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Dieser vierte Reichsparteitag seit der nationalsozialistischen Machtübernahme ist darüber hinaus ein besonderer Einschnitt, denn der Führer hat diesmal in feiner großen Proklamation vor dem Parteikongreß mit stolzer und durch die Tatsache mehr als gerechtfertigten Befriedigung die Vollendung des ersten Vier-Jahres-Programms festgestellt und einen neuen Plan verkündet, der wiederum binnen vier Jahren auf dem Erreichten aufbauend Unabhängigkeit, Freiheit, Leben und Ehre der Nation wirtschaftlich untermauern soll. In der ihm eigenen meisterhaften Weise, schwierige wirtschaftliche Zusammenhänge so klar darzustellen, daß auch der im wirtschaftspolitischen Denken ungeschulte Volksgenosse die weitgesteckten Ziele des Nationalsozialismus versteht und ihre zwingende Notwendigkeit einsieht, hat der Führer in seiner Proklamation auch den neuen Vier-Jahres-Plan entrollt. Die Offenheit, mit der der Führer dabei über die vorhandenen Schwierigkeiten sprach, mag die Welt für ein Zeichen der Stärke des nationalsozialistischen Regimes nehmen. Das deutsche Volk aber wird ihm dafür mit dem gleichen unendlichen Vertrauen und der gleichen Anspannung aller Energien danken, die schon in den vergangenen Jahren nationalsozialistischen Aufbaus in Staat und Wirtschaft, Kultur und Kunst die besten Verbündeten der genialen Führung Adolf Hitlers gewesen sind. Der Führer hat in den Mittelpunkt des neuen Vierjahresplans die beiden, eng miteinander verkoppelten Probleme der Ernährung und der Rohstoffbeschaffung gestellt. Er ist davon ausgegangen, daß Deutschland bei der Enge des vorhandenen Raums trotz der gewaltigen Erfolge der nationalsozialistischen Führung in "der Hebung der landwirtschaftlichen Produktion und in der Kultivierung weiter Oedlandgebiete nicht in der Lage ist, die Ernährung von 136 Menschen, die auf einen Quadratkilometer deutschen Bodens entfallen, aus eigener Scholle vollkommen sicherzustellen. Wie anders liegen die Dinge in Rußland, wo im europäischen Teil nur 27 Einwohner und in Sibirien überhaupt nur 2 Einwohner auf den Quadratkilometer kommen, also so viel fruchtbares Ackerland zur Verfügung steht, daß es niemals Nahrungssorgen kennenzulernen brauchte, wenn nicht der Bolschewismus aus Gründen, die der Hauptamtsleiter Reisch le in feinem Referat auf dem Parteikonqreß gestern überzeugend dargelegt hat, dem russischen Bauerntum den Todesstoß versetzt hätte und sogar in der Ukraine, einst einer Kornkammer Europas, heute fast alljährlich Hundert- tausende in zynischer Grausamkeit Hungers sterben ließe. Der ungeheure Reichtum an Boden in diesem dünnbevölkerten ausgesprochenen Agrarland liefert vielleicht neben dem in einer langen Geschichte despotischer Herrschaftsformen zum Leiden erzogenen Volkscharakter des Russen die Erklärung dafür, daß sich die bolschewistische Mißwirtschaft trotz des verbrecherischen Raubbaus an den natürlichen Quellen volkswirtschaftlichen Reichtums überhaupt so lange hat halten können. Deutschland aber, ein Volk ohne Raum, ist wie die übrigen hochindustrialisierten Länder Europas gezwungen, die fehlenden Nahrungsmittel durch Einfuhr von außen hereinzuschaffen. Die ausländischen Zahlungsmittel, die Deutschland für den Ankauf derjenigen Lebensrnittel braucht, die die vorhandene Nahrungsdecke ergänzen müssen, muß die deutsche Wirtschaft durch die Ausfuhr von hochwertigen Fertigwaren und Halbfabrikaten verdienen. Wir alle wissen, wie ungemein schwer es bei der völligen Desorganisation des Weltwirtschaftsmarkts durch politische Störungen, kurzsichtige fmnMsnnfb hr und Wahrungsverwirrung heute ist, für deutsche Ware lohnenden Absatz zu finden, zumal feit Jabr- Zehnten weite Gebiete des Ostens mit einer Bevölkerung von mehreren hundert Millionen durch Revolutionen und Bürgerkriege in ihrer Kaufkraft f° geschwächt sind, daß sie als Käufer für hochwertige europäische Jndustriewaren kaum noch in Betracht kommen und auch Südamerika sich seit dem durch den Weltkrieg erzwungenen Aufbau eigener Industrien von der Notwendigkeit der Einfuhr europäischer Fertigwaren weitgehend freiaemacht hat, allerdings mit dem zweifelhaften Erfolg, daß nun auch den europäischen Ländern das Geld fehlt, Südamerika die Erzeugnisse feiner Landwirtschaft' auch heute noch der Hauptvosten seines nationafen Wohlstands, abzunehmen. Es mar der Füh^r. her im vergangenen Jahr schon auf dieses krasse Beisviel der Verwirrung aller weltwirtschaftlichen Wechsel- beziehungen afs Folge des Krieges hingewiesen hat, aber noch ist anscheinend die Seit nicht reif für eine vernünftige Neuordnung der Weltwirtschaft. Deutsch- tanö ist gezwungen, von sich aus zu handeln. Deutschland hat ja nicht nur Bedarf an einer ge» wstsen Menge von Nahrungsmitteln, seiner Wirt- chaft fehlen auch bestimmte unentbehrliche Roh- tos fe, die der heimische Boden und das heimische Klima nicht zu liefern vermögen. Der Führer Hat daher dem deutschen Volk die Aufgabe gestellt, in vier Jahren „Deutschland in allen jenen Stoffen vom Ausland gänzlich unabhängia" zu machen, „hie ira-mdwie dimch hk deutsche ^ähiakeit, durch unsere Chemie und Maschinenindustrie sowie durch unseren Bergbau selb st beschafft werden können". Daq SH der Lösuim diesen Aiisaabe ist. die ür die Einfuhr unentbehrlicher Rohstoffe benötigten ausländischen Zahlungsmittel auf das geringft- Oer Appell der politischen Leiter. mögliche Maß zu beschränken, um den größten Teils der aus dem Export unserer industriellen Fertigwaren anfallenden Devisen für die Einfuhr der für die Volksernährung nötigen Lebensmittel verwenden zu können. Daneben wird der großzügige Aufbau einer neuen Rohstoffwirtschaft uns erlauben, die nach Abschluß der Aufrüstung freiwerdenden Arbeitskräfte in neue produktive Tätigkeit zu bringen. Die Welt hat schon bemerkenswerte Beispiele dafür gesehen, was die deutsche Technik in der Herstellung neuartiger Werkstoffe zu leisten vermag. Der Krieg hat ihr auch eindringliche Beispiele geliefert, wie durch politische Unvernunft erzwungene Wirtschaftsmaßnahmen oft in dauernden Strukturveränderungen der Weltwirtschaft ausmünden, die den Welthandel notwendigerweise noch mehr ein- engen müssen. Wenn Deutschland darangeht, sich von der ausländischen Rohstoffzufuhr nach Möglichkeit unabhängig zu machen, so geschieht das einzig und allein aus Selbsterhaltungstrieb und Selbstbehauptungswillen, die dem deutschen Volke gebieten, sich selbst zu helfen, wenn die Welt unvernünftig genug ist, die vorhandenen Hemmungen für einen geregelten Warenaustausch aufrechtzuerhalten. Der enge Zusammenhang von Rohstoffproblem und Kolonialfrage ist auch im Ausland erkannt und vielfach schon erörtert worden, ohne daß man aber sich hätte entschließen können, die entsprechenden Folgerungen daraus zu ziehen. Der Führer hat in seiner Proklamation vor dem Partei- kongreß auch auf diesen Zusammenhang mit allem Nachdruck hingewiesen und betont, daß das Problem des Bezugs ausländischer Rohstoffe für Deutschland erheblich leichter zu lösen gewesen wäre, wenn es nicht durch die Tributlasten des Versailler Diktats um seine gesamten internationalen Ersparnisse gebracht worden wäre und mit seinen Aus- landskapitalien nicht auch seine Kolonien verloren hätte. Eigene Kolonien würden Deutschland nicht nur in den Stand setzen, ohne Inanspruchnahme seines Besitzes an ausländischen Zahlungsmitteln gewisse tropische Rohstoffe, Nahrungs- und Genuß- mittel für den eigenen Bedarf einzuführen und mit ihnen wertvolle Handelsprodukte für den Weltmarkt in die Hand zu bekommen, sondern auch der deutschen Jugend einen neuen Wirkungskreis erschließen, die ihrem Drang nach kolonisatorischer Arbeit und Leistung nicht minder entsprechen würde, als die musterhaften Siedlungen im deutschen Norden und Osten. Das Echo, das die Mahnung des Führers im Ausland, namentlich in der englischen Presse gefunden hat, zeigt vorerst noch wenig Verständnis für die Bedürfnisse eines Volkes ohne Raum. Dabei werden gerade die Engländer an Hand ihrer eigenen nationalen Geschichte den Wert von Kolonien als Rohstofflieferant und Abnehmer industrieller Fertigfabrikate des Heimatlandes wie ihre Bedeutung als Erziehungsfaktor des ganzen Volkes, namentlich der Jugend, begriffen haben. Aber Selbstsucht und schlechtes Gewissen hindern sie vorerst noch, das deutsche Löbensrecht auf eigenen Kolonialbesitz freimütig anzuerkennen. Ist Deutschland in der Kolonialfrage auf das Verständnis des Auslandes angewiesen, so kann es die Lösung des Rohstosfproblems aus eigener Kraft in Angriff nehmen. Es ist eine gewaltige Aufgabe, aber sie wird mit Energie und Entschlossenheit angepackt werden. Der Appell des Führers wird im deutschen Volk nicht ungehört verhallen. Der geschlossene Einsatz aller Willens- und Arbeitskräfte unseres Volkes fetzt die Erhaltung des fozia- len Friedens voraus, der keine Arbeitgeber und feine Arbeitnehmer, sondern nur Arbeits - beauftragte des ganzen Volkes kennt. Und wie Kapital und Wirtschaft nur Diener am Volk und nicht Selbstzweck sind, so ist eine Verbesserung des Lebensstandards der breiten Massen unseres Volkes, wie sie die nationalsozialistische Wirtschaftsführung schon erreicht hat und weiter verfolgt, nur möglich durch eine Steigerung der Leistung, also der Produktion. Scharf geißelte der Führer den volkswirtschaftlichen Wahnsinn einer Lohnerhöhung bei gleichzeitiger Produktionsbeschränkung, der, wie die letzten Vorgänge in Frankreich schon zu zeigen beginnen, in verhängnisvollem Nachlauf zu einem krassen Mißverhältnis zwischen wachsendem Gesamtlohneinkommen und sinkender Gesamtproduk- tion führt. Der neue Viersahresplan des Führers, die zwingende Gewalt der in ihm entwickelten Gedanken hat uns alle innerlich gepackt und uns vor Aufgaben gestellt, denen wir nur dank der ungeheuren, durch den Nationalsozialismus ausgelösten Willens- fräffe unseres Volkes beizukommen vermögen. Führung und Volk, zusammengeschweißt in gegenseitigem Vertrauen, eine Aroeits- und Leistungsgemeinschaft von unbeugsamer Entschlossenheit, so wird die Welt das nationalsozialistische Deutschland an die Verwirklichung des ihm im neuen Viersahresplan des Führers gesteckten Zieles her- antreten sehen. Lloyd George besucht Riedrode. Heidelberg, 11. Sept. (LPD.) Der frühere englische Ministerpräsident Lloyd George ist mit seiner Begleitung in Heidelberg eingetroffen und hat für einige Tage im Schloßhotel Wohnung genommen. Arn Samstag wird Lloyd George von Heidelberg aus unter Führung von Vertretern der Landesbauernschast das Erbhöfedorf Ried- r 0 de und das dortige Frauen-Arbeits- dienstlager besuchen, da er vor allem die neue deutsche Agrarordnung in der Praxis kennenlernen will. In Stuttgart nahm Lloyd George an der Sitzung des Vertrauensrates der Daimler- Benz-Werke teil. Lloyd George zeigte für die Probleme der Betriebsgemeinschaft und ihre Lösung im nationalsozialistischen Sinne lebhaftes Interesse. Dabei bewegte den englischen Gast besonders die Frage, ob die neue nationalsozialistische Betriebsgemeinschaft nun tatsächlich den deutschen Arbeiter zufrieden und glücklicher mache und ob die Leistungsfähigkeit des Betriebes und damit der Wirtschaft dadurch wirklich gefördert würden. Diese Frage stellte Lloyd George an ein Gefolgschaftsmitglied, das früher einer Gewerkschaft angehörte. In klaren und überzeugten Worten antwortete der Arbeiter, daß früher aller Kamvf des Betriebsrates und der Gewerkschaften einerseits und der Arbeitgeberorganisationen anderseits doch immer wieder nur auf Ko st en des deutschen Arbeiters gegangen sei. Heute habe der deutsche Arbeiter dank Der nationalsozialistischen Revolution im Betriebe feine geregelte Arbeit, feinen sicheren Arbeitsplatz und fei darum glücklicher und froher als früher zur Zeit des Jntereffen- kampfes. Lloyd George betonte, daß ihm die überzeugte und sichere Haltung der deutschen Arbeiter besonders ausgefallen sei. Die Rede des Führers. In diesem Kamps find wir groß und stark geworden und endlich auch Sieger geblieben. Venn ich euch früher jahrelang als meine Streiter begrüßen mußte, dann kann ich euch heute hier als Sieger begrüßen. Ihr habt ein neues Haus gebaut für unser Volk, und ihr erzieht für dieses Haus die Bewohner in einem neuen Geist und zu einem neuen Sinn. Und das sollen sich alle die merken, die vielleicht der Meinung sind, noch einmal diesen Staat überrennen oder gar zum Einsturz bringen zu können. Sie sollen sich nicht täuschenl Venn unser alter Feind und Widersacher noch einmal versuchen sollte, uns anzugreifen, dann werden die Sturmfahnen hochfliegen und sie werden uns kennen lernen! ((Erneut schallen tosende Heilrufe über das weite nächtliche Rund.) Sie werden erkennen müssen, daß Deutschland kein Feld für sie ist. Wir haben nie in diesen langen Jahren ein anderes Gebet gehabt als das: Herr, gib unserem Volk den inneren und gib und erhalte ihm den äußeren Frieden! Wir haben in unserer Generation des Kampfes so viel miterlebt, daß es verständlich ist, wenn wir uns nach dem Frieden sehnen. Wir wollen arbeiten, wir wollen unser Reich gestalten, es einrichten nach unserem Sinn und nicht nach dem der bolschewistischen Juden. (Brausende Zustimmung.) Wir wollen für die Zukunft der Kinder unseres Volkes sorgen, für diese Zukunft arbeiten, um ihnen das Leben dereinst nicht nur sicherzustellen, sondern es ihnen auch zu erleichtern. Wir haben so Schweres hinter uns, daß wir nur eine Bitte an die gnädige und gütige Vorsehung richten können: „Erspare unseren Kindern das, was wir erdulden mußten". Wir wollen nichts als Ruhe und Frieden für unsere Arbeit. Mögen auch die anderen keinen anderen Wunsch hegen. Denn wir haben auch nicht gezögert, unsere Ruhe hinzugeben, als es notwendig war, die inneren Friedensbrecher niederzuwerfen. Wir find durch unseren Kampf nicht älter geworden. Wir sind so jung wie einst. Was die Jahre uns zuschrieben, hat unser Idealismus immer wieder abgezogen. Mit und hinter unseren Fahnen da marschiert schon eine neue Jugend. Wir sind so glücklich und so stolz, wenn wir sie sehen. Eine neue Führergeneration wachst heran. Was wir in einer harten Auslese des Kampfes vom Schicksal gnädig zum Geschenk erhielten, das wollen wir durch eigene harte Auslese uns auch für die Zukunft bewahren. Nationalsozialist fein, heißt Mann fein, heißt Kämpfer fein, heißt tapfer und mutig und opferfähig fein. Das sind wir auch für alle Zukunft! So können wir an diesem vierten Reichsparteitag feit der Machtübernahme ruhig und gelassen in die Zukunft sehen. Wir sind nicht unvorsichtig und sind nicht leichtfertig; dazu hat uns die Geschichte zu schwere Belehrungen erteilt. Aber ruhig und selbstsicher sind wir. Ich bin es, denn ich sehe euch. Ich weiß hinter mir diese einmalige und einzige Tiefer Eindruck in Paris. Paris, 11. Sept. (DNB.) Die Reden von Dr. Goebbels und Alfred Rosenberg werden in der Pariser Morgenpresse in großer Aufmachung und sehr ausführlich wiedergegeben. Es ist nicht zu bestreiten, daß sie überall einen ungeheuren Eindruck hinterlassen haben, wenn auch die Stellungnahme der Presse noch verhältnismäßig spärlich ist. Die Zeitungen sind aber schon heute übereinstimmend der Ansicht, daß der Bolschewismus noch nie mit derartiger Heftigkeit und Schärfe angegriffen worden fei- Der Sonderberichterstatter der Agentur Havas in Nürnberg erklärt, die Reden Dr. Goebbels' und Rosenbergs hätten auf die ausländischen Besucher einen tiefen Eindruck gemacht. Beide Redner hätten das Judentum mit dem Bolschewismus identifiziert. Dr. Goebbels habe, soweit das überhaupt möglich gewesen sei, die Ausführungen Rosenbergs an Heftigkeit noch übertroffen. Er habe mit größerer Genauigkeit die Frage vom Standpunkt der ganzen Welt aus behandelt. Der „Figaro", der von einer moralischen Kriegserklärung an den Bolschewismus spricht, stellt ebenfalls fest, daß die Erklärung von Dr. Goebbels die fürchterlichste Anklagerede darstellt, die jemals gegen den jüdischen Bolschewismus gehalten worden sei. Die angekündigte Offensive habe stattgefunden. Auch der „Jour" stellt fest, daß die Sowjetregierung noch nie so stark mit der Komintern identifiziert worden sei. Noch nie hätten die verantwortlichen Persönlichkeiten des Dritten Reiches die Innenpolitik der Sowjets in so rücksichtsloser Weise gebrandmarkt. Man habe die Moskauer Regierung, und zwar nicht zu Unrecht, als eine Sekte angeprangert, deren einziges Ziel die Weltrevolution sei. Diese Behauptung scheine darauf hinzudeuten, daß das Reich gewillt sei, einen Jdeen- krieg gegen den Bolschewismus zu entfesseln. Besonders befaßt sich das Blatt mit der Feststellung von Dr. Goebbels, daß die bürger- lichey Regime nicht in der Lage seien, gegen die marxistische Gefahr zu kämpfen, und daß nur die nationalsozialistische Lehre das notwendige Mittel darstelle. Auf alle Fälle hätten seine Ausführungen einen tiefen Eindruck hinterlassen. Eine Stimme der Bewunderung in Prag. Prag, 11. Sept. (DNB.) Der vorn tschechischnationaloppositionellen „Expreß" nach Nürnberg entsandte Sonderberichterstatter Karl R e z n y sendet seinem Blatt eingehende Berichte über den überwältigenden Eindruck des Partei- Bewegung, weih hinter mir diese wunderbare Organisation von Männern und von Frauen, sehe vor mir diese endlosen Kolonnen der Fahnen unseres neuen Reiches. Und ich kann es euch prophetisch sagen: Dieses Reich hat erst die er st en Tage seiner Jugend erlebt. Es wird weiter wachsen in Jahrhunderte hinaus, es wird stark und mächtig werden! Diese Fahnen werden durch die Zeiten getragen von immer neuen Generationen unseres Volkes. Deutschland hat sich gefunden! Unser Volk ist wieder geboren! So grüße ich euch, meine alten Kampfgenossen, meine Führer und meine Fahnenträger als die Standartenträger einer neuen Geschichte! So grüße ich euch hier und danke Euch für all die Treue und all den Glauben, den ihr mir die langen Jahre geschenkt habt. So grüße ich euch als die Hoffnung der Gegenwart und als die Saran» „Ein Anblick von kaum glaubhafter Schönheit." Paris, 12. Sept. (DNB. Funksvruch.) Der Aufmarsch der politischen Leiter auf der Zeppelinwiese in Nürnberg wird von der Pariser Presse als das phantastisch st e Sch a u- spiel bezeichnet, das der Nationalsozialismus bisher gezeigt habe. Der Anblick sei von einer kaum glaubhaften Schönheit gewesen, und habe einen unvergeßlichen Eindruck hinterlassen. Der Sonderberichterstatter des „Journal" schreibt, man habe gefühlt, alle diese Parteimitglieder seien Soldaten gewesen, die gekommen seien, um ihr Herz und nicht die Faust zu erheben. Man fühle in Deutschland, daß nur ein Gedanke in diesen Seelen lebe, nämlich der, dem Glauben an die ewige Zukunft des Vaterlandes Ausdruck zu geben. Das „Petit Journal" stellt fest, daß noch nie irgendein Kaiser einer ähnlichen Würdigung seiner Macht und seines Volkes beigewohnt habe. Der gleichen Auffassung ist auch der „Motin", der von einem phantastischen Schauspiel spricht. Der Sonderberichterstatter des „Figaro" will es sich nicht versagen, auch der d e u t sch e n Gastfreundschaft und dem Entgegenkommen, das man den Ausländern überall erweise, feine Anerkennung auszusprechen. Die Rede des Führers wird von den Blättern ebenfalls sehr ausführlich wiedergegeben, wobei besonders auf die erneute Versicherung hingewiesen wird, daß Deutschland den inneren und äußeren Frieden wünsche. Gleichzeitig unterstreicht man die ernste Warnung, die Adolf Hit -> tages und spricht von einem neuen Beweis der fehlerlosen deutschen Organisation. Alles, was man sehe, sei nur mit dem Wort „kolossal" zu bezeichnen und erreiche gegenüber der anderen Welt immer und immer neue Rekorde. Alles sei so erstaunlich, daß alle nichtdeutschen Besucher sich des tiefen Eindruckes dieser allgemeinen Zusammenfassung der Kräfte eines Volkes nicht entziehen könnten, das sich feit vier Jahren einen bewundernswürdigen, einheitlichen Staat gezimmert habe. Kopenhagen horcht auf. Kopenhagen, 11. Sept. (DNB.) Die Reden von Reichsleiter Rosenberg und Minister Dr. Goebbels werden von den Kopenhagener Blättern auszugsweise wiedergegeben. Besonders groß werden sie von der konservativen „Nationaltidende" unter der Überschrift „Nürn- berg ruft die Wache ins Gewehr gegen die bolschewistische Gefahr" aufgemacht. Die Erklärung von Stuttgart, 11. September. Der auf dem Nürnberger Parteitag weilende Sonderberichter- statter der „Württembergischen Landeszeitung" hatte Gelegenheit zu einer Unterredung mit dem bekannten englischen Journalisten Ward Price. Auf die Frage, welchen Eindruck er von dem diesjährigen Reichsparteitag habe, erwiderte Ward Price, daß er ihn heuer für den Ausdruck einer noch stärkeren Geschlossenheit der Bewe- gung des ganzen Volkes halte. Erst feit dem spanischen Bürgerkrieg, so erklärte Ward price, habe man auch in England die ernste Gefahr des Bolschewismus erkannt und betrachte jetzt das nationalsozialistische Deutschland als das stärkste Bollwerk gegen den Ansturm des Bolschewismus. Dies sei nicht nur seine persönliche Meinung, sondern auch die weiter kreise und einflußreicher Persönlichkeiten in England, mit denen er in der letzten Zeit über diese Fragen gesprochen habe. Er möchte sogar sagen, betonte Ward price, daß Deutschland, wenn es nicht bestünde, geschaffen werden mühte, „weil wir einen solchen starken Schuhdamm in Europa nötig haben. „Etwas ganz Einzigartiges für ihn fei immer wieder die persönlich- keitdes Führers. Adolf Hiller verbinde ten unserer Zukunft. Und so grüße ich besonders auch die hier angetretene Jugend. Werdet Männer, so wie die es sind, die ihr vor euch seht. Kämpft so, wie sie gekämpft haben! Seid aufrecht und entschlossen, scheut niemand und tut im übrigen recht und eure Pflicht! Dann wird doch der Herr unser Volk nie verlassen. Heil Deutschland! Eine ungeheure Welle des Jubels braust über das nächtliche Feld, als der Führer mit diesen Worten endet. Die Lieder der Nation klingen auf, von den Hunderttausenden ergriffen mitgesungen. Ein Orkan des Jubels schlägt zum Führer empor. Die Worte des Reichsorganisationsleiters, mit denen er ein Heil auf den Führer ausbringt, gehen verloren. Die Massen sehen nur die Bewegung seiner Hand und erneut rollen die Wogen der Begeisterung empor, die den Führer auf dem ganzen Weg zurück in die in Lichterglanz strahlende Stadt begleiten. l e r denjenigen erteilt habe, die glauben könnten, ihre revolutionären Umtriebe auch auf deutschen Boden zu übertragen. „Das herrlichste menschliche Schauspiel." London, 12. Sept. (DNB. Funkspr.) Wiederum berichtet die englische Presse in großer Ausmachung über den Aufmarsch der politischen Leiter in Nürnberg und über die Ansprachen des Führers. „Times" hebt hervor, der Haupteindruck fei der, daß die Nationalsozialisten heute überzeugt seien, Deutschland in eine g e - einte und mächtige Nation verschmolzen zu haben. „Daily Telegraph" schreibt, die Begeisterung der Nationalsozialisten habe beim Aufmarsch der politischen Leiter ihren Höhepunkt erreicht. Die Szene auf der Zeppelinwiese sei eines der großartig- ft en Beispiele nationalsozialistischer Organisation gewesen. — In der „Daily Mail" schreibt Ward Price: „Was ich heute nacht gesehen habe, kann ich ohne llebertreibung als das herrlichste menschliche Schauspiel beschreiben, das die Geschichte jemals gesehen hat." Die Ansprache des Führers wird von den Blättern auszugsweise wiedergegeben. Dabei werden besonders seine Aeußerungen über den Friedenswunsch Deutschlands und seine Erklärung hervorgehoben, daß die deutschen Sturmfahnen hochfliegen würden, wenn die Widersacher Deutschlands einen Angriff versuchen sollten. Reichsleiter Rosenberg, daß das furchtbare Schicksal Spaniens ganz Europa zwinge, über sein Schicksal nachzudenken, wird besonders beachtet, ebenso seine Ausführungen über den Einfluß der Juden auf den Bolschewismus. Aus der Rede von Dr. Goebbels wird die Feststellung hervorgehoben, daß der Bolschewismus vernichtet werden müsse, wenn Europa wieder gesund werden solle. Hingewiesen wird ferner darauf, daß Dr. Goebbels alle Völker zum Kampf gegen d ie Weltgefahr aufgefordert und klargestellt habe, daß der von Juden geleitete Kommunismus eine internationale jüdische Weltherrschaft anstrebe. „Berlinaske Tidende" stellt in einer Ueberschrift fest, daß Der Parteitag zu einem internationalen Kreuzzug gegen die Gefahren des Bolschewismus aufgefordert habe. Auch in diesem Blatt werden die wichtigsten Stellen aus den beiden Reden durch Fettdruck hervorgehoben, darunter die Feststellung von Dr. Goebbels, daß in der Frage des Bolschewismus von allen Staaten Partei genommen werden müsse. mit der Schlichtheit eines Mannes aus dem Volke die großartige Fähigkeit und würde eines geborenen Herrschers. Uebergehend zu der in der Proklamation des Führers angeschnittenen Kolonialfrage stellte Ward Price fest, daß die deutsche Forderung keineswegs in einer schroffen Form gestellt worden sei. Man müsse England etwas Zeit lassen, diese Frage zu lösen, da die englische Regierung hier selbst in ihrem Machtbereich sehr stark eingeschränkt sei, weil sie nur sehr wenig Einfluß auf Die autonomen Kolonialregierungen habe. Im allgemeinen herrsche in England die Meinung, daß Deutschlands Forderung nach Kolonien berechtigt und natürlich sei. — Dem Vier- jahresplan zollte der englische Journalist große Anerkennung. Er finde ihn sehr vernünftig und zweifele nicht daran, daß es dem deutschen Erfindergeist, der in der Welt einzig dastehe, gelingen werde, noch ganz Außerordentliches hervorzubringen. Zum Schluß sprach sich Ward Price sehr begeistert über d i e Hitler-Jugend aus. In seiner Eigenschaft als Auslandsberichterstatter komme er in der ganzen Welt herum und habe den bestimmten Eindruck gewonnen, daß es keine Jugend gäbe, die so stark und gut entwickelt fei wie die deutsche. Sein Gesamteindruck vom diesjährigen Reichsparteitag fei der, daß dieser eine wunderbare Leistung in der ganzen Geschichte der Völker und eine einzigartige Kundgebung menschlicher Kraft und Gröhe darstelle. „Oas nationalsozialistische Deutschland ist das stärkste Bollwerk gegen den Bolschewismus!" LleberwältigenderEindruck der Reden von Dr. Goebbels und Rosenberg in der Weltöffentlichkeit Ein phantastisches Schauspiel — ein unvergeßlicher Eindruck! Begeisterte Schilderungen vom Aufmarsch der politischen Leiter in der französischen und englischen preffe. EnglandsiehtdenEmstderbolschewlUchenGefahr e Me i* Sit ud°r ‘Sfl? JlielungS 2? ?«: h ■ ’ W be. r,y °.h.n J"»'Wn8 ^°9en de? k °uf n3 strahlende r itt der luben könnten, auf deutschen ww ^fpr.) Wieder. 1 großer Auf. der politi. über die An« ebt hervor, der tionalsozialisten in eine ge- n verschmolzen Meisterung der irsch der polt, ht. Die Szene ;rohartig« ialtstischer i der „Daily Das ich heute Uebertreibung iche Schau« hte jemals ge> ers wird von gegeben. Dabei igen über den und seine Er. !Utschen Sturm, die Widersacher sollten. Deutlichkeit das furchtbare Dinge, über sm Inders beachtel, en Einfluß der 5 der Rede non [hing heroorge- mich'-i d melden solle, iß Dl. Tuet" gegen b irke SH den beiden Re Liv der M chers- f«’ fAu»"' Ä: oloiuen (gjerj ^^sist flr°y > IaulN^ /und „ gelingb'' r'Arinflhefl^' e R „u 3« Venb chlelsta" r mi»"*' Starke Beachtung in London. London, 11. Sept. (DNB.) Die gestrige Rede d-y R"ichsministers Dr. Goebbels auf dem Parteikongreß hat in London beträchtliches Aufsehen heroorgerufen. Die Morgenblätter veröffentlichen die Rede in längeren Auszügen und heben allgemein die Äußerungen des Ministers über Svwjetrußland und die Juden hervor. Rur das arbeiterparteiliche Blatt „Daily Herald" enthält bemerkenswerter Weife nicht eine einzige Zeile der G o e b b e l s-Rede. Der liberale, stark jüdische „News Chronicle" bringt nur einen ganz kurzen und unauffälligen Bericht. Die „Times" erklärt, die Aniprache von Dr. Goebbels, in der auch hohe Beamte der Sowjetregierung schwer angegriffen worden seien, habe überall einen großen Eindruck gemacht. In der „Daily Mail" schreibt Ward Price, die Rede von Dr. Goebbels sei der heftigste Angriff gegen Sowjetrußland und seine jüdischen Herrscher gewesen, der jemals von einem Regierungsmitglied eines anderen Staates unternommen worden fei. Lebhafte Zustimmung in Italien. Rom, 11. Sept. (DNB.) Die vernichtende Anklagerede des Reichspropagandaministers Dr. Goebbels gegen den Bolschewismus und feine Wühlarbeit, die Europa und feine Kultur vor einen Kampf auf Leben und Tod stellt, wird in der gesamten italienischen Presse sehr ausführlich und unter fetten Ueberschriften wiedergegeben, die der Kampfansage gegen den „Weltfeind Nr. 1" voll zustimmen. Wenngleich redaktionelle Kommentare fehlen, so ergibt sich doch aus dieser in der ganzen Presse zu beobachtenden Behandlung der Rede des Reichsministers Dr. Goebbels, daß sie nicht nur im ganzen Lande stärkste Beachtung, sondern auch in den politischen Kreisen weitgehende Zustimmung findet. Im übrigen erfährt die Haltung der Presse eine bemerkenswerte Ergänzung durch ihre Berichterstattung aus Paris und London, bei der weniger die Kritik als vielmehr die Bedeutung der Stellungnahme des Reichsparteitages für die außenpolitischen Fragen der Gegenwart zur Geltung gebracht wird. Die Reden werden von der römischen Morgen- und Mittagspresse auf der ersten Seite in spaltenlangen Wiedergaben unter großen Ueberschriften und mehrfach stark hervorgehobenen Zwischentiteln veröffentlicht. So „Messaggero": Flammende Anklagerede Goebbels gegen den Bolschewismus! „Piccolo": Kampf bis zum Aeußerften gegen den Bolschewismus und andere: Gewaltige Reden Rosenbergs und Goebebls gegen das größte Uebel unseres Zeitalters". Dazu enthalten die ausführlichen Berichte knapve eindrucksvolle Schilderungen, mit welcher Wucht die beiden Reden gehalten wurden und welche ungeheure Wirkungskraft sie auf die riesige Zuhörerschaft gehabt hätten. Es wird ferner hervorgehoben, wie mittels des Rundfunks die ,chonnernde Anklagerede Goebbels gegen den Bolschewismus" zu Ohren der gesamten Welt gedrungen sei. Die gewaltige Anklagerede von Dr. Goebbels gegen den Bolschewismus wird in der oberitalienifchen Presse groß aufgemacht und wiedergegeben. Die Hauptpunkte werden in Schlagzeilen heroorgehoben. Die Rede des Reichspropagandaministers und die Ausführungen Rosenbergs, so schreibt die Turiner „Gazetta del Popolo", seien außerordentlich bedeutsam, nicht nur weil sie in der entschiedensten Weise den bolschewistengegnerischen Charakter des großartigen Rürnberger Treffens unterstreichen, sondern weil sie auch erneut feierlich bekräftigen, daß sich das Deutschland Adolf Hitlers mehr als je als das Bollwerk der westlichen und christlichen Zivilisation gegen die bolschewistische Barbarei betrachte. Dr. Goebbels habe eine ausgesprochen politische Rede gehalten, die in ihrem Inhalt eine ungeheure Anklage gegen Moskau und gleichzeitig e i n stolzer Appell an Europa gewesen sei. Die „Stampa" erklärt zur Rosenberg - Rede, der Führer der kulturellen Bewegung der NSDAP, habe sich auf das Feld der Bolfchewistenbekämpfung beschränkt. Seine Rede habe sich aber deshalb nicht weniger mit den rassischen Grundfragen befaßt, und er habe einen langen Urkundenbeweis für die j ü - dischen Grundlagen des Bolschewismus und des Marxismus im allgemeinen geliefert. Sachliche Anerkennung in Wien. W i e n, 11. Sept. (DNB.) Die Blätter beginnen sich immer ausführlicher mit dem Parteitag in Nürnberg zu beschäftigen. In der Hauptsache werden allerdings Tatsachenmeldungen und Pressestimmen des Auslandes veröffentlicht. Das „Neue Wiener Tagblatt" veröffentlicht einen Leitartikel seines Berliner Berichterstatters, in dem es u. a. beißt, daß die Herabminderung der Zahl Der anerkannten Arbeitslosen von 6 Millionen auf etwas mehr als 1 Million das Zeugnis einer einzigartigen Kraftanstrengung sei. Die „Reichspost" erklärt: „Die Proklamation, mit der der deutsche Reichskanzler das Ringen um die Selbstversorgung Deutschlands mit den Die Reden von Dr. Goebbels und Alfred Rvfenberg auf dem Parteikongreß, welche die Welt aufriefen zur Wachsamkeit gegenüber der bolschewistischen Gefahr, haben naturgemäß im gesamten Auslande einen überaus starken Widerhall gefunden. Wie nicht anders zu erwarten war, hat besonders in den kommunistischen Zeitungen Sowjetrußlands, aber auch in den Blättern der kommunistischen Ländersektionen eine w ü st e Schimpferei eingesetzt, die durch Grobheit des Tones zu verdecken sucht, was ihr an sachlichen Unterlagen fehlt. So hat die Sowjetpresse nicht gewagt, den Behauptungen über die Berju- dung des öffentlichen Lebens und der staatlichen Verwaltung in Sowjetrußland entgegenzutreten. Sie schweigt s i ch darüber vollkommen aus, wie sie auch die auführliche Begründung des deutschen Alarmrufes ihren Lesern geflissentlich u n - terschlagen hat. Sie wagt es nicht, den hun- Woskau, 11. September. (DRV.) Von zuständiger Stelle der Sowjetunion werden Zahlen der Getreideausfuhr bekanntgegeben, aus denen zu ersehen ist, daß die Ausfuhr sowjetrussischen Getreides trotz der Rahrungsschwierigkeiten im eigenen Lande ständig im Dachsen begriffen ist. Danach betrug die Wenge des im ersten Halbjahr ausgeführlen Getreides 194 453 Tonnen gegen 83 591 Tonnen in der gleichen Zeil des Vorjahres. Die vorjährige Getreideausfuhr ist demnach a u f das 21/« fache angewachfen. Es ist unschwer zu erkennen, daß die Sowjetregierung trotz der Hungerpanik unter der eigenen kollektivierten Bauernschaft ihre Getreideausfuhr mit allen IN i t t e l n st e i g e r t, um die wertvollen Devisen zur Bezahlung ihrer Rüstungsauf- träge hereinzubekommen. Die Volschew'ken vernichten die Wahrzeichen des allen Moskaus IN o S k a u. 11. Sept. (DRB.) Die Zerstörung der am Eingang zum Roten Platz gelegenen uralten Kasaner Kathedrale, die seit einiger Zeit im Gange ist, ist nunmehr vollendet. Damit ist eines der ältesten Baudenkmäler IN o s k a u s den angeblichen „Rotwendigkeilen des Verkehrs" zum Opfer gefallen. Ebenfalls ab - Bamberg, 12. Sept. (DNB. Funkspruch.) Das BDM.-Reichstreffen in Bamberg erreichte mit der Abendfeier auf dem Domplatz feinen Höhepunkt. Im Mittelpunkt stand eine Ansprache des Reichsjugendführers Baldur von S ch i r a ch an die 5000 BDM. - Führerinnen. Er wandte sich an die BDM.-Führerinnen und würdigte ihren freudigen Einsatz beim Aufbau der größten Mädchen-Organisation der Welt. Der BDM. sei zu einem überzeugenden Symbol des Nationalsozialismus geworden. Es fei nicht wahr, daß der BDM. eine Vermännlichung der weiblichen Jugend anstrebe. Das Volk müsse stolz darauf sein, eine Gemeinschaft von Mädeln zu besitzen, die zu jeder Stunde bereit ist, für die Fahne der neuen Zeit sich restlos einzusetzen. Wenn es auch für die Organisation des BDM. keine Vorbilder gebe, so habe doch der von der weiblichen Jugend des neuen Deutschland geleistete Einsatz in dem Wirken her deutschen Frauen für Heimat und Volk während des Weltkrieges ein großes Vorbild. Der Reichsjugendführer schloß: Die Zeichen, die wir einst einsam entrollten, sind zum Panier einer ganzen Nation geworden. So sollt ihr diese Stunde I als eine Verpflichtung begreifen, die weit über euer wichtigsten Rohstoffen in das Zentrum eines nationalen Arbeitsplanes stellt, ist mehr als ein Vorsatz, sie ist schon eine Ansage. Die deutsche Chemie darf den Ruhmestitel für sich in Anspruch nehmen, daß sie z. B. auf dem Gebiet der Kohlenhydrierung für Benzingewinnung die wichtigste Pionierarbeit geleistet hat." gernden Massen der Arbeiter und Bauern zu sagen, daß das 160-Millionenvolk der Russen ausschließlich von Juden regiert und geführt wird. Sie, die sonst gegen alles polemisiert, was in „faschistischen" oder bürgerlichen ©taten über die großen Zusammenhänge der Weltpolitik behauptet wird, hat nicht den Mut, gegenüber den Nürnberger Enthüllungen über die Judenherrschaft in Moskau auch nur ein Sterbenswörtlein zu sagen. Moskau schweigt. Es ist die alte, vom Judentum stets geübte und versuchte Taktik des Totschweigens, mit der man den Gegner zu treffen glaubt. Diese Taktik mag noch bei den russischen Millionen, die ahnungslos und dumpf unter dem Joch der jüdischen Diktatur dahinleben, wirksam sein, aber sie verfängt nicht mehr bei den freien Völkern der Erde. D i e Welt bat aufgehorcht, als in Nürnberg das furchtbarste Verbrechen der Weltgeschichte entlarvt wurde, die Welt kann dazu nicht mehr schweigen. gerissen wird zur Zeil die große Stadtkirche in derKalajewski-Strahe. Die Zerstörungsarbelten an dem im Zentrum der Stadt gelegenen alten sogenannten Passionsklo st er haben begonnen. Der vom Zaren Alexander I. nach Besiegung Rapoleons errichtete Triumphbogen, der als eines der Wahrzeichen Woskaus gilt, wurde erst kürzlich abgerissen. Kommunistische Wühlversuche auch in Italien. Rom, 11. Sept. (DNB.) Den Meldungen einer amerikanischen Nachrichtenagentur über die Aufdeckung eines kommuni st ischen Komplottes in Italien, das bereits von amtlicher italienischer Seite dementiert wurde, liegt die Verhaftung von 20 Arbeitern zugrunde, die in T e r n i, einem der wichtigsten Industriezentren Italiens, erfolgt ist. Die Verhafteten haben kvrn - rnunistifche Flugschriften zur Verteilung gebracht, die auf Schleichwegen nach Italien geschmuggelt worden seien. Es handelt sich also um ein neues Beispiel für die von außen her mit reichen Geldmitteln aufgezogene bolschewistische Propaganda. Für Italien stellt der Fall nur eine kleine Episode dar, die von interessierter Seite absichtlich aufgebauscht worden ist, anscheinend um für die zahlreichen Nachrichten über die inneren Schwierigkeiten Sowjetrußlands ein Gegenstück zu schaffen. persönliches Dasein hinausreicht, sollt in dieser Stunde eine Wendung sehen, die in die Ewigkeit reicht, sollt in den Zeichen, die euch übergeben werden, nicht die Zeichen eines kleinen Bundes sehen, sondern eines großen Volkes. Ihr sollt darin nicht die Symbole einer Partei, sondern die Ewigkeit erblicken. Mit diesem festen Entschluß, sie so und nie anders zu betrachten, möget ihr sie ent» geaennehmen, mögt ihr sie in euren jungen Händen halten, treu und tapfer bewahren in allen Stürmen unseres Lebens und unseres Volkes. Mit diesem Gelöbnis weihe ich eure Wimpel. Nach der Ansprache des Reichsjugendführers wurden die 367 Untergau-Wimpel entrollt. Reichöarbeitsführer Hier! zum Aeichsleiter ernannt Nürnberg, 11. Sept. (DRB.) Der Führer hat am Freitag, wie die RSK. meldet, folgende Verfügung erlassen: „Ich ernenne mit Wirkung vom heutigen Tage den Pg. Konstantin Hier! in Würdigung seiner einmaligen Verdien sie um den Ausbau Die Welt horcht aus - Moskau schweigt. Oie Nürnberger Enthüllungen von der bolschewistischen presse unterschlagen Sowjetrußland steigert die Getreideausfuhr. Millionen Bauern müssen hungern. BOM.-Reichstreffen in Bamberg. Feierliche Wimpel-Weihe durch den Beichsjugendführer. des Deutschen Relchsarbeitsdlenstes zum Reichsleiter der RSDAP. Rürnberg, 10. September 1936. (Gez.) Adolf Hitler." > Oer Führer begrüßt das Diplomatische Korps. Nürnberg. 11. Sept. (DNB.) Wie auf je« dem Reichsparteitag, so stattete auch in diesem Jahr der Führer den als Gäste am Reichsparteitag teilnehmenden diplomatischen Vertretern fremder Mächte einen Besuch ab. Der Zug der Diplomaten war auf einem Bahnsteig des Nürnberger Hauptbahnhofes abgestellt. Am Eingang zum Bahnsteig empfing der Kommandant des Diplomatenzuges, SS.-Brigadeführer General d. D. von M a f f o w, und der stellvertretende Generaldirektor der Deutschen Reichsbahngesellschaft, SS.-Briaadeführer Dr. K l e i n m a n n, den Führer. An dem Empfang nahmen teil der Reichsminister des Aeußeren, Freiherr von Neurath, der Reichsführer SS. Himmler, der außerordentliche und bevoll- mädjtigte Botschafter SS.-Gruppenführer von Ribbentrop, der Chef des Protokolls Gesandter von Bülow-Schwante. Nach der Begrüßung richtete der Führer an die diplomatischen Vertreter Worte des Dankes, daß sie seiner Einladung zum großen Jahresappell der Nation Folge geleistet hätten. Der türkische Botschafter Hamdi A r p a g erwiderte im Namen des Diplomatischen Korps dem Führer und dankte für die liebenswürdige Einladung, der sie mit großer Freude gefolgt seien. Alles, was sie bisher gesehen und erlebt hätten, habe sie mit außerordentlich großem Interesse erfüllt und ihnen tiefe Eindrücke vermittelt. Anschließend empfing der Führer den Gesandten in besonderer Mission von C o st a r i c a, Dr. 21 c o ft a, der begleitet war vom Sohn des Staatspräsidenten von Costarica, Dr. Cortez. * Zu Ehren der ausländischen Missionschefs veranstaltete der Stellvertreter des Führers auf der Kaiserburg einen Empfang, bei dem die ausländischen Diplomaten mit führenden Persönlichkeiten der nationalsozialistischen Bewegung und der deutschen auswärtigen Politik vereint waren. In angeregter Unterhaltung erlebten die ausländischen Gäste hier einige Stunden schönster Gastfreundschaft. Kunst und Wissenschaft. Herbst-Reuerscheinungen des Verlages Engelhorn. Der Verlag I. Engelhorns Nachf., Stuttgart, kündigt folgende Herbstneuerscheinungen an: Stijn Streuvels: Die Männer am feurigen Ofen. Erzählung. — Hugh Walpole: Jeremy. Der Roman einer Kindheit. — Ralph Walds Trine: Der Geist in dir fei dein Berater. — Otto Wirz: Späte Erfüllung. Erzählung. — Hugh Walpole: Jeremy und fein Hund. Roman. — Kurt Kluge: Das Flügelhaus. Roman. — Hugh Walpole: Jeremy auf der Schule. Roman. — Mittendorf-Wolff: Auf der großen Straße des Herzens. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Das mit feinem Kem über der Ostsee liegende Hochdruckgebiet hat sich weiter verstärkt und ist für die Witterung Deutschlands bestimmend. Bei hei- terem Himmel kommen Ein- und Ausstrahlung sehr stark zur Ausbildung, wobei in der letzten Nacht Temperaturen in ungünstigen Lagen in der Gefrierpunktnähe gemessen wurden. Das herbstliche Schönwetter bleibt vorerst erhalten, doch kann mit zunehmender Tageswärme gerechnet werden. Aussichten für Sonntag: Abgesehen von Nebelbildung heiter und trocken, Tagestemperaturen hoher ansteigend, frische Östliche Winde. Aussichten für Montag: Im wesentlichen noch Fortdauer des herbstlichen Schönwetters. Lufttemperaturen am 11. September: mittags 19,2 Grad Celsius; abends 9 Grad; am 12. September: morgens 5,3 Grad. Maximum 19,6 Grad, Minimum heute nacht 3,1 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 11. September: abends 15,6 Grad; am 12. September: morgens 10,9 Grad. — Sonnenscheindauer 10,7 Stunden. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. 2). 21. VIII. 36 : 9350. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. 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September (936 um es einzufangen, daß es aber in gewaltigen Sprache sich rächt an allem und menschlicher Willkür. Das Gesetz vom 18. November 1920 Wenn ich diese wunderbare Heranwachsende st r a h- lendeJugend sehe, wird mir immer wieder das Arbeiten so leicht, dann gibt es gar keine Schwäche für mich. Dann weiß ich, fürwasich das alles tun und schaffen darf, daß es nicht für den Aufbau irgendeines jämmerlichen Geschäftes ist, das wieder vergehen wird, sondern daß diese Arbeit für etwas Ewiges und etwas Bleibendes geleistet wird. Mit dieser Zukunft unlösbar verbunden sehe ich das deutsche Mädchen, die deutsche Frau, die deutsche Mutter, und so treten wir auch dem Mädchen, der Frau, der Mutter entgegen. Ich messe den Erfolg unserer Arbeit nicht am Wachsen unserer Straßen. Ich messe ihn nicht an unseren neuen Fabriken, ich messe ihn auch nicht an unseren neuen Brücken, die wir bauen, auch nicht an den Divisionen, die wir aufstellen, sondern an der Spitze der Beurteilung des Erfolges dieser Arbeit steht das deutsche Kind, steht die deutsche Jugend. Wenn das wächst, dann weiß ich, daß unser Volk nicht zugrunde geht und unsere Arbeit nicht umsonst gewesen sein wird. „Ich bin überzeugt, daß die Bewegung von niemand mehr verstanden wird, als von der deutschen Frau. (Langanhaltender jubelnder Beifall.) Denn unsere Gegner meinen, daß wir in Deutschland ein tyrannisches Regiment nerhalb der Sowjetunion. Da man auf dem Standpunkt stand, daß eine völlige Freiheit von Mann und Frau nur dann gegeben war, wenn der Staat sich möglichst fernhielt von jeglicher Einmischung in die persönlichen Dinge, versagte der Sowjet st a a t der Ehe jeglichen Schutz. Gingen aus diesen Ehen Kinder hervor, so sollten sie — da ja Vater und Mutter arbeiteten und die Wohnverhältnisse äußerst notdürftig waren — in kollektiven Häusern erzogen werden. Der Mangel an Mitteln führte aber notgedrungen bald zu der Maßnahme, den wirtschaftlich stärkeren Teil zur Zahlung eines Unterhaltsgeldes heranzuziehen. Gleichlaufend mit dieser Entwicklung der Familie ging die Einbeziehung der Frau in die Industrialisierung und Dehrhaftmachung des Staates. So wurden im Jahre 1918 in der Wesenszügen einer wirklich guten Regierung, das Richtige im richtigen Augenblick zu tun, sondern das Richtige, das im richtigen Augenblick getan wurde, „auch dem Volke richtig zu bringen". Im Hauptteil seiner Rede, der im wesentlichen dem Thema „Charakter und Wissen" gewidmet war und die gerade für den Nationalsozialisten unumgängliche Notwendigkeit der Aneignung ausreichenden Fachwissens unterstrich, zeigte Dr. Goebbels die Gefahren auf, die sich aus der an sich durchaus gesunden oppositionellen Kampfstellung gegen den bürgerlichen Intellektualismus für die Pflege und die Förderung des Wissens selbst ergeben könnten. „Ich stehe gewiß nicht in dem Verdacht, den Intellektualismus zu verteidigen und das lleberzüchlete, Geistrelchelnde in Schuh zu nehmen. Sonst hätte ich mich ja auch nicht", so rief der Minister unter dem langanhaltenden Am Gedeihen des Kindes messen wir den Erfolg unserer Arbeit. über die Frau aufrichten, so kann ich demgegenüber nur das eine verraten, daß ich ohne die Beständigkeit und wirklich liebevolle Hingabe der Frau an die Bewegung die Partei nie hätte zum Siege führen können. (Erneuter begeisterter Beifall.) Und ich weiß, daß auch in schlimmen Zeilen, wenn die Neunmal-Weifen und die lleberklugen unsicher werden, die Frauen ganz sicher aus ihrem Herzen heraus zur Bewegung stehen und sich mit mir für immer verbinden." Nachdem der Jubel, mit dem der Schluß der Rede des Führers ausgenommen wurde, verklungen war, dankte die Reichsfrauenführerin Frau Scholtz- Klink dem Führer. Sie gab ihm im Namen aller deutschen Frauen das Versprechen, daß sie bemüht sein werde, auch in Zukunft nach Möglichkeit ihm die Sorgen leichter zu machen. Während in der Halle noch die Hymnen der Nation und ein von der Frauenführerin ausgebrachtes Sieg-Heil auf den Führer letztes Gelöbnis und Bekenntnis waren, toste auf dem freien Gelände vor der Halle noch das Jubeln von Zehntausenden von Frauen und Mädchen, die hier ihren Führer grüßten und ihm dankten. und die Welt des Wunnes. Die Natur hat es richtig eingeteilt, daß sie denWann vor die Familie stellt und ihm noch eine weitere Verpflichtung aufbürdet, den Schuh des Volkes, der Gesamtheit. Die Welt der Frau ist, wenn sie glücklich ist, die Familie, ihr Wann, ihre Kinder, ihr heim. Von hier aus öffnet sich dann ihr Blick für das große Gesamte. Beide Welten zusammen erst ergeben eine gemeinsame, in der ein Volk zu leben und zu bestehen vermag. Wir wollen diese gemeinsame Welt der beiden Geschlechter aufbauen, bei der jedes die Arbeit erkennt, die es nur allein tun kann und daher auch nur allein tun darf." genug sind, der eigenen Ungehorsam Reichspropagandaminister Dr. Goebbels vor dem Parteikongreß. — (Scherl-Bilderdienst-M.) ~ Jubel der Studenten aus, „in das herz einer Viereinhalbmillionenstadt hineinreden können. Aber es darf auch hier des Guten nicht zuviel getan werden, und es darf die berechtigte und notwendige Ablehnung und Verachtung des Intellektualismus nicht schließlich zur Verachtung der Bildung an sich führen. Wissen und Charakter sind nicht Gegensätze von Natur aus, sondern können vielmehr auf das glücklichste einander bedingen und ergänzen. Es kann jemand sehr charaktervoll fein und gleichzeitig ungeheuer viel wissen, und ich kenne" — Minuten- ■ langer tosender Beifall brach aus, als Dr. Goebbels dies feststellte — „keinen Staatsmann, der _ charaktervoller wäre als Adolf Hitler und zu» . gleich mehr wüßte als er." „Wir haben genügend fähige Nationalsozialisten für die Führung unseres öffentlichen Lebens zur Verfügung. Was sie für diesen Zweck brauchen, ist dazu ein solides fachliches Wissen, das sie auch in dieser Beziehung den reaktionären Musterknaben überlegen macht. Das Problem .Partei und Staat'", so stellte der Minister unter stürmischem Beifall fest, „wird um fo leichter gelöst, je mehr national- fozialisiische Fachleute in Zukunft für Staat und Partei zur Verfügung stehen!" Dr. Goebbels erinnerte die Studenten an die glückliche Lage, in der sie sich heute, nach Jahren des Kampfes und der anschließenden Aufräumungsarbeiten, befinden und die ihnen besser als jeder anderen Generation die Möglichkeit bietet, unbehindert und ungestört an die positiven Probleme des deutschen Studentenbundes heranzugehen. Als die selbstverständlichen und grundsätzlichen Voraussetzungen, die man beim Studenten erwarten müsse, nannte er Charakter und Gesinnung. Sie aber erwüchsen im nationalsozialistischen Staat allein in der nationalsozialistischen Bewegung, und nur in ihrem Rahmen könnten sie vertieft und gefestigt werden. Buch und Braunhemd müssen einander ergänzen. Denn der deutsche Student wieder lernt, sich auf der einen Seite vor geistigem Hochmut zu hüten und auf der anderen Dissen und Erfahrung immer wieder in Beziehung zur Nation zu bringen, dann wird er in das beste und innigste Verhältnis zu unserem Volke kommen. Nach Fachleuten mit nationalsozialistischer Gesinnung als Lebens- und Schaffens- grundlage zu suchen und sie Partei und Staat zur Verfügung zu stellen, das ist eine der Hauptaufgaben im positiven Sinne, die sich der Studentenbund für die nächsten Jahrzehnte wird stellen müssen. Es hängt von der Lösung dieser Nachwuchsfrage die Erhaltung der Idee ab, denn Ideen währen nur ewig durch die Menschen, die sie vertreten, und darum wird die nationalsozialistische Idee so lange ewig sein, als es Nationalsozialisten gibt. Dr. Goebbels richtete zum Schluß an die Studenten den Appell, tapfere Nationalsozialisten ZU sein und sich in lernendem Fleiß auf Führerstellungen in Staat und Partei vorzubereiten. „Eine wirkliche Staatsführung hat -die Pflicht, zu versuchen, jeder Frau und jedem Mann die Wahl des Herzens zu ermöglichen oder wenigstens zu erleichtern. Wir versuchen, diese Aufgabe zu lösen, indem wir — auf dem Wege unserer Gesetzgebung —- vor allem die Geschlechter gesund erziehen. lieber diese rein gesetzgeberische Arbeit hinaus haben wir der Frau noch etwas gegeben: Wir erziehen für die deutsche Frau, für das deutsche Mädchen die männliche Jugend, die kommenden Männer!" „Ich glaube, daß wir äuf dem richtigen Wege sind zur Erziehung eines gesunden Geschlechts. Das möchte ich all den literarischen Besserwissern und den Gleichberechtigungsphilosophen (Heiterkeit) noch mitteilen: Täuschen Sie sich nicht! Es gibt zwei Welten im Leben eines Volkes: die Welt der Frau Bergwerksindusirie auf taufend Arbeiter 24 Frauen beschäftigt, während 1932 auf taufend Arbeiter schon 153 Frauen kamen, stieg im Jahre 1935 die Zahl der Frauen auf 321 je 1000 k In der Automobil- und Traktoren- induslrie beträgt der hundertfah der beschäftigten Frauen 30,4, in der Bohrmaschinenindustrie sogar 63,5. Die völlige Gleichstellung der Geschlechter hat weiter zur Folge, daß im kommunistischen Iugendverband sowie durch Schulen der Technik, durch Soldaten der Roten Armee die Wädchen genau so militärisch ausgebildet werden wie die Jungen. Die Rote Armee ist die einzige Armee der Welt, in der die Frauen gleichberechtigt mit dem Wanne als Soldat wie als Kommandeur für den Angriffskrieg ausgebildet werden. Am 8. Wärz 1936 anläßlich der Eröffnung der Internationalen Kommunistischen Frauentagung in Moskau forderte Frau Kogan die kommuniftifchen Frauen der ganzen Welt auf. den Kampf gegen die Feinde der Sowjetunion aufzunehmen: sie sagte dabei u. a. folgendes: Auf den ersten Ruf der Kommunistischen Internationale und des Genossen Stalin sind wir bereit, in die ersten Reihen gegen die Feinde des sozialistischen Vaterlandes einzutreten und bis zum letzten Tropfen Blut für den Kommunismus in der ganzen Welt zu kämpfen! Die Auswirkung der bolschewistischen „Freiheit" war folgende: Schutzlose Frauen und verelendete Kinder, abgearbeitete, kranke Frauen infolge der Schwerarbeit und der Abtreibungen, rapider Geburtenrückgang, zunehmende Klagen und Beschwerden der Frau selbst, die zu dem Ergebnis führten, daß nach langem Hinaus- Zögern die fowjetruffsiche Regierung am 25. Mai 1936 den werktätigen Menschen einen Entwurf vorlegte zur Abhilfe auf diesem Gebiet. Dieses Gesetz ist der Anfang einer gewaltigen Antwort des Lebens auf die Theorien von der Freiheit des einzelnen Menschen und der „Menschheit". Wir Nürnberg, 11. Sept. (DNB.) Im Mittelpunkt der Sondertagung des NS-Stu- bentenbunbes, auf ber zunächst Reichsstuben- tenbunbsführer Derichsweiler Richtlinien für bie künftige Arbeit des Pundes aufstellte, standen grundsätzliche, immer wieder von jubelndem Beifall unterbrochene Ausführungen des Reichsleiters Dr. Goebbels. Dr. Goebbels beschäftigte sich zunächst mit der Propaganda in ihrem Verhältnis zur Politik und wandte sich gegen die abwegige Auffassung, als fei Propaganda eine gewissermaßen schimpfliche Abart geistiger Betätigung. „Eine gute Idee wird umso besser in den breiten Massen des Volkes und auch in den sogenannten „gebildeten Kreisen" verankert werden können, je geschickter sie angepackt und je psychologisch klüger sie der Öffentlichkeit bargelegt wirb. Mit solcher Propaganba haben wir nicht nur die Hochschulen, sondern das ganze deutsche Volk erobert. Es gehört nicht nur zu den Das Programm des Neichsparieiiages 4936. Samstag. 12. September. 15 Uhr: Fortsetzung des Parteikongresses. 14 Uhr: Einlaß zum Volksfest im Stadiongelände. Ab 18 Uhr: Veranstaltung der NSG. „KdF.". In der Hauptkampfbahn, auf ber Zeppelinwiese und auf der Mittelwiese Sportvorführungen und Wettkämpfe. Auf der Waldwiese und den anderen Plätzen Vor- führungen und Volksbelustigungen. 20 Uhr: Feuerwerk. Die deutschen Sender bringen am Samstag: 9.55 bis zirka 11 Uhr: AppeN der Hitler- Jugend. 16 bis 18 Uhr: Großes Nachmittagskonzert. Einlage: Funkberichte zum V o l k s f e st der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude". Sonntag, 13. September. 8 Uhr: Appell der SA., SS. und NSKK. in der Luüpoldarena vor dem Führer. 11.30 Uhr: Vorbeimarsch am Adolf-Hitler-Platz. 18.30 Uhr: Fortsetzung des Parteikongresses. Montag, 14. September. 8 Uhr: Vorführung der Wehrmacht. Sonberfagungen: 8.30 Uhr: Gauamtsleiter des Amtes für Technik im Sitzungssaal des Rathauses. 9 Uhr: Gau- und Reichspropagandaleiter im Herkulessaal. Deutsche haben 14 Jahre lang am eigenen Leib den Versuch verspürt, auch unserem Volk die bolschewistische Grundlage zu geben; die deutsche Frau hat sich hier bedingungslos an die Seite des deutschen Mannes gestellt, als sie fühlte, was für ein Kampf hier ausgetragen wurde, nämlich der Kampf zwischen der göttlichen Ordnung und Sinngebung der irdischen Dinge und den Versuch volkloser Menschheitsapostel, sich dieser ewigen Ordnung durch Willkür zu widersetzen — das heißt den Kampf zwischen Gut urüf Böse in der Welt. Unsere Sorge, so schloß die Reichsfrauenführerin, wird fein müssen, daß der Mut zum Guten in uns immer größer ist als die Furcht vor dem Bösen in der Welt, damit wir nicht aus Schwäche Kompromisse schließen. Unsere Arbeit ist nichts anderes als die tägliche Auseinandersetzung mit diesen beiden Kräften. Wenn auf dem Internationalen Frauenkongreß in Woskau Frau kogan die Frauen ber Welt aufrief zum Einsatz für den Dienst des Bolschewismus, bann wollen wir nationalsozialistischen Frauen auf unserem Kongreß den Wunsch ausfprechen, daß die volksgebun- benen Frauen ber verschiebenen Nationen als bie leiblichen unb seelischen Wütter ihrer Völker sich in einer ungeschriebenen, aber starken Gemeinschaft zusammen- f i n b e n als bie bebingungslosen Dienerinnen bes Guten im Kampf gegen bas Böse in ber Welt; bann werben wir mit unserem Führer unb bie Frauen anberer Völker mit ihren Führern ben Frieben einer volkverhafteten Welt garantieren können. Die Rebe ber Reichsfrauenführerin fanb stürmische Zustimmung bei ben vielen taufenb Frauen in- unb außerhalb ber Kongreßhalle. Als bann, geleitet vom Hauptamtsleiter Hilgenfelbt, ber Führer am Eingang ber Festhalle erschien, brauste ihm ein Sturm bes Jubels unb ber Verehrung entgegen, ber selbst bie Klänge bes Babenweiler Marsches übertönte unb sich wieberholte, als die Reichsfrauenführerin auf dem Podium den Führer begrüßte. orbnung geworden im Gegensatz zum Bolschewismus als einer abstrakten anorganischen Menschheitstheorie. Ich möchte an Hand einiger praktischer Ergebnisse der Sowjetunion zeigen, wie das Leben selbst uns immer wieder beweist, daß die schönsten Theorien nicht groß " ■' Ohne dieHingabe bcr^rau kein Sieg derBewegnng Der Führer spricht vor der NG -Frauenschafi in der Kongreßhalle. . brachte d i e völlige Gleichstellung der Frau mit dem Mann auf allen Gebieten bes Lebens in- Lharakier und Wissen sind keine Gegensätze! Dr. Goebbels vor den deutscken Studenten. Versklavung der Frau im Sowjetstaat. Die Neichssrauensührerin spricht in Nürnberg über die leibliche und seelische Not der Frau unter dem bolschewistischen Regime. Nürnberg, 11. Sept. (DNB.) Am Freitagnachmittag trat die NS. -Frauenschaft in der Kongreßhalle zu ihrer Tagung zusammen. Zwei Stunden vor Beginn der Tagung war die riesige Halle bereits besetzt. Viele Tausende von Frauen fanden keinen Einlaß mehr und sammelten sich auf den weiten Plätzen vor der Halle um die Lautsprecher. Nach einem Vorspiel des Reichssymphonieorchesters eröffnete Reichsamtsleiter Hilgen- feldt die Tagung. Dann fangen die 20000 Frauen stehend das Lied „Uns war das Los gegeben, ein freies Volk zu fein". Als die feierliche Weife verklungen war, nahm die Reichsfrauenführerin das Wort. Sie erklärte u. a.: Wir find zum große» Träger einer organischen sittlichen Lebens- Der Führer sprach dann einleitend von der großen E r ° ziehungsmissiondes Nationalsozialismus, deren Resultate von Jahr zu Jahr mehr sichtbar werden. Wieder fand der Führer^ zu Herzen gehende Worte über die Aufgabe und für das Leben der deutschen Frau. Aus der Fülle der Gedanken geben wir die nachstehenden wieder: „Wie ist unser ganzes Volk heute von Optimismus überleuchtet. Was haben wir boch wieder für eine herrli ch.e strahlende Jugend in Deutschland! Es ist alles so lebensfroh geworden, so zuversichllich! Glauben Sie mir: Das ist das Notwendigste, was der Mensch zum Leben braucht. Wer selbst das Auge nicht mehr freudig öffnen kann, der wird auch keine Freude mehr empfinden. Man braucht diesen Optimismus zum Leben. Er beginnt schon beim Kinde. Welch ein Optimismus gehört doch dazu, überhaupt einem Kinde das Leben zu schenken! Und es geht in dieses Leben hinein mit der ganzen, alles bändigenden Zuversicht, die ein solch kleines Wesen hat. Es hat diesen Optimismus, den wir nun durch das ganze Leben verfolgen, im Grunde genommen sogar über das Leben hinaus. Denn, wenn die Zeit kommt, da dieses Leben sich dem Ende zuzuneigen scheint, dann erhebt sich der menschliche Optimismus zum Allergewaltigsten. Er überwindet die furchtbare Erkenntnis der Beendigung seines Lebens mit dem strahlenden Optimismus einer Fortsetzung dieses Lebens. Wehe, wenn Menschen ober wenn ein Volk diese Fähigkeit verliert." „Jedes Jahr können wir feststellen, daß die innere Zuversicht des deutschen Menschen wieder gewachsen ist, daß er wieder das Gefühl bekommt feiner eigenen Würde, seiner festen Stellung auf dieser Welt und damit des Vertrauens zu sich und unserer Gemeinschaft. Menschen zu gewinnen, die gläubig und zuversichtlich mitgehen, das ist die Voraussetzung auch für die Erfolge jeder politischen Führung. Muß ich nicht selbst — so rief der Führer unter minutenlangen begeisterten Heilrufen aus — der größte Optimist unter Euch fein?" „Und wenn bas Ausland sagt: Ja, die Wänner! Aber die Frauen, die können bei euch nicht optimistisch fein, die find gedrückt und geknebelt und versklavt. Ihr wollt ihnen ja keine Freiheit, keine Gleichberechtigung geben, — fo antworten wir: Was die einen a l s Joch anfehen, empfinden eben andere a l s S egen, was dem einen als Himmelreich vorkommt, das ist für den anderen die Hölle und umgekehrt." In farkaflifcher Weife fertigte der Führer die Unlogik dieser Kritik ab: „Solange wir ein gesundes männliches Geschlecht besitzen — und dafür werden wir Nationalsozialisten sorgen —, wird in Deutschland keine weibliche handgranatenwerferinnenabteilung gebildet und kein weibliches Scharffchühenkorps. Denn das ist nicht Gleichberechtigung, sondern Winderberechtigung der Frau." Für uns ist bie Frau zu allen Zeiten der treue st e Arbeits - unb Lebensgenosse bes Mannes gewesen. Man sagt mir oft: Sie wollen bie Frau aus ben Berufen brücken. Nein, ich will ihr nur in weitestem Ausmaß bie Möglichkeit verschaffen, eine eigene Familie mit« grünben unb Kinber bekommen zu können, weil sie bann unserem Volke am allermeisten nutzt!" „Wenn heute eine weibliche Juristin noch soviel leistet unb nebenan eine Mutter wohnt mit fünf, sechs, sieben Kinbern, bie alle gefunb unb gut erzogen finb, bann möchte ich sagen: Vom Standpunkt des ewigen Wertes unseres Volkes hat bie Frau, die Kinber bekommen unb erzsgen hat unb bie unserem Volke bamit bas Leben in bie Zukunft wie- bergeschenkt hat, mehr geleistet, mehr getan!" Sorgsame Bevölkerungspflege in Deutschland Deutsches Bauerntum auf eigener Scholle Blutsquefle des Volkes. Nach taiftn drei Jahren nationalsozialistischer Führung sehen wir das deutsche Bauern- t u m heute geeint, klar gegliedert und tatkräftig geführt. Nahezu 1 Million deutscher Erbhöfe bilden, für das Leihkapital unantastbar, die unerschütterliche Ausgangsstellung im Kampf um die deutsche Nahrungsfreiheit. Das wirtschaftliche Fundament unserer Landwirtschaft ist durch die Marktordnung gesundet und gesichert. Befreit von der Spekulation and der Getreidebörse, steht der deutsche Bauer bereits seit 1934 in der planvoll ausgerichteten Erzeugungsschlacht im Dienst an den sozialen Aufgaben der Dolksernährung. In 19 Jahren seiner Herrschaft über das reiche Rußland ist es dem Bolschewismus gelungen, dieses Land von einem agrarischen Ausfuhr- land zu einem Hungerland herunterzuorganisieren. — In 3 Jahren nationalsozialistischer Regierung ist es gelungen, nicht nur den hoffnungslos erscheinenden Absturz des deutschen Bauerntums abzufangen, sondern auch seine Wiedergesundung so weit zu verwirklichen, daß dieses Bauerntum heute in der Erzeugungsschlacht erfolgreich die soziale Aufgabe der deutschen Volksernährung aus eigener Scholle in Angriff nehmen konnte. Im nationalsozialistischen Deutschland geschieht alles für das Volk. Deshalb wird im nationalsozialistischen Deutschland das Bauerntum geschützt als Blutsquelle des Volkes und als sein Ernährer. Im bolschewistischen Rußland geschieht aber alles im Interesse einer Clique jüdischer Parasiten, die von der Lebenskraft des russischen Volkes leben. Um sich behaupten zu können, sind diese schmarotzenden Machthaber gezwungen, die Landbevölkerung zu Landsklaven herabzudrücken, einmal, um von ihnen her nicht machtmäßig gefährdet zu werden, zum andern aber, um die nun einmal notwendigen Nahrungsmittel sich in jedem Falle zu sichern. So ist also der russische bäuerliche Boden nicht mehr im Besitz des russischen Volkes, sondern Bescher und Nutznießer ist tatsächlich ein parasitäres Nomadenvolk, das von allen Völkern der Erde das unbäuerlichste, das am wenigsten seßhafteteste, das heimatloseste Volk ist. Das Volk ist wie die grasende Herde eines Nomadenstammes: Ist eine Weide leer gefressen, zieht die Herde weiter, gemäß dem biblischen Wort, daß sie zwar weder säen noch ernten, aber dennoch ernährt werden. Kein Wunder auch, daß es die Führer einer solchen Horde nicht im mindesten rührt, wenn Millionen in Rußland auf dem eigenen Acker verhungern oder als liquidierte Kulaken in Sibirien und sonstwo umkommen. Jahr dauerte. 40 v. H. aller Werktätigen in Rußland sind Frauen. Fast die hälfte aller Frauen sind somit für ihre Aufgaben In der Familie verloren und verkümmern gesundheitlich. Aber nicht genug damit, daß die Frau schutzlos ist, planmäßig werden auch alle mütterlichen Gefühle in ihr von vornherein zertreten. Reben furchtbarem Elend in den Kinderkrippen macht sich in der Klndererziehung das Fehlen der Familie nicht nur lm unge- heuren Anwachsen des kindlichen Verbrechertumes, sondern auch in der Zahl der vagabundierenden Kinder bemerkbar. In Moskau und Leningrad haben Werkes „Mutter und Kind" als ihren Anteil bis jetzt 164 743 010 Mark den deutschen Müttern und Kindern zugeführt. Der deutschen Familie wurde eine weitere wirkungsvolle Hilfe durch die Bettenbeschaffung zuteil. Hier erhöhte sich die Zahl der von der NS.-Volkswohlfahrt verteilten Betten auf 675 369 Stück. Der Gesundheitsfürsorge für den Erwachsenen dient die Hitler-Freiplatzspende sowie die Heil- und Kurverschickung. Es wurden bisher vom deutschen Volk gespendet: 413 634 Freiplätze sowie 11 002 Kurstellen mit einem Gesamtwert von 33 059 142 Mark. Im Rahmen des Tuberkulös ehilfswerkes wurden bisher aufgewandt 3 150 396 Mark. Einer der Hauptträger der nationalsozialistischen Wohlfahrtsarbeit ist die Schwester in der Gemeinde. Aus diesem Gedanken heraus wurde die NS.-Schwesternschaft geboren. In 1552 Stationen wurden im Berichtsjahr 993112 Personen betreut. 3V- Millionen Kranken- und Hausbesuche wurden von den Schwestern ausgeführt. In drei Winterhilfswerken hat das deutsche Volk 1 082 500 000 Mark aufgebracht. Das letzte Winterhilfswerk hatte 1234 918 Helferinnen und Helfer. Dieses Heer ist so gewaltig, daß es in 12er-Reihen 25 Stunden an uns vorbeimarschieren würde. Das ist des Führers Heer des Friedens. Der Wert der im Winterhilfswerk 1935/36 verteilten Spenden betrug 365 829 716,98 Mark. In einer Welt, die voll (Spannungen ist, werden an jedes Volk immer neue Forderungen gestellt. Ihnen wirksam zu begegnen, ist nur in einem in seinen Lebenskräften gesunden Volk möglich. Der Erfüllung dieser Aufgabe hat sich der Führer verschworen. Hierbei müssen wir ihm alle Gefolgschaft leisten, e i n jeder einzelne — auch du! Erbhof oder Kollektiv? Hauptamtsleiter Reischle spricht auf dem Parteikongreß. Nürnberg, 11. Sept. (DNB.) Die Kongreßhalle am Luitpoldhain war am Freitagvormittag wiederum bis auf den letzten Winkel besetzt. Kurz nach 10.30 Uhr erschien der Stellvertreter des Fiih° rers. Rudolf Heß, mit brausendem Beifall empfangen. Nach dem Einmarsch der Blutfahne und der Feldzeichen leitete das Reichssinfonieorchester die Tagung mit der herrlichen „Coriolan"-Ouoertüre von Ludwig van Beethoven an. Dann gab der Stellvertreter des Führers der Hauptamtsleiter Dr. Reischle das Wort zu dem Thema „Erbhof o d e r K o l l e k t i v ?" Er führte in feiner Rede u. a. folgendes aus: Während der deutsche Bauer unter lebendiger Anteilnahme des ganzen Volkes in friedlicher Arbeit die diesjährige Ernte in die Scheunen bringt, knallen in der Sowjetukraine die Salven der bolschewistischen Exekutionskommandos gegen aufständische Bauernhaufen. Weshalb aber, so fragen wir uns, rebellieren die Bauern dieses Gebietes, das kraft der ihm vom Schöpfer verliehenen natürlichen Fruchtbarkeit ein Garten Gottes sein könnte wie so viele andere Landstriche des weiten russischen Staatsgebietes? Nun, diese Bauern neigen an sich so wenig zur Rebellion wie die Bauern auf der ganzen übrigen Erde. Sie standen in Jahrtausenden ihrer Geschichte immer nur dann auf, wenn ein Regime wider alle naturgegebene Ordnung ihnen das primitivste und zugleich höchste Recht nehmen wollte: das Recht an dem Boden, den sie und ihre Sippe im Schweiße ihres Angesichts bebauten, und das Recht an dem Ertrag dieser Arbeit einen gerechten Anteil zu bekommen. Gegen diese beiden elementaren Rechte aber ging der Bolschewismus aus Prinzip an, seitdem im Oktober 1917 der Zentralrat unter Lenin mit sechs Volljuden und drei Judengenossen die unumschränkte Macht über das russische Volk in die Hand genommen hatte. Bolschewistischer Raubbau an der Gesundheit des russischen Volkes Hauptamtsleiter Or. Wagner berichtet dem Parteikongreß. Nach der mit großem Beifall aufgenommenen Rede Reischles intonierte die Musik den Badenweiler Marsch, und mit dem schon gewohnten Sturm des Jubels wurde der Führer mit feiner ständigen Begleitung empfangen. Dann gab Rudolf Heß das Wort dem Hauptamtsleiter Hll - g e n f e l d t, der über die nationalsozialistische und bolschewistische Wohlfahrtsarbeit u. a. folgendes aus- führte: Wir erleben heute den Kampf zweier Weltanschauungen, den Kampf des Guten, das sich verkörpert in den hohen Zielen der nationalsoziali- stisch?n Idee, gegen das Böse, das seinen Ausdruck findet in den lebenzerstörenden und ver- nichtenden Anschauungen des Bolschewismus. Im Kampf gegen die Vernunft haben in Rußland die lebenverneinenden Doktrinen des Bolschewismus gesiegt. Nach den Ausführungen des Generalfekre- Rot und Glend als Ergebnis zehnjähriger Volschewistenherrschafi Erschütternde Feststellungen des Hauptamtsleiters Hilgenfeldt. Der Rechenschaftsbericht Hilgenfeldts, aus dessen Zahlenmaterial das gigantischste soziale Hilfswerk aller Zeiten heroorging, sand eine dankbare und begeisterte Aufnahme. Dann gab Rudolf Heß dem Reichsärzteführer, Hauptdienstleiter Dr. Wagner, das Wort zum letzten Bericht des Tages über Rasse- und Bevölkerungspolitik. Dr. Wagner führte u. a. aus: Bei unserer nationalsozialistischen Devölkerungs- unb Rassenpolitik geht es darum, die drei großen Gefahren der rassischen und biologischen Zerfalls aufzuhalten, an denen immer wieder Staaten, Völker und Kulturen zugrunde gegangen sind, wenn es nicht gelang, sie noch rechtzeitig abzuwenden. Den Geburtenrückgang, das Anschwellen kranker und untüchtiger Erbanlagen in unserem Volke und schließlich die blutsmäßige Vermischung unseres Volkes mit fremden und nicht artverwandten, insbesondere jüdischen Blutes. Durch die Nürnberger Gesetze ist das weitere Eindringen jüdischen Blutes in den deutschen Volkskörper unmöglich gemacht worden. Die Nürnberger Gesetze wären aber unvollkommen und unvollständig gewesen, hätte man nicht auch die Stellung der sogenannten deutsch-jüdischen Mischlinge, also der Halb- und Dierteljuden geregelt. Hier mußten die Bestimmungen darauf abgestellt werden, diese bastardierte Mischrasse, die auf jeden Fall — biologisch und politisch — immer unerwünscht ist, baldmöglichst zum Verschwinden zu bringen. Dies wird durch die Ehevorschriften erreicht. Denen, die in der für die Halbjuden eingeführten Ehegenehmigung eine unbillige und — je nach ihrer Einstellung entweder unhumane und unchristliche Härte erblicken, kann ich nur erwidern: Wenn die Kirche von Hunderttausenden das Zölibat und die Ehelosigkeit verlangt, so glauben wir es vor unserem Gewissen und unserem Gott noch verantworten zu können, für 200 000 Halbjuden zu Nutz und Frommen unseres deutschen Volkes die Ehegenehmigung einzuführen. Die etwa eine Milliarde Mark, die wir auch heute noch für die Pflege der Erbkranken opfern müssen, stellen eine Vergeudung am Volksvermögen dar, die dem erbgesunden Teil des Volkes gegenüber nicht zu rechtfertigen ist. Der nationalsozialistische Staat hat durch das „Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses" dafür gesorgt, daß in Zukunft aus Minderwertigen nicht immer wieder neues Leben Minderwertiger geboren werden kann. Der Behauptung, wir versündigten uns mit unseren Maßnahmen gegen den Willen Gottes stellen wir die Behauptung entgegen, daß mir dem Willen des Schöpfers gemäß handeln, wenn mir verhindern, daß derartiges unwertes Leben weiter gezeugt und unermeßliches neues Elend auf Kinder und Kindeskinder vererbt wird. Es ist auch ein Unding, einen Erbkranken, bei dem der Verstand — wie beim Schwachsinn — ober der freie Wille — wie etwa bei einer Geisteskrankheit — nicht vorhanden ist und dem wir durch Entmündigung das Verfügungsrecht über das Geld und andere tote Dinge genommen haben, die Entscheidung über die tausendmal wichtigeren Fragen der Fortpflanzung und des Weiterlebens in Kindern zu überlassen. Gesundheitssicherung durch den Staat, Gesund- Das nationalsozialistische Deutschland ist unter Adolf Hitler einen anderen Weg gegangen. Seine Tat war nicht Zerstörung, sondern Arbeit und Ausbau. Die Gemeinschaft ist für uns Kraftquelle alles völkischen Daseins. Urzelle der Volksgemeinschaft ist die Familie, deren Stärkung wir deshalb als unsere höchste Aufgabe ansehen. Den M ü 11 e r n , als den ewigen Quellen des Lebens, und den Kindern, als beit Trägern unserer nationalen Zukunft, wenden wir daher unsere Hilfe zu. Im weiteren Ausbau des Hilfswerkes ^Mutter und Kind" Hal sich die Zahl der hilfs- und Beralungsslellen im letzten Jahr auf 21 935 erhöht. Im gleichen Zeitraum ist die Zahl der ehrenamtlichen und geschulten Helferinnen von 45 940 auf 227 459 gestiegen. Von den Beralungsslellen wurden 461 000 Mütter in ihren Wohnungen betreut. 43 000 Müttern wurde Ar- beiksplahhilfe gewährt. Durch die Erholungsfürsorge des Hilfswerkes erhielten bis jetzt 153 693 Mütter einen vier- bis sechswöchigen Erholungsaufenthalt. 2836 Kindertagesstätten wurden neu errichtet, in denen 1 100 000 Kinder betreut wurden. In den letzten 3Vr Jahren der Systemzeit wurden insgesamt in Deutschland 978 833 Kinder verschickt. Seit der Machtübernahme erhielten allein 1 893 871 Kinder einen vierwöchigen Erholungsaufenthalt. Im gleichen Zeitraum von 3Vz Jahren verschickte das nationalsozialistische Deutschland also fast eine Million Kinder mehr. Das ist der Sieg des Führers in einer Schlacht des Friedens. In aufbauender Arbeit hat allein die Nationalsozialistische Volkswohlfahrt im Rahmen des Hilfs- Damals übernahmen die Bolschewisten als Erbe der Vorkriegszeit eine russische Landwirtschaft, die zwar technisch meist rückständig, aber dank ihrer natürlichen Voraussetzungen so ergiebig war, daß sie das wachsende russische Volk im Ueberfluß zu ernähren vermochte. Darüber hinaus war sogar eine Jahr um Jahr ansteigende Ausfuhr an Agrarprodukten möglich. Diese betrug für das Jahr 1913 wertmäßig nahezu.1,2 Milliarden Vor- kriegsrubel und damit etwa drei Viertel der Gesamtausfuhr Rußlands überhaupt. Heute dagegen ist die Agrarausfuhr auf einen bedeutungslosen Bruchteil herabgesunken, der zudem ja noch nicht einmal einen echten Ueberschuß darstellt, sondern aus devisenpolitischen (gründen zu Lasten der inneren Versorgung ausgeführt wird. Fürwahr ein vernichtendes Urteil über die Agrarpolitik des Bolschewismus angesichts der Tatsache, daß für die Ernährung von 166 Millionen Einwohnern der Sowjetunion 525 Millionen Hektar an landwirtschaftlich genutzter Fläche zu Verfügung stehen, während das nationalsozialistische Deutschland nur über eine landwirtschaftlich genutzte Fläche von 29 Mill. Hektar zur Ernährung von 66 Millionen Menschen verfügt. In Rußland stehen also pro Kopf der Bevölkerung über drei Hektar, in Deutschland noch nicht einmal ein halber Hektar zur Verfügung. Kein Land der Erde ist seit 18 Jahren so von unaufhörlichen Hungersnöten heimqesucht worden wie die Sowjetunion. In keinem Land der Erde herrscht ein solch chronischer Mangel an jeglichen Gütern des täglichen Bedarfs. In keinem Land der Erde find daher auch die Grundbestandteile der Volksernährung so unerschwinglich teuer wie in der Sowjetunion. Und in keinem Lande der Erde sonst müssen die Bauern in die Flintenläufe der Exekutionskommandos starren, weil ausgerechnet diese Bauern als die Erzeuger des täglichen Brotes gegen den Hunger zu revoltieren gezwungen sind. Wir wollen diesem grauenerregenden Bild eines ständigen Niedergangs in Sowjetrußland nunmehr dasjenige gegenüberstellen, was sich uns im nationalsozialistischen Deutschland darbietet. tars des Internationalen Komitees für Hilfeleistungen, Dr. Amende, hat man mehr als 10 M i l- Honen Menschen verhungern lassen, mehr als 20 Millionen Bauern von ihren Höfen vertrieben. Der Bolschewismus, der das Triebleben des Kollektivmenschen und damit nur den Augenblick anerkennt, muh zwangsläufig jede Gemeinschaft, die für die Dauer gegründet ist und wirken soll, verneinen. Er hat deshalb auch die Familie als Grundlage der Gemeinschaft durch seine Gesetzgebung vernich- t e t. Das hat dazu geführt, daß nach amtlichen Berichten auf 100 Eheschließungen in einer Zeiteinheit 37 Scheidungen kamen, dah die Hälfte aller Ehen nicht länger als ein Es ist also durchaus logisch, daß der jüdische Bolschewismus das russische Landvolk zerschlagen mußte. Das Mittel dazu war das Kollektiv, d. h. die Enteignung des Landvolks und das unterschiedslose Zusämmenwerfen des gesamten seitherigen Einzelbesitzes in eine riesige Masse Landes, das dann wieder in zahllose Riesengüter zerteilt wird. Diese Riesengüter gehören niemandem' letztlich als dem Staat. Und da der Sowjetstaat gleichbedeutend mit der jüdischen Fremdherrenschicht ist, so gehört der Boden tatsächlich den Juden. Ebenso wie mit dem Boden geschah es auch mit den Menschen selbst. Sie wurden enteignet und zu einer unterschiedslosen Masse von Landsklaven zusammengeworfen, die wiederum neu eingeteilt wurden zu Arbeitseinheiten auf den Kollektivwirtschaften. Auf diese Weise gelang nach der Mobilisierung des Grundbesitzes auch die Nomadisierung des Landvolkes selbst. Das Ergebnis ist, daß es statt gewachsenen Höfen nur noch Getreidefabriken gibt, daß es statt eines Landvolkes nur eine unter - schiedslose Masse von Landsklaven gibt. Ihre Entlohnung ist nicht die Ernte, sondern der Hunger. Nun fragen wir: Welche von beiden Arten Menschen, die als Dauern auf eigenen Höfen oder die als Land- fklaven auf kolleklivgütern leben, find für den Bestand eines Volkes die wünschenswerteren? Lin Volk, dessen Staat auf feinem landwirtschaftlich nutzbaren Boden freie Bauern fitzen hat, ist in feinem Bestand und in feiner Zukunft gefestigt und gesichert. Lin Staat aber, der seinen landwirtschaftlich nutzbaren Boden in 5orm von Kollektiven ausbeutet, ist nicht erfüllt von einem Volk, sondern von menschenunwürdigen Sklaven. Uns Nationalsozialisten bedeutet das Bauerntum nicht nur die Grundlage für die Volkswirtschaft. Das Bauerntum soll der Blutsquell des deutschen Volkes sein. Diese Aufgabe des Bauerntums, Ernährer, Erhalter und Mehrer des Volkes zu fein, haben wir Nationalsozialisten besonders in den Vordergrund gestellt. Dieses blutsmäßige Verflochtensein wird uns in alle Zukunft davor bewahren, jemals wieder in eine dünkelhafte Vereinzelung oder in Klassenfronten auseinanderzu- fallen. Das deutsche Bauerntum aber ist glücklich, seine Heimat innerhalb der deutschen Volksgenossenschaft durch den Nattonalsozialismus wiedergefunden zu haben. Dieses Heimats- und Derbunden- heitsbewußtsein wird ihm die Kraft geben, in restlosem Einsatz für Führer und Volk auch in der Zukunft voll feine Pflicht zu tun. Das wahre Gesicht des Bolschewismus. Leibeigenschaft und Hungersnot die Folgen der Vernichtung des Bauerntums durch den Bolschewismus. lm Jahre 1935 innerhalb von 2 Monaten 7500 Litern ihre Kinder verstoßen. Rach dem Bericht der „Dosrokdenij" vom 4. April 1936 sind 75 v. H. von ihnen tuberkulös, 40 v. H. geschlechtskrank. Welterschütterndes Zeugnis, wenn die Witwe Lenins, Frau Krupskaja, schreibt: „Die Mehrheit der Genossen auch innerhalb der Partei meint, verwahrloste Kinder seien eine Erbschaft des Weltkrieges und des ökonomischen Chaos. In Wirklichkeit sind diese Kinder, von denen es heute in den Straßen Moskaus wimmelt, zu dreiviertel nicht das Ergebnis von Unglücksfällen und Nachlässigkeit früherer Zeit, sondern der Lebensbedingun- aen von heute, der Arbeitslosigkeit und ganjj besonders des Elends unter den Bauern. Mehr als 460 000 Mütter und Kinder verklagten nach einer amtlichen Erhebung von 1935 ihre Väter. 6,5 Millionen Kinder klagen auf Alimente. Dies ist ein Ausschnitt russischer Wohlfahrt und Fürsorge nach nun bald zwanzig Jahren bolschewistischer Herrschaft. Die gegebenen Mitteilungen und Zahlen stammen aus der amtlichen Statistik und sowjet- russischen Zeitungsmeldungen der Jahre 1934 bis 1936, also aus der letzten Zeit. heitsführung durch die Partei ergänzen und unter» stützen sich in dem gemeinsamen Ziel: Der Erhaltung und der Förderung der deutschen Dolkskraft. Dieses Vertrauen kann nach unserer Ueberzeugung niemals in den Amtsstuben der staatlichen Aerzte gedeihen, sondern nur in persönlichem Kontakt zwischen dem einzelnen Volksgenossen und dem Arzt seines Vertrauens. Unser Ideal ist deshalb nicht der beamtete Arzt, sondern der deutsche Volksarzt im Sinne des alten Hausarztes, der in Ehrfurcht vor der Natur und ihren Heilkräften diese — in der Vergangenheit oft sttäflich vernachlässigten — natürlichen Heilkräfte ebenso anzuwenden weiß, wie er die Methoden Der Schulmedizin beherrscht, und der aus seinen rassehygieni» chen Kenntnissen heraus über den einzelnen Meuchen niemals das Volksganze vergessen wird. Die» em Arzt ist das Vorbeugen wichtiger als das Heilen! Es lohnt sich, nach diesen Betrachtungen einen Blick zu werfen auf die Verhältnisse in der russischen Sowjetunion. Die „Komsomol» skaja Prawda" vom 24. Februar 1936 schreibt: Sämtliche Moskauer Krankenhäuser sind bereits vor 20 bis 30 Jahren gebaut worden. Seit Jahrzehnten wurden in den Krankenhäusern keine durchgreifenden Reparaturen mehr vorgenommen. Die Decken und Wände der Abteilungen für ansteckende Kinderkrankheiten wurden zum letzten Male 1925 geweißt. In den Krankenhäusern fehlt es dauernd an Spritzen, Kitteln, Handtüchern, sowie an Leid» und Bettwäsche. In der ersten Moskauer Musterklinik sind die Deckbetten zersetzt und haben ebenso, wie Die meisten Matratzen längst ausgedient. Bezeichnend ist auch, daß nach einem Bericht von Louis Fischer im „Neuen Tagedienst" 1936 in Moskau d i e Zahl der Geburten ständig absinkt und in den letzten Jahren von 30,7 auf 15,3, also um über die Hälfte abgenommen hat, die Zahl der Abtreibungen dagegen um das sechsfache stieg, und mehr als l^-mal so groß ist als die Zahl der Geburten. Aus allen Meldungen geht hervor, daß die russischen Machthaber einen unglaublichen Raubbau an der Gesundheit ihres Volkes treiben, der sich einmal bitter rächen muß. Bei allen Maßnahmen unserer qualitativen Bevölkerungspolitik, fuhr Dr. Wagner fort, müssen wir uns darüber klar sein, daß ihre Durchführung nur möglich ist und nur einen Sinn hat, wenn d i e entsprechende Volkszahl vorhanden ist, und durch eine genügende Geburtenzahl zum mindesten auf der zum Dolksbestand notwendigen Höhe gehalten wird. Es wird Sache des Staates sein, durch gesetzliche und besonders wirtschaftliche Maßnahmen die Lasten auszugses,chen, die heute immer noch besonders die kinderreichen Familien treffen. Und es wird die ganz große Aufgabe der Bewegung bleiben, in gewaltiger Aufklärungs- und Erziehungsarbeit das Volk immer wieder zu lehren, daß der Weg in die Zukunft allein über ein Geschlecht gesunder Kinder führt, das auch zahlenmäßig stark genug ist, das zu bewahren und — wenn notwendig — zu verteidigen, was die Eltern und Ahnen erkämpft und geschaffen haben. Ur. 2(4 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)Samstag, 12 September (936 wurden diese Beziehungen daher immer gepflegt und über das erwachende nationale Verlangen nach einer Rückgabe von Gibraltar schweigend hinweggesehen. Mit den Spannungen des abessinischen Krieges und den wachsenden Ansprüchen Italien s in neuester Zeit schien diese Linie nur um so stärker gerechtfertigt. England bemühte sich, wie erinnerlich, um das Zustandebringen eines Mittelmeerpaktes gegen Italien und erachtete bescheidene Seemächte wie die Türkei, Jugoslawien und Griechenland und das schon wesentlich stärkere Spanien dabei für wichtig genug. Zugleich galt es, die frühere politische Fühlung Spaniens mit Italien bei dieser Gelegenheit abzukühlen, jedoch kam die zunehmende Radikalisierung im Lande dem mehr als entgegen. Ein dritter Faktor, der Spaniens Stellung Bedeutung verleiht, ist der Besitz der m a r o k k a - niscben Enklave, schräg gegenüber Gibraltar. Die spanische Herrschaft dort, und damit auch den internationalen Status von Tanger zu erhalten, ist ein wichtiges Interesse Englands und auch Italiens, sie zu zerstören ein Ziel Frankreichs, woraus sich auch seine heimliche Unterstützung der Rif- Stämme erklärt. Sollte hier jemals ein spanischer Zusammenbruch erfolgen, so wird man die Politik derd rei Mächte zu ernstem Konflikt in der Nachbarschaft der Meerenge kommen sehen. Dieser Ueberblick rechnet bereits unausgesprochen mit einem Ausgang des Bürgerkrieges, der die siegreiche Partei bei hinreichenden Kräften findet, um dem Lande ein politisches Gewicht zu erhalten. Französische und auch englische Befürchtungen der Richtung, die der „Volksfront" nahesteht,' malen hierzu die Zukunft in düsteren Farben. Ein siegreiches faschistisches Spanien heißt es, wird zwangsläufig den Anschluß an Italien finden, mit diesem zusammen eine streitbare Mittelmeerentente bilden, vielleicht Gibraltar mit Gewalt zurücknehmen und , die älteren Seemächte samt ihren lebenswichtigen i Verbindungen an die Wand drücken. Mit Deutschland zusammen werden sie Frankreich einkreisen und Europa den Kurs oorschreiben. Das Lächerliche an diesen Uebertreibungen braucht wohl nicht hervorgehoben zu werden. Es genügt, auf die vollständige Zerrüttung der spanischen Marine durch Zwiespalt und Meuterei zu verweisen, deren gesunde Erhaltung eine Voraussetzung solcher Entwicklung wäre. Weit ernsthafter dürfen die Besorgnisse genommen werden, die von einem Sieg der „Republik" ausgehen. Ihr Weg in den bolschewistischen Abgrund und damit das Mitreißen Frankreichs ist kein Hirngespinst, sondern ausgesprochener politischer Plan von solcher Deutlichkeit, daß selbst die englische Brille jetzt seine Umrisse erkennen kann, und die französische Rechte mit wachsender Anteilnahme Hitler-Deutschland zu entdecken beginnt. Beide Annahmen einer wichtigen Nolle, die Spanien in naher Zukunft zufallen könnte, gehen aber aus von einer ausgeglichenen politischen Führung und unvermindert lebendiger Volkskraft, während das erste noch in Zweifel gehüllt ist, scheint uns die im Bürgerkrieg sichtbar werdende mörderische Tapferkeit für einen starken nationalen Fonds von Kampfgeist und Vitalität zu sprechen, der in einer der beiden Richtungen sehr wohl wirksam werden könnte. Besinnliche Weltreise. Von unserem E. M -Sonderberichterstatter Der „der Me" Dolor. Von unserem E M -Sonderberichterstatter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Fort de Kock, im August 1936. Wenn ich heute sagen soll, ob ich ihn eigentlich kennen lernte, so weiß ich es immer noch nicht. Die Bekanntschaft begann jedenfalls so: Irgendwo an der Qstküste von Sumatra, hinter endlosen Gummiwäldern und abseits vom Wege, tauchte eines Tages vor uns ein Haus auf. Es stand unter Manga-Granatäpfel- und Sür- sackbäumen. Ein weiter Rasen lag vor einer offenen Terrasse und in diesem Garten spielten die Orang-Utangs Koba und Lombroso, stolzierten Marabus, spielte das Reh mit Hunden und Menschen, riefen und quakten uns wunderliche Vögel nach. Dann erschien eine hohe, blonde und etwas abwesendblickende Gestalt. Sie sagte nur einfach: „Guten Tag" und entschuldigte sich gleich darauf mit Arbeit. Das nächste Mal sah ich ihn wieder, als er gebeugt über einem kleinen, braunen Etwas stand, das ihn mit großen schwarzen Augen still ergeben ansah. Daneben standen zwei bunt gekleidete Gestalten, die sich nervös an ihn drängten, und die er mit einem leichten Brummen fortscheuchte. „Tuberkulose", sagte er zu mir, „bleibt hier"! Dieses Hier war vor acht Jahren nichts weiter als gerodeter Urwald. Heute standen hier weit über ein Dutzend sauberer, weiß gestrichener Gebäude, mit einander durch erhöhte Zementwege verbunden. Drinnen standen auf beiden Seiten in langen Reihen tischähnliche Gestelle und auf ihnen kaaen Menschen, Männer hier, Frauen dort und Kmder wieder in einem anderen Gebäude: E i n Krankenhaus. Vorn am Eingang die Europäerstation, der große moderne Operationssaal, das Laboratorium, der Untersuchungsraum und die Apotheke. Heb er all sah ich Javaner hausieren, einige mischten Rezepte, andere nahmen Blutproben und wieder andere assistierten. „Sind Sie denn allein hier?" fragte ich. „Nein, Sie sehen doch. Das sind alles zuverlässige Leute, absolut sicher. Sie gehen allein in die entlegensten Dörfer und kontrollieren den Gesund- heitszustand!" „Haben sicher in Batavia studiert?" „Wo denken Sie hin! Die Studierten bleiben alle in der Stadt. Diese hier lernen es nur bei uns!" Ich machte ein etwas skeptisches Gesicht, worauf der Doktor ruhig entgegnete: „Sie glauben es nicht? Nun, ich werde Sie nachher auch mit auf die Außen st ationen nehmen." „Außenstationen?" „Ja, jede von ihnen ist ständig mit 100 Frauen, werdenden Müttern, belegt, die hier rund einen Monat vor und mindestens zwei Wochen nach der Geburt dort sind. Bis zu zehn Geburten nm Tag sind auf einer Station vorgekommen, und über tausend sind es im Jahr!" „Das können Sie doch nicht allein tun?" „Kann ich auch nicht. Ich kontrolliere nur dann und wann. Die Arbeit verrichten zwei inländische Hebammenschwestern!" Auch am nächsten Tag bin ich einen ganzen Vormittag während der Sprechzeit im Hospital gewesen. Ein regelrechter Kleinbahnzug hatte aus allen Teilen der rund 250 Quadratkilometer großen Plantage Patienten und Besucher gebracht. Dor den Untersuchungsräumen herrschte daher großes Gedränge von schweigsamen Kulis, stillen javanischen Frauen, besorgten Chinesenvätern, die mit dem Stolz ihres Lebens, den Söhnen gekommen waren, schwatzenden Batakern, listigen Arabern und ho- heitsvollen Bengalen. Zu der Sprechstunde war auch der indo-europäische Apothekerassistent erschienen, die einzige europäische Schwester dagegen war verreist. Der erste Patient war ein kleines Mädchen. Es hatte Wundbrand. Kein Laut kam aus den kleinen Munde, nur ein stilles Körperzucken sah man dann und wann, als die Hautschere arbeitete, bei deren Anblick auch europäische Erwachsene einen Schock bekommen. Nur Augenblicke kann der Doktor bei dem Kinde sein und schon steht er am Nebentisch, bereit für eine pneumatische Lungen- Spanien als Mchisaklor. Von Konteradmiral a O. Gadow. Dieser dritte und blutigste aller Bürgerkriege binnen einem Zeitraum von 70 Jahren hat, wie der alte Politiker Graf Romanones erklärt, Spanien „für 50 Jahre von der Weltkarte gestrichen". Man kann darüber verschiedener Meinung sein. Die Großmacht des Reiches Philipps II. hatte freilich mit dem Aufstieg und den Beutezügen Englands zu welken begonnen und bei Trafalgar 1805 den ersten tödlichen Stoß erhalten. Der zweite traf es mit der Losreißung der füd- und mittelamerlkani- fchen Staaten Anfang des 19. Jahrhunderts und der dritte mit der Flottenvernichtung vor Havanna und Cavite 1898 im Kriege gegen den nordamerikanischen Imperialismus. Von feinen einst erdumspannenden Besitzungen verblieben ihm nur die Maria- nen-Jnseln in der Südsee, die es 1899 für 25 Millionen Peseten an Deutschland abtrat, die heute noch höchst wertvollen Kanarischen Inseln, an der westafrikanischen Küste die Kolonien Rio bei Oro und Jfni, in der Kamerun-Bucht Spanisch-Guinea und an der Nordseite Spanisch-Marokko um Ceuta und Melilla, alles dieses eingebettet in Französisch- Afrika. Aber das spanische Volkstum zeigte, bet aller bekannten Indifferenz, gewisse Kräfte der Erneuerung. Es war kein Zufall, daß diese durch eine diktatorische, dem Faschismus nahestehende Persönlichkeit, Primo de Rivera, zum ersten Male geweckt wurden. Wer Spanien während dieses kurzen und nicht voll ausgereiften Regimes bereifte, fand erstaunlichen Aufschwung vor: Pünktlichkeit im Verkehr, Ordnung und Sauberkeit in der Verwaltung, Straßenbau großen Stiles, patentes Aeußere des Militärs und der Polizei und manches andere. Was Barcelona und Katalonien bisher für sich an Unternehmungsgeist fast ausschließlich in Anspruch nahmen, schien auch in Kastilien wieder eingekehrt. Die Wehrmacht hatte ihren Anteil an dieser Neubelebung: Der Marokkokrieg konnte beendet werden, ein kriegerischer Geist kehrte, von der Fremdenlegion her wirkend, wieder in der Truppe ein und auch die Flotte verjüngte sich. Es wurden eine ganze Reihe neuer und tüchtiger Kriegsschiffe gebaut, von Panzerschiffen bis zu B-Booten, meist unter englischer und zum Teil unter deutscher Beratung. In diese Periode fällt die Neuentdeckung der spanischen Machtstellung. Im Zuge der französisch-italienischen Spannung und Rivalität hatte eine gewisse Annäherung zwischen Primo und Mussolini stattgefunden. Schon argwöhnte man in Frankreich ein faschistisches Bündnis und betrachtete die Balearen-Inseln auf ihre mögliche Ausnützung als feindlicher Stützpunkt. Der Argwohn wurde erwidert, denn diese Inseln liegen ideal für französische Zwecke, als Etappe für Truppentransporte im Kriegsfälle von Nordafrika nach Toulon-Marseille. Die Folge war ein kräftiger Ausbau der Befestigungen auf Mallorka und Menorka, und zwar wieder mit englischem Beistand. Als Primos Zeit abgelaufen war, und der Weg zur Republik sich öffnete, nahm Frankreich intimere Fühlung mit den neuen Männern und warf das Projekt einer doppelgleisigen strategischen Bahn, quer durch Spanien von Algeciras nach der französischen Grenze, in die Debatte, dazu die Idee des Gibraltartunnels, immer unter dem Zwange des gleichen Wunsches, möglichst ohne Verluste seine farbigen Kontingente zum Mutterlande zu überführen. Aus diesen Projekten wurde nichts, vermutlich nicht ohne englisches Zutun. Die englische Politik hat Spanien, wenn nicht ernsthaft beachtet, so doch mit gleichbleibender Rücksicht behandelt und, wie wir sahen, auch unterstützt. Freundschaftliche Beziehungen zur iberischen Halbinsel mit ihren vorzüglichen Häsen in der Nähe der Meerenge von Gibraltar und den wertvollen atlantischen Inseln schienen von der geschichtlichen Erfahrung geboten, denn die schwierigsten Zeiten für die englische Seemacht waren stets gegeben, wenn Frankreich und Spanien vereint gegen England standen. Ohne viel Aufhebens zu machen, Chnstkan Dietrich Grabbe. Zum 100 Todestage des Dichters am 12. September. „Ein hiesiger Schriftsteller hat von mir gesagt: ich wäre ein Mensch, den man erst nach Jahrhunderten verstehen würde. Darum werde ich aber nicht hochmütig, denn ich kenne meine Schwächen nur zu guj.^ $ Der Dichter Christian Dietrich Grabbe, der heute vor hundert Jahren in feiner Vaterstadt Detmold eines wahrhaft elenden Todes starb, ist ohne Zweifel eine der merkwürdigsten Erscheinungen in der Geschichte des deutschen Geistes. Heute ist zwar erst ein Jahrhundert vergangen, aber das wirre, verzerrte und vielfältig sich widersprechende Bild, das seine Zeitgenossen sich von ihm machten, hat sich inzwischen doch in seinen Grundzügen und Wesenslimen so geklärt, daß die Nachwelt ihm die Gerechtigkeit widerfahren lassen kann, die er verdient. * Es ist ganz lehrreich, sich einige Daten vor Augen zu halten: als Schiller starb, war Grabbe 4, bei Kleists Tode 10 Jahre alt; Goethe hat er um vier Jahre überlebt. Dieses sein eigenes Leben währte nur 35 Jahre, und man kann nicht sagen, daß es sonderlich von der Klassizität jener erlauchten, zeitgenössischen Namen angerührt worden sei; sehr bemerkenswert aber erscheint das Werk, welches in die e armselige Lebensspanne hineingepreßt ist: die Trauerspiele „Hannibal", „Die Hermannsschlacht", .Napoleon"; die Hohenstaufen-Dramen um Barbarossa und Heinrich den Sechsten; jener überlebensgroße Erstling „Herzog Theodor von Goth- land"; „Don Juan und Faust" und das von Genieblitzen und erstaunlichen Einfällen funkelnde Lustspiel „Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung." Das ist nicht einmal alles; und bis in seine letzte Lebenszeit hinein begleiten und bedrängen ihn die Gestalten der noch ungeschriebenen Dramen: Alexander und Christus, Kosciuszko und Robespierre. Sogar der Eulenspiegel als Held eines geplanten Satyrspieles; aber, wie es im Szenarium gleich zu Anfang heißt, „Eulenspiegel ist nicht ein bloßer Spaßmacher, sondern er repräsentiert die aus dem tiefsten Ernst entstammende deutsche Weltironie." * Man sieht wohl schon aus dieser flüchtigen Aufzählung: Grabbe ist in dem, was er anpackte, ausführte ober auch liegen ließ als ungefüges Bruchstück, nie kleinlich gewesen; bas bezeugen allein die Namen seiner Gestalten und seiner Schauplätze: das hat alles und in allen Szenen unbezweifelbar den Zug ins Heroische, zur Größe, ja zur Ueberlebens- größe. „Der Geist der Geschichte selbst" — so hat Jmmermann sich einmal über diese historischen Schauspiele geäußert — „ist Grabbe erschienen und hat ihm manches Wort zugeflüstert"; hat ihn Szenen erfinden und gestalten lassen, so dürfen wir hinzufügen, bereu dunkle und leidenschaftliche Schönheit auf uns nach hundert Jahren nicht weniger stark und ergreifend wirkt als auf die verzweifelt wenigen Zeitgenossen, die damals Augen hatten, zu sehen, und Ohren, zu hören. Grabbes Dramen können als ein genialer, wenn auch praktisch vielfach unzureichender Versuch gelten, einen neuen heroischen Historienstil auf dem Theater zu verwirklichen. Er greift in die Vergangenheit hinein — wie in eine Spielzeugschachtel zwar — aber was er greift, hat Profil und Charakter, Gröhe und heldische Haltung; feine Stücke und Gestalten bezeichnen fast alle einen Schnittpunkt, einen Markstein, eine große Wende in der Weltgeschichte; Karthago und der heimatliche Teutoburger Wald, Elba, Paris und Waterloo heißen seine Schauplätze. Hier schlägt er seine Schlachten, und hier beweist sich dieser Mensch in seiner ganzen Größe und auch in all seiner naiven Kindlichkeit, hier erlebt man den Dramatiker als Realisten und als Phantasten in einer Person. „Dergleichen Bataillenstücke waren vor Grabbe in der deutschen Poesie noch nicht da." Ohne Zweifel: das Theater seiner Zeit zum wenigsten war derartigen Verwirklichungen einer dramaturgischen Phantasie schlechterdings nicht gewachsen. * Man betrachte die folgenden „Regieanweisungen", ober besser, szenischen Randbemerkungen, die bet Grabbe durchaus keine Ausnahme sind. Aus dem „Hannibal": „Hannibal sprengt mitten durch die Unsterblichen, die scheu vor ihm ausweichen, und vor denen er im Vorübersausen ausspeit, mit einem kleinen Reiterhaufen auf Karthago zu" ... Aus der „Hermannsschlacht": „Die Legionen in Marsch. Va- rus und Hermann vor ihnen. Die deutschen Hilfstruppen rechts auf den Bergen" ... „Die marfifchen Reiter galoppieren hinunter, werden aber zurück- geworfen" ... „Thusnelda in einem Wagen, dessen braune Renner sie selbst lenkt, erscheint auf der Höhe" .. „Unter vielem Verlust erzwingt Varus den Uebergang über die Retlage" ... Aus „Napoleon": „Er schießt zwei Pistolen vor den Obren des Pferdes ab" ... „Ein Kommando der Artillerie fährt mit einigen Kgnonen vor" ... „Die Preußen bewegen sich gleichermaßen unter gewaltigem Artillerie- und Kleingewehrfeuer den Franzosen entgegen" ... „Reitende Artillerie jagt vor und schießt" ... „Milhaus Kürassiere stürmen los" ... „Die Granitkolonne samt Cambronne wird nach verzweifeltem Kampfe zusammengehauen. Die alliierte Reiterei rückt weiter ..." Diese Aufzählung ließe sich beliebig vermehren. Die Art, wie Grabbe seine Schlachten schlägt, überrennt jedes herkömmliche Gesetz und alle Grenzen der Bühnentechnik; mit einer Unbekümmertheit sondergleichen sprengt ein oft vollkommen episches Temperament den Rahmen des Szenariums, für das selbst eine antike Arena, selbst die größte Freilichtbühne unserer Zeit zu klein wäre. Man kann ganze Seiten aufweisen, die wie Abschnitte einer Erzählung oder wie der Entwurf zu einem Filmdrehbuch anmuten. Grabbe hatte, als er dergleichen schrieb, gar nicht das Theater vor Augen, nicht das räumlich in Breite und Tiefe scharf und eng begrenzte Bühnenspielfeld, sondern die historischen Schlachtfelder etwa feiner deutschen Heimat oder bei B"lle Alliance in ihren natürlichen Ausmaßen und Größenverhältnissen: ein Raumstil, der sich naturgemäß auch auf die handelnden Personen übertrug und ihnen zuweilen eine Ueberlebensgröße zu verleihen scheint, wenn sie dann in den zusammenrückenden und verkleinernden Maßstäben des Theaters vor dem Zuschauer auftauch-m. Diese Verbindung von historisch-heroischem Monumentalstil und einer völlig kindlichen Naivität gegenüber gewissen Grundgesetzen der Bühne und der Dramaturgie ist einzigartig in der deutschen Literatur. Der kleine Knabe Krischan, der im ärmlichen Detmolder Elternhause am Boden hockt, mit bunten Pferdebohnen Krieg spielt und ängstlich darüber wacht, daß ihm die Mutter nicht die dickste, seinen „Napoleon", zertritt, ... das Kind im Manne, das spielen will, und das Genie, dem das Unmögliche eben recht ist, schaffen Szenen über Szenen, die es in der Geschichte des Dramas und Theaters nur einmal gibt. . I * Ausschlaggebend und wichtig für uns nach hundert Jahren scheint freilich dies: daß die Grabbe- schen Dramen, vor allem die schönsten und erschütterndsten unter ihnen, „Napoleon" und „Hannibal", trotz diesen unmöglichen Szenen dem Theater nicht verloren sind: man kann sie, in geschickter Bearbeitung und Inszenierung, ohne nennenswerte Schwierigkeiten spielen — höchst ehrenvolle Ausgabe für deutsche Bühnen in diesem Juhiläumsiahr! — und man wird sich belohnt finden durch die Kraft und diagnose. Und so geht es weiter: Der Nächste, der Nächste: Knochenbrüche, Abszesse an und in allen Körperteilen, Kropf, Krebs, Beri-Beri, Ruhr, und was dieses Paradies hier sonst noch beschert. Plötzlich steht eine javanische Frau vor mir und unwillkürlich weiche ich zurück: Blaue Lepra. Nanu, darf die denn so frei Herumlaufen? Ich werde belehrt, daß eine Isolierung gesetzlich unmöglich und auch praktisch bei 300 000 Leprosen undurchführbar ist, weil die Berührung mit anderen Menschen auf keinen Fall zu vermeiden wäre. Unheimlich! Und so geht das Leben dieses Mannes fort Zweimal am Tag besucht er die Fünfhundert auf den Stationen. Das ist ein Durchschnittstag, da die Häuser tausend Menschen fassen können. Dieser Doktor ist Internist, Psychiater, Chirurg, Tropen-, Frauen-, Kinder- und Augenarzt in einer Person. Unmöglich möchte ich selber sagen, aber seit diesen Tagen weiß ich, daß es nichts Unmögliches gibt; denn die Sterblichkeitsziffer ist hier, bei vierundzwanzigtausend Erwachsenen und sechstausend Kindern, niedriger als in der Großstadt Batavia und nicht sehr viel höher als in Europa. Malaria kennt die Plantage kaum mehr. Auch das ist das Wert dieses unermüdlichen Mannes. Die Flüsse und Bäche der Plantage werden reguliert, die Ufer mit alten Benzintanks gefestigt und damit stauende Gewässer beseitigt. Kommt noch ein Malariafall vor, so fan-n der Kranke getrost auf der allgemeinen Station liegen. Am Abend dieses Tages war ich Zeuge einer Debatte darüber, ob dieser kaum vierzigjährige Doktor in Holland Chirurg sein könnte ober nicht. Die Frage allein schon klang grotesk; denn hier laufen einige hundert Menschen herum, die erfolgreich operiert sind. Aber Europa hat seine eigenen Gesetze und darum wird dieser Doktor auch niemals zurückkehren. „Vor einigen Jahren hat er noch mit zwanzig Jahren Aufenthalt gerechnet", sagte uns seine blonde Frau. „Heute widerspricht er nicht einmal, wenn Sie ihm sein Lebensende auf Sumatra prophezeien! Und das ist gut so", seufzte sie dann lächelnd. Ich sehe ihn noch, als er bei unserem Urwaldbad, unter hängenden Lianen und eingestürzten Baumriesen, die kein Ende zu nehmen schienen und auf denen Affen, in ihrer Ruhe gestört, böse auf uns herabschimpften, Futter für feine karpfengroße Goldfische sammelte: Eine lange, braune Gestalt und hoch über feinem Kopf in der Hand das Grünzeug. Die Naturverbundenheit brachte ihn wohl auch in ein ganz besonderes Verhältnis zu den Menschen hier. Wenn er durch die Stationen geht, die Patienten am Zeh ober in die Haare greift, lächelt alles froh. In den Kampongs, Eingeborenen» Gehöften, weichen sie ihm nicht aus, wie sie es sonst bei Europäern tun, da kommen sie zu ihm. Nie übt er einen Zwang aus, nie biedert er sich etwa an. Es ist, als ob eine magische Kraft die Menschen zu ihm bringt. Sie glauben es fest, daß sie gesund werden, wenn er es sagt. Dabei scheint er äußerlich von einer kühlen Sachlichkeit. Verstanden habe ich ihn wohl erst am letzten Tage richtig. Da erschien ein alter Javaner und bot uns selbstgeschnitzte Wajang-Figuren an, was er mit einer langen Erzählung alter Legenden begleitete. Als er hörte, daß der Doktor vielleicht auch noch käme, erklärte er sich bereit, selbst zwei Tage zu warten. Der Doktor kam auch und ließ sich zum vielleicht hundertsten Male alles zeigen. Zum Schluß stand er wortlos auf, nahm eine Zigarre, gab sie dem Alten und zündete sie ihm auch an. „Warum nicht", sagte er zu mir, „dieser Mann ist doch ein großer Künstler." Ich fühlte mich beschämt, obwohl ich nicht daran dachte, das Verhalten zu kritisieren. Ich schämte mich in dem Augenblick nur für den zwanzigjährigen jungen Mann in einem Medaner Hotel, der einen greifen chinesischen Kellner mit „Boy" anschrie. Von weither kommen die Patienten: goldbehan- qene Bengalen und Chinesen im Auto. Der Doktor darf Privatpatienten haben, hat sie auch, nimmt aber von niemandem Geld. Die Reichen gehen ohne Bezahlung, die Armen bringen ihm ein Huhn ober die Größe, die heroische Phantasie und die nationale Leidenschaft einer Historiendramatik, die leider vielen unter uns kaum dem Namen nach bekannt ist. * Das endlose Trauerspiel feines eigenen Lebens freilich, dessen tragisches Sinnbild man in manchen von Grabbes großen Dramenszenen zu erkennen meint, hat erst, in mehrfacher Form, unsere eigene Zeit zu gestalten versucht. Wir haben vor zehn Jahren an dieser Stelle, zum 125. Geburtstage des Dichters, die äußeren Umrisse dieses verzweifelten, über dreieinhalb Jahrzehnte sich erstreckenden Daseins andeutenb nachgezeichnet. Es hat unter einem unglücklichen Stern gestanden — vom allerersten Augenblick an; man ljat das Gefühl, als fei Grabbe, Sohn eines Zuchthausverwalters, die düstere und beklemmende Atmosphäre seines Elternhauses und seines armseligen Kinderlandes lebenslänglich nicht losgeworden: „Ach, was soll aus einem Menschen werden", so klagte er später selbst, „dessen erstes Gedächtnis das ist, einen alten Mörder in freier Lust spazierengeführt zu haben!" * Auf dem kurzen und unruhigen Wege dieses Lebens, das in Detmold beginnt und in Detmold endet, zeichnen sich auch einige größere Städte als flüchtige Haltepunkte ab: Leipzig, wo er Jura studieren soll und Schauspieler zu werden versucht; Berlin, wo er, mit dem Primanermanuskript seines „Gothland" in der Tasche, den Kopf voller Pläne, in literarische Zirkel und Salons gerät, als kommendes Genie gepriesen wird und nach und nach die silbernen Löffel seiner Mutter verkaufen muß, um leben zu können; Dresden, wo er mit Tieck zu- fammentrifft; dann wieder Detmold mit feiner kleinstädtisch drückenden Enge, wo er endlich als fürstlich kippsicher „Militär-Auditeur" Unterschlupf findet. Stücke schreibt, darüber den Dienst versäumt, seine Braut verliert, den Abschied bekommt und am Enbe eine uneble, ungeliebte, um zehn Jahre ältere Frau heiratet; Frankfurt, wo er in einer elenden Dachkammer „auf der großen Bockenheimer Gasse, 3 Stiegen hoch" an seinem genialsten Drama arbeitet, am „Hannibal"; Düsseldorf, wo Jmmermann ihm auch nicht mehr helfen kann, und wo er in dem jungen Musiker Norbert Burgmüller einen seiner wenigen Freunde verliert; und abermals Detmold, wo er, seelisch gebrochen und schon hoffnungslos krank, nach qualvollen Wochen in den Armen der offen Mutter stirbt. Sie ist die einzige gewesen, dis bis zuletzt unerschütterlich an ihn geglaubt hat. hth. Futter für seine Goldfische. Der sechsjährige Orang- Utang Lombroso darf am Abend aus den Obstständen im Kampong nehmen, was er will. Die meisten Europäer kommen nach Indien, um Geld zu verdienen. Sie laufen mit dem Rechenstift durch ein Paradies. Für sie ist dieser Doktor mit seiner großen Bibliothek, einer klassischen Grammophonplattensammlung und ohne irgendein Verhältnis zum Geld ein bißchen „verrückt" Sein Der- ständnis für die braunen Menschen riecht ihnen ein wenia zu sehr nach Jaoanisierung. Wir aber wissen, daß das Haus hinter den endlosen Gummiwäldern weißer ist, als das der meisten Geldverdiener, eine Stätte, auf die Holland ganz besonders stolz fein darf. König Eduard auf derWienerHerbflmeffe ■ ' ... WM ,1 s ■ ; - ■ MM ' V ■ .< Auf feiner Reife durch Südosteuropa besuchte König Eduard VIII. von England auch die österreichische Bundeshauptstadt Wien. Hier sieht man ihn auf einem Gang durch die Wiener Herbstmesse. — Von links nach rechts: Minister a. D. H e i n l, König Eduard und Minister Dragier. (Presse-Bild-Zentrale-M.) Geschichten aus aller Welt. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Der Sand frißt eine Stadt. k. Melbourne. Noch heute zählt Broken Hill zu den reichsten Bergwerkstädten Australiens. Aber wie lange noch? Denn Broken Hill führt einen verzweifelten Kampf gegen einen Sandsturm, der niemals aufhört. Der Sand rückt langsam vor und frißt die Stadt. Man hat alles mögliche versucht; aber schon beginnen die Familien, die draußen in der Vorstadt wohnen, ihre Häuser abzureihen oder zu verlassen, um sich irgendwo im Zentrum der Stadt niederzulassen oder auch das Broken-Hill-Gebiet überhaupt zu verlassen. In den Vorstädten ist jeder bewohnte Platz mit einem eisernen Zaun umgeben, der bis zu 2 oder 2,50 Meter Höhe hat. Aber selbst ein solcher Zaun vermag die Gärten und Anpflanzungen nicht zu schützen. Hinter dem Eisenzaun stapelt sich der Sand bis zur Höhe des eisernen Abwehrmittels empor und ergießt sich dann doch über jene Gärten und Felder, die geschützt werden sollten. Der große Friedhof von Broken Hill wird nun gleichfalls geräumt, nachdem der eiserne Zaun, den man ringsum aufführte, durch den Sand eingedrückt wurde, nachdem die Hitze der Sonne und des Sandes die Widerstandskraft des Eisens erschüttert hatten. Selbst der Rennplatz, der im Süden der Stadt gelegen ist, einst der Stolz von Broken Hill, ist mit Sand überflutet. Die Besitzer der großen Schafherden, die einst rings um Broken Hill weideten, treiben ihre Herden noch Norden fort. Sie sind davon überzeugt, daß in ein paar Jahren Broken Hill eine tote Stadt sein wird. Prügelstrafe für Gangsters. (th) Neuyork. Die Richterveremigung des amerikanischen Staates Washington hat soeben eine Umfrage unter ihren Mitglieder darüber gehalten, wie sie sich zu einer Wiedereinführung der Prügelstrafe für gewisse schwere Delikte stellen würden Fast alle Mitglieder der Vereinigung haben sich dafür ausgesprochen. Nun soll ein entsprechender Antrag an die gesetzgebenden Körperschaften gerichtet werden. Anwenden will man die Prügelstrafe, und zwar mit der berühmten „neunschwänzigen Katze" aus geflochtenen und geknoteten Riemen, bei allen Verbrechern von 21 Jahren an und darüber, die bereits zweimal vor dem Richter erschienen sind ober die allein ober in Verbindung mit anberen, in sogenannten „ganßs", Verbrechen mittels Gewalt ober löblicher Waffen begangen haben. Neckischer Zufall. (—) ß o n b o n. Vor bem Polizeigericht in Rochester würbe ber ßonboner Bierkutscher Stanley Conrad Smith zu einem ganzen Shilling Gelbstrafe verurteilt, weil ihm mit seinem Pferbefuhrwerk ein kleines Mißgeschick wiberfahren war, über bas bas Gericht nicht aus bem Schmunzeln herauskam. Offenficht lich hatte ber gute Smith seinen Bierwagen zu voll geloben, — wofür er aber seiner Firma bie Schuld gab — unb so geschah es, baß ihm plötzlich währenb ber Fahrt, ohne baß er es vorne auf seinem Bock merkte, ein volles Bierfaß herunter» kollerte, mitten in ein seinem Wagen folgenbes Privatauto stürzte, wobei es sich öffnete unb ben Insassen bes Privatwagens von oben bis unten mit bem Safte bes Gambrinus überschüttete Und dieser Betroffene war, oh neckischer Zufall, kein Geringerer als der Vorsitzende des Rochester-Absti- nenzlerbundes... Ist er der älteste «Hnnd der Welt? (ru) Bristol. Teddy lebt heute in Bristol. Teddy ist ein schöner Hund unb sieht nicht aus wie ein Greis unter seinesgleichen. Dabei ist fein Alter 24 Jahre. Man behauptet, baß Tebby ber älteste Hunb Englanbs unb vielleicht sogar ber ganzen Welt sei. Dabei ist Tebby zweimal unter ein Auto gekommen unb hat vier Rippen gebrochen. Aber Teddy ist heute noch so lebendig, daß er drei Stunden lang Ball spielt — vorausgesetzt, daß er jemanden hat, der mitmacht. Wenn einmal die Hundefreunde von England einen Alterswettbewerb machen, bann wirb Tebby nicht lange um ben ersten Preis zu kämpfen brauchen. Drei Tage künstliche Atmung. (bn) Oslo. In Bergen erkrankte ein vierzehnjähriges Mäd- chen an einer Muskellähmung im Halse. Sie konnte nicht mehr richtig atmen, unb ihr Zustanb verschlimmerte sich schnell. Die Aerzte oerorbneten künstliche Atmung, bie burch Druck auf bie Brustmuskeln unb Führung ber Arme über ben Kopf hervorgerufen würbe. Da bas Mäbchen sofort nach bem Aufhören ber künstlichen Atmung roieber von starken Beschwerben heimgesucht würbe, mußten bie Rettungsarbeiten ununterbrochen fortgesetzt werben. Drei Tage unb brei Rächte lang arbeiteten abwechselnb vierunbzwanzig Mann mit ber künstlichen Atmung. Das Mäbchen war bie ganze Zeit bei vollem Bewußtsein und nahm ihre Mahlzeiten regelmäßig ein. Nachts konnte sie gewöhnlich drei bis vier Stunden schlafen Nach Ablauf der drei Tage hatte sich ihr Zustand soweit gebessert, daß die Aerzte sie für gerettet erklärten. Der Trick mit dem Strafporto. (nt) Amsterdam. Die Holländer sind besonders praktische Leute und ziehen ihre Lehren aus bem täglichen Leben. Es werben in Hollanb sehr viele Postkarten ae- schneben. Allmählich hatte sich bie Sitte eingebürgert, baß. wenn für eine Karte Strafporto zu zahlen war, ber Empfänger bie Karte mit einem langen Blick übersah und dann dem Briefträger zu- rückgab und die Annahme verweigerte. Dem ist jetzt abgehoben worden. Alle Karten, die aus irgendeinem Grunde mit Strafporto belegt sind, werden vorsorglich in feste Umschläge getan, bevor sie ber Postbote bem Empfänger präsentiert. Der lange Blick, mit bem ber Empfänger sonst leicht ben Inhalt der Karte überfliegen konnte, ist nun nutzlos geworden, und er muß sich schon entschließen, die Karte anzunehmen und das Strafporto zu bezahlen. Auf diese Weise schützt sich die holländische Post davor, daß Karten gelesen und dann ohne Bezahlung zurückgegeben werden Die unbelehrbare Witwe. (ky) Rom. Die Witwe des römischen Industriellen Ettore Ealzone, die über eine Hinterlassenschaft von elf Millionen Lire verfügte, war einem „spiritistischen Zirkel" ins Netz gegangen, ber bie Vertrauensseligkeit ber alten Dame weidlich ausnutzte. Besonders angetan hatte ihr es ein „Graf von Imola, ein junger Taugenichts, ber sich eigenmächtig Siefen hochtrabenden Namen zugelegt hatte. Frau Ealzone, die sich im Kreise ber Spiritisten als eine roieber» geborene Vestalin Calpurnia ober als tibetanische Lamapriesterin, ja sogar als Königin Christine von Schweben fühlte, sah in bem jungen Gauner eine Reinkarnation, wie bie Spiritisten bas so schön nennen, eines frühverstorbenen Brubers. Frau Ealzone war das geeignete Objekt für die Betrügereien der Bande, in deren Hände sie geraten war. Nach kurzer Zeit trat auch eine Dame auf, die sich besondere spiritistische Fähigkeiten zuschrieb^ im Grunde aber niemand anderes war als die zukünftige Schwiegermutter des „Grafen von Imola", die wahnsinnig verschuldet war und hoffte, mit ben Millionen ber Frau Ealzone sich sanieren zu können. Eifrig beschwor sie den Geist des verstorbenen Herrn Ealzone, der seiner Frau zunächst in zarten Andeutungen, spater aber ganz unverblümt ben Auftrag gab, ben jungen „Grafen" zu adoptieren. Frau Ealzone war schon zu Lebzeiten ihres Gemahls gewohnt gewesen, dessen Anordnungen widerspruchslos zu erfüllen, wie gerne tat sie es nun, da sie für den jungen Mann geradezu schwärmte. So wurde denn schließlich die Adoption vollzogen, obwohl die Gerichtsbehörden Frau Ealzone nachdrücklich gewarnt hatten. Aber Frau Ealzone ließ auf ihren adoptierten „Grafen" nichts kommen. Und so zog der „Graf" mit der Tochter seiner Helferin, einem wunderschönen jungen Mädchen, in die Villa von Frau Ealzone. Nun dauerte es gar nicht lange, bis das gesamte Eigentum der abergläubischen Frau auf den Namen des Gauners überschrieben wurde, der mit seiner Geliebten nichts Besseres zu tun wußte, als den Reichtum nach allen Regeln der Kunst zu verschwenden. Bis endlich der Staatsanwalt eingriff. Und nun rollt sich ein Prozeß ab, der die Zuschauer oft zu wahren Heiterkeitsausbrüchen veranlaßte. Denn Frau Ealzone war nicht von ihrer Gutgläubigkeit abzubringen. Trotzdem wird das Gericht die Hochstapler wegen Ausbeutung einer nicht in vollem Besitz ihrer Urteilsfähigkeit stehenden Person ganz gehörig bestrafen. Das Soldatenpferd als Simulant. (ns) Algier. Tenor war in der hiesigen Garnison bislang ein schönes und stolzes Pferd gewesen. Aber feit einiger Zeit behagten ihm die häufigen Manöverritte keineswegs sonderlich. Eines Tages begann Tenor, kurz nachdem es den Stall verlassen hatte und wiederum zum Manöver hinaus sollte, zu hinken. Das Tier hinkte so meisterhaft, daß sogar der Veterinär unverzüglich anordnete, Tenor müsse in den Stall zurückgeführt werden. In der Folgezeit stellten sich jedoch jene Lähmungserscheinungen überhaupt bei jedem bevorstehenden Manöoerritt' ein. Einem Offizier dämmerte es schließlich, daß das Tier einfach simuliere. Er ordnete also an, daß Tenor trotzdem mit ins Feld hinausmüsse. Sobald Tenor erkannt hatte, daß der Schwindel nichts mehr fruchtete, nahm es wieder bie alte normale Gangart an unb war seither von den „Krankheitserscheinungen" kuriert. Beim Kunden kaufen! Unser Handels- und Reiseverkehr mit Oesterreich. Das freundschaftliche Abkommen vom 11. Juli unb die Aufhebung der Tausendmark-Sperre nach Oesterreich hat im ganzen Reiche neue Hoffnungen erweckt. Ein frisches, herzliches Interesse für das österreichische Geistesleben, für Kunst und Kultur, Landschaft und Geschichte, Politik und Wirtschaft unseres deutschen Nachbarstaates macht sich überall bemerkbar. Manche Volksgenossen werden auch ihre bisherigen Urlaubspläne noch umstoßen, um die Ferien in Wien ober in ben herbstlich gefärbteen Walblanbschast der österreichischen Alpen und^Vor- alpen zuzubringen. Da ist es eine wichtige Frage, ob auch bie nötigen Devisenbeträge zur Verfügung stehen werben, um einen ungehemmten Reiseverkehr zwischen den beiben Staaten zu ermöglichen. Die Frage ist um so berechtigter, als ja tatsächlich ber Umfang ber Devisenbewilligungen jeweils abhängig ist von ber Entwicklung bes gegenseitigen Warenaustausches, ins» befonbere von ber Höhe ber Ueberschüsse, bie burch den Handelsverkehr auf dem reichsdeutschen Guthabenkontv entstehen. Der deutsch-österreichische Handel bewegt sich, unabhängig von der bedauerlichen politischen Verstimmung zwischen beiden Ländern, schon seit vielen Jahren auf absteigender Linie. Der Umfang des Warenverkehrs betrug in Millionen Mark im Jahre Ausfuhr nach Einfuhr aus Oesterreich Oesterreich 1930 360,3 181,2 1931 275,3 113,9 1932 159,5 65,4 1933 120,7 57,6 1934 106,7 66,3 1935 107,9 71,7 Dementsprechend sank auch der Ueberschuß von 179,1 Millionen Reichsmark in diesem Zeitraum auf 36,8 Millionen RM. Nach den letzten Berechnungen ist die Bilanz im ersten Vierteljahr 1936 sogar ausgeglichen, wenn man die Lieferung von elektrischem Strom von Oesterreich nach Deutschland mit in Rechnung stellt. Es ergab sich also "Die dringende Notwendigkeit, die deutsch-österreichischen Wirtschaftsbeziehungen neu aufzubauen und vor allem auch ber beut» schen Ausfuhr nach Oesterreich neue Wege zu erschließen, wenn anbererfeits Oesterreich aus bem erwarteten stärkeren Reiseverkehr ben erhofften Nutzen ziehen wollte. Dieser Grunbsatz ber Gegenseitigkeit ist erfreulicherweise bei ben bisherigen Verhanblungen von beiben Seiten anerkannt unb bejaht worben Wie wichtig ber beutsche Reiseverkehr für bie österreichische Frembeninbustrie unb bamit für bie gejamte österreichische Wirtschaft ist, ersieht man baraus, baß noch 1931/32 f a ft bie Hälfte aller fremben Besucher Oesterreichs aus bem Reiche kam. Im vorigen Jahr war aber ber beutsch» Anteil auf höchstens 5 v. H. gesunken. Welche Möglichkeiten bestehen nun praktisch für bie Ausdehnung des deutsch-österreichischen Warenaustausches? In der Ausfuhr Oesterreichs nach bem Reich spielt bas Holz eine hervorragende Rolle. Im Jahre 1935 ging von dem österreichischen Gesamtexport an Holz (132 568 Waggons) etwa ein Viertel (34110 Waggons) nach Deutschland. Da aber in früheren Jahren diese Ziffer um ein Vielfaches hoher war, rechnet man in der österreichischen Forstwirtschaft für die Zukunft wieder mit größeren Exportmengen. Auch Landwirtschaftsprodukte können in größerem Umfange in Deutschland abgesetzt werden. So ist eine Vermehrung des deutschen Bezuges an tierischen Erzeugnissen (Käse) vorgesehen. Ferner wird O b st in größeren Mengen nach dem Reiche ausgeführt. Auf dem Gebiete der Fertigwaren-Jndustrie ist Deutschland ' ein fester Käufer für Eisen- waren, für Kleidung und Wäsche geworden. Was die Ausfuhr Deutschlands nach Oesterreich betrifft, so nimmt hier die Kohle den wichtigsten Platz ein. Die Versorgung Oesterreichs mit deutscher Steinkohle ist in den letzten Jahren immer mehr zurückgegangen, dagegen 1935 infolge von Kompensationsabkommen wieder auf eine Höhe von 407 000 Tonnen gestiegen. Eine weitere Vermehrung der österreichischen Steinkohleneinfuhr aus Deutschland erscheint durchaus möglich. Oesterreich kann ferner als Abnehmer von Fischen, Pflanzenfetten, Metallen und chemischen Roh st offen seine Bezüge aus Deutschland erhöhen. Die Hoffnungen auf einen gesteigerten Austausch an Fertigwaren sind dagegen nur gering, da beide Länder eine stark entwickelte Fertigwaren-Jndustrie besitzen. Immerhin ist Oesterreich ein stetiger Käufer für bestimmte Spezialitäten der deutschen Jndustriewirtschaft, z. B. für Chemikalien, Maschinen, Elektrowaren, Pelze, Kautschuk, Zelluloid, Glas- und Papierwaren gewesen. Da Deutschland unter den Abnehmern österreichischer Waren gleichbleibend an erster Stelle gestanden unb seinen Anteil an der österreichischen Gesamtausfuhr noch in diesem Jahre wieder gesteigert hat, wird man erwarten dürfen, daß Oesterreich auch bei ber Befriebigunq seines Einfuhrbebarfs bas beutsche Angebot roieber im früheren Maße berücksichtigen wirb. In Wien hat man bereits verlauten lassen, baß bas in ber deutschen Handelspolitik bewährte Prinzip, vorzugsweise bei den eigenen Kunden z u fau- f e n, auch von österreichischer Seite befolat werben mürbe. So wie Deutschlanb seinen Anteil an der österreichischen Ausfuhr erhöht hat, so müsse auch Oesterreich seinen Anteil an ber beutschen Ausfuhr, unb zwar in verhältnismäßig stärkerem Grade, erhöhen. So ist bie Hoffnung berechtigt, baß ber Umfang bes deutsch-österreichischen Handels stetig, vielleicht auch nur langsam, zunehmen wird, womit auch die Voraussetzungen für bie so sehr gewünschte Steigerung bes Reiseverkehrs geschaffen wären, Tiere, die sich nach dem Monde richten. von Or. W. Lange. Es ist eine bekannte Tatsache, baß ber Monb manche Vorgänge auf ber Erbe roeit- gehenb beeinflußt. Wir brauchen nur an ben regelmäßigen Wechsel von Ebbe unb Flut im Weltmeere zu benfen, ber burch bie Anziehungskraft bes Monbes verursacht wirb. Weit rätselhafter finb aber gewisse Wirkungen bes Monbes auf Tiere, bie vor allem burch neuere Forschungen in vielen Fällen befanntgeroorben finb. Der nachstehenbe Artikel berichtet über einige interessante neue Beobachtungen auf biesem Gebiete. In ben Korallenriffen ber ©übfee lebt ein Meereswurm, ber sich auf seltsame Weife fortpflanzt: zu gewissen Zeiten stoßen beibe Geschlechter bieses Tieres bas Hinterenbe ihres Körpers ab, man finbet bann biefe Bruchstücke frei im Ozean herumschwimmen, unb zwar stets in ungeheurer Menge, ba alle Würmer zur gleichen Zeit biefe Prozebur vornehmen. Die eingeborenen Polynesier kennen biefe Erscheinung sehr gut, benn sie fangen unb verspeisen ben „Palolo" in großen Mengen. So entdeckten sie auch als erste die seltsame Tatsache, daß die Paloloschwärme mit größter Pünktlichkeit zweimal im Jahre an genau vorauszusagenden Terminen erscheinen, nämlich in den Monaten September unb Oktober, beibe Male mit überraschender Regelmäßigkeit an bem Tage, ber bem Eintritt bes letzten Monbviertels voraufgeht Genaue wissenschaftliche Untersuchungen zeigten, baß bie Beobachtungen unb Erzählungen ber Eingeborenen aufs Haar stimmen. „Mondpünttlichfeit" der Tiere. Besonbers merkwürdig ist dabei, daß auch solche Würmer, die in A quarien gehalten werden, also in Räumen, in die kein Schimmer des Mondlichts fällt, genau zur gleichen Zeit aus- schwärmen wie ihre freilebenden Artgenossen. Lange Zeit hielt man diese Mondabhängigkeit des Palolowurms für ein in der Tierwelt einzig dastehendes Kuriosum. Neue Forschungen haben aber ergeben, daß diese Ansicht irrig war. In den letzten Jahren ist bie Liste ber Tiere, bie sich in wichtigen Lebenserscheinungen „nach bem Monbe richten", beträchtlich angeschwollen, unb anbauernd vergrößert sie sich durch neue Entdeckungen. Vor allem im Leben ber Meerestiere spielt ber Mond eine gewaltige Rolle. So legt bie Kammuschel ihre Eier stets zur Zeit bes Vollmonbes ab. Aehnliches ist von gewissen Schneckenarten, foaenannten Käferschnecken, bekannt geworben. Zuweilen läßt sich ein solcher Termin auf bie Stunbe genau nach dem Mondkalender voraussagen! Besonders eingehend hat man begreiflicherweise das Verhalten der dem Palolo verwandten Meereswürmer verfolgt. Viele von ihnen schwärmen zu gewissen Zeiten im Meere umher, während sie für gewöhnlich am Meeresgrund leben. Das Schwärmen ist, da es meist nachts erfolgt, nicht leicht zu beobachten. Die Forscher konstruierten sich daher eine ins Meer versenkbare Lampe und beobachteten nun Abend für Abend, off monatelang, was sich im Umkreis dieser Lichtquelle abfpielte. Ihnen kam dabei der Umstand zu gute, daß die schwärmenden Meereswürmer zusammen mit anderen Meeres- organismen — ähnlich wie es bei Nachtfaltern der Fall ist — vom Lichte angelockt werden. Im Schein der Lampe ließen sich dann bei bestimmten Arten von Würmern ganz eigenartige „Balztänze" beobachten. Das erstaunliche Ergebnis dieser Untersuchungen Aus aller Welt Nachtschwalbe zwar recht inleressanl, aber doch fei« neswegs rätselhaft. Denn es kann ja wohl nicht zweifelhaft fein, daß der Vogel das Herannahen der Neumondnächte, die den Beutefang so sehr erschweren, auch wahrnimmt. Ist die Zeit gekommen, so beginnt er eben zu brüten. Beim näheren lieber« legen findet man aber, daß der Fall doch viel verwickelter liegt: der Vogel kann ja nicht anfangen zu brüten, wann er „will". Erst wenn in einem Eierstock legreife Eier entwickelt sind, kann er mit diesem Geschäft beginnen. Zwischen der Zeit des Heranwachsens der Eier und der Fütterung der Jungen liegt eine ziemlich lange Zeit. Der Ziegenmelker müßte also ein Meister der Zeiteinteilung und der Vorausberechnung sein, wenn er auf Grund der Beobachtung der wechselnden Mondphasen „zur rechten Zeit" mit den Vorbereitungen zum Brutgeschäft beginnen wollte — und in Wirklichkeit wird der Zeitpunkt des Brutbeginnes durch gewisse Hormone bestimmt! Daß trotzdem auch in diesem Falle der Mond die ausschlaggebende Rolle spielt,, ist außer Zw.eifel. Aber durch welche Kräfte er seinen Einfluß ausübt, bleibt genau so rätselhaft wie im Falle des Palolowurmes und all der übrigen Tiere, die sich „nach dem Monde richten". bauer, der seinem Wiesbadener Arbeitgeber Ende August Schmucksachen im Werte von über einer Million Reichsmark gestohlen hat, dort verhaftet und festgesetzt worden. In Südafrika Hai es geschneit. In der südafrikanischen Stadt Johannesburg und Umgebung ist am Donnerstag zum ersten Mal seit 32 Jahren Schnee gefallen. Der Schneefall nahm derartige Ausmaße an, daß der Telephon- und Telegraphenverkehr gestört und die Vorbereitungen für die Empire-Ausstellung ernstlich behindert wurden. Vier Kinder vergiftet. Von einem traurigen Geschick wurde die Familie eines Arbeiters in Wirges (Westerwald) betroffen. Vier Kinder der Familie im Alter von 2 bis 6 Jahren erkrankten unter schweren Vergiftungserscheinungen. Ein Mädchen von vier Jahren ist im Krankenhaus gestorben, während die drei anderen Kinder, zwei Mädchen und ein Junge, noch schwer erkrankt darniederliegen. Der Fall ist um so trauriger, als die Mutter der Kinder erst vor kurzer Zeit gestorben ist. Azoren—Bermuda in I8V4 Stunden. Am Freitagabend um 21.31 MEZ. landete das Erkundungsflugboot Dornier Do. 18 „A e 0 l u s", das zweite im Nordatlantik-Erkundungsdienst eingesetzte Postflugzeug, im Hafen von Hamilton auf den Bermuda-Inseln. Das Flugboot wurde am Freitag früh um 3.16 Uhr MEZ. auf der Reede von Horta vom Motorschiff „Schwabenland" abgeschleudert. Es hat demnach eine Entfernung von rund 3 5 0 0 Kilometer in 18 Stunden 15 Mi- nuten bewältigt. Die Besatzung des Flugbootes besteht aus Freiherrn von Buddenbrock, Flugkapitän'von Engel, Flugzeugfunker Stein und Oberflugmaschinist Groschwitz. — Bemerkenswert ist, daß die Lufthansa bei ihren großangelegten Versuchen sich nicht aus die Erforschung eines bestimmten Flugweges beschränkt, sondern, wie dieser zweite Flug zeigt, gleichzeitig auf verschiedenen Strecken Erkundungsflüge unternimmt Der Wiesbadener Juwelendieb Schiffbauer in London verhaftet. Nach einer Mitteilung der deutschen Botschaft in London ist der flüchtige Juwelendieb Karl Schiff- war der Nachweis, daß nicht nur einzelnen, sondern daß die große Mehrzahl aller solcher Würmer pünktlich nach „Mondzeit" in den höheren Wasserschichten des Meeres erscheint und wieder verschwindet Die „Sitten" wechseln allerdings. Manche Arten erscheinen nur bei Vollmond, andere bevorzugen die Neumondnächte, wieder andere schwärmen ausschließlich während des letzten oder auch während des ersten Viertels. Ob der Himmel klar ist oder Gewölk den Mond verdeckt, spielt dabei keine Rolle. Ungelöste Rätsel... Der biologische Sinn dieser eigenartigen Vorgänge ist nicht schwer zu erkennen — die Natur beweist hier wieder einmal ihre „organisatorischen Fähigkeiten in erstaunlicher Weise. Das offene Meer ist groß und weit. Würden die erwähnten Meereswürmer nicht alle gemein- f a m ausschwimmen, sondern jeder auf „eigene Faust", so würde oft genug der Fall eintreten, daß er während der ohnehin nur kurzbemessenen Schwarmzeit überhaupt keine Artgenossen anträfe. Die Erhaltung des ganzen Geschlechts wäre in Frage gestellt. So aber konzentriert sich das Schwärmen dank des Mondeinflusses auf wenige Nächte, während dieser kurzen Zeitspanne erfüllt dafür eine unendliche Fülle vom Grunde her aufsteigender Tiere die oberen Wasserschichten des Meeres. Um so rätselhafter aber ist die andere Frage! Wie „merken" die Würmer, daß ihre Zeit gekommen ist? Die nächstliegende Vermutung wäre, daß das Mondlicht selbst den Meeresbewohnern das „Signal zum Aufbruch" gäbe. Diese Theorie ist in der Tat früher vertreten worden, sie hat sich aber jetzt als irrig herausgestellt Es zeigte sich, daß es für die Würmer durchaus keinen Unterschied macht, ob der Mond vom sternklaren Himmel herunterleuchtet oder hinter dichten Wolken versteckt ist. Außerdem „merken" die Tiere den Mondwechsel ja auch im Aquarium, hinter geschlossenen Vorhängen. Andere Forscher haben darauf verwiesen, daß bei Dollmondzeit und Neumondzeit Ebbe und Flut stärker als in den Zwischenzeiten ausgeprägt sind. Der stärkere Flutstrom, so meinten sie, reiße die Würmer einfach los. Auch diese Theorie kann nicht als stichhaltig gelten, denn im Aquarium gibt es weder Ebbe noch Flut. Eine dritte Theorie, welche die wechselnde Elektrizität der Luft zur Erklärung heranziehen will, bedarf eisst noch des Beweises. Es ist der Wissenschaft heute nicht mehr zweifelhaft, daß der Mond auf eine große Zahl von Organismen einen starken Einfluß ausübt. Welche Kräfte aber dabei wirksam sind, darüber wissen wir heute noch nicht das Geringste. Die mondempfindliche Nachtschwalbe Es gibt auch außerhalb des Meeres vom Mondwechsel abhängige Tiere. Zu ihnen gehört ein in Deutschland nicht seltener Vogel, die Nacht- ch w a l b e oder der Ziegenmelker, den man viel- ach an Sommerabenden geräuschlosen Fluges an )en Waldrändern entlanggaukeln sieht. Erst in den Dämmerstunden beginnt er seine Tätigkeit: die Jagd auf Nachtfalter und andere nächtlich fliegende Kerfe. Der Ziegenmelker legt seine Eier st e t s im letzten Mondviertel. Verpaßt er nach seiner Ankunft aus dem Süden den ersten Termin, so muß er einen vollen Monat warten, ehe er mit der ersten Brut beginnen kann. Während der dunklen Neu- mondnächte sitzt er dann brütend auf den Eiern, bei zunehmendem Monde schlüpfen die Jungen aus. Die hellen Nächte der folgenden Wochen erleichtern die Jnsektenjagd außerordentlich: Das kommt dann den hungrigen Schnäbeln der Jungen zugute, die gerade in dieser Zeit heranwachsen und eine gewaltige Menge von Nahrung nötig haben. Auf den ersten Blick erscheint das Verhalten der * ' ' Tödlicher Insektenstich. Wie gefährlich ein Insektenstich sein kann, beweist wieder ein Fall, der sich dieser Tage in Kassel zu- trug. Ein 13jühriges Mädchen war von einem Insekt gestochen worden. Es trat Blutvergiftung ein, worauf man das Mädchen in ein Krankenhaus brachte. Schon nach drei Tagen starb es hier an Blutvergiftung. Rundsunkprogramm. Sonntag. 13. September. 6 Uhr: Hafenkonzert. 7.50: Reichsparteitag 1936. Appell der SA., SS. und des NSKK. 9.45: Vor- rnittagskonzert. Als Einlage, etwa 10.30 von Nürnberg: Reichsparteitag 1936. Funkbericht vorn Aufmarsch der Kolonnen zum Adols-Hitler-Platz. 11.15t Don Nürnberg: Reichssendung: Reichsparteitag 1936. Funkbericht von der Situation am Adolf- Hitler-Platz und der Erwartung des Vorbeimarsches. 11.25: Don Nürnberg: Reichssendung: Orchesterkonzert und Marschmusik. Als Einlage: Reichsparteitag 1936: Funkbericht vom Marsch der Kolonnen. 13: Musik am Mittag. 15: Don Nürnberg: Reichssendung: Reichsparteitag 1936. Fortsetzung der Funkberichte vom Dorbeimarsch der SA., SS. und des NSKK. Anschließend: Aus dem Funkhaus, Nürnberg: Konzert. 16: Deutsches Konzert. 18: HJ.-Funk. 18.25: Musikalische Märteln. Musik und Wort aus den Bergen. 19.30: Dürkheimer Wurschtmarkt. Bericht vom größten deutschen Weinfest. 19.50: Sportbericht. 20: Wie es euch gefällt. Ein großer Unterhaltungsabend. 22: Nachrichten. 22.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.15: Sportspiegel des Sonntags. 22.30: Musik zur Guten Nacht. 24 bis 2: Nachtmusik. Giacomo Puccinis „Tosca". IHonfag, 14. September. 6 Uhr: Choral, Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Musik zur Frühstückspause. 10: Schulfunk. 11: Don Nürnberg: Reichssendung: Konzert. Als Einlage: Reichsparteitag 1936. Aus- Zeichnung der Siegerstürme der SA. 12: Schloßkonzert. 13: Nachrichten. Anschließend: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15 bis 13.55: Schloßkonzert. 14: Don Nürnberg: Reichssendung: Großes Konzert. Als Einlage, etwa 14.15: Reichsparteitag 1936. Vorführungen der Wehrmacht. 19.30: Von Nürnberg: Reichssendung: Reichsparteitaa 1936. Fortsetzung und Schluß des Parteikongresses. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.30: Das deutsche Lied. 23: Nachtkonzert. Preisausschreiben für Zeitungsleser Men Freunden des Gießener Anzeigers, die durch ihre Ginsendungen zu unserer Preisfrage ihre Anieilnahme an unserer Arbeit bekundet haben, sei an dieser Stelle für ihre Mitarbeit herzlichst gedankt. Oie glücklichen Preisträger wurden in der Zwischenzeit schristlich benachrichtigt. Alle eingesandten Arbeiten, auch diejenigen, die nicht mehr mit einem Preise ausgezeichnet werden konnten, haben uns wieder einmal bewiesen, daß unsere Zeitung in allen ihren Teilen von einer großen Lesergemeinde täglich mit Freude und Anteilnahme gelesen wird. Wir freuen uns hierüber, und für Schrifileitung und Verlag wird es keine schönere Aufgabe geben, als durch Fleiß und Leistung dieses enge Verhältnis zwischen Leserschafi und Zeitung zu erhalten und auszubauen. 3m folgenden geben wir aus der Reihe der Ginsendungen einige wieder, die in ihrer Gesamtheit die Mannigfaltigkeit einer guten Tageszeitung spiegeln, von denen aber jede einzelne schon allein den Äeweis erbringt, daß die gute Zeitung im täglichen Leben einfach nicht zu entbehren ist. Fahrt ins Glück. So geschehen am Pfingstsonntag 1936 auf der Kurpromenade zu Bad Ems. Inmitten geschniegelter Badegäste und eleganter Toiletten bummeln zwei Gießener Wanderburschen mit dem Tornister auf dem Rücken die herrliche Kastanienallee am Lahnuser auf und ab, genießen als Zaungäste das Emser Kurkonzert — und finden unverhofft zwei bekannte Gesichter, zwei Gießener Mädels, die offenbar auch unterwegs sind. „Ei, ei, Landsleute auf Fahrt?" — „Ja", erzählt die kleine Schwarze, „auf einer zweitägigen Pfingst- fahrt durchs untere Lahntal an den Rhein. Bis Nassau find wir mit der Bahn gefahren, und von da sind wir bann auf herrlichen Waldwegen hoch über dem Lahntal nach Bad Ems gewandert, und morgen wollen wir weiter über Arenberg nach Koblenz. Die Fahrt haben wir nicht selbst ausgedacht, die war kürzlich im „Gießener Anzeiger empfohlen, — sie ist aber auch einfach herrlich. Verständnisinnig grinsen sich die beiden Wanderburschen an. Dann zieht der Große zwischen seinen Kartenblättern einen Zeitungsausschnitt hervor, und ein Blick auf das Papier mit der Ueberfchrift „Eine zweitägige Pfingstfahrt" sagt den beiden Mädels alles. Sie wissen, daß ihnen der Wanderonkel des „Gießener Anzeigers" unverhofft zwei Reisegefährten zugeführt hat, und sind gar nicht einmal böse darüber. Und daß dann der zweite Wandertag hin zum Rhein landschaftlich und auch sonst noch viel reizvoller wurde als der erste, das verdanken die 2 mal 2 jungen Landsleute nur alten Ratgeber, dem „Gießener Anzeiger". 2hm halten sie darum die Treue! Bureau of pensions Washington". Meine Heimat ist Edenkoben in der Pfalz. Kam ab und zu ein Paket von dort, so lag auch die Heimatzeitung darin. Es war im Jahre 1922, da erhielt ich auch eines Tages einige Nummern des „Edenkobener Anzeigers" und las da unter den vermischten Mitteilungen ungefähr folgenoes: Die Vereinigten Staaten von Nordamerika haben ihren alten Soldaten, welche 1861 eingezogen waren, sofern sie heute noch am Leben sind, (sonst ihren noch lebenden Witwen) eine monatliche Rente von 30 Dollar bewilligt. An sich wäre ja dieser Bericht für mich belanglos gewesen; aber ich hatte eine alte Tante bei mir, welche mit ihrem Manne lana in Amerika gelebt hatte und später mit ihm nach Laubach gezogen war; der Mann starb 1909. In der Inflation verlor die alte Dame ihr ganzes Vermögen, und es bedrückte sie sehr, daß fte, die vorher sehr vermögend gewesen, nun auf die Hilfe von Verwandten angewiesen war. Beim Lesen dieses Zeitungsberichtes fiel mir ein, daß der Mann meiner Tante so oft erzählt hatte, daß er damals 1861 den Unabhängigkeitskampf mitmachte und als Freiwilliger ins Heer der Vereinigten Staaten von Nordamerika eingetreten war. Ich erzählte es der alten Frau. Sie hatte noch sämtliche Militärpapiere ihres Mannes in Besitz. Auf Grund deren konnte sie an das „Bureau of Pensions Washington“ den Antrag auf Rentenzahung stellen. Sehr viele Belege und Unterlagen waren erforderlich; alles ging durch das hiesige Amtsgericht. Es dauerte IV2 Jahre, bis es erledigt war. Die Rente wurde dann monatlich zugesandt in Form eines Schecks über 30 Dollar, und zwar wurde er auch rückwirkend gewährt vom Tage des ersten Antrages an, und bis zu ihrem im Jahre 1928 erfolgten Ableben. Ohne den Zeitungsbericht hätte niemand, die alte Frau am allerwenigsten, eine Ahnung gehabt, daß Amerika eine solche Rente ausbezahlt. Auf ihren Wunsch hielt ich dann den „Edenkobener Anzeiger" bis zu ihrem Tode; hernach bestellte ich ihn ab und lese nun seit acht Jahren ununterbrochen den „Gießener Anzeiger". „Guck emol en die Zeirmg!" Eine wichtige Sache für uns Landwirte sind die Wirtschafts- und Marktberichte. Man erfährt stets die neuen Festpreise von Produkten und Schlachtvieh. Aber nicht genug damit. Gar manchmal kommt ein Nachbar oder Bekannter, der dem Radio zuliebe seine Zeitung nicht mehr hält, zu mir und fragt: Wos hu dann die Kälwer en Frankfurt gekoast? Guck emol en die Zeiring! Ich hus wirrer om Radio net gehert. Guck ach emol, was des Rendvieh off em Gaißer Markt gegolle Hot! Hiermit ist also bewiesen, daß das Radio die Zeitung doch nicht ersetzen kann; besonders wir auf dem Land können uns nicht den ganzen Tag hin- fetzen das Radio hören, aber nach Feierabend die Zeitung lesen, das kann man immer. Literarische Gütergemeinschaft. Es war einmal eine Zeit, da folgte ich der Mode und sparte auch am Bezug des „Gießener Anzeigers". Vier Familien hielten wir zusammen e i n Exemplar im Hause. Wer es zuerst in die Hand bekam, hatte Glück. Mich traf dieses Glück nur ganz selten. Wenn das Blatt bei mir anlangte — meistens erst am nächsten Tage —, hatte es — fast immer auch arg zerrissen und stellenweise seines Inhaltes ganz beraubt — mehr Ähnlichkeit mit einem schmutzigen Tischtuch ober einer Malerpalette als mit einem Druckwerk. Auf diese Weise ist mir manche interessante Mitteilung, wichtige Bekanntmachung und vorteilhafte Anzeige entgangen. Ich hatte viel Aerger, Scherereien und Schädigungen. Mehrere Versuche Abhilfe zu schaffen, mißlangen. Da kündigte ich kurzerhand die literarische Gütergemeinschaft und hielt ein Exemplar des Heimatblattes für mich allein. Dieser Seitensprung machte mich zwar zum Außenseiter bei den Hausgenossen, aber ich dachte: „Ihr werdet auch noch anderer Ansicht." Richtig; eines Tages großer Krach im Treppenhaus: Das Gemeinschaftsobjekt war spurlos verschwunden; niemand wollte es in Empfang genommen haben. Ich sagte nur: „Das kommt nicht vor, wenn jede Familie ihr eigenes Exemplar bezieht." Was darauf geantwortet wurde, wartete ich nicht ab, doch konnte ich beobachten: im nächsten Monat kamen schon zwei Exemplare ins Haus und im zweiten Monat waren es vier! Seitdem ist alles einig; nachmittags gibt es im Treppenhaus anstatt Krach immer einen anregenden Meinungsaustausch über die gemeldeten Ereignisse, über einzelne Anzeigen, über den Besuch von Vergnügungen usw. usw. Darum: Laß dich auf Zeitungsgemeinschaft nicht ein, Halte dein Heimatblatt für dich allein! Die „Lokalspihe". Es sind wohl nun schon bald zehn Jahre her, daß ich eines Tages im Haushalte den größten Aerger hatte. Wir hatten große Wäsche angesetzt. Am Morgen kam natürlich die Waschfrau nicht. Außerdem stimmte etwas an der Feuerung im Kessel nicht. Die ganze Waschküche füllte sich mit Rauch. Auch die Kinder liefen mir im Weg herum, kurzum: Ich war geladen, weil alles schief ging. Nach dem einfachen Mittagessen mußte ich einige Augenblicke ruhen. Da fand ich den „Gießener Anzeiger" im Briefkasten. Mechanisch öffnete ich die Blätter und fand im zweiten Teil (das Hauptblatt ist ja mehr für den Hausherrn!) gleich die dicke Ueberfchrift: Nur nicht ärgern! Na nu, denke ich, gilt das mir? Ich fange an zu lesen, zunächst ungläubig, dann immer aufmerksamer, zuletzt mußte ich lächeln und zu mir selber sagen: Recht hat der Aufsatzschreiber, zweimal recht! Warum war ich so dumm? Und aller Aerger war verflogen. Ein paar Zeilen in der Zeitung hatten mir geholfen. Meine gute Laune war zurückgekehrt. Ich muß sagen, das war das erste Mal, daß ich bewußt das kleine Aufsätzchen, das meistens unter der Ueberfchrift' „Aus der Provinzialhauptstadt" steht, so sorgfältig durchlas. Aber seit dieser Zeit widme ich diesem Teil des „Gießener Anzeigers" meine besondere Liebe, und ich bin selten enttäuscht worden. Die kleinen Erlebnisse und Beispiele aus dem Leben sagen mir immer etwas Neues, tröffen und helfen mir. Ich lese diese kleinen Skizzen immer zuerst. Oer Handwerksbursche findet eine Zeitung. Im Jahre 1898 kam ich nach langen Wanderwochen als Handwerksgeselle in dem Städtchen Lissa, frühere deutsche Provinz Posen, an. Nachdem ich bei sämtlichen Schmiedemeistern, 12 an der Zahl, angefragt hatte, ob ich Arbeit bekommen könne und dieses verneint wurde, begab ich mich in meiner Niedergeschlagenheit (der Magen knurrte mir auch ganz gewaltig) in eine der Anlagen, um mein letztes Stückchen trockenes Brot zu verzehren. Geld hatte ich schon wochenlang nicht mehr. Als ich wieder weiter wollte, entdeckte ich im Gebüsch eine Zeitung, die wohl dem Besitzer durch den Wind entführt worden war. Ich nahm die Zeitung an mich und sah, daß es eine der neuesten Ausgaben war. Ich durchsuchte sofort die Stellenangebote, denn ich war entschlossen, Arbeit anzunehmen, gleich welcher Art. Ich traute meinen Augen nicht, als ich las, daß ein Schmied in der dortigen Eisenbahn-Betriebswerkstatt gesucht wurde. Ich begab mich sofort an das betreffende Maschinenamt, und nach Durchsicht meiner Papiere wurde ich gleich eingestellt. Da ich fleißig und gewissenhaft in meiner Arbeit war und meine Vorgesetzten sehr zufrieden mit meinen Leistungen waren, wurde ich am 1. April 1907 als Beamter nach Gießen versetzt. Am 1. November 1933 bin ich nach 35jähriger Dienstzeit als Wagenmeister pensioniert worden. Wäre mir nicht durch Zufall die Zeitung in die Hände gekommen, hätte sich wohl mein Lebensweg anders gestaltet. — Wollen Sie es auf den Zufall ankommen lassen? Oder lieber regelmäßig Ihre Zeitung lesen? Auch wenn Sie gerade keine Stelle suchen, — es steht noch mehr drin! Sippenforschung durch „Heimat im Bild". Mein Vater und seine Geschwister stammen aus uraltem Bauerngeschlecht. Wir haben schon, da zum erstenmal alle Kinder ihre Heimat verlassen haben, vor Jahren angefangen und den Stammbaum aufgezeichnet. Es ist dies ganz leicht, denn in Heuchelheim ist ein Familienbuch, in dem alles steht. Wir kamen auf unfern Urahnen aus dem Jahre 1621. — Nun bringt die Zeitung eine Beilage „Heimat im Bild". Da finde ich sehr oft Aufsätze über Ahnenforschung und verschiedenes über Familien aus Gießen und Umgebung. Auch von meinen Verwandten finde ich da oft eine Spur. So führt mich diese Beilage immer wieder zurück in die Heimat meines Großvaters, bei dem ich so schöne Ferientage verlebt habe. Das beste aber sind die wundervollen Bilder, die uns diese Beilage bringt. Ich hebe sie mir alle auf. So wird mir die Donnerstagnummer des „Gießener Anzeigers" immer angenehme und bilderreiche Lektüre bieten. Dafür bin ich der Zeitung besonders dankbar. „Oie Scholle" als Ratgeber. Da mein Mann ein großer Gärtner und Blumenliebhaber ist, so greift er am Dienstag immer zuerst nach der „Scholle", der Beilage der Zeitung, die ihm immer so wertvolle Ratschläge gibt. Im Laufe des Jahres würde gar viel vergessen werden, wenn nicht die Mahner in der .^Scholle" ihre Stimme erheben würden. Wir find deshalb gerade für diese Beilage dankbar und wissen, daß noch gar viele Leser auf dem Lande dieser Meinung sind und mochten nicht versäumen, auf die „Scholle" hinzuweisen und unferm Danke Ausdruck verleihen. Wenn's auch keine Geschichte geworden ist, was ich hier geschrieben habe, so habe ich mir doch mein Herz erleichtert; denn das Gute muß man anerkennen, fei es, wo es fei. Neue Herbst- und Winterstoffe in allen Farben p. m Sport-Noppö, 150 cm breit, reine Wolle, ganz neu- 4.80 artige Ausmusterung p. m den neuesten Farbtönen p. m Sportmantel - Chevron, 155 cm breit, elegante, reinwollene Ware, für aparte Sportmäntel und Röcke n 7E geeignet...................................P-m U» I U 4.45 sehr aparte Farben p. m großem Farbsortiment p. m Mörtelkrepp, 85 cm breit, reine Wolle in guten Farben p. m 68 für Kinderkleider p. m 88 dischen Farben p. m und Kinderkleider gleich gut geeignet . .p. m 5.85 fließende, elegante Ware p. m 3.95 plets in modischen Farben p. m Stoff spezialhaus Bernard & Sohn Gießen, Blockstraße 14-16 5645A TS। 1.20 1.58 1.68 4.45 5.50 6.60 7.90 Wir führen aus• schließlich deutsche Qualitätswaren 1 1.48 1.58 2.40 2.75 3.25 1.68 2.10 2.75 3.40 Vistra-Stichelhaar, 70 cm breit, absolut haltbares Gewebe in sehr schönen Farbstellungen, für Frauen- CloquS, 95 cm breit, ganz neue Blumenmuster in bester links verwebter, also absolut haltbarer Ware, Seidenstoffe Flamenga, 95 cm breit, bewährte kunstseidene Ware Reinwollene Schotten, 150 cm breit, neuartige Farbstellungen für Complet-Jacken, Rockcomplets und Röcke geeignet, schwere erstkl. 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Couches — Sessel — Matratzen Die Beerdigung findet Sonntag, 13. September, nachm. 2.30 Uhr statt. 5681 D polsterwerkstZiie.A. Wehrheim Löberstraße 17 5686A Allendorf an der Lahn, den 12. September 1936. 5633V Münster i. Westi., Engelstrafee 281, Fernruf 24101. 66510 Die Beerdigung findet Sonntag, 13. Sept., nachmittags um 3’/2Uhr statt. Wir eröffnea die neue Saison Fellingshausen den 11. September 1936. RKaesslkuM 5688 D Kreuzplatz 15 INH: WILHELM HO RN UND SOHN Formvollendet und in größter Modell- und Stoff-Auswahl Die Beerdigung findet am Montag, dem 14. September, nachmittags 3 Uhr vom Sterbehause aus statt Preiswert, in modischer Musterung und reichhaltiger Auswahl sind unsere Neueingfinge in: Damen- und Kinder-Mänteln Die trauernden Hinterbliebenen: Ludwig Briegel I. Wilhelm Straßheim Marie Weisel Wwe. In tiefer Trauer: Ludwig Weiß V.. Weißbindermeister Hildegard Weiß Margret Weiß Liesel Weiß Hänschen Weiß Helene Volk, geb. Müller. Da es uns nicht möglich ist bei der Fülle der Zuschriften einem jeden einzelnen zu antworten, sprechen wir auf diesem Wege unseren Dank für die herzliche Teilnahme an unserem Leid aus. Emma Partenheimer Familie Prof. Partenheimer. Große Sortimente in Mantelstoffen Kleiderstoffen Seidenstoffen Die kühlere Jahreszeit erfordert einige Neuanschaffungen - also kommen Sie bald, wir beraten Sie gerne und unverbindlich! Die Liebe höret ipmmer auf. Freitag morgen IVr Uhr entschlief sanft nach kurzer, schwerer Krankheit meine geliebte Frau, unsere treusorgende, herzensgute Mutter, mein noch einziges unvergeßliches Kind Frau Lina Weiß, geb. Volk im Alter von nahezu 41 Jahren. Zuchtvieh-Versteigerung in Münster in Westfalen (Halle Münsterland) Mittwoch, den 23. Sept. 1936 vormittags 11 Uhr. Zur Versteigerung gelangen: 45 Bullen und 165 Zucht- und Gebrauchsrinder des rotbunten Tieflandschlages. Weitere Auskünfte und Verzeichnisse durch die Geschäftsstelle. Westfälisches Rinderstammbuch der Rotbuntzüchter, Todes-Anzeige. Nach kurzer, schwerer Krankheit verschied heute abend mein lieber Gatte, unser guter Vater, Sohn. Schwiegersohn, Schwager und Onkel Heinrich Haus, Gastwirt im 47. Lebensjahre. Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen: Kath. Haus, geb. Gerlach Gestern entschlief nach schwerem Leiden unser lieber Bruder, Schwager und Onkel w Heinrich Briegel IV. Metzgermeister Mel-Brennholz (Anfeuerholz) gibt laufend ab MWWMkl MMerv Ludwig Kröck Telefon 3580. Einspaltige Kleinanzeigen werden rum er. mäßigten Grund, preis von 5 Pf. fürbieMMmeter. zelle verögenllicht Haben Sie offene Füße? Lchmerzen? Jucken? Stechen? Brennen? Dann gebrauchen Sie die seit Jahrzehnten vorzüglich be- währte schmerzstillende Heilsalbe ßantarin“ Erhält!, in allen „UClilCtlll! • Apotheken. iseaV Beachten Sie bitte unsere Ausstellung im Hause Kreuzplatz 1 5643A Gewinnauszug 5. Klasse 47. Preußisch-Süddeutsche (273. Preuß.) Klaffen-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden _____________Abteilungen I und H_____________ 30. Ziehungstag 1L September 1936 Ön der heutigen Schluh-Ziehung wurden Gewinne über 150 RM gezogen 2 (Bewinne zu 1000000 RM. 296045 2 Gewinne zu 5000 RM. 264540 2 Gewinne zu 3000 RM. 181626 8 Gewinn- zu 2000 RM. 58186 64430 211141 332664 16 Gewinne za 1000 RM. 26588 79660 160930 172970 203108 206974 347636 375913 60 Gewinne zu 500 RM 7406 13924 19923 25441 75140 78126 96789 97378 98238 99891 109796 144828 148703 162826 183987 217462 256761 272085 274888 302371 303835 312743 321857 325688 326974 331733 335048 374026 378646 396006 162 Gewinne zu 300 RM. 2135 8422 21091 21432 21731 24643 24786 27238 28302 32541 38901 40952 42489 50193 67056 70758 79759 83746 84950 86163 93588 96812 99332 100291 109784 112282 119090 125955 134252 142222 148162 149567 149969 152140 155193 164180 170198 174812 197024 206856 210390 223958 254003 257625 261355 261798 262288 263375 263653 264096 269075 276609 280937 281498 281584 283600 289154 299205 302052 306422 307409 316277 325050 333758 337241 341540 342238 347565 348693 349836 359937 361450 371395 377201 377945 380920 382241 385022 387451 387975 398041 Die Ziehung der 1. Klaffe der 48. Preußisch- Süddeutschen (274. Preußischen) Klaffen-Lotterie findet am 20. und 21. Oktober 1936 statt. Volkstümliche Naturwissenschaft in reichbebilderten, leichtverständlich geschriebenen Werken und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Verlaizs- erzeugnisse. Sie vermitteln einen tiefen Einblick in die Geheimnisse des Naturgeschehens und damit durch erweitertes Wissen erhöhte Freude an den vielfältigen Schönheiten der Natur. - Verlangen Sie Prospekte und auch Probehefte der Zeitschrift „Der Naturforscher“ Hugo Bermühler Verlag • Berlin-Lichterfelde Sudie Beteiligung oder audi Kauf zu einer Fabrik mittlerer Größe, möglichst in Westdeutschland. Verfüge über 40-50000 RM. Einlage. Genaue Angaben zu Grundbesitz, Umsatz, Rentabilität usw. unt 5671D an d. Gießener Anzeiger. Ein mach gut | ESSIG Aus Die 2 eine M dien, da. liegt' ®' denn der Seiten D QaubW » s W daneben wvn chens, dan Waldes. Während -er einmal Da sahen ' ersten 9lun wäre' Ersähe, ch dir nieort hinaus m Buben, tr dien immi Beim 2 die Erwa im Herzen sind. Wir vorübergel sind anöen ben mH § lallen, bani Uni mir tu Wer von ( gelt, das bi So erginj sahen. Sollt Nein! Wir ben waren Schar der hatten sie si Broinbeerps steigt? - • Die eoni uns miebei näherten. 3 §s gab sog nun die B' sprachen, di ledigen du Gerade i sahen wir' Niederholz Ahnung o einige Au feftgebanr Nase imn folgte? I nichts. 2 obenhin । 2as Fw schaute si tig oorfa Geruch d Zier. Da-, bewegt ijal fort war ö< 'M atmi Unsere Aul sie noch keil Fuchs« Wie p werden sie zählen! Sa sG Drachen, Tal geleg wärts joi Gloria- spielhaus Ta <$i tLs njQ' hm buros ot D/Ne als hoch fahr, haltigen Daina d'e sich n 7 weder & 9an< »n z 9qs gen ^enn njj ^oher sj- 7?n ih. ^'grrlit Mn?-1' Mfenfi freche » ogen d k'^erst sehen?" s °snwen? Äan fc U fi > dos' fe» Ä}-r PaubJ; $ Nr. 214 viertes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Samstag, !2. September 1936 Aus der Provinzialhauptstadt. Beim Brombeerpflücken. Die Brombeeren sind reif. Und es gibt Heuer eine große Menge. Wir kennen im Walde ein Plätzchen, das ganz versteckt hinter jungen Tannen liegt. Wir nennen es die „einaerahmte Landschaft", denn der Blick von diesem Abhang wird auf beiden Seiten durch hohe Buchen begrenzt, während ihr Laubdach das Bild nach oben abschließt. So wirkt das Ganze wie ein großes Gemälde: Drüben vor dem Walde, auf einem Hügel, die einsame Buche, daneben einiges Buschwerk, dann das schmale Tälchen, dahinter die roten Ziegeldächer des Dörfchens, dann sanft ansteigend die Höhenzüge des Waldes. Während des Pflückens mußten wir immer wieder einmal dieses schöne Landschaftsbild betrachten. Da sahen wir an dem blauen Sommerhimmel den ersten Drachen stehen, gar nicht weit von uns. Nun waren die Kleinen nicht mehr zu halten. Die Gesäße, die nur halb gefüllt waren, wurden unter die niedrigen Tannen gestellt, und fort ging es, hinaus in das Feld. Dort unten standen ein paar Buben. Einer hielt die Schnur, an der der Drachen immer höher in die Lüfte stieg. Beim Anblick der Jugendspiele zeigt es sich, ob die Erwachsenen noch ein Stück ihrer Jugendzeit im Herzen aufbewahrt haben, ob sie jung geblieben sind. Wir können nur die bedauern, die kalt lächelnd vorübergehen und von „Kinderei" sprechen. Wir sind anderer Meinung. Wenn im Frühling die Buben mit Klickern spielen oder ihren Kreisel tanzen lassen, dann möchten wir am liebsten mitmachen. Und wir tun es auch, freilich nicht auf der Straße. Aber von Zeit zu Zeit einen Purzelbaum schlagen, gelt, das bringen wir noch fertig? So erging's uns auch jetzt, als wir den Drachen sahen. Sollten wir die Kinder allein laufen lassen? Nein! Wir wollten auch dabei sein. Unsere Buben waren natürlich schon längst unten bei der Schar der andern. Unbeschwert und unbekümmert hatten sie sich von uns gelöst. Was galt ihnen das Brombeerpflücken, wenn der erste Drachen aufsteigt? — Die Sonne steht schon tief am Himmel, als wir uns wieder unserm schönen Brombeerplätzchen näherten. In aller Eile wurden die Gefäße gefüllt. Es gab sogar noch einige mehr, so fleißig waren nun die Buben. Wir hatten ihnen ja auch versprochen, daß sie sich morgen einen. Drachen anfertigen durften. Wir wollten schon dabei helfen. Gerade wollten wir den Heimweg antreten, da sahen wir noch etwas Schönes. Gegenüber aus dem Niederholz trat ein junges Füchslein, das keine Ahnung von unserer Anwesenheit hatte. Es äugte einige Augenblicke und lauschte. Wir standen wie festgebannt. Dann kam es gerade auf uns zu, die Nase immer auf der Erde. Ob es eine Spur verfolgte? Der Wind war günstig für uns, es merkte nichts. Da stand auf der Erde die Milchkanne, bis obenhin gefüllt mit den schönen, schwarzen Beeren. Das Füchslein schnupperte an der Kanne und schaute sich um. Ob ihm jetzt doch etwas verdächtig vorkam? Vielleicht die fremde Kanne und der Geruch der Menschenhände? Unschlüssig stand das Tier. Da — irgend jemand von uns mußte sich doch bewegt haben — es knackte ein Aestchen und — fort war der Fuchs, wie vom Erdboden weggefegt. Wir atmeten auf. Es war zu schön gewesen. Unsere Buben waren begeistert. So nah hatten sie noch kein Waldtier gesehen, und dazu noch einen Fuchst Wie gingen nun ihre Plappermäulchen! Was werden sie erst morgen ihren Schulkameraden erzählen! . So schloß dieser schöne Tag, der uns den ersten Drachen zeigte. Abendnebel hatten sich auf das Tal gelegt, als wir mit gefüllten Kannen heimwärts zogen. Dornoiizen. Tageskalender für Samstag. Gloria-Palast (Seltersweg): „Allotria". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Rendezvous m Wien . Samtätskolomle Gießen aus den Führer vereidigt. Gestern abend wurden in feierlicher Form die Mannschaften der Sanitätskolonne Gießen vom Deutschen Roten Kreuz auf den Führer vereidigt. Die Kolonne trat vor dem Depot an und marschierte dann zum Saal des Kreisamts, wo die Vereidigung stattfand. Dor einer großen Hakenkreuz- Flagge war inmitten von frischem Grün ein Bild des Führers aufgestellt. An der Verpflichtungsfeier nahmen der Vertreter des Kreisamtes, Re- gierungsrat Grein, der Führer des Zweigvereins Gießen des Deutschen Roten Kreuzes, Professor Dr. Eger, und der Kolonnenarzt Dr. Trautmann teil. Kreis - Kolonnen - Führer Kratz machte in schlichten Worten auf die Bedeutung der Stunde aufmerksam, er umriß die gegenüber früheren Zeiten vielfach gesteigerten Pflichten, die eine Sanitätskolonne zu erfüllen hat, kennzeichnete diese Pflichten im einzelnen und betonte, daß die Erfüllung dieser Pflichten nur mit einer einheitlich und gut ausgebildeten, sehr gut ausgerüsteten Sanitätskolonne möglich sei. Er sprach sodann die Eidesformel vor, die von den Kameraden mit erhobener Schwurhand nachgesprochen wurde. Mit folgenden Worten wurden die Sanitäts-Mannschaften vereidigt: „Ich gelobe unverbrüchliche Treue unserem Führer Adolf Hitler, ich gelobe strenge Pflichterfüllung in der Arbeit des Deutschen Roten Kreuzes nach den Anordnungen meines Vorgesetzten." Mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Führer Adolf Hitler fand die Vereidigung ihren Abschluß. Angesichts des Bildes des Führers bestätigten die Kameraden durch Unterschrift und Handschlag dem Kreiskolonnenführer ihre Vereidigung Ein Kameradschaftsabend im „Burghof" vereinigte die Mannschaften dann noch zu unterhaltsamen Stunden. Tageskalender für Sonntag. Reichsfachgruppe der Imker, Ortsfachgruppe Gießen: 14 Uhr Versammlung bei Hopfeld. — Gießener Rudergesellschaft 1877: 16.30 Uhr Ausfahren des Städte-Achters Wetzlar-Gießen und verschiedene wassersportliche Darbietungen; 20.30 Uhr: Treffen der Mitglieder im Bootshaus. — Stadttheater: 15 und 19 Uhr Kölner Moden-Revue. — Gloria-Palast (Seltersweg): „Allotria". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Rendezvous in Wien". Gießener SA unterwegs nach Nürnberg. Gestern um die Mittagsstunde machte sich die SA. der Standarte 116, soweit sie am Reichsparteitag teilnimmt, auf den Weg zum Bahnhof, um im Sonderzug der Stadt der Reichsparteitage entgegenzufahren. Als die SA. auf dem Bahnhof ankam, stand der Sonderzug schon bereit. Kameraden der Standarte 254 befanden sich bereits im Zug, die Gießener Kameraden waren auch bald für die Reise untergebracht und die Standarte 222 hatte in Friedberg zuzusteigen. Pünktlich um 12 Uhr fuhr der Zug ab nach Nürnberg, in dessen Mauern die Kameraden unserer Gießener SA. wieder Stunden der Erhebung, der Freude und der starken Eindrücke erleben werden. Am Mittwoch nächster Woche um 11.04 Uhr werden die Gießener SA.-Männer wieder hier eintreffen. Die Frau von gestern — von heute — von morgen! Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Zu einem lustigen Flug durch die Zeit lädt die Theaterleitung zu Sonntag, 13. September, ins Stadttheater. In zwei Veranstaltungen um 15 und 19 Uhr zeigt uns der bekannte und beliebte Modeplauderer Rudolf H a n i g e r mit seinen rheinischen Künstlerinnen die Mode von gestern bis heut und morgen. Diese „Mode-Revue" stellt Ausschnitte aus dem Gesellschaftsleben des letzten Jahrhunderts dar und bietet dem Humor soviel Angriffsfläche, daß auch die Herrenwelt ganz auf ihre Rechnung kommen dürfte. Mit Tanz, Musik, Gesang, mit einer ungemein lustigen Ansage verbindet sich dieser ganze Reigen zu einer unterhaltsamen Angelegenheit. Außerdem wird von unserem Ensemble Karl Ludwig Lindt mit einer kleinen Ueberraschung ganz eigener Art aufwarten, die wir jedoch vorher nicht verraten möchten und die sich zwanglos und harmlos-heiter, jedoch mit besinnlichem Unterton in dieses Fest des Lachens und der Mode einreihen läßt. Wiedersehensfeier der ehem. 80er in Homburg v. d. H. Man schreibt uns: Arn 10. und 11. Oktober findet in der alten Garnifonftadt Bad Hornburg v. d. Höhe eine Wiedersehensfeier der ehemaligen Angehörigen des Füsilier - Regiments von Gersdorff (Kurh.) Nr. 80 und feiner Kriegsformationen, der Regimenter RJR. 80, LJR. 80, RJR. 223, RJR. 253, RJR. 353, RJR.365 und JR. 186 statt. Alle Kameraden aus Gießen und Umgegend, sowie aus den Kreisen der Provinz Oberhessen, die den vorbezeichneten Formationen angehört haben und an der Feier teilnehmen wollen, sind hierzu herzlich eingeladen und werden gebeten, sich unter Angabe des Regiments und der Kompagnie mit der Ortsgruppe ehem. 50er in Gießen in Verbindung zu setzen. Meldungen zur Teilnahme- sind bis zum 20. September zu richten an Kamerad Otto Sperber, Gießen, Crednerstraße 35. Bei genügender Beteiligung findet am Sonntag, 11. Oktober, Autobusfahrt ab Gießen um 6.45 Uhr ab Hauptbahnhof über Lich, Butzbach, Ufingen nach Bad Hornburg und zurück statt. Fahrpreis ab Gießen und zurück ca. 3.— Mark. Meldungen hierzu bis spätestens zum 1. Oktober ebenfalls bei Kam. Sperber, der auch über den Verlauf der Feier, Fahrgelegenheit, Quartier, Verpflegung, Festbeitrag und Festabzeichen usw. Auskunft erteilt. Bei der Wiedersehensfeier wird am Sonntag, 11. Oktober, die Fahne der Ortsgruppe Gießen vom Ehrenverbandsführer General Bering am Ehrenmal der Gefallenen der Regimenter geweiht. Autohilfe auch Sonntags! Von der Innung des Kraftfahrzeughandwerks der Provinz Oberhessen wird uns geschrieben: Um einerseits dem Kraftfahrer auch an Sonn- und Feiertagen im Bedarfsfälle Hilfe angedeihen zu lassen und beschädigte Fahrzeuge abschleppen zu können, anderseits für Meister und Gefolgschaft eine Freizeit zu sichern, ist nun auch für den Stadtbezirk Gießen ein geregelter Sonntagsdienst eingerichtet worden. Durch die mächtig vorwärts- fchreitende Motorisierung Deutschlands ist es Dienst am kraftfahrzeugfahrenden Publikum, daß das Kraftfahrzeughandwerk auch an Sonn- und Feiertagen in immer bekannter Einsatzbereitschaft zur Stelle ist. Die Anregung zur Errichtung des Sonntagsdienstes hat der Reichsoerband des Kraftfahrzeughandwerks unter der tafräftigen Mitwirkung des Obergruppenführers Hühnlein gegeben. Es ist begrüßenswert, daß die Innung des Kraftfahrzeughandwerks für die Provinz Oberhessen mit eine der ersten Innungen Deutschlands ist, die diesen Sonntagsdienst eingeführt hat. Die mit der Postdirektion Gießen geführten Verhandlungen sind dank dem Entgegenkommen des zuständigen Referenten schnellstens zum Abschluß gebracht worden. Für den Stadtbezirk Gießen hat die Postdirektion Gießen die Rufnummer 04 (Autohilfe) zugeteilt. Nach dem Wählen dieser Nummer meldet sich das Amt, das dem Fragesteller jeweils die Telephonnummer der diensttuenden Kraftfahr- zeugreparaturwerkftatt bekanntgibt. Die Einrichtung des Sonntagsdienstes im Stadtbezirk Gießen ist als mustergültig zu bezeichnen. Selbst bei evtl, vorkommenden größeren und zugleich Hilfe verlangenden Bergungsarbeiten ist für sofortige Hilfe gesorgt. Am Samstag jeder Woche erscheint in Zukunft unter der Rubrik Sonntagsdienst ein entsprechender Hinweis im Gießener Anzeiger. Samstag, 12.9., 19 Uhr, bis Montag, 14.9., 7 Uhr: Firma Opel-Motorwagen-Verk.-Ges. m. b. H., Gießen, Frankfurter Straße 82. Telefonnummer: 2847. (Bereitschaftsdienst: Rich. Güngerich, Gießen, Liebig- straße 58.) Gießener Wochenmarktpreise. * Gießen, 12. Sept. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: D. f. Molkereibutter, % kg 1,57 Mark, f. Molkereibutter 1,52, Landbutter 1,42, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klaffe A 13, ausländische 12, Wirsing, kg 6 bis 10, Weißkraut 6 bis 8, Rotkraut 8 bis 10, gelbe Rüben 5 bis 8, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 15 bis 20, Römischkohl 8 bis 10, Bohnen, grün 15 bis 20, gelb 15 bis 20, Unterkohlrabi 8 bis 10, Erbsen 25 bis 30, Tomaten 10 bis 12, Zwiebeln 8 bis 10, Kürbis 5 bis 6, Pilze 15 bis 30, Kartoffeln, 5 kg 40 bis 45, Frühäpfel 10 bis 15, Falläpfel 3 bis 6, Birnen 10 bis 15, Zwetschen 7 bis 8, Pfirsiche 35 bis 60, Brombeeren 30 bis 35, Preiselbeeren 38 bis 40 Pf., Hähne 1 bis 1,10 Mark, Suppenhühner 80 bis 90 Pf., Tauben, das Stück 50 bis 60, Blumenkohl 10 bis 50, Salat 8 bis 10, Salatgurken 5 bis 20, Einmachgurken 1 bis 3, Endivien 5 bis 15, Oberkohlrabi 4 bis 10, Lauch 5 bis 8, Sellerie 20 bis 25, Rettich 5 bis 10, Radieschen, das Bündel 10 Pf. ** Eine Achtzigjährige. Frau Charlotte Schäfer, geb. Schwalb, Walltorstraße 30, begeht am kommenden Montag, 14. September, in körperlicher und geistiger Frische ihren 80. Geburtstag. ** E i n Siebzigjähriger. Der Spengler- meister Christian Arnold, Asterweg 48, kann am kommenden Montag, 14. September, seinen 70. Geburtstag feiern. Trotz manchen Unfalles, den der Jubilar erlitten hat, geht er noch feinem Berufe nach. Alte 2Reife nach Berlin. Von Agnes Miegel. Es war vor grauen Jahren, als Ferienzüge auch dem Namen nach so unbekannt waren rote Reisebüros oder vegetarische Mittagstische. Als es weder v-Züqe noch Speisewagen gab, und es tn Preußen als höchster Reiseluxus erschien, mit dem Kurierzug zu fahren und sich in Kreuz mit einem sehr reichhaltigen Mittagessen zu stärken. Damals pflegten auch wir Schulmädels jede Neue, die sich nach den Osterferien in unserer Klasse emfanb — weder ein Quarta noch eine Tertia war s, sondern eine ganz hausbackene Vierte oder Dritte - mit den Fragen zu bestürmen, die bürgerliche oder fürstliche Elsas genau so brennend interessieren wie Behörden. Wenn wir ergründet hatten, was ihr 93ater war, woher sie zugezogen und wo jetzt wohnhaft und wann ihr Geburtstag gewesen — dann kam unweigerlich die Frage: Warst du schon einmal in Berlin?" Bejahen dieser Frage stärkte das Ansehen so offensichtlich, daß die Klassenhäupter (nicht-ersten) vorbrechende Kiewigkeit geschickt durch sachkundige Fragen dämpften. Denn sie besaßen fagenumroitterte Großmamas, die im Felderfrieden von Steglitz oder Wilmersdorf wohnten. „Warst du schon mal un Zirkus Renz? Haft du die Boa im Aquarium gesehen?" Wir anderen standen schwelgend und ganz Ohr um dies Verhör. Die Wunder der Reichshauptstadt leuchteten auf Goldgrund von der pausenfried- lichen Wandtafel, deutlicher als em Anschauunasbild. Würde man sie auch sehen? Je selbst nach Berlin fDm™nntam. Nämlich ich. Al- Belohnung fär ein- uns alle freudig überraschende Versetzung. Mir selbst kam das Glück in die Quere mit unterhaltsamsten Ferienplänen für einen Besuch auf dem Land. Aber ich kam mir sehr erwachsen vor, weil ich nut meinem Vater mitreisen durfte. Don der Reise weiß ich wenig. Bloß daß ich seither eine Abneigung gegen harte Eier habe. In Berlin fuhren wir am Abend ein, und ich sah viele Kuchen, die mit Gewürzschränken, Kaffeemühle und Salz- paudel unseren Küchen so gleich sahen rote die pa- piernen Küchenspitzen an den Borden dort und hier. Rur hatten die Besitzer eine mir ungewohnte Neigung, bei offenen Fenstern und angesichts fauchender Fern- und pustender Stadtbahnzüge sich zur Nachtruhe zu begeben. ~ a . ... Ich selbst wurde zu diesem Zweck m dem gemütlichen Hotelchen, auf dessen Korridoren vertrautes Ostpreußisch dröhnte, einen blonden Fräulein über- antwortet, das eine krause weiße Rüschenhaube über noch krauseren Ponnies trug und erstaunlicherweise mit s—t s—prach. Sie hatte Erbarmen mit mir und nötigte mir kein Abendbrot mehr auf. So gut meine tranceartige Uebermüöung es zuließ, weihte sie mich in die Geheimnisse der elektrischen Klingel und des elektrischen Lichts ein, ehe sie mich einschloß. Sie ermahnte mich dabei, ihr ja zu läuten, wenn ich etwas brauchte — und das war ihre Gegenwart! Denn das immer gewünschte „Zimmer ganz für mich allein" wurde vor meinen Augen so groß wie der Roßgarten. Das Bett stand frei darin und hatte keinen Zudeck — und Königsberg und die Mama waren achtzig Meilen weit —, und nie, nie kann man einem Fräulein klingeln, die eine Rüschenhaube trägt und so vornehm s—pricht! Und nie findet man den Mut, wieder aus dem hohen Bett zu steigen und das Licht an der Tür anzuknipsen. Obgleich es sich sehr unruhig schlief in der Helligkeit und mit dem Wagenlärm draußen. Auch nachdem die blonde Hannoveranerin mir sanft aber bestimmt die nächtliche Illumination verwehrt hatte, schlief es sich in Berlin längst nicht so wie zu Hause. Die Viktoria vom Brandenburger Tor hatte eine Vorliebe dafür, samt den vier nickenden Pferdeköpfen über der Muschelbekrönung aufzutauchen. Die atlasbekleideten Schönen aus dem Panoptikum schlugen unvermutet, tiefatmend neben mir ihre wimperschweren Wachslider auf und starrten mich gläsern an. Und wie nach dem Besuch des Aquariums das Mitleid mit allen Kaninchen, mich eingeschlossen, überwältigend wurde — das kann sich nur die Riesenschlange selbst denken! Nach einem kurzen Bericht über alle dem Ost- germanen teuren Sehenswürdigkeiten, die ich bisher an der Hand meines Mentors genossen hatte (unterbrochen von sehr langen unfreiwilligen Pausen, die ich über einem uralten Band „Fliegende Blätter und einem „Christlichen Hauskalender" verbrachte, mit denen die freundliche Blonde mich versorgt hatte) und dem aus mir elementar herausquellenden Geständnis, daß ich auch einen Mozartzopf haben möchte, wie alle Mädchen in Berlin, — nahmen mich Verwandte für die letzten Ferientage mit. Sie wohnten hinter dem Nollendorfplatz. Sie hatten dort eine Wohnung mit allem Komfort der damaligen Neuzeit — sogar eine Badestube und einem richtigen Mädchenstube, keiner Gangelstube, oder wie man dort sagte, „Hängeboden", für die vergnügte Flora, — die, Gottlob, aus Westpreuhen war! Ich schlief auf dem Divan im Berliner Zimmer, warm und dunkel, betreut von einem Möpschen und ohne Träume. Da meine Verwandten allerlei Nebenbeschäftigungen hatten, die sie nicht ungestört zum Genuß eines Hausbesuchs kommen ließen, so erhielt ich von dem Onkel ein perlmutternes Portemonnaie „Gruß aus Berlin", rotgefüttet und voller blanker Nickel. Von der Tante und Flora ein dickes Paket Stullen und sehr viel Anweisungen, an welchen Endstationen, in welchen Parks sie angesichts der grandbuddelnden jungen Berliner zu verzehren wären. Dann wurde ich in die nächste Elektrische gesetzt. „Und vergiß nicht, am Spittelmarkt umzusteigen!" — und sah Berlin. Ich sah es vom Lietzensee (wo es damals noch nicht Berlin war) bis zur Spree. Ich sah den Kreuzberg und den Spandauer Bock, die Frankfurter Allee und den Urban. Ich erfuhr, was eine Zille ist, und daß es „die Banke" ist, auf der man fitzt, wenn sie vorüberzieht und die Bollen in ihrem Kielwasser treiben. Ich. lernte die Wichtigkeit der Schrippe und der sauren Jurke kennen und die idealere röckeumwogter baubenumftarrter Spreewälderinnen. Meine Reiseführer waren rundliche Madams mit wohlgefüllten Marktnetzen, alte freundliche Schaffner, junge Damen- mit Musikmappen und Faktoren mit Ledermappen an Messingketten. Ich fragte vergnügt und vertrauensvoll, und sie antworteten geduldig und vergnügt. Denn das konnte man beiderseits. Allerlei, was später Gerichtssäle und Zeitungen füllt, war noch ein ungelegtes Basiliskenei. Nur Berlin N sah ich nicht. Denn über die Linden hinaus ging bloß eine Pferdebahn. Das hatte ich auch in Königsberg. Noch dazu mit Vorspann am Danziger Keller. Am letzten Nachmittag ging’s zu Josti — zu Jofti, bei dem schon der Großvater Billard gespielt und Schokolade getrunken hatte. Schokolade trank ich auch und sah den Potsdamer Platz, über den die Elektrische und die Droschken erster und zweiter Güte behaglich durch den österlichen Nachmittagssonnenschein fuhren. Die Tortempelchen glänzten, es glänzten die alten fanbfteinernen Rokokogötter, die aus dem grünen Rasen wuchsen, drüben am Leipziger Platz vor den Prunkhäusern. Ja, ich war in Berlin. Ich konnte wieder mitreden, wenn eine Neue käme — eine Neue „von oberroärts" mit Mozartzopf! Zeitschriften — Das Septemberheft der bekannten Zeitschrift „M utter und Kind" (Verlag Staude, Berlin W. 30) enthält viele für jede Mutter lehrreiche Beiträge. 11. a. seien folgende Beiträge erwähnt: „Nervöse Eltern — nervöse Kinder", „Ihr Junge kann noch nicht laufen?", „Ball — Puppe — Schaukel", „Schützt eure Kinder", „Die Familie im neuen Staat" usw. Was suchen Forscher am Südpol? Es gibt auch heute noch Leute, die sich^über dis Zwecke und Ziele einer Polexpedition mcht klar sind und vermutlich hauptsächlich aus dieser Unsicherheit heraus dann den Wert einer solchen Forschungsreise überhaupt anzweifeln. Dor allem zwei Ziele waren es, wie Admiral Byrd in feinem demnächst bei Brockhaus in Leipzig erscheinenden Buch „Mit Flugzeug, Schlitten und Schlepper" schreibt, die seiner großen Südpolexpedition in den Jahren 1933—35 vorschwebten. Erstens wußte man nur wenig über die geographische Lage des Südeises und der umliegenden Ländermassen — so war beispielsweise nicht einwandfrei festgestellt, ob das Südeis in sich zusammenhängt oder ob es durch größere Wasserkanäle voneinander getrennt ist. Zweitens versuchte man wetterkundliche F r a g e n zu lösen: das antarktische Eis spielt bei der Verteilung der Luftmassen über unseren gesamten Planeten eine bedeutende, wenn nicht ausschlaggebende Rolle. Vom Wetter aber hängt das Gedeihen der Menschheit ab. Es ist deshalb sehr wichtig, diese „Brauftätte des Wetters" in der Antarktis, wie Byrd es nennt, zu erforschen. Also ist es nicht unnütz, wenn kräftige, vernünftige Männer in das „kalte, öde Eis gehen, wo doch nichts zu holen ist". Hochschulnachrichten Im Alter von 72 Jahren ft a r b in Berlin Professor D. Arthur X i t i u s , der bis zum Jahre 1933 den Lehrstuhl für systematische Theologie an der Universität Berlin innehatte. Prof. Titius, 1864 in Sensburg (Oftpr.) geboren, hatte vor feiner Berliner Lehrtätigkeit lange Jahre in Kiel und Göttingen gewirkt; er ist besonders durch Arbeiten auf dem Gebiete der Religions- und Naturphilosophie hervorgetreten. Der Lehrbeauftragte Dr. Ernst Faber wurde seinem Antrag entsprechend von seinem Lehrauftrag in der Theologischen Fakultät der Universität Heidelberg mit Ende des Sommersemesters 1936 entbunden. Der außerordentliche Professor Dr. Rud. Fahr» ner an der Universität Heidelberg wurde gemäß seinem Antrag mit Ende September 1936 aus dem badischen Staatsdienst entlassen. Dr. jur. Herbert Krüger wurde die Dozentur für bas Fach öffentliches Recht unter Zuweisung an die Juristische Fakultät der Universität Heidelberg verliehen. Die Lustwaffe kommt! Ein Aufruf des Landesgruppenführers des Reichslufischuhbundes. Professor Hans Felix Husadel Luftwaffen-Musikinspizient. Oberst a. D. Oldenburg, der Landesgruppenführer der Landesgruppe Hessen-Rheinland-Süd des Reichsluftschutzbundes, erläßt folgenden Aufruf: „Zum ersten Mal seit der Neuschöpfung der Deutschen Wehrmacht werden fünf Musikkorps der Luftwaffe in unserem Gau erscheinen. In der Zeit vom 19. September bis 1. Oktober werden die Angehörigen der neuen Waffe in zahlreichen Orten große Konzertveranstaltungen durchführen, deren Reinertrag der NS-Dolkswohlfahrt zufließen soll. Die Amtsträger und Mitglieder des Reichsluftschutzbundes fühlen sich den Vertretern der Luftwaffe besonders verbunden. Eint sie doch das Bestreben, das deutsche Volk und die deutsche Heimat gegen die aus der Luft drohenden Gefahren zu schützen. Darum fordere ich alle Männer und Frauen des RLB auf, die Veranstaltungen der Musikkorps der Luftwaffe im Gau Hessen-Nassau zu besuchen, und bitte alle Volksgenossen, die angebotenen Eintrittkarten käuflich zu erwerben. So dienen wir alle dem großen Ziele unseres Führers und Reichskanzlers: Deutschlands Weltgeltung zu behaupten und der Wohlfahrt aller Deutschen zu dienen." Verbot des ambulanten Handels während der Konzerte der Lustwaffe. Während der im Gau Hessen-Nassau w Gunsten des Erholungswerkes des Deutschen Volkes und der Kinder-Landverscbickung stattfindenden Konzerte der Luftwaffe, insbesondere während des Großkonzerts auf dem Frankfurter Sportfeld am Samstag, 19. September, ist jeder Handel mit Waren aller Art (Zeitungen, Gebäck, Getränke, Rauchwerk und dergleichen) untersagt. Der feierliche Charakter dieser Konzerte soll in keiner Weise gestört werden, sondern diese Veranstaltungen sollen allen Volksgenossen zum wirklichen Erlebnis werden. Es ist daher vollkommen zwecklos, daß sich Händler zum Zwecke des Verkaufs an den Konzertplätzen im Gau oder im Sportfelde zu Frankfurt a. M. einfinden. Eine Burganlage aus der Karolingerzeit im Salzbödetal Eine lehrreiche Wanderung führte die Zweiggruppe Marburg des Hessischen Geschieh t s v e r e i n s zu den kürzlich vorgenommenen Ausgrabungen am Rande des Salzbödetales, wo die Re sie eines karolingischen Stra- ßenkastells freigelegt worden sind. Die Führung der Wanderung hatte der Leiter der Ausgrabungen, Dr. W. Görich (Marburg) selbst übernommen. Schon in Fronhausen, dem uralten, urkundlich bereits 1159 erwähnten Dorf an der Lahn, von dem die Wanderung ausging, nahmen die alte ehemalige Wasserburg sowie die Dorfkirche aus romanischer Zeit mit ihren Wehranlagen die Aufmerksamkeit der Teilnehmer in Anspruch. Nach Ersteigung des bewaldeten Höhenzuges zwischen Lahn- und Salzbödetal traf man auf die Wegerinnen der Weinstraße, in deren weiterem Verlauf quer durch das Salzbödetal an der idyllisch gelegenen Schmelzmühle vorbei bald die Ausgrabungsstelle erreicht wurde. Es ist bekannt, daß die Römer bei ihrem Vordringen in Germanien bereits Verkehrswege vorfanden, welche sie zum Teil weiter ausbauten und besonders in dem von ihnen besetzten Gebiet bis zum Limes (Pfahlgraben) als Hauptverkehrsadern eines ganzen die einzelnen Lager verbindenden Straßennetzes benutzten. In erster Linie waren es zwei große Straßen, welche von Köln und von Mainz aus ins germanische Land vordrangen, um sich bei Paderborn zu einem Knotenpunkt zu vereinigen. Die durch Hessen führende frühgeschichtliche Straße hielt sich infolge des damals noch recht sumpfigen Charakters der Täler nach Möglichkeit immer auf den Höhenrücken. Sie wurde mancherorts Weinstraße (d. h. Wagenstraße) genannt, zog sich von Mainz und Frankfurt durch die Wetterau, kreuzte bei Butzbach den Limes, um dann bei Gießen die Lahn zu überschreiten, sich — nach den neueren Feststellungen — auf dem Krofdorf e r Wald mit dem Hauptzug von Wetzlar her zu vereinigen und weiter auf den Höhenzügen rechtsseitig der Lahn an Marburg vorbei durch Wetter, Frankenberg und Korbach nach der Eres- burg zu wenden. Zahlreiche längs der Straße vorkommende Hügelgräber sprechen dafür, daß ihre Benutzung auf vorgeschichtliche Zeit zurückgeht. Auch Germanikus wird zum Teil auf dieser Straße gezogen sein, als er im Jahre 15 n. Chr. die Chatten in ihrem Hauptsitze Mattium angriff und denselben zerstörte (Metze bzw. die Altenburg). Nach der Christianisierung des Chattenvolkes, in welcher Zeit die Weinstraße wohl auch von den friedlichen Sendboten des Christentums benutzt worden ist, kamen die Karolinger. In bereit Zeitalter sah die Weinstraße gar oft kriegerische Bilder. Karl der Große benutzte die Straße,' wenn er von Worms aus seine Heerscharen gegen die immer wieder ins Hessenland einbrechenden Sachsen führte. Im Rahmen der archivalisch-geographischen Erfassung des geschichtlichen Straßennetzes unserer Heimat, die im Auftrag des Instituts für geschichtliche Landeskunde (Marburg) Dr. W. Görich durchführt, wird gegenwärtig eine vom Archäologischen Reichsinstitut geförderte planmäßige Untersuchung einer größeren Anzahl von Burgplätzen vorgenommen. Die von Dr. Görich geleitete Grabung auf dem „Schloßberg" am Rande des Salzbödetales dicht südwestlich der Schmelzmühle hatte den Erfolg, oaß dort die Reste eines Straßenkastells von gewaltiger Ausdehnung festgestellt wurden. Wohl war den Bauern sowie dem Forstpersonal dieses Gebietes bekannt, daß auf dem sich etwa 50 Meter über die Talsohle des Salzbödetälchens erhebenden dicht bewaldeten Schloßberg einmal eine burgähnliche Anlage gestanden haben mußte. Mauerreste, Mörtel usw. traten hier und dort zwischen den Bäumen zutage. Welche Bewandtnis es aber mit diesen Trümmern hatte, war niemand bekannt. Dr. Görich, der sich um die Erforschung des geschichtlichen Wegenetzes sowie der dazu gehörigen Straßenkastelle große Verdienste erworben hat, blieb es Vorbehalten, durch seine Grabungen etwas Licht in das Dunkel der Geschichte dieses Burgplatzes zu bringen. Dicht an dem Schloßberg zieht —- aus Richtung Niederwalgern bzw. später von Fronhausen kommend und das Salzbödetälchen bei der Schmelzmühle überschreitend — die Weinstraße vorbei, an zahlreichen Wegerinnen zu erkennen. Gleich am Eingang in den Wald zweigt links em später gebauter Weg am Hang des Schloßberges aufwärts, teilweise dabei den alten Burgweg benutzend. Leider sind bei Anlage dieses neueren Weges die Toreinfahrt zur Burg und Teile der Umfassungsmauern zerstört worden, wie Dr. Görich gelegentlich der Besichtigung der Burganlage durch den Geschichtsverein nachweisen konnte. Die gesamte Burganlage hat — der Form des Berges angepaßt — die Form eines Wappenschildes, eine Ausdehnung von etwa 200 Meter Länge und etwa 80 Meter Breite an der Stelle, wo der Schloßberg nach Südwesten zu in ein noch ansteigendes Ackerfeld (Battingsfeld) übergeht. An dieser Front, welche am leichtesten Angriffen ausgesetzt war, erkennt man am besten die umfangreichen Wallanlagen mit ihre Mauern aus unbehauenen Grauwackesteinen mit Mörtel. Die Umfassungsmauer ist an manchen Stellen bis zu 2,20 Meter dick und teilweise noch verhältnismäßig gut erhalten. Wahrscheinlich sind die Steine in früheren Jahrzehnten immer wieder zu Haus- oder Wegebauarbeiten benutzt worden. Nach dem Salzbödetal zu steht die Mauer unmittelbar am oberen Rande der steilen Böschung des Berges. An diesen sturmfreien Seiten brauchten keine Wallgräben angelegt zu werden. Zahlreiche zerfallene Mauern inmitten der gesamten Burganlage sind als die Grundmauern der Gebäude, von denen bei den Grabungen bisher ein schmales angeschnitten wure, zu deuten, welche die Burganlage umschloß. Die Umfassungsmauer ist einstweilen nur stellenweise freigelegt. Ausgiebigere später geplante Ausgrabungen lassen noch manche interessante Feststellungen erwarten. Der Vorsitzende der Zweiggruppe Marburg des Hessischen Geschichtsoereins, Prof. Kürschner, konnte am Schlüsse der Wanderung Dr. Görich den Dank aller Teilnehmer für die ausgezeichnete Führung sowie für die aufschlußreiche Erläuterung seiner Grabungen aussprechen. W. Die Ausbildung von Hausivirtschastsmeistennnen. NSG. Nach den neuen Richtlinien ist der Ausbildung von Hauswirtschaftsmeisterinnen folgendes Ziel gesetzt: Die Ausbildung der Hauswirtschaftsmeisterin soll in den zweijährigen Kursen die hauswirtschaftliche Gesinnung der Hausfrau vertiefen, um sie zur vorbildlichen Führung eines Haushaltes und zur vorbildlichen Erfüllung ihrer verantwortlichen Aufgabe in Volk und Staat zu befähigen. Sie verpflichtet zur besonderen Einsatzbereitschaft, den Fähigkeiten der Hausfrau entsprechend, z. B. zur Erziehung des hauswirtschaftlichen Nachwuchses und bei der Durchführung hauswirtschaftlicher und volkswirtschaftlicher Schulungsarbeit. Träger dieser Ausbildung ist ein Ausschuß für hauswirtschaftliche Berufsausbildung, dem das Deutsche Frauenwerk angehört mit der Abteilung Volkswirtschaft-Hauswirtschaft, die Deutsche Arbeitsfront, die Reichsfachgruppe Hausgehilfen, der NS-Lehrerbund und die Reichsfachschaft VI. Die Aufnahmebedingungen sind folgende: 1. Der Nachweis einer ausreichenden Allgemeinbildung, der erbracht werden kann a) durch das Zeugnis der Obersekundareife einer Höheren Lehranstalt, durch das Abschlußzeugnis eines Lyzeums, einer Mädchenmittelschule oder einer Schule, die in den einzelnen Ländern einer Mädchenmittelschule gleichwertig anerkannt ist; b) durch das Abschlußzeugnis einer Volksschule, wenn eine Vorprüfung nach staatlicher Vorschrift abgelegt worden ist. (Die Bewerberin soll in einer Niederschrift beweisen, daß sie fähig ist, einen ihrem Erfahrungskreis entlehnten und ihrem Wissensstand angemessenen Gedankengang einfach sprachlich richtig und klar wiederzugeben. Sie soll im Rechnen Sicherheit in der Anwendung der bürgerlichen Rechnungsarten unter Berücksichtigung der Hauswirtschaft besitzen und in der mündlichen Prüfung zeigen, ob sie folgerichtig zu denken und sich über Geschehnisse und Erfahrungen des täglichen Lebens klar auszudrücken versteht.) 2. Der Nachweis einer fachlichen Berufsschulung, der erbracht werden kann a) für Hausfrauen oder als Stellvertreterin der Hausfrau tätige Personen durch eine fünfjährige leitende praktische Tätigkeit im eigenen ober fremben Haushalt: hierbei ist bas Min- bestalter für die Zulassung auf 24 Jahre festgelegt: b) für Hausgehilfinnen durch Vorlegung des Prüfungszeugnisses für „Geprüfte Hausgehilfinnen", nach zweijähriger Lehrlingsausbildung und weiterer, mindestens fünfjähriger, selbständiger hauswirtschaftlicher Tätigkeit: hierbei ist das Mindestalter für die Zulassung auf 28 Jahre festgelegt. 3. Nachweis der Mitgliedschaft a) für Hausfrauen im Deutschen Frauenwerk; b) für Hausgehilfinnen in der Reichsfachgruppe Hausgehilfen der DAF. In diesem Herbst beginnen für den Gau Hessen- Nassau neue Kurse in Frankfurt a. M. und Mainz. Die Kurse müssen zwei Jahre dauern und umfassen wöchentlich 5 Stunden, ö. h. einen Nachmittag. Eine Verkürzung der Ausbildungszeit unter Vermehrung der Wochenstunden ist nicht gestattet, da das dem Sinn der Ausbildung widerspricht. Das Mindestalter für die Hausgehilfin mit Dolksfchulbildung ist 28 Jahre-. In Frankfurt nimmt Meldungen für die Meisterinnenkurse die städtische Haushaltungsschule Frankfurt a. M., Textorstraße 104, entgegen. Für Mainz sind die Kurse zeitlich noch nicht festgelegt. Die Kurse in Frankfurt beginnen mit dem 18. Oktober. Der Preis der Kurse beträgt RM. 3.50 monatlich. Jede Auskunft erteilen die Geschäftsstellen des Deutschen Frauenwerks. Die ausführlichen Richtlinien für die Ausbildung von Hauswirtschaftsmeisterinnen sind in den städtischen Haushaltungsschulen, oder durch das Deutsche Frauenwerk, Abteilung Volkswirtschaft-Hauswirtschaft, Frankfurt a. M., Hermann Göringufer 25, zu erhalten. Das Versichemnqsgeschäst bei der englischen Königskrönung. In stets wachsendem Umfange werden schon jetzt Versicherungen in London abgeschlossen, die das Risiko einer unerwarteten Verschiebung der Krönungsfeier, die auf den 12. Mai des nächsten Jahres festgesetzt ist, oder einer wesentlichen Aenderung in der Anordnung der Feier, wie es eine Aenderung des Weges des Festzuges bar- stellen mürbe, ausschließen sollen. Es hanbelt sich hier natürlich um eine Maßnahme vorsichtiger Geschäftsleute, bie Verträge abgeschlossen haben, die irgendwie Lieferungen oder Leistungen bei der Krönungsfeier einschließen. Dor allem kommt die Errichtung von Tribünen oder bie Vermietung von Plätzen, die Herstellung von Erinnerungsgegenständen oder Straßen- und Häuserschmuck, auch das Vermieten von Sälen und Vorbereitung für die Reisen in Frage. Man erinnert sich, daß im Jahre 1903 die Krönung Königs Eduards VII. verschoben wurde, so daß viele Vorbereitungen vergeblich waren und schwere Verluste für die Geschäftsleute entstanden, und will diese Gefahr im nächsten Jahr vermeiden. Auch die Sitze für die Krönungsfeier werden jetzt schon zahlreich vergeben, und man hat in den letzten Tagen für einen Sitz in bester Lage bereits 750 Mark bezahlt. Unbekannte Fracht. Römern von §rank z.vrann 39. Fortsetzung. Nachdruck verboten! Che Wong schien zufrieden. Er nickte. „Sie müssen wieder nach Hongkong hinunter", sagte er, „hier können Sie nicht bleiben." Vielleicht dachte er dabei mehr an sich, aber sein Vorschlag war ganz ordentlich. „Ich werde Ihnen Geld geben für die Fahrkarten mit der Eisenbahn bis Kaulun." Er sah sie musternd der Reihe nach an. „Sie können doch reinen Mund halten?" „Selbstverständlich", versicherte Hans Lorenzen. „Ich stehe ein für meine Freunde. Geschichten erzählen bringt selten etwas ein." „Sehr wahr." Che Wong saß vorgebeugt und schien zu überlegen. „In Victoria würden Sie abermals ewig herumsitzen. Das geht nicht. Gehen Sie in die Poststreet, jeder weist sie Ihnen. Suchen Sie das Haus Nr. 83. Dort werden Sie einen Mr. James King finden. Sie brauchen ihm nichts zu berichten, es genügt, wenn Sie ihm ein Schreiben von mir überreichen. Er wird Ihnen weiterhelfen." ,Lns Gefängnis! Dann find Sie uns jedenfalls los!" Rudolf Terbrügge wurde feit dem Abenteuer mit Tsai Ta Wangs Paketen ein unüberwindbares Mißtrauen gegen die Gelben und alles, was von ihnen kam, nicht mehr los. Che Wong sah ihn erstaunt an. „Mr. James King ist ein Geschäftsmann", erläuterte er. „Mr. King ist einer der angesehensten Handelsvertreter. Ich wüßte nicht, wie Sie durch ihn ins Gefängnis kommen sollten." „Mein Freund hat die Nerven verloren", sagte Hans Lorenzen besänftigend. „Wir danken Ihnen, Mr. Che Wong, und werden gerne tun, was Sie uns vorschlagen. Nur eins: wo sollen wir den Brief, den Sie uns mitgeben wollen, nachher abholen?" „Gar nicht abholen", sagte der Chinese schnell. ,Zch schicke Ihnen das Schreiben noch heute zu. „Aha", sagte Rudolf Terbrügge deutsch, „er will uns los fein. Wir sehen weder ihn wieder, noch jemals ein Schreiben von ihm." Hans Lorenzen vermittelte nochmals: „Wir haben bis jetzt hier keine Unterkunft. Wohin wollen Sie den Brief senden?" „Gehen Sie heute nachmittag zum Konsulat. Sie sind doch Deutsche, Mr. Durham sprach davon. Gehen Sie also hier zu Ihrem Konsulat. Dort wird der Brief für Sie sein. Fahren Sie dann noch heute abend mit der Bahn hier weg. Der Boden ist hier nicht gut für Sie." Er tat eine Handbewegung und kehrte die Innenfläche nach oben. Dann schloß er: „In Kaulun wird Mr. James King Sie unterbringen." „Sie haben Eile, uns hier loszuwerden, Mr. Che Wong. Ich glaube nämlich nicht an die Gefahr, die uns drohen könnte." Sie lachten sich plötzlich an. „Das begreifen Sie", sagte der Chinese trocken. Zum ersten mal war er ihnen sympathisch. Sie erhoben sich alle vier gleichzeitig. Che Wong reichte nacheinander seine Hand. Hans Lorenzen war der letzte der sie bekam. Er fühlte etwas Hartes in den Fingern und griff zu. Che Wong war verschwunden durch eine Tür, die niemand bemerkt hatte. Hans Lorenzen entfaltete das eng gekniffene Papier. „Zwanzig Pfund", stellte er fest. „Das scheint mir recht anständig." „Er muß demnach ziemliche Angst vor uns haben", sagte Rudolf Terbrügge. — Dann machten sie sich daran, ein Speisehaus zu suchen. Es war ungefähr die Zeit, da in Macao, Victoria und auch in Kanton, nicht weit von ihnen, die Konsulate jenes Telegramm aus Berlin erhielten, mit dem sie nichts anzufangen wußten. Der Portugiese in Macao, der die deutschen Interessen vertrat, gab es der Polizei. „Sind diese Deutschen hier bekannt?" Er bekam niemals eine Antwort. Der Konsul in Victoria stellte eine telephonische Rundfrage in der deutschen Kolonie an. Kannte denn niemand diese Männer? Er hatte schon vor einiger Zeit zwei Briefe für Hans Lorenzen und für Rudolf Terbrügge nach Kanton an das Generalkonsulat weitergeleitet. Er wartete eine Weile, dann gab er auch dieses Telegramm nach Kanton durch. Er war die Angelegenheit damit los. In Kanton saß der Konsul Nachderdut. Er bemühte zunächst die chinesische Polizei und ließ in den Hafenlogis nachfragen. Aber er wußte schon, es war so gut wie aussichtslos. Morgen früh würde man nach Berlin fein Bedauern übermitteln, die Gesuchten hier nicht zu kennen. Die Briefe mochten noch warten, man konnte ja nicht wissen, ob ein Dampfer „Mary D." nicht noch irgendwo auftauchte. Konsul Nachderdut saß und starrte die Depesche an. Dieser Rudolf Terbrügge wurde auch sonst noch gesucht. Nicht steckbrieflich! Aber im Reichsanzeiger war sein Name genannt, es galt für ihn, eine Erbschaft anzutreten. Würde man die Leute jemals finden? Waren es politische Flüchtlinge, Nationalsozialisten vielleicht? Dann konnten sie heimkehren. Das Dritte Reich war da; in diesen Tagen war Adolf Hitler auf den Kanzlerposten berufen worden. Er saß und sann. Gerne hätte er den drei Männern geholfen. Aber befanden sie sich in dieser Gegend? Man telegraphierte doch wohl aus Berlin nicht ganz sinnlos in alle Welt. Dieses Hotel, es bedeutete wohl einen Decknamen, wandte sich nach Kanton, weil man die Leute hier vermutete. Er rief die deutsche Handelskammer an. Geheimrat Duting versprach, alle deutschen Firmen aufmerksam zu machen und auch die befreundeten britischen. Wenn sich die drei Deutschen wirklich in Kanton aufhielten, mußte man sie finden! Gegen 5 Uhr desselben Tages kamen sie jedoch zu Konsul Nachderduts maßloser Verblüffung alle drei wie bestellt persönlich auf das Konsulat, nannten ihre Namen und fragten nach einem Brief, den ein Chinese Che Wong für sie abgegeben haben sollte. Sie sahen den alten, weißhaarigen Herrn, der sie selber empfing, mißtrauisch an. „Kein Brief da, wirklich nicht? Dann können wir wieder gehen. Besten Dank." „Aber meine Herren", hielt er sie verdutzt zurück, „ich freue mich sehr, daß Sie hergefunden haben. Zwar habe ich nicht von jenem Che Wong, oder wie Sie sagten, Post für Sie, aber sonst viele Nachrichten. Nehmen Sie Platz." Er bot Zigarren und Wihsky an. Dann kam er mit den beiden Briefen und dem Telegramm. Hans Lorenzen sah erstaunt die Schrift an, die er nicht kannte. „Das ist für mich, stimmt schon, aber wer schreibt mir das?" Rudolf Terbrügge hatte maßloses Herzklopfen. Ihm wurde beinahe übel, so jagte sein Herz. War es möglich, daß diese Schriftzüge — aber er kannte Antjes ungelenke Buchstaben — trotzdem — warum sollte sie — Papiere knisterten. Die beiden lasen. Als die Briefe herabsanken, hatten die Männer blasse Gesichter und waren ernst. „Gutes", erkundigte sich John Schnakenbeck, er hatte keine Post, den Kops hielt er gesenkt und spielte mit dem Wasserglas. „Mein Bruder ist gestorben", sagte Hans Lorenzen. „Das steht auch in meinem Brief." Rudolf Terbrügge mußte sich räuspern; die Worte fielen ihm schwer. „Aber es steht noch mehr darin. Mein Vater ist gestorben," Der Konsul sagte gedämpft: „Ich wußte cs Herr Terbrügge, aber ich wollte, daß Sie erst den Brief lasen. Ich dachte mir, dort in dem Schreiben sagt es Ihnen jemand schonender, nicht wahr." „Woher wußten Sie es Herr Konsul?" „Sie sind der Erbe, man sucht Sie seit geraumer Zeit." Wie alt war dein Vater, Rudolf?" „Noch nicht alt, Hans." „Aber immerhin alt. Wenn ich dagegen an Fred denke... Er fing gerade an mit seinem Leben." „Woran starb dein Bruder?" „Ein Unfall. Er wurde überfahren." „Ich habe keine Post", sagte John Schnakenbeck. So sehr ihn das vorhin niedergedrückt hatte, als die beiden Freunde ihre Briefe öffneten — oh, er hatte die erwartungsfrohen Gesichter wohl beobachtet und dann erst weggeschaut —, so sehr äußerte er das jetzt mit einer gewissen Erleichterung. Er beneidete die beiden nicht mehr. Der Konsul versuchte abzulenken. „Also kann ich auch dem Hotel die Rückantwort kabeln, daß Sie hier sind." „Wie sagen Sie, ein Hotel fragt nach uns?" „Hier, lesen Sie selber." „Sehr sonderbar." Hans Lorenzen gab das Formular herum. „Wer mag dahinterstehen?" „Kabeln wir doch: Gesuchte hier. Wer fragt?" Die drei nickten. Hans Lorenzen sagte: „Tun Sie das für uns, Herr Konsul?" „Selbstverständlich, ich gebe es gleich durch." Er ließ sie eine Weile allein. Sie sahen sich an und schwiegen. Worte waren ganz überflüssig. Nur John Schnakenbeck meinte: „Es tut mir wirklich leid...", aber auch er brachte den Satz nicht' zu Ende und rutschte hilflos auf seinem Stuhl hin und her, bis Rudolf Terbrügge ihn anlächelte: „Schon gut, John." Da war er erlöst. Der Konsul kam zurück. „Da ist auch gerade eben der Brief aus dem Ministerium für Sie gebracht worden", sagte er. „Herrn Hans Lorenzen. Ich gebe ihn also Ihnen, Herr Lorenzen." „Aus dem Ministerium kommt der Brief? Woher wissen Sie das?" „Ich kenne den Boten", erklärte Konsul Nach, derdut: er wunderte sich, daß seine Worte Verblüffung heroorgerufen hatten. Hans Lorenzen öffnete den Brief; er enthielt einen zweiten geschlossenen Umschlag, auf dem die Adresse des Mannes in Kaulun stand, die ihnen Che Wong bereits genannt hatte. „Kennen Sie einen Che Wong, Herr Konsul?" „Che Wong?" überlegte Nachderdut, „nein, den Namen habe ich noch nicht gehört." Herr Konsul, ist Ihnen vielleicht ein Mr. James King in Victoria beziehungsweise Kaulun bei tannt?" (Fortsetzung folgt!) Neues für den Büchertisch. — Theodor Mommsen: Römische Charaktere. Einleitung von Helmut B e r v e. Insel-Bücherei Nr. 489. Im Insel-Verlag zu Leipzig. — (233) — Mommsens „Römische Geschichte" hat bis heute kaum etwas von ihrer klassischen Geltung verloren. Es war ein glücklicher Gedanke, aus der imposanten Gesamtdarstellung die Reihe von Charakteristiken bedeutender Persönlichkeiten der Re- neit herauszugreifen und zu einer selbständi- rinen Porträtgalerie in der handlichen und schmucken Form eines Inselbändchens zusammen- zufassen. Die Reihe führt vom älteren Cato und Scipio Aemilianus über die Gracchen, Marius, Sulla, Pompejus, Craffus und Catilina bis zum jüngeren Cato und Caesar. Jede dieser Charakteristiken ist außerordentlich lebendig, klar und bei aller Knappyeit des Umrisses stets auf das Wesentliche und Kennzeichnende gerichtet; übrigens muten die meisten dieser Schilderungen ganz modern an in ihrem Stil und ihren Formulierungen. Sehr willkommen wird den meisten Lesern die am Schluß des Bändchens zusammengestellte Uebersicht der „Namen und Sachen" sein, die sie „bei der Erinnerung an einige Daten und Tatsachen der römischen Geschichte unterstützen" wollen, soweit der Text das wünschenswert erscheinen läßt. Der Leipziger Historiker Helmut Verve würdigt Mommsens großartige Leistung vom Standpunkt der modernen Geschichtswissenschaft aus in der Einleitung. — — Mario Heil d e Brentani: Spiel unter Fahnen. Roman. 247 Seiten. Hanseatische Verlagsanstalt Hamburg. — (231) — Der Roman trägt die Widmung „Denen zu eigen, die im Kriege Kinder waren" und versucht ein typisches Bild jener Generation zu geben, die heute erwachsen ist, und die in der kaum noch übersehbaren Kriegsliteratur bisher entweder vergessen oder nur peripherisch geschildert wurde. Heil de Brentani gehört dieser Generation an und kann also auf eigene Eindrücke und Erlebnisse zurückgreifen, wenn er das Schicksal eines Knaben beschreibt, der als Sohn eines Ingenieurs in Deutschland, Italien und Rußland noch die wirtschaftliche Höchstentfaltung der Zeit vor 1914 und dann das große Kriegs- und Nachkriegsschicksal als Heranwachsender uni Werdender erlebt, um endlich einzumünden in den breiten Strom der nationalsozialistischen Bewegung. Heil de Brentani hat diese Entwicklung, merklich selbst daran beteiligt, fesselnd und glaubhaft darzustellen verstanden. — — Wörterbuch der deutschen Volkskunde. Von Oswald 21. Erich und Richard B e i t l. (Kröners Taschenausgabe Band 127/128). 872 Seiten mit 158 Abbildungen und sechs Karten. Leinen 6,50 Mark. Alfred Kröner Verlag, Leipzig. — (229) — Dieser Taschenlexikon der deutschen Volkskunde tritt den großen Lehrbüchern und Fachenzyklopädien als handliches, für jedermann lesbares, lebendiges Auskunftsbuch zur Seite. Wissenschaftlich zuverlässig sieht es sein Ziel doch darin, in die Breite des deutschen Volkes zu wirken: es will, indem es Zukunft gibt, Liebe wecken zum deutschen Volkstum und zu volkskundlichen Betrachtungen anregen. In über tausend ausführlichen und, wo nötig, durch treffliche Abbildungen unterstützten Artikeln ist die gesamte deutsche Volkskunde, von den Begriffsbestimmungen bis in die ganze Fülle der Einzeltatsachen anregend vorgetragen: die Volkskunst, Hausformen und Trachten, Glaube und Bräuche, Sprache und Dichtung, Tänze, Feste und Spiele, Handwerk und Schmuck, Malerei und Graphik, Spinn- und Webgerät — unmöglich, die vielen Gebiete anzudeuten. Mehrere hundert Stichworte stellen die Verbindung der Volkskunde mit der Vorgeschichte und Rassenkunde her. Zu jedem Artikel ist sorgfältig das Schrifttum angegeben. Artikel wie „Volkskunde", „Volkskunst", „Bauernhaus", „Recht", „Volksmedizin" und viele andere sind dadurch zu kleinen Studienfuhrern geworden. Ein weiterer Vorzug: dies „Wörterbuch" will nicht nur nachgeschlagen fein; man wird nicht mehr von ihm loskommen, wenn man einmal darin zu lesen begonnen hat, und wird es nicht ohne innere Bereicherung aus der Hand legen. — Gerhard Scholtz: Carl vonClause- w i tz. Bildnis eines deutschen Soldaten. In Ganzleinen 3,50 Mark. Frundsberg-Verlag G. m. b. H., Berlin. — (148.) — Clausewitz heißt ein wissenschaftlicher Begriff und ein Schlagwort, aber wenige haben eine klare Vorstellung vom Wirken und der geschichtlichen Gestalt dieses Mannes, dessen Andenken der ganzen Nation gehört. Die vorliegende, anregend und fesselnd geschriebene Darstellung des Werkes und der Persönlichkeit von Clausewitz' bringt ein Lebensbild des Generals, das wissenschaftliche Zuverlässigkeit mit lebensvoller Gestaltung vereint. Darum wird Clausewitz durch dieses Buch, das ihn als bedeutenden Soldaten, als großen Charakter und als geistigen Menschen zeigt, endlich diejenige allgemeine Anteilnahme gewinnen können, auf die er Anspruch hat. Clausewitz gehört nicht nur dem Offizier, sondern jedem deutschen Manne, der deutschen Jugend vor allem. — Friderizianiscke Schlösser. Mit zehn farbigen Tafeln nach 2lquarellen von Prof. A. Thon. Kart. 3,40 RM. Waldemar Klein Verlag, Berlin. — (152) — Der Geist Friedrichs des Großen, der im preußischen Staat Gestalt wurde, ist mit besonderer Eindringlichkeit in seiner Residenz spürbar. Jeder unverbildete Besucher Potsdams ist betroffen von der Lebendigkeit, mit der ihm noch heute, mehr als Vorträge und Bücher über den König, die Bauten selbst als Zeugnisse des Seins ansprechen. Allein die Anekdote vermag so unmittelbar wie die Bauten und Räume sein Bild ins Leben zu rufen. Beide spielen zueinander, die Anekdote erhält durch die Bauten Hintergrund, Park und Räume durch die Anekdote Lebendigkeit. Der vorliegende Band stellt sich die Aufgabe, die Räume, die Friedrich der Große für sich bauen ließ und in denen er lebte, in ihrer farbigen Schönheit dem Leser vorzuführen. Aus Rheinsberg sehen wir das Turmzimmer, in dem Friedrich als Junger Kronprinz den „Antimachiavell" schrieb; die übrigen Räume entstammen den Potsdamer Schlössern. Acht Holzschnitte im Text (vom W. Masjutin) ergänzen auf ihre Weise das in den Aquarellen farbig beschworene Bild. — D r. Hermann (Sauer: Vom Bauern- tum, Bürgertum und Arbeitertum in der Armee. 73 Seiten. Preis 3 Mark. Heidelberger Derlagsanstalt und Druckerei Friedrich Schulze G. m. b. H., Heidelberg 1936. — (205) — Die Schrift erschien zuerst im Jahre 1935 als eine der ersten Oktoberarbeiten im neuerrichteten Wehr- wissenschaftlichen Institut der Universität Heidelberg und liegt bereits in zweiter Auflage vor. Das Thema ist interessant und grundsätzlich wichtig genug, um auch vor einem größeren Leserkreis vorgetragen zu werden, als dies bei Dissertationen der Fall zu sein pflegt. Ueber die soziale Schichtung in der Armee sind unseres Wissens bisher nur Teil- untersuchungen erschienen; es erscheint verdienstlich, hierüber systematische Untersuchungen anzustellen und diese auszuwerten. (Sauers Darstellung geht chronologisch vor und behandelt zunächst im lieber« blick die antiken und mittelalterlichen Verhältnisse: die verschiedenen Heeresoerfassungen Griechenlands, die römischen Wehrformen, dann das fränkische Volksaufgebot, Lehnswesen, Ritter- und Söldner- tum, anschließend die Zeit der Mischheere (in Schweden und in Preußen); die weiteren Abschnitte befassen sich mit der allgemeinen Wehrpflicht, mit der körperlichen und geistigen Tauglichkeit des Ersatzes, mit Volk und Heer im Weltkriege; den Abschluß bilden der Versuch einer Wertung und eine Gesamtschau. Aufschlußreiche zahlenmäßige Belege zu den in der Arbeit angestellten Untersuchungen finden sich im Anhang, auch im „Versuch einer Wertung", wo die Zusammensetzung einzelner Truppenteile zugrundegelegt und die Verhältnisanteile an den Verlusten wie an den Beförderungen und den sonstigen Auszeichnungen ermittelt werden. — Zu haben in allen Fachgeschäften. bestimmt bei 393V 5653C Betr.: CARLNqWACK Will Vesper. ernster wissenschaftlicher Bemühung/ Verlangen Sie kostenlos unser bebildertes Werbeblatt! steigert werden. 5636D MJCnRC DRUCKSACHEN WCHDE Brühl. Gießen Oekonomierat Müller. Carl heinz schlüter] wandert sichs auf Erden-- herrlich ohne Viktoria-Drogerie E. Guth Central-Drogerie E. Karn Germania-Drogerie C. Seibel Parfümerie Hermann Plank •ach wie Zusammenkunft: Neuhof bei Leihgestern, Bahnstation Lang-Göns. dem 19. September 1936, fallen ans. Gießen, den 11. September 1936. Nebeling, Schulrat. Bekanntmachung. Die Verpflichtung des städtischen Arbeiters Ludwig Diehl in Gießen auf den Polizei- Doppelherz ist d. bewährteNerven- kräftigungsmittel. F. Wöchnerinnen, Schwache, Nervöse, Erschöpfte end alle, die sich matt und elend fühlen, als Kräftigungsmittel unentbehrlich. 1,95 RM, 3,70 RM und 4,65 RM, Doppelherz-Dragees 1,50 RAA. C. Seibel, Frankfurter Str., 0. WinterhoH, Kreuzplatz 9/10. Grünberg: Karl Schott u. sämtliche Filialen. Ijaubach: Solms- Laubacher Drog. Karl Klein. 274V bringt zur höchsten Reife Pflege mit Belauschtes Leben Kleine Kreatur in Wasser, Dusch und Halm Don K. O. Bartels. - 164 Naturaufnahmen aus dem Leben der niederen Tierwelt mit erläuternden Bildunterschriften, Namensangaben und 62 Seiten Text. Mit einem Geleitwort von Professor Dr. Deegener, Universität Berlin. 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Auftriebszeit von 8 bis 9 Uhr vormittags. Auf dem Rindviehmarkt wird sämtliches Vieh gegen Maul- und Klauenseuche schutzgeimpst. Gießen, den 12. September 1936. Der Oberbürgermeister. I. V.: Sudheimer, Beigeordneter. Lebensmittel-Geschäft auf dem Lande mit 3 - Zimmer - Wohnung per 1. Januar 1937 preiswert zu verpachten. Schriftl. Angebote unter 5639D an den Gieß. Anzeiger erbeten. < 3 NITRG HUH Gl। über die Erhebung eiuev allgemeine« tvevtzuwachöfteuev. Auf Grund des § 3 der Deutschen Gememde- ordnung, des § 18 des Finanzausgleichsgesetzes in der Fassung der Bekanntmachung vom 27. April 1926 (RGBl. I Seite 203) und des Artikels 15 des Lest. Ausführungsgesetzes zum Finanzausgleichs- geseh vom 27. März 1924 in der Fassung der Be- kanntmachung vorn 25. Juni 1930 (Reg.-Blatt Seite 98) wird nach Anhörung der Ratsherren der Stadt Gießen und mit Genehmigung des Lerrn Reichsstatthalters in Lessen, Landesregierung, Abt. Ib, zu Nr. 38033 vom 2. September 1936 für die Stadt Gießen folgende Steuerordnung erlassen: § 1. Beim Liebergang des Eigentums an einen zum Gemeindebeztrk gehörigen Grundstück oder Grund- stücksteil wird von dem Wertzuwachs, der ohne Zutun des Eigentümers entstanden ist, eine Abgabe (Wertzuwachssteuer) nach Maßgabe dieser Ordnung erhoben, wenn die Veräußerer oder, beim Erwerb in den Fällen des § 8, ihre Rechtsvorgänger, das Eigentum an dem Grundstück nach dem 31. Dezember 1913 erworben haben. * §2. Den Grundstücken stehen Berechtigungen gleich, auf welche die Vorschriften des bürgerlichen Rechts über Grundstücke Anwendung finden; ausgenommen sind unbewegliche Bergwerksanteile. 8 3. Dem Uebergang des Eigentums an Grundstücken steht gleich der Uebergang von Rechten an dem Vermögen einer Gesellschaft mit beschränkter Lüftung, einer Kommanditgesellschaft, Gewerkschaft, eingetragenen Genossenschaft, eines eingetragenen Vereins, oder einer offenen Landelsgesellschaft, soweit das Vermögen der Vereinigung aus Grundstücken besteht, wenn entweder zum Gegenstand des Unternehmend die Verwertung von Grundstücken gehört ober wenn die Vereinigung geschaffen ist, um die Wertzuwachssteuer zu ersparen. §4. Steuerpflichtig ist auch ein Rechtsvorgang, der es ohne Uebertragung des Eigentums einem anderen ermöglicht, über das Grundstück wie ein Eigentümer zu verfügen. 8 5. Die Besteuerung wird nicht dadurch ausgeschlossen. daß ein nach dieser Ordnung steuerpflichtiges Rechtsgeschäft durch ein anderes Rechtsgeschäft verdeckt wird. 8 6. (1) Die Steuerpflicht wird begründet durch die Eintragung der Rechtsänderung tn das Grundbuch ober, wenn es einer solchen zum Liebergang des Eigentums nicht bebarf, durch den Vorgang, der die Rechtsänderung bewirkt. (2) Sofern das Grundbuch noch nicht als angelegt anzusehen ist, tritt an die Stelle der Eintragung bte Umschreibung in öffentlichen Büchern. 8 7. (1) Ein zur Uebertragung des Eigentums verpflichtetes Veräußerungsgeschäft wird steuerpflichtig. § 16. 1. 6125C] Dem Erwerbspreis sind hinzuzurechnen: 1 - als Kosten des Erwerbs, sofern nicht an Stelle des Erwerbspreises der Wert maßgebend ist, 8 v. H. des Erwerbspreises. Weist der Veräußerer nach, daß die zum Erwerb des Grund- Der Oberbürgermeister« Ritter. Gegenleistung maßgebend. § W. Beim Aebergang im Wege der Zwangsversteigerung gilt als Preis der Betrag des Meistgebots, zu dem der Zuschlag erteilt wird, unter Hinzurechnung )er vom Ersteher übernommenen Leistungen. Zm Falle der Abtretung der Rechte aus dem Meistgebot und der Erklärung des Meistbietenden, daß er für einen anderen geboten habe, tritt an Stelle des Meist- gebots der Wert der Gegenleistung, wenn sie höher ist als das Meistgebot. § 11. (1) Bei einem aus Anlaß einer Feldbereinigung, Grenzregelung oder Umlegung empfangenen Grund- tück ist als Erwerbspreis das Entgelt anzusehen, das bei dem letzten steuerpflichtigen Rechtsvorgang für das in die Feldbereinigung usw. gegebene Grundstück gezahlt worden ist. (2) Ausgleichszahlungen sind dem Erwerbspreis hinzu- oder abzurechnen. Für die Steuerberechnung kommt der auf diesem Weg berichtigte Erwerbspreis und die Größe des aus der Masse empfangenen Grundstücks in Frage. Als Besitzdauer gilt die Zeit von dem Erwerb des in die Masse usw. gegebenen Grundstücks an. § 12. (1) Soweit der Erwerbspreis nicht in Gold-, Renten- oder Reichsmark berechnet ist, wird er nach § 2 des Aufwertungsgesetzes vom 16. Zuli 1925 (RGBl. I S. 117) nach seinem Goldmarkwerte berechnet. Für die Berechnung ist maßgebend der Tag des Abschlußes des Rechtsgeschäftes, wenn ein Veräußerungsgeschäft abgeschlossen war, das zur Ueberttagung des Eigentums verpflichtete, in allen übrigen Fällen der Tag des Rechtsvorgangs, der die Rechtsänderung bewirkt hat. (2) Die Bestimmungen des Absatzes 1 finden entsprechende Anwendung auf die Ermittlung aller nach dieser Steuerordnung in Betracht kommenden Beträge (Zu- und Abrechnungen). § 13. (1) Ist ein Preis nicht vereinbart oder nicht zu ermitteln, so tritt an die Stelle des Preises der Wert des Grundstücks zur Zeit des Vertragsabschlusses. (2) Das Gleiche gilt, wenn auf dem Grundstück eine der im § 2 bezeichneten Berechtigungen oder ein Nießbrauchsrecht lastet, zu deren Beseitigung der Veräußerer nicht verpflichtet ist, und der Wert des Grundstücks den Betrag der Gegenleistung übersteigt. (3) Wenn die Beteiligten zum Zwecke der Steuerersparung einen Teil des Entgelts in die Form einer Vermittlungsgebühr, einer den üblichen Zinssatz erheblich übersteigenden Verzinsung des gestundeten Preises oder einer sonstigen Nebenleistung kleiden, so ist der als Teil des Entgelts anzusehende Betrag durch Schätzung zu ermitteln. § 14. Unter „Wert" im Sinne dieser Ordnung ist der gemeine Wert zu verstehen. Für seine Ermittlung gelten die entsprechenden Vorschriften der Reichsabgabenordnung. § 15. (1) Von dem Preis kommt in Abzug der Wert der von dem Veräußerer übernommenen Lasten, der Maschinen, auch soweit sie zu den wesentlichen Bestandteilen des Grundstücks gehören, und der Erzeugnisse des Grundstücks, solange sie mit dem Boden zusammenhängen. (2) Sind Einzelpreise oder.Werte der steuerpflichtigen und steuerfreien Gegenstände nicht angegeben oder erscheinen die angegebenen Preise oder Werte nicht zutreffend, so ist der auf die steuerpflichtigen und steuerfreien Gegenstände entfallende Teil des Gesamtpreises von der Veranlagungsstelle durch Schätzung sestzustellen, wenn nicht der Steuerpflichtige auf Erfordern innerhalb einer von der Veranlagungs- : stelle zu bestimmenden Frist die Trennung der Preise oder Werte nachholt. Grund eines Zuschlags, der in den vorgenannten Fällen bei Teilung im Wege der Ver- ' steigerung einem Miterben oder Teilnehmer erteilt wird; 4. beim Erwerb der Abkömmlinge von den Eltern, Großeltern und entfernteren Voreltern, sowie beim Erwerb der Eltern von Kindern; den Ellern stehen die Stiefeltern gleich, ebenso die Adoptiveltern, wenn kein Verdacht besteht, daß die Annahme an Kindes Statt zum Zwecke der Steuerhinterziehung vorgenommen ist; 5. beim Einbringen in eine ausschließlich aus dem Veräußerer und dessen Abkömmlingen oder aus diesen allein bestehende Vereinigung. Die Steuerpflicht tritt ein, wenn nachträglich ein Gesellschafter ausgenommen wird, der nicht zu den Abkömmlingen des Veräußerers gehört; 6. beim Einbringen von Nachlaßgegenftänden in eine ausschließlich von Miterben gebildete Vereinigung. Die Vorschrift der Nr. 5 Satz 2 findet entsprechende Anwendung; 7. beim Erwerb von Maßegrundstücken, die im Eigentum einer Feldbereinigungsgesellschaft stehen, beim Austausch von Grundstücken zum Zwecke der Zusammenlegung (Feldbereinigung), der Ermöglichung einer besseren landwirtschaftlichen Ausnutzung von Grundstücken in Gemengelage, der Grenzreglung oder der besseren Gestaltung von Bauflächen (Umlegung), sowie bei Ablösung von Rechten an Forsten, wenn diese Maßnahmen auf der Anordnung einer Behörde beruhen oder von einer gesetzlich hierfür zuständigen Behörde als zweckdienlich anerkannt werden; 8. beim Austausch von Feldesteilen zwischen angrenzenden Bergwerken und bei der Vereinigung zweier oder mehrerer Bergwerke zum Zwecke der besseren bergbaulichen Ausnutzung, sofern sie nicht zum Zwecke der Steuerersparung erfolgen; 9. bei Grundstücksübertragungen, die der Besiedlung des platten Landes oder der Schaffung gesunder Kleinwohnungen für Minderbemittelte zu dienen bestimmt sind, wenn als Erwerber oder Veräußerer Körperschaften des öffentlichen Rechts oder solche Personenver- einigungen, die sich mit den genannten Zwecken befassen, beteiligt sind. Die Befreiung der Per- fenenofereintgungen tritt nur ein, wenn der Reingewinn sich sahungsgemäß auf eine Verzinsung von höchstens 5 v. 55. der Kapitaleinlagen beschränkt, bei Auslosungen, Ausscheiden eines Mitgliedes und für den Fall der Auf- lösimg der Vereinigung den Mitgliedern nicht mc()r als der Nennwert ihrer Anteile zugesichert und bei der Auflösung der etwaige Nest des Vermögens für gemeinnützige Zwecke bestiynnt ist; (1) Bei der steuerpflichtigen Ueberlassung eines gemeinschaftlichen Grundstücks an einen Mitberech- tigten oder Gesellschafter bleibt die Steuerpflicht auf den veräußertLN Anteil beschränkt. Bei dem nächsten steuerpflichtigen Rechtsvorgang ist der Wertzuwachs für den eigenen und für den hinzuerworbenen Anteil gesondert zu berechnen und zu versteuern. (2) Eine gleiche gesonderte Steuerberechnung hat auch in anderen Fällen dann stattzufinden, wenn der Veräußerer Anteile des Grundstücks zu verschiedenen Zeiten erworben hatte. §22. Beim Tausch von Grundstücken ist die Steuer für jedes Grundstück gesondert zu berechnen. § 2ä. (1) Die Steuer beträgt bei einer Eigentumsdauer: bis zu 6 Monaten 50 ö.S5. des Wertzuwachses von mehr als 6 Monaten bis zu 1 Jahr 40 v.H. des Wertzuwachses von mehr als 1 Jahr bis zu 2 Jahren 30 ü.55. des Wertzuwachses von mehr als 2 Jahren bis zu 3 Jahren 25 v.L. des Wertzuwachses von mehr als 3 Jahren bis zu 4 Jahren 20 v.L. des Wertzuwachses von mehr als 4 Jahren bis zu 5 Jahren 15 v.H. des Wertzuwachses Bei längerer Eigentumsdauer vermindert sich der Steuersatz für jedes angefangene weitere Jahr der Besihzeit um 1 v.H.; er beträgt jedoch mindestens 10 v.L. (2) Die Steuerbeträge werden auf Völle Reichsmark nach unten abgerundet. (3) Steuerbeträge, die im ganzen unter 50 RM. bleiben, werden nicht erhoben. §24. (1) Die Zahlung der Steuer liegt demjenigen ob, dem das Eigentum an dem Grundstück vor dem die Steuerpflicht begründenden Rechtsvorgang zustand. Mehrere Steuerpflichtige haften als Gesamtschuldner. (2) Kann die Steuer von dem Veräußerer nicht beigettieben werden, so haftet der Erwerber, wenn er die Steuer durch Vereinbarung übernommen hatte, bis zum vollen Steuerbetrage, im übrigen nur bis zu einem Betrage von 10 v.L. und in den unter § 13 Ziffer 7 des Reichsgesetzes vom 10. August 1925 (RGBl. I S. 254) erwähnten Fällen bis zu einem Betrage von 25 v.L. des Veräußerungspreises. Au' Erwerbungen im Wege der Zwangsversteigerung findet diese Bestimmung keine Anwendung. Die Haftung des Erwerbers fällt fort, sobald der Veräußerer einen entsprechenden Betrag bezahlt oder sicher- gestellt hat. (3) Gehen dem Eintritt der Steuerpflicht mehrere aufeinanderfolgende Rechtsgeschäfte voraus, so haften die an einem dieser Rechtsgeschäfte als Veräußerer beteiligten Personen neben dem Steuer- pflichtigen als Gesamtschuldner. ™ § 25. Q3on der Steuerpflicht befreit sind das Reich, das Land sowie die Gemeinden (Gemeindeverbände), in denen das Grundstück liegt. § 26. (1) Eine außerordentliche Ermäßigung der Steuer um dre Lälste ist auf Anttag von der Steuerstelle zu gewähren, wenn es sich um den Verkauf eines Wohn- Hauses oder einer Ansiedlungsstätte an Kriegsbe- schädigte oder an Linterbliebene von Kriegsteilneh- mern handelt, die auf Grund des Kapitalabfindungs- gesehes Grundstücke erwerben, und wenn zugleich der 10. beim Erwerb von Grundstücken zwecks Schaffung oder Erweiterung öffentlicher Erholungs-, Wald- und sonstiger Grünanlagen, sowie für Zwecke öffentlicher Straßen und Plätze. Falls und insoweit das Grundstück innerhalb einer Frist, die vom Beginn des zweiten Jahres bis zum Ende des fünfzehnten Jahres nach Abschluß des Veräußerungsgeschäfts läuft, für andere Zwecke verwendet wird, erfolgt Nachveranlagung ; 11. wenn das Vermögen einer Erwerbsgesellschaft als Ganzes mit oder ohne Auseinandersetzung auf eine andere inländische Erwerbsgesellschaft übertragen wird; die Bestimmungen der §§ 8, 10 und 13 des Gesetzes über Steuermilderungen zur Erleichterung der Wirtschaftslage vom 31. März 1926 (RGBl. I S. 185) finden Anwendung; 12. wenn das Vermögen einer öffentlichen Körperschaft als Ganzes auf eine andere öffentliche Körperschaft übertragen wird; 13. bei allen Rechtsgeschäften, die zur Durchführung von Siedlungsverfahren im Sinne des Neichssiedlungsgesehes vom 11. August 1919 dienen. (2) Zu den Miterben im Sinne der Nr. 3 und 6 wird der überlebende Ehegatte gerechnet, der mit den Erben des verstorbenen Gatten gütergemeinschaft- liches Vermögen zu teilen hat. Die Steuerbefreiungen Veräusierungspreis mit Rücksicht auf die Person des Erwerbers wesentlich niedriger als sonst üblich festgesetzt ist. (2) Die Steuer wird nicht erhoben, wenn der Veräußerer oder, bei einem steuerfteien Eigentumsübergang, der Vorbesitzer das Grundstück unbebaut erworben und als Bauherr oder Bauunternehmer nach dem 1. Oktober 1923 darauf ein Wohnhaus zu errichten begonnen und innerhalb von 3 Jahren nach erfolgter Gebrauchsabnahme veräußert hat. Das Rechtsgeschäft gilt jedoch als steuerpflichtiger Rechtsvorgang im Sinne des § 20 Abs. 1 dieser Ordnung. (3) Die Steuer wird erstattet, wenn der Veräußerer den erzielten Kaufpreis zum Neubau eines Wohnhauses oder zu einem eine Wohnungsvermehrung be- wirkenden Umbau verwendet hat. Ist nicht der volle Bettag zu diesem Zwecke verwendet, so wird die Steuer nur in dem Verhältnis des verwendeten Betrags zum gesamten Erlöß ermäßigt. Der Erlaß oder die Ermäßigung tritt nur ein, wenn der Neu- oder Umbau binnen 6 Monaten nach der Veräußerung begonnen und innerhalb eines weiteren Jahres fertig- gestellt wird. (4) Die Steuer kann auf Antrag ganz oder teilweise durch die Steuerstelle erlassen werden, wenn der Steuerpflichtige erwerbsunfähig ist oder seinen Lebensunterhalt in der Hauptsache aus den Mieteinnahmen des veräußerten Grundstücks bestreiten mußte oder die Veräußerung lediglich zum Zwecke einer besseren Anlage oder Verzinsung seines Eigenkapitals oder infolge einer nicht nur vorübergehenden Notlage zur Flüssigmachung von Mitteln zu seinem und seiner Familie Lebensunterhalt vorgenommen hat. (5) Abgesehen von den Fällen zu Abs. 1 bis 4 kann Herabsetzung oder teilweiser Erlaß oder Niederschlagung einer bereits veranlagten Steuer auf Antrag von dem Gemeindevorstand gewährt werden, falls die Erhebung oder Beitreibung im Einzelfalle eine besondere Härte bedeuten würde. §27. (1) Die Steuer wird auf Anttag erlassen oder ermäßigt: 1. bei Nichtigkeit der Auflassung oder des sonstigen, den Eigentumserwerb begründenden Rechtsvorgangs; 2. bei Rückerwerb des Eigentums infolge Nichterfüllung der Vertragsbedingungen des Veräußerungsgeschäfts; 3. bei Rückerwerb des Eigentums innerhalb zweier Jahre seit der Veräußerung zu einem Preise, der nur die Kosten des Erwerbs deckt; 4. bei Preisminderung nach den §§ 459, 460 des Bürgerlichen Gesetzbuches, soweit sie eine Ermäßigung der Steuer zur Folge haben würde; (2) Der Anttag muß innerhalb eines Jahres nach Eintritt des Ereignisses gestellt werden, auf welches der Erstattungsanspruch sich gründet. (3) Wird die Steuer erlassen, so gilt die Veräußerung und der Rückerwerb im Sinne dieser Ordnung als nicht erfolgt. §28. (1) Die Steuerpflichtigen haben binnen zwer Wochen der Steuerstelle von jedem steuerpflichtigen Rechtsvorgang Anzeige zu machen und auf Verlangen Über bestimmte für die Veranlagung maßgebende Tatsachen innerhalb einer zu bestimmenden Frist Auskunft zu erteilen, insbesondere alle die Steuerpflicht und das Veräußerungsgeschäft betreffenden Urkunden vorzulegen. (2) Wird die erteilte Auskunft beanstandet, so sind dem Steuerpflichtigen die Gründe der Beanstandung mitzuteilen mit der Aufforderung, innerhalb einer angemessenen Frist weitere Erklärungen abzugeben. §29. (1) Die Veranlagung erfolgt durch das Finanzamt Gießen. (2) Der Steuerpflichtige erhält einen schriftlichen Steuerbescheid. § 211 der Reichsabgabenordnung findet Anwendung. (3) Die Zahlung der Steuer hat binnen einer Frist von 1 Monat nach Zustellung des Steuerbescheids an die in dem Bescheide bezeichnete Kasse zu erfolgen. (4) Auf nicht rechtzeitig gezahlte Steuerbeträge finden die jeweils geltenden Vorschriften Über Erhebung von Verzugszinsen für Gemeindeabgaben Anwendung. §30. (1) Soweit sich nicht aus dieser Ordnung etwas anderes ergibt, finden auf das Rechtsmittelverfahren die Vorschriften der §§ 217 bis 297 der Neichs- abgabenordnung in ihrer jeweils geltenden Fassung sinngemäß Anwendung mit der Maßgabe, daß an die Stelle des Reichsministers der Finanzen der Reichsstatchalter in Hessen — Landesregierung — tritt. (2) Gegen die Berufsentscheidung des Finanzgerichts kann sowohl vom Steuerpflichtigen als auch vom Vorsteher der Veranlagungsstelle die Rechtsbeschwerde beim Hessischen Verwaltungsgerichtshof verfolgt werden; sie ist nur zulässig, wenn nach jener Entscheidung die Wertzuwachssteuer mindestens 100 Reichsmark beträgt. §31. (1) Zuwiderhandlungen gegen diese Steuerordnung unterliegen den in der Reichsabgabenordnung für Steuerzuwiderhandlungen vorgesehenen Strafen. (2) Insbesondere werden bestraft: die Steuerhinterziehung (§ 359 A.O.) und ihr Versuch (§ 360 A.O.) mit Geldstrafe von unbeschränktem Höchstbettag, daneben kann auf Gefängnis bis zu 2 Jahren erkannt werden; die Steuergefährdung (§ 367 A.O.) mit Geldstrafe bis zu einhunderttausend Reichsmark. (3) Steuerzuwiderhandlungen durch andere als die in der Reichsabgabenordnung unter Strafe gestellten Handlungen und Unterlassungen (§ 377 A.O.) werden mit einer Ordnungsstrafe bis zu zehntausend Reichsmark bestraft, die bei vorsätzlicher Hinderung eines Steuerbeamten an der Amtsausübung bis auf das Doppelte erhöht werden kann. §32. Für das Strafverfahren gelten sinngemäß die entsprechenden Vorschriften der Reichsabgabenordnung mit der Maßgabe, daß die Strafen in die Stadtkasse fließen, und daß an die Stelle des Reichsministers der Finanzen der Reichsstatthalter in Hessen — Landesregierung — tritt. §33. Diese Steuerordnung tritt mit dem Tage der Veröffentlichung im Amtsverkündigungsblatt in Kraft und gilt für alle Fälle, in denen der Abschluß des Veräußerungsgeschäfts frühestens am Tage der Veröffentlichung erfolgt ist. Mit dem gleichen Tage : tritt die Ortssatzung über die Erhebung einer Wertzuwachssteuer vom 12. April 1927 außer Kraft mit der Maßgabe, daß alle Fälle, in denen der Abschluß des Veräußerungsgeschäfts während der Geltungsdauer der seitherigen Ortssatzung erfolgt ist, der seitherigen Ortssatzung unterliegen. Gießen, den 8. September 1936. nach Nr. 3 und 4 kommen auch Ehegatten von Mit- erben oder Tellnehmern an einer fortgesetzten Gütergemeinschaft sowie Ehegatten von Abkömmlingen zu, wenn sie auf Grund des bestehenden Güterstandes ohne rechtsgeschäftliche Ueberttagung Miteigentum erwerben. § 9. (1) Als steuerpflichtiger Wertzuwachs gilt der Unterschied zwischen dem Erwerbspreis und dem Veräußerungspreis. (2) Der Preis bestimmt sich nach dem Gesamt- betrage der Gegenleistungen einschließlich der vom Erwerber übernommenen oder ihm sonst infolge der Veräußerung obliegenden Leistungen und der vorbe- haltenen oder auf dem Grundstück lastenden Nutzungen, bei Verträgen über Leistung an Erfüllungs Statt nach dem Wert, zu dem die Gegenstände an Erfüllungs Statt angenommen werden. (3) Werden bei der Veräußerung Hypotheken, Grundschulden, Rentenschulden oder Reallasten übernommen, so sind sie bei Feststellung des Veräußerungspreises nach den hierfür bestehenden gesetzlichen Vorschriften aufzuwerten, soweit nicht ein höherer Uebernahmepreis dafür vereinbart worden ist; diese Bewertung gilt aber dann auch für das folgende steuerpflichtige Veräußerungsgeschäft. (4) Die auf einem nicht privatrechtlichen Titel beruhenden Abgaben und Leistungen, die auf dem Grundstück kraft Gesetzes lasten (gemeine Lasten), werden nicht mitgerechnet. Der Wert wiederkehrender Leistungen und Nutzungen bestimmt sich nach den Vorschriften der Reichsabgabenordnung. (5) Ist einem der Vertragsschließenden ein Wahlrecht oder die Befugnis eingeräumt, innerhalb gewisser Grenzen den Umfang der Gegenleistung zu bestimmen, so ist der höchstmögliche Betrag der stücks unmittelbar aufgewendeten Kosten einschließlich der ortsüblichen Vermittlungsgebühr höher waren als die genannten Pauschsätze, so treten an Stelle der Pauschsätze die nachgewiesenen Kosten; 2. falls das Grundstück im Wege der Zwangsver- steigerung erworben worden ist, und der Ver- äußerer zur Zeit der Einleitung der Zwangsversteigerung Hypotheken- oder Grundschuldgläubiger war, der nachweisliche Betrag seiner ausgefallenen Forderungen bis zu dem Werte, den das Grundstück zur Zeit der Eintragung der Forderungen hatte. Die Forderungen werden, wenn sie durch entgeltliches Rechtsgeschäft erworben sind, nur in Höhe des geleisteten Entgelts angerechnet. Beruht ihr Erwerb auf einer Schenkung oder sind sie innerhalb kürzerer Zeit als 3 Monate vor der Einleitung der Zwangsversteigerung eingetragen worden, so werden die Forderungen nur berücksichtigt, wenn nach den Umständen Schenkung ober Eintragung keine Steuerersparung bezweckten; 3. die Aufwendungen für Neu- und Umbauten, so- weit solche nicht nf"* Mitteln her- wenn der Uebergang des Eigentums nach Ablauf eines Jahres nach Abschluß dieses Veräußerungsgeschäfts nicht erfolgt ist. (2) Ist die Steuerpflicht nach Absatz 1 eingetteten und erfolgt sodann der Eigentumsübergang (§ 6), so wird die Steuer für diesen nur insoweit erhoben, als sie die Steuer des Absatzes 1 übersteigt. (3) Liegen mehrere Veräußerungsgeschäfte inner- halb eines Jahres vor und führt eines von chnen vor Ablauf des Jahres zum Eigentumsübergang (§ 6), so tritt gleichzeitig mit der Steuerpflicht des Eigen- tumsübergangs die Steuerpflicht derjenigen Ver- äußerungsgeschäfte ein, die dem zur Ausführung kommenden Veräußerungsgeschäft vorangehen und ihrerseits nicht zumEigentumsübergang geführt haben. (4) Als Veräußerungsgeschäfte im Sinne des Ab- sahes 1 sind auch anzusehen: 1. die Ueberttagung der Rechte der Erwerber aus Veräußerungsgeschäften; 2. die Ueberttagung von Rechten aus Anträgen zum Abschluß eines Veräußerungsgeschäfts, die den Veräußerer binden, sowie aus Verträgen, durch die nur der Veräußerer zum Abschluß eines Veräußerungsgeschäfts verpflichtet wird; 3. nachträgliche Erklärungen des aus einem Veräußerungsgeschäft berechtigten Erwerbers, die Rechte für einen Dritten erworben oder die Pflichten für einen Dritten Übernommen zu haben; 4. die Abtretung der Rechte aus dem Meist- gebot und die Erklärung des Meistbietenden, daß er für einen anderen geboten habe; 5. Rechtsgeschäfte, durch die jemand ermächtigt wird, ein Grundstück ganz oder teilweise auf eigene Rechnung zu veräußern. §8. (1) Die Steuer wird nicht erhoben: 1. beim Erwerb von Todeswegen oder auf Grund einer Schenkung unter Lebenden (§§ 2 und 3 des Erbschaftssteuergesetzes in der Fassung der Bekanntmachung vom 22. August 1925 — Reichsgesetzblatt I S. 320 —), sofern nicht die Form der Schenkung lediglich gewählt ist, um die Wertzuwachssteuer zu ersparen. Bei Schenkungen mit einer Auflage beschränken sich die Steuerbefreiungen auf den Teil des gemeinen Werts des Grundstücks, der den Wert der Auflage überschreitet; 2. bei der Begründung, Aenderung, Fortsetzung und Aufhebung der ehelichen Gütergemeinschaft; 3 beim Erwerb auf Grund von Verträgen, die zwischen Miterben oder Teilnehmern an einer ehelichen oder fortgesetzten Gütergemeinschaft zum Zwecke der Teilung der zum Nachlaß oder zum Gesamtgut gehörigen Gegenstände abgeschloyen werden, sowie beim Erwerb auf gestellt worden sind, sowie für sonstige dauernde ' besondere Verbesserungen, auch land- und forst- ! wirtschaftlicher Art, sowie für bergmännische, Versuchs- und Ausrichtungsarbeiten, die innerhalb des für die Steuerberechnung maßgebenden < Zeitraums gemacht sind und weder die nach §15 ■ abzugsfähigen Gegenstände betreffen, noch der । laufenden Unterhaltung von Baulichkeiten oder : der laufenden Bewirtschaftung von Grund- । stücken dienen, soweit die Bauten und Verbes- ■ ferungen noch vorhanden sind. Der Wert eigener Arbeit, soweit durch sie eine sonst notroenbige : frembe Arbeitskraft ersetzt wirb, gilt in Höhe bes ortsüblichen Lohnes als Aufwendung; 4. bie Aufwenbungen, Leistungen unb Beiträge für Sttaßenbauten, anbere Verkehrsanlagen einschließlich ber Kanalisierung, sowie ohne entsprechende Gegenleistung und Verzinsung geleistete Beiträge für sonstige öffentliche Einrich- tungen, soweit die Aufwendungen, Lerftungen und Beiträge innerhalb des für die Steuerberechnung maßgebenden Zeitraums gemacht sind. §17. Von dem Veräußerungspreis sind die dem bisherigen Eigentümer nachweislich zur Last fallenden Kosten der Veräußerung und Ueberttagung einschließlich der für die Vermittlung gezahlten orts- üblichen Gebühr in Abzug zu bringen, sofern nicht an Stelle des Veräußerungspreises der Wert maßgebend ist. § 18. Dem Veräußerungspreis sind hinzuzurechnen: 1. Entschädigungen für eine Wertminderung des Grundstücks (z. B. bei Teilenteignungen usw.), die während der maßgebenden Eigentumsdauer gezahlt sind oder deren Anspruch während dieser Zeit entstanden ist, wenn und soweit der Geldbetrag nicht nachweislich zur Beseitigung des Schadens verwendet worden ist; 2. ein nach den Vorschriften diefer Ordnung zu berechnender Steuerbetrag, wenn der Erwerber des Grundstücks die Zahlung der Zuwachssteuer übernommen hat. § 19. (1) Beschränkt sich der steuerpflichttge Rechtsvor- gang auf einen Teil des Grundstücks, fo wird der Erwerbspreis diefes Teils nach dem Verhältnis feines Wertes zum Werte des Gesamtgrundstücks berechnet. (2) Unentgeltliche dauernde Ueberlassung von Grundftücken für Verkehrszwecke, für öffentliche oder gemeinnützige Zwecke wird in der Weife berücksichtigt, daß der Gesamterwerbspreis nicht auf die ursprüngliche, fondern auf die nach der Abtretung verbleibende Fläche vertellt wird. (3) Bei Teilveräußerungen sind nur die Aufwendungen anzurechnen, die diefen Teil ausfchließlich oder gemeinfchaftlich mit anderen Teilen betteffen. Im letzteren Falle werden die Aufwendungen nach dem Verhältnis des Wertes, den die Grundstücksteile zur Zeit der Veräußerung haben, angerechnet. §20. (1) Beruht der Erwerb des Grundstücks auf einem steuerfteien Rechtsvorgang (§ 8), so ist für die Bemessung des Wertzuwachses von dem Preise zur Zeit des letzten steuerpflichtigen Rechtsvorgangs (§ 1) auszugehen. (2) Ob im Sinne dieser Vorschrift Rechtsvorgänge steuerfrei oder steuerpflichtig sind, ist auch für die Zeit vor dem Inkrafttreten diefer Ordnung nach ihr zu bestimmen. § 21. Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Nr. A4 Zönftes Blatt Zamrtag, (2. September (936 Weihestunde der Auslandsorganisation der NSDAP Von unserem Dr. K.-Berichierstatier. Das AuslandsdeuWum ist nicht mehr schutzlos durch das Reich zuteil geworden sei wie gerade jetzt durch das neue Deutschland Adolf Hitlers. Auch das Sieg-Heil auf den Führer, mit dem Rudolf Heß die Weihestunde schloß, war mit seiner grenzenlosen Begeisterung noch einmal ein einmütiges und festes Bekenntnis unserer auslandsdeutfchen Volksgenossen. in der Welt über Kontinente und über Meere hinweg die nun schon so vertraut gewordene Stimme des Führers der Deutschen zu hören; wie die Begeisterung der Volksgenossen ihn umbrandet und wie glücklich es macht, sich sagen zu dürfen: Das ist auch dein Führer, der da spricht, und was da jubelt, ist das Volk deines Blutes. Berichten Sie ihnen von dem Erlebnis, als Deutscher unter Deutschen des heutigen Deutschlands zu sein. Berichten Sie ihnen, was es heißt, nach den Jahren der inneren Zerrissenheit, des Unfriedens zwischen Hunderten, Tausenden, Hunderttausenden von Deutschen zu weilen, die sich als große Gemeinschaft fühlen und eine ganz große Liebe und gemeinsame Verehrung haben: die Liebe und Verehrung zum Führer! Auch von diesem Reichsparteitag nehmen einige von Ihnen als besonderen Gruß der Heimat, als Symbol der Verbundenheit der Deutschen auf der Welt für 48 Ortsgruppen der Auslandsorganisation neue Fahnen mit hinaus, denen ich jetzt die Weihe gebe. Fahnen hoch! Euch, Symbole des neuen Glaubens und des neuen Reiches, die ihr in Ehile, Brasilien, Argentinien, in der Mandschurei, in Rieder- ländisch-Jndien ebenso wie in Polen, England, Italien und an vielen anderen Orten der Welt wehen werdet, die ihr wehen werdet auf deutschen Schiffen, die um die Erde fahren, ich weihe euch mit den Worten, die den Fahnen des Auslandsdeutschtumes als Weihespruch der Heimat traditionsgemäß mitgegeben werden: „Fahnen des Nationalsozialismus, weht für die Ehre Deutschlands und seines Führers? Weht nun in der fernen Welt als Symbol des großen einigen Deutschlands, das Adolf Hitler schuf?" wir grüßen den Führer Adolf Hitler — Sieg-Heil! Als Rudolf Heß der für Deutschland und den Führer gefallenen auslandsdeutschen Volksgenossen gedachte, senkten sich die Fahnen und gedämpft erklang das Lied vom guten Kameraden. Wie aus der Ferne klang eine Stimme auf, die die Namen der Toten aufrief. Es war eine erschütternd lange Liste, in der sich auch die Namen der in Spanien vom roten Mob hingemordeten Volksgenossen und der Name Wilhelm Gustlofs befanden. Immer wieder wurde den Erklärungen Rudolf Heß' ledhafte Zustimmung zuteil. Mit anhaltendem Beifall wurde vor allem der Hinweis ausgenommen, daß dem Auslandsdeutschtum noch nie ein so starker Schutz Avenols römische Mission qescheiiert. Italiens Teilnahme an der Bölkerbunds- tagung fraglich. Genf, 11. Sept. (DNB.) Der Generalsekretär des Völkerbundes, Avenol, der aus Rom wieder in Genf eintrifft, hat dem Sekretariat bereits mit- . geteilt, daß er mit der italienischen Regierung z U keiner Verständigung über die abessinische Angelegenheit gelangt sei. Italien besteht auf einer endgültigen Erledigung im Sinne der Anerkennung der tatsächlichen Lage, während der Völkerbund nur zu einem geschäftsordnungsmäßigen Entgegenkommen bereit ist, wonach Abessinien keine Vertreter mehr in die Versammlung entsendet, aber bis auf weiteres Völkerbundsmitglied bleiben würde. Unter diesen Umständen rechnet man damit, daß Italien aus der bevorstehenden Tagung s i ch weder im Rat noch in der Versammlung vertreten lassen werde. In Völkerbundskreisen herrscht hierüber große Verlegenheit, da man seit Monaten alle Bemühungen auf die Wiedergewinnung der italienischen Mitarbeit gerichtet hat und in dem Wiedererscheinen der faschistischen Delegierten den Hauptpunkt des sonst sehr dürftigen Programms der bevorstehenden Tagung erblickte. Der Stellvertreter des Führers führte dann u. a. aus: Zum ersten Mal, seit die Auslandsorganisation besteht, müssen wir in der Weihestunde der Ausländsdeutschen der Toten gedenken, die fern der Heimat fielen, weil sie Nationalsozialisten waren oder Angehörige des neuen Deutschlands. Denn nur deshalb mußten sie ihr Leben lassen. Der Kampf, der einst innerhalb unserer Grenzen gegen uns geführt wurde und den wir dank dem Führer siegreich beendeten, ist nun durch unsere Gegner hinausgetraaen worden. Diese Gegner wissen, daß sie draußen Rache nehmen können an unseren Volksgenossen, ohne daß dafür der sichere Tod ihrer als Strafe harrt, wie im Inland, — Rache nehmen können, da sie ihre kultischen Leidenschaften bei uns nicht mehr auszutoben vermögen. Wir senken die Fahnen und gedenken in Trauer derer, die auch außerhalb der deutschen Grenzen für uns gefallen sind. Insbesondere möchte ich für all die anderen des einen Mannes gedenken, den viele von uns auch als Menschen kannten: Wilhelm G u st - lo ff. Die ihn kannten, wissen, wie er geliebt wurde von denen, die unter ihm wirkten, von denen, die er betreute. Weil er in seinem Wirken und in seiner Haltung unangreifbar war, weil er als Wenfch der beste Werber für den Nationalsozialismus und das neue Deutschland war, deshalb fiel er im Meuchelmord durch die Hand eines Juden. Ihn traf die kugel eines Haffes, der um so stärker wurde in der Welt, je anständiger das deutsche Volk geworden ist. Die kugeln des gleichen Haffes trafen die Deutschen in Spanien, denn sie hatten nichts verbrochen, aber daß sie Deutsche waren, Deutsche des nationalsozialistischen Reiches Adolf Hitlers, das genügte, sie hinzumorden durch die Ausführungsorgane wiederum des bolschewistischen Judentums. Die Ueberzeugung wollen die Deutschen draußen haben, daß die Heimat weiß, wie schwer es ist, in einer Welt, die in der Mehrheit noch immer kein Verständnis für den Nationalsozialisten hat, sich als Angehöriger dieses nationalsozialistischen Deutschlands zu bekennen. Nach den spanischen Ereignissen wissen die Deutschen draußen so gut wie ihre Gastländer, daß die Auslanddeutschen nicht mehr schutzlos sind, sondern daß, wenn sie in Not geraden, kampfstarke neue Schiffe mit stolz wehender Hakenkreuzflagge erscheinen, den Schutz zu übernehmen. Der Jnlandsdeutsche kann ja kaum ermessen, was es bedeutet, weit draußen Nürnberg, 11. Sept. (DNB.) Würdig und feierlich war der Herkulessaal geschmückt, in dem die Weihe stunde der Auslandsorganisation der NSDAP, stattfand. Volksgenossen, die in allen Staaten Europas und in fernen Kontinenten Verteidiger der Ehre des Deutschtums und des Dritten Reiches sind, legten hier ein Bekenntnis zu Führer und Heimat ab. Die Bedeutung dieser Weihestunde wurde durch die große Zahl der Ehrengäste betont. Man sah u. a. Reichsaußenminister Freiherrn v. Neurath, Reichsfinanzminister Graf Schwerin-Krosigk, Botschafter' SS-Gruppenführer von Ribbentrop. In der ersten Reihe hatte unter der Führung des Leiters der faschistischen Auslandsorganisation Minister Piero P a r i n i und seines Stellvertreters Graf Thaon di Revel die faschistische Abordnung Platz genommen. Nach den Klängen des Präsentiermarsches betrat der Stellvertreter des Führers den Saal, von den auslandsdeutschen Volksgenossen stürmisch begrüßt. Nach dem Fahneneinmarsch ergriff Gauleiter Bohle das Wort. Er gedachte der schweren Opfer an Gut und Blut, die das nationalsozialistische Auslandsdeutschtum in dem Jahr seit dem Reichsparteitag der Freiheit für das Reich gebracht hat und betonte, daß die vielen Opfer uns alle verpflichten, uns Rechenschaft über die Notwendigkeit dieses Kampfes abzulegen, den deutsche Nationalsozialisten seit vielen Jahren draußen um des Reiches "willen führen. Ein Staat, der wie das nationalsozialistische Reich aufgebaut ist auf den ehernen Gesetzen von Blut und Rasse, kann nicht anders, als sich seines eigenen Blutes immer und überall annehmen und sei es im fernsten Winkel der Erde. Die Auslandsorganisa- tion ist darum das Sammelbecken für jeden einzelnen Volksgenossen des Reiches, der — sonst nur (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Warschau, September 1936. Seitdem Oberst Slawe? in dem sicheren Gefühl, durch die Neuformung der Verfassung und den Erlaß eines neuen Wahlgesetzes der Regierung den Weg für den Aufbau des Staates freigemacht und damit eine abschließende Tat vollbracht zu haben, den Regierungsblock aufgelöst hatte, befindet sich Polen in einem Stadium des Suchens nach einer neuen völkischen Solidarität. Die Autorität des Staates war als beständiger Faktor gegeben und auch die Richtung des Regierungskurses ist nach einigen Schwankungen, die sich jedesmal in einem Personalwechsel bemerkbar machten, durch die Aufrichtung der Autorität des Generalinspekteurs Rydz-Smigly für lange Zeit festgelegt. Dennoch fehlt es an der M i t - arbeitdes Volkes, die erst in der freiwilligen Hingabe an die von der Regierung verkörperten Staatsideologie dieser die letzte schöpferische Gestaltungskraft verleiht. Durch die Zerschlagung des Regierungsblockes waren zahlreiche weltanschauliche Gegensätze, die in diesem Block ihre Klammer gefunden hatten, frei geworden und begannen sich ungehindert in ihre Extreme zu entwickeln. Das zeigte sich bereits in den Parlamenten. Durch die neue Wahlordnung waren zwar die Oppositionsparteien fast ganz von der parlamentarischen Arbeit ausgeschaltet, aber damit war der Wider st reit der Meinungen nicht beseitigt, vielmehr in das Regierungslager selbst hineinverlegt worden. Jetzt erst kamen die ideologischen Unterschiede zwischen den Konservativen, den „Verbesserern", der Linken, der nationalen Arbeiterpartei und den Arbeiterverbänden Moraczewskis, die alle im Pilsudski- Lager gestanden hatten, deutlich zum Ausdruck, und es ist zweifelhaft geworden, ob man alle diese widerstrebenden Kräfte jemals wieder in eine neue Lagergemeinschaft wird zusammenfassen können. Oberst Koc, ein dem Generalinspekteur Rydz- Smigly treu ergebener Mann, hat nun den Auftrag bekommen, die neue Volksgemeinschaft möglichst unter einer neu geformten und geschlossenen Ideologie zu schaffen. Es hat sich herausgestellt, daß eine noch so gut funktionierende Bürokratie keine genügend starke Bindung für alle erdenklichen Wechselfälle ist, denen der Staat ausgesetzt sein könnte. Die Bemühungen des Obersten Koc deuten bereits an, daß bei der Gestaltung der polnischen Volksgemeinschaft der Zwang der staatlichen Macht zurücktreten und dem nationalen Idealismus den Vortritt lassen soll. Daß sich bei dieser Methode mancherlei Schwierigkeiten ergeben müssen, wird schon daraus ersichtlich, daß die freie Entfaltung der Volksgemeinschaft andererseits ihre Grenzen finden muß in dem Idealbild des Staates, den Pilsudski und seine geistigen Erben aufgerichtet haben. Daß über die letzten Ziele des Obersten Koc so wenig in die Oeffentlichkeit gedrungen ist, kann seine Ursache darin haben, daß innerhalb der einzelnen politischen Gruppierungen des Landes die Dinge noch so im Fluß sind, daß die Regierung selbst noch gar nicht absehen kann, wohin sich der große Strom der politisch bewegten Massen letzten Endes lenken wird. Das neue Lager der Regierung soll den Namen „Nationaler Dienst" erhalten. Nach dem ganzen Ausbau des polnischen Staatssystems war nichts anderes zu erwarten, als daß man ihm eine strenge militärische Disziplin zugrundelegen würde. Die Aufgabe des „Nationalen Dienstes" innerhalb der Bevölkerung Polens soll in der Hauptsache eine kulturelle und erzieherische werden, während die parlamentarische Arbeit, deren Aus- auf sich selbst gestellt — dem Reich verloren ginge. Die Auslandsorganisation will den deutschen Menschen — sei er wo auch immer in der Welt — sei er arm oder reich, jung oder alt — diesem Reich erhalten in der Erkenntnis, daß keine Sünde größer ist als die, freiwillig deutsches Blut aufzugeben. Heute, knapp vier Jahre nach der Machtübernahme, können wir mit Stolz und Freude fest- ftellen, daß unsere Parteigenossen draußen das Auslandsdeutschtum erobert haben, erobert für den nationalsozialistischen Gedanken — erobert ohne irgendeinen äußeren Zwang — erobert durch die Kraft der Ueberzeugung — erobert durch die Taten des Führers im Reich! Es ist das Wunderbare an unserem neuen Reich, daß dieses Reich keinen seiner Bürger aus seinen heiligen Pflichten gegenüber seinem Volk freiwillig entläßt. Damit hat es jeder Reichsdeutsche selbst in der Hand, deutsch zu denken, deutsch zu handeln und deutsch zu bleiben; wo auch immer er sein mag — er wird wissen, daß Deutschland bei ihm ist und daß dieses neue Deutschland entschlossen ist, jeden einzelnen seiner Bürger außerhalb der Grenzen zu schützen. Als bolschewistischer Terror in S p a n i e n zu rasen begann und Leben und Eigentum deutscher Bürger bedrohte, erschienen deutsche Kriegsschiffe in den spanischen Gewässern. Der Führer sorgte für feine auslandsdeutschen Volksgenossen. Bedingungslose Treue zur Nation muß auch dem letzten Bürger unseres neuen Staates draußen in der Welt zur Selbstverständlichkeit werden. Diese Treue ist nichts anderes als die Treue zu seinem eigenen Leben und damit Treue zum Allmächtigen. Diese Auffassung als die eindringliche Stimme des Blutes auch dem letzten Volksgenossen des Reiches verständlich zu machen, ist der tiefe Sinn unserer Arbeit in der Auslandsorganisation. wüchse in den früheren Jahren Polen so sehr viel Schande angetan haben, ganz in die zweite Linie rücken soll. Selbstverständlich wird innerhalb des neuen Lagers Rydz-Smigly selbst die ober st e Autorität darstellen und ebenso sicher ist es, daß er die leitenden Funktionen in die Hand seiner Offiziere legen wird. Wie immer in Fällen innerpolitischer Neugestaltung in Polen fragt man auch jetzt wieder nach der Rolle, die man Dem innerhalb Des Volksganzen überwiegenden bäuerlichen Element zuweisen joU und wie man es zur Bejahung des gegenwärtigen Staatssystems heranführen könnte. Der polnische Bauer ist politisch mißtrauisch, was man ihm nicht wird verübeln können, wenn man weiß, daß er seit jeher die Hauptkosten jeder wirtschaftlichen und sozialen Niederganges zu tragen hatte. Hieraus erklärt sich überhaupt nur der ungeheure Einfluß, den der alte Bauernführer Witos heute noch in der bäuerlichen Volkspartei ausübt, obwohl er nun bereits feit Jahren als Emigrant im Auslande lebt, wohin er sich vor dem Zugriff des Staatsanwalts geflüchtet hat. Da die Regierung die Volkspartei als © . nzes nicht gewinnen konnte, es fei denn, sie hätte sich zu einer — ganz undenkbaren — Versöhnung mit Witos entschlossen, hat sie den Versuch unternommen, wenigstens Teile der in dieser Partei organisierten Bauernschaft zu gewinnen. Sie hat also auch hier taktische Mittel angewandt und damit noch deutlicher gemacht, wie wenig die Bildung des neuen Reaierungslagers einer natürlich gewachsenen und ideologisch festgeschlossenen Bewegung gleichkommt. Unter dem Vorsitz des Bauernführers Waleron haben sich in diesen Tagen in Warschau eine Anzahl ehemaliger Anhänger Witos' versammelt, haben sich der Autorität des Generals Rydz-Smigly unterworfen und versichert, alle Arbeiten unterstützen zu wollen, die mit der Wehrfähigkeit des Staates und dem sozialen und wirtschaftlichen Umbau Zusammenhängen. Aber im gleichen Atemzuge haben sie den Beweis geliefert, daß es mit der Unbedingtheit ihrer nationalen Disziplin nicht so weit her ist. Denn sie haben Die Gründung einer neuen selb- ftänDigen Bauernorganisation ins Auge gefaßt, unD es beDurfte erst eines sehr Deutlichen Winks von Regierungsseite her, um Die bekehrten Bauern Darauf aufmerksam zu machen, Daß sie mit solchen Beschlüssen bis nach Der GrünDung Des „Nationalen Dienstes" z u warten hätten. Gleichzeitig aber leitete Die Regierung eine Parallelbewegung ein, inDem sie eine Gruppe der ßanDroirte in Sejm und Senat ins Leben rief, sie über Die Frage Der Organisation Der Bauernschaft beraten ließ unD, was Das wichtigste ist, sie unter Das KommanDo Des Generals Zeligowski stellte. Diese Gruppe hatte auch bald ein Programm zusammengestellt, in Dem Der Privatbesitz als GrunDlage Der moralischen Kraft Der Gesellschaft unD Die Entwicklung Der freien Privatinitiative als Gewähr für Das Gedeihen Der Wirtschaft bezeichnet wirD. Außerdem menDet sich Das Programm gegen eine raDifale landwirtschaftliche Reform, gegen Die Parzellierung Des Großgrundbe- sitzes unD Die Aufteilung Des kleineren Landbe- sitzes auf Dem Erbwege — also viele Punkte, mit Denen Die Mehrzahl Der polnischen Bauernschaft sich kaum innerlich abfinDen roirD. Der „Nationale Dienst" wirb außerDem seine ideologische Grundlage ohne Frage sehr stark nach dem Muster der nationalen Opposition revidieren. Die Presse hat bereits ausgeplaudert, daß sich unter Den neuen Forderungen Die Polo- nifierung Des HanDels unD seine B e - f r eiung von jüdischen Einflüssen be- Unfer Bild zeigt Den Stellvertreter des Führers bei Der Ehrung Der im Ausland gefallenen Deutschen, — (Scherl-Bilderdienst-M.) ■ ■■/<& tz v I ■7 4.. .. /' 7: V- ' 4 -4 •0": X XN UM finden werde, also ein Postulat, das noch vor wenigen Monaten im Bezirk der Regierungspolitiker geradezu unmöglich gewesen wäre. Während sie der Rechten so mit Der einen HanD gibt, wird sie jeDoch auch mit Der anDeren HanD zu nehmen wissen, und das Organ der Obersten, die „G a - zeta Polsk a", hat bereits begonnen, die Oeffentlichkeit mit der Idee der Verstaatlichung gewisser Industriezweige vertraut zu machen, eine Maßnahme, mit Der man ganz offensichtlich Der Die Wirtschaft ruinierenden Profit- sucht Der Kartelle begegnen will. All Diese AnkünDigungen finD natürlich geeignet, gerade die Instinkte von neuem auf den Plan zu rufen, die der Gemeinschaft schaden, und es ist noch gar nicht abzusehen, ob der Regierung das Experiment des „Nationalen Dienstes" gelingen wird. Der vermißte polnische Ballon „LOPP1 bei Onega gelandet. Von dem seit zwölf Tagen vermißten polnischen Ballon „LOPP" ist beim polnischen Aeroklub ein Telegramm eingegangen, daß der Ballon 100 Kilometer von Der StaDt Onega (im russischen Gouvernement Archangelsk) entfernt am 1. September nach Zurücklegung von rund 1650 Kilometer gelandet ist. Die beiden Ballonfahrer, Hauptmann I a • nusz und Leutnant 'Brent, haben ihre Landung gleichzeitig auch an den Aeroklub der Sowjetunion in Moskau telegraphisch gemeldet. Sie befänden sich auf dem Marsch nach Onega und bäten um Hilfe. Der Moskauer Aeroklub hat sofort aus Archangelsk telegraphisch eine Hilfsexpedition beordert. Der polnische Ballon dürste den zweiten Platz im Gor- don-Bennet-Rennen erlangt haben. Jugend und Hochschule. Lieblingsspiel und Verufswahl. Von Friedrich Apel. Wenn ein Kind in seinen Spielen schon früh einen triebartigen Hang oder eine auffällige Neigung nach einer ganz bestimmten Richtung bekundet, also ein regelmäßig wiederkehrendes „Beruss- spiel" treiben, so dürfen Eltern und Erzieher an diesem Hinweis der Natur nicht achtlos oorüber- gehen. Die richtige Pflege und Förderung der natürlichen Anlage oder einer „Sonderbegabung" kann bestimmend für das ganze Leben werden. Bekannte Erzieher, Aerzte und Seelsorger haben das kindliche Spiel als die „Triebfeder des Reichtums an Kraft" und als die „Einübung unfertiger Anlagen" erklärt. Beide Anschauungen haben viel Ueberzeugungskraft an sich. Tatsache ist, daß die Phantasietätigkeit des Kindes im Spiel sichtbare Form bekommt und uns wertvollen Aufschluß über sein Seelenleben gibt. Meist freilich spielt die nachschaffende Phantasie, also die Nachahmung der Erwachsenen, eine große Rolle. Solche Spiele kehren in bestimmten Altersstufen immer wieder; sie sind von Land und Leuten abhängig. Im alten Rom spielte man gern Gericht, in Griechenland Wettkampf, im heutigen England ist „Kaufmannspielen" beliebt, in Deutschland geben Schule, SA.-Dienst und Soldatenleben bezeichnende Muster. Mädchen gefallen sich in der Rolle einer Puppenmutter, Köchin oder Hausfrau. Indessen kann man aus solchen Alltagsspielen, weil sie Gemeingut eines ganzen Volkes find, keine endgültigen Schlüsse auf die Berufseignung des Heranwachsenden jungen Menschen ziehen. Anders ist es, wenn man Anfänge selbständiger geistiger Tätigkeit beim Spiel erkennt. Das Kind „erfindet" dann mit Hilfe der frei schaffenden Phantasie etwas Neues. Ist bei ihm etwa der Formensinn deutlich ausgeprägt, so entstehen unter geschickten Händen mit Hilfe von Sand, Bauklötzchen oder Plastilin oft wahre kleine Kunstwerke. Mal- und Buntstifte verraten meist untrüglich die keimende künstlerische Begabung. Hier muß die Beobachtung des Erziehers einsetzen. Erkennt er nämlich aus dem unbewußten, aber zielstrebigen Triebe des Kindes, daß dessen Spiel mit Ausdauer die gleiche Richtung trotz wechselnder Ausdrucksformen behält, so kann er mit Sicherheit die Berufseignung feststellen. Wenn ein Junge nun gern malt, so braucht er noch lange kein ausgesprochenes Talent für den Zeichner- oder Malerberuf zu haben, denn die meisten Kinder haben im schulpflichtigen Alter Freude am Zeichnen. Sitzt er aber täglich stundenlang am Malblock, mischt selbständig Farben und probt sie aus, versucht vielleicht auch Familienmitglieder so lange beharrlich zu malen, bis am Ende seine Bilder unverkennbare Ähnlichkeit mit dem Modell aufweisen, so muß man doch den Künstlerberuf ernstlich erwägen. Sudermann schrieb schon als Schulkind und Gymnasiast so stilvollendete und ausdrucksvolle Aufsätze, daß sie bei Lehrern und Mitschülern berechtigtes Aufsehen erregten Auch bei großen Musikern und Komponisten ist der Drang zum selstän- digen Schaffen in der Kindheit oft mit reißender Gewalt durchgebrochen. Die Lebensgeschichten von Händel, Mozart und Johann Strauß zeigen, wie sie nichts davon abzuhalten vermochte, zu musizieren und künstlerisch zu schaffen — selbst strengste Strafen nicht. Schiller hatte von jeher einen unbändigen Drang zum Dramatischen; er baute im Spiel aus Büchern kleine Bühnen und ließ selbst ausgeschnittene Papierfiguren erdachte Rollen spielen. Als er seine erste Tragödie („Die Christen") verfaßte, war er gerade dreizehn Jahre alt. Heinrich Schliemann, der Schatzgräber von Troja, begann schon als neunjähriger Anführer der Dorfjugend in seiner mecklenburgischen Heimat in rein kindlichem Spiel nach den Geheimnissen einer Raubritterburg mit Hacken und Schaufeln zu forschen. Seitdem man beim Aperpflügen rostige Kettenringe und uralte Krüge gefunden hatte, ließen ihm auch die sagenumwobenen Hühnengräber der Umgegend keine Ruhe. Mit leidenschaftlichem Eifer hört er vom Vater, daß Troja nach heldenhaftem Kampf untergegangen ist, sein lebhafter Geist wird von nun an von dem Gedanken be- Das Volkslied im Unterricht. Al Achim von Arnim und Clemens Brentano ihre Dolksliedersammlung unter dem Titel „Des Knaben Wunder Horn" dem „Herrn Geheimerath von Goethe" zueigneten, erfüllten sie in trüber Zeit eine Sehnsucht der Daterlandsfreunde, die in der geistigen Erneuerung der Nation die Rettung aus politischer Schmach und Schande sahen. Die „übelangeschriebenen" Volkslieder bekamen endlich ihren Rang und ihre Geltung im deutschen Kulturleben; was der Engländer Percy einige Jahrzehnte vorher zur größeren Ehre der englischen Nation durch seine Volksliedersammlung fertiggebracht hatte, das wiederholten zwei Deutsche. Die Dichtung der „Gebildeten", der Geistigen, ging mit der Dichtung des „Volkes", der Primitiven, eine Ehe ein. Und Goethe, auf der Höhe feines dichterischen und gesellschaftlichen Ruhmes stehend, mußte bekennen: „Die Volkslieder sind s o wahre Poesie, als sie irgend nur sein kann; sie haben einen unglaublichen Reiz, selbst für uns, die wir auf einer höheren Stufe der Bildung stehen, wie der Anblick und die Erinnerung der Jugend fürs Alter hat." Diese Erkenntnis erhält in unseren Tagen, wo der Geist, der damals den Wert des Volksliedes erkannte, seine letzte und schönste Erfüllung gefunden hat, ihre besondere Bedeutung: Die deutschen Volkslieder sind gewachsen aus deutschem Blut und Boden, sind formgewordene und gestaltete Geschehnisse des deutschen Schicksals, dos alle, arm und reich, hoch und niedrig, gelehrt und ungelehrt, fromm und unfromm, heiter und traurig, in ihren Bann zieht. Volkslieder sind Ausdruck der deutschen Seele, die zu erkennen vornehmste Aufgabe der deutschen Schule ist. Man hat in letzter Zeit vielfach den Versuch gemacht, das deutsche Volkslied in den Dienst der Volkskunde zu stellen. Sicherlich lassen sich aus den Volksliedern wertvolle Erkenntnisse für oiefen Zweig der Deutschkunde schöpfen. Aber wichtiger ist es, wenn die Jugend den Inhalt der deutschen Volkslieder durch Singen erlebt. Gerade wir durften die verbindende Kraft des Volksliedes, das in der Kampfzeit entstand, so deutlich erfahren: Das neue Deutschland wurde auch zusammengesungen. Die alten Kampflieder, die in der SA. und feelt, man müsse die Schätze Trojas unter den Trümmern ausgraben. In seinem ersten lateinischen Wahlaufsatz behandelt er sein Lieblingsthema: den Trojanischen Krieg, Odysseus und Agamemnon. Nie läßt er sein Lebensziel locker: als gereifter Mann verschreibt er sich völlig der „Wissenschaft des Spatens" und kann endlich die Schätze des Pria- mos heben. Ein wahrer Naturforscher streift schon als kleiner Junge durch Wald und Feld. Es treibt ihn, über das Wesentliche aller natürlichen Erscheinungen klar zu werden: sei es der unendlich feine Bau eines facettierten Jnsektenauges, sei es die Flug- fraft des Vogels oder die bunte Laubfärbung. Sein Zimmer verwandelt sich bald in ein botanisches und zoologisches Museum. Jedes Stück der Sammlung wird peinlich genau mit einer alten Lupe untersucht. Sie soll ihm zum Schicksal werden; denn die Vergrößerungskraft des Wunderglases hilft dem späteren Arzt und Gelehrten den Tuberkelbazillus und andere unsichtbare Feinde entdecken — die Menschheit beugte sich vor dem genialen Robert Koch. Wer schon als Kind sein Spielzeug selbst zimmert, einfache Maschinen bastelt, seinen Handwerkskasten über alles liebt und das fertig gelieferte Spielzeug nur zum Auseinandernehmen benutzt, wird be- stimmt einmal ein guter Techniker, wenn nicht gar Erfinder. Ueberblttfen wir unser eigenes Leben, so wird es nicht allzu schwer sein, rückschauend zu erkennen, ob wir den richtigen Beruf erwählten ober nicht, ob wir vielleicht nebenbei noch ein „Steckenpferd" aus der Jugendzeit herreiten, das unser tiefstes Wesen enthüllt, das aber damals von Eltern und Lehrern anscheinend leider nicht verstanden wurde, obgleich es unsere wahren Neigungen urwüchsig und deutlich offenbarte. Wenn unseren dauerhaften, meist naturvererb- ten Liebhabereien jedoch in unserer Kindheit die verdiente Beachtung nicht geschenkt wurde, so wollen wir selbst es besser machen und der Heranwachsenden Jugend bei der Auswahl des Berufes helfend zur Seite stehen, indem wir dem ausgeprägten Lieblingsspiel, der bevorzugten Tätigkeit die aufmerksamste Beobachtung und Pflege zuwenden. So können wir Schüler der Zukunft werden. jungen in Frack und Zylinder. Ä V - E ;v '1 ■ K. ■’ ’ ’ MG. gut getarnt auf beherrschender Höhe. — (Aufnahmen [7]: Pfaff, Gießen.) Der Frühmorgen des gestrigen Manöoertags bringt reichliche herbstliche Kühle. Jedoch wird dieser Anfang des Tages gerne in Kauf genommen angesichts des wunderbar klaren Himmels, der einen herrlichen Tag verspricht, und bei dem Genuß eines wunderbaren Sonnenaufgangs, der das reizvolle Landschaftsbild im Manövergelände prächtig verschönt. Der Kraftwagen bringt die Männer des „Gießener Anzeigers" in flotter Fahrt in die Gegend zwischen Grünberg und Homberg. Kurz hinter Grünberg treffen wir bereits die ersten Schlachtenbummler, eine Gruppe Buben, die trotz der frühen'Morgenstunde (gegen 6 Uhr) bereits auf ihren Fahrrädern unterwegs sind, um bei den Soldaten dabei zu sein. Glückliche Jugend, der diese herrliche Freude an der wiedererstandenen starken deutschen Wehrmacht beschieden ist! Kurz hinter Atzenhain treffen wir die erste Kompanie. Trotz der empfindlichen Morgenfrische herrscht überall bei den Soldaten frohe Stimmung, die nicht zuletzt ihren Ursprung hatte in den guten Quartierunterfünften, -die den Feldgrauen über- ■ all in den Ortschaften von der Bevölkerung gebo= । ten wurden. Mit herzlichen Zurufen werden die Pressemänner, kenntlich an ihren Ausweiszeichen, von den Soldaten begrüßt. Im Handumdrehen ist zwischen beiden ein inniger Kontakt hergestelll. Die Kompanien schließen auf der Straße nach B e r n s f e I ö schnell auf. Ein Flieger, d?r wißbegierig Einblick in das Gelände nimmt, dürfte wohl nicht allzu viel wahrgenommen haben, denn Mann und Roß und Wagen sind nach den guten Erfahrungen der Kriegszeit vorbildlich getarnt. Der Laubwald hat dafür etwas herhalten müssen, um alles, was Soldat ist und zu ihm gehört, in einen wandelnden Wald zu kleiden, der sich nun wie ein endloser Zug durch die Gegend nach vorne schiebt. Die ersten Meldefahrer sausen hin und her. Meldereiter traben durch das Gelände. Die Sonne kommt höher und läßt es wärmer und immer angenehmer auf dem unblutigen Schlachtfeld werden. Gegen 6.30 Uhr beginnt Der Vormarsch. Der alte Feldsoldat wird dabei wieder an manche Erlebnisse in dem großen Kriege draußen Fein« ■ •ky- Minenwerfer beim Abprotzen ihrer schweren Waffe. Beobachter am Richtkreis. Am Feldtelephon in der Waldstellunc Panzerabwehr sichert die Straße. - Ä § V - f '■'* 4" ■ •z ■ -- ,••••■ er zu wirken Wirtschaft Montanwerke bei Erhöhungen von 161,25, West- Kurszettel her Berliner und Frankfurter Börse Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. BL 126,5 161,65 111 127,25 130,9 6 6 6 8 7 14,13 13,75 114,25 122 99,5 98,25 98,5 183,25 110,75 125 129 106,75 131,75 110,5 105,4 36,25 152,5 124,5 145 130,25 133 129 151 188,25 139 111,5 126 130 107,25 131,25 110,25 105,5 13,75 13,9 114,5 121 99,5 98 98 184 36,25 153 123,75 145 130 133,5 128,5 151,25 188 139 161,75 273 111 128 130,13 65,75 85,5 148,5 119 170 52,75 403,75 172 162,75 273 111,5 128 131,25 o 0 6 0 8 6 7 35,4 153 124,5 144,5 130,75 133 123,25 128,75 150,25 187,5 138 109,9 124,75 129 106,9 131,65 110,5 105 14 13,75 114,5 120 99,5 98 98,5 183,5 110,75 125,5 130 107,5 133 110 105,5 o 6 6 0 7 0 3 0 0 V 12 11 68,25 86,5 150 125 118,75 170,25 53,13 401 172 34,25 94 205 106,25 66 86,5 147,5 122,5 105,5 118,5 83,25 52,5 400,5 171,75 106,25 68,4 86.5 150,25 125 105,5 118,75 170 83,9 53,13 400,5 196 172 34,5 20 5 162,5 112 128,5 131 13,5 38,75 13,75 114,75 120 99,5 98 98 184,25 4 4 12 iRfieiniidie Elektrizität Rhein. Wests. Elettr. Schlickert L Co...... Siemens L Halske... Lahmeyer L To..... Kräfte und an der Stelle, auf der berufen ist. A.E.G Bekula Elektr. Lieferungsgesellschaft Licht und Kraft .......... Norddeutscher Lloyd ....... Ä.G. für Verkehrswesen Akt. .. Berliner Handelsgesellschaft ... Commerz, und Privat-Bank ... Deutsche Bank und DiSconto- Gesellschaft................ Dresdner Bank Reichsbank ................ Dividende an. — Retchsbankdtskont 4 v.H., Lombardzinsfuß 5 v. H. 35,4 152,5 125,25 145 129,5 133 129,5 150,5 187,25 138 Die Rentenmärkte lagen weiter still, nur 3proz. Steg v. 1895 weiter erhöht auf 5,75 nach 5,50. Altbesitz wurden mit 114,80 (115) notiert. Am Kassarentenmarkt bröckelten Liquidationsvfandbriefe meist leicht ab, auch Stadtanleihen verkehrten nicht ganz einheitlich, während Goldpfandbriefe und Staatsanleihen unverändert blieben. Auslandsren- ten waren geschäftslos. Im Freiverkehr nannte man: Adlerwerke 105, Pokorny 110, Ufa 61, Wayß & Freytag 117,50, Kali Wintershall 121, Growag 83. Tagesgeld war stark gefragt >nd wurde auf 3,50 (3) v. H. erhöht. Abendbörse freundlich. Bei fester Grundstimmung nahm die Abendbörse einen ruhigen Verlauf. Die Kurse erfuhren nach beiden Seiten nur geringe Abweichungen, wobei gegen'den hiesigen Mittagsschluß eher leichte Abbröckelungen eintraten, während die Kurse auf Basis von Berlin gut behauptet blieben. AEG. wurden im Freiverkehr ex Bezugsrecht mit 36,13 (36,25) gehandelt. Valutawerte waren weiter fest, 4proz. Schweiz. Bundesbahn 242 (240), 3,5prozent. dieselbe 228 (226), auch JG.-Chemi, Basel vollem- bez. 230,50 (229,50). Deutsche Renten lagen still und unverändert. Don Auslandrenten erhöhten sich 4proz. Steg von 1883 auf 13,50 (13,25), die kleinen von 1895 galten im Freiverkehr 5,70 bis 5,80: Oesterr. Ungar. Bankpfandbriefe erhöhten sich auf 4,70. U. a. notierten: 6proz. JG.-Farben 125,50, 4proz. Steg von 1883 13,50, 4proz. Ungarn Kronen 2,10, 4proz. Rumänen 6,05, 4proz. Schweiz. Bundesbahn 242, 3,5proz. dieselben 228, Commerzbank 99,50, DD-Bank 98, Dresdner Bank 98, Harpener 130, Mannesmann 105,50, Hoesch 107,25, Rheinstahl 136,40, Laurahütte 18,25, Verein. Stahl 10,65, Aku 68 25, JG.-Chemie Basel volle 230,50, dieselbe leere 153,50, Conti Gummi 172, Deutsche Erdöl 126, S^eideanstalt 273, Deutsche Linoleum 170,25, JG.-Farben 162,75, Goldschmidt 111 50, Holzmann 126,25, Junghans 97,50, Muag 115,65, Moenus Fellen & Guilleaume 4 GeseUsch.f.Elektr.Unternehmung. 6 Gportamt „Kraft durch Freude". henke Abnahme für das Reichsfporlabzeichenl Heute werden pünktlich um 17.15 Uhr auf dem Universitätrsportplatz am Kugelberg die leichtathletischen Uebungsgruppen für das Reichssportabzeichen abgenommen. Teilnahmeberechtigt sind nur Inhaber der „KdF."-Jahressportkarte. Leistungsbuch mit eingeklebtem Lichtbild ist mitzubringen. Jleue „kdF."-Sportkurfe! Allgemeine Körperschule, Frauen und Männer: Mittwochs von 20.30 bis 21.45 Uhr, Lyzeum, Dammstraße 26. Vorherige Anmeldung nicht erforderlich. Kindergymnastik: Dienstags von 16 bis 17 Uhr, Frankfurter Straße 60, Gartenhaus. Vorherige Anmeldung nicht erforderlich. Auch IG. Farben 162,25—163 nach deutsche Kaufhof 53 nach 52,75, Metallgesellschaft 131,25 (130,13). Am Kassamarkt waren Frankfurter Hof gesucht, Taxe 81 (l. K. 74). 125,5 143 156 | 126,25 | 125,75 I 142,5 - 156 1 -I Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der 92,75, RWE. 129, Schuckert 151, Westdeutsche Kaufhof 53,13, Aschaffenburger Zellstoff E 125, Reichs- bahn°DA. 123,40, Hapag 13,75. Frankfurter Obst, und Gemüfemackt. Frankfurt a. M., 11. Sept. Weiter reichliches Angebot von Gemüsen aller Art, in Einmach- Gurken nachlassend. Absatz von Bohnen und Kopfsalat gut, im übrigen schleppend. Für Einmach- Gurken Preise etwas höyer, für Tomaten nachgebend, sonst unverändert. U. a. notierten: Blumenkohl 10 bis 30, Busch-Bohnen 5 bis 7, Stangen- Bohnen 8 bis 12, Wachsbohnen 8 bis 12, Escariol 3 bis 8, Salat-Gurken 10 bis 20, Einmach-Gurken (Essig) 0,40 bis 1,10, do. Salz 1,00 bis 1,40 je 100 Stück, Karotten 4 bis 5, gelbe Kartoffeln 2,90 bis 3,10, Kohlrabi 3 bis 4, Kopfsalat 5 bis 8, Meerrettich 50 bis 55, Pfifferlinge 24 bis 30, Römischkohl 4 bis 5, Rote Rüben 4 bis 5, Rotkraut 2% bis 4, Sellerie 5 bis 25, Spinat (Blätter) 8 bis 9, do. Wurzel 6 bis 8, Tomaten 4 bis 8, Weißkraut 2 bis 3, Wirsing 3 bis 4, Zwiebeln 4,30 bis 5,00. Obst- und Südfrüchte: Zufuhren von Aepfeln und Birnen stark, auch Zwetschen reichlich angeboten. Nachfrage allgemein lebhaft, Preise leicht gefallen. Ausl. Traubenangebot reichlich, Pfirsiche nicht mehr stark angeboten. Verkauf lebhaft. Preise unverändert. U. a. notierten: Aepfel 12 bis 20, Kochäpfel 7 bis 10, Falläpfel 3 bis 4, Goldparmänen 25 bis 30 ital., Bananen, 12^-KZ-Kiste, I 6,00 Kamerun, II 4,50 Kam., 6,00 bis 6,50 Westind., 5,00 bis 5,50 Bras., Birnen I 20 bis 25, II 10 bis 18, Kochbirnen 4 bis 8, Gellert I 20 bis 22, II 15 bis 18, Brombeeren 23 bis 30, Melonen 28 bis 30, Pfirsiche I 25 bis 30, II 18 bis 22, 36 bis 45 ital., Preiselbeeren 28 bis 30 schwed., Quitten 20 bis 22, Trauben 45 bis 55 holl., 23 bis 26 ital., 21 bis 23 ungar., 24 bis 26 jugoslaw., 28 griech., Walnüsse 35 bis 45, Zwetschen 6 bis 8. Frankfurter Elergrohmarkt. Frankfurt a. M., 11. Sept. Der Eiermarkt war in der verflossenen Woche etwas reichlicher beliefert, wobei außer größeren Mengen Kühlhausware aus dem Osten, Frischeier aus dem Jnlande, ferner aus Belgien, Bulgarien und Finnland herangezogen wurden. Der Konsum ist sehr lebhaft, ba sich der Verbrauch wegen der Wurstverknappung stark dem Eierverzehr zugewandt hat. Es notierten in Rpf. pro Stück frei Frankfurt a. M. (Großhandelsverkaufspreise an den Kleinhandel): Deutsche Markeneier (Frischware) S 12,75 bis 13; A 11,75 bis 12; B 10,75 bis 11; C 10 bis 10,25; D 9 bis 9,50. Frankfurter Vuttergrotzmarkt. Schultheis Patzenhofei Aku tAllgemeine Kunstseide) Bemberg................. Zellstoff Waldhof Zellstoff Aschaffenburg Dessauer Gas ............. Daimler Motoren . Deutsche Linoleum . Orenstein & Koppel . Westdeutsche Kaufhof . Chade ................... Accumulatoren-Fabrik Contt-Gummt............ Grttzner Mainkraslwerke Höchst a.M. Süddeutscher Zucker Datum Mansselver Bergbau....... 6 Kvk-werke .................. Rheinische Braunkohlen : Nheinstahl .................. Bereinigte Stahlwerke 8 Ltavt Atmen ............... Kaliwerke Aschersleben Kaliwerke Westeregeln Kaliwerke Salzdetfurth 7 vollem Vormarsch. Unmittelbar am Stadtausgang ist eine Batterie schwerer Artillerie aufgefahren. Sie greift nunmehr energisch in das Gefecht ein. Nicht allzu weit von ihr, in einer günstigen Geländefalte, hat eine Feldartillerie-Batterie Stellung genommen und funkt von hier aus kräftig hinüber zum Feind. Plötzlich hoch oben ein Flieger. Jedermann weiß, daß nun der fällige Luftangriff kommt. Die Artilleristen sind zu einem heißen Empfang des Fliegers bereit. Und schon nach wenigen Minuten stößt der „Luftikus in wunderbarem Tiefflug herunter und braust über die Batterien hinweg. Rasendes MG.-Feuer und energisches Schützenfeuer der Kanoniere empfängt ihn. Ein wunderbares Bild, das auf die Zuschauer einen mächtigen Eindruck macht. Aber schon ist er hnnongehrauft und zieht wieder hinauf in große Höhen. Die Batterien feuern weiter. Jedoch wird bereits in verschiedenen Stellungen abgebaut. Der Vormarsch gehl gut voran in Richtung Dannenrod und Appenrod. Der Kraftwagen bringt uns wieder vor in die vordere Gefechtslistie. Hier find lebhafte Jnfanterie- kämpfe im Gange. Das MG.-Feuer knattert von allen Seiken her. Und wieder greift auch die Luftwaffe mehrfach in den Kampf ein. Wir besuchen nunmehr einen Teil des „Gehirns der S ch l a ch t", nämlich einen Regiments st ab von Blau. Auf einer Höhe verfolgt der Regimentskommandeur mit den Offizieren feines Stabes den Verlauf der Kämpfe. Der Vormarsch geht voran. Meldefahrer auf Motorrädern und auf Kraftwagen flitzen hin und her. Blinktrupps führen vom Ge- Ein interessantes Bild der Verteidigungsmaßnahmen von Rot bemerken wir noch in dem großen Walde zwischen Kirtorf und Ehr in g sh au- f e n. Dort find an der Straßengabelung Ehringshausen in Richtung Kirtorf bzw. in Richtung Ober- Gleen inmitten des Waldes zwei gewaltige Straßensperren durch Fällen großer Bäume geschaffen worden. Quer über die ganze Straße und beiderseits mehrere Meter tief in den Forst hineinragend liegen die gefällten Bäume mit ihrem riesigen Astwerk am Boden, ein unüberwindliches Hindernis für motorisierte bzw. bespannte blaue Truppen, denen dadurch der Weg in die Flanke oder später in den Rücken von Rot unmöglich gemacht ist. 3n allen Orten können wir die sehr erfreuliche Feststellung machen, daß die Bevölkerung den Truppen einen überaus herzlichen Empfang bereitet. Die Gemeinschaft zwischen Soldat und Zivil kann gar nicht schöner und tiefer fein, als sie sich hier wieder offenbart Man sieht und fühlt, daß unsere Wehrmacht im Herzen unserer Volksgenossen tief und unlöslich verankert ist, daß das deutsche Volk eben im besten und im weitesten Sinne des Wortes ein von Freude an her Wehr erfülltes Soldatenvolk ist und bleiben wird. Und unsere Ober- Hessen in der Manövergegend sind froh und glücklich darüber, daß sie durch die Manöver der 9. Division wieder einmal unsere Soldaten der wiedererstandenen starken Wehrmacht bei sich haben konnten, wenn es in den Landorten und in den kleinen Städten auch nur für wenige Stunden, oder für die Dauer eines Manöverguartiers war. Denn in diesen Soldaten, die ausgerüstet sind mit allen modernen Waffen, sehen und fühlen sie, wenn auch nur' in einem Ausschnitt, das durch unseren Führer Adolfhitlerzu neuer Kraft und zu selbstbewußter Starke wieder emporgeführte große und ewige deutsche Volk und Vaterland, dem wir alle in der Gefolgschaft des Führers mit heißem Herzen und mit ganzer Liebe dienen wollen, jeder unter Einsatz aller fechtsstand des Regimentsstabs hinüber zum weit entfernten Waldrand und zurück ihre Lichtzeichensprache. Arttlleriebeobachter sitzen am Scherenfernrohr. Im Talgrund beiderseits der Höhe feuert die Artillerie. Plötzlich wird ein Gasangriff angenommen. Die Soldaten stülpen sich die Gasmasken auf. Rauchbomben schicken gewaltige Schwaden von Rauch, der das Gas markiert, weit ins Gelände. Und natürlich auf dem „Feldherrnhügel eine Masse Schlachtenbummler. Die erste Gefechtslinie schiebt sich weiter vor, der Stab macht sich allmählich zum Abbau seiner Stellung bereit. Unser nächstes Ziel suchen wir nunmehr wieder bei Rot. Aber bevor wir dort ankommen, werden wir zwischen Appenrod und Erbenhausen an die Gulaschkanone einer Batterie zu Gast geladen. Ein Schlag prächtiger Nudelsuppe bezeugt die vortreffliche Kochkunst der Männer der Feldküche. Dann gehts weiter in Richtung Erbenhausen, das inzwischen von Blau genommen ist. Wir beobachten die Infanterie von Blau bei ihrem Vorgehen gegen den Heideberg, der mittlerweile von Rot besetzt ist und nachhaltig verteidigt wird. Der Kampf im offenen Gelände tritt hier in den Abschnitt eines Waldgefechls ein, bei dem das Ringen der beiderseitigen Kräfte natürlich erheblich schwieriger ist. Weiter geht unsere Fahrt hinüber nach Kirtorf, das im Verlaufe eines ganzen Jahres wohl nicht so viel Kraftfahrzeug- und Menschenverkehr aufzuweisen hat, wie an diesem einzigen Tage. Der Ort mit feiner bergigen Umgebung ist nunmehr Mittelpunkt des Kampfes der blauen Umgehungstruppe geworden, die hier auf ihrem Vormarsch manche harte Nuß knacken muß. Fliegerbesuch bleibt auch hier nicht aus. Die Straßen des Ortes und das liebliche Tal hallen kräftig wider von dem energischen Abwehrfeuer der Maschinengewehre. Weiter rollt das Gefecht in Richtung Ober« Gleen und den Ransberg. Von dieser Höhe aus hat man einen weithin ins Gelände reichenden Blick, der die Abwehr von Rot natürlich erheblich begünstigt, zumal Blau sich durch ten Talgrund zwischen dem Heideberg und den anschließenden Höhen herüber zum Ransberg Vorarbeiten muß. Den Abschluß dieses Kampfes können wir leider nicht mehr wahrnehmen, denn die Zeit zur Rückkehr ist für uns gekommen. Die Sonne sinkt allmählich im Westen tiefer, jedoch der Kampflärm geht weiter, denn der vorgesehene Uebungsabschnitt beiderseits von Angenrod ist noch lange nicht erreicht. Frankfurt a. M., 11. Sept. Wenn auch infolge der geringeren Milchanlieferungen und des größeren Bedarfes des flachen Landes die Buttereingänge kleiner geworden sind, so konnte doch der Bedarf der größeren Verbraucherorte, auch der Städte, im allgemeinen glatt befriedigt werden, da seitens der Reichsstelle ausreichende Zuschüsse aus vorsorglich eingelagerten Kühlhausbeständen an unser Gebiet abgegeben wurden. Außerdem lagen normale Eingänge aus Süddeutschland und aus Holland vor. Dagegen hat sich das Angebot von Landbutter verringert. Am Fettmarkt wurde Auslandsschmalz weiterhin zugeteilt, Margarine etwas knapper, während Pflanzenfette nach wie vor reichlich zu haben waren. Es notierten in RM. per 50 Kilo frei Frankfurt a. M. (Großhandelsverkaufspreise an den Kleinhandel). Deutsche Markenbutter 148, Feine Deutsche Molkereibutter 145, Deutsche Molkereibutter 140 bis 142, Landbutter 125, Holländische Butter 148; Margarine A 97, B 86, C 56, Deutsches Schmalz 100. Schweinemarkt in Friedberg. LPD. Friedberg, 9. Sept. Bei dem heutigen Schweinemarkt wurden folgende Preise bezahlt: sechs Wochen alte Tiere 12 bis 15 Mark, sechs bis acht Wochen alte Tiere 15 bis 20 Mark, acht bis zwölf Wochen alte Tiere 20 bis 35 Mark. Es waren 640 Tiere aufgetrieben. Das Geschäft war sehr flott. Mein-Mainische Börse. Mttagsbörse ruhig, aber freundlich. Frankfurt a. M., 11. Sept. Die gestrige Wiederbelebung des Geschäftes auf Grund der verschiedenen günstigen Anregungen wich im heutigen Börsenverkehr wieder einer weitgehenden Geschäftsstille. Der Ordereingang war sehr, klein, sv daß der berufsmäßige Börsenhandel Zurückhaltung zeigte und teilweise kleine Glattstellungen vvrnahm, wodurch die Kursgestaltung am Aktienmarkt etwas uneinheitlich war. Die Grundtendenz blieb jedoch durchaus freundlich. Lebhaftes Geschäft verzeichneten auf etwas höhere Kursmeldungen aus Amsterdam nur Kunstseide Aku, die unter mehrfachen Schwankungen auf 66,25—67,25—66,90 (65,75) anzogen. Montanwerte bröckelten größtenteils bis 0,65 v.H. ab, Hoesch blieben behauptet und Rheinstahl zogen mäßig an. Elektroaktien lagen nahezu unverändert, etwas fester Felten mit 130,25 (129,25), AEG. mit 35,50 (35,40). IG. Farben gaben 0,50 v. H. auf 161,25 nach, Deutsche Erdöl uno. 125. Maschinen- und Motorenwerte blieben etwa behauptet. Von Zellstoffaktien stiegen Aschaf- fenburaer auf 123,75 (121), Waldhof mit 148,65 (148,50) voll behauptet. Etwas fester lagen noch Bauwerte, auch Reichsbank 0,75 v.H. freundlicher. Von Schiffahrtspapieren gingen Hapag auf 13,25 (14,13) zurück, Nordd. Lloyd mit 13,90 (13,75) behauptet. Unverändert lagen auch Westdeutsche Kaufhof und Rheinmetall. Schwächer lagen Chade A—C mit 401 (403,75). Am Rentenmarkt war das Geschäft bet etwa behaupteten Kursen klein. Späte Ächuldbuch- forberungen 98,13, Kommunal-Umschuldung 88,13, Zinsvergütungsscheine 93,25, Altbesitzanleihe ca. 114,75 (115), Städte-Altbesitz 115,50. Von fremden Werten notierten 4proz. Rumänen mit 6 (5,97V2), 4.5proz. Rumänen 10,30 (10,40) und 5proz. innere Mexikaner mit 6 (6,05). Im Freiverkehr erhöhten sich 3proz. Steg-Prioritäten bei größeren Umsätzen auf 5,50—5,60, später 5,50 (5,40), Oesterr.-Ungar. Bank-Pfandbriefe auf 4,50 (4,40). Im Verlaufe wurde das Geschäft am Aktienmarkt etwas lebhafter, und überwiegend traten leichte Befestigungen ein. Bevorzugt waren neben Aku, die bis auf 68 nach 66,90 anzogen, einige Philipp Holzmann 4 Zementwerk Heidelberg 7 Cementwerk Karlstadt......... 6| Datum 4% oevgi. Serie n 5% Numän. vereinh. Rente v. 1903 4^r"/oNumän.vereinh.Rentev.l913 4% Rumänische vercinh. Rente . 1 y4% Anatolier ............ Änderns < Deutsche Erdöl 4 Harvener................. 2y2 Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. 3 Ilse Bergban ...............6 Ilse Bergbau Genüsse 6 Klöcknerwerke ............... 3 Mannesmann-Röhren 3 desland erinnert. Auf der Straße Bernsfeld — Büßfeld zieht Kolonne an Kolonne vorwärts. Leichte Artillerie trabt in flottem Tempo dahin. MG.-Kompanien fahren im gleichen Rhythmus. Jn- anterie marschiert. Motorisierte Truppen schieben ich an den langsamer vorankommenden Jnfanteri- ten ebenso flott vorbei, wie die Artillerie und die MG.-Kompanien. Schwere Artillerie dröhnt mit Ihrem mächtigen Gewicht der Fahrzeuge dazwischen. Meldefahrer auf Motorrädern schlängeln sich hin und her, nach vorn und zurück. Fernsprechleitungen werden gelegt. Dazwischen schieben sich die Autos der Stäbe und der Leitenden bzw. der Schiedsrichter. Die Kraftwagen von Pressevertretern, auch die Männer des „Gießener Anzeigers" streben in dem dicken und doch durchaus geordneten Knäuel der Kolonnen mit nach vorwärts in Richtung Homberg. Plötzlich erscheint ein feindlicher Flieger. MG.-Feuer und lebhaftes Schützenfeuer schlägt ihm entgegen. Soweit das Gelände und die Landstraße Deckung bieten, nimmt alles vorschriftsmäßige Fliegerdeckung. In wenigen Minuten ist der luftige Besuch vorbei. Der Vormarsch geht mit aller Kraft weiter. Voll gestopft voll Truppen sind die Dörfer, nicht minder auch die Waldstücke, aus denen heraus sich immer neue Abteilungen aller Waffen dem allgemeinen Vormarsch anschließen. Hinter Büßfeld lösen wir uns aus der langen Vormarschgruppe und gewinnen freieres Gelände auf der Landstraße. Flotter geht die Fahrt nunmehr gen Homberg. Infanterie marschiert als Spitze und Sicherung von Blau beiderseits unter den Bäumen der Landstraße kräftig in der gleichen Richtung. Bald lassen wir aber auch diese ersten Abteilungen hinter uns. In Homberg treffen wir nur die wenigen Offiziere und Mannschaften, denen Aufgaben Der Manöverleitung zugeleilt sind. Aber die Bevölkerung von Homberg, soweit sie nicht selbst schon ins Gelände abgerückt ist, harrt beiderseits der Durchmarschstraße Der Feldgrauen. In Homberg begegnen mir dem Divisionskommandeur, der sich, von Rot kommend, auf dem Wege zur Blauen Partei befindet. liefere flotte Fahrt gilt nun dem ersten Besuch bei Rot. Wieder zieht ein Flieger tief über der Straße seine Kreise. Unmittelbar am Ostausgang von Appenrod treffen wir auf die Spitze der Roten Partei. Panzerabwehrwaffen sperren und sichern die Straße gegen den Ostausgang des Ortes. Das Mot. MG.-Batl. hat seine Spitze auch hier bersitgeftellt. Es dauert ein Weilchen, bis die ersten schwachen Abteilungen von Blau herangekommen sind. Unbehindert können sie von Westen her Appenrod durchschreiten. Aber an den letzten Häusern am Ostausgang schlägt ihnen das MG.-Feuer von Rot entgegen. Ein kurzes Feuergefecht, und schon ist die schwache blaue Abteilung von Rot geschlagen und von den Schiedsrichtern außer Gefecht gesetzt. Fast alle Hornberger, ganz Appenrod und viele Männer, Frauen und natürlich die Schulkinder aus zahlreichen anderen Orten als Schlach- tpabummfer folgen stark interessiert diesem ersten Gefecht. Uebrigens fei hier gleich bemerkt, daß auch während des weiteren Verlaufs des Tages eine gewaltige Menge von Schlachtenbummlern, darunter auch viele Gießener, mit großer Spannung dem Verlauf der Kampfhandlungen folgte. Wir fahren nach Homberg zurück und begegnen hier dem Gros von Blau in geschlossenem, schwung- F. G. Farben-Jndustrie.......7 Scheideanstall...............8 Goldschmidt 6 Rütgerswerle 6 Metallgesellschaft b 01 34,13 I 4 94 to| 204 I Hamburg-Amertka-Pakel O Hamburg-Südam. Dampfschiff. O Frankfurt a.M. Berlin Schluß- lurs Schluß,. Abend- börf- Schlußkurs c-chlUßk. Mittag- bör e ' 10-9. 11.9. 10-9 11.9- _ — — — 7 7,13 7,1 7,25 10,4 10,35 10,4 10,4 5,975 6,05 6,05 6,05 42,9 43 43 43 Franiiun a.M. Berun Schlußkurs Schluyl. Abend- börf- Schluß- iurs Schluß?. Mittag- börfe_ 10-9 11.9 10.9- 11.9. 150 — 151 152 —— 129,25 130,25 219 — 219 221 134,75 136,4 135 136 105,65 105,65 105,25 105,4 31,13 31,5 30,9 31,5 119,5 119,9 119,5 119,5 118,5 119 119 119 176 176 176 176,25 Franktun a. M. Beran Schluß- kurs Kchiußk. Abend- börfe Schlußkurs Echlußk. Mittag- börfe Datum | 10.9. | 119. 10 9- 11 -9 6% Deutsche Rerchsanlethe o. 19271 101,4 101,4 101,4 101,4 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 98,25 98,13 98,13 98,13 5*4% Doung-Anleihe von 1930 . Deutsche Anl.-Ablvs.-Schuld mti 102 1 102,13 Ruslos.-Rechten ............ 4%% Deutsche Retchspostschatzan 115 114,8 115 115,13 Weisungen von 1934, 1....... 4*/a% ehem. 8% Hessischer BolkL 100 100 100 100 staat 1929 (rückzahlb. 102%) .. 4*4% ehem. 8% Hessische Landes 98,5 98,75 98,5 98,75 baut Darmstadt Gold R. 12... 5y2% ehem 4)4% Hess. Landes 97 97 97 Hypothekenbank DarmstavtLiau. 4Z4% ehem. 8% Darmst. Komm 100,65 100,75 Landesb.Goldichuldverschr R.t> Oberhessen Provtnz-Anleche mli 33,4 93,4 — — Auslos.-Rechten ............ Deutsche Komm. Sammelabi. An 127 127 — — leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 4’/,% ehem.8% Franks. HyZ.°BanI 120 120,5 120,13 120,4 Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 5*4% ehem. 4*4% Franks. Hyp. Bank-Ligu.-Psandbrtese...... 5*4% ehem. 4 yt% Rheinische 97 97 — — 100,7 100,65 — — Hy-.-Bank-Ltqu.-Goldpfe. • • • 4V,% ehem. 8% Pr. Landespfand briefanstall, Pfandbriefe R. 19 *y.% ehem. 7% Pr. Landespfand briesanst., Gold Komm. Obl.20 100,75 100,75 100,75 100,75 97,5 97,5 97,5 97,5 95 95 95 95 Lteuergutsch.Berrechnungsk. 84-38 109,65 109,65 109,7 109,7 4% Oefterretchifche Goldrenle... — — 33 32 4,20% Oesterreichtsche Silberrente 3 3,2 3,13 3,15 4% Ungarische Goldrente ....... 9,25 9,25 9,3 9,25 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 8,7 8,85 8,75 8,8 4yt% dtzSgl. von 1913......... 8,8 8,9 8,75 8,9 5% abgest. Goldmexikaner von 9k 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe 13,65 13,4 13,65 13,4 Serie I..................... — — 10-September 11 .September Am liebe Jloileruna Amtliche Notierung Geld Srlcf Geld Arie' _>uenD» Air 0,708 0,712 0,708 0,712 Brüssel... 42,03 42,11 42,03 42,11 Rio de Jan. 0,148 0,150 0,148 0,150 Sofia..... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen 56,12 56,24 56,17 56,29 Danzig .... 46,80 46,90 46,80 46,90 London.... 12,57 12,60 12,58 12,61 Helimgfors. 5,544 5,556 5,549 5,561 Paris ..... 16,375 16,415 16,375 16,415 volland ... 168,64 168,98 168,66 169,00 .Italien .... 19,57 19,61 19,57 19,61 Favan ..... 0,735 0,737 0,735 0,737 Fugoilawten 5,654 5,666 5,654 5,666 Oslo..... 63,17 63,29 63,22 63,34 Wen...... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon ... 11,42 11,44 11,43 11,45 Stockholm.. 64,81 64,93 64, Ö6 64,98 Schwerz ... 80,97 81,13 80,97 81,13 Spanien ... — — — - — Prag...... 10,275 10,295 10,2,75 10,295 Budapest .. — — — Reuyork .. 2,488 2,492 2,488 2,492 Banknoten. Berlin, 11 .September । Geld Brief Amentanyche Roren...... 2',44 2,46 Belgische Roten.......... 41 ,88 42,04 Dänische Roten ......... 55», 97 56,19 Englische Roten ......... 12,, 535 12,595 Französische Roten....... 1PJ,325 16,385 Holländische Roten....... 1 68,24 168,92 Zlalienische Roten........ Norwegische Noten ...... 63,00 63,26 Deutsch Oesterreich, 4 1OO Schilling 1 — — Rumänische Noten....... —— Schwedische Noten....... \ 64,64 64,90 Sckweirer Noten......... ' 80,79 81,11 Spanische Noten................. — . Ungarische Noten................ । — — SJlxfponi Vierte Etappe Berlin-Warschau. Schellers Siegesfahrt. Deutschlands Straßenmeister Fritz Scheller hat am Freitag auf der schweren vierten Etappe der Radfernfahrt Berlin—Warschau erneut einen überzeugenden Sieg daoongetragen. Der Schweinfurter erspurtete sich auf der Bahn in Kalisch, die nach einem harten Kampf über 174 Kilometer von v K.,.. 3 Scheller bisher Bester der Radfernfahrt Berlin—Warschau. (Schirner-M.) Posen aus erreicht wurde, seinen vierten Sieg nach einer Fahrzeit von 5:22:29 und ließ dabei seine Landsleute Hupfeld, Bartoskiewicz, Ruland und Dubaschny hinter sich. Scheller hat damit seinen Erfolg aus dem Jahre 1934, wo er in der Öen Fahrt viermal hintereinander das Äiel- als Erster durchfuhr, erreicht und ist auf dem besten Wege, die Fernfahrt Berlin—Warschau 1936 zu einem einzigen großartigen Siegeszug zu gestalten. In der Einzelwertung liegt Scheller klar an der Spitze, gefolgt von Overbeck und Hupfeld, in der Länderwertung hat sich der deutsche Vorsprung weiter ausgedehnt. Zwei neue Schwimm-Weltrekorde. Ganz vorzügliche Leistungen wurden am Donnerstag bei einem internationalen Schwimmfest in Aarhus erzielt. Der Amerikaner Adolf Kiefer schwamm die 400 Meter Rücken in 5:13,4 und verbesserte damit den alten Weltrekord seines Landsmannes Kojac um genau drei Sekunden. Ihm gleich tat es die holländische Rekordschwimmerin Nida Senfs, die über 100 Meter noch schneller schwamm als am Dienstag in Kopenhagen. Sie drückte ihre eigene Weltbestleistung von 1:15,7 auf 1:15,4. Leichtathletik-Gaukampf Hoffen gegen Südwest. Die Leichtathletik - Gaue Hessen und Südwest haben einen Freundschaftskampf ihrer Gaumannschaften vereinbart, der am 20. September d. I. in Hanau stattfinden wird. Handball der Sp.-Dg. 1900. Morgen hat die 1. Handball-Mannschaft die erste Elf von Heuchelheim zu Gast. Beide Mannschaften müssen mit Ersatz antreten. Der Ausgang des Kampfes ist nicht vorauszusagen. Man erwartet eine spannende Begegnung. Zugendhandball im Tv. 1846. Tv. 1846 Gießen — Tv. Dutenhofen. Am Sonntag empfängt auf dem Universitäts- sportplatz die Jugend des Tv. 1846 die Jugend von Dutenhofen. Das Spiel ist ein Freundschaftsspiel. Leichtathletik der Sp.-Bg. 1900. Kämpfe um die Deutsche Vereinsmeislerschaft auf dem 1900-Sportplah. Wie in der vergangenen Saison, so sind auch in diesem Jahre die dem Fachamt Leichtathletik unterstellten Vereine gehalten, Kämpfe um die Deutsche Vereinsmeisterschaft durchzuführen. Infolge Terminschwierigkeiten haben im Sportkreis Gießen für 1936 bislang noch keine Versuche stattgefunden. Die ersten werden nun heute nachmittag auf dem 1900- Sportplatz unternommen. Es beteiligen sich in der ö-Klasse die beiden Gießener Vereine Spielvereini- gung 1900 und VfB.-Reichsbahn, in der E-Klasse Turnverein Heuchelheim und Turnverein 1883 Lollar. Während man von den beiden Landvereinen die Erreichung einer für ihre Klasse ansprechenden Punktzahl erwartet, dürfte es den Leuten vom Trieb und vom Waldsportplatz schon schwerfallen, sich gut zu placieren, da beide auf gute Kräfte verzichten müssen. Insbesondere sind die 1900er durch das Fehlen einiger Spitzenkönner stark im Nachteil. Die Jugend und die Frauen kommen ebenfalls zu Wort. Die Letzteren am Sonntagoormittag. Die iZFauüballrunde des $M84fi Gießen. Zum dreizehnten Male finden am Sonntag auf dem Universitätssportplatz die Faustballspiele des Tv. 1846 Gießen statt. Sie bilden den Abschluß der diesjährigen arbeitsreichen Sommerspielzeit. Die zahlreichen Meldungen der früheren Jahre sind bedauerlicherweise in diesem Jahr ausgeblieben, da die Neugestaltung der Sportgaue z. T. recht erhebliche finanzielle Anforderungen an Vereine und Spieler gestellt hat. So treffen in der Meisterklasse bis jetzt nur die beiden Rivalen des alten Hessengaues, Turnae- meinde Friedberg und der Meister des Gaues XII. Tv. 1846 Gießen, neben Tv. Philippstein aufeinander. Wer von den beiden erstgenannten Mannschaften den Sieg davontragen wird, bleibt offen, denn alle Jahre schon halten sich beide Vereine im spielerischen Können die Waage. Meistens entschied das Glück und die besseren Nerven den Sieg der einen oder anderen Mannschaft. In den entscheidenden Gauspielen konnte die Mannschaft des gast- gebenden Vereins in den letzten Jahren, zwar oft erst nach hartem Kampf, die Spiele für sich entscheiden. Philippstein hat sich zwar in den Spielen der letzten Spielzeit ein gutes Können angeeignet, wird sich aber beiden erstgenannten Mannschaften beugen müssen. In der A - K l a s s e sind die Nennungen zahlreicher. Es stehen sich hier 5 Mannschaften gegenüber, Männerturnverein Gießen, IG. Sportverein Frankfurt a M. 2., Tv. 1846 Herborn 2., To. Wetzlar 1. und Tv. 1846 Gießen 2. Der Ausgang in dieser Klasse ist schwer vorauszusagen. Von den genannten Mannschaften sind aus früheren Spielen besonders IG. Sportverein Frankfurt a. M. und Tv. Herborn bekannt, während der Männerturnverein erst in den Verbandss^elen dieses Jahres durch seinen Sieg über die Zweite des To. 1846 Gießen sein Können bewies. Ein Neuling ist zweifellos Tv. Wetzlar, der erst neuerdings das Faustballspiel in seinen Uebungsbetrieb ausgenommen hat. Man kann mit Recht auf den Ausgang der A-Klassenspiele gespannt sein. Mit Rücksicht auf die an diesem Tage stattfindenden Kreisfrauenwettkämpfe wurde für Turnerinnen die Ausschreibung unterlassen. Den Siegern in beiden Klassen werden wertvolle Wanderpreise des Tv. 1846 Gießen überreicht. Fußball der heimischen Mannschasten. Spielvereinigung 1900 Greben. Lollar — 1900 Liga. Das erste Verbandsspiel der diesjährigen Serie führt 1900 nach Lollar. Damit, stehen die Blauweißen gleich vor einer schweren Aufgabe. Die Elf, in der Besetzung Fischer; Zeiler, Lippert; Erhard, Heilmann, Garth; Schellhaas, Günther, Enders, Jäger, Henkelmann, muß sich sehr strecken, wenn sie mit Erfolg bestehen will. Die Ansicht, daß es sich bei Lollar um einen Neuling handelt, ist ganz und gar nicht angebracht. Die Ergebnisse der letzten Spiele beweisen gerade das Gegenteil. Berücksichtigt man, daß Lollar in großem Stil die Meisterschaft der Kreisklasse Gießen errang und daß sie bei den Pokalspielen neben dem Sportverein Wetzlar die einzige Mannschaft des Kreises war, die sich erfolgreich behaupten konnte, dann erhellt dies zur Genüge die Spielstärke der Mannschaft. Daß das Spiel auf eigenem Platze stattfindet, wird ein weiterer Anlaß sein, nichts unversucht zu lassen, um einen erfolgreichen Start zu erreichen. Dre Blau- weißen können daher schon mit einem halben Erfolg zufrieden sein. Lollar II — 1900 II. Vor dem Ligaspiel treffen die beiden Reservemannschaften zusammen. Hier scheint das Bild klarer zu fein, und man darf annehmen, dcm die in der Aufstellung: Schombert; Schneider, Weiß; Weißmüller, Rinderknecht, Hain; Muller, Ranft, Schmitz, Lehrmund, Best antretenden Blauweißen zu einem Erfolg kommen. Die Teilnahme von Lehrmund und Ranft, die vorerst nur für untere Mannschaften spielberechtigt sind, müßte hier den Ausschlag geben. Spiele der Iugendmannschaften. Die 1. Jugend trägt am Sonntag hier ihr fälliges Derbandsspiel gegen die gleiche Großen-Lindens aus. Da die 1. Jugend mit Ersatz antreten muß, darf das Spiel schon von Anfang an nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Wenn aber jeder Spieler sein Bestes gibt, wird sie wohl die ersten Punkte für sich buchen können. Die 2. Jugend, die in den letzten Spielen durch ihren schnellen, entschlossenen Sturm manches Treffen für sich entscheiden konnte, tritt am Sonntag gegen die 2. Jugend des Lokalgegners an. Zumal es hier um die Punkte geht, wird wohl der Schlußpfiff erst den Sieger erkennen lassen. Die 3. Jugend, die erst am vorigen Sonntag eine kombinierte Jugendmannschaft des Lokalaegners bezwang, wird sich wohl auch gegen die 3. Jugend VfB.-R. durchsetzen. Die 1. Schülerelf fährt zu einem Freundschaftsspiel nach Wetzlar. Die Kleinen werden sich den Sieg nicht nehmen lassen. Ebenfalls trägt die 2. Schülerelf ein Freundschaftsspiel in Großen-Buseck aus. Sie wird ihre Kräfte mit der dortigen neuausgestellten 1. Schülermannschaft messen. BfB.-Beichsbahn Gietzen. VfV.-R. II — Großen-Linden I. Die Gießener 2. Mannschaft folgt am Sonntag einer Einladung des Turnvereins Großen-Linden. Obwohl die Großen-Lindener erst verhältnismäßig seit kurzer Zeit den Fußballbetrieb wieder ausgenommen haben, stellen sie doch eine gute Mannschaft ins Feld. Die Gießener Mannschaft, die ohne Haupt in stärkster Besetzung fährt, wird unter diesen Umständen schwer zu. kämpfen haben, wenn sie ein annehmbares Ergebnis herausholen will. BfB.-H. 1. Jugend — Leihgestern 1. Jugend. Da die Jugendmannschaft in Leihgestern durch die seitherigen Ergebnisse beweisen konnte, daß sie im Vergleich zum vergangenen Jahre ihre Spielstärke beträchtlich gehoben hat, so stehen die VfBer einem Gegner gegenüber, der geschlagen sein will. VfB.-R. 2. Jugend — 1900 Gießen 2. Jugend: In diesem Rückspiel haben die VfBer auf ihrem eigenen Gelände die Aufgabe, die knappe Vorspielniederlage wieder wettzumachen. VfB.-R. 3. Jugend — 1900 3. Jugend: Die dritte Jugend sollte auch auf dem Trieb ihren Lokalgegner schlagen können. Allerdings werden sie einen so hohen Sieg, wie im Vorspiel wohl kaum erringen können. VfB.-R. 4. Jugend — Lollar 2. Jugend: Zwei gleichwertige Mannschaften sollten sich bei diesem Spiel gegenüberstehen. Da die Gießener Mannschaft erst neu ausgestellt ist, ist man sogar geneigt, den Gästen die besseren Chancen einzuräumen. DsB.-R. 1. Schüler — SV. 05 Wetzlar 1. Schüler: Beide Vereine verfügen zur Zeit über Schülermannschaften, die ein beachtliches Können haben.' Der Ausgang des Spieles ist offen. VfB.-R. 2. Schüler — SV. 05 Wetzlar 2. Schüler; VfB.-R. 3. Schüler — SV. 05 Wetzlar 3. Schüler. Großkampf in Garbenteich. Garbenteich I — „Teutonia "Watzenborn-Steinberg I. Zum ersten Verbandsspiel der Serie 1936/37 empfängt am morgigen Sonntag die erste Mannschaft des Sportvereins 1928 Garbenteich die gleiche Elf vom FC. „Teutonia" Watzenborn-Steinbery. In Garbenteich sieht man der Begegnung mit größtem Interesse entgegen. Die Platzbesitzer, die zur ersten Kreisklasse aufgestiegen sind, und die Teutonen, die zur gleichen Klasse absteigen mußten, werden sich sicherlich einen anregenden Kampf liefern. Nach dem Sieg der Teutonen im Spiel gegen VfB.-Reichsbahn Gießen mit 12:1 Toren rechnet man damit, daß die Gäste den Sieger stellen werden. Durch ihre Wucht und ihre Technik dürften sie den Platzbesitzern voraus sein. Garbenteichs Mannschaft ist allerdings nicht zu unterschätzen. Ihre Kampfkraft ist bekannt, ihr Siegeswille groß. Der eigene Platz gibt der Elf einen weiteren Vorteil. Bei dem bevorstehenden lokalen Großkampf, zu dem beide Mannschaften mit ihren besten Leuten antreten werden, dürften die Gegner wohl alles einsetzen. , ICTeutonia" Watzenborn-Steinberg Die zweite Mannschaft der Teutonen löst eine Rückspielverpflichtung ein und fährt zur ersten Mannschaft des Sportklubs 1921 Daubringen. Schon im Vorspiel in Watzenborn-Steinberg konnten die Gäste einen Sieg mitnehmen. Es liegen auch im Rückspiel die Aussichten bei der Platzmannschaft. Wenn die Mannschaft allerdings in einer annehmbaren Aufstellung die Reise nach Daubringen antritt, sollte der Sieg der Platzmannschaft erkämpft werden müssen. Fußball im Turnverein Großen-Linden Am Sonntag empfängt Großen-Lindens Erste die Zweite des VfB.-R. Gießen zum Gesellschaftsspiel. Die Platzbesitzer werden in diesem Spiel zeigen müssen, daß sie während der langen Sperre nichts verlernt haben. Vorher spielt die 2. Jugend gegen die 1. Jugend von Garbenteich. Die 1. Jugend fährt nach Gießen um gegen die gleiche von 1900 das fällige Pflichtspiel auszutragen. Oberheffen. Wieder ein Unglück an einem schrankenlosen Bahnübergang. —.— Homberg a. d. O h m, 11. September. Heute stieß der um 20.08 Uhr den Hornberger Bahnhof verlasjende Personenzug mit einem Personenauto eines Laubacher Kaufmanns zusammen. Während der Fahrer mit dem Schrecken davonkam, erlitt seine Ehefrau ernstliche Verletzungen im Gesicht. Das Auto wurde stark beschädigt. Landkreis Gießen. = Daubringen, 11. Sept. Bei der hier stattgefundenen Schweinezwischenzählung wurden 47 Zuchtsauen, 115 Ferkel unter 8 Wochen, Luftschuh ist nur wirksam, wenn alle mitmachen! 121 Schweine von 8 Wochen bis V2 Jahr, 231 Schweine von V2 bis 1 Jahr alt sowie 12 ältere, zusammen also 526 Tiere gezählt. ch Lauter, 11. Sept. Diese Woche wurde der Konfirmandenunterricht aufgenommen, nachdem am vorigen Sonntag die Einführung der diesjährigen Konfirmanden erfolgt war. Zwei Knaben und zwei Mädchen besuchen den Unterricht. Von den Knaben ist einer ein Pflegekind. — Nachdem das Keltern der Aepfel freigegeben ist, tauchen jetzt die Händler auf, die das Fallob ft kaufen. Für den Zentner Falläpfel werden 2,50 RM. bezahlt. — Nächste Woche wird durch den Reichsluftschutzbund eine Verdunkelungsübung durchgeführt werden. öd Eberstadt, 11. Sept. Bei der Gemeinde-Frühobst- und Zwetschenver- steigerung kostete der Zentner Birnen am Baum 1 bis 2 Mark, Aepfel 3 bis 5 Mark und Zwetfchen ebenfalls 1 bis 2 Mark. Fast täglich werden vom Handel größere Mengen auf Lastkraftwagen verladen. Die Händler bezahlen gegenwärtig für Frühbirnen 6 bis 8 Mark, für Frühäpfel 12 bis 14 Mark und für Zwetfchen 5 Mark je Zentner. Fallobst wird mit 2,50 bis 3 Mark verkauft. Preußen. Kreis Wetzlar. * R 0 dheim, 12. September. Gestern Mittag ereignete sich auf der Straße zwischen Rodheim und Abendstern ein Verkehrsunfall, der glücklicherweise ohne ernsten Schaden ablief. Ein Omnibus, der mit Arbeitern voll besetzt war und dessen Steuerung plötzlich versagte, fuhr gegen die Bieber- t a l b a h n, die im gleichen Augenblick die Straße entlang fuhr. Bei dem Zusammenstoß, der sehr verhängnisvoll werden konnte, erlitten glücklicherweise nur zwei Arbeiter leichte Verletzungen. Jtunöfunfprogramm. Dienstag, 15. September. 6 Uhr: Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Bäderkonzert. 9.30: Musik am Morgen. 10: Schulfunk: „Krajebieters". Hörspiel um den Vogelzug von A. Henning und H. Casemir. 11: Nachrichten. 11.30: Bauernfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Dem Opernfreund (XVI). 15: Volk und Wirtschaft. Weizenbrot und Reisbrei — die Hauptnahrung der Menschheit. Zeitangabe, Wirtschaftsmeldungen. 15.15: Die deutsche Frau. 16: Unterhaltungsmusik. 17: Kleines Konzert. Lieder mit Klavierbegleitung. 17.30: 1. „Aus grauer Städte Mauern .. ", Hörbilder um das Er- yolungswerk des deutschen Volkes. 2. Die gefährlichen Sieben! Unsere wichtigsten Speisepilze und ihre giftigen Doppelgänger. Von Ewald Schild. 18: Unterhaltungskonzert. 19: HJ.-Funk. 19.30: Kennen Sie uns.noch? Schlagermelodien von ehedem. 19.40: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: Konzert. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). Nachrichten der DAF. 22.30: Unterhaltungskonzert. 24 bis 2: Nachtkonzert. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, 13. September. 14. Sonntag nach Trinitatis. Gießen. Stadtkirche. 8 Uhr: Pfr. i. R. Kalbhenn; verbunden mit der Christenlehre für die Neukonfirmierten der Matthäusgemeinde; 9.30: Pfr. Lenz, Darmstadt; 11: Kinderkirche für die Markusgemeinde; Pfr. Lenz. — Warkussaal. 11: Christenlehre für die Neukonfirmierten der Luthergemeinde; Pfarrassistent Weckerling. — Johanneskirche. 8: Pfr. Bechtols- heimer; verbunden mit der Christenlehre für die Neukonfirmierten der Lukasgemeinde; 9.30: Psr. Ausfeld; anschließend Feier des hl. Abendmahls für die Lukas- und Johannesgemeinde; 11: Kinderkirche für die Johannesgemeinde; Pfr. Ausfeld; 20: Bibel- defprechung im Johannesfaal; Pfr. Lenz. — Kapelle des Alten Friedhofs wegen Herrichtung geschloffen. — Luthersaal. 11: Kinderkirche für die Luthergemeinde; Pfarrassistent Dauth. — petruskapelle (Wetzlarer Weg 59). 9.30: Pfr. Trapp; 10.45: Kinderkirche für die Petrusgemeinde; Pfr. Trapp. — Ge- meindefaal der Lukasgemeinde (Liebigstraße 56, Hintergebäude). 14: Taubstummengottesdienst; Pfr. Bechtolsheimer. — Wieseck. 9.30: Gottesdienst; Dekan Sattler; 10.45: Kinderkirche. — Alten-Buseck. 10: Gottesdienst; 11: Christenlehre. — Trohe. 13: Gottesdienst. — Albach. 12.30: Gottesdienst. — Steinbach. 10: Gottesdienst. — Annerod. 12.30: Gottesdienst. — Rödgen. 10: Gottesdienst. — Heuchelheim. 10: Haupt- gottesdienst; Kollekte; 11: Kindergottesdienst (1. Abteilung); 13: Kindergottesdienst (2. Abteilung). — Daubringen. 8.30: Gottesdienst. — Kirchberg. 10: Gottesdienst; 11: Christenlehre für die weibliche Jugend. — Treis a. d. Lda. 10: Hauptgottesdienst; Kollekte; 11: Kindergottesdienst. — Klein-Linden. 9: Gottesdienst; hl. Abendmahl für die Jungverheirateten; Kollekte; 11: Kindergotesdienst. — Garbenteich. 13: Gottesdienst; anschließend hl. Abendmahl. — Hausen. 10: Gottesdienst; anschließend hl. Abendmahl. — eich. 9.30: Stiftsdechant Kahn; Christenlehre für die männliche Jugend; 12.45: Kindergottes- dienst; 14: Stiftspfarrer Naumann. — Rieder- Bessingen. 9.30: Stiftspfarrer Naumann. — Langsdorf. 11: Hauptgottesdienst; 13.30: Kindergottesdienst. — Bettenhausen. 8.45: Jugendgottesdienst; 9.30: Hauptgottesdienst. — Wünzenberg. 10.30: Gottesdienst; Kollekte; 13: Christenlehre: „Das Ringen der Ev. Kirche um ihren Weg". — Trais-Wünzen- berg. 8.30: Gottesdienst; Kollekte; Christenlehre: „Das Ringen der Ev. Kirche um ihren Weg". — Hungen. 10: Gottesdienst; anschließend Christenlehre. — IDirberq. 10: Gottesdienst mit Christenlehre; Kollekte. — Veilsberg. 13: Gottesdienst mit Christenlehre. — Watzenborn-Steinberg. 13: Hauptgottesdienst mit Einführung der neuen Konfirmanden. Mittwoch, den 16. September. Gießen. Stadtkirche. 20.30 Uhr: Abendandacht. Donnerstag, den 17. September. Gießen. Johannesfaal. 20 Uhr: Bibelstunde, Evangelische Stadtmission (Löberstraße 14). Sonntag, den 13. September. 8.30 Uhr: Morgenandacht; 9.45: Sonntagsschule; 20.30: Eoangelisationsoortrag. — Mittwoch, den 16. September. 20.30: Bibelstunde. Gemeinschaft innerhalb der Kirche (Landeskirchliche Gemeinschaft). Gutenbergstraße 9. Sonntag, den 13. September. 20.30 Uhr: Evangelisationsstunde. — Mittwoch, den 16. September: 20.30 Uhr: Bibel- stunde. — Donnerstag, den 17. September. 20.30: Jugendbundstunde. Christliche Gemeinde Gießen (Zu den Mühlen 2). Sonntag, den 13. September. 9.30 Uhr: Erbauungsstunde; 20.30: Evangelisationsvortrag. — Dienstag, den 15. September. 20.30: Bibel- und Gebetstunde. Reuapostolische Gemeinden /Händelstraße 1, Eder- straße 13). Sonntag, den 13. September. 9.30 Uhr: Gottesdienst; 16: Gottesdienst. — Mittwoch, 16. September. 20.30: Gottesdienst. Baptillengemeinde (Gartenstraße 13). Sonntag, den 13. September. 11 Uhr: Kindergottesdienst; 20.30: Predigt. — Donnerstag, den 17. September. 20.30 Uhr: Bibelstunde. katholische Gemeinden. Samstag, den 12. September. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, 13. September. 17. Sonntag nach Pfingsten. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Jungfrauen und Hausangestellten; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 14.30: Andacht. — Grünberg. 9.45: Hochamt mit Predigt. — Hungen. 9.30: Hochamt mit Predigt und Christenlehre. — Lich. 7.30 Hochamt mit Predigt; 20: Christenlehre und Andacht. — Lollar. 9.30: Messe mit Predigt. — Ridda. 8.15: Hochamt mit Predigt. Montag, den 14. September. Laubach. 7.30 Uhr: Messe. Mittwoch, den 16. September. Hungen. 6.15 Uhr: Messe. vessentlicher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringende» Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Telefon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamt: Für Schließfachabholer T bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. Falls behandelnder Arzt nicht zu erreichen: A e r 31 e: Dr. Mehl, Dr. Neumann-Spengel. Zahnarzt: Dr. Jäger. Apotheke: Pelikan-Apotheke. Bei schlechter Verdauung Bull rieh -Salz SOS HAUS DER GUTEN Lü 6 Aufnahme für das Winterhalbjahr in die l-uJ/i-jähr. Klassen. Beginn 20. Oktober 1936 Anmeldungen und Auskunft i. Gießen, Goethestraße 32, jederzeit. AS; a«i* ii ’Ä MB gtuilff'11"” ?S- 5» ■ Ar» i**3« SK sis ■■s"* Sbü(h ühb 'm Sommanbo1 Trommelmb der „Straße . und nehmen Prellung. Di „Deutschland s oberste SA.- Luhe und s Sturmkolons ssers". Die 2 entblößt die ”!e Stufen; ble@ebeh!ff( ■toten der $ ff ^tzen M, nnb in Soldatenlied il f S5 der I ol9 ihm bi ßarten^rer der we ^ehnien. De pNftanöai tarnen jn - £a*Wne, ifnm6 00,1 S 'vpi'kibs// idktzd-- ■^Mthee, Terz "Drän Aer W I'ürnbe io, die ei Stunde fi uoungener )ohen Ehen mit d Zonnenliit nkreuzsah^ m hinter nmal liec ideren S schlichte )vss bren en. In d hakenkrei i des F tfahne ui n silberhe ;ln. i beiden Granitplc 75000 E ■10 500 WK Zwischen bei sahnen Auss Terrasse um Platz des fr barten und weiht werde Das Bra, des Fühl i Sender Jude Geleitet von Himmler Wortführer 1 sichtbar wird. tuen fforma itas Kraunfjei -Ctumabteilun rnrw Wer!" Um mich in Damen-Moden undlexti I waren rnshrru spezialisieren, gebe ich nachstehende Abteilungen auf: Herren-Bekleidung Knaben-Bekleidung Berufskleidung Am Montag, 14. September 1936, morgens um 8.15 Uhr, beginnt mein Ausverkauf der oben erwähnten Abteilungen zu bedeutend herabgesetzten Preisen. Jetzt biete ich Ihnen eine nie wiederkehrende Gelegenheit, Ihren Bedarf in Herren- und Knaben- Bekleidung für Herbst und Winter zu außergewöhnlich billigen Preisen einzudecken. Meine Schaufenster werden Sie überzeugen, ich bitte um deren Beachtung. Ihre Verlobung beehren sich anzuzeigen 5624D Zweimal Stadttheater A. v. Soosten G. m. b. 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