteht. Wir haben dieses Ergebnis dadurch erzielt, daß wir in großem Maße öffentliche Mittel zur Bekämpfung dieser Arbeitslosigket eingesetzt haben, mit dem Erfolg, daß nun auch die Privatwirtschaft wieder voll im Gang ist. Hier ist besonders auch der Arbeit zu gedenken, die der Reichsarbeitsdienst auf diesem Gebiet geleistet hat. Er ist nicht nur eine vorbildliche nationalpolitische und nationalsozialistische Schulung für unsere Jungmannschaft und Jungfrauenschaft, sondern er schafft durch Gewinnung von Neuland auch unermeßliche wirtschaftliche Werte. Das ist wahre Friedensarbeit. Nicht durch kriegerische Eroberung, sondern durch friedliche Gewinnung von Neuland hat hier das Dritte Reich gearbeitet. Aber auf etwas muß hier noch besonders hingewiesen werden: heute trifft das Wort wehrlos = ehrlos nicht mehr auf das deutsche Volk zu. Wir Deutsche dürfen uns wieder stolz als Deutsche in der Welt bekennen. Der Tag der Sonderlagungen. Am Samstag fanden die Sondertagungen statt, zu denen sich in zahlreichen Sälen, Theatern usw. die einzelnen Fachschaften innerhalb der Partei und ihrer Gliederungen zu ernster Arbeit zusammenfanden, und in denen sie die Richtlinien für die weitere Arbeit empfingen. Im Frankfurter Opernhaus tagten die Propagandaleiter bis Ortsgruppe, Propagandawalter der DAF., der Gauring für nationalsozialistische Propaganda und Dolksaufklärung und die Gau- und Kreisredner. Die Tagung wurde vom Gaupropagandaleiter Müller-Scheld eröffnet, worauf der Leiter des Amtes für aktive Propaganda in der Reichspropagandaleitung Walter Schulze die Grüße des Reichspropagandaleiters Neichsminister Dr. G o e b - bels überbrachte und dann in längeren Ausführungen über die Bedeutung des Redners und die Arbeit der Propagandaleiter und Warte sprach. Im Anschluß sprach Gaupropagandaleiter Müller- Scheld über die Wichtigkeit der Gautage. Oie Parteirichter versammelten sich im Adolf-Hitler-Haus, wo sie unter der Leitung des Gaugerichtsvorsitzenden Frhr. v. L y n ck e r em Referat des Spruchkammervorsitzenden des Obersten Parteigerichts Knop über die Parteigerichtsbarkeit entgegennahmen. Der Redner forderte die Parteirichter auf, in ihrem Kampf für die Sauberkeit der Partei nicht nachzulassen. Nach dem Referat wurden noch einige interne Parteiangelegenheiten besprochen und neue Bestimmungen bekannt gegeben. Dor den Kreiswirtschastsberatern und führenden Männern der Wirtschaft sprach im Volksbildungsheim der Leiter der Kommission für Wirtschaftspolitik der NSDAP. Bernhard Köhler über Wirtschaftsaussichten. Dabei führte er u. a. aus: Wenn wir vor drei und mehr Jahren von einem kommenden Mangel an Arbeitskräften sprachen, so waren die allerwenigsten imstande, sich vorzustellen, wie ein solcher Mangel entstehen könne und wie er sich auswirken werde. Unsere Ankündigung, daß wir diesen Mangel Herstellen würden, und daß mit ihm sich das Verhältnis zwischen Kapital und Arbeit sich völlig umkehren werde, wird heute schon manchem besser verständlich sein. Heute macht sich in verschiedenen Industrien bereits ein empfindlicher Arbeitsmangel bemerkbar. Die Folgen davon sind Abwanderungen aus den Gewerben, in denen geringere Löhne bezahlt werden, Lockerungen der Tarife, schärfere Kalkulationen der Unternehmungen, Sparmaßnahmen, Bemühungen um neue Vereinfachungen und Rationalisierungen, d. h. die nationalsozialistische Wirtschaftspolitik, die im eigentlichen Sinne nichts als Arbeitspolitik ist, also Lenkung der Wirtschaft durch die Arbeit, hat eine Tatsache geschaffen, mit der die gesamte deutsche Wirtschaft zu rechnen hat. Wohl gibt es Unternehmer, die die Augen krampfhaft vor dieser Tatsache schließen. Aber diese werden über kurz oder lang ihren Platz besseren Kräften räumen müßen. Eine nationalsozialistische Wirtschaft ist unbarmherzig und unerbittlich in der Auslese und Ausmerzung derer, denen sie die Verantwortung für gewichtige Teile des Volksvermöaens anvertraut. Wir haben deutlich genug angekündigt, daß der Staat nur diejenigen Aufträge erteilen wird, die er braucht, und daß für niemanden eine Konjunkturgarantie übernommen wird. Es kann sich also niemand beklagen, wenn eines Tages ausgerechnet bei ihm die schönsten Staatsaufträge ausbleiben und sozusagen der Ernst des Lebens wieder beginnt. Die Kaufkraft der privaten Abnehmer und Verbraucher ist ein Wirtschaftsfaktor, der mit viel größerer Sicherheit stabil bleibt, als die besonderen Bedürfnisse des Staates. Die deutsche Volkswirtschaft ist heute keine jüdische Wirtschaft mehr, sondern eine deutsche. Sie wird nicht mehr zum Besten der Juden, sondern des deutschen Volkes, und nicht nach jüdischen Grundsätzen, sondern nach deutscher sittlicher Auffassung und aus deutschem Denken betrieben. Zu einer eindrucksvollen Kundgebung gestaltete sich die Tagung des Amtes für NS.-Bolkswohlfahrt. Eine gewaltige Zahl von Amtsleitern, Amtswaltern und Helfern und Helferinnen hatte sich im festlich geschmückten Saal des Hippodroms eingefunden. Nach der Begrüßung durch Gauamtsleiter Haug ergriff in Vertretung des Hauptamtsleiters Hilgenfelbt Pg. Davids vom Hauptamt für Volkswohlfahrt das Wort zu einer großen Rede über Sinn und Bedeutung der NS.-Volkswohlfahrt. Die NSV. huldigte nicht dem früheren Grundsatz, aus Mitleid zu geben, sondern für sie gelte es, die soziale Betreuung dem Volksganzen zugute kommen zu lassen. Glauben, Vertrauen und Kämpfermut zu schaffen, sei die große Aufgabe der NSV. Das große Werk der NSV. habe nicht nur im Inland, sondern auch im Ausland Anerkennung gefunden. Alle Welt wisse heute, daß die NSV. den Weg der Pflicht geht. Die starken Triebfedern der NSV. seien das ewige Deutschland, das ewige Volk und Vaterland. Trotz starker Inanspruchnahme hatte es sich der Gauleiter nicht nehmen lassen, zu dieser Sondertagung zu erscheinen. Gauleiter Sprenger ergriff ebenfalls das Wort und dankte den Amtswaltern, Helfern und Helferinnen für ihre vorbildliche Arbeit, durch die der Gau Hessen-Nassau mit an der Spitze der NSV.-Arbeit steht. Er gab der Erwartung Ausdruck, daß der große Erfolg der NSV. im nächsten Jahr noch gesteigert wird. Das Schlußwort sprach Gauamtsleiter Haug, der ebenfalls Worte des Dankes für die Männer der NSV. und des WHW. fand und zum Schluß ausrief: NS. -Volkswohlfahrt wird morgen weitermarschieren! Die Sondertagung der preffeamtsleiter füllte das Schauspielhaus bis zu den obersten Rängen. Zur Freude der Teilnehmer erschien auch Gauleiter Sprenger zu der Tagung und richtete einige Worte an die Tagungsteilnehmer. In knappen, soldatisch harten und wohlabgewogenen Worten umriß er in einer für jeden feiner Gefolgsmänner verständlichen Weise das Aufgabengebiet der deutschen Presse: „Ihr seid die Mittler der Gedanken Adolf Hitlers zum deutschen Volke! Wir sind groß gevorden durch die innere Geschlossenheit unserer Bewegung. Und Ausgabe der ganzen Presse ist es, diese Geschlossenheit des ganzen deutschen Volkes nicht nur aufrechtzuerhalten, sondern immer noch mehr zu vertiefen. Nach dem Gauleiter sprach der Leiter des Pressepolitischen Amts der Reichsleitung, Hellmut S ü n- d ermann, der einen Rechenschaftsbericht über das auf dem Gebiet der Presse Geschaffene gab. Die Presse solle die nationalsozialistische Politik jedem einzelnen Volksgenossen verständlich machen und ihm die Teilnahme am großen Erleben der Partei erschließen. Er würdigte die Tätigkeit der Presseamtsleiter und gab zum Schluß der Erwartung Ausdruck, daß der Gau Hessen-Nassau auch in Zukunft in der Leistung auf pressepolitischem Gebiet mit an erster Stelle stehen werde. Oer AG.-Lehrerbund tagte im Volksbildungsheim. Der Gauobmann Ministerialrat Ringshausen schilderte in eindrucksvollen Worten die Ausgaben des deutschen Erziehers. Er ging aus vom Kamps als Voraussetzung allen deutschen Lebens. Eine große Ausgabe der Erzieher sei, die Jugend zu dem Kampf zu erziehen. Weiter müsse der Glaube an das Blut, das Volk und an die Scholle an die Jugend herangebracht werden. Der Erzieher müsse der Jugend immer Vorbild sein. Zum Erzieher könne man nicht kommandiert werden, sondern die Voraussetzungen dazu müsse jeder in sich haben. Die Aufgabe des Erziehers sei mehr als in andern Ständen Kampf. Jeder einzelne müsse kämpfen, und dieser Kampf dürfe nie enden. Dann sprach der nationalsozialistische Schriftsteller Dr. von Seers über das Odalrecht und die deutsche Rechtsentwicklung. Or. Ley vor den Schutnngsleitern. In der Sondertagung der Schulungsleiter sprach Reichsorganisationsleiter Dr. Ley über Propaganda, Schulung und Erziehung. Die Schulung beziehe sich auf bestimmte Teil- ober Fachgebiete der menschlichen Arbeit, während die Erziehung den ganzen Menschen umfasse. Die weltanschauliche Erziehung sei allein Sache der Partei. Dr. Ley wies dann auf die Ordensburgen hin, die die weltanschaulichen Zentralen seien, und in denen die rassisch Besten für Die politische Führung gebildet werden. Weiter sprach Reichsamtsleiter Dr. W. Groß über die Bevölkerungspolitik, die eine Angelegenheit des gesamten Volkes sei. Tagung der Bürgermeister. Im Schumanntheater hatten sich die Bürgermeister unter Leitung von Gauamtsleiter Bürger- Tagung -er Kriegsopferversorgung. edel» Berlin. Nach Begrüßungsworten durch Landesbauern- hrer Dr. Wagner sprach der Parteigenosse den Abschnitt der bevor stehende tT£o- carno-Zufammenkunfl werden. Ig°b-n u^A.e d°- »W- empfangen. Die Abwesenheit eines der Unterzeichnerstaaten des Locarno-Vertrages würde in der Tat die bestehende Lage, statt sie zu klären, schwieriger gestalten. olgt worden seien. Jeder einzelne müsse unbeirrt eine Pflicht tun im Rahmen des Aufgabenkreises, Berlin, 11. Juli. (DNB.) Der Reichskriegsmini- ster und Oberbefehlshaber der Wehrmacht, Generalfeldmarschall von Blomberg, hat den Präsidenten des „Reichsinstituts für Geschichte des neuen Deutschlands", Professor Dr. Walther Fran k zu einer Aussprache über die wissenschaftlichen Aus- qenießen! Wir müssen nur fleißig den Daumen drücken, damit die Sonne auch wirklich scheint. Und vorher rech^ zeitig an Leolrem oder Leo-Hautöl denken, denn natürlich wollen wir uns keinen Sonnenbrand holen, sondern unsere Haut soll sich richtig erholen! Leokrem und Leo-Hautol helfen beide schneller bräunen, denn beide enthalten Sonnen. Vitamin. Leokrem zu 22, 50 und 90 Psg. und Leo- Hautöl zu 50 Psg. sind in allen Fachgeschäften erhältlich. führer Dr. Wagner sprach der Parteigenosse Landgraf vom Reichsamt für Agrarpolitik über Sinn und Bedeutung der nationalsozialistischen In der Tagung der Amtsleiter des Kriegsopfer- amtes und Ortsgruppenobmänner der NSKOV. ' ~ ‘ ' ** *" Ä 'Wellenleiter des der ihm gestellt sei. Auf den Sondertagungen am Nachmittag habe man die einzelnen Aufgabengebiete in Rückschau und Ausschau geprüft und neu gerichtet. „Ich bin gewiß", so erklärte der Gauleiter, „daß ihr mit der gleichen Pflichtauffassung, mit derselben Hingabe, Treue und Opferwilligkeit wie in der Vergangenheit, so auch in Zukunft vor den Augen eures Führers Adolf Hitler bestehen werdet". Dr. v. L e e r s und Dr. Groß sprachen dann über die rassischen Ziele der nationalsozialistischen Regierung und über die Bedeutung des Gedankens von Blut und Boden. Reichsorganisationsleiter Dr. Ley überbrachte die Grüße des Führers und sprach die Hoffnung aus, daß auch dieser Gautag allen Teilnehmern neue Kraft zu weiterem Kampf geben möge. Oer Gauleiter bei der Alten Garde. Im Saxophonsaal fand sich die Alte Garde des Gaues Hessen-Nassau zusammen, um hier in altbewährter Kameradschaft Gedanken auszutauschen und die alten Bande wieder enger zu knüpfen. Der Gauleiter, der seine alten Kämpfer aufsuchte, hielt eine kurze Ansprache an seine Kameraden. „Früher waren wir allesamt Kämpfer", so führte er aus. „Bleibt im Kampf, tue jeder, was er kann. Die Grundsätze, die die Partei groß gemacht hätten, müssen bestehen bleiben." Professor Frank beim Reichskriegsminister. ' fischen Bevölkerung und der italienischen Frontkämpferabordnung, die wenige Minuten früher eingelroffen war, mit herzlichen Zurufen begrüßt. Autobusse brachten die deutsche Abordnung ins Quartier. Auch während der Fahrt ins Quartier waren die Deutschen immer wieder Gegenstand herzlicher Kundgeb ungen. So wurden ihnen auf der Straße vielfach Blumen zugeworfen. Eine weite Halle, über der „Allemagne“ geschrieben steht, nahm die deutschen Frontkämpfer auf. Bereitwillig stellten sich die französischen Frontkämpfer zur Verfügung, ihren deutschen Kameraden behilflich zu sein. Geleitet von berittener republikanischer Garde führten die französischen Frontkämpfer in ihrer Mitte die am Grabe des Unbekannten Soldaten in Paris entzündete Fackel und brachten sie auf den Militärfriedhof von Verdun. Dort entzündeten, während eine Truppenabteilung das Gewehr präsentierte, eine Kriegerwitwe, eine Kriegerwaise und ein Schwerkriegsbeschädigter je eine Fackel die vor dem schlichten Kreuz des Friedhofes befestigt wurden. Französische Soldaten halten Wache vor den Fackeln, die bei sinkender Nacht nach dem Toten- mal von Douaumont gebracht werden. Rom, 12. Juli. (DRV.) Rach einer Meldung der Agenzia Stefani hat die italienische Regierung ihre Teilnahme an den in Brüssel bevorstehenden Locarno-Besprechungen mit dem Hinweis auf die im INittelrneer bestehenden Flottenabmachungen abgelehnt. Die betreffende amtliche Mitteilung lautet wie folgt: „Der belgische Ministerpräsident hat die italienische Regierung zur Teilnahme an der vorbereitenden Zusammenkunft der Locarno-Mächte eingeladen, die demnächst in Brüssel stattfinden wird. In ihrer Antwort bestätigt die italienische Regierung, daß sie befreit ist, einen konkreten Beitrag zur Gewährleistung des Friedens zu geben, daß sie jedoch das Bestehen einiger Mittelmeerverpflichtungen in Rechnung stellen muß, die ihrer Teilnahme an dem Werk der internationalen Zusammenarbeit, auf das sie lebhaft hofft, im Wege stehen. Die italienische Regierung hat die Ansicht ausgesprochen, daß es zweckmäßig sei, Deutschland ebenfalls zu dem vorbereiten- Bund Deutscher Mädel. Die BDM.-Führerinnen des Gaues trafen sich im Neuen Theater zu ihrer Sondertagung. Die Führerin des Obergaues 13, Else Riese, wies in ihrer Ansprache darauf hin, daß mit dem Beginn der Ferien im BDM. bis 15. August die Sommerarbeit abgeschlossen sei. Die Winterarbeit des BDM. werde die kulturelle Erziehung der Mädel in den Vordergrund stellen. Obergebietsführer Cerff entwickelte dann die Notwendigkeit einer tiefen, kulturellen Ausrichtung. Eine Neuformung des ganzen Menschen sei not- wendig. Vor allem müsse ihnen der Glaube wieder zugänglich gemacht werden, der Glaube als Kämper für den Nationalsozialismus. Hitlerjugend. Das Frontkämpfertreffen in Verdun Herzlicher Empfang der deutschen Frontkämpfer. Italien geht nicht nach Brüssel. Oie Mittelmeerverpflichtungen.-Deutschland soll gleichzeitig teilnehmen. Was nun? Paris fragt: Verschiebung oder Absage? Während die französischen Frontkämpfer auf der „Heiligen Straße", die während des Kampfts um Verdun die heutige Derbindungsstraße nach dem Hinterland war, heranmarschierten, näherte sich Der Sonderzug mit den 500 deutsch e n Verdun- kämpfern. Kurz nach 16 Uhr lief der Zug auf dem Bahnhof ein. Eine Gruppe von in Pans ansässigen Deutschen begrüßte die Kampfer. Weiter hatten sich Führer französischer Frontkampferverbände zur Begrüßung eingefunden. Als die deutschen Frontkämpfer in Viererreihen, mit der Hakenkreuzfahne an der Spitze, den Verdun, 12. Juli. (DNB.) Zur 20jährigen Wiederkehr des blutigen Ringens in Verdun versammelten sich am Sonntagabend auf der Höhe von Douaumont Frontkämpferabordnungen vieler Länder, die am Weltkrieg teilgenommen haben, zu einer großen Kundgebung, um in einem bewegten Appell in Gegenwart einer Million vor Verdun gefallener Kämpfer der Friedenssehnsucht der Völker Ausdruck zu geben. Aus Frankreich kamen 20 000 Frontkämpfer. In der ersten Reihe der ausländischen Abordnungen steht D e u t s ch l a n d mit 500 Frontkämpfern unter Führung des Erstürmers von Douaumont, Hauptmann von Brandts. Ihnen gilt die besondere Erwartung der Franzosen. Denn: „Was wäre Verdun ohne die Deutschen!" wie vor einigen Tagen bei einer Vorbesprechung der Verduner Kundgebung der Sprecher eines Pariser Ministe- riums auf die Frage bemerkte, ob Deutsche teil- nehmen. Die Ankunst der Deutschen. Professor Frank hat den Sachverständigen-Beirat des Reichsinstituts durch drei Vertreter der Wehrmacht erweitert, und für das Heer Oberstleutnant a. D. F o e r st e r, Direktor der Forschungsanstalt für Kriegs- und Heeresgeschichte, für die Kriegsmarine Konteradmiral A ß m a n n , Leiter der Kriegswissenschaftlichen Abteilung beim Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, und für die Luftwaffe Oberstleutnant a. D. H a e h n e l t berufen. heute fragen: „Ist das Amt für Volksgesundheit noch nötig? Wir haben ja die staatlichen Gesundheitsämter." Diese Frage liege auf der gleichen Linie wie diejenige, warum wir heute noch eine Partei brauchten. Die Aufgabe des Amtes für Volksgesundheit sei, einen bestmöglichen Gesundheitszustand des deutschen Volkes herbeizuführen. Von diesem Grundsatz ausgehend, würden auch hinsichtlich der Eheberatung, betriebsärztlicher Betreuung usw. geeignete Maßnahmen zur Hebung der Volksgesundheit ergriffen. Die große Tagung des Führerkorps. Die große Tagung der Führerkorps der NSDAP. Gau Hessen-Nassau, in der geschmückten Festhalle gestaltete sich zu einer großen Kundgebung, in deren Verlauf der Gauleiter, Dr. v. L e e r s , der Leiter des Rassenpolitischen Amtes der Reichsleitung Dr. Walter Groß und Reichsorganisationsleiter Dr. Robert Ley das Wort ergriffen. Außerdem konnte der Gauleiter bei dieser Tagung Reichsminister D a r r ä und Hauptamtsleiter Claus S e l z n e r begrüßen. Der Gauleiter wies in seinen Ausführungen Reichshauptamtsleiter Claus S e l z n e r sprach im Anschluß daran von der Ethik der Arbeit Der Ethos der Arbeit stehe im Mittelpunkt. Die Parole sei: Nicht Kapital schafft Arbeit, sondern Arbeit schafft Kapital. Zum Schluß ergriff Reichsorganisationsleiter Dr. Ley das Wort. In kernigen Worten sprach er von dem Unterschied der Betriebe von früher und heute und bezeichnete es als Aufgabe, den Arbeiter und Unternehmer zum Volk zurückzuführen. Der deutsche Arbeiter solle ein stolzer Mensch werden. Oie Personalamtsleiter des Gaues fanden sich im „Storch", der historischen Stätte aus der früheren Kampfzeit, zusammen. Nach Ausführungen des Gaupersonalamtsleiters Hey se über die zukünftige Gestaltung der Arbeit ergnsf auch hier Reichsorganisationsleiter Dr. L e y das Wort, um über die Bedeutung der Personalamter im Rahmen der großen Aufgaben der Bewegung zu sprechen. Es sei vor allem dafür Sorge zu tragen, daß die richtigen Männer an den richtigen Platz kamen, damit alle Kräfte eingesetzt wurden, die für den Aufbau des Volksorganismus unersetzlich seien. Sie sollten erreichen daß alle Do ksge- nossen davon überzeugt sind, daß die Partei mit ihnen und nur für sie lebt. ■ < Anschließend sprach Gauleiter Sprenger, der daß eb in der P°rf°nalp°litik nur e,ne große Linie geben könne und dürfe. Personalsachen gehörten ausschließlich zum Tatigkec^bereich der Hoheitsträger. Die Personalamter foUten mit den besten und zuverlässigsten Parteigenossen besetzt werden. sprach Propagandaleiter und Hauptsb Kriegsopferamtes der NSDAP. M e Er sprach über die Aufgaben, welche die lebende Frontgeneration in der Gegenwart zu erfüllen habe. Er appellierte an alle Frontkämpfer des großen Krieges, aus dem Fronterlebnis heraus aktiver Kämpfer zu fein für die Ziele und die Verwirklichung der nationalfozialistischen Grundsätze. Agrarpolitik. Von herzlichem Beifall begrüßt ergriff dann der Reichsbauernführer das Wort. Der Glaube an die Anständigkeit des deutschen Bauern habe ihm die Kraft zu seiner Arbeit gegeben. Nur aus dem Blutsgedanken könne das verstädterte Deutschland wieder erkennen, daß es ein Bauerntum brauche. So stelle der Blutsgedanke die größte agrarpolitische Realität dar. Keine wirtschaftliche Maßnahme könne allein das Bauerntum retten, sondern die Voraussetzung aller bäuerlichen Agrarpolitik sei und bleibe der Blutsgedanke. Reichsleiter Darre sprach dann über die Aufgaben der Bauerführer im Rahmen der Erzeugungsschlacht. Tagung der Kreiskaffenleiter. Die Kreiskassenleiter des Gaues Hessen-Nassau hielten im Adolf-Hitler-Haus eine Tagung ab, in der unter Leitung von Gauschatzmeister Eck Der- waltungsangelegenheiten der Partei besprochen wurden. Dor den OAF.-Waltern. Unter der Leitung von Gauwalter Becker traten die Amtswalter und Amtswarte der NS.- Gemeinschaft „Kraft durch Freude" im Hippodrom zu ihrer Sondertagung zusammen. Als erster Redner sprach der Amtsleiter der *o.-- Gemeinschaft „Kraft durch Freude" Horst Dreß- ler-Andreß, der die Aufgabe von „KdF. dahin umriß, daß sie Freude in der Arbeit schaffen solle. Arbeit sei der Sinn des menschlichen Lebens überhaupt. Während die DAF. den äußeren Rahmen für das Glück des Arbeiters bilde, verhelfe die NSG. „Kraft durch Freude" zur inneren Erkenntnis des Wesens der Arbeit und fördere den edlen Charakter der Arbeit. Weister Linder zusammengefunden. Diese Tagung erhielt eine besondere Bedeutung durch die Anwesenheit des Reichsministers Dr. Frank, der zu den Bürgermeistern sprach. In seiner Rede . führte er u. a. aus: Es ist klar, daß der Nationalsozialismus in dem Wollen, ein Gesamtgefüge eines Reiches der Deutschen aufzubauen, das für ein Jahrtausend stehen soll, gerade das Fundament der Lebenssicherung einer Gemeinschaft in der Kommu- nalpolitik auf das wesentlichste seiner eigenen politischen Willensrichtung unterstellt hat. Eine Revolution wie die nationalsozialistische mit ihrem gigantischen Ausmaß kann das deutsche Volk nur em einziges Mal erleben. Es ist daher für Sie, die Sie die erste Generation der nationalsozialistischen Bur- aermeifter darstellen, immer wichtig, sich darüber klar zu sein, daß der Appell auch an Sie der sein muß in allem und jedem so zu handeln, daß kommende Generationen auf diesem Werk weiter bauen können. Es ist nicht genug damit getan, daß verwaltet wird in Deutschland, diese Revolution verlangt auch von Ihnen, daß Sie sich immer, auch in der kleinsten Handlung, als die Vollstrecker dieses schöpferischen Elans dieser Zeit fühlen. Wie Sie jetzt handeln, wird einmal das Fundament der nationalsozialistischen Kommunalpolitik aufgebaut sein. Sie sind die Infanterie, die Sturmtruppe der Kommunalpolitik, und so müssen gerade Sie als die Volksnächsten es einsehen, daß dieses Volk durch ein ausgezeichnetes Korps von Bürgermeistern unendlich mehr betreut werden kann, als durch noch so ausgeklügelte Zuständigkeitsverteilung. Sie hc^ben daher eine große Verantwortung zu erfüllen. Sie fiüd dem Volke gegenüber die Repräsentanten der Verwirklichung unserer Gesetze. Amt für Beamte. Reichsminister Dr. Frank sprach anschließend hn Schumcmntheater vor den Amtsleitern des Amtes für Beamte, Erzieher, Kommunalpolitik und des Rechtsamtes mit Fachberatern bis einschließlich Kreis. Leiter war Gauamtsleiter Bürgermeister Linder. Reichsminister Dr. Frank betonte, voranzu- feudjten habe für alle stets die gemeinschaftliche Aufgabe. Der Staat sei nur das Mittel zum Zweck, zur Verwirklichung des Nationalsozialismus. Leider fei in sehr vielen Stuben des amtlichen Bereiches noch nicht so ganz der kämpferische Geist einge- zogen, leider wirke noch da und dort der alte, kleine, dünkelsüchtige Zuständigkeitshader und Aktenmodergeruch weiter. „Wir haben uns aber", so fuhr der Minister fort, „darüber klar zu fein, daß wir heute nicht um Zuständigkeiten streiten, wo es darum geht, unserem Volke ein zweitausendjähriges Kuliurgeschehen in einem grandiosen Fundament zu formen, auf dem weitere Jahrtausende unseres Volkes erstehen sollen. Daher dürfen Sie nicht Beamte irgendwie im alten Sinne sein! Wir wollen die Bannerträger dieser Zeit sein!" Agrarpolitik. Die landwirtschaftlichen Kreis- und Ortsfachberater fanden sich im Hochschen Konservatorium zu einer Sondertagung ein, die durch die Anwesenheit des Reichsministers Darr 6 besondere Bedeutung erhielt. Berlin und Wien. Letzte Meldungen. Warschau: Neue Aera für Oesterreich und das Reich. W a rs ch a u , 12. Juli. (DNB.) Die Verein- barung zwischen der deutschen und der österreichischen Regierung wird von der gesamten Warschauer Presse, ebenso wie die Rundfunkrede des Bundeskanzlers Schuschnigg vielfach an der Spitze der Blätter und in großer Aufmachung wiedergegeben. In den Ueberschriften wird die Lage als „neue Aera im Leben Oesterreichs und des Reiches" bezeichnet. Wenngleich noch eigene Stel- lungnahmen der polnischen Redaktionen fehlen, zeigt sich in den ersten Meldungen der Berichterstatter aus Berlin,, Wien und Paris die gewaltige Anteilnahme an diesem bedeutungsvollen politischen Werk. Belgrad: „Akute Gefahr des Habsburger Legit'Smus beseitigt^. Belgrad, 13.Juli. (DNB. Funkspruch.) Die hiesige Presse mißt dem Abkommen über die Normalisierung der Beziehungen zwischen Deutschland und Oesterreich die größte Bedeutung bei. Der Wiener Vertreter der hiesigen „Politika" führt in einem längeren Kommentar aus, daß durch das Abkommen, obwohl in ihm die Habsburger Frage nirgends ausdrücklich erwähnt werde, die akute Gefahr des Habsburger Legitimismus beseitigt werde. Gewollte Skepsis in der Prager preffe. Prag, 12. Juli. (DNB.) Obwohl die politisch führenden tschechoslowakischen Blätter die Entwicklung der deutsch-österreichischen Verhandlungen in den' letzten Tagen mit großer Aufmerksamkeit verfolgt hatten, hat die Bekanntgabe des deutsch-österreichischen Uebereinkommens durch Reichsminister Dr. Goebbels und Bundeskanzler Dr. Schuschnigg in Berlin und Wien in der hiesigen Öffentlichkeit doch überraschend gewirkt, da man vor allem nicht einen so raschen Abschluß erwartet hatte. Die Sonntagsblätter widmen dem Ereignis breiten Raum und beadjten vor allem feine Aufnahme in Rom, London und Budapest. Bezeichnenderweise zeigen die redaktionellen Stellungnahmen zunächst eine gewollte Skepsis. In Anwesenheit des Gauleiters fand die Tagung des Gebietes Hessen-Nassau der HI. im Saxophonsaal statt, in deren Rahmen gleichzeitig Gebietsführer Brandt in sein neues Amt eingsführt wurde. Der Gauleiter gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß er gerade mit der Jugend die Reihe der Sondertagungen eröffnen könne. Der Name Hitlerjugend bedeute eine Ehre und gleichzeitig eine große Verpflichtung, hart und konsequent am großen Ziel weiterzuarbeiten. Die Leitung der Hitlerjugend müsse auch den letzten noch abseits stehenden Jungen heranziehen. Gebietsführer Brandt, der mit Wirkung vom 29. Juni 1936 mit der Führung des Gebietes 13 Hessen-Nassau beauftragt wurde, gelobte Treue der großen Idee, die durch die Tat bewiesen werden solle. Anschließend marschierte das Führerkorps der Hitlerjugend des Gaues Hessen-Nassau durch die Straßen der Stadt des deutschen Handwerks. Amtsleiter für Volksgesundheit. Bei der Gautagung des NSD.-Aerztebundes sprach Reichsärzteführer Dr. med. Gerhard Wagner. Nach der Machtergreifung, so führte er aus, sei das erste Ziel gewesen, die Gesundheitsabteilungen des Staates mit Aerzten zu besetzen. Die Gesundheitsführung des deutschen Volkes sei zentra- lifiert worden. Diele Volksgenossen würden sich darauf hin, daß der letzte Appell des Führerkorps am 12. Januar 1936 Anlaß zur Prüfung gewesen ei, ob die Anordnungen des Führers getreulich be- Erlaß eines Staatsschutzgesehes in Oesterreich. Wien, 11. Juli. (DNB.) Das neue oster- reichische Staatsschutzgesetz wurde am Samstag erlassen. Dazu wird in einem amtlichen Kommentar u. a. aus geführt, daß dieses Bundesgesetz zum Schutze des Staates Lücken des gellenden Rechts ausfüllen solle, die sich unter den gegenwärtigen Verhältnissen besonders fühlbar gemacht haben. Die neuen, dem Schutze des inneren Friedens und dem Schutze der politischen und wirtschaftlichen Beziehungen Oesterreichs zum Auslande dienenden Strafdrohungen, die fast durchweg in ausländischen Gesetzen, so insbesondere im Deutschen Reichsstrafgesetzbuch, im tschechoslowakischen Gesetz zum Schutz der Republik und im Schweizer Bundesgesetz über den Schutz der Sicherheit der Eidgenossenschaft Vorbilder haben, find nur dann anwendbar, wenn die Tat nicht fchon nach gelten- dem Recht, so beispielsweise nach den unverändert gebliebenen Vorschriften unseres Strafgesetzbuches gegen den Hochverrat, strenger strafbar find. Aus aller Well. Anträge auf Verwendung der Olympischen Symbole bis 20. Juli. Der Propaganda-Ausschuß für die Olympischen Spiele Berlin teilt mit: Der letzte Einsendungs- termin für Anträge auf Verwendung d e r Olympischen Symbole (fünf olympische Ringe und Olympiaglocke) und der Worte „Olympia" bzw. „Olympiade" ist der 20. Juli 1936. Nach diesem Tage werden keine Anträge mehr entgegengenommen. Das Segelschulschiff „Deutschland" in Danzig. Das Segelschulschiff „Deutschland" traf zu einem siebentägigen Besuch im Danziger Hafen ein. Wie bei dem Besuch des Kreuzers „Leipzig" hatten sich Tausende eingefunden, um das Schiff zu begrüßen. Die Danziger Schlepper hatten über die Toppen geflaggt. Zur Begrüßung des Schiffes hatten sich Abordnungen der Marine-SA. und der Marine-HI. der Gaugruppe Seefahrt eingefunden. Beim Passieren der Quarantäneftation wurde mit dem Schulschiff der Flaggengruß getauscht, während die Menge das Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lied fang. Schweres Verkehrsunglück in der Pfalz. Auf dem beschränkten Staatsstraßenübergang der Strecke Imsweiler—Rockenhausen in der Pfalz wurden vom Personenzug zwei Radfahrer und eine Radfahrerin überfahren. Dabei wurden der 28jährige verheiratete Schreiner August Hag aus Gehrweiler und der 22jährige Student Erich Bollmann aus Radevormwalde getötet. Schwer verletzt wurde die 13 Jahre alte Landwirtstochter Anna Rubel aus Imsweiler. Sie wurde ins Krankenhaus Rockenhausen gebracht. Die Schranke mar versehentlich zu früh geöffnet worden. Der Schrankenwärter wurde in Haft genommen. Verhaftung eines Gattenmörders. Vor einigen Tagen hatte in Trier ein Ehemann feine Frau auf offener Straße niederge- stochen. Der Täter war gleich nach der Tat ge- Und nächsten Sonntag? A W London, 13. Juli. (DNB. Funkspr.) Mehrere Morgenblätter sprechen auf Grund von Pariser Berichten die Vermutung aus, daß die geplante Brüsseler Konferenz der Locarno- mächte möglicherweise aufgeschoben oder fallen gelassen werde. Pertinax meldet hierzu im „Daily Telegraph", bisher habe Frankreich die Hoffnung gehabt, daß Italien an der Locarno-Konferenz teilnehmen werde, ohne auf der Einladung Deutschlands zu bestehen. Man stelle sich auf Grund der neuen Lage nunmehr die Frage, was aus der Brüsseler Konferenz werden solle. Die französische Regierung werde sich auf den Standpunkt stellen, daß die britischen Pläne nicht geändert werden. In Paris glaube man, daß das Ansehen der Westmächte noch weiter geschwächt würde, wenn man jetzt einfach die Brüsseler Konferenz absagen würde. Die französische Regierung werde entscheiden, ob sie eine Note an Italien senden solle, um es „an seine Locarno-Verpflichtungen zu erinnern". „Daily Expreß" meldet, nachdem Italien erklärt habe, es wolle der Brüsseler Konferenz nicht bei- einzuladen wohnen, sei aus Brüssel die Möglichkeit angedeutet worden, die Konferenz abzusagen. Stattdessen würden Besprechungenzwischen London, Paris und Brüssel durchgeführt flüchtet. Während die Frau nunmehr ihren schweren [ Verletzungen erlegen ist, konnte der Täter in | Koblenz gefaßt und hinter Schloß und Riegel ge-1 schafft werden. Schwerer Eisenbahnunfall bei Lharleroi. 9n der Nähe von Charleroi ereignete sich ein schwerer Eisenbahnunfall. Zwei Eisenbahnwagen rasten infolge Bruches der Kuppelung auf einer abschüssigen Strecke in eine Gruppe von Streckenarbeitern hinein. Drei Arbeiter wurden auf der Stelle getötet. Sechs erlitten schwere Verletzungen. Heber 700 Todesopfer der amerikanischen Hitzewelle. Die Zahl der Todesopfer in den von der ungewöhnlichen Hitzewelle betroffenen amerikanischen Staaten wurde am Samstagabend mit über 700 angegeben. Allein die Stadt Neuyork meldet 60 Tote. Die kanadische Provinz Ontario hat 140 Fälle von tödlichem hitzschlag zu verzeichnen. In Anwesenheit des Reichsstatthalters und Gauleiters Robert Wagner sowie zahlreicher Vertreter des Staates und der Partei, der Wehrmacht und der deutschen Kunst wurden die diesjährigen Reichsfestspiele Heidelberg am Sonntag im Schloßhof feierlich eröffnet. Der Präsident des Reichsbundes der deutschen Freilicht- und Volksschauspiele, Reichskulturwalter Franz M o r a l l e r, betonte in seiner Begrüßungsansprache, daß sich in kurzer Zeit die Reichsfestspiele eine Tradition geschaffen hätten. Sie seien im In- und Auslande ein Begriff geworden, eine kulturelle Tat, für die wir Reichsminister Dr. Goebbels aus aufrichtigem Herzen danken. Oer Präsident der Heichstheater- kammer, Ministerialrat Or. Schlöffer, führte u. a. aus: Wenn wir uns zum dritten Mal auf den geschichtlich geweihten Boden der „schicksalskundigen" Burg zusammenfinden, um die Fest- fpiele zu eröffnen, so scheint es Zeit, Rechenschaft abzulegen über Sinn und Wesen dieser kulturpolitischen Tat des nationalsozialistischen Deutschland, die der unvergeßliche erste Präsident der Reichstheaterkammer, Otto Laubinger, im Auftrage von Reichsminister Dr. Goebbels verwirklichte. Wer empfände in diesem Augenblick an dieser Stätte nicht, was jeden Deutschen mit unwiderstehlicher Gewalt nach Heidelberg zieht? Wie den 13 Hinrichtungen in den vereinigten Staaken. An einem der letzten Täge wurden in neun Staaten Amerikas insgesamt 13 Todesurteile vollstreckt. Es fanden dabei vier verschiedene Hinrichtungsarten Anwendung, und zwar der Elektrische Stuhl, Giftgas, Erhängen und Erschießen. R'unfl und Wissenschaft Karl Maria Zwißler wird Generalmusikdirektor in Mainz. Der bisherige erste Kapellmeister der Stadt Frankfurt a. M., Karl Maria Z w i ß l e r , ist auf die Dauer von drei Jahren als Generalmusikdirektor der Stadt Mainz verpflichtet worden. Zwißler, der Schüler von Hans P f i tz n e r und Knapperts- b u s ch ist, hatte bisher Verpflichtungen in München, Brünn, Düsseldorf und Darmstadt, dann wirkte er drei Jahre in Frankfurt. Die Berufung des 35jährigen Künstlers wird in Mainz lebhaft begrüßt. ' Romantikern künden auch uns diese Steine von der Unerschöpflichkeit und dem Reichtum der deutschen Seele. Wo immer wir heute also spielen, ob in Heidelberg, ob vor der Marienburg, stets feiern wir damit die Romantiker, die vor mehr denn hundert Jahren auszogen, das ewige Deutschland zu finden. In diesem Sinne gründet sich das große künstlerische Unterfangen der Reichsfestspiele auf die Ueberlieferungen der Romantik. Ganz gewiß ist unsere Denkweise auch Romantik. Unser durch nichts zu erschütternde Glaube geht darauf hinaus, das ewige Deutschland zu finden, von dem die Romantik nur einen Teil gefunden hat. Bis einer eben in der Stadt der Romantik, der Schirmherr dieser Spiele, in seinem dichterischen Tagebuch „M i - ch a e l" die Frage aufwarf: Wie kann man Wissen sammeln, wenn ein Reich in Trümmern liegt? Das war die Todesstunde jeder rückblickenden Romantik und die Geburtsstunde unserer auch auf Zeit und Ewigkeit gerichteten stählernen Romantik. Der Romantik danken wir vieles, der stählernen Romantik alles. Die Romantiker nannten sich eine Freischar. Darin liegt Unverbindlichkeit und Unverbundenheit. Die stählerne Romantik ordnete jeden ein und half so, die braunen Bataillone der Zucht formieren. Die Romantik träumte einen Traum vom Reich, die stählerne Romantik schuf es uns. Wir benutzen die Heidelberger Spieltage viel weniger um Tradition zu pflegen, als um eine Ueber- lieferung, unsere Ueberlieferung zu schaffen. hier soll Deutschland und der Welt bewiesen werden, zu welchen Leistungen der neue Gei st des Dritten Reiches das Freilichtspiel zu steigern vermag, hier stellen wir die jungen Kräfte heraus, und die zur Aufführung gelangenden Werke wählen wir nicht etwa nach ihrer Altertümlichkeit, sondern danach aus, ob sie auf uns und unsere Jugend schöpferisch auszustrahlen vermögen. Die für unser Wesen aufschlußreichsten Werke müssen die Werke der Heidelberger Reichsfestspiele sein. Alle diese Kennzeichen einer Bewegung, die wir stählerne Romantik nennen, werden die Heidelberger Reichsfestspiele sich vor unserer und späterer Zeit bewähren lassen. Dies ist der Glaube, der sie am Leben hielt. Dieser unerschöpfliche Glaube aber, der alles im neuen Deutschland durchpulst, ist das Werk eines Einzigen. So erschöpfen wir Sinn und Sendung der Reichsfestspiele allein schon dadurch, daß wir, überwältigt von der Größe des uns widerfahrenen Schicksals, seiner gedenken. Denn auch für alle Mitwirkenden und Zuschauer der Reichsfestspiele gilt das Wort: „Wo immer wir stehen, gilt heute gleich, immer sind wir des Führers, immer — sein Reich!" Die Klänge der Gluckschen Ouvertüre zu „Iphigenie in Aulis" und die nationalen Weihelieder gaben der Eröffnungsfeier einen erhebenden und würdigen Abschluß. Die Eröffnungsvorstellung aus dem Schloßhof gestaltete sich zu einem glanzvollen (Ereignis in Gegenwart des Schirmherrn der Festspiele, Reichsminister Dr. Goebbels, herrliches Wetter begünstigte die Aufführung, die mit Fanfarenstößen eingeleitet wurde. Friedrich Hebbels „Agnes Dernauer" gestaltete sich in dem idealen Rahmen des Schloßhoses zu einem vollen Erfolg. Türkei: Ereignis von überragender politischer Bedeutung. I st a n b u l, 13. Juli. (DRB. Funkspruch.) Trotz der umfangreichen Behandlung der Meerengen- tonferenz in der türkischen Presse ist die Bekanntgabe der Erklärung der Reichsregierung über die Neuregelung der Beziehungen zwischen dem Reich und Oesterreich als Ereignis von überragender politischer Bedeutung in den Blättern ausgenommen worden. Einige Zeitungen vermuten, daß der deutsch-österreichische Ausgleich von Italien gefördert wurde, und sie sagen eine lebhaftere deutsch - italienische Zusammenarbeit voraus. Die außenpolitische Bewertung dieses Ereignisses möchte die türkische Presse vorläufig London und Paris überlassen. Der Der» söhnungsschritt Berlins und Wiens und seine günstige Aufnahme in Rom hat nach türkischer Auffassung auch Bedeutung für die weitere Entwicklung im Mittelmeerbecken. Die Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 590: Bekanntmachung KP 163 der Ueberwachungsftelle für unedle Metalle betr. Kurspreise. — 591: Umsatzsteuerumrechnungsätze für die nicht in Berlin notierten ausländischen Zahlungsmittel für die Umsätze im Monat Juni 1936. — 592: Neuregelung der griechischen Einsuhrbestim- mungen, Verschärfung des Kontingentierungs- systems. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Die Großwetterlage ist unverändert. Vom Atlantik stoßen fortgesetzt Störungsgebiete nach Europa vor, die an ihrer Vorderseite subtropische Warmluft, an ihrer Rückseite frischere Meeresluft nach Deutsch- lad verfrachten. Während am Sonntag kühlere Meeresluft die Temperaturen beträchtlich unter den jahreszeitlichen Durchschnitt herunterdrückte und infolge ihrer großen Instabilität zu einzelnen heftigen Schauern Platz gab, bringt heute aufgleitende Warmluft zunächst Landregen. Auch für die Folge bleibt der unbeständige Witterungscharakter erhalten. Aussichten für Dienstag: Luftzufuhr aus Westen, Fortdauer der unbeständigen zu Niederschlägen geneigten Witterung, Temperaturen wenig verändert. Lufttemperaturen am 12. Juli: mittags 15,4 Grad Celsius, abends 12 Grad; am 13. Juli: morgens 13,5 Grad. Maximum 19,4 Grad, Minimum heute nacht 8,8 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 12. Juli: abends 17,7 Grad; am 13. Juli: morgens 15,5 Grad. — Niederschläge 3,2 mm. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertr. Hauptschriftleiter: Ernst Blumschein. Ver« antwortlich für Politik und für die Bilder i. V.t Ernst Blumschein; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt bet! Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. VI. 36: 9400» Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts- Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen^ Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf< Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Ps. meht» Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf^, mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Eröffnung her Heidelberger Reichsfestspiele. Am Samstagabend % 12 Uhr entschlief plötzlich Herr Leonhard Dechert im Alter von 75 Jahren Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: | Kaufgesuche | Mathilde Becker, geb. Dechert s Gießen, den 13. Juli 1936 Schon das kleine Fritzchen weiß es 03209 Gewinnauszug Ohne Gewähr Nachdruck verboten J.B. Häuser Frau Anna Georg, geb. Schopbach ■ Gießen, Am Oswaldsgarten 2. Ziehungstag 11. Juli 1936 im 80. Lebensjahre In tiefer Trauer: MM Straff Im Text Einprägsamm derForm Werbedrucksachen 78792 Gießen, den 13. Juli 1936 Wirksam in der Farbe Brühl'sche Druckerei. Schulstraße 7. Anruf 2251 Die Beerdigung fand auf Wunsch der Entschlafenen in aller Stille statt 4448 D gesucht. 340816 346193 366212 388270 4447V iGLORIfi Todesanzeige | Verkäufe~| Herr Carlo Brühl, Bäckermeister i. R. im Alter von 65 Jahren 4443A Zwangsversteigerung 44450 Altersvereinigung 1870-1920 Unser lieber Altersbruder Carlo Brühl Peter Ibbetson Die Die Geschichte einerunsterblichen Liebe findet vom 8. August bis 11. September 1936 statt. Beiprogramm und Ufa-Ton-woche Rest Damenschuhe. 44460 4389Da.d.G.A. 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Postkarten bei Brühl, Gießen Ön der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 300 M. gezogen Dienstag, den 14.7., nachmittags 2 Uhr, sollen imVersteigerungs- lotal, Neuenweg 28, bezw. an Ort und Stelle (Bekanntgabe obiges Lokal), zwangsweisegeg.sofortige Barzahlung versteigert werden: Haus-, Laden- u.Büromöbel aller Art, 4 Oefen, 4 Herde, 3 Radios, 2 Spiegel, 3 Drehstühle, 2 Ferngläser, 1 Nähmasch., 1 Vervielfältigungsapp., 1 Motor, 1 Bohner- rnasch.,4Schreibmasch.,l Schlasz.- Bild, 1 Schrankgrarnmophon, eine Schausensterausstellungseinrichtg., 2 Polstersessel,1 Poliermasch., eine Schleifbank, 1 Staubsaug., 1 Lanu ventisch,Anzug- und Kleiderstoffe. Bestimmt wird versteigert: Zwei Kommoden, 1 Flurgarderobe, ein Büfett, 1 altesSofa,! Küchenschr., 1 Anrichte, Handschuhe und ein in Gießen oder Umgebung zu kaufen gesucht. Schr. Angebote unt.03212 a.den Gieß. Anzeiger. 3n der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 300 M. gezogen Garry Cooper Ann Harding ist am 1’. Juli 1936 gestorben. - Er war ein treuer Kamerad, dem wir ein ehrendes Andenken bewahren werden. Die Beerdigung findet statt am Dienstag, dem 14. Juli, nachmittags 3 Uhr, auf dem Neuen Friedhof. Der Vorstand. ____.________________________________________________________0321 1 Naohläcco von3bis20VierhaltenSiebeiwiedep Itdvllldubu holten Veröffentlichungen einer Anzeigei Gießern Leihgestern, Klein-Linden, den 11. Juli 1936 Die Beerdigung findet Dienstag, den 14. Juli, 15 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt Am 9. Juli entschlief nach langem Leiden meine herzensgute Mutter, Schwiegermutter und Großmutter | Verschiedenes"! Größerer Geldbetrag von Witwe verloren. Ehrlicher Finder wird gebeten, d. Betrag auf der Polizei abzugeben, 4444V jAUTO 'DIESELMOTOREN SUDDEUTSCHE BREMSEN A.G.MÜNCHEN Luise Guthardt, geb. Georg und Familie MöbllertesZimnier ver sof. zu vermieten. f 4431D Bahnhosstr. 61. Ab heute Montag: Eines der schönsten Filmwerke der Paramount in deutscher Sprache, das z. 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Äad-Nauheim,llhlandstr.l8 4449V ZweckSNelümpsuogoer Schwarzarbeit rönnen Arbeite-Angebote von Handwerkern nur mit Namensnennung u. unter Dorlage besSewerbenachwoiies ausgenommen werden. Verlag »««GtebenerAnzetgere llllilllllllllllllllllllllllll Aus jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar ie einer auf die Lose gleicher Nummer iu den beiden Abteilungen I und II ttr.161 Zweiter Blatt Montag, 15. M |956 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Wieder Kreundschast zwischen Berlin und Wien. Ein Abkommen zwischen der deutschen und der österreichischen Regierung. — Die Schicksalsgemeinschast aller Deutschen. Berlin. 11. Juli. (DRV.) Reichsminister Dr. Goebbels verlas Samstag um 21 Uhr über alle deutschen Sender folgende amtliche Erklärung: Ich habe im Auftrage der Reichsregierung das folgende Kommunique über eine Vereinbarung bekanntzugeben, die heute zwischen der deutschen Reichsregierung und der österreichischen Bundesregierung abgeschlossen wurde. Sie stellt einen weiteren praktischen Schritt auf dem Wege einer friedlichen Entspannung und Entwirrung der europäisch en Lage dar. Ich teile Ihnen nun den Wortlaut des amtlichen Kommuniques mit: ..In der Ueberzeugung. der europäischen Gesamtentwicklung zur Aufrechterhaltung des Friedens eine wertvolle Förderung zuteil werden zu lassen, wie in dem Glauben, damit am besten den vielgestaltigen wechselseitigen Interessey der beiden deutschen Staaten zu dienen, haben die Regierungen des Deutschen Reiches und des Bundesstaates Oesterreich beschlossen, ihre Beziehungen wiedernormal und freundschaftlich zu gestalten. Aus diesem Anlatz wird erklärt: 1. Im Sinne der Feststellungen des Führers und Reichskanzlers vom 21. Rlai 1935 anerkennt die deutsche Reichsregierung die volle Souveränität des Bundes st aates O e st e r r e i ch. 2. Iede der beiden Regierungen betrachtet die in dem anderen Lande bestehende innerpolitische Gestaltung, einschließlich der Frage des österreichischen Nationalsozialismus, als eine innere Angelegenheit des anderen Landes, auf die sie weder unmittelbar, noch mittelbar Einwirkung nehmen wird. 3. Die österreichische Bundesregierung wird ihre Politik im allgemeinen, wie insbesondere gegenüber dem Deutschen Reiche stets auf jener grundsätzlichen Linie halten, die der Tatsache, datz O e st e r r e i ch sich als deutscher Staat bekennt, entspricht, hierdurch werden die Römer- Protokolle ex 1934 und deren Zusätze ex 1936, sowie die Stellung Oesterreichs zu Italien und Ungarn als den Partnern dieser Protokolle nicht berührt. In der Erwägung, datz die von beiden Seiten gewünschte Entspannung sich nur verwirklichen lassen wird, wenn dazu gewisse Vorbedingungen seitens der Regierungen beider Länder erstellt werden, wird die Reichsregierung sowohl, wie die österreichische Bundesregierung in einer Reihe von Ein- zelmatznahmen die hierzu notwendigen Voraussetzungen schaffen." „Dem gesamten deutschen Volke zum Segen." Rundfunkrede des Bundeskanzlers Or. Schuschnigg. Wien, 11. Juli. (DNB.) Im österreichischen Rundfunk wurde am Samstag, 21 Uhr, zunächst der amtliche Text der Vereinbarung mit dem Deut-- schen Reich bekanntgegeben. Sodann sprach Bundeskanzler Dr. Schuschnigg. „Ich weiß", so führte er aus. „daß ich namens aller aufrechten und einsichtigen Oesterreicher spreche, wenn ich der sicheren Hoffnung Ausdruck gebe, daß die Wiederkehr normaler freundnachbarlicher Beziehungen mit dem Deutschen Reich nicht nur den beiden deutschen Staaten und somit dem gesamten deutschen Volke zum Segen gereicht, sondern daß damit ein wertvoller Beitrag zur Sicherung des europäischen Friedens geleistet wurde, dem zu dienen seit je nicht nur im wohlverstandenen Interesse unseres eigenen Landes Ziel unserer Politik war." Er wolle, fuhr der Bundeskanzler fort, in dieser Stunde nur der aufrichtigen Freude und Genugtuung darüber Ausdruck geben, datz hüben und drüben das Bewußtsein um Schick- falsverbundenheit und gemeinsamen Weg allen Zwischenfällen der Geschichte zum Trotz sich stark genug erwiesen habe, um mit berechtigter Aussicht auf Erfolg den Versuch zu unternehmen, Hindernisse und Barrieren wegzuräumen, die eben noch unüberwindbar schienen. Dies werde sein und werde immer sein können, wenn hier wie dort der Wille bestehe, das Recht und die Eigenart des anderen zu achten, wenn über alle Weinungsverschiedenhei- ten und Gegensätzlichkeiten hinweg das Wissen um ein grotzes Erbe liege, weiter aber auch das Bekenntnis zum gleichen Kultur k r e i s und schließlich das Vertrauen, datz jeder für sich ehrlich bemüht sei, seinem Volke zu dienen. Dr. Schuschnigg erinnerte sodann daran, daß schon Dr. Dollfuß das Deutschtum Oesterreichs und seine Schicksalsgemeinschaft mit Deutschland betont habe. „Auch in weiterer Folge würde", so erklärte der Bundeskanzler weiter, „was immer auch geschehen möchte, an diesem eindeutigen Bekenntnis nicht gerüttelt. Ich verweise auf den Leitsatz, den ich selbst am 29. Mai 1935 vor dem Österreichischen Bundestag gesprochen: Oesterreich hat nie einen Zweifel darüber gelassen und wird es, solange wir leben, auch in aller Zukunft nicht tun, daß es sich als deutscher Staat bekennt. Dem habe ich auch heute nichts hinzuzufügen." Dr. Schuschnigg kündigte dann an, daß die Frage der politischen Amnestie nunmehr ebenso in aktuelle Nähe gerückt sei, wie die neuerliche Aufforderung an alle Oesterreicher, wo immer sie früher standen, ihre Kräfte dem Aufbau des Vaterlandes im Rahmen der Vaterländischen Front zur Verfügung zu stellen und auch verantwortlichen Stellen an der politischen Willensbildung in Oesterreich teilzunehmen. „Die Bedachtnahme auf die Erhaltung des Friedens war feit jeher, wie Dr. Schuchnigg noch ausführte, für die Linie unserer Politik bestimmend. Die zwischenstaatlichen Beziehungen, die uns mit den beiden Nachbarländern Italien und Ungarn verbinden, bleiben nach wie vor unverändert aufrecht. Wir freuen uns, datz mit dem Abschluß des gegenständigen Hebereinkommens einem Gedanken Rechnung getragen erscheint, für dessen Verwirklichung seit je in den römischen Protokollen grundsätzlich Raum gelassen wurde. Wenn das Aebereinkommen, das künftighin die Beziehungen zwischen Oesterreich und dem Deutschen Reich regelt, das hält, was wir uns von ihm versprechen, dann wird es nicht nur dem großen Deutschen Reich und Oesterreich, nicht nur dem gesamten deutschen Volk, sondern darüber hinaus der friedlichen Fortentwicklung in Europa dienlich sein. Unsere beiden Staaten aber mögen es durch'Ueber- brückung der Gegensätze, durch wirtschaftliche Verbindung und Ergänzung, sowie durch Wiederherstellung einer Fülle gemeinsamen kulturellen Gedankengutes einander näherbringen und somit jenen Zustand wieder schaffen, der zwischen Ländern gleicher Sprache und angesichts der Summe historischer Weggemeinsamkeit als wünschenswert und selb st ver stündlich erscheinen muß. „Dies sei", so schloß Dr. Schuschnigg, „der ehrliche und hoffnungsfrohe Wunsch des Oesterreichers und zugleich der Gruß an alle Landsleute in der Heimat, wie auch an alle Deutschen jenseits der staatlichen Grenzen Oesterreichs." Sin wertvoller Dienst für die deutsche Sache und für den Frieden. Am 21. Mai 1935 erklärte der F ü h r e r in seiner großen Friedensrede vor dem Reichstag folgendes: „Deutschland hat weder die Absicht, nsch den Willen, sich in die inneren österreichischen Verhältnisse einzumischen, Oe st erreich etwa zu annektieren oder anzuschließen." Etwas mehr als ein Jahr ist seit dieser klaren und eindeutigen Umreißung des deutschen Standpunktes verstrichen. Die Bemühungen, auf Grund dieser Rede den Gegensatz zwischen beiden Brudervölkern aus der Welt zu schaffen, sind nicht erfolglos geblieben: Heute liegt eine Vereinbarung über die Wiederherstellung der freundschaftlichen deutsch-österreichischen Beziehungen vor! Tiefe Freude erfüllt alle Deutschen diesseits wie jenseits der Grenze angesichts dieser Uebereinkunft, von der wir hoffen und erwarten, daß sie das Fundament eines Verhältnisses zwischen beiden Staaten wird, wie es i m I n t e r e s s e d e r d e u t- s ch e n Sache sein muß. Der Anfang ist getan, es sind Uebereinkünfte getroffen, durch die vorhandene Schranken umgelegt werden, und die geeignet sind, dem in schwerster wirtschafmcher Not um sein Dasein ringende österreichische Brudervolk wirksame Hilfe zu bringen. Beide Teile haben sich die Nichteinmischung in ihre inneren Verhältnisse garantiert, beide Staaten haben aber durch dieses Abkommen 9an3 wesentlich zu einer Klärung der Lage im Donau raum beigetragen, die wegen ihrer Undurchsichtigkeit immer wieder gewissen ausländischen Kreisen die Hoffnung eingab, daß die Gegensätze zwischen Deutschland und Oesterreich schließlich doch der deutschen Sache im Südosten den Todesstoß geben würden. Die Vernunft und das gemeinsame Blut haben gesiegt: Künftig wird Oesterreich in seinem Verhältnis zu Deutschland grundsätzlich die Linie verfolgen, die der Tatsache entspricht, daß sich Oe st erreich als deutscher Staat bekennt. Damit ist der deutschen Sache im Herzen Europas ein wertvoller Dien st g e l e i st e t, wie auch gleichzeitig der Welt erneut vor Augen geführt worden, daß Deutschland durchaus einer Politik huldigt, die in ihren Zielen nur friedensfördernd ist. Deutschland will den Frieden, das hat es immer wieder durch den Mund seines Führers zum Ausdruck gebracht und auch selbst auf dem Wege der Volksabstimmung unterstrichen. Deutschland hat dem Friedensgedanken seit dem Jahre 1933 in der Praxis mehr Dienste geleistet, als das in den letzten 40 Jahren von allen anderen europäischen Staaten getan worden ist. Die Welt wird an diesem Akt der Verständigung nicht achselzuckend vorbeigehen können. Sie wird anerkennen müssen, daß dieser Beitrag gewichtig in die Waagschale fällt. Die Brudervölker haben sich wieder die Hände gereicht, sie haben unter das, was in der Vergangenheit zwischen ihnen lag, einen Strich gezogen, sie werden nunmehr gemeinjamzum Nutzen des Deutschtums und der deutschen Idee wirken. Telegramme zwischen Schuschnigg und Hiller. Berlin, 12. Juli. (DRB.) Der österreichische Bundeskanzler von Schuschnigg hat an den Führer folgendes Telegramm gerichtet: „Der Abschluß des Hebereinkommens, dessen Ziel es ist. die sreundnachbarlichen Beziehungen zwischen beiden Staaten wiederherzustellen, bietet mir willkommene Gelegenheit, Ew. Exzellenz als den Führer und Kanzler des Deutschen Reiches zu begrüßen und gleichzeitig der Ueberzeugung Ausdruck zu geben, datz die Auswirkung des Ueber- einkommens Oesterreich und dem deutschen Volke zum Ruhen und damit dem ganzen deutschen Volke zum Segen gereichen werde. Ich glaube, mich mit Ew. Exzellenz einer Meinung zu wissen, datz wir darüber hinaus mit dem Ueber- einkommen unserer Staaten zugleich dem allgemeinen Frieden einen wertvollen Dienst erweisen. von Schuschnigg." Der Führer und Reichskanzler hat mit folgendem Telegramm geantwortet: „Die Grütze, die mir Ew. Exzellenz aus Anlatz des heule abgeschlossenen deutsch-österreichischen Uebereinkommens übermittelt haben, erwidere ich aufrichtig. Ich verbinde damit den Wunsch, datz durch diese Uebereinkunft die alten, durch Rassengemeinschaft und jahrhundertelange gleiche Geschichte erwachsenen traditionellen Beziehungen wieder hergestellt werden, um damit eine weitere gemeinsame Arbeit anzubahnen zum Ruhen der beiden Staaten und zur Festigung des Friedens in Europa. Adolf Hitler, deutscher Reichskanzler." Schuschnigg an Mussolini. Wien, 12. Juli. (DNB.) Ein Telegramm, das Bundeskanzler Dr. Schuschnigg an Mussolini geschickt hat, hat folgenden Wortlaut: „Es gereicht wir zur Freude, Ew. Exzellenz mitzuteilen, daß ich soeben mit dem deutschen Gesandten, der hierzu vom Führer und Reichskanzler des Deutschen Reiches bevollmächtigt ist, ein Uebereinfommen unterfertigt habe, das dazu bestimmt ist, die Beziehungen zwischen Oe st erreich und Deutschland wieder normal und freundschaftlich zu gestalten. Bei diesem Anlaß erinnere ich mich gern der wiederholten, so überaus wertvollen Gespräche Ew. Exzellenz, zuletzt in Rocca della Laminate. Ich bin überzeugt, datz Ew. Exzellenz meine Befriedigung über das erzielte Abkommen teilen werden, das einen wertvollen Beitrag zum allgemeinen Friedenswerk darstellen soll. Ich möchte diesen Anlaß benutzen, um Ew. Exzellenz neuerlich meiner aufrichtigen Freundschaft und meiner Entschlossenheit zu versichern, mit dem unter der starken und erfolgreichen Führung Ew. Exzellenz stehenden Italien auf Grund der bewährten Römer Protokolle auch weiterhin im Einvernehmen mit Ew. Exzellenz zusammenzuarbeiten." Mussolinis Antwort. Rom, 12.Juli. (DNB.) Das Antworttelegra Mussolinis an Schuschnigg auf dessen M hing von der Unterzeichnung des deutsch-ö, reichischen Abkommens hat in Uebersetzung folgen den Wortlaut: „Ich danke Ew. Exzellenz für das freundliche Telegramm. Das Abkommen, das Ew. Exzellenz mit dem Vertreter des Führers und Reichskanzlers unterzeichnete, mutz von allen, denen die Sache des Friedens am Herzen liegt, mit Befriedigung begrüßt werden. Das Abkommen bedeutet einen bemerkenswerten Schritt auf dem Wege des Wiederaufbaues Europas und der Donauländer. In diesem Geiste wurde, wie Sie sich entsinnen, die Frage bei der Begegnung in Rocca della Laminate besprochen und später auf dem Boden der italie- nisch-österreichisch-ungarifchen Abkommen geprüft. Es ist mir besonders angenehm, die Versicherungen der vollkommenen Freundschaft und der Zusammenarbeit Italiens mit der Bundesregierung in Übereinstimmung auch mit den Protokollen von Rom zu erwidern, die weiterhin die Grundlage der Beziehungen zwischen Italien und Oesterreich in der Neubestimmung feiner Beziehungen mit dem Reich bilden werden, ein Ereignis, das Regierung und italienisches Volk mit Sympathie begrüßen. Erweiterung der österreichischen Aegiemm. W i e n , 11. Juli. (DNB.) Nach Abschluß der Rede on Bundeskanzler Schuschnigg wurde im öster- ichischen Rundfunk eine Erweiterung der sterreichischen Bundesregierung be- anntgegeben. Danach wurden der Präsident des Kriegsarchivs, Staatsrat Glaife-Horstenau, zum Minister ohne Portefeuille und der Kabinettschef im Bundeskanzleramt, Guido Schmidt, zum Staatssekretär ernannt. Staatssekretär Guido Schmidt wird dem Bundeskanzler für die Belange der auswärtigen Politik beigegeben. Telegrammwechsel Schuschmgß-Gömbös. Budapest, 12. Juli. (DNB.) Bundeskanzler Dr. Schuschnigg richtete folgendes Telegramm an den Ministerpräsidenten Gömbös: „Der soeben erfolgte Abschluß des Uebereinkommens zwischen Oesterreich und dem Deutschen Reich, das bestimmt ist, die freundnachbarlichen Beziehungen wieder herzustellen, gibt mir den erwünschten Anlaß, auch Dir gegenüber meiner Ueberzeugung Ausdruck zu geben, daß das soeben vollbrachte Werk dem allgemeinen Frieden dient, an dem Oesterreich und Ungarn ganz besonders interessiert sind. Ich bin auch überzeugt, daß unsere auf den römischen Protokollen fußende bewährte Zusammenarbeit in diesem Sinne noch weitere ersprießliche Früchte zeitigen wird. Mit den herzlichsten Genesungswünschen grüßt Dich in alter Kameradschaft Dein Schuschnigg." Ministerpräsident G ö m b ö s antwortete mit folgendem Telegramm: „Betrachte erfolgten Abschluß eines Uebereinkommens zwischen Oesterreich und dem Deutschen Reich als ein historisches Ereignis, welches dem allgemeinen Frieden dient und an welchem Oesterreich und Ungarn tatsächlich besonders interessiert sind. Es entspricht den römischen Protokollen und wird daher die römische Konzeption festigen. Dir alles Gute wünschend, grüße ich Dich ebenfalls in aller Kameradschaft Dein Göm- b ö s." „Wieder Friede!" Oie ersten Wiener preffestimmen zu der Vereinbarung. Wien, 12. Juli. (DNB.) Die Stellungnahme der Wiener Presse zu dem Abkommen ist durchaus zu stimmend. Man hofft, daß der 11. Juli eine neue Epoche in Mitteleuropa einleiten werde. Die amtliche „W i e n e r Z e i t u n g" schreibt u. a., Oesterreich habe immer wieder erklärt, daß es Friedenspolitik in Europa machen wolle. Schon ein flüchtiger Rückblick auf das wechselvolle Geschehen der letzten drei Jahre beweise hinlänglich, wie groß das Verdienst des Bundeskanzlers Dr. Schuschnigg ist und wie sehr man auch die Einsicht der maßgebenden reichsdeutschen Kreise schätzen müsse, die zum Gelingen dieses wahrhaft geschichtlichen Werkes beigetragen haben. Die Spannung zwischen den beiden Staaten, fährt das Blatt fort, erwies sich immer wieder auch als eine Belastung des europäischen Friedens. Nun ist der erste und wichtigste Schritt zur Beseitigung dieser Spannung getan und damit ist auch ein großer Fortschritt im Ringen um den europäischen Frieden und um die Wohlfahrt insbesondere der im Donauraum lebenden Völker erzielt. Dabei ist der Grundsatz voller Gleichberechtigung in allem gewahrt. Die „Reichs poft" sagt u. a.: Nach einer Verwirrung, die viel zu lange gewährt hat, sollen die Dinge zwischen Oesterreich und dem Deutschen Reich wieder ins Reine kommen. Diese Verständigung überrascht nicht. Sie hinterläßt den Eindruck des Natürlichen und Selbstverständlichen. Heber die Interessen der beiden Staaten weit hinausgehend bedeutet die Wiederherstellung des freundschaftlichen Verhältnisses zwischen Oesterreich und dem Deutschen Reich auch eine stark ins Gewicht fallende Entspannung in der gesamteuropäischen Politik. Mit dem heutigen Tage kann in den Verhandlungen der großen Mächte über die Organisation des europäischen Friedens ein Punkt, der Schwierigkeiten zu bereiten schien, als erledigt betrachtet werden. Das „Neue Wiener Tagblatt" schreibt: Diese bedeutungsvolle Wendung darf in unserem Lande der Zustimmung gewiß fein. Es war ein peinlicher und unnatürlicher Zustand, daß Deutsche und Oesterreicher, die vier Jahre lang gemeinsam auf den Schlachtfeldern Europas heldenhaft gekämpst und Unsagbares erlitten hatten, nicht in alter Herzlichkeit und Unbefangenheit einander gegenüberstehen konnten. In den „W iener Neuesten Nachrichten" heißt es: Endlich, nach langer banger Zeit wieder Friede. Die deutsche Bluts- und Schicksalsgemeinschaft, die kulturelle Gemeinsamkeit treten nunmehr wieder in ihre Rechte, und alles wird in erster Linie von der verständnisvollen und ungestörten Ueberführung des Abkommens in die Praxis abhängen. Daß diese Gemeinsamkeit erst nach lieber» Windung außerordentlicher Schwierigkeiten möglich wurde, damit verrate man kein Geheimnis. Daß sie überwunden werden konnten, dafür gebührt der Dank aller Gutgesinnten in erster Linie dem österreichischen Bundeskanzler und dem Kanzler des Deutschen Reiches. Die „Neue Freie Presse" führt aus: Jetzt muß die Arbeit beginnen, die Neuordnung in das Leben des Alltags zu überführen, und das Kommunique, das die Normalisierung mitteilt, kündigt auch an, daß seitens der Negierungen beider Länder gewisse Vorbereitungen Platz greifen sollen. Die Weil unter dem Eindruck der Vereinbarung Wirtschaft Wien einen Ansatz zu einem regionalen Donaupakt erblicken, der zwar ein wenig von dem verschieden sei, wie ihn Frankreich entwickelt habe, der aber dennoch alles in allem recht logisch sei. der Stresafront und zum anderen überhaupt der bisherigen politischen Lage in Europa. Der „Figar o" vermag die Bedeutung des deutsch-österreichischen Vertrages nur darin zu sehen, daß das Reich aus dieser Kundgebung seines Friedenswillens Vorteile für sein politisches Ansehen, besonders in England und gerade vor Beginn der Locarno-Konferenz in Brüssel, ziehe. Die beiden Blätter der Volksfront, der sozial:- stische ,P o p u l a i r e" und die kommunistische H u m a n i 16" (besonders das letztere Blatt), ver- merken nur die Tatsache des Abschlusses der deutsch, österreichischen Vereinbarung. Allein der „Popu- laire" versucht in allgemeinen Zugen die Haupt- punkte des deutsch-österreichischen Abkommens zu umreißen, und schreibt dazu, auf den ersten Mick erscheine die deutsch-österreichische Abmachung rote eine zu begrüßende Handlung und :m großen und ganzen nützliche Lösung. Im Grunde könne die Normalisierung der Beziehungen zwischen den beiden Ländern nur vorteilhaft für die Sache des Friedens sein. Anderseits sieht das Blatt in der Vereinbarung einen „Generalangriff" gegen den Völkerbund und gegen die Politik der kollektiven Sicherheit, eine Offensive, der Italien seine ganze Mithilfe leihen Mussolinis entnommenen Sondertitel veröffentlicht „Ereignis, das Regierung und italienisches Volk mit Sympathie begrüßen". In einem aus der Feder des Direktors des halbamtlichen „G i o r n a l e d'Jtalia" stammenden Kommentar schreibt „Voce d'Jtalia" u.a.: 3n Italien wird das Abkommen als ein Beweis der Aufrichtigkeit und Herzlichkeit der beiden Länder ausgenommen und als ein Beitrag zur Ordnung Europas und zu feiner Klärung in einem der dunkelsten Augenblicke der internationalen Politik begrüßt. Das Schicksal Oesterreichs wird so unmittelbar von den beiden Hauptmächten des Donauraums verbrieft, ohne das direkte Bedürfnis nach weiteren internationalen Verankerungen. Was Italien betrifft, ist das Abkommen von Wien mehr als willkommen. Es dient in der Tat dazu, zwei befreundete Kationen näherzubringen und solidarisch zu machen. An einer anderen Stelle wird gesagt: „Als ein deutliches Zeichen des Friedens zwischen den beiden Unterzeichnerstaaten wird es auch zu einem Friedenswerk für ganz Europa in einem feiner neuralgischen Punkte. Das kann man nicht in Zweifel ziehen, ohne eine monopolitische Politik ZU treiben, die dem Gleichgewicht der Kräfte und Strömungen und damit der Ordnung in Europa Der Außenpolitiker des „E x c e l s i o r , Marcel P a y s, versucht vor allem die e u r o p ä i s ch e n Rückwirkungen der Wiederherstellung freundschaftlicher deutsch-österreichischer Beziehungen zu analysieren. Er kommt zu dem Schluß, daß es zwei Interpretationen des Abkommens gebe: Eme pessimistische, wonach man es mit der Wiedergeburt des alten Dreibundes zu tun habe, und eine o p t i m i st i s ch e, nach der Oesterreich und Europa nunmehr von der Anschluß- drohung befreit seien. Besser fei jedoch, die optimistische Auslegung hinzunehmen. Wil ein wenig gutem Willen könne man in dem Uebereinfommen zwischen Berlin und Erste Stimmen aus London. London, 12. Juli. (DRB.) Die deutschösterreichische Vereinbarung wird in der britischen Sonntagspresse nicht ganz einheitlich , aufgenommen. Einig sind sämtliche Blätter aber darin, daß das Abkommen von allergrößter Bedeutung ist. „Sunday Times", der bei der Bedeutung des Blattes (Sonntagsausgabe des „Daily Telegraph") eine symptomatische Bedeutung beigemessen werden kann, begrüßt die Vereinbarung so gut wie vorbehaltlos. Unter der Überschrift „Der österreichisch-deutsche Pakt ein gutes Beispiel" erklärt das Blatt u. a., das Übereinkommen sei zunächst einmal, äußerlich betrachtet, ein Pakt kluger Staatsmannskunst. Jahre hindurch haben die gespannten Beziehungen zwischen den beiden Ländern den Frieden Europas bedroht, jetzt sind sie wieder Freunde, und das neue Verhältnis ist offensichtlich ohne irgendwelche Opferung der Unabhängigkeit Oesterreichs hergestellt worden. Europa ist lange geplagt gewesen durch internationale Rivalitäten, Intrigen und Mißklänge. Wir sollten daher auch jedes Aebereinkammen willkommen heißen, das Feinde in Freunde verwandelt. Herr Hiller verdient einen besonderen Glückwunsch zu seinem Abkommen mit Oesterreich, und wir suchen hinter diesem nicht verbotene und finstere Beweggründe. Wenn man das Abkommen so hinnimmt, wie es äußerlich aussieht, macht man vielleicht aus ihm das Beste für Europa. Der „Ob ferner" sagt in seiner Wochenschau, das Abkommen bedeute, daß es Deutschland gelungen sei, Oesterreichs Zustimmung zu einer Art politischer Solidarität zu erhalten, die auf einen „moralischen Anschluß" hinauslaufe. „Sunday Dispatch" (Rothermere-Blatt) schreibt, der „Kompromiß über Oesterreich" schaffe ein neues politisches Europa. Das erste Zeichen hierfür sei die Ablehnung Italiens, an der geplanten Locarno-Konferenz ohne Deutschland teilzunehmen. In seinem Leitartikel betont das Blatt weiter ausholend, man könne die Bedeutung der Vereinbarung zwischen Berlin und Wien kaum groß gertug einschätzen. Ls sei jetzt wichtig, daß Großbritannien alle Verpflichtungen ablehne, die es unnötigerweise in Gegnerschaft zu Deutschland und Italien brächten. Das gehe Großbritannien z. B. der französisch-sowjetrussische Pakt an. mit dem es durch Genf verknüpft sei? Einem Realisten müßte es so erscheinen, als ob die britische Außenpolitik von denselben Beweggründen sich leiten lassen müßte, wie Italien und Deutschland. Der gemeinsame Feind für sie alle sei der bolschewistische Kommunismus. Daß sich Großbritannien mit Rußland in eine Reihe gestellt habe, sei das größte Verbrechen, das es je gegen die britische Tradition gegeben habe. Die deutsch-österreichische Vereinbarung enthalte keinerlei Gegnerschaft gegen Großbritannien. Auf der P-rst)«lichkeit und der Klugheit der britischen Politik beruhe nunmehr das Schicksal des englischen Volkes. „Sunday Expreß" (Beaverbrook-Blatt) führt u. a. aus, Großbritannien gegenüber habe Hitler eine wirksame Antwort auf die letzte Rede Duff Eoopers gegeben. Auch die Antwort auf Edens Fragebogen bezüglich feiner friedlichen Absichten, insbesondere an den Ostgrenzen Deutschlands, fei damit gegeben. Mien:„Ein Dienst am Frieden" Reich und Oesterreich Haden ihre Entente befiehlt heißt es in dreispaltiger Ueberschrift im , M a t i n". Das „Journal" hebt in Schlagzeilen hervor: „Die österreichisch-deutsche Uebereinftimmung ist endgültig verwirklicht worden." Alle großen Zeitungen beschäftigen sich auch in ausführlichen eigenen Stellungnahmen mit diesem Ereignis. Die Außenpolitikerin des ,£) e u d r e' bezeichnet als Standpunkt der großen Kanzleien, daß man sich sehr wohl die Tragweite des deutsch-österreichischen Abkommens klar mache. Dieser Schritt sei allen anderen vorzuziehen, die man sich sonst hätte denken können. Diese Art „deutsch-österreichische Allianz", die fick unter sehr ruhigem Aussehen darstelle, sei ziemlich wohlwollend in Europa ausgenommen worden, aber, meint das Blatt, als das „kleinere liebel , eine Auffassung die es dann mit seinen bekannten Kombinationen zu begründen sucht. Der „Matin" glaubt, daß man in dem zwischen Berlin und Wien geschlossenen Abkommen deutlich den Einfluß Italiens spüre, daß seine Aktion an die Deutschlands zu knüpfen scheine. Im außenpolitischen Leitartikel des „Matin" wird u. a. hervorgehoben, daß der deutsch-österreichische Vertrag ein diplomatisches Ereignis von allergrößter Bedeutung darsielle. > Schließlich habe die Wilhelmstraße Europa auch eine Demonstration ihrer aufbauenden Politik geben wollen. Könne man sich dann wundern, daß, während man in Genf fruchtlos diskutiere, andere, die das Vergebliche der Diskussionen erkannt hatten, handelten? Das „Journal" verweist besonders auf die Stelle der deutsch-österreichischen Vereinbarung, wonach das Reich die gebietsmäßige und politische Unabhängigkeit Oesterreichs anerkennt. Es legt dies so aus, daß Deutschland auf diese Weise die Wirkung der französischen Initiative, wieder mit Rom nach Regelung der abessinischen Angelegenheit und mit Wien enger zusammenzuarbeiten, „durchkreuzt h°Der „Petit Parisi en" nennt als Ursache dieser Entwicklung einmal den Zusa mm enbruch Rom, 12. Juli. (DRB.) Die Nachrichten von der deutsch-österreichischen V e r st ä n d i - g u n g finden in den römischen Blättern schon heute eine Aufnahme, wie man sie in der italienischen Presse nur aus Anlaß der ganz großen Ereignisse kennt. In eigenen Kommentaren wird das Ereignis bereits von allen römischen Morgenzeitungen als „ein Dienst am F r i e - d e n" (Meffaggero) oder „europäische Klärungen" (Voce d'Jtalia) und ähnlich gewürdigt. Die Schlagzeilen der ganzseitigen Ueberschriften heben u. ä. als unmittelbaren Eindruck hervor: „Deutsch-österreichische Verständigung, die zur Befriedung Europas und zur Ordnung der Donauprobleme beitrögt" (Meffaggero). „Ein bemerkenswerter Schritt vorwärts auf dem Weae des europäischen Wiederaufbaues" (Popolo di Roma). Das Kernstück der Ausführungen der römischen Presse bildet der Telegrammwechsel zwischen Mussolini und Schuschnigg, den „Voce d'Jtalia" unter dem aus dem Antworttelegramm brechuna 135 (132,25), Waldhof aber nur knapp gehalten mit 153,75 (154). Schiffahrtsaktien forme AG. für Verkehrswesen lagen gut behauptet, ebenso Cement Heidelberg und Kunstseide AKU. Westdeutsche Kaufhof zunächst unv. 46, dann bei lebhafterer Nachfrage 46,50. Bankaktien lagen etwas schwächer, Reichsbank 195,25 (196), Braubank 142,50 (143). Am Rentenmarkt setzten Altbesitzanleihe 15 Pf. höher ein mit 112,65, im übrigen war der Markt noch unentwickelt. Von Auslandrenten waren 4,50 v. H. Irrigations-Mexikaner beachtet bei 9,60 (9,40), Anatolier I und II unv. 43,25. Im Verlaufe blieb das Geschäft sehr ruhig, die Kurse am Aktienmarkt erfuhren nur geringe Veränderungen. Etwas Angebot bestand in Schifffahrtswerten, Havag 14 nach 14,75, Nordd. Lloyd 15 nach 15,40. Montanwerte blieben auf der nach den ersten Kursen eingetretenen leichten Erhöhung voll behauptet, Scheideanstalt lagen erneut fest mit 277 nach anfangs unv. 275. Die später notierten Werte lagen etwas uneinheitlich. Von Auslandswerten fliegen Chade A bis C auf 410 (398), auch Schweiz. Bundesbahn-Anleihen etwa 3 bis 4 v. H. höher. Renten weiter ruhig. Kommunal-Umschuldung 88,05, späte Schuldbuchforderungen 98. Zertif. Dollar-Bonds lagen mit 67,25 bis 67,50 eine Nuance leichter. Goldpfandbriefe und Kommunal-Obligatio- nen lagen unverändert, Liquidationspfandbriefe überwiegend 0,13 niedriger. Von Stadtanleiben Heidelberger 91 (91,50), Hanauer 90,65 (91), dagegen Darmstadt von 1926 92,50 (92). Auslandrenten lagen ruhig. Der Freiverkehr lag nahezu unverändert; der Markt schloß die Woche mit folgenden Kursen: Adlerwerke 109, Pokorny 105, Frankfurter Handelsbank 44,50, Ufa-Aktien 66, Auto-Union 124,50, Wayß & Freytag 117, Growag 84,50, NSU. 142,50, VDM. 140, Kali Wintershall 126,50, Rastatter Waggon 12. — Tagesgeld etwas gefragt und 2,75 (2,50) erhöht. Frankfurter Schtachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 13. Juli. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Dorauftrieb: 327 Rinder (47 Ochsen, 57 Bullen, 162 Kühe, 61 Färsen), 508 Kälber, 37 Schafe, 3960 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 41 bis 45 Mark, Bullen 39 bis 43, Kühe 25 bis 43, Färsen (Kalbinnen) 40 bis 44, Kälber 40 bis 48, Hümmel 46 bis 48, Schweine 50 bis 57 Mark. — Marktverlauf: Rinder und Schweine zugettilt. * Das Abkommen der Rheinisch- Westfälischen Hüllen mit de rn Erzbergbau im Lahn • Dillgebiet verlängert. Mit den westfälischen Hütten hat der Eisenerzbergbau an der Lahn, Dill und in Ober» Hessen sein Abkommen um ein Jahr bis zum 1 Jun: 1937 verlängert. Die Gesamtabnahme der westfälischen Hütten wurde, wie der Fwd. erfährt, auf 650 000 Tonnen gegen bisher 445 000 Tonnen erhöht. Damit ist für den Eisenerzbergbau im Lahn- Dillgebiet eine leichte Förderungs- und Absatzsteigerung zu erwarten. * Vernichtungsverbol und B esta n o- melbungen für Altgummi und Gummiabfälle. Die Ueberwachungsstelle für Kautschuk und Asbest hat im Deutschen Reichsanzeiger Nr. 159 vom 11. Juli eine Anordnung über die Bewirtschaftung von Altgummi und Gummiabfällen veröffentlicht. Die Anordnung verbietet allgemein die Vernichtung von Altgummi und Gummiabfällen und bestimmt, daß Altgummi und Gummiabfälle pfleglich behandelt werden müffen. Sie enthält u.a. Bestimmungen über den Einkauf und die Verwendung von Altgummi und Gummiabfällen und verpflichtet Unternehmungen und Personen, deren Bestände in Altgummi und Gummiabfällen 500 kg überschreiten, oder die in einem Monat mehr als 500 kg Altgummi und Gummiabfälle verarbeiten, zu monatlichen Meldungen der Bestände und der von ihnen verarbeiteten Mengen. Mein-Mainische Börse. Wetter fest. Frankfurt a. M., 11. Juli. Auch an der Wochenschlußbörfe setzten sich am Aktienmarkt weitere leichte Befestigungen durch, indes war die Umsatztätigkeit sehr klein, da nur wenige Aufträge eingetroffen waren. Die Kulisse übte etwas Zurückhaltung, teilweise nahm sie kleine Glattstellungen vor. Im Durchschnitt ergaben sich Besserungen von 0,25 bis 0,50 v. H. Erhöhtes Interesse erhielt sich für Montanwerte, lebhafter waren wieder Verein. Stahlwerke, Buderus Eisen und Mannesmann. IG.-Farben wurden vernachlässigt und gaben 0,40 vom Hundert nach,Scheideanstalt behauptet, Deutsche Erdöl 0,75 v.H. höher. Der Elektromarkt lag weiterhin sehr still und brachte zumeist unveränderte Kurse, vorerst tarnen nur Betula und Lechwerke mit je plus 0,40 v. B. und Schuckert mit unv. 164 zur Notiz. Maschinen- und Motorenwerte bei kleinen Umsätzen 0,25 bis 0,50 v. H. erhöht. Zellstoffaktien im Verlaufe fest, Aschaffenburger 116 bis 117 (115,75), Feldmühle nach eintägiger Notizunterzuwiderläuft." i „Popolo bi Roma" spricht von dem Er- ] löschen einer der gefährlichsten Vulkane in Europa. Die Tatsache, daß mit dem Abkommen einer der ( schlimmsten Störungsfaktoren des europäischen Gleichgewichts und eine der größten Gefahren des Friedens aus dem Wege geräumt wird, werde von । Italien mit Genugtuung begrüßt. Wenn in einigen europäischen Kreisen noch Zweifel und Befürchtungen über die Absichten Deutschlands betreffend Oesterreich bestehen konnten, erklärt „Meffaggero", so seien sie jetzt mit der An- erfenung der Souveränität Oesterreichs zerstreut. Das deutsch-österreichische Abkommen bestätige in vollem Umfange die von Wussotini einge- leitete Politik für Gewährleistung des Stiebens und Schaffung eines festen Gleichgewichts in Witteleuropa als ersten Schritt zum wirtschaftlichen Wiederaufbau. Die österreichische Frage fei, wie das von Italien immer betont wurde, mehr wirtschaftlicher als politischer Natur. Politisch könne Oesterreich in der gegenwärtigen Lage nichts anderes tun, als feine Unabhängigkeit zu festigen, ohne großartige und verfrühte Losungen zu suchen. Das Blatt hoftt, daß „nicht nur das italienische Volk, sondern alle Staaten Europas dieses Abkommen begrüßen, das den politischen Horizont aufhellt und zur Sache des Friedens und der allgemeinen politischen, wirtschaftlichen und moralischen Zusammenarbeit einen entscheidenden Beitrag leistet". Die norditalienische Presse würdigt ebenfalls in spaltenlange Kommentaren die geschichtliche Bedeutung des Abkommens, wobei die Anerkennung der Unabhängigkeit Oesterreichs im Vordergründe steht. Der Mailänder „Karriere della Sera" schreibt, der Vertrag sei von ungeheurer Bedeutung für die Geschichte der beiden deutschen Staaten und auch Europas. Mit Befriedigung wird in allen norditalienischen Blättern fest- gestellt, daß die römischen Protokolle unversehrt in Kraft bleiben und durch den neuen Vertrag die weitesten Entwicklungsmöglichkeiten bieten. Sowohl Oesterreich als auch Deulfchland hätten bei den Verhandlungen den Beweis erbracht, daß sie guten Willens seien, ein gegenseitiges Einverehmen zu erzielen und der Sache des europäischen Friedens zu dienen. Der „Popolo di Roma" hebt hervor, daß Italien mit lebhafter Zustimmung die Bemühungen verfolgt habe, die unnormalen und gefährlichen Zustände zu beseitigen, die die Ursachen der Störungen und Verwirrungen zwischen Italien und Deutschland gewesen seien. Paris: Ein diplomatisches Ereignis von allergrößter Bedeutung. Paris, 12. Juli. (DNB.) Die Pariser Blätter ; vom Sonntagmorgen stehen ganz im Zeichen der - Normalisierung der deutsch-österreichischen Bezie- . Hungen. In groß aufgemachten Schlagzeilen bringen die Mütter die Meldung und zugleich im allgemein : nen ihre Zustimmung zu der Vereinbarung ; zum Ausdruck. „Sensationeller Tag in Wien", über» i schreibt der „E x c e l s i o r" feine Aufgabe. „Das Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v.H., Lombardzinsfuß 5 v.H.____________________________ Frankfurt a. Ul. ^Berlin Frankfurt a.M. Berlin Frankfurt a. Ul. 29erlm Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. W. Schluß« kvrs Gchlußk. Abendbörse Schluß- furs Schlußk. Mittagbörse Schlußkurs Schlußk. Abendbörse Schlußkurs Schluß». Mittag- börie Schlußkurs Schlupt. Abendbörse Schluß- kurs Schlußk. Mittag- börse 10.3UÜ 11 3uii Amtliche Notierung Geld | Brief Amtliche Notierung Geld | Briet Datum 10.7 11.7 10.7. 11.7. Dalum 10.7 11.7- 10.7. 11.7. Datum 10.7 11.7. 10-7. 11-7- duenoo Ulm Brüssel .... Rio de Jan. Sosia..... Kopenhagen Danzig .... Loudon.... HelstngforS. Paris ..... Holland ... Italien..... Japan..... Jugoslawien OSlo..... : Wien...... Lissabon... Stockholm.. Schweiz ... Spanien... Prag...... Budapest .. Reuyork ... 0,672 41,95 0,141 3,047 55,56 46,80 12,445 5,485 16,445 168,99 19,53 0,726 5,654 62,54 48,95 11,305 64,16 81,21 34,03 10,305 2,480 0,676 42,03 0,143 3,053 55,68 46,90 12,475 5,495 16,485 169,33 19,57 0,728 5,666 62,66 49,05 11,325 64,28 81,37 34,09 10,325 2,484 Banknoten 0,675 41,93 0,142 3,047 55,72 46,80 12,48 5,499 16,415 169,08 19,53 0,727 5,654 62,72 48,95 11,34 64,34 81,16 33,99 10,285 2,482 0,679 42,01 0,144 3,053 55,84 46,90 12,51 5,511 16,455 169,42 19,57 0,729 5,666 62,84 49,05 11,36 64,46 81,32 34,05 10,305 2,486 5% Deutsche Reichsanlethe o. 1927 4% Deutsche Reichscml. von.1934 5%% Doung-Anlethe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös^Schuld mii Auslos.-Rechten ............ 414% Deutsche Reichspostfchatzan Weisungen von 1934, 1....... 4%% ehem. 8% Hessischer Bolls- staat 1929 lriukzahlb. 102%) ... 4¥i% ehem. 8% Hessische Landes banl Darmstcwt Gold 81.12... 6%% ehem. 4y,% Hess. Landes Hypothekenbank DarmstadtLiau. 4%% ehem. 8% Darmst. Komm Lanvesb.Goldschuldverschr. 8t. 6 Lberhesjen Provinz-Anleihe mti Auslos^Rechten ............ Deutsche Komm. Sammelabl. An leihe Serie 1 mit AuSlos.-Rechten 4’/»% ehem^% Franks. Hyp^Banl Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 5%% ehem. 4'/z% Franks. Hyp. Bank-Liqu^Pfandbriese...... 6Yi% ehem. 4%% Rheinische Hyp.-Bank-Ligu.-Goldpfe. ... 4*/,% ehem. 8% Pr. Landespfank briefanstalt, Pfandbrtese R. 19 4%% ehem. 7% Pr. Landespfand briefanst., Gold Komm. £bl. 20 Steue rgutsch.Berrechnungsk. 34-38 4% Oesterretchtsche Goldrente... 4,20% Lesterreichtsche Silberrente 4% Ungarische Goldrente ....... 4% Ungarische Staatsrenle v. 1910 4%% desgl. von 1913.......... 5% abgeft. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anlethe Seite ...................... 101,13 97,4 102 112,5 100 98,75 97 101 93,5 123 119,5 97 101 101,3 95 109,5 2,6 9 8,5 8,55 14,13 101,13 97,5 102 112,65 100 98,5 97 101 93,5 123 119,5 97 101 101,3 97,5 95 109,5 8,75 8,35 8,5 14,13 101,13 97,4 112,7 100,1 98,75 97 119,75 101,25 97,5 95 109,5 30,25 2,6 8,9 8,5 8,65 14,13 101,13 97,4 102 112,65 100,1 98,5 119,75 101,3 97,5 95 109,5 2,4 8,8 8,35 8,6 14,3 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4^r°»Rumän.vereinh.Rentev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente . 2*4% Anatolier .............. Hamburg-Amerlla-Paket .....0 Hamburg->s»dam. Dampfschiff. 0 Norddeutscher Lloyd .........o A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz- und Privat-Bank ... 4 Deutsche Bank und Disconw- Gejellschaft................4 Dresdner Bank..............4 Reichsbank ................ 1- A.E.G...................... 0 Betula.....................8 Elektr. Lieferungsgesellschaft... 6 Licht und Kraft .............7 Felten & Guilleaume......... 4 Gesellsch.s.Elektr.Unternehmung. 6 Rheinische Elektrizität ........ 6 Rhein. Wests. Elektr.......... 6 Schuckert L Co............... 6 Siemens L Halske............ 8 Lahmeyer L Co.............. 7 Buderus ................... Deutsche Erdöl ..............* Harpener................. 2/i Hoesch Eilen—Köln-Neuessen .. 3 Ilse Bergbau ............... 6 Ilse Bergbau Genüsse........< Klöcknerwerke .......... - Mannesmann-Rühren........L 6,7 10,3 5,5 14,65 15,4 117,25 119,9 95,25 96,75 97 196 37,25 156 134 160 134,25 143,5 131,5 136,25 164 202 141,5 110,5 128,25 132 118,25 134,75 114,75 109,5 6,6 10,13 5,55 43,25 14 15 117,5 95,4 97 97,5 195,25 37,13 156,4 133,75 159,5 134 143,75 130,5 136,5 164,5 201,5 142,5 113,5 129,5 132,25 119 134,75 115,25 110 6,75 10,2 5,5 43,5 14,25 43 15,5 116,5 120,5 95,25 96,75 97 195,5 37 156,13 133,75 160 134,25 143 130,5 136,25 163,75 202,5 141,25 110 127,25 131,75 118,5 134,75 114,25 109,25 6,55 10 5,5 43,13 14,25 44,25 15,25 117 122 95,4 97 97,5 195,5 37,13 156,13 132 160 135 144 130,5 136,75 164,75 202,25 142,65 113 129,4 133,75 118,75 174 135,25 115,75 110,4 Mansselder Bergbau....... %Vi Kokswerke..................6 Rheinische Braunkohlen .....12 Rheinstahl.................. 4 Bereinigte Stahlwerke...... Ötavi Minen ...............0 Kaliwerke Aschersleben........5 Kaliwerke Westeregeln........5 Kaliwerke Salzdetfurth..... 7y, I. G. Farben-Jndustrie.......7 Scheideanstalt...............9 Goldschmidt ................5 Rütgerswerke ............... 6 MetallgeieUschaft............. 5 Philipp Holz mann........... 4 Zementwerk Heidelberg ......7 Cementwerk Karlstadt......... 6 Schultheis Patzenhofer .......4 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg...................6 Zellstoff Waldhof ............6 Zellstoff Aschaffenburg .......0 Dessauer Gas ........ 7 Daimler Motoren............0 Deutsche Linoleum...........8 Orenstein & Koppel ..........0 Westdeutsche Kaufhof.........0 Chade...................... l Accumulatoren-Fabrü....... 12 Conti-Gummt.............. 11 Gritzner............. 0 Mainkrastwerke Höchst a.M.... A Süddeutscher Zucker........10 141,25 148 106,13 28,13 125,75 125 168 275 112 129 137,5 124,25 143,5 150 52,65 154 115,75 122,25 192,5 46 398 215,5 191 1 32,25 95 I 228 141,25 148 107,65 28,13 126,25 126,25 180,75 167,5 277 111 130 138,25 124,5 143,5 150 52,75 85,25 155,5 118,5 122,25 191 46 410 213,25 190 I 32,25 95 | 228 141,5 130,5 148 105,4 28,4 125,75 125,13 180 167,75 112 129,13 124,65 109,25 52,75 84,5 154 115,75 121 122 191,5 81,75 46,13 400 216 190,5 I - I 229 141,25 130,75 148 107,25 28,25 126,75 127 182 167,75 111,25 129,25 137,75 z 110 53,13 85,25 155,5 118,75 121,75 122,9 191,25 82,5 46 410 212,5 189,5 32,5 Äerlin,11 .Juli | Geld Dries Amertkanuche Roten.............. Belgische Roten.................. Dänische Noten ................. Englische Noten ................. französische Noten............... Holländische Noten............... Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, ä 100 Schilling Rumänische Noten ............... Schwedische Noten............... Schweizer Noten................. Spanische Noten................. Ungarische Note»................ 2,434 41,80 55,52 12,445 16,365 168,66 62,50 64,12 80,98 33,65 2,454 41,96 55,74 12,485 16,425 169,34 62,76 64,39 81,30 33,79 Links: ? „Mos waren; ^schließlich bei Hießen ganz i Hannen bes ®' Wnnichaftsniel) Mel gewinne pouten Sieger. Petzes her nei ■alten zu stell, öor Dillenburg Bußen, Mslc Wabenbach am iiie Marburger: fiepen, umrahmt miberen bewald ningünstig. Gev l^dge mehrere i rrn Der Fü! IHerstarbeitssül iiiä)en Geschehe ninb Behörben Lronntagnachmn lioie flampfbaljn. tondes oerfäönti t.W, Die Wei, i'öMibrek des Kunde der Heid !paradeaus Der Samstc nnpofante Heer permese. In ' Uasten einen orbeitssührer s iiut) die Man, hnurd) die Stai l'Oem Museum iöeimarsch am ^stessen-Norb) Oie Mannscha glichen Eind Eigener Deri Die Gruppe 2 drt Samstag ur eiporttreffen ab, i- r gelamlen ®! Cotiebnis für da. Schnucken, 'Ißesprochen — vtehenden, mei «nen, schwo Ieramentvoll hmalen und et ersten & Uferen der Lü Mprunghdjes , D vom wetlerses us. $5 gibt aud rtenen die hei! schon bei 11 vnd un Wand. k>-8 6rLei Wen K-s ®' Wer '»ta 6fur “rm Sei NiU'?,en- ei K .'Miel '■‘hum,? - O Me f fc*. &> Ä ...» GW Montag, lZ.Zutt 1956 Wietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhetzen) Ur. 161 Drittes Blatt Großer Gporterfolg des Gießener Arbeitsdienstlagers Gruppensporitreffen in Marburg. — Lager „Justus von Liebig" in Front. Eigener Bericht des Gießener Anzeigers.) Aus der Provinzialhauptstadt 5 hanleihe war der a waren bei 9,60 chig, die geringe n Schiff- d. Lloyd der nach Erhöhung : fest mit notierten luslande- 98), auch 4 ü.f). be- des ' knapp n sowie , ebenso . West- : lebhaf- etms raubank Zett von 3:50,5 Minuten, in der Entscheidung, die bereits eine halbe Stunde später gelaufen werden mußte, immer noch die gute Zeit von 3:52,2 Minuten. Zweiter Sieger wurde die Mannschaft von Biedenkopf mit 4:25,0 Minuten. An dritter Stelle kam Straßebersbach mit 4:30 Minuten ein schiedenes andere mehr Das Lager „Justus von Liebig" bestritt den Mannschaftsmehrkampf mit Truppführer Meinecke (Führer), Böcking, Seufferheld, Scherer, Herz, Koppelkamp, Truppführer Becker, Licht, Osada und Wagner. Jeder einzelne gab seine letzte Kraft. So war es der Mannschaft vergönnt, den Sieg in diesem vielseitigen Kampf zu erringen. Mit 794,4 Punkten standen die Gießener vor Dillenburg mit 790,8 Punkten an erster Stelle. Dritter Sieger wurde die Abteilung Biedenkopf. Die erzielten Leistungen waren umso erfreulicher, als für die Wettkämpfe nur wenig vorbereitendes Training möglich war. Ein weiterer schöner Erfolg war der Abteilung 5/222 im Staffellauf (800, 400, 200, 100 Meter) beschieden. Ihren Vorlauf, deren drei zu bestreiten waren, sicherten sich die Gießener glatt und kaum weniger sicher auch den Entscheidungslauf. Im Vorlauf erreichte die Gießener Mannschaft (Obervormann Nolte, Eckers, Annen, Becker) die massierter Heerwurm, in dem da und dort schwarze Flecke auffielen, die neugeborenen Lämmer. Ohne zu zögern, sprangen auch sie über das Wasser, allerdings mit besonders lautem Schreien. Der Hund hat den Grabenübergang vielleicht achtmal wiederholt; er mußte ja vorn und hinten, hüben und drüben nach dem Rechten sehen, während der Schä- fer mit sich selbst genug zu tun hatte, um trockenen Fußes über die Furt zu kommen. „So, jetzt können wir zwei Menschen ein bißchen stehenbleiben", sagte der alte Mann. „Hier wird sich die Herde auseinanderziehen; alle Schnucken zockeln zunächst einmal schnell und ohne zu fressen bis ganz vorn an die Straße; das ist eine alte Gewohnheit, und dann kommen sie gemächlich wieder herauf zu mir. Sie sind nämlich gar nicht so dumm, wie man sich Schafe denkt." Es geschah genau so. Ich setzte mich auf einen Findlingsblock, schaute in die Nähe, wo am Boden zwischen der Flechte kleine Blümchen blühten, winzige wilde Stiefmütterchen. Ich horchte auf den Ruf des Brachvogels, und immer wieder ging mein Blick hinauf zu den weiß leuchtenden Zugwölkchen im blauen Dom des Himmels. Plötzlich hebt der Schäfer, der — auf seinen Stab gestützt — die ganze Zeit reglos verharrte, den linken Arm, und im gleichen Augenblick saust der im Heidekraut liegende Hund nach links davon, ein Motor von Kraft und Schnelligkeit, aber mit zielbewußtem Handeln. Er umrundet die weit verteilte Schnuckenherde, treibt sie — ohne daß er auch nur ein Schaf berührt — konzentrisch zusammen. Schon ist das Schnuckenvolk dicht gedrängt; weiter ziehn wir unsere Heidestraße, heute, wie es gestern war, und wie es morgen wieder sein wird im stetigen Gleichmaß das Rebhuhn genannt wurde: „Das Raphuhn mit dem Schnabel pickt, / Daß mancher drob zu Todt erschrickt." Ein 12-Pfünder von 1580, der die Schlange heißt, erklärt seinen Beinamen folgendermaßen': „Die Schlange hat ein scharff Gesicht, / Dafür hilft Panzer und Harnisch nicht." Beliebt war die Benennung „Die Nachtigal" für die Donnerbüchsen, da sie den Feinden „gar lieblich" sangen. „Will niemand singen / So sing aber ich. / lieber Perg und Tal / Hört man mein Schall", steht auf einer Kanone von 1544. Ein Harnisch im Waffensaal des Berliner Schlosses trägt folgenden Spruch: „Auf Gotts Gewalt / Hab ichs gestalt, / Er hat gefüget / Was mir beweget." Von den zahlreichen Schwertinschriften sei nur eine genännt, die sich auf einer Klinge von 1643 befindet: „Zieh mich nicht heraus ohne Noth / Steck mich nicht ein ohne Ehre." Letzte Erinnerungen an Valentina. In einem großen Versteigerungslokal von Turin drängte sich kürzlich eine große Menge; es waren keineswegs nur Damen, die eine leidenschaftliche Verehrung für einen großen Filmstar beherrschte, sondern man sah auch eine große Zahl Männer, die dem sich bietenden Schauspiel mit goßer Aufmerksamkeit folgten. Der berühmte amerikanische Rudolph Valentina, der vor einigen Jahren von einer Krankheit dahingerafft wurde, hatte in Turin „Erinnerungen" zurückgelassen, die nun versteigert wurden: den Inhalt von drei großen Koffern, die der Schauspieler bei der Durchreise durch diese Stadt im Jahre 1927 einer Expedition zur Aufbewahrung hinterlassen hatte. Toilettengegenstände, verstaubte Bürsten, leere Flaschen und eingetrocknete Schminkpn, Krawatten, die heute sehr unmodern wirken, Kleidungsstücke aus einer anderen Zeit, alles Sachen, die einst von dem Mann getragen wurden, der viele Frauenherzen in der Welt einst schneller schlagen ließ, waren aus den drei Koffern ausgegraben worden, in denen sie neun Jahre geruht hatten. Die Versteigerung sollte die Kosten der Aufbewahrung und der Versicherung decken, die in neun Jahren einen ansehnlichen Betrag erreicht hatten. Aber um diese Summe zu erreichen, brauchten die einzelnen Stücke nicht hoch angesetzt zu werden, und die Bewunderinnen Valentinas konnten eine Erinnerung sehr billig erstehen. Für fünfzehn Lire erhielt eine einen ganzen Anzug in grau- blauem Seinen, für zwei Lire eine andere ein Paar Reithosen; für zwölf Taschentücher zahlte man 150 Lire, während man ein paar Vorhänge für zwei Lire nach Hause mitnehmen konnte. L *> Z [trieb: 32 il 5äN :s !o|f* 39 bis Ä 10 bis « chweine Si ) Schweb hellen Stimmchen das Konzert der Großen über* tönen. Nach einer Viertelstunde schließt sich die Stalltur hinter der letzten Schnucke. Handschlag wird mit dem alten Schäfer getauscht, der nun seinen langen, schweren Wettermantel ablegt, den Schippenstock an den Nagel hängt und als nächstes seinem Hund die Mittagsmahlzeit besorgen will. Erst dann kommt der eigene Magen zu Recht. „Was haben Sie denn in dem Sack mitgebracht vom Heidegang?", frage ich. Verwundert über meine Unwissenheit brummt der Schäfer: „Ein Lamm, das heute morgen beim Weiden geboren wurde. Ich habe mir die Mutter mit. Bindfaden am Ohr vermerkt; sie bleibt heute nachmittag im Stall zurück, damit das kleine Lamm erst mal in Ruhe trinken kann. Uebermorgen gehen sie dann beide wieder mit hinaus" Manchen Tag bin auch ich mit diesem struppig weißbärtigen Schäfer über die Heide gewandert. Ich sah die schmalen Pfade, die von den zierlichen Füßchen der Schnucken ausgetreten worden sind und sich im Zickzack durchs Heidekraut schlangeln; ich sah kerzengerade Wacholder und wild zerzauste, einzelne hier, dort wohl hundert zusammengedrängt in vielerlei Gestalt. Der Schäfer zeigte nur, wieviel Ueberlegung und Wissen auch zu diesem so einfach scheinenden Handwerk gehört, und während wir plaudernd miteinander dahinschritten, eingewoben in das knirschende Geräusch der hart rupfenden Tiermäuler, sah ich, daß die Herde plötzlich von selbst einen Bogen nach links schlug und auf eine Kuhle zulief, aus der einige Schirmkiefern mit dunkelgrünen breiten Kronen emporragten. Nur vier ober fünf Schnucken hielten den alten Kurs; der Hund brauchte gar kein Kommando: aus sich heraus verließ er feinen Platz dicht beim Schäfer, flitzte wie em abaeschos- fener Pfeil davon, holte in Sekundenschnelle die Außenseiter zurück und stand auch schon wieder am alten Platz neben dem Schäfer, der äußerlich von dieser Ordnungsarbeit keinerlei Notiz genommen hatte. Ich selbst beschleunigte meinen Schritt, nachdem ich bemerkt-, daß hinter der Kuhle em Was,er- graben lief, über den offensichtlich tue H-rde wegschreiten mußte. Dies geschah mit verblüffender Selbstverständlichkeit. Schon bildeten die Schnucken eine schmale, langgezogene Marschformation die großen Böcke mit den mehrfach gewundenen Schneckenhörnern sprangen Zuerst über den Gra- ben, und hinterdrein polterte das Gefolge, die Jahr- : linge und die Mutterschafe, ein filbergrauer, eng schuld^ rtis. Do!' > Nuance Obligatio* saiÄmse itonkihen (91), ba- Mock leräiM; i Kursen: ter W ii 124,50 Wöll 6,50, s gesragl Dann wurden die sportlichen Wettkämpfe gönnen, die zum Teil schon am Vormittag Samstags in Angriff genommen waren. Der Vormittag hatte den Gepäckmarsch für den Mannschaftsmehrkampf gebracht. Der Marsch führte mit 25 Pfund Gepäck über 12 Kilometer. Bei 8 Kilometer der Strecke gab es einen Keulenzielwurf und am Schluß ein Kleinkaliberschießen zu erledigen. Schon hier konnten sich die Gießener hervortun. Am Nachmittag wurden für den Mannschaftsmehrkampf das Kugelstoßen, der Weitsprung und der Keulenweitwurf bestritten. Die Gießener Arbeits- dienstkameraden vermochten sich dabei weiterhin an der Spitze zu behaupten, obwohl andere Mannschaften auch ausgezeichnete Könner in ihren Reihen hatten. Am Sonntagnachmittag finden dann der 100-Meter-Lauf und der Hindernislauf statt, die von vielen interessierten Zuschauern verfolgt wurden. Der Hindernislauf stellte hohe Anforderungen. Es waren Hürden zu nehmen, es gab Schwebebalken über eine tiefe Grude zu nehmen, eine Kriechübung, die Ueberwindung eines Drahtverhaues und einer Steilwand waren gefordert und ver- Ltnks: Die Mannschaft des Gießener Arbeitsdienstlagers, die den Mannschaftsmehrkampf gewann. — Rechts: Gießener Arbeitsdienstmänner beim Vorbeimarsch am Führer des Arbeitsdienstgaues Hessen-Nord, Oberstarbeitsführer Neuerburg. (Aufnahmen s2s: Neuner, Gießener Anzeiger.) hes btrt, $tit. hey, 1 der M Der« ulsch. ’Pu. laupf, l5ju Nick 1 nie Uni) Be- nur ein. arunn d unb ■i eine leihen Marcel schon reund. « SU 5 zwei „pes. Bieber« habe, erreich )luß. bie n in unb mau- dem iifeff recht ajn^ jiofSs ---ö?679 42,01 0,144 3,053 55,84 46, 12,51 5,511 16, «J I69,g isL 5,6 62,z 49,$| 1h* ei,46 81-32 11,05 10,30$ 2,486 M iten Sieger. 'edes der neun Lager der Gruppe hatte Mann- id iten zu stellen. So waren also die Kameraden jo Dillenburg, Biedenkopf, Braunfels, Wetter, Aßen, Wickftadt, Straßebersbach, Damm und 01 denbach am Start. Schauplatz der Kämpfe war )h Marburger Kampfbahn, ideal an der Lahn ge- le| n, umrahmt und überhöht von Schloßberg und unsren bewaldeten Höhen. Das Wetter war nicht in; ünftig. Gewitterregen gingen während beider toje mehrere nieder, ohne indes wesentlich zu stö- rer Der Führer des Arbeitsgaues Hessen-Nord, Dbi rftarbeitsfübrer Neuerburg, nahm am sportlichen Geschehen regen Anteil. Partei, Wehrmacht iinl Behörden waren zahlreich vertreten. Am ScTmtagnadjmittag säumten viele Volksgenossen bie Kampfbahn. Mädchen des Marburger Hinter- loröes verschönten mit ihren bunten Trachten das BiD. Die Wettkämpfer selbst, im gleichgearteten Sportdreß des Arbeitsdienstes, traten zu jeder Etenbe der beiden Tage m voller Disziplin auf. Paradeaufstellung — Vorbeimarsch. Der Samstagnachmittag brachte zunächst eine Imp ofante Heerschau aller Abteilungen auf der Bur- Mwiese. In Paradeaufstellung boten die Mann- ften einen begeisternden Anblick. Der Oberst- Mcitsführer schritt die Fronten ab. Dann zeigten Hi die Mannschaften auf einem langen Marsch bud) die Stadt der Marburger Bevölkerung. Vor ben Museum in der Biegenstraße gab es den Vor- bemarsch am Führer des Arbeitsgaues XXII (^ssen-Nord) Oberstarbeitsführer Neuerburg. Di Mannschaften machten auch hier einen vor- glichen Eindruck Auch die Gießener Abteilung, Alte beuffche Wafferiinschriffen Der reiche Schatz volkstümlicher Dichtung, der in den vielen Inschriften auf Häusern und Geräten aufgespeichert ist, bringt die kernhaft tüchtige und humorvolle Gesinnung unseres Volkes so recht zum Ausdruck. Auch die Waffen trugen früher ihre sinnvollen Inschriften, und besonders die Kanonen waren damit verziert. Manche der Geschütze des Berliner Zeughauses enthalten solche Sprüche. So steht auf einem 24-Pfünder von 1677: „Wann man mich in Zorn gebracht, / So beweis ich meine Macht." Ein anderes Geschütz von 1691 spricht: „Friedrich, dem der Sieg gegeben, / Laßt das Volk in Freuden leben." Manche der Kanonen erläutern ihren Namen, so eine kleine Kanone von 1566, die Zunstgesellen. Jeden Morgen begegnen sie mir. Immer zu derselben Zeit, wenn kurz vor Arbeitsbeginn der Straßenverkehr lebhafter wird und in den Fabriken bereits die Maschinen auf fleißige Hände warten. Mag an der Straßenecke der Strom der Passanten noch so drängend sein: ihre Gestalten tauchen nicht unter, sie bleiben sichtbar, solange ihr fester Schritt auf dem Bürgersteig widerhallt. Ein Wunder ist es nicht, denn sie zeichnen sich vor allen anderen aus. Der eine von ihnen trägt einen hohen Zylinder, und der andere einen schwarzen Schlapphut, dessen Ausmaße an ein Wagenrad erinnern. Dazu stecken sie beide in einer kurzen, schwarzen Samtjacke und in Hosen, die sich nach unten zu mächtig weiten. Es sind Zimmerleute, die irgendwo auf einem Bau arbeiten. Junge Zimmerleute, denen die Gesundheit auf dem Gesicht geschrieben steht, und die mit stolzem Selbstbewußtsein ihren Weg gehen. Von den Vorübergehenden werden sie häufig erstaunt gemustert, aber das stört sie nicht; sie tragen ihre Tracht wie etwas Selbstverständliches. Ein Stück Romantik wird von ihnen in das Straßenbild getragen. Etwas von jener gemächlicheren Zeit, in der der Handwerkertracht größere Bedeutung zukam, und in der das Wort Handwerksbursche noch seinen ursprünglichen ehrenden Sinn besaß. Etwas von jener Zeit, als das Zunftwesen in goldener Blüte stand, und der Meister in seinem Fach als eine Persönlichkeit von Rang und Ansehen geschätzt wurde. Die beiden Zunftgesellen halten sich auch jetzt noch etwas darauf zugute, zünftig zu sein. Und sie tun es mit Recht. Ihre Tracht entspringt nicht irgend- geführt von Oberfeldmeister Lösch, fiel angenehm auf. Die sportlichen Wettkämpfe. einer Laune oder Spielerei, sie ist vielmehr gutes altes Brauchtum vergangener Zeiten und beansprucht daher auch in der Gegenwart geziemende Anerkennung. Sie sind ehrsame Gesellen eines ehrsamen Handwerks. Und wie zur Zeit der Zünfte der junge Geselle einige Jahre in der Fremde weilen mußte, um sich den Wind um die Nase wehen zu lassen, so pflegen sie es auch heute noch. Ja, sie halten es in der Handhabung dieser Gebote sehr streng, und sicher hat diese strenge Zucht, die sie freiwillig auf sich nehmen, ihre besonderen Werte. Wie ihre Tracht, so entspricht auch die Wanderschaft, die sie kreuz und quer durch die Lande führt, ihrem Brauchtum. Ein schmales Bündel birgt dabei ihr ganzes Gepäck, und im übrigen vertrauen sie neben ihrem Knotenstock dem jugendlichen Drange unb ihrem handwerklichen Können, das überall gebraucht wird, wo schaffende Hände sich regen. So gehören sie trotz ihrer romantischen Tracht zu unserer Zeit, die erfüllt ist von der dröhnenden Sinfonie modernen Gestaltens. Unh von allen denen, die täglich zu diesem Gestalten beitragen, werden sie gewiß nicht die schlechtesten Arbeitskameraden ftin. Dornotizen. Tageskalender für Montag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Peter Ibbetson". Zn einem Monat 1900mal geholfen. NSG. Die Sozialabteilung der Deutschen Arbeitsfront, Gau Hessen-Nassau, berichtet über ihre Tätigkeit im Monat Juni 1936: Es wurden durch diese Abteilung im Monat Juni rund 1900 Fälle bearbeitet und erledigt. So wurden aus Notstandsgebieten Facharbeiter in an- durchweg Hervorragendes. Die Leistungsunterschiede beliefen sich jeweils auf nur wenige Minuten. Den Sieger stellte hier das Lager B r a u n f e l s mit der Zeit von 3 Stunden und 11 Minuten. Gießen folgte als zweiter Sieger mit 3 Stunden 17 Minuten. Dritter wurde mit 3 Stunden 19 Minuten die Abteilung Straßebersbach. Jede der 9 Abteilungen hatte einen Führer und drei Mann zu stellen. Gießen bestritt den Marsch mit Truppführer Hubenthal, Pilger, Bamberg und Rohr. Die Strecke führte über Marburg, Weißenstein, Goßfelden, Göttingen und über Cölbe nach Marburg in die Kampfbahn zurück. Die Mannschaften wurden herzlich begrüßt und gefeiert. Der übrige Verlauf des Nachmittags brachte noch Grund- und Kugelgymnastik, die mit einer Exaktheit durchgeführt wurden, wie man sie selten zu sehen bekommt. Anmarsch und Abmarsch hierzu vollzogen sich in einer ganz erstaunlichen Disziplin und harmonischer Ordnung. Das Gießener Lager nahm mit 60 Mann daran teil. Ein „lebender Rasen" brachte unterhaltsame Leibesübungen, die jede Abteilung nach eigenem Willen gestaltete. Ein H a n d b a l l s p i e l zwischen der Mannschaft der SA.-Standarte Jäger 11 und der Elf der RAD.-Gruppe 222 endete mit einem 10:7-Sieg der SA.-Mannschast. Nach der Siegerehrung, zu der alle Mannschaften antraten, fand man sich zu einem Kameradschaftsabend in den Stadtsälen ein. Am Samstag hatten alle Arbeitsmänner der Gruppe eine Aufführung der Marburger Festspiele besucht. Lchnuüen ziehn über die Heide. Don Paul Eipper. Schnucken, Heidschnucken: das sind — zoologisch Krochen — mittelgroße Schafe mit buschig ab- fieienben meist silbergrauem Wollvlies und zierlich ihnen, schwarzen Beinen. Ihre Augen blicken tem- reamentvoll aus den dunklen, verhältnismäßig schmalen und langen Köpfen; man merkt schon bei iei ersten Begegnung mit diesen lebhaften Hauste en der Lüneburger Heide, daß sie noch viel Ur- (p längliches vom wilden Vorfahr in sich tragen, ton wetterfesten Bergschaf. Ls gibt auch nur ganz wenige Tage im Jahr, an lenen die Heidschnucken im Stall bleiben; sie wollen fe:ts schon beim Frühlicht hinaus, wollen wandern {nD im Wandern ihre Nahrung suchen. Ob Sonnen- xlut, ob pfeifender Wind, die Schnucken ziehn ib-r die Heide, Stunde um Stunde, Tag um Tag, ihi ganzes fiebert lang. Wenn wir sie besuchen wollen im schönen Nieder- Wenlanb, müssen wir manche Zeit über Feldwege wcndern, deren Sandboden in der Sonne flimmert bi» flüssiges Gold. Wir können dabei mit den Birten Zwiesprache halten, ihre wippenden Honge- Mt?iqe grüßen und die zartgrünen, Ilchtdurchschei- M«den Kronen; es gibt keinen Baum, ber besser iic Heidewege säumen würde; keiner ichwmgt oleichermaßen mit bis in die unendliche Ferne; Fein innerer leuchtet so wie eben die Birken und ihre lom Sturm gekurvten schneeig weißen Stamme. Weit hinten, eingebettet in der flachen Heide, (teilt irgendwo eine dunkelgrüne Insel auf, em Hochländer Hain von knorrigen Eichen, spitzen Tan- K, breiten Kiefern. Diese °lt°hrwurd,gen Raume heuten enge Gemeinschaft, schließen H W ™1 $TL zuammen, sind seit Jahrzehnten, teils seit Jahr- hunderten, gute Hüter des einsamen Heldehofes. der - wenn wir nun näher kommen - strohgedeckt im) wuchtig vor uns liegt. ist Mittag geworden. Von rechts bringt vielstimmiges Blöken; eine Staubwolke wandert über Straße; die Schnucken kommen zur Mittagsrast ''Schnell vor ans Hofgatter! Lau. bellend springt 1 ler kleine rote Schäferhund an uns Epor. Die Be grHßung ist nur kurz; er hat gerade letzt viel Arbeit, ! |i< feine Schützlinge alle im Stallraum sind. Seit Urigen Tagen sichren die Schnuckenmutter ihre ’ üornmer bei sich, zierlich kleine, li( trfrUä und quer umherhupfen und dauernd mit Die Veranstaltung nahm dank der ausgezeichneten Organisation und der raschen Durchführung einen sehr anregenden Verlauf. Durch die Tatsache, daß jeweils nur die Mannschaft als Gesamtheit bewertet wurde, gab es manchen Beweis echter Kameradschaftlichkeit. War das Sporttreffen für die gesamte kam Stratzebersbach mit 4:öu uemuren em. Gruppe eine aufschlußreiche Prüfung auf dem Ge- Im Gepäckmarsch über 25 Kilometer leiste- biete der ßeibesubung, so war es für unser Gieße- ten die Mannschaften der einzelnen Abteilungen fast I ner Lager „Justus von Liebig em Sondererfolg. Die Gruppe 222 des Reichsarbeitsdienstes hielt an Samstag und am Sonntag in Marburg ein 5 irttreffen' ab, Las sich zu einem schönen Erfolg be gesamten Gruppe, insbesondere aber zu einem Snbnis für das Arbeitsdienstlager „Justus von c »big" in Gießen gestaltete. Einhellig und ae )(os waren die Kameraden der anderen Lager üUchließlich der Führerschaft, der Meinung, daß .( eßen ganz groß" sei! Es war auch so. Die Hinnen des Gießener Lagers konnten sowohl den Dl niischaftsmehrkampf, wie auch die Olympische fiel gewinnen. Im Gepäckmarsch stellten sie den dere Gebiete vermittelt, wo ein Mangel an derartigen Kräften bestand: weiterhin galt es auch, in der einen oder anderen Beziehung soziale Härten auszugleichen, die sich im Laufe der Jahre hier eingeschlichen hatten. Die Betreuung der Erfinder nimmt von Tag zu Tag zu. Man fpnn te, daß sich die Neureglung, die die Deutsche Ar- ront in bezug auf die Bevorschussung usw. der Patentgebühren eingeführt hat, gut auswirkt, da unbemittelten bzw. minderbemittelten Erfindern weitere Möglichkeit zum Ausbau ihrer Arbeit gegeben wird. Medizinischer Fortbildungskurs an der Universität Gießen. Die Medizinische Fakultät der Universität Gießen hält ihren heurigen Fortbildungskursus vom 11. Oktober bis 17. Oktober ab und zwar unter Einstellung auf die speziellen Themen „Der Arzt als Erzieher des Volkes" und „Unfallbehandlung und Unfallbegutachtuna". Bei dem ersten Thema wird der Rektor der Universität Gießen, Professor Dr. phil. Pfähler, Direktor des Instituts für Psychologie und Pädagogik, mit Vorlesungen über Erb- charakterologie mitwirken. Obermeoizinalrat Dr. Schmitt, Vorstand der Abteilung für das Gesundheitswesen bei der hessischen Regierung, wird über die neuen gesetzlichen Bestimmungen für Aerzte sprechen. Am 11. Oktober findet der Begrüßungsabend im Studentenhaus statt. Für Mittwoch, 14. Oktober, ist ein Ausflug nach Bad-Nauheim vorgesehen. Prospekte sowie Anfragen durch Professor Georg Herzog, Pathologisches Institut, Gießen, Klinikstraße 32 g. 3m Geiste verpflichtender Tradition...! Eine Feier der Gießener Marine-Kameradschaft. Im Marinebootshaus herrschte am Sonntagnachmittag trotz des regnerischen Wetters viel Leben, und zwar aus Anlaß einer kleinen Feier, mit der die Gießener Marine-Kameradschaft von 1892 auch nach außen hin den Beweis dafür erbrachte, daß ihr die für die Marine-HI. übernommene Patenschaft eine ernste Sache ist. Zu dieser Feier hatte die Marine-Kameradschaft neben dem hohen Flaggenmast im Garten des Bootshauses, vor dem für den Anschauungsunterricht drei selbstgefertigte Schiffsmodelle aufgebaut waren, mit ihrer Fahne Aufstellung genommen. Ihr gegenüber und mit der ihr zugewendeten Front stand ausgerichtet die Marine-HI. zur Flaggenparade. Unter dem Gesang des Liedes der HI. wurde das Hakenkreuzbanner aufgezogen. Kameradschaftsführer L i ch richtete einige treffende Worte an die Versammelten, die er an die jahrzehntelange Arbeit der Gießener Kameradschaft an der Jugend erinnerte. Mit Stolz sprach er von den guten Erfolgen solcher Jugenderziehung, die der Gießener Kameradschaft viele Ehren einbrachte. Nachdem durch das Abkommen des Reichsjugendführers mit dem Bundesführer Kapitänleutnant H i n tz m a n n des NS.-Marine-Bundes die Erziehung der Marine-HI. wieder in die Hände der Marine-Kameradschaften gelegt ist, hat auch die Gießener Kameradschaft die Ausbildung der Marine-HI. übernommen. Die Gießener Kameradschaft erneuert ihr Gelöbnis, sich dieser Aufgabe mit ganzer Hingabe zu widmen. Es ist ihr eine Freude, jetzt der Marine-HI. einen Wunsch zu erfüllen und ihr die Musikinstrumente für den Spielmannszug schenken zu können. Er dankte dem Führer der Marine-HI. R u p p e l für die der Jugend gewidmete Aufopferung und übergab ihm vier Trommeln und sechs Flöten, sowie den Tambourstab für den Spielmannszug. Der Führer der Marine-HI. Ruppel übermittelte zunächst die Grüße des durch den Gautag am Erscheinen verhinderten HI.-Bannführers Heim und versicherte, daß die Ueberreichung der Instrumente ein Ansport dafür sein soll, die Marine- Jugend so zu erziehen, wie der Führer sie brauche. Er versprach, nur im Sinne des Führers zu arbeiten und seine ganze Kraft für die Jugend des Führers einzusetzen, damit diese sich ihrer Vorbilder würdig erweist. Anschließend richtete der Kameradschaftsführer L ich noch einige ermahnende Worte an die Jugend, im Geiste des Führers zu arbeiten und mit Stolz auf die große Tradition der deutschen Marine blickend, dahin zu streben, daß recht viele von dieser Jugend selbst einmal als Marinesoldaten ihre Pflicht dem Volk und Vaterland gegenüber erfüllen können. In diesem Sinne grüßt er den Führer. Die Jugend marschierte dann aus dem Garten des Bootshauses hinaus, um dann im Paradeschritt und mit klingendem Spiel ihre mit Blumen geschmückten neuen Instrumente in das Bootshaus einzubringen. Während der Spielmannszug auf dem Hofe Proben seines Könnens darbot, zeigten die Marine-Hitlerjungen im Boot, beim Tauschlingen und im Signalisieren ihren Eltern, was sie gelernt hatten. Em kameradschaftliches Beisammensein im Bootshaus beendete den Tag. Schnelltriebwagen-Versuchsfahrt auf der Lahnstrecke. Seit einigen Jahren ist die Reichsbahn dabei, auch auf der kurvenreichen Lahnstrecke die Zuggeschwindigkeiten zu erhöhen. Umfangreiche Ver- bejserungen des Oberbaues find zu diesem Zweck Dorgenommen worden, und seit längerer Zeit spricht man schon von der Schaffung einer schnelleren Verbindung vom Westen des Reiches nach Berlin Der Reichsbund der Körperbehinderten pflegt die Zusammenarbeit mit ollen auf dem Gebiete der Krüppelfürsorge tätigen Stellen: Der Reichsarbeitsgemeinschaft zur Bekämpfung des Krüppeltums, der Deutschen Vereinigung für Krüppelfürsorge e. V. und allen sonstigen Parteidienststellen, Behörden, Organisationen und Betrieben. Auf die Zusammenarbeit mit den Krüppelanstalten legt der RBK. besonderen Wert. Der RBK. will die Arbeit all dieser Stellen durch die lebendige Verbindung mit den Körperbehinderten erleichtern und befruchten. Diese Aufgabe, die enge Verbindung nach allen Seiten aufrecht zu er halten, fällt den Obleuten sowie den Verbindungsleuten zu, die vom Bund bei den einzelnen Anstalten eingesetzt sind. Der Bund verlangt aber auch, daß jeder Körperbehinderte sich mit seiner ganzen Kraft für die Ueberroinbung seiner Körperbehinderung einsetzt und daß er darüber hinaus mit Rat und Tat anderen Behinderten hilft, die Körperbehinderung zu tragen und den Kampf ums Dasein zu bestehen. Vorbedingung für die Erfüllung aller Aufgaben ist die gesundheitliche richtige Lebensführung der Körperbehinderten. Der RBK. will ihnen diese durch Maßnahmen ermöglichen, die den besonderen Bedürfnissen der Körperbehinderten entsprechen. Dor allem ist die körperliche Ertüchtigung der Behinderten durch Bildung von eigenen Gymnastik- und Sportgruppen und Einrichtung von entsprechenden Lehrkursen anzustreben. Für körperbehinderte Jugendliche hat die Reichsjugendführung den K.-Bann der HI. geschaffen, der neben der nationalsozialistischen Erziehung der körperlichen Ertüchtigung der behinderten Jugend dient und in engster Gemeinschaft mit dem RBK. arbeitet. Soweit die Möglichkeit besteht, die Körperbehinderung durch geeignete Maßnahmen zu mildern oder sie völlig zu beseitigen, ist es Aufgabe des RBK., den Behinderten helfend zur Seite zu stehen. Gestützt auf die Zusammenarbeit des Bundes mit der öffentlichen und freien Wohlfahrtspflege, der Wirtschaft und der Wissenschaft, sowie nicht zuletzt gestützt auf die Erfahrungen der Mitglieder, hat er die Körperbehinderten geeigneten Entkrüppelungs- maßnahmen zuzuführen. Die Ellern körperbehinderter Kinder sind darauf hinzuweifen, daß die Beseitigung der Behinderung nicht nur im eigenen Interesse liegt, sondern auch ihre moralische Pflicht gegenüber der Volksgemeinschaft ist. Der Bund ist bestrebt, seinen Mitgliedern neue Methoden der Entkrüppelung zugänglich zu machen. Dabei sollen die Mitglieder selbst an der Weiterentwicklung der orthopädischen und sonstigen Hilfsmit- unter Verwendung der Lahnstrecke. Dieser Tage nun fand eine Versuchsfahrt eines Schnell- triebwagens statt. Sie nahm, wie wir hören, ihren Ausgang in Saarbrücken und führte über Koblenz, Gießen usw. Die Geschwindigkeit des Wagens erregte bei allen, die ihn vorübersausen sahen, Ueberraschung und Bewunderung. Die Einrichtung einer solchen Schnelloerbindung würde an der Lahn sehr begrüßt werden. * ** Verkehrsmerkblätter f ü r Radfahrer. Der Deutsche Radfahrer-Verband e. V. hat ein Verkehrsmerkblatt für Radfahrer herausgebracht, weil ein großer Teil der Radfahrer gar nicht die Derkehrsmerkblätter kennt. Mit Unterstützung der Reichsgruppe Industrie und des Deutschen Gemeindetages wird nunmehr dies Verkehrsmerkblatt den Behörden und größeren Werken zur Weiterleitung an ihre radfahrenden Volksgenossen übersandt. Daß ein großes Interesse für das verkehrserzieherisch wirkende Merkblatt besteht, geht daraus hervor, daß .bereits in wenigen Wochen über 600 000 Merkblätter angefordert wurden. Es ist weiterhin beabsichtigt, in den deutschen Jugendherbergen und bei den Fahrradunterständen und Aufenthaltsräumen der Großbetriebe, diese Derkehrsmerkblätter zum Aushang zu bringen. tel mitarbeiten. Wertvolle Anregungen Einzelner sollen vom RBK. in Verbindung mit den anderen in Frage kommenden Stellen ausgewertet und allen Körperbehinderten nutzbar gemacht werden. Weitere Grundlage für die Erreichung eines möglichst hohen Grades der Erwerbsfähigkeit ist die richtige Wahl des Berufes. Die Hilfe des RBK. muß darauf hinzielen, daß der Behinderte einem Beruf zugeführt wird, in dem er seiner Behinderung entsprechend größte Leistungsfähigkeit erreicht. Hierzu gehört die Erschließung aller Möglichkeiten der Berufsberatung, der Berufsausbildung, der Beruftumschulung und darüber hinaus der beruflichen Weiterentwicklung, die die Verwendungsmöglichkeit des Behinderten erweitern und damit feine Unterbringung im Arbeitsleben erleichtern soll. Bei der Eingliederung in das Berufsleben ist davon auszugehen, daß der Behinderte seine Leistungsfähigkeit voll entfalten farm. E s i ft jedoch darauf z u achten, daß die Befchäfti- gung s i ch nicht gesundheitsschädigend auf den Behinderten auswirken darf, ihm vielmehr die möglichst lange Erhaltung seiner meist mit großen Mühen und Opfern erreichten Leistungsfähigkeit gestattet. Darüber hinaus sind nach Möglichkeit solche Berufszweige zu wählen, die dem Behinderten auf einen möglichst langen Zeitraum Beschäftigung und Einkommen sichern. Durch ständige Zusammenarbeit mit Handwerk und Industrie versucht der Bund den Körperbehinderten neue Arbeitsgebiete zu erschließen. Aufgabe des Bundes ist ferner, den Mitgliedern die Teilnahme an Veranstaltungen künstlerischer, belehrender und sonstiger Art, die für Unbehinderte stattfinden, in einer Form zu erschließen, die ihrer körperlichen Behinderung Rechnung trägt. Schließlich hat der Bund die Aufgabe, seine Mitglieder in allen Fragen des Fürsorgerechts zu beraten und in Sonderfällen ihnen auch tätig zu helfen, insbesondere bei der Beschaffung von orthopädischen Hilfsmitteln und sonstigen Erfordernissen zur Hebung der Gesundheit und Arbeitsleistung. Rundfunkprogramm Dienstag, 14. Juli: 6 Uhr: Choral, Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 8.10: Gymnastik. 8.30: Bäderkonzert. 9.30: Heitere Musik am Morgen. 11: Nachrichten. 11.30: Bauernfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.10: Antreten zum Schlagerappell! 15: Volk und Wirtschaft. Der Wald — ein wachsender Reichtum. 15.15: Die deutsche Frau. „Jessas, bin i aufgregt ..Ländlicher Besuch in der Stadt. Ißt Jnstrumentalkonzert. 17.30: „Die Fenster auf, Iq6j Licht herein ..." Eine Hörfolge. 18: Blasmusik. 19: Lieder österreichischer Komponisten. 19.45: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: Konzert. 22: Nachrichten, auch aus dem Mittwoch, 15. Juli. 6.00 Uhr: Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Früh, konzert. 8.10: Gymnastik. 8.30: Bäderkonzert. 11.00: Hausfrau hör zu! 11.30: Gaunachrichten von Frank, furt. 11.45: Sozialdienst. 12.00: Mittagskonzert I. 13.00: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk; Wetterbericht. 13.15: Mittagskonzert II. 14.00: Nach, richten. 14.10: Das Phänomen der Stimme (VIII), Helge Roswaenge. 15.00: Volk und Wirtschaft: Marktordnung für Rasierklingen. 15.15: Unterhalt tung und Wissen. Von Heinz Bruno Neuer. 15.30: Vater und Sohn. Plauderei. 15.45: „Geld"; Kriminalszene von Willi Koch. 16.00: Konzert. 17.30: HF,. Funk. Ich rufe die Jugend der Welt. Funkberichte vom Werden der Olympiaglocke. 18.00: Unser sm. genbes, klingendes Frankfurt! 19.45: Kampf dem Verderb! 20.00: Nachrichten. Der Volkssender 1936 ruft! 20.15: Stunde der jungen Nation. 21.45: Franz von Blon (geb. 16. Juli 1861). 22.00: Nachrichten, Oberheffen. 6in schöner Fachwerkbau wieder hergestellt. Erhaltenes Kulturdenkmal. cxd Muschenheim, 12. Juli. Neulich wurde unser Straßenbild durch den Neuverputz eines bemerkenswerten Hauses bereichert. Als Schlosser Ernst Becker in der Hessengasse an seinem Wohnhaus den verwitterten Flächenverputz abnehmen ließ, zeigte sich ein Fachwerkbau von gebt eg e ne r Schönheit. Er weist alle konstruktiven Elemente unb schmucken Zierformen auf, die ber oberhessische börsliche Fachwerkbau in seiner Blüte, ber zweiten Hälfte bes 18. Jahrhunberts, kannte. Das Untergeschoß unb bie bem Wetter ausgesetzte westliche Giebelseite erhielten wieder einen Ganzverputz. Die Straßenseite des Oberstockes wurde ins Fachwerk gestellt. Meister Kgrl Wagner erzeugte hier eine wohltuende Farbenstimmung: Don den gelblich getönten Gefachen, die mit einem grünen Strich eingefaßt sind, hebt sich bas schwarz- braune Gebälk kräftig ab. Die Profilierungen und Füllhölzer ber Zwischengeschoßlage würben burch anbere Tönung abgefetzt. Das horizontale untere Rahmenholz im Oberstock- werk weist in seiner ganzen Länge ein mit weißer Farbe hervorgehobenes Spruchbanb auf, das in Antigua also lautet: „Frisch auf mein Sei verzage nicht Gott wil sich dein erbarmen Rath Hüls wil er dir theilen mit man böse Leuth schon späten mein mich ganz unb gor verachten als solt Gott nicht mein Helfer sein bem ich vertrau vest auf in bau diß Can mich noch erheben. u(nb) w(ar) W(erks) M(eister) Lind o(on) Muschenheim." Die einzigen quadratischen Felder, die bei dem reichgeglieberten Holzwerk geblieben wären unb unharmonisch gewirkt hätten, finb burch Füllbretter in barocker Linienführung belebt. Das eine trägt in erhabener Arbeit bas häufig verwenbete Motiv der Sonnenscheibe, bas anbere ein Herz, lieber der Sonne liest man bie Worte: „Sieh bas meiner Feinbe so viel ist unb hassen mich aus Fkevel" Das rötlich getönte Herz trägt folgende Inschrift: „Derstumen müfen falsche^ Mäuler bie da reden wider den Gerechten frech stolz unb honisch." Beide Sprüche finb ben Psalmen entnommen (Ps. 25,19 unb 31,19). Auch bas Spruchbanb zeigt burchaus bie Glaubenshaltung ber Psalmen. Das ist kein Wunder, benn bas Gesangbuch ber reformierten Kirche war Jahrhunberte lang ber Psalter. So zeigt sich an diesem einen Haus bie ganze Kulturlage unserer Dörfer um bie Wenbe vom 18. zum 19. Jahrhunbert: ein hoher Stanb handwerklicher Kunstübung, verbunden mit treuer Glaubensgesinnung. Ans ber Arbeit des Äeichsbimdes ber Körperbehinderten. Sieben Mann. Von Bernhard Jaust. „Ruhe! ... Ruhig, Kinder!" schrie Sergeant Großmann in ben Lärm. „3ebe Kugel muß sitzen, sonst finb wir verloren." Fünfhunbert Neger, Drlogleute bes Häuptlings Metale, tobten vor ber Feste. Blutrünstig brang bas Gebrüll aus bem Busch; bie Speere blitzten in ber Sonne, bort ber Lauf eines Gewehres. Die Besatzung ber Feste betrug nur sieben Mann. Es war am 28. Januar 1904. Einstöckig, ein Langeckbau mit zwei vorspringenden Türmen, beherrschte Namutoni bie flach gewellte Ebene. Weiß wie Schnee glänzte brühen Tümpel an Tümpel, schweißendes Salz aus blutender Erde. Das ist bie Etoschapfanne, ein Salzsee von hunbert- ßwanzig Kilometer Länge. Obgleich ein Schutz in ihrem Rücken, trennte er bie tapfere kleine Schar, bie hier auf verlorenem Posten kämpfte, nach Ost unb Süb von jeher Hilfe: Grootfontein unb Dutjo, bie Nachbarstationen lagen weit auseinanber. Es galt, nicht nach rechts, nicht nach links zu schauen unb jeben Atemzug bes Lebens zu oerteibigen, Schuß um Schuß, unb zu sterben, wenn bie letzte Kugel ben Lauf verließ. Schüsse — Geschrei ... Abgeschossene Hülsen, ein Berg aufgehäust, wuty fen hoch, begruben bie Stiefel ber Reiter unb mürben fluchenb beiseite gestoßen. Draußen warfen sich neue Reihen ins Gestrüpp, bückten sich hinter bie zu einem Wall aufgehäuften Leichen ... Wo ber Kriegsruf erlahmte, eine Hanb am Lauf, am Speer, am Bogen zögerte, half Tjute, ber Unterhäuptling, mit der Schambockpeitsche nach; bann krachte unb splitterte das Mauerwerk, bie Steinbrocken flogen um bie Köpfe, unb furrenbe Kugeln sangen schwirrenbe To- beslieber. Doch ber Tob, ber stumme Kamerab, schritt drüben durch die Ernte. Schweißbedeckt, den Arm verkrampft, vom Morgen bis zum Abend, drückten bie Reiter ben Kolben in bie Achsel — zielten, schossen, zielten, schossen. Jeher Schuß stieß einen Schatten in bie Sonne, ein Leib überschlug sich unb blieb zuckenh liegen. Vom be= ginnenhen Tag bis zur beginnenben Nacht hielten sieben Mann, sieben Schutztruppler Namutoni, bie einsame Feste im Norben von Deutsch-Sühwestafrika, gegen fünfhunbert Neger, fünfhunberrt Angreifer, fünfhunbert Räuber, bie ben Frieben brachen. Vom bämmernben Morgen bis in bie Finsternis jagte ihnen bie Peitsche bes Häuptlings neue Leiber vor bas Ziel. Schon ermübete bie Kraft ber Verteibiger. Durst stellte sich ein, ber Hunger, her in ben Ein- geroeihen wühlte ... Sergeant Großmann schleppte bie letzte Munitionskiste aus bem Keller. Ein schwach klatschenber Hieb in ber klaren Luft, blitzte bas Münbungsfeuer aus ben Gewehren, ber Wiberhall zitterte um bas Gebäube unb schwang ins erschrocken ftaunenbe Lanb. Hilferufe, Gewinsel, bas keuchenben Verächzen ber Sterbenben, bie Schreie her Getroffenen verbissen sich im Schmerz. Ringsum färbte sich ber Sanb mit Blut, bie Geier kreisten am Himmel unb senkten sich mit breit ruhenbem Flügelschlag auf bas glühenbe Leichenfelb. lieber hunbert Krieger starben vor Namutoni, unb wo in Sichtweite neue Horben zum Gegenschlag sich sammelten, fuhr ein Schuß in ben aufgewühlten Schwarm. Gegen Sonnenuntergang, als bie Geister ber Nacht erwachten unb fern bie Hyänen jaulten, schlichen bie Neger in ihre Werft. Milbe Finsternis, bie barmherzige Schwester bes Tobes, verhüllte bas nackte Grauen bes Tages. Nachbem sie alles Brauchbare zerstört, ritten bie Reiter, bie letzte Patrone in ber Kammer, nach Grootfontein unb kamen als Helben zur Truppe. Abenteuer in Algier. Von Erich Ell. Die Damen hatten sich ins Musikzimmer zurückgezogen. Die Herren saßen um ben großen Kamin in ber Halle, tränten Kaffee und rauchten. Bald war der Raum von dem blauen Dunst ber Zigaretten erfüllt, unb bas war es wahrscheinlich, was Schropp zum Erzählen veranlaßte. „Ja, meine Herren, bas wirb so vor zwei, brei Jahren gewesen sein — in Algier, Eines Tages, am späten Nachmittag, beschloß ich einen kleinen Spaziergang zu machen. Ich schlenderte vor bie Stadt unb, ganz in Gedanken vertieft, merkte ich gar nicht, daß ich plötzlich in dichteste Wildnis geraten war. Die Dämmerung sank immer tiefer, und da es mir ein wenig unheimlich zumute mar, entschloß ich mich endlich umzukehren. Ich ging so eine gute Weile zur Stadt zurück, als ich eine kleine Lichtung erreichte. Und da — meine Herren — da sah ich mich plötzlich einer Herde von hundert Löwen gegenüber/' „Verzeihen Sie", unterbrach da Hennig, „Sie erzählen da von einer Herde Löwen — bei Löwen spricht man nicht von einer Herde, sondern von einem Rudel." Schropp lachte. „Stimmt! Stimmt! Ich versprach mich. Rudel wollte ich sagen. Also stellen Sie sich vor, meine Herren, da stehe ich mit einem Mal in einer Lichtung bei Algier so einem Rudel von hundert Löwen gegenüber. Ich, nicht faul —" „Entschuldigen Sie, daß ich wieder unterbreche", fiel Hennig ein, „hundert Löwen? So große Rudel gibt es nicht." Schropp verzog ein wenig das Gesicht und sah Hennig prüfend an. Dann verlegte er sich aufs Handeln. „Mein Gott, so genau kann ich das heute natürlich nicht mehr sagen — wahrscheinlich waren es nur fünfzig Löwen." Man mochte Hennig gut leiden. Er war ein netter Kerl, aber ein ungläubiger Thomas. Er vertrug alles — nur Ungenauigkeiten nicht. So konnte er sich auch jetzt wieder nicht enthalten, zu erklären: „Auch diese Zahl kann keineswegs stimmen! Ein Rudel — das sind höchstens sechs bis acht Löwen." Jetzt wurde Schropp ein wenig unsicher. Er versuchte, sich böse zu geben unb schickte Hennig einen strengen Blick hinüber. Doch bieser war bie Ruhe selbst. Schropp blieb also nichts übrig, als fortzufahren: „Was soll ich Ihnen viel erzählen, meine Herren: Wie ich mich biesen sechs bis acht Löwen gegen- übersehe, reiße ich meinen Revolver heraus —" „Ich muh Sie leiber nochmals unterbrechen", fiel Hennig wieder ein, „erwähnten Sie nicht vorhin, baß dieses Erlebnis sich in Algier abgespielt hätte?" „Gewiß. Ja. Allerdings." „Aber in Algier gibt es doch keine Löwen!" Schropp konnte einem jetzt wirklich leib tun. Er blickte vor sich hin unb schüttelte nachdenklich ben Kopf: „— gibt es keine Löwen? Sehr merkwürbig! Da möchte ich gern wissen, was das war, das da hinter ber Palme geraschelt hat--" Mittelalterliches Bankett im Tower. In Lonbon würbe bas Jubiläum eines höheren Beamten auf originelle Weise gefeiert, nämlich burch ein Bankett im Tower, bem ersten, bas seit ber Regierung Jakobs I. an dieser historischen Stätte gegeben worden ist. Man hatte sich bemüht, in ber Ausgestaltung bes Festes auf alle Weise bas Mittelalter wieher aufleben zu lassen. Die aufroarten« ben Diener steckten in Kostümen bes 16. Jahrhunberts, unb bie Hauptbestanbteile bes Menüs waren Wilbbraten aus ben königlichen Forsten, junger Schwan aus ben königlichen Schwanenteichen unb Wilbschweinskopf — aus bem Schwarzwald. Das wichtigste Getränk, bas währenb bes ganzen Abenbs gereicht würbe, bildete „bragget", ein altenglisches Nationalgetränk, bas nach seiner Zusammensetzung an unfern beutschen Met erinnert. Es besteht zumeist aus Honig unb Malz, wozu Pfeffer, Muskatnuß, Zimmt unb anbere Gewürze gemischt werden. Das fast verloren gegangene Rezept des „bragget" ist einer alten Schrift entnommen worden. Um den alten Gebräuchen möglichst getreu zu bleiben, wurde es feierlich gebraut unb mußte von zwei „ale- conners" von Lonbon gutgeheißen werben, Angehörigen einer Gilbe, bereu Gründung angeblich auf Wilhelm bem Eroberer zurückgeht.. Sie hatten in alten Zeiten bas Amt, jedes neugebraute Bier gutzuheißen unb nach feiner Stärke unb Güte den Preis festzusetzen. Das für bas Bankett hergestellte „bragget" würbe von bem neunzigjährigen oenior ber „ale-conners" in historischer Tracht unter feierlichen Zeremonien krebenzt. Zeitschriften. — Die „Sübdeutschen Monatshefte" (Verlag Sübbeutsche Monatshefte GmbH., München) bringen im Juli-Heft eine Reihe von Abhandlungen, hie unter bem Titel „Lanbschaft und Technik" zusammengefaßt sind. Manfred Schröter gibt eine anschauliche Darstellung ber technischen Triebkräfte unb ihrer Auswirkungen. Hans Pflug beschäftigt sich mit bem Problem „Naturlanbfchaft — Kulturlcmbschaft — Maschinenlanbschaft". Edith Ebers behanbelt bas Grenzgebiet „Landschaft, Seele unb Technik". Die Technik wirb zur Zerstörerin, wenn sie nicht mehr geführt ist. Dieser Tatlache widmet Alwin Seifert im Abschnitt „Natur, Technik unb beutscher Straßenbau" eine Betrachtung. Werner ßinbner schreibt über „Naturschutz unb Ingenieurbau". Im ganzen gibt biefes Sonberhest einen anregenden Ueberblitf, ber vielen Ungesehenes unb Unoerstanbenes klarmachen wirb. Beson- bers ber Techniker wirb an biefem Heft viel Freude haben. — Das Reichssportseld, eine einzigartige Anlage deutscher Baugesinnung, wird ben Lesern bes neuen Heftes ber Jllustrirten Zeitung Leipzig (I. I. Weber, Leipzig) in einem mit prachtvollen Silbern versehenen Beitrag vor Augen geführt. Die nach ihrem Bestimmungszweck gegliederten Aufnahmen der monumentalen Bauten, wirksam ergänzt durch einen Lageplan des Reichssportfeldes, vermitteln einen ausgezeichneten Ueberblia über die Stätten der kommenden Kämpfe. In diesem Rahmen ist auch noch ein interessanter Bild' bericht: „Olympia-Werbung in aller Welt" zu erwähnen, der beweist, daß Deutschlands Ruf an die Jugend der Welt auch in den entferntesten Erdteilen vernommen werben kann. * Lollar 1 berg erlitt - n Motorrad uni i Üchen Verletz i lung nach G I C Schul föen u" *t>Vbie m s»a- Ä SÄ’ «ZI S-S A-rWnS " | edlerer 8 übt«8® g&äs :6c® abbie« l jur »rmoM 33«l*to Iber anbereJe1 Men wurden Mtonmenden 8 Der 3 trüinlnett. * Decker i Sonntag erli i ter Willy D | schwere Knie i wunden, die M segenübi Alzey, 1 ii tägige Po II Umgebung di Hittlicher ab», befr n menen murbi I Mainz in Ur ü lere veschuidi u um zu nerfjin 8 {jungen weiter fiinfeti Mine Schadign LPD. Fra Mftaatsanroalt i Wreklor Eri II Union-Bank, im Zusammen Ciquibati führten, ein geleitet. Eckt suchungsl des Depotve -um Nachteil gefichts des t • Ank ist ui ' Maus eine ' .bes Verfahre! Mieftenn Vers Aonia ! ^heberrecht,. 23 äortsetzunx ®uMeinetinb 1 n“r nicht ir ^Wat. iJer ininm 'M fönf-A Geschichten aus aller Welt II icrr an der ;id)t ein ,be- m. Nei- Unter- >ie Nachdruck verboten! ^Fortsetzung. lit ein r Verfahrens beunruhigende Rückwirkungen au r Effektenmarkt nicht zu befürchten._____________ Revision im Mordprozeß Voqler. Mainz, 11. Juli. (LPD.) Wie wir erfahren, hat die zum Tode verurteilte Frau Frieda Vogler am 11. Juli Revision gegen das Urteil des Schwurgerichts vom 9. Juli eingelegt. jeliitet. Erich Deku, über den uch u n g s h a f t verfügt wurde, ist des Betrugs, >e- Depötoergehens und der Urkundenvernichtung iur.i Nachteil eines Großgläubigers verdächtig. An- zejchts des beschränkten Geschäftskreises der Union- 8mk ist über den gekennzeichneten Tatbestand im US eine Schädigung weiterer Kreise nicht zu märten. Auch sind bei dem gegenwärtigen Stand Genossen umgesehen und war dabei gegen eine Straßenlampe gerannt, so daß auch er von den Straßenpassanten ergriffen merben konnte. immeiA"! s bestes Her, Manscht werk es -den. Um- leiben, M n >erden, mg «ft t„ Sie ö? «braute inh Gute- ett heE hrigen ** )t unter p uit zu verhindern, daß sie ihre verwerflichen gütigen weiter in die Tat umsetzen können. Hintergründe der Liquidation der Union-Bank. In Amsterdam erregt eine Tragikomödie einiges Aufsehen, die sich in den letzten Tagen ereignete. Um die Mittagsstunde sollten sich ein Bräutigam und seine Braut mit ihren Zeugen und den Gästen beim Standesamt einfinden, um ihre Trauung vollziehen zu lassen. Zur festgesetzten Stunde erschien auch die Braut im langen Schleier, umgeben von ihren Verwandte^. Es verging eine Viertelstunde, eine Halde Stunde, von dem Bräutigam war nichts zu sehen. Schließlich wußten sich die Wartenden keinen anderen Rat, als auf die Suche nach dem Vermißten zu gehen, da sie fürchteten, daß ihm ein Unglück zugestohen sei. Man ging in das Haus des Bräutigams, fand es aber fest verschlossen. Man holte die Polizei und ließ die Tür aufbrechen. Alle Zimmer wurden durchsucht, aber keine Spur von dem Bräutigam war zu finden, und die Suchenden wollten schon wieder abziehen, als sie plötzlich ein merkwürdiges Geräusch in einem großen Wandschrank hörten. Nun öffnete man den Schrank, und vor den Ueberraschten erschien, bleich wie der Tod, der vermißte Bräutigam. Als er endlich wieder zu sich gekommen war, erklärte der Held, daß er im letzten Augenblick, seinen Entschluß sich zu verheiraten, bereut und daß er, um sich vor den Unsicherheiten des Ehelebens zu retten, seine Zuflucht in dem Schrank gesucht habe. Was die Braut dazu gesagt hat, ist leider nicht bekannt geworden. Ist die Gattin ein Schaufenster? (kh) Paris. Solange die schöne Pvonne als Gattin des Juweliers F. sich mit ihrem Mann gut verstand, war niemals die Rede davon, daß das Anlegen von Schmuckstücken bei den Gesellschaften, die der Juwelier gab, eine Überschreitung der Verpflichtungen bedeute, die eine Ehefrau vor dem Standesamt übernehme. Das Problem wurde erst in dem Augenblick spruchreif, als man aus irgendwelchen Gründen eine Trennung der Ehe anstrebte und nun die schöne Pvonne plötzlich die Forderung aufstellte, ihr alle jene Juwelen zuzusprechen, die sie im Laufe der Zeit getragen habe. Der Gatte versicherte, daß er Pvonne die Juwelen nur gab, damit diese sie recht schön trage und so Reklame dafür mache. Poonne aber steht auf dem Standpunkt, daß eine Ehefrau fein Schaufenster sei, keine Geschäftsauslage, und daß somit der Schmuck, den der Gatte ihr gebe, ihr auch gehöre. Die Richter werden dieses ein wenig komplizierte Problem zu entscheiden haben. Die Opfer des „Blauen Tigers". in zunächst Jurisprudenz und später Theologie in HcUe und in Gießen. 1888 machte er das erste Unlogische E< standsgebiet" gereift. Er wird den Ehemann sichtigen" und die Streiklage untersuchen. Der Bräutigam im Schrank. C. K. Arnsterda ^Zusammenhang mit den Vorgängen, die zu dem Zchuidationsbeschluß der Union-Bank iif-ten, ein Vermittlungsoerfahren ein- *4 Zersluchies Gold! Roman von 3- Schneider-Ioerstl. Irieberrecht: Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa. beamtet unter den die Abfertigung abwartenden Reifenden des aus Frankreich gekommenen Zuges einen wohlbeleibten Herrn, in dessen recht fleischig ausgefallener „Sitzgelegenheit" eine — Heftzwecke steckte. Offenbar hatte er sich im Eisenbahnabteil auf diesen nützlichen Gebrauchsgegenstand gesetzt, ohne etwas davon zu verspüren.'Das war immerhin recht merkwürdig. Der Beamte näherte sich unauffällig dem Dicken und drückte die Heftzwecke noch tiefer in ihre „Unterlage" — der Dicke aber rührte sich nicht. Daraufhin wurde er höflich gebeten, sich einer Leibesvisitation zu unterziehen, die dann auch trotz seines wütenden Einspruchs vor sich ging. Mit dem Erfolg, daß man bei ihm um jene unempfindliche Stelle gewunden mehrere Meter feinen Stoffs für einen Herrenanzug fand. Kein allzugroßes Verbrechen — aber die kleine Heftzwecke hatte hier einen detektivischen Zweck erfüllt. Es war einmal ein kleiner Spitz... (ky) Budapest. Rach einer wilden Jagd durch die Straßen Budapests gelang es dieser Tage der Budapester Polizei, zwei lang gesuchte Einbrecher zu fangen, wobei ein kleiner, weißer Spitz eine große Rolle spielte. Und Lind k uschM-' die bei ren unk uttbreüer: trägt iw ! MM lieber k has ts is ffrt Wp e da rede' nifö.6 entnommr ichimd zch slllnm, & h der chl der W 15 die H nbe Donk ib händig er @1* (m) Marseille. Vor kurzem ist in Marseille nach fast zweijähriger Abwesenheit der Forscher Francois Marechal ein- getroffen, in dessen Begleitung sich noch ein junger Mann befand. Beide sind die Ueberlebenden einer zwölfköpfigen Expedition, die auszog, um in Sumatra Jagd auf den „Blauen Tiger" zu machen. Dieser „Blaue Tiger" ist ein Schmetterling. So behaupten wenigstens die Eingeborenen auf Sumatra, denn gesehen hat man dieses märchenhafte Farbenwunder noch nicht, das im unwegsamsten Innern der Insel leben soll. Von diesem herrlichsten Schmetterling der Welt hörte der französische Millionär Vaupert, ein leidenschaftlicher Schmetterlingssamm- ler. Er rüstete eine Expedition aus, die fast eine Million Franken kostete und die Aufgabe hatte, den „blauen Tiger" zu fangen. Bei dieser Jagd auf ein Tier, das vielleicht nur in der Einbildungskraft der Eingeborenen besteht, da sie behaupten, daß der „blaue Tiger" ein Geist fei, der sich nicht fangen lasse, tarnen zehn Mann ums Leben. Die beiden Ueberlebenden haben den Falter ebenfalls nicht ge- schn, so daß sie über das Aussehen dieses Tieres nichts sagen können. Es soll sich aber um einen der größten Vertreter seiner Gattung handeln, von Flügelspitze zu Flügelspitze soll er nicht weniger als 35 Zentimeter messen und sein Aussehen sei ebenso phantastisch wie sein Name. Marechal und seine Begleiter zogen aus, um diesen sagenhaften Schmetterling zu fangen, aber es ist ihnen nicht gelungen. Dafür schwebte über der Expedition von Anfang an ein merkwürdiger Unstern. Kaum hatte die Expedition den Hasen von Marseille verlassen, hatte sie schon den Verlust eines Menschen zu beklagen: ein Teilnehmer brach sich beim Fall auf der Schiffstreppe das Genick. Bevor man in Sumatra anlangte, stürzte ein Mann über Bord und ertrank. In einer Hafenkneipe auf Sumatra hatte ein Dritter Streit mit einem Eingeborenen. Der Malaie stieß ihm den Kris ins Herz. Dann begab sich die Expedition ins Innere Sumattas, und man hörte fast zwei Jahre nichts von ihr. Bis jetzt Maröchal berichtete, wie es ihm ergangen ist: Fieber, feindliche Eingeborene, Infekten, Giftschlangen, giftige Pflanzen und wilde Tiere setzten der Expedition furchtbar zu. Als sie die Gegend erreichten, in der der „blaue Tiger" gesehen worden sein sollte, gerieten die Expeditionsteilnehmer in den Hinterhalt eines Eingeborenenstammes, der nicht zulassen wollte, daß man den „blauen Tiger" fing. Mit drei Ueberlebenden konnte sich Marschal retten, von denen noch zwei den Giftschlangen zum Opfer fielen. Jetzt ist Marechal zurückgekehrt, sein einziger Begleiter leidet an schweren Nervenstörungen und er selbst kann heute nicht mehr begreifen, wie er es so lange in jener furchtbaren Gegend aushalten konnte. Säubert, der die Expedition ausrüstete, hat den Hinterbliebenen der toten Expeditionsteilnehmer eine Rente ausgesetzt — die unergründlichen Urwälder Sumatras haben ihr Geheimnis behalten. Die Heftzwecke. (rm) Madrid. Auf einer Zollstation an der spanisch-französischen Grenze sah dieser Tage zufällig ein spanischer Zoll- & Js SS Ä 1130^ untberJ Un|et; ttmpi raoet II I eines' ' Schis iem Ws adnehs Don g; le toni’tr. en, auf, 1 ln fein hrhundeii- Vetter ieder ein! orfes öurl Per c W L- einem gn 05 schM cungen r irben V n Dber|W mit wch ut base Rücksichtsloses Ourchgreisen gegenüber Gittlichkeitsverbrechern. lllzey, 11.Juli. (LPD.) Durch eine mehr- tägige Polizeiaktion wurde Alzey und seine Umgebung von Volksschädlingen, die sich sittlicher Verfehlungen schuldig gemacht baidow., befreit. Der größte Teil der Feftgenom- nuuen wurde unter Haftbefehl gestellt und nach M.iinz in Untersuchungshaft gebracht. Einige wei- ktt Beschuldigte wurden in Schutzhaft genommen, „Dürfen wir inzwischen in Ihre Stube kommen?" fragte Wolfgang, den Marias Zusammenschauern ängstigte. „Freilich dürfen S', Herr Amselmann! Gehn S' nur eini. I mach bloß noch Feuer in der Bauern- ftubn. Dann trign S' einen Kaffee oder einen Tee--" „Ist fein Wein mehr im Keller?" fragte Wolfgang, dem die Wärme, die ihm aus ßois Zimmer entgegenströmte, fast den Atem nahm. „Mehr als gnua, Herr Amselmann. Zehn Flaschen oder zwölf. Wer hättn denn trunkn? — Gebn S' acht, Freiln! Daß Ihnen der Waldl net den ganzen Pelz zerfetzt." Maria raffte ihren Mantel zusammen, an dessen Pelzbesatz der eine der beiden Dackel zu beißen und knabbern begann. Den Rücken dem Ofen zugewandt, ließ sie sich dann von Wolfgang aus dem Mantel helfen. „Noch Angst?" fragte er, ihre kalten Hände reibend. ,„Hier bleibst du völlig unbeläftiat. Wenn es irgend etwas zu berichten gibt, adressiere ich's an den Lois." „Ja, bitte, Wolfgang. Wenn nur die Sorge um Vater nicht wäre--" „Vorläufig ist sie überflüssig, Maria. Ich schreibe ihm, daß du hier bist, und daß er sich nicht im geringsten zu ängstigen braucht." „Man wird deinen Brief abfangen!" Wolfgang wurde nachdenklich. Es würde sich sicher ein Weg finden, daß man Terry erreichte. Man hatte so viele Freunde in Köln. „So ist es recht", wandte er sich an Hornester, der zwei verheißungsvolle Flaschen auf den Tisch stellte. „Glühwein ist das einzig richtige. Soll ich ein bißchen behilflich sein?" Aber Maria hatte schon einen Tigel in der niederen Anrichte erspäht und trug ihn an den Tisch, wartete, bis Wolfgang die Flasche entkorkt hatte und schüttete dreiviertel des Inhalts hinein. Zimt und Nelken waren noch vom Sommer her da. Sogar eine Zitrone fand sich. „Das wird ein Teufels« trankerl", schnalzte Lois, als ein herbfeiner Duft durch die Stube zog. Er brachte Gläser aus der Bauernstube herüber und schaute zu, wie Maria sie vorsichtig anwärmte. — Ein Geschick hat's, dachte er, als sie den schweren dunklen Wein löffelweise in das Glas rinnen ließ. (Fortsetzung folgt.) tue Schädigung weiterer kreise nicht zu erwarten. lPD. Frankfurt a. M., 11. Juli. Der Ober- tailsanwalt in Darmstadt hat gegen den Bank- »ir-lltor Erich D e f u, Vorstandsmitglied der Inon-Bank, Komm.-Ges. a. G., Berlin-Darmstadt, thologische Examen zu Gießen, besuchte bann das Pi°diger-Seminar zu Friedberg und bestand das $n»ite theologische Examen in Darmstadt. Seine Amtstätigkeit sah ihn in Engelrod, in Beuern und btr.n in Großen-Linden. Als Vorsitzender der Hes- Jfarrer i. R Schutte, 75 Jahre alt = Großen-Linden, 13. Juli. Morgen feiert p(irrer i. R. Schulte seinen 75. Geburtstag. $ (irrer Schulte war 21 Jahre Seelsorger in Großen-Linden und erfreut sich bis zum heutigen Tage eir=r allgemeinen Beliebtheit. Gewohnheitsgemäß teuren die meisten Pfarrer nach ihrer Pensionierung ihrem Wirkungskreis den Rücken; dies hat vsirrer Schulte nicht getan, sondern hat sich in Tnßen-Linden ein eigenes Heim erstellt. Damit ba er seine Liebe zu Großen-Linden bewiesen. W.hrend seiner Dienstzeit wurde die hiesige Kirche un> das 1. Pfarrhaus renoviert. Pfarrer Schulte, aus Düsseldorf gebürtig, be= Halte die Gymnasien in Mörs und Düsseldorf, tvierte an den Universitäten zu Bonn und Ber- !lm die deutsche Kunstflugmeisterschast. Stoer errang wieder den Titel. Der erste Tag der deutschen Kunstflugmeisterschaft, die am Wochenende in München durchgeführt wurde, hatte stark unter dem dauernden Regen zu leiden. Von 15 gemeldeten Teilnehmern — nicht erschienen war Erich Fritsch- Paderborn — stellten sich 14 dem Starter. Die Teilnehmer begeisterten mit ihrer eleganten Sicherheit, mit der sie ihre Pflichtfiguren flogen. Verlangt wurden 10 Hebungen, u. a. Roller, Fächerturn, Kreiser, Ueberschlager und Doppelüberschlager. Diese Uebungen absolvierte der vorjährige Meister Willi Stoer am sichersten mit 120,6 Punkten vor Gerd A ch g e l i s - Berlin 108,66 Punkte, Trekle-Fürth 107,6 von Hageburg- Dresden 107,4, Ludwig Elflein-Königsberg 104,66 und Günter Friedrich-Breslau 103,5. In großartigem Stil und mit meisterhaften Leistungen holte sich der deutsche Kunstflugmeister W. Stoer- Augsburg am Sonntag auf dem Münchener Flugplatz Oberwiesenfeld zum zweiten Male den Titeln Seinen schon am ersten Tag in den Pflichtübungen errungenen Vorsprung verteidigte er erfolgreich und kam schließlich auf die hohe Punktzahl von 800,16. Sein schärfster Gegner, Gerd ■ Achgelis, bekam wegen eines Motordefektes feine Maschine nicht hoch und fiel somit aus. Das Wetter hatte sich gegen den.Vortag nicht gebessert. v. Hagenburg - Dresden kam mit 677,13 Punkten auf den zweiten Platz vor Wendelin T r e k l e - Fürth und Friedrich (Breslau. Den fünften Platz belegte etwas unerwartet Ludwig Elfte in-Königsberg. ,3ut auf keinen Fall", meinte das Mädchen, sah ujjfeine Tändelschürze nieder und überlegte. „Wenn iur nicht ins Zuchthaus kommt, der Herr Kom- »zyienrat. Alles andere ist nicht so schlimm." „Über immer noch schlimm genug", warf Ferdi- rnL ein, „und man kann gar nichts tun, es abzu- BiiÄen. — Ich habe siebentausend Mark Erspartes." »Ich fünf", sagte Betty. Man könnt's Zusammenlegen." ,~lnb was bafür kaufen", ergänzte sie. „Ein fi-t.s vielleicht. Müßt ja kein großes sein: ein paar mer, ein bißchen Garten 'rum. Weiter braußen niürlid), wo bie Häuser nicht mehr so teuer sinb. ii könnten sie bann hineinziehen. Besser ist's im» Mchin als nichts." „Ba!" sagte Ferbinanb und entdeckte, daß der grate Teppich an der einen Ecke etwas an der möe gelitten hatte. Man mußte ihn drehen, dann terr wieder eine andere Seite nach der Sonne hin liegen. „Wenn es nur erst soweit märe, daß irr wüßte, wie es ausgeht, dann könnte man — ins Telephon unterbrach ihn. x Diie oft würde das heute noch klingeln? Am pt'üi war's, man hängte es aus, aber dann ruckten F nnem wohl nacheinander persönlich auf den Leib, trnngten Antwort und wollten Auskunft auf bie sinnigsten Fragen haben. sollten sie also anrufen. Mehr als man wußte, Ipnte man nicht sagen. imfelmanns junger Verwalter Lois Hornester, l)as Wochenendheim in Grainau betraute, schau- ft zum fünften Male an diesem Vormittag den *äei| frei, der zur Straße führte. Bis er am -i^it angelangt war, merkte man schon nicht mehr, Iber Pfad eigentlich lief. Die Flocken fielen in AInr-Größe. Dazu blies ein kalter Wind, gegen d" weder Halstuch noch Strickweste Schutz boten. !iafür war es drinnen in den kleinen Stuben, net wieder flottbringen tätn. — Soll i's gleich pro» biern?" Wolfgang legte ihm die Hand auf den Arm und suchte in den ehrlichen, grauen Augen. „Ich bin nicht allein gekommen, Lois". „Net? — Ham S' den Herrn Bruder dabei?" „Nein, Lois — eine Dame." „A so!" lachte Hornester verständnisvoll. „Warum auch net? Js ja Ihr Haus. Hat keiner was zu fagn, wen S' Ihnen da mitnehmen. Aber die Zerfriert ja, wenn f so lang in der Kältn sitzn bleiben muß. I schür den Ofen in der Bauernstubn an. (Blei is warm. Den Wagen lassen S' nur stehen, Herr Amselmann. Den schaff i schon eina." Damit lief er ins Haus voran, deren Tür er weit offen ließ. Wolfgang kehrte zum Wagen zurück, öffnete den Schlag und nickte Maria zu: „Komm! Der Verwalter ist ganz allein. Wir müssen klug sein. Er hält dick für meine Geliebte. Der läßt sich den Kopf abschneiden, ehe er dich verrät." Ihre eben noch blassen Wangen zeigten ein brennendes Rot. „Ich mache dir soviel Scherereien." „Es ist ja gar nicht der Rede wert, Maria! Komm jetzt! Wir müssen uns beide erwärmen. Ich muß auch bald wieder zurück nach München. Hyl- mar kommt abends nach Haus. — Hast du alles?" wandte er sich noch einmal in den Wagen. „Die Koffer kann der Lois holen — nur deine Tasche, Maria." Arm in Arm gina er mit ihr den verschneiten Weg nach dem Hause. Lois kam mit einem Schwung fleingefpaltenen Holzes die Kellertreppe herauf und ließ feine Last vor Ueberrafchung beinahe auf den Boden fallen. — So etwas! — Das hätte der Steffen auch nicht gedacht, als er ihr damals auf der Straße den kaputten Wagen zusammenflickte. Trotz dem Schleier und dem hochgestülpten Mantelkragen, hatte er Maria Terry sofort wiedererkannt. Da hatte ber Peter bamals boch so unrecht nicht gehabt: Trau ben Weibern nicht, Steffen! Na, wenn auch! Ihn ging’s nichts an! Aber traurig war's. Freilich, ber Herr Amfelmann hatte patzig viel Gelb, unb ber Steffen war ein armer Teufel. Kein Wunber, baß er ba ins Hintertreffen geraten war. lang, aber niemand wagte es, sich ben beiben außergewöhnlich starken Männern entgegenzustellen. Da riß sich ein kleiner Spitz, ben sein Herr an ber Seine führte, los unb setzte ben Verbrechern nach. Schnell hatte er ben einen gefaßt, biß unb kratzte ihn, unb obwohl sich der Verbrecher nach Leibeskräften des kleinen Hundes zu erwehren suchte, konnte er boch nicht mehr entkommen, so daß ihn der herbeigerufene Polizist ohne Schwierigkeit festnehmen konnte. Der andere Einbrecher hatte sich während seiner Flucht nach seinem „verunglückten mbS)- eihe D°n , ,freb E . H-n-L ndschaf^ (en Nv el ■ X M Ä ,it P-W i «'V tultn. ® fn JUi® inflpK.r V wenn man der Wahrheit die Ehre geben will, dann hat überhaupt der Spitz allein bie Einbrecher gefaßt. Im Büro ber Ungarischen Förstervereinigung saß an einem Spätnachmittag Josef Mayer, der Sekretär ber Vereinigung. Plötzlich vernahm er aus dem benachbarten Kassenzimmer ein verdächtiges Geräusch, als ob jemand gerade damit beschäftigt sei, den Gelbschrank aufzuknacken. Mit schlotternben Knien öffnete Herr Mayer ben Kassenraum, als ihm auch schon zwei schwere Jungen entgegensprangen, ihn niederschluaen unb davonliefen. Mayer rief um Hilfe, aber Der herbeieilende Hausmeister wurde auf die gleiche Weise erledigt. Die beiden Einbrecher liefen nun die Straße ent« Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Sterben die Känguruhs aus? (ur) Sidney. Dor ein paar Jahren erhoben die Tierfreunde Einspruch gegen die rücksichtslosen Jagdzüge, die bald hier, bald dort in Australien von Farmern oder Sonntagsjägern auf Känguruhs unternommen wurden. Die Folge war, daß ein zeitweiliges Jagdverbot für Känguruhs erlassen wurde. Im letzten Jahre vermehrten sie sich so stark, daß man von einer regelrechten Känguruh-Plage sprach. Nun scheint plötzlich von anderer Seite eine Gefahr für die Känguruhs entstanden zu sein. Man beobachtet nämlich das Umsichgreifen einer bisher noch nicht beobachteten Maul- und Klauenseuche unter den Känguruhs im Riverina-Gebiet. Die Tierärzte konnten bislang den (Erreger ber Känguruh-Krankheit noch nicht ermitteln. Man befürchtet aber ein Uebergreifen der Krankheit auch auf andere Gebiete und im weiteren Verlauf eine ernstliche Bedrohung jener kuriosesten Tierart unserer Erde: des Känguruhs. Es wird noch mit Federkielen geschrieben. (—) London. In unserem Zeitalter der Schreibmaschine oder zumindest des Füllhalters kommt kein Mensch auf den Gedanken, daß es immer noch Leute gibt, bie mit Feberkiel schreiben und daß es auf ber Welt noch jemand gibt, der sich mit der gewerbsmäßigen Herstellung dieser romantischen Schreibwerkzeuge befaßt. Und doch ist es so. Mr. Grey Barton in Peckham in England stellt jährlich viele Tausende von Federkielen her und versendet sie in die ganze Welt. Die kostbarsten unter den Federkielen sind die aus Schwanenfedern. Grey Barton hat während seiner langjährigen Tätigkeit aber nur einen einzigen Federkiel aus einer Pfauenfeder für einen Adeligen zur Hochzeit hergestellt. Dieser züchtete nämlich auf feinem Gut Pfauen und wollte zur Unterzeichnung feines Hochzeitsvertrages keine andere Feder benützen, als den Kiel eines feiner Pfauen. Wenn die Lehrerin heiratet.. ♦ (bn) Oslo. Ein merkwürdiger Schulstreik ist in einer kleinen Dorfschule in ber Nähe von Tronbheim in Norwegen ausgebrochen. Die (Eltern weigern sich, ihre Kinber in die Schule zu schicken, weil sich die Lehrerin verheiratet hat. Gegen eine Heirat an sich haben die (Eltern ja nichts einzuwenden. Es stört sie jedoch, daß der Mann der Lehrerin fast ein Schulkamerad ihrer Kinder sein könnte: er ist nämlich erst 18 Jahre alt! Die Lehrerin ist 40 Jahre alt, Witwe und Mutter mehrerer Kinder. Die Schulbehörden haben vergeblich versucht, die entrüsteten (Eltern der Gegend umzustimmen. Sie befinden sich in einer schwierigen Lage, da ja im Gesetz nicht vorgeschrieben ist, in welchem Alter ein Mann sein muß, um einen würdigen Ehegatten für eine Lehrerin in der Nähe von Trondheim abzugeben. Jetzt ist ein Schuldirektor in das „Auf- von denen ihm zwei zur Verfügung standen, desto molliger. Der grüne Kachelofen war mit Buchenscheiten vollgestopft. Die sprühten und knackten, das einem das Herz im Leibe lachte. Vom Fenster aus sah sich das Flockentteiben ganz luftig an. Wer sich unterwegs befand, mochte es weniger vergnüglich finden. Don der Zugspitze war nichts mehr zu sehen. Zwanzig Meter hinter dem Garten erhob sich eine graue Wand — dahinter lag der Gebirgsstock. Am Schneeferner machten sie sicher ein gutes Geschäft, wenn es so weiterging. So ein Blödsinn! dachte Hornester, als sich Motorengeräusch durch die Stille Bahn brach. Bei dem Wetter! Der hatte auch kein Gefühl für seine Maschine. Die konnte ja nett aussehen, bis er sie wieder zu Hause hatte. Er wunderte sich nicht im geringsten, als der Wagen fünf Meter vor der Gartentür ftetfenblieb. Der sollte schon viel früher im Schnee verschwunden sein, viel früher, so etwa zwischen Garmisch und ... Was war denn das? — Der Herr, der aus der Tür krabbelte, ging geradewegs auf das Tor zu, probierte und — schon war er drin. Die beiden Dackel bellten wie besessen, schnupperten und brachen dann in ein Geheul der Wiedersehensfreude aus. Da sollte doch gleich! Lois Hornester stand schon am Gartentor. „Jessas ber Herr Amselmann! A so a Ueber- raschung!" Er nahm bie leberbehanbschuhten Finger in feine Pranke unb schüttelte ben Kopf. „Sie sinb ja nett wenig berfrorert! Gehn S' nur geschwind ’rein, Herr Amselmann. I hab's warm. Gleich berfangen S' Ihnen wieber. Das ist ja auch a Diecherei, bei biefer Kältn." „Ist niemand hier?" fragte Wolfgang und wies nach dem einstöckigen Bau. „Kein Mensch! I bin ganz alleinigs." „Ich habe nur gedacht, daß vielleicht einer unserer -Bekannten--' „21 wo!" lachte Hornester. „Her täf denn kommen jetzt? Die fürchten alle den Schnee und die Kältn. Und die Weg sind auch nimmer so, daß man grab mir nix btr nix herfahren könnt. — Js es leicht ftednbliebn?" fragte er, nach bem Auto beutenb, besten Dach von Den Flocken bereits zu- gebeckt war. „Macht nix", tröstete er, „ben friegn wir schon außer. Wär net schlecht, wenn wir ben [ifeen Bereinigung für Volkskunbe hat sich ber ge- (ch tzte Geistliche große Verbienste erworben. Seine bejDnbere Liebe galt ber Lanbschaft bes Hütten- beiZS unb Großen-Linbens, um beren geschichtliche Trorschung er sich sehr oerbient gemacht hat. schwerer Autounfall bei Büdingen. Tübingen, 11. Juli. (LPD.) Auf der Laub- (tr'ße zwischen Büches und Büdingen fuhr am Fi itagnachmittag ein mit zwei Personen besetztes ll.to aus Berlin beim Ueberholen eines an» been Kraftwagens, als dieser plötzlich nach ber &ite abbiegen wollte unb ber Berliner Wagen ju: Vermeibung eines Zusammenpralls zur Seite Sei ssen würbe, gegen einen Baum. Der eine 3nnffe bes Berliner Wagens würbe babei schwer, Sei anbere leichter verletzt. Die beiben Berieten wurden von den Insassen eines zufällig ba» (yei*ommenben anberen Autos bem Krankenhaus W-sführt. Der Kraftwagen würbe vollkommen zer- hrnmert >9 . Landkreis Gießen. ' Lollar, 13. Juli. In der Kurve bei Kirch- üeg erlitt ein Arbeitsbienstmann, der mit dem UUorrab unterwegs war, einen Unfall. Mit erheb- fidEn Verletzungen wurde er in ärztliche Behand- lu'jg nach Gießen gebracht. Kreis Alsfeld. Deckenbach, 13.Juli. In ber Nacht zum Sinntag erlitt der hiesige 31 Jahre alte Steinrich- tci Willy Dorr durch einen Motorradunfall eine schwere Knieverletzung, sowie verschiedene Fleisch- wmden, die seine Ueberführung in die Chirurgische ÖJ.-fpori 1. Gießener SV., 5:49 Min. 100 Meter Kraul: 1. Klemke, Kasseler SV., 1:09 Min. 200 Meter Brust: 1. Peilstöcker, Marburger SV., 3:06,8 Min. 4X100 Meter Kraul: 1. Kasseler SV., 4:50,4 Min. Lagenstaffel (100, 200, 100 Meter): 1. Kurhessen Kassel, 5:59,8 Min. 100 Meter Rücken: 1. Seibert, To. Wetzlar, 1:26,6 Min. 400 Meter Kraul: 1. John, Kurhessen Kassel, 6:21,1 Min. Frauen: Kunstspringen: 1. Henkel, T.- u. S. Marburg, 47,60 Punkte. 4X100 Meter Brust: 1. Kasseler SV., 7:05 Min. 100 Meter Kraul: 1. Nippe, Kasseler Sonne über der Wasierkuppe.... Das 29. Rhönturnfest. Sonne über der Wasserkuppe, dem herrlichen Berg der deutschen Segelfliegerei! Nach vielen Regentagen ein Tag von selten schönem Bergwetter: etwas frisch, so wie es zur herben Rhönlandschaft gehört, aber heiter und klar mit weitem Blick in ein Stück Heimat und Vaterland von ganz besonderen Reizen. Es war für den Rhönturnfest-Ausschuß eine große Freude, daß die weit über 400 Wettkämpfer, die für das reichsbundoffene 29. Rhönturnfest aus den Gauen 6 (Mitte), 12 (Hessen), 13 (Südwest) und 16 (Bayern) gemeldet waren, trotz der schlechten Witterungsaussichten doch alle sich dem Kampfgericht stellten. Schöner Lohn wurde ihnen in reichem Erleben, dem das unerwartet gute Bergwetter die heitere und frohe Note verlieh. Nach den letzten Anweisungen an die Kampfrichter traten die Wettkämpfer in der Frühe des Sonntags zur Flaggenparade an. Neben dem Hakenkreuzbanner wurde erstmals die neue Reichsbundflagge auf der Wasserkuppe gehißt. Der Vorsitzende des Rhönturnfest-Ausschusses, Oswald M i l - ter» Fulda, entbot herzliches Willkommen. Die besondere Bedeutung des 29. Rhönturnfestes, das im Jahre der Olympischen Spiele erstmals unter der Reichsbundflagge durchgeführt werde, wurde von O. Milker in trefflichen Gedankengängen mit einem Bekenntnis zum DRL. und zum Führer hervorgehoben. Nachdem Gaukassenwart Herzog dem Bergfest die herzlichsten Grüße der Gaufachamtsleitung des Deutsche Leichtathleükmeisterschasten und Olympia-Prüfung. Der deutsche Tennissieg in Agram. Sieger der Europa-Zone im Davispokal-Wettbewerb wurde Deutschland bereits am Samstag, und zwar durch den Sieg im Doppel gegen Jugoslawien, v. Cratmm-Henkel holten gegen Kukuljevic-Mitic mit 8:6, 4:6, 6:3, 4:6, 6:3 die zum Gesamtsieg notwendige 3:0-Führung heraus. Die deutschen Spitzenspieler reisten noch am gleichen Abend nach London ab. Der Kampf konnte nicht zu Ende geführt werden. Ein Gewitterregen setzte den Plätzen des Akademischen Tennisclubs so zu, daß nicht mehr weiter gespielt werden konnte. Da Werner Menzel und Kaj Lund bereits am Montag in London sein sollten, um sich hier mit Gottfried v. Cramm und Henner Henkel auf den am nächstenWochenende in Wimbledon stattfindenden JnterzonenKampf gegen Australien vorzubereiten, entschloß man sich, den Kampf abzubrechen und die ausgefallenen Einzelspiele nicht mehr nachzuholen. Durch die Abreise von Gramms und Henkels fielen die beiden Punkte sowieso an Jugoslawien zu, das Endergebnis des Kampfes Deutschland—Jugoslawien lautet also 3:2 für Deutschland. Deutschlands Olympia-Boxstaffel. Das Fachamt Boxen hat jetzt auf Grund der zahlreichen Kurse der Olympia-Kernmannschaft in Benneckenstein sowie verschiedener nichtöffentlicher Ausscheidungsturniere 16 Boxer als Olympia-Anwärter ausgewählt, die sämtlich gemeldet werden sollen. Startberechtigt ist im olympischen Boxturnier allerdings in jeder Gewichtsklasse nur ein Kämpfer. Der Gau Westfalen ist in den beiden Staffeln mit sechs Boxern am stärksten vertreten. Die deutsche Olympia-Mannschaft hat danach folgendes Aussehen: Fliegengewicht: Graaf-Hamburg (Kaiser- Gladbeck). Bantamgewicht: Schmitz-Dortmund (Stasch- Kassel). Federgewicht: Sütter - Breslau (Miner- Breslau). Leichtgewicht: Dixkes - Hamm (Schmedes- Dortmund). Weltergewicht: Campe - Berlin (Murach- Schalke). Mittelgewicht: Baumgarten-Hamburg (Loibl- Ulm). Halbschwergewicht: Jaspers-Stettin (Vogt- Hamburg). Schwergewicht: Runge-Elberfeld (Schnarre- Recklinghausen). Deutschlands Marathonläufer. Das Fachamt Leichtathletik hat dem Deutschen Olympiaausschuß zur Meldung für den Olympischen Marathonlauf drei Teilnehmer genannt. Es sind dies Franz B a r f i ck e (Breslau), der Gewinner des Berliner Ausscheidungslaufes, Paul de Bruyn und Ernst B r ä s i ck e (beide Berlin). Vorbehaltlich der Zustimmung des Reichssportführers werden diese drei Marathonläufer Deutschland in der klassischen Prüfung am 9. August vertreten. Titelkämpfe der deutschen Berufsradfahrer. Erich Metze und Albert Richter verteidigten am Sonntag ihre Titel als deutsche Meister der Berufs-Radfahrer auf der Dresdener Radrennbahn vor 12 000 Zuschauern erfolgreich. Metze siegte im Endlauf der Steher über 100 Kilometer in 1:34,30 Stunden vor Hille (Leipzig), Möller (Hannover), Schindler (Chemnitz) und Schön (Wiesbaden), und Richter setzte sich im Endlauf der Flieger zweimal gegen seinen Landsmann Stesses erfolgreich durch. Den dritten Platz belegte Engel (Köln) vor Rieger (Breslau). Die Gchwimmeisterschasten des Gaues Hessen. Zwei Titel an den Gießener Schwimmverein. Im Marburger Strandbad wurden am Sonntag die Schwimm-Meisterschaften des Gaues Hessen entschieden. Bei den ungünstigen Witterungsverhältnissen — zu Beginn der Veranstaltung ging ein starker Regen nieder — hatten sich nur wenige hundert Zuschauer eingefunden. Von den gezeigten Leistungen verdient vor allem der neue hessische Rekord über 100 Meter Kraul für Frauen Erwähnung, den Frl. Nippe vom Kasseler SV. mit 1:23,4 Minuten aufstellte. Der Kasseler SV. war auch der erfolgreichste Verein, nicht nur in den Einzelwettbewerben, sondern auch in den Staffeln. Ergebnisse: Manner: Kunstspringen: 1. Schüler, Gießener SV., 98,50 Punkte. 1500 Meter Kraul: 1. John, Kurhessen Kassel, 27:19,6 Min. 4X100 Meter Brust: Samstag: 1 Weltrekord. 2 deutsche Rekorde! Am Samstagvormittag begannen in Berlin auf dem Mommsen-Sportplatz in Eichkamp die Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften 1936. Zum 41. Mal kämpfen damit deutsche Athleten in Lauf, Sprung und Wurf um die Ehre, der beste Leichtathlet in deutschen Landen zu sein. Die Bedeutung der Titelkämpfe wurde noch erhöht durch die Tatsache, daß sie auch als letzte Ausscheidungen für die Olympischen Spiele galten, daß also die Plätze hinter den Siegern mehr als je begehrt und umkämpft sein mußten. Sportlich waren diese Meisterschaften schon am ersten Tage ein großer Erfolg. Ein Weltrekord durch Gisela Mauermeyer im Diskuswer- fe n der Frauen mit 48,31 Meter und zwei deutsche Rekorde der Männer, durch Hein (Hamburg) mit 54,26 Meter im Hammerwerfen und durch L. Lang (Leipzig) im Weitsprung mit 7,82 Meter waren eine prachtvolle Ausbeute dieses ersten Tages. Der Publikums-Erfolg war entsprechend groß. Am Nachmittag hatten sich nicht weniger als 20 000 Zuschauer eingefunden, eine Zahl, die unseres Wissens bei rein leichtathletischen Wettbewerben in Deutschland kaum je zuvor erreicht worden ist. Dressprung-Retord am Sonntag. Am Sonntag wurde diese Ziffer noch übertroffen. Nicht weniger als 25 000 Menschen füllten schon lange vor Beginn der Entscheidungen am Nachmittag die Zuschauer-Ränge des Mommsen-Stadions in Berlin-Eichkamp. Der Reichssportführer, Exz. L e w a l d , Dr. C. Diem und eine Reihe anderer führender Männer des deutschen Sports wohnten den Kämpfen bei. Das wichtigste Ergebnis ist zweifellos der neue Dreisprung- Rekord. Seit 14 Jahren hatten die 14,99 Meter von Arno Holz als deutsche Bestleistung Gültigkeit; endlich übersprang W ö l l n e r - Leipzig mit 15,06 Meter die 15,00-Meter-Grenze, die vorn Zweiten des Wettbewerbes, Joch-Wünsdorf, genau erreicht wurde. Enttäuschend war das Diskuswerfen, wo so bekannte Leute wie Lampert-Saarbrücken, SV., 1:23,4 Min. (neue Gaubestleistung). 100 Meter Rücken: 1. Düffler, Kasseler SV., 1:41,4 Min. 200 Meter Brust: 1. Goening, Kasseler SV., 3:16,8 Min. Deutscher Motorradsieg in Holland. Der Große Motorrad-Preis von Holland (zugleich Tourist-Trophy) wurde am Samstag auf der bekannten Rundstrecke von Assen ausgefahren. Dabei gab es in der 250-Kubikzentimeter-Klasse einen deutschen DKW.-Doppelsieg durch Arthur Geiß (1.) und Hans Winkler (2.). In der 350-Kubikzentl- meter-Klasse belegten die Norton-Fahrer White und Frith die ersten Plätze. Bei den Halbliter- Maschinen kam der englische Norton-Fahrer James Guthrie zu einem neuen Sieg. Zweiter wurde hier Otto Ley auf BMW. Die DKW.-Fahrer Müller und Steinbach mußten, in günstiger Position liegend, aufgeben. Fachamtes Turnen im Gau XII Hessen überbracht, fand die turnerische Arbeit des Tages ihre weihevolle Einstimmung durch eine Morgenfeier, die von Kreisdietwart Schilling- Bachrain eindrucksvoll gestaltet wurde. Mit dem Gesänge des Liedes „Turner, auf zum Streite!" marschierten dann Wettkämpfer und Wettkämpferinnen auf die Kampfplätze, und unter der ruhigen, erfahrenen Leitung des Oberturnwarts im Rhönturnfestausschuß, Jos. Deuter (Fulda), wickelten sich die Kämpfe bei recht guten Leistungen reibungslos ab. Der Kulen des Rhöngebirges ist eine Kampfstätte, wie man sie naturnäher, ursprünglicher nur selten in deutschen Daterlande antreffen dürfte. Auf dem grünen Rasen, wie ihn uns die Natur geschenkt hat, werden die volkstümlichen Kämpfe ausgetragen. Daneben lagern auf blumigen Bergwiesen, in denen die Arnika, die Bergflockenblume und die Türkenbundlilie blühen, die Zuschauer, die mit den ausübenden Turnern und Sportlern in treuer Kameradschaft verbunden sind. Aus nächster Nähe grüßt das Fliegerlager, in dem Deutschlands kühne Fliegerjugend schon die ersten Vorbereitungen trifft zu den großen Flugwettbewerben, von denen im August die ganze Welt sprechen wird. Die von Oberturnwart I. Deuter vorgenom- mene Siegerehrung klang aus mit dem begeistert aufgenommenen „Sieg-Heil!" auf den Führer und mit dem Gesang der Lieder der Nation. lieber die heimischen Erfolge berichten mir noch. der Titelverteidiger, Sievert- Hamburg, und Würfelsdobler - München schon die Qualifikationsweite von 44,00 Meter nicht erreichten und gar nicht in die Entscheidung kamen. Schröders 49,00-Meter-Wurf reichte schon zum Sieg. Im Hochsprung kam als Einziger Weinkötz (Köln) mit 1,93 Meter über die „internationale" Grenze; drei weitere blieben bei 1,86 Meter hängen. Favoritensiege brachten die beiden Mittelstrecken, Harbig- Dresden gewann nach unerhört hartem Kampf die 800 Meter in 1:54,1 Min., die drei Nächstplacierten blieben ebenfalls unter 1:55. lieber 1500 Meter, die von Meister Schaumburg mit 3:54,6 Min. nun schon zum dritten Mal siegreich beendet wurden, kamen alle sechs Ersten des Endlaufes unter 3:58 Minuten ein; ein bei der schweren Bahn ganz ausgezeichnetes Ergebnis. Bei den Frauen gab es zwei Frankfurter Siege. Tilly Fleischer, die der Olympia-Kernmannschaft nicht mehr angehört hatte, gewann mit 44,56 Meter überlegen das Speerwerfen, ihre Klubkameradin Eckert holte sich in 12,1 Sek. sicher das 80-Meter- Hürdenlaufen. Frankfurts Leichtathleten hatten schon am Vortage durch Welscher und Hornberger zwei Titel geholt. Die deutschen Meister 1936. (In Klammer gesetzt die Sieger von 1935.) IHänner; 100 Meter: Hornberger, Frankfurt, 10,7 Sekunden (Borchmeyer, Stuttgart). 200 Meter: Schein, Hamburg, 22,0 Sekunden (Neckermann, Mannheim). 400 Meter: Hamann, Berlin, 48,9 Sekunden (Hamann, Berlin). 800 Meter: Har big, Dresden, 1:54,1 Minuten (König, Hamburg). 1500 Meter: Schaumburg, Oberhausen, 3:54,6 Minuten (Schaumburg, Oberhausen). 5000 Meter: Raff, Oberhausen, 15:06,6 Minuten (Syring,, Wittenberg). 10 000 Meter: Syring, Wittenberg, 31:37,2 Minuten (Haag, Darmstadt). 110 Meter Hürden: Welscher, Frankfurt, 15,2 Sekunden (Wegener, Berlin). 400 Meter Hürden: Scheele, Hamburg, 54,0 Sekunden (Scheele, Hamburg). 50-Kilometer-Gehen: Bleiweiß, Berlin, 4:48:57 Stunden (Hähnel, Erfurt). Marathonlauf: Barsicke, Breslau, 2:51:22,2 Stunden (Brauch, Berlin). 3000 - Meter - Hindernislauf: Heyn, München 9:35 Minuten (Heyn, München). Hochsprung: Weinkötz, Köln, 1,93 Meter (Weinkötz, Köln). Weitsprung: Song, Leipzig, 7,82 Meter, deut- scher Rekord (Leichum, Wünsdorf). Dreisprung: Wöllner, Leipzig, 15,06 Meter, deutscher Rekord (Drechsel, Thalheim). Stabhochsprung: Müller, Kuchen, 4 Meter (Müller, Kuchen). Kugelstoßen: Wöllke, Berlin, 15,86 Meter (Wöllke, Berlin). Diskuswerfen: Schröder, Berlin, 49 Meter (Lampert, Saarbrücken). Speerwerfen: D r. Wei mann, Wittenberg, 72,24 Meter (Weimann, Wittenberg). Hammerwerfen: Hein, Hamburg, 54,26 Meter, deutscher Rekord (Blask, Königsberg). Zehnkampf: Bonnet, Berlin, 6666 Punkte (Huber, Berlin). Frauen: 100 Meter: Krauß, Dresden, 11,9 Sekunden (Krauß, Dresden). 80 Meter Hürden: Eckert, Frankfurt, 12,1 Sekunden (Steuer, Duisburg). Diskuswerfen: Mauermeyer, München, 48,31 Meter, Weltrekord (Mauermeyer, München). Speerwerfen: Fleischer, Frankfurt, 44,56 Meter (Goldmann, Berlin). Hochsprung: Rats en, Bremen, 1,58 Meter (Kaun, Kiel). Siegerehrung und Ausklang. Im Auftrag von Reichssportführer v. Tscham- mer und Osten nahm Fachamtsleiter Dr. Rit- ter von Halt die Siegerehrung vor. In seiner Ansprache drückte er die Zufriedenheit des Reichs- sportführers über die bei den zweitägigen Kämpfen erzielten Leistungen und die Haltung der Aktiven aus. Der Reichssportführer erwarte von den deutschen Olympiakämpfern, daß sie bei den Olympischen Spielen ihre ganze Kraft zum Ruhme unseres Vaterlandes einsetzten. Es komme nicht darauf an, daß Deutschland eine große Zahl von Goldmedaillen erringe, daß wichtigste sei die Art des Kampfes. Und hier verlange der Reichssportführer von allen Kämpfern vollsten Einsatz, größte Härte und diszipliniertes Auftreten. Im Anschluß daran überreichte Dr. Ritter von Halt im Auftrage des Reichssportführers Dr. Carl Diem für feine Verdienste um die deutsche Leichtathletik den Hanns-Braun-Preis. Kurze Sportnotizen. Die Meisterschaften der deutschen Meere im Schwimmen wurden am Sonntag in Zoppot entschieden. In Abwesenheit der Titelverteidiger holten sich der deutsche Strommeister Geschke-Magdeburg und Elfriede Kast-Bremen die Meistertitel. * Einen deutschen Handballsieg gab es im ersten Länderkampf mit Rumänien, der am Sonntag in der Hauptstadt Siebenbürgens, Hermannsstadt, zum Austrag kam. Die Rumänen erwiesen sich als sehr stark und ließen sich von der meist aus süddeutschen Spielern bestehenden deutschen Mannschaft nur mit 10:8 (5:2) besiegen. D i e fünfte Etappe der „Tour de France“ die von Belfort über 298 Kilometer nach Evian führte, wurde von dem Franzosen Le Greves im Spurt nach einer Fahrzeit von 9:33:45 Stunden vor Wierinckx-Belgien, Danneels-Belgien und Cloarec-Frankreich gewonnen. Bester Deutscher war wieder Bautz. Das „gelbe Trikot" des Ersten in der Gesamtwertung blieb bei dem Franzosen Ar- chambaud. Am Sonntag hatten die Tour de France» Fahrer in Evian einen Ruhetag. * Wasserball - Auswahlmannschaften von Deutschland und Ungarn trugen am Samstag im Budapester 'Kaiserbad einen Trainingskamps aus, den die Ungarn knapp mit 3:2 gewannen. * Das Endspiel um die englische Berufsspieler- Tennis-Meisterschaft bestreiten in Southport der Deutsche Hans N ü ß l e i n und der Franzose Henri C o ch o t. Nüßlein schlug in der Vorschlußrunde Plaa 6:1, 6:3, 6:2 und Cochet blieb gegen Ramil' Ion 6:3, 6:1, 6:2 erfolgreich. Gportami „Krast durch $reuöex'. Heute folgende Kurse: Allgemeine Körperschule, Frauen und Männer: Von 19.15 bis 20.30 Uhr, Uni- versitätssportplatz am Kugelberg. Reiten: Von 21 bis 22 Uhr, Universitäts-Reit- instttut, Brandplatz. Fröhliche Gymnastik und Spiele, Frauen: Von 20.30 bis 21.45 Uhr, Lollar, 1 Kantine der Fa. Buderus. Am Samstag und Sonntag fanden auf dem Mommsen-Sportplatz in Berlin die Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften statt, nach deren Ergebnissen die Leichtathleten für die Olympischen Spiele ausgewählt werden. Links sieht man ein herrliches Zielbild aus dem 100-m-Vorlauf der Frauen, Frl. Krauß wurde Erste. — Rechts: Der Start zum 100-m-Vorlaus der Männer, den B o r ch m e y e r (im Vordergrund) leicht mit 11,1 Sekunden gewann. — (Scherl-Bilderdienst-M.) 'M s