Htl» Erster vlatt 186. Jahrgang Mittwoch, 15. Mai 1036 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monats-Sezugsprelr: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Sranffurt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Universitäts-Such- und Steindruckerei R. Lange in Stehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulftrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8^/,Uhr des Dormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70 mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25°/g mehr. 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Er ist der Ansicht, daß eine Frist notwendig sei, um seinen Mitgliedern die Prüfung der Lage zu ermöglichen, die durch die schwerwiegenden neuen Schritte der italienischen Regierung entstanden ist. Der Rat beschließt, am 15. Juni seine Beratungen über die Angelegenheit wieder aufzunehmen und erachtet, daß es nicht angebracht sei. die Maßnahmen abzuändern, die durch die Völkerbundsmitglieder gemeinsam getroffen worden sind. In der Aussprache betonte der a b e s s i = Nische Vertreter die unerschütterliche Entschlossenheit Abessiniens, seine Unabhängigkeit und Unversehrtheit zu verteidigen. Der Vertreter Argentiniens erklärte, er stimme der Entschließung im Interesse der Aufrechterhaltung der Grundsätze des Völkerbundes zu, mache aber einen Vorbehalt hinsichtlich der Vertagung der Aussprache. Der Vertreter Chiles meldete seine Stimmenthaltung an, da nach Auffassung seiner Regierung die Sanktionen mit Beendigung des Krieges gegenstandslos geworden seien und deshalb aufgehoben werden müßten. Die Aufhebung der Sanktionen wäre ein wichtiger Beitrag zur Ueberwin- dung der gegenwärtigen politischen und wirtschaftlichen Krise Der Vertreter Ecuadors wies darauf hin, daß sein Land die Sanktionen bereits aufgehoben habe, nachdem sie sich als Mittel zu dem ursprünglich angestrebten Zweck nicht mehr als angemessen erwiesen hätten. Damit war der einzige auf der Tagesordnung der Sitzung vom Dienstag stehende Punkt erledigt. Das Echo in London. Verschärfte Spannung. London, 13. Mai. (DNB. Funkspruch.) „Daily Telegraph" berichtet aus Genf, Italien habe dem Generalsekretär des Völkerbundes eine Mitteilung unterbreitet, die an alle Mitglieder in Umlauf gesetzt werden solle. Darin werde eine Reihe von Anklagen gegen Großbritannien erneuert. So werde besonders auf die angebliche Lieferung von D u m - D u m - G e s ch o s s e n aus England an Abessinien Bezug genommen. Die Mitteilung enthalte eine neue Serie von Greuelphotographien. Aehnliche Anschuldigungen, die von Italien im Februar gemacht wurden, seien sofort und überzeugend von der britischen Regierung zurückgewiesen worden. Die Wiederholung dieser Behauptungen erfolge in einer Art, die die schärfste und bestimmteste Zurückweisung durch die britische Regierung erfordere. Es könne kein Zweifel bestehen, daß die vergangenen 48 Stunden den Eindruck einer verstärkten englisch-italienischen Spannung gemacht hätten. Die erneuten Anschuldigungen zeigten das bittere Gefühl Italiens gegen Großbritannien als den Führer der Völkerbundspolitik. Es sei ein unglücklicher Umstand, daß die Zurückhaltung anderer Rotsmitglieder Eden verpflichtet hatte, am Dienstag wiederum die Führung in Genf zu übernehmen. „Morning Post" meint, daß keine der großen Mächte gewillt sei, den Vorschlag für die Beseiti- aung der Sanktionen auf sich zu nehmen. Die kleineren Nationen warteten natürlich auf die Führung der Großmächte. Bei den letzten Gelegenheiten feien jedoch weder Großbritannien noch Frankreich gewillt gewesen, sie zu übernehmen. Das stets gegen die Sanktionen kämpfende Blatt erklärt, die offensichtliche Unentschiedenheit Londons werde in internationalen Kreisen ernsten Gründen zugeschrieben. Die amtliche Erklärung, daß Großbritannien auf die Bildung des neuen französischen Kabinetts warte, sei wenig zufriedenstellend, da in der 'französischen Politik eine große Aenderung nicht vorgenommen werde. Leon Blum sei ebensowenig wie seine Vorgänger bereit, das Risiko eines Bruches der französisch-italienischen Beziehungen auf sich zu nehmen. Die „Times" schreibt, der Völkerbundsrat habe offensichtlich das Richtige getan, seine Aussprache über die Lage in Abessinien um Monat zu vertagen. Es sei einer der Fälle, wo in der Aufschiebung Weisheit und nicht Schwäche liegt. Der Zusammenbruch der abessinischen Armee könne durch keine Aktion des Völkerbundes ins Gegenteil verkehrt werden. Wie die Dinge nun einmal liegen, würde ein rasches Vorgehen nur ein Anzeichen von Panik und Verzweiflung sein. Das sei die wirkliche Antwort an die beiden Richtungen der englischen Auffassung, die einerseits zu einem energischeren Vorgehen gegen Italien aufriefen und andererseits wünschten, daß keine Zeit verloren werde, um die Hand des Eroberers zu ergreifen. Niemand beabsichtige, mit irgendeiner Nation in der Welt einen Dauerzustand von Spannung zu schaffen. „Sanktionen" würden ebenso wie ein Krieg zu ihrer Zeit zu Ende gehen. Bevor dieser Zeitpunkt jedoch komme, müsse noch viel erledigt werden. Der „Daily Telegraph" meint, die Zurückziehung der italienischen Abordnung von Genf sei von einer logischen Folgerichtigkeit. Von Anfang an habe Mussolini darauf bestanden, daß die Auseinandersetzung mit Abessinien Jtalienseigene Angelegenheit sei. Nur Hitzköpfe würden be- dauecn, daß eine Zeit für Ueberlegungen entstanden sei. Sie gebe Gelegenheit, den Völkerbund im Lichte der 15jährigen Erfahrung zu beurteilen und zu entscheiden, ob seine Verfassung aufrechterhalten werden könne oder nicht. Die „Morning Post" äußert zynisch, der Völkerbund habe bei seiner 92. Sitzung seinen Ruf gewahrt, den er in den vergangenen 91 Sitzungen erworben habe: „Der Völkerbundsrat kam, sah und vertagte si ch". Der Völkerbund müsse, wenn er ein Garant von Frieden und Sicherheit sein wollte,. in der Lage sein, sich auf die unmittelbare und bedingungslose Unterstützung aller seiner Mitglieder zu verlassen. Die einzige Gewißheit, die man aus der Erfahrung der vergangenen zwölf Monate erlangt habe, sei die, daß man noch in einer Welt lebe, wo der st arte Arm die einzige Garantie für Sicherheit fei. Die Presse wurde im Foreign Office davon unterrichtet, daß der italienische Botschafter die britische Regierung von der Einverleibung Abessiniens unterrichtet habe. Gleichzeitig seien auch die französische und die amerikanische Regierung davon verständigt worden. In Kreisen des britischen Roten Kreuzes wird angenommen, daß das italienische Oberkommando den Stationen wahrscheinlich 14 Tage Zeit lassen werde, um die Abreise-Vorbereitungen zu beenden. Die Patienten des britischen Roten Kreuzes dürften dann von den Italienern übernommen werden. Zeitweilig oder für dauernd? pariser Besorgnisse über den Beschluß Mussolinis. Paris, 13. Mai. (DNB. Funkspruch.) Die Abreise der italienischen Abordnung aus Genf hat in Paris eine ziemliche Verwirrung ausgelöst. Man fragt sich, ob Italiens Fernbleiben aus Genf nur vorübergehend oder dauernd sein wird und wägt mit Besorgnis die Rückwirkungen dieses Schrittes auf die europäische Politik ab. Einig scheint man sich in französischen Kreisen in der Erkenntnis zu sein, daß ohne Aufhebung der Sanktionen eine Rückkehr Italiens nach Genf nicht erwartet werden kann. Vor der Wahl, entweder auf die Sanktionen zu verzichten oder Deutschland als den angeblichen Nutznießer des Auszuges Italiens aus Genf zu sehen, entscheidet Paris sich ohne Zögern für die erstere Lösung. Sogar die radikalsozialistische „Republique", die dieses Entweder — Oder am deutlichsten herausarbeitet, will nun auf die Sanktionen verzichten, um nicht die italienische Freundschaft zu verlieren, „die Frankreich zum Ausgleich der historischen Ansprüche benötige". (!) Auch das „Journal" warnt davor, Italien in die Isolierung zu treiben, denn das klarste Ergebnis einer derartigen Politik würde fein, Italien den „M anövern Deutschlands" auszuliefern, das fkch Italiens bediene, um einen Druck auf England auszuüben. „Echo de Paris" glaubt, daß man noch nicht mit einem endgültigen Fernbleiben Italiens aus Genf rechne, denn die Gegenwart Italiens in Genf habe Mussolini seit dem Herbst manchen Gewinn eingebracht. Italien werde versuchen, diesen oder jenen Staat zur Aufhebung der Sanktionen zu bewegen und hier und dort den italienischen König als Kaiser von Abessinien anerkannt zu sehen. Die neutralen Staaten wollten nicht die Opfer tragen, nur um Frankreich und England zu gestatten, die Eisenbahn Addis Abeba—Dschibuti und die Nil- quellen für sich zu retten. Sehr bezeichnend sei auch Litwinows Haltung. Bis zum Laval-Hoare- Plan sei er der eifrigste Fürsprecher der Sanktionen gewesen. Am Dienstag aber habe er alles kritisiert, was die Beziehungen zwifchen Rom und Genf verschlechtern könne. „Oeuvre" sieht die einzige Hoffnung darin, daß Italien sich dis zum 15. Juni um den Preis der Anerkennung seiner Eroberung durch alle Staaten und durch den Völkerbund zu einer Z u - sammenarbeit in Europa bereit erkläre. Gewisse Staaten wünschten, daß Frankreich in Uebereinstimmung mit England der italienischen Regierung Fragen unterbreite über die Haltung, die die italienische Regierung in diesem oder jenem Falle einnehmen werde, sei es in Mitteleuropa, sei es im Mittelmeer, sei es am Rhein. — Der „Petit Parisien" klagt, wenn Italiens Abreise aus Gen nicht nur eine Warnung, sondern ein endgültiger Entschluß sei, werde Italien nicht nur für Genf, sondern für die europäische Zusammenarbeit verloren sein. — „Le Jour" erklärt, daß die größten politischen Schwierigkeiten nun erst begännen. Nach der Einverleibung Abessiniens werde der Streitfall zwischen Rom und London und zwischen Italien und dem Völkerbund sich erst in seinem ganzen Umfang entwickeln. Vorerst keine Kaiser-Krönung Viktor Emanuels. Rom, 11. Mai. (DNB.) Die ausländischen Pressenachrichten, die von Verhandlungen zwischen der italienischen Regierung und dem Vatikan wegen einer feierlichen Krönung Victor Emanuels zum Kaiser des neu entstandenen römischen Imperiums in der Peterskirche sprechen, finden in hiesigen zuständigen Kreisen keine Bestätigung. Wenn es auch nicht für ausgeschlossen angesehen wird, daß ein derartiger Akt später einmal, wenn auch nicht in Rom, so doch in Addis Abeba oder Aksum vor- genommen werden wird, erfährt man, daß die Krönung nicht unbedingt erforderlich ist, und daß auch die Königin Viktoria von England sich niemals zur Kaiserin von Indien hat krönen lassen, sondern diese Gepflogenheit erst von ihrem Nachfolger ausgenommen worden sei. Das abessinische Serrscheepaar in Palästina. W.. * Kaiser Haile Selassie hatte sich von Dschibuti aus auf den britischen Kreuzer „Enterprise" nach Haifa begeben, wo er von dem Bezirkskommissar von Nord-Palästina empfangen wurde. Unser Bild zeigt die Begrüßung der Kaiserin am Hafenkai von Haifa. — (Associated-Preß-M.) Abessinien alsSiedlungslanb Die Annexion Abessiniens durch die Italiener soll wirtschaftlich ergänzt werden durch die Besiedelung des Landes, durch eine „militärische A u s - wanderun g", wobei der italienische Bauer gewissermaßen in der einen Hand den Spaten und in der anderen Hand das Schwert zur Verteidigung gegen die zum Teil noch unkultivierten Eingeborenen führen soll. Mussolini hat erklärt, in Abessinien befänden sich rund 400 000 italienische Bauernsöhne und 100 000 Arbeiter, von denen der größte Teil wohl im neuen Gebiet Italiens sich seßhaft machen werde. Sein Propagandachef Graf Ciano sagte, in dreißig Jahren würde man die Früchte italienischer Kulturpolitik einheimsen können, aber schon nach fünf Jahren die ersten Früchte sehen. Dabei muß von vornherein die Einschränkung gemacht werden, daß die Italiener des Nordens von denen des Südens grundverschieden sind. Die Süditaliener ziehen es vor, in Städten oder stadtähnlichen Dörfern ihr Leben bei möglichst wenig Arbeit zu fristen. Daher waren sie auch — das ist ein offenes Geheimnis — für die Wiederurbarmachung der Pontini- schen Sümpfe nicht geeignet und wurden durch Nord- italiener ersetzt, die arbeitsamer an und für sich und robuster sind und auch das Leben auf Einzelgehöften im Gegensatz zu den Süditalienern ertragen. Das ist besonders wichtig für Abessinien, wo tatsächlich sich die Besiedelung nur auf Einzelgehöften und wohl nur im Norden des Landes abspielen könnte. Man hat viel über die Bodenschätze und über die natürlichen Reichtumsquellen geschrieben, aber man hat in Wirklichkeit nur einige Proben gesehen, und diese Proben an Gold, Platin, Eisen, Kupfer und Blei entstammten Gegenden, die erst noch der Ausschließung durch Verkehrswege harren, deren Anlage im durchweg gebirgigen und teilweise wasserarmen Abessinien gewaltige Kapitalien erforderlich macht. Abessinien hat mehr als die dreifache Fläche Italien, es reicht vom gemäßigten Klima des Berghochlandes über das subtropische Klima bis in die tropische Zone hinein, und in Addis Abeba, das 2424 Meter hoch liegt, ist noch im Dezember ein jäher Temperaturunterschied zwischen Nacht und Tag zu verzeichnen, wobei die durchschnittliche Tagestemperatur 13,3 Grad Celsius beträgt. In der Danakilwüste und im Süden herrscht eine geradezu Ünerträgliche Hitze. In diesen Gebieten sind also kaum Siedlungsmöglichkeiten für die Italiener vorhanden. Es müßten gewaltige Bewässerungsanlagen gebaut werden, zu denen die Ströme Uebi, Schebeli und Juba zwar das Wasser liefern könnten, aber es fragt sich, ob die ganze Sache lohnend ist Das ganze Gebiet, größer als Deutschland und Holland zusammen, bleibt Steppe, und wenn es dort auch Nitrate und vielleicht Petroleum geben soll, so kommt dieses weite Gebiet doch als bäuerliches Siedlungsland nicht in Frage Bei der Hauptstadt Addis Abeba scheinen allerdings reiche Eisenvorkommen nach Ansicht der Geologen vorhanden zu sein, die eine Ausbeute lohnen würden. Wichtiger vielleicht für die italienische Besied- lung ist die bisher, unbesetzte Provinz Kaffa, die Urheimat des Kaffees, im Südwesten des Landes. Diese Provinz mit ihrer subtropischen Natur ist allerdings nur für Plantagenbau geeignet. Nördlich davon, also genau westlich der abessinischen Hauptstadt, liegen die Provinzen W a l e g a und I a m b o. Hier haben schon zur Zeit der alten Aegypter die Eingeborenen in Frondiensten auf Gold und andere Edelmetalle geschürft, und in der Provinz Beni Shangul gibt es uralte Gold- aräberlager, die durch deutsche Forscher wie Gras Prorok als die Ouelle der alten ägyptischen Schätze festgestellt wurden. Während Kaffa sich neben der Produktion von Kaffee vorzüglich als Kautschuk- und Baumwollgebiet eignet, ist in der Provinz Walega schon in den letzten Jahren Platin und Gold durch eine Bergbauaefell- schgst, bie Soci£t£ Miniere des Concessions Prasso en Abessinie abgebaut worden, und zwar im Ge< samtwerte von fast sechs Millionen Goldfranken. Auch ein deutsches Handelshaus besitzt dort Schürfrechte, die es aber bisher nicht ausnutzte. Diese Provinzen müssen allerdings von den Italienern militärisch besetzt werden. Weiter nordwestlich liegt die Provinz G o d j a m, die an den vielbesprochenen Tana-See heran- reicht. Der Tana-See dient bekanntlich der Bewässerung des englischen Sudan und seiner gewaltigen Baumwollplantagen, die im vorigen Jahr für über 20 Millionen Pfund Baumwolle lieferten. Die Italiener versichern, daß sie die englischen Wasserrechte achten werden, aber da die nördlichen Provinzen Amhara und Tigre, die als die eigentlichen Siedlungsgebiete für italienische Bauern in Betracht kommen, zum Teil ebenfalls künstlich bewässert werden müssen, um Lwchsterträae zu erzielen, und diese Bewässerungsanlagen gewaltige Kapitalien verschlingen, ist es in den Zeiten der Dürre wohl selbstverständlich, daß die Italiener zunächst für sich sorgen und dem Sudan dann das Uebrige lassen werden. Es ist nicht anzunehmen, das die Italiener ihre Pflanzungen verdorren lassen, um die engli- chen Baumwollanlagen mit Wasier zu versorgen. Die nördlichen, sehr gebirgigen Gegenden Abessiniens bieten dem italienischen Kleinbauern gute Siedlungsmöglichkeiten, wenn auch, wie Graf Ciano ausführte, Jahre darüber vergehen werden, ehe sie ausgenutzt werden können. Zunächst fehlt es an Verkehrswegen, dann zum Teil an den Vorarbeiten für die Bodenbewirtschaftung. Der Abessinier lebte hauptsächlich von seinen Herden und baute an Feldfrüchten nur das Notwendigste an. Diese primitive Wirtschaftsform wurde einmal durch die große Bedürfnislosigkeit der Eingeborenen und dann durch die ständigen räuberischen Ueberfälle der polen am Todestage seines Begründers. gehen, und niemand dürfte es wagen, ihm den Auftrag und die Aufgabe streitig zu machen, die ihm von dem Schöpfer des neuen Polen übergeben wurde. Die dritte Macht fchliehlich, die der Marschall als eine Grundtatsache des neuen Polen schuf, nämlich die außenpolitische Unabhängigkeit, wurde aufs Nachdrücklichste verfochten und aufrechterhalten durch den Obersten Beck, der auch nach innen als engster Vertrauter des verstorbenen Marschalls noch immer seine Autorität wahrt und allen gegen ihn gerichteten Angriffen aus dem Regierungslager wie aus den Reihen der Opposition erfolgreich Wilna, 12. Mai. (DNB.) In Wilna sind Menschenmassen aus allen Teilen des Landes zusammengeströmt, um am Todestag der Marschalls Pilsudski Zeuge zu sein jenes Aktes von Sohnes- liebe, den der Marschall in seinem Testament bestimmte: Zu Füßen der sterblichen Hülle seiner Mutter wird heute das Herz des polnischen Nationalhelden gebettet. Unter dem Geläut aller Glocken setzte sich der Trauerzug in Bewegung. Die Straßen, geschmückt mit lang herabwallenden Bannern in den Farben der Ordensbänder der höchsten Auszeichnungen Polens, des Unabhängigkeitskreuzes, der „Polonia Restituta". Vereine mit ihren Fahnen, Schulen und Militär bilden Spalier. An der Spitze des Zuges marschieren Abteilungen sämtlicher Heeresformationen. Fahnenabordnungen der vielen Verbände mit wunderbaren Kränzen, die das Grab schmücken werden, folgen. Unmittelbar vor der Urne mit dem Herzen des Marschalls und dem Sarge seiner Mutter schreitet die hohe Geistlichkeit in ihren prächtigen Gewändern. Ihnen folgen Präsident Moscicki, das Staatsoberhaupt Polens, sowie die engsten Familienangehörigen des Marschalls, das Oberhaupt der Armee, General Rydz-Smigly, der ehemalige Ministerpräsident Oberst S l a w e k, General S o s n - kowski u. a. Es folgen soziale und religiöse Organisationen, die erst Stunden nach der Feier an dem Grab vorbeiziehen werden. Während Fliegergeschwader die Luft mit ihrem Dröhnen erfüllen, melden die Glocken der Wilnaer Kathedrale den Augenblick, in dem sich die Spitze des Zuges dem Friedhof nähert. Unter schlichten Grabsteinen von hellgrauem Granit ruhen hier über Die Trauerseier in Wilna Wilden erzwungen. Denn von den 11 Millionen Einwohnern, auf die die abessinische Bevölkerung geschätzt wurde, sind allein 5 Millionen Gallas, 1 Million hamitische Somal und Danakil, die von den 3 Millionen Amharen beherrscht wurden und sich durchaus als Opposition fühlten, die jetzt auch das Kaiserreich der Amharen durch Revolten zu Fall brachten. Zum Teil sind diese wilden Stämme noch Heiden oder huldigen einem oberflächlichen Mohammedanismus. Wie sie sich jetzt gegen die Herrenkaste der Amharen wendeten, so werden sie vielleicht sich in absehbarer Zeit gegen die Kultur der Italiener richten. Auf jeden Fall ist die eingeborene Bevölkerung nicht geneigt, sich ohne weiteres dem Kulturspaten der Italiener zu unterwerfen, wozu erschwerend kommt, daß die Amharen Sklaven hielten, die jetzt befreit wurden und nicht wissen, was sie tun. Zur Kolonisierung Abessiniens gehören, ganz abgesehen von den geographischen Schwierigkeiten, gewaltige Kapitalien, die aufzubringen die Kräfte Italiens Menschenalter in Anspruch nehmen wird. Der plan des wirtschaftlichen Ausbauwerks. Rom, 12. Mai. (DNB.) Die Weisungen, die Mussolini dem Vorsitzenden des Reichsoerbandes der italienischen Industrie, Grafen Dolpi, über die sofortige Aufnahme aller vorbereitenden technischen und wissenschaftlichen Arbeiten für die Besiedlung und Bewirtschaftung Abes- s i n i e n s gegeben hat, schreibt „Giornale d'Jtalia", alles werde auf allen Gebieten im faschistischen Stil in Angriff genommen. Der Reichsverband der italienischen Industrie werde die treibende Kraft sein. Landwirtschaft und Industrie sollen auf einer sicheren Produktionsbasis Zusammenarbeiten, damit die Opfer, die für den Krieg gebracht worden seien, der ganzen Nation im höchsten Grade zu Nutzen kämen. Unter den R o h st o f f e n würde zunächst an Baumwolle, Wolle, ölhaltige Samen, Felle, Edelhölzer, Mineralien und Petroleum gedacht. Letzteres sei bereits im südlichen Danakil- gebiet festgestellt worden. Nachforschungen und Verwertung aller Rohstoffvorkommen werde vereinigt, der natürliche Reichtum des abessinischen Bodens aber nicht wenigen Händen zur Ausbeutung überlassen werden. „Tribuna" betont aber, daß mit dem Einsatz des Reichsoerbandes der italienischen Industrie der Einzelinitiative und der persönlichen Tatkraft im Rahmen der faschistischen Wirtschaftsauffassung weitgehende Freiheit gewährt werden soll. Vertagungsbeschluß der Reft-Locarnomächte. Genf, 12. Mai. (DNB.) Don den Vertretern Frankreichs, Englands und Belgiens wurde am Dienstagnachmittag die Locarnofrage erörtert. Heber die Sitzung wurde folgende Verlautbarung ausgegeben: „Die Vertreter Belgiens, Frankreichs und des Vereinigten Königreiches von Großbritannien und Nordirland, die sich anläßlich der Tagung des Völkerbundsrates in Genf befanden, haben, wie am 10. April zwischen den Vertretern der Locarnomächte vereinbart worden war, heute eine Sitzung abgehalten. Dabei wurde unterstrichen, daß es wichtig wäre, die unternommenen Bemühungen so bald wie mög- lich zum Erfolge führen zu sehen. Jedoch mußte festgestellt werden, daß die Untersuchung, die gemäß der Verabredung von dem britischen Vertreter zur Klärung einer Anzahl von Punkten des Memorandums der deutschen Negierung vorgenom- men wurde, nicht beendet sei. Unter diesen Umständen haben sie es für zweckmäßig gefunden, ihre Entscheidung bis zu einer späteren Zusammenkunft zurückzustellen. Sie sind der Meinung, daß es alsbald nach dem Eingang der deutschen Antwort für die Locarnomächte angezeigt sein wird, unverzüglich zum Zwecke des Austausches ihrer Meinungen in Fühlung zu treten." Oer Versicherungsfkandat in England. London, 12. Mai. (DNB.) Die Vernehmungen vor dem zur Untersuchung des Versicherungsskandals eingesetzten richterlichen Ausschusses haben noch nicht die Frage geklärt, auf welche Weise die Versicherungsnehmer von den Haushaltsgeheimnissen Kenntnis erhielten. Der Finanzmann Bäte s, der als ein alter Freund des Kolonialministers Thomas bezeichnet wird, erklärte, er fei ein berufsmäßiger Spieler. Er habe viele Wetten für Pferderennen abgeschlossen, die sich wöchentlich auf 1000 bis 1500 Pfund Sterling beliefen. Er habe mit einer Erhöhung der Steuern gerechnet, da er gewußt habe, daß die Regierung Millionenbeträge für die Aufrüstung benötige. Während des Verhörs wurde mitgeteilt, daß der Rechtsanwalt Eves, ein Sekretär von Bates, im Laufe eines Gespräches einen „sehr geschickten" Mann erwähnt habe, der sich für große Summen gegen die Erhöhung der Einkommensteuer versichert habe. Eves habe den Namen des Mannes nicht erwähnt, sondern lediglich erklärt, daß er einen sehr starken Verdacht habe. Dieser Verdacht habe sich seither bestätigt. Der langjährige Sekretär des britischen Kabinetts Sir Maurice Hankey teilte mit, daß der Schatzkanzler in einer Kabinettsfitzung am 9. April seine Haushaltsvorschläge dargelegt habe, daß aber die Erklärungen Chamberlains nicht zu Protokoll genommen und auch später nicht schriftlich festgelegt worden seien. Außerhalb des Kabinetts hätten keine Besprechungen über die Steuererhöhungen stattgefunden. Im allgemeinen entscheide der Schatzkanzler hierüber aus eigener Machtvollkommenheit und gebe seinen Kabinettskollegen vier oder fünf Tage vor der Verkündung des Haushaltes im Unterhaus feine Vorschläge bekannt. Ein Durchsickern des Haushaltsgeheimnisses sei nur durch das Kabinett selb st möglich. Ein Verrat durch einen Diener oder durch eine andere Person komme nicht in Frage. Nie neue spanische Regierung. Madrid, 13. Mai. (DNB. Funkspruch.) Der bisherige Innenminister Casares Quiroga hat die neue Regierung gebildet. Außenminister ist Augusto Barcia (Linksrepublikaner) wie bisher. Die Zusammensetzung der neuen Regierung ist ähnlich wie Die der letzten. Es sind acht Minister der Linksrepublikaner, zwei der republikanischen Union, einer der Esguerra und ein parteiloser. Außer fünf Ministern sind alle bereits im letzten Kabinett vertreten gewesen. Eine Beteiligung der Svzialdemv- traten hat also — nach dem Wunsch des reoolu- Ein Zahr ohne pilsudski. Mit großer Feierlichkeit ist das Herz des Marschalls Pilsudski neben dem Grab seiner Mutter in Wilna beigesetzt worden. Damit wurde ein Jahr nach seinem Tode der Wunsch erfüllt, den der Schöpfer des neuen Polen in seinem Testament zum Ausdruck gebracht hatte. Alles, was heute in Polen getan wird, geschieht unter Berufung auf den Willen des großen Toten. Er regiert unsichtbar, wenn auch fein Körper vergangen ist. Sein Geist, seine Tat beherrscht auf geheimnisvolle Weise noch immer jede politische Handlung der Testamentsvollstrecker, und wenn es in jüngster Zeit manchmal so schien, als ob die Gefolgsmänner des Marschalls sich untereinander entzweiten und den polnischen Erbfehler der Uneinigkeit wieder aufleben ließen, so nannten und nennen sie sich doch alle Pilsudskisten. Und mit Recht. Denn nicht um die Frage „Für oder gegen Pilsudski?" geht der Streit, sondern mehr um die tagespolitische Frage, m i t welchen Methoden die Regierung das Erbe ihres toten Führers am besten verwirklichen könne. Ueberbies wurden die Grundpfeiler des Staates, den Pilsudski in den kurzen Jahren seiner Herrschaft errichtete', durch den Hader und die Intrigen der rivalisierenden Gruppen überhaupt nicht berührt: Die Armee als der stärkste Ausdruck der neupolnischen Machtstellung hat ihre Selbständigkeit und unangreifbare Neutralität bewahrt. Sie erhält nach wie vor 45 Prozent der finanziellen Mittel, die der polnische Staatshaushalt aufbringt. Auch die Männer, die Pilsudski mit der Leitung der Wehrmacht beauftragt bat, der Generalinspekteur Rydz-Smigly sowie der Kriegsminister K a s p r z y ck i, sind in ihrer Stel- lung nicht angefochten worden. Sie genießen im Volke gerade deshalb ein großes Ansehen, weil sie es verstanden haben, sich von den Auseinandersetzungen auf der politischen Vorderbühne fern zu halten. Der Staatspräsident, den der Marschall mit großen autoritären Machtbefugnissen noch kurz vor seinem Tode ausgestattet hatte, um auf alle Fälle das Staatsoberhaupt von dem Perfonenstreit der Parteien und Gruppen unbeeinflußt zu lassen und so eine letzte verantwortliche Stelle für die Geschicke der Nation zu erhalten, hat seine Aufgabe in der einjährigen Frist seit dem Ableben des Marschalls durchaus erfüllt. Dr. Moscicki, der von Pil- fudfki auf feinen Posten berufen wurde, kann bald das zehnjährige Jubiläum feiner Präsidentschaft be= tionären Flügels — nicht stattgefunden. Interessant ist die Tatsache, daß der jetzige Ministerpräsident und Kriegsminister Casares Quiroga seit Bestehen der Republik fünf verschiedene Ministerien innegehabt hat; diese Zahl erhöht sich mit der neuen Berufung auf sieben. Schmuggel in Rordchma. Gefährdung der ausländischen Anleihen durch Rückgang der Zölle. Schanghai, 12. Mai. (DNB.) Die Schanghaier Seezollbehörde veröffentlicht einen aufsehenerregenden Bericht über den Umfang de s Schmuggels nach Nordchina. Sie wirft dabei den japanischen Militärbehörden die Begünstigung des Schmuggels durch fortgesetzte Unterbindung der von chinesischer Seite eingeleiteten Abwehrmaßnahmen vor. Die Japaner hätten zuerst die Entwaffnung, später die Zurückziehung der Zollkreu- aer aus den Gewässern der entmilitarisierten Zone ourchgesetzt. Das Seezollamt beziffert die bisherigen Verluste an Zolleinnahmen auf über 25 Millionen Dollar. Hauptsächlich würden Kunstseide und Zucker nach Nordchina ein- aeschmuggelt. So seien in einer Woche im April 400 000 Kilogramm Kunstseide und 11 Millionen Kilogramm Zucker unverzollt nach Nordchina gebracht worden. Die geschmuggelten Waren ü b e r = Paris, 12. Mai. (DNB.) Der Generalsekretär I des Spitzenverbandes der französischen Front-s kämpfer-Vereinig ungen Rivolle t, ehemaliger Pensionsminister, übergab der deutschen und französischen Presse nachstehende Botschaft: Deutsche Kameraden! Die französischen Frontkämpfer wenden sich an Euch. Die gegenwärtigen Taae und die Tage, die kommen werden, können entscheidend sein für die Zukunft Europas und für die Zukunft unserer beiden Länder. Wir haben 52 Monate hindurch hart und ohne Falsch gegeneinander gefochten. Sehen wir uns gerade in die Augen und s p r e - chen wir offen zueinander! Als französische Soldaten haben wir unser Vaterland verteidigt, und es gibt keinen Franzosen, der nicht auch heute bereit wäre, es erneut zu verteidigen, wenn die Stunde schlagen sollte. Doch, da wir den Krieg kennen, wollen wir ihn nicht wieder erleben. Wir sind Gegner des Krieges, weil wir Menschen sind und weil ein allgemeiner Weltenbrand den Untergang der europäischen Kultur befiegeln würde, die durch Jahrhunderte währende Muhe und Arbeit geschaffen wurde und für die unsere beiden Länder ihr Bestes hergegeben haben. Wir erklären mit Nachdruck und aus unserer Erfahrung heraus, daß diejenigen, die den Krieg entfesseln, den Krieg niemals auch nur erleben, und daß diejenigen, die ihn erleben, niemals feine Nutznießer sind. Die Regierungen unserer Länder haben Friedenspläne veröffentlicht. Was müssen wir Deutsche und Franzosen sehnlich wünschen? Einen würdevollen und dauerhaften Frieden für Deutschland, für Frankreich und für ganz Europa, einen Frieden, in dem das Recht geachtet und die Ordnung gesichert ist, einen Frieden, in dessen Schoß jede Nation die Verantwortung für die Sicherheit aller anerkennt. Dir rufen Luch deutschen Kameraden zu, daß die Stunde der aufrichtigen Der- föhnung endlich schlagen muh, dah unsere Interessen und unsere Pflichten es ersor- fluteten ganz China und schädigten dadurch das ordentliche Geschäft. Die Seezollbehörde deutet an, daß durch den Schmuggel die ausländischen Anleihen, die durch die Seezolleinnahmen gesichert seien, gefährdet würden. Mrsragen den,,DaichTelegrapÄ" Den Brunnenvergiftern mutz das Handwerk gelegt werden. Berlin, 12. Mai. (DNB.) Der diplomatische Korrespondent des „Daily Telegraph" berichtet seinem Blatte aus Genf, daß der deutsche Reichskanzler kürzlich in einem Gespräch von dem „geschwächten Ansehen Großbritanniens" gesprochen habe und fügte dieser Meldung hinzu, daß die kleinen Staaten sich beeilt hätten, dem englischen Außenminister zu versichern, daß sie dies für eine grundlose Verunglimpfung Großbritanniens hielten. Da diese Behauptung t>es Korrespondenten offensichtlich aus den Fingern gesogen ist und ersichtlich $u dem Zweck verbreitet wird, Stimmung für die Ausrechterhaltung der Sanktionen zu machen, stellen wir dem Korrespondenten des „Daily Telegraph" die präzise dem, gemeinschaftlich auf ihr Nahen zu drangen durch eine gleiche und wechselseitige Anstrengung im Geiste des Einvernehmens, das es uns ermöglicht, uns gegenseitig zu verstehen und kennenzulernen. Liegt nicht in der Tat die Würzet der französisch-deutschen Tragödie der Nachkriegszeit darin, dah unsere Regierungen und wir selbst gedacht haben: Ihr, als ob wir Deutsche, wir, als ob Ihr Franzosen wäret? Wir haben gemeinschaftlich die gleiche Achtung vor der Arbeit, die dem Menschen das Leben gibt und seine Würde hebt. Unsere Mission als Frontsoldaten ist, im Gedenken der Opfer an Toten, im Gedenken an unsere eigenen Opfer auf dieser Welt, die Gewalt, die Ungerechtigkeit, die Unaufrichtigkeit und das Unwissen auszumerzen, die stets Quellen des gröhten Unheils sind. Wir müssen, Ihr und wir, unsere Völker leh- ren.sichzuverständigenundzuver- ft e h e n. Wir müssen in unseren Nationen den guten Willen wecken, von dem die freimütige Gegenüberstellung der beiderseitigen Wünsche und Belange beseelt sein muh. So wird das gute Einvernehmen geschaffen werden, das unsere Zukunft sichern wird. Wir französischen Frontsoldaten sind bereit zu diesem Werk, das unsere Länder versöhnen und Europa befrieden soll, und aus diesem Grunde bieten wir Luch die Hand und richten an Euch diesen feierlichen Aufruf. • In einer kurzen Erläuterung wies Generalsekretär R i v o l l e t daraus hin, daß alle in der Spitzenorganisation der französischen Fron.kärnpserver- dände zusarnrnengeschlossenen Gruppen den Ausruf an die deutschen Kameraden einstimmig beschlossen hätten. Auch der Vorsitzende des großen linksstehenden Kriegsteilnehmerverbandes Union Föderale, Pichot, sowie der Vorsitzende des rechtsstehenden Nationalverbandes der französischen Frontbegegnen konnte. Es ist vielleicht etwas einsamer um diesen Mann geworden, der als letzter aktiver Vertreter der Oberstengruppe in der Regierung aus- harrt, aber seine unbestreitbaren diplomatischen Erfolge dürften ihm die von Pilsudski zugedachte Stel- lung auch weiterhin sichern. Wenn neben diesen festen Säulen Pilsudski-Polens andere politisch« Gruppen innerhalb oder außerhalb der Regierungskreise um Einfluß und Herrschaft ringen, so braucht das nicht sehr tragisch genommen zu werden. Die alles beherrschende Gestalt Pilsudskis steht unsichtbar mahnend vor jedem ernsthaften Versuch, die Größe und Einigkeit Polens zu untergraben. 160 gefallene polnische Krieger aller Dienstgrade. Mitten unter ihnen befindet sich das Grab, in dem das Herz des Marschalls zu Füßen seiner Mutter beigesetzt wird. Die Rektoren der polnischen Hochschulen in ihren farbigen Talaren tragen die Urne das letzte Stück des Weges bis zum Grabe. Und während hohe Geistliche die Messe zelebrieren, während die Musik das Lied der Ersten Brigade spielt, während ringsum die Militärabteilungen das Gewehr präsentieren und die Massen in tiefem Schweigen verharren, senkt sich die riesige Platte auf schwarzem Granit auf das Grab. 1Ö1 Salutschüsse der Artillerie ertönen und nun ergreift der Präsident der Republik das Wort, um das Gedächtnis des Marschalls zu ehren. Die Truppen präsentieren. Der Präsident und die Spitzen der Regierung und der Armee verlassen den Platz. Während Ketten von Flugzeugen/immer wieder die Grabstätte überfliegen, beginnt der endlose Vorbeimarsch der har- rsvden Menge. * Das Ziel der Warschauer Bevölkerung war das Schloß Belvedere, in dem der Marschall seine Augen schloß. Bis in die späten Abendstunden zogen Schulen, Vereine, Pfadfinder, Legionärsverbände und andere Organisationen über den Hof des Belvedere und legten an einer Pilsudski-Büste, die vor dem mit Nationalflagge und Trauerfahnen verhangenen Hauseingange steht, Kränze und Blumen nieder. In der Todesstunde am Abend wird durch Lautsprecher auf den Straßen das Glockengeläut von Wilna und eine letzte Ehrensalve von 101 Schuß zu hören sein. Ein Fackelzug zum Belvedere schließt den nationalen Trauertag ab. kämpfer und ehemalige Abgeordnete G o y hätten an der Ausarbeitung dieses Aufrufes teilgenommen. Die französische Regierung kenne den Wortlaut des Aufrufes und billige ihn. Bedauerlicherweise habe die Regierung es allerdings abgelehnt, die Verbreitung dieses Aufrufes durch Rundfunk zu gestatten. Der Reichsbauernführer zur 3 Reichsnährffandsausstelluug. Wenn in diesem Jahre die Reichsnährstandsausstellung in Frankfurt stattfindet, so geschieht es in der Erinerung an jene e r st e Ausstellung der Deutschen Landwirtschafts - Gesellschaft, die Max E y t h , dessen 100. Geburtstag wir in diesem Monat feiern konnten, 1886 — also vor 50 Jahren — in dieser südwestlichen Stadt unseres Reiches auf- zubauen begann, wenngleich er sie allerdings erst im Juni 1887 eröffnen konnte. Erst der Reichsnährstand konnte unter Ausschaltung aller der privatwirtschaft- lichen Gesichtspunkte, die den früheren DLG.-Ausstellungen den Charakter von Verkaufsmessen verliehen, die gemeinnützigen, erzieherischen und belehrenden Gedanken verwirklichen, die Max Eyth von Anfang an vorgeschwebt hatten. So nehmen auch auf dieser 3. Reichsnährstandsausstellung unter Fortführung des schon in Erfurt und Hamburg beschrittenen Weges d i e Lehrschauen wieder einen besonders großen Raum ein. Dabei wird hier zum erstenmal versucht, nicht nur die tote Materie zu zeigen, sondern den lebendigen Arbeitsablauf, wie er sich in der Wirklichkeit abspielt, darzustellen. Dies kommt in besonderem Maße z. B. bei dem „Bauernhof in der Erzeugungsschlacht" zum Ausdruck, an dem gezeigt wirb, welche Verbesserungsmöglichkeiten im Sinne der Erzeugungsschlacht vorhanden sind. Die Ausstellung erschöpft sich jedoch nicht in technisch-fachlichen Dingen, sondern sie unterstreicht auch die weltanschauliche Betreuung des ländlichen Menschen unB zeigt dem Städter den tieferen Sinn der bäuerlichen Arbeit, die ja immer auf das Dolksganze ausgerichtet ist. Gez.: R. Walther Darrö, Reichsbauernführer, Reichsminister und Reichsleiter der NSDAP. Wer will Llnieroffizier werden? Der Eintritt in eine Heeres-Nntcroffizier-Schnle. Berlin, 12. Mai. (DNB.) Junge Leute, die Lust und Liebe zum Unteroffizierberuf (Infanterie) haben und sich hierzu freiwillig melden, können a u f einer Heeres - Unteroffizier - Schule hierfür in zweijähriger Dienstzeit oorbercitet werden. Sie erhalten neben der militärischen Erziehung und Ausbildung allgemein bildenden Unterricht. Die Ausbildung beginnt am 20. Oktober 1936; llnterbrinaung erfolgt in der bisherigen Polizei» schule in Potsdam-Eiche. Bewerber müssen vor der Einstellung ins Heer ihrer Arbeitsdienst- pflicht genügt haben. Für die Einstellung kommen nur Wehrpflichtige in Frage, die am 20. Oktober 1936 das 17. Lebensjahr vollendet und das 20. Lebensjahr nicht überschritten haben. Der Bewerber muß die deutsche Staatsangehörigkeit (Reichsangehörigkeit) besitzen, wehrwürdig, deutschen ober artverwandten Blutes, unbescholten, unverheiratet und tauglich 1 ober 2 für ben Wehrdienst sein. Mindestgröße nicht unter 1,62 Meter. Notwendige Zahnbehandlung ist vor der Einstellung durchzuführen. Den Anträgen auf Aufnahme ist beizufügen: Der Freiwilligenschein, bei der polizeilichen Meldebehörde ist eine amtlich beglaubigte Einwil- ligungserflärung des gesetzlichen Vertreters vorzu- legen. Ein selbstgeschriebener Lebenslauf mit Vor« und Zuname, Geburtstag und -ort, Angaben über Schulbesuch, Beruf und Beschäftigung nach der Schulentlassung, Arbeitsdienst, ob Freischwimmer, Frage: / Wann, w o und wem gegenüber hat der Führer diese angebliche Aeußerung getan? Es ist endlich an der Zeit, den internationalen Brunnenvergiftern das Handwerk zu legen. „Die Stunde der Versöhnung muß endlich schlagen!" Nie französischen Frontkämpfer an ihre deutschen Kameraden. Arbeitsdienst gegen Maikäferplage DdaL L—yl__A--A—\ ODOL L 83 wirkt vorbeugend gegen Infektionen, also gegen Schnupfen, Halsschmerzen, Grippe und ähnliche Gefahren. ODOL L83 beseitigt peinlichen Mundgeruch, erfrischt, belebt. L83 L 83 ist das Kennzeichen für ein weiter vervollkommnetes Odol mit erhöhter bakterientötender Wirkung. Als dritte Festvorstellung der Reichstheaterfestwoche in München ging im Residenztheater in einer Inszenierung, die eine völlige musikalische Erneuerung der Münchener Mozartaufführungen bedeutete, D o n Giovanni über die Bühne Die Inszenierung hatte Generalintendant Oskar W a ll e ck geleitet, die Bühnenbilder und Kostüme Prof Emil Pretorius geschaffen, der Leiter des Ausstattungswesens in Bayreuth. Die musikalische Leitung lag in den Händen Meinhard v. Z a l l i n g e r s. Die Zerlina sang Erna Berger von der Berliner Staatsoper. Die Münchener Staatsoper hatte ebenfalls berühmte Kräfte eingesetzt, Felicie Hueni- M i h a c s e k und Hildegarde R a n c s a k. Bon den Herren Rehkemper in der Titelrolle, ferner Patzak, Weber, Hann und Reuter. Der glanzvollen Aufführung wohnte der Stellvertreter des Führers mit den Reichsleitern Schwarz und Buch bei. Ungezählte Hervorrufe am Schluß der Aufführung zeigten den Künstlern die begeisterte Anerkennung ihrer Leistungen Betreuung der Freilicht- und Volksschauspiele durch dieLandeskulturwolter Dem Reichsbund der deutschen Freilicht- und V o l k s s ch a u s p i e l e e. B. ist als einem der Reichskulturkammer korporativ angeschlossenen Verband, in welchem alle Freilicht- und Volksschauspieler zusammengeschlossen sind, von seinem Schirmherrn, Reichsminister Dr. Goebbels, die Aufgabe gestellt, diesen wichtigen und wertvollen Zweig des deutschen Kulturlebens zu leiten, zu betreuen und im nationalsozialistischen Sinne auszubauen. Eines der wesentlichsten Merkmale des gesunden und wertvollen Freilicht- und Volksschauspiels ist seine Verbundenheit mit Landschaft und Volkstum. Aus diesem Grunde ist es notwendig, die Spiele im Geist der vielgestaltigen deutschen Landschaft, ihres Volkstums und ihrer geschichtlichen Tradition zu pflegen Zu den großen weltanschaulichen, politischen und kulturellen Gesichtspunkten, die vom Reichsbund in enger Zusammenarbeit mit dem Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda, der Reichskultur- und Reichstheaterkammer wahrgenommen werden, treten damit Aufgaben, deren Lösung nur »n genauer Kenntnis der örtlichen Gegebenheiten des einzelnen Gaues erfolgen kann. Die Entwicklung der Freilicht- und Volksschauspiel- Bewegung und damit des Reichsbundes ist heute an einem Punkte angelangt, der aus den angeführten Gründen eine Abkehr von der bisherigen Zentralisation verlangt und eine Verlagerung verschiedener Aufgaben in die Gaue notwendig macht. Der Präsident des Reichs- bundes der deutschen Freilicht- und Volksschauspiele e. D. hat sich daher im Einvernehmen mit dem Herrn Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda entschlossen, die Landeskulturwal- ter mit der Betreuung der gesamten Freilicht- und Dolksschauspiele innerhalb ihres Gaubereiches zu beauftragen Mit dem Inkrafttreten dieser organisatorischen Regelung hört der direkte Schriftverkehr zwischen den Freilichtspielen und dem Reichsbund auf. Korrespondenz und Anträge auf finanzielle, dramaturgische oder sachliche Unterstützung werden künftig von den Freilichtspielunternehmungen an den für ste zuständigen Lande skulturwalter geleitet. HomburgerTagung 0er Schwesternschaft -es Deutschen Roten Kreuzes. Bad Homburg, 12. Mai (DRB.) Im Homburger Kurhaus eröffnete der Vorsitzende des Deutschen Roten Kreuzes und Reichswalter für das Schwesternwesen, Professor Dr Stahl (®<‘-,in), die Tagung der Schwesternschaft des Deu ^en Roten Kreuzes, zu der rund 1000 Teilnehmer aus allen Teilen des Reiches erschienen waren und an der auch die Leiterin der Abteilung für das Pflegewesen bei der Internationalen Liga der Rotkreuzgesellschaft in Paris, Frau Carter, teilnahm. Rach einem Erlaß des Stellvertreter des Führers, so betonte der Redner, sei das Rote Kreuz notwendiger Bestandteil des nationalsozialistischen Staates./ Diese Anerkennung bedeute gleichzeitig die Ver-. pflichtung, der Volksgemeinschaft im Sinne dieses Staates zu dienen. Gerade die Schwester sei berufen, hier eine besondere Aufgabe zu erfüllen, da gerade der kranke Mensch besonders aufgeschlossen und jedem Einfluß von außen — im guten und im schlechten Sinne — leicht zugänglich sei. Hier praktischen Nationalsozialismus vor zuleben, bedeute praktische nationalsozialistische Erziehungsarbeit, so werde die Schwester Helferin für Staat und Bewegung und helfe mit, im Sinne des Führers das neue Gedankengut weiterzutragen Oberpräsident Prinz Vhilipp von Hessen als Vertreter des Reichs- und Preußischen Innenministers wies darauf hin, daß am gleichen Ort, an dem früher die internationale Politik ihre Ränke spann, die dann zum Weltkrieg geführt hätten, heute die Schwesterschaft taae, die in diesem Krieg unseren Kämpfern und Helden beistand, und in deren Mitte bereits früher der Kern des heuti- gen Nationalsozialismus gelegen habe. Alle Schich- Breslau, wo der Bund gleichzeitig die Feier seines 75jährigen Bestehens begeht. Es ist dies das erste Fest des Bundes im nationalsozialistischen Staat und wird eine Uebersicht über die bisherigen Leistungen des Bundes im Sinne seiner nationalsozialistischen Aufgaben bringen. Von den Heidelberger Festspielen. Mit der organisatorischen Oberleitung der Heidelberger Reichsfe st spiele 1936 wurde Ingolf K u n tz e betraut. Als Spielleiter wurden gewonnen: Heinrich George für „Götz von Ber- lichingen", Richard Weichert für „Agnes Dernauer", Paul M u n d o r f für „Komödie der Irrungen", Hans S ch w e i ck a r t für „Pantalon und seine Söhne". Die Gestaltung des Bühnenbildes und die Ausstattung liegt in Händen von John Schröder und A. Sturm Die Bühnenmusik schreibt Leo Spieß. Als Darsteller wurden u. a. verpflichtet: Lina C a r st e n s - Leipzig, Gerda Maria T e r n o - Köln, Alice Verden-Dresden, Joachim Büttner- Berlin, Heinrich George- Berlin, Werner Hinz- Hamburg, Gustav Knuth- Hamburg, Walter Kottenkamp-Dresden, Will Quadtflieg- Gera, Walter S u e s s e n g u t - Berlin Deutscher Philatelistentag auf Burg Lauenstein. Der diesjährige Deutsche Philatelisten- t a g vereinigt die führenden Vertreter des Reiches und der Vereine zusammen mit Vertretern aus verschiedenen europäischen Ländern auf der Burg Lauenstein in Thüringen. In verschiedenen Städten weisen Briefmarkenausstellungen auf diesen Tag hin. Die beiden größten sind die ostbayerische Brief- markenschau in Koburg und die Berliner Brief- markenausstellung. Der' Führer und Reichskanzler hat hierzu als Ehrenpreis sein Bild im silbernen Rahmen gestiftet. Eine in beschränkter Auflage erscheinende' Fk»^s"ric> unterstreicht die Bedeutung des Steter > der Sie emopSischeMkerfamilie Seitdem es eine Geschichte der europäischen Völker gibt, hat es nicht an Plänen und Versuchen gefehlt, diese europäischen Völker zu einer Völkergemeinschaft zusammen zu schmieden. Alle diese Pläne und Versuche sind dem bewußten oder unbewußten Gefühl entsprungen, dem der Führer in seiner großen Reichstagsrede vom 7. März mit diesen Worten Ausdruck verlieh: „Die europäischen Völker stellen nun einmal eine Familie auf dieser Welt dar." Wir können deutlich drei große geschichtliche Wege unterscheiden, auf denen das Ziel, den Zusammenschluß Europas herbeizuführen, erstrebt wurde oder erstrebt wird. Wir möchten diese drei Wege den monarchischen, den parlamentarischdemokratischen und den nationalen Weg nennen. Der monarchische Weg beginnt im Altertum mit dem Perserkönig T e r x e s (485 bis 465) und endet mit Napoleon I.; der parlamentarisch-demokratische Weg hat seinen Ursprung in der französischen Revolution von 1789 und in der ihr folgenden Aufklärungs- zeit und mündet in das Pan-Europa des Grafen Coudenhove-Kalergi; den nationalen Weg hat der Führer beschritten. Kennzeichnend für den monarchischen Weg und schnell unterrichtend ist der Ausspruch vieler Monarchen (Alleinherrscher), daß in ihrem Lande „die Sonne nicht untergehen soll". Lerxes ist der Vater dieses Wortes, das er in einem Kriegsrat auf dem Feldzug gegen die Athener aussprach (Herodot VII, 8). Dieser Ausspruch ist, wie gesagt, in der Geschichte oft wiederholt und wird meist Karl V. zugeschrieben Wichtig an diesem Ausspruch ist nur jeweils der Gedanke, daß die Einheit der europäischen Völker unter einem Zepter erstrebt wurde. Die europäischen Völker sollten einem Alleinherrscher untertan sein, also ihre völkische Selbständigkeit verlieren. Wenn wir neben Terxes und Karl V. noch Cäsar, Karl den Großen und Napoleon I. nennen, so ist hinreichend angedeutet, wie die Einheit Europas herbeigeführt werden sollte: mit dem Schwert und der bedingungslosen Unterwerfung. In dieser Reihe der nach einem in ihrer Hand einigen Europa strebenden Herrscher darf nicht vergessen werden der — Papst! Auch er erstrebte, auf der Lehre des heiligen Augustins vom „Gottesstaat" fußend, ein einiges Europa unter der Herrschaft des Hirten- stabes Petri. Der monarchische Weg, den man vielleicht auch den imperialistischen Weg nennen kann, hat immer nur vorübergehend und nur zu einer Teilvereinigung der europäischen Völker geführt. Seit dem Sturze Napoleons I. ist von keinem Alleinherrscher mehr der Versuch unternommen worden, Europa unter einem Oberhaupt zu vereinen. Auch auf den Ursprung des parlamentarisch-demokratischen Weges kann nur kurz hingewiesen werden. Die Gedanken der großen französischen Revolution und der Aufklärungszeit sind bekannt. Mit dem Ruf: „Freiheit? Gleichheit! Brüderlichkeit!" wurde ein Abschnitt der Weltgeschichte eingeleitet, der demokratisches, parlamentarisches und pazifistisches Gepräge hatte. So liegen denn auch dem Plane des Grafen Coudenhove- Kalergi, Europa zusammenzuführen, parlamentarische, demokratische und pazifistische Gedankengänge zugrunde. Graf Coudenhove-Kalergi, ein bolländischjapanisches Mischblut, legte seinen Plan über „Pan- Europa" in einem gleichnamigen Buche nieder. Der Begründung seines Pan-Europas können wir zu- stimmen. Auch er stellt die Schicksalsfrage, ob das verarmte, in unentwirrte Gegensätze verstrickte Europa neben den großen amerikanischen, angelsächsischen, asiatischen und afrikanischen Mächten oder Machtansprüchen politisch, wirtschaftlich und kulturell weiterleben kann und wird, wenn es sich nicht als Einheit begreift. Notwendig sei, daß Eurova sich nicht nur siedlungsmäßig, sondern auch geistig und wirtschaftlich verbunden fühlt. Der Weg des Pan-Europa aber, den wir schon als einen parlamentarisch-demokratischen kennzeichneten, mußte i n bie Irre führen und versagen, und hat, wie wir wissen, auch gründlichst versagt. Pan-Europa ist tot! Wenn trotzdem der Gedanke einer europäischen Völkergemeinschaft nicht zur Ruhe kommt, so ist das nur ein Beweis, wie — man kann sagen: seit Jahrtausenden — naturnotwendig ein europäischer Zusammenschluß auf Gedeih und Verderb empfunden wird. So wird es wohl auch keinen bedeutenden europäischen Staatsmann geben, der nicht, und wenn auch nur „unter zwei Augen", den Aus- führungen und Beschwörungen unseres Führers in allen Punkten zustimmen wird. Doch nicht Vernunft, sondern Leidenschaft führt noch in vielen europäischen Staaten das Regiment. Es wird auch in diesen Staaten noch wohl hier und da mit dem monarchisch-imperialistischen Weg zur Einheit Euro- pas geliebäugelt. Sicherlich aber scheint vielen Staatsmännern noch immer der parlamentarisch-demokratische Weg oder ein ihm ähnlicher vorzuschweben. Indessen kann es nur einen Ausweg aus der europäischen Not geben, und dieser Ausweg ist der nationale Weg. Was ist unter dem nationalen Weg zur europäischen Völkergemeinschaft zu verstehen? Adolf Hitler hat diesen Weg auf« gezeigt. Er ist diesen Weg von der ersten Stunde seiner Machtübernahme an gegangen. Es ist der Weg der nationalen Ehre und Selbstbesinnung. Der Weg der Ehre, weil auf dem Weg zur europäischen Völkergemeinschaft die Ehre keines Volkes angegriffen werden soll. Die Ehre des anderen Volkes soll so hoch stehen wie die Ehre des eigenen Volkes. Der Weg der Selbstbesinnung, weil die Völker Europas sich darauf besinnen sollen, daß in dem geschichtlichen Ablauf der Jahrtausende europäische Eroberungskriege und europäische Kriege überhaupt niemals auf die Dauer nennenswerte Veränderungen ober Verlagerungen ber nationalen Grenzen unb Gebiete herbeigeführt haben. Daß es baher aller Vernunft Hohn spricht unb roiberfinnig, weil ewig erfolglos fei, biefe Kultur unb Wirtschaft tötenben Versuche bis ins Enblose fort^u- setzen. Achtet aber ein febes europäische Volk die Ehre, bie Würbe unb das Herrschaftsgebiet bes an- genaue Anschrift. Eine Verpflichtungserklärung zu 12jähriger Dienstzeit in ber Wehrmacht einschl. ber Dienstzeit auf ber Heeres-Unteroffizier-Schule mit amtlich beglaubigter Einwilligungserklärung bes gesetzlichen Vertreters. Zwei Paßbilds Die Ent- scheibung über die Aufnahme trifft bas Oberkommando des Heeres, nachdem der Anwärter sich einer Eignungsprüfung unterzogen hat, bei einem in ber Nähe des Wohnortes des Bewerbers gelegenen Truppenteil. Aufforberung hierzu ergeht durch die Wehrbezirkskommandos. Anträge auf Einstellung als Unteroffizierschüler sind spätestens bis zum 21. Juni 1 9 3 6 an bie Inspektion der Infanterie Berlin W35, Bendlerstraße 13, zu richten. In den Gemeinden in der Nähe von L a n d s b e r g (Lech) sind bie Maikäfer in berartig großer Zahl aufgetreten, baß sie zu einer wahren Lanbplage geworben sinb unb vielfach Bäume völlig kahl gefressen haben. Arbeitsdienst wurde 3ur Bekämpfung der Maikäfer eingesetzt. Hier werben bie Käfer von den Bäumen ins „Sprungtuchs geschüttelt. Bis jetzt wurden mehr als 7 0 Zentner Maikäfer vernichtet. — (Scherl-Bilderdienst-M.) ten des Volkes, Fürstinnen und Töchter aus den einfachsten Familien des Volkes, hätten hier in gleichmäßiger Arbeit zusammengestanben. Neue Ausgabe gelte es jetzt im Frieden zu erfüllen unb auch im Falle ber Not. Wenn es gelte, Volk unb Vaterlanb zu oerteibigen, würden bie Schwestern jederzeit roieber bereit stehen. Reichsfrauenführerin Frau Scholz-Klink zeigte, wie bank ber Arbeit bes Führers heute in Deutschland eine wahre Volksgemeinschaft bestehe, in der Gemeinnutz vor Eigennutz gehe, in der alles den einen Willen anerkenne unb sich trotzdem freier fühle, als in jenen Tagen, ba Parteien unb Interessengruppen nur ihre eigenen Vorteile suchten, unb doch gelte es, noch manche „Zäune" umzureißen, bie ber letzten Umroanblung im Innersten entgegenftünben. Diese „Zäune" nach außen zu verschieben unb bie höchste innere Volksgemeinschaft herzustellen, baran mitzuarbeiten, seien bie Schwestern mitberufen. Dr rau ne cf als Vertreter ber Reichsparteileitung, bes Reichsärzteführers unb bes Hauptamtes für Volksgefunbheit betonte, baß bie Schwestern in bem Arzt nicht mehr ben „Herrn" sehen bürsten. Hauptaufgabe sei, baß Aerzte unb Schwestern a l s Kameraden zusammenarbeiteten im Dienste ber Hilfe bes bebürftigen Kranken. Im übrigen gelte es nicht nur Kranke zu pflegen, fonbern auch bafür zu sorgen, baß ber Gesunbe auch gesunb bleibe Schriftführerin Generaloberin vonOertzen erstattete Bericht über bie Entwicklung bes Vereins im vergangenen Jahre unb Oberverwaltungsgerichtsrat i. R. Bollert (Berlin) gab Bericht über bie Kaffen- unb Vermögenslage. An die Eröffnung der Tagung schloffen sich Vorträge namhafter Fachwissenschaftler. Auch werden künftig die vom Reichsministerium für Volksaufklärung uno Propaganda über den Reichsbund gegebenen Zuschüsse, für deren Zuteilung bem Lanbeskulturwalter ebenfalls maßgeblicher Einfluß eingeräumt wirb, über ben Lanbeskulturwalter zur Auszahlung an die Unternehmen gelangen. Kunst und Wistenfchast. Adam karillons 83. Geburtstag. Der bekannte Odenwalbdichter Dr. Adam Carillon, Ehrenbürger ber Stabt Weinheim a. b. Bergstraße, feierte am 12. Mai in voller Rüstigkeit in Wiesbaden seinen 8 3. Geburtstag. Der Jubilar hat sich in allen beutschen Gauen, besonbers aber im Odenwald, einen großen Bekannten- unb Freunbeskreis erworben Der diesjährige Sängertag des Deutschen Sängerbundes in Hamburg. Der Sängertag (Iahrestagung) bes Deutschen Sängerbunbes findet in diesem Jahre vom 15. bis 17 Mai in Hamburg statt. Der Deutsche Sängerbund umfaßt als Fachschaft ber Reichsmusikkammer heute mehr als 25 000 Gesangvereine mit über 800 000 Sängern unb bilbet bamit bie stärkste Vvlksmusikorganisation nicht nur Deutschland, svn- bern ber ganzen Welt. Die Hamburger Tagung wirb sehr zahlreich besucht werden. Im Hauptinteresse stehen neben geschäftlichen Verhandlungen zwei große Konzerte, in benen bie Gesangvereine ber Tagungsstadt alte unb neue Literatur zum Vortrag bringen. Im zweiten Konzert, in bem bas Hamburgische Staatsorchester unter Leitung von Generalmusikdirektor Eugen I o ch u m mitwirkt, gelangt eine neue Kantate des Hamburger Komponisten Hermann E r b I e n zur Uraufführung. Der Text ber Kantate „Don beutscher Art" stammt von Gustav Schüler. Im Mittelpunkt ber geschäftlichen Derhanblungen stehen bie Vorbereitungen zu bem großen 19 Ptnferp in Die Neichstheaterfestwoche. Tagung der Fachgruppe I. München, 13. Mai. (DNB.) Im Rahmen der Reichstheaterfestwoche tagten bie in der Fach- gruppe I ber Fachschaft Bühne zusammengefaßten Bühnenleiter. Vor ihnen führte Präsident Dr. Schlösser u. a. aus: Die Jbee, des nationalsozialistischen Theaters ist ein Auftrag, ben bas ganze Volk gegeben hat unb bem wir alle gleichmäßig bienen müssen. Es ist eine Tatsache von schicksalhafter und symbolhafter Bedeutung, bah ber leidenschaftlichste unb verständnisvollste unb schöpferischste Theaterbesucher Deutschlands zugleich Deutschlands Führer ist. Unb es ist eine epochemachenbe, für alle Zukunft verpflichtende Tatsache, daß wir in der Person bes Reichsministers Dr. Goebbels ben ersten Minister eines deutschen Nationaltheaters besitzen, ber zugleich gewissermaßen fein erster Intenbant, Anreger unb Mäzen ist. Der Leiter der Fachgruppe I der Fachschaft Bühne Dr. Scheffels erstattete darauf einen Tätigkeits- bericht ber Fachgruppe. Reichsamtsleiter D r e ß l e r- Andreß hielt einen Vortrag über die kulturellen Bestrebungen ber NSG. „Kraft durch Freude". Mit besonderem Beifall wurden die beiden Berichte aus der Arbeit ber Reichsdramaturgie ausgenommen, die für das dramatische Schaffen E. W. Möller und für das Musikschaffen von N i e s s e n gaben. Während Möller feststellen konnte, daß ein nationalsozialistisches Publikum nach dreijähriger Arbeit wieder ein nationalsozialistisches Theater finde und ein nationalsozialistisches Theater eine nationalsozialistische Dramaturgie, richtete Niesten an die deutschen Opernbühnen die eindringliche Mahnung, der deutschen Oper gegenüber der ausländischen in weit größerem Maße als bisher Beachtung unb Pflege angedeihen zu lasten. Im Schlußvortrag beschäftigte sich ber Geschäftsführer der Reichstheaterkammer Frauenfeld mit der Frage des Bühnennachweises und der des Bühnennachwuchses / deren Volkes, so ist eine Verständigung über gemeinsame Aufgaben, ja eine Völkergemeinschaft sehr wohl möglich. Denn „die europäischen Völker stellen nun einmal eine Familie auf dieser Welt dar!" Sie sind auch nicht nur siedlungsmäßig verbunden, auch nicht nur wirtschaftlich auf einander angewiesen, und kulturell nicht auseinander zu denken, sondern sind, wie der Führer auch ausführte: „miteinander verwandt, verschwistert und verschwägert"! Das ist ein großes, ein tiefes, ein ergreifendes Wort. Und es deckt Hintergründe und Untergründe auf, die, einmal von allen europäischen Völkern erkannt, zur Völkergemeinschaft Europas führen werden. Wie nun, um diesen geschichtlichen Abriß über die europäische Dölkerfamilie zu beschließen, diese Völkergemeinschaft einstmals aussehen wird, das müssen und können wir der Entwicklung überlassen. Immer wieder wird auf das durch Bruderkriege zerfleischte Deutschland der früheren Jahrhunderte hingewiesen. Und gern wird gesagt, daß, wie eine deutsche Volksgemeinschaft aus diesem zerrissenen Deutschland entstanden ist, einst auch eine europäische Völkergemeinschaft erstehen kann. Lernen wir dabei wiederum aus der Geschichte: Auch die deutsche Volksgemeinschaft wurde nicht auf parlamentarisch - demokratischem Wege geschaffen, wie er den deutschen Patrioten von 1848, di? sicher das Beste wollten, vorschwebte. Erst als die deutschen Stämme und Länder, die deutschen Menschen den Weg der Ehre und der Selbstbesinnung betraten, wurde ein Zweites und dann ein Drittes Reich Wirklichkeit. Nicht Parlamente, nicht demokratische Lehren, nicht menschheitstrunkene Träumereien machen Geschichte, sondern nur Männer machen Geschichte. Möchten dem zusammenbrechenden Europa solche Männer recht zahlreich und recht bald von der Vorsehung beschießen sein! Kleine politische Nachrichten. Nachdem vor kurzem in zehn Ortschaften des Kreises Kempen die Tätigkeit der „Deuts ch e n Vereinigung" wegen angeblicher Verstöße gegen das Vereinsgesetz verboten worden war, sind diese Organisationen der deutschen Volksgruppe nun durch die polnischen Behörden a u f g e l ö st worden. Ebenso wurden im Kreise Ostrowo vier Organisationen der „Deutschen Vereinigung" behördlicherseits a u f g e l ö st. * In Griechenland ist als Protest gegen die blutigen Vorkommnisse bei dem kommunistischen Streik in Saloniki der Generalstreik für 24 Stunden verkündet worden. Die Regierung hat alle Maßnahmen ergriffen, um die Belieferung der Bevölkerung mit Brot und Licht sowie die Aufrechterhaltung des Verkehrs sicherzustellen. * Der britische Kommissar von Palästina hat an die arabische Bevölkerung eine Warnung gerichtet, daß die Regierung alle Ausschreitungen unterdrücken und die Schuldigen bestrafen werde. Die aus Aegypten eingetroffenen Tanks und Panzerwagen hätten die Aufgabe, Angriffe auf das private Eigentum zu verhindern. Der oberste Rat der Araber von Palästina wird sich Mittwoch nach Haifa begeben, obwohl der hohe Kommissar ihm ausdrücklich den Rat gab, davon Abstand zu nehmen. Aus aller Welt. LZ „Hindenburg" zur ersten Landung in Frankfurt erwartet. LZ „Hindenburg" hatte am Dienstag um 15 Uhr Neuyorker Zeit (21 Uhr MEZ) mehr als ein Viertel der Rückflugstrecke zurückgelegt. Das Luftschiff befand sich etwa 125 Meilen südöstlich von Cap Race (Neufundland). Das Luftschiff wird nach seiner Rückkehr am Mittwochabend oder Donnerstagfrüh zum ersten Male auf dem neuen Flug- und Luftschiffhafen Rhein-Main bet Frankfurt landen. Wie die Passageabteilung der Deutschen Zeppelin- Reederei Frankfurt mitteilt, wird das Luftschiff „Hindenburg" am Samstag, 16. Mai, von Frankfurt aus zu seiner zweiten Nordamerikafahrt starten, für die bereits fast alle Plätze besetzt sind. Auch für die späteren Ueberseereisen der beiden Luftschiffe hat eine überaus rege Nachfrage eingesetzt — ein Beweis für die ständig steigende Beliebtheit der Zeppelin-Reisen. Das nach Südamerika fahrende Luftschiff „Graf Zeppelin" stand am Dienstag 18 Uhr MEZ etwa 150 Kilometer südwestlich von Cap San Vincent in Südwestportugal. Das Berliner Baugrubenunglück vor Gericht. Im Berliner Bauunglücks-Prozeß brachte die Verteidigung des Bauleiters N o t h einen Beweisantrag ein, der allgemein größte Ueberraschung hervorrief und von erheblicher Bedeutung für die Schuldfrage sein kann. Danach soll ein Fuhrunternehmer aus Neukölln in der Lage sein, wichtige Bekundungen über unerlaubte Kiesgeschäfte des beim Einsturz ums Leben gekommenen Schachtmeisters Dümcke zu machen. Dümcke soll zunächst 5 Mark und später bis 10 Mark für den Kubikmeter Kies verlangt und diese verbotene Geschäfte auch mit anderen Fuhrleuten wochenlang fortgesetzt haben, so daß mehrere tausend Kubikmeter Kies heimlich aus der Baugrube entfernt worden seien. Die Stelle, an Der der Kies herausgeholt worden sein soll, soll nach dem Beweisantrag mit losem Sand aufgeschüttet worden sein. Im weiteren Verlauf entbrannte ein vom Verteidiger Hoffmann entfesselter Kampf um die Glaubwürdigkeit des Hauptbelastungs - Zeugen P a u e r s. Der Verteidiger erklärte, die Arbeitskameraden dieses Zeugen machten sich lustig darüber, daß er an einem Stock in den Gerichtssaal gehumpelt komme, während er zur Baustelle immer mit dem Rade fahre. Der Zeuge mußte zugeben, daß er vor kurzem noch Rad gefahren sei. Auch sonst suchte man ihm Widersprüche nachzuweisen. Die Frage der Verteidigung ob er vom Schachtmeister Dümcke oder für Kiesverkäufe Geld bezogen habe, verneinte P a u e r s entschieden. Von den in Beweisanträgen der Verteidigung erwähnten illegalen Kiesgeschäften erfahre er erst jetzt. Dazu erklärte N o t h, daß der Fuhrunternehmer G. den Auftrag hatte, den Schachtaushub zur freien Verwendung abzufahren. Es könne unter diesen Umständen den Zeugen Pauers nicht im mindesten belasten, wenn er sich vom Fuhrunternehmer G. eine Fuhre Kies für sein Siedlungshaus habe anfahren lassen. Pauers verwahrte sich entschieden gegen die Versuche der Verteidigung, die Glaubwürdigkeit seiner Aussagen in Zweifel zu ziehen. Aufregender Vorfall im Kopenhagener Hafen. Im Kopenhagener Hafengebiet beobachteten Fußgänger eine mit großer Geschwindigkeit fahrende Kraftdroschke, aus der Hilferufe einer Frau klangen. Plötzlich änderte der Wagen den Kurs und raste über ein Bollwerk in das Hafenbecken. Die außer dem Fahrer in der Droschke befindliche Frau versuchte unter ständigen Hilferufen, eine Scheibe des Wagenfensters einzuschlagen. Ehe ihr das jedoch gelang, versank der Wage n. In der Kraftdroschke, die nach einiger Zeit geborgen werden konnte, fand man nur d i e Leiche des Fahrers. Die Leiche der Frau konnte e r ft später im Hafenbecken gefunden werden. Die polizeiliche Untersuchung ergab, daß es sich um ein Ehepaar handelte, das seit einiger Zeit getrennt voneinander gelebt hatte. Der Mann, der sehr eifersüchtig gewesen sein soll, hatte bereits zweimal Selbstmordversuche unternommen, und wiederholt Drohungen gegenüber seiner Frau geäußert. Hinrichtung eines Mörders in Manchester. — Kundgebungen vor dem Gefängnis. In Manchester wurde der wegen Ermordung einer Frau zum Tode verurteilte praktische Arzt Dr Ruxton durch den Strang hingerichtet. Auch diesmal kam es vor dem Gefängnis zu großen Kundgebungen, deren Urheberin die englische Multimillionärin van der El st war, die sich keine Gelegenheit entgehen läßt, um gegen die Todesstrafe zu protestieren. Frau van der Elst wurde jedoch von einem großen Teil der Demonstranten niedergeschrien, da es sich um einen Mordfall handelt, der im Hinblick auf die bestialische Art seiner Durchführung in der ganzen englischen Oeffentlichkeit außerordentlichen Abscheu hervorgerufen hat. Die Multmillionärin geriet zeitweise in eine so große Bedrängnis, daß die Polizei zum Gummiknüppel greifen mußte. Sie wurde schließlich in ihrem eigenen Kraftwagen abgeführt. Schreckensfahrt im brennenden Auto. In der Nähe von Erndtebrück (Sieg) wurde an einer unübersichtlichen Bahnüberführung der Bahnstrecke Kreuztal—Marburg ein mit fünf Personen besetzter Kraftwagen von einem Güterzug erfaßt. Der Benzinbehälter fing sofort Feuer. Der brennende Wagen wurde durch die Lokomotive etwa 100 Meter weitergeschoben. Die Insassen erlebten furchtbare Augenblicke. Der Autoführer wurde aus Dem Wagen geschleudert, die übrigen Insassen blieben in dem brennenden Wagen, bis dieser und der Zug zum Halten kamen. Durch das schnelle Zugreifen des Zugpersonals wurden die vier Personen aus dem brennenden Fahrzeug geratet. Alle hatten Verletzungen erlitten und mußten ins Krankenhaus gebracht werden. Betrunkener Autofahrer. — Zwei Todesopfer. In Pforzheim fuhr ein gewisser Hermann Duff- ner in stark angetrunkenem Zustande mit feinem Personenkraftwagen im Zickzack, wobei er den Kraftfahrer Alfred Süß anfuhr. Der 19jahnge Süß und sein Beifahrer, der gleichaltrige Kurt Seyfried, wurden vom Rad geschleudert und schwerverletzt. Im Krankenhaus st a r b e n beide bald nach der Einlieferung. Duffner hielt nach dem Zusammenstoß kurz an, fuhr aber dann weiter, ohne sich um die Verletzten zu kümmern. Er wurde samt seinem Beifahrer feftgenommen und in das Bezirksgefängnis gebracht. 38 Todesopfer der Hlaffenvergiffung in Hamamatsu. Die Zahl der Todesopfer unter den nach dem Genuß von vergifteten Kuchen erkrankten Personen in Hamamatsu (Japan) ist auf 38 gestiegen. Man befürchtet ein weiteres Ansteigen der Zahl der Opfer. Die Untersuchung hat noch keine Aufklärung ergeben. Die Polizei nimmt an, daß es sich um einen verbrecherischen Anschlag handelt. Hinrichtung eines Raubmörders in Koblenz. In Koblenz ist der 1909 geborene Arthur Seibert aus Bad Kreuznach h i n g e r i ch t e t worden. Seibert hatte am 6. Juli 1935 die Ehefrau Elife Brandenburger in ihrer Wohnung in Bad Kreuznach ermordet und aus der Wohnung Kleidungsstücke und Wertgegenstände geraubt. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Deutschland liegt noch immer im Bereich einer feuchten Luftmasse, die vor allem in Mittel- und Ostdeutschland Anlaß zu verbreiteten Regenfällen gibt. Im Westen und Süden des Reiches treten dagegen nur vereinzelte Regenfälle auf, die teilweise aber gewitterhaften Charakter zeigen. Auch für Die Folge ist eine wesentliche AenDerung Der zur Zeit bestehenDen Witterungsverhältnisse nicht zu erwarten. Aussichten für Donnerstag: Zeitwei- lig aufheiternd und Neigung zu vereinzelten, teilweise gewittrigen Niederschlägen, mäßig warm, doch etwas schwül, veränderliche Winde. Aussichten für Freitag: Im wesentlichen Fortdauer des bestehenden Witterungscharakters. Hauptfchriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumfchein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. IV. 36: 10 000. Druck und Verlag: Brühl'fche Universitäts-Buch-und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. AWMV Am 12. Mai vormittags 2 Uhr verschied nach kurzem, in grober Geduld getragenem Leiden unser guter Vater, Großvater, Urgrobvater, Schwager und Onkel Johannes Volk I. Stellwerksmeister i. R. im 81. Lebensjahr. In tiefer Trauer: Die Kinder nebst allen Angehörigen. 311b gern Ihren Besuch. 3122 A ADLER großartig geholfen! Herz und Nerven der soll sie auch verrichten! — Das ist nicht nur für die menschliche Hilfskraft von großer Bedeutung, sondern auch für das Haushaltsgerät, das der Hausfrau die Arbeit erleichtern soll. In diesem Sinne stellen wir Ihnen den neuen Röder- Aufbaugasherd vor. Er ist der wahre Helfer für Küche und Haus. Er sorgt dafür, daß pünktlich und delikat das Essen auf den Tisch kommt und zaubert Ihnen in kurzer Zeit den schönsten Kuchen hervor. Er ist mit ganz besonderen Raffinessen ausgestattet und wird Sie täglich aufs neue freudig überraschen. — Kurz, ein sparsamer Diener, der mit wenigen Handgriffen stets sauber und zugleich arbeitsbereit ist. Sehen Sie sich dieses neuartige Modell ruhig einmal an. Wir erwarten Fahrräder Vertreter: Jakob Schupp Bahnhofstraße 27. Fernsprecher 3281. Aliendorf a d. L., Niedergirmes, Wieseck, Waldgirmes, Heuchelheim, den 13. Mai 1936. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 14. Mai, nachmittags 3 Uhr statt 02182 Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme bei dem Heimgang unserer lieben Entschlafenen, sowie der Krankenschwester Marie für die liebevolle Pflege und . für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrassistenten Metzler sagen wir herzlichen Dank. Familie Philipp Hartmann und Angehörige. Daubringen, den 13. Mai 1936. J- B. HAUSER, GIESSEN AM O S WALDSCAR TEN Schellhlche Seelachs.. Pld. 28 PL Go dbarsch, Pld. 34PI. Di nlov-Kabeliau42^ V\ blöv.Barsch .45 ' Donnerstagmarkt gegenüb. d. Reitbahn Demp. 02185 Verdingung Die Lieferung der Kleinpflaster-, Goffenpflaster- und Basalt-RanDfteine für die Pflasterung der Ortsdurchfahrten Wölfersheim und Dorheim, sowie einschließlich der Schotter-, Splitt- und Grundbaustein- lieserungen für die teilweise Pflasterung der Strecken Büdingen—Gelnhausen, Büdingen—Lorbach, Büdingen—Tiergarten, Büdingen—Orleshausen und die Fahrbahnverbreiterung der Strecke Büdingen—Rinderbüaen sind sofort — nach Losen getrennt — zu vergeben. Angebotsvordrucke werden — solange der Vorrat reicht — ab 14. 2Hai d. 3. von unserem Amt, Gießen, Hitlerwall 371 abgegeben, wo auf Wunsch ein zweites Formular gegen eine Gebühr von 0,30 RM. erhältlich ist und die Bedingungen zur Einsicht offenliegen. Angebote sind, für jedes Los getrennt, in einem verschlossenen und mit entsprechender Aufschrift versehenen Umschlag bis 3120D Freitag, den 22. Ulai 1936, vormittags 10 Uhr, an uns abzugeben, wo anschließend die Angebote geöffnet werden. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Gießen, den 12. Mai 1936. Provinzialdirektion Oberhessen. Tiefbauamt. ln Apotheken und Drogerien in Original-Packung zu Mk. —L5, Mk. 1.75 und Mk. 2.95. Achten ©te bitte genau auf die geschützte blaue Packung mit den drei Nonnen und den Namen: Frau Anna Horst, L. am Rhein, Klrchstr. 2, berichtet am 25. 6. 1935 wie folgt: „Vor einiger Zeit erkrankte ich an schwerer Herz- und Nervenschwäche und schluckte allerlei Giftmit^l, bis mtr Ihr guter Melissengeist wieder etnfiel. Nachdem ich außer Bett war, nahm ich die ersten acht Tage, wie Vorschrift besagt, dreimal täglich, dann morgens und abends, und seit 14 Tagen nur abends. Das Mittel hat großartig geholfen, mein Herz und meine Nerven baden sich erholt, die Schlaflosigkeit ist behoben, und ich kann wieder essen. Daß der gute Geist dem Magen sehr zuträglich ist, beweist die Tatsache, daß ich ehe ich den Geist anwandte, einen aufgedunsenen Magen hatte und stets einen Knäuel aus der Brust fühlte. Nun fühle ich mich frank und frei." Wie die medizinische Wissenschaft seftgestellt hat, treten besonders seit dem Kriege Erkrankungen des sogenannten Gefäßshstems einschließlich Herzkrankheiten viel häufiger auf, und die mebften Todesfälle sind auf diese Krankheiten zurückzuführen. Es ist deshalb gut, durch rechtzeitige Vorbeugung diesen Beschwerden zu begegnen. Klostersrau-Melissengeist mit seiner krampflösenden, herzberuhigenden und regulierenden Wirkung foHte deshalb von ledern, der zu solchen gesundheitlichen Störungen veranlagt ist, von Zeit zu Zeit gebraucht werben. 30er Lochsleine Schwemmsteine Bimsdielen Dechensleine liefert 233sD promptu.billigst H. Maar & Sohn Telephon 3144 Frankfurt. Str. 19 Mtthlstraße 18, Kl eine Am eigen im Gießener Anzeiger werden von Taufenden beachtet und geleien Hnnklöoon von3bis 20v.H. erhalten Sie bei wieder- lidCniaSSu holten Veröffentlichungen einer Anzeigei Klosterfrau-Melisfengeist IBab leüdet die @ Stadtjungens auf dem Land durch die NSV.« Kinder-Landverschickung. - Kämpfe mit uns für ein gesundes, starkes Volk. Werde Mitglied der NSV. Der Amtswalter wirbt in der Zeit vom 2. bis 15. Mai 1936 um deinen Beitritt. Maßkleidung aus unsren Werkstätten ist vorbildlich! Unsre Auswahl in feinsten deutschen und englischen Frühjahrsstoffen wird Sie überraschen, und da tadelloser Sitz und erstklassige Verarbeitung Grundsatz bei uns sind, haben unsre Kunden an ihrer Kleidung reine Freude. Darüber hinaus bietet Ihnen die jahrzehntelange Erfahrung unsrer Zuschneider u. Fachkräfte die beste Gewähr dafür, daß auch Sie zufriedengestellt werden. 289bA Wann dürfen wir Sie erwarten? Nr.M Zweites Blatt Gießekr Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Mittwoch, 13. Mai 1936 Aus dem Reiche der Krau. SieSauspflegerin ist immerzurStelle Äon Hilde Ines, Äerlm. Wenn früher eine vielbeschäftigte Hausfrau krank und pflegebedürftig wurde, war das Härteste von allem für sie, daß ihr Haushalt langsam aber sicher verwahrlosen mußte. Da niemand zur Hilfeleistung einsprang, Mann und Kinder sich nicht mit den veränderten Verhältnissen abzufinden wußten, blieb ihr meistens gar nichts anderes übrig, als sich viel zu frühzeitig wieder auf die Füße zu stellen und zu arbeiten vom Morgen bis zum Abend. Was Wunder, daß solch eine Mutter bald ihre Kräfte hinschwinden sah, daß sie nur noch mit Anstrengung ihren Pflichten nachzukommen vermochte. Sie hatte eben ununterbrochen Dienst, und niemand fragte danach, ob auch sie einmal Gelegenheit hätte, sich auf sich selbst zu besinnen und Feierstunden als die ihr zukommende Selbstverständlichkeit zu betrachten. Heute aber sind überbelastete Frauen nicht mehr auf sich selbst angewiesen, vielmehr wird in einer Weise für sie gesorgt, die ihresgleichen sucht. Ganz abgesehen von der Erholungsmöglichkeit, die ihnen in besonderen Heimen geboten wird, stellt ihnen die NSV. zur Betreuung der Familie und des Hausstandes eine sogenannte Hauspflegerin zur Verfügung. Damit ist schon gar manche^ besorgten Frau eine Last von der Seele genommen worden, denn ganz getrost kann sie nun ja den Dingen ihren Lauf lassen. Sie weiß nämlich genau, daß mit dieser Hilfe ein Mensch in ihr Haus eingezogen ist, der allen Anforderungen gewachsen ist. Denn natürlich ist die NSV. auch auf diesem Gebiet bestrebt, ganze Arbeit zu leisten. So wählt sie nur erfahrene, zuverlässige Hausfrauen und Krankenpflegerinnen für dieses Werk der Nächstenliebe aus, und zudem hat sie Sonderkurse eingerichtet, welche die Hauspflegerinnen mit den Bedürfnissen des Tages vertraut machen sollen. Es gibt also u. a. Koch-, Säuglings- und Krankenpflegeunterricht, der vor allem die heutigen Erkenntnisse auf dem Gebiet der Ernährung, der Verwendung heimischer Lebensmittel usw. berücksichtigt. Da man ja im Leben niemals genug lernen kann, sind auch die Beteiligten mit ganzer Seele bei der Sache. Unermüdlich treten sie abends nach ihrer anstrengenden Tagesarbeit an, um sich alle Zusammenhänge, neuartige Gerichte und besondere Zubereitungsmöglichkeiten erklären zu lassen. Doch nicht nur in der Theorie nehmen sie das Wissen in sich auf, selbst stehen sie an den Herden, rühren in den Kochtöpfen, schmecken immer wieder ab, damit auch alles wohlgerät. Sie bilden ihre eigenen strengen Kritiker, die eifrig dabei sind, das Wort der Leiterin in die Tat umzusetzen. So ist es nicht erstaunlich, daß ein Wettbewerb, der mit solcher Hingabe ausgetragen wird, hervorragende Ergebnisse zeitigt. Denn die Gerichte, die mit den sparsamsten Mitteln gekocht werden, gelingen eigentlich immer und finden den ungeteilten Beifall der Köchinnen, die zum Schluß fröhlich an der Tafel Platz nehmen. Auch in politischer und weltanschaulicher Beziehung erhalten diese Frauen das nötige Rüstzeug, damit sie ihren Einfluß in der rechten Art geltend zu machen verstehen. Kommen sie doch durch ihr Amt oft in die Lage, im Sinne der Volksgemeinschaft so.zu wirken, daß ihr Tun die beste Erklärung für alles Wollen bedeutet, wie sich uns"re Hauspflegerinnen überhaupt durch einen groß n Idealismus für die Sache, der sie dienen, auszeichnen. Der Satz von 38 Pf. je Stunde spricht dafür, daß die so Tätigen ihre Pflicht als das anerkennen, was sie sein soll: Dienst am Nächsten und damit Einsatz für das Volksganze. Auch hilfsbedürftige Alte erfahren die Wohltat der Betreuung durch diese uneigennützigen Frauen, die täglich nicht nur mit Kranken, sondern auch mit Gesunden in Berührung kommen. Den Müttern gesunder Kinder gilt ihre besondere Bereitschaft. In aller Stille wirken diese der Oeffentlichkeit unbekannten Hauspflegerinnen als treue Kameradinnen mit an dem Werden eines widerstandsfähigen und lebenskräftigen Volkskörpers. WerMiae Frauen NSG. In der Gemeinschaft des Betriebes steht die Frau mit der gleichen Verpflichtung und Verantwortung wie jeder Arbeitskamerad. Deshalb muß sie ihr Schicksal und ihre Aufgabe in Verbundenheit mit dem alle Volksgenossen verpflichtenden Streben nach rechter Gemeinschaft verstehen und gestalten lernen. Im eigenen Heim als Gefährtin des Mannes und Mutter der Kinder zu wirken, wird immer der schönste und segensreichste Inhalt des Frauenlebens sein. Das Wirken im eigenen Heim wird aber nicht abseits und unbeeinflußt vom Arbeitsleben des Volkes sein können. Das Heim von heute ist ein Heim mit offenen Türen, die Frau muß wissen um ihre große volkserhaltende Aufgabe, die Sorge um die Erziehung der Kinder. Aus dieser Welt des Heimes im Kleinen baut sich erst die Welt im Großen auf. In vielen Berufen ist die deutsche Frau pflicht- getreu und verantwortungsbewußt tätig, in der Industrie, im Handwerk, im Handel, bei Verwaltungen Sie arbeitet am laufenden Band und der Maschine ebenso wie in allen Zweigen unseres viel- ältigen Erwerbslebens. Seit August 1934 ist nun für all die werktätigen Frauen in der Deutschen Arbeitsfront das „F r a u- enamt" geschaffen, welches Sorge zu tragen hat, daß auch die erwerbstätige Frau in einer Atmosphäre schafft, welche die Frau als Mutter des Volkes erhält und ehrt. Die Vertrauens- f rau en im Betriebe Helsen dem Frauenamt diese Ausgabe zu erfüllen. Denn Frauen sollen selbst dar- über wachen und sorgen, daß Arbeitsweise und Leistungen dem weiblichen Wesen angepaßt sind. Die Vertrauensfrau ist Vermittlerin und Vertreterin der weiblichen Gefolgschaft gegenüber dem Betriebsführer, dem Vertrauensrat, dem Betnebs- walter und ihrer Reichsbetriebsgemeinschaft und hilft den Arbeitskameradssinen mit Rat und Tat. Für hygienisch möglichst einwandfreie Arbeitsplätze wird gesorgt, und Vorschläge ausgearbeitet zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen. In Betrieben mit großer weiblicher Gefolgschaft wird in Zukunft die soziale Betriebsarbeit noch stärker ausgebaut, indem sozialpädagogisch vorgebildete Frauen eingesetzt werden, Betriebsführer und Vertrauensrat zu helfen für das Wohl der Gefolgschaft zu sorgen. Eine Schutzgesetzgebung für die arbeitenden Frauen bedarf noch sorgfältiger Durcharbeitung, doch wird durch die Maßnahmen des Arbeitsplatzaustausches — der Ablösung von der Schwerarbeit — so wurden in der Metallindustrie in fast 20 v. H. aller Betriebe die Frauen aus der Schwerarbeit herausgenommen und an leichtere und gesündere Arbeitsplätze gebracht bei Erhaltung der gleichen Lohnhöhe — der künftigen Gestaltung der Schutzgesetz- g e b u n g vorgearbeitet. Durch ein Abkommen des Frauenamtes der DAF. mit der NSV. zugunsten schwangerer Frauen im Betrieb wird eine zusätzliche Hilfe in Form von Bargeld, Ernährungsbeihilfen, Säuglingsausstattungen geleistet. Durch zusätzlichen, bezahlten Urlaub konnte manche Arbeitskameradin wieder gesund werden. In den Dienststellen des Frauenamtes erhalten die Frauen der Arbeitsfront Rat und oft auch unterstützende Tat. Die Inanspruchnahme der Berat u n g s st e l l e n ist in ständiger Zunahme begriffen. Auch die Ehefrauen der männlichen Mitglieder der DAF. zählen zu den Ratsuchenden. Je stärker die weiblichen Mitglieder der DAF. teilnehmen an allen Aufgaben der Selbsthilfe in der DAF., je stärker auch die Frauenwerkgruppen in den Betrieben an der kulturellen Gestaltung aus dem Arbeitserlebnis heraus mithelfen Betriebsgemeinschaft zu üben, volkswirtschaftlich zu denken und an planmäßiger Arbeitserziehung zu wirken, um so besser wird das Aufbauwerk unseres Führers gelingen. Ehret die Arbeit und achtet den Arbeiter. Im Herzen der werktätigen Frauen klingt der heiße Wunsch, daß bann der Segen der Arbeit allen getreuen, arbeitsfähigen und arbeitswilligen deutschen Männern und Frauen zuteil werde. as sollen wir tragen? PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS SOMMERLICHE T\ M 1 HUTFORMEN • . . , ■, . ' ■ ... . < Sommerliche Hutformen verschiedenster Art zeigt der heutige Vorschlag unseres Modezeichners: angefangen beim einfachen, sportlichen Südwester bis zum großen, eleganten Nachmittagshut. Skizze 1 ist ein schlichter Herrenhut aus weißem Leinen mit schmalem Ripsband und kleiner, seitlicher Schleife. Das Modell ist besonders gut zum praktischen, herrenmäßig geschneiderten Leinenjackenkleid zu tragen. Der einfache, gelbliche Perkalstrohhut (2) mit der großen Schleife aus braunem Ripsband eignet sich ebenfalls gut zur Ergänzung von Jackenkleid ober Mantel. Sein Ranb ist von einem schmalen, braunen Ripsbanb eingefaßt. Diese Form ist für frauliche Erscheinungen gedacht. Das großgemusterte, elegante Nachmittagskleid wird vorteilhaft vervollkommnet durch den großen schwarzen Hut aus Exoten st roh, mit dem großen Tuff aus weißen Piqueblüten (3). Um den Kopf ist außerdem ein schmales, schwarzes Ripsband gelegt und hinten zur Schleife gebunden. Zum sportlichen Waschseidenkleid, aber auch zum buntgeblümten oder -bedruckten Leinenkleid paßt gut derweißePanamahut mit dem breiten, moosgrünen Ripsband (4). Der an der Kante scharf nach unten umgebogene Rand ist durch ein schmales, ebenfalls grünes Ripsband eingefaßt. Der sehr jugendliche, das Haar weit freUaffenbe Südwester (5) ist aus weißem Pique. H. „Mutti, mein Ohr!../ „Erste Hilfe" in der Rächt „Mutti, weh-weh!" — Bubi hat beide Fäuste auf die Ohren gepreßt und weint. Ja, Ohrenschmerzen sind eine schlimme Sache und Grund genug, daß Mutter sich Sorgen macht. Es gibt Kinder, die in den ersten Jahren — meist bis zum Schulanfang — viel unter Ohrenschmerzen zu leiden haben. Keine Mutter darf das leicht nehmen. Ohrenleiden, die in der Kindheit zu leicht genommen wurden, können später einmal zu schweren Folgen führen. „Mutti, ich hab' Ohrenschmerzen, es läuft auch Wasser aus dem Ohr!" Das Ohren-Laufen, wie der Laie sagt, kann verschiedene Ursachen haben. Ist die Absonderung eitrig, so handelt es sich entweder um ein Furunkel im Gehörgang oder eine Mitte l o h r e r k r a n f u n g. Ist der Ausfluß wafserig, dann kommt er von einem Ekzem des Gehörganges, und ist er mit Blut untermischt, dann handelt es sich um eine schwere Mittelohrerkrankung! Auf jeden Fall hat hier der Arzt zu entscheiden. „Bitte, träufeln Sie dem Kind nichts ins Ohr, was nicht verordnet wurde!" Immer und immer wieder muß der Arzt die Mutter auf dieses Wort aufmerksam machen. Es ist kaum zu glauben, wieviel in dieser Beziehung gesündigt wird! „Ich habe nur ein bißchen warmes Oel eingeträufelt!" verteidigt sich die Mutter, „Bubi hat die ganze Nacht geweint, die Ohrenschmerzen setzten ganz plötzlich ein!" Warmes Oel — vor allen Dingen Olivenöl — ist die Brutstätte für alle möglichen Bakterien, alle Pflanzenöle verschmutzen das Ohr, im Notfall kann man etwas erwärmtes Glycerin einträufeln, viel besser aber sind heiße feuchte Umschläge auf das schmerzende Ohr. Treten in der Nacht plötzlich Ohrenschmerzen auf, so kann das ganz harmlos sein. Das Kind hat vielleicht mit offenem Mund beschlafen, und die Rachengebilde, die die Gänge, die zum Ohr führen, reinigen und entleeren sollen, haben nicht gearbeitet, so sind die Schmerzen entstanden. Sie vergehen bald wieder durch heiße feuchte Umschläge und Mund- und Rachengurgelungen. Heiße Fußbäder nützen ebenfalls — auf keinen Fall aber dürfen kalte Umschläge gemacht werden. Ohrfurunkel fitzen als kleine Schwellungen im äußeren Gehörgang im Bereiche der Haarbalgdrüsen. Sie entstehen durch die schlechte Eigenschaft der Kinder, Gegenstände, wie Streichhölzer, Erbsen ober Bohnen ins Ohr zu stecken! Das Furunkel bereitet heftige Schmerzen unb muß sofort behanbelt werben, ba es wie alle Furunkel sich fortpflanzt unb immer neue Eiterherbe erzeugt. Dreiprozentige Essigsauretonerbe unb Leinsamensäckchen werben auf bie kranke Stelle gebracht, bamit bas Furunkel halb weich wirb. Ohrensausen tritt bei ben verschiedenen Ohrerkrankungen durch Reizung des Gehörnervs auf. Es kann aber auch eine Folge von Blutarmut fein und muß deswegen immer beachtet werden. Auch schwere Ohrerkrankungen wie die „Otosklerose", die eine Verkalkung der Gehörknöchelchen bedeutet, kann Ohrensausen Hervorrufen. Auch hier muß der Arzt entscheiden. Schwerhörigkeit kann manchmal ganz harmlose Ursachen haben, indem nämlich das Ohr durch zu reichliche Absonderung von Ohrenschmalz verstopft ist. Dann muß das Ohr „durchgepustet" werden und durch sachgemäße Spülungen, die der Arzt ausführt, das vielleicht erhärtete Schmalz erweicht werden. „Mein Kind hat Ohrenschmerzen!" ist ein Alarmruf für alle Mütter, und dieser Alarmruf bedeutet: schnell zum Doktor! Dr.W. FrWiugsrezepte. Äon Frieda Aisch. Das war bei uns zu Hause eine fröhliche Sache: Wenn etwas Neues, Erstes, aus dem Garten auf den Tisch kam, faßte Mutter ihren rechten Nachbar über dem linken Ohr in die kurzen Härchen, zupfte lind und sagte leise: „Ziep, ziep Härchen, was Neues vom Jährchen!" und weiter ging das Ziepen um den Tisch mit der nötigen tummelnden Freude, bis es bei Mutter wieder ankam. Das erste waren wohl immer Rhabarber und Stachelbeeren. Sie kämen wohl öfter auf den Tifch, wenn ihre scharfe Säure nicht wäre. Trotz Mengen von Zucker läßt sie sich nicht überdecken. Der übliche Zusatz von Natron nimmt ihnen sehr ihre Eigenart. Außerdem wird hie und ba vor ihrer Oxalsäure gewarnt. Diese binbet man mit pulverisierter, gereinigter Schlemmkreide. 2 kg Frucht wird mit 2 Liter Wasser unb 1 Teelöffel Schlemmkreide aufgekocht, durchgefiebt unb weiter verwenbet. Rhabarberpaftete. Aus 375 g Mehl, 1 Ei, 170 g Butter, 2 Löffeln Zucker, etwas abgeriebener Zitronenschale, 1 Messerspitze Backpulver, 1 Löffel Milch macht man einen Teig, rollt ihn dünn aus unb belegt bamit Boben unb Ranb einer Springform. Jetzt streut man eine Hanb voll geriebenes Schwarzbrot, 2 Hänbe voll trockene Korinthen hinein, gibt den gekochten gesüßten Rhabarber hinzu, nachdem man 3 Eigelb und den Schnee darunter gemischt hat. lieber alles träufelt man 2 Löffel Honig und gibt den restlichen Teig als Decke darüber. An den Enden sehr fest zusammendrücken, mit geklopftem Ei bestreichen und bei guter Hitze backen. Rhabarb er-Creme. 750 g Rhabarber kocht man weich und gibt sie durch ein Sieb. Dann gießt man soviel Traubensüßmost oder Weißwein darauf, daß man IV2 fiiter Flüssigkeit hat. Davon nimmt man einige Löffel ab und verrührt gut 1 Eßlöffel Honig darin. Das andere bringt man zum Kochen. 50 g Kartoffelmehl rührt man mit wenig Wasser klar, gibt 3 Eigelb dazu, rührt dies in den kochenden Saft, bis es dickt. Dann mischt man den steifen Schnee darunter, zieht vom Feuer, schmeckt mit Zucker ab, gibt den verdünnten Honig dazu und stellt alles falt. Dänische Rhabarbergrütze. 750 g Rhabarber werden mit dem Schlemmkreidewasser abgekocht und durchgegossen. Mit 1 Liter Wasser auf- gefüllt und aufs Feuer gesetzt. Don der jetzt lauwarmen Flüssigkeit nimmt man etwas ab, gibt 125 g Kartoffelmehl dazu, rührt dies klar und gibt es mit 1 Zitronenschale und 150 g Zucker und 2 Blatt aufgeweichter roter Gelatine unter das Ganze. Ist alles steif gekocht, nimmt man etwas davon ab, läßt abkühlen und zerrührt 1 Eßlöffel Honig darin. Erft in die abgekühlte Speise gibt man dies Anrührsel. Ganz kalt mit frischer roher Milch reichen, oder frischer süßer Sahne. — Das Gelingen der Speise hängt davon ab, daß das Kartoffelmehl lauwarm angerührt wird. Tut man dies falt, so ist der Temperaturunterschied zwischen Speise und Anrührsel zu groß, und das Kartoffelmehl zieht die befannten Fäden. Früh! i n g 5 t u n f e n. Eier-, Milch-Cremes und -Tunfen würzen wir jetzt, indem wir einige Stengel- chen Waldmeister darin ziehen lassen. Einige Pfirsichblätter geben einen Geschmack nach bittern Mandeln. In einzelnen Fällen fönnen wir auch eine Holunderdolde dazu nehmen, doch muß man damit vorsichtig sein, damit der Geschmack nicht zu aufdringlich wird. Stachelbeertorte. Aus 125 g Butter, 70 g Zucker, 1 Ei, Salz, Zitronenschale oder Zimt nach Geschmack fnetet man mit 250 g Mehl einen Mürbteig. Damit belegt man den Boden und Rand einer Tortenform und bäckt ihn in V« Stunde hellbraun. Die in Schlemmfreidewasser abgewellten Stachelbeeren werden leicht gesüßt. Auf den Mürbeboden streut man Zwiebackfrümel oder geriebene Makronen, gibt darauf die Stachelbeeren, durchsticht mit der Gabel den Tortenboden in zwei Finger breiten Abständen hier und da und bedeckt die Torte mit 2 Eiweiß-Schnee, der mit 2 Löffel Zucker vermischt ist. Noch einmal bei Oberhitze leicht überbacken. Feiner Stachelbeer-Auflauf. In eine gut gebutterte Mehlspeisenform schüttet man die gekochten, gesüßten Früchte und gibt darüber fol- genben Teig: 3 Eßlöffel Butter, 2 Eßlöffel Zucker und 6 Eigelb rührt man ordentlich zu Sahne und zieht den Schnee der 6 Eier darunter. Bei mäßiger Hitze etwa V2 Stunde backen. Stachelbeeren mit Graupen. 250 g grobe Graupen quillt man mit Wasser, Zucker und Zitronenschale aus, quirlt 2 Eigelb mit 1 Glas Apfelmost und gibt sie darunter. Dann kocht man 1 Liter grüne Stachelbeeren mit Schlemmkreide- wasfer ab und kocht sie in dickem Zuckerwasser fertig. Man richtet Graupen und Stachelbeeren abwechselnd schichtweise an. Diese warme Speise ist, wenn sie nicht zu sehr gesüßt ist, ein guter Ersatz für die im Herbst so beliebten 2lepfelfartoffeln (Himmel und Erde). Eine Beilage von gebratenen Kottelets paßt gut dazu. Etwas vom Spargel. Der gute Geschmack des Spargels hängt nicht nur von ihm selbst ab, sondern auch von seiner Behandlung. Ein klein wenig mißtrauisch stehen wir schneeweißen Spargeln gegenüber. Dies wird er nur, wenn er im Wasser gelegen hat. Er sieht zwar prächtig aus, verliert aber einen guten Teil seiner Nährsalze. — Können wir ihn nicht frisch kochen, graben wir ihn bis zum Gebrauch in die Erde ein, bis zwei Hände tief, oder wickeln ihn in ein nasses Tuch und heben ihn kühl und dunkel auf. Z u langer Spargel ist holzig, und wir müssen zu viel davon wegtun. Ist er sehr dick, hat er grobe Fasern und läßt sich schlecht einteilen. Bruchspargel sind verhältnismäßig gut und billig. Denn der Spargel, der schon beim Ernten zerbricht, ist immer besonders zart. — Gewöhnlich wird Spargel in Salzwasser gekocht. Kann man dieses aber nicht zu Tunken oder ©tippen verwenden und muß es fvrtschütten, so geht der größte Nährwert verloren. Durch die Salzbeigabe entsteht leicht ein säuerlicher Geschmack. Darum salzen mir erst zum Schluß und geben beim Kochen eine Prise Zucker daran, die den Eigengeschmack des Spargels hebt. Stangenspargel stellen wir zum Kochen senkrecht in einen hohen Topf, der halb mit kochendem Wasser gefüllt ist, die Köpfe müssen heraussehen; über diese stülpen wir eine Schüssel. Jetzt kocht der Spargel halb im Dampf, und die Köpfe können nicht zerfallen. besonders schön. bad kochen. S'k sich unser Körper gegen Ansteckungen wehrt Wirtschaft Nindermarkt in Gießen. bis ^roeiji Kälber bis zwei Berlin Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. HL $ranffurf a.M. Berlin Schluß!. Datum | 11.5- 11-5. 133,13 130 117,75 116,75 101,25 7 I 30 I 97 J i| 2071 171,13 108,5 121,75 116,75 97 109,2 100,9 98 171,25 109 100,9 97,9 103 113,4 100,25 98,5 96,65 101 92,25 101 97,9 103,4 113,4 100,3 98,5 96,65 Sckuckecl & do. ... Siemens & Halske Lahmeyer L Co. . 100,5 121,25 128 103,5 100 96 101 121 128,5 103,75 168,5 130,5 100,5 96 5,75 42,75 7 9 5 6 93 23,5 31 206 109 54,9 94,13 135,9 95,9 134,13 110,9 179 87,5 43,5 405 189,75 181 113,3 100,4 98,5 15 16,75 116,5 115,5 90,5 92,5 92 185 38,4 147,13 127,5 149,25 124,4 138,5 136 133 142 186,25 136,5 54 93 136 93,5 110 179 40,5 402 182 101 98 103,13 113,4 100,25 98,5 96,65 101,05 92,25 6 8 0 15 17 117 115,25 89 90,25 90,5 183,75 101 122 128 104,25 132,25 101 96 38 147 127,65 148,4 124,75 138,5 136 133 141,5 137 136 100,5 123,4 127,75 104,4 168,5 132 100,75 96 54,25 94,5 135,25 95 111 178,75 43,13 404,25 188 181 96,5 101,4 101,25 97 97 109,2 15,25 17,25 117 115,75 88 89,25 89,5 184,65 111,25 54 92,25 135,65 94,25 133,5 110,13 178,5 88,5 41,9 397 190 182,75 117 96,5 101,4 101,25 97 97 109,15 101,25 97 97 109,2 15,25 17 116,65 116 90,25 92 92 184,9 Buderus ...................4 Deutsche Erdöl ..............4 Harvener...................0 Hoesch Eisen—Kbln-Reuessen .. 8 □ 8,5 147 127,4 i:6,25 124,5 139,5 136,5 133,25 142,5 187 136 ManSfelder Bergbau .. Kokswerke ........... Rheinische Braunkohlen Rheinstahl........... Bereinigte Stahlwerke. Otavi Minen ........ Kaliwerke Aschersleben. Kaliwerke Westeregeln. Kaliwerke Salzdetfurth . 0 . 0 . 6 . 5 7V, mit, teils ohne Speichel angefetzt wurden, daß der menschliche Speichel Stoffe enthält, die krankmachende Bakterien in ihrer Entwicklung deutlich hemmen und z. B. gegen Typhus- und Paratyphusbazillen, Milzbrandbazillen u. a. wirksam sind; ja es erwies sich, daß im Speichel vieler Menschen sogar Stoffe enthalten sind, die z. B. D i p h t h e - riebazillen abzutöten vermögen. Fast noch interessanter als die Feststellung dieser Hemmungsstoffe aber ist die Beobachtung, daß es unter dem Einfluß des Speichels zu einer Umwandlung der echten Diphtheriebazillen in Pseudodiphtheriebazillen kommt; der Speichel muß also auch Stoffe enthalten, die imstande sind, die gefährlichen echten Diphtheriebazillen in ungefährliche Pseudodiphtheriebazillen zu verwandeln und sie so unschädlich zu hier also müßten solche Schutzvorrichtungen angreifen. Daß sie wirklich vorhanden sind, und zwar in einer bisher kaum vermuteten Wirksamkeit, ist kürzlich durch eingehende Versuche erwiesen worden, die Prof. Dr. H.' D 0 l d am Hygienischen Institut der Universität Tübingen über die bakterienfeindliche Kraft des Speichels anstellte. Dabei zeigte sich in Vergleichskulturen von Mikroben, die teils mit, teils ohne Speichel angesetzt wurden, daß der Auf dem gestrigen Rinder- (Nutzvieh-) Markt in Gießen standen 294 Stück Großvieh, 109 Fresser und 71 Kälber zum Verkauf. Es kosteten Milchkühe ober hochtragende Kühe 1. Qualität 480 bis 650 Mark, 2. Qualität 350 bis 460, 3. Qualität 200 bis 300, Rinder bis Xjährig 140 bis 210, 210 bis 280, tragend 290 bis 500, Zöchen 32 Mark per 50 kg, bis vier Wochen 52, bis sechs Wochen 74 Mark. Marktoerlauf anfangs lebhaft, später abflauend. — Nächster Markt 133,13 ! Iod,10 130 I 129,9 129,75 128,75 129 । 128,75 182,5 ! 182,5 7,25 9,9 5,8 43,5 Menschen und der bakterienfeindliche 7,13 9,8 5,65 43 38,65 147,25 127,75 146 ’5 155 139,4 137 134 142,75 187,5 136,25 einheitlich. Das Geschäft war zeitweise etwas lebhafter. IG.-Farben notierten mit 170,13 bis 169,50 bis 170 (170,75), Deutsche Erdöl verloren 1 v. H. Elektroaktien eröffneten nahezu alle 0,50 bis 1 v. H. schwächer, Gesfürel verloren 1,50 v. H., während Schuckert mit 142,50 unverändert blieben und Siemens 1,13 v. H. anzogen auf 188,13. Am Montan- markt hatten Verein. Stahlwerke größeres Geschäft mit 92,40 bis 91,90 bis 92,25 (93), Hoesch gingen um 0,75, Klöckner um 1 v. H. zurück, ferner ermäßigten sich Otavi Minen auf 23,13 (23,50). Von Maschinenaktien notierten: MAN. uno. 114,50, BMW. uno. 132,50, dagegen Moenus 0,75 v. H., Daimler 0,75, Muag 0,50 v. H. schwächer, aber Eß- linger exkl. Dividende 0,50 v. H. höher. Zellstoff Aschaffenburg waren angeboten und gaben auf 94,50 bis 93,50 (95) nach. Im einzelnen gaben Westdeutsche Kaufhof, Südd. Zucker, dement Heidelberg und Holzmann bis 1 v. H., Rheinmetall 0,50 und Nordd. Lloyd 0,25 v. H. nach. Metallgefellschaft und Kunstseide AKU. lagen voll behauptet, Reichsbank 1,25 v. H. fester. Am Rentenmarkt war das Geschäft bei fast unveränderten Kursen gering. Altbesitz 113,40, Kom- munal-Umschuldung 87,05, Zinsvergiitungsscheine 92,30, späte Schuldbuchforderungen 98,65 (98,50). Zertif. Dollar-Bonds bröckelten etwas ab. Rhein. Städte-Altbesitz etwas höher mit 110,40 (110,25). Von Auslandanleihen I. Anatolier 42,90 (43,60), 4^proz. Ungarn v. 1913 8,75 (8,80). Im Verlaufe war die Kursentwicklung am A k - tienmarkt bei kleinen Umsätzen weiterhin uneinheitlich. Das Geschäft beschränkte sich fast nur auf wenige Spezialwerte, wie IG.-Farben, AEG., Verein. Stahlwerke, die um etwa 0,25 bis 0,50 vom Hundert nach beiden Seiten schwankten. Aus konnte man sie Jugendherbergen sind Erholungsstätten der Jugend! Erhallet sie und laßt neue erstehen durch eure Spende am 16. und 17. 2Hai! 4% OtftenetrfiUme Goldrente... 4,20% Lestcrreichische Sllberrente 4% Ungarische Goldrente ....... 4% Ungarische Staalsrente v. 1910 4/t% desgl. von 1913.......... 5% obgest. Goldmexilaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anlethe (Siorfp I ................... 31 2,05 9,1 8,75 8,8 14 . 51 143,25 • 6 * 18 239 . 4 129,13 30,75 2,15 8,95 8,8 8,8 13,65 Neue Forschungen über natürliche Abwehrkrast. Äon Dr. med. er Phil. Gerhard Denzmer. 2 9 8,75 8,8 14 2,05 9,1 8,65 8,75 13,80 A.E.G 0 Bekula 10 Eleltr. LieferungSgelellschaft... 6 Licht und Kraft 6% Felten & Guilleaume 4 Gesellsch.f.Eteklr.Unternehmung. 6 Rheinische Elektrizität ........ß Rhein. Wests. Eleklr 6 Nundfunkprogramm. Donnerstag. 14. Mal. 6 Uhr: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Musik am Morgen. 9.30: Musik am Morgen — vergeßt eure Sorgen! 10: Schulfunk: Dolksliedsingen. 11.30: Bauernfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert. 13: Zeitangabe; Nachrichten (auch aus dem Sendebezkrk). 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Das Phänomen der Stimme: Erna Sack. 15: Volk und Wirtschaft: Der Althändler als Rohstofflieferant. 15.15: Kinderfunk: Märchenstunde. 16: Konzert. 17.30: Bauten des Dritten Reiches in Berlin. 17.45: Das aktuelle Buch: „Die sieben Säulen der Weis- heit". Don E. T. Lawrence. 18: Konzert. 19: „Waldeck". Frühling im Bergland zwischen Eder und Diemel. 19.30: Kleine Konzert-Suite. 20.10: Aus dem Preußischen Staatstheater: „Falstaff". 22.40: Zeitangabe, Nachrichten. 23: Tanzmusik. 24 bis 2: Musik, die ihr alle ersehnt. den übrigen Marktgebieten lagen die Anfangsnotierungen zumeist unverändert. Don später notierten Werten gewannen Scheideanstalt 1 v. H. auf 234, Löwenbräu München 2,50 v. H. auf 216,50. Am Kasfamarkt bestand Nachfrage nach Brauereiaktien, Nürnberger Brauhaus 112 (108), auch die übrigen wurden höher taxiert. Großbankaktien blieben ebenfalls gesucht. Am variablen Rentenmarkt traten keine Veränderungen von Belang ein. Von Industrie- Obligationen 6proz. Verein. Stahl und 6proz. Hoesch je 0,25 v. H. niedriger. Goldpfandbriefe lagen unverändert, Liquidationspfandbriefe z. T. bis 0,25 vom Hundert hoher, ebenso einige Stadtanleihen, 4,50 (7) Frankfurt 92,65 (92,50), 4% (6) dto. 92,40 (92), 4% Darmstadt v. 28 94 (93,75). Auslandren- ten lagen uneinheitlich, etwas schwächer Mexikaner, Ungarn und Rumänen etwa behauptet. Tagesgeld uno. 2,75 v. H. Abendbörse sehr ruhig. Die Abendbörse wurde auf allen Marktgebieten von starker Geschäftslosigkeit beherrscht. Die Kurse am Aktienmarkt bröckelten eher leicht ab, da die Kulisse verschiedentlich in kleinem Umfange realisierte. Stärker gedrückt waren auf die Erklärung der Verwaltung Westdeutsche Kaufhof mit 41,25 bis 40,50 (41,90), auch Aschaffenburger Zellstoff weiter ermäßigt auf 93,50 (94,25). IG. Farben notierten 170,75 nach 171,13. Höher lagen Licht und Kraft in teilweiser Anpassung an Berlin mit 148,25 (146,25). Großbankaktien hatten wesentlich geringeres Geschäft als an der Mittagsbörse, auch wurden die höchsten NachbörsenLurse nicht erreicht. Commerzbank 90,50 (90,25), DD.-Bank 92,50 (92), Dresdner Bank unverändert 92. Der Renten- markt lag völlig geschäftslos. Von fremden Werten bröckelten 4proz. Rumänen auf 5,65 (5,80) ab. U. a. notierten: 4V2 v. H. Darmstadt von 1928 94,13, 4 v. H. Ungarn Kronen 1,70, 5 v. H. Gold» t®. Farben-Industrie cheideanstalt........ Goldschmidt RütgerSwcrke Metallgeiellschaft höheren Tiere sehr wirksame Stoffe enthalten sind, kann nach den Untersuchungen von Prof. Dold nicht mehr gezweifelt werden; und unter diesem Gesichtspunkt gewinnen manche Erscheinungen, für die bisher schwer eine Erklärung zu finden war, ein anderes Aussehen. Wir können uns nun vorstellen, weshalb es nicht gelingt, Tieren, die z. B. zum Zwecke der biologischen Serum- Prüfung durch Einspritzung von Diphtheriebazillen leicht angefteckt werden können, vom Nasen- und Rachenraum her eine Diphtherie beizubringen; und Ilse Bergbau ....... Ilse Bergbau Genüsse Klöcknerwerke ....... Mannesmann-R Hren Philipp Hottmann .... Zementwerk Heidelberg Zementwerk Karlstadt.. 133,25 , 133,25 129,75 I machen. „Derwandlungsstoffe" nennen. Daran, daß im Speichel des Die hinter den 6% Deulsche RelchSanlelhe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 by,% Doung-Anlcihe von 1930 .. Deulsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auslvs. -Rechten ............. 4*/,% Deutsche RelchSpostschatzan Weisungen von 1934, I....... 6% ehem.8% Hess. Voltsstaat 1929 (rückzahlb. 102%) ............ 4Ki% edem.8% Hessische LandeS- banl Darmstadt Gold R. 12.... 5%% ehem. 4 y,% Hess. Landes. Hypothekenbank DarmstadtLiauI dyx% ehem. 8% Darmst. Komin LanvcSb.Goldschuldverschr. R.6 Oberhessen Provinz-Anleihe mii Auslos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammelabl. An- leihe Eene 1 mit Auslos.-Rechten 4%% ehem.8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 6%% ehem. 4'/r% Franks. Hyp. Bank-Liqu.-Psandbrtese....... 6y,% ehem. 4>/t% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpse. ... 4%% ehem. 8% Pr. LandeSpsand- briesanstalt, Psandbriese R 19 Allendorf a.d. Lda., . 11. Mai. Gestern fand auf dem hiesigen Schießstand zwischen dem hiesigen Kleinkaliber-Schützenverein und einer Auswahlmannschaft der Kleinkaliberschützenvereine des Kreises Wetzlar- No r d ein privates V e r g l e i ch s s ch i e ß e n statt. Es traten hierzu von jeder Seite 10 Schützen an. Geschossen wurde in den drei Anschlagsarten je fünf Schuß, stehend, kniend und liegend freihändig. Nachdem das Antreten der hiesigen Mannschaft gegen die erprobte Auswahlmannschaft von Wetzlar schon ein großes Unterfangen bedeutete, mußte das Resultat um so mehr Überraschen, als Wetzlar, das den besten Einzelschützen mit 150 Ringen stellen konnte, mit der Gesamtringzahl von 1247 gegen Allendorf oo Langsdorf, 12. Mai. Unsere Ortsgruppe der NS. -Frauenschaft feierte den Muttertag mit den alten Müttern unseres Dorfes, die die Schwelle des 70. Lebensjahres überschritten hatten. Im festlich geschmückten Rothschen Saale sanden sich die Alten in großer Zahl em, um bei Kaffee und Gebäck einige von echt natlonalsoziali- stischem Geiste belebte Stunden zu verbringen. Die Führerin der Frauenschaft, Frau Ottilie Burger, hieß die Gäste mit herzlichen Worten willkommen. Lieder der Bewegung und altbeliebte Volkslieder, an denen die Greisinnen sich noch eifrig beteiligten, füllten die Pausen aus. Die musikalische Belebung der ansprechenden Feier übernahm Lehrer Held- mann. Den alten Müttern, die nicht mehr weg- fähig sind — ihre Zahl ist in unserer Gemeinde recht groß —, wurde eine Erquickung ins Alters- stübchen gebracht. So hat unsere Frauenschaft ihre Aufgabe zum Muttertag in würdiger und zweckentsprechender Weise gelöst. Große Strafkammer Gießen. Gegen den W. G. aus Hitdorf wurde die dauernde Unterbringung in einer Heil- und Pflegeanstalt angeordnet. Der Angeklagte befindet sich seit 21. August 1935 in der Heil- und Pflegeanstalt zu Gießen. Vor seiner Einlieferung trieb er sich in völlig verwahrlostem Zustand in der Gegend von Wallenrod herum. Er verbreitete dort staatsfeindliche Gerüchte und beleidigte den Führer. Nach dem Gutachten der medizinischen Sachverständigen leidet der Angeklagte an einer Geisteskrankheit. Da die Gefahr besteht, daß er noch weitere strafbare Handlungen begeht, ist die dauernde Unterbringung erforderlich. Der E. St. aus Gießen wurde vom Schöffengericht zu drei Wochen Haft verurteilt. Außerdem wurde die Verbringung in eine Trinkerheilanstalt verfügt. Der Angeklagte, der schon erheblich vor- bestraft ist, ist ein notorischer Trinker. In diesem Zustand hat er sich schon öfters strafbar gemacht. Im Laufe des vorigen Jahres kam er mit einer anderen Person, nachdem er wieder tüchtig dem Alkohol zugesprochen hatte, auf Oswaldsgarten in Streit. Als ihn ein Polizeibeamter zur Wache bringen wollte, leistete er erheblichen Widerstand. Sie gegen das Urteil eingelegte Berufung wurde kostenpflichtig verworfen. — Drei weitere Sachen wurden vertagt. Hlarine-Stutm 11/34. von 18 bis 20 Uhr; Sonntags von 10 in der Sturmdienftstelle Sonnenstr. 29 „Zum Andres", 2. Stock). 2Harine-Sturm 12/34. Orts- und Vetriebswanderwarte. Wir machen nochmals auf den Gauwandertag am Sonntag, 17. Mai, nach Kloster Arnsburg aufmerksam. Die Wanderungen können zu Fuß oder mit pb Butzbach, 13. Mai. Am heutigen 13. Mai begeht unser Ehrenbürger, Geh Schulrat Hermann Jäger, der in Darmstadt im Ruhestand lebt seinen 8 0. Geburtstag. Nach Absolvierung des Darmstädter Gymnasiums und seiner Studien in Darmstadt, Berlin und Gießen machte Ittarine-Sturm 13/34. Werktags von 18 bis 20 Uhr; Sonntags von 10 bis 18 Uhr in der Sturmdienststelle, Sonnenstr. 29 (Restaurant „Zum Andres", 2. Stock). Sturm 10/116: Sturmgefchäftsstelle in Steinbach (Schute). Das Oankopfer der Nation. Die Einzeichnungsmöglichkeit in Londorf und Nmgegend. Die Sammelliste für die Linzeichmmgen für das Dankopfer der Nation liegt für Londorf und die umliegenden Orte im hause des Sturmführers des SA.-Reitersturms 4/147 heinr. Schudt in Londorf, Burgstraße 1, zu jeder Tageszeit offen. Die Einwohner von Londorf und Umgegend feien auf diese Gelegenheit, zu dem Dankopser der Nation durch die Spendeneinzeichnung beizutragen, besonders hingewiesen. Sitzung der Natsherren in Grimberg. In Hungen: bei Sturmmann Schmidt, Kaiserstr. 26; in Rodheim: bei Oberscharführer Koch; in Langd: bei Obertruppführer Schäfer; in Nonnenroth: b£i Oberscharführer Jakobi; in Langsdorf: bei Oberscharführer Bausch; " Muschenheim: bei Oberscharführer Alles; Bettenhausen: bei Oberscharführer Müller; Bellersheim: bei Rottenführer Kammer; Obbornhofen: bei Oberscharführer Schneider; Utphe: bei Obertruppführer Rühl; Inheiden: bei Oberscharführer Junker; Trais-Horloff: bei Rottenführer Schreiber. Wallbott; Alb ach: bei Sturmmann Zimmer. Sturm 11/116: Sturmgefchäftsstelle Steinheim, Oberstraße 16. Sturmgefchäftsstelle Großen-Buseck, altes Rathaus. In Trohe: bei Obertruppführer Rühl; Rödgen: bei Scharführer Hartung; Alten-Buseck: bei Truppführer Körber; Oppenrod: bei Rottenführer Pitsch; Burkhardsfelden: bei Scharführer Brück. In Garbenteich: auf der Bürgermeisterei; Hausen: bei SA.-Mann Fink; Dorf-Güll: bei Scharführer Weitz; Annerod: bei Oberscharführer Engelhardt Werktags l„.. --------- zimmer, Hitlerwall 15 (Landgericht, Erdgeschoß). 00 Klein-Linden, 12. Mai. Die Winterarbeit der Evangelischen Frauenhilfe unserer Gemeinde fand am Sonntagabend mit einer Schlußfeier im Saale der Kleinkinderschule ihr Ende. Die beiden Schwestern der hiesigen Schwe- fternftation hatten den Saal mit Blumen schön geschmückt und ein auserlesenes Programm zusammengestellt. Lieder und Gedichte, letztere ernsteren und heiteren Charakters, von kleineren und größe- in Birklar: bet Scharführer Müller; in Nieder-Bessingen: bei Sturmmann Maul; in Eberstadt (bei Lich): bei Oberscharführer mann; in Ober-Hörgern: bei Sturmmann Seib. Sturmbann IV./116. Sturm 12/112: Sturmgefchäftsstelle Lich, Bahnhofstraße 40. findet. . r. Klein-Lind en, 12. Mai. Für den Samstag abend hatte der Turnverein Klein-Linden 1 8 8 9 zu einem Elternabend eingeladen, um den Eltern der in den Schülerriegen zusammengefaßten jugendlichen Turner einen Einblick in die turnerische Ausbildung her Jugend zu gewahren. Nach dem Einzug der Schülerriegen und einem Vorspruch eines Vorturners sprach Dereinsführer Karl Weiß herzliche Worte der Begrüßung und wies auf die hohe Bedeutung des Turnens und Sportes für die Jugend hin. Sodann boten die Schülerriegen unter Leitung von Schülerturnwart Walter Weber und der Vorturner Karl Ludwig Rau und Hanfried Jung verschiedene Proben des deutschen Turnens dar, wie rhythmische Freiübungen, Geräteturnen am Barren, Reck und Pferd und Bodenturnen. Eine besondere Freude für alt und jung bereiteten die Spiele der jugendlichen Turner mit den Medizinbällen. Vereinsführer' Weiß dankte zum Schluß allen Mitwirkenden, ermunterte zum fleißigen Besuch der Turnstunden und rief die noch abseitsstehende Jugend zum Eintritt in die dem Reichsbund für Leibesübungen angeschlossenen Sturmbann I./116 (Allendorf Lda ). Sturm 1/116: Allendorf a. Lda., im Rathaus. Londorf: Dienststelle des Sturmes , Steinstraße; Treis a.d. Lda.: bei Rottenführer K Leineweber, Climbach: im Schulhaus; Allertshausen: bei Rottenführer Wilh. Ranft, Lon- dorfer Straße; _, ..r __.£1 , Kesselbach: bei Scharführer Fritz Schäfer, Mittelgasse, Odenhausen: bei Sturmmann Hans Schweitzer; Geilshausen: bei Oberscharführer Wilh. Ranft; Rüddingshausen: bei SA.-Mann Muth, Wermertsh. Straße; Weitershain: bei Sturmmann Theis. Sturm 2/116: Dienststelle im Rathaus zu Lollar. Die Smzeichnungsstellen: Sturmbann II /116 (Meßen). Sturm 5/116 Gießen, Senckenbergstraße 1 (Fahnensaal der SA.-Standarte). . x Sturm 6/116 Großen-Linden, Gasthof (Zur Lmde) Sturm 77116^’ang - Göns, Bürgermeisterei, Neu- gaffe 1. _ _ _ Sturm 8/116 (früher Sturm 12/116) Gi-ßen.Damm- straße 29. Sturm 45/116 Gießen, Ludwigstraße 55. Sturm 46/116 Gießen, Ludwigstraße 64. Sturm 47/116 Gießen, Sonnenstraße 29. Nachrichten-Sturm Gießen, Neuenweg 28. (Sturmbann IIL/116. Sturm 9/116: Oankopfer der Nation. Alle deutschen Volksgenossen tragen sich in die Spenderlisten für das Oankopfer der Nation ein! | JX Die deutsche Arbeitsfront n.9.=6emtinfdiaft „Kraft durch freuöc" ren Mädchen bargeboten, wechselten mit Gesängen der Mitglieder. Der Vorsitzende, Pfarrer König, erzählte aus der Arbeit des verflossenen Winters. Als gemeinsames Buch war „Der Heimwanderer" von Erwin Groos gelesen worden. Für die kommenden Sommermonate wird eine Fahrt mit dem Autobus in den Taunus geplant. Die Vereinsabende finden den Sommer über allmonatlich nur einmal an jedem ersten Sonntag im Monat statt. I Garbenteich, 12. Mai. Am Samstag, dem Vortag zum Muttertag, hielt die Schule Garbenteich einen Elternabend ab, der ganz dem Gedenken der Mutter gewidmet war. Die zum großen Saal vereinigten Räume der Gastwirtschaft Lotz konnten kaum die vielen Besucher fassen. Die Geschwister Rüdiger eröffneten den Abend mit einem vierhändigen Marsch von Schubert auf dem Klavier. Lehrer Mörschel begrüßte die zahlreichen Besucher und wies auf den tieferen Sinn der Veranstaltung hin. Der Muttertag schließt ein Stück Erziehungsarbeit in sich, das gerade auch die Schule vor eine wichtige Aufgabe stellt zum inneren Aufbau des Menschen. Dann folgten die verschiedenen Darbietungen der drei Schulklassen in bunter Folge von Gesang, Deklamation, Sprechchören und kurzen theatralischen Darbietungen, die alle auf den Muttertag hinwiesen. Sogar die Allerkleinsten, die Abc- schützen, traten schon auf und waren sich ganz der Wichtigkeit ihres Auftretens bewußt, was bei den Zuhörern besonderen Beifall auslöfte. Am Schluß ergriff Bürgermeister Burk das Wort, um allen Beteiligten zu danken, vor allem den drei Lehrern, aber im besonderen Frau Mörschel, die sich um die Programmgestaltung, Einübung und künstlerische Ausstattung ganz besonders verdient gemacht hatte. Die Schule Garbenteich kann mit Stolz und Befriedigung auf den wohlgelungenen Elternabend zurück- schauen, der bei allen Zuhörern einen nachhaltigen Staufenbera: bei Rottenführer Kraft; Ruttershausen: bei Rottenführer Wicke; Daubringen: bei Scharführer Ranft; Mainzlar: bei Rottenführer Töppler. Sturm 3/116: Dienststelle im Rathaus zu Grimberg. Lauter: bei Sturmmann Modus; Ettingshausen: bei Sturmmann Fuchs; Quecfborn: bei Sturmmann Karl Knöß; Ober-Bessingen: bei Rottenführer Karl Römer; Beltershain: bei Truppführer Karl Ganz; Lumda: bei Oberscharführer Karl Starck; Stangenroh: bei Scharführer Erb; Weickartshain: bei Scharführer Theiß; Stockhausen: bei SA.-Mann Jochim; Göbelnrod: bei Sturmmann Karl Noll. Sturm 4/116: Dienststelle in Winnerod (Posthilfsstelle). Beuern: bei Scharf. Schwalb, Gr.-Busecker Straße; Reinhardshain: bei Scharführer Sehrt; Bersrod: bei Oberscharführer Hofmann; Reiskirchen: bei Scharf. K. Hahn, Gießener Straße; Hattenrod: bei Oberscharführer Karl Rink; Saasen: bei Sanitäts-Scharführer Münch. Oie EinzeichnungssteNen sind geöffnet: Werktags von 18 bis 21 Uhr, Sonntags von 8 bis 18 Uhr. SA.-Reiterstaudarte. fReiter ft anharte 14 7, St u r m 6. Einzeich» nungsüfte bei Truppführer Schömds, Gießen, Univerfitäts-Reitinstitut, Branhplatz 5. Mnne-Stürme des Standortes Gießen. Einzeichnungslisten liegen auf: mit 1284 Ringe unterlag. Durch diesen Sieg hat der hiesige Kleinkaliberschützenoerein wiederum bewiesen, daß er über eine technisch gut durchgebildete Mannschaft verfügt. 4 Dorf-Gill, 12. Mai. Am Muttertag veranstaltete die hiesige NS. - Frauenschaft eine Feierstunde im Gemeindesaal, zu der alle Witwen und älteren Frauen der Gemeinde eingeladen waren. Gedichte und Lieder, vorgetragen von Frauenschaftsmitgliedern, brachten das tiefinnerste Wesen und die hohen, schonen Aufgaben der deut- scheu Mutter zum Ausdruck. Im Mittelpunkt der Feier stand die Ansprache des Ortsgeistlichen Goethe. Eine reichlich gedeckte Kaffeetafel bildete den Abschluß her schon verlaufenen Feier. Inhalt: § 1. Alle öffentlichen Bekanntmachungen erfolgen durch Aushang an hrei Stellen her Stadt: Rathaus, altes Spritzenhaus und Haus Neustadt Nr. 50. § 2. Zusätzliche Bekanntmachungen durch Presse und Ausschellen können erfolgen. § 3. Für das Inkrafttreten einer Bekanntmachung gilt der auf das Aushängen folgende Tag. § 4. Vorstehende Satzung tritt am 1. Juli 1936 in Kraft. Vervielfältigung eines Stadtplanes von Grünberg. Die Ratsherren find damit einverstanden, daß ein neuer Stadtplan in Große von 90 X 110 Zentimeter bei einem Maßstab 1:1000 hergeftellt wird. Wegen der baldigen Felbbereini- gung und Landplanung und die in deren Folge sich wohl einftellenhen Aenderungen sollen nur 100 Stück zum Presie von 166 Mark in Auftrag gegeben werden. 80. Geburtstag des Butzbacher Ebreubürgers. pb. Butzbach, 12. Mai. Am diesjähriaen H t m- melfahrtstag findet von einer Anzahl W a n- herverbände (Taunusbund, Odenwaldverein, Westerwaldverein, VHC.) eine Sternwanderung nach Butzbach statt, zu her bis jetzt runh 1200 Teilnehmer angemelhet sinh. Reichswanher- führer Prof. Dr. Werner wirh in einer Kunb- gebung für hie Wanherbewegung sprechen. Sonn- tagsfarten von allen Stationen im Umkreis von 75 Kilometer nach Butzbach sinh bei her ReichsbaHn- hireftion beantragt. Nach einem Festzug findet gemütliches Beisammensein mit Tanz in her Fest- Halle am Wetzlarer Tor statt. Landkreis Gießen # Wieseck , 12. Mai. Der hiesige O b st - unh Gartenbauverein hielt am Samstag einen Schulungslehrgang ab, her hem Gartenbau geroihmet war. Wie immer, so begegnete auch diese Tagung dem regsten Interesse bei den hiesigen Gartenfreunden, konnte doch der Vereinsführer in seinem Hausgarten 70 Mitglieder begrüßen. An Hand von praktischen Vorführungen wurden die Besucher über die neuzeitliche Gartenbautechnik unterrichtet, wobei der Bodenbearbeitung besonderes Augenmerk gewidmet wurde. Die Vorzüge der Reihensaat wurden aufgezeigt und die arbeit- und kraftsparenden neuzeitlichen Gartenwerkzeuge in ihrer Wirkung vorgeführt. Besonders wurde auch auf den Schutz der Vögel, als der treusten Gehilfen in her Schähiingsbekämpfung im Gartenbau, hin- gewie'sen. Den Beschluß her ebenso interessanten, wie lehrreichen Tagung bilhete eine Besichtigung der mustergültigen unh in ihrer Anlage einzigartig bastehenden Steingärten her Mitglieher Mayer unh Heller. Der Vereinsführer gab als geschäftliche Mitteilungen noch bekannt, daß hemnächst eine Schulungstagung für praktische Baumpflege statt- hem Rad durchgeführt werden und sind so emzu- richten, daß die Wandergruppen spätestens um 13 Uhr in Kloster Arnsburg eintreffen. Wir erwarten rege Beteiligung. Volkstanzkreis. Am Donnerstag, 14. Mai, 20 Uhr, im Haus der Arbeit, Schanzenstraße 18 (großer Saal), Uebungs- abenö. Anmeldungen werden noch angenommen. Wetterauer Heimatabend in Lich. Am Samstag, 16. Mai, findet in Lich im Saal Stein ein Wetterauer Heimatabend Mit „Unkel Kunneroad" statt. Der Eintritt beträgt 50 Pfennig. Beginn 20.30 Uhr. Eintrittskarten sind im Vorverkauf bei dem Ortswart Pg. Schwab zu haben. Omnibusfahrt der Ortsgruppe Großen-Linden. Am Donnerstag (Himmelfahrt), 21. Mai, findet eine Omnibusfahrt nach Kaffe 1 - W i 1 helms- höhe statt. Anmeldungen hierfür sind umgehend an den Ortswart Pg. Steinei, Großen-Linden, ober bei der Kreisdienststelle Gießen, Schanzen- straße 18, abzugeben. Der Fahrpreis mkl. Mittagessen beträgt 6,30 Mark. * ** Goldene Hochzeit. Am Montag begingen her frühere Inhaber her Seifenfabrik Mobs, jetziger Rentner P e t e r I o s e f M ö b s unb Frau Anna, geb. Trauth, in Frische bas Fest her golhenen Hochzeit. ** Maienblasen am heutigen Mittwoch ab 19 Uhr vom Turme her Stahtkirch e. 1. Choral Wie groß ist bes Allmächt'gen Güte", I. A. Frey- linghausen, Halle (1704); 2. „Die Nacht von Franz Abt; 3. Volksweise „Wenn's Mcnlufterl weht von Kreipl. ** Steinlieferungen für Kleinpflast e r h e r st e 11 u n g e n auf Lanhstraßen 1. unb 2. Drbnung werben vom Tiefbauamt her Provinzialhirektion Oberheffen in unserem heutigen Anzeigenteil zur Vergebung ausgeschrieben. Interessenten seien auf hie Bekanntmachung hingewiesen. + Grünberg, 12. Mai. Nach vorausgeaange- ner Sitzung bes Wohlfahrtsausschusses, der in nichtöffentlicher Sitzung über den Erlaß von Bürgersteuer, Freistellen-Gesuche von Schülern der Oberrealschule unb Verteilung her Erträgnisse zweier Stiftungen beriet, traten bie Ratsherren zu einer Sitzung zusammen. 1. Gesuch bet „Rhenania-Ossag Mineralölwerke AG." wegen Versetzung der T a n t ft e 11 e bei Kaufmann Aug. Röhm in her Bismarckstraße. Bürgermeister Wagner wies einleitend darauf hin, daß bei Versetzung her Tankstelle die Führung der Bismarckstraße und bie Platzgestaltuny vor dem R.'scheu Hause zu prüfen sei, ebenso müsse bie Genehmigung her Provinzialjtraßenverwaltung wegen Erfüllung her verkehrspolizeilichen Vorschriften em- geholt werben. Architekt Balser wies auf bas verkehrsmäßig gefährliche Straßennetz an dieser Stelle hin, ba sich hier mehrere belebte Straßen schneiben, was befonbers beim Verkehr aus der Bahnhofstraße in Richtung Stadt erhöhte Gefahr bedeute, wie dies jetzt wieder zwei Unfälle innerhalb weniger Tage beweisen. Das Gesuch der Firma, die Tankstelle möglichst nahe an bie Hauptstraße heranzusetzen, sei baher nicht durchführbar. Er schlug vor, bie Tankstelle 10 Meter von her Hauptstraße ab in bie Bismarckstraße hineinzuverlegen unb am R.'schen Hause einen Fußsteig von 2 Meter Breite anzubringen. In gleicher Weise sprachen sich bie Ratsherren aus. Offen bleibt vorläufig bie Frage, wie bie Front bes R.'schen Hauses umzugestalten ist. Angebeutet wirb Spalier unb Schlingpflanzen als Derkleibung ober Bäume auf einer baoor lieqenben Grünfläche. — Aenderung her Satzung her Stabt Grünberg über das Bekanntmachungswesen. Gegen ben vom Bürgermeister oorgelegten Entwurf einer Satzung betreffend) bas Bekanntmachungswesen vom 12. Mai 1936 mürben von ben Ratsherren keinerlei Bebenken erhoben. Die Satzung hat folgenben Sturm 15/116: in Heuchelheim (Gemeinbekasse); in Wieseck, Reutersche Wirtschaft. Sturm 16/116: Sturmlokal in Gießen, Sonnenstr. 29 (Auerhahn); in Gießen, Gartenstr. 2, Stabtkasse; in Gießen, Deutsche Bank; in Gießen, Hanbels-u.Gewerbebank; Sturmbienstzimmer: Gießen, Schanzenstraße 18. Ganitätssturm 147. Sturmlokal: „Bayrischer Hof" in Gießen, Bahn- . Hofstraße; in Gießen: Frauenklinik, Klinikstraße 32 C. 3. MchsilährffandsauMellnng in Irankfuri SJ.Jjporl < ag J 14 Fortsetzung Nachdruck verboten! Die Männer traten schwer auf in ihren hohen Stiefeln, mit den kurzen Samthosen und den schwarzen 1 Samtjacken, unter denen das schneeweiße Hemd her- zum Dernier I a 9 io 29 an- die )dt beete jpe t* die en ile )ei Iv )ie Resultat von 1:1 endigte dieses Spiel. 1. Jugend — Steinbach 1. Jgd. 8:0 (2:0). Weit bessere Leistungen sah man in dem Leihgestern I — Hungen I 3:2 (2:2). Am Sonntag weilte die erste Mannschaft fälligen Rückspiel in Hungen und konnte einen dienten 3:2-Sieg erringen. Leihgestern hatte !it- icn ion rjte !llt' der hen )ete „Also schön — darf ich zum Kaffe bitten, Tante Giesecke?" Benedikte hielt Fräulein Giesecke ihren Arm hin und führte sie zum Kaffeetisch. Denn jetzt erschien Josua mit einem Tablett und darauf eine Riesenkanne Kaffee, Eierbecher mit bunten Wollhütchen und einen Riesennapfkuchen. „Wünschen ich guten Osterfrühstück", sagte er und rückte den Napfkuchen recht dicht vor Benedikte hin neben das Glas mit den ersten Weidenkätzchen. „W«s für ein herrlicher Kuchen", sagte Benedikte. ,rS)at Josua gebacken", erklärte Fräulein Giesecke. „Was, Josua? Du bist ja ein Zauberkünstler!" „Sein ich nur Koch", sagte Josua mit angenommener Bescheidenheit, aber der Stolz leuchtete ihm aus den dunklen Kulleraugen. Daß Hans-Hermann heute am Dfterfeiertag zum Frühstück nicht bei ihnen war, war Benedikte ein leiser Kummer. Sie hätte so gern gewünscht, den ersten Tag in aller Gemeinsamkeit begehen zu können. Aber da mar ja der Kirchgang, da war Jens Petersen. Sie wurde ganz rot, als sie daran dachte. „Und was beginnen Sie nun, Benedikte?" fragte Fräulein Giesecke nach dem Frühstück. „Ich möchte, wenn Sie es gestatten, den Wagen anspannen lassen und zur Kirche hinüberkutschieren. Der Weg ist für mich doch ein wenig weit." „Selbstverständlich, lassen Sie sich nur von Josua hinüberfahren, Tante Giesecke." Fräulein Giesecke lachte: I en. )et. ten, ung ld» oeg' int>e ers' ihre otd* ren stets überlegen und schossen in gleichen Abständen acht Tore. Die vorzügliche Hintermannschaft vereitelte durch ausgezeichnete Leistungen auch das Ehrentor der Gäste. Schiri Keller, Lich, amtierte gerecht. ihrer besten Leute zu ersetzen, und daß sie trotzdem gewannen, dürfte sehr hoch einzuschätzen sein. Leihgestern Schüler — 1900 Gießen 2. Schüler 2:2 (0:1). Die Schülermannschaft trat in Gießen auf dem 1900er-Platz an und konnte ein achtbares Unentschieden erringen. 1 1. Mannschaft — Vuhbach I 7:1 (5:1) Das Spiel der ersten Mannschaften zeigte sehr viele spannende Momente und war äußerst schnell und temperamentvoll. Der ausgezeichnete Schiri. Bender-Fellingshausen hatte bei dem wohl harten, aber doch stets anständigen Spiel keine all zu schwere Aufgabe. Spielverlauf: Schon nach 15 Minuten Spielzeit stand das Spiel 3:0 für die Teutonen. Fett war der Schütze der drei Tore. Ein Strafstoß aus 20 Meter Entfernung und gute Vorlagen von O. und K. Haas waren die Einleitung zu diesen Erfolgen. Blitzschnell änderten sich die Situationen und oft mußte sich die einheimische Hintermannschaft voll einsetzen, bis endlich Lang das Resultat auf 4 und 5 stellte. Beim Stand von 4:0 gelang es den Gästen, den verdienten Ehrentreffer anzubringen. Mit dem Resultat von 5:1 wurden die Seiten gewechselt. Bei Wiederbeginn stellte Butzbach um und verlegte sich mehr auf Abwehr. So wurde Ecke auf Ecke erzielt, bis der Rechtsaußen Karl Haas durch wuchtigen Nachschuß auf 6:1 erhöhte. Immer wieder sah man die Teutonen im Angriff. Läuferreihe und Schlußleute rückten auf und Butzbachs Elf wurde zurückgedrängt und hatte sich jedoch bis kurz vor Schluß geschickt verteidigt. Lang war es noch einmal, der durch Alleingang zum 7. Tore einschoß, und damit war das Spiel zu Ende. Der Teutonen-Elf gebührt ein Gesamtlob. Jeder einzelne hat auch diesmal wieder Anteil an diesem schönen Erfolg. Spieler waren: Happel; Jung, Burger; Burger, Schmandt, Schmitt; Fett, O. Haas, Brückel, Lang, K. Haas. Fußballabteilung des Turnvereins Alten-Buseck. Allen-Vuseck I — Heuchelheim I und II komb. 2:1 (1:1). Zu diesem Spiel trat Alten-Buseck mit Ersatz an. Von Anfang an legten beide Mannschaften ein scharfes Tempo ins Spiel. Heuchelheim konnte die Führung an sich reißen. Dann drückte Alten-Buseck merklich, konnte aber vorerst nichts erreichen. Kurz vor Halbzeit konnten die Einheimischen durch einen unhaltbaren Elfmeter den Gleichstand Herstellen. Nach der Halbzeit kämpften beide Mannschaften um den Sieg. Mitte der zweiten Halbzeit konnte Alten Buseck den Siegestreffer erzielen. So blieb es bis zum Schluß. Alten-Buseck konnte als verdienter Sieger den Platz verlassen. Allen-Vuseck Schüler — Garbenleich Schüler 5:2. Die Kleinsten lieferten sich ein schönes Spiel. Hier war Alten-Buseck besser und konnte einen hohen Sieg erringen. Gpielabteilung 2». 1889 Klein-Linden Klein-Linden 1. Jgd. — Grohen-Linden 1. Jgd. 4:2. Am Sonntag traten nur die beiden Jugendmannschaften auf den Plan. Die 1. Jugend bestätigte ihre derzeitige gute Form durch einen eindrucksvollen Sieg über Großen- Linden 1. Jugend. Durch zwei Deckungsfehler der einheimischen Verteidigung gingen die Gäste mit 2:0 in Führung. Kurz vor Halbzeit konnte jedoch der Halbrechte auf eine schöne Vorlage hin ein Tor aufholen. Nach der Pause waren die Gastgeber bedeutend besser, sie konnten noch drei Tore erzielen, während die Gäste leer ausgingen. Klein-Linden 2. Igd. — Allendors (Lahn) 1. Jgd. 3:0. Auch die 2. Jugend konnte ihren Gegner aus Allendorf nach einem überlegen geführten Spiel mit einer 3:0-Niederlage nach Hause schicken. Spielvereinigung 1926 Leihgestern. Die 2. Jugend errang gegen die gleiche des Lokalgegners, nachdem das Spiel bei Halbzeit noch unentschieden stand, einen glatten 4:1-Sieg. Die 3. Jugend schlug die 2. von Heuchelheim in einem stets spannenden Kampfe mit 4:2 Toren. Die 1. Schüler verloren in Lollar unter verkürzter Spielzeit mit 2:0 Toren, dürften aber die Punkte zugesprochen bekommen. Die 2. Schüler warteten in Lollar vergeblich auf die gleiche des SV. 20. Oie Aufstiegspiele zur Bezirksklasse beendet. SD. Lollar — Sportfreunde Wetzlar 3:2. Aßlar — Burg 0:3. Auf Grund dieser Ergebnisse nimmt Lollar den ersten Tabellenplatz ein. Die Leistungen der Mannschaft waren während der Dauer der Aufstiegspiele konstant. Den 2. Platz hält Burg, die in Aßlar überraschend sicher siegten. Durch die Niederlage haben die Aßlarer jede Aufstiegchance vergeben. Die Wetzlarer Mannschaft war in manchen Spielen vom Pech verfolgt, zeigte aber auch nicht die Leistungen, die man von ihr erwartet hatte. Wenn keine Neueinteilung der Gruppe kommt, so dürften sich Burg und Lollar den Aufstieg zur Bezirksklasse erkämpft haben. „FC.Teutonia-Watzenborn-Steinberg 2. Mannschaft — Großen-Linden I 1:1 (1:0) Wohl zeigte das erste Spiel (2. Mannschaft gegen 1. Mannschaft von Großen-Linden) wenig ansprechenden Fußballsport. Es war ein mitunter planloses Ball-hin und hertreten, und es überboten sich hierbei beide Mannschaften. Bei durchweg überlegenem Spiel verstanden es die einheimischen Stürmer nicht, einen eindeutigen Sieg zu erringen. Sogar ein Elfmeter wurde ausgelassen. Mit dem Olympia-Wehrstaffel NSG. Der (Saubeauftragte des Reichssportführers, Gruppenführer Becker le, hat für den 24. Mai eine 56X100-Meter-Staffel für Wehrformationen ausgeschrieben. Die Ortsgruppe Frankfurt a. M. im Reichsverband für Leibesübungen ist mit der Durchführung dieser Wehrstaffel beauftragt. Hier werden erstmals die Männer der Wehrformationen, im Gegensatz zu der bisher üblichen Sportbekleidung, die Staffel im Dienstanzug mit Tornister, Brotbeutel und Feldflasche laufen und damit dem Wehrcharakter Ausdruck verleihen. So kämpft die große Einheit für Turnen und Sport, der Reichsbund für Leibesübungen, Schulter an Schulter mit den Wehrformationen für dos gemeinsame Ziel. Die erfreuliche Zusammenarbeit wird lebhaft begrüßt, so daß diese Wettkämpfe in Zukunft auch auf die Reserveeinheiten der Wehrformationen und die Hitlerjugend ausgedehnt werdep können. Leider läßt sich dies infolge der Kürze der zur Verfügung stehenden Zeit in diesem Jahre noch nicht durchführen. Sportamt „Krast durch Freude". heute folgender Kursus: Allgem. Körperschule, Frauen und Männer. Von 20.30 bis 21.45 Uhr, Lyzeum, Dammstraße 26. Vorbereitungskursus für das Reichsfporlabzeichen. Am kommenden Samstag beginnt auf dem Universitätssportplatz am Kugelberg ein Vorbereitungskursus für das Reichssportabzeichen. Die Kosten für den 6ftünbigen Kursus betragen für Mitglieder der DAF. 1,80 Mark, für Nichtmitglieder 3 Mark. Am Schluß dieses Kursus wird die Prüfung für das DRA. abgenommen. Anmeldungen nimmt die Geschäftsstelle, Schanzenstraße 18, entgegen. Reiten. Für einen Reitkursus Montags werden noch Anmeldungen angenommen. Tennis. Auch für die Tenniskurse Sonntags (vormittags) werden noch Anmeldungen angenommen. Rettungsschwimmen. Es ist ein Dorbereitungskursus zur Erlangung des Grund- und Leistungsscheines der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft vorgesehen. Anmeldungen hierzu nimmt die Geschäftsstelle entgegen. VfB.-Beicksbahn Gießen. Jugendfußball. Das Spiel der 1. Jugend mußte ausfallen, da die Butzbacher das Spiel absagten. Die Geflügellehrschau auf der Reichsnährstandsausstellung. Anläßlich b^r 3. Reichsnährstandsausstellung in Frankfurt a. M. findet eine G e f l ü g e l l e h r - sch a u auf dem Festhallengelände statt, die alljährlich von der Reichsfachgruppe Landwirtschaftliche Geflügel- und Herdbuchzüchter auf dieser großen Schau gezeigt wird. Ein Teil der anerkannten Ver- mehrullgszüchter der Landesbauernschaft Hessen- Nassau hctt die Belieferung der einzelnen Abteilungen dieser Lehrschau mit Leistungsgeflügel übernommen. Es soll bei dieser Lehrschau den Bauern und Geflügelhaltern vor Augen geführt werden, durch welche Maßnahmen eine Erhöhung der Durchschnittsleistungen ihres Geflügels erreicht werden kann. Bekanntlich sind im Gebiet der Landesbauernschaft Hessen-Nassau, und zwar in den Dienstbezirken der Landwirtschaftsschulen und Wirtschaftsberatungsstellen in Gießen, Wetzlar, Friedberg, Usingen und Michelstadt schon seit längerer Zeit hauptamtliche Geflügelzuchtberater (innen) tätig, die durch Beratung und Aufklärung versuchen, die Geflügelhaltung der Bauern und Landwirte wirtschaftlich zu gestalten. Die Lehrschau wird noch weitere Aufklärungsmöglichkeiten geben, wird doch hier gezeigt, wie durch unsachgemäße Haltung und Pflege des Geflügels nur unwirtschaftliche Leistungen erzielt werden können, während auf der anderen Seite durch richtige Haltung, Pflege und Fütterung besonders wirtschaftlicher' Rassen eine durchgreifende Leistungssteigerung erzielt werden kann. Neben dieser Lehrschau wird auch auf dem Bauernhof ein Mustergeflügelstall zu sehen sein, der insbesondere mit Leistungsgeflügel aus den anerkannten Vermehrungszuchten unserer Landesbauernschaft beschickt wird. Auch hier kann der Bauer und Landwirt sehen, wie durch eine richtig betriebene Geflügelzucht auch aus diesem Betriebszweig der Landwirtschaft Erfolge erzielt werden können. Der Besuch der Lehrschau wird allen Geflügelhaltern . empfohlen. Geeignete Beratungskräfte stehen zur Verfügung, um über alle Fragen, die die Geflügelhaltung betreffen, bereitwillig Auskunft zu geben. Oie deutsche Milchwirtschaft stellt ihre Leistung unter Beweis. Im Rahmen der deutschen Volkswirtschaft nehmen die Milch und die aus ihr hergestellten Erzeugnisse eine überaus bedeutungsvolle Stellung ein. So ist allein der Wert der Trinkmilch-Erzeugung größer als der des gesamten Kohlenbergbaues. Es dürfte daher nicht wundernehmen, daß auf der 3. Reichsnährstands-Ausstellung in Frankfurt die gesamte Milchwirtschaft in großem Rahmen zum Aufbau kommt. Ein besonderes „Haus d e r M i l ch" vereinigt alles, was mit der Milchwirtschaft irgendwie in Zusammenhang steht. Im Gegensatz zu den beiden letzten Jahren hat sich diesmal die Milchwirtschafts-Schau die Aufgabe gestellt, einmal die Arbeit, die zur Verbesserung der Güte der deutschen Milch und Milcherzeugnisse in den letzten Jahren geleistet wurde, der Öffentlichkeit oorzuführen. Der gewaltige Kuppelbau des „Hauses der Milch" wird beherrscht von der Darstellung der Ergebnisse der großen Milch- und Butterbewerbe, die beeits vor der Ausstellung zur Durchführung gekommen sind, und der Spitzenleistungen der deutschen Käseerzeugung. Einen besonderen Eindruck dürfte allen Besuchern der Aufbau der Spitzensorten aller deutschen Käse vermitteln. Diese Schau steht unter dem Qualitätszeichen für deutsche landwirtschaftliche Markenware, um somit gewissermaßen die gewaltigen Anstrengungen, die zur Verbesserung der Käseerzeugung geleistet wurden, zum Ausdruck zu bringen. Das Allgäu als charakteristisches Käseland hat an bevorzugter Stelle seine Erzeugnisse aufgebaut. Die beiden riesigen Ausstellungsstände dieses Gebietes flankieren, verbunden durch die Beschriftung, in Form eines riesigen Torbogens den Haupteingang des „Hauses der Milch". Im Mittelteil der Halle findet man zur linken Seite den großen Stand des gastgebenden Verbandsgebietes, des Milchwirtschaftsverbandes Hessen. Als typisches Erzeugungsgebiet für Sauermilchkäse werden auf diesem Stand die Entwicklungsstufen der Sauermilchkäseerzeugung im Wandel der Jahrhunderte gezeigt. Daneben sehen wir hier ein großes natur- !kl. •nbe an* * ien- oer» irob id)te bet nfle* fahr E chch- ssen» rbeiJl istalt oof L ein^ beNl n irt t>< >* „Josua brauche ich dazu nicht, hier kutschiert jeder selbst. Und Sie, Benedikte, gehen Sie zur Kirche?" Benedikte wurde ein roenig verlegen. „Ja, aber — aber ich möchte zu Fuß gehen, ich — ich habe mich nämlich verabredet." Mit Erstaunen sah Fräulein Giesecke sie an. Sehr schnell, um es heraus zu haben, erzählte Benedikte: „Ja, denken Sie, ich habe schon eine Bekanntschaft gemacht, unfern Nachbarn, den Lehrer Jens Petersen." „Jens Petersen? Da haben Sie gleich einen der wertvollsten Menschen auf unserer Insel kennengelernt, Benedikte. Aber wieso? Haben Sie ihn denn schon gesprochen?" Da erzählte Benedikte von ihrem Morgenspaziergang und der Begegnung mit Jens Petersen. „Kennen Sie ihn näher, Fräulein Giesecke?" „Ja, er war im vorigen Winter, als Ihr Onkel starb, fast allabendlich hier drüben. Ein feiner Mensch! Es steckt viel, viel mehr in ihm, als man hinter seiner einfachen, beinahe schüchternen Art erwarten könnte." Das weiß ich, lag es Benedikte auf der Zunge. Aber sie schluckte die Bemerkung herunter. Sie hatte plötzlich durchaus keine Lust, irgend jemanden zu erzählen, daß ihre Bekanntschaft mit Jens Petersen schon viel älteren Datums war. 7. Die kleine Dorfkirche oben auf dem Hügel am Norderende war weit geöffnet. Glockenklang floß über die Insel und mischte sich mit den hallenden Tönen der alten Orgel. Der Organist Mathes saß vor dem alten Instrument. Die fröhlich-frommen Klänge einer Bachschen Fuge klangen den Kirchgängern entgegen. Da kamen sie alle paarweise oder in kleinen Gruppen. Die Fischerfrauen in ihrer alten Tracht, schwarzseidene Schürze über weitem, faltigem Wollrock, eine schwarze Schoßjacke eng geschlossen. Die Frauen trugen kleine schwarze Hüte, die jungen Mädchen gingen ohne Kopfbedeckung, so daß die hellen Haare in der Frühlingssonne leuchteten. Kührertagung der HZ. des Gebiets Hessen-Nassau. Lpd. Wiesbaden, 12. Mai. Am Montag und Dienstag fand am Adolf Hitler-Haus in Wiesbaden, dem Sitz der Gebietsführung, eine Tagung aller Bann- und.Jungbannführer statt. Stabs- lciter Oberbannführer Brandt, der zur Zeit auch die Geschäfte des in Urlaub weilenden Gebietsführers wahrnimmt, leitete die Tagung. Nach einem einleitenden Vortrag des Stabsleiters sprachen die Abteilungsleiter über die einzelnen Aufgabengebiete. Eine an jeden Vortrag sich anschließende kurze Aussprache klärte etwaige Zweifel und vermittelte darüber hinaus neue Anregungen. Im Vordergrund standen besonders die Durchführung der Zeltlager, die körperliche und weltanschauliche Schulung, sowie der neue Aufschwung der Kampfzeitung des Gebiets Hessen-Nassau „Die Fanfare". Am Montagabend vereinigte ein Kameradschaftsabend in der neuen Jugendherberge in Wiesbaden die Bann- und Jungbannführer, sowie Abteilungsleiter der Gebietsführung. Stabsleiter Brandt war ebenfalls anwesend. Die Tagung stand unter dem Eindruck der Geschlossenheit des Führerkorps der hessen-nassauischen HI. Auf Grund der hier gewonnenen wertvollen Erfahrungen erklärte Stabsleiter Brandt, daß diese Tagungen zu einer monatlich wiederkehrenden ständigen Einrichtung würden. Die nächste Führertagung wird am 15. und 16. Juni stattfinden. schließenden Jugendspiel. Gäste waren hier Steinbacher Jugend. Mit lebhaftem Tempo begann der Kampf, und er wurde auch bis zum Schluß mit Elan von beiden Mannschaften in sportlichem Anstand durchgehalten. Die jungen Teutonen wa- Jens Petersen seufzte auf: „Leider und Gott sei Dank, möchte man in einem sagen, Fräulein Zedlitz. Gott sei Dank, weil mit den Fremden Arbeit, Verdienst und Brot auf die Insel kommt, und das haben unsere Fischer weiß Gott nötig. Sie treiben ein hartes Handwerk, und der Lohn ist gering. Aber wer wie ich die Insel mit ganzer Seele liebt, dem wird sie durch die vielen fremden Menschen doch wie verfälscht. Dort oben zum Beispiel" — er wies auf das große Haus, „da wohnen Leute, von denen ich mich auch jeden Tag frage, was haben sie nur hier zu suchen? Die paßten besser nach Ostende oder Biarritz, bloß nicht hierher. Es gibt wenig Menschen, die hierher passen, Fräulein Zedlitz." „Und ich?" fragte Benedikte. „Finden Sie, daß ich hierher passe?" Sie hatte es beinahe lächelnd gesagt, in ihr war so ein glücklicher Uebermut. Sie wußte nicht warum, aber sie fühlte sich sehr froh. Es war Ostersonntag, nun kam der Frühling — es war so schön hier. Und sie ging neben Jens Petersen. Da schaute Jens Petersen sie an mit einem tiefen, gesammelten Blick: „Ja, Sie passen hierher", sagte er leise. Und dann schwiegen sie beide, bis die Kirche sie aufnahm. Sie schlüpften in die letzte Bank, denn alles war schön besetzt. Benedikte sah über die Reihen der Menschen hin. Da saßen sie alle in andächtiger Stille. Sie konnte auf den Bänken ab und zu ein Namensschild lesen: Platz der Familie Hübner, Schlieker, Gau. Da saßen fie, alle Nachkommen der Geschlechter, die vielleicht feit Hunderten von Jahren lebten, hier verwurzelt waren, hier geboren wurden, aufwuchsen, ihr Leben hatten mit Freude und Mühsal, dem Grabe zugingen und in ihren Kindern und Kindeskindern wieder auferstanden. Das war etwas gänzlich anderes als das Leben der Menschen in der großen Stadt, das wurzellos hier- und dorthin trieb. Ein ungeheures Gesetz zeichnete sich für Benedikte ahnungsvoll ab. Ja, dort in der Stadt lebte man in großen Häusern, zufällig in dem ober jenem, und keiner wußte vom anderen. Dies hier dagegen war eine Gemeinschaft, umschlossen von der Insel, verbunden durch den gleichen Boden, verbunden durch die Natur, die sie alle nährte ... (Fortsetzung folgt!) „Bei mir werden Sie schon lebendig sein müssen, Fräulein Giesecke, ich habe ja keine Ahnung, wie ich hier mein »Rittergut' verwalten soll. Sie werden mir tüchtig helfen müssen." „Das will ich gern tun, Benedikte. Und nun tun Sie mir auch einen Gefallen: Nennen Sie mich so, wie mich meine Nichten und Neffen überall nennen, ich heiße überall nur: Tante Giesecke." vorschaute. Sie hatten auf dem Kopf ihre lustigen flachen Hüte mit der kleinen grauen Troddel sitzen. Langsam zog der Zug hinauf zur Kirche. Man sprach nicht viel. Es war ein wortkarges Geschlecht hier, und überhaupt auf dem Weg zum Ostergottes- dienst war man still und gesammelt. Langsam gingen die Frauen, das alte Gesangbuch in den Händen. Die jungen Mädels und die jungen Burschen freilich nahmen es mit der Sammlung nicht so genau. Manches Scherzwort wechselte hinüber und herüber. Mancher Blick eines jungen Burschen flog den Mädeln zu. Die kleineren Mädchen schritten stolz und steif. Ihre Haare, mit Zuckerwasser steif gemacht, standen in kleinen, fest geflochtenen Zöpfchen vom Kopf ab. Leuchtend rosa Schleifen waren festtäglich in das Haar gebunden. Die Buben natürlich konnten es nicht lassen, sich selbst auf dem Kirchgang schnell einmal zu raufen, bis ein Machtwort der Väter sie zur Ordnung rief. Jens Petersen hatte, wie verabredet, vor dem Schulhaus auf Benedikte gewartet. Wie schon sie aussah in ihrem weißen Wollrock mit dem weißen Sweater und der kleinen weißen Kappe. Wie schon und rein und mädchenhaft. „Es ist wunderbar, daß Sie da sind", sagte er. Sie erwiderte nichts. Ein süßes Schweigen spann zwischen ihnen, wie sie nun langsam über die stillen Wiesen der Kirche am Norderende zugingen. Es war alles so feiertäglich. Die Hütten lagen still. Nur der leise Rauch kam aus den Schornsteinen. Ab und zu muhte eine Kuh irgendwo im Stall. Ein Hund kläffte auf, ein Pferd wieherte, bann roieber Stille, tiefberuhigte, schwingenbe Stille. Ganz fern auf bem Meere sah man bie Rauchfahne eines Dampfers, unb über ben Bobben her kam bas erste Schiff mit Festtagsgästen. „In einer Stunbe wirb hier ein Gewimmel auf ber Insel sein, baß man sich am besten in fein Haus flüchtet", meinte Jens Petersen, „an Festtagen ist bie Insel arg überlaufen. Das ist nichts für uns Eingeborene." „Ich kann es ben Leuten nicht Derbenfen", meinte Benebikte, „es ist so schön hier, ba mochte jeber wenigstens ein Stückchen oon ber Herrlichkeit abbekommen. Im Sommer muß boch hier mächtiger Betrieb sein." getreues Bilb einer neuzeitlichen Harzer Käserei. Gegenüber bem hessischen Stanb fallen befonbers bie Käseausstellungen aus bem Rheinlanb unb aus Ostpreußen auf. Wir sehen bort in einer sehr ein- drucksvollen Bilderfolge bie Erzeugung oon Käse nach Holländer Art. Recht interessant ist auch der Stand für den Tilsiter Käse, der in besonders schmucker Form vom Milchwirtschaftsoerband Ostpreußen ausgestaltet wurde. An der die Ehrenhalle der Milchwirtschaft abschließenden Wand kommen die Ein^elergebnisse der Leistungsprüfungen von Milch, Schlagsahne, Milchmischgetränken, Butter und Käse zur Darstellung. Daneben sind in zwei großen Glasschränken die Ehrenpreise aufgebaut. Ein Ehrentisch der deutschen Butter gibt Gelegenheit, die wenigen aus den einzelnen Verbandsgebieten zur verschärften Leistungskontrolle, die aus einer dreimonatigen Lagerprüfung besteht, zugelassenen Markenbutterbetriebe, kennenzulernen. Besondere Aufmerksamkeit dürfte auch der Stand der Dauermilcherzeugnisse finden, auf dem in Form einer Erzeugungskurve die Wichtigkeit der Verwertung von Ueberschußmilchmengen durch die Herstellung von Milchpuloer und Dosenmilch gezeigt wird. Abschließend kann gesagt werden, daß es jeden Besucher sicherlich sehr stark beeindrucken dürfte, wenn er durch die zahlreichen Stände im „Hause der Milch" wandert und feststellt, daß Tausende von Proben Milch, Butter, Käse, Schlagsahne usw. AlUWßKWtzkiM Nomon von Marlise Kölling. Urheberrechtsschutz: Verlag Oskar Meister, Werdau. Gute Möbel bei Koos Giessen Schulstr:6 aus allen Teilen Deutschlands in Frankfurt oer»! einigt sind, um ihre Leistung unter Beweis zu stellen. Durchführung des Staffellaufes erfolgt nach folgendem dem Läufer haben jeweils 10 Minuten vor Die 2 0. zu richten. Handball im Sportkreis Gießen In der Vezirksklaffe schlug Uhr Uhr Uhr Uhr Uhr Tv. 4:2 Zeitplan: 11.00 11.15 11.30 11.45 12.00 Start der Frauenklasse, Start der Jugendklasse, Start der Sonderklasse, Start der Klasse B, Start der Klasse A. es wieder im Kommen ist und daß es auch gegen starke Mannschaften bestehen kann. Einen sehr schönen Erfolg konnte die Jugend buchen. Sie schlug Friedberg'knapp, aber verdient 7:6. Tv. H e u ch e l h e i m II — To. Wißmar 9:7. Während sich die Gäste überhaupt nicht zusammenfanden, waren die Platzbesitzer, die mit drei Spielern aus der ersten Mannschaft verstärkt waren, wesentlich besser. Sie konnten unter diesen Umständen einen knappen, aber verdienten Sieg sicherstellen. Die beiderseitigen Schülermannschaften trennten sich 4:4. Tv. A l l e n d o r f a. d. Lda. — Tv. Dutenhofen Jugend 3:4 (2:3). Ganz zum Unterschied von dem Treffen der ersten Mannschaften lieferten sich beide Gegner ein sehr schönes Spiel, das vollkommen ausgeglichen war und das ebenso auch unentschieden hätte ausgehen können. Dörnigheim den Tv. Vilbel (0:1), so 'daß sich der Kampf um den 2. Kreisklasse. Tv. Grüningen — Tv. Alsfeld 7:3 (3:2). Für die erste Ueberraschung sorgte der Tv. Alsfeld, der sich in Grüningen hoch geschlagen bekennen mußte. Die Niederlage ist in dieser Höhe verdient, weil Alsfeld, besonders in der zweiten Halbzeit vollkommen zerfahren spielte und zu keiner einheitlichen Aktion kam. Anders war es bei Grüningen. Die Mannschaft spielte sehr schön zusammen und nutzte vor allem jede sich bietende Gelegenheit zum Torschuß aus. Mit diesem überraschenden Ausgang ist die Meisterschaftsfrage wieder vollkommen offen geworden. Tv. A l l e n d o r f (Lumda) — Tv Dutenhofen 4:12 (2:7). Die zweite Ueberraschung kam in Allendorf zustande. Man hatte zwar mit einem Sieg der Gäste gerechnet, daß er aber so hoch ausfallen würde, hatte niemand erwartet. Und doch ist das Ergebnis vollkommen in Ordnung. Während die Platzbesitzer sehr zusammenhanglos spielten, war Dutenhofen in Hochform. Daß unter diesen Umständen ein hoher Sieg fällig war, ist nicht weiter verwunderlich, wenn auch Allendorf manchmal reichlich hart spielte. Gewichtheber-Meisterschaften in Esten. Zwei neue Weltrekorde. In Essen wurden die Deutschen Meister im Ge- wichtheben der Leicht-, Mittel- und Halbschwev- gewichtsklasse ermittelt. Die sportliche Ausbeute war ausgezeichnet, gab es doch als „Beigabe" zwei neue Weltbestleistungen. Den ersten Weltrekord stellte am Samstagabend der Schwergewichts - Europameister Joseph Manger (Freising) im beidarmigen Drücken auf. In dieser Hebung verbesserte er die alte Weltbestleistung des Müncheners Straßberger von 135,5 Kilogramm um 2 Kilogramm auf 137,5. Den zweiten Weltrekord schaffte im Mittelgewicht der neue Meister Hans Wagner (Essen). Im beidarmigen Reißen verbesserte er die Rekordmarke auf 113,5 Kilogramm. Beim Meisterschaftswettbewerb selbst brachte Wagner im beidarmigen Reißen sogar 115 Kilogramm zur Hochstrecke, was für die Endplacierung auch gewertet wurde, durch wurden als Rekord nur die erwähnten 113,5 Kilogramm angemeldet. Die Titelkämpfe selbst brachten manche Ueberraschung. Die größte war zweifellos der dritte Platz des Titelverteidigers im Mittelgewicht, Rudi I s m a y r (Freising). Der Bayer hatte allerdings nach seiner langwierigen Erkrankung seine Bestform noch nicht wieder erreicht. Sieger wurde in dieser Klasse Hans Wagner (Essen) mit 362,5 Kilogramm Gesamtleistung (beidarmig Drücken 105, Reißen 115, Stoßen 142,5 Kilogramm) vor Op- schruf (Trier) mit 357,5 Kilogramm und Jsmayr Freising mit 355 Kilogramm. H. Gottschalk (Essen), Schmidt (Köln), Lehmann (Welzow) und Kalt- schmidt (Stuttgart) belegten die nächsten Plätze. Im Leichtgewicht kam Karl Jansen (Essen) zu Titelehren, der mit 322,5 Kilogramm um 12,5 Kilogramm besser war als im Vorjahre. „Rund um die Anlagen." Ausschreibung für den Großstaffeltag am 24. Mai. 2 Mark, die der Meldung beizufügen ist. Mit der Meldung sind gleichzeitig fünf Kampfrichter zu melden. Für die drei ersten Sieger jeder Klasse wird eine Erinnerungsurkunde ausgegeben. Außerdem kommen für die Klassen A, B und Sonderklasse für Formationen Wanderpreise zum Austrag. Die Wanderpreise müssen dreimal hintereinander oder fünfmal außer der Reihe gewonnen werden, ehe sie in den endgültigen Besitz der Vereine übergehen. Abschluß und Ausklang bildet ein gemeinsamer Aufmarsch aller Staffelmannschaften im Anschluß an den letzten Lauf. Angetreten' wird vor dem Stadttheater. Zu diesem Aufmarsch stellen die Vereine Fahnen und Wimpelgruppen. Nach einer gemeinsamen Kundgebung findet die Siegerehrung statt. Fachamt für Leichtathletik: Richtberg. Ortsgruppe Gießen des DRL.: Lotz, komm. Leiter. knapp Aufstieg nur noch zwischen Wetzlar und Dörnigheim abwickeln wird. Mit Rücksicht darauf, daß D. in seinem letzten Spiel keine überragende Leistung bot, ist es schon möglich, daß Wetzlar als Gruppensieger zur höchsten Klasse aufsteigen wird. Start auf ihren Plätzen zu stehen. Die schriftlichen Meldungen find bis zum Mai an den Fachamtsleiter für Leichtathletik Georg Richtberg, Gießen, Mühlstr. 32, Die Meldegebühr pro Klaffe beträgt Bestimmungen. Der Lauf findet nach den Wettkampfbeftimmunden des Fachamts für Leichtathletik und unter Aufsicht des DRL. statt. Teilnahmeberechtiat find alle Reichsbundvereine, sowie die in der Ausschreibung genannten Formationen. Die in einer Mannschaft startenden Läufer haben einheitliche Kleidung zu tragen. Für die Aufstellung der Mannschaften sind die Vereine oder Formationen verantwortlich. Die Auf Anordnung der Gauführuna soll am 24. Mai im ganzen Gebiet des Gaues XII ein Großstaffeltag durchgeführt werden. Die Ortsgruppe Gießen des DRL. ist mit der Ausrichtung des Laufes in unserer Stadt beauftragt und hat die Absicht, den in früheren Jahren durchgeführten Lauf „Rund um die Anlagen" wieder aufleben zu lassen. Alle Turn- und Sportvereine, sowie Universität, Wehrmacht, SA., SS., NSKK., Marine-SA., Arbeitsdienst, Luftsportverband und HI. werden aufgefordert, zu diesem Lauf Mannschaften zu melden. Es wird in folgenden Klassen gelaufen: Hauptklasse A (offen für Männer, für die rasenfporttreibenden Turn- und Sportvereine und Universität): etwa 3000 Meter, 10 Läufer; Streckenaufteilung: 200, 200, 400, 1000, 400, 200, 200, 200, 100, 100 Meter. Klasse B (offen für Männer, für die 2. Mannschaften der Klasse A und die übrigen Reichsbundvereine, z. B. Schützenverein, Skiklub, Rudergesellschaft, Radfahroerein v. 1885 usw ): etwa 3000 Meter, 10 Läufer; Streckenaufteilung wie Klasse A. Sonderklasse für Formationen (Wehrmacht, SA., SS., NSKK., Marine-SA., Arbeitsdienst, Luftsportverband, HI.): etwa 3000 Meter, 10 Läufer; Streckenaufteiluna wie Klasse A und B. Startberechtigt in dieser Klasse sind nur solche Angehörige, die nicht in einem Reichsbundoerein der Ortsgruppe Mitglied sind. Jugendklasse (offen für männliche Jugend, Jahrgang 1918 und jünger): etwa 3000 Meter, 15 Läufer; Streckenaufteilung: 100, 100, 100, 100, 200, 200, 1000, 400, 200, 100, 100, 100, 100, 100, 100 Meter. Frauenklasse (offen auch für die weibliche Jugend): etwa 1000 Meter, 10 Läuferinnen; Streckenaufteilung: 50, 50, 50, 50, 200, 200, 100, 100, 100, 100 Meter. Der Start für alle Klassen, außer der Frauenklasse, befindet sich an der Straßenecke Hitlerwall- Gartenstraße, der der Frauenklasse ist an der städtischen Waage im Horst-Wessel-Wall. Ziel am Stadttheater. Jugend. Tv. Lützellinden — Tv. Lang-Göns 4:10. Mit diesem neuen Sieg dürfte nach menschlichem Ermessen der Meister der Jugendklasse ermittelt sein. Denn es ist kaum anzunehmen, daß Lang- Göns in den noch ausstehenden Spielen noch einen einzigen Punkt verlieren wird. Trotzdem soll das fein 'Grund dafür sein, unvorsichtig zu werden. Freundschaftsspiele. Tv. A l l e n d o r f a. d. L. — To. N i e d e r g i r m e s ko mb. 11:6 (3:2). Wenn auch Niedergirmes keine komplette Mannschaft zur Stelle hatte, so kam trotzdem ein ausgezeichnetes Spiel zustande, in dem Allendorf nach einer ausgeglichenen ersten Halbzeit erneut seine gute Form beweisen konnte. Die kleinen Fehler der einzelnen Mannschaftsteile lassen sich noch ausmerzen, so daß auch Allendorf bald wieder seine einstige Spielstärke zurückerhalten wird. Tv. Holzheim I — Tv. Hausen I 5:4 (4:3). Die Platzbesitzer konnten in diesem Spiel keinesfalls befriedigen. Sie spielten reichlich zerfahren und vor allem überaus hart, so daß das Spiel wenig schön war. Anders dagegen Hausen. Die Mannschaft ist kaum wiederzuerkennen, sie spielt ausgezeichnet zusammen und hat die besten Aussichten, wieder ein gewichtiges Wort mitzusprechen. Das Treffen der beiderseitigen Jugendmannschaften war wesentlich anständiger. Holzheim siegte verdient mit 9:4 (3:3). Tv. Li ch — Tgde. Friedberg 5:12. Die Platzbesitzer mußten zwar eine hohe Niederlage hinnehmen, die aber keinesfalls tragisch genommen werden kann. Lich hat vielmehr bewiesen, daß natürlich vom Sameuhaus Heinrich Hahn Fachoptiker MclCjnilS Seltersweg 33/Kassenlieferant Zum Veredeln: I a kaltflüssiges Baumwachs Edel-Raffiabast V eredelungsmesser Baumsägen Zur Bekämpfung von Ungeziefer und Pilz an Obstbäumen n. 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