Donnerstag, 12. November i9Z6 Nr. 266 Erstes Blatt 186. Jahrgang Eichener Anzeiger in der lassen, guten Welt einen unverkennbaren Eindruck hinter- Polen ist aber jetzt drauf und dran, diesen Eindruck wieder zu verwischen, wenn es London, 12. Nov. (DNB. Funkspruch.) Die „Daily Mail", die an einem britisch-italienischen Ausgleich besonderes Interesse nimmt und durch eine Unterredung mit dem Duce die Erörterung ins Rollen brachte, glaubt näheres über die weitere Entwicklung sagen zu können. Der italienische Botschafter in London, Grandi, werde binnen kurzem nach Rom reisen, um dort Vorschläge zu einer Regelung zu unterbreiten, von der die gesamten Interessen der beiden Länder im Mittelmeer erfaßt werden sollen. Man hoffe in London, daß er von dieser Romreise mit einer brauchbaren Antwort zurückkomme. Die englischen Minister seien davon überzeugt, daß jetzt die Gelegenheit besonders günstig sei, um unter die Periode des Nichtverstehens den Schlußstrich zu setzen. Mussolinis freundschaftliche Gesinnung habe in London Eindruck gemacht; man sei voller Hoffnung, daß die Verhandlungen zu einem endgültigen Abkommen führen. Günstige Atmosphäre für eine Verständigung zwischenRom und London statthalters Sprenger nach Darmstadt» Der Gauleiter begrüßte zunächst den italienischen Generalkonsul in Frankfurt, Marchesi di Ruffan o, dem er seine Glückwünsche zum Geburtstage des Königs von Italien übermittelte. Das Rhein-Main-Gebiet sei ein Verkehrsschnittpunkt der Handelsstraßen Süd-Nord und Ost-West. Zu allen Seiten habe deshalb dieses Gebiet eine außerordentliche Rolle im Wirtschaftsleben gespielt. Seit Generationen habe sich in diesem Gebiet eine Feinindustrie entwickelt, und damit sei es auf den Verkehr mit anderen Nationen angewiesen. Der Präsident der italienischen Handelskonföderation, Dr. R a ch e l i, gab seinem Bedauern Ausdruck, daß er nur wenige Tage im Rhein-Main-Gebiet verweilen könne. Er werde aber gern und für eine längere Zeit wiederkommen. Außerdem werde er dafür Sorge tragen, daß italienische Studenten auch nach Frankfurt kämen. Am Nachmittag kehrten die italienischen Gäste nach Frankfurt zurück, um fach- wissenschaftliche Beratungen zwischen den beiderseitigen Verbänden aufzunehmen. Wien, 11.Nov. (DNB.) Die Wiener Konferenz der Rompakt-Staaten wurde am Mittwochvormittag mit einem Ted.eum in der Minoritenkirche aus Anlaß des Geburtstages des Königs und Kaisers Viktor Emanuel eingeleitet, dem alle Konferenzteilnehmer beiwohnten. Am weiteren Vormittag wurden Besuche und Gegenbesuche zwischen dem ungarischen Außenminister oonKanya, dem Bundespräsidenten M i k l a s und Bundeskanzler Dr. Schuschnigg ausgetauscht. Nach einem Frühstück beim Bundespräsidenten Miklos beaan- nen die Beratungen. Bundeskanzler Dr. Schuschnigg gab am Mittwochabend in der großen Galerie des Schlosses Schönbrunn ein Abendessen. Der Bundeskanzler erklärte, es sei der Zweck der Wiener Konferenz, die praktischen Grundlagen der Zusammenarbeit zwischen den Rompaktstaaten zu verstärken und die Lebensmöglichkeiten für die Zukunft „soweit es in unserer Kraft steht und unseren Raum betrifft", zu sichern. Für die Unterzeichner der römischen Protokolle habe es sich niemals um die Bildung eines gegen andere gerichteten Blockes gehandelt, sondern diese hätten sich vielmehr stets als eine Art „K r i st a l l i s a t i o n s k e r n", als eine neue Gruppierung zu vernünftiger Gemeinschaft in ihrem Raum betrachtet. Damit aber seien sie wahre Diener am Werk eines dauernden und gefestigten Friedens. Dr. Schuschnigg bat sodann den italienischen Außenminister „Seiner Majestät dem König von Italien und Kaiser von A e t h i o p i e n" die ehrerbietigsten Glückwünsche der Konferenz zu seinem Geburtstage unterbreitet. Der Bundeskanzler erhob sein Glas auf gutes Gelingen der Konferenz, auf das Wohl des Königs von Italien und Kaisers von Aethiopien, auf das Wohl des königlich-ungarischen Reichsverwesers, auf eine glückliche Zukunft der italienischen und der ungarischen Nation, sowie auf eine glückliche und friedliche Entwickelung jenes Raumes, „dessen Führung unserer Verantwortung obliegt". Hierauf gab der ungarische Außenminister von K a n y a seiner Freude Ausdruck über den Umstand, daß die drei Unterzeichnerstaaten der römischen Protokolle innerhalb eines Jahres sich schon zum zweiten Male versammelten, um am Gebäude des Friedens und des Fortschrittes zu arbeiten. Der ungarische Reichsverweser werde bei seinem bevorstehenden Besuch in Rom dem König Victor Emanuel III. persönlich d i e Anerkennung des römischen Imperiums durch Ungarn zur Kenntnis bringen. Der italienische Außenminister Graf Ciayo führte aus, Oesterreich und Ungarn und Italien hätten Europa ein Beispiel dafür gegeben, wie man mit gutem Willen die grundsätzlichen gegenseitigen Interessen erkennen und sich zu einer konstruktiven Arbeit zusammenschließen könne. „Die römischen Protokolle hatten von Anfang an und haben auch jetzt nicht den Zweck, die Staaten, die Interessen im Donaubecken haben, zu trennen oder eine Blockbildung herbeizuführen, sondern vielmehr den Zweck.' gute Beziehungen zu fördern und zu festigen." Graf Ciano erhob sein Glas auf das Wohl des Bundespräsidenten und des ungarischen Reichsverwesers, auf die Zukunft der beiden Nationen Oesterreich und Ungarn und auf die Freundschaft, in der diese mit dem faschistischen Italien treu verbunden seien. Aus Rom meldet dazu der Korrespondent desselben Blattes, die Verhandlungen hätten schon begonnen. Man gehe dabei davon aus, daß das gegenwärtige Kräfteverhältnis der beiden Flotten im Mittelmeer aufrechterhalten werden sollte. Aehnlich äußert sich auch „Daily Telegraph". Die Vorverhandlungen über eine umfassende Verständigung entwickelten sich günstig. Wenn auch die Erörterung der Einzelheiten keine schnellen Fortschritte machen könne, so glaube man doch, daß ein beide Teile befriedigendes Abkommen erreicht werden könne. Ein Bericht des „Daily Telegraph" aus Rom bezeichnet Meldungen über einen Besuch Cianos in London als voreilig. In Rom erkläre man, daß eine Anregung hierzu von der englischen Regierung ausgehen müsse; der Besuch sei auch nicht vor Dezember möglich. Gauleiter Sprenger empfing italienische Wirtschastsführer. Darmstadt, 11. Nov. (DNB.) Italienische Wirtschastsführer, die zur Tagung der Deutsch- Italienischen Handelskammer nach Frankfurt gekommen sind, folgten am Mittwoch einer Ein- die Mittel gefunden werden müßten, damit P o - lens legitime Interessen in dieser Angelegenheit geachtet werden. Die Minister Beck und Eden sind der Meinung, daß die internationale Zusammenarbeit am besten innerhalb des Rahmens des Dolksbundes aufrechterhalten werden kann, und daß für die Hoffnungen einer europäischen Befriedung nichts verhängnisvoller sein würde, als die anscheinende oder wirkliche TeilungEuropas in entgegengesetzte Lager." „Daily Telegraph", der der englischen Regierung nahesteht, meint, daß Polen im Rahmen seiner Verteidigungspolitik besonderen Wert auf das Bündnis mit Frankreich lege. Polen wünsche die Zusicherung zu erhalten, daß die Großmächte bei ihren Verhandlungen über einen Westpakt keine Vereinbarungen treffen, die den Wert dieses Bündnisses beeinträchtigen könnten. Gleichzeitig sei deutlich geworden, daß sowohl England wie Polen die Mitarbeit Deutschlands bei allen neuen Sicherheitsplänen wünschten, und keine Einkreisung Deutschlands beabsichtigen. Bei ihrem Kommentar sieht sich „Daily Telegraph" veranlaßt, eine Meldung des Londoner Korrespondenten der „Gazeta Polska" wörtlich anzuführen, in der es heißt: „Becks Beratungen mit der britischen Regierung und die freundschaftliche Atmosphäre, in der dieser Besuch stattsindet, geben der Hoffnung neue Nahrung, daß sie zu einer noch innigeren Zusammenarbeit zwischen England und Polen führen werden. Man hofft, daß das Resultat in der positiven Zusammenarbeit dieser beiden Staaten für den europäischen Frieden liegen wird." weiterhin duldet, daß sich wild gewordene Nationalisten in der allerübelsten Weise Danzig und damit Deutschland gegenüber aufführen dürfen. Der polnische Minisierbesuch in London. London, 11. Nov. (DNB.) Das Foreign Office veröffentlichte über den Besuch des polnischen Außenministers Beck eine Verlautbarung, in der es heißt: Die Minister Beck und Eden halten es für höchst wünschenswert, daß der Versuch, die Regelung der europäischen Probleme zu fördern, weiter verfolgt werden sollte. Ferner wurde Gelegenheit genommen, gewisse Punkte in Verbindung mit dem vorschlageneii Westpakt zu erwägen, an denen Polen ein Interesse hat. Es wurde anerkannt, daß durchaus klar darüber, daß Polen am besten fährt, wenn es mit feinen Nachbarn in Frieden lebt. Das haben auch polnische Staatsmänner eben erst, das hat vor allem auch der polnische Außenminister Beck in London zum Ausdruck gebracht. Wir fragen die Warschauer Regierung, ob sie vollkommen vergessen hat, daß das wesentlichste Element der deutschpolnischen Verständigung die Unterdrückung derartiger chauvinistischer Ausschreitungen bildet. Solange man sich auch in Warschau daran gehalten hat, jede Herausforderung Deutschlands und des Deutschtums zu verhindern, war das Verhältnis beider Staaten zueinander durchaus korrekt. Und dieses korrekte Verhältnis wiederum hat draußen Die Wiener Konferenz. Anerkennung des römischen Imperiums durch Oesterreich und Ungarn. Gorgen der britischen Armee. Von unserem londoner tbg.-Berichterstaiier. London, November 1936. Die englische Politik auf eine Formel zu bringen, wäre gleichbedeutend mit dem Versuch der Donalden, Wasser mit Sieben zu schöpfen. Die Engländer selbst wissen und kennen keine Formel. Für sie ist jede Politk in erster Linie eine Sache des Jnsttnkts und der Intuition. Das hat seine guten Seiten, aber auch seine schlechten. Der Instinkt ist nicht immer ein guter Berater. Man gewinnt den Eindruck, daß ein Teil der hohen Beamtenschaft im Foreign Office instinktiv von einem merkwürdigen Fatalismus erfüllt ist, einem Fatalismus in der Richtung, als ob ein neuer Krieg unabwendbar fei. Aus diesem Fatalismus heraus hegt man ein scheinbar unüberwindliches Mißtrauen gegen andere Staaten und gegen die eigene Kraft und Verteidigungsfähigkeit. Es macht sich ein inoffizieller Pessimismus breit, der sich hemmend für jede großzügige Zielsetzung und Zusammenarbeit auswttkt. Man verzettelt sich in Kleinigkeiten und nichtigen Streitereien; man ist empfindlich und leicht beleidigt: kurz, man hat das dicke Fell verloren, das den britischen Löwen bisher ausgezeichnet hatte. Den Engländern sitzt anscheinend immer noch der Schrecken in den Knochen, den ifjnen der abessinische Krieg und der Sanktionskrieg der Genfer Liga zugefügt hatte. Es ist für eine stolze Natton schon bitter, die Flotte für durchschlagende Aktionen ungenügend gerüstet zu wissen. Als die britische Mittelmeerflotte mit nur acht Schuß Munition an Bord für jedes Geschütz vor Malta lag, versiegelte Stanley Baldwin seine Lippen. Das Siegel ist jetzt gelöst, aber das Unbehagen ist geblieben. Um so mehr lag es nahe, den Anlaß dieses Unbehagens aus der Welt zu schaffen. Das ist gleichbedeutend mit einer Aufrüstung, wie sie England selbst vor dem Kriege nicht gekannt hat. Im Vordergrund der Aufrüstung stehen natürlich Marine- und Luftflotte. Dies aus grundsätzlichen Ueberlegungen, die sich auf Erfahrungen aus dem Weltkriege stützen. Die Pläne für die Marine und für die Erweiterung der Luftflotte sind im großen und ganzen klar. Noch nicht entschieden ist allerdings, wie die Luftwaffe und die Flotte zusammenarbeiten sollen, daß heißt, ob die Luftwaffe eine einheitliche Führung erhalten soll, der dann auch die Flugzeuge der Marine unterstehen. Am allerwenigsten klar aber liegen die Dinge bei der Armee. Auf diese Unklarheit hat die „Times" kürzlich hingewiesen. Sie deutet dabei an. daß die Rolle der Armee in einem künftigen Kriege in offiziellen Kreisen nicht sehr stark von den Auffassungen des Jahres 1914 abweicht. Die Hoffnung auf einen neuen W e ft p a k t hat bisher verhindert, daß sich die zuständigen Stellen gründlicher mit dem Einsatz einer Armee in einem Kriege befaßt haben. Ob nun ein solcher Pakt zustande kommt ober nicht, die „Times" hält es für die Pflicht der Regierung, bei der Planung der für die Verteidigung erforderlichen Hilfmittel mit allen Möglichkeiten zu rechnen, vor allem mit der Möglichkeit, daß Großbritannien noch einmal auf dem Festland intervenieren müßte. Dabei macht das Blatt die bemerkenswerte, allerdings heute mehr historische Feststellung, daß die 1914 über den Kanal entsandten britischen Truppen ursprünglich nur für den Schutz Belgiens bestimmt gewesen seien. Die damaligen britischen Generalstabspläne waren auf diesen Zweck abgestimmt. Der rasche Vormarsch der deutschen Armeen nach Frankreich hinein zwang dann England, die Truppen auf der französischen Front einzusetzen. Nun ist es außerordentlich bemerkenswert, daß die neue Politik Belgiens mit ihrer Tendenz zur Wiedererlangung der früheren Neutralität auch die britischen Jnterventionsüberlegungen beeinflußt. „In dem angenommenen Falle", so schreibt die „Times", „eines deutschen Angriffes auf Frankreich, wobei Groß-Britannien dem letzteren zur Hilfe käme, wäre es durchaus denkbar, das belgische Territorium als Kriegsschauplatz a u s z u s ch l i e ß e n. Aber selbst abgesehen von dieser Möglichkeit sollte uns die Tendenz der belgischen Politik zum Nachdenken über die neuen Probleme veranlassen, die daraus entstehen würden, daß wir ein Heer auf dem Kontinent hätten in einem Kriege, in dem das belgische Territorium, an dem der britische Seeweg voroei- geht, noch neutral wäre und trotzdem jeden Augenblick einem Angreifer als Durchgangsland dienen könnte." Die Hauptschwierigkeiten aber würden sich Danzig, 11. Nov. (DNB.) Am Dienstagabend fand in der Sporthalle in Danzig anläßlich des 18jährigen Bestehens Polens eine von der polnischen Kolonie in Danzig veranstaltete Festlichkeit statt. Der Wirt der Sporthalle hatte für Polizeibeamte, die, wie üblich, aus Sicherheitsgründen zur unauffälligen Überwachung dieser Veranstaltung kommandiert waren, ein kleines Zimmer reserviert. In diesem Zimmer steht ein Schrank, in dem sich Symbole und Hoheitszeichen des Deutschen Reichs und der nationalsozialistischen Bewegung befinden. Vier Personen der Versammlung machten sich an dem Schrank zu schaffen und beschäftigten sich auch in einer Ecke des Zimmers mit irgend etwas. Da sie sich von einem Kriminalbeamten, der einen Blick in das Zimmer warf, beobachtet fühlten, entfernten sich die Personen. Die Feststellung über das Treiben der Personen durch den diensttuenden Kriminalbeamten ergab, daß von den Symbolen und Hoheitszeichen des Deutschen Reichs und der nationalsozialistischen Bewegung mehrere zerrissen waren. In der einen Ecke des Zimmers lag ein Hoheitszeichen, das von den fraglichen Personen sogar in widerlicher Weise beschmutzt worden war. Der Leiter der Veranstaltung, Prof. Gawell, der auch Vorsitzender der polnischen Schulmutter ist, wurde hiervon unterrichtet. Diesem war die Angelegenheit äußerst unangenehm und er bat um Feststellung der in Frage kommenden Personen. Es handelt sich hierbei um folgende: Josef H e i m o w s k i, Jan K u r o w s k i und Georg Ozmieski, die sämtlich Eisenbahner sind und in Danzig wohnen. Heimowski gab die Tat in Gegenwart des Versammlungsleiters zu. Die anderen Personen wurden von Heimowski als Mittäter bezeichnet. Der Name der vierten Person konnte leider nicht festgestellt werden, da er von den Tätern nicht verraten wurde. Nachdem der Sachverhalt geklärt war, wurden die drei Personen entlassen. Der Leiter der Veranstaltung bat den Kriminalbeamten wiederholt, die ganze Angelegenheit an Ort und Stelle gleich mit Geld gutmachen zu wollen, damit nichts an die Öffentlichkeit gelange. . Der nationalsozialistische „Danziger Vorposten" schreibt dazu: „Das Vorgehen der vier Polen zeigt mit aller Deutlichkeit, welche Früchte dieHetze derpolnischen Presse und ihre unverantwortliche Berichterstattung über Danzig unter den wenigen Polen im Freistaat trägt, welche Verwirrung d e r Gemüter die p o l n^-s ch e A g i t a t i o n der letzten Zeit in diesen Kreisen angerichtet hat. Die wenigen Polen, die es im rein deutschen Freistaat gibt, glauben wahrscheinlich, jetzt der deutschen Bevölkerung alles bieten zu können. Sie streben eine völlig ungerechtfertigte Erweiterung ihrer Rechte an und m i ß - brauchen gleichzeitig auf das Unverschämte st e das Gastrecht, das ihnen hier im Freistaat gewährt wird. Das Vorgehen, das sich die vier Polen gestern abend in der Sporthalle zuschulden kommen ließen, bedeutet einen Schlag ins Gesicht verdeutschen Bevölkerung Danzigs. Wir fordern daher, daß die Schuldigen so streng bestraft werden, wie es die Schwere ihres Vergehens erfordert. Darüber hinaus ist aber angezeigt, auch dafür zu sorgen, daß denjenigen Kräften das Handwerk gelegt wird, die durch ihre Agitation den Boden für solche Vergehen vorbereiten, wie sie sich die Polen am gestrigen Abend in der Sporthalle zuschulden kommen ließen. So also stehen die Dinge: Während die polnische Presse völlig ungerechtfertigte Angriffe gegen Danzig richtet, während sie unbegründete Forderungen erhebt und die Welt mit Falschmeldungen über eine Terrorisierung der polnischen Minderheit in Danzig überschüttet, gestattet sich die angeblich so unmenschlich verfolgte polnische Minderheit in Danzig Übergriffe, die andieEhre des deutschenFrei- staates und seiner deutschen Bevölkerung rühren. Wir verlangen, daß Danzig für dieses Vergehen der Polen von polnischer Seite in jeder'Form Genugtuung gegeben wird. * Das Treiben der Polen in und um Danzig nimmt allmählich einen gefährlichen Charakter an. Zu der Ausbeutung des Schöneberger Dorfkrachs durch die polnische Presse trat am Sonntag eine Demonstration in Gdingen, in der kurz und bündig die Wegnahme Danzigs gefordert wurde. Jetzt liegt eine Meldung vor, die über eine schamlose Besudelung r elchsdeutscher Hoheitsabzeichen, die gleichzeitig auch die Hoheitsabzeichen der Partei sind, berichtet. Die polnischen Täter sind festgestellt worden, sie haben m Gegenwart eines maßgebenden Polen in Danzig ihre Untat zugegeben. Das Treiben der polnischen Hetzer geht nun schon über zwei Wochen. Warschau hat Dister zu dem provokatorischen Auftreten der polnischen Presse und jener Elemente, die offenbar im ganz besonderen Auftrag die Deutschfeindllchkett Polens unterstreichen wollen, geschwiegen. Was würde aber Warschau, was wurden die Polen sagen, wenn wir nun in der gleichen Weise zu Werke gingen? Binnen kurzem wurde das deutsch-polnische Verhältnis höchst bedrohliche Formen annehmen, was für Polen ganz gewiß nicht von Vorteil ist. Man ist sich in Warschau polen beschmutzen in Danzig Hoheitszeichen des Reichs und der Bewegung Ltngeheuerliche Auswirkung der polnischen preffehetze. ladung des Gauleiters und Reichs« ' ~ ch Darmstadt» den italienischen Erschein tügltch, auh« jmw A ä Annahme von Anzeige« Sonntags und Feiertag» ▼ Wl ” für die Mittagsnummer Beilagen: Die Illustriert, f A ▲ ▲ kjk ▲ ▲ ▲▲ ▲▲ ▲ ▲ ▲ A AA bis 8'/,Uhr des Vormittag» MZ ow hCict zmwcr MZZ VzlVI|VllV< SS«»» von einzelnen Nummern Ermässigte Grundpreise: infolge höherer Gewalt f < Stellen-, Vereins-, gemein« jsksä. AmrOtiteuier fnr (Iwrnoffon ssss SffÄSttt wjviiuui-aiijviyvi |ui wuvufvgvn ssss* Postscheckkonto: . . , behördliche Anzeigen 6Rpf. 8ranlsurt am Main llßse Druck und Verlag: Vrühl'sche UniversttatrVuch- und Stcinömderei R. Lange tn Gießen. zchristleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7 Mengenabschlüsse Staffel b len Optiker un Babnbot Lieferant . Nov 19$ $ss» »rstemerunA -LH g, toOi 3 eie»1' t-SSS CsS; ÄS M lN'1 U)L . 9ute Opji Iprun» L SÄ >'L- veit dem «um en. 11 3gb. i;2 Nieder- W erneut 3r.uPPe Tie, >• Ledig. >5 Stur. Gelegenheit k°nd. Die auch m der iroe. ld- 4:2. Die ferste. Tie seicht seid, ch vor allen Ausdruck zu 1. Schüler gezwungen 5 von vorn, geglichenheit w diesem len würden. ®egen den am 29. Mai wohnhaft in Zeit in Sao 1 Finanzamt chlsteuer im ? u e r ft e rf, nif die Auf- Zen, falls et estzunehmen -sluchtsteuer- )ter des Be» nzufiihren im. 30: FriWn« 8.30: Musik eginnen. 10: ': Landfunk. L 13: Nach. 13.15: Mit- chlager, die r gern mit« berschlesiens )-. Unterhal- YLW. w Schassen), s. 19.40: Der : Nachrichten, olksmusik. 21: e (I). Eine 2: Nachrich- achrichten der 23: Konzert. iis 2: Nacht- nei Auszügen DerbW ber MMflbei. me, Beeren- bcerlträucher, Hecken- und Men Flieder »iswert osiii w : Straße 67. für England ergeben durch die Bedrohung der Verbindung mit dem Mutterland aus der Luft. Bei einem Abschneiden der Nachschubmöglichkeiten würde eine britische Jnteroentionsarmee einem gestrandeten Heer gleichen. Aus diesen Ueberlegungen kommt die „Times" zu dem Ergebnis, daß jeder Nation, die entweder unter dem alten Locarnooertraa,oder unter dessen Nachfolge auf britische Hilfe hofft, zu verstehen gegeben werden müsse, daß erstens ein verstärkter Bei st and in der Luft für sie mehr Wert haben muß, als eine Armee, und zweitens, daß die Entsendung einer Jnteroentionsarmee nicht gleichbedeutend sei mit der Tatsache, daß diese ohne Aufyören verstärkt werden könne. Das ganze Problem wäre weniger kompliziert, wenn die britische Armee in der Nachkriegszeit nicht in einer Weise vernachlässigt worden wäre, die geradezu beispiellos ist. Die Ausbildung der ersten Division mußte abgebrochen werden, weil die dazu gehörigen Truppen nach Palästina gesandt werden mußten; die der vierten Division wurde durch den Ausbruch der Maul- und Klauenseuche verkürzt; die dritte Division wurde in diesem Jahre überhaupt nicht zu gemeinsamen Hebungen zusammengezogen. Nur die zweite Division erhielt ihre volle Ausbildung. Für die Motorisierung ist wenig geschehen. Es ist allerdings jetzt angeordnet worden, daß jede Division zur Beförderung der Truppen eine Kompanie des Kgl. Automobil-Dienst-Korps zugeteilt erhält, die vier Bataillone gleichzeitig befördern kann. Die Motorisierung der Kavallerie wurde dadurch verzögert, daß entweder Motoren oder wenigstens brauchbare Motoren fehlten. Die Zahl der Tanks ist unbedeutend. England verfügt nach Angaben der „Times" über eine einzige Tankbrigade mit 200 Tanks. Es handelt sich dabei um Tanks des leichteren Typs; die mittelgroßen Tanks sind bereits 14 Jahre alt. Nun ist mit Sicherheit anzunehmen, daß diese Mängel der Ausbildung und Ausrüstung beseitigt werden. Das Hauptgewicht liegt ja aber weniger auf dem Gebiete der Technik als auf dem des militärpolitischen Einsatzes. Hier gehen die Meinungen auseinander, lieber sie wird noch zu berichten sein. Eine „Truppe für alle Zwecke". Fünf britische Divisionen für den Einsatz nutzer Landes. London, 11. Nov. (DM.) 3m Unterhaus wollte der konservative Abgeordnete A m e r y wissen. welche Rolle die britische Wehrmacht in einem zukünftigen Krieg auf dem europäischen Festland spielen würde und ob eine Expeditionstruppe zu diesem Zweck bereltgehatten werde. Der Rlarineminifter Sir Samuel Hoare erwiderte, es sei vorzuziehen, von einer „Truppe für alle Zwecke" und nicht von einer Lxpedi- tionstruppe zu sprechen, da die letztere Bezeichnung von der Annahme ausgehen würde, daß sich die Ereignisse in derselben Weise wie 1914 abspielen würden. Lr lehne diese Annahme ab. (hört, hört!) Diese „Truppe für alle Zwecke", die aus fünf Divisionen bestehen würde, müsse bereit fein, überall hinzugehen. Die Lage sei beträchtlich von derjenigen im 3ahre 1914 verschieden. 1914 seien endgültigeVerpflich- Jungen und ein tatsächlich zwischen dem sranzö- sischen und dem britischen Generalstab vereinbarter Plan vorhanden gewesen. Gegenwärtig lägen keine solche Verpflichtungen vor. Seiner Ansicht nach wäre es unklug. Verpflichtungen zu übernehmen, wie und wo die „Truppe für alle Zwecke" einzusehen sei. Oer Waffensiillsiandstag 'n London. London, 11. Nov. (DNB.) In hergebrachter Weise wurde am 11. November in allen Teilen des Britischen Reiches die Wiederkehr des Waffen still st andes feierlich begangen. Am Kriegsehrenmal im Londoner Regierungsviertel legten König Eduard VIII. und die Mitglieder der Regierung, sowie zahlreiche Privatpersonen Kränze im Gedenken an die Gefallenen nieder. Auch 5 0 0 arbeitslose Bergarbeiter aus Südwales schritten am Kriegsehrenmal vorbei, um der Toten zu gedenken. Punkt 11 Uhr gedachten Millionen Engländer der Opfer des Krieges. Der gesamte Straßenverkehr stand still und selbst die bereits zum Flug nach Frankreich und Skandinavien gestarteten britischen Verkehrsflugzeuge flogen mit gedrosseltem Motor, um den Fluggästen Gelegenheit zur Beteiligung an dieser eindrucksvollen symbolischen Handlung zu geben. Der König nahm abends an der Gedächtnisfeierder British Legion in der Albert Hall teil. Er selbst sprach einige Worte der Erinnerung, auf die die versammelten Tausende ehemaliger Frontsoldaten antworteten: „Wer gedenken ihrer". Im Anschluß daran rieselte wie ein roter Regen mehr als eine Million Mohnblumen von dem Dach der Niesenhalle. Für jeden gefallenen britischen Soldaten war eine dieser Mohnblumen gedacht. Oie WaffensiiUstandsfeier m Frankreich. Paris, 11. Nov. (DNB.) Die Waffenstillstandsfeiern in Frankreich sind ruhig verlaufen. Nur hier und da haben sich kleinere Zwischenfälle ereignet. Bei dem Aufmarsch der Frontkämpferverbände am Grabe des unbekannten Soldaten in Paris wurde von einem Teil der Menge der Zug der marristi- schen Frontkämpfer mit geballter Faust und Hochrufen auf die Volksfront begrüßt. Vereinzelt hörte man auch die Internationale, die von Andersdenkenden mit der Marseillaise beantwortet wurde. In Lille stimmten Kommunisten die Internationale an. Verschiedene Kundgeber brachten Hochrufe auf Innenminister Salengro aus, der Bürgermeister der Stadt Lille ist. Auch hier antworteten rechtsstehende Elemente mit der Marseillaise und Hochrufen auf Frankreich. In den umliegenden Häusern waren Grammophone an die offenen Fenster gestellt worden, die durch die Wiedergabe vaterländischer Lieder den Gesang der Internationale zu übertönen versuchten. Außenminister D e l b o s ließ durch Rundfunk eine Erklärung verbreiten, in der er u. a. sagt: Man müsse gegen den Haß kämpfen, der die Völker entzweie, gegen die Verblendung und die Hinterlist Derjenigen, die den Krieg als unausbleiblich bezeichneten, gegen die Drohungen, die die Welt in dauernder Mobilisierung hielten. Die friedliebenden Völker müßten sich vereinen. Frankreich lade dazu alle Völker ohne Ausnahme ein; es sei stets zu Verhandlungen und zu allen Abkommen bereit unter der einen Bedingung, daß sie nie« manden bedrohten. Frankreich wisse aber auch, daß die Stimme der Schwachen keinen Widerhall finde. Deshalb wolle es stark und geeint bleiben, um sich selbst zu verteidigen und um diese Macht und Einigkeit in den Dienst des Friedens zu stellen. Note Anarchie in Madrid. Salamanca, 12. Nov. (DNB. Funkspruch.) Der Oberste Befehlshaber in Salamanca berichtet: Don den nationalen Linien in Madrid aus kann man die in der Stadtmitte herrschende Anarchie beobachten. Viele große Brandherde beweisen das Wüten der roten Horden. Es handelt sich dabei gerade um jene Stadtviertel, die von der nationalen Artillerie und der Fliegerei peinlich geschont wurden, trotzdem die Rücksichtnahme der nationalen Truppen die militärischen Operationen bedeutend verlangsamte. Im Madrider roten Sender erklärte ein Anarchistenführer, der gleichzeitig ein rotes Milizbataillon befehligt, zu der Flucht der sog. „Regierung" sowie des roten „Staatspräsidenten" Azana nach Valencia bzw. Barcelona, daß keiner von den „führenden" Männern, die aus Feigheit aus Madrid geflohen feien, je wieder kommen oder gar „maßgebende Stellungen im roten Spanierst!)" einnehmen könne. Auch ein anderer roter Milizführer bezeichnete deutlich die rote „Regierung" als Feiglinge. Rote Banditen überfalten zwei Gesandtschaften in Mexiko. Mexiko, 11. Nov. (DNB.) In Mexiko überfiel eine kommunistische Horde d i e Gesandschaft von Salvador, die sie in Brand zu stecken ver- uchte. Es wurde erheblicher Schaden angerichtet. Fünf Banditen, darunter vier Salvadvraner und ein Kubaner, konnten verhaftet werden. Der mexikanische Außenminister sprach dem Gesandten das Bedauern der Regierung über das Attentat Trier, 11. Nov. (DNB.) Reichserziehungsmini- ter Rust eröffnete mit einer Rundfunkansprache von Trier aus die Hochschulen für Lehrerbildung in Schneidemühl, Oldenburg, Trier, Hamburg, Saarbrücken, Würzburg, Bayreuth und Karlsruhe. Rcichsminister Rust wies darauf hin, daß damit alle deutschen Länder, mit Ausnahme von zweien, in denen jedoch die Vorbereitungen im Jahre 1937 beendet fein werden, an die neue Form der deut- chen Lehrerbildung angefchloffen find, die zunächst in Preußen entwickelt wurde. Der Minister ging dann mit einem Rückblick auf die kulturpolitische Ge- amtlage vom 30. Januar 1933 in eine Reihe grundsätzlicher Fragen ein. Die völkische Weltanschauung trägt in sich selbst tiefe seelische Kräfte. Der nationalsozialistische Staat vermag darum aus eigenem Auftrag Aufgaben zu erfüllen, zu denen der weltanschauungslofe Staat nicht fähig mar. Das ist von entscheidender Wichtigkeit in einer Zeit, in der die Kirchen sichtbar in weiten Bezirken der Welt die Macht über die Geister verloren haben. (Lebhafte Zustimmung.) Für die deutschen Schulen ist damit eine bedeutende Erweiterung ihrer Ausgaben, ja eine völlig neue Verantwortlichkeit, ent- tanben. Beseitigt werden muh die Zersplitterung der Schulziele und der Schulformen. Was an besonderen heimatlichen und religiösen Kräften vorhanden ist, wird niemand zerstören wollen. Die Entwicklung der individuellen Fähigkeiten des Kindes ist nicht nur Dienst am deutschen Menschen, sondern Pflicht völkischer Selbsterhaltung. Aber die allgemeine völkische Weltschau und das deutsche Geschichtsbild müssen für die kommenden Geschlechter einheitlich sein. Die im Nachdem die R e i ch s a r b e i t s g e m e i n- schast Schadenverhütung mit der Reichsbetriebsgemeinschaft „B a u" und der Reichsbetriebsgemeinschaft „E i f e n und Metall" besondere Unfallver- hütungsaktionen durchgeführt hat, wird nunmehr vom 10. bis 17. November auch im Bergbau eine Sonderaktivn durchgeführt Außer der Reichsbetriebsge- meinfchaft Bergbau sind hieran die zuständigen Fachgruppen der Industrie, die Bergbehörde und die Knappschafts-Berufsgenoffen- schaften beteiligt. Der Grundgedanke der Schadenverhütung ist, über die bisher längst üblichen Methoden sachlicher und sachlicher Aufklärung hinaus eine Wandlung des Menschen in der inneren Einstellung der Gefahr gegenüber zu erzielen. Jeder Deutsche soll in seinem Privat- und Arbeitsleben erzogen werden zum Verantwortungsbewußtsein, zur Pflichterfüllung und zur Disziplin. Neben dieser ideellen Erziehungsarbeit behalten natürlich die Leistungen der berufenen Fachleute ihre Gültigkeit und Bedeutung. In dem folgenden Artikel gibt der höchste Beamte der deutschen Bergaufsichtsbehörde im Reichs- und Preußischen Wirtfchafts- minifterium. Herr Oberberghauptmann Schlattmann einen Ueberblick über die Gliederung der Bergbehörden, aus dem die Vielseitigkeit und die hohe Verantwortung dieser staatlichen Aufsichtsstelle zu ersehen ist. Der Bergbau steht laut Gesetz unter der polizeilichen Aufsicht der Bergbehörden. Die Aufsicht erstreckt sich in erster Linie auf die Sicherheit des Lebens und der Gesundheit der Bergleute. Es ist selbstverständlich, daß es in einem gewerblichen Betriebe eine vollständige Sicherheit nicht geben kann. Ebenso selbstverständlich ist es aber, daß Bergbau, einer der gefährlichsten Betriebe, nicht ohne Rücksicht auf Sicherheit getrieben werden kann. Dem Grundsatz nach steht jedenfalls fest, daß größte Wirtschaftlichkeit nur durch größte Sicherheit zu erreichen ist. Was würde es zum Beispiel einer Grube nutzen, an Ausgaben für die beste Bekämpfung der Schlagwetter- und Kohlen- stauhgefahr zu sparen, wenn sie dafür eine schwere Explosion über sich ergehen lassen müßte, die mit aus. Gleichzeitig wurde ein ähnlicher Anschlag auf die Gesandtschaft von Guatemala versucht. Der Heberfall ist von Roten verübt worden, die erst kürzlich aus Barcelona nach Mexiko kamen. Die Täter hatten Ausweise der roten „Regierung" in Madrid bei sich. Die beiden mittel- amerikanischen Staaten, deren Gesandtschastsge- bäude das Ziel des Anschlags der roten Banditen waren, hatten die spanische Nationalregierung des Generals Franco anerkannt. Kommunistische propaganda- zenttale in Budapest ausgedeckt. Zahlreiche jüdische Drahtzieher verhaftet. Budapest, 11. Nov. (DNB.) Der politischen Polizei ist es gelungen, in Budapest ein weitverzweigtes kommunistisches Propagandanest aufzudecken. Unter den Verhafteten befindet sich der Anführer des Komplotts, der Jude Reingold, sowie eine 16jährige jüdische Schülerin, die der zionistischen Kampforganisation „Somer" angehört. Nach den polizeilichen Feststellungen wurde bei der kommunistischen Zersetzungsarbeit auf Anweisung Moskaus an Stelle der Flugzettelpropaganda die Bildung kommunistischer Zellen und die Propaganda von Mund zu Mund angewandt. An den Universitäten, Hochschulen und Mittelschulen waren kommunistische Zellen gebildet, die in einer streng getarnten Form arbeiteten. Die verhaftete jüdische Schülerin hatte einen kommunistischen Schulungskursus absolviert und entfaltete eine rege Propagandatätigkeit in den Mittelschulen. Die verhafteten 28 kommunistischen Agenten waren zum größten Teil jüdische Intellektuelle. Sie hatten die Aufgabe, die Leitungen der verschiedensten Organisationen und Verbände kommunistisch zu verseuchen. Der Jude Reingold hatte weitgehende finanzielle Mittel von der „Roten Hilfe" erhalten. Bei ihm wurde ein in allen Einzelheiten ausgearbeiteter Aktionsplan vorgefunden. Lebenszentrum einheitlichen und nur in Richtung auf die Mannigfaltigkeit der Aufgaben verschiedenartige Neugestaltung der deutschen Schule erfordert auch die Neuschaffung des Schulbesuches, vor allem des Geschichtsbuches. Der Schaffung dieses Geschichtsbuches muß vorausgehen eine Aufgabeneinteilung an alle Sonderformen der deutschen Schule. In einer Zeit, in der ein neues Deutschland und eine neue Jugend entsteht, muß auch ein neuer Lehrer entstehen, der nicht nur aus Büchern schöpft, sondern aus der vol- k i s ch e n Wirklichkeit, der nicht nur das Vergangene neu lehrt, sondern inöer Gegenwart lebt, der nicht nur unterrichtet, sondern führt. Die Gestaltung der neuen Schule wird entschieden mit der Formung des neuen deutschen Lehrers!" Was die deutschen Hochschulen für Lehrerbildung schon geworden sind und werden sollen, das ergibt sich aus zwei neuen wichtigen Aufgaben, die mit diesem Wintersemester ihnen übertragen worden sind: die zweisemestrige Ausbildung der zukünftigen Lehrer an höheren Schulen und die pädagogische Ausbildung der landwirtschaftlichen Lehrer. Der Minister richtete besonders an die jungen Studenten, die später zur Univer- sität weiter ziehen wollen, die ernste Mahnung, später in den besonderen Aufgaben der höheren Schule dem deutschen Volke zu dienen, nicht aber einer zivilisierten Bildungsschicht. „Ich weiß", so schloß der Minister, „daß in ihnen allen, Dozenten und Studenten, das Bewußtsein lebt, daß keine Aufgabe großer sein kann als die des deutschen Volkslehrers für das kommende deutsche Geschlecht." einem Schlage, ganz abgesehen von den Menschenleben, Millionenwerte vernichten kann? Die Bergbehörden können ihre Aufgabe nur in enger Zusammenarbeit mit allen am Bergbau Beteiligten erfüllen. Wo sie fehlt, helfen Vorschriften wenig, denn eine Vorschrift kann nicht die persönliche Einwirkung ersetzen. Die Bergbehörden find in Preußen, dem Land mit dem bedeutendsten Bergbau, die Bergrevierbeamten, die Oberbergämter und der Reichs- und preußische Wirtschaftsminister. In den anderen bergbautreibenden Ländern des Reichs sind die Bergbehörden in ähnlicher Weise aufgebaut; oberste Bergbehörde ist nach dem Gesetz vom 28. Februar 1935 auch für sie der Reichs- und preußische Wirtschaftsminister. Den folgenden Ausführungen sind der Einfachheit halber die preußischen Verhältnisse zugrunde gelegt. Die Bergrevierbeamten sind die Ausführungsorgane der Bergpolizei. Sie üben die eigentliche bergpolizeiliche Aufsicht aus. Sie überwachen die ordnungsmäßige Durchführung der Vorschriften, sorgen für Beseitigung von Mängeln und beugen drohenden Gefahren im Benehmen mit der Betriebsverwaltung und dem Vertrauensrat vor. Ohne ihre vorherige Zustimmung darf kein Betrieb geführt werden. Jeder Auffichtsbeamte bedarf ihrer Anerkennung. Die Bergrevierbeamten greifen bei Hnglücksfällen ein und ordnen erforderlichenfalls die zur Rettung der verunglückten Personen oder zur Abwendung weiterer Gefahr erforderlichen Maßregeln an. Sie untersuchen den Hergang der UnfäUe und leiten nötigenfalls die Verfolgung von Zuwiderhandlungen gegen bergpolizeiliche Vorschriften ein. Hnfallverhütung ist ihre Hauptaufgabe. Jedem Bergrevierbeamten, der die Amtsbezeichnung Erster Bergrat führt, sind mehrere Betriebsanlagen unterstellt. Ihm zur Seite als Mitarbeiter stehen ein oder mehrere höhere Beamte (Bergräte und Bergassessoren) und die Bergrevier-Jnspektoren, die aus dem Kreise Der Grubenbeamten hervorge- gangen sind. Hilfsorgane des Bergrevierbeamten sind gewissermaßen auch die auf jeder Anlage be» stehenden Dertrauensräte insoweit, als sie ihn bei der Hnfallverhütung zu unterstützen haben. Die Oberbergämter, an Deren Spitze ein Berghauptmann steht, bilden die Aufsichts- und Rekursinstanz für die Revierbeamten. Als solche sorgen sie für die einheitliche Handhabung Der Bergpolizei. Sie erteilen die Genehmigung zur Er- Die Neugestaltung -er deutschen Schule. Reichsminister Rust eröffnet die Hochschulen für Lehrerbildung. Die Bergbehörden und ihre Arbeit für die Grubensicherheit. Von Oberberghaupimann Gchlattmann. richtung und zum Betriebe der Anlagen, die cnft weder von besonderer Bedeutung oder gefährlich sind, wie z. B. der Seilfahrt, der Lokomotivförderung und der Verwendung von elektrischem Starkstrom unter Tage, der Sprengstoffe und Zündmittel, Der Grubenbeleuchtung und dergleichen. Sie allein haben das Recht, Bergpolizeiverordnun- gen zu erlassen. In den Bergpolizeiverordnungen werden alle für die Sicherheit des Ledens und der Gesundheit der Bergleute erforderlichen Maß- nahmen geregelt. . Daneben üben die Oberbergämter Die Aussicht über die Ausbildung der Bergleute und der Grubenbeamten aus. Diese erfolgt für die Bergleute in den bergmännischen Berufsschulen, den Lehrwerkstätten und in den Ausbildungslehrgängen für Hauer und andere Arbeitergruppen, für die Grubenbeamten in Den Bergvorfchulen und Den Bergfchulen. Daneben gibt es bei den Oberbergämtern eine Reihe von beratenden Organen. Es find dies u. a.: Der Sicherheitsbeirat. Er besteht aus Führern und Vertrauensmännern von Betrieben des Oberbergamtsbezirks; den Vorsitz führt der Sachbearbeiter für Die Grubensicherheit beim Oberbergamt. Der Sicherheitsbeirat soll dem Oberbergamt die Möglichkeit geben, sich bei wichtigen allgemeinen Maßnahmen auf dem Gebiet der Grubensicherheit die Erfahrungen der im praktischen Betriebe stehenden Männer zunutze zu machen. Der De r - waltungsausschuß für die bergmännischen Berufsschulen setzt sich zusammen aus Dem Sachbearbeiter des Oberbergamts als Vorsitzenden, Vertretern des Trägers der bergmännischen Berufsschulen, der Betriebsleiter und der Reichsbetriebsgemeinschaft Bergbau. Der Berg- schulvorstand besteht aus dem Sachbearbeiter des Oberbergamts als Vorsitzenden und Vertretern der Bergrevierbeamten, des Schulträgers, der Bergschullehrer, der Betriebsleiter und der Reichsbe- tiebsgemeinschaft Bergbau. Ihm obliegt die Verwaltung der Bergschulen mit Ausnahme der geldlichen Angelegenheiten. Außerdem berät er das Oberbergamt bei dessen Aufsichtstätigkeit. Der Reichs- und Preußische Wirtschaf t s m i n i st er ist die Zentralinstanz der preußischen Bergbehörden und damit Aufsichtsund Rekursinstanz für die Oberbergämter. Er sorgt für die einheitliche Handhabung der Bergpolizei an den Oberbergämtern und beschäftigt sich mit Angelegenheiten, die allgemeine Bedeutung für Den gesamten Bergbau haben. Die bergbaulichen Angelegenheiten werden beim Wirtschaftsminister in her Bergabteilung bearbeitet. Sie untersteht einem Ministerialdirektor, der die fachmännische Amtsbezeichnung Oberberghauptmann führt. Der Bergabteilung ist das Grubensicherheitsamt eingegliedert. Es bearbeitet im Rahmen des Aufgabenkreises des Ministeriums die allgemeinen berg- polizeilichen Angelegenheiten, das Hnfallwesen und die Unfallverhütung sowie die Versuche zur Verbesserung der sicherheitlichen Einrichtungen. Die Bergbehörden brauchen bei ihrer Arbeit für die Grubensicherheit die Hilfe der Männer der Praxis und der Wissenschaft. Eine Forschungsstelle, hie in ihrer Art einzig in der Welt dasteht, ist die V e r s u ch s g r u b e in Gel- s e n k i r ch e n, an der das Reich, Preußen und die Knappschafts-Berufsgenossenschaft beteiligt sind. Sie soll vor allem die Bedingungen erforschen, unter denen Schlagwetter- und Kohlenstaubexplosionen entstehen und sich ausbreiten können, und Die Mittel suchen, mit Denen sie am b e- ft e n bekämpft werden können, sowie Unter- suchungen über die bestmögliche Sicherung der Seilfahrt anstellen. Die Versuche roerhen auf einer eigens hierzu ausgebauten und keinem/ anderen Zweck dienenden Grube und mit den besten Forschungsmitteln gemacht. Neben ihr bestehen Versuchs st recken in Westfalen, in Oberschlesien und in Sachsen, Die vom Bergbau selbst und der Knappschafts-Berufsgenossenscha'ft eingerichtet worden sind und ähnlichen Aufgaben wie die Versuchsgrube in Gelsenkirchen dienen. Ohne die Bescheinigung einer Versuchsstrecke über Die Sicherheit lassen die Bergbehörden Sprengstoffe und Zündmittel sowie gefährliche Einrichtungen für Den Gebrauch unter Tag nicht zu. Weiter sind zu nennen die Seilprüf st eilen, deren Tätigkeit über das, was ihr Name ausdrückt, längst hinausgewachsen ist. Die westfälische Seilprüfstelle in Bochum, die vom Bergbau allein getragen wird, prüft nicht allein alle bei der Seilfahrt in Hauptschlachten benutzten Seile, sondern unterstützt auch in hervorragendem Maße die Bergbehörden bei her Prüfung und dauernden Heberwachung aller Seilfahrteinrichtungen. Die Dampfkesselüberwachungsver- eine haben unter Aufsicht her Bergbehörden die Heberwachung her Dampfkessel und elektrischen Anlagen auf den Gruben übernommen. Sie sind eine Einrichtung, hie lediglich von der Industrie getragen wird. Die Haupt st ellenfür Das Grubenrettungswesen, ebenfalls vom Bergbau allein getragen, sind hie Prüf-, Heberwachungs- und Forschungsstellen für das gesamte Rettungswesen unter und über Tage. Die Arbeit für die Grubensicherheit ist, wie man aus dieser nicht einmal vollzähligen Ausstellung ersieht, mannigfaltig und umfaßt ein großes Gebiet. Um gute Unfallverhütung und Unfaübefämpfung zu betreiben, ist hie Mitwirkung unh enge Zusammenarbeit aller Beteiligten, her Bergbehörden, her Bergwerksbesitzer und her Gefolgschaften erforderlich. Wenn alle am Bergbau interessierten Dienststellen jetzt gemeinsam zu eine? einmaligen Hnsallverhütungsaktion aufrufen, hie mit befonherer Einhringlichkeit alle Beteiligten auf hie Gefahren und ihre Verhütung hinweist, so ist es nützlich, die Oesfentlichkeit auch einmal über di- ständig laufende Arbeit auf diesem Gebiet zu unterrichten. Meine politische Nachrichten. Die Kanzlei desFührers derNSDAP. und die Privatkanzlei des Führers bleiben wegen Umzugs von Freitag, 13. November, bis Montag, 16. November einlchl., für den gesamten Parteiverkehr geschlossen. Zuschriften sind während dieser Zeit bis auf ganz dringende Fälle zu beschränken. Die neue Anschrift her Kanzlei hes Führers her NSDAP, lautet ab Montag, 16. November: Berlin W. 9, Hermann-Goring- Straße 15. Die neue Anschrift her Privatkanzlei hes Führers: Berlin W. 9, Paßstraße 19 (Eingang Her- mann-Göring-Straße 15). ♦ Der Führer pnd Reichskanzler stattete am Mittwoch hem von seiner Krankheit wieher her- gestellten Reichsminister K e r r l einen Besuch ab. Er beglückwünschte ihn zu seiner Gesunhung und besprach mit ihm die laufenden Fragen feines Ressorts, MM r Arbeit für Männer chaft. 6ine nzig in her e in Seb ßen und die jt sind. Sie chen, unter e n ft a u b« reiten kön« ie am be» uie Unter« :ung der ötibtn auf teinem an» t den besten ihr bestehen Oberschlesien lbst und der irichtet wor» )ie Dersuchs« ie Bescheini« Ortzeit lasten inbmittel Io* n Gebrauch nennen die über das, ^gewachsen Lochum, die prüft nicht Mächten be« > in hervor« der Prüfung Seilfahrtem« ungsver' ;ehörden die ktrischen An» :je sind eine dtrie getra« das Tru- om Bergbau ichungs' und ettungswefen ;t Aufsichts. ir- Er forgt egpolizei an I mit Ange, .für den ge. ichen Ange. >ster i n d e r rsteht einem stche Amts. Der Berg« mitsamt a des Auf« leinen berg, llwefen und iUr Derbeffe. ift, wie inan ffteüunger* impf« nb ilis*e"' r und der n »ergtxiu fen, d>- [en auf 6,6 so P-- ( über » >t zu unter' ?«• dl, rSF L Li.nntte rot'^-n 'crorbn?u n ■ ens u“.n?'n (e'Ät asS un6“nL«< rofleIt ichien m6 SBf er« bin- gtoDember- ;:\r deN 9e M ^n.Kör'NS ann des atkon) - ingang »e SS n «W; ^ubensicher. Der Der. 'er9.man = ; 3u(ammen r9QHltS Q[g er ber9?Ön’ .er Und der eJ, ^etfi, ^bearbeitet ’ Vertretern 5' der Berq. r Reichsbe, die 5Jer» le. der gelb. ,Qt er das eit e. Wirt. Der Reichsillnemmnister sichert dem Roten Kreuz die Zörderung durch Staat und Partei zu. Am Schluß der Veranstaltung fand ein großes Eintopfessen statt, bei dem in einer halben Stunde nicht weniger als 14 OOO Portionen ausgegeben wurden. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Die Jet-Herren haben das Wort. Von unserem römischen (^.-Korrespondenten. Der Reichsinnenminister Dr. Frick führte dann u. a. aus: Zum Gedenken an 70 Jahre der Arbeit unter dem Zeichen des Deutschen Roten Kreuzes haben sich heute Tausende deutscher Frauen aus allen Teilen des Reiches hier versammelt. Ihnen allen entbiete ich, zugleich im Namen der Reichsregierung, Gruß und Dank. Ein Werk, das sich durch die Zeitspanne eines Dreioierteljahrhunderts hindurch selbst treu geblieben ist, wurde um dieser Treue willen im Reiche Adolf Hitlers neu verankert und hat nun allen Anlaß, seiner Tradition au gedenken, einer Tradition, die immer wieder sich selbst wirkend neu zu gestalten ist. Seil Jahrhunderten haben deutsche Frauen ihre Männer, ihre Väter und ihre Söhne immer wieder in den Krieg ziehen sehen, mit Sorge und Angst im Herzen, und trotzdem mutig, weil es um Volk und Vaterland geht. Sie haben nicht kummervoll im Winkel gesessen, sondern gehandelt, wo Männer fehlten, und sie haben die Kranken und Wunden gepflegt. So haben auch durch vier Jahre des Weltkrieges deutsche Frauen fast Uebermepschliches geleistet, heute gedenken wir in Ehrfurcht der Frauen, vom Königsthron bis zur bescheidensten Hütte, die das Werk des Roten Kreuzes unter den deutschen Frauen zum Siege geführt haben. Sie haben eine tüchtige organisatorische Arbeit geleistet, aber noch mehr, sie haben ihr Bestes, die ganze Kraft ihres Gefühls, zum Einsatz gebracht, sie haben gewirkt als die Mütter des Volkes bis zum Letzten, auch bis zu dem Einsatz ihres Lebens. Eine lange Reihe, nicht allein der Schwestern, auch der Frauen und Mädchen im Kriegsgebiet und in der Heimat, die unter dem Zeichen des Roten Kreuzes ihr Leben Hingaben, mahnt uns, ihrer in stolzer und ehrfürchtiger Verbundenheit zu gedenken. Sie werden nie vergessen sein. Wenige Monate nach der Gründung des Vaterländischen Frauenvereins riefen Hungersnot und Typhusepidemie in Ostpreußen um Hilfe. Sofort waren die Frauenvereine zur Stelle, die zur Pflege eingesetzten Schwestern eroberten das Vertrauen des Landvolkes und behielten es, sie wurden die ersten ständigen Gemeindekrankenschwestern. Der Kampf gegen die Tuberkulose, gegen die Säuglingssterblichkeit hat immer die Frauen vom Roten Kreuz zu seinen tätigen Pionieren gezählt. Ich freue mich, daß das Deutsche Rote kreuz, getreu seiner Tradition dem Volke zu helfen, sich ganz hineingestellt hat in Ziel und Streben des Dritten Reiches, dem zu dienen es sich mit vollem Einsatz verpflichtet hat. Den stärksten Aufschwung für das Rote kreuz bedeutete eine der größten Taten Adolf Hitlers, die Erklärung der wehrhoheit des deutschen Volkes, verbunden mit der Erklärung des Friedens als der Grundlage des deutschen Wiederaufbaues. Der Führer hat seinen Willen dahin kundgetan, daß das Deutsche Rote kreuz ein Bestandteil des nationalsozialistischen Staates und Träger völkerrechtlicher Aufgaben bleiben soll. Der Stellvertreter des Führers hat deutlich zum Ausdruck gebracht, daß die Beteiligung von Parteigenossen und Parteigenossinnen an der RoGreuzarbeit wünschenswert und not- wendig ist und daß Eingriffe in seine Organisation oder Beschränkungen seiner Tätigkeit nicht erfolgen dürfen. Die Voraussetzung für diese Anerkennung war die zuverlässige nationalsozialistische Ausrichtung des Deutschen Roten Kreuzes, die inzwischen erfolgt und durch die Führung des Roten Kreuzes gesichert ist. An der Spitze des Deutschen Roten Kreuzes steht als Präsident der Herzog von Koburg, der als ein alter Mitkämpfer des Führers seit Jahren in der Bewegung steht, ihm zur Seite als besonderer Vertrauensmann der Bewegung der stellvertretende Präsident, Sanitäts-Obergruppenführer der SA. Dr. H o ch e i s e n, dessen Verdienste um die planmäßige Einfügung des Deutschen Roten Kreuzes in den nationalsozialistischen Aufbau in Zusammenarbeit mit meinem Ministerium ich mit besonderem Dank an dieser Stelle würdige. An der Spitze des Reichsfrauenbundes steht die Reichsfrauenführerin, Frau S ch o l z - K l i n ck , die vor 2Vz Jahren zu der Last ihres verantwortungsvollen Amtes der Führung in der NS.-Frauenschaft zugleich das Amt der Führung im Reichsfrauenbund des Deutschen Roten Kreuzes übernommen hat. Der Führer hat nach dem Heimgang des Generalfeldmarschalls von Hindenburg die Schirmherrschaft über das deutsche Rote kreuz übernommen und damit zum Ausdruck gebracht, daß er sich auf die Treue und Gefolgschaft des deutschen Roten Kreuzes verläßt. Diese Anerkennung und dieses Vertrauen darf sich nicht in dem Bewußtsein einer gesicherten Grundlage für die Arbeit erschöpfen. Sie bedeutet für das deutsche Rote Kreuz zugleich die llebernahme einer hohen Verantwortung und die Verpflichtung, in der unerschütterlichen Treue der Frauen und Männer vom Roten Kreuz zu dem Führer die entscheidende Voraussetzung der Rotkreuzarbeit im Dritten Reich zu erkennen. Allen Kreisen des deutschen Volkes, die guten Willens sind, steht der Weg offen, im deutschen Roten Kreuz mitzuschaffen und mitzuwirken in dem Umfang und in dem Rahmen, den die Satzung den Aufgaben des Roten Kreuzes gezogen hat. Wir wünschen alle, daß unserem Volke ein neuer Krieg erspart bleiben möge, aber das Rote Kreuz muß bereit sein, wenn wir erneut überfallen werden sollten. Hand in Hand damit geht der Einsatz seiner Kräfte zu ständiger Schulung und Uebung für die Aufgaben, die ihm in Friedenszeiten gesetzt sind. Heute sind es garn besonders die Frauenvereine im deutschen Roten Kreuz mit den Hunderttausenden von Frauen aller Kreise des Volkes in allen Gebieten des Deutschen Reiches, an die ich mich wende. Sie haben ihren wohlgerundeten Anteil an den Gesamtausgaben des deutschen Roten Kreuzes zugemessen erhalten. Auf ihnen liegt eine große Verantwortung, die um so schwerer wiegt, als im Ernstfall den Frauen Pflichten, Lasten und Leid nicht weniger zuteil werden als den Männern. Pflichterfüllung ist für sie Ehrendienst am Volk! Dieser Dienst aber ist um so schöner und reiner, je größer d e r Wille zu aufrichtiger Kameradschaft und wahrhafter Volksgemeinschaft, zur stillen und selbstlosen Tat ist! Weitere Glückwünsche. Während Reichsminister Dr. Frick der Frauen und Mädchen gedachte, die während des Krieges ihr Leben für das Vaterland Hingaben, spielte die III. Vadoglio schlägt die Schlachten. Das Buch des Marschalls Badoglio ergänzt die Enthüllungen De Bonos nicht. Geschrieben in einem einfachen, geradezu nackten Stil, wie Mussolini in seinem Vorwort feststellt, beschränkt es sich darauf, den erwarteten Rapport mit militärischer Sachlichkeit und Nüchternheit zu erledigen, wie sich der General Badoglio in Abessinien darauf beschränkt hatte, die ihm zugewiesene Aufgabe sachlich und nüchtern durchzuführen. Für den militärisch unerfahrenen Leser, selbst für den politisch geschulten, kaum reizvoller als eine Logarithmentafel, wird man in den Militärschulen darin eine Musterarbeit sehen. Aber vielleicht ist gerade das ein schlüssiger Beweis für das Feldherrngenie Bado- glios, daß er mit der gleichen mathematischen Ruhe und Sicherheit seine Schlachten schlug und den Krieg noch schneller zu Ende führte, als es selbst die Ungeduld Mussolinis erwartete. Der kategorische Imperativ, sagt der Duce in seinem Vorwort weiter, lautete wie für jeden Krieg: siegen! Aber in Abessinien kam eine nicht minder gebieterische Forderung hinzu: es mußte schnell gesiegt werden. Denn Italien habe sich ja noch aus anderen Fronten schlagen müssen, es bildete sich ein Wettlauf mit dem Völkerbund heraus und die Zeit arbeitete gegen Rom. Daher sei es nötig gewesen, diesen Kolonialkrieg mit europäischem Aufwand durchzufechten, mit einer halben Million Truppen und einer geradezu unvorstellbaren Ausrüstung. Auch vom wirtschaftlichen Standpunkt aus sei das schließlich praktischer gewesen, denn während die günstigsten Berechnungen eine Dauer von sechs Jahren voraussahen, erfolgte schon nach sieben Monaten der Einmarsch in die feindliche Hauptstadt. Nach der Schlacht von Aschangi hätte sich Badoglio Ruhe gönnen können, aber der Faktor „Zeit" ließ es nicht zu. Wenn der Feind sich in einer Krisis befindet, darf man ihn nicht einen Augenblick Atem schöpfen lassen, er muß verfolgt und bis zum letzten Mann vernichtet werden. Nur ein Befehlshaber vom Format Badoglios konnte den Marsch auf Addis Abeba planen und verwirklichen. Trotz dieser Kennzeichnung, in der man eine Rechtfertigung der Abberufung De Bonos erblicken kann, bleibt die Tatsache bestehen, daß ohne die glänzende Vorbereitung und Einleitung des Feldzuges, wie sie feinem Vorgänger glückte, Badoglio nicht feine wohlüberlegten fünf Panter- sprünge aussühren hätte können. Er selbst ist auch weit davon entfernt, das Verdienst De Bonos zu schmälern. Als er das Kommando übernahm, befand sich das italienische Heer in einer nichts weniger als günstigen Stellung, eine Folge der von Mussolini' befohlenen, nach Meinung De Bonos überstürzten Frontausdehnung. Der Duce gibt das auch zu, aber, so sagt er, wenn wir nicht die Kühn- heit aufgebracht hätten, Makalle zu besetzen, wären wir wahrscheinlich überhaupt nicht weitergekommen. Nur der gewinne, der wagt. Freilich wußte der Duce damals schon um den ausschlaggebenden Wert der Luftwaffe, der die Abessinier nichts entgegen« zusetzen hatten. Bei gleichguter Ausrüstung hätten sie ohne Zweifel die italienische Front nach dem geglückten Einbruch von Dembeguina und besonders nach der Erstürmung des Uarieu-Passes, wo die Legionen der Schwarzhemden sich opfern mußten, durchbrochen. Badoglio erkannte sofort die Gefahr und forderte zwei weitere Divisionen an. Das Mutterland konnte sie trotz der riesigen Entfernung schneller schicken als der Negus ein paar Regimenter. An der trostlosen Unordnung, der Schlamperei in der Verwaltung und dem Unverständnis ihrer Heerführer, die grundsätzlich niemals einander zu Hilfe eilten, gingen die Abessinier zugrunde. Badoglio brachte es fertig, seine „Architektur", seinen harklein durchgearbeiteten Kriegsplan mit dem Tempo, das der Duce anbefahl und das „bis zum Unwahrscheinlichen ging", in Einklang zu bringen. Das ist um so bemerkenswerter, als auch dieser nüchterne Rechner erst für den Herbst 1936 das Losschlagen gutheißen wollte, weil Italien früher nicht fertig sein könne. Aber Mussolini konnte schon ein volles Jahr vorher nicht ment« ger als 500 Flugzeuge abgeben. Nur in einem Punkt hatte sich Badoglio über die Absichten des Negus getäuscht (nachdem durch die zahllosen teils freiwilligen, teils bestochenen lleberläufer so ziemlich alles verraten war): die Kette der fünf Schlachten, die fünf feindliche Heere zerschlagen sollten, begann hundertzwanztg Kilometer weiter südlich, als er angenommen hatte. Im übrigen verlief die Sache programmmäßig: In drei Armeen, fünfzig-, achtzig- und dreißigtausend Mann stark, rückten Ras Jmru, Ras Mulughieta und die beiden Ras Cassa und Sejum im Tembiengebiet an, um den Durchbruch bet Makalle zu erzwingen. Badoglio schlug einen nach dem andern, wie er es vorher auf der Karte eingezeichnet hatte. Die Abessinier bewiesen größte Tapferkeit, sie ertrugen das Trommelfeuer mit stoischer Ruhe — es wurden, der berichtende Feldherr legt auch diese Zahlen vor, einmal 48 000 Artilleriegeschosse neben 7 Millionen Infanterie- kugeln verfeuert, während die Flieger 80 Tonnen Sprengstoff abwarfen — und ließen sich buchstäblich in Stücke zerreißen, aber ihre Führung versagte vollkommen und das bißchen Nahrung, das sie brauchten, mußten sie sich selber suchen. Unter solchen Umständen konnte natürlich auch die vom Negus selbst geleitete fünftägige „Kaiserschlacht" die Wendung des Kriegsglücks nicht herbeiführen, Badoglio sammelte 1725 Motorfahrzeuge und stieß unbehelligt vom Feind, nur von natürlichen Schwierigkeiten aller Art bedrängt, ins Herz des Landes vor. Am 5. Mai flatterte die Trikolore über dem Palast des geflüchteten Negus. [60 W1 LAMPEN JLX *<>1^ X>LiA XXAMz AAMA/ 60 WoM* £ Ä 40 60.75 Zu. 100 MxU [ JjKOSRAM beiten dürfen, das ist wohl das für uns alle. Darum freuen wir und darum sind wir so dankbar, tun, was er Tag für Tag tut: verzehren im Dienst am Volk!" schönste Geschenk uns so unbändig Wir wollen alles Wir wollen uns Begeistert stimmten die Frauen in das Sieg-Heil auf Adolf Hitler ein. Der Gesang der nationalen Lieder schloß die feierliche Jubiläumskundgebung des Deutschen Frauenvereins ab. brachte Hauptstellenleiter Häusler die aufrichtigsten Glückwünsche und Grüße der N S. - Volkswohlfahrt, die im Deutschen Roten Kreuz den besten Kameraden sehe bei der Arbeit, die vom Führer gestellten Ausgabe der Wohlfahrtspflege zu erfüllen. Die Reichsfrauenführerin Frau Gertrud Scholz- K l i n ck gedachte der vielen älteren Frauen und Mütter draußen im Lande, die ein langes Leben hindurch still ihre Pflicht getan hätten, ohne Dank zu erwarten. Es gelte, das Erbe der Ahnen Tag für Tag aufs neue zu verteidigen, damit es dereinst verbessert den Nachfahren weitergegeben werden könne. Das gelte auch von der Tradition der Partei, die immer aufs neue kämpfen müsse, den einzelnen deutschen Volksgenossen noch tiefer und noch fester in seinem Volke zu verankern. Die Reichssührerin schloß mit dem begeistert aufgenommenen Bekenntnis zum Führer: „Daß wir bei unserem Führer Stehen und unter ihm ar- Siebzig Lahre Frauenarbeit im Dienste des Deutschen Roten Kreuzes. Große Festkundgebung des Reichsfrauenbundes in der Berliner Deutschlandhatte Berlin, 11. Nov. (DNB.) Als Auftakt zur Feier des 70jährigen Bestehens der Frauenvereine vom Roten Kreuz veranstaltete der Reichsfrauenbund, in dem diese Vereini- O»n seit 1934 zusammengeschlossen sind, eine gebung in der festlich geschmückten Deutschlandhalle, zu der 15 000 Rotkreuz-Frauen aus dem ganzen Reich gekommen waren. Reichsfrauenführerin S ch o l tz - K l i n ck, der stellvertretende Präsident des Deutschen Roten Kreuzes, SA.-Sanitäts- Obergruppenführer Dr. H o ch e i f e n , und die zweite Vorsitzende des Reichsfrauenbundes, Frau von dem Knesebeck, richteten kurze Be- grüßungsworte an die Tagungsteilnehmerinnen. Die Ehrenführerin des Reichsfrauenbundes, Frau Dr. h. c. Gräfin von der Gr o eben, die seit 50 Jahren in der Arbeit des Roten Kreuzes steht und mit herzlichstem Beifall empfangen wurde, erinnerte daran, daß die Regierungen der Systemzeit in der Arbeit des Roten Kreuzes nichts anderes als „Vorbereitung für den Krieg" gesehen haben und seine Tätigkeit außerordentlich erschwerten. Um so dankbarer empfinde das Rote Kreuz die Förderung seines Schirmherrn, des Führers. Namens der NS.-Frauenschast hieß die Gau-Frauenschasts- leiterin von Berlin, Frau Fikentscher, die Rotkreuz-Frauen herzlich willkommen. Dann erstattete Frau von dem Knesebeck den Geschäftsbericht. Der Präsident des bayerischen Lan- vesvereins, Sanitätsrat Dr. Adam, wies darauf hin, daß der Bereitschaftsdienst des Roten Kreuzes heute einen größeren Umfang habe als je zuvor. Es dürften heute im ganzen Reich mehr als 80000 Samariterinnen und Helferinnen zur Verfügung stehen. Zum ersten Mal werde in diesen Tagen der B D M. an Stelle der Musik das „Lied vom treuen Kameraden". Die Ausführungen des Ministers wurden mit stärkstem Beifall aufgenommen. — Der stellvertretende Berliner Gauleiter Staatsrat Görlitz er begrüßte die Frauen und Mädchen vom Roten Kreuz tm Auftrage des Berliner Gauleiters Reichsminister Dr. Goebbels. Generalstabsarzt Professor Dr. Waldmann überbrachte die Grüße und Glückwünsche des Reichskriegsministers. Reichsärzteführer Dr. Wagner übermittelte die Grüße der deutschen Aerzte, die seit Jahren mit dem Deutschen Roten Kreuz und seiner Arbeit aufs engste verbunden seien. Als Beauftragter des Stellvertreters des Führers überbrachte er auch d i e Wünsche der Partei und sprach die Ueberzeu- aung aus, daß die Partei im Deutschen Roten Kreuz einen notwendigen und wichtigen Faktor beim Wiederaufbau des Vaterlandes erblicke. Im Auftrage des Hauptamtsleiters Hilgenfeldt über- aufaelöften Jugendgruppen des Roten Kreuzes Mciochen im Alter von 18 bis 21 Jahren dem Roten Kreuz zur Verfügung stellen; ebenso stellt die Hitler-Jugend den Nachwuchs für die Sanitätskolonnen. Am Mittwochabend fand eine Festkundge- b u n g in der Deutschlandhalle statt. Neben den 15 000 Schwestern aus dem ganzen Reiche und den weiblichen Hilfskräften des Roten Kreuzes, die zum großen Teil in ihrer weißen Tracht gekommen waren, sah man viele Ehrengäste. Der Präsident des deutschen Roten Kreuzes und Reichskommissar der freiwilligen Krankenpflege, NSKK.-Obergrup- penführer Herzog von Sachsen-Koburg und Gotha sagte als Präsident der Vereinigung der deutschen Frontkämpferoerbände namens der alten Frontsoldaten den Schwestern des Krieges Dank für ihre Leistungen an der Front. Er teilte bann mit, daß er dem Schirmherrn des deutschen Roten Kreuzes, dem Führer, Mitteilung von dieser Tagung gemacht habe und daß der Führer darauf folgendes Antworttelegramm gesandt hat: „Den im Reichsfrauenbund des deutschen Roten Kreuzes vereinigten Volksgenosfinnen danke ich für das mir übermittelte Treuegedenken. Ich erwidere Ihre Grüße in dankbarer Erinnerung an die seit 70 Jahren in Kriegs- und Friedenszeiten von deutschen Frauen unter dem Zeichen des Roten Kreuzes geleistete wertvolle Volksarbeit und mit den besten Wünschen für ihr weiteres Wirken, (gez.) Adolf Hitler". — Die Verlesung dieses Antworttelegramms des Führers wurde mit lebhaftesten Beifallskundgebungen aufgenommen. Weiter gab der Präsident Begrüßungstelegramme der internationalen Organe des Roten Kreuzes bekannt. „Mit solchen Soldaten", das ist die Folgerung, die der Marschall aus dem abessinischen Krieg zieht, „kann Italien alles wagen." Manche irrigen Ansichten der modernen Kriegstheoretiker werde dieser Feldzug korrigieren, vor allem ergebe sich als Grundsatz, daß sich niema^ vorzeitig feste Re- geln aufstellen lassen und daß man von einem Heer Ungewöhnliches verlangen und erwarten könne, wenn alle Kräfte zweckmäßig Zusammenarbeiten. De Bono hat ein leidenschaftliches und politisches Buch geschrieben, Badoglio einen kristallklaren, trockenen Heeresbericht. Es fehlt jetzt noch der wackere Mann, der in das Archiv von Genf und seine Wandelgänge hineinleuchtet, es fehlt die Satire über den Sanktionenkrieg. Was uns aber auch die politische Drehbühne noch bescheren mag, keine Enthüllung wird die überragende Gestalt des Mannes verkleinern können, der, einer Welt zum Trotz, vom — Schreibtisch aus einen Krieg lenkte, ein riesiges Reich binnen sieben Monate eroberte und ein neues römisches Imperium aufstellte. Oie Jeldherren-Dücher in deutscher Llebersetzung. Die Bücher der italienischen Marschälle über den abessinischen Feldzug, und zwar das Buch des Marschalls De Bono über die „Vorbereitung und die er st en Operationen zur Eroberung des Imperiums" (La Pre- parazione e le prime Operazioni) und das Buch des Marschalls Badoglio über den „Abessinischen Krieg": La Guerra d’Etiopia, werden demnächst in deutscher Uebersetzung in der C. H. Beckschen Verlagsbuchhandlung, München, erscheinen. Die deutsche Ausgabe des De Bonoschen Buches ist schon für Dezember angekündigt. Aus aller Welt. OieSteuerbefreiuugvon Eigenheimen. Berlin, 11. Nov. (DNB.) Das Reichs- finanzministerium teilt mit: Für neu errichtete Kleinwohnungen und Eigenheime besteht in großem Umfange Steuerbefreiung. Diese gilt für die bis zum 31. März 1937 bezugsfertigen Kleinwohnungen und für solche Eigenheime, die bis zum 31. März 1939 bezugsfertig werden. Mit der Steuerbefreiung wurde seinerzeit bezweckt, durch Belebung der Bautätigkeit zur Verminderung der Arbeitslosigkeit beizutragen. Dieser Grund ist jetzt weggefallen. Während damals die Bautätigkeit und die Baustoffindustrie darniederlagen, besteht jetzt ein erheblicher Mangel an Baufacharbeitern. Auch die Bereitstellung von Baustoffen bereitet oft Schwierigkeiten, so daß die fristgemäße Errichtung unbedingt notwendiger Bauwerke manchmal in Frage gestellt ist. Die zukünftige Erstellung von Eigenheimen kann daher durch Steuerbefreiung nicht mehr besonders gefördert werden. Um Härten zu vermeiden, wird die Steuerbefreiung noch für Eigenheime gewährt werden, die bis zum 3 0. September 1 9 3 7 bezugsfertig werden. Die Bauherren müssen mit der Möglichkeit rechnen, daß Bauarbeiter oder Baustoffe entzogen werden, weil sie für reichsdeutsche Bauten benötigt werden. Gauanttsleiieriagung auf Burg Vogelsang. Nachdem im Frühjahr dieses Jahres die Kreis- leiter der NSDAP, auf Burg Erössinsee zu einer großen Tagung vereint waren, findet nun auf der Burg Vogelsang in der Eifel vom 11. bis 20.November eine große Tagung der Gauamtsleiter der NSDAP, statt. Eine Reihe von führenden Persönlichkeiten der Partei werden während dieser Tagung auf Burg Vogelsang sprechen. Die Tagung wird von Reichsorganisationsleiter Reichsleiter Dr. Ley geleitet. Das Beileid des Führers zum Untergang der „Dfis“. Der Führer und Reichskanzler hat an die Hamburg-Amerika-Linie folgendes Telegramm gerichtet: „In tiefer Trauer habe ich von Ihrem Bericht über den Verlust des Motorschiffes ,Jsis< und der Meldung Kenntnis genommen, daß mit Ausnahme des geretteten Deckjungen die gesamte Besatzung des Schiffes als verloren gelten muß. Ich spreche Ihnen zu diesem schweren Verlust meine herzlichste Anteilnahme aus und bitte Sie, den Angehörigen der in tapferer Pflichterfüllung untergegangenen Seeleute den Ausdruck meines tiefempfundenen Beileids zu übermitteln. Gez. Adolf H i t l e r." Eommodore Ziegenbein tritt in den Ruhestand. Der Commodore der Lloydflotte und weit über Deutschland hinaus bekannte Führer des Schnelldampfers „Bremen", Leopold Ziegenbein, der am 16. November 1936 fein 62. Lebensjahr vollendet, wird aus Gesundheitsrücksichten nach 47- jähriger Seefahrtszeit am 13. November 1936 aus dem aktiven Lloyddienst ausscheiden und i n d e n Ruhestand treten. Das Kommando des Schnelldampfers „Bremen" wird nun endgültig Kapitän Adolf Ahrens (früher Dampfer „Columbus"), übernehmen, der dieses Schiff bereits in den letzten Monaten während der Beurlaubung von Commodore Ziegenbein geführt hat. Die Führung des „Columbus" ist Kapitän WAhelm D a e h n e übergeben worden. Leichenfund in einem Hamburger Keller. Beim Ausgraben eines Kellers in der Straße „Beim Strohhause" in Hamburg stießen zwei Mechaniker auf eine männliche Leiche. Die Mordkommission ermittelte folgendes: Im Dezember v. I. mietete ein Mann, der sich Albert Krooger nannte und seit längerer Zeit verschwunden ist, den Keller, um ein Seidenlager zu errichten. Da der Mann für zwei Monate die Miete schuldig blieb, besichtigte der Besitzer die Kellerräume. Hierbei entdeckte er, daß der Zementfußboden aufgebrochen worden war. In der Annahme, daß beim Graben eine Wasserleitung beschädigt sein könnte, verständigte der Besitzer die Mechaniker. Diese stießen dann in einer Tiefe von 80 Zentimeter auf die Leiche. Bei dem Toten handelt es sich wahrscheinlich um einen seit längerer Zeit vermißten Mann aus Hamburg. Neuer großer Bergsturz in West-Norwegen. Am Loen-See in West-Norwegen hat sich ein neuer schwerer Bergsturz ereignet, der in seinem Umfang dem Bergsturz vom 13. September gleicht. Die Felder sind weithin verwüstet, jedoch sind Verluste an Menschenleben bisher nicht zu verzeichnen. Bei dem Unglück am 13. September hatte ein Felsstück, das in die See fiel, eine Flutwelle verursacht, durch die zwei kleine Dörfer fast völlig vernichtet wurden. Damals kamen 74 Menschen, darunter 30 Kinder, ums Leben. Zu dem neuerlichen Bergsturz wird mitgeteitt, daß jetzt der seit dem Bergsturzunglück in der Nacht zum 13. September freihängende Hammer des Berges abgestürzt ist und im Fjord eine Flutwelle erzeugt hat, die noch höher war als die vom 13. September; an einigen Stellen betrug sie gegen 50 Meter. Die herabgestürzten Steinmassen werden auf 3 Millionen Tonnen geschätzt. Der Sachschaden ist wiederum erheblich. Ein großes Motorboot und mehrere kleinere Boote wurden durch die Flutwelle gegen die Felsen geschleudert und zertrümmert. Die kürzlich erst wieder instand gesetzten Straßen wurden von neuem zerstört. Das ganze Tal ist mit Steingeröll angefüllL Die Bevölkerung hat sich in die Berge geflüchtet, das Vieh konnte gerettet werden. Der norwegische Staatsbiologe Lugges, der schon nach dem 13. September neue Bergstürze voraussagte, ist der Ansicht, daß auch nach dem neuen Unglück der Berg keine Ruhe geben wird, sondern daß mit immer neuen Bergstürzen zu rechnen sei. Neun Todesopfer beim Absturz eines italienischen Bombers. Ein italienisches Bombenflugzeug, das infolge Vereisung manövrierunfähig geworden war, stürzte am Monte ßepini bei dem Dorfe Roccagorga (Provinz Rom) ab. Durch den Absturz fanden zwei Fliegerleutnants und zwei Soldaten den Tod, während ein weiterer Soldat verletzt wurde. Der Flugzeugführer, der im letzten Augenblick mit dem Fallschirm abgesprungen war, blieb unverletzt. Während der Hilfmaßnahmen entzündete sich der Brennstoff des Flugzeugs, wodurch fünf Einwohner von Roccagorga getötet und zahlreiche weitere verletzt wurden. Folgenschwerer Flugzeugabsturz über Moskau. Während der großen Parade auf dem Roten Platz in Moskau anläßlich des 19. Jahrestages der bolschewistischen Revolution ist ein Bomben- f I u d e u g verunglückt. Beim Flug sei ein Teil des Motors herausgebrochen. Er fei auf den Dimitroff-Platz mitten indie Menge gestürzt, die dort der Parade zufchaute. Drei Personen seien erschlagen und acht schwer verletzt worden. Exemplarische Strafen für die Verbrecherbande Schüller-Jaroh. Im Prozeß gegen die 26köpfige berüchtigte Einbrecherbande Schüller-Jaroß verkündete der Vorsitzende der Großen Strafkammer des Landgerichts Brieg das Urteil. Willi und Ernst I a r o ß, Birke sowie Fritz und Erich Schüller wurden zu je 15 Jahren Zuchthaus verurtellt. Der größte Teil der übrigen Angeklagten erhielt gleichfalls langjährige Zuchthausstrafen. Vier Angeklagte wurden zu Gefängnisstrafen von fünf Jahren bis zu sechs Monaten verurteilt. Bei zehn Angeklagten wurde Sicherungsverwahrung angeordnet. In der Urteilsbegründung wies der Vorsitzende darauf hin, daß mildernde Umstände grundsätzlich versagt werden mußten, da die Angeklagten gefährliche Gewohnheitsverbrecher seien, vor denen Volk und Staat geschützt werden müßten. Neun jüdische Verbrecher in Philippopel abgeurfeUf. Das Kreisgericht in Philippopel verurteilte nach aufsehenerregendem Prozeßoerlauf neun jüdische Verbrecher, die der Brandstiftung und des schweren Versicherungsbetruges angeklagt waren. Die neun Juden, unter denen sich der Bankdirektor N i s i m o f f befindet, hatten ein mit vier Millionen Lewa versichertes Labengeschäft, bas eigens zu diesem Zweck gemietet war, und nur für wenige tausend Lewa Waren enthielt, angezündet und versucht, die Versicherungssumme zu erhalten. Obwohl die Bande mit größter lverissenheit ihr Verbrechen ausführte, war es doch der Polizei gelungen, dieses aufzudecken. Die drei Haupttäter, darunter auch der Bankier, wurden zu Zuchthausstrafen von bis 8 Jahren und die übrigen zu Gefängnis von 7 Monaten bis 2 Jahren bestraft. Sämtlichen Verurteilten wurden die Bürgerrechte für die Dauer von acht Jahren aberkannt. Zwei Todesopfer eines Erdstoßes in Westfalen. In Castrop-Rauxel (Wests.) wurde ein ziemlich heftiger Erdstoß wahrgenommen. Die Erschütterung hat leider zwei Todesopfer gefordert. Im Flöz „Sonnenschein" auf der Schachtanlage „Viktor III/IV" wurde durch den Erdstoß die Kohle verlagert, wobei zwei Hauer festgeklemmt wurden. Obwohl die Rettungsarbeiten sofort ausgenommen wurden, erlitten die Verunglückten, die beide schon 15 Jahre im Dienste der Klöcknerwerke standen, den Erstickungstod. 4. Reichskleinlierschau in Essen. Vom 4. bis 8. Dezember findet in Essen die 4. Reichskleintierschau statt. Etwa 10000 Kleintiere wie Hühner, Enten, Gänse, Tauben, Ziegen, Kaninchen und Pelztiere sowie Bienen und Seidenraupen usw. werden zur Schau gestellt und geben einen Ueberblick über den Stand der deutschen Zucht. Zahlreiche Lehrschauen lassen die viel« fälligen Mühen und Sorgen, aber auch die große Liebe und Freude des Kleintierzüchters an feinen Tieren erkennen. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Heber den britischen Inseln hat sich ein neuer Sturmwirbel entwickelt, der bereits in der Nacht zum Donnerstag mit der Verfrachtung milder Meeresluft und mit verbreiteten Regenfällen feinen Einfluß auf die Witterung Deutschlands aufnahm. Er wandert rasch ostwärts und führt in stürmischen West- auf Nordwinden von seiner Rückseite her kältere Lust heran. Aussichten für Freitag: Wechselnde Bewölkung und einzelne, meist schauerartige Nieder- Wäge, bei kräftigen, teilweise stürmischen über West noch Nord drehenden Winden kälter. Lufttemperaturen am 11. November: mittags 7,9 Grad Celsius, abends 6,2 Grad; am 12. November: morgens 7,1 Grad. Maximum 8 Grad, Minimum heute nacht 5,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 11. November: abends 6,1 Grad; am 12. November: morgens 6 Grad. — Niederschläge 3,5 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 0,8 Stunden. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder; Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. 2). 21. X. 36: 10 000. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- unb Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich m Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. | Vermietungen [ b-Zimmer- Wohnung (Südviertel) monatlch75RM. zu vermieten. Näheres [7172D Büro fiinDrer Seltersweg 8 I. 4-r-Zimmerw. Universitätsnäh. mit Zentralheiz. zu vermieten. Schriftl. Angeb. unt.05234 an öen Gießen. Anzeig. Schöne 2-Ziin-Wng. nur an älteres Ehevaar zu vermieten. Schriftl. ?lngeb. u. 05238 a. b. Gieß. Anz. Ml in» m 'gl.m Zentralheizung u. fließ. Wasser gesucht. Schriftl. Angeb. unter 05226 an d. Gieß. Anzeig. Für den Verkauf von Viergläsern und Krügen wird bei den Brauereien gut eingef Jiiug. gewandt. SlelypW aushilfsweisegesucht. Schriftl. Angeb. u.05239 a. d. Gieß. Anz. Mädchen nicht unter 17 Jahren, für dreiviertel Tage zur Aushilfe gesucht. 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Das Städtische Orchester folgte in Haydns Solokantate mit feinem Stuernpnnden und ganz besonderer Nachgiebigkeit: der Solovlo- line wie auch der Klarinette gebührt besondere Anerkennung. In der Rhapsodie erhob sich, der,Orche- sterpart zu letzter Ausdruckstiefe: die Geistesgegenwart des Dirigenten ProfessorT emesü art) vermochte noch im letzten Augenblick eine Einsatz- Voreiligkeit bei der Oboe auszugleichen. Regers L u st s p i e l o u v e r t u r e, die den Abend einleitete, erschloß vom ersten Einsatz an die beschwingte Sphäre mit impulsivem Drangen, organisch durchentwickelten Steigerungen, stärksten Akzenten und bewußtem Einhalten der Zäsuren. Das ungemein schwungvoll pointierte Werk wirkte zündend auf die Hörer, nicht zuletzt durch die fein beamtete Abtönung und Farbigkeit des Klanglichen. Die Fugato-Episode war äußerst durchsichtig. Die Oboe erfüllte ihre Aufgabe als Thementräger mit besonderem Bläsergeschick. Mehr noch als manche andere Symphonie ist gerade Beethovens Pastorale ein harter Prüfstein für die geleistete Kleinarbeit und für die reife Durchbildung vornehmlich in den Holzbläsern. Diese Symphonie war bis ins einzelnste artikuliert, jedes Motiv war mit der ihm innewohnenden Lebensform ans Licht gezogen und blühte so im Eigenleben auf. Und dennoch, die so sorgfältige Einzelgliederung wurde hier organische Grundbedingung für das Auswachsen des Ganzen im großen Zuge. Das ganze Werk erschien hier als ein Geben und Ausschöpfen naturnahen, sinnigen Empfindens, den Hörer innerlich bereichernd. Die Momente lyrischen Verweilens breiteten sich durch das liebevolle Eingehen weit und nachhaltig aus, ohne Ueberdehnung, den ursprünglichen Geist des Ganzen wahrend. Eine überaus sorgfältige, individuelle, klangliche Gruppierung und damit bedingte Charakterisierung gab besonders den reich- bedachten Holzbläsern und dem Horn Gelegenheit zur Auswirkung höchsten Könnens: nicht vergessen sei das Vogelterzett in der Szene am Bache. In überzeugender Weise erstand die Gewitterszene mit ihrer Sphäre des Unheimlichen und Drohenden. Um so lieblicher und abgeklärter entfaltete sich der Schluß zu fast religiös durchschauernder Weihe. Das haben die Hörer Proi. Dr. Stefan Temes - nart) zu danken. Das gut besuchte Haus war voll freudiger Anerkennung. Für künftige Ausführungen wäre es dringend erwünscht, daß auf dem Programm nicht nur die Titel her gespielten Werke, fonbtrn auch die einzelnen Sätze angegeben würden Dr. Hg. embranöf tm Fil» Die Uraufführung des neuen Films „R e m - b r a n ö t" von Alexander Korda war eine Sensation für London. Trotz strömenden Regens staute sich schon zwei Stunden vor Kasseneröffnung eine dichte Menge vor dem Theater. Und als die Auffahrt der Wagen begann, waren die Straßen alsbald fast einen Kilometer lang verstopft. Alles, was in London irgendwie zur Welt des Films gehört, war zu dieser Uraufführung erschienen, und auf den Bürgersteigen drängten sich vom Regen völlig aufgeweichte Menschen, in der Hoffnung, einen Blick in die Wagen werfen und einen der bewunderten Stars erspähen zu können. Berittene Schutzleute mußten der gewöhnlichen Polizei zu Hilfe kommen, um die Ordnung einigermaßen aufrechtzuhalten Vor dem Theater beleuchteten Scheinwerfer den Ausschnitt der Straße, den die Ankommenden von ihrem Wagen bis zum Eingangstor zurücklegen mußten. Eine doppelte Kette von Schutzleuten sperrte dieses Straßenstück ab. Marlene Dietrich, die in Begleitung ihres Gatten Rudolf Sieber und des jüngeren Douglas Fair- banf s erschien, wurde mit endlosen Zurufen und Beifallsjubel begrüßt, ebenso der Darsteller der Titelrolle Charles L a u g h t o n und seine Frau, Elsa Lauche st er, die die Rolle der Hendrickje spielt. Außer der Filmwelt fanden sich auch viele bekannte Persönlichkeiten aus der Diplomatie, der Politik, der Literatur und Kunst der englischen Hauptstadt in dem Theater zusammen. Ueber den Film selbst herrscht einstimmig die Meinung, daß der Schöpfer des „Heinrich VIII." sich hier selbst übertroffen hat. Dor allem hat K o r d a auf jede billige Gelegenheit verzichtet, das Leben seines großen Helden auch nur irgendwie zu romantisieren ober im kinomäßigen Sinne umzudeuten. Er hat seine ganze Erfahrung, fein ganzes Können der Aufgabe gewidmet, wirklich "ine lebendige und wahrheitsgetreue Biographie Rembrandts entstehen zu lassen. Zu diesem Zweck hat er sich wochenlang in Amsterdam aufgehalten, um dem Leben Rembrandts, Hendrickjes, Geertkjes in allen Einzelheiten zu studieren Ebenso hat Charles L a u g h t o n seine schwere Aufgabe dadurch zu lösen gesucht, daß er sich vollkommen in dieses Leben versenkt hat und sich von der Dorstellungswelt und den Gedanken des historischen Rembrandt, soweit das einem Lebenden möglich ist, durchdringen ließ. Der Beifallssturm, der sich am Schluß der Darstellung erhob, wollte lange kein Ende nehmen. Merkwürdiger Haffenfriea Der Zoologische Garten von Sidney hatte so stark unter der Rattenplage zu leiden, daß die Verwaltung einen Preis aussetzte für jeden Angestellten, der einen dieser schädlichen Nager tötete. Das ging einige Zeit ganz gut, bis die eifrigen Rattenjäger sich darüber klar wurden, daß sie sich selbst das Geschäft verderben würden, wenn sie den Ratten mit solcher Energie gänzlich den Garaus machten. Da sie, um die Rattenprämie zu erhalten, nur den Schwanz eines getöteten Tieres einzuliefern brauchten, kamen sie auf den Gedanken, die Ratten zwar zu fangen, aber ihnen nur den Schwanz abzuschneiden und sie dann wieder laufen zu lassen. Auch ohne Schwanz sorgten die Tiere eifrigst für die Nachkommenschaft, die die Rattenjäger zur Fortsetzung ihrer Jagd brauchten.. Das Geschäft ging sehr lange sehr gut, bis vor kurzem der Trick aufgedeckt wurde und nun die ganze Ratte eingeliefert werden mußte, wenn die Prämie ausgezahlt werden sollte Amerikanische Anekdoten. Von Mark Twain, dem größten amerikanischen Humoristen, gibt es folgende wenig bekannte Anekdote. Im Kriegsmuseum zu Philadelphia, erzählt Mark Twain, habe er plötzlich den Degen vor sich gesehen, den George Washington geführt habe, und da seien ihm Tränen der Rührung gekommen. „Woher wußten Sie denn", fragte jemand, „daß es George Washingtons Degen war? Stand es etwa auf dem Glaskasten vermerkt?" „Nein, das nicht", antwortete Mark Twain, „aber ich erkannte ihn sofort wieder, weil ich ihn schon so oft in anderen Museen gesehen hatte." ♦ Edison, der weltberühmte Erfinder, kam einmal nach Berlin. Man bemühte sich, dem illustren Gast alles zu zeigen, was Berlin zu bieten hat. So führte man ihn auch durch die Nationalgalerie. Es war nicht eben erhebend. Edison ließ sich teilnahmslos und gänzlich uninteressiert die Wände entlang» führen. Plötzlich aber hielt er vor eitlem Bild Anton von Werners: „Etappenquartier": „Allright. Ausgezeichnetes Bild! Der Mann versteht einen Kamin zu heizen!" ♦ In amerikanischen Eisenbahnen und in den meisten Wagen der Untergrundbahn sind Schilder angebracht, die das Ausspucken verbieten und das Uebertreten des Verbots mit hohen Geldstrafen, ja mit Gefängnis bedrohen. — Aber im Lift eines bürgerlichen, fast kleinbürgerlichen Hauses befindet sich folgende Inschrift: „Wenn du gewöhnt bist, zu Hause auszuspucken, spucke ruhig auch hier aus! Wir wünschen, daß du dich bei uns wie zu Hause fühlst!" ♦ Der abessinische Korrespondent eines großen Neu- yorker Blattes leistete sich folgenden Witz: Extrablätter meldeten die geheimnisvolle Flucht des Negus. Niemand wußte genau, was geschehen war. Der Korrespondent schrieb deshalb unter das Telegramm: „Die einen sagen, daß der Negus tot ist, die anderen, daß er lebt; ich glaube weder das eine noch das andere," Ueber den Autokönig Henry Ford wird foT» genbe Geschichte erzählt, die nebenbei den Vorzug hat, wahr zu sein. Henry Ford ist unter vielem anderen auch Zeitungsherausgeber und Philantrop, Neulich brachte er als Leitartikel in feinem „Dear- born Independent" in Riesenbuchftaben: '„Was können wir für die leidende Menschheit tun?" — Die Konkurrenz las das — und antwortete sofort. Schon am nächsten Tag erschien ihre Zeitung mit der riesigen Aufschrift: „Leg noch eine Sprungfeder mehr in den Sitz, Henry!" M. W. Wirtschaft. Rhein-Mainische Börse, rniltagsbörse freundlich. Frankfurt a. M., 11. Nov. Der Ordereingang aus Dem Publikum war zwar klein, so daß die Umsätze wieder nur bescheidenen Umfang hatten, er betraf aber meist kleine Käufe. Infolgedessen ergaben sich an den Aktienmärkten bei freundlicher Tendenz überwiegend mäßige Befestigungen, doch war die Entwicklung noch uneinheitlich. Am Montanmarkt setzten Klöckner und Mannesmann je 1,25 v. H., Hoesch und Verein. Stahl bis 0,25 v. S). und Harpener 0,50 v. H. höher, aber Rheinstahl 0,50 v. S). niedriger ein. Mansfelder kamen nach Pause 3,25 v. H. höher zur Notiz. Verein. Stahl waren nach dem ersten Kurs weitere 0,50 und Harpener 1 v. H. fester. JG.-Farben gewannen 0,65 v. H., Scheideanstalt blieben unverändert, ebenso Metallgesellschaft. Am Elektromarkt waren AEG. mit 41,50 (41,13) lebhafter, Gesfürel, RWE. und Schuckert erhöhten sich bis 0,75 v. H., Siemens bröckelten 0,50 v. H. ab, Maschinenwerte wurden gefragt, Daimler, Muag und Rheinstahl zogen je 1,50 v. H. an. Sonst kamen zur Erstnotiz: AG. für Verkehr 126,75 bis 127 (126,50), Zellstoff Waldhof 164,65 (165), Westdeutsche Kaufhof 62,40 (62,50), Reichsbank 189 (190), Bemberg 117 (116). Von Auslandaktien gewannen Chade A—C 3,25 Mark auf 329,25, Otavi 40,13 (39,50), AKU. 82,40 bis 83 (81). Der Rentenmarkt lag still. Kommunal-Um- schuldung etwas höher mit 90 (89,90). Altbesitz, späte Schuldbuchforderungen und Zinsoergütungs- jcheine blieben unverändert. Zertif. Dollar-Bonds lagen ziemlich unverändert, fester waren 6proz. Spargiro mit 75,75 (75). Auslandrenten tendierten fester, Mexikaner gewannen 0,25 bis 0,65 v. H., Ungarn Gold erhöhten sich auf 11,65 bis 11,80 (11,60) und 4proz. Rumänen auf 6,40 (6,10). Im Verlaufe war die Haltung am Aktienmarkt uneinheitlich und eher etwas schwächer, wobei die Rückgänge für Auslandswerte von Einfluß waren. AKU. gaben auf 80,50 nach 83, Ungarn Gold auf 11,50 nach 11,80 nach, Chellie A bis C 320 nach 329,25. Fest waren dagegen Bemberg mit 120,50 bis 120 nach 117, auch Rheinstahl zogen 1 o. H. an auf 155. IG. Farben gingen auf 174 nach 174,65, Mannesmann auf 118,25 nach 119, Gesfürel auf 146,75 nach 148 und Otavi auf 39 nach 40,65 zurück. Von erst später notierten Werten gewannen Aschaffenburger Zellstoff 2 v. H., Felten 1,75 v. H. und Zement Heidelberg 1,50 v. H., während Kali Aschersleben 1,13 v. H. verloren. Der Kassamarkt lag für eine Reihe von Papieren recht fest. Deutsche Renten blieben auch im Verlaufe sehr ruhig. Schutzgebietsanleihen etwas höher mit 11,10 (11). Der Pfandbriefmarkt lag still und nahezu unverändert. Stadtanleihen notierten etwas uneinheitlich; 4,50 Darmstadt von 26 92 (92,40), do. von 28 94,75 (94,50), 4,50 v. H. Heidelberg 91,75 (92), 4,50 (6) v. H. Frankfurt 94,25 (94). Auslandsrenten lagen später ruhig und waren auf dem höheren Stand etwas angeboten. — IG. Farben-Bonds gaben auf 136,65 (137,25) nach. Der Freiverkehr lag teilweise fest; Adlerwerke 107,50, Wayß & Freytag 126,50, Growag 93, Ufa 63,50, VDM. 152, Pokorny 123,50. — Tagesgeld unverändert 2,50 v. H. Abendbörfe: Auslandswerle schwach. An der Abendbörse blieben deutsche Aktien und Renten bei kleinen Umsätzen ziemlich unverändert, vereinzelt erfolgten Anpassungen an das Berliner Schlußniveau, wobei aber Bemberg 1,25 v. H. auf 119,50 anziehen konnten. ZG. Farben waren etwas schwankend mit 173,75 bis 173,50 bis 173,65 (173,75). Gesfürel bröckelten auf 146,75 (147,25), Metallgesellschaft auf 154 (154,75), Rheinstahl auf 154 (155), Harpener auf 157 (157,50), Verein. Stahl auf 124,50 (124,90) und Muaa auf 132,50 (133) ab. Dagegen lag der gesamte Auslandsmarkt ziemlich schwach; in den meisten Fällen erfolgten mangels Aufnahmebereitschaft keine Notierungen. AKU. gingen auf 78,50 bis 77,75 (80,25), Ungarn Gold auf 10.90 (11,40), 5 v. H. äußere Goldmexikaner auf 13 (13,65) zurück. Sonst nannte man: Chade A—C 300 (325), 4 v. H. Schweiz. Bundesbahn 140 (150,13), 3Vr v. H. do. 135 (148), IG. Chemie Basel volle 163 (169,65), do. leere 138 bis 139 (142). Deutsche Renten lagen still und unverändert, Kommunal-Umschuldung wurden mit 90 umgesetzt. Zertif. Dollar-Bonds blieben behauptet. Am Kassamarkt zogen DD.-Bank auf 112,25 (112), Commerzbank auf 110,25 (110) und Deutsche Ueberseebank auf 158,75 (156,50) an. Don lokalen Werten Frankfurter Hof 78 (76), Hafenmühle 127 (126). U. a. notierten: 5 v. H. Vereinigte Stahl 99, Reichsbahn-VA. 125,90, 1914er Ungarn 9, 4 v. H. do. Goldrente 10,90, 4 v. H. do. Kronenrente 1,75, 4 v. H. Rumänen 6,25, 5 v. H. äußere Goldmexikaner 13, Commerzbank 110,25, DD.-Bank 112,25, Deutsche Ueberseebank 158,75, Dresdner Bank 109,25, Buderus 124,50, Harpener 157, Rheinstahl 154, Verein. Stahl 124,50, AKU. 78,50 bis 77,75, Bemberg 119,50, Bekula 167,50, Conti Gummi 171, Deutsche Erdöl 144, Scheideanstalt 271, Licht und Kraft 159,50, IG. Farben 173,75 bis 173,50 bis 173,65, Gesfürel 146,50, Frankfurter Hof 78, Goldschmidt 131, Hafenmühle 127, Lechwerke 118, Muag 132,50, Metallgesellschaft E 154, Schuckert E 163, Westdeutsche Kaufhof 60,50, AG. für Verkehr 126, Hapag und Nordd. Lloyd je 15. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 11. Nov. Die Anlieferungen von Weizen haben weiter, jedoch nicht in dem erwarteten Umfange zugenommen; auch aus anderen Landesteilen blieb das Angebot aus. Auf dem Roggenmarkt sind stärkere Anlieferungen zu verzeichnen, so daß die vorhandene Nachfrage befriedigt werden kann. Auf den übrigen Märkten blieb die Lage gegen den Montagsmarkt unverändert. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in RM.: Weizen W 13 203, W 16 206, W 19 210, W 20 212; Roggen R 12 166, R 15 169, R 18 173, R 19 175, Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste nicht notiert, Braugerste 232, Futterhafer nicht notiert. Weizenmehl, Type 790, W 13 28,10, W 16 28,20, W 19 28,20, W 20 28,55; Roggenmehl, Type 997, R12 22,45, R15 22,80, R 18 23,30, R19 23,50 Tätlichkeiten gegen einen SG.-Mann. LPD. Fulda, 11.Nov. Am 4.November 1936 wurde ein in Uniform befindlicher S S.- M a n n, der an dem Kreis-Parteiappell der NSDAP, in Fulda teilgenommen hatte, in einer Gastwirtschaft in Löschenrod tätlich angegriffen. Er trug lebensgefährliche Verletzungen davon, so daß er in ein Fuldaer Krankenhaus übergeführt werden mußte. Die Ermittlungen nach den Tätern sind von der Staatsanwaltschaft in Hanau sofort nachdrücklich ausgenommen worden und haben dazu geführt, daß der Haupttäter Josef Krahn aus Löschenrod in Untersuchungshaft genommen worden ist. Die Ermittlungen sind noch im Gange." Aberkennung des Ooktortitels wegen übler Nachrede. LPD. Marburg, 10. Nov. Die Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät der Universität Marburg hatte einem Mann aus dem Kreise Ziegenhain den im Jahre 1922 erworbenen Doktor- titel aberkannt, nachdem ihn das Gericht im Januar 1934 wegen übler Nachrede zu vier Monaten Gefängnis verurteilt hatte. Mehrmals versuchte der Verurteilte, bei den zuständigen Stellen diese Aberkennung rückgängig zu machen, jedoch ohne Erfolg. Da er den Titel trotzdem weiterhin benutzte, stand er nunmehr wegen unberechtigter Führung eines Titels vor Gericht. Er machte zu seiner Rechtfertigung geltend, daß ihm nach der zur Zeit seiner Straftat gültigen Promotionsordnung von 1926 der Ehrentitel nur im Falle einer Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte entzogen werden könne. Die Bestimmungen der neuen Promotionsordnung vom Januar 1934 könnten bei ihm nicht zur Anwendung gebracht werden, weil seine Straftat vor diesem Zeitpunkt liege. Das Gericht erkannte jedoch die Entziehung des Doktortitels als zu Recht bestehend an. Mit Rücksicht auf die vorliegenden Umstände sah es jedoch von einer Gefängnisstrafe ab und verurteilte den Angeklagten zu 500 RM. Geldstrafe. Veruntreuungen und Abtreibungen. Die Betrügereien auf dem Frankfurter Schlacht- und Viehhof. LPD. Fr a n k f u r t a. M., 11. Nov. Die Kriminal- polizei Frankfurt a. M. teilt mit: Im Zusammenhang mit den aufgeklärten Betrügereien und Veruntreuungen auf dem Frankfurter Schlacht- und V i e h h o f hat die Kriminalpolizei erneut den ehemaligen Viehagenten und Viehverbandsgeschäftsführer Adolf K. wegen erheblicher Veruntreuungen se st genommen. Gleichzeitig wurde gegen K. und verschiedene Freunde, die ebenfalls festgenommen wurden, ein Ermittlungsverfahren wegen Abtreibungen bei verschiedenen Frauen eingeleitet. Sachdienliche Angaben über diese Straftaten, die auf Wunsch vertraulich behandelt werden, erbittet die Kriminalpolizei im Polizeipräsidium, Frankfurt a. M. plus 0,50 RM. Frachtsausgleich. Weizenfuttermehl 13,60. Weizenkleie W 13 10,75, W 16 10,90, W19 11,10, W20 11,20. Roggenkleie R 12 9,95, R15 10,15, R18 10,40, R19 10,50 Mühlenfestpreise ab Mühlenstation. Sojafchrot, Palmkuchen, Erdnußkuchen nicht notiert; Treber 16,75; Trockenschnitzel nicht notiert; Heu 5,00 bis 5,50; Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreßt, 2,60; dasselbe, gebündelt, 2,40. Tendenz: ruhig. Schweinemartt in Nidda. * Nidda, 11. Nov. Auf dem gestrigen Schweinemarkt standen 584 Ferkel und Läuferschweine zum Verkauf. Es kosteten: Ferkel bis zu 6 Wochen alt 13 bis 14 Mark, 6 bis 8 Wochen alte Tiere 14 bis 16 Mark, 8 bis 10 Wochen alte 16 bis 18 Mark, bis zu 13 Wochen alte bis zu 20 Mark, Läuferschweine bis zu 30 Mark pro Stück. Das Geschäft verlief schleppend, es verblieb Ueberstand. — Auf dem Großvieh-Markt standen 63 Stück Großvieh zum Verkauf. Der gleichzeitig durchgeführte Krämermarkt war erheblich stärker besucht als im Vorjahre und brachte großen Betrieb. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 12. Nov. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 62 Rinder (7 Bullen, 51 Kühe, 7 Färsen), 521 Kälber, 95 Schafe, 988 Schweine. Es kosteten: Kälber 40 bis 65 Mark, Hämmel 41 bis 48, Schafe 37 bis 42, Schweine 51 bis 57 Mark. Marktverlauf: Kälber und Schweine zugeteilt, Hämmel und Schafe ruhig. 1431 Studierende des Marburger Wintersemesters. LPD. Marburg, 11. Nov. An der Philipps- Universität haben sich insgesamt 14 31 Studierende (1110 Studenten und 321 Studentinnen) für das Wintersemester 1936/37 einschreiben lassen. Auf die einzelnen Studienfächer verteilen sich die Studierenden wie folgt: Rechts- und Staatswissenschaft 139 Männer und 5 Frauen, Theologie 176 Männer und 5 Frauen, Medizin 504 Männer und 121 Frauen, Philosophie 291 Männer und 192 Frauen. Zu der Gesamtzahl der Studierenden kommen noch etwa 50 Gasthörer. Ein Sjähriger Brandstister. LPD. F r a n k f u r t a. M., 9. Nov. In Frohnhausen bei Gladenbach war am 5. November 1936 in der Mittagszeit auf einem Bauernhof Feuer ausaebrochen. An diesem Tage befand sich die Dreschmaschine auf dem Anwesen. Während die Leute beim Mittagessen saßen, ertönte plötzlich Feueralarm. Das Feuer griff mit großer Schnelligkeit um sich und vernichtete einen großen Teil der Wirtschaftsgebäude und Erntevorräte. Ein Mutterschwein mit acht Ferkeln ist ebenfalls in den Flammen umgekommen. — Die Landeskriminalpolnei Frankfurt a. M., die mit der Aufklärung dieses Brandes beauftragt wurde, hat einen 6jährigen Jungen, der in der Nachbarschaft wohnt, als Brandstifter ermittelt. Der Junge, der anfangs leugnete, das Feuer angelegt zu haben, konnte dadurch überführt werden, daß ein Kriminalbeamter ältere Spuren eines Brandherdes in der Scheune feiner Eltern festgestellt hat. Der Vater dieses Jungen gestand schließlich ein, daß diese Brennspuren vor einiger Zeit durch seinen Sohn, der ein Feuer- chen in der Scheune gemacht hatte, entstanden waren. Schließlich gab der Junge zu, auch das Feuer in der Nachbarschaft angelegt zu haben. Kreis Wetzlar. * Krofdorf, 12. Nov. Da in der letzten Zeit zahlreiche Fälle von Scharlach und auch mehrere Fälle von Diphtherie in unserem Orte vorgekommen sind, wurden sämtliche Schulklassen und der Kindergarten bis auf weiteres geschloffen. Um der Ansteckungsgefahr vorzubeugen, ist der Bevölkerung empfohlen worden, öffentliche und private Zusammenkünfte von Personen soweit wie möglich zu vermeiden. Kircke und <5d>ule. Evangelische Pfarrperfonalien. EPNH. Ernannt wurden: Der Pfarroerwalter Ludwig Kientz zu Ober-Mockstadt, Dekanat Büdingen, zum Pfarrer dieser Pfarrei am 1. Dezember 1936; der Pfarrverwalter Hans I ü n g e l zu Wahlen, Dek. Alsfeld, zum Pfarrvikar an der Lutherkirche zu Wiesbaden ab 16. Oktober 1936; der Pfarramtskandidat Rudolf Dame rau aus Marburg, zum Pfarroerwalter der Matthäusgemeinde in Gießen ab 16. Oktober 1936; der PfarramtskanAus den preußischen Nachbargebieten. didat Hans Hopp aus Walldorf, zum Pfarrverwalter der Pfarrei Wahlen, Dekanat Alsfeld, ab 16. Oktober 1936; der Pfarramtskandidat Karl M l e r aus Lengfeld im Odenwald zum Pfarrvikar in Büdingen (1. Pfarrei) ab 16. Oktober 1936; der Pfarramtskandidat Fritz Sauer aus Mainz zum Pfarrverwalter der Pfarrei Langd, Dekanat Hungen, vom 16. Okt. 1936 ab; der Pfarrverwalter Julius Croneberg zu Dreifelden, Dek. Selters, zum Pfarrverwalter der Pfarrei Münster, Dekanat Friedberg, ab 1. November 1936. Landkreis Gießen. § Grünberg, 10. Nov. Heute fand die Marti n i k o n f e r e n z des Evangelischen Dekanats Grünberg im Hotel „Zum Hirsch" statt. Dekan Schmidt eröffnete die Konferenz und begrüßte die Erschienenen, besonders die neu zum Dekanat gekommenen Pfarroerwalter Hieve r (Homberg) und Petry (Ermenrod), die an die Stelle der in den Ruhestand getretenen Geistlichen Prätori us (Homberg) und Georgi (Ermenrod) getreten sind. Dann hielt Pfarrer S c r i b a (Wetterfeld) die Andacht über 1. Kor. 3, 11—23. Es wurden neue Dekanatsvertreter für die Krankenkasse der hessischen Geistlichen und für die Feuerversicherung bestimmt, und zwar Pfarrer Matthäus (Grünberg) für die Krankenkasse und Pfarrer S c r i b a (Wetterfeld) für die Feuerversicherung. Die beiden Aemter hatte bisher Pfarrer Georgi inne. Nach amtlichen Besprechungen hielt Pfarrverwalter D a m e r a u (Groß-Eichen) einen Vortrag über das Buch des Marburger Professors Fick, „Deutschland innerhalb der religiösen Weltlage." Eine Aussprache schloß sich an. Um 14.30 Uhr schloß Dekan Schmidt die Konferenz. Kreis Schotten. * Ruppertsburg, 11. Nov. Unser Pfarrverwalter B. Wirtz, der seit Anfang Mai unsere Pfarrstelle verwaltete, wurde ab 1. November nach Roßbach im Westerwald versetzt. Sein Nachfolger in Ruppertsburg ist Pfarrverwalter H. H ö r r, seither in Westhofen. In einem gut besuchten Gottesdienst hielt er am Sonntag seine Antrittspredigt über Römer 1 V. 16. Runvfunkprogramm. Freitag, 13. November: 6 Uhr: Choral, Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Musik am Morgen. 9.45: Nachrichten und Sportschau. 10: Schulfunk. 11: Hausfrau, hör zu! 11.30: Landfunk. Schatzkästlein heimatlicher Bauernkultur. 11.45: Sozialdienst. 12: „Solistisch und virtuos"! Frankfurter Mittagsmusik. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Frankfurter Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Nach Tisch gönnt Euch ein wenig Rast, Seid bei Frau Musica zu Gast! 15: Volk und Wirtschaft. Deutsche Rohstoffe (5): Zellwolle. 15.15: „Dichterstimmen aus Kurhessen" (II). K. v. Berlepsch liest aus seinen Dichtungen. 15.30: „Herbstsonne über Strom und Wald". Ein Streifzug durch das Land der jungen Weser. 16: Unterhaltungsmusik. 17.30: Ein Journalist erzählt. Zu den Erinnerungen von Ruppert Recking. 17.45: Das dramatische Werk von Ernst Kratzmann. Eine Betrachtung zur Hörbildreihe „Der deutsche Weg". 18: Musik aus Dresden. 19: Volksmusik. 19.40: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: Der deutsche Weg (II). Eine Hörbildreihe (Ursendung) von Ernst Kratzmann. 21: Aus der Philharmonie, Berlin: Gastspiel der Londoner Philharmoniker unter Leitung von Sir Thomas Beecham. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 22.20: Aus Washington: Worüber man in Amerika spricht. Vortrag von Kurt G. Sell. 22.30: Orchesterkonzert. 23.20: Für die Unermüdlichen! Die neuesten Tanzschlager. 24 bis 2: Nachtmusik. Gastspiel der Londoner Philharmoniker. Samstag, 14. November. 6 Uhr: Ich bete an die Macht der Liebe. Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Fröhlich klingts zur Morgenstunde. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Zum Staatsjuaendtag: HJ.-Sport. 10: Schulfunk. 11: Hausfrau hör zu! 11.30: Gaunachrichten. 11.45: Sozialdienst. 12: Buntes Wochenende. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Buntes Wochenende. 14: Nachrichten. 14.10: Zu Sang und Tanz in flottem Rhythmus wird aufgespielt, daß jeder mit muh! 15.15: Volk und Wirtschaft. Allerlei Neuigkeiten. 15.30: HJ.-Funk. 16: Froher Funk für alt und jung. Bunter Nachmittag. 18: Militärkonzert. 19.30: Der Zeitfunk bringt die Wochenschau. 19.55: Ruf der Jugend. 20: Nachrichten. 20.10: Humor und Tanz in buntem Kranz. Ein bunter Abend in Gemeinschaft mit „Kraft durch Freude" aus der Stadthalle in Marburg. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 22.15: Sportschau. 22.30: ... und morgen ist Sonntag. 24 bis 2: Nachtkonzert. 1. Kabarett aus aller Wett« Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Retchsbankdtskont 4 v.H., Lombardzinsfuß 5 v. H. ‘.Datum 6% Deutsche Reichsanlethe v. 192« 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 6/,% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.«Ablös.-Schuld mit Auslos.-Rechten ............ 4/»% Deutsche Reichspostschatzan Weisungen von 1934, I....... 4/i% ehern. 8% Hessischer Bolls- staat 1929 (rückzahlb. 102%) ... 4/i% ehem. 8% Hessische Landes baut Darmstadt Gold R. 12.... 5/z% ehein. 4/i% Hess. Landes Hypothekenbank DarmstadtLigu. 4/i% ehein. 8% Darmst. Komm Landesb.Goldschuldverichr. R.6 Oberhesjen Provinz-Anleihe mii Auslos.-Rechten ............ Deutsche Komm. Sammelabl. An leihe Serie 1 mit AuSlos.-Rechten 4/i°%ehem.8% Franks. Hyp.-Banl Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 6/i% ehern. 4/z% Franks. Hyp. Bank-Licfti.-Pfandbriefe...... 6/2% ehem. 4/i% Rheinische Hyp.-Bank-Liyu.-Goldpfe. ... 4/i% ehem. 8% Pr. Landespfanh briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 *y.% ehem. 7% Pr. Landespfanh vriefanst., Gold Komm. Cbl. 20 Eteuergutich.Berrechnungsk. 34-38 4% Oesterretchische Goldrente... 4,20% Oesterreichtsche Stlberrente 4% Ungarische Goldrente ....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4/i% desgl. von 1918.......... 6% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anlethe Serie 1..................... Frankfurt a. M. Benin Schluß« kurs Schlußk. Abend« börse Schluß« kurS Schlußk. Mittag« börie 10 11. 11.11 10.11. 11 11. 101,4 101,25 101,13 101,25 98,5 98,5 98,4 98,25 102,5 102,5 102,75 122,4 118,65 122,9 118,5 99,9 99,9 100 100 98,75 98,75 98,75 98,75 97 97 — 97 100,4 100,4 — — 93 93 — — 130,75 130,5 — — 122,4 122,65 122,9 122,75 97 97 97 97 100,4 100,5 — 100,9 100,75 101 101 97,5 97,5 97,5 97,5 95 95 95 95 109,8 109,8 109,9 109,9 — _ 26,5 27,75 2,75 — 3,4 2,9 11,6 10,9 11,4 11,2 9 9,65 9,25 9,7 9,4 — 9,65 11,13 13,4 13 13,25 13,65 — — — — Datum 4% oesgt. Serie li ............ 5% Rumün. veretnh. Rente v. 1903 4/i%Rumän.vereinh.Rentev.i913 4% Rumänische vereinh. Rente .. 2/4% Anatolier .............. Hamburg-Amerika-Pakei 0 Hamburg-Südam. Dampfschiff. o Norddeutscher Lloyd .........o A-G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz, und Prlvat-Bank ... 4 Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................ 4 Dresdner Bank 4 Retchsbank ................12 A.E.G ......0 Bekula ..............g Elektr. LieserungSgesellschaft... 6 Licht und Kraft ............. 7 Felten & Guilleaume 4 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 6 Rheinische Elektrizität ........ 6 Rhein. Wests. Elektr. g Schuckert L Co............... s Siemens L Halske 8 üahmeyer L Co 7 Buderus 4 Deutsche Erdöl 4 Harpener................. 2% Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. 8 Ilse Bergbau ...............6 Ilse Bergbau Genüsse 6 Klöcknerwerke ...............g Mannesmann-Röhren 8 Frankfurt a.M. Berlin Schluß« kurS Schlußk. Abendbörse Schlußkurs Schlußk. Mittag« börle 10.11. 11.11. 10-11 ■ 11.11. — _ — 6,8 7,2 7 7,2 10,75 — 10,75 9,65 6,1 6,25 6,25 6,2 34 34,35 33,75 34,5 15,25 15 15,4 14,9 — — 38 38,13 15,5 15 15,5 15 126,5 126 126,75 126,5 — — 125,5 127,25 109,5 110,25 109,25 110 110,5 112,25 109,75 112 108 109,25 107,5 109,25 190 189 189,25 188,5 — _ _ 167 167,5 167 167,5 138,25 138,5 138,65 138,5 159,5 159,5 159 159,5 140 141,25 140,5 140,5 146.75 146,5 146,75 147,25 — — 134 133 138 138,75 137,65 138,75 163,25 163 163 163,5 201 200,5 201,5 201,25 148,5 148,13 148,5 148,5 124,5 124,5 124 124,5 144 144 143,9 144 156 157 155,5 157,5 121,5 12,175 121,25 120,75 — —— 198 195,5 148 148,5 148,75 149,5 126,5 127,75 126 128,5 117,65 118,25 117,5 117,65 Frankfun a. M. Berlin Schluß« kurs Schlußk. Abend« börse Schluß« kurs Schlußk. Mittagbörse Datum 10.11. 11.11. 10.11. 11.11. Mansfelder Bergbau .. .....6/, — 158,75 156,5 158,75 Kokswerke ........... ....... 6 — — 140,5 141,25 Rheinische Braunkohlen .....12 — — 228,5 228 Ryeinslahl ........... .......4 154,5 154 154,25 155 Bereinigte Stahlwerke. ..... »/, 124,9 124,5 124,65 124,9 Otavi Minen ........ .......0 39,5 39 39,25 38,65 Kaliwerke Aschersleben. .......5 145 143,9 144,75 144,25 Kaliwerke Westeregeln. .......6 138,5 136,5 138,5 137 Kaliwerke Salzdetfurth ..... ?/, 195 194 195,5 193 3. G. Farben-Jndustrie Scheideanstalt............... Goldschmidt Rütgerswerke Metallgesellschaft .... 7 174,13 172,65 174,25 173,75 9 271 271 —— 5 131 131 131 131,65 6 141,25 141,5 141,5 141,65 5 155 154 154,5 154,75 Philipp Holzmann ...... 4 Zementwerk Heidelberg 7 Cementwerk Karlstadt.........6 Schultheis Patzenhofer 4 Atu (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg...................5 Zellstoss Waldhos g Zellstoff Aschaffenburg 0 Dessauer Gas ...............7 Daimler Motoren 0 Deutsche Linoleum 8 Lrenstein & Koppel 0 Westdeutsche Kaufhof 0 Cbade...................... 9 Accumulatoren-Fabrik 12 Conti-Gummi.............. 11 Gritzner.................. 01 Mainkraftwerke Höchst a.M.... 4| Süddeutscher Zucker ........ 10 137,75 165 138 166,5 1"? 138,5 — _ 101,9 102,13 81 77,75 81,9 80,25 116 119,5 115,5 118,25 165 164,65 163,75 165 141 143 141,5 142,5 — — 111,25 111 122,75 122,75 123,5 123,13 — — 171,5 167,5 — — 93,25 93 62,5 60,5 62,25 60,5 326 320 325 225 — — 201,25 201 171,5 171 171 171 32,5 33 32,25 33,4 — — 202 204 - 204 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a.2H. 10-November 11 .November Amtliche Notierung Geld | Brief Amtliche Notierung Geld | Brief Buenos Aire 0,690 0,694 0,691 0,695 Brüssel .... 42,11 42,19 42,11 42,19 Rio de Jan. 0,144 0,146 0,144 3,047 0,146 Sofia..... 3,047 3,053 3,053 Kopenhagen. 54,17 54,27 54,22 54,32 Danzig .... 47,04 47,14 47,04 47,14 London..... 12,13 12,16 12,145 12,175 HelsingforS.. 5,355 5,365 5,36 5,37 Paris ..... 11,54 11,56 11,55 11,57 Holland ... 133,62 133,88 13,11 134,02 134,28 Italien.... 13,09 13,09 13,11 Japan ..... 0,708 0,710 0,708 0,710 Jugoslawien 5,654 5,666 5,654 5,666 Oslo..... : 60,96 61,08 61,02 61,14 Wien...... 48,95 49,05 48,95 46,05 Lissabon... 11,015 11,035 . 11,025 11,045 Stockholm... 62,54 62,66 62,60 62,72 Schweiz ... 57,17 57,29 57,19 57,31 Spanien... 21,98 22,02 21,98 22,02 Prag....... 8,771 8,789 8,771 8,789 Budapest .. — —• Neuyork ... 2,489 2,493 Banknoten. 2,489 2,493 Berlin,11 . November (9ei& Ärief ' Amerikanische Noten.............. 2,451 2,471 Belgische Noten.................. 41,96 42,12 Dänische Noten ................. 54,06 54,28 Englische Noten ................. 12,12 12 ,16 Französische Noten............... 11,50 11 ,54 Holländische Noten............... 133,68 134 '2 Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. 60,86 61,10 Deutsch Oesterreich, ä 100 Schilling Rumänische Noten............... — _ Schwedische Noten............... Schweizer Noten................. 62,43 57,04 62,69 57,26 Spanische Noten_________________ Ungarische Note» ................ — ee. ttr. 266 Dritter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Donnerstag, l2.November 1956 Der Tlikelsmarkt in Allendorf. 00 Allendorf a. d. Viele Besucher fanden sich zum „Anderfer Nikelsmaert" in dem kleinen Städtchen an der Lumda ein. (Aufnahmen [2]: Neuner, Gießener Anzeiger.) Lum'da, 12. Nov. Der gestrige N i k e l s m a r k t verlief auch diesmal in der altgewohnten Weise. Nachdem am Vorabend eine Anzahl auswärtiger Verkäufer teils per Bahn, teils per Auto hier eingetroffen waren, setzte am frühen Morgen des Markttages reger Verkehr ein. Die Schuljugend hatte es sich nicht nehmen lassen, mit Handwagen zu den Frühzügen am Bahnhof zu erscheinen, um denTransport der verschiedenen Pakete, Kisten und Kasten der Krämer nach dem Marktplatz zu übernehmen und sich hierdurch die nötigen Marktgroschen zu verdienen. Inzwischen wurde im Nathaus die Verlosung der Verkaufs st ände durch die Marktkommission vorgenommen. Im ganzen wurden 85 Stände aufgeschlagen. Von 9 Uhr ab, nach Eintreffen der Postautobusse aus verschiedenen Richtungen, steigerte sich der Verkehr fortwährend und schwoll bis zum Mittag derartig an, daß die Marktstraße, Hitler- straße, Treiser und Londorfer Straße, in denen der Krammarkt abgehalten wurde, nur mit großer Mühe zu passieren waren. Rege Tätigkeit herrschte vor den Verkaufsständen, und allenthalben konnte festgestellt werden, daß Verkäufer und Käufer mit dem Verlauf des Marktes zufriedengestellt waren. Auch die einheimischen Gewerbetreibenden, besonders die Gastwirte, Bäcker und Metzger, konnten mit dem Verkaufsergebnis zufrieden sein. Die G a ft» wirtschaften waren schon vom frühen Morgen und zeitweise bis auf den letzten Platz besetzt. In der Stadthalle herrschte den ganzen Tag Hochbetrieb. Hier sah man edite Volksgemeinschaft. Das Tanzbein wurde bei vorzüglicher Musik fleißig geschwungen. Karussell, Schieß- und Schaubuden erfreuten sich ebenfalls reichlichen Zuspruchs. Nach jeder Richtung hin nahm der Markt einen befriedigenden Verlauf. Immer bei unseren heimischen Märkten schlägt auch der Töpfer seinen Stand auf. Auf dem Viehmarkt waren aufgetrieben: 8 Kühe, 15 Rinder, 7 Fresser, 390 Schweine und 150 Schafe. Es kosteten pro Stück je nach Qualität: Kühe 400 bis 500 Mark, Rinder 400 bis 450 Mark, Fresser 120 bis 250 Mark, Ferkel pro Kopf: 5 bis 7 Wochen alte 12 bis 16 Mark, 8 bis 9 Wochen alte 16 bis 19 Mark, Läuferschweine 20 bis 25 Mark; Mutterschafe, Hämmel und Lämmer das Stück 35 bis 50 Mark. Der Handel in Rindvieh und Schafen ging anfangs langsam, wurde aber später lebhafter. Bei Rindvieh wurde ausverkaust, bei Schafen verblieb Ueberstand. Der Handel mit Schweinen ging flott, doch verblieb auch hier etwas Ueberstand. Vorbereitungen zum Weihnachtsverkehr bei der Neichspost. Unter der Berücksichtigung der im Vorjahr gesammelten Erfahrungen wird die Deutsche Reichspost auch in diesem Jahre ausreichende Beförderungsmittel und genügend Beamte und Hilfskräfte für den Weihnachtsdienst bereitstellen. Während der Zeit des Weihnachtsoerkehrs bis einschl. 24. Dezember werden Pakete auch außerhalb der regelmäßigen Schalterstunden ohne besondere Einlieferungsgebühr angenommen. Die Postanstalten werden besonders auf gute Verpackung, Verschnürung und eine ausreichende und haltbar befestigte Aufschrift der Pakete und Päckchen halten. Auch während der Weihnachtszeit können bis drei Pakete mit einer Paketkarte und bis zehn Postgüter mit einer Postgutkarte versendet werden. Für schonende Behandlung und für den Schutz der Pakete gegen Regen und Schnee werden alle Vorkehrungen getroffen. Wo es notwendig ist, werden in den Personenzügen zur Beförderung der Paketmassen mehrere Postwagen mit dem nötigen Begleitpersonal eingestellt. Am 24. Dezember sollen die Angehörigen der Deutschen Reichspost durch Kürzung der Dienststunden soweit möglich vom Abenddienst frei- gemacht werden. Die Postschalter werden an diesem Tage möglichst um 16 Uhr geschlossen, doch bleiben die Telegramm- und Gesprächsannahmen auch an diesem Tage wie werktags geöffnet. Auch Wertzeichen sind überall zu erhalten. Der Zustelldienst wird nach den örtlichen Verhältnissen so geregelt, daß er am 24. Dezember möglichst um 16 Uhr beendet ist; Paket- und Eilzustellung werden wie aewöhnlich ausgeführt. Die Zahlstellen des Postscheckdienstes schließen an diesem Tage um 13 Uhr. Aus der Provinzialhauptstadt. Der Lokomotivführer. Manchmal werde ich in nächtlicher Stunde wach. Ich höre die Haustüre knarren und wieder ins Schloß fallen. Dann tappt ein schwerer Schritt durch den Flur und die Treppen hinauf. Ein Schlüsselbund klirrt, eine Tür wird geöffnet Es klingt besorgniserregend und in der Stille der Nacht doppelt laut. Aber ich habe keinen Grund zur Beunruhigung, denn ich weiß, um was es sich handelt. Richtig, jetzt rauscht dort oben die Wasserleitung, ein Stuhl wird gerückt und während ich mich auf die andere Seite lege, ist mein spät gekommener Hausgenosse dabei, sich vor dem Schlafengehen noch durch eine kleine Mahlzeit zu stärken. Sein Beruf erlaubt ihm nicht, Tag und Nacht in jederzeit genau geregelter Weife zu verbringen. Es geschieht, daß er eben erst nach Hause kommt, wenn ich morgens das Haus verlasse. Dann wieder trifft er mittags mit mir zusammen ein, und ein andermal höre ich ihn schon vor Tag die Treppe hinuntergehen. Er ist Beamter der Reichsbahn und hat einen Dienst, der nicht jedem passen würde. Denn er ist Lokomotivführer und versieht ein Amt, das ganz erhebliche Ansprüche an die Umsicht, Leistungsfähigkeit und Verantwortungsfreudigkeit eines Menschen stellt. Gewöhnlich sehen wir nur die Lichtseiten eines fremden Berufs und vergleichen damit die Schattenseiten unserer eigenen Tätigkeit. Daß eine solche Einstellung oberflächlich ist, werden wir meist nicht gewahr, oder nur dann, wenn wir Gelegenheit haben, die Aufgaben des fremden Berufs genauer kennen zu lernen. Von einem Lokomotivführer nimmt man gemeinhin an, daß er feine Tage gar nicht übel verbringe. Daß er im Gegenteil auf einer dahinjagenden Maschine große Strecken überwinde, daß er Land und Leute kennenlerne und noch dazu das Vergnügen habe, dafür Kilometergelder einzustecken. Und da die nächtlich dahinbrausende Lokomotive mit ihrem roten Feuerschein und weißen Wasserdampf unseren Sinn für die Romantik reizt, finden wir den Beruf des Lokomotivführers durchaus lockend und vielversprechend. Die Wirklichkeit ist indessen erheblich rauher und räumt mit jenen falschen Vorstellungen gründlich auf. Ein Lokomotivführer hat jedenfalls eine Tätigkeit zu verrichten, die mit Romantik nicht mehr viel zu tun hat, die aber Anforderungen stellt, wie sie selten einen Beruf auszeichnen. Das Amt beansprucht eine äußerst stabile Gesundheit, denn es ist keine leichte Sache, bei Wind und Wetter in rasender Fahrt stundenlang auf der Maschine zu stehen, und Augen und Ohren angestrengt offenzuhalten. Es verlangt Gewissenhaftigkeit peinlichster Art und absolute Handlungssicherheit. Ein Lokomotivführer gleicht durchaus dem Kapitän eines großen Paffagierdampfers, non dessen Geschick und Tatkraft oft genug Gut und Leben zahlreicher Menschen abhängt. Daran denke ich hin und wieder, wenn ich nachts durch den schweren Schritt im Hausflur gestört werde. Und es erscheint mir dann immer wieder der beruhigende und zuversichtliche Gedanke, daß Tag und Nacht verantwortungsbewußte Menschen am" Werke sind, um nach Kräften der Gesamtheit zu dienen. H. W. Sch. Äornoiizen. Tageskalender für Donnerstag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Blumen aus Nizza". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Wo die Lerche singt". — Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde: 20.15 Uhr: „Berge im Sommer und Winter", Vortrag von Professor K l u t e, Gießen, in der Aula der Universität. — Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brand: 17 bis 18 Uhr Ausstellung von Oelgemälden, Aquarellen und Tempera. Stadttheater Gießen. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns mitgeteilt: Der Dichter Gerhart Hauptmann, der ursprünglich an der Erstaufführung seines Schauspiels „Der Bogen des Odysseus" teilnehmen wollte, ist leider verhindert zu kommen, da er in Berlin einer Festvorstellung seines Stückes „Schluck und Jan" beiwohnen muß. Der Dichter hat jedoch zugesagt, einer späteren Aufführung feines Werkes 'beizuwohnen. Oberhessische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde. Am kommenden Freitagabend Vortrag von Professor Standfuß über „Tierkrankheiten und Volksgesundheit" mit Lichtbildern und Film im Hörsaal des Physiologischen Instituts. (Siehe heutige Anzeige.) Der „Goethe-Dund und kaufmännische Verein" teilen uns mit: Der nächste Vortragsabend wird am kommenden Montag, 16. November, 20 Uhr, in der Neuen Aula stattfinden. Der Forscher Curt Backeberg wurde zu einem Schmalfilm-Vortrag „Kreuz und quer durch Südamerika" gewonnen. Zwei Kameraden sind zweimal durch Südamerika gewandert: der Forscher Curt Backeberg und seine Schmalfilmkamera. Konnte bisher der Expeditionsmann und Forscher mit seinem Photoapparat nur einzelne Ausschnitte seiner Erlebnisse einfangen, so ist es ihm jetzt durch das Wunderwerk der Schmalfilmkamera möglich geworden, das lebendige Erlebnis der Vorgänge festzuhalten. Eindrucksvolle Bilder ziehen an uns vorüber: alte Jnkaruinen, Reiterspiele der Gauchos, Perus Land und Leute, Boliviens Landschaft und das Leben. So wird der Vortragende einen bunten und spannenden Bilderbericht über seine Forschungsfahrt geben. (Siehe heutige Anzeige.) Hitler-Jugend Bann 116 Gießen Belr. Führertagung des Gebietes am 15. November. Die teilnehmenden Gefolgschafts- und Unterbannführer sowie die Stellenleiter und Mitarbeiter des Bannes treffen sich Sonntag, 15. November, pünktlich morgens 6 Uhr vor dem Bahnhof. Großer Winterdienstanzug ohne Mantel, aber mit schwarzer Hose, Brotbeutel und Feldslasche. LaudschastsbuudVolkstum und Heimat. Ortsring Gießen. Die Oberhessische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde, Naturwissenschaftliche Abteilung, lädt die Mitglieder unseres Bundes und der angeschlossenen Verbände ein zu einem Vortrag von Prof. Dr. Standfuß über „Tierkrankheiten und Volksgesundheit" am Freitag, 13. d. M., um 20.15 Uhr, im Physiologischen Institut, Friedrichstraße. Der Besuch des Vortrags, der durch einen Film illustriert wird, kann bestens empfohlen werden. Eintritt frei. Fliegeralarmübung am 16. November. Gießener, lest die heutige amtliche Bekanntmachung der Polizeidirektion Gießen über die Flie- ger-Älarm-Uebung am 16. November und befolgt die darin enthaltenen Anordnungen gewissenhaft! Oer ernste Charakter des Bußtages. Der Bußtag fällt in diesem Jahre auf den 18. No- vember. Die gesetzlichen Bestimmungen besagen, daß alle sportlichen und turnerischen Veranstaltungen gewerblicher Art zu unterbleiben haben. In Räumen mit Schankbetrieb sind musikalische Darbietungen jeder Art verboten. Alle anderen der Unterhai- NIVEA CREME Ifodemfäuiewn Oie weche Korallenkette. Von Karin-Maria Wilde Die schimmernde, nebelverhangene Frühe des Spätherbsttages lag warm und mild vor dem offenen Schiebefenster der Bambushütte, die nahe am Ufer eines großen Sees stand, mit jenem Glanz und jener melden Wärme, wie sie von den runden, milchweißen Korallen mit den rosigen Flecken ausging — die die kleine Liu um ihren dünnen Hals trug. Heute ließ sie die kühlen, glänzend weißen Perlen durch ihre mageren Finger gleiten und lächelte sanft in die weiße Schwermut der Herbst- frühe hinaus, die zwischen dem goldenen, roten und rostfarbenen Laub wob und duftete. Diesen Weg am Ufer dort — der vom welken, trocken raschelnden Laub bedeckt war — diesen nach Moder und Moschus duftenden Weg würde Hiang-Ling heute kommen, nach vielen Jahren zu ihr zurückkvmmen aus der kaiserlichen Stadt, in die er damals berufen worden war — bedeckt und überschüttet von Kriegsruhm. Denn Hiang-Ling war klug und tapfer. Die weißen, milchig glanzenden, sanft gerundeten Perlen in Lius kleinen Händen füllten sich langsam mit der Wärme ihres Blutes, das fiebernd in den zierlichen Spitzen ihrer Finger pulsierte. Ihre schrägen, schwarzen Augen unter den feinen Kohle- strich'en der Augenbogen sahen die Kette an, und jede einzelne Koralle beschwor einen fernen, entzückenden Tag — lange verwehte Stunden herauf. Von dem Tempel auf dem Berg der heiligen Mönche fang die Mvrgenglvcke jetzt — und ihr dunkler, schwebender Ton schien die Nebel zu teilen — Sonne brach in glitzernden Bündeln durch den weißen, rauchenden Dunst und warf zitternde Lichter auf die unruhigen Wellen des Sees der sich blaugrün hinstreckte in die Ferne und dessen Atem kühl" und rein in das Schiebefenster strich. Liu kauerte auf der sauberen, reinen Strohmatte nieder und blickte unverwandt vor sich hin. Ab und zu nippt- sie träumerisch aus der flachen Schale mit grünem, bitterem Tee und brach winzige Stückchen von dem Reiskuchen ab — der vor >hr auf dem mit Perlmutter eingelegtem schwarzen Lackbrett bereit stand. Die rosigen Spitzen der nahen Berge glühten wie Rubine über dem wogenden, dampfenden Nebelmeer — ihre blauen Flanken fielen steil an den Rand des Wassers herab. Liu drehte mit geschickten Fingern eine Zigarette — die weiten, rotgefütterten Aermel ihres blaufeidenen Kimonos flatterten. Und sie dachte daran, wie sie Hiang-Ling kennenlernte — damals, als sie beide noch so jung waren! Und wie er ihr folgte als ihr getreuer Schatten — der heute so berühmte, tapfere Hiang-Ling. Es war zur Zeit der Kirschblüte — in der blühenden rosigen Wildnis eines Tempelgartens, fern vom Lärm der vom Reiswein trunkenen Scharen des Volkes — als er ihr seine heiße Liebe gestand. Mit ihrem sanftesten Lächeln hörte Liu ihn an — und es war von Freude und Wehmut, ja Schmerz gewürzt, dieses Lächeln. Denn Hiang-Ling erklärte ihr, daß sie noch viele Jahre warten müßte, ehe er mit ihr ein gemeinsames Leben beginnen könne. — Und Liu nickte nur geduldig und sanft — und so wartete sie manche langen, einsamen Jahre in ihrer Bambushütte auf Hiang-Lings Heimkehr. Ihr Herz klopfte im Hals — wenn sie daran dachte, wie aus dem kleinen schüchternen Hiang-Ling ein großer, berühmter Mann geworden war! Und heute, nachdem es sich zum zehnten Male jährte, daß die Wildgänse aufgeregt aus dem Schilf aufstoben und abschied- nehmend über die Hütte und den See kreuzten, — mit ihrem melancholischen Schrei die nebelige, dunstige Frühe füllend und mit ihren harten Flügelschlägen die Stille von Wasser und Himmel wild zerreißend — heute würde Hiang-Ling also zurückkehren. Und sein Weg führte vorbei — nahe vorbei an Lius kleiner, bescheidener Bambushütte, in der alles rein und zierlich glänzte, und frische Matten bereitet waren — die Wege im Garten mit Kies bestreut und die zerbrechliche Brücke über den dünnen, glitzernden Wasserarm, der eilig zum See hinabrann — schwarz lackiert. Die Trauerweide am Rande des winzigen Gartens, die man von Lius Platz aus sehen konnte, stand wie verweint mit ihren dichten, dunklen Blättern im Nebel, tief hingen ihre Zweige herab — und selten hatte ihr Anblick Lius Herz so mit Traurigkeit erfüllt wie heute. Sie hob die dünnen Arme, ihre Armbänder klirrten, die weiten Aermel des Kimonos flatterten, als sie sich die weiße Korallenkette umtat, die mit ihrem milchigen Glanz sonderbar zu ihren schwarzen nachdenklichen Augen stand. Ob sich Hiang-Ling auch noch erinnerte an den Tag, da er sie ihr geschenkt hatte? Es war so lange her — vielemale war der wilde sehnsüchtige Schrei der Wildgänse über den stillen See gezogen, über die kleine Bambushütte hinweg, in deren Schatten Schnee und Regen wechselten und Lius Herz im Lauf der Zeit demütig und verzagt wurde wie das Herz eines Kindes, das man zu lange allein ließ. Wenn der rote Mond nachts über dem schwarzen Schilf schwamm und den schwarzen, flüsternden, murmelnden See mit einer glänzenden Silberbahn streifte, die ruhelos von Welle zu Welle rieselte — dann saß Liu oft schlaflos auf ihrer Matte und lauschte in das mondrote Dunkel, darin das Schilf knisterte und die Fledermäuse mit ihrem schwerfälligen, lautlosen Flug und ihren spitzen klagenden Rufen sich regten. Und sie kreuzte die Arme und senkte den kleinen Kopf — und ihre Tränen fielen lautlos herab. Am Tage ging sie still ihrer Arbeit nach. Sie bemalte mit feinen Haarpinseln weißes Porzellan mit Drachen und Blüten und Blumen. Dann und wann hob sie sinnend die schwarzen Wimpern, wenn das blendende Sonnenlicht auf dem Wasser tanzte und die Berge im hohen, blauen Mittag goldrauchend standen. Sie dachte in allen diesen Jahren immer nur an Hiang-Ling. Und heute kauerte sie nun auf der Matte wie immer, hielt die Hände müßig im Schoß und wartete — während ihr Herz schlug und das Blut wie em roter Strom in den Schläfen brauste. Die Schatten der Weiden und Kirschbäume fielen schon lang und blau an das Ufer des Sees hinab, als Liu eilige Schritte und plaudernde Stimmen auf dem von Herbstlaub raschelnden, wie Pantherfell gefleckten Weg vernahm, der an ihrer Hütte vorbeiführte. Mit blassen Lippen barg sie sich hinter dem Schiebefenster — begierig jeden Ton trinkend. Sie erkannte Hiang-Lings Stimme schon von weitem und sie dünkte ihr verändert. Sie preßte die Hände auf das Herz — nun waren sie näher — auch eine weibliche Stimme zwitscherte hell dazwischen. Und an der Mündung des Weges tauchten sie jetzt auf, die nahe, atemlos nahe, an Lius kleiner Bambushütte vorbeiführte: Hiang- Ling, im Kriegskleid, schön und stolz anzusehen, ein Unbekannter, und eine eilig in der Mitte trippelnde Frau, die Liu auch niemals vorher gesehen hatte. Ihre freudigen Stimmen Hangen hell durch die dünne, seidige Herbstluft, die wie ein Schleier voll blauer Wehmut über dem silberglänzenden Wasserspiegel lag. Und Hiang-Ling ging rasch vorbei — er zögerte nicht — er wandte nicht einmal den Kopf dahin, wo die festliche, kleine Bambushütte erwartungsvoll stand ... Als die Wildgänse wiederkamen, irrte ihr harter, wilder Schrei ungehört über die kleine Hütte hin, durch deren vergilbtes Papierfenster der rauhe Frühlingswind strich und deren mattenbelegter Boden bestreut war mit milchigen, sanft glänzenden, runden Korallen, die auf dem Meeresboden gewachsen waren, rosa aefleckt. Sonst war es still in der Hütte — still und verlassen. Die Wildgänse zogen weiter am See entlang, über das im Winde knisternde Schilf, in das sie in der beginnenden, blauen Dunkelheit rauschend einfielen. Und nichts war mehr zu hören als das heisere Unken einer Kröte, in deren sanften schwarzen Augen die auf steigende klare Scheibe des Mondes sich rötlid spiegelte. Deutsches Leben in Sao Paulo. In Sao Paulo, der Hauptstadt des brasilianischen Staates gleichen Namens leben über 40 000 Deutsche, im ganzen Staatsgebiet mindestens 80 000. Heber das deutsche Leben in dieser Stadt entnimmt die Zeitschrift des Volksbundes für das Deutschtum im Auslande „Deutsche Arbeit" dem Rechenschaftsbericht der deutschen Schule Sao Paulo für das Jahr 1935 einige bemerkenswerte Nachrichten. Es gibt in dem Staat 40 deutsche Schulen mit 3809 Schülern und 168 Lehrern; 14 von diesen mit 2834 Schülern und 110 Lehrern entfallen allein auf die Stadt. 30 Schulen sind in der Nachkriegszeit gegründet worden. Das deutsche Bücheramt, dessen Mittelpunkt die deutsche Bücherei in der Hauptstadt ist, und das die Volksgenossen mit Lesestoff versorgt, eröffnete im vorigen Jahre die Bücherei in der Stadt und verlieh in dieser Zeit 3500 Bücher. Es erhielt durch den VDA. drei Standbüchereien und zwölf Wanderbüchereien für Erwachsene, 20 Wanderbüchereien für Schüler und stellte vier kleine Koloniebüchereien zusammen. Eine sehr wichtige Rolle spielt der deutsche Kulturfilmdienst, der für den ganzen brasilianischen Staatenbund vom Landesverband Deutschbrasilianischer Lehrer übernommen wurde. In Sao Paulo konnten 100 Filmvorstellungen veranstaltet werden, doch genügt die bisherige Belieferung mit Filmkopien durchaus nicht dem Bedarf. Deutsche Sprachkurse wurden vom Hans- Staden-Derein in vierzehn Abteilungen an 183 Teilnehmer aus brasiilianischen Kreisen gegeben. Zeitschriften. — lieber eine Frage, die wohl fast jede junge Mutter interessiert, gibt die Zeitschrift ..Mutter und Kind" (Verlag Staude, Berlin W 30) in dem im Novemberheft erschienenen Artikel „Vom Lutschen" Auskunft. Auch die weiteren Aufsätze sind wieder sehr lehrreich, wie z. B. „Dauer und Zahl der Brustmahlzeiten", „Keine Erziehung ohne Selbsterziebung", „Störungen der Mutterschaftsvorgänge (Fehl- und Frühgeburt)", „Anziehen mit Hindernissen", „Familienväter verbessern den Hausrat", „Wie kommt es zu Sprachfehlern?" ufnk Wie üblich, ist auch das Novemberheft mit einer Reihe sehr hübscher Bilder geschmückt. Auch der Abschnitt „Fragedienst der Abonnenten" und eine Vorschau auf Weihnachten „15 Kinderbücher" sind nicht vergessen. tung dienenden öffentlichen Veranstaltungen dürfen nur dann stattfinden, wenn bei ihnen der diesem Tage entsprechende Ernst gewahrt wird. Für den Totensonntag sind ähnliche Bestimmungen ergangen. Tarifordnungen im Bekleidungsgewerbe. Mit Wirkung vom 1. Dezember 1936 treten für die Herren-Ober-, die Berufs- und Knabenbekleidungsindustrie drei neue von dem Herrn Sondertreuhänder der Heimarbeit im Deutschen Bekleidungsgewerbe, Oberregierungsrat Körner, Berlin, erlassene Tarifordnungen in Kraft. Die Tarifordnungen sind durch die Gaubetriebsgemeinschaft Bekleidung bei den Gauwaltungen der Deutschen Arbeitsfront in Frankfurt a. M. und Kassel zu beziehen. Sie regeln die gesamten Arbeitsbedingungen dieser Gewerbe und enthalten insbesondere Bestimmungen über die Höhe der Stundenlöhne und Akkordsätze in den Betrieben, als auch der Stückentgelte für die Heimarbeiter, Hausgewerbetreibenden und Zwischenmeister. Der Treuhänder der Arbeit erwartet von sämtlichen durch die Tarifordnungen erfaßten Betriebsführern und Heimarbeit vergebenden Personen des Wirtschaftsgebietes Hessen die stritte Durchführung der neuen Tarifordnungen. In Anerkennung der Tatsache, daß die Ermittlung der im Bekleidungsgewerbe den Heimarbeitern zu zahlenden Stücklöhne oft recht schwierig ist, ist es empfehlenswert, die diesem Zweck dienenden Berechnungsstellen der Deutschen Arbeitsfront in Anspruch zu nehmen. Die Berechnungsstellen nehmen auf Antrag schon jetzt die Berechnungen der Stückentgelte nach den neuen Tarifordnungen vor. Zu diesem Zweck sind den Berechnungsstellen die zu berechnenden Arbeitsstücke in einfacher Ausfertigung, unter Beifügung einer genauen Stückbezeichnung mit der Bitte um Berechnung zuzustellen. Die Berechnungsstellen werden die Arbeitsstücke baldmöglichst unter Beifügung eines Berechnungsscheins und unter Erhebung einer geringen Gebühr den Einsendern wieder zustellen. Der Bauftragte für Heimarbeit im Wirtschaftsgebiet Hessen: Maschke. Einsendung der Heimarbeiter-Listen. LPD. Der Beauftragte für Heimarbeit im Wirtschaftsgebiet Hessen teilt mit: Auf Grund meiner Anordnung vom 17. April 1936 haben alle diejenigen Personen, die Heimarbeit ausgeben, zweimal im Jahre die Liften der in der Heimarbeit Beschäftigten in doppelter Ausfertigung dem für sie zuständigen Arbeitsamt einzureichen. Die Einsendungstermine waren auf den 1. bis 15. November und 1. bis 15. Mai festgelegt. Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß damit die Listen zur Zeit wieder einzusenden sind. Ein Verstoß gegen die vorstehende Anordnung kann als Vergehen gegen das Gesetz über die Heimarbeit angesehen und auf meinen Antrag hin strafrechtlich gemäß § 34 HAG. verfolgt werden. Kredit- und Abzahlungsgeschäfte mit Wehrmachtsangehörigen. Da innerhalb der Wehrmacht verschiedene Auffassungen über die Berechtigung der Soldaten zum Abschluß von Kredit- und Abzahlungsgeschäften bestanden haben, hat der Reichskriegsminister, wie die Wirtschaftsgruppe Einzelhandel mitteilt, in einem Runderlaß an die drei Wehrmachtsteile auf die Beachtung folgender Richtlinien beim Abschluß von Kredit- und Abzahlungsgeschäften mit Soldaten hingewiesen: Soldaten unter 25 Jahren dürfen Kredit- und Abzahlungsgeschäfte nur mit Genehmigung ihres Disziplinaroorgesetzten abschließen. Diesem steht es frei, die Altersgrenze von Fall zu Fall zu erhöhen. Die Genehmigung ist zu versagen, wenn Persönlichkeit und wirtschaftliche Lage des Antragstellers nicht die Gewähr für ordnungsmäßige Erfüllung feiner Verpflichtungen bieten. Geschäftliche Verbindlichkeiten aus dem Zivilberuf (z. B. bei Soldaten der Ergänzungstruppenteile) fallen nicht unter die Bestimmungen des Erlasses. Gegen Geschäftsleute, die Soldaten Kredit gewähren, kann ein Verfahren auf Grund des § 112 StGB. (Aufforderung xum Ungehorsam) nur dann anhängig gemacht werden, wenn der Geschäftsmann nachweislich von einem auf Grund dieser Richtlinien erlassenen Verbot der Kreditgewährung Kenntnis hatte. Durch diese An- Oer Kreis Wetterau in der DAF. Im Kreis Wetterau wurden im vergangenen Monat 41919 Mitglieder der Deutschen Arbeitsfront betreut. Von diesen gehören 23 985 zum früheren Kreis Gießen. An Unterstützungen wurden 5 937,10 Mark aus- bezahlt, und zwar 277,85 Mark für Erwerbslofen- unterstützung, 2255,40 Mark für Krankenunterstützung, 2936,05 Mark an Jnvalidenunterstützung, 52,80 Mark für einmalige Jnvalidenunterstützung, 125 Mark für Heiratsunterstützung, 35 Mark für Notfallunterstützung, 195 Mark für Sterbeunter, stützung, 60 Mark für Arbeitsopfer. Außerdem gelangten 132,10 Mark für Jnvalidenunterstützung, 100 Mark für Heiratsunterstützung und 15 Mark für Notfallunterstützung an Angestellte zur Auszahlung. Die Kreiswaltung besuchte im Laufe des Monats 84 Betriebe, Bei diesen Besuchen wurden Fragen der Urlaubsgewährung, des Tarifs, der Lehrlingsausbildung und Entlassungen geklärt. Außerdem wurden 56 Ortswaltungen besichtigt. Bei der Rechtsberatungsstelle der DAF. sprachen 465 Volksgenossen vor. 342 Auskünfte wurden erteilt, 47 arbeitsrechtliche Streitfälle waren zu behandeln, 46 Güteverhandlungen fanden statt, 48 Vergleiche wurden geschlossen, deren Wert 18 227,23 Mark betrug. Vor dem Arbeitsgericht wurden 15 Klagen erhoben, der Streitwert belief sich auf 941,05 Mark. Die Rechtsberater nahmen 41 Termine wahr. Vier zufprechende Urteile wurden erzielt, 9 Verhandlungen wurden geschloffen mit einem Vergleich, und zweimal wurde die Klage zurückgenommen. In zwei Fällen mußte die Zwangsvollstreckung vorgenommen werden. Die Sozialversicherungsabteiluna bearbeitete 8 Unfälle, 11 Invaliden- und 11 Ärbeitslofenversiche- rungsfälle. Die NSG. „Kraft durch Freude" führte 6 Veranstaltungen durch, bei denen zusammen 9560 Besucher zugegen waren. Die Abteilung für Berufserziehung und Betriebsführung fetzte ihre Vorbereitsarbeiten für die Winterarbeit 1936/37 fort und eröffnete das Winterhalbjahr mit dem Beginn einer großen Anzahl betrieblicher und überbetrieblicher Berufserziehungsmaßnahmen. Die Erösfnung weiterer Lehrgänge für alle Reichsbetriebsgemeinschaften erfolgt laufend. Außerdem wurden Laufbahnberatungen durchgeführt und fanden Besprechungen in verschiedenen Betrieben über die Lehrlingsausbildung statt. Am 2. Oktober 1936 fand je eine Kundgebung in Gießen und in Friedberg mit dem Thema „Ertüchtigung durch Berufserziehung, eine nationalsozialistische Verpflichtung" statt. Die Berufskartei wurde weiter vervollkommnet, insbesondere auch durch die Auswertung der Facharbeiter- und Kaufmannsgehilfenprüfungen. Außerdem fanden vorbereitende Besprechungen in Gießen und in Friedberg über die Organisation des Reichsberufswettkampfes 1937 statt. Umschreibung und Beitragsanrechnung der OAI. Der Gaukafsenwalter der Deutschen Arbeitsfront gibt folgendes bekannt: Die Deutsche Arbeitsftont ist nunmehr dazu übergegangen, die Mitgliedsausweise unter Anrechnung der an die Deutsche Angestelltenschaft und die früheren Verbände gezahlten Beiträge umzuschreiben. Diese Umschreibung muß bis zum 15. Dezember 1936 beendet fein, alle Bücher müssen bis spätestens 30. November 1936 durch die Verwaltungsstellen nach Hamburg, den Sitz der DAF.» Umschreibeabteilung, gesandt werden. Alle Mitgliedsunterlagen, die noch nach dem 30.11.1936 abgeliefert werden, können nicht mehr umgeschrieben und demzufolge die alten Beiträge nicht anerkannt werden. Die alten Mitgliedsausweise, die vor Uebernahme in die Deutsche Arbeitsfront von den Angestelltenverbänden ausgestellt wurden, verlieren nach dem 30. 11. 1936 ihre Gültigkeit. Nach diesem Datum wird die Umschreibung der Beiträge, sowie die Ausstellung eines DAF.-Mit- gliedsbuches von Seiten der Deutschen Arbeitsfront verweigert. ordnung gelten alle früheren Erlasse zu dieser Frage als aufgehoben. Für den Kaufmann ist besonders der Hinweis auf die Anwendung des § 112 StGB, von Wichtigkeit. Nach den früheren Anordnungen konnte auf Grund dieses Paragraphen gegen ihn bereits ein Verfahren eingeleitet werden, auch wenn er nachweislich mit Wehrmachtsangehörigen gehandelt hatte. Demgegenüber fordert der neue Erlaß den Nachweis, daß der Geschäftsmann von dem Verbot Kenntnis gehabt hat. Arbeitsgemeinschaft »Volksschule^ des NSLB. In der gestrigen Versammlung der Arbeitsgemeinschaft „Volksschule" des Bezirks „Gießen-Land" des NSLB. wurde die Vortragsreihe über das „bäuerliche Wesen" fortgesetzt. Lehrer Hofmann (Lang-Göns) gab einen ausführlichen Bericht über die „Seele des Bauern". Im ersten Teil feines Vortrages ging er auf die Hauptpunkte des Buches „Die bäuerliche Seele" von Universitäts-Bibliothekar i. R. Prof. Dr. Koch (Gießen) näher ein. Er betonte, daß hier ein Werk vorläge, das von großer Sachkenntnis und der sichersten Beobachtungsgabe zeuge. Prof. Koch fei ein Kenner der Volksseele. Das Buch selbst sei eine Zusammenstellung von Vorlesungen, die einst an der Universität Gießen gehalten wurden. Auf Wunsch des Verlages wäre dann noch ein Schlußteil, der in die Gegenwart führt, angefügt worden. Prof. Koch wolle in feinem Buch vom Bauerntum alter Art sprechen, wie es früher war. Aus der Fülle der Gestalten will er den Typus Herausstellen. Er will ein Bild geben, wie man es sieht, wenn man durch ein Fernglas schaut. Das Gemeinsame soll festgestellt werden. Bauer sei Bauer, sagt er, der im Osten ist wohl von dem im Westen verschieden, aber alle Bauern haben etwas Gemeinsames. Im folgenden wurden dann einzelne Kapitel näher beleuchtet: die Sachverbundenheit des Bauern, feine Heimatoer- bundenheit und feine Stellung zu der Religion. Besonders ausführlich wurde der Schlußteil, in dem die religiösen Gegenwartssragen aufgerollt werden, behandelt. Im zweiten Teil des Vortrages ergänzte Lehrer Hofmann die Ausführungen von Prof. Koch, indem er vor allem die letzten Jahrzehnte, davon besonders das Eindringen der Parteipolitik in die Dörfer und die unheilvollen Einwirkungen der Inflation, näher schilderte. Er sagte: Wenn wir alle Umwälzungen der letzten Jahrzehnte überschauen, so müssen wir erkennen, daß sie sehr starke Spuren auch im Bauernstand hinterlassen haben. Es ist vieles zugeschüttet worden. Freilich lassen wir uns den Glauben nicht nehmen, daß der deutsche Bauer in seinem innersten Wesen noch der alte ist. Die Dörfer sind immer noch der Jungborn unserer Kraft, und wenn die Städter einige Generationen zurückgehen in ihrer Ahnenforschung, dann stoßen sie auf ihre Urheimat, das Dorf. So müssen wir uns auch an dem bäuerlichen Wesen, an seiner Arbeitsfreu- digkeit, seiner Unverdrossenheit und seinem Ernst, überhaupt an allen Lichtseiten, ein Vorbild nehmen. Der deutsche Bauer ist der Urahne von allen deutschen Menschen, das wollen wir nicht vergessen. Und auch weiterhin soll das Dorf die Quelle fein, aus der immer wieder neue Kräfte strömen und das gesamte Volk stärken. Einen besonderen Raum nahmen die Ausführungen über die Stellung des Landlehrers ein. Daß die meisten Lehrer gerade dem Bauernstand entstammen, wurde als besonders glücklich bezeichnet. Denn dadurch ist es möglich, daß sie das bäuerliche Wesen ganz verstehen. Es sei niemals so gewesen, wie heute manchmal behauptet werde, daß die Landlehrer die städtischen Verhältnisse auf das Dorf hätten übertragen wollen. Die ernste Arbeit aller Landlehrer, die sich nirgends auf den Schulunterricht allein erstrecke, verdiene volle Anerkennung. Sie wären von jeher Vermittler gewesen zwischen Bauern und den anderen Volksgenossen, und so sollten sie auch in Zukunft wirken und Weiterarbeiten, damit auch der Bauernstand voll und ganz in der deutschen Volksgemeinschaft aufginge. Dem Vortrag wurde reicher Beifall zuteil. Die Versammlung wurde dann in üblicher Weise geschlossen. Gießener TBodjenmarffpreifc. * Gießen, 12.Nov. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: D. f. Molkereibutter, kg 1,57 Mk., f. Molkereibutter 1,52, Landbutter 1,42, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mk., Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Wirsing, kg 6 bis 7 Pf., 50 kg 4,50 bis 5 Mk., Weißkraut, % kg 4 bis 5 Pf., 50 kg 3 bis 3,50 Mk., Rotkraut, % kg 6 bis 7 Pf., 50 kg 5,50 bis 6 Mk., gelbe Rüben, % kg 8 bis 10 Pf., rote Rüben 8 bis 10, Spinat 20, Römischkohl 6 bis 8, Unterkohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 12 bis 15, Rosenkohl 25 bis 30, Feldsalat 80 bis 90,' Zwiebeln 7 bis 8, Meerrettich 30 bis 70, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kürbis 5 bis 6, Kartoffeln, % kg 4 Pf., 5 kg 40 Pf., 50 kg 3 bis 3,40 Mk., Aepfel, kg 15 bis 25 Pf., 50 kg 15 bis 25 Mk., Tafeläpfel, kg 25 bis 35 Pf., 50 kg 25 bis 35 Mk., Birnen, kg 10 bis 20 Pf^ Hähne 1 bis 1,10 Mk., Suppenhühner 80 bis 90 Pf., Gänse 90 Pf. bis 1 Mk., Tauben, das Stück 50 Pf., Blumenkohl 35 bis 55, Salat 8 bis 10, Endivien 5 bis 10, Lauch 5 bis 15, Sellerie 10 bis 30, Rettich 5 bis 15 Pf. ♦ ♦♦ Ein Siebzigjähriger. Am morgigen Freitag, 13. November, kann der frühere Gaswerkarbeiter Heinrich Lang, Kleine Mühlgasse 5 wohnhaft, seinen 70. Geburtstag begehen. ** Doppeljubiläum. Am gestrigen Mittwoch, 11. November, konnte der Photograph Engelbert Bürck, Seltersweg 60, auf das Äjährige Bestehen seines Geschäfts zurückblicken. Gleichzeitig waren gestern 25 Jahre verflossen, seit Herr Bürck seinen Einzug im Hause von August Waag, Seltersweg 60, als Mieter hielt. Große (Straffammer Gießen. In der Strafsache gegen die Angeklagten Ehr. Pf. und O. Sch. aus Kirchhain wurde folgendes Urteil gefällt: Die Angeklagten sind einer gemeinschaftlichen Untreue schuldig und werden verurteilt: Pf. an Stelle einer an sich verwirkten Gefängnisstrafe von 2 Monaten 3 Wochen zu einer Gelöst ra fe von 750 Mark und zu einer weiteren Geldstrafe von 50 Mark, die im Uneinbringlich* keitsfalle mit 10 Tagen Gefängnis zu verbüßen sind. Sch. an Stelle einer an sich verwirkten Gefängnisstrafe von 6 Wochen zu einer Geldstrafe von 400 Mark und zu einer weiteren Geldstrafe von 50 Mark, hilfsweise 10 Tage Gefängnis. Die Angeklagten haben die Kosten des Verfahrens zu tragen. Schöffengericht Gießen. Der 24 Jahre alte H. N. aus Langsdorf hatte sich wegen schwerer Urkundenfälschung zu verantworten. Den in feinem Besitz befindlichen Wandergewerbeschein fälschte er dadurch, daß er eigenmächtig die Worte „sowie Schnelloerkauf" zufügte und dem Wandergewerbeschein insofern einen erweiterten Inhalt gab. Der Angeklagte war sich der von ihm begangenen Rechtswidrigkeit bewußt. Er ist noch nicht vorbestraft und zeigte deutlich erkennbare Reue. Es wurde ihm daher die Mindeststrafe von drei Monaten Gefängnis bei Kostentragung auferlegt. Der bereits zwölf Mal vorbestrafte, am 10. Februar 1893 geborene August ßeuenburg aus Hannover war aus dem Gerichtsaefängnis Osnabrück oorgeführt und stand unter Anklage des Betrugs und schwerer Urkundenfälschung. Die Hauptoerhandlung ergab, daß der Angeklagte in den Monaten November und Dezember 1934 in Gießen und Friedberg Versicherungsgeschäste tätigte und Versicherungsverträge bei seiner Ge- sellschaft einreichte, in denen die Unterfajriften der Versicherungsnehmer von ihm gefälscht waren. Der Angeklagte, der teilweise geständig war, wurde im übrigen in der gestrigen Hauptöerhandlung über- führt und zu einer ©efamtgefängnisftrafe von 1 Jahr und zur Tragung der Kosten des Verfahrens verurteilt. Schnellglanz Dtenoi für Ofen und Herdplalle Kein Schmulz • Kein Sja.ub • Kein Geruch Wege im Nebel. Roman von Käthe Meiner. (Copyright by Aufwärts-Verlag, Berlin SW 68.) 6. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Einen Augenblick hielt Gerhard im Laufen inne, sah der zwischen den Stämmen langsam dahinwandelnden Gestalt aufmerksam nach. Aber kein Zweifel war möglich! Sie war es! „Sie, seine über alles geliebte Sanna ging dort vor ihm her! Das war ihr Gang, das war ihre schlanke, biegsame Gestalt! Und wie das blonde Haar im Spiel der Sonnenstrahlen leuchtete! Sanna war es, Sanna! Vorsichtig hob er die Füße. Kein dürres Holz durfte ihn verraten. Jetzt, hinter der dicken Fichte blieb er verhaltend stehen. Auch Sanna hielt in diesem Augenblick auf ihrem Wege an. Fast aum ©reifen nahe standen sie beieinander. Wie sehr mußte sie in Gedanken versunken sein, daß sie von der Wirklichkeit um sie herum so gar nichts hörte und sah! Es zog ihn mächtig, zu ihr hinzustürzen, sie in die Arme zu nehmen! Aber er durfte sie nicht so erschrecken! Srgenbroie mußte sie vorbereitet sein. ^roas fiel ihm ein. Und schon legte er plötzlich d> ihle Hand an den Mund und pfiff leise das aLv Motiv aus dem Zigeunerbaron, mit dem sie sich einst immer verständigt hatten: „Wer uns getraut .. Da,--Sanne hatte es gehört! Säh sah er sie aufblicken und sich wie suchend umfehen. Voll fiel die Sonne auf ihr schönes, wenn auch etwas bleiches Gesicht. Ein seltsamer Ausdruck von Hoffnung und scheuem Erwarten schien in ihr aufzu- wachen. Noch einmal ließ Gerhard den Pfiff ertönen, ein wenig lauter nun. Und nun stand sie still, wie mit einem Ruck! Drehte sich um ... Da war er schon bei ihr, hielt sie in seinen Armen. „Sanna, liebe kleine Sanna!" Smmer wieder sagte er es, während sie vor Glück und übergroßer Freude fast wie leblos in seinen Armen hing. Sanft hielt er sie fest, streichelte sie, immer und immer wieder, bis sie die Augen voll zu ihm auf- schlug. Nein, es war kein Traum, kein Hirngespinst! Wirklichkeit war es, herrlichste unaussprechlich wunderbarste Gewißheit! Gerhard lebte, war da, war zu ihr gekommen! Sie meinte und lachte in einem, wußte sich nicht zu lassen in ihrer großen Freude. Liebevoll strich Gerhard über das feine, blonde Haar. Aus feinen Augen strahlte die innigste Liebe für sie. "Hab ich dich endlich wieder?! Ach Sanna, rote lange, wie lange hat es dauern müssen! Wie lange!..." --Nicht reden---nicht reden---Es ist ja fast zu viel, zu viel Glück!" Sie gitterte. Mit kräftigen Armen hielt er sie fest, streichelte sie, erdrückte sie fast mit einer wild ausbrechenden Zärtlichkeit. „Aber nun komm, Sanna! Komm, Liebling! Du mußt erst ruhiger werden!" Eng umschlungen gingen sie weiter, in seliger, unsagbar seliger Gemeinsamkeit. „Siehst du dort unten das einsame Haus liegen? Das ist die .Schweizer Hütte', dort können wir uns em paar Stunden ausruhen und ungestört mitein- ander plaudern." Glücklich blickte Sanna zu ihm auf. „Sch kann es noch immer nicht fassen, Gerhard!" Der Weg senkte sich jetzt, gab den Blick völlig frei auf das stille Tal, in dem die „Schweizer Hütte" eingebettet lag, so recht wie eine Zufluchtsstätte für müde und einsame Wanderer. Strahlender Sonnenschein lag darüber. Wolkenlos dehnte sich der Oktoberhimmel. Sanna war es, als ob die Welt sich mit einem Schlage verändert habe. So schon war sie! So schön! Schon nach wenigen Minuten standen sie vor der Pforte des Gartens, der die „Schweizer Hütte" umgab, und in dem zu dieser Zeit noch alles still dahintraumte. Sn einer verschwiegenen, von rotem Wein überrankten Laube nahmen sie Platz. Eilferttg kam eine freundliche Kellnerin in Schweizer Tracht, die ihnen den Tisch deckte, Kaffee und belegte Brote brachte. „Wie im Märchen!" sagte Sanna immer wieder. „Wie im Märchen! Ach, Gerhard, wenn es nur auch so gut ausgehen könnte wie im Märchen..." „Nicht an das Traurige denken jetzt, Sanna! Jetzt gehören wir nur uns selbst und dem herrlich schonen Augenblick. Wir haben doch ein Recht aneinander, wir beide, Sanna! Sch füyle doch, daß du mich liebst, wie einst!" Mit Küssen verschloß er ihr den Mund, so daß ihr die Einwände vergingen, die sie ihm erwidern wollte. Dann erzählte er. Von sich, von seinem Leben. Wie er in aller Ferne immer an sie gedacht, aus den Gedanken an sie immer neue Kraft geschöpft habe, wenn die Verzweiflung sich seiner bemächtigen wollte. Erzählte ihr von jener Katastrophe, als das Flugzeug über den Wäldern des Amazonas abstürzte, ihn und den Freund unter sich begrabend. Wie Snbianer sich seiner angenommen, ihn gepflegt und bei sich behalten hätten. Wie dann fein geschwächter Körper, kaum genesen, aufs neue erkrankt und den tückischen Angriffen der Malaria fast erlegen sei. Wie ihn endlich nach langen Monaten Orchideenjäger, ein paar Spanier, die von fremden Snbianern geführt wurden, durch Zufall aufgefunden und in ihrem Flugzeug nach Per- nambuco zurückgenommen, in ein deutsches Krankenhaus gebracht hatten! Regungslos fast, mit weitgeöffneten Augen, nahm Sanna Gerhards Bericht in sich auf. Nur an den Stellen, an denen er von den entsetzlichen Fiebernächten tief im brasilianischen Urwald sprach, von Gefahren umgeben, mehr als einmal dem Tode uahe, — — griff sie erschüttert nach feiner Hand und hielt sie so fest, als könnte sie ihm jetzt noch entrissen werben. 1 "So, nun aber bist du an der Reihe, Sanna! Jcun mußt du erzählen! Auch wenn du es nicht gern tust! Sch fühle ja, daß du nicht glücklich bist'" fugte er dann leise hinzu. „Alles will ich wissen Sanna! Alles! Habe nur Vertrauen zu mir jo kann noch alles gut werden!" So erzählte denn auch Sanna, stockend zuerst, dann immer schneller und fließender, bis zuletzt alles in deutlichen Bildern vor ihm stand,-- ihr sehnsüchtiges Erwarten und Hoffen, die Verzweiflung über feinen vermeintlichen Tod, dann der Schmerz über das Hinscheiden des geliebten Vaters, und wie sie auf beffen letzte Bitte Ralf Rammelts Werbung erhört hatte, dem sie so unendlich viel Hilfe und tatkräftige Unterstützung zu verdanken hatte. „Nie, nie habe ich dich vergessen, Gerhard! Nie! Und wenn ich dich auch tot glauben mußte, gestern erst^durch Olga Willnoff erfahren habe, daß du (Gerhard runzelte leicht die Stirn. „Gestern hat sie es dir erst gesagt? Und ich hatte sie doch schon am .Tage meiner Ankunft, als ich sie traf, gebeten, dich zu benachrichtigen, dich schonend vorzubereiten... „Und wann war das?" „Schon vor zehn Tagen, Sanna! Mer nicht traurig fein, Sanna! Jetzt sind wir ja beieinander und wollen uns auch nie mehr verlassen! Nur vor Olga Willnoff freilich möchte ich dich noch warnen! Wie unehrlich sie handelt, davon hat sie uns gerade jetzt ja ein Beispiel gegeben! Aber komm nur, laß uns nicht mehr von trüben Dingen reden! Sieh, wie der Wald uns zum Wandern lockt!" Arm in Arm verließen zwei glückliche Menschen den stillen Garten der „Schweizer Hütte", der sich langsam zu beleben begann. Hoch stand schon die Sonne am Himel, als der Wald sie von neuem aufnahm, und weicher Boden ihre Schritte bald verhallen ließ. IV. Fast um die gleiche Zeit trat wie gewohnt der Empfangschef in den gemeinsamen Salon, in dem Die Gäste gerade beim Mokka saßen. Höflich grüßend verbeugte er sich nach allen Seiten, erkundigte sich bei diesem und jenem Gast nach dem perfön- Ken Wohlergehen. Unruhig spähten dabei seine Icharsen Augen über die Gäste hin. Schon nach we- mgen Minuten war er wieder draußen, in der Portierloge. „Sagen Sie, Portier, welches Zimmer hatte doch gleich die Dame, die gestern abend mit dem Nacht- ^Jhatten?*0012 Unten ^eint fie nicht (Fortsetzung folgt!) Oberheffen Trotz widriger Winde schaffte Caracciola am laubte es ihm, binnen einer halben Minute die Mittwoch zwischen elf und zwölf Uhr auf der Z00-km/8t-Grenze zu erreichen und schon war der die Zelle 2 30 Pfund. |eit= inte brachte einen Gesamtumsatz von 1< denen allein 60 000 Mark der Mainzer Geschäfts- $ Alten-Buseck, 11. Nov. Bei der innerhalb der NS.-Frauenschaft durchgeführten Honigsammlung für das W i n t e r h i l f s w e r k wurden in der Ortsgruppe Alten-Buseck insgesamt 312 Pfund Honig gespendet. Davon entfielen au die Jelle Alten-Buseck 147, Rödgen 135 und Trohe 30 Pfund. — Bei der am Sonntag vom BDM. Mainzer Karneval im Anmarsch. Generalversammlung des Mainzer Carneval-Bereins. LPD. Mainz, 11.Nov. Der Elfte im Elften ist für Mainz stets ein wichtiger Tag. Alljährlich versammeln sich an ihm die Mainzer Narren und Urnarren in traditioneller Weise in Zwei mal drei Minuten mit 333 lrm-Std., über seinen Kopf, schoben, bis der Motor ansprang, hip Ofitinhahn und dann fegte Caracciola los. Das unerhörte An- uvkr oit: rniiooiyn. zugsvermögen des technischen Wunderwerkes er- aus der Taufe gehoben in zweimal drei Minuten langer Fahrt mit 333,484 km/st auf den Straßen des Führers. Die amtlichen Zeiten. Die internationalen Zeitnehmer der ONS. gaben folgende amtliche Zeiten von der Rekordfahrt Reichsautobahn bei Frankfurt a. M. bei der ersten Versuchsfahrt einen neuen Weltrekord und drei internationale Klassenrekorüe. Er jagte den neuen Zwölfzylinder von Mercedes-Benz mit einer Durchschnittgeschwindigkeit von 333,484 km/st über die 10-Meilen-Strecke und verbesserte damit den Der Reichssporisührer erstattet OIympia-Vericht Tagung des Deutschen Olympischen Ausschusses. $.J.4portf Rudolf Saracciola fährt wieder Weltrekord Handball: Universität Gießen-Realgymnasium. Zu einem Freundschaftsspiel treffen sich am Frei- tagnachrnittag beide Mannschaften auf dem Universitätsplatz. Die Universität, der unter anderem auch einige Mtver angehören, will in diesem Spiel einige neue Leute ausprobieren, und man darf gespannt sein, wie dies Experiment ausfällt. So stellt sich zum erstenmal Nohrum (Reichsbahn-Sportverein Mainz) den Gießenern vor. Im Männerturnverein, der durch chn eine wesentliche Verstärkung erfährt, gab der Exmainzer bereits am vergangenen Sonntag ein Debüt. Gespannt ist man fernerhin auf Hai- bad) und Rittershausen, auch zwei Neulinge. Die beiden Mannschaften stehen folgendermaßen: Universität: Weigel; Wenzel, Volz; Kreiling, Bork, Grünig; Winter, Haibach, Weigand, Rittershausen, Nohrum. Realgymnasium: Berse; Möckel, Zmmel; Schneider, Holler, Ganz; Hermann, Weigand, Wagner I., Döpfer, Wagner II. Daß die Realgymnasiasten einen ganz beachtlichen Handball spielen, beweist allein schon das Mitwirken der besten Leute der beiden Jugendmannschaften von Mtv. und Tv. 1846. Unter diesen Umständen muß man mit einem interessanten Spiel rechnen, dessen Ausgang nicht vorherzusagen ist. welt zugute tarnen. Zum Schluß des Rechenschaftsberichts wurde der seitherige Präsident Bender erneut gewählt. Pg. Schloimann, der als Vertreter der Stadt erschienen war, gab die Zusicherung, daß die Stadtverwaltung auch in diesem Jahre dem Mainzer Karneval weitgehende Unterstützung gewähren werde. Da die Saison sehr kurz sein wird, werden die einzelnen Veranstaltungen ziemlich rasch aufeinander folgen. Falt an jedem Wochenende wird Prinz Karneval in diesem Jahr sein närrisches Szepter schwingen. Nach Schluß der Generalversammlung veranstalteten die bewährten Streiter des Mainzer Karnevals eine improvisierte Sitzung, in der sie durch einige Kostproben echt Meenzer Humors bewiesen, daß ihr Witz im Laufe des Jahres nicht eingerostet ist. Oie alte Haustür. Ich liebe sie, diese alte zweiteilige Haustür aus anno 1696, die älteste im Dorf, im modernen Dorf. Sie ist so einfach, so schlicht, und doch des bäuerlichen Hauses Zierde. Aus des Markwaldes kernfesten Eichen schuf sie dereinst der Zimmermann und mit ihr kunstgerecht das geschnitzte Rahmenwerk, gekrönt nach frommer Vätersitte mit eingeritztem Bibelspruch. Mit primitivem Werkzeug gestaltete der Meister sein Werk, mühte er sich um jeden Schnitt und jeden Stich, als schaffe er ein Denkmal der Mahnung für das Geschlecht viel späterer Zeiten. Im Gleichtakt der Seelen hämmerte der Bruder Dorfschmied das Eisen dazu, setzte die Tür in die Angeln, schmiedete mit Kunst das mächtige Schloß und vergaß den festen Türklopfer nicht. Ein richtiges Sorgenkind ist sie nun, die alte Haustür. Ja, mancher findet sie zu alt, unzeitae- mäß, unpraktisch. Es zieht durch Ritze und Risse, die Sonnenschein und Sturm und Regenwetter ihr Leigebracht. Sie will die Farbe nicht mehr halten, ist brüchig, schleift am Boden; der obere Flügel will sich dem unteren nicht mehr anpassen. Vielleicht wäre sie schon längst durch eine andere, bessere, ersetzt, wenn, ja wenn nicht die Menschen im Haus sie auch liebten, mit Recht liebten. Und das ist gut so! Da bleibt die alte Tür kein gleichgültiger Gegenstand, da wird sie gleichsam zum Genossen und Verbündeten im täglichen Sehen, in trüben und in heiteren Stunden. Sie schlägt die Brücken aus der Gegenwart in die Vergangenheit. Es ist, als ob sie bei jedem Eintritt ins Haus grüße, als ob sie bei jedem Ausgang winke. Es ist, als ob ich sie reden höre, und ich stehe still, ihr zu lauschen. Sie erinnert an verlebtes Kindheitsparadies, an frohes Spiel vor ihr im Sonnenschein, an Jugendträume aus der Stille des Dorfes hinaus in die bunte weite Welt, an Kinderwiegen glückstrahlender Eltern. Sie machte einst In der Scheidestunde den Abschied von der Heimat so schwer, sie umfing den Heimkehrenden beglückt. Sie sah Jahre kommen und gehen, Zeiten freudigen und glücklichen Schaffens. Sie öffnete sich am ftühen Morgen zum Tag voll harter Bauernarbeit, und sie legte sich nach Feierabend geruhsam ins Schloß. Sie gestattete Durchgang den Alten und Jungen, den Frohen und Traurigen, den Armen und Reichen. Sie sah Freude und Feier im Hause, Sang und Klang drinnen und draußen. Sie vernahm des Dorfes Feste. Sie erlebte des Feindes Scharen in arger Kriegszeit. Und, noch will es nicht allzu lang erscheinen, im letzten großen Kriege, da ging über ihre Schwelle die Botschaft vom Heldentode der beiden ältesten Söhne des Hauses, die ihr Leben Hingaben für unseres Volkes Ehre und Bestand. Was könnte sie noch alles erzählen, die alte Haustür, sie, die Geschlechter kommen und geben sah. Möge sie noch lange erhalten bleiben, der Vergangenheit und Zukunft zur Ehr, möge sie mir und allen, die sie lieben, stets frohe Grüße zurufen beim Eintritt in ihr Haus. P« Landkreis Gießen. der Narrhalla zur Generalversammlung, um den Rechenschaftsbericht über die verflossene Fastnachtskampagne zu Horen und den Marschweg der kommenden festzulegen. So waren sie auch heute vollzählig in der Mainzer Stadchalle zusammengekommen. Im Vordergrund stand der Geschäftsbericht, der insbesondere die Volkstümlichkeit des Mainzer Karnevals betonte. Die Eintrittspreise werden in diesem Jahr zu allen karnevalistischen Veranstaltungen, mit Ausnahme der Fremdensitzung und der Veranstaltungen am Rosenmontag, erheblich gesenkt werden. Welche Bedeutung in wirtschaftlicher Beziehung der Karneval für Mainz hat, geht daraus hervor, daß in der verflossenen Kampagne rund 150 000 Fremde die Stadt besuchten. Allein 52 000 Volksgenossen wohnten den verschiedenen Veranstaltungen bei. 7000 Portionen Eintopf wurden ausgegeben. Auch in diesem Jahr wird die Freundschaft mit dem Kölner und Düsseldorfer Karneval gepflegt werden, um organisatorische und wirtschaftliche Erfahrungen gegenseitig austauschen zu können. Der vorjährige Karneval "00 000 Mark, von Auf der am Mittwoch im Haus des Deutschen Sports abgehaltenen Sitzung des Deutschen Olympischen Ausschusses gab der Reichssportführer von Tschammer und Osten einen Rückblick über die so glanzvoll verlaufenen Olympischen Spiele 1936. Ausgehend von den Vorbereitungen, zeichnete der Reichssportführer in großen Umrissen bie Entwicklung der allgemeinen Leistungssteigerung und die großen deutschen Erfolge bei dem Weltsportfest auf. Die Zusammenkunft des Deutschen Olympischen Ausschusses entspricht, so betonte der Reichssportführer, einer sachlichen Notwendigkeit. Daß sie jetzt erst, fast drei Monate nach Beendigung der Olympischen Spiele, erfolgt, entsprang meinem Wunsche, den notwendigen zeitlichen Abstand von den Ereignissen zu gewinnen. Die Ursachen der deutschen Erfolge. Nachdem der Reichssportführer auf die vor Beginn der Spiele für die deutschen Olympiakämpfer bestehenden Erschwernisse eingegangen war, begründete er die Ursachen unserer großen Erfolge mit folgenden Worten: Trotz aller erschwerenden Umstände hat sich der deutsche Sport in vollem Umfang bewährt. Diese Bewährung bezieht sich nicht allein auf die richtige Technik, die geeigneten Methoden und die ganze Fülle der vielen, vielen Einzelheiten, die bei diesem gigantischen Leistungsvergleich zu bedenken sind. Diese Bewährung war vielleicht mehr eine solche der charakterlichen Substanz der deutschen Leibesübungen. Unsere Kämpfer haben gesiegt, weil sie härter waren gegen sich selbst, weil sie sich einer Führung bedingungslos unterordneten, weil sie im entscheidenden Augenblick die Nerven behalten haben und über sich selbst hinausgewachsen sind. Gerade an diesen seelischen Eigenschaften aber hatte es den deutschen Wettkämpfern früher immer auf 286,451 km/st stehenden Weltrekord Hans Stucks um etwas mehr als 47 km/st. Auf der gleichen Fayrt fielen auch noch drei internationale Rekorde der Klasse 5000 bis 8000 ccm, und zwar über fünf Meilen mit 336,838 km/st (alter Rekord 291,035 km/st), über zehn Kilometer mit 331,889 km/st (288,612 km/st) und über zehn Meilen, da der Weltrekord über diese Strecke gleichzeitig internationalen Klassenrekord bedeutet. Sämtliche bisherigen Rekorde waren im Besitz von Hans Stuck auf Auto-Union. Die fünf Kilometer durchfuhr Caracciola mit etwa 338 km/st, erreichte also hier feinen am 26. Oktober auf 340,445 km/st geschraubten Klassenrekord nicht ganz. Mercedes-Benz setzt die Versuchsfahrten am Donnerstag fort, um die Weltrekorde über die stehende Meile und den stehenden Kilometer anzugreifen. Die bisherigen Rekorde wurden mit fliegendem Start erzielt. Zwischenspiel mit einer „Heinkel". „Es geht heute nicht", meinte Caracciola in den frühen Morgenstunden zu seinem Rennleiter Neu- bauer, nachdem er zwei Hin- und Rückfahrten auf der neu ausgesuchten Strecke unternommen hatte. Und schließlich fielen auch noch ein paar Regentropfen. So setzte sich Caracciola in feinen Privatwagen, denn draußen pfiff ein kühler Wind, rauchte in aller Gemütsruhe eine Zigarette und wartete. Mittlerweile war Neubauer nicht müßig gewesen. Zusammen mit Fliegerhauptmann M e i ß- n er heckte er einen Plan aus, wie man den schnellen Silberpfeil Untertürkheims in hoher Fahrt vom Flugzeug aus filmen konnte. Schnell wurden die letzten Anweisungen gegeben. Hptm. Meißner bestieg auf dem wenige hundert Meter entfernten Flughafen feine Heinkel, startete mit dem Filmoperateur, zog einige Kreise über dem Lagerplatz des Mercedes-Benz-Rennstalles und preschte auf ein Flaggenzeichen in geringer Hohe längs der Autobahn dahin, während Caracciola mit 300 km/st — wie vereinbart — loszog. Lachend berichtete Hptm. Meißner „Ich habe ihn nicht erwischt!" Die Heinkel war geschlagen. Man versucht es noch einmal, doch nun darf Caracciola nur 280 km/st fahren. Jetzt klappte es Immerhin verstrich geraume Zeit. Mittlerweile war die Straße vollends aufgetrocknet, und der Wind hatte die dunklen Wolken abgetrieben. Kurzerhand ging Neubauer zu Caracciola: „Rudi, glauben Sie, daß wir's riskieren können?" Ohne lange Ueberlegung kam ein selbstbewußtes „3a" als Antwort. Bier Rekorde auf einen Schlag. Mit einer Selbstverständlichkeit, wie sie bei dem bis ins Letzte eingespielten Mercedes-Rennstab üblich ist, wurden die Vorbereitungen getroffen. Betriebsstoff wurde aufgefüllt und die Reifen einer genauen Prüfung unterzogen. Im Stand lief der Motor, bis das Kühlwasser die richtige Temperatur aufwies. Minutenlang dröhnte der Motor, selbst bei der niederen Tourenzahl war es unmöglich, ein noch so laut geschrienes Wort zu verstehen. 6 Minuten Fahrt! Ruhig, wie bei den Filmfahrten, hatte Caracciola den Wagen bestiegen, die Helfer stülpten die Haube Caracckolas bekannt, We der AJACR. zur Art» erkennung vor gelegt werden: Weltrekord 7 Strecke 10 Meilen; Hinfahrt 2:56,76 Min.; Rück» fahrt 2:50,70 Min.; mittlere Zeit 2:53,73 Min^ Geschwindigkeit 333,484 km/st (alter Rekord Stuck, Auto-Union, 286,451 km/st). Internationale Klassenrekorde: 5 Meilen: 336,838 km/st (Stuck, Auto-Union, 291,035 km/st); 10 Kilometer: 331,889 km/st (Stuck, Auto- Union, 288,612 km/st); 10 Meilen: 333,484 km/st (Stuck, Auto-Union, 286,451 km/st). Neue Rekordversuche am Donnerstag. Am Donnerstag setzen die Daimler-Benz-Werke mit Rudolf Caracciola am Steuer des neuen Zwölfzylinder-Mercedes-Benz die Versuchsfahrten auf der Reichsautobahn bei Frankfurt a. M. fort Dabei sollen die Weltrekorde über Kilometer und Meile mit stehendem Start verbessert werden. Den Weltrekord über den Kilometer hält Hans Stuck auf Auto-Union mit 22,02 Sek. und 163,451 km/st, die er am 20. Oktober 1934 aus der Avus erzielte, lieber die Meile greift Caracciola seinen eigenen Weltrekord an, den er am 30. Oktober 1934 bei Gyon mit 30,71 Sek. und 188,656 km/st aufstellte. Werbeabend des Aeichsbundes für Leibesübungen. Gemeinsam mit der deutschen Svorthilfe veranstaltet die Ortsgruppe Gießen des Reichsbundes für Leibesübungen demnächst einen Werbeabend. Die Veranstaltung bringt einen Lichtbildervortrag, der die 2lufgaben und die Leistungen der deutschen Sporthilfe vor Augen führen wird. Ferner gelangt ein Film von den Olympischen Spielen 1936 zur Aufführung, der allen, die in Berlin nicht dabei sein konnten, einen Einblick in die vielfältigen Ereignisse der Olympischen Spiele gestatten wird. Der Abend wird auch musikalische Daroietungen bringen. Geräte-Mannschastskampf in Waldgirmes. Von den Turnvereinen Lollar, Gräfenhausen bei Darmstadt und Waldgirmes wird am Samstag hier ein Gerätewettkampf ausgetragen. Von jedem Verein turnen die sieben Besten je eine Kürübung am Pferd, Barren, Reck und eine Freiübung. Bei der Gleichwertigkeit der Vereine ist man auf den Ausgang gespannt. richten, haben sich allgemein bewährt. Massenhaft hängen die Tiere an den Fanggürteln. Besonders zahlreich sind die Männchen vertreten. Weniger stark treten die Weibchen auf, die an den verkümmerten Flügeln leicht zu erkennen sind. Da sie nicht fliegen können, kriechen sie am Stamm empor und bleiben so an den Klebgürteln hängen. Den Schaden, den die unscheinbaren Frostspannerweibchen anzurichten in der Lage sind, erkennt man am besten aus der Tatsache, daß ein einzelnes Tier 200 bis 300 Eier legt. Infolgedessen sind die Be- kämpfungsmaßnahmen sehr zu begrüßen und allgemein zu empfehlen. — Da in der hiesigen Gemarkung die Mause sehr stark auftreten, wurde auf Anordnung der Bürgermeisterei eine Vernich- tungsa rtion in die Wege geleitet. Durch vergiftete Frucht, die an die einzelnen bäuerlichen Betriebe zur Verteilung gelangte, sucht man die Schädlinge zu bekämpfen. Kreis Alsfeld. * Homberg a. d. Ohm, 12. Nov. Der 28jäh- rige Dachdecker Friedrich Fuhr erlitt bei feiner Arbeit einen U n t e r s ch e n k e l b r u ch und mußte zur ärztlichen Behandlung nach Gießen gebracht werden. durchgeführten Eintopfsammlung wurden in der Ortsgruppe Alten-Buseck 80,55 Mark gespendet. Davon entfielen auf die Zelle Alten-Buseck 35,90 Mark, Rödgen 32,15 Mark und Trohe 12,50 Mark. (DLollar, 11. Nov. Die S ch u l u n g s t ä t i g - feit des Reichsluftschutzbundes hat hier wieder kräftig eingesetzt. Es wurden xu gleicher Zett drei Kurse eröffnet, in denen die Luftschutzhauswarte und die Mädchen des BDM. geschult werden. Weitere Lehrgänge sind für diesen Winter noch vorgesehen, so daß nach dessen Ablauf ein großer Teil der Bevölkerung eine Schulung durchgemacht hat und mit den wichtigsten Fragen des Luftschutzes vertraut sein wird. ch Mainzlar, 11. Nov. Bei der Eintopf- fammlung am vergangenen Sonntag tarnen hier insgesamt 46 Mark zusammen. ch Daubringen, 11. Nov. Die Eintopfsammlung am vergangenen Sonntag erbrachte hier den Betrag von 56 Mark. § Allendor f a. d. Lda., 11. Nov. Die am Sonntag durchgeführte Sintopffammlung erbrachte in der hiesigen Ortsgruppe insgesamt 149,55 RM. Davon entfallen auf unsere Stadt 98,40 Reichsmark, auf die Stützpunkte Treis a. d. Lda. 42,30 RM. und Climbach 8,85 Reichsmark. * ßonhorf, 12. Nov. Der 39jährige Sternbrucharbeiter Georg Heinrich Nahrgang mußte mit einem U n t e r f ch e n k e l b r u ch in die Chirur- gi che Klinik gebracht werden. * Allendorf (Lahn), 12. Nov. Der löchrige Schüler Emil Felde erlitt beim Sport einen Unfall. Mit einem Unterarmbruch mußte er in die Chirurgische Klinik eingeliefert werden cx> Eberstadt, 11. Nov. Die E r n t o p f - fammlung am vorigen Sonntag, die von der NS.-Frauenschaft vorgenommen wurde, erbrachte hier den Betrag von 27 RM. — Dem hiesigen BDM. hat die Gemeinde Wume in dem früheren Herrschaftshaus im „Pfaffenhof als BDM.- Heim zur Verfügung gestellt. Dieser Tage hielten die Mädels ihren Einzug in das eigene Heim < Harbach, 11. Nov. Unser noch nicht sehr lange ins Leben gerufener Obst - uni) @arten = bauoerein läßt sich die Pflege des heumschen Obstbaues sehr angelegen sein. So wurden auf seine Anregung in den letzten Wochen fleißig Kleb- ringe um die Birn- und Apfelbaume gelegt. Diese Maßnahmen, die sich gegen den Fr o ft f p a n ne r — einen der gefährlichsten O bstb aumschadlmge^ gefehlt. Daß das nach knapp dreieinhalbjähriger nationalsozialisttscher Erziehung grundlegend anders geworden ist, ist eine der wertvollsten und be- glückendsten Erkenntnisse des Ergebnisses dieser Spiele. Ich hatte es für unser aller Pflicht, an dieser Stelle feierlich zu bedenken, daß wir den olympischen Lorbeer, den wir für Deutschland erringen konnten, am Altar der nattonalsozialifti- schen Bewegung niederlegen wollen, und daß wir dieser Bewegung und unserem Führer Adolf Hitler aus tiefstem Herzen dankbar dafür find, daß er mit der Erneuerung des deutschen Volkes zugleich auch der Erneuerer und große Förderer des deutschen Sportes geworden ist. Den Mitgliedern des Deutschen Olympischen Ausschusses sprach dann der Reichssportführer für die geleistete Arbeit und bewiesene Werktreue, mit der die Aufgaben durchgeführt wurden, seinen herzlichen Dank aus. Sachliche Kritik. Der Reichssportführer führte weiter aus: „Die über Erwarten großen deutschen Erfolge konnten allzu leicht zu einer Unterschätzung des gegnerischen Könnens verleiten, deshalb müssen die für uns günstigen Umstände, mit denen bei den nächsten Spielen nicht zu rechnen ist, besonders herausgestellt werden. Es handelt sich hier einmal um die Austragung im eigenen Lande und die Rückenstärkung, die die deutsche Mannschaft durch die große Masse deutscher Volksgenossen erfuhr, sodann um die Vermeidung aller ungünstigen Einflüsse, wie sie mit einer langen Ausreise, der Ernährungsumstellung und dem Klimawechsel verbunden sind. Solche nachteilige Auswirkungen, die durch den Aufenthalt in fremden Ländern bedingt sind, lassen sich nur abschwächen durch rücksichtslos durchgreifende Mann- Silberpfeil durch eine leichte Krümmung den Blicken entzogen. Sekundenlang herrschte atemlose Stille, so daß man den Klang des Motors noch von ferne hörte. Dann aber scharte sich alles um den Telephonwagen, der die Verbindung mit den Z«" nehmern der ONS. aufrecht erhielt. Noch droh: es in den Ohren, da kam schon die Kunde: auf der Hinfahrt blieben die Zetten weit unter denen der bestehenden Rekorde. Auf der Rückfahrt mit günstigerem Wind mußten sie noch besser ausfallen. Und ob sie besser ausfielen! Zeit zum Ueberlegen und ßum Umrechnen in Kilometerstunden blieb keine, denn schon machte sich das Kommen des Wagens bemerkbar. Mit riesigem Jubel wurde Caracciola empfangen, als er im Leerlauf anrollte. Die Glückwünsche wollten kein Ende nehmen. Ein Weltrekord und drei internationale Klassenrekorde waren wie macht's der Ihm können die kleinen Mühen des Tages nichts anhaben, ihn quälen auch nicht große Sorgen um die Zukunft; immer steht er mit freiem Kopf und frohem Mut mitten im Lebenskampf. 3ft er so sorglos aus Leichtsinn? Oh, gewiß nicht! Er befreit sich nur ungesäumt von Sorgen, die ihn bedrücken und hemmen könnten; er versichert insbesondere auch rechtzeitig und ausreichend sein Leben, Lebenskünstler! Ein geringer Teil seines Einkommens reicht ja schon zur Lebens» Versicherung, die für seinen Lebensfeierabend bestimmt ist, aber im schlimmsten Falle auch schon morgen für seine Witwe und Kinder die große Lilfe in der Not sein wird. Die Dinge ruhig und nüchtern überdenken und dann ohne Aufschub entschloffen handeln, das ist das Geheimnis seiner Lebens tunst und seiner Grfolgs* fchaftsführung. Eins tritt bei der Beurteilung der Vorbereitung klar in Erscheinung. Es ist dies eine nicht unerhebliche Leistungssteigerung in allen Sportarten und der wiedergewonnene Anschluß an den internationalen Leistungsstand. 5m Folgenden beschäftigte sich der Reichssportführer eingehend mit der Vorbereitung und mit den Erfolgen oder Mißerfolgen der einzelnen Sportarten sowohl bei den Winterspielen in Garmisch-Partenkirchen wie bei den Sommerspielen in Berlin. Alle gewonnenen Erfahrungen, fachtechnischer oder sonstiger Art, sind zusammengetragen worden und werden den in Frage kommenden Stellen zur Kenntnis aelangen. Alles in allem kann gesaat werden, daß die Zusammenarbeit und die Kameradschaft der Olym- viakämpfer durchaus von dem Geist erfüllt war, den wir bei unseren Männern und Frauen erwartet hatten. Vas AuSland-Ecko. Zum Schlüsse seiner Rede sagte der Reichssport- führsr: Wir können uns in der Welt umsehen, wo wir wollen, abgesehen von wenigen Einzelpersönlichkeiten, finden wir nur eine Stimme der Anerkennung, nur eine gemeinsame Ansicht über die Gründe und Hintergründe des deutschen Erfolges bei den Olympischen Spielen und wir müssen feststellen, daß für Deutschland eine gewaltige Bresche in die uns feindliche Stimmungsmache des Auslandes geschlagen wurde. Nachdem der Reichssportführer seine mit großem Beifall aufgenommenen Rede mit einem „Sieg- Heil!" auf den Führer und das Vaterland geschlossen hatte, brachte Dr. Karl Ritter von Halt dem Präsidenten des Deutschen Olympischen Ausschusses den Dank aller Mitglieder aus. Er hob die rastlose Arbeit des Reichssportführers bei den Vorbereitungen hervor, ohne die nie ein vollständiger Erfolg hätte erzielt werden können. Ritter von Halt gab dem Reichssportführer das Versprechen ab, daß alle Mitarbeiter auch in Zukunft mit ganz besonderer Begeisterung an dem großen Werk der deutschen Leibesübungen weiterarbeiten werden. Fußballabteilung des Turnvereins Wieseck. Am Sonntag gastierte die 1. Mannschaft in Flensungen. Von Anfang an entwickelte sich ein flottes Spiel, das die Platzbesitzer, begünstigt durch den Wind, in Vorteil brachte. Nach einer Viertelstunde ging Flensungen in Führung. Die Gäste glichen jedoch bis zur Pause aus. Zn der zweiten Spielhälfte errangen die Gäste, welche jetzt den Wind zum Bundesgenossen hatten, einen zweiten Erfolg. Ein weiteres Tor wurde von dem Schiedsrichter nicht gewertet. Flensungen setzte nun alles auf eine Karte und konnte den Ausgleich sowie den Siegestreffer erzielen. Alle Anstrengungen der Wiesecker waren vergeblich. Vorher spielte die Wiesecker Jugend gegen die gleiche des FC. 1927 Flensungen-Mücke. Hier zeigte sich die technische Ueberlegenheit der Gäste, die in der Pause mit 1:0 führten. Nach der Halbzeit liefen die Wiesecker zu großer Form auf und erzielten vier Tore innerhalb 20 Minuten. Sportamt „Kraft durch Freude". Heute folgende Kurse: Fröhliche Gymnastik und Spiele (nur für Frauen), Lyzeum, Dammstraße 26. Uebungszeiten: 18.30 bis 19.30 Uhr, 20 bis 21 Uhr und 21 bis 22 Uhr. Neue Kurse: Anmeldungen für die Boxkurse, Hallentennis, Ski-Trocken- und Reitkurse werden auf der Dienststelle der NSG. „Kraft durch Freude", Schanzenstraße 18, entgegengenommen. Büchertisch. — Die Flucht aus dem Alltag. Roman von Gustav S ch r ö e r. Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig. Geb. 3,30 Mk. — (327) — Dieser fesselnde Roman erlebt mit der jetzigen Ausgabe sein fünfzigstes Tausend. Deshalb hat der Verlag die Jubiläumsausgabe in ein besonders schönes Gewand gekleidet, durch das sie würdig hervorgehoben wird. Gustav Schröer sieht in dem Buch sein Lieblingswerk, weil es ganz auf persönlichem Erleben aufbaut, und seine große Lesergemeinde ist ihm für dieses Buch der Erinnerung besonders dankbar, weil es einen tiefen Einblick in die Welt des Dichters gewährt. Man braucht nur wenige Seiten zu lesen, und schon spürt man, daß hier ein großer Erzähler, ein Meister der Feder, sein Bestes gibt: ein hohes Lied von deutschem Familienleben, ein inniges und sinniges Buch von Naturschönheit und Thüringer Bergeinsamkeit. Die „Flucht aus dem Alltag" hat als ein altes Lebensbuch weiteste Verbreitung verdient, weil es nicht Weltabgewandtheit und stillen Verzicht lehrt, sondern Menschen zeigt, die kraftvoll im Leben stehen und doch in Einkehr und Selbstbesinnung, in einem Wollen hinauf und empor die Sonne sehen, die über dem Alltag leuchten muß. An diesem herrlichen Werke des Dichters haben wir besondere Freude erlebt; denn hier hatten wir ein Buch in der Hand, das an guten geistigen Gaben, an seelischer Bereicherung und an Schönheit und Geschliffenheit der Sprache dem Leser sehr viel zu bieten hat. Wir möchten diesem prächtigen Jubiläumswerk insbesondere einen Ehrenplatz auf dem Weihnachsgabentisch wünschen, damit es namentlich auch an dem hohen Fest der Liebe als Freudespender mit im Vordergrund steht. B. — Verdun-Souville. Ein Tatsachenbericht nach den Aufzeichnungen eines Offiziers vom bayerischen Jnfanterieleibregiment, niedergeschrieben von Hermann Thimm ermann. Mit 12 Abb. 143. S. Verlag Knorr & Hirth GmbH, München 1936. Geh. 1,30 Mark, Leinen 1,90 Mark. — (340) — Das Buch umfaßt nur einen Ausschnit aus einem der Gipfelpunkte der Schlacht, aber wie General Franz von Epp, damals Kommandeur jenes ruhmreichen Regiments in seinem Geleitwort sagt, „einen Ausschnitt, wie ihn aber nur wenige mit einer solchen Realistik und so erschütternden Eindringlichkeit wiederzugeben vermochten. So war eine Schlacht vor Verdun. Mit einer so vernichtenden Kraft arbeitete die Technik, so hielt Kameradschaft mit eisernem Gehorsam die kämpfenden Männer zusammen; so führten Opfermut und Todesverachtung zu den unvorstellbaren Leistungen; so brach unter dem furchtbaren Druck der Vernichtung die Menschlichkeit hervor, wenn das Würfelspiel der Schlacht das Verhältnis Feind zu Feind beseitigt und an ihre Stelle Schicksalsgemeinschaft gesetzt hatte". Gerade dieses Durchbruchs der Menschlichkeit wegen wird der Kämpfer von der anderen Seite, ja jeder von der anderen Seite, diesen Tatsachenbericht mit gleicher Ergriffenheit lesen wie wir Deutsche. — Gisela Wenz-Hartmann: Amleth. Ein Kampf um Ehre, Recht und Heimaterde. Roman. Leinen 4,80 Mk. Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig, 1936. — (323) — Der Roman „Amleth" knüpft an die alte jütische Sage vom Kampfe des Sohnes um die Totenehre des Vaters, um das Recht auf das Vatererbe und die Heimaterde an. In klar geschauten Bildern zeichnet Gisela Wenz- Hartmann den jungen Amleth, der die ihm vom Schicksal gestellte Aufgabe als Pflicht in seinen Willen aufnimmt. Wie die bäuerlichen Menschen Jütlands, so gestaltet die Verfasserin auch die Menschen am Königshofe in England, wohin Amleth gesandt wird, mit eindringlicher Kraft, und sie gibt in ihrer Gestaltung ein reiches Bild germanischen Lebens im alten England. In diesem England mit seiner alten Geschichte und seinem neuen Werden eines germanischen Siedlungsvolkes wächst Amlety die Führeraufgabe zu, feinem Volke die Heimaterde in Freiheit wiederzugeben und es in feinen alten Ordnungen der Zukunft entgegenzuführen. — Rudolf Heinrich Daumann: Dünn rote eine Eierschale. Fast der Roman eines Weltuntergangs. Preis kartoniert 3,50 Mk. Schützen- Verlag, Berlin SW 19. — (364) — Dünn rote eine Eierschale ist nur die Erdkruste, unter ihr brennen die ewigen Feuer der Tiefe und ruhen ungeheure Kräfte, die, wenn sie sich regen, Erdbeben- und Vulkankatastrophen über die Menschheit bringen. Der Held unseres Romans hat nun ein Verfahren ausgearbeitet, das es ihm ermöglicht, Vulkane nach Belieben zum Ausbrechen zu bringen. Zwei Attentate auf die Erdkruste sind ihm schon gelungen, bei einem dritten wird er zur Strecke gebracht. In vielfach verschlungener Handlung bringt dieser Roman eine Fülle von Gesichtern und Ereignissen. — Peter Weber: Götter über den Menschen. Roman. Ganzleinen 4,80 Mk.; broschiert 3,80 Mark. Propyläen-Verlag, Berlin. — (385) — Auf den Höhen des Hunsrück liegt der große Bauernhof des alten Mattes, der, fünfundachtzigjährig, immer noch mit der Frische eines Jünglings arbeitet und das große Anwesen, die zahlreichen Glieder und Nachkommen seiner Familie zusammenhält. Tief wurzelt der Glaube in ihm an den ewigen Kreislauf des bäuerlichen Lebens, tief ist er von der Notwendigkeit durchdrungen, daß bäuerliches Recht, bäuerliche Sitte erhalten werden müssen, untrennbar vom reinen bäuerlichen Blut, auf dessen Erbfolge der Hof steht. Innerhalb der eigenen Familie muß der alte Mattes einen Kampf ausfechten, der zum Symbol wird für feine Religion und zum Prüfstein des ganzen Dorfes. Die alten Götter aus längst vergangener heidnischer Zeit scheinen mit dem Mattes im Bunde Jeder Hilst dem WHW.! Opferspenden vom Lohn oder Gehalt sind an das Winterhilfswerk des Deutschen DoIn kes, Kreisführung We11erau in Oie» hen. Postscheckkonto Hr. 23b33, oder auf dessen Bankkonto 6100 bei der Bezirkssparkasse Gießen zu überweisen. zu stehen. Aber ebenso wirken in den Frauen des Romans die christlichen Gedanken, der Versöhnung, der Schuld, der Buße mit, um die verstockten und blinden Menschen ihre Pflicht erkennen zu lassen. Eine starke naturhafte Religiosität ruht in dieser imponierenden alten Bauerngestalt, die über Jahrhunderte hinweg die Geschicke Europas und seiner eigenen Familie überblickt, der das Schicksal des Bauern im mangelnden Land, feine Zukunft in der Pionierarbeit in fernen Ländern erkennt, der fühlt, daß selbst die verschiedenen Erkenntnisse früherer und heutiger Religion Halt machen müssen, sich unterordnen müssen vor dem Menschen, der das Wertvollste bebaut, was er hat: seine Erde. — Almar Holgersen. Der Wundertäter. Verlag L. Staakmann, Leipzig. Preis in Leinen gebunden 3,50 Mark. — (289) — Die junge österreichische Dichterin stellt den Bauern- burschen Franziskus, der trotz heftigen Sträubens von seiner abergläubischen Umgebung zum Wun-. bertäter erklärt wird, in den Mittelpunkt dieses Romans. Ein Doktor, den die große Stadt verbraucht hat und der nun auf der Flucht vor der Zivilisation bei naturverbundenen Menschen Heilung sucht, steigert sich in die Wahnvorstellung hinein, der junge Bauernbursche könne Wunder wirken und sei zum Retter der Menschheit auserkoren. Wie der Wehrlose mit jedem Versuch einer Befreiung aus diesem Netz des Irrglaubens sich immer tiefer darin verstrickt, bis schließlich mit einem tödlichen Unfall des Doktors das Wahnge» webe zerreißt, wird ungemein spannend geschildert. — Gustav Renker: Franzosengold. Ein Alpenroman. Druck und Verlag von Friedrich Reinhardt in Basel. (Sieg. Leinenband 4,80 RM. — (293) — Der Schauplatz ist in der Hauptsache ein Walliser Gebirgsdorf und einer der schönsten schweizerischen Alpenpässe, in dessen See im Jahre 1798 flüchtende Franzosen ihre Kriegskasse mit den großen Kontributionen aus der Welschschweiz versenkt haben sollen. Das Wissen um diesen Goldschatz läßt Zurflüh, einen unternehmenden, in der Fremde durch rücksichtslose Energie reich gewordenen ehemaligen Sankt Aegyder — so nennt Renker das Gebirgsdorf — nicht zur Ruhe kommen. In einer das Dorf gefährdenden Weife will er durch Sprengungen den See zum Abfluß bringen. Die St. Aegyder werden durch das versprochene Gold geblendet und nur ein einziger sieht ganz klar, der junge Bergführer Hansjörg. Zwischen diesen beiden kraftvollen Männern kommt es zu einem erbitterten, sich dramatisch zuspitzenden Kampf. Hansjörg kämpft nicht aus Eifersucht, wie das Dorf glaubt, sondern aus Liebe zur Heimat. Obsrh.GesellschaH f.Natur-u.Heilkunde Naturwissenschaftliche Abteilung. SITZUNG am Freitag, 13. Nov. 1936 20 Uhr c. t. im Hfrrsaal des Physiol. Instituts, Friedrichstr. 24. Herr Professor Standfuß: Tierkrankheiten und Volksgesundheit (Vort rag mit Lichtbildern u. Film) Eingeladen ist der Landschafts bund für Volkstum und Heimat. Gäste willk. 7160d aennebem.Vors. Feinste Fischfilets aOO Gramm von 55 Pf an Kochflsche aller Art ff. Heilbutt im Schnitt Marktstr. 23. 7106a Tel 2417. Den ganzen Winter über können Ihnen diese Heizgeräte die Arbeit erleichtern. Kohleneimer. Kohlenschütter, Kohlenkasten Brikett-Träger, Ofenvorsetzer, Ofenschirm. Sie sind ja so billig bei J. B. Häuser Gießen 7163 a Am Oswaldsgarten Fernruf Nr. 2145/46 Freitag, den 13. November 1936, und folgende Tage verkaufe ich in meinem Lokal, Neuenweg 28: Kassen schränke, Büfetts, Kleiderschränke, Waschtische, Ausziehtische, Bücherschränke, Sofas, Zimmer- und Küchen - Tische, TrumeauS und andere Spiegel, Ausstellichränke, Betten, eine Schnellwaage, Sessel, Vertikos, 1 Küchenherd, 1 Sattler - Nähmaschine, 10 Eßzimmer-Stühle, 2 £efen u. v. a. Der Verkauf sindet bestimmt statt. £. Savimetz Neuenweg 18 I. „«M Gut erhaltener Eeitenoagen u. Seiöroagen zu kaufen gesucht Preisangeb. an 13./3.-H. 116 Gießen s 7i««v Bergkaserne. | Kaufgesuche | (Dauerbrenner), gut erhalten, für größeren Laden zu kauf, gesucht. Sehr. Angeb. u. 05232 a.G.Anz. Goethe-Bond «in Kaufmänniscber Verein Montag, 16. Nov. 1936, abends 8 Uhr, Neue Aula: Schmalfilmvortrag von Curt Backeberg: Ireiz lind qier dircb Südamerilta Die Mitglieder des Goethe-Bandes and des Kanhn. Vereins erhalten gegen Rückgabe des Gutscheins Nr. 3 "is zu 3 Plätzen freien Eintritt, itglieder der NSDAP., der NS.-Frauenschaft, des Landschaftsbundes Volks um und Heimat erhalten ermäßigte Eintrittskarten zum Preise von 60 Pf. gegen Vorzeigen des Mitgliedsausweises. Nichtmitglieder Karten zu 1 Mark bei Challier und an der Abendkasse. Stu deuten und Militär 40 Pf. 7issv Perser- Teppich und einigeBrücken aus Privath. zu kaufen gesucht. Schr. Angeb. u. 7174 v an den Gieß. Anzeiger. | Verkäufe""" Gut erhaltener kombinierter njtMetö zu verk. Schriftl. Anfrag. u. 05230 an d. Gieß. Anz. 60115 3x6 Zimmer (Südviertel) äußerst günstig zu verlaufen. Näheres [7i73d Büro killtzuer Seltersweg 8 I. | Empfehlungen" Lastwagen- Transporte übern.Gp.Schwan Nus 3754. 05225 MeineAnzeigen im Gießener Anzeiger werden von Taufenden beachtet und geleiea. Verlobungs-Anzeigen bei Brflhl. Schulstr. 7 Langemarckfeier d. Studentenschaft am 15. NuV. 1936 Antreten derAb- ordnungen der Kameradschaften mit Fahnen pünktl.!0.20Uhr v.d.Markthallen Arbeitsgemeinschaft Giehener Soldaten- Kameradschaften. Bekanntmachung. Auf Anordnung des Reichsstatthalters in Hessen — Landesregierung — wird am IHonfag, dem 16. November 1936, in Gießen eine Fliegeralarmübung durchgeführt. Die Zeit des Alarms wird nicht bekanntgegeben. Die Hebung bezweckt die Durchführung eines Fliegeralarms unter ernstfallmäßigen Verhältnissen. Die Unterrichtung der Bevölkerung erfolgt durch nachstehend aufgeführte Alarmgeräte, und zwar: A. bei „Fliegeralarm" 1. in der Innenstadt: a) durch Fanfaren (HI. und Jungvolk), d) durch Feueralarmsirenen, c) durch Handalarmsirenen, d) durch Lautsprecher auf dem Marktplatz, Lud- wigsplatz und Ecke Bahnhof- und Liebigstraße (Hauptzollamt); 2. in den äußeren Stadtteilen: a) durch Feueralarmsirenen, b) durch Handalarmsirenen, c) durch Dampfsirenen (Firma Pvppe). In dem gesamten Stadtgebiet wird außerdem der Alarm durch eingesetzte Schutzpolizeibeamten, SA.- und NSKK.-Männer und Angehörige des Reichsluftschutzbundes bekanntgegeben. Verkehr auf öffentlichen Straßen, Degen und Plätzen. Mit Beginn des Alarms ruht jeglicher Verkehr. Fußgänger. Die Fußgänger begeben fick sofort in die nächsten Sammelschutzräume oder in Die als solche während des Alarms gekennzeichneten Räume. Straßenbahn und Omnibusse. Diese auf dem Wege zur Bahn befindlichen Fahr- fleuge fahren bis zum Bahnhof und halten dort. Alle übrigen derartigen Fahrzeuge halten sofort an und stellen ihre Fahrzeuge so auf, daß keine Störungen verursacht werden. Straßenzugänge, Hydranten und sonstige Wasserentnahmestellen dürfen nicht versperrt werden. In Ermangelung genügender Schutzräume verbleiben unter Abweichung des ernstfallmäßigen Charakters die Insassen in den Fahrzeugen. Fahrzeuge aller Art (ohne Straßenbahn und Omnibusse). Beim Beginn des Alarms müssen diese Fahrzeuge sofort anhalten. Zur Aufstellung gelten dieselben Bedingungen wie bei der Straßenbahn und den Omnibussen. Die Fahrer und Insassen müssen die Fahrzeuge sofort verlassen und sich in die nächsten Schutzräume bzw. Häuser begeben. Tiere sind auszuspannen und an Fahrzeuge, Bäume oder Masten anzubinden. Fahrräder sind an den nächsten Häusern anzustellen. Von auswärts kommende Fahrzeuge halten an den Ortseingängen und warten dort das Ende des Alarms ab. Die Fahrer und Insassen verbleiben in den Fahrzeugen. Ausnahmen. Aerzte, Hebammen, Fahrer der Krankenwagen und Telegrammboten dürfen in Ausübung ihres Berufes nur in besonders wichtigen Fällen die Straße passieren. Personen, die am 16. November d. I. mit der Eisenbahn reisen wollen, wird empfohlen, sich ihre Fahrkarte am Tage vorher zu lösen. Die Fahrkarte dient dann während des Alarms als Ausweis. Wohngebäude, öffentliche Gebäude, Warenhäuser, Gaststätten und dergleichen. Die Zugänge zu den Häusern und Grundstücken bleiben unverschlossen. Nach Ertönen des Fliegeralarms darf niemand mehr die Straße betreten. Die Betriebsluftschutzleiter und Luftschutzhauswarte haben die erforderlichen Vorkehrungen zu treffen. Die in den Verkaufsgeschäften anwesende Kundschaft kann während des Alarms bedient werden. Don den Hausbewohnern wird das Aufsuchen der Schutzräume ober Keller, da es sich um die erste Hebung handelt, nicht verlangt. Dagegen sind die Fenster zu schließen. Zur Heberprüfung der erforderlichen Schutzräume haben sämtliche Geschäftsinhaber die anwesende Kundschaft zahlenmäßig zu erfassen und das Ergebnis dem Reichsluftschutzbund zu übermitteln. Sammelschutzräume. Für die Unterbringung der Straßenbenutzer stehen neben den ausgebauten Sammelschutzräumen behelfsmäßige Räume in Schulen, Turnhallen und Wirtschaften zur Verfügung. Die Einweisung in die Schutzräume erfolgt durch aufgestellte Posten (Hitler-Jugend). B. Bei „Luftgefahr vorbei" (Entwarnung). In dem Stadtteil jenseits der Lahn durch stille Entwarnung. Hitlerjungen gehen von Haus zu Haus und setzen die Luftschutzhauswarte in Kenntnis. In den übrigen Stadtteilen durch Feueralarmsirenen, Handalarmsirenen, Fanfaren, Lautsprecher und Dampfsirenen der Firma Poppe. Von der Bevölkerung wird erwartet, daß sie den Anweisungen der Polizeibeamten und sonstigen bei der Hebung eingesetzten Hilfsorgane unbedingt Folge leistet. 71580 Gießen, den 10. November 1936. Polizeidirektion. I. V.: Beat e. GLORIfll Eintrittspreise: 0.70 bis 1.50 RM. MC1A Heute Donnerstag große Premiere Ein Ereignis für GießenI Zum erstenmal im Tonfilm Achtung! Samstag, 14. November, 2.15 Uhr nachm., und 3' Sonntag, 15. November, 11 Uhr vormittags: I. Kuiturfilmveranstaltung! O mein Heimatland Der erste Großtonfihn der Schweiz PQLQST Giessen IE IRINA SACK Friedl Czepa / Karl Schön bock Paul Kemp / Jane Tilden REGIE: AUGUSTO GENINA Musik: Willy Schmidt-Gentner Keiner von den üblichen Sängerfilmen, sondern ein echter Film mit Spannung und Lebensnähe, mit dramatischen Effekten und heiteren Lichtem, Erna Sack, eine unserer besten Sängerinnen, spielt und singt hinreißend. Beiprogramm u. Ufa-Ton-Woche Täglich 4, 6 u. 8.30 Uhr; Sonntags 3, 5.30 u. 8.30 Uhr ERNA SACK