* ff. i I ' > ■ M . >■ rrw' ; ■ v s i » 4 r V' 1 ' MF >, . 1 4 1 L! Donnerstag, 13. Zebruar 1956 Ur. 37 Erstes Blatt 186. Jahrgang ließe” S. 20.15 Uhr: 3ebot; Pfarr« der Männer, die an führender Stelle in der" Bewegung tätig sind, die den heutigen deutschen Staat trägt. Von hoher und amtlicher schweizerischer Seite ist unserem Landesgruppenleiter Gustloff noch vor wenigen Monaten ausdrücklich bestätigt worden, daß seine Tätigkeit niemals irgendeinen Anlaß zur Kritik gegeben habe. Gustloff hat das Gastrecht der Schweiz ebenso peinlich geachtet, wie der Führer von allen Deutschen im Ausland verlangt, daß sie das Gastrecht der Staaten achten, in denen sie sich aufhalten. Der Tod Wilhelm Gustloffs ist für die Bewegung und das Reich ein harter Schlag — für die Deutschen in der Schweiz ein grausamer Verlust. Parteigenosse Wilhelm Gustloff! Bevor die Nation dich zur letzten Ruhe bettet, danke ich dir aus tiefstem Herzen für dein Wirken als Landesgruppenleiter. Dein Tod wird uns, solange wir leben, Ansporn und Mahnung sein, unter allen Deutschen draußen in deinem Geiste weiterzuwirken. Wir Ausländsdeutschen und unsere Kameraden von der Seefahrt sind stolz auf dich und werden dich niemals vergessen. Dein Leben gabst du nicht umsonst. Dein Tod schließt unsere Reihen fester als zuvor. Ich weiß, es ist dein Wunsch, wenn ich in dieser Stunde zum letzten Mal für dich den Führer grüße: Heil mein Führer! haften überstaatlichen Gewalt waren. Nicht wir haben unseren Volksgenossen, die sich gegen Deutschland erhoben hatten, Opfer zugefügt: in Deutschland begann aber in diesen Novembertagen zum ersten Mal der rote blutige Terror offen zu rasen. In Berlin und in vielen anderen Orten wurden deutsche Männer ermordet, nicht weil sie irgend etwas verbrochen, nein, nur weil sie sich für Deutschland eingesetzt hatten und sich auch weiterhin einsetzen wollten. In den schweren Kämpfen des ersten Vierteljahres 1919 sanken überall deutsche Männer nieder, getroffen von den Kugeln eigener Volksgenossen. Sie starben nicht, weit sie irgendeinen haß empfanden gegen diese Volksgenossen, sondern nur wegen ihrer Liebe zu Deutschland. Weil sie es nicht wahr haben wollten, daß nun das Ende eines freien und ehrbaren Deutschlands gekommen fein sollte, weil sie sich einsehen wollten für die Zukunft dieses deutschen Volkes; deshalb sind sie von wahnwitzigen und verblendeten Menschen erschossen, erdolcht, ermordet worden. Aber hinter dieser wahnwitzigen Verblendung sehen wir überall dieselbe Wacht, überall dieselbe Erscheinung, die diese Menschen leitete und verhetzte und ihnen endlich das Ge- nnajtit. 6.30; Achten. 8.10: 10.15: Schul- nkfurt: Gau» Bauernfunk. :1. 13: Nach» 13.15: Mit- Allerlei von 15.15: Kin- 17: Konzerts >lympia-Echo. des Reichs- 20.10: Die, )per in drei^ Sendebezirk), Die letzten Olympischen Mzmusik. , n wehr, die Pistole oder den Dolch in die Hand drückte! Die Opfer vermehrten sich. Die Räterepublik brach im Süden des Reiches aus, und zum ersten Male sehen wir nun Opfer, die in ihrem Innern, wenn auch unbewußt, schon den Weg eingeschlagen hatten, der zum Nationalsozialismus führt. Zu diesen Hunderten, die im Drange, Deutschland zu helfen und Deutschland zu retten, damals ermordet worden sind, stoßen nun 11 Volksgenossen, 10 Männer und eine Frau, die ganz bewußt eine neue Idee vertreten haben, die niemals irgendeinem Gegner etwas zuleide taten, die nur ein Ideal kannten, das Ideal einer neuen und gereinigten besseren Volksgemeinschaft, die Mitglieder der Thule-Gesellschaft. Sie wurden in München als Geiseln barbarisch hingeschlachtet. Die Auftraggeber sind uns bekannt. Sie sind ebenfalls Angehörige dieser verhängnisvollen Macht gewesen, die verantwortlich war und' verantwortlich ist für diesen Brudermord in unserem Volk. Dann betrat die nationalsozialistische Bewegung ihren Weg, und ich muß hier feierlich feststellen: auf diesem Wege unserer Bewegung liegt nicht ein einziger von uns ermordeter Gegner, nicht ein Attentat. Wir haben das vom ersten Tage an abgelehnt. Nie kämpften wir mit diesen Waffen. Allerdings ebenso entschlossen find wir gewesen, nicht unser Leben zu schonen, aber das Leben des deutschen Volkes und des Deutschen Reiches zu verteidigen und in Schuh zu nehmen, vor jenen, die vor keinem Meuchelmord, wie die Geschichte uns so oft gezeigt hat, zurückschrecken, schrecken. Dann kommt eine endlose Reihe von ermordeten Nationalsozialisten, feige ermordet, fast stets aus dem Hinterhalt, erschlagen oder erstochen oder erschossen. Hinter jedem Mord stand aber dieselbe Macht, die verantwortlich ist für diesen Mord: hinter den harmlosen, kleinen, verhetzten Volksgenossen, die aufgewiegelt waren, steht die haßerfüllte Macht unseres jüdischen Feindes, eines Feindes, dem wir nichts zu Leid getan hatten, der aber versuchte, unser deutsches Volk zu unterjochen und zu seinem Sklaven zu machen, der verantwortlich ist für all das Unglück, das uns im November 1918 getroffen hat, und verantwortlich ist für das Unglück, das in den Jahren darauf Deutschland heimsuchte! So wie sie alle gefallen sind, diese Parteigenossen und braven Kameraden, so war es auch anderen zugedacht, so sind viele Hunderte als Krüppel übrig geblieben, schwerverwundet, haben das Augenlicht verloren, sind gelähmt, über 40 OOO andere verletzt: unter ihnen so viele treue Menschen, die wir alle persönlich kannten und die uns lieb und teuer gewesen sind, von denen wir wußten, daß sie niemand etwas zuleid tun konnten und niemals jemand etwas zuleid getan hatten, die nur ein Verbrechen allein begangen haben, nämlich, daß sie sich für Deutschland einsetzten. So stand auch in den Reihen dieser Opfer Horst Wessel, der Sänger, der der Bewegung ihr Lied gab, nicht ahnend, daß auch er unter den Geistern gehen werde, die mit uns marschieren und mit uns marschiert sind. So hat nun auch der Nationalsozialismus im Ausland feinen ersten bewußten Blutzeugen bekommen. Einen Wann, der nichts tat, als nur für Deutschland einzutreten, was nicht nur fein heiliges Recht ist, sondern seine Pflicht auf dieser Welt, der nichts getan hat, als sich seiner Heimat zu erinnern und sich in Treue ihr zu verschreiben. Auch er wurde genau so ermordet wie so viele andere. Wir kennen diese Methode. Selbst als wir am 30. Januar vor drei Jahren die Macht übernommen hatten, spielten sich noch in Deutschland genau dieselben Vorgänge ab, einmal in Frankfurt an der Oder, ein anderes Mal in Köpenick und dann wieder in Braunschweig. Es war immer dasselbe Verfahren: ein paar Männer kommen, rufen einen aus seiner Wohnung heraus, stechen ihn nieder oder schießen ihn tot. Das ist kein Zufall, das ist eine leitende Hand, die diese Verbrechen organisiert hat und weiter organisieren will. Diesesmal ist nun der Träger dieser Taten zum erstenmal s e l b st in Erscheinung getreten. Zum erstenmal bedient er sich keines harmlosen deutschen Volksgenossen. Es ist ein Ruhmesblatt für die Schweiz, sowohl als auch für unsere eigenen Deutschen in der Schweiz, daß sich keiner dingen ließ zu dieser Tat, so daß z u m erstenmal der geistige Urheber selb st zum Täter werden mußte. So ist unser Parteigenosse denn von der Macht gefällt worden, die einen fanatischen Kampf nicht nur gegen unser deutsches Volk, sondern gegen jedes freie, selbständige und unabhängige Volk führt Wir begreifen die Kampfansage, und wir nehmen sie auf! Wein lieber Parteigenosse, b u b i ft nicht umsonst gefallen! Unsere Toten sind alle wieder lebend geworden. Sie marschieren nicht Der Führer beim letzten Gruß vor dem Sarge Wilhelm Gustloffs in der Festhalle zu Schwerin. (Scherl-Bilderdienst-M.) !ER ousine >$.6 Zylinder- BlbarenZyline > . Mil ver- z, Trennwand sstattung 6500.- kaum faßbaren Gemeinheit zeugt es aber, daß der Mörder sein Opfer überhaupt nicht kannte und einen Mann niederschoß, nur, weil er wußte, daß dieser Mann in seltener Treue zu seinem Vaterland st and. Das neue Reich der Deutschen sollte getroffen werden, und dieses Reich ist durch den Tod Wilhelm Gustloffs schwer getroffen worden. Der Mörder hat aber sein Ziel nicht erreicht, da der Tote Nationalsozialist war und ermordete Nationalsozialisten durch ihren Opfertod die Bewegung und damit das Reich immer gestärkt haben. So ist es auch mit Gustloff, dessen Geist uns verpflichtet, mit noch größerer Einsatzbereitschaft für Führer und Volk einzustehen. Gustloff verkörperte den neuen Typ des Deutschen draußen, der stolz ist auf seine Heimat und diesen Stolz sich niemals rauben läßt. Einem Reichsdeutschen im Auslande zu verbieten Nationalsozialist zu sein, hieße heute, ihm sein Deutschtum überhaupt nehmen wollen. Wilhelm Gustloff hat niemals etwas anderes gewollt und getan, als feine reichsdeutschen Landsleute in der Schweiz für den Staat Adolf Hitlers zu gewinnen. Das ist keine Politik und kein Verbrechen, sondern eine selbstverständliche nationale Pflicht jedes Deutschen, namentlich aber Schwerin, 12. Febr. (DNB.) Grau und feucht- kalt beginnt der Tag der feierlichen Beisetzung des ermordeten Landesgruppenleiters Gustloff. Auf den Straßen, die nach der Feier in der Festhalle der Trauerzug nehmen wird, sammeln sich bereits stundenlang vor Beginn der Trauerfeier die Volks- qenosseu. Weihevolle Stimmung empfängt die Trauergäste in der Festhalle, die nun zur Trauerhalle geworden ist. Neben dem mit der Hakenkreuzfahne bedeckten Sarg halten wie in der ganzen Nacht vier Männer von der Marine-SA. die Toten- wacht. Dor dem Sarg liegt der Kranz des Führers und Reichskanzlers, auf einem Samtkissen der Ehrendolch, die Armbinde und die Ehrenzeichen Gustloffs. Auf der schwarz umkleideten Freitreppe ruhen die Kränze des Stellvertreters des Führers, des preußischen Ministerpräsidenten General Göring, des Gauleiters Bohle und des Gauleiters Hildebrand. Nur die Flammen auf den beiden Pylonen rechts und links vom Sarge erhellen die Halle. Schon eine Stunde vor Beginn der Feier waren fast alle Plätze in der Halle von den 3000 Trauer- Gästen eingenommen. In den ersten Reihen saßen zahlreiche ausländische Parteigenossen der NSDAP., unter ihnen auch eine größere Zahl von Landesgruppenleitern. Um 11.30 Uhr werden unter Trommelwirbel d i e Fahnen der Bewegung in die Halle aetragen. Sie nehmen rechts und links vom Sarge Aufstellung. Begleitet von dem Stellvertreter des Führers Rudolf Heß und Gauleiter Hildebrand sowie den Reichsleitern, Reichsführer SS.-H i m m I e r, Stabschef Lutze, Dr. Goebbels und Bormann, Gauleiter Wagner- München. Botschafter von Ribbentrop und seinem Adjutanten Hauptmann a. D. Wiedemann betritt der Führer die Halle ljund nimmt neben der Frau, der Mutter und dem Bruder Wilhelm Gustloffs Platz. Die weihevollen Klänge des Trauermarsches aus t»er Eroica von Beethoven eröffnen die Trauerfeier Aeichsstatthalter Hildebrand ils Gauleiter des Heimatgaues und Freund Wilhelm Gustloffs ruft ihm den letzten Gruß seines Heimatgaues zu. Parteigenosse Gustloff, der sich 1917 aus Gesundheitsrücksichten in die Schweiz be- ,ab, um dort im Kurort Davos Heilung von seinem Leiden zu suchen, war uns mecklenburgischen Parteigenossen ein getreuer und echter K a - nerab Nach Charakter und Gesinnung war er l»er geborene Nationalsozialist. Keine Aufgabe war ihm zu schwer, keinen persönlichen kinsatz scheute er immer glaubensstark und gewillt, teer Idee und seinem Führer zu folgen und die Treue zu halten. So stand er auch draußen unter den Deutschen. Er sah deutlich seine irhwierige Lage, hat aber nie gewankt. Er ist nicht ' teige geworden, selbst als schwere Angriffe und Be- ' Drohungen ihn trafen. Er hat stets berücksichtigt, >aß er © a ft eines anderen Landes war. Uber um mit der Heimat verbunden zu bleiben, mußte er sich mit den Deutschen gemeinsam zusam- tnenftnben und so Anteil nehmen an der Erneuerung, die durch die nationalsozialistische Bewegung ! umd durch Ihre Arbeit, mein Führer, sich in Deutschen!) vollzog. Nun ist der Parteigenosse Gustloff beimgekehrt, von der Mörderkugel hingerafft. Wir danken ihm alle für seine Treue und Hingabe und versprechen an seiner Totenbahre, unsere Pflicht zu tun für das ewige Deutschland. Die geistliche Traueransprache hält darauf als freund des Toten Pg. Oberkirchenrat Lang- ti a n n, Gauamtsleiter z. b. V. in der Leitung ter Auslandsorganisation, früherer Landesgruppen- hiter Guatemalas. Er geht aus von dem Wort ,Es ist aber der Glaube eine gewisse Zuversicht Les, das man hoffet und nicht zweifelt an dem, was nan nicht sieht." Dieses Wort habe über dem Leben Gustloffs gestanden. Er habe diesen Glauben mit seinem Blut bezahlt. „Wir wollen des Toten mürbig sein nicht mit Worten, sondern mit Werken. Wir wollen Gott ehren nicht mit leeren Worten, stdnern durch unsere Treue. In die Hände des le- lenbigen Gottes empfehlen wir mit getrostem (Hauben unseren toten Kameraden. In die Hände desselben lebendigen Gottes geben wir auch unseren r-euen Tag, unsere neue Arbeit. Er stärkt uns. Am Garge des Blutzeugen lautet unser Gebet: „Herr |?gne unseren Kampf!" (Souleifer Bohle/ der Leiter der Auslandsorganisation/ s-S Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Erscheint täglich, außer A —M Annahme von Anzeigen Sonntags und Feiertags ▼ " für die Mittagsnummer Beilagen: Die Illustrierte Ä A A A A A A A A A A A A A Ä A AA bis 8'/,Uhr des Vormittags jssffi. 11111 IiIlIILI Zill ii lllLI x’ää von einzelnen Nummern Ermäßigte Grundpreise: infolge höherer Gewalt < < Stellen-, Vereins-, gemein« General-Anzeiger für Oberhessen sses richten: Anzeiger Gießen V I I II gen, Bäder-,Unterrichts- u. voftscheckkonto: behördliche Anzeigen6Rpsi Krankfurt am Main 11686 Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfitats Such- und Stcinörudcrci R. Lauge in Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulftrahe 7 Mengenabschlüsie Staffel 8 Der Führer anderdahredesnaüonalsoziMschenVlutzeugen Das deutsche Volk hat einen Unsterblichen gewonnen te : ^betrag m1 |eintm ^ejüljrte , °n Revo?. Aung ge, ®rQmmen5 'pr Qht werden. hweig. '"glück in ß-h in. l? der Deut, 'bracht wer- °8en Werk- ? schweig ^rkehrsruhe -e Arbeits. lnglücks fob schwere Un- ■Bollen Sie Atzten meine bringen und Ihnen einge- itf. dras) f e n = Frauen und arten Strö- i'en gerettet cedachte nun seines gefallenen Kameraden im Nonen der auslanddeutschen Parteigenossen. In tiefer Ergriffenheit, so führte er u. a. aus, stehen wir an ter Bahre eines deutschen Mannes, dessen Leben !»außen auf fremder Erde durch die Kugel eines srrgen Mörders ein jähes Ende bereitet wurde. Wil- Ulm Gustloff fiel als erstes Blutopfer des jüngsten Gaues unserer Bewegung, der Auslandorgamsa- t on. In langer Fahrt durch das Land, in bem er fift zwei Jahrzehnte lebte, und durch viele deutsche Gaue haben wir Wilhelm Gustloff in seine Geburts- ! odt heimgebracht. Eine ganze Nation hat ihn in 1 ummer Trauer begleitet. Ganz Deutschland bildete Spalier. Von allen Verbrechen, die auf dieser Welt verübt »erden können, gehört der politische Mord zu den irrabscheuungswürdigsten. Von einer menschlich 1»® henswAin.,o>ec «fee «ÄnK sM SM W >« ■ V SAS 33/ * Abschied von Wilhelm Gustloff. Nie Troucrfeter in Schwerin für den ermordeten Landesgruppenleiter in Anwesenheit des Führers und Reichskanzlers Der Führer schreitet dann langsam die Freitreppe zum Katafalk empor. SS.-Männer legen einen Kranz an der Stirnwand des Sarges nieder. Tiefe Ergriffenheit liegt über der Versammlung, als Adolf Hitler eine letzte Ansprache an den toten Parteigenossen Gustloff richtet. Meine deutschen Volksgenossen und -genossinnen! Nationalsozialisten! Mein lieber toter Parteigenosse! Es ist ein schmerzlicher Weg, den die Völker zurücklegen müssen, um ihr Glück zu finden. Die Meilensteine dieses Weges sind immer Gräber gewesen, Gräber, in denen ihre Besten ruhen. Auch Bewegungen erreichen das Ziel ihres Wollens dann, wenn es wirklich hochgesteckt ist, nur auf dem gleichen schmerzlichen Weg. Es wird auf dieser Welt kein Glück verschenkt. Alles muß bitter und schwer erkämpft werden, und jeder Kampf erfordert seine Opfer. Indem diese Opfer Zeiigen der heiligen Gesinnung sind, die einem solchen Kampf zu Grunde liegt, sind sie die Garanten des Sieges, des Erfolges und der Erfüllung! Unsere eigene nationalsozialistische Bewegung hat nicht begonnen, anderen Opfer aufzubürden. Wir haben einst als Soldaten an den Fronten des Weltkrieges gestanden und erfüllten dort unsere Pflicht für Deutschland. Als dieses Deutschland nun in den Novembertagen 1918 in der Heimat seinen tödlichen Stoß erhielt, da versuchten wir, diesem-, gen zu bekehren, die damals Werkzeug einer grauen-1 Flandin verteidigt Frankreichs Paktpolitik Was sagt man in Polen? dem von der SA.- <1 4* schen Deutschland und seinem machen würden. Im übrigen sei speare-Drama zugewendet wird, und damit dem Drama und dem Theater überhaupt; das kann uns nur willkommen sein. hth. ten, wie in Rücksicht auf die eigenen Interessen. Das Warschauer „ABC" führt aus, daß nur negative Gründe Frankreich zu diesem verwundet« lichen Bund veranlassen und zwar die Abneigung der in Frankreich regierenden Freimaurerei gegen alle national oder autoritär regierten Staaten sowie der Wunsch, Polen zu zeigen, daß Frankreich auch ohne Polen im Osten einen Verbündeten finde. Diese Gründe veranlaßten die französische Linke zu einem Schritt, der sehr unüberlegt sei. Es sei zu hoffen, daß die gesunden Elemente in Frankreich den Logen nicht erlauben würden, Frankreich auf die Bahn einer fruchtlosen und riskanten Politik zu bringen. Das Urteil im Königsmordprozeß. Lebenslängliche Zuchthausstrafe für die drei angeklagten Kroaten Drei Abwesende zum Tode verurteilt. Spielmannszug und dem Musikzug Brigade 11 gebildet, der der Tote angehört hatte. Der Fahnenblock, ein Sturm der SA., ein Spiel- Der Trauerzug. Die Spitze des Trauerzuges wurde Paris, 12. Febr. (DNB.) Im Königsmordprozeß erklärte der Hauptoerteidiger, Rechtsanwalt Saint Auban, die Ustaschis seien eine Vereinigung von Separatisten, und man habe es deshalb auch mit einem politischen Mord zu tun. Die Angeklagten hätten es weder auf das Leben noch auf das Besitztum französischer Staatsmänner abgesehen. Sie verlangten die Revision der Verträge, und das sei kein Verbrechen. Der Verteidiger erinnerte sodann an ähnliche Verbrechen in der Geschichte und zitierte in diesem Zusammenhang auch den Mord von Sarajewo. Wenn man die Angeklagten verurteile, müsse man wissen, daß man Aufständische treffe und keine Verbrecher. Er beantrage deshalb ein Urteil im Geiste des unsterblichen Frankreichs. I Der Gerichtshof hat die drei Angeklagten z u aus, daß beide, Schlegel wie Rothe, unbestreitbare Vorzüge in ihren Ueoersetzungen aufwiesen, beide auch Schwächen, und daß man sich nicht grundsätzlich für oder wider einen der beiden Partner, sondern lieber von Fall zu Fall, von Aufführung zu Aufführung entscheiden wolle. Zu bedenken bleibt in jedem Falle, daß ein endgültig abschließendes Urteil doch die genaue Kenntnis der immerhin schon einen beträchtlichen Teil des gesamten Shakespeareschen Dramenwerkes umfassenden Uebertragung von Rothe und deren Ver- aleichung mit dem alten Romantiker-Text voraussetzt, was einen ziemlich beträchtlichen Aufwand nicht allein an Zeit, sondern auch an eindringendem Verständnis für die zeitgeschichtlichen, literarischen, theaterhistorischen und stilistischen Probleme bei Shakespeare erfordern würde. Wie schwierig und vielgestaltig diese Probleme sich darstellen, wird dem Laien nur ungefähr bekannt sein. Er bekommt einen Einblick in der sehr interessanten kleinen Schrift, die Rothe vor kurzem unter dem Titel „Der Kampf um Shakespeare" bei Paul List in Leipzig hat erscheinen lassen. (105 Seiten. — 587 —) Dieses Buch sollten nicht nur jene lesen, die etwa die sehr gute Aufführung der „Komödie der Irrungen" in Rothes Neufassung bei uns auf dem Theater erlebt haben, sondern darüber hinaus alle, für welche die Beschäftigung mit Theater und Dichtung, insbesondere mit Shakespeare, mehr als eine unverbindliche Abendunterhaltung bedeutet. Rothe darf jedenfalls unserer Aufmerksamkeit gewiß sein, wenn er in dem vorliegenden, knapp und einleuchtend geschriebenen Bericht Rechenschaft ablegt über seine Arbeit und über seinen Anteil an dem .Kampf um Shakespeare", der heute bei uns im Gange ist. Was Rothe vorbringt, ist nicht SSfti SÄ > S'on di Bühne im allgemeinen), über Rhythmus und Interpunktion. Zum Ausgangspunkt des Berichtes kehrt dann der Textoergleich zurück, in dem Rothe an knappen Beispielen aufschlußreiche Einblicke in seine Arbeit an der Neuformung der Dramen des arößten Elisabethaners gibt. — Auch wer Rothe ablehnen zu müssen glaubt, wird seinen Rechenschaftsbericht mit Nutzen und mancher Anregung lesen. Rothe ging bei seiner Arbeit von der Ueber- zeugung aus, daß die alten, seit langem bei uns eingebürgerten Uebersetzer — die Schlegel, Ti eck, Baudissin — Shakespeare aus einer eben romantischen Vorstellung heraus übersetzt und ihn damit aus der ihm eigentümlichen Welt des elisabethanischen Zeitalters gelöst hätten; ihre Arbeit sei veraltet und von der modernen Forschung überholt. Deshalb will Rothe aus jahrelangem, eindringenden Studium der Shakespeare-Welt und ihrer Probleme mit seiner Neubearbeitung Shakespeare „in historischer Treue" und zugleich in einer unserem eigenen Empfinden und Verständnis angepaßten Sprache auf die Bühne bringen. Diese Sprache aber — das ist es gerade — wurde, soweit wir den Streit bisher haben verfolgen können, von der Theaterkritik abgelehnt, weil die Rothesche Uebersetzung eine Banalisierung Shakespeares darstelle, weil sie Akzentverschiebungen im Gesamteindruck bewirke, vor allem durch die übertriebene Unterstreichung komischer Partien. Rothe wiederum konnte sich auf die außergewöhnliche Theaterwirkung seiner Fassungen berufen, — auch in Fällen, wo der Uebersetzer auf dem Programmzettel nicht ausdrücklich genannt war. Soviel scheint sicher zu sein, daß man — um nach bestem Wissen und Gewissen Shakespeares Würde zu wahren und dem deutschen Theater und seinen Besuchern zu dienen — von Fall zu Fall wird prüfen müssen, welche Uebersetzung dem Stück, das man gerade spielen will, am besten gerecht wird, ihm innerlich am nächsten kommt, den dichterischen Genius des großen Briten am reinsten und edelsten widerstrahlen läßt. Wir könnten uns vorstellen, daß Rothe, dessen Uebertragung der „Komödie der Irrungen" wir ausgezeichnet finden, etwa bei der Eindeutschung von „Romeo und Julia" versagt. Aber selbst noch im Einzelfalle wird oft genug Meinung gegen Meinung stehen bleiben, wenn es sich, beispielsweise, um den Sinn eines Wortes, um den rhythmischen Fall einer Verszeile, um die ästhetische Wirkung eines Bildes handelt. Wie der Streit um Shakespeare aber — im ein- Kunst und Mistenschast. Der Dibelüberseher D. Dr. Hermann Menge. 3n der im Feuilleton vom 6. d. M. erschienenen Notiz zum 95. Geburtstag des Bibelübersetzers D. Dr. Hermann Menge ist dem Verfasser ein Irrtum unterlaufen. Der Bibelübersetzer Menge war nicht Gymnasialdirektor in Mainz, sondern Direktor des Gymnasiums in Helmstedt. Der in Mainz tätige Professor Heinrich Menge war Mathematiker und ist übrigens schon 1917 gestorben. sfe h>n 0ülten 1 vor M r*1 ou ( zugleich (,n6h v. ssrty rrrv junt SHJ1' (tsunH,'! b» itanWf™. UiNti bd<.,6n)i l<>n961 machten, die es durchzuführen hätten. Es könne ungefährlich und sogar vorteilhaft sein, e s könne aber auch zur schlimmsten Gefahr führen. Was denkt in London der Bann aus der Straße? „Eine europäische Feindseligkeit gegen Deutschland." London, 13. Febr. (DNB. Funkspruch.) Die Tatsache, daß ein Teil der öffentlichen Meinung Englands den französisch-sowjetrussischen Pakt erheblich anders als die amtlichen Kreise und die Presse beurteilt, kommt in einer Zuschrift von D. G. W i l l i a m s an die „Times" zum Ausdruck. Williams schreibt: „Ich möchte bezweifeln, daß der französisch-russische Pakt das unschuldige D o k u- m e n t ist, als den ihn der Leitaufsatz der „Times" hinstellt. Der Mann auf der Straße ist der Ansicht, daß der Pakt lediglich der Teil eines Planes für die Einkreisung Deutschlands ist. Mit dieser Meinung hät der Mann „Ein riskantes Spiel." Aeutzerst kritisches Echo in Warschau. Warschau, 12. Febr. (DNB.) Die Pariser Kammerdebatte über den französisch-sowjetrussischen Vertrag wird in Warschau mit gespanntester Aufmerksamkeit verfolgt. Das Militärblatt „P o l s k a Z b r o j n a" hebt zwar sehr zurückhaltend hervor, daß für Polen aus dem Abschluß des Vertrages zwischen Frankreich und der Sowjetunion keine unmittelbaren Folgerungen und keinerlei Verpflichtungen hervorgehen, stellt jedoch in seinem Artikel alle die französischen Stimmen zusammen, die die Zweckmäßigkeit des Vertrages beunruhigt in Zweifel ziehen, und zwar sowohl wegen der möglichen Erleichterung der kommunistischen Propaganda in Frankreich wie in Rücksicht darauf, daß der Vertrag militärisch keinerlei Erhöhung der französischen Sicherheit bedeute. Der schwerindustrielle „K u r j e r Polski" stellt fest, daß der Vertrag keinesfalls zu einer Reinigung der Atmosphäre und zur Stärkung des internationalen Vertrauens beitrage. Es sei sehr zweifelhaft, ob diese in der Zukunft erwarteten Vorteile sich durch die heute durch ihn hervorgerufene Unruhe und die Verwirrung, durch die Vergiftung der Atmosphäre, durch die Unterminierung aller Brücken der Verständigung zwi- auf der Straße nicht völlig unrecht. Die „Times erklärt, daß es in Deutschlands Belieben stehe, sich dem Pakt anzuschließen. Will man denn etwa ernstlich behaupten, das bolschewistische Rußland würde im Falle einer Wiederholung des Ruhr- Abenteuers durch Frankreich den Deutschen um eines Paktes Willen zu Hilfe kommen oder Frankreich würde Rußland daran hindern, die Nation zu erniedrigen, die es selbst erniedrigen möchte? Man unterzeichnet nicht Pakte im Reiche der Phantasie. Vielleicht wird man sagen, es schadet nicht, wenn der Pakt durch und durch phantastisch sei. Aber als ein bloßer Fetzen Papier stellt der Pakt erneut eine europäische Feindseligkeit gegenüber einer Nation in Europa dar. Ist es nicht eine bedeutsame Tatsache, daß der Völkerbund nicht das geringste getan hat, um den Versailler Vertrag zu ändern? Wie tonnen wir Abrüstung in einer Welt erwarten, die etwa einmal monatlich ihre Feindseligkeit gegen Deutschland zu erweisen scheint, aber nie auch nur im Traum daran denkt, schreiende Ungerechtigkeiten wie die Annektion von Memel und die Abtrennung von Danzig zu beseit i g e n ?" ffnglanö Bonbon, geordnete fflai Unterhaus, ob datz die Bef Ertrages. 3alle eines offe «entmilitarisiert, °der Deuts °ufs strikteste I ,ra9 in Dirksc !°eine Zllskimr S“ °"lgegebi Werter „Die 9'"ung si„- f| nli6 ' ehljudies Ä* fie ' "^endiM sj Ugland u ys?°nd°n.i ^ordnet«'m W toi dnKtt Ae Mer, Partner bezahlt die Sowjetunion immer noch eine große Unbekannte, und niemand wisse, welche Kraft es wirklich darstelle. Es sei ein riskantes Spiel, die jetzige und die künftige Polittk auf dieser Unbekannten zu bauen, was sehr schmerzlich auf die Beziehungen Frankreichs zu seinen nächsten Verbündeten und vor allem zu seinem wichtigsten Verbündeten rück- wirken könne. Die polnische Oeffentlichkeit habe den Verhandlungen über den sowjetrussisch-sranzösischen Pakt von Anfang an kritisch und ablehnend gegenübergestanden. Sie stehe auch heute auf dem gleichen Standpunkt, und zwar ebenso in Rücksicht auf das Wohl des französischen Verbünde- «'S1 Slfe K-Z SS nur gut gesagt und überzeugend fundiert, sondern fesselt vor allem durch eine Fülle von Betrachtungen, Bemerkungen und Beobachtungen, die über den eigentlichen Anlaß der Neuübersetzung hinaus wesentlich und ergiebig scheinen. Nicht nur, daß jeder, der etwa eine Uebersetzung Rothes auf dem Theater hört, die Aufführung nach der Lektüre gerechter und verständnisvoller beurteilen wird —: auch was über Shakespeare und seine Welt, über seine Texte, sein Theater und seine Ueberlieferung hier dargelegt wird, ist — nicht bloß für Anglisten und Theaterleute — sehr lesenswert. Besonders beachtlich erscheinen die Erfahrungen Rothes in der Zusammenarbeit mit Sievers, dem verstorbenen Leipziger Germanisten und Schall-Analytiker; sehr gut auch die Bemerkungen über Theater und Uebersetzung, über den Humor und die komischen Sze- Paris, 12. Febr. (DNB.) Außenminister Fl and in gab vor dem Auswärtigen Ausschuß der Kammer einen Ueberblick über die außenpolitische Lage. Die Regierung sei von dem Willen geleitet, im Rahmen des Völkerbundes eine freundschaftliche Regelung des italienifch-abefsinifchen Streites zu suchen unter loyaler Achtung aller aus dem Völkerbundspakt herrührenden Verpflichtungen. Flandin wies weiter darauf hin, welche Folgen eine Verschärfung der Sühnemaßnahmen in internationaler Hinsicht nach sich ziehen könnte.. Auf die Frage, welche Haltung er zur O e l s p e r r e einnehmen werde, antwortete Flandin, Frankreich sei an diesem Problem nicht unmittelbar interessiert, da es Petroleum weder herstelle noch befördere. Dessen ungeachtet würde sich die französische Regierung nach den Beschlüssen des Völkerbundes richten. Flandin soll weiter erklärt haben, daß Frankreich keine neue Initiative nach der Art des Laoal-Hoare-Planes ergreifen werde, sondern sich streng an den Rahmen des Völkerbundes halten werde. Der Außenminister hat den Ausschuß auch von den Londoner und Pariser Besprechungen in Kenntnis gesetzt, die ihm gestattet hätten, eine glückliche Uebereinstimmung in der Auffassung über die wesentlichen europäischen Fragen festzustellen. Flandin behandelte das ö st e r r e i ch i s ch e Problem, wobei er besonders die Notwendigkeit eines unabhängigen Oesterreich unterstrich. Dabei soll er auch auf die Mitarbeit Italiens an der Gewährleistung dieser Unabhängigkeit hingewiesen haben Das Donauproblem werde am besten durch zweiseitige politische und mehrseitige wirtschaftliche Abkommen gelöst werden können. Heber die Tragweite des sranzösisch-sow- jetrufsischen Paktes befragt, hat Flandin die Grenzen der sich aus diesem Pakt ergebenden Verpflichtungen Umrissen und daraut hingewiesen, daß seine Uebereinstimmung mit den Völkerbundssatzungen und dem Locarno- Vertrag von den vertragschließenden Mächten ausdrücklich anerkannt worden fei. Italien und England seien ständig über alle Verhandlungen aus dem Laufenden gehalten worden. Im Falle einer Nichtratifizierung des Paktes würden der tschechoslowakische Pakt hinfällig und der vorgesehene rumänisch-sowjetrussische Vertrag m Frage gestellt werden. Gefährliche Selbsttäuschungen in Paris. Paris, 13. Febr. (DNB. Funtspruch.) Wladimir d'Ormesson, der, wenn auch mit Maß, für den französisch-sowjetrussischen Pakt eintritt, versucht im „Figaro" das Dokument als einen „Pakt des Abwartens", ein „provisorisches Protokoll" hinzustellen. Er hätte allerdings lieber gesehen, wenn das Abkommen solange nur paraphiert geblieben wäre, bis auch andere europäische Staaten guten Willens — Deutschland einbegriffen — sich hinzugesellt hätten. Darauf müsse die französische Diplomatie auch mit Ausdauer hinarbeiten. Wenn das Abkommen ein Bündnis darstellte, wie von manchen Gegnern behauptet werde, dann allerdings müßte man es radikal verwerfen; denn um keinen Preis wolle man ein neues französifch-sowjetruffifches Bünd - n i s. Nicht etwa aus innerpolitischen Gründen, denn die kommunistische Frage und die des französischen außenpolitischen Systems seien völlig verschiedene Dinge. Die revolutionäre Propaganda in Frankreich sei nicht vom französisch-sowjetrussischen Pakt abhängig, sondern einzig von der Wachsamkeit und Entschlossenheit der französischen öffentlichen Gewalt. Sowjetrußlands Polittk fei infolge des fast völligen Bankrotts feines weltumspannenden Ehrgeizes heute konservativ (!) und in Verteidigungszustand (!). Darin befinde sie sich mit der französischen in Hebereinstimmung. Das Abkommen vom 2. Mai stelle daher soweit keine ernste Gefahr dar. Es werde das fein, was diejenigen daraus ßinfri London, 13. englische General sich in der „lim Jur-ani, der Stimmung mach« zur 550. @rü sität Heidel jilötskreisen nit ral Hamilton sck der Hoffnung ' Vertreter unjei Bifchofs von nicht die g Vor kurzem, einige beu: haben werde, < den 18 eiste halten waren.. dieser Belegen, „brutalen unb Haltungen r tonnten ober oer bann wegen bei bei TrchioM mutiich würbe mich losprügeir i Fleifchpubding wären beide mindesten eine Kampf um Shakespeare. Schlegel oder JRoffie? Die kürzlich in der Presse verbreitete Mitteilung, Reichsminister Dr. Goebbels habe namhafte deutsche Theaterleiter, Literarhistoriker und Kritiker zu einem Gutachten über die b e fte Hedersetz u n g der Dramen Shakespeares aufgefordert, hat die Aufmerksamkeit der großen Oeffentlichkeit auf einen sehr interessanten Literaturstreit gelenkt, der sich in letzter Zeit — insbesondere aus Anlaß neuer Shakespeare-Inszenierungen in Berlin wie in vielen Städten des Reiches — immer mehr zugespitzt hat. Es handelt sich, kurz gesagt, um das Problem: in welcher Gestalt soll Shakespeare heute auf dem deutschen Theater erscheinen? Genauer: ist die seit langem allgemein gebräuchliche Uebertragung von Schlegel und T i e ck beizubehalten, oder ist sie Überholt und veraltet; muß man nach einer neuen Form suchen, die dem Geist und dem Willen, dem dramatischen Hr- bilde und der Welt des großen Briten besser entspräche? Die Frage ist dadurch aktuell geworden, daß ein zeitgenössischer deutscher Shakespeare-Heber- setzer, Hans Rothe, der feit 17 Jahren an einer solchen Neuformung arbeitet und bereits eine ganze Reihe von Shakespeare-Stücken in seiner Hebersetzung hat erscheinen lassen, mit dieser Arbeit einen unleugbaren Erfolg zu verzeichnen hatte insofern, als eine beträchtliche Zahl deutscher Bühnenleiter sich für Rothes Hebersetzungen entschieden und in vielen Fällen auch ihre Aufführungen zu einem unbestrittenen Siege vor dem Publikum geführt haben. Nickst gelöst ist damit die Frage, ob der Erfolg dieser Aufführungen in der alten Schlegel-Tieckschen Uebersetzung minder durchschlagend gewesen wäre. Hnd ebenfalls unbestreitbar ist der Hmstand, daß die Kritik in zunehmendem Maße sich gegen Rothe und zugunsten der fraktionellen Eindeutschung der Romantiker ausgesprochen hat. So ist die Lage, aus der heraus der anfangs erwähnte Aufruf des Reichsminifters Dr. Goebbels verstanden werden muß. Zu gleicher Zeit und teilweise schon kurz zuvor haben einige deutsche Zeitungen von sich aus zu einer Entscheidung aufgerufen: sie haben sich an bekannte Theaterleiter gewandt mit der Bitte, ihr Urteil abzugeben und vorzubringen, was sie für und wider Rothe und für und wider Schlegel auf dem Herzen haben. Trotzdem hat sich bisher, soweit wir zu sehen vermögen, noch kein klares Bild ergeben; vielmehr liefen die meisten Gutachten, die uns von dieser Seite zu Gesicht gekommen sind, darauf hin- mannszug und der Musikzug sowie eine Ehrenkompanie der Wehrmacht und die Kranzabordnungen schlossen sich an. Der Standartenführer der Schweriner SA. trägt auf einem Kissen den Ehrendolch, die Armbinde und die Abzeichen des Verstorbenen. Ein Ehrensturm der Leibstandarte des Führers marschierte vor der Lafette mit dem Sarg, der mit einer Hakenkreuzfahne bedeckt war. Darauf lagen die Mütze und ein schlichter Blumenstrauß. Unmittelbar hinter dem Sarg schritt der Stell- tertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, zusammen mit den Angehörigen. Ihm folgten die weiteren Ehrengäste, Reichsleiter, Reichsminister, Gauleiter, Reichsstatthalter, Staatssekretäre und andere Persönlichkeiten aus Staat und Partei. Den Schluß des langen Trauerzuges bildeten Formattonen der SA. Im Andachtsraum des Krematoriums spricht Landesbischof Schultz kurze Worte letzten Gedenkens. Gedämpft klingt das Gebet des Geistlichen über den Platz, wo die Tausenden durch die Lautsprecher Zeugen dieser letzten Feier sind. Dann spricht der Landesbischof den Segen, und langsam gleiten die sterblichen Ueberrefte Wilhelm Gustlosfs hinab. Der Tote hat die Erfüllung seines Lebens erhalten in der Stunde der Wiedergeburt der Treue und der Einsatzbereitschaft des Volkes, für das er sein Leben ließ. Die Fahnen senken sich. Drei Salven der Leibstandarte hallen als letzter Gruß über den Friedhof. Das Horst-Wessel-Lied klingt auf, und das Trauergefolge verläßt dann langsam die Stätte der Beisetzung. nut im Geiste, sondern lebendig mit uns mit. Und einer dieser Begleiter in die fernste Zukunft hinein wird auch dieser Tote sein. Das sei unser heiliger Schwur in dieser Stunde, daß wir dafür sorgen wollen, daß dieser Tote in die Reihen der unsterblichen TNärtyrer unseres Volkes einrückt. Dann wird aus seinem Tod millionenfaches Leben kommen für unser Volk. Das hat dieser jüdische Mörder nicht geahnt oder vorausgesehen, daß er einen tötete, aber in die fernste Zukunft hinein Millionen und aber Millionen Kameraden zu einem wahrhaft deutschen Leben erwecken wird. So wie es früher nicht möglich war, durch solche Taten den Siegeszug unserer Bewegung zu hemmen, sondern sie im Gegenteil aus diesen Toten Bannerträger unserer Idee geworden sind, so wird auch diese Tat nicht die Zugehörigkeit des Deutschtums im Auslande zu unserer Bewegung und zum deutschen Vaterland hemmen. Im Gegenteil; nun hat jede Ortsgruppe des Auslandes ihren nationalsozialistischen Patron, ihren heiligen Märtyrer dieser Bewegung und unserer Idee. In jeder Geschäftsstelle wird nun sein Bild hängen. Jeder wird seinen Namen im Herzen fragen, und er wird nimmermehr vergessen sein in alle Zukunft. Das ist unser Gelöbnis; diese Tat fällt auf den Täter zurück. Nicht Deutschland wird dadurch geschwächt, sondern die Macht, die diese Tat verübte. Das deutsche Volk hat einen Lebenden im Jahre 1936 verloren, allein einen Unsterblichen für die Zukunft gewonnen! Der Führer hat geendet. Mit einem letzten Gruß verabschiedet er sich von dem Toten. Die Kapelle stimmt das Deutschlandlied an, dem das Horst- Wessel-Lied folgt. Die Versammluna hat sich von «ihren Plätzen erhoben, und laufende von Armen recken sich zum Gruß empor. Der Führer schreitet zum Ausgang. Die Totenwache hebt den Sarg auf. Die Fahnen senken sich und dumpfer Trommelwirbel ertönt. Langsamen Schrittes wird der Sarg dem Ausgang zu getragen. Draußen vor der Festhalle formiert sich der Trauerzug. lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt. Als darauf die Verurteilten abgeführt werden sollten, erhob sich Pospischil leichenblaß und schrie laut auf Kroatisch: „E s lebe das freie Kroatien! E s lebe Ante Pawelitsch !" Die Gendarmeriebeamten wollten ihn mit Gewalt fort- führen, er widersetzte sich dem und rief einige Augenblicke später nochmals den jugoslawischen Pressevertretern ins Gesicht: „Es lebe das freie Kroatien!" Dann erst gelang es den Gerichtsdienern, Pospischil und die beiden anderen Verurteilten abzuführen. Unmittelbar danach begann eine neue Sitzung des Gerichtshofes, diesmal ohne Beisein der Geschworenen, in der die anderen drei Angeklagten, Pawelitsch und Kwaternik sowie der Oberst Perzewitsch, in Abwesenheit verurteilt Seiffrftriften — Die Deutsche Gesellschaft für Rasfenhygiene veranstaltet im Februarheft der Monatsschrift „Volk und Rasse" (I. F. Lehmanns Verlag, München 2 SW, Einzelheft 0,70 Mk.) ein Preisaus- schreiben für die besten Arbeiten über die „Auslese in der deutschen Geschichte". Positive Erbgutpflege, Förderung der bewährten und wertvollen Erbanlagen ist die dringendste Aufgabe neben der aus- merzenden (Srbgutbeeinfluffung. Schon immer ist die Auslese der Hochwertigen durch Leistung eine der stärksten geschichtlich wirksamen Kräfte gewesen. Die Preisaufgabe will besonders aufschlußreiche Beispiele in der deutschen Geschichte sammeln. Der Verlag hat für die beiden besten Arbeiten Preise in Höhe von 1000 RM. ausgesetzt. Dr. H. Wülker, Berlin, liefert im vorliegenden Heft einen wertvollen Beitrag zu dieser Auslesefrage. Er untersucht Herrschaft und Untergang des deutschen Hochadels und führt als wichtigste Ursache für den Niedergang das Zölibat an. Das Deutschtum in Siebenbürgen und der Zips ist schweren Anfeindungen ausgesetzt, wie Dr. Joh. Gottschick in seinem Beitrag „Die Siebenbürger Sachsen, ein deutscher Volksstamm" zeigt. Heute kommt zu dieser Bedrohung von außen die neue, selbstheraufbeschworene Gefahr: das „Zweikinder- system". 6otf>ftf>tHnad>rid)fen. Don den amtlichen Verpflichtungen wurden entbunden die ordentlichen Professoren Dr. Bruno Meißner (Semitische Philologie) an der Universität Berlin; Dr. Wilhelm Pfaff (Zahnheil- künde) an der Universität Leipzig; Dr. Erwin Payr (Chirurgie) an der Universität Leipzig; Dr. Max Henkel (Geburtshilfe und Gynäkologie) an der Universität Jena. (lei** M ichMfiix honen, die, ic „btibt in einer Die vielleicht die sand den ungetei ■ Hörerschaft. qunäÄ tD^bfr dlt' sK in • deinen wie im großen — auch ausgehen möge: zu - . z....... — —v ------------ begrüßen ist ohne Zweifel, daß durch ihn vielen nen (nicht allein bei Shakespeare, sondern auf der unter uns aufs neue Auge und Herz dem Shake- Hochbetrieb in Garmisch-Partenkirchen vor mit den übrigen Behörden gewährleistet ist. die britische Regierung riine S ch a n g h a i, 13. Februar. (DNB. Funkspruch.) as Kommando der Kwantun-Armee meldet einen Oie Reichshauptstadt ehrt das Andenken Gustloffs K waten. Berlin, 12. Febr. (DRB.) Im Einvernehmen mit dem Oberbürgermeister der Stadt Berlin hat der Polizeipräsident den Dernburg-Platz und die Dernburg-Straße im Verwaltungsbezirk Charlottenbürg in G u st l o s f - P l a und G u st l o f f - S t r a ß e umbenannt. Die diesjährige Tonkünstlerversammlung findet in Weimar statt. Der Allgemeine Deutsche Musikver» e i n teilt mit, daß die diesjährige.6 7. Tonkünst- lerversammlung des Allgemeinen Deutschen Musikvereins vom 13. bis 19. Juni in Weimar stattfindet. Sie wird verbunden sein mit einer Gedenkfeier für Franz Liszt, den Gründer des Vereins. An den Aufführungen neuer deutscher Werke werden sich außer Weimar auch die Städte Jena und Eisennach beteiligen. 36000 Zahnen desReichskriegerbundes werden geweiht Ber.lin, 12. Febr. (DRB.) Die vom Führer und Reichskanzler dem Deutschen Reichskriegerbunde (Kyffhäuserbund) verliehene Bundesfahne mit dem Reichssymbol des Hakenkreuzes wird am Sonntag, dem 23. Februar, mittags im ganzen Reichsgebiete in Anwesenheit von Vertretern des Reiches, der Partei und der Wehrmacht geweiht werden. Der Bundesführer Oberst a. D. SS.-Oberführer Reinhard nimmt die Weihe um 11.30 Uhr im Berliner Sportpalast vor. Sie wird für die 36000 Kriegskameradschaften des Reichskriegerbundes durch den Deutschlandsender übertragen. Ueber tausend Kyffhäuser-Kreisverbände haben Gemeinschaftsempfang und gleichzeitig Weihe angeordnet. Rach der Feier findet am Ehrenmal Unter den Linden ein Vorbeimarsch aller Formationen statt. icht an die Uebergabe irgendwelcher britischer Kolonien an eine fremde Macht denke, sei es in Gestalt eines Mandats, =i es in anderer Form, und daß sie nicht gekillt sei, britische Kolonien auf irgendeiner Welt- Ivnferenz zum Gegen st and eines Tausch- c e s ch ä f t e s zu machen. Kolonialminister Thomas erwiderte, daß die britische Regierung w e - t er früher noch jetzt die Aushändigung bri- Äscher Kolonien oder Mandatsgebiete erwogen habe. Neuer Zwischenfall an der mongo ischen Grenze. eine neue deutsche Bestzeit heraus. Der zweite deutsche Teilnehmer S a n d t n e r kam durch Sturz um seine Aussichten. Der Nachmittag brachte zunächst zwei Eishockey-Begegnungen. Kanadas Vertretung war in großer Fahrt und schlug die Ungarn mit dem sensationellen Ergebnis von 15:0 (3:0, 9:0, 3:0) Toren. Ein harter Kampf entspann sich zwischen den Mannschaften der Tschechoslowakei und Schweden, den nach mannigfachen Zwischenfällen die Schweden mit 4:1 (0:1, 2:0, 2:0) Toren für sich entschieden. Das Eishockey-Turnier wurde am Abend vor 10 000 Zuschauern mit zwei weiteren Kämpfen der Gruppe A fortgesetzt. Das erste Treffen führte Deutschland und den Kanada-Bezwinger England zusammen. Nach unerhört hartem und aufregendem Kampf trennten sich beide Mannschaften nach dreimaliger Verlängerung unentschieden 1:1 (0:0, 0:1, 1:0). In den drei Verlängerungen gingen die Stürmer immer wieder mit größtem Elan auf das gegnerische Tor vor, ohne daß einer Mannschaft der siegbringende Treffer gelungen wäre. Das Spiel wurde schließlich abgebrochen und wird nicht wiederholt, vielmehr teilen sich England und Deutschland in die Punkte. Im zweiten Spiel des Mittwochabends siegten die Vereinigten Staaten von Amerika mit 1:0 (0:0, 1:0, 0:0) über Oesterreich. Oer Führer beim Eishockey. Garmisch-Partenkirchen, 13. Februar. (DRB. Funkspr.) Am Donnerstag um 8.45 Ahr traf der Führer und Reichskanzler auf dem Zugfpih-Bahnhof in Garmisch-Partenkirchen ein und begab sich mit Reichsminister Dr. Goebbels, Stabschef Luhe und Gauleiter Wagner sofort zum Olympia-Eisstadion. Arbeitsdienstmänner mit geschultertem Spaten bildeten auf dem Wege vom Bahnhof zum Stadion Spalier. Am Eingang zum Eisstadion wurde der Führer vom Reichssportführer von Tschammer und Osten und vom Präsidenten der IV. Olympischen Winterspiele Dr. Ritter von halt empfangen und auf die Ehrentribüne geleitet. Don der sonnenüberfluteten Tribüne wohnte dann der Führer dem ersten Eishockeyfpiel des Tages, das Großbritannien und Ungarn zusammenführte, bei. Der Führer verfolgte mit großem Interesse den Kampf. tionskonferenz vertretenen Staaten durchgeführt würde, so wäre sie wirksam, wenn die Vereinigten Staaten ihre Ausfuhr nach Italien auf den normalen Stand von elcheMöglichkeitenbietetdieOelsperre? Oer Bericht der Genfer Sachverständigen--Große Bedenken in London. Keine Mitwirkung Amerikas. 7. Für den Fall, daß eine Oelsperre beschlossen werden sollte, weist der Ausschuß ganz besonders auf die Notwendigkeit von Vorkehrungen gegen eine Umleitung des Handels — u. a. durch Verwendung der Freihäfen — hin, da eine derartige Umgehung hinsichtlich des Petroleums eine ganz besondere Bedeutung hat. ♦ Der Bericht des Genfer Unterausschusses wird von der Mehrzahl der englischen Morgenblätter dahin ausgelegt, daß sich eine wirksame Oelsperre zur Zeit schwerlich durchführen lasse. Die gegen die Sühnemaß-- nahmen eingestellten Zeitungen erklären mit Befriedigung, der Bericht habe dem Plan einer Oelsperre einen neuen schweren Stoß versetzt. Der „Daily Telegraph", der der englischen Regierung nahesteht, schreibt, es sei klar, daß eine Oelsperre ohne Mitwirkung der Vereinigten Staaten keinen Erfolg haben könne. Die Tatsache, daß sich der auswärtige Ausschuß des Senats für Beibehaltung der ge- genwärtiaen Neutralität entschieden habe, bedeute, daß Die Vereinigten Staaten voraussichtlich keine Einschränkung der Oellieferun- gen nach Italien vornehmen werden. Moralische Ueberredungsversucke bei der amerikanischen Regierung hätten sich als vollständig wirkungslos erwiesen. Falls der Völkerbund eine Oelsperre beschließen sollte, würden die amerikanischen Ausfuhrhändler wahrscheinlich die gesamten italienischen Oelbedürfnisse befriedigen können. In diesem Falle würde es zu neuen Reibungen und feindseligen Gefühlen kommen, was katastrophale Wirkungen nach allen Richtungen haben könnte. Die Regierungen der hauptsächlich betroffenen Staaten einschließlich Englands müßten sich daher ihre Entscheidung in der Oelfrage genau üoerlegen. Es stehe erheblich mehr au dem Spiele als lediglich die Bestrafung eines Angreifers. Die Staatsmänner müßten weiter sehen und sich daran erinnern, daß der Blutdruck Europas sehr hoch sei. mschaß. nnann IHenge. d.M. . Melubechhers um fonW s'r? ", rin TW M th-WÄ-r^ -- ! § Aiti« ,e v» et !’JeN tt. It »Z «t’K .^warten, die gegen * te auch freiend Mion von; an5l9 zu be. w , und"" ÄS ;chon linrne. ' W"9 e en. $ii räfte Ä-ipieli n. vo" L-n S’ü »1A * l>aS Gefahren für den Frieden. Der Zustand, in den die europäische Politik dadurch geraten ist, daß ihr System, Völkerbund verkoppelt mit einer unübersichtlichen Konstruktion von Bündnissen, bei der ersten großen Probe des italienisch-abessinischen Konflikts völlig versagte, legt den leitenden Staatsmännern eine Verantwortung auf, die nur allzu oft mit den schweren und verhängnisvollen Entschlüssen vom Sommer 1914 verglichen wird. Leider läßt sich jedoch nicht feststellen,' daß aus jenen grausamen Erfahrungen für den Gang der amtlichen Politik irgendwelche neuen und fruchtbaren Folgerungen gezogen würden, sondern, daß es fast überall nur die Opposition der ür die Politik nicht verantwortlichen, aber um so nachdenklicheren Leute ist, die vor den Gefahren der amtlich eingeschlagenen Wege warnen. Wenn man die wohl unbestreitbare Tatsache, daß alle Völker den Frieden wünschen, der ebenso unbestreitbaren entgegenstellt, daß die Diplomatie Europas immer näher an d i e Kriegsgefahr heranführt, so kann man einigen Zweifel haben, ob das System der repräsentativen Demokratie wirklich so friedlich ist, wie behauptet wird, und ob es die Völker wirklich davor schützt, gegen ihren Willen in Kriege verwickelt zu werden, die sie mit ihrem Blute zu führen haben. In den beiden Ländern, denen vor allen andern das künftige Schicksal Europas überantwortet ist, in Frankreich und England, stehen gegenwärtig Fragen 3ur Entscheidung, die geradezu Schulbeispiele dieser prinzipiellen Anerkennung sind. In Frankreich verhandelt das Parlament unter angespanntester Aufmerksamkeit der Oeffentlichkeit die Ratifikation des Bündnisses mit der Sowjetrepublik. Es ist überflüssig, die Begründungen zu wiederholen, mit denen die französische Diplomatie diesen Vertrag als Friedensinstrument zu frisieren sucht, überflüssig auch, auf die Einwendungen zurückzukommen, die vom Standpunkt anderer geltender Verträge, des Völkerbundes und des Locarnopaktes, dagegen erhoben werden. Es genügt, festzustellen, daß ein großer Teil des französischen Volkes selbst über alle Verdunkelungen und Finessen der Diplomatie das Helle Bewußtsein hat von den Gefahren, die aus dem Bündnis dem europäischen Frieden und der inneren Ruhe Frankreichs selbst erwachsen können. Dennoch wird die zwangsläufige Mechanik der Diplomatie, die der längst tote Barthou einst in Bewegung setzte, den Sieg davontragen über die bessere Einsicht und die richtigeren Instinkte des Volkes, und der verhängnisvolle Vertrag wird „die Billigung des französischen Volkes" erhalten, obwohl er eine Entwicklung der europäischen Politik einleitet und bekräftigt, der eben dasselbe französische Volk im innersten widerstrebt. Daß hier etwas nicht stimmt, wird auch der begeistertste Anhänger der Demokratie nicht leugnen können, auch wenn er es aus der Geschichte nicht wüßte, daß die beliebte Gleichsetzung bestimmter innerer Regierungssysteme mit Krieg und Frieden unrichtig ist. In gleichen Widersprächen zu der öffentlichen Meinung scheint sich in neuerer Zeit die amtliche englische Politik zu bewegen, obwohl sie noch von ihrem alten Ruhme zehrt, daß sie das vollendetste Zusammenspiel verantwortlicher Führung mit den im Volke lebendigen gesunden und einfachen Instinkten darstellt. Noch im Sommer des letzten Jahres hat der damalige Außenminister Hoare in Genf voll Stolz auf diese sichere Fundamentierung der englischen Politik verwiesen, um bald darauf persönlich die Erfahrung zu machen, daß auch dieser feine englische Mechanismus einigermaßen in Verwirrung geraten ist. Am deutlichsten aber zeigte sich die Lockerung zwischen der „Meinung des „Mannes auf der Straße" und der politischen Führung, seit England durch seine verantwortlichen Staatsmänner immer deutlicher und dichter an die europäische Koalitionspolitik im französischen Sinne herangeführt wird und offenbar im Begriffe steht, sie durch Bindungen mit Sowjetrußland auch seinerseits zu unterstützen. Es ist zwar nicht zu verkennen, daß die Gedankengänge dieser englischen Politik sich von den französischen erheblich unterscheiden, denn nach wie vor werden die gegen Deutschland gerichteten Tendenzen der Koalitionspolitik in England bestritten und abgelehnt. Aber es fehlt doch nicht an Leuten, die die klare Einsicht besitzen und aussprechen, daß Koalitionen dieser Art schon durch ihr Bestehen den Frieden gefährden, ganz abgesehen von dem begründeten Verdacht, daß der Sowjetpartner zum mindesten sie nicht als Friedensinstrumente betrachtet und benützen wird. Ein so angesehener Politiker, wie das Oberhausmitglied Lord Lo - t h i a n hat soeben in einer Zuschrift an die „Times" seine Bedenken gegen diesen Kurs der englischen Politik ausgesprochen, die sicherlich von vielen Engländern geteilt werden, während sich die Regierung bemüht, das billige Argument der — öffentliche Meinung zu tragen! Es besteht leider wenig Aussicht, daß die Einsichtigen, die in der „wirtschaftlichen E r - stickung" dreier großer Völker. Deutschlands, Italiens und Japans, den inneren Grund des politischen Krisenzustandes sehen und die Ansetzung einer neuen internationalen Politik an d i e- s e r kranken Stelle empfehlen, sich gegen Diejenigen durchsetzen werden, die in Der gewaltsamen Niederhaltung Der „proletarischen Völker", sei es Durch Den Völkerbund und Sanktionen, sei es durch Bildung übermächtiger Koalitionen der „besitzenden Völker", Den richtigen Weg in Die Zukunft gefunDen zu haben glauben. Auch sie behaupten, im Namen Des FrieDens zu hanDeln. Daß sie es aber finD, Die Den Kriegsgei st züchten lehrt nicht nur Die Erfahrung Der Geschichte und Der Vergangenheit, fonDern auch Die Gegenwart, Die Italien gezwungen hat. Den gefährlichen Versuch zu machen, seine gu engen und ärmlichen Kleider abzuwerfen; lehrt Japan, das sich seine Märkte und Rohstoffgebiete mit dem Schwert erobert. Wer diese Entwicklung durch Koalitionen verhindern will, will auch Den Krieg. Weil die Völker dies wissen, obwohl ihre Regierenden nur von ' Frieden und Sicherheit reden, liegt über Europa und der Welt die unheimliche Spannung, die in ' jedem Raum zwischen Wahrheit und Unwahrheit, 1 zwischen Grund und Vorwand entsteht. O. M. 19 3 5 beschränkten. 3. Wenn eine solche Sperre nur von den Mitgliedern der Sanktionskonferenz allein angewandt würde, so könnte ihre einzige Wirkung die Erschwerung und Verteuerung der italienischen Petroleumversorgung sein. 4. Angesichts der Möglichkeit, in gewissem Maße Ersatz st off für Benzin zu verwenden, würde eine Ausfuhrsperre für Oel und seine Nebenerzeugnisse verstärkt, wenn gleichzeitig Jndustrie- alkohol und Benzol einbezogen würden. 5. Die Wirksamkeit einer von den Mitgliedern der Sanktionskonferenz auf den Oeltrans- port nach Italien gelegten Sperre unterliegt )enfelben Beschränkungen wie eine Ausfuhrsperre. Würde nur von diesen Staaten die Verwendung von Tankschiffen für Den Petroleumtransport nach Italien verboten, so wäre Italien in Der Lage, seinen Bedarf zu 50 v. H. zu decken, in- dem es auf seine Flotte und für den Rest auf Die Schiffe anDerer Staaten zurückgreifen würde. Seine Versorgung würde sich jedoch schwieriger und kostspieliger gestalten. 6. Sollte eine Beförderungssperre beschlossen werden, so wäre es am zweckmäßigsten, den Tankschiffen den Zugang nach Italien zu verbieten und außerdem den Verkauf von Tankschiffen an Staaten, die die Sperre nicht durchführen, zu verbieten. werden. Zunächst verlangte das Gesetz den Namens- aufruf der drei Angeklagten. Nachdem der Präsident auf die drei Namen keine Antwort bekommen hatte, begab sich ein Gerichtsdiener auch vor das Gerichtsgebäude, um, dem Gesetz entsprechend, die drei abwesenden Angeklagten aufzurufen. Nachdem < dem Gesetz Genüge geschehen war, wurden die drei : Angeklagten in Abwesenheit zum Tode 1 verurteilt. Damit war der Prozeß beendet. Reichsminister Or. Frank in Warschau. Warschau, 12. Febr. (DNB.) Reichsminister Dr. Frank wurde in Warschau vom polnischen \ Außenminister Beck empfangen. Der Reichsminister 1 besuchte auch Iustizminister M i ch a l o w s k i, Kultusminister S w i e t o s l a w s k i, den Präsidenten des Derwaltungsgerichts, H e l o z y n s k i und den Präsidenten des Obersten Gerichtshofes, Sie - radzki. Der Vorsitzende des Ausschusses für zwischenstaatliche geistige Zusammenarbeit, Professor Lutostanski, gab zu Ehren des deutschen Gastes ein Essen, an dem der Kultusminister und der Justizminister sowie fast alle Profeisoren der Universität Warschau teilnahmen. Nachmittags hielt Reichsminister Dr. Frank dann einen Vortrag vor Den Gästen des Ausschusses für zwischenstaatliche geistige Zusammenarbeit. Sein Vortrag war ein Bekenntnis zur Kulturmission Des Rechts und zugleich eine Darstellung Der deutschen Rechtserneuerung und der deutschen Rechtsprobleme. Die Friedensmission des Rechtes als eines völkerverbindenden Kulturfaktors fand ihre feftumriffene Formulierung in den Worten: „Frieden vor Krieg, Recht vor Gewalt". Zum Schluß stellte der Minister die rechts- und staatsschöpferischen Persönlichkeiten Adolf Hit» I € r 5 und Pilsudskis einander gegenüber, die beide der historischen Entwicklung ihrer Völker ihren Stempel aufgedrückt hätten. Er wies auf den Umstand hin, daß es nur einmal zwei einander gleichartige Kulturrepräsentanten aus dem deutschen und Dem polnischen Volkstum gegeben habe, nämlich die Musikgewaltigen Chopin und Beethoven, die, so schloß Dr. Frank seine RAe, ..beide in. einer friedlicheren Welt gewirkt haben, die vielleicht die wahre Welt ist". Der Vortrag fand den ungeteilten Beifall seiner gesamten Zuhörerschaft. Ein frisches Soldatenwort. London, 13. Febr. (DNB. Funkspruch.) Der englische General Sir Ian Hamilton wendet 'ich in der „Times" gegen den Bischof von Durham, der mit anderen zusammen dafür Stimmung machen wollte, daß die Einladung (zur 5 5 0. Gründungsfeier der Universität Heidelberg von Den englischen Universitätskreisen nicht angenommen wirD. General Hamilton schreibt: „Ich möchte als alter SolDat !i>er Hoffnung Ausdruck geben, daß Die wackeren Vertreter unserer Universitäten Dem Briese Des Bischofs von Durham und Norman Beatwichs «icht die geringste Beachtung schenken. Lor kurzem, als es bekannt wurde, daß ich einige deutsche F r o n t o f f i z i e r e zu Gast fjaben werde, erhielt ich Briefe, die in dem selben G e i ft e wie Die Zuschrift Des Bischofs gehalten waren. Man verlangte von mir. Daß ich bei dieser Gelegenheit meinen Gästen wegen ihrem " „brutalen und unnatürlichen Benehmen" Vorhaltungen machen solle. Die Briefschreiber erkannten oder verstanden nicht, daß meine Gäste mich hann wegen der Elendsviertel von Glasgow oder her Trostlosigkeit von Durham tadeln würden. Vermutlich würde ein Deutscher mit einer Wurst auf mich losprügeln. Im würde ihm einen schottischen Fleischpudding an Den Kopf werfen, und dann Dören beide Länder in Krieg oder zum mindesten einen Schritt näher Daran. Hochachtungsvoll Jan Hamilton." England steht zum Locarnovertrag. London, 12. Febr. (DRB.) Der liberale Ab- geordnete Wander fragte den Außenminister im Unterhaus, ob er eine Versicherung abgeben wolle, daß die Bestimmungen des Locarno- Vertrages, die England verpflichteten, im Kalle eines offenen Bruches des Artikels 42 oder 43 Entmilitarisierte Zone) sofort Frankreich oder Deutschland zu Hilfe zu eilen, irufs strikteste beobachtet würden, solange der Ver- irog in Wirksamkeit bleibt und nicht durch allge- nnetne Zustimmung der vertragsschließenden par- leien aufgegeben wird. Außenminister Eden erwiderte: „Die Verpflichtungen der britischen Regierung sind im Vertrag von Locarno selbst im ikinzelnen niedergelegt. Die britische Regierung 15ebf zu diesen Verpflichtungen und be- cbsichtigt sie getreu zu erfüllen, falls die Notwendigkeit sich hierzu ergibt". England und das Kolonialproblem. London, 12. Febr. (DNB.) Der konservative Abgeordnete Brigadegeneral Sir Henry C r o f t p erlangte im Unterhaus von dem Kolonialminister aus verurteilt tyrt roerben folb kblaß und sehr/- freie Kroa- elitW' Die tut Gewalt fort» unb rief einige n jugosiawifchen 5 lebe Das freie n Gerichtsdienern, Verurteilten ab* ne neue Sit« ohne Beisein oer Drei Angeklagten, nit sowie der esenhck verurteilt Hämit^dem *wbr Neufassung des Gesetzes über die Geheime Staatspolizei. Berlin, 12. Febr. (DNB.) In Der preußischen Gesetzsammlung vom 12. Februar 1936 wird ein Gesetz über Die Geheime Staatspolizei und eine hierzu erlassene Ausführungsverordnung veröffentlicht. Die Bedeutung dieser Vorschriften liegt zunächst darin, daß in ihnen die Bestimmungen über den Aufbau und Die Tätigkeit Der Geheimen Staatspolizei in Preußen zusammengefaßt und neu formuliert worden sind. Der Jn- stanzenzug der Geheimen Staatspolizei wird klar feftgelegt. Gegenüber der Iustiz wird die von der Geheimen Staatspolizei schon heute em« gehaltene Grenze von neuem verankert, indem bestimmt wird, daß die Zuständigkeitder Organe der ordentlichen Rechtspflege unberührt bleibt. Zur allgemeinen Verwaltung wird eine nähere Verbindung mit der Geheimen Staatspolizei hergestellt, die im übrigen als selbständiger Zweig Der inneren Verwaltung bestehen bleibt. Die Oder- und Regierungspräsidenten sind an die Weisungen des Geheimen Staatspolizeiamtes gebunden. Sie werden aber andererseits über die staatspolizeilichen Vorgänge in ihren Amtsbezirken laufend unterrichtet und können den ihnen unterstellten Behörden der Geheimen Staatspolizei Weisungen geben. Mit dieser Regelung wird sichergestellt, daß die Schlagkraft der Geheimen Staatspolizei unversehrt bleibt, und Daß eine sachdienliche enge Zusammenarbeit Garmisch-Partenkirchen, 12. Febr. (DNB.) Nach sternenklarer Nacht setzten am Mittwochmorgen bei geringer Temperatursteigerung wieder leichte Schneefälle ein. Beim Beginn Der EntscheiDungen auf Der Bobbahn, Die schon auf 8 Uhr morgens angesetzt waren, kam aber Die Sonne schon wieder heraus. Sonderzüge brachten schon in aller Frühe zahlreiche Olympiagäste, Darunter viele KDF.-Fahrer, Die in Der Nähe von Garmisch-Partenkirchen ihren Urlaub verbringen. Viele von ihnen hatten erst um 23.30 Uhr Das Eisstadion verlassen. Ihnen blieben höchstens 4 StunDen Schlaf, Dazu tarnen viermal bis zu 120 Kilometer Bahnfahrt, alles innerhalb weniger StunDen. Ihre Sportbegeisterung wird aber durch herrliche Kämpfe in allen Wintersportarten belohnt, die unter dem Einsatz vollendeten Könnens und eines unerhörten Siegeswillens durchgeführt werden. Die erste Entscheidung fiel im Viererbobrennen. Hier wurden die beiden letzten Läufe ausgetragen, die wiederum klare Siege Des Schweizer Bob ergaben. Die Eidgenossen holten sich Mit ihrem Bob II die Goldene, mit dem Bob I die Silberne Medaille; England fuhr die drittbeste Zeit. Die deutschen Hoffnungen wurden nicht erfüllt. Der einzige noch im Rennen verbliebene Bob Deutschland I (Kilian) konnte nur den 7. Platz belegen. Als zweite Entscheidung wurde der 18- Kilometer-Langlauf ausgetragen, den die Vertreter Skandinaviens unter sich ausmachten. Sieger wurde der Schwede Erik Larsson vor dem Norweger Oddbjörn Hagen, der damit zugleich erster Kombinationsläufer wurde. Den dritten Platz belegte der Finne Pekka Niemi, als Vierter kam wiederum ein Schwede und an fünfter und sechster Stelle ein Norweger ein. Von Den Deutschen schnitt Motz am besten ab. Der Den 18. Platz belegte. Auf Dem Rießer See, Der Durch seine herrliche Sage alltäglich Die Olympiabesucher aujs neue entzückt, fiel Die Dritte Entscheidung. 35 Eisschnellläufer aus 16 Nationen traten zum zweiten Lauf des Eislaufwettbewerbes an. Erster Doppelsieger Der IV. Olympischen Winterspiele wurde der 32jährige Weltmeister Ivar Ballangrud -Norwegen, der in neuer olympischer Rekordzeit über 5000 Meter mit 8:19.6 Min. alle Mitbewerber hinter sich ließ. Die nächstbesten Zeiten liefen die Finnen Vase - n i u s und 0 j a l a, und damit blieben in diesem Wettbewerb auch Die Nordländer unter sich. Don Den Deutschen Teilnehmern enDete Sarnes auf Den 13. Platz; er hatte Den HollänDer Koops zum Partner und tief in totem Rennen mit 8:48.5 Min. Genf, 12. Febr. (DNB.) Die Sachverständigen für die Prüfung Der Durchführbarkeit einer Oel» sperre gegen Italien haben ihre Arbeiten mit Der Annahme eines Berichtes beendet. Der zu folgenden Er gebniss en kommt: 1. Eine Sperre konnte, wenn sie allgemein durchgeführt würde, nach 3 bis 3V2 Monaten ihre volle Wirkung erzielen. 2. Wenn eine Sperre von allen in Der Sank- :^er .bezahlt । Sowjetunion Ante, und irklich darstelle, E jetzige und "bekannten zu e Beziehungen rounoeten und 'bündeten rück- chkeit habe den ich'französjschen und ableh. rhe auch heute zwar ebenso in Ichen Verbünde, n Äntereffen. uns, daß nur lern verwunde» die Abneigung imaurerei gegen ten Staaten sodaß Frankreich len Verbündeten die französische unüberlegt Hei. en Elemente in iauben würden, chtlosen und ris- Das Kommando der Kwantun-Armee meldet einen ' neuen schweren Zusammenstoß zwischen einer japanisch-mandschurischen Abteilung und einer etwa 200 Mann starken mongolischen Truppe westlich des Zuir-Sees, wo die mongolische Abteilung die Grenznation Olanhotok besetzt habe. Den japanisch-man- i schurischen Truppen gelang es, den Grenzort wie- er zurückzuerobern. Die Mongolen sollen tei den Kümpfen zwei Bombenflugzeuge .iingesetzt haben. Die Japaner melden, daß sie mehrere Geschütze, Maschinengewehre und Gewehre teilweise sowjetrussischer Herkunft erbeutet haben. Nachdem bereits der Abbruch Der Verhandlungen des Außenministers von Mondschukuo mit Dem Generalkonsul Der Sowjet- inion starke Erbitterung hervorgerufen hat, hat Die ^oge im Grenzgebiet Durch Den neuen Zwischenfall o X-28 914D seifix bohnert wunderbar, glänzend-leicht u.spieqelklar TurnvereiiUM6 921 D Beginn: 8.01 Uhr 2 Tanzkapellen Vorverkaufsstellen aus den Plakaten ersichtlich. Seltersweg 17 129A 922D Dein täglicher Kaffee: KAISER’S KAFFEE Am 9. Februar abends gegen 11 Uhr verschied meine liebe Frau Elisabeth Schöne,geb. Gunkel Gießen (Sonnenstr.il), den 13. Febr. 1936. Die Beerdigung findet Freitag, 14.Februar. 14 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Gießen, den 12. Februar 1936. Hessisches Forstamt Schiffenberg. Nicolaus. Anmeldungen für alle Klassen des Schuljahres 1936/37 Montag, den 17. Februar 1936, und Dienstag, den 18. Februar 1936, von 11'/, bis 12‘A? und von 16 bis 17 Uhr im Direktorzimmer. Vorzulegen sind Abgangszeugnis, Geburts- und Impfschein. Aufnabmevrüfungen für Serta Montag, den 9. März, für alle anderen Klassen, soweit erforderlich, Dienstag, den 10., und Mittwoch, den 11. März, jeweils um 8 Uhr. sofort zu verkauf. Birklar «200 Lrcher Straße 4. Direktion der Oberrealschule. Hüthwohl. staöttQeoiei Meßen 83iD Freit., 14.Febr., 20-22.15 Uhr, IB.Freit.-Abonn. Vr 0.40-2.50 Neuaufführung! gilbe il 4 PS. Lnnsviel v. Kurt "lellnick. Sviell. Wolfgang Kühne alle lästig.Haare, ' Leberflecken, Pickel, Sommer- spross, usw. entf. u. Gar. f. Immer Frau B. Gulden SvrechshFreitag Gießen, Alicen- Straße 40 p. 9 — 7 Uhrdnrehqchend. Vereine Die Heilsarmee Freitag,14.Febr. abends 8V< Uhr, spricht der Leiter der Heilsarmee für Deutschland, Oberst ötanfuroeir, Berlin, im Saal derStadtmission, Loberstraße, oes? Jedermann herzl. willkommen 1 Eintritt frei! Konfirmandenanzüge extra angefertigt RM. 23.- 36.- 42. 48.- Jetzt bestellen bei KÖHLER. Gießen Tnrner-MasMall in sämtlichen Räumen der Turnhalle & Otten und zum Bauen zu pachten gei. B b e r in a n n Schrift!. Ang. u. 0658 a.d.G.Anz. ■■■■■■■»■■■■■I GIESSEN Samwtag, den 15. Februar 1936: Großer Manhläcco von3bis20 v-erha,tens,ebelwieder- IldLIllduuU holten Veröffentlichungen einer Anzeigei Hlöül.äiminet mit Schreibtisch sofort gesucht. Schr.Angeb.unt. 0662 an o. Gieß. Anzeiger erbet. II. Donnerstag, den 20. d. IN., 10 Uhr, in der Wirtschaft des Georg Sommer VI. zu Watzenborn aus den Forstorten Klosterwiese 44, 45, Buchenberg 57, 58, 59 und Tempel 12 und 13 der Försterei Baumgarten: Reisstangen Fichte Stück: 191 IV. Kl., 80 V.Kl., 30 VI. Kl., 70 VII. Kl., 50 VIII. M; Scheiter rm: 14 Eiche (darunter 7 2,5 m lange Gartenpfosten), 34 Kiefer I. und 5 II. Kl., 48 Fichte II. Kl.: knüp- pel rm: 10 Buche, 19 Eiche (darunter 8 2,5 m lang), 14 Aspe, 3 Kiefer, 16 Fichte; Knüppelreisig rm: 24 Eiche, 25 Kiefer, 19 Fichte (3 m lang), 1 Esche; Stammreisig Dellen: 260 Buche, 340 Eiche. Die blau unterstrichenen Nummern kommen nicht zur Versteigerung. Vorherige Besichtigung des Holzes wird empfohlen. Personen, die aus dem Jahre 1934 und früher mit Domanialgefällen im Rückstand sind, werden vom Mitbieten ausgeschlossen. Holzversteigerungen I. Dienstag, den 18. d. M., 9 Uhr, im Gasthaus „Zur Krone" in Leihgestern aus den Forstorten Schinderskopf 16, 21, 22, Töpferkaute 15, Rehhecke 18, 19, 51, 66, 71 und Altgehegt 50 und 64 der Försterei Leihgestern: Scheiter rm: Buche 7 I. und 4 II. Kl., Eiche 40 I. und 2 II. Kl., Ahorn-Aspe 1, Kiefer 35 I. und 2 II Kl. Weyrn.-Kieser 2, Lärche 3 II. Kl., Fichte 32 I. und 5 II. Kl.; Knüppel rm: Buche 3 I. und 3 II. Kl., Eiche 2 I. und 5 II. Kl., Kiefer 8, Fichte 13; Knüppelreisig rm: Kiefer 43, Fichte 8; Stammreisig Dellen: Buche 100, Eiche 330, Fichte 20 und 65 rm; 2lstreisig Wellen: Buche 220, Eiche 280, Fichte 160, nicht aufgearbeitetes Reisig: Kiefer 600 Wellen, tax., Fichte 600 Wellen, tax.; Stöcke rm: 7 Buche, 10 Eiche. [steüengesüche] Suche z. 1. März Stelle als sriv Hausmädchen Näheres durch d. Geschäftsstelle d. Gießen. Anzeig. Werbe-Drucksachen bei Brühl, Schulstr.7 Oberrealschule Grünberg (Knaben und Mädchen.) Kinderwagen zu verkauf. 0666 Tbomasstr. 32. Verschiedenes] Tanzen lehrt in Einzel- stund. u. Kursen Tanzschule Bäulke Wolfstraße 31 Ruf 3835 «Sv Verkäufe Kutscher- Livreen teils neu, teils gebraucht, abzugeben. 919D Gbr. Jndertyal Diezstratze 14. Uiinm.Mii. mitZubebörgeg. gleich große von 2 erwachsenen Personen zll tauschen oder zu mieten gesucht. Stadtmitte bevorzugt. Schrift. Angeb.unt.916D an den Gieß.Anz. 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Da Belgien II anschließend 1:20,68 fuhr — Kilian hatte 1:21,20 benötigt — waren sowohl der fünfte als auch noch der sechste Platz verloren gegangen. Mit Spannung erwartet man die Fahrt von Schweiz I. Schon im Labyrinth war der Schlitten des Schweizers sehr schnell. In umheimlichem Tempo durchraste „Schweiz I" die Bayernkurve. Tollkühn schnitt Capadrutt die Kurven. Das Ergebnis der verwegenen Fahrt war der neue Bahnrekord. Die Ame- ikaner holten mit 1:18,84 Minuten die bis dahin chnellste Zeit heraus und kamen dadurch auf den lierten Platz, dicht hinter England, das die Bronce- Medaille indessen sicher hatte. Bei dem Pflichtlaufen der Frauen im Eisstadion sah man unter den aufmerksamen Zuschauern auch Ministerpräsident General der Flieger Hermann Göring und seine Gattin. — (Scherl-M.) liehe Spiele HandballergebniffeimKreisLahn-Dill. Eine Entscheidung über die Frage der Meister- schäft in der 1. Kreisklasse dürfte mit dem Siege, den Niedergirmes am Sonntag über Dorlar errang, entschieden sein. Auch in der Bezirksklasse ist eine gewisse Klärung eingetreten. Durch die Niederlage von Lützellinden ist Wetzlar zur Zeit Tabellenführer. Ob dieser Stand aber lange gehalten werden wird, ist bei der Gleichwertigkeit der Mannschaften ziemlich ausgeschlossen. Tv. Marburg — T v. Lützellinden 13:6. Dieses Ergebnis läßt aufhorchen. Marburg ist es als einziger Mannschaft gelungen, die beiden Tabellen» bei eine Zell 7on U18 61 Mim Daß er mit dieser Capadrutt muhte schon eine sehr gute Zeit heraus- schneidigen Fahrt seinem Land gleichzeitig die holen, wenn er den zweiten Platz und bannt bte SÄiU£ enh9Ü,,i9 WrMtC' ™Qr ber «S in perhaltung, ihren großen und sauber angelegten, flüssig gelaufenen Figuren, die sie immer wieder ausgezeichnet deckte, konnte die Norwegerin ihren geringen Borsprung behaupten, der ihr den ersten Platz in der Wertung nach den Pflichtübungen einbrachte. Cecilia Colledge war der Norwegerin wesentlich näher gerückt, als es bei den Europameisterschaften im Berliner Sportpalast der Fall gewesen war. Etwas zurückgefallen ist die Schwedin Bivi-Anne Hulten, die nicht so sicher lief wie am Tage vorher. Daher konnte sich auch die Belgierin Liselotte Landbeck auf den dritten Platz vorschieben. Auch die Amerikanerin Maribel B i n - s o n verbesserte ihre Position. Einen ausgezeichneten Eindruck hinterließ die deutsche Meisterin Viktoria L i n d p a i n t n e r, die sich in einem so hervorragenden Klasse-Feld in der vorderen Gruppe behaupten konnte. Das Ergebnis des Pflichtlaufens: 1. Sonja Henie (Norwegen) 251,6; 2. Cecilia Colledge (England) 248,; 3. Liselotte Landbeck (Belgien) 235; 4. Vivi-Anne Hultän (Schweden) 234; 5. G. Butler (England) 232,1; 6. Maribel Vinson (USA.) 231,8; 7. Viktoria Lindpaintner (Deutschland) 230,3; 8. Hedi Stenuf (Oesterreich) 224,5 P. Zweite Goldmedaille für Vallangrud. 5000 Meter-EisschneNaufen in neuer olympischer Rekordzeit. Im Beisein von über 3000 Zuschauern wurden am Mittwochvormittag auf dem Rießer See die olympischen Eisschnellauf-Wettbewerbe mit dem 5000-Meter-Lauf fortgesetzt. Es herrschte nicht so eine grimmige Kälte wie am Tage zuvor, doch waren die Eisverhältnisse auch diesmal wieder ganz hervorragend. Die 5000 Meter brachten dem Norweger Ivar Ballangrud einen neuen großartigen Triumph. Der Norweger legte die Strecke in glänzendem Stile zurück und erzielte mit 8:19,6 Minuten einen neuen Olympia-Nekord, obwohl er in Mitt (Estland) nur einen Gegner von mittelmäßiger Klasse hatte. Mitt kam auf 9:00,4 Min. und endete so weit abgeschlagen. Die beiden nächsten Plätze belegten die Finnen Birger V a s e - nius und Antero Ojala, während auf dem vierten Rang der Oesterreicher Max Stiepl einkam. Von den beiden Deutschen konnte sich nur Heinz S a m e s placieren, da Willi S a n d t n e r in seinem Lauf gegen Blomquist (Finnland), der im Gesamtergebnis den 6. Platz belegte, stürzte und aufgab. Heinz S a m e s startete gegen Koops (Holland) und lief in 8:48,5 Min. ein totes Rennen gegen seinen Gegner. Im Gesamtergebnis erscheint der Deutsche mit dem Holländer zusammen auf dem 13. Rang. Koops und Sames hatten den siebenten Lauf zu absolvieren. Der Holländer sicherte sich kurz nach dem Start einen zehn Meter betragenden Vorsprung und hielt diesen bis zur letzten Runde bei. Im Endspurt drehte dann Sames mächtig auf und es gelang ihm auch, noch zu dem Holländer auf- zuiaufen und mit ihm zusammen über das Zielband zu flitzen. Großes Pech hatte der deutsche Meister Willi S a n d t n e r (München), der im 10. Lauf in Blomquist (Finnland) auf einen Gegner von allererster Klasse traf. Sandtner und Blomquist lieferten sich bis zur fünften Runde einen erbitterten Kampf. Der Deutsche nötigte dem Finnen das ganze Können ab und es war noch lange nicht entschieden, wer von beiden als Erster über das Zielband gehen würde. Da tat unser Meister zu Beginn der sechsten Runde bei einem Vorstoß einen Sturz und mußte aufgeben. Blomquist aber erreichte in 8:36,6 Min. das Ziel und wurde im Gesamtergebnis Sechster. wurde zur Verstärkung ganz nach vorne genommen. Beide Mannschaften verlegten sich für die Folge auf Weitschüsse, schwierige Situationen vor den beiden Toren wurden seltener. Torlos wurden die Seiten gewechselt. Die Spannkraft der Mannschaften wurde noch einmal zusammengerissen, galt es doch, noch fünf Minuten auszuhalten und in dieser kurzen Zeit die Entscheidung herbeizuführen. Zweifellos hatten dabei die Engländer die besseren Torchancen. Nach 75 Minuten Spielzeit keine Entscheidung. Als die deutsche Mannschaft sich nach kurzer Pause zur letzten Verlängerung stellte, wurde sie herzlich begrüßt. Die beiden letzten fünf Minuten zeigten im großen und ganzen das gleiche Bild wie die vor- ausgegangenen Verlängerungen. Die Engländer gestalteten zunächst den Kampf klar überlegen, bis dann dann die Deutschen besser in Schwung kamen. Angriff auf Angriff rollte von da an gegen das englische Tor, aber ein Treffer, der den Sieg bedeutet hätte, kam nicht zustande. Die letzten Minuten brachten noch zwei Angriffe Deutschlands, dann mar dieser heroische Kampf zweier gleichwertiger Mannschaften ohne Entscheidung zu Ende gegangen. Deutschland—England wird nicht wiederholt. Die Punkte werden gefeilt. Das Komitee für die Austragung der Eishockey- Spiele bei den Olympischen Winterspielen hat entschieden, daß das Spiel Deutschland — England, das nach dreimaliger Verlängerung Unentschieden 1:1 endete, nicht noch einmal angesetzt wird, sondern beide Nationen sich in die Punkte teilen. Kanada — Ungarn 15:0 (3:0, 9:0, 3:0). Schweden — Tschechoslowakei 1:4 (1:0, 0:2, 0:2). Im ausgezeichnet besetzten Olympia-Eisstadion wurden die Eishockey-Zwischenrunden am Mittwochnachmittag mit je einer Begegnung der Gruppe I und II fortgesetzt. Im Spiel der Gruppe I brachte Kanada den Ungarn mit 15:0 (3:0, 9:0, 3:0) eine haushohe Niederlage bei. — Aus der Gruppe II standen sich anschließend Schweden urch die Tschechoslowakei gegenüber. Die Tschechoslowaken gewannen sicher mit 4:1 (0:1, 2:0, 2:0), nachdem die Schweden nach dem ersten Drittel noch mit 1:0 in Führung gelegen hatten. Amerika — Oesterreich 1:0 (0:0, 1:0, 0:0). Im Anschluß an den Kampf Deutschland — England trugen noch Amerika und Oesterreich ihren Zwischenrundenkampf der Gruppe I aus. Obwohl es schon bald auf Mitternacht ging, hielt der größte Teil der Zuschauer noch auf den Tribünen aus. Etwa 6000 Personen verfolgten den Kampf. Im ausverkauften Olympia-Eisstadion trafen am Mittwochabend die Eishockey-Mannschaften von Deutschland und England zum Zwischenrundenspiel der Gruppe I zusammen. Nach einem Kampf von unerhörter Spannung und Aufregung endet das Treffen 1:1. Dreimal mußte der Kampf verlängert werden. Die Drittel lauteten 0:0, 1:0 für England, 1:0 für Deutschland, in den Verlängerungen fiel kein Tor mehr. Das Eisstadion war bis zum letzten Platz gefüllt. In der deutschen Mannschaft fehlte Rudi Ball, der von seiner Verletzung noch nicht hergestellt ist. Der Kampf wurde im ersten Drittel sehr sportlich durchgeführt. Deutschlands Spieler zogen sofort mit wuchtigen und schnellen Angriffen vor das Tor der „Deutschland I" mit Kilian mußte diesmal als erster fahren. Seine Zeit war mit 1:24,09 Min. mäßig. Noch langsamer war Tschechei II, Amerika I mit 1:20,51 dann dafür aber um so schneller, lieber« Haupt gab es dann ausgezeichnete Fahrten. Belgien II kam in 1:22,50 ein, Frankreich und Oesterreich I waren langsamer, Schweiz I mit Capadrutt am Steuer fuhr aber wieder 1:20,75 Min. Mc. Evoy holte auf England in schneidiger Fahrt 1:20,74. Alle übertraf jedoch der an der Spitze liegende Bob Schweiz II mit Oblt. Musy, der in toller Fahrt in 1:19,60 durchkam und damit schon feinen Endsieg ziemlich sicher hatte. Belgien I, Italien I und Amerika II schlossen diesen Durchgang mit schnellen Fahrten ab. Der letzte Durchgang. Oesterreich II eröffnete diesen letzten Durchgang mit 1:26,24 Minuten. Mc. Evoy steuerte dann Bob „England" in der bisherigen Bestzeit von 1:19,11 Minuten über den Kurs, aber der ihm folgende Schweizer Musy war mit 1:19,02 Minuten noch schneller. Diese hervorragende Zeit sicherte dem schweizerischen Oberleutnant und Turnierreiter Pierre Musy mit Bouvier, Beerli und Gartmann als Besatzung den Olympia-Sieg und seinem Land die erste' Goldene Medaille ber IV. Winterspiele. Auch Belgien! war recht schnell. Mit Spannung erwartete man Kilians Bob. Kilian ging aufs Eishockey: Deutschland-England unentschieden Dramatischer Eishockey-Kampf. — Nach dreimaliger Verlängerung 1:1. bem immer noch um einiges besser als Friebl D ä u b e r, der Startmann unserer Staffel. Auch in der Kombinationswertung liegen die Skandinavier vorn, und zwar halten hier die Norweger mit Hagen, Hoffsbakken und Brodahl mit Die Olympischen Rennen im Viererbob, die am Mittwoch in Garmisch-Partenkirchen zu Ende geführt wurden, brachten einen großartigen Doppelerfolg ber Schweiz. Oberleutnant Musy siegte mit Bob „Schweiz II" in 5:19,85 Minuten Gesamtzeit für vier Fahrten vor seinem Landsmann Reto Capadrutt auf Bob „Schweiz I", der mit 5:22,73 Min. Gesamtzeit nicht viel langsamer war. Capadrutt hatte dafür die Genugtuung, in seiner letzten Fahrt, die zugleich die letzte des ganzen Wettbewerbes überhaupt war, mit 1:18,61 Min. den alten Bahnrekord des Deutschen Kilian von 1:18,70 Min. verbessern zu können. Die beiden amerikanischen Schlitten, die großen Favoriten des Wettbewerbes, endeten auf dem 4. und 6. Platz, zwischen sie schob sich „Belgien II" mit Houben am Steuer. „Deutschland I" mit Hanns Kilian wurde nur Siebenter. Die Entscheidungen Dritter Lauf. Am Mittwochvormittag wurden bei etwas milderer Temperatur als am Vortage die Vierer-Bob- rennen mit dem dritten Lauf fortgesetzt. Immerhin waren auf der Bobbahn noch 8 Grad Kälte. Nur noch 14 Schlitten stellten sich. „Deutschland II", „Italien II", „Tschechoslowakei I" und „Frankreich II" waren am Vortage ausgeschieden. Die Rennen nahmen einen äußerst spannenden Verlauf und brachten besonders in der Spitzengruppe ganz prächtige Fahrten. Ganz zum Schluß, in der letzten Fahrt des vierten Laufes, fiel sogar noch der Bahnrekord. Der Schweizer Capadrutt raste in unwahrscheinlichem Tempo durch die -vahn, schnitt die Kurven in Höchsttempo und erzielte da- E r i k L a r s s o n. Abstand vorläufig die ersten Plätze. Die „Nordische Kombination" wird also, wenn nicht alles trügt, auf den ersten Plätzen zu einer rein norwegischen Angelegenheit werden. Die Aussichten für die Mitteleuropäer, sich auf einen guten Platz vorzuschieben, sind bei der anerkannten Leistungsfähigkeit der Nordländer im Springen mehr als gering. Larffou-Schtvedeu Sieger im 18-Iin-Langlaus Die Deutschen im Hintertreffen. Im Skistadion versammelten sich am Mittwochvormittag 115 Aktive aus 22 Nationen im Olympischen Skistadion zum Start des 18-Kilometer- Ski-Langlaufes. Besser als im Skistadion war der Publikumsbesuch auf der Strecke selbst. Alle interessanten Stellen waren von Zuschauern dicht besetzt. Im Sistadion selbst ging es hoch her. Verständlich, wenn man bedenkt, daß allein schon 115 Läufer, die in V2-Minuten-Abständen auf die Strecke geschickt wurden, in ihrer verschiedenfarbigen Kleidung eine recht farbenfrohe Kolonne darstellten. Am frühen Morgen schon hatten sich die „Schneeprüfer", die „Wachsverantwortlichen" der einzelnen Mannschaften, an die Arbeit gemacht. Mit besonderer Sorgfalt gingen sie diesmal ans Werk. Die Strecke, die in großer Schleife bis Kaltenbrunn und zurück zum Skistadion führt, hält sich zumeist an den Nordhängen der Berge und ist damit gegen die Sonnen-Einwirkung tunlichst geschützt. Einer wirklich olympischen Prüfung bietet sie alle Voraussetzungen. Oie Skandinavier in Front. Die undankbare Aufgabe des Spurens war bei der Auslosung dem deutschen Kombinationssieger Willi Bogner, dem Sprecher des Olympischen Eides, zugefallen. Bogner lief trotzdem ein gutes Rennen, hielt sich sogar lange Zeit an der Spitze des Feldes. Das Wetter war am frühen Morgen nicht sonderlich einladend, für die Läufer aber ideal. Wie schon bei der Skistaffel, so zeitigte auch dieses Rennen die Überlegenheit der skandinavischen Läufer. Eine sehr große Spitzengruppe bestand unter Führung des Schweden Larsson, der damit die Goldmedaille für sein Land eroberte, ausschließlich aus Skandinaviern. Der fast zum Schluß als Nr. 92 gestartete Erik Larsson gewann nach hervorragendem Lauf in der glänzenden Zeit von 1:14:38 Stunden. Die Skandinavier belegten auch die nächsten Plätze; erst als Zehnter kam in dem Tschechen M i h a l e k der erste Mitteleuropäer. Wenn man Willi Bogner auch sein Pech in der Auslosung zugute halten muß, war er aber trotz- Sonja Henie vor Cecilia Colledge Das Pflichtlaufen der Frauen wurde am Mittwochvormittag mit den letzten vier Figuren fortgesetzt und bei nicht immer allzu günstigen Eis- und Wetterverhältnissen beendet. Das Eis war zeitweise wohl hart, aber auch etwas rissig. Ueberraschend gab Nana Egedius (Norwegen) nach der ersten Figur auf. Ihrem Beispiel folgte auch die Kanadierin Constance Samuel, so daß nur noch 24 Bewerberinnen vor den Schiedsrichtern ihre Figuren auf das Eis zeichneten. Mit großer Spannung sah man natürlich dem Zweikampf Sonja Henie — Cecilia Colledge entgegen. Dank ihrer prächtigen Kör- Beide Tore gerieten in den ersten Minuten des zweiten Spielabschnittes verschiedentlich in Bedrängnis. Ein Weitschuß von Wiedemann verfehlte das Ziel. Die Engländer setzten wiederholt ihre größere Schnelligkeit ein, ohne jedoch durch bi£ ausgezeichnete deutsche Verteidigung zu kommen. Dann war Jänecke durchgekommen, er schoß aber die Scheibe nur an den Pfosten. Die Deutschen hatten etwas mehr vom Spiel, bis bei einem schnellen Durchbruch der Engländer Davey den Führungstreffer erzielte. Dieses Tor der Engländer ermutigte die englische Mannschaft. Sie wurde sicherer und beherrschte das Spielfeld. 3. Drittel: Ausgleich für Deutschland. Taktisch richtig verlegten sich die Deutschen im letzten Drittel von der ersten Minute an auf den Angriff. Sie warfen alle Mann nach vorne, denn es galt, alles zu wagen. Sieben Minuten lang hielt der hervorragende englische Torwart F o st e r dem heftigen Anstürmen der Deutschen stand. Noch zwei Minuten vergingen bei diesem aufregenden Kampf, dann war es Schibukat, der in der 9. Minute nach einem gelungenen Durchbruch vor dem englischen Tor die Scheibe erwischte und zum Ausgleich einsandte. Auch weiterhin behielten die Deutschen das Heft in der Hand. Noch viele weitere aufregende Szenen hielten die Zuschauer in Bann, bis das Zeichen zur Beendigung der regulären Spielzeit gegeben wurde. Erste Verlängerung: keine Entscheidung? Die ersten fünf Minuten der ersten Verlängerung brachten einen ausgeglichenen Kampf. Auf beiden Seiten machten sich hier und da Ermüdungserscheinungen bemerkbar. Die Engländer kamen öfters gefährlich vors deutsche Tor, doch hier zeigte sich unsere Verteidigung allen Aufgaben gewachsen. Mit größter Erbitterung wurde der Kampf in den zweiten fünf Minuten der ersten Verlängerung wieder ausgenommen. Die Engländer setzten sich etwas besser durch; es entstanden vor dem deutschen Tor Situationen, die nur ein Torwart von der Klasse Eggingers meistern konnte. Zweite Verlängerung: Es fällt noch kein Tor. Die ersten fünf Minuten der zweiten Verlänge- runa brachten ein ähnliches Bild. Beide Mannschaften zeigten verstärkte Ermüdungserscheinungen. Immerhin hielten sich die Deutschen jetzt besser. Jänecke, der durchschlagskräftigste deutsche Spieler, - 4 - - führer zu schlagen. Lützellinden ließ sich zu Beginn überrumpeln, kam dann allerdings stark auf und konnte die zweite Halbzeit vollkommen ausgeglichen gestalten. Der Vorsprung konnte aber nicht mehr eingeholt werden. Mtv. Gießen — Tv. Münchholzhausen 9:4 (5:1). Tv. Niedergirmes — Tv. Dorlar 10:7 (6:1). Das Ergebnis gibt keinesfalls den Spielver» lauf wider. Dorlar hätte auf Grund der gezeigten Leistungen unbedingt gewinnen müssen. Der Sieg wäre auch zweifellos zustandegekommen, wenn nicht schon in der ersten Halbzeit der Tormann durch eine Verletzung hätte ausscheiden müssen. Durch diesen Sieg hat sich Niedergirmes an die Spitze der Tabelle gesetzt. Tv. Lang-Göns Jugend — T v. Gam - bach Jugend 11:16 (7:3). Lang-Göns hat einen sehr schönen Sieg über die verstärkt antretenden Gäste davongetragen. Sportverein 1920 Lollar. Lollar l — Kirchhain I 3:1. Am Sonntag trat die erste Elf auf eigenem Platze der Bezirksligaelf Kirchhain gegenüber. Sofort nach Anpfiff übernahm Kirchhain das Kommando. Aber schon nach einigen Minuten machte sich Lollar frei und begann das Spiel überlegen zu gestalten. Die Platzels war planvoller in ihrem Spiel. Bereits nach etwa zehn Minuten erzielte Lollar den Führungstreffer, um einige Zeit später ein zweites Tor folgen zu lassen. Kirchhain kam nur selten bis vor das Tor des Gastgebers. Kurz vor Halbzeit erzielte Lollar noch ein drittes Tor, das jedoch der Schiedsrichter übersehen hatte. Kurze Zeit hiernach wurde Gabriel etwas hart vom Balle gedrängt, der Schiedsrichter verhängte Elfmeter, jedoch die Platzbesitzer schenkten dem Gegner die Ausführung dieses Strafstoßes. Mit 2:0 ging es in die Halbzeit. Nach Halbzeit erzielte die Platzmannschaft, die auch jetzt wieder fast ständig des Gegners Tor belagerte, noch ein drittes Tor. Kirchhain holte durch Elfmeter ein Gegentor auf, während Lollar auf der anderen Seite auch einen zweiten Elfmeter dem Gegner schenkte. Gegen Schluß flaute das Spiel sehr ab. Die Entscheidungen des Schiedsrichters fanden nicht immer Zustimmung. Juhbatlklub 1926 Großen-Buseck. Großen-Buseck 1 — Daubringen I 5:3 (3:1). Die Einheimischen blieben im Gesellschaftsspiel gegen Daubringen dank ihrer besseren Leistungen sicherer Sieger, wenn sie auch nur ein 5:3-Ergeb- nis herausholen konnten. Von den Gästen hatte man sich etwas mehr versprochen. Gleich zu Beginn brachte der Mittelstürmer von Großen-Buseck eine 1:0-Führung. Die Einheimischen blieben wei- ter im Angriff und konnten bis zur Pause noch zweimal erfolgreich sein, während die Gäste in dieser Zeit durch zögerndes Eingreifen der Verteidigung ihr erstes Tor erzielten. Sofort nach Wiederbeginn brachte ein schönes Zusammenspiel zwischen Mittelstürmev und Halbrechtem den Einheimischen eine 4:1-Führung. Die Gäste gaben sich aber noch nicht geschlagen und konnten innerhalb kurzer Zeit auf 4:3 aufholen. Großen-Buseck war dann ständig Überlegen. Die Hintermannschaft der Gäste verteidigte aber gut und gab sich nur noch einmal geschlagen. Spielabteilung Tv. 1889 Klein-Linden. Die 1. Mannschaft des Turn-Vereins Klein-Linden traf in Watzenborn-Steinberg auf eine durck Spieler der Liga verstärkte 2. Mannschaft und mußte durch reichliches Mißgeschick eine 3:4-Nieder- lage hinnehmen. Das Spiel Klein-Linden 2. Jgd. gegen Spielvereinigung 1900 Gießen 2. Jgd. nahm einen sehr schönen Verlauf. Das Spiel endete 1:1. Die Kleinsten von Klein-Linden hielten sich gegen die 2. Schüler von Spielvereinigung 1900 anfangs recht tapfer, mußten aber die 2. Hälfte mit 10 Mann bestreiten und dadurch eine O:5-Niederlage hinnehmen. Fellingshausen — Gießen 1846 0:1. Beide Mannschaften trafen sich zum fälligen Derbandsspiel in Fellingshausen. Sofort nach an* stoß legten beide Mannschaften mächtig los. Jedoch die beiden sehr gut aufgelegten Hintermannschaften vereitelten jeden Erfolg. Die Gäste, die durch ihre körperliche Ueberlegenheit sich etwas besser durchsetzen konnten, konnten trotz größter Anstrengungen nichts Zählbares erringen. Nach Wiederanstoß kämpften beide Mannschaften erbittert weiter, denn Gießen mußte unter allen Umständen gewinnen. So wogte der harte aber faire Kampf hin und her, und man hatte sich schon mit einem unentschiedenen Ausgang abgefunden, als eine halbe Minute vor Schluß ein einheimischer Verteidiger ausrutscht, und es dem herbeieilenden Gießener Stürmer gelang, unter dem Jubel der Gäste den einzigen und siegbringenden Treffer zu erzielen. Jugend Iußbatt derSpielvgg. 1900. 1900 1. Jugend — Tuspo. Gladenbach 1:4. 1900 2. Schüler — Klein-Linden 5:0. Die erste Jugend mußte in Gladenbach eine empfindliche Niederlage einstecken. Die Gastgeber hat- ten einige aktive Spieler in ihren Reihen, gegen b;4 sich die körperlich schwächeren Blauweißen nicht durchsetzen konnten. Die Mannschaft zeigte schöne Komoinationszüge, jedoch blieb der Ball immer wieder im aufgeweichten Boden liegen. Sehr befriedigend schnitten die Kleinsten gegen die Schüler von Klein-Linden ab. Mit einem klaren 5:0°Sieg gaben sie den Gästen das Nachsehen. Fußball der Zugend in der Gruppe Gießen. Rückrunde der Schüler: 16.2.: VfB.-Reichsbahn I — Klein-Linden; Lollar — Alten-Buseck; Steinberg — Garbenteich. 23. 2.: 1900 — Lollar; Alten-Buseck — Steinberg; Klein-Linden — Garbenteich. 1.3.: Garbenteich — 1900; Lollar — VfB.-Reichs- bahn; Klein-Linden — Steinberg. 8.3.: VfB.-Reichsbahn — Alten-Buseck; Garbenteich — Lollar; Steinberg — 1900. 15.3.: Garbenteich — DfB.-ReuhSbahn; 1900 — Klein-Linden. 22.3.: VfB.-Reichsbahn — 1900; Steinberg — Lollar; Klein-Linden — Alten-Buseck. OderschinmeisterNey erzählt vonderWmtersahrt Als der mehrfache Heeresmeister auf Krafträdern mit Seitenwagen, Oberschirrmeister Frey, mit seinem Beifahrer Unteroffizier Studtrucker von Titisee, dem Zielpunkt der Winterfahrt (dem ersten größeren Wettbewerb des Motorsportjahres 1936) nach Gießen zurückkehrte, sah man es weniger den Fahrern als der Maschine an, daß die Winterfahrt eine beispielslose Strapaze gewesen sein mußte. Die 750 ccm-BMW.-Seitenwagenmaschine, die für diesen Wettbewerb die Nr. 149 trug, war über und über mit einer Erdkruste bedeckt und kaum mehr ein Teil der Maschine blinkte. Und wenn man den erfolgreichen Fahrer hört, dann findet man das noch bestätigt, was die Maschine vermuten läßt. Oberschirrmeister Frey errang in dieser harten Prüfung der Winterfahrt zwar keine goldene Medaille, wohl aber lag er an zweiter Stelle und brachte eine „Silberne" mit nach Hause. Da mit dieser Wintersahrt gleichzeitig die Titel der Heeresmeisterschaften für die verschiedenen Typen der Kraftfahrzeuge umkämpft wurden, galt Oberschirrmeister Frey, der den Titel auf seiner Seitenwagenmaschine schon viermal errang, auch diesmal als Favorit. Es gelang ihm, gegen stärkste Konkurrenz diesen Titel auch für das Jahr 1936 zu erringen. Daß ihm die goldene Medaille versagt blieb, war die Folge eines unglücklichen Umstandes. Interessant, von ihm Einzelheiten über den Verlauf der Fahrt zu hören! Der Start der Fahrt, die über drei Tages- etappen führte, lag in Bad Harzburg. Unter den vielen Fahrzeugen, die an diesem Wettbewerb teil» nahmen, waren etwa 60 Beiwagenmaschinen, einen großen Teil davon stellte dabei die Wehrmacht. Vor dem Start erhielt jeder Teilnehmer eine Kartenskizze, auf der die Strecke des ersten Tages festgelegt war. Diese Skizze war allerdings primitiv und wer glaubte, danach fahren zu können, wird böse Enttäuschungen erlebt haben. Frey wußte das und studierte auf der Generalstabskarte die Strecke nach, legte sich seine Fahrroute genau fest. Die Skizze selbst war eine Stunde vor dem Start ausgegeben worden, und drei Viertel dieser Zeit verwandte er in kluger Voraussicht auf das Streckenftudium! Aber selbst, trotz dieser Arbeit, die ihm einen eminenten Vorteil verschuf, blieben auch ihm Überraschungen nicht erspart. Straßen- bauarbeiten versperrten ihm den Weg wie vielen anderen auch, schlechte Straßen hemmten das Tempo und v. a. m. Aber trotzdem fuhr er bereits auf der ersten Etappe einen Durchschnitt von über 70 Kilometer. Allerdings: eine Reifenpanne warf ihn und feinen Kameraden schon auf dieser ersten Etappe erheblich zurück. Trotzdem erreichte er das Etappenziel Bayreuth noch rechtzeitig genug. Schnee und Regen, viel Matsch, aufgeweichte Straßen, viele hcttige Steigungen brachte die Fahrt durch den Harz über den Thüringer und den Frankenwald zur bayerischen Ostmark. Kälte und vereiste Straßen brachte die zweite Etappe am frühen Morgen des Donnerstag der vorigen Woche. Gegen Mittag wurde es dann besser. Aber in 5V2 Stunden mußte die Strecke von Bayreuth nach Heidelberg zurückgelegt werden. Wer das erreichen wollte, mußte lOOprozentig ein Kerl sein. Oberschirrmeister Frey schaffte es und lag seinen Konkurrenten weit voraus. Kontrollstellen hatte er genug angefahren und mancher Punkt wurde ihm gutgeschrie- ben. Schon brauchte ihm der Gesamtsieg nicht mehr fraglich zu erscheinen, und frohgemut gingen beide Fahrer am dritten Tag an den Start. In einer phantastisch raschen Fahrt strebten sie dem Schwarzwald zu, mieden aber die großen Höhen und blieben mehr in den Tälern westlich des Schwarzwaldes, da ihnen gesagt worden war, daß auf den Höhen viel Schnee lag. Aber 75 Kilometer vor dem Ziel traf die beiden Fahrer das Verhängnis. Mit dem letzten Rest des Benzins im Tank und im Vertrauen auf den mit= geführten Reservekanister erklommen sie noch einen stattlichen Berg zwischen Staufen und Badenweiler, und als sie oben ankamen, — war der Betriebsstoff zu Ende. Rasch fliegen beide ab, griffen nach dem Reservekanister-- Aber er war merkwürdig leicht! Verdutzt, ja entsetzt sahen sich Oberschirrmeister Frey und Unteroffizier Studtrucker an. Der Kanister hatte, wie sich bei genauem Zusehen herausstellte, einen winzigen Riß erlitten auf der harten Fahrt über Schlaglöcher und Steine, und alles Benzin war fort... Mit diesem Augenblick schienen alle Chancen auf Sieg zu schwimmen. 21ber: Gluck Im Unglück! Es ging ja nun abwärts! Da besannen sich die bewen Gießener Soldaten nicht lange. Durch tiefen Schnee, auf steiler Straße ging es nun, ohne Kraft, sondern nur dank der vier Zentner Gewicht der schine in einigermaßen rascher Fahrt abwärts. Aber ewig für das Gefühl der beiden Fahrer kam reine Tankstelle. Als sie aber endlich doch zu Betriebs stosf tarnen, war viel Zeit verloren... Und noch 70 Kilometer bis zum Ziel! Aber es wurde er- reicht und rechtzeitig erreicht! In 50 Minuten einer beispiellosen Fahrt auf einer Straße mit unend- lich vielen Kurven! Diese Leistung auf Biegen und Brechen brachte aber beiden Fahrern doch noch den zweiten Platz, die silberne Medaille und die Heeresmeisterschaft ein. . Am anderen Tag brachen die siegreichen Fahrer nach Gießen auf. In 4*/2 Stunden reiner Fahrzeit — also noch einmal eine gewaltige sportliche Leistung — fuhren sie von Titisee nach ©lefcen. Charakteristisch für Oberschirrmeister Freys Fahr- fünft ist es, daß er die ganze Fahrt ohne den ge- ringften Maschinenschaden — ganz abgesehen von Reifenpanne und leckem Kanister — hinter sich brachte. Für das nächste Mal sieht ihn die Mittelgebirgs- fahrt (Ende März) am Start. Wirtschaft. Rhein-Mainische Börse. RUttagsbörse freundlich. Frankfurt a.M., 12. Febr. Die Börse zeigte auch heute eine in sich feste Haltung, da die wenigen vorliegenden Aufträge der Kundschaft meist Kauf- orbers darstellten. Anderseits kam Angebot kaum heraus, auch die Kulisse scheint ihre Glattstellungen beendet zu haben, so daß am Aktienmarkt wieder leichte Befestigungen überwogen. Die Umsätze waren dabei aber denkbar klein. Die freundliche Haltung erhielt eine gute Stütze von dem Abschluß der Preußischen Staatsbank (Seehandlung). Vermehrtes Interesse erhielt sich am Montanmarkt, besonders für Vereinigte Stahlwerke zu 83,40 bis 83,65 (83), auch Mannesmann blieben gefragt mit 85,40 (84,65), ferner gewannen Buderus 1, Harpe- ner 0,65, Mansfelder 1 und Klöckner 0,40 v. H., Hoefch lagen mit 90,25 (90,40) knapp gehalten. Chemische Werte lagen still, Farbenindustrie mit 151,50 (151,13) mäßig höher, Deutsche Erdöl mit 111,65 behauptet. Von Elektrowerten erhöhten sich AEG. bei regerer Nachfrage auf 39,50 (39,13), Geffürel und RWE. lagen je 0,25 v. H. höher, dagegen Siemens 1 v. H. niedriger mit 175,75. Schuckert und Licht und Kraft blieben unverändert. Zellstoffaktien lagen etwas schwächer, besonders Aschaffenburger auf die Ungewißheit in der Dividendenfrage mit 89,50 (91,25), Waldhof und Feldmühle bröckelten je 0,25 v. H. ab. Schwächer lagen außerdem auf die weitere Schrumpfung der Warenhausumsätze Westdeutsche Kaufhof mit 31,50 (32,40). Sonst notierten AG. für Verkehr 107 (106,50), Metallgesellschaft 118,13 (118), Holzmann 98,40 (98), Rheinstahl 127,75 (128,25). Reichsbank, Muag, Junghans, Deutsche Linoleum und Kunstseide AKU. sowie Nordd. Lloyd lagen behauptet. Der Rentenmarkt lag gleichfalls außerordentlich still und kursmäßig unverändert, etwas höher Altbefitz mit 110,13 (110). Im freien Verkehr Zinsvergütungsscheine 93,20, Kommunal-Umschul- bung 87,10 und späte Schulbbücher 96,90. Im Verlaufe rückten Montanwerte bei etwas lebhafteren Umsätzen stärker hervor, Mannesmann 86 nach 85,40, Hoesch 91,40 nach 90,25, Klöckner 86,75 nach 86,40 unb Vereinigte Stahlwerke 84 nach 83,65. Außerbem fliegen Farbeninbustrie auf 152 nach 151,50, AEG. auf 39,75 nach 39,50, auch Westbeutsche Kaufhof mäßig höher mit 31,65 nach 31,50. Von später notierten Werten gewannen Accumulatoren 1,40 v. H. auf 175, Mainkraftwerke 1 v. H. auf 92 unb Moenus Maschinen 0,90 v. H. auf 83,90, anberseits gingen Scheibeanstalt auf 210,50 (211) unb Daimler Motoren auf 104 (104,75) zurück. Am Kassamarkt waren Zellstoff Memel unb Konserven Braun höher gesucht. An ben Rentenmärkten blieb es auch im Verlauf still. Von Kassarenten blieben Golbpfandbriefe, Kommunal-Obligationen und die meisten Stadtanleihen unverändert, 4,50 Hanau aber 90,50 (91), dagegen 4,50 Heidelberg 89,65 (89,25). Der Auslandrentenmarkt lag geschäftslos, Mexikaner etwas abbröckelnd. Tagesgeld wieder etwas gefragt und auf 2,25 (2) vom Hundert erhöht. Abendbörse fest. Die Abendbörse nahm für Spezialwerte einen festen Verlauf, im übrigen bewegte sich das Geschäft bei gegen den Berliner Schluß ziemlich unveränderten Kursen in sehr engen Grenzen. Lebhafter gefragt waren wieder Bergwerkspapiere, wie Ver. Stahlwerke mit 83,90—84 (83,75), Mannesmann mit 86,75—86,90 (86,40), Rheinstahl mit 114 bis 114,25 (113,90) unb Buberus Eisen mit 97,75—98 (97,75); Hoesch Eisen lagen mit 91,13 (90,90) gut behauptet. Eryöhtes Interesse erhielt sich außerbem für AEG. zu 40 (39,75), auch Daimler Motoren waren mit 104,75 beachtet. Etwas fester lagen ferner Holzmann mit 98,75 (98,25) unb Muag mit 82,25 (81,90), dagegen bröckelten Siemens auf 176 (176,65) und Lahmeyer auf 129 (129,40) ab. IG. Farben lagen mit 151,50 (151,40) gut behauptet, gegen den Frankfurter Schluß (151,75) aber schwächer. Am Rentenmarkt bestand anfangs Nachfrage, zum Schluß flaute bas Interesse aber merklich ab. Im freien Verkehr galten Zinsvergütung 93,20, Kommunal-Umschulbung 87,10—87,20, späte Schulbduchforberungen 97 unb späte Wiederaufbau 68. Von Auslandswerten notierten Schweiz. Bundesbahn-Obligationen etwas höher, 4proz. 186 (185,50), 3,5proz. 175 (174). U. a. notierten: Altbesitz 110,25, IG. Farben- Bonds 125,40, 5,5proz. Franks. Hyp. Liquid. 101,35, 4proz. SBB. 186, 3,5proz. SBB. 175, Adca 71,25, Commerzbank 93, DD.-Bank 91,50, Dresdner Bank 91,50, Buderus 97,75—98, Harpener 115, Mannesmann 86,75—86,90, Hoesch 91,13, Rheinstahl 114 bis 114,25, Verein. Stahlwerke 83,90—84, Aku 54, AEG. 40, Betula 140,25, Daimler 104,75, Licht & Kraft 136, Gebr. Fahr 128, IG. Farben 151,50, Holzmann 98,75, Lahmeyer 129, Muag 82,25, Moenus 84, Schuckert 133, Siemens 176, Stoll- werk 97, Schöfferhof 177,50, Reichsbahn-VA. E 123, Anatolier I 38,25. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 12. Febr. Gegen den Wochenanfang trat für Brotgetreide keine Veränderung ein. Dos Weizenangebot aus hiesiger Gegend kommt glatt unter, die zusätzliche Versorgung wird aus dem reichlichen mitteldeutschen Angebot vorgenommen. Roggen bleibt bei anhaltender Nachfrage knapp angeboten. In Gerste unb Hafer besteht kaum Hanbelstätigkeit. Die Mehlumsätze beschränken sich auf ben laufenden Bedarf. Futtermittel sind allgemein gefragt, aber nur Futtermehl und Brauereiabfälle werden genügend angeboten. Es notierten ((Betreibe je Tonne, alles übrige je 100 Kilo) in RM.: Weizen W13 209, W 16 212, W 19 216, W 20 218; Roggen R 12 172, R 15 175, R 18 179, R 19 181, Großhanbelspreife ber Mühlen ber genannten Preisgebiete. Futtergerste —, Sommergerste für Brauzwecke 225 bis 230, Hafer —. Weizenmehl W 13 28,25, W 16 28,50, W 19 28,50, W 20 28,85; Roggenmehl R12 22,45, R 15 22,80, R18 23,30, R19 23,50, plus 0,50 RM. Fracht- ausgleich. Weizennachmehl 16,75 bis 17, Weizen- futtermehl 13 bis 13,25. Weizenkleie W13 10,65, W16 10,80, W19 11, W 20 11,10; Roggenkleie R 12 9,95, R 15 10,15, R 18 10,40, R 19 10,50, Mühlenfestpreise ab Mühlenstation. Sojaschrot mit Monopolzuschlag 16,20, Palmkuchen m. M. 16,80, Erbnußkuchen m. M. 18,30. Treber —, Trockenschnitzel 9,04, Großhanbelspreis ab Fabrikstation, Heu 8, Weizen- unb Roggenstroh, brahtgepreßt, 3,50 bis 3,80, gebünbelt 3,40 bis 3,70. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 13. Febr. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgenbe Marktlage: Vorauftrieb: 707 Kälber, 142 Schafe, 675 Schweine. Es kosteten: Kälber 36 bis 68 Mark, Hämmel 40 bis 50 Mark, Schafe 40 bis 45 Mark, Schweine 50 bis 57 Mark. — Marktverkauf: Kälber, Hämmel unb Schafe mittelmäßig; Schweine wurden zugeteilt. Kurszettel her Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe ber zuletzt befchlossenen Divibende an. — Reichsbankbiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Franliur, a. J)f. Beri.n Schluß« kur» Schlußk. Abend- börsc Schluß- lure Schlußk. Mittagbörse Oalum 11 2. 12-2. 11.2. 12.2. 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 100,5 100,5 100,5 100,5 <% Deutiche Retchsanl. von 1934 97,4 97,4 97,4 97,4 b/,% Doung-Anleihe von 1930 .. 102,9 103,13 Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auslos.-Rechten ............. 110 110,25 110,13 110,4 in,12-Fcbruc>r Geld i)ne Amerikanische Roten.............. 2,41 2,43 Belgische Roten.................. 41,68 41,84 Dänische Roten ................. 54,56 54,78 Englische Roten ................. 12,24 12,28 12,24 12,28 Holländische Roten............... 168,11 168,79 Italienische Roten................ Norwegische Roten .............. 61,48 61,72 Deutsch Oesterreich, 4 100 Schilling —— Rumänische Noten............... — — Schwedische Noten............... 63,07 63,33 Schweizer Noten................. 80,95 81,27 Spanische Noten................. 33,67 33,81 Ungarische Noteu ................ ttr.57 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Donnerstag, (3. §ebruar 1936 Reichsautobahn zwischen Darmstadt—Mannheim- Heidelberg beschäftigt waren, sowie unter Vorlage ihres DÄF.-Ausweises bei ihrer zuständigen Orts- waltung. Die DAF.-Ortswaltungen sind angewiesen, diese Liste am 28. Februar 1936 abzuschließen und an ihre zuständige Kreiswaltung weiterzureichen, Die DAF.-Kreiswaltungen reichen sodann die gesamte Aufstellung ihres Kreises an die Gaubetriebsgemeinschaft, die nach Prüfung der Listen den auf die einzelnen Ortswaltungen entfallenden Betrag diesen direkt zur Verteilung zustellt. Zuständig für' die Verteilung ist allein die Gaubetriebsgemeinschaft Bau Hessen-Nassau. Die Verteilung erfolgt frühestens Mitte März 1936. Diese Maßnahme ist ein Beweis dafür, daß die Firmen, denen durch das Arbeitsbeschaffungsprogramm des Führers die Möglichkeit gegeben wurde, wieder aktiv am Wiederaufbau Deutschlands mitzuarbeiten, den Sinn der Betriebsgemeinschaft und des damit verbundenen Leistungsprinzips als Grundlage für die Volksgemeinschaft voll erfaßt haben. Wir hoffen gern, daß dieses Beispiel auch bei anderen Firmen anregend für die Verwirklichung des wahren deutschen Sozialismus wirken möge. Zur Einstellung von Fahnenjunkern. Unterprimaner müssen sich baldmöglichst melden. LPD. Auf vielfache Anfragen wird darauf hingewiesen, daß Unterprimaner, die im nächsten Jahr als Fahnenjunker in das Heer eingestellt werden wollen, sich baldmöglichst bei den Truppenteilen außerhalb der entmilitarisierten Zone melden müssen. Letzter Termin 3 1. 3.19 3 6. Ueber die Annahmebedingungen und alle weiteren Einzelheiten unterrichtet das Merkblatt, das bei den Unteren Ersatzbehörden zu erhalten ist Dort wird auch Auskunft über Truppenteile gegeben. Die Anschrift dieser Dienststellen ist bei jeder Polizeimeldestelle zu erfragen. 1M "A * Mw ti •uv I • * • • H te» vs M Das Winterschießen der Gießener Artilleristen Die Telephonisten auf der Beobachtung. im Auf dem Beobachtungsstand; zwischen den Bäumen das Scherenfernrohr. Anrückende Protzen vor dem Stellungswechsel der Batterie. punkt herein. . Aber auch diejenigen Teile unserer Ausfuhr, die auf echten Kaufabschlüssen beruhen, werden keineswegs durchweg in Devisen bezahlt, sondern zum weit überwiegenden Teil im Verrechnungswege beglichen. Denn Abkommen, die zu einem unmittelbaren Deviseneingang führen, konnten bisher nur mit einigen wenigen Ländern, insbesondere mit England und Belgien-Luxemburg, abgeschlossen werden, so daß in den ersten drei Quartalen 1935 nur ein Fünftel der Ausfuhr einen baren Devisenerlös brachte. Da jedoch ein bestimmter Prozentsatz der bar erzielten Ausfuhrerlöse vertragsmäßig für die Einfuhr aus diesen Ländern bereitgestellt werden muß, sind selbst die in echter Devisenform eingehenden Mittel keineswegs frei verfügbar. Auch erfordern nicht nur die Nebenkosten des Handelsverkehrs (Reisespesen, Provisionen u. a.) bare Devisen, selbst im Verkehr mit solchen Ländern, mit denen der Warenverkehr sich im Verrechnungswege vollzieht, sondern wir hatten 1935 noch etwa 250 bis 300 Mill. Mark an Zinszahlungen ins Ausland zu transferieren. Nimmt man dies alles zusammen, so wird es nicht nur verständlich, daß wir trotz der Verbesserung unserer Handelsbilanz mit unserem Bedarf an ausländischem Geld nach wie vor an einer sehr schmalen Kasse sitzen, sondern daß trotz ständiger und zum Teil erfolgreicher Bemühungen doch im ganzen unsere im Verrechnungsverkehr aufgelaufenen Schuldsalden noch keine nachhaltige Verminderung erfahren In unserer Ausgabe vom gestrigen Mittwoch haben wir den Verlauf des Winterschießens der Gießener Artillerie bis um die Zeit von 11.30 Uhr Mittwoch vormittag geschildert. Während nach dem Kommando „Stellungswechsel" in der Feuerstellung die Geschütze zum Abmarsch fertiggeinacht wurden, weilten die Offiziere und Unteroffiziere der 1. Batterie auf dem Beobachtungsstand am Gleiberger Friedhof, um hier von Militärische und zivile Beobachter auf der Beobachtungsstelle während des Schießens. Im Vordergrund links der Leitende, Abteilungskommandeur Hauptmann Welte, daneben der Divisionskommandeur Generalleutnant Lüdke, sodann der Kommandeur des Artillerie-Regiments 45, Oberst v. Berg. (Aufnahmen [6J: Photo-Pfaff, Gießen.) dem leitenden Abteilungs-Kommandeur, Hauptmann Welte, dem Regiments-Kommandeur, Oberst von Berg, und schließlich von dem Divisionskommandeur, Generalleutnant Lüdke, in der Besprechung das Urteil über den Verlauf der Uebung zu hören. Die zahlreichen Ehrengäste waren dahei sehr interessierte Zuhörer, denen die kritische Wertung aus dem Munde der berufenen Fachmänner wertvolle Aufschlüsse gab. Unterdessen hatte sich die 2. Batterie in der Feuerstellung bereitgestellt und ihr Batterieführer mit den Männern der Beobachtung auf der Be- ehlsstelle seine Scherenfernrohre, Telephone usw. aufgebaut. Unmittelbar nach der Entlassung der 1. Batterie zur Rückkehr nach der Kaserne begannen die Geschütze der 2. Batterie ihre eherne Sprache. Befehl auf Befehl ging von der Beob- schütze in die klare Luft hinein. Bei dem wunderbar Hellen Wetter konnte man bis zum Schluß des Schießen an dem Rande des Atzbacher Waldes die Einschläge der Granaten klar erkennen. Im Übrigen verlief auch dieses Schießen in der gleichen Weise wie am Vormittag. Bis zum Schluß der Uebung waren nicht nur die Beobachtungsstelle, sondern auch die Feuerstellung, die einige hundert Meter entfernt in einer Geländesenke lag, und die Abhänge des »Gleiberg von einer großen Menschenmenge besucht, die allen Einzelheiten des Uebungsverlaufs mit stärkstem Interesse folgte. Zu rügen wäre nur, daß einige Leute trotz 'aller vorherigen öffentlichen Warnungen verantwortungslos ins Schußfeld liefen, so daß das Schießen am Nachmittag unterbrochen werden mußte, bis durch einen Gendarm und einen Offizier der Batterie die unvorsichtigen Menschen aus der Gefahrenzone hinausgewiesen waren. Ein Strafmandat wird natürlich für diese Herrschaften noch kommen. Im übrigen verlief der ganze gestrige Tag glatt und zu aller Zufriedenheit. Man wird ihn als einen schönen Tag der Gemeinschaft zwischen Soldaten und Volk und als ein interessantes Ereignis in Erinnerung behalten. Einfuhr sehr kurz, bei der Ausfuhr hingegen in vielen Fällen wesentlich länger sind. Je stärker wir gegenwärtig darauf bedacht sein müssen, unsere Ausfuhr zu fördern, um so entgegenkommender müssen wir in einzelnen Fällen bei der Bemessung der Kreditfristen sein. Hinzu kommt, daß in den Ziffern unserer Ausfuhr in erheblichem Umfange Warensendungen enthalten sind, für die ein Gegenwert teils überhaupt nicht, teils erst in einem unbestimmten Zeitpunkt hereinkommt. Bis zur Verschärfung der Devisenbestimmungen im Dezember des vergangenen Jahres war ja die Uebertra- gung von Aus w^a ndererver mögen noch in der Form der Warenausfuhr möglich und zulässig. Ein Gegenwert fließt nicht zu. Ferner fand im Rahmen unserer verstärkten Ausfuhrbemühungen eine erhöhte Belieferung ausländischer Kom- missions- und Konsignationslager statt, so daß also die Ausfuhrziffern nicht unbeträchtliche Posten u n- verkaufter Ware enthalten. Der Erlös kommt erst in in einem vorläufig noch unbekannten Zeit- Außenhandel und Währungsreserven. Aus Bankkreisen wird uns geschrieben: Es wird in der Öffentlichkeit vielfach nicht recht verstanden, daß die im zweiten Halbjahr 1935 erzielte Aktivität unserer Handelsbilanz nicht ihren sichtbaren Ausdruck in einer entsprechenden ErhöhungunsererWährungsreser- v e n findet, daß vielmehr ganz im Gegenteil die Bestände der Reichsbank an Gold und Deckungsdevisen, die im Ausweis vom 7. August mit 110 Mill. RM. ihren Jahreshöchststand erreichten, bis Ende November über 16 Mill. RM. e i n g e b ü ß t haben, während der Außenhandel im gleichen Zeitraum Ausfuhrüberschüsse von insgesamt 221 Mill. RM. aufweist. Nun würde man selbstverständlich bei einem Währungssystem, das keiner Zwangswirtschaft unterliegt, einen eindeutigen Zusammenhang zwischen aktiver Handelsbilanz und Entwicklung der Währungsreserven überhaupt nicht vermuten dürfen. Denn bann würde neben dem Warenverkehr bgj zwischenstaatliche Kapital- unb Kreditverkehr für die Gestaltung bes Währungsfonds von ausschlag- gebenber Bebeutung sein. Lediglich bie Tatsache also, baß wir keine freie, sonbern eine Planwährung haben, baß ferner unsere auslänbischen Schuldver- pflichtungen einem Transfermoratorium unterliegen, rechtfertigt bie Annahme, es müßten bie Ueber- fchüsse unserer Ausfuhr doch in unseren Währungsbeständen sichtbar werden. Warum dies praktisch nicht der Fall ist, dafür gibt es eine ganze Reihe Gründe. Zunächst einmal darf nicht außer acht gelassen werden, daß die Zahlungsfristen bei der achtungsstelle durch den dünnen Draht der Telephonisten hinunter in der Feuerstellung, um sofort seine Auswirkung in dem Donner der Geschütze zu finden. Auch hier wieder erfolgte zunächst das Einschießen, anschließend Gruppenfeuer usw., genau so wie bei dem gestern geschilderten Verlauf des Schießens der 1. Batterie. Für einige Zeit hatte sich auch der Kommandeur unseres Jnf.-Rgts. 36, Oberst V i e r o w , mit einer Anzahl Offizieren seines Regiments als interessierter Zuschauer eingefunden, ferner waren der Regierungspräsident von Wiesbaden, der Landrat von Wetzlar und von Gießen weiterhin der SS.-Standartenführer I a - kober, außerdem noch viele weitere Volksgenossen aus Gießen und den benachbarten Dörfern erschienen. Unter der Aufsicht des Leitenden, des Kommandeurs Hauptmann Welte, oblag auch die 2. Batterie mit Gründlichkeit ihren Aufgaben. Etwa um die Mittagsstunde gab es eine Feuerpause, die nicht in militärischen Dingen begründet lag. Das Zügle des Bieberlieschens, auf dem Beobachtungsstand als „Rheingold aus dem Biebertal" gemeldet, mußte das Schußfeld durchfahren, so daß für diese Zeit die äußere Sicherheit des Schießens nicht vorhanden war und deshalb die Geschütze verstummen mußten. Bis gegen 12 Uhr hatte aber auch diese Batterie ihre Aufgabe erfüllt. Und nunmehr rumpelte die Feldküche heran, diesmal nicht allein für die Soldaten, sondern auch für die zahlreichen Zivilisten, die von der Abteilung als Ehrengäste zum Winterschießen geladen waren. Da gab es denn eine ganz vortreffliche Linsensuppe mit Wurst, deren Zubereitung den Soldatenköchen zur höchsten Ehre gereicht. Wie ausgezeichnet dieser Feldküchen-Eintopf schmeckte, beweist allein die Tatsache, daß die meisten Esser zwei „Züge", zahlreiche sogar drei „Schläge" faßten, weil es eben gar zu gut schmeckte und außerdem der stundenlange Aufenthalt in der frischen Luft natürlich Appetit gemacht hatte. Da wurden zunächst — da natürlich bie Zivilisten keine Kochgeschirre bet sich hatten — an ber Felbküche Teller, Löffel, Messer unb Gabel empfangen. Dann erhielt man bie rounberbar gebrühte Wurst von ansehnlichem Format. Unb hierauf folgte ber Schlag Linsensuppe, ber bann feine Fortsetzungen fand. Unb nahezu unerschöpflich war ber Vorrat bieses Kessels, so baß auch bie bienfttuenben ©enbarmeriebeamten unb bie zum Absperrbienst kommandierten Infanteristen noch ihre Suppen-Schläge mit Wurst empfangen konnten. Erneut konnte man feststellen, daß die Führung unserer Gießener Artilleristen auch hier wieder in ber umsichtigsten unb großartigsten Weise für alles Vorsorge getroffen hatte. Kein Wunber, baß man auf ber ganzen Linie nur vollste Zusrieben- heit über biesen ausgezeichneten Dienst an ber Felbküche bemerken konnte. Nach etwa einftünbiger Pause kam bas Schießen roieber in Gang. Die 3. Batterie hatte sich in ber Feuerstellung unb auf ber Beobachtungsstelle fertig gemacht, unb halb darauf krachten auch ihre Gekonnten. Um so bedeutsamer ist es, daß es unseren pri- Daten Kreditbanken bei der jährlichen Erneuerung des erstmalig 1931 abgeschlossenen sog. Stillhalteabkommens reglmäßig gelungen ist, dem deutschen Außenhandel ein Kreditkontingent bei den ausländischen Banken zu erhalten, das den wenn auch geschrumpften Warenumsätzen einen genügenden Rückhalt verleiht. Von Anfang an hat dieses umfassende Vertragswert, das der Regelung unserer kurzfristigen Auslandsverschuldung dient, im Zeichen eines echten Interessenausgleiches zwischen Schuldnern und Gläubigern unter verständnisvoller Zusammenarbeit der beteiligten in- und ausländischen Kreise gestanden. Niemals wurden bei allem vertraglichen Rankwerk die großen Hauptziele der Stillhaltung aus dem Auge verloren: möglichst nachhaltige Verminderung der kurzfristigen Auslandverschul- dun.g bei gleichzeitiger Erhaltung des für die Finanzierung des Außenhandels erforderlichen Kreditvoluyiens und weitgehender Schonung der Gold- und D e v i s e n v o r r ä t e der Reichsbank. Man wird der vom Geist tatkräf- tiger Selbsthilfe getragenen Stillhaltung das Zeugnis ausftetlen können, daß sie mit der bemerkenswerten Verwirklichung dieser Ziele zugleich den Wert und praktischen Nutzen solidarischen Zusammenwirkens von in- und ausländischen Angehörigen des gleichen Berufsstandes, hier der privaten Bankwelt' sehr deutlich herausgestellt hat. Und wenn mnn hinzufügt, baß die Auslandsgläubiaer bereits Wert auf eine prinzipielle Erklärung gelegt haben, es möchten bie beutfchen Banken sich bei einer Steigerung bes legitimen Krebitbebarfs vorzugsweise an bie alten' Krebitgeber im Auslande halten, so zeugt bas von einem unoermmberten Vertrauen in bie geschäftliche Intelligenz unb Loyalität ber beutfchen Banken unb Wirtschaft. Nationalsozialismus in Baubetrieben. Die Kreiswaltung Gießen der Deutschen Arbeitsfront teilt uns mit: __ .... . Bei Eröffnung der Reichsautobahn, Teilstrecke Darmftabt—Mannheim—Heidelberg, wurde tn Zusammenarbeit zwischen der obersten Bauleitung der Kraftfahrbahnen, Frankfurt a. M„ und der Gaube- triebsgemeinfchaft Bau, Hesfen-Nasfau, Frankfurt Geschütze in der Feuerstellung. a. M., angeregt, eine Leistungsspende seitens der beim Bau' dieser Strecke beschäftigten Baufirmen aufzulegen, die den Arbeitskameraden zugute kommen soll, die an dieser Strecke mitgearbeitet haben. Diese Spende wurde nunmehr mit einem Betrag von 17 000 Mark abgeschlossen und der Gaubetriebsgemeinschaft Bau Hessen-Nassau zur Verteilung übergeben. , In den Genuß dieser einmaligen Zuwendung, die ohne jede Rechtsverbindlichkeit erfolgt, kommen folgende Arbeitskameraden: Alle diejenigen Gefolgschaftsmitglieder, die vom Arbeitsamt als freie Arbeiter (nicht Stammarbeiter) einer beim Bau dieser Teilstrecke der Reichsautobahn beschäftigten Baufirmen zugewiesen wurden. Bedingung ist dabei, daß diese Ärbeitskameraden Mitglied der Deutschen Arbeitsfront und spätestens bis 31. Dezember 1935 in die Deutsche Arbeitsfront emgetreten sind. Um unnötigen Leerlauf zu vermeiden melden sich die Arbeitskameraden, die diese Voraussetzungen erfüllen, sofort unter Vorlage einer Bescheinigung, aus der hervorgeht, daß sie bei einer Firma an der SW— Kanoniere an den Munitionskörben. Aus der Vrovinzialhauptffadt. Oer späte Gast. Lange genug haben wir auf den Winter gewartet. Nun gibt er dach nach seine Besuchskarte ab. Mit klarem Sternenhimmel und Ballmand führte er sich ein. Und nun zeigt er uns schon seit einigen Tagen, daß er nach nicht gewillt ist, zurückzutreten. Immer stärker fühlt sich der Winter. Der Fräst geht klirrend über die Lande. Die Luft weht uns scharf ins Gesicht, wenn wir aus dem Hause treten. Wir bleiben tief atmend stehen. Sie tut wähl, diese frische, reine Winterluft. Die Sanne scheint fast den ganzen Tag, und eine ganz dünne Schneedecke auf den Wiesen und Aeckern — die Straßen sind längst frei baoon — deutet das winterliche Kleid an. Im Sonnenlicht glänzen und glitzern die kleinen Schneekristalle. So muß der Februar sein! Der Frost soll den aufsteigenden Saft in den Bäumen noch zurückhalten, soll verhindern, daß wir weiße Ostern bekommen. Gern verzichten wir noch für ein paar Wochen auf Frühlingsblumen und Vogelgesang. „Alles hat seine Zeit!", sagen die Bauern, und sie haben recht. Sie freuen sich am meisten über den erschienenen Winter. Denn wenn es nicht wintert, sommert es auch nicht, sagen sie. An den Fensterscheiben malt der Winter seine wunderbaren Kristallblumen. Wir stehen, wie einst in der Jugendzeit, im Zimmer und hauchen dagegen, bis wir ein kleines Guckloch haben. Dann schauen wir hinaus. Das ist wie in einem Zauberkasten. Wie rennen die Leute! Und wie haben sie sich vermummt! Bald aber hat der warme Ofen den ganzen winterlichen Zauber am Fenster vernichtet. Jetzt soll man hinauspilgern in den frischen Wintertag. Freilich sind wir die scharfe Luft noch nicht gewöhnt. Wangen und Ohren schmerzen in der kalten Luft, aber die Sonne hilft schon, daß uns die Wanderung gefällt. Herz und Lunge werden gestärkt. Darum die warmen Kleider aus dem Schrank, die dicke Mütze auf den Kopf, die Handschuhe angezogen und mit frohen Augen hinaus in die klare Winterluft! Können wir doch heuer vom Winter sagen: Spät kommt ihr, doch ihr kommt! Und das ist die Hauptsache. Wr. Vornoiizen. Tageskalender für Donnerstag. NSG. „Kraft durch Freude": 20 bis 21 Uhr und 21 bis 22 Uhr (nur für Frauen) fröhliche Gymnastik im Lyzeum; 21 bis 22 Uhr Reiten, Reitschule Schvrnbs. — Gloria-Palast, Seltersweg: „Kirschen in Nachbars Garten". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Fährmann Maria". — Goethe- Bund, Gießen: 20 Uhr in der Neuen Aula der Universität Richard Euringer und Eberhard Wolfgang Möller lesen aus eigenen Werken. — Hausbesitzer- Verein Gießen: 20.15 Uhr im Restaurant „Zum kühlen Grund" 29. Hauptversammlung. — Eigenheim-Schau, Gießen: 20 Uhr im Hotel Schütz Lichtbildervortrag. — Oberhessischer Kunstverein (Turmhaus am Brandplatz): 16 bis 17 Uhr Ausstellung von Gemälden von Josef Steib (Berlin). Gießener Konzertverein. Das nächste Konzert bringt in der Hauptsache ein klassisches Programm von Bach, Beethoven und Schubert, für das der ausgezeichnete Geiger, der unter den Ersten in Deutschland, wie überhaupt der Gegenwart, gezählt wird, Professor Georg Kulenkampff (am Klavier Professor Volk» mann aus Jena) gewonnen ist. Beethovens erste Violinsonate, die jedem bekannt ist, leitet den Abend ein. Es folgt die große Bach-Sonate für Solovioline in C-dur (Adagio — Fuga — Largo — Allegro assai). Das herrliche Rondo brillant in h-moll von Schubert beschließt den ersten Teil. Im zweiten Teil kommen kleinere Diolinstücke von Tenajeff, Paganini und Wieniawski zu Gehör. So wird den Zuhörern eine Fülle schönster Diolin- Gestalten in Anekdoten. Geschildert von Karl Lerbs. Der Bader. In der ehemaligen Reichsstadt Biberach lebte — und zwar sehr vergnüglich — im achtzehnten Jahrhundert ein Bader mit Namen Michael Rohrer, uon dem uns berichtet wird, daß er „ein gar suer- trcfflicher Wundarzt" gewesen sei. Leider lag auch die Unvollkommenheit alles Irdischen bei ihm — Zwar nicht auf der Hand, aber in der Kehle: Er war der Trunksucht in solchem Maße hold, daß ein hoher Magistrat ihm eines Tages den strengen Befehl erteilte, Mittwochs nüchtern zu fein, da an diesem Tage die zum Wochenmarkt kommenden Bauern „einander bluthig zu schlagen pflegten." Worauf Michael Rohrer, im tiefsten getroffen, fubmiffeft eine Eingabe machte: Der Magistrat möge den Bauern befehlen, einander vor mittags bluthig zu schlagen, damit er wenigstens nachmittags in Ruhe seinen Schoppen trinken könne. Ob demgemäß verfahren wurde, verschweigt uns der Chronist. Der Pantoffelheld macht sein T e ft a m e n t. Zu Porkshire in England starb in dem auch sonst denkwürdigen Jahre 1791 ein Herr Greenway der auf diese natürliche Weise vom Zusammenleben mit seiner überaus unguten Frau entbunden wurde. In seinem Testament stand zu lesen: „Ich habe das Unglück gehabt, ein sehr unzufriedenes Leben mit meiner Frau Elizabeth zu führen, indem sie ihr ungestümes Betragen durchaus nicht änderte, alle meine Ermahnungen verspottete und stets auf Mittel sann, mich in meinem Gemüt elend ZU machen. Auch die Vorstellungen der vernünftigsten Menschen fruchteten nicht bei ihr, sie war und blieb verstockt und zu meiner Qual geboren. Die Stärke Simsons, die Weisheit Homers, die Vorsicht des Augustus, die Schlauheit des Pyrrhus, die Geduld Hiobs, die List Hannibals, die Wachsamkeit des Hermogenes hätten nicht ausgereicht, meine Frau ZU beherrschen. Aus allen diesen Gründen vermache ich ihr 1 (lies: einen) Schilling." Probst, Vikar und Luther. Ein junger Vikar aus Wurzen, dem die erfreuliche Gabe verliehen war, wunderschön in Holz schnitzen zu können, kam im Jahre 1520 zum Probst Albrecht Megk in Altenburg und erzählte ihm, daß er sich unterfangen wolle, eine Streitschrift wider den Luther zu verfassen Megk Hopfte ihm wohlwollend besorgt auf die Schulter und sagte: „Schreibet nicht wider ihn — auf dem Gebiet werdet Ihrs mit ihm nicht schaffen. Aber schnitzet wider ihn — darin wird ers Euch nicht gleichtun." kompositionen geboten, für deren vortreffliche Wiedergabe der große künstlerische Ruf Kulen- k a m p f f s bürgt. Es fei daher nochmals auf dieses hochinteressante Konzert hingewiesen, an dem jeder Kunstfreund seine Freude haben wird. 25 Zähre Polizeibeamter in Gießen Die Polizeidirektion Gießen teilt uns folgendes mit: Am 14. Februar begeht der Polizeiverwaltungs- oberaffiftent Herr Max Bertram fein 25jähriges Dienstjubiläum. Nach einer über 7jährigen Militär- dienstzeit trat Herr Bertram am 14. Februar 1911 als Schutzmann in den hiesigen Dienst. Bis zum 31. September 1923 versah er seinen oft nicht leichten Straßendienst in vorbildlicher Weise. Am 1. Oktober gleichen Jahres wurde er zum Polizei- verwaltungsoberassiftent ernannt und im Innendienst, den er heute noch versieht, verwendet. Auch hier hat Herr Bertram seinen ihm übertragenen Dienst jederzeit zur vollsten Zufriedenheit feiner Vorgesetzten versehen. Dem pflichttreuen Beamten wünschen wir bei bester Gesundheit noch viele Jahre segensreicher Arbeit. Militärische Hebung zwischen Steinbach und Lich. Am morgigen 14. Februar, vormittags, wird das Il./JR. 36 zwischen Steinbach und Lich eine Hebung abhalten. Im Anschluß daran wird das Bataillon in Lich etwa von 12 bis 13 Uhr rasten und aus den Feldküchen verpflegt werden. In dieser Zeit spielt die Regiments-Musik auf den Rastplätzen. Singkreis Gießen: Alte Hausmusik. Der Singkreis Gießen (Landschaftsbund Volkstum und Heimat) hatte zum zweitenmal zu einem hausmusikalischen Abend eingeladen. Der sehr gut besetzte Zeichensaal der Schillerschule war Beweis, daß auch diese Art des Musizierens in weiten Kreisen seine Freunde findet. Der Leiter, Lehrer Siegler, widmete vor Beginn dem für die Bewegung gefallenen Landesgruppenleiter Wilhelm G u ft l o f f Worte ehrenden Gedenkens. Die Folge selbst enthielt Stücke instrumentaler und vokaler Art aus dem reichen Schatz deutscher Vergangenheit. Es war besonders erfreulich, daß bei den Jnstrumentalstücken die früher gebräuchlichen Instrumente wie: doppelchörige Laute, Tenorgambe und Blockflöten gespielt wurden, so daß gerade diese Stücke einen besonderen Reiz hatten. Daß gute Musik immer wirksam ist, in welchem Gewand sie sich auch zeigt, konnte man an der in drei verschiedenen Besetzungen gespielten Ballo von Joh. Pezel beobachten. Sehr fein war die Klangwirkung der Laute bei der sauber gespielten Triosonate von Carelli. Viel Freude löste die Gavotte für drei Blockflöten von I. C. F. Fischer deswegen aus, weil da ein kleiner Kunstjünger so tapfer seine Stimme blies. Der nicht sehr starke, aber musikalisch und stimmlich gute Chor sang mit gutem Gelingen teils begleitet, teils unbegleitet eine Reihe köstlicher Tonsätze aus der vorbachschen Zeit. Eine sehr schwere Aufgabe hatte man sich mit der Kantate von Buxtehude gestellt. Sie wurde recht anerkennenswert gelöst, wenn auch noch Wünsche offenbleiben mußten. Zur Vertiefung wurde sie am Ende noch einmal wiederholt, ein Mittel, das Hans von Bülow oft in feinen Konzerten mit Erfolg anwendete. Der Abend hat uns gezeigt, welche Schätze es in der deutschen Musik noch zu heben gibt. Aufrichtige Freude muß uns erfüllen, wenn sich Menschen zusammenfinden, die mit Lust und Liebe der edlen Kunst dienen wollen. Dabei ist es vollkommen unnütz darüber zu streiten, ob diese oder jene Art die richtige ist. Die Hauptsache ist und bleibt die Arbeit, die im Weinberg der Kunst getan wird. Tue es jeder an seinem Teil, so wie es der Singkreis Gießen an seinem Teil getan hat. —a— Anzahlung. Unter den guten alten Bräuchen, die in früheren Jahrhunderten zu Shropshire (England) herrschten, befand sich die schone Sitte, daß abgenommene Gliedmaßen auf dem Friedhof bestattet werden mußten. Ein armer Teufel, dem der Chirurgus ein Bein abgesägt hatte, sollte dem Totengräber für den vorgeschriebenen Dienst vier Schillinge zahlen. Er ging — ober vielmehr hinkte — zum Geistlichen und klagte ihm sein Leid. Der Reverend zuckte die Achseln. „Da kann ich Euch nicht helfen", sagte er. „Ihr müßt zahlen. Damit Euch aber die Sache nicht so hart trifft, will ich Euch entgegenkommen. Wenn Ihr einmal sterbt, und den Rest Eures Leibes dazulegt, sollen Euch die vier Schillinge verrechnet werden. Franz Schuch empfiehlt sich dem Publikum. Als der Komiker Franz Schuch (er sagte von sich selbst: „Wenn ich schon die Hanswurstjacke anziehe, so ist es, als ob der Teufel in mich führe") um 1780 mit feiner Truppe in Breslau gastierte, ließ er folgende Zettel anschlagen: „Mit gnädigster Bewilligung hoher Obrigkeit werden heute die allhier subsistirende Hochteutsche Co- möbianten unter bem Directorio Franzisci Schuchs benen refp. Liebhabern curieuser teutscher Schauspiele eine recht abmirable, Sehenswürbige, unb unserer Meinung nach, einem hiesigen Aubitorio wol- gcfällige, durchaus luftige Capit'al-Bourlesque auf» führen, welche unsere Colombina durch sechs wol- gesetzte Musikalische Arien noch beliebter machen wird, betitult: Colombina Ortolana, vera Colombina fatta Contessa par Forza: die mit Gewalt zur Gräfin gemachte Gärtnerin Columbina, und Hanns Wurst, ein luftiger Gelegenheitsmacher, verstellte Mobrin unb Lauster ä la Mode. Avertissement: Der Titul erklärt ben Inhalt bes ganzen Werkes aus der Ursachen man bas Argument beizusetzen für unnöthig erachtet hat, boch hat man gleichsam zum Prägusto soviel zu melben nicht unterlassen wollen: baß ber mit Gewalt zur Gräfin gemachten Gärtnerin Columbina ihre jebe Scene extra-bizarr, angenehm unb luftig ist: auch seynb bie Lustbarkeiten bes Hanns Wurst nicht zu verschweigen, maßen bie meisten ©eenen von ihm mit seinen lustigen Einöllen annectirt seynb. Der geneigte Leser sehe es mit Vergnügen unb bleibe gewogen." Auch beim zweiten Stück mußte ber geneigte Leser gewogen bleiben: „Heute wirb bie von Ihre König!. Maj. von Preusen aüergnäbigft prioilegirte Co- mische Gesellschaft eine sehenswürdige, vortreffliche und durchaus luftige Comödie aufführen, betitult: Wie bie Arbeit, f o ber Lohn, ober bas mit Blut rechtmäßig gerochene Blut, an der Person eines durchs Schwerdt bestrafften Brudermörders, Aerwaltungssouderzug von Frankfurt noch Garmisch-Partenkirchen Am Freitag verkehrt ein Verwaltungssonderzug 2. und 3. Klasse nach München. Abfahrt in Frankfurt a. M.-Hauptbahnhof um 23.20 Uhr. Weiterfahrt nach Garmisch-Partenkirchen am Samstagober Sonntagvormittag. Rückfahrt am Sonntag, 16. Februar, ab München-Hauptbahnhof um 23.10 Uhr, Ankunft in Frankfurt a. M. am Montag, 17. Februar, 5.48 Uhr. Die Sonderzugteilnehmer haben Gelegenheit, ben Spezial-Sprunglauf unb bie Schluhfeier ber IV. Winterolympiade zu besuchen. Schöffengericht Gießen. Der Ludwig Schulz aus Darmstadt wurde wegen fortgesetzten Betrugs zu insgesamt neun Monaten Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte ist bereits in Berlin wegen Betrugs unb Urkundenfälschung zu drei Monaten Gefängnis verurteilt worden. Er kam mittellos nach Oberhessen und kaufte durch Vorspiegelung einer außerordentlich gesunden Vermögenslage von der Fürst Solms- schen Rentkammer ein Gut für 58 000 Mark. Der Angeklagte, ber als gemeingefährlicher Verbrecher anzusehen ist, wollte auf biefem Gut SieblerfteUen einrichten. Trotz seiner Zahlungsunfähigkeit beauftragte er eine ganze Anzahl Handwerker mit ber Ausführung von Arbeiten verschiedener Art, ohne bie Leute jemals zu bezahlen. Bei der Strafzumessung wurde berücksichtigt, daß der Angeklagte Kriegsopfer ist. Die Untersuchungshaft wurde angerechnet. Wegen Beleidigung eines Vollziehungsbeamten wurde der H. K. aus Nieder-Florstadt zu 3 0 M k. Geldstrafe verurteilt. Der F. Sch. aus Lich hatte sich wegen Betrugs und Urkundenfälschung zu veranworten. Der Angeklagte verstand es, sich im Jahre 1935 in etwa zehn Fällen Heinere Geldbeträge zu erschwindeln, indem er angab, er befinde sich augenblicklich in bedrängter wirtschaftlicher Lage. In einem Falle stellte der Angeklagte eine Quittung mit falschem Namen aus. Die Geschädigten sind Pfarrer, Lehrer und Landwirte. Nach dem Gutachten des Sachverständigen handelt es sich bei dem Angeklagten um einen beschränkt Zurechnungsfähigen im Sinne des § 51 Abf. 2 RStGB. Das Gericht verurteilte den Angeklagten in Einbeziehung einer vom Amtsgericht Wetzlar wegen Diebstahls erkannten Strafe von zwei Monaten zu einer Gefamtgefang- nisftrafe von fechs Monaten unter Anrechnung von fünf Monaten Untersuchungshaft. Wieder ein schweres Unglück auf dem Eife. In Lauterbach fünf Kinder cingebrochen, drei ertrunken. Lauterbach, 12. Febr. heute kurz vor 17 Uhr, ereignete sich hier ein tragischer Unglücksfall, dem drei Kinder im Alter von Wit, 12 und 13 Iahren zum Opfer fielen. Mehrere Kinder vergnügten sich auf dem sog. P f elfen w e i h e r an der Straße nach Dirlammen mit Schlittschuhlaufen und haben dann, als die (Eisarbeiter, die dort Eis machten, fortgegangen waren, auf den .Eisschollen „Floß gefahren". Wahrscheinlich ist dabei eine der Eisschollen auseinandergebrochen. Fünf Kinder davon stürzten in das eiskalte Wasser, das dort etwa 3 Meter tief ist. Ein Junge war auf einem Stück Eisscholle geblieben und konnte von dem dazukommenden^Ar- beiter Georg Peter mit einem Eishaken herausgefischt werden. Ein anderer Junge, der lOjährige Hans Pfeffer, konnte sich über Wasser halten und wurde von dem Arbeiter Georg Peter, der auf die Hilferufe anderer am Ufer stehender Kinder schnell herbeigeeilt war. ebenfalls noch mittels einer Stange gerettet. Die übrigen drei Kinder find ertrunken. Nach Bekanntwerden des Unglücks eilten die Feuerwehr und viele hilfsbereite Menschen herbei, es wurde ein Floß schnell zurechtgezimmert, um mittels haken die Ertrunkenen herauszufischen. Zunächst gelang es, den ertrunkenen Ernst Pfeffer, 11V± Jahre alt, herauszuholen. Vis zum Abend konnten dann auch die Leichen des 13jährigen Heinrich Hartmann, Sohn des Invaliden Ludwig Hartmann, und des 12jähr. Heinrich Schwarz, Sohn des Telegraphenbauhandwerkers Karl Heinrich Schwarz, geborgen werden. Den bedauernswerten Eltern wendet sich allgemeine Teilnahme zu. Gießener Trauer um pg. Gustloff. Wie überall im Reiche, so hatten sich am gestrigen Mittwochabend auch die Ortsgruppen der Partei und alle Gliederungen in Gießen versammelt, um in würdigen Gedenkfeiern des durch jüdische Mörderhand gefallenen Schweizer Landes- gruppenleiters der Partei Pg. Gustloff zu gedenken. Die Feiern nahmen einen sehr eindrucksvollen Verlauf und legten Zeugnis dafür ab, wie sehr sich die gesamte deutsche Volksgemeinschaft selbst durch die Schüsse von Davos getroffen fühlt. Ortsgruppen Nord und Ost. Der General-Appell der Ortsgruppe Nord und Ost vereinigte die Mitglieder der Partei, viele Kameraden der SA., der SS., der Hitler-Jugend und Mädchen des BDM., sowie zahlreiche Kameraden des Arbeitsdienstes im Cafe Leid. Feierlich wurden die Fahnen eingebracht. Eine dem Ernst der Stunde angepaßte musikalische Darbietung eröffnete den Abend. Kameraden der SS. fangen sodann bei gesenkten Fahnen einen Vers des Liedes vom guten Kameraden. Ortsgruppenleiter Pg. Thomas hieß die Teilnehmer herzlich willkommen und gab sofort dem Kreisleiter Dr. Hildebrandt das Wort. Die Bewegung stehe, so führte er u. a. aus, an der Bahre eines ihrer Getreuesten. Die Stunde des Appells solle aber nicht nur eine Trauerstunde, sondern auch eine Stunde ber Besinnung sein. Das Schicksal führte schon immer viele deutsche Menschen hinaus über die Grenze. Immer bestand für jene die Gefahr, daß sie dem Vaterlande verloren gingen. Es sei deshalb eine wahrhaft nationalsozialistische Aufgabe, zwischen den Deutschen in der Welt und im Reich die Verbindung aufrechtzuerhalten. Im Dienste dieser Aufgabe habe auch Gustloff gestanden. Die Schweiz sei aber schon immer schwieriger Boden gewesen. Während des Krieges sei von dort mancher Hetzfeldzug gegen Deutschland ausgegangen, nach der nationalsozialistischen Revolution sei die Schweiz der Fluchtort vieler derer geworden, denen der Boden im Vaterlande zu heiß geworden sei. Die Parteigenossen in der Schweiz seien eifrig überwacht gewesen. Aber die Regierung habe nie etwas gegen sie unternehmen können. Nun aber fei _ Pg. Gustloff einem fanatischen Mörder zum Opfer gefallen. Die Verantwortung dafür trügen alle jene Kreise, die in einer unablässigen Hetze gegen Deutschland ihre Aufgabe sähen. Gustlvffs Opfer sei aber nur ein Teilausschnitt aus dem Kampfe gegen Deutschland. Ringsum Deutschland sehe man es nicht gerne, daß unser Vaterland wieder in sich stark werde. UeberaU mißgönne man Deutschland sein wiedergewonnenes Selbstbestimmungsrecht. In seinen weiteren Ausführungen schilderte der Redner außenpolitische Verhältnisse im einzelnen und tat den Ernst der Lage dar. Alle Schwierigkeiten, so betonte er, würden überwunden, wenn das deutsche Volk einig bleibe. Das deutsche Volk müsse sich seiner Verantwortung vor der Ge- schichte bewußt sein. Der Tod des Pg. Gustloff mit feinem in Leben und Laster gleich gearteten Diener Hanns Wurst, einem durch ben Korb gefallenen Amanten, zu Fuße lauffenben Courrier, ungeschickten Mörber, Rachbegierigen Sanbitten, unb zuletzt am Spieß fterbenben Helsfershelffer seines boshaften Herms." Mädel als „M". Bericht von einer „Uebungsfirma". Was ist eine Uebungsfirma unb wozu ist sie überhaupt ba? Berufstätige Mäbel treffen sich einmal in ber Woche zu gemeinsamer Arbeit, um sich auf bem Gebiet ihres Berufes fachlich weiterzuschulen. Die Arbeit in ben Uebungsfirmen ist ein Teil ber zusätzlichen Berufsschuluna, bie von ber Reichs- jugenbführung unb bem yugenbamt ber beutschen Arbeitsfront gemeinsam burchgeführt wirb. Ein Mäbel aus bem BDM. berichtet aus einem solchen Betrieb folgendes: „In unserem Rechtsanwaltbüro geht es zu wie bei einem richtigen Anwalt. Von einer Uebungsfirma merkt man nicht das geringste. Jedes Mädel hat feine bestimmte Aufgabe. Ein „Chef" ist da, der Bürovorsteher, Stenotypistinnen, Buchhalter. Sogar die Klienten fehlen nicht. Bei ber Stenogrammaufnahme greift ber Klient oft ein, stellt richtig, flicht bies unb jenes ein. Wir sehen also, baß solch eine Uebungsfirma genau nach den Richtlinien einer wirklichen Firma arbeitet und daß ihr Geschäftsgang bis ins kleinste einem Anwaltsbüro abgelauscht ist und durchgeführt wird. Unten im Hausflur steht ein großer Postkasten mit vielen Fächern, denn im Hause gibt es noch ein Dutzend anderer Uebungsfirmen jeder Branche, die ihre eingegangene Post im Kasten finden und Die ausgehende wieder hineinwerfen. Alle Post, die hinausgeschickt wird, wird an das Bezirksjugendamt weitergeleitet und dort einer genauen Prüfung unterzogen. Ein heller freundlicher Raum ist es, ber uns aufnimmt. Dann geht es an die Arbeit. Stoßweise werben Mappen unb Bücher herangetragen. An einem Quertisch sitzt ber „Chef" unb sortiert Post, greift in den Aktenwuft hinein, um die laufende Korrespondenz zu erledigen. Damit auf den ersten Blick zu erkennen ist, welches Aktenstück in den Mappen liegt, hängen aus jedem Schnellhefter lange, graue Leinenstreifen heraus, die die Bezeichnung ber Sache unb ben Namen bes Klienten tragen. Die Anwältin bittet nun ein Mäbel, Diktat aufzunehmen. Zwei Klagen müssen zunächst erlebigt werden. Der Bleistift fliegt über das Papier. Man glaubt gar nicht, was bei solch einer einfachen Klage beachtet werden muß. Jeder Satz muß abgewogen sein, muß sich genau dem Gesetz und der Vorschrift anpaffen. Dann muß darauf geachtet werden, welches Gericht zuständig ist, ob Amtsoder Landgericht. Jede Klage ist m drei- oder oft sogar vierfacher Ausführung durchzugeben. Die vielfache Ausfertigung ist notwendig, weil das Gericht zwei Ausführungen verlangt, die eine für sich als Unterlage, die andere wird ber Gegenpartei zur Einsicht und Stellungnahme übermittelt, unb zu- letjt braucht der Anwalt für feine eigenen Akten einen Durchschlag. Schon hat das Mädel das Stenogramm aufae» noMinen und fetzt sich an die Maschine. Wenn sie fertig ist, legt sie der Anwältin die Klagen zur Unterschrift vor. Nacheinander nehmen noch zwei Mädel Diktat auf, und dann versteht man sein eigenes Wort nicht mehr vor lauter Maschinengeklapper. Drüben an einem abseitsstehenben Tisch sitzt ein Madel unb schließt bas Dekortebuch ab. Manchmal ftcOt sie auf, fragt eine Kamerabin, ob sie es so richtig gemacht hat, unb bann arbeitet sie von neuem mit Feber unb Lineal. Die Anwältin blättert weiter in ihren Akten unb stößt babei auf unbezahlte Rechnungen. Sofort wird ein Mäbel beauftragt, biefen säumigen Klienten Rechnungsauszüge, Zahlungsauffvrberun- gen unb Mahnungen zu schicken. Ganz genau müssen bie Vorauszahlungen an Honorar verbucht werben. Einmal wegen ber Umsatzsteuer, bann wegen ber Vermögenssteuer. Ein Mäbel trägt in. bas Kassebuch Zahlungen ein, bie auf Postscheckkonto eingegangen finb unb prüft gleichzeitig bie Kontoauszüge bes Postscheckamtes. Anfchließenb schreibt sie Postscheckformulare aus, um ben eigenen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Eine Zeitung lieat auf bem Tisch ber Anwältin: „Westbeutsche Wirtschaft". Sie wird eigens für die Uebungsfirmen gedruckt, bringt neben einem um« fvngreichen Anzeigenteil neue Maßnahmen der Regierung, neue Steuerverordnungen usw. Junge Leute, die in den Uebungsfirmen tätig finb, sprechen über ihre Arbeit unb werben für ihre Fabrikate. Wohin man auch sieht im Büro, überall liegen Aktenbündel und Hefte, überall beugen sich eifrige Mädelköpfe über kratzende Federn und rasselnde Maschinen. Denn wir nehmen die Arbeit ernst unb sehen sie ohne spielerischen Hintergrunb einzig als ein Mittel an, etwas zu lernen. Es ist viel wert, baß wir einmal unter ber Leitung einer erfahrenen Kamerabin uns ein eigenes Arbeitsfelb aufbauen unb „unsere Firma" hocharbeiten können. So werben wir uns auch früher ober später braußen im Leben bewähron unb mit bazu beitragen, ein ge- orbnetes, weitverzweigtes Wirtschaftsleben aufzubauen." Liselotte Lanins. müsse uns ernste Mahnung sein, zusammenzuhalten. Wir alle könnten aber dem teuren Toten kein besseres Andenken bewahren als das, dem Führer die Treue zu halten. Mit den Worten „Unserem gefallenen Kameraden wollen wir schwören, genau so zum Führer zu halten, wie er es tat!" schloß Kreisleiter Dr. Hildebrandt seine Ansprache. Mit dem dreifachen Sieg-Heil auf den Führer, mit einem gemeinsam gesungenen Vers des L^des vom guten Kameraden und mit dem ersten Vers des Horst- Wessel-Liedes fand der Appell seinen Abschluß. Ortsgruppe Mitte Die Feierstunde der Ortsgruppe Mitte in Gemeinschaft mit der SA.-Reserve, HI. und zahlreichen Volksgenossen fand in der Aula der Universität statt. Nach dem Fahneneinmarsch leiteten die wunderbaren Klänge des Largo von Händel, dargeboten mit der Orgel, Cello und Geige, die Gedenkfeier ein. Ein Vorspruch eines Hitlerjungen leitete über zu den kurzen Eröffnungsworten des stellvertretenden Ortsgruppenleiters Dr. Kopp und seinem anschließenden Gedenken an die Gefallenen des Krieges und der Bewegung, deren Andenken bei gesenkter Fahne und dem Spiel des Liedes vom guten Kameraden stehend geehrt wurde. Der Grohsche Männerchor unter Leitung von Chormeister Philipp Groß brachte hierauf in sehr feiner Weise den Chor „Sanctus" von Schubert zu Gehör. Sodann hielt Kreisamtsleiter Heß die Gedenkrede, der er das Wort des Führers zugrunde legte: „Jede Idee und jedes Volk sind so viel wert, als Männer bereit sind, für diese Idee und dieses Volk zu sterben." Er erinnerte an die gewaltigen Blutopfer des Krieges und an die Gefallenen des nationalsozialistischen Befreiungskampfes in dem jahrelangen Ringen im Reiche bis zu der Machtergreifung durch Den Führer und darüber hinaus bis zu dem jetzigen schmählichen Mord an dem Landesgruppenleiter Gustl off. In packender Weise wies er darauf hin, daß unser deutsches Volk in der Gefolgschaft seines Führers sich ganz der friedlichen Aufbauarbeit hingebe, dennoch aber draußen, jenseits unserer Grenzen, ein haßerfüllter Kampf gegen alles Deutsche geführt werde von den Menschen, die das heutige Deutschland hassen, weil sie als Fremde nicht zu uns gehören. Diesem Kampf ist auch Pg. Gustloff, der in treuer Gefolgschaft für Deutschland und seinen Führer arbeitete, und von allen guten Menschen des Schweizer Volks ebenso geachtet war, wie von allen Deutschen, durch die Kugeln des jüdischen Mörders zum Opfer gefallen. Mit ihm ist ein aufrechter, treuer deutscher Mann, der seine Pflicht für sein deutsches Volk und seinen Führer bis zum letzten Augenblick in vorbildlicher Weise erfüllte, durch feige Mörderhand dahingerafft worden. Mit den Familienangehörigen steht das ganze deutsche Volk in tiefer Trauer on der Bahre des Mannes, den es nie vergessen wird. Der Tod dieses Mannes wird aber ein Fanal für das ganze deutsche Volk sein, das durch diese jüdische Mordtat erneut hingewiesen wird auf die großen Gefahren, die ihm von den jüdischen und marxistischen Feinden im Auslande drohen. Zum Schlüsse betonte der Redner, daß der Opfertod Gustloffs das deutsche Volk in allen seinen Schichten nur noch fester als bisher zufammen- schweiße und es zu einer unzertrennlichen Einheit mit seinem Führer Adolf Hitler mache. So wie Pg. Gustloff, so müsse und werde auch stets das ganze deutsche Volk geschlossen zu seinem Führer Adolf Hitler in treuer Gefolgschaft stehen und damit dem gemeinsamen deutschen Vaterlande in guter Weise dienen. In dieser Gemeinschaft und Geschlossenheit zwischen Führer und Volk werde unser herrliches, ewiges Deutschland neu aufer- fteben zum Segen der deutschen Nation. Nach dem weiteren prächtigen Chorgesang des Großschen Männerchors („Mahnung" von Hans Heinrichs) schloß der stellvertretende Ortsgruppenleiter Dr. K o p p die Feierstunde mit dem eindrucksvollen Treuegelöbnis an den Führer, in dessen Gefolgschaft zu marschieren jedem Deutschen höchste und freudige Pflicht ist. Die dreimaligen Sieg-Heil-Rufe auf den Führer und der gemeinsame Gesang der ersten Verse des Deutschlandliedes und des Horst- Wessel-Liedes sowie der Fahnenausmarsch bildeten den Schluß der Feier. Drtgaruppe Süd Die Ortsgruppe Gießen-Süd der NSDAP, hielt in der Tageshalle des Studentenhauses die Trauerfeier um den ermordeten Landesleiter Gustloff ab. Nach dem Einmarsch der Fahnen eröffnete Ortsgruppenleiter Pg. Schwarz die Kundgebung. Einleitend spielte die Musik zwei Trauerweisen und die Studenten im Kameradschaftshaus des Nationalsozialistischen DStB. sangen das Kampflied des Studentenbundes. Die Gedenkrede hielt Schulrat Pg. N e b e l i n g. Schmerzerfüllt stehe das deutsche Volk an der Bahre eines seiner besten Söhne. Tiefe Erbitterung sei in unserem Volk wachgeworden. Ueberall, auch jenseits der Grenzen unseres Vaterlandes, sei man erschüttert gewesen, als die Kunde vom Mord an Gustloff hinausdrang. Hier in Deutschland wisse man schwerlich, was es heiße, sich außerhalb seines Heimatlandes zur nationalsozialistischen Idee zu bekennen. Gustloff sei seinen Weg unbeirrbar gegangen als treuer Gefolgsmann Adolf Hitlers. So fei er nun das Opfer einer unfaßbaren Hetze geworden. Das ganze deutsche Volk trauere um den guten Kameraden. Die Versammelten gedachten während des Lie- des vom guten Kameraden still des Ermordeten. Zwischen den einzelnen Versen des Liedes las Pg. N e b e l i n g einige Worte aus einem Briefe Gustloffs vor, die von seinem großen Glauben an Deutschlands Zukunft, seiner Begeisterung und Kampfbereitschaft für die Bewegung und von seiner vorbildlichen Treue zum Führer Zeugnis ablegten. Gustloff sei eingegangen zu den Kämpfern des 9. November. So sei auch er Sieger geworden und sein Blut sei nicht umsonst geflossen. Der Mord habe wieder gezeigt, daß wir im Kampf für den Nationalsozialismus noch nicht am Ende seien, sondern daß der Kampf noch weiter gehen müsse. Unser Hauptfeind fei aus Deutschland verbannt und nun versuche er von außen durch Verbreitung von Lügen und Hetzen gegen unser friedliebendes Volk zu wühlen. Unsere Auslandorganisationen wollten nicht in die Rechte fremder Staaten ein- areifen, sondern dort nur aufklärend für ihr deutsches Vaterland wirken. So seien unsere Brüder draußen auf Vorposten zur Verteidigung und zum Schutz. Adolf Hitler habe heute in feiner Rede unseren Feind trefflich gezeichnet. Die Welt solle nur rechtzeitig den Feind erkennen. Dem Haß unserer Feinde solle man eine Kraft entgegensetzen, die ihn überwinde und diese Kraft sei die Liebe zum deutschen Volk. Mit fanatischer Liebe müsse man auch Opfer tragen, um feine Nation am Leben zu erhalten. Der Tod des Kameraden und sein Opfer sollten uns Vorbild sein im Dienste an dem Führer und der Volksgemeinschaft. Pg. Schwarz erinnerte in seinem Schlußwort nochmals an die Verpflichtung und ermahnte im Geiste des Ermordeten weiter zu arbeiten. Sein Gruß klang als Treuegelöbnis aus im Sieg-Heil auf unseren Führer Adolf Hitler. Nach dem Horst-Wesfel-Lied und dem Ausmarsch der Fahnen wurde die Feier geschlossen. Oie Gießener Polizei im Januar. lieber die Tätigkeit der Polizeidirektion Gießen im Monat Januar wird uns amtlich folgendes mitgeteilt: Im Monat Januar 1936 wurden von der Krimi n a l p o li z ei ft e l l e 198 Anzeigen wegen begangener Verbrechen oder Vergehen bearbeitet. Auf die einzelnen Straftaten verteilen sich diese Anzeigen wie folgt: Abtreibung 6; Bedrohung 6; Beleidigung 7; Betrug 23; Blutschande 2; Brandstiftung pp. 5, Diebstahl einschließlich der Einbrüche 172; Erpressung 1; fahrlässige Tötung 1; falsche Anschuldigung 1; Feld-, Baum- und Forstfrevel 3; Hausfriedensbruch 3; Kindesmißhandlung 1; Körperverletzung 14; Mordversuch 1; Nichtablieferung von Heeresgut 1; Raubversuch 1; Raubüberfall 2; ! Sachbeschädigung 14; Sittlichkeitsverbrechen 5; Tierquälerei 3; Ueberfall 1; unerlaubter Waffenbesitz 2; Unterschlagung 8; Urkundenfälschung 2; Verausgabung von Falschgeld 11; Vornahme unzüchtiger Handlungen 1; Widerstand 1. Außerdem wurden von der Kriminalpolizeistelle 17 Gnadengesuche, 7 tragische Ableben, 4 Vermißtenanzeigen und 10 Verkehrsunfälle bearbeitet. Durch diese Der- kehrsunsälle wurden eine Person tödlich, drei Personen schwer und acht leicht verletzt. Weiterhin wurde in 249 Fällen Amtshilfe geleistet. Auf Ersuchen auswärtiger Behörden wurden in 49 Fällen Ermittlungen zur Aufklärung von Straftaten durchgeführt und 3 Personen festgenommen. Erkennungs- dienftlich wurden neun Personen behandelt. Die Zahl der im Monat Januar 1936 gefertigten Tatortaufnahmen beläuft sich auf 33. Zu dieser Tätigkeit der Kriminalpolizeistelle kommen ferner noch 8 Kontrollen der Gastwirtschaften und Herbergen. In verkehrspolizeilicher Hinsicht ist eine geringe Zunahme der Übertretungen zu verzeichnen. Es mußten nämlich im Januar 1936 insgesamt 506 Personen (gegen 456 im Dezember 1935) wegen Zuwiderhandlung gegen die Reichsstraßenverkehrsordnung zur Anzeige gebracht werden. Hiervon wurden 131 Personen gebührenpflichtig verwarnt, um sie auf diese Weise zur besseren Verkehrsdisziplin zu erziehen. Dieses Entgegenkommen der Verkehrspolizei kann jedoch nur bei geringfügigen Uebertretungen in Frage kommen, während bei gröberen Verstößen gegen die Verkehrsvorschriften, die meistens durch Leichtfertigkeit verursacht werden, nur strenges und un- nachsichtliches Vorgehen eine Besserung zu erzielen vermag. Abgesehen von den oben erwähnten 10 Verkehrsunfällen, bei denen Personen zu Schaden kamen, wurden im Berichtsmonat noch 8 leichtere Verkehrsunfälle gemeldet und aufgeklärt. Von der Gewerbepolizei wurden im Monat Januar 1936 (außer den laufenden Revisionen) 135 Betriebe, insbesondere bezüglich der Preisgestaltung, einer eingehenden Kontrolle unterzogen. Hierzu kommen noch 2 Milchkontrollen, die sich auf 129 Kannen erstreckten, sowie die Erhebung von 46 Milch- und 12 Wurstproben. Die Zahl der ein* gereichten Unfallmeldungen (Betriebunfälle) beträgt 63, die der durchgeführten Unfalluntersuchungen 13. Außerdem wurden von der Gewerbepolizei 70 Anträge auf Erteilung von Wander- gewerbescheinen, 88 Anträge auf Erteilung von Legitimationskarten und 10 Anträge auf Erteilung von Haufiererlaubnisscheinen bearbeitet. Beim Einwohnermeldeamt wurden im Berichtsmonat 323 Zuzüge, 237 Wegzüge und 204 Umzüge gemeldet. Im Vergleich mit den Zahlen des Monats Dezember 1935 kann feftgefteüt werden, daß diese Veränderungen für die Einwohnerzahl der Stadt Gießen eine geringe Zunahme bedeuten. Obecheffen. Landkreis Gießen * Heuchelheim, 12. Febr. Aus der hiesigen E i n w o h n e r st a t i st i k des Jahres 1935 sind folgende Zahlen erwähnenswert: Zahl der Geburten 44 (11 davon in Gießen), Eheschließungen: 32, Sterbefälle 23. Aus der k i r ck l i ch e n S t a t i ft i k: Konfirmanden 47, Abendmaylsgäfte 1183; Besuch der 60 Hauptgottesdienste 2145 Männer, 3916 Frauen, 1977 Knaben und 2383 Mädchen; Besuch der 11 Nebengottesdienste 173 Männer, 1005 Frauen, 412 Knaben und 631 Mädchen. Gesamtzahl 12 642. Im Durchschnitt 107 Erwachsene und 76 Kinder für einen Gottesdienst. sLang-Göns, 12. Febr. Die Brennholz- oerfteigerung am Montag brachte keine veränderten Preise. Buchenscheit, je 2 Raummeter, kosteten 17—19 RM„ Buchenknüppel 13—16 RM., Eichenscheit 8—10 RM., Kiefernknüppel 7—9 RM., Buchenwellen, je 50 Stück, 3—5 RM., Stöcke aller Art, je 2 Raummeter, 2—5 RM. (D Lang-Göns, 13. Febr. Im Jahre 1935 (1934) wurden in der hiesigen Kirche 12 (20) Paare getraut, 28 (43) Konfirmanden eingesegnet. Getauft wurden 24 (30) Kinder, beerdigt 17 (18). Abendmahlsbesucher 1935 (1934): 2332 (2467). Besuch der Gottesdienste 1935 im Durchschnitt: 109 Männer, 106 Frauen und 60 Kinder. 1934: 148 Männer, 150 Frauen, 87 Kinder. Die Konfirmation, die in den letzten Jahrzehnten immer am Sonntag nach Ostern stattfand, wird in diesem Jahre zum ersten Mal auf Palmfonn - t a g (also 8 Tage vor Ostern) gefeiert werden. = Steinbach, 12. Febr. Am Samstag fand im „Ritter" eine Bürgerverfammlung statt, in der die Frage des Luftschutzes behandelt wurde. Wohl hat der Luftschutz hier schon Mitglieder, aber nun soll eine planmäßige Werbung die bisher abseits stehenden Gemeindeglieder erfassen. Das Dorf wurde in zetm Blocks eingeteilt, und die Werbung hatte, den Erfolg, daß die Zahl der Mitglieder von 84 auf 230 stieg. Leiter ist der Beigeordnete und Kirchenrechner Karl Re u f ch l i n g IV., während die Kassenführung dem Flurschütz A tz b a ch obliegt. CO Reiskirchen, 13. Febr. Der 11jährige Sohn des hiesigen Weißbinders Brück verletzte sich beim Dickwurzmahlen den Daumen der linken Hand derart, daß der hiesige Art den Verletzten in die Klinik nach Gießen überwies. Der Vorfall ist um so bedauerlicher, als sich der Junge vor einigen Jahren an der Häckselmaschine ein Glied des Zeigefingers der rechten Hand abschnitt. Z Allendorf a. d. Lumda, 12. Febr. Bei der gestrigen Holzversteigerung im hiesigen Stadtwald wurden wieder sehr hohe Preise erzielt. Es kosteten je zwei Raummeter Buchenscheitholz 19 bis 20, Eichenscheitholz 8 bis 12, Kiefernscheitholz 10 bis 13, Fichtenscheitholz 9 bis 10, Buchenknüppelholz 14 bis 16, Eichenknüppelholz 10 bis 12, Kiefernknüppelholz 10 bis 11, Fichtenknüppelholz 9 bis 10, Gedenket der hungernden Vögel! Buchenstockholz 9 bis 10, Eichenstockholz 6 bis 7, Fichten- und Kiefernstockholz 3 bis 6 Mark; je fünf Raummeter Buchenreisholz 8 bis 9, Fichtenreisholz 3 bis 5 Mark; Fichtenderbstangen je Stück 1. Klasse 1 bis 1,30, 2. Klasse 0,70 bis 1 Mark. — Die am Sonntag in der hiesigen Ortsgruppe des WHW. durchgeführte Sammlung der Eintopfspende erbrachte den stattlichen Betrag von 153,50 Mark. Hiervon entfielen auf die Gemeinden Allendorf an der Lumda 90,15 Mark, Treis a. d. Lda. 55,15 Mark und Climbach 8,20 Mark. □ ß i cf), 12. Febr. Die Freiwillige Feuerwehr L i ch hielt im „Löwen" ihre diesjährige ordentliche Hauptversammlung ab. Der Führer der Wehr, Oberbrandmeister Zimmer, begrüßte die in großer Zahl erschienenen Kameraden, insbesondere Kreisfeuerwehr-Jnspektor Bouffier (Gießen). Zunächst gedachte er der im vergangenen Jahre verstorbenen Mitglieder der Wehr, der Kameraden Heinrich Lerch und des Ehrenmitgliedes und Mitbegründers der Licher Wehr Paul Käch - ler, denen die übliche Ehrung zuteil wurde. Im Anschluß hieran gab Oberbrandmeister Zimmer einen ausführlichen Jahresbericht, aus dem zu entnehmen war, daß die Wehr auch im vergangenen Jahr wieder sehr viel zu ihrer Ausbildung und Schlagfertigkeit getan hat. In diesem Jahr kann die Licher Wehr auf ihr 60jähriges Bestehen zurückblicken. Ein besonders erfreuliches Zeichen fei, daß 80 v. H. der Kameraden der Wehr auf eine mehr als 10jährige Dienstzeit zurückblicken können. Der Führer der Wehr nahm an einem Lehrgang für Feuerwehrführer im Luftschutz teil. Beim Frühjahrsverbandstag in Gießen, beim Herbstoerbandstag in Klein-Linden, bei der 40-Iahrfeier der Birk- larer Wehr und der 80-Jahrfeier der Gailschen Freiwilligen Feuerwehr Gießen war die Wehr durch eine Abordnung vertreten. Der Mitgliederstand ist zur Zeit folgender: 117 aktive, 180 passive und 8 Ehrenmitglieder. Vom Landesverband Hessischer Freiwilliger Feuerwehren konnten 6 Kameraden der Wehr mit dem Ehrenzeichen für 15jährige ununterbrochene aktive Dienstzeit und Ehren-Ober- branbmeifter Christian Albohn mit dem Ehren- kreuz für 50jährige aktive Dienstzeit ausgezeichnet werden. In Zukunft sollen regelmäßig Schulungsabende für die gesamte Wehr durchgeführt werden. Da sich der Rechner zur Zeit auf Geschäftsreisen befindet, wurde die Rechnungsablage auf einen späteren Zeitpunkt verlegt. Der Führer der Wehr konnte aber schon befanntgeben, daß die Rechnung mit einem kleinen Ueberschuß abschließen wird. Im Vorstand wurden keine Aenderungen vorgenommen. Nach Erledigung der Tagesordnung hielt Kreisfeuerwehr-Jnspektor Bouffier (Gießen) eine Ansprache, in der er verschiedene Fragen behandelte, im besonderen in ausführlicher Weise über die Aufgaben der Feuerwehren im Luftschutz sprach. Nach Dankesworten an den Redner schloß Oberbrandmeister Zimmer in üblicher Weise die Versammlung. gegen spröde Haut IMMMklMlK. Roman von fy. von Hellennann. Copyright 1936 by Aufwärts-Derlag G. m. b. H., Berlin SW 68 20 Fortsetzung. Nachdruck verboten! Margret Meroius stand, blaß bis in die Lippen, im Flur, ein Buch, das sie in Hans' Bücherschrank zurücktragen wollte, fest an ihre Brust gepreßt, als könne es ihr Halt gewähren beim Vernehmen der schrecklichen Worte, die sie wie ein plötzlicher Schlag trafen. Die Schwestern hatten vergessen, die Tür zur Kammer zu schließen, ganz deutlich drang Gretes klare junge Stimme ans Ohr der unfreiwillig lauschenden Mutter. Mechanisch löste sie die Hand von der schon erfaßten Türklinke, ging leise in ihr Zimmer zurück und ließ sich schwer auf das hübsche kleine Sofa nieder, das Stallings ihr zum letzten Weihnachts- feft geschenkt, das Buch immer noch fest umklammert. Hans' Drohung durchbohrte ihr Herz wie em spitzer Pfeil: „Wenn der Mensch nicht aus dem Hause geht, gehe ich!" 3n welchem Aufruhr mußte die Seele ihres allezeit liebevollen, fröhlichen Jungen sich befinden, um derartiges auszusprechen! „Der dumme Kerl ist eifersüchtig", hatte die Schwester gescholten. Gab es ein schlimmeres Gefühl für em Kmd? Ein Leiden war die Eifersucht, das alle anderen Triebe vergiftete und zerstörte, bewies des Sohnes Verhalten das nicht allzu deutlich? Was hatte es genützt, daß Margret Meroius ihm die gleiche Innigkeit, das gleiche Interesse an allem Tun bewiesen — der Sohn verlangte der Mutter Herz ganz und ungeteilt für sich. Und dieses Herz sehnte sich danach, an feinem Liebesreichtum noch einen anderen teilnehmen zu lassen, der ihm teuer geworden ... Wie hatte Grete, die Liebe, Verständnisvolle gesagt: „Was ist da zu machen?" Auf diese bange Frage gab es nur eine Antwort. Als Frau entsagen, um Mutter bleiben zu dürfen. Der Schmerz der Trennung vom Freund war der Preis, den sie zahlen mußte für Kindes Rückkehr zu ihr. Und dafür war kein zu hoch. 21. Kapitel. ihres Preis Wie ein Träumender ging Joachim Drau durch die Tage, voller Angst, aufzuwachen, denn jeder brachte neues Erleben, neue Anerkennung, neue Ermutigung, den Weg weiter zu gehen, den er bis- he? unter solch, unsäglichen Mühen gewandert. Wer lange im Schatten gestanden, den blendet das Licht. Darum mied er die Menschen, die das neuentdeckte Genie kennenlernen wollten, warf die Briefe in den Papierkorb, die ihm ins Haus flogen. Allzu wund geschlagen hatte ihn die Not, noch vertrug er die Neugier nicht, deren Sensationshunger vergeblich das Schweigen zu brechen suchte, in das der Mann seine übergroße Empfindlichkeit gehüllt. Noch vor Eröffnung der Ausstellung war Drau umgezogen, batte ohne ein Wort der Widerrede Goebels Anerbieten eines Darlehens angenommen. Unerträglich war das Wohnen bet der Witwe geworden, deren keifender Zorn sich feit Goebels Erscheinen jäh in Freundlichkeit gewandelt hatte, eine falsche, klebrige Freundlichkeit, die ihm ihre Dienste geradezu aufbrängte. Draus Kündigung nahm Frau Alma gefaßt entgegen. Konnte sie den Mann nicht halten, so behielt sie doch sein Geld. Und das war schließlich mehr wert. Für die drei kleineren Bilder, die er ihr geschenkt hatte, waren ihr durch Goebels Vermittlung von einem Kunsthändler achthundert Mark geboten worden. Sie ging nicht darauf ein. „In ein paar Jahren sind sie womöglich das Doppelte wert", lachte sie schlau. Breit und behäbig, die nackten Arme in die Hüften gestemmt, stand >ie in Draus Kammer und sah zu, wie er seine Malutensilien in eine Holzkiste verpackte. Der hob den Blick und sah sie mit einem eigentümlich durchdringenden Ausdruck an. „So müßte man dich malen", dachte er. Seit die Dicke wußte, daß der Mann ihr verloren war, hatte sie alle Verschönerungsoersuche aufgegeben. „Nun werden Sie ja feiner wohnen', meinte sie, sich in der graugetünchten, kahlen Stube umsehend, „hoffentlich vergalovpieren Sie sich nicht. Wer zu hochnäsig wird,' fällt oft eklig in den Dreck." Was weniger wie eine Befürchtung als wie eine Hoffnung klang. „Dann kann ja die schöne Same, von der Sie das große Bild malten, an meine Stelle treten! Verheiratet soll sie auch sein--" Verfluchtes Schandmaul--Wie bösartig die kleinen Augen glitzern konnten! Ja, so müßte man sie malen-- „Na, vor das Vermieten ist mir nick bange, bei der guten Lage im Zentrum. Und das sag ich Ihnen: Wenn der Nächste nich zahlen Fann, fliegt er. Mit dem Mietestunden hab ich ein Haar drin gefunden. Dankbarkeit gibt's ja doch nie auf dieser Welt." Drau aber tat einen tiefen Atemzug, als er dem grauen Haus und der engen Straße endlich den Rücken kehrte. Beschwingt ging er dahin neben dem jungen Burschen, der mit weitausholenden Schritten den kleinen mit seinen Habseligkeiten beladenen Wagen pfeifend hinter sich her zog, und spürte plötzlich den jungenhaften Wunsch, in dieses vergnügte Pfeifen einzustimmen. Was tat es, daß graues Gewölk am Himmel hing, aus dem es leise herniederrieselte? Heute wußte Joachim Drau, daß das Gewölk wieder der Sonne weichen mußte! — Ja, wie ein Träumender ging Drau nun durch die Tage, deren jeder ihn schon und lobenswert dünkte. Der Schatten war wirklich gewichen, sonnig, verheißungsvoll lag der Weg in die Zukunft vor ihm. Und mitten darin, lichtumflossen wie eine Himmelserscheinung, stand die Frau, die ihm Schicksal werden sollte. Ihr Wunsch hatte erreicht, was den Bitten Goebels nicht gelungen war: ihn zum Schritt in die Öffentlichkeit zu bewegen. Zuerst im kleinen Kreis bei Margret Meroius. Nur die Familie, Stallings und Goebel. Frau Margret reichte ihm beide Hände. „Sie sind uns längst Freund, durch Ihre wundervollen Werke, mit denen Sie jedem einzelnen von uns wahre Feierstunden schenkten. Mochte das Glück Ihnen nun treu bleiben!" „Ihr guter Wunsch am Neujahrsabend hat es mir geschenkt, Frau Mervius." Das kühle konventionelle „gnädige Frau" wollte ihm irgendwie nicht über die Lippen. Aber er beugte sich und küßte die Hände, die so fest und warm die seinen umspannten, wie man die Hände einer Mutter küßt. Die stille Heimstimmung dauerte nicht lange, denn Theodor Stalling trat herzu, schlug Drau beglückwünschend auf die Schulter, pries das Bild Elfriedes, bestellte ein -neues, rief „Wirtschaft!" und daß er Hunger habe, schob seinen Arm durch den des Malers und strebte dem zierlich gedeckten Abendbrottisch zu, den Grete zu Ehren des Gastes mit Rosen geschmückt hatte. Wie ein Zyklon wirbelte einen dieser Mensch herum. „Frau Alma in männlicher, etwas verfeinerter Ausgabe", mußte Drau plötzlich denken, das Gesicht studierend. „Gutmütig, solange man ihren Wünschen willfährig ist, bösartig, wenn man sie kreuzt." Um Kinn und Kiefer ein sinnlicher Zug. Was hatte die holde Frau wohl zu ihm gezogen, die mit gesenkten Lidern und roten Wangen dasaß, das kleine kühle Lächeln um den weichen Mund, das so liebenswürdig aussah und so wenig verriet? ... „Wir werden Sie mal zu uns einladen, lieber Drau. Sie müssen bekannt werden, Beziehungen anknüpfen, in die Zeitungen kommen! Tamtam gehört nun mal zum Erfolg, nicht wahr, Doktor? Wo wohnen Sie — Moltkeplatz? Ganz nette Gegend, aber Bayrisches Viertel wäre besser, wissen Sie? Müssen mal so ein kleines Atelierfest loslassen, dann fliegen Ihnen die Frauen nur so auf den Leim — wollte sagen: die Leinwand! Na, prosit, Herr Malermeister! Das Weinchen können Sie unbesorgt trinken, hab ihn selber mitgebracht aus unserem Keller. Stallings leben nicht ganz übel, was, Schatz?" Nun lag die Hand auf dem Nacken feiner Frau, der sich leicht neigte wie unter einer Last, tätschelte die erglühende Wange. Unversehens traf sich Draus Blick mit dem ihren. Voll Qual und Scham war der. Nur wenige Worte sprachen sie zusammen an diesem Abend. „Sie werden zu uns kommen?" „Wenn Sie es wünschen?" „Ja, ja--" „Dann wird es mir eine tiefe Freude sein." Er dämpfte feine Stimme noch mehr: „Das war ein beglückender Zufall gestern —" Ihre Augen leuchteten ihm Antwort. _ „Wenn Sie wüßten, wie oft meine Gedanken Sie suchen —" Ein Hauch nur: „Ich weiß es." Sie lächelten sich an. wandten sich den anderen zu, gaben sich beim Abschied ruhig und fest die Hand mit einem schlichten Gruß. (Forts, folgt.) Das Heer als Bahnbrecher für den Weltverkehr Aus den preußischen Nachbargebieten hingen mit Pfeil und Vogen zu den Verbündeten auf die Erde hinab. Bunte Fähnchen machten den Abschuß erkennbar und erleichterten die Auffindung des Briefes. Im amerikanischen Bürgerkriege von 1861 bis 1865 trat erstmalig ein modern ausgestattetes Ballonkorps in Aktion, und zwar von Richmond, wo man zugleich auch die ersten Telegraphennachrichten ins Hauptquartier sandte, wie am Mississippi, wo damals als Kriegsteilnehmer Graf Zeppelin weilte und durch die Luftfahr-Erfah- rungen jener Tage eine Bestätigung seiner eigenen schon in der Heimat gehegten „Flugwünsche und Flugpläne" erhielt. Während der Belagerung von Paris spielte der Freiballon eine große Rolle; ja im italienisch-abessinischen Feldzuge von 1887 bis 1889 betrat ein europäisches Luftschifserkorps zuerst feldmarschmäßig afrikanischen Boden! Im Burenkriege hatte der Nachrichtendienst vom Ballon aus ebenfalls bedeutende Erfolge für die Engländer erbracht. Was der Flieger und Luftschiffer als Nachrichtenvermittler im Weltkriege geleistet hat, steht in frischer Erinnerung. Es wäre noch zahlreicher anderer Dienste des Verkehrs in Krieg und Frieden zu gedenken, wenn nicht z. B. das Unterseekabel und der Funkverkehr für die Heranwachsende Jugend schon geläufige Begriffe geworden wären. Aber ob sie vom SchallMeßtrupp etwas weiß, der als physikalischer Artilleriebeobachter im Weltkriege sich bewährt hat? Oder von der Nachrichtenmine, jenem Briefe enthaltenden Kapselgeschoß, das der „kleine Maxe", der leichte Minenwerfer, über zwei Kilometer weit schoß'? Jedem wird es recht sein, wenn der friedliche Nachrichtendienst im Vordergrund des ZeitDer Schlachtenname von Solferino (1859) erinnert noch an zwei andere durchaus moderne Erfindungen in ihrer frühzeitigen Anwendung. Dort wurde zuerst ein Fesselballon auf einem offenen Schlachtfelde in Stellung gebracht und zugleich erstmalig Lichtbildaufnahmen von einem Kriegsgelände gemacht! Im Belagerungskriege allerdings war der Ballon schon gleich nach der französischen für die ehedem mit Fackellicht und heute mit Elektrolicht erhellte „Signallampe". Hingegen schießt die Leuchtpistole oder die Rakete ihr Weiß- oder Buntgeschoß hoch genug in die Luft, um weithin erkannt zu werden. Doch ist dieses Zeichen immer nur Kurzsignal. Sehr viel bedeutsamer ist schon der Scheinwerfer mit seiner Lichtstärke. Auch dient er nicht nur dem Blinken, sondern er verwandelt die Nacht zum Tage. Als 1870 die deutschen Truppen Belfort vergeblich belagerten, wußte der Kommandant durch damals schon stark strahlende Scheinwerfer die Deutschen beim Nachtangriff zu überraschen. Diese wiederum erschwerten das Absuchen des Geländes, indem sie sich der Schneelandschaft durch Ueberziehen weißer Kleidungsstücke anpaßten. Der Scheinwerfer trat nennenswert zuerst vor 77 Jahren — bei Solferino — in Tätigkeit, weil damals die junge Elektrotechnik und die Vervollkommnung des Hohlspiegelschliffes die Grundbedingung für diese technische Neuheit gaben. freudiger Begeisterung in Reih und Glied zu stellen und auf des Turnertums unerschöpflichem Gebiet mitzuwirken, auf daß immer neue Kraft dem ganzen Volke erblühe In einem vielseitigen Programm ließ alsdann Oberturnwart A m e n d alle Abteilungen des Vereins in voller Stärke aufmarschieren. Kam das altgepflegte Geräteturnen voll und ganz zu feinem Recht, so gestalteten sich Frei- und Körperschulübungen nicht minder ansprechend. Gerade die letztere Uebungsart, die in ihrer Vielgestaltigkeit neuerdings stark berücksichtigt wird, fand besonderen Anklang. Naturgemäß gefielen, wie immer, Tänze und Reigen der Mädels, darunter zwei mit viel Fleiß eingeübte Solotänze der Turnerinnen Marie Wagner und Helene Storck, Erni Schmidt und Hilde Valentin. Was dem Abend eine besonders zufriedenstellende Note verlieh, war das Tummeltreiben einer überaus großen Zahl von Schülern und Schülerinnen, so daß man sagen kann: Der Turnverein hat die Jugend! Das ist ein verheißungsvolles Zeichen für die Zukunftsarbeit der Krofdorfer Turnsache. Merkte man doch bei dem kleinen Volke, daß da, wo noch Kraft und Gewandtheit fehlt, starker Wille zum Vorwärtsstreben vorhanden ist. Bemerkt sei noch, daß die zahlreichen musikalischen Begleitungen Hans Ger lach von hier in gewandter Weise bestritt. Hunbhinfornoramm Freitag, 14. Februar. 6 Uhr: Choral. Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 8.10: Gymnastik. 9.30: Freiburger Unterhaltungsstunde. 10.15: Sendepause. 10.30: Aus Garmisch-Partenkichen: IV Olympische Winterspiele 1936: Zielberichte des Militär-Patrouillen-Laufes. 11: Hausfrau hör zu! 11.30: Bauernfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittagskon- zert II. 14: Nachrichten. 14.15: Beliebte Melodien von gestern. 15: Wirtschaftsbericht. 15.15: Der Mann im Mond! Märchen oder Wahrheit? Eine Betrachtung von Edmund Sittig. 15.30: Von Freiburg: Ein Helfer der Menschheit: Geheimrat Prof. Dr. Ludwig Aschoff. Eine Würdigung von Dr. Willy Giese 15.45: Bücherkunde des Monats. 16: I. Tafelmusik an deutschen Fürstenhöfen der Barockzeit. II Unterhaltungsmusik. 17.40: Von Garmisch- Partenkirchen: Olympia-Echo. 18: Tänze und Lieder der Nationen. 19.45: Der Tagesspiegel des Katholischer Geistlicher vor dem Gondergericht. LPD. Frankfurt a. M., 12. Febr. Wegen Gefährdung des öffentlichen Friedens durch ein?'Kanzelrede und Vergehens gegen die Paragraphen 1 und 2 des Heimtückengesetzes verurteilte das Sondergericht den aus Weisenau bei Mainz gebürtigen 31 jährigen Priester Albert Imme! zu einem Jahr Gefängnis. Jmmel, der ein geistliches Amt in Italien bekleidet, erhielt im vorigen Jahre einen dreimonatigen Urlaub, um seine Verwandten in Deutschland zu besuchen. Im September und Oktober v. I. hielt er sich in Offenbach und in dem Westerwaldort Thalheim auf, wo er die ihm zur Last gelegten verfänglichen Steuerungen machte. In Thalheim tat er es gelegentlich eines Hochamtes, das er im Anschluß an eine Messe für feine verstorbenen Angehörigen zelebrierte. Der Staatsanwalt hatte zwei Jahre Gefängnis beantragt. Wegen Naffenschande verurteilt. LPD. Frankfurt a. M., 12. Febr. Wegen fortgesetzten Verbrechens der Rassenschande verurteilte die Große Strafkammer den 57jährigen Juden Gust. Mayer zu einer Gefängnis st rafe von einemJahr unter Anrechnung der Untersuchungshaft. Der Angeklagte, der Witwer ist, unterhielt seit mehreren Jahren Beziehungen zu einer arischen Zeugin, die bereits vor dem Inkrafttreten des Gesetzes zum Schutze des deutschen Blutes durch ihn Mutter wurde. Der Angeklagte brach diese Beziehungen nach Inkrafttreten des Gesetzes nicht ab. Strafmildernd berücksichtigte das Gericht, daß der Angeklagte schon lange das Verhältnis mit der Zeugin unterhielt, daß er früher bereit war, die Zeugin zu heiraten, und daß er sich von dem Kinde nicht trennen konnte. Kreis Dehlar O Krofdorf, 11. Febr. Am Samstagabend hielt der hiesige Turnverein in seiner Turnhalle eine Veranstaltung ab, die zweierlei Zwecken diente: Unterstützung des WHW. durch Ueberweisung der Eintrittsgelder und Werbung für die deutsche Turnsache. Das brachte der stellvertretende Vereinsführer Ernst Leib in seinen Begrüßungsworten zum Ausdruck, indem er den Turnverein als Werber für die Volksgemeinschaft hinstellte. Jeder, der es ehrlich meine, sei als Freund und Bruder willkommen, um sich voll Vom Nachrichtendienst im Wandel der Zeiten. Don Werner Lenz. Schon in den frühesten Zeiten, als die Menschen noch keine private Nachrichtenübermittlung brauchten, war es in Fällen dringender Gefahr notwendig, daß Sippen, Nachbarn, Gaubewohner sich verständigen und einander zu den bedrohten Stätten rufen konnten. So entwickelte sich früh ein Nach richte n d i e n st für die Landesverteidigung; und man darf die Wehrmacht, den Heerbann unserer Altvorderen, als die Wurzel alles Fernverkehrs betrachten. „Frisch auf, mein Volk, die Flammenzeichen rauchen", das war urältester Alarm in deutschen Gauen. Höhenfeuer gaben durch Rauch am Tage, durch Lichtschein des Nachts den Generalappell weiter über Bergketten und Täler zu den fernsten Gipfeln des bedrohten Stammes- gebietes. Das galt bis in die Zeit der Erhebung gegen Napoleon. Uhland schildert uns die waffenfrohe Alarmbereitschaft des „Knaben vom Berge" noch sehr anschaulich: Und roanh die Sturmglock' einst erschallt, manch Feuer auf den Bergen wallt, dann steig' ich nieder, tret' ins Glied und schwing' mein Schwert und sing' mein Lied Die Glocke ist natürlich ein viel jüngeres Signal und wohl erst in christlicher Zeit, als die Kirchen Mittelpunkt des Ortes waren, Kriegsinstrument geworden. Aber andere akustische Fernzeichen hatten unsere Ahnen, z. B. in der Hillebille, einem Tylophongerät aus Schlegeln und Holzplatten, das sich im Harz noch bis in die jüngste Zeit erhielt, um die Gemeindegenossen zusammenzutrommeln. Das Wesentlichste für die Fernwirkung aller dieser Nachrichtensignale ist es, daß der Empfänger die „gesendete" Botschaft durch augenblickliche Weitergabe den ferner entlegenen Stammesgefährten zuleitete. Das gleiche Uebermittlungsprinzip liegt ja auch der Stafette zugrunde. Rekordmäßig überragt wird sie von dem Einzelläufer, dessen berühmtester Dauerläufer wohl der Ueberbringer der Siegesnachricht von Marathon ist. Kuriere, Meldegänger und Meldereiter sind je nach den Verhältnissen auf sich gestellt oder Glieder einer Kette. Je größer die Selbständigkeit, desto größer ihr Ruhm. Jeder Patrouillengang kann zu einer Ent scheidung führen, wenn er wertvolles Material zurückbrmgt. Der 90 Kilometer weite „Zieten- r i 11", der durch die feindlichen Stellungen hindurch die preußischen Armeen vor Hohensriedberg miteinander verband, und der prächtige Reko- gnoszierungsritt des später berühmt gewordenen Grafen Zeppelin, der 1870 als erster in den feindlichen Besatzungsraum eindrang, sind neuere Geaenslücke zu jenem Marathonläufer. Wie 1870 die Brieftaube, so hat sich 1914 der Meldehund als Kamerad neben den Soldaten gestellt. Der Mensch bediente sich der Maschine, des Fahrrades und Motorrades. Das Kamel und das Maultier dienten während der Süd- west-Kämpfe dazu, den Kabeltransport der Feldfernsprecher zu vermitteln. Die Heimatarmee Deutschlands bediente sich neben den fahrenden Fernsprech- und T e l e g r a p h e n - Abteilungen als besonderer „Eilanleger" der Kavallerie, die Kabeltrommeln am Sattel zur Schnellstreckenlegung führten. Das ist natürlich ein langer Weg seit jenen Urvätertagen gewesen, als noch neben den Gebirgsfeuern im engeren Bezirke das Nahsignal galt, z. B- wenn in den Zeiten der Wikingerkämpfe der „Rote Streitschild der Normannen" am Maste — auf See und zu Lande — aufstieg und zu sofortigem „Antreten" rief. Rom und Hellas kannten schon einen regelmäßigen Nachrichtendienst auf fest angelegten optischen Telegraphenstrecken. Winken und Blinken waren in alter Zeit die Grundlagen einer Tagesund einer Nacht-Fernverbindung, die bis heute >m Gebrauche ist. Man braucht dabei nicht nur an den Leuchtturm zu denken dessen Riesenbau in Pharos mit Recht zu den Weltwundern gerechnet wurde. Blinkfeuer gab es auch auf dem festen Erdboden. nur waren sie an größere Bodenerhebumien gebunden. Die gleiche Voraussetzung galt noch für d e modernsten Heliographen, die „Sonnenschreiber", die in afrikanischen Feldzügen verwendet wurden. Dasselbe wie für diesen Tagesapparat gilt war oer loauon jo^un gieiaj nuiy uti |iuitju|i|ujtn geschehens bleibt. Immerhin wird die deutsche Revolution mehrfach verwendet worden. Man schoß Wehrmacht dafür sorgen, daß ihre vielfältigen Ver° damals die Meldungen über die erzielten Beobach-1 kehrstruppen „mit der Zeit gehen". Ll |r M ü * Ä o * 8 w r Aus Anlaß des 50-Jahr-Jubiläums der Erfinder des Automobils und der Eröffnung der Automobil- Motorrad-Ausstellung am Kaiserdamm in Berlin gibt die Reichspost zwei Sonderwertzeichen heraus. Die 6-Pf.-Marke ist grün und zeigt das Bild Daimlers, während die 12-Pf.-Marke rot ist und das Bild von Benz trägt. Der Entwurf stammt von Karl Diebitfch. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Reichsfenders Frankfurt. 20: Nachrichten. 20.10: Meister Erwin von Steinbach. Seine Heimat und fein Werk. 21: Unterhaltungsmusik. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 22.20: Von Garmisch- ' Partenkirchen: Die letzten Meldungen und Funk- ' berichte der IV. Olympischen Winterspiele (9. Tag). 22.40: Sportschau der Woche. 23: Unterhaltungskonzert. 24 bis 2: Nachtkonzert. Gießener Wochenmarktpreise. * Gießen, 13. Febr. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,55 Mk., Landbutter 1,42, Markenbutter 1,60 Mk., Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Handelsklasse So 13, A 12%, B 12, C 11, ungezeichnete 10 bis 11, Wirsing (grün), das Pfund 20, (gelb) 15, Weißkraut 12 bis 15, Rotkraut 15 bis 20, Gelbe Rüben 9 bis 12, Rote Rüben 10 bis 12, Spinat 20 bis 25, Unterkohlrabi 8, Feldsalat 80 Pf. bis 1,20 Mk., Tomaten 45, Zwiebeln 10 bis 15, Meerrettich 35 bis 80, Schwarzwurzeln 25 bis 35 Pf., Kartoffeln, der Zentner 3,50 bis 3,70 Mk., Aepfel, das Pfund 16 bis 35 Pf., Nüsse 45, Zwetschenhonig 45, Blumenkohl, das Stück 25 bis 45, Salat 30 bis 35, Endivien 20 bis 25, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 15, Sellerie 5 bis 40 Pf. Oie Zndustrie- unb Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 112: Von der Reichsgruppe Industrie wird nochmals empfohlen, für Auszeichnungen von Lehrlingen und Jungarbeitern Fachbücher heranzuziehen. 113: Zur Gültigkeit der rumänischen Kompensationsbewilligungen. IgLORIrI PLAST Giessen-■ Heute Donnerstag Beginn d. Aufführungen des nenen Groß-Lustspiels Karl Valentin 14n1 Karlstadt Rotraut Richter jn. Adele Sandrock Tollste Situationskomik Lachsalven über Lachsalven! | Ani der Bühne?] 911 A BRUSSES Exzentrik-Universalakt. Beiprogramm,Wochenschau Täglich 4,6 und 8.30 Uhr, Sonntag 3» 5.80 u. 8.30 Uhr. Gewinnauszug 5. Klasse 46. Preußisch-Süddeutsche (272. Preuß.) Klassen-Lvtterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden _____________Abteilungen I und II 4. Ziehungstag 12. Februar 1936 3n der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 183074 123763 500 M. 12795 37259 55809 66578 Familien- Drucksachen Verlobungsanzolgei 71686 233983 384931 76284 262356 114153 146993 214803 285546 372154 36640 55145 72073 79521 91604 1 109176 122117 132905 151230 170584 178576 193309 208792 218005 237643 252957 265246 287410 303584 317099 332124 348171 354254 364485 374885 387321 395782 37376 55940 74318 79840 92265 2000 M. 207804 348837 1000 M. 128767 224103 343733 25160 230056 349189 556 12543 54845 66487 77573 87690 145259 199745 279896 363910 54976 70720 78717 90852 106695 120460 131489 144817 169694 176592 193272 208494 217008 236764 252335 263461 284372 303208 314296 329750 346597 353558 363478 374478 384300 394299 121525 158392 216107 298625 372791 122818 134816 152139 172478 179481 196813 211264 220825 240183 253112 272217 287810 305147 317301 338034 349933 357733 365940 375371 388139 397456 143594 181272 241665 305352 390947 113559 130141 143120 160703 174003 184394 203530 215093 224645 242611 256795 276526 292582 310093 322590 341491 352275 361350 368663 378392 390773 41735 66373 77462 87615 103484 116676 130948 143712 162366 175185 184978 207615 216932 234624 250475 258547 283836 293847 312953 324599 343990 352305 363223 374296 380049 394217 143514 174685 241002 300029 390553 111604 124252 135669 157481 173986 184177 197973 212818 222471 241532 254507 275740 289996 307161 318106 338413 350032 357819 365993 375551 389459 32835 40871 66187 75191 82883 144691 183968 271356 35I966 396678 29623 37761 59819 74610 81211 19733 23085 70030 82314 129204 142639 149885 236356 289158 294368 354017 360386 370055 2 Gewinne zu 30000 M. 8 Gewinne zu 3000 M. 234092 ____ 94368 96883 97345 110647 ........... ■ - _ Vermählung »an zeigen bei Brühl,SChUlStra6e7 Geburteanzeigen 348 Gewinne zu 27477 28537 " 300 M. 11219 13221 21890 25851 330gQ 339g3 34g95 80 Gewinne zu______ ______________ 71409 75033 84183 90410 91864 92178 97090 28 Gewinne zu 138432 157506 304384 344688 44 Gewinne zu 95063 124924 152398 176765 299651 337200 In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 4 Gewinne zu 10000 M. 115228 300540 6 Gewinne zu 3000 M. 93724 172158 250167 16 Gewinne zu 2000 M. 11129 19839 24383 49426 214695 270691 373289 376574 58 Gewinne zu 1000'M. 2108 44200 77836 88921 96020 104804 116083 128665 167560 182372 197325 198266 206621 207757 224528 245151 245718 251484 252899 256381 259032 337511 340751 349925 378032 383187 391188 397742 397230 92 Gewinne zu 500 M. 1701 5084 9904 25561 30103 32338 34067 35414 67727 69772 75020 76872 78867 79918 81935 88803 135037 147876 163470 177074 179541 193345 194050 210233 211145 223988 224080 241208 245381 251459 253418 259415 265959 271441 302682 305526 310421 312075 322025 327149 336270 349653 355896 361384 384634 339158 352 Gewinne zu 300 M. 1414 3027 3958 I 9310 12640 13015 19065 19939 22230 28840 32340 32461 39228 40184 42162 42551 43403 43558 52842 54206 56078 56587 56701 58759 59426 60661 60716 64487 69625 72347 72410 75446 77392 78240 79974 80756 84429 87280 88902 93404 93518 99814 100977 102547 105984 106460 108845 109684 110242 110290 114382 115486 116065 120170 125970 126221 130824 131624 134275 136220 137591 139509 140821 142961 143216 144267 145111 152745 153317 159W7 161795 164316 165428 168145 173046 174859 176399 177236 179601 180791 182408 184051 185268 185272 185564 189765 191436 191799 192800 195265 204298 204451 209836 211456 212561 214107 216244 225052 225620 230822 231152 231853 236092 237645 239501 240303 249241 250953 251380 253492 261358 264198 267238 268085 271508 272719 275709 278326 279335 283626 283746 284796 288850 294810 296833 301658 302247 304902 314501 316112 316124 316683 320657 322033 325787 325907 327575 332443 334717 336026 337134 337531 341717 341754 342909 342941 345961 346750 350096 350977 353294 354356 356582 356988 357555 360395 361096 362480 362558 363384 365153 367255 370696 378248 378658 388821 392568 392972 393274 394176 394591 396018 396142 397092 398608 399875 Im Gewmnrade verblieben: 2 Gewinne zu le 1000000, 2 zu je 100000, 4 zu je 50000, 4 zu je 30000, 16 zu je 20000, 90 zu je 10000, 178 zu je 6000, 352 zu je 3000, 844 zu je 2000, 2580 zu ie 1000, 4318 zu je 500, 16974 zu je 300 Mk. ÄUa Anzeigen-Attiengefellschast! Annahme von Anzeigen dir alle Zeitungen und Zeitschriften Gießen / GchnMrratze £ WsgenieWl MMWsirMN OrtsfltuDDC (Blefien Am Donnerstag, dem 20.Februar, 20 Ubr, bei Frau Boller: Mes-WMNIIW Tagesordnung: 1. Jahresbericht 2. Kassenbericht 3. Abstimmung zur Ueberleitnng in die Abteilung Hauswirtschaft Volkswirtschaft des Deutschen Frauenwerks. 615d Um vollzähliges Erscheinen der Mitglieder wird gebeten. Tie Leitung. WERBF DRUCKSACHEN ”CRPC Brühl, Gießen VitHMMf (o viel, die sollen guf sein". . „Mit Redil, denn schnell und gearbeitet die Alexanderwerk . Fleisch- und Gemüsehackmaschine mH Ihren Messern und Lochscheiben au> bestem Stahl. Die verschiedensten Vorsahgerüte machen sie zum "7 '1 Mädchen für ,11»,". TJ ^Älexanderwerlc-Maschlnen sind - gescharten auf Grund 50-jährlger 5 Erfahrung mit dem Ziele. ® Kochenarbeit leicht gemacht I Verlangen Sie Prospekt J.B. 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