llr.239 Erster Blatt 186. Jahrgang Montag, 12. Oktober 1936 Erscheint täglich, nutzer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle MonatsBezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernfprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siesten Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vruck und Verlag: vrühl'sche Universitäts-Such- und Steindruckerei R.Lange in Stehen. Schristleilung und Geschäftsstelle: Schulftrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8' /,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70mm Breite 50 Npf.,Platzvorschrift nach vorh.Vereinbg.25°/„ mehr. Lrmätzigte Grundpreise: Stellen-, Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheilsanzeigen 5 Rpf .Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts-u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B ge- Die Straßburger Versammlung Die pariser presse stellt völligen Mßerfolg sest Neue Richtlinien des Reichskriegsministeriums über den Eintritt von Freiwilligen in die Wehrmacht befinden sich auf der dritten Seite dieses Blattes. Straßburg, 11. Okt. (DNB.) In Straß- bürg fand am Sonntag eine der 10 von der Volksfrontregierung zugelassenen Kommuni st enver- s a m m l u n g e n statt, in der als Hauptredner der alte Kommunistenhäuptling Senator Cachin und der Generalsekretär der Kommunistischen Parte: Frankreichs, Abgeordneter T h o r e z , sprachen. Da die nationalen Parteien des Elsaß ihre Anhänger zu einer Gegenkundgebung auf den Börsenplatz gerufen hatten, war von der Polizei und der Mobilen Garde ein verstärkter Ordnungsdienst eingerichtet worden. Die Kommunisten hatten ihre Anhänger in die Ausstellungshalle beordert, die durch Spruchbänder in deutscher Sprache mit kommuni st ischen Phrasen ausstaffiert worden war. Hinter der Tribüne, auf der ein sogenanntes Präsidium Platz genommen hatte, das sich aus Kommunisten, Sozialisten und Radikalsozialisten zusammensetzte, und das sich um Thorez und Cachin gruppierte, war eine Karikatur angebracht, die den Führer mit einem blutigen Messer im Mund und von einem Wald von Bajonetten und Kanonen umgeben darstellt, neben ihm ein blutiges Henkerbeil und der Totenkopf im Stahlhelm. Nachdem Cachin mitgeteilt hatte, daß die Kommunisten nach Elsaß-Lothringen gekommen seien, um die Volksfront zu verteidigen, wurde die internationale angestimmt. Thorez wurde von der Versammlung mit der Frage empfangen, warum denn die Kommunistische Partei eigentlich für die Abwertung gestimmt habe. Thorez versuchte mit der schon' reichlich abgeleierten Entschuldigung zu parieren, daß die Kommunisten Frankreichs in der Kammer eingentlich nicht für die Abwertung hätten stimmen wollen, sondern lediglich für d i e Volksfrontregierung, die andernfalls gestürzt worden wäre. Dann verbuchte sich Thorez bei den elsaß-lothringischen Bauern und Arbeitern Liebkind zu machen, indem er versprach, fortan für eine Erhöhung der Löhne im Elsaß und für eine Besserstellung der kleinen Geschäftsleute und Bauern einzutreten. Die Präfekten der elsaß-lothringischen Departements, so erklärte der Redner, hätten der Volksfrontregierung mitgeteilt, daß sich bei der kommu- nisttschen Propagandareise der Abgeordneten schwere Unruhen im Elsaß ereignen würden. Man habe da- Während die Sowjettegierung in London und Genf versucht, sich aus dem großen Angeklagten des spanischen Bürgerkrieges in einen Ankläger gegen die europäischen Ordnungsstaaten zu verwandeln, bemühen sich ihre Handlunger in England und Frankreich, die Regierungen unter innerpolitt s ch e n Druck zu setzen und den Wünschen Moskaus gefügig zu machen. In diesen Zusammenhang einer großen bolschewistischen Entlastungsoffensive gehören auch die Demonstrationen in Elsaß-Lothringen. Die Kundgebungen der Kommunisten an der französischen Ostgrenze waren eine klare und bewußte Herausforderung, die sich nicht nur gegen Löon Blum richtete, der bedauerlicherweise nicht den Mut zu einem vollständigen Verbot dieser Hetzversammlungen aufbrachte, sondern auch gegen d i e bodenstän- dige Bevölkerung dieser französischen Provinz selbst Warum im Gegensatz zu anderen französischen Landesteilen gerade hier das Auftreten der Kommunisten besonders aufreizend wirken mußte, geht aus der ganzen Entwicklung hervor, die das Elsaß seit dem Weltkriege und vor allem im letzten Jahr durchgemacht hat. Der Kommunismus hat in der elsässischen Bevölkerung niemals tiefere Wurzeln schlagen können, und als das offizielle Frankreich immer deut- Reue Verhaftungswelle in der Sowjetunion. Die „Sänberungsaktion" wird fortgeführt. Moskau, 12. Okt. (DNB.) Die Prawda veröffentlicht einen Artikel, der sich erneut und ohne sichtbaren Anlaß mit der T r o tz k i st e n a n g e lege n h e i t befaßt. Der Artikel läßt erkennen, daß die „Ausrottung der Trotzkisten, Konterrevolution näre und Feinde des Staates" fortgeführt werden soll. Das Blatt erklärt, eine ganze Reihe führender Trotzkisten hätte zugegeben, auf den Eisenbahnen, Jndustriewerken und in der Landwirtschaft Schädlingsarbeit geleistet zu haben. Daraus schließt das Blatt, daß eine noch strengere Säuberung durchgeführt werden müsse, um wirtschaftlich vorwärts zu kommen und den Feind zu zerschmettern. Wenn die Trotzkisten jetzt zum Terrorismus, zur Schädlingstätigkeit und zur Spionage gegen die Sowjetmacht gegriffen hätten, so könne ihnen nur eine Antwort gegeben werden, sie müßten vom revolutionären Gericht vernichtet werden. Zu gleicher Zeit lassen Pressemeldungen aus dem ganzen Lande den Fortgang dieser Säuberungsaktion erkennen. Die unaufhörlichen Aufrufe zur Wachsamkeit haben eine ungeheure A n g e b e- r e i unter den Kommunisten zur Folge gehabt. Die Unsicherheit in der Partei wächst. Es werden auf bloße Anzeigen hin auch hoher gestellte Funktionäre verhaftet und ins GPU.-Gefängnis ge- bracht. Die Moskauer Blätter berichten von einem Fall aus Rostow, wo ein führender Parteifunktionär wegen angeblicher Zugehörigkeit zum Trotzkismus aus der Partei ausgeschlossen worden ist, während ihm in Wirklichkeit nichts nachgewiesen werden konnte. Die Unruhe unter den Parteimitgliedern wird von vielen aus- genutzt, um aus persönlicher Rachsucht einen Nebenbuhler zur Strecke zu bringen und ihn der GPU auszuliefern. De la Rocques Antwort. ,Lhr werdet uns nicht aufhalten Paris, 11. Okt. (DNB.) Oberst de la Rocque, der Führer der Sozialen Partei, gegen den ein gerichtliches Verfahren eingeleitet worden ist, hat am Sonntagvormittag in Valenciennes vor 2000 Hörern angekündigt, der Augenblick für die ehemaligen Feuerkreuzler, z u r T a t zu schreiten, sei gekommen. In der Volksfront hätten sich die ersten Anzeichen der Auflösung bemerkbar gemacht, Romanisch vierte Landessprache in der Schweiz. Bern, 10. Okt. (DNB.) Nattonal- und Stände- rat haben die Herbstsession beendet. Im ^.ahonaI* rat antwortete Bundesrat Etter, der weiter des Jnnendepartements, noch auf die von einem Orau- bündener Abgeordneten eingereichte und von Ji t gliedern aller Parteien unterstützte Anfrage, wo- -mch auch die romanische Sprache als kicher den Sowjetturs einschlug, als es mit der Sowjetunion ein Militärbündnis abschloß, als dann die Volksfront zur Regierung kam und die Periode der Streiks und Fabrikbesetzungen begann, da wurde die Abneigung der Elsässer gegen die Pariser Politik immer unverhüllter geäußert. Nachdem dann noch die neue Streikmethode auf einem großen landwirtschaftlichen Gut des Elsaß (Schlumberger) ausprobiert worden war, wurde der Rus nach Ordnung allgemein, drohend schrieb das politisch wichttgfte Blatt des Landes, Rostes „Elsässer Kurier": „Wenn die Regierung versagt, dann übernimmt einfach u n s e r V o l k s e 1 b e r die Ausgabe, Recht und Gerechtigkeit zu sichern, für Ruhe und Arbeit zu sorgen". Und in einem anderen Artikel: „Die Eingliederung unserer Heimat in Frankreich hat uns wirtschaftlich tödliche Wunden geschlagen. Wir haben leider nicht mehr allzu viel zu verteidigen. Unsere Heimat steht vor dem vollständigen wirtschaftlichen Ruin Das Wenige, das noch besteht, wollen wir erhalten ... Unser Elsaß muß e i n e I n s e 1 im Volksfrontmeer Frankreich bleiben." Ueberall und in allen Schichten der Bevölkerung, in den Versammlungen der verschiedenen Berufszweige wurde der Wille Zur Selbsthilfe proklamiert. Eine Abordnung der Bauernschaft, des Handels und der Industrie machte dem zuständigen Minister des Volksfront-Kabinetts ihren Standpunkt klar: „Der Elsässer ist nicht gewillt, die Schande zu ertragen, unter der Sowjetfahne zu leben. Er will nicht seiner Freiheit beraubt werden. Er verlangt die Achtung seines Eigentums, ferner Sitten und feiner Einrichtungen". Aber nun muffen sie es sich gefallen lassen, daß die rote Fahne mit Hammer und Sichel in ihren Städten auf gezogen wird, nun müssen sie, die stets gegen die sowietrussische Allianz eingetreten sind, es erleben daß die Smv- jets unter ausdrücklicher Billigung der Pariser Regierung auch diese letzte „Insel im Volksfrontmeer ongreijen. Der Verlauf der Kundgebungen hat denen Recht gegeben, die von vornherein ein klägliches Crgeb= nis prophezeit hotten. Pariser Blatter stellen eine kümmerliche Beteiligung der elfa6:I"5rin®?!1™' oolkerung an den zehn kommunistischen Der amm- lungen s-st und fragen, wann denn diese unheilvolle Posse endlich ein Ende nehmen Me ganz Frankreich habe den kommunistischen Bluff satt. Die Frage ist um so berechtigter, als die Berichte über die kommunistischen Versamm ungen erkenne lassen, daß die kommunistische Agitation m ihrer Hemmungslosigkeit sich zu einer e h ch lastung der Beziehungen Frankreichs zu^seinen Nachbarn auswächst. Die unflätigen f , sich Pariser Kommunistenhauptlinge gegen den Führer und Reichskanzler und das deutsche,V°» herausgenommen haben, tragen den Stempel derLu^e und Gemeinheit zu deutlich an der Stirn, um sich mit ihnen ernsthaft befchafllgen. Die kommunistischen Redner haben sich 1° nicht 'hren Zuhörern selber zu offenbaren, daß sie von Moskau ihre Instruktionen empfangen haben. So sind auch di- kommunistischen Demonstrationen m Mfaß nichts anderes als Telle des Hetz- und Verleum- dungsfeldzuqes, den der Moskauer Bcllschewismus gegen die Mächte der Ordnung und Gesittung m der ganzen Welt in Szene gesetzt Hot. Das franzo fitoe Kabinett jedoch wird sich seiner Pfncht bewußt sein müssen, auch den kommunistischen Volks- ftont-Verdündeten auf die Finger zu klopfen, wenn Paris, 12. Okt. (DNB. Funksvruch.) Nach Ansicht der Pariser Montagmorgenpresfe hat die französische kommunistische Partei am Samstag und Sonntag in Elsaß-Lothringen den Beweis für ihre geringe Stärke erbracht. Die kommunistische „Humanitö" selbst beziffert die Zuhörer der kommunistischen Versammlungen auf 15 000 in Straßburg, 3000 in Mühlhausen, je 2000 in Colmar und Hagendingen. Der „Matin" dagegen gibt im ganzen nur etwa 12 000 Zuhörer an, bei einer Bevölkerung von 1 906 000 und angesichts von 62 800 Stimmen, die bei den letzten Kammerwahlen für kommunistische Bewerber abgegeben wurden. Im übrigen macht das Blatt auf die Kosten der Beförderung des verstärkten Ordnungsdienstes aufmerksam, der in Stärke von 150 000 Mann aus Polizei und H e er nach dem Elsaß befördert worden sei. Der Fremdenverkehr fei durch die kommunistischen Massenkundgebungen noch weiterzurückgegangen und das Ansehen Frankreichs habe im Auslande gelitten. 40 Millionen Franzosen, besonders zwei Millionen Ostfranzosen seien g e ft ö r t worden, nur damit einige wenige kommunistische Abgeordnete 12 000 Personen einen politischen Rechenschaftsbericht hätten erstatten können. Anschließend fragt das Blatt, wann diese unheilvolle Posse endlich ein Ende nehmen werde. Ganz Frankreich habe den kommunistischen Bluff satt. „Journal" fragt, wo denn die 72 kommunistischen Redner, die für die anfänglich in Aussicht genommenen 127 Versammlungen vorgesehen waren, in Elsaß-Lothringen überhaupt die erforderliche ZahlvonZuhörern hätten hernehmen wollen. Das „Echo de Paris" sagt, die kommunistischen Massenkundgebungen fßUu dansbsu geliin» gen; überall hätten d i e Patrioten deutlich die Oberhand über die Leute von Moskau gehabt. In Straßburg habe man beobachten können, wie die mit dem Ordnungsdienst betraute Mobile Garde Haltung eingenommen hätte, als patriotische Kundgeber die Marsellaise fangen. Der „Figaro" schreibt, man brauche wohl nicht daraus hinzuweisen, in welche zu mindesten heikle Lage die Kommunisten in der Nähe der Grenze Frankreich bewußt oder unbewußt hätten bringen können. Der Mißerfolg, den die kommunistischen Kundgebungen in Elsaß-Lothringen aufzuweisen hätten, gebe der französischen Politik für die Zukunft ein Gefühl der Stärkung und der gerechten Hoffnung. Der „Petit Parisien" widmet den kommunistischen Kundgebungen in Elsaß nur einige kurze Zeilen auf der fünften Seite; die sozialistische Tageszeitung „Populaire" erwähnt die Kundgebungen überhaupt nicht. Senator Mard verurteilt die lommuniffWe Hetze Paris, 12. Okt. (DNB. Funkspr.) Der frühere Justizminister Börard, ein einflußreicher rechtsstehender Senator, verurteilte in seinem Wahlkreis die Zersetzungsarbeit der Kommunisten, die die Gefahr eines Bürgerkrieges heraufbeschwöre. Er wandte sich auch dagegen, daß sich die Kommunisten in Beleidigungen und schlimmen Hetzreden gegen di e politischen Führer Deutschlands und Italiens ergingen, während die französische Regierung im Einvernehmen mit England bemüht sei, Deutschland und Italien für die Westpakt-Konferenz zu ge- minneu. Die kommunistischen Demonstrationen in Elsaß-Lothringen. Unflätige Beschimpfungen des deutschen Volkes durch französische Kommunistenhauptlinge. so daß der Weg der nationalen Bewegung nicht zweifelhaft sei. „Man hat erklärt", so führte de la Rocque wörtlich aus, „daß wir vor Gewalttätigkeiten Angst haben. Wir werden, wenn nötig, vor Blutvergießen nicht z u r ü ck s ch r e ck e n , jedoch werden wir uns durch den Willen leiten lassen, keinen einzigen Tropfen Blut zu vergießen, der dem Lande keinen Nutzen bringen sollte. Seinen politischen Gegnern rief de la Rocque zu: ,J h r werdet uns nicht aufhalten! Es ist möglich, daß man mich einkerkert ober umbringt. Aber das macht nichts, denn bereits jetzt kann die Partie als gewonnen gelten." Die Ausführungen de la Rocques, der unangekündigt in der Versammlung erschien, wurden von seinen Anhängern mit dem Gesang der Marsellaise ausgenommen. Zu Zwischenfällen ist es nicht gekommen. durch einen Druck ausüben wollen, um zu einem Verbot der kommunistischen Versammlungen zu gelangen und um zu verhindern, daß er, Thorez, in Straßburg spreche. Es sei ein Fehler gewesen, daß die Regierung Blum diesen Erpressungen von „Hitlers Agenten in Frankreich" nachgegeben und einen großen Teil der geplanten Versammlungen verboten habe. Trotzdem stehe er heute hier in Sttaßburg, 5 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. Die Verjudung der hohen Sowjelbürokraiie. Auch in Weitzrutzland alle leitenden Posten von Juden besetzt. Warschau, 10. Okt. (DNB.) Die in Minsk, der Hauptstadt der weißrussischen Sowjetrepublik erscheinende Tageszeitung Z w i e z d a liefert einen aufschlußreichen Beitrag zu dem Thema der sowjetrussischen Nationalitätenpolitik und der Verjudung der führenden Schichten im Sowjetstaat. Das Sowjetblatt beschwert sich nämlich darüber, daß in der sogenannten weißrussischen autonomen Sowjetrepublik die Weißrussen, die auf diesem Boden seit Jahrhunderten zu H a u se seien, am a 11 e r ro e n i g ft e n zu sagen hätten. Unter den 35 Sekretären der Parteiausschüsse, der großen Unternehmungen und wissenschaftlichen Anstalten in Witebsk befänden sich nur neun Weiß m s s e n. Je besser bezahlt der Posten sei, desto seltener sei er mit einem Weißrussen besetzt. Während sich unter den Arbeitern der ' Fabriken und Wirtschaftsunternehmungen in Sowjetweißrußland die Weißrussen in einer großen Mehrheit befänden, und zwar mit 70 v. H., seien sie auf den einflußreichen Posten der Direktoren nur mit 18 v. H. anzutreffen. In dem Bezirk „Woroschilow" seien nur 24 v. H. aller maßgebenden Posten in den Händen von Weißrussen, in dem Bezirk Stalin sogar nur 20 v. H. Diese Angaben lassen die Frage aufkommen, wer denn die große Mehrheit der einflußreichen Posten in der weißrussischen Sowjetrepublik besetzt hat. Bialaruskaja Krpnica, eine in Polen erscheinende weißrussische Zeitung, weist darauf hin, daß auch Polen ober Großrusssen auf diesen Posten nur ganz selten anzutreffen ssien. Diese wirklich entscheidenden Posten seien auch in Weißrußland f a ft ausschließlich mit I u - den besetzt, die dort genau so wenig wie anderswo zu Hause seien, deren sarb- und saftlose Intelligenz sich aber überall sehr rasch die fettesten Posten aufzusuchen vermag. Die Gerüchte über eine antisemitische Bewegung, die sich in der Sowjetunion angeblich verbreite, werden als völlig gegenstandslos bezeichnet. Das Judentum in der Sowjetunion sei mächtig genug, um derartige Versuche im Keime zu ersticken. Ein neuer Schauprozeß gegen sowietrussische Eisenbahner. Warschau, 12. Okt. (DNB. Funkspruch.) Wie das Moskauer Organ des Eisenbahn-Kommissariats mitteilt, hat in Rostow ein Prozeß gegen die Beamten der Eisenbahnstation Gulschewicka an der kaukasischen Bahn begonnen, auf der sich im September eine größere Eisenbahn-Kata- st r o p h e ereignet hatte. Nach der Anklage sind im Bezirk der Station Gulschewicka bereits mehrere Katastrophen eingetreten, die angeblich das Ergebnis einer „planmäßigen Tätigkeit der Klassenfeinde" sein sollen. Im weiteren Verlauf seiner mit groben Unflätigkeiten gespickten Haßrede verdrehte Thorez die Worte Adolf Hitlers bei der Eröffnungsrede zum diesjährigen Winterhilfswerk des deutschen Volkes. Thorez log, der Führer habe erklärt, daß es für den deutschen Arbeiter recht gesund sei, wenn er hungern müsse. Thorez behauptete dann weiter, Hitler habe erklärt, der Krieg müsse kommen, damit Deutschland die Möglichkeit habe, eine andere Stellung in der Welt zu erobern. „Wir werden nicht erlauben", so rief Thorez aus, „daß Hitler uns verachtet, der Mann, den wir nur verabscheuen und dessen Reden für uns Brechmittel sind. Wir Kommunisten ziehen einen ehrenhaften Neger einem unehrenhaften Hitler vor". In einer anschließend zur Verlesung gebrachten Erklärung wurde Protest erhoben gegen die „Agenten des Faschismus, gegen die Jndustriebarone, die Trusts usw." Die Spießgesellen Hitlers müßten ins Gefängnis geworfen werden. Thorez hat sich in feiner Rede auch mit Spanien beschäftigt und wiederholt erklärt, die Blockade gegen das republikanische Spanien müsse aufhören. Sowjetrußland habe den ersten Schritt getan, indem es erklärt habe, aus der Nichteinmischungspolitik auszuscheiden, und zwar auf Veranlassung des von den Kommunisten allseitig verehrten Chefs Stalin. (Deutlicher konnte wohl die Abhängigkeit der Kommunisten in allen Ländern der Welt von Moskau nicht zum Ausdruck gebracht werden, als von diesem Sprachrohr des Weltbolschewismus Thorez.) Nach Abschluß der Kundgebung wurde abermals die Internationale geschmettert und auch nach Zögern die Marseillaise. Zu Zwischenfällen ernster Art ist es bisher nicht gekommen. sie in ihrem hemmungslosen Agitationsbedürfnis nicht einmal davor zurückschrecken, auch außenpolitisches Porzellan zu zerschlagen, an dem der Regierung Blum-Delbos bislang wenigstens gelegen zu sein schien. verdiene Unter- iu bewahren wußte, er Bundesrat wolle den Wünschen des gen würde. o r n. von Star- lener Presse Misch-konmmmMche Demonstration in London Italien ist für alle Fälle gerüstet. Mussolini berichtet über den Stand der italienischen Wehrmacht. Der Kampf um die Hauptstadt Die Elektrizitätsbelieferung Madrids in den Händen der nationalen Truppen. Paris, 10. Okt. (DNB.) Im Kampfabschnitt Avila haben, wie der Sender La Eoruna mitteilt, nationale Abteilungen der Ortschaft El-Tiemblo be- setzt, in der sich die Alberche-Stauwerke befinden, die Madrid mit elektrischer Kraft beliefern. Oie Auslösung des Heimatschuhes in Oesterreich. Dinge beschleunigt hätten. Starhemberg im Ausland Oie Trauerseier sür Gömbös. Ministerpräsident Göring als Vertreter des Führers im Trauerzug. polizeirecht. Em Ausschuß der Akademie für Deutsches Recht. Berlin, 11. Okt. (DNB.) In Gegenwart ausdrückliches ______ ,..... bie öffentliche Stellen bekleiden, diese Stellen auch | weiterhin zu behalten. London, 12. Okt. (DNB.) Im Londoner Ostend kam es am Sonntag zu neuen Zusammenstößen. Kommunisten und Juden veranstalteten eine, (3 e - genkundgebung gegen den Faschisten- marsch am vorhergehenden Sonntag. Die Demonstranten, die sich von Tower Hill mit roten Fahnen und antifaschistischen Zeichen in Bewegung setzten, waren von Hunderten von Schutzleuten zu Fuß und zu Pferde begleitet. Auch in den Seitenstraßen waren starke Polizeiaufgebote aufgestellt worden. Die ersten größeren Zusammenstöße ereigneten sich, als die Demonstranten im Viktoria-Park eine Massenkundgebung veranstalten wollten. Ein Teil der Zuschauer versuchte, gegen die Kommunisten vorzugehen. Berittene Polizisten schritten jedoch ein und stellten nach kurzem Handgemenge die Ordnung wieder her. Beim Abmarsch der Demonstranten kam es zu neuen Zwischenfällen. In mehreren Straßen entwickelten sich Reibereien zwischen den Kommunisten und Zuschauern, die zum Teil die Hand zum Faschistengruß erhoben, faschistische Lieder sangen und riefen: ,,Wir wollen die Juden los werden." Als die Kommunisten die Internationale sangen, wurde ihnen mit der englischen Nationalhymne geantwortet. In einer Straße ritt die Polizei in die Menge hinein, um einen Zusammenstoß zu verhindern. Dennoch kam es zu einem offenen Gefecht. Die Polizei mußte schließlich mit dem Gummiknüppel vorgehen. Mehrere Personen wurden verletzt. Die Demonstranten wurden schließlich von der Polizei gezwungen, ihre roten Wimpel abzuliefern. Diese wurden auf einen Kraftwagen gepackt und unter polizeilichem Schutz abbefördert. Gegen Abend wurde der Kundgebungszug durch ruhigere Straßen abgelenkt und löste sich später ohne weitere Zwischenfälle auf. Während der kommunistischen Kundgebungen wurden in einer Straße des jüdischen Viertels Whitechapel bei mehreren jü- dischen Ladengeschäften die Fenster eingeschlagen. In Cambridge Wells ereigneten sich am Samstagabend ebenfalls Zusammenstöße zwischen Faschisten und Kommunisten. Ein Faschist wurde von seinem Motorrad heruntergerissen und auf die Straße geschleudert. Ein starkes Polizeiaufgebot stellte die Ordnung wieder her. Anläßlich einer Faschistenkundgebung kam es auch in Liverpool am Sonntagabend zu ernstlichen Zusammenstößen im Innern der Stadt. Die Polizei mußte mit Gummiknüppeln oorgehen. Mehrere Personen wurden verletzt. Die Polizei verhaftete einige Kommunisten. Wien, 10. Okt. (DNB.) Wie man hört, ist Fürst Starhemberg Samstagmittag plötzlich aus Wien a b g e r e i st. Er begibt sich ins Ausland, doch weiß man vorläufig noch nicht wohin. In einem Aufruf an den ehemaligen Heimatschutz sagt er u. a.: Bleibt unter allen Umständen, was immer geschehen möge, besonnen und kaltblütig. Laßt euch unter keinen Umständen zu irgendeiner ungesetzlichen Handlung, zu irgendeinem Widerstand gegen die Behörden des Staates verleiten. Befolgt die Anweisungen der staatlichen Behörden und der staatlichen Organe. Wer in dieser schicksalsschweren Stunde etwa vorhandene Stimmungen dazu mißbrauche, um gegen den Staat und feine Behörden aufzuhetzen, der ist ein Verräter und ein Verbrecher am Vaterland und am Heimatschutzgedanken. Im Vollbewußtsein meiner Verantwortung für euch und für den Heimatschutzgedanken erteile ich diese Warnung nicht aus Schwäche und nicht aus Aengstlich« keit. Auf mein ausdrückliches Ersuchen bleibt weiterhin der Bundesminister unser Kamerad Dr. D r a x- l e r in der österreichischen Regierung. Auf mein hunderte zi stützung. D romanischen Volkes entgegen kommen. Die Unterscheidung zwischen Landes« und Amtssprache in der Verfassung bedinge jedoch, daß vorsichtig vorgegan- deshalb für den Frieden und wappne sich zugleich durch die geistige und materielle Vorbereitung gegen jede Ueberraschung. „Voce d'Jtalia verweist auf die unter!röH^en Strömungen, die für die Ordnung Europas gefährlich werden könnten. Diese bedeutsamen Anzeichen stellten jede verantwortliche Regierung vor die weder gesuchte noch erwünschte, aber trotzdem nicht weniger vorhandene Möglichkeit einer kriegerischen Auseinander- s e tz u n g. Stark sein heiße in solchen Fällen auch unabänderlich ruhig bleiben. Alle Welt rüste, während Genf dem Tode geweiht sei und unter Jntri- gen die letzten Hoffnungen verräterisch preisgebe, mit denen der Völkerbund aufgebaut worden sei. Italien, das im eigenen Lande wie in seinen afrikanischen Imperien für lange Zeit Aufbauarbeit leisten wolle, habe die Pflicht, sich zu rüsten und solange wie möglich am Frieden Europas mit G e - wehr bei Fuß mitzuarbeiten. Im übrigen reichten für die neuen Rüstungen die finanziellen Mittel Italiens, wie sie mit den neuesten Maßnahmen be- schafft werden könnten, vollkommen aus. Die militärische Organisation Italiens, so führt die „Tribuna" aus, schützt Italien vor denen, die heute die Welt auf den Weg ungesunder politischer und sozialer Störungen treiben wollen. Das faschistische Italien zeige mit seinen Rüstungs- Vorbereitungen den eisernen Willen, sein Recht und fein Geistesgut zu verteidigen. Für diese Ziele habe die Nation g r o ß e O p f e r auf sich genommen, die in der Zukunft reiche Früchte tragen werden. In Europa lägen dieKräftederAuflöfung und eines bedenklichen Nichtoerstehens auf der Lauer. Man könne sagen, daß fast kein Tag vergehe, an dem nicht ein neues Manöver gegen Öen Weltfrieden zu verzeichnen sei. Wer daher wie Italien das vollkommene moralische und soziale Gleichgewicht und die wahre Dolksgeme in schäft erreicht habe, habe auch das Recht, die Waffen zur Verteidigung dieses unermeßlichen Schatzes gegen jede Hinterlist und Gefahr bereit zu halten. als Graf Julius Karolyi Ministerpräsident wurde und die Ministerpräsidentschaft später bann auf Julius von Gömbös überging. Bei ber Neugestaltung des Kabinetts im Jahre 1935 würbe Daranyi Ackerbauminister. Ihm ist bie Schaffung bes neuen Forst- unb Sieblungsgefetzes zu verdanken. Ordensauszeichnung für Göring. Budapest, 11. Okt. (DNB.) Der ungarische Reichsverweser, Admiral v. H o r t h y, hat dem Ministerpräsidenten Generaloberst Göring das Großkreuz des ungarischen Verdienstordens, des höch- ten Ordens Ungarns, verliehen. Göring hat Sonn- ag vormittag mit seiner Begleitung Budapest im Flugzeug wieder verlassen. In der Oeffentlichkett hat es einen tiefen Eindruck gemacht, daß der Ministerpräsident es sich nicht nehmen ließ, die sterbliche Hülle des verstorbenen Ministerpräsidenten Ungarns, im Trauerzuge bie lange Strecke vom Reichstag bis auf den außerhalb von Bubapest gelegenen Korepeser Friedhof zu begleiten unb bem Ministerpräsibenten Gömbös noch am Grabe bie Wien, 11. Okt. (DNB.) Der Heimatschutz, ber feit einem Jahrzehnt im Doroergrunb bes politischen Lebens in Oesterreich stanb, ist verschwunden, Fürst Starhemberg ist ausgeschaltet. Die Auflösung ber Wehroer- bänoe trifft praktisch nur ben Heimatschutz. Die Auflösung ber o st märkischen Sturmscharen unb des Freiheitsbunbes, bie beide Dr. Schuschnigg unterftanben, ist politisch bebeu- tungslos, ba sie die Zielrichtung des Bundeskanzlers verfolgten. Ueberbies finb alle ihre Mitglieder bereits zu ber im Mai b. I. gegrünbeten Miliz ber Vaterlänbifchen Front übergetreten. Diese Entwicklung bahnte sich im Mai b. J^ an. Dr. Schuschnigg zwang damals ben Fürsten Star- Hemberg zum Austritt aus ber Regierung unb grünt)ete gleichzeitig bie freiwillige Miliz der Vaterländischen Front, in bie alle Mtt- glieber der Wehrverbände eintreten konnten. Während die Mitglieder der ostmärkischen Sturmscharen und des Frecheitsbundes diesem Rufe sofort folgten, waren bie Heimwehren entschlossen, ihre Organisationen nicht preiszugeben. Es bestaub also n e - ben ber Vaterländischen Front, die nach dem Wunsche Dr. Schuschniggs bie einzige politische Organisation bilden sollte, noch der H e i m ätsch u tz , der unter Führung des Fürsten Starhemberg eine eigene persönliche Zielrichtung verfolgte. Diese Lage drängte 3ur Klärung. Man glaubte im Lager der österreichischen Regierung den Augen- blick für gekommen, als sich in ber Heimwehr Spaltungserscheinungen zeigten. 23er- hanblungen mit Starhemberg scheiterten. Starhemberg berief seine Minister daraufhin aus bem Kabinett. Schuschnigg entschloß sich, bie Wehrverbänbe aufzulösen Es gelang ihm auch, bie Heitmatschutz- Minister Baar-Bahrenfels unb Dr. Drax- l e r von ber Notwenbigkeit ber Konzentration, der Kräfte zu überzeugen. Diese sagten sich Hemberg los. Die Kommentare ber Wo zu ber Auflösung ber Wehrverbänbe betonen bie Konzentration ber Kräfte unb die Be- y« —1 feitiqung des Dualismus in der Staatsführung. Die ausdrückliches Ersuchen haben sämtliche Kameraden, christlichsoziale Reichspost schreib», die österreichisch-1 "’>* Bevölkerung hätte nie verstanden, wenn der Bru- derkamps im Heimatschutz zugelassen worden wäre. Niemand könne auf die wertvolle Kraft verzichten, die in den Heimatwehrformationen versammelt finb. Sie ben Aufgaben einzuorbnen, bie noch größer finb als bie bisherigen, fei bie Bestimmung der Frontmiliz, die in enger organischer Verbindung mit dem Bundesheer zu stehen hat. Die Wiener Neuesten Nachrichten meinen, daß der Schwerpunkt der amtlichen Erklärung, abgesehen von ber schon lange erwarteten Auslösung ber Wehrverbände dort liege, daß die Minister nun keiner anderen Bindung mehr unterliegen als der ihrer verfassungsmäßigen Berufung durch den Bundespräsidenten. Die amtliche Wiener Zeitung stellt fest, baß bie unerfreulichen persönlichen Aus- einanbersetzungen im Heimatschutz ben Ablaus der Rom, 10. Okt. (DNB.) Im Ministerrat machte Mussolini als Wehrminister Mitteilungen über den in der jüngsten Zeit erreichten Stand der militärischen Vorbereitungen Italiens. Danach konttolliere das Generalkommissa- riat zur Herstellung von Kriegsmaterial 12 0 0 Industriebetriebe. Angesichts der Dringlichkeit gewisser Lieferungen, insbesondere für die Luftwaffe unb die Kriegsmarine, werde in vielen dieser Betriebe 60 Wochen stunden gearbeitet. Für den Bau von neuen Lusthäfen in ber Poebene, ferner entlang der adriatischen und der tyrrhenischen Küsten sowie auf Sardinien und Sizilien feien 140 Millionen Lire bereitgestellt worden. Mit ben Arbeiten werde noch im Oktober begonnen. Die Tagesproduktion im Flugzeugbau solle noch gesteigert werden. Neue große Fabrikanlagen werden auf den ausschließlichen Flugzeugmotorenbau umgestellt. Die Zahl ber Schüler ber Fliegerakademie in Caserta werde noch in diesem Jahre verdoppelt. Die Vermehrung der Luftwaffe werde planmäßig vollzogen. Für die Kriegsmarine fei eine E r • Höhung der Effektivbestände auf 60 000 Mann im Gange. Mehrere neue SchifFeinheiten werden in ben italienischen Wersten gebaut Die Neuausrichtung bes Landheeres werde nach dem zeitlich festgesetzten Programm vervollständigt. Auch das Kolonialheer sei in Bildung begriffen. 26 000 Freiwillige hätten sich für die vor einem Monat geschaffene neue Division der „Grenadiere von Savoyen" mit Garnison in Addis Abeba gemeldet. Außerdem werden 30 Bataillone Schwarzhemden zur Ablösung ber aus Ostafrika zurückkehrenden Schwarzhemden-Divisionen in das Kolonialheer eingegliedert. ♦ Die römische Sonntagspresse verzeichnet mit Genugtuung die starke Beachtung, die die Erklärungen Mussolinis gefunden haben. Uebereinftimmenb wird betont, daß Italien ben Frieden wolle, aber den Krieg nicht fürchte. Es arbeite letzte Ehre zu erweisen. Nach dem Abschluß be* Beisetzung sprach Generaloberst Göring ber Witwe bes Ministerpräsibenten Gömbös sein herzliche, ~ - - »8 Viel bemerkt wurde, daß Deutschland vierte Landessprache anerkannt werde, wobei jedoch Deutsch, Französisch und Italienisch bie einzigen amtlichen Sprachen bes Lanbes bleiben sollen. Die Bundesregierung sieht die Freiheit ber Muttersprache als ein unantastbares Recht an. Das Ro» manisch sei eine selbständige Sprache, und die Versuche, daraus einen lombardischen Dialekt zu machen, seien wissenschaftlich abgetan. Ein Volk von 40 000 Seelen, das seine Sprache durch die Jahr- Beileid aus. Viel bemerkt wurde, daß Deutichiano eine besonders zahlreiche MUitärabordnung entsandt hatte, der drei Generale, ein Admiral unb zahlreiche höhere Offiziere angehörten. Als ein Zeichen wahrhaft freundschaftlicher Verbundenheit ist es empfunden worden, daß Ministerpräsident Goring die beiden Oberförster, die dem verstorbenen Mimster- Präsidenten Gömbös in den deutschen Wäldern auf den Hirsch geführt hatten, als Ehrengeleit dem Son- derzuge, der den toten Ministerpräsidenten m die Heimat brachte, zukommandiert hatte. Im Auftrag, des Reichsjägermeisters und der Deutschen Jagerschaft hatte der Oberstjägermeister Scherprng zwei Eichenlaubkränze an bem Grabe nieberaelegt. Die bie Inschrift trugen: „Dem lieben Jagbfreund ber Deutsche Reichsjägermeister" unb „Dem großen Weidmann — Die Deutsche Jägerschaft". Ministerpräsident Generaloberst Göring war Samstag abend mit seiner Begleitung Gast des neuen Ministerpräsidenten Daranyi oeim Abendessen. Fall die Erfüllung eines Rechtsaktes der Gemeinschaft, niemals der Ausdruck eines willkürlichen Verhaltens. Das P o li z e i d i e n st re ch t werde zum Inhalt haben, die Zusammenfassung aller rechtlichen Regelungen, die die persönliche Stellung und die Rechtsstellung der Polizeiangehörigen betreffen. Es umfasse die klare Fundierung des polizeilichen Vorgehens bis zur kleinsten Aktion. Prof. Dr. Höhn berichtete über dieWandlun- gen des Polizeirechtes. Reichsführer SS. und Chef der deutschen Polizei Himmler erklärte, die Polizei sei ein Instrument zum Schutze des deutschen Volkes im Innern und werbe sich auf den Begriff Solbat unb Beamter aufbauen müssen. Daraus müsse ein solb a tisch e s Beamt e n t u m entwickelt werben. Die Polizeweam- ten müßten in einem Geist erzogen werben, baß sie vom Volk als Freunb unb H e l f e r eines jeden einzelnen Volksgenossen angesehen würden. Der Präsident der Akademie, Reichsminister Dr. Frank, hat zu Mitgliedern des Ausschusses berufen: Vorsitzender: Ministerialrat SS.-Standar- ten-Führer Best: stellvertretender Vorsitzender: SS.-Sturmbannführer Prof. Dr. Höhn: Mitglieder: Staatssekretär S t u ck a r t, Prof. D a h m - Kiel, Professor R i 11 e r b u s ch-Kiel, Polizeipräsident F r o b ö s e-Danzig, Regierungsrat Dr. Klopfer, Ministerialrat Eickhofs, SS.-Sturmbann- sührer Müller vom Sicherheits-Hauptamt ber SS., Oberregierungsrat Rebe und Regierungsrat Der gleiche Sender meldet die Einnahme einer Ortschaft 17 Kilometer vor Esvorial, die Zerstörung des Eisenbahnknotenpunktes Aranjuez durch nationale Flugzeuge unb wirksame Luftbombardements gegen Malaga, Alicante, Barcelona und Bilbao. Der kürzlich durch nationale Flieger auf den roten Ministerpräsidenten Caballero unternommene Angriff, als er von einer Besichtigung in Aranjuez im Auto auf der Heimfahrt nach Madrid war unb von nationalen Fliegern gesichtet wurde, die seinen Wagen dann sofort bombadierten, so daß er sich unter eine» Brücke verbergen mußte, hat für die roten Flieger des Flughafens Getafe sehr üble Folgen. Die in den Diensten ber roten Volksfront stehenden Flieger wurden zum Tode verurteilt, da man behauptet, daß sie die feindlichen Maschinen, die das Leben Caballeros in Gefahr brachten, wohl von ihrem Startplatz aus rechtzeitig genug gesichtet hatten, ohne indessen aufgeftiegen zu sein, um die feindlichen Flieger zu vertreiben. Die rote Regierung glaubt, Beweise dafür zu haben, daß dieser Uebersall auf den Wagen Caballero* aufgrund verräterischer Angaben aus ihren eigenen Kreisen erfolgt ist .Man spricht von einem wohlorganisierten nationalen Spio» nagebienft unb bisher unbekannten Rablose n b e r n, die alarmierenbe Nachrichten verbreiten unb ben nationalen Truppen wichtige Hinweise geben. Kleine politische Nachrichten. Der beutsche Botschafter beim Quirinal, von Hassel, hat im Auftrage bes Führers unb Reichs- kanzlers bem italienischen Staatssekretär General Valle unb bem General ber Luftwaffe, Pelle- g r i n i, ben Stern bes Ehrenzeichens bes Deutschen Roten Kreuzes, sowie mehreren Offizieren ber italienischen Luftwaffe bie Erste Klasse unb bas Verbienstkreuz berfelben Auszeichnung überreicht zur Erinnerung an beren kürzlichen Aufenthalt in Berlin unb in Anerkennung berzivi - lisatorischen Serbien ft e ber italienischen Luftfahrt. Der in Bern alle drei Jahre zusammentretende Kongreß der Schweizerischen Gewerkschaftsbundes lehnte in einer fast einstimmig angenommenen Entschließung jedes Zusammengehen oder Zusammenarbeiten mit den Kommunisten ober mit unter kommunistischem Einfluß stehenden Drganifationen.^ab. König Carol von Rumänien fährt am 26. Oktober in Begleitung Außenministers Antonescu, nach Prag. — Nach bem Staatsbesuch in Prag sin- bet eine Jagd in der Hohen Tatra statt. Anfang November kommt König Carol auch mit dem Prinzregenten Paul von Jugoslawien bei Turn-Severin zusammen, wo bie feierliche (Srunbfteinlegung für ben Bau der rumänisch-jugoslawischen Donau- brücke stattjinden soll. führenber Persönlichkeiten von Partei unb Staat fanb bie Grünbung bes Ausschusses für Polizeirecht der Akademie für Deutsches Recht statt. Reichsminister Dr. Frank entwickelte die Grundgedanken des Zusammenwirkens von Polizei und Rechtsinstanz. Der Ausschuß solle auf dem un» ve mietbaren Fundament der nationalsozialistischen Weltanschauung wirken, die nun zum ersten Mal grundsätzlich an den Aufbau eines deutschen Poli-1M e h l h zeirechts herangehe. Der Polizeiakt sei in jedem1 Budapest, 10. Okt. (DNB.) Die Trauerfeier für ben verstorbenen ungarischen Ministerpräsiben- ten Gömbös fanb im Reichstag statt. Der hohe Kuppelsaal ist ganz in Schwarz gehüllt. Ein weißes Kreuz auf schwarzem Grunb beherrscht ben Raum, darunter auf einem hohen Katafalk ber schlichte schwarze Sarg, bebeett mit der ungarischen Nationalfahne. Auf bem Sarge liegen ber Stahlhelm unb der Degen des verstorbenen Ministerpräsidenten, die nach feinem letzten Willen mit ins Grab gelegt werden. Den Sarg umgibt ein Berg von Kränzen. Letzte Ehrenwache hält die Palastwache des Reichsverwesers in rotgolbener Uniform mit goldenem Helm unb trauerumflorten Hellebarben. Pünktlich um 10 Uhr trifft ber Reichsverwe- f e r Admiral von Horthy ein. Der Reichsverweser nimmt Platz, hinter ihm die Vertreter ber auslänbischer Staatsoberhäupter, Ministerpräsibent Generaloberst Goring, Außenminister Graf C i a n o , Bundeskanzler Schuschnigg unb ber Vertreter des bulgarischen Königs, Stoiloff: ferner bie Regierung, die trauernde Familie, bie Erz- Herzöge, ber Kardinalprimas von Ungarn, das Diplomatischen Korps, bie auslänbischen Militäraborb- nungen, barunter Vertreter der deutschen Wehrmacht, der Chef des Generalstabes des Heeres, General der Artillerie Beck unb General der Flieger Staatssekretär Milch, bie ungarische Generalität, bie Rektoren ber Universitäten, bie evangelische Geistlichkeit unb bie Mitglieder bes Reichstages. Die Trauerfeier beginnt mit einem Choral. Eine kurze Anbacht hält sodann ber evangelische Bischof von Budapest, R a f f a y. Anschließend spricht der stellvertretende Ministerpräsident Daranyi, ber in ergreifenden Worten die Persönlichkeit, die großen staatsmännischen Fähigkeiten und Verdienste des verstorbenen Ministerpräsidenten für die ungarische Nation würdigt und dem scheidenden Regierungschef und treuen Freund warme Worte des Abschiedes widmet. Nach ihm nimmt der Präsident des Oberhauses Graf Szechenyi das Wort, dann der Präsident des Reichstages Sztrany- a o s z k y und der Präsident der Partei der nationalen Einheit, Jvady. Das Orchester stimmt sodann den Trauermarsch aus der Götterdämmerung von Richard Wagner Der neuernannte Ministerpräsident Dr. Koloman Daranyi ist 1886 in Budapest als Sohn des ehemaligen Staatssekretärs für Ackerbau Bela Daranyi geboren. Er begann feine Laufbahn in der Ko- mitatsverwaltung. Den Weltkrieg erlebte er als Husarenoberleutnant der Reserve an ber russischen unb ber rumänischen Front. Nach Friedensschluß war er zunächst als Obergespan tätig. Dem Abge- orbnetenhaus gehörte er seit 1927 an. 1928 würbe er an ber Seite bes Grafen Bethlen Staatssekretär im Ministerpräsidium und behielt diesen Posten auch, an. Langsam werden bie Kränze hinausgetragen. Unteroffiziere folgen mit den Drben bes Verstorbenen. Von Unteroffizieren wird sodann der Sarg aus dem Saal getragen, bie Freitreppe bes Reichstages hinunter, an ber Frontkämpferverbände Aufstellung genommen haben. Hinter dem Sarg folgen die Gattin und die Kinder des Verstorbenen, sodann ber Reichsverweser, die Vertreter ber fremden Staatsoberhäupter, das diplomatische Korps, die ausländischen Militärmissionen, die Regierung, die Mitglieder des Obechauses und des Reichstages. Langsam bewegte sich bann der Zug durch die mit schwarzen Fahnen würdig geschmückten Straßen ber Hauptstadt, durch das Spalier ber Truppen unb Frontkämpfer. Auf bem Friebhof erfolgte nach nochmaliger Einsegnung die feierliche Beisetzung unter den Klängen der Nationalhymne. Abgesandte der Heimatgemeinde haben bem verstorbenen Ministerpräsibenten ein Stück Heimaterde gebracht, auf ber ber Sarg ruht. Daranyi zumMinisterprasidenlen ernannt. B u b a p e st, 10. Okt. (DNB.) Der Reichsverweser hat ben bisherigen stellvertretenben Ministerpräsidenten Ackerbauminister Daranyi zum M t - nisterpräsidenten ernannt. Die Ernennung findet in ber Bubapester Presse eine freunblidje Ausnahme. Die Blätter betonen, baß Daranyi bereits seit längerer Zeit bas volle Vertrauen wei- tefter Bevölkerungskreise unb insbesondre bes Reichsverwesers genieße. Der „Pester Lloyb" schreibt, Daranyi werbe in seiner Innenpolitik bem Kurs treu bleiben, ben sein Amtsvorgänger unter Zustimmung bes ganzen Lanbes eingeschlagen hat. Die Methobe ber Staatsführung möge sich änbern, aber bie innenpolitische Richtung ber Regierung werbe unverändert bleiben: Bedächtiger Fortschritt, gesunde Entwicklung des Landes und Verständnis für die Interessen ber lanbwirtschaftlichen Bevölkerung, aber auch Sinn für bie Bebeutung von Industrie und Handel, Bekämpfung der konfessionellen Zwietracht, Wahrung bes sozialen Friebens. Selbstverständlich sei es, baß bie bisherige außenpolitische Richtung unverän- b e r t beibehalten werbe. Die Erfolge, bie Ungarns Außenpolitik aufzuweisen habe, seien oebingt von ber unoeränberten unb ungeschwächten Beibehaltung bes bisherigen Kurses. Daranyi werbe als engster Mitarbeiter von Gömbös zweifellos zwei seiner Hauptaufgaben barin erblicken, bie segensreichen Fäben weiterzuspinnen, bie unter seinem Amtsoorgänger in so glücklicher Weise an- geknüpft worben sind. Werkann als Freiwilliger in -ieWehrmachteinlreten? und sein, eine M i n - Hitler müssen v ö :eter aufweisen und dürfen 10 ze!at auf der Drehbühn- das unheimlich- Maorfch- meisterlichen Führung °n glitzernd. §ch'?b . n g°w°MU^ Aufbam °r führt in die « und ,pr°chl.ch°n «.chl deutet- den Triumph des Theaters Über di- SprS- Räuberklüste der böhmischen Walder und an die de st große von 1,78 Meter ausweise nicht älter als 23 Jahre sein. Don den Bewerbern ist mitzubringen: ein Polizei- v. h. höhere Summe. Verheerender Taifun über den Philippinen. liches Führungszeugnis und ein von einer Parteidienststelle ausgestelltes politisches Zuverlässigteits- zeugnis. Die Musterungen finden statt: in Koblenz: Rheinanlagen 15, 5. SS.-Standarte, am 29. Oktober 1936, 10 Uhr; in Marburg: Robert-Koch-Straße 7, SS.-Dienst» stelle, am 30. Oktober 1936, 14 Uhr; in Kassel: Kölnische Straße 97, SS.-Abschnitt XXX, am 31. Oktober 1936, 14 Uhr. Die aus Hlanila berichtet wird, suchte einer der schwersten Taifune in der Geschichte der Philip- pinen die Insel Luzon heim. Das Unwetter richtete furchtbare Verwüstungen in dem Landes- innern an. Es verursachte riesige Springfluten in der Bucht von Manila und ließ viele Flüsse über ihre Ufer treten. Dabei wurden in den Provinzen Vueva Ezija und Pamana ganze Dörfer weggeschwemmt. Bisher wurden 5 0 Leichen geborgen. 400 Personen werden vermißt: sie sind wahrscheinlich ertrunken. Große Mengen Vieh wurden getötet. Der Schaden ist noch nicht abzu- fehen, da die Verbindungen mit der Unwetter- gegend unterbrochen sind. Die Totenzahl wachst stündig. Der Taifun wütete über 40 Stunden ununterbrochen und zog nur wenige Kilometer an Manila vorbei. Buenos Aires—Frankfurt a. M. in 78 Stunden. Die mit der Lufthansa am Sonntagnachmittaa in Frankfurt am Main aus Südamerika eingetroffene Luftpost ist von Buenos Aires aus genau 7 8 Stunden und 1 Minute unterwegs gewesen. Die Flugzeuge haben in dieser Zeit insgesamt 14 000 Kilometer durchflogen und den Ozean wie allwöchentlich überquert. Die Siegerpaare in der Deutschen Tanzmeisterschaft 1936. Bei der Deutschen Tanzmeisterschaft 1936, die im Kurhaus zu Wiesbaden ausgetragen wurde, ging das Münchener Paar Herr Lottersberger/ Frl. B öckel als Sieger hervor und errang damit gleichzeitig den vom Reichsverband zur Pflege des deutschen Gesellschaftstanzes gestifteten Wanderpreis. Den zweiten Platz belegten Herr Klumverg und Fräulein Kevel, den dritten das Geschwifterpaar H o n n a y, beide Paare aus Köln. Kreuzer „Emden" zur Ausbildungsreise ausgelaufen. Bei strahlendem Herbstwetter hat der Schulkreuzer „Emde n" am Samstag seinen Heimat- Hafen Wilhelmshaven zu einer "15.br monatigen Ausbildungsreise verlassen. Nachdem der Kreuzer seinen Liegeplatz verlassen und an der Aites und neues, ernstes und heiteres Schauspiel Theaterbrief aus der Zieichshauptstadt. Die drei Häuser der Volksbühne (Theater am Horft-Wesfel-Platz, am Nollendorfplatz, in der Saarlandstrahe) treten unter neuer Leitung in diese Spielzeit. Eugen Klöpfer, der als Generalintendant die Leitung der Bühnen übernommen hat, beginnt seine Wirksamkeit im Theater am Horst-Wessel-Platz mit der Einstudierung der „Räude r", einer Aufführung, die in einer geschickten dramaturgischen Zusammenfassung nichts Wesentliches von Schillers stürmendem Jugenddrama schuldig bleibt, auch solche Szenen nicht, denen man sonst gerne ausweicht. Benno v. Arent In der Ausführung des Deutschen Theaters ersetzte die Bühne aus eigenen Mitteln, was der Text nicht mehr hergibt. Daß die Vorstellung nicht zu einer trockenen Stunde Literaturgeschichte wurde, sondern ein Abend unbeschwerter Heiterkeit, getragen von der lachenden Zustimmung des Publikums, das ist ein Verdienst des Spielleiters Ernst Karchow und seines Bühnenbildners Ernst Schütte. Dieser stellte eine schelmische Szenerie des Rokoko in bauklötzchenhafter Stilisierung auf die Bühne und holte sich beim Kreisen der Drehscheibe für diese formenkühne und farbenschöne Augenweide einen Sonderapplaus. Karchow glättete den Text, half ihm an sprachlicher Durch- schlagskraft nach und war auch in der vervoll- ständigenden Bearbeitung nicht zimperlich. Was das prachtvoll ausgeglichene Ensemble unter seiner <*?•_<.----- an glitzernden, mimischen *' " ')tem bot, be- Das Deutsche Theater stellt einen ausgesprochenen Erfolg an den Beginn: Gerhart Haupt- manns neues Werk: „Hamlet in Witten- b e r g", mit dem Hauptmann einen, seinen ersten Teil zu Shakespeares „Hamlet" geschrieben hat, ohne damit den Anspruch zu erheben, mit dem „unsterblichen Briten" in Wettbewerb zu treten. So empfängt das Schauspiel Wärme und Stärke von Shakespeares Hamletgestalt, seinem Wesen und vorbestimmten Schicksal, dessen Schatten schon jetzt den Helden verdunkelt, da er auf der Wittenberger Hohen Schule weilt. Hauptmann sieht ihn, wie er durch die Liebe zu dem Zigeunermädchen Hamida verzaubert wird, wie er sich müht, sich aus Jugendirrungen zu befreien, um sich einer harten Aufgabe wert zu zeigen, die sich schon ankündet und ihn am Ende zu einem neuen Leben nach Dänemark ruft: So wird das Schauspiel der Abschied eines Jünglings von seiner Jugend. Ein gestaltenreiches, großes, farbiges Theater: Mittelalterliche Daganten, geheimnisvolle Kavaliere, Tanz, Rosenfest, Freudenhaus — dazwischen die Gestalt des alten Me- lanchthon (Theodor Loos), eines verkommenen Scholaren (Otto Wernicke) und als Hamlet Albin Skoda, der sich den wechselnden Stimmungen des Dänenprinzen wundervoll einfühlt. Seine Gegenspielerin: Lizzi W a l d m ü l l e r als Hamida. Das Deutsche Theater holte auch Shakespeares „Verlorne Liebesmüh", ein Lustspiel aus der zeitlichen Nachbarschaft der „Komödie der Irrungen^ und der „Beiden Veroneser", hervor und spielte es in der Prosaübertragung des Goethefreundes I. R. M. Lenz unter dem Titel „Amor vinci t omnia“ (Die Liebe besiegt alles). Es ist ein Stück barocken Gesellschaftstheaters, das von den Witz- und Wortgefechten lebt, die damals wie ein Sport betrieben wurden. Sind die Wortverdrehungen und die zeitgemäßen Anspielungen auch für den besten Uebersetzer kaum ins gegenwärtige Deutsch zu übertragen, so dürfte man von der ziemlich rohen Prosabearbeituna Lenzens von vornherein kein funkelndes Dialogspiel erwarten. Den genialischen Stürmer und Dränger reizte an dieser frühen Komödie des bewunderten Briten die überlegene Ironie, mit der Shakespeare die gezierte Konvention, die gelehrt scheinende Schnörkelei ad absurdum und die Natur zum Siege führt. Berlin, im Oktober. Mit einer eigenartigen und bedeutsamen Leistung tritt das Staatstheater am Gendarmenmarkt in die neue Spielzeit. Es gibt von dem als Dramatiker kaum bekannten Knut Hamsun das selten gespielte Schauspiel „An des Reiches P f o r t e nv', das im Jahre 1895 entstand. Ein bitterböser Titel, denn an den Toren zu Macht und Besitz stehen bei Hamsun die Menschen, die den idealen Träumen ihrer Jugend Lebewohl sagten, die sich der herrschenden llberalistischen Richtung anbequemten und ihre Ueberzeuaung verleugneten. So hat es einst der alte Professor Gylling getan, so tat es eben der junge Dr. Jerven, und der wendige Journalist Bondesen ist ohnehin in allen Lagern zu Hause. Nur der Kandidat Kareno vermag nicht zu „retrübieren"; er widerruft nicht, obwohl er von Armut bedrängt wird, obwohl die Liberalen ihn durch Versprechungen und Drohungen zu bewegen suchen. Wofür ihm ein vernichtender Lohn wird: Die lauen Freunde wenden sich von ihm ab, seine Frau geht mit dem Journalisten davon, sein Haushalt wird gepfändet, er ist bürgerlich tot. Unter der Leitung von Lothar M ü t h e I werden diese vier Akte ein schlechthin vorbildliches Kammer- spiel, das alle Hinterhältigkeiten, Verstecktheiten und die zwischen den Worten schwebenden Spannungen des bohrenden Hamsun-Dialogs bis in jeden Satz, in jede Bewegung ausdeutet und ausleuchtet, eine theatralische Filigranarbeit, aber durch so viele Proben gegangen, daß auch der letzte Rest aller Künstlichkeit von ihr gefallen ist. Ein wundervoll ausgewogenes Zusammenspiel, das zur Hauptsache von Müthel selbst und von Luise Ullrich getragen wird, aber auch von den anderen: Claus Clausen, ein bleicher, vom Gewissen gepeinigter Abtrünniger, Hannsgeorg Laubenthal, der Journalist, und Paul Bildt, der alte „liberale" Professor, die verknöcherte Unduldsamkeit. Traugott Müller hat um diese Vorgänge einen Jugendstilsalon gebaut, der die Atmosphäre des Dramas auffängt und abspiegelt: er spielt mit. * Eindrücke aus anderer Welt im Theater am Kurfürstendamm: eine Art dramatischer Reportage aus dem Artistenleben, die der Verfasser Georg Fraser nach Studien in hiesigen Varietes schrieb: „R e a e n b o g e n". Es gelingt ihm etwas wie ein Anschauungsunterricht über das Dasein der Artisten, das er sachlich, nüchtern und ohne die übliche romantische Bajazzoverklärung zeigen möchte. Es geht um den Bestand der Truppe der „Drei Regenbogen-Zisters", der durch „Morus, den Verächter des Todes" bedroht wird, bis sich nach Überstandener Gefahr die drei Mitglieder um so fester zusammenfinden. Die farbige und geschickte Regie Fritz Holls kann den sentimentalen und verschwommenen Schluß nicht verdecken, sie bewährt sich aber an Agnes Straub, die sehr beherrscht und maßvoll erscheint, und an Walter Rilla, der den todesoerachtenden Kunstschützen mit Takt und Wärme spielt. * Bo- digkeit der textlichen Grundlage. Bruno Hübner, Wilfried Seyferth, Hans B r a u s e ro e tt c r, Paul Verhoeven und Karin Evans seien als hervorragende Glieder der vorbildlich geschlossenen Spielgemeinschaft genannt. * Nach wechselvollen Schicksalen öffnete auch das Schiller-Theater in Charlottenburg wieder eine Pforten. Hinter dem Unternehmen steht jetzt )ie Stadt Berlin mit einem finanziellen Zuschuß. Ein ausgesprochener Erfolg wurde die erste Vorstellung. Mit der Berliner Erstaufführung des Schauspiels „Der andere Feldherr' von Hanns G o b s ch am Geburtstage Hindenburgs setzte sie zugleich dem russischen Armeeführer Samsonow ein ehrenvolles Denkmal uqd ließ aus der Verzweiflung des unglücklichen Gönerals die Apotheose des Siegers von Tannenberg aufsteigen. In sauberer, dramaturgischer Arbeit zeigt Gobsch die Zusammenhänge der Schlacht bei Tannenberg von Der russischen Seite. Die Niederlage erscheint ebenso sehr als Folge der überlegenen deutschen Kriegskunst wie als verhängnisvolle Wirkung der Uneinigkeit in den obersten russischen Befehlsinstanzen. Indem Samsonow wider bessere Einsicht zum Kadavergehorsam gezwungen wird, ersteht eine Tragödie der Passivität, deren einzelne Phasen bis zum Zusammenbruch des Armeeführers die Stationen die- es Schauspiels bilden, lieber die Gemeinplätze des Dialogs spielt Heinrich George als Samsonow glücklich hinweg. Er gestaltet mit stärkstem inneren Einsatz die seelische Tragödie eines im Mark getroffenen Offiziers und erringt dem Autor einen jubelnden Premierenerfolg. In der klaren, auf militärische Knappheit bedachten Aufführung Ernst Stahl-Nachbaurs müssen bie übrigen Personen notwendigerweise Stichworte bringende Randfiguren bleiben. Jac- Kunst und Wissenschaft. Zwei Zeitschriften verboten. Berlin, 11. Oft. (DNB.) Der Reichsmini- st er für Volksaufklärung und Propaganda hat die im Verlage Albert Langen-Georg Müller in München erscheinende Zeitschrift „D a s innere Reich" und die von E. F. von Gordon herausaegebene Zeitschrift „Der Querschnitt" bis auf weiteres verboten. „Das innere Reich' brachte in seiner Augustnummer einen Aussatz „Friedrich der Große" von Rudolf Thiel, der eine gemeine, niederträchtige Besudelung und Verhunzung des Charakters Friedrichs des Großen darstellt. — „Der Querschnitt" brachte in feiner Septembernummer unter der Ueberschrist „F r e m d- Wörterbuch" eine Zusammenstellung von bös- : artigen intellektualistischen, zum Teil geradezu staatsfeindlichen Verirrungen. — Gegen die in । Frage kommenden Schriftleiter und Verfasser ist ein Verfahren vor dem Berufsgericht einge- leitet worden. 10. Jeder Bewerber darf sich grundsätzlich nur b e i einem Truppenteil melden. Es wird dringend empfohlen, die Einstellungsgesuche so früh wie möglich einzureichen. Bewerber, die sich erst kurz vor Meldeschluß (für die HerbsteinsteUung 15. Jaruar 1937) bewerben, laufen Gefahr, infolge Besetzung aller freiwilligen Stellen nicht mehr berücksichtigt zu werden. 11. Einstellungsanträge beihöherenmilitä- rischen oder staatlichen Dienststellen sind zwecklos. Sie verzögern nur die Bearbeitung zum Nachteil des Bewerbers. 12. Das für den Wohnsitz des Bewerbers zuständige Wehrbezirkskommando oder Wehrmeldeamt erteilt auf Anfrage weitere Auskünfte. Dort ist auch ein Merkblatt für den Eintritt in den gewünschten Wehrmachtteil (Heer, Kriegsmarine, Luftwaffe) das alles Wissenswerte enthalt, kostenlos zu eryalten. Freiwillige für die Le»b- ftandarte GG. Adolf Hitler. Musterungen in Koblenz, Marburg und Kassel. LPD. Für die zur Zeit stattfindenden Einstellungen von Freiwilligen in die Leibstandarte SS. Adolf Hitler finden am 29. Oktober 1936 in Koblenz, am 3 0. Oktober in Marburg und am 31. Oktober in Kassel Musterungen statt. Bewerber, die sich bisher noch nicht wegen ihrer Einstellung in die Leibstandarte SS. Adolf Hitler unmittelbar an diese gewandt haben, können sich an den nachfolgend angegebenen Tagen und Musterungsorten unmittelbar beider Musterungskommission der Leibstandarte melden und zur Musterung oorstellen. Die Bewerber für die Leibstandarte SS. Adolf tenverbänden Bewerber, die den Nachweis von Kenntnissen im Aufnehmen von Morsezeichen erbringen. 8. Kriegsmarine: a) der größte Teil der Freiwilligen wird für den Flottendienst eingestellt, und zwar je nach Laufbahn im Januar, April, Juli oder Oktober, daneben einige Freiwillige für den K ü st e n d i e n ft (See) im April und Oktober und für den Küstendienst (Land) im Oktober. b) Dienstzeit im Flottendienst: vier Jahre zuzüglich eines Ausbildungszuschlages, der ein Jahr nicht übersteigt; im Küstendienst zwei Jahre. c) Meldungen sind jederzeit, möglichst ein Jahr vor dem gewünschten Einstellungstag mit dem Vermerk „Flottendienst" oder ,Küstendienst", ge- gebenen falls unter Angabe der gewünschten Laufbahn zu richten an den II. Admiral der Nordsee (Einstellung) in Wilhelmshaven oder an den II. Admiral der Ostsee (Einstellung) in Kiel. d) Bevorzugt eingestellt werden: Handwerker aller Art, besonders aus der Metallindustrie. 9. Luftwaffe: a) Einstellung von Freiwilligen erfolgt im Oktober 1937 bei der Flieger- und Luftnachrichtentruppe, außerdem im Avril 1937. b) Dienstzeit bei her Flieger- und Luftnack- richtentruppe: 4% Jahre, für eine begrenzte Zahl der Freiwilligen 2 Jahre, bei der Flakartillerie und Regiment General Göring 2 Jahre. c) Meldungen find von Bewerbern für die Frühjahrseinftellung 1937 bis spätestens 1. 12. 1936, für die Herbsteinstellung 1937 bis spätestens 15. 1. 1937 einzureichen: Für die Fliegertruppe an die Fliegerersatzabteilungen, außerdem an alle anderen Truppenteile der Fliegertruppe (Fliegergruppen, Schulen usw.), für die Flak-Artillerie an die Flakabteilungen, für die Luftnach richte n t r u p p e an Die Luftnachrichtenabtetlungen und Luftnachrichten-Ersatzabteilungen, vorläufig auch noch an die selbständigen Luftnachrichtenkompanien und .Ersatzkompanien, für das Regiment General Görina an dieses Regiment und an Luftkreiskommandos II bis VII. Sind dem Bewerber die für ihn in Betracht kommenden Truppenteile nicht bekannt, so kann er sie bei seinem zuständigen Wehrbezirkskommando oder Wehrmeldeamt erfragen. d) Bevorzugt eingestellt werden: Handwerker aller Art, besonders auL, der Metallindustrie. Bewerber, die beriets an emem Lehrgang einer Motorsportschule des NSKK. teilgenommen haben oder sich zur Ableistung eines derartigen Lehrganges vor dem Diensteintritt verpflichten. lieblichen, sonnenbeschienenen Flußtäler Frankens. Wichttger, daß der Geist, der die Aufführung durchdringt, von einem einheitlichen Willen getragen wird, daß Schillers Ethos aus dem Spiel überzeugend und hinreißend deutlich wird. Klöpfer stellt neue Gesichter vor: Renä Seligen als Franz, Gustav Knuth als Karl, Ruth T r u m p p als Amalia. Alexander G o l l i n g ragt aus den Räubergestalten durch die überaus charakteristische Gestaltung seines Spiegelberg hervor. Ein äußerst verheißungsvoller Auftakt. G. B. mitzubringen. b) Bereits gemusterte Bewerber: Die Ausstellung eines polizeilich beglaubigten Wehrpaßauszuges. Vordrucke sind bei der polizeilichen Meldebehorde erhältlich. 6. a) Die Meldung zum freiwilligen Eintritt erfolgt bann grundsätzlich nur bei dem Truppen- (Marine) teil, bei dem der Bewerber eintreten möchte. Im einzelnen: Für Heer siehe Ziffer 7c; für Kriegsmarine siehe Ziffer 8c; für Luftwaffe siehe Ziffer 9c. Die Wahl des Wehrmachtsteils (Heer, Kriegsmarine, Luftwaffe), der Waffengattung und des Truppen (Marine) teils steht dem Bewerber mit gewissen Einschränkungen frei. Angehörige der seemännischen Bevölkerung dürfen sich nur bei Marineteilen, Agehörige der fliegerischen Bevölkerung nur bet Truppenteilen der Luftwaffe melden. Zur Kriegsmarine können sich Bewerber aus dem ganzen Reich melden. Bei Heer und Luftwaffe ist die Einstellung in der Regel nur bei Truppenteilen möglich, deren Standort in der Nähe des Wohnsitzes des Bewerbers liegt. Ausnahmsweise dürfen außer im zuständigen Bereich sich melden: _ a) Bewerber aus dem ganzen Reich. Für Heer: Bei Truppenteilen in Groß-Berlin und Potsdam, bet der Gebirgsbrigade (München), bei der Unter- offizierfchule Potsdam-Eiche. Für Luftwaffe: Bel Truppenteilen im Luftkrets VI unb Regiment General Görig (bei letzterem mit Ausnahme von Oft- '"^Freiwillig- aus Groß-Berlin Für Heer: Bei Truppenteilen im Wehrkreis I, II, III, 1. bis 3. $an zerdivision. Für Luftwaffe: Bei Truppenteilen mt Vaus Wehrkreis VI. Für Heer: Bei Trupp-nt-ile/im Wehrkreis l. Für Luftwaffe: Bei Truppenteilen im Luftkreis I. d) bem schriftlichen Etnstellun g s g e s u ch Uniform (Größe 3,7X5,2 cm). a) Einstellung von Freiwilligen erfolgt im Oktober 1937. b) Dienstzeit zwei Jahre. __ ern. c) Wahlder Waffengattung Infanterie (S ch ü tz e n - K p., Ma s ch i e w K (m atV tanteriegeschütz-Kp,, Panzerabwehr^ Kp Artillerie Nackrichtenzug, R Beobachtungsabtei- ung?Nebelttuppe Kraftfahrkampftruppe, Pioniere, etisr as@t Kavallerieregiment, Abteilung), be , 1935 'm "^Vnuar $»7«"Ä' bis 15. Ian uar , & Bewerber KW 3$Ctrad)t tommenben Truppenteile enhJr "fkh Aur Ableistung eines derarti- Umganges »or 'dem Lsteintritt oerpflich- ?en Merifteuen unb Mnnten Truppenteüen Bewerber, bie den Reiterschem besitzen. Bel Pro Nieren Bewerber, die Schiffer sind °d^ den Nachweis wassersportlicher Dorbllbung erbringen können — soweit sie nicht der feemanmschen Bevölkerung anaehören, oder Zugehörige der Teno sind, bei ^Nachrichtenabteilungen oder Truppennachrich- Berlin, 10. Okt. (DNB.) Das Reichskriegsministerium gibt bekannt: 1. Für den Eintritt als Freiwilliger in die Wehrmacht kommen in der Regel nur Wehrpflichtige Dom vollendeten 18. bis zum vollendeten 2 5. Lebensjahr in Frage. Stichtag für die Berechnung des Lebensalters für den Eintritt im Herbst 1937 ist der 15. Oktober 1937. Abweichend hiervon werden eingestellt: a) beim Heer: Für die Unteroffizierschule Potsdam-Eicke Wehrpflichtige vom vollendeten 17. bis zum vollendeten 20. Lebensjahr, b) bei der Kriegsmarine: Für den F l 01 - tendienst Wehrpflichtige vom vollendeten 17. bis zum vollendeten 23. Lebensjahr, c) bei der Luftwaffe: Für bie Fliegertruppe (einschl. Sanitätsdienst) Wehrpflichtige vom vollendeten 17. bis zum vollendeten 23. Lebensjahr, für die Luftnachrichtentruppe Wehr- «e vom vollendeten 17. bis zum vollendeten ensjabr. 2. Freiwillige des Geburtsjahrganges 1915 und jüngerer Geburtsjahrgänge müssen vor der Einstellung ihrer Arbeitsdienst- pflicht genügen. Sie werden behördlicherseits zum Arbeitsdienst eingezogen, nachdem ihre Annahme als Freiwillige bei einer Einheit der Wehrmacht erfolgt ist. 3. Bewerber aus den Geburtsjahrgängen 1917 bis 1919 bzw. 1920 werden nur dann eingestellt, wenn sie besonders geeignet sind und länger als zwei Jahre in der Wehrmacht dienen wollen. Von dieser Forderung zur Bereiterklärung für eine längere Dienstzeit Darf nur bet solchen Bewerbern abgesehen werden, denen durch spätere Erfüllung ihrer Arbeitsdienst- und Wehrpflicht für ihre Berufsausbildung ein beträchtlicher Nachteil erwachsen wurde. 4. Als weitere Voraussetzung für die Einstellung gilt, daß der Bewerber a) die deutsche Staatsangehörigkeit (Reichsangehörigkeit) besitzt, b) wehrwürdia ist, c) tauglich 1 oder 2 für den Weyrdienst ist, a) nicht unter Wehrpslicktaus- nahmen fällt, e) nicht Jude oder jüdischer Mischling ist, f) gerichtlich nicht vorbestraft unb auch sonst unbescholten ist, g) unverheiratet ist. Größe im allgemeinen nicht unter 1,60 Meter. Notwenbige Zahnbehandlung ist vor der Einstellung durchzuführen. Minderjährige bedürfen zum freiwilligen Eintritt der Genehmigung ihres gesetzlichen Vertreters. Bewerber, die diesen Bedingungen nicht entsprechen, können nicht eingestellt werden. 5. Dor der Meldung zum freiwilligen Eintritt haben bei der zuständigen polizeilichen Meldebehörde persönlich zu beantragen: a) nicht gemusterte Bewerber: die Ausstellung eines Frelwilligenschoines zum Eintritt in den aktiven Wehrdienst. Zwecks Ausstellung des Freiwilligenscheines melden sich die noch nicht ge - musterten Bewerber persönlich bei der zuständigen polizeilichen Meldebehörde zur Anlegung des Wehr- ftammblattes. Personalpapiere unb von Minber- jährigen bie schriftliche, amtlich beglaubigte Erlaubnis des gesetzlichen Vertreters sind zur Anmeldung Deulfchlanbreife des Londoner philharmonischen Orchesters. Botschafter von Ribbentrop hat das Londoner philharmonische Orchester unter Leitung von Sir Thomas B e e ch a m, der gleichzeitig Leiter des Londoner königlichen Opernhauses Convent Gardep ist, zu einer Konzertreise nach Deutschland eingeladen. Sir Thomas Beech am und das Londoner philharmonische Orchester werden im Laufe des November ihre Reise nach Deutschland antreten und in Berlin sowie in verschiedenen deutschen Städten Konzerte geben. Reichsgerichtsprasidenl Dr. Vumke Dorsihender der Neuen Vachgesellschaft. Die Neue Bachgesellschaft (E. V., Sitz Leipzig) hat den Reichsgerichtspräsidenten Dr. Dr. Erwin Bumke zum Vorsitzenden berufen an Stelle des aus Gesundheitsrücksichten von diesem Amte zurückgetrete- nen Reichsgerichtspräsidenten i. R. D. Dr. Walter Simons. Aus aller Welt. Großer Erfolg des ersten Eintopf- fonntagö im WHW. 1936/37. Berlin, 11. Ott. (DNB.) Der erste Einlopf- fonntag des WHW. 1936/37 brad)fe in Groß- Berlin einen Betrag von 401 390,15 d. h. eine im Vergleich mit Oktober 1935 um etwa dritten Einfahrt festgemacht hatte, ging der Kommandierende Admiral Schultze mit seiner Begleitung an Bord, um die Seeklarrnel'dung des Kommandanten der „Emden" Kapitän zur See Lohmann entgegenzunehmen. Auch die Ober- dürgermeister der Jadestädte und der Bürgermeister der Patenstadt Emden sowie ein Vertreter der Kreisleitung waren erschienen, um Besatzung und Schiff glückliche Fahrt zu wünschen. Dann warf die „Emden" die Leinen los und unter den ver- trauent Klängen des „Muß i' denn..." fuhr der Schulkreuzer „Emden", begleitet von den Jubelrufen der Abschied winkenden Menge, aus dem Hafen. Verschollener schwedischer Dampfer in Riga eingetroffen. Entgegen den in den letzten Tagen in Riga gehegten Befürchtungen ist der kleine schwedische Dampfer „Anna Greta" nicht untergegangen, sondern in Riga eingelaufen. Wie die Reederei des Dampfers mitteilt, hatte der Dampfer kurz nach seinem Auslaufen aus Gdingen einen Maschinenschaden, der es der Schiffsleitung geboten erscheinen ließ, den Sturm in einem Hafen abzuwarten. Die „Anna Greta" lief daraufhin Hela an, und ging erst nach Ablaufen des Sturmes und Ausbesserung der Maschine wieder in See. Infolge dieser Verspätung war sie seit mehreren Tagen überfällig. Der schweizerische Grenzschutz. Basel, 6. Okt. (DRB.) Dor der Annahme der neuen Truppenordnung durch den Schweizerischen Nationalrat machte Bundesrat M i n g e r , der Leiter des Militärdepartements, Angaben über den verstärkten Grenzschutz. Die Truppenordnung sei darauf bedacht, die Bereitschaft dieser stark bewaffneten Grenzschutztruppe auf die h ö ch st e Stufe zu bringen. Bis dieses Ziel erreicht sein werde, sollten ständige Grenzschutzkompanien geschaffen werden. Eine dieser Kompanien soll noch in diesem Jahr gebildet werden, andere würden folgen. Die Grenze werde in Divisionsbezirke eingeteilt. Der Grenzschutz sei unabhängig von den Truppen; er könne getrennt mobilisiert werden und innerhalb weniger Stunden auf dem Posten sein. Die höchste Alarmbereitschaft erreichten die sogenannten leichten Brigaden, denen auch Kavallerie zugeteilt sei. Die Divisionen seien leichter als bisher. Ihre Zahl werde von sechs auf neun erhöht, wozu drei Gebirgsbrigaden als selbständige Einheiten kämen. Neu ist die Unterteilung der Landwehr in erstes und zweites Aufgebot. Das Armeekorps bilde nunmehr die operative Heereseinheit. Vorläufig würden drei Armeekorps aufgestellt, ein viertes könne durch den Bundesrat geschaffen werden. Für die Flie- gerwaffe würde einstweilen eine provisorische Organisation geschaffen. Der Luftschutz werde einen verantwortlichen Leiter mit selbständigen Kompetenzen erhalten. Durch die Abwertung werde die Anschaffung auswärtigen Rüstungsmaterials verteuert, dadurch sei eine Erhöhung der dafür vorgesehenen Kredite erforderlich. Kleine politische Nachrichten. Der Bundesführer des Reichskolonialbundes teilt mit: Die Reichskolonialtagung 1936 in Breslau wird verschoben. Ein neuer Termin wird noch bekanntgegeben, (gez.) Franz v. Epp, Bundesführer des Reichskolonialbundes. * Wie die „Münchner Neuesten Nachrichten" aus vatikanischen Kreisen hören, erlitt Papst Pius XL cm späten Freitagabend einen leichten Schlaganfall, nachdem der Achtzigjährige noch am Morgen fünf Audienzen gewährt hatte. * Wie „Briva Seme" berichtet, wird sich der lettische Außenminister auf der Rückreise von der Völkerbundstagung in Genf nach B e r - l i n begeben, wo er zwei bis drei Tage zu verweilen beabsichtigt. ________________ Ein „Haus Chile" für Berlin. Zur Festigung der deutsch-chilenischen Beziehungen. Von unserem W. G.-Serichierstaiier. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Fräulein Margarita Johow, eine deutschstämmige Chilenin, die zu den hervorragendsten südamerikanischen Pädagoginnen gehört, wurde als erzieherischer Beira t an die chilenische Botschaft der Reichshauptstadt berufen. Fräulein Johow hatte die Liebenswürdigkeit, unserem Vertreter in Santiago, der chilenischen Hauptstadt, einige Angaben über den Sinn ihrer ehrenvollen Berufung zu machen. Santiago de Chile, im August 1936. Manches Beispiel könnte dafür angeführt werden, wie sich letzthin die freundschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Chile in immer stärkerem Maße gefestigt haben. Durch die Erhebung der deutschen Gesandtschaft in Santiago zur Botschaft und den entsprechenden chilenischen Schritt in Berlin ist eine Zeit neuer wertvoller Zusammenarbeit zwischen beiden Nationen eingeleitet worden. Wir können das auf allen Gebieten beobachten. Was die politische Entwicklung anlangt, so gibt es auf beiden Seiten nur Hochachtung vor der Arbeit des befreundeten Landes. Auf dem Gebiet der Wirtschaft sehen wir einen sich ständig steigernden Austausch: deutsche Jn- dustrieerzeugnisse für Chile und chilenische Rohstoffe und landwirtschaftliche Erzeugnisse für Deutschland — das ist ein Handelsverkehr, der sich zum Vorteil beider Länder immer erfolgreicher gestaltet hat. Heute ist Deutschland Chiles bester Kunde, und umgekehrt steht das Reich an der Spitze aller Länder auf der Liste der chilenischen Einfuhr. Nicht weniger erfreulich entwickelt sich der kulturelle Austausch Deutschland—Chile. Fräulein Margarita Johow, eine der befähigtsten Pädagoginnen des Landes, die einer angesehenen deutschen Wissenschaftlerfamilie entstammt — ihr Vater gehörte zu jenen deutschen Professoren, die Ende des vorigen Jahrhunderts in den chilenischen Staatsdienst berufen wurden — ist als „Edicto Educacional" an die chilenische Botschaft in der Reichshauptstadt berufen worden. Der Einfluß deutscher Erziehungskunst im Schulwesen Chiles setzte mit einem Schlag annähernd vor 50 Jahren ein, als die chilenische Regierung unter der Präsidentschaft Balmacedes ihre diplomatischen Vertreter in Berlin und Wien beauftragte, deutsche und österreichische Kräfte für die chilenischen Lehranstalten zu verpflichten. Diese Handlung des Präsidenten Balmaceda war denkbar großzügig und weitblickend, verdankt Chile ihm doch seinen noch heute geltenden pädagogischen Vorrang in ganz Südamerika. Die Schüler und Schülerinnen dieser ersten Pioniere deutscher Pädagogik sind es, die das Wissen um die deutschen Erziehungswege heute in Chile weitertragen. Sie sind zusammen mit den deutschen Professoren und Lehrern Glieder der deutschen Kette, die sich durch den gesamten chilenischen Unterricht zieht. Mit dem Krieg wurde ganz Südamerika von der nordamerikanischen Propagandawelle überflutet. Auch in Chile erfolgte so eine zwangsweise Zurückdrängung des deutschen Einflusses. Erst im Jahre 1927 besannen sich die chilenischen Unterrichtsbehörden wieder verstärkt auf die Deutschen. Sie holten sich noch einmal eine Gruppe von deutschen Hochschullehrern, die ihre Erfahrungen in den Dienst der chilenischen Bildung stellten. Sie wirken bis heute weiter als Wegbereiter neuzeitlicher deutscher Wissenschaft in Chile. In dem gleichen Jahre wurden auch einige chilenische Pädagogen nach Deutschland entsandt zur Vervollkommnung ihrer beruflichen Kenntnisse. Eine weitere Einwirkung deutscher Lehr- kunst in den chilenischen Schulen dürfte f e ch s chilenischen Lehrern Vorbehalten sein, die sich seit nunmehr vier Jahren in Deutschland aufhalten, um an den Pädagogischen Akademien und Universitäten ihre Fachkenntnisse zu bereichern. Sie gedenken Ende des Jahres an den deutschen Hochschulen zu promovieren und werden sicherlich, in ihre Heimat zurückgekehrt, das von ihnen erworbene deutsche Wissen und Können nutzbringend anwenden. Die glänzenden Erfolge, die durch alle diese deutschen und deutsch eingestellten Pädagogen erzielt wurden zum Wohle und Gedeihen der chilenischen Kultur und die für deutsches Geistesgut werben, haben es vermocht, immer wieder nach neuen Formen dieser Beziehungen zwischen Chile und Deutschland zu suchen. Durch die zur Zeit bestehende Devisenbewirtschaftung bedingt, hat man neuerdings den Austauschweg gewählt. Demnach ist für das Jahr 1937 ein Austausch in der Kunst - schule von Santiago in der Art geplant, daß einig'6 der chilenischen Lehrer dieser Anstalt in Deutschland weiter st udieren und die dadurch freigewordenen Lehrstellen durch deutsche Lehrkräfte ersetzt werden. Zu gleicher Zeit wird ein ähnlicher Austausch in der Bildenden Kunst verwirklicht. Drei chilenische Künstler: ein Maler, ein Bildhauer und ein Kunstgewerbler werden für zwei Jahre nach Deutschland geschickt und dafür ein deutscher Akademieprofessor an die Es- cuela de Bellas Artes in Santiago verpflichtet. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird sich nun in allernächster Zukunft dieser Kulturaustausch zwischen Chile und Deutschland noch weiter ausbauen lassen. Und auf diesem Wege ist die Berufung von Fräulein Johow eine wichtige Etappe. In Berlin soll eine „Casa Chile" errichtet werden, ein „Haus Chil e", das Stützpunkt der deutsch- chilenischen Zusammenarbeit werden soll. Alljährlich sollen in Zukunft zwanzig berufstätige Chilenen nach Deutschland gesandt werden, wo sie sich in ihren Fächern bis zur Vollkommenheit weiterbilden können. Diese Berufstätigen werden in Berlin unter der pädagogischen Aufsicht von Fräulein Johow stehen. Die Betreuung wird in der „Casa Chile" erfolgen, um sich besser und schneller unter erfahrener Führung dem Leben und dem Umgang in der Reichshauptstadt anpassen zu können. Diese jungen Menschen werden solange in Berlin verweilen, wie es für ihre berufliche Ausbildung erforderlich erscheint und auch mit allen Erleichterungen zu reHnen haben, die einen sicheren Fortgang der Studien gewährleisten. Die Auswahl soll lediglich nach den Grundsätzen von Leistung und Verdienst getroffen werden. In dieses Projekt sind im weiteren Studienreisen chilenischer Intellektueller nach Deutschland mit einbegriffen. Auch hier wird das „Haus Chile" in Berlin Mittelpunkt der Arbeit fein. Da es nicht der Staat ist, der die Hauptlast der finanziellen Verantwortung für dieses Projekt trägt, sondern da es private Einrichtungen sind, die dieses Werk fördern, benötigt der Plan viele und gute Freunde. Aber die Vorarbeiten zeigen, daß der Plan überall auf fruchtbaren Boden gefallen ist und seine Verwirklichung sichergestellt werden konnte. Wetterbericht des Relchswetterdievskes. Ausgabeort Frankfurt. Die Großwetterlage befindet sich in rascher Umgestaltung. Während die nördlichen und mittleren Teile des Reiches in der Nacht zum Montag bereits in eine mildere und feuchtere Westströmung einbc- zogen wurden, konnten sich vornehmlich in West- und Süddeutschland noch einmal besonders starke Ausstrahlung und Abkühlung einstellen. So wurden am Montagfrüh in der Rhein- und Mainebene Fröste bis zu minus 8 Grad beobachtet. Die Kaltwetterlage kann damit als beendet angesehen werden, doch wird mit zunehmender Milderung der Witterungscharakter auch weiterhin unbeständig. Aussichten für Dienstag: Wolkig bis bedeckt, zeitweise auch Regen, bei lebhafteren westlichen Winden zunehmend milder. Aussichten für Mittwoch: Bei westlichen Winden unbeständig und zu Niederschlägen geneigt, sonst mild. Lufttemperaturen am 11. Oktober: mittags 8,2 Grad Celsius, abends 0,4 Grad; am 12. Oktober: morgens —3,4 Grad. Maximum 8,4 Grad, Minimum heute nacht —4,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 11. Oktober: abends 6,6 Grad; am 12. Oktober: morgens 3,0 Grad. — Sonnenscheindauer 5,6 Stunden. »Volk un» Rafle" von Mols Hitler Auszug aus dem im Zentraloerlag Franz Eher erschienenen Buch .Mein Kamps" mit einem Vorwort von Dr. Groß, Leiter des Nassepolitischen Amtes der NSDAP. Veröffent- Hillgers Deutsche Bücherei Nr. 600. (Alleinauslieferung Hermann Hillger Verlag. Berlin W S, geh. 20 Pf., kartoniert 35 Pf.) Während in Spanien die Brandfackel deS bolschewistischen Aufruhrs lodert, während die Absicht des Bolschewismus, Europa in ein Trümmerfeld zu verwandeln, immer unverhüllter in Erscheinung tritt, hat Deutschland auf dem Parteitag der Ehre der ganzen Welt ein Bild seiner inneren und äußeren Geschlossenheit gegeben. Eindringlicher denn je hat der Führer seine warnende Stimme erhoben. Wir wissen heute, daß allein die Grundsätze der nationalsozialistischen Staatsführung geeignet sind, dem Ansturm des Bolschewismus einen Wall entgegenzusetzen und ganz Europa vor dem Schicksal Spaniens zu bewahren. Diese Grundsätze haben ihre Wurzel in der nationalsozialistischen Weltanschauung. Es ist somit eine der wesentlichsten Aufgaben unserer Zeit, auch den letzten deutschen Volksgenossen mit dieser Weltanschauung vertraut zu machen. Was aber könnte hierzu geeigneter sein, als das klare und eindeutige Wort des Führers selbst, wie es in dem Schicksalsbuch des deutschen Volkes „Mein Kampf" niedergelegt ist? Nun wird ein Werk dieser Breite und Tiefe aber immer nur einem Teil des Volkes voll zugänglich sein. Es war deshalb besonders verdienstvoll vom Zentral-Partei- Verlag, daß er sich entschlossen hat, gemeinsam mit dem Hermann Hillger Verlag eines oer wesentlichsten Kapitel des Führer-Werkes, den Abschnitt Volk und Rasse im Rahmen der bekannten Sammlung Hillgers Deutsche Bücherei in einer billigen, geschmackvoll ausgestatteten Sonderausgabe herauszubringen. Der jetzt vorliegende Sonderdruck wird eine Aufgabe von gar nicht zu überschätzender Bedeutung erfüllen, und ist nicht zuletzt des billigen Preises wegen (20 Pf. für das 32 Seiten starke Heft) geeignet, an der weltanschaulichen Erziehung und Ausrichtung des ganzen Volkes mitzuwirken. Eine größere Aufgabe kann heute in Deutschland einem Werke nicht gestellt werden. Das Heft bringt das längst gewünschte Material für die Schulungsarbeit der Partei, der SS, der SA und der HI. Es wird im Schulunterricht wertvolle Dienste leisten und gehört eben in jedes deutsche Haus, damit die deutsche Jugend den klaren Weg in die deutsche Zukunft erkennen lernt. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. IX. 36: 9650. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- unb Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Nach langem, schweren Leiden entschlief sanft in dem Herrn am Sonntag, 11. Oktober, mittags 1 Uhr meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter. Urgroßmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Christine Schäfer, geb. Hofmann im Alter von 77 Jahren Die trauernden Hinterbliebenen: Wilhelm Schäfer I.,Wagnermeister Familie Philipp Reuter X. Familie Ludwig Benner Familie Adam Ziegler Wieseck, Gießen, den 12. Oktober 1936 Die Beerdigung findet Dienstag, den 13. Oktober, nachmittags 2 Uhr vom Sterbehause, Wieseck. Wagengasse 5, aus statt ■______________________ 6483 D Aliendorf (Lahn), Dutenhofen, den 10. Oktober 1936. Die trauernden Hinterbliebenen: Margarete Volk, geb. Volk nebst allen Angehörigen Die Beerdigung findet Dienstag, den 13. Oktober, nachm. 3.15 Uhr statt. ______________________________6482D Nach kurzer Krankheit entschlief sanft mein lieber Mann, unser treusorgender Vater, Schwiegervater, Großvater und Schwager Johannes Volk II. Schreinermeister im 76. Lebensjahre, Meine liebe Frau, unsere gute Mutter und Großmutter Frau Anna Ehleder, geb. Tiedtke Ist heute mittag nach kurzem, schwerem Leiden sanft entschlafen. Lollar, den 11. Oktober 1936. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Arthur Ehleder Einäscherung zu Gießen. Dienstag, den 13. Oktober, 2 Uhr nachmittags. Beisetzung erfolgt in Magdeburg. 04693 Kaulm. Angestellter in fest. Position, sucht gut möioinmer evtl, auch 2 kleine Zimmer mit sep. Eingang. Schr. Angebote unter 04691 an den Gießen. Anzeig. 2 Studenten suchen z. 1. November ein Botin- uns ein sWimmet (2 Bettenji. gut. Hause. Schriftl. 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Wort des Ncksalsbuch 3t' nieder- 8«itt unb Voltes deshold de, irah^attei» JQt» flemein. -erlag eines Hrer-Werkes, I e im Rah, '9 HillgerS n- geschmack, lbe heraus, rbrucf wirb erschätzender l zuletzt des LM. für das an der weit, lrichtung des rine größere hland einem j heft bringt ial für die er 63, dec im Schul, len unb ge= lau?, bamit Weg in bie heim Lange. i die Silber: . Hans Thyriot; Hein. Anzeigenden Inhalt der . IX. 36: 9650. iversitäts-Buch- sämtlich in 05 einschließlich trierten 15 Pf. und Eamstags Pf. mehr. uni 1935 gültig. kiteineAmeigea T ginnet Anzeiger Don Vit' : unr'n__ [Stellenangeböte| Keine Zengnissi in Urschrift - • r -ui §5* i’jrihes Dem SS-SS B.^ng von SeduM „Ai LBfi üulSriil * einer groß® misation „..lW.11«“ 'J-sWIe««er' -kN 6446v L 7. Nr. 254 Zweite; Blatt (Siegeltet Anzeiger (General-Anzeiger für Kberheßen) Abschluß der Kahrt des Alten Kührerkorpö durch den Gau Hessen-Nassau. Der Stellvertreter des Führers spricht zur Belegschaft der Opelwerke. — Festlicher Ausklang (Eigener Bericht des Gießener Anzeigers.) Wiesbaden, 10. Okt. Das Wetter war den Gästen unseres Gaues Hessen-Nassau am vierten Tage ihres Treffens ebenso günstig, wie während der Tage vorher. Als sich die alten Kämpfer der Partei aus den verschiedenen Hotels an die Omnibusse begaben, lag in den breiten repräsentablen Straßen Wiesbadens heller Sonnenschein. So war es nicht weiter verwunderlich, daß nach dem schönen Abend im Kurhaus und nach der überaus gastlichen Ausnahme durch die Bevölkerung der Stadt überall beste Stimmung herrschte und man mit freudiger Erwartung der Stadtrundfahrt entgeaensah. Die Erwartungen wurden auch nicht enttäuscht, und die Gäste gewannen einen vollkommenen Eindruck von dieser wohl schönsten und modernsten Stadt des deutschen Westens. Biel bewundert wurde die neu- geschaffene Brunnenanlage am Kurhaus. Auch das Opelbad auf dem Neroberg wurde besichtigt. Gegen 10 Uhr wurde dann — wieder durch ein Skalier vieler winkender Schulkinder — Wiesbaden in der Richtung nach Rüsselsheim verlassen. Vesuch bei Opel. Dor dem Werke, dessen hoher Turm und himmelstürmende Schornsteine schon von weitem grüßten, hatten die örtlichen Gliederungen der Partei in starken Abordnungen Ausstellung genommen; von vielen Masten flatterten Fahnen Des Dritten Reiches und jene des Werkes selbst. Dem Stellvertreter des Führers (der nach seinem Eintreffen die Frvn-tsn abschritt) und seinen Begleitern, dem Reichsorganisationsleiter und dem Gauleiter, wurde herzliche Begrüßung zuteil. Geheimrat von Opel hieß die Gäste seinerseits willkommen. In einem großen, neuen und festlich ausgeschmück- ten Arbeitssaal sand die eigentliche Begrüßung statt, nachdem der Stellvertreter des Führers die im Betrieb der Opelwerke stehenden über 100 alten Kämpfer kameradschaftlich begrüßt und ihre Front abgeschritten hatte. Der Betriebsführer Dr. R. A. Fleischer hielt dann die Begrüßungsansprache, in der er die Bedeutung der durch Die nationalsozialistische Staatsführung bestimmten Wandlungen im Wirtschaftsleben unseres Vaterlandes hervorhob und in längeren Ausführungen über die besondere Entwicklung der Opelwerke sprach, die heute allein in Rüsselsheim über 18 000 deutsche Volksgenossen beschäftigten. Er bat abschließend den Stellvertreter des Führers und den Reichsorganisationsleiter Dr. Ley um die lieber® mittlung herzlichster Grüße der Arbeiterschaft dieses Werkes an den Führer Adolf Hitler. Die Weihe der Lehrlingswerkstatt Im Anschluß an diese Begrüßung wurde die zum Teil neu geschaffene, bzw. erheblich ausgebaute Lehrlingswerk st ätte der Opelwerke ihrer Bestimmung übergeben. Nach einer Anspache des Leiters der Werkstätte weihte der Reichsorganisationsleiter Dr. Ley diese Werkstätte ein. Er erinnerte an vergangene Zeiten, da die Berufserziehung und ihre Bedeutung völlig oder gar böswillig verkannt wurde, er kennzeichnete das neue deutsche Berufsethos des einer hohen Leistung fähigen Facharbeiters, er richtete an die vielen anwesenden Lehrlinge Worte der herzlichen Ermahnung im Glauben an das deutsche Volk und im Vertrauen auf eigene Kraft stetig zu immer größerer Vervollkom- menheit zu streben und sich mit aller Kraft für das neue Deutschland und seinen Führer einzusetzen. Mit ernsten, in die Zukunft weisenden Worten Übergab der Reichsorganisationsleiter Dr. Ley die moderne vorbildliche Werkstatt ihrer Bestimmung. Die Jungens, denen die Helle Freude über den außerordentlichen Besuch und die Weihe ihrer Werkstatt aus den Augen leuchtete, folgten mit gespannter Aufmerksamkeit den Worten Dr. Leys, und die 14- und 15jährigen waren stolz darüber, inmitten von Gästen stehen zu dürfen, die aus ganz Deutschland gekommen waren und sich um unser Vaterland so verdient gemacht hatten Die Werkstätte selbst wurde von allen den Gästen eingehend besichtigt und übereinstimmend deren vorbildliche Einrichtung anerkannt. vetriebsaypell in den Ope werken. NSG. In dem geräumigen Betriebsbahn- h o f der Opel AG. ist die Belegschaft der Früh -und Normalschicht versammelt. Fahnentücher des neuen Reiches und ein großes Führerbild schmücken die weite Halle, in der sich die Arbeiter so dicht drängen, daß bis unter das hohe Dach jeder freie Platz auf dem Gestänge besetzt ist. Unter lebhaften Begrüßungsrufen betreten der Stellvertreter des Führers Rudolf H e ß, der Reichsorganisationsleiter Dr. Ley, Gauleiter und Reichs- siatthalter Sprenger und Gauobmann der DAF. Parteigenosse Becker den Arbeitsraum. Stürmisch begrüßt tritt dann der Stellvertreter des Führers Parteigenosse Rudolf Heß vor die versammelten Arbeiter. Er stellt heraus, daß er bei der Besichtigung des Werkes einen Betrieb höchster Gemeinschaft der Schaffenden gesehen hat. Hier kann man beobachten, wie eine Arbeitsgruppe von der anderen abhängt, und wie es hier ist, so ist es im ganzen Staate. Die Voraussetzung für unsere Arbeit ist euer Vertrauen. Das Vertrauen, das ihr uns gegeben habt, wurde von uns nicht enttäuscht. Es ist das Schönste bei uns, daß wir den Volksgenossen frei in die Augen sehen können und daß uns ein freier Blick trifft. Was in diesen dreieinhalb Jahren geschaffen wurde, grenzt an ein Wunder. Parteigenosse Heß zeigt, wie der Vierjahresplan, an dessen Erfüllung bei seiner Verkündung die meisten nicht geglaubt haben, Arbeit gebracht hat und wie neue Werke entstanden sind. Er hebt dann die Opfer derjenigen Alten Kämpfer hervor, die früher in diesem Betriebe wie überall für das neue Deutschland gerungen haben und die heute das Bewußtsein haben dürfen, daß sie Sieger wurden mit dem Führer. „Wir wollen zu unserem einzigen Führer stehen!", so schloß der Stellvertreter des Führers. Sein Sieg-Heil, in das die Versammelten tausendstimmig einstimmten, galt den Schaffenden Deutschlands. Betriebswalter Kuhn dankte den Männern vom Alten Führerkorps der Bewegung für ihr Kommen und besonders dem Führer-Stellvertreter für die Worte, die er an die Betriebsversammlung gerichtet hatte. Dann schallten die Lieder der Deutschen durch den Raum. Von allen Seiten drängten die Männer der Arbeit herbei und streckten ihre Hände dem Stellvertreter des Führers entgegen, der sie gar nicht alle fassen und drücken konnte. Ein Beweis der Liebe des Volkes zu seinen Führern, wie er in einem anderen Lande wohl undenkbar ist. 3m WellfluahaEen Mein-Min Am nächsten Ziel nach Rüsselsheim hielt das Führerkorps kurze Einkehr und die meisten der Gäste, die den Flughafen noch nicht kannten, sahen mit Staunen und Bewunderung die große Halle und die übrigen Anlagen, die für die beiden Luftschiffe geschaffen worden waren. Gründliche Auf- Die Begrüßung der Gäste durch den Betriebsführer der Opelwerke. Huf in Oer Nacht. Don Werner Schumann. Wir lagen, erzählte einer, damals in einem polnischen Panjehaus. Es war alt, brüchig, himmelblau getüncht, und das Dach faß auf ihm wie eine tief herabgezagene Kapuze. Es hatte gezittert und gebebt unterm Schritt an die Front marschierender Kompanien, unterm dumpfen Bullern m Stellung nebenher Artillerie. Nun war es plötzlich ganz still um uns geworden. Nur die Geschütze brummten aus der Ferne. In der schwarz herabsinkenden Nacht dünkten wir uns allein auf der endlosen Ebene Welt. Der Krieg war ins Weite entrückt, wir nahmen ihn kaum noch wahr. Mächtiger erschien uns in der Nachtstunde das Geräusch eifrig schreibender Bleistifte. Ich sehe noch heute die braunen, verwitterten Bartgesichter vor mir, tue roten, rauhen Männerstirnen im Kerzenlicht, rote ste rmld und zugleich schwer über die ungelenken Buchstaben ge- ' DieTltene Stunde hatte etwas Traumhaftes ja Feierliches, und mir war es, als dehnte sie sich, über die ganze Nacht und wollte kein ®nbe.^men. Ueberroältigt von ihrem Frieden, waren mgeKameraden darüber eingeschlafen. Ihre tiefen Atemzüge erfüllten das Haus. Plötzlich fühlte ich mich angerufen. Eme Stimme rief in befehelendem Ton von draußen. „Hafer ^Jch nahm es deutlich wahr und schieb doch ruhig weiter an meinem Bericht, ungehalten Störung zu dieser Stunde. Warum warteten sie nicht, bis es hell wurde? Aber natürlich s 1)fe schon seinen guten Grund, im Kriege vollzieht sich oft das Wichtigste im Schutz der Dunkelheit^ Und so gab ich denn ohne langes Besinnen, wie 9' wohnt war, den Befehl weiter: „Alles draußen an» ^kLw°hr"H°5°'L°chtm°lst°r", knurrten einige, die noch über ihren Briefen saßem Dre anderen, mit einem Rippenstoß geweckt, krochen übermüdet ü! die Stiefel. Nur einer stand merkwurd.gerweste nicht auf er blieb sitzen am selbstgezimmerten Tisch, und seine dicke Faust schob beharrlich weiter über den tarierten Briefbogen. Es war der Gefrelte Karl H., er hatte daheim eine Frau, drei kleine Kinder und ein gutes Stück das die Frau allein bestellte. Sein Rock stand oben offen, die zerkaute Pfeife hing ihm aus dem Mundwinkel. ,,Na, Karl", rede ick) ihn an, denn wir waren nute Freunds. „toUIft wohl nicht mit anpacken draußen?" Da erst legte er den Bleistumpf aus der Hand und sah mich an mit seinen grauen, treuen Augen: „Du, ist es denn wahr, daß da jemand soll gerufen haben? 5)ab nichts gehört. Aber das ist wohl, weil man so ganz zuhause ist, da sind die Kinder manchmal lauter als der Krieg." Er lachte und schüttelte den Kopf. „Schafft ihr's nicht allein? Kann ich das Dings da zuende malen?" „Ja, schreib du nur", sagte ich und streifte, während ich den andern nachspringe vors Haus und in die Nacht, noch mit den Augen feinen tief geneigten, schweren, bartumwucherten Bauernkopf, wie er dem Auf und Ab der Buchstaben leise folgte. An der Hoftür waren meine Leute schon angetreten. Sie empfingen mich sogleich mit der verwunderten Frage, wo denn die Fouraae sei? Der Hafer? Kein Mensch, kein Gespann sei ja weit und breit! Ich stutzte und erschrak. Ich strengte meine Augen an, meine Sinne, rief mehrmals nach dem Kerl, der uns den Hafer verheißen hatte, schickte meine Leute in die Ställe und in weitem Bogen ums Haus. Sie kamen nach wenigen Augenblicken unverrichteter Dinge zurück und feixten fi* eins: „Ist ja der reine Spuk", sagte einer breit und verdrossen. Mir war nicht wohl in diesen Augenblicken, hatte ich sie doch ohne allen Zweifel gehört, klar und deutlich durch die Nacht vernommen, die Stimme von draußen: „Hafer fassen! Hafer fassen!" Nein, beim Himmel, ich hatte nicht geträumt, sondern völlig wach und hellen Kopfes meinen Tagesbericht niedergeschrieben — bis es mich angerufen. Während ich unschlüssig daftand und überlegte, ob wir nicht besser wieder ins Haus zurückgingen, stieg hinter den Hügeln eine Leuchtkugel hoch, dann wieder eine, noch eine, und im Schein des weiß aufflammenden Lichts sahen wir die Silhouette eines Wagens mit zwei ruhig dahintrottenden Pferden davor, die sich aus etwa 500 Meter Entfernung auf uns zubewegten. „Halloooh!" rief ich laut. Doch niemand antwortete, außer den unablässig aufbrummenden Geschützen. So stand für uns fest, daß unmöglich dieser Gespannführer gerufen haben konnte, der da langsam durch die geisterhaft durchblitzte Nacht feinen Wagen auf unsere Gruppe lenkte. Ohne daß mehr Worte fielen, aus einem allgemeinen, dunklen Gefühl heraus, zogen wir ihm entgegen. Wir warfen uns nieder, sobald der weitgreifende Lichtkegel uns erfaßte, zogen wieder weiter und sahen bie Silhouette des Gespanns von Minute zu Minute wachsen, bis endlich das Knarren der Deichsel vernehmbar wurde und der leichte Schlag der Lederleine, wenn der Kutscher sie auf den Pferderücken fallen ließ. Da sauste — wir hörten es atemlos — in unserem Rücken dumpf und brausend etwas heran und explodierte mit mächtigem Getöse. Als wir uns zögernd, als ahnten wir das Furchtbare, umwandten, war noch durch das Nachtdunkel die Säule aus Erde, Lehm, Steinen und Holzsplittern zu erkennen, die an der Stelle gen Himmel stieg, wo unser himmelblau getünchtes, kleines Panjehaus gestanden hatte. Einer sagte gelassen: „Volltreffer". Alle dachten, ohne es auszusprechen: unser lieber Gefreiter, der durchaus seinen Brief zuende schreiben wollte und damit bis ans Ende seines Lebens kam... Welche Hand hatte ihn auf den Sitz niedergedrückt, wo wir doch alle hinausgegangen waren? „Hast du uns gerufen, he?!" schrien sie den Gespannführer an, der uns den Hafer brachte. Nein, versicherte der, wie käme er auch dazu, und schüttelte staunend den Kopf. „Und doch muß es einer gewesen sein", kam da noch eine Stimme, die das Unergründliche erforschen wollte, und sie bebte ein wenig von verzweifelter Dankbarkeit, „vielleicht — ja, vielleicht war es der liebe Gott selbst...?" Zeitschriften. — Sir Arthur Willert macht im neuesten Heft der „I 11 u ft r i r t e n Zeitung (Leipzig" (Verlag I I. Weber, Leipzig) mit dem Foreign Office, der „Herzkammer des Britischen Weltreichs", bekannt. Auf Grund seiner reichen Kenntnisse und Erfahrungen kann er interessante Einzelheiten über die Männer berichten, die im britischen Außenamt „Politik machen". Ebenfalls von großer Aktualität ist der Beitrag von Prof. Dr. Thalheim über „Währungswirrwarr und Weltwirtschaft". Es werden hier von einem Sachverständigen klar und verständlich die Triebkräfte, die zur Frankenabwertung führten und die sich daraus ergebenden weltwirtschaftlichen Auswirkungen erörtert. Am Kampf gegen den Bolschewismus beteiligt sich das Heft, indem es den aufschlußreichen, interessant bebilderten Artikel „Kolo- nial-Bolschewismus" veröffentlicht. Ein mehrseitiger Bildbeitrag behandelt das Heer der Vereinigten Staaten von Amerika, das infolge der besonderen Struktur und Geschichte des Landes ein anderes Gesicht als die europäischen Armeen zeigt. — Ferner sind zwei Bildseiten aus Anlaß des 40. Todestages dem Andenken des großen Tonkünstlers Anton Bruckner gewidmet. Montag, 12. Oktober Mb 4 ‘ t ■ Jr- ? Das Alte Führerkorps in den Opelwerken (Aufnahme (2) Dr. P. Wolff und Tritschler.) schlüsse von berufenen Herren der Zeppelin - Reederei gaben den Besuchern einen Einblick in den Betrieb des Zeppelin-Hafens und in feine hohe Bedeutung für den Weltverkehr . Zurück nach Frankfurt. Noch einmal erlebte das alte Führerkorps der NSDAP, die Liebe und Verehrung, die den Alten Kämpfern der Partei fo oft entgegenschlug: beim Einzug in Frankfurt am Main! Schon in den äußersten Straßen der Stadt standen viele Volksgenossen. In der Innenstadt war kaum noch durchzukommen. Auf dem Römerberg fand dann die Abschied sfeier statt, bei der der Reichsorganisationsleiter Dr. Ley das Erlebnis der vier Tage dieses Treffens zusammenfaßte und in begeisterten Worten über alle die Liebe und Verehrung sprach, die unser herrliches deutsches Volk in diesem Gau dem alten Führerkorps entgegenbrachte. Reichsstatthalter und (Bauleiter Sprenger sagte anschließend dem Reichsorganisationsleiter Dr. Ley für die Einrichtung dieser Fahrten und insbesondere für die Verlegung der vierten Fahrt in den Gau Hessen-Nassau, herzlichen Dank und gab dem Wunsche Ausdruck, daß der Gau Hessen- Nassau bald wieder einmal das Ziel einer solchen Fahrt werden möge.Mit einem Gedenken des Führers fand die Abschluß-Kundgebung ihr Ende. Fahrt durch Alt-Frankfurt. Einen noch einmal für alle die Kameraden des alten Führerkorps begeisternden Abschluß bildete die Fahrt zum Palmengarten, wo alle, die sich zu diesen denkwürdigen Tagen eingefunden hatten, noch einmal eine Huldigung erfuhren, wie sie kaum erwartet werden konnte. In kurzen Abständen brannten an den Straßen viele rote bengalische Feuer. Jungvolkpimpfe, BDM., SA. und SS. standen dichtes Spalier und darüber hinaus schien es, als fei die ganze Stadt auf den Beinen. Im Palmengarten blieben die Kameraden des Führerkorps einige Stunden beisammen, bis allmählich die vorgeschrit- Aufregende Zahnbehandlung. „Wir gaben ihm einen Liter einer Mischung aus Chloroform und Aether", sagte der Zahnarzt ruhig. „Aber er kam zu sich, ehe ich fertig war, und darum mußten wir ihm noch ein bißchen mehr geben. Schließlich kam der Zahn aber doch großartig heraus." Sidney Kemp, der Zahnarzt des Londoner Zoo, beschreibt die größte Aufgabe, die er je unternommen. Und einem ausgewachsenen Bären einen Zahn zu ziehen, ist keine Kleinigkeit. „Er war der Liebling der Marineschule in Whale Island", erzählt Herr Kemp, „und er litt schrecklich an Zahnschmerzen. Die Autoritäten dort gingen den Zoo um Hilfe an, und ich wurde hingeschickt. Der Bär wog ungefähr fünf Zentner, und da er sehr schlechter Laune war, sah die Sache nicht besonders ermutigend aus. Aber wir lockten ihn mit braunem Brot und Sirup in einen geschlossenen Kasten und fingen an, das Chloroform hineinzupumpen. Als wir ihm einen Liter verabreicht hatten, packte ein Trupp von sechs Matrosen seinen Kopf und hielt ihn aus dem Kasten heraus. Ich begann meine Arbeit, während mein Assistent mit einem großen Schraubstock seine Kinnbacken offen hielt. Aber bevor ich zu Ende war, nahmen die Dinge eine unvorhergesehene Wendung. Schnell! schrie plötzlich mein Assistent, er kommt zu sich, und sehr viel länger kann ich seine Kinnbacken nicht offenhalten. Und da stand ich, mit meinen beiden Händen im Inneren eines Bärenrachens und mit der Wahrscheinlichkeit, sie im nächsten Augenblick los zu sein. In der Verzweiflung lotsten wir das Tier in den Kasten zurück und gaben ihm noch ein Betäubungsmittel. Und dann gelang es mir, die Operation zu beenden. Aber es waren keine sehr angenehmen Augenblicke." Kemp ist seit zwölf Jahren Zahnarzt im Zoo und hat in der Zeit viele sonderbare Patienten gehabt. Wirklich die einzigen Tiere, mit denen er niemals zu tun gehabt hat, waren Elefanten. „Ich glaube nicht, daß Elefanten Zahnschmerzen haben können", sagt er. „Ihre Zähne sind große feste Blöcke, man konnte sie als Türbrecher benutzen. Der einzige Pa- tient, der mich je gebissen hat, war ein Mungo. Aber einmal wurde ich von einem Känguruh angegriffen und in den Magen geboxt. Zehn Minuten lang konnte ich keine Luft mehr bekommen. Im allgemeinen haben Tiere sehr gute Zähne, lene, die am meisten leiden, sind die, die dem Menschen am ähnlichsten sind, besonders die Schimpansen. Mit wenigen Ausnahmen kann man keine besseren Patienten haben. Sie sind viel besser als menschliche. niebergerijfen. Seit 1880 steht eine neue Caroli. < c - Oberheffen Wirtschaft Ansehen. i n Tödlicher Absturz im Steinbruch. * Münster (Kreis Gießen), 12. Okt. In einem nahe des Ortes gelegenen Steinbruch ereignete fid) gestern ein schwerer Unglücksfall. Der Schrmede- meister Otto Gerhard von hier wurde gestern abend von Kindern auf dem Grunde des Bruchs in schwer verletztem Zustande aufgefunden Der bedauernswerte Mann wurde sofort in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht wo er jedoch in der Nacht zum heutigen Montag d e n erlittenen schweren Verletzungen erlag. Schmiedemeister Otto Gerhard hatte sich am Sonntag gegen 9 Uhr auf die Jagd begeben und war Lubei auf seinem Wege anscheinend in Von Carl Ario, Stockholm. 11 Es fehlt die Geschichte des Deutschtums in Schwe- • den: im Mittelalter die Hansagründungen, die Einwanderungswelle zur Reformationszeit oder um die 17. Jahrhundertwende ... Ueber den deutschen Einsatz im Freiheitskampf und Staatengründung, über die Beiträge auf allen Gebieten der kulturellen und wirtschaftlichen Lebensgestaltung, über die Leistungen einzelner großer Deutscher, oder schließlich über das Entstehen, das Leben und Vergehen deutscher Gemeinden in Schweden. In den königlichen und privaten, insbesondere aber in den kirchlichen Archiven, liegen unzählige Schätze verborgen, die vom Schicksal Deutscher in Schweden zeugen und nur darauf warten, von kundiger und arbeitsfreudiger Hand ans Tageslicht gehoben zu werden. Pastor Hermann K i e s o w an der heute im schweren Kampf um ihren Bestand stehenden Christinengemeinde in Gothenburg hat sich zum Teil dieser schweren und dankbaren Arbeit unterzogen. Die nachstehenden Daten aus der Geschichte der noch bis in das vorige Jahrhundert hinein bestehenden drei deutschen Gemeinden sind bloß ein kurzer Niederschlag der bisherigen Untersuchungsergebnisse Pastor Kiesows, der sich hierbei nur auf einen bestimmten und von vornherein begrenzten Abschnitt aus der Fülle des geschichtlichen Stoffes beschränkte. Er behandelt gerade die Zeit, in der durch die bereits gefestigte Reformation eine lebendige Verbindung zwischen Gottesdienst und Muttersprache erfolgt, in der der Wille nach einem eigenen deutschen Leben der gläubigen Gemeinschaft auch nach außen hin durchbricht und nach langwierigen Verhandlungen und mancherlei Kämpfen' zur Bildung von eigenen deutschen Kirchen- aemeinden innerhalb der schwedischen Staatskirche Verschollenes Deutschtum in Schweden. Frankfurt a. M., 12. Okt. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Seit dem letzten Markt dem Schlachthof direkt zugeführt: 77 Ochsen, 1 Bulle, 15 Kühe, 45 Färsen; Vorauftrieb: 940 Rinder (345 Ochsen, 100 Bullen, 299 Kühe, 196 Färsen), 323 Kälber, 236 Schafe, 1843 Schweine. Es kosteten: Kühe 25 bis 43, Färsen (Kalbinnen) 35 bis 44, Rinder: Ochsen 37 bis 45 Mark, Bullen 34 bis 43, Kälber 42 bis 78, Lämmer und Hämmel 45 bis 58, Schafe 35 bis 52, Schweine 51 bis 57 Mark. — Nhein-Mainische Börse. Freundlich. Frankfurt a. M., 10. Okt. Die Börse hatte auch zum Wochenschluß eine freundliche Tendenz, das Geschäft bewegte sich jedoch in ziemlich engen Grenzen. Während vom Publikum meist Heine Kausorders Vorlagen, schritt die Kulisse zu einigen ^Länger 'als in Norrköping hat sich d i e d e u t s ch e Heiligendreifaltigkeitskirche zu Karlskron a erhalten. Im Jahre 1699 erhielt der außerordentlich tüchtige Admiralgeneral Graf Hans Wachtmeister, des Schöpfer des Kriegshafens Karlskrona, vom König die Erlaubnis, für die deutschen Einwohner eine Kirchengemeinde ins Leben zu rufen, mit dem Recht, eine Kirche zu erbauen, deutsche Pfarrer zu berufen und ihre Angelegenheiten selbständig zu verwalten. 1689 erschien auch der erste Pfarrer Justus Christoffer Hauswolff. 1709 wurde die Kirche unter dem Namen Heilige- dreifaltigkeitskirche eingeweiht. Sie wurde nach den Plänen eines der bedeutendsten Baumeister des Landes, des deutschstämmigen Nikodemus Tessin, des Jüngeren, erbaut. Auch hier mußte die am 17. Juni 1790 in Flammen aufgegangene Kirche neu gebaut werden. 1802 wurde sie eingeweiht und erhielt den Namen Frederica Dorothea Wilhelmma nach der in Baden geborenen Königin, der Gattin des Königs Gustavs IV., die als Braut bei ihrem Einzug in Schweden die deutsche Gemeinde besuchte. Im Anfang des vorigen Jahrhunderts vollzog sich auch hier derselbe Vorgang wie m Norrköping. Infolge starker Schrumpfung ihrer deutsch bewußten Mitgliedschaft wurde die Gemeinde nach längerem Widerstand im Jahre 1846 aufgelöst. Die Kirche mit ihrem schmucken Kuppelbau sthet heute noch am Marktplatz der Stadt. „Zahlreiche hervorragende deutsche Männer wirkten hier und gelangten auch außerhalb ihrer Gemeinde zu Würde und Die größte der drei eingegangenen deutschen Gemeinden war die Caroli-Gemeinde in Malmö. Wenngleich sich schon im Mittelalter sehr viele deutsche Kaufleute und Handwerker in Malmo ansiedelten, kam es erst durch die tatkräftige Fürsorge des Generalgouverneurs Rütger von A s ch e b e r g zur Bildung einer eigenen deutschen Gemeinde. Rütger von Ascheberg, Sohn deutscher Eltern, gehört zu den ruhmreichsten und verdienstvollsten Heerführern und Organisatoren des schwedischen Staatswesens. Er fand in der deutschen Kirche zu Gothenburq seine letzte Ruhestätte. Im Jahre 1683 verlieh König Carl XI. der deutschen Kolonie in Malmö das Recht auf Gründung einer Kirchengemeinde, deren erster Pfarrer Magister Rummel war. 1693 wurde die Kirche eingeweiht; sie erhielt ihren Namen nach dem König, der ihr die Privilegien gab. Wie im übrigen Schweden, so schrumpfte auch hier das Deutschtum im ausgehenden 18. Jahrhundert zusammen. In den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts hörte der deutsche Gottesdienst aus Mangel an Beteiligung gänzlich auf. Die Kirche wurde 1879 wegen Baufälligkeit Im Verlaufe ergaben sich am Aktienmarkt bei leichter Geschäftszunahme leichte Schwankungen, die Grundtendenz war recht fest. Im allgemeinen wichen die Kurse gegen den Anfangsstand um etwa 0,25 bis 0.50 v. H. nach beiden Seiten ab, wobei aber Erhöhungen überwogen haben. Lebhafter waren Westdeutsche Kaufhof, JG^Farben, sowie einige Elektro- und Montanwerte. Kunstseide AKU. erholten sich auf 86.40 nach zutiefst 83,50 Schwa- eher lagen Otavi Minen mit 40,50 nach 41,25. Am Einheitsmarkt blieben Brauereiaktien weiter gejucht Von Bankaktien zogen Commerzbank auf 102,75 (102,75) und DD-Bank auf 104 (103,50) an. Konserven Braun wurden mit „Minus-Zeichen angeschrieben. , . Der Rentenmarkt lag spater still und unverändert. Etwas Geschäft hatten Ungarn Gold, die zwischen 12,90 bis 13,10 schwankten. Obligationen der Verein. Stahlwerke erfuhren meist leichte Erhöhungen. Goldpfandbriefe blieben unverändert, Liguidationswerte lagen uneinheitlich und meist niedriger, Stadtanleihen teilweise fester, 4,5 (6) Frankfurter 94 (93,50), 4,5 Mainz v. 28 93,50 (93,13). r o Im Freiverkehr nannte man Wayß & Frey- tag 127 bis 128, VDM. 142, Grvwag 86. Frankfurter Schlachwießmarkt. den Steinbruch gestürzt. Der genaue Hergang des Unfalles konnte bisher nicht restlos geklärt werden. Todesopfer einer engen Straße. * Schotten, 11. Okt. Beim Begegnen Meier Fuhrwerke in einer engen Straße unserer Stadt wurde ein auswärtiger R e i s e n d e r, der aus dem Bürgersteig ging, von einem Fuhrw^k an- gefahren. Er stürzte und erlitt dabei schwere Verletzungen, denen er im Krankenhaus er• l a g. 3m Waschzuber tödlich verbrüht. * Nidda, 11. Okt. In dem Nachbarort Nie- der-Mockstadt stürzte das vier 3 ah re alte Söhnchen des Krankenkassenangestellten Za° miner im Hofe vor der Waschküche rückwärts in einen ^uber mit h e i ß e r W a s chb r u h e. Das Kind wurde dabei so schwer verbrüht, daß es am nächsten Tage im Friedberger Krankenhaus ft a r b. Landkreis Gießen. = Garbenteich, 12. Okt. Arn Samstag ereignete sich in unserem Orte ein V e r k ehr s u n - fall, her leicht Mimmste folgen nach sich ziehen tonnte. Das sechsjährige Töchterchen des hiesigen Stationsvorstehers Heinrich Schorge lief plötzlich aus dem Kreis Ipielenher Kameradmnen EM Auto, das von Gießen kam, vor die Rader. Gluck- licherweife fuhr der Kraftwagen nur mit geringer Geschwindigkeit, so daß der Fahrzeugfuhrer seinen Wagen rasch zum Stehen bringen konnte. Em Zusammenstoß war allerdings nicht zu vermeiden. Das : Kind geriet gegen einen der i Glasscheibe zertrümmert wurde. Das Mädchen erlitt i dabei erhebliche Schnittwunden im Gesicht und l mußte in ärztliche Behandlung gebracht werden. Sonderzüge zum Gallusmarkt in Grünberg. +@rünberg, 10. Okt. Die Reichsbahn läßt anläßlich des G a l l u s m a r k t e s am Mittwoch, 14 Oktober, auf der Strecke Gießen — Grün- berg folgenden Sonderzug verkehren: Gie- ßen ab 9.30 Uhr, Rädg-N ab 9.41, Großen-Busick ab 9.46, Reiskirchen ab 9.53, Saasen ab 10.03, Göbelnrod ab 10.08, Grünberg an 10.13; auf der Strecke Burg- und N i e d e r g e rn u n d e n — Grünberg den Sonderzug: Burg- und Nieder- gemünden ab 11.00 Uhr, Nieder-Ohmen ab 11.08, Mücke ab 11.16, Grünberg an 11.24. Auf der Butzbach-Liche r.Eis e n b a h n ver- kehren folgende zwei Sonderzuge: Lich ab 13.00 Uhr, Grünberg an 13.48; Grimberg vb 20.35, Lich an 21.25. Außerdem gelten die zum Besuche des Gallusmarktes am 14. Oktober für aüe 3uge und Kraftwagen ausgegebenen einfachen Fahrkarten auch zur Rückfahrt, und zwar wahlweise für Zuge und Kraftwagen. Damit wird also an diesem Tage eine 50prozentige Fahrpreisermäßigung gewahrt. Die deutschen Gemeinden zu Norrköping und Karlskrona sind n-rschwund-n, bte d-u sche ®e- meinbe in Malmö ist in neuer Gestatt wieder ent- standen. All- dies- drei G-M-Mden r°ben viel sirr die Entwicklung jener Städte bedeutet. Sie haben Schweden -ine Reihe tüchtiger Manner auf allen L-bensgebieten geschenkt. Oft haben [i » W Posten innegehabt und bedeutende Aemter be - det. Handel und Industrie, Gewerbe und Militär- wesen sowie Wissenschaft und Politik weisen deutsche Namen mit Klang aus. Es gibt viele S-m-li-n h »- zulande, welche kaum noch wissen, daß sie o e u t scheu Ursprungs sind... Rummel sowie Grabsteine an der Kirchenmauer und nicht zuletzt deutsche Urkunden aller Art er- innern an die ehemals deutsche Gemeinde. Indessen erfolgte 1921 in Malmö eine neue deutsche Gemeindegründung, als eine aus Lübeck gebürtige Frau, die Gattin eines Schweden namens L a r |» Pon, eine Stiftung von 125 000 Kronen zum Bau einer Kirche hinterließ. Die im Stadtteil Fridhem gelegene schöne Kirche wurde anläßlich der ersten Konferenz der deutschen Geistlichen m Skandinavien im Jahre 1931 eingeweiht. Diese Gemeinde ist eine rein deutsche Auslandsgemeinde, die nichts mit der schwedischen Kirche zu tun hat und tene Zeit den einen oder anderen zur Rückkehr in die ferne Heimat tief. Lob Oer Organisation. Das Ausmaß aller vorbereitenden Arbeit und t Verantwortung für diese große Fahrt des Alten l Führerkorps durch den Gau Hessen-Nassau kann i wohl nur derjenige ermessen, der selbst dabei sein < vnb überall benyrEen konnte, wie ausgezeichnet alles klappte! Wie präzise An- und Abfahrtszeiten eingehalten wurden, wie für alles gesorgt ! worden mar, wie keiner der Fahrtteilnehmer auch . nur die geringste Unbequemlichkeit auf sich zu neh- < men brauchte. Durch diese vorbildliche vorbereitende Organisationsarbeit war allein es möglich geworden, den Fahrtteilnehmern das große Erlebnis zu bereiten, das ihnen so beschieden werden konnte. Sicherlich interessieren einige Einzelheiten: 450 Kilometer legten die Omnibusse insgesamt wahrend dieser vergangenen Tage zurück und während dieser langen Fahrt kreuzte kein Auto den Weg der Ko- konne, überholte kaum ein Kraftfahrzeug die Omnibusse und kam kein anderes Fahrzeug den Wagen entgegen. Diese Sicherungsarbeit für die Ommbus- kolonne wurde durch das NSKK. der Gruppe Hessen geleistet. Durch diese Sicherungsarbeit wurde jeg- Ucher Verkehrsunfall vermieden. Es mar für diese Fahrt schlechterdings an alles gedacht morden. Alle Unterkünfte für die Kameraden mären auf das Beste für den Besuch vorbereitet. Keiner der Fahrtteilnehmer brauchte sich um feinen Koffer zu bemühen, niemand brauchte zu befürchten, daß er vielleicht die frühe Abfahrtszeit in Frankfurt, Rüdesheim oder Wiesbaden verschlafen mürbe, denn die Fahrtleitung hatte an die einzelnen Hotels genaue Weckorders ausgegeben. Wer seinen Angehörigen von seinen Erlebnissen berichten und ihnen Grüße übermitteln wollte, brauchte nie nach dem nächsten Briefkasten zu fragen, denn ein besonderes „Fahrbares Postamt" gehörte zur Kolonne und war stets stark belagert. Für diese Fahrt war übrigens auch ein besonderer Stempel angefertigt worden, der das Entzücken aller Philatelisten bilden dürfte. Manche Aufmerksamkeit wurde den Alten Kämpfern erwiesen in der Form von kleinen Erinnerungsgeschenken, wie sie sich aus den Besonderheiten der Landschaft, ihres Handwerks und ihrer Industrie ergeben. So manche Aufmerksamkeit wurde mit freundlicher Widmung überreicht. Es ist hier nicht möglich, die Fülle aller Arbeit, die notwendig war, auch nur zu umreißen, um das Treffen des Alten Führerkorps zu dem Erlebnis zu gestalten, das es geworden war. Die Gesamtorganisation lag in Händen des Gaupropagandaleiters in Hessen- Nassau, Müller-Scheid. Das ganze Treffen wurde eine Huldigung und ein einziges Zeichen der Dankbarkeit der Bevölkerung des Gaues Heffen- Naffau an die Alten Kämpfer der Partei. sä 8M?« s ““FBS;'®'"'’" Silb-rMtz-, die Oelbilder °°n Luther und Pfarrer d.e Untergängen^ ■ Heute bestehen nur noch zwei deutsche i Gemeinden als selbständige Glieder der Lan- i oeskirche, das ist die St. G e r t r u d s g e m e l n d e ; in Stockholm, die sich aus der mittelalterlichen katholischen Brüderschaft desselben Namens heraus entwickelte, und ferner die in die Zeit Gustav Adolf II. hineinreichende Christinengemeinde in ©Ottenburg. Die älteste von den drei inzwischen eingegangenen Gemeinden war die Hed- wigsgemeinde in Norrköping. Schon 1613 erhielten die dortigen Deutschen vom Herzog Johann die Erlaubnis zur Bildung einer eigenen Kirchengemeinde. Im Jahre 1632 erschien der e r st e d e u t s ch e P f a r r e r, der Thüringer Christian Tarter, der zugleich auch die Leitung der bald darauf entstandenen deutschen Schule übernahm. 1673 wurde das Kirchengebäude m Gegenwart des Königs Carls XI. und der deutschgeborenen Königinwitwe Hedwig Eleonore eingeweiht 1719 siel die Kirche bei der Einnahme der Stadt durch die Russen einer Feuerbrunst zum Opfer. Die große Opferwilligkeit der Gemeinde ließ die Kirche einige Jahre später neu entstehen. Im ausgehenden 18. Jahrhundert nahm die Zahl der Deutschen beträchtlich ab; der größte Teil der Gemeinde war damals schon verschwedet. Diese schwedische Gruppe setzte unter König Gustav III. im Jahre 1775 die Berufung eines schwedis chen Hauptpa st o r s neben dem deutschen durch. 1808 verzog der letzte deutsche Pfarrer Johann Anton L ü d e k e nach der St. Gertrudsgemeinde nach Stockholm. Das Eigenleben der deutschen Kirchengemeinde erstarb. Einige Jahre länger als die Gemeinde erhielt sich die deutsche Schule, die allmählich in eine Handels- und Kaufmannsschule umgeändert wurde und schließlich 1817 völlig erlosch. An die einstmals deutsche Gemeinde erinnert heute noch ihr altes Kirchengebäude, das jetzt allgemein Tyska Kyrkan, Deutsche Kirche, genannt wird; der Platz, auf dem die Kirche steht, heißt Tyska Target. Die Zahl der Deutschen in Norrköping ist heute nicht groß, sie dürfte sich auf etwa 50 belaufen. Einige von ihnen find wohlhabende Kaufleute und angesehene Bürger der Stadt. Norrköping beherbergt heute Die bedeutendste Textilindustrie des Landes, die - auf eine Jahrhunderte alte bewährte Ueberlieferung - zurückblicken kann und an deren Entstehen und Ent- - Wicklung der deutsche Anteil gewiß nicht unmaß- Realisationen. Am Aktienmarkt war die Haltung nM)t ganz einheitlich, es überwogen aber leichte Erhöhungen, lediglich nach den ersten Kursen ergaben sich wieder kleine Abschwächungen. Montanwerte blieben auf den Bericht der Verein Stahlwerke etwas gefragt, Vereinigte Stahl 119,75 bis 119 (119,25) Klöckner 125,50 (124,75), Buderus 118,50 (118), Mannesmann unv. 115, Rheinstahl 0,50 vom Hundert niedriger, ferner gewannen Farpener 1 v H., dagegen Otavi 41,25 (41,65). Chemische Werte lagen still, JG.-Farben mit 175,25 unverändert, Scheideanstalt 0.50 v. H. unter gestern abend. Zellstoffaktien blieben gefragt Waldhof 163,90 (161,75), Aschaffenburg 140,50 (140), Feldmühle nach Pause 141,75 (139.25). Auch Elektropapiere wurden gesucht bei Kursbesserungen bis 1 v. H., ferner zogen Westdeutsche Kaufhof auf den Bericht über die Warenhaus-Umsätze auf 58,13 (57,50), Reichsbank 1,25, Rheinstahl 1,25, Cement Heidelberg 2 und Hapaq 0,75 v. H. an. Maschmen- und Motorenaktien blieben voll behauptet. Auslandaktien lagen weiter schwach. AKU. 84,65 bis 84 (87), Chade A—C 410 (424). Renten blieben bei kleinen Umsätzen freundlich gedimmt. Altbesitz 118,25 (118), Kommunal- Umschuldung 88,75, späte Schuldbuchforderungen 98,13, Zinsvergütungsscheine 93,50. Zertis. Dollar- Bonds bröckelten nach unverändertem Beginn leicht ab. Von Auslandanleihen Ungarn Gold 13,13 bis Marktverlauf.- Rinder und Schweine zugeteilt, Kal- 12,80 (13,25), 4proz. Rumänen 7,30 (7,25). ' ber, Hammel und Schafe mittelmäßig. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. HL Berlin Jranifurt a. M. Berlin Jranfturt a. Di. Schluß!. kurs börse 9-10 ,10-10. 118,5 118 118,25 117,9 100,13 100 99,9 98,8 98,75 98,75 98,75 175,75 174,75 97 97 97 100,4 100,2 93 93 130,25 124,25 123 123,25 123,5 97 97 Schultheis Patzenhoser 4 100,4 100,5 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. O W 100,75 100,65 100,75 100,5 97,5 97,5 97,5 97,5 142 213,25 US Die hinter den 101,25 98,13 103,13 101,4 98,13 103,9 118 142,5 149,5 117,65 120,5 168,5 86,4 94,25 165,25 140,5 120,5 168,25 58,5 410 202 172 101,25 98,13 103,13 6 6 6 8 7 144 125,5 115,25 38,75 161,5 130 160,5 139,5 145 141,5 125 113,9 7 9 5 6 5 57,5 424 202 171 230,5 154,5 119,25 40,5 133,75 131,5 175,5 273,5 119,25 138,75 146,5 Echlußk. Mittag- börse 118,5 139,9 146,25 34 3,13 13,25 10,25 10,75 14,65 140,9 161 204 151 38,25 162 131 158,5 139,13 144,25 132,25 139,65 160,5 201 150,5 5 6 Schluß« iurü 8 ') ') 9 12 11 Schluß« turö 0 8 95 109,8 95 109,8 106,25 90,75 93,25 161,75 139,5 115 120 167,5 87,9 57,13 427 201,75 171,5 A.E.G. Bekula 119 142,75 154,5 118 Schlußl. Abendbörse Rheinische Elektrizität Rhein. Wests. Eleitr. Schuckert L Co...... Siemens L Halske... Lahmeyer LCo..... 118 142,5 149 118,25 175,25 274 117,75 137,5 146 38,75 162 130 160,9 139,5 145,13 132 140 161,75 206 151 119 144 155 118,5 181 144 125,75 115,4 95 109,75 87 96 161,75 140 95 109,75 3,3 13 10,5 10,5 .. 6 .. 8 .. 8 38,4 161,5 131 159 139,25 143,75 133 140,5 160,5 201,13 150 jueno» Am Brüssel .... Rio de Jan. Sofia ..... Kopenhagen Danzig.... London.... HelstngforS. Paris ..... Holland ... Italien.... Japan ..... Jugoslawien Oslo Wien Lissabon... Stockholm.. Schweiz ... Spanien... Prag...... Budapest .. Neuyork ... 4% Oesterreichische Goldrente... 4,20% Oesterreichische Silberrente 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4’/t% desgl. von 1913......... 5% aügest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Aniethe Geriet..................... BuderuS 4 Deutsche Erdöl 4 Harpener................. 2% Hoejck Eilen—Köln-Neuessen .. 3 Elektr. Lieferungsgesellschaft... 6 Licht und Kraft .............7 Kelten & Guilleaume 4 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 6 117,5 138,5 144,75 I. G. Farben-Jndustrie Scheideanstalt........ Goldschmidt Rütgerswerke Metallgesellschaft 106 86 94,5 166,25 141,25 114,25 120,5 167,25 88 58,75 407,5 202 172,5 36 3,2 13,3 10,25 11,25 14,7 10-10. 160 138,9 231 155 119,4 40,9 134,5 133 189 33 I 32,25 I 33 97 97 - 214 213 I 214,5 ! Grttznec....................O| Mainlraftwerke Höchst a.M.... 4 Süddeutscher Zucker ....... 1O| 3,2 13,25 10,5 11,25 14,65 Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v.H., Lombardzinsfuß^5v^ Bemberg........... Zellstoff Waldhof .... Zellstoff Aschaffenburg Dessauer Gas ....... Daimler Motoren .... Deutsche Linoleum ... Lrenstein & Koppel .. Westdeutsche Kaufhof. Chade .............. Accumulatoren-Fabrik Conti-Gummi....... Philipp Hol,mann .... Zementwerk Heidelberg Cementwerk Karlstadt.. 4 131 7 156 6| 156,5 I Ilse Bergbau ....... Ilse Bergbau Genüsse Klöcknerwerke ....... Mannesmann-Röhren Ecblußt. 9 10. 101,4 98 103,5 9.10 iöT 138 230,5 153 118,65 41,65 132,5 131,75 183 10 10- 160 Amerikanische Roten.............. Belgische Noten.................. Dänische Noten - Englische Noten ................. Französische Noten ......... Holländische Noten Italienische Noten ......... Norwegische Noten ............ •. Deutsch Oesterreich, ä 1OO Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten Schweizer Noten........ ........ Spanische Noten Ungarische Noten Datum 5% Deutsche Retchsanleihe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 5yt% Young-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mst Auslos.-Rechten ............ 4yt% Deutsche Reichspostschahan Weisungen von 1934, I 4%% ehem. 8% Hessischer Volksstaat 1929 (rückzahlb. 102%) ... 4y2% ehem. 8% Hessische Landes bank Darmstadt Gold 81.12... 5%% ehem. 4y,% Hess. Landes Hypothekenbank DarmstadtLigu. 4Vi% ehem. 8% Darmst. Komm Landesb.Goldschuldverschr. R.6 Oberhessen Provinz-Anleihe mt> Auslos.-Rechten .......... • Deutsche Komm. Sammelabl. An leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 4%% ehem.8% Franks. Hyp.-Banl Goldpfe. 15 unkündbar bis 193o 6%% ehem. 4/2% Franks. HyP- Bank-Liqu-'Psandbriefe..... 5 y2°/o ehem. 4%% Rheinische Hyp.-Bank-Ligu.-Goldpfe. ... 4V.% ehem. 8% Pr. Landespfandbriefanstalt, Pfandbriefe R. 19 414% ehern. 7% Pr. Landespfand briefanst., Gold Komm. Obl. 20 Steuergutich.Berrechnungsk. 84-38 börse 1010. 131 I 130,51 157,25 I - 156,51 -l Datum | 9-10. Mansselver Bergbau....... 6%! 159,75 Kokswerke .................. 6I Rheinische Braunkohlen .... 121 230 Rheinstahl ................. Bereinigte Stahlwerke 8%) 119,25 Otavi Minen ...............0 41,65 Kaliwerke Aschersleben........b 132,5 Kaliwerke Westeregeln........5 128 Kaliwerke Salzdetfurth 7%| 183 Frankfurt a.M. | Berlin Schlußkurs Schlußl. Abendbörse Schlußkurs Schlußk. mittag» börse Datum 9.10- 10.10 9.10 10.10 4% oesgi. Gene h ............ — — — — 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 8,4 8,5 8,4 8,3 4V2°X»Rumän.vereinh.Rentev.l913 12,75 12,4 12,25 12,4 4% Rumänische vereinh. Rente . 7,25 7,2 7,3 / ,4 2y4% Anatolier............. 41,9 39,25 41 39,75 Hamburg-Amerika-Paket .....O 16 16,75 16 16,5 Hamburg-Südam. Dampfschiff. O — — 40,25 40,75 Norddeutscher Lloyd .........O 16,25 16,75 16,25 16,65 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. O 119 118,5 118,9 119,4 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 124,25 125 124,75 125 Commerz- und Privat-Bank ... 4 102,25 102,75 102 102,75 Deutsche Bank und Dtsconto» Gesellschaft................ 4 103,5 104 103 104 Dresdner Bank.............. 4 103,5 104,25 103 104,25 Reichsbank ..... 1- 192,25 193,5 192,5 193,25 g.Oktober 10.Oktober Amtliche Notierung Geld | Brief Amtliche Notierung Geld | Brie- 0,692 0,696 0,693 0,697 41,92 42,00 41,88 41,96 0,145 0,147 0,145 0,147 3,047 3,053 3,047 3,053 54,46 54,56 54,50 54,60 47,04 47,14 47,04 47,14 12,195 12,225 12,205 12,235 5,38 5,39 5,385 5,395 11,62 11,64 11,615 11,635 132,17 132,43 132,57 132,83 13,09 13,11 13,09 13,11 0,712 0,714 0,713 0,715 5,654 5,666 5,654 5,666 61,29 61,41 61,34 61,46 48,95 49,05 48,95 49,05 11,08 11,10 11,09 11,11 62,88 63,00 62,93 63,05 57,32 57,44 57,36 57,48 26,97 27,03 26,97 27,03 2,485 2,493 2,489 1 2,493 Banknoten. Berlin,IQ.Oktober________ Gelb 2,451 2,471 41,72 41,88 54,34 54,56 12,18 12,22 11,565 11,605 132,19 132,71 — 61,18 61,42 — — — 62,76 63,02 57,21 57,43 25,95 26ji SW .„hfjtrfl * 3r,ht eute vSä'« Iw” iS*, Diel Von Tugend fragt 1 M dem Schöne Naturforscher, Elchen haben müf Mellwürdiastf •nuner in einer le: Echagnenttäusc „i r fr Wirtlid) ter 0,511 dm Sorftet ? ",r weit, 6a *'1 aut, $a i;„> c ®enn es hodi W ciiiem Qteml .bchopfung,n - len " Me Kamp! JQInPlcn i farm mit r5 ^Qleir ihrer niLfein.;r all, [fiten. hnbQ^u r ^nen bi ?le € « echt tzch. 'M hn7nberb jWfd! Joü m l«^ereiten Aschen vor ^kote ? outfi ,.ober u N Die? Wächst •455* iss'™«* kW •e"5 5 Des Sri l “I Die !'* b t und ®U' IssteLungM W |a5 Bitte zu teil» ffir bie k°mmend ime lutunft. Die« ' Wolle nicht le-cht Hine Antwort. G it),niet dem W; Vertretung k iot Ortsgruppe^ Lindt Friedberg, ffiauernftabt und Verhältnis Ifcrung in p ßanbesbauernfu Sie Fragen, die Men Arbeitssah' i n bezug auf die ilen auf den Arb inqehend befproc künftigen I m unsere Eren mitten wir uns > hr den Wall dl en. Unsere Lage Soden herauszuh ie Werte schaffe )er Bauer wird üllt ist, seine Pfli iationnlsoziatlsmi tmpszeit werden iiHen, der es vei lobens und seine iie Wetteraue Bob en" eingehei fiihrer ber Stadt ins die Bestrebun, lesunden haben. '< essor Dl Blech Whe bie(e Schau miernführer eröffi ! fcodw. Mchen b ■ ttoikn, mi wk SchvUe Wxv x» Zukunft des den freudig klang be Raum, der dam Nationallieder. Ein Sang lleß die Umsich! eine lehrreiche ( Ländern für all« ist. Am eindring Heimatschau Montag, 12. Oktober 1936 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) ur. 239 Drittes Blatt I Die Landmaschinenlehrschau in Friedberg. — (Aufnahme: Landesbauernschaft Hessen - Nassau JVC.) ti» 1.* ffÜ 5 i Heute beginnen wir in den Gießener Familien- blättern mit einer neuen großen Erzählung: Wilhelm Schäfer, Meister des Wortes, zumal der Anekdote und Novelle, gibt hier den dichterischen Bericht jener Halsbandgeschichte, welche als ein erregendes und höchst abenteuerliches Vorspiel der französischen Revolution gelten kann. Schäfer wollte nicht einen historischen Noman schreiben,sondern ein Stück Weltgeschichte auf seine Weise erzählen, und wir folgen feiner Schilderung aufs äußerste gespannt und gefesselt wie einem funkelnden Theaterspiel in großerhistorischer Szenerie. ationallieder. Ein Gang durch die Ausstellungen wo er auch nur hinblickt. In jedem Augenblick sterben Tausende von zu Ende gelebten Tieren. Wo sind sie? Warum sieht man so selten eine Tierleiche? Das ist das Werk der Fliegen und einiger Käfer. Im Ernst: eine heilige, schreckliche, verantwortungsvolle Rolle hat ihnen der Schöpfer zugeteilt. Insektenlarven verzehren alle toten Tiere. Milliarden von Larven ziehen das Tote in den Boden und nagen und schlürfen. Wer da forscht, erlebt ein Theater, wie er noch nie ein Kinostück gesehen. Eine Meise mit vier Jungen kann in einem Sommer sechs Zentner Raupen vertilgen. Die fünftausend Arten von Singvögeln, die es auf Erden gibt, fressen in jedem Jahr einen Riesenberg schädlicher Insekten weg. Man hat beobachtet, wie ein Schwalbenpaar binnen einer Stunde 125 Insekten seinen Jungen zum Rest brachte. Die Haustaube ist eine eifrige Unkrautvertilgerin; ein Naturforscher fand im Kropf eines einzigen Tieres an 3500 Samen der Vogelwicke. Der Maulwurf befreit uns von den schädlichen Engerlingen, er frißt davon drei- bis viermal soviel, als sein eigenes Gewicht beträgt, und die Fledermaus verzehrt bei einer Mahlzeit zwölf erwachsene Maikäfer. Eine Spitzmaus kann, obschon sie das kleinste unserer Säugetiere ist, nicht fünf Minuten ohne Futter leben. Unermüdlich läuft dieses Tierchen den Heuschrecken, Käfern und Grillen nach, und man hat von ihm mit Recht gesagt, es sei ein wahres Glück, daß die Spitzmäuse nicht Löwengröße haben; sie würden die ganze Erde entvölkern mit ihrem Appetit und schließlich verhungern müssen. Man rechne doch nur einmal die Bedeutung aller dieser Jnsektenjäger von den Singvögeln bis zu den Spitzmäusen zusammen, und man wird finden, daß wir ohne sie nicht leben könnten, ein solcher In- sektenschwarm würde unser Land überschwirren und verwüsten. Sind doch die sechsbeinigen wieder die Wundergeschöpfe der Fortpflanzung; ein einziger Falter legt an 30 000 Eier. Und dennoch müßte .uf dem Denkmal des „Befreiers" von der Insektenplage ein anderer abgebildet sein, nämlich die Schlupfwespe. Sie ist es, die das Hauptverdienft in Anspruch nehmen kann, daß wir von Insekten nicht aufgefressen werden. Sie legt ihre Eier den Raupen in den Leib und diese verzehren das werdende Tier, sowie es lebt und kriecht, und vertilgen sie in astronomischen Ziffern. Das Unsichtbare, den Menschen Unbekannte ift der Herr aller Dinge. Unsichtbare Kleintiere erhalten in einem wunderbaren Kreislauf die Fischwelt in Meer und Süßwasser, von der doch ein Drittel aller Europäer lebt; unsichtbare Kleinwesen bilden im Meer Kalkritte und werdende Gebirge, sowie die unsichtbaren Algen, die die stehenden Gebirge abtragen. Wir erzählen uns nur die Histörchen, daß «9 41/5 Samstag er« tTttt)rsun« en dn iMgm 8 e lies plötzlich !wdinnen einem it Räder. Glück« ur mit geringer eugführer seinen 'ormte. Ein Zu« Dtrmeiben. Das nnwerfer, dessen 15 Mädchen erlitt m Gesicht und bracht Mißen. der Barsch so große Fische verschlingen kann, als er selber ist, vergessen aber das eigentliche Wunder, daß punktgroße Geschöpfe die unausdenkbare Tierwelt der Weltmeere erhalten. Aber genug ... Ein Dutzend „Naturwunder" sind hier aufs Geratewohl herausgegriffen und aus hundert und tausend besteht die Wirklichkeit. Man braucht nicht ins Exotische abzuschweifen, nicht in die Tropen zu reisen und dem Außerordentlichen nachzujagen, das Wunder lebt bei uns selbst, auf allen Wegen mitten im Alltagsleben der Natur sitzt es. Man braucht, um es zu erleben, nur eines: offene Augen und den Wunsch, die Dinge nicht bloß oberflächlich, sondern in ihren inneren Zusammenhängen zu verstehen. Was die Münchener Pinakothek gekostet hat. Am 16. Oktober blickt die weltberühmte Münchener Pinakothek auf das hundertjährige Bestehen ihres Hauses zurück. Der große Kunstfreund König Ludwig I. hat es für den unter seiner Förderung auf etwa 7000 Gemälde angewachsenen Bilderschatz errichtet. Wie dieser Reichtum in etwa 250 Jahren zusammengeströmt ist, erzählt im Oktoberheft von Belhagen L Klasings Monatsheften Eugen Kalkfchmidt in einem Beitrag, der eine lange Reihe der berühmtesten Gemälde der Pinakothek in farbiger Wiedergabe zeigt. Er berichtet auch Über die Entstehung des Baues, der damals zum Spott der Münchner unerreichbar weit draußen lag. Ursprünglich sollte er 800 000 Gulden kosten, was den ländlichen Vertretern der Stände unerhört vorkam. Als dann gar der Baumeister Klenze, wohlweislich nach der Grundsteinlegung, rund 1,5 Millionen Gulden forderte, streikten die Volksvertreter, und der König mußte zunächst eine halbe Million aus eigenen Mitteln vorstrecken, damit der Bau vorwärts gehen konnte. Der Außenbau war 1830 vollendet. Der innere Ausbau der Säle und Kabinette dauerte länger, weil der König sich hier kaum genug tun konnte. „Großartig, schön, prachtvoll sollen die Säle werden, welche die herrlichste Gemäldesammlung auf Erden einst enthalten", schrieb Ludwig. Damalt- tapeten aus Lyon wurden trotz lebhaftem Widerspruch von Kammern und Künstlerschaft verwendet und kosteten 35 000 Gulden. Die Loggien der Südseite erhielten über der Balustrade 24 Standbilder von Künstlern nach Schwanthalers Modellen. Nach dem Vorbild von Raffaels Loggien im Vatikan sollte Peter Cornelius hier den „Gang der Kunstgeschichte" in Wandbildern darstellen. Die Ausfuh- rung seiner kleinen Vorzeichnungen erforderte von 1830 bis 1840 über 150 000 Gulden, eine solche der Löhne im Gefolge, und umgekehrt führe dies wieder zu einem Vakuum an Geld, für das keine Deckung vorhanden ist. Daraus ergebe sich eine Abwertung des Geldes, an deren Endpunkt die Gefahr der Inflation stehe. Der deutsche Bauer weiß aus Erfahrung, was eine Inflation für ihn bedeutet. Von dieser Warte aus müssen die Fragen der Preisbildung und der Löhne betrachtet werden, damit die Bedürfnisse von Bauer und Arbeiter in gleicher Hinsicht berücksichtigt und dadurch dem ganzen Volke gedient würde. Der Bauer habe vom Nationalsozialismus wohlerwogene Preiserhöhungen zugestanden erhalten. Es sei eine der Aufgaben der Örtsbauernsührer im kommenden Winter, darauf hinzuweisen, daß jede weitere Preiserhöhung dem deutschen Bauern vielleicht für eine kurze Zeitspanne hilft, daß sie letzten Endes aber ihm doch selbst zum Schaden gereicht. Der Landesbauernführer befaßte sich dann mit dem Mangel an Arbeitskräften auf dem Lande und kündigte an, daß Mittel und Wege zur Lösung dieses Problems gefunden würden. Vor allem müsse das Bauerntum selbst Erziehungsarbeit insofern leisten, daß es die Töchter auf dem Lande behalte. Weiter würden die Verhältnisse der Landarbeiter in steigendem Maße verbessert und auch dadurch ein weiterer Weg zur Behebung des Arbeitermangels auf dem Lande beschritten. So würde alles getan, und des Erfolges könne man gewiß sein. Die Erzeugungsschlacht müsse auch im nächsten Jahre wieder ausgenommen werden. Zu den Erfordernissen der Marktordnung kündigte der Landesbauernführer eine straffere Erfassung des Absatzes landwirtschaftlicher Erzeugnisse an. Der Landesbauernführer wandte sich dann der Arbeit der Örtsbauernsührer zu. Der Glaube an den Führer, die innere Stärkung an dem Idealismus dieses Mannes gebe dem Örtsbauernsührer die Kraft, seine Pflicht zu erfüllen. Er müsse immer an sich arbeiten und seinen Charakter bilden. Der Landesbauernführer zeigte weiter den Kampf auf, den der Kommunismus in allen Ländern entfacht. In jedem Lande gebe es Par - teien, die für oder gegen den Kommunismus feien. Der Führer ist uns Garant, daß das Lebensrecht und der Lebenswille des deutschen Volkes gesichert werden, und dabei soll er gewiß sein, : daß 'der letzte deutsche Volksgenosse zu ihm steht, : wie es deutscher Männer würdig ist. Nach einem Schlußappell des Kreisbauernführers Ott an die Mithilfe jedes Einzelnen wurde die Sitzung mit dem Sieg-Heil auf den Führer ge- schloffen. Oie Arbeitstagungen der Hauptabteilungen waren sehr stark besucht. Zunächst begannen unter der Leitung des Landesobmannes Seipel die Vorträge der Hauptabteilung III „D er Mark t", wobei der Stabsleiter Dr. Fabian über „Die Marktordnung und die Ernährungswirtschaft" sprach. Er wandte sich dagegen, daß in den Zeiten der Verknappung Einzelpersonen für sich persönliche Vorteile herauszuholen bestrebt seien und kündigte neue Maßnahmen zur Unterbindung solchen Vorgehens an. In der kommenden Abteilungsvorstand Dr. Leber über das Thema „Der Hof in der Erzeugungsschlacht" sprach, wobei markt und Bauerntag diene. Im Namen des erkrankten Bürgermeisters erklärte Ortsgruppenleiter Brose den Herbstmarkt für eröffnet. Unter den Klängen des Marktmarsches stieg die Marktfahne am Fahnenmast hoch. Das Sieg-Heil auf den Führer und Reichskanzler und der gemeinsame Gesang der Nationallieder schlossen die Feier ab. Von den berittenen Herolden mit der Standarte der Stadt Friedberg umgeben, verlas ein Bürger in historischer Tracht den Marktspruch, der in launigen Versen die Bedeutung des Marktes, den Gedanken der Volksgemeinschaft und den nationalsozialistischen Aufbauwillen heroorhob. Ein „Ortspolizift" mit einer riesigen Schelle gab eine humorvolle „Be- kannmachung über die Marktregeln" zur Kenntnis. Oer Landesbauernfübrer vor den OrlSbouernfübrern. Im Kasino-Saal eröffnete Kreisbauernführer Ott die Arbeitstagung der Landesbauernschaft. Er wies auf die Notwendigkeit solcher Aussprache für den Örtsbauernsührer hin, die ihn die Größe und tiefe Bedeutung des Aufbauwerkes begreifen lassen, aus der heraus er die Kraft und den Mut schöpft, das von der Führung Geforderte auch vom Bauern zu verlangen und für die genaue Durchführung zu sorgen. Von stürmischen Beifall begrüßt ergriff der Lan- desbauernführer Dr. Wagner das Wort zu bedeutungsvollen Ausführungen, die vielfach von Beifall unterbrochen wurden. Der Redner begann mit einer Erörterung der gegenwärtigen Lage auf dem Lande. Er wies darauf Hin, daß bei der Betrachtung dieser Dinge die Preis- und Lohnfrage als ein ausschlaggebendes Moment berücksichtigt werden müsse. Eine Steigerung der Preise habe Burgkirche für sich, zu der neben vielem Privat- befitz auch Leihgaben aus dem Wetterauer Heimatmuseum in Friedberg und dem Butzbacher Museum zur Verfügung gestellt wurden. Diese Ausstellung hat es sich zur Aufgabe gemacht, die geradlinige Fortentwicklung der Bauerngeräte darzustellen Auf dem Platz vor dem Kreisamt ist die Maschinenlehrschau der Kreisbauernschaft Oberhessen-West aufgebaut, die eine große Anzahl zweckmäßiger und praktischer Maschinen und Geräte aufweist, die dem Bauern die Arbeit erleichtern und ihm in der Erzeugungsschlacht wertvolle Unterstützung bieten sollen. Die Lehrschauen zeigen interessante Ausschnitte aus den Arbeitsgebieten der Hauptabteilungen II „Der Hof" mit einer Fülle von Modellen für die nutzbringende Verwertung, der Hauptabteilung III „Der Markt" mit vielen statistischen Angaben und schließlich, in der Aufbauschule, die Schau „Kampf dem Verderb", in deren Mittelpunkt die umfangreichen Ausstellungen des Veterinärhygienischen und des Tierseuchen-Jnstituts der Universität und der Hauptstelle für Pflanzenschutz Gießen stehen. In der Abteilung „Kampf dem Verderb" in Stadt und Land hat die NS.-Frauenschaft durch die Gegenüberstellung von falscher und richtiger Handhabung ein dankbares Feld der Betätigung und Werbung gefunden. An den Rundgang durch die Ausstellungen schloß sich die Eröffnung des Friedberger Herbstmarktes in der Kaiserstraße an. Im Namen der Arbeitsgemeinschaft für Verkehrswerbung begrüßte deren Vorsitzender Jordis die Gäste. Er verwies auf die Verbundenheit zwischen Stadt und Land, deren dauernder Festigung auch dieser Friedberger Herbst- l^ß die Umsicht und Sorgfalt erkennen, mit der eme lehrreiche Schau nicht nur für den Bauern, f nbem für alle Volksgenossen aufgebaut worden lt Am eindringlichsten spricht die W e 11 e r a u e r § eimatschau „Blut und Boden" m der ii, z 54,58 ß 6l> 4b?6 0,1g 3,053 54,60 47,14 12,235 ,395 11,635 tj & 61-g 49,05 11'11 63,0 57,48 2L03 feR btt ,larl werden, trotze. J1"" Stabt !d«r.d« Wenfais er, *0^693 41.88 0,1*$ 3,047 ts t»'S 13,09 0,713 5> 61/£ 48,$ 11,$ 62.93 -- Aktienmarkt te Schwankungen, 3m allgemeinen agsstanü um etwa Seiten ab, wobei aben. Lebhafter j.-Falten, sowie Kunstseide Mil. st 8350. i nach 41,25. M itn weiter gesucht. 3bernt aus 102,75 (103,50) an. Äon« ms-Zeichen" ange« ter still und unver« Ungarn Gold, die iften. Obligationen a meist leichte Er« eben unverändert, Mich und meist ile ftster ^5 am; v. 28 93,50 non Wayß $ W vwag 86. lehmarft. SS'»® Ä. 196 «■t tommel jJÄÄ * mäßiS- Nie Wunder daheim. Von Dr. h c. X France. Jugend fragt mich oft mit leuchtenden Augen mch dem Schönen und Gewaltigen, das ich doch clls Naturforscher, der die ganze Erdei bereist hat, cssehen haben müsse. „Was war das Wunderbarste, ns Merkwürdigste, was Sie sahen? Und ich bin immer in einer leisen Verlegenheit, die begeisterten IZusfrager enttäuschen zu sollen, da sich das Merkwürdige und Bedeutende der Natur, m einem Kopf, i$r sie wirklich kennt, doch so 9,^5 anders spiegelt cls in den Vorstellungen, die alle Welt davon hat. Der Naturfreund glaubt immer, die Schöpfung iDlle so gleichsam mit Donnergang dahin. In um s-rer Heimat, da sei alles klein, gewöhn ich uninteressant. Da sind die langweiligen Kartostelzeilen rnb Rübenäcker, das Ackerschachbrett der Nützlichkeit mb wenn es hoch kommt, der Wald, m dem man Sonntags wandern kann, alles ledern bekannt, loch nichts Wunderbares. Aber in ^emben Lan- liern, da breite das Leben gewaltiger die Sch - een, und mit atemlosem Erstaunen gerate man oon tinem Wunder ins andere. Da dieRiesenbaume in iien 'Urwäldern, dort sichtbar das Werden der Schöpfung in feuerspeienden Bergen m der bunten Märchenwelt der Korallenriffe; Giganten der Sierwelt kämpfen in Tropenglut einen Lampf ums Dasein, als je unstr Land ihmbieten tonn mit seiner allzu zahmen Na ur im Gleichmaß ihrer nur allzu ruhig dahinwellenden leiten. Und die Sehnsucht steht auf nach blauen Fernen, diese echt deutsche Reise- und Wandersuch loch dem Exotischen, den Tropen, dem Abenteuer lud dem Wunderbaren ... Und da soll man die hoffnungsvoll A jeder Phantastik bereiten Augen, die sich den Erzähler Wen, enttäuschen und soll sagen: Ach nein, -mgen und lieben Freunde, so ist das mit d Sropen und Exoten auch nicht Im Urwald sieh nan vor Moder und Düsternis und grünen Blutern auch zunächst nichts und noch lange dan ch Ncht viel mehr als daheim tn der Flußau. Und n den Wunderländern, die so exotisch nut frem t.en Namen auf der Landkarte prangen ba ift das meifte totlangweilige Steppe oder beklemmend ode Wüste oder auch Gebirge rote die unseren oder Suckerrohrfelder und gleichmäßige Plantagen, die uch nichts anderes sind als die Landwirtschaft bei «ns, wenn man sich nur erst gewohnt HA daß die raschelnden Besen nicht Mais, sondern Zuckerrohr, grünen Stauden nicht Lupinen, sonbern Mamoka Iber Tee, die zeilengraden Bäumchen nicht Apfel- ftäume, sondern Kaffeebäume sind. Sr'v --- * Friedberg, 10. Okt. Friedberg im Fahnen- thmuck bot heute in der herbstlichen Sonne einen honen Anblick. Die Stadt steht anläßlich des Äauerntages der Kreisbauernschaft lberhessen-West und des Friedberger Herbst- liarktes im Blickpunkt der gesamten Landesbauern- haft Hessen-Nassau. In schlichter Art wurde am jamstagmorgen mit der Eröffnungsfeier in der Burgkirche iie Veranstaltung eingeleitet. Die feierlichen Klänge lus „Tannhäuser" leiteten über zu dem Willkom- nensgruß des Kreisbauernführers O 11. Kreispropagandaleiter Schmelz (Gießen) überwachte die Grüße des Kreisleiters Dr. H i l deca n d t und würdigte die Bedeutung der Bauern- ige und der damit verbundenen Ausstellungen. Diese usstellungen sollen zugleich eine Leistungsschau des lauern sein und jeden einzelnen erneut anspornen, as Beste zu leisten. Dem Bauern sollen sie Rüstzeug ur die kommende Arbeit sein. Der Bauerntag soll (ine geistigen Waffen schärfen für die Aufgaben der ukunst. Dieser Zukunftskampf ist dem deutschen olke nicht leicht gemacht, aber es hat darauf nur (ne Antwort: Geschlossen den Weg weiterzugehen | nter dem Führer Adolf Hitler! j In Vertretung des erkrankten Bürgermeisters ent- fot Ortsgruppenleiter Brose die Grüße der Etadt Friedberg. Friedberg bekenne sich stolz als auernftabt und werde bemüht bleiben, das gute erhältnis zwischen Bauerntum und Stadtbevöl- irung in aller Zukunft zu erhalten. Landesbauernführer Dr. Wagner betonte, alle e Fragen, die sich aus den Erfahrungen des tzten Arbeitsjahres und aus der veränderten Lage r bezug auf die Arbeitskräfte ergeben haben, wer- n auf den Arbeitstagungen des Kreisbauerntages ^gehend besprochen werden. Eins aber ist bei allen ümftigen Maßnahmen klar: je mehr die rote Flut n unsere Grenzen heran kommt, um so mehr :üssen wir uns auf die eigene Kraft besinnen und r den Wall der Volksgemeinschaft entgegenstel- n. Unsere Lage zwinge uns, alles aus unserem ioben herauszuholen; benn nur so werben wir c Werte schaffen, bie wir zum Leben brauchen, er Bauer wirb an ber Stelle, an die er hinge- »llt ist, seine Pflicht erfüllen. Die innere Größe des otionalsozialismus unb ber Jbealismus ber ampfzeit werben das Volk mit einem Geist er- llen, ber es veranlaßt, mit ben Gütern seines i-obens unb seiner Wirtschaft hauszuhalten. Auf Le Wetterauer Heimatschau „Blut unb Diese Entäuschung bringe ich meist nicht übers Herz, unb so pflege ich denn meinen wißbegierigen Freunben bei solcher Gelegenheit lieber bavon zu erzählen, wie wunderbar und unbekannt eigentlich auch unsere Natur sei unb wie ich bas Merkwür- bigfte unb Erstaunlichste bort sah, wo es jeber von ihnen sehen kann, nämlich baheim. Da ist vor allem bas eine große Wunber, von dem ich nie in meinem ganzen Leben losgekommen bin: baß bie eigentlichen großen, welterhaltenben unb umgestaltenben Naturbinge unb Wirkungen alle klein, sozusagen unsichtbar sinb. Da stehen die Riesenberge eines Alpentales vor den Fenstern des Zimmers, in dem ich dies schreibe. Diese Berge, die oben im Sommer Schnee tragen unb an benen bie blauen Spalten ber Gletscher leuchten, sinb wie eine erhabene Ruine. Man sieht beutlich, wie sie zerfallen unb verwittert sind. Welche Riesenmacht hat das bewirkt? Gar kein Riese, fonbem ber geringste Zwerg unter allen Zwerggeschöpfen. Winzige Pilzfäben unb blaugrüne Kugelalgen, bem freien Blick nur als grüner Farb- fleck erkennbar, am Felsen, wenn sie zu Zehn- taufenben barauf sitzen, bie zersetzen ben härtesten Fels auf ber ganzen Erbe unb leiten ben Verfall unb bie Verwitterung ein. Aber ba ist bas grüne Walbkleib all biefer Berge, in beutschen Lanben zum Glück immer noch auf 46 v. H. bes beutschen Bobens. Nicht ein Jahr könnten diese Wälder mehr grünen, wenn bas Winzige oerschwänbe, bas sie im Leben erhält. Da brunten in ber Walberbe ein tausenbfaches, unsichtbares Dasein von Bobenbak- terien unb Bobenpflanzen, unb barauf bas schwel- lenb grüne Moospolster, bas man achtlos mit bem Fuß tritt. In ihm, zerteilt in Milliarben Tropfen, steckt ber Regen bes ganzen Jahres, festgehalten von ben Moosblättern, unb täglich abgegeben an bie Baumwurzeln, soviel, als was bavon bie Bäume brauchen. Jeber gebilbete Förster wirb es euch bestätigen: ohne Moosteppich kein Walb. Da läuft ber Winb über bas reifenbe Kornfelb. Unb als ich mit geschultem Auge hinsehe, glitzert es fuchsrot auf biejen fpielenben Wellen. Man tritt näher, man beugt sich: richtig, ba sitzt er auf bem Halm unb allen Blättern: ber Getreiberost. Ein winziger Pilz, ber bem Korn bie Lebenskraft aussaugt, bamit er leben kann. In einem „Rostjahr" kann biefer Schaben an fünfhunbert Millionen Mark betragen: in Amerika brüben waren es auch schon 1500 Millionen. Was könnte man alles kaufen unb schaffen in Deutschlanb in einem Jahr um biefe halbe Milliarbe; man benke sich bas aus, unb man wirb etwas erfühlen von ber Dämonie bes Wörtchens Getreiberost ... Wer bie Natur kennt, sieht überall gleich anziehende oder auch erschütternde Zusammenhänge. E «,*$» ° *le beut, "brüht. hbarort Nie. ^ahre Q(te «ftefen Z«. rückwärts aschbrühe. verbrüht, wrger M 8 o Ö e n" eingehend, dankte der Landesbauern- ss hrer ber Stabt Friebberg für das Verständnis, jdis die Bestrebungen des Reichsnährstanbes hier ’pyfunben haben. Sein befonberer Dank galt Pro- iffor Dr. Blecher, ber mit viel Liebe unb lkühe biefe Schau aufgebaut hat. Der Lanbes- nuernfübrer eröffnete bie Ausstellungen mit ben Porten: Mögen bie Entscheibungen fallen wie sie vollen, wir werben auch in Zukunft mit Liebe zur E«Holle stehen unb in Derbunbenheit mit ihr bie ('«ukunft bes beutschen Volkes aufbauen. Hell unb .eubig klang ber Gruß an ben Führer burch ben aum, ber bann erfüllt war von bem Gesang ber Bauemiag der Kreisbauernschafi Oberheffen-West Friedberger Herbstmarkt. (Eigener Äericht des Gießener Anzeigers.) Aus der Provinzialhauptstadt 25 Zahre Zrauen-Kolomalarbeit in Gießen n 21 Heta 2 0 0 Silben: Wilma Leipold, 14 0 Silben: Otto Theis, Otto dann t6ii deut« starke 18 0 Silben: Marg. Mhn, 16 0 Silben: Käthe Becker, — wi ■> was nung und Sicherstellung der Ernährung des scheu Volkes ebenso notwendig ist, wie eine Wehrmacht. Landesbauernführer Dr. Wagner gab 10. - d Die Abteilung GießendesRetchskolo- ialbundes Deutsches Rotes Kreuz durch ist der Burg manch neuer Freund gewonnen worden. Die Hundertjahrfeier wird voraussichtlich im Mai 1937 stattfinden und sich in echt volkstüm- lichem Nahmen halten. Dem Gleibergverein, dessen ersprießliche Arbeit sich so augenfällig zum Nutzen der Volksgemeinschaft darstellt, ist zu wünschen, daß er nicht nur weiterhin als etwas aus dem Heimatboden Gewachsenes besteht, sondern daß ihm immer und immer wieder neue Mitglieder zuströmen. Abteilung Greta Jochum. Abteilung Franz Trauth. Abteilung Anni Bolz. Abteilung k sagst. eine 0 Un' ^nna N Sorten ^ L 1^4 M litten W. Qls >hn 1; :uiuöer , Hit 7 Vater 5 'ch Snflen. b) Rede schrift: Gut: Erich Runzheimer, Georg Heilmann, Greta Jochum. 100 Jahre Gleibergverein Im April kommenden Jahres kann der Gleibergverein, dessen Mitgliederzahl sich über die Orte der im Blickfeld der alten Burg Gleiberg liegenden Landschaft und darüber hinaus erstreckt, auf sein 100jähriges Bestehen zurückblicken. Der Verein in seiner starken Heimatgebundenheit ist aufs innigste mit allen Schichten der Bevölkerung in Stadt und Land verwurzelt. Ein paar Männer aus Krofdorf, Gießen und Wetzlar, mit tiefer Liebe zur Heimat im Herzen, fanden sich aus gleichem Interesse im Jähre 1837 zusammen und gründeten, die trennenden Landesgrenzen über» brückend, den Gleibergverein mit dem ersten Ziel, den von der Zerstörung 1646 herrührenden Trümmerhaufen der Burganlage soweit zu beseitigen, um der Bevölkerung Zugang zum unteren Hof und Besteigung des Bergfrieds zu ermöglichen. Die eigentliche Aufräumung der Oberburg und Wiederherstellung der Unterburg fiel erst in das zweite halbe Jahrhundert der Dereinsgeschichte, nachdem der preußische Staat die gesamte Burg dem Verein zum Geschenk gemacht hatte. Bis heute ist der Verein Besitzer der Burg geblieben, und er hat gleich einem treuen Hauswalter sein Besitztum gehütet und gepflegt, so daß jeder Heimatfreund immer wieder gern die interessante heimatliche Stätte aufsucht. Daran hat auch der Ausbau zu Schulungsräumen für Zwecke der nationalsozialistischen Bewegung in einem Teil des Albertusflügels in neuester Zett nichts geändert. Ja, gerade darädrrn MrM i durch die talk gewordene Lehr i schaffen und v ä j hohe Zahl von Anderseits bliei verschiedenen 8 lichen Sumpf» die Zuschauer i einmütiaer Kan Erstaunlich gut: rüber (bis 125 < dagegen hatten kaum eine durch iöcher heil blieb, großen Teil schn hohen Ansprüche Mnend ist auct Wrer das Ziel ®8ri ist immer wi w Fahrer mit ei Xl %mai 1936 i Glückwünsche. Als erste Rednerin sprach die Kreis-Frauen schaftsführerin Frau W r e ö e die herzlichen Glückwünsche der NS.-Frauenschaft aus. Sie betonte dabei, daß der Kolonial-Frauenverein in den verflossenen 25 Jahren den richtigen Weg gegangen sei, indem die fraulichen Eigenschaften der Mitglieder sich in den Dienst des Nächsten gestellt und den deutschen Volksgenossen über See ihr schweres Los erleichtert hätten. Sie gab dem Wunsch Ausdruck, daß der Verband auch künftighin immer mehr in die Zusammenarbeit aller deutscher Frauen hineinwachse, wobei es für die Volksgemeinschaft gleichgültig fei, woher der einzelne Mensch komme und ob er reich oder arm sei, einzig und allein nur darauf komme es an, daß er einen guten Charakter und ein mitfühlendes und einsatzbereites Herz habe. Später einmal werde es zu den schönsten Erinnerungen der Frauen gehören, daß sie in dieser großen Zeit mitgeholfen hätten an dem Aufbau des neuen Deutschen Reiches durch ihre Treue und ihre Taten in der Gefolgschaft des Führers. Als Vertreterin des Alice-Frauenvereins sprach Frau Giese dessen herzliche Wünsche aus, wobei sie ebenfalls auf den reichen Segen hinwies, der aus der bisherigen Arbeit der Frauen-Kolonialver« eine zum Besten unseres Volkstums und der Volksgenossen über See entstand. Als alter Ostafrika-Mitkämpfer sprach sodann der SA.-Sturmführer Georg Hetz, Führer des SA.» Sturmbannes II/R. 116, neben dem Dank für die bisherige Frauenarbeit auf dem Gebiete der Kolonialsache noch seine besondere Anerkennung für diese Tätigkeit aus, deren Segen er als Kämpfer unter Lettow-Dorbeck sowohl für die Truppe, wie auch für die übrigen Volksgenossen und die eingeborenen Mitstreiter unserer Schutztruppe aus eigener Kenntnis der Dinge beurteilen konnte. Er ließ in kurzen Worten die Erinnerung anklingen an die ungeheuren Strapazen unserer Kampftruppe in Ostafrika während des großen Krieges, ferner auch an die furchtbare Enttäuschung und die seelischen Qualen der Männer, die mit der Waffe in der Hand unseren schönen Kolonialbesitz verteidigt hatten und dann das furchtbare Ende des Krieges erlebten. Weiter erinnerte er an die Tatbereitschaft, die gerade die alten Afrikaner veranlaßte, nach dem Kriege wiederum mit aller Energie für die deutschen Kolonialbelange einzutreten. In diesem Zusammenhänge würdigte der Redner ebenfalls mit herzlicher Dankbarkeit die Mitarbeit der Frauen, die, wie überall im Reiche, auch in Gießen im Einvernehmen mit den alten Kolonialdeutschen eifrig und segensreich entfaltet wurde. Er wünschte zum Schluß, daß unsere Frauen auch weiterhin auf diesem Gebiete in ihrer Arbeit nicht erlahmen möchten. Frau Gottschalk brachte die Wünsche und Grüße der Frauenabteilung der früheren Deutschen Kolonialgesellschaft zum Ausdruck, verbunden mit der Hoffnung, daß unsere Frauen stets in Geschlossenheit an diesem großen Aufgabengebiet Mitarbeiten. Ein Vertreter der Universität erinnerte besonders an die Leistungen der deutschen Wissenschaft auf dem Gebiete der Tropenmedizin, die sich in unseren deutschen Kolonien in segensreicher Weiss auswirken konnte. Weitere Glückwunschansprachen hielten Fran Seipp als Vertreterin des Vereins Darmstadt des Deutschen Roten Kreuzes, Frau Böhm als Vertreterin des Vereins Offenbach, Frau Scholz für den Verein Mainz, Frau Jöckel (Friedberg), Frau Gräfin Riedesel (Lauterbach) für die Vereine Lauterbach und Alsfeld, Frau Hagen (Frankfurt a. M.) für die Abteilungen Frankfurt und Wiesbaden. Aus allen Ansprachen klang die hohe Wertschätzung heraus, die der Arbeit der Abteilung Gießen überall zuteil wird und die als vorbildliche Mithilfe an den Aufgaben der Frauen auf diesem Gebiete bezeichnet wurde. Nach den Ansprachen erfreuten im geselligen Teil Frau Fischer (am Klavier) und Herr M ü h r l e (Violine) mit dem Vortrag des Präludiums von Max Reger, die Ballettmeisterin Fräulein Zenner (Begleitung am Klavier Herr Bräuer) durch den Tanz eines Chopin-Walzers, ferner eine kleine Schar von niedlichen Mädelchen mit einem allerliebsten Kindertanz. Die Ansprachen sowohl, wie auch die geselligen Darbietungen wurden mit lebhaftem Beifall aufgenommen. Der Verlauf der Jubiläumsfeier hat gezeigt, daß die Ateilung Gießen des Deutschen Roten Kreuzes über See fruchtbare Arbeit im Dienste des großen Gedankens und der schönen Aufgabe geleistet bat Die allgemeine Anerkennung, die ihr dafür in den Ansprachen dargebracht wurde, ist ein treffender Ausdruck der vollen Wertschätzung, die sich diese Frauenarbeit in allen Teilen der Gießener Beoöt» terunfl erworben hat. ** Das Winzerfest in der Volkshalle fand trotz der vorgerückten Jahreszeit einen unerwartet starken Zuspruch. Am Samstag zeigte sich an der Volkshalle zeitweise beängstigender Andrang. Schon bald war kein Platz mehr zu finden. Die von einem Frankfurter Unternehmen bunt und lustig ausgeschmückte Dolkshalle war erfüllt von heiterer Stimmung und ausgelassener Freude. An zahlreichen Stellen waren Weinschenken errichtet, die stark belagert waren. Mitglieder des SA.-Musik- zuges unter der Leitung von Musikzugführer Herrmann sorgten für Unterhaltung und spielten zum Tanz auf. Dem Patenwein wurde reichlich zugesprochen, so daß der Umsatz wohl kaum zu wünschen übrig ließ. Auch am Sonntag zog das Winzerfest weite Kreise der Stadt- und Landbevölkerung an, die bei KdF. einige frohe Stunden verbrachten. ** Rechtzeitige ßoserneuerung bei der Staatslotterie. Der Präsident der Preußisch-Süddeutschen Staatslotterie teilt mit: Am 20. Oktober beginnt die Ziehung der 1. Klasse der 48. Klassenlotterie. Wegen der Arbeitshäufung in den Staatlichen Lotterie-Einnahmen unmittelbar vor der Ziehung wird dringend gebeten, die ßoserneuerung und ßosbezahlung nicht erst in den letzten Tagen, sondern möglichst sofort vorzunehmen. Nur rechtzeitig vor Ziehunasbeginn bezahlte Lose haben einen Gewinnanspruch. einen Ueberbücf über die Arbeit in den kommenden Monaten. Er forderte die Bauern auf, zielsicher und zäh an dem großen Aufbauwerk mitzuarbeiten, zu dem der Führer jeden gutgesinnten Volksgenossen aufgerufen hat. Er wies u. a. auch darauf hin, daß die zur Zeit vordrängende Frage des Landarbeitermangels aus dem Willen zur Volksgemeinschaft zu lösen sein wird. Der Landesbauernführer rief seine Bauern auf, zäh und unentmutigt wie bisher ihre Pflicht gegenüber ihrer Scholle und ihrem Volke zu tun, um dadurch der Weltanschauung des Nationalsozialismus zum Siege zu verhelfen. Dann brachte Landesobmann Seipel das Sieg- Heil auf den Führer aus, an das anschließend das Deutschland- und das Horst-Wessel-Lied gesungen wurden. Zeit werde die Preisentwicklung von der ßanbes- bauernschaft scharf beobachtet und unlautere Elemente ausgeschaltet werden. Der Vorsitzende des Getreidewirtschaftsverbandes Raabe betonte in seinem Vortrag über „Die Getreidemarktordnung", daß es auch in diesem Jahre unbedingt möglich sei, das deutsche Volk restlos aus eigener Erzeugung mit Brot zu versorgen. Das Sl)stem der Kontingentierung hat sich be - währt. Der Letter der Futtermittelstelle, M a 11 h a e t, teilte lyit, daß infolge der guten Rauhfutter-, Kar- toffel- und Hackfrucht-Ernte die Lage weniger schwierig sei, als im Vorjahr. Großes Interesse beanspruchten die Ausführungen des Vorsitzenden des Viehverwertungsverban- des Hessen, Haack, der darauf hinwies, daß die Marktordnung für das Schlachtvieh die Preisstürze des Jahres 1932/33 beseitigt und der deutschen Landwirtschaft gegenüber 1931 allein aus der Schlachtoieherzeugung im Jahre 1935/36 eine Mehreinnahme von 1,3 Milliarden RM. erbracht hat. Um Preistreibereien zu verhindern und dem Bauern wie dem Metzger von vornherein die Möglichkeit zu nehmen, den Höchstpreis zu überschreiten, werde der Metzger vom Bauern in Zukunft grundsätzlich ferngehalten werden. Als letzter Redner sprach der Vorsitzende des Kartoffelwirtschaftsverbandes, Müller, über „Die Marktordnung in der Kartoffelwirtschaft." Nach einer kurzen Ansprache tagte unter dem Vorsitz des Kreisbauernführers Ott die Hauptabteilung II „Der H o f", bet der zunächst der er insbesondere das „Gesetz über Schätzung des Kulturbodens (Dodenfchätzungsgesetz) vom 16. Oktober 1934" behandelte. Abteilungsleiter Wilhelm Gräber sprach über „Tag.esfragen auf dem Gebiete des Pflanzenbaues", wobei er auf die Erhaltung der wirtschaftseigenen Düngemittel verwies und u. a. die große Umstellung im Kartoffelanbau von der Sorte „Industrie" auf andere, gleichwertige Sorten behandelte. Als letzter Redner sprach Landestierzuchttnspektor Dr. Schneider über „Tierzuchtfragen", wobei er auf die einzelnen Anordnungen und Gesetze ver» wies und auf den Rasseverteilungsplan zu sprechen kam, durch den bodenständige Rassen gezüchtet werden sollen. Die Frage der Nutzviehbeschaffung fei für die Landesbauernschaft eine Frage der Mehraufstellung von Jungvieh. Es muß daher Jung- vieh aufgezogen werden, damit die Bauern sich nicht selbst und damit die Volkswirtschaft schädigen. Am Sonntagvormittag tagte die Hauptabteilung I. Lanoeshauptabteilungsleiter E. I. Finge r führte u. a. aus, wie dieser Abteilung die Erziehung und Gestaltung des bäuerlichen Menschen übertragen ist, in deren Vordergrund die Schulung der Ortsbauernführer, Gefolgschaftswarte und Jugendwarte steht. Eine zweite Aufgabe ist die Herstellung der Hof- und Betriebsgemeinschaft, in deren Zusammenhang die Lösung der Frage des Landesarbeiterproblems steht, lieber die Bildung der Hofgemeinschaft hinaus ist die Ausgestaltung der nationalsozialistischen Dorfgemeinschaft von Bedeutung. Als dritte große Aufgabe ist der Hauptabteilung I die Wiederherstellung des schöpferischen Verhältnisses des Menschen zum Boden gestellt. Am Sonntagnachmittag fand der Bauerntag mit einer GroßkundgebungderKreisbauernschaft Oberhessen-West feinen Ausklang. Landesobmann Seipel eröffnete die Kundgebung mit einer kurzen Begrüßung der Bauern und der Redner. Reichshauptabteilungsleiter Dr. Korte, Berlin, sprach über die Marktordnung Er ging auf die Gründe zur Schaffung des Reichsnährstandes näher ein. Der Nationalsozialismus habe bewußt an Stelle der vorher ungeordneten eine einheitliche, auf sich selbst beruhende Wirtschaft geschaffen. An Stelle der Jch-Wirtschaft wurde die gebundene und an Stelle der Zerschlagung der Erzeugung die Erzeugungsschlacht als nationalen Willen gesetzt. Der Nattonalsozialismus hat auf dem Grundsatz der Selbstverwaltung die Kartoffel-, Eier-, Fisch» u. a. Bewirtschafter zu Marktoerbänden zusammen- geschlossen, um dadurch das Ziel zu erreichen, das er sich in der Marktordnung gesteckt hat. Wir wissen, daß der Bauer am Handel mit seinen Erzeugnissen kein Interesse hat, wohl aber an festen Preisen und an der Gewißheit der Abnahme seiner Erzeugnisse. Die Einführung der festen Preise war eine absolut revolutionär-nationalsozialistische Forderung. Darum wurde durch den Erzeugerschutz ein festes Preis- gefüge und die garantierte Abnahme der Erzeugnisse gesichert. Wenn der Bauer jetzt sät, weiß er schon, was er zur Zeit der Ernte für seine Frucht bekommt. Aus der Festsetzung der Preise und der Einhaltung der Festpreise ergibt sich die Notwendig- feit der Erfassung der Erzeugnisse; denn nur wenn die Ware fest in einer Hand ist, kann diese auch die Preise stabil erhalten. Die nächste Forderung ist darum eine noch straffere Erfassung der Erzeugnisse, wie z. B. bei der Milch. Genau so notwendig wie der Erzeugerschutz ist der Verbraucher» schütz. Wir brauchen Die Festsetzung der Lebens- mittelpreife zur Durchführung der Arbeitsschlacht. Die Preisfestsetzung muß aber mit einer Qualitätssteigerung verbunden sein, wie z. B. bei der Butter, bei der man weiß, was man für sein Geld bekommt. In weiteren Ausführungen über die Preisgestaltung zeigte der Vortragende, wie durch die Schluß- und Kontrollscheine beim Vieh, durch die restlose Erfassung der Erzeugnisse durch die Organisationen und durch die Veröffentlichung der Verbraucherpreise vorsorgliche Maßnahmen getroffen werden, um die Preisfrage zu bereinigen und die Marktordnung durchzufuhren. Zur Mitarbeit an diesen großen Aufgaben rief er alle Parteiorganisationen, insbesondere die Hausfrauen, auf, weil die Ord- Das kleine idy! gen in Oberhesse pißen Giebelhüi cetnatter der T brüten Male wi Wgruppe §e gefürchtet wegen liindefchwierigleitt alle Tradition fu deutfchlandg und l Mil 160 Fahre WA., aber auch der Wehrmacht ui Tomer, Liselotte Nikolaus, Else Reuschling. Abteilung 120 Silben: Hch. Müller, E. Mertz, Hans Heines, Ludwig Feige, Helmut Diehmann, W. Enkirch. Abteilung 10 0 Silben: Kurt Hannes. Abteilung 80 Silben: Otto Balser, Theo Otto, W. Ziegler, Anna Sack, Lina Volkmann, Therese Frank, Hilde Menges, Irmgard Walther. Abteilung 60 Silben: A. Kern, Adelheid Brück, Edith Merlau, Gertrud Maintzer, Anneliese Hildebrand, Karl Becker, H. Bossold, Liselotte Schwenke, H. Hillgärtner, Marianne Kraft, Otto Sommer. Ergebnis im Richligschreiben: a) Verkehrsschrift: Sehr gut: Käthe Becker, H. Bossold, Otto Törner, L. Feige, Therese Frank, Otto Balser, Gottl. Brückel, Theo Otto, Werner Stork, Ilse Lettow, Käthe Prümer, Anna Sack, Fr. Trauth, Albert Lauer, Kurt Hannes, Helmut Diehmann, W. Enkirch, Karl Sommerlad, Willi Liebmann, H. Haubrich, Karl Schmidt, Liselotte Schwenke. Gut: Elfriede Weiß, W. Ziegler, H. Hillgärtner, Irmgard Walther, G. Knapp, Günther Schäfer, Marianne Kraft, Karl Becker. über See beging am Samstagnachmittag im Klub in einer schlichten Veranstaltung in Gegenwart der Gauvorsitzenden Frau von Oidtman die Feier ihres 25jährigen Bestehens. Die Partei und eine Reihe von Behörden waren bei der Feier vertreten, ferner waren zahlreiche Mitglieder erschienen. ?rau von Oidtman begrüßte im Namen des Gaues Hessen-Nassau des Frauenvereins für Deutsche über See die stattliche Versammlung, insbesondere die Vertreter der Partei, der Behörden und der befreundeten Vereine. Sodann gab sie einen Rückblick auf die 25jährige Geschichte der Abteilung Gießen, bei dem sie u. a. folgendes berichtete: In Gießen war es Frau llfinger, welche die Mitgliederzahl der Abteilung in kurzer Zeit auf eine beachtliche Höhe brachte. Die Abteilung Gießen beteiligte sich dann an dem ersten großen Hilfswerk des Gaues, der Errichtung eines Kindergartens in Swakopmund. Das schöne Haus war gerade vor dem Kriege fertig. Da kam der Weltkrieg, in dem sich unsere Schwestern alle sofort dem Roten Kreuz zur Verfügung stellten. Nach dem Kriege war es die schönste erste Aufgabe, den ganz zerstörten Kindergarten wieder neu aufzubauen, indem wir, da man bei der Inflation mit Geld nichts machen konnte, alles zum Wiederaufbau Notwendige hinüberschickten. Nun war es Frau Graf, welche in Gießen die Abteilung übernommen hatte, und während ihrer Führung schickte der Gau Hessen eine Schwester nach Jnde- pendencia nach Paraguap. Dort wohnten etwa 80 deutsche Farmerfamilien, welche die Engländer aus Ostafrika ausgewiesen hatten. Schwester Charlotte L e h f e l d t fand unbeschreibliche Zustände vor, und sie hat es in den vier Jahren, die sie dort weilte, verstanden, mit grenzenloser Treue und Hingabe aus ihrem ganz primitven Lehmhäuschen heraus die Menschen zu pflegen und seelisch wieder aufzurichten. Nachdem Frau Gräf aus Gesundheitsrücksichten ihr Amt niederlegen mußte, standen Frau Zwick, Frau B ü r f e r und Frau Sepbold an der Spitze der Gießener Abteilung. Wenn auch die Nachkriegszeit unsere Arbeit sehr erschwerte, so sind im Gau Hessen-Nassau doch die Zahl der Mitglieder und der Ertrag aus Veranstaltungen dauernd gestiegen. Wir waren sehr froh, daß wir, nachdem unsere Aufgabe in Jndependencia vollendet war, außer den von Berlin geforderten Abgaben die Inneneinrichtung der Schwestemstation Otjiwarongo in Südwestafrika übernehmen konnten, und dann die ganze Fürsorge und Betreuung der Schwester Anna Steiger in Mbozi (Ostafrika). Wir betrachten es als Krönung unserer Arbeit, daß wir in diesem Sommer noch eine Schwestemstation am Fuße des Ki- limandjaro errichten konnten. Dort leben 100 deutsche Familien ohne jede sanitäre Betreuung: es sind ältere Leute, die schon vor dem Kriege in Afrika waren, und nachdem sich die Grenzen im Jahr? 1925 wieder geöffnet, ihr Lebenswerk von neuem aufnahmen, und viele Junge, die mit unendlich viel Tatkraft und Optimismus und um so weniger Geld das ebenso schwere, wie lockende Problem Aftika zu bestehen suchen. Der Platz, auf dem wir stehen müssen, ist uns bekannt. Immer wieder gilt es, dafür zu sorgen, daß die Kolonialdeutschen bereit und würdig sind, dem Führer zu folgen, indem wir sie in der Erhaltung ihres Volkstums, bei der Erziehung ihrer Kinder und bei der Erhaltung ihrer Gesundheit unterstützen. Ganz besonders aber bei der Gesunderhaltung der Rasse von Mutter und Kind, denn sie ist die Voraussetzung der geistig-seelischen Harmonie, welche die Grundbedingung ist zu der erfolgreichen, harten Arbeit unseres Volkes draußen. Es ist ein großer Segen, daß die über 40 kolonialen Vereine und Vereinchen in ein großes Ganze zusammengefaßt sind. An führender Stelle der Abteilung Gießen arbeiteten in der jüngsten Zeit Frau Lange, Frau Niemann, Frau S e y b o l d und als Schatzmeister Herr Bankdirektor Mattern in hervorragender Weise im Dienste des Kolonialgedankens. Allen Mitarbeitern und Mitgliedern möchte ich herzlich danken für die treue Arbeit an den Aufgaben unserer Vereinigung, und ich möchte dabei betonen, daß es stets besondere Freude auslöst, wenn man sieht, was bisher geschaffen wurde. Was in den letzten Jahren geleistet wurde, grenzt ans Wunderbare, und was besonders der Füh- rer bereits geschaffen hat, steht einzig da im Buche der Geschichte. Wir werden weiter unsere Pflicht tun in treuer, stiller Arbeit, wie wir fie seit 25 Jahren getan haben. Dies geloben wir, indem wir rufen: Unser Führer und Reichskanzler Adolf Hitler Sieg-Heil! Freudig stimmte die Festversammlung in dieses Treugelöbnis an den Führer ein. Der Eintopf. Der gestrige Sonntag brachte in Stadt und Land wiederum die Begegnung mit einem guten alten Bekannten: den Eintopf. Es ist schon richtig, wenn man hier von einer guten und zugleich auch alten Bekanntschaft spricht; gut um deswillen, weil der Eintopf als Ausdruck der Volksgemeinschaft ein vortreffliches Mittel ist, das die meisten von uns aus den Kriegsjahren sowohl von der Front her, als auch aus der Heimat selbst in der Erinnerung haben, a l t aber, trotz der wenigen Jahre seiner organisatorischen Einführung, in dem Gemeinschaftsgefühl aller Volksgenossen, die sich gerne seiner Herrschaft unterwerfen. Aber noch ein weiteres kommt hinzu. Dieser Eintopf, den wir während des Winterhilfswerks allmonatlich einmal herrschen sehen, hat für die Volksgemeinschaft eine gute Auswirkung. Er erinnert immer wieder an die verpflichtende Verbundenheit aller Schichten und Stände unseres deutschen Volkes, außerdem bringt er durch die Opferspenden der Volksgenossen einen wertvollen inanziellen Beitrag für die Arbeit des W H W. zur Linderung von Not und Bedrängnis in den hilfsbedürftigen Familien. Zahlreiche Helfer und Helferinnen des WHW. teilen sich an diesen Sonntagen immer wieder in atfroher, ehrenamtlicher Mitarbeit bereit, um die inanzielle Frucht des Eintopfsonntags in den Sammelbüchsen abzuholen und dem WHW. zuzuführen. Das ist für viele dieser helfenden Kräfte eine an» trengenbe, aber immer wieder gern geleistete Arbeit, jumal sie wissen, daß sie sich habet als Mitkämpfer )es Führers und Mittler zwischen der helfenden Volksgemeinschaft und den bedrängten Familien egensreich betätigen können. So konnte man auch am geftrigen Sonntag erneut die Helfer und Helferinnen Des WHW. von Haus zu Haus, von Wohnung zu Wohnung, treppauf und treppab gehen sehen, Die Sammellisten und die Sammelbüchsen in der Hand, einer großen und schönen Aufgabe dienen! Die dankbare Anerkennung aller Volksgenossen wurde diesen Männern und Frauen ür ihre uneigennützige Tätigkeit wiederum zuteil. Möchte ihre Arbeit reiche finanzielle Früchte gebracht haben, damit das WHW. daraus eine starke Steigerung seiner Kraft für den Kampf gegen Hunger und Kälte gewinnen konnte. Dornoiizen. Tageskalender für Montag. NS.-G. „Kraft durch Freude", 20 Uhr, Winzerfest in der Dolkshalle. — Gloria-Palast, Seltersweg: „Ave Maria". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Bettelstudent". Beiratssihung der Zndustne- und Handelskammer Gießen. Von der Industrie- und Handelskammer Gießen wird uns berichtet: Unter dem Vorsitz des Präsidenten der Industrie- und Handelskammer Gießen, Herrn Dr. Erasmus P a u I p, fand am 8. Oktober d. I. in Alsfeld im Hotel „Deutsches Haus" eine nichtöffentliche Beiratsitzung statt. Der Vorsitzende führte zunächst den neuen Hauptgeschäftsführer der Kammer, Herrn Dr. Fröhlich, der früher bei der Rhein-Mainischen Auftragsstelle in Berlin tätig war, in sein neues Amt ein. Im Anschluß hieran wies er darauf hin, daß der Vorstand der Industrie- und Handelskammer es für notwendig halte, von Zeit zu Zeit die Beirats- itzungen außerhalb Gießens abzuhalten, um auch auf diese Weise den Zusammenhalt zwischen den Mitglieder der Industrie- und Handelskammer zu fördern. Herr Dr. F r ö h l i ch gab sodann einen Bericht über die Neuorganisation der gewerblichen Wirtschaft, wie sie sich durch die Errichtung der Wirtschaftskammern und die Eingliederung der bezirklichen Fachgruppen in diese ergibt. Herr Dr. Kirchner berichtete über Fragen des Einzelhandels und die Auswirkungen des Einzelhandelsschutz^esetzes. An die Berichte schloß sich eine lebhafte Aussprache an, die für alle Teile Ersprießliches brachte. Herr Dr. P a u 1 h gab im Anschluß an die Aussprache der Meinung Ausdruck, daß in der heutigen Zeit, in der die wirtschaftliche Entwicklung ein sehr schnelles Tempo aufweise, aus dem auch den Industrie- und Handelskammern stets neue Aufgaben erwachsen würden, der Beirat öfter zusammentreten müsse. Das im Anschluß an die Sitzung stattfindende zwanglose Beisammensein gab den Mitgliedern des Beirates noch hinreichend Gelegenheit zur persönlichen Aussprache. Erfolgreiche Kurzschriftler. Die Arbeitsschule der DAF. führte in der vergangenen Woche wiederum eine Leistungsprüfung in Deutscher Kurzschrift durch. Diese dauernde Kontrolle von Monat zu Monat stärkt den Arbeitskameraden in seiner Leistungsfähigkeit — für die Schule ist bas Ergebnis immer wieder das beste Zeichen für den Erfolg ihrer Arbeit. Das Leisttmgs- zeugnis bzw. eine Bescheinigung wird nur für brauchbare, einwandfreie Arbeiten ausgestellt. (Ergebnis im Schnellschreiben: sich am Sonntagoo die diesjährige Fc gung. Rings um! änge Strecke, buri <900 6' JJ.05 «•*£? $)aM' llbesieg^ NührM Spielver-' 1900 i DI, Slauoeifl'! .„ttoieben, ob®»1 ssg B8ete®«n* £ri«Ä .°d di-«»7 erwies °5, brauenmcht durch immer mei 9Jlxfpoit Ar' RtSKK., aber auch eine besonders starke Vertretung Brigadeführer feststellen, daß auch die dritte Vogels- Zer Wehrmacht und der anderen Gliederungen, die berggeländesahrt, die den Abschluß der diesjährigen HtMMWtMeii kam Die von ;eknatter der Maschinen aller Kategorien. Zum dritten Male wird die Vogelsberggeländefahrt der Motorgruppe Hessen gestartet. Geschätzt, aber auch gefürchtet wegen ihrer besonderen Tücken und Ge- iondeschwierigkeiten bildet sie nunmehr schon eine iUe Tradition für die Motorfahrer ganz Mitteldeutschlands und die Bevölkerung Oberhessens. Mit 160 Fahrern, darunter 120 Männer des Dieses Ergebnis ist als ganz ausgezeichnet zu betrachten, zumal von den gemeldeten acht Fahrern der Motorstandarte 147 sechs NSKK.-Männer einen glänzenden Sieg erringen konnten. Der Führer der Motorstandarte 147, Oberstaffelführer Nagel, hat mit Beifahrer Oberscharführer D a u st e r wiederum seine glänzende Fahreigenschaft unter Beweis gestellt. War er doch nach dem Start auf einem großen Teil der Strecke allein führend, so muhte er hinter Kontrolle 6 (es waren 10 Kontrollstellen anzufahren) die Führung an die stärkere Klasse abgeben. Nicht allzuweit vom Ziel entfernt hotten die Fahrer eine Autopanne, die sie erheblich zurückgeworfen hatte, aber diese Zeit reichte dennoch für die goldene Plakette. — Obertruppfüh- Ernst Henne hatte auch am Sonntagvormittag mit seinen Versuchen fein Glück. Die Windverhältnisse waren diesmal zwar besser als am Vortage, nach einigen sehr schnellen Probefahrten machte sich aber ein kleiner Schaden an der neuen Rennmaschine bemerkbar, der Henne veranlaßte, die Rekordver- über 1 Kilometer mit stehendem Start. Hier Kohlrausch auf 27,19 Sek. - 133,100 Stdkm. bisherige Klassenhöchstleistung wurde ebenfalls ihm gehalten, und zwar mit 131,507 Stdkm. Am Sonntag: Henne bricht wieder ab. Dritte Vogelsberg-Geländefahrt der Rolorgruppe Hessen. lefa. r. u toihfyn MS. Qus- Sie betonte in den Den Jen Wey gegangen "'chatten der M wachsten gestellt und r See ihr schweres Wunsch Aus. künftighin immer er deutscher Frauen E Volksgemeinschaft rtnt Mensch komme injig und allein nm Mn guten Charakter bereites Herz habe, n ichönsten Erinne« dah sie in dieser an dem Aufbau des ihre Treue und ihre Führers. rauenvereins sprach Wünsche aus, wobei Segen bmtoies, bet yraueivÄofonialDer« ms und der Volks- c bet , Miet des TL« dem Dank für -ie m Gebiete der Solo- [nertennung für^le ■ als Kämpfer ffiir e Tmppe, wie tA und die eingeboren t aus eigener Äenni' te. Er ließ in kurze» Still gehen die Beiden aus der Oper. „Wollen wir nicht irgendwo etwas essen, Hanna?" „Nein, danke, Paul. Ich wäre dir dankbar, wenn du mich noch heimführtest." Wieder brennt das Licht im Zimmer des Anwalts, aber diesmal fordert Hanna den Freund ihres Vaters nicht auf, mitzukommen. Sie gibt ihm die Hand und will ihm gern ein dankbares, gutes Wort sagen. „Du bist wirklich mein bester Freund, Paul. Ich werde dir nichts von allen deinen Freundlichkeiten und deinem Verständnis vergessen. Du hast mir so oft gesagt, ich solle das Leben leichter nehmen — jetzt gebe ich dir den gutgemeinten Rat zurück. Gute Nacht, Paul." Ohne sich noch einmal umzusehen, geht sie ins Haus und ohne den Mantel abzulegen, tritt sie ins Zimmer ihres Vaters ein. Der sieht überrascht auf, er hatte nicht gewußt, daß sie im großen Abendkleid ausgegangen war. „Ich war in der Staatsoper. Mit Paul." „In der Staatsoper? Heute war doch die Ariadne." „Ja, eben deswegen, Vater. Und wegen Melanie komme ich jetzt auch zu dir. Hanna Brandes nimmt den Mantel ab, groß und schlank steht sie in dem langen Kleid, das kaum die Spitzen ihrer Samtschuhe freiläßt, im Zimmer. Die Brillantspange am Halsausschnitt — alter Familienschmuck — blitzt im Licht auf. „Ich bin erstaunt, Hanna, aber ich möchte hoffen, daß du mir etwas Gutes zu sagen hast." Brandes steht hinter seinem Schreibtisch auf, geht aber nicht auf Hanna zu. „Ich möchte Frieden mit euch schließen, Vater. Ich will damit nicht sagen, daß ich etwas von dem bereue, was ich früher getan oder gedacht habe. Ich sehe es heute nur in einem andern Licht. Ich will selbstverständlich das Haus verlassen, Vater, aber nicht im Sinne der Verbitterung. Du mußt und wirst es ja auch verstehen. Ich werde gern zu euch kommen, wenn ihr mich wollt, nur mußt du mir das Selbstbestimmungsrecht über mich selbst einräumen. " (Fortsetzung folgt.) sich ihm bietet. Und es ist ihm viel geboten worden. . ... „Herbing hat eine sehr gute Seite, das i|t Die der unbedingten Ehrlichkeit, Hanna. Hat er dir von Heirat gesprochen? Wenn nein, dann mußt du es tun und je nach dem, wie seine Antwort ausfällt, mußt du handeln. Wenn du es nicht tust, zwingst du mich —" „Nein! Es ist mein Leben, das ich mtr von niemanden, auch wenn es gut gemeint ist, vorschreiben lasse. Ich bin jetzt sechsundzwanzig Jahre alt, ich habe vom Leben nichts gewußt. Heute bin ich dankbar dafür, denn nun kann ich es ganz begreifen, ganz in mich aufnehmen — ich will das Leben nun auf einmal, nicht in Dosen —" „Und warum willst du das alles deinem Vater nicht sagen, Hanna? Genau so, wie mir jetzt?" Für eine kurze Zeit ist Hanna schweigsam, sie hat einen Blick, der nach innen sieht und die tatsächliche Umgebung nicht bemerkt. Sie zieht die Augenbrauen hoch, hat schmale Lippen und eine gerade, schmale Nase. Sie hat auch für Paul La- verenz auf einmal ein ganz fremdes Gesicht. „Gut, ich werde es meinem Vater sagen, Paul. Vielleicht hast du recht. Man muß immer die Konsequenzen zu tragen wissen, und wie sehr ich das vielleicht einmal muß, weiß ich ja heute selbst nicht. Es war lieb von dir, daß du mich angehört hast. Ich habe eine Bitte. Melanie Morholt singt heute Abend die Zerbinetta. Willst du mit mir hingehen? Es ist eine Geste für sie und ich wünsche sehr, daß sie sie versteht. Vielleicht bekommst du noch Plätze unmittelbar vor der Bühne. Vater ist nicht da, er hat zu tun." Laverenz sagt zu, obgleich er etwas anderes vor hat. Er will Hanna Brandes nicht allein taffen und hat immer noch die Hoffnung, sie zur Einsicht zu bringen. Er klingelt nach einem Boten und gibt Auftrag, zwei Sperrsitzplätze zu besorgen. „Vielen Dank, Paul." Zwei Hände finden sich in festem Druck. Es fällt kein Wort weiter. Dann klappt eine Tur und Laverenz ist wieder allein. Er horcht dem leichten Schritt nach, der sich entfernt, fein Herz krampft sich zusammen. „ , ,, „Verzeihen Sie, Herr Laverenz, Herr Professor Angert wartet seit einer Viertelstunde, meldet Da diskret die Sekretärin. Laverenz dreht sich um. Äekordschrten auf der Reichsaulobahn. Ernst Henne hat Pech. - Bobby Kohlrausch erzielt drei neue internationale Klaffen-Rekorde. ingm an ine linj ampftnippe in DI’ Sneaes, ferner «’i g uni) trie W‘ der Baffe m der M verteidigt hatten ves Krieges erlebten. itbereilfW die ge- ranl* nach dm nergie jur ine W ten. 3n diestm > Mner ebenfalls t* itarfcit der grauen, ch in gießen m ®« «*• Veranstaltungen bildet, ein besonders interessantes und schwieriges Glied in der Kette der kraftsportlichen Leistungsprüfungen der Motorgruppe Hessen im Jahre 1936 darstellt und somit in hohem Maße zur Erreichung des vom Korpsführer Hühnlein gesteckten Zielen beiträgt: Erziehung zu Mut, Geschicklichkeit und Ausdauer durch den Kraftfahrgelandesport auf breiter Grundlage. Die IHotorffanbarte 147 Gießen konnte bei dieser Geländefahrt vier goldene und zwei silberne Plaketten mit nach hause nehmen. 1 Hervoragende Leistungen vollbrachten. Trotz aller Hindernisse wurden erstklassige Zeiten erzielt. Bei der am Nachmittag stattfindenden Sieger-Ehrung hat der Führer der Motorgruppe Hessen, Brigadeführer Richard Prinz von Hessen, 41 goldene Plaketten, 26 silberne und 32 bronzene und einige schöne Ehrenpreise für besondere Leistungen verteilt. In seiner Schlußansprache konnte der „Ich lasse in einer Minute bitten." Diese eine Minute hat er nötig, um sich umzustellen — von der tiefen Enttäuschung auf die Besprechung über eine Neuauflage eines Buches. Der Besucher merkt dem bekannten Verleger nichts von abseitigen Gedanken an, er findet Interesse für geplante Aenderungen der einzelnen Kapitel, und als er nach einer knappen Stunde das Verlagshaus verläßt und auf der Straße einen Kollegen trifft, sagt er: £ „Dieser Laverenz ist em Segen für jeden ernsthaften Wissenschaftler, er verlegt nicht nur Bücher, er versteht sie auch." Laverenz versteht noch mehr. Er sitzt am Abend aufgeschlossen und gerade darin in eiserner Beherrschung seines wahren Seelenzustandes neben Hanna Brandes und hört auf die spielerische Mozart-Musik Richard Strauß'. Dabei vermeidet er es, das Mädchen im schwarzen Abendkleid, das ihre zarte Haut noch klarer und reiner macht, anzu- sehen. In der Pause gehen sie langsam durch die Gänge zum Foyer. Sie werden viel gegrüßt, denn Laverenz ist bekannt, man sieht der jungen Dame nach, die neben ihm geht, und die eine sehr aparte Note hat. Man hat sie nie in seiner Begleitung gesehen... u „Fräulein Morholt hat uns bemerkt, Hanna. „Ja, ich weiß, Paul. Ich hätte gern, daß sie sich darüber freut. Sie wirkt in ihrem bunten Tänzerinnenkleidchen so jung, daß ich mir alt daneben vorkomme." Hanna lacht. Aber es klingt em wenig gezwungen, und Laverenz gibt auch keine Antwort darauf. Sie gehen zurück und nehmen die Plätze wieder ein. Melanie Morholt holt sich nach ihrer mit Bravour gesungenen Arie einen tosenden Sonderapplaus, an dem sich Hanna Brandes auffällig beteiligt. Aber als sich die Buhne verdunkelt und Ariadne, vom blauen Licht umfloffen, den Geliebten erwartet, vergißt sie, daß dies alles vor ihr Theater ist. Sie leidet mit Ariadne um Thefeus, der sie verlassen hat und begreift ihr Entzücken, als sie im Gott Bacchus den Verlorenen wiederzufinden glaubt. Die wundervollen Stimmen klingen jubelnd zusammen. Die Musik ist geladen von Sinnlichkeit und erfüllt das ganze hohe Haus: blaue, sternenfunkelnde Nacht breitet sich über die Bühne aus, und in seliger Verzückung steigen die Liebenden von der Erde auf. Am Samstagvormittag wurden auf der „Rekordstrecke" der Reichsautobahn Frankfurt (Main)— Darmstadt zwischen Kilometer 4,3 und 9,3 wieder Rekordversuchsfahrten durchgeführt. Rekordjäger waren diesmal die beiden Münchener Rennfahrer Ernst Henne und Bobby K o h l r a u s ch. Ernst Henne, der im Vorjahre die Frankfurter Reichsautobahn als Rekordversuchsstrecke mit der Aufstellung eines neuen absoluten Geschwindigkeits-Weltrekordes für Motorräder einweihte, wollte am Samstag mit einer neuen 500-ccm - BMW.-Rennmaschine zwei Weltrekorde der Halbliter-Klasse angreifen, die zur Zeit der Italiener Taruffi auf Rondine mit 244,482 km/st für den km mit fliegendem Start und mit 244,870 km/st für die engl. Meile mit fliegendem Start hält. Henne konnte sein Vorhaben an diesem Tage noch nicht zum vollen Erfolg bringen, da er infolge ungünstiger Windverhältnisse die Fahrten vorzeitig abbrechen mußte. Henne wird nun den Versuch am Sonntagvormittag wiederholen. Wie schnell aber die neue, mit einer Karosserie versehene 500-ccm-BMW. ist, das bewies eine Fahrt, auf der Henne eine Stundenmittel von rund 260 km/st erreichte. Der Münchener Weltrekordmann legte auf einer Fahrt in südlicher Richtung den „fliegenden" Kilometer in 13,38 Sekunden zurück und war damit sogar schneller als imDorjahre, wo er mit Der 750-ccm-BMW. bei seiner Weltrekordfahrt rund 256 km/st erreichte. Da aber Henne bei der Rückfahrt in nördlicher Richtung infolge verschlechterter Windverhältnisse nur auf 16,42 Sek. kam, reichte der Durchschnitt aus beiden Fahrten nicht an den 500-ccm-Weltrekord des Italieners Taruffi heran. ___________________________________ ssE 'S“ ■S5»* ,*■ **?«S s 2-«!"-al« >■ Sch«'' NLf ßriebW iun9,n,F„na bi‘ od|,n ( b« übl,ilUÜ „orbil* { £ J -f * ’^fräl Ä*. 6 « St“1*1 öui> fett'«'ffl all»' mit ein«", „ü ’i“tsdSirti'" "" ■ ■ M «,J8reu)« «Roten V*5 Roman von Ilse Schuster. Copyright 1936 by Aufwärts - Verlag G-m. b. H., Berlin SW 68 Kohlrauschs erfolgreiche Jagd. Nach Henne erschien der Münchener Bobby Kohlrausch mit seinem ausgezeichneten 750-ccw-Magic- Midget- (M. G.) Renuwagen auf der Strecke. Kohl- rausch beabsichtigte, seine eigenen Rekorde über Den „fliegenden" Kilometer und die „fliegende" Meile sowie über den „stehenden" Kilometer anzugreifen. Die Fahrten des Münchners waren überaus erfolgreich. Bei jedem Start, den er über Kilometer und Meile mit fliegendem Start durchführte, blieb er über seinen eigenen internationalen Klassen-Rekor- den der Klasse H, die er im Mai vorigen Jahres in Gyon bei Budapest mit 210,650 Stdkm. (Kilometer) und 210,028 (Meile) aufstellte. Die besten Zeiten waren diesmal für 1 Kilometer mit fliegendem Start: 15,92 Sek. = 226,131 Stdkm. 1 engl- Meile mit fliegendem Start: 25,59 Sek. = 226,399 Sdtkm. Kohlrausch verbesserte also seine Rekorde um rund 16 Stdkm., eine große Leistung, wenn man bedenkt, daß der Motor des MG.-Rennwagens nur einen Zylinderinhalt von 750 ccm besitzt. Den dritten neuen Rekord schaffte Kohlrausch Führungstor der Gäste entstammte einer solchen Situation. Weite Vorlage zum Rechtsaußen, direkte Flanke vors Tor und der Halblinke hatte eine günstige Schußgelegenheit. Als sich das Spiel der Blauweihen genauer abwickelte, hatten sie verschiedene Gelegenheiten, von denen eine ausgenutzt wurde. Nach der Pause begannen die 1900er erheblich besser. Genaues Zuspiel, geschickte Täuschungen und starker Einsatz brachten durch Schäfer und Jäger schnell zwei Erfolge, die alles Gute erhoffen ließen. Doch bann kam der Umschwung. Die Gäste erblick- ten in der Maßnahme der Blauweißen ihre große Chance, denn als sie merkten, daß 1900 darauf ausging, das Resultat zu halten, waren sie es, von denen die Angriffe erfolgten. Der Halbrechte konnte, nachdem Fischer das Tor verlassen hatte, auf 3:2 verkürzen, und in der letzten Minute war es der Mittelstürmer, der den Ausgleich erzielt. Die Gäste überraschten nach der angenehmen Seite. Mit dem langen Tormann Betz hinter sich, hatten die vorderen Reihen einen gewissen Hinter- halt. Die beiden Verteidiger waren wuchtig und äußerst schlagsicher. Die Läuferreihe hatte dieselben Eigenschaften. Der Sturm kannte keine Tändeleien. Hier war alles auf Erfolg abgestellt. Die Blauweißen spielten nicht schlecht. Ihr wahres Können verrieten sie im ersten Abschnitt der zweiten Hälfte. Daß ihnen zwei Schnitzer den Sieg kostete, ist eine Enttäuschung, über die sie sich hin- wegsetzen müssen. Leiter des Spieles war Grote (Lollar). 1900II — Sinn II 8:4. In der ersten Halbzeit sah es nicht nach dem glatten Sieg der blauweißen Reserve aus. Den 2:0° Vorsprung hatten die Gäste bis zum Wechsel aufge- holt. In der zweiten Hälfte war ihre Widerstands- kraft schnell gebrochen, als die Platzbesitzer in kur- zen Abständen zu ihren Erfolgen kamen. Den Haupt- anteil an dem Sieg ist Lehrmund zu verdanken, der für die nötigen Torgelegenheiten feiner Mitspieler sorgte und selbst für mehrere Treffer verantwortlich zeichnete. Das kleine idyllisch gelegene Kreisstädtchen Bübin- s terial noch Muhe und Zett scheuen um einen ehren- Jen in Oberhessen mit seinen trutzigen Ruinen und , vollen Preis zu erringen. Große.Freude bereiteten Sitzen Giebelhauschen hallt wider vom Motoren-1 die Httlerjungen, die mit den flanen Motorrädern ßnlonrtnon '2nm hprnnrnnpnhß Letttunaen vollbrachten. sich am Sonntagvormittag zum Start meldeten, hatte i>ie diesjährige Fahrt eine erfreulich starke Beteiligung. Rings um Büdingen führt die 140 Kilometer Menge Strecke, durch die Höhen und Taler des herrlichen Vvgelsberges in einer großen Nord- und Ost- schleife, die abwechselnd von Kraftwagen und Motor- : ädern getrennt nacheinander gefahren wurden. Der Burch die kalte Witterung besonders hart und fest gewordene Lehmboden machte den Fahrern sehr zu chaffen und verursachte eine unverhältnismäßig Mhe Zahl von Sachschäden und Brüchen aller Art. Anderseits blieb auch eine Anzahl Fahrzeuge in den 1 verschiedenen Wasserdurchfahrten oder unergrunb- Men Sumpf- unb Schlammlöchern stecken, so baß Zie Zuschauer unb NSKK.-Absperrmannschaften m einmütiger Kameradschaft hestend eingreifen mufe en. Lrstaunlich gut kamen bie leichten und Klemst-Motor- l räber (bis 125 ccm) über ben Kurs. Großen Ausfall dagegen hatten bie Beiwagenmaschinen, von denen lautn eine burch ben harten Hoben unb bie Schlaglöcher heil blieb. Aber auch bie Wagen waren zum »roßen Teil schwer zugerichtet; em Beweis für bie tzohen Ansprüche an Material unb Fahrkunste. Bezeichnend ist auch, daß von 160 gestarteten nur 99 Wahrer das Ziel erreichten. Besonders anerkennenswert ist immer wieder der Opfermut und Sbealtsmus Der Fahrer mit eigenen Fahrzeugen, bie roeber Ma- ,U! ü'S'-s b£* vK h rer Freund mit Beifahrer Sturmmann Germer fuhr ebenfalls hervorragend unb erreichte kurz vor seinem Stanbartensührer bas Ziel, ebenso wie bieser ohne Strafpunkte. Der Lohn war eine golbene Mebaille. Sehr geschickt fuhr (Sturmmann Rohrmann vom Motorsturm 23/M 147, ber sich in ber (Seitenmagenflaffe sicher unb oerbient eine golbene Plakette holte. Sein Sturmkamerab NSKK- Mann Kopp hat sich in ber 350-ocm-Klasse als erster bie Golbene gesichert. — Scharführer Linb unb Sturmmann Schulte 22/M 147 haben sich im harten Ringen je eine silberne Plakette erkämpft. ♦ Neben ben Fahrern ber heimischen Motor- ftanbarte 147 erzielten auch bie beteiligten Wehrmachtfahrer in biesem schweren Wett- bewerb ausgezeichnete Ergebnisse. Besonbers ber Stanbort Bübingen, ber zahlreicke Teilnehmer stellte, konnte eine Anzahl Medaillen für sich in Anspruch nehmen. So sicherte sich Major Altrich- t e r irt ber Klasse ber Kübelsitzwagen auf Mercedes- Benz eine golbene Plakette; eine golbene Mebaille errang außerbem ber Unteroffizier Wilhelm W e» der auf Adler. In ber Klaffe ber Seitenwagenfahrer konnten sich ebenfalls bie Teilnehmer ber Garnison Bübingen erfolgreich behaupten. So sicherte sich Leutnant Ernst Blumschein, ein Sohn unserer Stabt, auf Zünbapp eine silberne Plakette, ferner errangen bie Schützen Hans Schaub unb Oskar Zeller ebenfalls silberne Mebaillen. Oie preisträger der goldenen Medaillen Meister-Wiesbaben (DKW), Nitfchky-Karlsruhe (Bücker), Franke-Mengrinshausen (NEU), Riemann- Hofgeismar (NSU), Bingemer-Frankfurt (NSU), I Scherhag-Niederlahnstein (NSU), Kopp-Herborn (BMW), Römer-Frankfurt (BMW), Holzmann-Enk- heim (NSU), Leutert-Hanau (Zünbapp), Bremmer- Kassel (Zünbapp), Heibt-Kassel (Zünbapp), Sanbt- rock-Kassel (Horex), Link-Frankfurt (NSU), Rohr- mann-Herborn (BMW), Behlau-Frankfurt (NSU), Jourban-Frankfurt (NSU), F r e u n b - Gießen (BMW), Nagel- Gießen (Forb), Groß-Kassel (BMW), Schreiver-Frankfurt (Hanomag), ßöbering» Frankfurt (Hanomag), Heil-Frankfurt (Hanomag), Nienyuysien-Fulba (BMW), Götz-Frankfurt (DKW), Mörschel-Frankfurt (Hanomag), Riemer-Frankfurt (Horch), Weber-Bübingen (Abler), Norkus-Kassel (Horcy), Stegle-Fulba (Mercebes), v. Kressenstein- Kassel (Horch), Zinkel-Fulba (Wanberer), Quick-Hof- geismar (Abler), Forckel-Hofgeismar (Wanberer. 21 gortfetiung. Nachdruck verboten! „Du sagst — du habest einen Menschen gefun- Den, Hanna — wie meinst Du bas. „Ich meine, was ich gesagt habe ^3« liebe John Herbing, und weil das so ist, habe ich auch -ine andere Einstellung zu Bater und Melanie Morholt bekommen. Wenn fte ihn hebt, John, und wenn er so gut zu ihr ist, wie John |u mir, wenn er sie so viel Wunder erleben laß, 'Ehn cheLingP “tiefen, Hanna! Das HtboT®Ä! Du" kennst den Mann Edu weißt nicht, wieviel Frauen schon um chn g°w“'at haben - du mußt dich nicht aus der Hand geben Hanna — Paul Laverenz ist außer sich, er Wmt nach Worten, um das Mädchen von einem Weg turückzureißen, den er für falsch halt, f t , ’ l.ine Straße zu bringen die nach B>rkenh°he iuhrt, in die Ruhe und nicht ms Abenteuer Gs ist xu foät Paul. Selbst wenn lch jegi wüßte, daß hinter Dem Glück Das mir chenkt, bie Tränen stehen würbe lch nicht anders können, als ihn lieben. Schicksal. Frauenschickiai, Ich habe schon zuviel gesagt, undich bitte ^ich, Darüber mit Vater nicht zu fp"chen. h Klarheit verlangen, und lch glaube - Klarheit ,abe ich selber noch nicht. Ich £u_JELnrt ^u licht erklären und verteidigen müssen Vas nicht verstehen, Paul?" nreisae- Laverenz ist einem Sturm der G f h P fl geben. Er kann Herbing nichts nachsagen, was ehrenrührig oder unfair wäre, aber er ^iß trotz Dem, daß es für Hanna eine Gefahr isü Er ift kein Mensch der festen Bindungen, auch wenn er einmal in einer müden Stimmung von G'nkehr ge- prochen hat. Er ist ein Abenteurer 'm, guten Sinn -iner, der den Frauen die Köpfe verwirrt und von fywp verwöhnt wird, einer, der auch nimmt, was „Halt, Miinneken!" rief der Mann mit dem Tschako, „Radkontrolle!". Gehorsam stieg Hase ab. „Ihr Rückstrahler sitzt ja viel zu tief, das kostet eine Mark Strafe!" - „Ach, Herr Wachtmeister", verteidigt sich Hase, „woher soll man denn sowas wiffen, das hat mir doch kein Mensch gesagt!" Aber die Ausrede galt nicht, es hatte ja überall groß und breit gestanden . . . Trotzdem: Hase bleibt Hase und weiß von nichts. Doch Unkenntnis schützt nicht vor Strafe . . . Tja — hätte er Zeitung gelesen! Di« schützt vor Schaden und Verdruß, weshalb ße jeder habe» muß! Iußball-Crgevniffe der Bezirksklasse. Lollar — Vfv.-Rb. Gießen 5:1. 1900 Gießen — Sinn 3:3. SB. 05 Dehlar — Naunheim 3:1. Burg — Alsfeld 2:2. Die Dfber konnten in Lollar nur die erste Halbzeit den notwendigen Widerstand der Gastmannschaft entgegensetzen. Nach einer Umstellung in der zweiten Halbzeit, die sich nicht bewährte, waren die Lollarer eindeutig überlegen und siegten verdient. Fast mit Schlußpfiff gelang den Sinnern in Gieren gegen 1900 Gießen einen Punkt zu erobern. Das Inentschieden entspricht ben beiberfeitigen Gesamtleistungen. Der Sieg ber Wetzlarer bebeutet keine Heber- raschung. In ber 1. Halbzeit waren bie Naunheimer kn Wetzlarern gleichwertig, sie konnten sogar eine I:O-Führung herausarbeiten. Nach ber Halbzeit glichen bie Wetzlarer aus unb errangen burch Elf- neter bie Führung. Durch ein weiteres Tor stellten )ie Gastgeber bas Enbergebnis her. Die Alsfelber enttäuschten in Burg nach ber angenehmen Seite. Sie konnten ein verbleutes Unent- chieben erzielen. Spiewereiniguna 1900 Gießen. 1900 Liga — B. L. Sinn 3:3. Die Blauweißen kamen gestern nur zu einem Un- lntschieben, obwohl sie kurz nach ber Pause mit 3:1 n Führung lagen. Um bas Resultat zu halten, wurde lie Hintermannschaft verstärkt. Das wirkte sich sehr ium Nachteil aus. Die Gäste konnten sich baburch i>on dem starken Druck befreien unb selbst zum Angriff übergehen, woburch sie ben Ausgleich erzielten. Beibe Mannschaften begannen sofort mit großem gifer. 1900 mit kurzem Kombinationsspiel, bas sich aber in verschiedenen Fällen als zu ungenau erwies ind bie Gäste mit weiten hohen Schlägen. Letzteres irwies sich als vorteilhafter, benn bie ©inner brauchten nicht so viel zu laufen unb blieben ba- ! urch immer mehr in ber Nähe bes Gegners. Das suche erneut abzubrcchen. Am Montagfrüh will er dann erneut an die Verbesserung der angegriffenen Weltrekorde Herangehen. Ein Engländer als Konkurrent. Aus -en Ganiiätslehrgängen -er Marine-GA. Den Sonntagvormittag benutzte auch der englische Motorradfahrer Eric F e r n i h o u g h, um auf der Autobahnstrecke mit einer 1000 ccm Brough- Superior-Spezial-Maschine Angriffe auf die Weltrekorde der 1000-ccm-Klasse über den „fliegenden" Kilometer und Kilometer und Meile mit stehendem Start zu unternehmen. Das Beginnen des Engländers war ebenfalls nur von einem Teilerfolg begleitet, denn es gelang Ferni- hough nur die Verbfferung des Weltrekordes über den Kilometer mit stehendem Start, der bisher von Henne gehalten wurde. Ernst Henne will nun am Montag unter Umständen versuchen, auch diesen absoluten Geschwindigkeits-Weltrekord für den Kilometer mit fliegendem Start mit seiner 500-ccm-Maschine wieder zurückzuholen. Werbetag des deutschen Handballs. „Heer gegen Zivil." Im deutschen Handballsport fanden am Sonntag in den meisten Gauen Auswahlspiele zwischen Auswahlmannschaften des Heeres und der zivilen Vereine statt, von deren Ansetzung sich das Fachamt Handball zu Recht eine große Werbewirkung versprach. Vor meist recht ansehnlichen Zuscyauer- mengen gab es spannende Kämpfe, bei denen sich fast durchweg die aus Angehörigen des Heeres zusammengestellten Mannschaften erfolgreich durchsetzten. Das Hauptspiel des Tages führte in Weißenfels Mannschaften zusammen, die aus den besten Spielern aller Gaue zusammengesetzt waren. Hier erwiesen sich die Soldaten mit 15:10 (5:5) als die Sieger. In den einzelnen Gauen gab es dann noch zahlreiche Treffen zwischen Auswahlmannschaften der Gaue, Bezirke, Kreise und Städte. In Hamburg waren Soldaten und Zivilisten des Gaues Nordmark die Gegner, wobei das Treffen 10:10 endete. In Darmstadt trafen sich Stadttnannschaften, wobei die Soldaten mit 14:11 (8:6) siegten, und in Lahr schlug eine Auswahl badischer Soldaten ihre Gegner „in Zivil" mit 11:4 (2:3). Neue Epieltermine in Fußball-Bezirksklaffe Eießen-Dill. Durch die Hinzunahme des SV. 06 Alsfeld ändern sich die Termine unserer heimischen Bezirksklasse wie folgt: 18.10. VfB. — Wetzlar, Weide (Obermörlen); Alsfeld — 1900, Post (Wiefeck): Naunheim gegen Lollar, Küster (Berghausen); Sinn — Burg, Gerhard (Steinbach b. Gießen)) Dillenburg gegen Frohnhausen, Wingenfeld (Fulda). 25.10. Lollar — Bissenberg; 1900 — VfB; Dillenburg— Alsfeld; Frohnhausen — Sinn; Burg gegen Naunheim. 1.11. Alsfeld — Lollar; Wetzlar — Bissenberg; VfB. — Frohnhausen; Sinn — Naunheim; Dillenburg — 1900. 8.11. Lollar — Sinn; Naunheim — Alsfeld; 1900 gegen Wetzlar; Bissenberg — Burg. 15.11. VfB. — Naunheim; Burg — Lollar; Bissenberg — 1900; Alsfeld — Frohnhausen; Dillenburg — Sinn. 29.11. Sinn — Alsfeld. 1900 — Burg; Bissenberg gegen VfB.; Frohnhausen — Naunheim; Wetzlar — Dillenburg. 6.12. Dillenburg — Burg; VfB. — Sinn; Naunheim — 1900; Alsfeld — Bisfenberg; Wetzlar — Frohnhausen. 13.12. Alsfeld — VfB.; Sinn — Bissenberg; Frohnhausen — Lollar; Burg — Wetzlar. Fußball-Meisterschaffsspiele in Hessen. Wie alle übrigen süddeutschen Gaue, so hatte an diesem Oktober-Sonntag auch der Hessen-Gau infolge der Schottlandfahrt unserer Fußballer ein stark gekürztes Programm. Der augenblickliche I Die ausgebildeten Sanitätsmannschaften der Marin Aus Anlaß der Beendigung zweier Sanitäts- Lehrgänge hatte der Marine-Sturmbann 11/34 Gießen für den gestrigen Sonntagnachmittag eine größere Einsatzübung vorgesehen. Die Lehrgänge hatten als Wochenendkurse auf der Burg Gleiberg stattgefunden und waren von den SA.-Einheiten von Limburg, Wetzlar, Bad-Nauheim, Gießen usw. beschickt worden. Der Dienstplan war außerordentlich reichhaltig. Nach mannigfaltigen theoretischen und praktischen Hebungen und nach Ablegung einer schriftlichen Arbeit am Sonntagoormittag sollten die neu ausgebildeten SA-Sanitäter ihre Kenntnisse als Nothelfer abschließend in einer besonders angelegten Einsatzübung praktisch vor Augen führen. Zu diesem Zwecke waren Einheiten der Gießener Marine-Stürme angetreten, um gemeinsam mit den Sanitätern nach dem für die Hebung vorgesehenen Gelände beim Bootshaus „am Felsen" zu marschieren. Um den SA-Sanitätern den äußeren Rahmen für ihre Hebungen abzugeben, war eine Geländeübung angenommen, bei der die beteiligten !-SA. bei ihrer Hebung im Gelände. Hier: Behandlung SA-Männer die mannigfaltigsten Verletzungen, Unfälle usw. — zum Glück aber nur in Annahme — davontrugen. Unter die SA.-Männer, welche die „Verwundeten" und „Kranken" darzustellen hatten, waren vorher Zettel verteilt worden, auf denen die Art ihrer Verletzung notiert war. Bald nach Beginn der Geländeübung traten die ersten „Unfälle" ein: hier war ein SA.-Mann beim Ueberfpringen eines Grabens gefallen und lag mit Knie- und Kopfverletzungen darnieder, dort war ein Beobachtungsposten beim Erklettern eines Baumes abgestürzt; und als dann schließlich angenommen wurde, daß der Gegner von der Schußwaffe Gebrauch gemacht hatte, da hatten die Sanitäter bald alle Hände voll zu tun. Eifrig und verantwortungsbewußt waren die SA.-Sanitäter am Werk und legten überall auf Grund ihrer im Kurse gemachten Erfahrungen die ersten Notverdände an. Die „Verwundeten" begaben sich, soweit es sich um „Leichtverletzte" handelte, selbst zu dem in der Nähe errichteten Verbandsplatz, oder wurden als „Schwerund^ Bergung der Verletzten. — (Aufn. 12p. Pfaff.) verletzte", auf herebigeholten Tragen dorthin beför- bert. Auf dem Verbandsplatz wurde dann vom Arzt, Sanitäts-Scharführer Moritz geprüft, ob die Arbeit des Nothelfers auch richtig und zweckmäßig war. Keine, wie immer geartete Unfallerscheinung aus dem sehr umfangreichen Aufgabengebiet des SA.-Sanitäters war vergessen; auch die Hilselei- stung bei Rauch- und Gasvergiftung war in die Prüfung mit einbezogen. Die Hebungen, denen auch Sturmbannführer Mettenheimer beiwohnte, fanden, im Marine-Bootshaus am Wißmarer Weg ihren Abschluß. Sanitäts-Scharführer Moritz sprach nochmals zusammenfassend über die Lehrgänge; erfreulicherweise konnte festgestellt werden, daß die Arbeiten sowohl in den Kursen, als auch bei der Geländeübung durchweg gute und befriedigende waren. Mit dem Gelöbnis zu weiterer, freiwilliger Einsatzbereitschaft für Bewegung und Führer wurde der Lehrgang geschlossen. Spitzenreiter Hessen Hersfeld, der durch die Amnestie-Bestimmungen wieder spielberechtigt ist, trat bei Germania Fulda an und erreichte nur ein 1:1 (1:1) Hnentschieden. Der Neuling Kewa Wachen- buchen unterlag auf eigenem Platz dem SV. Kassel 1:2 (1:1). Während dadurch die Wachenbuchener in der Tabelle etwas „gerutscht" sind, stieg der SV. Kassel gleich um zwei Sprossen nach oben hinter Hersfeld auf den zweiten Rang, da Hanau 93 diesmal ebenfalls nicht spielte. ©porfatnf „Kraft durch Freude". Reuanmeldungen. Für folgende KdF.-Sportkurse werden noch Neuanmeldungen auf der Geschäftsstelle, Schanzen- straße 18, angenommen: Reiten: Montags von 21 bis 22 Uhr, Dienstags von 21 bis 22 Hhr, Fortgeschrittene, Donnerstags von 21 bis 22 Hhr, Freitags von 20 bis 21 Hhr, jeweils Hniversitäts-Reitinstitut, Brandplatz. Kindergymnastik: Dienstags und Freitags von 16 bis 17 Hhr, Frankfurter Straße 60, Gartenhaus. Allgemeine Körperschule, Frauen und Männer: Mittwochs von 20.30 bis 21.45 Hhr, Lyzeum, Dammstraße 26. Heber die weiteren KdF.-Sportkurse, die Kosten usw. unterrichtet das neue Vierteljahres-Sportpro- gramm, das kostenlos in allen Ortsgruppen und Betrieben, sowie auf der Geschäftsstelle, Schanzen- straße 18, erhältlich ist. * Achtung! Ausfallender Kursus! Der Kursus „Fröhliche Gymnastik" in Lollar muß anderweitiger Verpflichtungen wegen heute ausfallen. Für einige Reitkurse werden noch Neuanmeldungen auf der Geschäftsstelle, Schanzenstraße 18, angenommen. Die Kosten für den sechsstündigen Kursus betragen für Mitglieder der DAF- 6 Mark, für Nichtmitglieder 9 Mark. „Hessen"Hersfeld wieder spielberechtigt Die Fußball-Elf des hessischen Gauliga-Vereins Hessen Hersfeld, die vom Gaurechtswart des Gaues Hessen wegen Verstoßes gegen die Amateurbestim- mungen mit Vereinssperre bestraft worden war, ist, den Auswirkungen des Amnestie-Erlasses zufolge, ab sofort wieder spielberechtigt. Reichsfachamtsleiter Linnemann (Berlin) hat der Führung des Gaues Hessen, die um Aufklärung über den Wirkungsbereich der Amnestie-Bestimmungen gebeten hatte, folgenden Entscheid zukommen lassen: „Die Amnestie-Bestimmungen sind zwingend. Also sind „Hessen" Hersfeld und der Spieler Pflug spielfrei, die Strafe gegen Gaß bleibt bestehen. Die von hier erteilte Spielgenehmigung kann nicht rückwirkend außer Kraft gesetzt werden." Rundsunkproaramm Dienstag, 13. Oktober. 6 Hhr: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Aus dem Betrieb Collet 8z Engelhardt, Offenbach a. M.: Werkskonzert. 9.30: Lustige Schrammeln zum Heurigen. 10: Schulfunk: „Hinter Pflug und Webstuhl." Hörbilder vom Leben und Kämpfen der deutschen Ansiedler in Nordamerika. 11.30: Bauernfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittagskonzert II. 14.10: Nach Tisch gönnt euch ein wenig Rast, seid bei Frau Musica zu Gast! 15: Volk und Wirtschaft. 15.15: Die deutsche Frau. 16: Unter= Haltungskonzert. 17: Anläßlich der Vierten internationalen Arbeits- und Festwoche für neue geistliche Musik: Der Posener Domchor singt. 17.30: Germanische Sperrfestungen und Fliehburgen im Taunus und Westerwald. Mit Spaten und Mikrophon in die deutsche Vorzeit. 18: Hnterhaltungs- konzert. 19: HJ.-Funk. 19.30: Kleines Intermezzo. 20.10: Aus dem Kammerspielhaus Freiburg: „Der Barbier von Sevilla." Komische Oper von Gioachino Antonio Rossini. Kirchliche Nachrichten. Mittwoch, den 14. Oktober. Gießen. Stadtkirche. 20.30 Hhr: Abendandacht. — Treis a. d. £ba. 20: Frauenhilfe. Gloria-Palast Heute Montag eine ereignis volle Erstaufführung I Uranfführnng für Süddeutschland! Heute Montag letzter Tag: AVE MARIA Ab morgen Dienstag der mit größter Spann, erwart. Spionage-Abwehrfilm VERRÄTER Der \j Bettelstudent mit Marika Rökk, Ida Wüst, Carola Höhn, Johannes Heesters, Fritz Kämpers, Berthold Ebbecke — Nach der Operette von Carl Millöcker Spielleitung: Georg Jacoby Die ganze Romantik einer das Schöne liebenden Zeit, die ganze Fülle eines ebenso spannenden wie übermütig heiteren Geschehens, der ganze Zauber der beglückenden Klänge Müllöckers und das ganze Temperament und die Spielfreude einer ei lesenen Darstellerschar gestalten das Erlebnis dieser neuen glänzenden Ufa-Operette zu einem jubelnden Fest der Freude! — Kulturfilm — Fox-Ton-Woche Spielzeiten täglich 4.00, 6.00, 8.30 Uhr, Sonntag 3.00, 5.30 und 8.30 Uhr bis auf weiteres I 6480A USN Sm ah&fotye. Zur vernünftigen Kneipp-Kur notw. 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