Nr.187 Erstes Blatt 186. Jahrgang Mittwoch, 12.August 1956 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monatr-Bezugrprek: Mit 4 Beilagen RM.1.S5 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr.. , -25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Sieben povschecktonto: granffurt am Main 11686 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: SrShl'sche U»iverfitStr Such- und Steindruckerei «.Lange in Sietzen. Schriftleitung und SeschSstrstelle: Schulftrahe 1 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8*/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm Höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von70 mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25"/„ mehr. Ermätzigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf.Familienanzei- gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Leistung, die wirklich olympischer Ehren wür- t. In 8:51,5 Minuten schwammen sie einen mer und Osten. Er hob hervor, daß Jahn der nationalsozialistischen Idee so nahe stehe, als lebte er mitten in unserer Zeit. Jahn erschloß der Jugend seiner Zeit die unoersichbaren Quellen völkischen Lebens. Das Wiedererstehen dieses Denkmals soll davon künden, daß sein Lebenswerk heute Gemeingut unseres Volkes geworden ist. Das ist das alleinige und unbestreitbare geschichtliche Verdienst Adolf Hitlers. Die vom Führer in seinem Buch „Mein Kampf" festgelegten und mit der Jahnschen Idee übereinstimmenden Grundsätze sind es, auf denen sich die Leibesübungen im nationalsozialistischen Staat aufbauen. So gedenken wir an dieser Stätte zugleich in tiefer Verehrung und Dankbarkeit des Führers. Das Turn- und Sportwesen wird nie und nimmer den Weg der Volksverbundenheit verlassen. Das soll das Gelöbnis sein, das wir in dieser Weihestunde ablegen. Die Kraft unseres wiedererstarkten Volkstums soll alle Deutschen auf dem Erdball zusammenschließen. So grüße ich auch Sie, meine Kameraden aus dem deutschen Siedlungsgebieten des europäischen und des überseeischen Auslandes. Sie haben gezeigt, daß es sehr wohl möglich ist, getreuer und zuverlässiger Bürger des Staates zu sein, in dem man eine neue Heimat gefunden hat, und die Erfüllung der staatsbürgerlichen Pflichten zu vereinigen mit der Erhaltung der eigenen Art und des eigenen Volkstums. Der Reichssportführer schloß mit einem Sieghcil auf Volk und Führer und legte im Namen der gesamten Turn- und Sportgemeinde einen Kranz nieder. Unter den Klängen der Nationalhymnen folgten weitere Kranzniederlegungen der auslands- deütfchen Abordnungen. Berlin, 11. Aug. (DNB.) Auf dem historischen Jahnturnplatz in der Hasenheide fand am Dienstagabend die feierliche Neueinweihung des Jahndenk- mals statt, das im Zusammenhang mit der Schaffung eines großen Aufmarschplatzes einen erhöhten und wirkungsvolleren Standort auf einem Hügel am Ausgang einer Waldschneise erhalten hat. Die 128 Gedenksteine, die zur Einweihung im Jahre 1872 von den deutschen Turnvereinen aller Länder der Welt zusammengetragen worden sind, umsäumen- nun im Halbrund das große erzene Standbild des Turnvaters. Dem Festakt wohnten auch 300 deutsche und ausländische Turner und Turnerinnen bei. Ferner Abordnungen der Parteigliederungen, des Reichsbundes für Leibesübungen und zahlreicher auslandsdeutscher Vereinigungen. Zahlreiche Ehrengäste, Vertreter der Parteigliederungen, der Wehrmacht, der staatlichen und städtischen Behörden und der Turnerwelt wohnten dem stimmungsvollen Festakt bei. Der Bürgermeister des Verwaltungsbezirks Neukölln verlas die neue Denkmalsurkunde. Sie hebt hervor, daß erst der Sieg des Führers über alle spaltenden und zerstörenden Kräfte dem Kampf und den Lehren des Turnvaters Jahn die gebührende geschichtliche Anerkennung verschafft habe. — Die Kassette enthält u. a.: Ein Programm der XI. Olympischen Spiele, die Bildwerke „Berlin" und „Deutschland" und Werke Friedrich Ludwig Jahns. Die Denkmalsurkunde schließt mit den Worten Jahns: „Ewig mahnt von Anbeginn des Werdens das heilige Wort Vollkommenheit!" Nach einem Gedenkspruch des Reichsdietwartes Münch sprach Reichssportführer von Tscham- Dem Schöpfer deutschen Turnens. Das Zahn-Denkmal in der Hasenheide wird neu geweiht. erklärt. Aus guten Gründen muß bei dieser unerfreulichen Angelegenheit darauf hingewiesen werden, daß Deutschland daran in keiner Weise beteiligt gewesen ist. Der Schiedsrichter bei dem ersten Fußballkampf Peru — Oesterreich war Christiansen (Norwegen), als Schiedsrichter zum Diederholungskampf war ein Italiener bestimmt. Auch dem Schiedsaericht des Internationalen Fuß- ballverbondes gehört kein Deutscher an. Der Präsident war ein Franzose, als Vizeprästdent fungierten ein Italiener und ein Belgier, als Beisitzer ein Tscheche und ein Schwede. Auch der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees, Graf B a i ll e t - L a t o u r, hat klargestellt, daß das IOK. an diesen Vorfällen ebenso wenig beteiligt sei wie das Organisations- Komitee für die XI. Olympiade in Berlin. Die Verantwortung für die schiedsrichterliche Entscheidung des sportlichen Streitfalles liegt also einzig und allein bei dem Internationalen Fußballver- band (FJFA.'i . Aehnliche Zwischenfälle, wie sie jetzt bei dem Fußballkampf zwischen Peru und Oesterreich vor- gekommen sind, hat es auch schon bei früheren Olnmpischen Spielen gegeben. Solche Vorkommnisse dürfen nicht so tragisch genommen werden, wie sie den unmittelbar Beteiligten vielleicht im ersten Augenblick erscheinen. König Fußball pflegt die Be- geisterung seiner Untertanen oft auf hohe Temperaturen zu bringen, und wenn dann einmal in der Hitze des Gefechtes Uebergriffe geschehen, so sollten die streitenden Parteien doch nach dem Spiel De^ nunft und Ruhe genug aufbringen können, um sich wieder zu versöhnen und der großen Sache des Sportes weiterhin in gemeinsamer Arbeit zu dienen. So dürfen auch wir als die völlig parteilosen Gastgeber der XI. Olympischen Spiele hoffen, daß das peruanische Zwischenspiel die glänzende Harmonie der in Berlin vereinigten Sportvölker nicht beeinträchtigen wird. Denn, wie schon gesagt, dem Unterliegenden gebührt dieselbe Ehre und Anerkennung wie dem glücklichen Sieger. Die Philharmoniker spielen im Olympischen Dorf. Großer Tag der deutschen Turner. Sieg im Zwölfkampf-Mannschafisturnen. — Große Erfolge der japanischen Schwimmer Auftakt bei den Ruderern in Grünau. Frühstück, bei dem Konteradmiral G ö t t i n g, der Leiter des Marinestabes bei der Segelolympiade sie herzlich willkommen hieß. Am Nachmittag folgten sie einer Einladung zum Besuch des im Kieler Hafen liegenden italienischen 10 000-Tonnen-Kreuzers „G i r i z i a". Als Reichsinnenminister Dr. Frick in Begleitung des Kommandierenden Admirals der Marinestation der Ostsee, Admiral Albrecht, des Gauleiters Lohse und des Gruppenführers Meyer-Quade an Bord des italienischen Kreuzers gingen, feuerte das Schiff einen Ehrensalut. — Später kehrten die Gäste zur Bellevuebrücke zurück, wo inzwischen die Olympische Siegerehrung vorbereitet worden war. Nach olympischem Brauch wurden die Sieger durch Hissen ihrer Flagge und ihrer Nationalhymnen geehrt. Am Abend waren sie Ehrengäste im Kieler Rathaus. LZ. „Hindenburg" flog neuen Geschwindigkeitsrekord. LZ. „Hindenburg" landete am Dienstag um 22.28 Uhr von Lakehurst kommend glatt auf dem Flughafen Rhein-Main. Das deutsche Riesenluftschiff hat damit einen neuen Geschwindigkeitsrekord aufgestellt; für die Fahrt von Lakehurst bis Frank- furt a.M. wurden nur 42 Stunden 53 Mi« Strauß' „An der schönen blauen Donau" und aus der „Fledermaus". Den Beschluß machte der beliebte Radetzky-Marscb von Johann Strauß dem Aelteren. Die über alle Sprachkenntnisse hinaus verständlichen, völkerverbindenden und doch nationale Eigenart ausprägenden Klänge der Musik, von Deutschlands berühmtestem Orchester mit gewohnter Meisterschaft vorgetragen, fanden rasch den Zugang zu den Herzen der Zuhörer. Hauptmann Haagen, der Leiter der Unterhaltungsabteilung des Olympischen Dorfes, überreichte dem Dirigenten einen Kranz, dessen Schleife die Inschrift trug: „Das Olympische Dorf dankt Alois Melichar und feinen Künstlern." Das Internationale Olympische Komitee in Kiel. Kiel 11 Aug. (DNB.) Die Mitglieder des Internationalen Olympischen Komitees, des Oraani- sationskomitees, des Deutschen Olympischen Ausschusses und der nationalen Olympüchen Komitees, die zusammen mit zahlreichen Diplomaten und Vertretern von Staat und Partei nach Kiel gekommen waren, waren zu einem Empfang im ftieler -Kat* Haus geladen. Oberbürgermeister Behrens betonte, daß Kiel mit besonderer Freude an die Losung der ihr zugewiesenen Aufgaben herangegangen sei, um den Olympischen Spielen im Segeln jene äußeren Voraussetzungen zu geben, die nach dem Sinne der Olympischen Idee notwendig waren. Seit einer Woche lodert in Kiel die Flamme des Olympischen Feuers auf der Hansekogge. Wenn auch morgen abend die Olympische Flamme auf dem Wasser verlöscht, der Geist Olympias wird in den Herzen unserer Jugend weiterleben. Der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees Graf de Baillet-Latour lobte die umfangreichen Vorbereitungen durch den Kieler Oberbürgermeister und den Führer des deutschen Seglerverbandes. Durch die Olympischen Spiele werde die brühmte Kieler Woche für die Zukunft einen neuen Auftrieb erfahren. Am Morgen nach der Ankunft wurden die Gäste auf Schiffe der Kriegsmarine verteilt, die sie auf die Regattastrecke brachten. Sie hatten dort Gelegenheit, die spannenden Rennen des Tages, die sich bei herrlichem Wetter abspielten, beobachten zu können. Im Anschluß an die Regatten folgten die Gäste einer Einladung des Flott e n ch e f s zu einem Empfang an Bord der Kriegsschiffe. Nach dem Besuch der Kriegsschiffe gab der Kommandle- rende Admiral der Marinestation der Oltsee, Admiral Albrecht, den ausländischen Gästen em Vierer „mit" gewann die Mannheim-Ludwigshafener Kombination den zweiten Vorkampf gegen Frankreich, Jugoslawien, USA. und Polen, im Zweier „ohne" holten sich die Mann- Heimer E i ch h o r st / S t r a u ß das dritte Vorren- nen gegen Argentinien, England und Oesterreich und im zweiten Vorlauf zum Einer blieb Gustav Schäfer überlegen vor Hasenöhrl-Oesterreich, Campbell-Kanada, Pearce-Australien und Barrow- USA. siegreich. Im Degen-Einzelfechten fielen die ersten drei Plätze überlegen an Italien. Franco Riccardi wurde Olympia-Sieger vor seinen Landsleuten Saoerio Ragno und Cornaggio Medici. Vierter wurde der Schwede Drakenberg von De» beur-Belgien und Silveira-Portugal. Interessant ist, daß in dieser Fecht-Disziplin der Sieg nach Punkten entschieden wurde. Dadurch bekam Riccardi bei 5 Siegen und drei Unentschieden die Goldene Medaille vor seinen Landsmännern, die bei je sechs Siegen je einen Punkt weniger aufwiesen. Zu ganz überwältigenden deutschen Erfolgen gestalteten sich die Wettkämpfe der Turner. Nachdem Alfred Schwarzmann am Montag die Goldene und Matthias V o l z die Bronzene Medaille im T-urnen am Längspferd errungen hatten, gab es am Dienstag an allen Geräten mindestens einen Deutschen unter den ersten drei. Am stolzesten ist der Sieg der gesamten deutschen Mannschaft im Zwölf kampf-Mannschaf tstur- nen vor der Schweiz und Finnland, der durch einen Sturz Ernst Winters an seinem Spezialgerät, dem Reck, schon gefährdet schien. Konrad Frey wurde Erster am Barren und am Querpferd und Dritter im Zwölfkampf und in der Freiübung Einzelsieger im Zwölfkampf wurde Alfred Schwarzmann, der außerdem noch eine Bronze-Medaille am Barren holte. Matthias Volz wurde noch Dritter an den Ringen. big ist. In 8:51,5 Minuten schwammen sie einen kaum glaublichen Welt- und Olympia-Rekord heraus und ließen damit USA. (9:03,0) ganz klar hinter sich. Dritter wurde Ungarn, das mit 9:12,3 Minuten einen neuen ungarischen und Europa-Rekord aufstellte, vor Frankreich, das mit 9:18,2 Minuten unter der eigenen Landesbestzeit blieb. Fünfter wurde Deutschland und auch an dieser Stelle noch wurde mit 9:19 Minuten ein neuer deutscher Rekord erreicht. Die weiteren Plätze dieses phantastischen Rennens belegten England, Kanada und Schweden. Das 2 0 0 - Meter- Bru st schwimmen der Frauen brachte den erwarteten großen Zweikampf zwischen der Japanerin Maehata und der deutschen Meisterin Martha ©enenger. In 3:03,6 Minuten schlug die Japanerin als Erste vor der Deutschen an, die mit 3:04,2 Minuten nur sechs Zehntelsekunden langsamer war. Dritte wurde — über drei Sekunden Oesterreicher nicht unverdient mit 3:1 (1:0) und qualifizierten sich dadurch für das Endspiel gegen Italien, das am Samstag im Reichssportfeld aus- getragen wird. Polen spielt mit Norwegen am Donnerstag um den dritten und vierten Platz. Im Hockey-Stadion wurden vor 16000 Zuschauern zwei Spiele der Trostrunde , die ohne Wertung durchgeführt wird, ausgetragen. Die Schweiz besiegte Dänemark klar mit 5:1 (4:0), während Afghanistan ebenfalls nur wenig Mühe hatte, über Belgien mit 4:1 (2:1) siegreich zu bleiben. Im Basketball- Turnier wurde mit den Endrunden begonnen, die nach dem Pokalsystem ausgetragen werden. Aus sechs Spielen qualifizierten sich Italien, Kanada, Uruguay, Polen, Mexiko und die Philippinen für die nächste Runde, in der außerdem noch USA. und Peru, die diesmal Freilos hatten, stehen. Am Mittwoch spielen nun in zwei Gruppen USA. — Philippinen, Italien — Mexiko (Gruppe I), und Kanada — Uruguay, Polen — Peru (Gruppe II). Die Sieger aus den Spielen jeder Gruppe spielen dann am Donnerstag gegeneinander und die Gewinner aus diesen zwei Treffen bestreiten am Freitag das Endspiel. Im Box-Turnier standen am Dienstag vier deutsche Vertreter im Kampf. Dabei gab es drei Siege und eine Niederlage, die Schmedes im Leichtgewicht durch den Philippinen P a d i l l a einstecken mußte. Die drei Siege errangen: M u - rach gegen Pack (England) im Weltergewicht nach Punkten, Baumgarten gegen Fl u r y (Schweiz) im Mittelgewicht nach Punkten und Vogt gegen Bolzan (Italien) im Halbschwergewicht ebenfalls nach Punkten. In Grünau begannen am Dienstag die olympischen Ruder-Wettbewerbe mit den Vorläufen zum Vierer „mit", Zweier „ohne" und Einer. Die deutschen Ruderer konnten sich in „ihren" Dorläufen jeweils mit Siegen durchsetzen. Im Ein erlesener Kunstgenuß wurde am Dienstagabend den Bewohnern des Olympischen Dorfes zuteil. Zum zweiten Male stellte das Berliner Philharmonische Orchester sein hohes Können in den Dienst der Olympiade. Tausende von Olympiakämpfern hatten sich im Birkenring und dessen Umgebung erwartungsfroh eingefunden, als der Dirigent Älois Melichar im stimmungsvollen Schein der Fackeln zum ersten Stuck des Programms, B e r l i o z' „Ungarischem Marsch den Taktstock erhob. Unter wachsendem „Beifall folgten Wagners „Tannhäuser - Ouvertüre, B l z e t s leidenschaftlich bewegte Ouvertüre zu „Carmen und die einschmeichelnden Weisen von Johann zurück — Sörensen (Dänemark) vor Anni H ö l z n e r (Plauen) und Frl. W a a l b e r g (Holland), die beide in 3:09,5 Minuten zugleich das Ziel erreichten. In den Zwischenläufen zum 4 0 0 - Meter - Kraulschwimmen der Männer mußten die drei Deutschen Freese (5. im ersten Lauf), Arendt (5. im zweiten Laus) und Przywara (6. im zweiten Lauf) leider ausscheiden. Aus den Vorläufen zum 100- Meter-Rückenschwimmen der Frauen brachte Deutschland Anni S t o 11 e , die Vierte im ersten Lauf wurde, durch, während Christel Rupke als Fünfte im zweiten Dorlauf ausschied. Im Kür-Kun st springen der Männer sicherten sich die drei Amerikaner De gen er, Wayne und Green in dieser Reihenfolge die olympischen Medaillen. Shibahara, der japanische Meister, wurde mit klarem Abstand Vierter vor den drei Deutschen Weiß, Esser und Mahraun. In der Wasserball-Zwischenrunde schlug Deutschland Oe st erreich mit 3:1 (2:0). Das zweite Dorschlußrundenspiel des Fußball- Turniers sah Oesterreich vor 80000 Zuschauern im Reichssportfeld im Kampf mit Polen. Nach einem spannenden Treffen gewannen die Im Mittelpunkt der Wettbewerbe im Schwimm- Stadion standen am Dienstag die Entscheidungen in der 4X200-Meter-Staffel der Männer und im 200-Meter-Brust schwimmen der Frauen sowie die vier Wasser- ballspiele der Zwischenrunde und das Männer-Kunstspringen. In der 4 X 200- Meter-Kraulstaffel der Männer gab es einen mitreißenden Kampf, bei dem die Rekorde ozusagen am „laufenden Band" fielen. Japans Schwimmer Pusa, Sugiura, Taguchi, Arai gewannen — wie erwartet — aber sie gewannen mit einer f Schwimmen, Turnen, Boxen, Fechten, Fußball, Hockey, Rudern und Basketball füllten das Programm des 10. W e 11 k a m p f t a g e s der XL Olympischen Spiele wieder im reichsten Maße aus, so daß auch am Dienstag die Olympia-Schlachtenbummler kaum wußten, wie sie ihre Zeit einteilen, und wo sie überall zuschauen sollten. Jeder Olympiabesucher fand aber doch schließlich den richtigen Weg, und so kam es, daß wieder alle Wettkampfstätten hervorragende Zuschauerzahlen aufweisen konnten. Beim Fußball in der Reichssportfeld- Kampfbahn waren 80 000, das Schwimmstadion füllten 25 000, beim Turnen auf der Dietrich-Eckart- Bühne sah man 20 000 begeisterte Zuschauer, in der Deutschland-Halle verfolgten am Nachmittag über 5000 die interessanten Boxkämpfe, und bei den Fechtern, Basketballspielern, Hockeyern (16 000!), und in Grünau bei den Ruderern war ebenfalls die „Masse Zuschauer" groß vertreten. Man sieht also, das Interesse der Olympiabesucher hat auch nach Beendigung der Leichtathletik in keiner Weise nachgelassen. Ohne Sieg und Platz. lieber 50 Nationen nehmen an den Olympischen Spielen in Berlin teil, aber nur 19 von ihnen konnten bisher eine Goldmedaille und 7 weitere eine Silberne oder Bronzene Medaille erringen. Es ist auch nicht wahrscheinlich, daß sich die Zahl der siegreichen Mannschaften bis zum Schluß der Spiele noch erheblich vergrößern wird. Zahlreiche Nationen müssen also damit rechnen, daß ihre Vertreter die Heimreise antreten, ohne sich einen Sieg oder Platz in irgendeiner Sportart erkämpft zu haben. Unter diesen Nationen wiederum wird es viele geben, die regelmäßig auch schon die früheren Olympischen Spiele beschickt haben — und zwar immer mit demselben negativen Ergebnis. Aber bedeutet es wirklich einen Mißerfolg, wenn ein Volk noch niemals (eine Nationalflagge am olympischen Siegesmast hochsteigen sah? Ist die Rolle des „ewigen Verlierers", von dem die rekord- begeisterte Menge so wenig spricht und der nahezu unbeachtet seine Statistenrolle bei dem großen Völ- kerschauspiel spielt, wirklich so undankbar? Sicherlich nicht. Denn ganz abgesehen davon, daß diese Sportleute bei jeden Olympischen Spielen mehr von ihren stärkeren Gegnern lernen und so der Wahrscheinlichkeit eines späteren Siegers näherrücken, sind sie ja die eigentlichen Träger der olympischen Idee. Denn bei den Olympischen Wettkämpfen geht es in erster Linie nicht um den Sieg, sondern um die Teilnahme am Kampf und um die Ritterlichkeit der Kampfesweise. Man tut daher den Nationen, die nicht auf der täglichen Wertungsliste der Zeitungen erscheinen, nur Unrecht, wenn man sie aus diesem Grunde geringer achten und ihren sportlichen Geist geringer einschätzen wollte. Ohne Verlierer gibt es feine Sieger, und es ist oft schwerer und ehrenhafter, ein guter Verlierer als ein berühmter Sieger zu fein. Zu den Staaten, die bisher keine Medaille erringen konnten, gehört auch Peru. Die peruanische Fußballmannschaft allerdings war der Geheimtip vieler Sportfachleute. Sie enttäuschte auch nicht die Hoffnungen und Erwartungen ihrer Anhänger, bis es dann zu dem Wettspiel mit Oesterreich kam, in dessen Verlauf bedauerliche Zwischenfälle entstanden, die für kurze Zeit die vollendete Harmonie des olympischen Völkertreffens zu zerstören drohten. Es ist nicht unsere Aufgabe als Gastland der Spiele, nach den Ursachen dieses rein sportlichen Konfliktes zu forschen. Jedenfalls hat der Internationale Fußballverband, als die einzig zuständige Stelle in dieser Angelegenheit, beschlossen, dem nach Beendigung des Spiels von den Oesterreichern eingelegten Protest stattzugeben und das Spiel wiederholen zu lassen. Aber die Peruaner, die das erste Spiel 4:2 gewonnen hatten, erschienen zu dem Wiederholungsspiel nicht. So wurde nach einer halbstündigen Wartezeit Oesterreich zum Sieger Liss der So am 2)'u ten der langen, der poi len fön tag nei Ausland in den wohnen, syndikad dufamm sä tander ° A ■fts über wad Der 1 Amerika-, hnge i Andante. Ui auch ^lonQ N ju ^.ipanift .nb Malo Iln9en Qn portugil Fluch von bei richten. Rechtsvi Flugzeu lichen P erscho ferner ei. len unb t Der in W SenI MMr lellM der Sla auszu ten die sei ein tionalis Spa Ron Regiere spanisch zehntäg! mittag schäft sehr hej ichaftsMl Kolonie. 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Als das erstemal in der dunklen Vorzeit des menschlichen Geschlechts, als es Der spanische Bürgerkrieg hat auch wieder die Frage nach der Zweckmäßigkeit des internationalen Tanger-Statuts aufgeworfen, das diese Stadt auf der afrikanischen Seite der Straße von Gibraltar von allen kriegerischen Konflikten frei halten soll. Zu Beginn der spanischen Wirren hatten die Kriegsschiffe der Madrider Linksregierung den Hafen von Tanger dazu benutzt, um von dieser gesicherten Position aus die Transportschiffe General Francos zu beschießen. Diese Handlungsweise stand augenscheinlich im Wiederspruch zu den Be- stimmungen des Statuts, und so beschloß — auf italienische Initiative — der Internationale Kontrollausschuß den Madrider Kriegsschiffen den Aufenthalt in der Tanger-Zone zu verbieten. Die Links- regierung fügte sich dem Beschluß, wohl auch aus dem Grunde, weil die Nationalisten damit drohten, andernfalls mit Gewalt für die Durchführung des Aufenthaltsverbotes zu sorgen. Ob es zutrifft, daß anderseits den Beamten und Offizieren des Generals Franco der Eintritt in die internationale Zone gestattet wurde, ist in Anbetracht der tendenziösen Berichterstattung über den spanischen Konflikt zwei- Vor einigen Wochen verwaiste die deutsche Bot- chaft in London. Herr von Hoesch fiel einer tücki- chen Krankheit zum Opfer. Jetzt ist in der Person des Botschafters von Ribbentrop sein Nachfolger gefunden worden. Eine bessere Wahl hätte wohl kaum getroffen werden können, lag doch das Schwergewicht der diplomatischen Tätigkeit Ribbentrops von Anbeginn in London. Es war für ihn ganz gewiß keine leichte Arbeit, die Fäden nach England zu knüpfen und sich durch den Berg des Mißtrauens hindurchzuarbeiten, das man in England dem nationalsozialistischen Deutschland entgegenbrachte. Wir wissen, wie dieses Mißtrauen entstanden ist und welche Kräfte dafür sorgten, daß sich der Engländer ein möglichst schiefes Bild vom neuen Deutschland machte. Die gradlinige Friedens- nicht ausreichen sollten, um die Bedürfnisse der Wehrmacht und die Kosten anderer Reformpläne zu decken, müßten letztere zurückgestellt und auf das nächste Haushaltsjahr verschoben werden. Das Tokioter Blatt „!hu|uh vuijuyi mcwu. Außenminister Arita habe in einer Sitzung des Kabinetts die Notwendigkeit einer Verstärkung der japanischen Armee in r* " kuo unterstrichen. Erst nach Angleichung der japanischen Armee an die Stärke der in Sibirien stehenden sowjetrussischen Armee würden sich die Aussichten von Verhandlungen mit Moskaus Aufrüstung. Das Rekrutenkontingent der Roten Armee um die Hälfte erhöht. Außenpolitik und Wehrmacht in Japan. Krieqsminister Terautschi besteht auf voller Durchführung des Rüstungsprogramms. Tokio, 12. Aug. (Ostasiendienst des DNB. — Funkspruch.) Zu der von den politischen Parteien erhobenen Forderung nach Anpassung der Aufgaben für die Wehrmacht an die neu f e st- zu leg ende Außenpolitik erklärt Kriegs- mmister Terautschi, daß die Außenpolitik Japans unveränderlich und läng st fest- gelegt sei, und besteht aus der Anerkennung des Vorrangs der materiellen Forderungen der Armee gegenüber anderen staatspolitifchen Aufgaben. Weiter fordert er die Verstaatlichung Ae schen Krafterzeugung unter Verucksichtigung der Interessen der Landesverteidi- gung. Falls die finanziellen Mittel des Staates Berlin, 11. Aug. (DNB.) Der Führer V- den außerordentlichen und bevollmächtigten Bot- chafter in besonderer Mission Joachim von Ribbentrop zum außerordentlichen und bevollmäch- ten Botschafter des Deutschen Reiches in London ernannt. Das Echo in London. London, 11. Aug. (DNB.) Die Londoner Abendblätter begrüßen die Ernennung Ribbentrops zum Deutschen Botschafter in London. Im Reuter- Bericht heißt es u. a.: Herr von Ribbentrop sei ein fähiger Diplomat, der in England, das er häufig in amtlicher Eigenschaft aufgesucht habe, bereits gut bekannt sei. Er habe viele einflußreiche Freunde in England, unter ihnen Lord Lvndcmderry, dessen persönlicher Gast er erst kürzlich gewesen sei. Er fei seit langem als Aspirant für den Londoner Posten betrachtet worden. Seine diplomatischen Fähigkeiten seien beim Abschluß des deutsch-englischen Flottenabkommens zu erkennen gewesen — einem überragenden Triumph des Dritten Reiches bei internationalen Verhandlungen. Preß Association hebt den Besuch von Ribbentrops bei König Eduard im Buckingham-Palast im März d. I. hervor. Der neue Botschafter sei durch seine Höflichkeit und seine Gewandtheit bekannt. „Eoening News" weist auf den hervorragenden Anteil hin, den Ribbentrop an öen letzten Gelegenheiten des diplomatischen Meinungsaustausches gehabt habe. Da er Hitlers hauptsächlichster Ratgeber in allen deutsch-englischen diplomatischen Unterhaltungen gewesen sei, so durfte seine Ernennung zum Botschafter den zukünftigen Meinungsaustausch erleichtern. Er genieße den Ruf, über großen Scharfsinn und außerordentliche Arbeitskraft zu verfügen. .Zn merkwürdiges Abenteuer erlebten amerika- msche Fischer, die ihren Beruf an der Küste von nflör \rV\6v AIV, j r • .d Ende, ein alter Fischer stand am Heck seines kleinen Schiffes und zog eine etwa zehn Pfund wiegende Gvld- makrele heran, als plötzlich ein 2,5 Meter langer faft fünf Zentner wiegender Haifisch in einem wilden Ansturm hinter dem Fisch herjagte und so weit aus dem Wasser herausschoß, daß er hinten in dem etwa sieben Meter langen Boot landete. Der Fischer konnte sich nur mit Mühe aus der Nähe des Haifisches retten, der wild um sich schlug und verschiedene Gegenstände zertrümmerte. Der zweite Fischer wollte Hilfe bringen, aber sie waren völlig macht- los und mußten lange warten und zusehen, bis der Haifisch bei dem wütenden Umherschlagen sich selbst c? verletzt hatte, daß er kraftlos zusammensank. Inzwischen waren auch andere Fischer, die die Not der beiden bemerkt hatten, herbeigeeilt und boten u)re Hilfe an, die aber nun nicht mehr nötig war. achten ihre riesige Beute in dem kleinen Boot selbst an Land. „Es sah aus, als ob ein Torpedo ® c r li n, 11. Aug. (DNB.) Nach Eintreffen der beiden Torpedoboote „Möve" und „Kondor" in den spanischen Küstengewässern befinden sich dort zwei Panzerschiffe, ein Kreuzer und sechs Torpedoboote. Obgleich die Zahl der in Spanien befindlichen Deutschen erheblich höher ist als die aller anderen Nationen, sind von diesen in die spanischen Gewässer entsandt worden: Von England zwei Schlachtschiffe, ein schwerer Kreuzer mit 20,3-cm- Geschutzen, zwei leichte Kreuzer mit 15-em-Ge- schützen, vier Flotillenführerboote, 16 Zerstörer. Von Frankreich ein Flugzeugträger, zwei Awere Kreuzer, drei Flotillenführer, fünf Zerstörer. Von Italien ein schwerer Kreuzer, zwei leichte Kreuzer, vier Zerstörer. Die langen spanischen • öen Zahlreichen Häfen im Atlantik, wie lnlJUtittelmeer, in denen überall möglichst gleich- zeltig der Schutz von Leben und Gut der dort ansässigen Landsleute ausgeübt werden muß, haben die Staaten die dazu irgend in der Lage waren, zur Entsendung möglichst zahlreicher Kriegs, schlfe veranlaßt. Nur so ist es möglich, aller, sicherzustellen.6 $ 1 e und Unterstützung ' - "Die Kunst für Alle", Monatshefte für ’ i%rAn USb 51- Jahrgang, August i 1936. (Verlag F. Bruckmann AG., München.) Einen besonderen Wert gewinnt das Augustheft durch die 1 Veröffentlichung „Olympia Ber- Im 1936 mit zahlreichen Aufnahmen der Anlagen ’ Reichssportfeldes und des Olyrn- plschen Dorfes. Daneben enthält die Augustausgabe noch folgende bilderreiche Aufsätze: „19. Nationale Kunstausstellung der Schweiz in Bern", „Leo Sam- berger zum 75. Geburtstag", „Zur Großen Münch» n£f Kunstausstellung 1936" von Ulrich Christoffel, „Vom Werden der Kunstsammlungen", „Münchens Kunstsituatwn von Dr. Wilhelm Rüdiger und „Umbau und Neuordnung der Nationalgalerie". — In der Augustfolge von W e st e r m a n n s Monatsheften erzählt Architekt Walter March, der goldenen Medaille ausgezeichnete Schöpfer des Olympischen Dorfes in einem debil- öerfen Beitrag von dem Bau und der Ausgestal- tung dieser Anlage. Wenn aus diesem Aufsatz her- nm-aeH. was geschaffen wurde, um den Sportlern aller Lander den Aufenthalt während der Olympi- ichen Spiele so angenehm wie möglich zu machen, L.^fahrt man durch Walter Wellenstein in dem ersiehen will. Mangel an ihnen ist in England nicht. Sie sind leicht im Gelände zu verbergen und zu tarnen, sind weniger störrisch als Maulesel und sind bei Motormärschen ihrer Truppe ohne Schwierigkeiten auf Lastkraftwagen zu verfrachten. Sie tragen auf den in England seit Jahrhunderten üblichen Packsätteln mit Heupolsterung und zwei Obergurten ebensoviel Munition wie ein Maultier. Man hofft, mit ihrer Hilfe die Infanterie völlig pfadgängig zu machen, d. h. sie mitsamt ihren Begleitwaffen in ein Gelände (Wald-, Sumpf-, Trichter-) verschieben zu können, in das ihnen Fahrzeuge, gleichviel ob pferdebespannt oder motorisiert, nicht folgen könnten. By. Overyeffen. Heimatgeschichte aus alten Kirchenbüchern. 5 Steinbach (Kreis Gießen), 11. Aug. Die Verzettelung des zweitältesten Kirchenbuches ist bezüglich der Copulationen vollendet, die Geburts- und Taufeinträge sind von 1635 bis 1720 verzettelt. Gleichzeitig wurde das Register alphabetisch und chronologisch aufgestellt. Wenn die Verzettelung und Registrierung abgeschlossen ist, wird in Zukunft die Familien- und Sippenforschung für Steinbach sehr erleichtert sein. Das drittälteste Kirchenbuch wurde, wie schon früher berichtet, von Kriminalsekretär i. R. Haas verzettelt und registriert, es geht von 1743 bis 1807. Die Registrierung des Kirchenbuches von 1635—1742 mit Verzettelung führt der Pfarrer durch. Es sind bis jetzt über 2000 Zettel ausgefüllt. Da häufig die Tinte stark verblaßt ist und die Schrift teilroe^e schwer lesbar und durch Abkürzungen und vulgärlateinische Worte das Verständnis erschwert ist, ist die Arbeit nicht leicht. Anderseits wird durch die Durcharbeitung erst der Wert des Kirchenbuches als Quelle für die Geschichte und Familiengeschichte Steinbachs erschlossen. Darüber wird nach Abschluß der sehr zeitraubenden Arbeiten berichtet werden. Heute soll nur ein kleines Stückchen erzählt werden. Aus der Jugendzeit klingt noch in den Ohren der Ruf des Schmärmannes, d. h. des mit seinem Wagen herumfahrenden Mannes, von Dorf zu Dorf den „Wagenschmär" verkaufend. „Das Schmärmännche kommt — es gibt Regen", so sagten damals die Leute. 1717 am 24. April wurde in Steinbach durch den damaligen Pfarrer Christoph Buff, den Großvater der Lotte Buff (Wetzlar), bekannt durch Werthers Leiden (ein Grabstein ist in die Kirchhofsmauer links unserer Kirche eingemauert), getauft: „Anna Maria Margretha, Eltern: Joh. Tilemann Regener und Agnes Catharina, Schmär-Krämerleuth: Gevattern: Anna Maria Hutyern. Johannes Cöhlinger von Herborn. Anna Catharina Mühlhäusern und Maria Sybilla Mühl- häusern, alle solche Schmährleuth." So lautet der Eintrag. E§ scheint, als ob die „Schmährleuch" damals in größeren Gruppen ihren Beruf von Dorf zu Dorf ziehend ausgeübt haben. Mit seiner Zugmaschine tödlich verunglückt. (!)Burg-Gemünden (Kreis Alsfeld), 12. Aug. In der Nähe von Wäldershausen bei Homberg verunglückte der Dreschmaschinenbesiher und Fuhrunternehmer F e i k von hier dadurch, daß er mit seiner ins Schleudern geratenen Zugmaschine (Bulldogg), der ein mit Sand schwer beladener Lastwagen angehängt war, gegen einen Baum fuhr und dabei schwere innere Verletzungen erlitt. Der bedauernswerte Mann mußte nach Gießen in die Chirurgische Klinik verbracht werden, wo er am gestrigen Dienstag gestorben ist. Die Zugmaschine erlitt starke Beschädigungen und mußte abgeschleppt werden. Tödlicher Unfall auf Bahnhof Vilbel. LPD. Bad Vilbel, 11. Aug. Am Dienstag- oormittag wurde auf dem Bahnhof Vilbel- Nord der Rottenführer Philipp aus Nieder- Mörlen, der bei der Bahnmeisterei Vilbel beschäftigt ist, von einem aus Richtung Stockheim kommenden Zug erfaßt und zur Seite geschleudert. Hierbei erlitt PH. so starke Verletzungen, daß er bald darauf starb. Landkreis Gießen Ul Mainzlar, 11. Aug. Die beiden Gemeindebackhäuser unseres Ortes sind in der letzten Zeit gründlich renoviert worden. Damit hat ein dringender Wunsch unserer Bevölkerung Erfüllung gefunden. — Das Preisschießen auf dem hiesigen Schießstand wurde am vorigen Sonntag beendet. Bester Schütze und damit Gewinner des ersten Preises war der Schütze Damm aus Allendorf a. d. Lda. Als zweiter folgte ihm der Schütze Fuchs aus Mainzlar. § Wirberg, 10. Aug. Bei herrlichem Wetter fand gestern das diesjährige Wirberger Misst o n s f e st mit Missionar Walther von Gießen statt. Die Predigt des Festgottesdienstes fand in dem Gotteshaus sehr aufmerksame Zuhörer. Der zweite Teil des Taaes, die nach der Kasfeepaufe stattgehabte Nachversammlung auf dem Sandgarten neben der Kirche, war ausschließlich der äußeren Mission gewidmet. —/— Lich, 12. Aug. Bei der am Sonntag von den Sanitätern und Samariterinnen des hiesigen Roten Kreuzes durchgeführten Roten-Kreuz- Sammluna gingen, ein: in Lich 145,40 RM., in Bettenhausen und Langsdorf 29,54 RM., in Muschenheim und Arnsburg 19,86 RM., in Birklar 18,45 RM., in Eberstadt 18,27 RM., in Nieder- Bessingen 13,40 RM., in Ober-Bessingen 13,64 RM., zusammen 258,56 RM. csd Eberstadt, 11. Aug. Während unsere Bauersleute auf dem Felde mit Erntearbeiten beschäftigt waren, wurden gestern in unserem Dorfe in zwei Gehöften Einbrüche verübt. Die Täter drangen vom Hofe aus durch die Fenster in die Häuser ein, erbrachen Schränke und wühlten alles durcheinander. In beiden Fällen verschwanden sie unter Mitnahme von Geldbörsen, Uhren usw. Erst bei der Heimkehr der Hausbewohner vom Felde wurden die Einbrüche bemerkt. Auch in dem Nachbardorfe Oberhörgern sollen die Einbrecher „gearbeitet" haben. Der Verdacht der Täterschaft richtet sich gegen mehrere Personen, die mit einem älteren Personenwagen, der mit Kisten beladen war, sich gestern mittag in unserem Dorfe aufhielten. Die polizeilichen Ermittlungen sind im Gange. ch Dorf-Gill, 11. Aug. Das vom Re ich s- kriegerbunü „Kyffhäufer" veranstaltete Preisschießen wurde am Sonntag auf unserem Schießstande unter Leitung von Kreisschießunterführer Schäfer beendet. Es beteiligten sich an dem Schießen die Kameradschaften von Dorf- Gill, Holzheim und Grüningen. Die Beteiligung war sehr rege. So schossen allein von der Krieger- Kameradschaft Dorf-Gill 14 Gruppen ä 4 Schützen. Auch die Leistungen im Schießen roardn durchweg recht gut. Fünf Gruppen von Dorf-Gill allein schossen über 400 Ringe. § Bellersheim, 10. Aug. Die Dreschmaschine ist seit einigen Tagen an der Arbeit. Hauptsächlich sind es die „kleinen Leute", die ihre Ernte zur Dreschhalle fahren. Aber auch größere Betriebe halten einen sog. Vordrusch, um Stroh und Saatgut zu erhalten und den Hauptdrusch bis nach der Kartoffelernte verschieben zu können. Die Körnerergebnisse sind recht unterschiedlich. Geradezu Rekorderträge liefert die Wintergerste. Durchschnittlich kann mit 14 bis 16 Zentner je kleiner Morgen gerechnet werden, vereinzelt wurden in Nachbardörfern sogar 20 und 22 Zentner gedroschen. Der Roggen läuft im allgemeinen etwas geringer als im Vorjahre, während Sommergerste etwa der vorjährigen Körnerernte die Waage hält. Wenn sich die Frucht schon sehr frühzeitig gelagert hat, ist das Korn nicht so voll entwickelt. Standweizen der Sorten Karsten und von Stocken erbringt ein gutes Druschergebnis. Im allgemeinen ist der Körner- ertrag besser, als man erwartete. Das Futterstroh hat durch den gut gewachsenen Stoppelklee an Futterwert gewonnen. Kreis Schotten. A Laubach, 11. Aug. Hier trafen zwölf A r - beitsdien st männer aus Babenhausen II zur Erntehilfe ein, die von dem Ortsbauernsührer den in Betracht fomemnben Landwirten zugewiesen wurden. Bei dem anhaltenden Regenwetter müssen alle Kreise zur Einbringung der Ernte angespannt werden, auch läßt sich für diesen Zweck Sonntagsarbeit nicht vermeiden. Es ist daher dringend erforderlich, daß unseren Landwirten in weitgehendem Maße Hilfskräfte zum Bergen der Ernte an die Hand gehen. Auch diejenigen Volksgenossen, die selbst nicht in der Landwirtschaft arbeiten, sollten bei dem jetzigen Ernte- notstand weitgehend mit Hilfe leisten. Kreis Alsfeld. 00 Bleidenrod, 11. Aug. Die Eheleute Peter Maus von hier begingen am Samstag das Fest der Goldenen Hochzeit. Der Führer und Reichskanzler sandte dem Jubelpaar ein Glückwunschschreiben, ferner wurden den Jubilaren von der Behörde und der Kirche Glückwünsche ausgesprochen. Feuer in den Le'tz-Derken. EJ Wetzlar, 11. Aug. Heute kurz vor 18 Uhr brach in der Gießerei des Hauptwerkes der Firma L e i tz in der Braunfelser Straße Feuer aus. Dank sofortigen Eingreifens der Werkfeuerwehr und der städtischen Feuerwehr konnte das Feuer auf feinen Herd beschränkt wetden. Durch das Feuer wurde nur der Dachstuhl des Gießereigebäudes zum Teil zerstört. Der Sachschaden ist sehr erheblich. Personen kamen, trotzdem das Feuer um die Zeit des Arbeitsschlusses ausbrach, zu der die zahlreichen Werksangehörigen den Betrieb verließen, nicht zu Schaden, lieber die Entstehungsursache ist noch nichts bekannt. Aktion gegen das Hupen in Darmstadt. LPD. Darmstadt, 11. Aug. Der seither in Darmstadt gegen das übermäßige oder unvernünftige Hupen geführte Kampf hat bis jetzt noch nicht zu dem gewünschten Erfolg geführt. Die Polizeidirektion in Darmstadt wird daher in den nächsten Wochen eine größere Aktion durchführen, die erreichen soll, daß Darmstadt sich in die Reihe der deutschen Städte eingliedern kann, in denen das unnötige Hupen verpönt ist. Nundfunkprogramm. Donnerstag, 13. August: 5.50 Uhr: Wetterbericht. 6: Olympische Fanfaren. Anschl. bis 7.50: Musik in der Frühe. Dazwischen 6.30—6.45: Früh-Gymnastik und 7—7.15: Nachrichten des Drahtlosen Dienstes. 7.50: 13. Tag der XI. Olympischen Spiele. Programmdurchsage. 8: Zur Unterhaltung. 9: Unterhaltungsmusik. Dazwischen: Hörberichte Rudern: Zwischenläufe, Schwimmen: 400 - Meter - Freistil - Frauen - Vorläufe, 1500 - Meter-Vorläufe. Wasserballspiele. 12—13.45: Musik am Mittag. Dazwischen: Olympische Siegertafel 1896 bis 1936. 13.45: Neueste Nachrichten. 14: Musik zur Unterhaltung. Dazwischen: Hörberichte. Rudern: Zwischenläufe. Schwimmen: 1500-Meter-Freistil- Borläufe, 200-Meter-Bruststil-Vorläufe, 100-Meter- Rücken - Zwischenläufe, 100-Meter - Rücken - Frauen- Endlauf. Wasserballspiele. Fechten: Säbel-Mann- schafts-Entscheidnng. Fußballspiel um den 3. und 4. Platz. 18: Unterhaltungskonzert. 19: Olympia- Echo: 13. Tag. 20: Kurznachrichten des Drahtlosen Dienstes. 20.10: Volkstümliche Musik. Dazwischen Hörberichte: Boxen: 3. Serie. 22: Wetter- und Tagesnachrichten. 22.15: Olympia-Echo. 22.45: Nachtmusik. 23.45—1: Tanzmusik. 1—2: Konzert Wirtschaft. Rhein-Mainische Börse. rNittagsbörfe fester. Frankfurt a. M., 11. Aug. Bei sehr f/einen Umsätzen brachte die Mittaasbörse an den A k - tienmärften weitere Befestigungen von durchschnittlich 1 v. H. Es lagen kleine Aufträge der Kundschaft vor, auch die Kulisse zeigte etwas Nachfrage, während anderseits Angebot kaum herauskam. Die Märkte sind ziemlich leer, wodurch z. T. auch stärkere Kurserhöhungen ausgelöst werden. Die Kapital-Transaktion der Muag regte allgemein etwas an. Muag selbst stiegen auf 122,75 bis 123,25 (121,25), ferner lagen Daimler Motoren 1 v. H. höher. Größeres Interesse zeigte sich außerdem für Montanaktien, Klöckner 117 (114), Hoesch 113 (111,50), Harpener, Mannesmann, Rheinstahl und Verein. Stahl gewannen je 1 v. H., auch Otavi Minen noch etwas höher mit 33,65 (33,50), JG.- Farben zogen nach unverändertem Beginn 1 o. H. an auf 167, Deutsche Erdöl 129 bis 129,50 (128,50). Don Elektroaktien befestigten sich Felten um 2,50 o. H., RWE. um 1 v. H., Siemens bröckelten 0,50 v. H. ab, AEG. lagen mit 38,75 voll behauptet. Fest lagen von Zellstofsaktien Aschaffenburger mit Z"irka 122 bis 123 (120). Im einzelnen eröffneten Westdeutsche Kaufhof 0,40 v. H., Zement Heidelberg 0,50 v. H. und Reichsbank 0,25 v. H. leichter, Rheinmetall 0,75 v. H. hoher und Kunstseide Aku mit uno. 62. Nach den Anfangskursen blieb die Grundtendenz fest, das Geschäft hielt sich aber weiter in engen Grenzen, und die Kurse wiesen kaum Veränderungen auf. Am Rentenmarkt war die Haltung freundlich, das Geschäft aber ebenfalls gering. Altbesitz Zirka 112,90 (112,70), späte Schuttibuchforderungen 98,13 bis 98,25 (98), Kommunal-Umschuldung 88,10 (88,05), Zinsvergütungsscheine 93,10 (93) und 6proz. zertif. Dollar-Preußen 68,50 (68,40). Im Freioerkehr waren Kronen-Bosnier zu 8 o. H. (7,90) gesucht. Im Verlaufe blieb die Haltung am Aktienmarkt fest, die Kurse wiesen gegen den Anfang vielfach weitere Erhöhungen von 0,50 bis 1 v. H. auf. Daimler 131 nach 129, dagegen Otavi-Minen 33,40 nach 33,65. Zellstoff Aschaffenburg kamen mit 123,50 (120) zur Notiz, auch Waldhof 3 v. H. höher mit 151,25 bis 152,50, ferner Scheideanstalt plus 3 d. H. mit 277 und Holzmann 130 1,50 v. H. fester. Attumu^atoren nach mehrtägiger Notizunterbrechung Der variable Rentenmarkt blieb ruhig, Altbesitz kamen schließlich nur unv. mit 112,70 zur Notiz. Gold- und Liquidationspfandbriefe blieben unverändert, einige Kommunal-Obligationen zogen 0,25 v. H. an, so Franks. Hyp. und Franks. Pfandbriefbank auf je 94,25 und Mein. Hyp. auf 94,75. Don Stadtanleihen 4,50 v. H. Heidelberg 92 (91), dagegen Mainzer 94 (94,25). Auslandsrenten lagen sehr still, Mexikaner etwas schwächer, 4proz. Gold 9,60 (10). Im Freiverkehr nannte man Adlerwerke 114,50 (113), Wayß & Freytag 122,25 (120,50), Kali Wintershall 125,50 (123,25), dagegen Ufa- Aktien 64,50 (65,50). In Tagesgeld verblieb bei unv. 2,50 o. H. wieder Ueberstand. Abendbörse voll behauptet. Die Abendbörse nahm bei kleinen Umsätzen einen freundlichen Verlaus und die Kurse konnten sich überwiegend voll behaupten. Teilweise traten gegen den Berliner Schluß noch einige Befestigungen von 0,25 bis 0,75 v. H. ein. Etwas lebhafter waren AKU. mit 63,25, Muag mit 123,65, ferner am Montanmarkt Buderus mit 117. Otavi Minen notierten 34,25 (34). Scheideanstalt 1 v. H. höher mit 278. Der Rentenmarkt lag still und unverändert. Für Valutapapiere bestand Nachfrage, auch einige Vorkriegsrenten wurden beachtet. Am Einheitsmarkt kamen ©inner Grünwinkel nach Paufe mit 88,75 (93,50) wieder zur Notiz. Commerzbank 101,75 (101,50), DD-Bank 103,50 (103). U. a. notierten: Altbesitzanleihe 112,80, 6proz. JG.-Farben 128,50, Reichsbahn-VA. 123,40,4^proz. Oesterr. Papierrente 1,70, 1913er Ungarn 8,75, Iproz. Ungarn Gold 9,10, 4proz. Ungarn Kronen 3,40. 3^proz. Schweiz. Bundesbahn 219, 2^proz. Anatolier I 45,50, Commerzbank 101,75, DD-Bank 103,50, Buderus 117, Harpener 131,75, Hoesch 114,75, Mannesmann 111,75, Otavi Minen 34,25, Rheinstahl 148,50, Verein. Stahl 112,25, AKU. 63,25, AEG. 38,75, Chem. Albert 125, Conti Gummi 184,50, Daimler E 130, Deutsche Erdöl 129,50, Scheideanstalt 278, Licht und Kraft 152, JG.-Far- ben 167’75, Feinmech. Jetter 97,75, Feldmühle Papier 135, Gessürel 140, Holzmann 130,75, Junghans 104, Muag 123,65, Metallgesellschaft 136, Moenus 96,50, Schuckert 160,50, Westdeutsche Kaufhof 55,75, Südd. Zucker 215. Sranffurtct Obst- und Gemüsemarkt. Frankfurt a. M., 11. Aua. Der Gemüse« markt hatte weiterhin starke Zufuhren, insbesondere von Bohnen, Gurken, Weißkraut und Wirsing. Nachfrage nach Bohnen und Einlege-Gurken ziemlich lebhaft, im übrigen nicht ganz befriedigend. Preise ziemlich unverändert. U. a. notierten: Blumenkohl I 40—60, II 25—35, III 12—20, Bohnen: Busch 10 bis 13, Wachs 15—18, Stangen 18—22, Erbsen 18—25. Eskarol 4—10, Salat-Gurken (Treibh.) 6 bis 20, Einmach-Gurken: Essig 0,60—1,20, Salz —MO (je 100 St.), Karotten 4—5, Kartoffeln Bohms 4,20—4,50, Erstlinge 4,50—4,80, Kohlrabi 3—5, Kopfsalat 5—9, Pilze: Pfifferlinge 25—27, Stein 30—35, Rettich Bdl. 6—12, St. 4—10, Rö- mischkohl 41—5, Rotkraut 4—5, Sellerie 8—15, Spinat 10—15, Tomaten (Treibh.) 14—24, ital. 15—17 Ungar. 15—18, Früh-Weißkraut 3—4, Wirsing 4—5, Zwiebel (Gärtner) 6, Pfälzer 5—6. t am Obstmarkt ist etwas unterschiedlich, aber überall ausreichend. Geschäft nur in Mirabellen gut, sonst ziemlich schleppend. Für Preiselbeeren, Pflaumen und Zwetschen gaben die ^sreife nach. U. a. notierten: Sommer-Aepfel 15 öis 30, Fall-Aepfel 6—8, Gravensteiner 30—32 ital., Bananen 12,5-Kilogramm-Kiste 8,50 Westind., 7,00 bis 8,00 Kamerun, Birnen 12—15, dto. Dr. Guyot 30—35, Kochbirnen 8—10, Brombeeren 25—30, Heidelbeeren 22—24, Himbeeren (Wald) 28, Johannisbeeren 12 bis 13, Mirabellen 30—35, Pfirsiche 25 45, ital. 32—42, Pflaumen 20—25. Preiselbeeren 23—25, Reineklauden (grün) 17—24, Trau- ben brutto 35—38 ital., Früh-Zwetschen 20—25, Zitronen (Kiste 300 Stück) 16—18. Schweinemarkt in Schotten. < Schotten, 11. Aug. Auf dem heutigen Schweinemarkt, im Rahmen des Schottener Sommermarktes, war der Besuch von Kauflustigen verhältnismäßig geringer als sonst, da die Erntearbeiten die Landbevölkerung stark in Anspruch nehmen. Aufgetrieben waren über 400 Ferkel und Einlegeschweine. Es kosteten 6 bis 8 Wochen alte Ferkel bis 25 Mark, 8 bis 10 Wochen alte Tiere bis zu 28 Mark, 10 bis 13 Wochen alte Ferkel bis Zu 35 Mark, gute Einlegeschweine etwa 60 Mark pro Stück. Es verblieb geringer Ueberstand. Sranrfurt a. M. 33erlin Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2IL Datum 10.8. 122 176 176 165,75 167,75 l 128,5 I ' 148,5 I 1541 127,5 । 131 Banknoten. 182 Gritzner •| 35,25 | l 95 >1 2131 01 215 130 169 12 11 128 169 63,25 84,5 152,5 123,5 o 5 6 0 41 7 6| 55,75 376,25 55,75 374,5 208 184,5 118 132 136 o 8 <1 O 7 9 5 6 5 221 147,5 110,4 33,5 221,5 148,5 112,25 34,25 Schluß- kurs 130,75 148 154 122,25 176 Schluß- furd 167,75 278 118 132 136 118 131,25 133 62 83,5 149,25 120 107,4 60,5 84 149,5 119,75 112,25 129 169 85,75 55,13 374 209 182 109,5 63,13 85 152 124,25 112 130,9 168 86,25 55,75 377,5 208,25 184,5 166 274 118 131,25 134,5 BV, .. O . 5 . 5 7Vi 6 ¥2 . 6 12 3. G. Farben-Jndustrie Scheideanstall........ Goldschmidt Rülgerswerke Metallgesellschaft Mainlrastwerke Höchst 4 Süddeutscher Znüer ....... 10j Philipp Holzmann .... Zementwerk Heidelberg Cementwerk Karlstadt.. Mansselver Bergbau .. Koküwcrke........... Rheinische Braunkohlen Rhetnstahl........... Vereinigte Stahlwerke. Otavi Minen ........ Kaliwerke Aschersleben. Kaliwerke Westeregeln . Kaliwerke Salzdetfurth 35,25 I 35 I 96 - 215 1215,25 1 Schultheis Patzenhofer Aku (Allgemeine Kunstseide) .. Bemberg................... Zellstoff Waldhof Zellstoff Aschaffenburg Dessauer Gas ............... Daimler Motoren Deutsche Linoleum Orenstein & Koppel Westoeutsche Kaufhof Chade ...................... Accumulatoren-Fabrik.......: Conti-Gummi.............. : 10.8. 149" 132 221,25 147,75 110 33,5 Schlußl. Abend- börse 11.8. 15Ö" Schlußk. Mittag- börse 11.8. 150,75 133,5 221,5 148 112,25 34 126 Kurszettel der Berliner und Krankfurier Börse. Die hinter den Papieren angeführten Zisfern geben die Höhe der zuletzt beschiossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v.H„ Lombardzinsfutz 5 t>. H. Frankfurt a. M. Berlin Frankfurt a.M. Berlin Schlußkurs Schlußk. Abend« börse Schlußkurs Schlußk. Mittag« börse Schlußkurs Schlußk. Abend« börse Schlußkurs Schlußk. Mittagbörse Oainm 10.8. 11.8. 10.8 11-8. Datum 10.8. 11 8. 10.8- 11.8. 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 101,4 101,4 101,4 101,4 4% ocegt. Sene n ............ _ — _ 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 97,7 97,9 97,7 97,9 6% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 6,5 6,5 6,5 _ 5¥»% Boung-Anleihe von 1930 .. 102 102 — 102,13 4'/r%Rumän.vereinh.Rentev.i91Z 10,15 10,15 10,1 10,1 Deutsche Ant.-Ablös.» Schuld mit Ausloj.-Rechten ............ 112,7 112,8 112,75 112,9 4% Rumänische vereinh. Rente . 2*4% Anatolier .............. 5,65 45 5,65 45,5 5,6 45,25 5,6 45,25 4¥i% Deutsche Reichspostschatzan Weisungen von 1934, 1...... 4>/2% ehem. 8% Hessischer Volks staat 1929 (rückzahlb. 102%) ... 100,35 98,75 100,3 98,75 100,4 100,5 98,75 Hamburg-Amerika-Pakct .....O Hamburg-Südam. Dampfschiff. O 15,5 15,25 15,4 42,75 15,13 43 <¥i% ehem. 8% Hessische Landes bunt Darmstadt Gold R. 12... 97 97 Norddeutscher Lloyd .........O A.G. für Verkehrswesen Akt. .. O 15,13 117 15,5 116,5 15,65 116,75 15,5 118 5yz% ehem. 4/,% Hess. Landes Hypothekenbank DarmstadtLiqu 4Vt% ehem. 8% Darmst. Komm Landesb.Goldschuldverichr 81.6 100,9 100,9 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz, und Privat-Bank ... 4 100,75 101,75 123,5 100,5 123 101,5 93,75 93,75 Deutsche Bank und TiLconto- Gesellschaft................4 102,5 103,5 102 103 Oberhesjen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten ............ 124 124 Dresdner Bank..............4 Reichsbank ................12 103 194,5 103,5 194,25 103 194 103,5 194,5 Deutsche Komm. Sammelabl. An leihe Serie 1 mit Auslos. Rechten 4’/,% ehem.8% Franks. Hyp.-Banl Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 119,9 97 120,4 97 120,2 120,13 A.E.G......................0 Bekula.....................8 38,65 154,5 38,75 155 38,65 154,9 38,75 155,25 b'/r% ehem. 4*/,% Franks. Hyp. Bank-Liqu.-Pfandbriese...... 101,05 101,05 Elektr. Lieferungsgesellschaft... 6 Licht und Kraft .............7 128,25 150,5 128,75 152 127,75 152 128,65 151,25 b'/r% ehem. 4>/2% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpfe. ... 101,4 101,4 101,5 101,4 Felten & Guilleaume......... 4 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 6 133 139,5 135,5 140 133 139,5 135 140 4*/,% ehem. 8% Pr. Lanoespfanb brtefanstalt, Pfandbriefe 8t 19 97,5 97,5 97,5 97,5 Rheinische Clektrizität ........ 6 Rhein. Wests. Elektr..........6 131,75 128,5 133,25 129 132,5 129 133 4¥z% ehem. 7% Pr. Landespfand briefanst., Gold Komm. Obi. 20 95 95 95 95 Schuckert L Co............... 6 Siemens L Halske.».......... 8 159 200 160,5 199,5 159 199,5 160,4 198 Steuergutich.Verrechnungsk. 34-38 109,6 109,5 109,6 109,5 LahmeyerLCo....... 7 140 140,5 140,25 140,75 4% Oesterretchische Goldrente... — — 29,13 _ Buderus ................... 4 113 117 113 116,25 4,20% Oesterreichische Silberrente 2,55 2,6 2,55 2,6 Deutsche Erdöl..............4 128,5 129,5 127,5 129,5 4% Ungarische Goldrente....... 8,9 9,1 8,9 9,15 Harpener................. 2y2 131 131,75 131 131,25 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 8,7 8,6 8,45 8,6 Hoesch Eisen—Köln-Neucssen .. 3 111,5 114,75 111,5 114,5 4>/2% desgl. von 1913......... 8,6 8,6 — —— Ilse Bergbau ...............6 166,5 6% abgest. Golomezikaner von 99 14,4 13,9 14,4 14 Ilse Bergbau Genüsse........ 6 136 136,5 135 136.25 4% Türkische Bagdadbahn-Anlethe Serie i..................... — — Klöcknerwrrke ...............3 Marmesmaun-Rührea........2 114 110,5 117 111,75 115 HO 117,75 111,5 10.August 11 .August Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Brief Geld Briel Buenos Alle 0,688 0,692 0,689 0,693 Brüssel .... 41,94 42,02 41,95 42,03 Rio de Jan. 0,144 0,146 0,144 0,146 Sosta ..... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen 55,81 55,93 55,79 55,81 Danzig .... 46,80 46,90 46,80 46,90 London.... 12,50 12,53 12,495 12,525 Helsingfors.. 5,514 5,526 5,509 5,521 Paris ..... 16,375 16,415 16,38 16,42 Holland ... 168,92 169,26 169,00 169,34 Italien.... 19,57 19,61 19,57 19,61 Japan ...... 0,730 0,732 0,730 0,732 Jugoslawien 5,654 5,666 5,654 5,666 Oslo.....: 62,82 62,94 62,80 -62,92 Wien....... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon... 11,355 11,375 11,35 11,37 Stockholm... 64,45 64,57 64,42 64,54 Schweiz .... 81,05 81,21 81,07 81,23 Spanien... 32,05 32,11 32,04 32,10 Prag....... Budapest .. 10,27 10,29 10,27 10,29 Reu York ... 2,488 2,492 2,488 2,492 Berlin, 11 .August Geld Ärics Amerikanische Noten.............. 2,44 2,46 Belgische Noten.................. 41,80 41,96 Dänische Noten ................. 55,59 55,81 Englische Noten ................. 12,46 12,50 Französische Noten............... 16,33 16,39 Holländische Noten............... 168,58 169,26 Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. 62,58 62,84 Deutsch Oesterreich, ä 1OO Schilling Rumänische Noten............... — _ Schwedische Noten............... 64,20 64,46 Schweizer Noten................. 80,89 81,21 Spanische Noten................. Ungarische Noten................ Nr. 187 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Mittwoch, 12.August 1956 XL OLYMPISCHE SPIELE Deutschlands Turner siegen im Olympischen Zwölfkampf! Ein großer Erfolg! Mit 657,430 Punkten setzten sie sich an die Spitze aller olympischen Nationen und gewannen damit die Goldmedaille vor den Turnern der Schweiz. Deutschland stellte aber auch in Alfred Schwarzmann der Welt besten Einzelturner. Konrad Frey errang als Bester am Seitpferd wie auch am Barren je eine Goldmedaille und bei den Freiübungen eine Bronzene Medaille. BERLIN 1936 Lob der Organisation. Don unterem Or. G. St-Sonderberichterstatter Berlin, den 11.August. Als die Olympischen Spiele in Berlin begannen, und man staunend den unermeßlichen Andrang von Menschen und Autos sah, kam man zu der lieber» zeugung, daß eine gewisse Olhmpiamüdigkeit eintreten würde, wenn erst die leichtathletischen Wettbewerbe beendet sein würden. Das ist aber keineswegs der Fall. Das Schwimmstadion ist ständig überfüllt — dieser Bau ist trotz seines Holz- Erweiterungsbaues viel zu klein —, und im Stadion haben jetzt die Fußballfreunde ihren großen Tag. Die Borschlußspiele werden im Olympia-Stadion ausgetragen, und das Endspiel — wird das wieder ein Betrieb werden! — wird am Samstag ebenfalls im Olympia-Stadion entschieden. Das Programm der Olympischen Spiele rollt mit einer Genauigkeit ab, daß man ungehalten nach der Uhr sieht, wenn es einige Minuten Verspätung gibt. Man ist eben Pünktlichkeit gewöhnt hier in Berlin. Auch die Olympiakämpfer staunen über diese deutsche Pünktlichkeit, wie sie ja überhaupt sprachlos sind über alles das, was Deutschland mit den Olympischen Spielen zu Wege gebracht hat. Den Presseleuten werden diese Dinge von den Aktiven immer wieder gesagt. Man müßte aber mal mit einem Teilnehmer an früheren Olympischen Spielen sprechen, um sich eine kleine Vorstellung machen zu können, was bei uns besonders auffällt. Man hat den schweigsamen Finnen Paovo Nurmi, den einstigen Weltrekordmann und schnellsten Langstreckenläufer der Welt um seine Meinung gefragt, und der Finne hat sich sehr lodend über unsere Spiele geäußert. Auf dem Hockeyfeld sitzen die Menschen dicht gedrängt Kopf an Kopf und verfolgen mit größtem Interesse das Spiel der einzelnen Nationen. Besonders überfüllt sind die Zuschauerränge dieses Feldes, wenn Dyan Chang spielt. Wer ist Dyan Chang? Jeder Hockey-Ansänger sieht in diesem Mann sein Vorbild, jeder Spieler beneidet diesen Dyan Chang um sein Können und man nennt ihn kurzweg den „Zauberer aus Indien". Dyan Chang ist aber gar fein Zauberer, sondern er ist nur ein kleiner behender Mann, der in der indischen Hockeyelf als Mittelstürmer alle Fäden des Spielgeschehens meisterlich zu ziehen versteht Dyan Chang ist ein brauner Inder, und das Dunkel der Hautfarbe, das tiefe Schwarz feiner Haare, vereinigt sich zu einem schönen und farbenfrohen Bild mit dem taubenblauen Dreßhemd, der weißen kurzen Hose und den langen Strümpfen. In der Rechten hält der Mann aus Indien den Hockeyschläger. Man muß gesehen haben mit welcher Leichtigkeit, ja mit welcher unnachahmlichen Grazie dieser Bursche aus Indien den Schläger in der Hand hält. Wie der Fechter das Florett spielerisch mit der Spitze wippt, so sicher und mit so kleinen Bewegungen führt Dyan Chang den Hockeystock. Und dann läuft dieser Inder über den Rasen, kreuz und quer spielt er sich durch, die weiße Hockeykugel dicht vor sich hingeschoben, daß man meint die Kugel am Stock kleben zu sehen. Die gegnerischen Läufer versuchen den rasenden Lauf dieses flinken Inders aufzuhalten, die Verteidigung stürzt sich auf ihn, aber ruhig wickelt sich der braune Mann durch alle Hindernisse, er gibt den Ball vielleicht noch einmal zu seinem Bruder, dem nicht minder schnellen und stocksicheren Rup Singh, dann kommt der kleine weiße Ball zurück, dann haben die Spiele den Schußkreis erreicht, der Torwart versucht, die Absichten Dyan Changs zu erkennen, aber es nützt ihm nichts. Leicht schwingt der Arm nach hinten und dann jagt die Kugel scharf, hart unheimlich genau wie eine Kanonenkugel in die Ecke des kleinen Tores, wo der Torwart bestimmt nicht steht. Dyan Chang ist also der beste Hockeyspieler der Welt Deutschlands großer Turnersteg. In blendendem Weiß erstrahlten die Wolken, die am Dienstagnachmittag langsam' am blauen Himmel über der Dietrich-Eckart-Bühne hinzogen. Sie vollendeten das farbenfrohe Aussehen der herrlichen Anlage. Die Hellen Steinmauern verschwanden fast, da 20 000 Zuschauer die Plätze bis zum letzten einnahmen. Ein ununterbrochenes Sprechen verrät die innere Spannung der Massen. Sie sind gekommen, um den Entscheidungskampf der vier besten Nationen und das heiße Ringen um den Sieg im Einzelzelturnen zu erleben. Um 18 Medaillen geht es noch, nach dem am Vortage die drei ersten bereits vergeben wurden. Als die Kürübungen in Angriff genommen werden, liegt Deutschland mit 501,298 Punkten in Front vor der Schweiz (500,202), Finnland (483,096) und der Tschechoslowakei (480,198). Diese vier Nationen kämpften um die drei Medaillen in der Mannschaftswertung. In der Einzelwertung für alle Geräte führt Schwarzmann, Deutschland (66,100) vor Mack, Schweiz (65,000), Hudec, Tschechoslowakei (64,833) und Frey, Deutschland (64,432). Unter Anführung eines pfälzischen Spielmanns- zuges marschieren die vier Nationen mit den Landes- färben ein, 32 prachtvolle, sehnige Gestalten. Deutschlands tiorfprung wächst. Jeweils zwei Nationen führen ihre Uedungen vor; den Beginn machen Deutschland am Seitpferd und die Tschechoslowakei mit den Freiübungen. Die deutschen Turner verraten ausgezeichnetes Können. Insgesamt sammelt die deutsche Mannschaft am Seitpferd 72,198 Punkte. Auf 66,800 kommen die Tschechen, die ihre Freiübungen turnen. Ihre Auffassung entspricht nicht ganz der deutschen. Eine andere Schule zeigen die Schweizer, die anschließend ihre Freiübungen turnen. Auch hier lassen die Spitzenturner — ebenso wie die Tschechen — in Bezug auf Schwierigkeit zu wünschen übrig. Die Gesamtpunktzahl der Schweizer in der Freiübung beträgt 71,732. Am Seitpferd schneiden dann die Finnen doch noch etwas bester ab, als kurz vorher Deutschland. 72,399 holen die Turner Suomis insgesamt heraus. Als weitaus Bester der Finnen erzielt Uosikkinen 9,533 Punkte, aber mit 19,055 aus Pflicht und Kür kann er unseren Konrad Frey nicht bedrohen. Die finnische Mannschaft beendete mit 72,399 Punkten für ihr Seitpferd-Kürturnen den ersten Durchgang. Der zweite Durchgang. Wieder betritt Deutschland die Bühne zum Kampf, um die Freiübung vorzuführen. Hier werden Schwierigkeiten gemeistert, Verbindungen in vollendeter Flüssigkeit gezeigt, hier sieht man Sicherheit und Schönheit und Haltung gepaart, wie sonst bei keiner Mannschaft. Aber die Auffassung der internationalen Richter deckt sich nicht mit der deutschen. Daher fallen die Bewertungen durchweg niedriger aus. Deutschlands Turner konnten aber ihrem Gesamtstand weitere 74,866 Punkte hinzufügen, eine Bewertung, die das ausgeglichene Können wiedergibt und bisher unerreicht blieb. Gutes Durchschnittskönnen verraten die Tschechen beim Pferdturnen. Die Mannschaft bekommt 60,266 Punkte. Dann stehen die Schweizer am Pferd. Den Abschluß macht Mack mit einer Glanzleistung, die als gerechten Lohn 9,667 Punkte einbringt. Insgesamt kommen die Eidgenossen auf weitere 73,901 Punkte. Typische Vertreter der nordischen Auffassung in der Freiübung sind auch die Finnen. Das Ziel ist: Schwierigkeit mit Haltung, Schönheit und Sicherheit zu paaren. Deutschland hat ^ier bahnbrechend gewirkt, ohne die richtige Anerkennung zu finden. Äehnlich ergeht es den Finnen. Nach Beendigung des zweiten Durchganges haben: Deutschland 648,362, Schweiz 645,835, Finnland 619,902 und Tschechoslowakei 607,264 Punkte. Konrad Frey Bester am Seitpferd. Im Verlauf der turnerischen Entscheidungskämpfe in der Dietrich-Eckart-Bühne fielen am Dienstagnachmittag zwei weitere Entscheidungen in den W % Das 200-Meter-Bruftfchwimmen gewann erwartungsgemäß die Japanerin Mae hataGewrnnerm der Silbernen Medaille jedoch wurde die Deut che G e n e n g e r, wahrend den dritten Platz die iung DLnkn Sör-n^°n b^'L^Link ficht man r-cht- G°neng°r uni> m der Müt° Sorenfen. .(Schril-LtldextuenjtM-) Ä — - U.. x i» <: V In den Olympischen Turnwettkämpfen wurde schon am Montag das Pferdspringen entschieden. Olympiasieger wurde Schwarzmann, Deutschland (Mitte), links Mack, Schweiz (Silbermedaille) und red)ts Volz, Deutschland (Bronzemedaille). — (Presse-Bild-Zentrale-M.) Einzelwertungen der Geräte. Am Seitpferd holte der Deutsche Konrad Frey (Bad Kreuznach) mit 19,333 Punkten (9,800 Pflicht, 9,533 Kür) die Goldmedaille vor dem schweizerischen Weltmeister Eugen Mack (19,167 Punkten) und dessen Landsmann Albert Bachmann (19,067 Punkten). Bester Turner in den Freiübungen war der Schweizer Georges Miez mit 18,666 Punkten. Durch Josef Walter (18,500) holte die Schweiz hier auch noch die Silbermedaille, während sich Konrad Frey (Deutschland) und Eugen Mack (Schweiz) mit je 18,466 Punkten in die Bronzemedaille teilen mußten. Die Tschechen glänzen an den Gingen. Im Gegensatz zu den bisher gezeigten Leistungen führen die tschechoslowakischen Turner an ihrem Lieblingsgerät, den Ringen, prachtvolle Uebungen an und können an ihre früheren Erfolge in Weltmeisterschaftskämpfen anknüpfen. Sie bestechen durch Schwierigkeit und Sicherheit. Die Mannschaft wird mit 73,333 bewertet. Am Barren turnt Deutschland sehr sicher. Mit insgesamt 70,934 vergrößert die deutsche Acht ihr Gesamtkonto. Daß die Schweiz nach der Tschechoslowakei an den Ringen turnen muß, bedeutet für die Eidgenossen eine undankbare Ausgabe, denn noch steht alles unter dem Eindruck der einzigartigen Leistung der Tschechen. Tatsächlich erreicht auch keiner der schweizerischen Spitzenkönner die Leistungen der besten Tschechen. Insgesamt erhalten die Schweizer an diesem Gerät 70,101 Punkte. Der Barren liegt den Tschechen nicht so gut wie die Ringe. Trotz der teilweise kurzen Uebungen ist die Bewertung dank der großen Schwierigkeiten recht gut. Insgesamt erringt die Tschechoslowakei 70,655 Punkte. An den Ringen war Deutschland am Vortage in der Pflicht die beste Nation. Unsere Vertreter reichten in der Kür zwar nicht an die Tschechen heran, sind aber immer noch besser als die Schweizer an diesem Gerät. Mit 71,234 Punkten übertrifft Deutschland die Schweiz an den Ringen. Die Schweizer sind am Barren der größte Gegner Deutschlands. Ihr bester Mann ist Mack mit 9,567 Punkten vor Reusch mit 9,467 und Bach mit 9,400. — Die Finnen gehen an die Ringe. Mit 70,400 schneiden sie besser ab, als die Schweiz. Freys zweite Goldmedaille. Die dritte Goldmedaille errang Konrad Frey (Deutschland) im Barrenturnen, wodurch er zum zweitenmal an einem Tage Olympiasieger wurde. Mit 19,067 Punkten belegte er als bester Einzelturner den ersten Platz vor dem Schweizer Reusch (19,034), der die Silber-Medaille erkämpfte. Auch Alfred Schwarzmann (Deutschland) kam zu einem neuen großen Erfolge. Er belegte mit 18,967 Punkten den dritten Platt, der ihm für Deutschland die Bronze-Medaille brachte. hudec hott die „Goldene" an den Ringen. Das große Können der Tschechen an den Ringen brachte einem ihrer Turner die verdiente Goldmedaille ein. Alois Hudec siegte an diesem Gerät mit 19,433 Punkten vor Leon Stukelj (Jugoslawien), 18,927 Punkten. Matthias Volz (Deutschland) rettete durch seinen dritten Platz (18,667) für Deutschland noch die Bronze-Medaille. Die Entscheidung. Winter stürzt am Reck. Unbeschreibliches Pech für Deutschland bringt der fünfte und letzte Durchgang um die Führung. Mit dem Reckturnen mußte die Entscheidung fallen. Die Dunkelheit war schon hereingebrochen, als die Tur- ner zum Reckturnen antraten. Die prächtigen deutschen Turner wurden von einem tragischen Mißgeschick betroffen. Weltmeister Ernst Winter (Frank- furt a. M) stürzte am Reck kurz nach Beginn seiner Uebung ab. So kam Deutschland an diesem Gerät nur auf 67,633 Punkte, während Finnland 76,200, die Schweizer 74,500 Punkte herausholten. Damit verlor Deutschland zwar den ersten Platz bei Bewertung aller acht Turner der Mannschaften an die Schweiz, aber nicht den Kampf um die Medaillen. Für diese Wertung gelten nämlich nur die Leistungen der sechs besten Turner jeder Mannschaft, und da war der Durchschnitt der Deutschen doch besser. Das überragende Können der Deutschen am Reck wird im Verlauf des Kampfes von keiner anderen Natton erreicht. Am besten halten sich die Finnen mit 76,200 Punkten vor der Schweiz (74,500) und der Tschechoslowakei (69,501). Die Deutschen aber erzielen mit ihren sieben Turnern nicht weniger als 67,633 Punkte. Deutschland gewinnt den Mannschaflskampf. Bange Minuten verstreichen für die Deutschen und ihre prächtige Mannschaft, bevor in der Dietrich-Eckart-Bühne das für den olympischen Sieg maßgebliche Abschneiden der sechs besten Turner und der Gesamtstand im Einzelturnen, am Olympischen Zwölfkampf, bekanntgegeben werden. Um so größer ist die Freude, als die endgültige Wertung bekanntgegeben wird. Die Leistungen unserer sechs Besten haben es doch noch geschafft! Deutschland setzte sich mit 657,430 Punkten an die Spitze aller olympischen Nationen und gewann die Goldmedaille im Mannschaftswettbewerb der Turner vor der Schweiz, die mit 654,802 Punkten mit der Silbermedaille ausgezeichnet wurde. Suomis Vertreter gelangten mit 638,468 Punkten als Dritter in den Besitz der Bronzemedaille vor der Tschechoslowakei mit 625,763 Punkten. Der Jubel steigerte sich zum Orkan, als auch bas Ergebnis der Einzelturner im Olympischen Zwölfkampf bekanntgegeben wurde. Aus dem Feld der Welt-Elite schälte sich Karl Alfred Schwarz- mann als Sieger und Gewinner der kostbarsten Goldmedaille des Einzelturnens heraus. Mit 113,100 Punkten siegte er vor dem Schweizer Weltmeister Eugen Mack mit 112,337 Punkten. Und noch einmal rauschte stürmischer Jubel auf, denn Konrad Frey hatte mit 111,532 Punkten noch den dritten Platz und damit die Bronzene Medaille errungen! Entscheidung in der 6-Meter-k-Klaffe. Großbritannien erhält die Goldene Medaille. Die Wettfahrtleitung hat in den späten Abendstunden des Dienstags entschieden, daß in der 6- Meter-Raum-Klasse, in der ein Protest vorlag, die Schweiz in allen sieden Wettfahrten null Punkte erhält. Im Gesamtergebnis entfällt auf Großbritannien die Goldene, auf Norwegen die Silberne und auf Schweden die Bronzene Medaille. Damit steyen die Sieger in drei von vier Segel-Wettfahrten fest. Italien erhalt die Goldmedaille im Segeln der 8-Meter-Raum-Klasse. Nach langer Sitzung der Wettfahrtleitung wurde gegen 4 Uhr morgens bekannt, daß am Mittwoch noch eine letzte Olympische Regatta auf der Kieler Förde ausgesegelt wird. Deutschland und Norwegen werden in der 8-Meter-Raum-Klasse einen Sttch- kamps ausführen, da für beide Länder Punktgleichheit besteht. Die Proteste sind erledigt. Italien ist in der 8-Meter-Raum-Klasse Goldmedaillen-Träger geworden. Italienischer Triumph im Degenfechten. Bei fast südländischer Hitze fiel am Dienstagnachmittag auf den Tennisplätzen die Entscheidung im Degen-Einzelsechten Nach dem überraschenden Ausscheiden der französischen Fechter hatten die Italiener die besten Aussichten. Auch in der Endrunde klappte die Organisation ganz vorzüglich. Aus zwei Bahnen kämpften die zehn besten Degenfechter um den olympischen Sieg und die Plätze. Auffallend war die gute Form des italienischen Oympia-Siegers von 1932 Corneggia Medici, der sich in großartigen Gefechten Sieg um Sieg erkämpfte. Daß er seinen jüngeren Landsleuten Riccardo und Ragno knapp unterlag, ist verständlich. Immerhin aber belegte er hinter den beiden den dritten Platz und machte damit den italienischen Triumph vollständig. Die einzelnen Kämpfe waren sehr hart umstritten, so daß es nur schlecht möglich ist, den einen oder anderen hervorzuheben. Neu war, daß in der Endrunde nicht die Zahl der Siege entschied, sondern die höhere Punktzahl. Gute Möbel bei Koos Giessen f Große Ereigniffe im Schwimmstadion 400-Meter-Rücken der Krauen Jack Medica. Bis 200 Meter lag der kleine ster (1:21) den zweiten S u ■ (Scherl Bilderdienst - M.) drei Be- Die Oie Sieger in der 4><200-m-Giaffe1 Przywara belegten in diesem schweren nen nur den fünften und sechsten Platz. Im Endlauf der 4X200« Meter-Staffel konnten die Japaner bei ungeheurer Spannung des ganzen Stadions einen neuen Weltrekord erzielen und die Goldene Medaille gewinnen. Unser Bild zeigt die fabelhaften japanischen Schwimmer der Staffel; von links nach gira, Arai und Ta- guchi. rechts Yusa, aber hat auf den letzten 20 Metern nicht mehr die Kraft, das Unmögliche möglich zu machen. In der verhältnismäßig schwachen Zeit von 3:03,6 Minuten schlägt Maehata etwa einen halben Meter vor Martha Genenger an, die mit 3:04,2 sichere Zweite vor der kleinen Inge Soerensen (Dänemark) (3:07,8) wurde. Hanni Hölzner (Deutschland) und die Holländerin Waalberg liefen in 3:09,5 gemeinsam auf dem vierten Platz ein. Storey (England) folgte in 3:09,7 sicher vor der holländischen Meisterin Kastein in 3:12,8. 400-Meter-Kraul-Zwischenläufe. Die Deutschen ausgeschieden. Nach einer längeren Pause wurde im Anschluß an das Kunstspringen der Männer mit dem ersten der beiden Zwischenläufe zum 400-Meter-Kraul- schwimmen der Männer begonnen. Von vornherein stand es fest, daß die Entscheidung in diesem Lauf zwischen den Japanern Uto und Negami und dem Amerikaner Flanagan liegen würde. Dom Start weg ging Uto in Front und gewann in 4:48,4 seinen Lauf unangefochten vor Flanagan in 4:54,9, Negami in 4:55,4 und dem dritten Amerikaner Macionis, hinter dem der Deutsche Freese mit 4:58,5, eine für ihn durchaus gute Zeit einkam. Medica und Makino im toten Rennen. Der zweite Zwischenlauf brachte ein Rennen zwischen Makino-Japan und dem amerikanischen Mei- Heißer Kampf über 4 x roo-Meter Freistil. Japans Staffel siegt in Deltrekordzeit. Der deutsche Starter Gaedecke hatte Mühe, sich vor dem Start zur 4 X 200-Meter-Freistll-Staffel Ruhe zu verschaffen. Die in drangvoller Enge stehenden Menschen kamen erst nach einer energischen Aufforderung zur Ruhe; als dann der Starter sein Kommando gab, herrschte wie mit einem Schlage atemlose Stille. Auf den Startplätzen von eins bis acht standen die ersten Schwimmer der einzelnen Mannschaften in folgender Reihenfolge: Plath-Deutschland, Ausa-Japan, Borg- Schweden, Grof-Ungarn, Flcmagan-USA., Pirie- Kanada, French-Williams-Großbritannien und Nakache-Frankreich. Mit einem langgestreckten Sprung sind alle acht Schwimmer im Wasser, der Japaner ist gleich vorne, mit raschen Beinschlägen peitscht er das Wasser. Der Japaner beendet seine Strecke in 2:13,4 vor Flanagan in 2:15,4 und Gros, der auf den letzten Metern den Deutschen überspurtet. Bereits jetzt erkennt man. daß der Ausgang nur zwischen Japan und USA. liegen kann. Sugiura geht mit Vorsprung vor dem Amerikaner Macionis ab. Dahinter spritzen Lengyel und Heimlich ins Wasser. Mit allem Stimmaufwand feuern die deutschen Besucher unseren zweiten Mann an. An der Spitze vergrößert der vorzügliche Sugiura seinen Vorsprung'ständig und mit 2:11,9, der überhaupt besten Einzelzeit des Kampfes, beendet er mit deutlichem Vorsprung vor Macionis, Lengyel und Heimlich feine „Reise". Als Taguchi, Japans dritter Mann, in die Flut schießt, hat er bereits einen Vorsprung von 10 Meter vor dem dritten Amerikaner Wolf. Um den dritten Platz liefern sich weiterhin Deutschland und Ungarn einen mörderischen Kampf. Ungarn hat aber den Vortritt. Arai folgt als letzter Japaner, und da er mit 2:13,2 eine prächtige Zeit schwimmt, erringt er für seine Mannschaft in ganz überlegenem Stil die Goldmedaille. Der mit kraftvollen Armzügen schwimende letzte Amerikaner Medica spurtet verzweifelt, aber er vermag den etwa 12 Meter betragenden Abstand zu dem Führenden nicht zu verringern. Ungarns dritter Platz ist durch Olympiasieger Csik gesichert. Deutschland büßt noch seinen vierten Platz ein, da auf der Außenbahn Taris mächtig aufgekommen ist und im Ziel den deutschen Meister Fischer noch abfangen kann. Ein großer Kampf, wie man ihn in der Geschichte des Schimmsports selten gesehen hat, ist beendet. Japan hat seinen Triumph von Los Angeles wiederholt. Das scharfe Rennen brachte mehrere Rekorde. Mit 8:51,5 stellte Japan nicht nur einen neuen olympischen, sondern auch einen neuen Weltrekord auf. Alle National-Staffeln, darunter auch die deutsche, schwammen neue Landesrekorde, und Ungarn verbesserte dabei noch die Europa-Bestzeit. Maehata gewinnt die 200-Meter-Brust Hatte der Kampf der Staffeln schon eine unerhörte Steigerung der Spannung gebracht, so übertraf doch der Zweikampf zwischen der japanischen Weltrekordlerin Maehata und der Deutschen Martha Genenger alles bisher bei Olympischen Spielen Erlebte. Es war das Rennen des Tages. Der Lautsprecher gibt die Startplätze bekannt: Storey (Großbritannien), Waalberg (Holland), Soerensen (Dänemark), H ö l z n e r (Deutschland), Kastein (Holland), Maehata (Japan) und Genenger (Deutschland). Auf den Zuschauer- Die 21 Rückenschwimmerinnen waren in Vorläufe eingeteilt. Von ihnen kamen die vier sten jedes Laufes in die Zwischenentscheidung, deutsche Meisterin Christel R u p k e war gesundheitlich nicht ganz auf dem Posten und belegte in 1:23,7 nur den fünften Platz. Damit kam sie für die weiteren Kämpfe nicht mehr in Frage. Die zweite deutsche Schwimmerin Anni S t o l t e - Düsseldorf, hatte etwas mehr Glück und erreichte im ersten und gleichzeitig schnellsten Dorlauf in 1:23.1 Min. als Vierte das Ziel. Hier hatte die junge Holländerin Dina Senff mit 1:16,6 in ihrem ersten internationalen Meisterschaftsrennen auf Anhieb den von der Amerikanerin Holm-Jarrett mit 1:18,3 gehaltenen olympischen Rekord in Los Angeles stark verbessert. Die auch über 100-Meter-Rücker^ startende holländische Meisterin Rie M a st e n - broek begnügte sich im dritten Vorlauf mit 1:22, eine Zeit, die ihr hinter der Amerikanerin Motridge Platz sicherte. Japaner stets um eine Länge zurück, dann aber machte er sich frei und führte bei 350 Meter fast mit einer Länge vor Medica. Taktisch klug erprobte der Amerikaner nun sein Spurtvermögen. Auf den letzten 100 Meter ließ Medica wieder etwas nach und in 4:48,2 schlugen der Japaner und der Amerikaner gleichzeitig an. Taris-Frankreich und Leivers-Enaland, der mit 4:55,7 einen neuen britischen Rekord schwamm, endeten auf den Plätzen. Die beiden Deutschen Heinz Arendt und i Ren- LISA. stellt Weltklasse im Kunstspringen Alle Medaillen an Amerika. rängen fiebert man. Gewinnt die Deutsche, oder wieder eine Japanerin? Ungewöhnlich lange wartet Gaedecke mit dem Startkommando. „Auf die Plätze!", ein lang gezogenes „Aachtung", und mit dem gewaltigen Knall der Startpistole springen die sieben Mädel ins Wasser. Die Japanerin Maehata liegt durch fünf kraftvolleUnterwasserzüge gleich knapp in Front. Bei 40,2 Sekunden wendet sie knapp vor der ruhig ziehenden deutschen Europameisterin. Auf der zweiten Bahn kommt die Rheinländerin mächtig auf. Bei 100 Meter wenden beide in 1:27,1 und dann fällt völlig unerwartet die Entscheidung, zwischen dem 120. und 140. Meter hat sich die kleine Japanerin einen Meter Vorspruna erkämpft. Martha Genenger, etwas verdutzt, reißt sich zusammen. Aber vergebens. Mit geschlossenen Augen schwimmend, die Stöße so kurz wie nur möglich, strebt Maehata dem Ziele zu. Martha Genenger Einer der schönsten, aber auch langwierigsten Wettbewerbe des olympischen Schwimmprogramms ist zweifellos das Kunstspringen der Männer. Bereits am Montag, während der harten Kämpfe in den Pflichtübungen, baute sich in beiden Gruppen eine Spitzenklasse, die auch am Dienstagmorgen nicht versagte und mit kaum zu übertreffenden Kürsprüngen schon gegen 9 Uhr 18 000 Zuschauer restlos begeisterte. Die beiden Amerikaner Green und Wayne, Shibahara und Koyanagi, Japans überraschend starke Springer, und die Deutschen Erhardt Weiß, Leo Esser und Winfried Mahraun waren sich durchweg gleichwertig. Daß auch in Berlin die sieben Sprungrichter sich eindeutig für die Springart der Amerikaner entschieden, war das Pech der Japaner und der europäischen Spitzenklasse. Der Amerikaner Dick Degener war in überzeugender Form; sein Olympiasieg stand auch bereits nach dem ersten Kürsprung fest. Green aber war nicht besser als Shibahara und Weiß. Olympiasieger Dick Degener (USA.) Bereits nach den Pflichtsprüngen lag der amerikanische Meister und Dritte von Los Angeles, Dick Degener, mit 74,86 Punkten klar an der Spitze des 24köpfigen Feldes. Daß Degener alles kann, zeigte er am Dienstagmorgen, als er einen Sprung schöner und vorbildlicher als den anderen machte. Er stellte erste Weltklasse bar. Mit 19,55 für den Schraubensalto und 7,85 für den Zweieinhalb- Salto, hatte der Amerikaner in der Gruppe I die bestbewertetsten Sprünge. Den Olympiasieg hatte er verdient. Marshall Wayne führte bereits nach den Pflichtsprüngen die zweite Gruppe an und in der Kür wuchs dieser schlanke Amerikaner über sich hinaus. Bei ihm ist es vor allem sein eigenartiger Sprungstil und die Ausführung. Sein am besten bewerteter Sprung war der IV2 Auerbach mit Anlauf, für den er 19,09 Punkte erhielt. Sein zweiter Platz war jedenfalls verdient. Al Greene, der dritte Amerikaner, der sich die Bronze-Medaille holte, gefiel lange nicht so gut wie seine Landsleute. Er wurde zu gut bewertet. Weiß, Esser und Mahraun zeigten durchaus gutes Können. Daß sie von den sich stets uneinigen Sprungrichtern nicht immer ihrer Leistung entsprechend bewertet wurden, war ihr Pech. Erhardt Weiß zeigte mit seinem IVr-Schraubensalto einfach einen Klassesprung. Zwischen 6 und 8V2 schwankten die Sprungrichter, die schließlich als Gesamtpunktzahl 17,71 herauskam. Für seinen IV2 Salto gegen das Brett gehechtet erhielt der deutsche Meister nur 15,96 Punkte. Leo Esser, unser Europameister, behielt von unseren Springern am meisten die Nerven. Sein IV2 Schraubensalto brachte ihm 17,71 Punkte ein. Hinter Degener erhielt er für diesen Sprung die beste Note. Winfried Mahraun war leicht nervös, wurde aber zum Schluß überaus sicher und elegant. Von den beiden Japanern hielt sich Shibahara auch in der Kür überraschend gut. Trotz seiner kleinen, gedrungenen Figur gefiel er wieder, zeigte aber nicht immer die Sicherheit, die ihm bei der „Pflicht" so viel Beifall eingebracht hatte. Zwischenrunde im Wasserball. Am Dienstagmorgen wurden die beiden ersten Spiele der Wasserball-Zwischenrunde im Schwimm- Stadion ausgetragen. In der Gruppe 1 trennten sich Holland und England 4:4 unentschieden, nachdem die Holländer bei der Pause noch mit 3:1 eine klare Führung hatten. Ungarn erkämpfte einen glatten 3:0°(2:0-)Sieg über Belgien. Deutschland — Oesterreich 3:1. Im ersten Wasserballtreffen des Nachmittags standen sich die in der Gruppe 2 stehenden Länder Deutschland und Oesterreich vor 25 000 Zuschauern im Schwimm-Stadion gegenüber. Die Deutschen legten es darauf an, einen für das Auge schönen und fairen Kampf zu zeigen. Daß Oesterreich diesem Vorsatz nur mit um so härterem Spiel begegnete, war für die Zuschauer nicht immer verständlich. So kam Deutschland nur zu einem 3:1- (2:0)-Erfolg, der aber nie gefährdet war. * Im zweiten Kampf des Nachmittags kamen die Franzosen vor allem durch das immer noch überragende Können von Padou zu einem knappen 2:l-(2:0-)Sieg über Schweden. * Mit den Zwischenspielen des M i t t w 0 ch ist auch die Zwischenrunde erledigt. Aus jeder Gruppe scheiden die beiden letzten Nationen aus und spielen in einer neuen Runde um den fünften bis achten Platz. Die beiden Ersten jeder Zwischengruppe spielen in einfacher Runde um den Olympiasieg. Olympischer Zeitplan für Donnerstag. 16 Uhr: Fußball: Entscheidungsspiel um den 3. und 4. Platz. Sieger-Zeremonien. 20 Uhr: Militärkonzert jeweils im Olympia-Stadion. 9 Uhr: Schwimmen: 400-Meter-Freistil, Frauen (5 Vorläufe); 1500-Meter-Freistil, Männer (2 Vorläufe). 15 Uhr: Wasserball. Entscheidungsrunde um den 5. bis 8. Platz; 1500-Meter-Freistil, Männer (2 Dorlaufe); 200-Meter-Brust, Männer (5 Vorläufe); 100-Meter-Rücken, Männer (Zwischenläufe); 100-Meter-Rücken, Frauen (Endlauf), Schwimmstadion. 8 Uhr: Reiten: Große Dressur-Prüfung. Dressurprüfung für die Vielseitigkeitsprüfung, Maifeld. 16.30 Uhr: Hockey-Turnier (Trostrunde), Hockey-Stadion. 16 Uhr: Basketball (Vorschlußrunde), Tennis- Stadion. 9 bis 20 Uhr: Fechten: Säbel-Mannschaftskämpfe (Vorschlußrunde); Säbel-Mannschaftskämpfe (Endrunde), Turnhalle im Kuppelsaal im Reichssportfeld. 15 Uhr: Boxen: 3. Runde, Deutschlandhalle. 9 Uhr: Rudern: Hoffnungsläufe, Grünau. 10.30 Uhr: Segeln, Kieler Förde. EEH Puddingpulver allgemein gelobt? Unbekannte Fracht. Roman von Krank K. Braun. 12. Fortsetzung. Nachdruck verboten! Sie gingen an einen Konstabler heran. Noch konnte ihre Flucht ja unmöglich bekannt sein. John Schnakenbeck fragte den Beamten nach einem Seemannsheim und bekam Bescheid. Aber auf dem Wege dahin stiegen ihnen beiden Bedenken auf. Wenn der Kapitän sie suchen ließ, würde er sicherlich das Seemannsheim überholen lassen. Sogleich einig, bogen die Ausreißer von der Hauptstraße ab und schwenkten wieder zum Wasser hinunter. Da gab es viele kleine Lokale, Schenken, Tanzstätten; einige Häuser zeigten auch Schilder, auf denen „Hotel" stand. Sie suchten das kleinste und kümmerlichste. Dort fielen sie ein wie müde Zugvögel, und John Schnakenbeck verlangte ein Zimmer. Der Wirt unterschied sich in nichts von den Besitzern ähnlicher Lokale in Bremen oder Hamburg. Er empfing sie hemdsärmelig und ließ sie erst ein, als er die prallen Seesäcke bemerkte. John Schnakenbeck hatte zudem den guten Einfall, in der Hosentasche mit ein paar Münzen zu klimpern. Sie bekamen ein Zimmer mit zwei Betten und weißer, etwas feuchter Wäsche. Aber das merkten sie nicht einmal; sie meinten, die Betten seien angenehm kühl. Rudolf Terbrügge schloß die Tür ab. Eine Anmeldung war von ihnen nicht verlangt worden. Sie sahen sich an, lachten und warfen dann in Hast die Kleider ab. Beide nackend stiegen sie in die Waschbecken, die sie an die Erde gestellt hatten und seiften sich ab. Das war besser, als unter den immer zu heißen Brausen im Waschraum der „Queen Elizabeth". Aber einmal genügte ihnen das nicht. Sie huschten auf den Flur, fanden den Wasserhahn und das Abflußbecken, holten frisches Wasser und wiederholten die Prozedur noch zweimal. Dann schienen sie sauber. Sie begutachteten einander, schlossen nochmals sorgfältig die Tür ab und warfen sich in die Betten. „Gute Nacht, John." „Gute Nacht, Rudolf, schlafe gut." „Das ist das einzige, was ich ganz gewiß weiß!" Sie hatten das Gaslicht vergessen. Der achtsame Wirt ging noch einmal durch das Haus und sah den Lichtschimmer durch das Schlüsselloch und die Türritzen fallen. Er horchte. Die da drinnen schnarchten. Da drehte er auf dem Korridor den Haupthahn ab. Das Licht erlosch im ganzen Haus, auch in der Kammer der beiden Flüchtlinge. Sie schliefen und merkten nichts von der Veränderung; kein Kanonendonner hätte sie aufzuwecken vermocht. 5. Kapitel. Sie erwachten am andern Morgen von einem Gepolter, als ob die Kohlen ins Rollen gekommen seien. Als sie in ihren Betten auffuhren und sich mit blinzelnden Augen zurechtfanden, merkten sie, daß jemand mit der Faust draußen gegen die Tür schlug. Sie erschraken; die Angst der Verfolgten ließ sie zunächst eine Weile schweigen. Aber die Fäuste schlugen stärker gegen das Holz der Tür. Es war ausgeschlossen, daß sie bei diesem Lärm denen vor der Tür einen festen Schlaf vortäuschen konnten. Rudolf Terbrügge entschloß sich denn auch. Sein Bett stand dem Eingang am nächsten. „Es nützt nichts", sagte er lakonisch und stand auf. Er öffnete die Tür zu einem Spalt. Sein Herz klopfte. Standen draußen Konstabler, Hafenpolizisten, die sie beide an Bord der „Queen Elizabeth" zurückbringen würden? Draußen stand nur der Wirt. Er setzte ein Lächeln auf. „Ich mußte Sie so früh aufwecken", sagte er, „wir wollen in der Küche mit Kochen an- fangen, auf Gas, versteht sich. Drehen Sie bitte den Hahn Ihrer Lampe zu." „Wieso, ich verstehe Sie gar nicht..." Der Wirt hielt es für einfacher, zu handeln, als diesem Schlaftrunkenen Erklärungen abzugeben. Er trat in das Zimmer und drehte den Gashahn an der Lampe aus. „So", sagte er. „Sie hätten heute nacht sonst das Licht brennen lassen, ich hatte den Haupthahn abgedreht." Er nickte freundlich. „In einer halben Stunde gibt es Frühstück. Das Speisezimmer befindet sich unten." Er ging wieder hinaus. „Puh ...", machte John Schnakenbeck, „ein feines Hotel, du, wir find zum Breakfest geheten!" Sie verzichteten auf weiteren Schlaf. John Schnakenbeck öffnete die Rollvorhänge. Das Fenster führte auf einen kleinen Hof; gegenüber lag die Seitenwand eines Nachbarhauses. Es war auch ein Hotel, wie Schnakenbeck sich erinnerte. Er stand einen Augenblick und atmete die frische Morgenluft ein. Vielleicht schaute er auch den Himmel an, wie das Wetter sich entwickeln werde. Jedenfalls entging es ihm anfangs, daß sich drüben ein Fenster geöffnet hatte und ein Mann, ähnlich wie er, den Tag begutachtete. Der Mann drüben bemerkte sein Gegenüber sofort. Er stutzte; zog den Kopf zurück und streckte ihn wieder vor. Dann legte er, seiner Sache gewiß, beide Hände als Schalltrichter um den Mund und rief — für die kleine Entfernung viel zu laut —: „Hallo, John Schnakenbeck! Wie kommen Sie hierher!" John Schnakenbeck empfing den Ruf wie einen elektrischen Schlag. Er starrte den Mann an. Ein Mensch fiel aus den Wolken! Sein Mund öffnete sich und blieb so stehen; dann wußte er sich keinen anderen Rat, er drehte sich um und lief vom Fen- ster weg. Rudolf Terbrügge hatte den Ruf gehört; er sah seines Freundes schreckensbleiches Gesicht. „Wer ist dort?" fragte er gleichfalls sofort erschrocken. John Schnakenbeck sank auf den Bettrand. „Es ist aus", stieß er hervor. „Der Oberheizer Durham, dem wir eben davongelaufen find, hat uns entdeckt!" „Fliehen, komm, keine Sekunde ist zu verlieren!" „Unsinn, Rudolf. Ehe wir richtig angekleidet find, ehe wir bezahlt haben, ist das Haus umstellt. Es gibt Telephone. Den Leuten von Bord der „Queen Elizabeth" hilft die Polizei. Es hat keinen Zweck mehr, davonzulaufen. Man kann sich auch nicht verstecken, Rudolf, ich sehe deine Blicke. Der Wirt kennt fein Haus natürlich besser als wir." Rudolf Terbrügge starrte zu Boden. „Ziehen wir uns also wenigstens an", sagte er dann mit jener stoischen Ruhe, die ihn in Lagen überkam, an denen es nichts zu ändern gab. Plötzlich war er der Ruhigere und Gefaßte. „Nimm deine Jacke, John. Wir wollen doch nicht wie halbnackte Wilde zum Hafen getrieben werden." Sie suchten chre Habseligkeiten zusammen und stopften alles in die Seesäcke. Als sie nach wenigen Minuten fertig waren, sahen sie sich an. „Und nun, John, wollen wir hier warten, bis man uns abholt? Ich schlage vor, wir gehen hinunter und frühstücken. An Bord kommen wir immer noch früh genug." Sie schulterten ihre Gepäckstücke und gingen in den Speiseraum im Erdgeschoß. Noch waren sie die einzigen Gäste. Der Wirt bat sie, sich zu gedulden. Sie setzten sich und warteten. Die Straße lag ganz ruhig, noch recht menschenleer um diese frühe Stunde. „Wenn mir einfach davongingen, Rudolf, was kann uns passieren? Man hält uns an oder tut es nicht." „Ich möchte nicht wegen Zechprellerei in Haft geraten." „Natürlich nicht. Du hast den Zwanzigmarkschein. Lege ihn auf den Tisch und komm. Besser das Geld einbüßen als die Freiheit." Einen Augenblick waren sie noch unschlüssig. Rudolf Terbrügge trat an das Fenster. Lauerten nicht doch schon irgendwo in der Nähe die Häscher? Er bemerkte keinen Menschen. „Vielleicht, John —" „Mensch, komm, es ist die letzte Chance!" „Zu spät, John, da kommt Durham." Rudolf Terbrügge setzte sich wieder. Auf der Straße vor dem Fenster tauchte der Oberheizer auf. Er kam aus dem Nachbarhaus und bog geradeswegs auf das Haus zu, in dem ihn die beiden Flüchtlinge erwarteten. „Keinen,Widerstand, John, es hat keinen Sinn und verschlimmert die Lage nur für uns!" John Schnakenbeck nickte düster und traurig. Er foh auf feine Fäuste, dann steckte er sie unter den Tisch. Er war blaß. Seine Augen hoben sich in diesem Gesicht besonders ab, da sie dunkel waren. Sie schienen zornig und verwegen. Rudolf Ter- brügge legte ihm die Hand auf die Schulter. Das war die Situation, als der Oberheizer Durham eintrat. Er mochte angeklopft haben; sie hatten es überhört. Jetzt stand er da, hatte den Türgriff m der Hand und blieb auf der Schwelle, jeden Fluchtversuch unmöglich machend. „Morning", sagte er grinsend. „Ein so baldiges Wiedersehen ist überraschend, nicht wahr?" Die beiden standen und starrten ihn an. Wenn er allein gekommen ist, dachte der rabiate Schnakenbeck, müßte man ihn niederschlagen wie jenen Matrosen am Laufsteg... Er fühlte Rudolf Ter- orugges warnenden Griff stärker auf seiner Achsel und hielt an sich. (Fortsetzung folgt!) Erste Kämpfe der Ruderer. lieber (Brunau wehen wieder die Rudererflaggen. Nach dem glanzvollen Auftakt der Kanufahrer vor wenigen Tagen find nun die Ruderer in voller Stärke dort eingezogen. Die Wimpel sämtlicher deutschen Rudervereme wehen von dem Masten- wald am Ufer der Rennstrecke und auf der Ehren- tribüne leuchten die Flaggen der 52 Nationen, die zu den Berliner Spielen gemeldet haben, ein Herr- liches buntes Bild. Seit den frühen Morgenftun; den ist (Brunau das Ziel dieser Gäste, die nun eine Ruderer-Olympiade miterleben wollen, wie sie bisher auf der ganzen Welt noch nicht da war. Ueber- all die Zeichen dieses großen Tages, der allerdings sportlich nur die D o r k ä m p f e im Vierer mit Steuermann, Zweier ohne Steuermann und im Einer bringt. Aber doch sind diese Dorrennen schon so wichtig, daß alle, die in Berlin zur Zeit Interesse an den Kämpfen der Ruderer haben, vollzählig hier draußen versammelt sind. Ergebnisse. Vierer mit Steuermann. 1. Dorrennen: 1. Holland 6:59; 2. Brasilien 7:01,3; 3. Japan 7:03,2. 2. Dorrennen: 1. Deutschland 6:41,1; 2. Frankreich 6:45,0; 3. Jugoslawien 6:50,2. 3. Dorrennen: 1. Schweiz 6:41,9; 2. Italien 6:50,2; 3. Ungarn 6:58,8. Zweier ohne Steuermann. 1. Vorrennen: 1. Polen (Borzuchowski-Kopy- linski 7:29,9; 2. Schweiz 7:33,7; 3. Belgien 7:38,1. 2. Dorrennen: 1. Ungarn 7:19,0; 2. Dänemark 7:19,1; 3. Uruguay 7:21,2. 3. 23 o r r e n n en: 1. Deutschland (Eichhorst- Strauß) 7:12,6; 2. Argentinien 7:20,0; 3. Großbritannien 7:32,5. Vorläufe im (Einer. 1. Dorlauf: 1. Polen (Derey) 7:31 Min.; 2. Brasilien (de Palma) 7:37,7; 3. Estland (Korko) 7.40. 2. Dorlauf: 1. Deutschland (Gust. Schäfer) 7:17,1; 2. Oesterreich (Hasenohr!) 7:24,0; 3. Kanada (Campbell) 7:25,7. 3. Vor lauf: 1. Schweiz (Rufli) 7:19; 2. Frankreich (Banos) 7:39,9; 3. Norwegen (Christiansen) 7:42,9. 4. Dorlauf: 1. England (Warren) 7:27; 2. Italien (Steinleitner) 7:30,6; 3. Argentinien (Gior- gie) 7:33. Französischer Sieg im lüOW-Siraßensahren Die in Klammern gesetzten Zahlen bedeuten die Anzahl der in Kunstwettbewerben errungenen Medaillen. der am Montagabend siegreich geblieben war, konnte sich nicht mehr durchsetzen und schied gleich Leichtgewichtsmeister Schmedes aus dem Wettbewerb. Der Philippine O. D. Larrazabal besiegte Stasch nach Punkten. Unser Federgewichtler Miner hatte es in seinem ersten Kampfe mit dem Aegypter Khalil zu tun und gewann knapp, aber verdient nach Punkten. Oesterreich im Fußball-Endspiel. Wen im zweiten vorschluhrundenspiel mit 3:1 (1:0) geschlagen. Zum zweiten Vorschlußrundenspiel des Olympischen Futzball-Turnieres, das Oesterreich und Polen bestritten, hatten sich am Dienstag wieder über 80 000 Zuschauer im Reichssportfeld eingefunden. Bei fchönftem Sonnenschein gab es einen spannenden Kampf, den die Österreicher nicht unverdient mit 3:1 (1:0) gewinnen konnten. Oesterreich qualifizierte sich damit für das Endspiel gegen Italien, das am Samstag im Reichssportfeld ausgetragen wird. Polen dagegen wird sich mit Norwegen am Donnerstag, ebenfalls im Reichssportfeld, um den dritten und vierten Platz streiten. Olympia-Hockey-Turmen Am Dienstag wurden im von 16 000 Zuschauern ausgezeichnet besuchten Hockey-Stadion zwei Trostrundenspiele des olympischen Hockey-Turniers durch- aeführt Im ersten Spiel schlug die Schweiz Dänemark 5:1 (4:0). Das zweite Spiel A f g h a- nist an — Belgien endete mit 4:1 (2:1) Toren. Olympisches Basketball-Turnier. Entfcheidungsrunde begann. Im Olympischen Basketball-Turnier begann zwischen den noch im Rennen befindlichen 14 Mannschaften die Entfcheidungsrunde, die nach dem Pokalsystem ausgetragen wird. Die Mannschaften, die in dieser Runde geschlagen werden, scheiden also aus. Mit Ausnahme von Peru und USA., die Freilos gezogen hatten, traten alle übrigen Mannschaften an. Die Spiele, die auf den Tennisplätzen im Reichsportfeld ausgetragen wurden, brachten folgende Ergebnisse: Philippinen—Estland 39:21 (21:4). Mexiko—Japan 28:22 (12:8). Italien—Chile 27:19 (16:11). Uruguay—Tschechoslowakei 28:19 (14:8). Polen—Brasilien 33:25 (17:10). Kanada—Schweiz 27:9 (13:1). Olympische Medaillen. Pünktlich zur festgesetzten Zeit wurde bei strah- lendem Sonnenschein das olympische Straßenrennen über 100 Kilometer gestartet. Alle Meldungen wurden erfüllt. Geschlossen passierte das Feld die Einfahrt in die Nordschleife der Avus. Mit den Slrahenfahrern unterwegs. Auf der Havelchaussee erleidet der Deutsche Schöpflin bedauerlicherweise einen Reifenschaden, der ihn um 600 Meter zurückwirft. Dauernde Vorstöße, die aber keine entscheidende Bedeutung haben, ziehen das Feld weiter auseinander. Als um 9.26 Uhr bei Kartzow etwa 60 Kilometer gefahren sind, liegt Charpentter vor dem Holländer Dethaak an der Spitze. Meller-Dänemark weift 50 Meter Vorsprung vor der folgenden Gruppe auf. Nack; 70 Kilometer scheidet der Finne Lindgren aus. Noch hat keiner der Teilnehmer einen entscheidenden Bodengewinn zu verzeichnen. Vier Kilometer vor dem Ziel erleidet der Deutsche Ruland Reifenschaden und fällt deshalb für den Endspurt aus. Auch Meurer wurde durch einen Sturz von der Spitzengruppe abgesprengt. Beim Kaiser-Wilhelm-Turm, nach 80 Kilometer, als es die letzte Steigung hinaufgeht, lichtet sich das Feld. In der Spitzengruppe ist weiterhin der Franzose Charpentier der überragende Mann, neben ihm zeichnet sich der Italiener Baoutti aus. Die Einfahrt auf die Avus vollzieht sich ohne jeden Zwischenfall. Der Belgier Lowagie versucht einen Vorstoß, doch läßt ihn das wachsame Feld nicht ziehen. Auf den letzten Kilometern hat dann wieder Charpentter das Kommando. Vier Kilometer vor dem Ziel befindet sich von den vier gestarteten Deutschen nur noch der deutsche Meister Scheller im Dorderfeld. Kampf bis ins Ziel. Etwa 400 Meter vor dem Bande geht Scheller, von den Franzosen getrieben und vielleicht doch etwas zu früh, mit mächtigen Tritten an die Spitze, so daß die schnellen Italiener überraschend Zurückbleiben müssen. 200 Meter sind noch zu fahren, da lösen sich die Franzosen Charpentier und Lapebie vom Felde und gehen links an Scheller vorbei, der — etwas ermüdet — auch noch den dritten Platz an den Schweizer Nievergelt verliert. Unter dem tosenden Beifall der dicht gedrängten Zuschauermenqe überfuhr Robert Charpentier in 2:33,05 Stunden als Olympischer Sieger das Zielband und gewann damit seine zweite Goldmedaille. Charpentter gewann das 100 Kilometer lange Recktten vor seinem Landsmann Lapebie, dem Schweizer Nievergelt und dem dichtauf folgenden Deutschen Scheller, der seinerseits den Engländer Holland, Favalli-Jtalien hinter sich ließ. Meurer, der kurz vor dem Ziel gestürzt war, kam noch mächtig auf und belegte den nächsten Platz vor dem Schweizer Buchwalder. Das Olympische Boxtumier. Drei deutsche Siege. — Schmedes ausgeschieden. Die Deutschlandhalle bot am Dienstagnachmittag das gleiche Bild wie am Vortage. Diele tausend Zuschauer wohnten in der lichtdurchfluteten festlich geschmückten Arena den Kämpfen in den beiden Ringen bei. Deutschland war diesmal stärker vertreten. In vier Gewichtsklassen erschienen unsere Vertreter im Ring, und kamen mit Ausnahme des Leichtgewichtlers Schmedes glatt über die Vorrunde. Schmedes traf auf den starken Philippinen Padilla, der wie alle seine Landsleute ausge^ich- netes Können verriet. In den beiden ersten Runden holte er sich einen genügenden Vorsprung, den Schmedes in der Schlußrunde nicht mehr ganz wettmachen konnte, obwohl der Westfale einen prachtvollen Endspurt zeigte. Im Weltergewicht gewann unser Vertreter Murach, der wie üblich in Rechtsauslage boxte, gegen den Engländer Pack. Einen ganz überlegenen Sieg feierte Baumgarten-Deutschland im Mittelgewicht über Klury-Schweiz. Den dritten deutschen Erfolg errang Baumgartens Landsmann Vogt im Halbschwergewicht nach Punkten über Bolzan-Jtalien. Stasch auch ausgeschieden. In der von 10 000 Zuschauern besuchten Deutschlandhalle standen am Dienstagabend 26 Kämpfe der Amateurboxer auf dem Programm. Wie schon am Montag und am Dienstagnachmittag waren auch am Abend ko.-Erfolge sehr selten, die meisten der ausgetragenen Kämpfe gingen über die volle Distanz. Unser Kasseler Bantamgewichtler Willi stasch. Nationen Gold Silber Bronze Griechenland ............ — — — Aegypten................ 1 2 2 Argentinien.............. 2 1 2 Australien............... 1 Belgien ................. —— — -d) China................... — —— —— Dänemark ............... — — 1 Estland ................. 2 1 2 Finnland................ 7(1) 6 5 Frankreich............... 4 4 4 Großbritannien........... 3 4 3 Holland................. 3 3 6 Indien.................. — —— — Island.................. — — — Italien.................. 5(1) 1(4) 5 Japan................... 4 2 4(2) Kanada................. 1 2 5 Lettland................. 1 — 1 Mexiko.................. — — 1 Neuseeland .............. 1 — — Slorwegen................ 1 1 — Oesterreich............... 3(1) 5 2(1) Philippinen ............. — — 1 Polen................... — 2(1) 2(2) Rumänien............... — — Schweden................ 6 5 7(1) Schweiz ................. 1(D 6 2 Süd-Afrika.............. — — — Dschechoslowakei .......... 3 3 -d) Türkei .................. 1 — 1 Ungarn ................. 6 1 2 Uruguay ................ — — — Bereinigte Staaten........ 16 15(2) 4(1) Dentschland.............. 18(5) 18(5) 24(2) Aus her proviuzialhaupistadi. Vorsicht bei Obstverkäufen! NSG. Bis zu Beginn der diesjährigen Winterobsternte dürfte in den meisten Kreisen von Hessen und Hessen-Nassau die Obstbewirtschaft organisiert fein und in Kraft treten. Nach den für die Obst- bewirtschaftung geltenden gesetzlichen Bestimmungen ist es dann nicht mehr zulässig, daß die Händler unmittelbar beim Erzeuger aufkaufen, sondern sie müssen sich an die zuständige Bezirksabgabestelle wenden; für die Erzeuger besteht die Verpflichtung, das Obst den Ortssammelstellen zuzuführen. Nach dieser Rechtslage ist es nicht mehr zulässig, daß Händler Obstbäume steigern, um die Ernte selbst in ihrem Handelsbetrieb weiter au verkaufen; der Verkauf ungeernteter Erzeugnisse ist durch die Anordnung Nr. 6 des Garten- und Weinbauwirtschaftsoerbandes Hessen-Nassau vom 6. 5.1936 ausdrücklich verboten. Die Steigerer von Obstbäumen stehen mit den Erzeugern aus einer Stufe und unterliegen deshalb auch den für die Erzeuger geltenden Bestimmungen hinsichtlich der Ablieferungspflicht. Auf diese Rechtslage ist bei den jetzt beginnenden Obstbaumoersteigerungen zu achten. Wenn ein Selbstverbraucher einen Baum steigert und nicht die ganze Ernte behalten will, muß er den lieber- schuß an die Ortssammelstelle abliefern. Dornotizen. Tageskalender für Mittwoch. Gloria-Palast, Seltersweg: „Die Botschaft der Propheten". — Bekenntnisgemeinde Gießen: 20.15 Uhr Vortrag von Pfarrer Schümer (Frankfurt a. M.) über „Die Botschaft der Propheten". X Die deutsche Arbeitsfront '’V? n.9.=bemcinf(haft „Kraft durch freute" Rheinsahrk am 16. August. Unsere diesjährige große Rheinfahrt, die am Sonntag, 16. August, von Gießen über Braubach nach Rüdesheim und zurück führt, wird bestimmt durchgeführt. Anmeldungen können daher noch täglich aus der Kreisdienststelle während der Geschäftsstunden (8 bis 13 Uhr, 15 bis 19 Uhr, Mittwochs und Samstags nur vormittags) abgegeben werden. Die Fahrkarten werden am Freitag, 14. August, ausgegeben. Die genauen Fahrzeiten werden noch bekanntgegeben, spätestens bei Ausgabe der Fahrkarten. Vor 6. September keine gewerbliche Kelterung von Aepfeln. Fwd. Im Derkündungsblatt des Reichsnährstandes wird eine Anordnung der HV. der deutschen Garten- und Weinbauwirtschaft veröffentlicht, nach der es verboten ist, Verträge über die Lieferung von Aepfeln zur gewerblichen Kelterung abzuschließen, in denen eine vor dem 6. 9. 1936 liegende Auslieferungsfrist vereinbart ist. Soweit Verträge bereits abgeschlossen sind, müssen die Lieferungsbedingungen dahin abgeändert werden, daß eine Lieferung nicht vor dem 6. 9. erfolgen darf. Ausgenommen von dieser Vorschrift ist lediglich die Herstellung von Apfelsüßmost im Lohnverfahren, jedoch nur, soweit die Deckung des eigenen Hausbedarf» von Obstanbauern bient. Militärdienstzeit ehemaliger Berufssoldaten im Arbeitsbuch. Auf Anregung des Reichstreubundes hat her Präsident der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung die Arbeitsämter angewiesen, die Militärdienstzeit der Berufssoldaten im Arbeitsbuch zu vermerken. Kameraden, die ein solches Arbeitsbuch besitzen, das diese Eintragung nicht enthält, können bei den Arbeitsämtern die Berichttgung des Arbeitsbuches beantragen. Verkehrsopfer der letzten Woche. DNB. Der Reichs- und Preußische Verkehrs- minifter gibt bekannt: „14 9 lote und 3792 Verletzte sind die Opfer des Straßenverkehrs im Deutschen Reiche während der vergangenen Woche." Neue Lehrräume der Oeffentlichen Handelslehranstalt. Nach dem Erwerb des Hausgrundstückes Werner-Wall 11 durch die Industrie- und Handelskammer wird dieses Haus jetzt für Schul- und Lehrzwecke der Oeffentlichen Handelslehranstalt umgebaut, die sich bisher in dem ßiebigbau (ehemalige alte Klinik) befand. In dem Erd- und im ersten Obergeschoß des neuen Heims Werner- Wall 11 sollen Lehrsäle und Lehrerzimmer geschaffen werden, das Kellergeschoß soll die Toilettenräume enthalten. Die Bauarbeiten will man beschleunigt durchführen, da die neu zu schaffenden Räume bereits nach den Herbstferien bezogen wer- den sollen. Erfolgreiche Gießener Schützen. Wie wir seinerzeit berichteten, hatten die Mannschaften des Gießener Schützenvereins e. D. nach (Erringung der Kreismeisterschaft des Deutschen Schützenbundes die Möglichkeit, auch die Bezirksmeisterschaft Zu gewinnen. Mit den bereits mitgeteilten Resultaten ist diese durch die gute Schießleistung auch errungen worden. Nunmehr sind die Mannschaften zur Gaumeisterschaft angetreten und haben folgende Resultate erzielt: Großkaliber: Stand (175 Meter): Heinr. Appel, 841 Ringe; Wehrmann, (175 Meter): Willi Georg, 807; Kleinkaliber (50 Meter): W. Scheid, 606; Pistole (50 Meter): Gg. Schilling, 989 Ringe. Kleinkaliber (50 Bieter): Heinrich Appel, 626 Ringe; Gg. Schilling, 622; W. Georg, 610; W. Scheid, 562; Konr. Dreyer, 552 Ringe. Große Strafkammer Gießen. Wegen Vornahme unzüchtiger Handlungen an seinem Pflegekind wurde der Heinrich Hofmeier aus Rainrod zu einer Gefängnis st rafe von neun Monaten und zu den Kosten des Verfahrens verurteilt. Die Sitzung fand unter Ausschluß der Öffentlichkeit statt. Das Studium an der Llniversität Gießen. Die gegenwärtige Zeit der Universitätsferien wird von zahlreichen jungen Männern, die sich dem Studium zuwenden wollen, mit Erwägung darüber ausgefüllt, an welcher Universität sie vom kommenden Semester ab studieren bzw. weiterstudieren werden. Es handelt sich dabei um einen Entschluß, der reiflich überlegt fein muß und der vor allem aufzubauen ist auf der genauen Kenntnis der Ausbildungsmöglichkeiten, die an der Universität geboten werden. Um den jungen Kameraden vor diesem Entschluß beratend an die Hand zu gehen, hat die Führung der Gießener Studentenschaft eine Anzahl Aufsätze der einzelnen Fachschaften schreiben lassen und uns um den Abdruck dieser Abhandlungen gebeten. Die Schriftleitung. Oie Forstwiffenschast. Das Gießener Forstinstitut wurde im Jahre 1607 gegründet mit dem Gedanken, die Forstleute des Großherzogtums Heften intensiver heranzubilden, als es vorher möglich war. Es wurde dann verschiedene Male auf kurze Zeit geschlossen, jedoch setzte sich der Anfangsgedanke — Heranbildung von Forstleuten — immer stärker fest, so daß man schließlich nicht nur hessische Forstleute als Lehrer berief, sondern auch aus den anderen Kleinstaaten bekannte Männer heranholte. So kann das Gießener Forstinstitut sich heute stolz als das älteste Forstinstitut der Welt bezeichnen und stolz sein, daß Männer wie von Hundeshagen, Carl Heyer, Heß bis Bergmann und heute Baader ufw., sich als Lehrer betätigt haben und noch betätigen. Gießens Forstinstitut hat fast aus der ganzen Welt Hörer in seinen Räumen gehabt und bestätigt heute noch seinen Ruf voll und ganz. Durch feine günstige Lage Aum Vogelsberg (Buche), Ryein-Mainebene (Kiefer), Spessart (Eiche) ist Gießen für den Studenten des Forstfachs als Ausgangspunkt für zahlreiche interessante Lehrwanderungen von großem Reiz. In Verbindung sowohl mit den Professoren des Instituts selbst als auch mit den einschlägigen Professoren der Unioerfüät hat sich ein sehr guter und — in angenehmer Abweichung zu einigen anderen Forsthochschulen — ein speziell auf das Forstliche gerichteter Lehrplan entwickelt, dessen Wissen durch das geradezu vorbildliche kameradschaftliche Verhalten zwischen Professor und Student sehr gern und leicht ausgenommen wird. Sehr gute Lehrkräfte und die günstige Lage gestatten es dem Lernenden, der als Forstmann ja kein Bücherwurm sein darf, fast täglich sich die Praxis anzusehen. Doch nicht zum Lernen allein ist Gießen wie geschaffen, sondern auch zur Vermittlung anderer Eindrücke. Beziehungen zu andersgerichteten Wissenschaften, Theater, Kino, ein sehr schöner Sportplatz, Eisenbahnverbindungen nach allen Richtungen bieten die nötige Abwechslung. So ist das Forstinstitut Gießen durch seine jahrhundertealte Tradition, durch seine hervorragenden Lehrer und seine hervorragend günstige Lage geeignet, dem Studierenden Wissen, Abwechslung und Erholung zu bieten, so daß jeder, der am Forst- inftitut Gießen seinen Wiftenshunaer gestillt hat, gern an diese Zeit zurückdenken wird. Das Studium der Landwirtschast. „Die deutsche Landwirtschaft muß national- sozialistisch werden!" Diesen Ausspruch wollen wir unseren Betrachtungen ooranftellen. Die deutsche Landwirtschaft und mit ihr die Landwirtschaftswissenschaft hat durch den nationalsozialistischen Gedanken erst ihren tiefen Sinn und Inhalt erfahren. Es ist nur zu gut verständlich, daß der Gedanke von Blut und Boden sich auf das Studium an den Universitäten sofort auswirkte und daß das landwirtschaftliche Studium das erste war, das im nationalsozialistischen Sinne umgestaltet und nach neuen Ausbildungsgesichts- punkten durchgeführt wurde. Nicht die Zahl der Srudenten ist maßgebend, sondern der Wille, der diese jungen Menschen beseelt, mitzuarbeiten an der größten und vornehmsten Aufgabe in Deutschland und unser Vaterland in bezug auf unsere Volksernährung unabhängig zu machen vom Ausland. Entschließt sich ein Junge, der die Schule verlassen hat, zum landwirtschaftlichen Studium, so soll er sich dessen bewußt fein, daß neben den sechs Semestern theoretischer Ausbildung eine zweijährige straffe praktische Tätigkeit mit emgeflochten werden muß. Es ist ratsam, die praktische Lehrzeit vor Beginn des Studiums, und zwar in einem vom Reichsnährstand anerkannten Betriebe mit der Lehrlingsprüfung abzufchließen. Durch die enge Zusammenarbeit von Theorie und Praxis wird Der Lehrling meist schon durch seinen Lehrherrn mit den landwirtschaftlichen Instituten bekannt. Es fällt auch keinem Neuankommenden in Gießen schwer, sich in den kameradschaftlichen Kreis der Landwirtschaftsstudenten einzuleben. Nicht allein die theoretischen Institute sind an unserer Universität vorbildlich entwickelt und aufgebaut, auch die praktische Seite wird immer wieder betont, und die auf dem Versuchsgut „Unterer Hardthof" und dem Marmelade billiger. Ohne Opekia nämlich kocht die Marmelade Opekta jedoch bekommen Sie ungefähr 's. I' ,j M.» Tierzuchtinstitut „Oberer Hardthof" gemachten Erfahrungen werden mit den Studenten in hinreichendem Maße durchgearbeitet. Die enge Zusammenarbeit mit dem Reichsnährstand besingt eine ständige Weiterentwicklung und Vervollkommnung sowohl im Pflanzenbau mit immer neuen Züchtungen, im Pflanzenschutz, wie auch in der Agrikulturchemie, die alle Fütterungfragen bearbeitet. Auch über Bauernrecht und volkswirtschaftliche Fragen muß heute jeder Diplomlandwirt weitgehend unterrichtet sein. Es ist deshalb ein großer Vorteil, daß wir in Gießen alle Fakultäten beisammen haben und uns auf allen Gebieten unterrichten können. Erwähnen möchte ich noch die Zusammenarbeit mit der tiermedizinischen Fakultät, die sehr vorteilhaft ist und für die sich die Landwirte gerne einsetzen. Um das Studium der Landwirtschaft auf dem nationalsozialistischen Gedanken aufzubauen und um an allen reichsdeutschen Hochschulen zur Einheit Ku gelangen, ist ein fester Studienplan aufgestellt, der die Hauptoorlesungen enthält. Dieser Plan sieht für die Hauptvorlesungen eine bestimmte Semesterfolge vor und gewährleistet dadurch den Studierenden volle Freizügigkeit. Pflichtvorlesungen gibt es nicht mehr, jeder Belegzwang unterbleibt. Entscheidend ist nicht die Anzahl der gehörten Stunden, sondern die Leistung in der Prüfung. Wie schon gesagt, umfaßt das Studium sechs Halbjahre. Die ersten zwei Halbjahre sind dem Studium der allgemeinen völkisch-politischen Grundlagen der Wissenschaft und der Einführung in die Fachwissenschaft gewidmet. Nach dem Vorexamen beginnt mit dem dritten Semester das eigentliche Studium, wobei zunächst im dritten und vierten Semester Landbautechnische Vorlesungen im Vordergründe stehen. Die beiden letzten Halbjahre bringen außer den betriebswirtschaftlichen vorwiegend wirtschafts- und agrarpolitische Vorlesungen und sollen vor allem der Abrundung und Vertiefung der Ausbildung dienen. Das Studium kann nur im Winterhalbjahr begonnen werden, da erstes, drittes und fünftes Semester nur im Winter gelesen werden. Seit 1933 ist der Name „Bauer" wieder ein Ehrenname; jeder junge Deutsche sollte es sich als eine Ehre anrechnen, deutsche Bauern später einmal belehren zu dürfen. B. Aus zur Erntehilfe! Anordnung der BOM.-Obergauführerin. Liebe Mädel! Die Ernte steht vor der Tür und verlangt Arbeitskräfte. Die schönen Tage müssen ausgenutzt werden, damit auch in diesem Jahr die Ernährung des deutschen Volkes sichergestellt ist. W i r alle wollen helfen! Ich ordne daher an: 1. Jeder Dienst fällt bis zum 15. September aus. Dafür stellen sich alle Landmädeleinheiten ab sofort dem zuständigen Ortsbauernführer zur Verfügung. 2. Die Stadteinheiten sehen sich sofort mit den umliegenden Ortsbauernschaften in Verbindung, um den Einsatz der Stadtmädel, der in den letzten Ferientagen und an den Sonntagen sich auf den ganzen Tag erstrecken wird, festzulegen. Ihr müßt beim Einbringen des Getreides und bei der Flachsernte helfen. Ihr wißt, daß am Bückeberg dem Führer die Flachsernte vom Reichsbauernführer als Ehrengabe des deutschen Bauern überreicht wird. Die Flachsernte ist von ungeheuerer Wichtigkeit, ist aber eine ganz mühselige Arbeit, zumal abends der Flachs geprieft werden muß. Bei dieser Arbeit müssen wir dem Bauern helfen. Für die Kartoffelernte gelten natürlich die gleichen Anordnungen. Für die Jungmädel ordne ich folgendes an: Vis zum 15. September fällt jeder Dienst aus, alle Jungmädel werden zur Aehrenlefe eingesetzt. Die Jungmädeleinheiten gehen an den Staatsjugendtagen und an ihren heimnachmittagen aufs Feld zum Aehrenlesen. Die gesammelten Aehren werden dann als erste Gabe für das WHW. an den zuständigen Amtsleiter der NSV. von der Jungmädelführerin übergeben. Damit eröffnen die Jungmädel mit ihrem Einsatz wieder das WHW. in unserem Gau. Mädel, ich weiß, Ihr alle erkennt, wie dringend notwendig unsere Hilfe ist. Also ohne viel Worte angepackt! Heil Hitler! Die Führerin des Obergaues 13 Hessen-Nassau: Else Riese. Alte Artilleristen herhören! Vom Artillerie-Verein in Gießen geht uns nachstehende Mitteilung zu: Am 29. und 30. August findet in Köln das große Treffen der ehemaligen Artilleristen statt, die in kameradschaftlicher Verbundenheit das Reichsehrenmal der deutschen Feldart i l l e r i e als sichtbares Zeichen des Gedenkens an die im Weltkriege gefallenen Kameraden ihrer Waffe und als Sinnbild der waffenbrüderlichen Verbundenheit feierlich weihen wollen. Mit den alten Artilleristen, die an allen Kampffronten des Weltkrieges für die Heimat Leben und Blut eingesetzt haben, werden sich hervorragende Truppenführer aus jener großen Zeit, insbesondere aus den Reihen der artilleristischen Waffe, zu der Gedenkfeier vereinigen. U. a. werden der bekannte Heerführer im Weltkriege General der Artillerie von G a l l w i tz und der Führer des Waffenrings der deutschen Feldartillerie Generalleutnant Freiherr von Walter in Köln anwesend sein. Hervorragende Männer der Partei und des Staates, wie der wiedererstandenen deutschen Wehrmacht mit dem' Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst Freiherr von Fritsch an der Spitze, viele Vertreter von Behörden und auch Abordnungen aller im Rheinlande in Garnison stehenden Truppenteile werden an diesen beiden Tagen bei den alten Artilleristen weilen. Am Samstag, 29. August, werden die Abendstunden dem Wiedersehen der alten Frontsoldaten innerhalb ihrer einstigen Regimenter bzw. Kriegsformationen gewidmet fein. Am Sonntag, 30. August, findet am Vormittag die feierliche Weihe des Reichsehrenmals statt. Anschließend folgt ein Vorbeimarsch der alten Soldaten vor den Armeeführern des Krieges, den Vertretern der Partei und des Staates und den Befehlshabern der neuen deutschen Wehrmacht. Die Nachmittagsstunden werden die einstigen Jünger der Heiligen Barbara wiederum in kameradschaftlicher Weise ganz nach Belieben verbringen. Als Ausklang des Tages wird am Sonntagabend eine große Rhein- und Dombeleuchtung mit Riesenfeuerwerk stattfinden. Alle Vorkehrungen sind von den Waffenbrüdern in Köln sorgsam getroffen worden, daß den Kameraden unvergeßliche Stunden des Wiedersehens und des gemeinsamen Bekenntnisses zu ihrer alten Waffe von vornherein sicher sind. Für die gemeinsame Fahrt der alten Artilleri st en aus Oberhessen und den angrenzenden preußischen Kreisen will der Artillerie-Verein in Gießen einen Sonder- zug ab Gießen nach Köln und zurück in die Wege leiten. Zur Fahrt mit diesem Zuge steht eine bedeutende Fahrpreisermäßigung, wahrscheinlich 50 bis 60 v. H., in Aussicht. Die Fahrt ab Gießen nach Köln und zurück dürfte voraussichtlich 6 Mark kosten. Für die An- und Abfahrt auswärtiger Kameraden nach und von Gießen unter Benutzung der fahrplanmäßigen Züge ist gleichfalls eine ansehnliche Fahrpreisverbilligung zu erwarten. An der Fahrt mit diesem Sonderzug können alle ehemaligen Artilleristen aus Orten im Umkreise von 100 Kilometer um Gießen ab Gießener Bahnhof teilnehmen, die Benutzung des Zuges ist also nicht etwa nur auf die Mitglieder der Artillerie-Vereine beschränkt. Der Sonderzug soll in Gießen am Samstag, 29. August, abfahren, damit er noch am zeitigen Nachmittag in Köln eintrifft und die Kameraden dort die Möglichkeit haben, sich nach der Anmeldung in ihren Quartieren zunächst einmal die Stadt anzusehen, um dann am Abend rechtzeitig zu den Wiedersehensfeiern erscheinen zu können. Die Unterkunft in Köln kann in Gaststätten, Privatquartieren oder Massenquartieren erfolgen. Die Rückfahrt von Köln nach Gießen wird in der Nacht vom Sonntag zum Montag gegen Mitternacht erfolgen. Die Ankunft in Gießen wird so rechtzeitig sein, daß die Fahrtteilnehmer von auswärts die Frühzüge ab Gießen erreichen und dadurch pünktlich an ihrer? Arbeitsstellen erscheinen können. Anmeldungen von ehemaligen Artilleristen aus der Provinz Oberhessen und den angrenzenden preu- ßischen Kreisen, die mit dem Sonderzug mitfahren wollen, sind umgehend, spätestens bis zum 15. August, an den Kameraden Wilhelm Stephan, Gießen, Bahnhofstraße 24, Fernsprecher 3729, zu richten. Dabei ist anzugeben, ob Unterkunft im Gasthaus, in Privatquartier oder in Massenquartier gewünscht wird. Noch einmal sei besonders betont, daß alle alten Artilleristen, auch wenn sie keinem Artillerie-Verein ober keiner anderen Sol- datenkameradschast angehören, an der Fahrt teilnehmen können. Das neue Verwaltungsgebäude des Schlachthoss 'M Das neue Verwaltungsgebäude. (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.) Schon seit Jahren hatte sich erwiesen, daß das Verwaltungsgebäude des städtischen Schlachthofs, in dessen Erdgeschoß die Büroräume untergebracht waren, während das Obergeschoß die Direktorwohnung enthielt, bei seiner räumlichen Unzulänglichkeit den erheblich erweiterten Aufgaben der Schlachthof - Verwaltung nichtmehrgenügen konnte. Diesem unhaltbaren Zustand machte die Stadtverwaltung dadurch ein Ende, daß sie im Sommer vorigen Jahres den Bau eines neuen Schlachthofverwaltungsgebäudes unmittelbar neben dem alten Verwaltungshaus an der Rodheimer Straße in Angriff nehmen ließ. Der Neubau wurde im August vorigen Jahres auf dem früheren Lagerplatz des städtischen Tiefbauamtes begonnen und derart gefördert, daß bereits am Jahresende 1935 das Gebäude im Rohbau fertiggestellt war. Seit dem letzten Frühjahr war der Innenausbau im Gange. Vor einigen Tagen ist nun das neue Verwaltungsgebäude des Schlachthofs in Benutzung genommen worden. In dem neuen Hause befinden sich im Kellergeschoß die Heizung, ein Laboratorium und ein Wirtschaftskeller; im Erdgeschoß sind die Räume der Kasse, der Verwaltung, ein weiteres Laboratorium und das Dienstzimmer des Direktors untergebracht; das Obergeschoß und ein Teil des Dachstocks enthält die Räume der Direktorwohnung. Eine einfache, schöne gärtnerische Anlage umgibt das Gebäude, das nach der Straße zu durch eine niedrige Mauer mit schmiedeeisernem Geländeraufsatz ab« gegrenzt ist. Die Verwendung von leberfarbenen Gailschen Verblenbsteinen gibt dem Gebäube ein schönes äußeres Gewanb. Die Planung unb Bauleitung hatte das städtische Hochbauamt. Bei dem Bau waren durchweg nur ortsansässige Handwerker tätig. Das Gebäude in seiner Gesamtheit bedeutet für die Rodheimer Straße und damit für den Stadtteil „Sachsenhausen" eine wesentliche Verschönerung. Wie man hört, soll das bisherige Verwaltungsgebäude, das teilweise schon zu Wohnzwecken benutzt wurde, nunmehr vollständig zu Wohnungen eingerichtet werden. 11500 mal in einem MM Rat nnd Hilfe erteilt NSG. Die Rechtsberatungsstellen der DAF. im Gau Hessen-Nassau wurden im Monat Juli 1 936 von 14492 Besuchern ausgesucht, denen 11 507 Auskünfte erteilt wurden. Die Zahl der von den Rechtsberatern der DAF. bearbeiteten Streitfälle betrug 1808. In 915 Güteverhandlungen in den Rechtsberatungsstellen der DAF. unter Zuhilfenahme der zuständigen Unternehmer- unb Gefolgschafts-Rechtsberater mürbe versucht, bie Bereinigung ber an- gefallenen Streitsachen ohne Zuhilfenahme bes Gerichts vorzunehmen. In 614 Fällen hatten biefe Güteverhanblungen Erfolg; es konnten außergerichtliche Vergleiche geschloffen werben. Der Wert biefer Vergleiche, soweit er materielle Ansprüche berührt, betrug 86 001,58 Reichsmark. Vor ben Arbeitsgerichten mußte in 400 Streitfällen Klage eingereicht werben. Dabei ist zu berücksichtigen, baß eine große Anzahl von Klagen lebiglich eingereicht würbe, um bie bei ber Kün- bigung eines Gefolgfchaftsmitgliebes im Gesetz zur Drbnung ber nationalen Arbeit vorgesehenen Fristen zu wahren. In einem großen Teil ber Streitsachen hatten die nach ber Klageerhebung eingeleiteten außergerichtlichen Verhandlungen Erfolg, so baß die eingereichten Klagen zurückgenommen werden konnten. In 96 Fällen ergingen Urteile vor ben Arbeitsgerichten, währenb 133 Streitsachen burch gerichtlichen Vergleich erlebigt würben. Der materielle Wert biefer Urteile unb Vergleiche betrug 105 927,24 RM. In diese Summe ist nicht mit einbegriffen die Zahl der ausgestellten Zeugnisse, Zwischenzeugnisse, Arbeitsbescheinigungen und ähnliches, die entweder auf Grund der in ben Güteverhanblungen geschlossenen Vergleiche, ober aber nach Klageeinreichung erteilt würben. Eine ber wichtigsten Arbeiten der Rechtsberatungsstellen der DAF. ist die Beratung der Volksgenossen auf allen Gebieten der Sozialversicherung und ihre Vertretung vor den Versicherungsämtern, Arbeitsämtern usw. Auf diesem Gebiet bearbeiteten die Rechtsberater insgesamt 1288 Streitfälle. Diese Zahlen zeigen, daß die der Deutschen Ar- beitsftont vom Führer u. a. gestellte Aufgabe, nämlich zwischen den berechtigten Interessen von Betriebsführer und Gefolgschaft jenen Ausgleich zu finden, der den nationalsozialistischen Grundsätzen entspricht, durch die Arbeit der Rechtsberatungsstellen der DAF. verwirklicht wird. Gießen, den 12. August 1936. 5018 d Danksagung. Für die uns bei dem Heimgang unseres lieben Entschlafenen so zahlreich erwiesene freundliche Teilnahme sagen wir hiermit allen unseren herzlichsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Kath. Klotz Witwe, geb. Metz. Zweifamilienhaus inBustbach, auch zum Alleinbewvhn., evtl, für Pensionär geeign., m. groß. Gart. (reichem Obstertrag ),Zentralheiz./ eingeb.Bad, Warmwasserversorg./ sondersteuerfrei, zu günst. Beding, bei gering. Anzahl, zu verk. 6012D H. Sprengel, Bad-Nauheim, Lutherstrahe 11. Miele-Motor-Fahrräder werden gern gekauft, da sie In Konstruktion, Miele mit Sachs-Motor Modell 1936 gern gekauft, da sie In Material und Form unübertroffen sind und sich vieltausendfach glanzend bewahrt haben. Fahrradhaus ASSM ANN i Gießen, Neustadt 20 Ä JUto^-Talurad Wissenschaftliche Werke Sondergebiet der Einspaltige Kleinanzeigen werden zum ermäßigten Grundpreis von 5 Pf. für die Millimeterzeile veröffentlicht Meine Gwto halten immer! Frau Müller hat noch niemals Last gehabt, daß ihre Gurken weich wurden oder sich nicht halten.-Sie benutzt seit Jahren d:e bewährten Artikel wie: Kloster -Gewürz, Beutel 20 Pf 6nrkenhart,20Pf., (ausreichend für 120 Gurken), Weinessig, das Liter 40 Pf., oder Essig- Essenz Fläschchen 63 Pf. > Brühl'schen Druckerei Drogen Kreuzplatz 10 Habe meine Praxis wieder anigenommen Dr. Haubach Zahnarzt An der Johannesklrche 6 5005 D (Ein herrliches Sommerbuch voll spannender Erlebnisse Elche zwischen Meer und Memel von Marlin Kakies Insgesamt 120 Seiten mit 82 hervor- ragenden Naturaufnahmen des Verfassers auf 56 Kunstdrucktafeln. In Leinen gebunden RM. 3,60. Aus dem Inhalt: Parade im Frühling - (Ein (Elchkalb torkelt ins Leben-Im Sommer- glühen — Elk, der Schaufler vorn Meer — Die hohe gelt — Der Kapitalschaufler von Helenawerder — Der Starke und der Dolch- endige-Auf der Hochdüne-Elche im Schnee. Der Verfasser, Hauptschriftleiter der „Tiemeier Dampfbootes", ist in seiner Heimat bekannt als ein ausgezeichneter Elchkenner. Sein Leben lang hat er dieses urwüchsige Tier der heimischen Landschaft auf der Ku- rischen Nehrung beobachtet und bietet nun aus feiner umfangreichen cichtbildsammluug die schönsten Ergebnisie seiner jahrzehnte- langen Kamerajagd in einer überraschenden Fülle und Vielseitigkeit. Martin Kakies hat wirklich das Intimste aus dem Leben der Elche zu allen Jahreszeiten mit seinem gau- berkasten belauscht und kann uns nun so ziemlich alle Geschehnisse aus dem Elchgebiet zwischen Meer und Memel in ganz ausgezeichneten Lichtbildreihen vor Augen führen. Dah er aber nicht nur einer unserer besten Naturlichtbildner, sondern auch ein außergewöhnlich begabter Schriftsteller ist, der seine Erlebnisse spannend und unterhaltsam au berichten weiß, wird die Freude am Besitz dieses schönen Buches verdoppeln. Alle Illger unb Freunde der Natur müssen dieses schöne Elchbuch besitzen. Bestellungen nehmen alle Buchhandlungen und der Verlag entgegen. Hugo Bermühler Verlag Berlin-Lichterfelde Gewinnauszug 5. Klaffe 47. Preußisch-Süddeutsche (273. Preuß.) Klassen-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten 3. Ziehungstag 11. August 1936 Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I unb II Dn der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 150 RM gezogen 16 Gewinne zu 3000 RM. 46811 78063 144890 235168 293064 321625 327749 340328 14 Gewinne zu 2000 RM. 74140 91461 97235 186253 241939 258624 384391 66 Gewinne zu 1000 RM. 18586 77260 85144 86319 92752 104855 107525 115505 122527 125579 136019 136345 140467 152525 153573 160402 170636 171384 172485 201294 207096 207719 235539 261678 304514 313851 317143 334561 337527 362287 369244 370443 383435 90 Gewinne zu 500 RM. 427 11993 50714 64288 70768 77615 84141 86272 107285 120123 122863 133308 151339 158270 163838 195586 198023 201936 206711 209955 212557 215381 223986 250155 262622 272017 274402 296277 316615 324597 326220 330012 337271 362379 375218 382787 383365 386996 50927 119436 161287 207621 262514 319646 366209 388 Gewinne zu 300 RM. 298 1310 1908 6145 7603 8580 9959 11165 14470 14520 16023 21495 23104 23757 24811 25585 31462 32180 34619 35484 35607 36306 42216 42343 43124 44491 47481 49767 52487 54163 55459 56246 58177 58382 64613 66777 66911 67058 72750 73805 76958 77458 81627 82856 87407 90192 96088 96639 103430 104356 104999 109474 114325 124158 130206 139685 149327 160226 183201 199319 207080 217673 233738 248586 260616 266840 287977 294688 303497 314025 332680 351993 364507 376454 398254 116761 125292 132397 140915 150296 160474 186868 200944 207835 218912 239063 250358 260883 268814 288091 299184 307492 316372 333302 352521 369034 383506 120347 121140 121354 126391 127384 128357 134051 135087 137469 143466 145078 146786 150904 152208 155627 164569 164930 171921 187994 192062 195224 201139 203352 203499 208081 208540 209102 220706 221407 222653 239341 239389 240273 250661 255765 257810 263153 264358 264359 269098 271663 277683 290294 291019 291235 299971 300177 301273 307568 308048 310974 325017 328778 329500 333718 344806 350095 354132 360830 361287 371189 372050 375042 387549 391482 394383 4268 15957 28583 41982 50126 58508 76305 94610 113376 122827 128956 137909 147015 157139 178636 198026 206464 216578 227936 245388 258977 264641 284353 291257 302088 314021 329716 350890 362356 375374 396564 Mündlich können Sieesnurvenlgen sagen, schriftlich mehreren, durch eine Kleinanzeige sagen Sie es allen In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 RM gezogen 2 Gewinne zu 5000 RM. 361577 10 Gewinne zu 3000 RM. 39505 166771 314044 341560 386186 20 Gewinne zu 2000 RM. 26539 60883 117064 123857 134085 201980 202467 224955 361759 386211 68 Gewinne zu 1000 RM. 10009 33961 37755 61854 63159 77981 84143 95870 103728 107514 110320 114268 127127 131192 141239 156582 185165 195468 225489 228025 239525 242094 254745 267495 274810 282405 303966 312181! 320414 334130 356903 359748 372682 396161! 82 Gewinne zu 500 RM. 28847 28908 29601p 34931 42765 55527 81419 88889 94530 106874 106908 128210 129947 130354 155744 158774 161597 164196 176858 194808 198958 203922 218725 226276 228622 236174 246816 251633 253544 254890 258130 265464 268583 282039 282531 317388 331466 344822 365808 387952 396473 322 G eroinne zu 300 RM. 1474 3800 4801 ? 7541! 10201 10645 15674 19979 19983 22408 28162 30608 32696 33055 34430 39966 42922 46349 52190 52591 57272 59633 60361 60395 60702 60864 67714 70083 70524 72158 72809 81374 82451 86312 88732 93033 97403 97819 99117 99434 99827 104385 105613 111416 117246 119346 120365 125221 126243 127041 127876 128412 132093 133264 133793 140891 143351 147898 150649 150659 152124 157356 159854 165150 165666 166507 169057 169560 172923 174854 175635 177635 178269 178303 179418 180434 183189 192938 197625 200928 202354 202488 203508 207185 209352 217482 222664 224352 225583 226842 227555 232055 234064 235050 238583 241339 241656 242275 249231! 249824 254942 264645 265678 268349 272720 273065 275328 280715 282688 283317 284032 286480 286706 288216 288857 291332 293580 301125 305480 310962 311239 314218 315405 320389 320633 322422 326102 331283 332728 337558 342551 348746 350052 350407 351187 353980 355104 357122 359025 360735 361899 363122 364709 364951 370785 372030 374876 376676 378479 379784 380898 381247 381716 383330 386778 388392 391607 392669 395132 395866 398796 Im Gewinnrade verblieben: 2 Gewinne zu je 1000000, 2 zu je 300000, 2 zu je 100000, 2 zu je 75000, 4 zu je 50000, 8 zu je 30000, 14 zu je 20000, 90 zu je 10000, 180 zu je 6000, 328 zu je 8000, 884 zu je 2000, 2670 zu je 1000, 4438 zu je 500, 17832 zu je 300 RM. vellagen- Men" Ketinntn" inoitofr Bit 4 De' Lhne^" Auch Ä von eE 4t# richten-' W. poßsch Wert' Dem W- Spiele war1 den. 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