lir. 265 (Elftes Blatt 186. Zahlgang Mittwoch, 11. November 1936 Erscheim täglich, nutzer Sonntage und Feiertags Beilagen; Die Illustrierte Gietzener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholl» Monals-Bezugspreis: Mtt 4 Beilagen RM. 1.9b Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr . , -.25 Auch bei Nichterscheinen oon einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt §einspiechanschlüsse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Gießen poftschecklonto: firanlfurt am Main 11686 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Dru* und Verlag: vrühl'sche UniversttAr Such- und Steindruckerei «.Lange in Stehen. Schristleitung und SeschSst5ftelle: Schulftrahe 1 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/,Uhr des Dormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70 mm Breite 50 Rpf..Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25°/„ mehr. Ermatztgte Grundpreise: Stellen-., Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf, Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Das neue Strafrecht. Das neue Strafgesetzbuch ist in seinem Entwurf, der im Schoß der amtlichen tztrasrechtskommission beraten wurde, abgeschlossen. Liegt uns auch nicht der Wortlaut des Gesetzentwurfes vor, so doch in einem stattlichen Band die „Grundsätzlichen Gedanken zum Geleit", die Reichsjustizminister Dr. Gärtner, Staatssekretär Dr. Freister, Ministerialdirektor C r o h n e und der Vertreter der Partei im Ausschuß, Rechtsanwalt Gras von der Goltz, versaßt haben. Die amtliche Strasrechtskommission hielt über 100 Sitzungen ab, ungerechnet die vielen Beratungen der Unter-Ausschüsse, um das ihr vom Führer im Jahre 1933 aufgetragene Werk der Erneuerung des deutschen Strafrechtes vorzubereiten. So ist ihr das gelungen, was den parlamentarischen Körperschaften in Jahrzehnten nicht gelingen konnte, nämlich die Herstellung eines aus einem einzigen Guß gestalteten Entwurfes. Das war in erster Linie deshalb möglich, weil diese Arbeiten unter dem Zeichen der Weltanschauung des Nationalsozialismus standen und von hier aus ihre Ausrichtung fanden, nicht aber von den Sonderwünschen politischer Parteigruppen beeinflußt oder ausgehandelt zu werden brauchten. Der leitende Gedanke, der den Entwurf durchzieht, ist der Vorrang der Volksgemeinschaft vor den Interessen des einzelnen, die Sicherung des Ganzen vor Rechtsbrechern, die Erhaltung Der Ehre und der Substanz der Nation und ihrer Wirtschaft. Die nationalsozialistischen Begriffe von Rasse und Erbgut, von Volkswohl und Wehrkraft, Ehre und Freiheit, Ehe und Familie, Arbeitskraft und Sittlichkeit, mußten hier ihren gesetzgeberischen Niederschlag finden. Das gesunde Empfinden des Volkes ist zur Richtschnur der Entscheidungen erhoben, die Persönlichkeit des Richters erhält ein großes Feld der Auswirkung, die Freiheit seiner Entschließungen ist größer als vorher. Die Person und das Leben des Angeschuldigten ist ebenso in den Kreis der Strafbemessung gestellt wie seine soziale Lage. Trotzdem wird sich das neue Strafrecht freihalten von jeder schwächlichen Auslegung. Die Unterscheidung zwischen Mord und Totschlag sieht der Entwurf nicht mehr in der Ueberlegung bei der Ausführung der Tat, sondern in den' Motiven. Das Strafmaß für Mord ist die Todesstrafe, in besonderen Ausnahmefällen lebenslängliches Zuchthaus. Vor dem Kriege wurden in Deutschland jährlich 65 bis 75 Todesurteile gefällt, davon etwa drei Viertel vollstreckt. In den Jahren 1931 und 1932 sind 34 bzw. 79 Todesurteile gesprochen, aber nur eines davon (gegen den Massenmörder Kürten) vollstreckt worden. In den Jahren 1933 bis 1935 wurden 55 bis 65 Todesurteile gefällt, von denen etwa drei Viertel vollzogen wurden. Es zeigt sich, daß die Gerichte wieder den Mut aufbringen, die volle Schwere des Gesetzes walten zu lassen. Einen besonderen Schutz erfährt das Kind. Das Strafrecht wird diesen kostbarsten Besitz der Nation mit allen Mitteln schützen. Wie Professor Kohlrausch ausgeführt hat, erstreckt sich dieser Wille auf die verschiedensten Delikte, von der Abtreibung bis zuM Mädchenhandel. Mit Stolz nennt sich das neue Strafrecht ein s v z i a l i st i s ch e s Recht. Die Arbeitskraft des einzelnen steht ebenso unter seinem Schutz wie die Wirtschaftskraft. Streik und Aussperrung sind rechtswidrige Angriffe gegen die Nation, Industriespionage wird schwer bestraft. Auch in der Bemessung der Geldstrafen wird der soziale Gesichtspunkt zur Geltung kommen. Wenn etzt z B wegen desselben Deliktes — der arme Mann zu 3 Mark, der reiche zu 100 Mark verurteilt wird, fo.siehb es aus, als habe der Letztere ein größeres Unrecht begangen. In Zukunft soll an die Stelle der zisfermäßig festgestellten Geldstrafe die Tagesbuße treten, das heißt, es soll Die Summe bemessen werden nach der Hohe des täglichen Einkommens der Verurteilten. Jemand wird zu einer bestimmten Zahl von Tagesbußen verurteilt. Kann die Zahlung nicht erfolgen, auch nicht trotz Ratengewäyrung, so kann der Verurteilte durch Ableistung in Form von Arbeit die (Segern leistung aufbringen, in Ausnahmefallen kann auch darauf verzichtet werden. . ~ . Einen großen Raum nimmt die Wahrung des Ehrbegriffes ein. Bisher galten Ehrverletzungen nur einer Person, nicht emer Gesamtheit. In Zukunft wird aber die Beleidigung der Nation oder der Kriegsteilnehmer zu den schwersten Delikten dieser Art gehören. Selbstverständlich güt bas Nicht für feie Beleidigungen neutraler DeremeT).e Herabsetzung der großen Männer unserer Geschichte wird strentz bestraft, der wissenschaftlichen Kritik aber find dabei keine Schranken gesetzt. Wie schon bekund war, befaßt sich der Entwurf nicht mit bem Zweikampf. Wenn es Körperschaften gibt (Wehrmacht, SA., SS.), die oon ihren Mitgliedern verlangen, daß sie für ihre Ehre mit der Waffe ein- tretin, so kann diese sittliche Pstlcht mcht^ strafbar fein. Es ist aber anzunehmen, daß alle diese Bestimmungen in einer R e i ch s e h r e no r d n u ng zusammengefaßt werden. Verfahren Wit unb Durchführung des Zweikampfes wird barm klargestellt. Findet ein Zweikampf außerhalb des darin festgelegten Personenkreises statt ^ unterliegt er der Beurteilung nach den geltenden besetzen, etwa als Körperverletzung oder ^^^un^ Das Gesetz wird unterscheiden zwischen echter Ehrenkrankung und formaler Beleidigung. Im erstgenannten Fall wird der Staatsanwalt die Klage erheben, Privat- klagen dieser Art gibt es nicht mehr. Bei Bagatellsachen, „Waschküchengeschichten wie Staatssekretär Freister sie nannte, soll die Einrichtung des Friedensrichters zuständig fein, die^im Verfahrensrecht noch geschaffen wird. Dadurch sollen die Gerichte von Klatschgeschichten entlastet fern. Das sind einige Punkte aus dem großen Werk, das nun feinen Abschluß findet. Es wird darüber noch mehr zu sagen fein, aber das Vorstehende mag von dem modernen Geiste zeugen, der das kommende Strafrecht durchweht. In den Händen eines volksverbundenen Richtertums wird es eine gute und gerechte Waffe der Volksintereffen fein. Das Recht im nationalsozialistischen Staat N S G. In Frankfurt fand eine Gautagung der Fachgruppe Richter und Staatsanwälte in Gemeinschaft mit der Fachgruppe Rechtspfleger des Nationalsozialistischen Rechts- wahrerbundes statt. Zu der Tagung waren der Stellvertreter des Reichsrechtsführers Dr. R a e k e, der Reichsgruppenwalter der Fachgruppe Richter und Staatsanwälte Dr. G e f f r o y und f^in Stellvertreter Dr. Schmidt erschienen. Der Darmstädter Oberlandesgerichtspräsident Dr. Scriba hielt einen Vortrag über das Thema „Dom Juristen zum nationalsozialistischen Rechtswahrer". Er legte dar, daß nach der früheren Auffassung der Staat ein von dem Volke losgelöstes Gebilde gewesen und man hierbei den Staat in einen Gegensatz zu der Freiheit des Bürgers gestellt habe. Infolgedessen sei die Wirksamkeit der Justiz durch Gesetz genau umgrenzt worden. Der Richter habe als Diener des Gesetzes im Gegensatz zum Volk gestanden, sei aber auch insofern in einen Gegensatz zum Staate geraten, als er die Stellung des Bürgers gegen etwaige Uebergriffe des Staates schützen sollte. Heute dagegen bildet der Staat keinen Gegensatz mehr zum Volk, sondern er ist die Gesamtheit der Volksgenossen und ebenso wie bas gesamte Volk von einer Weltanschauung getragen. Diese Weltanschauung muß auch die Grundlage für die Tätigkeit des Richters bilden. Selbstverständlich ist der Richter an die Gesetze gebunden. Aber diese Gesetze sind oon dem Richter aus dem Geist der nationalsozialistischen Weltanschauung und Rechts- auffaffung auszulegen. Die Unabhängigkeit des Richters ist in dem heutigen Staat noch weit starker gewahrt als früher, da sie nicht nur eine äußere, jonbern auch eine innere ist. In besonderem Maße hob der Redner die rechtsschöpserische Tätigkeit hervor. London, 10. Nov. Der polnische Außenminister Beck erklärte der Presse u. a., er könne nicht leugnen, daß die Zeiten in der ganzen Welt sehr schwierig seien. Man müsse bestrebt fein, mit den Dingen in Fühlung zu bleiben, die in diesen kritischen Stunden der europäischen Geschichte an alle herantreten. Andererseits dürfe man nicht denken, daß durch das eine oder andere politische Manöver sich die Schwierigkeiten der internationalen Lage lösen ließen. Das Kennzeichen der täglichen Anstrengungen müsse in dem richtigen Gleichgewicht zwischen Entschlossenheit und Mäßigung liegen. Die Art und Weise, wie die britische Regierung an die Lösung solcher komplizierten Fragen herangegangen sei, werde in Polen sehr geschätzt. Die gleichen Traditionen seien in Polen durch den Marschall Pilsudski dem Lande als Vermächtnis überantwortet worden. Auf die Frage, was für ein Zusammenhang zwischen der W e ft p a f t f r a g e und dem deutsch-polnischen Pakt entstünde, erklärte der Minister, daß er das deutsch-polnische Abkommen als Becks Besuch in London. Polen und der Westpatt. Das deutsch-polnische Abkommen ein Element des Friedens. Zügellose Deutschenhetze in Gdingen Demonstrationen polnischer Verbände gegen Danzig. Srnigly in Zusammenhang stehen, können wir dem neuen Marschall Polens DanzigzumGeschenk machen. Nach dem Absingen des deutsch-feindlichen R o - t a l i e d e s bewegten sich die Versammlungsteilnehmer in geschlossenem Zuge nach dem Regie- rungskommissariat, wobei sie Transparente mit verschiedenen Aufschriften mit* sich führten. Interessant war folgendes Transparent: „Wir fordern, daß die Berliner Provokateure aus Danzig hinausgeworfen werden." Den Höhepunkt erreichte die ganze Kundgebung aber in dem Augenblick, als der Vorsitzende des Verbandes der Legionäre in Gdingen, Iablonow - [ft, auf Grund Der letzten Ereignisse in Danzig forderte, daß man auf die Gewaltakte unberechenbarer nationalsozialistischer Elemente in Danzig mit Repressalien gegenüber den Deutschen in Pommerellen antworten solle. Wir verlangen, so sagte er, den deutschen Besitz an der Küste auszukau- f e n und die Wirtschaftsbetriebe in Gdingen zu polonisieren. Zum Schluß wurde eine Entschließung angenommen, die in ihrem Wortlaut die Forderungen der einzelnen Redner noch einmal zusammenfaßt. — Dazu schreibt die Dako: Hier liegt also der Hase im Pfeffer. Die Dorfstreitig- keiten unter den Deutschen in Danzig sollen also nicht nur für einen Angriff gegen Danzig herhalten, sondern sie sollen auch gegen das Deutschtum in Pommerellen ausgeschlachtet werden. Man kann nur sagen, daß Derartige Perfidien der Bürger eines Staates, der einen Großmachtanspruch vertritt, nicht würdig sind. Danzig, 10. Nov. (DNB.) Das Dako (Danziger Korrespondenzbüro) meldet: „Erst jetzt gibt die polnische Presse nähere Einzelheiten zu der am Sonntag in Gdingen stattgefundenen Protestver- [ammlung gegen Danzig, nachdem die Meldungen einer weitgehenden Zensur unterzogen werden mußten, da die auf der Kundgebung gehaltenen Reden eine f o unerhörte Entgleisung darstellen, wie sie in der letzten Zeit auf polnischer Seite kaum vorgekommen ist. Nach der Pat-Meldung haben mehrere tausend Einwohner Gdingens an der Protestoersammlung teilgenommen. Nach Anhören der Ansprachen mehrerer Redner sei eine Entschlie, ßung gefaßt worden, die die „Gewaltakte an den Danziger Polen" verurteilt. Eine Abordnung der Versammlung hat diese Entschließung dem Regie- rungstommiffar in Gdingen überreicht, welcher erklärte, daß er sie an seine vorgesetzte Behörde weiterleiten werde. Wie weiter zu erfahren war, hatten sich Vereinigungen und Organisationen aller politischen Richtungen an der Kundgebung beteiligt. Den Ton gab der berüchtigte Westverbanb an. Er schickte den Pfarrer Josef S z e r k o w s k i vor, welcher betonte, „daß die Nachsicht der Polen gegenüber den Auswüchsen des Danziger Zwerges erschöpft fei, und daß man die endgültige Regelung des Verhältnisses zwischen Polen und Danzig fordern müsse. Der Vertreter der polnischen Sozialdemokraten R u - sinek ließ sich in der übelsten Weise über Danziger Fragen aus und erklärte zum Schluß: „Entweder bleibt Danzig eine freie Stadt oder sie wird eine Seestadt Pomerellens. Angesichts des Nationalfeiertages und der Festlichkeiten, die mit der Ueberreichung des Marschallstabes an General Rybz- ein wesentliches Element der Stabilisierung des europäischen Friedens anfehe. An den kommenden Westpaktoerhandlungen sei Polen interessiert. Polen wünsche aufrichtig, daß diese Verhandlungen zu einem vollen Erfolg führen werden. Er gab der Zuversicht Ausdruck, daß die Westmächte bei diesen Verhandlungen auf d i e Interessen Polens Rücksicht nehmen würden. Die Beziehungen zwischen Polen und Ungarn könnten die Grundlage für eine allgemeine Verständigung im Donauraum abgeben. Er fei von seinen Besprechungen in London sehr befriedigt. Man dürfe jedoch von derartigen Besprechungen nicht allzuviel erwarten, da man sich über die Große der vorhandenen Schwierigkeiten klar sein müsse. * Zu Ehren des polnischen Außenministers Oberst Beck gab König Eduard VIII. am Dienstag im Buckingham-Palast ein Frühstück, an dem u. a. der Außenminister Eden und der Lordsiegelbewahrer Lord Halifax teilnahmen. polen im Zwielicht. In und um Polen haben sich in Den letzten Tagen Ereignisse abgespielt, die davon zeugen, wie unbestimmt und in gewissem Sinne unfertig das Wesen des jungen polnischen Staates noch immer ist. Der weiße Adler, das Wappentier unseres östlichen Nachbarlandes, hat in steilem Anflug die Höhen der Großmachtpolitik erreicht, aber feine Schwingen find noch nicht fo kräftig, so ausgebildet, als daß dieser Flug nicht doch gelegentlich gewisse Schwankungen und Unsicherheiten zeigen würde. Während der polnische Außenminister B e ck zu einem Höflichkeitsbesuch in London weilte, um dort mit Den englischen Staatsmännern zwanglos über wichtige Probleme Der europäischen Politik sowie über einige polnische Sonderwünsche zu sprechen, und kurz bevor Dem General Rybz-Smigly in einem feierlichen Staatsakt Der Marfchallstab überreicht rourDe, tobte in ©Dingen eine Versammlung von Chauvinisten und Marxisten ihre niedrigen Haßinstinkte gegen Danzig und Das Deutschtum aus. Es scheint uns ein Ding Der Unmöglichkeit zu sein, alle Diese Vorgänge unD Die ihnen zugrunde üegenDe Geisteshaltung auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen. Die Reise des Obersten Beck wird von uns ohne jeden Argwohn betrachtet. Wir erwarten von ihr keine sensationellen Ergebnisse, wir vermuten hinter ihr auch keine bösen Absichten gegenüber Deutschland. Die englische Abneigung, in Osteuropa feste Verpflichtungen in Paktform zu übernehmen, und der polnische Grundsatz, den Frieden im Osten durch eine selb- ständige und ausgleichende Warschauer Politik gegenüber dem bolschewistischen Tatendrang zu erhalten, decken sich im wesentlichen mit Der deutschen Ansicht, wonach eine Stabilisierung Europas nicht so sehr durch unübersichtliche Bündnisverpflichtun- gen als vielmehr durch eine direkte V e r - ftänDigung von Staat zu Staat erzielt Reichsgruppenwalter Dr. G e f f r o y erörterte sodann eine Reihe von Einzelfällen, in denen es zweifelhaft ist, ob richterliche Entscheidungen der nationalsozialistischen Rechtsauffassung entsprochen haben, und führte aus, daß Richter, Staatsanwälte und Rechtspfleger sich mit dem nationalsozialistischen Gedankengut befassen und am politischen Leben der Nation teilhaben müssen. Der Stellvertreter des Reichsrechtsführers, Dr. R a e k e, erklärte, daß die Reichsleitung der NSRB. bestrebt fei, unberechtigte Angriffe gegen die Rechtspflege abzuwehren und zu verhindern, daß sie aber anderseits auch nicht in der Lage ist, sich vor solche Entscheidungen zu stellen, die mit der nationalsozialistischen Rechtsauffassung nicht in Einklang zu bringen sind. Derprozeß gegen denMörderGustloffs. Chur, 10. Nov. (DNB.) Die Hauptverhandlung im Mordprozeß David Frankfurter vor dem Kantonsgericht Graubünden beginnt am 9. Dezember im Saale des Großen Rates im StaatsgebäuDe. Sie dürfte etwa Drei Tage dauern. Die Anklage roirb Der Amtskläger Friedrich Brügger vertreten. Als Präsident des Gerichts wird Dr. Gan - z o n i genannt. Wenn in der Schweiz der Hoffnung Ausdruck gegeben wird, daß der Prozeß nur wenige Tage in Anspruch nehmen wird, so ist diese Annahme angesichts des klaren Tatbestandes Der ErmorDung berechtigt. Es erscheint aber fraglich, ob in so kurzer Zeit auch Die Frage Der Hintergründe Der Tat unD Der Hintermänner Des Täters mit Der Ausführlichkeit erörtert werden kann, Die ein Attentat von so hochpolitischer Bebeu- tunq' wie Die MorDtat von Davos erforDert. Jü- Dische Presseäußerungen lassen erkennen, daß man von jüdischer Seite plant, die Verhandlung zu politischen Angriffen gegen die deutsche Heimat des Ermordeten und die nationalsozialistische Bewegung zu mißbrauchen. Man wird eingehende deutsche Erwiderungen um so weniger zuruckweisen können, als ja nach der Mordtat von schweizerischer Seite die Auflösung der Landesgruppe Schweiz der NSDAP, aus Gründen verfügt wurde, wie sie auch in dem Pressefeldzug gegen Gustloff eine Rolle spielten. werden könne. In diesem Sinne hat ja auch die Reichsreglerung ihr Friedensabkommen mit Polen geschlossen, und Polen wiederum weigerte sich, entgegen der bama» ligen englischen Empfehlung in das Oftpaktgebäude einzutreten, das man in Warschau als eine geschickt getarnte Mausefalle erkannte. Diese vorsichtige und doch mit Bestimmtheit eingehaltene Linie der Außenpolitik ist noch ein Nachlaß des großen P i b sudski, des Schöpfers des neuen Polen, lieber feine Nachfolge bestand lange Zeit keine Klarheit. Doch zeugt die Auszeichnung Rydz-Smigly s mit der Marschallwürde davon, daß der autoritäre Kurs des Pilsudski-Reqimes beibehalten werden und daß eben Rydz-Smigly als Nachfolger des ersten Marschalls der Träger dieses Kurses, der eigentliche Repräsentant der polnischen Staatsgewalt fein soll. Man darf annehmen, daß mit der Fortsetzung Des Pilsudski-Regimes auch eine Fortführung Der Pilsudskischen Außenpolitik bezweckt roirb. Es läßt sich mit bem Wesen eines Führerstaates aber kaum vereinbaren, wenn irqenb- welche Organisationen oder Jnbivibuen bie Richtlinien ber eigenen Regierung berartig sabotieren, wie es am vergangenen Sonntag auf bem Gmne- walb-Platz in ©hingen geschah. Wenn eine so unerhörte Hetze in einem bemokratischen Staats» wesen gebulbet würbe, so wäre bas allenfalls zu entschuldigen unb zu begreifen. Daß es aber ber Warschauer Regierung roeber gelang ben polnischen Pressefeldzug anläßlich des Schöneberger Zwischenfalls noch die Haßkunbgebungen in ©bingen zu Der» hinhern, erscheint immerhin bebenklich unb taucht Die polnische Politik unnötigerweise in ein Zwielicht, Das wir nach Dem VerstänDigungsabkommen vom Januar 1934 eigentlich nicht mehr erwartet hatten. Ev. Werreichlmg d es MrschallstabS an Mdz-SnMH. Warschau, 10. Nov. (DNB.) Im Hof des alten Warschauer Königsschlosses wurde dem Oberbefehlshaber her polnischen Wehrmacht, General Rybz-Smigly, ber Marschallstab vom Staats- präsibenten Moscicki im Rahmen einer militärischen Feier überreicht. Nach Marschall Pilsubski ist Rybz-Smigly ber zweite Pole, her biefe Würde in ber neu erstanbenen Republik beleihet. Als einzigem Auslänber war sie noch bem französischen Marschall Fach verliehen worden. Im Schloßhof hatten militärische Formationen mit ihren Fahnen und Stanbarten Aufstellung genommen. Außerbem waren bie Regierung, bie Militärattaches, unter ihnen ber beutsche Oberst von Stübnitz, Aborbnungen Des Sejms unD Senats, ferner Die hohe Geistlichkeit mit Kardinal Hlond an ber Spitze, unb Vertreter her Wissenschaft, ber Kunst und ber großen Berufsverbänbe anwesenb. Staatspräfibent Moscicki richtete eine kurze Ansprache an ben neuen Marschall unb ergriff unter bem Ehrerftalut ber Geschütze unb ben Klängen ber Nationalhymne ben Marschall- ftab, ber zu Füßen einer Büste Josef Pilsudskis auf einem Fahnentuch lag, unb überreichte ihn bem neuen Marschall von Polen. Nach kurzen Dankes- roorten bes Marschalls unb einer Ansprache bes Kardinal Hlonb, schritt ber neue Marschall bie Front ber militärischen Aborbnungen ab, beren Fahnen sich senkten. Nach ber Feier im Schloßhof begab sich Marschall Rybz-Smigly burch bie festlich geschmückten Straßen zum Gebäude des Generalmspektorats, wobei er von einer vieltausendköpfigen Menge herzlich begrüßt wurde.__ Anordnungen des Ministerpräsidenten Göring zue Sicherung bes Arbeitseinsatzes für die Durchführung des Vierjahresplans finden unsere Leser im zweiten Blatt der heutigen Ausgabe DieVeljudung in derSowjeiunion Jüdische Zeugnisse. Warschau, 10. Nov. (DNB.) Das Warschauer Judenblatt „Nasz Przeglond" liefert wertvolle Bei- träge zu dem Thema der Verjudung der Sowjetunion. Nur 1,8 o. H. der gesamten Bevölkerung der Sowjetunion, so schreibt das Blatt, seien Juden. Aber von den Hörern der Hochschulen, die ja nur studieren dürfen, wenn sie im Sinne des Kommunismus zuverlässig sind, st e l l t e n die Juden 26 v. H. Natürlich drängten die Juden in der Sowjetunion nach den einflußreichsten Posten. Unter den Anwärtern für die wissenschaftlichen Institute, aus denen Hochschullehrer und die hohen Beamten des Staates hervorgehen, sind sie mit 17,8 o. H. vertreten. Aufschlußreich für diesen jüdischen Drang nach den aut bezahlten Staats- und Parteipfründen sind Ziffern, die den Zuständen in der Sowjetukraine entnommen sind. In den Volksschulen des sogenannten niedrigen Typus beträgt der jüdische Hundersatz nur in den Volksschulen höheren Typus beträgt hingegen 17,3. Besonders gut bezahlt wird in der Sowjetunion bekanntlich der fachgerecht ausgebildete Techniker. Darum wandten sich im Jahre 1935 90 v. H. aller Juden dieser Berufsausbildung zu. Dieser Bericht aus der Sowjetunion leuchtet nur in einen kleinen Abschnitt des jüdischen Einflusses in der Sowjetunion hinein. Er hat aber besonderen Wert, weil er von Juden selbst stammt. Englands Aufrüstung. Für eine starke und schlagkräftige Luftmacht. London, 10. Nov. (DNB.) Im Unterhaus fand eine große wehrpolitische Aussprache statt. Der Verteidigungsminister Sir Thomas I n s k i p betonte, daß die Rüstungsmaßnahmen ausschließlich Verteidigungszwecken dienten. Für das Bestehen Englands sei die Flotte von grundlegendem Wert. Ein großer Teil der Vorteile der Jnsellage Englands sei auch heute noch gültig. Wenn die Luftflotte ihren defensiven Aufgaben gerecht werden solle, dann müsse sie genau so mächtig sein, wie es die Marine in der Vergangenheit gewesen sei. Es sei beabsichtigt, als Abschreckungsmittel eine möglich st starke und schlagkräftige Lu-ft- macht zu schaffen. Die Negierung glaube, daß die neuen britischen Flugzeugtypen den Flugzeugen in keinem anderen Lande unterlegen seien. Vom Jahre 1937 ab bis zu den Jahren 1939 und 1940 werde d i e Flugzeugfabrikation stetig zunehmen. Die reguläre Armee stelle in ihrem jetzigen Zustand ein absolutes Minimum dar. Mangelnde Bereitschaft des Staates erweise sich als kostspielig und manchmal als verhängnisvoll. Sowohl bei der regulären Armee als auch bei der Territorialarmee seien hinsichtlich des Mannschaftsbestandes und der Ausrüstung Mängel vorhanden. Die Rekrutierungsziffer für die Flotte [ei gut und die Ziffern für die Luftstreitkräfte zufriedenstellend. Während ein Teil der bisherigen Waffen - und Munitionsbeschaffung bereits als ausreichend angesehen werden könne, sei mit der Erzeugung anderer Teile noch nicht begonnen worden. Oie japanische Staatsreform Das Erneuerungsprogramm der Armee. Tokio, 9. Nov. (Ostasiendienst des DNB.) Ein Sonderausschuß des japanischen Kabinetts beschäftigte sich mit dem von Heer und Marine vorgeschlagenen Plan einer Staatsreform. Zunächst ist an die Wiedereinführung des staatspoliti- schen Beirates in erweiterter Form als Prüfungs- und Kontrollorgan für alle wichtigen Staatsangelegenheiten gedacht. Weiter soll eine besondere Personalabteilung für alle Zweige der Regierung, jedoch unter Ausschluß der Wehrmacht, unter Leitung des Ministerpräsidenten, geschaffen werden. Ferner ist die Vereinfachung der Staatsverwaltung durch Zusammenlegung bestimmter Ministerien, wie des Auswärtigen Amtes und des Kolonialministeriums geplant. Schließlich sieht der Plan eine Reform des Wahlrechtes und des Aufgabenkreises des Parlaments unter genauer Beachtung der Verfassung vor. In poetischen Kreisen wird besonders hervorgehoben, daß alle Behauptungen, die von ultimativen Forderungen der Armee wissen wollen, ebenso wie Diktatur^erüchte vollkommen abwegig seien. Auch von der Wehrmacht wird betont, daß sich alle Re- formoorschläge imRahmen der Verfassung und der bei der Regierungsbildung getroffenen Vereinbarungen halten. Die Wehrmacht verfolge lediglich das Ziel, Staat und Volk für die Krise zu wappnen. Angesichts der gespannten internationalen Lage und der inneren Schwierigkeiten seien Reformen notwendig. Die Stärkung der Landesverteidigung erfordere eine unter einheitlichen Gesichtspunkten geleitete Wirtschaftspolitik. Kommunistische Slreikhehe im wallonischen Bergbaugebiet. Brüssel, 11. Nov. (DNB.) Im wallonischen Bergbaugebiet macht sich lebhafte Streikstimmung bemerkbar, die durch starke Propaganda der Kommunisten und anderer linksradikaler Gruppen geschürt wird. In den Orten Boussu und Elouges haben Streikende zwei Gruben gewaltsam besetzt. Sie weigerten sich, bei Schichtwechsel aus den Schächten herauszusteigen. Ein Steiger, der von der Grubenleitung in die Grube geschickt worden war, um auf die Gefahren eines solchen Beginnens aufmerksam zu machen, wurde von -den Streikenden gefangen genommen und erst nach mehreren Stunden wieder freigelassen. Nachmittags sind 60 Streikende wieder emporgestiegen. Die Arbeit ist jedoch nicht wieder ausgenommen worden. Unfallverhütung im Bergbau. Gelsenkirchen, 10. Nov. (DNB.) Im Beisein von über 2000 Gefolgschaftsmitgliedern der Schachtanlage Westerholt in Gelsenkirchen-Buer hielt die Reichsbetriebsgemeinschaft Bergbau in der DAF. zur Eröffnung der Unfallverhütungswoche einen Neichsbetriebsappell sämtlicher deutschen Bergmänner ab. Werkscharmänner eröffneten mit dem Lied „Wir sind des Werkoolks Soldaten" den Appell. Der Gefolgschaftsführer Generaldirektor Tengelmann erklärte unter anderem: Wir Bergleute sind Beauftragte des deutschen Volkes als Verwalter eines unserer kostbarsten Güter der Erde, der Kohle. Reichsstatthalter Gauleiter Dr. Meyer behandelte die soziale Frage des Neuaufbau des deutschen Studententums Ser Reichsstudentenführer vor der Führerschaft des deutschen Studententums. Stuttgart, 11. Nov. (DNB.) Don der Führerschaft der deutschen Studenten formulierte Reichsstudentenführer Dr. Scheel auf einer Tagung in der Gebietsführerschule Solitude bei Stuttgart die Grundsätze des kommenden Aufbaues des deutschen Studententums. Die Arbeit der neuen Reichsstudentenführung geht davon aus, daß der NSD.-Studenten- bunS der nationalsozialistische Kerntrupp und die Führerorganisation der Gesamtstudentenschaft ist. Er ist insbesondere Träger der gesamten politisch - weltanschaulichen Erziehung der Gesamtstudentenschaft nach den Richtlinien der NSDAP, und hat besondere fachliche Aufgaben nach den Richtlinien der Partei durchzuführen. Die Deutsche Studentenschaft dagegen hat als Zusammenschluß aller Studenten deutscher Abstammung und Muttersprache an den deutschen Hoch- und Fachschulen die Aufgabe der Vertretung der gesamten Studentenschaft im Rahmen der Hochschule. Sie ist zuständig für die Gesamterfassung und einheitliche Ausrichtung aller Studenten und für die Durchführung fachlicher Ausgaben für die gesamte Studentenschaft. Der Sitz der neuen Reichsstudentenführung, der Reichsführung des NSD.-Studentenbundes und der Reichsführung der Deutschen Studentenschaft ist M ü n ch e n. In Berlin wirb eine Verbindungsstelle eingerichtet. Die Reichsschaft der Studierenden an den deutschen Hoch- und Fachschulen als solche wird aufgehoben werden und die Fachschulschaft als Hauptabteilung für Fachschulen der Deutschen Studentenschaft angegliedert werden. Die Einrichtung einer Hauptstelle für Fachschulen im NSD.-Studentenbund gewährleistet die gleichmäßige Behandlung aller Fachschulfragen seitens der Partei. Sämtliche Studierenden vom ersten bis zum dritten Semester werden in Zukunft von der politisch- weltanschaulichen Erziehung des NSD.-Studenten- bundes erfaßt. Zur Durchführung dieser Arbeit wird der Reichserziehungsminister eine Anordnung erlassen, nach der alle Hochschulstudenten während ihrer er st en drei Seme st er an derselben Hochschule verbleiben. Der Reichsstudentenführer hat den Auftrag erhalten, den Entwurf einer neuen studentischen Verfassung oorzulegen. Der Reichsstudentenführer Dr. Scheel hat einen Aufruf erlassen, in dem er die deutschen Studenten auffordert, mit ihm zusammen als geistige Arbeiter für Führer und Volk am Bau des nationalsozialistischen deutschen Studententums mitzuschaffen. Die Gemeinschaft, in der sich nationalsozalisti- sche Studenten zusammenschlössen, sei die Kameradschaft. In ihr finde jeder deutsche Student Kameraden, die mit ihm eines Sinnes seien und nach dem gleichen Ziel strebten. Die weltanschauliche Facharbeit und die anderen studentischen Arbeitsgebiete führten Studenten wie Dozenten und Praktiker zusammen und hülfen dem einzelnen, einzudringen in die Fragen, die die nationalsozialistische Weltanschauung an die Wissenschaft stelle. In einer Zeit, die vom deutschen Volke höchste Anspannung aller Kräfte verlange, habe auch der deutsche Student Höchstleistungen von sich selbst zu fordern. Nationale Erfolge beim Kampsum Madrid Gender Teneriffa meldet: Nationale Truppen in südliche Stadtteile Madrids vorgestoßen. Salamanca, 11. Nov. (DNB. Funkspruch.) Der Sender Teneriffa berichtet, daß die nationalen Truppen den Angriff auf Madrid mit Erfolg vorwärts getragen haben. Nach diesen Meldungen ist der Madrider We st park eingenommen. Der nördliche Brückenkopf der Toledo-Brücke wurde erobert und die nationalen Truppen drangen auf der Toledo-Straße bis zum Toledo-Tor vor, wo wichtige Stellungen der Roten eingenommen wurden. Eine andere Kolonne überschritt den Manzanares auf der Princesa-Brücke und stieß auf der Paseo de la Delicial bis zum Atocplatz vor. Dort wurden Feldgeschütze in Stellung gebracht. Die Angriffshandlungen der nationalen Truppen wurden wirksam durch Flugzeuge unter st ützt. Auf das befestigte Stadtviertel Latina legten die nationalen Flieger Bomben und es gelang ihnen, die dortige G a s a n ft a l t in Brand zu setzen. Auch die roten Batterien und das Innenministerium sind erneut mit Bomben belegt worden. Durch den Madrider Sender forderte der rote Oberbefehlshaber von Madrid erneut die Bevölkerung auf, äußer st en Wider st and zu leisten. Stündlich müsse Unterstützung eintreffen. Für Verstärkung der Barrikaden sollen Matratzen hergestellt werden. Sämtliche Schneiderinnen von Madrid sind dafür zusammengeholt wordem Ein Luftangriff der Roten auf den Flugplatz Getafe konnte durch Flakfeuer abgewehrt werden. Beim Dorf Legane wurde ein roter Bomber heruntergeholt. Der Pilot sprang mit dem Fallschirm ab und wurde gefangengenommert. Die übrige Besatzung ist tot. Zwei andere rote Bomber wurden schwer getroffen, konnten jedoch die eigene Linie wieder erreichen. Das „Verteidigungskomitee" flieht aus Madrid. Salamanca, 10. Nov. (Vom Sonderberichterstatter des DNB.) Nachrichten aus Madrad besagen, daß das nach der Flucht der roten „Regierung" nach Valencia in Madrid eingerichtete „V e r t e i d i g u n g s k o m i t e e" es für ratsam gefunden hat, die Haupt st adt zu verlassen und sich nach dem 165 Kilometer südöstlich von Madrid gelegenen Cuenca in Sicherheit zu bringen. Von den roten Behörden befindet sich jetzt nur noch der sog. Flüchtlingsausschuß in der Hauptstadt, dessen Geschäftsräume Tag und Nacht von der Einwohnerschaft belagert sind, die hier auf ihre Flüchtlingsausweise wartet, die sie für den Auszug aus Madrid benötigt. Auch Madrids unrühmlich bekannter roter Bürgermeister Rico ist bei Nacht und Nebel aus der Stadt geflohen. Meldungen, daß die Roten Vorbereitungen getroffen haben, das Post- und Telegraphenamt, die Bank von Spanien, die Ministerien und das Königsschloß im Augenblick des Einzuges der nationalen Truppen in die Stadtmitte in d i e Luft zu sprengen, verdichten sich immer mehr. deutschen Bergmannes, die nach dem Willen des Führers ebenfalls zum Besten gelöst werden solle. Es müsse alles geschehen, was zur Sicherung von Gesundheit und Leben des deutschen Bergmannes dienlich sei. Oberberghauptmann S ch l a 11 m a n n erklärte: Der Bergmann wisse selbst, daß seine Arbeit schwer sei, er solle aber auch wissen, daß alles geschehe, ihn gegen die Gefahren seines Berufes zu schützen. Reichsbetriebsgemeinschaftsleiter Bad» b e r g erklärte ebenfalls: Die toten Arbeitskameraden mahnten daran, daß alles getan werden müsse, um die Unfälle im Bergbau auf ein geringstmögliches Maß herabzudrücken. Bei der Durchführung des Dierjahresplans müsse auch auf die Erhaltung der Dolkskraft durch Verhütung von Unfällen besonders geachtet werden. Beförderungen in der Motorgruppe Hessen. NSG. In der Motorgruppe Hessen des NSKK. wurden zum 9. November 1936 innerhalb des Gaugebietes Hessen-Nassau befördert: zum Oberstaffelführer: Staffelführer Kurt Seck er, Stabsführer der Matvrgruppe Hessen, Staffelführer Karl Schäfer, der Führer der Staffel II/M 148 (Limburg); zum Sturmhauptführer: Obersturmführer Peter R i p p e r, der Führer der Staffel III/M 50 (Odenwald). Landjugend-Winterlager der HI Im Laufe dieses Winters werden von der HI. gemeinsam mit dem Reichsnährstand Winterlager für die Landjugend durchgeführt Die Lager finden in den Gebieten Nvrdmark, Nordsee, Niedersachsen, Westfalen sowie im Rheinland, in Württemberg, Bayern und in der Kurmark statt. Sie stehen alle unter Leitung eines HI.-Führers. Zweck der Lager ist: körperliche Ertüchtigung, agrarpolitische Schulung und Bearbeitung von Fragen der Gemeinschaftsgestaltung. In den Lagern, die sowohl für Jungen wie für Mädel eingerichtet werden, sollen in diesem Jahr zunächst 10 000 junge Menschen zusammengezogen werden. An den Lagern, deren Bedeutung durch die lieber» nähme des Protektorats durch den Reichsbauernführer R. Walther Darr£ gekennzeichnet wird, sollen sowohl Jungbauern als auch Kleinbauern- und Landarbeiter-Jugend teilnehmen. Führertagung der Hitlerjugend. NSG. Der Führer des Gebietes 13 der Hitlerjugend, Oberbannführer Brandt, hat das gesamte Führerkorps der hessen-nassauischen Hitler- Jugend zu einer Arbeitstagung am 15. No- pember 1936 nach Wiesbaden einberufen, um ihm dort den Winterarbeitsplan und die Richtlinien zu feiner Durchführung bekannt zu geben. Die Tagung findet im Paulinenschlößchen statt und bildet den Auftakt zu einer intensiven Winterarbeit, die außerdem eine Reihe von Sonderaktionen vorsieht. Innerhalb des Gebietes 13 Hessen-Nassau wurden durch den Neichsjugendführer am 9. November 1936 folgende Führer befördert: Zum Unterbannführer der Führer des Bannes 115 Darmstadt, Gefolgschaftsführer Hüther, zum Fähnleinführer der Führer des Jungbannes 87, Westerwald, Jungzugführer Görnert, zum Stammführer der Führer des Jungbannes 98, Hanau, Fähnleinführer Kropparth, der Führer des Jungbannes 118, Worms, Fähnleinführer Kne11, der Führer des Jungbannes 288, Niederwald, Fähnleinführer Bund, der Führer des Jungbannes 304, Vogelsberg, Fähnleinführer Seiler. Deutschland ein Borbild auf dem Gebiet derZuqendertüchtigung London, 11. Nov. (DNB. Funkspruch.) Während der Aussprache im Oberhaus über die körperliche Ertüchtigung der englischen Jugend erklärte der konservative Lord Mersey, er habe kürzlich Deutschland besucht und könne nur sestestllen, daß England auf dem GebietderJugendertüchtigungviel vvnDeutsch- l a n b lernen könne. Die Deutschen sähen gesund aus; alle seien höflich und freundlich. Die Dörfer seien peinlich sauber. Elendsquartiere seien so gut wie überhaupt nicht zu sehen. Das bessere Aussehen der Deutschen sei auf ihre körperliche Ausbildung zurückzuführen, die er in Deutschland habe feststellen können. Eunst und Mttfenschatt. Verleger Alfred Sfaarfmann Ehrendoktor von Innsbruck. An der Universität Innsbruck fand die feierliche Promotion des Leipziger Verlegers Alfr. Staack- mann statt. Der Rektor der Universität, Prof. Dr. Schmitt, würdigte die hervorragenden'Verdienste Staackmanns als Verleger des österreichischen Schrifttums. Die völkerverbindende Seite seiner Derlegertätigkeit, die die beiden Länder und ihr geistiges Schaffen einander näherbringe, habe die Universität bewogen, Staackmann die höchste Auszeichnung zu verleihen. Dr. Alfred Staackmann dankte für die Ehrung und bezeichnete als Ziel seines verlegerischen Schaffens, eine Brücke, auf der sich das geistige Schaffen Deutschlands und Oesterreichs finde, zu bauen. Er wolle durch seine Tätigkeit den Austausch geistiger Güter bewerkstelligen und der Dichtung Oesterreichs im gesamtdeutschen Schrifttum den ihr gebührenden Platz einräumen. Schwäbischer Dichterpreis 1936. jm württernbergischen Staatstheater gab der württernbergische Ministerpräsident Mergentha- ler die Preisträger des schwäbischen Dichterpreises 1936 bekannt. Es sind Anna Schieber, die warmherzige Künderin deutscher Mütterlichkeit, Ludwig F i n ck h, der mutige Kämpfer für deutsche Art und Heimat, und August L ä m m l e, der bodenverbundene Künder des schwäbischen Menschen und Erhatter schwäbischen Brauchtums. Vor einem neuen Abschnitt der Schulreform. Don Siaaiöminister a. O. Dr. Hartnacke. Die zwölfjährige Gesamtschulzelt ist vor kurzem verkündet worden. Sie war unvermeidlich, weil die zweijährige Dienstzeit eine weitere Hinausschiebung der Gesamtoorbereitungszeit vor Berus und Ehe brachte, die eine Verschlechterung der oolksbiologischen Lage bedeutet hätte, wenn nicht im übrigen an der Vorbereitungszeit gekürzt worden wäre. Die 12jährige Schulzeit stellt für alle, die heute in der höheren Schule finbt eine Verkürzung der Zeit in der höheren Schule auf acht Jahre dar, denn die vier Jahre Grundschule sind ja schon abgeleistet. Offen ist die Frage, was für die Zukunft gelten soll. Denn offen ist durchaus die Möglichkeit, daß die Grundschule auf drei Jahre verkürzt wird wie von volks- biologisch gerichteten Kreisen ja schon lange gefordert worden ist. Es würde dann für die höhere Schule die Zeit von neun Jahren bleiben, und es würde damit wieder hergestellt werden, was vor der vierjährigen Grundschule in Deutschland weithin Brauch war. Entscheidend wird sein: w a s ist zweckmäßiger: das vierte Schulpflichtjahr in der Volksschule oder in der Sexta? Deutschland ist heute vor Aufgaben gestellt wie in dieser Art niemals vorher in seiner Geschichte. Es handelt sich um die Weltgeltung seiner Kultur, seiner Wissenschaft, seiner wirtschaftlich-technischen Leistung. Es geht in die Zukunft mit einem zahlenmäßig begrenzten Nachwuchs. Und dieser Nachwuchs enthält, rein biologisch gesehen, einen geringer werdenden Anteil von Trägern ausgelesenen Erbgutes, weil schon seit Jahren die Berufsgruppen, die kein überdurchschnittliches Erbgut darstellen, weil sie durch „Aufstieg" Begabungen verloren und nicht durch Zuzug neue gewonnen haben, mehr Kinder haben, als die Berufsgruppen, die Begabungszuzug haben, aber zu geringen Nachwuchs. In den Jahren vor dem Kriege verhielten sich die Kinderzahlen in 100 Landarbeiterehen zu denen in 100 Angestelltenehen wie 100:55; das war schon bedrohlich genug. Nach den Ergebnissen der Volkszählung ist nun das Verhältnis auf 100:45 verschlechtert. Der Anteil der Geistesarbeiter ist offensichtlich geringer geworden. Die Hochschulen klagen über mangelnden Nachwuchs, und die Klagen sind verständlich aus dem soeben bargelegten Sachverhalt. Und die Folgerungen: Was an Nachwuchs für gehobene geistige und wissenschaftlich-technische Berufe ausgebildet wird, muß so gründlich und so schnell gefördert werden wie möglich. Gründlich, weil die Aufgaben des Volkes es fordern, und schnell, weil alles geschehen muß, dem Nachwuchs frühere Berufs- und Ehefertigkeit und schnelle Sicherung seiner wirtschaftlichen Lage zu schaffen. Die sächsischen Jungakademiker, d. h. die berufsfertigen Studierten bis zum 35. Lebensjahr, haben in ihrem nichtbeamteten Teil (5363 Köpfe) ganze 1057 Kinder, d. h. 19,7 Kinder je 100 Köpfe; in ihrem beamteten Teil (1367 Köpfe) haben sie 839 Kinder, d. h. 61,3 Kinder je 100 Köpfe. Das ist eine gar zu schwache Abschlagszahlung auf die Gesamtschuld an Nachwuchs. Nach Burgdörfer muß jede Ehe 3,4 Kinder haben, wenn der Anteil am Volksganzen ungeschwächt bleiben soll. Das wären, da alle doch heiraten müßten, 22 882 Kinder, die die Gesamtgruppe der 6730 Jungakademiker bis zum Abschluß ihrer Ehefruchtbarkeit stellen müßte. Geleistet sind bisher: 1057 4- 839 1 896 Kinder. Glaubt man, daß von dieser Gruppe zur Erfüllung der fast 23 000 noch rund 21 000 Kinder dem Volke gestellt werden, nachdem von den 6730 nicht weniger als rund 80 v. H. unverheiratet oder kinderlos sind? Wenn ein Volksteil so im Rückstände bleibt, ist er damit praktisch dem Aussterben in wenigen Jahrzehnten ausgesetzt. Wenn man sich die gesamte Auslesegruppe der Studierten, also alle Studenten auf deutschen Hochschulen einmal wegdächte: diese Auslese wäre nicht in gleicher Zahl und Begabungsstärke aus dem Gesamtoolke noch einmal herauszuholen. Das ist zahlenmäßig beweisbar. Das müssen entscheidende Ueberlegungen dafür sein, die Auslesegruppe unter die Bedingung der schnellsten und dabei gründlichsten und nach Möglichkeit ungestörten geistigen Durchbildung zu bringen. Die Ausbildung ist gründlicher und fördernder in einer Klasse, die etwa aus dem besten Drittel des Gesamt-Jahrgangs ausgelesen ist. Es fehlt das hemmende Schwergewicht der Langsamen und Schwächeren. In der Sexta als viertem Schuljahr kann man nach Breite und Tiefe ganz andere Unterrichtsarbeit leisten, als in dem vierten Schuljahr der allgemeinen Grundschule. Ich weiß, daß man das 4. Grundschuljahr zur Gemeinschaftserziehung gefordert hat. Dafür sind aber Arbeitsund Heeresdienst im Jünglingsalter besser geeignet, als ein Grundschuljahr mehr im Kindesalter. lieber allem steht das Volk in seinem Erbgut und seiner Leistungshöhe. Und die Rücksicht daraus muß über alles andere gehen. Des Volkes Wohl und Gedeihen fordert, daß jeder Zeitgewinn zu Gunsten der besten Förderung der der Förderungsfähigen und Förderungswilligen und des in ihnen steckenden Erbgutes wahrgenommen und jeder Zeitverluftt vermieden wird. Max-Eyth-preis des BDI. In dem Schrifttum aus den Gebieten der Technik treten bisher erzählende Darstellungen, wie sie der Dichter Max Eyth dem deutschen Volke geschenkt hat, völlig zurück gegenüber Fachabhandlungen, die für den Laien oft wenig interessant und schwer verständlich sind. Um die Entstehung eines wertvollen, erzählenden Schrifttums der Technik zu fördern, haben anläßlich der 100. Wiederkehr des Geburtstages von Max Eyth der Verein deutscher Ingenieure (VDJ.) und die Max-Eyth- Gesellschaft zur Förderung der Landtechnik im Verein Deutscher Ingenieure für die besten Leistungen auf technisch-schriftstellerischem Gebiet einen Max-Eyth-Preis ! n Höhe von 1000 Mark gestiftet. Nicht nur deutsche Ingenieure, sondern alle schriftstellerisch tätigen Volksgenossen arischer Abstammung können sich um den Preis bewerben. Alljährlich am 6. Mai, dem Geburtstage Max Eyths, wird der Preis für den besten noch nicht veröffentlichten Aufsatz verliehen, der einen Stoff aus dem Gebiet der Technik in allgemein- verständlicher, fesselnder Form in Prosa behandelt. Besonders erwünscht sind dabei Aufsätze, die sich mit dem Wirken der Technik in der Landwirtschaft befassen. Zum ersten Male wird der Max« Eyth-Preis am 6. Mai 1937 verliehen werden. Dem Preisgericht gehören an: Fachschaftsberater Metzner als Vertreter der Reichsschrifttumskammer, Prof. Dr. Ing. e. h. Dr.phil.h. c, C. Matschoß U W U MZ WWMW WW^MBK ;S:s ?:-$s;:v - ►»Go>?, zur Erfüllung iber dem Volke 0 nicht weniger kinderlos sind? ande bleibt, ist >n in wenigen sich die gesamte alle Stubenten ttgbätyt: Diese mdLegabungs- einmal heraus, weisbar. 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Die Zahl der Haushaltungen ist daher fast dreieinhalb- mal so rasch angewachsen wie die der Einwohner. Die Zunahme erstreckt sich in allen Teilen des Reiches nur auf die kleineren Haushaltungen bis iju vier Personen, während die größeren überall bedeutend abgenommen haben. Das schnelle Anwachsen ist in der Hauptsache darauf zurückzuführen, daß inzwischen die noch stark besetzten Geburtsjahrgänge der Vorkriegszeit her- angewachsen und in das heiratsfähige Alter einge- treten sind, dazu kommt die Verlängerung der allgemeinen Lebensdauer, die eine längere Erhaltung bestehender Haushaltungen zur Folge hat. Auf der anderen Seite wuchs die Bevölkerung nur langsam, da nach dem Kriege bis 1933 jährlich weniger Kinder geboren wurden. Diese Entwicklung hatte zur Folge, daß die Durchschnittsgröße der Haushaltungen außerordentlich zurückgegangen ist. 1933 kamen schließlich nur noch 3,6 Personen auf eine Haushaltung, d. h. rund eine Person weniger als in den 70er und 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts. Allerdings bestehen zwischen Stadt und Land zum Teil erhebliche Unterschiede. Auch heute noch beträgt die Durchschnittsgröße der Haushaltungen auf dem Lande etwa 4,3 Personen, in den Großstädten dagegen nur noch 3,2. In Berlin entfielen im Durchschnitt sogar noch etwas weniger als drei Personen auf eine Haushaltung. 3um Untergang der Das Motorschiff „I s i s" befand sich mit seiner 40 Mann starken Besatzung auf der Fahrt von Hamburg nach Reuyork. Kapitän Ernst Hau- s ch i l d t ist ein alter erfahrener Seemann, der schon viele Schiffe geführt hat. Dor vier Jahren hat er in der Nähe der irischen Küste einen etwa 10 000 Tonnen großen irischen Weizendampfer geborgen, der sich in Seenot befand und von der Besatzung bereits verlassen worden war. Kapitän H a u s ch i l d t hatte damals einen beträchtlichen Bergungslohn erhalten. Gewissenlose Elemente wollten sich in den Besitz dieser Bergungssumme setzen. Als der Kapitän auf See war, überfielen die Verbrecher seine Frau in ihrer Wohnung in Altona-Blankenese und ermordeten sie. Eine besondere Tragik liegt darin, daß Kapitän Hau- s ch i l d t nach der Rückkehr der „Isis", die er nur vertretungsweise führte, in den Ruhestand treten sollte. * Rudolf Heß hat an das Amt Seefahrt der Auslandsorganisation der NSDAP. Hamburg folgendes Telegramm gesandt: „An dem tragischen Schicksal des bewährten Kapitän Hauschildt und der tapferen Besatzung der „Isis" nehme ich innigen Anteil. Den schwer betroffenen Angehörigen der ver- unglückten Arbeitskameraden bitte ich mein tief empfundenes Mitgefühl zum Ausdruck zu bringen. (gez.) Rudolf Heß. Die „Stiftung für Opfer der Arbeit auf See" hat sofort nach Bekanntwerden des Unterganges des Motorschiffes „Isis" der Hamburg-Amerika-Linie als erste Hilfe für die Hinterbliebenen der verunglückten deutschen Seeleute einen Betrag von 10000 Mark zur Verfügung gestellt. In Zusammenarbeit mit der Sachwaltung Seeschiffahrt der DAF., Auslandsorganisation, sind die erforderlichen Betreuungsmaßnahmen bereits in die Wege geleitet. Nach einer Verfügung des Führers und Reichskanzlers wird gebeten, etwaige Spenden auf das Konto Nummer III b 49 der „Stiftung für Opfer der Arbeit auf See" bei der Reichskreditge- fellfchaft AG., Berlin, zu überweisen. Riesenfeuer Im Rügendorf Altefähr. In dem am Strelasund gegenüber Stralsund gelegenen Rügendorf Altefähr brach ein Riesen- feuer aus, das durch starken Südostwind von einem Gehöft zum anderen getragen wurde. Die Stralsunder Feuerwehr wurde mit sämtlichen Fahrzeugen auf den Rügenfähren nach Altefähr über- gesetzt. Auch die zweite Schiffstammabteilung des Schiffstammregiments Ostsee, die auf der Insel Dänholm liegt, wurde alarmiert und konnte über den neuen Rügendamm, der an der Insel Dänholm vorbeiführt, auf dem schnellsten Wege an die Brandstelle gelangen. Die SS in Stralsund und alle Rügener Wehren rückten ebenfalls zur Hilfeleistung aus. Das Feuer brach in einer Scheune aus. Da die meisten landwirtschaftlichen Gebäude des Dorfes mit Stroh gedeckt sind, fand das Feuer reiche Nahrung. Insgesamt sind zwei Wohnhäuser und sieben Scheunen und Ställe bei dem Brand vernichtet worden. Der Schaden ist sehr groß, da auch die Ernte- und Futteroorräte vernichtet sind. Das Vieh konnte gerettet werden. Verheerende Feuersbrunst in einer französischen Stabt Ein ganzes Viertel der 12 000 Einwohner zählenden französischen Alpenstadt Gap ist in einer der vergangenen Nächte ein Raub der Flammen geworden. Der Brand, der in einer großen Tischlerei ausbrach, griff mit rasender Geschwindigkeit um sich, und in wenigen Stunden standen die umliegenden Häuser in Flammen. In aller Eile suchten die Bewohner das Weite. Erst am frühen Morgen gelang es den Feuerwehren, die weitere Ausdehnung des Brandes zu verhindern. Perfon- nen sind nicht zu Schaden gekommen. Der Sachschaden wird auf viele Millionen Franken geschätzt. Banbifenüberfall auf ein Nachtlokal in Chikago. In Chikago überfielen vier Banditen das Nachtlokal eines Gartenrestaurants im Franklin- Park. Zur Zeit des Ueberfalls befanden sich etwa hundert Gäste beim Tanz. Die Banditen, die mit Maschinengewehren bewaffnet waren, besetzten die Saalausgänge und befahlen den Gästen, sich auf den Boden zu legen und ihre Juwelen und das Geld abzuliefern. Das Orchester erhielt den Auftrag, weiterzuspielen, als ob sich nichts ereignet hätte. Unter den Gästen befand sich auch ein Geheimagent der Polizei, der Zivilkleidung trug. Der Detektiv gab auf den ihm zunächst stehenden Banditen vier Schüsse ab. Die Banditen eröffneten hierauf aus ihren Maschinengewehren das Feuer auf den ganzen Saal. Es entstand eine allgemeine Schießerei. In furchtbarer Panik suchten die Gäste hinter umgestürzten Tischen und Stühlen Deckung. Hakenkreuzdenwnstraiionen in Bukarest ■ < Während des Kugelwechsels wurden vier Gäste, ein Kellner und ein Bandit, schwer verwundet. Den Banditen gelang es, unerkannt zu entkommen. Sie hatten in ihren Reihen einen Toten; man fand die Leiche eines Gangsters später auf den Stufen eines Hospitals liegend auf. Es handelt sich allem Anschein nach um jenen Banditen, der durch den Detektiv schwer verwundet worden war. Ein Tunnel an der Alpenstrahe. Zwischen Schwarzbachwacht und Ramsau, wo gegenwärtig 600 Arbeiter an dem Schlußstück der deutschen Alpen st raße schaffen, wurde kürzlich mit dem Bau eines 70 Meter langen und 12 Meter breiten Tunnels, der durch den harten Kalkdolomit geschlagen wird, begonnen. Es wird dies eines der reizvollsten Stücke der an Naturschönheiten so reichen Verkehrsstraße werden, die kurz darauf in das Achental nach Ramsau hinabfteigt und dort an die bereits ausgebaute Straße Hintersee—Ramsau—Berchtesgaden Anschluß findet. Die eigene Frau aus Fähzorn erschossen. Im Gelsenkirchener Stadtteil Horst ereignete sich eine schwere Bluttat, der zwei Menschenleben zum Opfer fielen. Im Verlaufe einer Auseinandersetzung schoß der 34 Jahre alte August Kyek seiner Ehefrau zwei Kugeln in den Kopf, die ihren sofortigen Tod herbeiführten. Nach der Tat brachte sich Kyek ebenfalls einen Kopfschuß bei. Er wurde später von der Polizei mit der Waffe in der Hand zwar noch lebend angetroffen, ftarb aber kurz nach der Einlieferung im Krankenhaus. Das Ehepaar, das zehn Jahre lang verheiratet war, hinterläßt zwei Kinder im Alter von sieben Monaten und ^ehn Jahren. Nach den bisherigen Feststellungen handelt es sich bei Kyek um einen jähzornigen Menschen. ' Hinrichtung eines Doppelmörders. In Landsberg an der Warthe ist der Gustav Schulz aus Vorbruch-Neumark hingerichtet worden, der durch Urteil des Schwurgerichtes in Landsberg an der Warthe wegen Mordes in zwei Fällen zweimal zum Tode verurteilt worden ist. Schulz hat im Jahre 1928 sein uneheliches Kind kurz nach der Geburt getötet, und 1935 den des Schwimmens unkundigen Ehemann seiner Stieftochter, mit der er unerlaubte Beziehungen unterhielt, in heimtückischer Weise beim Kahnfahren in die Netze gestürzt, so daß er ertrank. Umfangreiche Schiebungen mit geschachteten Tieren aufgedeckt. Der Polizeipräsident des oberschlesischen Industriegebietes in Gleiwitz hat gegen eine Reihe von Personen Ermittlungen eingeleitet, die hier Großvieh und Geflügel zur Lieferung an Juden außerhalb Oberschlesiens g e s ch ä ch t e t haben. Ein solches Schächten ist als Vergehen strafbar. Beim ersten Zugriff in der Synagoge in Hindenburg am 26. Oktober konnten rund 300 Stück zum Teil schon geschächteten Geflügels polizeilich beschlagnahmt werden. Mehrere Personen wurden in den letzten Tagen vorläufig festgenommen. Die Ermittlungen dauern noch an. Sie haben bereits ergeben, daß ein weitverzweigtes Netz von Händlern aus solchen strafbaren Schlichtungen ein dauerndes Geschäft gemacht hatten. Die Christlich-Nationale Partei in Rumänien veranstaltete, wie wir schon berichtet haben, einen großen Aufmarsch, an dem 100 000 Menschen teilnahmen, die im Zeichen von Hakenkreuzfahnen und mit dem Hakenkreuz auf der Brust vor dem Führer der Partei, Professor C u z a, dem alten Vorkämpfer des Antisemitismus, und an Octavia G o g a vorüberzogen. — (Asfociated-Preß-M.) Jetzt ist Einfiillzeit für Arctic! Das berühmte Winter-Del durch das neue Verfahren noch bessert DEUTSCHE VACUUM O EL AKTIENGESELLSCHAFT HAMBURG ^Arctic selbst bei schärfstem Frost mühelos startet, ist es so schmierbeständig, daß sein Oelfilm stärkster Motor-Erhitzung unzerreißbar bleibt. daß es Zugleich auch bei Das Charakteristische dieser neuen Herstellungsmethode ist die restlose Herauslösung aller schmierungsfeindlichen Anteile auf physikalischem Wege — ein Verfahren, das es ermöglicht, aus deutschem Erdoel reinen, hochwertigen Schmierstoff zu erzeugen. Deshalb ist das neue Arctic so leichtflüssig und kältefest, Bitterkalte Frost nächte nach warmen Übergangstagen, Regen und Schnee in stetem Wechsel, Temperaturschwankungen von + 15° bis — 30°: Dieses typische Winter-Wetter wird Ihnen keinen Ärger und Ihrem Motor keinen Schaden verursachen, wenn Sie Arctic fahren! Arctic, als einzigartiges Spezialoel für das Winterhalbjahr schon immer anerkannt, wird jetzt nach dem gleichen Verfahren hergestellt, das wir im Sommer für das neue Mobiloel mit so durchschlagendem Erfolgeingeführt haben. Halbjahr beginnt! Deutscher Städtebau im Orient. Leitgedanken des neuen Stadtaufbaues voll erkennen: Achtung vor geschichtlicher Größe, Ehrfurcht vor der ewigen Kraft anatolischen Volkstums." Wie die türkische Reichshauptstadt Ankara entsteht. Neues für den Büchertisch & Co., Berlin W. 57. — (319) — In diesem Buche Der ungarische Außenminister v. K a n y a ist auf dem Wiener Ostbahnhof angekommen. Herr v. Kanya hat, wie G r a f C i a n o, im Hotel „Imperial" Wohnung genommen. Die ersten R o m - Paktbesprechungen werden am Mittwochnachmittag erfolgen. leinen RM 5.50. — Wulf Bley: Napoleon Bonaparte, unserer Zeit und zu der seelischen Ausrichtung der Lebensroman eines Genies. Mit 16 Bildtafeln. Ganz- Jugend von heute findet. Das ferne Werk der Dich- Die RumänischeNationalbank wurde ermächtigt, ihren Gesamtgoldbestand mit 15 3 3 3 3 L e.i f ü r ein Kilogramm zu berechnen (gegenüber dem zuletzt im Juni d. I. festgelegten Umrechnungskurs von rund 111000). Der sich aus dieser Neuberechnung ergebende Mehrwert wird dem Staatsschatz zufließen und für die außerordentlichen Bedürfnisse des Rüstungsprogramms Verwendung finden. ist die einzigartige Erscheinung Napoleons mit den Augen unserer Zeit gesehen. Als Feldherr und Abgott seiner Soldaten, als Staatsmann, Gesetzgeber und Erneuerer Frankreichs und Europas, als Kai- ser und Gestalt gewordener Wille zur Macht, als Erwecker des deutschen Nationalismus gegen seinen Willen, und vor allem in seinem menschlichen Leben gewinnt Napoleon hier lebendige Gestalt. Zugleich leuchtet durch sein Wirken die Erkenntnis hindurch, daß die Genies nicht von der Zeit gebildet werden, sondern ihrer Zeit das Gesicht geben. — D i e jungen Eulenrieds. Roman aus Thüringen von Felicitas Rose. Deutsches Verlagshaus Bong & Co., Berlin. Gebd. 4,80 Mark. — (344) — In ihrem neuen Roman führt uns die Dichterin in das grüne Thüringerland mit seiner Waldesfrische und den Menschen, die aus Herbheit und Versonnenheit in eigenartiger Weise zusammengesetzt sind. Es gilt, das schöne alte Besitztum der Eulenrieüs, das durch die Ungunst der Zeiten und die mangelhafte Leitung des alten Frecheren dem Untergange nahe ist, zu retten. Dazu entschließen sich die drei erwachsenen Söhne gegen den Willen des Vaters. Der älteste übernimmt die Verwaltung des Gutes und heiratet später die Tochter eines Bauern, der zweite gibt die höhere Forstlaufbahn auf und will sich als Forstgehilfe von der Pike auf hocharbeiten, findet aber durch den Schuß eines Wilderers früh den Tod. Der dritte Sohn mit künstlerischer Begabung entsagt seinem Studium, um Handwerker zu werden. Als Uhrmacher ein Meister seines Faches, bringt er die alte kunstvolle Uhr der Eulenrieds, die niemand wiederherstellen konnte, erneut zu frischem Gehn und Schlagen. Adel und Bauernstand, Handwerkerstand und mutiges Jägertum führen hier einen neuen Aufschwung herbei. Die Dichterin gibt ihrer Lesergemeinde mit diesem Roman ein Buch voll feiner Innerlichkeit, das die Herzen gewinnt und dem Freund guter Erzählerliteratur beschauliche, genußreiche Stunden bereitet. Es ist insbesondere auch ein Buch für unsere junge Generation, die in dieser Erzählung mancherlei Parallelen zu dem Geist — Wilhelm Sültz: Reiter im Morgenrot, Roman aus den Befreiungskriegen. Verlag Haas und Grabherr in Augsburg. Preis in Seinen geb. 4 Mark. — (284) — Der Verfasser führt uns in eine altehrwürdige deutsche Stadt, in der sich die Feinde tummeln und das Volk bedrücken, während sich insgeheim die Freiheitsbewegung vorbereitet. Im Rahmen einer mitreißenden Handlung erleben wir den Durchmarsch der napoleonischen Armee auf dem verhängnisvollen Zuge nach Rußland und die Rückkehr ihrer kläglichen Reste, die gewaltige vaterländische Erhebung, die entscheidende Schlacht bei Leipzig und den grenzenlosen Jubel des befreiten Volkes. Um das ganze rankt sich die fesselnde Schilderung eines ergreifenden Schicksals deutscher Männer. — Edmund Sabott: Einer muß weichen. Roman. 231 Seiten. Geh. 2.40, Ganzleinen 3.50 Mark. Verlag Scherl, Berlin SW 68, 1936. — (301.) — In einem großen Jndustriewerk bei Berlin hat man sich an den Gedanken gewöhnt, daß der Sohn des Inhabers in Amerika verschollen sei, und daß sein Detter einst die Leitung übernehmen würde. Die Arbeit geht in ruhigen Bahnen — bis der verlorene Sohn heimkehrt. Die Spannung, die durch das Zusammentreffen der beiden Männer entstand, greift um sich, von den Bürozimmern bis in die riesigen Maschinenhallen. Als dann plötzlich eine Frau aus Amerika auftaucht und die Verwirrung auch in die Familie hineingetragen wird, kommt es zur Entladung. Die Ereignisse überstürzen sich, der Kampf zwischen den beiden beginnt, — „einer muß weichen"! Hiervon erzählt Sabott in seinem fesselnden Roman. — Gustav Böhm: Die Apotheke zum silbernen Mond. 104 Seiten. Kart. 1,70, geb. 2,40 Mk. Haas & Grabherr, Verlag, Augsburg. — (285) — „Die Apotheke zum silbernen Mond" steht in einem Marktflecken des Voralpenlandes, von einem alten, schrulligen Kauz von Apotheker peinlich betreut. Seine schöne Nichte, die ihm den Haushalt führt, möchte er gerne für immer an sich binden. Wie er sich dabei verrechnet und in seiner Blindheit allerhand Situationen schafft, ist köstlich Der mit der Wahrnehmung der Geschäfte des Reichswirtschaftsministers beauftragte Reichsbank- prafibent Dr. Schacht wird sich am 14. d. M. im Flugzeug nach Ankara begeben, um den Besuch des Präsidenten der Türkischen Staatsbank in Berlin zu erwidern. Dr. Schacht wird sich mit der türkischen Regierung über die Entwicklung der deutschtürkischen Handelsbeziehungen aussprechen. der sich dem malerischen Tal glücklich einfügt. Von großer Bedeutung sind die Sportanlagen. Im Nordwesten der Stadt entstehen Rennbahn und Stadion, von dessen Tribünen aus Tausende bereits beim letzten Nationalfest dem großen Aufmarsch vor dem Staatspräsidenten beiwohnten. Daneben beginnt der Bau der von Professor Jansen in allen Einzelheiten ausgearbeiteten Jugendparkanlage. „Ein weites Wasserbecken wird durch Kaskaden gespeist. Schattenspendende Baumterrassen staffeln sich zu ihm hinab. Ein Parkrestaurant, eine Anzahl kleinerer Spielplätze, eine Orangerie, ein Naturtheater und ein Ausstellungspark vervollständigen das Bild einer Schöpfung von beglückender Abwechselung." Die Eingliederung der vielen Bauten für Staat und Gemeinschaft in den Gesamtplan war eine der wichtigsten stadtbaukünstlerischen Aufgaben. Die Vereinigung aller Staatsbehörden in einem Bezirk, den viele europäische Hauptstädte vergeblich wünschen, ist in Ankara durch die Schaffung des Regierungsviertels verwirklicht. Eine vielgestaltige Gruppe von Bauten zieht sich im Süden der Stadt einen gleichmäßig ansteigenden Hügel hinauf. Den machtvollen Abschluß wird der Monumentalbau des Parlaments bilden. Zielpunkt und Sinnbild des gesamten Stadtbildes bleibt die Burg, die zeitlos und ehrfurchtgebietend das Getriebe der Gegenwart überragt „Sie zu erhalten und in ihrer Bedeutung zu steigern, ist Wille des Plangestalters. Es wird die Zeit kommen, da man sie zum Nationalheiligtum erhebt. Dann erst wird man den Kleine politische Nachrichten. Der Führer und Reichskanzler hat Seiner Majestät dem König und Kaiser Viktor Emanuel seine aufrichtigsten Glückwünsche d um Geburtstag telegraphisch übermittelt. Deutsches Verlagshaus Bong terin rechtfertigt eine gute Empfehlung an alle , zo.nx <^- Bücherfreunde. B. Die neue türkische Hauptstadt Ankara entsteht unter der Leitung des bekannten deutschen Städtebauers Professor Hermann Jansen, der in dem internationalen Wettbewerb für den Generalbebauungsplan, den die türkische Regierung im Jahre 1928 ausgeschrieben hatte, Sieger wurde. Wie sehr die türkische Regierung mit der bisherigen Leistung zufrieden ist, geht daraus hervor, daß sie Prof. Jansen kürzlich die Planung der gesamten Umgebung Ankaras im Umkreis von etwa zwanzig Kilometer übertrug. Dieser Beweis der überragenden Stellung deutscher Stadtbaukunft im Ausland ist auch vom wirtschaftlichen Standpunkt aus zu begrüßen, da meist größere Vergebungen für Gebäude, Straßen, Brücken und Maschinen an deutsche Firmen darauf folgen. Es hat ein besonderes Interesse, wenn der langjährige Mitarbeiter von Professor Jansen, Dipl.-Jng. Alfred C u d a, der ihn auf seinen Reisen durch die Türkei begleitet hat, über das Werden der neuen türkischen Reichshauptstadt in der Novembemummer von „W e - ftermanns Monatsheften" einen eingehenden Bericht mit Plänen und Bildern veröffentlicht. Ankara, die Hauptstadt des durch Kriege und Raubbau verwüsteten Anatolien, hat im Laufe ihrer Geschichte einen oftmaligen Wechsel zwischen Blütezeit und Verfall, Aufbau und Zerstörung erlebt. Schon die Griechen und Römer hatten auf dem Burghügel, der die Stadt überragt, Tempel gebaut. Die unvergängliche Kraft, die die Stadt so bewiesen hatte, bewog Atatürk, sie zur neuen Hauptstadt der jungen Türkei zu machen, und so bedeutet das Jahr 1923 in ihrer 6000jährigen Ge- schichte den Beginn einer neuen Epoche friedlicher Aufbauarbeit. Jetzt drängten sich die Häuser nicht mehr eng an den Schutz gewährenden Burghügel, sondern dehnten sich weithin in die Ebene aus. Wo einst armenische Weinbauern dem kargen Boden Fruchtbar- feit abrangen, wächst eine moderne Villenstadt empor: Atatürk selbst wählt den Bergabhang von Cankaya, fünf Kilometer von der Burg entfernt, als Wohnplatz; hier entsteht auch das Gesandtschafts und Regierungsviertel, und es schließen sich Siedlungsgebiete an. Es entsteht ein Wohnviertel mit Grünflächen, Parkanlagen, Erholungsgebieten mitten in einer Steppenlandschaft, in der meilenweit kein Baum und keine Quelle zu finden war. Um das Wasser hierfür zu gewinnen, werden Talsperren gebaut und Quellwasser aus den fernen Bergen in die Stadt geleitet. Durch Trockenlegung der Sumpfgebiete wird die Malaria beseitigt. Was die Kenner der früheren trostlosen Steppe als hofnunglos angesehen hatten, ist heute Tatsache geworden: Ankara ist eine Hauptstadt, in der selbst anspruchsvolle Europäer heimisch werden können. Man trifft hier die schnittigsten Kraftwagentypen als Droschken, musterhafte Autobusver- binbungen im Fünfminuten-Derkehr, und der türkische Verkehrsschutzmann waltet mit größter Selbstverständlichkeit seines Amtes, nur daß er gelegentlich noch Eseltreiber und Büffelkarren zu weisen hat. Seit 1929 ist die Anzahl der Einwohner von 60000 auf 13 4 0 00 im Jahre 1935 gestiegen. Mit der mühevollen Kleinarbeit für die Erhaltung und Gesundung des geschichtlichen Stadtbildes geht Hand in Hand der Ausbau zu einer betriebsamen Stadt unserer Zeit. Das Hauptver- kehrsnetz war durch geschichtliche Karawanenwege vorgezeichnet; denn durch seine zentrale Lage in Herzen Klein-Asiens bildete Ankara seit jeher den Kreuzungspunkt des Durchgangsverkehrs von Norden nach Süden, vom Schwarzen Meer zum Mittelmeer und vom Aegäischen zum Kaspischen Meer. Diese Hauptverkehrsstraßen wurden neuzeitlichen städtebaulichen Erkenntnissen gemäß tangential an der Altstadt vorbeigeführt, so daß sie diese mit ihrem starken Verkehr nicht beeinträchtigen. Der Felsen der 200 Meter über der Stadt gelegenen Burg senkt sich an seinem Nordende in steilem Abfall hinab zum Bent-Deresi-FlUß, dessen Wasser schon von den Römern gestaut wurde; die noch vorhandenen Reste dieser Staumauer werden jetzt als Grundstock zu einem Badeweiher benutzt. geschildert. Die Personen, dke in Erscheinung treten, sind lebenswahr und herzerfrischend gezeichnet, daß man die Handlung wirklich mitzuerleben glaubt. — Deutsches Wandern. Bildkalender in mustergültigem Buchdruck, zusammengestellt von Wilhelm Kreutzer. 56 Kunstdruckblätter zum Ab» reißen. Preis 1,80 Mark. — Freudenborn. Das beliebte Jugendjahrbüchlein zur Pflege der Heimatliebe und deutschen Volkstums, bearbeitet von Ernst Gilbricht. 48 S. mit farbigem Umschlag. Preis 10 Pf. — Ränzlein. Das fröhliche Jahrbüchlein für Jungen und Mädel. Don Otto Scholz. Mit vielen Bildern von Ilse Mau. 48 S. mit buntem Umschlag. Preis 10 Pf. — Heinzel - mann. Allerhand aus Kinderland. Das entzückende Lese- und Malbuch für die Kleinen. Don Otto Scholz. Mit vielen Zeichnungen zum Ausmalen von Ilse Mau. 48 S. mit buntem Umschlag. Preis 10 Pf. — Herausgeber: Reichsverband für Deutsche Jugendherbergen, Berlin NW 87, Verlag: Wilhelm Limpert-Derlag, Berlin SW 68. — (272) — Jetzt liegen wieder die beliebten DJH.-Jahrweiser für 1937 vor, die allgemein mit Spannung erwartet werden. Der Freundeskreis dieser vortrefflich zu- sammengestellten Ausgaben wird immer größer. Echte künstlerische Schau verbindet sich harmonisch mit würdiger literarischer Volkskunst und deutsche Jugend wird volksbewußt in die deutsche Heimat gestellt. Der Jahrweiser „Deutsches Wandern" ist wieder ein wertvolles Schmuckstück, zeigt die Schönheit des deutschen Landes und erzählt von dem frohen Treiben gesunder deutscher Jpgend. Besonders interessant sind die eingefügten Wandervor- schlüge, die zum Plänemachen anregen. Der „F r e u d e n b o r n" bringt der Jugend vom 12. Jahr an das beste an Gedichten, Erzählungen und Berichten, getragen vom Geiste der Hitlerjugend. Das „Ränzlein" ist so recht nach dem Herzen der Jungen und Mädel geschaffen. Der „Hein- jelmann" ist echt kindertümlich, die Verse haben in ihrer Freude am Klang der Muttersprache nahen Volkston, wie ihn Kinder lieben. Dazu der klare, große Druck und die ausmalbaren Zeichnungen. — Hadrian Maria Netto: Leben jenseits der Liebe. Preis in Ganzleinen 4 Mark. Verlag Ullstein, Berlin. — (349) — Ein einsamer Mann, der abseits der Menschen und jenseits der Liebe nur in Gedanken an Wiederoergeltung und Rache hebt, heiratet die Tochter seines alten Gegners, um in dem Mädchen noch den Vater zu treffen, in dem er die Tochter zu seinem „Eigentum" macht. In der Ehe aber kommt auf beiden Seiten die Liebe. Die ganze Problematik dieser Ehe schildert Netto lebendig und spannend. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Die vom Atlantik ausgehende Wirbeltätigkeit setzt sich nicht nur fort, sondern erfährt zunächst sogar eine Verstärkung. Die am Mittwoch eingetretene leichte Besserung bleibt daher nur ganz vorübergehend und wird bereits am Donnerstag wieder mehr regnerischem Wetter Platz machen. Auch,weiterhin bleibt das Wetter sehr unbeständig. Aussichten für Donnerstag: Zunächst bedeckt und regnerisch, dann wieder mehr wechselnd bewölkt mit einzelnen Schauern, bei südlichen, später auffrischenden und nach Westen drehenden Winden zunehmend mild. Lufttemperaturen am 10. November: mittags 8,6 Grad Celsius, abends 7 Grad; am 11. November: morgens 4,9 Grad. Maximum 8,6 Grad, Minimum heute nacht 3,9 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 10. November: abends 6,9 Grad; am 11. November: morgens 5,1 Grad Celsius. — Niederschläge 0,8 mm. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. 2). 21. X. 36: 10 000. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. flr.: wertvoll durch ne sondern ihre 2li Wtion. schlacht vor un|i verschal viele $ strie, bei werte erreicht,; w $in ® hi tin11 ** Auch öer nach t>eu nicht abe Es war < daß in l Als be nationalh sehr bald sich bei einen 2 diese 2Iu| optimism national^ Voraussa schastliche der Ar! dem freie sondern d führung | tiyen, hat Atzen er wnot ur MWst Zähren u aelegenhe Lohn uii die Ar um den des gere Diese Wertste! Menschei einqetret Vorhände mobil mc sorgfältig dm, an am brina v in bmi W'rchch Um lösen, gen i jahres sicherst Grünt morde dert r düng sollte. Setriel Preise von 1.00 - 3.00 RM. 20-22.30 9. Freit - Miete ErstanHührnng Der Bogen des Odysseus Schauspiel von Gerhart Hauptmann. Spielleitung: Derlntendant. Preise von 0.65-3,30 RM. 20-22 Erstes Orchester koDzert irere Inf.-Regt. 116 stellt mehrere Näherin sucht Kunden in Flickarbeit aller Art. 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Es war eine Folge dieser weitverbreiteten Auffassung, daß in den Krisenepochen Millionen Arbeiter und Angestllte auf die Straße flogen. Der nationalsozialistische Staat hat das Menschenleben wieder wertvoll gemacht, nicht indem er die Krisenopfer durch neue Almosen wieder hochzupäppeln versuchte, sondern indem er sie arbeiten ließ, indem er ihre Arbeitskraft einsetzte für den Aufstieg der Nation. Mit welch gewaltigem Erfolg diese Arbeitsschlacht durchgeführt wurde, das liegt heute klar vor unseren Augen. Die Erwerbslosen sind nahezu verschwunden, das jährliche Volkseinkommen ist um viele Milliarden gestiegen, die Umsätze der Industrie, der Landwirtschaft, des Handels und Hand-, werks haben fast die Ziffern der Höchstkonjunktur j erreicht, sie teilweise sogar überschritten. Als bereits in den Jahren 1934 und 1935 von nationalsozialistischer Seite prophezeit wurde, daß sehr bald der Zeitpunkt eintreten würde, an dem sich der Ueberfluß an Arbeitskräften in einen Mangel verwandelt hätte, da wurde diese Auffassung vielfach als durchsichtiger Zweckoptimismus abgelehnt. Heute zeigt sich, daß die nationalsozialistische Wirtschaftsführung mit ihrer Voraussage Recht behalten hat. Der natwnalwirt- schaftliche Grundsatz des Dritten Reiches, den Einsatz der Arbeitskräfte und Wirtschaftskräfte nicht dem freien Spiel der Kräfte allein zu überlassen, sondern diese Kräfte nach den Richtlinien der Staatsführung planvoll zu lenken und zu beschäftigen, hat erneut seine Berechtigung und seinen Nutzen erwiesen. Das Verhältnis zwischen Arbeitsvorrat und Arbeitskraft innerhalb der deutschen Wirtschaft hat sich im Verlaufe von noch nicht vier Jahren umgekehrt. Während früher die Arbeitsgelegenheiten fehlten, um das gesamte Volk in Lohn und Verdienst zu bringen, fehlen heute die Arbeiter und besonders die Fachkräfte, um den großen Wirtschaftsaufgaben des Vaterlandes gerecht zu werden. Diese. Entwicklung brachte natürlich eine starke Wertsteigerung der Arbeitskraft und des deutschen Menschen überhaupt mit sich. Es ist der Zustand eingetreten, daß wir alle irgendwie noch im Volke vorhandenen Arbeitsenergien heraussuchen und mobil machen müssen, daß wir diese Energien auch sorgfältig verteilen und einteilen müssen, je nachdem, an welcher Stelle des Wirtschaftsprozesses sie am dringendsten benötigt werden. Nicht Arbeitsbeschaffung, sondern Arb^i^rbeschaffunq heißt die Parole in den nächsten vier Jahren, in den Jahren, in denen nach dem Befehl des Führers die deutsche Wirtschaftsfreiheit erkämpft werden soll. Um dieses Problem der Arbeiterbeschaffung zu lösen, hat Hermann Göring sechs Anordnungen erlassen, die den zur Durchführung des Vierjahresplanes notwendigen Arbeitseinsatz sicherstellen sollen. Die Anordnungen sind aus outen Gründen nicht in die Form eines Gesetzes gekleidet worden, weil sie so leichter und schneller 'abgeändert werden können, falls ihre praktische Anwendung gewisse Modifizierungen erforderlich machen sollte. Sie bilden auch kein Zwangsstatut, das den Betriebsführern oder Gefolgschaftsmitgliedern auferlegt würde, sie lassen vielmehr der privaten Initiative soviel Spielraum, als zur Erfüllung der volkswirtschaftlichen Aufgaben notwendig ist. Daß eine zentrale Stelle, in diesem Falle die Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung bzw. ihr Präsident, sich einen Ueberblick und eine Eingriffsmöglichkeit in den Arbeitsmarkt verschaffen mußte, ist angesichts der besonderen Schwierigkeiten des Rohstoffaufbaues selbstverständlicy. Die Anordnungen enthalten gewisse bindende Vorschriften, welche die Zusammenarbeit mit der Reichsanstalt regeln, aber sie richten zugleich auch durch ihre gemeinverständliche Begründung einen warmherzigen Appell an dos staatspolitische Pflichtgefühl der Unternehmer und Arbeiter. Beide Teile, Unternehmer und Arbeiter, sollen sich gleichermaßen als Arb e i ts b e a u ftr a gt e des deutschen Volkes fühlen und deshalb aus eigener Uebergeugung die Anordnungen beherzigen, die Hermann Göring gegeben hat. Ob es sich nun um die Förderung der Lehrlingsausbildung, um die Lenkung des Facharbeitereinsatzes in gewissen lebenswichtigen Industrien, um die Zurückführung ehemaliger Metallarbeiter und Bauarbeiter in den gelernten Beruf, um die Anzeigepflicht für Bauvorhaben, um die Beschäftigung unserer Angestellten über 40 Jahre oder um die Regelung der Facharbeitersuche handelt, immer kommt es darauf an, die Berufsfreude zu erhöhen, die Arbeitskraft zu verbessern, die Energie an der richtigen Stelle wirksam werden zu lassen und damit überhaupt den Wert des Menschen, des deutschen Menschen im Dritten Reich, zu steigern. Ev. Veseit'sim des Facharbeitermangels. Berlin, 10. Nov. (DNB.) Im Reichsanzeiger vom 9. November sind sechs Anordnungen des Beauftragten für den Vierjahresplan, Ministerpräsidenten Göring, abgedruckt, die die Durchführung des Vierjahresplanes hinsichtlich der Sicher st ellung des Facharbeiternachwuchses, die Sicherstellung des Bedarfs an Metallarbeitern für Staats- und Wirtschaftspolitik bedeutsame Aufträge der Eisen- und Metallwirtschaft, die Rückführung von Metallund Baufacharbeitern in ihren Beruf, die Sicherstellung der Arbeitskräfte und des Bedarfs an Baustoffen für staats- und wirtschaftspolitisch bedeutsame Bauvorhaben, die Beschäftigung älterer Angestellter und schließlich das Verbot von Kennwortanzeigen für die Anwerbung oder Vermittlung von Metallarbeitern und Baufacharbeitern betreffen. Die Anordnungen selbst enthalten keine Strafvorschriften. Wer jedoch den Geboten und Verboten, die in diesen Anordnungen enthalten sind, zuwiderhandelt, wird nach der im Reichsgesetzblatt vom 6. November 1936 verkündeten „Zweiten Verordnung zur Durchführung des Vierjahresplanes vom 5. November 1936" mit Gefängnis und Geldstrafe, letztere in unbeschränkter Höhe, oder mit einer dieser Strafen bestraft. Vor der Presse wies der Präsident der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung S y r u p darauf hin, daß in den Krisenjahren starke Lücken in den Aufbau der Gefolg- schosten gerissen wurden, die zu einer Verringerung der Lehrlingsausbildung führten. Besonders im Eisen- und Metallgewerbe und im Baugewerbe machte sich ein starker Nachwuchsmangel bemerkbar. Durch die Anordnung des Ministerpräsidenten wird nun den genannten Gewerben zur Pflicht gemacht, eine Zahl von Lehrlingen auszubilden, die im angemessenen Verhältnis zu der Zahl der von ihnen beschäftigten Facharbeiter steht. Dabei sollen diejenigen Betriebe, die aus irgendwelchen Gründen Lehrlinge selbst nicht ausbilden können, durch finanzielle Zuschüsse zur Lehrlingsausbildung bei anderen Unternehmungen herangezogen werden. Die Erfahrung hat gezeigt, daß Facharbeiter nur durch eine geordnete Betriebslehre herangezogen werden können — die Umschulungsverfahren haben sich bisher im allgemeinen als ziemlich problematisch herausgestellt. Es hat sich aber auch gezeigt, daß eine ganze Anzahl von fachlich ausgebildeten Metall- und Bauarbeiten nicht in ihren Berufen, fnbern in irgendwelchen anderen Berufen beschäftigt wird. Gerade die Knappheit an Facharbeitern aber zwingt uns, diese Kräfte wieder in ihren Berufen dem Volke nutzbar zu machen. Dazu dient die Anordnung über die Rückführung von Metallund Baufacharbeitern in ihren Beruf, die die Unternehmer verpflichtet, den Arbeitsämtern mitzuteilen, wieviele dieser Fachkräfte bei ihnen b e - rufsfreund beschäftigt werden. Dadurch wird es jedem Facharbeiter möglich sein, wieder in seinem erlernten Beruf tätig sein zu können. Die Durchführung des neuen Vierjahresplanes kann aber nur gelingen, wenn k e i ne Arbeitskraft im deutschen Volke ungenutzt bleibt, heute gibt es noch eine, wenn auch kleine Gruppe fogenanter älterer Angestell - ter (über 40 Jahre), die seit Jahren außer Stellung und ohne Erwerb sind. Das Elend bei diesen absolut leistungsfähigen Angestellten, zumeist Familienvätern, ist noch außerordentlich. Die Anordnung des Minister- präsidenten geht also dahin, diese Arbeitslosen wieder in den Vttrtschaflsprozeß einzugliedern. Die Unternehmer sollen angehalten werden, einen bestimmten Prozentsatz älterer Angestellter in ihre Gefolgschaft aufzunehmen. Auch hier ist damit zu rechnen, datz die Unternehmer genügend staatspolitifches Gefühl haben, um für diese Volksgenossen zu sorgen. Der Stichtag für die Anzeige an das Arbeitsamt ist in den Januar gelegt worden, so daß bis dahin noch manches bisher Äersäumte nachgeholt werden kann. Sollte aber der Appell an die Unternehmer nicht die richtige Wirkung haben, so könnten solche energisch auf ihre Pflicht gegenüber der Allgemeinheit aufmerksam gemacht werden. Es ist selbstverständlich, daß dabei dem Unternehmer nicht Angestellte zugemutet werden, die für die Arbeit nicht tragbar sind. Bei dem allgemeinen Aufschwung der Wirtschaft hat sich herausgestellt, daß für staats- und wirtschaftspolitisch bedeutsame Aufträge der Eisen- und Metallwirtschaft nicht genügend Arbeiter zur Verfügung stehen. Durch das Verbot der Kennwort-(Chiffre-)anzeigen soll der wilden Werbung für die genannten Facharbeitergruppen gesteuert werden. Dadurch soll auch der Abwanderung aus anderen Industrien Einhalt geboten werden. Die Zustimmung für die Gefolgschaftsvermehrung kann nach der staats- und wirt- schaftspolitischen Bedeutung der hierzu führenden Aufträge erteilt werden. Eine (vierte) Anordnung regelt die Sicherstellung des Bedarfs an Baustoffen für staats- und wirtschaftspolitisch bedeutsame Bauvorhaben. Hier tritt vom 1. Dezember 1936 eine Regelung der privaten und öffentlichen Bauvorhaben ein. Die Verordnung soll ermöglichen, sich ein Bild über die kommenden Bauvorhaben zu machen, so daß sie entsprechend ihrer Wichtigkeit — bei Wertung aller in Frage kommenden staatlichen, wirtschaftlichen, kulturellen usw. Faktoren — erstellt werden können. Präsident Syrup schloß mit der Hoffnung, daß dieser starke Appell an die Vernunft und das staatspolitische Gefühl der Unternehmer nicht ungehört verhallen wird und daß der Staat nur in den allerseltensten Fällen gezwungen sein wird, durch regelnden Zwang einzugreifen. Wirischast. Der Arbeitseinsatz im Oktober. Berlin, 10. Nov. (DNB.) Der Monat Oktober hat nach dem Bericht der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung eine Zunahme der Zahl der Arbeitslosen um rund 40 000 gebracht. Der winterliche Anstieg der Arbeitslosigkeit setzte damit später und erheblich schwächer ein als im Vorjahre, in dem er schon im September begann und im Oktober bereits rund 115 000 betrug. Ende Oktober 1936 wurden bei den Arbeitsämtern 1 076 000 Arbeitslose gezählt, d. h. über Dreiviertel Millionen weniger als am gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. Auf 1000 Einwohner entfielen nur mehr 16,3 Arbeitslose gegenüber 27,7 im Vorjahre. An der geringen Zunahme waren die ungelernten Arbeitskräfte allein mit rund 21000 beteiligt. Im Gast- und Schankwirtschaftsgewerbe brachten die Beendigung der Kur- und Reifezeit und die Pause vor der Wintersaison den jahreszeitlich üblichen Rückgang im Arbeitseinsatz. Auch im Verkehrsgewerbe kamen vereinzelt jahreszeitliche Einschränkungen vor. In dem noch immer vollbeschäftigten Baugewerbe ergab sich am Stichtag eine Zunahme um rund 17 000 Arbeitslose, die in der Hauptsache auf Freisetzungen von Angehörigen der Baunebengewerbe zurückzufuhren ist. In den vorwiegend konjunktur- abhängigen Berufen wirkten die Auftriebskräfte unvermindert fort, besonders die Metall- und Maschinenindustrie blieb voll beschäftigt. Hier sowohl als auch im Baugewerbe hielt der Mangel an Facharbeitern unvermindert an. Erfreulicherweise haben auch das Spinn- ftoffgemerbe und insbesondere das B e k l e i - dungsgewerbe infolge günstigerer Beschäftigung eine größere Anzahl Arbeitskräfte neu eingestellt. Rhein-Mainische Börse. Ittiffagsbörfe behauptet. Frankfurt a. M., 10. Nov. Auch heute war das Geschäft an der Börse sehr klein. Die Kurse wichen nur um Bruchteile v. H. ab, wobei die Grundtendenz am Aktienmarkt jedoch eher freundlich war. Zwar blieb die Kundschaft weiterhin zurückhaltend, indes zeigte sich beim berufsmäßigen Börsenhandel etwas Neigung zu kleinen Rückkäufen. Die ersten Notierungen setzten nicht ganz einheitlich, überwiegend aber mäßig höher ein, und später folgten meist weitere mäßige Besserungen. Montanwerte wichen anfangs um 0,25 bis 0,50 v. H. ab. Von Kaliwerten gewannen Westeregeln 1 v. H. Die Farben-Aktie blieb mit 173 voll behauptet. Don Gute Möbel bei Koos Giessen Schulstn6 Martinsganse. Ium Martinstag am Arn 11. November begeht die Kirche den Todes- und Gedenktag des heiligen Martin von Tours, der, 316 in ©teinamanger in Ungarn aeboren, als junger Soldat ein zügelloses Leben führte, nach seiner Erweckung und Bekehrung aber die Einsamkeit suchte, um die Vergehungen der Jugend zu sühnen. Als frommer Klausner wundertätig wirkend, lenkte er die Aufmerksamkeit des Volkes auf sich, das ihn 371 zum Bischof von Tours ausrief. Wie die Legende berichtet, zog ein Volkshaufe aus, dem Einsiedler die Würde anzutragen; bescheiden wie er war, verkroch er sich unter eine Herde Gänse, die aber als kluge und fromme Tiere sein Versteck durch Geschrei und Geschnatter verrieten. Dessen zum Gedächtnis hielt man seitdem allerorten einen großen Schmaus, als dessen Krone eine knusprig gebratene Gans erschien — so erhielt die Gans den Namen „Martinsvogel", wozu jedoch nicht weniger der Umstand beigetragen haben mag, daß sie um Martini herum den Höhepunkt ihrer Entwicklung und ihres Wohlgeschmacks erreicht, also zum „Küchen- vogel" am geeignetsten ist. Geschichtlich erwähnt wird die Martinsgans zuerst in den Jahrbüchern des Klosters Corvei bei Höxter an der Weser; im Jahr 1171 schenkte Ulrich von Saalenberg den Corveier Mönchen, deren Prior er war, zum Fest des hl. Martin eine lebensgroße Gans aus getriebenem Silber mit roten Rubin- Augen, ein Erzeugnis der kunstreichen Stadt Nürnberg, deren Edelschmiede schon zur Hohenstaufenzeit großen Ruf hatten. In den folgenden Jahrhunderten war es in den Landgemeinden Brauch, dem Pfarrherrn zum 11. November eine fette Gans zu verehren; in einigen Gegenden hat sich diese Hebung dis zur Mitte des letzten Jahrhunderts erhalten, doch war es hier meist eine sogenannte „Zins-" ober „Gastgans", zu deren Abgabe einzelne Höfe verpflichtet waren. „ v , Die Martinsfeiem der Klöster standen im Mittelalter im Ruf besonderer Ueppigkeit, doch auch der Bürger ließ an diesem Tage, als dem Beginn des winterlichen Jahres „etwas draufgehen , und die Gepflogenheiten der Festgenossen machten dem Beinamen des Festes als „Speckmarten alle Ehre. Am 12. November 1557 brannte am Perlachturm in Augsburg ein Haus bis auf die Grundmauern nieder: „...solches hatten die Knappen, da sie jchwermeten und Marttnsnacht hielten, verwahrloset". In Liebenzell im Württemdergischen Schwarzwald fand am Martinstag ein ausgiebiger Umtrunk mit obligatem Gänseessen statt, zu dem der Rat den Wein und die Gänse lieferte „in Anhofs- nung hinfüro süeßer Ruh und Einigkeit". Da man aber bei der Marttnsfeier des Jahres 1793 des Guten zuviel getan hatte und die erhoffte „füeße Ruh und Einigkeit" infolgedessen in die Brüche ging, verbot die Obrigkeit „hinfüro" die Abhaltung der Schlemmerei. Wie eng die Feier des Martmstages mit der Gans verbunden war, geht aus der Tatsache hervor, daß man ehemals in verschiedenen Landschaften das feierliche Einläuten des Festes am Vorabend des Martinstages das „Gänseläuten" nannte. Das Geläut war für die Gänse, was für den Delinquenten einst das „Armefünderglöckchen" bedeutete. Don dem Umfang der Marttnsfeier in einem ganzen Landstrich aber gibt das Tagebuch des Halberstadter Ratsherrn Erasmus F r e y e r aus dem Jahr 1672 ein anschauliches Bild. Er befindet sich mit einem Begleiter zu Pferde auf der Reise nach seiner Vaterstadt Frankfurt a. M., als er am Martinsabend in die Nähe von Mühlhausen in Thüringen gelangt: „... von Dorf zu Dorf frug ich, was in aller Welt denn der starke Rauch aus allen Kaminen, das Geläut der Glocken und der Gansbratengeruch bedeute. Erhielt aber zur Antwort nur ein verständnislos Lächeln und dumme Gestus mit der Hand nach der Stirn. Kaum aber erreichten wir das Städtchen, so hörten wir ein allgemein sausendes Getümmel, als wäre ein groß Unglück geschehen. Aus allen Häusern kam der lieblichste Duft gebratener Gänse. Da fiel mir ein, daß Martinstag sei. Macht Euch die Rechnung von allen Städten und Dörfern der ganzen Gegend und berechnet danach die Zahl der Gänse, denen dieser Abend das Leben kostete; die Zahl geht in die Tausende." Im Lüneburgischen galt sogar seit alters das Wort: „Die Gans ist ein dummer Vogel — für einen zuviel, für zwei zu wenig" — was für die Berechnung der zu einem „heftigen" Festessen erforderlichen Braten einen Maßstab ergibt. Die Sitte des Gänseessens am Martinstag aber erstreckte sich zu jener Zeit über ganz Deutschland und Oesterreich, Skandinavien und England: „Was haben die armen Gänse getan, Daß so viele müssen ihr Leben Ian? Die Gäns mit ihrem Dabern Sankt Martin han verraten, Daraus tut man sie braten." Unsere Hausgans hat inzwischen eine gewisse Einbuße erlitten, zwar nicht in der küchenmäßigen Schätzung, wohl aber als Zuchttier, was mittelbar in der Aufteilung der Gemeindeweiden bei der ftaatli^en Flurregelung im 19. Jahrhundert seinen Grund hat. Die Zeit der großen Gänseherden, die unseren Tiermalern, wie Heinrich von Zügel, Fritz von Uhde, Rosa Bonheur und anderen, prächtige Vorwürfe zu lebensvollen Tierbildern geliefert haben, ist vorüber; das war damals, als bie Zucht der leichtbeweglichen Landgänse vorherrschte, die sich zur Weide weit in der Feldmark über Stoppelbreiten und Brachäcker verloren, was den Grundsätzen neuzeitlicher Bodenbenutzung nicht mehr entspricht. Nur im Elsaß mit seinen zahlreichen grünen Huden und Drieschen und den jedem Dorf zugehörigen weiten „Gänseangern" begegnet man auch heute noch Herden von mehr als fünfhundert Stück, deren fiebern d-n Pastetenfabriken von Straßburg und Kehl zugeführt werden. Die deutsche fianbgans, an die eine reiche volkstümliche Spruchweisheit anknüpft, ist nur in wenigen entlegenen Landschaften erhalten geblieben; schwerere Rassen, die die Haltung auf engerem Raume gestatten, sind an ihre Stelle getreten und ihr Blut ist auch mehr oder minder in die Landgansherden übergegangen. In Ostpreußen gilt das Brustbein der Martinsgans noch heute als maßgebender Ansager für die Witterung des kommenden Winters: Ist es hell und klar, gibt es einen strengen Winter, mit zahlreichen hellen Frosttagen, ist es dunkel und undurchsichtig, steht viel Schnee bevor. Wenn die Gänse laut schreiend ins Wasser laufen, erwartet der Landmann Regen. Auch die Witterung des Mar- ttnstages gilt in Verbindung mit der Gans als Wetterherold: „Wenn die Gänse Marttni auf dem Eise stehn, Müssen sie Weihnacht im Schlamme gehn". Franz Kotzen. Zeitschriften. — Recht i st, was dem Volke dient, setzt Reichsleiter Buch, der Oberste Parteirichter der NSDAP., im neuesten Heft (November 1936) der Zeitschrift „Neues D o l k", Blätter des Rassenpolitischen Amtes der NSDAP., auseinander. Ein hübsch bebilderter Aufsatz befaßt sich mit der Ples- fenburg, der neuen Reichsschulungsburg der Deutschen Arbeitsfront; dann wird in Beispielen und Gegenbeispielen gezeigt, wie die deutsche Kunst in der' Zeit der roten Herrschaft bis zur Scheußlichkeit und Widersinnigkeit entartet war. Reine und schöne Rasse wird in ausgesuchten Bildern gezeigt. An die ruhmreiche deutsche Vergangenheit knüpft eine Dar- fteUung der deutschen Wappengießerkunst an. Das Kind in seinem Wesen führen zwei Bilderseiten vor: „Erkki vom großen Soima". Alles in allem bietet auch djeses Heft viel Belehrendes und Aufklärendes. Auf der Tintenfischjagd. Als ein Leckerbissen galt schon bei den Römern des Altertums der Tintenfisch oder Pulp, und auch heute noch wird das Fleisch der jüngeren Tiere in der italienischen Küche hochgeschätzt. Ihr Fang ist aber nicht leicht, da die vielarmigen Tiere sehr beweglich sind und sich durch Ausspritzen ihres Tintenbeutels ihren Verfolgern entziehen oder auch durch das Farbenspiel ihrer Haut unkenntlich machen können. Der Fang wird auf verschiedene Weise von den italienischen Fischern ausgeübt. Man kann ihn unmittelbar an der Küste betreiben, indem man reusenartige Körbe ins Meer legt und sie nach einiger Zeit wieder herausholt. Da der Erfolg hierbei jedoch meist gering ist, verlegen die Fischer ihre Jagd auf den Tintenfisch auch aufs offene Meer hinaus, was sie mit ihren kleinen flachen Ruderbooten allerdings nur bei ruhiger See wagen dürfen. Da der Pulp sich den Tag über in den Spalten der Felsküste verbirgt, erfolgt die Jagd am besten in der Nacht. Das Boot fliegt im Mondschein mit kaum hörbaren Ruderschlägen dahin. Vorn im Boot wirft eine Azetylenlampe ihr grelles Licht auf die Wasserfläche. Neben der Lampe kauert der Fischer und sucht in ihrem Licht die Fluten ab. In der linken Hand hält er einen Stab, an dessen Spitze eine weiße Muschel angebracht ist, während die Rechte eine eiserne Gabel umschließt, die fünf bis sieben Spitzen aufweist. Sobald der Fischer einen Tintenfisch erspäht, hält er ihm die weißblinkende Muschel im Wasser entgegen, der raubgierige Pulp stürzt sich auf die Beute, und in diesem Augenblick wird er von der Fanggabel des Fischers durchbohrt. Die mit Saugnäpfen versehenen Arme des verwundeten Tieres winden sich mit blitzartiger Schnelligkeit um die Gabel, und es sucht sich mit aller Anstrengung zu befreien. Aber der Fischer, der seine Gewohnyciten kennt, zieht schnell den aufgespießten Polypen aus dem Wasser und löst die Arme des Tieres, die äußerst fest an Gabel und Stiel haften. Da der Tintenfisch ein sehr zähes Leben hat und trotz schwerer Verwundungen noch weiter lebt, muß der Fischer vermeiden, mit den Fingern dem Maule zu nahe zu kommen, da er sonst empfindliche Verletzungen davon tragen würde. Es ist ein eigenartiges Schauspiel, einem solchen Fange beizuwohnen. Die langen Arme bewegen sich mit erstaunlicher Geschicklichkeit, dabei ist Der ganze Polyp in äußerster Aufregung, unaufhörlich ziehen Farbwellen über den Körper, und die Augen lassen die Wut und die Aufregung des Tieres erkennen. Tlettrowerten bröckelten Siemens 0,75, Felten 0,25 v. H. ab, Gesfürel, Schuckert und AEG. lagen voll behauptet. Im einzelnen eröffneten Deutsche Linoleum 1,75, Kunstseide Bemberg 0,50, Cement Heidelberg 0,50, Bank für Brauindustrie 1, Muag 0,50, Westdeutsche Kaufhof 0,13 v. H. höher, während Reichsbank 1, Zellstoff Waldhof 0,75 und Daimler Motoren 0,25 d. H. nachgaben. Bon Auslandwerten waren Chade A bis C weiter etwas erholt mit 321,50 (318), dagegen bröckelten Aku 0,25 v. H. und Otaoi etwa 1 RM. ab. Der Rentenmarkt blieb gleichfalls sehr ruhig. Etwas schwächer lagen Altbesitz mit 118,59 (118,90), auch Kommunal - Umschuldung waren mit 89,75 bis 90 eher angeboten. Zertifizierte Dollar- Bonds bröckelten noch leicht ab. Bon Auslandrenten notierten 4proz. Ungarn Gold 11 (10,90), 5proz. innere Mexikaner 6 (6,25), 4,5proz. Irrigation 9,13 (9,25), 4proz. Mexikaner 9,75 (9,50). Im Verlaufe war die Haltung am Aktien- mark't vorwiegend freundlich, das Geschäft konnte sich teilweise etwas beleben. Nachfrage fanden neben einigen Montanwerken die meisten Elektroaktien bei Kursbesserungen von 0,50 bis 1 v. H. Lebhafter waren AEG. Etwas fester waren ferner JG.-Far- den mit 174 nach 173, Zellstoff Waldhof mit 164 bis 165 nach 163,25, Cement Heidelberg mit 165 nach 164,50. Von Auslandwerten Chade 326 nach 321,50, Aku 82,50 nach 81, Otaoi kamen mit 39,25 (39,50) nach anfangs etwa 38,50 zur Notiz. Die erst später notierten Werte lagen etwas uneinheitlich, aber meist höher. Fest waren Rheinmetall mit 154 bis 154,50 (152,50). Für variable Renten ergaben sich bei anhaltender Geschäftsstille keine Veränderungen. Der Pfandbriefmarkt blieb durchgehend voll behauptet. Stadtanleihen waren nicht ganz einheitlich, höher 4,5proz. Heidelberg 92 (91,75), 4,5proz. Mainz von 1926 94,50 (94,25), 4,5proz. Darmstadt von 1926 92,40 (92,25), dagegen 4,5proz. Darmstadt von 1928 94,50 (95). Im Freiverkehr nannte man Adlerwerke 105, Pokorny 123,50, Wayß & Freytag 125, Gro- wag 91 Geld, VDM. 152. Tagesgeld unverändert 2,5 o. H. Abendbörse wenig verändert. Die Abendbörse wies nur kleines Geschäft auf. Die freundliche Stimmung konnte sich jedoch erhalten, die Kurse waren gegen die letzten Mittags- Notierungen nur wenig verändert. Weiter etwas Gefragt wurden Montanpapiere, Verein. Stahl 124,40 bis 124,90, Hoesch 121 bis 121,50, Buderus 124,50, Mannesmann 117,65. Auch einzelne Elektroaktien blieben beachtet, AEG. 41 bis 41,13, Gesfürel 146,50 bis 146,75, Schuckert 163,25, Licht und Kraft 159,50. Farben-Jndustrie zu 174,13 voll behauptet. Im Einklang mit der Abschwächung in Amsterdam ermäßigten sich Aku auf 81 (81,90, Frankfurt 82,50). Am Einheitsmarkt zogen Filial-Großbanken etwas an, DD-Bank 110,50 (109,75), Dresdner Bank 108 (107,50), Commerzbank 109,50 (109,25); ferner stiegen IG. Chemie Basel volle auf 166,25 (163,50). Der Rentenmarkt lag sehr ruhig. Etwas Geschäft hatten ungarische Werte, Goldrente 11,40 bis 11,60 (11,20), 1914er 9,65 (9,40). Zertif. Dollar-Bonds lagen z. T. etwas freundlicher, 6proz. Preußen 76 (75,75), 6,5proz. do. 76,50 (76,25). Von Liquidationspfandbriefen 5,5proz. Pfälz. Liquid. 101,40 (101,25). Kinfrermarff in Gießen. Auf dem gestrigen Rinder-Nutzviehmarkt in Gießen standen 428 Stück Großvieh, 156 Fresser und 132 Kälber zum Verkauf. Es kosteten: Milchkühe oder hochtragende Kühe 1. Qualität 450 bis 580 Mark, 2. Qualität 300 bis 400, 3. Qualität 180 bis 270; Rinder Vz= bis Vijährig 100 bis 150, 3/<» bis 2jährig 130 bis 210, tragend 280 bis 450; Kälber bis 2 Wochen 20 bis 25, bis 4 Wochen 35 bis 50, bis 6 Wochen 55 bis 65 Mark. Marktverkauf: Anfangs lebhaft, später abflauend. Nächster Markt: 24. November. frankfurter Obst- und Gemüfemackt. Frankfurt a. M., 10. Nov. Die Gemüse- zufuhren blieben gut. Im Verhältnis zum Angebot war der Absatz nicht befriedigend. Spinat im Preis steigend, sonst unverändert. U. a. notierten: Blumenkohl St. 20—40, Eskarol 5—12, Feldsalat 30 bis 50, Gewürzel gr. Bdl. 30—40, Karotten 3—5, gelbe Kartoffeln 50 Kilogramm 3,00—3,20, Kohlrabi ober 3—5, do. unter 5—6, Kopfsalat unter Glas 5—12, Meerrettich 40—45, Rosenkohl 14—18, Rote Rüben 3—6, Rotkraut 2—4, Sellerie j. n. Gr. 8—35, Spinat 10—16, Schwarzwurzel 20—25, Tomaten (Haus) 35—50, Weißkraut 2—3, do. Filter 2V2—3V2, Wirsing 2'/-—4, Winterkohl 8—10, Zwiebeln 5—6. Ob st und Südfrüchte: Angebot von Aepfeln gut, von Birnen reichlich, in besseren Sorten allgemein geringer. Verkauf langsam, Preise unverändert. Ausl. Traubenangebot gut, Geschäft befriedigend. U. a. notierten: Äepfel I 30—35, II 20—28, Goldparmänen I 30—35, Boskop I 28—32, Renetten 20—25, Schafsnase 16—19, Birnen I 20—28, II 15—18, Clairgeau I 20-25, Mollebusch I 15—18, II 10—12, Diehls Butterbirne 16—18, Kranz-Feigen 25 Kilogramm 10,50—11,50, Haselnüsse 38—45 ital., 30—35 bulgar. Kastanien 18 bis 22, Trauben 20—23 ital., do. blaue 15—16, Walnüsse 38—45 ital., 30—35 bulgar., Zwetschen 20. Die Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 924: Postsendungen mit Weihnachtsoder Neujahrsgeschenken — 925: Neue Verbotsliste für den Winterschlußverkauf 1937. — 926: Umrechungskurse für dänische Valuta-Atteste. — 927: Sechste Durchführungsverordnung zum Devisengesetz. — 928: Aenderung des Verrechnungsverkehrs mit Jugoslawien. — 929: Exportvalutaerklärung für Waren in Einschreibbriefsendungen nach dem Ausland. — 930: Wiederaufnahme des Paketoerkehrs mit Spanien. — 931: Besuch von Vertretern des italienischen Handels. — 932: Neue Bestimmungen für private Verrechnungsgeschäfte und Gegenseitigkeitsgeschäfte. — 933: Neue Umrechnungskurse der schweizerischen Bundesbahnen für Deutschland. — 935: Das Polnische Verrechnungsinstitut. — 936: Die Rede von Dr. Goebbels auf dem Parteikongreß in Nürnberg 1936 „Der Bolschewismus in Theorie und Praxis" liegt jetzt in mehreren fremden Sprachen vor. Anforderungen bitten wir auf der Kammer aufzugeben. — 937: Merkblatt über das Verfahren mit Ausfuhroerbrauchsscheinen und Ausfuhrbedarfserklärungen; Bestellungen bitten wir umgehend bei der Kammer aufzugeben. — 938: Bezeichnungsvorschriften für Polster-Rohstoffe RAL 399 C 2. — 939: Anordnungen 1—6 zur Durchführung des Vier-Iahres- Plans. Betreffend: 1. Sicherstellung des Facharbeiternachwuchses. 2. Sicherstellung des Bedarfs an Metallarbeitern für staats- und wirtschaftspolitisch bedeutsame Aufträge der Eisen- und Metall- wirtschaft. 3. Rückführung von Metallarbeitern und Baufacharbeitern in ihren Beruf. 4. Sicherstellung der Arbeitskräfte und des Bedarfs an Baustoffen für staats- und wirtschaftspolitisch bedeutsame Bauvorhaben. 5. Beschäftigung älterer Angestellter. 6. Verbot von Kennwortanzeigen für die Anwerbung oder Vermittlung von Metallarbeitern und Baufacharbeitern. — 940: Zweite Anordnung zur Marktregelung auf dem Gebiete von viereckigem Drahtgeflecht. — 941: Anordnung 28 der Ueberwachungs- stelle für Lederwirtschaft (Gerbstoffauszüge). — 942: Verordnung zur Regelung des Marktes für Weihnachtsbäume im Jahre 1936. — 943: Anordnung 23 der Ueberwachungsftelle für Bastfasern (Herstellungsoorschriften für Erntebindegarn aus Hartfasern). — 944: Keine Einschränkung der bulgarischen Einfuhr durch die Zusammenlegung der Kompensationslisten. — 945: Neue Währungsmaßnahmen in Rumänien. Erhöhung des Goldpreises — Keine Neubewertung der Devisen. — 946: Fahrpreisermäßigungen zur Pariser Weltausstellung 1937. — 947: Entgegenkommen Dänemarks bei den kurzfristigen Deutschland-Attesten. — 948: Umrechnungskurse der schweizerischen Bundesbahnen, ab 1. 11. 36. — 949: Gültigkeitsverlängerung von italienischen Einfuhrlizenzen. Verbraucher-Höchstpreise für Speisekartoffeln im Gebiet des Kartoffelwirtschasts-Verbandes Heffen-Nassau. Der Kartoffelwirtschaftsverband Hessen-Nassau hat mit einer Anordnung vom 31. Oktober 1936 die Der- braucherhöchstpreise für Speisekartosfeln für das Kartoffelwirtschaftsjahr 1936/37 festgesetzt. In den Städten Frankfurt am Main, Wiesbaden, Mainz, Offenbach am Main, Darmstadt und Bingen betragen die Höchstpreise: Bei Abgabe ab Lager oder Waggon des Empfangsverteilers für weiße, rote und blaue Speise- kartofseln je 50 kg bis zu für gelbe Speisekartoffeln je 50 kg bis zu Bei Zufuhr frei Keller des Verbrauchers oder Kleinverteilers durch die Emp- fangsverteiler für weiße, rote und blaue Speisekartoffeln je 50 kg bis zu für gelbe Speisekartoffeln je 50 kg bis zu Bei Abgabe von 50 kg durch den Kleinverteiler 2,85 RM. 3,15 „ 3,- „ 3,30 „ für weiße, rote und blaue Speisekartoffeln je 50 kg bis zu 3,20 „ für gelbe Speisekartosfeln je 50 kg bis zu 3,50 „ Bei Abgabe von 5 kg für weiße, rote und blaue Speisekartoffeln bis ^u 0,38 „ für gelbe Speisekartoffeln bis zu 0,41 „ In den mittleren Städten und Orten, in denen die Speisekartoffelversorgung überwiegend durch Verteiler erfolgt, kosten: Bei Abgabe ab Lager oder Waggon des Empfangsverteilers weiße, rote und blaue Speisekartoffeln je 50 kg bis zu 2,80 RM. gelbe Speisekartoffeln je 50 kg bis zu 3,10 „ Bei Zufuhr frei Keller des Verbrauchers oder Kleinverteilers durch den Emp- fangsverteiler weiße, rote und blaue Speisekartoffeln je 50 kg bis zu 2,90 „ gelbe Speisekartoffeln je 50 kg bis zu 3,20 „ Bei Abgabe von 50 kg durch den Kleinverteiler weiße, rote und blaue Speife- kartoffeln je 50 kg bis zu 3,10 „ gelbe Speisekartoffeln je 50 kg bis zu 3,40 „ Bei Abgabe von 5 kg weiße, rote und blaue Speife- kartoffeln bis zu 0,37 „ gelbe Speisekartoffeln bis zu 0,40 „ Auf dem flachen Lande und in Orten, in denen die Belieferung der Verbraucher überwiegend durch Erzeuger unmittelbar erfolgt, gilt als Höchstpreis für weiße, rote und blaue Speisekartoffeln je 50 kg 2,60 RM. für gelbe Speisekartoffeln je 50 kg 2,90 „ Der Versandverteilerzuschlag darf höchstens 0,20 Reichsmark je 50 kg betragen und ist in den festgesetzten Verbraucherhöchstpreisen enthalten. Bei lieber- schreitungen der festgesetzten Höchstpreise können durch die Preisüberwachungsstelle Ordnungsstrafen bis zu 1000 RM. für jeden Fall der Zuwiderhandlung ausgesprochen werden. 30 Ähre Gestügelzuchtverem Krofdorf-Gleiberg. Z K r o f d o r f - G l e i b e r g, 10. Nov. Einer der stärksten Geflügelzuchtvereine im heimischen Gau, der Geflügelzuchtverein Krofdorf- Gleiberg kann in diesem Jahre auf drei Jahrzehnte seines Bestehens zurückblicken. Aus diesem Grunde sanden sich die Mitglieder und ihre Angehörigen am Samstagabend im Saale Bender zu einer schlichten Jubiläumsfeier zusammen. Aus der Vereinsgeschichle. Am 31. Otober 1906 wurde der Verein von elf Züchtern gegründet. Innerhalb zweier Monate stieg die Mitgliederzahl auf 35. Durch das rege Interesse konnte bereits am 16. und 17. Februar 1907 die erste Lokalausstellung mit gutem Erfolg durchgeführt werden. Auf zahlreichen weiteren Ausstellungen, sogar auf großen Schauen, erzielten einzelne Mitglieder immer wieder beachtliche Erfolge. Während des Weltkrieges ebbte die Vereinstätigkeit ab, um erst nach dem Kriege wieder aufzuleben. Im Jahre 1924 schlossen sich die Vereine Krofdorf, Wißmar und Launsbach zusammen und gründeten den Geflügelzuchtverband „Lahnbund". Innerhalb dieses Bundes wurden regelmäßig Ausstellungen abgehalten, auf denen sich die Krofdorfer Mitglieder immer erfolgreich beteiligten. Beim politischen Umbruch 1933 löste sich dieser Bund auf, und der Verein gehört seit diesem Zeitpunkt zu der Kreisfachgruppe Wetzlar. Von den Gründern gehören Sanitätsrat Dr. Seipp, Karl Stork, Wilhelm S u ch a n I., Karl Leib, Eduard Abel Ww., Conrad Läu - f e r und Karl Schiefer st ein dem Verein noch als Ehrenmitglieder an. Der Verein hat in der Zeit seines Bestehens sein ersprießlich Teil zu der i lkswirtschaftlichen Fortenwicklung unserer Gemeinde beigetragen, was die Gemeindeleitung dadurch anerkannte, daß sie im Vorjahre einen wertvollen Wanderpreis für beste Gesamtleistung in anerkannten Hühnern-Wirtschaftsrassen stiftete. Mit dem Jubiläum war eine Geflügelschau verbunden, die am Sonntag sich des Besuches weiter Kreise der Bevölkerung erfreute. War diesmal die Beschickung der Schau etwas schwächer als man bas von früheren her gewöhnt war, so liegt das daran — und das ehrt das Bestreben des Vereins — daß sich die Züchter zum großen Teil in einer Umstellung auf W i r t s ch a f t s r a s s e n nach dem Standpunkt der Erzen-' gungsschlacht befinden. Die Erfahrung hat gelehrt, daß die deutschen Rassen die größten Leistungen aufzubringen vermögen. Die prämiierung der Schau nahm Geflügelzuchthalter Otto Södler (Nieder-Gemünden) vor. Den als Wanderpreis von der Gemeinde gestifteten silbernen Pokal für beste Gesamtleistung, sowie den höchsten Ehrenpreis, nämlich den Zuschlagsehrenpreis der Landesfachgruppe für das beste Tier der Ausstellung erhielt Eduard Weber für weiße Leghornhühner. Dieser Züchter, dem damit bereits zum zweiten Male der Wanderpreis zugesprochen wurde, hatte jüngst auf der großen Deutschen Jungtier-Geflügelschau in Hannover mit seinen Tieren einen außerordentlich guten Erfolg, der dem Verein und damit der heimischen Geflügelzucht alle Ehre macht. Die Ergebnisse: Hühner: Chr. Steiß, Lachshühner, Zuschlagsehrenpreis, dreimal sehr gut I, einmal gut. Otto Leib, Wyandotten schwarz, je einmal sehr gut I und gut. Alb. Wagner, Wyandotten blaugold, ZEpr., je zweimal sehr gut und gut, einmal befriedigend. Willi Valentin, Rhodeländer, gut. Wilh. Hasselbach, Rhodeländer, ZEpr. der Geflügelbörse, einmal sehr gut I, viermal gut, einmal befriedigend. Ed. Weber, weiße Leghorn, außer oben genannten Ehrenpreisen zweimal sehr gut I, zweimal sehr gut II, einmal sehr gut III, dreimal gut. A. Dapper, weiße Leghorn, je einmal sehr gut III und gut. K. Weber, weiße Leghorn, je einmal sehr gut I, gut und befriedigend. Willi Pfaff, Rheinländer, ZEpr., zweimal sehr gut I, einmal sehr gut II und zweimal gut. Ludw. Pausch, Rheinländer, je zweimal gut und befriedigend. Herrn. Schmidt, Hamburger silberblau, zweimal gut. Schönheits - Brieftauben: R. Lutz, je zweimal sehr gut I und sehr gut II und einmal gut I. L. Bender, je einmal sehr gut, gut und befriedigend. K. Bittendorf, ZEpr., zweimal sehr gut I, einmal sehr gut II, einmal sehr gut III, einmal gut. Große Kaninchenschau in Lollar. < Lollar, 9. Nov. Die beiden Kaninchen- zuchtvere-ine in Lollar und Daubringen veranstalteten am Samstag und Sonntag im Saale der hiesigen „Germania" ihre diesjährige „Lokale W e r b e s ch a u", welche mit einer Prämiierung verbunden war. Die umfangreiche Schau, beschickt mit bester Zucht, enthielt in 16 Rassen 106 Tiere und in den Produkten von Angorawolle und anderem Pelzwerk 24 Nummern. Bei den Produkten standen ganz hervorragende Erzeugnisse zur Schau. Für die Bewertung der beiden Klassen stand dem Wertungsvichter Wilhelm Ullrich (Gießen) keine leichte Aufgabe offen. Jedoch mit aller Sachkenntnis und Korrektheit erledigte er sich feiner Aufgabe. Das Publikum zeigte großes Interesse an der Schau, so daß die veranstaltenden Vereine mit aller Befriedigung auf diese Ausstellung zurückschauen dürfen. Das Prämiierungsergebnis zeigte nachstehendes Bild: Deutsche Riesenschecken: einen 2. Preis Eberhard Vogel, Nordeck. Deutsche Widder (weiß): 4 Ehrenpreise, einen 1. und zwei 2. Preise: Wilhelm Schultheis. Französische Silber: 3 Ehrenpreise und einen 1. Preis Emil Berkopf, Lollar; einen Ehrenpreis, zwei 1. Preise Wilhelm Münch, Lollar. Deutsche Groß-Silber: Einen 2. Preis Heinrich Lehr, Lollar; einen 1. Preis Wilhelm Schultheis, Lollar; einen 2. Preis Otto Lehr, Daubringen. Blaue Wiener: Einen Ehrenpreis und zwei 1. Preise Otto Lehr, Daubringen. Weiße Wiener: Den Ehrenpreis von der Reichsfachgruppe (Berlin) für das beste Tier dieser Rasse, einen Ehrenpreis und einen 2. Preis Karl Dietz, Lollar; einen Ehrenpreis und einen 1. Preis Wilhelm Schultheis, Lollar; zwei 2. Preise Erich Moos, Lollar. Alaska: Einen 2. Preis Heinrich Richebächer, Lollar. Hasenkaninchen: Einen Ehrenpreis Heinrich Walter V., Daubringen, einen Ehrenpreis Wilh. Opper, Daubringen. Marburger Feh: Einen Ehrenpreis und einen 2. Preis Friedrich Wagenbach, Mainzlar, einen 2. Preis Wilhelm Opper, Daubringen. Klein- Silber (gelb): Einen Ehrenpreis und einen 1. Pr. Ludwig Schäfer, Daubringen, einen 1. und einen 2. Preis Wilhelm Hofmann, Daubringen, einen 2. Preis Karl Rohrbach, Lollar, einen 1. Preis Ernst Momberger, Lollar. Holländer: Einen 2. Preis Karl Rein, Nordeck. Loh kaninchen: Einen 1. und einen 2. Preis Ernst Momberaer, Lollar, einen 1. und einen 2. Preis Heinrich Walter, Daubringen. Zwei Ehrenpreise auf Schwarzrex erhielt Rudi Scherb, Lollar. Kurzhaar: Einen 1. Preis Willi Fey, Lollar, einen 2. Preis Heinrich Karber, Daubringen. Angora: Einen Ehrenpreis und zwei 2. Preise Emil Reichmann, Rüd- dingshausen. In die I u g e n d g r u p p e fielen folgende Preise: Walter Geißer, Lollar, den Reichsfachgruppen- Ehrenpreis. Weiße Wiener: Otto Dietz, Lollar einen 2. Preis. Gelb-Silber: Karl Burk vier 2. Preise. Schwarzloh-Kaninchen: Helmut Fey einen 1. Preis. Bei den Produkten erhielten Ehrenpreise: Rudi Scherb und Erich Moos, beide Lollar, und Emil Reichmann, Rüddingshausen. Datum 6% Deutsche Reichsanlethe o. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 6%% Vvung°An>eihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Ausloj.-Rechten ........... 4Vi% Deutsche Reichöpostschatzan Weisungen von 1934, l * Vx% ehem. 8% Hessischer öolte staat 1929 (rückzahlb. 102%) ... * Vi% ebem. 8% Hessische LandeS danl Darmstadt Gold R. 12... 6%% ehem. 4*/,% Hess. Landes Hypothekenbank DarmstadtLiau. * ¥i% ehem. 8% Darmsl. Komm. Landesb.Goldschuldverschr R.6 Oberhesjen Provinz-Anlethe mii Auslos.-Rechten ............ Deuische Komm. Sammelabl. An leihe (Serie 1 mit Ausloj.-Rechten * */i% ehem.8% Franks. Hyp.-Banl Goldpfe. 16 unkündbar bis 1935 6¥i% ehem. 4%% Franks. Hyp. Bank-Ligu.-Pfandbnese...... 6Vto/O ' ehem. 4%% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpfe. ... * ¥>% ehem. 8% Pr. Landespfand. briefanstalt, Psandbriese R. 19 * Vi% ehern. 7% Pr. Landespfand briefanst., Gold Komm. £61.20 Steuergutich.Berrechnungsk. 84-38 4% Oesterreichische Goldrente... 4,20% Oesterreichtsche Silberrente 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staalsrente v. 1910 4’4% desgl. von 1913.......... 6% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie I.................... Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse Reichsbankdiskont 4 d,S). Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankturt a. M. Berlin Frankfun a. M. Berlin börse kurS börfe 9 11- Datum 9.11- 10-11. 118,9 122,4 99,9 99,9 Hamburg-Amertka-Paket 0 15,65 15,25 15,65 98,75 98,75 97 97 173,4 I 174,25 100,4 109,13 109,5 93 93 130,75 122,5 122,4 122,65 122,9 137,5 97 97 97 97 100,4 100,4 101 100,9 101,13 101 97,5 97,5 97,5 97,5 60,80 61,04 62,62 57,2 t 32,25 Die hinter den Papieren die Dividende an. 109,75 107,5 189,25 138 162,5 200 149 124,5 144 156 121,5 15,5 126,5 166,5 137 157,5 139,75 143,9 15,4 126 126 109 10,9 8,85 10,65 13,75 6 6 6 8 7 165 137 158 140 144,5 15,4 126 148 126,5 117,65 15,4 38 15,5 126,75 125,5 109,25 7 9 6 6 5 39,5 145 137,5 195 172,9 271 130 140,5 153 154,5 124,9 39,5 145 138,5 195 131 141,5 154,5 62,38 57,02 2,471 42,11 54,23 12,145 11,53 133,82 110,5 108 190 Gesellschaft.. Dresdner Bant Reichsbant ... 2,451 41,96 54,01 12,105 11,49 133,28 95 109,8 Schluß« kurs 4 18 95 109,8 95 109,9 95 109,9 148 126 117,25 123,25 143 155 121 109 107 190,75 . 4 . 0 . 6 . 6 0 . 7 0 8 0 0 v 12 11 131,25 141,25 155 101,9 81,9 115,5 163,75 141,5 111,25 123,5 171,5 93,25 62,25 325 201,25 171 138 163,25 201 148,5 167 138,25 159,5 140 146,75 124 143,9 155,5 121,25 198 148,75 126 117,5 174,13 271 131 141,25 155 Schluß, fürs 109,25 107 191 137,9 163 200 148,75 167 138,65 159 140,5 146,75 134 137,65 163 201,5 148,5 I. G. Farben-Jndustrie Scheideanstall........ Goldschmidt Rütgerswerte Metallgeiellschaft . 0 . 5 . 6 7y,| ManSselder Bergbau .. Kokswerke ........... Rheinische Braunkohlen Rheinstahl ........... Bereinigte Stahlwerke. Otavi Mnen ........ Kaliwerke Aschersleben. Kaliwerke Westeregeln. Kaliwerke Salzdetfurth 6y, 155,5 6 — , 12 — .. 4 154,25 8yd 123,75 2,75 11,6 9 9,4 13,4 27 2,9 11,2 8,9 9,25 13,6 Siemens L Halske Lahmeyer L Co. . Philipp Holz mann .... Zementwerk Heidelberg Cementwerk Karlstadt.. Gritzner Mainlraftwerke Höchst a.M.< Süddeutscher Zucker ....... Schlußk. Mittag- börse 26,5 3,4 11,4 9,25 9,65 13,25 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. Hamburg-Südam. Dampfschiff . o Norddeutscher Lloyd .........o A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz- und Privat-Bank ... 4 Deutsche Bank und Disconto- Amerikanische Noten.............. Belgische Noten.................. Dänische Noten Englische Noten Französische Noten Holländische Noten Italienische Noten Norwegische Noten ^"^„?bsterreich, A 100 Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten Schweizer Noten................. Spanische Noten Ungarische Noten Schultheis Patzenhofer ..... Aku lAllgemeine Kunstseide) Bemberg................. Zellstoff Waldhof .......... Zellstoff Aschaffenburg Dessauer Gas ............. Daimler Motoren Deutsche Linoleum Lrenstein & Koppel Westdeutsche Kaufhof Chade.................... Accumulatoren-Fabrik Conti-Gummi............. 10-11 101,4 98,5 102,5 124 1 143 155 121 198 148,5 125,75 117,25 10.11. 156,5 140,5 228,5 154,25 124,65 39,25 144,75 138,5 195,5 9 11- 101,5 98,5 103 A.E.G .......... 0 Bekula 8 Sieht. Lieferungsgesellschaft... 6 Licht und Kraft ............. 7 Fellen L Guilleaume 4 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 6 Rheinische Elektrizität Rhein. Wests. Elektr. Schuckert L Co....... Buderus .......... 4 Deutsche Erdöl 4 Larvener................. 2*4 Hoesck. Eisen-Köln-Neuessen .. 8 Ilse Bergbau ............ x älfe Bergbau Genüsse 6 Klöcknerwerke ............... Mannesmann-Röhren 8 Schlußk. Mittag« börse 10-11. 9-11- 155 139,25 229 154,5 123,75 39,4 144 137,5 195 Frankfurt a.2JL Berlin Schlußkurs Schluß!. Abend« börfe Schlußkurs Schlußk. Mittagbörse Datum 9-11. 10.11. 9-11 10-11. 4% vesgl. Serie 11 ............ 5% Rumän. veretnh. Rente v.1903 4^%.Rumän.vereinh.Rentev.l913 4% Rumänische vercinh. Rente . 2)4% Anatolier ............. 10,65 6,15 33 6,8 10,75 6,1 34 7 10,9 6,3 33,25 7 10,75 6,25 33,75 9-November 10.November Amtliche Notierung Geld | Brief Amtliche Notierung Geld | Brief duenofl Aire Brüssel .... Rio de Ian. Sofia..... Kopenhagen Danzig----- London.... HelsingforS.. Paris ...... Holland ... Italien.... Japan ...... Jugoslawien Oslo..... ; Wien....... Lissabon.... Stockholm... Schweiz ... Spanien.... Prag....... Budapest ... Neuyork ... 0,689 42,08 0,144 3,047 54,12 47,04 12,12 5,35 11,53 133,37 13,09 0,708 5,654 60,91 48,95 11,01 62,49 57,15 21,98 8,771 2,488 0,693 42,16 0,146 3,053 54,22 47,14 12,15 5,36 11,55 133,63 13,11 0,710 5,666 61,03 49,05 11,03 62,61 57,27 22,02 8,789 2,492 Banknoten 0,690 42,11 0,144 3,047 54,17 47,04 12,13 5,355 11,54 133,62 13,09 0,708 5,654 60,96 48,95 11,015 62,54 57,17 21,98 8,771 2,489 0,694 42,19 0,146 3,053 54,27 47,14 12,16 5,365 11,56 133,88 13,11 0,710 5,666 61,08 49,05 11,035 62,66 57,29 22,02 8,789 2,493 101,4 98,5 101,13 98,4 102,75 118,65 122,9 100 100 — 98,75 136,75 137,75 164 165 |136,75 — — _ 102 81,25 81 82,5 114 116 114,25 164 165 163,5 140 141 141 —— 111,75 123 122,75 123 165,5 — 165,25 — 93 61,65 62,5 61,9 318 326 317 200 — 201,25 172 171,5 172 31,75 32,5 1 31,91 202 204 1 tir. 265 Drittes Blatt Giehener Anzeiger (Seneral-Anzetger für Gderhessen- Mittwoch. «.November 1956 Aus dem Reiche der Frau. wundervolle Bäume und Hecken daraus basteln, wenn man das Luffagewebe vorher mit Ostereierfarbe grün färbt. Aus Hölzchen schneidet man die Baumstämme — und aus einer Luffagurke kann man so viele Bäume herstellen, daß sich der Berliner Tiergarten davor verstecken müßte! Einen ganzen Gemüsegarten kann Mutter aus den Abfällen anlegen. Kohlköpfe in allen Farben werden aus Murmeln, die man in Seidenpapier wickelt, gezaubert. Auf dem Boden einer großen Pappschachtel kann man sich als Gartenkünstler produzieren. Mit einer dünnen Schicht Leim wird der Boden bestrichen. Rasen ist grüne Holzwolle. Ein Planschbecken brauchen wir auch noch in unserem Garten. Vaters Zigarettenschachtel aus Blech ist gut dazu geeignet. Man löst den Deckel ab, alle scharfen Stellen werden mit einer kräftigen Schere entfernt. Sorgfältig klebt man Reste von der Luffagurke um den Rand, die man diesmal hellgrau färbt, dann sieht es wie Grottengestein aus! Ein Treibhaus müssen wir natürlich auch haben — wozu sind die Zigarrenkisten oder Schuhkartons da? Für ein paar Pfennige kauft Mutter ein Tapetenmuster, das wie Klinkerbau aussieht. Die Vorderwand der Schachtel wird abgelöst, die Schachtel dann hochgestellt. Aus Pappe werden die Blumenbretter geschnitten, aus Paketknebeln kann man Regale herstellen — oder auch einen undurchdringlichen Gartenzaun. Hier sind der Phantasie keine Schranken gesetzt. Und einen Schornstein brauchen wir auch, denn Treibhäuser werden ja immer geheizt! Sie meinen, der wäre schwer zu beschaffen? Nichts leichter als das: die inneren Teile von Toilettenrollen, diese unscheinbaren grauen Dinger aus Pappe — sie sind prächtige Schornsteine! Sie werden ebenfalls mit Klinker- stein-Tapete beklebt und oben bekommen sie einen glänzenden Rand aus Lackpapier. Zigarrenkisten und Schuhkartons können sich auch in Puppenstuben und Kinderwagen verwandeln, aus Paketknebeln und einem Kleiderbügel kann man Dekorationen für den Puppentisch zaubern — nichts braucht weggeworfen zu werden! In der Kinderstube wird alles gebraucht. Kinder haben eine so lebhafte Phantasie, daß sie sich ein Paradies aus Abfällen bauen können. Aber allein können sie es nicht — die Mutter muh schöpferisch mithelfen! Bastel imden im Kinderzimmer Bon Lore Thogras Nur nicht alles aufheben, nur nicht jedes Endchen Garn und jeden Paketknebel sorgfältig weglegen! Diese Dinge türmen sich zu Haufen und werden zu Tyrannen im Hausyalt! Richtig, liebe Hausfrau: nichts ist schrecklicher als die Schublade, in die achtlos aller Kram gestopft wird, von dem man ganz genau weiß, daß man ihn nie wieder gebrauchen wird. Und doch sage ich heute: Nichts wegwerfen! Man kann sich gar nicht oorstellen, was aus den unnützen Dingen noch alles werden kann! Ich weiß genau, die vielen Paketknebel können nicht alle auf- gebraucht werden, außerdem kommen ja täglich neue dazu. Also, opfern wir ein paar fürs Kinderspielzeug, denn in wenigen Wochen ist Weihnachten! Wenn ein Regennachmittag ist, dann wollen wir einmal die Schublade aufmachen und alle Pappkartons, alte Garnrollen, leere Cremetöpfe und Schachteln heroorsuchen. Sie sollen zu neuem Leben erweckt werden. Die Kinder dürfen ruhig zuschauen, denn es macht ihnen Freude, wenn sie selbst mitschöpfen können. Eine Katastrophe ist in der Kinderstube passiert: die Puppe ist kaputt gegangen! Erst Weihnachten hat Mutter einen neuen Puppenkopf gekauft — jetzt ist er vom Wirtschaftsgeld nicht zu erschwingen. Deshalb weinen wir keine Tränen —: Mutter kann ja zaubern! Das zerbrochene Porzellanköpfchen wird sorgfältig vom Rumpf getrennt. Aus einem feinfädigen Taschentuch, das allerdings nicht mehr so gut ist, daß man es für seinen ursprünglichen Zweck gebrauchen kann, wird der neue Puppenkopf gemacht. Er wird schön fest mit Holzwolle ausgestopft. Ein bißchen Uebung gehört dazu, aber dieses Kunststück hat man bald heraus. Mit Pinsel und präparierter Farbe, die nicht ausläuft, werden Nase und Augen, der rote Mund und die hellen Löckchen gemalt. Das Kind darf selbst bestimmen, ob das neue Püppchen braune oder blaue Augen haben soll. Da liegt eine alte Lufsagurke, sie ist schon zu schlecht, um noch in der Küche oder im Badezimmer zum Scheuern verwandt zu werden. Aber für die Kinderstube ist noch sehr gut. Man kann nämlich Strilksachen. Bon Margot Groß-Hübener Sie gefallen uns immer wieder, diese zarten duftigen Gewebe, die so warm und anschmiegsam find. Die Vielseitigkeit ihrer Verarbeitung ist grofj. Di? Strickindustrie hat in den letzten Jahren eine immer größere Entwicklung erfahren und ist stets . mit der Mode mitgegangen. Fortlaufend werden Entwürfe herausgebracht, die durch Zweckmäßigkeit, einwandfreien Schnitt und Material uuffallen und sich immer größerer Beliebtheit erfreuen. Stricksachen dienen hauptsächlich dem praktischen und sportlichen Zweck. Deshalb werden sie in der Linie schlicht sein. Ihre Wirkung beruht auf Material und Farbenzusammenstellung. Hier entscheidet der persönliche Geschmack der Trägerin, der sich nach Figur und Haarfarbe richten muß. Ein zartlila Bouclöjumper hat einen bischofslila weichfallenden Einsatz, der sich glatt eingearbeitet wie eine Manschette bei den langen Aermeln wiederholt. Ein dazu passender schöner Clip rafft den Ausschnitt. Kremfarbenes Seidengarn wird wie Spitze verarbeitet. Geschmackvoll verteilte pastellene Wollblümchen beleben dieses feinmaschige Gebilde. Eine modische Abwechslung bietet der schwarze oder marineblaue Spenzer, der eine weiße Pikeeweste mit Reversen zeigt. Die immer noch ihren Platz behauptende Zusammenstellung ist beigebraun. Der braune Rock des Strickkostüms ist schlicht und eng geschnitten. Eine seitlich angebrachte Gehfalte ergibt die Schrittweite. Reizend und kleidsam ist die vollkommen mit kleinen braunen Samtknöpfen durchgeknöpfte beige Jacke, deren Achsel und Aermel ebenfalls die Knopfpartie zusammenhält. Ein kleiner brauner Samtkragen und Manschetten vervollständigen diesen Anzug. Beim Strickkleid, das anliegend verarbeitet wird, vermeide man Faltenpartien. Höchstens eine kleine angedeutete Glocke ist gestattet, weil sie nicht aufträgt, sondern durch ihren natürlichen Fall praktisch ist. Für dieses Kleid aus russisch-grüner Nomotta-Wolle gestrickt, ist ein perforierter brauner Wildledergürtel und Besatz, die die Grundfarbe durchschimmern läßt, wie geschaffen. Gerade jetzt, in der kühleren Jahreszeit, wird man daran denken müssen, seinen Kleidungsbestand durch eine warme Stricksache aufzubessern. Diese kleine Uebersicht wird hoffentlich so anregend sein, daß Sie bald, wohlig bestrickt, „bestrickend" lächeln werden, beizeiten Vorsorge getroffen zu haben und vor Kälte und Wind geschützt zu sein. Woj. „Daß sie von dem Ganerlohle.. W iwe Bolte, gom aktuell Wir alle kennen die Witwe Bolte von Wilhelm Buschs Gnaden und ihre Vorliebe für den Sauerkohl ,„für den sie besonders schwärmt, wenn er wieder aufgewärmt ..." Das Sauerkraut galt in der ganzen Welt als das deutsche Nationalessen und gewiß ist die wohlschmeckende und bekömmliche Speise früher weit mehr auf den Tisch gekommen als cs heute der Fall ist. Das Weißkraut, aus dem durch einen Gärungsprozeß das Sauerkraut hergestellt wird, machte noch vor etwa einem halben Jahrhundert vier Fünftel des gesamten deutschen Gemüsebaues aus, während er heute nur noch zwei Fünftel beträgt. Wir haben uns also in starkem Maße von den Kohlarten — Weißkohl, Wirsingkohl, Rotkohl — ab und anderen Gemüsen zugewandt. Sehr zu Unrecht, denn wie die neuzeitliche Ernährungsweise feststellt, ist besonders der Weißkohl der Träger höchsten Ditamingehalts, einerlei, ob wir ihn frisch, oder als Sauerkohl zubereitet, genießen. Der diesjährige Herbst beschert uns eine überreiche Ernte in den verschiedenen Kohlsorten. Nun kommt es für die deutsche Hausfrau darauf an, zu beweisen, daß sie den Forderungen des Reichsnährstandes Verständnis entgegenbringt und den reichen Ernteanfall an Kohl auch ausnützt, sodaß nichts umkommt. Es ist auch dringend nötig, daß der Haushalt wieder selbst Sauerkraut e i n m a ch t, da die Fabriken zur Zeit nichts mehr aufnehmen und verarbeiten können. Denen, die sich noch nie an dieser Einmachkunst versucht haben, sei hier das Rezept mitgereilt: die äußeren Blätter des Weißkohls werden entfernt, der Strunk wird herausgeschnitten und die Köpfe gehobelt. Das gehobelte Kraut wird fest in große irdene Töpfe gedrückt und lagenweise Salz (auf den Zentner Kraut 500 bis 750 Gramm), Kümmel und Wacholderbeeren (je 100 Gramm) dazwischen gestreut. Die Hauptsache ist das feste Eindrücken; es muß Wasser ziehen. Ist der Topf voll, wird ein sauberes Tuch über das Kraut gelegt und ein 'gut schließender Deckel eingepaßt (nicht oben auf gelegt), der mit einem schweren Gegenstand belegt wird, damit er fest auf das Kraut aufdrückt. Nach etwa vier Wochen ist das Sauerkraut genügend durchgesäuert und gebrauchsfertig. Auch für' die Zubereitung eines besonders wohlschmeckenden Sauerkrautgerichtes fei hier ein Rezept gegeben, das vor allem da anwendbar ist, wo noch der Kohlenherd in Betrieb ist. Man stelle das Sauerkraut mit einem halben Glas Weißwein und zwei bis drei Löffeln heißem Fett übergossen in den Bratofen. Es bleibt den ganzen Tag darin, wird von Zeit zu Zeit umgeruprt; wenn notig, gießt man ab und zu etwas Bruheoder Wasser dazu. Anderntags fügt man, falls t^ifd) ba^u- gegeben werden soll, dieses zum Kraut und laßt das Ganze noch dünsten. Eine halbe Stunde vor dem Anrichten werden Mehl und Zwiebeln geschwitzt und unter das Kraut gezogen. Vor dem Aufträgen reibe man ein bis zwei säuerliche Aepfel m das Zubereitung: nicht zu große Kohlköpfe werden geteilt, die groben Rippen weggeschnitten und die Hälften einige Minuten in Salzwasser gekocht. In einer Bratpfanne läßt man Fett und Zwiebelscheiben heiß werden, gibt die gut abgetropften Kohlhälften darauf, bestreut sie mit Salz und Pfeffer, gibt einige Butterflöckchen darauf und brät den Kohl im Ofen unter öfterem Begießen mit dem eigenen Saft; er darf nicht dunkel werden. Wenn nötig, füge man ein paar Löffel Brühe dazu. Bei großer Hitze bedecke man den Kohl mit gefettetem Papier, fahre aber fort, ihn zu begießen. Ist der Kohl weich, gieße man eine hellgelbe Mehlschwitze darüber. In den verschiedenen deutschen Gauen hat man besondere Zubereitungsarten für die verschiedenen Kohlgemüse. Da ist der mit Zwiebeln und gerostetem Räucherspeck zubereitete Schwäbische Wirst n g - K o h l, zu dem Bratkartoffeln gegessen werden. Der Märker liebt den Grünkohl, dem etwas Zucker und Gänseschmalz zugefügt ist. Die Verwendung von Weiß- und Rotkraut zu Salaten — entweder warm, mit heißgemachtem Fett und Essig zubereitet oder in einer würzigen kalten Salattunke. In Danzig liebt man die „Werder Gans", die angebraten, dann mit Brühe gelöscht und mit in Viertel oder Achtel geschnittenem Weißkohl fertig gedünstet wird. S.-H. Was sollen wir tragen? PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS 8 PUR DIE Für d i e Tanzstunde zeigen wir heute drei einfache Kleider. Davon ist Modell Nr. 1 aus stahlblauem Mattkrepp, zu dem ein breiter Gürtel aus Silberleder getragen wird. Rock und Bluse sind getrennt gearbeitet, so daß die Bluse auch zu einem kurzen Rock für andere Zwecke getragen werden kann. Der Kragen, die Aermelaufschläge und der Rand des Schoßes find fünffach abgefteppt, kleine Silberknöpfe bilden den Verschluß der Bluse. Der Rock ist starkglockig in vier Bahnen geschnitten. Aus fliederfarbenemTaftsatinist Modell Nr. 2. Die gezogenen Partien wiederholen sich am Halsausschnitt, seitlich am Gürtel und an den kurzen Puffärmeln. Der weite Rock besteht aus vier Teilen, der kleine Kragen ist der Bluse angeschnitten. Altrosa Krepp-Georgette ist das Material von Kleid Nr. 3. Der Blusenteil ist am Halse zu einer kleinen Krause eingelesen, ebenso sind es die Aermel und der weite Rock. Die Krausen hält ein schmales, zu kleinen Schleifen gebundenes Samtband. Zu Modell 3 gehört ein Unterkleid aus altrosa Kreppsatin. Kraut. , Nicht vergessen sei zu erwähnen, daß der Genuß von rohem Sauerkraut unserer Gesundheit sehr dienlich ist; es ist reinigend und blu bildend. Diese Eigenschaften mit ihren gunftigen Folgen für das Aussehen haben unferm Sauerkraut bei den Amerikanerinnen den Rus eines Schönheitsmittels verschafft. Eine „sowercrowd"=Äur ist drüben nichts seltenes. Aber auch die anderen Kohlarten W i r s i n g und Rotkohl — sollten die Hausfrauen jeh häufig auf den Tisch bringen. Gerade Wirsing gib Gelegenheit zu allerlei Verbindungen, z. B. mit Tomaten, oder gefüllt mit gedämpften groben Graupen, die ihn immer wieder ueu und besonders erscheinen lassen. Sehr wohlschmeckend ist folgende Frohe Vollsschwestern. Werdegang, Ginn und Ausgabe der Ä.-S -Schwesternschaft Die Ernennung der Reichsoertrauensschwester der NS.-Schwesternschaft Oberin Käte B ö 11 g e r zur Generaloberin dieser Schwesternschaft wird bei vielen Volksgenossen, besonders wohl aber bei den Volksgenossinnen die Frage ausgelöst haben, was es mit dieser NS.-Schwesternschaft auf sich hat. Fast vermag man sich zwischen der Vielfalt von Schwesternschaften nicht mehr zurechtzufinden. So wird eine Darstellung über den Werdegang, den Sinn und die Aufgabe der NS. - Schwesternschaft willkommen sein. In der Kampfzeit des Nationalsozialismus hörte man bereits von „Braunen Schwestern" oder von „Rote-Hakenkreuz-Schwestern". Sie traten neben die seit langem bekannten Rote-Kreuz-Schwestern, neben die (katholischen) Caritas-Schwestern, neben die (evangelischen) Schwestern der Inneren Mission und neben die Freien Schwestern. Die Organisation der „Braunen Schwestern", die sich in der Kampfzeit der Bewegung der verwundeten SA.-Männer und der bedürftigen Parteigenossen angenommen hatten, wurde im Januar 1934 vom Stellvertreter des Führers aufgelöst und erstand am 17. Mai 1934 neu in der vorn Hauptamt für Vvlkswvhlfahrt geführten N S. - S ch w e st e r n f ch a f t. Mit der Ernennung der Reichsoertrauensschwester Käte Bött- ger zur Generalvberin hat der organisatorische Aufbau der NS.-Schwesternschaft äußerlich ihren Abschluß gefunden. Alle Kraft kann nun auf den inneren Aufbau und Ausbau verwendet werden. Die Notwendigkeit der NS.-Schwesternschaft liegt in den völlig neuen Aufgaben des Dritten Reiches begründet. Einmal: die Nationalsozialistische Bewegung bedarf einer festgefügten Truppe, die die nationalsozialistischen Anschauungen der Gesundheitsfürsorge des deutschen Volkes in die Tat umsetzt, insbesondere die Gedanken der Rasseforschung und Erbgesundheitslehre verwirklicht. Zum andern: Die NS.-Schwestern sollen nach dem Grundsatz „Vorbeugen ist besser als Heilen" sich nicht nur der Kranken, Siechen und Armen annehmen, sondern sollen darüber hinaus durch ihr vorbildliches Leben, durch ihre Persönlichkeit und durch die Betreuung der Volksgenossen auch in „g es u n d e n Tagen" helfende, weltanschauliche und erzieherische Arbeit leisten. Selbstverständlich in enger Fühlung mit der deutschen Aerzteschaft, weswegen die NS.-Schwesternschaft zugleich auch dem Reichsärzteführer Dr. Wagner unterstellt ist. Der aus dem Altertum, von Antisthenes, stammende Satz „Die Gefunden bedürfen des Arztes nicht" ist nur bedingt richtig. Der Nationalsozialismus steht heute, wie schon erwähnt, auf dem Standpunkt, daß man dem Krank werd en (in körperlicher und geistiger Beziehung) dadurch steuern kann, daß man sich schon der Gefährdeten annimmt, also gewissermaßen die Keime kommender, möglicher Krankheiten körperlicher und seelischer Art bekämpft. Dieser Grundsatz ist schon so sehr Allgemeingut des Volkes geworden, daß es weiterer Ausführungen nicht bedarf. Ein großes und weites Arbeitsfeld liegt somit vor der NS.-Schwestern- schaft. Es gilt alle die Schäden, die durch die marxistische Revolte von 1918, durch Inflation und Deflation, durch Mißregierung, Wirtschaftskrise und Arbeitslosigkeit im deutschen Volke angerichtet wurden, wieder auszumerzen. Es gilt, verbitterte Volksgenossen wieder zukunftsfroh und fähig zu machen, am deutschen Aufbau mitzuhelfen. Es gilt insbesondere, sich der Mütter und Kinder des deutschen Volkes anzunehmen, weshalb die NS.-Schwestern- schaft auch im Hilfswerk „M utter und Kind" und im „Reichsmütterdienst" tätig mitwirkt. Das alles kann die NS.-Schwesternschaft aber nur leisten, wenn sie selbst zutiefst durchdrungen ist von der nationalsozialistischen Weltanschauung und von innerer Begeisterung für Führer und Volk ergriffen ist. So soll und will die NS.-Schwesternschaft auch Spenderin von Lebensmut und Lebensfreude sein. In der Praxis wird dies dadurch erreicht, daß zunächst überall dort, wo noch keine Schwesternfürsorge am Werk ist, NS.-Gemeinde- schwestern (Gemeindestationen) eingesetzt werden, denen die Pflege und Hege des völkischen, gemeindlichen Lebens obliegt. Zu diesem doppelten Einsatz und höchst verantwortungsvollem Dienst wird die NS.-Schwesternschaft nur dann fähig sein, wenn sie eine gewissenhafte, allen Anforderungen gerecht werdende Ausbildung genossen hat. Auf diese Ausbildung wird daher auch ganz besonderer Wert gelegt. Der Ausbildung in der Krankenpflege geht ein hauswirtschaftliches Vorschuljahr voraus, das die jungen Schülerinnen in den gaueigenen Mütter- Häusern der NSV. ableisten. Anschließend folgt eine zweijährige Ausbildung in einer staatlich anerkannten Krankenpflegeschule. Die erste Ausbildungsstätte für NS.-Schwesterschülerinnen in Deutschland ist das Rudolf-Heß-Krankenhaus in Dresden. Dort find die Schülerinnen in Familien zu je 24 Schwestern eingeteilt, die mit einer Familienmutter, die die Betreuung und Freizeitgestaltung übernimmt, zusammenwohnen. Als Ausgleich für die anstrengende, körperliche und geistige Tätigkeit dienen Sport, Gymnastik, Wanderungen in der Natur, Besichtigungen von Museen, Fabriken und Heimstätten. Nach zweijähriger Ausbildung ist die Prüfung als Krankenschwester zu bestehen. Ohne diese bestandene Prüfung wird keine NS.-Schwester beschäftigt. Die zu „Vollschwestem" aufgerückten Schülerinnen bleiben aber noch mehrere Jahre im Krankenhaus, um sich fachlich weiterzubilden und zu ihrer hohen Aufgabe heranzureifen. Während dieser Zeit bilden sich viele Schwestern in Sonderfächern aus: als Säuglingsschwester, als Kinderpflegerin, als Diätküchenleiterin, als Apothekenschwester. Wer von den Schwestern ausgesprochene Neigung für Anstaltsarbeit hat, wird weiterhin im Kränkenhausdienst beschäftigt. Hier rücken die Fähigsten zu Stationsschwestern und zu Oberinnen auf. Die Schwestern, die es zur praktischen Betätigung in der Gemeinde drängt, werden als NS.-Gemeindeschwestern eingesetzt. Notstands- und Grenzgebiete werden bei der Besetzung durch NS.-Gemeindeschwestern bevorzugt. Diese Art gründlicher und gewissenhafter Ausbildung bietet die volle Gewähr, daß dem deutschen Volk durch die NS.-Schwestern tatsächlich ein Dienst geleistet wird, der schwer zu überschätzen ist. Aus der Provinzialhauptstadt. Oer »Märtesmann . Der Herbst remert. Die Stürme haben die letzten Blätter von den Bäumen gerissen. Kahl und schmucklos steht der Wald. Regen tropft auf die leeren Felder. Die (Ernte Ist geborgen, Scheunen und Kel- Ler sind gefüllt. Der Landmann atmet auf und überschaut das reiche Arbeitsjahr. Nun stehen wir am Martinstag. Für viele Leute war das manchmal — und ist es vielleicht auch heute noch — ein harter Tag, denn auf dem Lande ist der Martinstag der Zahltag für Ackerzins und andere Verpflichtungen. Der „Zehnte" wird ja nicht mehr erhoben, aber wenn Land gekauft -worden ist, müssen die Ziele an diesem Martinstage bezahlt werden. Das fällt oft schwer. Den Kindern aber bringt dieser Tag das erste süße Gebäck, das sie eine noch schönere Zeit ahnen läßt: das ist der „Märtesmann", den die Eltern beim Besuch in der Stadt kaufen. In meinem Heimatdorf gab es auch schon vor vierzig Jahren tüchtige Handwerksmeister. Da wohnte am Ende des Dorfes ein Bäckermeister, dem kam wohl zuerst der Gedanke: warum sollen denn die Leute ihr Geld für den Martinsmann in die Stadt tragen? Wir müssen solche Männer eigentlich selber backen können. Gesagt, getan! Seine „Märtesmänner" gerieten vortrefflich. Freilich waren sie nicht aus Lebkuchenteig, sondern aus mürbem Butterteig. Aber sie hatten den Vorzug, daß auch die Erwachsenen Lust bekamen, wieder einmal einen „Martinsmann" zu verzehren. So gab es denn am Martinstag in fast allen Häusern zum Nachmittagskaffee die bekannten „Märtesmänner". Im Kriege und in den nachfolgenden Notjahren verschwand der „Martinsmann" bei den dörflichen Bäckern. Heute müssen die Eltern wieder zur Stadt, um ihn den Kindern einzukaufen. Und wer kleine Kinder hat, der wirb es nicht vergessen. So ist der „Martinsmann" ein willkommener Bote und wird freudig begrüßt. H. Dornotizen Tageskalender für Mittwoch. NS.-Lehrerbund, Gießen-Land, 15.30 Uhr Tagung der Fachschaft „Volksschule" im Burghof (Ebel) Gießen. — Konzertverein Gießen, 20 bis 22 Uhr 1. Orchesterkonzert im Stadttheater (Mittwoch-Miete). — Gloria-Palast, Seltersweg: „Ein Hochzeitstraum". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Wo die Lerche singt". — Oberhessischer Kunstver- ein, Turmhaus am Brand: 17 bis 18 Uhr Ausstellung von Oelgemälden, Aquarellen und Tempera. — Bekenntnisgemeinde Gießen, 8.15 Uhr Bibel- und Bekenntnisabend, es spricht Pfarrassistent Weckerling über „Weltweite Kirche". — Gesangverein „Heiterkeit", 20.15 Uhr Probe im Studentenheim. Sladtlhealer Gießen. Heute abend findet das Erste Orchesterkonzert mit dem verstärkten Städtischem Orchester unter der Leitung des Professors Dr. Ternesvary statt. Als Solistin tburbe Karin Schenk aus Berlin verpflichtet. Mitwirkung: Der Bauerfche Gesangverein. Das Programm setzt sich aus folgenben Werken zusammen: Reger: eine Lustspiel-Ouvertüre, Werk 120; Haydn: Ariadne auf Naxos, Solokantate; Brahms: Rhapsodie für Altstimme, Männerchor und Orchester; Beethoven: 6. Symphonie (Pastorale), Werk 68. Das Konzert findet als erstes Konzert des Konzertvereins Gießen statt. Es beginnt um 20 Uhr, Ende gegen 22 Uhr, Mittwoch-Miete. 8. Vorstellung. Hitler-Jugend Bann 116 Gießen Von der Reichsjugendführung sind mit sofortiger Wirkung schwarze Stiefelhosen eingesührt worden. Die Umstellung soll bis zum 1. Januar 1937 durchgeführt sein. Wo sich ein Umfärben getragener brauner Stiefelhosen nicht mehr lohnt, können u. E. sehr gut die neuen Hosen als Weihnachtsgeschenk usw. vorgesehen werden, lieber die Umstellung der braunen kurzen Sommerhosen ergehen noch nähere Anordnungen, also diese noch nicht voreilig umfärben! Bär.: Theatervorstellung „Don Carlos". Wir besuchen die Vorstellung am Mittwoch, 18. Nov., zum Preis von 50 Pfennigen. Eine geschlossene Vorstellung für die HI. kommt nicht mehr in Frage. Die Führer der Geff. und Sondereinheiten müssen aber bis späte st ens Montag, 16. Nov., die Zahl der Besucher an die Kulturstelle melden, da nur diese Voranmeldungen berücksichtigt werben können. Bär.: Dichterabend des Goethebundes mit Ed. Er. Dminger. Am Mittwoch, 25. Nov., liest in der Neuen Aula der Universität der bekannte Dichter. Zu diesem Abend, der für Gießen sicher ein großes (Erlebnis werden wird, stehen uns eine beschränkte Anzahl von Karten zur Verfügung. Meldungen bis Mittwoch, 18. Nov., an die Kulturstelle. Deutsche Arbeitsfront. Abteilung für Berufserziehung und Betrieb»- führung. Die Deutsche Arbeitsfront, Abteilung für Berufserziehung und Betriebsführung, eröffnet folgende Lehrgänge: ä 11. Nov.: Werkstoffkunde — Metallkunde; Dauer: 15 Doppelstunden. 12. Nov.: Kurzschrift für Anfänger; Dauer: 20 Doppelstunden. 15. Nov.: Lehrgang zur Vorbereitung auf die Elektromeister-Laufbahn; Dauer: 4 Semester. Außerdem beginnen in allernächster Zeit folgende Lehrgänge: , Für Kaufleute: Richtiges Deutsch. — Kaufmännisches Rechnen. Buchführung für Anfänger und Fortgeschrittene. Abschlußtechnik. — Buchhaltung des Kleinhandel- und Gewerbebetriebes. — Englisch für Anfänger. — Kurzschrift für Fortgeschrittene. — Maschinenschreiben für Anfänger. — Maschinenschreiben für Fortgeschrittene. — Textilwarenkunde. Für Metallwerker: Allgemeines Rechnen für Metallwerker. — Einführung in das technische Zeichnen, Fachzeichnen für Anfänger. — Lehrgang für Elektrizitätswerker. — Elektroinstallateure. Für Handwerker: Lehrgang für Fleischer. — Lehrgang für Maler und Weißbinder: Schriftschreiben, Holz- und Marmorschreiben. — Lehrgang für Herrenschneider und Lehrgang für Schneiderinnen. Anfragen und Anmeldungen, insbesondere für die bereits in ihrem Beginn festgeleaten Lehrgänge, sind sofort an die DAF., Abteilung für Berufserziehung und Betriebsführung in der Kreiswaltung Wetterau, Gießen, Schanzenstraße 18, Zimmer 5, zu richten. Diese Stelle gibt auch Auskunft über beginnende Lehrgänge in Friedberg, Alsfeld, Lauterbach und Schotten. Schulung aller Kämpfer durch die RBG. 10 „Verkehr und öffentliche Betriebe". Die alten Kämpfer der Bewegung fallen mehr als seither in den mittleren und oberen Verwaltungsdienststellen des Reiches, der Länder und der Gemeinden Verwendung finden. Der Leiter der RBG 10 .„Verkehr und öffentliche Betriebe", Pg. Körner, Berlin, hat daher angeordnet, daß im Rahmen einer Sonderaktion die alten Kämpfer fachlich und fachlich geschult werden, da ihnen ja während der Kampfzeit durch ihre Einsatzbereitschaft oft die Möglichkeit dazu fehlte.. Die Gaubetriebsgemeinschaft 10 bittet daher die alten Kämpfer, sich unverzüglich mit den Kreisbe- triebsgemeinlchaften zwecks Durchführung dieser Aktion in Verbindung zu setzen, damit ihnen eine fachgemäße Ausbildung zuteil werden kann. Für den Kreis Wetterau ist die Meldestelle Kreiswaltung der DAF., RBG. 10, Gießen, Schanzenstr. 18. ViLjeutM Rrbeitefrdnt; - ‘ n.S.=Gemclnfchaft „Kraft durch freute Abteilung Deutsches volksbildungswerk. Am Donnerstag, 12. November, 20.15 Uhr findet in Verbindung mit der Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde in der Aula der Universität, Ludwigstraße, ein Lichtbilderoortrag von Prof. Dr. Kl ute, Gießen, statt über: „Berge im Sommer und 2Binte r". Verbilligte Eintrittskarten zum Preise von 0,30 Mark für Mitglieder der Deutschen Arbeitsfront sind auf der Kreisdienststelle „Kraft durch Freude", Schanzenstraße 18, zu haben. Abteilung Feierabend. 4. Sondervorstellung im Stadttheater. Als nächste Vorstellung bringen wir am 21. N o - oember. 20 Uhr, die heitere Komödie „Gustav Kilian". Preise 0,70, 0,90 Mark. Vorbestellungen müssen umgehend hier eingereicht werden. Termin für die Einreichung aller Dorbestell-Listen der größeren Betriebe bei der Kreisdienststelle Samstag, 14. November 1936. Abteilung Reisen, Wandern, Urlaub. Die erste Winterurlaubsfahrt führt vom 2 6. Dezember 1936 bis 3. Januar 1937 nach Oberbayern. Der Teilnehmerpreis beträgt 38 Mark, für Skikursusteilnehmer 43 Mark. Anmeldefchluh ist der 10. Dezember 1936. Die Anfahrt erfolgt in Frankfurt a. M. am 25. Dezember gegen 22 Uhr. Rückkehr erfolgt am 3. Januar gegen 16 Uhr. Langemarck-Sedenkfeier der Gießener Studentenschaft. Wie schon am Montag kurz mitgeteilt, hält die Deutsche Studentenschaft am Sonntag, 15. November, auf Anordnung des Reichskultusministers Rust eine Gedenkfeier an die Helden von Lange- marck ab. Die Gießener Studentenschaft veranstaltet aus diesem Grunde am kommenden Sonntag auf dem Landgraf-Philipp-Platz vor dem Gefalle- nen-Denkmal eine größere Gedächtnisfeier, an der außer den Dozenten und Studenten Abordnungen folgender Gliederungen der Partei und folgender Organisationen teilnehmen: SA., SS., NSKK., HI., RAD., DLV., RLB., NSKOV., Abordnungen des alten Heeres, Reichstreubund und NSDStB. Der Musikzug der SA.-Standarte 116 wird den musikalischen Teil dieser Feier bestreiten. Um 10.30 Uhr haben sich alle Abordnungen auf ihren Plätzen eingefunden. Im Mittelpunkt der Gedenkfeier steht die Uebertragung der „Langemarck-Kantate" aus der Deutschlandhalle in Berlin und die Gedächtnisrede, die der Gauleiter des Traditionsgaues München, Adolf Wagner, halten wird. Die örtliche Totenehrung und das Gelöbnis der Gießener Studentenschaft wird der Hochschulgruppenführer des NSDStB.-Gießen Pg. Frank vornehmen. Die Gießener Bevölkerung ist zu dieser Gedenkfeier eingeladen. Wie wir hören, findet bei sehr ungunfn« gern Wetter die Feier in der Aula der Universität statt. 3m Dienste des Aibeitsfnedens. NSG. Die Inanspruchnahme der Rechtsberatungsstellen der Deutschen Arbeitsfront im Gan Hessen- Nassau ist im vergangenen Monat wieder erheblich gestiegen, ein Zeichen, daß die Rechtsberatungsstellen der DAF. immer mehr das Vertrauen aller Schaffenden finden. 14 587 Besucher sprachen vor; 12 438 Auskünfte genügten, um eine gütliche Regelung zu erreichen. Die Rechtsberater hatten außerdem 2085 Streitfälle zu bearbeiten. Es war hierbei in erster Linie ihr Bestreben, ausgleichend zu wirken. So wurden 1404 Güteverhandlungen angesetzt, von denen 1082 Fälle mit einem außergerichtlichen Vergleich endeten. In 306 Streitsachen wurde Klage beim Arbeitsgericht erhoben. Hierbei handelte es sich in vielen Fällen nur um eine vorsorgliche Klageeinreichung zur Wahrung der Frist. So ergingen auch nur 136 Urteile. 129 gerichtliche Vergleiche kamen zustande. Ferner waren 110 Klagerücknahmen zu verzeichnen. Der gesamte Streitwert bezifferte sich auf 66 333,59 Mark. In der Sozialversicherungsabteilung fanden 1271 Volksgenossen in ihren Verficherungsangelegen- heiten, wie Ansprüche auf Gewährung von Jnoa- Lehrgang her Schwimniwarte in Gießen. Unter Leitung des Fachamtssportrvartes Rum- m e l fand am Samstag und Sonntag in Gießen ein Lehrgang für Schwimniwarte statt. Der Gießener Schwimmverein, der die Organisation übernommen hatte, hatte dazu Einladungen an alle Schwimmsport treibenden Vereine der umliegenden Kreise ergehen lassen. Eine große Zahl von den Vereinen war der Einladung gefolgt und hatte selbst aus den weiter entfernten Kreisen Vertreter geschickt, so daß die Voraussetzungen für einen erfolgreichen Verlauf des Lehrganges gegeben waren. Erfreulich war die Beteiligung der hallenbadlosen Vereine aus der weiteren Umgebung Gießens. Dieser Lehrgang hatte nach den Borberd- tungskursen für das Olympia in den vergangenen Jahren ein ganz anderes Ziel. Rach den letzten Beränbarungen zwischen dem Reichs- sportführer und dem Reichsjugendführer follte bereits mit der fachlichen Ausbildung von Riegenführern und Uebungslätern begonnen werden, die später den freiwilligen Sportbetrieb des Jungvolks zu leiten imstande find. Der Lehrgang war also bewußt auf eine schwimmerische Grundschulung ängefteUf. Arn Samstagabend würbe gleich mit der praktischen Arbeit im Hallenbad begonnen. Nach einführenden Worten des Kreisführers Lang und des Fachamtssportwartes Rummel wurden die Kursteilnehmer vor die Aufgabe gestellt, eine Gruppe von Jugendschwimmern im Uebungsbetrieb zu leiten. Es zeigte sich, daß besonders in den schwimmsportlichen Zentren, insbesondere in Hanau und Gießen, Riegenführer vorhanden sind, die ihre Aufgabe mit Geschick und guter Sachkenntnis meistern können. Es galt zunächst eine Riege von jugendlichen Nichtschwimmern mit dem Wasser vertraut zu machen und in die Anfangsgründe der Schwimmkunst einzuführen; dann wurden die verschiedenen Stilarten: Brustschwimmen, Kraul und Rückenschwimmen, zum Schluß dann noch Startsprung und Wende von den Lehrgangsteilnehmern erläutert. Anschließend führte Herr Rummel im Hotel Schütz noch einige Filme vor, die den Stil unserer Meisterschwimmer und Olympiateilnehmer deutlich machten. Besondere Beachtung verdiente ein Film, der das Kunstschwimmen behandelte. Dieser Film zeigte Unterwasseraufnahmen, wie sie in dem neuen Berliner Olympiabad gemacht werden können. Da dieser Film eben erst fertig^stellt wurde, erlebte er also in Gießen seine Uraufführung. Was von dem Münchener Verein für volkstümliches Schwimmen vorgeführt wurde, war einzigartig und wird manchem Teilnehmer gezeigt haben, wie vielseitig und lohnend die Aufgaben sind, die es auf dem Gebiete des volkstümlichen Schwimmens gibt. Am Sonntagvormittag führte Kamerad Rummel im Volksbad zunächst eingehend die vorbereitende Körperschule vor. Dann erläuterte er den modernen Schwimmunterricht, der mit Was- sergewöhnungs- und Tauchübungen anfängt. Sehr wichtig sind frühzeitige A t e m - Übungen, denn von dem richtigen Atmen hängt der Erfolg ab. Weiter gibt es Auftriebs- und Gleit- übungen. Sehr genau wurden bann bie einzelnen Schwimmarten behanbelt. Am Schlüsse des Vormittags bürfte jeber Teilnehmer so viel gelernt haben, baß besonbers bei unseren hallenbablosen Vereinen ein Aufschwung im fommenben Sommer zu erhoffen ist. Am Nachmittag trafen sich alle Teilnehmer zu kurzer Besprechung im Hotel Schütz. Kamerab Rummel kam yier noch einmal auf bie letzten Abmachungen zwischen bem Reichssportführer unb bem Reichsjugenbführer zu sprechen. Die sportliche Aus- bilbung bes Jungvolks wirb in Zukunft in freiwilligen Gruppen vor sich gehen, die von den Riegenführern des Reichsbundes betreut werden. Damit sind den Reichsbundvereinen neue Rechte unb Pflichten erwachsen. Es ist bamit zu rechnen, daß gerabe im Schwimmen bie größte Zahl ber Jungoolkange- hörigen sich betätigen wirb. Da auch in Erwähnung gezogen ist, die sportliche Ausbildung in den Schulen mit dem Erlernen des Schwimmens zu beginnen, ist dne starke Förderung der Bestrebungen des Schwimmsports wünschenswert. Es würbe bann ben Lehrgangsteilnehmern eine nochmalige Schulung innerhalb des Gaues in Aussicht gestellt, ber im Sommer ein kurzer Kursus an ber Reichsakabemie folgen soll. Die so erfolgreich verlaufene Tagung würbe von Kreisführer Lang mit Worten bes Dankes an Kamerab Rummel unb im Gebenken an ben Führer geschlossen. Uniformen ^Wehrmacht In feinster Maßarbeit! — Erste Spezialkräfte. — Garantie für tadellosen Sitz. Reparaturen. Effekten. Herren-Bekleidungshaus Gießen G. m. b. H. Marktplatz Vertragsschneiderei der Heeres-Kleiderkasse Wege im Nebel. Vornan von Käthe Mehner. (Copyright by Aufwärts-Verlag, Berlin SW 68.) 5. Fortsetzung. (Nachbruck verboten.) Weiter unb weiter las sich Ralf Rammelt in die Akten hinein, blätterte in den vorläufigen Begutachtungen, verglich bas Für unb Wiber von Kläger unb Beklagten. Auf Augenblicke kam ihn fast ber Wunsch an, die allzu schwierige unb undankbar scheinende Sache abzulehnen. Aber das war ja unmöglich, der Präsident durfte nicht enttäuscht werden.' Zudem mußte man wohl zuerst einmal die Oertlichkeit selbst in Augenschein nehmen, um sich ein wirkliches Urteil bilden zu können. Er kannte ja die Gegend. Wer weiß, vielleicht würde eben gerade diese Aufgabe sich lohnen! Sein Ehrgeiz flackerte auf. Aufs neue wandte er sich ber Arbeit zu. III. Erschrocken fuhr Janna aus leichtem Halbschlummer auf. Der Zug hielt. Menschen brängten sich burch ben Gang. Wenn bas schon Oberhof wäre? Schnell wischte sie die beschlagenen Scheiben ab, um hinauszusehen, achtete es kaum, daß bie Hanbschuhe beschmutzt würben. Aber ber Nebel dehinberte jebe Sicht. Sie konnte nichts erkennen. Sie rief nach bem Schaffner. Der gab kurzen Bescheid: „Oberhof, nächste Station!" „Oberhof, nächste Station!" Janna wieberholte es leise vor sich hin. Oberhof! Ob biefer Name einmal für sie eine Bebeutung haben würbe, bie Be- beutung, bie sie sich von ihm erhoffte? Ob Gerharb kam? Ihr nach Oberhof schreiben würbe? Ihre Phantasie malte ihr verlockenbe Silber vor. Wie, wenn er schon ba wäre? Sie in Oberhof erwartete? Kaum ertönte wieber bas eintönige Klopfen der Räder über bie Schienenstöße, ba ftanb Janna auch schon mit ihrem Hanbkosfer im Gang. Angestrengt blickte sie burch bie breiten Fenster. Aber unburchbringstch war bas Dunkel, nur hin unb wieber ein fernes Licht, eine Station bann, unb noch eine. Enblos schien es. Der Wagen schlug unb penbelte. Da plötzlich--ein Fauchen unb Zischen! Heller Wiberhall, langanhaltenbes Pfeifen ber Lokomotive! Der Zug fuhr burch ben Tunnel. Schnell flogen bie Nischen mit den Notlampen vorbei. Langsam ging Janna zur Tür. Hinter ihr blieb ber Gang fast leer. Dann hielt ber Zug. Suchend sah sich Janna braußen um. Aber ba kam auch schon ein junger Mensch in der Livree eines Hoteldieners auf sie zu: „Fräulein Heller? Bitte?" Janna nickte. „Ja, das bin ich!" Eifrig nahm der Diener das Gepäck in Empfang, deutete dann auf einen Wagen, dessen Schlag bereits weit geöffnet stand. Sie stieg ein. Das Innere des Wagens war leer, die Einsamkeit fiel ihr plötzlich schwer auf die Seele. Sie kämpfte mit den Tränen, barg Das Gesicht in den Händen und lehnte den Kopf in bie Polster. War es nicht boch töricht gewesen, unaussprechlich töricht, hier in biefe Einsamkeit zu reifen, ganz allein, allen bitteren Gebauten unb Grübeleien ausgeliefert? Unb war es vor allem nicht Torheit, zu glauben, baß Gerharb nach Oberhof kommen würbe? Aber schon hielt ber Wagen. Nur wenige Minuten hatte bie Fahrt gebauert. Einsam lag das Hotel „Thüringer Hof" am Ende des Ortes, dicht an den Wald gelehnt. Müde, resigniert nahm Janna den Anblick in sich auf. Folgte bann bem Diener bie breite Treppe hinauf. Vor ihr öffnete ber Portier bas große Eingangsportal. Ein Herr im schwarzen Anzug kam auf sie zu. Der Empfangschef. „Fräulein Heller, nicht wahr? Sie finb uns ja bereits gemeldet. Hoffentlich fühlen Sie sich in unferm Haufe recht wohl, gnädiges Fräulein!" Der Empfangschef legte bas Frembenbuch vor sie hin, reichte ihr ben Hatter. Janna schrieb sich ein. Fast wiber ihren Willen überflogen dabei ihre Augen die Seite der letzten (Eintragungen. Ader der Name, den sie suchte, war nicht darunter. Wie hätte es auch sein sollen, schalt sie sich selber. Ach, er kam ja nicht, kam ja nicht... Fröstelnd schlug sie den Mantel um sich, erwi» derte mit leiser Stimme den von Verbeugungen begleiteten Gruß bes Geschäftsführers unb folgte bem Pagen in ihr Zimmer. Früh schon am andern Morgen stand Janna am Fenster und schaute hinaus in die herbstliche Landschaft. Ueberall aus ben grünen Schluchten zogen bie Nebel. Die ersten Strahlen ber Sonne fielen hell burch bie Stämme, übergossen mit ihrem Golb bie Wipfel ber hohen, uralten Tannen. Doch auf Janna machte all biefe Pracht heute kaum Einbruck. Wohl sah sie bie hellen Sonnenstrahlen, aber sie brangen nicht in ihr Herz. All bas Schone, bas sie vor sich sah, ließ ihr bie eigene Verlassenheit nur noch stärker zum Bewußtsein kommen. Warum, ach, warum war sie nur hierher gereift? Immer wieber mußte sie sich biefe Frage stellen. Dort im Walb, ba auf ber langen Straße, bie sich ben Berg hinunterzog,--nirgenbs ein Mensch, nirgenbs eine menschliche Seele! Unb hier im Hotel? Mit fremben, gleichgültigen Menschen zusammen sein zu müssen, war in ihrer Verfassung vielleicht noch weniger erträglich als selbst bie Einsamkeit! Nein, bies hier war etwas für glückliche Seelen, nicht aber für solche, bie eine Last zu tragen hatten, von Zweifeln gepeinigt waren wie sie ... Unwillkürlich Mitten ihre Augen burchs Zimmer. Wie kalt bas alles aussah, wie nüchtern! Nein, sie hielt es ja hier nicht aus! „Nehmen Sie bas Frühstück im Frühstücksraum?" Mübe nickte Janna auf die Frage des Mäbchens, nahm einen Schal um, begab sich bann nach unten. Doch schon nach einer knappen Viertelstunbe verließ Janna auch bas Frühstückszimmer. Ihre überreizten Sinne nahmen irgenbwie an allem An- stoß. Die verstohlenen Blicke, mit benen man sie musterte, peinigten sie. Alles schien ungemütlich, abstoßenb in feiner Frembheit! Einen Augenblick ftanb sie unschlüssig. Ob sie es einmal mit einem kurzen Spaziergang versuchte. Vielleicht mochte das den Nerven doch gut tun nach ber halbburchwachten, zerquälten Nacht! Langsam, ganz langsam schlug sie den schmalen Pfad ein, der schräg in ben Walb führte. Ein kleiner See schimmerte bort zwischen ben Tannen unb zog sie seltsam an. Bis bicht heran ging sie, ftanb bann still an bem niebrigen Ufer. Im Widerschein des Wassers sah sie ihre schlanke Figur. Ein leichter Winb spielte mit ihrem blonben Haar, bas in natürlichen Wellen ben schmalen Kopf umgab. Gebankenschwer blickte Janna auf ben Spiegel bes Wassers. War bort unten Ruhe zu finben, Ruhe vor Zweifeln unb Angst? Aber mit einem Ruck riß sie sich aus den schwermütigen Gedanken los. Nein, es war unrecht, solchen Empfindungen nachzugeben! Feige war es, vor dem Leben und seinen Kämpfen davonzulaufen! Und feige wollte sie nicht sein, feige nicht, und war es auch noch so schwer, durchzuhalten! In plötzlichem Schauder trat sie von dem Teich zurück, schlug unbewußt eine schnellere Gangart ein. Der Waldweg lief hier noch eine Weile parallel mit der Verkeyrsstraße. Durch die Stämme der Tannen konnte man ihren Windungen noch weithin folgen. Eben bog bort ein Auto um bie Bie- S, bie vom Walb ab ins Tal führte. Matt j bas Hupen herüber. Janna sah sich nur flüchtia um. Der eine, nach bem sie ausschaute, kam ja Doch nicht mehr! Unb sie, sie hatte kein Recht mehr, es zu erhoffen... Sie ahnte nicht, baß eben biefes Auto soeben einen fremben Gast vom Bahnhof heraufbrachte, baß biefer Gast fein anberer war als Gerharb Branb! Unb baß ein Blick feiner scharfen Augen bereits genügt hatte, ihn ben wunderbaren Zufall erkennen zu lassen, ber ihm in biefem Augenblick fein Glück über ben Weg führte. „Hatten Sie! Schnell!" Lautlos bremste ber Wagen. Im gleichen Augenblick war Gerharb auch schon mit einem Satz herausgesprungen, warf ben Reisemantel auf ben Sitz hinter sich. „Schaffen Sie mein Gepäck einstweilen zuM .Thüringer Hof." Noch im Laufen schrie er es zurück. Kopfschüttelnb sah der Chauffeur ihm nach. (Fortsetzung folgtl) ■ V J PREIS NVRN°CH um 2350aW liden-, Unfallrente usw., Rat und Unterstützung. Auch bei durch das Arbeitsamt verhängten Sperren der Unterstützung griff die Rechtsberatungsstelle häufig vermittelnd ein. So war insgesamt wieder ein guter Erfolg zu verzeichnen. Den staatlichen Stellen wurde manche Arbeit erspart. Die Rechtssuchenden konnten manche unnötigen Kosten vermeiden. Der Gemeinschaft unseres Volkes aber erwuchs Vorteil daraus, daß der Streit in friedliche Bahnen gelenkt wurde. Achtung, Eigentümer von Kraftfahrzeugen! Dom Kreisamt Gießen wird uns mitgeteilt: Der Eigentümer eines Kraftfahrzeugs muß der Zu- lasiungsstelle Anzeige erstatten, wenn er seine Wohnung wechselt, das Fahrzeug veräußert, es umbaut oder außer Betrieb setzt. Verzieht er mit dem Fahrzeug in den Bezirk einer anderen Zulassungsstelle, hat er sich bei der einen abzumelden und bei der anderen anzumelden. Wechselt er seine Woh- nung im Bezirk der gleichen Zulassungsstelle, sind die Angaben über die Wohnung im Kraftfahrzeugbrief und -schein und in den amtlichen Karteien zu berichtigen. Es ist auch der Zulassungsstelle zu melden, wenn technische Aenderungen am Fahrzeug vorgenommen werden, z. B. der Motor ausgewechselt, der Aufbau geändert, zu einem Kraftrad ein Beiwagen beschafft wird. Dabei ist immer der Kraftfahrzeugbrief vorzulegen. Wird das Fahrzeug — nicht nur vorübergehend — außer Betrieb gesetzt, so sind Kraftfahrzeugbrief und -schein abzuliefern. Ohne pünktliche Erfüllung dieser Verpflichtungen durch die Eigentümer der Kraftfahrzeuge ist die richtige Führung der Kraftfahrzeugkartei bei den Behörden nicht möglich. Nachlässigkeit der Kraftfahrzeughalter bei diesen Obliegenheiten muß daher bestraft werden, und zwar mit Geldstrafe bis zu 150 Mark, oder mit Haft bis 6 Wochen. Zeder deutsche Eigentümer eines Kraftfahrzeugs sollte aber aus eigenem Antrieb diese Pflichten gegenüber dem Staat, der den Kraftverkehr vielfältig fördert, erfüllen. ÄHE. Gießen. Man berichtet uns: Ein Herbsttag, wie er nach der grauen Eintönigkeit der Vortage und einer regenreichen Nacht nicht schöner hätte sein können, vereinigte am vergangenen Sonntag Mitglieder des Zweigvereins Gießen vom VHC. zur gemeinsamen November-Wanderung. Annähernd 60 Wanderfreunde hatten sich auf der Lahnbrücke eingefunden. Dem Gleiderger Weg folgend wurde zunächst dem Bismarckturm ein Besuch ab gestattet. Eine reichlich fühlbare Südwestbrise hatte die anfänglich bedenklich erscheinende Wolkendecke durchbrochen, und mancher der Teilnehmer konnte bereits hier die Schattenseiten einer Herbstwanderung auf luftiger Höhe kennenlernen. Meilenweit bis über die Kämme der umliegenden Gebirgszüge war die Sicht. Meister Lampe, von der sonntäglichen Störung nicht besonders erbaut, suchte in vielen Exemplaren die Weite. Nach Umgehung des oberen Hardthofs mit seiner mustergültigen Hühnerfarm und der Bahn Wetzlar—Lollar folgend, wurde der Wettenberg, im Volksmund als Napoleonsnase bekannt, bestiegen. Leider ist der früher uneingeschränkte Ausblick auf der Höhe verwachsen. Es wäre zu begrüßen, wenn die zuständige Forstbehörde hier Besserung schaffen könnte. Ueber die Sieben-Hügel mit prachtvollem Ausblick auf das im veränderten Licht liegende Lahntal und an Launsbach vorbei erreichte die muntere Wanderschar nach dreistündiger Wanderung zur Mittagsrast Wißmar, wo auf der Höhe der Radfahrklub Germania eine mit Sitzgelegenheit versehene, baumbestandene Anlage als Gedächtnisstätte errichtet hat. Goldgelb schimmert, umrahmt von dunklen Nadelbeständen, die Lärche als letztes buntes Zeichen des scheidenden Herbstwaldes, dessen Schönheiten wir noch in verschwenderischer Fülle vor kurzem vollauf genießen konnten. Ueber die Lahn und durch die baumbestandene Niederung des linken Lahnufers wurde die Badenburg und von hier aus, der alten Marburger Straße folgend, das Endziel der Wanderung, die Karlsruhe, ausgesucht. Raschelnd fährt an Der Lahn der zunehmende Wind durch die bereits ihres Blätterschmuckes beraubten Zweige der alten Weiden und Erlen, und jedem kam zum Bewußtsein, daß die Herrlichkeit des Herbstes bald zu Ende geht. Bei Musik und Tanz fand die schöne Wanderung auf der Karlsruhe ihren Abschluß. Auskunft bei Verkehrsunfällen! Der Reichsführer SS. und Chef der Deutschen Polizei weist in einem an alle Polizeibehörden gerichteten Runderlaß darauf hjn, daß den Beteiligten in Verkehrsunfallsachen obet ihren Beauftragten, insbesondere auch Versicherungsgesellschaften, durch die Polizei nach Abschluß des polizeilichen Derfah- fahrens auf Antrag Aktenauskünfte erteilt werden können, sofern die Men nicht an die Strafoerfol- gungsbehörden abgegeben find und sofern ein berechtigtes Interesse des Antragstellers vorliegt, ferner die Pflicht zur Amtsverschwiegenheit nicht verletzt wird und die Anfragen keine unbillige Belastung des Dienstbetriebes mit sich bringen. Rechtsanwälten könne darüber hinaus auch die Akteneineinsicht gewvhrt werden. Aktenauskünfte, die schriftlich erteilt werden, sind in Preußen nach der preußischen Derwaltungsgebührenordnung gebührenpflichtig. Die mündlichen Auskünfte und die Erlaubnis zur Akteneinsicht dagegen sind gebührenfrei. * ** Universitätspersonalle. Der ordentliche Professor der Nationalökonomie und Direktor am Institut für Wirtschaftswissenschaft an der Universität Gießen, Dr. Heinrich Bechtel, wurde als Ordinarius an die Technische Hochschule in München berufen. Professor Bechtel, der vor drei Jahren von der Universität Breslau nach Gießen kam, hat seine Vorlesungen in München bereits aufgenommen, versieht aber noch bis zum Frühjahr nächsten Jahres an zwei Tagen in jeder Woche seine Dorlesungstätigkeit In Gießen. ** Der Wirtschaftsbetrieb auf Burg Staufenberg wird in einer Bekanntmachung des Forstamts Gießen in unserem heutigen Anzeigenteil zur sofortigen Verpachtung ausgeschrieben. Zusammenstoß zwischen Auw und Eisenbahnzug. ♦ Lauterbach, 11. Nov. Arn Montag gegen 18.45 Uhr ereignete sich an der Bahnüberführung der Strecke Lauterbach—Gedern zwischen Grebenhain und Crainfeld ein Zusam- menstoß zwischen einem Auto und dem Abendzug von Lauterbach in Richtung Gedern- Stockheim. Der Lenker des Personenautos, das in Fulda zuständig ist, hatte auf der Fahrt von Grebenhain nach Crainfeld, wo man die Landstraße und insbesondere die Bahnstrecke weithin übersehen kann, den Versuch gemacht, die Schienen noch unmittelbar vor dem herankommenden Personenzu zu überqueren. Dabei wurde das Auto, das mit dem Vorderbau die Gleise bereits hinter sich hatte, am rückwärtigen Teile der Karosserie von der Lokomotive gefaßt, umgerissen und eine Strecke weit mitgeschleift. Der Kraftwagen wurde vollständig zertrümmert, die im Wagen mitgeführten Warenpakete fielen heraus und lagen eine Strecke weit neben dem Bahndamm verstreut. Der Autolenker wurde am Kopfe leicht verletzt und mußte mit dem Abendzug nach Fulda zurückkehren. Nach eimvand- reier Feststellung des Vorganges und nach Freigabe des Personenautos wurde dieses gestern mit der Bahn nach Fulda zurückgeschickt. Nach Lage der Dinge dürfte kein Zweifel darüber bestehen, daß die Schuld an dem Vorfall den Autolenker trifft. Landkreis Gießen. Z Alten - Buseck, 10. Nov. Hier sprach in dem dritten Schulungsabend der Luftschutz- Grundschulung Sanitäter Seibert über erste Hilfe bei Verletzungen und Gaserkrankungen, Anlegen von Verbänden, Lagerung und Transport von Verletzten. Er veranschaulichte seine Vorführungen durch einige praktische Üebungen. Ferner sprach im vierten Schulungsabend Dr. Mitter- meier zunächst über Luftschutz und Städtebau, Schutzraumbau, Verdunkelung, Entrümpelung und über das luftgeschützte Haus. Im zweiten Teil seines Vortrags erklärte er die Möglichkeiten der Brandbekämpfung. Der Luftschutzortsgruppenführer Dr. Haas sprach das Schlußwort und gab hierbei noch praktische Anleitungen über Zimmerverdunke- hmg und Lampenabblendung. * Lollar, 11. Nov. Die Eheleute Philipp Klein, Lumdastrahe, können am morgigen Donnerstag das Fest ihrer silbernen Hochzeit begehen. ~Y~ Harbach, 10. Nov. Auf dem Obstbaumgelände in der Nähe unserer Kirche entdeckten spielende Kinder eine Singdrossel. Sie flatterte in geringer Höhe über den Boden und ließ sich nach kurzer Flugdauer immer wieder auf die Erde nieder. Es verursachte deshalb keine große Mühe, das Tier einzufangen. Bei näherer Untersuchung konnte festgestellt werden, daß sich der Vogel — der neben der Weindrossel die kleinste unserer Drosseln ist — eine Verletzung zwischen Unterbrust und Bauch zugezogen hatte. Allem Anschein nach mar es den Fängen eines Raubvogels entwischt, oder gegen einen spitzen Gegenstand geflogen. Da die Wunde frischen Schorf trug und überdies noch Blut aus der Schnabelöffnung floß, muh die Verletzung erst vor kurzem erfolgt fein. Demnach kann es sich auch kaum um einen unfreiwilligen Nachzügler aus Der großen Armee unserer Zugvögel handeln. Allgemein zählt man die Singdrvs- ** Unfall Im Gießener Güter bahn- Hof. Nach Schluß des gestrigen Viehmarktbetriebes im Gießener Güterbahnhof bemühten sich zwei Reichsbahnbeamte um die Schließung des schweren eisernen Tores, das den Zugangsweg zum Güter- bahnhofgelände von der Straße her abgrenzt. Dabei fiel das schwere Eisentor um und traf die beiden Beamten so unglücklich, daß sie mit erheblichen Verletzungen in die Chirurgische Klinik eingeliefert werden mußten. ** Treibjagd im Gießener Stadtwald. Arn gestrigen Dienstag veranstaltete der Pächter der Jagd im Gießener Stadtwald in den Revieren zwischen Gießen und Annerod eine Treibjagd, an der sich mehrere Schützen beteiligten. Das Ergebnis der Jagd betrug 20 Hasen, ferner zwei Fasanen und eine Schnepfe. Es war bei dieser Gelegenheit die Beobachtung zu machen, daß das Rehwild im Gießener Stadtwald zahlreicher vertreten ist, als der Hase. Große Strafkammer Gießen. Die Angeklagten Chr. Pf. und O. Sch., beide aus Kirchhain, hatten sich wegen Untreue und Unterschlagung zu verantworten. Die Beweisaufnahme währte gestern bis in die späten Abendstunden. Die Sache wurde dann auf heute vormittag zur weiteren Verhandlung vertagt. et zu den Vögeln, die sich nur während des Sommers bei uns aufhalten, die rauhe Jahreszeit aber im warmen Süden verbringen. Mithin dürfte es sich hier um einen Ausnahmefall handeln. Nach forg- amer Pflege wurde das hübsche Tierchen in Freiheit gesetzt. Sein Gefieder war auf der Oberseite oüobraun und auf der Unterseite gelbbraun. Auf der Ober- und Unterbrust trug es schwarzbraune Flecken. Diese verloren sich allmählich nach dem Bauch und den Unterschwanzdeckfedern. Hoffentlich ist der muntere Frühjahrssänger keiner Katze zum Opfer gefallen und überwintert gut! * Harbach, 10. Nov. Die Pfund samm- lung, die in diesen Tagen durchgeführt wurde, brachte wieder ein erfreuliches Ergebnis. Es wurden 2 Pfund Grieß, 5 Pfund Gerste, 10 Pfund Reis, 12 Pfund Mehl und 18 Pfund Bohnen gespendet. Einen weiteren Beweis von der Opferfreudigkeit unserer Einwohnerschaft lieferte die Eintopf- ammlung; es gingen 22,40 RM. ein. Mit Genugtuung konnte man aus den Spendelisten ersehen, daß zahlreiche Volksgenossen ihre Beiträge freiwillig erhöht haben. £ B elter sh ain, 11. Nov. Unser Mitbürger Heinr. Rühl wird am nächsten Freitag 75Jahre alt. 30 Jahre lang war Herr Rühl als Bahnwärter tätig. Er ist körperlich und geistig sehr rüstig und verrichtet noch alle Feldarbeiten. O Leih gestern, 10. Nov. Ihre silberne Hochzeit können am Donnerstag, den 12. November, der Landwirt Ludwig Schaum und seine Ehefrau Marie, geb. Heß, Hindenburgstrahe 52, begehen. 69 Leihgestern, 10. Nov. Am Sonntag fand in unserer vollbesetzten Kirche der erste G e • meindeabend statt, in dessen Mittelpunkt das von Pfarrer Köhler (Darmstadt) behandelte Thema stand: „Ist die Bibel Gottes Wort?" In tiefer, jedem verständlichen Art wußte der Redner klar zu machen, daß die Bibel in ihrer Mannigfaltigkeit doch eine vollkommene Einheit ist, die Gott den Herrn und Schöpfer und Richter, den Heiland und Versöhner der Welt zeigt. Nicht ein gewesener Gott ist der in dem Buch der Bücher Bezeugte, der nur zu den Menschen der damaligen Zeit redete, sondern der Gott, mit dem mir es heute zu tun haben, von dem und durch den und zu dem alle Dinge sind gestern, heute und in Ewigkeit. Aus dem Leben des Einzelnen, wie aus der Geschichte unseres Volkes wies der Redner nach, daß der Mensch, auch wenn er sonst noch so sehr auf die eigene Kraft pocht, nach diesem Wort greift und sich an dies klammert in den Zeiten des Kummers und der Not. In großer Spannung folgte die Gemeinde den fachlichen Darlegungen. Die Feierstunde war von Vorträgen des Kirchenchors, unter Leitung des Dirigenten Häuser (Steinberg), und des Posaunenchors unter seinem Chormeister Leun umrahmt. Das Schluß- und Dankeswort sprach der Ortspfarrer. J) Lich, 10. Nov. Am vergangenen Eintopfsonntag wurden in unserer Stadt nahezu 290 Mark gespendet. Don den Einnahmen bei dem vom Turnverein 1860 Lich zugunsten des Winterhilfswerkes durchgeführten Handballspiel am vergangenen Sonntag konnten der NSV. 15 RM. zugefüyrt werden. Bei der 2. Reichsstraßensammlung, die in unserer Stadt von Mitgliedern der SA., SS. und des NSKK. durchgeführt wurde, gingen 146,82 RM. ein. flrete Friedberg. = Butzbach, 10. Nov. Nach endgültiger Zeitteilung beträgt das Ergebnis der Eintopf« a m m I u n g am vergangenen Sonntag rund 556 Mark. — Am Samstag und Sonntag veranstaltete die Hitler-Jugend in ihrem hiesigen Heim eine Führers chulung des Bannes W e 11 e r a u, wobei sportliche Hebungen und Vorträge die Tagung ausfüllten. Bannfuhrer Cuntz aus Bad-Nauheim hatte die Leitung der Schulungstagung übernommen. — Die Arbeiten des im Sommer in Angriff genommenen Radfahrweges zwischen hier und Pohl-Göns über die Eisenwerke hinaus, sind beendet worden. Im kommenden Jahre soll voraussichtlich das letzte Stück sowie derselbe Weg auch auf der anderen Straßenseite angelegt werden. Nach dem Erdaushub wurde der Radfahrweg regelrecht, wie jede neue Straße, zunächst gestückt, dann mit Grobschotter und geteertem Feinschotter überdeckt und zuletzt mit einem feinen Kalksplitt abgedeckt. Daneben ist ein Fuß- gängermeg angelegt worden. Bei diesen umfangreichen Arbeiten wurden gleichzeitig die zahlreichen Strahenkuroen abgeflacht, zum Teil überbaut und neu hergerichtet. Straßengräben und Garteneinfriedigungen mußten verlegt werden, um den notwendigen Platz zu gewinnen. Mit der Anlage dieses Radfahrweges ist einem dringenden Bedürfnis Rechnung getragen worden. Kreis Bübingen. O Nidda, 10.Nov. Anläßlich der Uebersiede- hing des Reichs arb e itsdienftlagers 2/225 „Dr. Otto Södel" nach Kirtorf fand am Samstagabend unter Mitwirkung der Gruppenkapelle Schlüchtern in der Turnhalle eine Abschiedsfeier statt, an der neben leitenden Persönlichkeiten von Partei und Staat die Einwohnerschaft Niddas und der Umgebung in großer Zahl teilnahm. Obwohl dem Arbeitsdienstlager für seine wertvollen Arbeitsleistungen während des über dreijährigen Hierseins bei verschiedenen Anlässen schon gedankt worden war, wurde dies an diesem Abend nochmals besonders getan. Als Arbeiten für die Allgemeinheit aus dieser Zeit seien erwähnt: Streckung und Verbreiterung des Flutgrckbens, der bei Hochwasser einen Teil der Wassermassen der Nidda von der Krötenburgsmühle oberhalb der Stadt bis weit unterhalb wieder in die Nidda führt und dadurch die Stadt vor den früher zahlreichen Ueberschwemmungen bewahren wird; die teilweise Verlegung, sowie der Ausbau der Lumdastraße, des Burgeinganges, die Schleifung der sog. .Kleinen Hohl", wodurch wertvolles Ackerland gewonnen und ein besseres Wegenetz geschaffen wurde; Waldrodungen, Wegebau und sonstige Arbeiten in einigen Nachbargemeinden; Hilfe bei der Getreide» und Herbsternte. Im Dienste des Nächsten nahm die Mannschaft im vergangenen Jahr tatkräftigen Anteil an den Löscharbeiten bei dem großen Brande in Geiß-Nidda und im Holzsägewerk der Firma Himmelsbach. kreis Schotten. d Schotten, 9. Nov. Der Schotten er Männerchor 1837 begeht nächstes Jahr die Feier seines 100jährigen Bestehens und beginnt schon mit den Vorbereitungen zu dieser großen Feier. Dor allem gilt es ihm, zu zeigen, daß er in gesanglicher Hinsicht auf der Höhe steht und seinen alten, guten Ruf bewahrt. Am vergangenen Samstag legte er in einem großen Gesangskonzert Proben seiner guten Schulung und feines Könnens ab. Unter Leitung seines tüchtigen Dirigenten H. Nagelschmidt, Büdingen, fang der Chor eine Reihe ansprechender Lieder, unter denen die neuen Chöre „Heilige Mahd" von Trunk und „Psalm der Arbeit" v. Lißmann, besonders zur Wirkung kamen. Als Solisten wirkten Frau Nagelschmidt (Klavier) und W. Wagner (Violine) mit und errangen viel Beifall. Die Darbietungen waren von musikalischen Vorträgen des Schot- teuer Orchesters begleitet. # Groß-Eichen, 10. Nov. Für das W i n- terhilfswer? wurden in unserer Zelle gespendet: am vorletzten Sonntag bei der Reichsstraßen- fammlung der SA. 23,70 RM., beim jüngsten Eintopfsonntag, durchgeführt von der Freiwilligen Feuerwehr, 20,60 RM. Für die Kartoffel- und Fruchtsammlung wurden durch die Ortsbauernschaft Listeneinzeichnungen Dorgenommen, deren Ergebnis auf 75,19 Ztr. Kartoffeln und 18,42 Ztr. Frucht besteht. Besinnung im rechten Augenblick. LPD. Weilburg, 10. Nov. Im Kreisort Aumenau suchte ein anscheinend lebensmüdes junges Liebespaar Die Lahn auf. Die kalte Flut brachte das Paar aber noch rechtzeitig zur Besinnung, und sie halfen sich gegenseitig wieder aus dem nassen Element. Das Mädchen war so erschöpft, daß es im Auto in ärztliche Behandlung gebracht werden mußte. Unverbindliche Probefahrten? Motorwagen-Verkaufs gC Sells dürft Hl. b. H. Frankfurter Strafte 52 - Telephon Nr. 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Auf dem Roßmarkt wurde der Antikomin- tern-Zug zu einer Wagenburg zusammengefahren. Hier wird am kommenden Samstag um 8 Uhr die Ausstellung „Weltfeind Nr. 1 — Der Bolschewismus" eröffnet werden. Die Ausstellung, an der kein Volksgenosse vorübergehen sollte, ist bis zum 19. November täglich von 8 bis 21 Uhr in Frankfurt a. M. zu besichtigen. Aus der Bevölkerungsstatistik des Dorfes Gleiberg. (D Gleiberg, 10 Nov. Wie sich im Laufe der letzten Jahrzehnte die Schülerzahl in unserem Ort veränderte und wie sich der Geburtenrückgang auswirkt, zeigt folgende Statistik: Im Jahre 1881 zählt bei nicht ganz 400 Einwohnern die Schule 73 Kinder; dann steigt die Zahl langsam bis 1889 auf 86, um im nächsten Jahr auf 77 ,und bis 1893 auf 71 zu gleiten. Es erfolgt nun ein st a r k e r Aufstieg, der im Jahre 1900 mit 95 Kindern, 55 Knaben und 40 Mädchen, den höchsten hier erlebten Stand erreicht. Ganz systematisch, trotz zunehmender Einwohnerzahl, sinkt im neuen Jahrhundert die Zahl, im ersten Jahrzehnt um 10 und bis Ende des zweiten Jahrzehnts sogar noch um weitere 22, so daß 1919 nur 66 Kinder die Schule besuchen, also nur noch zwei Drittel vom Jahre 1900. Hält sich diese Zahl in den folgenden Jahren mit einigen Schwankungen, so hat sie gegenwärtig — 1936 — ihren bisherigen tiefsten Stand erreicht mit 59 Schülern. Interessant sind auch die Schwankungen im Ge- schlechtsverhältnis. Während von 1881 bis 1886 die Zahl der Knaben stark überwiegt, ändert sich im gleichen Maße von 1887 bis 1894 das Verhältnis zugunsten der Mädchen. Nun dominiert bis 1905 wieder die Knabenzahl, um dann bis 1918 den Mädchen den Vorrang zu lassen. Zählt man von 1881 bis 1919 die Schülerzahlen der einzelnen Jahre zusammen, so kommen auf die Knaben 1524 und auf die Mädchen 1536, was sich mithin fast ausgleicht. Stark fällt die Tatsache ins Auge, daß im Jahre 1881 bei etwa 400 Einwohnern 73 Schüler vorhanden sind und im Jahre 1936 bei rund 500 Einwohnern nur 59. Dorfcremeinschaff aus eigener Kraff. = Wißmar, 10. Nov. Am Sonntagabend veranstaltete die N S G. „Kraft durch Freude" in Verbindung mit dem Landschaftsbund „Volkstum und Heimat" im Saale von Wolf einen gut besuchten Dorfgemeinschaftsabend. Die Musik und die gesamte Vortragsfolge wurden von einheimischen Kräften bestritten. Der Ortsringleiter des Landschaftsbundes Volkstum und Heimat, Lehrer Schnorr, hieß die Teilnehmer willkommen und wies auf den Wert und Sinn eines solchen Abends hin. Unter der Leitung von Hauptlehrer Wagner wurde dann, aufgeführt von ehemaligen Schülerinnen, ein schönes Theaterstück gezeigt, das mit großem Beifall ausgenommen wurde. Im weiteren Verlaufe des Abends wechselten Volkstänze und musikalische Darbietungen in bunter Folge miteinander ab. Kreisringleiter K o r tz (Wetzlar) kennzeichnete in einer Ansprache die Notwendigkeit, die Dorfgemeinschaftsabende aus eigener Kraft zu gestalten. Er wies darauf hin, daß man bestrebt sein müsse, alle befähigten Kräfte des Dorfes zu erfassen. Er gab weiter seiner Freude über die Ausgestaltung des Dorfgemeinschaftsabends in unserem Orte Ausdruck, der der erste dieser Art im Kreise Wetzlar sei. Lehrer Schnorr hielt dann einen Vortrag über „Wißmar vor 100 Jahren und heute." Der Vortrag wurde mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgt. Ortsgruppenleiter Henrich dankte zum Schluß des Abends allen, die sich in den Dienst der Veranstaltung gestellt hatten. Mit dem Gruß an den Führer und mit dem Deutschlandlied und dem Horst Wessel-Lied klang der Abend aus. 6. A.-Sport Deutschland-Italien. Der sechste Fußballänderkampf zwischen Deutschland und Italien am Sonntag auf dem Reichssportfeld in Berlin hat eine noch nie dagewesene Resonanz in der ganzen deutschen Oeffentlichkeit gefunden. Begeisterung und Interesse für Länderspiele sind in Deutschland stets groß gewesen, besonders als in den letzten Jahren der deutsche Fußballsport sich auch international Geltung verschaffte. Nun stehen wir vor einem neuen Ereignis: dem Länderkampf gegen Italien in Berlin. Zwischen Glasgow und Berlin liegen nur vier Wochen, und schon steht die deutsche Nationalmannschaft wieder vor einer Kraftprobe, deren Ausgang die ganze Fußballwelt interessiert. Italien ist Fußball-Weltmeister der Fifa, ist zweimaliger Gewinner des Europa-Pokalwettbewerbs und es errang mit seiner „Studentenmannschaft" die Fußball - Goldmedaille in Berlin. Diese Erfolge sind das Produkt eines systematisch betriebenen Trainings und einer harten Schule. Die . körperliche Konstitution der Italiener ist vorbildlich. Aber auf der anderen Seite ist auch Deutschland für den schweren Kampf gerüstet. Unsere Elf weiß, daß sie gerade in Berlin etwas gutzumachen hat. Die Bilanz der deutsch-italienischen Länderkämpfe ist für uns wenig erfreulich. Von den fünf bisher ausgetragenen Begegnungen blieben die Italiener viermal siegreich, und nur einmal konnte Deutschland die Oberhand behalten. Die Reichshauptstadt ist zum erstenmal der Schauplatz eines Fußballänderkampfes zwischen Auch in diesem Jahre zog der VfB.-Reichsbahn für seine Leichtathletik-Abteilung Bilanz. Abermals konnte ein Ausstieg festgestellt werden. Nicht nur, daß einzelne Könner hervorragten, nein in ihrer Gesamtheit siand die Abteilung wie ein Mann. Gerade der eigene Nachwuchs, bei Mannschaftskämpfen eingesetzt, ließ eine nicht erwartete Geschlossenheit erkennen. Die Früchte langjähriger Aufbauarbeit konnten geerntet werden. Wenn man bedenkt, daß auf 30 Veranstaltungen Leichtathleten des VfB.-R. gestartet sind, so steht fest, daß die Gießener Leichtathletik im VfB.-Reichsbahn eine wertvolle Pflegestätte gefunden hat. Auf die erkämpften 240 Siege, die sich wie folgt zusammensetzen, ist man deshalb mit Berechtigung stolz: 87 erste Siege, 88 zweite Siege, 65 dritte Siege, insgesamt 240 Siege. Bei den Aktiven waren es besonders Luh, Herrmann, Pfaff und Huppert, die ihre Kräfte in den Dienst der Sache stellten. Aber auch die ab und zu aktiv verwandten ^.-Jugendlichen Kley, Schwarz, Möll «nd Stürmer waren dem Verein eine große Stütze. Wohl der schönste Erfolg sind die in der Deutschen Dereinsmeisterschaft in Klasse B erzielten 4997,75 Punkte. Otto Luh steht mit seiner Kugel- beftfeiftung von 15,07 Meter in Deutschland an 7. Stelle. Jrn Diskuswerfen erreichte er 42,33 Meter. Den Hammer schleuderte er 35,50 Meter weit. Heinz Herrmann stieß die Kugel 14,07 Meter weit, sprang 6,71 Meter im Weitsprung und warf den Speer 54,86 Meter. Pitzen sprang 1,70 Meter hoch. Alles gute Leistungen. In der 4X100-Meter-Staffel wurde als Kreis-Bestleistung 45,3 Sek. gelaufen. Die Staffel stand: Huppert, Luh, Kley und Möll. Luh und Herrmann vertraten verschiedentlich den Gau. In der Kreisbestenliste sind die Namen des VfB.-R. mehrmals, an der Spitze zu finden. Auch im Gau führt Luh im Kugelstoßen. Den Glanzpunkt der Abteilung stellten jedoch unstreitig die Jugendlichen dar. Sie krönten ihre Erfolge mit der Erringung der Kreismeisterschaft in der Deutschen Vereinsmeisterschaft. Die Leistungen Deutschland und Italien. Das Interesse nicht nur der Berliner, sondern aus dem ganzen Reich ist so gewaltig, daß bei weitem nicht alle Wünsche erfüllt werden können. Deutschland müßte schon über ein Stadion mit einem Fassungsvermögen für 200 000 Zuschauer und mehr verfügen, um der riesigen Kartennachfrage zu genügen, die das Berliner Spiel heroorgezaubert hat. Mit 110 000 Zuschauern ist das Olympische Stadion überfüllt, mag man auch hier und da noch Notbauten errichtet haben. 30 000 Eintrittskarten sind in Berlin zur Ausgabe gelangt, während rund 70 000 Karten ins Reich gegangen sind. Aus den verschiedensten deutschen Großstädten werden nicht weniger als 67 Sonderzüge eingesetzt. Deutschland stellt für diesen Kampf folgende Mannschaft: Jakob (Jahn-Regensburg); Münzenberg (Alemannia Aachen), Munkert (1. FC. Nürnberg); Janes (Fortuna Düsseldorf), Goldbrunner (Bayern München), Kitzinger (1. FC. Schweinfurt); F. Elbern (SV. Beuel), Gellesch (Schalke 04), Siff- ling (SV. Waldhof), Szepan, Urban (beide Schalke 04). Das Aufgebot der Italiener von zwölf Spielern setzt sich zusammen aus den Torhütern Olivieri (Lucca) und Ceresoli (Bologna); den Verteidigern Monzeglio und Allemandi (beide AS. Rom); den Läufern Serantoni (AS. Rom), Andreoli (Bologna), Arglien II (Juventus Turin); sowie den Stürmern Pasinati (Triest), Meazza (Amdrosiana Mailand), Piola (Lazio Rom), Ferrari (Ambrosiana Mailand) und Colaussi (Triest). Die Italiener treffen bereits am Freitagnachmittag in Berlin ein. der Jugendlichen sind der besonderen Erwähnung wert: A-fUaffe: Helmut Möll: 100 Meter in 11,1 Sek.; 200 Meter in 23,4 Sek.; Hochsprung 1,66 Meter; Weitsprung 6,44 Meter, Dreisprung von 12,31 Meter. — Egon Kley: 100 Meter in' 11,4 Sek.; 200 Meter in 23,4 Sek.; Weitsprung 6,45 Meter; Hochsprung 1,66 Meter; Kugelstoßen 14,10 Meter. Möll ist Gaumeister im 200-Meter-Laufen und Dreispringen. Kley errang die Gaumeisterschaft über 100 Meter und im Weitsprung. Beide stehen in der Gaubestenliste an erster Stelle. Kreismeister wurden die A-Jugendlichen: E. Kley über 100 Meter und Weitsprung; H. Möll im 200- Meter-Laufen; Reinhold Krämer im 800-Meter- Lauf; Kurt Nies im Kugelstoßen; Helmut Schieferstein im Diskuswerfen. B-Jugend: In der Jugendklasse B dominierten ebenfalls die VfB.-Reichsbahner. Wohl die beste Leistung vollbrachte Schwarz im Hochsprung mit 1,60 Meter. Ferner Linkmann im Diskuswerfen mit 32,99 Meter. Beide sicherten sich hiermit im Kreis die erste Stelle. Mädicke lief die 100 Meter in 12,1 Sek. In Klasse B wurden folgende Mitglieder Kreismeister: 200 Meter A. Oehler. Hochsprung Schwarz. Diskus Rudi Büdenbender. Ferner seien erwähnt C. Heller über 1500 Meter. Lipphardt 200 Meter. E. Oehler Stabhoch. C-3ugenb: In der Jugendklasse C war vorzügliches Material vorhanden. Besonders Heinrich Mootz kam zu vielen Siegen. Er lief 100 Meter in 12,8 Sek. und stieß die Kugel 11 Meter weit. Ihm zur Seite stand Hans Diedrich, der die 100 Meter in 13,1 Sek. lief. Mootz wurde Kreismeister im 100-Meter-Lausen und Kugelstoßen. Aber der schönste Erfolg der C-Jugend stellt die Erringung der Gaumeisterschaft in der 4 mal 100-Meter-Staffel dar. H. Mootz, H. Schäfer. E. Herrmann und H. Diedrich erliefen sie. D-3ngenb. Die Kleinsten waren wie immer mit Eifer bet der Sache. Auch sie leisteten viel. Hier galt jedoch die Vereinsarbeit mehr der Ausbildung. Frauen-Ableiluug. Auch die Frauenabteilung errang verschiedene gute Erfolge. Besonders in der 4-mal-100-Meter» Staffel konnten einige Siege erzielt werden. In der Besetzung Luise Weber, Anni Heller, Hilde Dapper und Elfriede Schmidt wurde die gute Zeit von 57 Sekunden gelaufen. Im Hochsprung war es Elfriede Fischer, die 1,35 Meter erreichte. Im Diskuswerfen waren sich Hilde Dapper, Elfriede Schmidt und Käthe Mandrella ebenbürtig. Im Kugelstoßen kam Frl. Schmidt über die 9 Meter. Der VfB.-Reichsdahn blickt mit Stolz auf feine Leichtathleten, die in unermüdlicher Arbeit dem idealen Gedanken der Körperstählung dienen zum Wohle unseres Vaterlandes. BfB.-Reicksbahn Gießen. VfB.-R. 1. Jgd. — R.-Tufpo Herborn 1. Jgd. 1:2. Die erste Jugend konnte trotz der knappen Niederlage in Herborn restlos gefallen und hat erneut gezeigt, daß sie die Tabelle der Jugendgruppe Gießen auch in diesem Jahre zu Recht inne hat. Lediglich das übertriebene Kombinationsspiel des Sturmes war daran Schuld, daß die Feldüberlegenheit nicht ihren zahlenmäßigen Ausdruck fand. Die Herborner Jugend war ein Gegner, der auch in der hiesigen Gruppe eine Rolle spielen würde. VfB.-R. 2. Jgd. — Herborn 2. Jgd. 4:2. Die zweite Jugend war erfolgreicher als die erste. Sie konnte während der ganzen Spieldauer leicht feldüberlegen spielen und verstand es auch vor allen Dingen, durch Tore dieser Tatsache Ausdruck zu geben. VfB.-R. 1. Schüler — 1900 Gießen 1. Schüler 1:4. Da die VfBer in diesem Spiel gezwungen waren, mit Ersatz anzutreten, so war es von vornherein klar, daß bei der sonstigen Ausgeglichenheit der Spielstärke die Leute vom Trieb in diesem Spiele das bessere Ende für sich behaupten würden. ©feuerfferfbrief. Lpd. Frankfurt a. M., 10. Nov. Gegen den Kaufmann Hans Strauß, geboren am 29. Mai 1900 in Heldenbergen, zuletzt wohnhaft in Frankfurt a. M., Arndtstraße 3, zur Zeit in Sao Paulo, Rua Abilio Soares 10, ist vom Finanzamt Frankfurt a. M.-West wegen Reichsfluchtsteuer im Betrage von 4351,50 RM. ein Steuer st eck- brief erlassen worden. Es ergeht hiermit die Aufforderung, den genannten Steuerpflichtigen, falls er im Inland betroffen wird, vorläufig festzunehmen und gemäß § 11 Absatz 2 der Reichsfluchtsteuer- Dorschriften unverzüglich dem Amtsrichter des Bezirks, in dem die Festnahme erfolgt, vorzuführen Rundfunkprogramm. Donnerstag, 12. November: 6 Uhr: Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Musik am Morgen. Heiter soll der Tag beginnen. 10: Schulfunk — Volksliedsingen. 11.30: Landfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert. 13: Nach- richten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Schlager, die schon fast verklungen, doch immer wieder gern mitgesungen! 15: Volk und Wirtschaft. Oberschlesiens Kohle und Eisen. 15.15: Kinderfunk. 16: Unterhaltungskonzert. Volkstümliche Weisen. 17.30: Die junge Kolonne! (Aus neuem deutschen Schaffen). 18: Konzert. 19: Musik von Josef Haas. 19.40: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel 20: Nachrichten. 20.10: Bergauf —- Bergab. Bünte Volksmusik. 21: Keine Angst vor der Symphonie (I). Eine Sendereihe mit schöner Musik. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk), Nachrichten der DAF. 22.30: Schallplattenkonzert. 23: Konzert. Werke von Georg Schumann. 24 bis 2: Nachtkonzert. Die Zauberflöte. Oper in zwei Aufzügen von Wolfgang Amadeus Mozart. „Geschäftliches" Oer heutigen Gesamtausgabe liegt ein Werbeblatt der Suameliue Werke,G.m.b. H. Frankfurt a.M.-Höchst bei. M./R.-leichiath!etik im Jahr 1936. Erfolgreiche Breiten- und Gpihenarbeit.—Bei 30 Veranstaltungen 240 Siege. 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