Dienstag, ft. August 1956 Hr.186 Erstes Blatt 186. Jahrgang Gießener Anzeiger r Die Kehrseite der französischen Neutralitätspolitik Paris. 10. Aug. (DNB.) Die Nachrichten- agenlur Fournier will wissen, bah die Regierung Giral in Madrid am Montagvormitlag zurückgetreten sei. Der Führer des rechten Flügels der sozialdemokralischen Parlei. P r i e t o. habe soforl ein neues Kabinett gebildet. Francaza zusammengezogen wurden. Sie seien dort von einem Vertreter des Luftfahrtministeriums in Empfang genommen und dann von Gendarmerie bewacht worden. Die Flugzeuge seien, mit einer Ausnahme, am Samstag und Sonntag nach Barcelona abgeflogen. Auf Anweisung des Luft- fahrtministers Pierre C o t habe ein Flugzeug der Air-France alle Flugzeugführer von Barcelona nach Toulouse zurückgebracht, nachdem diese Maschinen den Behörden der spanischen Volksfront übergeben worden waren. Auch die sechs Bomber des Typs Potez 54 seien Samstag und Sonntag in Barcelona eingetroffen. Dor dem Abflug der Flugzeuge habe sich ein Zoll- agent nach Toulouse begeben, um die Apparate dort frei zu machen. Alle Papiere seien in Ordnung gewesen-, Passierscheine des Luftfahrtminlste- riums, des Kriegsministeriums und des Außenministeriums hätten vorgelegen. Französische Aechlsblätter melden weitere Nugzeuglieserungen für Madrid und Barcelona Bündnisvertrag zwischen Portugal und Großbritannien erinnert worden. Oie Sowjetunion stimmt dem Nicht- einmischungsvorschlag zu. Paris, 10. Aug. (DNB.) Wie Havas aA Mos- kau meldet, soll die sowjetrussische Regierung dem französischen Geschäftsträger am Montag mitgeteilt haben, daß sie dem französischen Vorschlag einer Nichteinmischung in die spanischen Ereignisse zu- stimme. 1. Die Notwendigkeit, daß sich auch Sowjetrußland am Nichteinmischungspakt beteiligt. 2. Die Achtung der internationalen lange r 3 o n e durch beide am Bürgerkrieg beteiligten Parteien. 3. Die Gefahren für das portugiesische Regime, alls der ungehemmte Kommunismus oder die Anarchie in Spanien sich weiter ausdehnen. Portugal sehe in einer derartigen Entwicklung eine Ge- ahr für seinen territorialen Bestand und wünsche für diesen Fall zu wissen, inwieweit es sich auf England und Frankreich verlassen könne. In diesem Zusammenhang sei an den alten und dort dürfte die Entscheidung fallen, was aus der Aktion der französischen Volksfront für die spanische Volksfront werden wird. In Moskau hat man die Hoffnung, daß nach dem neuen Abkommen, das man mit London erzielt hat und dessen Wert nach Moskauer Auffassung mehr auf politischem denn auf wirtschaftlichem Gebiete liegt, der „demokratische englische Freund" — man macht neuerdings in erhöhtem Maße in Demokratie in Moskau — eher Verständnis für die Sowjetargumentation zeigen werde. Und inzwischen setzt man zweierlei fort: Die Geldsendungen nach Spanien und den Der» leumdungsfeldzug gegen Deutschland und Italien. Es wird jedes Mittel in den Dienst dieses Feldzuges gestellt, über das Moskau verfügt; der Ton der hetzerischen Angriffe insbesondere gegen Deutschland spricht von einem Niveau, das selbst in der Moskauer Presse nicht mehr alltäglich ist. Durch die Verleumdungen sät man Unruhe und Unfrieden, man erzielt eine Verhetzung, die nicht mehr zu überbieten ist, und man reibt sich im Stillen die Hände. Denn nicht nur wird dadurch die allgemeine Aufmerksamkeit von der eigenen Front abgelenkt, die man in Spanien zur Unterjochung des Volkes unter den Kommunismus errichtet hat, — man erzeugt auch planmäßig und gewollt gerade in dem Augenblick, wo die Augen der Welt auf Berlin gerichtet sind, dessen Olympische Spiele ein übriges Mal die Friedfertigkeit Deutschlands unter Beweis gestellt haben, den Eindruck, als befinde man sich unmittelbar an der Schwelle eines neuen Weltkrieges. Europa aber — was wird Europas Antwort an den Bolschewismus fein? Paris, 11. Aug. (DNB. Funkspruch.) Der „Figaro" meldet aus Toulouse, daß a ch t Dew 0 i - tine-Jagdflugzeuge und sechs große mehrsitzige zweimotorige Kampfflugzeuge Potez 570 den Flughafen Francazal mit unbekanntem Ziel verlassen hätten. Jedes der Kampfflugzeuge sei mit vier Zwillingsmaschinengewehren in Gefechtstürmen am vorderen und hinteren Ende des Apparates ausgerüstet gewesen. Die letzten Flugzeuge hätten den Flughafen bei Dämmerung verlassen. Die Anwesenheit von mehreren spanischen Fliegern in Toulouse treffe mit der Abreise der Flugzeuge zusammen, was in Fliegerkreisen Anlaß zu Vermutungen gegeben habe, deren Richtung man sich denken könne, lieber das Ziel dieses Geschwaderfluges sei keine amtliche Aufklärung erfolgt. Die „Action Francaise" berichtet, daß 14 Dewoi- tine-Flugzeuge am 4., 5. und 6. August in Toulouse- Kabinettswechsel in Madrid? Marxistischer Präsident der Staatsbank. Die Pressestelle des nationalen Verteidigungskomitees in Burgos teilt mit, daß der bisherige Präsident der' Bank von Spanien, Nicolai d'Olwer, zurückgetreten fei, weit er die Verantwortung für die sinnlose lleberbeanspru- chung der Bank von Spanien durch die Marxisten nicht mehr länger auf sich nehmen wollte. 3n den letzten 14 Tagen sollen 45 Millionen Gotd- Peseten im Flugzeug nach Frankreich geschickt worden sein, die angeblich zu Clearing- Zwecken, in Wirklichkeit aber, zum großen Teil, als Bezahlung für Waffenlieferungen verwendet worden feien. — Als Nachfolger des Vankpräfidenten wurde der Bankier C a r a b i a s bestimmt, der seit langem sehr enge Beziehungen, ten gegen die verwerflichen Handlungen der deutschen und italienischen Faschisten geäußert hat und welcher Bergmann im Dongebiet oder welcher Po- larnik auf der Insel Dickson sich mit welchem Betrage an den Sammlungen beteiligt hat, um den „lieben spanischen Genossen" — von denen übrigens diese Hilssbegeisterten im allgemeinen nur eine ganz nebelhafte Vorstellung haben — zu helfen. Nach der gegenwärtig noch gültigen Sowjetverfassung dürfen in der Sowjetunion nur solche Vereine, Verbände oder sonstige Organisationen bestehen, die den Zielen der Regierung entsprechen ober ihre Tätigkeit diesen Zielen , unterordnen. Es wird auch im Ernst keinem Menschen im Kreml einfallen, zu behaupten, daß die Gewerkschaften, der Komsomol ober bie kulturellen unb wissenschaftlichen Vereinigungen, bie als Organisatoren der „spanischen Hilfe" auftreten, nicht Stegierungs» oerbänbe finb, — ebensowenig wie man etroa im Ernst alle Rückschlüsse, bie sich aus der Beteiligung ber Polizei, ber Armee unb ber Staatsbank ergeben, für irrig bezeichnen könnte. Moskau leugnet heute nicht mehr, baß es am spanischen Bürgerkrieg aktiv Anteil nimmt, bie aus- limbischen Stimmen ber Presse, bie von ber Ent- fenbung von freiwilligen Kämpfern aus Moskau nach Spanien wissen wollen, finb keineswegs in bas Reich ber Kombinationen zu verweisen. Wer regelmäßig bie französische $rcUe ”ers folgt, wirb auch von gewissen geheimnisvollen Dampfern wissen, bie schon seit April befes Jahres unter sowjetrussischer Flagge immer roieber französische Mittelmeerhäfen mit westlicher Richtung passieren unb bie eine für Spanien bestimmte, nicht näher deklarierte Last mit sich führen. Wenn man jetzt in Europa Zeter unb Marino t nbe mehr! Unb schließlich lebten bie beiben Generale nicht nur noch immer, fonbern nahmen auch Inglich an Anhang zu. Ob es sich so erklären läßt, baß Moskau noch I etten will, was zu retten ist, ober ob es glaubt, | Liner an sich labilen Lage burch fein Eingreifen nen entscheibenben Stoß in einer be- immten Richtung zu geben, läßt sich im Augen- | llick schwer übersehen. Tatsache ist, daß man in HosEau am 1. August beschloß, endgültig aus ber Reserve herauszutreten unb auch nach außen hin !rn letzten Rest seiner Maske vom Gesicht zu wer- «?n. Seitbcm wirb in Moskau mit aller Planmäßigkeit Verwirrung gestiftet, Unruhe organisiert mb ber Keim zu einer Entwicklung gelegt, bie sich jeute vielleicht noch nicht einmal übersehen läßt. Es begann mit einem Artikel Rabeks in ber ' Jswestija", den er am 22. Jahrestage bes Kriegs- msbruchs schrieb. Man brauchte biefe Aufsätze bes Benoffen Rabek-Sobelsohn nicht mal mehr zu ermähnen, in benen er sich so sehr mit bem Kleide 1x5 Opferlamms zu schmücken liebt, aber bie Angriffe, bie er barin gegen Deutschlanb , I t a- hn e n und Japan richtete, zeichneten sich durch < n ganz besonderes Kaliber aus, sie waren nur ? ( ne Einleitung dazu, was am nächsten Tage ge- Hah. Auf dem Roten Platz vor bem Kreml, be- s Innntlid) feit langem bie Stätte aller großen Aus- ; när|d)e unb aller wichtigen öffentlichen Regierungs- | bmbgebungen, marschierten aus den verschieben en I Uegenben ber Stabt Arbeiterkolvnnen auf. Die I Niliz — also eine staatliche Einrichtung — regelte l e Absperrung unb Kapellen ber Roten Armee, " wenfalls einer staatlichen Institution — spielten Märsche. Auf großen Transparenten wurben^Losun- (2n mitgetragen, bie bie Solibarität ber „Sowjet- rierftätigen mit ben helbenhaft um ihre Freiheit Inmpfenben spanischen Genossen" befunbeten unb ii Reben vor bem Lenin-Mausoleum aus wetterten (»chwernik, ber Vorsitzende ber Gewerkschafts- isrbänbe, unb vier anbere Nebner gegen „bie Niedertracht beutscher unb italienischer Faschisten, bie ii Spanien ihre Hanb mit im Spiele haben unb t e bie verräterischen Generale mit Waffen ver- s rgen". Der Inhalt dieser Reden befriedigte auch t e verwöhntesten kommunistischen Ansprüche. Es t aren pathologische Wutausbrüche, die sich mit den It ilbeften Verleumdungen und wüsten Deschimpsun- cen abwechselten, schließlich mündete das Ganze in < ner Aufforderung an „die breitesten Massen der Werktätigen, auch praktisch an der Bekundung Isr internationalen proletarischen Solidarität mit- .' Wirken und für die spanischen Genossen zu s P e n- i en". — Von Moskau griff dieser Feldzug auf bie ' Provinz über, unb es gab an ben nächsten Tagen 1-ine Stabt unb kein Dorf in der Sowjetunion, das W „fein Scherflein" für die spanischen Genossen r-izutragen hatte, und zwar geschah bas m oer fSr bie Sowjets hinlänglich bekannten tform Der .Freiwilligkeit", inbem beschlossen würbe, einen ge- t'iffen Anteil bes Derbienstes gleich an bie Sammet- Ml'e abzuführen. Unb nun kommt etwas, was unzweifelhaft von kraßem Interesse ist: Bereits zwei Tage spater yal hi e Moskauer Staatsbank 36 Millionen Giranten an bie spanischen Marxisten überweisen k nnen. Inzwischen geht bie Aktion immer weiter. )vch am Samstag würbe burch Runbfunk bekarmt- 9 geben, welcher Kolchosnik sich mit welchen Wor- auch finanzieller Art, zu dem Marxisienführer Prielo unterhält. Nationalistischer Lustangriff aus Badajoz.. Blutige Stratzenkämpse in der Stadt. Lissabon, 10. Aug. (DNB.) Die Lissaboner Zeitung „Seculo" berichtet aus Elvas, baß bie 43 000 Einwohner zählenbe anbalusische Provinzial- hauptstabt B a j a b 0 3 am Montag erneut von Flugzeugen ber Nationalisten mit Bomben belegt worben ist. Der Luftangriff verursachte unter ben Roten Milizen eine ungeheure Verwirrung. Diele Marxisten flohen über bie Grenze nach Portugal, wo sie entwaffnet würben. In Burgos erwartet man von einem Augenblick zum anberen bie Einnahme von Badajoz durch bie Nationalisten. Die Höhenzüge von Babajoz seien bereits von ben Nationalisten besetzt. Nach ber Einnahme von Babajoz würde Madrid im Norden, Westen und Süden eingekreist und die einzige Verbindung zwischen der spanischen Hauptstadt und Portugal unterbrochen sein. Wie ber Sonberbe- richterstatter bes „Temps" melbet, seien stärkere motorisierte Abteilungen ber Nationalisten herangerückt. In ber Nähe von Zafra, etwa 80 Kilometer von Babajoz sei eine bieser Abteilungen mit ben Re- Paris, 11. Aug. (DNB. Funkspruch.) In bezug auf die spanischen Ereignisse verzeichnete man in Paris eine günstige Entwicklung ber europäischen Lage. Obwohl noch nicht alle Schwierigkeiten überwunden zu sein scheinen, hofft man, binnen kurzem zum Abschluß des Neutralitätsabkommens zu gelangen. Die Vorbehalte, die Italien in seiner zustimmenden Antwort am Montag gemacht haben soll, betreffen Kundgebungen und Sammlungen zugunsten einer ber ftreitenben Parteien, da nach italienischer Ansicht diese Kund- aebungen ebenso wie Waffen- unb Munitions- heferungen charakteristische Einmischungshandlungen darstellten. Der „Petit Parisien" bemerkt dazu, daß diese Vorbehalte der inneren Sage Frankreichs nicht Rechnung trügen, denn die demokratischen Regierungen Frankreichs und Großbritanniens seien nicht in ber Lage, berartige Kunbgebungen zu verhinbem. Manche Blätter unterstreichen sehr stark, daß die letzte Entwicklung eine fühlbare Annäherung zwischen Paris und London gebracht habe. „La Republi- que" schreibt, es sei ein nicht geringes Verdienst ber französischen Regierung, eine tiefgreifende und völlige Solidarität mit Großbritannien hergestellt und den Kredit Frankreichs in der britischen öffentlichen Meinung wesentlich gehoben zu haben. Die radikalsozialistische „Ere Nouvelle" schreibt, bie Politik Frankreichs sei geftört burch bie Forderungen der französischen Linksparteien, der spani- chen marxistischen Regierung Kanonen und Waffen zu liefern. Man müsse diesen Heißspornen die Frage teilen, warum sie denn nicht Sowjetrußland aufforderten, Flugzeuge und Waffen zu liefern, nachdem Moskau nun doch bie Darbanellen offen ft ü n b e n. Frankreich müsse seine Kaltblütigkeit bewahren unb vorsichtig bleiben. „populaire" fordert tatkräftige Unterstützung der spanischen Marxisten. Paris, 11. August. (DNB. Funkspruch.) Der ozialistische „Populaire" der seinen Leitartikel „Unmoralische Neutralität überschreibt, veröffentlicht einen neuen Aufruf bes marxistischen Ge- werkschaftsverbanbes „bem spanischen Volk" zu Hilfe zu kommen. Aus biefem Aufruf ergibt sich, daß u. a. bereits für 250 000 Francs Arzneien und Verbandstoffe den „spanischen Kameraden" zur Verfügung gestellt worden sind. Weitere 50000 Francs sind für gleiche Zwecke einer spanischen Organisation überwiesen worden. Dom Gewerkschafts- verband in Paris beauftragt, haben die Gewerkschaftsangehörigen des Departements „untere Pyrenäen" den Marxisten von San Sebastian Kartoffeln unb Reis geliefert. Das sei aber noch nichts gegenüber bem, was es noch zu leisten gelte, heißt es in bem Aufruf. Portugals Neutralität. Sicherungen gegen den Kommunismus gefordert. London, 10. Aug. (DNB.) Die portugiesische Regierung hat bem britischen Geschäftsträger in Lissabon Mitteilung von ber grundsätzlichen Zustimmung Portugals zu dem geplanten Nichteinmischungsabkommen gegenüber ben Ereignissen in Spanien gemacht. Die portugiesische Regierung hat jeboch verlangt, baß bie folgenden Punkte von der britischen unb französischen Regierung erwogen werben müßten, bevor Portugal in ber Lage sei, bie Vorschläge zu unterstützen: schreit unb wenn, wie einige englische Blätter bas erkennen lassen, bort plötzlich bie Gefahr hämmert, bie Europa burch Spanien broht, so barf man bem Westen ben Vorwurf nicht ersparen, baß er wieder einmal eine Entwicklung verschlafen hat, bie sich schon seit einem Jahre anfünbigte. Denn am 7. August 1935 ftanb ein spanischer Kommunist aus der Tribüne bes bamals tagenden Kongresses der Komintern in Moskau unb empfing von ben Moskauer Herrschern genaue Anweisungen, wie er sich zu verhalten habe, um bem Bolschewismus in seinem Lande zum Siege zu verhelfen. — Planmäßig und nach einem vorbedachten Programm wurde die Pyrenäen-Halbinsel von der Komintern „sturmrett gemacht. Die dort herrschenden sozialen Verhältnisse haben die Sendlinge Moskaus genau studiert, m ihre Rechnung gestellt und ausgenutzt, Millionen Goldrubel sind aus der Moskauer Kommternkasie nach Spanien gewandert und Spanier, die die bolschewistischen Propagandaschulen mit einem „gut" beendet haben, sind jetzt dort tätig, um den Haß der Bürger gegen ihre Mitbürger zu schüren. Der rote Weizen, der in Spanien blüht, — er wurde systematisch gezüchtet, und es ist nicht so sehr ein Bürgerkrieg, der sich dort abspielt, als vielmehr ein Kampf der spanischen Armee gegen den Bolschewismus, dessen Ausgang über das Schicksal des Landes entscheiden wird. Auf Die französische Note über bie Nichteinmischung, bie auch in Moskau überreicht würbe, hat Genosse Litwinow geontroortet: Wir finb „im Prinzip" bereit; aber natürlich bezieht sich bas nicht auf die moralische und materielle Unterstützung der „legalen" spanischen Regierung. Mit diesem Bescheid ist Frankreich, das diese „legale" Regierung eberrfo unterstützt, nach London gegangen — Moskaus spanische Front Don unserem ^.-Berichterstatter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Moskau, 8. August 1936. Was seit Mitte Juli auf ber Pyrenäen-Halbinsel orgeht, fanb vom ersten Tage ab das wachsamste .nteresse und die ungeteilte Aufmerksamkeit der Noskauer zuständigen Stellen, und zwar sowohl .er im Außenkommissariat, die über Frankreich sich wachsend guter Beziehungen zur spanischen Re- ublik erfreuten, als auch besonders der in der Komintern, die darüber hinaus schon seit geraume,! |,Jeit ihre eigene Saat in ben spanischen Boden «rsenkt hatten unb deren Früchte liebevoll pfleg- :-n. Es war für diese Stellen von Anbeginn aus- 1 irmachte Sache, daß es sich bei den „Rebellen-Gene- □len" Franco und Mola um solche handelt, die ' nan zweckmäßigerweise und aus Gründen einer «orzeitigen Abstempelung in den großen Tops der -F a s ch i st e n" warf, welche Kennzeichnung für Moskau bekanntlich gleichbedeutend ist mit der Be- immung: Dem Tode geweiht! Selbstredend gin- ien auch die Moskauer Wünsche mit dieser Kenn- richnung absolut Hand in Hand, unb es liegen Beroeife bafür vor, baß auch bie spanischen Genos- nn von ihrer Moskauer Zentrale von bieser Wil- 5-nsäußerung in ber entsprechen!) kategorischen vorm unterrichtet worben finb. Vierzehn Tage lang scheint aber Moskau über len wahren 3 u ftanb in Spanien unb bas räfteverhältnis ber fämpfenben Parteien gern u f d) t worben zu sein. Es scheint — vom Stanb- iiunft ber Komintern aus gesehen — ein Versagen l»r Genossen in Spanien vorzuliegen, bie es nicht ix’rftanben haben, ben gegnerischen Kräften bas Vesetz bes Hanbelns vorzuschreiben unb bie sich :ion ben „faschistischen Rebellen" übertölpeln lie- b |»en. Gleichwohl glaubte man in Moskau noch immer, baß ben Gegnern ber Volksfront-Regierung laer Atem ausgehen unb daß man mit ihnen, wie ! 15 in Barcelona im Kleinen geschehen ist, so auch in ganz Spanien kurzen Prozeß machen werbe. nahmt hat, muß vorerst auf dieses Hilfsmittel verzichtet werden. Aus Valencia mürber? unter dem Schutz des Torpedobootes „Leopard" 120 Flüchtlinge, darunter 93 Deutsche, auf den Dampfer „Palermo" nach Genua eingeschifft. Trotz Zuredens werden in Valencia etwa 30, in Malaga 10, in Almeria 14 und in Cartagena 62 Deutsche verbleiben. Sie werden ihren Rückhalt an den zur Zeit noch an den an der dortigen Küste stehenden deutschen Seestreitkräften haben. An der Nordküste Spaniens liegt der Kreuzer „Köln" in Portugalete. Dort bzw. in Bilbao befinden sich noch etwa 15 0 Deutsche, für deren Abtransport der Dampfer „Bellona" zur Verfügung steht. Das Torpedoboot „Seeadler" liegt in Santander und wird am 11. August Gijon sowie einige kleinere Häfen anlaufen, um die Verbindung mit den noch dort verbliebenen Deutschen aufrechtzuerhalten. Die gleiche Aufgabe obliegt dem Torpedoboot „Albatros". An der Mittelmeerküste befinden sich Kriegsschiffe zur Zeit in folgenden Häfen: Panzerschiff „Deutschland" in Barcelona, Panzerschiff „Admiral Scheer" in Alicante, Torpedoboot „L e o p a r d" in Valencia, Torpedoboot „L u ch s" in Cartagena. Auch die im Anmarsch begriffenen Torpedoboote „C o n - d o r" und „M ö v e" sind ins Mittelmeer beordert worden. Englands Aufrüstung. BeschleunigteDurchführungdesFlottenbau- programms. London, 11. Aug. (DNB. Funkspruch.) Wie „Daily Telegraph" berichtet, wird die Neuordnung und Verstärkung der britischen Flotte angesichts der beschleunigten Durchführung der Bauarbeiten auf sämtlichen Werften zu einem erheblich früheren Zeitpunkt durchgeführt sein, als ursprünglich angenommen wurde. Schon in naher Zukunft wird die britische Heimatflotte durch neun Zerstörer des Bauprogrammes 1935 und fünf neue Kreuzer mit einer Wafferverdrän- Berliner Musikbrief. Dietrich-Eckart-Bühne: Händels„Herakles". Ballett im Deutschen Opernhaus. Im Rahmen des olympischen Kunstprogramms wurde nach E. W. Möllers „Frankenburger Würfelspiel" Händels „Herakles" aufgeführt, damit offenbarte die neue herrliche Freilichtbühne, ein wahres Wunder einer harmonischen Verbindung von Waldlandschaft und Kunstbau, weitere Möglichkeiten für die Entfaltung eines Bühnengeschehens, das in vielfach gegliederten Formen und Farben ausschwingen möchte. Man führte den „Herakles" nicht nur auf, weil fein Titelheld der Sage nach Begründer der Olympischen Spiele ist, sondern weil es einstweilen kaum ein zweites Werk gibt, das mit feinen großen, edlen Linien, mit der erhabenen Leidenschaft seines Ausdrucks, mit dem tänzerisch ausdeutbaren männlichen Rhythmus feiner Musik, vor allem aber mit seinen volksnahen Massenchören so den Bedingungen der neuen Bühne entgegenkommt. Händel hat den „Herakles", der doch unter der Flagge seiner Oratorien segelt — der Meister schrieb ihn im letzten Viertel seines Lebens, als er sich vom Opernschaffen bereits ganz hatte abwenden müssen — als „Musikdrama" bezeichnet. Und in der Tat: hier ist eine Tragödie der Eifersucht, durch die noch ein Hauch Shekespearischen Geistes zieht. Der Held geht durch das blinde Mißtrauen feiner Gattin Dejanira zugrunde, wird aber vom Scheiterhaufen in den Olymp erhoben. Mit der Fülle feiner von erzählenden Rezitativen eingeleiteten Charakterarien (darunter der gefangenen Prinzessin Joles Klagegesang auf ihren töten Vater, Herakles erschütternder Sterbemonolog und Deja- niras Reuebekenntnis, dann aber mit der antiken Größe rückschauender, betrachtender, tröstender Chöre (darunter der bukolische Freudengesang zur Begrüßung des heimgekehrten Helden, der aufrüttelnde Eifersuchtschor, der tanzbeschwingte Liebes- hymnus) steht die Musik dieses Werkes einsam in Händels Schaffen da, und sie ist zudem naturverbunden wie wenige andere. Bei der szenischen Verwirklichung des „Herakles" mußte Hanns Niedecken-Gebhard, in der Geschichte der Händelerneuerung seit Jahren rühmlichst bekannt, gemäß den Bedingungen der neuen Bühne, die mit bisher unerprobten Entfernungen zwischen Schauplatz und Publikum, zwischen Sängern und Orchester, aber auch zwischen Szene und Beleuchtung rechnet, gleichfalls neue Wege gehen. Er schuf eine Folge von neun Bildern, deren Schauplatz bald unten, bald seitlich, bald oben im Walde war, an einigen Höhepunkten aber auch das ganze Blickfeld erfüllte. Er ließ das Spiel der Einzelpersonen bewegungsmäßig in ihren Begleitern weiterschwingen, und der über tausend Sänger starke Chor, der, natürliche Fortsetzung der Zuschauer, die Bühne zu beiden Seiten groß einrahmte, fand sein Gegenspiel in einem 'Tanzchor, der in groß gegliedertem, weit gespanntem Rhythmus der Gruppen die Musik sinnfällig machte. Gerade hier ergaben sich im Zusammenklang von Beleuchtung und Farbe der Gewänder, von Bewegung und Musik die stärksten künstlerischen Eindrücke, so zu Anfang beim Freudentanz der Griechen, bei dem wahrhaft arkadisch anmutenden Liebesspiel im Hain, vor allem aber bei dem feierlichen Zuge mit der Leiche des Helden zur Waldeshöhe hinauf, wo man den Scheiterhaufen lodern sieht, endlich auch bei dem freudigen nach und nach die ganze Bühne bunt bevölkernden Schlußhymnus. Von erschütternder Bildhaftigkeit war auch Deja- niras Verzweiflungsausbruch, bei dem die Schattengestalten grimmiger Furien über die Bühne geisterten. Neben diesen Leistungen einer wahrhaft schöpferischen Vewegungsregie, in deren Dienst hervorragende Tänzer und Tänzerinnen standen, verdient auch die von Professor Dr. Fritz Stein geleitete musikalische Ausführung durch Chöre, Orchester und Solisten wärmste Anerkennung. Die Schwierigkeiten, die verschiedenen, weither kommenden Klangströme einheitlich zusammenzuleiten und dem Zuhörer ein einheitliches (trotz Mikrophon und Lautsprecher unverzerrtes) Klangbild zu geben, waren riesengroß, aber sie wurden nach unendlich mühevollen Proben — trotz des noch nicht idealen Standes der Elektroakustik — überraschend gut überwunden. So war der Gesamteindruck der Aufführung des „Herakles" auf das Viertelhunderttausend der Anwesenden von erhabener Feierlichkeit. Dr. Erwin Kroll. ♦ Das Deutsche Opernhaus, das ja mit der Staatsoper in schönem Wettstreit um eine neue Erfüllung des Theater-Tanzes ringt und in Rudolf Kölling einen ausgezeichneten Tanzspielleiter besitzt, bringt drei Ballett-Uraufführungen heraus: Richard Mohaupts „Gaunerstreiche der Courasch e". Mohaupt hat, nach Grimmelshausens Erzählungen aus dem Dreißigjährigen Kriege, eine Folge von fünf Szenen entworfen: die Soldaten-Dirne Courasche macht sich das Chaos dieses tollen Jahrhunderts zu Nutze und spielt mit ihrem Komplizen, der den schönen Na- .men Springinsfeld trägt, ihren dummen Mitmenschen einen Schabernack nach dem andern. Es sind derbe Happen, die das Publikum da zu essen bekommt, und sein ansländigel Magen würde sie nicht vertragen, wenn Mohaupt nicht eine berauschende Musik geschrieben hätte und wenn Kölling — vom ersten Revolverschuß, der den Dor- bang kaputtknallt und den Scbauvlatz freiaibt, bis hin zu Springinsfelds schaurig-lustigem Maskentanz unter dem Galgen, dem er und die Courasche, noch dazu mit dicker Beute, entkommen, — nicht das Ganze leidenschaftlich und blendend präzis inszeniert hätte (im Bunde mit dem Bühnenbildner Paul Ha fern ng)! Ein hinreißendes Erempel von Ausgelassenheit, tänzerisch gemeistert, ist Liselotte Kösters Courasche. Danach — kein größerer Gegensatz ist denkbar — eine Szene aus dem griechischen Sagenkreise: „Apollo und Daphn e". Die Musik hat Leo Spies geschrieben. Sebr persönlich begegnet Spies der Antike, aber es ergeben sich keine Widerspräche, es kommen klare Formen ewigen menschlichen Erlebens zustande. Und von dieser Musik geleitet, gelangen Daisy Spies als Daphne und Werner Stammer als Apollo zu Bewegungen, die das hart Gezierte der Ballett-Artistik fast ganz überwunden haben, die nur noch das Beschwingte, die leichte Darbietung aufweisen, im übrigen vollkommen frei sind zum Ausdruck jener „ewigen menschlichen Erlebnisse", die Spies anrührt. Wenn man den Tanz der Daisy Spies verfolgt, dann nimmt man etwas in sich auf von der herben Schönheit, von der innigen Zartheit griechischer Bildwerke: wie Daphne sich ihrer Mädchennatur in holder Unbewußtheit freut, wie sie angstvoll gegen den Mann ankämpft, wie sie ihm in demütiger Wehmut hörig ist, wie sie, von den Göttern erlöst, verklärt wird — und wie Apollo, der mensch-nahe Gott, auf diese Wandlungen eingeht, wie er von Begehrlichkeit und Zorn zu Verzicht und Anbetung kommt... das sind Gestaltungen, die ins Neuland der Theaterkunst gehören. Im dritten Teil lebt köstlicher Alt-Berliner Humor vor uns auf, im Tanzspiel „Der Stra - lauer Fischzu g", das seiner eigentlichen Premiere schon von den „Internationalen Tanzwettspielen" vorweggenommen war, nun aber natürlich wiederum erweist, wie schmissig, witzig und einfallsreich die Musik von Leo Spies ist, zu welchen höchst ulkigen Szenen Rudolf Köll'ing im vorbildlich sicheren Ensemble Rolf Arco (als lustigen und listigen urberliner Familienpapa) Daisy Spies (frappierend, mit einem Mal humoristisch) als Köchin und jeden einzelnen unter den vielen anderen führt. Die Ausstattung (unter Theodor Hosemann Patenschaft) besorgte Paul Haferung. Dr. Johannes Günther. gung von je 9000 Tonnen und einer Geschwind^ kett von 32 Knoten verstärkt werden. Die oeran. schlagte Bauzeit wird bei den Kreuzern um nicht weniger als sechs Monate verkürzt werden Diese' Schiffe sollen an die Stelle an zum Teil vev altete Fahrzeuge treten. Das 2425 Tonnen große britische U - B o o t „X V, das größte U-Boot der englischen Flotte, dessen Baukosten sich auf über eine Million Pfund belaufen haben, soll nach einer Meldung des „New; Chronicle" verschrottet werden, weil es sich um eine Fehlkonstruktion handele, und da; Boot trotz der nach den Probefahrten vorgenom. menen Umbauten den Ansprüchen nicht genüge. Aß U-Boot sei es zu groß, und als Kreuzer entwickelt es eine zu geringe Geschwindigkeit. Englisch-ägyptische Einigung. Die Kapitulationen fallen. Kairo, 10. Aug. (DNB.) Nun ist auch in de: dritten wichtigen Verhandlungsfrage, nämlich der der Kapitulationen, eine EinigHlg zwischen der englischen und den ägyptischen Vertretern erziel! worden. Es ist folgendes vereinbart worden: Die finanziellen und j u r i st i s ch e n Ka pitulattonen werden sofort nach dem Abschluß de; englisch-ägyptischen Vertrages fallen. Die Be- fugnisse der Konsulargerichte gehen zum gleichen Zeitpunkt auf die gemischten Gerichte über. Eine internationale Konferenz der an dieser Frage interessierten Mächtr soll über die Abschaffung der gemischten Gerichte und die Dauer einer Übergangszeit beraten. Fall; diese Konferenz scheitert, hat Aegypten das Recht, die gemischten Gerichte mit einjähriger Vorankündigung aufzuheben. England wird seiner Einfluß bei den übrigen Mächten im Sinne Aegyp. tens geltend machen. Diese Lösung der schwierigen Frage der Kapitulationen stellt für Aegypten einen Fortschritt gegenüber dem Vertragprojekt aus dem Jahre 1930 Dar. Es find auf beiden Seiten Zugeständnisse gemacht worden. Auf ägyptischer Seite hatte man bisher den Gedanken einer internationalen Konferenz abgelehnt. Die Einfügung der Klausel, daß die Konferenz vor Januar stattfinden soll, ist von der Aegyptern mit der Absicht durchgesetzt worden, auf jeden Fall die Frage der gemischten Gerichte vor der Verabschiedung des gesamten Vertrages durch die Parlamente zu regeln. Die englische Regierung hat die ägyptische Abordnung eingeladen, zwischen dem 17. und 31. August zu den Hauptverhandlungen nach London zu kommen. Die ägyptische Delegation wiri sich nun in Stärke von 13 Mitgliedern und unter Führung von Nahas Pascha nächste Woche nach London begeben. Gleichzeitig wird der Ober- kommissar Sir Miles Lampson mit seinen Beratern nach England abreisen. Die Vereinbarung über die Kapitulationen wird am Mittwoch paraphiert werden. Neue Verschwörung in Japan. Plan zur Ermordung des Kriegsrninisters aufgedeckt. Tokio, 10. Aug. (DNB.) Die Agentur Domei berichtet, daß ein Plan zur Ermordung des Kriegs- ministers T e r s u ch i und des früheren Gouverneurs von Korea, U g a k i, aufgedeckt wurde. 3m Fukuoka wurde der 26jährige radikale Nationalist K u r o d a verhaftet. Er ist ein Schüler Oka- was, des Führers der berüchtigten BlutbrüSer- Verschwörung vom Jahre 1932. Kuroda faßte dem Mordplan nach der Verurteilung jener Offiziere, bie in den Aufstand vom 26. Februar dieses Jahres verwickelt gewesen waren, und nach dein von Terauchi durchgeführten weitreichenden Per-- sonalver Linderungen im japanischen Offizierskorps. Die Ermordung des früheren Gouverneurs von Korea, U g a k i, plante er aus Furchrt vor dessen Rückkehr nach Tokio, weil er glaubte, daß Ugaki für eine neue bedeutende p o = litische Rolle bestimmt sei. Unter den radikalen Nationalisten war Ugaki verhaßt, weil er als früherer Kriegsminister eine Verminderung des Heeres durchgeführt hatte. Die Untersuchung stellte Gin seltsamer Gast. Die Vorbedingung eines guten Kriminalfilms ist die richtige Atmosphäre. Das Leben und Treiben in einem Hotel dritten Ranges einer kleinen fron - zösischen Provinzstadt ist an sich schon amüsant genug als Folie für einen Kriminalfall, dessen Fäden aber auch in die große Welt der Aristokrat« und des reichen Bürgertums hinüberlaufen. Ein Kunsthändler wird am Verlobungstage seiner Tochter sehr peinlich daran erinnert, daß seine geschiedene Frau einem skrupellosen Erpresser in die Händie gefallen ist, der mit einem Skandal droht, wenn er micht Geld bekommt. Es gelingt ihm, angeblich als „Pfand" vom Schreibtisch des Kunsthändlers den Verlobungsschmuck der Tochter zu entwendens Als der Kunsthändler noch am gleichen Abend, während die Gäste des Verlobungssoupers sich be= reits versammeln, das verlangte Geld ins Hotel bringt, findet er seine geschiedene Frau tot vor, das Geschmeide in der Hand. Er nimmt es ihr ab und kommt noch rechtzeitig, um es seiner Tochter vor dem Souper wieder zuzustellen. Inzwischen ist die Tote aufgefunden, die Mordkommission erscheint Der Mann mit der schwarzen Pelerine ist der große Unbekannte, von mehreren Gästen beobachtet und von dem zweifelhaften Freund der Toten als der Kunsthändler entlarvt. Die Sache stände für ihn verzweifelt, wenn nicht das Hotel einen seltsamen Gast beherbergt hätte, der in der Masks eines Biedermannes auf der Jagd nach Motiveir für feine Kamera dem Verbrechen auf die Spur kommt und alles überraschend klärt. Wie, das wallen wir nicht verraten, denn unter der Regie Gerhard Lamprechts wickelt sich in dem interessanten Halbdunkel des schon geschilderten Hotel- milieus ein so spannendes Spiel ab, daß wir es den Besuchern des Gloria-Palastes nicht antun wollen, ihnen durch vorzeitiges Ausplaudern der Hauptpointe den Genuß zu schmälern. Nur soviel sei gesagt: der große Mann dieses Films ist Aribert Wäscher, von dem wir schon einmal eine ähnlich sauber ausgefeilte Charakterstudie als französischer Spitzel in „Der höhere Befehl" sahen. Von beir übrigen Ensemble seien Speelmanns und Abel genannt. Fritz Dbemar als ulkiger Onkel Theophil ist eine etwas lang ausgesponnene Einlage. — Iw Beiprogramm eine äußerst ulkige Persiflage aiti das Motto „Die Axt im Hause erspart den Zimmermann", schöne Bilder vom Jagdreiten des berühmten ostpreußischen Gestüts Trakehnen und in der Wochenschau neben dem ersten Bericht vom Bürgerkrieg in Spanien die Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in einer großen Bild folge. —a. •aff* ein h-llä" v-Ki Ä* LxK! Ai S#W fit °°r»^ Ä' ätS hat. 615 her ■** de- nen K energug*! gen iM‘rJ triei 1« - d» yrbedsbie M UM! eigentlichen «J biete tiefen. B mn Mm hu Die beutle Tagen auf da- verstanden, u1 mögiich zu 9 Der Berlin, heit der Krc chen an de folgendes Al land mit ei Einmal an ! pische Ku so außerori n a h m e, d regierung ir drücke Eure! regierung ir lichsten und Wort an Bc wird oorausfi Hoar und i tägiger Aufen Da km Belgrat VIII. ist am der jugoflaw troffen, wo il)i wartete. M M setzten vc fttaubut^ gaben \\6) ba- denz des Pir kurzem Aus Schibenik Schibenik ist „Dubrow britischen Kö Nischen Küste V^eiie, °6ei SNe W Die ■ J)ie(Nmt( Mn Reich b Wnüber 7 4! * M ijt Teilnehmern Klnizch , Teilnehmer, sind. (Bei , Au- 8hto \enf/na{5 iNkns LZ iei,net«b ÄK lersho ?en t 4^4 l-l-n d-5^ SibiffeS^n tzÄ fes« Raubüberfall auf einen Postwagen in Argentinien. Auf den Postwagen eines Eisenbahnzuges der Provinzbahn von Buenos Aires wurde ein verwegener Raubüberfall verübt. Die Verbrecher, die in der Maske harmloser Fahrgäste den Zug bestiegen hatten, drangen in den Postwagen ein, schlugen die Beamten nieder, brachen die Kassenbehälter auf und raubten die in diesen befindlichen Geldbeträge. Bei der Einfahrt des Zuges in La Amalia konnten die Räuber in der Dunkelheit entkommen. Oie 71. Wanderversammlung der Bienenwirte deutscher Zunge tagte vom 1. bis 3. August 1936 in Karlsbad. Aus Oesterreich, Deutschland, Jugoslawien waren die Imker in großer Zahl zusammengeströmt. Wie in früheren Zeiten wurden wieder wirtschaftliche Hochleistungen der Oeffentlichkeit bekanntgegeben. Univ.-Prof Dr. med. Josef Langer (Prag) zeigte das Bienlein im Röntgenbild. Er hatte Kontrastfutter gereicht und damit der Wissenschaft einen Weg geöffnet, die Verdauungsoorgänge und die Aufgabe der inneren Körperteile der Biene jetzt unantastbar klarzustellen. Ganz neue Wege sind damit gebahnt. Dr. Freudenstein (Marburg) hat auch in neueren eigenen Versuchen neue Aufschlüsse über das Wesen des Bienenvolkes gegeben. Sicher steht fest, daß bei der Biene alles wie unter einem einheitlichen Willen steht. Aber wo liegt dieser Wille? — Prof. Schiller (Wien) sprach über die Wunder, die das Zeit- und Geschmacksgedächtnis der Biene darstellen und zeigte, wie darauf das Honigen und auch die Hergabe des Blutenstaubes der einzelnen Pflanzen eingestellt ist. Vielleicht wird hierauf für die zukünftige Rassenzucht der Bienen Rücksicht genommen werden müssen. Ueber die Zuchtbestrebungen sprach Oberlehrer Storch (Aussig). Aehnlich wie alle Tierzüchter muß auch der Bienenzüchter nur solche Rassen züchten und solche Stämme aussuchen, die treu alle die gewünschten Eigenschaften weiter vererben. Die Heimatbiene jedes Landes fft dabei allen anderen von außenher eingeführten Stämmen, vorzuziehen. Um die Biene in ganz Mitteleuropa vor gesundheitlichen Schädigungen zu schützen, schlossen sich auf der Tagung die großen Verbände Deutschlands, Oesterreichs und der Tschechoslowakei zwecks gemeinsamer Arbeiten zur Gesunderhaltung der Biene zusammen. Die tschechischen Verbände gehen dabei mit den sudetendeutschen Hand in Hand. So hat auch diese Tagung ein Stück Arbeit im Dienste der Befriedung der Gemüter über die Grenzen hinaus beigetragen. Eifenbahnunfall in Bayern. Auf der Strecke Schwandorf — Amberg in der Nähe von Freihöls stieß eine Lecrlokomotive von Schwandorf, die der Lokomotivführer Alois Rappl fuhr, mit einem einwagigen Spezialgüterzug aus Weiden zusammen. Der Anprall war so heftig, daß beide Maschinen sowie die Güterwagen schwer demoliert wurden. Rappl wurde auf der Stelle getötet, sein Heizer, der Weidener Lokomotivführer und dessen Heizer wurden schwer verletzt. Der Weidener Heizer ist seinen Verletzungen erlegen; der Zustand der beiden anderen ist bedenklich. Vermutlich hat Rappl bei dem starken Nebel die Signale zu spät gesehen. Rappl war 56 Jahre alt und seit über 35 Jahren bei der Reichsbahn tätig. Er galt als äußerst pflichtgetreuer Beamter. Schwere Unwetter in China. Die Provinz K i angst wurde von einem schweren Unwetter heimgesucht. In Nanchang wurden 448 Häuser zerstört. Dabei wurden 272 Personen getötet. Auch mehrere Regierungsgebäude, Schulen und Gefängnis wurden durch den Sturm vernichtet. Der Telegraphen- und Radiodienst war zeitweise unterbrochen. In der Bevölkerung brach eine Panik aus, die sich noch steigerte, als ein Teil der Stadt in Brand geriet und andere Stadtgebiete von einer Ueberschwemmung heimgesucht wurden. Auch die Provinz S z e ch w a n wurde von einem schweren Unwetter heimgesucht. 150 000 Leute, die durch die Ueberschwemmung des P a n g t s e in Chiealing von ihrem Besitz vertrieben worden sind, trafen in Chengtu ein. Die Behörden haben eine Hilfsaktion für die Vertriebenen eingeleitet Weiterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Jranffurt Die starke Erwärmung des Festlandes hat schnell zur Ausbildung von Störungskernen über Frankreich geführt. Unter ihrem Einfluß drangen bereits in der Nacht zum Dienstag etwas kühlere Luftmassen nach Westdeutschland vor und verursachten vielfach gewittrige Schauer. Auch weiterhin sind im allgemeinen schwache Lustbewegung und Gewitterstörungen zu erwarten. Dabei bleibt das Wetter jedoch fteundlich und angenehm warm. Aussichten für Mittwoch: Teilweise aufgeheitert, örtliche Gewitterstörungen, Temperaturen zwischen 20 und 25 Grad, etwas schwül, südwestliche bis westliche Winde. Aussichten für Donnerstag: Im ganzen freundliches und warmes Wetter, jedoch schwül mit Gewitterstörungen. Lufttemperaturen am 10. August: mittags 26,2 Grad Celsius, abends 15,7 Grad; am 11. August: morgens 15,9 Grad. Maximum 26,5 Grad, Minimum heute nacht 12,7 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 10. August: abends 24,4 Grad; am 11. August: morgens 18,5 Grad. — Sonnenscheindauer 11,5 Stunden. < wie Der Führer bei den Segelivelibewerben in Kiel Hain Zapan !iegsunnisitli Agentur Dor:: Hing des üfjeren Sour: i«ff wurde. ' tale 9latiom djliier Ot. >n W&* ixoba sahti.' ner VWm e b r u a r i1. , und nach!' reichenden fyj japanischen f rüheren 0or e er aus Juri weil er jtou? >eutendeft' Unter den i" haßt, weil er ü irminberunj » Versuchung möglich zu gestalten. Oer Kronprinz von Italien an den Führer. Berlin, 10. Aug. (DNB.) Se. Königliche der Führer auf dem Aviso „Grille" den Besuch mehrerer ausländischer Gäste, so den des italienischen Divisionsadmirals Riccardo Paladini, der seine Flagge auf dem italienischen Kreuzer „Go- rizia" führt, und des Kommandanten des englischen Kreuzers „Neptune", Kapitän z. S. Bedford. Beide Kreuzer befinden sich anläßlich der Segel- Olympiade zum Besuch im Kieler Hafen. In einer Woche fast 600 Sonderzüge nach Berlin. Ein vorzügliches Spiegelbild von dem Massenbesuch, den die erste Woche der Olympischen Spiele der Reichshauptstadt brachte, liefert eine Zwischenbilanz der Reichsbahndirektion Berlin. In dieser Zeit sind in Berlin neben den täglich gefahrenen 500 fahrplanmäßigen Zügen 595 Sonderzüge eingetroffen. 1 240 000 Reisende aus dem Ausland und dem Reich haben mit diesen Sonderzügen Berlin erreicht. Damit ist aber die Zahl der Olympiabesucher noch nicht erschöpft, da zahlreiche Privatwagen und viele Kraftomnibusse weitere Zehntausende nach Berlin brachten. Im normalen Verkehr dieses Zeitabschnittes wären etwa 400 000 Reisende in Berlin angekommen und von hier wieder abgefahren. Die Olympischen Spiele haben somit einen Zusatzverkehr von weit über 850 000 Reisenden gebracht. ägyptische l L und 31.8luc. en nachLo- Delegation c dern und um a nächste 5ßc: wird der Obt mit seinen K> e Vereinbare Mittwoch pari Übung am Längspferd) klar in Führung vor der Schweiz, Finnland und der Tschechoslowakei. Die Deutschen gehen daher mit den besten Aussichten in die Kürübungen des heutigen Tages. Eine weitere Goldmedaille gab es für Deutschland beim SegelnaufderKielerFörde. Dr. Bischoff gewann auf „Wannsee" in der Starbootklasse auch die letzte Wettfahrt und errang einen ganz überlegenen Sieg. Der deutsche Jollensegler Krogmann schaffte eine Silberne, indem er hinter Holland den zweiten Platz dieser Segelgattung belegte. Die radsportlichen Wettbewerbe fanden mit dem Straßenrennen über 100 Kilometer ihren Abschluß. Die Deutschen waren ein wenig vom Pech verfolgt. Während Meurer kurz vor dem Ziel infolge Behinderung wertvollen Boden verlor, muhten Ruhland und Schöpflin infolge von Defekten Zurückbleiben. Nur Scheller, der deutsche Meister, blieb von kleinen und kleinsten Zwischenfällen verschont; er trat 400 Meter vor dem Ziel etwas zu früh an und hatte im Ziel nicht mehr die Kraft, seinen errungenen Vorsprung zu halten. Der Franzose Charpentier gewann nach einer Fahrzeit von 2:33,05 ganz knapp vor seinem Landsmann Lapebie, dem Schweizer Nie- vergelt, Scheller und Holland (Großbritannien). In der Länderwertung war Frankreich vor Schweiz, Belgien und Italien erfolgreich. In der Deutschlandhalle machten die Boxer ihre erste Runde vor dem erwartet starken Besuch. Im allgemeinen setzten sich in den scharf geführten Kümpfen die Favoriten durch. Von den 16 Begegnungen endete nur eine durch k. o., und zwar besiegte der polnische Meister Sobkowiak den Australier Cooper bereits in der zweiten Runde entscheidend. Deutsche waren an den Nachmittagskämpfen nicht beteiligt. heit der Kronprinz von Italien richtete aus München an den Führer und Reichskanzler folgendes Abschiedstelegramm: „Ich verlasse Deutsch- and mit einer doppelten dankbaren Erinnerung: Einmal an die machtvolle und einzigartige olympische Kundgebung und ebenso auch an die io außerordentlich liebenswürdige Aufnahme, die mir Eure Exzellenz und die Reichs- Regierung in erlesenster Weise bereitet haben. Ich Drücke Eurer Exzellenz und der deutschen Reichs- Regierung meine Bewunderung und meinen herzlichsten und tiefgefühlten Dank aus. Umberto bi Savoia." Qaknalienfahrt König Eduards. Belgrad, 9. Aug. (DNB.) König Eduard Will, ist am Sonntagnachmittag im Sonderzug in »er jugoslawischen Grenzstation Jesenice einge- noffcn, wo ihn der jugoslawische Prinzregent Paul rroartete. König Eduard VIII. und Prinzregent Paul setzten von Jesenice die Reise gemeinsam bis Krainburg (Kranj) in Slowenien fort. Sie be= gaben sich dann in die nahegelegene Sommerresi- :°enz des Prinzregenten nach Schloß Egg. Nach urzem Aufenthalt reifte Eduard VIII. nach S ch i b e n i k in Dalmatien weiter. Im Hafen von Schibenik ist bereits der jugoslawische Zerstörer .Dubrownik" eingetroffen, der die Jacht des Britischen Königs auf der Fahrt längs der dalmatinischen Küste zusammen mit zwei britischen Kriegslisten begleiten wird. König Eduard, in dessen Begleitung sich u. a. der englische Kriegsmimster Duff Cooper befand, begab sich in Schibemk lofort an Bord der Jacht „Nachlin". Der König wird voraussichtlich zuerst Split, dann die Insel 5)v ar und Dubronif besuchen, wo ein mehrtägiger Aufenthalt vorgesehen ist. Berlin, 10. Aug. (DNB.) Eine der bekanntesten Persönlichkeiten der holländischen Finanzwelt, G. W. A. van Laer, der dem Nationalen Olympischen Komitee der Niederlande angehört, erklärte Lern Berliner Vertreter des „Hamburger Fremden- Iblattes": Nach meiner Auffassung haben sich die 'XI. Olympischen Spiele für das Verhältnis zwischen Deutschland und der übrigen Welt äußerst segensreich ausgewirkt. Es ist keine Frage, daß miete Ausländer sehr irrige Vorstellungen rüber das nationalsozialistische Deutschland mitbrach- üen. Sie werden erwartet haben, daß jeder Deutsche ittne Uniform trägt, und daß alles, was in Deutsch- Uanb geschieht, irgendwie auf militärische Dinge ab- ;iie(t. Stattdessen haben sie ein ganz anderes Walk oorgefunöen, als es sich in ihrer Phantasie ousnahm. — Sie begegneten Menschen, die fleißig, ordnungsliebend und fröhlich ihren täglichen Geschäften nachgehen. Niemand wird sich im Ernst der Tatsache verschließen können, Laß das Reich unter seiner starken nationalsozialistischen Führung große Fortschritte ae macht hat. Wer das Deutschland der Vergangenheit kennt, der weiß, wie sehr die allgemeine sittliche Haltung Les deutschen Volkes gerade auch dadurch gewon- men hat, daß es der Reichsregierung durch die energiegeladenen Leistungen weniger Jahre gelungen ist, der Wirtschaft einen neuen Auftrieb zu verschaffen und die Erwerbslosen von Der Straße zu bringen. Der nationalsozialistische Arbeitsdienst bedeutet einen Gewinn, der gar wicht hoch genug eingeschätzt werden kann, weil seine eigentlichen Auswirkungen auf sozial-ethischem Gebiete liegen. Viele Staaten könnten zu ihrem eige- wen Nutzen hiervon lernen. Die deutsche Gastfreundschaft hat sich in diesen Tagen auf das beste bewährt. Man hat es mit Takt verstanden, uns den Aufenthalt so angenehm Schwarzmann sichert die erste Goldmedaille im Turnen für Deutschland. Schwimmen und Segeln aus den Olympischen Spielen. reich kam in die Endrunde und dürfte hier einen sehr schweren Stand haben. Am Mittwoch trifft Deutschland auf Holland und Indien auf Frankreich. Im Handball waren am Montaa die Favoriten der Endrunde mit den weniger starken Mannschaften gepaart. Deutschland schlug die Ungarn hoch mit 19:6 (11:3), während Oesterreich mit der Schweiz mehr zu kämpfen hatte und mit 11:6 (6:3) aeroann. Den fünften Platz der Gesamtwertung erobert sich Rumänien, das USA. mit 10:3 (4:0) bezwang. 80 000 Menschen sahen im Olympia-Stadion das erste Vorschlußrundenspiel im Fußball Norwegen —Italien; mit äußerster Erbitterung kämpfte man auf beiden ©eiten und erst in der Verlängerung qualifizierte sich Italien durch einen 2:1-(1.1-, 1:0=) Sieg für das Endspiel. Gegner der Südländer ist der Sieger des Kampfes Oesterreich—Polen. Oesterreich erhielt am Montag kampflos den Sieg, da Peru zu feiner Wiederholungsbegegnung nicht antrat. Bei prächtigem Sonnenschein trugen die Degenfechter im Tennis-Stadion ihre Zwischenrunde aus. Der Deutsche Lerdon, der in seiner Gruppe hinter dem Mexikaner Oliva Zweiter wurde, erreicht die Vorendrunde ebenso wie Pecheux-Frank- reich und die überaus stark kämpfenden italienischen Fechter. Frankreichs Vertreter enttäuschten etwas. Den schönsten (Erfolg des Tages für Deutschland errang unstreitig der Wünsdorser Schwarzmann, der mit einer Gesamtpunktzahl von 19,200 Punkte Olympia-Sieger im Pferdturnen wurde. Der Deutsche Matthias Volz holte als Dritter hinter dem Schweizer Eugen Mack sogar noch eine Bronzene Medaille für sein Land. Im Gesamtergebnis der Nationen lag Deutschland nach sieben Hebungen (sechs Pflichtübungen und eine Kür- Kiel, 10. Aug. (DNB.) Am Montagfrüh kurz vor 10 Uhr traf der Führer und Reichskanzler von Berlin kommend auf dem Flugplatz Holtenau ein. In feiner Begleitung befanden sich u. a. der Präsident des Deutschen Olympischen Ausschusses und der Reichssportführer von Tschammer und Osten. Zum Empfang hatten sich u. a. auf dem Rollfeld der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, Generaladmiral Räder, und Konteradmiral Götti n g , der Leiter des Marinestabes für die Seael- Olympiade, eingefunden. Eine Ehrenkompanie der Luftwaffe präsentierte das Gewehr. Während die Kapelle dann die Nationalhymnen intonierte, schritt der Führer die Front ab. Anschließend begab er sich in das Regattarevier der Kieler Förde, um an den spannenden Endkämpfen, die heute bei schönem Segelwetter ausgetragen werden, teilzunehmen. Auf der Förde befanden fick wieder viele Zuschauerdampfer. Eine große Anzahl ausländischer Luxusjachten hatten sich hinausbegeben. Weit draußen stand wieder der Fesselballon der Filmleute ruhig über der Kieler Förde. Der Führer und Reichskanzler, der sich auf der Stationsjacht „Nixe" eingeschifft hatte, 5egab sich dann auf das Start- und Zielschiff „Undine" zwischen dem Marineehrenmal Laboe und dem Bülker-Leuchtturm. Der Führer verweilte längere Zeit an Bord und verfolgte mit großem Interesse den Ablauf der Kämpfe. Nach Beendigung des Rennens empfing Der zehnte Wettbewerbslag. Nach Beendigung der leichtathletischen Wettbewerbe ist Ruhe eingezogen in die „Deutsche Kampfbahn"; das Schwergewicht des sportlichen Interesses hat sich merklich auf das „Gelände" verlagert. In erster Linie waren es am Montag das Schwimm-Stadion, die Dietrich-Eckart-Bühne und die Hockey-Kampfbahn, die die Massen anzogen. Das Schwimm-Stadion, das „gewohnheitsgemäß" wieder von den frühen Morgenstunden an bis auf den letzten Platz gefüllt war, sah seinen dritten Großkampftag. In der Frühe erledigten zunächst die besten Kunstspringer der Welt ihre Pflichtübungen. Der Amerikaner Degner führt mit 74,86 Punkten vor Wayne (USA.), Shibahara (Japan) 69,84, Green (USA.) mit 68,64 und dem deutschen Meister Erhard Weiß mit 66,71 Punkten. Leo Esser folgt mit 62,31 Punkten auf dem 9. Rang. Weiß war bei feiner ersten Hebung vom Pech verfolgt und wäre unter normalen Umständen noch weiter im Vorderfeld zu finden gewesen. Der dritte Deutsche, Mahraun, lag nach Absolvierung der Pflicht an 11. Stelle mit 59,49 Punkten. Im Anschluß an das Kunstspringen wurden die drei Dorläufe zur 3X200-Meter'-Kraul staffel der Männer ausgetragen, wobei die japanische Mannschaft mit Pusa, Sugiura, Taguchi und Arai in 8:56,1 olympischen Rekord herausschwamm. Hinter den Japanern placierte sich Deutschland in 9:21,4 als Zweiter und kam dadurch mit den folgenden Ländern in den Endlauf: Frankreich, Kanada, USA., Ungarn, Japan, England und Schweden. Einen weiteren schönen Erfolg errangen die deutschen Wasserballer, indem sie ihr drittes Spiel gegen die Japaner überlegen mit 13:1 (5:1) gewannen. Unsere Sieben: Stolze, Baier, Krug, Schulze, Schwenn, Schneider und Hauser diktierten von Beginn an das Spielgeschehen. Deutschland hat damit die Vorrunde ohne jede Niederlage beendet und steht nunmehr zusammen mit Belgien und Holland (aus Gruppe 1), Ungarn und England (Gr.2), Schweden und Oesterreich (Gruppe 4), sowie Frankreich, das hinter Deutschland in Gruppe 3 den zweiten Platz errang, in der Zwischenrunde. Ein erbitterter Äampf entspann sich in der Entscheidung des 10 0 - Meter - Freistilschwimmens für Frauen am Nachmittag. Die Holländerin Rie Mastenbroek gewann in der neuen Olympischen Rekordzeit von 1:05,9 vor der schnellen Argentinierin Campbell und — zur Freude der 25 000 — der hervorragenden Deutschen Gisela Arendt, die mit 1:06,6 neuen deutschen Rekord erzielte und dabei so überragende Schwimmerinnen wie die Holländerinnen den Ouden und Wagner sowie die Amerikanerinnen McKean und Rawls hinter sich ließ. In den Dorläufen über 400-Meter- Kraul brachten sich alle unsere Vertreter, nämlich Przywara, Freese und Arendt in die Zwischenläufe, wo sie mit Leuten wie Negami (Japan), Leivers (Großbritannien), Makino (Japan), Flanagan (USA.), Grof (Ungarn), Uto (Japan), Taris (Frankreich), Medica (USA.) und Ledgard (Peru) sowie Pirie (Kanada) das „Vergnügen" haben. Im Hockey- Stadion gab es zwei Spiele der Gruppe A. Ungarn schlug mit etwas Glück USA. mit 3:1 (1:0), und Indiens Wunderest konterte die Japaner mit 9:0 (4:0) nieder. Gruppensieger wurden Indien, Holland und Deutschland; auch Frank- ast. flriittiirf*! , uni) toi6» ■r tle'men * schon am* > ninaM * t »er «tiftotw« überlaufen, v- tage (einer» (eine M Lind""! rbal d» L ■at * «S; sp “&S >9 seiner 2, n,«°>K nnO°" . W er ,n ? 0ir s [idi .'"ff y I W. Nä J WlKgge 0 Ä und C I Es I w traten verschiedentlich Erdrutsche auf. In Engen wurde eine Metallwarenfabrik und ein Sägewerk unter Wasser gesetzt. Ein großer Teil der Ernte wurde vernichtet. In K o n st a n z und Umgebung richtete ein Hagelschlag auf den Feldern und in den Gärten schweren Schaden an. Teilweise wurden auch Hausdächer und Fensterscheiben beschädigt. In Orsingen bei Stockach schlug ein Blitz in das zweistöckige Wohn- und Oekonomiegedäude eines Landwirts. Die gesamten Futter- und Heuvorräte und ein großer Teil des Mobiliars wurden ein Raub der Flammen. Schwere Bergunfälle in Tirol. In der Dachstein-Südwand hatten sich zwei Bergsteiger verstiegen. Am Montag früh konnten die Bergsteiger, nachdem sie ein furchtbares Biwak durchgemacht hatten, von einer Rettungsexpeditton erreicht werden. Beim Abseilen der Verstiegenen bekam einer der Bergsteiger einen Tobsuchtsanfall, zerbiß das ihn haltende Seil, kollerte einige Meter weiter und starb dann. Der Tod war auf Erschöpfung zurückzuführen. Auf dem Großvenediger brach eine Wiener Bergsteigerin mit ihrem Mann in eine Gletscherspalte ein. Während der Mann lebend geborgen werden konnte, war die Frau bereits tot. Auf dem Kleinen Pal, im Kriege ein heiß umkämpfter Gipfel des Plöckenpaß- Gebietes, stürzte ein Pionier des Bundesheeres beim Edelweißsuchen tödlich ab. Es ereigneten sich noch mehrere Unfälle, doch gelang es dabei, die Verunglückten mit mehr ober weniger erheblichen Verletzungen lebend zu bergen. Auf dem H a - dichtsgipfel in Tirol stürzte der Berliner Landgerichtsdirektor Buttenberg ab. Der Absturz dürfte auf ein plötzliches Unwohlsein Buttenbergs zurückzuführen fein. Dr. Buttenberg war ein geübter Bergsteiger, der schon viele schwere Touren bewältigt hatte. Opfer der Berge. Der 18jährige Hochschüler Heinz Schrade aus Pforzheim stürzte im Gebiet des <5 ä u I i n g (2038 Meter) bei Füssen im Allgäu tödlich ab. Er wollte mit einem Bergkameraden den Säuling besteigen. Da ihnen die Verhältnisse jedoch zu schwierig erschienen, kehrten die beiden Bergsteiger noch vor Erreichung des Gipfels wieder um. Beim Abstieg ereignete sich das Unglück. Die Leiche von Schrade wurde geborgen und nach Schongau gebracht, zlm Jf flinger (2553 Meter) bei Meran verunglückte der 18jährige Fritz Strauß aus Untermais tödlich. Strauß hatte bereits vor einer Woche versucht, eine der schwierig st en ÄleHer» touren im 9 f f l i n g e r g e b i e t auszusuhren, wobei er 30 Meter tief abstürzte. Glücklicherweise blieb er damals am Seil hängen und konnte unverletzt gerettet werden. Am Sonntag wagte er eine Wiederholung der Tour, wobei er neuerlich abstürzte. Diesmal riß jedoch b a s ©eil, Strauß stürzte über 100 Meter in die -Liefe, wo er im Schuttkar tot liegen blieb. Verbindungen Kurodas mit zahlreichen radikalen nationalistischen Persönlichkeiten fest. Die Untersuchung zur Aufdeckung weiterer Verbindungen ist noch im Gange. Große Fortschritte. Ein holländischer Finanzmann über das neue Deutschland. Aus aller Welt. Die Zahl der Rundfunkteilnehmer. Die Gesamtzahl der Rundfunkteilnehmer im Deut- »chen Reich betrug am 1. August 1936 7 404144 gegenüber 7 430 319 am 1. Juli. Im Laufe des Monats Juli ist mithin eine Abnahme' von 26175 Teilnehmern (= 0,35 v. H.) eingetreten. Unter der Gesamtzahl am 1. August befanden sich 571 664 Teilnehmer, denen die Rundfunkgeführen erlassen und. Gedenkfeier für Otto Lilienthal. Aus Anlaß des 40. Todestages Otto Lilienthals «and in Lichterfelde zu Füßen des Ikarus- Denkmals, das begeisterte Anhänger des Flug- :,edankens dem Nestor im Jahre 1914 gesetzt haben, ine Gedenkfeier statt. Ministerialrat Baeumker »eierte die Forscherarbeit Lilienthals. Für Reichs- Zuftfahrtminister Generaloberst Göring legte der Thef der Zentralabteilung im RLM. Oberst Bruch i inen Kranz nieder. An der Gedenkfeier nahmen weiter der Reichsluftsportführer Oberst Mahn k e, iils Vertreter der Lufthansa F r e i h e r r v. G a b - eng, der Präsident des Reichsverbandes der Luftfahrtindustrie, Admiral L a a s , ein Vertreter ;>er Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt in Ad- -ershos, des Aeroklubs und der Deutschen Arbeits- xont, Abteilung Luftfahrt, teil. Polizeistreifen gegen Bettler in Wiesbaden. Der Kreisamtsleiter der NSV. hatte sich kürzlich siegen das in letzter Zeit sich immer stärker bemerkbar machende B e 111 e r u n w e f e n gewandt. Nun bittet die Polizeibehörde die Bevölkerung, den Aufruf des Kreisamtsleiters zu beachten und die Behörden in ihren Abwehrmaßnahmen gegen das Bettlerunwesen zu unterstützen. Gegenwärtig sind Polizeistreifen in Uniform und Zivil in verschiedenen Stadtteilen gegen die Bettler eingesetzt. Schwere Unwetter im Hegau und am Bodensee. lieber den oberen Hegau, das Donautal und die Bodenseegegend gingen Montag schwere Gewitter lieber. Von den Hängen des im Hegau liegenden Reuhöwen stürzten die Wassermas|en in gewaltigen Sturzbächen zu Tal und richteten in den Dörfern ^-eipferbingen und Stetten großen Schaden an 3qs Kirchtal, das Hattinger- und das Donautal waren in kurzer Zeit überschwemmt. In den Ställen stand das Vieh bis an den Bauch im Was- °r; Schweine und Ziegen mußten aus den ©tallen 5?rausgetragen werden. Gartenzäune und Db|t= lüume wurden umgerissen. An der Stettener Straße ton ®otte Ä' Wett. ’ W, na,. •'•'eletn tn ■.»“rten: W' i d) e n i .en- Die . :. gehen : Achten (j ° n a i e Urten 9^ Achten @er;: beraten, das Wr $or.". Jb mirt |m ™ Sinne Ae^ D,der $apn; * War. Mach! "e NM bisV 1 Küchrrnz g: V dah dir Rc oll, fft von tf ht worden, c. m Gerichte t Vertrages br uHoulunreinigkeifen durch Or.DruikreyStu Drula Bleichwachs, / restlos beseitigt werden (M 225 fm) (j olde ne Medaille ^ns* u‘1935 4 der Beweis, dass auch Ihre SS reits allsi zu jenen VW Mlung Denn w jene Ze' bauöiü Unterm vielbem diesem! Fremde jede an und be komme beiten I'nte weienti Städte bereits Form und re so erm kungsb Straße unserer finns c vielseiti rung ö Anregu und Bc Angriff letjtüdje ab? r narf Kroaten W Mt< stund' häuj. Es baues der 3 zuqe l und h heute den u abzustl den sc und Sachw helfen. 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Das Sonderbarste war freilich, daß dieser Polynesier Kohana- m o k u, mit dem Spitznamen „Duke" — was „Herzog" bedeutet, nicht daran dachte, nach europäi» scher Methode froschartig zu schwimmen, das heißt im Wasser liegend und Arme und Beine in gezähltem Tempo von sich stoßend, sondern sozusagen flach, ein wenig zur Seite, indes die Beine das Wasser peitschten und die Arme wie Flügel einer Schraube durchgezogen wurden. Dieses „Crawlen" (Kraulen) erregte Staunen und Bewunderung, inzwischen ist es zur Schwimm-Methode aller Völker geworden. Wer hat das „Kraulen" erfunden? Man behauptete, die Polynesier hätten diesen eigenartigen Stil erfunden, sie, die ja rundum von Wasser umgeben wohnten und täglich Schwimmkünste ausprobieren konnten. Daran war nun aber nur soviel richtig, daß diese braunen, schöngewachsenen Menschen wirklich ausgezeichnete Schwimmer waren und ihr Häuptlingssohn Kahanamoku ihr bester (sein Bruder zeichnete sich ebenfalls aus), daß aber dieses Kraulen keineswegs eine Kunst der Süd-Insulaner war. Alle Naturvölker hatten einst so geschwommen, man hatte das nur übersehen: Alte babylonische, assyrische, griechische Zeichnungen von Schwimmern verstand man jetzt erst richtig anzusehen, überall erkannte man „kraulende" Sportler, die mit zügigen Armbewegungen durch das Wasser eilten. Schwimmen war im Altertum eine der ersten Kriegskünste, die Soldaten mußten einen Fluß durchqueren können, doch gab man ihnen schon vor vielen tausend Jahren Hilfsmittel mit wie luftge- süllte Beutel und dergleichen. Die Griechen pflegten das Schwimmen nicht als Sport, wenigstens wissen wir nichts davon, doch galt bei ihnen das Wort: „Er kann weder schwimmen noch buchstabieren!" und das bezeichnete den allergrößten Dummkopf. Sie übernahmen von anderen Völkern die schöne Sage vom Königssohn Leander, der über den Hellespont zu seiner Geliebten schwimmen will, die zu feiner Orientierung Lichter aufgestellt hat. Später griffen die Deutschen diese Sage auf und schufen das ergreifende Lied von den „zwei Königskindern", die einander so lieb hatten". Oie „Schwimmrekorde" der nordischen Seekönige. Die Germanen waren ein Schwimmervolk: „Sie baden in Flüssen!" schrieben von ihnen bewundernd die Römer, die ihre nordischen Sitten längst vergessen hatten und das heiße Bad orientalischen Ursprungs liebten. In voller Rüstung konnten die Germanen die Flüsse durchqueren, viele ihrer Sagen berichten von erbitterten Kämpfen, die vom Festland weg ins Meer hinausgetragen wurden, wo man sich stundenlang weiter bekriegte. Halbe Tage lang sollen sich nordische Seekönige im Wasser getummelt haben, ganz zweifellos schwammen sie dabei nicht wie die Frösche „Brustschwimmen", sondern sie kraulten. Auch zu tauchen verstanden sie, ist doch der angelsächsische Held Beowulf auf den Meeresgrund gestiegen, um dort gegen Wasserriesen zu kämpfen. Als im Jahre 15 n. Ehr. der Römer Germanicus in Hessen eine Brücke über die Eder schlagen wollte, schwamm zu der Römer Erstaunen die gesamte Jungmannschaft der Germanen über den Fluß und verhinderte den Brückenschlag; auch späterhin gelang es Germanen mehr als einmal, die nichtsahnenden Römer durch nächtliches Durchschwimmen von Flüssen, woran keiner der Gegner dachte, zu überraschen und zu besiegen. Wasserscheue Jahrhunderte. Unter den berühmten Schwimmtaten des deutschen Mittelalters finden wir auch die Leistung eines deutschen Kaisers, Otto II., der nach einer Schlacht in Süditalien (982 n. Ehr.) in voller Waf- fenrüftung von einem Schiff ins Meer sprang und sich an das Ufer rettete. Merkwürdigerweise scheint sich dann das Schwimmen, zumindest das Tauchen, in Italien bei den unteren Volksschichten allmählich größerer Beliebtheit erfreut zu haben als bald im Norden, wir hören aus Sizilien die Sage von einem Froschmenschen, der 50 Meilen weit ins Meer hinaus schwimmen konnte, und sei es bei vollem Sturm. In Deutschland vergaß man die alte Kunst langsam; zwar sang noch der Froschmeuseler, ein brandenburgischer Dichter, Ausgang des Mittelalters: „Wie auf den Schulen die Studenten baden und tauchen gleich den Enten Schwimmen künstlich wie Fisch und Schwanen ..." aber daraus geht doch auch schon hervor, daß nur die Studenten noch die alte Kunst (ähnlich wie das Fechten) besonders liebten. Nach dem Dreißigjährigen Kriege wurde man überhaupt wasserscheu, und es erregte Aufsehen, als Goethe auf einer Reise nach der Schweiz in Darmstadt mit den Brüdern Stollberg in einem Darmstädter Weiher badete: das war etwas Unerhörtes! Byron, Dichter und Schwimmer. Erft gegen Ende des 18. Jahrhunderts begann man sich langsam wieder an einigen wenigen Schulen auf die Leibesübungen zu entsinnen, in England hatte man sie nie vergessen, und der Griechenschwärmer Lord Byron, der die Tat des Leander bewunderte und als Krüppel — er hinkte — einen starken Geltungstrieb hatte, setzte sich in den Kopf, die für unmöglich geltende Heldentat zu wiederholen, was ihm auch gelang. Inzwischen haben wir ganz andere Leistungen bewundern gelernt, die mehrmalige Bezwingung des Aermelkanals mit feinem kühleren Wasser und seiner größeren Breite durch Männer und Frauen bildete ja noch vor wenigen Jahren das Tagesgespräch. Der Verfall der alten Sitten hatte es mit sich gebracht, daß man die natürliche Art des Schwimmens vergaß; als man wieder anfing, ahmte man den Frosch nach. Die Polynesier hatten die Naturkunst nie verlernt, bei ihnen mußten Europäer und Amerikaner wieder in die Schule gehen. Eine ganz moderne Abart dieses Kraulschwimmens ist der „Schmetterlings-Stil", mit ihm werden zur Zeit die Rekorde erzielt, ihn werden wir auf dem Olympia bewundern können. Japan — Großmacht im Schwimmen. Die moderne Großmacht im Schwimmen ist I a - p a n, 1924 noch auf den Olympischen Spielen fast unbekannt, 1932 bereits die Vormacht im Schwimmen. Inzwischen haben wir erfahren, daß die Japaner, wie bei der Jnsellage ihres Landes natürlich, feit Jahrhunderten ebenso vorzügliche Schwimmer sind wie die Ozeanier, und daß sie schon vor Jahrzehnten Leistungen vollbrachten, die uns unglaublich erscheinen. Es überrascht uns nach dem Gesagten kaum zu hören, daß die japanischen Schwimmwunder sehr oft Jungens von 14 Jahren sind, übrigens sind auch die besten Schwimmerinnen der Welt, wo sie auch herstammen, kaum viel älter. Die olympischen Schwimmsieger werden immer jünger, wer weiß, was wir noch alles erleben werden. Büchertisch. — Karl von Baumbach: Das hessische Bauernhaus und sein Schmuck. 6 Seiten mit zahlreichen Abbildungen auf Tafeln. Friedr. Lo- metsch, Verlag, Kassel. — (155.) — In der hübschen Buchreihe „Hessen und Waldeck in schönen Bildern", von der wir einige Bändchen früher bereits an dieser Stelle besprochen haben, erschien als Band VII die kleine Schrift über das hessische Bauernhaus und dessen Schmuck von Karl von Baumbach, Fronhausen, der den Lesern unserer „Heimat im Bild" als Mitarbeiter (mit Beiträgen aus dem gleichen Stoffkreise) gut bekannt ist. Baumbach legt seiner Darstellung im wesentlichen Beispiele aus der Marburger Gegend und dem Hinterland zugrunde, doch finden sich auch oberhessische Anlagen, zum Beispiel aus Steinbach, Climbach, Lang-Göns, Pohl-Göns und Langenhain bei Butzbach. Das Thema ist bau- und kulturgeschichtlich, volkstümlich und vom Standpunkt der Denkmal- und Heimatpflege gleichermaßen interessant und besonders in unserer Zeit wichtig, die auf die Pflege und Erhaltung bodenständiger Kunst und bodenständigen Handwerks wieder den größten Wert legt. In der Darstellung Baumbachs wird nach einer allgemeinen Einleitung zunächst die Gesamtanlage behandelt, anschließend für unsere Landschaft charakteristische Einzelheiten der Bauform, wie sie sich am hessischen Bauernhause ausgeprägt finden; beispielsweise die typische Figur des „Wilden Mannes" in der Gebälkanordnung, dessen häufig mit Schnitzwerk gezierte Eck- und Mittelpfosten Hauptträger des Hausschmucks sind. Ferner bieten vielfältige Beispiele Türen, Türumrahmungen, Hoftore (besonders im Hüttenberg und in der Wetterau) und Oberlichte. In den gebräuchlichsten Schmuckformen finden sich, was volkskundlich besonders bemerkenswert erscheint, häufig sehr alte, in germanische Zeit zurückgehende Heilszeichen, wie die Spirale, der sechszackige Stern, das Radkreuz und das Hakenkreuz. Reichhaltiges Material liefern weiterhin die Hausinschriften und, vor allem in der Marburger und der Hinterländer Gegend, der sogenannte Kratzputz. Hier lassen sich ganze Meisterschulen nachweisen, und die Fülle und Schönheit der Motive ist nahezu unerschöpflich. — So darf die kleine Schrift, die sich durch gediegene und gefällige Ausstattung wie durch ihr vorzüglich zusammengestelltes und reproduziertes Bildmaterial auszeichnet, als ein schätzenswerter und anregender Beitrag zur hessischen Kulturgeschichte angelegentlich empfohlen werden. —y— — Die L. C. Wittichsche Hofbuchdruckerei 1 7 6 4 —1 9 3 4. Von Dr. Hermann Bräunt n g. 272 Seiten und 60 Tafeln. L. C. Wittich Verlag, Darmstadt, 1936. — (1-37.) — Das vorliegende stattliche Werk ist der zweite Band einer Gesamtdarstellung „Der Buchdruck in Darmstadt" (der erste wurde früher bereits an dieser Stelle, besprochen) und umfaßt die Geschichte der L. & Wittichschen Hofbuchdruckerei. „Vom Jahr 1764 an, als Johann Georg Wittich durch Heirat in ihren Besitz kam, bis zum Jahr 1862, dem Todesjahr R. L. Senators. Daran schließt sich ein Ueberblid über die Entwicklung der Firma bis zur Gegenwart und ein Bericht über die Feier des 250jähri- gen Jubiläums 1934..." Obwohl es sich also zu- nächst um die Geschichte eines hessischen Hauses handelt, ist doch die Darstellung im ganzen, wie schon ein Blick ins Inhaltsverzeichnis und auf die großzügig und reichhaltig beigegebenen Tafeln, auch bereits ein flüchtiges Blättert in dem stattlichen, technisch in jeder Weise untadelig behandelten Bande erweist, weit mehr als nur ein Stück Familien- oder Firmengeschichte: dem genauer Gin» dringenden wird zum mindestens nicht verborgen bleiben, wie sich hier in der Darstellung einer Einzelentwicklung zugleich das größere Ganze spiegelt, und wie in die Geschichte des Darmstädter Buchdrucks zugleich ein Stück Darmstädter und überhaupt hessischer Familien-, Wirtschafts- und Kulturgeschichte eingegangen ist; man braucht nur etwa auf die Abschnitte zu verweisen, die vom Ge- sangbuch für die Hofgemeinde handeln, von den hessischen Jntelligenzblättern, von der Einrichtung der Druckerei und den Druckern, oder vom ersten hessischen Papiergeld, um einiges aus dem reichen Inhalt herauszugreifen. Eine Fülle interessanten Bildmaterials findet man auf den vorzüglich gedruckten Tafelbeigaben. Auch das ausführliche Personen-, Orts- und Sachverzeichnis zeugt für die gediegene und genaue Arbeit des Verfassers. — — ©ebaftian Pfeifer: Die Vögel unserer Heimat. 259 Seiten mit zahlreichen Abbildungen. Herausgegeben von der Sencken- bergischen Naturforschenden Gesellschaft. Verlag von W. Kramer & Co., Frankfurt a. M., 1936. — (153.) — Der Verfasser ist als staatlicher Kommissar für Naturschutz im Landkreis Hanau und als Leiter der Zweigberingungsstelle „Untermain" der staatlichen Vogelwarte Helgoland bekannt. Das Buch will nicht das wissenschaftliche Schrifttum vermehren, sondern dem praktischen Zweck dienen, Naturfreunde kurz und gut zu unterrichten. Obwohl hier nur die Vögel des Maingaues behandelt sind, kann das Merkchen doch auch zu fast allen andern deutschen Gauen der Einführung in die Vogelkunde dienen. Im systematischen Hauptteil werden die vorkommenden Gruppen klar, knapp und übersichtlich gekennzeichnet: Merkmale, Vorkommen, Nistplatz, Nest, Gelege, Nahrung und Stimme werden beschrieben; der Text wird durch zahlreiche, meist farbige Abbildungen vorzüglich unterstützt und belebt. Dazu kommen als schätzenswertes Anschauungsmaterial Naturaufnahmen, Flugbilder und mehrere schöne, farbige Tafeln mit den Abbildungen der Eier. Ein sorgfältig geführ- tes Register und eine kurze Uebersicht über das einschlägige Schrifttum, werden dem Benutzer des handlichen Bändchens willkommen sein. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: i. 23. Dr. Fr. W. Lange; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: i. 23. Hans Thein. D. 21. VII. 36: 9350. Druck und Verlag: Brühl'fche Universitäts- Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis 10 Pf. und Samstag 15 Ps., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. gestern durch einen sanften Tod erlöst worden. 4987 D In tiefer Trauer: Philipp Brehm und Frau Helene, geb. Stelling Liesel Bötticher, geb. Brehm Prof. Dr. Eduard Bötticher. Gießen und Heidelberg, den 10. August 1936. Die Beisetzung findet in der Stille statt. Nach schwerem, tapfer getragenem Leiden ist unsere innigstgeliebte Tochter und Schwester Leni Brehm Lehrerin an der Schillerschule zu Gießen im 69. Lebensjahr von seinem schweren Leiden erlöst. Gießen (Eichweg 2), Hamburg, den 11. August 1936. Die Trauerfeier findet in der Stille statt. 5002 D 4982D lM.-DFog.W.KilbingerM,Selleiw.69| 03637 Stiftung zur Unterstützung Reisender Kaufleute Deutschlands,Ortsgr.Gießen E Klemmiath, geb. Schäfer Willy und Liesel Stengel, geb. Klemmrath und zwei Enkelkinder. Halte wieder Sprechstunde Zahnarzt Dr. Gonter. Unser lieber Kollege Karl Klemmrath Mitgriinder und Ehrenmitglied der hiesigen Ortsgruppe, ist von uns gegangen. In früheren Jahren ehrenamtlich für die Ortsgruppe tätig, hat er uns bis zuletzt die Treue gehalten. Wir werden ihm ein gutes Andenken bewahren. Am Sonntagvormittag wurde mein guter Mann, unser lieber Vater und Großvater Herr Karl Klemmrath Baumpfähle Rosenstäbe Latten ™°D Dachpappe Karbolineum HappelS Co. Kl. Mühlgasse 4 u.6 Ruf 3925 MMniliA lifltnt- MenWsk in reichbebilderlen, leichwerständl. Wer« Ken und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Derlagserzeug» nisse. Sie vermitteln einen tiefen Einblick in die Geheimnisse des Naturgeschehens und damit durch erweitertes Wissen er- höhteFreudeanden vielfältigen Schönheiten der Natur. Verlangen Sie Prospekte und Probe- hefte der Zeitschrift „Der Naturforscher" öugoöetmühier Bering Betiin-EitWrteiöe KleineAnzeigen im Gießener Anzeiger werden von Taufenden beachtet und geleieu. I ichnell beseitigt durch Der lieber. Molg wird I durch dl« patentierte I Best.: Engel-Apotheke. 4989V Grüningen, den 11. August 1936. 03631 WkMMUiM Gießen. 4992V Der Konkursverwalte' 5004 D Mündlich können (Sie e§nur wenig en sagen, schriftlich mehreren, durch eine Kleinanzeige sagen Sie e§ allen Für die uns beim Ableben unseres lieben Entschlafenen erwiesene Teilnahme, für die Kranzspenden und die trostreichen Worte am Grabe, für die Ehrung des Heimgegangenen durch den Adam Isheimischen Gesangverein, die Kriegerkameradschaft und den Herrn Oberforstmeister Nicolaus, sagen wir herzlichen Dank. Im Namen der Hinterbliebenen: Katharine Leidich Witwe. Vetter Qualitäts- Möbel und Preise sind Leistgs.-Beweise Verkauf und großes Lager nur GIESSEN Wiesenstr. 6. Ehestands.-Darl. Zahl.- Erleichter. Sonntag, den 9. August, nachmittags 5 Uhr, entschlief plötzlich und unerwartet meine liebe Mutter, Schwie- fermutter, Großmutter, Urgroßmutter, Schwester, chwägerin und Tante Frau Katharine Samm Wwe., geh. Hofmann im fast vollendeten 72. Lebensjahre. • Im Namen aller trauernden Hinterbliebenen: Jean Meurer. Gießen (Neustadt 11), Poxl-Jervis U.S.A., Heuchelheim, Klein-Linden, den 11. August 1936. Die Beerdigung findet Mittwoch, nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofs aus statt. TORPEDO nur RM. 186.— schon für 8.30 monatlich Alleinverkauf: Niederhausen Gießen 1065 a Bahnhofstraße Morgen Mittwoch spricht um 20'/, Uhr im Johannessaal Pfarr. Schirmer, Frankfurt a. M., über Der Sommer-Schlußverkauf ist überall beendetl Der Konkurs-Verkauf geht weiter! bei Alfred Richter kg Gießen :: Seitersweg 71 Die Preise, besonders für alle Sommerstoffe, sind weiter wesentlich ermäßigt. - Nutzen Sie diese günstige Gelegenheit! Bitte, beachten Sie das Schaufenster! \KJ EDDC DRUCKSACHEN ■VCKDt. Brühl, Gießen I Wichtig für Lehrer und Schüler! Wim 000 WIM llliö AM nach der Naturschutzverordnung vom 18. März 1936 (RGBl. I Seit« 181) 1 und den ergänzenden Bestimmungen, aus»1 führlich erläutert von Professor Dr. W.. Weber, 0. ö. Prof, der Rechte und Referent: im Reichs- und Preußischen Ministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung^ und Prof. Dr. Walther Schoenichen,. Leiter der Reichsstelle für Naturschutz. Gebunden RM. 3,60. Die beiden Verfasser des vor kurzem er« schienenen Kommentars zum Reichsnatur» schuhgesetz haben hier auf Grund ihrer lang« jährigen Erfahrungen und ihres weitgehenden Einblicks in das Werden der neuen Naturschuhverordnung, die nun für das ganze Reich gilt, die Verordnung und alle dazugehörigen bisher erschienenen Ergänzungs» bStimmungen nach juristischen, verwaltungstechnischen, wissenschaftlichen und praktische« Gesichtspunkten ausführlich erläutert uni» geben damit jedem eine gründlich» Aufklärung, der mit, dem Naturschutz, mit der Natur überhaupt, seü es beruflich oder als Liebhaber und« Naturfreund, in Berührung steht» Nicht nur die amtlichen Stellen, nicht mie Wissenschaftler, Lehrende und Lernende, Tier» und Pflanzenfreunde, nicht nur Erzieher. Richter und Rechtsanwälte müssen über die Fragen des Naturschutzes unterrichtet fein- sondern auch botanische Vereine, Naturalien- u. Herbarien-Handlungem und Lehrmittelgeschäfte, Präparatoren, Ausstopfer, Pflanzensamm- ler, Schmuckreisig-Berkäufer, Kran? binderelen und die mit der über' roachung der Märkte beauftragten: Beamten, Feldhüter, Polizeistellen: usw. - Bestellungen durch alle Buchhandlungen. Hugo Bermühler Verlag Berlin-Lichterfelde @ Künstliche Augen fertigen wir für unsere Patienten am Dienstag, 18. Aug. 1936, in Gießen, Hotel Viktoria. 49ssV Gebrüder Müller-Welt,Stuttgart Zugelass, bei Kassen u. Behörden. Hühneraugen 100% Qual-ex D.R.P. - Preis 65 Pf. Dienstag, st. August 1936 Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesten) Nr. 186 Zweites Blatt Aus der Provinzialhauptstadt Das Haus im Straßenbild. Wenn wir heute mit offenen Augen durch die Straßen irgendeiner deutschen Stadt gehen, so können wir schon im äußeren und alltäglichen Anzeichen die grundlegende Wende in Lebensgefühl und Lebens- Haltung unseres Volkes erkennen, wie sie sich in den vergangenen drei Jahren vollzoaen hat. Verschwunden ist, dank den umfassenden Arbeitsbeschaffung^ maßnahmen, das offene oder getarnte Bettelunwesen. Die heimlichen „Spielbanken" in den Parkanlagen oon ehedem haben sich infolge der nutzbaren Beschäftigung des größten Teils der vordem Stellungslosen oon selbst und stillschweigend aufgelöst. Die wiederhergestellte Wehrhoheit des Reiches in Verbindung mit dem disziplinierten Bild der nativ- nalsozialistischen Formationen, hat dem Geiste der Mannhaftigkeit und der Selbstbehauptung wieder sichtbaren Ausdruck verschafft. Schließlich ist auch im privaten Bezirk jedes einzelnen oon der materiellen bis zur ideellen Lebenshaltung ein bewundernswerter Aufschwung zu verzeichnen. Diese und zahllose weitere Einzelheiten gehören gewissermaßen zum eisernen Bestand unseres täglichen Erlebens, und kein einzelner Volksgenosse wird darüber einer Belehrung bedürfen. Run aber stehen wir in einem Sommer, der uns nicht allein für die Dauer der Olympischen Spiele, sondern mit Sicherheit auch noch darüber hinaus einen außergewöhnlichen Fremdenzustrom und einen noch kaum dagewesenen Reiseverkehr bringen wird. Und da fragt es sich, ob das sichtbare Bild unseres öffentlichen Lebens im neuen Deutschland heute bereits allseitig abgerundet und „gültig" ist, oder was zu jenen sichtbaren Aeußerungen unserer Lebenshaltung noch hinzugetan werden kann, um deren Wirkung weiterhin zu verstärken und zu vertiefen. Denn wir können uns darüber klar sein, daß alle jene Zeugnisse der Ordnung und des friedlichen Aufbauwillens, aber auch die großzügigen staatlichen Unternehmungen unserer vielbewunderten und auch vielbeneideten Reichsautobahnen u. a. m. gerade in diesem Jahre zu sehr bedeutsamen Aktivposten unserer Fremdenverkehrswerbung werden. So gewinnt auch jede andere Möglichkeit, Deutschland zu einem schönen und beliebten Reiseziel der Welt zu gestalten, in den kommenden Monaten die höchste Bedeutung und die beüen Erfolgsaussichten. Unter diesen zusätzlichen Möglichkeiten ist ganz wesentlich auch die ästhetische Gestaltung unserer Städte- und Straßenbilder zu zählen. Wenn heute bereits in vielen Teilen des Reiches der bauliche Formwille des neuen Deutschland durch großzügige und repräsentative Neuschöpfungen verkörpert wird, so erwächst darüber hinaus auch im privaten Wirkungsbereich die verpflichtende Aufgabe, unsere Straßenbilder in ihrer Gesamtheit zu Zeugnissen unserer Schaffensfreude und unseres Schönheitssinns auszugestalten. In dieser Hinsicht sind mit der vielseitigen Reinigung, Instandsetzung und Verschönerung öffentlicher Gebäude, aber auch mit mancherlei Anregung zur privaten Ausschmückung von Fenstern und Balkons wesentliche Aufgabenkreise bereits in Angriff genommen worden. Die umfangreichste und letztliche entscheidende Leistung in dieser Hinsicht muß ab 'r nach Lage der Dinge als eine Angelegenheit des privaten Haus- und Grundbesitzes erkannt werden: die weitgehend notwendige und unaufschiebbare Jn- standsetzungder Wohn - und Geschäftshäuser. Es war ein trauriges Erbteil unseres Neuaufbaues aus den vergangenen zwei Jahrzehnten, daß der Zustand vieler Gebäude und ganzer Straßenzüge bis zur abstoßenden Häßlichkeit vernachlässigt und heruntergekommen war. Demgegenüber ist es heute an der Zeit, nicht allein aus aktuellen Gründen und einmalig, die Schäden der Vergangenheit abzustellen, sondern auch ganz allgemein wieder den sachlichen Voraussetzungen für eine gediegene und zweckentsprechende Pflege aller bestehenden Sachwerte zur Beachtung und Innehaltung zu verhelfen. Einer der wesentlichsten Verbündeten des Hauseigentümers in dieser Beziehung ist der Hand- A Nationalsozialistische Knegsopser- ÄM Versorgung Ortsgruppe Gießen. Kriegsopfer Die Ortsgruppe führt am 23. August einen Aus- flug an den Rhein durch. Die Fahrt geht mit Sonüerzug gegen 8 Uhr vormittags ab Gießen und endet am gleichen Tage abends gegen 10 Uhr in Gießen. Als vorläufige Endstation gilt Nieder- l a h n st e i n, oon hier aus etwa 3'/r Stunden Dampferfahrt mit Besichtiaung schöner landschaftlicher Punkte, sodann in Koblenz gemeinsames Mittagessen. Besichtigung und Führung in Koblenz, Ehrenbreitstein usw. durch Kameraden der Ortsgruppe Koblenz. Preis einschließlich Mittagessen, Besichtigung und Versicherung 6.— Mark, Kinder unter 10 Jahren halber Fahrpreis, also einschließlich Mittagessen 3.50 Mark. Mitfahrende, die am gemeinsamen Essen nicht teilnehmen wollen, zahlen 5,— bzw. Kinder 2,50 Mark. Fahrt an den Khein. Meldung und Anzahlung bis Dienstag, 11. August, nachmittags 6 Uhr auf der Geschäftsstelle Gießen, Bahnhofstraße 38. Mitglieder, Freunde und Gönner unserer Organisation sind zur Teilnahme an dieser Fahrt herzlich eingeladen. Der Ortsgruppenobmann. * Abteilung Arbeitsbeschaffung. Die D i e n st st u n d e n für Arbeitsbeschaffung der Ortsgruppe Gießen und der ihr angeschlossenen Stützpunkte sind ab s o f o rtf nur Mittwochs von 15 bis 17 U t) r. Der Ortsgruppenobmann. Gießener Mlor-SS.bei der Kurheffen-Fahrt. Gebiet ungleich höhere Jnstandsetzungs- oder Er» Neuerungsaufwendungen notwendig werden sollen. Wenn sich somit in der malerischen Gestaltung unseres Straßenbildes öffentliche und private Inter« essen verbinden, so muß heute noch mit besonderem Nachdruck auf den Einsatz des gediegenen, leistungs- fähigen Handwerksmeisters Wert gelegt werden. Denn noch immer tauchen vereinzelt Klagen über die „Handwerker" auf, ohne daß sich der einzelne Auftraggeber manchmal über sein Mitverschulden an Verruß oder Schäden klar ist. Gerade im Hinblick auf die heutigen Werkstoffe im Malerhand- werk, sowie auf die damit zusammenhängende Wandlung in der gesamten Anstrichtechnik wird nämlich nur ein erprobter Malermeister fachgerechte Leistungen gewährleisten können, während ein in der Vergangenheit verhältnismäßig zahlreich in den Beruf eingedrungenes Pfuschertum mit dem Stand der Dinge kaum noch Schritt zu halten vermag. Wie aber die Sachwerterhaltung als selbstverständlicher Wunsch des Hauseigentümers bereits genannt werden konnte, so wird er auch ein Anrecht auf gediegene und fachmännische Ausführung seiner Aufträge geltend machen wollen. Und hierbei findet er im Handwerksmeister nicht nur den hochwertigen Facharbeiter, sondern einen Verbündeten am gemeinsamen Werk der Verschönerung und der Werterhaltung, der ihm auch mit Rat und Tat und seinen Erfahrungen viel zu nützen vermag. Dornotizen. Tageskalender für Dienstag. Zum ersten Male nahm der seit März dieses Jahres in Gießen liegende Nachrichtenzug der 2. SS.-Motor stand arte an einer motorsportlichen Veranstaltung teil und war mit fünf Fahrzeugen zum Start für die Kurhessen- Fahr t angetreten. Die Fahrt führte ins Marburger Hinterland, wo zehn Kontrollpunkte, die meistens nur auf schwierigen Wald- oder Feldwegen zu erreichen waren, angefahren werden mußten. Die Veranstaltung dürfte wohl die schwierigste dieser Art, die dieses Jahr im Gau Hessen- Nassau stattfand, gewesen sein. Es stellten sich dem Starter etwa 250 Fahrzeuge der verschiedensten Marken, und es aalt für die hiesigen SS -Männer, im edlen Wettstreit gegen ihre Kameraden vom NSKK. und der Wehrmacht zu bestehen. Um so erfreulicher ist die Tatsache, daß die Männer dieser jungen Formation gleich auf den ersten Anhieb eine silberne und eine bronzene Plakette mit nach Gießen bringen konnten. Alle fünf gestarteten Fahrzeuge kamen glücklich wieder ans Ziel, so daß also der N Z. M o. 2 keinen Ausfall zu beklagen hatte. Der Seitenwagenfahrer, SS.-Unterscharführer Menget und sein Beifahrer, SS.-Scharführer Klein, errangen sich eine silberne Plakette. Der SS.-Unterscharführer S ch u d t, der eine Solomaschine steuerte, konnte eine bronzene Plakette für sich holen. Diese Leistung ist besonders deshalb bemerkenswert, weil Schudt vier Kilometer vor dem Ziel Motorschaden hatte, und seine Maschine diese weite Strecke — teilweise im Laufschritt — schieben mußte. Weniger glücklich war die SS.-Kübelwagenmann- schaft, die mit drei Fahrzeugen auf die Strecke gegangen war. Der erste Wagen war besetzt mit SS.- Unterscharführer Weichsel als Fahrer, und SS.- Mann Lenz als Beifahrer. Das zweite Fahrzeug steuerte SS.-Scharführer S ch ö l ch mit SS.-Scharführer Nagel als Beifahrer, der dritte Wagen wurde gefahren von SS.-Oberscharführer Bernhardt mit SS.-Rottenführer Menges als Beifahrer. Die drei Fahrzeuge, die als sogenannte Mannschaft gestartet wurden, waren während der Fahrt aufeinander angewiesen, denn sie konnten ihre Aufgabe nur erfüllen, wenn sie geschlossen wieder am Ziel ankamen. Während in der ersten Hälfte die Mannschaft ein auffallend gutes Ergebnis erzielen konnte, blieb ihr am Ende die Erringung einer Plakette doch versagt, weil bei der Abfahrt vom Kontrollpunkt 2, in einem engen, schlammigen Hohlweg, zwei andere Fahrzeuge steckengeblieben waren und den drei Mannschaftswagen die Weiterfahrt versperrten. Bis zur teilweisen Beseitigung dieses Hindernisses, die wenigstens die halsbrecherische Abfahrt über einen steinigen Steilhang ermöglichte, ging aber viel Zeit verloren, so daß eine siegreiche Beendigung der Fahrt unmöglich wurde. Unverdrossen ging aber die Mannschaft erneut in den Kampf und konnte so für den NZ. Mo. 2 Gießen immerhin den Achtungserfolg buchen, daß sie geschlossen und ohne jeden Schaden an Mann und Maschine das Zielband passierte. Alles in allem ein sehr beachtlicher Erfolg für den jungen Nachrichtenzug der 2. SS. - Motor- Standarte! Sch. werksmeister, der Dachdecker, der Klempner, der Zimmermann, der Maurer und vor allem der Maler. Gerade im gegenwärtigen Zeitabschnitt verbinden sich somit die verschiedenartigsten Gesichtspunkte zu der dringenden und unerläßlichen Forderung nach dem Einsatz des Malerhandwerks für eine würdige und ansprechende Gestaltung unserer Häuserfronten. Es wurde schon angedeutet, daß dieser Aufgabenstellung nicht allein „repräsentative" Zwecke zugrunde liegen, sondern daß sie zugleich den eigenen Interessen der Hausbesitzer entspricht. Denn ein Haus, von dem zunächst die Farbe abblättert, danach der Putz ver- mittert und abfällt, bis schließlich die Bausteine selbst unter Wind und Wetter zu leiden beginnen, ist bekanntlich nicht nur unschön, sondern über kurz | ober lang baufällig und damit entwertet. Dor diesem schwersten und schließlich unwiederbringlichen Verlust schützt den Hausbesitzer aber nur rechtzeitige Vorsorge und beständige Zusammenarbeit mit dem Handwerksmeister, besonders mit dem Maler, zu dem er Vertrauen hat. Gerade in jüngster Zeit hat uns eine bemerkenswerte Schau im Haufe des deutschen Handwerks zu Berlin über die Funktionen deG Farbe als Schutz und Schmuck unterrichtet, wobei man gegenüber den Bildern von ärgster Verwüstung und baulicher Vernachlässigung zahlreiche Beispiele für eine zeitgerechte, geschmackvolle und malerische und auch zugleich werterhaltende Gestaltung der Häuserfronten zu sehen bekam. Und nicht nur Fassaden, auch Eingangstore, Fensterrahmen und Balkongitter u. a. m., erfordern eine regelmäßige und pflegliche Behandlung mit schützenden Farben, sofern nicht durch Vernachlässigungen auf diesem Gloria-Palast, Seltersweg: „Ein seltsamer Gast". VeichSmütterdienst im Deutschen Frauenwerk. Von der Kreispressereferentin der NS.-Frauen» schäft wird uns geschrieben: Ein neuer Lehrgang in „Gesundheits- und häuslicher Krankenpflege" wird in Gießen vom Reichs- mütterdienft am 17. August beginnen. Wie wichtig es ist, daß die Hausfrau und Mutter bei Krankheitsfällen in der Familie sofort die richtigen Maßnahmen trifft, daß sie weiß, wie bei Unglückssällen die erste Hilfe bis zum Eintreffen des Arztes zu leisten ist, das wird wohl jedem klar sein. Eine Frau muß alles können, besonders aber, wenn sie Mutter von einigen Kindern ist. Schwester Marie Becker wird hier den Lehrgang durchführen. Sie wird den Teilnehmerinnen von ihren Erfahrungen erzählen und sie durch praktische Hebungen in der Krankenpflege anleiten. Wie wertvoll ist es, zu lernen, wie das Bett des Kranken zu halten ist, wie eine Hausapotheke zusammengestellt wird, oder wie man ein krankes Kind im Bettchen hält und aufheiternd beschäftigt. Alle Frauen sollten sich nach und nach an diesen Kursen beteiligen, sie werden dann merken, weich' Nutzen und Segen von ihrem Können in der Familie ausgeht. Anmeldungen schriftlich oder mündlich an die Geschäftsstelle der NS.-Frauenschaft, Frankfurter Straße 1, oder an Frau Schön, Moltkestraße 22. 50 Jahre im Dienst der Bahn. Am 10. August mar für den beim Reichsbahn- Maschinenamt Gießen beschäftigten technischen Reichsbahn-Sekretär Karl Textor ein Gedenktag, wie er nur wenigen im Dienste befindlichen Beamten befchieden ist: er feierte die Wiederkehr des Tages, an dem er vor 50 Jahren in den Dienst der Eisenbahnverwaltung eintrat. An seinem festlich geschmückten Arbeitsplatz versammelten sich am Vormittag seine näheren Mitarbeiter vom Reichsbahn-Maschinenamt Gießen, sowie die Vertreter der Beamten der zum Reichsbahn-Maschinenamt gehörenden Bahnbetriebswerke Gießen, Wetzlar, Dillenburg und Betzdorf. Der Vorstand des Reichsbahn-Maschinenamtes, Reichsbahnrat Nieder st raßer, gedachte in einer kurzen Ansprache der treuen Dienste des Jubilars und überreichte ihm die Glückwunschschreiben des Generaldirektors der Deutschen Reichsbahn, sowie des Präsidenten der Reichsbahndirektion Frankfurt a. M.; diesen Glückwünschen schlossen sich alle Mitarbeiter vom Amt, Heimkehr. Von Max Oauihendey. Ich erinnere mich noch eines Morgens, da ich mit meiner Frau in Paris wohnte, als zum erstenmal die Heimatsehnsucht in mir ausbrach. Es war an jenem Hochsommermorgen, an dem ich, früh auf- gestanden, allein durch mein stilles Stadtviertel zum Park Montsouris ging. Auf dem Hinweg beim Bronzedenkmal des mächtigen Löwen von Belfort war an einer Straßenecke in der frühen Morgenstunde ein Geflügelmarkt. In Holzkäfigen eingepfercht, steckten die Hähne und die Hennen ihre roten Kämme zwischen den Gitterstäbchen durch, und einige Hähne krähten im Sonnenschein. Beim Anblick und bei dem Geruch der Hühner und beim gewaltigen und doch melodischen Krähen der Hähne tauchten die Würzburger Heimatberge vor mir auf. Und es war mir, als müßte um die Straßenecke der Weg nicht zum Park Monftouris, Indern zu jenem Gutshof führen, wo ich in meiner Kindheit mit meiner Mutter zusammen die ersten Hahnenschreie gehört hatte, wo meine Mutter dann gestorben war und mir die Mutter Erde als ihre Stellvertreterin hinterlassen hatte. Dort in der Ferne bei den Hecken, dort bei Steinbruch und Hügeln, am Kleeacker und am Kornfeld, wo ich als mutterloses Kind gewandert war, fehlte mir meine gestorbene Mutter nie. Die warme Güte der Aecker, die immer am selben Fleck stillstehenden alten Säume, die nur ihren Schatten ein wenig wandern ließen, weiche taumelnde Schmetterlinge und summend arbeitende Bienen, gütig duftende Kräutlein, reisende kleine Erdbeeren und reifende Brombeeren, die Lerchen im blauen Himmel, die Finken und Ammern im Gebüsch, die Schnecken am Weg und die weißen Sommerwolken über den Baumkronen am Himmel, die Ameisen, die über meine Stiefelspitzen liefen, die knallende Peitsche des pflügenden Bauern, die wiehernden Pferde im Acker —sie alle waren mit Liebkosungen der Mutter Erde. Sie roaren meinem Lebenssinn erquickend und festlich. 2m Sonnenschein, im Regen, im Wind, im Gewitter, in allen Stunden und in allen Wandlungen aller Jahreszeiten war es mir auf dem Heimatberg- ols hatte ich in allen Natureindrücken Hunderte von Muttern gefunden, die lieb und zutraulich mit mir plauderten, mit mir spielten, mich belehrten, mir die Zett vertrieben und mir Lebenslust gaben. Uni) bei jenem Hahnenschrei, dem ich m Pans an '-'nem Morgen bei den hohen Weltstadthausern nachhorchte, riefen jetzt alle diese hundert Mutter vom Heimatberg aus der Ferne her. Deutlich wie die Sonne in jenem Augenblick über Paris und Würzburg zugleich leuchtete, so deutlich sah ich durch jenen Hahnenschrei von Paris nach Würzburg, von meinen Mannesjahren zu meinen Jugendjahren zurück. Und ein tiefes Heimweh wurde mir zum ersten- mal bewußt. Dieses Heimweh war schon lange irgendwo in meinem Dasein wie eine offene blutende Wunde gewesen. Es war mir, als hätte ich plötzlich Blut an meinen Fingern entdeckt und wüßte jetzt erst, daß ich verwundet war. Und ich erschrak. Seit jenem Hahnenschrei habe ich die Wunde des Heimwehs nie mehr aus den Augen gelassen. Wenn ich jetzt morgens oder abends auf meinem Berg stehe, kann mir die Sonne keine entwurzelnde Sehnsucht mehr von Osten herbringen, und sie zieht meine Augen abends nicht nach Westen über unbekannte Grenzen in die Leere fort. Ich bin zufrieden, endlich in der Heimat angekommen zu sein. Ich sehe gern in mich hinein, wie in einen Brunnen, auf dessen Spiegel ganz unten das Bild der Sonne wie eine Mondscheibe tanzt. Unb neben ihr tanzen auch am Tage alle Sterne. Und ich kann in meinem Innern nicht mehr Tag und Nacht voneinander trennen. Es sind alle Zeiten und alle Räume in der Lebensseligkeit des Heimgekehrten. Die Nachtstunde, die den Fluß unter meinen Fenstern lauter rauschen läßt, ist nicht dunkler als die Mittagsstunde, die die Glocken über der Stadt läuten läßt. Der Wintertag, der den Schnee ans Fenster treibt, ist dir nichl kälter als der Sommertag, der das Kornfeld gilbt, sobald du angekommen bist beim innersten Wesen aller Dinge bei der Schöpferkraft des Liebesgefühls, das die Krone aller Gefühle ist. Du dachtest zum Beispiel, die Sonne scheintz und du und deine Geliebte, ihr möchtet in das Grüne unter die Bäume gehen. Aber es regnet iwi nächsten Augenblick, und, unter der Ture stehend, streckst du die Hand aus und fühlst die Regentropfen. Du weißt aber bald nicht mehr, daß du den Wunsch hattest, unter die Bäume zu gehen, weil die Wolken den Wunsch hatten, zu regnen, und die Sonne den Wunsch hatte, auszuruhen, und «eil du nichts Lieberes unter den Bäumen gesehen hattest als me Augen jener, die du liebst, und tne mit dir auf der Türschwelle steht. Auq in Aug mit ihr quält dich nichts Und ihr laßt beide wunschlos den Regen fallen, denn keine I anderen Wege sind oon Wichtigkeit und von äußerstem Wert als der Weg von Blut zu blut bei zweien, die sich lieben. Das Programm der Syndikat-Filme. Das neue Syndikat-Film Programm umfaßt 23 Filme. Neben dem schon seit längerer Zeit in Arbeit befindlichen „Fridericus"-Film mit Otto Gebühr nach dem Roman Walter v. Molos, filmdichterisch geformt von Erich Kröhnke, wird Emil Jannings Bismarck gestalten und in einem weiteren Film mit dem Titel „Der Herrscher" die Gestalt eines Jndustrieführers von Weltformat lebendig werden lassen. Paula Wessely wird in einem Film „Die Peppi" von einer Bauernmagd zur Gutsherrin und Gemahlin eines ungarischen Barons emporfteigen. Ein weiterer Film von Rang verspricht die Verfilmung des Romans „Pan" von Knut Hamsun zu werden. Gigli wird in „Ave Maria" mit Käthe von Nagy als Partnerin seinen Triumph in „Vergiß mein nicht" in den Schatten stellen, Kiepura wird sich wieder in aller Herzen fingen, Rudolf Forster wird dem Kathrin Holland- schen Roman „Man spricht über Jacqueline" Relief verleihen, Ludwig Thomas „Moral" wird ihre filmische Auferstehung erleben. Mit besonderem Interesse darf man dem Journalistenfilm entgegen« sehen, da sich Syndikatfilm die Verfilmung des vreisgekrönten Manuskripts aus dem Journalisten- Wettbewerb sichern konnte, den die Reichspresfe- tammer zusammen mit der Tobis veranstaltete. Lautsprecher im Dienst der deutschen Polizei. Bei den großen Menschenansammlungen, die sich jetzt im Reichssportfeld und bei den Aufführungen der Dielrich-Eckart-Bühne zusammendrängen, wurde das Publikum mit Überraschung gewahr, wie über die Plätze hinweg eine laute Stimme Anweisungen erteilte, welchen Weg es einzuschlagen hätte, um am schnellsten zum Ziele zll gelangen. Die deutsche Polizei bedient sich hier einer Lautsprecheranlage, die auf ihre Anregung entwickelt worden ist und die leicht zu transportieren und in wenigen Minu- ten betriebsbereit zu machen ist. Das neue Gerät besteht, wie in der Frankfurter Wochenschrift „Die Umschau" berichtet wird, aus drei Koffern. Da es aus eigenen Batterien gespeist wird, kann es überall in Betrieb genommen werden. Eine 12-Dolt- Batterie macht einen lOstündigen Betrieb der Anlage möglich. So können von einer Leitstelle aus Mitteilungen auf Straßen und Plätzen an Menschenansammlungen gerichtet werden. Durch einen Sonderlautsprecher, in dem vier breitstrahlende Trichterlautsprecher zu einer Einheit zusammengefaßt find, ist es möglich, ein Gelände von etwa 250 Meter Tiefe und Breite mit guter Verständlichkeit zu besprechen. Die Anlage ist leicht zu bedienen und nimmt sehr wenig Platz weg. Vorbildliche Menschenaffen -Station im Münchener Tierpark Hellabrunn. Schon vor dem Weltkrieg unterhielt die Deutsche Akademie der Wissenschaften auf Teneriffa eine Menschenaffenstation. Es gab dort zwar nur sechs Schimpansen, während alle übrigen Arten von Menschenaffen fehlten. Der deutsche Gelehrte Professor Wolfgang Köhler konnte trotzdem auf dieser Station Forschungsergebnisse erzielen, die der Tierpsychologie von größtem Nutzen waren. Unter den schwierigen Nachkriegsverhältnissen konnte die Station auf Tenerisfa leider nicht aufrechterhalten werden. Um so mehr ist es zu begrüßen, daß nunmehr im Münchener Tierpark Hellabrunn eine gleichartige Forschungsstätte erstanden ist. Die in Hufeisenform angelegte Menschenaffenstatton bietet 1000 Zuschauern auf einmal Platz. Jeder Besucher des Tierparks hat gegen geringe Sondergebühr Zutritt zu der einzigartigen Forschungsstätte, die die größte Menschenaffenstation Europas, wenn nicht der ganzen Welt, darstellt. Alle Räumlichkeiten sind ausnahmslos nach Süden gerichtet. Jede Affenfamilie hat darin ihre eigene Behausung, die aus Außen- und Jnnenraum sowie einem Schlafraum besteht. Dieser kann jederzeit gelüftet werden und enthält eine Verdunkelungseinrichtung, die es ermöglicht, den Bewohnern auch im Sommer eine lange Tropennacht vorzutäuschen. Durch Freiluftkäfige sind die Häuser und durch Glaswände mit Drahtgittern, zwischen denen der Futtergang verläuft, die einzelnen „Familien" voneinander getrennt. Die Affenkinder wurden zu einer Spielgruppe vereinigt und haben einen Spielsaal mit glasüberdachtem Außenbewegungsraum und ungedeckter Freianlage. Die für die Tiere konstruierten Turngeräte und Klettergerüste geben Gelegenheit zu ausreichender Körperbewegung. Die kleinen Affenfprößlinge werden von einer geschulten Wärterin betreut. Gegenwärtig tummeln sich bereits 34 Menschenaffen oon sechzehn verschiedenen Arten m den Anlagen. Orang-Utans von Sumatra und Borneo, Schimpansen aus Kamerun, vom Kongo verblüffen durch ihr verständiges Benehmen; sie tragen ‘ übrigens urmünchnerische Namen mie „Seppi", „Toni", „Mariedl" oder „Bärbel. sowie die Vertreter der vier Bahnbetriebswerke an und überreichten als Andenken einen alten Stich von „Fridericus Rex", dessen Verehrer der Jubilar seit jeher gewesen ist. Der Abend vereinigte alle Mitarbeiter zu einer einfachen Feier im Hotel Hopfeld. LHL Gießen. In den südöstlichen Teil unserer Provinz unternahm am Sonntag der VHC. Gießen seine Augustwanderung. Nach langen, trüben Wochen hatte endlich der Himmel seine heiterste Miene aufgezogen, und strahlender Sonnenschein begleitete die Wanderschar auf ihrer ganzen Fahrt. Von Stockheim, bis wohin die Bahn benutzt wurde, ging es in steilem Anstieg hinauf zum Glauberg, wo die freigelegten Teile der ehemalig gewaltigen Burganlage einer gebührenden Besichtigung unterzogen wurden. Auch dem Museum, in dem Funde aus allen Zeitaltern untergebracht sind, wurde ein Besuch abgestattet. Hier gab der langjährige Leiter der Ausgrabungen, Herr Dr. Richter, in liebenswürdiger, leicht verständlicher Weise an Hand einer in Reliefmanier gehaltenen Unterlage die entsprechenden Erläuterungen, die Teilnehmer mit dem Ergebnis der seitherigen Forschungen bekanntmachend. Ein Gang über den mit zahllosen Königskerzen bestandenen Kamm des Berges erschloß den Wanderern eine weite, umfassende Rundschau. An unzähligen Kornhausten vorbei ging es hinab zu längerer Rast nach Bleichenbach, das mit seinen vielen Fachwerksbauten und den gut gepflegten Ortsstraßen einen überaus vorteilhaften Eindruck macht und auch als das „Musterdorf" des Kreises Büdingen bekannt ist. Der Weitermarsch führte über das Betten, einen bewaldeten Höhenrücken, durch das ungemein reizvoll in einem Tal gelegene Dudenrod und hierauf in anmutigem Wechsel von Berg und Tal nach dem hessischen Rothenburg, dem lieblichen Kreisstädtchen Büdingen. Hier wurden naturgemäß die Perlen mittelalterlicher Baukunst, das fürstliche Schloß, Steinernes Haus, Rathaus und die wohlerhaltene Stadtbefestigung, die wie ein Traum aus verklungener Zeit anmutet, gewürdigt, und dann nach einem gemütlichen Schlußtrunk die Heimfahrt angetreten. Hausbriefkasten neben dem Hauseingang anbringen! Aus unserem Leserkreis erhalten wir die nachstehende Zuschrift, die als eine Stimme aus dem Volke anregend wirken möchte: „Schon wiederholt wurde in den Spalten dieses Blattes darauf hingewiesen, daß es angebracht wäre, durch Anbringung von Briefkästen in den Hausfluren neben dem Hauseingang die Postzustellung zu erleichtern. Aber diese wohlgemeinte Anregung scheint immer noch in vielen Häusern ohne Erfolg geblieben zu sein. In der Frankfurter Straße z. B. gibt es eine ganze Reihe hoher, drei- und vierstöckiger Häuser, in denen die Briefträger täglich treppauf und treppab steigen müssen bis zum obersten Stockwerk, um die Postsendungen abzuliefern. Warum? Ist es so schwierig, das in Großstädten Selbstverständliche auch hier zu tun und im unteren Hausflur nebeneinander die Briefkästen aller Hausbewohner anzubringen? Der Schreiber dieser Zeilen möchte nochmals dringendst an das soziale Gewissen der Hausbesitzer appellieren. Sind die Briefträger nicht Menschen und Berufskameraden mit schwerer und vorbildlicher Pflichterfüllung, denen man die Dienste, die sie täglich dreimal für uns tun, nach Möglichkeit erleichtern sollte! Die „hohen" Herrschaften sollten selbst nur einmal einen Tag die vielen Treppen Haus für Haus auf- und absteigen, um zu merken, was sie ohne Notwendigkeit anderen zumuten! Epielerversammlung im Mtv. Gießen. Am Samstag hielt die Spielabteilung des Männerturnvereins ihre diesjährige Spielerversammlung ab. Spielwart Becker gab seiner Freude über die starke Beteiligung, besonders der Jugend, Ausdruck. Er wies darauf hin, daß es gelungen ist, eine Jugendabteilung von über 30 Spielern zu gründen, die sich in regelmäßigem, fleißigem Training für die kommende Verbandsrunde vorbereitet. Im abgelaufenen Spieljahre war der Mtv. mit drei Mannschaften in der Verbandsrunde vertreten. Die erste Garnitur, die mit neun aum Teil sehr starken und kampferprobten Mannschaften die Bezirksklasse bestritt, wurde dritter. Die Jugend nahm einen guten Mittelplatz ein, während die Schüler Tabellenerster wurden. An die Verbandsspiele reihten sich, verteilt aus die einzelnen Mannschaften, eine Anzahl Freundschaftsspiele an, die zum Teil recht hoch gewonnen wurden. Insgesamt wurden 41 Freundschaftsspiele ausgetragen. In der Verbandsrunde wurden 195 Tore geschossen. Im vergangenen Spieljahr wurde ein Torverhältnis von 595:360 zugunsten des Mtv. erzielt. Die 70 ausgetragenen Spiele verteilen sich auf die einzelnen Mannschaften wie folgt: 1. Mannschaft: 11 Verbandsspiele, Torverhältnis 74:62; 10 Freundschaftsspiele, Torverhältnis 96:70. 21 Spiele mit einem Torverhältnis von 170:132. 2. Mannschaft: 10 Aufstiegsspiele, Torverhältnis 86:46; 5 Freundschaftsspiele, Torverhältnis 49:26. 15 Spiele mit einem Torverhältnis von 135:72. 1. Jugendmannschaft: 6 Verbandssprele, Torverhältnis 21:33; 18 Freundschaftsspiele, Torverhältnis 192:88. 24 Spiele mit einem Toroer- hältnis von 213:121. 2. Jugendmannschaft: 3 Freundschaftsspiele, Torverhältnis 25:16. Schülermannschaft: 2 Verbandsspiele, Torverhältnis 14:16; 5 Freundschaftsspiele, Torverhältnis 38:13. 7 Spiele mit einem Torverhältnis von 52:19. In der bevorstehenden neuen Verbandsrunde wird der Männerturnverein mit 5 Mannschaften vertreten sein. Gemeldet sind 2 aktive, 2 Jugend- und eine Schülermannschaft. Geführt werden die aktiven Mannschaften von Weigand und Strack, die beiden Jugendmannschaften von Vogel und M ö ck e l. Außer den Handballmannschaften nimmt eine Faustballmannschaft in der diesjährigen Ver- bandsrunde an den Sommerspielen teil, die in nächster Zeit beginnen werden. Gießener Wochen Marktpreise. Gießen, 11. Auq. Auf %em heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, % kg 1,55 Mark, Landbutter 1,42 Mk., Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mk., Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10 Pf., Wirsing, grün, % kg 8 bis 10 Pf., Weißkraut 8 bis 10, Rotkraut 10 bis 12, Gelbe Rüben 10 bis 12, Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 15 bis 20, Römischkohl 8 bis 10, Bohnen, grün, 15 bis 25, gelb 20 bis 25, Erbsen 15 bis 30, Tomaten 28 bis 30, Zwiebeln 10 bis 12, Pilze 20 bis 25, Kartoffeln, neue, Vt kg 5 Pf., 50 kg 4,50 Mark, Falläpfel, % kg 6 bis 8 Pf., Pfirsiche 55 bis 58, Brombeeren 30 bis 35, Preiselbeeren 40, Birnen 20 bis 40, Heidelbeeren 25 bis 35, Johannisbeeren 12 bis 15, Pflaumen 20 bis 35, Z welschen 30, Mirabellen 30 bis 35, Reineclauden 30 bis 35 Pf., junge Hähne 1 bis 1,10 Mark, Nüsse, kg 45 Pf., Blumenkohl, Stück 10 Pf. bis 1 Mark, Salat 5 bis 10 Pf., Salatgurken 10 bis 25, Einmachgurken 1 bis 5, Endivien 8 bis 15, Ober-Kohlrabi 4 bis 8, Radieschen, Bündel, 10 Pf., deutsche vollfrische Eier Handelsklasse C IVA Pf., deutsche Kühlhauseier 12 Pf. * ** Ein Siebzigjähriger. Heute, 11.August, feiert der Postassistent i. R. Georg Pfaff, Dammstraße 30, in körperlicher und geistiger Frische seinen 70. Geburtstag. Seinem Heimatblatt, dem Gießener Anzeiger, hält er seit 46 Jahren die Treue. ** Mit Vergiftungserschei nun g e n aufgefunden wurde am gestrigen Montagabend in der Nähe des Unterhofes im Bergwerkswald ein Mann aus Gießen. Der Erkrankte wurde nach der Medizinischen Klinik verbracht. ** Zwei Verkehrsunfälle ereigneten sich gestern nachmittag am Bahnhofsplatz bzw. am Marktplatz. Am Bahnhofsplatz überfuhr em Personenauto einen Radfahrer, wobei der Radler zum Glück mit leichten Verletzungen davonkam und sich nach ambulanter Behandlung in der Chirurgischen Klinik nach Hause begeben konnte, während das Fahrrad unter die Vorderräder des Kraftwagens zu liegen kam und schwer beschädigt wurde. Beim Marktplatz stießen zwei Personenautos an der Ecke Marktstraße-Schulstraße zusammen, wobei es allerlei Sachschaden gab, Personen aber nicht zu Schaden kamen. ** Der Gießener Geflügelzuchtver- e i n nahm in seiner diesmonatlichen Versammlung — so schreibt man uns — den Bericht über die Internationale Ausstellung in Leipzig entgegen. Die dort gemachten Erfahrungen, die der Vorsitzende eingehend besprach, kommen sicher den Züchtern in der nun kommenden Ausstellungszeit zugute. Die mühevolle, aber auch schöne Arbeit, welche die Aufzucht unseres hochwertigen Rassegeflügels mit sich bringt, ist beendet. Nun werden die Gießener Züchter auf den kommenden Schauen zeigen, was sie geleistet haben. Der gute kameradschaftliche Geist, der in dem Verein herrscht, läßt eine Versammlung immer wieder zu einem Erlebnis werden. Wirtschaft. Mein-Mainische Börse. TNittagsbörse sehr still. Frankfurt a. M., 10. Aug. Die günstige Entwicklung am Arbeitsmarkt gab der Börse etwas Anregung, so daß die Stimmung weiter etwas beruhigt und freundlich war. Indes hatte das Geschäft den denkbar kleinsten Umfang, da Aufträge der Kundschaft nahezu fehlten und die Kulisse Zurückhaltung Übte. Am Aktienmarkt war die Kursentwicklung uneinheitlich, die Veränderungen betrugen aber selten mehr als 1 v. H. Nach den ersten Notierungen bröckelten die Kurse infolge der starken Geschästs- stille eher etwas ab. Montanaktien eröffneten bei kleinem Geschäft zumeist 0,13—0,25 o. H. freundlicher, Hoesch plus 0,40 v. H., Ilse Genuß stärker erhöht mit 136,50 (134), Klöckner nur knapp gehalten. Von chemischen Werten kamen zunächst nur IG. Farben mit 165 (165,75) zur Notiz und bröckelten später auf etwa 164,75 ab. Am Elektromarkt lagen Gesfürel 1,25 v. H., AEG. 0,13 v. H., RWE. 0,40 v. H. fester, während Felten 1,25 v. H. und Schuckert 0,75 v. H. verloren. Von Maschinenaktien stiegen Muag auf 117 (115,50), auch Daimler Motoren 1,50 v. H. fester mit 128, BMW. uno. 136,75. Im einzelnen notierten u. a. Westdeutsche Kaufhof mit 54,25—54 (54), Zellstoff Aschaffenburg mit 120 (119,50), Holzmann mit 127,25 (128), Kunstseide Aku mit 59,75 159,65), Rheinmetall mit 145,40 (145) und Nordd. Lioyd mit 15,13 (15,25). Von Bankaktien ließen Braubank 1,50 v. H. und Reichsbank 0,50 v. H. nach. Die variablen Rentenmärkte lagen bei kaum veränderten Kursen sehr ruhig. Altbesitzanleihe 10 Pfennig höher mit 112,60, auch Reichsbahn-Vorzugsaktien 0,13 v. H. freundlicher. Von Auslandsrenten 4proz. Goldmexikaner 10 (10,20). Im Verlaufe blieb die Börse auf allen Marktgebieten zwar sehr still, die Grundhaltung war aber freundlich und die Kurse lagen sehr widerstandsfähig. IG. Farben erreichten wieder 165,75 nach 164,75 und anfangs 165, von Montanwerten Rheinstahl 0,50 v. H. höher mit 146,50. Die später zur Notiz gekommenen Papiere wiesen nur kleine Aenderungen, jedoch meist nach oben, auf. Cement Heidelberg 148,50 (147), Siemens 200 (199,50), aber Scheideanstalt weiter abbröckelnd auf 274 (275). Am Kassamarkt blieben Mez Söhne stark gesucht, Taxe 90. Auch am Rentenmarkt blieb es sehr still, Kom- munal-Umschuldung waren zu 88,05 etwas gefragt. Pfandbriefe und Stadtanleihen sowie Industrie- Obligationen lagen ruhig und fast unverändert. Auslandsrenten lagen geschäftslos. Der Freiverkehr lag ruhig, verändert waren Pokorny mit 110 (111), Wayß & Freytag mit 120,50 (121), Ufa-Aktien mit 65,50 (66) und Kali Wintershall mit 123,25 (124). Tagesgeld blieb sehr leicht mit 2,50 v. H., es blieb Ueberftand. Abendbörse freundlich. Die Abendbörse verkehrte in freundlicher Haltung. Das Geschäft hatte jedoch nur kleinen Umfang, da nennenswerte Aufträge der Kundschaft fehlten. Am Aktienmarkt ergaben sich gegen die höheren Mittagsschlußkurse weitere Besserungen von 0,50 bis 1 v. H. Lebhafter waren Kunstseide AKU. mit 62 (60,50), ferner auf die Kapitaltransaktion Muag mit 121 (120,25), auch Westdeutsche Kaufhof gefragt und auf 55,75 (55,13) befestigt. Je 1 v. H. gewannen Deutsche Erdöl mit 128,50, Metallgesellschaft mit 134,50. Holzmann mit 128,50 und Elektrische Lieferungen mit 128,25. Von Montanwerten stiegen Mannesmann auf 110,50 (110) und Verein. Stahlwerke auf 110,40 (110). Auf den übrigen Marktgebieten blieben die Kurse gegen den Berliner Schluß voll behauptet. Der Renten- markt lag geschäftslos; von fremden Werten Kro- nen-Bosnier fest mit 7,90 (7,50). Am Einheitsmarkt Commerzbank 100,75 (100,50) und DD-Bank 102,50 (102). U. a. notierten: 6proz. IG.-Farben 128,50, Anatolier I und II E 45, 4proz. Ungarn Gold E 8,90, 4proz. Rumänen 5,65, Kronen-Bosnier 7,90, Commerzbank 100,75, DD-Bank 102,50, Dresdner Bank 103, Buderus 113, Harpener 131, Hoesch 111,50, Ilse Genuß 136, Mannesmann 110,50, Rheinstahl 147,50, Vereinigte Stahlwerke 110,40, AKU. 62. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 10. Aug. Infolge nachhaltiger Besserung des Wetters konnte die Roggenernte beendet und auch die Weizenernte gefördert werden. Es finden jetzt vereinzelte Zufuhren statt. Bei Roggen und Gerste sind Qualitätsetnbußen vorhanden, während Weizen und Hafer noch nicht nennenswert gelitten haben. Roggen wird von den Mühlen lebhaft gekauft und soweit nötig getrocknet. Beim Weizenkauf halten die Mühlen zum alten Preis zurück, nehmen aber auf Abrechnung in der zweiten Monatshälfte auch jetzt schon Ware herein. Weizenmehl wird lebhaft begehrt; in Roggenmehl besteht zur Zeit Mangel, weil auch ostpreu- ßische Ware auf dem Wasserwege zu langsam herankommt. Von Futtermitteln ist Kleie sehr knapp, Roggenkleie ist in kleinen Mengen vom Niederrhein erhältlich. Weizen-Futtermehl ist hier nur schwer zu bekommen. Malzkeime noch genügend vorhanden, Biertreber etwas knapper. Trockenschnitzel sind aus kürzlicher Zuteilung erhältlich, dagegen sind Kartoffelflocken nicht zu beschaffen. In Mischfutter genügende Bestände, Absatz leicht ge- bessert. Rauhfutter hat bei behaupteten Preisen geringe Umsätze; neues Stroh ist zum Teil minderwertig. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je- 100 Kilogramm) in Mark: W13 217, W16 220, W 19 224, W 20 226, Roggen R 12 160, R15 163, R18 167, R19 169. Futtergerste —, Futterhafer (alt) 190. Weizenmehl Type 790 W 13 28,75, W16 29, W19 29, W 20 29,35, Roggenmehl Type 997 R 12 22,45, R 15 22,80, R 18 23,30, R 19 23,50 plus 50 Pf. Frachtausgleich. Weizenfuttermehl 13,40 bis 13,50, Weizenkleie W13 10,65, W16 10,80, W19 11, W 20 11,10, Roggenkleie R12 9,95, R 15 10,15, R18 10,40, R19 10,50.. Treber 14,75 bis 14,85, Heu füdd. 4,50 bis 5, Weizen- und Roggenstroh 2. Kartoffeln: Erstlinge 4,35, Böhms Allerfrüheste 3,95, rot- und blauschalige 3,55 Mark mit Sack. Tendenz: ruhig. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 10. Aug. Auftrieb: Rinder 259 (gegen 248 am letzten Montagmarkt), darunter 33 (27) Ochsen, 52 (43) Bullen, 134 (156) Kühe, 40 (22) Färsen. Kälber 346 (279), Schafe 43 (31), Schweine 1750 (1824). Notiert wurden pro 50 Kilogramm Lebendgewicht in Reichsmark: Ochsen a) 43 bis 45 (am 3. Aug. 43 bis 45), b) 41 (41), c) 36 (36); Bullen a) 41 bis 43 (41 bis 43), b) 39 (39); Kühe a) 40 bis 43 (40 bis 43), b) 35 bis 39 (35 bis 39), c) 28 bis 33 (28 bis 33), d) 25 (25); Färsen a) 44 (41 bis 44), b) 40 (40), c) 35 (—), d) 28 (—). Kälber a) 86 bis 90 (77 bis 81), b) 79 bis 85 (71 bis 76), c) 70 bis 78 (63 bis 70), d) 60 bis 69 (52 bis 62). Hämmel b2) 52 bis 53 (49 bis 50). Schweine al) 57 (57), a2) 57 (57), bl) 56 (56), b2) 55 (55), c) 53 (53), d) 51 (51); Sauen gl) 56 (56). Marktverlauf: Rinder und Schweine wurden zugeteilt. Kälber, Hämmel und Schafe flott, ausverkauft. Schweinemarkt in Alsfeld. * Alsfeld, 10. Aug. Auf dem heute hier abgehaltenen Schweinemarkt waren insgesamt 509 Ferkel, darunter 213 Händlerschweine, aufgetrieben. Es kosteten 6 bis 8 Wochen alte Tiere 16 bis 24 Mark, 8 bis 10 Wochen alte Ferkel 24 bis 30 Mark. Der Handel war schleppend; infolge Käufermangels durch die Erntearbeiten verblieb erheblicher Ueberftand. Rundfunkprogramm. Mittwoch, 12. August. 5.50 Uhr: Wetterbericht. 6: Olympische Fanfaren. Musik in der Frühe. Blasorchester Carl Woitschach. Dazwischen 6.30 bis 6.45 Früh-Gymnastik (21. Glucker) und 7 bis 7.15 Nachrichten des Drahtlosen Dienstes. 7.50: 12. Tag der XL Olympischen Spiele. Programmdurchsage. 8: Die Dorfmusik spielt. 9: Unterhaltungsmusik. Dazwischen: Schwimmen, Kunst- springen-Frauen-Entscheidung, 100-m-Rücken-Vor- laufe, 4X100-Meter-Staffel-Frauen-Vorläufe, Wasserballspiele; Rudern: Vorläufe. 12 bis 13.45: Äusik am Mittag. Dazwischen: Olympische Siegertafel 1896 bis 1936. 13.45: Neueste Nachrichten. 14: Buntes Konzert. Dazwischen: Hörberichte; Rudern: Vorläufe; Turnen: Frauen; Boxen: 2. Serie; Fechten: Säbel-Mannschafts-Ausscheidung; Schwimmen: Vorführung im Kunstspringen — Frauen — durch die drei Siegerinnen; 400-Meter-Freistil-Endlauf; 100- Meter - Rücken - Frauen - Zwischenläufe; Wasserballspiele; Handballspiele: Vorschlußrunde; Basketball: Ausscheidungsspiele; Hockey: Ausscheidungsspiele. 18: Sinfonische Musik. 19: Olympia-Echo: 12. Tag. 19.30: Aus dem Olympiastadion: Große Dressurprüfung. 20: Aus dem Olympiastadion: Baseballvorführungen. 20.30: Kurznachrichten des Drahtlosen Dienstes. 20.45: Ballettmusiken. 22: Wetterund Tagesnachrichten. 22.15: Olympia-Echo. 22.45: Tanz- und Unterhaltungsmusik. 0.50 bis 1: Intermezzo. 1 bis 2: Konzert nach Mitternacht. Briefkasten der Mdaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) Benzin. Der Name Benzin hat nicht das Geringste mit dem Namen des weltbekannten Automobilfabrikanten Benz zu tun. Benzin ist der frühere Ausdruck für Benzol oder Steinkohlenteer. Die chemische Formel ist C0H0. Der Name stammt von dem Benzoeharz, einem offizinellen Harz, her, das bereits im 15. Jahrhundert in Europa bekannt war. Die Benzoe ist der erhärtete, harzige Ausfluß des Benzoe-Baumes, der namentlich in Hinterindien, Siam ufw. vorkommt. Die Benzoe-Säure, chemische Formel C6H6 • COOH, kommt in einer großen Zahl von Harzen und ebenfalls im Steinkohlenteer vor. Aus dieser chemischen Verwandtschaft heraus ist der Name Benzin entstanden. — Gemäß § 32, Absatz 2 des Einkommensteuergesetzes von 1934 gelten verwitwete oder geschiedene Steuerpflichtige, aus deren Ehe ein Kind hervorgegangen ist, als nichtledig. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v.H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt a.M. | Berlin Schluß- fürs Schluß». Abend- börse Schlußkurs Schlußk. Mittagbörse Datum 8.8. 10.8. 8.8 108. 6% Deutsche Retchsanleihe o. 1927 101,4 101,4 101,4 101,4 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 97,7 97,7 97,7 97,7 t»Vi% Doung-Anteihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit 102 102 102 — 112,5 112,7 112,5 112,75 4y,% Deutsche Retchspostschatzan Weisungen von 1934, I....... *yz% ehern. 8% Hessischer Bolls- 100,35 100,35 100,4 100,4 float 1929 (rückzahlb. 102%) ... *yz% ehern. 8% Hessische Landes 98,75 98,75 — — banl Darmstadt Gold N. 12... • 5yz% ehern. 4yt% Hess. Landes 97 97 — — Hypothekenbank DarmstavlLiau. 4'/r% ehem. 8% Darmst. Komm 100,9 100,9 — — Landesb.Goldschuldverschr. R.6 93,75 93,75 — —• Oberhessen Provinz-Anleihe mii Auslos.-Rechten ............ Deutsche Komm. Sammelabl. An- 124 124 — — leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 4/1% ehem.8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 120 119,9 120,1 120,2 97 97 ** 5y2% ehem. 4/2% Franks. Hyp 101,05 101,4 101,05 101,4 5y»% ehem. 4*4% Rheinische Hyp.-Bank-Ltgu.-Goldpse. ... 4y»% ehem. 8% Pr. Landespfand. briefanstatt, Pfandbriefe R. 19 101,5 97,5 101,5 97,5 97,5 97,5 4'/r% ehem. 7% Pr. Landespfand briefanst.,^old Komm. Obl. 20 95 95 95 95 Steuerautsch.Berrechnungsk. 34-38 109,6 109,6 109,6 109,6 4% Oesterretchtsche Goldrente... — — 29,9 2,55 29,13 4,20% Lesterretchische Silberrente 2,65 2,55 2,55 9 8,9 9 8,9 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 8,7 8,55 8,45 8,75 8,6 14,4 8,55 5% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anlethe 14,4 14,4 14,4 Serie 1......... .......... — — — — Franksurt a.M. Berlin Schlußkurs Schluß!. Abend- börse Schlußkurs Schlußk. Mittag- börse Datum 8.8. 10.8. 8.8. 10.8. 4% De0Qi. Sene n ........... — — — — 5% Ruman. vereinh. Rente v. 1903 6,6 6,5 — 6,5 4Vr°/->Rumän.vereinh.Rentev.lS13 10,15 10,15 10 10,1 * /o Rumänische vercinh. Rente 5,65 5,65 5,65 5,6 214% Anatolier ............. 45 45 45,25 45,25 Hamburg-Amerika-Paket .. 0 15,25 15,5 15,5 15,4 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 45 42,75 Norddeutscher Lloyd .. 0 15,25 15,13 15,4 15,65 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 116,5 117 117,5 116,75 Berliner Handelsgesellschaft .. 6 124,5 123,5 Commerz- und Prival-Bank ... 1 100,5 100,75 100,5 100,5 Deutsche Bank und Dtsconto- _ Gesellschaft................ 4 102,5 102,5 102,5 102 Dresdner Bank.............. 4 103 103 103 103 Reichsbank ................ 12 195 194,5 194,25 194 A.E.G...................... 0 38,25 38,65 38,4 38,65 Bekula..................... 8 154 154,5 154,65 154,9 Elektr. Lieferungsgesellschast... 6 127,25 128,25 127,5 127,75 Licht und Kraft ............. .7 152 150,5 151,5 152 Felten & Guilleaume......... 4 134 133 134,25 133 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 6 138,5 139,5 139,75 139,5 Rheinische Elekrrtzrtat ........ 6 —— 129 129 Rhein. Wests. Elektr.......... 6 130,4 131,75 130,5 132,5 Schuckert LCo............... 6 158,75 159 159 159 Siemens L Halske............ 8 199,5 200 200 199,5 LahmeyerLCo............. 7 — 140 141,25 140,25 Buderus ................... 112,75 113 113 113 Deutsche Erdöl .............. 4 127,5 128,5 126,5 127,5 Harpener................. 2 ’/t 130 131 129 131 Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. 8 110,5 111,5 110,75 111,5 Ilse Bergbau ............... 6 ■— — 165,5 Ilse Bergbau Genüsse........ 6 134 136 135 135 Klücknerwerke ............... 8 114 114 113,5 115 Mannesmann-Röhren........ 8 109 110,5 109,13 110 Frankfurt a. M. Berlin Schlußkurs Schlußk. Abend- börse Schlußkurs Schlußk. Mittagbörse Datum 8.8. 10.8. 8.8. 10-8. Mansselver Bergbau....... ey, — — 149 149 Kokswerke................ .. 6 —— — 132,25 132 Rheinische Braunkohlen .... . 12 221 221 221 221,25 Rheinstahl................ .. 4 145,75 147,5 145,5 147,75 Bereinigte Stahlwerke...... ay, 109 110,4 109 110 Olavi Minen ............. .. u 32,25 33,5 32,65 33,5 Kaliwerke Aschersleben...... .. d — — 125,65 Kaliwerke Westeregeln...... .. 6 121,5 122 121,75 122,25 Kaliwerke Salzdetfurth..... ’iVi — 175,5 176 I. G. Farben-Jndustrie..... .. 7 165,75 166 165,5 165,75 Scheideanstalt............. .. 9 275 274 Goldschmidt .............. .. 5 115,65 118 116 118 Rülgerswerke ............. .. 6 132,25 131,25 131,5 131,25 Metallgesellschaft........... .. 5 135 134,5 135 133 Philipp Holz mann......... Zementwerk Heidelberg .... .. 4 128 128,5 127 127,5 .. v 147 148,5 - Cementwerk Karlstadt....... .. 6 154 154 - - Schultheis Patzenhofer ..... .. 4 — — 108 107,4 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. Ü 59,6b 62 59,65 60,5 Bemberg................. .. 5 84 83,5 84,13 84 Zellstoff Waldhof .......... Zellstoff Aschaffenburg ..... .. 6 148,75 149,25 149,75 149,5 .. 0 119,5 120 118,5 119,75 Lessauer Gas ............. .. 7 — — 112 112,25 Daimler Motoren .......... .. 0 126,5 128 127 129 Deutsche Linoleum......... .. 8 168,5 169 169 169 Orenstein & Koppel ........ .. 0 — — 85,5 85,75 Westdeutsche Kaufhof....... .. 0 54 55,75 53,75 55,13 Chade.................... .. 9 378 376,25 376 374 Accumulatoren-Fabrll...... . 12 — — 211,75 209 Conti-Gummi............. . 11 181,5 182 183 182 Gritzner................. .. 0 34,5 35,25 34,5 35 Mainkraftwerke Höchst a.M.. .. 4 95 95 - Süddeutscher Zucker ....... . 10 212 213 217 215,25 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. Banknoten. 8.August 10.August Amtliche Jlolieruna Amtliche Notierung Geld | Brief Geld Briet Buenos Arre 0,688 0,692 0,688 0,692 Brüssel .... 41,96 42,04 41,94 42,02 Rio de Ian. 0,144 0,146 0,144 0,146 Sofia..... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 55,88 56,00 55,81 55,93 Danzig.... 46,80 46,90 46,80 46,90 London.... 12,515 12,545 12,50 12,53 Heljingfors.. 5,519 5,531 5,514 5,526 Paris ..... 16,385 16,425 16,375 16,415 Holland ... 168,98 169,32 168,92 169,26 Italien..... 19,57 19,61 19,57 19,61 Japan ..... 0,730 0,732 0,730 0,732 Jugoslawien 5,654 5,666 5,654 5,666 Oslo..... : 62,89 63,01 62,82 62,94 Wien...... 48,95 49 05 48 95 Lissabon.... 11,37 11,39 11,355 11,375 Stockholm... 64,52 64,64 64,45 64,57 Schweiz ... 81,11 81,27 81,05 81,21 Spanten... 32,07 32,13 32,05 32,11 Prag....... 10,275 10,295 10,27 10,29 Budapest .. —— — Neuyork ... 2,490 2,494 2,488 2,492 Berlin, 10-August Geld Ärlef Amerikanische Noten.............. 2,44 2,46 Belgische Noten.................. 41,80 41,96 Dänische Noten ................. 55,61 55,83 Englisch Noten ................. 12,465 12,505 Französische Noten............... 16,325 16,385 Holländische Noten............... 168,40 169,08 Italienische Noten................ —— — Norwegische Noten .............. 62,60 62,86 Deutsch Oesterreich, ä 1OO Schilling — Rumänische Noten............... —— — Schwedische Noten............... 64,23 64,49 Schweizer Noten................. 80,87 81,19 Spanische Noten................. 31,72 31,84 Ungarische Noten................ Dienstag, U. August 19Z6 Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesfen) HrJ86 Drittes Blatt XI* OLYMPISCHE SPIELE Die Turner traten gestern in der Dietrich-Eckart-Freilichtbühne auf den Plan. Alfred Schwarzmann, unser beständigster Kunstturnen gewann im Einzelwettbewerb am Pferd eine Goldmedaille. Eine Silberne Medaille kam durch Krogmann (Olympia-Jolle) an Deutschland. Zwei Bronzene Medaillen errangen GiselaArendt (100-m-Frei- stil) und Mathias Volz (Pferdturnen). Dr. Bischoff erhielt nun die ihm sichere Goldmedaille in der Starbootklasse. BERLIN 1936 pld- gpferd, dem emziaen Gerät, Montag die Entscheidung über t O re hiebet mit hat der ■ wurde sein Landsmann L a p a b i e. Dritter Schweizer Kieoergelt An vierter Stelle eierte sich Scheller (Deutschland). Degenfechten ohne Frankreich Auch Cerbon ausgeschieden. Besondere Beachtung schenken die Zuschauer den Kämpfen am Lanc r v v..... an dem schon am <-------D —, - den Olympia-Sieger bei den Einzelkampfern fallt, da hier sämtliche Kür- und Pflichtübungen erledigt werden. In der ersten Abteilung schnitt der Finne Marttt U o s i k k i n e n mit 18,300 Punkten am besten ab. Diese Leistung übertraf der Deutsche Karl Schwarzmann mit 19,200 Punkten ganz beträchtlich. Bei den Pflichtübungen erhielt er 9,432 Punkte und für die Kür mit dem überragenden weiten Hecht 9,767 Punkte. Nachdem auch die Tschechoslowaken ihre Uebung am Langpferd er- ledigt hatten, war die Entscheidung über die erste Gowmedaille im Einzelkampf gefallen. Alfred Schwarzmann (Wünsdorf) errang den größten Erfolg seiner Laufbahn und sicherte sich den olympischen Sieg, indem er als einziger über 19 Punkte kattl. In der Pflicht und in der Kür war er besser als jeder andere Teilnehmer. Den zweiten Platz und damit die silberne Medaille gewann der Schweizer Eugen Mack mit 18,967 Punkten. Brausender Beifall brach los, als mit Matthias Volz ein weiterer Deutscher den dritten Platz belegte und dafür die bronzene Medaille erhielt. Mit 18,467 Punkten konnte er den Schweizer Wal- ter Vach (18,400) auf den vierten Platz verweisen. Nach sieben Hebungen. Der erste Tag des Olympischen Turnens endete mit einem schönen Teilerfolg für die deutsche Mannschaft. Unsere acht Turner liegen nach sieben Hebungen mit 501,298 Punkten an der Spitze vor der Schweiz mit 500,292 Punkten, Finnland mit 283,069 und der Tschechoslowakei mit 480,198 P. Der Montagnachmittag brachte im Tennis-Stadion die letzten Ergebnisse der Vorschlußrunde im Degenfechten. Die große Ueberraschung brachte das Ausscheiden sämtlicher Franzosen. Zum erstenmal in der Geschichte der Olympischen Fechtturniere wird der Endkampf im Degenfechten ohne einen Vertreter Frankreichs* ausgetragen. Leider schied im Kampf der Gruppe II auch der Deutsche Lerdon aus. $ot>orifenfieoe in ersten Boxkämpfen. ' In der Deutschlandhalle nahmen am Montagnachmittag die Kämpfe der Boxer um olympische Ehren mit 16 Begegnungen ihren Anfang. Pünktlich wurden die Kämpfe in zwei Ringen gestartet. Die prachtvollen Kämpfe versetzten die 7000 Zuschauer sofort in Helle Begeisterung. Fachamtsleiter Rüdiger begrüßte die Aktiven und forderte sie zu fairem Wettstreit auf. Da die Unterlegenen sofort aus dem weiteren Wettbewerb ausscheiden, gab es verständlicherweise Kämpfe auf Biegen untr Brechen. Don den 16 Begegnungen endete nur eine durch k. o., und zwar besiegte der polnische Meister Sobkowiak den Australier Cooper bereits in der zweiten Runde entscheidend. Zahlreiche Boxer überraschten durch ausgezeichnetes technisches Können. Deutsche Boxer waren noch nicht beteiligt. Italiens Olympia - Fußballmannschaft in Kastel. Italiens Olympia-Fußballmannschaft spielt am Dienstag, 18. August, in Kassel gegen den Gau Nordheffen. Lippert (1900) wirkt als linker Verteidiger in der Gauvertretung mit. Die Dietrich - Eckart - Bühne, der Schauplatz des Olympia-Turnens, bot ein zauberhaftes Bild. 14 Nationen traten im Turnen an und absolvierten die ersten Hebungen zum Zwölfkampf, der aus zehn Geräteübungen und zwei Freiübungen besteht. Ungarn, Finnland, USA., Japan, Jugoslawien, Oesterreich und Bulgarien standen sich in der ersten Abteilung schon in den ersten Morgenstunden vor 15 000 Zuschauern in den ersten Pflichtübungen gegenüber. Das gleichzeitige Turnen an_atten Geräten erschwerte zwar die Hebersicht, trotzdem gingen die Zuschauer bei den Kämpfen begeistert mit. Im ersten Durchgang hinterließen die Finnen am Pferd den besten Eindruck. Auch an den Ringen offenbarte sich die unübertreffliche Körperbeherrschung der Finnen. Schon nach diesen beiden Hebungen lagen die Finnen klar in Front. Japan zeigte am Reck gute Leistungen, dürfte jedoch an den übrigen Geräten auf große Schwierigkeiten stoßen. Schwerer, als man angenommen hatte, mußten die Ungarn kämpfen, die bei ihren beiden ersten Hebungen nicht gerade Ueberragenbes leisteten. Die Mannschaft von USA. schien nicht in bester Form zu sein. Die Gruppe 1 erledigte insgesamt sieben Hebungen, die Gruppe 2, in der Deutschland, Frankreich, Italien, Rumänien, die Schweiz, die Tschechoslowakei und Luxemburg stehen, absolvierte am Nachmittag des Montags die gleiche Zahl von Hebungen. Je mehr sich die Kämpfe der Nationen der Entscheidung nähern, um so stärker wird die Anteilnahme der Zuschauer. Lauter Beifall bricht immer wieder durch. Mit fast unwahrscheinlicher Ruhe steht die deutsche Manschaft im Kampf. Ihr hervorragendes Können stellte sie bald in den Mittelpunkt. Ihre Leistungen sind an Schönheit und Sicherheit unerreicht. Nach drei Hebungen hat Deutschland mit 217,023 Punkten den schwer errungenen Vorsprung weiter ausbauen können. An die zweite Stelle rückte die Schweiz mit 210,467 Punkten vor der Tschechoslowakei (208,400). Die Italiener folgen mit 206,467 Punkten an vierter Stelle. Schwär,mannS Sieg. schönem Vorsprung in Front. Schwarzmann bisher 66,100 Punkte. Als bisher Zweiter ist Schweizer Mack auf 65,000 Punkte gekommen, Hubec - Tschechoslowakei hat als Dritter 64,833, Frey- Deutschland als Vierter 64,432 Punkte. An siebter Stelle liegt Stadel- Deutschland mit 63,566 Punkten vor Volz- Deutschland mit 63,366 Punkten. Die Aussichten für unsere Turner, die zusammen mit den Schweizern, den Finnen und den Tschechoslowaken am Dienstagnachmittag die Kürübungen turnen, während die übrigen Nationen diese Hebungen schon am Vormittag erledigen, sind also recht günstig. Das bemerkenswerteste Ergebnis des Montagnachmittags war wohl, daß es der deutschen Mannschaft nicht gelang, die Punktzahl der Finnen am Reck zu egalisieren. Hnsere Turner kamen „nur" auf 73,666 Punkte, währen die Finnen am Vormittag 74,400 Punkte vorgelegt hatten. Dafür erwiesen sich unsere Turner an zwei anderen Geräten als die ausgeglichenste und beste Mannschaft, wie aus folgender Hebersicht hervorgeht. Die besten Nationen an den einzelnen Geräten: Deutschland: Seitpferd mit 74,000 P.; Ringe mit 68,866 Punkten. Schweiz: Freiübung mit 72,367 P.; Barren mit 72,967 P.; Längspferd- Plicht mit 71,034 P.; L ä n g s p f e r d - K ü r mit 75,601 Punkten. Finnland: Reck mit 74,400 Punkten. Nach dem am Abend feststehenden Gesamtergebnis aller 14 Nationen werden die drei Mannschaften mit den besten Punktzahlen herausgenommen. Diese drei Nationen bestreiten den Endkampf erst am Dienstag-Nachmittag, während die übrigen 11 Länder bereits am Vormittag des gleichen Tages ihre restlichen Hebungen erledigen. Italien ausgeschieden. Von einem bedauerlichen Mißgeschick wurde die italienische Mannschaft betroffen. Olympiasieger Neri zog sich an den Ringen einen Muskelriß am rechten Oberarm zu und mußte aufgeben. Durch diesen Verlust wurde Italiens Vertretung derart geschwächt, daß sie keine Aussichten mehr hat, ihre führende Rolle weiter spielen zu können. w Deutschlands Tümer führen... Alfred Schwarzmann erringt eine Goldene Medaille. nicht leicht. Die Olympia-Weltrekorde anerkannt. Die IAAF, hat in den ersten Stunden ihrer Tagung am Montag sämtliche fünf Weltrekorde anerkannt, die während der Olympischen Spiele in Berlin aufgestellt wurden. Es sind dies bisher: 1 10-Meter-Hürbenlauf 14,1 Sek., Forest Towns (USA.); 1 5 0 0 - M e t e r - L a u f: 3:47,8 Min., Jack Lovelock (Neuseeland); Drei- fprung: 16,00 Meter, Naoto Tajima (Japan); 4X10 0-Meter-Staffel: 39,8 Sek., (USA.: Owens, Metcalfe, Draper, Wykoff); Zehnkampf: 7900 Punkte, Glenn Morris (USA.). Französischer Sieg 'mlvü-^ilometer-Sttaßenrennen Gestern traten die Straßenfahrer in Aktion, lieber 100 Kilometer wurde der Franzose Larpentier Sieger und Gewinner der Goldmedaille. Zweiter ~ *" der Auch in der Einzelwertung liegt nach sen sieben Hebungen ein deutscher Turner, Wünsdorfer Karl Alfred Schwarzmann, stadion der Sieg des Ungarn Ference Efik über die gesamte Weltklasse der Schwimmer im 100- Meter-Kraulen Japans schnelle Schwimmer können diese Niederlage einfach nicht fassen. Das 100-Meter-Kraulen hat im Schwimmen etwa Und nun zu den Springern selbst. Wie kommt es, daß sie in der Luft ihren Körper so sicher und schön dirigieren können? Es liegt in erster ßtnte daran, daß der Springer nach dem Ansprung genau weiß, wie er überhaupt m der Luft liegt. Er hat sich vor dem Absprung in der Umgebung des Sprungbeckens oder im Schwimmstadion einen feft- stehenden Punkt ausgesucht, den er wahrend des Sprunges im Auge behält, die Augen müssen selbstverständlich offen sein, denn sehen muß ber Springer Durch entsprechende Verlagerung des Körpers kann der Springer seinen eigenen Sprung bin- gieren. Offensichtlich wirb biese Körperbeherrschung für ben Laien befonbers bann, wenn der Körper kurz vor dem Eintauchen ist. Wasser soll möglichst wenig spritzen und richtig „plumsen" darf es uber- haupt nicht. Deshalb sieht man gerade vor dem Eintauchen oft, wie der Wasserspringer fernen Kor- per noch schnell richtet. Eine feine Sache dieses Wasserspringen, aber es gehört doch allerhand Mut dazu, überhaupt erst mal von einer bestimmten Höhe (Sprungtürme sind 10 Meter hoch!!) ms Wasser zu springen, dabei soll der Körper aber noch s beherrscht werden' daß wirklich schöne Figuren en - stehen . Die Sensation des Sonntags war im Schwimm- Als Erste schlug die Holländerin Mastenbroek (Nr. 5) an ; kurz hinter ihr kam Campbell, Argentinien (Nr. 6), bann die deutsche Schwimmerin Gisela Arendt (Nr. 7) ans Ziel. (Presse-Bild-Zentrale-M.) Studien im Schwimmstadion. Don unserem Or. G. St-Sonderberichterstatter Berlin, 10. August. Auf dem Brett am Sprungbecken im Schwimmstadion steht eine schlanke Gestalt im enganliegenden Babetrikot. Der Mensch konzentriert sich auf ben jetzt folgenben Sprung. Elegant fliegt ber Körper burch bie Luft, man hört kaum ein Aufspritzen bes Wassers. Dann pfeift ein Schiebsrichter, baß der Sprung beendet ist und sofort erscheinen auf verschiedenen Tafeln eine Anzahl einfache Zahlen, Ich habe die Zahlen schnell zusammengezählt, ich habe mir allen meinen mathematischen Kenntnissen versucht, das herauszubekommen, was der Schiedsrichter nachher immer ansagt. Es ist mir nicht gelungen. „Vierzehn Komma sechs Null Punkte . Was heißt das eigentlich? Warum machen sich die Männer die Sache so schwer und rechnen mühsam immer etwas anderes aus, als der Laie auf den hohen Steintribünen? Ich habe mich nach dieser Wertung erkundigt und weiß jetzt Bescheid. Da sitzen zunächst sieben Punktrichter, die die Zahlen Null bis Zehn in ihrem Kästchen Haden. Sie bewerten den Sprung nach ihrem persönlichen Ermessen und zeigen bei' guten Sprüngen eine hohe Zahl, bei schlechten Sprüngen eine entsprechend tiefere Nummer Um Hebertreibungen zu vermeiden, werden bei der Berechnung die höchste und die niedrigste Zahl fortgelasfen. Wenn bei dem Sprung das Urteil der sieben Kampfrichter lautet: 4, 5, 5, 5, 5, 6, 6, bann fallen 4 und 6 fort und der Rest wird multipliziert, also 5 mal 5 = 25 und dann wieder geteilt durch 5, macht wieder 5. Diese 5 wird mit dem betreffenden Schwierigkeitsgrad des Sprunges multipliziert. Die Schwierigkeitsgrade stehen immer fest und sie gehen von 1,1 bis 2,5. Hat also ber eben angesetzte Sprung bie Schwierigkeit „2 unb es mürben bie genannten Nummern gegeben, bann erhält ber Springer bie Note 5 mal 2 = 10 Ganz einfach also, wenn man bie Wertung erst mal be- ...-***• * «srrfssisÄS swsÄiÄ»»® - -w - w -* bie Bedeutung, wie in der Leichtathletik der 100- Meter-Lauf. Beides find die „klafsifchen Sprint- strecken" unb ein Sieg in biefen Kämpfen ist be- sonbers wertvoll. In bieser klassischen Konkurrenz also hat Japan verloren. Sie sinb zwar noch lange nach bem Rennen sehr bebrückt unb laufen mit gesenkten Köpfen herum, aber sie lassen sich nicht entmutigen. Das zweite große Rennen, die 4-mal- 100-Meter-Kraulstaffel wird einen überlegenen Sieg ber Japaner bringen. Sie schwammen im Training Weltrekorbe, baß man erschrocken auf ben Zeiger ber Stoppuhr blickte, unb sie werben im Enblauf beweisen, daß die Uhr wirklich richtig gegangen ist. Wieder anders liegen bie Verhältnisse im Wasserball bei ben Japanern. Wir sahen bas Spiel geaen Deutschlanb, bas bie Söhne aus bem Lanbe der aufgehenden Sonne hoch 1,1:1 verloren haben. Auch im Training beobachteten wir bie japanische Mannschaft. Sie ist ungeheuer schnell und regelmäßig sind die kleinen Burschen eher am Ball als der Gegner. Wenn sie bann biesen Ball in ihren braunen Hänben halten, schauen sie fast hilflos drein, denn sie wissen nicht, was sie mit dem runden Lederball anfangen sollen. Sie werden es aber bestimmt noch lernen. Zu diesen Olympischen Spielen kommen die Japaner im Wasserball nicht mehr in Frage, aber sie haben bann ja vier Jahre Zeit zu härtester Arbeit in biesem schönen Spiel. Famose Kämpfer biese Athleten aus bem kleinen Jnselreich, sie können nicht nur ganz bescheiben gewinnen, sonbern sie können als anftänbige Sportsleute auch mit Würbe verlieren unb bas ist auch IDEÜTSCI 5 W , ,1 »5/ ' " ■ V P. WA. lind Japan beim Kunstspringen in Front wurden die beiden ersten Spiele Gruppe II. Auch in der ig. Die Runde Die Kämpfe der Schwimmer dritten Platz. 68,64 Punkten (62,31) Punkte. war Deutsch- nicht mehr zu mit des Fußball im Olympia-Stadion Italien schlägt Norwegen 2:1 (l:O,l:l). Die Starbootklasse, in der Deutschland eine Goldmedaille errang. Im Hintergrund erkennt man ein M-Soot der Kriegsmarine, das den Fesselballon für Filmaufnahmen trägt. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Ungarn zwei Spiele ausgefallen waren, kamen nur drei der angesetzten fünf Tressen zum Austrag. Die deutsche Mannschaft kam damit kampflos eine Runde weiter. China besiegte Frankreich mit 45:38 (32:22), Uruguay gewann gegen Belgien 17:10 (8:7) und die Aegypter bezwangen die Türken mit 33:23 feite des Startschiffes und erklärte, daß er wegen Störung des Rennverlaufs aufgebe. Der Holländer Kagchelland gewann nach seinem vierten Platz mit 163 Punkten die Goldmedaille vor Krogmann (Deutschland) mit 160 Punkten, der damit die Silberne Medaille er- nehmen. Auch in der Wettfahrt am Montag belegte Dr. Bischoff (Berlin) den ersten Platz und erreichte in der Gesamtwertung 80 Punkte. Mit knappen Vorsprung sicherte sich Schweden mit 64 Punkten die Silberne Medaille vor Holland, das mit 63 Punkten den dritten Platz belegte. Starbootklasse. Wie schon am Sonntag bekannt, land in der Starbootklasse der Sieg Das Basketball-Turnier mürbe am Samstag einer sogenannten Trostrunde der Verlierer ersten Tages fortgesetzt. Da am Vortage durch das Fehlen von Spanien und die Zurückziehung von Gruppe I. In der Gruppe 1 trafen die beiden Deutschen Erhardt Weiß und Leo Esser auf die Amerikaner Dick Degener und Greene, sowie auf den japanischen Meister Shibahara und dessen Landsmann Koya- nagi. Diese Springer bildeten zusammen mit dem stark verbesserten Franzosen Heinkele die Spitzengruppe. Erhardt Weiß, der deutsche Meister, hatte Die Wettfahrten begannen zur festgesetzten Zeit bei leichtem Südost. Wiederum starteten alle 24 Jollen. Es entspann sich sofort ein herrlicher Kampf um die Führung, wobei sich das Interesse vor allem auf das holländische, in der Gesamtwertung führende, das englische und das deutsche Boot richtete, die zusammen an zweiter Stelle lagen. Rach der ersten Kreuzfahrt ging Chile in Führung, die auch bis ins Ziel behauptet werden konnte. Von den Hauptanwärtern auf die Medaillen behaupteten Holland den vierten, Krogmann (Deutschland) den siebten Platz, während Scott (England) an 15. Stelle lag. In der zweiten Runde arbeitete sich Scott gut nach vorne und kam dicht an Krogmann heran. Diese beiden lieferten sich lange Zeit einen erbitterten Bord-an-Bord-Kampf, bis Scott das Pech hatte, das deutsche Boot zu berühren. In sportlicher Fairneß drehte er sofort ab, kam längs- Bei den Entscheidungskämpfen im Hochsprung der Frauen am Sonntag kam es zu einem erbitterten Kampf zwischen Fräulein C s a k (Ungarn), Fräulein Odam (England) und der Deutschen Elfriede Kaum Unser Bild zeigt Fräulein Kann beim Hochsprung. — (Scherl-Bilderdienst-M.) erhielt. Auf dem dritten Platz lag Greene mit " ~ “ vor Weiß (66,71) und Leo Esser EnWeidungen bei den Seglern. Abschlußfahrt der Olympia-Jollen. —Der deutsche Gtarbootsieg kämpfte. Der Engländer Scott belegte im^Gesamtergebnis mit 131 Punkten den Die Schweiz mit 14:3 (8:2) geschlagen. In der Gruppe B traf Oesterreich auf die Schweiz. Da jedoch beide Mannschaften schon je einen Sieg errungen hatten, stand von vornherein die Zulassung zur Endrunde fest. Es ging also nur um die Rangfolge in der Tabelle. Die österreichische Mannschaft kam zu einem ganz überlegenen Sieg von 14:3 (8:2) Toren, der durch das Stürmerspiel vollauf berechtigt war. Spiele der Endrunde. Herrlicher Sonnenschein lag bei Beginn des Spieles über dem Riesen-Oval, das bei annähernd 80 000 Zuschauern nur wenige Lücken aufwies. Hell leuchteten im Sonnenglanz die weißen und farbigen Sommerkleider, ein vielfach buntes Bild. Italien hat Wahl und nimmt die Sonne zum Bundesgenossen. Schon gleich nach dem Anstoß erzwingen die Azzurris ihre erste Ecke, die aber ungenutzt bleibt. In der 20. Minute geht Italien überraschend in Führung. Einen langen Paß des italienischen Halbrechten wehrt Norwegens linker Verteidiger unrein ab. Der Ball springt hoch zum gegnerischen Linksaußen Negro, der entschlossen aus vollem Lauf unhaltbar einschießt. Norwegen hat damit das erste Gegentor des Turniers erhalten. Mit 1:0 für Italien geht es in die Pause. Mit einem Norweger-Angriff beginnt die zweite Spielhälfte. Norwegens rechte Sturmseite wird immer gefährlicher und in der 13. Minute ist der Ausgleich da. Die rechte Sturmseite der Norweger ist wieder einmal durchgekommen. Aus spitzem Winkel wurde das Leder unter die Latte gesetzt. Es steht 1:1. Da pfeift der Schiedsrichter ab, das Spiel muß um 2 mal 15 Minuten verlängert werden. Mit großem Eifer, wenn auch etwas ermüdet, gehen beide Mannschaften nach kurzer Pause erneut ans Werk. Anfangs ist Norwegen im Angriff. Plötzlich — von Italiens Mittelstürmer Bertoni gestoßen — rollt der Ball aus dem Gedränge in Die äußerste Ecke des norwegischen Tores. Italien führtdamit 2:1. Das ist auch die Entscheidung und Italien bleibt mit 2:1 Sieger und trifft im Endspiel auf den Sieger der Begeanung Oesterreich —Polen, während Norwegen mit dem Unterliegenden dieses Treffens um den dritten Platz streiten muß. Am Montag begannen die Kämpfe der Kunstfprinaer im Olympischen Schwimmstadion. Esser (Deutschland), der Fünfte von Los Angeles, zeigte sich beim Kunstspringen der Männer in hervorragender Form. (Presse-Bild-Zentrale-M.) Bereite für acht Uhr morgens war der Beginn des Kunstspringens für Männer im Olympischen Schwimmstadion angesetzt. Gegen 9 Uhr war das Stadion bis auf den letzten Platz besetzt. Die 24 Springer wurden in zwei Gruppen zu je 12 Mann eingeteilt. Die füyf Pflichtsprünge — Salto vorwärts gestreckt, Kopfsprung rücklings, Auerbach gestreckt mit Anlauf, Salto vorwärts aus dem Stand rücklings und Halber Bohrer vorwärts mit Anlauf — waren bereite kurz vor 11 Uhr erledigt. Am Montag wurden die beiden ersten Spiele der Handball-Endrunde ausgetragen, für die fich Oesterreich, die Schweiz, Ungarn und Deutschland qualifiziert haben. Im ersten Treffen besiegte Deutschland die stark verbesserte Elf von Ungarn glatt mit 19:6 (11:3) Treffern, im zweite^ Kampf des Tages hatte Oesterreich mit der Schweizer Mannschaft bei 11:6 (6:3) ebenfalls mehr Mühe, als beim ersten Zusammentreffen in der Vorrunde. Oesterreich und Deutschland sind also nach wie vor die Favoriten für den Endsieg. In der Endrunde spielte jeder gegen jeden, die Punktwertung entscheidet. Deutschland — Ungarn 19:6 (11:3). zweiten Platz. Winfried M a h r a u n , der dritte deutsche Springer, hatte bei seinem ersten Sprung Pech. Beim Salto vorwärts gestreckt bekam er viel zu viel Schwung, so daß er beim Eintauchen sich reichlich überschlug. Mit nur 6,12 Punkten erhielt er die niedrigste Wertung. Beim zweiten Sprung bewies er dann sein großes Können und seine Sicherheit. Oer Stand des Kampfes nach den Pflichtsprüngen. 1. Degener (USA.), 74,86 Punkte; 2. Wayne (USA.), 72,74 P.; 3. Shibahara (Japan), 70,02 P.; 4. Greene (USA.), 68,64 P.; 5. Weiß (Deutschland), 66,71 P.; 6. Koyanagi (Japan), 63,29 P.; 7. Seifert (Tschechoslowakei), 62,99 P.; 8. Ismail (Aegypten), 62,75 P.; 9. Esser (Deutschland), 62,31 P.; 10. Heinkels (Frankreich), 60,26 P.; 11. Mahraun (Deutschland), 59,49 P.; 12. Ziherl (Jugoslawien), 57,56 Punkte. Im ersten Spiel des Montags trafen Deutschland und Ungarn aufeinander. Die Ungarn, besonders die ungarischen Stürmer, wiesen eine klar erkennbare Verbesserung der Leistungen auf. Sie holten diesmal sechs Treffer heraus. Sie machten vor allem nicht mehr den taktischen Fehler, sich bis zum §egnerischen Schußkreis durchkämpfen zu wollen, m deutschen Sturm konnte Klingler den Linksaußen Fromm nicht so gut ins Treffen bringen, wie im Spiel gegen USA. Baumann den Westdeutschen Braselmann. Im übrigen liefen sich unsere Angreifer öfter als erwünscht an der ungarischen Sperrkette fest. Oesterreich — Schweiz 11:6 (6:3). Auch die Oesterreicher mußten diesmal gegen die Schweiz weit schwerer' kämpfen, als beim ersten Zusammentreffen. Die Eidgenossen waren eigentlich nur im' Ausnutzen der Torgelegenheiten und in der Verteilung ihres Zusammenspiels auf das ganze Feld schwächer als die Oesterreicher, aber das gab den Ausschlag. Weitere Kämpfe im Basketball. die Südamerikanerin und erspurtete sich auf den letzten 10 Meter Sieg und Goldmedaille in der neuen olympischen Rekordzeit von 1:05,0. Deutlich sichtbar zurück schlägt Campbell in 1:06 als Zweite an. Gisela Arendt, die ein ganz vortreffliches Rennen schwamm, sicherte sich in neuer deutscher Rekordzeit von 1:06,6 die Bronze-Medaille vor den übrigen Holländerinnen den Ouden (1:07,6) und Wagner (1:08,1). Den Beschluß des Feldes bildeten die Amerikanerinnen McKean (1:08,4) und Rawls (1:08,7). Japaner schwimmen Siaffelrekord. 4 X 200.rNeter-Freisiil. Gleich anschließend an das Kunstspringen wurden die drei Vorläufe zur 4X200-Meter- Freistil-Staffel ausgetreten. Wie nicht anders zu erwarten, gab es in diesem Mannschafts- Wettbewerb durchweg die erwarteten Ergebnisse. Den ersten Lauf holte sich die französische Staffel in der erstaunlich guten Zeit von 9:21,7 Minuten vor Kanada mit 9:40, Brasilien, den Philippinen, Bermuda und Griechenland. Zur ersten Auseinandersetzung zwischen USA. und Ungarn kam es im zweiten Lauf. Die Amerikaner siegten leicht in 9:10,4 vor Ungarn, das 9:20,8 benötigte. Deutschland und Japan trafen im dritten und letzten Lauf auseinander. Dom Start weg tagen die Sohne Nippons durch Pusa, der 2:14,8 benötigte, in Front. Plath hatte Mühe, Schweden vom zweiten Platz zu verdrängen. Doch als der ausgezeichnete Heimlich als zweiter Mann unserer Staffel den Schweden einmal deutlich hinter fich gelassen hatte, hielten Heibel und Fischer den zweiten Platz sicher. Japan schwamm einsam vorweg und stellte mit der Mannschaft Pusa, Subiura, Ta- guchi und Arai mit 8:56,1 Minuten einen neuen Olympischen Rekord auf. Oesterreich kampflos Zwischenrundensieger. Das für Montagnachmittag im Poststadion angesetzte Wiederholungsspiel des olympischen Fußballturniers zwischen Peru und Oesterreich wurde nicht ausgetragen, da die peruanische Mannschaft nicht antritt. Damit ist Oesterreich kampflos (Sieger geworden und kommt nun in die Vorschlußrunde, wo es am Dienstag an Stelle von Peru gegen Polen antritt. Hohe deutsche und österreichische Handballsiege. Im Handballturnier wurden am Samstag die Vorrunden beendet. In der Gruppe A siegte Deutschland überlegen mit 29:1 (17:0) über USA. und in der Gruppe B gewann Oesterreich mit 14:3 (8:2). Mit den Gruppensiegern Deutschland und Oesterreich ziehen Ungarn und die Schweiz nach ihren Siegen über USA. bzw. Rumänien mit in bie Endrunde, die am Montag ihren Anfang nimmt. Deutschland — USA. 29:1 (17:0). Deutschlands hoher Sieg in diesem Kampf war bedingt durch die vorbildliche Zusammenarbeit aller Mannschaftsteile, die glänzende Ballbehandlung und die Angriffe, die immer wieder die Dielbeinige Verteidigung der Amerikaner durchbrachen. Zu oft ließ sich das Schlußdreieck der Leute aus USA. durch seinen Gegner täuschen. Doch waren die Deutschen so überragend, daß auch eine weit bessere Elf als die der Amerikaner ihnen wenig Widerstand hätte leisten können. Wenn sich die deutsche Mannschaft in der Schlußrunde in der gleichen Form befindet, dürfte ihr der Endsieg kaum zu nehmen sein. das Pech, als Erster des Feldes anspringen zu müssen. Für seinen ersten Sprung, einen gestreckten Salto, erhielt er nur 12,42 Punkte. Mit jedem Sprung wurde aber der elegant springende Sachse besser und konnte sich nach Ablauf der Pflicht mit 55,71 Punkten noch den vierten Platz sichern. Leo Esser, unser Europameister, folgte mit 62,38 Punkten vor Heinkelö mit 60,26 Punkten. Im Kampf um die ersten drei Plätze der Pflicht aber gab es ein erbitterte*Springen zwischen Dick Degener, dem Olympia-Dritten von Los Angeles, Greene und dem Japaner Shibahara. De- §ener zeigte eine kaum zu übertreffende Sicherheit, n der Eintauch-Technik werden sie von dem kleinen Japaner Shibahara übertroffen. Schade nur, daß der tüchtige Japaner — wie alle seine Rasse- genossen — von den Knien bis zu den Fußgelenken offene Beine hat. Nach den fünf Pflichtsprüngen hatte Degener mit 74,86 Punkten die Führung vor dem Japaner Shibahara inne, der für seine Leistungen 69,84 Punkte zweiten Gruppe gestaltete sich der Kampf um die Führung zu einer amerikanisch- japanischen Angelegenheit. Japans Springer haben seit Los Angeles erstaunlich gelernt. Koyanagi kam mit 63,29 Punkten hinter den wohl elegantesten amerikanischen Springer Marshall Wayne, der durch seine große, schlanke Gestalt an sich schon besser wirkte und 72,74 Punkte erhielt, nur auf den Gruppe II: Ungarn — Jugoslawien 4:1 (2:0); Großbritannien — Malta 8:2 (4:0). Gruppe III: Deutschland — Frankreich 8:1 (5:0); Tschechoslowakei — Japan 4:3 (3:0). Gruppe IV: Oesterreich — Schweden 2:1 (1:1)» Schweiz — Island 7:1 (3:0). Am Sonntag wurde das Wasserball-Turnier mit acht Spielen fortgesetzt. Es wurden folgende Ergebnisse erziel: Gruppe 1: Belgien — Holland 1:1 (1:1); USA. — Uruguay 2:1 (0:1). Gruppe 2: Ungarn — Malta 12:0 (8:0); England — Jugoslawien 4:3 (3:3). Gruppe 3: Deutschland — Tschechoslowakei 6:1 (4:0); Frankreich — Japan 8:0 (5:0). Gruppe 4: Schweden — Island 11:0 (7:0); Oesterreich — Schweiz 9:0 (3:0). Am Montag. Uruguay — Holland 1:1 (0:1). Ueberaus temperamentvoll ging es im ersten Wasserballkampf des Montags zu, den Uruguay und Holland bestritten. In diesem Spiel, das zur ersten Gruppe zählt, kamen die Südamerikaner durch ihren großartigen Torwart Peroira Kliche zu einem 1:1 (0:1). Belgien — USA. 4:3 (3:0). Einen wenig schönen Kampf lieferten sich die Mannschaften von Begien und USA. Bis zur Pause hatten die harten Belgier etwas mehr vom Spiel und führten 3:0. Dann aber kamen die Amerikaner stark auf und zogen gleich. Nur mit Glück kamen die Belgier durch ein viertes Tor von Mi- chiels zum 4:3 (3:0)-Sieg. Oesterreich — Island 6:0 (3:0). Das Wasserballspiel zwischen Oesterreich und Island war eine ziemlich einseitige Angelegenheit. Oesterreich war nie gefährdet und gewann ziemlich leicht. Deutschland — Japan 13:1. Unsere Mannschaft, die nicht einmal in stärkster Aufstellung spielte, gewann mit 13:1 (5:1) und errang damit den zahlenmäßig höchsten Sieg des Turniers. Stolze, Baier, Krug, Schulze, Schwenn, Schneider und Hauser diktierten mit ihrer flüssigen und genauen Kombination das Spielgeschehen. (19:14). Die zweite Trostrunde. In der zweiten Basketball-Trostrunde trafen zunächst Brasilien und China aufeinander. Die kleinen Asiaten hatten viel Pech, zeigten sich im Mittelfeld sehr gut und zeigten ein schönes flottes Spiel. Später ließen die Chinesen nach und so konnten die körperlich kräftigen Brasilianer zu einem sicheren 32:16-(16:5-)Sieg kommen. Polen und Lettland waren im zweiten Spiel ziemlich gleichwertig. Mit etwas Glück errangen die Polen einen 28:23- 14:12-)Ersolg. Die letzten drei Spiele brachten vor nicht allzu vielen Besuchern keinerlei Ueber- raschungen. So war Aegyptens Mannschaft der mexikanischen Auswahl klar unterlegen und erlitt eine Niederlage von 32:10 (16:8). Auch im Spiel gegen Deutschland zeigten die Tschechen nicht die Form der letzten Tage. Trotzdem reichte es für einen sicheren 20:9-(11:5-)Sieg. Die deutsche Mann- chaft kombinierte zu ungenau. Oas Wasserball-Turnier. Im Rahmen der Olympischen Schwimmwettbewerbe wurde am Samstag das Wasserballturnier mit acht Vorrundenspielen eingeleitet, wobei jede der vier Gruppen zwei Kämpfe durchführten. Die vier Spiele des Vormittags brachten folgende Ergebnisse: Gruppe!: Belgien — Uruguay 1:0 (0:0); Holland — USA. 3:2 (3:0). Gisela Arendt Dritte! Die Entscheidung im 100-2Ileter-Freistilschwimmen für Frauen. Auch am Montagnachmittag war die herrliche Kampfbahn wieder bis auf den letzten Platz gefüllt. Kurz vor 15 Uhr wurden die Massen bereite unruhig. Lebhaft wurden die Aussichten der deutschen Meisterin Gisela Arendt im Endlauf über 100-Meter-Kraul besprochen. Wenige Minuten vor 15 Uhr rief der Lautsprecher die sieben Teilnehmerinnen am Endlauf namentlich auf. Wie von der Sehne geschnellt schossen die Schwimmerinnen in einer Linie ausgerichtet ins Wasser. Kaum waren die ersten 15 Meter geschwommen, da brüllte mit einem Schlage die deutsche Olympia-Mannschaft los. Gisela Arendt hatte einen großartigen Start, mit schnellen Arm- zügen und glänzender Beinarbeit erspurtete sie die Spitze, dicht gefolgt von der blonden Argentinierin Campbell, Rie Mastenbroek und Willie den Ouden. Bei 50 Meter wendete die deutsche Meisterin als Erste in 29,8 Sekunden, Campbell folgte mit 40 Zentimeter Rückstand, hart bedrängt von den beiden Holländerinnen. Immer noch schallte es aus 15 000 Kehlen „Gisela" und tatsächlich hielt die Charlottenburger Nixe immer noch knapp die Spitze. Bei 60 Meter kam mit einem Schlage die vollkommen locker, entspannt und fast ideal schwimmende Südamerikanerin auf. Auf den nächsten 20 Metern entwickelte sich ein erbitterter Kovf-an-Kopf- Kampf zwischen der Südamerikanerin und der Deutschen und schließlich ist die Deutsche geholt. Nun kommt plötzlich ungemein schnell die Holländerin Mastenbroek zu den beiden Führenden auf, mit kraftvollem Armzug erreichte sie — angefeuert von den Rufen ihrer Landsleute und dem fanatischen Geschrei der holländischen Schwimmerinnen — SM" B I ■ M M V : •••' In der Deutschlandhalle in Berlin begannen jetzt die Kämpfe der Boxer. Unser Bild zeigt die beiden Ringe, in denen sich die Kämpfe abspielen. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Das Olympia-Hockey-Turnier. Deutschlands Hockey-Mannschaft trug am Samstag ihr zweites Spiel im Olympia-Turnier aus. Gegner war Afghanistan, das sich klar mit 1:4 (0:1) geschlagen bekennen mußte. Heber 18 000 Zuschauer und der Stellvertreter des Führers Rudolf Heß wohnten dem Kampfe bei, der Deutschland den Sieg in der Gruppe B einbrachte. Die Zuschauer wurden von dem Spiel der Afghanen ziemlich enttäuscht. Die Asiaten verdarben sich durch Stockfehler viele gute Torgelegenheiten und zeigten sich im Schußkreis außerdem so hilflos, daß die gute deutsche Abwehr nicht viel Mühe hatte, allen Gefahren wirkungsvoll zu begegnen. Die deutsche Mannschaft gewann den Kampf verdient mit 4:1 (1:0). Sie hatte in dem technisch großartigen Mittelläufer Keller und dem rechten Flügel Ruck- Cuntz (beide Frankfurt a. M.) die erfolgreichsten Leute. Deutschlands Sieg wurde von den Zuschauern mit großem Beifall aufgenommen. Japan — Ungarn 3:1. In der Gruppe A des olympischen Hockey-Turniers spielte im Anschluß an den Kampf Deutschland — Afghanistan die japanische Mannschaft gegen Ungarns Elf. Die Japaner gewannen mit 3:1 (1:0) und gelangten damit in der Tabelle auf die gleiche Punktzahl wie die Inder. Oie deutschen Wasserballsiege. laicht allzu schwer hatte es die deutsche Wasserball- Nationalmannschaft, in ihrem ersten Kampf des olympischen Turnier einen klaren «Sieg zu erringen. Dor rund 20 000 Zuschauern lieferte die deutsche Sieben ein eindrucksvolles Spiel, das ihr einen auch in dieser Höhe jederzeit verdienten 8:1- (5:0-) Sieg einbrachte. Die Franzosen stellen zur Zeit nicht mehr die Mannschaft früherer Jahre. Um den immer noch aktiven Padu hat sich neben zwei altbewährten Spielern ein Kreis von Nachwuchsspielern geschart, der aber noch nicht soweit ist. Deutschland nahm den Kampf in stärkster Aufstellung auf: Klingenburg- Duisburg; Baier-Hannover, Dr. Schürger-Nürnberg; Gunst-Hannover; Hauser-München, Schneider-Duisburg und Schulze-Magdeburg. Im ersten Wasserballspiel des Sonntagnachmittag traf Deutschlands Mannschaft, die am Vortage so erfolgreich gegen Frankreich abschnitt, auf die Tschechoslowakei. In ihrer stärksten Aufstellung bestach sie wieder durch ihre Schnelligkeit, Härte und vor allem durch ihre erstaunliche Technik. Vorbildlich waren die vielen Kampfphasen des Zusammenspiels des deutschen Sturms, in dessen Mitte der Duisburger Schneider mit seinen 5 Toren vor allem den 6:1-Sieg ermöglichte. Oeffentlichea SA. Reit-Turnier in Frankfurt. Die SA.-Reiterstandarte 49 veranstaltet am 22. und 23. August auf ihrem Turnierplatz in Frank- furt ein öffentliches Reit- und Fahrturnier. Es umfaßt drei Dressurprüfungen, drei Jagdspringen, zwei Eignungsprüfungen für Gespanne in mehreren Abteilungen, sowie eine Reihe von interessanten Mannschaftswettkämpfen, die für SA., SS., HI. und Wehrmacht offen sind. Bei der Ausschreibung ist besonderer Wert darauf gelegt, den Pferden, die in der Landwirtschaft oder im Gewerbe gehen, gute Siegesaussichten zu geben. Darüber hinaus ist das Turnier als erste SA.-Veranstaltung nach Gründung des Nat.-Soz. Reiter-Korps und deren Durchführung durch die SA.-Reiterei als Anreiz gerade für die Jungreiter aufgezogen. Ausschreibungen durch die Turnierleitung, SA.- Reiter-Standarte 49, Frankfurt a. M., Rödelheimer Landstraße 19. Olympische Medaillen. Nationen Gold Silber Bronze Griechenland Aegypten Argentinien Australien Belgien .... China Dänemark Estland Finnland Frankreich Großbritannien Holland Indien Island ............... Italien Japan ............. Kanada Lettland Mexiko Neuseeland -torwegen Oesterreich Philippinen Polen Rumänien Schweden Schweiz Süd-Afrika Tschechoslowakei Türkei Ungarn Uruguay Bereinigte Staaten Deutschland 1 2 2 6(1) 4 2 3 4(1) 2 1 1 1 1 3(1) 6 -(1) 2 1 6 15 14(5) 2 1 2 2 1 -d) 2 4 4 3 6 3(4) 2 2 5 2(1) 5 2 3 1 4 4(2) 5 1 1 2(1) 1 2(2) 6CL) 1 -Tn 1 1 13(2) 3(1) 16(5) 19(2) Die in Klammern gesetzten Zahlen bedeuten die Anzahl der in Kunstwettbewerben errungenen Medaillen. Ratsherrensitzung in Gießen. Feierliche Amtseinführung des Beigeordneten Sudheimer. Auf Einladung des Oberbürgermeisters Ritter versammelten sich am gestrigen Montagnachmittag die Ratsherren der Stadt Gießen im festlich mit der Büste des Führers, den Fahnen des Dritten Reiches und frischem Grün geschmückten Sitzungssaale des Stadthaus Bergstraße tu einer öffentlichen Sitzung. Eine Anzahl Zuhörer, darunter auch die Vorstände der einzelnen städtischen Aern- ter, hatte Gelegenheit, den Beratungen der Rats- Herren beizuwohnen. Zu Beginn der Sitzung verpflichtete Oberbürgermeister Ritter den Verwaltungsinspektor Höpfner als Protokollführer der Ratsherrensitzungen zu gewissenhafter Pflichterfüllung. Hauptpunkt der Tagesordnung war die Einführung und Verpflichtung des Beigeordneten Sudheimer als zweiter hauptamtlicher Beigeordneter der Stadt Gießen. Oberbürgermeister Ritter hob in feiner Einführungsrede hervor, daß Beigeordneter S u dH e i m e r schon seit einem Jahre kommissarisch in der Gießener Stadtverwaltung als Beigeordneter mitarbeite, nachdem er vorher seine ganze Kraft bei der Leitung der nationalsozialistischen Stadtratsfraktion eingesetzt und damit bewiesen habe, daß ihm die Belange seiner Vaterstadt Gießen über alles gehen und er sein Wissen praktisch und nutzbringend im Interesse der Stadt Gießen verwerte. Er, der Oberbürgermeister, habe den Beigeordneten Sudheimer schätzen gelernt, und er freue sich, daß der Beigeordnete berufen sei, an seiner Seite die Geschicke der Stadt Gießen mitzulenken und daß der Beigeorbnete als geborener Gießener sich mit dieser schonen Stadt, die im Aufblühen begriffen sei und immer mehr Fortschritte mache, engstens verbunden fühle. Zu dem Beigeordneten Sudheimer gewandt betonte der Oberbürgermeister die Notwendigkeit, nach nationalsozialistischer Art immer die ganze Kraft und Persönlichkeit einzusetzen für den Dienst im Interesse der Bevölkerung. Im Gegensatz zu den Jahren vor der Machtergreifung, wo sich ein Bürgermeister hinter die Beschlüsse des Stadtrates verstecken konnte, sei im nationalsozialistischen Staat die Verantwortung eines Bürgermeisters weit größer; sie erfordere den vollen Einsatz der persönlichen Verantwortlichkeit, die ihn uneingeschränkt auch mit seiner persönlichen Haftung für feine Amtsführung verpflichte. Er, der Oberbürgermeister, wisse aber, daß Beigeordneter Sudheimer seiner Aufgabe gewachsen sei, da er mit feinen Erfahrungen auch die Liebe zu seiner Vaterstadt Gießen verbinde und in enger Verbundenheit mit dem Leiter der Stadtverwaltung zum Wohle der Stadt Gießen arbeiten werde. Die Rolle der Männer der Stadtverwaltung sei die von treu sorgenden Hausvätern, die als vornehmste Aufgabe ihres Amtes die Verpflichtung hätten, die Volksgenossen in der rechten Weise zu führen, ihnen den Weg zu zeigen zum Dritten Reich und sie alle mit heranzuziehen zur Aufbauarbeit nach dem Willen unseres Führers Adolf Hitler. Es fei eine große und schöne Aufgabe, in diesem Rahmen mit aller Kraft dazu beizutragen, daß auch unsere Stadt Gießen in Deutschland mit an der Spitze marschiere. Aber noch eine andere Aufgabe hätten die Männer der Stadtverwaltung zu erfüllen: sie müßten, wenn die Volksgenossen mit ihren Anliegen zu ihnen kämen, immer streng unterscheiden zwischen dem, was bei diesen Anliegen recht sei und im Sinne der Allgemeinheit liege, und dem, was u n - recht sei und nur dem egoistischen Interesse des einzelnen dienen solle. Wenn auch die Männer der Stadtverwaltung Ratgeber für alle Volksgenossen fein sollen, und dazu immer bereit fein müßten, jo dürften sie sich aber nicht dazu verstehen, ungerechten Forderungen Raum zu geben auf Kosten der gerechten Forderungen. Für sie müsse immer maßgebend sein, was der Führer wolle: das Wohl der Gesamtheit müsse über allem stehen! In diesem Sinne verpflichtete der Oberbürgermeister den Beigeordneten Sudheimer zum zweiten hauptamtlichen Beigeordneten der Stadt Gießen und nahm ihm den feierlichen Eid ab, der die Verpflichtung zu treuem Gehorsam gegenüber dem Führer und zu gewissenhafter Erfüllung aller 2lmtspflichten in sich schließt. Beigeordneter Sudheimer gab in schlichten, ergriffenen Worten seiner Freude über die packenden Worte des Oberbürgermeisters Ausdruck und betonte, er möchte auch bei dieser Gelegenheit für das Vertrauen danken, das ihm bisher entgeaengebracht worden fei. Er werde auch in Zukunft seine Pflicht in der gleichen Weise erfüllen, wie bisher. Er hänge sehr an seiner Vaterstadt Gießen und er werde nichts unterlassen, um dieser Stadt und ihrer Verwaltung in eifriger Weise zu dienen zum Wohle und zum Segen der Gießener Bevölkerung. Die geschäftlichen Beratungen. Die Ratsherren äußerten sich sodann zu der vom Oberbürgermeister vorgeschlagenen Erhebung einer allgemeinen Wert zuwachs st euer in der Stadt Gießen. Zu der vorgeschlagenen Steuerordnung wurden von einigen Ratsherren mehrere Gesichtspunkte geltend gemacht, zu denen der Oberbürgermeister sofort Stellung nahm. Dabei handelte es sich darum, im Falle der Wiedereinführung der z. Zt. nur ruhenden, aber nicht aufgehobenen Reichswertzuwachssteuer die erforderliche Anpassung der kommunalen Wertzuwachssteuer zu treffen, wie auch in bestimmten Sonderfällen die Anwendung des sog. Härteparagraphen zu ermöglichen. Bei der vom Oberbürgermeister vorgelegten Steuerordnung handelt es sich um die vom Reich gegebene Mustersatzung, an der formelle Abänderungen nicht möglich sind, die nur angenommen, ober abgelehnt werden kann. Der Oberbürgermeister erklärte, daß es durchaus möglich sei, zur gegebenen Zeit und auch im vorhandenen Rahmen den Gesichtspunkten der Ratsherren gerecht zu werden. Da weitere Wünsche der Ratsherren nicht geäußert wurden, erhob der Oberbürgermeister die vorgeschlagene Steuerordnung zum Beschluß. Der Bürgschaft der Stadt Gießen für ein Darlehen der Bezirkssparkasse Gießen an den Volkshalleverein über 20 000 Mark wurde zugestimmt. Die Darlehenssumme ist dazu bestimmt, dringend notwendige Reparaturarbeiten an der Volkshalle, und zwar am Außenverputz und am Dache, zu bezahlen. Die Rechnungsabschlüsse der Stadtkasse für das Rj. 1933 und der städtischen Nebenkassen für Rj. 1934 wurden zur Kenntnis genommen. Einer Aenderung des Schlachthof-Gebührentarifs, die in gewissem Ausmaß für bestimmte Fälle eine Erleichterung bringt, stimmten die Ratsherren zu. Die Neuordnung von Straßen - und Baufluchtlinien, der Bebauungspläne und der Ortsbausatzungen für das Gelände zwischen Friedhofsallee und Marburger Straße, bzw. zwischen der Eisenbahn G i e- ßen — Fulda, dem Alten Steinbacher Weg und dem Alten Friedhof nahmen die Ratsherren zustimmend zur Kenntnis. Es handelt sich dabei darum, in der Gegend der Marburger Straße bestimmte Geländeteile für Gärtnereibetriebe freizuhalten, die gärtnerisch einwandfreie Gestaltung sicherzustellen, bestimmten Erfordernissen von Grabsteingeschäften und Bauinter- effenten Rechnung zu tragen und alle diese Dinge mit den Interessen der Allgemeinheit in gebührender Weise in Einklang zu bringen. Eine ähnliche Neuordnung soll für das Gelände zwischen Bahnlinie Gießen—Fulda und dem Alten Friedhof hinsichtlich der baulichen Verwertung der Grundstücke und einem notwendigen Ausgleich zwischen Vorteilen und Lasten der einzelnen Grundstücksbesitzer auf dem Wege einer Baulandumlegung getroffen werden. Der Oberbürgermeister setzte nach Anhören der Ratsherren auch diese Bestimmung in Kraft. Schließlich wurde noch von einem auf Ersuchen der Regierung festgesetzten Nachtrag zu den polizeilichen Meldevorschriften in Gießen Kenntnis gegeben, durch den mit sofortiger Wirkung polizeiliche Nachdruck verboten! 11. Fortsetzung. ter. Don hier geht es nach Oslo, denke ich. In Oslo dasselbe Manöver. Wir stehen an der Reling, bekommen natürlich keinen Landurlaub, und dann heißt es nach einiger Zeit wieder: unter Deck, Abfahrt! Siehst du ein, Rudolf, daß wir in einer Zwangslage sind? Ich will dich nicht beeinflussen, aber du mußt selber sagen: es ist ganz sinnlos, auf eine bessere Gelegenheit zu warten. Edinburgh ist ein großer Hafen und so gut wie jeder andere Platz, um weiterzukommen. Mit der Sprache haben wir hier, wo englisch gesprochen wird, sogar weniger Schwierigkeiten, als in einem anderen Hafen. Norwegisch kann ich kein Wort." Rudolf Terbrügge nickte mit kurzem Ruck des Kopfes. „Laß uns unsere Sachen anziehen, John, ein Bündel unter den Arm, und dann wollen wir versuchen, an dem Posten vorbeizukommen." „Komm. Du trägst die Bündel, ich übernehme den Mann der Wache." Sie gaben Niedholz die Hand. „Lebe wohl, Landsmann, und Dank für alles." Niedholz beugte sich vor. „Geht in den nächsten Tagen öfter einmal zum Hauptpostamt und fragt unter eurem Namen nach Post. Vielleicht kann ich eure Papiere doch noch erwischen und sie euch schicken." „Niedholz, du bist goldrichtig!' Es verging nicht vielt Zeit. Der Wachtposten am Kai sah einen Heizer vom Schiff auf sich zukommen. Er trat ihm in den Weg. „Es darf keiner an Land", sagte er, „der Kapitän hat es verboten. „Ach", sagte John Schnakenbeck, „auch nicht auf den leeren Kai, sich die Beine ein bißchen vertreten?" „Verboten", sagte der Matrose lakonisch. Er hielt die Hand auf der Revolvertasche, scheinbar hatte er strenge und genaue Befehle. „Sind wir hier Gefangene, Galeerensträflinge? grollte der Heizer. Ohne eine Antwort zu geben, zuckte der Matrose die Achseln. Er wäre natürlich auch lieber an Land gegangen. John Schnakenbeck wandte sich mit gespieltem Mißmut ab. Er drehte sich um. Der Posten ließ die Hand von der Waffe finken. Er war ganz arglos. Um so überraschender traf ihn John Schnaken- becks Angriff. Der Heizer fuhr plötzlich herum, wie bei einer befohlenen exakten Kehrtwendung. Im gleichen Augenblick, ehe dec Wachtmatrose auch nur die Hand Unbetannte Fracht Homan von Frank F.vraun. Wenn sie nach sechs Stunden in das Mannschaftslogis famertf mochte feiner mehr reden. Sie janken auf ihre Lager und schliefen ein. Die Mahlzeiten waren eine Störung. Wenn einer der Matrosen sie versehentlich aufweckte, indem er sie unsanft anstieß, bekam er einen grimmigen Fluch mit auf den Weg. Schlafen, schlafen, schlafen... Nie erfahrenes, nie richtig gespürtes Glück: es gab das, einige Stunden auslöschen dürfen, nicht da sein schlafen... Das Essen war gut und reichlich. Sie wußten nicht, daß das ihre immer besonders ausgesucht war. Der Koch hieß Niedholz, er stammte aus Bremen und unterstützte seine Landsleute auf so harmlos gutmütige Art. Immer fand sich ein Stuck Fleisch in der Erbsensuppe; wo die Matrosen vergeblich gefischt hatten, holten John Schnakenbeck und Rudolf Terbrügge zum Neid der anderen em Schweinsohr oder ein Stück Rindfleisch heraus. Das ging so viele Tage und Nächte. Sie zählten nicht mehr. Wohl hatten sie gehört, daß ein schottischer Hafen angelaufen werden sollte, aber sie glaubten nicht mehr daran. Das Meer war endlos ohne Land. — In Wirklichkeit waren sie noch nicht einmal eine Woche unterwegs und iteuerten schon die Leuchtfeuer des Firth of Forth an. Als sie an diesem Tage vor Edinburgh im Grantonhafen jeft- machten, merkten die beiden unter 'M °.orvJ? Feuern gar nicht, daß das Schift silllgelegt wurde. Erst Durham mußte ihnen die Nachricht Zurufen. Sie waren taub geworden, hatten feine Suingel- fignale mehr vernommen, er mußte sie anschreien. Als sie an Deck famen, standen sie eine Weile an der Reling und sahen zum Land hinüber. Die Docks am Heck waren nahe, aber der Kai, an dem die „Queen Elizabeth" festgemacht hatte lag so dicht vor ihnen, war geradezu greifbar. .. Mittschiffs war eine Laufplanke herabgelassen. Em Matro e stand dort Wache. Es war gegen Abend. Die Stadt begann sich mit Lichtern zu schmücken. Aus dem Kai -waren nur vereinzelt Menschen zu sehen. „Da leben Menschen", sagte Rudolf Terbrügge, er war heiser und schluckte etwas hinunter, „sie gehen tagsüber einer friedvollen Tätigfeit nach; vielleicht haben sie einen Beruf, den sie lieben und der sie ausfüllt. Wir aber steigen morgen schon, ober wann dies Schiff der Pein wieder in See gehen mag, abermals in die Hölle himib." „Dies ist Edinburgh, Rudolf, eine große Stadt, ein bedeutender Hafen im Norden Schottlands. Die Welt ist hier nicht etwa zu Ende." John Schnaken- beck sagte das langsam, er tröpfelte die Worte hin, daß sie in Rudolf Terbrügges Kopf gut einbringen sollten. „Woran benfft du, John?" „Ich benfe.. ", John Schnafenbeck sah ben Wachtposten am Laufsteg bebeutungsvoll an, „baß man einen einzelnen Mann überrennen kann." Sie fuhren herum. Eine Hand hatte sich auf Rudolf Terbrügges Schulter gelegt. „Tu es nicht, Kamerad", sagte der so unerwartet aufgetauchte Mann, „sie fangen euch, es ist eine englische Stadt, sie liefern euch "aus den englischen Dampfer zurück." „Wenn sie uns fangen, Niedholz", sagte John Schnafenbeck und sah den Koch an. Er wußte, ohne daß darüber geredet worden war, Niedholz würde sie nicht verraten. „Ihr müßt euch zumindest ein paar Tage versteckt halten, ich glaube, die „Queen Elizabeth blieb nicht lange hier. Habt ihr Papiere für nachher?" „Die hat der Zahlmeister." „Der Dicke ist mit dem Kapitän an Land gegangen. Aber seine Tür ist nicht verschlossen, der Steward sollte aufräumen. Wenn er eure Papiere nicht in den Safe geschlossen hat..." Niebholz sah die beiden an. Er war von ihrer norddeutschen Art, fein Mann vieler Worte. „Wartet hier", sagte er, „ich sehe nach. Es fiele auf, wenn ihr dort em- öringen würdet." t , Sie warteten, wo sie ftanben. „Bist du wirklich entschlossen, John?" „Nicht allein, aber mit dir! ,Zch gehe mit. Auch ohne Papiere. Dort unten noch länger, das ist, glaube ich, der Tod Der Koch fam zurück. Er zop die Achseln hoch. „Die Tür war doch verschlossen , sagte er bedruckt. John Sch.^kenbeck schien trotzdem ensichlo!^m „Es wird in jedem Hafen dasselbe sein. Wenn wir es nicht wagen, ohne Papiere zu entfliehen, kommen wir von diesem Schiff lebendig nie mehr herun- hätte heben können, sauste ihm ein Faustschlag mit solcher Wucht und Genauigkeit gegen die rechte Kinnecke, daß er lautlos, sofort besinnungslos und knockout geschlagen, in sich zusammensackte. Er fiel nicht um, er stürzte in die Knie und sank in sich zusammen, als sei er vorher aufgepuftet gewesen. Zwei Männer rannten mit kurzen Schritten über die Planke. Der eine von ihnen war mit zwei Seesäcken bepackt. Sie verschwanden auf dem fast menschenleeren Kai hinter einem Schuppen, ohne daß jemand den Vorfall beachtet hätte. Das Gewirr der rürfliegenben Baracken und Häuser verdeckte und schluckte sie. Der Koch Niedholz wandte sich mit einem Seufzer der Erleichterung ab und ging in seine Kombüse. Er war nie auf Deck gewesen und hatte nichts gesehen. Die beiden Flüchtlinge hielt feiner an. Sie^ge- langten in die Stadt wie hundert andere Seeleute, die heute unterwegs waren mit ordnungsmäßigem Landurlaub. Auf ihren Gesichtern sah man den Unterschied keineswegs. Es wurde rasch dunkel. John Schnakenbeck und Rudolf Terbrügge wagten freier aufzutreten. Wenn sie nicht gerade dem Kapitän und dem Zahlmeister in die Arme liefen, waren sie vorläufig gerettet. Sie sahen mit Staunen eine Stadt, die auf Bergen aufgebaut schien, eine große Stadt auf zwei ober drei Höhenzügen, die mit Seilbahnen den Verkehr bewältigte. Sie blieben unten in der Hafengegend; nicht gerade bei den Docks, das schien ihnen gefährlich. An Straßenschildern, die recht genaue Angaben machten, erfuhren sie, daß sie sich gar nicht im eigentlichen Edinburgh befanden, sondern in Leith. Aber diese Wissenschaft nützte ihnen nichts. Sie waren müde. Der Hunger plagte sie weniger. Rudolf Terbrügge hatte noch etwas Proviant, der ihnen zustand, Brot und Speck, erwischen können. Den verzehrten sie auf einer Bank in einer Anlage, die um ein Denkmal herumlief, von dem sie nichts Rechtes mehr erkennen konnten. Dann zählten sie ihr Geld. Sie hatten während der Fahrt keine Gelegenheit gehabt, auch nur einen Pfennig auszugeben; das wurde ihnen jetzt zum Glück. Die Barschaft mußte reichen. Da eine Banknote von 20 Mark dabei war, würde es keine Not haben, eine Unterkunft für die Nacht zu finden. Deutsches Geld war überall gut und gern genommen. (Fortsetzung folgt!) Meldevorschriften für Klöster, Ordensniederlassun- aen und Exerzitienhäuser, sowie deren Leiter und Insassen erlassen wurden. Danach schloß der Oberbürgermeister die öffentliche Sitzung mit dem Treubekenntnis zum Führer. Es folgte dann eine nichtöffentliche Beratung der Ratsherren. Oberhessen. Echottener Sommermarkt. <5 Schotten, 10. 2lug. Wenn auch der S ch o t- tener Sommermarkt nicht mehr die große Bedeutung für Kreis und Stadt Schotten und den Vogelsberg hat, wie in den früheren, besonders in den Vorkriegsjahren, so waren doch Beschickung und Besuch des heutigen Marktes gut. Schon gestern Mittag fing das Volksfest, Juxplah, Ka- russelbetrieb in der Stadt an, abends herrschte in den Lokalen reger Betrieb. Am heutigen Montag waren ca. 100 Fohlen, 30 Pferde, 50 Stück Großvieh und ca. 40 Stück Kleinvieh aufgetrieben. Eine große Menge Interessenten handelte auf dem Marktplatz. Für Fohlen wurden qu.'e Preise erzielt, für die guten Fohlen zirka 550 Mark bis über 600 Mark, für leichtere Fohlen zirka 350 bis 450 Mark. Pferde wurden gehandelt mit 1100 bis 1200 Mark. Das Jungvieh war sehr gesucht und bald verkauft. Preise für vier Monat« alte Kälber ca. 125 Mark. Trächtige Rinder 400 bis 450 Mark. Der Markt wurde geräumt, es verblieb kein Ueberstand. Im Stadtinnern waren ca. 100 Buden und Krämerstände aufgebaut,^bald setzte das Marktleben ein. Morgen, Dienstag, folgt Schweinemarkt, am Mittwoch der eigentliche Hauptkrämermarkt. Landkreis Gießen = Steinbach, 10. Aug. Die NS.-Frauen- schäft von hier machte am Sonntag einen Familienausflug nach dem Vogelsberg. Gegen 8 Uhr fuhr der hier stationierte Postautobus mit unserem Wagenführer Bernhardt und 42 Frauen und Männern über Mücke—Ulrichstein nach dem Hohe- rodskopf. Dort wurde Rast gemacht und der Taufstein bestiegen. Leider war die Sicht nicht sehr günstig. Darauf ging die Fahrt talabwärts nach Schotten, wo die Hauptrast gehalten wurde. In bester Stimmung ging es dann nach Bad Salzhausen, das bestätigt wurde. Nach 19 Uhr traf der Autobus wieder in Steinbach ein. Es war eine schöne Fahrt, begünstigt vom schönsten Wetter. 4= Garbenteich, 10. Aug. Samstag abend wurde das 9jährige Töchterchen Liselotte des hiesigen Arbeiters Heinrich B riegel von .einem jungen Mann aus Bettenhausen, der mit dem Fahrrad von Gießen kam, bei der Durchfahrt durch unseren Ort ü b e r f a h r e n. Das Kind trug erhebliche Verletzungen im Gesicht und an den Armen davon. Das Kind, das an einer belebten Kurve in der Gießener Straße einem Auto ausweichen wollte, lief dabei dem Radfahrer in das Rad und brachte ihn zu Fall. Mit einigen Abschürfungen und nach Wiederinstandsetzung des Rades konnte der Fahrer seinen Heimweg sortfetzen. Eberstadt, 10. Aug. Die Erntearbei- t e n sind hier in vollem Gange. Roggen und Gerste werden eingefahren, während der Hafer zum größten Teil noch auf dem Halm steht. Durch die nasse Witterung der letzten Wachen wurden die Arbeiten sehr erschwert und gehen nur langsam vorwärts. Maschinen können nur wenig in Gebrauch genommen werden. Eine Anzahl Arbeitsdienstmänner aus dem Lager Wetter bei Marburg ist bei der Einbringung der Ernte hier tätig. Am gestrigen Sonntag war das Verrichten von Erntearbeiten ortspolizeilich erlaubt, wovon auch verschiedentlich Gebrauch gemacht wurde. Auch die Dreschmaschine hat ihre Tätigkeit schon ausgenommen. — Die Haussammlung für das Rote Kreuz, die gestern die Sanitätskolonne Lich hier durchsührte, wurde von allen Einwohnern bereitwilligst unter- * M u s ch e n h e i m, 11. Aug. Der in den fünfziger Jahren stehende Landwirt Wilhelm Eifer wurde bei der Arbeit von einem jungen Pferde gegen den Unterschenkel getreten und erlitt dabei einen U n - terschenkelbruch. Er mußte durch das Licher Rote Kreuz der Chirurgischen Klinik zu Gießen zugeführt werden. △ Bettenhausen, 10. Aug. Die Obsternte fällt hier besser aus, als man noch vor einigen Wochen annahm. Sehr gut tragen die Zwetfchenbäume. Vereinzelt sind bei starkbehangenen Bäumen die Kronenäste auseinandergebrochen. Vom Kernobst liefern die Birnen gute Erträge. Besonders an der Provinzialstraße von hier nach Bellersheim hängen die zahlreichen Birnbäume zum Brechen voll, obwohl sie in den letzten Jahren immer gut angesetzt hatten. Infolge der Höhenlage blieben die Blüten von den Spätfrösten verschont. Der Schnitt der F r u ch t e r n t e geht seinem Ende Mit überragender Beteiligung — insgesamt waren 314 Meldungen abgegeben — veranstaltete am Sonntag die Motorgruppe Hessen des N S K K. als Orientierungsfahrt im Gelände für Krafträder mit und ohne Seitenwagen und für Personenkraftwagen die „K u r h e s s e n f a h r t 1 9 3 6", die zur Überprüfung des Orientierungsvermögens der Fahrer im Gelände und einer Beurteilung der damit notwendigerweise verbundenen Fahrkunst der Teilnehmer dienen soll. 170 NSKK.-Männer, 100 Fahrer der Wehrmacht und 50 SS.-Fahrer stellten sich um 7 Uhr in Marburg dem Starter, um über die mit allen Schikanen zusammengestellte, ca. 200 Kilometer lange Strecke, die über Straßen jeder Ordnung und auch querfeldein führte, zu gehen. Besonders waren es die Fahrer aus dem Gau Hessen-Nassau, die an dieser Veranstaltung ihrer zuständigen Motorgruppe in großer Zahl teilnahmen. Wehrmacht, NSKK. und SS., diese drei motorisierten Formationen, stellten die Hauptzahl der Fahrer. Als erfreulich konnte weiter verzeichnet werden, daß gerade eine außerordentlich starke Beteiligung der Mannschaftsfahrer festgestellt werden konnte. zu. Mit dem Einfahren wurde bereits begonnen. Die Dreschmaschine hat in den Hofreiten schon die Arbeit ausgenommen. Z A l l e n d o r f a. d. L u m d a, 10. Aug. Gestern morgen fand auf dem Sportplatz eine Uebung der hiesigen Freiwilligen Feuerwehr unter Zuziehung der Pflichtfeuerwehr statt, die sich hauptsächlich auf den Luftschutz bezog. Auf Einladung hatte sich, die Wichtigkeit dieser Angelegenheit erkennend, eine größere Anzahl Einwohner eingefunden. Auch die vor kurzem neu ins Leben gerufene Feuerwehrkapelle war am Platze und ließ zwischendurch ihre munteren Weisen ertönen. Der erste Kommandant Kehr gab Aufschluß über die Beschaffenheit, Zusammensetzung und Wirkung der verschiedenartigen Brandbomben, gleichzeitig gab er Winke und Richtlinien über die wirksame Bekämpfung der Schäden. Zum besseren Verständnis wurden einige Sprengstoffe zur Explosion gebracht und deren Bekämpfung durch die Feuerwehr praktisch vorgeführt. Kommandant Kehr forderte am Schlüsse der Uebung noch die Einwohnerschaft auf, an den demnächst stattfindenden Luftschutzübungen regelmäßig und zahlreich teilzunehmen. Kreis Friedberg. Lpd. Friedberg, 10. Aug. In der Nacht zum Montag wurde am Burgberg ein noch unbekannter 28jähriger Mann auf dem Fußgängerweg von einem Motorradfahrer g e ft r e i f t und zu Boden geschleudert. Hierbei brach der Mann das Genick und war sofort tot. Der Motorradfahrer erlitt einen Schädelbasis- bruch und wurde in das Bürgerhospital eingeliefert. Seine Mitfahrerin kam mit leichteren Verletzungen davon. Die Bekanntgabe der Aufgabe erfolgte erst am Start. Jeder Fahrer wußte nur, daß Startort und Ziel Marburg war, die Strecke selbst mußte sich der Startende selbst zusammenstellen. Rings um Marburg waren 10 Kontrollpunkte verteilt, von denen der Fahrer so viel als möglich anzufahren hatte, woraus sich das Punktergebnis und damit der eventuelle Gewinn eines Preises ergab. Vier Stunden hatte der Fahrer Zeit, um die aufgegebenen Kontrollen anzufahren. Eifrig und in kameradschaftlicher Weise machten die Mannschaften von ihrem Recht, sich gegenseitig helfen zu dürfen, Gebrauch. Größtes Interesse fanden die feldgrauen Fahrer mit ihren 3-Liter-Kübelwagen, aber auch mit kleineren Wagen und Krafträdern waren sie vertreten. Dagegen hatten die NSKK.- und SS.-Fahrer ausschließlich ihre Privatfahrzeuge und dienten somit in uneigennütziger Weise der guten Sache. Um eine gerechtere Beurteilung der einzelnen Leistung zu gewährleisten, wurden die Dienstfahrzeuge nach verschärften Bedingungen bewertet, wodurch ihr Uebergewicht den Privatfahrzeugen gegenüber verhältnismäßig ausgeglichen wurde. Aber! doch verdient gerade das sportliche und einsatzbereite Kämpfertum der Privatfahrer immer wieder besonders herausgestellt zu werden. Um 10.30 Uhr trafen die ersten, gegen 12.30 die letzten Räder und Wagen am Ziel in Marburg ein. Um 16 Uhr wurde die Kurhessenfahrt im Garten des Kurhotels Ortenberg mit der feierlichen Siegerehrung beschlossen. Wenn auch eine Reihe von Ausfällen zu verzeichnen war, so konnte die Fahrt doch als ein weiterer großer Erfolg der kraftfahrsportlichen Schulungs- und Erziehungsarbeit des Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps verzeichnet werden. Die beste Leistung des Tages vollbrachte Unteroffizier Ernst Fricke, 5./Ä.-R. 45 Fulda, mit 9 angefahrenen Kontrollstellen und 65 Punkten. Die Ergebnisse. Krafträder bis 125 ccm: Hch. Deitrich, SS.-Rottenführer M.-SS. 5/2, Offenbach 24 P. Krafträder bis 350 ccm : Fr. Stecker, Kraftfahrer, Butzbach, 47 P.; Fr. Eyermann, Obertruppführer, M. 48, Marburg, 41 P.; Klaus Schulte, NSKK.-Mann, 22/M. 147, Wetzlar, 41 P.: Werner Klein, Leutnant, Gießen, 40 P.; Walter Döring, SS.-Unterfcharführer, M.-SS. 7/2, Wiesbaden, 39 Punkte. Krafträder über 350 ccm : Paul Kopp, NSKK.-Mann, 23/M. 147, Herborn, 56 Punkte. Krafträder mit Seitenwagen: I. Kobe, Scharführer, 1/M 48, Marburg, 53 Punkte. Personenkraftwagen bis 1100 ccm: Helmut Küber, Ober-Scharführer, HI., Fulda, 50 P.; L. Rüdiger, Sturmmann, 5/M. 48, Ziegenhain, 49 P.; H. Jordan, Rottenführer, 32/M. 49, Frankfurt a. M., 47 P.; Ernst Lehr, Oberscharführer, 23/M. 147, Herborn, 47 P.; W. Baum, Oberscharführer, 1/M. 48, Speckswinkel, 47 Punkte. Personenkraftwagen 1100 bis 2000 ccm: H. Groß, SS.-Oberscharführer, 35. SS., Kassel, 59 Punkte. Personenkraftwagen über 2000 ccm: I. Beyer, SS.-Scharführer, M./SS./5/2, Frankfurt-Rödelheim 52 Punkte. Kübelwagen bis 1 500 ccm: Hch. Vespermann, Hauptmann, Frankfurt, 46 Punkte. Kübelwagen über 1500 ccm: Ernst Fricke, Unteroffizier, Fulda, 65 Punkte. Mannschaften, Krafträder bis 3 5 0 ccm: M. Naujoks, Sturmmann, 1/M. 49, Frankfurt a. M., 50 P.; Gg. Treutlein, Oberscharführer, 1/M. 49, Frankfurt a. M., 50 P.; W. Scheel, Oberscharführer, 1/M. 49, Frankfurt a. M., 50 Punkte. Mannschaften, Krafträder mit Seitenwagen: Hch. Brenner, Feldwebel, PAA. 29, A. Döhring, Unteroffizier, PAA. 29, Hugo Geiß, Gefreiter, PAA. 29, je 22 Punkte. Mannschaften, Personenkraftwagen: A. Esche, Leutnant, G. Marhold, Unteroffizier, A. Glötzel, Unteroffizier, sämtlich Hofgeismar, je 47 Punkte. Die Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 676: Anordnung ZV 4 über die Spinnstoffzusammensetzung von Waren für öffentliche Stellen. — 677: Bekanntmachung KP 178 der Ueberwachungsstelle für unedle Metalle, betr. Kurs- preife. — 678: Ausweise zur Leipziger Herbstmesse 1936. Kurheffensahrt-200 Kilometer kreuz und quer. Orientierungsfahrt der Motorgruppe Hessen. Sommerstoffe auch jetzt noch in großer Auswahl zu bekannt niedrigen Preisen! ararrnsmi STOFFSPEZIALHAUS • GIESSEN [ Vermietungen 7-Zinne.-Noling. Gartenstr. 14 I. m.Veranda,Bad u. reichl. großen Zubehörräumen frei geworden. Besichtig, täglich 16-18 Uhr oder nachvorhergehd. Anrneldg. 03477 Gleich beziehbar, all. EiniamiL-Haus mit groß. Gart. 5-63immer und Küche sofort zu vermieten oder zu verkaufen. Schr. Ang. unt. 03639 a.d.G.A. Schöne mit allem Zube- behör zu verm. Schrift!. Anfrag, unter 03636 an d. Gieß. Anzeig. 2 Zimmer und Küche in Wiefeck los. z. verm. Schristl. Angeb. u.03638 an d. Gieß. Anz. Mietgesuche I 4-5-ZiMM.- Wohnung mit Bad, rnögl. in zentral. Lage, zum 1.10. 1936 oder früher gesucht. Ausführliche Angebote unter 03635 an denGieß.Anzeig. 2 Zimmer eventl. auch unmöbliert, z. miet, gesucht. (Bahnhofsviertel.) Schr. 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August 1936 3n der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 150 RM gezogen 2 Gewinne zu 10000 NM. 30989 217114 50014 274040 152993 162234 346881 372369 27148 370 Gewinne zu 300 RM. 20617 34085 47272 56363 73423 129395 162181 235389 305601 366523 388493 70666 239861 86437 258192 45147 98758 149193 205779 262076 360794 386893 131899 165985 241319 321270 366659 398237 138058 166864 253051 337034 368677 117000 143263 190935 256413 344675 371490 17038 29429 39017 51104 67950 19709 33603 47190 53662 72150 94221 112241 121298 134588 143484 159231 181252 190681 204910 209655 221292 229512 242536 255564 270611 284288 298139 320117 328003 335798 352422 370484 387679 > 5162 18701 31211 39303 52143 71066 93294 107424 120258 134424 139911 154419 174957 189115 203633 209584 217782 228574 236689 254877 268181 282143 296403 319830 326548 335296 350105 365732 386217 399270 22073 35065 48495 60565 80384 25170 35533 49566 60685 82814 15405 27404 35653 50529 62607 85012 28236 70727 122237 144450 198343 258954 345225 385422 29931 181841 10 Gewinne zu 3000 RM. 334850 346202 370 Gewinne zu 300 RM. 1230 3980 4635 6170 6514 6858 8089 15364 ----- 5. Klaffe 47. Preußisch-Süddeutsche (273. Preuß.) Klassen-Lotterie 298600 305309 326848 333773 373653 376396 383973 62 Gewinne zu 1000 RM. 2445 15402 60435 65101 67075 69925 86041 93060 125085 144531 145679 ------ ----- ÜÜS Z39064 246835 262792 2683N 24 Gewinne zu 2000 RM. 106389 151106 173839 281547 326353 386713 Aus jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar . je einer auf die Lose gleicher gNummer in den beiden Abteilungen I und II 100 Gewinne zu 500 RM 11131 37573 48514 49399 50090 50199 53533 71661 73356 80985 87514 91593 ------ 125927 ------ ------ ------ 98565 101428 103803 105177 113061 113469 114908 115581 125134 125255 129765 130412 135622 137718 138511 138836 144427 146939 147780 147817 160779 161222 162126 170654 182340 184939 188222 188710 193314 199496 201280 203245 205816 205896 206692 208153 211222 211868 216308 217440 224772 226245 227487 228360 231355 231594 233570 234358 243517 244603 245285 251032 255679 260536 266875 267473 272622 272891 278368 278801 287287 289399 292016 293962 298708 303319 303976 306685 321158 321365 322165 323774 330002 331463 333305 333706 341100 342440 346696 349842 358494 359839 361851 362836 373308 375405 381833 384567 389428 393853 396875 397864 Sn der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 RM gezogen 10 Gewinne zu 6000 RM. 46227 48716 123518 323514 387299 12 Gewinne zu 3000 RM. 146824 204336 257068 290210 295609 319651 22 Gewinne zu 2000 RM. 2276 99328 131578 204958 210782 269713 294652 306232 310793 371814 381228 44 Gewinne zu 1000 RM. 12654 27187 32286 33815 36312 37253 69825 67905 135835 146512 194275 205316 230389 244860 273143 301061 315114 327948 339539 346471 368567 380529 118 Gewinne zu 600 RM. 4840 11603 12859 13551 23552 24313 39079 40057 62974 66535 60446 73456 78618 83355 84017 84250 86626 97194 114154 120249 136624 140418 153012 158912 161716 174222 176464 183669 196154 204082 205040 206847 209753 224487 225526 231230 234417 241141 244067 247452 251166 252225 269231 271822 275297 279380 288839 289875 315191 320522 326768 333366 336599 351897 371823 385881 387876 389558 397284 346 Gewinne zu 300 RM. 1298 2 438 3398 3929 6507 9510 21245 23845 1 24349 24577 26457 27083 31978 33717 35247 39159 4401 1 45920 51152 52723 54410 55720 58010 58079 61166 61209 61969 65060 68377 70714 71789 72705 73157 73822 75818 76377 79180 80368 80484 82512 82593 85366 87295 89413 89546 90507 91319 94123 98120 100158 101520 105122 106172 113748 116166 117714 121938 126364 128051 128207 129094 131693 132766 134799 135452 137348 139836 141360 144528 144938 146597 149156 151452 154866 155621 163110 169657 170644 171684 171979 174118 174429 175035 175850 179765 182612 184364 188951 189530 191136 193081 204601 208187 211521 212294 215800 216933 218711 221303 223588 225904 225545 230075 232528 233018 233653 237557 240404 240533 241634 242208 243479 245066 245224 245304 250046 250396 252890 256169 257497 258325 258947 262157 262906 266132 271848 273946 275373 276114 276700 279163 287970 289364 290773 292025 293725 298695 303514 305731 305800 312065 316540 316637 321032 321244 324711 325006 342869 347678 348846 355155 357998 364644 364741 364805 365538 370219 374003 378703 378852 379949 380986 382795 384777 385937 388152 389801 393010 393387 394373 395744 398468 399746 Gewmnrade oerblteben: Zm - ----- ------------ L Gewinne zu ie 1000000, 2 zu je 300000, 2 zu je 100000, 2 zu je 75000, 4 zu je 50000, 8 zu je 30000, 14 zu je 20000, 90 zu je 10000, 182 zu je 6000, 354 zu je 8000, 918 zu je 2000, 2804 zu je 1000, 4610 zu le 500, 18542 zu je 300 RM.