llr.290 Erstes Blatt Zrettag, U- Dezember 1936 186. Jahrgang Erjcheim täglich autzer J»Hr A Ä Annahme von Anzeigen Sonntag» nnd F.ert°g, ? * ÄW U fü, öie Mittagsnummer Ä« Ä 1JÄ i xka xk >H «b▲ Ab AM bi58,--ul)r0es"7 Heimat im Bild Die Scholle ■ ® 1MM ▼ W M 1W WH Grundpreise für I mm hohe Monats-Bezugspreis. ■ H Wi H HÄ | I I V H HF MBH 8 H 8 H W für Anzeigen von 22 mm W7Z Vllvlivllvl tllllvlUvl GW? von einzelnen Nummern MM 4te»7 Ermähtgte Grundpreise: infolge höherer Gewalt Stellen Vereins, gemein- MZM General-Anzeiger für Oberhessen MZZ poftschecktonto: behördliche Anzeigen 6Rpf. zranifur, am Main 11686 vruiv uno Verlag: vrühl'sche Univerfitäts Such- uni» Steindruckerei «.Lauge in Siesten. Schristlettung und Geschäftsstelle: Schulftratze ? M-ngenab,chw„-Staffel8 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Der Thronverzichi König Eduards VHI Der Bruder des Königs, der Herzog von tzork, besteigt als Albert I. den englischen Thron. 7816 A Sie Vorbereitungen des Thronwechsels sins von ?reude Karlsruhe« Tanz ieilslronl 7877 D ,d auf der flff 922, m W* iqm. igen können ing. s ö Uf)r) t»er« Schaum IV. bed ÄgM ©emorfung denn König Eduard VIII. hat noch nicht einmal das prunkvolle Schauspiel der Thronbesteigung über sich ergehen lassen. Nachdem der Ministerpräsident Baldwin am Montag eine erste Erklärung zu dieser Angelegenheit vor dem Unterhause abgegeben hatte, war eine andere Lösung des Konfliktes nicht mehr möglich. Die Weltpresse verfolgte die Angelegenheit mit einer Sensationsgier, die auch nicht davor zurückscheute, den Leuten die delikatesten Einzelheiten aus dem Privatleben des fremden Staatsoberhauptes aufzutischen. Im Gegensatz zu dieser sensationellen Pressemache haben die deutschen Zeitungen bewußt daraus verzichtet, sich in die Privatangelegenheiten des britischen Monarchen einzumischen. Nun, da das weltpolitische Ereignis eingetreten ist, nehmen wir von der Tatsache mit jener achtungsvollen Zurückhaltung Kenntnis, die unser Verhältnis zu einem fremden Staatsoberhaupt immer bestimmen wird. Das Londoner Geschehen wird Wirkungen von höchster Tragweite nach sich ziehen, Wirkungen, deren Ausmaß weder wir noch die maßgebenden Stellen im Augenblick kennen, die sich aber schon in der allernächsten Zeit zeigen dürften. König Eduard Vlil. König Eduard VIII. von Großbritannien und Irland, Kaiser von Indien, wurde 1894 als Sohn Georgs V. geboren. Nachdem er ein Vierteljahr auf H.M.S. „Hindustan" Dienst getan hatte, studierte er in Oxford Staatsrecht und Geschichte. Es ist bezeichnend für ihn, daß er dort in jeder Hinsicht das Leben seiner Studiengenossen teilte. Bei. Kriegsausbruch wurde er zuerst bei verschiedenen höheren Stäben verwendet. Gegen den Willen Kit- cheners ließ er sich an die Front versetzen. Im März 1916 ging er als Stabsoffizier nach Aegypten, besuchte später die italienische Front, um dann wieder nach Frankreich zurückzukehren. Nach dem Weltkriege lernte er auf weiten Reisen alle Teile des Britischen Weltreiches kennen. Sein gewinnendes Wesen und die volkstümliche Art seines Auftretens machten ihn überall sehr beliebt. Während seine Reisen im Anfang hauptsächlich der Information dienten, trat später immer stärker die allgemeinpolitische und wirtschaftspolitische Bedeutung seiner Auslandsbesuche hervor. Am 31. Januar König Eduard VIII. — (Scherl-Bilderdienst-M.) besondere Aufmerksamkeit. In aller Erinnerung steht noch die Reise des Königs in die Walliser Notstandsgebiete und sein Versprechen, sich für eine Verbesserung der Lage der notleidenden Bevölkerung einzusetzen. Eduard VIII. ist auch als Sportsmann hervorgetreten. Es gibt kaum eine Art des Sportes, mit der er sich nicht leidenschaftlich beschäftigte. Durch sein kameradschaftliches Wesen und seine eingehende Beschäftigung mit sozialen Fragen hat sich der König in den breiten Kreisen der Bevölkerung seines Reiches großer Volkstümlichkeit erfreut, die bei zahlreichen Gelegenheiten herzlichen Ausdruck fand. Baldwin erhob sich hierauf und erklärte, er habe eine Mitteilung des Königs, die dieser persönlich unterzeichnet habe. Er begab sich hierauf zum Sprecher und überreichte diesem die Botschaft des Königs. Der Sprecher verlas hierauf um 16.43 Uhr die Botschaft, in der König Eduard VIII. auf seinen Thron verzichtet. Der Herzog von Bork wird Nachfolger Königs Eduards VIII. Die Botschaft des Königs. Nach langer und sorgfältiger Erwägung habe ich mich entschlossen, auf den Thron zu verzichten, den ich nach dem Tode meines Vaters bestiegen habe, und ich teile nunmehr diesen meinen endgültigen und unwiderruflichen Entschluß mit. In der Erkenntnis der Schwere dieses Schrittes kann ich nur hoffen, daß mich meine Völker bei der Entscheidung verstehen werden, die ich gefaßt habe, und die Gründe, die mich veranlaßt haben, sie zu fassen. Ich will mich nicht über meine privaten Gefühle äußern, aber ich bitte, daß man sich daran erinnern möge, daß die Last, die ständig auf den Schultern eines Souveräns lastet, so schwer ist, daß sie nur getragen werden kann unter Umständen, die verschieden sind von denen, in denen ich mich jetzt befinde. Ich glaube, daß ich nicht die Zflicht übersehe, die auf mir lastet, der ich im Dorergrund des öffentlichen Lebens stehe, wenn ich erkläre, daß ich mir dessen bewußt bin, daß ich diese schwere Aufgabe nicht länger mehr wirksam und zu meiner Zufriedenheit erfüllen, kann. Ich habe daher heute morgen einen Abdankung s a k t unterzeichnet, der folgenden Wortlaut hat: „Ich, Eduard VIII., König von Großbritannien. Irland und den britischen Dominien über See, Kaiser von Indien erkläre hiermit meinen unwiderruflichen Beschluß, für mich und meine Bachkommen auf den Thron zu verzichten, und meinen Wunsch, daß dieser Akt der Abdankung sofort in Kraft trete. Zu Urkund dessen habe ich eigenhändig au diesem 10. Dezember 1936 in Gegenwart der Zeugen, deren Unterschriften folgen, unter- zeichnet. (gez.) Eduard VIII.“ Die Unterzeichnung dieses Staatsaktes durch mich wird von meinen drei Brüdern bezeugt, Ihren Königlichen Hoheiten dem Herzog von York, dem Herzog von Gloucester und dem Herzog von Kent. Ich würdige auf das tiefste die Gesinnung, aus der an mich appelliert worden ist, eine andere Entscheidung zu fällen. Ich habe, bevor ich einen endgültigen Entschluß gefaßt habe ihn auf das q r ü n d l i ch st e e r w o g e n. Aber ich habe meinen Entschluß gefaßt. Darüber hinaus muß jede weitere Verzögerung höchst schädlich für die Dotter sein, denen ich versucht habe, als Prince of Wales unb als König zu dienen und deren Gluck und Wohl der ständige Wunsch meines Herzens ist. Ich nehme Abschied in der zuversichtlichen Hoffnung daß der Kurs, den zu befolgen ich für richtig halte derjenige ist, der d e r b e st e für die Stabilität des Thrones, das Reich und für bas Glück meiner Völker ist. Ich empfinde auf das tiefste die Achtung, die sie mir stets entgegengebracht haben, sowohl vor wie nach meiner Thronbesteigung, und von der ich weiß, daß sie i n v o l - lemUrnfange auf mein en N a ch f o l g e r übertragen werden wird. Ich wünsche driii- gend daß bei der Inkraftsetzung des von mir unterzeichneten Staatsaktes keine V L r z o g e r u n g eintritt und daß alle notwendigen Schritte sofort aetan werden, damit mein rechtmäßiger Nachfolger mein Bruder, Seine Königliche Hoheit d e r Herzog von York den Thron besteigen kann. $°2)ie Tage, die bis zum Höhepunkt der Krise führten haben zweierlei außerordentlich gezeigt: -Die englische Verfassung ift ß t m a s U nan- tastbares. Der zweite außerordent ich starke Faktor in der englischen Politik von heute smddie Dominien. Sie sind nicht mehr die k einen Töchter ihrer Mutter England, sie sind heute erwachsen, beanspruchen eine gewisse Eigengesetzli^ feit für sich und nehmen auch das Recht fürsich in Anspruch, in entscheidenden Dingen ^e britische Politik mit zu beeinflussen. Aus den Dominien aber erhob sich nun ohne Unterschied em starker Widerspruch gegen die Heiratsabsicht des Königs, Der Widerstand war so heftig, daß man in London diesem poltischen Faktor Rechnung tragen muhte. Für ^as britische Weltreich ist die Krone das em- Ilge einende Band. Es durfte daher mit Rucksich^ auf bas Empire kein Schritt getan werden, durch den das Ansehen der Krane gelitten hatt^ Sa ist es zu dem überaus tragischen Widerstreit aekammen in dem König Eduard sich für °er- SÄ abzudanken. England und das J »inm Verlust erlitten, über den man s -?noMammen «ar ist. Denn seit Jahrzehnten ist RnFö Ä1äMSW nommen. Die Mitteilung im Mechaus 1936, nach dem Tode seines Vaters, bestieg er als Eduard VIII. den Thron. Auf der Jahresversammlung der British Legion im Juni 1935 bezeichnete er es als Aufgabe der Frontkämpfer, für eine deutsch-englische Verständigung zu arbeiten. Den ozialen Problemen seines Reiches widmete er seine HiÜÄ.»;»»’......... ' -ÄÄ' Ä'-y * >•»” Die englische O-ssentlichkeit be chaftigte sich be- reit» seit einer Reihe nan Tagen ,n umfangre,ch-m Maße mit einem V er s a s s n n g s k o n sl i kt. der ans dem Wunsche Eduards VIIL entstanden ist, <^rnu Ernefte Simpson zu heiraten. Minister- Rswent Baldwin gab im englischen Unterhaus dazu am Montag eine Erklärung ab. Darm brachte er zum Ausdruck, daß der König die volle Möglichkeit habe, eine Entscheidung abzuwagen, die unmittelbar sein eigenes künftiges Gluck und die Interessen aller seiner Untertanen berühre Sobald der König zu einer Schlußfolgerung darüber gekommen sei, was er zu tun beabsichtige werde er ohne Zweifel an die Regierungen m England und m den Dominien eine entsprechende Mitteilung gelangen lassen. Es werde sodann S ach e dieser Regierungen sein, zu entscheiden für einen Rat unb ob sie überhaupt einen Rat Ihm pflichtgemäß in dieser seiner Entscheidung zu ^In d^r^Geschichte Englands wird -in neues Blatt ausgeschlagen. Der Herzog nonNor k folgt seinem Bruder auf den Thron, unter Geschehnissen, deren lmiere und äußere Wirkung aus das -ng- Mck- Volk für uns nur schwer vorstellbar ist. Es bat keine lange und schleichende Krise gegeben. Der Konflikt. Von unserem HC.-Berichierstatier Nachbruck, auch mit Quellenangabe, verboten. (Drahtbericht!) ß o n b o n, den 10. Dezember 1936. Was England an Eduard VIII. verloren hat, das kann wirklich nur der ermessen, der die Tage der Sorge, der langsam wiederkeimenden Hoffnung und der endgültigen und tiefen Enttäuschung, der Nervosität und der Hochspannung in dem Zentrum des Weltreiches, in London, miterlebt hat. Eduard VIIL war für das englische Volk mehr, als der konstitutionelle Monarch gewesen, er ift für das Volk der Freund, der „Jolly good Fellow', das Vorbild und das Bindeglied zu alter englischer Tradition. Eduards VIIL Beliebtheit rührt dabei nicht allein aus den Herrscherfähigkeiten, die er in den nur wenigen Monaten seiner Regierung doch schon hat beweisen können, sondern mehr noch daraus, daß er das Volk nicht nur verstand, sondern genau s o empfand, wie es selb st. Der Monarch war in seinem tiefsten Innersten ein einfach, schlicht unb natürlich empfinbenber Mensch. Das war es, was ihm bie Herzen im Fluge gewann, was ihn aber nicht zuletzt auch in diesem großen und für England und ihn so tragischen Widerstreit hineintrieb. Bis zum letzten Tage hat England eigentlich gehofft, ihn zu behalten. Bis zur letzten Stunde hatte man sich daran geklammert, daß doch irgendein Ausweg gefunden werden könnte, obwohl es allmählich klar geworden war, daß bei dem Charakter des Königs, bei der Art der englischen Verfassung unb — nicht zuletzt — bei ber Haltung ber Dominien ein Kompromiß unmöglich war. Eduard VIIL hat seiner Neigung seinen Thron geopfert. Er ist gegangen, und, was an dieser Entwicklung bemerkenswert ist, es wird ihm niemand einen ernstlichen Vorwurf daraus machen. Jedenfalls haben die Zeitungen aller Richtungen bis zum heutigen Tage daran festgehalten zu erklären, daß, wie der Entschluß des Königs auch ausfallen möge, sie seinen Schritt achten würden. Und immer wieder ist in den Presseorganen von der Labour Party bis zu den Konservativen geäußert worden, daß die Liebe des Volkes Eduard erhalten bleiben wurde. Und dennoch, trotz aller Liebe unb Verehrung, haben sich Volk und König getrennt. Auf den ersten Blick eine unverständliche Entwicklung, bei ruhiger, sachlicher Prüfung ber verfassungsmäßigen Seiten unb ber notwendigen- Rücksichten auf das Empire ein doch verständlicher Schritt. Der Konflikt entwickelte sich daraus, daß, vor allem unter Berücksichtigung ber Einstellung ber Dominien unb eines qroßen Teiles der öffentlichen Meinung Englands, Baldwin, wie er heute im Unterhaus erklärte, im Namen des Kabinetts dem König den Wunsch ad- schlug, ein Gesetz zur Ermöglichung einer morgana= tischen Ehe einzubringen. Inzwischen hatte sich auch ergeben, daß das Parlament geschlossen die Haltung des Kabinetts billigte. Die zweite Losung, die bei dieser Lage allein noch übrig blieb, mar ber Verzicht auf Thron unb Krone bie Eduard VIII. nach langen inneren Kämpfen bann auch gewählt König Alberti. — (Scherl-Bilberbienst-M.) haben, ihn auf seine heuttge Stellung als Oberhaupt bes Britischen Imperiums vorzubereiten. Angesichts ber langjährigen Ehelosigkeit bes Königs Eduarb mußte immer mit ber Möglichkeit gerechnet werden, daß eines Tages der Herzog von York den Thron besteigen würde. König Albert I. erfreut sich in allen Schichten des englischen Volkes größter Sympathie. Sehr volkstümlich ist vor allem auch die junge Königin, die einer alten englischen Adelsfamilie entstammt. Londons Anteilnahme. London, 11. Dez. (DNB.) Begreiflicherweise hat die Bevölkerung von London an den Ereignissen der letzten Tage und an ber Abdankung bes Königs regsten Anteil genommen. Bei der Sitzung des Unterhauses hatten sich Tausende von Menschen in ber Umgebung bes Parlaments- qebäubes eingefunden. Stundenlang wartete bie Menge sichtlich bewegt, aber in mustergültiger Ordnung in dem häßlichen Londoner Nebelwetter, bis bie Nachricht von ber Abdankung Eduards VIIL bekannt wurde. Wie ein Blitz lief diese Nachricht durch die Menschenmenge, die jo groß geworden war, daß der gesamte Verkehr in der Umgebung des Parlarnentsgebäudes eingestellt werden mußte. Man konnte beobachten, daß besonders die Frauen von den menschlich ßonbon, 11. Dez. (DNB.) Der Herzog von York übernimmt die Regierung in England erst dann, wenn die Abdankung seines Bruders, bes bisherigen Königs Eduard VIIL, rechtskräftig geworden ist. Voraussichtlich also Freitagabend. Formell wird jedoch der neue Monarch erst dann König, wenn er ben E i d auf bie Verfassung geleistet hat unb zum König ausgerufen worben ist. Zunächst wird ein „Kronrat der Nachfolge" einberufen werden. Dann billigen die ßords des Geheimen Rates, die Oberkommissare ber Dominien und Indiens unb ber ßorbmayor von ßonbon die Proklamation des neuen Königs. Sodann wird ber König ben Eid leisten unb bie Proklamation genehmigen. Der neue König soll am Samstagnachmittag ausgerufen werben. Die öffentliche Ausrufung (einer Thronbesteigung erfolgt nach althergebrachtem Zeremoniell. An ben historischen Stellen, vor bem St. James-Palast, bem Charing Croß, ber Chancery ßane unb vor ber Königlichen Börse. In seiner Proklamation wirb ber König wahrscheinlich ben Zeitpunkt ber Königs krönung ankün- bigen. Man nimmt an, baß es bei bem 12. Mai 1937 bleiben wirb. Ebuarb VIIL wirb Großbritannien verlassen, so- balb bie Abbankungsurkunbe vollzogen ist. Die Unterzeichnung bieser Urkunbe wirb seine letzte Handlung als König sein. Es wird streng geheimgehalten, wohin (ich Eduard VIIL begeben wird Jedoch wird in Hoskreisen gesagt, der bisherige König werde sich in Zukunft weder im Vereinigten Königreich, noch in den Dominien aufhalten. Nach seiner Abdankung wird Eduard VIIL voraussichtlich ohne jeden Titel den Namen Eduard Windsor führen. König Albert I. Nach der Abdankung König Eduards VIIL besteigt nach dem englischen Thronfolgegesetz der ä l t e st e Bruder des bisherigen Herrschers, der Herzog von York, als König Albert I. ben Thron. Der Herzog von York würbe am 14. Dezember 1895 geboren unb ist somit heute 41 Jahre alt. Er hat bei mehreren englischen Regimentern gebient unb be(leibet heute hohe Dienststellungen sowohl in der Armee, in ber Flotte wie in ber englischen Luftwaffe. Am 26. April 1923 heiratete, der Herzog Lady Elizabeth Bowes Lyon. Er hat zwei Kinder, die heute zehnjährige Prinzessin Elizabeth, die jetzt bie Thronfolgerin ihres Vaters ist, sowie bie sechsjährige Prinzessin Margareth Rose. Der Herzog von York hat wieberholt in Vertretung seines Vaters ober des Prinzen von Wales bei amtlichen Anlässen das Königshaus repräsentiert. Der Herzog hat mehrere Reisen in die britischen Dominien und die überseeischen Besitzungen Englands unternommen, die dazu beigetragen ATEN Ausführliche Erklärung des Premierministers im Unterhaus sich Churchill, Die englische preffe zum Thronwechsel wahrt der Politik dieses Landes io die Beständig feit Dem verdankt England es, daß es die Krise ohne sichtbare Wirren überwunden e liegen ] Äufopfe seine Fi daß und Unter eisigem Schweigen des Hauses erhob hierauf der Verkehr völlig stockte. Als der neue König in den späten Abendstunden vor seinem Hause eintraf, bereitete ihm die Bevölkerung einen herzlichen Empfang. In die Nationalhymne, die jemand anstimmte, fielen sofort Hunderte von Menschen ein, die das Gebäude umlagerten und zum Teil das Geländer des Hauses und „andere Aussichtspunkte" erklettert hatten, um den neuen König sehen zu können. Immer wieder wurden Rufe laut wie „Wir wollen Albert!", „Lang lebe der König!". Abends kam es auch in der Nähe des Buckingham-Palastes sowohl auch wie in der Downingstreet erschütternden Ereignissen tief beeindruckt waren. Als die Entscheidung bekannt gegeben wurde, zerstreute sich die Menschenmenge in völliger Ruhe und ging ohne jeden Zwischenfall auseinander. Auch vor dem Hause der Königin-Mutter hatten sich viele Hunderte angesammelt. Als die Königin den Palast verließ, um den Herzog von Bork aufzusuchen, wurde sie st ü r m i s ch begrüßt. Vor dem Hause des Herzogs von Dort, das am Picadilly liegt, der bekannten Londoner Geschäftsstraße, sammelten sich immer wieder neue Menschenmassen an, so daß schließlich hat, so daß es in etwa sechs Monaten ebenso fest dastehen wird, wie vorher. Wenn wir in Frankreick mit unserer politischen und sozialen Unsicherheit Dom etwas ähnliches von uns sagen könnten? „Ere Nvuvelle" hält für besonders bezeichnend, daß man nicht einen Augenblick den Eindruck einer Krise in England gehabt habe. Alles habe sich ein« fach und normal gemäß der großen Heber« lieferung und den Gesetzen abgespielt. Diese Achtung vor dem Gesetz, das der König bis in die intimsten Einzelheiten seines Privatlebens zu seiner Richtschnur mache, schaffe nicht nur die Größe, sondern auch die Stärke der englischen Nation. Das Blatt des Ministerpräsidenten, der „P o p u l a i r e", begrüßt die Lösung der Krise, die die einzig mögliche und die bestmögliche sei. Die Freunde Englands und der Demokratie könnten sich über die Tatsache nur freuen, daß die Krise schnell abgeschlossen wurde. Baldwin über die Gründe des Thronverzichis. es in diesem Augenblick nicht einfach sei, die Stimmung der englischen Nation wiederzugeben: Tiefes Bedauern und einige Mißstimmung, verbunden mit der nicht zu bestreitenden Erleichterung, daß die Spannung vorüber sei und schließlich die Entschlossenheit, den Nachfolger auf dem Thron loyal zu unterstützen. Auch die „News Chronicle" versichern dem scheidenden Monarchen ihrer tiefsten Sympathie. Man dürfe versichert sein, daß auch der neue König sich voller Aufopferung seiner Aufgabe widmen werde. Auch seine Frau werde eine volkstümliche Königin sein. Der „Daily H e r a l d", das Blatt der Arbeiterpartei, sagt: Es sei nichts geschehen, was den Thron zu einer gefährlicheren oder weniger geachteten Stellung für diejenigen machen werde, die berufen seien, ihn zu besetzen. Die Zuneigung, die das demokratische Volk Englands für seinen König verspüre, rühre lediglich daher, daß der König nicht zu Kundgebungen für König Eduard VIII. Am Buckinghampalast versuchten zwei Personen Flugblätter zu verteilen, doch wurde ihnen hierbei ein so unfreundlicher Empfang zuteil, daß die Polizei sie abführen mußte. In Whiteh all bildete sich ein etwa 1000 Mann starker Zug, der auch Bilder des Königs Eduard VIII. mitführte. Später drängten Polizeiverftärkungen den Zug nach dem Trafalgarplatz ab und lösten ihn dort auf. Nach 22 Uhr wurde um die Downingstreet eine starke Polizeikette gelegt und berittene Polizisten säuberten die Hauptstraße des Regierungsoiertels. Sechs Verhaftungen wurden vorgenommen. Nach der Verlesung der Abdankungsbotschaft des Königs stellte Premierminister Baldwin im Unterhaus den Antrag, die Botschaft des Königs zu beraten und gab anschließend eine längere E r - k l ä r u n g ab, in der er eine Darstellung seiner Verhandlungen mit dem König gab. Er wolle dabei feststellen, daß der König, als er noch Prinz of Wales gewesen sei, ihn viele Jahre hindurch mit einer tiefen Freundschaft geehrt habe, die er hoch- schätze. Er wolle dem Hause mitteilen, daß bei dem Abschied in Fort Belvedere Dienstagnacht sowohl der König als er selbst gewußt und gefühlt hätten, daß ihre Freundschaft durch die Besprechungen in den letzten Wochen keinen Schaden genommen habe, sondern im Gegenteil enger geworden sei und das ganze Leben hindurch dauern werde. Baldwin erinnerte Daran, daß er im August und September habe Erholungsurlaub nehmen müssen, und fuhr dann fort: ..Als ich zurückkam. beunruhigten mich zwei Dinge. 3n mein Amt strömten zahlreiche Briefe, vor allem von britischen Untertanen und amerikanischen Staatsbürgern britischer Herkunft und auch einige aus den Dominien, in denen Bestürzung und Besorgnis über die Veröffentlichungen der amerikanischen Preffe zum Ausdruck kamen. Damals wurde mir klar, daß eine Scheidungsangelegenheit in Ausficht stand. Ich war der Ansicht, daß jemand den König aufsuchen sollte, um ihn vor der schwierigen Lage zu warnen, die sich später ergeben könnte, wenn dieser Art von Geschwätz und Kritik Nahrung gegeben würde. Unter den gegebenen Umständen konnte nur ein Mann diese Angelegenheit mit dem König besprechen, der Premiermini st er. Ich beriet mich mit keinem meiner Kollegen. Deshalb teilte ich dem König mit, daß ich ihn völlig privat im Schloß Belvedere zu sprechen wünsche. Wir trafen uns dort am Dienstag. 20. Oktober. Der Berater der Krone ist für seinen Herrn ohne jeden Wert, wenn er ihm nicht jederzeit die Wahrheit so sagt, wie er sie sieht, ob diese Wahrheit nun willkommen ist oder nicht. Ich sagte Seiner Majestät, daß ich in doppelter Richtung große Besorgnisse hegte, erstens wegen der andauernder Kritik, die zur Zeit in der amerikanischen Presse, in den Dominien und besonders in Kanada laut wurde, und zweitens wegen der Wirkung, die diese auf England selbst haben würde. Weiter erinnerte ich ihn an das, was ich ihm und seinem Bruder in den vergangenen Jahren gejagt habe, daß die britische Monarchie eine einzigartige Einrichtung ist. Der englischen Krone seien Jahrhunderte hindurch viele ihrer Vorrechte genommen worden. Aber heute stehe sie viel höher da, als zu irgendeiner Zeil. Es stehe außer Frage, daß es von wesentlicher Bedeutung sei, sie unversehrt zu erhalten. Denn sie sei nicht nur das letzte übriggebliebene Bindeglied innerhalb des Empire, sondern sie sei für England, solange sie besteht, auch die Garantie dafür, daß das Land vor vielen Hebeln bewahrt bleibe, die viele andere Länder erfaßt und geschädigt haben. Diese Ansicht hinge sehr weitgehend an dem Respekt, der in den letzten drei Generationen der Monarchie entgegengebracht wurde. Angesichts der Kritik, der die Krone ausgesetzt worden sei, könne die Macht der Krone schneller vergehen, als sie gewachsen sei. Baldwin erklärte dann, er habe den König darauf hingewiesen, daß bei einer Scheidung der Dame seiner Wahl, Frau Erneste Simpson, von ihrem bisherigen Gatten die Angelegenheit nach dem Urteil für einige Zeit würde in der Schwebe bleiben müssen. Diese Schwebezeit könne verhängnisvoll werden, weil dann jedermann die Möglichkeit haben würde, zu reden. Denn eines Tages würde die Presse beginnen, sich mit der Angelegenheit zu beschäftigen, und dann würde eine äußerst schwierige Lage für den König und den Ministerpräsidenten entstehen, und es würden vielleicht bestimmte Gefahren heraufbeschworen, wie man es auch erlebt habe. „Das war einer der Gründe", so erklärte Baldwin, „warum schnell gehandelt werden mußte. Es bestand die Gefahr, daß die Leute in einer Frage Partei nahmen, in der in England keine Parteien existieren dürften. Ich bat den König, alles zu erwägen, was ich gesagt hätte. Ich habe in keiner Form auf irgend eine Antwort gedrängt, und habe versprochen, alles zu erwägen, was der König sagen würde. Das nächste Wal sah ich den König am Montag. dem 16. November, im Buckingham-palast. nachdem das Scheidungsurteil gefällt worden war. Der König halte mich ausdrücklich zu sich gebeten, und wir sprachen etwa 20 Minuten üher die Frage einer etwaigen Hei- r ä t. Das Kabinett war in meine Verhandlungen nicht eingeweiht. Ich berichtete nur vier meiner Kollegen über meine Besprechungen im Fort Belvedere. Ich erklärte dem König, ich fei der Ansicht, daß diese heirat im Lande keinerlei Billigung finden weÄ^. Ich wies darauf hin. daß die Gemahlin des Königs von England eine andere Stellung habe als die Ehefrau irgendeines englischen Bürgers und daß bei der Wahl einer Königin die Stimme des Volkes gehört werden müsse. Von der Wahl, die der König treffe, hinge die Sicherheit und das Wohlergehen des Staates ab. Der König erklärte mir daraufhin — ich sage dies mit seiner ausdrücklichen Genehmigung : „Ich werde Mrs. Simpson heiraten, und ich bin bereit zu Oer Vorsitzende der Oppositionsliberalen wies ebenfalls auf die vielen Bande hin, Mt Eduard VIII. mit feinem Volk verbunden hätten. Das Ende dieser Beziehungen sei für alle schmerz- lich. Besonders schmerzlich aber müsse das für seine Minister fein und besonders für den Pre- mierminifter (lebhafter Beifall), der die besondere Sympathie des Hauses verdiene, sowie die Dankbarkeit aller für die schwere, klare, aber Herz- bewegende Erklärung, die er abgegeben habe. Es gelte nunmehr, sich weise zu zeigen, indem man jeden Versuch ablehne, das Land in dieser Frage zu spalten. Dank der Zurückhaltung des Königs und seiner Anerkennung der Stellung des Parlaments und der verfassungsmäßigen Verantwortlichkeit der Minister sei die Krone nicht in den Königs st reit verwickelt worden. Die Krone sei über dem Streit erhaben geblieben. Das schnelle Handeln des Königs habe zweifellos dazu beige- tragen, das Land vor Schaden zu bewahren. „Französische radikale Partei." Eine Neugründung gegen Marxismus und Reaktion. Paris, 11. Dez. (DNB. Funkspruch.) Die Verbindung, die die R a d i k al s o z i a l i st i s che Partei durch ihre Teilnahme an der Volksfront mit den Kommunisten eingegangen ist, hatte zahlreiche Mitglieder und auch Kreise, die mit den Radikalsozialisten bisher sympathisierten, vor den Kopf gestoßen. Eine Reihe von Persönlichkeiten, darunter der frühere Generalsekretär Der radikalsozialistischen Partei Pfeiffer und der frühere Minister Gaston Gerard, haben deshalb eine neue Partei ins Leben gerufen, die durch ihre Benennung „Französische radikale Partei" zum Ausdruck bringen will, daß Die alten Grundsätze Der Radikalsozialisten unverfälscht hochgehalten roerDen sollen. In Der Parteierklärung heißt es u. a.: Die Moskowiter wollen uns in den Bürgerkrieg führen. Das Darf nicht zugelassen merDen. Das Parlament muß souverän bleiben. Die Drohung mit Der Diktatur Der Straße muß aufhören. Wir begreifen nicht, Daß ein MinisterpräsiDent die Fabrikbesetzung wohl tadeln und verurteilen kann, aber nicht soviel Macht besitzt, sie zu verhindern. Wir wollen nicht die dummen Opfer eines angeblichen „Kreuzzuges Der Demokratien^ fein, bei dem w ir allein die Gekreuzigten fein würben. Gestern haben wir uns Den Nationalisten und Den Kanonenhändlern widersetzt, die Frankreichs Grenze herrsche, sondern diene, daß er über Den Parteien stehe, und Der Vertreter aller sei. Aus diesem Grunde könne Der Herzog von Port vertrauensvoll eine glückliche Herrschaft als König und Kaiser erwarten als Das große Symbol Der großen JDee, Die jetzt allein Die Dominions und das Vereinigte Königreich in einem geeinigten Gemeinwesen Zusammenhalte. Die gestrige Entscheidung müsse Dem König Das Herz zerrissen habe, aber diese Entscheidung werde ihm ehrliche Achtung und Sympathie sichern, Die vielleicht größer sei, als sie es bei einer anDeren Wahl gewesen wäre.. Das englische Volk werDe Den letzten großzügigen Wunsch, Den König Eduard vom Thron ausgesprochen habe, erfüllen: Der Herzog von Port werde Die Unter» stützung Des gesamten Empires erhalten. Nach einem Wort Der Sympathie für Die Königinmutter Mary schreibt Dann Das Labour-Blatt, daß dem Ministerpräsidenten Baldwin ein Dank gebühre. Der sich über alle ParteiunterschieDe hinweg setze. Das Echo in Paris. Paris, 11. Dez. (DNB. Funkspr.) Die Pariser Presse vertritt den Standpunkt, daß England seinen König verloren, aber Die Monarchie gerettet habe. Der „Matin" schreibt. Der Rücktritt Eduards VIII. werde einmütiges Bedauern auslösen. Das englische Weltreich gehe eher vergrößert als verkleinert aus einer Prüfung, Die gefährlich werden konnte, hervor. Es habe in einer heiklen Stunde feinen Zusammenhalt bewiesen. Der rechtsstehende „Jour" bemerkt: „Der Monarch wechselt, aber die Monarchie rettet England und hege ben.“ Ich antwortete daraufhin: „Sire, das ist eine äußerst schwerwiegende Mitteilung, und es ist mir unmöglich, darauf heute zu antworten." Der König teilte diesen Entschluß Dann Der Königin Mary, Dem Herzog von Port, Dem Herzog von Gloucester unD Dem Herzog von Kent mit. Am 25. November bat er mich tnieDer zu sich. Inzwischen war bei mir angeregt roorDen, einen Kompromiß zu schaffen. Nach diesem sollte Der König heiraten, unD Das Parlament sollte ein Gesetz verabschieden, nach dem Die Dame Gemahlin Des Königs sein könne ohne Die Stellung einer Königin zu haben. Der König fragte mich, was ich Darüber dächte. Ich erklärte, wenn er über mein erstes Gefühl unterrichtet sein wolle, so könne ich ihm sagen, ich sei Der Heberzeugung, daß Das Parlament e i n Derartiges Gesetz niemals annehmen würde. (Beifall.) Weiter erklärte ich, ich würde das Gesetz formell prüfen lassen, falls Der König es wünsche. Als Der König diesen Wunsch aussprach, machte ich Darauf aufmerksam, daß Damit Die Angelegenheit vor Das gesamte Kabinett gebracht werben mühte und daß Die Verbindung mit allen Dominien ausgenommen werden müsse. König Eduard erklärte mir, Dies sei sein Wunsch. Daraufhin versprach ich ihm, Diese Prüfung vornehmen zu lassen. Am 2. Dezember erklärte ich ihm, daß sein Vorschlag undurchführbar sei. Darauf erwiderte Der König, diese Antwort überrasche ihn nicht. Er kam nie wieder auf sie zurück; er benahm sich wie ein echter Gentleman." Baldwin führte Dann weiter aus, er habe Dem König klar gemacht, daß er in eine Lage kommen müsse, in Der er in einem inneren Konflikt stehen würde: er müsse Dann entweder einen Plan aufgeben, an Dem sein Herz hing, und König bleiben, oder er müsse, wie er Das schon früher angedeutet habe, möglicherweise später Die Heirat Durchführen. Das Haus müsse bedenken, so fügte Baldwin ein, daß Der König kein Junge mehr sei. Er sehe zwar jung aus, und alle seien gewohnt, ihn als „unseren Prinzen" anzusehen. Aber er sei ein erwach euer Mann mit großen Lebenserfahrungen und großen Weltkenntnissen. Dem König schwebten immer Drei, wenn nicht vier Dinge vor. Einmal, wenn er abgehen hDÜrbe, wollte er in Ehren abgehen. Er wollte nicht eine Lage entstehen lassen, in Der er Das nicht mehr tun könne. Seinen Ministern und seinem Volk wollte er s o wenig Aufregung wie möglich bringen. Schließlich wünschte er, unter UmftänDen abzuoanken, Die seinem Bruder bei Der Thronbesteigung Die Denkbar geringsten Schwierigkeiten bereiteten. Ich muß sagen. Daß Dem König feDer Gedanke an etwas, was man „K ö n i g s p a r t e l" nennen könnte, schrecklich war. (Langer und anhaltender Beifall.) Er blieb weiter im Fort Belvedere, weil er sich der Huldigung der Massen so lange nicht aussehen wollte, wie diese Dinge noch zur Debatte standen. Ich achte und schätze ihn deswegen besonders. 3n diesem Zusammenhang möchte ich eine Notiz verlesen, die das haus besonders angeht und Die mir Seine Majestät heute morgen mit Der Ermächtigung gesandt hat, sie hier vorzulesen. Sie ist mit Bleistift geschrieben und lautet: „Der Duke of Pork hat immer Die besten Beziehungen zu seinem Bruder gehabt. Als König aber habe ich das volle Vertrauen, daß der Duke of Jork Die Unterstützung Des ganzen Empires oerDienf unD sie auch erhalten roirD.“ Ich will nun noch ein ober zwei Worte zur Sage Des Königs sagen. Da er selbst nicht sprechen kann. Der König hat erklärt, er sehe keine Möglichkeit, Die beinahe untragbare BürDe Des Königtums ohne eine Frau an seiner Seite auf sich zu nehmen. Wir wissen Das. Meine Bemühungen waren Darauf gerichtet, ihn zu einer Entschei- Dung zu bringen, Die er nicht getroffen hat. Nie- manD ist unter uns, Der Diese Entwicklung nicht aus tiefstem Herzen bedauert. Aber es ist auch niemand unter uns, der richten möchte. (Beifall.) Wir sind keine Richter. Der König hat seine Entscheidung mitgeteilt. "Ich glaube, wir müssen uns jetzt zusammenschließen. Heute abend werde ich mir noch erlauben, die notwendigen gesetzlichen Vorlagen selbst einzubringen. Das Haus wird morgen um 11 Hhr vormittags wieder zusammentreten. Es ist sehr wichtig, daß bereits morgen Der Entwurf Gesetz wird. Wir wollen die gleiche Würde zeigen, wie sie der König in dieser Stunde Der Prüfung auch zeigt. Wie groß auch unser Bedauern über Den Inhalt Der Botschaft fein mag, so wollen wir doch Des Königs Wünsche erfüllen unD tun, was er fordert, unD zwar schnell. Wir wollen kein Wort sprechen. Das wir in einigen Tagen schon bedauern könnten, und wir wollen heute nicht Die verehrte und geliebte Persönlichkeit Der Queen Mary vergessen (Beifall), und was diese ganze Zeit für sie bedeutet hat. Wir wollen, wenn wir in Dieser Debatte sprechen, an sie Denken. Wir haben als Wächter Der Demokratie auf dieser kleinen Insel Dafür zu arbeiten, Die Unanta ft barfeit Der Monarchie aufrechtzuerhalten, Die jetzt Das einzige BanD unseres Weltreiches und der Hüter unserer Freiheit ist. Wir wollen Den Blick vorausrichten, an unser LanD denken und Das Vertrauen rechtfertigen, das von unserem Lande Dem Unterhaus entgegengebracht worden ist. Wir wollen uns geschlossen hinter den neuen König stellen. (Langer, anhaltender Beifall.) Wir wollen uns hinter ihm zusammen- scharen und ihm helfen." Baldwins Schlußsätze waren. Da er selbst inner» lich sehr erregt war, kaum zu verstehen. Als er der einleitend erklärte, nichts sei gewisser, als man jetzt keine Vorwürfe mehr erheben dürfe Daß Auseinandersetzungen mehr schaden als nutzen würden. Was geschehen und was unterblieben sei, gehöre der Geschichte an. Er werde an diese Dinge nicht rühren. Er gedachte hierauf in allerherzlichsten Worten des abgeDantten Königs, Der freiwillig ein Opfer für Die Ruhe und Die Kraft feines Reiches gebracht habe. Er fei Damit viel weiter gegangen, als Die Verfassung es erfordere. Er erkenne an, daß Die Entscheidung Des Königs freiwillig unD spontan erfolgt sei und so, wie es Der König selbst gewünscht habe. Er bedauere Diesen wehmütigen Abschluß aufs tiefste, Der gerade durch Die so seltenen edlen Eigenschaften Des Königs herbeigeführt worden sei. — Nachdem in der Hnterhaussitzung noch einige Abgeordnete der Linken gesprochen hatten, nahm das Hnterhaus in erster Lesung das Gesetz über Die Abdankung Des Königs an und vertagte sich auf Freitag. London, 11. Dez. (DNB. Funkspruch.) Tiefes menschliches Mitgefühl für den scheidenden Monarchen, hoffnungsfreudige Worte Der Begrüßung für Den neuen König und schließlich Das Bewußtsein, daß Die britische Monarchie als Staatseinrichtung aus den Ereignissen un- erschüttert hervorgegangen ist, Das ist Die Note, die am Freitagmorgen Die Leitartikel Der gesamten englischen Presse kennzeichnet. Der konservative „Daily Telegraph" schreibt: „König Eduard hat seine Wahl getroffen. Die Welt weiß, daß er diese sowohl für ihn selbst wie für Das Reich so schicksalvolle Entscheidung nicht überstürzt getroffen hat. Der König hat beschlossen, seinem Herzen zu folgen und an Die erste Stelle Das zu setzen, was nach seiner Ansicht seine einzige Hoffnung auf ein glückliches Privatleben ist. Der Zwang eines so starken Sentiments erfordert, gleichgültig, ob es richtig ist oder nicht, die Achtung auch Derjenigen, Deren Urteil es nicht vermocht hat, ihn zu überreden. Aber Der Verzicht versetzt Die Welt in Erstaunen." Das Blatt schließt mit Der Feststellung, daß Die britische Verfassung nicht einen Augenblick lang gefährdet gewesen sei, was König Eduard ebenso zugute gehalten werden müsse. Die Integrität Der Krone bleibe unangetastet. Die konservative „M o r n i n g P o st" schreibt, es wäre mutig, Die Schwere Des Schlages zu verkleinern, Der Das britische Volk und das britische Reich getroffen habe. Ein König, dem die Zuneigung und Die Hoffnung Der Nation gehört habe, habe Der Krone entsagt. Das Ereignis fei ohne geschichtlichen Vorgang, denn diese Abdankung sei nicht erzwungen worden, sondern trotz der leidenschaftlichen Ergebenheit seines Volkes der eigene Wunsch des Souveräns. Es wäre erstaunlich, wenn ein derartiges, unvorhergesehenes Ereignis nicht Mißstimmung und Störungen hervorriefe. Die Stimmung aber, in der Das britische Volk Diese Krise Durchgemacht habe, sei ein hoffnungsvolles Vorzeichen dafür, daß sich aus diesem unglückseligen Ereignis vielleicht doch noch etwas gutes ergeben werde. Das Blatt äußert Dann Worte Der Bewunderung für Baldwin und schreibt, daß sich kein anderer Ministerpräsident dieser schweren Aufgabe besser hätte entledigen können. Es müsse für Den Ministerpräsidenten ein Trost sein zu wissen, Daß er Durch Die Art in Der er Das ganze Probleme behanDelt habe, noch mehr als bisher Das Vertrauen Der Nation d e r D i e n e. Den neuen König erwarte Die Zuneigung Der Nation in vollem Maße. Auch Der neue König sei für Die Größe Der Aufgabe wohl gerüstet, Denn er besitze viele Eigenschaften feines unvergeßlichen Vaters. Man könne ihm vertrauen. Die Nation müsse sich um ihren König scharen. „Times" meint, was sich in Diesen Tagen in London abgespielt habe, sei eine erschütternde Tragödie, denn König Eduard habe Die meisten Eigenschaften besessen, die aus ihm einen großen verfassungsmäßigen Monarchen gemacht haben würden. Wenn der erste Schock über die Entscheidung König Eduards überwunden fei, werde fraglos seinem Bruder Die überroältigenDe Sympathie Des Volkes gehören. Die „Times" spricht ihre Heberzeugung aus, daß sich der neue König feiner Aufgabe hervorragenD entieDigen werde. An der Mitarbeit des Volkes werde es nicht fehlen. Das Blatt versichert Der Königinmutter Mary Die grenzenlose Dankbarkeit und Sympathie weiter Kreise Der Bevölkerung. Die liberale „News Chronicle" bemerkt, daß sich setzte, begrüßte ihn Das Haus mit starkem Beifall. Oer Führer der Opposition, Attlee, gab feinem tiefen Gefühl für Den König Ausdruck, dessen Abdankung jedermann als einen persönlichen Verlust empfinde. Kein britischer Monarch sei seinen Untertanen je so willkommen gewesen. Sein Mut und sein Mitleid mit den Leidenden seien besonders zu loben sowie seine Anteilnahme an Den Arbeitslosen und Der Bevölkerung Der not- leiDenDen Gebiete. Der König habe seine Ent- scheiDung getroffen. Es bleibe nichts übrig als sie anzunehmen. Das gesamte Volk wünsche ihm ein langes unD glückliches Leben. Attlee fand sodann einige besonders freundliche Worte für Baldwin. Er verdiene Die besondere Sympathie Des Landes. Das Land habe einen schweren Schlag erhalten, und es werde Zeit brauchen, sich von ihm zu erholen. Alle würden helfen, um Dem neuen König seine Bürde leicht zu machen, die angesichts Der vielen dringenden Fragen im In- und Auslände nicht leicht fei. Er wünsche ferner, Der Königin- Mutter Mary feine tiefe Anteilnahme übermitteln zu Dürfen. Der Mörder Gustloffs vor den Richtern R tv u i' Hn° das Oie Entwicklung des Arbeits einfatzes im November. In Rom haben Botschafter von Hassel! und Ministerialdirektor Sarnow sowie der italienische Außenminister, Graf Ciano, einige Abkommen wirtschaftlicher Art unterzeichnet, darunter solche für die Ausdehnung des deutsch-italienischen Handels, und Schiffahrtsoertrages und des deutsch-itaHem. sehen Abkommens für den Zahlungsverkehr auf die italienischen Besitzungen und Kolonien. geschossen. Beisitzer Dr. Dielt richtet an den Angeklagten die Präge, ob er über die Lage der Juden in Deutschland nur aus Zeitungen gewußt habe. Frankfurter erklärt, daß er in Deutschland nur etwas aus deutschen Zeitungen entnommen habe, später habe er auch in Bern den „Völkischen Beobachter" und die „Münchener Neuesten Nachrichten" gelesen. Auf eine weitere Frage des Richters, ob er auch Bücher über Konzentrationslager gelesen habe, erklärt Frankfurter, daß er das „Braune Buch" und den „Moorsoldaten" gelesen habe, und auch sehr oft den „Stürmer" zu Gesicht bekam, „der ihm den schwersten Eindruck gemacht habe." Damit ist die Vernehmung des Angeklagten be- Xrtd' irxisaulö an die Weichsel verlegen wollten, heute widersetzen wir uns den Moskowitern die auf Frankreich die angebliche deutsche Gefahr a'blen- ken möchten. Als Patrioten treten wir für die Verstärkung der Landesverteidi- g u n g em, um etwaigen Drohungen begegnen zu können, aber soweit das von uns abhängt ziehen wir die Entspannung in den internationalen Beziehungen mit allen Nachbarn ohne A WLN a h m e vor! Der Vierjohresvlan im Gau Hessen-Nassau NSG. Im Kurhaus Wiesbaden rief Gauleiter Sprenger am Mittwoch die Gauamtsleiter, die Kreisleiter und Kreispersonalamtsleiter zusammen. Das Schwergewicht der Tagung lag auf Beginn und Durchführung des V i e r i ah r e s pl a n e s. Die Stellungnahme des Gauleiters wurde noch einmal unterstrichen mit dem Hinweis, daß nach dem Willen des Beauftragten für den Vierjahresplan die Gauleiter und damit die Partei für die Durchführung voll verantwortlich sind. Weil nur der alte ungebrochene nationalsozialistische Kampfgeist über Bürokratismus und falsches Wirtschaftsdenken hinweg in der Lage ist, wenn es sein muß, über Nacht, die Verwirklichung von Projekten aus dem Boden zu stampfen. Der Gauleiter gab dabei der Ueberzeugung Ausdruck, daß seine Kreisleiter heute genau wie ehedem durch rücksichtslosen Einsatz der Person, das Werk vorwärts treiben. Was menschenmöglich ist, wird dabei geschehen, um den Vierjahresplan umgehend und rasch im Gau Hessen-Nassau zu vollenden, wie es nur irgend geht. Eine rege Aussprache machte es dem Gauletter möglich, die schöpferischen Gedanken seiner Mitkämpfer im Rahmen des Gesamtprogramms der Partei zu verwerten und die große Linie so einheitlich zu gestalten, daß die Durchführung des Vier- jayresplanes bei uns schon jetzt in jeder Weise gesichert ist. So wie die Partei im Ringen um die Macht von Sieg zu Sieg geführt worden ist, so wird auch das Rhein-Main-Gebiet in der Durchführung und Vollendung jenes gigantischen Werkes wieder mit an vorderster Stelle liegen. en Parteien H. Aus die. Tort oer. 1 König und der großen ® das Bei. en Gemein. Entscheidung habe, aber Achtung unj 1 sei, als ß wäre. Dfo igen Wunsch, rochen habe, 1 die Unter. Nach einem nmutter t, daß dem nk gebühre, veg fetze. dir Pariser i^kmb sei. ne Mon- in" schreibt, mutiges Bich yehe eher Prüfung, die «be in einer ewiesen. Der Monarch wech- md und be- e Beständiges die Sri« t r id u n b e n n ebenso ß in Frankreich Sicherheit doch en konnten bezeichnend, iindruck einet M sich einen Uebef spielt. M ig bis in die ens zu seiner die * Nation. N ) pulaire, einzig nöfl* Die Freunde i sich über die schnell dT Es kommen auch zwei Briefe des Bruders des Angeklagten vom 3. und 6. Februar zur Verlesung, in denen dem Angeklagten die bittersten Vorwürfe wegen seines Verhaltens gegenüber seinem alten Vater gemacht werden. In dem einen Brief des Bruders heißt es: „Ich kann Sie Rede des Anklägers. Vorsatz und tteberlegung des Mörders einwandfrei bewiesen. hin. v, ■ irf ib' 4 fr -ser es p Örtlich, t in ben > ÄroiJ «Wb"'“1 «ta [itf) Frankfurter habe Attentatspläne gegen führende Persönlichkeiten des Reiches erwogen, die er wieder verwarf, die er, wie er selbst sagt, aus materiellen Gründen verworfen habe, in Wirklichkeit aber, weil er sich vorgesiellt habe, was ihm in Deutschland bei der Durchführung bevorstünde. Er habe sich weniger gefährliche Wege ausgesucht und sei dabei zufällig auf G u st l o f f verfallen, den er nicht kannte, dessen Wohnort er aus den Tageszeitungen und dessen Wohnung er aus dem Telephonbuch entnommen habe. Den allgemeinen Entschluß zur Tat habe Frankfurter vier bis fünf Wochen vor der Tat gefaßt, den definitiven Entschluß nach eigener Aussage zwei bis drei Tage vor der Tat. Wesentlich sei das Geständnis Frankfurters, sich wenige Tage vor der Tat zum Mord an Gustloff entschlossen zu haben. Nachträglich versuche er seine feige Mordtat zu beschönigen durch die Behauptung, er sei durch eine judenbeleidigende Aeußerung Gustloffs gereizt worden. Der Amtskläger wies darauf hin, daß Frankfurter den Mordplan völlig aus eigenem Antrieb gefaßt haben wolle, ohne beeinflußt oder angestiftet worden zu sein. Er kam dann auf die Drohbriefe zu sprechen und schloß mit der Feststellung, daß keine Anhaltspunkte für ein Komplott gegeben seien. Frankfurter habe den Beschluß zur Tat von sich aus gefaßt. Seine Handlung gehe auf völlig -freie Willensbestimmung zurück. Er sei für seine Tat i$r vollem Umfange verantwortlich. Auch das ärztliche Gutachten habe festgestellt, daß er seine Tat mit Ueberlegung und Absicht ausgeführt habe, und auch die Fähigkeit der Selbstbestimmung bestand. Er sei dabei kaltblütig und zynisch vorgegangen, habe keinerlei Aufregung und Unruhe gezeigt, die Verschiebung des geplanten Mordes zu Vergnügungen ausgenutzt und einen sorgfältigen Mordplan und alle Vorbereitungen getroffen. Frankfurter hatte sich vorgenommen, den Kopf seines Opfers zu treffen, und, rief der Amtskläger mit erhobener Stimme aus, „alle vier Schüsse haben den Kopf Gustloffs getroffen". Diese Planmäßigkeit und Präzision zeuge wohl von Ueberlegung und Kaltblütigkeit, nicht aber für die angebliche Sinnesverwirrung, die er heute geltend zu machen versuche. Auch nach der Tat auf der Flucht habe er Geistesgegenwart, Planmäßigkeit und Ueberlegung bewiesen. In großer Ausführlichkeit weift der Amtskläger dann alle Versuche zurück, die Tätigkeit Gustloffs in der Schweiz als verantwortlich für die Tat des Mörders hinzustellen. Alle diese Versuche seien völlig unhaltbar. Die Auswahl des Mordopfers durch Frankfurter fei rein zufällig gewesen. Gustloff habe sich in der Schweiz einwandfrei betragen, die Gesetze seines Gastlandes geachtet, V!s M Ne Und Knutzen 5'eben fei, ZÄ» Jungen, "enne an Ä unb ^°P>9 selbst vehmiitiaen !° eite, erbeige ührt ^usfifcung Fprochen Lesung bas 95 an und Berlin, 10. Dez. (DNB.) Mit dem Fortschreiten der winterlichen Jahreszeit gingen, wie in dem Bericht der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung mitgeteilt wird, die Beschäftigungsmöglichkeiten in den Außenberufen Zuruck. Die Gesamtzahl der Arbeitslosen, bei den Arbeitsämtern nahm im November um 121 000 zu Sie stieg damit auf 1 197 000 an Im Vorjahr betrug sie am gleichen Stichtag noch fast 2 000 000. Die allgemeine wirtschaftliche Belebung hat inzwischen zu einen weitgehenden Abbau der Arbeitslosigkeit in den überwiegend konjunkturbestimmten Berufen geführt. Sie hat aber auch dazu beigetragen, daß der saisonübliche Anstieg der Arbeits- losigkeit m den Außenberufen in diesem Jahre später und langsamer in Erscheinung tritt. Im Vorjahr waren am 30. November in den saisonab- gängigen Berufsgruppen (Land- und Forstwirtschaft, Industrie der Steine und Erden, Baugewerbe, Verkehrsgewerbe) 554 000 Gelernte und " gelernte arbeitslos, in diesem Jahre 331000, sind 40 v. H. weniger. Geschenkpackung r 2 Stück Palmolive-Seife und 1 Stück Palmolive-Rasierseife mit Dakelitehalter u. Lülse RM 1.40 neigten und vom Schicksal getretenen alten Vater sein könntest und auf alle Verzweiflun g s- rufe mit tauben Ohren reagier st. Ich kann mir nicht oorstellen, da ich Dich doch kenne, daß Du auf einmal so tief sinken könntest, so herzlos, gefühllos und ohne Pflichtbewußtsein zu sein ... Wenn Du auch manchen Fehler gemacht hast, es gibt nichts, was, wenn Du es stark willst, nicht gebessert werden könnte und nicht wieder in die rechte Bahn gelenkt werden könnte. Ist es Deinerseits nur eine Nachlässigkeit, denn jetzt wünsche ich, daß es nur das sein möge, so bitte den l. Papa um Verzeihung." Der Verteidiger des Angeklagten bittet, den Angeklagten um eine Aeußerung über seine Schießübungen zu hören. Der Angeklagte behauptet, diese Hebungen seien nicht als Zielübungen anzusehen, er sei niemals mit einer Waffe umgegangen, obwohl er schon in Deutschland eine besessen habe. Es habe sich um Schießübungen gehandelt, um sich mit der Waffe vertraut zu machen. Zufällig haoe er einen Autobus gesehen, der nach dem Schießplatz Obermundingen fuhr. Dort sei er vom Waibel ein» gewiesen worden, und habe auf 40 Meter Distanz Dann erteilt der Präsident das Wort dem Vertreter der Anklage, Dr. Brügger. Der Amls- kläger faßt in einem fast dreistündigen, mit großer Sachlichkeit vorgetragenen Plädoyer das umfangreiche Material der Untersuchung und der Verhandlung zusammen und kommt zu dem Ergebnis, daß der Jude Frankfurter den Mord an Gustloff mit Vorsatz und Ueberlegung beschlossen und im Zu st and völlig klare nVewußt- seins ausgeführt habe und damit der T a t - bestand des Mordes im Sinne des §88 zweifelsfrei gegeben fei. Der Angeklagte müsse in vollem Umfange für diesen Mord verantwortlich gemacht werden. Grundsätzlich treffe ihn die volle Sühne, die das Gesetz bestimme. Der Amtskläger betont, daß weder Frankfurter noch seine Verwandten in Berlin jemals belästigt worden seien und daß sie noch heute unbehelligt in Berlin leben. Die von dem Angeklagten geltend gemachten Depressionen seien rein persönlicher Natur gewesen, begründet durch seine Erkrankung, aber auch durch den Umstand, daß er keinerlei Examen abgelegt habe. Dazu sei der Eindruck der allgemeinen antisemitischen Propaganda gekommen, unter dem er aber nicht lange gestanden habe. Er wies ferner darauf hin, daß Frankfurter in der Schweiz sich nicht in eindringlicher Weise mit der Lage der Juden in Deutschland beschäftigt habe. Es sei erstaunlich, wie wenig Literatur hierüber ihm überhaupt bekannt gewesen sei. Die deutschen Maßnahmen gegen die Juden und die Nürnberger Gesetze seien ihm nur in ungefähren Umrissen bekanntgeworden. Versammlungen oder Zusammenkünfte mit politischem Einschlag hab er nicht besucht. Es sei durchaus unglaubwürdig, daß er wegen der Vorgänge in Deutschland unter einer besonders tiefgreifenden Erschütterung gelitten habe. Daß das nicht der Fall gewesen sei, gehe auch aus dem Umstand hervor, daß er noch Weihnachten 1935 zu seinem Vergnügen vierzehn Tage Ferien in Deutschland verbrachte. Er habe von diesen Reisen keine tragischen Eindrücke mit zurückgebracht. Aus alledem ergebe sich, daß nicht etwa äußere Umstände im Zusammenhang mit der Judenfrage für seine Handlung maßgebend gewesen fein könnten. Die tiefere Ursache liege vielmehr im Wesen und der Person des Angeklagten und seiner persönlichen Situation. Er ließ alles gehen, wie es eben ging, vernachlässigte die Studien vollkommen, suchte sich zu betäuben, saß schon morgens in den Cafä- häusern, trieb sich in Bars, Caf6s und Kinos herum, versuchte unter arischem Namen der Serviertochter eines Gasthauses zu imponieren, rauchte unsinnige Mengen Zigaretten und betätigte sich intellektuellerweise überhaupt nicht mehr. Daß bei dieser Lebensweise die Entwicklung zur seelischen Zer- r ü 11 u n g führen mußte, ist selbstverstänolich. Hierfür brauchten keine äußeren Ereignisse in Deutschland verantwortlich gemacht zu werden. Stau Mloff ole Seuam. ; C.h U r, 10. Dez. (DNB.) Der Höhepunkt des zwetten Tages des Mordprozesses Frankfurter war ! öie Vernehmung der einzigen Zeugin dieses ! Prozesses, der Frau des ermordeten Landesgrup- 1 penleiters Gustloff. Frau Gustloff machte ihre Aussagen mit klarer Stimme und ruhiger Sicherheit. Beim Betreten und beim Verlassen des Saales wurde die tapfere Frau von den deutschen Prozeß- teilnehrnern durch Erheben von den Plätzen mit Dem deutschen Gruß geehrt. Auf Befragen durch den Vorsitzenden führt sie aus, daß ihr Mann 1917 nad) Daoos kam, wo er beim Forschungsinstitut eine Anstellung fand. Als Landesgruppenleiter habe er mit vielen Amtspersonen Verkehr gehabt und sei darauf sehr stolz gewesen, daß ein gutes Verhältnis zwischen ihm und den Behörden bestand. Der Vorsitzende weist darauf hin, daß sich Gustloff immer seiner Kranken sehr angenommen habe. Frau Gustloff bestätigt das und sagt, daß er der Vater Der Reichsdeutschen in der Schweiz genannt wurde, das möge vielleicht alles sagen. Er habe täglich mit den Kurgästen zu tun gehabt, sich ihrer herzlich angenommen und sie betreut. Der Vorsitzende kommt dann auf die exponierte Stellung des Landesgruppenleiters zu sprechen, die ihm natürlich viele Gegner eingebracht habe. Frau Guslloff erklärt dazu, daß das in Davos nicht der Fall gewesen sei. Er habe viele Drohbriefe namentlich aus Bern, St. Gallen und Zürich bekommen. Er sei aber auf seinem Posten geblieben und habe seine Landsleute nicht im Stich gelassen, die ihn dringend brauchten. Die Bedrohungen hätten ein sehr bedenkliches Aussehen erhalten, als Canova zur Selbsthilfe aufgerufen habe. Er habe den ihm van der Davoser Polizei angebotenen Schutz abgelehnt, weil er die Behörden nicht übermäßig in Anspruch nehmen wollte und habe oft erklärt: Wer mich kennt, der tut mir nichts! Frau Gustloff schildert dann die Vorgänge bei der Tat. Der Mörder habe mit ruhiger Stimme nach Gustloff gefragt und sei von ihr in das Arbeitszimmer geführt worden. Plötzlich habe sie vier Schüsse fallen hören. Wie sie hinzugeeilt sei, sei ihr Frankfurter durch das Eckzimmer entgegengefommen und habe den Revolver auf sie gerichtet. Vorsitzender: Haben Sie beobachtet, ob Frankfurter aufgeregt erschien? Zeugin: Frankfurter fragte freundlich, ob mein Mann zu Hause sei, er kam ruhig in die Wohnung und ließ sich an meinem Mann vorbei, der im Korridor telephonierte, in dessen Arbeitszimmer führen. Seiner Kleidung und seinem Aussehen nach hatte ich den Eindruck eines ruhigen Besuchers und gab dem auch bei der Gegenüberstellung Ausdruck. Frau Gustloff betont mit Nachdruck, daß sie nur fein Aussehen und sein ruhiges Auftreten gemeint habe, als sie ihn fragte, warum er das getan habe. Der Mörder habe zunächst geschwiegen, dann aber zuletzt auf diese Frage geantwortet: „Weil ich Jude bin." In dem von Gustloff geführten Telephongespräch, erklärt die Zeugin mit Bestimmtheit, sei d e r A u s - druckJude oder Kommunist überhaupt nicht gefallen. Ihr Mann sei lediglich darüber erregt gewesen, daß das Gespräch gestört wurde. Diese Aussage wird durch einen Bries eines Dr. Habermann aus Thun bestätigt, der zur Verlesung kommt und in dem Dr. Habermann mitteilt, daß der Landesgruppenleiter lediglich seinem Unwillen über die Störung des Gesprächs Ausdruck gegeben fjabe. Damit ist die Vernehmung der Zeugin abgeschlossen, die auch beim Verlassen des Saales von den deutschen Prozeßteilnehmern mit dem deutschen Gruß verabschiedet wird. Die Hetze gegen den Ermordeten. Nach Wiedereintritt in die Verhandlung werden zwei Briefe Gustloffs an Gauleiter Bohle und an das Polizeiamt Davos verlesen. Im Brief an das a\ Die Ak' e an »er Äff »’S!; ig daß d' [ ulioelft^ . Die W* W d» 2 i«6 ÄH; Air bilden ö !> "-£>■ M ’S As--" Seroröunng über Fremdwährungsschulben. Berlin, 9. Dez. (DNB.) Der Reichsminister der Justiz Dr. Gärtner hat im Einvernehmen mit dem Reichswirtschaftsminister und dem Reichs- mmifter der Finanzen eine Verordnung über Fremdwährungsschulden erlassen. Durch die Verordnung wird geregelt, welchen Einfluß die Abwertung ausländischer Währungen au deutsche Auslandschulden hat, die auf eine der abgewerteten Währungen lauten. Für die in Wertpapieren verbrieften Auslandan- leihen war bereits durch das Gesetz über Fremdwährung-Schuldverschreibungen vom 26. Juni 1936 bestimmt worden, daß im Falle einer Abwertung der ausländischen Währung, auf die die Anleihe lautet, für die Zahlungsverpflichtung des Anleihe- schuldners die abgewertete Währung maßgebend ist. Durch die neue Verordnung wird dieser Grundsatz auch auf solche Schuldverpflichtungen des zwischenstaatlichen Geld- und Kapitaloerkehrs ausgedehnt, dienichtin Wertpapieren verbrieft sind. Der innerstaatliche Geld- und Kapitalverkehr wird durch die Verordnung nicht berührt. Polizeiamt heißt es wörtlich: „Ich möchte nicht unterlassen, Ihnen zu Ihren Akten den Hinweis zu übermitteln, daß, wie mir sowohl mündlich als auch aus den verschiedensten Zeitungen kund wurde, Herr Nationalrat Canova in der Bundesversammlung offen von Selbst- hilfeaktionen gegen miet) gesprochen und mich an Leib und Leben vor der Bundesversammlung bedroht hat. Ich stelle ferner fest, daß in einigen Zeitungen in gewissem Sinn zu solchen Selbsthilfeaktionen, wie sie es nennen, aufgefordert wird, wenn z. B. im Fettdruck zu lesen ist: ,Wenn sich Der Bundesrat derart schützend vor den Nazisvion stellt, währeddem er auf der anderen Seite all die faschistischen Flüchtlinge herumhetzt und des Landes verweist, so wird das Schweizer Volk keine andere Wahl haben, als in Nachachtung der Parole Canovas zur Selbsthilfe gegenüber Gustloff und diesem ganzen Nazi- Spitzelgeschmeiß zu greifen*. Ich stelle hiermit fest, daß in diesen Zeilen, die am 27. September im .Kämpfer* abgedruckt sind, und die in diesen oder jenen Variationen sich in den anderen marxistischen und kommunistischen Zeitungen finden, ausdrücklich auf die Parole Canovas Bezug genommen wird. Ich möchte diese vorstehenden Feststellungen gegen- Ruch beim Meihnachts-Einkauf auf die Hlarfe.. PALMOLIVE "achten! föcrabc bei Weihnachtsgeschenken sollten Sie darauf bedacht sein, Erzeugnisse zu bevorzugen, V/beren Lerstellerfirma mit ihrem Namen für erlesene Qualität bürgt. Palmolive-Erzeugniffe find Qualitats-Erzevgiriffe! Wählen Sie eine der hübschen und geschmackvollen Palmolive-Weihnachtspackungen! Sie werden damit Ihre» Angehörigen oder Freunden eine festliche Freude bereiten. Palmolive-Seife steht im Dienst der Jugend und Schönheit - dem Lerren aber bringen Palmolive- Rasiererzeugnisse Annehmlichkeit und Zeitersparnis. Darum sind Palmolive-Geschenke eine stets will^ kommene Gabe auf dem Weihnachtstisch. 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Schrift!.) und seiner Mitarbeiter Klagen, Beschwerden und Befürchtungen dahin, daß die immer maßloser werdende Hetze im überwiegenden Teil der Schweizer Presse gegen die NSDAP, in der Schweiz und besonders gegen ihn selbst eines Tages z u einer Entladung führen müsse, deren Folgen unabsehbar sein könnten. Bereits am 23. Mai 1935 schrieb er an eine Parteigenossin Gertrude Hansen in Magdeburg wörtlich: ...jedoch herrscht hier in der Schweiz augenblicklich eine geradezu tolle Hetze gegen mich . . . die Morddrohungen und Verfolgungen häufen sich von Tag zu Tag, doch kann uns das nicht beirren, unseren Weg genau so gerade und aufrecht zu gehen wie bisher." mir keineswegs vorstellen, wenn Dir nichts zuge- stoßen wäre, Du so bar jeden Empfindens gegenüber Deinen Geschwistern und Deinem von Gram ge- endet. sich aller Einmischung in desien Angelegenheiten enthalten. Gustloff habe sich dienstfertig dem unbekannten Gast zur Verfügung gestellt. Diesen Moment habe Frankfurter benutzt, um den völlig ahnungs- und wehrlosen Gustloff in meuchlericher Weise niederzuknallen. Der Amtskläger schloß mit dem Appell an die Richter, sich nicht durch menschliches Mitgefühl mit dem jugendlichen Angeklagten dazu führen zu lassen, die Schwere seiner Schuld und seiner Verantwortlichkeit zu unterschätzen. Er bat sie, nicht zu vergessen, daß zur Befriedigung von Haßgefühlen und des Geltungsbedürfnisses des Täters das Leben eines ehrenwerten, völlig schuldlosen Menschen in seiner besten Manneskraft ausgelöscht worden sei, daß das Lebensglück und der Lebensinhalt seiner Gattin zerstört'wurde und der Angeklagte in überheblicher, rücksichtsloser Weise das Ga st recht des Landes mißbrauchte, um eine Tat zu vollbringen, die er sich in jenem Lande auszuführen scheute, gegen welches sich sein Haß gerichtet hat. Rach den Ausführungen des Amtsklägers forderte der Mörder das Wort zur Abgabe einer Erklärung. Mit beispielloser jüdischer Frechheit ging er auf einzelne Feststellungen des Amtsklägers ein und zieh ihn irrtümlicher Darstellung. Als der Jude sich zu der unerhörten Behauptung verstieg, der Amtskläger habe gegen sein bestes Gewissen gehandelt, erhob Dr. Brügger bei Präsidenten Einspruch gegen die frechen Äeußerungen des Angeklagten, dem daraufhin das Wort entzogen wurde. Den Abschluß der heutigen Sitzung bildeten die ausführlichen und ausgezeichneten Darlegungen des Prozeßvertreters der als Nebenklägerin zugelassenen Frau Gustloff, Dr. Ursprung aus Zürzach. Sowjetrußland lehnt den Fischereivertrag mit Japan ab. Tokio. 11. Dez. (DNB.) Nach einem Bericht des japanischen Botschafters hat Sowjetrußland die Unterzeichnung des japanisch-sowjetrussischen Fischereivertrages a b g e l e h n t. Auf die Vorstellungen des japanischen Botschafters hat Litwinow-Finkel- stein erklärt, durch dasdeutfch-japanische Abkommen sei eine neue Lage geschaffen, die Moskau erst prüfen müsse. Politische Kreise in Tokio kennzeichnen die Haltung Sowjetruhlands als einen internationalen Vertrauensbruch, durch den Moskau nun fein wahres Gesicht gezeigt habe. Japan habe den Vertrag bereits auf Grund des gegenseitigen Uebereinkommens unterzeichnet. Moskau dagegen mißbrauche diplomatische Besprechungen über den Fischereivertrag zu ausgedehnter Propaganda in China, England und Amerika, die sich gegen Japan richte. Kleine politische Nachrichten. Am Sonntag, 13. Dezember, findet in der Zeit von 11 bis 12 Uhr über aUe d e u t s ch e n Sender noch einmal eine Rundfunkübertragung der Rede Hermann Görings auf dem diesjährigen Reichsbauerntag statt. Damit ist jedem Bauern und Landwirt die Möglichkeit gegeben, die grundsätzlichen Ausführungen des Beauftragten des Führers für den Vierjahresplan über die deutsche Landwirtschaft und ihre heutige Aufgabe zu hören. Am „Tag dernationalen Solidarität" wurden von der Wehrmacht in allen Standorten innerhalb der Kasernen und militärischen Liegenschaften Sondersammlungen zugunsten der Winterhilfe durchgeführt. Als Ergebnis der Sammlungen in der Wehrmacht wurden oem Win- terhilfswerk 174 328,10 Mark überwiesen. ♦ In Berchtesgaden begann der Gruppenführer-Appell der SA. mit einer Arbeitstagung, auf der der Stabschef über die neuen Aufgaben sprach, die der SA. durch die nationalsozialistischen Kampfspiele übertragen wurden. Anschließend sprach der Stabsführer der Obersten SA.-Führung, Obergruppenführer Herzog, über den Ausbildungsplan der SA. und Gruppenführer I ü t t n e r über organisatorische und interne dienstliche Angelegenheiten der SA. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Im Bereich geringer Drucktunterschiede hat sich in den Niederungen, begünstigt durch das Eindringen feuchter Lust, die Neigung zu Nebelbildung noch verstärkt und vereinzelt auch zu leichtem Niederschlag geführt. Die Umgestaltung der Großwetterlage, die sich jetzt ankündigt, geht, nur langsam von statten. Zunächst wird für uns der von Osteuropa hereinreichende Hochdruck noch maßgebend sein. Die höheren Berge zeigen bei ziemlich milden Temperaturen vielfach schon heiteres Wetter auf. Aussichten für Samstag: In den Niederungen vielfach Nebel oder Hochnebel, zeitweise auch aufheiternd, vereinzelt geringfügige Niederschläge, Temperaturen wenig geändert. Auf den Berggipfeln meist heiter und mild. Aussichten für Sonntag: In den Niederungen noch teilweise neblig, sonst wolkig bis ausheiternd und vor allem tagsüber wieder milder. Lufttemperaturen am 10. Dezember: mittags 1,5 Grad Celsius, am 10. Dezember: abends 0,5 Grad, am 11. Dezember: morgens 0,0 Grad; Maximum 1.9 Grad, Minimum heute nacht —1,7 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 10. Dezember: abends 0,4 Grad, am 11. Dezember: morgens 0,3 Grad. Wintersport-Wetterbericht. Vogelsberg, Hoherodskopf: Heiter, — 1 Grad, 30 cm Gesamtschneehöhe, Ski und Rodeln gut. Herchenhainer Höhe: Heiter, —2 Grad, 30 cm Gesamtschneehöhe, Ski und Rodeln gut. Hochwaldhausen: Heiter, —3 Grad, 18 cm Gesamtschneehöhe, Pulverschnee, Ski und Rodeln sehr gut. Taunus, Kl. Feld berg: Nebel, — 1 Grad, 20 cm Gesamtschneehöhe, Pulverschnee, Ski und Rodeln gut. Rhön, Wasserkuppe: Heiter, + 2 Grad, 20 cm Gesamtschneehöhe, Pappschnee, Ski und Rodeln mäßig.__________________________________ Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen- (eiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. 2). 21. XI. 36: 11000. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts- Buch, und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Auswahl und Qualität sind die Stärke eines guten Fachgeschäftes Ulster und Paletots: 29— 39.— 49— 59.— 68.— 78.— 88.— 98.— der Fachmann für Kleider. Giessen,Neusfadtio. Herren und KnabenkLeidung - Maßschneiderei. IMF* Sonntag, den 13., und 20. Dezember, von 12 bis 18 Uhr geöffnet! 7896 A ------x. HLeupin-Creme u. Seife vorzügl. Hautpflegemittel, seit über 20 Jahren bestens bewährt bei autjuGken-Ftechte Ausschlag. Wundsein usw. Löwen-Drog LV.KilbingerNachf., Seltersweg 69; Drog. Winter- hofLKreuzvlat? 10: Drog. Bornemann, Bahnhofstraße 17: Med.- Drog. H. Elges, Seltersweg 66; Germania-Drogerie (£. Seibel, Frankfurt.Str.39. 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Juli, während die französische Regierung am 3. August an die europäischen Regierungen mit chrem Nichteinmischungsvorschlag nirhfG9ehfpeten -Brief ist zu entnehmen, wie verantwortlichen Männer der französi- !rr°nt baü°nr abhalten konnte, die spa- ^en au unterftufeen. Man sollte lediglich darauf bedacht sein, mit Vorsicht und Ber- ans Werk zu gehen, um die übrigen Regierungen nicht zu alarmieren. de los Rios erwähnt in seinem Brief an den dama^gen Ministerpräsidenten Giral eine Un- r^^bdung mit „wichtigen Mitgliedern" der französi- schen Regerung Er habe nachgewiesen, daß es fast unmöglich sei, die französischen Flugzeuge in Paris durch spanische Flieger abholen zu lassen. „Von dem, der eine solche Erklärung geben könnte", sei ihm darauf gesagt worden, daß „alles Flug- zeug- und Bombenmaterial bereit stehe und am kommenden Morgen starten könne. Eme Stunde daraus sei er jedoch mitten in der Na.cht zum französischen Luftfahrtminister C o t gerufen worden, der ihm die Mitteilung gemacht habe, daß es u n rn ö g l i ch sei, den Außenminister davon zu überzeugen, daß die Lieferung der Flugzeuge an Spanien durch französische Flieger in Ordnung sei. Die Flugzeuge müßten daher in Perpignan a b g e n o,m men werden. Der Staatspräsident habe rund heraus erklärt: „Was da mit der Lieferung von Waffen an Spanien gemacht werden soll, kann den europäischen Krieg oder die Revolution in Frankreich bedeuten". Der Winisterrat war geteilter Auffassung, und sogar der Kammerpräsident h e r r i o t habe von Blum verlangt, sich die Sache noch einmal zu überlegen. „Die Entscheidung des ZRiniffer- rakes war schließlich, keinerlei Waffenlieferungen von Regierung zu Regierung vornehmen zu wollen, aber die notwendigen Vollmachten zu erteilen, damit die Privatindustrie diese Lieferungen durchführen und das gekaufte Material befördert worden könne. Die Art und Weise, wie das durchgeführt und erleichtert werden soll, wird Sache eines Ausschusses von Ministern sein, in dem wir auf einige unserer treue st en Freunde zählen können. Man versichert mir bereits, daß wir so gut wie sicher die Flugzeuge am Montag oder Dienstag übernehmen können. Wir werden dann, oder besser, ich werde mit Cruz, Marin und einigen anderen spanischen Freunden, unterstützt von einigen ausgezeichneten französischen Freunden, die Beförderung der Bomber organisieren." Die Enthüllungen des „Messaggero" werden in der römischen Presse eingehend kommentiert. „Tri- buna erklärt, daß der französische Nichteinmischungsvorschlag nur ein Alibi zur Verschleierung einer um so entschlosseneren Jn- 0 Ln M 0 n gewesen sei. Der amtliche französische Vorschlag, der von den gleichen Persönlichkeiten gemacht wurde, die wenige Stunden zuvor in so skandalöser Weise zugunsten der Einmischung emgegnffen hätten, sei nichts anderes als eine vorbedachte Komödie gewesen. Alle Welt wisse jetzt, wie Frankreich die feierlich in Acht und Bann getane Einmischung praktisch durchge- suhrt habe. In Madrid stehen Tausende von französischen Marxisten, die zusammen mit den sowjetrussischen Genossen allein einen Kampf durchhalten der von den Spaniern schon längst aufgegeben worden sei. Waffen, Munition, Flugzeuge und Kriegsmaterial feien ohne Unterbrechung weiter geliefert worden. Auch „G i o r n a l e d ' I t a l i a" erklärt, mit diesen Abmachungen habe sich Blum über alle konstitutionellen und parlamentarischen Faktoren hinweg- geletzt und dabei sogar die Erklärung abgegeben, daß er diese Verpflichtungen „um jeden Preis" und „trotz aller Risiken" aufrechterhalten werde. Die internationalen Schwierigkeiten ihrer Interventions- Politik sollten dadurch umgangen werden, daß die Initiative und die Verantwortung für die Waffenlieferungen an das rote Spanien auf die dazu kommandierte Privatindustrie übergewälzt wurde. Nach dem „Giornale d'Jtalia" besteht eine aktive militärische Zusammenarbeit Frankreichs und Sowjetrußlands in Spanien an der Seite der Marxisten. Heute handele es sich darum, zu wissen, ob Spanien seine nationale Unabhängigkeit und Souveränität zurückgewinnen könne oder aber, ob es ein vom Aus- tanbe mit Waffengewalt auferlegtes Regime hinnehmen müsse. . Der Zweck der Kommunistischen Internationale sei, die Errichtung eines neuen kommunistischen Staates in Barcelona oder in Madrid. Ungeachtet aller Genfer Formeln könne man nicht verstehen, wenn diese Indifferenz zum Gegen- stand eines amtlichen Schlichtungsvorschlages gemacht werde, nachdem es erwiesen sei, daß die bolschewistische Partei van Ausländern gebildet werde und demzufolge jede Vermittlung einen Verzicht auf die nationale Würde und das nationale Recht des spanischen Volkes zugunsten dieser Ausländer zur Voraussetzung hätte. Der Eindruck des Thronwechsels in den Dominiois London, 11. Dez. (DNB. Funkspruch.) Auch in allen britischen Dominions hat die Nachricht von der Abdankung König Eduards ein nachhaltiges Echo hervorgerufen. Der australische Ministerpräsident Lyons sprach sein Bedauern darüber aus, daß eine Entscheidung getroffen sei, die sich gegen ausdrückliche Wünsche der Vertreter des Volkes in Australien und in anderen Teilen des Reiches richte. Der neue König sei in ganz Australien bekannt und geschätzt und könne der Treue, Bewunderung und Zuneigung aller Australier sicher sein. Der kanadische Ministerpräsident MacKenzie King erklärte, daß die Nachricht von der Abdankung in ganz Kanada mit tiefem Bedauern * $ ■ AM MMM MM' -z Der Jugendführer des Deutschen Reiches sprach über den Rundfunk zur deutschen Elternschaft. Hier sieht man Baldur von Schirach (rechts) und den mit der sportlichen Ausbildung der HI. betrauten Reichssportführer von Tscharn rner und Osten (links) im Kreise der Hitlerjungen, die im Hause des Rundfunks der Ansprache beiwohnten. — (Scherl-M.) aufgenommen werde. In einer Erklärung sagt der der Labour-Partei angehörige Ministerpräsident von Neuseeland, Savage, Neuseeland werde dem neuen König mit der überlieferten Zuneigung und Aufrichtigkeit dienen und ihn ehren. Die Treue des neuseeländischen Dominions zur Krone sei so stark, wie je zuvor. Aus Südafrika liegt noch keine regierungsamtliche Aeußerung vor, da sich General Herzog zur Zeit auf feiner Farm befindet und die Mitglieder des Kabinetts nach der Sitzung am Donnerstag die Hauptstadt verlassen haben. In den Lichtspielhäusern in Jvhannisburg brachen die Besucher, als das Bild König Eduards auf der Leinwand erschien, in lauten Jubel aus. — In Indien besteht der erste Eindruck der Abdankung des Königs in einem Gefühl der Erleichterung, daß die Krise beendet und die Krone selbst nicht gefährdet worden ist. Oer italienische Nobelpreisträger Luigi pirandello -f. Der bekannte italienische Schriftsteller Luigi Pirandello ist, 69 Jahre alt, am Donnerstag kurz vor 9 Uhr an einer Lungenentzündung in Rom g e ft o r b e n. Der Tod Pirandellos wird in ganz Italien als ein großer Verlust empfunden. Kurz nach dem Bekanntwerden der Todesnachricht haben sich zahlreiche Mitglieder der königlich-italienischen Akademie, der der Verstorbene seit ihrer Gründung angehörte, sowie zahlreiche Persönlichkeiten aus Kunst, Wissenschaft und Politik in das Sterbehaus begeben. Pirandello, der noch vor wenigen Tagen in völliger Gesundheit in seinem Freundeskreis verkehrte, war im Begriff, ein neues Schauspiel „Die Briganten der Bergwelt" abzuschließen. Luigi Pirandello, der am 28. Juni 1867 in Gir- genti (Sizilien) geboren ist, hat in Bonn studiert und die Doktorwürde erworben; er begann seine literarische Tätigkeit schon früh, wurde aber erst verhältnismäßig spät endeckt; wie fruchtbar er produzierte, kann man an der deutschen Gesamtausgabe sehen, die neben sieben großen Romanen — „Einer, Keiner, Hunderttausend , „Kurbeln" — nicht weniger als 365 Novellen enthält. In Deutschland ist Pirandello vor ungefähr zehn Jahren vor allem (Scherl-Bilderdienst-M.) als Dramatiker sehr bekannt geworden; als man ihn endeckt hatte, entstand eine richtige Pirandello- Mode, wobei, nicht zu seinem Vorteil, auch ältere und belanglose Stücke wahllos aufgeführt wurden. Von Pirandellos Dramen, die sich durch Phantasie und lebhafte Theaterwirkung auszeichnen, find die Schauspiele „Sechs Personen suchen einen Autor" und „Heinrich IV." bei uns viel gespielt worden. Pirandello erhielt im Jahre 1934 den Nobelpreis für Literatur. Gute Möbel bei Koos Giessen Schulstn6 Der große Conde. Zu seinem 250. Todestage am 11 Dezember Bis in die Zeiten Friedrichs des Großen wurde Ludwig II., Prinz von Bourbon, als einer der größten Feldherrn feines Jahrhunderts angesehen. Der große Preußenkönig nannte seinen Lieblings- schiwmel, der ihn durch die Schlachten des siebenjährigen Krieges trug, nach dem französischen Fel^herrn Conde, aber die Schlachten, die der Prinz schlug, sind uns heute minder wichtig als fein Kampf gegen den zunehmenden und sich in Ludwig XIV. verkörpernden Absolutismus, in dem das alte bunte Frankreich zugrunde ging; der Adel, ehedem in der Provinz seßhaft und Vorkämpfer einer Reihe von Gerechtsamen, die auf dem Pflichtverhältnis Untergebener ruhten und ihn gleichzeitig mit dem Wohl und Wehe dieser verbanden, der zu einem reinen Hofadel wurde, welcher systematisch durch den König Sonne ruiniert und in eine Stellung gedrängt wurde, die nur die Privilegien beibehielt, seine Verpflichtung gegenüber den Gefolgschaftsleuten aber dem König übertrug, König, Adel und Klerus wurden seitdem immer -oom Volke gehaßt und die nachfolgende große französische Revolution beseitigte sie von Grund aus. Man hat gesagt, Richelieu sei der geistige Vater der großen Umwälzung geworden. Er hatte einem widerstrebenden König Ludwig XIII. alle Macht verschafft, war in endlosem Ringen gegen den Adel und die Hugenotten Sieger geblieben, hatte, nachdem der Großvater Condss sich an die Spitze der Adelsrebellion und der Hugenotten gestellt hatte, dessen Sohn, den schwachen Heinrich II. von Conde in seinen letzten Lebensjahren betreut und zum Kampf gegen die Reformierten gezwungen. Der Traum 'dieses Prinzen, Nachfolger Heinrichs IV zu werden, war durch die Geburt eines Sohnes unerfüllt geblieben Als er am 26. Dezember 1646 starb, hatte sein Sohn, der große Conds, bereits die Spanier bei Rocroy geschlagen, Diedenhofen genommen, 1644 mit dem großen Turenne bei Freiburg im Breisgau drei Tage unentschieden gegen den bayerischen General Mercy gekämpft, und beim Tode feines Vaters kämpfte der Prinz seinen großen Kampf gegen die Spanier in den Niederlanden und eroberte Dünkirchen. Durch eine Heirat mit dessen Nichte dem großen Richelieu verbunden getreu dem minderjährigen König Ludwig XIV., und dessen Vormündern, der Königsmutter Anna von Oesterreich und ihrem großen Minister, der zugleich, wie neueste Forschungen ergaben, ihr Geliebter gewesen dem Kardinal M a z a r i n, schien dem Prinzen e ne große Rolle bevorzustehen. Er war s^ank schmalen Angesichts, aus dem große Augen funkelten eine kämpferische Natur, die ihn zum Vorbild semer Soldaten und des Adels machte, der fast verwegen genannt wurde, zugleich aber im Felde alle © r - pazen und das härteste Soldatenleben führte. Dazu geistig frei, kein Reformiertenfresser, ein Jdealtyp des Franzosentums vor dem abtötenden Einerlei des Absolutismus, der aber immer stärkere Schlagschatten über die widerspenstige Nation warf. Bei Rocroy hatte unter dem Prinzen von Conde zum erstenmal das neu gebildete Heer der Franzosen über die alte Fußknechtstüchtigkeit der Spanier den Sieg davongetragen, die altspanische Schlachtordnung wurde von der französischen Reiterei über den Haufen gerannt, die spanischen Regimenter fielen fast bis auf den letzten Mann gegenüber der neuen Taktik. Am 20. August 1648 vollendete Conde mit dem Siege über die Spanier den endgültigen Niedergang der Pyrenäenmacht. Wenige Jahre vorher hatten die Kaiserlichen und die Spanier durch die Streifzüge in Frankreich unter Johann von Werth Paris in Schrecken gesetzt. Jetzt wurde ein Stück des alten habsburgisch- spanischen Besitzes nach dem andern von den Franzosen genommen. Frankreichs Macht schien unerschütterlich. Da schienen die innerpolitischen Verhältnisse in Frankreich, der Ausbruch einer neuen Fronde, Mazarin und damit die Zentralgewalt des Königsgedankens verschlingen zu wollen. Man hat diesen Ausbruch auf die Tätigkeit politischer Salondamen, wie der Herzogin von Chefreuse, von Longueville, den ersten Intrigantinnen ihres Jahrhunderts, dem Haß gegen den landesfremden Mazarin, den religiösen Bewegungen der Reformierten und des mönchischen und im Widerstreit mit dem Jesuikismus liegenden Jansenismus zurückführen wollen, und vornehmlich französische Geschichtsforscher haben diese Motive vielleicht allzu sehr yervorgehoben. Noch war das Zeitalter reich an kraftvollen Individualitäten eines Corneille, Maliers, Descartes, der freiere Ton, die lockeren Sitten, die Beschwörungskünste adliger Weiblichkeit waren noch nicht durch den Absolutismus getötet worden, aber anfänglich war diese Jntriguenwirtschaft der verschiedensten Kreise doch ziemlich harmlos. Nicht sie, sondern das Finanzelend gab den Anstoß zur Revolte, und nicht der der Adel, sondern das Bürgertum und die Bauernschaft raffte sich zunächst auf, um Mazar ins Finanz-- künsten gegenüber nicht ganz zu verelenden. Ganze Provinzen waren unter dem Steuersystem verödet, dem Volke wurden Steuern abgepreßt, die schon 1644 das Fünffache aus den glänzenden Zeiten Heinrichs IV. betrugen, im Jahre 1644 war Ma- zarin genötigt, zwei Heere gegen die Steuerpflichtigen zu schicken. Als das Tedeum des Sieges von Lens m Paris gefeiert wurde, ließ Mazann im Namen der Königin und des minderjährigen Ludwig XIV. zwei Häupter der Parlamentsopposition, Blancmesnil und den greifen, von der Bevölkerung von Paris allgemein verehrten Brous- se l, verhaften. Das war das Signal zum Aufruhr. Im Nu waren in Paris Barrikaden errichtet, die Gefangenen befreit, und das Parlament rief zum Bürgerkrieg auf. Der Hof gab nach. Aber als die Regierung trotzdem gegen Pans rüstete und Conds in Verkennung der Gewalten den verhängnisvollen Rat gab, in der Nacht zum 6. Januar 1649 mit dem Hof nach St. Germain en Laye zu flüchten — nie hat der König Sonne diese Nacht vergessen! — wurde Mazarin vom Pariser Parlament geächtet als „Feind der öffentlichen Ruhe, des Königs und des Staates." Am 8. Januar erging von Paris aus der Ruf, sich gegen den Hof zu bewaffnen. Die alten ständischen Tendenzen traten wieder in den Vordergrund, das Parlament verlangte für sich die Wirksamkeit des englischen Unterhauses. Noch einmal stieß die Allmacht des Absolutismus auf den Widerstand der Nation. Zum letzten Male. Mit dem Bürgertum verband sich der Adel. Nur Conds blieb dem Königtum und M a - Zarin treu. Der Prinz von Geblüt, der reichste Untertan Europas — er besaß mehr als ein Drittel der Fläche Frankreichs — war eine unersetzliche Kraft. Da schloß Mazarin insgeheim mit den Führern der Fronde Frieden, Conds, sein Bruder und sein Schwager, der Herzog von Longue- Dille, wurden verhaftet und nach Vincennes abgeführt. Die Königinmutter dankte zusammen mit dem jungen König Gott, daß er diesen Streich gelingen ließ. Aber die Tätigkeit der politisierenden Damen der Gesellschaft, die Wirksamkeit Turenne s, der für Conds eintrat, der geradezu ein Heer gegen den Hof aufstellte, die Reden der französischen Parlamente für die Gefangenen, brachten einen Umschwung. Mazarin mußte das Land verlassen, die Prinzen wurden in Freiheit gesetzt und dem Absolutismus schien endgültig der Riegel vorgeschoben. Wieder jedoch kam eine Wendung, die adlige Fronde zerfiel in verschiedene Gruppen, in Paris wühlte der Kardinal von Reetz, ein Intrigant übelster Sorte, und als König Ludwig, der am 7. September 1651 mit vierzehn Jahren für volljährig erklärt wurde, Mazarin zurückrief, übrigens auch Turenne, der Protestant war, sich mit dem Hofe vertrug, kam Conds in eine üble Lage. Da das Parlament beiden Parteien die Tore von Paris verschloß, lief Conds mit feinem schwachen Heere am 2. Juni 1652 Gefahr, von Turenne an den Mauern erdrückt zu werden. Da löste die Herzogin von Montpensier das Geschütz auf den Wällen, rief die Pariser Bürgerschaft zum Kampfe auf, stürzte das Parlament und rettete ihren Geliebten, obgleich sie die Tochter des Herzogs von Orleans war, der dem Hofe sehr verbunden. Noch einmal schien Conds zu triumphieren. Aber der Pöbel von Paris verließ ihn bald, und Conds trat als General in spanische Dienste, hatte allerdings gegen Turenne keinerlei Erfolge aufzuweisen. Mit diesem französischen Bürgerkrieg war der altnationale Widerstand Frankreichs gegen den Absolutismus gebrochen. Conds erhielt zwar 1659 Verzeihung, wurde aber erst 1668 wieder mit einem militärischen Kommando betraut. Er hat noch große Taten vollbracht. So bewerkstelligte er, als Ludwig XV. die Niederlande angriff, am 12. Juni 1672 en berühmten Rheinübergang, schlug am 11. August 1674 bei Seneffe die verbündeten Spanier, Oester- reicher und Holländer, wurde nach dem Tode T u - rennes mit dem Oberbefehl über die Rheinarmee betraut, aber er zog sich bald darauf, 1675, als Gichtbrüchiger auf feinen Landsitz von Chantilly zurück. Er erlebte noch, daß Frankreich einem ein= Zigen Herrn willenlos zu Füßen lag, daß -sich die Stellung des Adels vollkommen änderte, daß 30 000 seiner besten Truppen bei dem wahnwitzigen Plan, die Eure über das neue Prunkschloß des Königs nach Versailles abzuleiten, verdarben und, wie früher ein Geschlecht von Charakteren bestand, herrschte jetzt ein Einziger, der König Sonne, der von Conds stehend sich beim Essen bedienen ließ. An die Stelle des reichen Lebens des Frankreich aus der Zeit des jungen Conds war bei seinem Tode die alles Leben erstickende Despotie getreten, und die Vertreibung der Hugenotten, die Aufhebung des Edikts von Nantes warf einen letzten Schatten auf ein großes, aber vertanes Leben. Eugen Siebert. Gloria-palaff: „Intermezzo- Die Geschichte beginnt in Paris und führt über Monte Carlo in ein unwahrscheinlich friedliches und idyllisches Spanien nach San Sebastian und Sevilla, mit fröhlichem Volk in der Stierkampfarena, mit Kastagnettentanz in der Kneipe und romantischen Serenaden bei Nacht — wie in alter Zeit. Sine sehr volkstümliche Operettensängerin schwingt sich knapp vor der Trauung mit einem reichen, aber langweiligen jungen Herrn aus dem Auto und ent- fleucht, einer plötzlichen Eingebung und Laune folgend, allein in den sonnigen Süden. Hinter sich läßt sie die enttäuschte, empörte, entgeisterte Hochzeitsgesellschaft und eine beträchtliche Sensation in der Pariser Boulevardpresse. In Monte Carlo verspielt sie ihr ganzes Geld und obendrein noch ihrs schöne Stimme — an einen sehr eleganten, sehr geheimnisvollen und unheimlich reichen Herrn. Man ahnt schon, daß es diesem nicht bloß um die ungewöhnliche und erstaunlich kostspielige Stimme zu tun ist; das Intermezzo nimmt allmählich die bedrohlichen Formen eines Abenteuers und nicht wieder gutzumachenden Skandals an, bis am Ende der Vorhang über einer glanzvollen Premiere aufgeht und die Maske vom Gesicht des Kavaliers aus Monte Carlo fällt. Für die Tobis Rota war das Intermezzo der Anlaß, in Trefi Rudolph eine neuentdeckte junge Darstellerin herauszubnn- gen, die mit Hellem Sopran und dem trotzigen Temperament einer verwöhnten Diva die aus Paris entflohene Adrienne spielt. Dr. med. Albrecht Schoenhals (er war früher Arzt) gibt den mit unerschütterlicher Kavaliersgebärde auch den schwierigsten Situationen gewachsenen Herrn Trent. Unter Josef von Bakys fließender Spielführung, welche die landschaftlich reizvollen Stationen des Intermezzos in verlockenden Aufnahmen festhält, zeichnen sich ferner Ernst Legal, Erich Fiedler, Rudolf Klein-Rogge und Hilde S e f f a f aus. — Im Beiprogramm sieht man einen lehrreichen Kulturfilm und die neue Ufa-Wochenschau. \ H. Thyriot Volksernährung aus deutschem Boden Die richtige Lenkung des Verbrauchs a n in i Wirtschaft etwas Nach- hin sind. war Daimler 0,13 o. j). freund- Die Heeresverpflegungsämter werden wegen Preiszuschläge bevorzugt beliefert. Aus Bayern Norddeutschland wurde noch Industrie-Hafer geboten. Rheinmetall bis 0,25 v. H. leichter, o. H. und Moenus Maschinen 0,50 licher. Am Rentenmarkt zeigte sich der und an- großen Verzehr tierischer Erzeugnisse und besonders von Fetten wesentlich schwieriger. Die Tatsache, daß je Hektar rund 200 bis 250 dz grobe Gemüse wie Rotkohl, Weißkohl, Karotten, rund 150 dz Kartoffeln, über 40 dz Zucker, 15 bis 20 dz Getreide geerntet werden, dagegen nur etwa 6 dz Schweinefleisch, IV- bis 2 dz Rindfleisch und kaum IV» dz Butter erzeugt werden können, beleuchtet die Vorteile einer mehr auf Pflanzen- k o st eingestellten Ernährungsweise. Wie groß die je Hektar erzeugten Nahrungskalorien bei verschiedenen Nutzungsarten sind, zeigt die folgende Tabelle: Erzeugte TlabrungSkalorien je Hektar. allgemeinen, oder mahlen die Restmengen jetzt noch nach. Feinste Weizenmehle blieben für den Feiertagsbedarf noch gefragt. Das Angebot ostdeutschen Roggenmehls ist nicht sehr umfangreich, so daß auch die hiesigen Mühlen leichtes Geschäft haben. In der Futtermittelversorgung ergab sich keine Veränderung. Futtergetreide bleibt knapp, während Kleie und Trockenschnitzel, auch Oelkuchen Vhein-mainischer Setreidemarkt. Die Besserung der Getreideanlieferung hält an; auch für die nächsten Wochen erwartet man starke Ablieferung, da der Drusch während der Frostperiode allgemein durchgeführt werden wird. Auch die immer weiter durchdringende Bekanntgabe der vorzeitigen Inkraftsetzung der Monatszuschläge wird die Erzeuger zum Verkauf ihres Getreides veranlassen. Von Thüringen lag außerdem Angebot in Weizen vor, wie auch aus Kurhessen wieder Bezug stattgefunden hat. Aber die Vorräte bei den Mühlen sind noch recht klein, so daß ihre Nachfrage anhält. Sie sind bestrebt, ihren Bestand wieder möglichst laufend für den Bedarf einiger Wochen aufzufüllen. Die Prooinzmühlen haben sich im allgemeinen aus den laufenden Anlieferungen ihrer Umgebung besser versorgen können. Bei Roggen haben sich die Anlieferungen verhältnismäßig günstiger entwickelt, um so mehr, als jetzt in die Vorwintei^monate die Hauptzeit des Roggendrusches und der Ablieferung fällt. Von Norddeutschland lag wieder mäßigeres Angebot vor, woraus sich hauptsächlich die am Wasser gelegenen Mühlen eindeckten. In Braugerste liegt der Markt wenig verändert. Das Angebot ist nicht groß. Dagegen sind zur Zeit die Mälzereien und Brauereien keine Käufer, obwohl sie ihren Bedarf noch nicht durchweg gedeckt haben, denn der Umtausch der Bezugsscheine ist noch nicht wieder ausgenommen. In Jndustriegerste reicht das hiesige Angebot nicht aus, so daß norddeutsche Industriegerste zur Versorgung der Betriebe hereingenommen werden muß. Futtergerste ist immer noch unzureichend angeboten, wie auch Hafer kaum erhältlich ist. März: Schweinefleisch, Kohlarten, Wurzelgemüse, Obst- und Gemüsekonserven. Im April: Schweinefleisch, Eier, Kohlarten, Wurzelgemüse, Rhabarber, Spinat, Obst- und Gemüsekonserven. Im Mai: Eier, Milch, Quark, Spargel, Spinat, Salat, Kohlrabi, Rhabarber. Im Juni: Hammelfleisch, Eier, Milch, Quark, Spargel, grüne Erbsen, junge Möhren, Salat, Spinat, Rhabarber, Frühkohl, Kohlrabi, Erdbeeren, Kirschen. Im Juli: Hammelfleisch, Milch, Quark, Pilze, Kohlarten, Kohlrabi, grüne Erbsen, grüne Bohnen, Gurken, Salat, Beerenobst, Kirschen. Im August: Hammelfleisch, Pilze, Kohlarten, grüne Bohnen, Tomaten, Gurken, Salat, Kohlrabi, Beerenobst, Pflaumen. Im S e fite m b e r : Hammelfleisch, Geflügel, Pilze, Kohlarten, Gurken, Tomaten, Bohnen, Salat, Spinat, Pflaumen, Birnen, Aepfel. Im Oktober: Rindfleisch, Wild, Fische, Geflügel, Pilze, Kohlarten, Gurken, Tomaten, Salat, Spinat, Aepfel, Birnen. Im November: Rindfleisch, Schweinefleisch, Geflügel, Fische, Wild, Kohlarten, Wurzelgemüse, Aepfel. Das Mehlgeschäft verlief zum Bäcker , freundlich. Die Mühlen erfüllen ihre Abschlüsse im und neuerdings wieder Mischfutter zu haben Rauhfutter wird allaemein mehr gefragt. Rhein-Mainische Börse. Behauptet. Frankfurt a. M., 10. Dez. Die Börse weiter lustlos. Der Mangel an Aufträgen und besonderen Anregungen ließ keine Unternehmungslust aufkommen. Trotzdem war die Grundhaltung eher etwas freundlicher und nach den ersten Notierungen, die bei geringen Abweichungen nicht ganz einheitlich lagen, machten sich auf Teilgebieten Ansätze zu einer leichten Befestigung bemerkbar. Am Aktienmarkt fanden Montanpapiere etwas Interesse. Verein. Stahl 120,65 bis 121 (120,40). Mannesmann 116 bis 116,50 (116,13), Klöckner 124 (123.50), Rbeinstahl 148,50 (148.25), Harpener 147,75 (147,25), dagegen Hoesch 115,50 (116). IG.- Farben lagen mit 166,75 unverändert, während Metallgesellschaft weiter abbröckelten auf 149,25 (150). Elektropapiere kamen meist 0,25 bis 0,50 v. H. höher zur Notiz, Deutsch-Atlanten nach Pause unn. 116.50. Bon Bauwerten gingen Holzmann 0,50 v. H. und Jul. Beraer 0.75 v. H. zurück. Sonst eröffneten Westdeutsche Kaufhof, Reichsbank und Zuckerrüben Kartoffeln Steckrüben Weizen Roggen Dohnen Weißkohl Aus diesen Ziffern ergibt sich die Forderung, der pflanzlichen Ko st in unserer Ernährung gegenüber der tierischen wieder eine etwas st ä r - kere Stellung zu geben. Die in Brot, Kartoffeln und Zucker enthaltenen Nährwerteinheiten stellen sich außerdem erheblich billiger als die gleiche Kalorienzahl aus tierischen Erzeugnissen. Der Verzehr von Brot, Gebäck und Kartoffeln macht z. B. 43 v. H. der verbrauchten Kalorien aus, wird dabei aber für 20 v. H. der für die Ernährung aufgewendeten Mittel gekauft. Das Institut für Konjunkturforschung hat die wichtigsten Nahrungsmittel in drei Gruppen eingeteilt, deren Verbrauch verstärkt, beibehalten oder vermindert werden soll: Volkswirtschaftlich erwünscht ist ein verstärkter Verbrauch bei Kartoffeln, Zucker, Marmelade, entrahmte Milch, Quark, Graupen, Grütze, Haferflocken, Sago, Kunsthonig, Buttermilch, Harzer und Limburger Käse, einheimischem Gemüse, Fischen, Hammelfleisch, Kaninchenfleisch; gl.eichbleibender Verbrauch bei Brot und Backwaren, Mehl, Schweinefleisch, Wild. Geflügel, Eiern, Reis, Kakao, Obst, Südfrüchten, Erbsen, Bohnen, Linsen, Vollmilch, Trockenobst, Honig; verminderter Verbrauch bei Rindfleisch, Kalbfleisch, Butter, Schmalz, .Speck, Magarine, Speiseölen und -fetten, Buchweizen, Hirse, Cinfuhrgemüse, insbesondere eingeführtem Frühgemüse, Fettkäse. Da uns nicht während des ganzen Jahres alle Lebensmittel gleichmäßig zur Verfügung stehen und der inländische Markt auch nicht beliebig durch Einfuhren ergänzt werden kann, ist tzs ferner notwendig, daß der Verbraucher sich in der Zukunst mehr als bisher in seinem Bedarf den Schwankungen des Angebots anpaßt. Das Institut für Konjunkturforschug hat für jeden einzelnen Monat diejenigen Erzeugnisse sestgestellt, denen sich der Verbrauch besonders zuwenden soll. Im Monat Dezember gilt es, Schweinefleisch, Fische, Wild, Gänse, Kohlarten, Wurzelgemüse und Aepfel zu nbeoorzugen, im Januar Schweinefleisch, Gänse, Fische, Kohlarten, Wurzelgemüse, Obst- und Gemüsekonserven. Im Februar: Schweinefleisch, Fische, Kohlarten, Wurzelgemüse, Obst- und Gemüsekonserven. Im Abendbörse ruhig. Die Abendbörse nahm einen sehr ruhigen Verlauf. Es lagen weder Kauf- noch Verkaufsaufträge vor. Die Zurückhaltung, die schon den Mittagsoer- kehr charakterisierte, hatte sich eher verstärkt. Im allgemeinen wiesen die Kurse nur geringprozentige Veränderungen auf. Montanwerte lagen im Vergleich zu den Berliner Schlußkursen überwiegend nur knapp behauptet, nur Verein. Stahl zogen 0,40 v. H. auf 120,75 an. IG. Farben blieben mit 166 unverändert. Sonst waren verändert: Westdeutsche Kaufhof 59 (59,40), Iunghans 112 (112,75), Holzmann 131 (131,50), andererseits Deutsche Linoleum 160,50 (159,75), Goldschmidt 125,25 (124,90), Muag 130,75 (130,50). Von Bankaktien lagen DD.-Bank 0,25 v. H. höher mit 108. Die Rentenmärkte lagen völlig geschäftslos. Von Auslandsrenten notierten 5 o. H. Rumänen mit 6,20 (6), dagegen 4prozen- tige 5,20 (5,35). U. a. notierten: 4,5 v. H. Reichspostschätze 1934 99,80, 6 v. H. IG. Farben 134,65, 5 v. H. Rumänen 6,20, 4 v. H. do. 5,20, Commerzbank 107,75, DD.- Bank 108, Dresdner Bank 104,75, Buderus 121,25, Harpener 147,50, Hoesch 115, Mannesmann 116,13, Rheinstahl 148,50, Verein. Stahl 120,75, BMW. 135,50, Bemberg 105, Conti Gummi 160, Deutsche Erdöl 139, Scheideanstalt 262, Deutsche Linoleum 160,50, Licht & Kraft 146,75, IG. Farben 166, Gesfürel 141, Goldschmidt 125,25, Holzmann 131, Iunghans 112, Muag 130,75, Moenus Ma sch. 94.50, Schuckert 156,25, Westdeutsche Kaufhof 59, Südd. Zucker 203,50. Frankfurter Schlachtvlehmarkt. Frankfurt a. M., 10. Dez. Auftrieb: Rinder 98 (gegen 69 am letzten Donnerstagmarkt), darunter 1 (5) Ochse, 12 (9) Bullen, 72 (40) Kühe, 13 (15) Färsen. Kälber 620 (600), Hämmel und Schafe 235 (158), Schweine 1002 (1121). Notiert wurden pro 50Kilo Lebendgewicht in NM.: Bullen a) 41 bis 43 (am 3. Dez. 43), b) nicht notiert, c) 34 (—); Kühe a) 43 (41 bis 43), b) 35 bis 39 (35 bis 39), c) 28 bis 33 (27 bis 33), d) 23 bis 25 (20 bis 25); Färsen a) 44 (41 bis 44), b) 40 (40). Kälber a) 56 bis 65 (56 bis 65), b) 42 bis 45 frage für Kommunal-Umschuldung zu 89,70 bis 89,90 (89,65), ferner waren zertif. Dollar-Bonds etwa 0,25 v. H. fester, Zinsoergütungsscheine blieben mit 94,10 behauptet, während Atlbesitzanleihe 0,40 v. H. verloren. Im Verlaufe kam die Börse über die Ansätze zu einer Erhöhung nicht hinaus. Bei weiterhin sehr kleinen Umsätzen wiesen die Kurse am Aktienmarkt kaum noch Veränderungen auf. Hoesch erholten sich auf den Dortagsstand von 116, Verein. Stahl waren nochmals 0,25 v. H. fester mit 121,25, Buderus wurden mit 121,50 (120) notiert, sonst lagen die Kurse, die erst später angeschrieben wurden, nicht ganz einheitlich. Schwächer waren u. a. Muag mit 131 (132), Zement Heidelberg 162 (164). Auch an den Rentenmärkten blieb es still. Kommunal - Umschuldungen schwankten zwischen 89,70 bis 89,80. Pfandbriefe und Stadtanleihen tagen nahezu unverändert. Liguidationspfandbriefe notierten teilweise 0,13 bis 0,25 v. H. freundlicher. Don Ausländsanleihen wurden 5proz. äußere Mexikaner nach Pause mit 8,60 (10) notiert, ferner 4proz. Mexikaner mit 6,75 (6,60) und 4proz. Ungarn Gold mit 7,10 (7,13). Im Freiverkehr herrschte Geschäftsstille. Tagesgeld etwas gefragt und auf 2,75 (2,50) v. H. erhöht. ZdR. Um die Ernährung aus eigener Scholle in möglichst weitgehendem Umfange zu erreichen, hat auch der Verbraucher einen Beitrag zu liefern, indem er sich in seinem Verbrauch den in Deutschland gegebenen Erzeugungsmöglichkeiten anpaht. Zu der Frage, was durch die Verbrauchslenkung erreicht werden kann und was die Verbraucher tun müssen, liefert das Institut für Konjunkturforschung in seinem neuesten Wochenbericht einen überaus wichtigen Beitrag, der vor allem für die Hausfrauen von größter praktischer Bedeutung ist. Während der Bedarf pflanzlichen Nahrungsmitteln sich jeder Höhe aus eigener Scholle decken läßt, ist die Versorgung bei einem verhältnismäßig Mill. Mill. Kalorien Kalorien 16,5 Milch 1,8 9,0 Schweinefleisch 1,4 4,9 Butter 0,8 4,5 Eier 0,5 4,5 Karpfen 0,4 4,0 Rindfleisch 0,4 2,8 (41 bis 55), c) 40 (35 bis 40), d) 28 bis 39 (28 bis 34). Hämmel b2) 43 bis 45 (43 bis 45), c) 39 bis 42 (38 bis 42), d) 28 bis 37 (—); Schafe e) 34 bis 38 (—), f) 25 bis 32 (24 bis 30), g) 15 bis 23 (—). Schweine al) 57 (57), a2) 57 (57), bl) 56 (56), b2) 55 (55), c) 53 (53), d) 51 (51); Sauen gl) 55 bis 56 (56). Marktverlauf: Rinder und Schweine wurden zugeteilt. Kälber, Hämmel und Schafe mittelmäßig. Ueberstand: 22 Schafe. Die Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 975: Verschärfte Prüfung der Exportvalutaerklärungen. Aenderung der Exportvalutaerklärungsformulare, Verwendung der neuen Dor- drucke ab 15. Dezember 1936. — 976: Warenproben und Muster im sowjetisch-baltisch-mitteleuropäischen Verkehr. — 977: Anordnung zur Aenderung der Anordnung über den Arbeitseinsatz von gelernten Metallarbeitern vom 29. Dezember 1934. — 978: Anordnung zur Aufhebung der Anordnung über die Beschränkung des Einsatzes landwirtschaftlicher Arbeitskräfte in nichtlandwirtschaftlichen Betrieben und Berufen vom 17. Mai 1934 sowie der Anordnung zum Gesetz zur Befriedigung des Bedarfs der Landwirtschaft an Arbeitskräften vom 29. März 1935. — 979: Anordnung zur Aufhebung der Anordnung über die Anzeige des Bedarfs an Arbeitskräften bei Durchführung öffentlicher Bauarbeitern — 980: Anordnung zur Aenderung der Anordnung über die Verteilung von Arbeitskräften vom 28. August 1934. — 981: Erweiterung des Ausfuhrverbots für Tierhaare, gebrauchte Säcke usw. — 982: Verbot der Bezahlung von ausländischen Eisenbahnfrachten und ähnlichen Nebenkosten durch Spediteure. — 983: Umrechnungskurse in den Güter- und Tierverkehren mit dem Auslande. — 984: Anschrift der Vertretung des Reichs in Spanien. — 985: Aufhebung von Einfuhrbeschränkungen ab 1. Dezember 1936 in der Schweiz. — 986: Neuherausgabe der „Bezeichnungsvorschriften für Polsterrohstoffe RAL. 399 C 2". — 987: Meldepflicht für Getrerdebestände. — 988: Allgemeine Preisbildung nach dem Stand vom 18. Oktober. Hiernach finb Preiserhöhungen für Güter und Leistungen jeder Art, insbesondere für alle Bedürfnisse des täglichen Lebens für die gesamte landwirtschaftliche, gewerbliche und industrielle Erzeugung und für den Verkehr mit Gütern und Waren jeder Art sowie für sonstige Entgelte verboten. Bestimmte Ausnahmen sind vorgesehen. — 989: Verordnung über die Verwertung von Roggen und Weizen zur Herstellung von Branntwein. — 990: Aenderung der Zuständigkeit von Ueberwachungsstellen. — 991: Verlängerung der geltenden Handelsvereinbarungen mit Argentinien. — 992: Aenderung der Reisescheckregelung der Niederlande im Verkehr mit Deutschland. — 993: Maßnahmen der Reichsregie- rung zur Fettversorgung der minderbemittelten Bevölkerung (Fettverbilligüng und Regelung des Bezugs von Konsummargarine). — 994: Zahlung von Büchern und Zeitschriften aus Deutschland in der Schweiz. — 996: Umsatzsteuerumrechnungssätze auf Reichsmark für November 1936. — 997: Einreichung der Einfuhrbewilligungsanträge für die neukontingentierten Jndustrieerzeugnisse für das 1. Vierteljahr 1937 in Frankreich. — 998: Anordnung W 24 der Ueberwachungsstelle für Wolle und andere Tierhaare (Abänderung der Anordnung — W 23 —). — 999: Weihnachts- und Neujahrsgrüße mit der Luftpost nach Südamerika. — 1000: Anordnung ZV 3 über die Herstellung von baumwollhaltigen Wirk- und Strickwaren vom 31. Juli 1936 in der Fassung der Anordnung ZV 8 vom 27. November 1936. — 1001: Anordnung ZV 8. Aenderung und Ergänzung der Anordnung ZV 3 über die Herstellung baumwollhaltiger Wirk- und Strickwaren. — 1002: Arbeitszeit zu Weihnachten 1936. — 1003: Verordnung über die Marktregelung für den gewerblichen Absatz von Nadel-Schnittholz im Rheinland und Westfalen. — 1004: Verordnung über die Marktregelung für nordisches Einfuhr-Nadelschnitt- holz und die daraus hergestellten Hobelwaren. — 1005: Anordnung 20 der Ueberwachungsstelle für Eisen und Stahl (Gußbruchhöchstpreise) vom 7. Dezember 1936. — 1006: Verordnung über die Markt-" regelung für Nadel-Schnittholz der Herkünfte aus dem Gebiet westlich Weser-Werra und aus Süddeutschland beim Absatz nach Rheinland und Westfalen. — 1007: Kurssicheruna durch Ausfuhrkreditversicherung. — 1008: Aenderung des Deoisen- gesetzes. — 1009: Devisenpolitische Erleichterung der Einfuhr Lettlands aus Derrechnungsländern. —1010: Zollbehandlung gefüllt eingeführter Säcke in Frankreich. — 1011: Das neue Zollgesetz Estlands. — 1012: Erläuterung der devisenstrafrechtlichen Vorschriften. — 1013: Verlängerung der Umsatzsteuer- Weiterveräußerungsbescheinigungen für Edelmetalle und Edelmetallegierungen. — 1014: Wortlaut der Zusatzvereinbarung zum Zahlungsabkommen mit Belgien. — 1015: Neufassung der Liste der Comitds interprofessionals, bei denen die Einfuhrbewilligungen für die Neukontingente zu beantragen sind. — 1016: Neues Einfuhrsystem in der Türkei. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. ____________________________hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe her zuletzt beschlossenen Dividende an. — Retchsbankdiskont 4 v.H., Lombardzinsfuß 5 v.H. Frankrun a. M. | Äerlln Frankfurt a.m. Berlin Frankfun a. M. Berlin Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. Al. Schluß« kurs Gchlußk. Abend« börse Schlußkurs Schluß?, mittag« börse Schlußkurs Schlußt. Abend- börse Schlußkurs Schlußk. mittag» börse Schluß- kurs wchlUßl. Abend» börse Schluß« kurs VchlUßk. mittag» börse ouenvö Vliti Brüssel .... Rio de Ian. Sofia..... Kopenhagen Danzig .... London.... Heljingfor». Paris ..... Holland ... Italien.... Japan...... Jugoslawien Oslo..... : Wien...... Lissabon... Stockholm.. Schweiz ... Spanien... Prag...... Budapest .. Reuyork ... 9-Dezem.er 10.Dezember Datum 5% Deutsche Retchsanleihe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 6%% Boung-Anleihe von 1930 . Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auslos.-Rechten ............ 4Vi% Deutsche Reichspostschatz an Weisungen von 1934, l....... 4%% ehem. 8% Hessischer Volks- »aat 1929 (rückzahlb. 102%) ... 4Yi% ehern. 8% Hessische Landes banl Darmstadt Gold R. 12... 6Yi% ehem. 4)4% Hess. Landes Hypothekenbank DarmstadtLiau. 4%% ehem. 8% Darmst. Komm Landesb.Goldschuldverschr R.§ Oberhessen Provinz-Anleihe mt Auslos.-Rechten ............ Deutsche Komm. Sammelabl. An leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 4 %% ehem.8% Franks. Hyp.-Ban! Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 W/o ehem. 4/,% Franks. Hyp. Bank-Liqu.-Pfandbriese...... 6)4% ehem. 4Vt% Rheinische Hyp.-Bank-Ltqu.-Goldpse. ... 454% ehem. 8% Pr. Lonoespfand- briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 454% ehem. 7% Pr. Landespfand brtefanst., Gold Komm. Cbl. 20 Steuerlich. Lerrecknungsk. 84-38 4% Oesterretchtsche Goldrente... 4,20% Oesterreichische Silberrente 4% Ungarische Goldrente ....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4)4% desgl. von 1913......... 5% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie i..................... 9 12. 101,2 98 102,13 116,4 98,75 97 100,5 93 130,65 122 95 100,5 100,65 97,5 95 109,8 22 7,13 10-12 101,2 98 102 116 99,8 98,75 97 100,6 93 130,75 122 97,25 100,65 100,7 97,5 95 109,8 22 7,1 8,6 9-12- 101,2 98 101,9 116,8 V- 97 122,25 100,75 97,5 9u 109,85 21,75 1,85 7,2 6 6,13 8,65 10-12 101 98 101,9 116 99,9 98,75 122,5 97,25 100,75 97,5 95 109,9 21,8 1,9 7,2 6,13 6,3 8,85 Datum 4% oesgi. Serie h ............ 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4^,%Rumän.vereinh.Rentev.l91S 4% Rumänische vereinh. Rente . S y<% Anatolier .............. Hamburg-Amertka-Paket .....O Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Norddeutscher Lloyd .........0 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz, und Privat-Ban! ... 4 Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................ 4 Dresdner Bank..............4 Reichsbank ................12 A.E.G...................... 0 Bekula..................... g Clektr. Lieferungsgesellschaft... 6 Licht und Kraft ............. 7 Felten & Guilleaume......... 4 Geselljch.f.Eiektr.Unternehmung. 6 Rheinische Elektrizität ........ 6 Rhein. Wests. Elektr.......... 6 Schuckert L Co............... ß Siemens L Halske............ 8 llahmeyerLCo......... 7 Buderus ................... 4 Deutsche Erdöl ..............4 Harvener................. 2% Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. 8 Ilse Bergbau ............... 6 Ilse Bergbau Genüsse........6 Klöcknerwrrke ...............8 ManneSmann-Röhren........8 9.12 6,2 5,25 26,75 14 14,4 121 107,75 108 104,5 186 172,75 134 142 127,75 138,25 157,5 192,5 134,5 120 139 147,25 116 189 144 123,5 116,13 10-12. 6,2 5,2 26,9 13,75 14,4 120,5 107,75 108 104,75 185,75 173 134,25 146,75 136,5 141 138,5 156,25 192,5 135 121,25 139 147,5 115 189 144,25 124 116,13 9-12. 6,13 9,75 5,35 27 14,13 14,25 121 123,65 107,75 108 104,5 185,75 173,4 134,25 147,25 136,4 141,9 128 138 157,75 192,5 135,25 120,25 139,13 148,5 115,75 189 145,5 124,25 116,4 10-12. 6 6 3 5,35 26,9 14 14,25 120,25 123,5 107,75 107,75 104,5 185,75 173,13 134,25 147 136,5 141 138,4 156,5 192,25 135,25 121,75 138,75 148 115,4 185 144 123,5 116,25 Datum ManSseiver Bergbau....... 6% Kokswerke.................. 6 Rheinische Braunkohlen ..... 12 Rheinstahl .................. 4 Bereinigte Stahlwerke......8ys Otavt Minen ...............O Kaliwerke Aschersleben........5 Kaliwerke Westeregeln........5 Kaliwerke Salzdetfurth..... 7yt I. G. Farben-Jndustrie.......7 Scheideanstalt...............9 Goldschmidt ................ 5 Rütgerswerke ............... 6 Metallgeiellschaft............. 5 Philipp Holz mann...........4 Zementwerk Heidelberg ...... 7 Cementwerk Karlstadt......... 6 Schultheis Patzenhofer .......4 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. O Bemberg...................6 Zellstoff Waldhof ............ 6 Zellstoff Aschaffenburg .......0 Dessauer Aas ...............7 Daimler Motoren........... 0 Deutsche Linoleum........... 8 Orenstein & Koppel ..........0 Westdeutsche Kaufhof.........0 Chade...................... 9 Accu mulatoren-Fabrik....... 12 Conti-Gummi.............. 11 Grttzner....................0 Mainkraftwerke Höchst 4 Süddeutscher Zucker........ 10 9-12- 217,5 148,25 120,4 21,35 132,5 184 166,75 161,5 125 137 150 * 105 160 138 118,5 160,25 59,25 233,5 160,75 1 34 95,5 1 — 10.12- 217,5 148,5 120,75 23 132 166 262 125,25 136,5 149,25 ■ 105 160,5 139 118,65 160,5 59 160 95 203,5 9-12- 151 136,5 217,25 148,5 120,75 21,5 134,5 132,75 184 166,9 125 137,13 150 98,75 105 160,4 168,5 109,65 118,75 160,13 89,13 59,4 233 160 34,13 10-12. 151 136,4 217,25 148,9 120,4 22,75 131,75 183 166 124,9 136,5 149,5 13L5 98,5 104,75 161 139,75 109,4 118,5 159,75 89,25 59,4 234 196 160,5 32,65 200 Geld 0,720 42,10 0,149 3,047 54,50 47,04 12,205 5,39 11,61 135,43 13,09 0,711 5,654 61,34 48,95 11,085 62,92 57,17 20,98 8,761 2,488 ""Hf 0,724 42,18 0,151 3,053 54,60 47,14 12,235 5,40 11,63 135,71 13,11 0,713 5,666 61,46 49,05 11,105 63,04 57,29 21,02 8,779 2,492 Banknote« Geld 0,728 42,06 0,149 3,047 54,39 47,04 12,18 5,375 11,59 135,26 13,09 0,709 5,654 61,22 48,95 11,065 62,80 57,14 20,48 8,761 2,488 L »rief 0,732 42,14 0,151 3,053 54,49 47,14 12,21 5,385 11,61 135,54 13,11 0,711 5,666 61,34 49,05 11,085 62,92 57,26 20,52 8,779 2,492 »erlm,1g.Dezember Geld »rief Amerikanische Roten.............. Belgische Noten.................. Dänische Noten ................. Englische Noten ................. Französische Noten............... Holländische Noten............... Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, 4 1OO Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten............... Schweizer Noten................. Spanische Noten................. Ungarische Noten............... 2,45 41,92 54,23 12,155 11,54 134,93 61,16 62,63 56,99 2,47 42,08 54,45 12,195 11,58 135,47 61,30 62,89 57,21 Nr.2W Drittes Blatt Sreifog, p.Dezemver 1956 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) hier gegen ihren ausdrücklichen Hinweis gehandelt Aus der Provinzialhaupisiadt viel erscheinen Samstag, (Nachdruck verboten.) 30 Fortsetzung. Hut r ergiebig u. billig und der dadurch bezahlt machen, daß diese Sachen eben länger halten werden. Ganz abgesehen von seinem eigenen Nutzen Vorteil, den jemand daraus zieht, wenn er 42-0} 54,45 ’li! lb* warte der Gefolgschaften, der Fähnlein Gruppenreferentinnen des BDM. zu Haden. Anfang 8.30 Uhr. Velr.: llnlerbannschulungen. Flieger-, Motor- und Nachrichtenschar im HI.-Heim Walltorstraße. In Großen-Linden die Gefolgschaften 5, 13, 14, 15. Beginn der Schulungen jeweils Samstag, 20 Uhr. Bett.: Theaterbesuch: Die Vorstellung „Der Kampf mit dem Tatzelwurm" am Mittwoch, 16. Dezember, kann von uns zum Preis von 50 Pfennigen besucht werden. Die Gefolgschaftsführer bestellen die Karten selbst an der Theaterkasse. „Aber das wissen Sie doch, Herr Generaldirektor! ich würde mit niemandem tauschen---" Walter Brand blickte auf, sah feine Sekretärin ernst und prüfend an: „Auch nicht, wenn hier einmal nicht mehr alles so glatt ginge wie bisher? Würden Sie wirklich auch zu mir halten, wenn ich in Schmierigkeiten wäre, in großen Schwierigkeiten vielleicht... Aber was erzähle ich Ihnen da, helfen kann mir ja doch niemand mehr." Seine letzten Worte erstarben fast wieder in einem Flüstern. In steigender Verwunderung hatte Inge Schlicht zugehört. Seine Erregung, die Verzweiflung in seinen letzten Worten flößte ihr tiefstes Mitleid ein. Impulsiv erhob sie sich von ihrem Platz an der Schreibmaschine, ging zu ihm hinüber: „Was es auch fein mag, das Sie bedrückt, ich würde immer zu Ihnen halten!" sagte sie einfach. Ein schwaches Lächeln huschte über Walter Brands zerquälte Gesichtszüge, erstarb dann wieder. „Ich weiß nicht, ob Sie noch so sprechen werden, wenn Sie mich angehört haben. Aber ich habe Vertrauen zu Ihnen, Fräulein Schlicht, — vielleicht mehr Vertrauen, als ich seit langem zu einem Menschen gehabt habe. Und vielleicht haben auch Sie Vertrauen zu mir, wenn es mir die andern einmal alle nicht mehr geben werden. Wenn ich erst im Untersuchungsgefängnis sitze ..." Jäh brach Walter Brand ab, starrte dann vor sich hin, ohne aufzublicken. Auch Inge Schlicht blieb einen Augenblick stumm. Es kostete sie viel, ihr Entsetzen über Brands letzte Worte zu verbergen. Aber schnell hatte sie sich wieder gefaßt. Das warme Gefühl, ein untrüglicher Instinkt trugen den Sieg über jedes Bedenken in ihr davon. Sie wußte: Jetzt war nichts mehr wich- tig, als diesem verzweifelten, von einer unbekannten Schuld gequälten Menschen eine Zuflucht, eine Hilfe zu sein, an die er sich halten konnte! Mit Augen, in denen nur heißes Mitleid stand, sah sie den Generaldirektor an. „Sprich nur, sprich alles aus, was dich quält", schienen sie zu sagen. (Fortsetzung folgt!) zeige.) Gemeindeabend der Luthergemeinde. Man schreibt uns: Wie im vergangenen Jahi veranstaltet die Luthergemeinde auch in diesem Iah» ihren Gemeindeabend am dritten Advent, 13. Dezember, in der Turnhalle am Oswaldsgarten. An der Ausgestaltung des Abends ist vor allem die Jugend, von den ganz Kleinen bis zu den konfirmierten Jahrgängen, beteiligt. Glieder der Kinderkirche führen ein Spiel „Liebe Weihnacht" auf, das mit viel Eifer und Freude eingeübt wird. Neben chorischem Sprechen der jesaianischen Verheißungen durch die Konfirmanden, Liedern der Konfirmandinnen und Gedichten, vorgetragen von Gliedern des Mädchenkreises, werden der Chor und die Gemeinde das gesungene Wort pflegen. Frau Rose Stirl vom Stadttheater Gießen gedenkt Adoents- unb Weihnachtsgedichte und -geschichten zu lesen. Konzertsänger K. E. Tank singt alte Advents- und Weihnachtslieder. Pfarrer Lic. Flechsen- haar aus Ulfa spricht über „Die Adventshoffnung für die Kirche Jesu Christi". Alle Glieder und Freunde der Luthergemeinde sind bei freiem Eintritt zu diesem Gemeindeabend herzlich eingeladen. (Siehe heutige Anzeige.) Hitler-Jugend Bann 116 Gießen Am Sonntag, 13. Dezember, findet im „Burghof" (früher Caf6 Ebel) eine Arbeitstagung der Sozial- Folgende Unterbannschulungen finden 12. Dez. und Sonntag, 13. Dez., statt: In Gießen die Gefolgschaften 1, 2, 3, 4, MHI., guten deutschen Qualitätsware den Vorrang gibt, ist es auch eine selbstverständliche Pflicht, wenn er durch bevorzugten Einkauf von Wertarbeit dem vorbildlichen deutschen Industriearbeiter und dem durch sein Können und Geschick, wie infolge seines Geschmackes und seiner gediegenen Arbeit in der ganzen Welt geschätzten deutschen Handwerker oder Kunstgewerbler Verdienste und weitere Arbeitsmöglichkeit gibt. Auch die Volksgenossen, die heute mit dem Pfennig rechnen müssen, sollten sich sagen, daß billige Ware bei weitem nicht immer die wohlfeilste ist. Jene nutzt sich schneller ab; auch wird sie infolge ihrer minderguten Qualität nicht den Wert besitzen, der dem Edelprodukt wertvoller und gediegener Arbeit und aus gutem Material eigen ist. Das Fest der Liebe ist bei uns der Tag, an dem wir denjenigen Menschen, die wir erfreuen wollen, Geschenke bereiten; hierbei hat unser Geldbeutel gewiß ein wichtiges Wort mitzureden. Aber am Schenken erkennt man auch das Wesen und den Wert eines Menschen; denn welche Gaben und auf was für eine Art diese geschenkt werden, ist für die charakterliche Beurteilung des Schenkenden nicht ohne Bedeutung. Hieran kann man den großzügigen und kleinlichen, den gemütvollen und kalt berechnenden, den klugen und nachdenklichen, aber auch den oberflächlichen oder heuchlerischen Menschen erkennen, denn alles, was der Mensch mit Vorbedacht und lleberlegung tut, gibt Aufschluß über sein Inneres. Auf die Frage, was man schenken soll, mag die Richtschnur gelten: Schenke das, was du dir selber wünschst! Würdest du dir aber einen minderwertigen ober wertlosen ©egenftanb wünschen, ober glaubst du wirklich, daß ein solches Geschenk eine richtige Freude bereiten wird? Dornotizen. Tageskalender für Freitag. NS.-Bund Deutscher Techniker / Reichsbund der Techniker und Architekten: 20.15 Uhr Vortrag von Pg. Direktor Schumacher (Frankfurt a. M.) über „Die deutsche Treibstoffwirtschaft im Rahmen des Vierjahresplanes" im Haus der Deutschen Arbeits- 62.$ 57-21 Schenkt Qualitätserzeugnisse! V.A. Von den großen Festen des Jahres, die die Umsätze des Handels und in Verbindung mit diesem auch diejenigen ganzer Industriezweige vergrößern, ist das Weihnachtsfest für zahlreiche Wirtschaftsgruppen das wichtigste. Schon geraume Zeit vorher wurden für dieses Saisongeschäft die Abschlüsse getätigt; nun sind die Spielwaren-Ausstel- tungen, sowie die weihnachtliche Ausschmückung der Schaufenster und Geschäftsräume in vollem Gange, und es tritt jetzt wieder die Frage an uns heran: Was sollen wir schenken? Ist es noch verhältnismäßig leicht, Kindern durch Schenken von ansprechendem ober auf bas kinbliche Gemüt Einbruck machendem Spielzeug eine Freude zu bereiten, so ist es andererseits manchmal bedeutend schwieriger, Erwachsene durch die für den Weihnachtstisch bestimmten Gaben wirklich zu erfreuen. Es kommt hierbei sehr oft auf inneres Feingefühl und Einfühlungsvermögen an, die das Erraten der Wünsche des Beschenkten zur Voraussetzung machen, und die um die Eigenart des Menschen wissen, den wir mit unseren Gaben zu erfreuen beabsichtigen. Es ist also oft keine leichte Aufgabe, die richtigen Gegenstände herauszufinden, mit denen wir unseren Lieben eine Freude bereiten können. Diese Freude wird aber zumeist nur dann von Dauer sein, wenn wir uns entschließen können, der guten Ware den Vorrang zu geben. In diesem Zusammenhang möge daher noch besonders betont werden: Geschenke sollen immer Ausdruck von Empfindungen sein, die wir dem Beschenkten gegenüber haben, denn das Geschenk als solches soll dem damit Bedachten Freude bereiten. Hierbei soll durchaus nicht verkannt werden, daß noch nicht alle Volksgenossen wirtschaftlich so gestellt sind, daß es ihnen möglich ist, teure Geschenke unter den Weihnachtsbaum zu legen. Aber es besteht immerhin doch ein Unterschied zwischen Luxuswaren und solchen Artikeln, für die infolge ihrer soliden und guten Verarbeitung, oder wegen ihres haltbaren und besseren Materials, aus dem sie angefertigt sind, ein höherer Preis gerechtfertigt ist. Es ist auch eine alte Tatsache, daß die paar Mark, die ich für ein Wäsch-, Kleidungs- oder Haushaltungsstück, für ein paar Schuhe, eine Sportausrüstung ober ein Kunstwerk mehr bezahlen muß, sich würbe. Auf ihre Veranlassung ist beim Bezirksamt der Beschluß inzwischen aufgehoben, sogar rückwirkend die Genehmigung zum Abzug der Steuer erteilt. Die Rentnerin hat nicht nur nichts zu zahlen, sondern triegt'nod) 75 Mark ausgezahlt, das ist mehr als eine ganze Monatsmiete. „Frl. St., mir ist ja so leicht, gerade als fiele Ostern und Pfingsten auf einen Tag!" Glückstrahlend verabschiedet sie sich. Reich ist der Dank, den diese Menschen der Beraterin, die wie die meisten ihrer Kolleginnen ehrenamtlich arbeitet, entgegenbringen. Eine Frau hat ihn in ihrer schlichten Weise einmal in die Worte gefaßt: „Wenn Sie mal einen dienstbaren Geist brauchen, so denken Sie an mich, ich würde mitten in der Nacht für Sie aufstehen!" Dabei bildet die Sprechstunde nur einen Bruchteil der Aufgaben einer Beraterin. Nebenbei ist ein großer Schriftwechsel, sind Akten und Kartei auf dem Laufenden zu halten, Anträge sind weiterzugeben. Aus den 18 Gaubetriebsgemeinschaften schicken die Vertrauensfrauen der DAF. ihr die Unterstützungsanträge weiblicher GefolAchaftsmit- glieder zu, die sie zu prüfen und zu befürworten hat. Es gibt eigentlich kaum eine Lebensfrage, mit der man nicht zu der Beraterin kommt. Wenn ich auch manchmal nicht weiß, wo mir der Kopf steht, so möchte ich doch, daß noch viel mehr von meinem Rat Gebrauch gemacht würde. Es gibt heute noch Menschen, die von unseren Beratungsstellen des Frauenamtes der DAF. nichts wissen. Dabei machen wir nicht etwa Unterschiede. Jedem, der zu uns kommt, wird geholfen, soweit es in unseren Kräften steht!" Dr. Buresch. Kopf hoch, wir helfen! Ein Vormittag in einer Beratungsstelle der OAK wäre es noch ein Leichtes gewesen, die Spur zu finden, wo der Unfall, ober was es nun gewesen sein mag, sich abgespielt hat! Aber heute erst, nachdem es über Nacht geregnet hat, nachdem Passanten den Weg entlanggekommen sind--; aber was ist das?!" Nachdenklich hob der Beamte eine kleine, silberne Bleistifthülse auf. „Leuchten Sie doch mal, Schulze!" Sofort ließ der Kriminalassistent eine kleine Taschenlaterne aufblitzen, und beide Männer beugten sich tief über das Pflaster, das hier den Boden bedeckte. Diesmal war es der Assistent, der etwas entdeckte: „Wenn ich nicht irre, ist dies hier eine Gleitspur, wahrscheinlich durch einen Gummiabsatz hervorge- rufen! Sehen Sie die saubere, wie radierte Stelle da auf dem Pflaster, Herr Kommissar?" Der Kommissar hatte bereits eine Lupe aus seiner Tasche gezogen und betrachtete die bezeichnete Stelle mit größter Aufmerksamkeit. , Gewiß! Und die Länge der Gleitspur, und noch mehr die Art der Kurve, deutet auf noch etwas viel Wesentlicheres hin! — daß nämlich der Mann, der hier ausgerutscht ist, einen kräftigen Stoß bekommen haben muß! Sehr bedenklich für den Generaldirektor, fürchte ich, bei all den andern Anzeichen, die gegen ihn sprechen! Wenn die Fingerabdrücke auf dem Bleistift stimmen, steht es schlecht um ihn!" Noch lange suchten die beiden Männer die Stelle ab maßen die Länge der Gleitspur, wahrend der Kommissar sich Notizen in sein Buch machte. „Eigentlich tut es mir leid um den Mann!" murmelte er. „Machte einen so sympathischen Eindruck! Aber die Anzeichen,--seine große Verstörtheit in der Sanitätswache, die Prozetz- qeqnerschaft zwischen ihm und Rammelt, — fein später Besuch im Institut, den ja der Portier vorhin noch bestätigt hatte, und ,-tzt noch die Spuren hier, — — ich glaube kaum,, daß man rhm das Aeu'ßerste noch ersparen kann!" -käst um die gleiche Stunde begab sich General- direktor Brand mit müden Schritten in das Ber- waltungsgebäude der Brand AG, zu seinem Büro, Wege im Rebel. Vornan von Käthe Mehner. (Copyright by Aufwärts-Verlag, Berlin SW 68.) front. — Stadttheater: 20 bis 22.45 Uhr „Seiner Gnaden Testament". Gloria-Palast, Seltersweg: „Intermezzo". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Dahinten in der Heide". — Neue Aula der Universität: 20.15 Uhr Vortrag von Prof, de Crinis (Köln), über den „Politischen Katholizismus". — Weihnachtsausstellung der oberhessischen Künstler: Ab 17 Uhr im Turmhaus am Brand. — Fünfziger 1887/1937: 20.30 Uhr Gründungsversammlung im „Burghof" (Ebel). — 15 Uhr Werbeversammlung des Reichsverbandes, Landesgruppe Hessen-Nassau, für Gartengestalter und Friedhofsgärtner im „Hessischen Hof". Sladtthealer Gießen. Heute Abend findet die Erstaufführung der neuen Komödie „Seiner Gnaden Testament" von Hjalmar Bergman statt. Hjalmar Bergman ist der beliebte schwedische Dichter, der durch seinen „Nobelpreis" zuerst in Deutschland bekannt geworden ist. — Die Spielleitung der Komödie führt Hans Geißler. Mitwirkende: Damen: Gerhardt, Krause, Stirl; Herren: Frickhoeffer, Geiger, v. Gschmeidler, Kühne, Lindt, Nieren, Schorn, Schuster, Volck, Walter. — Die Bühnenbilder schuf Karl Löffler. Die Vorstellung findet als 13. Vorstellung der Freitag-Miete statt. Anfang 20 Uhr, Ende 22.45 Uhr. Die Heimatvereinigung Schiffenberg hält morgen, Samstagabend auf dem Schiffenberg ihre Weihnachtsfeier ab. Eingeleitet wird die Veranstaltung durch eine Vorfeier in der alten Kapelle unter Mitwirkung des Frauenchors Haufen. Die Ansprache hält Pfarrer Steiner, Hausen. Anschließend findet eine Nachfeier im Saale des Schiffenbergs statt. (Siehe heutige Anzeige.) Gemeindeabend der Lukasgemeinde. Am kommenden Sonntag Gemeindeabend der Lukasgemeinde mit Lichtbildervortrag von Reichsbahnamtmann i. R. Dörr. (Siehe heutige An- Funfemhalb Millionen erwerbstätiger Frauen zahlt die Deutsche Arbeitsfront. Sie gemeßen Schutz und Betreuung durch das Frauen amt der DAF,", Eine große Zahl erwerbstätiger Frauen in ganz Deutsch- lanb ljat sich in den Dienst dieses Amtes ge- stellt, schon im März 1936 zählten die ge- schulten Amtswalterinnen und Vertrauensfrauen rund 36 000. Damals schon gab es 4000 Beratungsstellen, in denen bis dahin na^u 350 000 Menschen sich Rat und Hilfe geholt haben. Wir schildern in Folgendem einen Vormittag in einer Berliner Bera- ratungsftelle der DAF. Berlin, im Dezember. Mitten im geschäftigen Lärm des Berliner Nordosten, im Hause der Gauwaltung der DAF., sitzt in einem kleinen Zimmer die Leiterin der Beratungsstelle des Frauenamtes der Deutschen Arbeitsfront und empfängt ihre Schutzbefohlenen. Unzählige Klagen und Wünsche, Beschwerden und Fragen werden in dem hellen Zimmer vorgebracht. Schon nach den ersten Minuten, die ich ihr am Schreibtisch gegenüber sitze, um einen Vormittag Praxis mit ihr zu teilen, schwirrt mir der Kopf. Ist denn diese Frau für alles zuständig? „Zuständig?" Jetzt lacht die Beraterin. „Dies schreckliche Wort gibt es bei mir überhaupt nicht! Wozu habe ich den meine ,Strippe*?" — sie zeigt auf ihren Telephonapparat — „in weniger als einer Minute kann ich ja alle Stellen erreichen, die für den einzelnen Fall gefragt werden müßten, mit denen mache ich sofort mündlich ab, was zu geschehen hat. Jemand fortschicken, weil ich nicht zuständig wäre — ausgeschlossen!" Da kommt schon die nächste Besucherin, zwei waren bereits vor meiner Ankunft da, in aller Frühe. Sie ist Zuschneiderin für Damenkonfektion. Hat keine Arbeit. Fräulein St. begrüßt sie herzlich und hat auch schon überall herumgehorcht. Sie sieht zwei Möglichkeiten, redet aber der Frau, die es mit Heimarbeit versuchen will, weil sie zuhause noch eine Nähmaschine hat, aus ihrer Erfahrung davon ab: „Als Heimarbeiterin müssen Sie heute zuviel Hebung und Routine haben, um sich überhaupt einen Unterhalt sichern zu können. Wir finden schon noch was anderes für Sie. Nur Kopf hoch, Frau G., Sie sind doch noch so munter und rüstig. Sie kann man noch lange brauchen." Während ihres ermunternden Zuspruchs hellen sich die Mienen der Frau sichtlich auf, sie sieht das Fräulein dreimal für sie telephonieren, sie spürt den Helferwillen und die Anteilnahme, gestärkt und hoffnungsvoll verabschiedet sie sich. „Sie sorgen also unter Umständen auch dafür, daß die Menschen wieder Arbeit bekommen?" frage ich, als sich die Tür hinter ihr geschlossen hat. „Das verlangt einfach die Praxis. Mein oberster Grundsatz ist, zu helfen, wie und wo ich irgend kann. Arbeit vermittle ich natürlich in engster Fühlung mit den Arbeitsämtern. Die Hauptsache 'ist, daß von mir hier keiner fortgeht, ohne das Gefühl, daß ihm geholfen worden ist. Damit wollen wir ja zugleich die Menschen auch erziehen, deshalb nehmen wir uns gerade auchder Männer an; denn wir sagen uns, wenn wir einem Mann zu Arbeit verhelfen, wenn wir ihm in Ehesachen den Kopf zurechtsetzen, wenn wir ihn vor Unbesonnenheiten bewahren, dann helfen wir ja auch jedesmal seiner Frau. Manchmal habe ich hier mehr Männer als Frauen." Wie zur Bestätigung dieser Worte tut sich die Tür auf und ein Mann in Beamtenuniform tritt herein, der sogleich von Frl. St. als alter Bekannter begrüßt wird: „Sieh mal, wie fein Sie sich gemacht haben, Herr M. Wie geht es denn, sind Sie wieder ganz gesund?" Stolz lächelt der Mann: „Ja mir geht s gut. Gesund bin ich, Arbeit hab' ich auch, als Aushelfer bei einer Behörde, und soweit ist auch die Familie zupaß." „Nun, und? , „Ja, da habe ich doch von einer Erziehungsbeihilfe für Kinderreiche in der Zeitung gelesen und die habe ich bei meinen fünf Kindern beantragt und stelle des Bannes 116 statt, zu der sämtliche Sozial- ........ * ' " ' sowie die Als er den Vorsaal durchschritt, in dem die Angestellten arbeitend an ihren Tischen saßen, wandten heute fast alle den Kopf nach ihm um. War das denn noch der zielbewußte, energische Mann, dessen zähe Natur sie immer bewundert hatten? Heute aber — wie sorgenvoll hatten seine Augen geblickt, wie gebeugt war sein Gang gewesen! Irgend etwas mußte da geschehen sein! Nur was? Was? Drinnen in seinem Zimmer war Walter Brand inzwischen fast taumelnd auf einen Stuhl gesunken, trank mit durstigen Zügen aus dem Glas, das die Sekretärin ihm an die Lippen hielt. „Danke, danke!" murmelte er. „Es geht schon wieder! Nur eine vorübergehende Schwäche! Wir können gleich das Diktat vornehmen!" „Nein, Herr Direktor, das dürfen Sie aber wirklich nicht." Inge Schlicht wußte selbst kaum, woher sie den Mut zu ihrer so festen und keinen Widerspruch duldenden Antwort hernahm. „Hier, Herr Direktor, sehen Sie einmal in diesen Spiegel, wie Sie aussehen! Wahrhaftig, als ob Sie jeden Augenblick umfaUen könnten! Wenn Sie erlauben, rufe ich jetzt den Chauffeur an, daß er Sie nach Hause fährt! Und einen Arzt besorge ich Ihnen auch! Das sieht ja jedes Kind, daß Sie krank sind..." „Nein, Fräulein Schlicht, keinen Arzt!--Sie meinen es gut, ich weiß--aber ein Arzt kann mir da auch nicht helfen---" Stammelnd hatte Walter Brand die Worte ausgestoßen. In tiefer Anteilnahme hörte Inge Schlicht zu. „Aber was ist denn geschehen, Herr Generaldirektor?" Aus den Augen des Mädchens sah bei diesen Worten so viel Teilnahme und Sorge um ihn, daß Walter Brand von dem Wunsch gepackt wurde, sich einmal alles von der Seele zu sprechen, was seit der vorgestrigen Nacht auf ihm lastete. „Haben Sie nicht neulich einmal zu mir gesagt, daß Sie gern bei mir arbeiten, Fräulein Schlicht?" fragte er leise. Eine tiefe Röte überzog bei seinen Worten das Gesicht des jungen Mädchens. Dann gab sie im gleichen Ton zurück: ■JPorti DqMq. ^ot. Proben ’Qlfen ^9 bet lernte^ - 978: 9 übet bliebet Wen Mn» Bebarfs Wlan !?r llrbeits. Ailen. Anord- en Dom l Aus- " ufiv. ndifchen n durch in ben nde. n Spa. rankun» - 986: ten für . leibe» gemeine Oktober, mb Lei- bürfniffe irlschaft. mg und eber Art eftimmte orbnung izen zur mberung - 991: ’arungen rr Reise- 'ehr mit ichsregie. ilten Bebes Be. lung von ) in her W auf 17: Ein- für bie für bas : Anord- ioHe und inung - hrsgrüße JOD: 21n= imnrooü' uli 1936 27. No« iberMtz bie S)cb Omaren. - 1003: ben ge« tn Rhein- über bie cdelschnill« • oaren. - istelle für im 7. De« ie Markt«' unste aus aus 6üb- iinb West« fuhrkrebit« Deoisen- :erung der n. —1010: in Frank« tlanbs. - chen Dor« nsahsteuel' rbelmetaHe itlaut der nmen mit >r Comites uhrdenE' ragen sind- 'urkei. Auch die beiden Beamten gingen nun den Weg am Flusse entlang, den Ralf Rammelt zwei Albende vorher im dichten Nebel gegangen war Auch letzt war der Nebel noch nicht gewichendoch ^r er kaum dicht genug, die entfernten Lastkahne auf dem Fluß und die Häuser auf der Landseite zu ver- ^Langsam, Schritt für Schritt ging der Kommissar mit seinem Assistenten vorwärts. Keine noch so ge- ringe Spur durfte ihnen entgehen. Trotzdem schien bas9 Suchen kein Ergebnis zu zeitigen, unb b Kommissar fuhr sich verzweifelt mit Dem Taschen tuch über bie nasse Stirn. „Gestern morgen hätten wir von w fye wissen müssen!" sagte er ärgerlich. „Gestern morgen nun hapert’s da, weil Bedenken vorliegen sollen." Das Fräulein kennt seine Pappenheimer. „Na, lieber M., Hand aufs Herz, hat es doch nicht mal wo gehapert, mir können Sie's ja sagen, das wissen Sie!" „Also wirklich!" Er legt beteuernd die Hand aufs Herz. Höchstens bei die vorigte Regierung, da hab ich ja mal Spirenziens gemacht, kann ja sinn, bet je da noch von wissen. Aber sagen Se doch selbst, konnte man denn freundlich sind zu solche Leute?" Die Beraterin erledigt die Angelegenheit gleich an Ort und Stelle. Als Verbindungsstelle zwischen DAF. und NSV. hat sie ohnedies Fühlung mit allen zuständigen Aemtern der Wohnungsfürsorge, der Kinderhilfe, der Krankenkassen u. a. m. Schon geht die Tür wieder auf. Ehe wir uns dessen versehen, platzt ein Regen von Vorstellungen und Klagen auf uns herab. „Frl. St., ich habe 190 Puls, das ist die Schilddrüse, ich schlafe keine Nacht, ich bin ja so aufgeregt! Was machen wir bloß mit dem Rechtsanwalt, der verklagt mich, Frl. St., der verklagt mich!!" Sie ringt die Hände. Frl. R., Rentnerin und Zimmervermieterin, ist mit der Steuerbehörde in Konflikt aeraten. Gegen den ausdrücklichen Rat von Frl. St. hat sie vorzeitig die Hauszinssteuer von der Miete abgezogen, nun sollen alle Beträge auf einmal nachgezahlt werden. Die Beraterin verliert kein Wort darüber, daß 1 h A ft Mi -Q!ber( Hanb; Mer da hat uns doch jemand nach dem Weg zum Institut gefragt, als wir nach Hause gingen! rief plötzlich der Gehilfe eifrig aus. „Sie haben ihm ^'a noch Bescheid gegeben, Herr Doktor! Das ist allerdings wahr", bestätigte Dr. Lohmann. „Es war ein großer, kräftiger Herr Mir fiel besonders seine tiefe Stimme an ihm auf. Wieder wechselten die beiden Beamten einen 0.5L tabu WienM JJnP, 42,14 0,151 3,053 54,4 47,lf 12-2 5,385 11,61 135,64 13,1 0,711 5,666 61-34 48,Z 11,085 62,92 57, 20,52 8,779 2,492 Blick ... Dann erhob sich der Kommissar. Nochmals, meine Herren, ich bin Ihnen für Ihre Auskünfte sehr dankbar! Wenn Sie uns noch irgend etwas von Belang mitteilen wollen, verlangen Sie mich bitte im Polizeipräsidium, Ammer siebenundneunzig. Für den Fall, daß ichi mchtda sein sollte, werde ich Anweisungen dort hinterlassen! Haben Sie denn einen bestimmten Verdacht?" Dr.N Lohmann glaubte, auch einmal selbst eine Frage stellen zu dürfen. Ader der Kommissar hatte bereits fernen ergriffen, grüßte kurz und verließ mit fernem Assistenten ben Raum. __ __ Durchführung des Ernährungs-Hilfswerkes. NSG. Der Gauamtsleiter der NS.-DolLswohl- fahrt, Haug, macht darauf aufmerksam, daß die Durchführung des Ernährungs-Hilfswerkes einzig und allein der NS.-Volkswohlfahrt durch den Beauftragten des Führers für den Dierjahresplan, Ministerpräsident Göring, übertragen ist. Es ist daher unstatthaft, daß sich irgendwelche Kreise oder Privatpersonen in die Arbeit des Ernährungs-Hilfswerkes einzuschalten versuchen. Die Gauamtsleitung der NSV. wird allen derartigen Bestrebungen sofort entgegentreten. lieber die Durchführung der Arbeiten des Ernährungs-Hilfswerkes im Gau Hessen-Nassau wird der Bevölkerung rechtzeitig Kenntnis gegeben werden. Auf Grund der bereits vorliegenden Vorarbeiten wird die praktische Arbeit des Ernährungs-Hilfswerkes vorerst nur in Darmstadt ausprobiert werden. Die übrigen Städte und Kreise des Gauge- bretes werden erst zu einem späteren Zeitpunkt eingeschaltet. Aufnahme in die Liste der technischen Anwärterinnen. Der Reichsstatthalter in Hessen — Landesregierung — gibt nachstehende Verfügung über die Aufnahme in die Liste der technischen Anwärterinnen bekannt: Die seit dem 1. Februar 1932 geschlossene Liste für technische Anwärterinnen wird mit sofortiger Wirkung für solche Prüflinge geöffnet, die nach Ostern 1932 die Prüfung in Handarbeit und Hauswirtschaft an den technischen Seminaren in Darmstadt, Gießen und Mainz abgelegt haben. Gesuche um Aufnahme in die Anwärterliste sind an den Herrn Reichsstatthalter — Landesregierung — Ab- Opfere und erfreue am nächsten Eintopf- fonnkagl teilung VII zu richten, jedoch bei dem Kreis- bzw. Stadtschulamt abzuliefern, in dessen Dienstbe^irk die Gesuchstellerin wohnt. Den Gesuchen sind oei- zuschließen: 1. Lebenslauf. 2. 1,50 RM. Cingabe- gebühr. 3. Beglaubigte Abschrift des Seminarzeugnisses über die bestandene Prüfung in Handarbeit und Hauswirtschaft. 4. Beglaubigte Abschrift des Zeugnisses über die Prüfung in Reichskurz- fchrift. 5. Ein neues kreisärztliches Gesundheitszeugnis. 6. Nachweis der arischen Abstammung durch Vorlage des Formblatts 1 der standesamtlichen Geburtsurkunde der Gesuchstellerin und der standesamtlichen Heiratsurkunde der Eltern. Ferner hat die Gesuchstellerin noch anzugeben: 1. Welche Tätigkeit sie seit Ablegung der Prüfung ausgeübt hat bzw. zur Zeit noch ausübt und in welcher Weife sie sich seither weitergebildet hat, 2. welchen Gliederungen der Bewegung sie angehört, 3. ob und wie lange sie sich im Arbeitsdienst betätigt hat. Ausgenommen können nur solche Gesuchstellerinnen werden, die sich ohne jegliche Einschränkung zur Verfügung stellen und bereit sind, jedem Auftrag Folge zu leisten. Kreisausschuß Gießen. Der Kreisausschuß des Kreises Gießen unter dem Vorsitz von Oberregierungsrat Dr. Schönhals beschäftigte sich am gestrigen Donnerstag weiterhin — vergl. unseren gestrigen Bericht — mit der Klage des Kaufmanns Josef M ü n n i ch aus Gießen gegen den Beschluß des Kreisamtes vom 30. Oktober d. I. auf Entziehung des Führerscheins für die Dauer. Dem Beschluß lag der Tatbestand zu Grunde, daß Münnich in der Nacht vom 6. zum 7. Mai unter der Einwirkung geistiger Getränke mit einem unbeleuchteten Fahrzeug in Schlangenlinie durch die Frankfurter Straße gefahren war und Passagiere gefährdet hat. Der Vertreter des Kreisamtes bestand auf dem angeführten Beschluß. Trotz der Einwendungen wurde der Einspruch in Abwesenheit Münnichs verworfen und dem Kläger die Kosten des Verfahrens auferlegt. Haupttagung der Hessen - nassauischen Derteiterschost. Die Kreisbauernschaft Oberhessen-West gibt bekannt, daß am 15. Dezember auf dem Feskhallen- gelände in Frankfurt a. M. eine Haupttagung der gesamten hessen-nassauischen Verteilerschaft durchgeführt wird. Am Vormittag finden 9 Fachschaftstagungen statt, davon finden fünf in d"n großen Sälen des Festhallengeländes statt, während die Verteiler der Gartenbauwirtschaft im Palmengarten, die Verteiler der Viehwirtschaft im Kyffhäuser und die Verteiler der Zucker- und Weinbauwirischaft rm Dolksbildungsheim zusammenkommen. Am Nachmittag, 14.30 Uhr, findet im Bachsaal des Festhallengeländes die Haupttagung statt. Es spricht der Reichshauptabteilungsleiter III des Reichsnährstandes Dr. Korte. Werden die Kirchenbücher sicher aufbewahrt? EPNH. Im Besitz der nassau-hessischen Pfarrämter befinden sich sehr viele wertvolle Kirchenbücher, die für die Arbeit der Familienforschung einfach unentbehrlich sind. Schon oft ist die Frage aufgeworfen worden, ob diese unersetzlichen Dokumente sicher aufbewahrt werden. Die Arbeitsgemeinschaft landeskirchlicher Archivare hat auf ihrer letzten Tagung in Bonn erneut vorgeschlagen, daß bei Pfarrhausneubauten von vornherein stets ein ausreichender Archivraum mitgeschaffen und die kirchenobere Baugenehmigung nur bei der Erfüllung dieser Voraussetzung erteilt wird. Die erhöhte Bedeutung der kirchlichen Archioalien fordert eine übersichtliche und sichere Aufbewahrung in Räumen, die möglichst den im Luftschutz-Interesse und gegen Feuersgefahr gebotenen Rücksichten entsprechen. Aufträge für Entwürfe von Pfarrhausneubauten sollen daher stets die Schäftung eines solchen Raumes oorsehen. ** Ein Fünfundsiebzigjähriger. Am vergangenen Dienstag, 8. Dezember, konnte der Zugführer i. R. Matthäus Althaus , Steinstr. 55 wohnhaft, im Kreise seiner Familie seinen 75. Geburtstag in voller Frische feiern. ** Eine Schulungstagung sämtlicher Straßenwarte von Oberhessen findet am 19. Dezember in Gießen statt. Es werden zwei Vertreter oer Gauwaltung der Deutschen Arbeitsfront sprechen, außerdem werden Provinzialdirektor Dr. Lotz und zwei Bauräte das Wort ergreifen. ** Straßensperrung. Wegen Ausführung von Bauarbeiten wird die Landstraße Alsfeld — Altenburg vom 15. Dezember ab für jeglichen Verkehr gesperrt. Umleitung erfolgt über die Reichsstraßen Alsfeld—Eifa und Alsfeld—Lauterbach. ** Jugendherbergsausweis für 1937 anfordern! Alle Benutzer der deutschen Jugendherbergen müssen im Besitz der vorgeschriebenen Jugendherbergsausweise sein. Die neuen Ausweise für 1937 haben Gültigkeit ab 15. Dezember 1936 und sind erhältlich bei den zuständigen Ausweisausgabestellen. Da an Weihnachten mit erhöhtem Wintersportverkehr zu rechnen ist, empfiehlt sich rechtzeitige Voranmeldung in den Jugendherbergen. Die Deutsche Arbeitsfront im Kreise Wetterau. Im Kreis Wetterau wurden im November 41 570 Mitglieder der Deutschen Arbeitsfront betreut, hiervon gehören zum früheren Kreis Gießen 23 917 Mitglieder. Die Verwaltungsstelle 19 (Gießen) meldet folgende genehmigte und ausgezahlte Unterstützungen: Genehmigte Anzahl: 197. Unterstützungswertsumme: 3407,25 RM. Ausbezahlte Anzahl: 395. Unterstützungswertsumme: 5373,55 Reichsmark. Die Kreiswaltung besuchte im Berichtsmonat 61 Betriebe. Bei diesen Besuchen wurden Fragen bezüglich des Urlaubes, Tarifs, Entlassungen und Lehrlingsausbildung geklärt. Weiterhin wurden 67 Ortswaltungen besucht und 32 Mitglieder-Appelle durchgeführt. Bei der Rechtsberatungsstelle der Deutschen Arbeitsfront sprachen 394 Volksgenossen vor. Außerdem wurden 302 Auskünfte erteilt, 71 arbeitsrechtliche Streitfälle behandelt, 30 Güteverhandlunaen mit den Parteien geführt, 19 Vergleiche geschloffen mit dem Wert von 2812,05 Mark. Vor dem Arbeitsgericht wurden fünf Klagen (für Beschäftigte) erhoben. Der Stteitwert belief sich auf 1112 Mark. Es wurden 17 Termine wahrgenommen, 2 Urteile (zusprechend) gefällt, 2 Klagen wurden zurückgenommen. Die Verfahren in der Sozialversicherung zeigen folgende Zahlen: 7 Krankenversicherungen, 5 Unfallversicherungen, 6 Invalidenversicherungen, 14 Arbeitslosenversicherungen. Die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" führte 15 Veranstaltungen mit 5342 Besuchern durch. Die Abteilung für Berufserziehung eröffnete zahlreiche weitere Berufserziehungsmaßnahmen betrieblicher und überbetrieblicher Art. Die Anmeldungen in stark steigender Anzahl für fachliche Lehrgänge aller Reichsbetriebsgemeinschaften weisen in erfreulicher Deutlichkeit aus, daß ein immer größerer Kreis aller Schaffenden die verpflichtende Aufgabe der Berufserziehung erkennt und auch danach handelt. Im Zeichen des zweiten Dier- jahresplanes fanden vorbereitende Besprechungen für die Durchführung besonderer Vorträge und den Einsatz weiterer fachlicher Lehrgänge statt. Eine Besichttgung von Darmstädter Lehrlingswerkstätten wurde für die im Kreise Wetterau befindliche metallverarbeitende Industrie durchgeführt, um hier den Firmen Anregungen für die Errichtung eigener Lehrlingswerkstätten zu geben. Sechs Lehrlingsstreitfälle wurden bearbeitet. Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde. »Europäische Kolonisationsmethoden in Ostafrika." Die Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde Gießen setzte am gestrigen Donnerstagabend in der Neuen Aula der Universität ihre Vortragsreihe fort. Prof. Dr. Klute hieß die Mitglieder und Gäste willkommen. Er erinnerte zunächst an die bedeutsame Jubiläumsfeier des Vereins für Geographie und Statistik in Frankfurt a. M., an der er als Vertreter der Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde Gießen teilnahm Er wies dann darauf hin, daß der Redner des Abends den Gießener Zuhörern von feinem Vortrag über die Kordilleren her kein Unbekannter fei. Zum Abschluß feiner kurzen einleitenden Ansprache gab Prof. Dr. Klute seinem Bedauern darüber Ausdruck, daß die Jugend unserer Stadt nicht mehr Gelegenheit nehme, an diesen Abenden ihr Wissen zu bereichern. Professor Dr. Troll, der Redner des Abends, schickte seinem Vortrag einige Gedanken über die Festsitzung des Frankfurter Vereins für Geographie und Statistik voraus und wies — unter starkem Beifall der Zuhörer — darauf hin, daß Prof. Dr. Klute bei dieser Festsitzung mit höchsten Auszeichnungen bedacht worden sei. Er sei zum Ehrenmitglied des Vereins ernannt worden und habe außerdem eine goldene Medaille für feine Forschungen in Afrika, die Eduard-Ruppell-Medaille, erhalten. Sodann kam Prof. Dr. Troll zum Thema des Abends: „Europäische Kolonisationsmethoden in Ostafrika". Aus reichem Wissen und an Hand sorgfältig ausgearbeiteter Pläne und graphischer Darstellungen gab der Vortragende einen tiefen Einblick in die kolonialen Verhältnisse Ostafrikas. Er schilderte die Länder, die er bereift hatte (Eritrea, Uganda, Kenia, Deuftch-Ostafrika und den östlichen Teil der Südafrikanischen Union), zeigte deren geographische Lage auf und kennzeichnete dann die einzelnen Landschaften Ostafrikas, sowie das Ausmaß der bisherigen kolonialen Erschließung. Er betonte dabei, daß in erster Linie das Gebirgsland als Kolonialgebiet anzusehen sei. In typischen Lichtbildern zeigte der Redner die waldreiche Landschaft in den Flußtälern, die Savannen mit Baum, Busch, Gras und großem Wildreichtum, die Grassteppen mit und ohne Baumbestand, dann die Landschaft in 1000 bis 1700 Meter Höhe, die immergrüne Waldregion in einer Höhe von 2500 Meter und das Höhengrasland mit seinen merkwürdigen Riesenkräutern. In feinen weiteren Betrachtungen wandte sich der Redner der Bevölkerung zu und gab zu wissen, daß es in Afrika eine Reihe von Gebieten gebe, die sehr dicht besiedelt seien, so daß in den fruchtbarsten Gegenden sogar Raumnot herrsche. Ferner wies der Vortragende die grundsätzlichen Unterschiede zwischen der landwirtschaftlichen Kultur der Eingeborenen und den europäischen Bewirtschaftungsmethoden auf. Er schilderte die riesigen Sisalplantagen in Deutsch-Ostafrika, die unter der Aufsicht großer wirtschaftlicher Verbände von zahlreichen, aus dem Inneren des Landes geholten Eingeborenen bearbeitet werden: er kennzeichnete die Kaffee- plantage als die Wirtschaftsform im Familienbesitz, ferner horte man von den großen Zuckerrohrplantagen im südlichen Ostafrika und von der Form des Gewürzanbaues in den verschiedensten Gebieten des ostafrikanischen Kolonialraumes. Mit besonderem Interesse nahm man davon Kenntnis, daß die deutschen Ansiedler mit am weitesten in das Innere des Landes vordrangen und sich überwiegend in den Uebergangsgebieten zwischen Hochgebirgswald und Hochgrasland ansiedelten. Die Plantagen und Pflanzungen seien in erster Linie den klimatischen Gesichtspunkten entsprechend angelegt. Der Europäer könne unter den in Afrika gegebenen klimatischen Verhältnissen nie mit dem Eingeborenen in einen Wettbewerb schwerer körperlicher Arbeit treten. Seine Aufgabe fei ja auch Jeder Hilst dem WHW.! Opferspenden vom Lohn oder Gehatt sind an das Dinlerhilfswerk des Deutschen Volkes, krelsführung Wetterau in Gießen. Postscheckkonto vr. 23 633, oder auf dessen Bankkonto 6100 bei der Vezirkssparkasse Gießen zu überweisen. in erster Linie die Verwaltung, die Organisation. Seit dem Jahre 1927 seien in Deutschostafrika von Deutschen wieder Ländereien bewirtschaftet worden. Mancher deutsche Ansiedler im früheren Deutsch- Ostafrika habe sich gut Vorwärtsarbeiten können. Unter den 8000 Europäern in Deutschostafrika seien allein 2500 Deutsche. Allerdings leide Ostafrika unter der starken und billigen Konkurrenz der englischen Kolonie Kenia und ihren Ueberschüssen. Eine harte Zollpolitik tue ein übriges, um den deutschen Ansiedlern den Existenzkampf schwer zu machen. Im riesigen afrikanischen Raum seien verhältnismäßig wenig Europäer ansässig: insgesamt 4,6 Millionen! Im nördlichen Afrika wohnten davon allein etwa 2,6 Millionen und im südlichen Afrika etwa über IV- Millionen. Im eigentlichen tropischen Gebiet zwischen der Sahara und dem afrikanischen Süden aber lebten nur etwa 230 000 Europäer. In den tropischen Gebieten Afrikas sei keine Möglichkeit für eine bäuerliche Familienkultur. Der Europäer sei dort immer auf die Arbeitsleistung der Eingeborenen angewiesen. Kleinsiedlungen seien nur unter ganz bestimmten klimatischen Voraussetzungen möglich: mit Millionenansiedlungen in Afrika könne nicht gerechnet werden. Der für Europäer zu fordernde Lebensstandard sei nur innerhalb eines größeren wirtschaftlichen Verbandes zu halten. Inmitten eines von Eingeborenen dichtbesiedelten Gebietes könne sich der Europäer nur sehr schwer behaupten. Nachdem der Redner noch die Wirtschaftsformen in den italienischen Kolonien, in belgischen Gebieten und in den britischen Besitzungen im einzelnen gewürdigt hatte, beschloß er seinen Vortrag mit kurzen Betrachtungen über koloniale Ansprüche. Der vielseitige, anregende Vortrag loste dankbaren Beifall aus. Oberhesien. Licher Weihnachtsmarkt. * L i ch, 11. Dez. Am nächsten Montag wird hier der altbekannte Licher Weihnachtsmarkt (Schweine- und Krämermarkt) abgehalten. Bei der, nach allgemeinem Urteil, auf der Hohe stehenden Schweinezucht im hiesigen Bezirk ist mit einem guten Besuch des Marktes zu rechnen. Auch die hie- fige Geschäftswelt hat alle Vorkehrungen getroffen, den Wünschen der Marktbesucher beim Einkauf ihres Weihnachtsbedarfes in jeder Weise gerecht zu werden. Auf die amtliche Marktanzeige im heutigen Anzeigenteil fei hingewiesen. To» durch Berkebrsunfall. Der 28 Jahre alte Arbeiter Willi W e h r u m aus Leihgestern, der am Dienstag am Ortsausgang von Nieder-Weisel mit seinem Motorrad gegen ein Personenauto rannte und mit schweren Verletzungen dem Johanniter-Krankenhaus in Nieder- Weisel zugeführt werden mußte, ist dort am gestrigen Donnerstagabend an seinen schweren Verletzungen g e ft o r b e n. Städtischer GemeinschastSabend in Butzbach. pb Butzbach, 10. Dez. Die Stadtverwaltung hatte zu einem Gemeinschafts abend in den großen Saal des „Hessischen Hof" eingeladen. Zunächst war Gelegenheit gegeben, die Rede des Reichsjugendführers zu hören. Anschließend begrüßte Bürgermeister Dr. Mörschel die Besucher und sagte, nachdem er zwei Jahre seinen Posten innehabe, wolle er den Volksgenossen eine Rückschau über die bisher geleistete Tätigkeit der Verwaltung geben. Er betonte, daß das Führerprinzip auf allen Gebieten, auch in der Kommunalverwaltung, durchgeführt und dort eine gesunde Fühlungnahme zwischen den Volksgenossen des Gemeinwesens und ihm, dem Bürgermeister, erstrebenswert sei. Hierzu seien die Ratsherren berufen, sie seien im gewissen Sinn Beamte der Stadt und bildeten das Bindeglied mit der Gemeinde. Er ging dann näher auf die zur Zeit schwebenden Projekte ein, zunächst auf das Projekt des Elektrizitätswerks und ein damit au verbindendes Fernheizkraftwerk. Er schilderte an Hand von Zahlen die Steigerung des Umsatzes feit der Errichtung des Werks im Jahre 1898, zog die technische Entwicklung hinsichtlich der Abdampfausnutzung usw. in Betracht, betonte aber, daß die Angelegenheit noch gründlicher Prüfung bedürfe, da dies immerhin ein Projekt von sehr beträchtlichen Kosten sei. Weiterhin besprach er das Projekt der Wasserversorgung. Auch hier gab er einen kurzen Ueberblick über die Zeit seit der Entstehung der Leitung, berührte das schon in früheren Jahren geplante Stollenprojekt, beleuchtete die katastrophale Wassernot in 1920/21 und erläuterte dann die im letzten Jahre gemachten Bohrversuche an verschiedenen Stellen, wie Krötenpfuhl, Dalloswiese, Dillerberg usw. Endgültige Beschlüsse feien noch nicht gefaßt, und auch die Versuche seien noch nicht abgeschlossen. Sodann kam der Bürgermeister auf das Projekt einer Siedlung zu sprechen. Wenn auch die Volksgenossen alle untergebracht seien und wohnen würden, so sei doch ein Teil dieser Wohnungen nicht anders als ärmlich zu bezeichnen. Zur Verbesserung der Lebens- beoingungen sei es erforderlich, Kleinwohnungen in unmittelbarer Nähe der Stadt zu errichten. Die Verhandlungen seien ziemlich weit gediehen, so daß im nächsten Jahre wohl damit begonnen werden könne. Er berührte dann die Frage des Neubaus des Postamts, die wohl in Kürze endgültig entschieden werde, weiterhin tarn er auf die Frage der Unterführung der Eisenbahn zu sprechen, die noch weiterer Klärung bedürfe, da die Reichsbahn-Hauptverwaltung in Berlin die Aufstellung eines Generalplans wünsche, um die Frage des gesamten Bahnhofsumbaues, als auch der Unterführung des Empfangsgebäudes ufw. m einem Zuge zu bereinigen. Kurz wurden noch die Friedhofsfrage, die Frage der Jugendherberge, eines Sportplatzes und Schwimmbades gestreift. Zum Schluffe betonte der Bürgermeister, daß er in den beiden Jahren feiner Amtstättgkeit gefunden habe, daß die aufstrebende Stadt eine gesunde Mischung aus idealen und strebsamen Menschen besitze, für deren Weiterentwicklung er stets besorgt sein werde. Vatsherrensitzung in Alsfeld. > Alsfeld, 9. Dez. In der jüngsten Sitzung der Ratsherren gelangte die Abrechnung vom Prämienmarkt 1936 zur Vorlage. Die Einnahmen betragen 3700,66 Mark, die Ausgaben 3459,22 Mark, so daß sich ein Rechnungsrest von 241,44 Mark ergibt, wobei zu berücksichtigen ist, daß die Stadt zu den Kosten des Prämienmarktes einen Zuschuß von 1500 Mark gewährt fyat. Gegen die Rechnung wurde nichts erinnert. Der Bürgermeister erteilte der Rechnung feine Genehmigung. Mit dem nächstjährigen Markt soll eine größere Bei Grippe-Gefahr fSaoauüttt Schutz vor Ansteckung! Flaschenpackung.....60 Tabl. RM 1,58 Röhrchen - Kleinpackung 20Tabl. RM 0,63 3n allen Apotheken und Drogerien Merkblatt .Derhaltungsmatzregeln bet Trippe" kostenfrei durch Dauer & Lte^ Berlin SW 68 Natürlich wieder zu mir 7901 A Offener Sonntag: Wetter-Mäntel In Loden - Gummi - Lederol. Herrer-Hosen gestreift und Anzugmuster oder Hotte Golfhosen / Pullover, Schals, Oberhemden, Krawatten. Knabenhosen und noch vieles mehr. 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Die Gruppen sind wie folgt zusammengestellt worden: Gruppe I: Gaumeister von Pommern, Ostpreußen, Brandenburg, Schlesien, Sachsen und Mitte. Gruppe II: Nordmark, Niedersachsen, Westfalen und Hessen. Gruppe III: Niederrhein, Mittelrhein und Südwest. Gruppe IV: Baden, Württemberg und Bayern. In jeder Gruppe werden fünf bis sechs Mannschaften beteiligt sein, da den kampfstärksten Gauen wie Westfalen, Südwest, Mittelrhein, Bayern und Württemberg voraussichtlich die Meldung von zwei Mannschaften zusteht. Bei den Kämpfen innerhalb der Gruppen wie auch beim Endtreffen um die deutsche Meisterschaft wird nach der Ausschlagsmethode verfahren, d. h. wer nach dem Gesamtergebnis an Punkten im Hin- und Rückkamvf eine Niederluge erhält, scheidet aus. Den Titel hat der Athleten-Klub Hörde zu verteidigen. Meter oder Hards? Amerika entscheidet sich. Es ist eine heikle Angelegenheit, bei der Tabellen und Rechenschieber eine sehr wesentliche Rolle spielen, wenn man sportliche Leistungen aus englisch sprechenden Ländern auf unserem Festland verständlich machen will. Wer kann sich etwas unter 170 Meilen-Stunden eines Rennwagens, den 6 Fuß 4 Zoll eines Hochspringers, der 1320 Pards-Welt- rekordstrecke verstellen? Umgekehrt ist es für unsere Mittelstreckenläufer sehr schwer, sich von 1500 Meter auf einen Meilenlauf umzustellen, oder wenn eine Staffel nicht 4 mal 400 Meter sondern 4 mal 400 Parbs laufen muß. Genau die gleichen Schwie- rigkeiten hatte natürlich auch die andere Seite zu bewältigen, als sie sich auf die Olympischen Spiele vorbereitete. Die amerikanischen Leichtathleten hatten aus diesem Grunde beschlossen, vorübergehend von den Pards- auf die Meterstrecken überzugehen und auf ihnen auch ihre letzten Meisterschaften auszutragen. Nun stand auf der Tagung der Amateur- Athletik-Union in Houston im Staate Texas ein zweites Mal die Frage Pard oder Meter auf der Tagesordnung. Die Erfahrungen, die mit dem metrischen System gemacht worden sind, scheinen ausgezeichnet gewesen zu sein, denn mit klarer Mehrheit sprachen sich die Abstimmenden für den Meter aus und stellten sich damit auf die Seite der überwiegenden Zahl von Nationen, die dieses internationale Maß bereits benutzen. Das konservative England hält vorerst noch an seinem Darb fest. Doch ist vor wenigen Tagen erst eine Bresche in die englischen Maße geschlagen worden, als die Leistungen bei den Meisterschaften im Gewichtb-ben nicht nach englischen Pfunden sondern nach Kilogramm angegeben wurden. Kurze Svortnotizen Herber -Baier gastierten zum viertenmal in Wien und erhielten von den 10 000 Zuschauern für ihr hervorragendes Kunstlaufprogramm wieder reichen Beifall. ♦ Der Düsseldorfer Ei s s p o r t a b e n d mit dem erstmaligen Auftreten der Olympiazweiten, Ce- cilia Colledge, die auf Verlangen der 2000 Zuschauer sich immer wieder zu Zugaben entschließen mußte, brachte ein Eishockeyspiel zwischen der Düsseldorfer EG. und einer Hamburger Auswahl. Der Kampf endete 3:3. Handball um die Hochschulmeisterschast. Universität Heidelberg — Universität Gießen. Um die Handballmannschaft in Form und Uebung zu halten, versucht die Universität Gießen am morgigen Samstag auf dem Universitätssportplatz ihre Kräfte mit der Uni Heidelberg zu messen. Die Heidelberger, die erst im letzten Sommer die Spielstärke der Gießener erfahren mußten — Gießen gewann den wertvollen Preis bei dem Jubiläumshandball-Turnier — wird mit seiner stärksten Mannschaft antreten, um den Gastgeber zu schlagen. Der Schweizer Hochschulmeister Universität Bern, der mehrere Internationale in seinen Reihen hat, die in Berlin bei den Olympischen Svielen die Bronzene Medaille erkämpfen helfen für die Schweiz, mußte die spielerische Ueberlegenheit der Neckarstädter vor 14 Tagen anerkennen. Heidelberg stellte sich in Ueberform vor und siegte mit 13:3 Toren. Gießen ist allerdings gezwungen, am Samstag bewährte Kräfte zu ersetzen, wird aber versuchen, ein ehrenvolles Resultat herauszuholen. Bisherige Ergebnisse in den Meisterschaftskämpfen der Hochschulen. Die Vorrundenspiele um die Deutsche Hochschulmeisterschaft im Handball und Fußball sind durchgeführt. Die Resultate lauten: Fußball: Univ. Marburg — Univ. Gießen 10:0; Hfl. Weilburg — Univ. Frankfurt 3:1; Hfl. Darmstadt — TH. Darmstadt 8:1. Handball: Univ. Gießen — Univ. Marburg 9:6; Univ. Frankfurt — Hfl. Weilburg 11:6; Hfl. Darmstadt — TH. Darmstadt muß wiederholt werden. Da die Universitäten Gießen und Marburg in der Zwischenrunde spielfrei sind, sinden folgende Paarungen statt: Fußball: Hfl. Weilburg — Hfl. Darmstadt; Ort: Frankfurt a. M., Stadion. Handball: Univ. Frankfurt — Sieger Darmstadt; Ort: Darmstadt, Stadion. Die beiden Spiele müssen bis zum 20. Dezem- An den Tagen vom 19. bis 21. Februar ist das am Tegernsee gelegene Rottach/Egern der Schauplatz der zweiten Wintersportkämpfe der Gliederungen der NSDAP. Die Kämpfe werden für die SA., SS. und das NSKK. mit gemeinsamer Ausschreibung und Wertung durchgeführt, während für die Konkurrenzen der HI. eine eigene Ausschreibung ausgearbeitet und der Sprunglauf gesondert gewertet wird. Für alle vier Gliederungen sind die Konkurrenzen in Mannschafts - und E i n z e l w e t t b e - der über 92 Jahre alte Heinrich Deubel zu Grabe getragen. Noch bis vor Einbruch der kalten Witterung konnte man ihn täglich sein Enkelkind spazierenfahren sehen. An den Ereignissen der Gegenwart nahm er trotz seines hohen Alters stets regen Ankreis Alsfeld <$ Nieder-Ohmen, 10. Dez. Auf dem hiesigen Bahnübergang ereignete sich ein Unfall. Der 14jährige Sohn des Arbeiters Heinrich Kloß glitt aus, erlitt einen Unterschenkelbruch und mußte durch die Sanitätskolonne vom Deutschen Roten Kreuz in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden. Preußen. Scharfschießen bei Ebersgöns. Der Landrat des Kreises Wetzlar gibt bekannt: Am 18. Dezember von 8 bis 13 Uhr und von 14 bis 17 Uhr finden in der Nähe von Ebersgöns Schießübungen mit scharfer Munition statt. Gefährdet ist das Gelände südlich Ebersgöns, südlich Oberkleen und ostwärts von Kleeberg. Die Straßen Ebersgöns—Kleeberg und Ebersgöns—Hausen, letztere soweit der Kreis Wetzlar in Frage kommt, werden für die vorbenannte Zeit für jeden Verkehr polizeilich gesperrt. Das gefährdete Gelände wird durch Posten abgesperrt und muß eine Stunde vor Beginn bis eine Stunde nach Beendigung des Schießens von jedem Verkehr freibleiben. Die Bevölkerung wird darauf hingewiesen, daß sie den Weisungen der Absperrposten, die die Rechte und Pflichten eines Wachtpostens haben, unbedingt Folge zu leisten hat. Kreis Wetzlar W i ß m a r, 10. Dez. Der hiesige Turnverein „Gut-Heil" hielt bei Gastwirt Wolf eine Versammlung gab. Vereinsführer Hermann gab zunächst einen ausführlichen Bericht über den Kreis- urntag in Gießen und ermahnte die Mitglieder, ich weiterhin treu in den Dienst der guten Turn- ache zu stellen. Am 2. Feiertag hält der Verein eine Weihnachtsfeier ab. Nach einer allgemeinen Aussprache wurde die Versammlung geschlossen. — Grippe und Keuchhusten treten gegenwärtig in unserem Orte so stark auf, daß man die Schule schließen mußte. Veranstaltuna am Nachmittag verbunden werden i Die oorgelegte Rechnung der Gewerbe- < schule für das Rechnungsjahr 1935 schließt in ’ Einnahme und Ausaabe mit 13 753,44 Mark ab i Der Staatszuschuß hierzu beträgt 3134,05 Mark' i Zuschuß der Stadt unter Einbeziehung einer I Zuschuhleistung von dritter Seite 7067,73 Mark Es ist dabei zu berücksichtigen, daß die Schülerzahl der Gewerbeschule m den letzten Jahren stark zurückgegangen ist. Gegen die vom Kuratorium der 1 Gewerbeschule geprüfte Rechnung wurden Ein- : Wendungen nicht erhoben. Der Vorsitzende geneh- ' mmte hierauf die Rechnung vorbehaltlich der end- 1 gültigen Prüfung durch die Oberrechnungskammer. ' Aenderung der Verkehrs Polizei ord- 1 nung für die Stadt Alsfeld. Auf Grund einer Anzeige gegen einen Anlieger hat das Kreisamt eine Aenderung der Ordnung angeregt dahingehend, daß verschiedene kleinere Gassen, die teilweise nur für den Verkehr mit Kraftfahrzeugen gesperrt sind allgemein für alle Fahrzeuge gesperrt werden sollen mit dem Zusatz, daß die Benutzung dieser Straßen und Wege im Anliegerverkehr gestattet ist. Dem Abänderungsentwurf wurde zu- \ gestimmt. Der Verkehrs- und Verschönerungsverein hat an- , läßlich der Erbauung der Reichsautobahn im , Raume von Alsfeld in einer Eingabe an die Stadtverwaltung eine ErweiterungderAnlagen in den Erlen beantragt. Für diesen Plan werden nach dem Vorschlag des Verkehrsvereins etwa ! 20 Morgen Gelände benötigt, die im Wege der anläßlich der Erbauung der Reichsautobahn gegenwärtig stattfindenden Feldbereiniaung zusammen- : gelegt werden sollen. In der Aussprache zu diesem . Projekt wurde allgemein die Notwendigkeit eines solchen Geländeerwerbes verneint unter Hinweis auf die gegenwärtige Zeit, in welcher unter dem Gesichtspunkt der Erzeugungsschlacht der Landwirtschaft und des neuen Vierjahresplanes eine Inanspruchnahme von Gelände zu dem gedachten Zwecke nicht für vertretbar erachtet wurde. Die Entschließung über diese Angelegenheit wurde ausgesetzt. Landkreis Gießen. 8 Alten-Buseck, 10. Dez. Am Sonntagabend veranstaltete unser F r a u e n ch o r im weihnachtlich geschmückten Saale der Wirtschaft Einhäuser eine Adventsfeier. Unser Ortsgeistlicher Pfarrer Naumann hieß die Gäste willkommen und sprach dann über den Sinn dieser Feier. Anschließend brachte Dekan Sattler (Wieseck) seine Freude darüber zum Ausdruck, daß der Frauenchor in Alten-Buseck unter guter Leitung eine beachtenswerte Höhe erreicht habe. Der Vertrauensmann der Frauenchöre, Pfarrer Weisel (Heuchelheim), sprach über den Sinn und den Zweck dieser Vereinigung. Es folgten hierauf zwei Theaterstücke. Beide Stücke, die Frau Kahl sorgfältig eingeübt hatte, zeigten, wie gut der Frauenchor auch in dieser Beziehung seine Gäste zu unterhalten weiß. Eine Reihe von Chören und schönen Volksliedern unter Leitung von Dirigent Schreiner trug viel zur Verschönerung der Veranstaltung bei und gab dem Abend ein feierliches Gepräge. Zum Schluß fand eine Verlosung von Gebrauchsgegenständen statt, die von MitgliAern des Frauenchors gestiftet waren. Pfarrer Naumann dankte in seinem Schlußwort den Mitwirkenden und schloß die Feier mit dem Treueaelöbnis auf den Führer und dem Deutschland- und Horst-Wessel-Lied. 8 Lang-Göns, 10. Dez. Am gestrigen Abend veranstaltete die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" in der Turnhalle einen lustigen Theaterabend, bei dem eine Gruppe des oberbayrischen Bauerntheaters aus Chiemsee die Posse „Das sündige Dorf" ausführte. Die aufmerksame Zuhörerschaft spendete reichen Beifall. Die Pausen waren ausgefüllt durch Schrammelmusik und Sologesänge. Der Ortsgruppenobmann Heinrich Faber dankte den Künstlern für ihre Leistungen. # Hungen, 10. Dez. In vielen Familien unserer Stadt tritt z. Zt. die Grippe stark auf. Bis jetzt konnten die Schulen den Unterricht aufrechterhalten, wenn auch bei einer weiteren Zunahme mit dem Schließen der Schule zu rechnen ist. In verschiedenen Nachbarorten mußten bereits wegen starker Ueberhandnahme dieser Krankheit die Schulen geschlossen werden. — Bei der V i e h z ä h l u n g wurden nachstehende Bestände gezählt: 119 Pferde und Fohlen, 418 Stück Rindvieh, 285 Schafe, 607 Schweine (darunter 42 Zuchtsauen!, 44 Ziegen, 511 Kaninchen, 2102 Hühner, 115 Gänse, 9 Truthühner und 103 Bienenvölker. ■ Rodheim a. d. Horloff, 10. Dez. Zur großen Freude der Bevölkerung unseres Dorfes und der Nachbargemeinde Rabertshausen hielt hier eine Kompanie d e s E. -Bataillons von Gießen bei einer Uebung ihren Einzug. Beide Dörfer waren festlich geschmückt. Vertreter der Partei und der Gemeinden hießen die Soldaten willkommen. Der Führer der Soldaten dankte für die gastfreundliche Aufnahme. Der Abend des Einzugstages brachte ein fröhliches Beisammensein der Bevölkerung mit ihren Quartiergästen. Am anderen Morgen marschierten die Soldaten zu einer Schießübung auf den Plattenberg und kehrten um die Mittags- Itunbe wieder ins Quartier zurück. Am Abend rückte die Truppe wieder ab, nachdem der Hauptmann der Bevölkerung noch einmal herzlich für die gastliche Aufnahme gedankt hatte. kreis Schotten. I Rudingshain, 10. Dez. Heute wurde der ehemalige Kirchendiener und Beigeordnete unserer Gemeinde, der älteste Einwohner unseres Dorfes, f ^oscrieru^y ^/Indanlhrenhaus ^VJFK»iser«|ra«e 19 • Frankfurt xM Rundfunkprogramm Freitag, 11. Dezember. 6 Uhr: Choral, Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Morgenmusik. 10: Schulfunk. 11: Hausfrau, hör zu! 11.30: Landfunk. 11.45: Sozial- dienst. 12: Mittagskonzert vom Bodensee. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittagskonzert vom Bodensee. 14: Nachrichten. 14.10: Dem Opernfreund (XXVIII). Szenen aus Verdis „Othello". 15: Volk und Wirtschaft. 15.15: Frohes Volk in Heim und Gassen. 16: Durch die Jahreszeiten. Unterhaltungskonzert. 17: Deutsche Volkslieder. 17.30: Die junge Kolonne! Aus neuem deutschen Schaffen (2). 18: Musik aus Dresden. 19: Da schmeckt's nochmal so gut! Frohsinn zum Abendbrot. 19.40: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: Keine Angst vor der Sinfonie (V). Eine Sendereihe mit schöner Musik. 21.10: „Freude soll unser Leben tragen!" 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 22.20: Worüber man in Amerika spricht. Von Kurt G. Sell. Unterhaltungskonzert des Landesorchesters. 22.30: Nachtmusik. Samstag, 12. Dezember. 6.00 Uhr: Deutscher Spruch. Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Fröhlich klingt's zur Morgenstunde. Bunte Morgenmusik. (In der Pause 7.00: Nachrichten). 8.10: Gymnastik. 8.30: Zum Staatsjugend- tag: HJ.-Sport. „Hallenspiele". 10.00: Schulfunk. 11.00: Hausfrau hör zu! 11.30: Gaunachrichten. 11.40: Landfunk. 11.45: Sozialdienft. 12.00: Buntes Wochenende. 13.00: Nachrichten, anschließend Nachrichten aus dem Sendebezirk. 14.00: Nachrichten. 14.10: Da zuckt's in den Knochen! Im Marsch-, im Polka- und Walzertakt, Was jung und alt aufs neue packt! 15.15: Volk und Wirtschaft. Allerlei Neuigkeiten. 15.30: Der Morgen brach an, das Tagewerk beginnt! Aus der Arbeit einer Lehrwerkstätte und Werkschule. 16.00: Froher Funk für alt und jung. 18.00: Alpenländische Märsche und Tänze. Musikalische Hörfolge. 19.30: Der Zeitpunkt bringt die Wochenschau. 19.55: Ruf der Jugend. 20.00: Nachrichten. 20.10: „Fräulein Mandarin", Operette in drei Akten. 22.00: Nachrichten. 22.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.15: Sportschau. 22.30: ... und morgen ist Sonntag. 24.00 bis 2.00: Heute tanzen wir! werbe eingeteilt. SA., SS. und NSKK. haben -r in zwei Klassen für Hoch- und Mittelgebirgstruppen — einen 18-Kilometer-Patrouil- lenlauf zurückzulegen, der mit einer Kleinkaliber- Schießübung verbunden ist; der zweite Wettbewerb ist der A b f a h r t s l a u f mit Zwangstoren über eine Strecke von drei Kilometer mit 80 Höhenunterschied. Der nach den Bestimmungen des Reichsfachamtes für Skilauf ausgetragene Sprunglauf (25-Meter-Mindestleistung) bildet den Abschluß der Kämpfe. Für die Mannschaftskämpfe sind zugelassen 60 Mannschaften der SA, 25 der SS. und 20 des NSKK, für die Einzelwettbewerbe je 25 Mann der SA., 15 Mann der SS. und 10 Mann des NSKK. Der Hitler-Juaend stehen an Einzel- und Mannschaftswettbewerben vier Konkurrenzen offen, und zwar 6-Kilometer-Geländelauf, der Abfahrtslauf über drei Kilometer mit 500 Meter Gefälle, der Torlauf (500 bis 600 Meter, 10 bis 15 Tore) und der Sprunglauf. Keine Bobmeisterschasten 1936. Die deutschen Bobmeisterschaften, die infolge widriger Witterungsverhältnisse im Februar in Ilmenau nicht stattfinden konnten und für die Weihnachtsfeiertage nach Schreiberhau neu angesetzt wurden, werden in diesem Jahre nicht zur Durchführung gelangen. Schreiberhau hat nunmehr auf die Austragung verzichtet. Die Junioren- Meisterschaften am 16. und 17. Januar auf der Zackelfall-Bobbahn bleiben von dieser Absage jedoch unberührt. Das deutle Auderjahr 1937. Den jetzt vom Fachamt Rudern veröffentlichten Regatta-Terminen für das Jahr 1937 ist erfreulicherweise zu entnehmen, daß die im Jahre 1934 zum Zwecke der Olympia-Dorbereitungen eingeführten acht Hauptregatten auch weiterhin bestehen bleiben. Diese Veranstaltungen (Mannheim am 13. Juni, Berlin-Grünau am 20. Juni, Mainz am 27. Juni, Danzig und Essen-Baldeney am 4. Juli, Frankfurt a. M. und Hamburg am 11. Juni und das deutsche Meisterschaftsrudern am 1. August in Leipzig) bilden die Grundpfeiler des umfangreichen Programms. Den Auftakt zur Kampfzeit der bran- denburgischen Ruderer bildet am 2. Mai der große Verfolgungskampf „Quer durch Berlin", das feine große Werbekraft auch diesmal beweisen wird. In der Liste der Regatten ist für den 13. Juni auch die Gießener Regatta genannt. Wieder deutsche Meisterschaft im Mannschastsringen Das Fachamt Schwerathletik gibt soeben die Durchführungsbestimmungen für die nächste deutsche Meisterschaft im Mannschaftsringen be- Dr Wem^r Janssens Frühstückskräutertee Preis 50 Pf g. und 2,- Mark 3eUt * iTrhalflieh in den Drog.: Seibel. 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