186. Jahrgang Nr. 61 Erstes Blatt 186. Jahrgang Donnerstag, 12. Marz 1956 _ fX. _ Ä Annahme von Anzeigen rSL'Ä'KL. . *. . . . , ’ AAA EÄJRJSSS Eich-n'-r' Famili-nbls°te> ■ Xk |Y === IDIvnvIlU ^IHwiUvl -Ws S?XMÄ KF V Grmafiigtt 6run6preife: ZE General-Anzeiger für Oberheffen ZWW richten: Anzeiger Sietzen V 1 behördliche Anzeigen 6Rpf. StonHu’rt?Äin 11686 vruck uttb Verlag: Srühl'sche Univerfilätr Such- und Steindruckerei «.Lange in Stehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulftrahe 1 M-Ng-N°bichiüff-Staffel» Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Im britischen Oberhaus zeigt sich Verständnis für die Vorschläge des Führers. Der Bischof von London warnt Frankreich, den deutschen Oelzweig fortzuwerfen. London, 11. März. (DNB.) Das Oberhaus beschäftigte sich mit einem Antrag des Lord Chars- wood auf Revision der Völkerbunds- f a tz u n g im Sinne einer Beseitigung bedingungsloser Garantien für die politische Unabhängigkeit von Mitgliedsstaaten sowie aller Verpflichtungen zur Durchsetzung der Satzungen mittels irgendwelcher Sühnemaßnahmen. Lord Mansfield erklärte, daß ein Völkerbund, dem die Vereinigten Staaten, Deutschland, Japan und Brasilien nicht angehören, nicht als ein wirklicher Völkerbund betrachtet werden könne. Viele Länder betrachteten den Völker» bund lediglich als ein Mittel zur wirksamen Wahrung ihrer eigenen Interessen. Solange der Völkerbund nur noch als ein Werkzeug für die Aufrechterhaltung des Status quo von 1918 betrachtet würde, muffe dem Völkerbund das größte Mißtrauen von denjenigen Staaten entgegengebracht werden, die unter den Friedensverträgen zu leiden hätten. Sühnemaßnahmen gegen Deutschland würden einen bedauernswerten Fehler bedeuten, da sie Deutschland in seiner Ablehnung aller ausländischen Einmischung bestärken würden. Der Bischof von London, Dr. Ingram, sprach davon, daß Deutschland elnge- k reist sei und daher einigen Grund habe, nicht länger am Locatno-Vertrag sesthalten zu wollen. Ob Recht oder Unrecht, stehe hier nicht in erster Linie zur Debatte, notwendig fei es aber, daß England auf das feste und ehrenhafte Angebot eines 25jäh- r i gen Friedens elngehe. Die englische Regierung könne es nicht zulassen, daß Frankreich den von Deutschland gereichten Oel- zweig fortwerfe. Der Vertreter der Arbeiteropposition, Lord A r - nold, sagte, man habe in den letzten Tagen viel von Vertragsbrüchen gehört. Tatsache sei, daß alle Nationen Verträge gebrochen haben, England habe den Artikel 16 verletzt und der Vertrag von Locarno sei ganz besonders von Frankreich gebrochen worden. Frankreich habe nicht ab? g e r ü ft e t. Im Gegenteil, seit Locarno wurde das Rüstungstempo nur noch beschleunigt. Der Völkerbund sei von Anfang an stark behindert gewesen, weil er mit Versailles so sehr verquickt wurde. Um einflußreich in der Welt zu sein, müsse ein neuer Völkerbund geschaffen werden, der sich auf gerechte Verträge stütze. tfnferflaatefefrefär Lord Stanhope erklärte, es sei völlig zutreffend, daß der Völkerbund weit davon entfernt sei, das zu sein, was man von ihm erhofft hatte. Die Aufrechterhaltung des Status quo halte er für ein natürliches Kompromiß zwischen den widerstrebenden Ansichten innerhalb des Völkerbundes. Wenn eine Aende- rung gegen den Willen einer Nation vorgenom- men würde, dann werde es eher zum Kriege kommen als zum Frieden. Die englische Regierung sei sich der Gefahr bewußt, die die Mitgliedschaft im Völkerbund mit sich bringe. Die Möglichkeit, in einen Krieg oder ein kollektives Vorgehen hineingezogen zu werden, bestehe ohne Zweifel. Eine kollektive Sicherheit ohne kollektive Verpflichtungen sei aber undenkbar. Nach Ansicht der Regierung lohne sich aber diese Gefahr, da die kollektive Sicherheit eine beträchtliche Unterstützung für Eng» land mit sich bringe, falls England von einer anderen Nation angegriffen würde. Die englische Re» gierung unterütze den Völkerbund in seiner gegenwärtigen Form, weil sie die großen englischen Besitzungen und Kolonien, die von anderen Nationen begehrt würden, sichern wolle. — Nach dieser ablehnenden Re- gierungserklärung wurde der Antrag auf Revision der Völkerbundssatzung zurückgezogen. Die Locarnomächie irden beute in London zusammen. London, 12. März. (DNB.) Das englische Kabinett nahm am Mittwochabend einen ausführlichen Bericht des Außenministers E d e n und des Lordsiegelbewahrers Lord Halifax über die Pariser Besprechung entgegen. Anschließend erörterte das Kabinett die Lage im Hinblick auf die Konferenz der Locarnomächte am Donnerstag in London. Reuter meldet, das Kabinett habe sich bis zum Donnerstag vertagt. Eine endgültige Entscheidung der Regierung über ihre Stellungnahme in den bevorstehenden Besprechungen sei noch nicht getroffen. Kurz vor der Rückreise des Außenministers Eden von Paris nach London teilte ein Mitglied der britischen Abordnung einem Vertreter des Reuter-Büros folgendes mit: „Obwohl in den Pariser Besprechungen nur bie Oberfläche der Probleme berührt worden ist, besteht das Gefühl, daß die Lage nicht ganz so kritisch ist, und daß vielleicht eine Aussicht besteht, Verhandlungen mit Deutschland auf der Grundlage des Angebots Hitlers in die Wege zu leiten". Der französische Außenminister Fl and i n traf am Mittwoch spät abends in London ein. Bei feiner Ankunft erklärte er einem Vertreter von Reuter, es fei bekannt, daß er ein alter und getreuer Freund Englands fei. Er habe deshalb ohne Zögern den Vorschlag einer Verlegung der Zusammenkunft der Locarno-Unterzeichner von Paris nach London angenommen. Möglicherweise wird Außenminister Eden den Vorsitz über die Donnerstagssitzung der Locarno-Mächte übernehmen. Sollte jedoch der Konferenz Ministerpräsident Baldwin beiwohnen, der seinerzeit zusammen mit Sir Austen Chamberlain den Locarno-Pakt für England unterzeichnete, dann werde Baldwin Konferenzvorsitzender sein. Die Sitzung wird nicht im sogenannten Locarno - Räum im Foreign Office ftattfinöen, sondern in dem kleineren alten Kabinettsraum. Der Zeitpunkt für die Eröffnung der Konferenz am Donnerstag ist bisher noch nicht festgesetzt. Die Sitzung wird jedoch voraussichtlich um 17 Uhr MEZ. beginnen. Die Möglichkeiten. Sachliche Beurteilung im Journal de Gentzve". Genf, 11. März. (DNB.) „Journal de (Seneoe* stellt fest, daß für den Fall eines Verstoßes gegen den Rheinpakt keine Sanktionen vorgesehen sind. Darin liege eine fast unüberwindliche juristische Schwierigkeit, da für diejenigen Ratsmitglieder, die weder an dem Versailler Vertrag, noch an Locarno beteiligt sind, ein Eingreifen nur im Falle einer ausgesprochenen An - griffshandlung gerechtfertigt wäre. Dazu komme, daß der Rat zu Artikel 4, § 3 des Rheinpaktes feine Beschlüsse einstimmig unter Ausschluß der Parteien treffen müsse. Das bedeute, daß der Rat im vorliegenden Fall so gut wie lahmgelegt sei. Man könne von Deutschland für die Dauer der Verhandlungen über ein neues Abkommen nicht die Räumung der entmilitarisierten Zone verlangen, denn das Reich würde sicherlich nicht darauf eingehen. Eine Verurteilung der Vertragsverletzung wie im April o. I. mürbe sich als praktisch nutzlos erweisen. Deutschland würde diese Maßnahme nicht beachten, und mit ihr aufzutrumpfen, hieße gleichfalls zum Bruch zu treiben. Aus der Tatsache, daß der Völkerbund in Lon- d o n und nicht in Genf zusammentrete, scheine hervorzugehen, daß die Mächte entschlossen sind, mit Deutschland über einen Ersatzoer t r a g für Locarno zu verhandeln. Wenn den „Opfern der Zuwiderhandlung" eine mehr oder weniger platonische Genugtuung zuteil geworden sei, so werde Hitler zweifellos zu Verhandlungen über einen neuen Pakt bereit sein. Die Aus- stcht auf eine Rückkehr in den Völkerbund gebe dem Reich eine ft a r f e diplomatische Stellung. Das Ziel der Verhandlungen müsse es fein, die wesentlichen Bedingungen von Locarno, die sich für die Befriedung Europas als wertvoll erwiesen hätten, beizubehalten. Recht und Politik. In der öffentlichen Erörterung der Lage, die durch den Schritt der Reichsregierung vom 7. März entstanden ist, sind alle Gesichtspunkte so ausführlich behandelt worden, daß kaum etwas Neues dazu gesagt werden kann; die Hauptfrage, nämlich ob der französisch-russische Vertrag im Einklang steht mit den Verpflichtungen Frankreichs aus dem Völkerbund und mit Locarno und ob sich die „Heiligkeit der Verträge" nur auf ihren Wortlaut, nicht aber auf ihren inneren Geist und die Absichten bezieht, unter denen sie seinerzeit geschlossen wurden, ist außerdem längst vor Ausbruch der Krise sowohl amtlich als in der internationalen Presse zur Genüge nach allen Seiten beleuchtet worden. Es hat sich damals wie heute herausgestellt, daß eine Einmütigkeit des Urteils darüber nicht zu erzielen ist. Man muß daraus schließen, daß es sich dabei nicht um eine Frage des reinen Rechts handelt, sondern daß die jeweiligen Standpunkte bewußt oder unbewußt durchtränkt sind von politisch-nationalen Interessen und daß diese berufen sind, ihre alte Rolle zu spielen, auch wenn es gelänge, ein dem Privat- recht analoges und lückenloses internationales Rechtsgebäude aufzurichten, wie es die modernen Dölkerrechtstheoretiker erstreben. Schon der abeffi» nifche Streitfall zeigte in den politischen Rechtfertigungen Italiens und den rechtlichen Einwendungen des Völkerbundes diesen Gegensatz zwischen Recht und Politik; er ist auch in der jetzt ausgebrochenen Krise zwischen Deutschland einerseits, den Signatarmächten des Locarnovertrags und dem Völkerbund andererseits Kern und Inhalt des Konflikts. Wir haben im Falle Italiens gesehen, daß das Verständnis für seinen „Rechtsbruch" dort am stärksten war, wo eigene Interessen durch das Vorgehen Italiens nicht berührt wurden oder wo diese sogar mit Italien irgendwie verbunden sind, wie dies bei Oesterreich und Ungarn der Fall ist. Selbst Frankreich ist dieses Verständnis sehr lebendig gewesen und drückte sich in einer zurückhaltenden' Sanktionspolitik aus, die in England oft übel empfunden wurde, wo der reine Rechtsstandpunkt diesmal mit den englischen Interessen zusarn- menfiel. Das Gleiche erleben wir mit den politisch erklärlichen Abwandlungen in der jetzigen Krise. Wir sehen das gegen Italien verhältnismäßig duldsame Frankreich auf den unbeugsamen und starren Boden des Buchstabenrechts gegenüber Deutschland treten, finden bei England mindestens ein leises Verständnis für den politischen Gehalt der Frage, sehen die italienische Politik bemüht, aus der deutschen Krise Entlastungen für feine eigene zu gewinnen, und können feststellen, daß die Lage überall dort gleichmäßig nach rechtlichen und politischen Gesichtspunkten gewertet und beurteilt wird, wo eigene Interessen dieses Urteil nicht beeinflussen und trüben. u p , .,. Das reine Recht der Völkerbundssatzung ist nicht imstande gewesen, den abessinischen Krieg zu verhindern, der aus politischen Gründen reif geworden war- der Buchstabe des Locarnovertrags wird es nicht bewirken können, die Entmilitarisierung der Rheinlandzone wiederherzustellen, deren politische Belastung für das nationalistische Deutschland auf bie Dauer unerträglich war. Es geht daraus hervor, daß Politik und Recht ihre eigene Schwere haben und sich nur in gegenseitigem A u s - gleich behaupten können, was durchaus nicht gleichbedeutend ist mit dem uns oft und jetzt wieder gemachten Vorwurf, daß Deutschland das internationale Recht nicht anerkenne und den Vorrang der Gewalt vor dem Recht vertrete. Solange das Leben und die Interessen der Völker flüssig sind — und dies wird immer sein — wird die Politik d i e Aenderungvon Recht und Verträgen verlangen und sie nur solange als „heilig" betrachten, als sie wirklich heilig, das heißt heilsam sind. Der Verlauf und die Geschichte des abessinischen Konfliktes hat gezeigt, daß- die Gewalt, das heißt der Krieg nicht nur das letzte Mittel der Politik, sondern auch das des Rechts ist. Die Gegner Italiens sind vor diesem letzten Mittel zurückgeschreckt nicht nur wegen der schweren Folgen für ihre eigenen Völker, sondern weil diese selbst die Schwäche und Halbheit des Standpunkts ihrer Regierungen viel schärfer erkennen als diese. Der g e - fünfte Instinkt der Völker, das Schwert nur zu ziehen, wenn es um ihr Leben ober ihre Ehre geht, so wie sie auch der einfachste Mann begreift, nicht aber um das Recht von Verträgen, die er zwar als vorteilhaft, aber nicht als lebenswichtig ansieht, wird sich auch in der jetzigen Krise durchsetzen und die Regierungen daran hindern, einen Krieg entbrennen zu lassen, der nur mit den Kabinettskriegen verflossener Zeiten verglichen wer- den könnte, wo es etwa um Durchsetzung von Erbschaftsverträgen oder ähnliches ging. . Recht und Politik werden einen Ausgleich finden müssen, aus dem ein neues Recht entsteht, das sich mit der politischen Grundlage besser deckt als das bisherige Recht. Dies ist die Aufgabe der Diplomatie heute und in den nächsten Wochen. Die deutsche Reichsregierung hat dies von vornherein klar erkannt und deswegen versucht, gleich' zeitig mit der Beseitigung eines von ihr als nicht mehr erträglich empfundenen Zustandes die Umrisse eines neuen zu finden und zu Zeigen, wer diesen ersetzen soll. Sie erstrebt nicht die Rechtlosigkeit und die Dertragsleere, sondern einen neuen Vertrag, den sie halten k a nn und halten wird, weil er von dem heutigen Deutschland und nicht von dem von 1918 ober 1925 unterzeichnet werben wirb; aber auch nicht von ben Siegermächten von Versailles, sonbern von einem Frankreich bas in ben letzten zwanzig Jahren gelernt haben muß, baß bas Wort Glemenccaus „Wir fkib am Rhein unb bleiben am Rhein" ein schwerer geschichtlicher Irrtum war. Die Entmilitarisierung war bas letzte „Symbol" bieses Der» bängnisoollen Irrtums, bem man jetzt eine Fortsetzung in einer nur „symbolischen Besetzung" bes Rheinlands burch beutsche Truppen geben möchte... Aber bie Zeit auch bafür ist vorbei. Wir finb im Rheinlanb unb bleiben brinnen! O. M. Lim eineRegierungsumbildung in Frankreich. Paris, 12. März. (DNB. Funkspruch.) Der „Excelsior" schreibt, baß bie innerpolitlschen (Strömungen, bie seit einigen Tagen f ü r bie Bildung einer Regierung der nationalen Einheit auf dem Wege einer Verbreiterung der Grundlage des Kabinetts Sarraut vorhanden sind, sich auch weiterhin stark fühlbar machten. Man wisse zwar, daß der M i n i st e r p r ä s i d e n t einer solchen Erweiterung ablehnend gegenüberstehe. Es sei aber nach Ansicht parlamentarischer Kreise nicht ausgeschlossen, daß er schließlich d a z u gezwungen sein werde. Eine Reihe Kabinettsmit- glieber habe sich bereits für eine b er artige Maßnahme ausgesprochen. Das Blatt hält es ferner für sehr wahrscheinlich, daß sich die französische Kammer am heutigen Donnerstag bis zum 19. März vertagt. Dann werde die Regierung eine neue Erklärung abgeben, um* die Abgeordneten von dem Verlauf der Londoner Verhandlungen in Kenntnis zu fetzen. Im Falle einer günstigen Entwicklung der internationalen Lage könnte die Kammer dann am folgenden Tage aufgelöst werden. Der Gedanke an eine ausnahmsweise Verlängerung der Legislaturperiode fei wieder fallen gelassen worden. Beschlüsse der Londoner Zlotienkonferenz. London, 12. März. (DNB. Funkspr.) Amtlich wurde mitgeteilt, daß der erste Ausschuß der Flöt- tenkonferenz die Berichte über die Begriffs- be ft immun gen unb bie Altersgrenze der Kriegsschiffe und über die Qualitätsbegrenzung angenommen habe unter dem Vorbehalt der italienischen Abordnung in der Frage der Großkampfschiffe und der Tonnagezone, innerhalb deren keine Schiffe gebaut werden sollen, sowie unter der Voraussetzung, daß befriedigende Sicherheitsklauseln aufgestellt werden. Reuter meldet, der Ausschuß habe sich darüber geeinigt, daß das Alter der Großkampfschiffe von 20 auf 26 Jahre verlängert werde und daß der neue Flottenvertrag von 1937 bis 1942 in Kraft bleiben solle. König Eduards Zivilliste. London, 11. März. (DNB.) Im Unterhaus wurde am Mittwoch eine Botschaft König Eduards verlesen, in der das Parlament um die Erneuerung derZivilliste ersucht wird. Ein Abschnitt der königlichen Botschaft, der beträchtliches Aufsehen unter den Abgeordneten hervorrief, lautete: Seine Majestät wünscht, daß die Möglichkeit feiner Verheiratung berücksichtigt wird. Eine unternehmungslustige Abendzeitung bereits die Frage „W e r wird die neue Königin Englands fein?" Maßvolle Haltung Belgiens. Dan Zeeland zeigt Intereffe für die konstruktiven Vorschläge des Führers. Brüssel, 11. März. (DNB.) In der Kammer erklärte Ministerpräsident van Z e e l a n d zu der Lage, die sich für Belgien aus dem Memorandum der Reichsregierung vom 7. März ergeben hat, bah bie belgische Regierung im Einvernehmen mit der französischen Regierung bas französisch-belgische Rlilitärabkom- men vom Iahre 1920 einer Aenberung unterzogen habe. In einem Briefwechsel zwischen beiden Regierungen wird festgestellt, daß die Vereinbarungen aus dem Jahre 1920 aufgehoben werden mit der Ausnahme der Bestimmungen, die die Aufrechterhal- tung des Kontaktes der beiden Gene ralstabe zur Ausführung der im Rheinpakt niedergelegten Verpflichtungen betreffen. Der Ministerpräsident verbreitete sich bann in entschiedenen, aber jeber aggressiven Schärfe entbeh- renben Ausführungen über bie belgische Haltung in bem Streit zwischen Deutschland) unb ben Locarnomächten. Auch eine vertragsmäßige Remilitarisierung gebe Belgien bas Recht auf Kompensationen. In den Vorschlägen des Führers feien Ideen enthalten, die einen konstruktiven Charakter hatten und die für Belgien von Interesse seien. Immerhin mühten andere, leicht vorstellbare Anregungen hinzutreten, wenn man einen Ausgleich wieder finden wollte für die Verminderung der Sicherheit Belgiens durch die ständige Anwesenheit deutscher Soldaten in der bisher demilitarisierten Zone. Das Problem sei durch den „Gewaltstreich" Deutschlands kompliziert worden. Seine Lösung dürfe nicht eine Belohnung für die Verletzung von Verträgen darstellen. Deshalb müsse man ein Mitte! für die Wiederherstellung der internationalen Ordnung finden, wobei man alle denkbaren Vorsichtsmaßregeln treffen müsse, um zu verhindern, daß die Ereignisse nicht der Herrschaft derjenigen entglitten, die sie leiten müßten. Die vorherrschende Sorge der Staatsmänner in diesem Augenblicke müsse sein, alles zu tun, um das Kriegsrisiko auszuschalten. Er habe bereits in Paris auf die Notwendigkeit hingewiefen, zwischen allen Staaten, die den Locarnooertrag unterzeichnet hätten, unb die zu ihrem Worte stünden, eine vollständige Einheit d e s Handelns, eine gemeinsame, feste und unerschütterliche Front aufrechtzuerhalten. Belgien sei entschlossen, vorbehaltlos an jedem Schritt teilzunehmen, ber gemeinsam von allen Locarno» Schon im Februar Abnahme der Arbeitslosigkeit n u n g e n sollen u i j u i g e ivuiuen nuuj cun ui lkes zu libt, ifter.* Ae! läßt bet d Prinz freu un» lbernom» raftfahr» n Wahl, wir der unseren utschland illes her, em. Die darauf, ieder in ^eise aus ' ) WM. Jerfügung »mlung das Win» t rften Mal Erfolg ge» leben wir Hessen- ler^raun» 708 M-, 553 RM., >000 RM. ßerbop* nlungs» i die Rot, irr MF.- im Kampf >n Mns bent des anuma, Monscha, Da. fi.) Die ge* h mit dem in Nord« >an gench' ;erde. fiter* der inneren Die Kom* ^kreisen en Mon' « i Noi-ch'na militärrschen rannten au eibigung m> Die 2IgenW ,ananfflit* ht unm11 ■r dann, oav vrilitärpak^ ine mW । Osts-b'' haste». «L te del.^ ,je !»'>',>!! !0/ Lj, <ßer- ^Mgtsange' IL rid>,en;er E- Schülp r,^al6Lefi r et e nt™ nnef. Vtiben ofbin^ ,arßonö°^rftert ! veNl Ket' ^het Politik und Börse 3 500 Der Krieg in Ostafrika geht weiter gen den 10 5 29 17 4 500 800 21 600 6 000 209 600 11600 durchgeführt: Veranstaltungen Konzerte . . . Volksmusikabende Opernabende . Besucher 2 000 1000 40 600 2 000 Kunst und Wissenschaft. Der Reichsleiter der Deutschen Arbeitsfront hat den Reichsjugendführer Baldur von Schirach als ständiges Mitglied in die Reichsarbeits- kammer berufen. Das japanische Innenministerium gibt bekannt, daß die Bevölkerungszahl von Tokio 6,3 Millionen betrage; davon seien 3,3 Mill. Männer. Aus aller Welt. Im Monat Februar über 300000 Besucher bei »KdI.^-Beranstaltungen NSG. Der Monat Februar brachte für die NS^ Bauernbühne......... 4 Laienspiele.......... 72 Dorfgemeinschaftsabende . . . . 3 Werkkunstausstellungen..... 316 Heitere Abende „Lache mit uns" . . 29 Veranstaltungen des Tonfilmrvagens 32 Sonderfahren von OG., in denen kein Vorträge .......... 8 Theaterabende der Oberbayrischen stehendes Theater vorhanden ist . . So geht die „Kraft-durch-Freude"-Arbeit immer an diejenigen, die Facharbeiter in Handwerk und Industrie auszubilden haben, Lehrlinge einzustellen, sondern an das gesamte deutsche Volk, dafür zu sorgen, daß seine Jugend Arbeitsmöglichkeit findet und etwas lernt. Denn nur der wird Meister, wird Meister sein, der Lehrlings- und Gesellenjahre in Zucht und Ordnung durchlebte und weiß, daß noch kein Meister vom Himmel gefallen ist. Der letzte italienische Heeresbericht weiß wie so oft n i ch t s N e u e s von der Erythräaftont und der Somalifront zu melden. Die lakonische Kürze solcher Mitteilungen verbirgt meistens die Vorbereitungen neuer großer Ereignisse. Während die Enderta-Schlacht und die Tembien-Schlacht tobte, wurde der europäischen Öffentlichkeit der Eindruck vermittelt, als ob tiefster Friede auf dem Kriegsschauplatz herrsche. Erst nach dem errungenen Sieg teilte der Marschall Badoglio der überraschten Mitwelt die Tatsache der soeben abgeschlossenen Operation mit. Die Vorteile einer solchen Kriegsberichterstaltung liegen auf der Hand. Es wird einerseits vermieden, daß der Gegner auf dem Umwege über das neutrale Ausland sich gegebenenfalls Hilfe und Informationen für die betreffende Kampfhandlung verschaffen kann, und es wird andererseits eine starke psychologische Wirkung auf die Stimmung der Heimatbevölkerung wie der gesamten öffentlichen Meinung ausgeübt. Wenn der italienische Oberstkommandierende diese bewährte Methode amtlicher Be- richterstattung beibehalten haben sollte, — und es ist kein Grund für das Gegenteil ersichtlich —, dann können wir also damit rechnen, daß Italien alsbald durch eine neue militärische Aktion seinen Willen nach uneingeschränkter Fortführung des abessinischen Krieges sehr nachdrücklich unterstreichen wird. Die ausgedehnte fliegerische Erkundung st ä t i g k e i t, die immer das Vorzeichen neuer Offensivmaßnahmen zu sein pflegt,, weist auch die Richtung der bevorstehenden Angriffstätigkeit: die nächsten Kämpfe werden sich voraussichtlich sowohl südlich des Amba Aladschi als auch in dem weiter westlich gelegenen, wild zerklüfteten Gebiet jenseits des Takazze- flusfes abspielen. Im Gegensatz zu den bisherigen Kriegsschauplätzen sind aber die neu zu erobernden Gebiete für die Italiener „terra inco- gnita", unbekanntes Land. Die Kriegführung dürfte durch diesen Umstand erheblich erschwert werden, zumal es sich gezeigt hat, daß auch die motorisier- ten Kampfmittel in den abessinischen Gebirgsgegenden nur in beschränktem Maße verwendbar sind. Fällt auf der einen Seite so die Ueberlegenheit der Waffen zum Teil fort, so wächst auf der gegnerischen Seite das- Uebergewicht der abessinischen Derteidigungstaktik. Die abessinischen Heerführer werden aus den bisherigen Niederlagen sicherlich Die europäischen Börsen standen unter dem Eindruck der Wiederbesetzung der Rheinlande durch die deutschen Truppen und des deutschen Friedensangebotes. Auf dem Londoner Devisenmarkt mußte der Währungsausgleichsfond den Franken stützen, so daß der Franken bei ungefähr 75 gehauen wurde, trotzdem Franken zahlreich angeboten waren. Die Londoner Börsenstim- muna führte zwar am Montag infolge der Häufung der Verkaufsangebote zu einem allgemeinen Rückgang der Kurse, aber die Börse war weit entfernt von einer Panikstimmung. Die 4V-- prozentige französische Rente ging von 25 aus 24V«, die deutschen Anleihen gingen durchschnittlich um IV- bis 2 Prozent zurück. Die Kölner und Hamburger Stadtanleihen hielten sich. Am Jndustrie- markt bewahrten nur die Rüstungswerke ihren Stand. Während also die Londoner Börse ziemlich kaltes Blut behielt, brach in Paris unter dem Eindruck der Sarrautschen Rundfunkrede eine Panik aus, die sich auf Brüssel und Zürich fortpflanzte. Nicht nur die großen Haussespekulationen wurden in Paris glatt gestellt, sondern es kam auch zu zahlreichen Angstverkäufen, vornehmlich aus der Provinz, so daß die Kurse erheblich zurückgingen. Bemerkenswert ist auch der Rückgang der französischen Staatsrenten, der 3-, 4-, 4V-- und 5 prozentigen um 1,50 bis 1,80 Franken. Ebenso verloren die Bankpapiere zum Teil recht erheblich, und von den französischen Jndustriewer- ten wurden die chemische Industrie und die Elektrizität besonders betroffen. Der Chemin de fer du Nord verlor z. B. 37 Punkte, er ging von 1023 auf 986 zurück. Stellt Lehrlinge ein! In jedem Jahr verlassen zu Ostern viele Hundertrausende deutscher Jungen und Mädel die Schule, nm in das eigentliche Lehrzeitalter einzutreten. Ein bedeutungsvoller Lebenseinschnitt, eine Wahl des Berufes, von dem außerordentlich viel abhängt und der schließlich über Glück oder Unglück einer ganzen Nation entscheidet, denn es ist selbstverständlich, daß nur eine gute, den körperlichen und geistigen Fähigkeiten des Lehrlings angemessene Ausbildung im Berufe die künftige Stellung der Nation im Wirtschafts- und Geistesleben der Völker bestimmt. Was der einzelne lernt, ob er etwas lernt, ist schließlich in einem gesunden Staate nicht in das Ermessen des einzelnen gelegt, sondern Aufgabe einer zielbewuhten Staats- und Wirtschaftsführung. Daher hat seit dem Umbruch der Nation gerade der Staat sich angelegentlich um die Zukunft der Schulentlassenen gekümmert. Schon bevor der Jugendliche die Schule verläßt, wird er mit seinen Angehörigen durch die B e - rufsberatungs st eilen danach gefragt, was er zu lernen beabsichtige. Es werden körperliche und geistige Prüfungen vorgenommen, das materielle und geistige Vermögen wird danach geprüft, ob es mit dem gewünschten Berufe in Einklang zu bringen ist. Die Berufsaussichten werden erwogen. Ob ein Beruf Möglichkeiten des Fortkommens bietet oder nicht, wird festgestellt. Diese Berufsberatungsstellen haben sich in den wenigen Jahren chres Bestehens das allgemeine Vertrauen erworben, denn frei vom bürokratischen Schema und ohne Bevormundung werden die Jugendlichen und ihre Angehörigen mit den Berufsarten und -aussichten vertraut gemacht und gleichzeitig auch dadurch indirekt mit dem Gang der deutschen Volkswirtschaft. Deutschlands Stellung und Bedeutung im Konzert der Nationen hängt sehr wesentlich davon ab, ob Deutschland eine Nation gelernter, geschulter Arbeiter ist oder nicht. Im Zeitalter des Marxismus nahm die Zahl in den u n - gelernten Berufen gewaltig zu, während die Facharbeiter immer mehr zusammenschmolzen, so daß heute bereits in vielen Zweigen der Wirtschaft ein Mangel an gelernten Arbeitern besteht. Das war eine Folge der marxistischen Gewerkschastspolitik, die in Machtkämpfen mit dem Unternehmertum unter dem Einfluß der Ungelernten kurzsichtig deren Löhne immer stärker in die Höhe trieb, während der gelernte Arbeiter, der damals zahlenmäßig keine Berücksichtigung fand, immer stärker den Einflüssen dieser verderblichen Gewertschaftspolitik unterlag. Es hatte ja keinen Zweck mehr, einen Beruf ordentlich zu erlernen, wenn der ungelernte Arbeiter fast so viel verdiente wie der gelernte. Die Mühe der Ausbildung der Jugendlichen machte sich kein Lehrherr, zumal die Jugendlichen oft gegen die Lehrherren aus kommunistischen Vernichtungsgründen heraus aufgehetzt wurden. Die Gewerkschaften hatten, eben weil sie von Marxisten gelenkt wurden, schließlich nur ein Ziel, die Massen des ungelernten Proletariats zu vermehren, um so ihre Interessen durchsetzen zu können, da das am besten mit einer ewig unzufriedenen Masse Verelendeter möglich war, die weder Berufsstolz noch Berufsehre, noch berufliches Wissen selbstbewußt, frei und kräftig machte. Auf die Dauer wäre Deutschland unter diesem System zu einem Lande geworden, das abseits der großen Entwicklungslinien der Weltwirtschaft gestanden hätte, denn diese lassen sich nur durch vermehrtes Wissen, durch Erlernen von Berufen fortsetzen. Deutschland war bisher das Land mit einer hochqualifizierten Arbeiterschaft. Nur durch die Bildung, durch die Intelligenz und Tüchtigkeit der deutschen Arbeiter hatte es vor dem Kriege sich in die Reihe der führenden Wirtschaftsnationen gestellt. Der Niedergang der deutschen Volkswirtschaft hätte uns in ein Chaos geführt, wenn nicht in letzter Stunde der Nationalsozialismus wieder das alte deutsche Prinzip, wonach in persönlichem Wissen, in der körperlichen und geistigen Schulung der Berufsausübenden die beste Aussicht auf eine allmähliche Besserung der Lage unseres Volkes liegt, durchgeführt hätte. Unter der Einstellung, daß jeder Jugendliche lernen muß, ein Arbeiter der Faust und des Hirnes zu werden, ist eine Gesundung der Wirtschaftsverhältnisse angebahnt worden, deren Endziel schließlich der ganzen Nation zugute kommen wird. All die vielfältigen Berufsarten Deutschlands, die gewaltige Organisation, die für die Aufnahme der Schulentlassenen in die Berufe arbeitet, streben dem Ziele zu, Deutschland wieder mit einer gelernten Bevölkerung zu erfüllen, die sich ihr Brot eben durch das Gelerntsein des Berufes verdient und es natürlich besser verdient als der ungelernte Arbeiter. Das Ziel bleibt ein Deutschland, in dem es keine ungelernten Schaffenden mehr gibt. Deshalb ist der Aufruf, den die führenden Stellen für die Einstellung von Lehrlingen erlassen, von ganz besonderer Bedeutung. Er wendet sich nicht nur Brüssel erlebte ebenfalls starke Abgaben der Spekulation und des Publikums und damit ein Sinken der Börsenkurse. Zürich war im allgemeinen schwächer, aber die Rückgänge hatten nicht das französische oder belgische Ausmaß. Amsterdam sah eine ausgesprochen schwache Börse. Die Kursverluste betrugen bei leitenden Papieren 2 bis 5 v. H. Am Pariser Devisenmarkt zogen besonders die englischen Devisen an, der Franken lag also «, und diese Stimmung übertrug sich auch auf lga, den holländischen Gulden und den Schweizer Franken. Die Deutschen Börsen lagen ebenfalls etwas schwächer, aber diese Abschwächung erstreckte sich nicht nur auf die deutschen Effektenmärkte, sondern auch auf die Auslandspapiere. Bei den Jnlandswerten war die Bewegung ziemlich gleichmäßig. Der Rentenmarkt war teilweise leicht abgeschwächt. Der besonders im Hinblick auf die politische Lage wichtige Devisenmarkt sah eine Befestigung des Dollar, eine leichte Befestigung des Sterling, des Belga und eine unveränderte Haltung des französischen Franken, während holländische Gulden mit 169 gegen 169,03 am Samstag angeboten waren. Die Dawes- und Poungan- leihen waren in Amsterdam niedriger. Die Pounganleihe verlor fast 1 v. H. In Paris ging die Pounganleihe auf 29 gegen 36,55 am Samstag zurück. Es zeigte sich insgesamt, daß die Kapitalmärkte vor allem Frankreichs und Belgiens, aber auch Hollands, stark durch die Sarrautrede in Pessimismus getaucht waren, während der Londoner Markt verhältnismäßig ruhig blieb und auch Deutschland und die Schweiz die Ruhe bewahrten. weiter innerhalb des Gaugebietes voran. „Kunstschaffen in Hessen-Nassau." NSG. Die bildenden Künstler des Gaues Hessen- Nassau, Maler, Graphiker, Bildhauer und Kunsthandwerker werden vom 19. April bis 10. Mai 1936 im Rahmen der großen Gauausstellung „K u n st s ch a f f e n in Hessen-Nassau" der NS.-Kulturgemeinde in Frankfurt die besten Werke ihres künstlerischen Schaffens zeigen. Die Ausstellung wird dadurch einen Ueberblick über die hohen Leistungen des künstlerischen Schaffens in Hessen-Nassau geben. Zur Teilnahme an der Ausstellung sind alle Künstler und Kunsthandwerker Des Gaues Hessen-Nassau, die Mitglied der Reichskammer der bildenden Künste sind, zugelassen. Infolge der zahlreichen Anmeldungen ist der A n • meldetermin vom 10. März auf 16. März 1936 verschoben worden. Anmeldungen, die später eingereicht werden, können nicht mehr berücksichtigt werden. Die Anmeldeformulare sind bei den Kreisobmännern der NS.-Kulturgemeinde in Worms, Darmstadt, Mainz, Wiesbaden und Gießen sowie bei der Gaudienststelle Hessen-Nassau, Frankfurt, Neue Mainzer Straße 50, anzufordern. Todesstrafe im Alordprozeß Heidrich beantragt. Im Würzburger Mordprozeß gegen den Robert Reibrad), der, wie bereits gemeldet, seinen Wohltäter, den 74 Jahre alten Gärtner Müller, in Würzburg ermordet und beraubt hatte, stellte der Staatsanwalt fest, daß Heidrich planmäßig vorgegangen und die Tat mit Ueberle- gung vorbereitet habe. Der Angeklagte habe sich eines Verbrechens des schweren Raubes schuldig gemacht. Der Staatsanwalt beantragte die Tode s st r a f e. Lebenslängliches Zuchthaus wegen Totschlags. In dem Prozeß gegen den Angeklagten Werner, der im Gefängnis an der Corneliusstraße zu München den Gefängniswachtmeister H a i n z erschlagen hatte und Dan geflohen war, wurde das Urteil gefällt. Werner wurde wegen Verbrechens gegen das Gesetz zur Gewährleistung des Rechtsfriedens in Tateinheit mit einem Verbrechen des Totschlags zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt. Die bürgerlichen Ehrenrechte wurden ihm auf Lebensdauer aberkannt. Nächtlicher Schiffsbrand schnell gelöscht. Auf dem Lloyddampfer „Potsdam" brach in einer der letzten Nächte bald nach seiner Ausreise nach dem Fernen Osten im Maschinenraum ein Feuer aus, das sofort mit Bordmitteln bekämpft und nach kurzer Zeit von der Besatzung gelöscht wurde. Wie vom Norddeutschen Lloyd mitgeteilt wird, wird die „Potsdam" in Bremerhaven überholt. Die Reise des Schiffes nach Ostasien wird der Dampfer „Stuttgart" ausführen. 7Nax, der Hellseher. Noch immer gibt es „W ahrsager", die mit Hilfe von Kaffeegrund und anderen Scherzen ihren Mitmenschen die Markstücke aus der Tasche locken. Zu ihnen gehört auch ein gewisser Max M o e ck e. Ein Allerweltskerl. Es geht auf keine Kuhhaut, was dem Gehege feiner Zähne schon an Prophezeiungen entschlüpft ist. So im Jahre vor der Machtübernahme durch den Führer: „Adolf Hitler wird niemals Reichskanzler werden!" Donnerwetter, das war doch eine Weissagung, die Hand und Fuß hatte. Flugs beeilte sich die gesamte Auslandspresse, Max Moeckes Weisheiten in Fettdruck zu übernehmen. Etwas später stellte sich dann allerdings heraus, daß sich Moecke bei feiner Wahrsage- rei in der Person geirrt haben mußte. Aber was will das schon heißen? Er sagte „wahr", wo immer sich auch später dazu Gelegenheit bot. Er sagte sogar so gründlich wahr, daß eine Dame schließlich d i e Polizei mobil machen mußte, gelernt haben, daß es falsch ist, die schwarzen Krieger in dichtgedrängten Massen gegen den Feind einzufetzen und sie damit dem vernichtenden Artil- ieriefeuer des Gegners auszuliefern. Sie werden statt dessen die Methoden des Guerilla-Krieges an« wenden, die Taktik der plötzlichen nächtlichen lieber« fälle, der Beunruhigung durch kleine Stoßttupps in Rücken und Flanke des Feindes, der elafttschen Verteidigung und des hinhaltenden Widerstandes. Die den Abessiniern vertraute Natur ihres Landes kann eine solche Kriegsführung in der günstigsten Weise unterstützen, während sie den Angreifer vor immer neue Schwierigkeiten des Kampfes, des Transports und der Ernährung stellt. Andererseits ist die Demoralisierung nicht zu unterschätzen, von der die Heerhaufen des Negus nach den vernichtenden Schlägen der letzten Wochen ergriffen worden sind. Auch sollen zwischen dem Negus, seinen Beratern und seinen Heerführern starke Unstimmigkeiten entstanden sein. Mussolini will diese Vorteile offenbar bis zum Aeußersten ausnutzen. Die Friedensverhandlungen werden ihn dabei nicht im geringsten stören. Der Krieg geht weiter, denn Genf hat andere Sorgen... Vorstöße der italienischen Luftwaffe. Addis Abeba, 11. März. (DNB.) Die italienische Luftwaffe hat erneut Vorstöße in das Innere Abessiniens unternommen. Die Stadt Bebra Markos in der Provinz Godjarn wurde heftig bombardiert. 38 Häuser gingen in Flammen auf. Fünf Einwohner wurden getötet. Bebra Markos liegt etwa 2 0 0 Kilometer nordweft - l i ch von Addis Abeba. Die Stadt I r g a a« lern in der Provinz Sidamo ist ebenfalls heftig bombardiert worden. Es wurden acht Tote und 32 Verwundete gezählt. An der N o r d f r o n t sind auf beiden Seiten bedeutende Truppenbewegungen im Gange, vor allem im östlichen Tembien- Gebiet, so wie auf der Straße von Makalle nach dem Amba Aladschi. Man erwartet, daß in dieser Gegend in den nächsten Tagen die Gegner wieder aufeinanderprallen werden. Der Negus hat seinen Armeeführern befohlen, sich jeglicher Angriffe zu enthalten und nur Gefechte anzunehmen, falls ein italienischer Angriff erfolgen sollte. Gemeinschaft „Kraft durch Freude" einen vollen Erfolg ihrer Arbeit. In 524 Deranstaltun- sah man 303 200 Besucher. Im einzelnen wur- DA6dW be^eS^soVie\en j- i ' AWWWWW 1 EEWWRN T ’aeieth'" L sO'° -lsendAacbbe , h ie\^taxisen Unverbindliche Probeiahrten: MotOFWageil -Verkauf Sgesellschaft Hl. b. H. Frankfurter Strafoe 52 - Telephon Nr. 2847 Gründe, die für den OPEL P4 entscheiden! • Weiterentwicklung des 100 000 fach bewährten 1,2 Lir.-Typs. 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Wir glauben nicht, daß es seine prophetische Gabe war, die ihn veranlaßte, vor der Polizei auszukneifen und die deutsche Grenze nach Oesterreich zu überschreiten. Immerhin wäre es wohl doch an der Zeit für ihn gewesen, nun wenigstens einen Blick in die eigene Zutun f t zu werfen. Doch Max, der vielbeschäftigte Hellseher, hatte dazu keine Zeit. Und das wurde ihm zum Verhängnis. Denn hätte er feine Gabe auch einmal für sich angewandt, dann hätte er gewußt, daß ein Steckbrief hinter ihm herlief. So mußte er ins Kittchen wandern, der begnadete Hellseher aus dem Jahre 1932, an dem sich einst eine schlotternde Auslandspreise aufzurichten versuchte. Max hat nun hinter den schwedischen Gardinen Zeit genug, in feiner Vergangenheit statt in der Zukunft hecuwzustochern. Die unbelehrbaren Auslandsjaurnallsten sollten das Verspiel ihres großen Propheten nachahmen. Das neue Reichssiegel. Das Bild zeigt das neue große Reichssiegel, das für feierliche Urkunden, Gefetzesverordnungen, Bestallungen u. a. verwendet wird. — (Scherl-Bilder- dienst-M.) (Ein Arbeiter von einstürzendem Balkon erschlagen. Bei einem Hausumbau ereignete sich in Hamburg ein Unglück. Aus bisher unbekannten Ursachen löste sich plötzlich der Balkon des zweiten Stockwerkes und stürzte auf den darunterliegenden Balkon Auf diesem befand sich ein Bauarbeiter, der durch die herabfallenden Trümmer tödlich verletzt wurde. Grohfeuer in einem polnischen Dorf. In einem Dorf im polnischen Kreise Siedlec entstand durch Unvorsichtigkeit ein Gr o ß f e u e r , das in kurzer Zeit 84 Häuser und Ställe vernichtete. Eine Bauersfrau kam in den Flammen um. Glückwünsche des Offizier-Verbandes an Dr. Eckener. Der Reichsverband Deutscher Offiziere hat an Dr. Eckener folgendes Brieftelegramm gerichtet: Der Reichsoerband Deutscher Offiziere verfolgt mit Bewunderung und Stolz die Leistungen des Zeppelin-Luftschiffbaues, gegründet auf die genialen Berechnungen und den nie gebeugten Willen eines alten Soldaten und Generals der alten Wehrmacht, des Grafen Zeppelin, die Sie und Ihre Mitarbeiter bis zum heutigen Tage so erfolgreich weiterentwickelten. Wir beglückwünschen Sie selbst, Ihre •inie eine Er- ten haben. hat. Die nächste Einkommensgruppe, die einen Wochenlohn von 24 bis 36 RM. bekommt, ver- größerte sich dagegen von 19,9 v. H. auf 22,1 v. H. Auch die Gruppe mit mehr als 36 RM. Wochenlohn stieg von 17,1 v. H. auf 22,8 v. H. Die Entwicklung, die so bei der Invalidenversicherung sich erkennen läßt, ergibt fick auch aus der Entwicklung der A n« gestelltenversicherung. Dort ist der Anteil der Beitragszahler mit weniger als 100 RM. Monatsgehalt von 38,0 v. H. auf 31,7 v. H. gesunken, gleichzeitig in den nächsthöheren Gruppen eine entsprechende Anteilssteigerung festzustellen. Da nun gerade eine Einkommensänderung bei den unteren Einkommensschichten eine gleichzeitige wachsendes Volkseinkommen bedingt erhöhten Lebensmittelverbrauch Sitzung der Landesbauernschast Hessen-Nassau. NSG. Im Hause der Landesbauernschaft Hessen- Nassau in Frankfurt a. M. fand am gestrigen Mittwochvormittag eine Sitzung des Landesbauernrates statt, die Kreisbauernführer Geiß (Vadenrod) als Sprecher eröffnete. Der Landesbauernführer Dr. Wagner sprach dann zu seinen Kameraden über den soeben begonnenen Wahlkampf, den er als weitaus wichtigste Gegenwartsaufgabe für alle Nationalsozialisten bezeichnete. Es sei außer Frage, daß jeder Bauernführer Tag und Nacht im Dienste dieser Wahl stehe und entsprechend den erlassenen Richtlinien alles tue, um jedem Volksgenossen die Bedeutung der Abstimmung klarzumachen-, alles andere müsse solange zurückstehen, bis das deutsche Volk vor der gesamten Welt dem Führer fein einmütiges Vertrauensbekenntnis dargebracht habe. Der Landesbauernführer gab ferner bekannt, daß er selbst in der Zeit des Wahlkampfes überall in feinem Gebiet zu den Bauern sprechen Die für die gesamte deutsche Volkswirtschaft so überaus erfolgreichen Auswirkungen der Arbeitsschlacht werden neuerdings wieder einmal durch umfangreiche und eingehende Untersuchungen bestätigt, die das Institut für Konjunkturforschung angestellt hat. Gegenstand der Untersuchung war die Entwicklung des Einkommens aus Löhnen und Gehältern, d. h. die Summe der Einkommen der Arbeiter, Angestellten und Beamten. Danach ist das Einkommen aus Löhnen und Gehältern von 26 Milliarden Mark im Jahre 1932 auf 31,7 Milliarden Mark im Jahre 1935 gestiegen, damit also eine Erhöhung um 22,1 v H. erreicht. Tatsache ist, daß es bestimmte Beziehungen zwischen dem Einkommen aus Löhnen und Gehältern und dem gesamten Volkseinkommen gibt, daß die Entwicklungen dieser beiden Gruppen weitgehend parallel laufen. Man kann also annehmen, daß das gesamte V o l k s e i n k o m m e n - in der gleichen Zeit von etwa 45 Milliarden Mark auf rund 56 Milliarden Mark sich erhöht hat. Diese Zahlen gewinnen insofern besondere Bedeutung, als es ja das Ziel der Wirtschaftspolitik der Staatsführung war, Preise und Löhne zuerst möglichst stabil zu halten und vor einer Aenderung auf diesem Gebiet erst einmal die große Zahl der Arbeitslosen in den Arbeitsprozeß wieder einzugliedern. Dieses Ziel ist auch, soweit es menschenmöglich war, erreicht worden. Doch zeigt die Entwicklung der verschiedenen Einkommensschichten, daß zahlreiche Volksgenossen aus den untersten Einkommensstufen ineinedernäch st h ö h e r e n Einkommensschichten eingerückt sind. Die Statistik der Angestellten- und Invalidenversicherung läßt z. B. erkennen, daß in der Invalidenversicherung der Anteil der Beitragszahler mit einem Wochenlohn bis zu 24 RM. sich von 63 v. H. im Jahre 1933 auf 53,1 v. H. im Jahre 1935 gesenkt Weiterbericht des Beichswellerdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Begünstigt durch die kräftige Erwärmung und den damit verbundenen starken Luftdruckfall über West- und Süddeutschland sind im Norden bereit- stehende kältere Luftmassen jetzt auch in dieses Gebiet vorgestoßen. Der Temperatursturz war sehr beträchtlich und betrug etwa 8 bis 10 Grad. Es wurden z. B. im Taunus und in der Rhön gestern abend noch Temperaturen von + 5 Grad gemessen, heute früh dagegen —3 Grad. Wir verbleiben vorerst im Zufuhrbereich dieser ursprünglich arktischen Luftmassen, doch sind erhebliche Niederschläge, wenigstens in den Niederungen, unwahrscheinlich. In. den Gebirgsländern, besonders in den Nordalpen, muß mit erheblichen Niederschlägen (Schnee) gerechnet werden. Aussichten für Freitag: Meist bewölkt und auch einzelne Niederschläge (im Gebirge Schnee), bei lebhaften Winden aus Norden für die Jahreszeit zu kalt. Lufttemperaturen am 11. März: mittags 16,3 Grad Celsius, abends 7,6 Grad; am 12. März: morgens' 1,2 Grad. Maximum 16,8 Grad, Minimum heute nacht 0,8 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 11. März: abends 7,2 Grad; am 12. März: morgens 5,3 Grad. — Sonnenscheindauer 6,3 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. II. 36: 10 556. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch-und Steindruckerei R. Lange,K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf^ mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. werde, um sie aufzurufen, dem Führer am 29. März wieder ihre Zustimmung zu geben. Ferner galt es an diesem Tag Abschied zu nehmen von Hauptstabsleiter Dr. Otto Finaer, der befehlsgemäß von der Landesbauernschaft Hessen- Nafsau zur Landesbauernschaft Sachsen-Freistaat übergeht. Der Landesbauernführer widmete seinem Kameraden herzliche und ehrende Worte des Abschieds und sprach im Namen aller, indem er den Weggang des Hauptstabsleiters aufrichtig bedauerte. Nachdem Dr. Finger ein Erinnerungsgeschenk seiner Kameraden vom Landersbauernrat überreicht worden war, sprach er selbst bewegte Abschiedsworte und gab die Versicherung, daß er auch in der Ferne dem Namen seiner engeren Heimat Ehre machen und ihr allzeit die Treue halten werde. Dr. Finger wird weiterhin Mitglied des Landesbauernrates Hessen-Nassau bleiben Anschließend nahm der Landesbauernführer den Bezirksbauernführer Schneider (Ostheim, Kreis Friedberg) nach seiner Verpflichtung in den Lan- desbauernrat auf und erinnerte zum Schluß noch einmal an die Pflicht aller Bauernführer, sich mit allen ihren Kräften für die bevorstehende Abstimmung einzusetzen. Auch der Sprecher, Kreisbauernführer Geiß, gedachte des Scheidens des Hauptstabsleiters in kameradschaftlichen Worten und schloß die Sitzung mit dem Gruß an den Führer. Kautionsschwindler festgenommen. LPD. Fulda, 11.März. Der Fuldaer Adolf Kremer wurde von der Kriminalpolizei fest- genommen und dem Fuldaer Amtsgericht zugeführt. Der Festgenommene hat seit dem Sommer v. I. fortgesetzt Betrüger eie n oer. übt. Monatelang bereiste Kremer die Kreise Fulda, Hünfeld, Hersfeld, Schlüchtern und Eisenach und handelte ohne Gewerbeschein mit Glasschalen. Um sich unrechtmäßigerweise in den Besitz von Kautionen zu bringen, stellte Kremer etwa 80 Untervertreter an, die an ihn Kautionen in Hohe von 20 bis 25 RM. zu zahlen hatten. Die er- schwindelten Beträge in einer Gesamthohe von etwa 1400 RM. hat der rückfällige Betrüger restlos für sich verbraucht. Bneflasten der Mdaktion. lRechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.i L.ph. in C. Der Vermieter ist nicht verpflichtet, die Kraftstromanlage legen zu lassen. Sie können jedoch die Anlage auf Ihre Kosten Herstellen lassen. Bei Beendigung des Mietverhältnisses dürfen Sie dieselbe wieder entfernen, müssen aber sämtliche, durch die Entfernung der Anlage hervorgerufenen Schäden der Wohnung wieder beseitigen. Anstatt die Anlage herausreißen zu lassen, können Sie diese auch dem Vermieter gegen Ersatz Ihrer Aufwendungen überlassen. Am empfehlenswertesten würde es fein, wenn Sie sich schon jetzt mit dem Vermieter in bezug auf eine evtl, spätere lieber« nähme der Heizstromanlage in Verbindung setzen. Ingenieure, die Offiziere und alle Arbeiter am Werk zur neuesten Glanzleistung der Werft, dem LZ 129, und wünschen dem Vuftfcfjiff als dem Künder deutschen Könnens und deutschen Fleißes in aller Welt herzlichst Glückab und allezeit gute Fahrt. Aenderung des Lebensmittelverbrau- ch e s nach sich zieht, so konnte diese Entwicklung selbstverständlich nicht ohne Einfluß auf den deutschen Nahrungsmittelhaushalt bleiben. Es ist eine volkswirtschaftlich immer wieder beobachtete Tatsache, daß eine Einkornrnenserhöhuna in den unteren Einkommensschichten in erster Linie eine Erhöhung des Lebensmittelverbrauchs im Gefolge hatte. Eine Steigerung der übrigen Güter des täglichen Lebensbedarfes tritt erst in späterer Folge ein. Wenn in den vergangenen Monaten gewisse Verknappungserscheinungen auf dem Lebensmittelmarkt eintraten, so war das nicht zuletzt eine Auswirkung dieses erhöhten Lebensmittelverbrauchs, der durch diese Entwicklung eintreten mußte, auch wenn eine Verringerung des Marktangebotes nicht stattfand. So zeigen, im ganzen gesehen, die Verschiebungen des Verhältnisses zwischen Einkommensschichtung und Lebensmittelverbrauch, daß die Maßnahmen der Staatsführung zur Wiedergesundung der deutschen Wirtschaft und zur Erhöyung des Lebensstandards des deutschen Volkes den richtiaen Weg beschrit- (3lad)6r“i’614 luj 9U") n ,, c bemerkbar mach e.. en und Gefechten Krieges doch wohl itier Friedensschluß rftarf nach einem J Kitte blutigen Opfer gann die Gemüter mhigen, zumal die Hei Schwierigkeiten 9g * ® o l i 01 l‘«' fnfängl“ Buenos Aires m> beit zustande gebr« d gölten*i h/r#n im Sfr »Micher Arbeit, / 5 Aber es lag des Juni 1935, a Frieden ge|N Vitterst'mmu Paraguay. Eine ■ jtunmung waren I tiefer UnMnedenh- I en 0ss>3>ere -sich ganz offenM- ♦ ( eMAmiö ' Pfau stoöiöeaiet «heben 1451D Z7 **"9. d°- stellen. 1535V Arbeitsvergebung K «chch-r len 3n der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 274274 257896 269443 47621 138618 166417 76 Gewinne zu 600 M. [e- und 6074 11425 11641 -Qtn x jff ... bor'SnJ Ul SN Im Gewmnrade verblieben: 2 Gewinne au te mnnnnn o ... 4« n ... . „0 . 1 32106 60407 63748 77631 99107 260096 49495 197714 195126 31562 49314 62240 76216 94089 124487 167746 169376 183860 197436 222624 243540 266160 278240 287184 307904 318795 335198 357845 368102 377915 388115 397967 105309 130810 160216 173801 190832 205400 228725 259104 265365 281236 300050 315055 320979 346890 362282 369383 381667 389872 141443 218961 292885 314998 392655 106385 131595 162266 174931 190938 208882 234828 259519 272519 282687 302919 315380 327164 352852 362859 369767 382104 390583 28248 166192 229487 339648 18884 45216 171998 271081 354303 151517 230551 299605 351049 30289 40130 60837 68270 88404 61290 209557 275061 384379 44951 100211 154553 255489 304365 3837001 130036 159305 169712 187270 200921 227170 251379 265311 280522 293982 312813 319545 337736 358888 368877 378610 389143 398556 12043 30980 41278 61772 74181 93704 118733 145137 166033 181801 195135 222243 238955 262683 276869 285956 307612 318540 334711 357453 365115 375754 384049 394117 17045 32675 55991 63807 78438 142486 220747 292966 327290 399527 20969 38223 60794 65080 88271 19751 37324 66186 64118 86219 197667 207947 267194 269867 311911 313854 384431 388959 109164 135841 164181 176019 191986 212608 237270 259787 276949 283714 304140 317608 333119 353932 364668 371935 383484 392487 fr » gefunden. 1554D Der Eigentümer kann ihn gegen Erstatt, der Unkosten abholen. Wilh. MüllerN. Haufen b.Gietz. » W, llnh früen.tf'5, >< on Biro ------------------ ---18928 49852 65637 56670 81049 89866 92807 107995 111916 ------ ------ - Aml.Aprill936 erscheint zumBe- sonderen Tarifheft (Heft 8) für den Binnenverkehr der Kleinbahn Gießen— Bieber der Nachtrag 7. Nähere Auskunft erteilen d.Dienst- 298 Gewinne zu 300 M. 14597 15000 ----- ' FrankfurtlMain) den 10.3.36. Vereinigte Kleinbahnen Aktiengesellsch. 1000000, 8 zu je 20000, 2 zu je 10000, 4 zu je 5000, 18 zu je 3000, 34 zu je 2000, 72 zu je 100Q, 134 zu je 600, 570 zu je 800 2JH.J sfrV'5 !ir ein an öen k '^'even, e unb Oe?Ur,ffei ■ »i! fcfr'ntea fr n j'li leidigen Abenn iKtanfr' »it Men? nur eb 2 Gewinne zu 20000 M. 4 Gewinne zu 10000 M. 2 Gewinne zu 6000 3R. 8 Gewinne zu 3000 M. 310064 10 Gewinne zu 2000 M. 276431 327489 42 Gewinne zu 1000 M. 71142 87683 118280 211448 213582 213911 306790 330609 333938 Freit., 13. März 20-23 Ubr. 22.Nreit.-Al-.onn. Preise von 1.00bis3.20NM. 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In, Nordalpen, Ähnee) ge> Märzwind blies Staub in die Augen, aber es störte uns nicht. Der Ball rollte unter die Hufe vorbeistampfender Pferde, wir sprangen ihm nach, als rollten mit ihm die ewige Seligkeit und das große Glück. Für den Fluch oder Peitschenknall der Fuhrleute hatten wir nur ein Lächeln oder eine lange Nase übrig. Uns war es nur darum zu tun, den Ball heil und ganz aus dem Gewirr der Räder hervorzuholen. Manchmal wurde der Ball auf ein Dach geworfen und blieb in einer vermoosten Rinne liegen, aber wir kletterten kerzengerade von Stein zu Stein und von Sims zu Sims, bis wir das Spielzeug wieder in den zerschundenen Fingern hatten. Die alte Oberstenwitwe, belästigt durch das hemmungslose Geschrei, öffnete manchmal, wenn der Ball an die Scheibe knallte, das Fenster und drohte mit einer Anzeige beim Lehrer. Uns, die wir von der Leidenschaft zum Ballspiel ergriffen waren, störte der drohende Finger kaum, er machte uns höchstens für einen Augenblick verlegen, aber sobald der erzürnte Frauenkopf hinter den Gardinen verschwunden war, ging das Schreien, Werfen, Toben von neuem los Den schönsten Ball hatte man mir von der Kiliani- rnesse in Würzburg mitgebracht, ich liebte ihn sehr, er war zwei Knabenfäuste groß und auffallend rot. Nach dem Spiel putzte ich ihn säuberlich und behutsam mit dem Taschentuche oder mit dem Rock- UmjubeÜ von der Bevölkerung, die vor einem knappen halben Jahre noch ebenso dem gestürzten Präsidenten Ayala und dem hinter Kerkermauern sitzenden General Estigarribia zugejubelt hatte, übernahm Franco die Regierung als provisorischer Präsident und berief ein Kabinett aus Männern seines Vertrauens. Und was wird nun? Das ist eine ernste Frage. Dr. Gomez Freire E st e v e z , der neue Innenminister, wird außer den Anhängern der alten Regierung, also in der Hauptsache der Liberalen Partei, vor allem auch den Kommuni st en, die sich neuerdings auch in Paraguay merklich und spürbar regen, fein besonderes Augenmerk zuwenden müssen. Grundlegender Neubau des Staatswesens auf der Basis einer modernen, auf die ureigensten Verhältnisse Paraguays zugeschnittenen Verfassung, durchgreifende Reform der sozialen Struktur des Landes, Bekämpfung der starken kommunistischen Strömungen, das find die nächsten und vordringlichsten Aufgaben des neuen Innenministers. Leicht find sie nicht, und ein bißchen viel auf einmal ist es auch. Kein Wunder, daß die kritisch eingestellte Umwelt etwas besorgt der Tätigkeit des neuen Ministers entgegensieht. Für den neuen Außenminister Dr. Juan S t e -- f a n i ch ist die Position fast noch schwieriger und subtiler. Denn feine nächstliegende Aufgabe ist die Durchführung der Bedingungen des Friedensschlusses. Gerade weil dieser Friedensschluß mit Bolivien das eigentliche Motiv zu der allgemeinen Mißstimmung bildete, die in dem Staatsstreich vom 17. Februar ihre Entladung fand, wird natürlich die neue Regierung und ihr Außenminister von dem Nachbarlande Bolivien sowohl als auch von den Vermittlermächten mit verständlichem Mißtrauen betrachtet. Wird die Regierung Franco das Friedenswerk von Buenos Aires wieder zerschlagen? Diese Frage wird in Südamerika gegenwärtig stark ventiliert. Nach den bisher vorliegenden Aeuße- rungen hat es den Anschein, daß die neue Regierung die Politik ihrer Vorgängerin fortzuse» „Ah", das ebenso gut heißen konnte „mit dir möchte ich einmal spielen" oder „schenk' mir den Ball'" Da ich großartig erscheinen und ihr außerdem zeigen wollte, daß ich ihr gut sei, antwortete ich mit gespielter Gleichgültigkeit auf den begehrlichen Blick: „Du kannst ihn haben, wenn du ihn willst!" Dabei brannte mir vor Wehmut das Herz: denn die Liebe schwankte gleichmäßig stark zwischen meinem Ball und Ida. Aber Ida riß mir meinen Liebling fast aus den Händen und lief wie ein Wiesel davon, als könnte es mich wieder reuen, den Ball ihr geschenkt zu haben. Ich sah sie dann später mit anderen Mädchen spielen und als ich vorbeiging, dachte ich: Jetzt wird sie dich rufen. Aber sie würdigte mich keines Blickes. Eine Träne schoß mir ins Äuge, so daß ich aus Scham und Reue schnell in den Flur unseres Hauses sprang. Ich fühlte damals zum erftenmale, daß dis Liebe mit Geschenken nichts zu tun bat und sich auch nicht von Geschenken beeinflussen läßt. Wohin ist das alles? Zu den anderen Knaben, zu den jetzigen Beherrschern der Gassen, Gossen, Winkel, Treppen und Hausmauern. Mit dem Ball rollten das selbstlose Glück und die fröhliche Un^än- digkeit davon. Ach, ich möchte, das Herz voll Neid und Sehnsucht, die Treppe in drei, vier Sprünaen hinunterstürmen, wie ich es einst getan habe, mitten in die lärmende Schar an der Hauswand möchte ich fegen und den Ball in die Hand nehmen und emporwerfen, wie ich es vor Jahren mit den herrlichen Knaben der Jugendzeit getan habe, die den Ball bis an die Wolken und bis in das Gesicht des blassen, milchigen Frühjahrsmondes werfen wollten. zs 16,3 Grad rj: morgens* imum heute 10 cm Tiefe März: mor« ),3 Stunden. 18109! AZ 2389^ KZ Auch ich spielte einmal Ball. Ich spielte mit ihm in einer Gasse, die Häfnersgasse hieß, weil darin die meisten Häfner wohnten und die braungebrannten fränkischen Mostkrüge auf die ausgetretenen Sandsteinstufen zum Verkauf gestellt wurden. Wir spielten hier, wenn die Schule aus war, der klappernde Schulranzen wurde vom Rücken genommen, an die Hauswand gestellt, aber der geliebte Ball kam aus dex Hossntajcho» In unverdrossener Zähigkeit hat der Führer seit der Machtübernahme neue Arbeitsmöglichte i t e n geschaffen. Der Vater verdient wieder und sucht seine Erholung am Abend im Kreise feiner zufriedenen und sichergestellten Familie. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Im Lange. die Bilder: Feuilleton: Teil: Ernst Verantwort- ior Kümmel. : Brühl'sche ’ange.W-» id) 25 U. Pf. mehr, gs 15 Ui r. 1935 gültig. oaraguayschen Soldaten unter ihrem genialen Ober- ' " ' ' v "-------r K rL '• - a r r i b i a , vor- Ittt. r Ado» Heft! 'cht zu. 11 Som, e n Der. ° Fulda, und en. Um n Kau. ? Unter. D>e er. °he von -r restlos Lor allem scheint die Unterbringung der Kriegsteilnehmer auf geeigneten Arbeitsplätzen nicht recht geglückt zu fein, da viele Unternehmer sich anscheinend nicht entschließen konnten, auch ihrerseits den Soldaten den Dank des Vaterlandes durch Einstellung in den Betrieben abzustatten. Auch die A n s i e d l u n g von Kriegsteilnehmern als Kolonisten auf dem Lande, die man ins Auge gefaßt hatte, scheint ein Fiasko geworden zu fein, weil sie in keiner Weife genügend vorbereitet war. Schließlich fehlte es auch an Geld, um die zur Entlassung kommenden Soldaten auszu- löhnen. denn die Regierung hatte aus Mangel an Mitteln den Soldaten an der Front den Sold lange schuldig bleiben müssen, und jetzt bei der Demobilmachung waren ebenso wenig Mittel dafür vorhanden. Es gab schon manchen Grund zur Unzufriedenheit. Die dauernd wachsende Mißstimmung richtete sich vornehmlich gegen den Präsidenten Dr. Eusedio A y a l a und gegen den Oberbefehlshaber General Jstigarribia, denen man die Schuld an dem „faulen Frieden" von Buenos Aires urtb an den anderen Mißständen beimaß. Die Gerechtigkeit gebietet, zu sagen, daß es weniger die beiden kriegführenden Mächte als Argentinien, Brasilien, Chile, Peru und Uruguay, die sich mit Einschluß der Vereinigten Staaten von Nordamerika zu einer V e r m i 11 l e r gru p p e zu- sammengeschlosfen hatten, waren, die auf den Friedensschluß hingedrängt hatten. Denn allmählich war diesen Staaten der Krieg, der sich an ihren Grenzen abspielte, recht unbequem geworden. Die beiden kriegführenden Mächte hatten dem dauernd sich verstärkenden Druck der Vermittlermächte schließlich um so bereitwilliger und lieber nachgegeben, als Bolivien ziemlich erschöpft, Paraguay aber trotz aller feiner heldenhaften Siege faktisch am Ende feiner Kräfte angelangt war. Es ist in Südamerika kein Geheimnis, daß Paraguay einfach nicht mehr weiter konnte und daß ein ehrenvoller Frieden die einzige Zur Lösung des Arbeitslosenproblems wußten die früheren Regierungen nichts anderes zu tun, als — 6 ka11ifche in den Anlagen zu errichten, damit den hungernden und verzweifelten Erwerbslosen die Zeit nicht lang wurde. — (Scherl-Bilderdienst-M.) 'Zß i S.Ä 'S K 2608 M 876949 sS Z B- pflichtet, e können en lassen. * Sie sämtliche, gerufenen • Anstatt inen Eie hrer Auf. wertesten : mit dem ire lieber. ln9 setzen. 269443 15641? 61290 384379 4495 $3 2554891 KZ Zer Staatsstreich in paraguay Bon unserem —er.-Äerichterstatter (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Asuncion, Februar 1936 (Durch Luftpost.) Drei Jahre lang hatte das kleine Land Paraguay einen blutigen Krieg gegen das weitaus stärkere Bolivien um den Besitz des Chacos geführt. Anfänglich mit wechselndem Erfolge kämp- lend, dann aber unaufhaltsam siegreich waren die Rettung war, sollte der Krieg nicht eine ganz andere Wendung nehmen Bereits bei Beginn des Jahres zeigte sich allenthalben im Lande, besonders aber in der Hauptstadt Asuncion, eine wachsende Unruhe. Unkontrollierbare Gerüchte von einem nahe bevorstehenden Militärputsch erzeugten Nervosität und Unsicherheit. Die Regierung war unterrichtet und beobachtete wachsamen Auges die Entwicklung, und als sie die konkreten Beweise für einen geplanten Putsch in der Hand hatte, da griff sie energisch durch, verhaftete die Rädelsführer und schickte sie in die Verbannung. Merkwürdigerweise scheint nun die Regierung Ayala in dem Glauben gelebt zu haben, daß diese Maßnahmen ausreichend gewesen seien, um die Ruhe und Ordnung nun wiederherzustellen. Denn anders lassen sich die Vorgänge am 17. Februar, die die Regierung völlig überrascht haben, einfach nicht erklären. General Estigarribia, der zweifellos befähigt und in der Lage gewesen wäre, den Ausstand mit ihm ergebenen Truppen niederzuschlagen, befand sich auf einer Inspektionsreise in Concepcion, im Norden des Landes. Seine Abwesenheit von der Hauptstadt wurde von den Revolutionären unter der Führung der Obersten Smith und Recald? trefflich ausgenutzt. Am 17. Februar um 7 Uhr besetzten einige Regimenter den Regierungspalast und die öffentlichen Gebäude, die Banken und die Redaktionen der Zeitungen. Sämtliche Telephon- und Telegraphenlinien rund um Asuncion herum wurden durchgeschnitten. Die Nacht vom 17. zum 18. Februar sah die Revolutionäre bereits als Sieger auf der ganzen Linie. Die Regierung war gestürzt, der Präsident hatte auch formell bereits abgedankt. Das platte Land, das vollkommen überrascht war, nahm die Ereignisse als eine gegebene Fügung hin. In der Hauptstadt herrschte am Morgen des 18. Februar wieder völlige Ruhe. Die Revolution war zu Ende. Oberst Rafael Franco kam auf dringendes Ersuchen der ' Revolutionäre mit Flugzeug aus Buenos Aires. liltw« kieken 14510 eit, 13. Ä KÄUbr. Preise von Mis3.20M rstaufsührung Tie blaue Mazur ÄiS =&: S rauer. nölten Friedensschluß, den die Diplomaten in Buenos Aires mit viel Mühe und Federgewandt- >eit zustande gebracht hatten, unter endlosem Jubel • er Bevölkerung heimgekehrt. Jetzt sollte Friede Kerrschen im Lande. Wiederaufbauen wollte man in 'riedlicher Arbeit, was der Krieg zerstört hatte, der Bring sollte an die Stelle des Schwertes treten. Aber es lag etwas in der Luft feit den Tagen >es Juni 1935, als man in Buenos Aires den Frieden geschloffen hatte; eine schwüle G e - raitterftimmung verbreitete sich über ganz Baraguay. Eine tiefe Unzufriedenheit und Miß- timmung waren unverkennbar, und die Träger iefer Unzufriedenheit waren d i e heimgekehr- e n Offiziere und S o 1 daten , bei denen ich ganz offensichtlich eine große Enttäuschung emerfbar machte. Nach all den siegreichen Schlach- en und Gefechten hatte man sich das Ende des Krieges doch wohl etwas anders vorgestellt, denn er Friedensschluß von Buenos Aires sah für sie : arf nach einem Remis aus. Die Frage: Sollten ille blutigen Opfer umsonst gewesen fein? begann die Gemüter der Soldaten heftig zu beun- uhigen, zumal die Demobilmachung auf mancher- ü Schwierigkeiten stieß. Der Ball gehört zum erwachenden Frühling. Zur gleichen Zeit wandert der sehnsüchtige Abendgesang der Amsel von Garten zu (Barten, zur gleichen Zeit leuchtet der Krokuskelch aus dem feuchten Rasengrün, zur gleichen Zeit ist die Luft gewürzt von umgegrabener Erde. Ich sehe Kinder an der Hausecke spielen, Mädchen und Knaben durcheinander, nach der Größe an der I Hauswand aufgereiht, der Kleinste ist ein Knirps, der statt der Hände die Schürze zum Fangen des Balles hinhält. Ein einfältiges Spiel, immer fliegt der Ball hin und her, aus einer Hand in die andere. Manchmal entfällt er einer Kinderhand und rollt dahin, begleitet vom Gelächter und Geschrei des Vergnügens und des Glückes. Wie tief und schön doch ein Gegenstand beseligen und erfreuen kann! zipfel ab. Während eines Ballspiels sprang windzerzaust und mit gebeizten Luftwangen das blonde Bäckermädchen Ida auf mich zu und betrachtete lange und mit großen Augen den Ball. Dann machte sie *21 tT. Ein erstauntes, überraschtes und beglücktes schenkt ihm voll Dankbarkeit den Wunderhengst Rih, und es zeigt sich bald, daß Kara dieses Tier sehr nötig braucht, als er in die Heilige Stadt eindringt, dort von Abu Seif erkannt und alsbald in toller Jagd verfolgt wird. Das ist noch beileibe nicht alles, aber doch eine kleine Auswahl und Kostprobe, aus der vor allem jene, die Karl May nicht im Original kennen, entnehmen mögen, was ihnen hier geboten wird. Die Darsteller sind uns namentlich alle unbekannt. Fred Raupach spielt, übrigens recht geschickt in der Maske, die Harry- Piel-Rolle des Kara Ben Nemfi, Erich Haußmann den Abu Seif, Heinz E v e 11 den Hadschi Halef Omar, der wie ein Sancho Pansa aus „Tau- send-und-einer-Nacht" auf dem Eselchen hinter feinem ritterlichen Herrn herreitet, und Katharina Seiffdtriften — Gestillte Kinder — gesunde Kinder! Die Vor- teile des Stillens für die junge Mutter sind genü- genb erwiesen. Die mütterliche Milch ist für das Kind die einzig natürliche und auch unersetzliche Nahrung. Das findet die junge Mutter sehr ausführlich von berufener Feder bearünbet im Märzheft der bekannten Elternzeitschrift „M utter und K i n d". Auch vieles andere, worüber eine Mutter gern unterrichtet sein mochte, bietet die mit reizen- den Bildern geschmückte Zeitschrift. , Kind und Buch", „Der Wunsch nach Selbständigkeit", „Sollen die Kinder vor der Schule lesen lernen?", „Eine neue Form der Milchpumpe" usw. sind Beiträge, die allgemein interessieren. Das vorliegende Heft bringt auch wieder außer diesen überaus lehrreichen Beiträgen die beliebten „Winke für den Haushalt" und den „Fragedienst", lieber alle Fragen, die eine Mutter bedrücken, kann sie hier Auskunft eintzalen. (LeriagEtwin Staude, BcUm>VZ0ch ,u l< TeW na. 15 erhältlich «IJ W 10 * Berger die Senitza. Der Film erschien gestern bet gutem Besuch im Gloria-Palast. Im Beiprogramm- eine interessante Filmwerbung für die Reichsautobahnen; je ein Vorspann zum „Ammenkonig" und zu „Viktoria" (nach Hamsuns Erzählung); dazu die Fox-Tonwoche. Auf Bühne fand ein verblüffender Gymnastik-Akt ßittle G 0 de 11 großen Beifall — r — Befehlshaber, dem General Estin gestoßen, hatten die Ebenen des G nunben und waren schließlich nach einem ehren- „Durch die Wüste." Gloria-Palast. Viele Besucher werden sich in selige Jugendzeiten zurückversetzt gewähnt haben, als die Abenteuer des unvergleichlichen Kara Ben Nemfi, von der Tonfilm- Kamera zu neuem Leben erweckt, auf der Leinmond an ihnen vorüberzogen. Syndikat-Film hat es unternommen, als ersten der zahllosen Bände Karl Nays das Buch „Durch die Wüste" zur Vorlage Ifiir ein Drehbuch zu machen; Carl Junghans Ityrt es geschrieben, und es ist in der Tat, jedenfalls ai den Höhepunkten der Handlung, eine hochroman- tiefje und abenteuerliche Sache daraus geworden. Wir glauben ja allerdings, daß die geschworenen Korl-May-Anhänger das Buch „Durch die Wüste" (unb alle anbern Bücher dazu) über ben Film stel- Iri werben, beim so einfach lassen sich biefe dick- l( bigen Schmöker nun boch nicht m Bilber auf- liijen, unb es kann auch kein Zweifel darüber ^stehen, daß trotz der an sich recht tüchtigen Re- gL von I. A. H ü d 1 e r - K a h l a , der von ben i Kameraleuten Georg Muschner unb Paul Rischke wirksam unterstützt würbe, die literarische Vorlage nicht wirklich umgeformt worden ist. Der J im kann nur einen Umriß ober ein Gerüst besten £iben, was Karl Mays unerschöpfliche Phantasie sich ausbachte, unb auch gewisse Längen waren im Jilb nicht zu überbrücken. Natürlich bleibt bei ber rin stofflichen Fülle bes Buches auch für ben Film inmer noch genug, was ben Beschauer mit Stau- n n unb gruseliger Spannung erfüllt, ihn gelegentlich auch zu herzhaftem Gelächter reizt, wenn Kara Ben Nemfi einen seiner nicht wenigen Geg- 1 r mit einem so wohlgezielten wie fnallenben knrhied für längere Zeit jeber schäblichen Aktivität raubt. Er ist" überhaupt ein Teufelskerl, biefer frara, bas muß man ihm lassen, er spricht nicht viel, a»er er hanbelt, unb zwar mit Energie, Entschlossen- biit unb Treffsicherheit — soviel «ft gewiß Er ist > allen Sätteln gerecht unb mit allen Salben ge= f'Uht, ber unternehmungslustige Ungläubige aus Jrantiftan. Er reitet, er schießt, er ficht Säbel, er baut um sich, er schwimmt unter Wasser — man muß ihn bemunbern. Sein 2Ibenteuerbrang ist un- g Heuer. Er bahnt sich mit Kaltblütigkeit ben Weg burcf) den Salzsumpf und aus dem Tal des Tods heraus. Er entführt die Tochter des Scheichs Walek aus den Händen von dessen Todfeind Abu Seif, er wird von diesem zu Schiff verfolgt und g fangen, er befreit sich, entrinnt einem Schiffs- J anbe, gelangt abermals in bie Wüste, wo er !atum 103- 11.3 10.3. 113. 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 100,25 100,5 100,5 100,5 4% deSgl. Serie 11 ............ 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 9,13 9,13 — — 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 97,3 97,5 97,3 97,5 6,1 6,25 6,13 — 6¥i% Doung-Anleihe von 1930 .. 102,9 102,9 102,9 4^r°/oRumän.vereinh.Rentev.lS13 9 9 9,13 9 Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auslos.-Rechten ............. 4lh% Deutsche Retchspostschatzan 110,4 110,5 110,4 110,65 4% Rumänische vereinh. Rente . 2 ¥«,% Anatolier........... 5,2 37,13 5,2 37,25 5,15 37,2 5,2 37,13 Weisungen von 1934, I....... 6% etjem.8% Hess. Bolksstaat 1929 100,1 100,1 100,13 100,13 Hamburg-Amerika-Palei .....0 15,5 15,75 15,65 15,75 (rückzahlb. 102%) ............ 98,25 98,25 98 98,25 Hamburg-Südam. Dampfschiff . 0 — — — —— *¥i% ehern. 8% Hessische Lande»' baut Darmstadt Gold 91.12.... 96,4 96,4 96,4 96,4 Norddeutscher Lloyd .........0 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 17 105,5 17,5 106,5 17 105,25 17,9 106,25 6¥i% ehern. 4 V,% Hess. Landes Hypothekenbank DarmstadtLiaul 100,9 100,9 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz, unb Privat-Bank ... 0 116,5 92.5 116,5 92,5 117 92,25 117,5 92,5 *¥i% ehe in. 8% Darmst. Komm. Landesb.Goldschuldverkchr. R.6 92,25 92,25 Deutsche Bant und Dieconto« Gesellschaft................0 92,5 92,5 92,5 92,5 Oberhessen Provinz-Anleihe mil Auslos.-Rechten ............. Dresdner Bank........... 0 Reichsbant ................ 12 92,25 185 92,5 184,25 92,25 184,5 92,5 184,5 Deutsche Komm. Sammelabl. An- leihe (Serie 1 mit Auslos.-Rechten *¥1% ehem.8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 114,65 96,5 96,5 114,65 114,65 A.E.G......................t Bekula.................... io 35,5 140,25 36 140 35 140,5 35,75 140,4 6y,% ehem. 4yz% Franks. Hyp. Bank-Liqu.-Psandbriefe....... 101,3 101,25 Elektr. Lieferungsgesellschaft... 6 Licht und Kraft ........... ey. 118,25 133,75 118,75 135,25 117,9 134 119,25 134,75 eyz% ehem. 4yt% Rheinische Hyp.-Bank-Liyu.-Goldpse..... 101,4 101,5 101,5 101,75 Felten & Guilleaume......... 4 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 6 111 125,75 112,75 126,75 111,75 125,5 112,75 126 <¥*% ehem. 8% Pr. Landespfand. brlefanftalt, Pfandbriefe R. 19 97 97 97 97 Rheinische Elektrizität ........ g Rhein. Wests. Elektr..........6 124,25 127 124,25 127,25 124,25 127 124,25 127,25 *¥i% ehem. 7% Pr. Landespsand- briefanst., Gold Komm. C61.VI 97 97 97 97 Schuckert L Co................ Siemens L Halske............1 131 167,5 132 168 131,25 167 132 168,5 Steuergutsch.Verrechnungsk. 34-38 109,13 109,1 109,13 109,1 Lahmeyer L Co............... 125,25 125,75 125,4 126 4% Oesterreichtsche Goldrente.... — — 28,5 29,25 Buderus ............... 4 95,25 95,4 95,25 95,5 4,20% Oesterreichtsche Silberrente 1,2 1,2 1,2 1,2 Deutsche Erdöl ........ 108,5 109,25 108,5 108,75 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 8,4 8,25 8,55 8,25 8,3 8,25 8,5 8,15 Harpener.................... Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. 8 113,75 87,25 115 88,25 114 87 115,25 87,75 4/»% desgl. von 1913.......... 8,4 8,2 8,25 8,3 Ilse Bergbau ............... g 157 158 5% abgest. Goldmexikaner von 99 13,25 13,25 13,5 13,5 Ilse Bergbau Genüsse........6 126 127,5 126 127,75 4% Türkische Bagdadbahn-Ankethe Serie i..................... 9,25 — — — Klöcknerwerke ................ Mannesmann-Rühren......... 83,25 81.5 84,75 82,25 83,25 81 84J5 82,25 Sranffurt a. M. Berlin Devisenmarkt Berlin — Frankfurt ch 3" ‘ jjofwi «s U **.n ¥ Md gi«i‘n W« aml 1 ,"r*H Md es mit Ul# Seit * w*"; Bas geIW,3lle: ber über Deutschtum heil, für Schweden ginn eines moderne, Anfänge, roenngleic □gen bereits mehrer einer königlichen De $on( DZ ward (Tfll? e * mit den !?.. In de fionnen finU?ra^Ur KÄS. ""d dreitz^Kre R’S?" ®,rrun9 bU feiner i -DerfaÄie u »'n« Donnerstag, 12.Mrzl9Z6 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Nr. 61 Drittes Blatt Aus der Provinzialhauptstadt tm. I», 16 78 55 2< rr 51 47 'n heutigen [ und ®n« bis 8 Wo» Lochen alte e 30 Mark, MW vei> verlängert, eine zweite wurde später über Gävle I , , , „ „ bis in die polaren Nordgebiete eingerichtet. Nach • Postwesens aller Zeiten genannt wurde. wurden sogenannte P o st h ö f e eingerichtet oder bereits bestehende Bauernhöfe für diesen Zweck bestimmt. Die Bauern, die in diesen Höfen saßen, mußten des Lesens und Schreibens kundig sein und besonders vereidigt werden. Sie hatten gegen Befreiung von Steuern oder sonstigen Abgaben und anderweitiger Pflichten wie etwa der Einquartierung, des Spanndienstes u. a., die Weiterbeförderung der Post auf einer Strecke von 2 bis höchstens 3 Meilen zu besorgen. Diese bäuerlichen Posthöfe bestanden fast über 200 Jahre lang. Sie wurden um das Jahr 1646 herum durch eine zusätzliche Verordnung beritten gemacht, wodurch sich die Beförderungsdauer erheblich verringerte. Im ersten Jahre seiner organisatorischen Tätigkeit beschränkte sich Wechel darauf, ein Postnetz über das mittlere und südliche Schweden zu spannen. In den darauf folgenden Jahren wurde zunächst eine Linie über die Alands-Inseln nach Finnland gelegt und von dort nach den Ostseeprovinzen tt 'eM.) um aftrieb: 830 !ten: Kälber Ne 42 bis arktverlauf: j; Schweine Was hatte das alles zu bedeuten, und wie ist es zu erklären, daß ein lebloser Körper bei aller Verehrung Anlaß zu den schwersten politischen Verwicklungen geben konnte? Die Antwort auf diese Frage ist sehr einfach, wenn wir zu begreifen versuchen, daß dieser Tote eben nicht für leblos gehalten wurde, daß man ihm vielmehr magische Kräfte zuschrieb, auf die der Prozeß der Verwesung keinerlei Einfluß besaß. Erinnern wir uns: Alexander hatte sich, als er dem Zeus-Ammon in der Oase Schioah den berühmten Besuch abstattete, von den ägyptischen Priestern zum irdischen Vertreter des Gottes weihen lassen. Ueberhaupt erklärt sich der Kultus, der jetzt mit der königlichen Leiche getrieben wurde, nur aus dem religiösen Grundcharakter des asiatischen Eroberungszuges. Unsere Schulweisheit will das zwar nicht wahr haben, sie hält sich an die militärischen Daten des Zuges. So kommt es, daß wir die Namen der Schlachten aufzählen können, darüber aber ein ungleich wichtigeres Phänomen übersehen: die häufigen Aufenthalte Alexanders an den berühmtesten Mysterien- und Orakelstätten des Orients. Es scheint doch so, als habe der Schüler des Aristoteles bei seinem Unternehmen gegen das Perserreich kein dringenderes Anliegen gehabt, als die inhaltlos gewordenen hellenischen Kulte und Mythen durch Verschmelzung mit der uralten asiatischen Weisheit wieder lebendig und wirksam zu machen. Darum die uns so wenig „realpolitisch" dünkende Selbstvergottung im Ammonium, darum aber auch der leidenschaftliche Streit der Marschälle um die Königsleiche. Ihr Besitz war eine politischreligiöse Prestigefrage. In diesem nur scheinbar toten Körper wohnte der Gott! Es konnte nicht gleichgültig sein, wem er gehörte. In dieser Vermutung werden wir bestärkt durch ein Zeugnis aus dem zweiten nachchristlichen Jahrhundert. Der römische Schriftsteller Claudius Aelia- nus berichtet nämlich folgendes: Alexander fei auf seinen Feldzügen von einem griechischen Mantis namens Aristander von Telmessos begleitet gewesen. PZir würden das Wort „Mantis" mit „Zauberer" nur unvollkommen übersetzen; es wird ein mit allen Kulten und Weihen der damaligen Zeit tiefvertrauter Weisheislehrer und Seher gewesen sein. Dieser Aristander nun habe nach dem Tode seines Königs dem Lande höchstes Glück geweissagt, in dessen Erde die Leiche des Heros verbliebe. Das Alexander- grab mußte dem mythischen Denken jener Zeit als glückspendend gelten, und Ptolemäus wußte schon, was er tat, als er den Leichenzug in Damaskus aufheben und seinen toten Herrn nach Aegypten schaffen ließ. Hier wurde Alexander zunächst in Memphis Oer Naqelbohrer. Der Hofschauspieler Pauli, der im vergangenen Jahrhundert am Dresdener Schauspielhaus wirkte, gehörte nicht zu den Menschen, die sich durch jede Kleinigkeit aus der Ruhe bringen lassen. Es wird von manchem Beispiel seiner Geistesgegenwart bei irgendwelchen Zwischenfällen auf der Bühne berichtet. Doch einmal soll auch ihn die Fassung verlassen haben. Es wurden Schillers „Räuber" gegeben. Pauli hatte den Franz Moor darzustellen. Und es ging alles gut, wie immer — bis zum Beginn des fünften Aufzuges. Gerade hatte Franz Moor fein verzweifeltes: „Verraten! Verraten! Geister, ausge- fpien aus Gräbern — losgerüttelt das Totenreich aus dem ewigen Schlaf, brüllt wider mich: Mörder! Mörder! —" mit der angsterfüllten Frage geschloffen: „Ha! Wer regt sich da?" — da ertönte hinter den Kulissen aus dem Munde eines Bühnenarbeiter, der in seine Arbeit versunken war, ziemlich deutlich die tröstliche Antwort: „Ich bin es, Herr Pauli, ich suche meinen Nagelbohrer!" Und da soll auch der gefeierte Hofschauspieler das folgende Stichwort übeichört haben. N. 42.01 O,1S 3,0= 54.91 46,90 'Ä 169,2 19,80 5^ 61-Z 49,S 11,H 63,$ 81 »J 34'01 dem Tode Wechels übernahm feine energische Ehegattin die Nachfolge und wurde so zur e r st e n Postmeisterin Schwedens. „Als General» reichsschulze" wurde ihr von der Regierung der Adelsmann Bernhard Steen von Steen» hausen aus Ingermanland zur Seite gestellt. Bis zum heutigen Tage hat das schwedische Post» wesen im Zuge seiner Entwicklung verschiedene Reformen und organisatorische Neuerungen durchgemacht. Ein großer Förderer des Postwesens war nicht zuletzt auch der kriegerische König Karl XtL, der beispielsweise im Jahre 1704 aus dem Feld» lager bei Jaroslow eine grundlegende Dienstanweisung für den Oberpostdirektor erließ, die bis zum Jahre 1863 Gültigkeit behielt. Die zweite Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts ist auch für das schwedische Postwesen von umwälzender Bedeutung gewesen. Einen Markstein bildet auch hier u. a. die Reform des deutschen Generalpostmeisters von Stephan, der in einer der Festreden, die anläßlich des 300. Gedenktages in Stockholm gehalten worden ist, als der größte Reformator des auch sonst in anderen deutschen Gegenden auf diesem Gebiete gesammelten Erfahrungen legte O x e n st i e r n a in einer umfangreichen Denkschrift nieder, die aber erst 1617 dem Reichstag in Oerebro vorgelegt wurde. Darin suchte der Kanzler durch eingehende Darstellung des Aufbaus und der Bedeutung des deutschen Postwesens das Interesse des Reichstags für eine gleiche Einrichtung in Schweden zu wecken und die Notwendigkeit, auch im eigenen Lande derartige „Ordinantie för pofterne" einzurichten, nachzuweisen. Dieser Vorschlag wurde nach langen Beratungen abgelehnt. Ein ähnliches Schicksal erlitt auch eine zweite Eingabe im Jahre 1624. Die Reformmühlen gingen schon damals in Schweden langsam und beschwerlich. So verstrich noch ein Weilchen bis zur eigentlichen Tat. Inzwischen durchzog das Schwedenheer mit König Gustaf Adolf II. die deutschen Gaue und legte seine harte Erobererhand auch auf das deutsche Post- wesen. So entstanden die ersten schwedischen Postämter im Jahre 1631, als der Schwedenkönig nach dem Sieg seiner Waffen bei Breitenfeld die Postämter zunächst in Leipzig, dann in Frankfurt am Main und anderen deutschen Städten mit Beschlag belegte, mit schwedischen Vertrauensleuten besetzte und sie, was besonders bemerkenswert ist, nicht allein zur Beförderung von Postsachen, sondern auch zu Ku n d sch a ft e r d i e nst en gebrauchte. Mit dieser militärpolitischen Auswertung des Postverkehrs hatte der schwedische Soldatenkönig bereits in den früheren Jahren auf dem kleinen Abschnitt des Amtsbereichs seines Hamburger Residenten gute Erfahrungen gemacht. Die schwedischen Postverbindungen zwischen der Kriegsmacht in Deutschland und dem Heimatlande führten zu jener Zeit unter anderem auch über Pillau, wo bereits im Jahre 1628 ein Pendelverkehr mit Fahrzeugen eingerichtet wurde. Die Leitung des schwedischen Postwesens in deutschen Landen lag zeitweilig in Händen des Ober- postmeisters in Frankfurt am Main, Johann von den Brighden, den Axel Oxenstierna besonders hoch zu schätzen wußte. Die im Jahre 1634 vom schwedischen Kanzler in deutscher Sprache erlassene Verordnung, „wie sich die Posthaltere in Stätten und auff dem Lande mit Führung der Ordinarij Posten, Stafetten und Curier zu verhalten haben", stammt in der Hauptsache aus der vortrefflichen Feder des genannten Frankfurter Oberpostmeifters und war lediglich für den schwedischen Herrschaftsbereich in Deutschland bestimmt. Die Heimat folgte erst zwei Jahre später, nachdem Oxenstierna mehrfach in besonderen Schreiben aus Deutschland an den schwedischen Reichstag nachdrücklichst auf die Notwendigkeit hinwies, auch in Schweden ein Postwesen nach dem bewährten deutschen Mu st er einzurichten. Nach langen Beratungen im Reichsrat wurde endlich am 20. Februar 1636 durch die Vormundschaftsregierung der Königin Christine die Verordnung über „Post-Bodhen" erlassen. Da Oxenstierna zu dieser Zeit in Deutschland weilte, fehlt sein Name unter dieser für das moderne Schweden historischen Urkunde. Mit der Durchführung dieser Verordnung wurde der deutsche Postmeister Andreas W e ch e l beauftragt, der schon Ende des Jahres 1635 im Austrage Oxenftiernas aus Leipzig in Stockholm eintraf und hier mit feinen Kenntnissen und Erfahrungen wesentlich an der Abfassung der Verordnung beteiligt war. Ihm zur Seite wurde der Schwede Oluf I ö n s f o n als eine Art Regierungskommissar gestellt. Die Verordnung umfaßte 18 Artikel und verfügte in der Hauptsache die Einrichtung von Postämtern in den wichtigsten Städten des Landes. Sie enthielt ferner Bestimmungen über die Poftbeförderung sowie über die Stellung der Postboten. Zwischen den einzelnen Postämtern in den größeren Städten des Landes Bezirksgruppe Oberhessen: 20.15 Uhr im Großen Hörsaal der Universität Lichtbildervortraa des Gruppenleiters im Präsidium des Reichsluftschutzbundes LS.-Gruppenführer Peres. — Gloria-Palast, Seltersweg: „Durch die Wüste". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Mädchenräuber". — Eisenbahner» Heimstättenverein e. G. m. b. H. Gießen: 20 Uhr Versammlung im Sitzungszimmer des Reichsbahn-Betriebsamts Gießen, Liebigftraße 23. Körperliche Eignungsprüfung bei Aufnahme in die höhere Schule. In Ausführung des Reichserlaffes vom 27. März 1933 zur Feststellung der körperlichen Eignung bei der Aufnahmeprüfung in die Sexta hat die Abteilung II der Landesregierung folgende Richtlinien erlassen: £>v Prüfung soll nicht einen bestimmten Grad von Fertigkeiten und Leistungen feststellen, sondern ihr Ziel darin sehen, einen dem Aufnahmealter entsprechenden Einsatzwillen zu beurteilen. Zu diesem Zweck sind Einzel- und Gemeinschaftsaufgaben zu stellen, aus denen zu erkennen sind: a) die allgemeinen Körperkräfte, Zähigkeit, Ausdauer (z. B. Klettern, Ringen um den Vollball, Freiringen); b) Einsatzwillen, Entschlossenheit, Mut (z. B. Laufen über einen 1 Meter hoch gelegten Balken, Bockspringen, Ringen wie unter a) angegeben); c) allgemeine Gewandtheit (z. B. Ueberwinden eines Hindernisses, Barren und dergleichen, Purzelbaum, Radschlagen); d) Einsatz im gemeinschaftlichen Wollen (z. B. Gemeinschaftskampf in Staffelform, Völkerball). Die Lösung dieser bzw. gleichinhaltlicher Aufgaben ist mit den Noten 1 bis 4 zu bewerten. Dabei muß ein prüfungsmäßiger Verlauf weitestgehend zurücktreten gegenüber einem flotten Betrieb, der die Jungen nicht unter besonderen Hemmungen tätig fein läßt. Die Prüfung bei den Mädchen hat nach den gleichen allgemeinen Richtlinien zu erfolgen, wobei die parktechnischen Aufgaben entsprechend zu gestalten sind. Don der Landesuniversität. Von der Pressestelle der Universität Gießen wird uns mitgeteilt: Der Führer und Reichskanzler hat durch Verfügung vom 18.2.1936 Herrn Prof. Dr. Dr. med. vet. h. c. Dr. sc. nat. W. Zwick wegen Erreichung der Altersgrenze mit Wirkung ab Ende März 1936 von feinen amtlichen Verpflichtungen entbunden und ihm zugleich feinen Dank für die erfolgreiche akademische Wirksamkeit und die dem Reich geteifte» „Geschachzabelte Torte". Was Großmutter geschmeckt hat, schmeckt den Enkelkindern nicht immer. Wie die Sitten und Moden dem Wandel der Zeit unterworfen sind, so ändert sich auch der Geschmack in buchstäblichem Sinne, nämlich der der Zunge. Man kann dies beobachten, wenn man nicht nur zu Großmutters oft bewährten Rezepten greift, sondern um drei Jahrhunderte in der Geschichte der Kochkunst zurückgeht. So finden wir in einem Klosterkochbuch aus jener Zeit als besonderen Leckerbissen einen Pfauenbraten verzeichnet, den wir auf unseren Tischen nicht mehr vorfinden. Das merkwürdigste aber an dem dort angeführten Rezept ist, daß man den Pfau dazumalen im vollen Schmuck feiner Federn gebraten hat. Man mußte bei feiner Vorbereitung das Gefieder durch immer wieder ange- feuchtete Tücher während der Drehungen am Spieß vor dem Absengen schützen. Befremdend ist es auch für uns zu vernehmen, wie reichlich in jener Zeit die Speisen gewürzt wurden. Man verwandte große Mengen Bertram, Myrthenbeeren, Pfeffer und Safran. Die Wirkung war, daß der Durst sich bald einfteüte. So sprach man dem Wein tüchtig zu und zuweilen hat man die Speisen sogar unmäßig gewürzt, um mehr von dem köstlichen Naß genießen zu können, als man dies sonst wohl, trinkfest wie man war, genossen hätte. Den Brand der Gewürze kühlte man indes auch durch ein „schwebend Galart". Derartige Gelees erfreuten sich großer Beliebtheit. Ihre Herstellung war oft das ängstlich gehütete Geheimnis der Köche, und was da und dort in einem „Küchenmayfterbuch" verraten wurde, läßt darauf schließen, daß die Zubereitung dieser kühlenden Nachspeisen in der Tat höchst schwierig war. Es gab da zum Beispiel ein „Galardt" von gepreßtem Schweinskopf, das ausdrücklich als ein „höfliches Essen" angepriesen wurde; zu seiner Zubereitung mußte man verschiedene „Salse" verwenden, wie „Agrest, Raute, Ampfer, Knoblauch, Zymetplüt und Bumeranzen." Die Kunst der Köche bestand aber vor allem darin, diese Gelees in phantastische Formen zu gießen, wie ja überhaupt auf die Aufmachung der Speisen in früherer Zeit ein weit größerer Wert gelegt wurde als heute. Man färbte luftig barauflos, und so hatte die obenerwähnte „geschachzabelte Torte" fünf verschiedene Felder, die man mit Safran, Petersilie, Kornblumen, Rosen und brauner Butter gefärbt hatte. Ein „blaues Mohs", eine Art Reiscreme, die aus Kornblumen verfertigt wurde, erfreute sich besonderer Beliebtheit. 680 ,93 141 047 „81 „80 § 1,38 1,93 1.7 715 654 1,68 1,95 135 1,28 ,12 3j ,275 ,464 Unsichtbare Helfer. Am frühen Morgen wurde ich an sie erinnert. Die Stadt lag noch im Schutze der Dunkelheit, und durch Wolkenfetzen blitzte das Flimmern der Sterne. Aber schon war Bewegung in den Straßen. Fahrzeuge huschten vorbei, und einige Passanten strebten der Stätte ihres täglichen Wirkens zu. Ich spürte die Eigenart dieser winterlichen Mor- genftimmung, als mein Blick auf die hell erleuchteten Fenster einer Gaststätte fiel. Der Betrieb hatte noch nicht begonnen, trotzdem herrschte aber bereits emsige Tätigkeit, wie sich ganz deutlich erkennen ließ. Tische und Stühle waren an die Seite gerückt und zum Teil übereinander getürmt. Die Tür stand weit offen, um der kühlen Morgenluft Eingang zu verschaffen. In dem großen Raum waren Frauen eifrig mit Besen und Putztüchern beschäftigt. Die Gaststätte erlebte ihre Stunde der Reinigung. Der Vorgang war keine Seltenheit, aber er war doch ein wenig des Nachdenkens wert. Das Leben ist bunt, eine Vielfalt von Erscheinungen. Aber zumeist begnügen wir uns mit dem, was wir auf der Bühne des Daseins im Rampenlicht j)es Vordergrundes sehen. Was dahinter lieg', ta der Mannigfaltigkeit des Aufbaues, des Zusammenwirkens vieler fleißigen, aber unsichtbaren Helfer, die das Werk mitgeftalten, was wissen wir viel davon? Tagsüber locken die Gaststätten mit ihren gemütlichen Räumen. Wer aber kennt die fleißig schaffenden Frauen, die Morgen für Morgen ihre Tätigkeit beginnen, wenn die Stadt noch im Dunkel liegt? Wer schenkt ihrem Wirken Beachtung, das notwendig ist, wenn die wohlige und behagliche Atmosphäre am Tage und am Abend nicht fehlen soll? Es gibt viele unsichtbare, fleißige Helfer im Aufbau des täglichen Daseins. Die Milchfrau gehört dazu und der Bäckerjunge. Der Arbeiter bei der nächtlichen Straßenreinigung und der Schaffende im Elektrizitätswerk. Der Angestellte im Krankenhaus, der Beamte der Wach- und Schließgefellschaft und der Mann im Feuerwehrdienst. Ihre Zahl ist groß und ihr Wirken umfaßt unendlich vieles, was für die Gemeinschaft dienlich ist. H. W. Sch. Bornotizen. Tageskalender für Donnerstag. NSG. „Kraft durch Freude": 20 bis 21 Uhr und 21 bis 22 Uhr fröhliche Gymnastik (nur für Frauen) im Lyzeum; 21 bis 22 Uhr Reiten, Reitschule Schömbs. — NS.-Frauenschaft, Ortsgruppen Gie- ßen-Mitte und Gießen-Nvrd: 20 Uhr im Haus der Deutschen Arbeitsfront Vortrag des Kreisamtsleiters der NS.-Hago Schimmel. — Reichsluftfchutzbund, feierlich bestattet. Aber bereits des ersten Ptolemäers Sohn und Nachfolger, König Ptolemäus Philadelphos, verfügte die Umbettung nach Alexandria, der Stadt, die ihren Namen und Ursprung dem großen Makedonenkönig zu verdanken hat. In den Grüften der „Sema", des mit der ptolemäifchen Königsburg verbundenen Mausoleums, ruht Alexander der Große nun seit mehr als zweitausend Jahren. Wir dürfen uns vorstellen, daß seinen Ueberresten Jahrhunderte hindurch die größte Verehrung entgegengebracht worden ist und auch die römischen Eroberer Aegyptens, ein Cäsar, ein Augustus, den Manen des Gottes Alexander in frommer Scheu geopfert haben. Don Hadrian ist ein Besuch in der Sema bezeugt. Es muß eine seltsame Begegnung gewesen sein, nicht unähnlich zwischen Kaiser Otto III. und der Leiche des großen Karl im Münster zu Aachen: ein kleiner Romantiker auf dem Throne befragt den großen um das Geheimnis des Weltherrfchertums! Erst gegen Ende des dritten nachchristlichen Jahrhunderts, als mit dem umgebenden Stadtteil auch die Sema zerstört wurde, verbreitete sich um das Königsgrab jenes vielsagende Schweigen, das immer die Entstehung einer neuen Denkart zu begleiten pflegt. Was gingen das Christentum die Gebeine Alexanders an! Heute ist nicht einmal mehr die Stelle, wo der größte Mensch der antiken Welt begraben liegt, mit Sicherheit 'anzugeben. 18 41'8 $ (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Stockholm, im März 1936. In einer deutschen Stadt stand die Wiege des lchwedischen Postwesens, das in diesen Tagen sein Irreihundertjähriges Bestehen feierte. Eine deutsche Frau war der erste Generalpost- bireftor im Reiche der Schweden, Goten und Wenden... Ganz so wörtlich darf man das allerdings nicht «ehmen, denn Frau Gisela war zunächst lediglich bie angetraute Gattin des ersten schwedischen „Ge- sieralpostdirektors" Wechel, um den heutigen Mmtstitel seines x-ten Nachfolgers zu gebrauchen. 3n alten Urkunden soll indes die gewiß sehr glaubwürdige Tatsache verzeichnet sein, daß Frau Gisela chon zu Lebzeiten ihres Mannes nicht nur in der Rüche und den angrenzenden Wohnräumen des löniglich-schwedischen Oberpostmeifters, sondern darüber hinaus auch in den im selben Hause befind- ichen Amtsstuben respektheischend das erste Wort u führen pflegte. Die Sorge um den kränklichen inb alternden Gatten wird hierbei mit ausschlag- cebend gewesen sein. Aber nach dessen frühzeitigem tobe sollte Frau Gisela als rüstige Witwe bas ohe Amt ihres Gemahls in ber Tat übernehmen nd es mit Umsicht unb Treue unb zur Zufrieben- ieit aller verwalten — bis zu ihrem seligen Enbe. Das geschah zu Zeiten bes Dreißigjährigen Krieges, er über Deutschlanb unenbliches Elenb unb Un- eil, für Schweben aber unter anberem ben Beginn eines mobernen Pvstwesens brachte. Gewisse Infänge, wenngleich mehr theoretischer Natur, gen bereits mehrere Jahre zurück. Denn schon in ner königlichen Verfügung aus bem Jahre 1556 nb bas Wort „P o ft" er ft maHge Deren b u n g. Allerbings bezog sich bieser Begriff tmals lebiglid) auf ben Besitz bestimmter Aus- eife ober Pahkarten für Kuriere, bie königliche chreiben zu beförbern hatten. Ferner befanb sich it 1613 in Hamburg ein schwebischer Resibent, ii«*r gleichsam auch bas Amt einer zentralen Post- ' eile leitete, wohin Briefe unb Schreiben aus aller Herren ßänber einliefen, bie für ben König in Stockholm unb feine Regierung bestimmt waren ntb burch Sonberkuriere dorthin weiterbefördert ourben. Desgleichen ging bie amtliche Poft aus Schweben in Hamburg in bie Welt. In Ausnahme- fällen konnten wohl auch Privatbriefe hochgeftell- f?r Persönlichkeiten auf biefem Wege beförbert »erben. Ein regelmäßiger Po ft verkehr fischen Stockholm - Helsingborg - Hamburg beftanb cber erst seit bem Jahre 1620. Um bie Schnelligkeit in ber Briefbeförberung zwischen Hamburg unb ter schwebischen Staatsgrenze zu erhöhen, orbnete @ u ft a d Adolf II. zu Beginn des Jahres 1621 tu, der Poftverkehr möge über dänisches und holsteinisches Gebiet geleitet werden. Diese Anordnung führte alsbald zu außenpolitischen Reibungen, weil ter Schwedenkönig es bewußt unterlassen hatte, ten König von Dänemark und den Herzog von Holstein weder um die Durchgangserlaub- n i s anzugehen, noch von dem Vorhaben überhaupt zu verständigen. Die Proteste blieben nicht dis. Als die Verhandlungen ausgenommen wurden, sollte sich heraus, daß ein Vertrag, der das Durch- mngsrecht regelte, bereits im Jahre 1580 in Ulfs» lad zwischen Dänemark und Schweden unterzeich- 12t worden war. Es blieb den Dänen infolgedessen lüchts anderes übrig, als diesen Vertrag zu er- isuern. Der große schwedische Kanzler Axel Oxen- f i e r n a machte während seiner politischen Er- londungs- und Studienreise durch Deutschland in ten Jahren 1599 bis 1603 vor allem mit dem bereits damals hochentwickelten und seit Anfang des 15. Jahrhunderts bestehenden Po ft wesens von 3Hum und Taxis nähere Bekanntschaft. Die tt- 9e^ ” norb, io* '"dich!-, »ich bet $ Sutter. e" man. I-h- E°chende. «el blei, ugt. R15 Wi ber “tagerfte 28,60, 0,50 Mar! 1=»: Wei. 10,65, ""ggentieie Müh. rot m. M. buchen in. ^enschnitzel : Heu 7,75; 3,50 bis ork könnt« Wicklung der schast wurd'e gründet unb 131. Dezem- weisen. Jns- m die Mob nsah betrug 138,04 Mark, 15 Geschäfts. I Mark. Dem echner muite Zilanz wurde Sorstandsniik' ie einstimmig Borftanb ge- rd) bie ein1 Bork II. itert. Desir Neuwahl ubmig Luh t. Der Ballte dann mit, nkasse Rhein- mft durch dir zur Auszah' inq bestimmte irwie W dgenossenW 1 der Dagr9- Weber aus !, insbesonde« >r häufig p n Schwas r Bauer un •tns die eine w xftä M SamslagE OasGrabAlexandersdesGroßen Bon Ernst v. Tliebelschüh. Aus dem Lande ber Pharaonen, dessen Boden so D.ele Geheimnisse birgt, kommt eine erregende Nachricht. Professor B r e ch i a , der Kurator bes Graeco- H«omanischen Museums in Alexanbrien, will bem io rschollenen Grabe Alexanbers bes Gro- ß«e n auf bie Spur gekommen sein. Wie schon Ho- niarb Carter, ber Entdecker bes Grabes Tut-ench- Ümuns, vermutet er es unter ber Moschee bes Pro- pieten Daniel in ber Altstabt Alexanbriens unb hat rrit ben Ausgrabungen an bieser Stelle schon be- aomnen. Handelt es sich um eine archäologische Sen- Idhon oder um einen Plan, der die Wahrscheinlichkeit bis Gelingens in sich trägt? Darüber hinaus wird e: nicht uninteressant fein, uns die näheren Umstünde vom Tode Alexanders und der Bestattung jener Leiche ins Gedächtnis zurückzurufen. Als der Eroberer Asiens 323 im Alter von zwei- mb dreißig Jahren zu Babylon starb — man sagt, an ben Folgen eines Trinkgelages, bem feine ge- jj Icwächte Gefunbheit nicht gewachsen war — soll biir einbalsamierte Körper zunächst einen vollen f onat lang unbestattet in ber persischen Königsberg gelegen haben. Wie ist bas zu erklären? Ge- aüß nicht mit bem Hinweis auf bie allgemeine Ver- oirrung, bie bas unerwartete Ableben bes Königs ir feiner Familie unb in ber makebonifchen Heeres- ^irfammlung verursachte. Nein, über den endgültigen Verbleib dieses Leichnams zu befinden war Problem, das feine Schatten über die gesamte giiechisch-orientalische Welt werfen mußte und an T°heimnisse rührte, die auf dem Verordnungswege acht zu lösen waren. Auck) nicht durch den Verlegen- hiitsbefehl bes Reichsoerwesers Perdikkas, ben to- t<“i König in bie makebonische Heimat zu führen mb bort zu bestatten. Alexanber hatte zwar testa- a-ntarisch bestimmt, er wolle bei seinem göttlichen Inter Ammon-Ra in bessen lybischem Heiligtum biigesetzt werben, aber wir wissen ja, wie wenig sich -4 Machthaber unb bie letzten Wünsche ihrer Vor- 8 nger bekümmert haben. Wir werben sehen, baß ^rbikkas Grünbe hatte, bie Königsleiche nicht in ks ägyptische Ammonium gelangen zu lassen, son- b n*n in bem mehr neutralen Makebonien ben Bei- Icgungsort zu wählen. Aber was geschah? Auf bem Liege zur Küste würbe der Kondukt angehalten und ) rd) Ptolemäus, den klugen Statthalter Aegyptens, nun doch an den Nil geführt. Aufregung im Hinzen Reiche! Aber Ptolemäus hatte ben Schatz i b gab ihn nicht wieder heraus. 300Lahre schwedische post Wie sie entstand und was sie leistete. Don unserem ständigen C. A -Äerichierstatier. am die Die deutsche Rrbeitofront n.5.=6cmcinf(haft „Kraft durch freute" Jahreshauptversammlung des „Hubertus"' (im liOH). Der „Hubertus" Gießen (im R. D. H.) hielt Kanufahrer! Wasserwanderer! Wir wollen in Gießen eine Gruppe der Wasserwanderer aufstellen, um so Gelegenheit zu geben, mit „Kraft durch Freude" gemeinsame Wasserwanderungen durchzuführen. Kameraden, die Boote besitzen und sich beteiligen wollen, wollen sich schrift- lich oder persönlich auf der Kreisdienststelle „Kraft durch Freude", Gießen, Schanzenstraße 18, melden. Frankfurter Studentenschaft, Frankfurt a. M., Bit- toriaallee 17, zu melden. Die Meldung hat zu ent- halten: Tag des Abiturs, Schule, Geburtsdatum und Wohnort des betreffenden Abiturienten, Grund der Untauglichkit und Mitteilung, ob der betreffende Abiturient völlig ausgemustert ist, oder ob er als zeitlich untauglich zurückgestellt wurde. Bei letzterem ist die Angabe notwendig, bis wann der Betreffende zurückgestellt wurde. (Sine Diebes- und Hehlerbande vor Gericht. LPD. Offenbach, 11. März. Gegen Ende vorigen Jahres wurden in Offenbach und Umgebung mehrere Erfrischungshallen von Einbrechern heimgesucht. Es dauerte jedoch nicht allzu lange, da wurde man dieser Einbrecherbande habhaft, die sich nunmehr am Dienstag vor dem Bezirksschöffengericht Offenbach wegen schweren Einbruchsdiebstahls bzw. Hehlerei zu verantworten hatte. Der Anführer der Bande war der 27 Jahre alte und mehrmals vorbestrafte Alexander Heinrich Scheer aus Offenbach, der zu insgesamt vier Jahren und sechs Monaten Zuchthaus sowie fünf Jahren Ehrverlust verurteilt wurde. Der ebenfalls vorbestrafte 29 Jahre alte Johann Schnabel aus Offenbach erhielt zwei Jahre sechs Monate Zuchthaus sowie drei Jahre Ehrverlust. Zu Gefängnis st rasen von je einem Jahr wurden verurteilt der bisher unbestrafte 24 Jahre alte Theodor Scharf und der bereits vorbestrafte 28 Jahre alte Wilhelm Jakob Schäfer, beide aus Offenbach. Wegen Hehlerei wurden verurteilt der 29 Jahre alte Wilhelm Kaspczak zu einem Jahr Gefängnis, die 25 Jahr? alte Elisabeth Schäfer, die Braut des Angeklagten Schnabel, bei der das gesamte Diebesgut aufbewahrt wurde, zu drei Monaten Gefängnis und die beiden Ehefrauen Anna Maria Scheer und Katharina Scharf zu je einem Manat Gefängnis. ir wollen uns des Führers würdig erweisen! Mitgliederappell und Kundgebung der Ortsgruppe Gießen-Nord. ten treuen Dienste ausgesprochen. Zugleich ist Herr Prof. Zwick für das S.-S. 1936 mit der Vertretung seines bisherigen Lehrstuhls für Deterinär- hyglene und Tierseuchenlehre beauftragt worden. Prof. Dr. Schucbhardt ist vom Reichswissenschaftsminister beauftragt worden, im S.-S. 1936 neben seiner Lehrtätigkeit in Gießen auch die Vertretung des beurlaubten Professors der Archäologie an der Universität Frankfurt, Prof. Dr. Langlotz, zu übernehmen. Das Gesellenwandern im Handwerk. Der Beginn der Wanderschaft ist auf den 1. April d. I. festgesetzt. Mit diesem Gesellenwandern will das Handwerk seine beste Jugend in alle Gaue Deutschlands senden, damit sie die Sitten und Gebräuche unserer Volksstämme kennenlernt. Dies gibt auch die Voraussetzung, durch Disziplin und Unterordnung diese jungen Handwerksgesellen einmal später zu tüchtigen Meistern und Betriebsführern ihres Berufes zu bilden und zu formen. Das kommende Geschlecht muß ein Hortes und tüchtiges Geschlecht sein. Unseren Nachbarvölkern, die mit irdischen Gütern (Rohprodukten) beglückt sind, worin wir arm sind, müssen wir, um einen Ausgleich in der Weltwirtschaft herzustellen, das Leistungsprinzip gegenüberstellen. Das setzt voraus, daß wir nur die besten Handwerkergesellen als spätere Meister und Betriebsführer auslesen und auf die Wanderschaft schicken, damit sie sich in ihrem Beruf vollkommen ausbilden können. Wenn wir nun an die Betriebsführer und Meister des Handwerks appellieren, daß auch sie dazu beitragen sollen und ihre tüchtigsten Gesellen dazu an- spornen, auf die Wanderschaft zu gehen, so wird ihnen auch dadurch gewährleistet, daß ihnen als Ersatz ein tüchtiger Geselle im Austausch zur Verfügung gestellt wird. Die Obermeister und Meister des Handwerks werden gebeten, schnellstens noch geeignete tüchtige Gesellen für die Wanderschaft der Kreisbetriebsgemeinschaft 18 Handwerk namhaft zu machen. Abiturienten und Arbeitsdienst. Alle Abiturienten mit Studienabsicht in Hessen- Nassau, Saar-Pfalz, Hessen-Süd und Hessen-Nord, die aus Krankheitsgründen nicht in den Arbeitsdienst eingezogen werden konnten, haben sich unter Angabe des Grundes ihrer Untauglichkeit bis zum 20. März 1936 bei dem Amt für Arbeitsdienst der Pfund 18 bis 35 Pf., Zwetschenhonig 45, junge Hähne 90 Pf. bis 1 Mk., Blumenkohl, das Stuck 25 bis 50 Pf., Salat 25 bis 30, Endimen 10 bis 25, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 20, Sellerie 10 bis 40, Radieschen, das Bund 15 Pf. * ** Krankenkassenauskünfte übe r öumige Unternehmer. Der Reichsarbelts- minifter hat sich in einem an hie für die Aufsicht der Krankenkasse zuständigen Behörden gerichteten Erlaß entsprechend einem Wunsch des Reichsstandes des deutschen Handwerks damit einverstanden erklärt, daß die Krankenkassen den Handwerkskammern und Innungen auf Anfrage Auskünfte über das Vorhandensein und die Höhe von Beitragsrückständen einzelner Unternehmer erteilen, sofern die Innungen oder Handwerkskammern diese Auskünfte anfordern, um Bescheinigungen ausstellen zu können, daß der betreffende Unternehmer nicht mit Beiträgen zur Sozialversicherung im Rückstand ist. Danach sind die Innungen und Handwerkskammern nunmehr in der Lage, die von ihnen geforderten Bescheinigungen, daß ein Unternehmer seinen sozialen Verpflichtungen in vollem Umfange nachgekommen sei, zu erteilen. ,.. . ** B e i der Arbeit verunglückt. Boi seiner Arbeit im Gießener Bahnhof verunglückte der Bahnarbeiter Lenz aus Klein-Linden dadurch, daß er beim Reinigen eines Waggons stürzte. Der bedauernswerte Mann mußte mit einer Gehirnerschütterung der Klinik zugeführt werden. Schöffengericht Gießen. Wegen Unterschlagung und Untreue wurde der G. W. aus Frischborn zu 4 Monaten Gefängnis und 200 Mark Geldstrafe verurteilt. Der Fr. und der K. G. aus Mockstadt hatten sich wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt zu verantworten. Die Angeklagten befanden sich mit ihren Rädern in größerer Gesellschaft. Eine Person fuhr ohne Laterne. Bei der deswegen erfolgten Feststellung der Personalien durch zwei Genbar- meriebeamte griffen beide Angeklagten die Beamten tätlich an. Das Gericht verurteilte den F. G. zu zehn Tagen Gefängnis, den K G. zu 80 Mark Geldstrafe, eventuell 8 Tagen Gefängnis. Sodann befaßte sich das Gericht mit dem K. Oe. aus dem Dorfe I. und dem Paul Bach aus Frankfurt wegen Betrugs und Urkundenfälschung. Oe. verkaufte im vorigen Jahre an einen Zeugen einen Opelwagen und sicherte dem Käufer zu, der Wagen habe erst ganz geringe Kilometerzahlen hinter sich und sei im Frühjahr 1935 erst zugelassen worden. In Wirklichkeit handelte es sich um einen schon erheblich abgenutzten Wagen. Die Bescheinigung über die Zulassung des Wagens wurde unter Angabe eines falschen Datums von Bach gefälscht und von Oe. dem Käufer ausgehändigt. Bei Bach handelt es sich um einen rückfälligen Betrüger. Das Gericht erkannte daher gegen Bach auf 1 Jahr Zucht- haus und 300 Mark Geldstrafe, Oe. erhielt sechs Monate Gefängnis. Gegen den Angeklagten Bach wurde Haftbefehl erlassen, da er sich vor der Urteilsverkündung aus dem Sitzungssaale entfernte und in einem Kraftwagen die Flucht ergriff. Wegen Zuwiderhandlung gegen das Umsatzsteuergesetz wurde der H. P. aus Stuttgart zu 1100 1 Mark Geldstrafe verurteilt. Mittwoch ist der Fischtag für den Gau Hessen-Nassau. Mittwoch kommt Fisch auf jeden Tisch; zum Mittwoch wird der Gau Hessen- Nassau besonders reich mit frischen Fischen beliefert. Stempelabgabe für Automaten, Musikwerke und Radioapparate. Die Polizeidirektion Gießen macht darauf aufmerksam, daß alle Personen, die in Bahnhöfen, öffentlichen Wirtschaften, oder an anderen öffentlichen Orten und Plätzen Verkaufs- oder Wiegeautomaten, Kraftmesser und sonstige Automaten, die zur Unterhaltung des Publikums dienen, aufstellen wollen, dies zuvor dem Kreisamt Gießen anzumelden und die vorgeschriebene Stempelgebühr zu entrichten haben. Diese Regelung erstreckt sich auch auf die in Gaststätten usw. auf gestellten Radioapparate, Klaviere und Musikwerke. Klaviere, die ausschließlich zu Vereinszwecken benutzt werden, sind stempelfrei. Sie müffen jedoch durch Aufschrift oder durch einen an gut sichtbarer Stelle angebrachten Hinweis „Benutzung nur dem Verein ......zu Dereinszwecken gestattet" versehen fein. In Zeiten der Nichtbenutzung durch den Verein müssen die Klaviere geschlossen fein. Die Abmeldung von Automaten, Musikwerken und Radioapparaten kann nur bis 31. März jeden Jahres bei dem Kreisamt erfolgen. Wer dies unterläßt, ist zur Entrichtung Der Abgabe für das kommende Rechnungsjahr — 1. April bis 31. März — verpflichtet. Die Polizeibeamten sind angewiesen, auf Beachtung dieser Vorschriften genauestens zu achten. Arbettskameraden und -kameradiunen. Wer hat Lust, sich an einem Volkstanzkreis zu beteiligen? Wir wollen mit dem Volkstanz altes Volksgut erhalten und pflegen. Auf unseren Wanderungen in Gottes freier Natur wollen wir die Gelegenheit wahrnehmen, bei fröhlichem Spiel und Lied auch den Volkstanz zu pflegen. Wir bitten zunächst Meldungen an die Kreisdienststelle, Schanzenstraße 18, zu richten. Eine wichtige Neuerung bei „Kraft durch Freude". Im kommenden Sommer werden die Einrichtungen, die die deutsche Arbeitsfront durch die NS.-Ge- meinschaft „Kraft durch Freude" zur Ausgestaltung der Urlaubszeit geschaffen hat, eine weitere Bereicherung durch sogenannte KdF. - Sportlager erfahren. In den schönsten Gegenden, in Berg und Wald werden aufs beste eingerichtete Hütten und Heime den Arbeitsmenschen zur Ruhe und Erholung einladen. Die Sonne wird ihr übriges dazutun. In Gemeinschaft ihrer Kameraden werden sie die Umgebung durchwandern, werden fingen und musizieren. Daneben wird ihnen Gelegenheit gegeben wer- den, sich unter der Leitung von Turn-, Sport- und Gymnastiklehrern bei fröhlichem Sport und Spiel nach Herzenslust auszutummeln. Gymnastik, Schwimmen, Tennis, Ballspielen, Fechten und womöglich Rudern und Segeln werden Körper und Seele auslockern und wirkliche Erholung bieten. Jeder Sport, der nur irgend möglich ist, wird betrieben werden, und es ist möglich, daß der eine ober andere auch das Deutsche Turn- und Sportabzeichen erwerben kann. Dabei wird es so zwanglos wie nur irgend möglich zugehen und die Kosten werden, wie immer bei „Kraft durch Freude", äußerst niedrig sein. Nähere Mitteilungen werden in Kürze herausgegeben werden. Sportamt „Kraft durch Freude". Heule folgende Kurse: Fröhl. Gymnastik u. Spiele, Frauen: Von 20 bis 21 und von 21 bis 22 Uhr, Lyzeum, Dammstraße. Reiten: Don 21 bis 22 Uhr, Universitäts- Reitinstitut, Brandplatz. gung zu dienen. Im Zusammenwirken mit dem Spielmannszug brachte dann das Jungvolk einen, durch die Zusammenfügung von Liedoerfen und Sprechweifen und von einem bestimmten, frischen Rhythmus getragenen Sprechchor zum Vortrag. Daraus klang das Wissen um die Not des Volkes, sie lösten die Weisen vom sturmbereiten, jungen Volke ab, um über den zum Ausdruck gebrachten Glauben an die eigene Kraft, die Siegeszuversicht und die Erkenntnis der Schicksals- und Volksgemeinschaft m einem eindrucksvollen Gedenken für die für die Freiheit des neuen Deutschland gefallenen Hitlerjungen auszuklingen. In diesem Augenblick senkten sich die Fahnen, die hellen Knabenstimmen der Schar wurden durch den dumpfen Trommelwirbel übertönt und laut und vernehmbar nannte der Sprecher die Namen der Hitlerjungen, die für die Freiheit und das Volk ihr junges Leden geopfert haben. Ein Marsch des Spielmannszuges leitete dann über zu dem Vortrag des Gauredners Bullmann über „Die Reichstagswahl". Mit einem Hinweis auf die mit großer Hingabe für ihre Darbietungen erfüllten Pimpfe sprach der Redner den Wunsch aus, daß alle Parteigenossen so von ihrer Verpflichtung gegenüber dem Führer erfüllt fein möchten. Der Redner schilderte dann die Bedeutung des Augenblickes, da wir endlich vollkommen frei sind und das Rheinland zu normalen Verhältnissen zurückgeführt wurde, und er erläuterte ausführlich, wie dies nur dadurch möglich wurde, daß der Führer allein bestimmt. Nun ist es am Volke, sich darüber zu freuen, daß es auch mithelfen, mitkämpfen darf! Wie der Führer sich alles selbst errungen und nur durch immerwährenden Kampf Deutschland erkämpft hat, so muß jeder einzelne mithelfen, dem Volke den ihm gebührenden Platz zu erobern. Jehl find wir wieder ein freies, bündnisfähiges Volk unter den anderen Volkern, nun gilt es, diesen anderen Völkern mit klarer Vernunft zu helfen. Die Welt soll wissen, daß, wenn der Führer spricht, das deutsche Volk spricht, und daß wir darum tun, was der Führer will. Aundfunkproaramm. Freitag, 13. März. 6 Uhr: Choral, Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause (7) Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 9.30: Dom Schaffen Freiburger KoM' poniften. 10.15: Schulfunk. 11: Hausfrau, hör zu! 11.30: Bauernfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittags- konzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk), 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Allerlei von zwei bis drei. 15: Wirtschaftsbericht. 15.15: „Olympisches Dorf 1936". Ein Dorbericht von Heinz Müller. 15.30: Das aktuelle Buch. 15.45: „In der Sprechstunde". Eine Funkfzene von Walter Gottfried Klucke. 16: Tanz- und Ballettmusik. 17.30: Finden Sie das schön? Eine nachdenkliche Hörfolge- 18: Musik zum Feierabend. 19.45: Der Tagesspiegel des Reichssenders Frankfurt. 20: Nachrichten. 20.10: Reichsentscheidung im Tanzkapellenwettbewerb. 1 dir 2: Nachtkonzert. Samstag, 14. März: 6 Uhr Choral, Morgenspruch. Gymnastik. 6.30:, Fröhlich klingt's zur Morgenstunde. In der Pause- 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.45: Auf ZUNi- Staatsjugendtag — HI.-Sport. 10.15: Schulfunk- 11: Hausfrau, hör zu! 11.30: Sendepause. 11-45“ Sozialdienst. 12: Buntes Wochenende. 13: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. — Schneeberichi- 13.15: Buntes Wochenende. 14: Nachrichten. 1410- Allerlei von zwei bis drei. 15: Wirtschaftsbericht- 15.15: HI. Funk. 16: Der frohe Samstagnachmitta- des Reichsfenders Köln. 18: Perlen im ObenwaÜ- Funkfolge um eine unbekannte Merkwürdigkeil. 18.20: Zeitfunk. 19: Unterhaltungskonzert. 19-55: Ruf der Jugend. 20: Nachrichten. 20.10: „Dik große Sünderin" Operette in drei Akten. 22: Nachrichten- 22.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.45: Und morgen ist Sonntag ... 24 bis 2: Nach'' musik. An alle Orks- und Vekriebswanderwarke, sowie Orkswarie. Für die Ortsgruppen Gießen-Ost, -Süd, -Nord und -Mitte, für Klein-Linden, Großen-Linden, Leihgestern, Watzenborn-Steinberg, Hausen, Garbenteich, Lich und Annerod wird am Sonntag, 15. März, eine Sternwanderung nach dem Schiffenberg veranstaltet. Wir erwarten rege Beteiligung. Die Wanderungen sind so durchzuführen, daß bis 14 Uhr alles auf dem Schiffenberg ist. Meldung hat an Kreiswanderwart Richter zu erfolgen. Wir wollen einen Kameradfchaftsnachmittag verleben. Die Treffpunkte für Gießen werden noch angefetzt. Die Orts- und Ortswanderwarte treffen eigene Maßnahmen. Liederbücher und Musikinstrumente sind mitzubringen. Der Kreiswanderwart. Unter Trommelwirbel des Spielmannszuges des Jungvolkes wurden am gestrigen Mittwochabend die Fahnen der PL., SÄ., HI. und des Jungvolkes in den Saal des Caf6 Leib getragen, in dem die Ortsgruppe Gießen-Nord ihren Mitgliederappell und die erste Kundgebung für das erneute Bekenntnis zum Führer abhielt. Ortsgruppenleiter Thomas nahm zunächst die Ausgabe von Mitgliedsbüchern, owie die Derpflichtung einiger neuer Parteige- noffen vor. Dabei richtete er einige ermahnende Worte an sie und verwies sie auf die Verpflichtung als erste und vornehmste Aufgabe der Bewe- An alle Teilnehmer der Reitkurf e! Durch den unregelmäßigen Besuch der Reitkurse besteht Veranlassung, daraus hinzuweisen, daß sämtkiche nachzuholenden Stunden bis spätestens 31. März nachgeholt sein müssen. Eine weitere Vergünstigung kann nicht gestattet werden. Mittwoch ist Fischtag. gestrigen Mittwochabend seine gut besuchte Jahreshauptversammlung im „Hessischen Hof" ab. In seinem Geschäftsbericht betonte der Vereinsführer, August Pascoe (Dutenhofen), daß die Einführung des Reichsjagdgesetzes für den Verein eine wesentliche Verkleinerung seines Aufgabengebietes erbracht habe. Neben der Pflege der Kameradschaft sei es heute nur noch die Arbeit für den deutschen Gebrauchshund, die im Mittelpunkt der Dereins- tätlgteit stehe. Diese Aufgabe fei allerdings noch so groß und so wichtig, daß sie volle Hingabe erfordere. Das Reichsiagdgesetz zwingt heute den Jagb- ausübungsberechtigten unter bestimmten Voraussetzungen zur Haltung eines brauchbaren Hundes. Diesen Hund dem deutschen Jäger durch Zucht und Prüfung zu schaffen und den Jäger selbst anzulernen, wie er seinen vierbeinigen Waidgesellen zu führen habe, um wirklich gute Arbeit mit ihm zu leisten, sei die Aufgabe, die den Gebrauchshundevereinen von der Art des „Hubertus" erwachse. Um sie zu erfüllen, fanden eine Jugend- und eine ®e» brauchsprüfung statt. Ferner stellten sich erfahrene Abrichter und Führer in den Dienst der Sache, führten bei Lehroorführungen einzelne Abrichtungsfächer vor und gaben dazu die notwendigen, aus der Natur des Hundes entspringenden technischen Erläuterungen. Ferner sprach der Vereinsführer im August vor allen Kreisjägermeistern und vielen Hegeringführern des Jagdgaues Oberheffen über den „Gebrauchshund". Der Kassenbericht ergab ein günstiges Bild, so daß auch für 1936 wieder zwei Prüfungen, eine Jugendprüfung am 18. April und eine Gebrauchsprüfung, angefetzt werden konnten. Dr. van Bentheim berichtete dann über die Tagung der Fachschaft Jagdgebrauchshundewesen in Berlin und über die dortigen wichtigen Be- schlüsse betr. Hundeprüfung, die vor allem den spur- sicheren und spurlauten Hund fördern wollen. Abschließend sprach Studienrat Hölzel in einem Bericht über ein Buch über die Führung des „Waldgebrauchshundes" über die (Einarbeitung und Führung dieses Hundes mit seinen vielseitigen Aufgaben. An den Bericht schloß sich eine eingehende Aussprache und ein Erfahrungsaustausch an. Gießener Dochenmarkkpreise. * Gießen, 12. März. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,55 Mk., Landbutter 1,42, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mk., Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse S 11, Klasse A 10^, Klasse B 10, Klasse C 9%, Klasse D 9, ungezeichnete 8, Enteneier 9, Wirsing, das Pfund (gelb) 12 bis 15, (grün) 20 bis 25, Weißkraut 12 bis 15, Rotkraut 15 bis 18, Gelbe Rüben 10 bis 15, Rote Rüben 10, Spinat 18 bis 20, Grünkohl 15 bis 20, Rosenkohl 25 bis 40, Feldsalat 70 Pf. bis 1 Mk., Tomaten 35 bis 40 Pf., Zwiebeln 15 bis 18, Meerrettich 30 bis 70, Schwarzwurzeln 25 bis 40, Kartoffeln 4 bis 4%, 10 Pfund 43 Pf., der Zentner 3,50 bis 3,70 Mk., Aepfel, das Der Eintopffonntag war ein Ausdruck für Opferbereitfchaft des gefaulten deutschen Volkes, das sich ausnahmslos an diesem Tage zu einem gemeinsamen Eintopfessen zusammenfand. Eine solche Tisch- gemeinschaft eines ganzen Volkes hatte die Welt bis dahin nie gesehen; sie war ein einmaliges erhebendes Erlebnis. Der letzte Eintopfsonntag ist vergangen. Vielen Volksgenossen konnte die Spende eine Linderung der Not bringen. Aber der Not aller Volksteile ist damit noch nicht gesteuert. Gerade in den Monaten März und April hat der deutsche Hochsee- und Küstenfischer einen schweren Kampf zu bestehen mit den (Elementen, um ihnen ein Nahrungsmittel abzuringen, das ihm Arbeit und Brot bringt. Wenn der Fischer nicht den genügenden Absatz inbet, wenn er feine Ware, die er unter Einsatz eines Lebens erarbeitete, nicht absetzen kann, bann ehlt ihm jebe Lebensmöglichkeit. Es genügt nicht, )aß ber Fischer Absatzmöglichkeiten in ben Küstengebieten finbet. Das ganze Binnenlanb, auch ber toüben Deutschland, muß helfen. Heute kann ber Fischverbrauch im Binnenlanb nicht mehr unter ben schlechten Transportverhältnissen leiben. Bis in bas letzte Dorf eines jeben Gaues wirb ber Fisch in vollkommen frischem Zu- ftanb geliefert. Allerbings muß ber Kaufmann, ber ben Fisch bestellt, auch bie Gewißheit haben, baß er Abnehmer finbet, baß nicht veraltete Vorurteile ben Lanb- ober Stadtbewohner am Kauf hinbern. Der Fisch ist ein sehr gefunbes Nahrungsmittel, unb wenn er sich einmal ben Küchenzettel erobert hat, finbet er schnell viele Freunbe. Jeber Gau hat einen Fischtag in ber Woche, an bem sich alle Volksgenossen bes Gaues gemeinsam einsetzen für ben Fischer, nicht anbers als am (Ein- ropfsonntag. Dieser Fischtag wirb eingeführt unabhängig von bem vielleicht schon ortsüblichen Fischtag, z.B. dem Frettag in katholischen Gegenben. Am 29. März wird eine neue nationale Welle über das deutsche Volk hinweagehen, und die ganze Welt wird erleben, daß das Volk dem Führer zu- jubelt und eindeutig zum Beweis bringt, daß Führerund Volk eins sind und daß das Volk sich des großen Augenblicks, ber über die Entwicklung der Zukunft entscheidet, voll und ganz bewußt ist. Dir vertrauen blindlings dem Führer. Durch seine letzte Tat hat er erst wieder bewiesen, wie weitschauend und überraschend sicher er den besten Augenblick für die Abänderung bestehen- der Mängel zu finden versteht. Bis 1933, so führte der Redner u. a. weiter aus, waren wir das Werkzeug dunkler Männer. Jetzt spricht der Führer zum Volk, und dieses ist begeistert, wo und wann es ihn auch hört. Jetzt haben wir eine Regierung, die ebenso geschlossen hinter bem Führer steht, wie bas Volk. Deutschlanb wirb sich burchsetzen, weil es einig im Hanbeln unb Wollen ist. Wir waren bisher eine Kolonie unter frembem Einfluß, jetzt hat bas Blut über bie Waffen gesiegt, unb wenn wir unserem Führer folgen, bann folgt ihm heute Deutschlanb unb, um mit ben Worten bes (Bauleiters zu sprechen, „... morgen die ganze Welt, weil sie nicht anders kann!" Das ist schon an der Wirtschaft ersichtlich. Ueberatt herrscht in dieser Hinsicht in der Welt Unordnung, auf der einen Seite werden Lebensrnittel vernichtet und auf der anderen Seite hungern Menschen, das Gold ist zusammengeballt und doch herrscht Arbeitslosigkeit. Wir sind jetzt so weit, daß die Welt sich für Moskau oder für München zu entscheiden hat, und es sieht so aus, daß sehr viele sich lieber nach München wenden. Der Führer kann mit seinen praktischen Ersah- rungen und seiner Idee der Welt helfen, und er will das gerne tun. Alles was der Führer perönlich feinem Volke an Opfern und Entbehrungen bargebracht hat, soll ihm dankbar am 29. Mürz vergolten werden, indem kein Deutscher an der Wahlurne fehlt unb jeber, ganz gleich wer er auch sei, tatkräftig mithilft am Zustanbekommen eines übermältigenben Bekenntnisses zum Führer. Die Welt soll erleben, daß das deutsche Volk einmütig und begeistert für seinen Führer kämpft und damit für Deutschland und dm Frieden in der Welt. Die Rede würbe häufig von starkem Beifall der Versammlung unterbrochen und am Schlüsse erneut mit stürmischem Beifall unterstrichen. Die Versammlung wurde sodann mit dem begeisterten Treuegruß an den Führer geschlossen. 6el,rr*fN: 10 8°«fe6un8. Ait“?.', ,0 üb K h "Lvr« n 1 e 1 te-är Xtatei, "nti & ta d e, «•Ä1 der A. fth’ ,he lie Q»aie7'e[| runfl t »och ÄÄ -sKö esy i-s»; V 4 fi finfcn ‘“8W“ ’ 5m Feld streben ierVnfA* £uit. W.6« H jeunernö 16" hl . " L «eise nach i*)re veißgestreisten Kleid einer unserer Älmiti allein auf weiter N gelegt, schaut er sich singend m6P.tr Archer schraubt. 6« Inchen abhebend er gleich das Lied ei' lerche (Alauda ai nach singt die heil die Feldlerche. Der' e mehrer »dachtet, noch nicht zu nen auch in unserer E dies zweifellos de lerche bewohnten lieh in der Morgei nehmen, häufig fi Nachten, in welch Heide oder in be Eindruck macht. D Wirkung des nach müt des einsamen Wege begleitet. Auf dem im he rem Weg liegende befindliches llnkra purrote Taub die auf den ftultu dem Slpfelbaum eil Luf/ard (Bu/eo ferm Naherkommen Hase hoppelt in de sainern Tempo über dem Lampe ang Gesicht kommenden Nahe der Stadt ui sie wohl schon nabende Osterfest 3n dem lichte emgesprengtem Ui fiel, Weißdorn us '""der des nahen! wern die Weiden, j b^ches. deren Käl pudern Einzelne' ^sche Triebe entc 8el raut (Merc JttWit in neuen 1 Äfi unb b^j ald ■6on6e sowie die am 1. März in Berlin von »ochsen und beginnen sich ,u entfalten. An dem klubkampf auä„ den die Bremer im Gefamtergeb- den im Heim der Frau von würde. Aber es erfolgte keine Einladung. Nachdruck verboten! ilL Fortsetzung. und von Gellern gewähren nladung. Doch war Bei nicht sehr gutem Besuch trugen am Diens. tagabend in Bremen der Bremer SVd. und der Kapsimming - Klubb Stockholm einen Schwimm- Für die Deutsche Meisterschaft im Zehnkampf ist abweichend von den Wettkampfbestimmungen eine neue Austragungsform angeordnet worden. Der Sportwart des Fachamtes Leichtathletik hat bestimmt, daß die ersten fünf Wettbewerbe gemeinsam mit den Einzelmeisterschaften in den Gauen als Fünfkampf durchgeführt werden. Die übrigen fünf Wettbewerbe werden eine Woche später, am Lore Mariella nicht böse. Sie hatte sich ja über Annina von Gellern ihre eigenen Gedanken gemacht. Außerdem war sie nicht der Mensch, der lange bei unabänderlichen Dingen stehenblieb. Der Großvater hatte sie gelehrt, daß fruchtloses Trauern einem Menschen nicht zieme. Daß man immer tätig sein mußte, schaffen, vorwärts streben. So verbarg sie die Trauer um den geliebten Großvater tief auf dem Grund ihrer Seele. Sie arbeitete weiter an dem Aufbau ihrer Hühnerfarm. Sie wollte den schönen Besitz später mit einer Fremdenpension verbinden. Ihre ersten Gäste aber sollten Mariella und ihr Verlobter sein. Sie wußte aus Mariellas Briefen um ihr trauriges, sorgenbeschwertes Leben. Wie gern sie ihr mit Geld geholfen hätte, konnte sie in keinem ihrer Antwortschreiben richtig zum Ausdruck bringen; aber Mariella verstand auch Lore ohne viel Worte. Der Umbau der Geyerburg und die Einrichtung der Hühnerfarm hatten solche Summen verschlungen, daß Lore, die ein paar Jahre älter als Mariella und bereits mündig war, eine hohe Hypothek hatte aufnehmen müssen, um ihre Verpflichtungen pünktlich abdecken zu können. Da schien es schwer, noch Kapital herauszuziehen, ja, Lore sah bald ein, daß ihr Vorhaben ein ganz unmögliches war. Niemals hatte Mariella Lore von ihren pekuniären Bedrängnissen geschrieben. Aber Lore fühlte aus allen Worten Mariellas heraus, daß nur Geld ihr helfen konnte. So bot sie ihr zunächst die Arbeit auf der Geyerburg an. Jene Arbeit, die Erhard von Hagen für seine Person so überlegen und ironisch ablehnte. Mariella hatte der warmherzige Brief Lores das Wasser in die Augen getrieben, und heiße Sehnsucht, das liebe Menschenkind endlich wiederzusehen, hatte sie immer stärker gepackt. Aus diesem Grunde antwortete sie auf die Frage Tante Anninas, wen sie sich zu ihrem einundzwan- zigsten Geburtstag noch einladen wollte, voll ehrlicher Freude in der Stimme: „Wenn es dir diesmal recht wäre: Lore Ankermann, Tante. Sie kann ja im Hotel wohnen. Ich werde ihr schon klarmachen, daß wir das Haus 10:37,2 Minuten. Oie Zehnkampfmeisterschast im Otympiajahr. N. ! wurde der Uten Te. verurteilt. M hatten sich »tsgewalt zu den sich mit Eine Person en erfolgten vei Tendar- en die 2e> te den F. ®, m K G. zu 1 Tagen X dem K. Oe. i) aus FrM lälschung. Oe, Zeugen einen Vorfrühling in Feld und Sine Wanderung rund um Gießen. Bon O. Vogt, Gießen. ner aufgestellte 100-Meter-Brust-Rekord von 1:23,4 " ~ " Hans Freese Heinz Arendt erreichte 800-Meter-Kraulzeit * über ^arbeit;, gerichteten Landen Wen er= owerkskam. Meübg Beitrag “5, Wem d'ese Auz- lUsHen zu mit Mfanb ist, riskaminern geäderten ' kmen so, in9e nachge, lückt. Lei verunglückte oen dadurch Itürjte. Bet "er Schn,. )en. ty u fAl st'-Ä 2' MM. Sr-Azn W Os 25. ^0 biz 4Q Deutschlands Schwimmer in Hochform Sietas schwimmt neuen deutschen Rekord. Gryen 6nbe and Umgebung brechern IM ui« i*!? ande badhasi, : dem Seligeren wte* Morte, M 27 ander h» nsqesamt viii «st wurde. Di' ölte ii»ei 3“A' Ae drei * ■afen °°°' >r bisher »orf «lhewÄ , eite 8'“« 'fangnis. Dit die Ion»1« ffl i Dion« ® % nis mit 8:6 Punkten knapp gewannen. Zwei deutsche und ein schwedischer Rekord zeugten von der Güte der sportlichen Leistungen. Die beiden deutschen Bestleistungen yolten die Freistilschwimmer des Bremer SD. über 4X50 und 10X50 Meter. In der kurzen Staffel stellten sie ihre eigene Bestzeit von 1:48 auf 1:46,8, über 10X50 Meter drückten sie den Rekord von Magdeburg 96 von 4:41,2 auf 4:38,6 Minuten. — Björn Borg schaffte über 400 Meter Freistil einen feinen Sieg über Freese und mit 4:59,6 auch eine famose Zeit. Freese benötigte 5:03,4. Anerkannte Schwimmrekorde. Das Fachamt für Schwimmen hat jetzt eine ganze Reihe in diesem Jahre aufgestellter Schwimmrekorde als deutsche Bestleistungen anerkannt. Es sind dies die am 1. und 2. Februar von Gisela Arendt in Bremen über 100 Meter Kraul in 1:08,5 bzw. 1:08,4 und am 8. und 9. Februar in Kassel in 1:07,8 bzw. 1:07,2 erzielten neuen Höchstleistungen, die ebenfalls am 9. Februar in Kassel von Helmuth Fischer erreichte Zeit von 0:57,8 über die gleiche Strecke, der am 16. Februar von Hanni Hölz- Qege begleitet. Auf dem im Herbst umgebrochenen, neben unse- l>:M Weg liegenden Acker ist ein in voller Blüte befindliches Unkraut nicht selten. Es ist die pur« t urrote Taubnessel (Lamium purpureum), Le auf den Kulturflächen weit verbreitet ist. Auf fr-m Apfelbaum eines Gartens hat sich ein starker zussard (Bufeo buteo) niedergelassen. Bei un- firm Näherkommen streicht er vorsichtig ab. Ein 5 a s e hoppelt in der Nähe dieses Gartens in lang- si mem Tempo über die Aecker. Die Gärten scheinen e. dem Lampe angetan zu haben, denn die uns zu Gesicht kommenden Hasen hielten sich alle in der ?.ähe der Stadt und der eingezäunten Garten auf. lb sie wohl schon mit den Vorbereitungen für das > tnhenbe Osterfest beschäftigt sind? . In dem lichten Eichen-Buchen-Hochwald mit eingesprengtem Unterholz aus Feldahorn, Hartrie- H Weißdorn usw. zeigen sich überall die Ver- k nder des nahenden Frühlings. Silberweiß schim- n.ern die Weiden am Wasser des verlassenen Stem- b:uches, deren Kätzchen sich gerade am Aufbrechen b finden. Einzelne ausdauernde Waldgraser haben frische Triebe entwickelt, und das W ald-Bings l kraut (Mercurialis perennis) ist schon ver- eiazelt in neuen Austrieben mit seinen unschein- buren Blütenanlaqen vertreten. Auch die Blatter ds Lungenkrautes (Pulmonaria ofhcmalis) h:iben, zusammengerollt wie ein Blatt Papier, da mb dort das Erdreich und die Laubdecke durch- wiederkehrenden Bitten des alten Herrn und seiner Enkelin Folge geleistet und mit ihnen auf der Geyerburg gelebt, wenn Erhard von Hagen nicht in ihr Dasein getreten wäre. Mit diesem Augenblick gab es für sie nur eins: in Erhards Nähe zu bleiben! Selbst das Bild der geliebten Jugendfreundin verblich vor der leidenschaftlichen Liebe zu diesem Mann. Aber in Briefen waren Lore und sie sich immer nahe. Lore schrieb Mariella getreulich von all ihrem Tun und Treiben. Nur eins verschwieg sie ihr, daß her alte Oberforstrat Ankermann wenige Tage vor seinem Tobe seinem Testament einen Nachtrag hinzugefügt. Durch bieten Nachtrag wurde Mariella zeitlebens das Wohnrecht auf der Geyerburg eingeraumt, die Lore niemals veräußern durfte. Mariella war tief ergriffen, als sie vom Tode des alten Herrn Ankermann gehört. Wie gern wäre sie zur Beerdigung des gütigen Mannes gefahren, um ihre geliebte Freundin zu trösten! Aber sie konnte weder daran denken, noch die trostlose Lore zur Zerstreuung auf ein paar Wochen zu sich nach Berlin einladen. „Bin ich oder bist du eine reiche Erbin gewor- den?" fragte Annina spitz, als Mariella ihr ihre Bitte vortrug. „Natürlich ist es etwas anderes, wenn deine Freundin für ihren Aufenthalt in meinem Hause Pension zu zahlen gedenkt. „Pension? Aber Tante!" Mariella war ganz empört. Lore war ja so bescheiden und anspruchslos. Wie war es möglich, daß Tante Annina auf diesen Gedanken kam? Zum ersten Male kam die Gewißheit in Mariella auf, wie selbstsüchtig und herzenskalt die schöne Tante doch war. Für Annina von Gellern war das Beste immer nur gut genug. Konnte sie nicht Lore für ein paar Wochen in ihrer Verlassenheit ein liebevolles Heim bieten, ohne gleich an Geld zu denken? Sollte sie die Tante nochmals bitten? Nein, das ließ ihr Stolz nicht zu. Auch würde die Freude für Lore unter diesen Umständen sehr getrübt sein. So wagte sie es nicht mehr, auf ihre Bitte, Lores Besuch betreffend, zurückzukommen, und Annina von Gellern ging über die Sache schweigend hinweg. Lore Ankermann hatte im stillen gehofft, daß Mariella ihr für ein paar Wochen Trost und Frie- Waldrand, aus einem Draht sitzend, ist ein S t a r (Sturnus vulgaris) bemüht, unter heftigen Flügel- schlägen mit seinem einfachen Liedchen den Frühling zu begrüßen. Zwei Dompfaffen (Pyrrhula pyrrhula) suchen eine Hecke nach Nahrung ab. Bei dem Männchen sind Brust und Bauchseite herrlich blutrot gefärbt, den Kopf ziert eine tiefschwarze Kappe. 2)05 Weibchen muß sich dagegen mit einfacheren Farben bescheiden. Neben der Hecke schmücken goldgelbe Korbblüten des H u f l a t t i ch s (lussilago farfara) den Hang. Auf einem Weidenbuch, dessen Kätzchen noch in ihrer Hülle versteckt sind, sitzt eine Goldammer (tmberiza citrinella) und singt ihr anspruchsloses Liedchen. Prächtig goldgelb leuchten Kopf, Gesicht und Hals des Vogels im Frühlinys- sonnenschein. Der Gesang der Goldammer ist einförmig. Er besteht fast nur aus einer einzigen, aber gemütvollen Strophe, die der Volksmund mit: „Wie, wie, wie hab ich dich lieb" übersetzt hat. Nicht weit vom Wald streift ein Trupp finkenartiger Vögel auf dem Felde umher. Meine Vermutung, daß es sich hier um Bergfinken (Fringilla montifringilla) handeln könne, vestätigt sich. Allerdings ist es nur ein kleiner, aus Buchfinken und Bergfinken zusammengesetzter Trupp. Auf einem Obstbäumchen hat sich ein Bergfinkenmännchen niedergelassen, und auf einem anderen in seiner Nähe befindlichen Bäumchen ein Buchfink. Bei der herrschenden guten Beleuchtung ist der Unterschied zwischen Buch- und Bergfink sehr deutlich wahrzunehmen. Der letztere, ein Kind des hohen Nordens, ist viel lebhafter gefärbt, und die auffallenden gelbroten Farbtöne fehlen unserm Buchfinken gänzlich. Im Gesang dagegen ist unser Edelfink, der Fink der Wiener Dogelhalter, dem Bergfink weit überlegen. Das einfache und unschöne Lied des Bergfinken ist mit dem schmetternden Buchfinkenschlag nicht zu vergleichen. Auf dem Heimweg ist zu beobachten, wie sich der Frühling in den Gärten durch blühende Blumen, wie bunten Krokus, Schneeglöckchen, Christrose usw., sowie durch an fremdländischen Ziersträuchern im Aufbruch befindliche Knospen ankündigt. Noch wenige. Wochen — und überall zeigen sich Blüten in Menge. Lore war so überzeugt von der Anmut und Klugheit der geliebten Freundin, deren hoher, ita° liinlscher Titel ihr auch ein wenig imponierte, daß e< ihrer Ansicht nach unbedingt ein Krösus sein irußte, der sich in Mariella verlieben und sie heim- ji-ren würde. 2lls die Freundinnen dann zum ersten Male nach DiarieHas schwerer Verletzung wieder in den See hinausschwammen, genossen die Mädchen ausgiebig bcs langentbehrte Vergnügen, um die Wette zu luulen. Plötzlich hörte Mariella hinter sich ein leises Llöhnen, das sie herumfahren lieh. „Lore — Lore!" rief sie entsetzt, doch schon war ki blonde Kopf von der Wasseroberfläche ver- älwunden und Lore Ankermann lautlos unter- z< unken. Wie ein Fisch tauchte Mariella. Sie vermochte auf), trotz der großen Schwäche, die ihrem rechten K:im noch immer innewohnte, die Freundin sofort ’t packen und nach oben zu ziehen. Nur mit dem iillken Arm und den Beinen Schwimmtempi aus- uorenb, gelang es ihr dann, die Bewußtlose so äuge über Wasser zu halten, bis nach etwa zehn Dinuten ein Ruderboot, dessen Insasse den Unfall xvbachtet hatte, herangerast kam und Lore an 3>rd nahm. Mariella schwamm noch tapfer neben )r Nußschale her, die zu winzig war, uw auch i< aufzunehmen, bis eine Rennjacht sie gleichfalls in Land brachte. Mariellas mutige Tat fand lebhaftes Echo in ilsen Schweizer Blättern. „Die kleine Heldin vom Lsrwaldstätter See" wurde Mariella genannt. 0er was ihr noch viel beglückender war — sie r ielt einen Brief tiefster Dankbarkeit von Lores Zioßvater, dem alten Dberforftrat Ankermann. S's wußte, daß sie in ihm und Lore nun treue stsunbe fürs ganze Leben gewonnen hatte. Wahrscheinlich hätte Mariella auch den immer Waldgeißblatt (Lonicera periclymenum) waren den ganzen Winter über frisch entwickelte Blätter zu beobachten, während die Brombeere (Kubus) ihr vorjähriges Laub unversehrt durch den milden Winter gebracht hat. Auch die G o l d n e s - s e l (Galeobdolon luteum) hat ihre Kriechtriebe den Winter über grün erhalten und schickt sich an, den Blütenstengel zu entwickeln. Daneben zeigen sich die ersten zarten Blättchen des Scharbockskrautes (Ficaria verna). Der unterirdische Stengel dieses Hahnenfußgewächses hatte schon im Herbst eine Knospe bis an die Bodenoberfläche getrieben, um ja im zeitigen Frühjahr die Blätter entfalten und die ersten wärmenden Strahlen der Frühlings- sonne zum Aufbau der Pflanze ausnutzen zu können. Aber nicht nur die Vertreter des Pflanzenreichs, auch die Vögel fühlen sich in diesem geschützten, von der Sonne durchstrahlten Waldteil wohl. Da treiben sich Meisen und Goldhähnchen unter fröhlichen Lockrufen umher, vereinzelt auch den bekannten Frühlingsruf hören lassend. In den Gärten um Gießen ließ schon am 14. Januar eine Kohlmeise (Parus major) ihr bekanntes Klingeln, das der Landmann mit „Spitz die Schar" übersetzt, vernehmen. Einige Tage später klingelte sich gegenseitig ein Blaumeisen- Pärchen (Parus caeruleus) an. Von diesen Zeitpunkten an konnte man immer wieder den Frühlingsgesang der Meisen vernehmen. Hier im Wald hämmert an einer der starken Eichen ein Großer Buntspecht (Dendrocopus major) und läßt ab und zu seinen Frühlingsruf in den noch schlummernden Wald erschallen. Wohlklingende Pfeiftöne zeigen die Anwesenheit eines Kleibers (Sitta caesia) an, der anscheinend der Führer der früher erwähnten Meisengesellschaft ist. Vor dem .affen worden inen schon ip leiniguna übe unter Angck lischt und M Bach handel: r. Das Geriih fahr Zuchl« erhielt sech! n Angeklagten , da er sich Ml inngsfaale ent- Flucht ergriff, s Umfajjfteuei' jart zu 1105 Die Sonne hat beim Beginn unserer Wände- rung den Nebel verdrängt, und nur im Lahntal st der Fluß noch in einen leichten Schleier gehüllt. 3n den Höfen und Hausgärten der Stadt schilpen, balzen und bekämpfen sich die Spatzen. Ueberall jt ber Haussperling (Passer domesticus) zu Öaufe. wo der Mensch Getreidebau treibt oder Netreidekörner verarbeitet. Wie man in Sibirien beobachten konnte, waren dort, bevor der Russe iinbrang, Spatzen nicht vorhanden. Aber binnen weniger Jahre waren sie dem Menschen und seinen Setreideoorräten gefolgt. Selbst auf einsamen Ko- htenpoften, wo kein Getreidebau getrieben, aber He ausdauernden Kosakenpferdchen mit dorthin gebrachtem Hafer gefüttert wurden, fand sich Freund Spatz ein. Ich kenne ein einsam für sich gelegenes Hofgut, das heute noch vom Haussperling nicht besiedelt ist. Der Verwalter muß dort immer wie- !er zur Flinte greifen, um sich des von den meh- :ere Kilometer entfernten Dörfern aus einfinden- !.en Spatzenzuzugs zu erwehren. Die Bewohner !.es Hofguts wollen den Besitz frei von Sperlingen Inhalten. In den Gärten erfüllt allenthalben der Schlag des Buchfinken (Fringilla coelebs) die huft. Erstmalig f)abe ich dieses Jahr Buchfinken- chlag am 22. Februar, allerdings nur kurze Zeit, jicrnommen. Von da ab war der Gesang des Buch- f nten täglich zu vernehmen. Im Feld streben überall jubilierende Feidler ch e n (Alauda arvensis) wie Raketen in die Luft. Daneben streichen einzelne Lerchenflüge zi- iteunernb über die Felder. Sie find wohl noch auf ler Reife nach ihren nördlicher gelegenen Nist- Mtzen. Ein Volksgenosse, der seiner blau- und seißgestreiften Kleidung nach zeitweiliger Insasse '.ner unserer Kliniken ist, steht beobachtend ganz cllein auf weiter Flur. Den Kopf in das Genick siegt, schaut er sinnend einer Lerche zu, wie sie ch singend in Spiralen immer höher zum blauen [etfjer schraubt. Sich von dem Gesang der Feld- Irchen abhebend ertönt einem silbernen Glöckchen cleich das Lied einer Heide- oder Saum« lerche (Alauda arborea). Meinen Beobachtungen icid) singt die Heidelerche im Frühling früher als lie Feldlerche. Verschiedentlich habe ich anderwärts ileichzeitig mehrere Heidelerchen singend in den tüften beobachtet, während das Lied der Feldlerche ivch nicht zu vernehmen war. Ob die Heidelerche in cf) in unserer Gegend nistet? Im Vogelsberg ist Ices zweifellos der Fall. In den von der Heide- lrche bewohnten Gegenden ist ihr Lied hauptsäch- lch in der Morgen- und Abenddämmerung zu ver- ichmen. Häufig singt sie aber auch in mondhellen Mächten, in welchem Falle ihr Lied auf einsamer i eitle oder in bergigem Feld einen wunderbaren § indruck macht. Der ältere Brehm rühmt schon die Birtung des nächtlichen Lerchenlieds auf das Gereist des einsamen Wanderers, den es auf feinem Eine ausgezeichnete Besetzung wies das Hamburger Schwimmfest am Mittwochabend im Kellinghusen-Bad auf. Sportlich blieb die Ausbeute hinter Besuch und Durchführung nicht zurück. Im 200° Meter-Brustschwimmen gelang dem Europameister Erwin S i e t a s - Hamburg ein neuer deutscher Rekord mit 2:42,00 Min., der um vier Zehntel- Sekunden besser ist als die bisherige Höchstleistung des gleichen Schwimmers. Der junge Dortmunder Balke gab sich erst nach heftigster Gegenwehr geschlagen und erzielte mit 2:43 eine ebenfalls sehr gute Zeit. lieber 100 Meter Rücken siegte erwartungsgemäß der Wünsdorfer Schwarz in 1:10 Mm. vor seinem Vereinskameraden Schlauch (1:11,P. Spannende Kämpfe lieferten sich die Freistilschwimmer. lieber 10 0 Meter allerdings hatte Meister Helmut Fischer keinen Gegner. Er siegte unan- gefochten in 59 Sek. vor seinem Vereinskameraden Heibel (1:02) und dem Schweden Julien (1:03,8). Auch das 200-Meter-Freistilschwim- men wurde in 2:16 Min. eine Beute von Fischer. Diesmal wurde aber Heibel mit 2:24 von dem Schweden Werner (2:21) geschlagen. Aufregend verlief das Zusammentreffen der Deutschen Nüske und Freese mit dem Schweden Björn Borg. Bis zu 350 Meter führte der Schwede. Dann aber ging Nüske scharf ins Zeug und der Stettiner siegte auch in der für Deutschland sehr guten Zeit von 4:59,8 knapp vor Borg, der mit 5:00,2 Freese (5:01,2) nur mit Mühe halten konnte. Ein Kunstspringen sicherte sich Esser-Wünsdorf vor Lorenz- Wünsdorf. Schwimmrekorde in Bremen. Die Tippgräfin. JRoman von Klothilde v Stegmann lürheberrechtsschutz: Aufwärts-Derlag, Berlin, SW 68. 5. Juli, an einem noch festzusetzenden Ort Derart« stattet. Durch diese, nur für das Olympiajahr gültige Maßnahme soll erreicht werden, daß eint lleberanftrengung unserer besten Zehnkämpfer kurz vor den Spielen in Berlin vermieden wird. Beginn des OortmunderVeit-TurnierS. Am Eröffnungstag des Dortmunder Jubiläums« Reit- und Fahrturniers wohnten rund 1500 Zuschauer den Wettbewerben und Vorführungen in ber Westfalenhalle bei. Das Programm des ersten Nachmittags setzte sich nur aus Eignungs-, Dressur- und Wagenprüfungen, die alle ausgezeichnet besetzt waren, sowie einem großen Schaubild zusammen. Die erste Goldene Schleife holte sich Frau Käthe Franke in der Eignungsprüfung für Reitpferde mit ihrem Wallach Christian. Zu einem Doppelerfolg kam der Dressurreiter A. Stacck auf Frau Frankes Christian in der Dressur und mit Stall Westens Lancelot in der Eignungsprüfung für Reitpferde. v. Gramm in Ka ro. Eine kleine deutsche Tennismannschaft befindet sich auf der Reise nach Aegypten. Sie besteht aus G. o. (Tramm, H. Henkel und Dr. H. K l e i n« schroth. Die Deutschen beteiligen sich am internationalen Turnier in Kairo und sind dann noch für das sich anschließende Turnier in Alexandria gemeldet, das am 5. April beendet wird. Diese Aegyptenreise ist als Vortraining für den Davispokalkampf gegen Spanien gedacht, der vom 24. bis 26. April auf dem heißen Boden des Südens, in Barcelona, ausgetragen wird. NS.-Lehrerbund, Gießen. Fachschaft körperliche Erziehung. Die Winterkampfsplele. Alle Spiele, bei denen nicht spielberechtigte Spieler mitgewirkt haben, sind für die betreffenden Mannschaften verloren. Eine Spielwiederholung aus diesem Grunde ist nicht statthaft. Die Berichterstattung von Seiten der Obmänner muß mehr in Erscheinung treten. Nach Beendigung der Spielrunden (Schlußtermin noch vor Beginn der Osterferien) sofort Bericht an den Provinzialobmann. IBerbung für die olympischen Spiele. Alle Schulen haben durch Vorttäge, Filme und durch Verkauf der der Olympiaheftreihe auf die Bedeutung der olympischen Spiele in Berlin hinzuweisen. Die Schulen der Stadt Gießen können die Hefte durch die Stadtverwaltung beziehen. Jahres-Hauptversammlung des Sportvereins 1920 Heuchelheim. Arn Samstag hielt der Sportverein seine Generalversammlung im Vereinslokal Schäfer ab, die äußerst stark besucht war, ab. Geschäfts-, Kassen- und Spielberichte wurden bekanntgegeben. Der Kassen- und Vermögensstand des Vereins ist als gut anzusprechen. Die Erfolge der Mannschaften (3 aktiv und 2 jugendlich), sowie die der leichathletischen Abteilung sind sehr zufriedenstellend. Als Vereinsführer wurde Robert Schäfer wiedergewählt, der hierauf feine Mitarbeiter bestimmte. Der neue Vorstand setzt sich wie folgt zusammen: Vereinsführer Robert Schäfer, Stellvertreter Hans K. Kröck; Beisitzer Erich Menges, Art. Römer, Alfred Waldschmidt und Herbert Ede; Sachberater für Fußball Ernst Sack; Sachberater für Leichtathletik Ernst Hahn; Kassierer Willy Hedrich; Schriftführer Adolf Henkelmann; Berichterstatter A. Schleenbecker. Die erste Mannschaft spielte am Sonntag mit vier Mann Ersatz in Aßlar und konnte eine Niederlage (4:2 für Aßlar) nicht vermeiden. Aßlar war körperlich stark überlegen und nützte dieses derart aus, daß das Spiel mehr einem Verbandsspiel glich. Der Schiedsrichter war dem Spiel in keiner Weise gewachsen. gegen spröde Haut NIVEA ohnehin voller Gäste haben, und sie wird das auch begreifen." „Meinetwegen", sagte Frau von Gellern spöttisch. „Nun, den armen jungen Kammacher beneide ich nicht. Diese Lore ist sicher eine schrecklich ungeschickte und unelegante Person. Unbegreiflich, woher du diese Neigung hast, Mariella!" fügte sie höhnisch hinzu. „Du hast doch recht wenig vom Blut deines Vaters." Mariella zuckte zusammen. Ein heftiges Wort schwebte ihr auf den Lippen. Aber sie bezwang sich. Sie durfte der Tante nicht widersprechen. Und sie konnte es auch nicht. Sie war ja so müde, so grenzenlos müde. Erhard von Hagen wurde immer schlechterer Laune, je mehr der Tag von Mariellas Mündigkeit herannahte. Würde alles klappen, oder nicht — würden sich die Juwelen verkaufen lassen, ehe ihr Verlust entdeckt — und vor allen Dingen, würde auch keinerlei Verdacht auf ihn selbst fallen? War es klug, wenn Mariella wieder zu demselben Goldschmied ging, der Frau von Gellern die Summe von fünftausend Mark geboten hatte? Annina von Gellern hatte damals den Vorschlag des Juweliers abgelehnt. Würde er nicht jetzt Der- dacht schöpfen, wenn ihm nun die Nichte die gleichen Juwelen zum Kauf anbot? Wenn sich der Mann telephonisch mit Annina von Gellern in Verbindung setzte, dann war das Unglück da. Und dennoch, es gab keinen Ausweg mehr. Seine Verbindlichkeiten gegen die Zimmerwirtin, die sich mehr und mehr als zukünftige Gräfin Hagen betrachtete, wuchsen täglich an. „Mein Erhard!" nannte Frau Wodny ihn bereits ihren Nachbarinnen gegenüber. Diese beneideten die Frau, die im Innern ihres Herzens bereits hochmütig auf ihresgleichen herabsah, um das große Glück, das ihr bevorstand, und um den Titel, den sie tragen würde. Wer die Festtafel zu Ehren von Mariellas Geburtstag sah, hätte glauben müssen, daß Frau von Gellern nichts mehr am Herzen lag als ihr Pflegekind. Und wirklich vermochte Annina es, nach außen hin die zärtliche Pflegemutter meisterhaft zu fviE» len. Die Tafel glänzte im Schmucke des alten D> mastleinens, der schweren silbernen Tischgeräte und des echten Kristalls. (Fortsetzung folgt!) 'Botin er- X-I8b // hilft (ehr an Dobnettagen k „Ser fix" W so pflegt man >33 & Ur. 62 ® •n*“A ■** m c- JuSm K-E M **&5 Jt»«* Mist"«' »33 dj, »Waffe,?1 mid> laich u K-ki!'"»' H-I Hi »M “ eine groß! 3r gährerd"« zu können, am Fahnen und mH kn Straßen eir kennt. Bon elw um Sonderzug i in vorbildlicher über die öfllid zur Hochjch. den. Riesigen 5 Menschen in ui Stunden durch w Auch aut d> platz sammelt voller Mensch stunde erschien ter Reichsstati Spitze. Es vc sönlichkeiten d vor 18 Uhr ei rers über d wurde mit st begrüßt. Ein einen prächtig unter den Kl Begleitung d Front der natii Meine beutle Drei Jahre ge lchen Bewegung iuse; Amgen \ Haden damals sondern eine Staat und t 2uf allen Te hotte mehr d< tingen würbe ®Qn9 ZU setze, der Berfa kraft. Fast "°ch Wmme ,'dren Beruf ni 110r,en junger jnen otbentl« ve,t in der b ^fielemten konnte durch brei, öi ÄQt(J [tropf **?* 5.”* ««ueg LMer K ■;.&e ®0 Ehr •«»neu „feif