Nr. 56 Erstes Blatt 186. Jahrgang Mittwoch, 12.Sebruar 1936 Erfchemi tagltd), außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte (Biebener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monatr-Vezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer (Bemalt Zernfprechanfchlüsfe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Sietzen Postscheckkonto: Kronifvrt am Main 11686 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfiläts vuch- und Zteindruckerei R. Lange in Gietzen. Zchristlertung und Geschäftsstelle: Zchulftrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70mm Breite 50 Rpf..Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25°/„ mehr. Ermätztgte Grundpreise: Stellen;, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B An Wilhelm Gustloffs Bahre. Was ging m Paraguay vor? Von unserem ('scher)-Äerichterstaiier. Totenehrung. Die nationalsozialistische Bewegung und mit ihr ganz Deutschland trauert um einen seiner Besten. Wilhelm Gustloff war ein Vorbild der Pflichterfüllung, der Opferbereitschaft und des persönlichen Einsatzes für das Werk des Führers. Die auslandsdeutschen Volksgenossen, die ihn von seiner Tätigkeit im fremden Gastland her kennen, wissen ergreifende Einzelheiten von seiner unermüdlichen Vorsorge, von den Beweisen seiner untadeligen Gesinnung, seiner nie versagenden Hilfsbereitschaft und seiner übergroßen Liebe zu Deutschland zu erzählen. Sie fühlten sich geborgen und beschützt unter seiner Führung und sie dankten es ihm mit Hingabe und Beistand in dem gemeinsamen Dienst an der deutschen Sache. Was Volksgemeinschaft im Dritten Reich heißt, das erfuhr auch der feit langen Jahren in der Schweiz lebende Deutsche, wenn er Wilhelm Gustloff gegenübertrat. So verlor Adolf Hitler einen seiner' treuesten Mitkämpfer und das deutsche Volk einen guten Kameraden. Der Führer hat einmal gesagt: „Wenn das Schicksal einen Mann besonders lieb hat und ihm das Schönste auf der Welt schenken will, dann gibt es ihm treue Freunde, Männer, die Freud und Leid mit ihm gemeinsam zu ertragen entschlossen sind, Männer, die nichts irre machen kann, Männer, die gerade in den Tagen der Not besonders hart und entschlossen zu ihm stehen." Ein solcher Mann war auch Wilhelm Gustloff, und sein Verlust löst um so größere Trauer aus, als er nicht durch eigenes Verschulden, durch Krankheit oder Unglücksfall uns entrissen wurde, sondern durch die feige Untat eines jüdischen Verbrechers. Wie die 400 Gefallenen der Kampfzeit so ist auch er aus politischen Gründen von Menschenhand niedergestreckt worden. Deshalb marschiert er mit in der großen Totenstandarte Horst Wessels. So gesellt sich zu unserem Schmerz die Empörung über das Verbrechen und der Schwur, im Leben wie im Sterben dem toten Kämpfer nachzustreben und mit fester Hand die Fahne zu packen, die er solange getragen hat. Besonders aber soll der Nationalsozialist Wilhelm Gustloff der deutschen Jugend ein Vorbild sein. Sie, die nun in einem ruhigen, befriedeten Deutschland aufwächst, soll an dem harten Schicksal des Schweizer Landesgruppenleiters erkennen, daß die Sicherheit des persönlichen Lebens wie der Aufstieg des deutschen Volkes nicht ein Geschenk des Himmels ist und niemals sein kann, sondern daß das neue Reich schwer erkämpft worden ist und auch nur im Kampfe gehalten werden kann. Wilhelm Gustloff ist aus der Fremde zurückgekehrt in seine Heimat, in die kleine norddeutsche Stadt, wo zwischen Seen und Wäldern in jungen Jahren seine unendliche Liebe zu Deutschland erwuchs und wo nun seine sterblichen Ueberreste die letzte große Ruhe finden werden. Der feierliche Trauerzug, der ihn von Süden nach Norden durch das ganze Reich führte, war nicht umgeben von dem dumpfen Wehklagen auswegloser Verzweiflung, sondern von jener ernsten Gesinnung, die dem mannhaften, aufrechten Geiste des Verblichenen entspricht und die aus dem Tode nur den Mut zum stärkeren Leben schöpft. Das ganze deutsche Volk nimmt, im tiefsten Herzen erschüttert, nun an dieser großen Totenehrung teil, die die Bewegung Adolf Hitlers dem Kämpfer und Nationalsozialisten Gustloff bereitet. Indem Deutschland seine gefallenen Helden ehrt, ehrt es sich selbst. Halbmast! Berlin, 11. Februar. (DNB.) Der Reichs- minister des Innern gibt bekannt: Aus Anlaß der Beisetzung des Landesgruppenleiters Gustloff flaggen Mittwoch, den 12. Februar 1936, die staatlichen und kommunalen Verwaltungen, An st alten und Betriebe, die sonstigen Körperschaften, Anstalten und Stiftungen des öffentlichen Rechts und die öffentlichen Schu - l e n im ganzen Reichsgebiet halbmast. Der Reichspropagandaleiter Dr. Goebbels teilt mit: Am Mittwoch ist für d i e gesamte Partei Trauer angesetzt. Die Dienstgebäude der Partei und der ihr angeschlossenen Verbände setzen ihre Fahnen auf halbmast. Die Führer der Partei tragen an diesem Tage Trauerflor. Den Führern der Partei ist es an diesem Tage untersagt, an gesellschaftlichen Feiern und Vergnügungen teilzunehmen. Darüber hinaus sollen keinerlei Einschränkungen durchgeführt werden. Auch soll das Abhalten von gesellschaftlichen Veranstaltungen nicht beeinträchtigt werden. Theateraufführungen, Filmvorstellungen. Konzerte usw. finden in vollem Umfange statt. Schwerin am Vorabend derVeisetznng Wilhelm Gustloffs Die Auslandsorganisation nimmt Abschied von ihrem Kameraden. Schwerin, 11. Febr. (DNB.) Am Vorabend des Tages der feierlichen Beisetzung des ermordeten Landesleiters Gustloff zieht eine lange Kette von Volksgenossen zu der Stätte, wo die sterblichen Ueberreste Gustloffs aufgebahrt sind, um noch em letztes Mal den Blick auf den Sarg zu werfen Die Festhalle, in der Beileidslisten ausliegen, zeigt schon den feierlichen Trauerschmuck, den sie bei der Beisetzung am Mittwoch tragen wird. Der Sarg steht auf der großen Bühne. Die Freitreppe, die zu ihr hinaufführt, ist ganz mit Kränzen ubersat. In der ersten Reihe liegen die Kränze des Führers und feines Stellvertreters. Von dem Schwarz, in das die Bühne gekleidet ist, hebt sich an der Stirnwand ein riesiges Hakenkreuz ab. Immergrün und weißer Flieder umrahmen den Bühnenaufbau. Die Totenwache halten vier SA.-Männer. Unbeweglich stehen sie im Schein der Feuer, die auf schwarz verkleideten Pylonen brennen. Die breiten Fenster sind mit Fahnentüchern verhängt, so daß feierliche Dämmerung die weite Halle durchzieht. In der Stadt sind die Vorbereitungen für die feierliche Beisetzung und den Trauerzug beendet. Alle Häuser sind mit schwarzumflorten Hakenkreuzfahnen geschmückt. Die Amtsleiter und andere leitende Parteigenossen und Freunde der Auslandsorganisation der NSDAP, trafen sich am Dienstagabend unter Führung von Gauleiter Bohle gemeinsam mit den Kameraden von der Landesgruppe Schweiz zu einem stillen Gedenken an der Bahre Gustloffs. Die ältesten Kameraden aus der Auslandsorganisation nahmen Abschied von dem gefallenen Landesleiter. Als erster legte Gauleiter Bohle einen Kranz nieder. Ihm folgten die Vertreter der verschiedenen Landesgruppen, dann die Vertreter der Auslandsorganisation der Deutschen Arbeitsfront, des Amtes Seefahrt der Auslands- organifation, des Verbandes deutscher Vereine im Auslande sowie Freunde und Mitarbeiter der Auslandsorganisation. Unter feierlicher Stille ehrte darauf (Bauleiter Bohle im Kreise feiner Mitarbeiter und Kameraden feinen gefallenen Landesleiter mit dem Deutschen Gruß. Die Aufbahrung G u ft l o f f s in der Festhalle in Schwerin. — (Scherl-Bilderdienst-M.) p? '/•< ■ ( I 1' < | - KaW . . /ML- ' W -4 l 7 Wmaschender Sieg Englands über den Weltmeister Kanada im Eishockey. Die ersten Bobrennen in Garmisch. — Goldene Medaille für den norwegischen Eisläufer Ballangrud. — Deutscher Sieg über Llngarn im Eishockey. — Sonja Heute führt im Eiskunstlauf. Garmisch-Partenkirchen, 11. Februar. (DNB.) Am sechsten Tag der Olympischen Winterspiele war die Temperatur auf 15 Grad unter Null gesunken, aber ein herrlich blauer Himmel und funkelnde Sonne ließen die Kälte kaum empfinden. Das olympische Volk, die Teilnehmer, die Kampfrichter, die Vertreter des Olympischen Komitees und der internationalen Verbände, die Presse, die Film- und Kamera-Männer und das Heer der Schlachtenbummler waren schon frühzeitig zur in 900 Meter Höhe gelegenen Bobbahn aufgebrochen. Sie zieht sich 1600 Meter lang wundervoll an dem steil abfallenden Nordhang des Rießer Kopfes hin und ist von vielen Punkten aus gut zu übersehen. Hier traten 19 Viererbobs aus zehn Nationen zu ihren beiden Läufen an, die aber im Laufe des Vormittags nicht alle durchgeführt werden konnten. Die beste Gesamtzeit erzielte bisher die Schweiz. Deutschland liegt noch gut im Rennen. Am späten Nachmittag wurden die zweiten Läufe im Viererbob beendet. Der Schweizer Bob II mit Oberleutnant Musy am Steuer erreichte die absolut beste Zeit des Tages mit 1:18,78 Minuten. Der Stand nach den beiden ersten Läufen ist: Bob Schweiz II mit einer Gesamtzeit von 2:41,23 Minuten, Bob Schweiz I 2:43,37, Bob England 2:43,66, Deutschland 2:43,78, USA. I 2:44,78, Frankreich II 2:44,93. Um 11 Uhr trafen dann auf dem Rießer See 36 Eisschnelläufer aus 14 Nationen zum ersten Lauf der vier Eisschnellaufwettbewerbe an. Der norwegische Weltmeister Ballangrud holte für Norwegen die erste olympische Goldmedaille in dem Rennen über 500 Meter heraus vor seinem Landsmann Georg Krog und dem Amerikaner Leo Freisinger. Die beiden deutschen Teilnehmer Sandtner und Sarnes hielten sich sehr brav, kamen aber für die ersten sechs Plätze nicht in Frage. Am Nachmittag wurde auf dem Rießer See die Zwischenrunde der Eishockeyspiele mit dem Spiel der Mannschaften von USA. gegen die Tschechoslowakei eröffnet. Das Spiel endete mit dem Siege der Amerikaner mit 2:0 (0:0, 2:0, 0:0). Im zweiten Spiel schlug Schweden Oesterreich knapp mit 1:0 (1:0, 0:0, 0:0). Mit einer Ueberraschung endete das letzte Spiel in der zweiten Runde zwischen Kanada und England. Zum ersten Male, seitdem sich die Weltmeisterschaft Kanadas an den Olympischen Spielen beteiligt, hat sie eine Niederlage einstecken müssen. Unter atemraubender Spannung ging England in diesem Kampf bereits nach einer halben Minute in Führung, und erst in der 12. Minute konnte Kanada zum Ausgleich kommen. Das letzte Drittel des Spiels war erfüllt von dramatischen Höhepunkten. Die Kanadier stürmten mit der ganzen Mannschaft, aber die englische Verteidigung wußte zunächst den Gleichstand zu behaupten und 25 Sekunden vor Schluß das siegbringende Tor zu schießen. Die englischen Spieler wurden von der sehr stark vertretenen englischen Kolonie auf den Schultern aus der Kampfbahn getragen. Ministerpräsident Göring mit seiner Gattin wohnten dem Eishockey zwischen Deutschland und Ungarn bei, das einen prächtigen deutschen Sieg mit 2:1 brachte, nachdem die Deutschen bis kurz vor Schluß mit 2:0 geführt hatten. Im E i s k u n ft l a u f lag nach acht von zwölf Pflichtfiguren die vielfache Weltmeisterin und zweifache Olympiasiegerin Sonja Henie (Norwegen) in Führung vor der Engländerin Ceci- l i a C o 11 e d g e. Beiden und auch dem Führer der deutschen Eishockeymannschaft, Gustav I ä n e ck e , sprach Ministerpräsident Göring seinen Glückwunsch für ihre Leistungen aus. Lebenslängliches Zuchthaus für kommunistische Hochverräter. Berlin, 11. Febr. (DNB.) Gegen zwei besonders gefährliche Staatsfeinde, die im In- und Auslande gegen das neue Deutschland gearbeitet haben, verhängte der Erste Senat des Volksgerichtshofes lebenslängliches Zuchthaus und sprach ihnen die bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit ab. Es handelt sich um den 25jährigen Erich Quade und den 27jährigen Hans M i ck i n n , die der illegalen „Kampfgemeinschaft für die Rote S p o r t e i n h e i t", einer Unterorganisation der KPD., in leitender Stellung angehört hatten. Mit Rücksicht auf ihr verbrecherisches Treiben zog das Gericht in Erwägung, ob nicht die Todesstrafe am Platze fei. Jedoch wurde von einer Verhängung angesichts der Jugendlichkeit und bisherigen Unbe- straftheit der Angeklagten abgesehen. Langjährige Zuchthausstrafen erhielten die beiden Mitarbeiter der roten Verschwörer, und zwar 15 Jahre Zuchthaus und 10 Jahre Ehrverlust der 25jährige Walter M i ck i n n und 13 Jahre Zuchthaus und 10 Jahre Ehrverlust der 24jährige W i 11 y M e y e r, beide Angeklagte wurden unter Polizeiaufsicht gestellt. Vier weitere tarnen mit Gefängnisstrafen von 1 bis zu 3 Jahren davon. Die Abgeurteilten haben besonders in Berlin, Leipzig und Halle versucht, unter dem Deckmantel sportlicher Bestrebungen den zerschlagenen Parteiapparat der KPD. wieder aufzubauen. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Asuncion, 5. Februar 1936. (Durch Luftpost) Die Aufstandsbewegung in Brasilien im vergangenen November und der Abbruch der diplomatischen Beziehungen zwischen Uruguay und der Sowjetunion zwischen Weihnachten und Neujahr haben der südamerikanischen Oeffentlichkeit, die bisher immer nicht recht an den Ernst der Lage glauben wollte, mit einem Schlage d i e Gefährlichkeit der bolschewistischen Pläne enthüllt. Im Januar folgte in Buenos Aires der zweitägige Generalstreik, den man in der argentinischen Hauptstadt allmählich als eine kommunistische Generalprobe bewerten zu müssen eingesehen hat. Auch in Chile rührten sich die Kommunisten. Die genaue Betrachtung aller dieser verschiedenen, teilweise scheinbar zusammenhanglosen Vorgänge zeigt, daß in ganz Südamerika der Kommunismus, in Tausende von Zellen aufgeteilt, sich bereits so stark eingenistet hat, daß er in hohem Maße bedrohlich für die Ruhe und Ordnung in den südamerikani- schen Staaten sich auswirkt, und daß die Spinne, die das dichtmafchige Netz ganz zielbewußt geflochten hat, in Moskau fitzt. Die jüngsten, soeben bekanntgewordenen Ereignisse in Paraguay bestätigen diese These vollauf. Die Vorgänge in Asuncion haben die paraguaysche Oeffentlichkeit ziemlich überrascht. Zwar wurde in den letzten Januar- und den ersten Februartagen hier und da etwas von einem versuchten Militärputsch gemunkelt, in den hohe Offiziere des Heeres verwickelt fein sollten, aber Regierung und Polizei hüllten sich in vollkommenes Stillschweigen. Nachrichten in ausländischen, z. B. uruguayschen Blättern, die diese Gerüchte verzeichneten, wurden durch die diplomatischen Vertreter Paraguays aufs entschiedenste dementiert. Am 4. Februar gab dann die paraguaysche Regierung durch das Wehrministerium bekannt, daß die umlaufenden Gerüchte keineswegs grundlos waren. Tatsächlich waren ein Umsturz und d i e Ermordung des Staatspräsidenten Dr. Ayala und des aus dem Chacokriege rühmlichst bekannten Oberbefehlshabers der paraguayfchenArmee General (Bftigarribia geplant gewesen. Die Regierung hatte zwar in aller Stille, aber mit eiserner Hand ourchgegriffen und den Umsturzversuch im Keim ersticken können. Die Anführer des Komplotts waren Oberst Rafael Franco, der Direktor der Kriegsschule, Major Basiliano Caballero Ira la, der Kommandeur des 1. Pionier-Regiments, und Major Antonio Gonzalez. Alle drei find Offiziere, die sich im Chacokriege bewährt haben; besonders Oberst Franco hat sich im Felde ausgezeichnet. Es heißt, daß diese Ofsiziere mit verschiedenen Maßnahmen des Oberkommandos, also des Generals Estigarri- bia, unzufrieden gewesen sein sollen, und daß dieses Mißvergnügen im Verein mit gekränktem Ehrgeiz die Triebfeder ihrer verwerflichen Handlungsweise gewesen sei. In der paraguayfchen Armee, übrigens auch in den Kreisen der Politiker, herrscht ohne Frage eine gewisse Unzufriedenheit, weil man glaubt, daß der Ausgang des Krieges oder besser gesagt: der Friedensschluß von Buenos Aires Paraguay um die Früchte seiner jahrelangen opferreichen Siege gebracht habe. Man wirft dem Präsidenten Dr. Ayala vor, daß er vorzeitig und unnötigerweise „die Nerven verloren" habe. Hätte man nur noch kurze Zeit durchgehalten, so meinen gewisse Kreise, bann wäre Bolivien zu Boden gezwungen worden. Aber Ayala, angeblich auf Estigarribia sich stützend, hätte einen vollkommenen Sieg nicht mehr für möglich gehalten und daher überstürzt den Frieden angestrebt. Die Anführer des geplanten Handstreichs wandten sich zunächst an die Offiziere. Diese aber weigerten sich, daran teilzunehmen, da sie die Sache als eine rein persönliche Angelegenheit der genannten drei Anführer ansahen und das Ganze auch für überstürzt und kopflos zu halten schienen. Ob nun diese Weigerung den Oberst Franco und die beiden Majore veranlaßt hat, sich nach anderen Helfern für ihre Pläne umzusehen, ober ob sie bereits vor- her anbere Bindungen eingegangen waren, ist noch nicht bekannt. Die Untersuchung wirb vielleicht Licht in biese Angelegenheit bringen. Fest steht bisher nur, baß Franco, Jrala unb Gonzalez, wie es in ber Bekanntgabe bes Wehrministenums heißt, „mit umstürzlerischen Elementen in Verbinbuna ober Ein- oerftänbnis geftanben haben, bie ihrerseits angestiftet unb gestützt würben burch f o ro j e t i ft i f d) e Drganifatione n". Die Polizeibehörben haben festgestellt, baß in ber letzten Zeit eine Anzahl bekannter kommunistischer Agitatoren aus bem Üluslanbe heimlich nach Paraguay gekommen waren. Im Zusammenhang damit ist weiter festgestellt worden, daß sich plötzlich ganz ungewohnt viel Sowjetgelb in Umlauf befand. In den ersten Februartagen wurde bie Hauptstabt von kommunistischer Seite mit Flugschriften mit auf- regenben Nachrichten, bie bie Bevölkerung in Verwirrung bringen sollten, gerabezu überschwemmt. In ber ganzen Stabt machte sich infolgebessen eine auffaUenbe unb ftänbig wachsenbe Unruhe bemerkbar. Gewarnt burch bie Vorgänge in Brasilien, Uruguay, Argentinien unb Chile hat bie Polizei in Asuncion bieten Ereignissen bie größte Aufmerksamkeit zugewanbt. Daher war es ihr auch nicht schwer, halb bahinterzukommen, baß Oberst Franco unb bie beiben anberen Offiziere mit ben kommunistischen Elementen in Verbindung stauben. Daß biese Verbinbung immerhin recht eng gewesen sein muß, geht baraus hervor, baß bie kommu- Der plan eines Wehrministeriums lln- 11. Febr. (DNB.) Die französische I bende" Kammer, die nur noch durch Sauerstoff i zu einer Aussprache über die R a t i - künstlich am Leben erhalten werde, kaltblütig das Paris, Kammer trat zu einer Aussprache über die R a t i eine Der tung Der 3- bis 4-Milliardenanleihe verhandele. Außenminister Fl and in widersetzte sich Vertagungsantrag. Die Vorbehalte wegen Schulden würden wirksam bleiben. Bei dem dem der vor- doch Schwierigkeiten bei der Einbringung der mili- sekretären blugebracht werden. Baldwin^wü d “ ...... Wege. D° zwei der,w.ch- « jebod) hebetf* n■ wm für b« . iu B«be sich Be- Ore Kiottenkonferenz Die Tonnagebegrenzung der kleinen Schisfsklassen. Abkommen prüfen könne, da drei Viertel der Abgeordneten nur an ihre Wiederwahl dächten. Frankreich könne morgen einer neuen und gefährlichen Spannung in seinen Beziehungen zu Deutschland gegenüberstehen. Taittinger fragt im „Ami du Peuble", wie könne man vernünftigerweise annehmen, daß die Sowjetrussen für Frankreich einen treuen und sicheren Verbündeten darstellen könnten, wenn sie gleichzeitig in Paris selb st Frankreichs hartnäckige Feinde seien. Das Militärbündnis mit Sowjetrußland sei ein verbrecherischer Irrtum, denn die Rote Armee sei nach den Be- tärrschen Voranschläge im 5—ö- - . tigsten militärischen Minister, Lord M o n s e l l und Lord Swinton, im Oberhaus säßen, müßten die Voranschläge für die Flotte, und die Luftstreitkräfte im Unterhaus von den betreffenden Unter st aats- neuen Begrenzungsvertrages sollen fünf bis sechs Jahre in Aussicht genommen worden sein. ° ° r'antwortl ich-M in ist er eingesetzt werden könnten. Marineminister Lord Monsell fei bereit, seinen Posten noch einige Monate beizubehalten, wenn es von Baldwin so gewünscht werde. Paris, 12. Febr. (DNB. Funkspr.) Die Aussprache über den französisch-sowjetrussischen Vertrag wird von Gegnern der Ratifizierung am' Hinblick auf die künftigen franzö deutschen Beziehungen erörtert. — „3our' hält es für ausgeschlossen, daß die „ster- werde. Laval habe noch während seiner Amtszeit eine seltsame Abneigung gegen den Pakt plan entwickelt und jeden Vorwand für den Aufschub seiner Ratifizierung ergriffen. Wahr- scheinlich habe er seine „halbe Hoffnung" auf eine Verständigung mit Deutschland niemals ganz aufgegeben. Die stärksten Anhänger Lavals seien auf der französischen Rechten zu finden, wo man den Gedanken eines Paktes mit einem Lande verabscheue, das seine kommuni st ische Tätigkeit in Frankreich nicht unterdrücken wolle und auch nicht an eine gerechte Regelung seiner hohen Schuldverpflichtungen aus der Vorkriegszeit denke. Aber auch die französische Hoffnung, daß zum mindesten Polen dem Pakt beitreten würde, sei nicht in Erfüllung gegangen, der Pakt werde daher wahrscheinlich ein Vertrag zwischen Räteruhland und Frankreich allein bleiben. Obwohl er wenig Begeisterung in Frankreich heroorgerufen habe, sei jetzt an seiner Ratifizierung nicht mehr zu zweifeln. Der Pakt bedeute eine weitere Versicherungspolice für die beiden vertragschließenden Parteien. In Berlin erkläre man, daß der Pakt ausdrücklich gegen Deutschland gerichtet sei. Die Antwort darauf laute, er richte sich indessen nur gegen einen Angreifer und verpflichte jeden der Unterzeichner, dem anderen im Falle eines Angriffes zu Hilfe zu kommen. Der Pakt sei weder eine Ausdehnung der Locarno-Verpflichtungen noch entbinde er die Völkerbundsmitglieder ihrer Pflicht nach Artikel 16. Sollte dieser jedoch sich als wirkungslos erweisen, dann könnte der Staat, der sich für angegriffen halte, zum mindesten eines Verbündeten sicher sein. Oesterreich und die Kleine Entente Oie Prager Initiative zu einer Annäherung im Oonauraum. richten militärischer Berichterstatter und Sachverständiger in Wirklichkeit nicht schlagkräftig. Außerdem werde Deutschland, das sich militärisch eingekreist fühle, sein Mißtrauen gegen Frankreich wenden. Das „Echo de Paris" erwartet von der Erklärung, die Flandin und Sarraut, wenn nicht gar Paul Boncour, in der Kammer über die „skandalöse Einmischung" der Sowjetrussen in die innerfranzösischen Angelegenheiten abgeben würden, nichts Befriedigendes. Die Regierung sei i m Schlepptau der Volksfront. Sie sei daher außerstande, Frankreichs Belange, Frankreichs Rechte und Frankreichs Ehre zu verteidigen. London, 11. Febr. (DNB.) Der technische terausschuß der Flottenkonferenz hat die Tonnagebegrenzung der Schlachtschiffe vorläufig aufgeschoben, da hier große Meinungsverschiedenheiten be« stehen. Der Ausschuß hat jedoch eine vorläufige Einigung über die Begrenzung der anderen Schiffstypen erzielt. Die Abmachungen stützen sich auf die Vorschläge des englischen Marineministers Lord Monsell. Sie umfassen: Begrenzung der Kreuzertonnage auf 8000 Tonnen mit 6,1-Zoll-Geschützen, der Flugzeugträger auf 22 000 Tonnen mit 6,1-Zoll-Geschützen, der Unterseeboote auf 2000 Tonnen mit 5,1-Zoll- Geschützen, der Z e r ft ö r e r auf 1850 Tonnen mit 5,1-Zoll-Geschützen bzw. Verschmelzung der Kreuzer- und Zerstörertypen mit einer oberen Grenze von 7500 bis 8000 Tonnen. Als Laufdauer eines liegenden Abkommen handele es sich aber um einen rein politischen Vertrag. Abgeordneter Ferdinand Laurent erinnerte daran, daß der Berichterstatter den Pakt gewissermaßen in den Rahmen des Völkerbundes gestellt habe, den er als umfassenden Verband bezeichnete, obwohl weder die Vereinigten Staaten, noch Deutschland, noch Japan, noch Brasilien in ihm vertreten seien. Lenin habe den Völkerbund seinerzeit als Verband von Räubern und von Bedrückern bezeichnet und Stalin ihn ein Stelldichein der imperialistischen Regierungen genannt, das nur neue Kriege oorberei- ten könne. Litwinow habe sich unlängst sehr abfällig über den Völkerbund geäußert. Der französisch-sowjetrussische Vertrag sei von militärischen, finanziellen und moralischen Gesichtspunkten aus zu beurteilen. In militärischer Hinsicht sei aus dem Wortlaut des Vertrages nicht genau ersichtlich, i n welchem Umfange Frankreich verpflichtet fei. Im Falle eines Krieges würde sich die sowjetrussische Unterstützung sehr langsam auswirken, während die französischen Truppen s o - fort an die Grenze geschickt werden müßten. Der militärische Wert der Roten Armee sei ferner sehr zweifelhaft. Ein Pakt des gegenseitigen Beistandes könne im übrigen nicht mit einem Lande abgeschlossen werden, das seine Schuldenoerpflichtungen nicht einhalte. Die französischen Sparer hätten vielleicht noch einige Hoffnung, Genugtuung zu erhalten, da H e r r i o t, der große Förderer der französisch-sowjetrussischen Annäherung, gleichmütig Vorsitzender des Verbandes der durch die Sowjetunion geschädigten Franzosen sei. (Allgemeines Gelächter.) Der Redner sprach ferner von den in Frankreich beschlagnahmten russischen Kapitalien und erwähnte, daß Leon Blum Rechtsberater des Treuhänders sei. Er erwarte also, daß Herriot und Leon Blum sich einigen würden, um den geschädigten Franzosen Genugtuung zu verschaffen. Die Sowjetbotschaft habe die Stirn gehabt, die französischen Abgeordneten zur Feier des Jahrestages der Sowjetrevolution einzuladen. Wenn man der Einladung gefolgt wäre, hätte man gleichzeitig den Verrat des Bundesgenossen gutgeheißen, der Frankreich viele Tote gekostet habe. Ein Vertrag mit der russischen Politik könne abgeschlossen werden, aber nie mit der Dritten Internationale und mit den Sowjets. Starke Abneigung der Rechten gegen den Pakt. Das Echo in London. London, 12. Febr. (DNB. Funkspruch.) „Daily Telegraph" schreibt, daß das Ergebnis der französischen Kammeraussprache die Rich- der französischen Außenpolitik bestimmen i 3 i e r u n g des französisch-sowjetrus- ischen Paktes vom 2. Mai 1935 zusammen. Der rechtsgerichtete Abgeordnete und ehemalige Finanzminister de Lafteyrie beantragte, die Aussprache solange zu vertagen, bis die Sowjetregierung die alten russischen Schulden anerkannt habe. Gleichzeitig brachte er einen Gesetzentwurf ein, nach dem die französische Regierung der Sowjetregierung keinerlei Kredite gewähren dürfe, solange die französischen Besitzer russischer Schuldenpapiere nicht entschädigt seien. Der Gesamtbetrag der russischen Schulden belaufe ich auf 25 Millionen Goldfranken. Der größte Teil ei nicht für imperialistische Ziele, sondern für die Frankreichs Pakt mit Moskau. Oie ungelöste Gchuldenfrage. — Keine Garantie gegen kommunistische Propaganda Trotzdem die Ratifizierung durch die Kammer wahrscheinlich. England will dieReichsverteidigung zusammensaffen Kehrt (Air Samuel Hoare in das Kabinett Baldwin zurück? wirtschaftliche Entwicklung Rußlands verwandt worden und sei ganz Rußland zugute gekommen. De Lafteyrie bezeichnete es als un- innig, einer ausländischen Regierung ein Darlehen zu gewähren, wo man mit England über Paris, 12. Febr. (DNB. Funkspr.) Die in Prag zwischen dem österreichischen Kanzler und dcm tschechoslowakischen Ministerpräsidenten begonnenen Besprechungen, die in Paris durch die Fühlungnahme Flandins mit den Herrschern und politischen Vertretern des größten Teiles der interessierten Länder des Balkans fortgesetzt wurden, sollen weiter fortgeführt werden. Die tschechoslowakisch-österreichischen Wirtschaftsbesprechungen sollen noch vor dem 24. Februar beendet werden, damit auf der Wirtschafts- konferenz der kleinen Entente in Prag die tschechoslowakischen Minister mit ihren südlawischen und rumänischen Kollegen die Möglichkeiten einer Ausdehnung dieser wirtschaftlichen Zujammenarbeit auf alle Donauländer prüfen können. Ministerpräsident Hodza soll sich am 21. Februar nach Belgrad begeben wollen, um dort diese Fragen durchzusprechen. In Südsla- roien soll man jedoch noch stark zurückhaltend sein. Hodza wird sich auch nach B u k a - r e st begeben. Bei seiner Pariser Besprechung mit dem rumänischen Außenminister Titulescu soll eine vollkommene Einigung über alle schwebenden Fragen erzielt worden sein. Ende des Monats wird der tschechoslowakische Ministerpräsident dem österreichischen Kanzler seinen Gegenbesuch in Wien abstatten, um ihm über das Ergebnis seiner Besprechungen Mitteilung zu machen. Der Erfolg einer Organisierung Mitteleuropas und des Balkans fetzt nach Meinung französischer Kreise eine wirtschaftliche Zusammenarbeit und eine politische Entspannung voraus. Als Endziel müsse man an den A b s ch l u ß gegenseitiger Beistandsoerträge denken. Für die wirtschaftliche Zusammenarbeit fasse man für den Anfang die Form von zweiseiti- ten Abkommen ins Auge. Ein derartiges System würde die Gleichheit in der Behandlung aller beteiligten Staaten zur Voraussetzung haben. Man habe mit Oe st erreich begonnen, aber die Abmachungen würden auch Ungarn London, 11. Febr. (DNB.) Das von Konteradmiral Sir Murray S u e t e r in einem Gesetzentwurf vorgeschlagene Wehrministerium soll aus einem Kabinettsmitglied und aus drei Staatssekretären für Admiralität, Kriegsministerium und Luftfahrtminifterium bestehen. Diese drei Staatssekretäre sollen dem Kabinettsmitglied, das gleichzeitig Präsident eines Reichsverteidigungsrates sein würde, unmittelbar verantwortlich sein. Die Regierung soll besondere Vollmachten für die Bildung des Verteidigungsrates unter der Führung des Wehrministers erhalten. Gleichzeitig ist die E n t s e n d u n g v o n Vertretern der Dominions in diesen Verteidigungsrat vorgesehen. Der Wehrminister werde der Regierung für die richtige Behandlung aller mit der Verteidigung des Landes zusammenhängenden strategischen und taktischen Fragen verantwortlich sein. Auch die Rekrutierung solle zum Aufgabenbereich des Wehrministeriums gehören. Die Beschaffung von Kriegsmaterial und Die staatliche Förderung der Derkehrsluftfahrtunternehmungen sollen zu den Aufgaben des neuen Ministeriums gehören. Eine Reihe von Abgeordneten hat sich bereit erklärt, den Gesetzentwurf des Admirals zu unterstützen, doch sind die Aussichten auf eine Annahme dieses Gesetzes nur gering, weil d i e Regierung die Ansichten über die Notwendigkeit der Schaffung eines Wehrminifteriums nicht teilt. Konteradmiral Sueter gehört im Unterhaus zu der imperia- London, 11. Febr. (DNB.) Der von feinem Erholungsaufenthalt in der Schweiz nach London zu- rückgekehrte frühere Außenminister Sir Samuel Hoare hatte am Dienstagvormittag eine Unterredung mit Ministerpräsident Baldwin. „Manchester Guardian" meldet, daß die Regierung Sir Samuel Hoare zum Mini st er für die Zusammenfassung der Verteidigung (nicht zu verwechseln mit dem Posten eines Wehrministers) ernennen wolle, um ihn auf diese Weise wieder zum Mitglied des Kabinetts zu machen. Da die Regierung den Anschein vermeiden wolle, als ob er über sämtliche drei Wehrministerien zu verfügen habe, würde er in das Kabinett als M i - nifter ohne Geschäftsbereich eintreten und im Unterhaus alle Fragen zu beantworten haben, die sich auf die Verteidigung bezögen, eine Aufgabe, die bisher der Premierminister als Vorsitzender des Ausschusses für Reichsverteidigung gehabt t)abe. Sir Samuel Hoare werde weiter Vorsitzender eines ständigen Verteidigungsausschusses werden, der aus den Ministern und Chefs der Wehrämter bestehen würde. Dieser Ausschuß würde im Falle eines Krieges den Oberst e n Kriegsrat abgeben. Der der Regierung nahestehende „Daily Telegraph" meldet jedoch, daß eine unmittelbare Aussicht auf eine Kabinettsumbildung oder die Schaffung eines neuen Regierungspostens für Hoare nicht bestehe. Der gestrige Besuch Sir Samuel Hoares bei Ministerpräsident Baldwin fei rein persönlicher Natur yewesen und habe keine andere Bedeutung. Allerdings hege man in gut unterrichteten Kreisen nicht den geringsten Zweifel, daß Hoare eines Tages wieder in die Regierung aufgenommen werde, jedoch erst, wenn seine Gesundheit wieder voll hergestellt sei. Die konservative „Morning Post" berichtet, daß Ministerpräsident Baldwin es aus vielen Gründen vorziehe, die geplanten Postenwechsel im Kabinett erft im. Herbst vorzunehmen. Dieser Absicht stünden je- Antrag auf Todesstrafe im Königsnwrdvrozeß von Aix. Paris, 12. Febr. (DNB.) Im Königsmordprozeß in Aix stellte der G e n e r a l st a a t s a n w a l t in seiner Anklagerede fest, daß König Alexander von Jugoslawien durch die Ustaschi zum Tode verurteilt worden sei, und nicht nur der König, sondern alle Staatsmänner, die Freunde Jugoslawiens gewesen seien. Der Vertreter der Anklage fuhr fort: „Die Angeklagten haben protestiert, sie wollen nicht als Verbrecher betrachtet werden. Sie sagen, sie seien Helden und kroatische Patrioten. Aber für uns sind sie Verbrecher nach dem allgemein gültigen Recht und nichts anderes. Ihre Beweggründe gelten nicht. Es gibt kein politisches V er - brechen, und die menschliche Gesellschaft wäre in Gefahr, wenn man derartige Entschuldigungen zuließe. Wer tötet, ift Mörder und muß als solcher bestraft werden. Diese drei Männer sind Mittäter des Mörders Kale m e n. Sie haben an der Vorbereitung des Verbrechens mitgeholfen. Sie waren sogar bereit, den Platz des Mörders einzunehmen, wenn der Anschlag mißglückt wäre. Folglich müssen sie so bestraft werden, als wenn sie fei bst die T a t vollbracht hätten. Ich beantrage daher d i e Todes st rase gegen alle drei 21 n g e = klagten. Es sind Berussv er breche r, jede Nachsicht wäre eine Beleidigung der Idee der Gerechtigkeit, eine Beleidigung gegenüber der Nationaltrauer Jugoslawiens und Frankreichs und eine Mißachtung der Auffassung aller ehrenwerten Menschen." n ift if cf) e Partei, als die Verhaftung Francos bekannt wurde, ein Manifest herausgab, in dem sie zum Generalstreik auf forderte, um die Befreiung Francos zu erzwingen, „den man gefangen halte, weil er von den Kriegsteilnehmern und vom Volke zum Präsidenten ausgerufen werden sollte, der dem Volke Land, Geld und Freiheit geben würde". Die kommunistische Gefahr hat sich jetzt also auch in Paraguay unverhüllt gezeigt. Daß sogar im Kriege bewährte Offiziere in die Netze des Bolschewismus verstrickt werden konnten, hat doch allgemeine Ueberraschung ausgelöst. Die Regierung aber hat, wie gesagt, mit eiserner Strenge durchgegriffen. Major Gonzalez, dem dokumentarisch nachgewiesen werden konnte, daß er dazu ausersehen war, den Staatspräsidenten Dr. Ayala und General Estigarribia zu ermorden, wurde aus der Heeres- rangliste gestrichen und sofort verbannt. Oberst Franco und Major I r a l a befinden sich noch in Haft. Erst die Untersuchung über die Zusammenhänge wird volles Licht in die Angelegenheit bringen. Die Stellung der Regierung hat sich durch das energische Zugreifen ohne Frage gefestigt. Die Liberale Partei erließ einen Ausruf, in dem sie den Präsidenten Dr. Ayala ihrer Unterstützung und Sympathie versichert. In der Hauptstadt und in den anderen Landesteilen, die ja allerdings kaum in Mitleidenschaft gezogen worden waren, herrscht wieder vollkommen Ruhe. Ob sie von Dauer sein wird, steht natürlich noch dahin, doch ist es anzunehmen. Denn es ist wahrscheinlich, daß die Kommunisten auch jetzt wieder die Taktik anwenden, die sie schon wiederholt in Südamerika angewandt haben: sich eine Zeitlang völlig ruhig zu verhalten, nachdem sie das Feuer einmal zum raschen Auf- slammen gebracht haben. Daß aber dieses Feuer weiter unter der Asche schwelt und dauernd von Moskau genährt wird, darüber ist man sich in ganz Südamerika jetzt nicht mehr im Zweifel! und Bulgarien offen stehen. Die Beteiligung Bulgariens werde nach den bisherigen Besprechungen leicht zu erreichen sein. Tschechische Hmiergedanken. Paris, 12. Febr. (DNB. Funkspr.) Minister- Präsident Hodza hat dem „Journal" erklärt, daß es nach seiner Auffassung nach dem Erwachen der dynamischen Kräfte Deutschlands für die „Hüter von Gesetz und Ordnung" in Europa keine Ruhe mehr gebe. Man habe nach dem Kriege zunächst geglaubt, die Dinge laufen lassen zu können. Infolgedessen sei der „R e v a n ch e g e d a n k e" rasch emporgestieqen. Er glaube zwar nicht an eine unmittelbare Gefahr. Aber das Fehlen einer unmittelbaren Bedrohung sei nicht auf eine wahrhaft friedliche Gesinnung zurückzuführen, sondern sei gewissermaßen das Ergebnis einer Tarnung, „infolge der Klugheit der deutschen Militärs, die den Boden sorgfältig vorbereiten wollten." Nicht die Forderungen und Ziele seien aufgegeben worden, es handele sich vielmehr um eine kluge Verbindung zwischen Diplomatie und Macht. Man müsse daher der Gefahr zuvorkommen. Ministerpräsident Hodza ging dann auf seine mitteleuropäischen Pläne ein. Er glaube, daß ein wirtschaftlicher und politischer Zusammenschluß der Kleinen Entente und Oester- r e i ch s möglich sei, dem später auch Ungarn beitreten könne. Dieser Zusammenschluß sei gegen niemanden gerichtet, vor allem nicht gegen Italien. Er habe bereits Mussolini dahingehend unterrichten lassen. Mr die Tscheche), slowakei sei der Völkerbund die Grundlage jeglicher zwischenstaatlicher Zusammenarbeit. Mitteleuropa müsse sich jedoch auf einen weiteren Beistand stützen können. Diese Pfeiler seien neben Italien England, Frankreich und SowjetrußlanL. Neben der Zusammenfassung der Staatengruppen von Mitteleuropa müsse ein ausgedehnteres Abkommen „für den Sonderfall eines deut- OerOeviseuprozeß gegen dieBreslauer Grauen Schwestern. Berlin, 11. Febr. (DNB.) In dem Devisenprozeß gegen die Grauen Schwestern aus Breslau erhielten die Generalsekretärin Anna K o s ch i g 3 Jahre 6 Monate Zuchthaus, 5 Jahre Ehrverlust und 56 500 Mark Geldstrafe; die Prokuratorin Olga Steuer 1 Jahr 6 Monate Gefängnis und 11000 Mark Geldstrafe sowie die Generalvikarin Augusta Liedtke 1 Jahr 3 Monate Gefängnis und 10 000 Mark Geldstrafe. Direktor Schneider der Hilfsgemeinschaft für katholische Wohlfahrts- und Kulturpflege wurde freigesprochen. Zugunsten des Reiches wurden 80 000 Gulden Obligationen eingezogen. Auch in diesem Prozeß spielte der illegale Rückkauf von Auslandobligationen eine entscheidende Rolle. Die Generalsekretärin Koschig setzte sich mit den Auslandfilialen des Ordens in Verbindung und sorgte dafür, daß die dem Mutterhaus geschuldeten Beträge, die normalerweise als Devisen nach Deutschland bineingeflossen wären, auf ein Sonderkonto einer Amsterdamer Bank eingezahlt wurden, wo sie dem Rückkauf der Obligationen dienten. Das Urteil im Devisenprozeß gegen die Canisius-Gchwestern. Berlin, 11. Febr. (DNB.) In dem Devisenprozeß gegen die Schwestern des Canisius-Ordens aus Konstanz und Mainz erhielten die Konstanzer Oberin Maria Breitner 3Vr Jahre Zuchthaus und 4 Jahre Ehrverlust, ihre finanzielle Beraterin, Franziska Schutzbier, 3 Jahre Zuchthaus und 3 Jahre Ehrverlust, während Ordensschwester Christine Rupprecht mit 2 Wochen Gefängnis davonkam, die als durch die Untersuchungshaft verbüßt gelten. Als Leiterin der Mainzer Filiale wurde die nicht erschienene Oberin Helene Deutsch zu 2 Jahren und 2 Wochen Zuchthaus und 3 Jahren Ehrverlust und ihre Finanzberaterin, Elisabeth Gut zu 9 Monaten Gefängnis verurteilt. Ferner erkannte das Sondergericht gegen den 58jährigen Pilgerführer Josef Romer auf 1 Jahr 9 Monate Zuchthaus und 3 Jahre Ehrverlust, gegen feine Nichte Barbara Müller auf 7 Monate Gefängnis, sowie gegen den Balthasar Strobel auf IVe Jahre Zuchthaus und 2 Jahre Ehrverlust. Es wurden Werterfatz- und Geldstrafen von 100 bis 20 000 RM. verhängt und die Mithaftung des Ordens ausgesprochen, lieber die Konstanzer Filiale sind unter Verletzung der Devisenbestimmungen und zum Teil auch unter Mißbrauch der Ordenskleidung von Konstanz und Mainz aus erhebliche Beträge nach dem ausländischen Mutterhaus des Canisiusordens in Freiburg (Schweiz) geflossen. Die verurteilten Mitangeklagten der Ordensschwestern unterhielten bei dem Schweizer Mutterhaus Guthaben, die sie entgegen den Bestimmungen des Volksverratsgesetzes den deutschen Devisenstellen nickst angemeldet haben. listischen Churchill-Amery-Gruppe, die eine B e • trauung Churchills mit Hein „Posten des zu schaffenden Wehrministeriums befürwortet. In einem Briefe an den „Daily Telegraph setzt auch Großadmiral Sir Roger K e y e s für Oie trauung Churchills mit diesem Posten ein. ien beim Minimum aber über die Marsbahn hinaus- es ida. eine ben wir sie etwa in über dem Erd- Riesenstern, der zahlreiche langreichen. Der Rauminhalt dieses Riesensterns ist 30 Millionen mal so groß wie die Sonne, aber seine Masse dürfte kaum mehr als 50 Sonnenmaßen betragen, was auf eine fast unvorstellbar geringe Dichte schließen läßt, wie der Stratosphäre, 40 Kilometer boden, antreffen. Beteigeuze ist nicht der einzige Pulsationen ausführt. Es gibt Der (Streif auf bem ßonboner Fleischmarkt Smithfield ist nach einer Dauer von 10 Tagen beendet. Die Fleischergesellen und Arbeiter nahmen am Mittwochmorgen ihre Arbeit wieder auf, nachdem ihnen von den Arbeitgebern die Eröffnung von Lohnverhandlungen in Aussicht gestellt worden ist. Katholischer Kaplan wegen Weitergabe marxistischer Hetzschriften verurteilt. Berlin, 11. Dez. (DNB.) Der Erste Senat des Volksgerichtshofes verurteilte den katholischen Kaplan Center aus Dresden wegen Vergehens gegen das Gesetz gegen heimtückische Angriffe auf Staat und Partei zu einer Gefängnisstrafe von zwei Jahren. Kenter hatte, wie er selbst auch eingestand, marxistische Hetzschriften übelsten Inhalts weitergegeben. Es befanden sich darunter auch solche, die in Form eines Gebetes im Stil der bekannten marxistischen Gottlosenpropaganda gegen Bei der Nachwahl zum Unterhaus im schottischen Wahlkreis Rotz and Cromarty erhielt der Domi- nienminister Malcolm Macdonald 8949 Stimmen, während sein konservativer Gegenkandidat, der Sohn Winston Churchills, nur 2427 Stimmen, der arbeiterparteiliche Kandidat Mac Neil 5967 und der Liberale Thomas 738 Stimmen erhielten. M- Un. Tonnage« heilen be. vorläufige 'oberen ien stützen arinemini. egrenzung Men mit ger auf der Un. 5,1-Zoll- innen mit )er Kreu- >n Grenze wer eines i bis sechs n. mit Sicherheit nachzuweisen, daß er die auf den Sturz der Regierung gerichteten Ziele der illegalen SPD. fördern .wollte. Er wurde deshalb nur wegen Greuelpropaganda verurteilt, jedoch mit Rücksicht auf die besonderen Umstände des Falles zu der hierfür vorgesehenen H ö ch st st r a f e von zwei Jahren. Kleine politische Nachrichten. Der Führer und Reichskanzler hat Seiner Heiligkeit dem P a p st zum Krönungstage telegraphische Glückwünsche übermittelt. ner Amts- igen ben rroanb für * fjen. Wahr- 1 j" aus eine ; ganz auf- s feien auf f o man ben inbe verad- ;ätigleit wolle unb schon Angriffs auf Oesterreich" und schließlich ein noch umfassenderes Abkommen abgeschlossen werden, das im Verlaufe eines für den „Friedensfreund" Hodza anscheinend feststehenden deutschen Angriffs im Osten oder Westen die Zusammenarbeit sämtlicher Völkerbundsstaaten festlege. Der Verwirklichung dieses Zieles sei man vielleicht schon näher, als die meisten ahnten. Der enge Zusammenschluß der Westmächte Europas sei die wesentlichste Tatsache der letzten Wochen. Italien „wacht am Brenner". Mailand, 12. Febr. (DNB. Funkspruch.) „Gazzetta del Popolo" widerspricht energisch der in Frankreich und England verbreiteten Ansicht, daß das afrikanische Unternehmen Italien für eine wirksame europäische Mitarbeit lahm lege. Dies sei durchaus unrichtig. Auch wenn der afrikanische Feldzug mehr Menschen und mehr Material in Anspruch nehme, als man oor- ausgesehen hätte, — von einer Schwächung Italiens zu reden, sei anmaßend und entspreche in keiner Weise den Tatsachen. Man möge nicht außeracht lassen, daß die italie- nische Mobilisierung rund 7 Millionen Mann vorsehe. Es sei kein Geheimnis, daß seit langem daran gearbeitet werde, diese Mobilisierung praktisch wirksam werden zu lassen. In keinem Lande sei die vormilitärische Ausbildung so ausgedehnt und ernsthaft durchgeführt wie in Italien. Die Waffenfabriken arbeiteten ununter- 'Ä JMdnbe Men । bereit, halten Oe. ' l aus ber bie /ranjö- ölen bem süllung lhrscheiM tufolanb Obwohl er nvorgerusen icht mehr zu ere Dersiche« fcenben Par- ih ber Pakt let sei. Die nbeffen nur i verpflicht n im Falle Der Pakt I« Derpslichtun' ^bsmitglieder dieser jedoch könnte ber zum nrinde- periodische unregelmäßige Veränderliche von roter Farbe, wie den berühmten Granat st em im Cepheus, nur sind sie meist so ungeheuer weit entfernt, daß man nicht einmal ihren Abstand, geschweige denn ihre Größe messen kann. Eine andere Klasse pulsierender Riesensterne sind die nach ihrem hellsten Vertreter Delta im Cepheus sogenannten Cepheiden. Im Gegensatz zu den unregelmäßigen Schwankungen der roten Giganten erfolgen die Pulsationen der weißen Cepheiden in kurzen, regelmäßigen Rhythmen von wenigen Stunden bis zu etwa 80 Tagen. Delta im Cepheus hat z. B. eine Periode von 5% Tagen, während der sich die scheinbare Helligkeit um 0,7 Größenklassen ändert. Im Lichtmaximum strahlt dieser Stern 600 mal so stark wie die Sonne, im Minimum ist seine Leuchtkraft nur halb so groß. Von größter Bedeutung für die Astronomie ist es, daß bei den Cepheiden ein gesetzmäßiger Zusammenhang besteht zwischen der Leuchtkraft und der Länge der Periode. Wie ein Pendel um so langsamer schwingt, je länger es ist, so pulsieren jene Riesensterne um so langsamer, je größer und Heller sie sind. Auf Grund dieser Beziehung zwischen Periode und absoluter Helligkeit ist es möglich geworden, auch die Abstände sehr ferner Sternhaufen und Spiralnebel, die sich der direkten Messung entziehen, mit Hilfe der in ihnen vorhandenen Cepheiden zu bestimmen. Man braucht nur die Periode festzustellen und kennt dann auch die absolute H e l l i gk e i t, die unter Berücksichtigung der scheinbaren Helligkeit ohne weiteres den Abstand zu berechnen gestattet. So ergab sich die Entfernung des berühmten Kugel st ern- haufens im Herkules, in dem über 50000 Sonnen ihren harmonischen Reigen vollführen, darunter zahlreiche Cepheiden, zu 36 000 Lichtjahren und der Abstand der nächsten Spiralnebel zu rund eine Million Lichtjahren. Die Cepheiden bilden also gewissermaßen den Schlüssel für Entfernungsbestimmungen im Weltenraum, ja man kann diese Blinksterne geradezu als Meilensteine des Weltalls betrachten, die es dem Astronomen ermöglichen, Entfernungen zu überbrücken, an die noch vor wenigen Jahrzehnten niemand zu denken wagte. Welches ist die Ursache der Pulsationen? Diese Frage ist leichter gestellt als beantwortet. Trägt man die Helligkeitsschwankungen graphisch auf, so zeigt diese Lichtkurve bei allen Cepheiden einen raschen Anstieg zum Maximum und ein langsames Absinken zum Minimum. Genau parallel damit gehen Ausdehnung und Zusammenziehen des Gasballs. Aus der Verschiebung der Spektrallinien läßt sich direkt die Geschwindigkeit des Aufblähens und Wiederzusammensinkens messen. Sie beträgt bei Delta im Cepheus 40 Kilometer in der Sekunde, und um 2% Millionen Kilometer wächst der Durchmesser dieses Riesensterns innerhalb von 24 Stunden. Es müssen also ganz ungeheure Kräfte sein, die die Cepheiden befähigen, derartige Pulsationen auszuführen. Offenbar kommen als Ursache der rhythmischen Bewegungen nur gewaltige Explosionen in Betracht, wie wir sie von den sogenannten „Neuen Sternen" kennen. Das Aufleuchten eines neuen Sterns, das wir erst im Dezember vorigen Jahres erleben konnten, beruht auf einer explosionsartigen Ausdehnung der Sternhülle infolge chemischer Umwandlungen im Innern des Sterns, die das Gleichgewicht zwischen Schwerkraft und Strahlungsdruck stören. Dabei steigt die Leuchtkraft plötzlich auf das 10 000- bis 50 000fache der normalen an, um nach einigen Wochen oder Monaten wieder auf den ursprünglichen Betrag zurückzugehen, allerdings unter Schwankungen, die eine auffallende Ähnlichkeit mit den Helligkeitsänderungen der Cepheiden besitzen. Sehr wahrscheinlich führen die neuen Sterne nach ihrem Aufleuchten ähnliche Pulsationen aus wie die Cepheiden. Bei Riesensternen mit sehr geringer Dichte werden sich diese rhythmischen Bewegungen lange erhalten, während sie bei Zwergsternen von hoher Dichte, wie z. B. 'unserer Sonne, infolge der größeren inneren Reibung nach relativ kurzer Zeit wieder verschwinden. 'we Be. 'M sich 1 bie Be. n. Vor neuen Kämpfen an der Südfront. Dei Italiener bereiten vor Somalien zwei neue Angriffe vor. Addis Abeba, 11. Nov. (DNB.) Die Lage an beiden Fronten hat sich in den letzten acht Tagen infolge der Regenfälle, die jedes Vorgehen unmöglich machten, nicht verändert. An der Nordfront sind große Kampfhandlungen kaum zu erwarten, da die Italiener Befestigungsanlagen bauen und Truppen von Eritrea nach der Südfront verschiffen. Die Italiener scheinen für Ende Februar groß Angriffspläne an der Südfront zu haben. Kriegsmaterial, Tanks, Kraftwagen mit Lebensrnitteln, ferner starke Askari-Abteilungen werden am Ga- nale Doria und im Neghelli-Gebiet bereitgestellt: ebenso auf der Basis Gerloghubi-Gerahai-Waran- dab. Ein Angriff wird aller Voraussicht nach in Richtung Ala11a erfolgen, um die Seenplatte zu erreichen, während sich ein zweiter Stoß wiederum gegen Harrar richten wird. Die Abessinier ziehen in der Provinz Bali Truppen zusammen, um einem italienischen Angriff entgegentreten zu können. Sämtliches in Abessinien eintreffendes Kriegsmaterial, besonders Flugzeug- und Tankabwehr, wird an die Südfront gebracht. JtoofeDcUfüreineneue panamerikanische Friedenskonferenz. Washington, 12. Febr. (DNB. Funkspruch.) Präsident Roosevelt teilte mit, daß er persönliche Schreiben an bie Oberhäupter aller lateinamerikanischen Regierungen über eine pan-amerikanische Friedenskonferenz gerichtet habe. Das Flugzeug mit den Schreiben Roosevelts sei durch schlechtes Wetter einen ganzen Tag aufgehalten worden. Die neue Pan-amerika- nische Konferenz werde neben Maßnahmen zur Förderung des Friedens auch Handelsfragen behandeln. Kein Verzicht Englands auf Kolonien oder Mandate. London, 12. Febr. (DNB. Funkspruch.) Im Unterhaus steht ein konservativer Antrag zur Aussprache, der erklärt, daß das Unterhaus eine Übertragung britischer Kolonien oder Mandatsgebiete an andere Wenn wir von Sternen erster ober zweiter Größe sprechen, so meinen wir damit bekanntlich ihre scheinbare Helligkeit. Heber die wirkliche Größe ist damit nichts ausgesagt, denn um diese zu ermitteln, ist die Kenntnis der Entfernung notwendig. Es war ein langer und rauher Weg vom ersten Fixsternkatalog der Alexandriner (300 v. Chr.) bis zur Ermittlung der Firsternentfernungen durch B e f s e l. Denn erst der Astronomie des 19. Jahrhunderts mit ihrer bedeutenden Verfeinerung der Instrumente war es vorbehalten, den Abstand einiger Fixsterne einwandfrei zu messen. Freilich waren es zunächst nur solche Sterne, deren große Eigenbewegung am Himmel schon darauf schließen ließ, daß ihre Entfernung relativ aering sein mußte. 1835 bestimmte der Königsberger Astronom B e s s e l, ein außergewöhnlich geschickter Beobachter, erstmalig den Abstand des Doppelsterns 61 im Schwan zu 90 Billionen Kilometer, die vom Lichtstrahl in 9% Jahren durchlaufen werden, während für den Weg von der Sonne zur Erde nur 8 Minuten erforderlich sind. In den folgenden Jahrzehnten konnten durch Winkelmefsung zahlreiche Fixfternabstände bis zu etwa 100 Lichtjahren bestimmt werden. Damit war die Möglichkeit gegeben, auf photometrischem Wege die Leuchtkraft der Sterne mit der Sonnenhelligkeit zu vergleichen, mit dem Ergebnis, daß die helleren Fixsterne, die schon seit dem Altertum zu bestimmten Gruppen oder Bildern zusammengefaßt wurden, ausnahmslos etne bedeutend größere Leuchtkraft besitzen als unsere Sonne. Könnten wir uns von der Sonne mit Lichtgeschwindigkeit entfernen, so würde unser herrliches Tagesgestirn in 9 Lichtjahren oder Siriusabstand nur als Stern 2. Größe erscheinen und in 50 Lichtjahren als Stern 6. Größe unseren Blicken entschwinden. Nun sind aber fast alle Sterne 1. und 2. Größe weiter als 9 Lichtjahre entfernt und müssen demnach bedeutend heller sein als die Sonne. Beispielsweise sand man, daß Sirius 27, Wega 60, Capella 170 mal so viel Licht ausstrahlt wie unsere Sonne. Merkwürdigerweise gibt es ne- Die deutsch-schweizerischen Wirtschaftsoerhandlungen sind mit der Unterzeichnung einer 8. Z u s a tz v e r e i n b a r u n g zu dem Abkommen über den Warenverkehr zwischen Deutschland und der Schweiz vom November 1932, einer Vereinbarung über die Regelung der Käseeinfuhr für das Jahr 1936 und verschiedener sonstiger wirtschaftlicher Abmachungen abgeschlossen worden. Meilensteine des Weltalls. Riesensterne. — Achtzigtausendfache Sonnenhelle. — pulsierende Gaskugeln. Von Or. Erwin Kossinna. Anzahl (Sterne erster Größe wie Beteigeuze, Anta- res, Rigel, Daned, Canopus, deren Entfernung so groß ist, daß sie erst in letzter Zeit, zum Teil auf spektroskopischem Wege, mit einiger Genauigkeit festgestellt werden konnte. Ihr Abstand liegt zwischen 300 und 650 Lichtjahren und ihre Leuchtkraft muß demnach viele tausend Mal größer sein als die der Sonne. Nach den neuesten Messungen besitzt R i g e l, der weißfunkelnde hellste Stern im Orion, bei einer Entfernung von 540 Lichtjahren 18000fache Sonnenhelligkeit. Canopus am Südhimmel in 650 Lichtjahren Abstand übertrifft gar die Sonne 80 000 mal an Leuchtkraft! Würde dieser ungeheure Glutball uns so nahe stehen wie Alpha Centauri, der nächste Fixstern, so würde er uns so hell erscheinen wie der Vollmond und ein Licht verbreiten, bei dem man noch ganz gut lesen könnte. Die Verteilung der Lichtriesen in unserem Sternsystem ist jedoch derart, daß sie zwar sich in der Milchstraße häufen, aber die nähere Umgebung der Sonne meiden, was einer der Hauptgründe ihrer späten Entdeckung gewesen ist. Bei einzelnen roten und gelben Riesen hat man den Durchmesser mit dem Interferometer des 2XA- Meter-Spiegels auf dem Mount Wilson = DbferDa= torium (Kalifornien) direkt messen können. Danach sind Beteigeuze, Antares und Mira (im Walfisch) ungefähr 300 mal so groß wie die Sonne, also von der Ausdehnung der Marsbahn (450 Millionen Kilometer). Das merkwürdigste Ergebnis dieser Messungen aber war, daß der Durchmesser von Beteigeuze nicht derselbe blieb, sondern schon im Laufe eines Jahres starke Schwankun- g e n aufwies, die über ein Viertel feiner mittleren Größe ausmachen, also reichlich 100 Millionen Kilometer. Um so viel dehnt sich diese gewaltige Gaskugel aus und zieht sich wieder zusammen. Die Helligkeitsänderungen laufen mit diesen Pulsationen ungefähr parallel, jedoch so, daß der kleinste Durchmesser einem Lichtmaximum, der größte einem Minimum entspricht. Denken wir uns Beteigeuze an Stelle der Sonne im Mittelpunkt un eres Planetensystems, so würde beim brachen, die Zahl der Flugzeuge erhöhe sich von Tag zu Tag. Auch die Kriegsmarine werde unaufhörlich verstärkt. Glaube man wirklich, daß ein Land, welches 7 Millionen mobilisieren könne und dessen geistige Verfassung von hohem politischen und militärischen Wert sei, sich in Europa nur deswegen nicht Geltung verschaffen könne, weil 300 000 Mann nach Afrika geschickt habe? inten. Mnister' !>-.>- & ieÄ«t * Mner un1 * »w Arn ^5 Ar fein« nn d.b aube, e n* u n d v 1 bei« h M°",-n h I« 6n d)! r'tn« Ä» "AS jt-r'"ie« bet, die Antragsteller seien der Ansicht, daß eine Regierungserklärung im Sinne der Entschließung dringend notwendig sei, um Mißoer st änd- nisse im Auslande zu beseitigen und die Kolonien zu beruhigen. Die „Times" schreibt, der Kolonialminister Thomas werde voraussichtlich eine beruhigende Erklärung abgeben. Sollte seine Erklärung jedoch unbefriedigend ausfallen, würden weitere Abgeordnete ihre Namen unter die Entschließung setzen. Wem gehören die Falklands-Inseln? London, 10. Febr. (DNB.) Die argentinische Regierung hat vor einiger Zeit Briefmarken herausgegeben, auf denen die Falklandsinseln als argentinischer Besitz dargestellt werden. Im britischenUnterhaus teilte Eden mit, daß die britische Regierung irgendwelche Ansprüche auf diese Inseln, die britisches Gebiet seien, nicht zulassen könne. Der argentinischen Regierung seien die Ansichten der britischen Regierung in dieser Angelegenheit sehr wohl bekannt, doch habe oer Botschafter in Buenos Aires noch einmal die Aufmerksamkeit der argentinischen Regierung auf diese Tatsache gelenkt, mit dem Hinweis, daß solche Maßnahmen wie die Ausgabe der Briefmarken die guten Beziehungen zwischen beiden Ländern störten. die Regierung hetzten. Trotz erheblichen Verdachtes, Lichtmaximum ihre Oberfläche bis zur Erdbahn, des Hochverrats war dem Angeklagten nicht1 ----w—— hochkonnten — notwend ner ganzen edlen Jahrgang zu Fülle zu entwickel ragenden 33er Mc wertig, daß wir di ALVA-Mischung r Aus aller Welt. ^ZTodesopfereinesEisenbahnunglücks in Südbulgarien. 3n der Nähe des südbulgarischen Bahnhofs Asparu- chowo sl i e h e n am Dienstag gegen 20 Uhr zwei sog. gemischte Züge, d. h. aus Personen- und Güterwagen zusammengestellte Züge bei dichtem Schneetreiben zusammen. Das Unglück hat bisher 13 lote, darunter eine Frau, gefordert. Sechs Personen sind verletzt worden. Die beiden Lokomotiven und 35 Personen- und Güterwagen wurden schwer beschädigt oder völlig zertrümmert. Die Wagen sind ineinandergefahren, so dah man ihre einzelnen Teile auseinandersägen oder -schweihen muh, um die Toten und Verwundeten bergen zu können. Die Retkungsarbeiten dauerten die ganze Nacht über an. Sie wurden durch das anhaltende Schneetreiben außerordentlich erschwert. Obwohl der Bahnhofsvorsteher von Asparuchowo, der das Durchfahren des Zuges bemerkt hatte und das Unglück voraus- fah, sofort die nächsten Bahnstationen benachrichtigt hakte, konnte der Zusammenstoß nicht verhindert werden. In dem Schneesturm waren die Warnungsschüsse und die Notsignale von den Lokomotivführern überhört worden, so dah beide Züge in voller Fahrt aufeinanderstiehen. OieMordsacheKorn imGeefeldprozeß Nachdem im Prozeß Seefeld in der vorigen Woche eine Tatortbesichtigung in der Mordsache Korn- Lübeck oorgenommen worden war, fand am Dienstag die Vernehmung der Zeugen zu diesem Fall statt. Der als Zeuge vernommene Junge aus Berlin, der mit Seefeld 84 Tage lang kreuz und quer umhergewandert war, gab an, daß er mit dem Angeklagten in der Moroschonung übernachtet habe, und zwar nur 10 bis 20 Meter von der Fundstelle der Leiche des kleinen Hans Korn entfernt. Während Seefeld diese Möglichkeit zugab, b e - st r i t t er die Behauptung dieses Zeugen, er habe mit Seefeld in der Schonung übernachtet, in der die Leiche des Schülers Günther Tieke in Oranienburg aufgefunden wurde. Seefeld behauptet, daß er zu der fraglichen Zeit, als der kleine Tieke verschwand, überhaupt nicht in Oranienburg gewesen sei. Es steht jedoch fest, daß Seefeld in der Zeit, als der kleine Hans Korn verschwand, sich in der Nähe des Tatortes aufgehalten hat. Diese Tatsache kann auch von ihm nicht bestritten werden. Der 13jährige Schüler B. bekundete, daß er einen Monat vor dem Verschwinden des kleinen Korn von dem Angeklagten auf der Straße angesprochen worden sei. Seefeld habe ihn gefragt, ob er ihm wohl einen Koffer tragen wolle, der angeblich am Geibel-Platz in Lübeck untergestellt sein sollte. Unterwegs habe der Angeklagte plötzlich erklärt, daß sich der Koffer nicht dort befinde, sondern in den Schlutuper Tannen versteckt sei. Der Junge sei auch mitgegangen, und der Angeklagte habe es verstanden, die Neugierde des Jungen zu erwecken, dem er erzählt habe, in seinem Koffer befände sich viel Spielzeug, das er dem Jungen schenken werde. Der Angeklagte habe den Jungen aufgefordert, mit ihm in das finstere Gehölz zu kommen. Der Junge habe es jedoch mit der Angst zu tun bekommen und Reißaus genommen. „Das war dein Glü ck", warf der Vorsitzende ein Als dann das Verschwinden des kleinen Korn bekannt wurde, hat der Zeuge B. sein geheimnisvolles Erlebnis sofort der Kriminalpolizei mitgeteilt. Vorsitzender: „Was sagen Sie zu dieser Aussage?" Angeklagter: „Es stimmt schon so; ich war mit dem Jungen zusamme n." Vorsitzender: „Was wollten Sie mit ihm in der Schonung?" Angeklagter: „Gar nicht s!" Vorsitzender: „Sie nehmen den Jungen eine Stunde weit von Lübeck mit und dann wollen Sie angeblich gar nichts? Das ist ja recht interessant!" Bei einem anderen Zeugen, der den Angeklagten gleichfalls genau wiedererkannte, hat Seefeld auch den Versuch unternommen, ihn in die gleiche Schonung zu locken, in der später der tote Hans Korn gefunden wurde. Glücklicherweise ging auch dieser Junge nicht darauf ein und lief davon. Oer 6. Weltgeflügelkongreß. Seit 1921 findet jedes dritte Jahr ein Weltgeflügelkongreß statt, der das Ziel hat, die neuesten Erkenntnisse auf den verschiedenen Gebieten der Geflügelwirtschaft aus allen Teilen der Welt zusammenzutragen und zu verbreiten, außerdem die wissenschaftliche Forschung und das Lehrwesen auf dem Gebiete der Geflügelzucht und -Haltung durch Vorträge, Aussprachen und nationale Lehrschauen zu fördern und die Verbreitung hochwertiger Geflügelrassen zu begünstigen. Der erste Weltgeflügelkongreß, der von der World’s Poultry- Sience-Association (Internationale Vereinigung für Geflügelwissenschaft) eingerichtet wurde, fand 1921 in Holland statt. Weitere Kongresse sind bisher in Spanien, Kanada, England und Italien veranstaltet worden; der nächste soll jetzt vom 2 4. Juli bis 2. August 1 9 3 6 in Deutschland abgehalten werden. Um dieser Veranstaltung einen gebührenden Rahmen zu geben, ist die Messestadt L e i z i g als Sitz für die hauptsächlichsten Tagungen vorgesehen. Maßgebend für die Wahl dieses Ortes war die zentrale Lage in der Mitte Deutschlands und das Vorhandensein günstiger Ausstellungs- und Veranstaltungsmog- lichkeiten. Das Protektorat über den 6. Weltgeflü- aelkongreß haben die Reichsminister Darre, ^reiher von Neurath, Dr. Frick und Rust übernommen. Deutscher Vergungsdampfer beim Retlungswerk beschädigt. Der deutscheBergungsschlepper „Seefalke", der seit seiner Indienststellung vielen Schiffen Hilfe leistete, ist auf der Höhe von Waterford an der irischen Küste bei einer erneuten Hilfeleistung stark beschädigt worden. Er war dem schottischen Dampfer „Baron Graham", der in einem schweren Sturm in Seenot geraten war, zu Hilfe geeilt, mußte aber unverrichteter Dinge zurückkehren, nachdem ein Teil seiner Kommandobrücke von den Wogen weggerissen, die Funkanlage außer Betrieb gesetzt und in den Maschinenraum Wasser eingedrungen war. Zwei Besatzungsmitglieder wurden verletzt. Schweres Unglück bei Vrückenbauten an der Seine. In Paris werden Arbeiten zur Verbreiterung der Caroussel-Brücke über die Seine ausgeführt. Dabei ereignete sich ein Unfall, der drei Arbeitern das Leben kostete. Als drei Monteure in einem Hängewagen über die Seine eine Probefahrt machten, brach am Ufer einer der Krane, an dem das Drahtseil befestigt war, zusammen. In der Mitte des Flusses stürzte der Hängewagen in die Tiefe. Infolge der starken Strömung der Seine konnten die Bergungsversuche noch nicht mit dem wünschenswerten Nachdruck unternommen werden. Es ist zur Zeit unmöglich, etwa einen Taucher hinunterzuschicken. Sechzehn japanische Feuerwehrleute verbrannt. Zwischen Kobe und Osaka ereignete sich ein schweres Verkehrsunglück. Ein Wagen der Feuerwehr stieß mit einem Straßenbahnwagen so heftig zusammen, daß bet Tank des Feuerwehrwagens in die Luft flog und sämtliche 16 Insassen bei lebendigem Leibe verbrannten. Eine riesige Stichflamme machte jede Hilfe unmöglich. Schwere Unwetter in Griechenland. Ganz Griechenland wurde von schweren Unwettern heimgesucht. In Mazedonien wurden E r d st ö ß e verspürt. In den Städten Serres und Tanthi versetzte ein Erdbeben die Bevölkerung in panischen Schrecken. Auf dem Peloponnes herrschten schwere Stürme. In der Gegend von Delphi sind eine Reihe von Häusern eingestürzt. Die Verbindungen sind unterbrochen. Die im Piräus liegenden Schiffe haben die Ausreise verschoben. Kunst und Wissenschaft. Dr. Hanfstängl und die Harvard-Universität. Der Präsident der Harvard-Universität in Cambridge (USA.), Conant, hat an die ehemaligen Angehörigen dieser Universität ein Rundschreiben gerichtet, in dem er unter Hinweis auf die bevorstehende Feier des 300jährigen Be st ehe ns zur Aufbringung von Geldspenden aufruft. Die Universität beabsichtige, so heißt es in diesem Rundschreiben, eine Reihe von neuen Lehrstühlen zu errichten und eine größere Anzahl von Stipendien für begabte Studenten auszusetzen. Die Mittel für die Verwirklichung dieser Pläne sollten durch eine Jubiläumsspende der ehemaligen Schüler von Harvard aufgebracht werden. Auch der Auslandspressechef der NSDAP., Dr. Ernst H a n s st ä n g l, erhielt als ehemaliger Angehöriger der Harvard-Universität diesen Brief ihres Präsidenten. Dr. Hanfstängl hat daraufhin an Präsident Conant ein Schreiben gerichtet, in dem er darauf hinweist, daß er auf feinen Brief vom 24. Oktober 1934 in der Angelegenheit der Ablehnung des von ihm angebotenen Stipendiums feine Antwort erhalten habe. Dr. Hanfstängl hatte sich seinerzeit bereiterklärt, aus die Dauer eines Jahres einen Studenten der Universität Harvard den Besuch der Münchner Universität zu ermöglichen. Dieses großzügige dem Gedanken der Völkerverständigung dienende Angebot war von Präsident Conant schroff abgelehnt worden, wobei er sich zur Begründung darauf berief, daß der Nationalsozialismus angeblich die deutschen Universitäten durch Maßnahmen geschädigt habe, die den Gesetzen der „Universitas" widersprächen. In dem Schreiben, mit dem der Auslandspressechef der NSDAP, die Bitte um Unterstützung beantwortete, erinnert er Präsident Conant an diese ungerechtfertigte Kritik. Dr. Hanfstaengl stellt weiter die Frage, ob er die Bitte um eine Spende so verstehen könne, daß die Harvard-Universität nunmehr ihren Standpunkt geändert habe und bereit fei, von ihm eine geldliche Unterstützung entgegenzunehmen. In diesem Fall würde er sich bereit erklären, den Betrag seines ursprünglichen Angebotes an die Harvard-Universität zu verzehnfachen und ein Stipendium für den Besuch der Universität München für die Dauer von zehn aufeinanderfolgenden Jahren mit der Möglichkeit einer weiteren Verlängerung zu errichten. Meine politische Nachrichten. Reichsrninister Dr. Frank trifft am Mittwoch in Warschau ein, um auf Einladung eines Ausschusses, der sich die zwischenstaatliche Zusammenarbeit auf geistigem Gebiet zur Aufgabe gestellt hat, einen Vortrag über Rechtspolitik und Justiz im nationalsozialistischen Deutschland zu halten. Dr. Frank wird in Krakau auch mit dem Präsidenten der Polnischen Akademie der Wissenschaften Zusammentreffen. Der Reichsminister wird von seiner Gattin, dem Direktor der Akademie für deutsches Recht Dr. Lasch und dem Chef feines Minister, amtes Oberstaatsanwalt Dr. Bühler begleitet fein. * Der Reichs arbeits- und Wirtfchafts. r a t trat zu einer ersten Arbeitstagung zusammen und behandelte die wirtschaftliche und soziale Seite des Staatsjugendtages. Referent war der Geschäftsführer der Reichswirtschaftskammer und Leiter der Wirtschaftskammer der DAF., Pg. Dr. Erdmann. Nach eingehender Aussprache gab Dr. Ley seiner Genugtuung darüber Ausdruck, daß die Behandlung der Fragen den Willen habe erkennen lassen, die Probleme gemeinsam lösen zu wollen. ♦ Gegen dieVorlesungendesProfessors Jeze haben sich in der Pariser Rechts-Fakultat wiederum Ausschreitungen zugetragen. Als etwa 200 Stundenten verkündeten, in der Fakultät einen Teil der Nacht zu verbringen, rief der De- kan die Polizei an, die die Gebäude der Rechts- fakultät umstellte. Da die Studenten sich weiger- ten, die Fakultät zu verlassen, holte die Polizei die Studenten einzeln aus dem Gebäude heraus und verhaftete sie. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Während in West- und Süddeutschland in der Nacht zum Mittwoch sich bei heiterem Himmel noch einmal starke Fröste einstellten, ist in Mittelund Norddeutschland mit westlichen Winden und Bewölkung erhebliche Frostmilderung eingetreten. Da sich bei der zur Zeit herrschenden Luftdruckverteilung eine milde Strömung bis zu uns hin nicht durchzusetzen vermag, bleibt die Frostperiode zunächst erhalten, doch kann jetzt auch in unserem Gebiet mit merklicher Frostmilderung gerechnet werden. Aussichten für Donnerstag: Vielfach dunstig und bewölkt, doch im allgemeinen trocken, mäßige Fröste, in Richtung veränderliche Winde. Aussichten für Freitag: Fortdauer mäßiger Fröste, doch im wesentlichen trocken. Lufttemperaturen am 11. Februar: mittags —1,8 Grad Celsius, abends —7,8 Grad; am 12. Februar: morgens —11,8 Grad. Maximum —1,4 Grad, Minimum heute nacht —12,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 11. Februar: abends —0,9 Grad; am 12. Februar: morgens —1,9 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 6,6 Stunden. Wintersport-Nachrichten. Vogelsberg. Hoherodskopf: heiter, —12 Grad, 12 cm Gesamtschneehöhe, kein Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodel im Walde gut. Rhön. Wasserkuppe: heiter, —10 Grad, 8 cm Gesamtschneehöhe, kein Neuschnee, verweht, Ski und Rodel mäßig. Schwarzwald. Feldberg: Bewölkt, — 2 Grad, 60 cm Gesamtschneehöhe, kein Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut. Sauerland. Winterberg: Heiter, —0 Grad, 20 cm Gesamtschneehöhe, kein Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. 3). 21.1. 36: 11000. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. im 46. Lebensjahr. Im Namen der trauernd Hinterbliebenen: Gießen (Roonstraße 24), den 11. Februar 1936. 900 D im 72. Lebensjahr. In tiefer Trauer: Mäusburg 15 eosA Telephon 3612 Otto Kehler Hilde Keßler. Heute entschlief sanft nach schwerem Leiden unsere innigstgeliebte, treusorgende Mutter, Tochter und Schwester Die Trauerfeier findet am Freitag, dem 14. Februar, nachmittags 2% Uhr in der Kapelle des Neuen Friedhofs statt. Heinrich Schmitt und Kinder. Gießen (Mittelweg 18). den 12. Februar 1936. 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Keine Ursprungszeugnisse, irmdern nur Zeugnisabschriften dem Bewerbungsschreiben beilegen I — Lichtbilder undBewerbungsunte» lagen müssen zur Ber. meidung von Verlusten aus der Rückseite Na. men und Anschrift des Bewerber« tragen l Tüchtige eo3d Fliesenleger finden dauernde Beschäftig, bei Jean Dem & Co. SAeWlse perfekt in Hand- und Maschinenschrift, für3Tage in nächst. Woche, Nähe Gießens, gesucht. Schriftl. Angebote unter 0643 an d.G.A. Tagesmädchen üb. 18 Jahre für 1. März gesucht. Moltkestr. 121. Tüchtiges, träft. Wo für alle Hausarbeit, z. l.März gegen gut. Lohn gesucht. 8870 Ludwigftr. 6 vt. Tüchtiges Mdchm z. 15. 2. gesucht. Frau Becker, 802vCrednerstr.22 Lieferungsvergebung. Die Lieferung des Bedarfs an Butter, Milch, Fleisch-, Wurst- und Backwaren für das Rj. 1936 sowie des Bedarfs an sonstigen Verzehrungsgegenständen und an Reinigungsmitteln für die Zeit vorn 1. 4. 1936 bis 30. 6. 1936 (Verlängerung des Vertrags von Vierteljahr zu Vierteljahr bis zum 31. März 1937 ist bei im Wettbewerb feftgestellter preiswerter Lieferung nicht ausgeschlossen) soll für die Universitätskliniken in Gießen vergeben werden. Die Lieferungsbedingungen für Verzehrungsgegenstände können an Werktagen von 10 bis 12 Uhr (außer Samstags) bei der Verwaltung der Universitätskliniken, Klinikstraße 32, 1. Stock, Zimmer 5/7, Diejenigen für Reinigungsmittel Zimmer Nr. 10 ein= gesehen, die Bedarfsliften gegen Erstattung der Selbstkosten daselbst bezogen werden. 893D Angebote und Warenproben sind getrennt, verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen, an die obige Verwaltung bis Mittwoch, den 4. März 1936, 10 Uhr, einzureichen. Zum gleichen Termin sind die Angebote über das anfallende Gespül einzureichen, auch hierfür können die Bedingungen in vorgenannter Zeit eingesehen werden. Eröffnung der Angebote für Derzehrungsgegen- stände und Gespül 10 Uhr, für Reinigungsmittel l\Vi Uhr. Zuschlagsfrist bis zum 20. März 1936. Gießen, ben 10. Februar 1936. Verwaltung der Hess. Universitätsttintten. trom 6.-16 Februar reise nicht ohne Zu den Olympischen ItndamMend X> x ein gutes Buch aus der » LEIHBÜCHEREI der Universitäts-Buchhandlung KURT HOLDERER Gießen - SELTERSWE6 85 899 D Mercedes Mk. 186.- schonf.montl.M.SJO FranzVofiUCo., Gießen Seltersweg 44.!#i a Haus- Mädchen Älockftraße 9VL [Stellengesuche] Erfahrener Klempner unö WNstm 35 Jahre alt, lebig, sucht Stell. Schriftl. Angeb. unt. 0640 an den Gießen. Anzeig, s Empfehlungen"] Tannen- *D« AvinaWlz abzugeb. Bestell erb.wirv.Postl. DampIsägewerkLoüar B.NuhnA.6.,Lollar. Nachlässe von 3 bis 20 v. H. erhalten Sie bei wiederholten Veröffentlichungen einer Anzeige / ZUR KONFIRMATION IHRES SOHNES steht Ihnen bei uns ein reichhaltiges Lager flotter, tadellos gearbeiteter Anzüge zur Verfügung. - Unsere Preislagen in reinem Kammgarn: RM. 30.— 34 — 38 — 42.— Bitte beachten Sie unser Spezialfenster! 895 A Hr.36 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Mittwoch, (2. Februar 1936 Junge deutsche Nation. Zungens an der Verusssront „Die Leistung voriges Mal war prima", sagt Hanns. „Dieses Jahr wird's noch besser", sage ich. „Was meinst du, die Aufgaben? — Mensch, war das zackig in der Berufsschule. Dann in der Schreinerwerkstatt bei Wegmann, die lange Reihe der Hobelbänke ..." „Ja, da kommt unsere kleine Werkstatt nicht mit." „!Das war ein Hobeln und Stemmen. Ein Ab- sctzen der Zapfen und Ausstemmen der Zinken. Und geschwitzt habe ich dabei wie ..." „Na", sage ich, „jetzt schwitzest du bestimmt nicht. Was soll das geben?" Hanns blickt auf das Brett, das er abrichtet. „Seitenteile für Nachtfpindchen. Schöne Fuge geleimt, was? Tja", und dabei lacht der Hanns über das ganze Gesicht, „der Meister wird nachher Augen machen, wenn er kommt. Sagen tut er ja nie was. Gefreut hat es ihn aber doch, als ich voriges Jahr Zweiter wurde." Ich sehe auf Hanns und bin etwas neidisch. „Du bist ja auch ein Jahr länger in der Lehre." „Aber deshalb kannst du doch auch Sieger werden!" „Werdens diesmal schon schaffen." „Warum denn auch nicht? Weiß überhaupt nichts Schöneres als so eine bannige Gruppe von Stiften im Wettkampf. Eine Bankreihe an der andern. Ein zackiges Arbeitstempo und gute Leistungen bei den kritischen Augen der Prüfer. Das ist Freude." Dabei saust der Putzhobel über die Fläche. „Was werden wir diesmal machen?" „Das kann ich doch nicht wissen", sagte Hanns, „aber die Hauptsache, nicht verblüffen lassen. Dann geht schon alles in Ordnung." Wir arbeiten noch zwei Stunden. Der Meister kommt. „Habt ihr euch zum Berufswettkampf schon angemeldet?" Dabei sieht er auf Hannsens Seitenteile zum Spind und mein gebeiztes, vor einer Viertelstunde mattiertes Regal. „Aber sicher", antworten wir wie aus einem Munde. Und dabei stelle ich fest, daß Hanns strahlt, und bei mir ist's sicher nicht anders. Immer sind wir dabei gewesen. Auch diesmal werden wir alles für unfern Beruf herausholen. Ueber das Gesicht des Meisters huscht ein stilles Lächeln. H. H. Pimpfs Schulterriemen. Ich bin fast der kleinste Pimpf in meinem Fähnlein und marschiere immer ganz hinten. Aber trotzdem habe ich einen Schulterriemen, der an Größe hinter denen meiner Kameraden nicht zurücksteht. Ich bekam ihn einmal, als ich in das Jungvolk eintrat. Damals war ich auf ihn sehr stolz, denn er war mein erster, und ganz neu ... Was hat dieser Schulterriemen aber bis jetzt schon alles mitgemacht! Auf jeder Fahrt, die wir mit unserem Fähnleinführer oder mit unserem Jungzugführer machten, begleitete er mich; so manchesmal spielte er da eine bedeutsame Rolle. So waren wir einmal auf Großfahrt in Ulm an der Donau. Da hatten wir einem Fähnlein, das dort sein Lager hatte, schwer zugesetzt. Plötzlich überfielen sie nachmittags unseren Zeltplatz und wollten unsere Zelte einreißen. Wir aber setzten bei diesem Ueber- fall ihren Lagerkommandanten fest. Das war für sie natürlich unangenehm. Mit sämtlichen Schikanen wurde nun der „Häuptling" an einen Baum gebunden; es genügte ein Schulterriemen, um ihn hier festzuhalten. Wir hatten unseren Platz geräumt, nachdem wir uns mit dem Fähnlein wieder vertragen hatten, und waren in eine Jugendherberge gezogen. Alle hatten schon bei unserem feinen Leben das Erlebnis mit dem fremden Fähnleinführer und dem Schulterriemen vergessen, als mir plötzlich aufstößt, daß ich ja meinen Schulterriemen, nachdem wir den Kommandanten unter dem Gejohle unserer Jungen losgebunden hatten, an einen Baum in der Nähe gehängt und ihn dort bis jetzt vergessen hatte. In der Nacht, unser Fähnleinführer hatte uns schon lange „Gute Nacht" gewünscht, brannte ich mit Sellus durch, das heißt, wir schlichen uns in Trainingsanzügen aus der Jugendherberge zu der bewußten Stelle in dem naheliegenden Wäldchen. Es war verdammt finster, und der Wind pfiff schrecklich durch unsere dünnen Anzüge; aber wir hielten durch und hatten selbst in dem stockdunklen Walde keine Angst. Wir fanden den Schulterriemen und brachten ihn glücklich, vorbei an dem sonst so wachsamen Fähnleinführer, auf unser Zimmer. — Das war einer von vielen Fällen, die ich mit meinem Schulterriemen erlebte ... Einer fällt mir jetzt auch noch ein. Wir waren im Herbst auf Rügen, mit Rädern diesmal. Dä ging Micki, meinem rechten Nebenmann, die Kette total kaputt. Was nun tun? Da kommt so von ungefähr ein Auto an, das sich auf unsere Bitten bereit erklärt, den Micki mit seinem Rad zur nächsten Jugendherberge zu schlep- > pen. Wir konnten nicht anders handeln; denn wir | bekamen ihn nicht fort, dazu waren wir zu klein; wir hatten es immer wieder versucht. Also „bauten" wir Micki an das Auto. Zuerst kam wieder mein Schulterriemen und dann seiner. Wieder war mein Schulterriemen in den Brennpunkt des allgemeinen Interesses gerückt. Würde er halten? Und er hielt! Allerdings wurden anfangs große Anforderungen an ihn gestellt. Denn kaum hatte sich Micki auf das Fahrrad geschwungen und den Schulterriemen in die Hand genommen, da zog das Auto auch an und — der mutige Fahrer lag unten. Das ging so einige Male. Aber schließlich hatte er den Bogen doch spitz. So sahen wir ihn denn in weiter Ferne langsam verschwinden. Er kam auch gut in der Jugendherberge an, wie er uns später erzählte. Und wenn nun in diesem Jahr alle neuen Jungvolkbuben sich einer Leistungsprüfung unterziehen, müssen, bei deren Bestehen sie als äußeres Zeichen den Schulterriemen verliehen bekommen, so werde ich immer meinen verbogenen Karabinerhaken sehen und denken: Ob die Schulterriemen dieser Jungen auch soviel erleben werden wie meiner? G. W. Erstürmung Der feindlichen Schanze. (Reichsbildstelle der HI.) SKipatrouille. Die Jungen saßen um das Feuer und sangen. Rot zuckte der Schein über ihre Gesichter und über die Wände der Hütte. Dunkle Akkorde der Klampfe spielten in die Weise hinein. Da klangen vor der Hütte Stimmen auf, Schier wurden zu« sammengeschlagen, dann öffnete sich die Tür. Kurt und Hans traten herein. „Schi-Heil!" Die Jungen grüßten und setzten sich. Ihre Mel« düng war klar und gut, so konnte Gerhard, der Scharführer, gleich seinen Plan fassen. * Die Morgensonne strahlte aus dem offenen Blau des Himmels. Grün ragten die Fichten aus dem Schnee und warfen dunkle Schatten auf das Weiß. Vor der Schihütte standen die Jungen und schnallten die Schneeschuhe an. Der Spähtrupp griff schon zu den Stöcken und klapperte in den Wald davon. Kurt führte die kleine Gruppe. Ihr Weg lief erst am Ufer des Waldsees entlang, dann überquerten sie seinen vereisten Spiegel und stiegen durch t)en Wald bergauf. Kurt sah noch zurückblickend, wie die anderen gemächlich den See überquerten, dann verschwand er mit seiner Gruppe hinter der Bergkuppe. Steil führte der Weg bergab. Der Schnee war nicht mehr gut. Ein harte Harschdecke zerbrach unter den Brettern und erschwerte die Schiführung. Die Jungen hatten mit der rechten Hand den lin- chen Stock über den Teller gefaßt und bremsten stark rechts. Der Schnee rauschte auf. Es glückte. Sturzfrei brauste die Gruppe die erste Hälfte des Berges hinab und bog südlich ein. In tiefer Hocks ging es weiter bergab. Für einen Augenblick öffnete sich der Wald. Die Schneise gab weit den Blick über die Berge und Täler frei. Unten stieg ein« Rauchsäule in den offenen Januarhimmel. Dort hinter dem Walde mußte die Hütte der Gegner sein. Aber dort untpn lagen die Wege und Wiese» schneefrei. Das Tauwetter der letzten Woche hctttt böse gewirkt. Noch eine Weile ging es gut, dann mußten fi< abschnallen. Sie waren an der Schneegrenze am gelangt. So gut es ging, tarnten sie ihre Schiel und schritten weiter, — und schlichen weiter, den» in geringer Entfernung vor ihnen sahen sie de» Rauch der Hütte durch die Wipfel steigen. Kurt wandte sich den Jungen zu: „Wenn wir entdeckt werden: Sammeln an dem Schiversteck!" — Jetzt lagen sie vor der Hütte. Fröhliche Stimmen schallten heraus. In den Fensterscheiben blinkt die Morgensonne. Der Spähtrupp beobachtete scharf die Hütte. Aber das Rauschen des nahen Baches ließ sie nicht das Nahen eines Jungen hinter ihnen hören. Der setzte erschreckt seinen Wassereimer auf das Moos, schlug einen großen Bogen, und es währte nicht lange, da verstummte der Lärm in der Hütte, und aus allen Türen und Fenstern quoll eine gefährliche Menge heraus. Kurt und die Kameraden fuhren auf und wandten sich zur Flucht, und sie hatten gut laufen, denn die Feinde waren ihnen dicht auf den Fersen. Atemlos langten sie an der Schneegrenze wieder an. Hinter ihnen brachen die Verfolger durch den Wald. Doch als der erste von diesen herbeistürzte, war der Spähtrupp schon auf den Schiern und davon. Die Jungen gaben die Verfolgung nicht auf. In großer Anzahl liefen sie durch den in der Höhe wieder stärker werdenden Schnee. Da geschah etwas... Der Wald wurde in ihrer Flanke plötzlich lebendig. Ueberall brausten Jungen auf Schneeschuhen durch die Stämme, auch der Spähtrupp ward wieder sichtbar. Unglücklicherweise waren die Verfolger zu sehr verstreut. Ein Hagel von Schneebällen prasselte auf die einzelnen nieder, die tief im hohen Schnee steckten. So wurden sie Schritt für Schritt zurückgetrieben und fanden, als sie erschöpft die Hütte erreichten, diese besetzt und gaben sich endgültig geschlagen. W o 1 f g a n g K u m m e r. Die Franken retten einen Zungen. Graue Wolken liegen über der weißen Schneefläche, die das Tal und die Berge bedecken. Kalter Wind heult darüber hinweg und treibt feinen Schnee vor sich her. Aus einer Hütte, abseits vom Dorf, bringt Licht durch das Fenster auf den Weg, der von Schneespuren durchfurcht ist. Drinnen in der Hütte fitzen Jungen einer Jungenschaft am Tisch und unterhalten sich über den Langlauf, den sie gegen die Jungen des Dorfes verloren haben. „Das ist ja ganz klar, daß wir da nichts werden konnten. Die fahren ja alle schon viel länger Schi, und wir dachten natürlich, daß wir hier wieder mal was zeigen könnten." „Klar. Der Georg vor allem, pfundig konnte der fahren. Als er nach Neudorf den Weg hinunter brauste, bei dem eine Kurve an der anderen liegt, da habe ich vor Staunen bald selbst das Fahren vergessen. — Uedrigens ist es schon um 11 Uhr Schluß für heute — Schlafengehen." Langsam gehen die Jungen auf den Schlafboden und legen sich ins Stroh. Sie hören den Sturm um die Hütte fegen, und dabei denken sie an den Anmarsch zur Hütte, der dieses Jahr so schwer war. — „Klaus, hörst du es? Klaus, was ist denn das?" "Wie . was meinst du denn? Ach so, das Blasen unten im Dorf. Ist das nicht die Feuerwehr ..." Nach einer Weile steht Klaus auf: „Du, ich fahre mal rein in den Ort, will sehen, was da los ist. Vor der Hütte schnallt der Jungenschaftsführer seine Bretter an und fährt über die glitzernde kchneefläche dem Dorfe zu. An der Sammelstelle der Feuerwehr erfahrt er, daß ich der Schmiedel-Ernst im Wald verirrt hat. Er ist mit seinem Lehrer auf dem Scheibenberg gerne en und muß auf dem Rückweg einen falschen Weg eingeschlagen haben. Nun liegt er wahrscheinlich irgendwo im Wald und weiß nicht ein nod^ aus. „Können wir mit suchen?" fragt Klaus den Feuerwehrmann, der eben die weiteren Befehle geben will. „Mil suchen? ... Ihr ... meinetwegen aber daß ihr euch nicht selbst verirrt ... Meinst nicht. Na, bann soll es mir recht sein. Ihr müßt aber nach den Essighäusern fahren, denn wir wollen nach dem Goldkämmerle. — Willst bn noch etwas wissen? Nichts mehr, na dann könnt ihr ja anfangen mit Suchen. Hoffentlich ist es nicht ergebnislos." Hastig und verschlafen springen die Jungen aus den Decken und ziehen sich an. Hans meint, daß das wieder mal was Anständiges für das Winterlager sei, und Den Jungen würden sie sicher finden. Das sei das Wenigste. „Hast du eine Ahnung", erwidert Sepp, der schon mal so etwas im Gebirge miterlebt hat. „Vielleicht finden mir ihn überhaupt nicht. Oder wenn schon, dann als Leiche ..." „Ach, rede nicht solches Zeug, den werden wir eher gefunden haben, als wir es vermuten." „Beeilt euch", ruft Klaus den Jungen zu. Fünf Minuten find vorüber. Die Pimpfe stehen mit angeschnallten Brettern vor der Hütte und warten auf ihren Führer, der jetzt eben die Treppe heruntergepoltert komvit. Dann fahren die vierzehn Jungen über die weiße Fläche dem Walde zu. in dem sie nichts mehr vom Wind merken, der auf den Feldern so heftig sein Spiel treibt. „Auseinandergehen!" befiehlt' Klaus. „Seht euch vor, daß keiner von uns verlorengeht!" In Abständen von fünf Meter fahren die Jungen m zwei Reihen durch den Wald. Obwohl Klaus erst das zweite Mal hier oben im Winterlager ist. kennt er die Gegend um die Essighäuser herum sehr gut. Immer weiter? Jetzt kann niemand ausruhen. Wenn der Schmiedl-Ernst heute nacht nicht gefunden wird, erfriert er. Von Zeit zu Zeit wirft Klaus einen Blick auf die Uhr. „Schneller, schneller!" sagt der Jungenschaftsführer. „An den Essighäusern könnt ihr eine kleine Weile ausruhen. Zeigt einmal, daß ihr richtige Kerle seid." Sie keuchen weiter, spüren die Kälte nicht mehr. Die Hemden sind naß. Die Jungen fahren und fahren, spähen nach dem kleinen Ernst, der vielleicht irgendwo unter einem Baum liegt. Aber nirgends ist er zu finden. Wie lange dauert es noch, ehe sie sich ausruhen können? Vor ihnen liegt eine Waldwiese. Die Jungen wenden sich der Unterkunftshütte zu. Sie alle hoffen, daß Ernst in dem Haus liegt. — Sicher. Er wird bestimmt eingesehen haben, daß er nicht mehr weiterkam und so hat er sich eben in die Hütte hineingelegt. Da ist es auch wärmer als irgendwo an einer Tanne. — In der Hülle ist es finster. Hans läuft von einer Ecke in Die andere und sucht den Schmiedel-Ernst, findet ihn aber nirgends. Er sieht sogar unter die Bänke und Tische, Die an Der Wand stehen „Nichts!" murmelte er enttäuscht. Der Jungenschaftsführer treibt die Jungen immer wieder von neuem an. Doch je weiter sie in den Wald hineinkommen, desto mehr zweifelt Klaus daran, den Jungen überhaupt noch zu finden. So weit kann er ja gar nicht gefahren fein. Wer weiß, vielleicht liegt er doch am Goldkämmerle, und die Feuerwehr hat ihn schon längst gefunden. „Dort ist etwas Schwarzes. Das ist er!" ruft Gohle. Schnell gleitet Klaus über die weiße Decke hinweg zu dem schwarzen Bündel, welches unter einer Tanne liegt. Die Jungen freuen sich schon, daß sie den Ernst nun endlich gefunden haben. Doch welche Enttäuschung, ein alter Rock ist es, den die Jungen für Ernst ansahen. „Es ist zwecklos, noch weiter zu suchen," murmelte er. „Zurück!" Erschöpft und mißmutig fahren sie der Hütte wieder zu. Nur nehmen sie jetzt einen anderen Weg. Es könnte doch noch möglich sein ... „Hier!" stößt Sepp plötzlich aus. „Er ist es," rufen ein paar Jungen und bücken sich nieder. „Er ist nicht tot." Klaus zieht Ernst seine Wolljacke an, damit er sich wieder erwärmen kann. Indessen bauen Hans und Klaus einen Schlitten aus Brettern zusammen. Der Schlitten ist fertig. Ernst wird darauf gelegt. Eine Jacke wird als Kopfkissen daraufgetan, und zwei Jacken als Decke. Klaus zieht auf geraden Wegen den Schlitten. Im Dauerlauf geht es durch den Wald zurück ins Dorf. Ein Menschenleben ist in Gefahr. Die Essighäuser lassen sie links liegen. Den Weg zurück kürzen sie ab. Dann fahren sie aus dem Wald heraus, und während die Jungenschaft ins Tal fährt, schiert Gohle am Waldrand entlang zum Markt. Er geht nicht erst ins Dorf und dann die Straße hinab zum Doktor, sondern schneidet die Ecke gleich ab. Gohle kommt dadurch 20 Minuten früher beim Arzt an. Vor dem Schmiedel-Gut halten die Jungen an, und Klaus trägt Emst, der wieder eingeschlafen ist, ins Haus. Dann kommt auch schon der Arzt. Als Klaus wieder aus der Haustür heraustritt, sagt er zu seinen Jungen: „Legt euch schlafen, wir haben unsere Pflicht getan. Ich fahre nochmals raus in den Wald, um die Feuerwehrleute ins Dorf zurückzuholen." F. K. Früher Wmiermorgen. Arn frühen und frostdurchstrahlten Morgen ziehen wir, ein Häuslein Schifahrer, durch die noch nacht- schummerigen Wälder, höher und höher unsere Spur in den weißen, weichen Schnee. Durch die Stämme des hohen Fichtenwaldes ziehen Nebelfetzen in geisterhaften Gestalten, an freien Stellen, am offenen Hang, treibt der Wind die Schwaden davon, und langsam wird es heller. Ein Wunder ist inzwischen geschehen. Ueberall blieb der Nebel in Todesstarre hängen, und schönster Rauhreif glänzt im ersten Sonnenstrahl. Auf breiten, weichen Schneeschultern gleiten wir dahin. Aus kleinen Hügeln ragen Zacken aus Eis, von irgendeinem Reisig, wie mahnende Finger und werfen lange, schmale Schatten. An den Bäumen und Sträuchern glitzern und blitzen die kristallenen Gebilde, daß wir die Augen schließen müssen, hat man zu lange hingesehen. Die Bäume werden kleiner und krüppliger, und als merkwürdige Gestalten aus weißem, lockigem Geflimmer stehen sie einsam, in Schweigen von Wind und Schneeststaub umweht. Wir rutschen über Glatteis, brechen im Bruchharsch tiefe Bahnen und sind endlich nach stundenlangem Mühen oben auf der Höhe. Wenn nicht Nebelwolken unten lagern, wenn der Wintermorgen in seiner ganzen Reinheit und Klarheit den Sonnenblick ins Land gestattet, überkommt uns hier oben ein Eindruck von unvergleichlicher Schönheit. Gewaltig und erhaben ist dieser schweigende Winter. All die weißen Kuppen, auf denen die Sonne ihr farbenfreudiges Spiel treibt, rücken näher, und ganz weit hinten leuchtet die Ebene, am Horizont sich mit dem dunstigen Blau des Himmel« mischend. Wie eine Lawine sausen wir in schneller Fahrt zu Tal, daß der Schnee hoch aufstiebt und eine Wolk silbern hinter uns hersprüht. Lachend und voller Kraft in den schönen Winterwald. Sepp Stritzke. spannend. Die Kämpfe. die Auslaufkurve gerade zum Ziel. ?2Ime= einem Böllerschuß setzt sich Bob mit Tyler am Steuer als erster Schlitten Eishockey-Zwischenrunde gestartet Deutschland Ungarn schlug. Zahlreiche Zuschauer verfolgten die zu gleicher Zeit stattfindenden Treffer USA. — Tschechoslowakei und der damit überraschend noch vor seinen berühmteren Landsleuten Lamb und Potts einkam. Auf dem vierten Platz endete vor Lamb der Japaner Shozo Jshiharä mit 44,1 Sek. wie überhaupt die Japaner recht achtbare Zeiten herauszuholen vermochten. — Unplaziert blieben die Deutschen Willi S a n d t n e r und Heinz Sarnes, für die 46,2 bzw. 471) gemessen wurden. Zu bemerken ist noch, daß im Gegensatz zu Welt- und Europameisterschaften bei den Olympischen Eisschnellauf-Wettbewerben die Goldmedaillen für die Sieger der einzelnen Läufe (500, 1500, 5000, 10 000 Meter) gegeben werden, eine Gesamtwertung dagegen nicht durchgeführt wird. 36 Läufer aus 14 Nationen stellen sich dem Starter, so daß 18 Zweierläufe ausgetragen werden müssen. Es fehlt kaum einer, der zur Weltklasse gehört; die Einzelkämpfe sind durchweg ungemein zusammen, ein Gedränge entstand vor dem Tor und plötzlich saß die Scheibe im Netz der Kanadier. England führte 2:1, es waren nur noch 25 Se- künden zu spielen. Kanada versuchte, kämpfte um den Ausgleich, um eine Spielverlängerung AU erreichen, aber Englands Mannschaft hielt den hart erkämpften glücklichen Sieg. Brausender Jubel auf den dichtgefüllten Tribünen! Auf den Schultern begeisterter Landsleute wurden Englands Spieler vom Eis getragen. Gleichzeitig mit den Bobrennen begannen am Dienstagmorgen auf dem Rießer See die ersten Kämpfe der 'Eisschnelläufer. Zahlreiche Zuschauer verfolgten mit starker Anteilnahme die Rennen; besonders Norwegen hatte ein starkes Aufgebot zur Stelle. Das Eis der ovalen Bahn war ausgezeichnet und sehr hart; nur scharfkantig geschliffene Schlittschuhe fanden den nötigen Halt. Trotzdem gab es viele Stürze, von denen auch einige der aussichtsreichsten Bewerber betroffen wurden. Norwegen feierte einen Dopptzlerfolg. Europameister Ivar Ballangrud siegte in 43,4 Sek. knapp vor feinem jungen Landsmann Georg K r o g mit 43,5 und dem Amerikaner Leo Freisinger (44,0), machten sich jedoch bald frei und setzten ihrerseits das englische Tor unter Druck. Es ging jetzt zuweilen recht stürmisch zu. Im Schlußdrittel setzten dann die Kanadier alles auf eine Karte. Mit vier Mann bestürmten sie ununterbrochen das englische Tor. Aber dort war nichts zu machen. Eine halbe Minute vor Schluß iel dann die Entscheidung ... für England! Englands Sturm fegte in schnellem Vorstoß über das Cis, prallte hart mit den kanadischen Verteidigern Ivar Ballangrud (Norwegen) nach seinem Sieg. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Nach rika W Auf der Olympia-Bobbahn in Garmisch-Partenkirchen wurden am Dienstag die ersten beiden Läufe des Viererrennens erledigt, bei denen „Schweiz I" (Capadrutt-Aichele) die beste Zeit erzielte. Dieses Bildtelegramm zeigt „Schweiz 11" in der Zielkurve. — (Scherl-Bilderdienst-M.) gen wurde. USA. — Tschechoslowakei 2:0 (0:0, 2:0, 0:0). Bei beißender Kälte traten sich USA. und die Tschechoslowakei zum ersten Eishockey-Zwischenrundenspiel auf dem Rießer See (Platz I) gegenüber. Im ersten Drittel war der Kampf ziemlich flau, da sich keine Mannschaft zu guten Angriffsleistungen aufraffen konnte. Besonders fiel auf, daß Amerika aar nicht in Schwung kommen wollte. Die Pankees beschränkten sich auf vereinzelte Vorstöße. Im zweiten Drittel waren beide Mannschaften gegen vorher nicht wieder zu erkennen. Es wurde mit einem riesigeü Eifer gespielt und das Tempo zog merklich an. Amerika eroberte sich allmählich durch eine klare Ueberlegenheit. Im Schlußabschnitt wurde sehr hart gekämpft. Es kam aber zu keinen geschlossenen Angriffen mehr. Schweden — Oesterreich 1:0 (1:0, 0:0, 0:0). Der zweite Kampf der Eishockey-Zwischenrunde fand zur gleichen Zeit wie USA. — Tschechoslowakei auf dem Rießer See statt. Auf Platz II standen sich Oesterreich und Schweden gegenüber und lieferten sich einen Kampf, der zum Schluß leider mit einem Mißton endete. Als im Schlußdrittel der Kampf immer noch 1:0 für Schweden stand und Oesterreich sich vor einer überraschenden Niederlage stehen sah, versagten die Nerven einiger Spieler beider Länder. Der Oesterreicher Demmer war regelwidrig zu Fall gebracht worden Als er wieder aufstand, stürzte er sich auf den Schweden Bergquist und griff ihn tätlich an. Es kam zu einem Handgemenge. Kritisch ist zu sagen, daß die Schweden den Sieg verdient hatten, und zwar auf Grund ihrer besonderen Abwehrleistungen. Die Oesterreicher enttäuschten etwas. Deutscher Eishockeysieg gegen Ungarn. Im Olympischen Eisstadion zu Garmisch-Partenkirchen wurde die Eishockey-Zwischenrunde am Dienstagabend vor 10 000 Zuschauern mit den zwei ersten Spielen der Gruppe I fortgesetzt. Deutschland hatte Ungarn zum Gegner und errang dabei einen knappen, aber doch verdienten 2:l-(0:0-, 1:0-, Olymp ilche Spiele l:l-)Sieg, und England konnte gegen Kanada mit ~ ‘ ~ * 1:0) einen Sensations-Erfolg heraus- Olympische Vobrennen im Gange Verwegene Zährten, zahlreiche Stürze! Die Kämpfe selbst bringen eine Ueberraschung: Amerikas Weltrekord-Sprinter werden klar geschlagen. Ivar Ballangrud präsentiert sich in meisterhafter Form. Obwohl sein Partner de Ligne (Belgien) stürzt, der Norweger also allein „gegen die Uhr" laufen muß, bringt er in 43,4 Sekunden den ©ieg für sein Land nach Hause. Sein junger Landsmann K r o g, der mit dem Holländer Blaisse zusammen die Einleitung zu besorgen hatte, bleibt mit 43,5 Sek. nur ganz knapp geschlagen. Potts und Lamb (Amerika), von denen man sich so viel versprochen hatte, kommen gegen die ungemein sicher laufenden Norweger nicht auf. Heinz Sarnes (Deutschland) startet unter atemloser Spannung mit Engnestangen (Norwegen) im 14. Lauf. Engnestangen hat außen bald klaren Vorsprung. In der ersten Kurve kommt Sames bei. Engnestangen ist unsicher und stürzt in der zweiten Kurve. Norwegen sieht eine Hoffnung schwinden; man fürchtet ja noch den im 15. Lauf startenden Amerikaner Lamb, zumal auch Haraldsen (Norwegen) im 13. Lauf zu Fall gekommen war. Der Amerikaner kann aber Ballangrud nicht erreichen. S a n d t n e r (Deutschland) tritt im 16. Lauf an mit Slanec (Oesterreich) als Partner. Der Deutsche kommt in 46,2 Sek. als Erster ein. In der Gesamtwertung des 500 - Meter - Laufes ist Sandtner zusammen mit Blomquist (Finnland) 19., Sames steht auf dem 28. Platz. Das Gesamtergebnis. 1. Ivar Ballangrud (Norwegen) 43,4 Sekunden; 2. Georg Grog (Norwegen) 43,5; 3. Leo Freisinger (USA.) 44,0; 4. Shozo Jshihara (Japan) 44,1; 5. Delbert Lamb (USA.) 44,2 Sekunden. Die Bezirksklaffe am Eonniaa. 1. Kreisklasse: 1900 II — Heuchelheim 3:4; Lollar — Kirchhain 3:1 (Ges.-Spiel); Großen-Bu- seck — Daubringen 5:3 (Ges.-Spiel); Burgsolms — Philippstein 3:0; Leun — Sportfr. Wetzlar 3:8; Ehringshausen — Nauborn 1:1. II. Kreisklasse: Lich — Grüninaen 4:2; Steinberg II — Klein-Linden 4:3 (Ges.-Spiel); Großen-Linden II — Staufenberg 3:3 (Ges.-Spiel); 1900 III — Großen-Linden 3:2; Fellingshausen — Tv. 1846 0:1; Wißmar — Krofdorf 3:1; Launs- bach — Heuchelheim II 4:2; Rüddingshausen — Lollar III (Lollar abgesagt); Londorf —1 Grünberg II 3:1; Treis — Geilshausen 0:4; Naunheim II — Niedergirmes II 3:1. „/Rund um Schotten" am 12. Juli. Den Angaben des vorläufigen Terminkalenders des deutschen Motorsports für das Jahr 1936 ist zu entnehmen, daß das oberhessische Motorrennen „Rund um Schotten" am 12. Juli geplant ist. Im letzten Jahr mußte das Rennen bekanntlich im letzten Augenblick abgeblasen werden, weil die Straßenverhältnisse eine Durchführung des Rennens unmöglich machten. Die Vogelsberg- Geländefahrt der NSKK.-Motorgruppe Hessen ist auf 4. Oktober angesetzt. „Deutschland F liegt gut im Rennen! „Schweiz!" mit Weltmeister Capadrutt am Steuer eröffnet den zweiten Durchgang. Der Schweizer setzt alles auf eine Karte. Mit schlaf wandlerischer Sicherheit fegt der schwere Bob durch die Kurven und erzielt schließlich mit 1:19,88 Mm. die bis dahin beste Zeit des Vormittags Kilian ist übertroffen. „Oesterreich I" benötigt dann 1:26.84. Schnell ist abermals „Frankreich II", der Strom- linienbob, der 1:22,18 Min. erreicht. Auch „Belgien II" fährt wieder, sicher und schnell. Dann kommt eine neuerliche Glanzleistung. „Amerika I", von Stevens meisterhaft geführt, kommt in 1:19,17 Min. über die Bahn, einer Zeit, die am Vormittag nicht mehr übertroffen werden sollte. Der Amerikaner fährt wie der Teufel; „Italien II" wird in der Bayernkurve über die Böschung getragen und landet etwa 20 Meter jenseits. Das Rennen wird unterbrochen, die Bayernkurve muß geflickt werden. „Tschechoslowakei II" setzt dann das Rennen fort, ohne zu überzeugen. Dann kommt „Deutschland I". Kilian beginyt wieder ruhig und sicher, wird aber in der Bayernkurve zu hoch hinaufgetragen. Der Deutsche fängt den Schlitten zwar gut ab. verliert aber doch kostbare Zeit. Die Mannschaft „wippt", um die Fahrt zu beschleunigen, aber die 1:23,05 kosten den ersten Platz, den der Schweizer Capadrutt erobert hat. Die zwei Schweizer Bobs führen. Kilian an vierter Stelle. Am Nachmittag wurden die Vierer-Bobläufe fortgesetzt und damit der zweite Lauf abgeschlossen. Die Bahn war inzwischen ausgebessert worden, die Sonne war untergegangen und es war kälter gewogen. Die Bahn scheint wesentlich schneller geworden zu sein, denn es wurden ganz hervorragende Seiten erzielt. Leidtragender war in erster Linie Kilian mit seinem Bob „Deutschland I", der vom zweiten auf den vierten Platz im Gesamtergebnis zurückfiel. An der Spitze liegen nunmehr die beiden Schweizer Bobs, denn Musy mit Bob „Schweiz II" erreichte die ganz ausgezeichnete Leistung von 1:18.78 und kam dem Bahnrekord Kilians von 1:18.70 bis auf 8/ioo Sekunden nahe. Die Gesamtzeit des Schweizers beträgt 2:41.23, so daß er mit über 2 Sekunden Vorsprung vor seinem Landsmann Capadrutt, der 2:43.37 erzielte, nach den beiden ersten Läufen in Führung liegt. Auf den dritten Platz schob sich der Bob England (Mc. Evoy), der mit 1:20.18 ebenfalls eine ausgezeichnete Zeit erzielte und im Gesamt der beiden ersten Läufe die Zeit von 2:43.56 herausholte. Auf dem vierten Platz liegt dann „Deutschland I" mit K i - l i a n vor „USA I" (Stevens) und „Frankreich II" (d'Aulan). Der italienische Autorennfahrer Brivio fuhr ebenfalls wesentlich besser als im ersten Lauf. i begann mit einem mörderischen Tempo,' und es sah aus, als wollten seine Spieler die Ungarn überrennen, die mit fünf Mann die Torwart Farkas. Die ungarischen Stürmer versuchten Egginger durch Weitschüsse zu überwinden, aber unser Torwart war auf dem Posten. Bei leichter Ueberlegenheit für uns ging das erste Spieldrittel torlos zu Ende, nachdem Magyar kurz zuvor für eine Minute den Platz verlassen mußte. Die Deutschen spielten weiterhin überlegen. Immer noch zogen die Ungarn fünf Mann vor dem Tore zusammen und es schien fast unmöglich, durch diese Mauer zu kommen. Und wenn einer der deutschen Spieler durchkam, dann war noch Farkas ein schier unüberwindlicher Torwart. Aber auch Egginger mußte- aufpassen. In der zehnten Minute fiel schließlich das Führungstor für Deutschland. Endlich einmal standen die Ungarn nur mit vier Mann in der Deckung. Von Bethmann-Hollweg, Jänecke und Schibukat kamen geschlossen vor, Jä- necke schoß, Farkas wehrte ab, aber dann verwandelte v. Bethmann-Hollweg unhaltbar mit einem Schrägschuß zu 1:0 Die Deutschen blieben weiter überlegen. Die Ungarn hatten jetzt wieder fünf Mann in der Verteidigung. Jänecke brach immer wieder durch, das ganze Eisstadion tobte vor Begeisterung bei seinen prachtvollen Läufen. Was man nicht für möglich gehalten hätte, brachten die Deutschen im letzten Drittel doch noch fertig, sie steigerten abermals das Tempo. Die Ungarn waren gezwungen, nur auf Verteidigung zu spielen. In der 7. Minute gelang es Jänecke, bei einem seiner bekannten Durchbrüche die ungarische Verteidigung zu umspielen und an Farkas vorbei für Deutschland auf 2:0 zu erhöhen. Der Jubel der Zuschauer war nicht mit Worten zu beschreiben. Kurze Zeit darauf vollbrachte Egginger eine seiner großen Torwartleistungen. In den letzten 7% Minuten tauten dann auch die Ungarn auf. Sie bedrängten das deutsche Tor und erreichten schließlich auch durch ihren besten Stürmer, durch Miklos, einen Gegentreffer Nach Schluß des Spieles wurde die deutsche Mannschaft stark gefeiert. Die Sensation Kanada —England l:2(l:l/0:0/0:l). Der Kampf begann mit einer großen lieber- raschung, denn schon nach 30 Sekunden kam England durch Davay zum Führungstreffer. Die Kanadier begannen nun, ganz erstklassiges Eishockey zu zeigen und unausgesetzt das Tempo anzutreiben. Vorerst konnte aber noch der hervorragende englische Hüter Foster alle Schüsse abwehren. Schließlich gelang aber den Kanadiern doch der Ausgleich. Horn schoß für Foster unhaltbar ein. 3m zweiten Drittel wirkten die Kanadier zunächst etwas langsamer, die Engländer griffen an. Aber Moore im Kanada-Tor hielt alles. Die Kanadier MeEjsschnellauswettbewerbeausdemRießerSee Zvar Ballangrud siegt im 500-Meier-Eisschnellaufen. 2:1 (1:1, 0:0, holen. Wie Deutschland Am Dienstagnachmittag 14.30 Uhr nahm die I deutschen Angriffe aufhielten. Beide deutschen Eishockey-Zwischenrunde mit zwei Spielen der Stürmerreihen kombinierten zunächst sehr aut, ver- Gruppe II auf dem Rießer See ihren Anfang. | loren sich dann aber in Einzelakttonen. Alle noch -------- - - • - •- "so gut gemeinten Vorstöße, besonders die Durchbrüche von Jänecke, der groß in Form war, scheiterten aber an dem hervorragenden ungarischen in Fahrt. Die Amerikaner erreichen keine befnnbere Zeit. „Tschechoslowakei I" (Lanzendörfer) wird ausgangs der Bayernkurve auf die Böschung getragen. Dann fährt „Italien I" sehr sicher, „Belgien I" nimmt die Kurve ausgezeichnet. „Frankreich II" verliert ausgangs der Bayernkuroe den Bremser. Der ausgezeichnete Schweizer Oblt. Musy geht die Bayernkurve zu schnell an und wird hoch an die Wand hinaufgetragen. „Oesterreich II" (Wigelbeyer) ckleudert und muß scharf gebremst werden, kommt iher durch. „Schweiz I" (Capadrutt) hat eine tolle Fahrt. Er klettert die Bayernkuroe hoch hinauf, ängt die Maschine meisterhaft ab. „Frankreich I", der Stromlinienbob, erreicht eine gute Zeit. „Amerika I" mit Stevens am Steuer erzielt auf die Hundertstel-Sekunde genau die gleiche Zeit wie der Doraufgegangene amerikanische Schlitten. „Italien II" (de Zanna) hat ebenfalls eine feine Fahrt. Für Deutschland gibt es dann eine große Enttäuschung. Bob „Deutschland II" mit Trott am Steuer kommt in großer Fahrt die Bahn herunter, geht zu verwegen in die Bayernkurve, der Schlitten rast auf die Böschung und schleudert. 50 Meter weit fährt „Deutschland II" die Böschung entlang, aber Trott kann das dahinrasende Gefährt nicht mehr abfangen. Der Bob stürzt um und eine Besatzung fällt in den Schnee. Den Fahrern ist glücklicherweise nichts weiter passiert. „Tschechoslowakei II" geht dann in ruhiger Fahrt durch die Bahn, er folgt „Deutschland I" mit Hanns Kilian, jetzt der alleinige Träger unserer Hoffnungen. Kilian kennt die heimische Bahn. Er beginnt mittelschnell, durcheilt ruhig und sicher Kurve um Kurve. Die Zuschauer, noch unter dem Eindruck des vor wenigen Minuten erfolgten Sturzes von „Deutschland ll", begleiten Kilians Fahrt mit stummer, atemloser Spannung. Und schon ist Kilians Schlitten durch die Kehre in der Bayernkuroe durch- gefegt. Unheimlich sicher nimmt er die Kurve und Da brechen die Zuschauer in hellen Jubel aus. In verblüffend schneller Fahrt braust „Deutschland I" dem Ziel entgegen und als die Zeit mit 1:20,73 bekanntgegeben wird, klingt neuer Jubel aus. Hat doch Kilian mit Abstand die schnellste Zeit des ersten Laufes herausgehvlt. Nach ihm war „Belgien II" (Houben) mit 1:22,22 Min. am schnellsten. Die Bob-Wettkämpfe bei den Olympischen Winter- pielen in Garmisch-Partenkirchen begannen am Dienstagvormittag auf der Olympiabahn am Rießer See mit den ersten Läufen der Viererbobs. Dabei gab es leider für Deutschland neben einer schönen Leistung durch den Bob von Kilian auch eine gewisse Enttäuschung. Trott-Erfurt ging allzu verwegen in die Bayernkurve, sein Schlitten raste etwa 50 Meter die Böschung entlang und „lud" die Be- atzung ab. Das war ein bedauerlicher Ausfall! 3m 1. Lauf des Viererbobs führt „Deutschland Die Olympia-Bobbahn am Rießer See befindet ich bei Beginn der Wettbewerbe in ganz ausgezeichneter Verfassung. 18 Mannschaften sind am Start, also eine weniger als angekündigt. „Rumänien I" hat seinen Steuermann infolge Verletzung verloren uxb kann daher nicht starten. Die Olympia-Bobbahn der IV. Olympischen Winterspiele folgt den Geländewellen des Rießer Kopfes (am Rießer See), in dessen steil abfallenden Nordhang sie hineingebaut ist. Sie bildet im großen und ganzen ein Dreieck, dessen spitzester Winkel die Bayernkurve ist und dessen kürzeste Seite vom Bob- und Mannschaftsaufzug zum Ziel gebildet wird. Von der Bayernkuroe ab folgt die Bahn parallel der Südseite des Rießer Sees. Der Start befindet sich in 919 Meter Höhe. Wenig nach dem Start, wenn die Bobs eine noch nicht allzu hohe Geschwindigkeit haben, werden sie in kurzen Kurven abgelenkt zum Kilian-Looping-, dem das Krähennest und die Waxensteinkurve folgen. Durch weitere Kurven schlängeln sie sich bis zum Labyrinth, das aus drei kurz aufeinanderfolgenden Kurven besteht. In fünf dicht hintereinander liegenden Kurven geht es dann bis zur großen Bayernkurve und von dort über das Kasper-Eck, an der Wasserwende vorbei durch die Seekurve, die Zielkurve und Schweden — Oesterreich. Die Amerikaner errangen Oen die Tschechen einen verdienten 2:0= (0:0-, 2:0-, )-Sieg, während Oesterreich von den Schweden etwas überraschend mit 1:0 (1:0, 0:0, 0:0) geschla- i i w« 5 hnrtn, ” 3*“' & gegen®^1'9! 91 e u c s D. feit ha^' 1 Sui 21m heutig' bereits Wade ab. einer taktisch borjer 8 MldedleA •jung des M b-s Serges. Ehe es a Schlachte 'der Gieße Mitglieder a scheu Gre'ga händlich- -ttet Mast staa Beteiligung j unb Land, di Mengen r • von hier au spiel zu beo' Kälte, die Di ongepafct wi spitzen und i Folge hatte, und der Frc Aus der mit dem Kri rem, deren Hatten untei schlossen auf herrschte sch der Linde s laus der Dir bringen nee immer meh stehen Sol der Artille tungen. Für die freier der Ehrengäste legenheit ■ rohr und achten. De Lüdke, Oberst v. 9 Gießen ko: V- SA. > bi, NtSS b Mittwoch, 12. Zebruar 1956 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhefsen) Nr.56 Dritter Blatt Das Winterschießen der Gießener Artillerie. Unsere Gießener Artilleristen stehen wieder ein. mal im Vordergrund des öffentlichen Interesses. Seit einigen Tagen bildet das Winter-Schießen unserer Artillerie-Abteilung in Stadt und Land den Gegenstand eines lebhaften Meinungsaustausches. Von vielen Seiten war zu hören, daß man bei diesem militärischen Ereignis als Zuschauer dabei sein will. Dieses starke Interesse ist nicht verwunderlich, wenn man sich vergegenwärtigt, daß eine solche Uebung für die Bevölkerung von Gießen und Umgegend etwas ganz Neues darstellt, da ja auch hier wohl nur ein kleiner Kreis von Volksgenossen einst die Möglichkeit hatte, in den Kriegsjahren als Artilleristen beim scharfen Schießen dieser Waffe dabei zu sein. Am heutigen Mittwoch früh kurz vor 6 Uhr rückte bereits die 1. Batterie von der Kaserne nach dem Gelände ab. Die Uebung dieser Truppe begann mit einer taktischen Aufgabe im Bereiche des Krof- dorfer Forstes, im Verlaufe des Vormittags wurde die Batterie dann weiter nach vorne in Richtung des Gleibergs herangezogen, wo sie südöstlich des Berges tn Feuerstellung ging. Ehe es aber soweit kam, traten zunächst die „Schlachtenbummler" auf den Plan. Daß der Gießener Artillerie-Verein seine Mitglieder aufgefordert hatte, bei diesem militärischen Ereignis zugegen zu sein, ist nur selbstverständlich. Neben dieser Bekundung der Waffenkameradschaft stand nicht minder eindrucksvoll die starke Beteiligung der übrigen Volksgenossen aus Stadt und Land, die zu'Fuß, mit Fahrrädern ober Kraftfahrzeugen nach dem Gleiberg geeilt waren, um von hier aus das interessante militärische Schauspiel zu beobachten. Wenn auch die gegenwärtige Kälte, die dem Winter-Schießen äußerlich spürbar angepaßt war, manche kalte Füße, blaue Nasenspitzen und krumme Finger bei den Zuschauern zur Folge hatte, so tat all das doch der Begeisterung und der Freude keinen Abbruch. Auf der Fahrt zum Gleiberg überholen wir mit dem Kraftwagen eine große Zahl von Wanderern, deren Ziel der Gleiberg ist. Zahlreiche Schulklassen unter Führer ihrer Lehrer haben sich geschlossen auf den Weg gemacht. In Gleiberg selbst herrschte schon von 8 Uhr ab Hochbetrieb. Unter der Linde stehen zahlreiche Menschen, die den Ablauf der Dinge beobachten. Immer mehr Kraftwagen bringen neue Besucher heran. Daneben treffen auch immer mehr Wanderer zu Fuß ein. Mitten drin stehen Soldaten mit Pferden. Die Fernsprecher der Artillerie überprüfen noch einmal ihre Leitungen. Für die Offiziere der Garnison Gießen, die Vertreter der Partei, der Behörden und sonstigen Ehrengäste ist am Friedhof von Gleiberg gute Gelegenheit geboten, das Zielfeld durchs Scherenfernrohr und durch ihre eigenen Ferngläser zu beobachten. Den Divisionskommandeur, Generalleutnant Lüdke, ferner den Kommandeur des Art.-Regts. 45, Oberst v. B e r g und zahlreiche Offiziere der Garnison Gießen konnte man hier bemerken. Ferner waren von tr- SA. Standartenführer Lutter und Standartenadjutant Obersturmbannführer M ü n k e r zugegen. Oberbürgermeister Ritter befand sich ebenfalls unter den interessierten Zuschauern. Vom Artillerie-Verein Gießen waren zahlreiche Kameraden erschienen, an ihrer Spitze der Kameradfchaftsführer Müller. Um 9 Uhr begann das Schießen. Von der Beobachtungsstelle am Friedhof Gleiberg aus wurden zu der unweit davon in einer kleinen Bodensenke stehenden Batterie die Befehle durch die Fernsprecher durchgegeben. Zunächst folgte das Einschießen. Nachdem dieses das gewünschte Ergebnis gebracht hatte, folgte un|O) wua)s in igr, igreir ersparen, die sie voraussah. „Komm, Elfe, wir schwatz. „Komm, Elfe, wir schwatzen noch ein bißchen in Hansens Zimmer, Mutti hat es nämlich neu hergerichtet, und zwar ganz allein. Was die alles fertigbringt — du glaubst es nicht! Da bin ich anders geraten, mein Schwede kann entschieden nicht über allzu große Selbstaufopferung meinerseits klagen. Die sind die Männer auch gar nicht wert." Sie seufzte, eingedenk des gestrigen Verhaltens des Forschers. Elfriede lachte. „Nanu, sammelt unser Gretelein Lebenserfahrungen?" „Braucht man gar nicht, du, die kommen schon ganz von allein auf einen zu!" „ Ein weises Wort, Fräulein Grete", lobte Goe- bei lächelnd, indem er sich ebenfalls erhob zum Abschiednehmen, „seinem Schicksal entgeht keiner, und wenn er sich noch so sehr dagegen wehrt. Es kommt uns überall hin treu nachgetrabt." „Womit wir wieder einmal derselben Meinung wären", stellte das Mädchen fest. „Sie passen vorzüglich in diesen Kreis erlauchter Geister, Herr Doktor! Gar nicht auszudenken, was geschehen märe, hätte sich eine mindere Intelligenz hierher verirrt!" „Ich fühle mich ganz unglaublich geehrt — und danke Ihnen, verehrte Frau, von Herzen für die schöne, anregende Stunde, auf die ich mich schon immer freue. Man kommt abgespannt, belastet von tausend Verdrießlichkeiten, und geht froh und unbeschwert wieder fort. Ich glaube, Sie haben da irgendwo ein geheimes Zaubermittel in diesen Räumen versteckt!" Elfriede legte einen Arm um die Mutter. „Erraten, lieber Doktor", sagte sie heiter, „unser Mütterchen besitzt wirklich ein Zaubermittel, mit dem sie alle Nöte heilt, „Herzenswärme" heißt es! Und wer einmal davon genossen hat, den hungert in der Fremde danach, denn da findet er es nicht." Leise Schwermut klang durch den zärtlichen Scherz. Ach wie gut verstand sie Goebel. Immer stärker spürte sie, was sie in ihrem prächtigen Heim entbehrte. Der Prunk war Atrappe. „Wir sind alle leerlaufende Maschinen", dachte sie bitter, „viel Lärm um nichts--" Etwas wie weher Neid überkam Elfriede Stalling, als sie das herzliche Einvernehmen zwischen deren Menschen sich anzogen oder abstießen? Er-,Wunsch wuchs in ihr, ihrem Kind die Kämpfe zu kenntnis, die tiefer im Inneren wurzelte als die r r: r"t‘ Gefühlswallung der Liebe, oder vielmehr jener Verliebtheit, die Unerfahrenheit für Liebe hielt? — „Ich werde zu Haufe anrufen, wann ich Sie wieder brauche. Danke schön, Werner!" Da der Chauffeur ihr sorgsam aus dem Wagen half. Oben wurde Frau Stalling von der öffnenden Grete, die eben selbst heimgekehrt und noch in Hut und Mantel war, jubelnd in die Arme ge- chlossen. „Fein, Elfe, daß du auch mal ohne feierliche Anmeldung kommst, und jetzt wird dageblieben. Nicht wahr, Mutti?" Sie hatte die Schwester ins Schlafzimmer ge- choben, wo Frau Margret sich gerade etwas holte. „Natürlich! Von Herzen willkommen. Liebes, komm nur hinein — es stört dich doch nicht, daß Dr. Goebel da ist? Er kam gerade vor dir." Wie hübsch sie aussah mit den geröteten Backen und blitzenden Augen! So von innen heraus strahlten die' Zärtlich schmiegte Elfriede ihre Wange gegen die der Mutter, froh, daß sie gekommen. Hier war Herzensheimat. Die vorhin sie jählings überfallende Bedrücktheit schwand unversehens, wie sie aufgetaucht bei Gretes Lebendigkeit und dem feinen, geistvollen Geplauder Goebels, der so sehr Geist vom Geist dieses Hauses war. War er ihr schon gleich sympathisch gewesen, so fühlte die junge Frau sich dem Entdecker und Freund Joachim Draus irgendwie auf ganz besondere Weise verbunden, ihm verdankte sie eine Bereicherung ihres Lebens, die ihr wertvoller schien als alle Güter der Welt. Hier konnte sie auch von dem sprechen, was ihr dem Gatten gegenüber unmöglich gewesen, von dem zufälligen Zusammentreffen mit Drau. Alle drei horchten interessiert auf, Margret Mervius und Goebel mit geschärften Sinnen den Unterklang mitschwingender Bewegung vernehmend, der Grete entging. Aber was Goebel erfreute, erfüllte die Mutter mit leisem Bangen, denn es verriet ihrer hellhörigen Liebe mehr, als Erfriede Stalling ahnte. Wer seinem Gatten in glücklicher Gemeinschaft verbunden war, brachte nicht so viel innere Anteilnahme am Ergehen eines anderen Mannes auf, selbst wenn es sich um die Entdeckung eines großen Künstlers handelte. Hier ging es mehr um den Mann als um den Künstler, das fühlte Frau Margret mit l...^, |1V untrüglichem Mutterinstinkt heraus. Und der heißet diesen drei Menschen sah. Arm in Arm mit Grete ging sie hinüber in das kleine Stübchen des Bruders, das Grete von ihrem ersten Verdienst mit einem schönen roten Teppich geschmückt hatte. „Wo steckt Hans denn heute?", fragte sie, umherschauend. So gemütlich war diese anheimelnde Schlichtheit: dieser alte Ledersessel hatte neben Väterchens Schreibtisch gestanden — dort hing sein Bild. Das feine, stille und doch humorvolle Wesen Dr. Goebels erinnerte stark an den Verstorbenen. Muttchen merkte das gewiß auch. Ob eine Frau nicht zweimal lieben konnte, wenn die rechten Bedingungen gegeben? — Grete stand vor dem Schreibtisch des Bruders und starrte mit zusammengezogenen Brauen auf die Photographie der Mutter in ihrer Hand, die mit zersprungenem Glas, das Bild nach unten, da- gelegen hatte. Hatte Hans es fallen lassen, oder — — — „Hans", erwiderte sie endlich langsam, das Bild sorgfältig aus dem Rahmen lösend, „der ist bei seinem Freund Laue eingeladen. Merkwürdigerweise ist er immer irgendwo eingeladen, wenn Dr. Goebel bei uns ist." „Wie meinst du?" Erstaunt fuhr die junge Frau herum und sah die Schwester an. „Mag er ihn denn nicht?" „Doch, anfangs schwärmte er geradezu für ihn, rannte in Oper und Vorträge mit ihm und war selig über des Doktors Interesse an seinem Geigenspiel. Aber das wurde plötzlich anders, als er merkte, daß Doktor Goebel sich auch für Mutti interessierte. Kannst du's ihm verargen, Elfe? Sie ist doch nun mal goldig, jeder hat sie lieb! Und daß Mutti das Doktorchen mag, kann ein Blinder sehen. Ich habe auch gar nichts dagegen, er ist ein feiner Kerl, immer ritterlich und lieb zu Mutti und furchtbar gut zu uns. Meinetwegen könnten sich die zwei ruhig heiraten, warum sollte es Mutti nicht auch noch einmal gut haben nach all den schweren Jahren, ich gönnte "es ihr. Aber der dumme Dengel, der Hans, ist eifersüchtig, beträgt sich wie ein Lümmel, läuft weg, wo er kann, und quält sich und uns mit seinem albernen Getue. Mutti merkt seine Flegelhaftigkeit wohl, errät ihre Ursache aber nicht, sondern glaubt ihn in schlechte Gesellschaft geraten und grämt sich darum. Weiht du was er mir neulich, in eben dieser Stube sagte, als ich ihn so ein bißchen harmlos zur Rede stellte? „Wenn der Mensch nicht bald aus dem Hause geht, gehe ich!" Hast du Worte? Was soll man da nun machen?" (Fortsetzung folgt!) Wirtschaft Gedenket der hungernden Vögel! bebet mit Kasse übertragen worden. Tatsächlich führte sie jedoch teilweise der Angeklagte Müller, teilweise Leinberger und an manchen Tagen der Rechner Raab. Bereits im Jahre 1926 hat Müller mit den Unterschlagungen begonnen. Wenn er gerade einmal Rechnungen zu gleichen halte, griff er in die Tageskasse Bezirkssparkasse, ohne jedoch sein Konto i dem entnommenen Betrag zu belasten. kaum veränderter Kursen ebenfalls sehr ruhig. Altbesitz unv. 110, Kommunal-Umschuldung ca. 87,10 bis 87,15, Zinsvergütungsscheine 93,25 (93,20), späte Reichsschuldbuchforderungen 97,90 (96,75). Fremde Werte lagen still. Auch in der zweiten Börsenstunde hielt das sehr stille Geschäft an und nennenswerte Veränderungen gegen den Anfang waren nicht zu verzeichnen. Einzelne Montanpapiere bröckelten etwa 0,13 bis 0,25 v. H. ab, dagegen hatten AEG. mit 39,25 bis 39,50 (39,13) lebhaftere Umsätze. Von später notierten Werten lagen Scheideanstalt 1 o. H. schwächer mit 211, während Südd. Zucker auf 198 (107) anzogen. Der variable Rentenmarkt brachte keine Veränderungen und hatte weiterhin kleinstes Geschäft. Auch der Psandbriefmarkt wies nur bei einigen Liquidationswerten geringfügige Abweichungen auf. stattgegeben. ** Gin E i i m Gewicht von 10 5 Gramm. Von Herrn Schreiner, Kirchenplatz 2 wohnhaft, wurde uns gestern ein Riesenei im Gewicht von 105 Gramm vorgelegt, das von einem seiner Hühner gelegt worden war. Besonders bemerkenswert ist handelt, das erst ein Jahr alt ist. Ob das Huhn bei diesen Leistungen aus den Grundsatz „Fortsetzung folgt" eingestellt ist, muß erst noch abgewartet Es handelte sich zunächst um kleinere Beträge, die der Angeklagte selbst bis zum Jahre 1934 auf eine Gesamtsumme von 3- bis 4000 RM. schätzte. Bei seinen Unterschleifen wurde der Angeklagte noch dadurch unterstützt, daß er nach Belieben schalten und walten konnte. Im Jahre 1932 kaufte er sich ein Haus im Wert von 12 000 RM. Das Haus war von der Sparkasse mit 10 000 RM. bestehen. Durch eine Falschbuchung im Journal deckte er 5000.— Mark von der übernommenen Hypothek ab, den Rest schrieb er dem Sollkonto der Baugenossenschaft ab, ohne sein eigenes Konto zu belasten. Zur Vervollkommnung seines Hauses machte der Angeklagte Aufwendungen im Betrage von 3000 Mark, die er sich ebenfalls durch falsche Buchungen beschafft hatte. Um seine Verfehlungen der Kenntnis der Reoisions- beamten zu entziehen, trug der Angeklagte im Journal die Einnahmen zu gering, oder die Ausgaben zu hoch, die Einnahmen nur auf Konto und nicht im Journal und die Ausgaben nicht auf Konto, sondern nur im Journal ein. Auf diese Weise verstand er es, sich im Laufe der Jahre einen Betrag von etwa 15 00 0.— Mark an- zueignen. Die Unterschlagungen der Angeklagten Lein- b e r g e r beginnen im Jahre 1928, indem er jeweils Geld, das er benötigte, der Tageskasse entnahm. In der Kladde, in die die Kassenein- und -ausgaben zur Eintragung kamen, und im Journal, worin alle Geschäftsvorgänge, wie sie sich aus Kladde und Belegen ergaben, eingetragen wurden, stellte er die Beträge in Ausgabe, ohne sein Konto zu belasten. Bei der Revision legte er im Einverständnis mit Müller nicht alle Kontoblätter vor, um auf diese Weise den bestehenden Fehlbetrag der Kenntnis des Rivisionsbeamten zu entziehen. Die von Leinberger unterschlagene Summe beläuft sich auf etwa 2 0 0 0 0 Mark. Der Angeklagte Franz war ebenfalls bei den Unterschlagungen im Betrage von 8 0 0 Mark beteiligt, indem er Gelder aus der Portokasse entwendete. Nach längerer Beratung verkündete das Gericht folgendes Urteil: Wesentlich ist, daß diesen Vorschriften der Sache nach entsprochen wird. Dagegen kommt es nicht darauf an, daß die Aufzeichnungen über den Wareneingang in der Form eines besonderen Wareneingangsbuches gemacht werden. Grundsätzlich kann jedes Buch als Ersatz für das Wareneingangsbuch in Betracht kommen, wenn es so ergänzt wird, daß es allen Erfordernissen der Dresdner Verordnung entspricht. Der Angeklagte Müller wird zu 2 Jahren 2 Monaten Zuchthaus und 1000 Mark Geldstrafe, Ceinberger z u 2 Jahren Zuchthaus und 1 000 Mark Geldstrafe verurteilt. Beiden Angeklagten wird die Untersuchungshaft angerechnet. Die Verfehlungen des Angeklagten Franz fallen unter das Straffrei heitsgefetz vom August 1934. en zehn Jahre lang auf- Strafkammer wegen Unterschlagungen zu einem Jabr und vier Monaten Gefängnis Der Beauftragte des Reichsinspekteurs für Reit- und Fahrausbildung: Wehner, Standartenführer. Verwendung vorhandener Bücher als Wareneingangsbücher. unter Anrechnung von vier Monaten Untersuchungshaft verurteilt. Der Angeklagte hatte bei einer Gießener Firma, bei der er beschäftigt war, einen Betrag von 10 600 Mark veruntreut. Amtsgericht Gietzen In der gestrigen Sitzung verkündete, wie wir bereits berichteten, das Gericht das Urteil gegen den H W. aus Gießen, der wegen Betrugs 120 Mark Geldstrafe erhielt. werden. Wegen Unterschlagungen in dos Gefängnis. Der I. I. aus Troppau wurde von der Großen Die Unterschlagungen bei der Bezirkssparkasse Ortenberg Neuer Prozeß vor der Großen Strafkammer in Gießen. Zuchthausstrafen für die Hauptangeklagten. Die Große Strafkammer in Gießen hatte sich — wie wir in unserer Samstag-Ausgabe bereits ankündigten — in ihrer gestrigen Sitzung zum zweitenmal mit den großen Untersch l a- gungen bei der Bezirkssparkas s e in Orten berg zu beschäftigen. Auf der Anklagebank saßen der 35jährige Karl Müller aus Ortenberg, der 30jährige August Leinberger aus Usenborn und der 30jährige Karl Franz aus Ortenberg. Durch Urteil der Großen Strafkammer Gießen vom 20. August 1935 wurden Müller und Leinberger mit Gefängnisstrafen von je 2 Jahren 6 Monaten und der Walter Raab zu einer G e f a m t g e f ä n g n i s st r a f e von 1 Jahr 3 Monaten verurteilt. Auf die erkannten Strafen wurden den drei Angeklagten 7 Monate Untersuchungshaft angerechnet. Gegen dieses Urteil verfolgte die Staatsanwaltschaft bezüglich Müller und Leinberger das Rechtsmittel der Revision beim Reichsgericht mit der Begründung, daß entgegen der Annahme der Strafkammer die erschwerenden Bestimmungen des 8349 StGB. Anwendung finden müßten. Das Reichsgericht hob das Urteil auf und verwies die Sache zur nochmaligen Verhandlung an die Große Strafkammer in Gießen zurück. Gegen den Walter Raab ist das Urteil rechtskräftig. In der gestrigen Hauptverhandlung ergab sich folgendes: Die Angeklagten Müller, Lein- berger und Raab — gegen einen weiteren Angeklagten namens Franz wurde in erster Instanz das Verfahren abgetrennt, da er infolge eines Unfalls noch nicht verhandlungsfähig war — standen im Dienst der Bezirkssparkasse Ortenberg. Rechner der Kasse war seit dem Jahre 1909 der Vater des Angeklagten Raab, der im Laufe der Veruntersuchung Selbstmord begangen hat. Eine am 29. Dezember 1934 und in den folgenden Tagen bei der Kasse unerwartet vorgenommene Revision ergab einen Fehlbetrag von über 100 000 RW. Nach den Feststellungen der Revisionsbeamten waren seit etwa 10 Jahren in den Geschäftsgang der Kasse unhaltbare Zu stände eingerissen. Der Rechner Wilhelm Raab ließ es an der notwendigen Beaufsichtigung und den erforderlichen Prüfungen fehlen, und unterschrieb auch hier und da gefälschte Bilanzen. Durch die| Satzungen der Bezirkssparkasse war ihm die Führung der Die preußische Staatsbank im Jahre 1935. i Die Geschäftstätigkeit der preußischen Staatsbank ; (Seehandlung) zeigt, wie sich aus dem Verwaltungsbericht ergibt, in Uebereinstimmung mit dem all- . gemeinen Wirtschaftsverlguf eine günstige Entwick- 1 lung. Die Umsätze erführen eine weitere Erhöhung ! um etwa 12 v. H. Während des ganzen Jahres standen dem Institut erhöhte Mittel zur Verfügung. 1 Im Geldgeschäft, dem Hauptgeschäftsgebiet, haben ; die Umsätze zugenommen, wobei besonders die Geschäfte mit den Banken im Vordergrund standen. 1 Als Anlage im Geldgeschäft kamen neben Privat- 1 diskonten und Warenwechseln vorwiegend Arbeitsbeschaffungswechsel, unverzinsliche Reichsschatzan- ■ Weisungen und auch Solawechsel in Frage. Ihre Tätigkeit als Ausgleichsstelle am Geldmarkt hat die Staatsbank weiter fortgesetzt. Im Interesse der Arbeitsbeschaffung hat die Staatsbank auch, wie schon früher, denjenigen Stellen, die an den Arbeiten der Bodenoerbesserung beteiligt sind, erhebliche Kredite zur Verfügung gestellt. Als neue Ausgabe ist die Mithilfe bei der Finanzierung der Gewinnung deutscher Rohstoffe und der mit der Produktion von Spinnfasern befaßten Industriezweige zu erwähnen. Das Börsengeschäft war gegenüber der lebhaften Umsatztätigkeit des Vorjahres ruhig. Offenbar ist zu einem Teil die Kundschaft zu längerfristigen Anlagen übergegangen, und der spekulative Wechsel in der Effektenanlage spielt eine geringere Rolle. Im Emissionsgeschäft wirkte die Staatsbank bei den großen Emissionen des Reiches mit. Die gegen Schluß des Jahres durchgeführte Begebung von Preußischen Schatzanweisungen in Höhe von 150 Millionen Mark hatte vollen Erfolg. Nach Absetzung der Unkosten, nach Abschreibungen von 0,31 (0,34) und einer Zuweisung an die Sonderreserve von 0,35 (1,23) Mill. Mark beträgt der Reingewinn 11,63 (10,61) Mill. Mark. Entsprechend der Bestimmung des Staatshaushaltes werden 3 (2) Mill. Mark an die Generalstaatskasse abgeführt. Dem Grundkapital werden weitere 8 Mill. Mark (wie im Vorjahre) überwiesen und 0,63 Mill. Mark oorgetragen. Mein-Maichsche Börse. RUttagsbörse freundlich. Frankfurt a. M., 11. Febr. Die Börse hatte eine weitere feste Haltung und empfing von den vorliegenden Wirtschaftsnachrichten etwas Anregung, das Geschäft bewegte sich aber infolge des nur sehr geringen Ordereingangs in denkbar engsten Grenzen. Infolgedessen zeigte auch die Kulisse keine Unternehmungslust. Am Aktienmarkt ergaben sich wohl weitere leichte Erhöhungen, sie betrugen aber selten mehr als 0,25 bis 0,75 v. H. im Durchschnitt. Der Elek- tromarkt empfing von den Bilanzen des Siemens- Konzerns etwas Anregung und brachte meist 0,25 bis 0,50 v. H. höhere Kurse, Schuckert gewannen 0,75 v. H. auf 134, Siemens 0,25 v. H. auf 176.75, etwas lebhafter waren AEG. mit 38,90 bis 39,13 (38,90). Am Montanmarkt hatten lediglich Verein. Stahlwerke lebhafteres Geschäft mit 83 bis 83,40 (82,75), wobei die Festsetzung des Termins für die Bilanzsitzung auf den 27. Februar etwas anregte; Rheinstahl 113,50 (112,75), Hoesch unv. 90,50, Mannesmann 84,75 (84,40). IG. Farben lagen mit 151,50 unverändert, wurden aber ebenso wie die übrigen Chemiewerte stark vernachlässigt. Von Maschinenwerten stiegen Eßlinger weiter auf 93,75 (93,50), Moenus 83 (82,40); Daimler Motoren lagen mit 104,65 (104,75) nicht ganz behauptet. Stärker befestigt waren erneut Eement Heidelberg mit 128,25 (126,50), auch Holzmann weiter beachtet mit 98 (97,50), wobei man auf die günstige Witterung für die Baukonjunktur verwies, was auch der Bericht der Reichsanstalt über die Arbeitsmarktlage zum Ausdruck brachte. Zellstoff Aschaffenburg auf Abschlußhoffnungen weiter gefragt mit 91,50 i (90,25), dagegen Feldmühle Papier etwas leichter > mit 120,25 (120,75). Im einzelnen eröffneten Bank für Brauindustrie 1,25 v. H., Reichsbank 0,25 v. H., Hanfwerke Füssen 0,40 v. H. und Rheinmetall 0,25 v. H. freundlicher, während Schiffahrtsaktien bis 0,40 v. H. abbröckelten. AG. für Verkehr und Kunstseide AKU. lagen behauptet. Am Rentenmarkt war das Geschäft bei Fwd. Die in Einzelhandelskreisen oft noch zweifelhafte Frage, ob und wie bereits vorhandene Bü-. ...........—...... cher nach entsprechender Ergänzung als Warenein-! dabei, daß es sich bei diesem Huhn um ein Tier gangsbücher verwendet werden können, ist vom ' v " *“ r‘ — &'1L“ **" Reichsfinanzminister durch Erlaß vom 7. 10. 1935 geregelt worden. Dabei ist davon auszugehen, daß nach den Vorschriften der Dresdner Verordnung der Wareneingang ordnungsgemäß ausgezeichnet werden muß. Das bedeutet, daß die Gewerbetreiben- minars unserer Universität ernannt. ** Kreisausschuß-Sitzung. In der gestrigen Kreisausschuß-Sitzung wurde der Klage des Karl W e h r u m - Gießen, gegen die Verfügung des Kreisamtes Gießen vom 27. Januar wegen Entziehung des Führerscheins nach längerer Verhanolung den, die unter die Vorschrift dieser Verordnung fallen, diejenigen Eintragungen machen müssen, die sich aus § 1 Abs. 3 bis 7 der Dresdner Verordnung ergeben. Die Aufzeichnungen über den Wareneingang und die Belege müsse ~ ~ w ' bewahrt werden. Stadtanleihen lagen nicht ganz einheitlich, etwas fester 4,5 (7) Frankfurter mit 92,25 (91,75), dagegen 4,5 Hanau 91 (91,40). Auslandsrenten lagen auch im Verlaufe völlig geschäftslos. '— Tagesgeld war sehr leicht und wurde auf 2 (2,25) v. H. ermäßigt. Abendbörse sehr ruhig. Auch der Abendbörse mangelte es an Aufträgen der Kundschaft, infolgedessen herrschte auf allen Gebieten sowohl des Aktien- wie des Rentenmarktes weitestgehende Geschäftsftille. Bei freundlicher Tendenz ergaben sich gegen den Berliner Schluß nur Abweichungen um Bruchteile eines Prozentes, wobei es sich in den meisten Fällen um nominelle Notizen handelte. Von Bankaktien bröckelten DD- Bank auf 90,75 (91) ab, ferner gingen Adca weiter zurück auf 71,75 (72,50). U. a. notierten: Altbesitzanleihe 110, JG.-Farben- Bonds 125,25, 6prozentige Krupp 104,75, 4,5pro- zentige -Pirmasens 92,25, 4,5prozentige Meininger Gold Emissionen 3 bis 8 96,25, 4prozentige Rumänen 5,30, Adca 71,75, Commerzbank 92,90, DD-Bank 90,75, Dresdner Bank 91,50, Harpener 115, Mannesmann 84,65, Rheinstahl 113, Verein. Stahlwerke 83, AEG. 39,13, Bemberg 93,50, Gement Heidelberg 128, Conti Gummi 168, Scheideanstalt E 211, Deutsche Linoleum 147, Licht und Kraft 136, JG.-Farben 151,13, Gesfürel 129,50. Frankfurter Obst- und Gemüsemackt. Frankfurt a. M., 11. Febr. Am Gemüse- markt hat sich das Angebot infolge der Kälte verringert, es blieb aber ausreichend. Das Geschäft war befriedigend. Merkbare Preiserhöhungen hatten Feldsalat, Rosenkohl, Spinat, Wirsing und Winterkohl. Ausl. Blumenkohl, Eskarol und Kopfsalat waren genügend angeboten, Blumenkohl im Preise höher. U. a. notierten: Blumenkohl, Steige 18 Stück 3,80 bis 4,25 ital., Eskarol, Steige 24 und 32 Stück 2,25 bis 2,50 ital., Feldsalat groß 35 bis 60, klein (Mistbeet) 60 bis 90, Gewürze! gr. Bdl. 30 bis 40, Karotten 4 bis 6, gelbe Kartoffeln 50 Kilogramm 3,80 bis 400, Kopfsalat, Steige 24 Stück 5,00 bis 6,00 span., Meerrettich 35 bis 45, Rosenkohl 22 bis 26, Rotkraut 7—11, Sellerie 50 Kilogramm 7—12, Spinat (Gärtner) 15 bis 18, dto. Pfälzer 14 dis 16, Schwarzwurzel 15 bis 22, Weißkraut 6 bis 8, Wirsing 10 bis 12, Winterkohl 10 bis 12, Zwiebeln 9 bis 11, 10 bis 11 Ungar. Obst und Südfrüchte: Angebot von deutschen Aepfeln weiter gut, Nachfrage nur nach bester Auslese zufriedenstellend, für Mittelware schleppend; Preise für bessere Sorten höher, Auslesen über Notiz. Apfelsinenangebot voll ausreichend, Geschäft infolge des Frostes geringer. Bananen- und Zitronenpreise höher. U. a. notierten: Aepfel I 24 bis 30, II 18 bis 22, Wirtschaftsäpfel 14 bis 18, Boskop 25—30, Roter Eifer 18 bis 25, Schafsnase 14 bis 18, amerifan. Aepfel, Kiste 40 Pfd. rote 16 bis 18, Apfelsinen: blond 13 bis 18 span., 15 bis 17 ital., Blut 14 bis 20 span., 18 bis 22 ital., Navel 20 bis 25 span., Bananen, Kiste 25 Pfd. 8,50 bis 9 Kamerun, 7 bis 8 Braf., Kranz-Feigen 25 Kilogramm 7 bis 8, Walnüsse 45 franz., Zitronen, Kiste 300 und 360 Stück 5,50 bis 6,50. gungen des Pferdes mitgehenden und gestreckten s C r n e n n u n g a n d e r U n i v e r s i t ä t. Von Sitzes, 2. Kenntnis der Kreuzleine 22, 3. Handgriffe der Pressestelle der Universität Gießen wird uns bei Wendungen und Paraden, 4. Verkehrsregeln, mitgeteilt: Der Archivrat im Bayerischen Kriegs- 5. Verpassen landesüblicher Kummt- und Sielen- archiv Dr. Erich F r e i h e r r v o n G u t t e n b e r g aeschirre, 6. Putz und Wartung des Pferdes, 7. wurde mit Wirkung vom 1. November 1935 ab zum Fütterungslehre (Tagesrationen, Tränkezeiten), 8.! ordentlichen Professor in der Philosophischen Fakul- Sattelung und Zäumung, 9. Einrichtung dehelss-1 tat, I. Abt., und zum Direktor des Historischen Se- mäßi^er Stallungen in der Ortsunterkunft, 10.1 miMnrc »ornnnnt iferb'e|u;onung und Pserdepflege auf dem Marsch. Kurszettel her Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter Öen Papieren angeführten Ziffern geben öie Höhe öer zuletzt besoffenen Dividende an. - Reichsbankdiskont 4 v. tz., Lambardzinsfuß 5 v. H.___________________________ Fran ,ur a. JJl. Bei ■ F aiiliurt a.M. 3erlin Frankfurt a. M. Berlin Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. !N. Schluß« turs Schlu. ;. Abend« böri Schluv- iure Smlußl mittag- bö-fc Schluß« turs Schiußi. Abend« böri- Schluß« turs Schlußl. Mittag« börie Schluß« turs Schluß«. Abend- bSrse Schluß« turs SMlUpt. Mittag« börse 10.Februar Amtliche Notierung Geld I Sries 11 .Februar Amtliche Notierung Geld | Briet 102- 11.2 10.2 11.2. aium 10-2. 112 10-2- 11.2- Oatum 10-2- 11.2- 10-2. 11.2. Buenos Lire- Brüssel .... Rio de Jan. Sofia ...... Kopenhagen. Danzig----- London..... HeljingsorS.. Paris ..... Holland ... Italien.... Japan ..... Jugoslawien Lslo..... ; Wien...... Lissabon ... Stockholm... Schweiz ... Spanien... Prag...... Budapest .. Reuyork ... Her 0,680 41,81 0,140 3,047 54,90 46,80 12,295 5.415 16,40 168,51 19,76 0,717 5,654 61,78 48,95 11,155 “63,39 81,09 33,98 10,28 2,452 nn,11 .Feörua 0,684 41,89 0,142 3,053 55,00 46,90 12,325 5,425 16,44 168,85 19,80 0,719 5,666 61,90 49,05 11,175 63,51 81,25 34,04 10,30 2,456 Banknoten r _ 1 0.680 0,684 41,9) 0,141 3,053 54,98 46,90 12,32 5,425 16,44 168,91 19,80 0,719 5,666 61,88 49,05 11,17 63,49 81,27 34,06 10,305 2,457 2>ru 6% Deutle tRetdidanlelfje v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 6%% Doung-Anleihe von 1930 ... Deutsche Anl.-Ablöi.-Schuld mit Auslos.-Rechten ............. 4‘/,% Deutsche Reichsvostschatzan Weisungen von 1934, 1....... 6% ehem.8°/o Hess. Bolksstaat 1929 «rückzahlb. 102%)........... *Yi% ehern. 8% Hessische Landes bmi! Darmstadt Gold R. 12.... 6%% ehern. 4 y,% Hess. Landes Hlivoihekenbank DarmstadlLiaui 4¥t% ehern. 8% Darmst. Komm Laiiücsb.GoldschuIdverlchr. 8t. 6 Cbetheiien Provinz-Anleihe mit Ausloi.-Rechten ............ Teuljcke Komm. Sammelabl. An leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 4 ¥*% ehem.8% Franks. Hyp.-Banl Golvpfe. 15 unkündbar bis 1935 6’/2% ehern. 4'/2% Franks. Hhp. Bank-Ligu-Pfandbriefe....... 6%% ehern 4'/2% Rheinische Hhp.-Bank°Liau.°Goldpfe. .. 4%°o ehem. 8% Pr. Landespfand^ bnefanstalt, Psandbriese R. 19 4!4% elidm. 7% Pr. Landespsanb „briefmift., Gold Komm. Lbl.Vl Steuergutich.Berrechnungsk. 34-38 *% Ctflenetdiijaie Goldrente... 4-20% O österreichische Silberrente ♦% Ungarische Goldrente ....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4V2% besgl. von 1913 ......... ®% abgest. Goldmexikaner von 99 ä ^Türklsche Bagdadbahn-Anleihe 100,75 97,4 110 99,75 97,75 96,4 101 114,25 96,5 101,13 101,65 97 97 108,6 1,25 9 8,9 8,9 14,65 9,65 100,5 97,4 110 99,9 97,75 96,4 101 114,25 96,5 101,30 101,4 97 97 108,65 1,25 9 8,9 8,8 14,25 9,75 100,5 97,4 110,13 100,1 97,5 114,25 101,65 97 97 108,6 30 1,25 9,05 8,8 14,3 100,5 97,4 102,9 110,13 99,9 97,75 114,25 101,25 97 97 108,65 30,5 8,95 8,8 14 4% oeegi. Serie It ..... 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4'/r%Rumcin.vereinh.Rentev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente . 2 V*% Anatolier............ Hamburg-Amertka-Paket .....O Hamburg-Südam. Dampfschiff. O Norddeutscher Lloyd .........O A.G. für Berkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz, und Privat-Bank ... c> Deutsche Bant unv Diskonto« Gesellschaft................0 Dresdner Bank..............0 Reichsbank ................ 12 L.E.G......................c Bekula.................... 10 Clektr. Lieferungsgefellschaft... 5 Licht und Kraft ........... 6% Felten & Guilleaume......... 4 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 6 Rheinische Elektrizität ........ 6 Rhein. Wests. Elektr..........6 Schultert S Co...............4 Siemens & Halske............7 Lahmeyer L Co...............7 Buderus ...................4 Deutsche Erdöl ..............4 Harvener...................O Hoesch Eisen—Aöln-Neuessen .. t Ilse Bergbau ...............€ Ilse Bergbau Genüsse........< Klöcknerwerke ...............1 Mannesmann-Rohren........O 9,65 6,75 9,35 5,4 38,25 16 17,25 107 117,75 92,75 90,75 91,25 186,5 38,9 139,25 114,5 136 117,75 130 127,75 133,25 176,5 128,5 97 111,75 115 90,5 161 127,75 86,25 84,4 9,75 6,75 9,40 5,3 38,25 15,9 16,9 106,5 117,25 92,9 90,75 91,5 186,75 39,13 139,5 114,25 136 117,5 129,5 128 127,13 133 176,75 128,5 96,75 111,75 115 90,4 161 128,5 86 84,65 6,6 9,35 5,45 38 16t13 17,25 107 118 92,5 91 91,5 186,75 38,75 139,65 114,75 136,5 117,75 129,9 126,25 126,9 133,25 176 129,4 97,5 111,75 115,13 90 162 128,25 86 84,13 9,75 6,6 9,20 5,45 38,5 16 17 106,13 117,25 92,9 91 91,5 186,75 39,25 139,65 114,25 136,5 117,75 130 128 127 133,25 175,25 129,4 97,4 111,5 115 90 128 86.5 84,65 ManSselder Bergbau.........5 Kokswerke ..................6 Rheinische Braunkohlen ..... 12 Rheinstahl .................. 4 Bereinigte Stahlwerke........O Ltavi Minen ...............O Kaliwerke Aschersleben........5 Kaliwerke Westeregeln........5 Kaliwerke Salzdetfurth..... IVi I. G. Farben-Inbustrie.......7 Scheideanstalt...............9 Goldschmidt ................ 5 Rütgerswerke ............... 6 Metallgeiellschast.............4 Philipp Holrmann...........4 Zementwerk Heidelberg ......7 Cemeniwerk Karlstadt......... 6 Schultheis Patzenhoser .......4 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. O 129,4 221 112,75 82,75 17,5 127 120,5 189 151,25 212 113,5 120,4 117,5 97,5 126,5 128 53,25 93 123 90,25 104,75 146,65 32,75 302,5 168,5 1 30,25 91 1 197 127,5 221,25 113 83 17,75 127,25 119,5 190 151,13 211 113 122 118 98 128 128 54 93,5 123,25 91,25 109,75 147 32,4 306,5 173,65 168 1 31,65 91 I 198 127,5 120,13 221 113,5 82,5 17,5 127 119 189,5 151,1j 113,5 120 117,5 9r 99,13 52,9 92,5 123,25 90,25 126,75 104,5 146,25 78,5 32,4 301 173,25 168,5 1 30,25 I 198 128 120 221,5 113,25 83 17,5 127,25 119 190 151 112,75 122,25 117,5 98 — 100,13 54 93,25 123,25 91 126,9 109,13 147 78 32,13 307,5 173 168 198,75 41,83 0,139 3,047 54,88 46,80 12,29 5,415 16,40 168,57 19,76 0,717 5,654 61,76 48,95 11,15 63,37 81,11 10,285 2,453 (SCIO Zellstoff Waldhof ............ 5 Zellstoss Aschaffenburg .......O Dessauer Gas ...............7 Daimler Motoren............O Deutsche Linoleum........... 8 Crenftein & Koppel ..........O Westdeutsche Kaufhof.........O Chade....................71/» Accumulatoren-Fabrik.......12 Conti-Gummi...............8 Grttzner....................O Mainkraftwerke Höchst a.M.... 4 Süddeuticher Zucker ........10 Amerikanische Roten.............. Belgische Noten.................. Dänische Noten ................. Englische Noten ................. Französische Noten............... Holländische Noten............... Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, i 100 Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten.......... .... Schweizer Noten................. Spanische Noten................. Ungarische Noten................ 2,405 41,68 54,62 12,255 16,35 168,15 61,55 63,15 80,93 33,66 2,425 41,84 54,84 12,295 16,41 168.83 61-71 63,41 81,25 33,80 Oberheffen. Ein Film über die Erzeugungsschlacht. Wie uns von der Bäuerlichen Werkschule und Beratungsstelle in Gießen mitgeteilt wird, kommt ein außerordentlich wertvoller Film „Die Erze u g u n g s s ch l a ch t g e h t w e i t e r" am 13. Februar in Stangenrod und am 14. Februar in Ettingshausen zur Aufführung. Der Film wird nur in ländlichen Gemeinden gezeigt. Der Besuch wird auch Nachbargemeinden empfohlen. Landkreis Giefzen § Alten-Buseck, 11. Febr. Die am Sonntag durch die hiesige NS.-Frauenschaft durchgeführte Eintopfsammlung erbrachte in unserem Ort 34,05 Mark. wg Großen-Buseck, 11. Febr. Dieser Tage hielt die hiesige Kriegerkameradschaft im Gasthaus bei Kamerad Wagner ihre Generalversammlung ab. Kamerdschaftsführer Schmidt konnte eine recht stattliche Anzahl Kameraden begrüßen. Zunächst gedachte er der fünf Kameraden, die durch den Tod im letzten Jahr dem Verein entrissen wurden. Anschließend gab er den Tätigkeitsbericht. Die Kasse, die in mustergültiger Weise geführt worden war, ergab einen kleinen Ueberschuß. Dem Rechner konnte Entlastung erteilt werden. Im weiteren Verlauf des Abends fand noch die Auszeichnung von sieben Mitgliedern für 25jährige Vereinszugehörigkeit statt. Zum Schluß wies der Kameradschaftsführer noch auf den 5. Reichskriegertag in Kassel hin. Mit einem dreifachen „Sieg Heil" auf Führer und Vaterland schloß er die Versammlung. = Staufenberg, 11. Febr. Die Schulpfundsammlung erbrachte in der Ortsgruppe insgesamt 300 Pfund Lebensmittel, und zwar wurden gesammelt in Daubringen 95 Pfund, in Mainzlar 130 Pfund und in Staufenberg 75 Pfund. — Dr. Finger hielt in der Gastwirtschaft L. ZecherV. dahier einen rassepolitischen Vortrag mit Lichtbildern für die NS.-Frauenschaft sowie für die Frauenhilfe der Orte Staufenberg, Daubringen und Mainzlar. Der Vortrag war sehr gut besucht und fand starken Beifall. = Mainzlar, 11. Febr. Die jüngste (f in« top fsammlung ergab in unserem Ortsgruppengebiet den Gesamtbetrag von rund 146 Mark, der sich auf die einzelnen Orte wie folgt verteilt: Staufenberg 45 Mark, Daubringen 56 Mark und Mainzlar 45 Mark. + Annerod, 11. Februar. Die Burschenschaft „Edelweiß" hielt im Saale von Engelhardt einen Theaterabend ab, dessen Ertrag dem Winterhilfswerk zugute kam. Der Führer der Burschenschaft, K. Haas, begrüßte die Teilnehmer. Der stellvertretende Kreispropagandaleiter Pg. H e ß hielt sodann eine längere Ansprache, in der er über Nationalsozialismus, über Kameradschaft und völkische Schicksalsgemeipschaft sprach. Nachdem Propagandawart Pg. Rohweder dem Redner gedankt hatte, und nachdem das Deutschland- und das Horst-Wessel-Lied gesungen worden waren, gelangten durch die „Spielschar Annerod" einige Theaterstücke zur Aufführung, die reichen Beifall fanden. Der Gesangverein „Heiterkeit" stellte sich unter der Stabführung seines Dirigenten Ph. Groß (Wie- seck) in den Dienst der guten Sache und brachte einige Lieder ausgezeichnet zum Vortrag. Die Musik für den Abend wurde von Angehörigen des Musikkorps des MG.-Batl. 2 ausgeführt. Ein Tylo- phon-Solo des Schützen A. Gerhardt fand reichen Beifall. In froher Geselligkeit verbrachte man einige Stunden. CO Klein-Linden, 11. Febr. Die Vorstände der Kleinkinderschul- und K r a n k e n st a - t i o n hielten ihre Jahresversammlung ab. Zunächst gedachte der Vorsitzende, Pfarrer König, der Verdienste des verstorbenen Beigeordneten und Vorstandsmitgliedes Wilhelm Jung XI. um die beiden Stationen, die Ve rsammlung ehrte den Verstorbenen in üblicher Weise. Sodann erstattete der Rechner der Kleinkinderschulstation, Lehrer Rau, den Kassenbericht. Daraus war zu ersehen, daß dank der umfassenden Sanierungsarbeiten des Vorsitzenden die Kleinkinderschule vor dem Zusammenbruch bewahrt blieb. Einer festen Einnahme von 586 Mark aus Schulgeld stehen 1685,04 Mark an Ausgaben gegenüber, so daß mehr als 1100 Mark durch freiwillige Unterstützungen aufgebracht werden mußten. Die Gemeinde unterstützte die Station mit 150 Mark, an Kollekten gingen rund 40 Mark ein, die Innere Mission gab 50 Mark, die Spar- und Darlehenskasse 20 Mark. Ferner wurden durch den im verflossenen Jahr ins Leben gerufenen Verein der Kleinkinderschulfreunde 59 Mk. an Mitgliederbeiträgen aufgebracht. Das fehlende Geld würde von Körperschaften und Privatleuten gespendet. Die Gesamteinnahmen betrugen 1796,49 Mark, so daß mit einem Ueberschuß von 111,45 Mk. ins neue Rechnungsjahr eingetreten werden kann. Nachdem nach Rechnungsabschluß noch weitere Gaben in stattlicher Höhe in die Kasse der Kleinkinderschule flössen, ist deren Bestand vorerst gesichert. Die Rechnung war von den Vorstandsmitgliedern Germer und Jung geprüft und für richtig befunden worden, so daß dem Rechner Entlastung erteilt werden konnte. Den Kassenbericht der Krankenstation erstattete deren Rechner Wilh. Jung VIII. Die Krankenkasse mit etwa 340 Mitgliedern hat eine feste Einnahme von 1360 Mark, zu denen noch eine Unterstützung der Gemeinde mit 150 Mark kommt, so daß diese Station in finanzieller Hinsicht stets gesichert dasteht. Zu Prüfern dieser Rechnung wurden die Vorstandsmitglieder Panzer und Theiß bestimmt, die demnächst Bericht erstatten werden. Der Vorsitzende dankte den beiden ehrenamtlichen Rechnern für die geleistete Arbeit. Da im Laufe des Jahres die Kleinkinderfchule auf ihr 40jähriges Bestehen zurückblicken kann, wurde beschlossen, mit dem üblichen Sommerfest der Kleinkinderschule das vierzigjährige Jubiläumsfest zu verbinden. —I— Klein-Linden, 11. Febr. Die Bautätigkeit war im verflossenen Jahre hier etwas lebhafter als in 1933. Neben einer Reihe von An- und Umbauten wurden zwei Scheunen, ein Mehrfamilienhaus an der Pfingstweide und ein Wohnhaus in der Wetzlarer Straße fertiggestellt. Ferner wurden das schon seit Jahrzehnten geplante Pfarrhaus und das Heim für die Hitler-Jugend erbaut. Im Rohbau stehen gegenwärtig ein Einfamilienhaus in den Weingärten, ein Mehrfamilienhaus auf der Wann und drei Neubauten an der Lützel- lindener Straße, zu denen die Gemeinde im Interesse der Arbeitsbeschaffung die Bauplätze rechts der Straße zum ermäßigten Preis abgegeben hatte. Für 1936 ist die Fertigstellung dieser Rohbauten und die Errichtung von sechs Wohnhäusern geplant. ** Großen-Linden,11. Febr. Im Schaum- schen Saale fand die Hauptversammlung der F r e i- willigen Feuerwehr statt. Der Wehrführer Kamerad Velten gab einen Rückblick auf das vergangene Jahr, wobei er erwähnte, daß im Laufe des Jahres vier Hebungen und ein Nachtalarm stattfanden. Der Mitgliederstand beträgt 102 Mann, die Kasse ist in Ordnung. Dem Rechner Kamerad Jak. Geißler wurde der Dank für seine 35jährige Tätigkeit ausgesprochen. Als sein Nachfolger wurde Kamerad Otto G a ß m a n n bestimmt. Ferner wurden noch vier Kameraden für 15jährige Tätigkeit ausgezeichnet und ihnen ein Andenken verliehen. Wehrführer Velten wies auf die Aufgaben der Feuerwehren innerhalb des Reichsluftschutzes hin. In der üblichen Weise fand die Versammlung ihren Abschluß. * Leihgestern, 12. Febr. Silberne Hochzeit können am heutigen Mittwoch die Eheleute Nikolaus Fritz und Frau Christian geborene Schä- f e r begehen. oo Langsdorf, 11. Febr. Heute fand unsere letzte diesjährige H o l z v e r st e i g e r u n g in den Forstorten Altes Schützenseif, Hegerich und Klafterschlag statt. Es wurden folgende Durchschnittspreise erzielt: Buchenscheiter je 1 Raummeter 16,50 RM., Buchenreiser je 4 Raummeter 3 RM., Buchenprügel je 2 Raummeter 8 RM., Buchen-Rund- scheit je 2 Raummeter 10—11 M. Buchenwindfallholz, das am Rande einer Neurodung am Entenpfuhl gefallen war, erzielte natürlich sehr niedrige Preise. Da bei dem harten Frost die Waldungen gut fahrbar sind, hat die Abfuhr aus unserem Walde, besonders durch die auswärtigen Steigerer, bereits begonnen. Bei den hiesigen Gemeindeleuten besteht von jeher der Brauch, das Holz im Walde zu spalten und erst nach beendigter Frühjahrsbestellung der Felder abzufahren. In diesem Winter waren insgesamt etwa 4100 Festmeter Holz gefällt worden. oo Eberstadt, 11. Febr. Bei der jüngsten E i n t o p f s a m m l u n g, die von den Mitgliedern des Reichsluftschutzbundes durchgeführt wurde, ging ein Betrag von 26,90 Mark ein. — Die hiesige Kriegerkameradschaft hielt im Saale Wedemann einen Kameradschaftsabend ab, in dessen Mittelpunkt ein Lichtbilder-Vortrag stand. Die Veranstaltung war außerordentlich gut besucht. Bürgermeister Pg. G ö r l a ch eröffnete die Versammlung. Kamerad Kratz- Freienseen erzählte an Hand vieler Lichtbilder von seiner Dienstzeit als 9Ratrose auf der „Schlesien", als Kämpfer im Unterseeboot und schließlich von seinen starken Eindrücken von der Skagerrak-Schlacht. Der Vortrag, der mit einem Gedenken der Toten des Weltkriegs geschlossen wurde, machte auf alle Zuhörer einen tiefen Eindruck. Pfarrer K ö d d i n g dankte dem Redner. Bürgermeister G ö r l a ch schloß den Abend in der üblichen Weise. Aus aller Welt. Raubüberfall in Charlollenburg aufgeklärt. Am 29. Januar war in Charlottenburg der Kassenbote Helmut Schröter von zwei Männern niedergeschossen und seiner Aktentasche mit 13 000 Mark Bargeld beraubt worden. Schröter war kurz darauf seinen Verletzungen erlegen. Der Kriminalpolizei ist es jetzt gelungen, das Verbrechen völlig aufzuklären. Bei den Tätern handelt es sich um einen Konrad Nürnberg und einen Georg ©rammens, die den Ueberfall vorher genau verabredet hatten. Die Verbrecher feuerten mehrere Male auf den Kassenboten. Dabel war Nürnberg von seinem Spießgesellen ange- schossen worden. Nachdem durch eine Verunreinigung der Wunde eine Blutvergiftung eingetreten war, mußte der Verbrecher ein Krankenhaus auf- suchen, wo er bald darauf ft a r b. Nachdem der Verdacht, an dem Raubüberfall beteiligt gewesen zu sein, auf Nürnberg gefagen war, förderte eine Durchsuchung seiner Wohnung einen Geldbetrag vor über 7000 Mark zutage. Die darauf bei feinem vermutlichen Helfershelfer Grammens durchgefuhrte Haussuchung führte zur Beschlagnahme von Revolvermunition, wie sie bei der Tat Verwendung gefunden hatte. Daraufhin wurde auch ©rammens auf seiner Arbeitsstelle f e ft g e n o m m e n und legte nunmehr ein umfassendes Geständnis ab. Den Restbetrag des geraubten Geldes hatte Gram- mens in der Nähe von Potsdam im Walde vergraben.' Er konnte inzwischen herbeigeschafft werden. Sechs Todesopfer des Verkehrsunglücks in Braunschweig. Die Zahl der bei dem Verkehrsunglück m Braunschweig getöteten Personen hat sich inzwischen auf sechs erhöht. Die Opfer werden von der nationalsozialistischen Bewegung und der Deutschen Arbeitsfront zur letzten Ruhe gebracht werden. Die Hauptfeier wird in einer großen Werkhalle abgehalten werden. In ganz Braunschweig wird zu dieser Zeit eine Minute Verkehrsruhe eintreten. Dr. Ley hat an die Deutsche Arbeitsfront in Braunschweig anläßlich des Unglücks folgendes Telegramm gesandt: „Das folgenschwere Unglück, dem wiederum tapfere deutsche Arbeiter zum Opfer fielen, hat mich tief erschüttert. Wollen Sie bitte den Hinterbliebenen und den Verletzten meine aufrichtige Anteilnahme zum Ausdruck bringen und mir umgehend Bericht über die von Ihnen eingeleiteten Hilfsmaßnahmen erstatten." Ä Tote bei einem Fährunglück. In der Nähe der Stadt Ellere (Madras) kenterte ein Fährboot, auf dem sich 36 Frauen und zwei Männer befanden. Infolge der starken Strömung konnte nur ein Teil der Insassen gerettet werden. 28 Frauen ertranken. Rundfunkvroaramm Donnerstag, 13. Februar. 6 Uhr: Choral. Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7.00: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 9.30: Musik am Morgen. 10.15: Schulfunk: Volksliedsingen. 10.45: Nur Frankfurt: Gau- nachrichten. 11: Nachrichten. 11.30: Bauernfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Nach» richten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.10: Allerlei von zwei bis drei. 15: Wirtfchaftsbericht. 15.15: Kinderfunk. 16: Unterhaltungsmusik. 17: Konzert» 17.40: Von Garmisch-Partenkirchen: Olympia-Echo.' 18: Konzert. 19.45: Der Tagesspiegel des Reichssenders Frankfurt. 20: Nachrichten. 20.10: Die Schneider von Schönau. Komische Oper in brei^ Akten. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk), 22.20: Von Garmisch - Partenkirchen: Die letzten Meldungen und Funkberichte der IV. Olympischen Winterspiele 1936 (8. Tag). 22.40: Tanzmusik. Rirdbfidbe Jiocbricbfen Evangelische Gemeinden. Mittwoch, den 12. Februar. Gießen. Kapelle des Alten Friedhofs. 20.15 Uhr: Katechismusgottesdienst: Das fünfte Gebot; Pfarrassistent Weckerling. Öffentliche Handelsfehranstalt fiiefien Liebigstraße 16 Fernruf 2480 Höhere Handelsschule Voraussetzung: Obersekundareife einer allgemein bild, höheren Lehranstalt. Schulzeit: Ein Jahr. Schulgeld: RM. 19.—. Anmeldung: Schriftliche oder mündlich möglichst sofort, spätestens 31. März 1936. Prospekt kostenlos. 8ecn aus Eisen, Kokos und Fußkratzeisen in reicher Auswahl Denken Sie daran: kauft man vorteilhaft bei J. B. Häuser Gießen 872 a Am Oswaldsgarten Fernruf Nr. 2145/46 Gesaogs-Pädagogin lOr Damen Einzelunfenchl gesucht Schriftliche Angebote unter 8980 an den Gieß. Anzeiger. Masken-Anzüge und alle Karneval-Artikel billigst bei Karnbach/ Kaplansg. 29 s Wissenschafti. Werke Sondergebiet der Brühl'schen Druckerei Verkäufe Woha-n.Gefdiäfts- haus (Metzgerei) insehrgut.Lage, günstig auch für Kapitalanlage,;, verkaufen. Schr. Angeb. unt. 0628 an o. Gieß. Anz. I-Beli-Schlalzimm. 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Klassen-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Aus jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden _____________Abteilungen I und II 3. Ziehungstag 11. Februar 1936 3n def heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 2 Gewinne zu 10000 M. 279598 2 Gewinne zu 5000 M. 373575 8 Gewinne zu 3000 M. 55928 194515 263094 322542 21314 58237 80158 88884 188744 306052 320754 103841 147759 169440 198299 243723 344511 125546 166168 185269 231092 325398 384088 97556 131076 166321 187201 233816 341549 116799 157441 179943 211629 311663 372976 118692 162486 183582 221937 315823 380728 106464 150992 171782 200851 284073 356539 26 Gewinne zu 2000 M. 148551 156005 172201 345348 374440 395078 96 Gewinne zu 500 M. 5960 7653 25110 27019 39639 50997 53058 58967 59156 62679 89061 93498 ----- ------ ------ ------ ------ 52 Gewinne zu 1000 M. 6320 48839 54584 61764 76675 82648 84553 141170 174891 188280 241784 267545 272101 287269 287330 309047 311099 313091 329097 340520 343479 352238 366090 371897 378736 382933 2167 8724 14626 15042 300 M. 47233 122749 118425 125449 140544 155297 166082 181265 191210 197242 210252 220044 228344 234069 252695 271419 276392 306697 313211 323127 332375 342991 354342 358561 373729 387661 108159 122163 126694 145952 160860 171214 186791 191705 203586 211073 223858 230252 235929 257536 272570 284921 308598 318604 326855 334734 345578 356639 361472 378541 394105 131781 146047 161357 174108 187413 193268 207405 213316 225624 230451 245416 265890 272954 289078 309397 320041 328337 338951 350372 356734 362175 385464 396791 123359 131971 146835 163877 174306 189260 194048 208477 215074 226463 231007 248098 268728 275699 297550 310716 320943 328371 340464 351624 357448 369972 386032 399658 125391 136939 147890 164503 181006 189825 195486 209226 215888 226816 233270 250457 270758 275994 302088 312816 321743 328961 342122 352512 358019 371999 387068 119379 126533 143603 159058 167833 183938 191512 199224 211056 223637 228965 234332 255842 271541 281273 307036 317178 324352 332613 345438 356300 359473 378199 393312 48333 50458 50475 53424 58201 60631 62579 64185 65834 73680 80073 82066 83227 84521 ^oa?^88891 "878 101148 102072 102079 109213 117560 118263 ------ ------ 370 Gewinne zu______ ____ 16002 16741 16930 17103 "l 9260 21538 21760 23483 32953 35750 43699 44531 45733 Sechssitzer-Limousine «W-tillt 3 314 A Ab Werk RJA 6500 3n der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 247560 329764 Willy Letsch, Gießen Ruf 3235 Heute Mittwoch: Großer 904A Kappenabend 368 Gewinne zu 3ÖÖ M. 8656 oniiiiifflM Im ©ewmnrade verblieben: 2 Gewinne *u ie 910O MGerichtsvollzreh. in Gießen, Ludwigstr. 33, Tel. 3239. GUAM täforiÜefa'far! 11069 219942 212117 110163 306206 109070 167673 255746 299601 353194 12679 22449 38348 52951 64392 76829 96646 156912 241416 274603 326760 105446 73955 279308 24809 148003 222623 354534 3831 20504 32085 51200 57769 75106 92389 108830 127960 141523 159765 175148 190374 215415 226988 243246 257152 267364 275577 293246• 301894 317601 325601 335103 341662 354420 361426 377773 373262 140322 325101 25875 161400 225961 360429 7388 21970 34097 52439 60874 76666 94106 116150 186011 260437 319723 366407 22337 35231 52597 64292 76786 94703 108920 128251 143185 160746 179699 193488 215438 229964 245523 260205 269175 279321 294531 310592 318062 326321 335256 348065 354905 362915 378014 386263 14981 23140 44684 53643 65128 84010 98733 119502 129517 149745 166351 183953 207468 219539 232725 254137 261462 272512 288048 296719 311587 320494 329513 337083 351877 358881 365156 379953 388874 148190 222292 266763 326314 376392 104526 121769 133462 153860 167831 187597 207839 222012 237909 254199 264322 273623 288529 301009 315305 322121 331933 338857 353302 360716 365532 107216 126425 139545 157352 169787 188381 208669 227800 240232 254509 265431 275176 290020 301610 316813 324574 333278 338948 354334 360935 376549 136583 221782 260940 321696 374274 2467 17182 31140 49742 55713 74375 92034 103067 163298 255065 295772 332736 117147 128433 144863 165074 183551 200171 216110 232320 247306 260548 271597 282274 295300 310873 319295 328618 335518 349742 358119 364216 379455 387304 als 1. 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Febr. 1936, nachmittags2Uhr, versteigere ich dahieranTrtundStellelBekannt- gabe erfolgt im Berstetgerungs- lotal, Neuenw.28), zwangsweise gegen Barzahlung: 4 Maviere,! Kassen-,!Kleid.-,lEis-, 1 Waren- u. 1 Küchenschrank, 1Ne- giltrierkaüe,5Schreibmaschin., vier AA^chtische, 3 Personenwagen, A^aiselonyues, 6 Sofas, 3 elektr. Kuhl-u.3 Bücherschränke,LVertikos, 1 Waschmaschine,4 Grammophone, 1 Damenarmbanduhr, 1 Standuhr, 1 Kollier, Sessel, 1 Tischchen, 5Bü- fetts,l Kred.,1 Vitrine,! Eßservice, 1 Teppich, 1 Ausziehtisch, 2 Negul., 1Gasberd,2 Mantelkessel, 5 Särge, U0 valbschuh-Schnürsenkel, Kratzeisen, Holzlöffel, bestecke, Wäscheklammern, Thermosflaschen, Fleischmaschin.,Auto- relsen,l Partie Autopubmittelund Oberschmieröl, ein Prismenglas. Bettimmt: 1 Jagdflinte „Eckolts Patent"-Doppellauf. Pnvat-Händelsschule Gießen, Goethestr.32 Zweijährige Handelsklasse für Schulentlassene rri. 8 jähr. Schulbildung. Ziel : Mittlere Reife (früher Einjähr.-Exam. genannt). 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