I- ♦ 4. > ts^tzmutag sseren Ci 2! K 3 4rt|l U ®*SSM»£U KM8iA^^KKs«*i Ä^MS-E-Kr tas>» s^s WWK Hl 160 Erstes Blatt b bin sehen unter vor. Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise fürlmmhöhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von 70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Vereinbg.25°/a mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen--, Vereins«, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf, Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- il behördliche Anzeigen 6Rpf. 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Wieder wird, wie in den beiden Vorjahren, die Geschichte Gottfriedens von Berlichingen mit der eisernen Hand in mitreißenden Kampfszenen und Einzelgruppen sprühendes Leben gewinnen. Erstand im vorigen Jahr Kleists „Käthchen von Heilbronn" vor den hochragenden Ruinen und in der wahrhaft romantischen Umgebung, so wird in diesem Jahr Hebbels „Agnes Bernauer" berichten von dem Konflikt zwischen Einzelschicksal und verantwortungsbereiter Gemeinschaftsidee. Shakespeare auch dieses Jahr wieder in den Spielplan einbeziehen, heißt dankbaren Tribut an einen der Größten in der Weltliteratur zollen. Seine „Komödie der Irrungen" in ihrem fi mntag iu die i n. Diele prüften ame« en. Der Ernte- Mionen infolge wenn und im Mitt- i der Teen angelt, Deiche r beschci- rrnich- en Mi- Mrgs- vmMr )tete der i Martt- ierg ent- Jen, Seher wur- titieiben» a m nr schaffungsprogramm der Bewegung ausgenommen. Der Vorstoß aufs Land brachte bald die Erkenntnis, daß dort draußen die besten Soldaten wohnen. Durch den heutigen Reichsminister Darre erhielt die Agrarpolitik ihre planmäßige Führung. Reichsstatthalter Sprenger gibt dann einen Ueberblick über den vorbildlichen Einsatz der hessischen Regierung nach der Machtübernahme, die auf der Arbeit des Landesbauernführers Wagner eine umfangreiche Tätigkeit der Flurbereinigung und der Arbeitsbeschaffung aufbaut. Es ist ein erhebendes Gefühl, die Früchte dieser Arbeit miternten zu können, und wir gedenken dabei des Führers, der einmal sagte: „Wir wollen unsere Sümpfe austrocknen." Soweit es an uns lag, haben wir unsere Pflicht getan. Das ist uns Ansporn für unsere Weiterarbeit. So können wir bestehen vor dem Aufbauwerk, das der Führer eingeleitet hat. rauschenden Uebermut erstickt jegliche Versuchung zur Kulisse im Keim. Paul E r n st s Lustspiel „Pantalon und seine Söhne" schließt den Kreis vielfältiger Verwandlungen und buntbewegter Szenen. So werden die Heidelberger Reichsfestspiele 1936 — nach der Münchener Reichstheaterwoche — den zweiten Höhepunkt des diesjährigen Theatersom» mers bilden. Es handelt sich bei den Heidelberger Spielen, die auch den Höhepunkt aller Freilichttheaterveranstaltungen im Reiche darstellen, grundsätzlich um Ensemble-Aufführungen, bei denen kein Star herausgestellt werden soll. Don allen großen deutschen Bühnen sind die besten Kräfte nach Heidelberg gezogen worden, um hier von der Größe deutscher Theaterkunst im Dritten Reiche zu zeugen. So werden sich in den Festspielen vier Aufführungen präsentieren, die ein leuchtendes Vorbild sein sollen und jedem Besucher zu einem unvergeßlichen Erlebnis werden mögen. Gründungsurkunde des ersten deutschen Erbhöfedorfes Riedrode. Entwurf und Herstellung: Werkstätten der Kunstgewerbeschule Offenbach a. M. (Aufnahme: Kunstgewerbeschule Offenbach a. M.) in die Ebene hat sich zu Fluß und Schiene ein breites, streng durch die Landschaft geschwungenes Band gesellt, die Reichsautobahn. Solch hohe Tradition, solch bezeichnende Gegenwart birgt Anrecht und Gewähr. So wurde Heidelberg auch für die Entwicklung des deutschen Freilichtspiels Prüfstein, Höhepunkt und Vorbild im künstlerischen und im politischen Sinne. Im Schloß über der Stadt mit seinen Türmen und Ruinen haben die Freilichtaufführungen einen tragenden und verpflichtenden Rahmen gefunden, wie er idealer kaum zu denken ist. An diesem Ort ist einzigartiger Zusammenklang von Natur und Kunst möglich, dieser Ort duldet aber auch keine Laschheit, keine Halbheit, keine Unwahrheit, kein Kompromiß. Ein Spiel, das lebendige Wirklichkeit geben will, kann hier nur bestehen oder untergehen. So scheidet sich scharf das Freilichtstück vom Schauspiel der Guckkastenbühne. Es gibt, wenn man in die vorhandene Dramatik greift, nur wenige Stücke, inymoW :n. Met imiiegenbe [inb 1500 »en. Durch Mager für geworden, rem jchwe« Reichsbauernführer R. W. Darr 6 und Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger bei der Weihe des Erbhöfedorfes Riedrode. — (Aufnahme: Schwarz, NSG.) ipfe en :hen nt . _ 437 iten ! Hier ist der Nachweis erbracht für das Zufam- nengehören von Blut und Boden, der weit vor- Tusschauenden, grundlegenden Auffassung des Reichsbauernführers. Was geschaffen wurde, ist nach der Machtübernahme als eine Arbeit der Partei durchgeführt worden. Riedrode hat seinen Namen bekommen, um allen kommenden Geschlech- ern vor Augen zu führen, daß nichts für uns vom ■ Himmel fällt, sondern daß alles in Arbeit von uns , geschaffen werden muß. Unter dem Läuten der Glocke auf dem Gemeinde- , 'laus verliest der Reichsstatthalter die in Pergament >nd Schweinsleder von der Kunstgewerbeschule Df- ^nbach geschaffene Stiftungsurkunde, die ">ie Schaffung der neuen Gemeinde verkündet. Allen volljährigen Bewohnern wird durch sie das Ortsbürgerrecht verliehen. Zum ehrenamtlichen Bürgermeister der neuen Gemeinde, ernannte der Reichsstatthalter den seitherigen Ortsbauernführer Bauer S ch w e i e r. Mit dem Ausdruck der Freude, daß der Reichs- bauernführer persönlich gekommen ist, um die Dorf- veihe vorzunehmen, schließt Reichsstatthalter Gau- Reiter Sprenger seine inhaltsvolle Rede. Gesang der Landjahrmädels leitet über zu der ■ Rede des stürmisch begrüßten Reichsmimsters Darrö: Während Streiks, Arbeitslosigkeit, Aussperrungen : die leitenden Männer zahlreicher anderer Staaten in Atem halten, sind wir in der stolzen Lage, Taten des Nationalsozialismus als Zeugen unseres friedlichen Wirkens sprechen zu lassen. Mit stolzer Genugtuung stellt er fest, daß es für ihn eine Freude sei, heute als Reichsminister und Reichsbauernführer das Dorf Riedrode als Werk des Nationalsozialismus weihen zu können. Das zeige besonders deutlich den Unterschied zwischen Deutschland und anderen Ländern. Der Nationalsozialismus beweist hier wieder einmal, daß es nicht darauf ankommt, mit großen Worten zu versprechen, was man nicht hält, sondern im stillen zu schaffen, wie hier dieses herrliche Dorf Riedrode im Gau Hessen-Nassau. Der Nationalsozialismus kann solche Werke schaffen, weil er sich zum Vluts- gedanken bekennt und daraus alles erwächst. Die Ausländer, die heute Deutschland besuchen, fragen immer wieder, wann und w i e habt ihr denn dies alles erdacht. Dann antworten wir, daß das Geheimnis unseres Erfolges in unserer Auffassung vom Volk liegt. Entscheidend ist für unsere Arbeit, die nicht vor drei Jahren Verbundenheit zur Bewegung! -Abzeichen gewährt freien zum Volksfest, freien Tanz und zum Feuerwerk. weit über die schon einbezogene Ebene ------- hinauf ins uralte Waldgebirge. Die "Hrnlt umfaßt auch architektonisch die Berge i wviächst mit ihnen zu raumgreifender Ein- S Cb auf dem Sattel des Heiligen Berges ent- iumtten eines keltischen Ringwalls an einer eÄ,iva sich seit Jahrtausenden Menschen Der» nflä Haben, die nationalsozialistische Feier- ft vom Arbeitsdienst wie eine groß zum rtftt «öffnete Muschel in den roten Sandstein Mte -ft. Gegenüber, weit über der Stadt, off- sdictLi;r Wald zum Chrenhain, dem Mal für I' ic.r des großen Krieges. Für den Ausfall NSG. In ganz Deutschland und weit darüber hinaus ist schon der Name dieses jungen Erbhöfedorfes bekannt, das am gestrigen Freitag in feierliche Weiheakt seinen Bewohnern übergeben wurde. Aus dem ganzen Gebiet des Landes Hessen und des Gaues Hessen-Nassau waren die Volksgenossen in "großer Zahl herbeigeeilt, um Zeuge der Vollendung dieser Tat nationalsozialistischen Einsatz- und Schaffenswillens zu fein. Arbeitsdienst aus dem Arbeitsgau XXV bildete ein langes Spalier entlang der Straße, die zur Mitte des neuen Dorfes führt. Auf dem Dorfplatz standen die Abordnungen der Parteigliederungen mit ihren Fahnen. Um den für die Feier errichteten Turm stehen dicht gedrängt die Ehrengäste, die zum Feiertag dieser jungen Gemeinde erschienen sind und damit die enge Verbundenheit des deutschen Voltes mit seinem Bauerntum bekunden. In tadelloser Exaktheit heben die Männer des Arbeitsdienstes ihre Spaten zum Gruß. Reichsminister Reichsbauernführer Richard Walther Darr 6 schreitet, begleitet von dem Reichsstatthalter von Hessen, Gauleiter Sprenger, und gefolgt von den führenden Männern der nationalsozialistischen Gliederungen im Gau durch die von den angetretenen Formationen gebildete Gasse, begrüßt die Führer und ihre Männer. Nach dem Vortrag einer Bauernkantate durch die Arbeitsdienstabteilung Königstein im Taunus eröffnet Landesbauernführer Or. Wagner die Kundgebung mit Dank an Reichsminister Darrs, daß er das Werk der Hessischen Landesregierung durch die Uebernahme des Hessischen Um- legungsgefetzes in die Reichsregelung anerkannt hat, und mit Dankesworten an Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger, der durch seine Tat- und Willenskraft den Bau Riedrodes ermöglicht hat. Reichsstatthaller Gauleiter Sprenger nimmt dann das Wort. Er weist darauf hin, wie Versailles die Ernährungsgrundlage zerstört und wie der Systemzeit die Erkenntnis gefehlt hat, daß das Bauerntum die Grundlage des Volkstums ist. Heute ist der nationalsozialistische Staat bemüht, die damaligen Fehler auszugleichen. Schon in den Jahren 1930/31 wurde an die nationalsozialistische Bewegung der Plan herangetragen, dessen Verwirklichung wir heute miterleben. Damals bereits wurde er in das Arbeitsbe- Weihe des ersten hessischen Erbhöfedorfes Riedrode Ein denkwürdiger Höhepunkt -es Gautages Hessen-Nassau 1936. t ein neuer cN »erden. dritten Mal seit der Machtergreifung fin- dirirn Adelberg die R e i ch s f e st s p i e l e statt, kommt im Jahr der Olympischen Spiele be- H-!-n!.ire Stdeutung zu, haben sie sich doch in der k hrjin Hit ihres Bestehens eine Tradition geschaf- f. n mb men Ruf erworben, die ihre Anziehungs- ifral weil über die Grenzen des Reiches hinaus tl i r'm M. Man hat daher zweifellos gut ge- riMenii man die Spielzeit in diesem Jahr von in : aus zehn Wochen ausdehnte. Jedem Ferien- riichsfestspiele Heidelberg 1936 Von Walter Koerber. 21m 12. Juli werden die Heidelberger Reichsfestspiele 1936 mit einer Kundgebung im Schloßhofe feierlich eröffnet. Abends folgt die Erstaufführung von Hebbels „Agnes Bekiiauer". Erftaufführungstage sind ferner her 15. Juli mit der „Komödie der Irrungen' von Shakespeare, der 18. Juli mit „Götz von Berlichingen" und der 11. August mit „Pintalon und feine Söhne" von Paul 6* riii i tiien, jebem Besucher ber Olympischen Spiele ufttmicht zuletzt den Olympischen Kämpfern selbst tf. Gelegenheit gegeben, einmal den Zauber des ) Optischen Spiels im mittelalterlichen Hof der 155 jffli Sandsteinquadern getürmten Schloßruine, H3i#enben Bäumen und plätschernden Brun- n oeim Sinken ber Sonne zu erleben. r Wahl Heidelbergs als Stätte der Reichsfest- [pjieSbes neuen Deutschland hat ihre Hefe Bedeu- IMciÄmn Reichsminister Dr. Goebbels diese E>!p-ii ms den vielzähligen und vielgestaltigen Aufführungen des deutschen Sommers be- o srd5s' hervoraehoben und unter seine Schirm- )eilrH gestellt hat, liegt darin Sinngebung und lliiifM zugleich. DMne Stadt am Necker kann wie kaum eine jwiei:9«Is Ausdruck deutscher Geschichte, deutschen Silli'li und deutschen Wesens gelten. Heidelbergs SdrMft ist wie die Verwirklichung eines er- räcimti Ideals; Hölderlin besingt die Stadt iE Vaterlandsstädte ländlich schönste". Aus icksirlimd schäft und Stadt wuchsen höchste deutsche Mi In und Kulturtaten, wuchsen am Baum der n'.ir|iät mächtige Zweige der deutschen Wissen- hEn Heidelberg wurde deutsches Volksgut schon .iß »°e des Mittelalters zu neuem Leben er» .eMHeutscyes Volkstum verdankt den Roman- 'rtn mne Wiederbelebung. Hier wirkten Träger Reichen Freiheitsbewegung im 19. und 20. hunfMert, und von Glanz und Tragik deutscher fcgtie künden die Steine der Stadt. lliRhl heute sieht sich Heidelberg wie wenige äillir»bevorzugt, dem nach Erkenntnis ringenden, 1'fitot und Werte schaffenden Geist des Dritten ichr- gestaltenden Ausdruck zu verleihen. Von r i D-tünbete Reichsminister Rust anläßlich des ird iEtbt selbst greift, unter dem Willen des neuen iHHles, weit über ihre bisherigen Grenzen, *rr b.i Weichbild mit Türmen und Toren, über iffi tiib Brücken, über die mächtige Krone des üas Gautag-Abzeichen begonnen hat, immer Grundsatz gewesen, zu tun, was dem Volksganzen nützt. rungen dDir hatten den Mut, unsere Arbeit in aller Heim- ferur lichkeit vorzubereiten — und dabei anständig zu ort# bleiben. Es ist leicht, ins Rampenlicht zu treten und Dinge zu behaupten, die man einmal durchfüh- ren wolle und von denen man von vornherein die Undurchführbarkeit kennt. Es ist viel schwieriger, in aller Heimlichkeit oorzubereiten und an die Macht gekommen herauszutrcten und nun anständig zu bleiben, d. h. nun alles durchzuführen, was man vorher versprochen hat. „Ich muß bestehen können, auch wenn es die Öffentlichkeit nicht sieht, vor mir, meinem Gott, und meinem Volk." Der Reichsbauernführer knüpft Gedanken über nationalsozialistisches Führertum an und leitet zur Weihe des Dorfes Riedrode über. Nach dem Einsetzen des neuen Ortsbauernführers Z ü n n e l gab er ihm und damit dem Dorf den Weihespruch: „haltet lebendig die Irene zu unserem Führer Adolf Hitler: denn ihm verdanken wir alles." „haltet rein euer Blut; denn nur ihm verdankt ihr, daß ihr als Deutsche heute noch durch die Jahrhunderte besteht." „haltet heilig die Scholle! Laßt die Scholle eures Dorfes zu eurem heiligen Land werden." Möge Riedrode in die Jahrtausende bestehen und ewig künden von uns und unserem Wirken. U n - ser Führer, dem wir alles verdanken, durch den wir alles sind, und dem wir immer treu folgen wollen, unser Führer: Sieg-Heil! Die nationalen Lieder des deutschen Volkes steigen mächtig zum Himmelsbogen empor. Landesbauernführer Dr. Wagner beruft die neuen Gemeinderäte. Bürgermeister Schwei er dankt dem Reichsbauernführer für sein Kommen und gibt den ersten Beschluß des Gemeinderates bekannt, durch den Reichsminister Darr 6 zum Ehrenbürger von Riedrode ernannt wird. Sichtlich bewegt nimmt dieser die Ehrung entgegen. Zum Schluß übergibt der Reichsstatthalter von Hessen Gauleiter Sprenger im Namen der Staatsregierung das neue Gemeindehaus als Geschenk. Der Weiheakt ist damit beendet. Die Meldung an den Führer. Aach dem Weiheakl sandle der Reichsstatthalter von Hessen, Gauleiter Sprenger, folgendes Telegramm an den Führer und Reichskanzler: „Mein Führer! Ich melde die endgültige Aebergabe des Lrbhof- dorfes Riedrode durch die hessische Landesregierung. Die feierliche Dorfweihe ist durch Reichsbauern- führer Darre soeben oorgenommen worden. heil! Sprenger." Die Gründungsurkunde. NSG. Die vom Reichsstatthalter verliehene künstlerisch und handwerklich gleich hochstehende Gründungsurkunde des Erbhöfedorfes Riedrode ist als Gemeinschaftsarbeit der Werkstätten der Offenbacher Kunstgewerbeschule entstanden. Das Urkundenblatt ist auf deutschem Kalbpergament geschrieben-, das Futteral in Röhrenform ist in deutschem Schweinsleder von besonders schöner Naturnarbung (Haut eines alten Ebers) hergestellt. Das angehängte Hoheitszeichen ist auf Leder geprägt und sitzt in einer ganz schlichten Kapsel von oxydiertem Silber, das die Metallfachklasse lieferte. Die vom Bürgermeister in Riedrode in erste Amtshandlung verliehene Ehrenbürgerrechtsurkunde ist gleichfalls an der Offenbacher Kunstgewerbe- schule von Studierenden gefertigt. Eindrücke bei der Besichtigung von Riedrode. NSG. Der äußere Rahmen des Feiertages überdeckt für den, flüchtigen Beobachter oft die ungeschminkte Erscheinungsform der Vorgänge bei dem Aufbauwerk in Deutschland und den ernsten Hintergrund. Gehässige Hetzstimmen im Ausland glauben sich hierauf stützen zu können, indem sie vorgeben, all die Feierstunden, die unser Schaffen für das im Nationalsozialismus geeinte Volk unterbrechen und verschönen, sei nur Fassade, hinter der eine wahre Leistung nicht zu finden sei. Diese Menschen hätten sich leicht von der Unwahrheit ihrer Behauptungen überzeugen können, soweit sie überhaupt daran glauben, wenn sie bei der Besichtigung von Riedrode zugegen gewesen wären. Wie leuchteten da die Augen der deutschen Bauern in wahrer Freude, denen hier ein eigener Hof und eigenes Land übergeben wurden, als H e i m für ihre Familie und als Burg des Friedens für unser Volk. Dem Sumpf wurde hier der Boden dank des Tatwillens von Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger und seiner Männer entrungen. 26 Erbhöfe von je 30 Morgen Land sind bekanntlich in einem Landstrich entstanden, der früher dem Ackerbau nicht zugänglich war, einige Stellen für bäuerliche Handwerker sind durch je 15 Morgen zugehörigen Landes frijenfeft gemacht und weitere 200 Morgen stehen noch als Landesreserve zur Verfügung. Wir sind nicht nur zur offiziellen Feier gegangen, bei der wir die Bedeutung der Schaffung dieses ersten hessischen Erbhöfedorfes aus dem Mund des Reichsstatthalters Sprenger und des Reichs- Ministers Darre vernahmen. Unser Weg führte uns auch zu den einzelnen neuen Häusern, wo uns stolz das schmucke Heim, die Scheunen, Ställe, Futtersilos und Felder gezeigt wurden. Junge Menschen haben hier ihr Heim und ihre Schaffensstätte gefunden, die eben erst den Bund für das Leben geschlossen haben, und ältere, deren Arbeitsweg neuen Zielen unter gesteigerter Eigenverantwortung zugeführt worden ist. Ueberaö durften wir Freude finden darüber, daß die Sorgen und die Ungewißheit von diesen Aeubauern gewichen ist und daß sie nun aus eigener Kraft sich ihre Zukunft gestalten dürfen. Was der Schmuck der Straßen und der Häuser uns bereits verkündete, was stolz aus den Worten der Redner bei dem feierlichen Weiheakt geklungen hatte, im ungezwungenen Gespräch mit den Volksgenossen, die in ihre neue Heimat in Riedrode eingezogen sind, fanden wir es allerorts bestätigt: Hier hat der Tatwillen und der Wagemut deutscher Menschen durch den Nationalsozialismus die Hilfe gefunden, die es möglich macht, daß ein neues Geschlecht festverwurzelt mit seinem Boden heranwächst und bereit ist, in guten Zeiten und in Gefahr seinen Mann zu stehen. Vauernsest. NSG. Die glückliche Zusammensetzung der Bewohner von Riedrode — es sind vorwiegend Oberhessen — bietet trotz der Neuschaffung dieser Gemeinschaft bereits heute die Grundlage für ein gleiches Denken und F ü h l e n, das Zutiefst wurzelt in Art und Brauchtum des geschlossenen Kreises der rhein-mainischen Bevölkerung. So war denn auch das bäuerliche Fest, das zum Abschluß dieses denkwürdigen Tages in Riedrode noch viele frohe Stunden brachte, getragen von einer. Natürlichkeit und Selbstverständlichkeit, wie wir es von allen ungetrübten Feiern im Kreise unseres deutschen Bauerntums kennen. Da saß der Bauer neben dem Städter, der Gruppenführer neben dem SA.-Mann, der Soldat bei dem Arbeitsdienstler und dem Mann der SS. Da verwischte das Gemeinsame alles Trennende. G e - meinsam freuten sich alle über das vollbrachte Werk, das den Anlaß dieses Feiertages gab. Die Reichstagung des RSLB. Oie Aufgaben der deutschen Erzieher. Bayreuth, 10. Juli. (DNB.) Aus allen Himmelsrichtungen strömte schon am Freitagvormittag der Zug der Zehntausende von Erziehern aus ganz Deutschland zur Reichstagung des NSLB. nach Bayreuth. Um 11 Uhr traten die bis dahin eingetroffenen Erzieher vor dem auf der Bergkuppe hochragenden Flaggenmast an, und unter den Klängen des Horst-Wessel-Liedes stieg die Hakenkreuzflagge über dem Festplatz empor.. Um 17 Uhr empfing der Reichswalter des NSLB. (Bauleiter Wäch tler die Presseberichterstatter und Pressereferenten in dem großen neuen Hörsaal des Hauses der Deutschen Erziehung. Bei dem Empfang dankte Gauleiter W ä ch t l e r den anwesenden 150 Schriftleitern und Pressereferenten zunächst für ihr zahlreiches Erscheinen und schilderte dann den Kampf, den der NSLB. seit der Gründung in Hof im Jahre 1929 als Stoßtrupp der deutschen Erzieher zu führen hatte und wie aus einer kleinen Schar glaubensstarker Männer in immer stärkerem Umfange die alleinige, umfassende Erzieherorganisation Deutschlands entstanden sei. Nach ehrenden Gedenkworten für H. Schemm, dem ersten Reichswalter und Begründer des NSLB., erläuterte Gauleiter Wächtler die Aufgaben der deutschen Erzieher. In erster Linie fei eine Erziehungsarbeit an den Erziehern selbst erforderlich, um die Gewähr für eine im wahren Sinns nationalsozialistisch erzogene Jugend zu bieten. Um so bedeutsamer sei dabei die Mitarbeit der Presse. Die Tageszeitungen könnten in gleicher Weise wie die 70 Erzieher-Ieitschriften des NSLB. daran Mitwirken, die innere Bindung zwischen den 325 000 Mitgliedern des NSLB. zu festigen, und auch die Brücke zwischen Erzieherschaft und Elternschaft zu schlagen. Die Reichstagung des NSLB., so schloß Gauleiter Wächtler, werde drei Kernpunkte enthalten, nämlich das Bewußtsein des Rassegedankens, die Pflege des Wehrgedankens und die Mitarbeit an der Erhaltung des Friedens, der die Voraussetzung aller systematischen Aufbauarbeit bilde. Ehre, Freiheit und Friede solle daher die Parole dieser Reichstagung sein. Or. Steinacher an den RSLB. Bayreuth, 10.Juli. (DNB.) Der Leiter des Volksbundes für das Deutschtum im Auslande, Dr. Hans S t e i n a ch e r , sandte an Hauptamtsleiter Gauleiter Wächtler folgendes Telegramm: „Zur Tagung des Nationalsozialistischen Lehrerbundes und zur Weihefeier des Hauses der deutschen Erziehung gedenken wir dankbar des unermüdlichen Einsatzes der deutschen Erzieher für die völkische Schutzarbeit. Wir grüßen Sie als den Führer der geeinten deutschen Erzieherschaft in Verbundenheit zum Dienst am deutschen Volkstum und wünschen der Tagung reichen Erfolg. Möge vom Haus der deutschen Erziehung ein Strom deutschen Geisteslebens ausgehen in die Welt und in die Grundlagen unseres gesamten Volkstums." Graf Volpi in Berlin. Berlin, 10. Juli. (DNB.) Graf Volpi, der Leiter der gewerblichen Wirtschaftsorganisation Italiens, ist in Berlin angekommen, um mit den Spitzen öer deutschen Wirtschaftsorganisation in Verbindung zu treten. Graf Dolpi und Frau waren Donnerstagabend bei dem Reichswirtschaftsminister, Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht und Frau zu Gast. Ständiger Leiter des Reichsberufswettkampfes. Berlin, 10.3uli. (DNB.> Die R-ichsleiter Dr. Robert Ley und Baldur von Schirach haben den Leiter des Sozialen Amtes irt der Reichsjugend- führung, Obergebietsführer A x m a n n , in Anbetracht feiner Verdienste um die Berufswettkämpfe endgültig zum ständigen Leiter desReichs- berufswettkampfes der deutschen Jugend ernannt. Anläßlich dieser Bestätigung sprach Reichs- organifationsleiter Dr. L e y Obergebietsführer Axmann in einem persönlichen Schreiben seinen Dank für die bisher der Deutschen Arbeitsfront geleistete Arbeit aus. Spaniens Vertreter Ein umstrittener Madrid, 11. Juli. (DAB.) Der spanische Der- treler in Genf, IHabariaga, Hal am Freitag in Madrid seinen Rücktritt als vülkerbunds- delegierter erklärt. Der Rücktritt erfolgt, wie sich aus einer schriftlichen Erklärung Madariagas ergibt, im Zusammenhang mit einer vor der letzten Genfer Tagung veröffentlichten Role über angebliche Vorschläge des spanischen Delegierten zur Völkerbundsreform. Diese Rote ist jedoch nur das Protokoll über eine Besprechung mehrerer neutraler Staaten gewesen, zu dessen Abfassung Madariaga damals beauftragt worden war. 3m Zusammenhang mit diesem fälschlicherweise als das Gedankengut des spanischen Delegierten ausgelegten Manifest wurden besonders in der spanischen Linkspresse scharfe Angriffe gegen Madariaga gerichtet. Der Außenminister Barcia rückte sofort nach Bekanntwerden der Rote von deren Inhalt ab und erklärte, daß die Regierung von dem Schritt Madariagas nichts gewußt habe. Die hierdurch heroorgerufene Bloßstellung des spanischen Völkerbundsdelegierten, die auch später durch eine berichtigende Erklärung Barcias nicht vollständig beseitigt werden konnte, hat nun seinen Rücktritt zur Folge gehabt. in Genf tritt zurück. Reformvorschlag. | Eisenbahner- und Poststreik in Spanien in Gicht? Madrid, 10. Juli. (DNB.) Der spanische Mi-, nifterrat beschäftigte sich in einer fünfstündigen Sitzung am Freitag mit der Möglichkeit eines bevorstehenden Eisenbahner st reiks in ganz Spanien. Wenngleich von feiten der Eisenbahn- arbeiter bisher noch kein Zeitpunkt für die Nieder- legung der Arbeit angekündigt worden ist, so be<- steht doch große Geneigtheit unter ihnen, in den Streik zu treten. Die Regierung ist, wie verlautet, fest entschlossen, mit allen gesetzlich zulässigen Mitteln den Streik zu verhindern. Das treibende Element der Streikhetze ist der Anarcho-Syndikalistische Gewerkschaftsverband, dessen Agenten auch die Stillegung des gesamten Fernlast- oerkehrs auf den Landstraßen planen, um einem Eifenbahnerstreik größere Wirksamkeit zu geben. Ferner wird dafür Stimmung gemacht, auch die Post- und Telegraphenarbeiten für die.Niederlegung der Arbeit zu gewinnen. Diel Richtlinien für den Streik sind am Freitag den Eisenbahngesellschaften von den Gewerkschaften^ unterbreitet worden. Die Amgaven der englischen polilik. Ein Kommentar der »Times". — »Klare Verständigung mit Deutschland." London, 11. Juli. (DNB. Funkspruch.) Die „Time s" führt in einem Leitartikel die Niederlage des R egi e r u n g s k a n d i d a t e n in der Unterhausnachwahl für Derby hauptsächlich darauf zurück, daß die englische Politik in dem abessinischen Konflikt beim Volke den Eindruck der Wankelmütigkeit und U n - beftänbigteit gemacht habe. Die Wählerschaft von Derby habe gezeigt, daß sie es nicht liebe, wenn es der Regierung anscheinend an einer festen Führung fehle. Das Blatt fügt hinzu, daß die englische Regierung immer noch Gelegenheit habe, diesen Eindruck zu verbessern. Die Beschleunigung des A u f- rüstungsprogrammes zeige eine anerkennenswerte Entschlußkraft. Sie fei aber nur ein Mittel zu dem Zweck, den britischen Einfluß für den Frieden wieder herzustellen. Die Regierung müsse ihre Pläne für die Erzielung einer besseren Atmosphäre in Europa deutlich miteilen und energisch vorwärts dringen. Die öffentliche Meinung sei der Regierung schon lange Zeit voraus in ihrem Entschluß, die Aussichten auf eine klare Verständigung mit Deutschland auszuprobieren. Auch auf anderen Gebieten seien unmittelbare Schritte zur Wiederherstellung des englischen Ansehens notwendig. So müsse in Palästina eine energische P o l i- t i k verfolgt werden, um die Ordnung wiederher- zustellen und das britische Ansehen im nahen Osten und im Mittelmeer neu zu beleben. Auch in den Bemühungen um einen neuen Vertrag mit Aegypten dürfe nicht nachgelassen werden. Gommerferien des engliscren Parlaments. London, 11. Juli. (DNB. Funkspruch.) Wie jetzt feststeht, wird das englische Parlament am 31.1uli in die Sommerferien gehen. Als Zeitpunkt des Wiederzufammentritts ist vorläufig der 2 7. Oktober festgesetzt worden. Vertagung ausdrücklich erklärt werden, daß oeide Wie schon seit einigen Tagen üblich, wird bei der Häuser schon früher einberufen werden können, wenn es die Regierung für notwendig hält. Um den Milteimeer-Zeistandspakt. Frankreich zieht sich zurück. —England und die andern bleiben dauer'. London, 10. Juli. (DRB.) Der französische Botschafter in London sprach am Donnerstag im Außenministerium vor und erklärte, daß nach Ansicht der französischen Regierung die Garantieverpflichtungen Itn RNttelmeer z u bestehen auf gehört hätten. Hierzu berichtet der diplomatische Berichterstatter von Reuter, daß diese Frage bereits vor Wochen in den Besprechungen zwischen der englischen und der französischen Regierung klargestellt worden sei, und zwar, als man über die Aushebung der Sanktionen verhandelt habe. Es habe sich somit bei dem gestrigen Besuch des französischen Botschafters keineswegs um einen neuen Schritt gehandelt. Der französische Standpunkt sei einfach der, daß die rechtliche Grundlage für das Fortbestehen der Vereinbarungen auf gegenseitigen Beistand nicht mehr vorhanden sei, da diese Abreden ausdrücklich getroffen worden seien, um Länder zu schützen, die die Sanktionen gemäß Artikel 16 der Dölkerbundsfatzungen anwendeten. Nachdem die Sanktionen abgeschaftt seien, fehle also die recht- diche Grundlage. Diese Auffassung werde durch den Text des Artikels 16 Absatz 3 der Völkerbundssatzungen gestützt. Die Stellung der britischen Regierung zu der Frage, ob der sogenannte provisorische INittelmeerpakt für Großbritannien noch gilt, ist erneut dahin festgelegt worden, daß nach englischer Ansicht diese Garantien bestehen geblieben sind, insoweit sie Großbritannien, Griechenland, die Türkei und Jugoslawien betreffen. Die Zusicherung gegenseitigen Beistandes wird demnach zwischen diesen vier Ländern weiterhin „vorläufig" als gültig angesehen und durch das von Frankreich ausgesprochene Erlöschen seiner Beistandsver- pflichlung nicht berührt. Diese Tatsache wird vom diplomatischen Mitarbeiter von Reuter, wie auch von Preß Association ausdrücklich b e ft ä t i g t. Der diplomatische Reuter- Korrespondent weist darauf hin, daß nach Ansicht der britischen Regierung die Zeit der Ungewißheit, die nach Aufhebung der Sanktionen folgen müsse, noch nicht beendet sei, und daß daher auch die Abmachungen auf aegenfeitigen Beistand gemäß Art. 16 Abs. 3 zwischen Großbritannien, Griechenland, der Türkei und Jugoslawien fortdauern. Die Verlängerung der Zusicherungen sei zwischen Eden und den Vertretern der betroffenen Mittelmeerländer in Genf ausdrücklich be sprachen worden. Die Vertreter dieser Länder hätten dabei erklärt, daß sie diese Abmachungen weiter bestehen zu lassen wünschten. Es heißt zwar richtig, daß sich die Lage durch den Beschluß auf Zurückziehung der Flottenverstärkungen aus dem Mittelmeer geändert habe. Es sei jedoch nicht klar, ob die britische Regierung den Zeitabschnitt der , Ungewißheit auch noch nach Abschluß der Zurückziehung der Flottenverstärkungen als vorhanden I ansehen werde. England für ein Kompromiß in Monlrenx. Oie Franzosen als Steigbügelhalter der Sowjets. Montreux, 10. Juli. (DNB.) Der englische Delegierte Lord Stanley hatte am Freitag eine Unterredung mit Paul-Boncour. In dieser Unterredung brachte Lord Stanley, wie verlautet, zum Ausdruck, daß die brirtische Regierung sich der Bedeutung des sowjetrussischen Zusatzantrages über die Erfüllung der Völkerbundsverpflichtungen durchaus bewußt fei und sich bemühen werde, ein K o m p r o - m i ß zwischen den verschiedenen Auffassungen zu finden. — In Konferenzkreifen sieht man in dieser Kompromißbereitschaft der Engländer eine Folge der nachdrücklichen Unterstützung, die Frankreich dem sowjetrussischen Standpunkt in der Durchfahrtsfrage angedeihen ließ, und die auf englischer Seite den Wunsch erstehen ließ, eine weitere Zuspitzung der Konferenzlaae zu vermeiden. Man glaubt, daß dieser Umschwung in der englischen Haltung vor allem durch die Befürchtungen veranlaßt worden sei, daß die Mitglieder der Balkanentente dem französischen Beispiel folgen und die mit England geschlossenen Hilfeleistungsabkommen gleichfalls kündigen könnten. Italien hat keine Eile. Rom, 10. Juli. (DNB.) In zuständigen italienischen Kreisen wird die Ankündigung des Rückzuges der englischen Flotten- oerftärfungen aus dem Mittelmeer auch weiterhin als ein günstiges Anzeichen für eine Entspannung begrüßt. Hingegen werden alle Vermutungen in der ausländischen Presse über die weitere Entwickelung unb über unmittelbar bevorstehende Entscheidungen Italiens als verfrüht bezeichnet. Die Möglichkeit einer Teilnahme Italiens an der Dardanellen-Konferenz und an den geplanten Locarno-Besprechungen werde zur Zeit von der italienischen Regierung geprüft, doch war, wie in zuständigen Kreisen versichert wird, am Freitagabend noch keine Entscheidung gefallen. Diese Entscheidung hänge, wie weiter betont wird, von der tatsächlichen Zurückziehung der englischen Flottenverstär- tungen und von der U n g ü 11 i g e r f l ä r u n g der von England im Mittelmeer getroffenen Flottenabmachungen ab. Man hofft, daß solche Erklärungen in den nächsten Tagen auch sei^ t e n s der kleineren beteiligten^ OT i t Ä telmeerlänber erfolgen werden, wolle aber" im übrigen aus der bis jetzt strikt beobachteten Zurückhaltung nicht heraustreten. Auch in bemg auf die an Rom gerichtete Einladung zur Teilnahme an den Brüsseler Besprechungen der Locarnomächte und auf die Antwort Italiens, die zwar nicht mehr lange auf sich warten lassen werde, wird bei maßgebenden italienischen Stellen größtes Stillschweigen gewahrt. England hebt die Sanktionen auf. L o n d o n, 10. Juli. König Eduard VIII. unter! zeichnete am Freitag im Buckingham-Palast eine,' Verordnung, wonach die gegen Italien verhängtes S a n k t i o n s m a h n a h m e n mit dem 10. Jul) aufgehoben werden. W. Neuer französischer Vüstungskredit. Paris, 10. Juli. (DNB.) Die K a m m e r hat im über die Eröffnung eines neuen Kredites für (M. tforoeif sie (lens Liirkei und ing gegen- zwischen hiFuT Frankreich standsver- Furcht vor der Mennig Frankreichs Paris nach der Aufkündigung des Mittelmeerabkommens. Die deutschen Chemiker, die in München zu ihrem diesjährigen großen Reichstreffen versammelt sind, haben einen neuen „Baum" entwickelt, der streng genommen allerdings nur auf dem Papier steht, dessen Zweige aber lebendige Wirklichkeit geworden sind in dem großen Kampf, den die Chemie heute um die Versorgung unseres Landes mit Rohstoffen führt. Zu dem bekannten „T e e r b a u m", der die Entstehung der zahlreichen chemischen Erzeugnisse, die heute aus dem Teer unserer heimischen Steinkohle gewonnen werden, versinnbildlicht, ist jetzt der sogenannte „A c e t y l e n b a u m" hinzugekommen. Das Acetylen kennt jeder, der seine Fahrradlaterne einmal mit Karbid betrieben hat als jenes Gas, das sich bei der Einwirkung von Wasser auf das Karbid bildet und das mit weißglühender Flamme brennt. Dieses Acetylengas hat heute in zweifacher Beziehung besondere Bedeutung gewonnen. Einmal weil es aus rein heimischen Rohstoffen gewonnen wird; denn Karbid läßt sich aus heimischer Kohle und heimischem Kalk mit heimischer elektrischer Energie' Herstellen. Zweitens aber besitzt das Acetylen die Fähigkeit zu vielfältigen chemischen Umsetzungen. Es ist daher wie kaum ein anderer Stoff geeignet, den A u s g a n g s st o f f für die chemische Synthese neuer Stoffe zu bilden. ferner zu befürchten, daß die englischen Gegner der französischen Politik die Gelegenheit benutzen würden, um gelegentlich der Brüsseler Konferenz ein verhältnismäßig unabhängiges Vorgehen vorzuschlagen. Wenn diese Ratschläge angenommen würden und wenn Eden, der an sich eine Zusammenarbeit mit Frankreich wünsche, sich ihnen beugen müßte, so würde es besser sein, die Zusammenkunft der Locarnomächte auf unbestimmte Zeit zu vertagen. Die außenpolitische Mitarbeiterin des „Oeuvre" wirft der französischen Regierung ebenfalls vor, etwas übereilt gehandelt zu haben, nur um gegenüber Italien eine freundliche Geste zu machen. Die französische Regierung laufe jedoch Gefahr, sich nie mehr aus einem späteren Mittelmeerpakt auszuscheiden, während wahrscheinlich England und die Türkei die Pfeiler eines solchen Paktes sein würden. Das „Journal" ist nach wie vor optimistisch. Man brauche nur danüber nachzudenken, so schreibt das Blatt, was geschehen wäre, wenn die zweideutige Lage fortbestanden hätte. Frankreich wäre dann Gefahr gelaufen, aller Vorteile aus dem römischen Abkommen verlustig zu gehen. Diese Abkommen garantierten aber die französische Sicherheit in den Alpen und erlaubten es Frankreich, feine ganzen Au- stregungen auf die Ostgrenze zu richten. Sie garantierten ferner die Ruhe in Tunis und sicherten die französische Stellung in Dschibuti. nie. iprudj.) Wie arlament 'ien gehen, nentritts W worden, i, daß veide wird bei der den können, . hält. für das System der kollektiven Sicherheit entschieden hätten. Dann richtete Cot gegen de Kerillis den Vorwurf, daß er diese Angelegenheit vor die Kammer gebracht habe, ohne sich um die Rückwirkungen auf das Ausland zu kümmern. Derartige Auseinandersetzungen in der Kammer könnten den Eindruck im Ausland erwecken, daß ein Militärbündnis zwischen Frankreich und Sowjetrußland bestände. Ein derartiges Bündnis fei aber nicht vorhanden. C o t stellte dann einen Vertrauensantrag gegen die Anfrage des Abgeordneten de Kerillis, worauf die Kammer mit 403 gegen 162 Stimmen der Regierung ihr Vertrauen aussprach. * Das „E ch o de Paris" nimmt zu den Erklärungen des französischen Luftfahrtministers Pierre C o t in der Kammer Stellung. Das Blatt richtet ungemein scharfe Angriffe gegen den Luftfahrtminister, dessen Rücktritt es fordert. Weder der Ober st e Kriegsrat, noch der O b e r st e Rat der Militärluftfahrt, so schreibt das Blatt, seien vorher um ihre Meinung befragt worden. Neustoffe aus Kohle und Kalk Meisterleistungen der deutschen Chemie. die nationale Verteidigung in Höhe von 500 Millionen Franks angenommen. Italienische Journalisten verlaffen die (Schweiz. Bern, 10. Juli. (DNB.) Der Bundesrat stellte fest, daß die acht italienischen Journal i st e n , die kürzlich den Zwischenfall in der Völkerbundsoersammlung verursacht haben, und deshalb mit Polizeigewalt aus dem Sitzungssaal entfernt werden mußten, die Schweiz nach ihrer Freilassung verlassen haben. Damit kann der Zwischenfall in der Hauptsache als erledigt betrachtet werden. Den in Frage stehenden Journalisten ist die Rückkehr nach der Schweiz untersagt worden, bis sich die Völkerbundsinstanzen über ihre weitere Zulassung in die Räumlichkeiten des Völkerbundes ausgesprochen haben. Das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement wird beauftragt, im Benehmen mit dem Politischen Departement allgemein die Beziehungen der Bundesbehörden zum Völkerbund in Bezug auf die Wahrung des Hausrechtes im Völkerbundsgebäude näher zu prüfen und darüber zu berichten. triebe mit 380 gegen 180 Stimmen auf einen späteren Zeitraum vertagt. Zum Antrag des Rechtsabgeordneten beKeril- l i s wegen der geplanten Ueberlasiung der Pläne der neuen französischen Flugzeugkanone 23 an die Sowjetunion wünschte der Luftfahrtminister Pierre C o t im Namen der Regierung die sofortige Aussprache. De Kerillis erklärte darauf, daß er keine politische, sondern lediglich eine technische Aussprache gewünscht habe, und verwahrte sich gegen den Vorwurf, daß er die zwischen Frankreich und Sowjetruhland bestehenden Geheimabkommen aufgedeckt habe. (Cot rief dazwischen: „Es bestehen gar keine!") Er wies dann darauf hin, daß ständig sowjekrufsifche Kommissionen nach Frankreich kämen und forderte zum Schluß seiner Ausführungen, daß der Luftfahrtausschuß der Kammer mit der Untersuchung seines Antrags betraut werden möge. Anschließend ergriff Luftfahrtminister Perre C o t hi? S* Ni. «ti „'M" be. Paris, 11. Juli. (DNB. Funkspruch.) Der Optimismus, der in einem großen Teil der Pariser Presse im Zusammenhang mit der Aufkündigung des englisch-französischen Mitte lme€rabfo m m ens durch Frankreich zum Ausdruck gekommen war, hat jetzt einer sehr viel zurückhaltenderen Beurteilung Platz gemacht. Während einige Blätter, wie beispielsweise das „Journal", nach wie vor der Ansicht sind, daß nunmehr der Weg für eine englisch-französisch-italienische Zusammenarbeit vorbereitet sei, befürchten andere, wie das „Echo de Paris" und das „Oeuvre", daß durch den französischen Schrill gerade das Gegenteil von dem erreicht werde, was bezweckt worden fei, nämlich eine Isolierung Frankreichs. Der Außenpolitiker des „Echo de Pari s" weist in diesem Zusammenhang darauf hin, daß die französische Regierung das Mittelmeerabkommen in dem Gedanken gekündigt habe, auch die englische Regierung werde in allernächster Zeit die entsprechenden Abkommen mit der Türkei, Jugoslawien und Griechenland aufgeben. Diese Hoffnung habe sich aber nicht erfüllt, sondern London wünsche im Gegenteil, dieses Abkommen als den Kern des von ihm angestrebten Mittelmeerpaktes beizubehalten. Ls fei daher zu befürchten, daß England feine Stellung im Mittelmeer ausbaue, ohne daß die Zusammenarbeit mit Frankreich dadurch den Platz einnehme, den man erhofft habe. Es fei ilanb.* : Deutsch, "en Gebie- Wiederher- wendig. So che PoIj. wiederher« m nahen ! Auch ist Antrag W werden.!■ habe, gerade dem Ziel zuwider, das man sich gesteckt habe. Anstatt aufzubauen, habe man gerftört, und jetzt heiße es wieder zusammen- gufüden. Die Frage sei nur, ob dies ebenso leicht sei. Die „Röpublique" weist auf die Tätigkeit Les marxistischen Gewerkschaftsver- Landes hin und die Beunruhigung, die darüber n Reg^rungskreisen bestehe. Während die Politi- ler bemüht gewesen seien, auf ideellem und materiellem Wege die Verteidigung der demokratischen Freiheit und die Reformen vorzubereiten, die geeignet seien, das Land von den Uebergriffen des Kapitalismus zu befreien, habe sich eine mächtige Bewegung durchgesetzt und aufgedrängt, die an Bedeutung das Werk der Politiker übertreffe. heraus ergebe sich die geheime Beunruhigung der Regierung gegenüber den Wirren in den Fabriken. Ls gebe heute nicht nur die aus den Wahlen hervorgegangene Volksfront, sondern in erster Linie die gewerkschaftliche Bewegung, der gegenüber die politische Bewegung der Linken zu verblassen scheine. Der Gewerkschaftsführer Leon I o u h a u x, der gestern bat, könne heute fordern. Man werde eines Tages vor einer Gewerkschaftsbewegung stehen, die sich nicht darauf beschränken werbe, Reformen zu fordern, sondern die für sich •ie Ehre in Anspruch nimmt, die wirtschaftliche Struktur umzuformen. Nur die Unwissenden würden dann überrascht sein. ,Wieder lebhafte Unzufriedenheit, Paris, 11. Juli. (DNB.) Funkspruch.) Der sog. Ausschuß der Linken veröffentlicht eine lange Erklärung, in der er zunächst die Ausführungen des Innenministers über das zukünftige Vorgehen gegen ' ie Besetzung von Betrieben durch Streikende billigt nd die Arbeiter auffordert, nichts zu un- isrnehmen, was zur Ergreifung von Zwangs- naßnahmen durch die Regierung führen könnte, gleichzeitig fordert der Ausschuß die Regierung auf, uch die Arbeitgeber an die Verpflichtungen n erinnern, die sie durch die Unterzeichnung des Abkommens im Ministerpräsidium durch Arbettneh- ~ier und Arbeitgeber übernommen haben. Da in gewissen Betrieben bereits wieder lebhafte Unzufriedenheit herrscht, weil sich die Ar- eiter angeblich nicht an diese Verpflichtungen gehalten haben, findet im Laufe des heutigen Sams- ngs unter dem Vorsitz des Innenministers eine Lesprechung zwischen den Vertretern beider Parsten statt. Kommunistischer Parteitag in Paris. Frankreichs Rüstung und die Sowjets Um die Pläne der französischen Flugzeugkanone 23. :s h-ißt Sw« Beschluß aul , ien aus dm । )d) nicht klar,; tabschmtt der ! , der Zuruck' ; ls vorhanden । Paris, 11. Juli. (DNB.) Der kleine Parteitag inet französischen Kommunistischen 18 artet, der mit dem großen Parteitag zweijähr- hch abwechselnd stattfindet, ist in Paris zusammen- petreten. Die Rede des kommunisttschen Abgeordne- jjn Thorez in der ersten Sitzung war vor allem ein Bekenntnis zur Volksfront. 2San dürfe, so erklärte er, die Zukunft der Volksfront nicht durch allzu schnelles Vorwärts- stüemen in Frage stellen. Wenn die Kommunisten von der Uebernahme von Ministerposten für sich abgesehen hätten, so sei das geschehen, um in Frankreich keine Bestürzung hervorzurufen. Nichtsdestoweniger würden die Kommunisten die Regierung mit größter Loyalität unterstützen. Lhiappe kandiinett erneut. Paris, 11. Juli. (DNB. Funkspruch.) Der srü- hrre Pariser Polizeipräfekt C h i a p p e, dessen Wahl zum Abgeordneten von der Kammer für um kultig erklärt worden war, hat jetzt endgültig feine ji a nbibatur in einemPariserStadtbe- zir k aufgestellt. Der Wahlausschuß dieses Bezirks hat die Kandidatur angenommen, so daß Chiappe runmehr versuchen wird, den durch den Tod des ehemaligen Finanzministers und Abgeordneten d e !-asteyri freigewordenen Platz in der Kammer emzunehmen. Zusammenstöße in Avignon. -Streikende gehen gegen Kaufleute vor. 'Paris, 11. Juli. (DNB. Funkspruch.) Der „Matin" und einige andere Blätter veröffentlichen cassührliche Berichte über die Zusammen- Wße, die sich in Avignon zwischen Strei- kinden und Kaufleuten ereignet haben, ^mnad) hatten die Streikenden versucht, d i e mufleute zum Schließen ihrer Ge- lchäfte zu veranlassen. Bei diesen Zu- simmenstößen, die sich vor allem bei einem Um« i-jg der Kaufleute abspielten, die gegen das Bor- Wen der Streikenden proteftierten, wurde ein Schaufenster geplündert. iDie Kommuni st ische Partei scheint, wie weiter berichtet wird, durch diese Zwischenfälle einigermaßen beunruhigt zu sein, denn sie ^röffentlicht eine Erklärung, in der sie das Vor- c'Öen der Streikenden verurteilt. Sie fordert ihre Anhänger auf, dafür zu sorgen, daß Iw derartige Fälle nicht widerholen, daß sie nur tischen Tiit- \ Association ische Reuter- : nach Ansicht \ Ingewiß- • lionen folgen nb bah daher igen Mond rofcbritonnien, islawien fort;» cherungen ei der betrog sdrücklich de ieser Länder Abmachungen dazu beitragen würden, eine Spaltung zwischen dem Mittelstand und der Arbeiterklasse herbeizuführen. Die Einigkeit dieser beiden Klassen habe erst den Sieg der Volksfront ermöglicht. Erhöhung der Metallpreise. Paris, 11. Juli. (DNB. Funkspruch.) Wie „Joumöe Industrielle" mitteilt, hat die französische Metallindustrie beschlossen, ihre Preise aus dem innerfranzösischen Markt um 12 bis 13 v. H zu erhöhen. Diese Preiserhöhung soll im engen Zusammenhang mit der Angleichung der Löhne und der Erhöhung der Kohlenpreise stehen. Sie trage jedoch noch nicht der Einführung der 40-Stunden-Woche Rechnung, da diese erst ab 1. August der Fall sein werde. Praktisch stellt das Acetylen heute schon wie der Teer den Stamm eines weitverzweigten „Baumes" dar, der bereits über 150 verschiedene Früchte trägt. Wie Dr. O. N i c o d e m u s in einem Hauptvortrag des Reichstreffens ausführte, wird heute schon ein Fünftel des insgesamt in Deutschland erzeugten Karbids (600 000 Tonnen) für chemische Synthesen verwendet. Einer der wichtigsten Stoffe, die man dabei gewinnt, ist die Essigsäure, die jährlich in einer Menge von 35 000 Tonnen in Deutschland hergestellt wird, und $roar zu über 80 Prozent aus Acetylen. Aus der Essigsäure wiederum gewinnt man Lösungsmittel für die Lack- und Farbenindustrie, aber auch für die Film-, Leder-, Druckfarbenindustrie und andere Zweige. Auch die unbrennbaren Lacke, die hochwertigen Kunstseidensorten (Acetatseide) und gewisse Kunstpreßmassen verdanken der Essigsäure ihre Entwicklung. Neuerdings hat nun die noch junge Chemie des Acetylens stch eine Reihe ganz neuer Möglichkeiten erschließen können. Man hat nämlich erkannt, daß Abkömmlinge des Acetylens, die eine ganz be» stimmte Atomgruppierung aufweisen, sich leicht zu großen Molekülverbindungen zusammenlagern. Diese Borgänge sind denen ähnlich, die sich in der Natur abspielen, in der überall der Grundsatz vorherrscht, aus einfachen Bausteinen großmolekulare Verbin- Italien- »’ , und an 6 ’n af we "ng -L -len verW" । e'gntm , häng': " \\WXT- Fottenver!^ S -, ii n q W i Piftl f ÄS' '«"! Jtalie"'' I lall'” Ktelle" Nischen b- , Jlttfl auf‘ hvni. ^Lafi«'” ’ »erl)ängft dem Las Werk des sozialen Fortschritts, das man wahr- . -------------.........— v„..... fcheinlich unter dem Druck der Ereignisse begonnen Verlaufe ihrer Freitagssitzung einen Gesetzentwurf Paris, 10. Juli. (DNB.) Im Verlauf der I das Wort. Es handele sich darum, zu wissen, so Kammeraussprache am Freitag, in der der s führte er aus, ob Frankreich bei Sowjetrußland Zeitpunkt der Behandlung verschiedener Anträge den Grundsatz der technischen Zusammenarbeit an- oon Abgeordneten behandelt wurde, wurde zunächst । wenden wolle ober nicht. Er sei entschlossen, diefen ein Antrag des Bürgermeisters von Reims und Grundsatz bei allen Ländern anzuwenden, die sich Vorsitzenden der Bürgermeister Frankreichs, Mar- ‘ ........ chandeau, wegen der Besetzung der Be- Atz ►ät nten auih lernlasi-! L,?lQnen,' n9 gewacht i °.rbeitev ® nnen. Die! öreuan ben Mafien । Radikalsozialistischer Borstoß gegen die Regierung Blum. Scharfe Preffekriiik an der Volksfront-Regierung.—„Anstatt aufzubauen habe man zerstört." Paris, 11. Juli. (DNB. Funkspruch.) Die R a - dikalsozialisten scheinen von den bisherigen Ergebnissen der Volksfront-Regierung immer weniger begeistert zu sein. Die beiden radikalsozialistischen Parteiorgane, die „EreNou- o e l l e" und die „R e p u b l i g u e", bringen dies am Samstag erneut zum Ausdruck. Besonders scharf nimmt die „E r e Nouoelle", das Blatt Herriots, gegen die sozialen Maßnahmen der Regierung Stellung. Die Re- igierung, so schreibt das Blatt, habe erklärt, mit der Wiederbelebung der Wirtschaft beginnen zu wollen, um sowohl die Lage des Haushalts, als auch die iber Arbeiter zu bessern. Die ersten Maßnahmen, die Isie ergriffen hätten, brächten aber die Wirtschaft in Gefahr und bedrohten sowohl die öffentlichen Finanzen, als auch das Schicksal der Arbeiterklasse, der kleinen Arbeitgeber und Erzeuger und ebenso das der kleinen Kaufleute. Als unausbleibliche Folge dieser Maßnahmen laufe düngen aufzubauen, die uns allenthalben bei Pflanze und Tier als Hauptaufbaubestandteile begegnen z. B. als Eiweiß, als Cellulose, usw. Es ist nun deutschen Chemikern gelungen, aus Acetylenabkömmlingen auf diesem Wege technisch eine Fülle der verschiedensten Kunststoffe zu gewinnen, und zwar — was noch wichtiger ist — so, daß man die Eigenschaften dieser Stoffe, ihre Härte, ihre Dehnbarkeit, ihre Festigkeit, ihre Kälte- und Wärmebeständigkeit, ihren Wasser- und Säurewiderstand, ihre Lichtechtheit und elektrische Isolierfähigkeit durch entsprechende Gestaltung der Gewinnungsverfahren und Wahl der Ausgangsstoffe nach Wunsch und Willen beeinflussen und verändern kann. Man benutzt solche Stoffe heute als Tränkmittel für Mäntel und Zeltbahnen, als Kabelschutzmassen, als Isolierstoffe, insbesondere für Radioapparate, als künstliche Wachse, als Holzersatz, als Preßstoffe in Form von Knöpfen, Kämmen, Dosen usw., als unbrennbare Anstrichlacke für Fahrzeuge und Flugzeuge, als Klebstoffe für Holzfurniere und endlich als sog. „organische Gläser". Gerade diese Gläser sind besonders bemerkenswert; es sind völlig klar durchsichtige Massen, die man in jeder beliebigen Form Herstellen kann und die vollkommen unzerbrechlich sind. Ihre Härte ist zwar etwas geringer als die des Glases, aber ausreichend, um das Material auch für optische Zwecke zu verwenden. Brillen aus organischem Glas, die 21/2 Jahre lang getragen wurden, sind heute noch vollkommen in Ordnung. Dabei wiegt das organische Glas weniger als die Hälfte des normalen Silikatglases. Das ist vor allem für Flugzeuge wichtig, wo man bei größeren Maschinen durch die Verwendung organischer Gläser zur Verglasung Gewichtsersparnisse von 30 Kilogramm erzielen kann, die im Luftpostdienst einen Mehrtransport von etwa 51/? Tausend Leichtbriefen zu je fünf Gramm möglich macht. Der wichtigste und bemerkenswerteste aus dem Acetylen gewinnbare Kunststoff ist aber der künstliche Kautschuk. Gerade auf diesem Gebiet ist von deutschen Chemikern eine gewaltige und gründliche Arbeit geleistet worden, die erst in späteren Zeiten richtig gewürdigt werden kann. Wir haben heute vier verschiedene Kunstkautschuksorten in Deutschland zur Verfügung, die sich durch ganz verschiedene Merk- male wie Wärmebeständigkeit, Oelfestigkeit, Abreibefestigkeit usw. auszeichnen. Man begnügt sich aber nicht mit diesen Erfolgen, sondern wird die Arbeiten sowohl in der Richtung auf eine Verbilligung der Herstellung, wie auch auf eine weitere Hochzüchtung besonderer Eigenschaften des synthetischen Kautschuks auf das angestrengteste und mit großen Mitteln weiterführen. Sie Koblenzer Prozesse Koblenz, 10. Juli. (DNB.) Im Prozeß gegen die Franziskanerbrüder hatte sich am Freitag der frühere Bruder T a r c i f i u s zu verantworten. Das Gericht verurteilte ihn zu zwei Jahren sechs Monaten Gefängnis. Bruder Tareisius hatte in Waldbreitbach zunächst mit dem Bruder Emanuel Unzucht getrieben und kam später auch mit den Brüdern Linus, Gaudentius, Novatus und sogar mit zwei schwachsinnigen Zöglingen zusammen. In seiner Vernehmung erklärte er, daß ihm das Treiben im Kloster zuwider war und er alles daran setzte, aus der Genossenschaft ausscheiden zu können. Er sei seinerzeit über die Verfehlungen so zerknirscht gewesen, daß er sie den Oberen Camillus und Pankratus mitteilte. Das einzige, was sie auf die Anklage zu sagen wußten, war die unglaubliche und kaum denkbare Entgegnung: „Das ist ja alles nicht so schlimm, das kommt öfters vor". (!) Außerdem sagte man ihm, daß er nicht austreten könne, weil er ja die ewigen Gelübde abgelegt habe. 1932 gelang es ihm bann aber trotzdem, aus der Genossenschaft zu scheiden. Nachdem er Arbeit gefunden hatte, freundete er sich mit einem Mädchen an, das er auch heiratete. Eine Woche nach seiner Hochzeit wurde er verhaftet. Der Angeklagte gab die von dem Zeugen geschilderten Verfehlungen zu. Der Staatsanwalt beantragte zwei Jahre Zuchthaus. Es kam bann zu dem oben erwähnten Urteil. 12 Todesopfer. Rom, 10. Juli. (DNB.) Bei dem Ueberfall auf die italienische Fliegermission in Lekemti sind, wie die Agenzia Stefani meldet, ins» gesamt zwölf Angehörige der italienischen Luftwaffe umsßeben gekommen. Außerdem wurden zwei Eingeborenendolmetscher getötet. Fortschritte in den englisch-ägyptischen Verhandlungen. Kairo, 11. Juli. (DNB. Funkspruch.) Die Blätter berichten, daß ein gemischter Ausschuß die Ausarbeitung der bisherigen Ergebnisse beendete, die in den Verhandlungen zwischen England und Aegypten über die militärischen Fragen erzielt werden konnten. Der ausgearbeitete Text wird am Samstag von einer englischen und einer ägyptischen Abordnung geprüft werden. Falls der Text von beiden Seiten gebilligt werden sollte, kann man mit einem schnellen Fortschreiten der weiteren Vorverhandlungen in Kairo rechnen. D rmstung führender Kommunisten in Rio de Janeiro. Rio b e Janeiro, 10. Juli. (DNB.) Die Po- lizeibehörben von Rio be Janeiro verhafte- t e n in ber Nacht zum Freitag ben Vertreter des südamerikanischen Büros der Komintern bei der Kommunistischen Partei Brasiliens Jos6 Lago Molares, der als Nachfolger des berüchtigten Kommunisten Ewert die Aufgabe hatte, die brasilianischen Kommunisten für ben bolschewistischen Aufstcmb auszubilben. Ferner würbe ber Sekretär bes Politischen Büros ber Kommunistischen Partei Brasiliens Roberto M o r e n a verhaftet, Hauptschriftleiter Dr. Frlebrich Wilhelm Lange. Stellvertr. Hauptschriftleiter: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik unb für bie Silber i. V.: Ernst Blumschein; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für ben übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für ben Inhalt ber Anzeigen: Theobor Kümmel. D. A. VI. 36: 9400. Druck unb Verlag: Brühl'sche Universitäts- Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. unb Samstags 15 Pf., mit ber Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. p A liefert sofort 4440Ö Oberneuland/Bremen. 4441V icrtb WdüHW&t r bPikett-Badeoißn Walltorftr. 16. Küchenben. In dem Nachlaß der Frau Amalie m. und Koffer von 4380A “sr »O iimm. mit u. Schr. Ang. unt. Werde Mitglied der NSV Neustadt frohem Hause. ! Ein Quell d.Freude 5a® o ®t““e£ M-d-»N°tu-Ir-«n» Dauern* Leeres Zimmer toMM Zeugnisabschriften an 4430D OMat liahletmothurg a.ö.Eaön Verlag Schulstraße 7-9 . Fernsprecher 2251 3479D 1 Leder wareni Zimmer evtl. Couchbett, Glas- • Kasten UdenelnrichtoD eo für jede Branche gebraucht u, neu. Schreibtisch, Rot'- schrank, Sessel u Stühle sehr preiswert zu verk. 43Md :ritz Heimann Frankfurt am Main] öüöoiedel. Dame sucht unmöbl. Zimm. billigst abzugeb. 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Neben den Fahnenträgern mit der britischenFlagge sieht man den Führer der britischen Frontkämpfer, Generalmajor Vaughan. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Hitlerfahnen über Tsingtau Bericht von einem deutschen Vorposten in Ostasien. dekretieren, es werden stets nur halbe Maßnahmen bleiben, solange nicht die Abwehr aus dem Innern der Volksseele emporwächst. Dazu aber muß die Volksseele von Grund aus umgestaltet werden. Auch in Paraguay hat der Bolschewismus Eingang gefunden. Land- und volksfremde Agitatoren waren als Wanderprediger durchs Land gezogen und hatten ihre verderbliche Saat gestreut, die zu keimen begann. Daß nicht nur Moskau, von dem man. es nicht anders erwartet, sondern auch der Geschäftsträger einer lateinamerikanischen Macht in Asuncion für die Ideen des Kommunismus und Bolschewismus werbend wirkten, war ein bedenkliches Zeichen. Ein Teil der Arbeiterschaft ist den Lockungen erlegen. Wieweit der Versuch, die bewaffnete Macht zu zersetzen, gelungen ist oder war, läßt sich nicht übersehen. Daß unter den alten Kriegsteilnehmern mancher sich von den Phrasen der moskowitischen Sendlinge hat betören lassen, ist gewiß, und daß bei dem Staatsstreich am 17. Februar 1936 der Bolschewismus Pate stand, ist heute nicht mehr zu bezweifeln. Etwas ganz anderes ist es, wieweit sich die Führer der Erhebung damals bewußt waren, daß sie eigentlich nur als Werkzeuge dienen sollten, um denen die Ministersessel zurechtzurücken, die sich mit „Heil Moskau!" draufsetzen wollten. Als die Regierung A y a l a in den ersten Februartagen dieses Jahres den Oberst Franco und die Majore 3_r a I a und Gonzalez als Häupter einer geplanten Verschwörung verbannte, da rechtfertigte sie diese Mgßregel in einer amtlichen Verlautbarung des Kriegsministeriums damit, daß * Dgl. Gießener Anzeiger Nr. 154 vom 4. Juli und Nr 158 vom 9. Juli. Nicht nur bei den Deutschen, sondern auch bei den Chinesen und den anderen Ausländern des Ostens heißt Tsingtau die „Perle des Ostens". Die beinahe ewig lachende Sonne über der herrlichen Tsingtaubucht, die grünen Hänge der Jltisberge und die blauen Silhouetten des Perlgebirges in der Ferne geben ein Landschaftsbild, das uns Deutsche sofort an die ferne Heimat erinnert. Auch die Stadt Tsingtau mit ihren deutschen Häusern und den roten Dächern läßt einen glauben, man führe an der deutschen Ostseeküste entlang: etwa Pillau ober Stralsund. Noch heute, wo uns Tsingtau nicht mehr gehört, spielt sich da reges deutsches Leben ab, wenngleich die Stadt unter chinesischer Verwaltung steht, wirtschaftlich unter japanischen Einfluß geraten ist und die Bevölkerung zu einem großen Teil aus russischen Emigranten besteht. Auf Schritt und Tritt wird man hier an die deutsche Vergangenheit, an deutschen Unternehmungsgeist erinnert: der Baustil der Häuser, die alten deutschen Namen, die Bezeichnung der Wege, die alten Forts und besonders auch die vielen deutschsprechenden Chinesen der Gegend. Vor allem aber fällt uns die für China ganz ungewohnte deutsche Ordnung und preußische Zucht in der Verwaltung auf. Aber unsere hier lebenden deutschen Volksgenossen zehren nicht nur von der Erinnerung an die schönste Zeit des deutschen Tsingtau. Mit dem Großwerden der nattonalsozialisttschen Bewegung in der Heimat und ihrem Uebergreifen auf die Deutschen im Auslande bekam auch das deutsche Leben in Tsingtau wieder neuen Auftrieb und einen neuen Sinn. Es wurde mehr als irgendeine andere deutsche Kolonie im Fernen Osten zu einem Zentrum deutschen Lebens in China. Ja, es übertraf selbst Schanghai, wo die meisten Deutschen wohnen. Kein Wunder also, daß dieses neu aufblühende nationale Leben hier draußen seinen Hauptantrieb von der begeisterten jungen und jüngsten Gefolgschaft Adolf Hitlers empfing. Tsingtau und die Hitler-Jugend in China sind zwei Begriffe geworden, die in China gar nicht mehr voneinander zu trennen sind. Als im Sommer 1934 die deutsche Jugend Chinas einen Platz für das erste HJ.- Lager suchte, fiel die glückliche Wahl auf das stille Tal im Lao-Chan-Gebirge, das alle Deutschen der ehemaligen deutschen Kolonie so sehr lieben. Ein Parteigenosse aus Tsingtau stellte sein im Tale liegendes Landstück für ein Sommerlager zur Verfügung und dann pilgerten Sonntags gar viele unserer Volksgenossen in den Lao-Chan hinaus, um sich an dem frischen Betrieb der deutschen Jugend zu erfreuen und neuen Lebensmut für den harten Daseinskampf zu schöpfen. Aber erst im letzten Sommer wurde das Band zwischen den Tsingtauern und der Hitler-Jugend ganz eng und für immer fest geknüpft. Inzwischen hatte nämlich die Ortsgruppe Tsingtau der NSDAP, in den Prinz-Heinrich-Bergen, etwa 8 Kilometer von der Stadt entfernt, ein „Braunes Haus" erbaut. In schöner Lage angesichts der See wurde das schnell nicht nur der Sammelpunkt aller Nationalsozialisten, sondern fast aller Volksgenossen der ganzen Gegend. Anstatt der früher üblichen „Parties" zog sich das Deutschtum nun immer mehr nach dem neuen Sammelpunkt, von dem die Flagge des neuen Reiches über die Prinz-Heinrich-Berge hinweg grüßt. Ein Mittelpunkt für das Deutschtum Chinas aber wurde unser „Braunes Haus" und die Prinz-Hein- rich-Berge dann durch das neue Sommerlager der HI. Hinter dem Braunen Hause dehnte sich nunmehr eine kleine Zeltstadt, die Ziel und Sammelpunkt aller deutschen Jungen des Fernen Ostens wurde. Teile des Hauses dienten der HI. als Schreibstube und notfalls auch als Krankenzimmer. Natürlich war das Sammellager nicht nur Wallfahrtsort der deutschen Gemeinde Tsingtau, sondern auch Volksgenossen aus Schanghai, Hankau, Peking, Tientsin und Tsinansu machten das HI.-Lager zum Ziel ihrer Fahrten, in erster Linie natürlich die Jugend selbst, die in der Zeltstadt alles das fand, von dem die Phantasie eines deutschen Jungen nur träumen mag. Es ist klar, daß jeder, der ins Lager kam, auch herüber nach Tsingtau ging, um sich die alte deutsche Stadt anzusehen. Besondere Freude bereiteten den Tsingtauern auch die vom neuen deutschen Geiste zeugenden Darbietungen der Hitler- Jugend, nicht zu vergessen auch die spannenden Sporlwettkämpse. Das Lager ist noch in aller Munde und jeder freut sich schon wieder auf das neue Sommerlager in den Prinz-Heinrich-Bergen. So erhielt altes deutsches Leben neuen inneren Antrieb durch die jüngere Generation, ganz wie in der Heimat. Und so ist denn in Tsingtau, der einzigen Stadt des Fernen Ostens, die uns Deutschen zur Heimat werden kann, die junge Ortsgruppe der NSDAP, daran, unter dem Deutschtum Ost- asiens noch vorhandene alte Vorurteile hinwegzuräumen. Tsingtau ist unter ihrer Führung wieder wie früher ein deutscher Vorposten geworden, ein Außenposten von geistiger und kultureller Bedeutung. Die Kanonen in den Forts mußten schweigen, aber noch nicht zwei Jahrzehnte später weht die stolze Fahne Adolf Hitlers über der ehemaligen kaiserlichen Festung als Zeichen der deutschen Wiederauferstehung, als Sinnbild friedlichen Wettbewerbes und neuer deutscher Weltgeltung auf allen Gebieten. In diesem Geiste hat die Auslands-Organisation der NSDAP, hier im Osten ein gewaltiges Stück Kulturarbeit geleistet, die dem gesamten Deutschtum zugute kommt. Kann es einen besseren Beweis für die Macht der Ideen des neuen Deutschlands geben als den, daß der chinesische Gouverneur von Tsingtau sich mit seinen Offizieren und den in der militärischen Ausbildung befindlichen Studenten als Gast der Ortsgruppe Tsingtau der NSDAP, und der HI. im „Braunen Haus" einfand, um seinen Leuten zu zeigen, was die Gefolgschaft Adolf Hitlers leistet, was deutsche Zucht und Tatkraft zu schaffen vermögen. W. Sch. Betrugsprozeß vor dem Frankfurter Sondergericht. LPD. Frankfurt a. M., 10. Juli. In dem Prozeß vor dem Frankfurter Sonderge- richt gegen zwei Angeklagte, die unter der Vorgabe, in parteiamtlichem oder behördlichem Auftrag zu kommen, Büsten des Führers und Plaketten einer Privatfirma in an Erpressung grenzender Weise vertrieben haben, wurde heute das Urteil gefällt. Das Sondergericht verurteilte wegen fortgesetzten gemeinschaftlichen Betrugs und Verbrechens gegen § 3 des Heimtückengesetzes den Konrad Friedrich Heil zu zwei Jahren und eine Woche Zuchthaus und den Christian Rossi zu IV2 Jahren Gefängnis. Heil wurde auch des Vergehens gegen das Ördensgesetz für schuldig befunden, weil er unbefugt das Frontkämpferehrenkreuz trug. Der Staatsanwalt hatte gegen Heil 3V2 Jahre Zuchthaus und 300 Mark Geldstrafe, sowie fünf Jahre Ehrverlust, gegen Rossi 2V2 Jahre Zuchthaus beantragt. In der Urteilsbegründung wies der Vorsitzende auf das parteischädigende Verhalten der Aegeklag- ten hin, die die Liebe des Volkes für den Führer zu Privatgeschäften benutzten. Mildernd wurde be» rücksichtigt, daß die Angeklagten nicht verantwortlich gemacht werden können, daß die Büsten in den Handel kamen, und daß sie sich in erheblicher Notlage befanden. Rossi, der von Heil angelernt wurde, mar mehr der Mitläufer. HunDfunfproaramm Sonnfag, 12. Juli. 6 Uhr: Hafenkonzert. 8.10: Gymnastik. 8.45: Orgelchoräle. 9: Ev. Morgenfeier. 9.45: Der österreichische Dichter Josef Weinheber, Träger des Mozartpreises der Universität München 1934/1935, lieft eigene Gedichte. 10: Konzert mit Werken von W. A. Mozart. 10.45: Chorgesang. 11.15: Bekenntnisse zur Zeit. Ein Lehrmeister für die Gegenwart: Heinrich I. Anläßlich seines 1000. Todestages (2. 7.). Von Dr. Alfred Thoß. 11.30: Unter Hellem Himmel. Eine sommerliche Funk- solge mit Dichtungen. 12: Musik am Mittag. 14: Kinderfunk: „Kasperl auf hoher See". Ein Kasperlspiel von W. Martinelli. 14.45: „Deutschland!" Querschnitt durch die Deutschland-Ausstellung von 18. Juli bis 16. August 1936 in Berlin anläßlich der XI. Olympiade. 15: Deutsche Scholle. 16: Volkssender 1936! 18: HJ.-Funk. 18.30: Unterhaltungskonzert. 19.40: Sportbericht mit Ausschnitten aus der 45. Internationalen Ruderregatta zu Frankfurt am Main. 20: Stimme und Charakter in der Oper. 22: Nachrichten Montag, 13. Juli: 6 Uhr: Choral — Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Musik zur Frühstückspause. 9.30: Nachrichten. 11: Hausfrau, hör zu! 11.30: Bauernfunk. 11.45: Sozialdienft. 12: Schloßkonzert I. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Schloßkonzert II. 14: Nachrichten. 14.10: Nach Tisch gönnt euch ein wenig Rast. Seid bei Frau Mu- sica zu Gast! Aus Werken von Anton Dvorak. 15: Volk und Wirtschaft. Vernünftige Lenkung der Mode. 15.15: Kinderfunk. 15.45: Unterhaltungsmusik. Operetten-Melodien. 16.45: Erzähler unserer Zeit: Hans Brandenburg: „Der kleine Holland". 17: Geiger als Komponisten. 17.30: Drei Männer erzählen: Der Mann am Fenster — Der Mann der Faust — Der Mann vom Matterhorn. 17.45: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 18: Fröhlicher Alltag. Ein buntes Konzert. 19: „Petra und Alla". Ein Volksstück um zwei Pferde. 20: Nachrichten. 20.10: Musikanten am Feierabend. Ein bunter Reigen um schlichte Weisen. 22: Nachrichten , der Bei Hitze und Ermattung, auf Reisen, bei Sport und Spiel schenkt Odol L83 jenes einzigartige Gefühl-der Erfrischung und Belebung. Darüber hinaus wirkt Odol L83 vorbeugend gegen Infektionen der Mund- und Rachenhöhle. Kanadas" '.XV irtschast auf neuen Wegen. 23on unserem I.K.-Verichterstatter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, Devoten!) Ottawa, im Juni 1936. Riesige Weizenfelder, die weithin sich dehnen, fast unabsehbare Grasflächen, auf denen stattliche Viehherden weiden, sorgfältig gepflegte Obstkulturen, dichte Wälder, die dem Land einen erheblichen Holzreichtum sichern und Möglichkeiten zu ertragreicher Pelztierjagd bieten: das ist Kanada. Aber das ist zunächst nur die eine Seite dieses großen britischen Dominions, das Kanada der Farmer, deren Interessen in den westlichen landwirtschaftlichen Provinzen überwiegen. Daneben bestehen die nicht minder wichtigen Belange der Jndustriebezirke mit bedeutsamem Steinkohlenbergbau, einer Ausbeute an A s b e st, die 85 v. 5). der Weltproduktion ausmacht und einer Nickelgewinnung von neun Zehnteln der Welterzeugung. So sind Kanadas Interessen als Teilhaber am Weltwirtschaftsverkehr vielfältig ausgerichtet und um so empfindlicher mußte naturgemäß das Land auf alle die Störungen sich äußern, die in den Krisenjahren den Welthandel auf ein Drittel seines Standes vom Jahre 1929 herabsinken ließen. Kanadas wirtschaftlicher Bestand und seine Blüte sind grundlegend bestimmt durch den Absatz seines landwirtschaftlichen Ueberschusses, nicht minder aber durch die Pflege der Ausfuhrmöglichkeiten für feine Industrie, deren Ertragsfähigkeit erst durch entsprechende Ausfuhrgewinne gesichert ist. Der Absatz von Jndustrieerzeugnissen war der zollmäßigen Absperrung Kanadas unter der konservativen Herrschaft weitgehend zum Opfer gefallen, und als im Herbst v. I. die Liberalen in erdrückender Mehrheit ins Parlament einzogen, war ihre Betrauung mit der Leitung der Staatsyeschäfte gleichbedeutend mit einer Revolution gegen die bisherigen Methoden. Eine neue Politik wurde gefordert: Abbau der Zpllschranken und Verstärkung des Warenaustausches mit den beteiligten Ländern! Rur so, nur auf dem Wege über eine aktive Handelspolitik — machten die Liberalen geltend — kommen wir m einer wirksamen Bekämpfung der allzuhohen Arbeitslosenziffern, nur so kommt endlich wieder Schwung in die Wirtschaft und Geld in die Kassen der Provinzen und des Bundes. Mackenzie King, zum dritten Male Ministerpräsident des Landes, trotz seiner 61 Jahre ein mit dem nötigen Schneid ausgerüsteter Politiker, ging mit zuversichtlichem Vertrauen an seine Aufgabe. Er ist ein guter Redner und begeisterter Sportsmann, dem seine Reisen durch Deutschland Frankreich, die Schweiz und Italien einen entsprechenden Weit- blick und seine früheren Ministerpräsidentschaften ein reiches Maß an Erfahrungen vermittelt haben. Sein erster Erfolg war die Gewinnung Dun- n i n g s für die Uebernahme des Finanzministeriums, der es bereits unter der letzten liberalen Regierung innegehabt hatte. Mit der Vorlage des neuen Staatshaushaltes gibt nun, nach den ersten Monaten praktischer Arbeit im Kampfe gegen die Arbeitslosigkeit und Umsatzschrumpfung, der kanadische Fmanzminister einen Ueberblick über das seither Erreichte und einen Ausblick in die Zukunft. Das Ausmaß der erzielten Er- folge, aber auch der Umfang dessen, was noch zu tun bleibt, und mit nüchternen Ziffern belegt, die ein Bild von den Schwierigkeiten geben, die das Land zu überwinden haben wird. Bei rund 387 Millionen Dollar auf der Einahmen- und 509 Millionen auf der Ausgabenseite, verbleibt ein Unterschuß von 121,25 Millionen Dollar, das die Regie- rung auf unter 100 Millionen herabzudrücken entschlossen ist. Für die Steuerzahler bedeutet das eine Reihe neuer steuerlicher Belastungen, wozu noch die Schwierigkeiten treten, die stark unterschüssigen Haushalte verschiedener Provinzen ebenfalls irgendwie zum Ausgleich zu bringen. Die Bundesregierung hat in den langen Krisenjahren den Provinzverwaltungen weitgehend Kredite einräumen müssen, die nun die Provinzhaushalte und den Bundeshaushalt belasten. Dazu kommt die gespannte Lage der kanadischen Bundesbahnen und, als vielleicht schwierwiegendstes Merkmal, die immer noch beträchtlichen Aufwendungen an Arbeit s l o s e n u n t e r st ü tz u n g e n , die der Rückkehr zu normalen Verhältnissen im Wege stehen. So ergibt sich gegenüber dem Vorjahre eine Steigerung der laufenden Ausgaben von 359,75 Millionen Dollar auf 374 Millionen, und es wird noch gewaltiger Anstrengungen bedürfen, ehe die kanadische Finanzrechnung ins Reine gebracht ist. Vorläufig tröstet man sich mit den auf dem Gebiete der Handelspolitik erzielten Fortschritten. Unter der vorigen Regierung war, mit der weitgehenden Abschließung des kanadischen Marktes, die Ausfuhr von 503 Millionen Dollar im Jahre 1929 auf 232 Millionen Dollar im Jahre 1934 zusammengeschrumpft, was eine Minderung von mehr als die Hälfte bedeutet. Selbstverständlich verlor gleichzeitig Kanada infolge des Darniederliegens des gesamten Wirtschaftslebens den größten Teil seiner Aufnahmefähigkeit für fremde Erzeugnisse. Die Einfuhr aus USA. z. B., die 1929 Über 899 Millionen Dollar betragen hatte, ging bis zum Jahre 1934 auf 302 Millionen Dollar zurück: das ist eine A b • nähme um fast genau zwei Drittel. Seitdem ist, nach der Machtergreifung durch die Liberalen, das Steuer mit kühnem Ruck herumgerissen worden und Kanada hat sich zunächst mit Japan, Belgien und den Vereinigten Staa- t e n über gegenseitige Erleichterung des Warenaustausches in Verbindung gesetzt, wobei man dem großen Nachbarn USA. weitgehendes Entgegenkommen gezeigt hat. Das am 1. Januar in Kraft getretene Handelsabkommen räumte Amerika Zollermäßigungen auf 180 Zollpositionen ein. In 80 Fällen ist der Zollsatz modriger als er jemals von einem nichtbritischen Einfuhrland bezahlt wurde. Unter den so begünstigten Warengruppen befinden sich eine Reihe für die amerikanische Ausfuhr besonders wichtiger Erzeugnisse: Frischgemüse, Orangen und Weintrauben, Nüsse und Samen, landwirtschaftliche Maschinen, elektrische Artikel und zahlreiche Eisen- und Stahlwaren. Auf alle anderen Einfuhrwaren genießt USA. den Vorzugstarif der meistbegünstigten Nation und es hat außerdem wesentliche Zugeständnisse in Richtung einer wohlwollenden und großzügigen Handhabung der derzeitigen zollpolitischen Bestimmungen zugesagt erhalten. Im Austausch gegen die von ihm gewähr- ten Zugeständnisse sichert sich Kanada seinerseits entsprechende wesentliche Erleichterungen für seine Ausfuhr nach Amerika, dem bei der unmittelbaren Nachbarschaft der beiden Länder eine besondere Bedeutung zukommt. Die gleiche Politik der Zollermäßigungen ist Großbritannien gegenüber angewandt worden, das auf 104 Positionen ermäßigte Sätze zugestanden erhalten hat (gegenüber 12 geringfügigen Erhöhungen). Finanzminister Dunning hat in seinem jüngsten Rechenschaftsbericht wissen lassen, daß Kanada auf diesen neuen Wegen, die es eingeschlaqen hat, entschlossen fortschreiten will. An Anzeichen für eine Belebung des Ausfuhrgeschäfts fehlt es nicht: die Ausfuhr nach England z. B. stellte sich in den ersten elf Monaten des abgeschlossenen Steuerjahres auf 58,6 Millionen Pfund gegenüber 50,7 Millionen für die gleiche Zeit im Vorjahre (bei einer gleichzeitigen Steigerung der Einfuhren von 20,1 auf 21,6 Millionen Pfund). Auch mit anderen Ländern des britischen Mutterlandes zeigt der Warenaustausch eine steigende Tendenz. Insgesamt schließt in dem am 31. März beendeten Steuerjahr der kanadische Außenhandel mit 3,355 Milliarden gegenüber 2,975 Milliarden Mark im Vorjahre ab, eine Steigerung von 12 v. H. Das ist immerhin ein Anfang und ein Ansporn. Außer dem für die nächste Zeit vorgesehenen offiziellen Besuch Roosevelts in Ottawa sind weitere Wirtschaftsverhandlungen mit anderen Staaten in Aussicht genommen. Noch bleibt e'in weiter Weg zurückzulegen in dem Bemühen, Handel und Industrie aus dem Tiefstand der letzten Jahre herauszuführen zu neuer Blüte. Es ist aber schon viel gewonnen, wenn das Ziel klar umrif. fen ist und man weiß, welcher Veg beschritten wer. den soll. Kommunistenführer zumTodeverurteilt Hamburg, 10. Juli. (DNB.) In dem seit meh. reren Wochen verhandelten Prozeß gegen den ehe» maligen Gauführer des Rotfrontkämpfer, b u n d e s Edgar Andre vor dem Strafsenat des Hanseatischen Oberlandesgerichts wurde am Frei- tagvormittag das Urteil gefällt. Andre wurde we- gen Vorbereitung des Hochverrats in Tateinheit mit gemeinschaftlichem vollendetem Mord in einem Fall, gemeinschaftlichen, vers achten Mord in sechs Fällen, sowie Landesfrie- Hakenkreuzfahnen heraus zum Gaulag heffen-Naffauk densbruch und Aufruhr, und zwar in bei- den Fällen als Rädelsführer, ferner in Tateinheit mit gemeinschaftlichem versuchten Mord in drei Fällen, Landesfriedensbruch und Aufruhr, und zwar in beiden Fällen als Rädelsführer, zum Tode verurteilt. Dem Angeklagten werden die burger- lichen Ehrenrechte auf Lebenszeit aberkannt. Die bei dem Angeklagten beschlagnahmten Schriften, Bücher und Broschüren wurden eingezogen. Der An- geklagte hat die Kosten des Verfahrens zu tragen. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. An der Südseite eines über der Nordsee liegen- den Tiefdruckwirbels kam es heute morgen wiederum zu einem Vorstoß feuchterer Luftmassen, die in Südwestdeutschland zu landregenartigen Niederschlägen führten. Dach wird sich aber wieder frischere Meeresluft durchsetzen, so daß bei zeitweiser Aufheiterung wieder Schauerwetter einsetzen wird. Aussichten für Sonntag: Veränderlich bewölkt mit zeitweiser Aufheiterung, noch einzelne Schauer, Temperaturen wenig geändert, um West schwankende Winde. Aussichten für Montag: Fortdauer der nicht niederschlagsfreien Witterung. Lufttemperaturen am 10. Juli: mittags 20,5 Grad Celsius, abends 15,3 Grad; am 11. Juli: morgens 12,9 Grad. Maximum 21 Grad, Minimum heute nacht 10,5 Grad. — Erdtemveraturen in 10 cm Tiefe am 10. Juli: abends 19,9 Grad; am 11. Juli: morgens 16,6 Grad. — Sonnenscheindauer 6,9 Stunden. 7—IM—s——I ■ w—wMT1 l™™ I ■■IHIIMMIW VEXTTt-OEWt- BLM sw. 19 Selenic ca. 70 cm breit, sehr gute Qualität, in großem Sortiment.. "-85 Deutsch-Moussellne ca. 80 cm breit, beliebt für praktische Kleider, viele neue Muster 1.45 1.25 -.95 Dirndlstoffe sehr vielseitige Ausmusterung, neueste Drucke 1.45 1.25 1.10 -.95 -.85 WoHmousseiine 80 cm breit, tür praktische Sommer - Kleider 1.95 1.65 1.45 1.25 Wasch-Cloqu6 438?a ca. 70 cm breit, neue schöne Farben.. .... 1,45 Selenic-Noppen ca. 70 cm breit, neue geschmackvolle Musterungen 2.25 1.95 1.65 Hanna Tholl Heinrich Kratz geben ihre Verlobung bekannt Kahla in Thüringen Gießen, z. Z. Braunfels im Juli 1936 03146 Ihre Vermählung geben bekannt Wilhelm Menk, Studienassessor Armgard Menk, geb. ^oh Gießen, Lruchstraße 5 Eberstadl bei Darmstadl 11. 3u(i 1936 03142 Zhre Vermählung geben bekannt Leopold Erb und Frau Else, geb. 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Busch besuchen heißt: Deutschlands vollkommensten Clrcns gesehen in habenI Nr. 160 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Zamstag, U.Zuli (YZ6 Ser Dardanellenschacher. Von Konteradmiral a. D. Gadow. Es scheint, daß die Politik der zur Zeit maßgeblichen Mächte nicht imstande oder willens ist, einen Schaden ihres Systems auszubessern, ohne an anderer Stelle einen neuen dafür zu setzen und neue Hindernisse für die friedliche Gemeinschaft der Völker aufzurichten, die ihr so oft betontes Ziel ist. Die Auflagen des Dardanellenstatuts von Lausanne 1923 mit der Entwaffnung der Meerengen stellten einen Zwang für die Türkei und eine Sicherung gegen das bolschewistische Rußland dar, dem sich beide trotz der türkischen Selbstbehauptung im Befreiungskriege nicht hatten entziehen können, obgleich der Türkei beide Ufer verblieben waren und damit die Möglichkeit, sie durch mobile Waffen zu verteidigen. Das türkisch-russische Bündnis verlieh ihrem Einspruch gegen das Restdiktat dann allmählich solchen Nachdruck, daß die Westmächte in die Konferenz von Montreux willigen und den radikalen türkisch-russischen Revisionsvorschlag entgegennehmen mußten. Lautes Lob wurde der lächelnden Türkei zuteil, daß sie diesen Weg „korrekter Revi- fionsforberung'' beschrittetn habe, jedoch zeigt schon ein flüchtiger Blick, welche machtpolitischen Momente die neue Entwicklung begünstigen und wie wenig guter Wille bei der Revision tätig ist. Die türkischen Forderungen sind radikal: Befestigung der Engen, Entfernung der internationalen Aufsicht, Verbot fremder Durchfahrt in Abteilungen über 14 000 Tonnen oder ein Kreuzer und zwei Zerstörer und zu Höflichkeitsbesuchen, Beschränkung fremder gleichzeitiger Flottenmacht im Schwarzen Meer auf das Doppelte oder 28 000 Tonnen, Höchstdauer des Aufenthalts 15 Tage, Anmeldung einen Monat voraus, Verbot des Ueber- fliegens. Hiermit würde das volle Hausrecht der Türkei, Schutz gegen Handstreich und Vergewaltigung und ungestörte Seeherrschaft der Verbündeten im Schwarzen Meer sichergestellt. Rußland gegenüber: gleiche Bedingungen, aber Durchfahrt auch für große Schiffe von 25 000 Tonnen, und damit, da beide verbündet und durch reale Interessen verbunden sind, die praktische Passierfreiheit bei starken Einschränkungen für die Fremdmächte. England hat darauf mit einem Gegenvorschlag erwidert, der die erlaubte fremde Tonnage um ein Geringes erhöht, das Luftverbot mildert, die internationale Kommission beizubehalten wünscht, den erlaubten Aufenthalt auf 30 Tage verlängert. Der Handel ist damit eröffnet. Um was geht es? Die veränderte Stellungnahme Englands, dessen Gegenvorschläge nur formaler Natur sind, zur Frage der russischen Ausschließung aus dem Mittelmeer, für die es 150 Fahre Diplomatie und einen Krimkrieg eingesetzt hat, ist heute anders begründet als 1915, wo man Rußland Konstantinopel und gleichfalls die Dardanellenfreiheit versprach, sich allerdings die Besetzung der Inseln Jmbros und Tene- das vor dem Hellespont als Sicherheit vorbehielt. Die Fühlungnahme mit Rußland ist mehr als platonisch, hier sieht England den Gegner der japanischen Expansion im Osten ebenso heranwachsen, wie das Gegengewicht gegen das erstarkende Deutschland im Westen, und England haß nicht umsonst zum französisch-russischen Bündnis wohlwollend Pate gestanden. Entscheidender aber ist die Zuspitzung der Dinge im Mittelmeer selber. Das Verhältnis zu Italien ist weiter gespannt und dessen imperialistischer Erfolg so wenig vergessen, wie sein Anspruch auf Mittelmeerherrschaft und Erneuerung des altrömischen Vorrangs. Die Seemachtmittel Englands gegenüber dieser Bedrohung seiner zentralen Seestrahe haben sich infolge vertraglicher Bindungen noch nicht vermehren lassen. In der Luft wird mangels eigenen Gebiets und großer Flugplätze am Mittelmeer ein Gegengewicht gegen Italien überhaupt kaum zu errichten fein, das Risiko behält also seine Bedeutung. So mußte die Idee des Mittelmeerpaktes entstehen, der die Lage „regional" stabilisieren, alle Mittelmeermächte umfassen und Italien einkreisen, oder doch zur Ruhe zwingen soll. Die Fühlungnahme mit den Anrainern, von Frankreich bis Jugoslawien, ergab deren grundsätzliche Bereitschaft, aber mit Mißbehagen sah England die östlichen Mächte wieder schwanken und sich einer strikten Neutralität zuwenden, als der britische Mißerfolg im abessinischen Fall immer deutlicher wurde. Als die Türkei dann mit ihrer Reoisionsforde- rung, sekundiert durch Rußland, heroortrat, sah man die Mächte des Balkanbundes bereits entschlossen, zuzustimmen, ohne England (und Frankreich) zu befragen. Das bedeutete, daß diese Mächte im Osten des Gebietes ein näherliegendes Interesse am örtlichen Zusammenschluß bekundeten, als den Großmächten lieb sein konnte. Diese sehen sich also gleichfalls zur Zustimmung genötigt, wußten aber alsbald aus der leisen Zwangslage neue Vorteile zu ziehen. Zunächst bleibt das Ziel der Einkreisung Italiens bestehen, und eine freundschaftliche Regelung der Dardanellenfrage eröffnet die Aussicht, Rußland und die Türkei darin einzubeziehen und so den Druck noch bedeutend zu verstärken, ja erst richtig wirksam zu machen. Für Frankreich, das dieser Seite des Programms nur lauwarm zustimmt, ergibt sich die weitere Aussicht, sein allaemeines militärisches Bündnissystem auch nach dieser Seite zu verankern, mit Hilfe der neuen Freunde auch Italien in die Anti-Revisionsfront einzubauen und damit alle Reformoersuche am Völkerbundsstatut zu vereiteln. Daneben ergeben sich weitere, seemachtpolitische Vorteile. Rußland, als Verbündeter Frankreichs, hat seinen hohen Wert als Luft- und Landmacht, geringeren jedoch zur See, wo es geographisch auf die drei Fenster zur Ostsee (Kronstadt), zum Mittelmeer (Dardanellen) und zum Stillen Ozean (Wladiwostok) beschränkt ist, ohne die Möglichkeit freien militärischen Verkehrs und Austausches. Eine nicht nur erzwungen geduldete, sondern wohlwollende Oeffnung der Meerengen, bei gleichzeitigen Garantien gegen den Einbruch der Westmächte — Sicherheit des Oelgebiets am Kaukasus! — hätte die sofortige Wirkung, daß durch russische Seestreitkräfte den beiden anderen Reichsenden russische Truppentransporte für einen Kriegsschauplatz zugeführt werden können. Es ist zunächst für Japan nicht gleichgültig, ob die Hilfsmittel der Werften von Odessa und Sebastopol herangezogen werden können, um die U-Bootsflotte in Wladiwostok, die bereits auf 50 Fahrzeuge beziffert wird, unberechenbar zu verstärken und damit die Lage im Japanischen Meer und auf dem Seewege zur Mandschurei zu verschärfen. Es ist auch für die Ostseemächte, für Deutschland, Finnland, Schweden, Polen und alle anderen nicht einerlei, ob solche Verstärkungen dort auftreten und Gefahren für die Ostseegemeinschaft herbeiführen können, die durch den ruhigen Wiederaufbau der deutschen Flotte gebannt schienen. Damit wendet sich aber auch verstärktes Interesse den russisch-englischen Flottenverhandlungen zu, die zur Zeit die russische Tendenz zeigen, kräftig aufzurüsten und die Parität mit Deutschland zu verlangen, d. h. gleichfalls 35 o. H. der englischen Flottenstärke. Es braucht kaum gesagt zu werden, daß damit der mühsame englische Plan einer Stabilisierung der Seerüstungen kaum gefördert, vielmehr neue Bedenken heraufbeschworen werden müßten. Und daher ist zu wiederholen, daß diese Art Politik nicht imstande scheint, ein Gefahrenloch zu stopfen, ohne mindestens ein anderes aufzureißen oder, in ihrem Sinne, für Erhaltung des Drucks der „Besitzenden" gegen die „Revisionisten" zu sorgen. neu haben und besitzen zu dürfen. Ja vielleicht be- deutet solches Erfahren einen neuen Lebensanfang. Äornotizen. Tageskalender für Samstag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Sehnsucht". — Zirkus Busch (Volkshalleplatz), 15 und 20 Uhr Vorstellung. Tageskalender für Sonntag. 11 bis 12 Uhr: Platzkonzert des SA.-Musikzuges am Hindenburgwall. — Gloria-Palast, Seltersweg: „Sehnsucht". — Zirkus Busch (Volkshalleplatz), ab 9 Uhr große Tier- und Dölkerfchau; 15 und 20 Uhr Vorstellung. Oberst a. O. Naumann 87 Jahre alt. Oberst a. D. Naumann, der älteste Offizier des früheren Infanterie-Regiments Kaiser Wilhelm Nr. 166 in Gießen, Keplerstraße 7 wohnhaft, begeht am kommenden Montag, 13. Juli, seinen 87. Geburtstag. Als Fähnrich kämpfte er in der Schlacht bei Gravelotte-St. Privat mit, wo er am 18. August 1870 beim Sturm des I. Bataillons auf die Ferme Champenois verwundet wurde. Dem verdienten Offizier und hochgeschätzten Gießener Mitbürger gilt an feinem Geburtstage am kommenden Montag das herzliche Gedenken seiner alten Kameraden und darüber hinaus weiter Kreise der Gießener Bevölkerung. HoheEhrung desGeheimratsSommer. Von der Pressestelle der Universität Gießen wird uns mitgeteilt: Die Deutsche Gesellschaft für Psychologie hat bei der feierlichen Eröffnung des Jenaer Kongresses Herrn Geheimrat Professor Dr. Sommer in Gießen in Dankbarkeit für seine treue Mitarbeit und in Würdigung seiner Verdienste um die gemeinsame Sache zu ihrem Ehrenmitglied ernannt. Aus Oer proviuzialhauptstadt. Serien vom Du. Von 4jc £)r. Hans Hartmann Die Sommerferienzeit hat ihren Höhepunkt erreicht. Millionen empfinden die Wonne des Nichtstuns und sammeln Kräfte für die Arbeit der kommenden Zeit, Kräfte der Nerven und Muskeln, Kräfte der Seele und Entspannung. Es ist einige Jahre her, da war der Titel eines Romans von Paul Keller zum Modewort aewor- den. Jeder, der Sorgen und Alltag zu Hause ließ und in die Erholung fuhr, sprach von den „Ferien vom Ich". Das I ch, das anspruchsvolle, selbstherrliche, aber auch verhetzte und geplagte, wurde für eine Weile abgeschaltet. Und wer am Waldrand lag und aufs gelbe Kornfeld blickte, oder wer am Strand mit Sonne und Wellen Freundschaft schloß, oder wer auf freiem Bergesgipfel die Größe und Schönheit der Welt fühlte, der wuchs über jenes kleine, oft so kleinliche Ich hinaus und ein besseres, wesentliches, gelöstes Ich erstand in ihm. Insofern ist das Modewort also nicht ganz richtig. Wenn das äußerliche, dem Alltag verfallene Ich verschwindet und ein höheres Ich zum Vorschein kommt, so kann man eigentlich nicht von Ferien vom I ch reden. Das Hochgefühl des „Ich" kommt vielleicht nie so stark zum Ausdruck wie in Ferien, die sinnvoll verbracht werden. Hoch oben auf den Bergen staunen wir ehrfürchtig vor dem Wunder des Menschseins, des Mensch-fein - d ü r- f e n 5. Und in den Wellen des Meeres mit ihrer ewigen Melodie spüren wir vernehmlich die Kleinheit und Größe dieses Ich, seine Bedingtheit und Abhängigkeit ebenso wie seine Allgewalt und seine Fähigkeit, große Gedanken und ein reines Herz — mit den Worten Goethes — zu erbitten und zu erfahren. Dieses höhere Ich nehmen wir bann wieder hinein in den Alltag, wir tun auch das kleine und anscheinend Minderwertige gern, die „Fron" wird uns zur „Arbeit", erhält eine neue Würde, und etwas von der festlichen Schönheit und Größe des ! Erlebten beginnt, den Alltag zu durchwalten. Haben wir so das Wort von den „Ferien vom Ich" ein wenig zurechtgerückt, so dürfen wir wohl auch einer anderen Seite des Ferien-Erlebnisses unsere Aufmerksamkeit widmen. Wir meinen das, was sich in dem Worte,„Ferien vom Du" aussprechen läßt. Eine Hauptquelle alles Unzuträglichen, Lästigen, ja Häßlichen, das sich die Menschen gegenseitig antun und warum sie sich das kurze Erdendasein'ost vergällen, liegt in der Enge ihres Lebensraumes. Man sitzt sich, um es recht mit Alltagsworten auszusprechen, oft zu nahe „auf der Pelle". Wie reizbar sind Menschen oft gegeneinander, deren ursprüngliches Verhältnis rein und tief menschlich war! Sie haben sich gefunden und aus Liebe fürs Leben verbunden. Oder sie schenkten und empfingen das Leben voneinander, wie bei Mutter und Kind. Aber mit der Zeit schleicht sich viel Störendes ein. Man hastet am Kleinen anstatt am Großen, am Niederziehenden statt am Erlebenden. Anstatt das Leben und auch die kleinen Dinge zu vergolden, überzieht man sie mit einer häßlichen Farbschicht, und die Zahl der Flecken mehrt sich. Das einst geliebte „Du" wird gleichgültig, ja es wird zur Last, im schlimmsten Falle kann es sogar zum GeZen- stand des Hasses werden. Eine weise Art, die Ferien zu verbringen, wird hier viel von der Staubschicht entfernen können, und das Strahlende und das Gold wird zum Vorschein kommen. Wie kann man dies tun? Nun, das „Du", das zu Hause oft zu nahe ist und darum ein Gegenstand der Last wird, verwandelt sich in Sonne und Wald und Meer zu einem höheren und wertvollerem D u. Da gibt es nicht die vielen Anlässe zur Reizbarkeit wie in den vier Wänden, wo jede Kaffeetasse, jedes Schrankschloß, jedes Lock im Strumpf — von größeren Dingen ganz abgesehen — unheimliche Kräfte und Teufeleien in sich birgt. Da kann besonders die Frau entspannt und gelöst sich der Freiheit von den kleinen Nöten des Alltags hingeben. Solche Entspanntheit und Gelöstheit ganz bewußt zu pflegen, das ist der wahre Sinn der Ferien. Der andere, das Du gewinnt dann wieder an Bedeutung und Wert; man freut sich, ihn wieder Neubau von Loikswohnungen. Die Stadtverwaltung läßt am Leimenkauterweg die Neubauten von 26 Volkswohnun- gen errichten. Es handelt sich dabei bekanntlich um die Schaffung von Wohnraum für minderbemittelte Volksgenossen. Das städtische Hoch- und Tiefbauamt schreibt in unserem heutigen Anzeigenteil die Vergebung von Arbeiten für diese Neubauten aus. In der gleichen Bekanntmachung werden auch die Erd- und Maurerarbeiten zum Neubau einer Bedürfnisanstalt am Oswalbsgarten zur Vergebung ausgeschrieben. Platzkonzert des SA-Musikzuges. Am morgigen Sonntag von 11 bis 12 Uhr findet — nur bei günstigem Wetter — in den Anlagen zwischen dem Stadttheater und dem Gymnasium am Hindenburgwall ein Platzkonzert des Musikzuges der SA.-Standarte unter Leitung von Musikzugführer Herrmann statt. Unsere Volksgenossen seien auf die Veranstaltung besonders hingewiesen. Kein Jungarbeiter ohne Urlaub. Die Sozial st elle des Bannes 116 teilt uns mit: Um jedem Jungarbeiter den Besuch des HJ.-Zelt- lagere zu ermöglichen, gewährte die Firma Bän- n i n g e r, G. m. b. H., Gießen, in vorbildlicher Weise jedem Hitlerjungen — gleich welchen Lebensalters — bezahlten Urlaub von 12 Tagen, entsprechend den Richtlinien des Treuhänders der Arbeit vom 10. 3. 36. Diese Maßnahme wird allen Betriebsführern zur Nachahmung empfohlen! Opfer müssen gebracht werden, wenn es um die Gesundheit, um die Erhaltung und Steigerung der Arbeitskraft geht. Der „Rechenstift" darf nicht über die Gesundheit unseres Volkes entscheiden. der neue Foto-Film mit Garantieschein ■ 1OLYMPAN Erasmus von Rotterdam. Zum 400. Todestage am 12. Juli. Von dem jüngeren Holbein, dem vollendeten Charakteristiker der Renaissancekunst, besitzen wir eine Anzahl Bildnisse des Erasmus von Rotterdam. Am ausdrucksvollsten ist vielleicht das kleine Gemälde im Louvre: Erasmus schreibt. Der pelzverbrämte Mantel liegt schwer um die fallenden, fröstelnden Schultern. Die linke Hand, mit juwelenbesetzten Ringen geschmückt, ruht auf dem Pergament. Fahl gelblich hebt sich der feine Gelehrtenkopf von dem grünweißen Damast des Grundes ab. Das schwarze Barett ist tief in die Stirn gezogen. Groß und spitz tritt die Nase aus dem scharfen Profil heraus. Die Augen sind in überlegender Sammlung niedergeschlagen. Der Mund ist bartlos. Kluge Skepsis und der Sarkasmus eines Lukian verrät sich in den Fältchen seiner schmalen Lippen. Es liegt etwas von der sokratischen Sophrosyne über dem Bilde, jener Liebe zum Gemäßigten, die den Grundzug seines Geistes, seines Lebens und seiner Schriften ausmacht. Seine Kindheit mag unglücklich und gedrückt gewesen sein. Auf der Schule des Hegius zu Deventer wird er noch mit dem bizarren Lehrkram mittelalterlicher Scholastik vollgestopft. Nach dem frühen Tod der Mutter drängt man ihn in ein Kloster. Seinen Namen, Geert Geerts, wandelt er um in Desiderius Erasmus: der Ersehnte, Geliebte. Die Gestalten der Antike, die sein suchender Geist aus den Folianten der Klosterlnbliothek aufsteigen sieht, haben in der dämmerigen Zelle mit den rohen Heiligenbildern keinen Platz. Aus der Klausur entlassen, beginnt er seine Wanderjahre. Zuweilen versucht er irgendwo Fuß zu fassen: in Frankrrich, in Italien und vor allem in England, bas zu Veamn des 16. Jahrhunderts unter dem jungen Heinrich VIII. in der Blüte seines Geisteslebens stand. Schließlich findet er in Freiburg eine Heimstätte, nachdem ihn die reformatorischen Wirren aus Basel vertrieben haben. Einer Einladung der Statthalterin der Niederlande nach Brabant folgend, wird er durch Gichtanfälle den Winter über in Basel aufgehalten und stirbt dort in der Nacht vom 11. ^um 12. Juli 1536. „Die Sonne des Humanismus", längst von den Gewitterwolken der Reformation verfinstert, ist untergegangen. “ Den feinem „Gehäus" aus hat Erasmus die Geisteswelt regiert. Fürsten und Päpste bemühten sich, ihn an ihre Höfe zu ziehen. Seine Name war sprichwörtlich. Erasmisch, das hieß: unfehlbar, vollkommen. Er beherrschte die Wissengebiete seiner Zeit, dabei sind seine Arbeiten, ob Briefe, Streitschriften ober gelehrte Abhandlungen, ohne trockene Pedanterie geschrieben, feuilletonistisch manchmal, wie die „Coiloauia“ über die Erziehung. Er ist der klügste und geistvollste Wortführer Deutschlands in jener Zeit der Befreiung von mittelalterlichem Denken. Mit den unzulänglichen Hilfsmitteln jener Tage hat Erasmus Die griechische Sprache erforscht und durch seine kritischen Ausgaben antiker Schriftsteller den Deutschen einen neuen Kulturkreis erschlossen. Er hat als erster den griechischen Urtext des neuen Testaments veröffentlicht, den Luther später seiner Uebersetzung zugrunde legte, und so die Völker aus dem Wust der Exegetik zur Quelle des Glaubens zurückführt. Im Sattel, auf einer Reise von Italien nach England, ist sein bekanntestes Werk entstanden, „Das Lob der Torheit". Es erregte Aufsehen durch die scharfen Glossen über die falschen Diener Christi: die unwissenden Mönche, die nicht einmal die Psalmen verstehen, und die sinnlos spekulierenden Gottesgelehrten, die scharfsinnig untersuchen, ob Gott sich in einen Kürbis zu verwandeln vermag. Er zeigt den ganzen „pestilen- zialischen" Sumpf der Klerisei und wird so Wegbereiter der Reformation. Das Ethos des Christentums verschmilzt bei Erasmus mit dem Geist der Antike. „Heiliger Sokrates, bitte für uns!" sagt er einmal. Die Kulturformen sind leere Symbole, die ihren Wert erst durch den geistigen Gehalt empfangen. „Du verehrst das Bild Christi; aber es würde frömmer sein, wenn du das Bild seines Geistes ehrtest, wie es in den Evangelien enthalten ist." Sein Gottes- begriff ist geistig und undogmatisch. Aus dieser Geisteshaltung ergibt sich sein Abstand zur Reformation, die ihm als „Luthersche Tragödie" erscheint. Erasmus hatte an eine freie geistige Gemeinschaft aller Christen gedacht, ohne zwingendes Glaubensbekenntnis. Der greife Humanist konnte kein Verhältnis zu der Volksbewegung finden, von deren Kampfgeschrei und dröhnendem Landsknechtsschritt Deutschland widerhallte. Nachdem seine Vermittlungsversuche auf dem Augsburger Reichstag gescheitert waren, begann der Kampf mit Luther. Es war der Kampf zweier Weltanschauungen: des germanisch-hellenischen Geistes gegen die Lehren des Numidiers Augustinus von der Macht der Erbsünde, die Luther übernahm. Diese leidenschaftlich-bitteren Fehden haben den Lebensabend des alten Mannes erfüllt. Walther Sch werdtfeger. Warum arbeiten w r mit der rechten Hand? Das Geheimnis ungleicher Körperhälften. Ein altes Schulbeispiel für die Unsymmetrie des Körpers sind die Plattfische oder Seitenschwimmer, die deutlich erweisen, wie sehr es dabei auf die Trägheit der Bewegungen ankommt. Während die Larven jener merkwürdigen Fischgruppe, zu denen Schollen, Seezunge, Flunder usw. gehören, noch vollkommen normal gleichseitig und frei im Wasser schwimmen, zeigen die erwachsenen Tiere ein wesentlich anderes Bild und die Unsymmetrie feiert dabei wahre Triumphe. Die Fische leben im Sand vergraben und nur jene Körperseite, die nach oben gekehrt ist, ist gefärbt. Diese Farbe ist aber nicht gleichbleibend, sondern bedingt durch die jeweilige Umgebungsfarbe. Diese Weichflosser besitzen nämlich in ganz erstaunlich hohem Grade die Fähigkeit der Farbenveränderung, man konnte sie beinahe die Chamäleons des Wassers nennen. Die Ungleichheit der Körperhälften geht aber noch weiter. Der ganze Kieferapparat ist einseitig, auch die beiden Augen befinden sich auf der oberen, bevorzugten Seite. Das Verdienst, besonders unsymmetrisch gebaut zu sein, gebührt aber entschieden einem Tiefseefisch, den man vor nicht allzu langer Zeit in der Bucht von Algier entdeckte und bei dem jede Seite ihren besonderen, zu gleicher Zeit in Wirksamkeit tretenden Geschlechtsapparat ausweist! Zahllose andere Organismen der großen Bühne des Lebens, die äußerlich durchaus symmetrisch gebaut erscheinen, lassen bei näherer Beobachtung erkennen, daß eine Seite etwas kräftiger entwickelt ist. Naheliegend ist es dabei, an den Menschen zu denken, dessen Bevorzugung der rechten Seite augenfällig ist. Don mancher Seite wurde diese Bevorzugung auf eine, beim Embryo vorhandene, später aber wieder zurückgehende Spiralkrümmung nach links zurückgeführt. Nach H. R a d e st o ck wurde auch geltend gemacht, daß das etwas mehr nach links gelagerte Herz die linke Hirnhälfte reicher mit Blut versorge,wobei diebekannteKreuzungder beiden Nervenstränge, die ganze rechte Körperhälfte, im Vorteil sei. Jedenfalls aber liegt die Ursache nicht darin, daß wir nur mit der rechten Hand schreiben usw., denn auch die Naturvölker benützen zum Werfen, Schleudern usw. ebenfalls die rechte Hand. Allerdings tritt beim Menschen vererbbare Linkshändigkeit nach statistischen Nachweisen ziemlich häufig auf. Die Unsymmetrie tritt auch deutlich in der Länge der Arme und Beine zutage. Genaue Messungen erweisen, daß nur die Wenigsten vollkommen gleich lange Arme und Beine besitzen. Deswegen braucht sich aber niemand ob seiner Schönheit zu ängstigen die Schwankungen sind minimal, daß sie das Auge nicht leicht erkennt. Und dann ist ja schließlich das Schönheitsgesetz der Unsymmetrie in uns allen lebendig, das uns über solche Klippen hinweghilft. Die Unsymmetrie erstreckt sich aber auch auf die Funktion der Extremitäten. Beispielsweise benützen die meisten Menschen beim Stehen als Hauptstütze häufiger das rechte Bein (Stand- und Tastbein) als das linke, das Schreit- und Sprungbein. Auch der erste Schritt wird gewöhnlich mit dem kräftigen und aktiveren linken getan. Hinsichtlich der Hände liegen die Verhältnisse ganz ähnlich. Sv ist da das Rechtstasten auf dunklen Gängen leicht festzustellen. Ein eigenes Kapitel ist da das Ausweichen auf dem Gehsteig. Warum wir das gewöhnlich nach rechts tun, hat feinen physiologischen Grund im stärkeren linken Bein, welches bei Gehen dem Oberkörper einen größeren Antrieb nach rechts zu dem Standbein gibt. Dieselbe Ursache finden wir auch bei dem eigenartigen „Jm-Kreis-Gehen" im Walde, in der Nacht, bei Nebel und Schneegestöber. Dem Aberglauben war diese Tatsache willkommener Vorwand für Dämonen- und Geistergeschichten. Heute wissen wir, daß uns dabei unsere Körper-Unsymmetrie übel mitspielt. Bei den Tieren finden wir übrigens ganz ähnliche Fälle. Verbindet man beispielsweise einem Hund die Augen und läßt ihn mitten in einem Teiche schwimmen, so wird er nicht ans Ufer gelangen, sondern immer wieder im Kreise schwimmen. Don fliegenden Vögeln, die um eine Lichtquelle kreisen, liegen ähnliche Beobachtungen vor. Und da muß beispielsweise.zugegeben werden, daß Tolstois Erzählung von dem Pferdeschlitten, der nach stundenlanger Kreisfahrt im Schneesturm dicht am heimatlichen Ziel mit Roß und Wagen zu Grunde geht, nicht allein als Dichterphantasie zu beurteilen, sondern tatsächlich biologisch begründet ist. Doz. Ewald Schild. Zehn Konzerte des Konzertvereins. Von der Leitung des Gießener Konzertvereins wird uns geschrieben: Der Konzertverein wird im kommenden Winter die Anzahl seiner Konzerte wieder auf zehn er- dohen, wie in früheren Jahren. Der große künst. lerische Erfolg der vorjährigen Veranstaltungen, den Künstlernamen von Weltberühmtheit wie Backhaus, Kulenkampff und Lore Fischer brachten, ermutigt die Leitung des Konzertvereins, im kommenden Winter roiebyum eine größere Anzahl Künstler ersten RanAs zu verpflichten. Es sind vier Sym- phoniekonzerte vorgesehen, ein Chorkonzert und fünf Solistenkonzerte mit allerbesten Kräften. Die Leitung der Orchester- und Chorkonzerte liegt, wie seither, in den bewährten Händen von Professor Dr. T e m e s v a r y. Gießener Dochenmarktpreise. * Gießen, 11. Juli. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, % kg 1,55 Mark, Landbutter 1,42, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse A 10^, Klasse B 10, Wirsing, kg 10, Weißkraut 12, Rotkraut 18 bis 20, gelbe Rüben, das Bündel 15 bis 18, rote Rüben 8 bis 12, Spinat 15 bis 20, Römischkohl 8 bis 10, Bohnen, grün, 25 bis 40, gelb, 35 bis 40, Erbsen 15 bis 20, Tomaten 35 bis 50, Zwiebeln 14 bis 15, Rhabarber 8 bis 10, Pilze 30, Kartoffeln, % kg 5 Pf., 5 kg 45 Pf., 50 kg 3,95 Mark, neue, % kg 9 bis 10 Pf., 50 kg 7,50 Mark, Pfirsiche, % kg 45 bis 50 Pf., Himbeeren 25 bis 30, Aepfel 30 bis 60, Kirschen 25 bis 35, Heidelbeeren 26 bis 30, Stachelbeeren 15 bis 35, Johannisbeeren 20 bis 25, Erdbeeren 25 bis 35, Hähne 90 Pf. bis 1 Mark, Suppenhühner 80 bis 90 Pf., Tauben, das Stück 50 bis 60, Blumenkohl 10 bis 60, Salat 5 bis 8, Salatgurken 20 bis 40, Einmachgurken 5 bis 10, Oberkohlrabi 4 bis 8, Rettich 5 bis 15 Pf. * ** Dienstjubiläum bei der R e i H s - bahn. Der Betriebsgemeinschaftswalter August Schmidt beim Bahnhof Gießen, wohnhaft in Klein-Linden, konnte am gestrigen Freitag auf sein 25jähriges Dienstjubiläum bei der Eisenbahn zu- rückblicken. Der Betriebsführer, Reichsbahn-Amtmann Wahl, hielt vor einer stattlichen Anzahl versammelter Berufskameraden eine Ansprache, in der er hauptsächlich die Treue und die Charakterstärke des Jubilars hervorhob. Außer einem ansehnlichen Geldbetrag und dem Buch des Führers „Mein Kampf" ließen die engeren Mitarbeiter dem Jubilar als äußeres Zeichen ihrer Verbundenheit einen Rohrsessel durch einen Mitarbeiter mit herzlichen Wünschen überreichen. Der Arbeitsplatz, der prächtig geschmückt war, zeigte eindeutig, mit welcher großen Liebe der Jubilar umgeben ist. ** Eine Zuchtviehausstellung und -Versteigerung veranstaltet der Reichsverband der Rinderzüchter Deutschlands (Abteilung 5, Mittel- । deutsches Rotvieh) am 17. Juli in Wetzlar. Näheres | ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich. Der große Schlager: Zirkus 3- Busch. Glänzende zirzensische Darbietungen. - Eine phantastische Was e Pantomime, diesige Beifallsstürme. - Eröffnungsvorstellung ausverkaust. Auf dem Trieb ist am gestrigen Freitag im Zeit- raum von wenigen Stunden eine riesige Zeltstadt entstanden. Der Zirkus I. Busch weilt hier zu einem mehrtägigen Gastspiel. Am Bormittag von 7 Uhr ab rollten seine Wagen an, am Abend fand in dem großen Vorführungszelt die glänzende Er- ösfnungsvorstellung statt. Daneben konnten die Besucher in anderen weiträumigen Zeltbauten viel Interessantes aus der Welt der Zirkuskunst, der Völker- und Tierschau sehen. Es war ein glanzvoller Auftakt, den der Zirkus vor einer mehrtau- sendköpfigen Menschenmenge, die das große Zelt bis zum letzten Plätzchen besetzt hatte, seinem Gastspiel gab. Die Spielfolge wickelt sich in flottestem Tempo ab. In geschickter Weise wird die Spannung der Zuschauer immer mehr gesteigert. Es ist eine gewaltig aufstrebende Linie hervorragender Zirkusleistungen, die von Anfang an den Abend beherrscht und die schließlich in der großartigen, mit geradezu fabelhafter Vielseitigkeit durchgeführtenWasserpantomime ihren blendenden Höhepunkt erreicht. Hervorragende Künstler aller Arten des zirzensischen Könnens, glänzendes Tiermaterial in vortrefflicher Dressur und ein großartiger technischer Apparat bringen in ausgezeichnetem Zusammenklang der Arbeit Leistungen hervor, wie wir sie bisher in so virtuoser Vollkommenheit noch von keinem anderen Zirkusunternehmen gesehen haben. Gewaltige Beifallsstürme bekunden den wunderbar arbeitenden Artisten und Tierdresseuren immer wieder die uneingeschränkte Anerkennung der Besucher, stellenweise nimmt der Beifallssturm geradezu Ausmaße an, die schlechterdings nicht mehr zu überbieten sind. Und dieftr riesige Beifall ist in der Tat vollkommen verdient durch die erstaunlichen künstlerischen Leistungen. Mit der Vorführung einer Raubtiergruppe, in der man Löwen, Eisbären, Kragenbären und Doggen zu friedlicher Arbeit vereinigt sehen kann, nimmt die lange Reihe der Darbietungen ihren Anfang. Der Dressurakt fesselt in hohem Maße und legt Zeugnis ab von dem ausgezeichneten Können des Dompteurs und von der harmonischen Gemeinschaft zwischen ihm und seinen vierbeinigen Arbeitsgefährten. Ein famoser Schwungseilakt in der höchsten Spitze der Zirkuskuppel verläuft nicht minder spannungsvoll und vollendet, gleicherweise ein schwieriger Reckakt zu Pferde, bei dem drei Reiter auf dem Rücken zweier Pferde allerlei Arten des Reck- turnens oorführen. Prächtiges Pferdematerial sprengt anschließend in die Manege und wird den Besuchern in ausgezeichneten Freiheitsdressuren der verschiedensten Art oorgeführt; es ist ein hervorragendes Stück der gediegenen Zirkusarbeit auf dem Gebiet der Pferdedressur, das man bei dieser Vorführung zu sehen bekommt. Geradezu fabelhaft ist es, was man bei der nächsten Vorführung von den Blitzjongleuren geboten erhält; eine derartige Virtuosität auf dem Gebiete der Parterreakrobatik, wie man sie von diesen Künstlern sehen kann, ist einfach nicht mehr zu überbieten, denn hier dürfte die Grenze der menschlichen Geschicklichkeit und körperlichen Wendigkeit wohl in vollem Ausmaße erreicht sein; kein Wunder, daß diesen Artisten geradezu rasende Beifallsstürme als wohlverdienter Lohn zuteil werden. Ein große Elefantenfamilie zeigt sich hierauf in ihrer vielseitigen Dressurgelehrsamkeit: für Mensch und Tier in gleicher Weise ein gutes Zeugnis ihrer mühevollen Arbeit. Eine Chinesengruppe macht durch ihr wirklich vollendetes Können ebenfalls den allerbesten Eindruck. Die 77 Jahre alte Reiterin der klassischen Hohen Schule Therese Renz zeigt sodann auf zwei herrlichen Pferden die wunderbare Reitkunst der immer wieder interessanten Hohen Schule, bei der sowohl der Mensch, als auch das edle Pferd in höchster Anspannung ihrer geistigen und körperlichen Kräfte das bestechende Bild vollendeten reiterlichen Könnens zeigen. Einen wesentlichen Aktivposten in der hervorragenden Leistungsbilanz des Abends bestreiten auch die Clowns, die mit ihren humorvollen Darbietungen sehr viel Spaß machen und insbesondere auch wirklich Witz und Geschmack entwickeln. * „Durch Feuer und Eis" ist die große Manege- schau der Wasserpantomime in sechs Bildern betitelt, die den ganzen zweiten Teil der Spielfolge ausfüllt. Es ist ein Bild, das in der Spielfolge mit Recht mit dem Wort „phantastisch" bezeichnet wird. Was man in diesen sechs Bildern zu sehen bekommt, ist so vielseitig, daß man ruhig sagen kann, es gibt wohl nichts, was bei dieser Schau nicht zur Anwendung gekommen wäre. Da wirkt der Film mit, Feuerwerk wird abgebrannt, Tanzgruppen treten auf, ungeheure Wassermengen strömen in das große künstliche Bassin der Arena, Blumenballetts, Flammenballetts, flüchtende Tiere aus dem Urwald und noch vielerlei andere Dinge mehr — alles das ist eingespannt in den Rahmen der Handlung, die diese Manegeschau erfüllt. Man kann wohl, ohne Widerspruch befürchten zu müssen, die Behauptung aufstellen, daß diese Zirkuspantomime zu den größten Leistungen gehört, die bisher auf dem Gebiet der zirzensischen Kunst gezeigt wurden, ja daß eine derartige Leistung in unserer Stadt Gießen bisher überhaupt noch nicht zu sehen gewesen ist. Diese Darbietung läßt sich wegen ihrer Fülle von Einzelheiten und wegen der künstlerischen Einzigartigkeit gar nicht beschreiben. Das Gesamtwert ist einfach fabelhaft und — wie gesagt — phantastisch. Riesiger Beifall der Zuschauer braust natürlich auch bei diesem Teil immer und immer wieder durch die große Zirkushalle, Beifall, der in diesem Ausmaß mit Recht verdient iTt. Der Gesamteindruck: Die Zirkusleitung hat in ihren Ankündigungen viel versprochen. Das Ergebnis der gestrigen Eröffnungsvorstellung ist, daß die großen Versprechungen in vollem Ausmaß erfüllt wurden. Das Gastspiel des Zirkus I. Busch in unserer Stadt wird zu den denkwürdigen Erlebnissen gehören, an die man noch lange gern und oollbefriebigt zurückdenken wird. Die Ausbildung des Landarbeiters. Vierjährige Ausbildungszeit. - NSG. Der Reichsbauernführer hat am 7. April 1936 Ausbildungsbestimmungen für bie Landarbeiter in der Landwirtschaft, im Garten- und Weinbau und in der Fischerei erlassen. Es wird hiermit endlich dem Landarbeiter eme reichseinheitliche, zweckentsprechende Berufsausbildung gegeben und in Zukunft nicht mehr möglich sein, daß sich jeder — auch wenn er gar keine Dorkenntnisse hat — als Landarbeiter bezeichnet werden kann. Von dem zukünftigen Landarbeiter wird Dolks- schulbildung und eine vierjährige Ausoi 1 - dungszeit verlangt, die sich in eine zweijährige Lehr- und eine zweijährige Gehilfenzeit gliedert. Während der Lehrzeit besucht der Lehrling die ländliche Berufsschule und erlernt bei einem Bauern oder Landwirt die Landarbeit. Er wird hierbei nicht nur mit allen praktischen Arbeiten seines Lehrbetriebes vertraut gemacht, sondern auch charakterlich und weltanschaulich erzogen. Als Lehrherr wird jeder Bauer oder Landwirt zugelassen, sofern ihm nicht von feiten des Landesbauernführers bzw. der Kreisbauernschaft, die die Landarbeiterausbildung überwacht, die Befähigung, Landarbeitslehrlinge auszubilden, abgesprochen wird. Nach der Lehrzeit erhält der Lehrling ein Lehrzeugnis und heißt von nun an „La ndarbeitsge Hilfe". Als solcher ist er weitere zwei Jahre praktisch tätig und erhält auf Antrag von der zuständigen Kreisbauernschaft die Landarbeiterbescheinigung. Um dem Landarbeiternachwuchs die Möglichkeit des Aufstiegs zu geben, find besondere Förderungsmaßnahmen vorgesehen, wonach bei den sowohl in der Schule als auch in der Praxis tüchtigsten Landarbeits- - Möglichkeiten des Aufstiegs. gehilfen anstelle der Landarbeitsgehilfenzeit bie bäuerliche Werkausbildung tritt. Die daran anschließende bäuerliche Werkprüfung ermöglicht den Aufstieg in die Verwalterlaufbahn und das erworbene Prüfungszeugnis gilt als Nachweis für die fachliche Befähigung zum Neubauern. Um nun auch denjenigen Landarbeitern Rechnung zu tragen, die seither schon beruflich tätig waren, ohne daß sie bie vorgeschriebene Ausbil- bungszeit durchlaufen konnten, hat der Reichsbauernführer bestimmt, daß jeder Landarbeiter, der innerhalb der letzten zehn Jahre mindestens vier Jahre in der Landwirtschaft gearbeitet hat und während dieser Zeit in nicht mehr als sechs Betrieben tätig war, als gelernter Landarbeiter anzufprechen ist. Diese Uebergangsbeftim« mung gilt bis zum 1. April 1940. Hiermit ist eine Lücke in der Ausbildung des landwirtschaftlichen Nachwuchses geschlossen. Es steht neben dem Bauern des Dritten Reiches der gelernte Landarbeiter. Er gehört von nun an einem gelernten Berufsstand an, auf den er stolz fein kann. Aber nicht weniger freudig begrüßt dies der Bauer und Landwirt, denn zukünftig stehen feine Mitarbeiter gleichberechtigt neben dem Facharbeiter anderer Berufe. Das nationalsozialistische Leistungsprinzip wird sich nun auch im landwirtschaftlichen Arbeiternachwuchs durchsetzen. Das langersehnte Ziel, bie Möglichkeit des Aufstiegs, ber Wunsch, auf eigener Scholle sein Brot zu bauen, ist nun in greifbare Nähe gerückt unb wirb manchen von ber Abwanderung und von dem Zug n-ach der Stabt abhalten. Näheres ist bei den Kreisbauernschaften zu erfahren. Oberhessen. Vom oberhessischen Handwerk. * Friedberg, 10. Juli. Am Donnerstagnachmittag fand im Haus des Handwerks eine O b e r - meistersitzung statt, in welcher ber Geschäfts- ührer ber Oberhessischen Kreishanbwerkerschasten, ^reisamtsleiter Pg. Schimmel, ben Obermei- ter ber Maler-Innung, Pg. Rupp, als komm, ^reishanbwerksmeister in sein Amt einführte. Der eitherige stellv. Kreishandwerksmeister, Obermei- ter der Bäcker-Innung Pg. Fr. H a n ft e i n , wird auch weiterhin als stellv Kreishandwerksmeister bestätigt unb ihm ber Dank für seine Tätigkeit abgestattet. Landkreis Gießen + Lauter, 11. Juli. In unserem Orte rüstet man eifrig zum Sänger feft am Sonntag, 19. Juli. Das Fest, bas ursprünglich für Sonntag, 12. Juli vorgesehen war, mußte infolge des Gauparteitages um 8 Tage verschoben werden. Mit dem Fest ist gleid)3eitig bas Wertungssingen ür bie Vereine des süblichen Teiles oes Kreises Ohm-Lumdatal verbunden. Das Wertungssingen, an dem 16. Bundesvereine beteiligt sind, findet am Vormittag statt, während am Nachmittaa eine Kund- gebung vorgesehen ist, bie u. a. Ansprachen bes Kreisführers (Sengnagel (Grünberg) unb des Prooinzialführers Wenbler (Bab-Nauheim) bringen wirb. Letzterer wirb auch bie Weihe ber neuen Fahne bes feftgebenben Vereins vornehmen, während durch Kreisamtsleiter Heß (Grünberg) bie Weihe ber Fahnenwimpel der Bundesvereine erfolgen wird. Als Massenchöre für die Kundgebung sind vorgesehen: „Deutschland! Heil'ger Name", „Für Deutschland", „Nur die Tat macht frei" und .Kameraden, wir marschieren". * Weitershain, 10. Juli. In unserem Orte ging dem Landwirt Peter Löchel, als er mit seinem Fuhrwerk vom Jauchefahren in das Dorf zu- rückkehrte, plötzlich bas Pferd durch. Dabei wurde er zu Boden gerissen unb unter den Wagen geschleudert, dessen Räder ihm über bie Brust gingen. Mit schweren inneren Verletzungen mußte der Bedauernswerte nach Gießen in die Klinik verbracht werden. Kreis Friedberg. pb. Butzbach, 10. Juli. Seit gestern wird auf ber Strecke Gießen—Frankfurt zwischen bem Haltepunkt Kirchgöns und dem Bahnhof Butzbach das Gleis in Richtung Frankfurt umgebaut und erneuert. Sämtliche Züge müssen deshalb auf ber genannten Strecke eingleisig obren, das heißt, es kann nur das Gleis der Richtung Frankfurt—Gießen benutzt werden. Um nun bei ber heutigen starken Benutzung ber Strecke in beiben Richtungen Zugverspätungen möglichst zu oermeiben, hat man für die Zeit bes Umbaus im Gambacher Wald eine Hilfsstelle eingerichtet, bie ben Betrieb zu regeln hat, sowie zwischen ben beiden Hauptgleisen Verbindungen eingebaut, bie mit Signalen versehen sind. Diese Hilfsbetriebstelle ist mit ben Bahnhöfen Langgöns und Butzbach verbunden, unb regelt nach vorheriger Der« ftänbigung mit biefen bie Zugfolge in beiben Rich» tungen. Die Blockstelle am Gambacher Wald ist für die Zeit des Umbaues, die etwa vier Wochen dauert, außer Betrieb gefetzt unb hat lediglich Schrankenwärterbienst zu versehen. Die Zeit, wäh. renb welcher bie Strecke in Richtung Frankfurt gesperrt wird, ist auf 6 bis 11 Uhr täglich festgesetzt. Aus biefen Maßregeln ist zu ersehen, baß bie Reichsbahnverwaltung keine Kosten scheut, unb für bie Sicherheit des Betriebes sowohl, als auch de» Reisenden in jeder Hinsicht besorgt ist. tt Mittleres Niddatal, 10. Juli. Wegen des in allen Gemeinden außergewöhnlich starken Auftretens ber Blutläuse erging im Mai biefes Jahres an bie Apfelbaumbesitzer bie Aufforderung, diese gefährlichen Schädlinge bis zu einem bestimmten Zeitpunkt zu vernichten, widrigenfalls deren Beseitigung auf Kosten bes Besitzers durch bie Ge- meinbe vorgenommen Derben sollte. Oertliche Kommissionen, die nach ber Polizeiverordnung bes Kreisamtes zu bilben sind, stellten in mehreren Kontrollgängen im allgemeinen den erwünschten Erfolg des Kampfes gegen bie Blutläuse fest. Nur in vereinzelten Fällen haben neue Besitzer von Obstbäumen bie Kosten ber Säuberung zu tragen. Kreis Alsfeld Homb erg, 10. Juli. Am gestrigen Nachmittag traf bie mit Spannung erwartete unb von ber Bevölkerung mit Freude begrüßte Truppe, ein Infanterie-Bataillon, hier ein. Nach einem Platzkonzert auf dem Markt zog die Truppe zum Biwakplatz; am anderen Morgen verließ die Truppe unser Städtchen mit klingendem Spiel in ber Richtung Appenrob, wo ebenfalls ein Biwak vorgesehen ist. # Ober - Ohmen, 10. Juli. In ber Ohm wurde dieser Tage eine Forelle gefangen, bie ein Alter von minbeftens 12 Jahren aufweisen dürfte. Ein Exemplar von dieser Größe wurde seit Jahren hier nicht festgestellt. — Daß ber B l i tz nicht immer in ben höchsten Gegenstanb einschlägt, wurde hier bei dem Gewitter in ber Vorwoche mieber einmal bestätigt. Der Blitz schlug neben einer hohen Scheune in bas Drahtseil einer Wäsche» trocknung, bas sich in einer Höhe von noch nicht zwei Metern über dem Boden hinzog. Während die Haltepfähle völlig zersplittert wurden, zeigte ber Draht selber keine Zerstörung. Kreis Wetzlar < Dutenhofen, 10. Juli. Dieser Tage mürben zwei hiesige Einwohner von Unfällen betroffen. Dem früheren Bahnarbeiter Fr. A p e k gingen in ber Nähe von Weichbach die Kühe durch; er fiel vom Wagen unb erlitt Verletzungen im Gesicht unb an ben Hänben. Zwei vorüberkommende Wehrmachtsangehörige leisteten die erste Hilfe und brachten ben Mann zum Arzt. — Der Bahnarbeiter Karl Loh von hier, ber mit Rangierarbeiten im Bahnhof Gießen beschäftigt war, kam dabei zu Fall unb erlitt Fleischwunben im Gesicht unb eine leichte Gehirnerschütterung. Er mußte in bie Chirurgische Klinik gebracht werben. Zeder Deutsche ein Gastgeber! V. A. Vor .wenigen Tagen hat Staatssekretär Funk vor Vertretern ber Frembenverkehrsver- bänbe bie Forderung gestellt: „Jeder Deutsche ein G a ft g e b e r !" Warum, so mag gefragt werden, betont man bas überhaupt, wo boch ber Deutsche von Natur aus bie Gastfreunbschaft hochzuhalten weiß? Diese Frage ist sicher berechtigt, wenn man unter ber Gastfreundschaft nur jene freunbliche Bewirtung versteht, die jedem Menschen zuteil wird, der in einem deutschen Gasthaus, ober in einer deutschen Familie verkehrte. Aber diesmal geht es um mehr als um eine freundliche Aufnahme und ein paar angenehme Verbindlichkeiten, und deshalb darf die Forderung nicht auf die leichte Schulter genommen werden, ganz gleich, ob der einzelne einen Engländer, einen Franzosen, einen Amerikaner in seiner Privatwohnung aufnimmt ober nicht. 3n den öffentlichen Verkehrsmitteln, auf der Straße, in Lokalen, überall treffen wir mit ausländischen Gästen zusammen, überall werden sie versuchen, uns zu prüfen, uns k.nnenzuler- nen. Sie werden uns still beobachten und das, was sie sehen, mit dem vergleichen, was sie draußen in der Welt über uns gehört und gelesen haben, kurz, sie werden hinter die Kulissen sehen wollen. Bei diesem Bemühen wollen wir ihnen mit der nötigen Aufgeschlossenheit begegnen, und uns geben, wie wir sind. Dabei muh man immer davon ausgehen, daß nur wenige Olympiagäste aus dem Ausland eine auch nur annähernd richtige Vorstellung vom neuen Deutschland haben. Sie waren auf das Gewäsch der jüdischen Ausland- unb Emigrantenpresse angewiesen, bie wohl alles getan hat, um vom national« sozialistischen Deutschlanb bas unmöglichste Bild zu malen. Darüber dürfen wir uns nicht Hinwegtauschen: dieses Gewäsch hat auch seine Wirkung gehabt, die es jetzt auszugleichen heißt! Dem deutschen Volke wird es nicht schwer fallen, bie Greuel- märchen zu widerlegen, denn es kämpft mit vorhandenen, nicht wegzuleugnenden Tatsachen und nicht mit Tinte auf geduldigem Papier. In dieser Richtung kann und soll jeder mithelfen, ben olympischen Fremdenverkehr als ein wirksames Instrument zur Wiedererringung ber Weltgeltung Deutschlands einzusetzen. Man sagt bem Deutschen nach, baß er in Gegenwart von Auslänbern den Hang habe, sein Deutschtum zu verleugnen. Dieser Typ, der nach einer zweimonatigen Auslandreise seine Muttersprache nicht mehr „beherrscht", ist uns allen mehr ober weniger bekannt. Mit ihm hat aber bas deutsche Volk nichts gemein. Wir haben unsere Eigenarten unb brauchen sie nicht zu verstecken. Lin guter Gastgeber fein, heißt: Sein Haus auffchliehen unb in diesem Hause jedem seine private Freiheit lassen. Der Gast braucht sie und der Gastgeber ebenso, denn der Besucher darf nicht das Gefühl haben, daß er stört, und der Gastgeber, daß er gestört wird. Darüber hinaus aber spielt ber internationale Fremdenverkehr auch in unserem Wirtschaftsleben eine nicht unbedeutende Rolle, zumal gerade durch ben persönlichen Kontakt zwischen beutschen und fremdländischen Menschen ber Frembenverkehr einen großen Auftrieb erfahren kann, wenn es gelingt, den Ausländern ben Aufenthalt in Deutschlanb angenehmer zu machen, als sie erwartet hatten. Dann werben sie wiebertommen und Deutschland als Reiseland ihren Freunden empfehlen. Selbst wenn mit der Aufnahme ausländischer Gäste nur wirtschaftliche Gesichtspunkte verknüpft wären, so wären sie noch Grund genug, alles zu tun, was bie Erlebnisfteube des Ausländers zu steigern vermöchte. Die nationalsozialistische Regierung hat viele Maßnahmen ergriffen, um Deutschlands internationalen Fremdenverkehr zu heben. Die Erfolge sind auch nicht ausgeblieben. Wenn nunmehr an jeden einzelnen deutschen Volksgenossen der Appell gerichtet wird, gleichfalls für sein Vaterland zu werben, dann muß I sich jeder freudig in den Dienst stellen, weil diese Sache letzten Endes auch ihn selbst angeht. Deutsche Zugeud, das Land gibt dir Arbeit! (ZdR.) Größere Anstrengungen erfordern ein entsprechend höheres Maß an Arbeitskraft. Was für den einzelnen gilt, das gilt auch für ganze Berufe und letzten Endes für bas ganze Volk. Dieses Gesetz bes Verhältnisses von Leistung und Arbeitskraft kam in der Erzeugungsschlacht in besonders starkem Maße zum Ausdruck. Während in der vergangenen Zeit auch in der Landwirtschaft eine nicht unbeträchtliche Arbeitslosigkeit festzustellen war, überwiegt heute das Angebot offener Stellen gegenüber der Zahl der Vichtbeschäftigten, und aus vielen Gauen werden die Klagen über ben Mangel an fachlich geschulten landwirtschaftlichen Arbeitskräften immer dringender. Angesichts dieser Entwicklung kommt der Sicherstellung eines geeigneten landwirtschaftlichen Vachwuchses naturgemäß entscheidende Bedeutung zu. Jahrzehntelang ist die Jugend des Landes in die Städte abgewanbert, weil sie von einer angeblich gefälligeren Lebensform angelockt würbe unb weil sie glaubte, in ber Stabt bas zum Leben notwen- bige Gelb leichter zu verbienen. Die nationalsozialistische Bewegung unb bie ihr angeschlossenen Glie- derungen haben darum mit allen Mitteln versucht, der Landflucht entgegenzuwirken, und die Jugend auf die große geschichtliche Aufgabe hinzuwersen, die der Landarbeit im Interesse der Entwicklung des deutschen Volkes zufällt. Beachtenswerte Erfolge find bei dieser Arbeit in den letzten Jahren erzielt worden. Es zeigt sich aber boch, baß auch heute noch bie Sucht, in der Stadt einen Erwerb zu finden, nicht ausgestorben ist. So hat vor kurzem bas Lanbesarbeitsamt Bayern in grunbfätzlichen Ausführungen über ben Arbeits- einfatz ber Jugenb mitgeteilt, baß auch heute noch ein starkes Drängen der männlichen unb weiblichen Jugend nach gewerblichen unb hanbwerklichen Lehrstellen festzustellen ist. Hier bebarf es also noch einer umfassenben Aufklärung unb bringenber Hinweise auf bie entscheibende Bebeutung ber Landarbeit, um einen Teil ber JugenbNchen dazu zu bewegen, einem landwirtschaftlichen Beruf sich zuzuwenden. Der Reichsnährstand, bie Hitlerjugenb und bic öffentliche Berufsberatung werben sich barum in noch stärkerem Maße einsetzen, um für bie Ge- Aus aller Welt man Schlichte und festliche Kleidung für unsere Olympia-Kämpfer pen auch ein Hakenkreuz eingestickt ist, einem lieber» rock, Gürtel und Getto, den japanischen Sandalen, Rheinland und in der II. Abteilung Achteln, in Hessen-Nassau ge1 das Mu- Frau liegt in schwerverletztem Zustande im Krankenhaus; man hofft jedoch, sie dem Leben er- enfen für den Führer und winnung weiter Kreise geeigneter Jugendlicher für die Landwirtschaft zu sorgen. Die praktischen Erfahrungen der Jugendarbeit haben bewiesen, daß ein großer Teil der mit dem Lande in Berührung gebrachten Jugendlichen aus der Stadt dankbar war, die Landarbeit lernen zu können, und viele haben sich mit Freude bereit erklärt, auch in Zukunft auf dem Lande zu bleiben. pen und mobilisierten Arbeitslosen versucht den Brand einzudämmen. Das Explosionsunglück in Woolwich. In der Untersuchungsverhandlung über Explosionsunglück in den britischen halten zu können. — Der Grund zu dieser furchtbaren Tat liegt wohl darin, daß der Ehemann Wölfle wegen Falschmünzerei verhaftet worden ist. In ihrer Verzweiflung hat die Mutter diese schreckliche Tat, der drei unschuldige Kinder zum Opfer gefallen sind, begangen. Immer noch der Phönix-Skandal. Der ehemalige Chefredakteur des „Neuen Wiener Journal", N a g e l st o ck , der in den Phönix» Skandal verwickelt ist, wurde dieser Tage in Zürich verhaftet. Das Schweizer Gericht hat die Auslieferung Nagelftocks abgelehnt. Moorbrand in Polen. 9m Kreise Dzisna im Wilnaer Gebiet find vor längerer Zeit Moore in Brand geraten. Das Feuer hat sich bis jetzt auf ein Gebiet von 10 000 Hektar ausgedehnt. Mit Hilfe der Polizei, Grenzschutztrup- Durch die neuen ©runbbeftimmungen über öie Ausbildung des Landarbeiternachwuchses, die eine vierjährige Lehr- und Gehilfenzeit für den künftigen Landarbeiter vorschreiben, ist ja auch der Landarbeiter in jene Berufskreise eingerückt, die erlernt werden müssen und damit unter besonderem Ehrenschutz stehen Von den zuständigen Stellen wird jedenfalls alles getan, um der Jugend geeignete Berufsmöglichkeiten auf dem Lande zu schaffen und so die soziale Struktur des deutschen Volkes grundlegend zu bessern. , 'anzler mitbringen. Die Vertreter der Stadt Tokio überbringen eine vollständige japanische Kleidung, bestehen aus mehreren Gewändern, auf deren Aermel und Rücken neben dem Tokioer Stabtwap- nitionswerkstätten von Woolwich, bei der, wie gemeldet, fünf Angestellte ums Leben kamen, soll sich ergeben haben, daß sich die Explosion bei der Füllung einer 42-Zentimeter-Gra- n a t e ereignet habe. Die Belegschaft hatte hinter einer Sicherungswand Deckung genommen und beobachtete durch ein Spiegelsystem den Vorgang der Füllung. Diese hätte den Berechnungen zufolge innerhalb von fünf Minuten beendet sein müssen. Gerade als die Belegschaft wieder aus der Deckung hervortrat, ereignete sich die Katastrophe. Bisher 20 Todesopfer der Slurmkataflrophe an der spanischen Küste. Bei der bereits gemeldeten Sturmfata- strophe an der spanischen Küste sind 20 Seeleute ertrunken. Da jedoch noch immer von mehreren Fischdampfern jede Nachricht fehlt, befürchtet man, daß sich die Zahl der Opfer erhöht. Die dem Sturm entronnenen Fischer, die in ihre Heimatsorte an der kantadrischen Küste zurückgekehrt sind, gaben erschütternde Berichte über den verzweifelten Kampf mit dem aufgewühlten Meer. Die zurückgekehrten Schiffe weisen starke Beschädigungen auf. Auch haben sie einen Teil ihrer Besatzungen verloren, da mehrere Fischer durch Sturzwellen über Bord gespült worden sind. In Candas wurden nach Bekanntwerden des Unglücks sämtliche Geschäfte und Büros geschlossen und die Flagge auf dem Rathaus auf Halbmast gesetzt. In diesem Orte allein sind bis jetzt 11 Fischer als ertrunken gemeldet. In anderen Dörfern wartet die gesamte Einwohnerschaft Tag und Nacht am Strand auf die Rückkehr der überfälligen Dampfer. Kunst und Wissenschaft. Geheimrat Karl von Marr gestorben. Verzweiflungstat einer Mutter. In der Gemeinde Herbolzheim bei Freiburg i. B. tötete die Ehefrau Wölfle ihre drei Kinder, indem sie ihnen mit einem Küchenmesser den Hals durchschnitt. Die Kinder, zwei Mädchen und ein Knabe, im Alter von 8, 5 und 2 Jahren, waren sofort tot. Nach dieser schrecklichen Tat wollte die Frau sich das Leben nehmen und brachte sich eine schwere Wunde am Halse bei. Dem Umstand, daß der Schnitt die Halsschlagader nicht traf, ist es zu Das Berliner Baugrubenunglück vor Gericht. Im Berliner Bauunglücksprozeß nahm der Staatsanwalt den zuletzt vernommenen Zeugen, Direktor bei der Reichsbahn Grabski, unter ein Kreuzfeuer von Fragen. Direktor Grabski hat sich, wie sich aus seinen weiteren Antworten auf die Fragen des Staatsanwalts ergab, niemals unmittelbar über technische Einzelheiten unterrichtet. Allerdings hat er des öfteren mit Noth, dem Bauleiter der Berlinischen Baugesell- schaft, gesprochen, während K e 11 b e r g wiederum keine Unterhaltungen mit Noth geführt haben soll. Der Staatsanwalt kam dann auf eine frühere Aeußerung Weyhers zurück, wonach dieser Direktor Grabski angebeutet haben will, daß er Kellberg bei der Ausübung seiner Kontrollpflicht als sachlich unzulänglich empfinde. Der Zeuge erwiderte darauf, daß ihm nichts davon bekannt sei. Bisher 370 Todesopfer der Hitzewelle in Amerika. Die Gluthitze, die feit mehreren Tagen über weiten Gebieten der Vereinigten Staaten lastet, hält unvermindert an. Die Zahl der Todesopfer ist inzwischen in den Städten des Mittelwestens auf 3 7 0 gestiegen. In den von der Hitzewelle am meisten betroffenen Gebieten haben die Behörden und Geschäfte ihren Angestellten Hitzeferien bewilligt. Zur Rettung der Viehbestände sollen 50 000 Stück Vieh aus den Dürrestaaten des Mittelwestens nach Weideplätzen im Westteil des Staates Neuyork gebracht werden. Am Donnerstag erlebte Neuyork den bisher heißesten Tag in feiner Geschichte. Auf den Times-Sguare wurden in den Abendstunden 46 Grad Celsius im Schatten und 63 Grad in der Sonne gemessen. Die Heuschrecke nv läge ist neuerdings auch in den Südstaaten verheerend aufgetreten. Beson- g, ebenfalls in r spielt. ein altes Samuraischwert und kostbare Stickereien überreichen. Die Bürger Tokios endlich werden eine Dankadresse für die gastliche Aufnahme der japanischen Kämpfer durch das deutsche Volk übergeben. LZ. „Hindenburg" zur 5. Nordamerikafahrl gestartet. Das Luftschiff „Hindenburg" trat am Freitag um 20.55 Uhr von dem Flug- und Luftschiffhafen Rhein-Main aus mit 50 Fahrgästen seine fünfte Nordamerikafahrt an. Zum ersten- mal in der Geschichte der Luftschiffahrt hat das Luftschiff eine Reisegruppe an Bord, und zwar 20 führende Vertreter des deutschen Automobilhandels, die zum Studium aller die Automobilwirtschaft und den Automobilhandel betreffenden Fragen nach den Vereinigten Staaten reisen. Unter Der Ladung an Bord befindet sich u. a. eine wertvolle Sendung tropischer Zierstsche, die von dem Hamburger Aquarium durch Vermittlung des Frankfurter Tiergartens die Reife über den Ozean antraten, und die für das Neuyorker Aquarium bestimmt sind. ..Graf Zeppelin" auf halbem Wege. Das nach Südamerika fahrende Luftschiff „Graf Zeppelin" stand am Freitag um 19 Uhr MEZ. an der westafrikanischen Küste in Höhe von Kap Blanco. Es hat somit bereits mehr als die Hälfte des Weges zwischen Friedrichshafen und Pernam- buco zurückgelegt. Stanbortmelbung ber Zeppelin-Luftschiffe. Das Luftschiff „H i n b e n b u r g", bas Freitag um 21 Uhr in Frankfurt zur fünften Nordamerikafahrt aufgestiegen ist, stand nach einer Mitteilung der deutschen Seewarte am Samstagmorgen um 6 Uhr an der Südküste Englands. Das Luftschiff „Graf Zeppelin" befand sich zur gleichen Zeit 450 Kilometer südlich der Kapverdischen Inseln mit Kurs auf Pernambuco. Lin 50 000 Mark-Gewinn gezogen. In der Freitagsziehung der 4. Klasse der Preußisch-Süddeutschen Klassenlotterie fiel ein Gewinn von 5 0 0 0 0 Mark auf die Losnummer 89904. Das Los wird in Achteln in der I. Abteilung im als Gejchenk Des Oberbürgermeisters von Tokio [ verdanken, daß der Tod nicht sofort eintrat. Dis U s h i z u k a. Die Stadtverordneten Tokios lassen Fr»» lient in 'anftnnho iw öers Arkansas wurde von Heuschrecken heimgesucht. Cin Millionenschwarm vernichtete die ganze Umgebung einer Stadt und lieh kein grünes Blatt übrig. Sogar zum Trocknen aufg,ehängte Wäsche wurde aufgefressen. Die Bunbesbehöicken haben ihre Hilfsmaßnahmen weiter ausgedehnt. Die Wi?ber- ansiedlungsbehörde hat für sämtliche Wiederaufbauanleihen der Bundesregierung für die Farmerfamilien in den Dürregebieten ein einjähriges Moratorium erklärt. Außerdem hat die Regierung die Nothilfeaktion, die vorerst darin besteht, not- leidende Farmer an öffentlichen Arbeitsprojekten zu beschäftigen, auch auf die von der Dürre betroffenen Südstaaten Nord- und Südkarolina, Tennessee, Kentucky, Virginia und Alabama ausgedehnt. Bisher wurden insgesamt 75 000 Farmer bei Dammbauten und Bauten von Bewässerungsanlagen eingestellt. Auch in der kanadischen Provinz Ontario herrscht ungewöhnliche Hitze, die in vielen Bezirken ausgedehnte Waldbrände verursachte. Der deutsche Geschäftsträger in Japan bankt ben Schmieden von Seki. Der deutsche Geschäftsträger in Tokio weilte am Freitag in Seki in der Provinz Gifu, um dem dortigen Schmiedeverein, der bekanntlich dem Führer des befreundeten deutschen Volkes ein altjapanisches Schwert zum Geschenk gemacht hat, den Dank des Führers und Reichskanzlers zu übermitteln. Gastgeschenke ber japanischen Olympiabesucher für ben Führer. Die japanischen Besucher der XI. O l y m p i s ch e n Spiele 1936 in Berlin werden eine Reihe von Gastaesch Reichskanzlei * - Unser Bild zeigt die Kleidung, die der Reichssportführer für die deutsche Olympia-Mannschaft bestimmt hat. Man sieht von links nach rechts die weihen Trainingsanzüge, den grauen Tagesanzug, den weißen Festanzug, den die Mannschaft beim Einzug der Nationen tragen wird, und den braunen Trainingsanzug der Teilnehmer. — (Scherl-Bilderdienst-M.) In München ist im Alter von 78 Jahren Geheimrat Karl von Marr, der frühere Präsident der Akademie der Bildenden Künste und Ehrenmit- alieb des Künstlerhausoereins, dessen Vorstand er lange war, gestorben. Karl von Marr, am 14. Februar 1858 in Milwaukee geboren, kam schon in frühen Jahren nach Deutschland und besuchte hier die Akademien in Weimar, Berlin und München. Auf dem Gebiete der Malerei, der sich Karl von Marr später zuwandte, war er erfolgreich tätig, und auf vielen Ausstellungen war er mit bedeutenden Arbeiten vertreten. Brodmders Spiel „Ewiges Volk" auf dem heiligen Berg. Das Kulturpolitische Arbeitslager der Reichs- jugendführung in Heidelberg findet feinen Abschluß mit der Aufführung des Spiels „Ewiges Volk" von Wolfram Brockmeier, Musik von Gerhard Maaß, auf der Feierstätte, dem Heiligen Berg. Mitwirkende sind 3000 Jungen und Mädel aus der HI., zahlreiche Einzelsprecher aus dem ganzen Reich, sowie Musik- und Fanfarenzüge. Die Aufführung des Spiels findet am 14. Juli, 20.30 Uhr, statt. Sie wird für die künftige Feiergestaltung der jungen Generationen von entscheidender Bedeutung sein. Berliner Uraufführung des Schmeling-Films. Der in Dresden auf der Tagung der Filmtheater zum ersten Male gezeigte Film vom Kampf Gute Möbel bei Koos Giessen Schulstr6 Verfluchtes Gold! Vornan von Z. Schneider-Ioerstl. Urheberrecht: Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa. 22. Fortsetzung. Nachdruck verboten! „Zu den Amselmanns. Vielleicht wissen die, wo sie steckt. Gott, o Gott, wenn da nur nicht etwas nachkommt. Jetzt gehen Sie erst mal zu den Herren vom Gericht hinunter und sagen Sie, wie es ist. Es wird ihrd och nichts zugestoßen sein? Und ber Herr in Berlin!" Sie schrie auf unb machte einen Schritt weiter in bas Zimmer hinein. Im Türrahmen ftanb plötzlich ber Gärtner unb legte ben Finger an bie Lippen. „Die Polizei ist unten!" „Machen Sie keine Witze, Anbre!" „Wenn ich Ihnen sage, Ferbinanb. Zwei Mann hoch. „Die Schanbe!" entsetzte sich ber Alte. „Sie finb in Zivil. Ich gehe roieber. Es hat mich keiner gesehen, wie ich herauf bin. Dem Anton, ber aerobe die beiden Wagen wäscht, haben sie auch schon über die Achseln geguckt. Es kommt dick auf einmal." „Immer kommt es dick", weinte Betty. „Wenn mir das einer gesagt hätte! Aber das ist ja alles nicht so wichtig, als das eine, wo das Fräulein Maria geblieben ist. Das ginge gerade noch ab, baß sie sich etwas angetan hat. Jetzt glaube ich's beinahe schon. O Gott, o Gott! Das verfluchte Gelb, bas verfluchte!" Ferbinanb wanbte ihr ben Rücken unb ging nach bem Empfangszimmer hinunter. Seine Schultern waren gekrümmt unb ber Kopf gesenkt. „Das gnäbige Fräulein ist nicht auf feinem Zimmer, Herr Staatsanwalt." Dessen Lächeln, bas offensichtlichen Unglauben ausbrückte, trieb ihm ein buntles Rot auf bie Wangen. „Wir finb in Sorge, Herr Staatsanwalt. Das ist noch nie vorgekommen, baß Fräulein Terry über Nacht weggeblieben ist. Ich möchte die Polizei verständigen. Vielleicht ist ihr etwas zugestoßen." Nun wurde bie Miene bes Staatsanwalls doch ernst. „Wann haben Sie Fräulein Terry das letzte Mal gesehen?" „Gestern abend. Es war schon spät. So gegen Zwölf Uhr. Da war das gnäbige Fräulein nach ihrem Zimmer gegangen, hat mir zugenickt unb „Gute Nacht" gesagt." „Fräulein Terry muß aber boch wieber fortgegangen fein, wenn Sie jetzt ihr Zimmer leer finben?" „Ja, allerbings, Herr Staatsanwalt. Ich kann nur nicht begreifen, baß sie mir nichts baoon gesagt hat. Sie ist sonst nie aus bem Haus gegangen, ohne mich zu verstänbigen." „Wohin glauben Sie, baß sie sich geroanbt hat?" Ferdinands Gesicht verriet seinen großen Kummer. „Ick kann mir nichts anderes denken, als--" „Als?" fragte der Staatsanwalt erwartungsvoll. „Daß sie den Tod gesucht hat." Die Sonne brach gerade durch und warf eine übertrieben scharfe Helle in das Zimmer, als wollte sie Ferdinands Gesicht in jeder einzelnen Linie zei- aen. Seht, so schaut ein Mensch aus, ber lügt! Man hätte benken können, er habe überhaupt sein ganzes Leden lang nichts getan, als solche Lügen ausgeheckt. „Wann erwarten Sie Herrn Kommerzienrat Terry aus Berlin zurück?" klang bie Stimme bes Staatsanwalts roieber auf. „Der Herr Kommerzienrat sagte etwas von zwei ober brei Tagen." „Vielleicht ist seine Tochter zu ihm gefahren?" Ferbinanb nickte. „Es ist immerhin möglich, Herr Staatsanwalt, aber ich glaube es nicht." „Könnten Sie nicht im Hotel, wo Herr Terry abzusteigen pflegt, anrufen? Ober wissen Sie bas Hotel nicht?" Beinahe hätte Ferbinanb eine Dummheit gemacht unb ,^och" gesagt. Aber rechtzeitig besann er sich unb betonte, ber Herr Kommerzienrat fei nicht immer in ein- unb bemfelben Hotel abgestiegen. — Es war ihm eine Erleichterung, baß es ber Staatsanwalt ohne weiteres zu glauben schien. Schließlich konnte man ja im „Ablon" in Berlin anrufen. Bei ben Amselmanns zu fragen, unterließ man besser. Niemanb brauchte zu ahnen, baß Moria von bort» her Hilfe erhalten hatte. Er begleitete bie beiben Herren nach ber Halle unb von bort noch ein Stück burch ben verschneiten Garten. Gesprochen wurde nichts mehr. Im Grunbe feines Herzens bankte Ferbinanb, boß alles so glatt ab gegangen war, benn jebe Stunbe Vorsprung, bie Terry unb Mario hatten, war von unschätzbarem Wert. Als ber alte Diener ben Weg nach ber Villa zu- rückschritt, überflog er mit einem traurigen Blick ben mächtigen Bau unb bie fpiegelnben Fensterscheiben. Die breite Terrasse war weiß bestäubt unb bie beiben Säulen, von benen sie getragen würbe, glänzten von Eiskristallen. Das alles würbe nun über kurz ober lang in anbere Hänbe übergehen, bestaunt, bekrittelt, unb auf feinen Wert ober Unwert taxiert unb versteigert werben. Es wäre bester gewesen, ben Tag nicht zu erleben. 32 Jahre war er mit ben Terrys burch bie Zeiten bes Glücks unb ber Trauer gegangen, hatte alles mitgefühlt unb miterlitten, was bem Haufe an Freub unb Leib befchieben gewesen war. Unb in all biefen 32 Jahren hatte er nie ein schlimmes Wort gehört, nie gedarbt, nie gefroren, an feinem Tag um Brot und Obdach besorgt sein müssen. — Terry war ein guter Herr gewesen unb Maria eine gute Herrin. Unb bas war nun bas Enbe! „Sinb sie jetzt fort?" fragte bas Zimmermäbchen, bas eben aus ber Halle trat unb sich sofort roieber zurückzog, als bie Klingel ging. „Wie bie Hornissen kommen sie jetzt angeschwirrt! Unb ber jetzt läutet, ist gewiß auch wieder einer, der es nicht erwarten kann, seine Ansprüche geltend zu machen." Wie häßlich die Menschen sich benahmen, wenn es sich um Geld handelte! Da hörte jede Rücksicht auf. Beinahe immer gingen Liebe und Freundschaft in die Brüche. Selten einer, der den Kopf nicht verlor, wenn er fürchten mußte, feinen Mammon zu verlieren. Verfluchtes Gold, verfluchtes! Hatte man feins, konnte man Hungers sterben und im Straßengraben verenden. Und hatte man welches, ließ es einem nicht schlafen und trieb und drängte: Immer mehr! Immer mehr! Immer mehr! Unb bann, wenn man’s erreicht unb errafft hatte, rann es einem zwischen ben Fingern burch, wie Wasser, bas einem burchlöcherten Behälter entströmt. Ferbinanb hatte geöffnet unb sah auf ben jungen Mann, ber sich bescheiben verneigte. „Würben Sie bie ßiebensroürbigteit haben, mich Fräulein Terry au melben?" sagte ber Frembe, zugleich eine Besuchskarte überreichen!). „Fräulein Terry ist verreist." „Verreist?" — Wäre Ferbinanb nicht ein so guter Menschenkenner gewesen, hätte er jetzt mit einem kurzen „Jawohl!" geantwortet. So hörte er ein ungläubiges Erschrecken aus ber Stimme bes Besuchers und sagte zögernb: „Das heißt — wir wissen nicht, wo bas gnädige Fräulein ist." Die Wirkung war ganz so, wie Ferbinanb sie erwartet hatte. Das junge Gesicht erblaßte jäh unb bie Augen waren in ratloser Angst auf ihn gerichtet. „Aber... bas ist ja gar nicht... möglich!" Ferbinanb machte eine mübe Hanbbewegung. „Vielleicht kommt bas gnäbige Fräulein halb roieber zurück." Rolf Steffen sah gerabeaus nach bem Riesengobelin, ber bie Breitroanb bes Treppenhauses einnahm. Er schien angestrengt über etwas nachzuben- ken, bekam einen eigenen Zug um ben Munb unG erstickte beinahe an ben kurzen Worten. „Ist irgend etwas oorgefommen... von bem ich nichts weiß?" Der Alte seinerseits kombinierte nicht minber rasch. „Es steht nicht gut um bie Dysoltwerke, mein Herr." Er ließ feinen Blick mehr von Rolfs Gesicht. „Ach!" sagte er. „Für mich ist bas belanglos. Ich sorge mich um Maria. Wenn Sie mir einen Wink geben könnten, wäre ich Ihnen sehr dankbar. Mein Ehrenwort, daß ich keinen Gebrauch davon mache." „Ich habe Ihnen alles gesagt, was ich weiß. Können Sie irgendwo verständigt werden, wenn bas gnäbige Fräulein zurückkommen sollte?" Rolf nannte bas Park-Hotel. — „Was hat benn ber gewollt?" fragte Betty, als Rolf Steffen wie ein Trunkener ben Weg zum Tor hinunterging. „Da glaubt man nun alles zu wissen", sagte Ferbinanb finnenb unb verfolgte bie schlanke Gestalt, bis bas kunstvoll geschmiebete Gittertor sich hinter ihr schloß. „Unb nun ist ba einer, ber sie liebt!" „Unser Fräulein Maria?!" „Freilich! Da hätte man nun eigentlich annehmen bürfen, baß sie wenigstens ihn verstänbigt hat. Aber sie hat es nicht getan. Wenn ich nur wüßte, wie bas weitergeht." (Fortsetzung folgt!) Max Schmelings gegen den amerikanischen Neger Joe Louis erlebte jetzt seine Berliner Ur- aufführung. Auch hier fand der Bildstreifen, dessen deutsche Bearbeitung der Syndikatfilm übernommen hat, eine geradezu stürmische Aufnahme, für die Max Schmeling viele Male danken mußte. Der Film, zu dem Arno Helmis, der den Kampf von Neuyork aus übertrug, Erläuterungen gab, ist unzweifelhaft der beste bisher in Deutschland gezeigte Film eines großen Boxkampfes. Seinen besonderen Wert erhielt er durch die eingestreuten Zeitrafferaufnahmen, die alle die Feinheiten genau Wiedergaben, die selbst den meisten der Kampfbesucher entgangen sein dürften. Autolotsendienst für die Olympiade. Der Olympia ■ Kraftfahrstab des NSKK. hat es übernommen, zu den Olympischen Spielen 1936 in Berlin die Kraftfahrer zu betreuen. Die Reichshauptstadt umschließt ein Ring in einer Tiefe von etwa 100 bis 150 Kilometer, Der als sogenanntes Olympia-Vorfeld bezeichnet wird. Hier unterliegt der aus dem Reich und aus dem Ausland in die Reichshauptstadt fahrende Kraftfahrer dem NSKK.-Straßenhilfsdienst, der bis an die Stadtgrenze von Berlin reicht. In der Stadt selbst wird ein A u t o lotsendienst, der von den Männern der Motorbrigade Berlin durchgeführt wird, die weitere Betreuung übernehmen. Schon auf den Anfahrtsstraßen wird den Fahrern in bestimmten Abständen wiederholt das Schild entgegenleuchten „Achtung! Autolotsendienst" mit der näheren Bezeichnung der nächsten Lotsenstelle. Insgesamt sind an den verschiedenen Haupteinfallstrahen fünf Lotsenstellen vorgesehen; jede dieser Stellen hat 30 Lotsen zur Verfügung, tue einem sprachgewandten Leiter unterstehen. Die Lotsen haben die Aufgabe, die Kraftfahrer sicher und nach feinen Wünschen an den Bestimmungsort zu bringen. Die Entschädigung für den Lotsendienst darf nur an den Leiter der Station gezahlt werden. Die Lotsen verrichten ihren Dienst in der NSKK.- Uniform und tragen am linken Arm eine gelbe Binde, die den NSKK.-Olympiade-Stanüer zeigt mit der Inschrift „Autolotsendienst". 100 000-rNark-Gewinn gezogen. In der letzten Ziehung der Preußisch-Süddeutschen Klassenlotterie fiel ein Gewinn in Höhe von 100 000 Mark auf die Nr. 17 396. Das Los wird in Achtelteilen in der 1. Abteilung im Rheinland, in der 2. Abteilung in Berlin ebenfalls in Achtel-Teilen gespielt. Oie Bevölkerungskurve in Frankreich Von unserem -pp.-Serichlerstatier. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Paris, Juni 1936. Das Jahr 1935 brachte einen weiteren Rückgang und einen neuen Tiefstand der französischen Geburtenziffer. Die Zahl der Lebendgeborenen wird mit 638 881 angegeben, was auf 1000 der Bevölkerung nur 15,2 ausmacht. Sehen wir von den Kriegsjahren ab, so war noch nie eine so niedrige französische Geburtenziffer zu verzeichnen. Das bisher schlechteste Jahr war das Vorjahr mit 677 365 Lebendgeborenen und einem Tausendsatz von 16,1, und in der Vorkriegszeit lag dieser Tausendsatz selten unter 19, niemals unter 18. Noch bedeutsamer ist, daß das Jahr 1935 e i n Unterschußjahr ist, und zwar das zweite der Nachkriegszeit, doch im ersten, 1929, war der Ausfall im wesentlichen auf eine anormale Zunahme der Todesfälle zurückzuführen, diesmal aber auf einen Rückgang d e r Geburtenziffer, während die Zahl der Todesfälle nur leicht angestiegen ist, von 634 525 auf 658 357. Der Unterschuß beläuft sich also auf fast 20 000, während im Vorjahr noch ein Geburtenüberschuß von mehr als 40 000 zu verzeichnen war. Im letzten Dorkriegsjahrzehnt war allerdings die Zahl der Unterschußjahre größer als in der Nachkriegszeit, so waren 1914, 1911, 1907 und 1900 Jahre des Geburtenunterschusses. Diese Entwicklung hat selbstverständlich eine Auseinandersetzung über dieUrsachen ausgelöst. Viele begnügen sich mit dem Hinweis auf die Wirtschaftskrise als Erklärung, wobei sie als weiteres Argument anführen, daß seit 1930, als die rückläufige Entwicklung des Taujendsatzes der Geburten einsetzte, auch die Zahl der Eheschließungen von 342 000 bis 284 000 im Jahre 1935 zuruck- gegangen ist. Gegenüber dieser Beweisführung erklärte jedoch kürzlich im Paris Soir eine französische Mutter, man solle die Gründe nicht so weit hersuchen, sondern ehrlich eingestehen, daß die französischen Mütter keine Kinder mehr haben wollen, weil es Söhne werden könnten, die im n ä ch st e n Krieg geopfert werden müßten ... Wir wollen uns in diese Auseinandersetzung nicht einmischen, sondern uns mit der Feststellung begnügen, daß das Schlagwort vorn aussterbenden Frankreich wieder eine gewisse Berechtigung hat. Zeitweilig, bis 1930, schien es so, als ob die bevölkerungspolitischen Verhältnisse Frankreichs sich im Vergleich zur Vorkriegszeit wesentlich bessern würden. Mehrere Jahre wiesen z. B. einen größeren Geburtenüberschuß als die Durchschnittsziffer der letzten Vorkriegsjahre auf und ein gleiches galt für die Tausendziffer. Doch seitdem ist eine Wendung zum Ungünstigen eingetreten, und was das für die französische Wirtschaft und Politik bedeutet, hat kürzlich ein Statistiker schlagwortartig dahin zusammengefaßt, daß es um die Jahrhundertwende nur noch 20 Millionen Franzosen geben würde, wenn die Entwicklung der Geburten- und Sterbeziffer die gleiche bleiben würde wie in den letzten Jahrzehnten. Um die Bedeutung dieses Problemes zu veranschaulichen, stellte der Statistiker u. a. folgende Fragen: Wie sollen diese 20 Millionen Franzosen die dem gebietsmäßig zweitgrößten europäischen Lande gestellten Aufgaben erfüllen? Wie können die Grenzen verteidigt werden? Wie ist dann noch eine Verwaltung des jetzt schon 60 Millionen Einwohner zählenden Kolonialreiches möglich? Derartige Berechnungen sind zwar sehr problematisch, denn die Entwicklung der Geburten- und Sterbeziffern der letzten Jahrzehnte besagt nichts über die kommende Zeit, denn oft ist einem Bevölkerungsrückgang eine erhebliche Zunahme gefolgt, wofür für das 19. Jahrhundert Japan das beste Beispiel ist und für die Gegenwart Deutschland. Aber immerhin erscheinen derartige Berechnungen heute richtiger als vor fünf Jahren. Das bevölkerungspolitische Problem ist für Frankreich wieder brennend geworden, ähnlich wie es in der Vorkriegszeit der Fall war. Es fehlt denn auch nicht an Mahnern, wir möchten z. B. noch auf den Wissenschaftler und Politiker Adolphe L andry Hinweisen, der erklärt, es sei durchaus möglich, von dieser Entwicklung auf eine Dekadenz des Landes zu schließen, und vor allem seine Landsleute warnend auf die Tatsache hinweist, daß einst Geburteneinschränkung und Bevölkerungsrückgang zum Untergang von Rom und Griechenland geführt haben. Adolphe Landry steht nicht allein, vielmehr wird der Kreis derer immer größer, die, hierbei vorwiegend auf Deutschland hinweisend, sich um eine Wiedererweckung d e s Willens zum Kinde bemühen, die kinderreichen Familien fördern wollen. Im Hinblick gerade auf diese Bewegung soll man die Tatsache, daß 1935 ein Unterschußjahr war, nicht überschätzen. Auch in Frankreich kann es zu einem Umschwung kommen wie in Deutschland nach 1933. Sammlermarken unt> „Gefälligkeitsstempel". Ein Erlah des Neichspostministenums. Die Zahl der B r i e f m a r f e n f r e u n ö e und I Briefmarkensammler ist im Laufe der Jahre immer größer geworden, annähernd gleich hat sich daneben auch die Zahl derjenigen erhöht, die sich dem Sammeln der zahlreichen Sonder- und Werbe st empel zugewendet haben, mit denen die Deutsche Reichspost' bei den verschiedensten Gelegenheiten die Postsendungen bedrucken läßt. Alle Sammler haben den begreiflichen Wunsch nach einer recht guten und stets sauberen Abstempelung ihrer Sammelobjekte und die Deutsche Reichspost hat selbstverständlich auch von je auf eine einwandfreie Stempelung der Postsendungen den größten Wert gelegt. Ein neuer Erlaß des Reichspostministers gibt jetzt einige Vorschriften und Richtlinien bekannt, die von den Postanstalten bei der Stempelung von Sammlermarken und bei der Benutzung bestimmter Sonder- und Werbestempel beachtet' werden sollen. Hiernach werden künftig Sonder postanstalten auf Ausstellungen und sonstigen großen Veranstaltungen, wenn sie mit Sonderstempeln ausgestattet sind, lose oder auf Papier geklebte gültige Postwertzeichen, die nur zum Zwecke der Abstempelung vorgelegt werden, mit dem Sonderstempel bedrucken. Sie werden auch frei- gemachte Postkarten, Briefumschläge, auch wenn sie nicht zur Postbeförderung eingeliefert werden sollen, mit diesem „G efälligkeits st empel versehen. Sendungen, die nach Schließung solcher Sonderpostämter eingehen, dürfen nachträglich nicht gestempelt werden. Ebenso sind bei allen anderen Postanstalten „Gefälligkeitsstempel" verboten. Wenn einer Postanstalt von anderen Orten Briese usw. unter Umschlag mit dem Wunsche zu- gehen, die Sendungen mit einem bestimmten, noch in Gebrauch befindlichen Sonder- ober Werbestempel zu bedrucken, so soll diesem Wunsche nach Möglichkeit entsprochen werden. Es wird auch gestattet sein, Sendungen in einem Umschlag am Post- schalter abzugeben, wenn die Wertzeichen leicht und sauber entwertet werden sollen. Es empfiehlt sich, in einem solchen Falle auf den Umschlag einen dahin lautenden Wunsch niederzuschreiben. Die Sendungen werden nach der Abstempelung dann auf dem Postwege dem in der Anschrift bezeichneten Empfänger zugeleitet. Für die Abstempelung von Sammlermarken wird im übrigen angeordnet, daß grundsätzlich jede Marke nur von einem Stempelabdruck getroffen werden soll. Zur Schonung des Markenbildes soll der Stempelabdruck bei Einzelmarken möglichst nur ein Viertel, sonst ein Drittel der Marke bedecken. Hiermit ist den Wünschen der Briefmarken- und Poststempelsammler weitgehend Rechnung getragen. Buntes Allerlei. Das Reiterregiment im Festspielhaus. Als der Bau des Festspielhauses in Bayreuth vor 60 Jahren seiner Vollendung entgegenging, entstand im Kreise um Richard Wagner große Aufregung, als ein Wiener Architekt in einer Schrift behauptete, daß die Akustik des Festspielhauses vollkommen verfehlt sei. Er erklärte, in dem Hause sei ein so starkes Echo, daß man von Musik und Gesang überhaupt nichts hören werde. Doch Wagner, sein Dirigent Hans Richter und die Festspielhausarchitekten kamen auf eine glänzende Idee: eines Nachmittags rückte das ganze 6. Chevauxleger-Re- giment, das in Bayreuth lag, an und „besetzte" das Theater. Als alle Ränge, Gänge und das Parkett gefüllt waren, ließ Hans Richter vor den erstaunten Reitern, die bisher noch nichts von Wagners Musik gehört hatten, das Vorspiel zum „Siegfried" erklingen. Der Erfolg war hervorragend. Denn die Akustik im vollen Hause erwies sich als ganz wunderbar. So haben die berühmten bayerischen „Schwalangschers" Richard Wagner sozusagen mit einer friedlichen Attacke herausgehauen, und als Belohnung dafür durften sie gewissermaßen der „Premiere" des Festspielhauses beiwohnen. Arabische Höflichkeit. Ein Araber-Scheik wurde zum erstenmal in einem Kraftwagen auf einer Fahrt durch die Wüste mitgenommen. Die Straße war furchtbar schlecht, und an einer besonders unebenen Stelle kippte der Wagen einfach um, so daß der Scheik in hohem Bogen in den Sand flog. Statt daß er nun eine kräftige Rede gegen den Lenker losließ, wandte sich der Araber, nachdem er sich mühsam aus dem Sand wieder herausgearbeitet hatte, an ihn und sagte: „Es tut mir sehr leid, aber ich habe noch nicht gelernt, auf so einem Ding zu reiten." Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samstagnacfr mittag geschlossen. HAyS DER GUTEN. Hartbrennholz, ä Wagen 5 Mk., Anmachholz ä, Wagen 6 Mk., 1 Sack Anmachholz 1 Mk. frei Keller. sssD J. Wellhöfer, Telephon 2313, Marb.Str.24. Für den Naturfreund ! Wolöroeüen Die Lebensgemeinschaft des deutschen Waldes in Bildern 150 Naturaufnahmen aus dem Tier- und Pflanzenleben des heimatlichen Waldes auf 128 Kupfertiefdruck- tafeln, mit lebendigem und aufschlußreichem Einführungstext von K.Gerhard u.G.Wolff. Preis RM. 4,80. „(Es lebt und webt in dem Buche, und wer es versteht, mit empfänglichen Finnen die bildgeword. 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Bedienen Sie sich bitte dieses Fachunternehmens Verwandten und Bekannten die traurige Nachricht, daß meine liebe Frau, unsere herzensgute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Katharine Gaul, geb. Arnold heute nachmittag nach schwerem Leiden im Alter von 66 Jahren ent- Die Beerdigung findet am Sonntag, dem 12. Juli, nachmittags 4 Uhr von der Friedhofshalle aus statt In tiefer Trauer. Wilhelm Ritter, Justizinspektor Annemarie Ritter Heinrich Bechstein A. Wehrheim, Löbersiraße 11 Telefon 3525 Die trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Gaul Familie Wllh. Deu&ing Familie Konrad Norwig Auch Ehestands-Darlehen nimmt die Polsterwerkstätte A. Wehrheim für Couches, Sessel, Matratzen und Federbetten in Zahlung. arbeiten unsere Vervielfältiger, - - einfach in der Bedienung und so niedrig im Preist torlM 191.. bei Voko ein Rote Nach 25Jahren erfolgreichem Fach-Schaffen kennt man die Branche. Kaufen Sie Bürobe- darf, Büromaschinen bei: Habe mich ab 1. Juli als Zahnarzt In Gießen, Wilhelmstraße 12 pari. niedergelassen. Sprechstunden: Montags bis Freitags 9 bis 12, 15 bis 17, Samstags 9 bis 13 Uhr Dr. Ernst Schmitt früh. Assistent an d. Kruppschen Zahnklinik, Essen 42020 ^QUALITÄTEN S^auto- Xär DI ESELMOTOREN SÜDDEUTSCHE BREMSEN A.G.MÜNCHEN JAKOB SCHWEIZER FRAN KFURTaM.Jahnstr.46. Tel.Zeppelin 58691 Nr. 160 vierter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)Samstag, N, Zuli |936 W V4; 1 £■ W - z -M : -z< ■ J>\. ■» * w> -.wjagM s ■ >/... . M' , *|» ! sm > I - U > .. ■/ WWU $ M K'/ - ■ „**#, ■ \ r; I ... ■ ■ 4, T M M ■ 443Il ' t / t H Kampf gegen Llnfall und Schaden. LLD Oie Statistik stellt fest. Zahlen sprechen. Notwendige Mahnungen an jedermann, oerwrm $ßa‘bbranbc Rechts: Feuersbrunst bedeutet immer Verlust am Volksvermögen (auch wenn der Geschädigte versichert ist!). Darunter: Gefahr bei der Arbeit. Leitern sollen immer gehalten werden. (Aufnahmen [1]: Schad, [6]: Neuner, Gießener Anzeiger.) Messer, Gabel, Scher' und Licht, taugt für kleine Kinder nicht. V.A. Die schrankenlose Freiheit des Individuums war das Element des Liberalismus, das am meisten zur Zerstörung von Moral und Sitte beitrug. Jeder kann mit seinem Körper und seinem Besitz anfangen, was er will. Wenn jemand ein Stück Boden sein eigen nennen kann, so kann er es jahrelang brach liegen lassen, wenn es ihm so gefällt, ohne Rücksicht darauf, ob dieses Stück gerade für die Ernährung des Volkes oder zu irgendeinem anderen wichtigen Zwecke benötigt wird. So wollte es der Liberalismus. Und deswegen bezichtigten seine Jünger auch den Nationalsozialismus, daß er die Freiheit vernichten wollte. Sie hatten nicht unrecht. Diese Freiheit allerdings mußte vernichtet werden. Verantwortung bedeutet mehr als schrankenlose Freiheit. Der deutsche Mensch ist nicht um seiner selbst willen in die Blutsgemeinschaft seines Volkes hineingeboren, sondern er hat im Verlaufe seines Lebens ganz bestimmte Aufgaben an dieser GeTeil des Volksbesitzes dar. Diese Gelder, die die Unfälle kosten, könnten wahrhaftig besser verwendet werden. Wer macht sich schon groß Gedanken darüber, wenn er in seiner Morgenzeitung liest, daß in der A-Straße ein Schadenfeuer ausgebrochen war, das erst nach stundenlangen Mühen von der Feuerwehr niedergekämpft werden konnte. Man liest es jeden Tag und geht gleichgültig über derartige Meldungen hinweg. Keiner denkt darüber nach, was hier wieder an Werten verloren gegangen ist. Weißt du denn, deutscher Volksgenosse, daß im Deutschen Reiche stündlich 5 Brandunglücke zu verzeichnen sind, daß der rote Hahn täglich 13 0 m a l auf dem Dache eines deutschen Hauses st e h t. Jeden Tag wird das Volksvermögen um 1,5 Millionen Reichsmark geschädigt. Soviel kostet gerade ein Bauerndorf. Und das geschieht täglich. Im Jahre werden bei uns 45 000 bis 50 000 Brände über Wohnungsnot geklagt. In den letzten zehn Jahren aber gingen rund 200 000 Wohnhäuser mit etwa 1 Million Wohnungen in Flammen auf. Man hat berechnet, daß allein durch das Spiel mit dem Streichholz in Kinderhand jährlich 5000 Brände entstehen. Hier kann durch den Unterricht in der Schule und scharfe Kontrolle der Zündwaren im Hause vorbeugend gewirkt werden. Sehr groß sind die Verluste, die durch Unachtsamkeit in Haus und Familie entstehen. Wir könnten 200 000 Menschen ständig von dem ernähren, was jährlich an Nahrungsmitteln, Getreide, Kartoffeln, Hülsenfrüchten und Vieh verbrennt. Und noch ein anderes Volksgut fällt den Flammen zum Opfer: der Mensch! Täglich sterben 4, jährlich 1500 den Verbrennungstod, 8 Menschen täglich erleiden Brandunfälle. Bei nötiger Vorsicht und Aufmerksamkeit könnten uns wertvolle Menschen erhalten bleiben. Weit erschreckender sind die Zahlen an Schaden und Menschenleben, die jährlich der Verkehr erfordert. Im Deutschen Reiche ereignen sich täglich 700 Verkehrsunglücke, also 29 in der Stunde. Im Jahre haben wir 3 0 0 0 0 0 beschädigte Verkehrsmittel zu verzeichnen. Der Gesamtschaden beträgt jährlich rund 2,5 Milliarden Reichsmark. 8000 Menschen fallen jährlich dem Verkehr zum Opfer, das entspricht etwa der Einwohnerzahl einer kleineren Kreisstadt. Diese Menschen stehen in überwiegender Zahl noch in den „besten Jahren". Nach einer kürzlich aufgestellten Statistik sind die meisten Toten 15 bis 30 Jahre alt, an zweiter Stelle stehen die 30- bis 45jährigen. Es handelt sich also in jedem.Falle um das gesündeste und arbeitsfähigste Menschenmaterial, das dem Volke dadurch verloren geht. Unermeßlich und unabschätzbar aber sind die Folgen, die sich für die Hinterbliebenen ergeben. Jährlich werden 2 5 0 0 0 0 Verkehrsverletzte gezählt. Einbuße von Arbeitskräften — zeitweilig oder dauernd — Not und Siechtum sind die Folgen. Nach Beendigung des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 war man entsetzt über die hohe Verwundetenzahl. Sie ist gering gegen die Zahl der Unfallverletzten, denn sie betrug „nur" 88 000 Verwundete. Auch bei allen Verkehrsunfällen ist wieder festzustellen, daß 75 v. H. aller Unfälle auf Leichtsinn, Fahrlässigkeit oder Rücksichtslosigkeit beruhen. werblicher, industrieller oder landwirtschaftlicher Art. Und täglich fallen rund 22 Menschenleben dem Betriebsunfall zum Opfer, das macht im Jahre 8000 Tote. Auch hier handelt es sich wieder um bestes Menschenmaterial, um das die Sozialkraft des deutschen Volkes geschwächt wird. 1,2 Millionen Menschen werden jährlich durch Betriebsunfall verletzt. Die Berufsgenossenschaften haben einen jährlichen Zugang von 100 000 Unfallrentenberechtigten, davon werden 1500 als Ganzinvalide verzeichnet. Der wirtschaftliche Schaden, der durch Betriebsunfälle angerichtet wird, beläuft sich jährlich auf die gewaltige Summe von 2,5 Milliarden Reichsmark, das entspricht etwa dem Werte von 280 000 Einfamilienhäusern oder 105 000 Bauernhöfen. Feuer mit Spiritus zu schüren ist eine stets gefährliche Unsitte. Der Gesamtschaden der Brände, Verkehrsunfälle, Betriebsunfälle usw. wird von der „Reichsarbeitsgemeinschaft Schadenoerhütung" auf jährlich 5 Milliarden Reichsmark geschätzt. Die Zahl scheint eher zu niedrig als zu hoch angenommen, denn wieviel Schaden wird noch täglich angerichtet, der nicht abgeschätzt werden kann. Die Summe von 5 Milliarden Reichsmark ist gleichbedeutend mit der Jahresproduktion des deutschen Bergbaues. Sie entspricht dem 12. Teil des Volkseinkommens überhaupt. * Der Sommer mit seiner Wärme und Erholung ist wieder ins Land gezogen. Aus dem Häusermeer der Städte suchen täglich und vor allem am Wochenende Hunderttausende Erfrischung in Wald und Feld. Aber dieses Hinausströmen ins Freie bedeutet auch Gefahr für Wald und Feld, besonders für den Wald. Unachtsamkeit kann hier Werte vernichten, die jahrzehntelange Arbeit mühsam aufgebaut hat. Die meisten aller Waldbrände geschehen durch Fahrlässigkeiten. Wüßten diese Nachlässigen, welche Werte im deutschen Walde stecken, daß rund 300 000 Menschen unmittelbar dem Wald ihren Lebensunterhalt verdanken, so würden diese Unvorsichtigen wohl etwas weniger leichtsinnig sein. Immer wieder muß festgestellt werden, daß ein meinschaft zu erfüllen. Sein Körper und sein Besitz gehören dieser Gemeinschaft, sie sind ihm lediglich zu treuhänderischer Verwaltung anvertraut. Wenn heute ein Mensch bei einem Unfall durch eigene Fahrlässigkeit eine Hand verliert, so hat er das Vermögen des Volkes beraubt und die soziale Kraft der Gemeinschaft geschädigt. Wenn irgendwo ein Haus durch den Leichtsinn eines Bewohners in Flammen aufgeht, so wird das Dolksoermögen verringert. Es zeugt von Beschränktheit, will es jemand mit dem Bemerken abtun, daß ja die Versicherung bezahlen müsse. Auch die Versicherung stellt einen gezählt. Sie verursachen einen jährlichen Gesamtschaden von 400 bis 500 Millionen Reichsmark. Das Schlimmste dabei ist, daß diese Schadenfeuer zu 75 o. H. auf Selb st Verschuldung, also Leichtsinn, Vorsätzlichkeit, Gefahrengewöhnung und Gefahrenverkennung beruhen. Wenn unsere Volksgenossen von Kindheit an zu Verantwortungs- und Pflichtbewußtsein erzogen worden wären, würden wir auf dem Gebiete des Brandschadens allein jährlich 300 bis 350 Millionen Reichsmark sparen. Das entspricht etwa dem Werte von 40 000 Einfamilienhäusern oder 15 000 Bauernhöfen. Es wird h^ute Wieviel Sorgen, Opfer und Tränen liegen in solchen Feststellungen, wieviele hoffnungsvolle Menschen mögen für ihr ganzes Dasein zu Krüppeln geworden sein! Alle Verkehrsoorschriften der Polizei und Warnungen der Berufsgenossenschaften genügen nicht. Das hat die Entwicklung gezeigt. Jeder einzelne muß selbst von der Verantwortung durchdrungen fein, die er gegenüber der Volksgemeinschaft durch sein Verhalten trägt, wenn er unachtsam im Straßenverkehr handelt. Rund 20 Millionen deutscher Menschen werken als Arbeiter oder Angestellte in den Betrieben ge- Anhängen an Fahrzeuge muh Kindern immer streng verboten werden. Aerkehrsunsall = gleichbedeutend mit Verletzung, Tod und Werteverlust. angerichteter Schaden hätte vermieden werden können, wenn die Beteiligten nicht fahrlässig und pflichtvergessen gehandelt hätten. Gesetze und Strafen können dagegen nur in beschränktem Umfange helfen, es muß viel mehr Wert auf die Erziehung gelegt werden. Jeder einzelne Volksgenosse muß mit seinen Pflichten nachdrücklichst bekannt gemacht werden, muß selbst helfen, andere zu erziehen. Es wäre nicht schwer, jährlich 3 Milliarden Reichsmark einzusparen, wenn sich alle ihrer Verantwortung bewußt wären, und deswegen ist die Schadenverhütung eine wichtige nationale Aufgabe, die die Mitarbeit eines jeden deutschen Menschen erfordert.* Die Schäden, die jährlich in Deutschland durch Unvorsichtigkeit und Leichtsinn 'm Haushalt entstehen, sind bisher st a t > st i ch nicht erfaßt worden. Das dürfte auch schwi->ig fein, da bei weitem nicht alle Hausunfälle tur Kenntnis der Oeffentlichkeit gelangen. Nur m.nn schwerere Fälle eintreten, wie Gastod oder tödl'che Stürze, bringt die Nachricht in breiteren Kreis All die kleinen Schäden, die täglich und stündlich ungerichtet werden, haben in ihrer Masse aber r;el stärkere Auswirkungen als ein größeres Unglürf Sehr oft wären diese Schäden nicht entstanden, wenn eine an sich selbstverständliche Vorsicht gewaltet hätte. Der undichte Gasschlauch, die beschädigte Steckdose, die zu glatte Diele, die klapprige Leiter, alles das sind Unfallquellen erster Ordnung. Dazu kommt leichtsinniges Hantieren mit Petroleum und Benzin und sogar mit Licht auf offenen Böden Es ist unverantwortlich, wie oft mit dem eigenen Leben und der Gesundheit gespielt wird, ganz ab» gesehen von dem materiellen Schaden, der letzten Endes immer das Volksvermögen trifft. Der in den Haushalten angerichtete Schaden übersteigt im Jahre Hunderte von Millionen Reichsmark Es liegt an dem Willen und dem Einsatz jedes einzelnen, diese .Werte dem Volksvermögen zu erhalten. Wirtschaft. Ichein-mainische Diehmärkte. Der Gesamtauftrieb an Großvieh betrug in der abgelaufenen Woche 540 (gegen 471 in der Dorwoche) Stück, davon entfielen auf Frankfurt 361 Stück (37 Ochsen, 57 Bullen, 203 Kühe, 64 Für- fen), auf Wiesbaden 81 Stück (4 Ochsen, 11 Bullen, 54 Kühe, 12 Färsen), auf Mainz 98 Stück (2 Ochsen, 4 Bullen, 88 Kühe, 4 Färsen). Die Qualität des geführten Viehes war im allgemeinen mittel, in Frankfurt a. M. bei Ochsen und Färsen gut. Entsprechend der Nachfrage war der Auftrieb auf allen Märkten zu gering. Daher erfolgte an die Metzger weiterhin Zuteilung. Der notwendige Be- darf an Rindfleisch wurde wiederum durch Steuerungen von ausländischem Fisch- und Gefrierfleisch sichergestellt. Die Gesamtzufuhr an Schweinen mit 7950 bewegte sich ziemlich auf der Höhe der Vorwoche (7885) Stück. Der Hauptanteil entfiel naturgemäß auf Frankfurt mit 5131 (4900) Stück, in Wiesbaden standen 1085 (1090), in Mainz 1036 (1129) und in Darmstadt 698 (766) zum Verkauf. Auf den Märkten Frankfurt, Mainz und Wiesbaden war die Qualität gut, in Darmstadt mittel. Die Nachfrage der Metzger wurde restlos durch Zuteilung gedeckt. Die Zufuhren an Kälbern stellten sich mit insgesamt 2051 (1740) höher. Frankfurt war daran mit 1352 (1132), Wiesbaden mit 338 (276), Mainz mit 245 (247) und Darmstadt mit 116 (85) Stück beteiligt. Die Auftriebe genügen im ganzen der Nachfrage, für Frankfurt waren sie etwas hoch, so daß anfangs der Woche erzielte Erhöhungen von 5 bis 7 Mark am Donnerstagsmarkt wieder verlorengingen: auch in Wiesbaden und Darmstadt ließen die Preise nach, während sie in Mainz unverändert blieben. Das Geschäft war bei mittlerer Qualität mittel bis ruhig. Der Auftrieb an Schafen betrug insgesamt 136 (88) Stück, er verteilte sich mit 112 (64) und 24 (18) auf Frankfurt und Wiesbaden. Die Preise lagen z. T. etwas höher, das Geschäft war mittel bis ruhig. Rhein-mainifcher Gekreidemartt. In Getreide alter Ernte ruht seit Beginn des Monats ziemlich jegliches Geschäft, es sei denn, daß noch alte Abschlüsse zur Abwicklung gelangen. Aber bei der in vielen Fällen zeitig vorgenommenen guten Eindeckung der Mühlen mit Mahlgut warten jetzt die Mühlen das Ergebnis der neuen Ernte ab, insbesondere auch die Bestimmungen über die diesjährige Getreidemarktordnung. Allerdings sind auch viele Betriebe in den letzten Wochen mit Weizen und Roggen durch die RfG. beliefert worben. Bald nach Beginn des Schnittes der Wintergerste kamen die ersten Muster heran, wobei sich aber noch kein Geschäft entwickelte, weil man erst Klarheit über die kommenden Preise abwarten wollte. Die vorgelegten Muster sind von guter Qualität. In Hafer hält das Angebot aus norddeutschen und bayerischen Beständen an. Bei den hohen Preisen, die sich wenig verändert zwischen 19 bis 19,75 Mark je 100 Kilogramm franko hiesigen Stationen bewegten, kommt es nur zu den notwendigsten Käufen, um so mehr, als die Verbraucher anderweitig versorgt wurden. Das M e h l g e s ch ä s t ist ruhig geworden, das Angebot im allgemeinen genügend, zumal da die Mühlen bereits für den Monat August Offerten m Weizenmehl herausgegeben haben; nur Roggenmehl ist flotter gefragt. Die alten Abschlüsse sind nun ziemlich abgewickelt. Die Eingänge aus Norddeutschland sind zur Zeit wieder günstiger. Der Futtermittelmarkt ist, wie immer in diesen Wochen, ruhig. Kleie ist ausreichend angeboten und nicht immer lebhaft begehrt, wie auch Futtermehl noch recht ruhig umgeht. Nur Kartoffelflocken und Schnitzel, die aber weniger vorhanden sind, finden lebhaftes Interesse. Oelkuchen sind zur Zeit nicht im Verkehr, aber auch Mischfutter werden nur noch wenig begehrt. Biertreber sind bei kleinem Bedarf ausreichend, Malzkeime bei geringer Nachfrage dringend angeboten. Am Rauhfuttermarkt wurde neue? Heu erstmals mit 4 Mark je 100 Kilogramm notiert, die Strohpreise Haden sich weiter im Preise ermäßigt; die Nachfrage ist sehr schwach. ♦ ♦ Der Ankauf von Magergänsen zum Zwecke der Mast ist genehmigungspflichtig. Wie der Eierwirtschaftsverband Hessen-Nassau mitteilt, ist ab 1. Juli 1936 eine Anordnung in Kraft getreten, nach der der Ankauf von Magergänsen deutscher oder ausländischer Herkunft zum Zwecke der Mast genehmigungspfllchtig ist. Anträge auf Ausstellung eines Genehmigungsnachweises sind beim Eierwirtschaftsverband Hessen-Nassau, Frankfurt a. M., Bockenheimer Landstraße 55, zu stellen. Nach § 2 dieser Anordnung werden Zuwiderhandlungen gegen diese Anordnung mit Ordnungsstrafen bis zu 1000 Mark in jedem Cinzelfalle bestraft. Rbein-Mainische Börse. Mttagsbörse erhall. Frankfurt a. M., 10. Juli. Nachdem im gestrigen Mittagsschlußverkehr und in kleinem Um- ange auch noch an der Abendbörse im Zusammenhang mit der Liquidation der Unionbank Darmstadt Abschwächungen eingetreten waren, zeigte die heutige Börse am Aktienmarkt eine kräftige Erholung. Insbesondere die in den letzten Tagen bevorzugten Montanpapiere traten bei größeren Käufen aus dem Rheinlande wieder stark n den Vordergrund und verzeichneten durchweg ehr lebhafte Umsätze. Eine gute Anregung bot hierbei der Jahresbericht der Rheinischen Stahlwerke. Im übrigen empfing die Börse von der erneuten kräftigen Senkung der Arbeitslosenziffern Anregung. Die durchschnittlichen Erhöhungen lagen bei 1 o. H.» allerdings ergaben sich z. T. auch noch einige Abschwächungen. So waren beispielsweise Siemens um 2 v. H. und Deutsche Erdöl um 1,13 v. H. ermäßigt. Von Montanwerten erzielten Rheinstahl mit plus 3,25 v. H. die stärkste (Steigerung, Verein. Stahlwerke, Buderus und Hoesch gewannen je 2,25 o. H., die übrigen Werte 1 bis 2 v. H. Von chemischen Werten zogen IG. Farben nach unverändertem Beginn 1 v. H. an auf 168, Scheideanstalt ebenfalls 1 v. H. fester. Elektroaktien wurden stark vernachlässigt und bröckelten zumeist noch etwas ab, fest waren aber Schuckert mit 162,50 (160,50). Die gestern besonders in Mitlei- denschaft gezogenen Schiffahrtswerte waren kräftig erholt, Hapag auf 14,65 (13,25) und Nordd. Lloyd auf 15,75 (14,50). Maschinen- und Motorenwerte lagen 0,25 bis 0,50 o. H. höher, ferner setzten Reichsbank 0,90 v. H. AG. für Verkehrswesen 1 o. H., Westdeutsche Kaufhof 0,25 v. H. freundlicher ein. Zellstoffwerte ebenfalls etwas höher, insbesondere Waldhof mit 153,75, nachdem in Berlin ein Rückgang auf 151,50 eingetreten war. Nach den ersten Kursen blieb die Tendenz fest, besonders Montanwerte waren lebhaft. Der Rentenmarkt lag wiederum sehr ruhig und nahezu ohne Veränderungen. Altbesitz 112,50, Kommunal-Umschuldung 88,10, späte Schuldbuchforderungen 97,90 Geld. Zertif. Dollar-Bonds bröckelten um Bruchteile eines Prozentes ab. Don fremden Werten 4 v. H. Ungarn Gold 8,90 (8,75), 5 v. H. äußere Mexikaner 14,13 (14). Im Verlaufe blieb die Haltung am Aktien« markt recht fest. Das Interesse beschränkte sich jedoch ausschließlich auf Montanwerte, in denen wei- terhin lebhafte Umsätze stattfanden. Besonders Verein. Stahlwerke (105,25 nach 104,75), Hoesch (118,50 nach 118) und Mannesmann (108,50 nach 108) waren beachtet. Auf den übrigen Marktgebieten wiesen die ersten Kurse kaum Veränderungen auf, Schiff, fahrtswerte lagen nicht ganz behauptet, auch IG. Farben bröckelten etwas ab. Dagegen konnten Siemens ihren 2prozenttgen Anfangsverlust voll aus» gleichen und Schuckert waren weiter fest. Am Kassamarkt kamen Bayr. Brauhaus Pforzheim mit 55,25 (50) zur Notiz, Mez Söhne waren z» 80 (1. K. am 15. Mai 70) stramm gesucht. Renten lagen auch späterhin geschäftslos. Der Pfandbriefmarkt brachte bei stillem Geschäft nur geringfügige Abweichungen in Liquidationspfandbriefen. Auch Stadtanleihen wie immer etwas uneinheitlich. Von Auslandsrenten zogen Ungarn Gold auf 9 nach 8,90 an. Im Freiverkehr ermäßigten sich Adlerwerke Kleyer huf 109 (110), Wayß und Freytag lagen mit 117 (116,50) etwas höher. Tagesgeld unverändert 1,50 v. H. Abendbörse fest. Auch an der Abendbörse setzte sich die Nachfrage für Montanwerte fort, die bei verhältnismäßig lebhaften Umsätzen neuerliche Kurserhöhungen von 0,25 bis 0,50 v. H. aufwiesen. Größere Umsätze entwickelten sich wiederum in Verein. Stahlwerke zu 106,13 (105,40). An den übrigen Märkten blieb es sehr still, die Kurse lagen aber ebenfalls meist mäßig höher. Fest waren Scheideanstalt, die auf 275 (272) anftiegen. Ferner erhöhten sich AG. für Verkehr auf 117,25 (116,50), Farbenindustrie auf 168 (167,75). Der Rentenmarkt blieb geschäftslos, zertif. Dollar-Bonds bröckelten etwa 0,25 v. H. ab. Von Auslandswerten stiegen 4 v. H. Schweiz. Bundesbahn auf 221 (219). U. a. notierten: 6proz. Kasseler Be. Verb. 91,50, 6proz. IG. Farben 130, 6proz. Krupp 102,75, öproz. Eisenbahn-Rentenbank 94,25, 5,5proz. Franks. Hyp. Liquid. 101, 4proz. Oesterr. Einheitsrente 1,55, 5proz. äußere Mexikaner 14,13, 4proz. Rumänen 5,50, 4proz. Schweiz. Bundesbahn 221, 4proz. Kro- nen-Bosnier 6,70, Aku 52,65, Aschaffenburger Zellstoff E 115,75, MAN 127,50, Buderus 110,40 bis 110,50, Conti Gummi 191, Scheideanstalt 275, Elektr. Lieferungen 134, Licht & Kraft 160, IG. Farben 168, Gesfürel 143,50, Harpener 132, Holz- mann 124,25, Klöckner 114,75, Lahmeyer E 141,50, Mainkraft 95, Mannesmann 109,50, Muag 114,50, Metallgesellschaft 137,50, Moenus 90,25, Nheinstahl 148, RWE. 136,25, Schuckert 164, Südd. Zucker 228, Verein. Stahlwerke 106,13, Zellstoff Waldhof 154, Commerzbank 95,25, DD.-Bank 96,75, Dresdner Bank 97, AG. für Verkehrswesen 117,25, Reichsbahn-Vorzugsaktien 122,75. Frankfurter Llergrohmarkl. Frankfurt a. M., 10. Juli. Durch die 23er- lanafamung der Einlagerung ist die Versorgung reichlicher g/worden, zumal da arößere Posten dänische und belgische Eier von sehr guter Be- schaffenheit auf hie Märkte tarnen. Dagegen blieb der Anfall aus hiesiger Erzeugung gering. Es notierten in Pfennig pro Stück frei Frankfurt a. M. (Großhandelsverkaufspreise an den Kleinhandel): Deutsche Markeneier S 10, A 9%, B 9, C 8%, D 8. Dänen und Flandern S 9%, A 9, B 8%, C 8. Frankfurter Vuttergrohmarkt. Frankfurt a. M., 10. Juli. Die Erzeuguna ist infolge der anhaltenden Hitze und des dadurch größeren Frischmilchoerbrauchs merklich zurückae- gangen, so daß die beim Handel vorhandenen Be» stände ziemlich aufgebraucht sind. Die Versorgung bleibt aber ausreichend, zumal die Nachfrage des Konsums während der heißen Tage zurückzugehen pflegt. Im ganzen biteben die Abrufe stetig. Gut gefragt wird besonders Markenbutter, die Qualität ist weiterhin sehr gut. Es notierten in Mark per 50 Kilogramm frei Frankfurt a. M. (Großhandels- Verkaufspreise an den Kleinhandel)' Deutsche Markenbutter 148, feine deutsche Molkereibutter 145, deutsche Molkereibutter 140 bis 142, Landbutter 125; holländische Butter 148. Ferner wurden notiert: Margarine A 97, B 86, C 56. Deutsches Schmalz 100. Frankfurter Obst- und Gemüsemackt. Frankfurt a. M., 10. Juli. In Gemüse hielten die starken Zufuhren an, besonders von Bohnen, Gurken, Kohlrabi, Karotten, Kartoffeln, Wirsing und Weißkraut. Geschäft nicht restlos zufriedenstellend. In Erbsen, Bohnen, Karotten, Weiß, kraut und Wirsing verblieben zum Teil erhebliche Ueberftänbe. Preise allgemein nachgebend. U. a. notierten: Blumenkohl I 30 bis 40, II 20 bis 28, III 10 bis 17, Bohnen (Pfälzer) 11 bis 15, do. Gärtner 15 bis 20, Erbsen (Sack) 10 bis 12, do. Gärtner 13 bis 15, Eskarol 8 bis 12, Gewürzel gr. Bdl. 25 bis 40, Salat-Gurken (Treibhaus) 15 bis 35, Einmachgurken 8 bis 10, Karotten Bdl. 4 bis 4do. kg 6 bis 8, Kartoffeln, Erstlinge 7 bis 7,25, Kohlrabi 2>2 bis 4, Kopfsalat 4 bis 8, Pfifferlinge 25 bis 28, Rettich Bdl. 8 bis 10, St. 4 bis 10, Römischkohl 5 bis 6, Rote Rüden Bdl. 5 bis 8, Rotkraut 9 bis 10, Spinat (Wurzel) 14 bis 15, do. Blätter 18 bis 20, Schnittlauch 25 bis 30, Tomaten (Treibhaus) 28 bis 32, do. holl. 5 kg 2,50 bis 2,60, Weißkraut (früh) 4 bis 5, Wirsing 4 bis 5, Zwiebeln 7 bis 8. Am Ob ft mar ft blieben die Zufuhren von Kirschen, Heidelbeeren, Himbeeren und Stachel- beeren reichlich. Erdbeeren gehen zur Neige. Angebot von Aprikosen und Pfirsichen gering, ausländ, jedoch genügend. Johannisbeeren ausreichend am Markt. Nachfrage nur für erste Güteklassen gut. Preise allgemein rückläufig. U. a. notierten: 2lepfel 25 bis 27 ital., Aprikosen 40 bis 45, ital. 32 bis 35, Ungar. 28 bis 32, Zucker-Birnen 20 bis 25, Erdbeeren 20 bis 38, Heidelbeeren 20 bis 23, Garten- Himbeeren 28 bis 32, Johannisbeeren 16 bis 20, Kirschen 18 bis 30, Sauerkirschen 18 bis 25, Pkir- siche 30 bis 35, ital. 30 bis 36, Stachelbeeren 10 bis 24, Zitronen 300 bis 360 St. 13 bis 15. Kirchliche Nachrichten. Ileuaposlolische Gemeinden, Händelstriße 1 und Ederstraße 13. Sonntag, den 12. Juli. 9.30 Uhr: Gottesdienst; 16: Gottesdienst. — Mittwoch, 15. Juli. 20.30: Gottesdienst. katholische Gemeinden. Samstag, den 11. Juli. Gießen. 16.30 bis 19 Uhr: Beichte. Sonntag, den 12. Juli. 6. Sonntag nach Pfingsten. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Jungfrauen und Hausangestellten; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Pre- Iedes Haus zeigt am Samstag und Sonntag anläßlich des Gautages Hessen-Nassau die hakenkreuzflagget Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 12. Juli. 5. Sonntag nach Trinitatis. Stadtkirche. 8 Uhr: Pfr. Becker; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Markusgemeinde; 9.30: Propst Knodt; 11: Kinderkirche für die Mat- thäusgemeinde; Propst Knodt. — Zohanneskirche. 8: Pfarrer i. R. Kalbhenn; zugleich Militärgottesdienst; im Anschluß Christenlehre für die Neukonfirmierten der Johannesgemeinde; 9.30: Pfarrer Bechtols- Heimer; 11: Kinderkirche für die Lukasgemeinde; Pfr. Bechtolsheimer; 20: Bibelbesprechung im Johannes- faal; Pfr. Bechtolsheimer. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfr. Anthes. — petruskapelle (Wetz- larer Weg 59). 9.30: Pfr. Trapp; zugleich Chnsten- lehre für die Neukonfirmierten der Petrusgememde. — Wieseck. 9.30: Hauptgottesdienst: 10.45: Kinderkirche; 15: Bibelstunde; Pfarrassistent Zschau. — Atten-Vuseck. 10: Gottesdienst; 11: Christenlehre. — Trohe. 13: Gottesdienst. — Albach. 8: Gottesdienst.— Steinbach. 9: Gottesdienst. — Rödgen. 10: Gottes- dienst. — Annerod. 12.30: Gottesdienst. — Klein- Linden. 8.45: Gottesdienst mit Christenlehre für die weibliche Jugend, anschließend Kindergottesdienst. — Heuchelheim. 10.15: Hauptgottesdienst; 11.15: Christenlehre. — Kirchberg. 10: Gottesdienst; 11: Christenlehre für die männliche Jugend. — Mainzlar. 8.30: Gottesdienst. — Treis a. d. Lda. 9.30: Beichte; 10: Hauptgottesdienst mit nachfolgender Feier des hl. Abendmahls; Kollekte; 13.30: Missionsstunde. — Watzenborn-Steinberg. 10.30: Kindergottesdienst; 13: Hauptgottesdienst. — Garbenleich. 13.15: Gottesdienst. — hausen. 10.45: Gottesdienst; anschließend Christenlehre. — Lich. 9.30: Stiftpfarrer Naumann. — Rieder-Bessingen. 13.30: Stiftspfarrer Naumann. — Langsdorf. 11: Hauptgottesdienst; 20: Christen- lehre. — Bettenhausen. 13: Hauptgottesdienst. — Wünzenberg. 10.30: Gottesdienst mit Kollekte für die Bekennende Kirche. — Trais-Münzenberg. 8.30: Got- tesdienst mit Kollekte für die Bekennende Kirche. — hunaen. 10: Gottesdienst; anschließend Christenlehre. — Virberg. 10: Gottesdienst mit Christenlehre. — Veilsberg. 13: Gottesdienst mit Christenlehre. Mittwoch, den 15. Juli. Stadtkirche. 20.30 Uhr: Abendandacht. Donnerstag, den 16. Juli. Fohanneskirche. 20 Uhr: Bibelstunde. Evangelische Stadtmission, Löberstraße 14. Sonntag, den 12. Juli. 8.30 Uhr: Morgenandacht; 20.30: Evangelisationsoortrag. — Mittwoch, den 15. Juli. 20.30: Bibelstunde. Christliche Gemeinde Gießen, Zu den Mühlen 2. Sonntag, den 12. Juli. 9.30 Uhr: Erbauungsstunde; 20.30: Evangelisation (Missionar Becker). — Dienstag, den 14. Juli. 20.30: Bibel- und Gebetstunde. Vaplislengemeinde, Gartenstraße 13. Sonntag, den 12. Juli. 11 Uhr: Kindergottesdienst; 20.30: Predigt. — Donnerstag, den 16. Juli. 20.30: Bibelstunde. bigt; 14.30: Andacht; 15: Jungfrauen-Kongregation. — Grünberg. 9.45: Hochamt mit Predigt. — Hungen. 9.30: Hochamt mit Predigt und Christenlehre. — Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt; 20: Christenlehre - Lollar. 9.30: Messe mit Predigt. — Nidda. 8.15: Hochamt mit Predigt. Montag, den 12. Juli. Laubach. 7.30 Uhr: Messe. Mittwoch, den 14. Juli. Hungen. 6.15 Uhr: Messe. veffentlicher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringenden Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Telefon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamt: Für Schließfachabholer 1 bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. Falls behandelnder Arzt nicht zu erreichen: A e r z t e: Frau Dr. Marx, Dr. Neumann-Spengel (ab 21 Uhr). Zahnarzt: Dr. Schott. Apotheke: Pelikan-Apotheke. Amtsgericht Gießen. Der Fr. F. aus Gießen, der bereits vorbestraft ist, wurde wegen Diebstahls durch Strafbefehl zu drei Wochen Gefängnis verurteilt. Dor Eintritt in die gestrige Hauptoerhandlung nahm der Angeklagte feinen Dagegen verfolgten Einspruch zurück, so daß es bei der erkannten Strafe verbleibt. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 v.H., Frankfurt a. Ul. | Berlin Frankfurt a.UI. Äerlin Frankfurt a. M. Berlin Schlußkurs Schluß!. Abenv- börse Schlußkurs Schlußk. Mittag- börse Schlußkurs Schloßt. Abendbörse Schluß, kurs Schlußk. Mittag- börse Schlußkurs CDCPIUBL Abend- börse Schluß, kurs SchiUßk. Mittag- börse Datum 9.7 10.7. 9.7 10.7. Datum 9.7 10-7 9-7. 10.7. Datum 9.7. 10.7. 9.7. 10.7. 6% Deutsche Retchsanleihe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1994 6y»% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös^Schuld mit Auslos.-Rechten ............ 47i% Deutsche Reichspostschatzan Weisungen von 1934, 1....... 47i% ehem. 8% Hessischer Bolle- staat 1929 lrückzahlü. 102%) ... 4Vi% ehem. 8% Hessische Landes banl Darmstadt Gold R. 12.... 57i% ehem. 4/,% Hess. LandeS Hypolhekenbank DarmstadtLiau. 47i% ehem. 8% Darmst. Komm Landesb.Goldschuldverichr R.6 Oberhessen Provinz-Anlethe mti Auslos.-Rechten ............ Deutsche Komm. Sammelabl. Au leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 47i% ehem.8% Franks. Hyp.-Banl Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 6%% ehem. 47i% Franks. Hyp. Bank-Ltqu.-Pfandbrtese...... 6%% ehem. 4’/,% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpfe. ... 47i% ehem. 8% Br. Landespfant» Briefanftalt, Pfandbriefe R. 19 47i% ehem. 7% Pr. Landespfand briefanst., Gold Komm. Lbl. 20 Steuergutsch.DerrechnungSk. 34-38 4% Oesterretchtsche Goldrente... 4,20% Lesterreichische Silberrente 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4^?% besgl. von 1913.......... 5% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anlethe Serie ...................... 101,25 97,3 102 112,5 100 98,75 97 100,9 93,5 123 119,5 97 101,13 101,3 95 109,5 29,9 2,7 8,75 8,75 8,6 14 101,13 97,4 102 112,5 100 98,75 97 101 93,5 123 119,5 97 101 101,3 95 109,5 2,6 9 8,5 8,55 14,13 101,13 97,3 102 112,5 100,1 97 119,75 101,5 97,5 95 109,5 30,25 2,7 8,75 8,4 8,6 14,1 101,13 97,4 112,7 100,1 98,75 97 119,75 101,25 97,5 95 109,5 30,25 2,6 8,9 8,5 8,65 14,13 4% oesgi. Sene U........... 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4'/r%Rumän.vereinh.Rentev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente .. 2 7*% Anatolier .............. Hamburg-Amertka-Paket .....O Hamburg-Südam. Dampfschiff. O Norddeutscher Lloyd .........o A.G. für Verkehrswesen 8Ut. .. O Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz, und Privat-Bank ... 4 Deutsche Bank und DiSconto- Gesellschaft................ 4 Dresdner Bank..............4 Reichsbank ............ 12 A.E.G...................... O Bekula.....................8 Clektr. Lieferungsgesellschaft... 6 Licht und Kraft ............. 7 Felten & Guilleaume......... 4 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 6 Rheinische Elektrizität ........ 6 Rhein. Wests. Elektr.......... 6 Schuckert L Co............... 6 Siemens L Halske............ 8 Lahmeyer L Co.............. 7 Buderus ................... < Deutsche Erdöl ..............4 Harpener................. %7i Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. 3 Ilse Bergbau ............... ß Ilse Bergbau Genüsse........ f Klücknerwrrke ............... 5 Msnnesmmm-Röhreu........3 6,6 10,3 5,6 43,5 13,25 14,5 1U> 95,25 97 97,5 195,13 37 156 134,5 160 143,5 131,5 136,75 160,5 203 141,75 107 129,5 130,5 116 133,25 112,5 106,75 6,7 10,3 5,5 14,65 15,4 117,25 119,9 95,25 96,75 97 196 37,25 156 134 160 134,25 143,5 131,5 136,25 164 202 141,5 110,5 128,25 132 118,25 134,75 114,75 109,5 6,5 10,13 5,6 43,65 13 41 14 116 119,5 95,5 97,25 97,5 195,75 37 156 134,25 161 134,25 143,65 131,75 136 161,5 201,5 142 107,25 128,13 130,9 116,5 174 133,25 112,25 106,9 6,75 10,2 5,5 43,5 14,25 43 15,5 116,5 120,5 95,25 96,75 97 195,5 37 156,13 133,75 160 134,25 143 130,5 136,25 163,75 202,5 141,25 110 127,25 131,75 118,5 134,75 114,25 109,25 Mansselver Bergbau....... 67i Kokswerke .................. 6 Rheinische Braunkohlen .....12 Rhetnstahl.................. 4 Bereinigte Stahlwerke......87i Otavi Minen ...............O Kaliwerke Aschersleben........5 Kaliwerke Westeregeln........5 Kaliwerke Salzdetfurth..... ?7i I. G. Yarben-Industrie.......7 Scheideanstalt...............9 Goldschmidt ................ 5 Rütgerswerke ............... 6 Metallgesellschaft............. 5 Philipp Holzmann........... 4 Zementwerk Heidelberg ...... 7 Cementwerk Karlstadt.........6 Schultheis Patzenhofer .......4 Atu (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg...................6 Zellstoff Waldhof ......... 6 Zellstoff Aschaffenburg .......C Dessauer Gas ........... 7 Daimler Motoren............O Deutsche Linoleum........... 8 Orenstein & Koppel ..........O Westdeutsche Kaufhof.........O Chade...................... 9 Accumulatoren-Fabrü....... 12 Conti-Gummt.............. 11 Gritzner............ 0 Mainlrastwerke Höchst a.M.... 4 Süddeutscher Zucker........10 237 144,75 102,5 28,75 126,75 125,5 182 167 271 112,5 128,5 137,9 124,5 142,75 150 53 84 154 115 122 192,65 46 412 191 1 32,9 95 1 229,5 141,25 148 106,13 28,13 125,75 125 168 275 112 129 137,5 124,25 143,5 150 52,65 154 115,75 122,25 192,5 46 398 215,5 191 I 32,25 95 [ 228 141,5 130 236,5 144,75 102,75 28 127,25 125,5 180,5 167 112 129,25 137,9 124,75 109,65 52,75 85 161,5 116,5 120,5 121,75 191,25 82,65 45,9 407 189 I 32,65 I 229,9 141,5 130,5 148 105,4 28,4 125,75 125,13 180 167,75 112 129,13 124,65 109,25 52,75 84,5 154 115,75 121 122 191,5 81,75 46,13 400 216 190,6 32 I 229 Lombardzinsfuß 5 v. H. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2N. 9.3uli 10 Zu i Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Ärief Geld »rief jue.no» tilitv 0,671 0,675 0,672 0,676 Brüssel .... 41,91 41,99 0,142 41,95 42,03 Rio de Jan. 0,140 0,141 0,143 Sofia ..... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen 55,54 55,66 55,56 55,68 Danzig .... 46,80 46,90 46,80 46,90 London.... 12,44 12,47 12,445 12,475 HelstngforS. Paris ..... 5,485 16,435 5,495 16,475 5,485 16,445 5,495 16,485 Holland ... 168,88 169,22 168,99 169,33 Italien.... 19,53 19,57 19,53 19,57 Zavan ..... 0,726 0,728 0,726 0,728 Jugoslawien 5,654 5,666 5,654 5,666 Oslo..... : 62,52 62,64 62,54 62,66 Wien...... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon... 11,305 11,325 11,305 11,325 Stockholm.. 64,14 64,26 64,16 64,28 Schweiz ... Spanten... 81,17 81,33 81,21 81,37 34,03 34,09 34,03 34,09 Prag....... 10,30 10,32 10,305 10,325 Budapest .. —— —— —- Reuyock ... 2,480 2,484 2,480 2,484 Banknoten. Berlin,10. „Uili i Geld Brief _ Amentannche Roten...... 2,432 2,452 41,80 41,96 55,36 55,58 Englische Noten ......... 12,41 12,45 16,395 168,57 16,455 Holländische Noten....... 169,25 Italienische Noten........ Norwegische Noten ...... 62,33 62?57 Deutsch Oesterreich, ä 1OO Schilling — — Rumänische Noten....... — —- Schwedische Noten....... 63,94 64,20 Schweizer Noten......... 81,03 81,35 33,69 33,83 Ungarische Noten................ Reisen und Wandern vor sünfzigIahren Auf dem Gleiberg Brief eines HohensolmserS an seinen Freund.—Zum Gleibergfest am 19. Juli Wanderfahrten IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIH Michelbach 141. 44110 llllllllllllllllllllllllllllll charakteristischer Schutt nunmehr fast alle Kellereinst durch das gedachten, mit Werbe-Drucksachen bei Brühl, Schulstr. 7 Eine Einladung an dieser Stelle z. Besuch Ihres Hauses führt zu Gästen aus Gießen u.Oberh. . Die Öcutfchc flrbcltofront - n.9.=Gemcinf(haft .firaft durch freuöc" erwähnten Schloßhause, dessen Giebel nach Krofdorf sieht, ist der größtenteils weggeschafft, so daß räume, auch der, in welchen wir Laubach — Seental — Petershainer Hof — Rudingshain — hoherodskopf — Schotten. Diese Wanderung, die durch einen reizvollen Teil unseres heimatlichen Gebirges führt, beginnen wir in Laubach, wo wir uns das gräfliche Schloß mit Park ansehen. Rote liegende Kreuze führen uns zunächst nach dem Seentale, das wir bei der Schreinersmühle erreichen, hier treffen wir die von Gießen kommende blaue Dreiecksmarkierung, die uns talaufwärts durch das liebliche Tal am Oberseenerhof vorbei durch schöne Waldpartien nach dem Petershainer Hof leitet. Bis zum Treffpunkt der ebenfalls von Gießen kommenden gelben Striche, die von da ab bis auf die höhe unser Führungszeichen bilden, begleiten uns noch die Dreiecke. Wir überschreiten die Staatsstraße, kommen durch das im Niddatal gelegene Rudingshain, hinter dem alsbald der Wald beginnt. An der Niddaquelle vorüber gelangen wir in mäßigem Anstieg hinauf zum hoherodskopf (im Klubhaus gute Einkehr). Rote Ringe führen uns über den Gackerstein und Michelbach hinab nach unserem Endziel Schotten. Wanderzeit 6 Stunden. Sommerfr. Burghaun, sch.waldr.Geg.d.V.- Rhön.SchwImmg.mlt Llegew., Liegest u. Paddelb., sch. Z., z.T. fl.W.,4erstkl.Mahlz., per Tag 3 RM., Keine Mebenk. Metzgerei u Gasthaus zum Engel Teleph. Hünfeld 140. Luftkurort Hohenstein GMlms u. Mion Burg Hohenstein Sommerfrische,Wochenende. Prosv ekt durch H. Keßler. Fernsprecher Die Veittagsordnung des Reichsnährstandes für Landarbeiter. hier wandelt, vom Morgen bis zum Nachmittag, was jung ist. hier badet, hier turnt, hier sonnt sich, hier übt seine fröhliche Nachdenklichkeit der ver-,„----- — ----- „ . . • zauberte Mensch. Er schaut auf die Genien, die rosa den herbst und Winter, wo man lässig sagen wird: oder hellblau oder hellgrün gewandet, auf leichten! „Als ich damals in Holland war ..." vu. Füßen vorüberschreiten, bronzebraun von haut und ihrer gleichnishaften Grazie nicht bewußt. Es macht gar nichts aus, daß diese sämtlichen Genien Ham» borgisch s—prechen.. Der verzauberte Mensch mag das alles sehr gern, Kindergelächter, Scherzworte, müßiges Geplauder mit dem Unterton der Melodie, die das Wasser summt. Er liebt es auch sehr, wenn er gebadet hat, ein Glas Porter zu trinken. Wie er es gleicherweise liebt, bis zum äußersten Zipfel der Düne zu gehen. Dort ist der Blick ins Grenzenlose ausgetan und dort taumeln, schweben, jagen, kreischen, segeln geruhig die Möven zu Tausenden. bewußte Kellerloch einzudringen „ ihren verschiedenen Treppen zugänglich sind. Prlv.-Pens..Haus Schloßblick, im Luftkurort Schönberg i.Odw. bietet Nubebedürftigen freundlich. Aufenthalt, dicht am Walde, gute Verpflegung, billige Preise. Lstdl. Postautoverkehr mit Bahnstatwn Bensheim a. d. Bergstraße, (aaavD Auch die dabei befindliche unterirdische Schloßkapelle, deren Säulen aus dem Schutte hervorzusehen pflegten, ist jetzt ausgeräumt. Unter dieser Kapelle hatte sich gleichfalls ein Keller befunden. Da er aber nur ein Balkenkeller war, ist er, als das Gewölbe der Kapelle eingestürzt war, gleichfalls zertrümmert worden. Im Schutte daselbst hat man Pfeilspitzen, Gabeln (zum Essen) mit einem Zinken, Armbruststücke, Bruchstücke von Sachen aus gebranntem Ton und dergleichen Dinge gefunden. Ich selbst fand in dem Schutt Eisenstücke, welche offenbar Bruchstücke eines eisernen Rades (Kanonenrao) gewesen sein mögen. Bei sorgsamer Durchsuchung dürfte man immerhin noch allerlei altertümliche Sachen finden. In Gießen hat man ein förmliches Museum solcher auf Gleiberg gefundenen Sachen angelegt. Don Rechts wegen müßte es auf Gleiberg aufbewahrt werden. Das Interessanteste aber, was man bei diesen Ausgrabungen gefunden hat, ist das Fundament des viereckigen, allerältesten Bergturmes, welcher mehr nach Vetzberg hin gestanden hat und zwar aus der Stelle, wo bann später das jetzt in Schutt liegende Schloßhaus mit feiner charakteristischen Giebelspitze erbaut worden war. Die südliche Giebelwand dieses Hauses besteht zum Teil aus einer Mauer jenes allerältesten Turmes. Ueberhaupt sieht man jetzt sehr deutlich, daß an allen diesen Mauern und Räumlichkeiten im Laufe der Jahrhunderte Veränderungen der mannigfachsten Art vorgenommen worden waren. Ueberall sieht man in den alten Mauern noch ältere Mauerreste, welche ursprünglich ganz anderen Zwecken gedient haben mögen. In dem Verlies, in welches einst Dein Knappe Heinrich mit einem brennenden Talglicht kroch, ist leider noch nichts aufgeräumt worden. Unter all den hübschen behaglichen Einrichtungen, welche nun schon auf der Burg getroffen worden sind, bedauerte ich nur den Umstand, daß man den großen Schloßhof in eine Gartenanlage verwandelt hat. Gerade durch den großen freien Raum wäre meines Erachtens das restaurierte Schloß mehr gehoben worden, als durch das nun gepflanzte Gestrüpp, zwischen welchem nur enge Pfade führen. Hohensolms, den 2. Juni 1883." ZdR. Im Reichsanzeiger vom 8. Juli veröffentlicht der Reichsbauernführer mit Genehmigung des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft und mit Zustimmung des Reichsministers der Finanzen die Beitragsordnung des Reichsnährstandes für Gefolgschaftsmitglieder in bäuerlichen und landwirtschaftlichen Betrieben. Danach sind alle Personen, die als Arbeiter oder Angestellte in der Landwirtschaft nicht nur vorübergehend tätig sind, beitragspflichtig. Der Beitrag staffelt sich nach der höhe des monatlichen Arbeitslohnes (einschließlich der Sachbezüge) in vier Beitragsklassen und beträgt bei einem monatlichen Arbeitslohn bis zu 70 Mark 0,30 Mark, bis zu 120 Mark 0,60 Mark, bis zu 150 Mark 0,90 Mark und bei einem darüber hinausgehenden Arbeitslohn 1,20 Mark je Monat. Gefolgschaftsmitglieder mit drei oder mehr Kindern werden jeweils in die nächstniedrigere Beitragsklasse eingereiht, mindestens jedoch in die erste Beitragsklasse. Die Abführung des Beitrages erfolgt durch den Betriebsführer bei der letzten Lohnzahlung im Monat, der für die einbehaltenen Beiträge die entsprechenden Marken in eine Beitragskarte klebt. Die Beitraaskarte wird von der zuständigen Kreisbauernschaft ausgestellt und ist bei Antritt Der beitragspflichtigen Tätigkeit dem Betriebsführer zu übergeben. Sind auf der Beitragskarte sämtliche Markenfekder beklebt, so ist sie bei der Kreisbauernschaft gegen eine neue Karte umzutauschen. Der Betriebsführer haftet für die Einbehaltung der Beiträge und das Bekleben der Beitragskarten wird laufend durch Beauftragte des Reichsnährstandes überwacht, denen der Betriebsführer jede erforderliche Auskunft zu erteilen hat. Von der Beitragspflicht ausgenom- m e n find solche Gefolgschaftsmitglieder, die nur mittelbar in der Landwirtschaft oder ausschließlich im haushalt tätig sind, wie Buchhalter, Stenotypistinnen, Hauslehrer, Stubenmädchen usw., ferner Gefolgschaftsmitglieder, die außer in der Landwirtschaft überwiegend in einem gewerblichen Betrieb desselben Betriebsführers beschäftigt sind. Auch Ehefrauen beitragspflichtiger Gefolgschaftsmitglieder und Familienangehörige des Betriebsführers, mit denen fein verficherungspflichtiges Arbeitsverhältnis besteht, brauchen keine Beiträge zu zahlen, ebenso sind solche Gefolgschaftsmitglieder, die nur freie Kost, Wohnung und Kleidung erhalten, von der Beitragspflicht ausgenommen. Entstehen über die höhe des zu zahlenden Beitrages und über die Beitragspflicht Meinungsverschiedenheiten, so erteilt die Kreisbauernschaft einen schriftlichen Bescheid, gegen den Beschwerde beim Landesbauernführer eingelegt werden kann. Die Entscheidung des Landesbauernführers ist endgültig. Die Beitragsordnung tritt am 1. September 1936 in Kraft. Gefolgschaftsmitglieder, denen bis dahin eine Beitragskarte nicht zugeftellt worden ist, müssen die Ausschreibung der Beitragskarte bei ihrer Kreisbauernschaft beantragen. Betriebsführer, die beim Jnkraftreten der Beitragsordnung Gefolgschaftsmitglieder beschäftigen, müssen deren Name und Anschriften nach näherer Anweisung durch den Landesbauernführer ihrer Kreisbauern- saft melden. Die Zauberinsel. Lon (Sari Bulcke. Der Mensch hat sich davon erzählen lassen, daß mitten in der Nordsee ein deutsches Schlaraffenland sei. Der Mensch muß sich das ansehn. Die Menschin auch. Sie gehn als kühne Seefahrer in Hamburg ober in Bremerhaven an Bord, sie haben Mords- angst vor ber Seekrankheit, sie erwischt sie, ober sie erwischt sie nicht, sie lanben nach einigen Stunden auf Helgoland, es dauert keine Stunde, sie sind im Bilde. Was die Länder rund um die Erde sich an guten Dingen ausgedacht haben, ist billig auf ber Insel zu kaufen, billiger als auf bem Festlanb. Dieses kleinen Lockmittels wegen kommen jährlich viele Tausenbe Volksgenossen auf die Insel, herrlichste Insel, die Deutschland besitzt. Man kann es auch ganz anders sagen. Der Mensch, ber hierherkommt, kommt schon jahrelang hierher. Ihm ist es ganz gleich, baß es hier allerlei Begehrenswertes so billig gibt. Er weiß, baß er hier mit seiner Ankunft unverzüglich ber Wohltat ber Verzauberung verfällt. Jrgenbwo ist Deutsch- lanb mit seinen Wälbern, seinen Städten, seinen Bergen und Burgen, Seen und Flußläufen; irgendwo ist dort die bürgerliche Behausung, gewohnte Räume mit Schreibtisch, Bücherbrett, Kanarienvogel und Blumen am Fenster. Das ist alles um aßbar weit fort. hier ragt aus grünem, weißschäumendem Meer, geniale Laune Gottes, das rote Felseneiland, stein- jewordener Skaldensana, aus irgendwelchem ver- chollenem Grunde „hilliges", heiliges Land. Mit jedem Tage, den dieser Mensch hier verweilt, rückt unmerklich die Insel um tausend Meilen weiter hinein in das Weltmeer. Gab es nicht vor ein paar Tagen noch soviel Sorgen, soviel Bedenken, soviel Pein auf bem Festlanb? Es gibt keine Festland- gebanken mehr. Alles wird gleichnishaft, nähert ich ben regenbogenfarbenen Grenzen ber äußersten Unwahrscheinlichkeit. Sinb die Menschen, die hier gebürtig sind, von ber gleichen Menschenart wie auf bem Festlanb? Sinb sie nicht etwa zum min- besten Menschen, bie bas Meer verändert, gewandelt, verzaubert hat? Man schaut sich um: Die ansässigen Familien haben sich jetzt wie die Menschen auf bem Festlanb barauf besonnen, baß in ben Kirchenbüchern ihre Stammbäume festzustellen sinb. Sie sinb ein wenig enttäuscht — weiter zurück als bis ins 16. Jahrhunbert ist bisher keine Familie Dorgebrungen. Doch man bebenfe, was bas heißt: Vor 1500 wirb alle Jubeljahr vielleicht einmal ein schiffbrüchiges Segelboot ein paar Uebertebenbe zurückgelassen haben, bie sich hier Gastrecht unb heimatrecht erwarben. Sonst wuchs der Stamm weiter und blieb, wie er war. Sonst ist hier jahrhundertelang jeder Nachkömmling sein eigener wesensgleicher Vorfahr gewesen, ihm gleich an Wuchs, an Gesinnung unb in ben Augen. Als noch Tropenglut auf bem Festland herrschte, als es Drachen gab, Fabeltiere, Mammute und mit riesenhaften Blumen wuchernde Dschungel, jauchzten hier um das Eiland bie Seejungfrauen, trompeteten im Sturm bie Meergötter, blonb von haar, weiß von haut unb bie Augen hell wie Seewasser. Sie kamen zu Besuch auf bie Insel? Sie mürben ben Jnselleuten Freunb? Sie würben gar bie Väter unb die Mütter ber ersten Menschen hier? Wer hier auf ber Insel als Verzauberter lebt, weih, baß es bestimmt so gewesen ist. Die Jnseltöchter gehn noch heute daher, schlank von Körper unb schlank von Seele, als seien sie leibhaftige, eben ans Land gestiegene Seejungfrauen. Unb einen alten Schiffer weiß ich hier, dessen Großvater war bestimmt ein Seehund. Ein schönes Wort aus bem zweiten Teil bes Faust fällt mir ein: „Alles ist aus bem Wasser entsprungen, alles wirb burch bas Wasser erhalten, Ozean, gönn' uns bein ewiges Walten." Verzauberung: Feierlichkeit ist es, bie diese Verzauberung bewirkt, Ahnen von Dingen, die wir nicht wissen, nicht mehr wissen, Aufschwung, beseligte Lebensbejahung, Andacht im Aufschauen zum gestirnten Himmel, tausendchöriger hallender Gesang der Welten über uns, wenn das Meer brüllt. Doch es stände nicht gut um unsere Erde, es entspräche nicht ber genialen Laune Gottes, wenn auch nur ein Teil ber Schöpfung, unb märe es biefe kleine Insel, nichts anberes lehrte als Feierlichkeit. Ueberall neben ber Feierlichkeit stellt sich bie Anmut ein, bie Heiterkeit, bas Lächeln ber Freube. Eine Viertelstunbe ber Insel entfernt liegt bie Düne. Wetzlar — Kloster Allenberg — Burgsolms — Braunfels. Diese Wanberfahrt ist, ba sie nicht burch Wald führt, für bie kühleren Tage zu empfehlen. Wir fahren nach unserer Nachbarstabt Wetzlar und folgen, nachdem wir bie Stadt durchschritten haben, in westlicher Richtung roten Punkten, bie uns auf guter Straße an einem Erinnerunasstein vorüber nach bem, auf einer Anhöhe malerisch über dem Lahntal gelegenen ehemaligen Kloster Altenberg bringen. Sehenswert ist das Innere der alten Klosterkirche unb ber Park: auch der Blick von der Klosterterrasse in das Tal ist überraschend schön. Das Zeichen leitet uns weiter über Oberbiel, hinter bem wir bie Lahn überschreiten, hierauf durch das inbustriereiche Burgsolms hinauf nach Braunfels, beffen herrliches Schloß uns schon von weitem entgegengrüßt. Nach Besichtigung von Stabt, Schloß und bem nahegelegenen Tierpark sowie einer Erholungspause gehen mir burch ben lieblichen Mühlengrunb zur Station Braunfels, von mo mir nach 3^ftünbiger Wande- rung heimfahren. Das Auto hält. Man ist in Groningen auf bem „Grooten Markt". Man mischt sich unter bie Einwohner, tut als wäre einem alles bekannt. Aber ba stutzt ber Blick. Werben hier auch alte Sachen verkauft? Wer soll zum Beispiel jenen alten Strohhut kaufen? Ober dort bas gebrauchte Untergestell eines Kinderwagens, an bem sonst alles fehlt? Schnurrig! Fragen kann man nicht, denn bazu reichen bie eingelernten Wörter nicht aus. Aber dort ber blaue Feuerwehrmann, ber in Wahrheit ein Polizist ist, spricht genug deutsch und zeigt freundlich den Weg, wie man denn überhaupt zu uns Deutschen sehr freundlich ist, was wohltut. Inzwischen hat man auch sein Geld gewechselt und klimpert mit „Devisen". Ader wo ist die Post? Man will doch nach Hause schreiben! Man fragt einen Fuhrknecht, ber auch etwas deutsch spricht; man sagt mehrmals „Post? Post?" aber erst bei „Post- kontor" hellt sich die Miene verständnisvoll auf. Das find so Reiseerfahrungen, die man sammelt. Zum Schluß stärkt man sich an Erdbeeren, deren Güte nur noch von ber Billigkeit übertroffen wird. Man steigt ins Auto, flitzt gen Delfzyl zurück; besteigt den „Ozeanriesen"; knipst schnell noch den dicksten Mann von Holland; unb kommt mit verklärter Reisemiene gerabe zum Abenbbrot in Nor- bernet) roieber an. Aber man war im Auslanb! Man hat jenseits der Grenzpfähle gelebt; kennt „Land unb Leute" genauestens; unb freut sich auf Seitensprung nach Holland. Immer nur in Norderney am Strand He* jen? Immer nur sich von der Sonne bescheinen lassen? Immer nur mit bem Zeigefinger nach ber holländischen Küste weisen? Nein! Auch im Urlaub hat man Verpflichtungen vor sich selbst unb — Neugier genug, einmal einen ganz kleinen Blick ins Nachbarland zu werfen. Unb so sitzt man eines Tages mit einer Schar gleichgesinnter „Welt- reisender^ auf einem Schiff, verläßt ohne Tränen die teure Heimat unb steuert dem Ausland zu. Bitte sehr: dem Ausland zu! Denn man hat Plackereien mit bem Zoll, und auch die Devisenfrage ist zu regeln! Das gesparte Geld für den Aufenthalt an der See hat man hübsch in Verwahrung zu geben. Das übrige genügt schon für diesen Seitensprung. Ja — und da ift auch schon Holland. Zunächst nicht viel anders als friesisches Land. Aber dennoch: so schmuck hat man sich das kleine Hafen- städtchen Delfzyl nicht oorgestellt. Delfzyl? Schon denkt man an das zarte, sanfte, blau-weiße Delfter Porzellan. Und so erscheinen einem bann auch bie Menschen. Nicht etwa träge; nein, nur langsamer; was auch im Warten auf ben Rundreisebus zum Ausdruck kommt, der uns nach Groningen, der drittgrößten Hafenstadt Hollands, bringen soll und auch bringt. Denn einmal angekurbelt zeigt auch dieses Auto, daß es „etliche drauf hat". Vorbei gehts an vielen Kanälen, die sich schnurgerade durchs Land ziehen. Man lernt in Wirklichkeit kennen, was ein „Polder" ist: eine Marschlandstrecke mit Deichen gegen die Flut, die man in Schleswig- Holstein „Koog" nennt. Jetzt aber sieht man so recht, wie sauber hier alles ist! Man ergötzt sich an den blanken Klinker- Häusern, bie alle bunte, blühende Blumenfenster haben. Man läßt sich erzählen, daß die holländische Hausfrau beim Reinemachen nicht nur ebenso fleißig wie bie deutsche ihre Fenster putzt, fonbern baß sie auch mit Eimer unb Schrubber an die Klinkerhauswände geht, was ben geputzten Kalk- roänben in Deutschland schlecht bekommen würde. Doch da muh man noch vor der Ankunft in Groningen eine kleine Denksportaufgabe lösen. In Holland herrscht Amsterdamer Zeit (AZ.) und nicht wie daheim Mitteleuropäische Zeit (MEZ.). Also gefälligst die Uhr 40 Minuten zurückstellen! Aber: weil nun Sommer ist, unb jetzt bie Amsterdamer Sommerzeit (ASZ.) gilt, heihts bie Uhr roieber eine Stunde vorstellen. Kluge Menschen machen das in einem Zug und stellen die Uhr 20 Minuten vor. Der im 99. Jahre bestehende Gleibergoer- e i n feiert am Sonntag, 19. Juli, auf Burg Gleiberg sein traditionelles Sommerfest. Daß die alte Burg sich heute in jeglicher Hinsicht in so gutem Zustand befindet, ist bem um 1880 zu neuem Leben erwachten Gleibergverein zu verdanken. Aus dieser Zeit stammt nachfolgender Brief eines Hohensolmser Einwohners an seinen in Italien lebenden, aber sehr an ber (Bleiberger Heimat hängenden Freund. Der Brief veranschaulicht, was damals auf dem Gleiberg oorging. „Ich will Dir lieber erzählen, wie ich einmal nach dem Gleiberg reifte, und was ich dort sah: Der Burgberg ist auf der Seite nach Gießen mit allerlei Gehölz völlig gartenartig angelegt. Zickzackpfade führen bis zum Schloßtor hinauf. Rechts und links von ber Durchfahrt sind norm Schlöffe terraffen- artlge ebene Flächen hergestellt. Auf einer berfelben stehen drei Kanonen von mittelalterlicher Form auf schweren Festungslafetten mit kleinen Rädern unb mit allem versehen, um sofort losbonnern zu können. Unb letzteres pflegt allsonntäglich zu geschehen, wobei ber Boden bröhnen und bie Fensterscheiben im Schlosse flirren sollen. Der Kanonenbonner ist inbeß nichts Feinbseliges, wie ehedem, als die Kur- Hessen kamen, sondern nur eine Art Reklame für die Wirtschaft, welche jetzt daselbst geführt wird. Unb außerordentlich soll ber Zubrang von Fremben sowohl an Sonntagen, wie auch in der Woche sein, so baß oft bie ganze Legion Gartenstühle unb Bänke und altdeutsche Sessel, welche in ben Zimmern bes Schlosses unb in ben (Bartenanlagen in ber Ruine aufgestellt sinb, mit Beschlag belegt sind, so daß ein etwas spät fommenber Tourist kein freies Plätzchen mehr finben kann. Um Fernwohnenben ben Besuch ber zu neuem Glanz erwachten Burg zu erleichtern, ist sogar eine Eisenbahnhaltestelle in ber Nähe von Gleiberg eingerichtet roorben. Der sog. „Gese11igkeitsverein Gleiberg" hat die ganze Burg Gleiberg als Eigentum erworben unb gedenkt, das noch unter Dach befindliche Schloßgebäude wieder vollständig bis zum obersten Dachraum wohnlich herzustellen, was diese Gesellschaft nunmehr bereits größtenteils durchgeführt fyat. Und zwar ist jeder Raum im Stile der Zeit seiner Erbauung mit Wanddekora- tion, Möbel und Fenster versehen. Der schönste Raum ist ein großer Saal im zweiten Stockwerk. Altdeutsche Möbel aus unpoliertem Eichenholz, die Wände mit Bänken und seltsamen Kannen, Humpen und Büffelgeweihen verziert, eine altdeutsche Wanduhr. Auch paradiert hier jener Dir gewißlich noch erinnerlich hoher Schrank, welcher früher in einem unteren Gemache stand. Auch die Türen mit ihren Schlössern und sonstigen Beschlägen sind von altdeutscher Fasson, und zwar ist der Verfertiger dieser Eisenteile kein Geringerer als der Schlosser Konrad zu Krofdorf, welcher diese ihm gestellte Aufgabe nach Modellen recht gut ausgeführt hat, so daß man sich allgemein über bie Leistung dieses einfachen Mannes gewundert hat. Auch die altdeutschen Garberobehaken hat er geschmiedet. Die prachtvollen, aber rote mir scheint, zu grellen bunten Fenster dieses Saales (jedes Fenster soll etwa 100 Mark gekostet haben) sind irgendwo in Bayern angefertigt worden. Jedes Fenster hat einen Saum von farbigem Glase. Die zahlreichen kleinen, rautenförmigen Scheiben, zwischen welchen sich hier unb ba eine mattfarbige befinbet, sinb sehr fein in Blei gefaßt. In ben beiden obersten Feldern jeden Fensters befinden sich je zwei Wappen eingebrannt, und zwar Wappen von Glei- berger Burgmannen, meist Kleeblätter. Ein an diesen Saal grenzendes Zimmer ist mit diesem durch eine große, mehrflügelige Tür, welche ganz beseitigt werden kann, verbunden und soll gelegentlich als Bühne für ein Sommertheater dienen. — Aehnlich wie der Saal sind noch eine ganze Anzahl Zimmer bereits eingerichtet. In einem derselben ist ein Wandgemälde (zechende Ritter und Landsknechte). Das originellste Zimmer befindet sich in dem Raum, welcher wohl ursprünglich als eine große Küche gedient hat. Die Fenster haben diese Form mit klein gegossenen runden Scheiben am Rande und rautenförmig in der Mitte. Dabei sind die Wände mit allerlei altertümlichen Trinksprüchen unb mit roten, schnörkelhaften Initialen verziert. An jebem Teile bes Schloßbaues unb auch an jebem Mauertürmchen, Pfortchen, Zwinger unb bergleichen ist eine Tafel angebracht, auf welcher ber Name des mutmaßlichen Erbauers und das Jahr der Erbauung zu lesen ist. In der Burg hat man bereits rüstig an der Fortschaffung des Schuttes gearbeitet Derselbe wird in ber Nahe der Giebelspitze bes zerstörten Schloßhauses einfach hinuntergeworfen, so daß man nun von weitern den Hellen Streifen dieser Schuttmasse, welcher sich den Berg hinunter erstreckt, leuchten sieht. In dem oben Ermäßigung für DAA.-Wilglieder. Auf Grund einer Vereinbarung mit der Leitung des Zirkys Busch wird ben Mitgliedern ber Deutschen Arbeitsfront und ihren Angehörigen für die drei Vorstellungen am 10., 11. unb 12. Juli vom 3. Platz an aufwärts eine Ermäßigung von 50 v. H. gewährt. Die hierzu erforderlichen Ausroeiskarten find auf ber Kreisbienftstelle ber DAF. unb KdF., Gießen, Schanzenstraße 18, und bei den Betriebswarten erhältlich. Sonderfahrt nach Scholten. Zu bem Rennen „Rund um Schotten" am 19. Juli werden wir außer dem Omnibus, der bereits besetzt ift, eine Sonderfahrt mit dem Zug nach Schotten durchführen. Der Fahrpreis, foroie Abfahrtzeiten werden Anfang nächster Woche hier bekanntgegeben. Anmeldungen können durch die Orts- und Betriebswarte oder direkt an die Kreis- bienftftelie, Gießen, Schanzenstraße 18, erfolgen. Rhelnfahrt am 2. August. Am Sonntag, 2. August, findet eine Sonderfahrt an den Rhein statt. Die Fahrt führt nach Braubach, von dort nach Rüdesheim mit bem Dampfer unb zurück. In Rüdesheim ist ein mehrstündiger Aufenthalt. Die Fahrt geht abends wieder von Braubach mit der Bahn zurück. Der Fahrpreis beträgt pro Teilnehmer 4,30 Mark. Anmeldeschluß 25. Juli. llrlaubsfahrt nach Hamburg. In der Zeit vom 22. bis 27. Juli fährt ein Son- derzug zum Weltkongreß für Freizeit und Erholung nach Hamburg. Anmeldungen müssen umgehend auf ber Kreisdienststelle, Gießen, Schan- zenftraße 18, abgegeben werden. Der Fahrpreis mit voller Verpflegung beträgt 27,50 Mark. RuhlK.ErholungNaufenthalt bietet kleine, gute Privatpension I. schönst Westerwaldgegend, Berge, Wald, Wasser. Höhenlage. Gute, reichliche Verpflegung (4 Mahlzeiten). Tagespreis 3 RM. Neuzeitlich eingerichtete Zimmer. 4250d Alaert Knnz u. Müller, Eibelshausen Bergstraße 70, über Dillenburg. Weilburg - Lahn Besucht die Sommerfrische Gnn- tersau. Herrlich gelegen, bestgeführt, 4 Mahlzeiten, 3.50. Tel. 383. Tr. Bad, Liegewiefe. owD SJ.Jpori Deutschland führt 2:0 gegen Jugoslawien. Der Kampf um den Davispokal in Agram. Leichter als erwartet verschafften sich am Freitag die deutschen Tennisspieler im Endspiel der Europazone im Davispokalwettbewerb eine 2:0-Füh- rung. Der wieder genesene deutsche Meister Freiherr von Cramm besiegte den Jugoslawen Pallada in vier Sätzen 6:4, 6:2, 6:8, 6:2 und Henner Henkel fertigte den jugoslawischen Meister Puncec in drei Sätzen 6:1, 6:2, 6:4 ab. Cramm-Henkel b»streiten am heutigen Samstag das Doppel und im Falle eines Sieges werden beide sofort nach Wimbledon abreisen, um sich für das Jnterzonenfinal wieder auf Grasplätzen einzuspielen. Die letzten Einzelspiele werden dann von Menzel und Lund bestritten. 400 Kanufahrer bei der Meisterschaft. Die Deutschen Kanu-Meisterschaften, die am 18. und 19. Juli gemeinsam mit den Titelkämpfen der Ruderer auf der Grünauer Regattabahn abgewickelt werden, haben ein Rekord-Meldeergebnis erfahren. Aus 47 Vereinen wurden rund 400 Kanufahrer gemeldet. Die deutsche Olympia-Kernmannnschaft ist vollzählig am Start; Gelten doch die Meisterschaften wie bei den Ruderern als letzte Ausscheidung für die Olympischen Spiele. Die Kurzstreckenrennen über 1000 Meter werden am 19. Juli von einem eigens für die Meisterschaften und die Olympia-Regatta gebauten Startsteg aus gestartet; hier sind 58 Boote gemeldet. Für die über 10 Kilometer führenden Langstreckenrennen vom Ostende des Seddin-Sees bei Gosen über den Seddin- und den Langen See zum Ziel vor den Regattatribünen liegen die Meldungen von 49 Booten vor; die Langstreckenrennen werden am 18. Juli ausgefahren. BMW. und Adler siegen in Portugal. Deutsche Sportwagen tarnen in Portugal bei dem sehr schweren Bergrennen von Pena zu großen Erfolgen. In der 2-Liter-Klasse belegten drei BMW. mit einheimischen Fahrern die ersten Plätze. Für die Gleichmäßigkeit der Wagen sprechen die Durchschnittsgeschwindigkeiten: der Sieger A. Rego fuhr 43,8 km/<5ti)., die beiden anderen 43,4 und 43,1 km/Std. Nunos des Santos, der sich mit seinem Adler-Diplomat schon einen Namen gemacht hat, gewann in der 3-Liter-Klasse mit 42,6 km/Std. Die Tagesbestzeit erzielte der Rennwagensieger Ferreirinha auf Ford mit 50,7 km/Std. Dritte Etappe der „Tour". Archambaud gewann bei der „Tour de France“ die vierte, von Metz über 220 Kilometer nach der Bergfestung Belfort führende vierte Etappe, so daß die Franzosen zu ihrem ersten Etappensieger kamen. Im Sport schlug Archambaud den Spanier Ezquerra, der vorher den Ballon d'Alsace (1200 Meter) am besten erklettert hatte, in 6:50,36 Stunden. Von den Deutschen war wieder der Frankfurter Bruno Roth, der in 6:54,22 als 36. einkam, der beste. Bautz, Weckerling, Ahrentz, Händel und N''ch kamen gemeinsam auf den 54. Platz, Heide (65.), Kijewski (67.) und Weiß (74.) waren die weiteren Deutschen, während Funke erst nach Kontrollschluß eintraf und ausgeschieden ist. Königsschieben der Gchühengesellschast 4926 Gieben. Dieser Tage hielt die Schützengesellschaft 1926 Gießen ihr Königsschießen ab. Geschossen wurde mit Großkaliber auf einen Adler, welcher auf 100 Meter von der Stange zu holen war. An dem Schießen beteiligten sich 24 aktive Schützen, welche in zweistündigem, ununterbrochenem Schießen um 12 Uhr den letzten Rest von der Stange schossen. Der glückliche Schütze war Hermann Meckel (Gießen), der somit Schützenkönig für 1936 wurde. 1. Ritter wurde Ludwig Schneider, Neustadt 10, und 2. Ritter Heini Balzer, Braugasse 6. Anschließend wurden noch zwei Ehrenscheiben geschossen und zwar war der beste Schütze auf der ersten Scheibe Erich Beyer und Ed. G'ondner auf der zweiten Scheibe. Von einem Schützenbruder wurde ein schöner silberner Becher gestiftet, der im Laufe des Nachmittags ebenfalls geschossen wurde. Der glückliche Schütze war der neue Schützenkönig Herm. Meckel. Am Nachmittag versammelten sich die Schützen mit ihren Familien am Waldschiehstand. Der Vereinsführer Ed. G o n d n e r hieß alle Teilnehmer herzlich willkommen, sprach einleitend über den Zweck des Königsfchießens, ehrte den vorjährigen Schützenkönig durch Ueberreichung eines schönen Königsordens und nahm sodann die Königsproklamation des neuen Königs mit seinen beiden Rittern vor. Anschließend an die Königsproklamation konnte der Vereinsführer im Auftrag des Deutschen Schützenbundes folgenden Vereinsmitgliedern je eine Bundes-Meisterschaftsnadel nebst Ehrendiplom überreichen: Paul Hainbach (Gießen) die bronzene Nadel für Pistole; Adolf Somme r l a d (Wieseck) die bronzene Nadel für Kleinkaliber und Willy Becker (Gießen) die silberne Gaunudel für Wehrmann. Mit einem dreifachen „Gut Ziel!" auf die Sieger schloß der Vereinsführer die Feier. Kreisschießen des Kreils Wetzlar-Nord in Launsbach. Dieser Tage fand das Kreisschießen des Kreises Wetzlar-Nord in Launsbach statt. Kreismeister wurde die 1. Mannschaft von Launsbach: Ernst Müller, Richard Pfeiffer, Rudolf Müller, Otto D e b u s und Karl Schmidt mit 408 Ringen vor Krofdorf 402, Bieber 402, Fellingshausen 395 und Krombach 343 Ringen. Die besten Einzelschützen waren Kreismeister Förster M e l ch i n g (Bieber) 90 Ringe, Adolf Leicht (Krofdorf) 90, Otto Wagner (Fellingshausen) 87 und Wilhelm Dutenhöfer (Bieber) 87 Ringe. Jungschützen - Kreismeister wurden die Jungschützen von Launsbach: Robert B echthold, Albert K l i n k e l, Eduard Pfeiffer, Karl B e ch t h o l d und Franz B e ch t h o l d mit 334 Ringen vor Bieber 272 Ringen. Die besten Einzelschützen waren Kreismeister Erich S t e i n m ü 11 e r (Bieber) 78 Ringe, Franz B echthold 72 und Robert Bechthold 71R., beide Launsbach. Anschließend wurde das Werbe- schießen des S ch ü tz e n v e r e i n s Launsbach beendet. Den 1. Kreis errang Franz Becht - hold mit 107 Ringen bei 9 Schuß; 2. Rudolf Müller 107; 3. Otto Debus 105; 4. Heinrich Bitte n d o r f 105; 5. Willy Schmidt (Krofdorf) 105; 6. Karl Bechthold 105; 7. Franz Antonioli (Wißmar) 105; 8. Hermann 93ittenborf 103; 9. Ernst Müller 102; )0. Karl Schwalm (Wißmar) 102; 11. Albert Müller 101; 12. Förster Melching (Bieber) 101; 13. Otto Bechthold 101; 14. Richard P f e i f f e r und 15. Albert Klinke! 99 Ringe. Grenzball der Landschulen. Im Laufe der Woche wurden auf dem Sportplatz in Reiskirchen die Wettkämpfe im Grenzball im Unterbezirk Reiskirchen ausgetragen. Die ein- zenlen Spiele hatten folgendes Ergebnis: Mädchen: Reiskirchen — Lindenftruth 9:0; Saasen — Bersrod 5:2; Saasen — Lindenstruth 7:5; Reiskirchen — Bersrod 6:1; Bersrod — Lindenstruth 10:0; Saasen — Reiskirchen 3:3. Knaben: Reiskirchen — Bersrod 6:2; Linden- struth — Bersrod 6:2; Lindenstruth — Saasen 11:1; Reiskirchen — Bersrod 4:3; Bersrod gegen Saasen 9:0; Lindenftruth — Reiskirchen 8:1. Die Jungen von Lindenftruth konnten sämtliche Spiele gewinnen, und sie deshalb an den Ausscheidungskämpfen in Grünberg teilnahmen. — Bei den Mädchen ergab sich ein anderes Bild. Saasen und Reiskirchen stehen mit 5:1 Punkten punktgleich an der Spitze. Reiskirchen steht aber im besseren Torverhältnis und vertrat den Bezirk bei den weiteren Ausscheidungskämpfen vertreten. Die Entscheidungen in Grünberg. Im Bezirk Grünberg wurden am Freitag für die 1—3klassigen Schulen die letzten Spiele im Grenzball zur Ermittelung des Bezirkssiegers ausgetra» gen. Bei den Knaben waren es die Schulen: Beltershain, Ettingshausen, Lindenstruth und Weik- kartshain-Stockhausen. Bezirkssieger wurde Ettingshausen, das seine sämtlichen Spiele gewann. Die zweite Stelle errang Lindenstruth, dann kam Beltershain und am Schluß stand Weickartshain-Stockhausen. Bei den Mädchen waren es die Schulen: Ettingshausen, Reinl>ardshain, Stangenrod und Sausen. Auch hier wurde Ettingshausen Bezirkssieger. An zweiter Stelle kam Reinhardshain, den dritten Platz erhielt Stangenrod, während Saasen, das nicht angetreten war, an den Schluß kam. Knaben und Mädchen von Ettingshausen haben daher im Grenzballspiel den Bezirk Grünberg bei den Endspielen mit den Siegern der übrigen Bezirke um die Kreismeisterschaft zu vertreten. Kurze Sportnotizen. Deutschlands Olympia-Hockeyelf trägt ihr erstes Spiel beim Olympischen Hockey, turnier nm 3. August gegen Dänemark aus, am 7. August ist Japan der zweite Gegner und am 9. August steigt das letzte Vorrundenspiel der deut- scheu Elf gegen Afghanistan. Die Vorschlußrunde des Turniers folgt am 12., das Endspiel am 14. August. Das Feldbergrennen im Taunus, das am 27. September ausgefahren wird, wurde nach dem Ausfall des Kesselbergrennens als Mei- sterschaftslauf für Solomaschinen, Seitenwagen- maschinen und Wagen ausgeschrieben. Die traditionelle Veranstaltung erfährt dadurch eine besondere Bedeutung. Die Weltmeister Rotter - Szollas, die vierfachen Weltmeister im Eiskunstlauf für Paare, werden künftig nicht mehr zusammen starten, nachdem Frl. Rotter den ungarischen Fechter Dr. Szmolar geheiratet hat. Gportamt „Kraft durch Freude"'. Morgen folgende Kurse: Tennis: Von 8—9 und von 9—10 Uhr, Städt. Tennisplätze am Schützenhaus. Montag folgende Kurse: Allgemeine Körperschule, Frauen und Männer: Von 19.15—20.30 Uhr, Universitätssportplatz am Kugelberg. Fröhliche Gymnastik und Spiele, Frauen: Von 20.30—21.45 Uhr, Lollar, Kantine der Fa. Buderus. Reiten: Von 21—22 Uhr, Universitäts-Reitinstitut, Brandplatz. Olymvia-Kämpfer im letzten Schliff. Hochbetrieb im Sportforum-Vad. Im Sportforum-Bad haben sich am Donnerstag zu den Japanern auch die Wasserballspieler aus Uruguay gesellt. Es sind baumlange, starke Kerls mit schwarzlockigem Schopf. Schwimmen können sie nicht sehr schnell, im Technischen haben sie auch nicht allzu viel los, aber kämpfen können sie. Man ist geneigt, sie mit den spanischen Wasserballern zu vergleichen, allerdings sind die Südamerikaner oen Barcelonesen physisch sehr überlegen. Wie die Zwerge wirken dagegen Nippons Wasserratten. Die bewegen sich im Wasser wie kleine, blutjunge Entchen, sind dauernd in Bewegung und haben auch von Ballbehandlung und taktischen Dingen allerlei weg. Ein Spieler von Format ist ihr Spielführer Sakagamy, der bereits 1932 in Los Angeles mit dabei war. Er ist Dreh- und Angelpunkt feiner Mannschaft, die fleißig wie die Bienen Stunden um Stunden trainiert. Mr. Matsuzawa, der „Head-Coatch“ der japanischen Schwimmer, ist überaus erfreut über die großartige Form feiner Schützlinge. Arai, der am Mittwoch noch die 200 Meter in 2:10,2 vor Pusa (2:12,2) „gewann", wurde am Donnerstag zur Abwechslung über 800 Meter geschickt und schlug bei 10:24,4 Min. an. Nebenbei: Der deutsche Rekord steht auf 10:36,2 und wird von Freese gehalten. Besonders fleißig waren am Donnerstag auch die zierlichen, famos gebauten japanischen Schwimmerinnen. Hideko Maehata hofft felsenfest auf ihren Sieg. Sie gleitet so geschmeidig durchs Wasser, wie man es von einer deutschen Schwimmerin noch nicht gesehen hat. Auch ein Teil unserer Kernmannschaft weilte im Sportforum. Sietas, Paul Schwarz, Nüske, Gaucke, Gisela Arendt bereiten sich mit großem Eifer auf die Deutschen Meisterschaften vor. In sehr guter Verfassung scheint der junge Heinz Arendt zu sein, der Gaucke einfach „stehen" ließ. Die amerikanischen Turner. Zu den Wettkämpfen der Turner bei den Olympischen Spielen entsendet USA. eine Mannschaft, deren Mitglieder sich größtenteils aus Angehörigen des Neuyorker Turnvereins, der Philadelphia-Turn- gemeinbe und des Schweizerischen Turnvereins zusammensetzen. Beim ersten Ausscheidungskampf war noch Friedrich Meyer (Neuyork) der beste Turner, die letzte Prüfung gewann dann Frank Cumis- k e y. Außer Meyer und Cumiskey treten die Reife nach Deutschland noch Arthur Pitt, Alfred A. Jochim, Chester W. Philipps, Kenneth Griffith, George Wheeler und Frank Haubold an. In Los Angeles hielten sich Amerikas Turner ausgezeichnet, wobei jedoch berücksichtigt werden muß, daß dort Deutschland und die Schweiz nicht vertreten waren. Vier Goldmedaillen holten sich die Amerikaner in Los Angeles! 14 amerikanische Leichtathletinnen. Der reiche Fluß der Geldspenden an das Amerikanische Olympische Komitee hält weiter an. Allein der New Yorker Athletik-Club überwies einen runden Betrag von 5000 Dollar. Die Hoffnungen, daß die amerikanische Olympia-Mannschaft in der vorgesehenen Zahl die Reise nach Berlin antreten kann, steigen von Tag zu Tag. Sicher ist bereits, daß die Leichtathletinnen in der ursprünglich angesetzten Kampfstärke in die Mannschaft eingereiht werden. Es werden also folgende vierzehn Frauen nach Berlin kommen: Helen Stephens, Annette Rogers, Tydie Pickett, Ann O'Brien, Harriet Bland, Olive Hafenfus, Betty Bruch, Simone Schalter, Martha Warst, Gertrude Wilhelmsen, Kathlyn Kelly, Evelyn Ferrara, Betty Robinson und Louise Stokes. Nalional-Wasserballsieben in Form. Vor ihrer Abreise nach Budapest trug die aus Mitgliedern der Olympia-Kernmannschaft zusammen- gestellte Wasserballsieben am Donnerstagabend im Münchener Dante-Stadion noch ein Probespiel gegen den durch Kienzle-Stuttaart verstärkten süddeutschen Wasserballmeister SV. 99 München aus und siegte überlegen mit 7:0 (4:0). Der beste Mann der Nationalen war Schneider- Duisburg, der mit drei Treffern zugleich erfolgreichster Torschütze war. Die Münchener enttäuschten etwas und scheiterten immer wieder an der starken Hintermannschaft ihrer Gegner. 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Juli 1936 Auf jede gezogene Nummer find zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer tu den Abteilungen I und H beiden 3n der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 300 M. gezogen 2 Gewinne,u 10000 M. 230698 2 Gewinne zu 3000 M. 391817 6 Gewinne zu 2000 M. 83483 149031 317671 2 Gewinne zu 1000 M. 79540 20 Gewinne zu 800 M. 12431 15697 31504 32744 41701 55013 73015 150494 296026 324486 58 Gewinne zu 500 M. 127 2313 7506 9374 11137 21658 21721 22640 30454 43740 97888 121745 134436 155291 179427 198510 201995 213847 240600 265386 268185 281953 283319 294648 299800 352232 354446 356537 378708 198 Gewinne,u 400 M. 6828 10509 13135 24191 29235 38856 45447 46853 47758 48640 52368 59911 60805 63712 66362 69958 70816 85764 86791 93662 99719 107619 108450 110462 114940 119243 123693 124340 138210 139051 140586 149125 149453 174633 177102 177124 182608 183784 186569 187136 190178 198155 201240 202465 202472 206096 211143 215418 215676 219655 219757 222273 223820 227708 230127 230200 231322 232383 232684 236334 236530 237269 237305 239349 241194 242920 246209 246665 247107 262033 264149 264385 267761 268646 278653 281363 281814 284713 285067 305571 318938 325385 328637 349563 351206 355343 359229 359314 360097 363626 368623 371259 373404 380080 381617 384187 384471 385069 392438 3n der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 300 M. gezogen 2 Gewinne zu 50000 M. 89904 2 Gewinne zu 25000 M. 296322 2 Gewinne zu 5000 M. 109003 6 Gewinne zu 2000 M. 94366 123982 220684 16 Gewinne zu 1000 M. 69013 140694 200203 209803 253457 260932 300516 386496 28 Gewinne zu 800 M. 13894 45680 64046 66472 93885 117378 119786 124291 194311 197800 238486 246219 272449 344902 38 Gewinne zu 500 M. 11500 41207 93428 111200 166553 168980 187881 201929 203203 206910 217866 220890 233004 260677 265540 271649 301978 395002 397883 182 Gewinne ju 400 M 3212 4005 5587 12997 24914 28488 30864 36218 38636 41543 42652 46232 49675 51475 53231 69162 72654 75463 88837 91750 93075 100520 102366 108686 10952t 109760 118231 125036 129892 130074 130427 133071 142143 142253 143158 144771 149611 153552 157122 157738 160484 162471 16352k 164112 164531 165683 165799 171699 171847 175438 181860 183918 193411 198685 198932 204374 208700 210795 214055 217859 218234 221828 224353 225933 232348 239973 241237 243265 255130 262420 266277 269371 273415 274150 280606 293381 302812 320916 323065 333396 344934 345563 349265 353237 354711 358391 358996 379583 382328 390848 395898 NaphlücCO von3bls 20v*Hi ertia,ten8,8ds!wieder- Häullldbuü holten Veröffentlichungen einer Anzeigei Wollen Sie —MOBEL zeitgemäß und geschmackvoll einrichten, dann fordern Sie bitte meinen Katalog Sie finden eine reichhaltige Auswahl in allen Zimmerarten Seb.Herbst, Möbelfabrik Bad Soden und Salmünster Ehestandsdarlehnsscheine werden in Zahlung genommen. 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L.LUiboff Gericht!, beeidigter Taxator in d. Landgerichtsbez. d.Prov.Oberh. und Versteigerer für die Kreise Gießen, Lauterbach und Schotten. Reichsvetad der Rinderzüchter OeoHands, e.V. Abteilung 5 — Mitteldeutsches Rotvieh. 80. Ausstellung und Zuchtviehversteigerung für mitteldeutsches rotes Höhenvieh am Freitag, dem 17.Juli, 11 Uhr, in Wehlar L., „Neue Markthalle". Auftrieb: 66 Bullen über 14 Monate alt mit Leistungsnachweis aus den Zuchten der Unterabteilungen Oberhesfen, Kurhessen, Lahn/Dill, Westfalen und Odenwald. Günstigste Gelegenheit zum Erwerb erstklass. Zuchttiere bei niedrigen Preisen-LO^/o Frachtermäßigung. In Verbindung mit der Rotviehversteigerung: 7. Zuchtschweineverkauf des „Landesverbandes der Schweinezüchter in Hessen-Nassau". Auftrieb: 20 Eber und Sauen. 4412d Auskunft u. Verzeichnisse durch die Hauptgeschäfts- stelle in Paderborn, Bahnhofstr. 3, Fernruf 2594, Arbeitsvergebung. Es sollen vergeben werden: I. 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