fr. 291 Erstes Blatt Samstag, 12. Dezember 1936 186. Mrgang Schelm »Lynch, autz« JHWa Ä Annahme von Anzeige« Sonntags and F 9 ▼ V für die Mitlagsnummer M« F°m»°nL« 1 «gU ch A A « 4 Ach V' I AA AAA A <4 b.-Sst.Uhrd--«°rm,»°„ Heimat IM Bild Die Scholl. ■ IWl ■■ HbF Grundpreise für 1mm hohe „-sä.» «IIIPKP||P| 71 IKrlllr I w»ä MLL vIVflvIlvl MlllVlUvi SESS V «rmastgte Srxndpreis-- ZZZS General-Anzeiger für SberWen WW Postscheckkonto: behördliche Anzeigen 6Rpf. Frankfurt am Main 11686 Druck und Verlag: yrühl'sche Univerfitats-Yuch- und Zteindruckerei R. Lange in Giehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulftratze 7 Mengenabschlüsse Staffel 8 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen W V; K • k 1 R W ' ■ KW« ■ < ?>« : "Ä J. ■ X°W«*X< v/<< .<>•«< MW . AMWH Md--/ <.8 HmmI ZM ■ W, E ^WW Eduard VIII. hat England an Bord eines Kriegsschiffes verlassen. London. 12. Dez. (DNB.) Funkspruch.) An lieb eines Kriegsschiffes Hal der bisherige König $it England, Eduard VIII., in der Nacht zum L-mstag feine Heimat verlassen. Er traf j, Begleitung mehrerer Herren seines Gefolges kurz kch 2 Uhr im Hafen von Portsmouth ein, wo bs Schiff alsbald die Anker lichtete. Ueber fein r-ifeziel ist endgültiges auch jetzt noch nicht bekannt. Hur wenige Stunden vor der Abreife hakte der kiemalige König in einer Rundfunkan- \,tad)e von den Völkern des britischen Reiches Herrscher Abschied genommen. Ls ist wohl kaum Vertrieben, wenn gesagt wird, dah in dieser Stunde uhezu die gesamte Bevölkerung Kn gl an d s vor den Lautsprechern stand, um jetzt -in König selbst zu hören, nachdem bis- tyc nur die Regierung, das Parlament und die {reffe gesprochen hatten. 3n den Theatern, in den > tchlspielhäusern und überall da, wo größere Itten- stenmengen versammelt waren, spielten sich wäh- tnb ber Uebertragung bewegte Szenen ab, vielfach brachen die Zuhörer in Tränen aus. !luf Schloß Windsor, von wo aus Eduard VIII. p i r e Köniq Georg VI. mit seiner Familie. Links: Prinzessin Elisabeth, die Thronfolgerin. (Scherl-Bilderdienst-M.) Empire kam, von allen Schichten des Volkes mit größter Herzlichkeit ausgenommen worden. Dafür danke ich von ganzem Herzen. Ich gebe nun alle meine öffentlichen Aemter ab und lege meine Bürde nieder. Es mag einige Zeit vergehen, ehe ich in mein Heimatland zurückkehre. Aber ich werde immer das Schicksal des britischen Volkes und des Empire mit großem Interesse verfolgen. Und sollte ich mich in der Zukunft einmal als schlich- ter Bürger im Dienste Seiner Majestät befinden, so werde ich nicht versagen. .. Und nun haben wir alle einen neuen K o - n i g. Ich wünsche ihm und Ihnen seinem Volke, aus vollem herze Glück und Wohlstand. Gott segne Sie alle! Gott erhalte den König!" LmeVotschasiderKönmn-Mtter London, 12. Dez. (DNB.) Königin-Mutter Mary hat folgende Botschaft an das Volk veröffentlicht. Die Botschaft lautet: „An das Volk dieser Nation und das Empire! Ich bin so tief gerührt von der Liebe, die mich in dieser Zeit der Sorge umgeben hat, daß ich a u s tief ft em Herzen dafür danken muß. Die Sympathie und Zuneigung, die mich in meinem großen Schmerz vor weniger als einem Jahr umgeben hat, hat mir auch jetzt nicht gefehlt, und das gibt mir wieder Stärke und Kraft. Ich brauche nicht von dem Schmerze zu sprechen der einer Mutter das Herz erfüllt, wenn ich daran denke, daß mein lieber Sohn es für feine Pflicht gehalten hat, sein Amt nieber- 3 u 1 e ge n und daß die Regierung, die so hoffnungsvoll und so vielversprechend begonnen hat so plötzlich endete. Ich glaube, daß Ihr ermessen könnt, was es ihn gekostet hat, sich zu dieser Ent- scheidunq durchzuringen: und ich hoffe weiter, daß die Erinnerung an die Jahre, in denen er Jo eifrig bemüht war, feinem Land und dem Empire zu dienen, stets in Euren Herzen weiterleben wird^ Ich empfehle Euch seinen.Bruder der so unerwartet und unter so traurigen Umstanden seinen Platz einnimmt. Ich bitte Euch, lhm em so volles Maß an Treue entgegenzubringen, wie Ihr es meinem lieben Mann und auch dem Bruder des Königs entgegengebracht habt. Mit ihm empfehle ich Euch meine' liebe Schwiegertochter die dl Kö nigin fein wird Mögen sie sich derselben nie wankenden Zuneigung und ^/"e erfreuen, d Ih mir 26 Jahre hindurch bezeugt habt. 2ch weiß, d ß ihre Kinder Euch schon ans Herz gewachsen sind. ist mein °?nsL Gebet daß trotz nein wegen der gegenwärtigen Unruhe die Tre f n n f eres Landes und des Em- } mit Gottes Hilfe a u f r e ch t e r h a l t e n zugelassen. Immer, solange ich Prince os Wales war und 'Wer, als ich den Thron innehatte, bin 'ch überall nit) wohin ich auch auf meinen und gestärkt werden möge. Möge er Euch segnen und immer führen." König Georg VI. AmSamstagEidesleistungdesUnterhauses London, 11. Dez. (DNB.) Das Unterhaus wird am Samstag um 15.45 Uhr MEZ. den T r e u- eid auf den König leisten. Am Montagabend wird Baldwin eine Botschaft des Königs im Unterhaus verlesen. Baldwin teilte im Unterhaus weiter mit, daß nach Erledigung noch notwendiger Arbeiten das Unterhaus am 18. Dezember in die Weihnachtsferien gehen werde. Der neue König, dessen Vorname Albert ist, wird den Namen „König Georg VI." führen. Diese Namenswahl ist auf einen Wunsch der Königin Viktoria zurückzuführen, daß kein künftiger Herrscher Englands unter dem Namen ihres Gatten, des Prinzgemahls Albert regieren solle. Freitagnachmittag stattete Premierminister Baldwin dem König Georg VI. seinen ersten Besuch ab. „Le roi leveult.“ Die Annahme des Abdankungsgesetzes im Oberhaus. Das Oberhaus behandelte das Abdankungsgesetz in einer rein formalen ersten, zweiten und dritten Lesung. In fünf Minuten konnte die Gesetzesvorlage das Oberhaus passieren. Dann zogen sich Lord Onslow, Lord Stanhope und Lord Denham zurück und legten ihre purpurfarbenen Hermelinmäntel an. Vor vollem Hause nahmen die drei Lords dann auf der Roten Bank auf der Estrade ihren Platz ein. Die Mitglieder des Unterhauses wurden zusammenberufen und in der üblichen Form davon unterrichtet, daß der König beschlossen habe, persönlich nicht anwesend zu sein. Er habe Vollmacht erteilt, einem Gesetz zuzustimmen, das dem Hause vorgelesen worden sei. Nach den notwendigen Formalitäten der Verlesung verkündete der Clerk die Erklärung des Königs zum Abdankungsgesetz. An der einen Seite des Tisches stand der Clerk des Parlaments, an der anderen ber Lord- kanzler. Mit der alten normannischen Formel „Le roi le v e u 11“ wurde hierauf dem Willen des Königs Ausdruck gegeben. Damit war um 14.52 Uhr MEZ. die Zustimmung König Eduards VIII. zu dem Gesetz gegeben, durch das der Herzog von York König wurde. Die MWedsansprache. I London, 11. Dez. (DNB.) Um £3 Uhr MEZ. Hilt der bisherige englische König Eduard VIII. leite Rundfunkan spräche über sämtliche Sen- Ibr des Empire und die eines großen Teiles der irDeren Staaten, so daß etwa 100 Millionen Men- Ijdtm seine Rede gehört haben dürften. Der Ansager [leitete die Ansprache mit folgenden Worten ein: „j ier ist Schloß Windsor, Seine Königliche Hoheit l$r i n z E d u a r d." Der ehemalige König sagte: l .Endlich bin ich in der Lage, einige Person- llich e Worte zu sprechen. Ich habe niemals ge- m nscht, etwas zurückzuhalten, aber bis zum jetzigen 8u gendlick ist es für mich verfassungsmäßig nicht W glich gewesen, zu reden. Vor einigen Stunden jede ich meine letzte Pflicht als König und Kaiser «HiUt und nun, da mir mein Bruder, der Herzog v o n Y o r k, auf den Thron gefolgt ist, mssen meine ersten Worte dazu dienen, um ihn meiner Ergebenheit zu versichern. Das tue ilj aus vollem Herzen. Sie alle kennen die Gründe, bi mich dahin gebracht haben, auf den Thron zu v!7zichten, aber ich möchte, daß alle verstehen, daß id bei der Fassung meines Entschlusses d a s L a n d uib das Empire nicht vergessen habe, bm ich 25 Jahre hindurch als Prinz of Wales und spiterhin als König zu dienen versucht habe. Sie müssen mir glauben, wenn ich Ihnen ßage, dah ich es als unmöglich empfunden habe, die schwere Bürde der Verantwortung weiter zu tragen und die Pflichten als König fo zu erfüllen, wie ich es mit Hilfe und Unterstützung der Frau, die ich liebe, gern getan hätte. Und Sie alle sollen wissen, dah die Entscheidung, die ich getroffen habe, meine eigene — ganz allein die meine — gewesen ist. Es war eine Angelegenheit, in der nur ich allein urteilen konnte. Der einzige andere Mensch, der aufs engste mit dieser Entscheidung zusammenhängt, hat bis zum letzten Augen- ; blick versucht, mich zu einer anderen Entscheidung zu überreden. Ich habe diese schwerste Entscheidung meines Lebens nur unter dem einzigen Gesichtspunkt getroffen, was letzten Endes für alle das Beste fein würde. Die Entscheidung ist mir dadurch weniger schwer geworden, da ich sicher wuhte, dah w e i n V r u d e r mit seiner langen Erfahrung in den öffentlichen Angelegenheiten dieses Landes und mit seinen guten Eigenschaften imstande sein würde, meinen Platz ohne Unterbrechung oder Schaden für Leben und Gedeihen des Empire zu übernehmen. 3hm ist groher Segen dadurch widerfahren, dah ihm, wie so vielen von 3hnen, etwas vergönnt war, was mir nicht vergönnt war, ein glückliches heim mit Frau und Kindern. 3n diesen schweren Tagen bin ich von meiner Ulutler und meiner Familie getröstet worden. Die RUnister der Krone und insbesondere der Premiermlms Baldwin haben mich immer mit viel Ehr- erbidung behandelt. Niemals hat em V e r- ßassungsstreit zwischen mir und ihnen imd zwischen mir und dem Parlament bes den. Außerdem hätte ich, der ich in den ver- ; ffassungstreuen Traditionen meines Va ers ausgewachsen bin, niemals eine solche Entwicklung luyal und Sowjetrußland als die nächstinteressierten Mächte aufaefordert, mit ihnen zusammen erneut jede mittelbare oder unmittelbare Einmischung in den spanischen Konflikt abzulehnen. Deutschland Hot im Londoner Nichteinmischungsausschuh immer in diesem Sinne mitgearbeitet an allen Maßnahmen, die eine Unterstützung der Kriegführenden durch fremde Mächte wirksam verhindern konnten. Aber weder Frankreich nach Sowjetrußland haben bisher auch nur das allergeringste getan, um ihre Untertanen zur Innehaltung einer wahren Neutralität anMhalten. Eben erst hat der deutsche Botschafter von Ribbentrop im Londoner Nichtein- mischungsausschuß energisch gefordert, auch alle Formen der mittelbaren Einmischung, wie den Zustrom von Freiwilligen, die Lieferung von Kriegsgerät und finanzielle Unterstützung zu unterbinden und er hat außerordentlich eindrucksvolle Zahlen genannt, die beweisen, in welchem Ausmaß bereits der Kampf der bolschewistischen Horden in Katalonien in Wahrheit von französischen Marxisten und sowjetrussischen Hilfstruppen geführt wird. Vermutlich könnte die wirksame Unterbindung dieses ständigen Zustroms an Truppen, Kriegsgerät und Geld aus Frankreich und Sowjetrußland den Sieg der nationalen Waffen über den katalanischen Kommunismus sehr beschleunigen. Aber wie wenig ehrlich man selbst in Paris — von Moskau ganz zu schweigen — die offizielle Neutralitätspolitik meint, geht schlagend hervor aus den von italienischen Blättern veröffentlichten Briefen spanischer Marxisten-Emissäre, die mit Ministern des französischen Volksfrontkabinetts über Waffenlieferungen verhandelten, wobei man zur Wahrung des Gesichts der offiziellen Neutralität auf den famosen Trick verfiel, die französische private Rüstungsindustrie für die Lieferungen einzuspannen, die man den spanischen Marxisten von Herzen gönnte. Das geschah nur wenige Tage, bevor das Volksfrontkabinett Blum-Delbos mit seinem Neutralitätsvorschlag heroortrat. Sollte man in Paris inzwischen ein Haar-in der Suppe gefunden haben? Es liegen keine greifbaren Beweise für einen Gesinnungswechsel vor. Man fürchtet höchstens, daß die skrupellosen Neutralitätsoerletzungen am laufenden Bande, die sich Sowjetrußland sowohl wie Frankreich schuldig machen, weittragende Folgen haben könnten. Denn es dürfte kaum einem Zweifel unterliegen, daß Italien die Errichtung eines Sowjetstaates in Katalonien als Filiale Moskaus im Mittelmeer nicht gutwillia hinnehmen würde. Das Ablenkungsmanöver, das die spanischen Marxisten auf Anstiftung Moskaus vor dem Völkerbundsrat in Genf inszeniert haben, wird ohne Erfolg bleiben. Der gleichzeitig ergangene französischbritische Vorschlag zur Verstärkung des Nichteinmischungs-Abkommens, dem eine Dermittlungs- aktion unter den Kriegführenden in Spanien folgen soll, nimmt im Grunde dem Völkerbundsrat den Wind aus den Segeln. Wieder einmal wird der Rat vor vollendete Tatsachen gestellt und das gerade durch die beiden Mächte, die immer als treueste Verfechter des Völkerbundsprinzips aufgetreten sind. Trotzdem bevorzugen sie die Methode direkter diplomatischer Verhandlungen mit den interessierten Mächten und nirgends ist in ihren Vorschlägen vom Völkerbund die Rede. Ob man ihn vielleicht später noch einzuschalten gedenkt, wenn die geplante Vermittlungsaktion zur Beilegung des Bürgerkriegs in Spanien zu einem Waffenstillstand geführt haben sollte, worauf dann nach Ansicht der Franzosen eine Volksabstimmung unter dem Schutz der interessierten Mächte — oder vielleicht des Völkerbundes, wie ein Pariser Versuchsballon vorsichtig vorfühlt — über das künftige Regime in Spanien entscheiden könnte, das alles sind Fragen, die heute noch in weiter Ferne liegen angesichts des notorischen schlechten Willens sowohl Frankreichs wie Sowietrußlands, selbst die im ersten Neutralitätspakt übernommenen beschränkten Nichteinmischungsverpflichtungen einzuhalten. Wenn nun die spanischen Marxisten auf Anstiften Moskaus die aus freiem Entschluß souveräner Mächte und unter Berücksichtigung der tatsächlichen Verhältnisse erfolgte Anerkennung der spanischen Nationalregierung durch Deutschland und Italien vor den Völkerbundsrat zerren, so ist die Gefahr nicht von der Hand zu weisen, daß unter der geschickten Regie Litwinow-Finkelsteins aus dem spanischen Konflikt eine europäische Angelegenheit ersten Ranges würde, an der sich vielleicht der Brand entzünden könnte, auf den Moskaus Politik unentwegt hinsteuert. Frankreich und England suchen deshalb diese Sache mit Hilfe ihres neuen Vorschlags in der Hand zu behalten. Ob ihnen das auf die Dauer gelingen wird, ist bei ihrer Politik des absoluten Treibenlassens gegenüber dem provokatorischen Verhalten der Sowjets im Londoner Nichteinmischungsausschuß immerhin fraglich. Eine wirksame Friedensaktion kann sich nicht auf Abkommen gründen, die zwei der wichtigsten Teilhaber mit dem inneren Vorbehalt schließen, sie nur als Tarnung für ihre Hilfsaktion zugunsten der spanischen Bolschewisten gebrauchen zu wollen. Solange nicht einmal der Londoner Nichteinmischungsausschuß zu zeigen vermag, daß er seine begrenzten Pflichten erfüllen kann, besteht wenig Aussicht, daß ein weitergreifendes Abkommen, wie es der englisch-französische Vorschlag skizziert, den Weg zu einer Befriedung Spaniens bietet. An Deutschlands ehrlicher und tatkräftiger Mitarbeit wird es freilich auch dabei so wenig fehlen wie bisher, aber Aufgabe des britischen Kabinetts müßte es in erster Linie fein, Frankreich sowohl wie Sowjetrußland zur Innehaltung feierlich übernommener Verpflichtungen zu zwingen. F W. L. DerBölkerbund undGpanien England verteidigt den Nichteinmischungspakt. Genf, 11. Dez. (DNB.) In der öffentlichen Sitzung des Völkerbundes gab der „Außenminister" der spanischen Bolschewisten eine lange Erklärung ab, die er dazu benutzte, um Angriffe gegen Deutschland und Italien zu richten. Außerdem stellte bei Vayo die Behauptung auf, daß seine Auftraggeber den Antrag auf Einberufung des Völkerbundesrats nur „um des international I e n Friedens willen" gestellt hätten. Der englische Delegierte, Lord Cranborne betonte, der Völkerbund habe nicht für die eine oder andere Weltanschauung Partei zu ergreifen. Die Behauptung del Dayos, das System der Nichteinmischung habe völlig versagt, wies der englische Delegierte zurück. Es seien zwar Verstöße gegen das Nichteinmischungsabkommen vorgefallen, deshalb fei aber jetzt die Ueberwachung der spanischen Grenzen vorgesehen, die eine Einfuhr von Waffen praktisch verhindern würde, wenn dieses Ueberwachungssystem von beiden Parteien angenommen würde. England und Frankreich hätten beschlossen, an beide Parteien in Spanien zur Herbeiführung eines Waffenstillstandes heranzutreten. Beide Länder Das Unterhaus billigt den Thronverzicht. London, 11. Dez. (DNB.) Das Unterhaus behandelte am Freitag in allen Lesungen das Gesetz zur Abdankung König Eduards VIII. Ministerpräident Baldwin erklärte, daß das Gesetz nur ehr weniger Worte der Erläuterung bedürfe. Kanada, Australien, Neu-Seeland und Südafrika hätten ihren Wunsch zum Ausdruck gebracht, in dieses Gesetz miteingeschlossen zu werden. Das Gesetz sei erforderlich, um den König und seine Erben von der Thronfolge auszuschließen. Baldwin streifte dann die Heiratsbestimmungen im königlichen Hause auf Grund des Gesetzes vom Jahre 1772, wonach > ■ A ... #1 Ministerpräsident Baldwin verläßt das Haus Downingstreet 10, um sich zum Parlament zu begeben. — (Scherl-Bilderdienst-M.) kein Mitglied der königlichen Familie ohne die Zu- timmung des Monarchen heiraten dürfe. Es würde aber selbstverständlich falsch sein, diese Bestimmungen auf den König und seine Nachkommen anwenden zu wollen, die mit der Annahme des Gesetzes jedes Recht auf die Thronfolge verlören. Der Führer der Opposition, A 11 l e e, erklärte, daß die Labour Party das Gesetz annehmen werde, um dem Wunsche des Königs zu entsprechen und ein Kapitel in der Geschichte Englands zu beenden, das zu den traurigsten gehöre. Ein neues Kapitel müsse begonnen werden, und darum wünsche er das Gesetz zu unterstützen. Die Labour Party wolle sich nicht in Diskussionen über Monarchie und Republik einlassen, es müsse aber der Wille des Volkes regieren. Er glaube, daß der Monarchie ein schlechter Dienst durch gewöhnliche Schmeicheleien erwiesen werde. Man habe versucht, die Monarchie mit einem wirklichkeitsfremden Heiligenschein zu umgeben, um eine falsche Ehrfurcht vor dem Thron zu erzeugen. Das habe zu einer Verkennung der tatsächlichen Lage geführt. Er halte es für notwendig, daß die konstitutionelle Monarchie das gegenwärtige Zeitalter überlebe. Das Kennzeichen der Monarchie von heute solle im Interesse der Krone und des Weltreiches Einfachheit fein. Der Sprecher der unabhängigen Labour-Gruppe, Maxton, brachte einen Zusatzantrag ein, in dem zum Ausdruck gebracht wurde, daß die Vorgänge deutlich die Gefahr gezeigt hätten, die dem Brittschen Reich daraus drohte, daß alles an einer erblichen Monarchie hinge. Frieden und Wohlstand des Volkes erforderten vielmehr eine republikanische Regierungsform. Sir John Simon, der Innenminister, wies die Vorwürfe des linken Flügels gegen die Monarchie zurück und erklärte, er glaube der überwiegenden Stimmung des Hauses und des Volkes Ausdruck zu geben, wenn er sage, daß die britische Monarchie, die als Symbol der Einigkeit des Weltreiches gelle, den Stoß verwinden und gestärkt daraus hervorgehen werde, so ernst er auch sein möge. Der Wille des Volkes werde ausschlaggebend sein. Wenn das Gesetz angenommen sei, werde ein neuer Mann den Thron besteigen, der schon die Achtung des Volkes gewonnen habe. In der weiteren Debatte wurden Fragen der Ansprüche der königlichen Familie und des Vermögens des scheidenden Monarchen kurz berührt. Der Generalrechtsanwall erklärte, daß die Geldmittel aus der Zivilliste und den Einnahmen der Herzogtümer Cornwall und Lancaster stammten. Diese Mittel, die augenblicklich dem König zur Verfügung stünden, würden an seinen Nachfolger, den neuen König, übergeben, und sobald das Gesetz angenommen sei, werde König Eduard von dort keine Einkünfte mehr beziehen. Die Titel, die König Eduard als König trage, würden an feinen Nachfolger übergehen. Der Ladour-Abgeordnete Lees Smith wollte wissen, welchen Titel König Eduard nach der Annahme des Gesetzes tragen werde. Der Generalrechtsanwalt erroiberte, daß das eine Angelegenheit des neuen Königs fein werde. Auf eine Frage, ob Eduard VIII. das Land verlassen müsse, wurde erwidert, daß kein Grund zu tiefer Annahme vorliege. Der Antrag Maxtons wurde dann mit der überwältigenden Mehrheit von 403 zu 5 Stimmen abgelehnt. Ministerpräsident Baldwin dankte König Eduard noch einmal für das, was er für das Land geleistet habe. Er erklärte, daß die Zustimmung zu diesem Gesetz die letzte Handlung Seiner Majestät sein werde. Er wolle noch einmal zum Ausdruck bringen, daß man sich stets aus vollem Herzen der loyalen Dienste erinnern werde, die König Eduard seinem Lande als Prinz von Wales und während seiner kurzen Regierungszeit geleistet habe. hätten sich auch an andere Regierungen gewandt, um deren Unterstützung für diese Vermittlungsaktion zu erlangen. Lord Cranborne regte an, der Völkerbund solle sich zusammen mit vermiedenen bereits tätigen neutralen Organisationen humanitären Aufgaben in Spanien widmen. Auch bei einem späteren Wiederaufbau des Landes könne er gute Dienste leisten. Die Delegierten von Frankreich, Neu-Seeland, Polen und der Sowjetunion schloffen sich im wesentlichen den Ausführungen des englischen Delegierten an. Dann vertagte sich der Völkerbundsrat auf Samstagnachmittag. Man rechnet nicht mehr mit der Ernennung eines Berichterstatters oder der Einsetzung eines Juristenausschusses, sondern mit dem Abschluß der Angelegenheit durch eine Entschließung, in die die Anregungen des englischen Vertreters ausgenommen werden.» Anarchie in Katalonien. Blutiger Terror der feindlichen Brüder unter sich. Paris, 12. Dez. (DNB. Funkspruch.) Wie das „Echo de Paris" meldet, herrscht in Katalonien der rote Terror von Tag zu Tag in immer stärkerem Ausmaß. 300 Anhänger der s e- parati st isch-katalanischen Partei „E st a t C a t a l a i s" seien von Mitgliedern der iberischen Anarchischen-Vereinigung erschossen worden, weil sie angeblich gegen das „neue anarchistische Wirtschaftssystem" gearbeitet hätten. Unter den Opfern habe sich auch der vor kurzer Zeit auf Veranlassung der Anarchisten von Companys abgesetzte Polizeichef von Barcelona befunden. Das Echo de Paris berichtet aus Valencia, daß dort am 4. Dezember anläßlich der Beisetzung eines Kommunisten von einem Fenster des Hauses der iberischen Anarchisten mit einem Maschinengewehr auf d i e Menschenmenge gefeuert worden sei. Hierbei habe es 41 Tote und über 80 Verletzte gegeben. Der Zivil- gouverneur der Stadt habe, um den Frieden zu stiften, kein anderes Mittel gewußt, als durch den Rundfunk die Meldung verbreiten zu lassen, daß bei El Grao nationale Streitkräfte zu landen versuchten. Tatsächlich sei durch diesen Trick erreicht worden, daß die Feindseligkeiten zwischen den feindlichen Brüdern e i n g e ft e 111 wurden und Anarchisten und Kommunisten gemeinsam nach dem Hafen eilten, um sich den Nationalisten entgegenzuwerfen. England und das italienischeImverium London, 12 Dez. (DNB. Funkspruch.) „Daily Herald" erwartet in nächster Zeit mehrere Schritte zur Anerkennung des itali"nischen Imperiums. Nach Umwandlung der britischen Gesandtschaft in Addis Abeba in ein Konsulat werde der nächste Schritt der Ausschluß Abessiniens aus dem Völkerbund sein. Die Begründung hierfür werde der Umstand sein, daß der abessinische Vertreter in Genf praktisch keine Regierung vertrete. Auf der Vollversammlung im Januar beabsichtige die brittsche Regierung zum Ausdruck zu bringen, daß es in Abessinien zur Zeit keinen Ort gebe, in dem sich eine ordnungsmäßige Regierung des Negus befinde. Wenn auch die Besprechungen über die Anerkennung der italienischen Oberhoheit sorgfältig von den englisch-italienischen Mi11elmeerverh and - l u n g e n getrennt gehalten würden, so fei es doch nicht möglich, sie in ihrer praktischen Auswirkung als getrennt anzusehen. Abschaffung des Generalgouverneurs in Irland. Dublin, 11. Dez. (DNB.) Im irischen Parlament brachte am Donnerstag de Valera ein Gesetz ein, durch das der Thronwechsel anerkannt wird, gleichzeitig aber bestimmte Aende- rungen in der Vertretung der brittschen Krone im Freistaat Irland eingeführt werden. Das Gesetz sieht - die Abschaffung des Generalgou- oerneurs vor. Außerdem sollen Gesetze, die innere Angelegenheiten betreffen, künftig nur noch im Namen des Irischen Frei st a a - t e s und nicht mehr im Namen des K ö - n i g s^verkündet und durchgeführt werden. De Valero erklärte, durch dieses Gesetz werde die rechtliche und verfassungsmäßige Lage nicht berührt. Die Verfassung werde lediglich mit der Praxis in Uedereinstimmung gebracht. Der Zusammenhang mit dem Britischen Commonwealth werde nicht zerschnitten. Er habe die britische Regierung bereits von seinem Vorhaben in Kenntnis gesetzt. Was er vorschlage, sei eine rein irische Angelegenheit, die nichts mit den anderen Staaten des Britischen Commonwealth zu tun habe. Die Stellung des ©eneralgouoerneurs wird abgeschafft. Seine Pflichten werden an den Sprecher des irischen Parlaments, des Dail, übertragen, der in Zukunft Gesetze unterzeichnen wird und das Parlament auflöst. Alle anderen Aufgaben des Staatsoberhauptes werden dem Präsidenten des Irischen Freistaates übertragen. Das Gesetz läßt sich dahin zusammenfassen, daß der König in Zukunft nur noch formell den Irischen Freistaat in auswärtigen Angelegenheiten vertreten, während er im Innern keinerlei Befugnisse irgendwelcher Art mehr haben soll. Im irischen Landtag wurde das Gesetz mit 79 Stimmen gegen 55 angenommen. Streitfall in Tsingtau beigelegt. Schanghai, 11. Dez. (DNB.) Zwischen dem Bürgermeister von Tsingtau und dem japanischen Generalkonsul ist eine Verständigung über die Beilegung des Streitfalles, in dessen Verlauf japanische Truppen in Tsingtau gelandet worden waren, erreicht worden. Danach sollen die javanischen Landungstruppen am 15. Dezember zurückgezogen mürben. Der Betrieb in den bestreikten japanischen Spinnereien wird am 14. Dezember wieder aufgenommen. Die Stadtverwaltung hat zugesagt, die Arbeiterschaft zur Innehaltung dieser Vereinbarung zu veranlassen. Die Entspannuna findet sichtbaren Ausdruck in der Abreise des Vizeadmirals Hasegawa, des neuen Chefs der Dritten iavanischen Flotte, der sich an Bord feines Flaggschiffes nach Schanghai begeben hat. Wintersonnenwendfeier der SA. Berlin, 11. Dez. (DNB.) Die SA., die gerade in den letzten Monaten mit einer großen Veranstaltungsreihe „Kampfdichter lesen aus eigenen Werken" in ganz Deutschland an die breite Öffentlichkeit getreten ist, hat auch mit revolutionärem Gestaltungswillen die Formung des altdeutschen Lichtfestes der Wintersonnenwende in Angriff genommen. Außer den in allen Standorten der SA. gemeinsam mit den Werkscharen stattfindenden ein Vorbild. a Vorbild. Sen Der Stabsführer der Obersten SA.-Führung, .^griffei mcnarbeit finden. Der Stabschef stellte die Bedeutung einer engen Zusammenarbeit zwischen CA. und HI. heraus, besonders im Hinblick darauf, dch gerade die Hitlerjugend für die Zukunft das Weck des Führers garantieren müsse. Dieses kamerlü- schaftliche Treffen des Führerkorps der beiden Gliederungen der Partei gebe für die gesamte Nation Obergruppenführer Herzog, gab einen fur.yen Ueberblick über den geschichtlichen Werdegang dir ds eine ve floani di er auf Nordio Wie in ' ich eine .iad)te, ali iw $r- t Lurs-h ä MholU" Mchen Uebrigens der Pflege der Kultur besonders hingezogen. bietsführer S ch l i n d e r, der Chef des Amtes |ir die körperliche Ertüchtigung der HI., gab eimtt Einblick in die körperliche Schulungsarbeit der HZ. । Ihre Grundsätze werden in der Zukunft für die ganze deutsche Jugend verpflichtend sein. 3um; Schluß sprach der Leiter des Reichsberusswettkamfl- fes, Obergebietsführer Axmann. Im Reichst' rufswetkampf sehe die HI. die Verpflichtung der Jugend, sich zu einem neuen Berufsechos zu te»; kennen. Im Rahmen des Vierjahresplanes fomme der Sozialarbeit der HI. große Bedeutung zu, ba i mehr deng je unsere Jugend zu Oualitätsar» beitem erzogen werden müsse. WirsindeinVolkvon Soldaten! NSG. Ulm, 11. Dez. Gauleiter Spreng ir sprach in einer Versammlung der NSDAP, inj Ulm über den Weg des deutschen Volkes von Aek> sailles bis zum zweiten Vier-Jahresplan des Führers: Das deutsche Volk hatte keinen Anlaß, Zuständen der Vorkriegszeit eine Träne nachzurv einen, aber es war klar, daß alle anständigen Omt- schen, insbesondere die zurückkehrenden Frontftl- baten sich gegen das System der Judenrepublik non Weimar stellten und sich in der Folge um bin Mann scharten, der mit unerhörter Tatkraft daran- ging, sein Volk aus einem Elend und einer Erniedrigung zu führen, wie sie zu keiner Zeit in der menschlichen Geschichte ein Volk erlebt habe, i Schwätzer haben uns dabei nicht geholfen, eben Io । wenig wie sie uns heute helfen können. Mit Stelz können wir auf niegesehene Leistungen heute bereits zurückblicken, die Arbeitslosigkeit ist entfdjw dend bekämpft, der deutsche Bauer gerettet und bet ■ Arbeiter zu seinem Recht auf Arbeit wieder zuriöik- geführt worden. Kein jüdischer und fremder Einfluß irgend welcher Art vermag heute noch in Deutlich- land eine Rolle zu spielen und aus einem wehrlosen und entrechteten Volk ist Deutschland roietof eine Nation geworden, die freudig bekennt: Wir sia) ein Volk von Soldaten, das bereit ist, den Frieden,^ Sicherheit und die Entwicklung seines Reiches zu Derlei' digen gegen alle Angriffe, die der ewige Feind jeler Ordnung, der internationale Jude, gegen uns jU entfesseln versucht. Mein Zrozeh lei 3rizwisch Don Euch tun, um FNdll ( Leitung e Eine Pres Wgten anwäite ' Are Absi lion der ’ 2er Proz V bah« aus Spi ■ pion bei genau s gen dies niigt bei von Chi Gericht, des Lan! der Par daß biefi Zusamme gemeinfai die Sela' s mit ist dc I beworben I und bas I schweizer Der Thur, lungstag ieibig« Wnge «tieibigu I Mit zu 2onbe eir Ee die er Ich »erbe Aegilne ir i; lot F V/ des iV Id törinW W r! - - Fo.li Gerichte ■liefen, un H die P" 4 of hieße Ergebr Mngen no. Sie v W Sc As ball' al, ds ein ver< 55' Feiern am flammenden Holzstoß in btr Nacht des 20. Dezembers, woran sich die gefanu. Bevölkerung beteiligen wird, bringt die Oben» SA.-Führung in Zusammenarbeit mit dem Äuitur. kreis der SA. am Taae des Sonnenwendsestes, den 21. Dezember, eine Rundfunkfeier über alle deutschen Sender. Die von SA.-Standartenführer Gerhard Schumann aeschriebene Dichtung, bie der Musikreferent der Obersten SA.-Führung vertonte, wird nicht, wie ursprünglich vorgesehen, un 21 Uhr gebracht, sondern um 2 3 Uhr sich an die Volksgenossen in allen Gauen wenden. Gemeinsame Führertagung D.I! der HZ. und SA SA. Der kämpferische Geist war seit jeher untrennbar mit der SA. verbunden. Daher läge es auch in der Natur der Entwicklung, daß sie erst vor wenigen Tagen vom Führer ein neues Aufgabengebiet, die Nationalsozialistischen Kampfspiele, zugewiesen erhielt. Diese hohe Aufgabe werde ie heute dank ihrer inneren Stärke und ihrer konsequenten Haltung meistern. SA.-Gruppenfühm Jüttner wies besonders auf die gemeinfanun Linien der SA. und HI. hin, die schon dadurch ,311m Ausdruck kämen, daß der Iugendführer des Deutschen Reiches selber aus der SA. hervorgegangen sei. Reichsdramaturg Rainer Schlösser wies besonders auf die kulturpolitische Aufgabe der HZ. hin. Ohne Staatsmänner und Künstler bleibe eine Nation um ihr Bestes betrogen, und gerade die , -xi D0] Hitlerjugend, die eine kommende Zeit selbst gestalten werde, fühle sich^ zu den Fragen der Kultur urb nac ins als k Berchtesgaden, 11. Dez. (DNB.) Am Frei- tag wurde vom Iugendführer des Deutschen Rei- ällf yu“ ches, v. Schirach, in der Adolf-Hitler-Jugend- A greib herberge Berchtesgaden die erste gemeinsame Tv- gung der SA. und HI.-Führer in Anwesenheit r® des Stabschefs der SA., Lutze, der Obergruppenführer- und Gruppenführer der SA., sowie der Obergebietsführer und Gebietsführer der HI eröffnet. Der Reichsjugendführer gab dem Wunsche Ausdruck, daß dieser Tag einer ernsten Arbeit für die ganze nationalsozialistische Bewegung einen bi- deutenden Schritt nach vorwärts darstellen möge. SA. und HI sollen sich wie bisher auch für die kommenden Jahre in kameradschaftlicher Zusani- Kleine politische Nachrichten. Reichsleiter Amann hat dem Stabschef mit geteilt, daß der Zentralverlag der Par« fei zur Bescherung bedürftiger SN Kameraden zu Weihnachten einen Betrag doi 150 000 Mark zur Verfügung stellen könne. — J einem zweiten Schreiben an den Reichsführer SS Himmler teilte Reichsleiter Amann mit, daß IM Zentralverlag zur Bescherung bedürftig et SS.-Kameraden einen Betrag von 5000) Mark zur Verfügung stellen könne. * Der. deutsche Botschafter in Moskau, Graf Dtf’ der Schulenburg, suchte dieser Tage erntu-' den Volkskommissar für auswärtige Angelegt ' heiten, Litwinow, auf und brachte wiederus die Verhaftung deutscher Reich sang I höriger in der Sowjetunion zur Sprache. fy(rr || Litwinow-Finkelstein war nicht in der ß a (fle, < nähere Angaben über die den Verhafte^ ; im einzelnen zur Last gelegten strafbaren Hard lungen und über den Stand des schwebenden UM' suchungsverfahrens zu machen. * Das Gericht von Detroit (USA.) hat geßel I 19 Personen die Durchführung eines <5trafgerW I verfahrens beantragt, weil sie bei der Organi' | fierung der „Schwarzen Legion" mitty' I helfen haben und an einer Verschwörung, die W|i Bundesregierung stürzen wollte, beteiligt gewe'^U sein sollen. Die angebliche Verschwörung soll et^ll der bewaffneten Mitglieder der „Schwarzen gion" vorgesehen haben, sowie die Besetzung Bundesgebäude und Arsenals 1 1 1 < l d fein. der Das leistet Ihr OPEIi>6< iflichtung bm * zu bitt lanes fornli ifung zu, « litütsafl Ungarischer Ministerbesuch beim Reichsarbeitsdienst. Kunst und Wissenschaft Zum Verbot der Kunstkritik. NSG. In einer von dem Gaupresseamt und Landesstelle Hessen-Nassau des Reichsministeriums für Dolksaufkläruny und Propaganda einberufenen Pressekonferenz erläuterte der Landesstellenleiter und Gaupropagandaleiter Muller-Scheld das Verbot der Kunstkritik. Es waren geladen alle Hauptschriftleiter, Kunstschriftleiter sowie deren ständige und freie Mitarbeiter auf allen Gebieten der Kunst. Ferner waren geladen die Landesleiter der Einzelkammern und ihre Referenten, der Intendant des Reichssenders Frankfurt, die Intendanten der Theater, die Leiter der städtischen Kulturämter sowie führende Persönlichkeiten der kultu- rellen Organisationen. Zunächst gab Müller- S ch e l d einen Ueberblick über die Organisation der Reichskulturkammer und ihrer Einzelkammern so- irbetf tafti ifunff für Vi ”M^tnrwa^en^Verkaufsgesellschaft m. b. H. Frankfurter Strabe 52 — Telephon Nr. 2847 Unverbindliche Probefahrten: nOIOiWd»; Sprenod MU j alles dop N plan de; '1 >n Anloi,1 ine nchM« tänbigei nben ra lenrepti Folge ffl iattraftfcö und eir" ’l ner WA erlebt q Der dritte Verhandlungsia^. Chur, 11. Dez. (DNB.) Am dritten Derhand- lungstag gibt der Präsident das Wort dem Verteidiger des Angeklagten Dr. Curti. Der 76jährige Verteidiger erklärt zunächst, daß er die Verteidigung mit dem Ernst und der ruhigen Sachlichkeit zu führen beabsichtige, die im Schwerzer Lande eine Selbstverständlichkeit sei und daß er alle die enttäuschen müsse, die erwarteten, der Prozeß werde sich zu einer Abrechnung mit dem jetzigen Regime in Deutschland gestalten. Die Verteidigung bodens, um hier für viele Volksgenossen neuen fruchtbaren Boden zu gewinnen. An einer anderen Arbeitsstelle sah Minister Kozma die Abteilung 7/95 beim Wegebau im Rahmen einer Aufsiedlung. Dann stattete Ungarns Innenminister der Arbeitsdienstabteilung 3/95 in Nauen einen Besuch ab. Minister von Kozma besichtigte die Unterkunfts- und Gemeinschaftsräume des Lagers und nahm dann im Kreise der Arbeitsmänner das Mittagessen ein. In der Reichsschule des Arbeitsdienstes in Potsdam hielt bann Generalarbeitsführer Dr. Decker einen Vortrag über den Zweck und Aufbau der Reichsschule. Am Abschluß seines Besuches erklärte Minister von Kozma einem Vertreter des Deutschen Nachrichtenbüros u. a.: „Ich nehme von dieser Besichtigung die Ueberzeugung mit, daß der deutsche Arbeitsdienst eine ganz hervorragende Einrichtung ist, die für die Jugend von größtem moralischem Wert ist. Das kameradschaftliche Zusammenleben und -arbeiten dieser Jugend aller Schichten führt zu gegenseitigem Verstehen und der erforderlichen Achtung. Die Jugend lernt im Arbeitsdienst Disziplin und Arbeitsfreude. Die Organisation ist einfach und zweckmäßig. Hier zwischen den Arbeite- männern, bei ihrer Arbeit und ihren Hebungen habe ich sehr schöne Stunden verlebt. 5», eh* Der Mordprozeß Frankfurter. EmigranienIUeraiur als Material lies Verteidigers. fall ? fan'> »I'ti au. “ v\ sÄ Hi B SS Tatsachen und nüchterne Zahlen! • 6 Zylinder-Motor, geschmeidig, kraftvoll, vibrations- und geräuscharm. • Viergang-Getriebe. 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Die Umgestaltung der Großwetterlage setzt sich fort. Sie hat über Westeuropa zur Ausbildung einer sich von Nord nach West erstreckenden Tiefdruckrinne geführt. Diese wird voraussichtlich in nächster Zeit auch auf unser Wetter Einfluß nehmen, doch wird sie zunächst bei absteigender Luftbewegung auch in den Niederungen vielfach Aufheiterung herbeiführen. Auf den Berggipfeln herrscht zur Zeit heiteres und verhältnismäßig mildes Wetter. Aussichten für Sonntag: In den Niederungen noch stellenweise neblig, sonst aufgeheitert und im wesentlichen trocken, bei schwachen, veränderlichen Winden tagsüber etwas milde, nachts Frost. Aussichten für Montag: In den Niederungen zunehmende Neigung zu Nebel- oder Hochnebelbildung, im ganzen etwas unbeständiger, nachts Frost. Lufttemperaturen am 11. 12.: mittags 0,8 Grad Celsius, am 11. 12.: abends 1,0 Grad, am 12. 12.: morgens 0,5 Grad; Maximum 1,5 Grad, Minimum heute nacht 0,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 11 12.: abends 0,4 Grad, am 12. 12.: morgens 0,4 Grad. Wintersport-Wetterbericht. Vogelsberg, Hoherodskopf: Nebel, — 2 Grad, 25 cm Gesamtschneehöhe, Pulverschnee, Ski und Rodel gut. Herchenhainer Höhe: Nebel, —4 Grad, 21 cm Gesamtschneehöhe, Rauhreif, Ski und Rodeln gut. Taunus, Kl. Feldberg: Heiter, 0 Grad, 20 cm Gesamtschneeehöhe, Rauhreif, Ski und Rodeln gut. Sauerland. Winterberg: Bewölkt,—4 Grad, 40 cm Gesamtschneehöhe, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut. Rhön. Wasserkuppe: Heiter, 0 Grad, 20 cm Gesamtschneehöhe, Rauhreif, Ski und Rodel sehr gut. son Emigranten und Kommunisten zusammenge- :an, um in der Schweiz eine neue Propa- rufsBetftmi janba gegen Deutschland zu entfalten. Unter der Leitung eines roten spanischen .Konsuls" wurde \ eine Pressekonferenz veranstaltet, in der die be- / Züchtigten früheren Berliner Kommunisten-Rechte- inroäite Apfel und Rosenfeld den Ton angaben. ' Ihre Absicht besteht darin, der Auslandsorganisa- tion der NSDAP, möglichst ein Ende zu bereiten. Der Prozeß Frankfurter ist allerdings der ungeeignetste Auftakt zu einem solchen Feldzug. Da- lAfbhW ,er haben die Kommunisten angebliches Material ivtvumi. lJrU5 Spanien vorgelegt, das die Auslandsorganisa- lion belasten soll. Es wird sich mit diesem Material genau so verhalten, wie mit den anderen Fälschungen dieser jüdisch-bolschewistischen Zentrale. Es ge- mügt der Hinweis, daß der Amtskläger im Prozeß »on Chur, also der Beauftragte des Staates vor Gericht, ganz ausdrücklich die volle Loyalität bes Landesgruppenleiters der Auslandsorganisation ier Partei hervorgehoben hat. Er hat bargetan, »aß diese Gliederung nichts anderes fei, als die Zusammenfassung der Reichsdeutschen zur Pflege gemeinsamer Interessen, die in gar keiner Weise die Belange des Gastgeberstaates berührten. Damit ist das bestätigt, was schon früher die Polizeibehörden über Wilhelm Gustloff festgestellt haben and das der zuständige Bundesrat Baumann im Schweizer Parlament amtlich erklärt hat. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. XL 36: 11000. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts- Buch« unb Steinbruckerei R. Lange, K.-G., sämllich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit ber Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. unb Samstags 15 Pf., mit ber Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Vergebliche Ablenkungsversuche. Mit dem sonderbaren medizinischen „Gutachten" öe5 Dr. Jörger hat ber Prozeß gegen David Frankfurter das Stichwort gefunden, an das die Verteidigung anknupft, die von dem Weltjudentum Dirigiert wird. Der feige Mord wird als eine spontane Tat hingestellt, die aus „seelischen Hemmungen" des Frankfurter entstand, der in das Verbrechen förmlich bmemgetrieben worden sei, um das Judentum in Deutschland zu rächen. Zur Fortführung dieser famosen Theorie, die einen Freibrief für alle Meuchelmörder darstellen würbe, wenn das Gericht ihr folgen wollte, sollte Das Plädoyer dienen, das am Freitag der Verteidiger Dr. Curti hielt und das den ganzen Ver- handlungstag füllte. Dieser Anwalt hat es fertig gebracht, einen ganzen Vormittag zu sprechen, ohne Den Namen David Frankfurter auch nur zu nennen. Er ist klug genug, um zu wissen, daß dieser üble Bursche nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme jeden Funken von Sympathie in diesem Gerichtssaal eingebüßt hat. Umso stärker ritt Dr. Gurti auf den angeblichen deutschen „Greueln" herum, die zur „psychologischen" Begründung unb Entschuldigung ber Morbtat bienen sollen. Das Plädoyer stellt benn auch ein Sammelsurium aller verlogenen Behauptungen und Entstellungen bar, eine Liederholung aller ©reuellügen, die in der jüdischen und bolschewistischen Literatur angehäuft sind. Uebrigens sind in Chur in den Buchläden die Schriften dieser Art verschwunden, die Bevölkerung hat begriffen, worum es geht und sie braucht nur die Berichte aus Spanien und aus Sowjet-Rußland zu lesen, um zu wissen, was Greuel sind, so daß die Produkte der Ludwig-Cohn unb Genossen alle aktuelle Bedeutung verloren haben. Nach solchen Ergebnissen braucht das neue Deutschland die Vorlesungen des Dr. Curti nicht tragisch zu nehmen. Sie verfolgen doch nur den Zweck, die aussichtslose Sache eines Meuchelmörders zu retten, der sich bald als „heroischer" Rächer seiner Rasse, bald als ein verzweifelter Selbstmordkandidat, nun aber als eine verfolgte Unschuld hinstellen läßt, die nur dem Zwange einer „inneren Stimme" gefolgt ist, als er auf einer Zigarettenschachtel das Programm des Mordtages aufstellte und auch nicht vergaß, die Pistole in die richtige Tasche zu stecken, der schnell noch eine kleine, aber wichtige Fälschung fertig brachte, als er den Inhalt dieser Niederschrift vor Nericht vom Jugoslawischen ins Deutsche übertrug. Jene Vorbereitungen zum Morde lassen auch die Frage nach den Hintermännern Frankfurters als berechtigt erscheinen, auf die im Churer Prozeß leider nicht genügend eingegangen wurde. Inzwischen hat sich eine internationale Clique Die hier dargestellte Bergsieigefähigkeii, die gestoppte Spitzengeschwindigkeit von 105 km/Std. und das entsprechend große Beschleunigungsvermögen kennzeichnen den OPEL »6« als Wagen für hohe Reisegeschwindigkeit und unermüdliche Dauerleistung. AUSFÜHRUNG 1937! Berlin, 11. Dez. (DNB.)Zu Ehren des in Ber- lin weilenden Königlich Ungarischen Ministers des Innern, Nikolaus von Kozma, gab der Reichsminister des Innern, Dr. Frick, am Freitagabend in seiner Wohnung einen Empfang. Diesem Empfang, der die interne Aussprache über Fragen des Gesundheitswesens, der Polizei unb bes Arbeits- bienstes einleitete, wohnten auch bie Staatssekretäre Pfunbtner, Lammers unb Reichsarbeits- führer Hierl, Ministerialdirektor G ü 11 unb mehrere Mitarbeiter von Reichsminister Dr. Frick bei. Am Schlüsse einer Ansprache lud Exzellenz von Kozma den Reichsinnenminister Dr. Frick zu einem Besuch nach Budapest ein. Reichsminister Dr. Frick bankte für bie Einlabung und erklärte, baß er voraussichtlich im kommenden Frühjahr der Einladung Folge leisten werde. Minister von Kozma lernte den Reichsar- b e i t s d i e n st an allen seinen bedeutenden Stätten, so im« Hause des Arbeitsdienstes in Berlin- Grünewald, in der Reichsschule in Potsdam und an mehreren Arbeitsstellen beim praktischen Einsatz kennen. Eingehend ließ sich Minister von Kozma am anschaulichen Kartenmaterial die gewaltigen Erfolge des Arbeitsdienstes mitteilen, so vor allem das Ergebnis bes letzten Jahre 1935/36. In diesem Zeitabschnitt hat die Ertragssteigerung auf den durch das Werk des Arbeitsdienstes verbesserten Flächen einen Wert von 21 Millionen Mark betragen. 50 000 Hektar wurden den Hochwasserüberflutungen entzogen. Der hierdurch erzielte Ertragsgewinn beträgt 10 v. H. 140 000 Hektar vernähten Kulturlandes wurden entwässert. 125 000 durch Erbteilckng zersplitterten Besitzes wurden zu geschlossenen Wirtschaftsbetrieben zusammengefaßt. 70 000 Hektar Kulturland wurden durch Anlage von 1400 Kilometer neuer Wege erschlossen. 4000 Hektar Land wurden aufgeforstet. 12 000 Hektar wurden durch Kulturpflege einem besseren Ertrage zugeführt. 25 000 Hektar Wald wurden durch 1200 Kilometer Forstwege erschlossen. Der Bau von 6000 Heimstätten wurde durch Baugrubenaushub und Wegebau gefördert. Nach diesen eindritzksvollen Darlegungen und der Besichtigung einer historischen Ausstellung ging es nach dem Osthavelland. Am östlichen Rande des oberen Rhinluches arbeitet die Abteilung 6/95 des Arbeitsdienstes an der Entwässerung des Moor- werde sich vielmehr mit dem Motiv der Tat, die er selbstverständlich nicht billige, befassen. Wenn sie aus politischen Dingen Stellung nehmen wolle, so müsse die Verteidigung bekennen, daß sie den Versailler Vertrag als ein Verbrechen betrachte, daß sie Sympathien mit dem gigantischen Kampf Deutschlands um feine Freiheit empfinde, und sie müsse den Dank an Deutschland, dem Lande eines Herder, Lessing, Schiller unb Goethe, für die Güter seiner Kultur, bie besonbers in der Schweiz hoch anerkannt werben, aussprechen. Die Verteibigung werde das Gebiet ber Politik nicht betreten, obwohl bie Tat insofern politischer Natur sei, als sie sich gegen einen hohen Repräsentanten bes benachbarten Reiches gerichtet habe. Gustloff fei in ben Diensten seines Vaterlanbes gestorben unb bie Verteibigung verneige sich in menschlicher Teilnahme vor feiner Witwe. Als Der- teibiger, erklärte Dr. Curti, fühle er sich aber verpflichtet, bafür einzutreten, baß bie Tat Frankfurters nicht härter beurteilt werbe, als sie es ver- Zunächst roanbte sich ber Verteibiger bann ber Frage der Stellung Gustloffs in ber Schweiz zu. Er habe einen Druck auf bie Deutschen in der Schweiz ausgeübt im Sinne ber Gleichschaltung. Er habe in bie Souveränität eines Laubes hinübergegriffen, wenn er Davos, besten 7000 Betten zu 40 v. H. burch Deutsche belegt seien, als politisch, ungünstiges Klima erklärte und dadurch erreichte, daß bie Reichsbeutschen ausblieben. Zum angeblichen Nachweis ber Üebertretung feiner Gastpflichten burch Gustloff zieht ber Verteibiger bann bie Interpellation bes Juden Moses Nachmann- Silberroth vom Dezember 1933 im Großen Rat des Kantons ©raubünben heran, die von der Regierung selbst als gegenstandslos abgelehnt wurde, wobei festgestellt wurde, daß sich Gustloff einwandfrei verhalten habe und keinerlei Der stoße gegen das Schweizer Recht und insbesondere nicht gegen das Vereinsrecht zu verzeichnen gewesen seien. Nack einer Pause wendet sich der Verteidiger dann dem Kapitel „Judenverfolgung" zu, über das er dem Gericht eine 254 Seiten umfassende „D o - kumentensammlung" vorlegt. Aus dieser Sammlung verliest Dr. Curti bann stundenlang Steuerungen führenber Persönlichkeiten bes neuen Deutschland über die Juden, meist nur einzelne Sätze unb kurze Abschnitte, denen oftmals anzumerken ist, daß sie willkürlich aus dem Zusammenhang gerissen sind. Wenn auch bas Recht ber Verteibigung, alles vorzubringen, was für die Beurteilung Der Motive des Mörders von Belang fein könnte, keineswegs bestritten werden soll, so ist doch festzustellen, bah bas, was Dr. Curti — entgegen seiner Ankündi- gung, sich nicht mit ber Greuelliteratur zu beschäftigen — in dieser Dokumentensammlung über die Behandlung ber Juben in Deutschland zusammengetragen hat, an bie schönste Greuellitera- tur ber Emigranten erinnert. Dem Angeklagten ist von biesem ganzen Material, aus dem doch die feindliche Einstellung bes Mörders gegen das neue Deutschland und feine Vertreter bewiesen werden soll, nur ein verschwindender Bruchteil bekannt. Die Verlesung dieser unappetitlichen Greuelliteratur jüdischer Emigranten unterbrach ber Präsident durch bie Verlesung eines Telegramms, bas Dr. Hans Hoffmann, St. Gallen, ber Sohn des ehemaligen Bundespräsidenten ber Schweiz Dr. Arthur Hoffmann, an ben Gerichtshof gerichtet. In diesem Telegramm protestiert er entschieben gegen ben Mißbrauch bes Namens seines Vaters durch bie Verteidigung. Der Vorsitzende unterstreicht ausdrücklich den Einspruch, daß der Name des ehemaligen Bundespräsidenten überhaupt genannt werde. Zugleich bittet ber Vorsitzende den Verteidiger, die Verlesung dieser Literatur rinzuschräuken. Die Verlesung nimmt trotz- dem noch ben ganzen Rest bes dritten Verhand- lungstages in Anspruch. wie über die Bedeutung des Landeskulturwatters unb der ßanbesleiter der Einzelkammern im ©au Hessen-Nassau. Nach einem Ueberblick über bie Le- beiitung ber Presse im Rahmen ber großen naho- nalsozialistischen Kulturpolitik gab der Letter ber Lanbesstelle ausführliche Anweisungen über Die neue unb im Kulturleben aller Völker einzigartige Verfügung bes Herrn Präsidenten ber Reichskultur- fammer Dr. Goebbels. Damit sind auch im ©au Hessen-Nassau bie Richtlinien über bie öffentliche Betrachtung von Kunstwerken aller Art gegeben. Aus aller Welt. Sechs Todesopfer eines Linsturzunglücks. In Grafing (Oberbayern) ereignete sich am Donnerstag ein schweres Einsturzunglück, bei bem fünf Arbeiter unb eine Hilfsarbeiterin ums Leben kamen. Am Markt von Grafing wollte eine Brauerei ihren Keller nertiefen lassen. Währenb ber Bauarbeiten zeigten sich im Gewölbe starke Risse. Der Baumeister gab sofort Auftrag, ben Keller zu verlassen, als ihn ein Arbeiter auf bie Risse aufmerksam machte. In dem Augenblick, in dem die Arbeiter ben Keller verlassen wollten, stürzte bas Gewölbe ein unb begrub acht Personen unter sich. An den Bergungsarbeiten beteiligten sich außer der Feuerwehr auch ber Reichs- arbeitsbienft und Münchener Pioniere. Zwei Der« schüttete Arbeiter konnten, ber eine nach viel- stündiger Arbeit, lebenb geborgen werben. Die übrigen müssen nach Ansicht ber Sachverständigen verloren gegeben werben. Zur Zeit wirb noch an der Bergung der Toten gearbeitet. Zur Linderung der ersten Not hat der Leiter ber Deutschen Arbeitsfront Dr. Ley für bie Hinterbliebenen ber ums Leben gekommenen Arbeiter 5000 Mark gestiftet. Der bayerische Ministerpräsibent Siebert spendete 2000 Mark. Don der Stiftung „Opfer ber Arbeit" gingen 5000 Mark ein. Drei Knaben ertrunken. In Aich au bei Feuchtwangen (Mittelfranken) vergnügten sich brei Knaben in ber Nähe bes Feuer- weihers mit Schlittenfahren. Dabei sauste der Schlitten in rascher Fahrt über das Eis des Weihers und brach ein. Die drei Knaben gingen unter unb ertranken, da niemand Zeuge des schrecklichen Unfalles war. Halfen, eilt’* nen. W-"- |QQ an ab Werk Preis von RM -SA.) ö 6« Unser gui tiertes Lat it sor- schön - gut - billig lager in Carl Schunck Bahnhofstraße 64 8001 D wir zu richten an 7926D Heilmassage Anneliese Lorenz Iti l- j "I Ig., sol. Arbeit.» Verschiedenes & 3., wünfcbi ■ . 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Interessenten, die keine Aufforderung erhalten, sind ebenfalls verpflichtet, ihre eichpflichtigen Gegenstände zum obengenannten Zeitpunkte zur Nacheichung vorzulegen. Die Gegenstände sind gehörig hergerichtet und gereinigt von vormittags 8 bis 13 Uhr einzuliefern. Sind Reparaturen an Waagen nötig, so empfehlen wir, solche von einem zuverlässigen Fachmanns, tunlichst unter vorheriger Preisvereinbarung, ausführen zu lassen. Die Auftragserteilung für die Reparatur ist Sache des Besitzers. Die Eichbeamten haben damit nichts zu tun, und die Waagenreparaturschlosser sind nicht Beauftragte der Eichbehörde, sondern private Gewerbetreibende. Die Neigungswaagen, Schaltgewichtswaagen sowie solche Gegenstände, die wegen ihrer Größe oder Befestigung am Aufstellungsort oder ähnlichen Gründen nicht eingeliefert werden können, werden auf besonderen Antrag am Standort des Gegenstandes nachgeeicht. Eichungen, die am Aufstellungsort der Gegenstände stattsinden sollen, sind bis spätestens 24. Februar 1937 beim Eichamt zu beantragen, widrigenfalls der nicht ermäßigte Mindestgebührenzuschlag (5,— RM.) in Ansatz gebracht wird. Auskunft erteilt das Eichamt. 7931V Für die Einlieferung der Gegenstände beim Eichamt Gießen sind folgende Zeiten festgesetzt: oder: Der wundersame Regenschirm. ist wahre Sparsamkeit/ Pflege und Reinigung aller Marken und Systeme im Abonnement. Be. ratung unverbindlich und kostenlos. Baums&Treibig Bttromaschinen und 7206Ö -Organisationen Reparaturwerkstatt für alle Bttromaschinen Ideal-und Erika- Vertretung Gießen Wolfstraße 12 an d. Kaiserallee Ruf 3700 liegt so Ml Muk Die glückliche Wahl des schenkes verdoppelt die Festes» freute. Die Kunst des Schenkens in den Dienst ter Schönheit gestellt, erhöht den Wert der Gabe. Geheimnisvoll trägt jeder unter den vielen Päckchen ein ganz besonderes nach Hause, und wenn dann die hüllen fallen, zeigt es sich: Schönheitssinn schuf in zwei Seelen einen Gedanken! 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M Der Blick des kleinen Mädchens ist ernsthaft und gesammelt auf das schwebende Wunder einer Puppenschaukel gerichtet; die Kinderhand tastet behutsam nach dem einfachen Spielzeug, dessen Mechanik es noch nicht durchschaut, und dessen sinnbildliche Kraft es noch nicht ahnen kann: ihm genügt vollkommen das einfache Vergnügen an dem Auf und Nieder, an der bemalten Waage, die der Finger für eine Sekunde im Gleichgewicht zu halten vermag, ... und im Bruchteil einer Sekunde den Spannungsreiz zu erleben, nach welcher Seite sie sich senken wird, welcher von den beiden bunt lackierten, hutbekrönten Schaukelmännern diesmal schwerer sein wird; und es ist lustig zu betrachten, wie die beiden Gesichter, stumm und rund und pausbackig, im unermüdlichen Wettstreit sich an- starren, als ob dies kein Spaß und Zeitvertreib wäre, sondern ein ernstlicher Zweikampf, ein geschnitztes Turnier: auf und nieder, auf und nieder, roter Rock und gelbe Hose, rote Hose, gelber Rock .. * Der Blick der Mutter aber, die ihr kleines Mädchen auf dem Schoß hält, hat sich an den steifgereckten Tannenbäumchen inmitten des Spielzeugs verfangen und an dem winzigen, hölzernen Engelreigen'rundum; in ihrem Ohr summt noch die zarte Melodie der alten Weihnachtsmusiken nach, die an diesen dunklen Adventsabenden wieder einen ganz neuen Klang bekommen. Sie sieht die kleinen, hölzernen Figuren, die sich da unermüdlich rundum bewegen, mit ihrem inneren Auge, in der Phantasie lebendig und rosig verwandelt, in den Himmel erhoben, geflügelt und musizierend mit kleinen Flöten und' Geigen auf einem goldenen Wolkensaum ... Altdorfer, denkt die Mutter in ihren Weihnachtsgedanken und erinnert sich flüchtig und ungewiß, Dürer Cranach die Flucht nach Aegypten Sie sicht nun auch die steifen Spielzeugtannchen erst in einen altdeutschen Wald und dann in schlanke, wehende Palmenbäume verwandelt; sie sieht den bärtigen Mann und sieht die zarte Frau in sich zusammengekauert auf dem geduldigen Eselchen reiten, und weich und weit, in großen, bauschigen Falten vom blonden Haupt bis über die Füße herabwallend, umschließt der dunkelblaue Madonnenmantel beide — Mutter und Kind. „Hoch oben schwebt jubelnd der Engelein Chor" . Und über dem Engelchor steht, eine silbern strahlende, wegweisende Helle ausgießend über das weite stille Land, der Weihnachtsstern * Die Mutter in ihren versponnenen Gedanken empfindet mit einem Male die lebendige Wärme des eigenen Kindes auf ihrem Schoß, das da so weltvergessen und hingegeben spielt, und sie erlebt in dieser träumerischen Stunde ganz neu und ganz nah die alte Weihnachtsgeschichte, wie sie der Evangelist Lukas ausgezeichnet hat im zweiten Kapitel. Ihr Blick gleitet ab, über den Engelreigen weg ins dunkle Grün des Adventszweiges, spiegelt und fängt sich in der stillen, goldenen Kerzenflamme, die sie unbewußt als ein Sinnbild der Erneuerung, der Geburt und der Wiederkehr des Lichtes entzündet hat, als der Kranz mit roten Bändern und silbernem Engelshaar geschmückt war. ♦ „Es begab sich aber zu der Zeit, daß ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging" ... so klingt es wie eine ferne Schulerinnerung in ihr nach, und sie erlebt auf einmal die Geschichte von Geburt und Flucht und Verkündigung an die Hirten auf dem Felde mit all den Einzelheiten, die sie so oft und meist gedankenlos vor sich hingesagt, gehört ober gelesen hat: „ .. mit Maria, seinem vertrauten Weibe" denkt die Mutter und empfindet wie nie zuvor die innige Sprachgewalt der lutherischen Verdeutschung: wie anders könnte diese Maria genannt werden. Und so weiter, Wort für Wort und Vers um Vers: „... wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge ..." * Und eben in dem Augenblick, wo das kleine Mädchen auf ihrem Schoß müde geworden ist vom Spiel und feine gesammelte Aufmerksamkeit abzuschweifen beginnt von den beiden hölzernen Reitern, die sich auf der Waage gemessen haben, ist auch die Mutter mit ihrer Weihnachtsgeschichte am Ende angelangt: „... große Freude" klingt es in ihrem Ohr und „Friede auf Erden, und den Menschen ein Wohlgefallen!" Und ein heller, warmer Schein fällt von der Kerze auf die beiden Gesichter, auf Mutter und Kind, die in dieser stillen Stunde, jedes für sich, einen Glanz und eine Vorahnung des nahen Weihnachtsfestes empfangen haben. hth. Mder„SchleswigHolflem"aujSchulschiffsreise Von Friedrich Karl Birnbaum, Kapiiänleuinani. IV*. 3n See von den Kanarischen zu den Kap Serbischen Znseln. 6. November. Unentwegt, nur langsam heißer und unbarmherziger, strahlt die Sonne vom ewig blauen Himmel. Dankbar begrüßen wir deshalb den Befehl zum Sonnensegelsetzen, die seither nur im Hafen Schatten spendeten, und die Einführung des Tropenanzuges für die Besatzung: Kurze weiße Hose, Sporthemd. Ein anderes unscheinbares Kleidungsstück beginnt jetzt seine Notwendigkeit unter Beweis zu stellen: die wollene Leibbinde, die des Abends anzulegen ist. Die ersten Magen- und Darmkatarrhe treten mit der für die Tropen typischen Heftigkeit auf und geben den Unbelehrbaren einen empfindlichen Denkzettel mit. Fliegende Fische schwärmen in immer dichteren Scharen um den Bug, liegen zu Dutzenden des abends schnappernd auf dem Seitendeck. Alles glauben sie uns, die Lieben in der Heimat, wenn wir nachher unser Garn spinnen, „haushohe" Wellen, Seeschlangen und Ungeheuer — nur die harmlosen Fischlein, die mit ihren buntschillernden Flügelflossen wie Libellen über das Wasser flitzen, Hunderte und mehr Meter durch die Luft, die glaubt man uns nicht! Dabei bevölkern sie zu Millionen die tropischen Meere und schmecken sogar vorzüglich, wenn man sie zu fangen und zuzubereiten versteht. Eifrig späht das Signalpersonal und jeder, Der seine wöchfreie Zeit in der frischen Luft an Oberdeck verbringt, nach den tückischen Rückenflossen aus, die den gefürchteten Seeräuber H a i verraten, wenn er ums Schiff streicht. Und wirklich begleitet uns ein stattlicher Pirat, taucht unter und wirft sich spielend auf den Rücken, für Sekunden den weißen Leib und das gefährliche Maul zeigend. Der Kommandant entschließt sich, nachdem das sonnabendliche große Reinschiff beendet ist, einen ersten Versuch mit unserer kunstgerecht ausgebrachten Haiangel zu machen Ein mächtiger Fleischbrocken wird als Köder auf den gewaltigen Angelhaken gespießt, und unter der Backsspier, wenige Meter versenkt, gefahren. Das Schiff läuft nur geringe Fahrt und wiegt sich in der langen Dünung, die der sich immer stetiger durchsetzende Nordostpassat vor sich herschiebt. Doch die Burschen beißen nicht, obwohl noch verschiedentlich die scharfen Flossen gesichtet werden, und in dem * Teil I im Gießener Anzeiger Nr. 262, Teil II in Nr. 285, Teil III in Nr. 286. schnell hereinbrechenden Abend schießt einer, wie zum Spott, zwischen Bordwand und Köder durch, um auf Nimmerwiedersehen zu verschwinden. Wartet nur ihr Bestien, im Hafen wird schon einer dran glauben müssen! Schon ist es wieder Zeit, in der schnell herein- brechenden Dämmerung, wo man mit dem Sextanten die ersten auftauchenden Sterne auf die noch klare Kimmen herunterholen kann, das Abend- b e st e ck zu machen. Stets ergibt sich eine geringe Versetzung von wenigen Meilen nach Westen, die auf den Passat und die herrschende Strömung zurückzuführen ist. Ein beneidenswerter Kurs für jedes echte Seglerherz; Bagstagsbrise, zwei Strich von Achtern, Windstärke 3 bis 4, und dann voll Zeug! Doch wir sind ja ein Kriegsschiff mit Panzer, Maschinen und Kanonen, und viel gibts zu lernen in diesen Seetagen für unsere angehenden Seeleute und Ingenieure. Beide Rettunaskutter werden zu Wasser gelassen, und die Kadetten lernen zum erstenmal in der hohen Dünung pullen, in der das Schiff mit ganz geringer Fahrt sich leise wiegend südwärts steuert. Ich habe Brückenwache, und die Gedanken eilen zehn Jahre zurück, wo ich selbst da unten im Kutter saß und an meinem Riemen holte. Die gute alte „Hamburg" verschwand bis auf die Mastspitzen hinter riesigen blaugrünen Wogenkämmen, so oft der Kutter von dem überkämmenden Wellenberg hinabschoß zu Tal. Stück für Stück, Meter um Meter wurde aufgeholt, und wenn man glaubte, jetzt haben wir's geschafft, ging der W. O. wieder mit der Fahrt an, damals vor Sankt Thomas — Einsatz und Durchhalten bis zum Letzten, männliche Eigenschaften erzieht der Bootsdienst und nicht zuletzt: Zusammengehörigkeitsgefühl und Kameradschaft; zuuu — gleich! Hoool — weg! Unser Kutter muß der Erste sein! Beim Boje-über-Bord oder beim Wettpullen im Hafen. So werden Höchstleistungen erzielt. Gefechtsdienst, Entfernungsmessen, wozu unser Begleitdampfer „Rudolf Albrecht" uns als Ziel dient, wechselt mit Einzel- und Divisionsausbildung, Brücken- und Signaldienst. UeberaU sieht man Gruppen beim Unterricht. Frische Gesichter haben sie bekommen, braun gebrannt und blanke Augen. Weit ist der Weg noch, wir stehen noch am Anfang Ro«Äs das beliebte Weihnachlgeschenk Kleine Geschichten um Lenvach Zum 100. Geburtstage des Malers am 13. Dezember. Ein „echter Lenbach". Der Vater, ein biederer Maurermeister, hatte für das Streben des kunstbegeisterten Sohnes nur wenig Verständnis. Sein Wunsch war, daß der „Franzi einst wie er sich dem Baufach widmen sollte Bereits im Alter von elf Jahren verließ der Knabe die Dorfschule im heimatlichen Schrobenhausen, um die Gewerbeschule in Landshut zu besuchen. Lenba ch berichtet später selbst in seinen Erinnerungen, wie der Unterricht in Landshut ihn in den „Wissenschaften" des Lesens und Schreibens, m denen er von der Dorfschule her nur schwache Anfangsgründe erworben hatte-, erfreulich gefordert had^ Nur in der Religion aber wurde ich sehr schwach befunden", setzte er hinzu mit einem behaglichen Lächeln über ein „höllisches Komplott , das er dem ehrenwerten, aber sehr wenig beliebten Religions- kbrer einst geschmiedet hatte. Er zeichnete auf weichen Stoff die Sigur eines Esels schnitt sie aus und neb sie sorgfältig mit Kreide ein. Als nun der Lehrer sich wahrend des Unterrichts arglos an die Bank lehnte, auf der Len- bach saß drückte der übermütige Knabe dreimal die Cfclsfiqur auf den schwarzen Rack ab Mit diefen drei Gemälden — jedes em „echter Lenbach — geschmückt, ging der ahnungslose Lehrer würdevoll durch die Straßen nach Hause, ohne zu verstehen, welchem Umstande er das Ehrengeleite der Landshuter Straßenjungen zu verdanken hatte^ Der junge Lenbach dessen Erstlingswerk so wenig Anerkennung fand, nahm die Vorbezahlung die: sich. am folgenden Tage auf die Verlängerung sES Ruckens entlud, für den gelungenen Scherz gern m Kauf. Lenbach zu Fuß. Nach des Vaters Tode erst konnte Lenbach, der es inzwischen bereits zum Maurergesellen gebracht, lebte dort im Dorfe Aresing von seiner Arbeit. E Ist kennzeichnend für seine Liebe zur Antike, su ol ihm'im^Äugsburg das «ßej m , daß er es zu Leistungen als Schnelläufer brachte, auf die er noch später stolz war. „Von Schrob nämlich die Angewohnheit, die Plätze an verschiedene Aussteller zugleich zu vermieten, ohne sich um dis heillose Verwirrung, die er damit hervorrief, zu kümmern. Lenbach, der mit seinem heftigen Unwillen nicht im geringsten zurückhielt, ging in das Büro, um dem Direktor seine Meinung zu sagen. Dabei muß erwähnt werden, daß der Schluß der Ausstellung des gewaltigen Umfanges wegen durch ein Nebelhorn angekündigt wurde, das mit ohrenbetäubendem Geräusch durch alle Räume klang. Als Lenbach nun Herrn von Senborn soeben auf seinem Büro in bayerischer Unverblümtheit „den Marsch geblasen" hatte und sich fast am Ende feiner Kraftausdrücke fühlte, tönte markerschütternd das Nebelhorn durch die Hallen. „Sie senborniertes Nebelhornvieh, Sie werden mich noch kennen lernen", krönte Lenbach seine „Meinungsäußerung", indem er das Büro verließ. „Diese Anrede schien wider Erwarten dem Herrn Direktor eher zu schmeicheln als ihn zu verletzen, denn er entschuldigte sich über und über in den gewähltesten und höflichsten Ausdrücken", berichtet der Maler später selbst mit schmunzelndem Behagen. Maler und Kanzler. Von dem Zusammentreffen mit Bismarck berichtet Lenbach selbst, wie er bei seinem Aufenthalt in Gastein auf Drängen seiner Freunde in der Wohnung des Fürsten seine Karte abgab. Als er nach dem Essen das Hotel verließ, begegnete er dem Kanzler, der mit freundlichem Gruß auf ihn zutrat und dem Maler erklärte, er habe eben die Absicht, ihm seinen Gegenbesuch zu machen. ,.Da muß ein Irrtum vorliegen", zweifelte der stets schlagfertige Lenbach; „Durchlaucht müssen mich da mit dem seligen Rubens verwechselt haben." Geistesgegenwärtig verneinte er — „obwohl er sein Dessert noch in den Zähnen spürte" — die Frage des Kanzlers, ob er bereits gespeist fjabe und folgte gern der Einladung zum Mittagefsen. Bismarck, der in einer Laune war, „jeden für einen Spitzbuben zu halten, der ihm nicht klar und deutlich das Gegenteil beweise", erleichterte feine Stimmung ein wenig bei dem scherzhaften Versuch es Malers, ihm für feine Person das Gegenteil zu beweisen ßenbacb hat dann eine lange Zeit im Hause Bismarck verkehrt. Er wehrt sich aber nachdrücklich gegen die irrige Auffassung, daß zwischen ihm und dem Kanzler etwas bestanden habe, was man im gewöhnlichen Leben „ein freundschaftliches Verhältnis" zu nennen pflegt Das Verhältnis Bismarcks zu ihm beschränkt sich nach seinen Worten darauf, daß er „nach des Fürsten Ansicht nicht gerade ein Dummkopf und diskret sei, ihn aber sonst in keiner Weise geniere" ..Mir selbst aber", erklärt der Ma- hausen bis München über Dachau zählt man neun I deutsche Meilen. Da bin ich unzählige Male", so | berichtet er in seinen Erinnerungen, „zu Fuß gelaufen und erreichte mein Ziel ohne Beschwerde in etwa zehn Stunden." Um vier Uhr morgens bricht er auf, hat ein unbändiges Vergnügen, barfuß im tauigen Grase zu laufen und erreicht die Hauptstadt des Mittags gegen zwei Uhr. Wenn der Anblick feiner „Lieblinge in der alten Pina- (Scherl-Bilderdienst-M.) kothek" das kunstbegeisterte Herz gesättigt hat, macht er sich auf den Rückweg — achtzehn deutsche Mei- len ohne zu ruhen! ..Mit der Post hatte bas mel länger gebauert", fügte er selbst mit trockener Selbst- Verständlichkeit. Bayerische Grobheit Im Jahre 1872 hielt Lenbach sich in Wien auf, wo er als Direktor her tu. k Gemäldegalerie m Aussicht genommen war. Damals hatte er den Kaiser ftran? Joses porträtiert und mußte nun wegen öer Ausstellung dieses Bildes auf der Weltausste- lung oon 1873 einen heftigen Kampf mit dem Direktor einem Herrn von Schwarz-Senborn bestehen. Dieser geschäftstüchtige Leiter der Ausstellung batte ler weiter, „ist er interessanter als irgend etwas auf der Welt. Obwohl ich sonst ein ziemlich schlimmes Raubtier bin, fühle ich mich in feiner Nähe wie ein Kaninchen. Oder um ein anderes Bild zu gebrauchen: er ist eben wie glühendes Eisen neben Eis, man fühlt sich neben ihm zerfließen". Besonders aern plauderte Lenbach mit der Fürstin, die für feine Bilder großes Interesse aufwies und ihn gern in ihrem Hause sah. Bei dem „behaglichen Verhältnis", das sich bald zwischen beiden herstellte, faßte Frau Johanna schnell Zutrauen zu dem Maler, hörte gern seine freimütig geäußerte Meinung und ließ ihn auch wohl an ihren kleinen Sorgen teilnehmen. „Da habe ich nun meinen Mann geheiratet", klagte sie ihm eines Tages, als ihr Otto wieder einmal unabkömmlich war, „und jetzt habe ich nichts von ihm, Tag und Nacht arbeitet er auf feinem Büro. Da habe ich zwei Söhne, an denen ich mich zu erfreuen gedachte, und die find nun auch Tag und Nacht ins Geschirr gespannt." „Ja, Durchlaucht", lächelte der Maler verstehend, „warum haben Sie auch in eine solche Beamtenfamilie hineingeheiratet!" Bescheidenheit. Lenbach besaß unerschöpfliche Kenntnisse in den Malereien der alten Meister, die er ein langes Malerleben hindurch „mit durstigem Enthusiasmus" studiert hat. Unter Örn Großen der Malkunft, denen er auch auf der Höhe feines Schaffens und seines Ruhmes stets in lernbeflissener Selbstverleugnung nahte, stand Rubens seiner künstlerischen Auffassung am nächsten. „Bei Rubens hätte ich mögen Kammerdiener sein", hat er einst in verehrungsvoller Bescheidenheit geäußert. Dr. Carstensen. Der Kampf mit dem Gänserich. In seinen „Lebenserinnerungen" erzählt Werner von Siemens, wie er schon als kleiner Junge die Erfahrung gemacht habe, daß es zweckmäßiger sei, drohenden (Befahren entgegen zu gehen, als vor ihnen zurückzuweichen. Er ging noch nicht einmal zur Schule, wohl aber die Schwester, die auf ihrem Schulweg täglich an einer (Bänfeherbc vor» über mußte, deren großer und starker Gänserich zischend auf sie losfuhr und ihr schreckliche Angsr einjagte. Der kleine Werner mußte sie darum begleiten. Natürlich hatte er selber Angst, ließ es üch aber nicht merken, sondern ging mit einer (Berte, die viel länger war als er selber, auf das böse Tier los und erlebte den Triumph, es in die Flucht zu schlagen. Dieser erst so drohende und dann flüchtende Gänserich sei ihm noch bei mancher späteren Gelegenheit seines Lebens ins Gedächtnis gekommen. im fünfzehnten Jahrhundert durch die Portugiesen anaesiedelten Negersklaven durch teilweise Vermischung mit der Herrenrasse entstanden und besteht heute ausschließlich aus Negern und Mischlingen. Die Stadt soll einschließlich der auf den umliegenden Bergplateaus lebenden Neger etwa 20 000 Einwohner zählen. Bedürfnislos, aber arbeitsunlustig, ein Hauptgrund für den geringen Ertrag der Inseln, die im Inneren, wo der heiße Passat nicht alles ausdörren kann, eine überraschend reiche Vegetation aufweisen. In erster Linie wird Mais gebaut, Bananen und Südfrüchte, Kaffee und Zucker. Alles wird nur in geringer Menge ausgeführt. Der Haupterwerb ist der reiche Fischfang. Der wichtigere Hafen und Umschlageplatz ist Porto Grande auf der Insel St. Vincent. Die Inseln, nach dem westlichsten Punkt der benachbarten afrikanischen Küste, dem nur 570 Kilometer entfernten Cap Verde benannt, besteht aus zehn größeren bewohnten und mehreren kleinen Inseln und weisen mit insgesamt 4000 Quadratkilometer rund 150 000 Einwohner auf. Reinrassige Europäer und Portuaiesen gibt es nur verschwindend wenige, die als Beamte, Arzt usw. ihren nicht beneidenswerten Dienst versehen; auf der Insel insgesamt höchstens 5000 Weiße. Ihre Hauptbedeutung haben die Inseln als Kabelstation und Koblen- station, da sie auf dem Dampferweg nach Südamerika bzw. Westafrika liegen. Es gibt auch ein Hotel, einem alten, zahnlosen Portugiesen gehörig, wo man von freundlich grinsenden Negermädchen bedient wird und für lächerlich wenig Geld ein schmackhaftes Menü bekommt, von der Suppe angefangen über zarte Fischlein, die unvermeidlichen Inselhühner und Schweinefleisch zu saftiaen Apfelsinen und Bananen und vorzüglichem Kaffee als Abschluß. Diesen Luxus leisten wir uns denn auch verschiedentlich, einmal wird sogar ein Geburtstagsdiner „a la Praia“ dort in fröhlichem Kameradenkreise verzehrt. Das verlockende Baden In der Brandung darf nur an einem nach dem Leuchtturm zu in einer kleinen Bucht angelegten haisicheren Badestrand betrieben werden, der durch ein großes verankertes Netz gegen die gefährlichen Gesellen gesichert ist. Einzeln werden die Divisionen hier zum Buden geführt, und es herrscht ein ausgelassenes munteres Treiben. Reichlich salzig ist das Wasser, aber herrlich die Brandung und die Sonne auf der nassen Haut. Ueberall verfolgen uns die Negerknaben mit ihren hübsch geflochtenen, bloß meistens furchtbar dreckigen Bastkörben und bieten Obst und Kokosnüsse feil. Bald haben wir einen Einheitspreis heraus, über den keiner zahlt: 5 Eskudos — 55 Pf. für einen Korb mit zirka 15 bis 20 Apfelsinen, möglichst noch zwei Kokosnüsse obendrauf! Der Wind weht stetig aus Nordost und nimmt nach zwei Tagen an Heftigkeit zu, so daß mit der beabsichtigten Segelausbildung in den Booten zu-, nächst noch nicht begonnen werden kann. Dafür wird um so eifriger gepullt und der letzte Tag vor dem Auslaufen am 17. November, nach einem schönen Sonntag im Hafen, bringt als Krönung dieses wichtigen Ausbildungsganges das 1. Wettpul- l e n um den Wanderpreis des Kommandanten. Meine braven BB.-Kuttergäste enttäuschen mich nicht und holen sich die Trophäe mit gut zwei Bootlängen Vorsprung vor den St.B.-Kutter- rivalen; dicht gefolgt von den sich wacker haltenden beiden Kadettenkuttern, die für diese Leistung nach der kurzen Ausbildungszeit ein verdientes Lob bei der Preisverteilung erhalten. Sie haben unter Beweis gestellt, daß sie jetzt unbedenklich als Rettungsbootsmannschaft eingesetzt und auf hoher See für den Ernstfall weitergeschult werden können. Und wieder gehts in See, auf dem Wege nach Pernambuco, dem Aequator und der Linie n t a u f e entgegen. 3m Reich des weißen Goldes. Don unserem römischen G -Korrespondenten. Rom, Anfang Dezember. Auf ihrem unaufhaltsamen Vormarsch im Reich des „Ex-Löwen von Juda", wie die Italiener sagen, haben die weißen Eroberer nun das sagenhafte Schatzland der Königin von Saba betreten. Wenn sie nur ein Bruchteil von all den Kostbarkeiten der Erde finden, die nach den uralten Ueberlieferungen hier aufgespeichert sind, machen sich nicht nur die Kriegsausgaben buchstäblich im Handumdrehen bezahlt, sondern es fällt den Unternehmern auch das Kapital in den Schoß, das sie für die Ausbeutung des noch unerschlossenen riesigen Imperiums zunächst einmal hineinstecken müßten. Schauen wir uns um: Es ist das Gebietder Galla, das sich hier, südlich vom Blauen Nil, in einer gewaltigen Landschaft auftut, das Stromgebiet des Bir-Bir und des Ghibie, auf den man wegen seines gewundenen Laufes immer wieder stößt. Es ist das alte Sultanat des Gimma, schon immer die Perle des Kaiserreichs genannt, das Land C a f f a, von dem sich der Kaffee herschreibt, das Bergland Uollega, überragt von dem „Herrn von Uollega", dem 3890 Meter hohen Walel, dem Stammland der Galla, wo sie noch immer ihren Göttern opfern, obwohl sich in der Nähe, in Aira, eine deutsche evangelische Mission niedergelassen hat. Und wir sind vor allem im Minengebiet von Jubdo, im Reich des weißen Goldes, wie die Eingeborenen das Platin nennen. Im wilden Alaska Aethiopiens. Um die Wahrheit zu sagen, wild ist nur die Natur und der weiße Abenteurer, die Gimmastämme hingegen, die zur großen Gallafamilie gehören, halten es lieber mit dem häuslichen Frieden und dem einträglichen Handel, als mit dem blutigen Waffenhandwerk. Sonderbar, daß der Negus gerade in den „wilden Westen" eine zum Aeußersten entschlossene Gegenregierung hineinphantasierte. Selbst in Kriegszeiten legte der dortige König nicht eine furchterregende Bemalung an, er übertrug vielmehr alle Ehren auf sein Pferd und nahm den Namen von dieser Sitte: Abba d. h. Herr wurde dem Namen seines Streitrosses vorausgesetzt, so daß Abba Gifar zum Beispiel nichts anderes hieß als „Herr des Apfelschimmels". Alles ist im Kaffeelande die aromatische braune Bohne, und dem bedeutsamen Handel damit muß es zugeschrieben werden, wenn nun die Engländer gewisse Vorrechte in G a m b e l a , dem Flußhafen, der in den nächsten Tagen besetzt werden wird, geltend machen. Die „Wilden" hier sind übrigens überzeugt davon, daß die Weißen aus dem Kaffee den Sprengstoff für ihre fürchterlichen Kanonen machen. Eine Einschätzung, die traurig stimmen kann. Die Schwarzen bringen halt alles durcheinander. Sie haben eine Göttin Atete, die Göttin der Fruchtbarkeit. Durch Missionare sind sie auch mit Maria bekannt geworden und nicht wenige nennen sich infolgedessen Christen. Da verschmolzen nun Atete und die Himmelsjungftau zur Marem. Das sollte vielleicht nicht sein, der Priester wird böse darüber werden, wer aber möchte es diesen einfachen Menschen nicht verzeihen, wenn ei vernimmt, wie sehr sie Dichter sein können? Ein Preislied auf jene wunderbare Marem klingt so: Nicht alle kennen dich, o Marem, keiner weiß um dich, o Marem! Aber der Jüngling ruft dich, der in den Krieg zieht, und es kennt dich die werdende Mutter, wenn der Schmerz über sie kommt! Auch ohne Kaffee und Edelmetalle wäre das Land noch als reich anzusprechen, denn es ist ungemein fruchtbar. Da gibt es neben den Baumwollfeldern Kulturen für Hülsenfrüchte aller Art, Dagussa (eine Getreideart), Mais, Gemüse, Süd- der Ausbildung, doch die ersten Grundlagen festigen sich und die „Seebeine" wachsen von Tag zu Tag! Und wieder ist Sonntag in See. Der „bunte Nachmittag" der Fähnrichsmesse, durchs Mikrophon auf alle Räume des Schiffes übertragen, löst Stürme der Heiterkeit aus, und manch einer wird gewaltig „durch den Kakao geholt". Auch der gestrenge Erste Offizier wird nicht geschont! Nach diesem ersten Erfolg wird der bunte Nachmittag zur ständigen Einrichtung erklärt. Das B a d e s e g e l ist feit Tagen auf der Back ausge- bracht und erfreut sich von früh beim Wecken bis spät abends in der Freizeit größter Beliebtheit. Ueberall liegen und sitzen die Seeleute an Deck, ein zünftiger Skat wird gedroschen und Seemannslieder gesungen, in der Kantine versiegt der Bierhahn nicht. — Jungs, so ein Sonntag up See — und die armen Lüt an Land! Und wieder geht's am Montag früh mit frischen Kräften an den Gefechtsdienst. Der Schweiß rinnt in Strömen, an den Geschützen und in den Munitionskammern und Beladeräumen der Türme, wo die Temperatur trotz Kühlung und Lüftung nicht unter 30 Grad zu halten ist. Da bringt ein Sprung ins Badesegel vor dem Mittagessen' noch schnell die ersehnte Erfrischung, und im Schatten der Sonnensegel kühlt der Wind während der Mittagspause herrlich durch. 12. November Nachdem wir bereits in der Nacht die nördlicher Insel Boa Vista angelotet haben, steht das Schiff pünktlich um 9 Uhr vor der Bucht des Hafens von Porto da Praia im Süden der Insel Sao Thiago. Donnernd rollt der erste Landessalut unserer Reise über die kahlen braunen Bergkegel, erwidert von der Salutstation an Land. Schon rauscht der Anker in den Grund, auf Horn- signal werden die Backsspieren ausgeschwenkt und alle Boote ausgesetzt. Schon wimmelt es um das Schift von Booten mit schreienden und gestikulierenden Negern in zerlumpter Gewandung, die die billigen Früchte des Landes, Apfelsinen, Bananen und Kokosnüsse feilbieten, ewig das gleiche Bild, nur mit verschiedenen Menschen, auf den Inseln. Don Land nähern sich mit raschen Schlägen zwei weiße Ruderboote mit portugiesischer Flagge, sie bringen den Stellvertreter des Gouverneurs, den Quarantänearzt und einen der beiden einzigen Deutschen Praias zur Begrüßung an Bord. Der Hafen stellt keinerlei repräsentative Anforderungen an das Kommando und soll in erster Linie als Ausbildungsstation der seemännisch praktischen Weiterbildung der Kadetten im Hafen dienen. Es wird an den folgenden Tagen eifrig gepullt und Bootsfahrkunde getrieben, die Ingenieurkadetten machen in den ruhigen Hafentagen Unterricht an Oberdeck nach dem anstrengenden Dienst in den heißen Betriebsräumen der Maschine. Die Freiwache wird nach Klardeck mit den Verkehrsbooten an Land gesetzt. Auch wir entschließen uns zu einem Rundgang'durch die „Stadt". Sie liegt auf einem 40 Meter hohen Plateau, dessen Sudkante steil nach der See zu abfällt. Eine gewundene Straße führt empor und schon ist man mitten in dem bunten Treiben dieser Neger st ad t. Einige stattliche Gebäude der Gouvernementsverwaltung, Post, Krankenhaus und einige Geschäfte gruppieren sich um einen hübsch angelegten Platz. Im übrigen gibt es nur grob gepflasterte Straßen von primitiven Negerhäusern flankiert. Aber sagen Sie nichts! Autos gibt es, von verwegen hochbeinigen Klapperungetümen, die ein Negergent würdevoll treibt, bis zum modernsten Kabriolet der Honoratioren. Elektrisches Licht, eine wenn auch nur dürftige Straßenbeleuchtung und auch hier ein durchaus trinkbarer Landwein, der allerdings nicht auf der Insel gewachsen ist. Immer wieder fesselnd das bunte Bild der farbenprächtig „auf europäisch" gekleideten Neger und Mischlinge. Mit erstaunlicher Geschicklichkeit tragen die barfüßigen trauen Körbe, Flaschen, Früchte zu Pyramiden getürmt auf dem Kopf. Die Säuglinge werden in einem um den Leib gebundenen Tuch auf dem Rücken getragen — man wird seekrank beim Zusehen! Die Bevölkerung ist aus den bereits Gießener Giadiiheaier. Hjalmar Bergman: „Seiner Gnaden Testament". Der schwedische Dichter Hjalmar Bergman ist vor einigen Jahren in Berlin gestorben. Erst nach seinem Tode wurde man auf die ungewöhnlicy reiche literarische Hinterlassenschaft aufmerksam; in 47 Jahren hat er 24 Romane, hundert Novellen, 9 Dramen, 22 Filme, zwei Märchenbücher und zahlreiche Übersetzungen geschaffen, wie der einführende Abriß im Programmheft aufzählt. Ein beachtliches Werk, in der Tat. Bei uns in Deutschland wurde die Komödie „Der Nobelpreis" ein erster großer Erfolg. Wir haben dieses Stück seinerzeit auch in Gießen gespielt. * Es war unsere erste Bekanntschaft mit Bergman, und wir sanden in dieser wetterleuchtenden Komödie, die mehr als einmal nahe daran ist, gefährlich ins Gegenteil urnzufchlagen, wo es schlechterdings nichts mehr zu lachen gibt, merkwürdige Anklänge an das Werk der bei uns in Deutschland bekanntesten Repräsentanten der skandinavischen Dramatik: ein Eindruck, der sich auch in diesem zweiten Stück, der Komödie von Seiner Gnaden Testament, wiederholt. Bergman nimmt kein Blatt vor den Mund, er fleht die Menschen, wie sie sind, und er nennt die Dinge bei dem Namen, der ihnen zukommt; und der Humor, mit dem er uns den 65. Geburtstag Seiner Gnaden des Barons Roger Barnhusen de Sars, Obersten a. D. und Kammerherrn in Ungnaden, miterleben läßt aus nächster Nähe, rft ein grimmiger, ein scharfer und manchmal auch ganz bitterer Humor. Es geht da bei diesem ländlich- patriarchalischen Familienfeiertage, wenn der Ausdruck gestattet ist, sehr natürlich und menschlich zu, ein wenig idyllisch, ein wenig romantisch sogar; manchmal kann man glauben, in ein gemütliches Dolksstück versetzt zu sein; aber das Gewitter, das sich schon in der ersten Szene ankündigt, kommt nicht von ungefähr und ist von tieferer Bedeutung als der seit alters her beliebte und gebräuchliche „Natureingang". ♦ Es wetterleuchtet auch hier in allen Szenen, in allen Gemächern dieses Edelsitzes. Und wenn es sich darum handelt, daß einer fein Haus bestellen und sein Testament machen will, dann pflegen auf der Bühne (und nicht nur auf der Bühne) die Masken zu fallen. Die einzige Schwester des alten wunderlichen Herrn kommt angereift, und sie kommt keineswegs, um zu gratulieren (wie sie vorgibt), sie hat auch ihren Sohn mitgebracht, um dabei zu fein, wenn der reiche Besitz vermacht wird. Aber der Alte tut ihr den Gefallen nicht, denn die Geschwister halten es miteinander wie Hund und Katze, und Seiner Gnaden einzige Erbin wird einmal seine uneheliche Tochter Blenda werden, die munter und unbekümmert wie ein junges Fohlen auf dem kammerherrlichen Alterssitz heranwächst. Die Geschichte dieses Testamentes hat Bergman in aller Fülle vor dem Beschauer ausgebreitet. Er beginnt mit einem Domestikengespräch in der Küche, das sogleich die Vorgeschichte aufrollt und in die Familienverhältnisse einführt. Das geht alles un- pathetisch, mit herzlicher Offenheit und patriarchalischer Selbstverständlichkeit vor sich. Die Liebe der jungen Blenda zum jungen, ebenfalls unehelichen Sohn des Tafeldeckers und der verwitweten Haushälterin; die Morgentoilette und das Frühstück Seiner Gnaden; das Geburtstagsständchen; die Eifersucht zwischen den beiden jungen Männern, die sich in einer kräftigen Prügelei Luft macht und am Ende, da Blenda, schnell verwirrt in ihrem jugendlichen Gefühl, ihre Neigung zu wechseln droht, mit einem zum Glück ungefährlichen Schrotschuß besiegelt wird; das „Festessen" zu dreien; die Verhandlungen mit dem notariellen Hausfreund des Kammerherrn; die jähe Demaskierung schwesterlicher Empfindungen bei der Dompropstin — bis zum wiederum symbolischen letzten Aktschluß und Vorhangfall ein Panorama von Gesichtern, Gestalten, Charakteren, die Bergman mit einem heiteren und einem tränenden Auge auf seiner Bühne vorüberziehen läßt. * Dieses bunte und vielgestaltige Ringelspiel eines ländlichen Lebensabends ließ der geschickte Bühnenbildner Löffler auf der Drehscheibe am Zuschauer oorüberwechseln von der Küche bis zum Schlafzimmer, vom Schlafzimmer zur Bibliothek, von der Bibliothek in den Garten und von da hinauf in die Jagdhütte, wohin das Liebespaar unter der Obhut des alten Bedienten Iohnsfon vor dem Geburtstagsbesuch aus der S^odt sich flüchtet Herr Geißler führte Regie; er war bestrebt, in einer breit und naturalistisch ausgespielten Szenenfolge alle Töne zum Klingen zu bringen, die Bergman in seinen drei Akten angeschlagen hat: die echten und die falschen, die komödiantischen und die ungeschminkten, die bolbtragischen und die romantischen. In diesem Wechsel der Farben, der Lautstärke und der Stimmungen kam er, wie wir glauben, den Absichten des Dichters am nächsten. ♦ Herr v. Gschmeidler spielte Seine Gnaden, den Kammerherrn, und er hatte sich, wie man spüren konnte, wirklich in die Figur hineingelebt: knurrig und polternd, witzig und trocken, nicht ohne gute Witterung für Menschen und Zustände um ihn herum, am Leben hängend und der Jugend zugetan, seiner eigenen nachträumend, aber in Altersweisheit und Ironie auch Oberfläche und Maskerade unbarmherzig durchschauend; mll einem Wort: eine runde Charakterfigur, halb rührend, halb komisch. Frau S t i r l gab scharf pointiert in allen ihren Szenen die dompropstliche Schwester, eingebildet, hysterisch, geschmeidig und schmeichlerisch, triefend von erheucheltem Gefühl und falscher Freundlichkeit, dann wieder völlig unverstellt und unbeherrscht in entfesselter Angst, in Enttäuschung und Haß — eine Gestalt, die aus dem Gespenstersonaten-Arse- nal Strindbergs zu kommen schien. Herr Kühne machte eine feine und belebte Studie aus dem alten Haushofmeister, dessen gemessene Würde und korrekte Sicherheit in allen schwierigen Situationen (an denen es hier nicht mangelt) immer wieder von der menschlichen Milde und Wärme eines alten, treuen Dieners und Haus- kameraden durchbrochen und überrannt wird. Mit der älteren und alten Generation kontrastierte lebendig und ftifch, burschikos und herzlich, trotzig und ritterlich das Terzett der Jugend: Charlotte Krause als Blenda und die Herren Schorn und Frickhoeffer als rivalisierende Liebhaber. Aus den Regionen der Küche und der Jagdhütte erhob sich der alte Iohnsson zur plastischen Fülle eines Originalfaktotums, das in solchem Umkreise prächtig gedeihen mußte: ihn gab Herr Geiger mit biederer Offenheit, gutmütig lärmend, räuspernd und spuckend, aber als eine Seele von Mensch, aui die in schwierigen Fällen Verlaß ist. Herr V v l ck als alter Hausjurist von aufgeräumter, beflissener Bonhommie. Fräulein Gerhard als die verwitwete Haushälterin mit jugendlichem Fehltritt, und Herr Nieren als forscher Landsäger seien noch genannt. Das Publikum wohnte der Familienfeier mit Vergnügen bei und rief mit herzlichem Beifall zuletzt Spielleiter und Darsteller an die Rampe. Dr. Hans T h y r i o t. früchte, es gibt Wasser in Hülle und Fülle, es glbf ausgedehnte Wälder. In fast allen Flußläufen wird Gold gewaschen. Vor einigen Jahren waren die Goldminen von Uollega ziemlich bekannt, aber es genügte, daß der Vorsitzende der Gesellschaft starb, um die mo- bcrnen Einrichtungen zum Verfall zu bringen. Die Regierung in Addis Abeba hatte eben nur Interesse an den Konzessionsgebühren, selber mochte sie sich nicht an die Arbeit machen. Als die ersten reichen Platinlager aufgefunden wurden, verteilte der Negus wieder Schürfungsbriefe. Unter den damit Bedachten war auch ein Italiener, Albert P r a f f o , dessen Konzession im Jahre 1933 rund 2300 Kilo weißen Goldes ergeben haben soll. Nach der Förderungsstatistik einer arabischen Zeitung sieht die Sache allerdings weit bescheidener aus: 1926 habe ganz Abessinien 22 Kilo geliefert, 1929 bas Fünffache, 1933 rund 190 Kilo. Wie man sieht, steht das Platinfieber in seinen Halluzinationen dem Goldfieber Kaliforniens nicht nach. Die Konzession Prasso ging zum Teil in englische Hände über, in die Birbir Mines Ltd. Ein Engländer, der Ingenieur Robertson behauptet, daß die Eingeborenen allein im Gebiet des Tanasees (hört, hört!) mit ihren urwüchsigen Mitteln 350 Kilo im Jahr fördern, aur'ben Kubikmeter Erde dürfe man mit mindestens einem halben Gramm Platin rechnen. Sollte es sich bei der Sache mit dem Tanasee also doch nicht bloß um das Wasser handeln? Bis zum heuttgen Tage hat es jedenfalls von Plattnjägern in Westabessinien gewimmelt, ohne daß jemand zu sagen wüßte, wo der „Silbersand hingeraten ist. Mit einer Handvoll Fälschung, gemahlenem Aluminium oder sonst ähnlichen Metallen, wurden leichtgläubige Reisende, Abenteurer, Forscher schon in Dschibuti an der Landungsstelle geködert und der Handel mit Scheinkonzessionen blühte. Italien macht ihm nun ein jähes Ende, die Wissenschaft folgt den Spuren der Geschütze und tue schwarzen Platinwäscher sollen ordentlich bezahlt werden. Bisher bereicherten sie durch ihre Arbeit vor allem die zahllosen Zauberer und die Häuptlings-Unternehmer, die freilich ihrerseits wieder nicht kleine Tribute in Addis Abeba zu entrichten hatten. Noch empfindlichere Abgaben fordert die Natur: ihre Vögte heißen Malaria, schwarzes Fieber, Tsetsefliege. Ja, wenn man nicht im Wasser und Sumpf stehen müßte, wenn man's so hätte wie der „König mit dem blechbedeckten Haus", wie die Galla- von dem weißen Aufseher, fingen. Taler hat er wie Maiskörner! Rom betrachtet nun alle Konzessionen als hinfällig. Vermutlich wird die Gewinnung von Edelmetall in Abessinien als Staatsmonopol erklärt werden. Selbst die Mariatheresientaler, bis jetzt das einzige Zahlungsmittel in Abessinien, müssen der neuen Zeit weichen und schon in einigen Wochen wird das Plattn mit neuem römischem Jmperiumsgeld bezahlt werden. CTfeine politische Nachrichten. In Verfolg der Verfügung des Führers über die Durchführung der nationalsozialistischen Kampfspiele im Rahmen der Reichsparteitage hat der Stabschef mit den ersten vorbereitenden Arbeiten begonnen. Um eine systematische und einheitliche Vorarbeit und Durchführung des pferdesportlichen Teiles der Kampfspiele zu gewährleisten, hat der Stabschef den Reichsinspekteur für Reit- und Fahrausbildung, SA.-Obergruppenführer Litz- mann, damit beauftragt, die notwendigen Vorbereitungsarbeiten in Angriff zu nehmen. Waren Sie schon in der Blockstraße Nr. II9 Haben Sie fick schon die sehenswerte Schau vracbt- voller Tevviche und geschmackvoller svenller-Deko- rationen angesehen? Wenn nicht, dann geben Sie heute noch bin. Es lobnt sich, die'e sehenswerte Schau, die das Terwich- und Gardinenhaus Ludwig, Geise und Pfaff- früher Brumlik-Haus, Frankfurt am Main, Liebfrauenstraße 1-3 veranstaltet, zu besichtigen. 70rsV Zeitschriften. — Im Dezemberheft der Zeitschrift „D a s Innere Reich" (Herausgeber: Paul Alverdes und K. B. v. Mechow; Verlag Albert Langen-Georg Müller, München) einen so gründlichen Denker wie Martin Heidegger über „Hölderlin und das Wesen der Dichtung" zu vernehmen, verspricht reichen Gewinn und vertiefte Einsicht. Von den dichterischen Beiträgen dieses Heftes sind neben Gedichten von Hritting, Tumler, Claudius, v. d. Dring und Friedrich Schnack vor allem zu nennen die „Gestalten der Kindheit" von Paul Alverdes, Zeugnisse seiner künstlerischen Gestaltungskraft wie seines warmen Humors, der auch das Abseitige, ja, das Weh- mütige gütig zu verklären versteht, weiter von Friedrich Bischoff eine Erzählung „Die Koppen- befteigung und einige Szenen aus Curt Sangen« Hecks Bühnenspiel „Der getreue Johannes". Interessant ist in diesem Zusammenhang der „Entwurf zu einem Theater", den Fritz Budde vorlegt. Die beiden Folgen: „Landschaftsdarstellungen deutscher Dichter" und „Selbstdarstellung bildender Künstler" werden fortgesetzt von Walter Bauer, der die mitteldeutsche Industrielandschaft als „Die treibende Unruhe" Deutschlands deutet, und von Adolf Schin- nerer, der zu gutgelungenen Wiedergaben seiner Gemälde und Zeichnuna-n besinnlich und überlegen aus seinem Leben erzählt. — „Die Kun st", Monatshefte für Malerei. Plastik und Wohnkultur. 38. Jahrgang, Nr. 3, Dezember 1936. Verlag F. Bruckmann, AG..München, verdient Lob für die geschickte und sachkundige Auswahl der Aufsätze und der vielen prachtvollen Abbildungen. Der einleitende Aufsatz über „Cöianne" zur 30. Wiederkehr feines Todestages, von Benesch bereichert unser Wissen über die Kunst dieses großen Meillers der französischen Malerei. Reizvoll und aufschlußreich find ferner die Veröffentlichungen „Nordwestdeutsche .Künstler" von Mitthaus, „Zu den Bildern Daul Rosners" von Nafse und die unterhaltsame Vloudere' ..Mündliche Künstlerurteile" von Schalcher. Von Meillern der Plastik und ihren Merken berichten die Artikel „Edwin Scharff" von W. Doede, „Mar Lange" von Gebhardt und „Pla- llifche Landschaft" von M. Heydkamp. Vielseittg und reichhaltig ist auch der Teil des Heftes, der die Wohnkultur und das Kunstgewerbe behandelt. Heber „Neue Porzellankunst" erzählt Mar Adolf Pfeiffer. Inneneinrichtungen mit schönen Bildbei- fmelen bespricht Fritz Hellwag. „Zwei Häuser des Architekten Reg -Baumeister Daul Heim. Stuttgart" behandelt M H. Schilling. Ein großer Nachrichtenteil über olle Vorgänge im Kunllleben Ausstellungen. Auktionen u. dgl. beschließt die Schau. ßeSodbrennen^ Magenbeschwerden ^2 Bu II richTa bleiten Mitgliederappell derNGKOV in Gießen Weih- Kraft durch Oper von Humperdinck (NSG. mit5 dies — Luther- der Turn- Der Einlopfsonnlag vor Weihnachten prüft dein soziales Gewissen und deine Tatbereitschaft! Von geteilt: Wer 7937D bereits Vier Saba-Geräte von musterhafter Qualität! Ihr Radiohändler führt sie Ihnen gerne und unverbindlich vor! Anmeldung und Verkauf von Feuerwerkskörpern. der Polizerdirektion Gießen wird uns .Interna- Steuerbefreiung für Weihnachtsgeschenke. NSG. Einmalige Zuwendungen von Stadttheater: 15.30 bis 17.45 Uhr „Prinzessin Allerliebst"; 20 bis 22 Uhr „Hänsel und Gretel", schädigten Kameraden angenommen. Reicher Beifall dankte dem Gauobmann. Der Marktordnung und Vienabresplan. Tagung der rhein-mainischen Verteilerschaft in Frankfurt a. IN. Am Dienstag, 15. Dezember, trifft sich die rhein- mainische Verteilerschaft im Reichsnährstand in Frankfurt a. M. zu Sondertagungen der neuen Fachschaften und zu einer großen Haupttagung. Die Sondertagungen, die alle vormittags 10.30 Uhr in verschiedenen Lokalen beginnen und gegen 13 Uhr geschlossen werden, stehen unter Leitung der zuständigen Fachschaftsleiter. Auf der Haupttagung, dle am Nachmittag um 14.30 Uhr im Bachsaal der Festhalle beginnt, sprechen Landesbauernführer Dr. Wagner, Reichshauptabteilungsleiter Dr. K 0 r t e (Berlin) und Reichsabteilungsleiter Willkomm (Berlin). Der Eintritt zu den Sondertagungen und zu der Haupttagung ist nur mit Einlaßkarte gestattet, die den Verteilern innerhalb der Landesbauernschaft Hessen-Nassau kostenfrei durch ihre Fachschaft zugestellt ist. Die Veranstaltung wird schon heute im Rhein-Main-Gebiet mit großem Interesse erwartet. (Siehe heutige Anzeige.)________ l der Kameradschaft _ ...-----.'riegsopferversorgung statt. Kame- radschaftssührer B 0 n h a r d konnte u. a. den Gau- hinten in der Heide"; .22.45 Uhr „Die blonde Venns. — Kurzschriftvereinigung der Deutschen Arbeitsfront: 20 Uhr Nikolausabend auf der „Karlsruhe". Heimatvereinigung „Schiffenberg": 18.30 Uhr Weihnachtsfeier auf dem Schiffenberg. — Weihnachtsausstellung der oberhessischen Künstler: ab 17 Uhr im Turmhaus am Brand. 1. Die einmalige Zuwendung muß in der Zeit vom 25. November bis 24. Dezember 1936 erfolgen. 2. Die einmalige Zuwendung muß über den vertraglichen (tariflichen) Arbeitslohn hinaus gewährt werden. Sie kann in Geldleistungen oder in Sachwerten bestehen. 3. Die einmalige Zuwendung darf die Höhe eines Monatslohnes nicht übersteigen. 4. Die Steuerbefreiung gilt nur für Arbeitnehmer, deren Monatslohn nicht mehr als 330 Mk. beträgt. ist mild und edel; sie greift die Haut nicht an und ist daher das ideale Körperpflegemittel während d. kalten J ahreszeit Preis 25 Pfennig Ueberall zu haben Freude"). Gloria-Palast, Seltersweg: , mezzo". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: — wie es ja auch der religiöse Sinn der nacht ist: das arme Kind in der Krippe. Vornotizen. Tageskalender für Samstag. Von der Universität. Von der Pressestelle der Universität Gießen wird uns mitgeteilt: Der Frankfurter Verein für Geographie und Statistik hat anläßlich seiner 100-Jahrfeier Prof. Dr. Kl u te in Gießen in Würdigung seiner Forschungen über Afrika (insbesondere Deutsch-Ostafrika) sowie für die Herausgabe des großen Handbuchs der geographischen Wissenschaften die Goldene Eduard- Rüppel-Medaille verliehen und ihn gleichzeitig zum Ehrenmitglied ernannt. Der Führer und Reichskanzler hat den Dozenten Dr. Karl-Alfried Hall in Freiburg i. Br. unter Berufung in das hessische Beamtenverhältnis zum außerordentlichen Professor für Straf- und Prozeßrecht in der Juristischen Fakultät der Universität Gießen ernannt. aus einer sehr großen Zahl von Alters« kameraden bestehende Gemeinschaft hofft, bis zum Beginn des neuen Jahres alle noch fehlenden Kameraden des Jahrgangs 1887 in ihren Reihen zu fen soll. Mitglied der Vereinigung können alle Alters- kameräden des Jahrganges 1887 sein, die sich an dem kameradschaftlichen Zusammenschluß mit Wirkung vom 1. Januar 1937 ab beteiligen. Die jetzt JETZT in der feuchten, kalten Jahreszeit verlangt Ihre Haut besonders aufmerksame Pflege! CAR DV-Hautcremeseife Tageskalender für Sonntag. Hitler-Jugend Bann 116: 8.30 Arbeitstagung der Sozialstslle des Bannes im „Burghof". — Deutscher Reichskriegerbund (Kyffhäuserbund), Kreisverband Gießen: 10.15 Uhr Generalappell auf dem Oswaldsgarten; 11 Uhr Kreisoerbandstag im Caf6 Leib. — Stadttheater: 15 bis 17.15 Uhr „Prinzessin Allerliebst"; 19 bis 21.45 Uhr „Der Zarewitsch." — Gloria-Palast, Seltersweg: „Intermezzo." — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Dahinten in der Heide.". — 2. Vortrag über Nahrung und Ernährung: 11.30 Uhr im Physiologischen Institut, Friedrichstraße 24. — Weihnachtsausstellung der oberhessischen Künstler: 11 bis 13 Uhr und 17 bis 18.30 Uhr im Turmhaus am Brand. — Ge- meinbeabend der Lukasgemeinde: 20 Uhr Licht- bildervortrag von Reichsbahnamtmann i. R. Dörr über die „Bayrischen Königsschlösser." — Q',fh£,r= gemeinde: 20 Uhr Gemeindeabend in halle am Oswaldsgarten. ___Feuerwerkskörper feilhalten will, hat vor Beginn des Verkaufs der Polizeidirektion unter Angabe der vorhandenen Mengen und näherer Bezeichnung der Feuerwerkskörper anzuzeigen. In Kaufläden darf der Vorrat 2% Kilogramm nicht übersteigen, im Hause dürfen außerdem nicht mehr als 10, höchstens 15 Kilogramm, vorrätig gehalten werden. Die Aufbewahrung von Mengen über 2% Kilogramm muß auf dem Dachboden in einem abgesonderten Raum, welcher nicht mit einem Schornsteinrohr in Verbindung steht, erfolgen. Knallkorken und sonstige Feuerwerkskörper dürfen in Kaufläden nur in verschlossenen Kisten aufbewahrt oder unter Glas ausgelegt werden, und in jedem Falle möglichst weit entfernt von Ofen und Ansteckflammen. Kanonenschläge und solche Feuerwerkskörper, die mit Abschußvorrichtungen abgefeuert werden müssen, dürfen in Verkaufsläden nicht aufbewahrt werden. Zum letzten Male in diesem Jahre werden sich die deutschen Familien am kommenden Sonntag zum Eintopfgericht niederlassen. Schon liegt weihnachtliche Vorfreude über jedem Haushalt. Die Kinder träumen und reden nur noch vom Weihnachtsfest, und auch die Großen leben schon ganz im Bann dieses schönsten aller deutschen Feste. Doch trübe würden am Heiligen Abend die Kerzen an den Weihnachtsbäumen flackern, wenn nicht gleichzeitig weihnachtliche Freude bei den hilfsbedürftigen deutschen Volksgenossen Einzug halten konnte. Das Winterhilfswerk, eben erst durch den herrlichen Erfolg des Tages der nationalen Solidarität erneut gekrönt, will ihnen die Weihnachtstage verschönen, will ihnen vor allem als schönste Gabe die Erkenntnis bringen, daß die deutsche Volksgemeinschaft auch den ärmsten ihrer Söhne nicht vergißt. Die Ausdrucksform dieser Erkenntnis ist mannigfaltig, in ihrem Kern aber stets gleich. Wie aber kann das Winterhilfswerk diese hohe Mission erfüllen, wenn nicht stets von neuem der Fonds an Gaben und Geldern neu aufgefüllt wird. Und da ist es am kommenden Eintopfsonntag wiederum die heilige Pflicht aller deutschen Menschen, ihre Mahlzeit mit den bedürftigen Volksgenossen zu teilen, also das, was finanziell an der Mahlzeit gespart wird, dem WHW. zur Verfügung zu stellen. So werden an diesem Sonntag alle Volksgenossen an der großen deutschen Tafel Platz nehmen und soviel muß das Eintopfopfer erbringen daß auch m die Wohnungen aller unserer bedürftigen Volksgenossen ein warmer weihnachtlicher Schimmer fallt. Oer Leiter deSpostamts Gießen verletzt Postrat Graefe ist zum 1.Januar 1937 unter Beförderung zum Ob-rpostrat als Amtsuarsteher nach Heidelberg versetzt worden. Dritte Ortsbriefzustellung bis 24. Dezember eingestellt. Vam Postamt Gießen wird uns mitgeteilt: Wegen firrfrnnfnna einer großen Zahl von Beamten des Postamts Gießen muß die dritte Ortsbriefzustellung in der Zeit vom 14. bis einschl. 24. Dezember ausfallen. __ Maurer, 70 Jahre, Walltorstraße 73; Gertrud Heß, geb. Butte, 74 Jahre, Frankfurter Straße 6. — 7. Dez.: Hermann Kiehne, Lyzeallehrer i. R., 81 Jahre, Gießen, Löberstraße 21; Philipp Mecky, Schneidermeister, 66 Jahre, Licher Straße 37; Paul Schubert, Schauspieler, 65 I., Goethestr. 44. — 8. Dez. Katharine Krämer, geb. Schmitt, 52 Jahre, Liebigstraße 84; Georg Ohly, Pfarrer i. R., 85 Jahre, Hitlerwall 12; Rudolf Lange, Eichmeister i. R., 69 Jahre, Seltersweg 67. — 9. Dez.: Jost Wenz, Gastwirt und Kaufmann, 40 Jahre, Ludwig- straße 6. — 11. Dez.: Hermann Diehl, Invalide, Thomastraße 30. ** D i e Nacheichungder Maße und Gewichte betrifft eine Bekanntmachung der Stadtverwaltung im heutigen Anzeigenteil. Es sei besonders darauf aufmerksam gemacht. *♦ Der nächste Rindvieh-(Nutzvieh-) Markt findet am Dienstag, 15. Dezember, der nächste Schweinemarkt am Mittwoch, 16. Dezember, statt. Auf die Bekanntmachung sei besonders hingewiesen. ------------- w 1, A 'M UllDHlMFTmdw SflBB-FETOU-SERIE 1936/3? Fünfziger-Vereinigung 4887/1937. Am gestrigen Freitagabend vereinigte sich eine sehr große Zahl von Alterskameraden des Jahrgangs 1887 im Saale des „Burghof" (Eaf6 Ebel) zur Gründungsversammlung der Funfziger-Ber- einigung 1887/1937. Ein kleiner Kreis von Alters- kameraden hatte die vorbereitenden Maßnahmen getroffen, so daß unter einhelliger Zustimmung der vielen Besucher der organisatorische Zusammenschluß als „Fünfziger-Vereinigung 1887/1937 glatt und mit freudiger Zustimmung vollzogen wurde. Einmütig wurde die Leitung der Alterskameradschaft dem Kameraden Wilhelm Plank übertragen dessen Stellvertreter der Kamerad Dr. Robert Schäfer ist. Der Kameradschaftsführer berief eine weiteren engeren Mitarbeiter, nämlich Rech- ier und Schriftführer mit je einem Stellvertreter; die Berufung einer Reihe von Kameraden als Beisitzer, die vor allem Sonderausgaben erledigen sollen, wird durch den Kameradschaftsführer m den nächsten Tagen noch erfolgen. In voller Einmütigkeit wurde auch die Beurags- frage geregelt, wobei den selbstverständlichen sozia- len Forderungen gebührend Rechnung getragen wurde. Der Beitrag ist so bemessen, daß er allen werktätigen Alterskameraden erschwingbar ist, außerdem wurde vorgesehen, daß er zunächst nur für das erste Jahr der Vereinigung (also für 1937) gelten soll, weil nach Erledigung der notwendigen organisatorischen Aufgaben, die natürlich besondere Unkosten erheischen, für die weiteren Jahre eventuell eine gewisse Beitragsermäßigung Platz grei- Aus der provinzialhaupistadt. Schenkende Tugend. Don Hans Hartmann. Das Wort von der schenkenden Tugend stammt 1 von Nietzsche. Er bat ihr in seinem „Zarathustra" : einen Abschnitt gewidmet. Es ist nicht immer leicht, । Vie feierlichen Worte, in denen Nietzsche seine Gedanken kleidet, m das umzumünzen, was unserem Alltag Weihe und Verklärung gibt. Aber wir halten es doch für möglich, daß in diesen Wochen, die dem Schenken, dem Gut-Sein, der „Tugend" (im nicht- spieß-burgerlichen Sinne des Wortes) gewidmet sind, einige Worte Nietzsches zu leuchten beginnen und uns einen Weg weisen Stellen wir uns die oftmals übliche Art des weihnachtlichen Schenkens vor. Da ist der eine Teil der Menschen der keine Zeit hat — ost wirklich keine Zeit — rechtzeitig ans Schenken zu denken. Nach Büroschluß, am 24. Dezember, kaufen sie wahllos etwas zusammen von dem, was die anderen noch übrig gelassen. Sie haben kein Verhältnis zum Schenken, sie „kaufen" sich, so gut es in der Eile geht, „los"! Andere sammeln während der letzten Wochen vor Weihnachten die Wünsche ihrer Lieben, sie wissen mit feiner Empfindung zu erraten, womit sie ihnen wirklich eine Freude machen können. Aber auch sie sind in einer Gefahr. Sie steigern sich leicht in die Empfindung hinein, daß mit dem Geschenk alles getan sei. Sie vergessen, daß alles Schenken dadurch erst seinen wahren Adel erhält, daß man sich s e l b st s ch e n k e n m u ß , und daß die „Sache" nur ein Sinnbild für den Menschen ist, der sich im Geschenk gibt. Man merkt es an der Art, wie geschenkt wird, ob dieses seelische Fluidum mit dabei ist, oder ob das Schenken nur einen „Kaufersatz" darstellt. Das meint Nietzsche mit dem Wort von der schenkenden Tugend. Der Mensch, der sich schenkt, ist wichtiger als der „Gegenstand". Darum kann auch im kleinsten Geschenk mehr Gehalt, mehr Aufmerksamkeit und Liebe liegen, als in den kostbarsten Gütern, die man auf den Weihnachtstisch legt. Als Kind erfuhr ich einmal — und es machte mir einen unauslöschlichen Eindruck —, daß ein sehr reicher Mann seinem gerade erwachsenen Sohne Brillanten und andere kostbare Dinge, zwei Pferde und einen W^gen geschenkt habe. In meiner kirckllichen Phantasie habe ich mir vorgestellt, daß das ja gar nicht auf den Weihnachtstisch gehe und daß dieser also ziemlich leer aussehen müsse; ich habe gefühlt, daß er auch innerlich leer war. Wie viel höher steht das Wort, das wir in dem Abschnitt von der schenkenden Tugend lesen: „Ungemein ist die höchste Tugend und unnützlich, leuchtend ist sie und mild im Glanz: eine schenkende Tugend ist die höchste Tugend ... Das ist euer Durst, selber zu Opfern und Geschenken zu werden; und darum habt ihr den Durst, alle Reichtümer in eure Seele zu häufen". Das ist also der Sinn des Schenkens: innerlich reiche Menschen schenken sich selbst, geben von ihren Reichtümern her, und das Aeußere ist dann nur das Sinnbild Aula der Universität einen Volksdeutschen Abend, zu dem alle Volksgenossen eingeladen sind. Auf die heutige Anzeige sei besonders hingewiesen. Hitler-Jugend Bann 116 Gießen. Velr.: HJ.-Heime. In den Heimen der Standorte Hausen, Garbenteich, Steinbach, Lich, Ober-Bessingen, Villingen, Langd, Inheiden, Trais-Horlosf, Steinheim, Bellersheim haben sich Sonntag, 13. Dezember, zwei Jungens während der Zeit von 8.30 bis 12.30 Uhr aufzuhalten, da die Heime während dieser Zeit photographiert werden. Betr.: Schiehkursus. Der am Sonntag, 13. Dezember, laufende Schieß- kursus findet st a 11. Deutsche Arbeitsfront. Sozialamt, Abt. Arbeitsopfer. Am Montag, 21. Dezember, 15 Uhr, findet im „Burggarten", früher Cafe Ebel, ein froher Kaffee nachmittag für die Arbeitsopfer statt. Jeder Teilnehmer erhält Kaffee und Kuchen in genügenden Mengen. Für Unterhaltung und Musik ist gesorgt. Als Ünkostenbeitrag werden 30 Pfennig erhoben. Jeder Teilnehmer muß sich eine Teilnehmerkarte im Hause der Deutschen Arbeitsfront, Schanzenstraße 18, Zimmer 2, Hinterhaus, losen Die Karten müssen bis zum 17. Dezember gelost sein. Später werden keine Karten mehr abgegeben. Landschastsbund Volkstum und Heimat Ortsring Gießen. Mittwoch, 16. Dezember, um 20 Uhr, spricht Lic. von der A u (Darmstadt) in der Aula des Gymnasiums über „Brauchtum im Ablauf des Menschenlebens" mit Lichtbildern. Dazu singt Frau 61 e t = n e r (Hausen) ihre eigenen Lieder. Jedermann willkommen. Eintopf und Weihnacht. sozialismus. Der Redner schilderte sodann die Begegnung mit dem Führer und Reichskanzler auf Hura Vogelsang und hob seinen Ausspruch hervor, daß er, der Führer, noch nie so unbesorgt Weihnachten entgegengegangen sei, wie in diesem Jahre, da er die Gewißheit habe, daß es nun nicht mehr möglich ist, Deutschland zu überfallen. Die alten Soldaten als seine Frontkameraden werden in Disziplin und Gehorsam die Treue halten und vorbildlich mitarbeiten, ob es beim WHW., bei der Eintopfspende oder sonstwo sei. Zum Schluß zeigte Gauobmann Ziegler noch Wege zur Vertiefung der Schicksalsgemeinschaft innerhalb der NSKOV. Er versprach den Frauen der gefallenen Kameraden, daß die Kriegskameraden ihrer Männer ihnen stets zur Seite stehen und ihnen ihr Los erleichtern werden. Durch regere Zusammenkünfte der Frauen und durch die Förderung des Gemeinschaftsgeistes untereinander sollen sie sich gegenseitig verstehenlernen und untereinander betreuen. Sie sollen aber auch die alt gewordenen Kriegereltern aufsuchen und sich um sie kümmern, damit sie die Gemeinschaft fühlen, zu der alle Kriegsopfer zusammengeschweißt sind. Die NSKOV. wird über diese ideelle und stille Kleinarbeit hinaus noch ihr möglichstes tun, daß den Frauen durch einen Erholungsaufenthalt eine Linderung ihres seelischen und körperlichen Schmerzes zuteil wird. Mit großem Verständnis hat sich auch der Gauleiter und Reichsstatthalter der kriegsbesehen. Der geschäftliche Teil der Versammlung wurde von dem Kameradschaftsführer mit dem Gruß und dem Treugelöbnis an den Führer geschlossen. Danach verblieben die Kameraden noch einige Stunden in froher kameradschaftlicher Geselligkeit beisammen, die vor allem dem gegenseitigen näheren Kennenlernen (soweit das überhaupt noch erforderlich erschien) gewidmet waren. Diese Stunden wurden durch den gemeinsamen Gesang von Liedern und durch einige Löns- und Rheinlieder des Alterskameraden Kurt Richter in schöner Weise bereichert. Der ganze Verlauf des Abends stand unter dem Zeichen bester Harmonie und guter Stimmung, die gute Aussichten für die weitere Tätigkeit der Bereinigung eröffneten. Gießener Dochernnarktpreise. * Gießen, 12. Dez. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: D. f. Molkereibutter, % kg 1,57 Mk.» f. Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60, Landbutter 1,42 Mk., Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse A 13, frische holländische, Klasse D 9Wirsing, kg 6 bis 10, Weißkraut 5 bis 6, Rotkraut 8 bis 10, gelbe Rüben 8 bis 12, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 20 bis 25, Unterkohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 12 bis 15, Rosenkohl 20 bis 30, Feldsalat 80 Pf. bis 1 Mk., Tomaten 60, Zwiebeln 8 bis 10, Meerrettich 30 bis 70, Schwarzwurzeln 20 bis 30, Kartoffeln, kg 4 Pf., 5 kg 40 Pf., 50 kg 3 bis 3,50 Mk., Aepfel, % kg 15 bis 20 Pf., Tafeläpfel 25 bis 30, Birnen 15 bis 20, Nüsse 45 bis 60 Pf., Hähne 1 bis 1,10 Mk., Suppenhühner 80 bis 90 Pf., Gänse 90 Pf. bis 1 Mk., Enten 90 Pf. bis 1 Mk., Tauben, das Stück 50 Pf., Blumenkohl 50 bis 70, Endivien 5 bis 8, Lauch 5 bis 8, Sellerie 10 bis 30, Rettich 5 bis 15 Pf. ** Sterbefälle in Gießen. Es verstorben in Gießen: am 3. Dez.: Marlies Pichlmeier, 11 Jahre, Gleibergerweg 81; Ida Ouvrier, 81 Jahre, Licher Straße 74. — 4. Dez.: Konrad Schneider, 83 Jahre, Licher Straße 74. — 5. Dez.: Heinrich Rössel, Diehwärter, 79 Jahre, Licher Straße 74. — 6. Dez.: Katharine Becker, geb. Stephan, 64 Jahre, Crednerstraße 27; Minna Fiedler, geb. Rittgen, 41 Jahre, Großer Steinweg 12; Christoph Diehl, wohl der Führer, wie seine Kameradschaft innerhalb der NSKOV. zu erfüllen haben. Durch das Zusammenwirken der NSKOV. mit der Bewegung wurde eine gesetzlich verankerte Betreuungs- und Versorqungsarbeit geleistet. Durch die Eingliederung ------ ... der Kriegsopferämter in die Partei werden auch Abend wurde dann in üblicher Weise geschlossen, deren Amtsleiter als Amtswalter mit besonderen -------- amtsleiter und Gauobmann Ziegler, den Gau- referenten für Arbeitsbeschaffung Schaab und den Kreisamtsleiter K l ö s als Vertreter des Kreisleiters begrüßen. Kreisamtsleiter K l ö s überbrachte die Grüße des Kreisleiters Dr. Hildebrandt und betonte die enge Verbundenheit der Kriegsopfer mit der Bewegung. Der Gaureferent für Arbeitsbeschaffung Schaab besprach die Erfolge der Arbeitsbeschaffung für die Schwer- und Leichtkriegsbeschädigten und die Kriegerwaisen nach der Machtübernahme und ging die einzelnen Möglichkeiten für die Rechte und Anwartschaften auf Arbeit für die kriegsbeschädigten Kameraden und die Kameradenkinder durch. Nach einer kurzen, von Marschweisen des Jungvolks ausgefüllten Pause, sprach Gauamtswatter und Gauobmann Ziegler. Er ging davon aus, daß er den Leiter der Nebenstelle Gießen, Kamerad Bonhard, der der Ortsgruppe durch seine langjährige Betätigung in der „Hassia" bekannt ist, zum Kameradschaftsführer der Kameradschaft Gießen ernannt hat und hob anschließend die hohe Verpflichtung hervor, die so- _____ ________ w v Arbeitgebern an ihre Gefolgschaftsmitglieder zu Weihnachten (Weihnachtsgeschenke) sind im Kalenderjahr 1936 von der Einkommensteuer (Lohnsteuer) und Schenkungssteuer befreit, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind: Im Cafe Leib sand am gestrigen Freitagabend ein General-Mitgliederappell ' ~ Gießen der NS.-Kriegsopfern' Befugnissen ausgestattet. Alle diese Maßnahmen verpflichten jefcen einzelnen zu treuer Pflichterfüllung nach dem ehernen Grundsatz des National- Sladttheater Gießen. Heute nachmittag geht das Weihnachtsmärchen „Prinzessin Allerliebst", ober „Der wundersame Regenschirm" von Friedrich Forster in Szene. Die Spielleitung führt Karl 23 o I cf. Musikalische Leitung Ernst Bräuer. Die Einstudierung der Tanze und choreographische Leitung liegt in den Händen der Balettmeisterin Irmgard Z en ne r Diese Marchenoorstellung beginnt um 15.30 Uhr, Ende 17.45 Uhr. Außer Miete. Am Sonntagnachmittag findet die Auffahrung des Märchenspiels „Prinzessin Allerliebst oder „Der wundersam- Regenschirm' von Friedrich Forster stall. Die Spielleitung hat Karl B olck Kapellmeister Ernst Bräuer fuhrt bie musikalische Leitung des Märchens. Die Einstudi-rung der Tanze und choreographische Leitung liegt >n den H"nden der Balletm-ist-rin Irmgard 3"ner. Die Bor stellung beginnt um 15 Uhr und endet 17.15 Uhr. Auster Miete. — Am Abend geht „Der Zarew sch . Operette von Franz Lehar, in Szene. D>° mustka lische Leitung hat Hans S). 8) am p e l. Di p - leitung führt Paul Wrede. Leitung der Tanze, Irmgard Zenner. Die Vorstellung beginnt um 19 Uhr. Ende 21.45 Uhr. Außer Miete. Volksdeutscher Abend des VDA. Die Ortsgruppe Gießen des Dolksbundes für das D-ustchlum im Ausland veranstaltet am, kommenden Dienstag. 15. Dezember. Lv.l^lhr^ln^der^ .3^03 Herr Wilhelm Kreiling III., Landwirt im 75. Lebensjahre. In tiefer Trauer: 05689 Heuchelheim, Darmstadt, den 11. Dezember 1936. 05696 Großen-Buseck, Diebur«, den 11. Dezember 1936. ALTERSVEREINIGUNG 1886-1936 7975 D wahren werden. 7991D Geschäfts-Drucksachen bei Brühl. Schulstraße 7 Leihgestern, den 10. Dezember 1936. Danksagung Wieseck, den 12. Dezember 1936. 7997 D BRAUEREI JHRIN6-MELCHIOR, LICH Postkarten bei Brühl Zum Weihnachtsmarkt in Gießen Wir bedauern tief das Ableben unserer Mitglieder 7743 D vom 12.-22. Dezember 1936 Spezialgeschäft feiner Strick- und Wirkwaren Walter Schleicher, Apoida WeihnachtSiGeschenke 7986 D Stand Oswaldsgarten Verein Adelphenhaus e. V. Gießen, den 12. Dezember 193£. 7923 D Beste Deutsche Marken-Erzeugnifse MW Frankfurt a.M.,Große EschenheimerStr.10 N74^ RM 2100 ab Werk itZEISS FRÜHER BUCHDAHL Tyk Kamelhaar- Decken Warme Koltern Reise-Decken Diwan-Decken Sofa-Kissen Sitz - Garnituren Kaffeewärmer Federn, Daunen Polster-Sessel ModerneCouchs Bett-Couchs Chaiselongues Puppenwagen Wäsche-Truhen Bett-Wäsch e Bettvorl age n Metall-Betten Deckbetten, Kissen Matratzen aller Art Weißlack-Möbel Rechnungen Briefblätter Briefumschläge Postkarten Geschäftskarter ein Zeichen natürlicher, gesunder Lebensauffauung. Junge Frauen sollten auf feste, gesunde Figur bedacht sein — es ti bessert Viel Bewegung und Dr. Richters Frühstückskräulertee hallen den Körper frisch und straff — kein unnötiges Fett wird sich ansehen, das Blut hat freie Zirkulation end der Stoffwechsel ist in schönster Ordnung. - Packg. 1.80 u. 225. Auch eis Drix-Jabletten erhältlich. Dr. Ernst Richters Frühstückskrluterlee Stepp-Decken aus eigenen Werkstätten Daunen-Decken aus eigenen Werkstätten Brücken, Läufer, Bettumrandungen Felle, Reise- und Diwan-Decken Heinrich Lotz X. Heinrich Volk und Frau Paula, geb. Lotz Frau Louise Kreiling, geb.Volkmann Familie Gg. Wilhelm Kreiling Familie August Lenz Familie Franz Volkmann I. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange unserer lieben Entschlafenen, insbesondere für die trostreichen Worte des Herrn Dekan sprechen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank aus. Heute morgen entschlief sanft nach kurzem, schwerem Leiden mein innigst- geliebter Mann, unser guter, treusorgender Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Uebetzeugen Sie sich von seinen Vorzügen. Die Probefahrt ist sein stärkstes Argument. Otto Willmann Pfarrer i. R. in Bissos verstorben 14,11.1936 Die Beerdigung findet am Sonntag, dem 13. Dezember, 14.30 Uhr, vorn Trauerhause Weismühle aus statt. Gießen (Thomastraße 30), Gilsbach, den 11. Dezember 1936. Die Beerdigung findet am Montag, dem 14. Dezember, 14 Uhr auf dem Neuen Friedhof statt. Pilsner man tunkt es mit Verliebe im Alter von 59 Jahren. In tiefer Trauer: August Schmidt, Müller Familie Wilhelm Schmidt Familie August Schmidt Familie Ludwig Schmidt Karl Arend, Steuerinspektor und Frau Marie, geb. Schmidt Die Beerdigung findet Sonntag, den 13. Dezember, nachmittags 2 Uhr, vorn Sterbehause, Brauhausstraße 23, aus statt In tiefer Trauer: Anna Diehl und Kinder Dr. Adolf Liebrich Hüttendirektor i. R. in Weidenau a. d. Sieg verstorben 28. 11. 1936 lieber Mann, unser guter treusorgender Vater Hermann Diehl im Alter von 57 Jahren. Wir zeigen Ihnen den neuen Am 11. Dezember verschied nach kurzer Krankheit meine liebe Frau, unsere gute Mutter und Großmutter Frau Margarete Schmidt geb. Will Motorwagen-Verkaufsgesellschaft m. b. H. Gießen, Frankfurter Straße 52/56 Ruf 2847/48 guten unvergeßlichen Sohn und Bruder Willi im Alter von 27 Jahren zu sich in die Ewigkeit abzurufen. In tiefem Schmerz: Familie Wilhelm Wehrum Sie finden die große Auswahl im Fachgeschäft für Traumausstattung Heinrich Hochftätter Gießen, plockstraße 3 plMjM | MMIOMM finden Sie bei 797g a Optiker Leisler Neuenweg 16 Kassenlieferant j Einspaltige | werden zum ermäßigten ... , . Grundpreis von 5 Pf. für die Kleinanzeigen Millimeterzeile veröffentlicht! | Begehrte Geschenke sind Teppiche in allen Preislagen Angezahlte Waren werden bereltwIlHget bla Weihnachten zurOckgesteift Die Beerdigung erfolgt Montag,14.Dez. nachm.2Uhr auf dem Neuen Friedhof. Um zahlreiche Beteiligung bittet der Vorstand Gießen, den 11. Dezember 1936. Altersvereinieuns; 1879 — 1949 Wir beklagen den Heimgang unseres lieben Alterskameraden Herrn Hermann Diehl dem wir ein ehrendes Andenken be- Unser lieber Kamerad Karl Wolf, Glasermeister ist am 10. Dezember 1936 durch den Tod unserem Kreise entrissen worden. Die Beisetzung findet statt am Montag, dem 14. Dez., nachmittags IV2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof, woran sämtliche Kameraden teilnehmen. 7980 d mittags 3 Uhr statt 7983 D Es ist bestimmt in Gottes Rat, daß man vom Liebsten das man hat muß scheiden! Hr. 291 Drittes Blatt Somstag, 12. Dezember 1956 Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhehen) (Nachdruck verboten.) 31 Fortsetzung. doch nichts mit der Krimi- es vor, das aufgeregte We- nicht zu beachten. Höflich verstanden hatte. „Da vorliegen! Wir haben nalpolizei zu tun!" Der Kommissar zog läge = arten: W e t t erau (Gießen und Friedberg), die von hier aus nach den Kreisen Bensheim, Darmstadt, Erbach, Groß-Frankfurt, Offenbach, Schotten und Unterlahn geschickt werden. Heber 6000 Spendepakete kommen aus" anderen Kreisen in den Kreis Wetterau, um Familien in unserem Kreise zu erfreuen. Die riesigen Paketsendungen werden auf Lastzügen und mit' der Reichsbahn befördert: ihre Gesamtmenge würde etwa 15 Eisenbahnwagen füllen. Unter Leitung des zuständigen Sachbearbeiters der Kreiswaltung Gießen des WHW. schaffen von heute ab zehn Männer des Gießener Arbeitsdienstlagers und mehrere Mitarbeiter des WHW. gemeinsam Tag und Nacht in dem Saale und in den Nebenräumen der Liebigshöhe, wo sich die Sammelstelle und die Station zur Weiterbeförderung der Pakete befindet, um alle Gaben der Liebe rechtzeitig zu Weihnachten in die Hand der Empfänger zu bringen. 17.12 Uhr). An Hand eingehender neuer Fahrplanentwürfe, bei denen der gegenwärtige Stand und die neuen Vorschläge einander gegenübergestellt sind, macht der Verfasser die von ihm empfohlene Fahrplanverbesserung in aufschlußreicher Weise klar. Er geht dabei von dem Gedanken aus, die Frühzüge nach Möglichkeit recht früh an ihrem Zielpunkt anzubringen und die Spätverbindungen soweit wie irgendmöglich hinauszurücken, damit der Reisende den Arbeitstag an seinen Zielstationen möglichst ausgiebig nutzbar machen kann. Dahingehende Vorschläge sind in den empfohlenen Plänen enthalten. Er macht jedoch auch die grundsätzliche Forderung vom Standpunkt des Fernverkehrs aus geltend, „daß, wie bisher, auch in Zukunft bei durchlaufenden Schnellzügen den Notwendigkeiten des Fernverkehrs der Vorrang gebührt". Zieht man dabei die Fahrpläne der Änfchlußstrecken unter den jeweiligen Gesichtspunkten des Lokalverkehrs in Betracht, so wird es vielleicht für die einzelnen Städte oder Lokalbezirke nicht zu umgehen fein, ihrerseits eine entsprechende Anpassung von lokalen Zugverbindungen an den neugeordneten Fahrplan zu erstreben: aber diese lokalen Korrekturen dürften doch Für alle Orte im Rhein-Main-Gebiet nördlich von Frankfurt, namentlich für Bad-Nauheim, Gießen und Wetzlar, verschieben sich die kilometrischen Entfernungen zugunsten des Weges über Siegen um so stärker, je weiter die Orte von Frankfurt entfernt liegen." Eine Streckenskizze in der Denkschrift macht diese Darlegungen noch besonders deutlich. Der Verfasser betont auf Grund dieser Entfernungsvergleiche, daß es auf die Dauer nicht verantwortet werden kann, den Weg über Siegen gegenüber den Verbindungen über die Rheintallinien so stark in den Hintergrund treten zu lassen, wie es bisher der Fall war. Eindringlich hebt er hervor, daß ein zeitgemäß ausgestalteter Fahrplan der schnellen Reisezüge erforderlich ist, wenn sich die Schiene im Bereich der hier in Betracht kommenden Verbindungen ihren Anteil am Verkehr auf die Dauer sichern will. Bei einer Betrachtung der gegenwärtigen Fahrplanverhältnisse hebt der Verfasser der Denkschrift hervor, daß im Gegensatz zur Vorkriegszeit durchgehende Verbindungen Frankfurt—Gießen—Siegen —Köln und zurück überhaupt fehlen: die drei Paare schnellfahrender Züge D 81/82 Frankfurt—Essen, D 275/276 Frankfurt—Dortmund und die beschleunigt geführten, aber verhältnismäßig langsamen Personenzüge 375/376 Frankfurt—Oberhausen und Stadt und Land wurde mit anerkennenswerter Opferfreudigkeit auch an diesem Frontabschnitt des WHW. gegen Hunger und Kälte gekämpft. Mit Liebe und Sorgfalt wurden von den Spendern die Pakete bereitet, in denen .den bedachten Familien gute Sachen auf den Weihnachtstisch gebracht werden sollen. Do gibt es Kleidungsstücke der verschiedensten Art und Stoffe und Lebensmittel in mannigfaltiger Zusammenstellung. Aber auch Weihnachtsgebäck und weihnachtlicher Schmuck mit frischem Tannengrün, sowie Worte des freundlichen Gedenkens bringen das herzliche Empfinden und die Volksverbundenheit von deutschen zu deutschen Menschen, von Haus zu Haus zum Ausdruck. ... Bei der Kreiswaltung Gießen des Winterhilfswerks werden von heute ab in ununterbrochener Arbeit Tag und Nacht über 14000 Weihnachtspakete ihrer Bestimmung zugefuhrt. Davon sind 8000 Spendepakete aus dem Kreise sie dann sein? Willst du nicht doch noch einmal versuchen, bei ihm anzurufen?" „Wie oft soll ich es dir noch versichern, daß der Fernsprecher bei Rammelt versagt?" rief der Ju- tizrat gereizt aus. „Es bleibt eben nichts anderes übrig, als abzuwarten! Olga hat uns ja auch sonst nie genau über ihre Pläne unterrichtet! Sie wird chon wie immer ihre Privatgründe haben, wes- )alb sie nichts von sich hören läßt! Du selbst hast ie ja nicht anders erzogen?" fügte er spöttisch hinzu. Trotz seiner Rede fuhr aber auch er heftig zusammen, als plötzlich grell und langgezogen die Klingel durchs Haus scholl. Wie gebannt starrten beide auf die Tür, als diese geöffnet wurde, und das Mädchen einen Herrn in Zivilkleidung einließ, der sich als Kriminalkommissar Wagner vorstellte. mir bitte sagen, wie lange sie sich dort aufgehalten hat?" „Leider können wir Ihnen auch darüber keine genaue Auskunft geben!" warf der Justizrat ein. „Fünf Tage ist es her, daß sie abgereift ist. Soweit wir unterrichtet sind, hat sie nur eine einzige Nacht in Oberhof übernachtet und ist dann wieder abgereift. Von da ab wissen wir selber nichts mehr über sie!" „Und wer hat Sie so weit unterrichtet?" „Herr Generaldirektor Brand?" antwortete der Justizrat. „Da meine Tochter zuletzt vor ihrer Abreise noch bei ihm war, nahmen wir an, daß ihm auch über ihre Rückreise etwas bekannt sein würde." „Herr Generaldirektor Brand stand wohl zu Ihrer Tochter in einem näheren Verhältnis?" tastete sich der Kommissar vorsichtig weiter. „Nur geschäftlich, Herr Kommissar, nur geschäftlich!" wehrte der Justizrat ab, seiner Frau einen heimlichen Wink gebend, der jedoch dem Kommissar nicht entging. „Und welcher Art sind diese Geschäfte? Ihre Tochter vertritt Sie vielleicht öfters, Herr Justizrat?" In den Worten des Kommissars lag eine leichte Ironie. Der Justizrat in seiner Erregung jedoch merkte davon nichts. „Vertreten wäre wohl zuviel gesagt, Herr Kommissar! Das wäre ja auch nicht zulässig. Sie hilft mir nur manchmal. Und in diesem beförderen Falle hatte ich ihr einen Auftrag gegeben, weil, weil.." „Weil Sie eine Entlastung benötigten, nicht wahr, Herr Justizrat--so etwas kann doch vorkommen!?" „Ja, gewiß, eben deswegen!" gab der Justizrat zurück, froh, daß der Kommissar ihm die Ausrede selbst in den Mund gelegt hatte. „Gut, aber nun sagen Sie mir doch auch noch, welcher Art dieser Auftrag war! — Handelt es sich etwa um die Verhandlung wegen des Gutachtens in Sachen des Prozesses der Vereinigten Zuckerwerke gegen die Brand-AG " Der Kommissar hatte die letzte Frage so blitzschnell gestellt, so überraschend, daß der schwerfällige Justizrat keine Möglichkeit zu einer weiteren Ausrede mehr sah. So stammelte er nur unsicher: (Fortsetzung folgtI) X«”** „Es handelt sich um Ihre Tochter, Fräulein Olga Willnof, Herr Justizrat. Ich habe nur ein paar Fragen." Doch diesmal war auch der Justizrat vor heftigem Erschrecken aus der Fassung gebracht. „Um meine Tochter, sagen Sie? Aber so sprechen Sie doch! Was ist mit ihr geschehen? Wo ist sie? Was ..." „Eben deshalb bin ich ja gekommen, um von Ihnen zu erfahren, wo Ihre Tochter sich aufhält! Ich glaube nicht, daß Sie sich so sehr zu beunruhigen brauchen! Ich brauche die Angaben über Ihre Tochter aus einem ganz anderen Grunde, den ich Ihnen im Augenblick allerdings nicht erklären kann!" „Aber das ist es ja gerade", jammerte die Justiz- rätin, „wir wissen ja eben selber nicht, wo unsere Tochter sich zur Zeit aufhält! Seit, Tagen schon, seit sie nach Oberhof gefahren ist . - „Also nach Oberhof ist sie gefahren!" nahm der Kommissar befriedigt zu Protokoll. „Wollen Sie „Kriminalkommissar?" rief die Justizrätin in höchster Erregung aus, als sie den Titel des Herrn " ' " ~ muß unbedingt ein Irrtum MS, ,............ , — über Siegen den Vorzug haben, daß sie wesentliche Steigungen nicht aufweisen, dafür aber in ihren Fahrgeschwindigkeiten durch die den zahlreichen Krümmungen des Stroms angepaßte Linienführung gehemmt werden. Demgegenüber weist der Weg über Siegen erhebliche Steigungen auf, die es ausschließen, im flachen Gelände möglichst besonders hohe Geschwindigkeiten zu erzielen. Eine Betrachtung der kilometrischen Entfernungen ergibt indessen, daß eine Vernachlässigung des Weges über Siegen unter keinen Umständen in Frage kommen kann: die Eisenbahnentfernung Frankfurt—Dortmund beträgt über Köln 340 Kilometer, über Siegen nur 276,' also 64 Kilometer - rd. 18v. H. weniger; die Entfernung Frankfurt—Essen über Köln 305 Kilometer, über Siegen 290 Kilometer, also 15 Kilometer = rund 5 v. H. weniger. Zwischen Frankfurt und Wuppertal sind die Wege über Köln und Siegen—Hagen gleich groß derart, daß die Mitte zwischen Wuppertal—Elberfeld und Wuppertal—Barmen H zu liegen kommt. Im Ergebnis ist also für alle Städte, die östlich von Wuppertal und Mülheim an der Ruhr liegen, der Weg über Siegen gegenüber dem Weg über die Rheintallimen, vom Mittelpunkt des Rhein-Main-Gebietes, Frankfurt, aus gesehen, mehr oder minder kilometrisch kurzer. ren Seite. Bei einer Untersuchung der Leistungsfähigkeit dieser Strecken kommt der Verfasser zu dem Ergebnis, daß „die Rheintallinien gegenüber dem Weg sen der alten Dame , wandte er sich statt dessen an den Justizrat: Der Weg über Siegen. Vorschläge zur Kahrplanverbefferung zwischen Industriebezirk und Ahein-Main-Gebiet Oberhessen und das Gebiet der mittleren Lahn in der Aeche der Hauptinteressenten. Wege im Rebel. Vornan von Käthe Mettner. (Copyright by Aufwärts-Verlag, Berlin SW 68.) Standpunkt vertreten, daß es sich „im vorliegenden Falle nicht vermeiden lassen wird, stärker als dies sonst üblich ist, in den Aufbau des bestehenden Fahrplans einzugreifen, weil nur so in wirtschaftlicher Weise diejenigen Verbesserungen zu erzielen sind, die unumgänglich notwendig erscheinen, wenn der Personenschnellverkehr auf den zur Erörterung stehenden Strecken nicht verkümmern soll". Der Verfasser schlägt daher vor, „die beiden Schnellzugpaare D 81/82 und D 275/276, die seit Jahrzehnten zum eisernen Bestand der Strecke zählen, mit ihren Anfangs- und Endpunkten im Industriegebiet, wenn möglich unter Ausdehnung der D 275/276 bis Münster zu fahren." Als Fahrzeiten werden vorgeschlagen: D 276 ab Munster 6.10 Uhr, ab Hamm 6.38, ab Dortmund 7.01, ab Hagen 7.35, ab Siegen 9.27, ab Gießen 10.41, an Frankfurt a. M. 11.40 Uhr; D 275: ab Frankfurt a. M 18.35 Uhr, ab Gießen 19.39, ab Siegen 20.57, ab Hagen 22.46, an Dortmund 23.14, an Hamm 23.37, an Münster 0.05 Uhr. Weiterhin wird Gewicht darauf gelegt, daß die für den Durchgangsverkehr, wie für den Anliegerverkehr der Strecke selbst besonders wichtigen, einzigen einigermaßen schnellen zuschlagfreien Personenzüge 375/376 (ab Frankfurt a. M. 13.51, an Oberhausen 20.56 bzw. ab Oberhausen 10.04, an Frankfurt a. M. 16.45 Uhr) erhalten bleiben. Für die neue Fahrplangeftaltung wird oorge- schlagen, Siegen weit mehr als bisher als Mittelpunkt der Verbindung anzusehen, ferner allzu lange Aufenthalte in Siegen bei den schnellfahrenden Verbindungen auszuschalten derart, „daß es in Zukunft möglich ist, ohne unnützen Zeitverlust ron Frankfurt'über Gießen—Siegen sowohl nach Hagen wie nach Köln, ebenso. aber aus Richtung Köln über Siegen sowohl nach Hagen wie nach Gießen— Frankfurt, nicht minder schließlich auch aus Richtung Hagen über Siegen sowohl in Richtung Köln wie' nach Gießen—Frankfurt zu gelangen." Der Verfasser schlägt vor, ein neues Eilzugpaar Frankfurt—Siegen—Köln und zurück (ab Frankfurt 11, an Siegen 13.14, ab Siegen 13.18. an Köln 14.48 Uhr bzw. ab Köln 15.35, an Siegen 17.08, ab Siegen 17.17, an Frankfurt a. M. 19.30 Uhr) zu schaffen, das eine Neuleistung darstellt. Mit diesem neuen Eilzugpaar bringe die Reichsbahn auch die Erfüllung des langjährigen Wunsches von Bad- Nauheim, Gießen und Wetzlar nach wenigstens einer durchgehenden Verbindung nach und von Köln, wobei gleichzeitig die Anliegerorte zwischen Hagen und Siegen durchgehende Verbindungen mit Köln erhielten. Weiter empfiehlt er die Schaffung eines neuen fünften Eilzugpaares Köln— Siegen und zurück, das von Siegen nach Hagen und zurück durchlaufend gedacht ist und zwischen Hagen und Siegen als Neuleiftung nicht erforderlich wäre, da hierfür die Leistungen eines bisherigen Eilzugpaares zur Verfügung stünden (ab Siegen 13.20,' an Hagen 15.07; ab Hagen 15.25, an Siegen Und so sprach denn Walter Brand von allem, was sich in den letzten inhaltsschweren Tagen ereignet hatte, von den Schwierigkeiten des Prozesses, der Wichtiakeit des von Dr. Rammelt mene7 Gutachtens, der Bereitwilligkeit Olga W.ll- noffs, in seinem und ihres Vaters Auftrag in Oberhof mit Dr. Rammelt zu verhandeln, ihm noch fehlendes Material oorzulegen^. Schilderte ihr dann fein Erschrecken, als er von feinem ren habe, daß Rammelt sich gar nicht in Obecho aushielt so daß er selber, da auch Olga Willnosf noch keine Nachricht gegeben habe, sich> dannhabe entschließen müssen, ihn m feinem Institut aufzusuchen. ... r i CI Wenn ich etwas einschalten darf , sagte 3nge Schlich? plötzlich. die bis dahin mit unveränderter Aufmerksamkeit zugehort hatte, „heute morgen hat Herr Justizrat Willnosf bereits zweimal angeru en sib Sie Herr Direktor, etwas über den Verbleib feiner Tochter wüßten! Ich habe natürlich geant- wortet dZ Fräulein Äff das letztemal oor ihrer Abreise nach Oberhof hier war So ist also Olga Willnosf noch nicht zuruck wurme, Walter oor sich bin, fugte bann «m. ab- wefend hinzm „Ihre Antwort, war « * Fräulein Schlicht! Ich habe Fraulem Willnosf feit dem auch noch nicht wieder gefeitem Emen Augenblick kämpfte Inge Schttchtmd: [ Eine Erinnerung war in ihr au,getauchL Hatte sie nicht selbst Olga Willnosf vor em^erAbenden mit Rammelt gesehen, spat abends noch und aufc dem vor der nicht im besten Ruf sh stor-Bar"? Sollte sie es ihm sagen? Dieses JJi chen, dieses eitle, kokette Geschöpf wa 'wert! nes wie Walter Brand doch wahrhaftig mcht wert Aber nur einen Augenblick, - dann hatte 'e sub wieder in der Gewalt! Nein, das h ß stände häßlich ausnutzen! Und außerdem hatte nicht aufzuzeigen. Der Verfasser weist in der Denkschrift zunächst darauf hin, daß zwischen dem Rhein-Main - Gebiet t und Rheinland-Westfalen drei durchgehende, für den Schnellverkehr geeignete Schienenwege zur Verfügung stehen, nämlich die links und rechts des Rheines verlaufenden Rheintal-Linien, sowie der Weg über Siegen, der zwischen Frankfurt und Gießen die Main-Weser-Bahn, von da bis Wetzlar die Lahntalbahn benutzt, um über das Dilltal nach Siegen zu verlaufen; hier trennen sich die Wege durch das Siegtal nach Köln auf der einen Seite und nach Hagen mit den Ausstrahlungen in Richtung Dortmund, Essen, Wuppertal, Düsseldorf und Köln, sowie nach Schwerte—Hamm auf der ande- zurück, verkehren sämtlich ab Siegen, dort wie in Gießen Kopf machend, in Richtung Hagen und darüber hinaus nach ben genannten Zielstationen. Im Gegensatz zur Vorkriegszeit ist — und hierin liegt ein besonderer Anlaß zu begründeten Beschwerden — Köln von Frankfurt aus über Gießen nur auf dem Wege des Umsteigens in Siegen zu erreichen. Ferner bemängelt der Verfasser als weiteren schmerzlich empfundenen Mißstand, daß für die Verbindungen Frankfurt—Köln über Gießen in keinem Falle glatte Anschlüsse in Siegen gegeben sind, praktisch zeitgemäß brauchbare Schnellverbindungen zwischen Frankfurt und Köln über Gießen—Siegen zur Zeit nicht bestehen. Der gegenwärtige Fahrplan zwischen dem Jndustriebe.zirk und dem Rhein-Main- Gebiet stellte sich also als durchaus unvollkommen und verbesserungsbedürftig dar, sowohl hinsichtlich der Zahl der Verbindungen, als auch hinsichtlich ihrer Lage im Laufe des Tages und ebenso ihrer Reisegeschwindigkeiten. Die Verbesserungsoorschläge, die der Verfasser in der Denkschrift eingehend darlegt und umfassend begründet, sind aufgebaut auf der Uederzeugung, daß „eine grundlegende Verbesserung der hier erörterten Verbindungen nur durch die Bereitstellung neuer Zugkilometer in mäßigem Umfange sich ermöglichen lassen wird". Nachdrücklich wird der Der Rhein-Mainische Industrie- und Handelstag in Frankfurt a. M. hat der Arbeitsgemeinschaft der Industrie- und Handelskammern in der Reichs- Virtschastskammer einen bei deren Fahrplanaus- jchuß zu behandelnden Antrag übermittelt, der folgenden Wortlaut hat: „Nachdem auf anderen wichtigen Strecken der Reichsbahn in den letzten Jahren wesentliche Verbesserungen der Verbindungen durch Vermehrung der Züge und mehr oder minder starke Abkürzungen der Reisezeiten erzielt worden sind, ist es dringend geboten, auch die Verbindungen zwischen dem Rhein-Main-Gebiet und dem rheinisch-westfälischen I n - dustriebezirk, sowie nach Köln und dem Niederrhein über Gießen—Wetzlar—Siegen zeitgemäß z u verbessern. Durch Neuleistungen an Ke- ober Te-Zügen in mäßigem Umfang und durch Verschiebung und bessere Angleichung bestehender Züge läßt sich eine durchgreifende Neuordnung dieser Verbindungen erzielen." Zur Erläuterung sei hier angefügt, daß Ke-Züge Kleine Eilzüge mit einem Packwagen und zwei Eilzugswagen sind, ein Te-Zug einen Trieb-Eilwagen mit Dieselmotorenantrieb barstellt. Die Begründung dieses Antrages gibt der Rhein- Mainische Industrie- und Handelstag in einer Denkschrift, die von dem als Fahrplan-Sachverständigen bekannten Syndikus der Industrie- und Handelskammer Darmstadt Dr. jur. fRoe jener bearbeitet worden ist. Diese Denkschrift enthält aus dem reichen Schatze der fachlichen Erfahrungen ihres Verfassers so bedeutsames Material und so beachtenswerte Derdesserungsvorschläge, daß es angebracht erscheint, die Gedanken und Anregungen, die dem anerkennenswerten Antrag des Rhein-Mainischen Industrie- und Handelstages zugrundeliegen, hier dieser Mann da ihr gegenüber gerade genug gelitten? Nein, sie durfte ihn nicht noch nut neuen Zweifeln in dieser Stunde quälen! Brand hatte von ihrem Sinnen nichts bemerkt. Fast heiser kamen ihm die Worte über die Lippen, als er jetzt fortfuhr zu sprechen, ihr den Fortgang der Ereignisse beschrieb, wie der Streit zwischen ihm und dem Bevollmächtigten sich entwickelt habe — zuerst im Institut Rarnrnelts, als dieser ihn nicht habe empfangen wollen —, bann braufeen auf bem Wege in der Dunkelheit am Hafen ... „Als ich mich dann gegen ihn wehrte, muß ich ihn niedergeschlagen haben. Bei Gott, es war nur Notwehr, nichts weiter ---ich wollte es nicht — glauben Sie mir--" . r , , „Ich glaube Ihnen!" sagte sie einfach. Sie gab sich jetzt keine Mühe mehr, ihre Erschütterung zu verbergen. Heiße Tränen rannen ihr unaufhörlich über die Wangen. Alles an ihr war Mitgefühl mit bem Mann, der in so furchtbare Not geraten mar. „Ich glaube Ihnen!" sagte sie noch einmal Und ich werde zu Ihnen halten, was immer auch kommen möge!" XVII. Im Haufe des Iustizrats Willnosf herrschte große Unruhe und Nervosität. Besonders die Justlzratin lief aufgeregt hin und her. Sie ängstigte sich um Olga, verstand nicht, wo sie blieb, weshalb sie nichts von sich hören ließ, wie sie es fest versprochen hatte. „Wenn sie nicht mehr in Oberhof ist wie der Generaldirektor uns mitteilt, wo soll sie dann sonst fein?" agte die Justizrätin jetzt. Vielleicht liegt nur ein Irrtum vor. und (ein Bruder bat sie nur nicht ^Ausgeschlossen! Ganz ausgeschlossen'" erwiderte der Justizrat. „So groß ist Oberhof nicht, daß man dort einen Mengen nicht finden konnte, wenn man ihn finden will. Und wie du selbst gehört hast, hat der Generaldirektor persönlich in Ober- Hos nach ihr fragen lassen. Sie hat überhaupt nur eine Nacht dort logiert! Außerdem hat sich Dr. Rammelt gar nicht in Oberhof aufgehalten, und ' "e|al? »teb Olga so schnell dort wieder ab« ' ^Wer°7n seinem Hause ist Rammelt doch auch nickt lu erreichen", sagte die alte Dame verzwei- ; fe§ „Und wenn sie nicht bei Rammelt ist. wo soll Weihnachtssreude in jedem deutschen Hause! Lieber 14000 Weihnachtspakete des WHW. in Gießen. Wir haben vor wenigen Tagen den wunderbaren Einsatz aller Volksgenossen in Stadt und Kreis Gießen für das Winterhilfswerk in der Arbeit am „Ta g der n a ti o = nalen<5olibarität" erlebt. Der Tag wurde in feinem Ergebnis zu einem großartigen Erfolg. Der Eintopfsonntag, der die deutsche Volksgemeinschaft morgen wiederum für das WHW. aufruft, wird zweifellos auf der gleichen Linie der vorbildlichen Opferbereitschaft stehen. Zwischen diesen beiden Einsätzen für das WHW. vollzog sich im Laufe dieser Woche die Sammlung der Weih- n a ch t s p a k e t e b er i'l"f sV?d ü r?f Ng e'n Ein Blick in das Weihnachtspaketlager ber Ortsgruppe Gießen-Ost. Volksgenossen'. 3n : f (Aufnahme: Neuner, Giehener Anzeiger.) Was , u Fewa wohl gegenüber den größeren Gesichtspunkten der Schaffung neuer guter Fernverbindungen nicht von primärer Bedeutung sein. Weiter zieht der Verfasser der Denkschrift auch den alten, bisher noch nicht erfüllten Wunsch der Verkehrsinteressenten nach einer abkürzenden Verbindung von Gießen über Alsfeld und Fulda mit auten Zugübergängen aus Rheinland und Westfalen nach Thüringen, Mitteldeutschland, Sachsen und Berlin in den Kreis seiner Betrachtungen. Zur Erfüllung dieses alten Wunsches schlägt er die Einrichtung eines leichten Eilzuges, im Anschluß an die Verbindung von Siegen her, von Gießen nach Fulda mit entsprechenden Anschlüssen nach Mittel- deutichland und Berlin, aber auch nach Norddeutschland vor; in der umgekehrten Richtung von Fulda nach Gießen empfiehlt er die Einrichtung von Ke-Zug- oder Te-Triebwagenleistungen. Ferner enthält die Denkschrift auch beachtenswerte Vorschläge zur Verbesserung der Anschlüsse, in Verfolg der Neuregelung vom Industriegebiet her, über Frankfurt a. M. hinaus in Richtung Würzburg— Nürnberg—München. Die Vorschläge des Verfassers, die als eine Gene- ralbereimgung gedacht sind, zielen aber nicht ftiur auf die Schaffung besserer Verbindungen ab, sondern sie sind in weiterer Zielsetzung auch aus eine Abkürzung der Reisezeiten mit entsprechenden wirtschaftlichen Auswirkungen gerichtet. Beachtenswerte Hinweise dafür sind in der Denkschrift enthalten. Ferner wird darauf aufmerksam gemacht, daß ein derart grundlegender Plan zur Verbesserung der Verkehrserschließung eines umfangreichen Gebietes natürlich auch gewisse Schattenseiten für die bis- heriaen Anschlüsse der Haupt- und Nebenbahnstrecken enthält, jedoch wird in diesem Zusammenhang betont, daß Verbesserungen im großen und allgemeinen gegenüber Nachteilen im einzelnen und fleinen der Vorrang gebührt und bei wesentlichen Störungen bestehender Verbindungen durch Zug- verlegungen nach Möglichkeit für Ersatz gesorgt werden müsse, damit die bestehenden Verkehrsbeziehungen auf dem engeren lokalen Raume gewahrt bleiben. Am Schlüsse der Denkschrift sagt der Verfasser u. a.: „Die Darlegungen beschränken sich bewußt darauf, für die Strecken Frankfurt—Siegen—Hagen und Köln zunächst nur eine Ausgestaltung der Verbindungen vorzuschlagen, die den bestehenden Fahrplan sinngemäß ausvauen sollen, damit einerseits dem Verkehrsbedürfnis der größeren Orte der Strecken gedient, zum andern aber der Fernverkehr über die Strecken nach Möglichkeit belebt wird.." „Mit einer grundlegenden Verbesserung der Verbindungen über Siegen in fahrplanmäßiger Beziehung müßte auch eine eingehende Nachprüfung der Tarife in allen in Frage kommenden Verkehrsbeziehungen Hand in Hand gehen." — „Die Darlegungen sind berufen, die Grundlage für eine allgemeine Erörterung damustellen, deren Ergebnisse sich, wie zu hoffen steht, durch vertrauensvolle und zielbewußte Zusammenarbeit der Beteiligten schließlich zu einer praktischen Lösung verdichten lassen, welche, zum Vorteil gleicherweise der Verkehrsnützer wie des Verkehrsträgers und der gesamten Volksgemeinschaft, dem Weg über Siegen einen ausreichenden Anteil an zeitgemäß schnellen Durchgangsverbindungen sichert." Die Denkschrift ist bereits Gegenstand von Verhandlungen zahlreicher berufener Stellen geworden. Die Vorschläge haben in weitgehendem Maße Befürwortung gefunden, sie haben aber auch an anderer Stelle nod) nicht den erhofften und verdienten Widerhall ausgelöst. Vom Standpunkt des öffentlichen Verkehrsinteresses aus, insbesondere des geschäftlichen Reiseverkehrs, wäre es zu begrüßen, wenn diese Vorschläge zu der erstrebten Neugestaltung und Verbesserung der Fahrpläne auf den besprochenen Reichsbahnstrecken führen und darüber hinaus noch günstige Auswirkungen auf den großen Fernverkehrs-Anschlußstrecken zur Folge haben würden, wobei natürlich die mehr lokal orientierten Verkehrsinteressen die gebotene berechtigte Berücksichtigung finden müssen. B. Spiele der Bezirksklasse am Sonntag. Sinn — Bissenberg . Frohnhausen — Lollar Burg — Wetzlar. Trotzdem die ©inner gegen Bisserberg ersatzgeschwächt antreten müssen, sollten sie durchaus in der Lage sein, den Gästen einen spannenden Kampf zu liefern. Nach der hohen Niederlage der Frohnhäuser am vergangenen Sonntag werden diese alles daransetzen, um gegen Lollar die Punkte in Frohnhausen zu behalten. Die stetige Formverbesserung der Burger gibt ihnen unter Berücksichtigung des Vorteils des eigenen Platzes auch gegen Wetzlar die Aussicht, zum mindesten ein gleichwertiges Spiel zu liefern. Spielvereinigung 1900 Sieben. 1900 — Steinberg. Die Blauweißen empfangen die Teutonen aus Steinberg zum Gesellschaftsspiel, um die eingetretene Pause zwischen den Verbandsspielen entsprechend auszunutzen. Das Spiel ist insofern von Interesse, da beide Mannschaften in den seitherigen Punktekämpsen verschiedenartig abgeschnitten haben. Steinberg ist in seiner Klasse Tabellenführer und es deutet alles daraufhin, daß auch mit dem Endsieg zu rechnen ist, wodurch die Teilnahme an den Aufstiegspielen gesichert und damit vielleicht auch wieder ein Aufrücken in die höhere Klasse möglich wäre. Anders dagegen die Blauweißen. Das Abschneiden ist bis jetzt nicht besonders erfreulich, und der derzeitige Tabellenstand deutet auf etwas hin, was man vor Beginn der Spiele nicht erwartet hatte. Es wird allmählich Zeit, daß man dafür Maßnahmen trifft, um dem drohenden Gespenst des Abstiegs zu entgehen. Der neuerliche Versuch, den Sturm in der Besetzung Schellhaas, Ranft, Heilmann, Lehrmund, Heuser antreten zu lassen, hat sich nach den Erfahrungen in Naunheim einigermaßen bewährt. Die Besetzung der Hintermannschaft mit Rahn, Zeiler und Lippert ist in Ordnung. Dafür bleibt allerdings die Frage nach der Läuferreihe um so offener. Am Sonntag soll der Versuch mit der Besetzung Herf, Erhard, Schmitz unternommen wer- i>en, so daß die Aufstellung wie folgt lauten würde: Rahn, Zeiler, Lippert, Herf, Erhard, Schmitz, Schellhaas, Ranft, Heilmann, Lehrmund, Heuser (Hain). FC. „Teutonia" Watzenborn-Steinberg witd das Spiel mit folgender Mannschaftsaufstellung bestreiten: Burger; Jung, Schmand; E. Burger, Schmand, Euler; Burg, Fischer, Haas, Buß, Fett. Lokalkämpfe der heimischen Fußballjugenb. 1900 2. Jugend — BfB.-R. 2. Jugend. Die zweite Jugend der Spielvereinigung wird es nicht leicht haben, das Spiel gegen den Lokalgegner mit Erfolg zu beenden. Das Vorspiel wurde knapp verloren, jedoch hat sich die Ausstellung und Spiel- weise der Blauweißen doch so verändert, daß ein knapper Sieg erwartet wird. Die Grünweißen werden auch ihrerseits alles daran setzen, um zu siegen. Das Spiel findet vor dem Ligaspiel statt. Dfv.-R. 4. Jugend — 1900 4. Jugend. Auf dem Waldsportplatz treffen sich die 4. Jugend- mannschaften der beiden Vereine. Die Jugend des VfB. konnte bisher gute Ergebnisse erzielen. Sie dürfte auch in diesem Kampfe ihren Mann stehen. Ein knapper Sieg liegt im Bereich der Möglichkeit. Die neuaufgestellte Mannschaft der Spielvereinigung setzt sich aus Kräften zusammen, die aus den Schülermannschaften stammen. Oie Kreisklaffen am Sonntag. Sinn II — Bissenberg II (Weber, Ehringshausen), Frohnhausen II — Lollar II (Malkomes, Dillenburg), Burg II — Wetzlar II (Schwarz, Dillenburg), Hungen — Ruppertsburg (Kreiling, Gießen), Lich — Garbenteich (Keller, Naunheim), Niedergirmes — Nauborn (Post, Wieseck) Albshausen' — Ehringshausen (Rinn, Rodheim), Leun — Steindorf (Kaletsch, Wetzlar), Holzhausen — Oberbiel (Küster, Berghausen) Aßlar — Burgsolms (Gutmann, Atzbach) Sportfreunde — Ulm (Bill, Naunheim) Hermannstein-Philippstein (Böcher, Gießen), Heuchelheim II — Steinberg II (Hofmann, Wieseck), Tv. 1846 II — Muschenheim (Luh, Allendorf), Flensungen — Londorf (Hillebrecht, Großen-Buseck), Rüddingshausen — Wieseck (Körber, Alten-Buseck), Niedergirmes II — Schmalbach (Rühl, Naunheim), Sportfreunde II — Sportverein M (Schneidmül. ler, Niedergirmes), Münchholzhausen — Aßlar II (Schmidt, Steindorf), Sportfreunde III — Bub- lingshaufen (Körner, Naunheim). Fußballabteilung des Turnvereins Alten-Buseck. Die 1. Mannschaft von Alten-Buseck empfängt am morgigen Sonntag die gleiche des Turnvereins Klein-Linden zum Freundschaftsspiel. Beide Mannschaften gehören der 1. Kreisklajse an. Die Gäste, die in ihrer Gruppe mit Watzenborn-Steinberg an der Spitze liegen, stellen eine spielstarke Mannschaft ins Feld. Die Einheimischen müssen sich deshall» sehr anstrengen, wenn sie ehrenvoll abscknewen wollen. Vorher stehen sich die Jugendmannschaften beider Vereine gegenüber. Kurze <^>portiwtizen D i e holländischen „Schwalben" schlugen in einem in Brüssel ausgetragenen Fußballkampf die belgische Auswahlmannschaft der „Roten Teufel" mit 5:3 (3:1). 65 Frankfurter Lehrer erwarben im Rahmen eines Sportlehrganges im Frankfurter Sportfeld das SA.-Sportabzeichen. Sieder Hochbetrieb im Handball. 6 6 Nach der vorsonntäglichen „Ruhe" ist morgen wieder allerlei los. Besonders die Mannschaften der oberen Klassen sind fast ohne Ausnahme alle im Rennen. Einzig die 2. Kreisklasse setzt auch diesmal wieder aus, well man hier mit der Rückrunde erst nach den Feiertagen beginnen will. Die Spiele der Jugend nähern sich allmählich dem Ende. Die mutmaßlichen Tabellensieger stehen fast überall fest. — In der Gauklasse interessiert vor allem das Treffen Tv. Wetzlar — Tv. Kirchbauna, das zwar vollkommen offen ist, indem man aber gerne einen Wetzlarer Sieg sehen würde. In der Bezirksklaffe werden sich gegenüberstehen: Tv. Heuchelheim—Mtv. Gießen Tv. Hochelheim—Tv. Lützellinden Tv. Marburg—Tv. Münchholzhausen. In dem ersten Spiel haben wohl beide Mannschaften Aussichten, Spiel und Punkte zu gewinnen. Zwar hat es sich erwiesen, daß Heuchelheim zu Hause ein ernst zu nehmender Gegner ist, seine Mannschaft ist aber in ihrer Form zu schwankend. Nicht anders ist es auch bei den Gießenern, die sich erst am letzten Sonntag wieder hoch geschlagen bekennen mußten. Entscheidend wird diesmal sein, wer die größere Ruhe bewahrt und wer am besten bis zum Schluß durchhalten wird. Lützellinden hat erst bei der letzten Runde eine unerwartete Niederlage in Hochelheim einstecken müssen, die sie damals um viel Chancen gebracht hat. Man wird deshalb diesmal schon vorsichtiger sein und den Gegner gleich in der richtigen Weise einschätzen. Es ist schon so, daß eine Mannschaft über gediegenes Können verfügen muß, wenn sie in Hochelheim etwas mitsprechen will. In Marburg dürfte es, wenn Münchholzhausen nicht mehr gesperrt ist, zu einem erbitterten Ringen kommen. Denn Marburg konnte zwar das Vorspiel gewinnen, mußte aber die Punkte trotzdem abtreten, weil damals ein gesperrter Spieler mitgewirkt hatte. Diesen Nachteil wird man wettzumachen versuchen. In der 1. Kreisklasse sind angesetzt: Tv. Herborn—Tv. Holzheim Tv. Dorlar—To. Atzbach Tv. Garbenheim—To. Dutenhofen Tv. Groß-Rechtenbach—DfB.-R. Gießen Tv. Grüningen—Tv. Katzensurt. Die Herborner haben wohl kaum Aussichten, gegen den derzeitigen Tabellenführer zu gewinnen. Nach der letzten Niederlage zu urteilen, hat Dorlar auch auf eigenem Platz keine Aussichten, gegen die Gäste zu gewinnen, zumal Atzbach gerade erst in letzter Zeit stark nach vorne gekommen ist. Dutenhofen hat Aussichten, auch in Garbenheim die Oberhand zu behalten. In Groß-Rechtenbach stehen sich zwei Neulinge gegenüber, so daß es nicht möglich fein wird, eine sichere Voraussage zu treffen. Immerhin darf man auf das Abschneiden der Gießener gespannt sein, die am letzten Sonntag gegen die Bezirksklassemannschaft sehr gut gefallen konnten. Offen ist auch die Begegnung in Grüningen, obwohl WHW Ä »Urquell man eigentlich den Platzbesitzern die größeren Chancen einräumen möchte. Die Mannschaft hat allerdings in der letzten Zeit oft enttäuscht. Jugendklasse: Tv. 1846 Gießen — Mtv. Gießen; Mtv. Gießen II — To. Dutenhofen; To. Holzheim — Tv. Lang-Göns; Tv. Hochelheim — Tv. Ebersgöns; Tv. Lützellinden — Tv. Oberkleen; Tv. Wetzlar — Tv. Niedergirmes; Tv. Lollar — Tv. Londorf. Der Sieger der Staffel 1 der Jugendklasse wird vielleicht morgen schon auf dem Universitätssportplatz ermittelt. Ein Entscheidungsspiel ist aber notwendig, wenn 1846 gewinnt, was allerdings nach den Leistungen der letzten Zeit unwahrscheinlich ist. Verjährung arbeitsrechtlicher Ansprüche. NSG. Mi Ablauf des Jahres 1936 verjährt eine Anzahl arbeitsrechtlicher Ansprüche aus früheren Jahren. Da die Verjährung bedeutet, daß der Berechtigte feinen Anspruch nicht mehr gegen den Willen des Verpflichteten geltend machen kann, tut jeder Gefolgsmann gut daran, feine Ansprüche auf rückständigen Lohn auf die Frage der Verjährungen hin zu überprüfen. Es verjähren Ansprüche, soweit sie im Jahre 1934 und früher entstanden sind: 1. derjenigen, die im Privatdienst stehen (z. B. Angestellte), auf Gehalt, Lohn oder andere Dienstbezüge, wie Tantiemen, Gratifikationen, Umsatzprovisionen, Reisekostenentschädigunaen einschl. der Auslagen, die der Gefolgschafts- mann infolge seines Arbeitsverhältnisses für den Betriebssührer auf sich genommen hat; 2. der gewerblichen Arbeiter — Gesellen, Gehilfen, Lehrlinge, Fabrikarbeiter —, der Tagelöhner und Handarbeiter auf Löhne ober andere an Stelle ober als Teil des Lohnes vereinbarte Leistungen, wie Sachbezüge (Deputate) einfchließlich der Auslagen; 3. der Unternehmer auf Erstattung der Vorschüsse, die sie ihren Gefolgsleuten auf deren Arbeitsentgelt gewährt haben; 4. der Lehrherren und Lehrmeister auf Lehrgeld und andere im Lehrvertrag vereinbarte Leistungen, sowie deren Ansprüche auf Erstattung der für die Lehrlinae bestrittenen Auslagen. Es verjähren die Ansprüche, soweit sie im Jahre 1932 und früher entstanden sind, auf Wartegelder, Ruhegehälter und Besoldungen. Rückständige Beiträge der Kranken-, Unfall-, Invaliden- und Angestelltenversicherung verjähren am 31. Dezember 1936, sofern sie nicht absichtlich hinterzogen oder früher entstanden sind. Die drohende Verjährung der Ansprüche kann zunächst dadurch verhindert werben, daß der Schuldner seine Schuld durch Abschlagszahlungen, Zinszahlungen, Sicherheitsleistungen ober in anderer Weise (z. B. durch einfache münbliche ober schriftliche Erklärung) anerkennt. Oer Arzneikostenanteil in der Krankenversicherung. DNB. In der nächsten Nummer des Reichsgesetzblattes und des Reichsanzeigers wird die IV. Verordnung des Reichsarbeitsministers über den Arzneikostenanteil in der Krankenversicherung neröffent» Asst-. Die Herabsetzung des Arzneikvstenanteils der Versicherten in der Krankenversicherung, der früher 50 Pf. betrug, auf 25 Pf. bleibt hiernach für weitere zwei Jahre bestehen. Ferner können nach her Verordnung Krankenkassen, auch wenn sie einen höheren Beitragssatz als 5 v. H haben, in der Familienkrankenpflege die Kosten der Arznei und kleineren Heilmittel weiterhin bis zu 70 v. H. erstatten. Fernsprecher 2096 und 4276 7953 A von 12 bis 18 Uhr Der Sonntagnachmittag gehört den Kaufen den-*-allen denen, die Lust haben, bei uns einige Stunden zu verbringen. Daß es keiner bereut, dafür sorgen, wie mit weihnachtlicher Stimmung und weihnachtlicher Auswahl. X7)ZJÄS1EEE^/) £ Treude bringen ’AAlT PRAKTISCHEN DINGEN Konditorei und Cafe Amend empfiehlt in besten Qualitäten: la Marzipan, Weihnachtskonfekt, Stollen, Lebkuchen, Pralinen und gefüllte Bonbonnieren, alles eigene Herstellung. Echte Aachener Lamperts Printen, echte Nürnberger Lebkuchen und große Auswahl Bonbonnieren erster Firmen. Besichtigen Sie bitte meine 3 Schaufenster. __ 7934D Haben Sie offene Füße? Schmerzen? Jucken? Stechen? Brennen? Dann gebrauchen Sie ote fett Jahrzehnten vorzüglich bewahrte schmerzstillende Heilsalbe fipntflrin61 ®rbältl. in allen „uemarm . 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Goldmexikaner von 99 8,6 — 8,85 8,55 4% Türkische Bagdadbahn-Anlethe Serie I..................... — — - 10-Dezember 11 .Dezember Amlllche Notierung Amtliche Notierung Geld | Brief Geld Briel duenoa tim 0,728 0,732 0,738 0,742 Brüssel .... 42,06 42,14 42,07 42,15 Rio de Jan. 0,149 0,151 0,149 0,151 Sofia..... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen 54,39 54,49 54,48 54,58 Danzig .... 47,04 47,14 47,04 47,14 London.... 12,18 12,21 12,20 12,23 HelstngforS. Paris ..... 5,375 11,59 5,385 11,61 5,385 11,605 5,395 11.625 Holland ... 135,26 135,54 135,41 135,69 Italien.... 13,09 13,11 13,09 13,11 Japan ..... Jugoslawien 0,709 0,711 0,709 0,711 5,654 5,666 5,654 5,666 C61o..... : 61,22 61,34 61,32 61,44 Wien...... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon... 11,065 11.085 11,08 1,10 Stockholm.. 62,80 62,92 62,90 3,02 schwel, ... 57,14 57,26 57,17 7,29 Spanien... 20,48 20,52 20,48 20,52 Prag...... 8,761 8,779 8,761 8,779 Budapest .. Reuyork ... 2,488 2,492 2,488 2,492 Bern»,11 .Dezember Geld tirlef _ timenlannche Roten.............. 2,45 2,47 Belgische Noten.................. 41,92 42,08 Dänische Noten ................. 54,32 54,54 Englische Noten ................. 12,175 12,215 Französische Noten............... 11,555 11,595 Holländische Noten............... 135,08 135,62 Italienische Noten................ — —— Norwegische Noten .............. 61,16 61,40 Deutsch Oesterreich, ä 100 Schilling —— —— Rumänische Noten.............. — — Schwedische Noten............... 62,73 62,99 Schweizer Noten................. 57,02 57.24 Spanische Noten................. — —- Ungarische Note» ................ ** Was wollen wir schenken? Die große Auswahl praktischer Weihnachtsgeschenke bei uns wird Sie restlos befriedigen! 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