Nr.134 Erster Blatt 186. Jahrgang Donnerstag, 11. Juni 1936 Erscheint täglich, nutzer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle monats-Bcjugsprets: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illusttierte e 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüfse unter Sammelnummer 225) Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Sranffurt am Main 11686 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vruck und Verlag: vrühl'sche Untverfitätz-Such- und Steindruckerei «.Lange in Gießen. Schristieitung und Seschästrftelle: Schulstratze 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Dormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von70mm Breite 50Rpf.,Plahvorschrift nach oorh.Dereinbg.25°/„ mehr. 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Die neue Kabinettsumbildung trägt ihr besonderes Merkmal durch Berufung des bisherigen Propagandaministers, Grafen Galeazzo Ciano, auf den verant- wortungsfchweren Posten des Außenmini- st e r s. Der italienische Regierungschef, der Capo del Governo, der seit der Entsendung der ersten Division nach Afrika bis zum siegreichen Abschluß des Krieges eine ungeheure Last der Arbeit, der Verantwortung und der seelischen Beanspruchung getragen hat, kann in der Tat eine gewisse Entlastung brauchen. Seine eigene Arbeit bleibt deswegen immer noch umfangreich genug, zumal er außer dem Ministerpräsidium ja noch die Wehrministerien und das Innenministerium behält und überdies natürlich auch in den ihm nicht direkt unterstehenden Ressorts die letzte Entscheidung behält. Der neue italienische Außenminister, der mit 33 Jahren der jüngste dieses Amtes in der Welt ist, genau wie im September 1929 Grandi mit 34 Jahren, kommt nicht etwa als Neuling in den diplomatischen Bereich. Er steht bereits seit 10 Jahren in der diplomatischen Karriere und war den italienischen Auslandsvertretungen in Rio de Janeiro, Buenos Aires, Peking sowie im Vatikan zugeteilt. Außerdem gehörte er der italienischen Delegation auf der Weltwirtschaftskonferenz im Frühjahr 1933 in London an. Er hat also sich bereits in einem guten Teil der Welt umgesehen und dürfte besonders nachhaltige Eindrücke empfangen haben, als er mit seiner jungen Frau, der ältesten Tochter Mussolinis, die schwere Beschießung Schanghais Durch die japanischen Kriegsschiffe im Jahre 1931 als italienischer Generalkonsul erlebte. Im Juli 1934 übergab ihm sein Schwiegervater das neu errichtete Pressebüro, nach dessen Ausbau Graf Ciano im Juli 1935 Propagandamini st er wurde. -Zwei Monate später ging er als Fliegerhauptmann unb Kommandeur eines Bombengeschwaders in dem pstafrikanischen Krieg, wo ihm die beiden ältesten Söhne Mussolinis als Flugzeugführer unterstanden, uni) machte sich dort durch seine von ihm geleiteten Unternehmungen rasch einen Namen, der häufig iim italienischen Heeresbericht rühmend genannt Wurde. In Erinnerung ist noch die besonders herz- lliche Begrüßung, die Mussolini seinen beiden Söh- men und ihm kürzlich nach der Rückkehr aus dem Felde erwies. Der Vater Graf Cianos ist Präsident Der italienischen Kammer. Eine Schwester ist die «Gattin des italienischen Botschaftsrates, Grafen Magistrati in Berlin, bei der die Gattin des neuen Außenministers feit einigen Tagen zu Besuch weilt. Graf Galeazzo Ciano, der übrigens trotz seiner Jugend zu den ältesten Mitgliedern der Faschistischen Partei gehört, übernimmt sein Amt in einer Lage, die ihm ein ganz außergewöhnliches Maß von vordringlicher Arbeit und Verantwortung auferlegt. Man denke nur an das noch nicht endgültig geklärte Verhältnis Italiens zu England, ferner cn die starken Interessen Italiens im östlichen Mit- «telmeer, die gerade in den letzten Wochen u. a. auch iim Zusammenhang mit Aegypten und den arabischen Ländern Gegenstand häufiger Erörterungen «der Weltpresse waren, und schließlich an die große Aufgabe der ersten praktischen Maßnahmen für die 'Eingliederung des mächtigen neuen Kolonialreiches in das italienische Staatsgefüge. Man sagt dem meuen Außenminister einen sehr aufgeschlossenen, sfür Reformgedanken empfänglichen Geist nach, eine 'Eigenschaft, die ihn seinerzeit in erster Linie in Die Leitung des Propagandaministeriums gebracht hat. Im übrigen gilt er als Befürworter einer Verständigung mit England. Er ist zur Zeit seiner Tätigkeit in Peking und Schanghai naturgemäß viel mit englischen Persönlichkeiten zusammengekommen, hat die englische Politik in der Praxis auf einem ihrer schwierigsten Gebiete verfolgen können und hat mit vielen Engländern aus jener Zeit her mancherlei Verbindung aufrecht erhalten, die ihm in seinem neuen Amt sicher zustatten kommen wird. England und die Sicherung des Friedens. Eine große außenpolitische 2Rebe des Schatzkanzlers Neville Chamberlain. London, 11. Juni. (DNB. Funkspruch.) Auf einem Bankett des Klubs von 1900, an dem der Schatzkanzler Neville Chamberlain, Lord Londonderry, Winston Churchill, der frühere Schatzkanzler Sir Robert Horne und viele andere Persönlichkeiten teilnahmen, machte der Schatzkanzler bemerkenswerte Ausführungen zur gegenwärtigen Lage. Sir Robert Hörne hatte vorher auf die vielen Schwierigkeiten der britischen Außenpolitik hingewiesen. Er wäre froh, das Ende der Sanktionen und die Heimkehr der britischen Flotte aus dem östlichen Mittelmeer zu sehen. Neville Chamberlain wies auf die Besserung der britischen Wirtschaftslage hin und bedauerte, daß außerhalb der Grenzen Großbritanniens nicht von einer gleichen vertrauenerweckenden Lage gesprochen werden könne. Niemals während seiner politischen Laufbahn seien derart beängstigende Fragen zu lösen gewesen, wie gegenwärtig. Im italienisch-abessinischen Konflikt hätte sich Großbritannien für eine Politik der kollektiven Sicherheit statt für das alte Bündnissystem entschlossen, obwohl manche Staaten dem Völkerbund nicht angehörten. Dieser Politik wäre wohl ein Erfolg beschieden gewesen, wenn die' im Völkerbund verbliebenen Staaten die von ihnen übernommenen Verpflichtungen e r - füllt hätten. Diese Politik der kollektiven Sicherheit hätte versucht werden müssen. Der Versuch sei jedoch fehlgeschlagen. Weder habe der Krieg verhindert, noch habe ihm Einhalt geboten werden können, und es sei auch nicht gelungen, das Opfer vor dem Angriff zu schützen. Es sei nützlich, aus diesen Ereignissen zu lernen. Wenn Lord Cecil, der Präsident der Völkerbundsvereinigung, sich bemühe, einen Druck auf Parlament und Regierung in Richtung einer verschärften Sanktionspolitik auszuüben in der Annahme, dadurch die Unabhängigkeit Abessiniens zu erhalten, so sei das wohl der Höhepunkt der Narrheit, denn es würde nur zu weiterem Unheil führen. Es fei an der Zeit, daß die Völkerbundsmächte der Lage Rechnung trügen und d I e Aufgaben des Bundes in einer Weise abgrenzten, die der tatsächlichen Macht des Bundes entsprächen. Das würde das Ansehen des Völkerbundes wieder Herstellen. Man dürfe es aber dem Völkerbund nicht allein überlassen, für den Weltfrieden zu sorgen. Sanktionspolitik bringe nun einmal dasRisiko deskriegesmit sich, und dieses Gefahrenmoment wüchse mit der Auswirkung der Sanktionen. Darum müsse man die Gefahrenmomente der Welt örtlich beschränken und praktische Sicherheitsmethoden auf Grund regionaler Vereinbarungen erwägen, die von jenen Völkern garantiert werden müßten, deren Lebens- interesfen mit diesen Gefahrenmomenten in enger Verbindung stünden. Bevor aber derartige Schlußfolgerungen aus den Ereigniffen der letzten Zeit verwirklicht werden könnten, müsse sich Großbritannien vor allem mit b e n Dominions ins Einvernehmen sehen. Welcher Art aber auch immer die britische Sicherheitspolitik sein möge, sei sie nun eine Politik der Isolierung oder der Bündnisse oder der kollektiven Sicherheit, sie sei nur möglich, wenn Großbritannien entsprechend gerüstet sei. Dieser Aufgabe widme sich gegenwärtig die Regierung mit aller Energie. Die sozialistische Opposition freilich laufe gegen das Verteidigungsprogramm der Regierung Sturm mit der Begründung, daß es, wenn auch nicht mit Absicht, nicht jum Frieden, sondern zum Kriege führen müsse. Das sei ein durchaus unehrenhafter Vorwurf, denn gerade die Führer der Opposition drängten ja die Regierung zu einer Politik, die, wenn sie verfolgt würde, einen Krieg heraufbe« schwören müsse. Ein Blick auf Europa, Afrika und Asien genüge, um klar zu erkennen, daß, wenn Großbritannien seine Reichsinteressen aufrechterhalten wolle, die sofortige Instandsetzung seiner Machtmittel unerläßlich sei. Wenig veränderte Gtreiklage in Frankreich Oer Innenminister spricht in Lille. — Gegen die Preissteigerungen. Paris, 11. Juni. (DNB. Funkspruch.) Man erwartet vom heutigen Tag eine fühlbare Entspannung der Streiklage, vor allem in Nordfrankreich, wo 270 000 Arbeiter der Bergwerke und der M e t a l l i n d u st r i e die Arbeit wieder aufnehmen werden. In der übrigen Provinz und in Paris schleppen sich die Verhandlungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern ziemlich langsam hin. Dor allem die Lohnfrage macht Schwierigkeiten. Die 200 000 Pariser Bauarbeiter werden auch am Donnerstag noch im Streik verharren. Im Bankgewerbe und in den Gas - und Elektrizitätsbetrieben von Paris konnte der drohende Streikausbruch vermieden werden. Hingegen werden am Donnerstag die Schlächtergesellen und die Angestellten der Kaffeehäuser und Restaurants in den Streik treten, der in der Nacht zum Mittwoch beschlossen worden ist. In den Kaffeehäusern und in den Restaurants soll der Streik im ganzen Seine- Departement durchgeführt werden. Die Schlächtergesellen werden in den Betrieben mit mehr als fünf Angestellten die Läden besetzen und in den kleinen Betrieben die Arbeitsstätten verlassen. Auch die Fleischverkaufsstände in der Zentralmarkthalle sollen von diesem Streik erfaßt werden. In der Pariser S ch o k o l a d e n i n d u st r i e ist es zu einer Einigung gekommen, so daß die etwas 20 000 Arbeiter dieses Zweiges der Industrie am Donnerstag die Arbeit weder aufnehmen werden. Aus der Provinz laufen noch immer Meldungen von neu ausbrechenden Streiks ein. So sind in Mülhausen in Elsaß 3000 Metallarbeiter und Weber in den Streik getreten. Die Bedeutung, die die Regierung der Lage in dem industriereichen N o r d f r a n k r e i ch züwen- det, ergibt sich daraus, daß der Innenminister Sale n g r o trotz der in Paris vorliegenden umfangreichen Regierungsarbeit am Mittwoch nach Lille gefahren ist, um dort über den Rundfunk zur Bevölkerung und zu den Arbeitern zu sprechen. Der Minister forderte diejenigen Arbeitgeber und Arbeiter, die sich noch nicht geeinigt hätten, zur sofortigen Aufnahme von Verhandlungen auf und wandte sich gegen betriebe« und gern er t-- fchaftsfremde Elemente, und diejenigen „von rechts und von links", die versuchten, die bestehenden Schwierigkeiten zu verschärfen oder zu verlängern. Er erinnerte daran, daß die Arbeiter nur von besonders beauftragten Gewerkschaftsmitgliedern Anweisungen, entgegennehmen dürften, und ermahnte die Arbeiter, diese Weisungen streng zu beachten. Weiter wandte sich der Minister gegen öie Spekulanten, die eine durch nichts gerechtfertigte P r e i s st e i g e- gerung herbeiführen wollten. Innenminister Sa- lengro hat an die Präfekten ein Rundschreiben gerichtet, in dem er sie auffordert, sofort Maßnahmen gegen ungerechtfertigte Preis st eigerungen für Lebensmittel und alle anderen Gegenstände des täglichen Bedarfs zu ergreifen. Derartige Preissteigerungen würden nur die Unruhe in der Bevölkerung erhöhen, was ein Umsichgreifen der Störung der öffentlichen Dränung zur Folge haben könnte. Jede unberechtigte Preissteigerung solle durch die Gerichte verfolgt werden. Die Frontkämpfer mißbilligen die Besetzung der Fabriken. Paris, 10. Juni. (DNB.) Der Nationalver- band ehemaliger Frontkämpfer hat an den Ministerpräsidenten ein Schreiben gerichtet, in dem er die Besetzung der Fabriken u n d Warenhäuser durch die Arbeiter als eine ausgesprochen revolutionäre Handlung mißbilligt. Das Streikrecht lasse sich nicht mit der Verletzung der individuellen Freiheit und des Eigentumsrechtes in Einklang bringen. Der Nationalverband der ehemaligen Frontkämpfer habe bereits feit Jahren daran gearbeitet, das Kapital zu zwingen, an die Stelle des Gewinnbegriffes den Begriff der zu erfüllenden sozialen Aufgaben zu stellen, damit der Arbeiter die Möglichkeit zu einer würdigen Lebenshaltung habe. Auch für umfassende Notstands- arbeiten sei der Verband eingetreten. Aber alle diese Reformen müßten auf gesetzlichem Wege und nicht unter dem Druck dunkler Kräfte durch, geführt werden. Mussolini seinerseits hat mit dieser neuen Ablösung der Wache zum nunmehr dritten Male gezeigt, daß er eine Unstetigkeit oder gar Beunruhigung der Staatsgeschäfte durch einen regelmäßigen Kabinettswechsel nicht fürchtet, entgegen den Warnungen außenstehender Unbefugter. Er konnte diese schon deshalb gelassen beiseite schieben, weil ja Art und Gründe seiner Regierungsumbildungen nichts 31« tun haben mit den ewigen Regierungskrisen und Kabinettsstürzen in parlamentarisch-demokratisch regierten Ländern. Nach der Aufstellung des ersten faschistischen Ministeriums im Oktober 1922 erfolgte die erste Umbildung im September 19 2 9, wobei Mussolini neun selbständige Ministerien einrichtete und sieben Unterstaatssekretäre zu Ministern machte; er gab damals sieben von insgesamt acht der durch ihn geleiteten Ministerien ab. Damals wurde übrigens der spätere Marschall de Bono Kolonialminister. Ueberraschend wie immer kam auch der Kabineitswechsel vom Juli 1 932, bei dem fünf Minister und elf Unterstaatssekretäre ersetzt wurden: Außenminister Grandi ging damals als Botschafter nach London. Zuletzt wurden dann im Februar 1935 sechs Minister und neun Unterstaatssekretäre aus- gew-chselt Mussolini selbst bleibt dabei stets der ruhende Pol, von dem aus die maßgeblichen großen Linien der italienischen Politik ausgehen. Die römische preffe zur Regierunosumbildlmg. Rom, 10. Juni. (DNB.) Die neuen italienischen Regierungsmitglieder werden in Italien als die Vertreter der neuen fafchisttschen Generation begrüßt, die längst zum Stabe der engsten Mitarbeiter Mussolinis gehören und denen der italienische Regierungschef jetzt in vollem Vertrauen auf ihre Schulung Regierungsstellen von größter Verantwortung übertragen habe. Die Wahl des neuen Außenministers, so schreibt „Messagero", konnte nach dem intuitiven Gefühl der öffentlichen Meinung nicht glücklicher und passender getroffen werden. Als Propagandaminister hat Graf Ciano außergewöhnliche politische und konstruktive Fähigkeiten gezeigt, die auch in der Außenpolitik ihren Niederschlag fanden. Auch die Ernennung B a still n i n i s zum Staatssekretär des Aeußeren wird mit größter Genugtuung ausgenommen. Der in den Reihen der Schwarzhemden und in der ganzen Nation sehr populäre Bastianini hat, wie „Messagero" betont, während seiner Botschafterzeit in Warschau und bet seinen früheren Aemtern die Fähigkeiten eines weitblickenden, einfühlungsstarken und gründlichen Diplomaten bewiesen, der Menschen und Dinge zu nehmen versteht. Nicht weniger lebhaft anerkannt werden die Verdienste, die sich der neue Propagandaminister Alfiere während des abessinischen Feldzuges bei der interimistischen Leitung des Propagandaministeriums erworben hat, ferner die hervoragende Rolle, die dem neuen Ko- lonialminister Lesse na als einem der wichtigsten Organisatoren des ostafrikanischen Unternehmens zukommt, und schließlich die Erfolge, die der neue Korporationsminister Laotin! im italienischen Abwehrkampf gegen den Sanktionskrieg zu verzeichnen hat. „Giornale d'Jtalia" unterstreicht die im faschistischen Italien zu beobachtende Heranbildung des „G eneralstabes einer durchgeschulten politischen Schich t", ohne die jeder Staat, ob groß ober klein, zum sicheren Verfall verurteilt sei. Der Schweizer Bundesrat lehnt die Anerkennung Moskaus ab. Die Schweiz wünscht nicht Propagandazentrum des Kommunismus zu werden. Bern. 10. Juni (DNB.) Im schweizerischen Nationalrat lagen Anträge auf Wiederaufnahme der Beziehungen zu Sowjetrußland von kommunistischer, sozialdemokratischer und unabhängiger Seite (Duttweiler Gruppe) vor. Bundesrat Motta begründete die ablehnende Haltung des Bundesrates. Der Bundesrat hat nie verhindert, daß Geschäftsleute mit Rußland regelmäßige Handelsbeziehungen unterhalten. Er muß aber die Geschäftswelt vor Illusionen warnen. Die offizielle Anerkennung würde die Bedeutung des gegenseitigen Handelsverkehrs in fühlbarer Weife nicht ändern. Der A n - teil' Rußlands am Weltaußenhandel ist verschwindend klein. Die Schweiz hatte im Jahre 1935 als kleines Land von 4,5 Millionen Einwohnern einen Außenhandel aufzuweisen, der b e d e u t e n d e r ist als derjenige des unermeßlichen Rußlands mit seiner Bevölkerung von 160 Millionen. Der russische Außenhandel ist in einem Schrumpfungsprozeß. Er belief sich 1935 im ganzen nur auf 1650 Millionen Goldfranken, während der schweizerische Außenhandel noch eine Alfer aufweist, die zwei Milliarden überschreiten. Belgien hat die Sowjetunion vergangenes Jahr anerkannt. Die Ergebnisse für den Handel waren enttäuschend. Holland hat die Sowjetunion nicht anerkannt. Sein Handel mit Rußland übersteigt dennoch beträchtlich denjenigen Bel- giens. Die Vereinigten Staaten haben den Sowjetstaat 1933 anerkannt. Diese Anerkennung war durch die Banken und die anderen Geschäftskreise befürwortet worden. Ihr Ziel wurde nicht erreicht. Der Bundesrat habe 1934 gegen den Eintritt Sowjetrußlands in den Völkerbund gestimmt. Diese Haltung sei durch das Parlament und die große Mehrheit des Volkes gebilligt worden. Die Haltung in Genf schließe nicht aus, daß die Schweiz eines ~ages sich doch zu einer offiziellen Anerkennung entschließen könnte, wenn die allgemeine internationale Lage und die ganzen Umstände sich tiefgreifend geändert haben. Würde die russische Regierung daraus verzichten, 7 ti Der Führer empfängt eine Abordnung des Gemeindekongreffes des Staat und Privatwirtschaft Dr. Goerdeler wandte sich dann den von Profes-1 tischen Bedingunden für Weiträumigen Verkehr nicht r Milton aufaestellten Fragen zu. Deren we- schaffen kann. D l e s Mi ß t r a ue n z u be seit,- schickt worden. Der englische Konsul in Tschangscha hat die in Südchina lebenden Engländer aufgefordert, sich zur Abreise fertig zu machen. Eine gleichlautende Aufforderung soll auch vom amerikanischen Konsul an die dort lebenden Staatsbürger der USA. gerichtet worden sein. Unter Erinnerung an gemeinsame schwere Erlebnisse ermahnt Tschi - a n g k a i s ch e k den Südwestführer Chenchitang, von allen Maßnahmen abzusehen, die eine Verschärfung der nationalen Krise bewirken konnten. Von der Kuomintangpartei und der Schanghaier Bürgerschaft sind ebenfalls telegraphische Aufforderungen an Chenchitang ergangen, sich dem Gebot der nationalen Einigkeit zu fügen. Weltkrieges nicht sagen. Flugzeug und Schnellwagen, drahtlose Nachrichtenübermittlung und Fernsehen, die Errungenschaften des 20. Jahrhunderts, entbehren der wirtschaftlichen Ausnutzungsmöglichkeit, weil d i e Saat des Mißtrauens die unerläßlichen poli- Blutes und der deutschen Ehre zu tragen. Bei den Entscheidungen sei die Mitwirkung ersah r e- ner Sachverständiger zweckmäßig. In dieser Eigenschaft habe der Führer und Reichskanzler die Mitglieder des Reichsausschusses bestellt. Wenn der Ausschuß heute seine Tätigkeit beginne, müßten sich alle seine Mitglieder dessen bewußt sein, daß sie an besonders verantwortungsvoller Stelle beim Wiederaufbau von Volk und Reich mitzuwirken hätten. Mit einem Sieg-Heil auf den Führer und Reichskanzler schloß Staatssekretär Pfundtner seine Ausführungen. Staatssekretär Dr. S t u ck a r t erörterte dann an Hand des Gesetzes die Absichten des Gesetzgebers und die grundsätzlichen Richtlinien, nach welchen der Reichsausschuß seine praktische Arbeit vollziehen werde. ist, erst durch das Steuersystem der einzelnen Men- chen Mittel für ihre kleinere Arbeitsbeschaffung wegzunehmen und sie im Großen zu verwenden. Professor Hilton hat vollkommen recht, dieses ist nicht sinnvoll, und es ist daher eine ständige Auf- gäbe und gleichzeitig höchste Kunst jeder öffentlichen Verwaltung, ihre Anforderungen an die Wirtschaftskraft des einzelnen so zu gestalten, daß auf beiden Seiten das Optimum an Wirkung Hur durch Zusammenarbeit Belebung des Güteraustausches. Die Finanzierung der Arbeitsbeschaffung Roosevelt antwortet den Republikanern. die kommunistische Propaganda zu unterstützen? Die Sowjelregierung könnte dies nicht, selbst wenn sie es verspräche. Die kommunistische Propaganda stellt nun aber in unseren Augen ein moralisches Verbrechen dar. (5s besteht zwischen der Sowjetregierung und der kommunistischen Partei eine teilweise Identität der Personen und eine verwirrende Solidarität der Ideen und I n t e r e s s e n. Der Einfluß Moskaus ist überall am Werke. Die III. Internationale schwingt die Brandfackel im Westen Europas und feiert dort die Verbindung von Kommunismus und Anarchie. Der Einfluß Moskaus arbeitet, wo er kann, an der Bildung von Volksfronten. Lr bringt die französischen Kommunisten dazu, die Militärkredite anzunehmen, und die Schweizer K om m u n i st e n, sie abzulehnen. Die kommunistische Taktik kennt alle Formen und alle Schattierungen. Sie sucht Revolutionen in Brasilien, in Argentinien, in Uruguay und in anderen Staaten Südamerikas zu entfachen. Little Rock (Arkansas), 11. Juni. (DRV. Funkspruch.) Während der frühere Präsident Hoover auf dem republikanischen Parteitag Roosevelts Regierung schärfer als je zuvor angriff, den Newdeal als „Faschismus" hinstellte, und das amerikanische Volk unter ungeheurer Begeisterung der versammelten Konvetionsteilnehmer zum „heiligen Kreuzzug für d i e Freiheit" auf- rief, nahm Präsident Roosevelt den Fehdehandschuh auf und antwortete seinen republikanischen Gegnern in einer Rede in dem in Little Rock zur Jahrhundertfeier der Gründung des Staates Arkansas gebauten Stadion. Roosevelt benutzte einen historischen Rückblick auf die Geschichte der Union und die Entstehung der Verfassung, um Vergleiche mit den Problemen unserer heutigen Zeit zu ziehen, und größere Vollmachten für die Bundesregierung zu fordern. Er glaube an die Rechte der Staaten und das Recht des Volkes zur Selbstregierung, doch gäbe es heut- Es ist Nicht richtig, daß di- Schweiz in ihrer bau» ernben Weigerung, Sowjetrußland offiziell anzuerkennen, allein dasteht. Holland, Portugal und Jugoslawien betreiben die g l e l ch e Politik wie wir. Die zwanzig Republiken S u d - und Mittelamerikas handeln ebenso. Der Augenblick, unsere Politik abzuändern, wäre darum schlecht gewählt. Die politische Weltlage verbietet uns, zu dulden, daß unser Boden unter dem Deckmantel von Privilegien und diplomatischen Immunitäten zu einem internationalen Propagandazentrum wird. Unser Volk wurde es nicht verstehen, wenn der Nationalrat taub bliebe für den Appell einer verantwortlichen und einigen Regierung und dazu käme, einer Geste das Wort zu sprechen, die heute den denkbar unerwünschtesten Abenteurern den Weg ebnen müßte. Das deutsche Iugendfest Berlin, 10. Juni. (DNB.) Dor einigen Tagen haben der Reichsinnenminister, der Reichssportführer und der Reichsjugendführer zum deutschen Iugendfest aufgerufen, das vom 2 0. bis 2 3. Iuniim ganzen Reich als Tag der Sonnenwende mit sportlichen Wettkämpfen und Sonnenwendfeiern begangen wird. An dem Fest wird sich die ganze deutsche Jugend beteiligen, soweit sie durch die Hitler-Jugend und ihre Formationen und die Schulen erfaßt wird. Im vergangenen Jahr hatte das Fest eine Gesamtbeteiligung von etwa 5 bis 6 Millionen Jugendlicher, in diesem Jahre wird damit gerechnet, daß diese Zahl auf 7 bis 8 Millionen kommt. Zweck und Ziel der sportlichen Wettkämpfe ist, alljährlich eine große planmäßige Leistunys- Prüfung durchzuführen, sie gliedert sich in Ein - zelleistungsprüfungen, die in den Schulen vom 9. bis 18. Juni durchgeführt wer- herauskommt. _ . .... Auch Kredite sind Schulden und müssen aus dem Einkommen oder dem Kapital des Volkes bezahlt werden. Stets aber ist die Privatwirtschaft in gewissen Zeiträumen m einen Zustand der Übersättigung oder Ermüdung eingetreten. Wir können das Konjunkturrückgang nennen. In diesem Zeitraum pflegen Spargelder zum Teil ungenutzt dazuliegen. In einem solchen Zeitraum ist es durchaus berechtigt, daß der Staat und die Gemeinden aus dem Kapitalmarkt Mittel übernehmen, um zweckvoll in der Zukunft nützliche Arbeiten auszuführen, nur ist es selbstverständlich, daß Staat und Gemeinden hierbei zwei Grenzen halten müssen. Die eine ist gegeben dadurch, daß dem Kapitalmarkt nicht das für die Privatwirtschaft notwendige Blut entzogen wer- den darf. Die zweite ist gegeben durch die Rücksicht auf die Zukunft. Die hineingenommenen Mit- tel müssen zurückgezahlt werden. Ich stimme mit Professor Hilton vollkommen darin überein, daß also, um jede Grenzüberschreitung zu verhüten, alles getan werden muß, um die natürlichen Kräfte Menschen in Bewegung zu setzen. den, und in Mannschafts-Mehrkämpfen, die für das deutsche Jungvolk am 20. Juni (Tag des Deutschen Jungvolkes) und für die Hitler-Jugend am 21. Juni (Tag der Hitler- Jugend) stattfinden. Vorläufer dieser großen Veranstaltungen sind die R e i ch s j u g e n d w e t t - kämpfe gewesen, die seinerzeit vom Reichsausschuß für Leibesübungen durchgeführt wurden. Während damals der Schwerpunkt für die sportlichen Kämpfe auf die Einzelkämpfe gelegt worden war (die auch heute noch in den Leistungsprüfungen durchgeführt wurden), hat sich jetzt das Hauptgewicht auf die Mannschaftskämpfe der Hitler-Jugend verlagert mit dem Ziel, innerhalb der Mannschaftsmehrkämpfe die gesamte deutsche Jugend zu erfassen, also auch diejenigen Jugendlichen, die, da sie nicht besonders sportlich veranlagt sind, sonst nicht die Möglichkeit hätten, an sportlichen Kämpfen teilzunehmen. Die siegenden Mannschaften in den Mehrkämpfen werden mit einer Ehrenurkunde mit d e r Unterschrift des Führers ausgezeichnet. Diese hohe Auszeichnung können also nur die Jungenschaften, Kameradschaften und Mädelschaften der Hitler-Jugend erhalten. Den Einzelsiegern wird bei der Erreichung einer Punktzahl von 180 eine Plakette und Sie- g e r n a d e l überreicht. Es sind drei Wettkampfübungen vorgesehen: 60- bzw. 100-Meter-Lauf, Weitsprung, Schlagball- bzw. Keulenweitwurf. Jede Wertung geht bis zu 100 Punkten. Um Sieger zu werden, müssen also in jeder Wettkampfart mindestens 65 erreicht werden. An der S o n n e n w e n d f e i e r, die im Auftrage der Partei von der Hitler-Jugend durchgeführt wird, nehmen alle Schulpflichtigen teil; sie bedeutet den Abschluß des deutschen Jugend- festes. trauen muhte so lange lebendig fein, so lange die Ehre des einzelnen Volkes nach v e r f ch i e d e n e m Maße gemessen wurde. Wenn also das deutsche Volk dazu übergegangen ist, versagte Ehren wieder herzustellen, so mögen in der ersten Aufwallung Miß- stimmungen denkbar fein. Wer aber mit der großen Verantwortung, die dies erfordert, an eine ruhige Ueberlegung geht, der wird anerkennen müssen, daß die Beseitigung dieses Krankheitsherdes letzten Endes allen zugute kommen wird. Berlin, 10. Juni. (DNB.) Der Oberbürgermei- , fter von Leipzig Dr. Gördeler hat vor dem ; Internationalen Gemeindekongreß die Finanzierung der deutschen Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen eingehend behandelt. Dr. Gördeler schilderte die deutschen Maßnahmen gegen die Arbeitslosigkeit, ein wohldurchdachtes System, um die Arbeitslosigkeit von den verschiedensten Seiten her zur Auflösung zu bringen. Die Kosten würden aus laufenden Einnahmen, durch Anleihen und durch kurzfristige Kredite bestritten. Em Teil der Gelder endlich ist durch die freiwillige Spende zur Förderung der nationalen Arbeit aufgebracht worden. Für die Arbeitsbeschaffungen sind im Rahmen der Haushaltsmittel des Reiches 1135 Millionen Mark bereitgestellt worden, die Ende 1934 fast restlos vergeben waren. 140 Millionen sind durch freiwillige Spenden zur Förderung der nationalen Arbeit gedeckt. Die Reichsanstalt hat für die Finanzierung der wertschaffen- den Arbeitslosenfürsorge in den Jahren 1933/35 fast 2 Milliarden ausgegeben, die den Trägern der Arbeit, das sind in der Regel die Länder, Gemeinden und Gemeindeverbände, bewilligt wurden. Bei der Ausdehnung der Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen konnten die Mittel nicht mehr durch die Haushalte bereitgestellt werden. Die dazu notwendigen langfristigen Kredite waren auf dem Kapitalmarkt nur begrenzt zu beschaffen. Es sind daher neue Wege eingeschlagen. Zunachsi der der Vorfinanzierung, d. h. des Vorgriffes auf künftige Einnahmen, also eine Vorbelastung des künftigen Staatshaushalts. Die Vorfinanzierung erfolgte kurzfristig durch Wechsel, wobei sich das Reich zur Einlösung aus Haushaltsmitteln verbürgte. Die Vorbelastung beträgt für die Jahre 1933 160, 1934 741, 1935 985, 1936 919, 1937 914, 1938 909 Millionen Mark. Eine sehr wesentliche Belebung des Arbeitsmarktes bedeuten natürlich alle direkten Aufträge. Es ist in Deutschland nicht anders wie sonstwo in der Welt, daß selbstverständlich auch der Bedarf des Volkes erhebliche Teile der Wirtschaft beschäftigt. Auch bei anderen Völkern fließen erhebliche Teile des Volkseinkommens in die Rüstungen. Roter Machtkampf in Malaga Madrid, 10. Juni. (DNB.) In Malaga wurde der kommunistische Abgeordnete Rodriguez, Mitglied des Gemeinderats, auf offener Straße durch Schüsse niederge st reckt. Kurz darauf wurde ein Führer der Anarchosyndikalisten von sechs Kugeln getroffen. Man vermutet, daß es sich um einen Racheakt der Kommunisten handelt. Die Marxisten und die anarchofyndlkallstischen Gewerkschaften haben die Zwischenfälle zum An- laß genommen, um erneut den Generalstreik in Malaga auszurufen. Anarchosyndikalisten verübten einen UeberfatI auf das Verwaltungsgebäude des Sozialdemokratischen Arbeiterverbandes UGT., auf das sie mehr als sechzig Schüsse abgaben. Die Marxisten beantworteten diesen Ueberfall mit einem Sturm auf das Haus der Anarcho-Syndikalisten, das sie angünbeten. Die Feuerwehr wurde an der Löscharbeit gehindert. Der Verkehr in der Stadt ruht Die Züge konnten den ganzen Tag über nicht in den Bahnhöfen einlaufen. Die Fahrgaste der außerhalb Malagas liegen gebliebenen Zuge sind mit Kraftwagen der Polizei in die Stadt gefahren worden. _ Die Madrider Zeitung „Ya" meldet, daß zur „Engergestaltung der spanisch-französischen Volksfrontfreundschaft" bekannte französische R e - Dolutionäre die historischen Stätten der „Mar- tyrerprovinz" Asturien und Katalonien besuchen sollen. In einer asturischen Waffenfabrik soll ein großer Empfang und ein Bankett zu Ehren des spanischen Oktoberrevolutionärs Gonzales P e n a stattfinden. Außer den Franzosen Tho- rez, Cachin und Auriel soll auch Dimitroff sich unter den ausländischen Marxisten befinden. Internationale Juden deutschen Namens sollen von Barcelona aus, wo sie ihren Stammsitz haben, ihre kommunistische Agententätigkeit auch auf das übrige Spanien ausdehnen, unter ihnen auch der „Massenschlächter" Heinz Neumann. Mchsausschuß zum Schutze des deutschen Blutes Berlin, 10.Juni. (DNB.) Die 1 Sitzung des Reichsausschusses zum Schutze des deutschen Blutes wurde am 9. Juni durch den Staatssekretär Pfundtner eröffnet. Der Staatssekretär führte u. a. aus: Die Gesetzgebung des Dritten Reiches habe ein höchstes Ziel und einen letzten Zweck: Die Selbstbehauptung des deutschen Volkes, die Erhaltung und Enthaltung des deutschen Volksturnes. Verwaltung und Rechtsprechung müß- die getreuen Helfer zur Verwirklichung dieses Zieles der nationalsozialistischen Staatsführung fein. Der Führer habe in eindeutiger Weise die großen Gesichtspunkte gewiesen, nach denen unser Volk seine Blutreinheit bewahren solle. Erhöbe durch ein großes Gesetzgebungswerk in organischer Aufeinanderfolge die Voraussetzungen für die Endziele geschaffen, die zur rassischen Gesundung des deutschen Volkes führen. Der Reichsausschuß habe die Verantwortung für die A n - wendung des Gesetzes zum Schutze des deutschen D-r F ü h r ° r u n d R e i ch - k a n z l - r empfing da-5 ?(^rd°/dm^FMer. tont» Besitzenden und.Pr°iw°nt°n.d°- D-utfch-n^em^nd^^-. Ans Fiehler.- (Presse-Wustratwn-Hofsmann-M.) zutage soziale und wirtschaftliche Probleme, die v o n 1 den Einzel st aaten nicht mehr gelöst ' werden könnten. Roosevelt bezeichnete sich als Beschützer der Rechte des gemeinen Mannes gegenüber der Kontrolle weniger Bevorzugter, womit er offenbar die Republikaner meinte. Er legte die allgemeinen Richtlinien feiner Präsidentschaftskampagne, nämlich eine liberalere Auslegung der Verfassung, die Zentralisierung der Staatsgewalt und die Fortsetzung der Newdeal-Polittk dar. Am Mittwochabend beschlossen 85 von 90 Delegierten aus dem Staate Newyork, für Gouverneur Landon zu stimmen. Damit dürfte die Aufstellung Landons als republikanischer Präsidentschaftskandidat bereits in der ersten Abstimmung gesichert sein. Undurchsichtige Lage in Südchina. Nanking, 10. Juni. (DNB.) Die Lage in Süd- china ist noch völlig ungeklärt. Es hat den Anschein, daß unter den Führern der Bewegung im Südwesten selbst feine Einigkeit besteht. Die Truppen aus Kwantung und Kwangsi haben ihren Dor- marsch in die Provinz Hunan weiter fortgesetzt. Ihr gemeinsames Marschziel sind Häng- t s ch o u und die Provinzhauptstadt Tschangscha. Die aus Südhunan zurückgezogenen Regierungstruppen beziehen Stellung nördlich von Tschangscha, wohin auch Verstärkungen von Hankau aus unterwegs sind. In Tschangscha sind Regierungsflugzeuge in reger Aufklärungstätigkeit begriffen. Von Hankau aus ist nach Tschangscha das britische Kanonenboot „Scarab" abge- Das politische Mißtrauen muß beseitiat werden. Das 19. Jahrhundert hat einen in der Geschichte seltenen Zeitraum des Friedens, der Ordnung und der Entwicklung zur Wohlfahrt gebracht. Das lag daran, daß die politische Entwicklung in ungewöhnlicher Harmonie mit der technischen und wirtschaftlichen verlief. Die Friedensschlüsse des 19. Jahrhunderts erscheinen von einer seltenen Verantwortung für d i e Zukunft getragen. Ein gleiches kann man nun einmal von der Beendigung des for Hilton aufgestellten Fragen zu. Deren we-I schaffen kann. ~ sentlichste war doch wohl die, ob es denn sinnvoll' g c n, mußte die erste Aufgabe sein, und dies Miß Wir stehen in der Welt vor großen Entscheidun- gen. Entweder wird auf der Grundlage sicherer Währungen und ihrer Abstimmung aufeinander und durch Verzicht auf einseitige Abänderung die unerläßliche Voraussetzung für eine Gesundung und Belebung des Güteraustausches in der Welt geschaffen, dann kann jedes Volk feine besten geistigen, körperlichen und sittlichen Eigenschaften ausnutzen und die allgemeine Gütererzeugung wird so billig wie möglich und die Befriedigung des Bedarfes daher auch so umfassend wie m ö gl i ch sein, ober man will, oder kann die Großzügigkeit, die nun einmal zu einem solchen Entschlüsse gehört, nicht aufbringen. Dann bleibt auf die Dauer nichts anderes übrig, als die Arbeitsteilung, die sich im 19. Jahrhundert aus der Weltwirtschaft entwickelt hat, roieber 3 u befeitigen unb zu einer rninber-arbeitsgeteilten Wirtschaftsform in jebem einzelnen Volke in mehr ober weniger großem Umfange zurückzukehren. Daß eine solche Wirtschaft, bie bie Gaben der Natur vernachlässigt, f u r jedes Volk teurer ist und daher den Lebensstandard zu senken zwingt, ist eine mathematisch ausrechenbare Tatsache. Die Volker der Welt erleiden in der Arbeitslosigkeit bie Folyen eigenen fehlerhaften Tuns. Da sie alle in gleicher Verbamm- nis finb, ist bie Aussicht ber gemeinsamen Umkehr noch nicht verloren. Es würbe nun nützlich erscheinen, wenn auch biefer Kongreß von Gemeinben, bie ja letzten Enbes von den Auswirkungen wirtschaftlicher und sozialer Erschütterungen immer zuerst betroffen werden, diese Erkenntnis vertiefen würde, wenn er Öen Willen zur Zusammenarbeit stärken würde. Diese Zusammenarbeit muß die natürlichen Grundlagen eines lebendigen Leistungsaustausches wieder Herstellen. Das deutsche Volk ist, wie der Führer und Reichskanzler wieder- holt feierlich verkündete, aus innerster Ueberzeu- gung zu einer solchen Gemeinschaftsarbeit bereit. MrZnsammenarbeilffellt eine sinnvolleWellwirtschast wiederher Oberbürgermeister Gördeler aus dem Internationalen Gemeindekongreß. -es I einem zeichn"" der Nm gleiche jationsb betnebs beitsma: Schass SchiH iind $ Shirt 3m w ptna^(l walkt /? -N die Hr Wfer < gfle rm< i der soziali Aus eir hanbes t Wch Arehle Schulz Schneider ein Wert wesen. 71 gegen Lrüs ist eine Negierun tenbez Et. Dith sie chner (Agissei belgii scheidun aehoben senden ist vom der der teibigun für bie das G Aith b wie da lharakt Wahlkanr fjeimattre einem Ä worden. S)anbi)a1 gehen, der Ur bleiben letzten/ schäft cmndwe oersaM" V- tages habe t> oergaE Dem 0 triebsgek in Unering t>' Ende et die den. 20 fall Uh Sek Siltlichkeitspwzeß gegen Franziskanerbrüder sich bis zu seiner Verhaftung am 18. No- 1935 gut führte. n ^FUR SIE wo er vember seiner Wohnung aus häufig beobachtet hätte. Er habe schon mehrmals daran gedacht, ob nicht die Straßenbahn besser verlegt werden müßte. Der Zeuge bekundete weiter, daß die Straßenbahnen ziemlich schnell über hie Baustelle gefahren seien. Dann entwickelte sich eine längere Erörterung über einen bezeichnenden Vorfall. Der Zeuge erklärte, daß eines Tages eine Straßenbahn an der Baustelle so schnell vorbeigefahren sei, daß durch die Erschütterungen aus einem Haufen von Steifen eine herausgesprungen und quer über die Schienen gefallen sei. Dadurch sei eine Straßenbahn, die nicht mehr rechtzeitig abbremsen konnte, auf die Steife aufgefahren, und der Fangkorb der Bahn sei vollständig verbogen worden. Der Angeklagte Reichs- bahnbaurat Schmidt bestätigte diese Bekundung des Zeugen. Der Angeklagte Reichsbahnrat Weyher erklärte hierzu, er habe selbst beobachtet, daß Straßenbahnen im 20-Kilometer-Tempo die Unglücksstelle überfahren hätten. Er habe diese Ge- jchwindigkeit für die günstigste gehalten, denn das Schrittempo sei nicht zu empfehlen, wie der Welches unser größter Sieg ist? Der Sieg über das Vorurteil, daß der gute Wagen notwendigerweise teurer sein müßte. Wie wurde der Sieg erkämpft? Tagtäglich wird er neu gewonnen durch die beispielhafte Zuverlässigkeit der OPEL-Wagen. Auf allen Kontinen- ten, unter allen Bedingungen und für alle Zwecke tun sie mustergültig ihre Pflicht. Der OPEL »6« zum Beispiel kostet weniger als viele Vierzylinder, biete! alle „inneren und äußeren" Vorzüge des Großwagens und leistet in Laie vielleicht glaube. Das Gericht hat auf Antrag der Staatsanwaltschaft die Ladung von Reichsminister Dr. G o e b - von Wedels und Masor Kottelsky beschlos- sen. Die Ladung erfolgte auf Grund der erwähnten Zeugenaussagen des Arbeiters S o b o t t k a. Kleine politische Nachrichten. Der Führer und Reichskanzler empfing den bisherigen deutschen Gesandten in Bogota, von Heutig, zur Meldung als kommissarischer Generalkonsul in Antwerpen, ebenso den deutschen Generalkonsul in Posen, Dr. Reine- deck. * Der Reichskriegsminister und Oberbefehlshaber der Wehrmacht, Generalfeldmarschall von Blomberg, besichtigt vom 10. bis 12. Juni Truppen und Standorte im Bereich der Marinestation der Nordsee und nimmt am 13. Juni am Stapellauf des zweiten Segelschulschiffes der Kriegsmarine in Hamburg teil. Das Oberkommando des Heeres hat angeordnet, daß die Nachrichtentruppe an Stelle der bisherigen hellbraunen Waffenfarbe in Zu- fünft „Zitronengelb" zu tragen hat. Die Aen- derung muß bei den Truppenteilen bis zum Herbst 1936 durchgeführt sein. * Der deutsche Gesandte in Bern hat dem schweizerischen Bundesrat eine Note des Inhalts überreicht, daß die von der Schweiz ausgearbeiteten Vorschläge über eine Abänderung des deutsch-schweizerischen Verrechnungsabkommens von Deutschland nicht als Grundlage für Verhandlungen angenommen werden könne. Die deutsche Regierung hat daher vorsorglich das Verrechnungsabkommen und Warenzahlungsabkommen zum 30. Juni 1936 g e - kündigt, ist jedoch bereit, auf der Grundlage ihrer Vorschläge Verhandlungen über eine Regelung des deutsch-schweizerischen Zahlungsverkehrs aufzunehmen. Der österreichische Bundespräsident hat dem Bundeskanzler Dr. Schuschnigg, dem italienischen Regierungschef Mussolini und dem ungarischen Ministerpräsidenten Julius von G ö m - bös das Großkreuz Erster Klasse des O e st e r - reichischen Verdien st ordens mit dem Adler verliehen. ♦ Der Herzog von Glouchester stattete dem N e g u s einen privaten Besuch ab. Es wird betont, daß der Herzog den Negus nicht als Vertreter des Königs, seines Bruders, aufgesucht habe. Die Kronprinzessin von Abessinien wohnte der Unterhaussitzung von der Galerie des Sprechers aus bei. * seiner temperamentvollen, schneidigen Art seinem Besitzer unermüdlich vorbildliche Dienste. Das ist ein Sieg für Sie, denn nun können Sie bei höchsten Ansprüchen einen 16t verlangen, sobald Sie mehr als RM 3 OOO.— für Ihren Wagen anlegen wollen. OPEL Neue Ausnahmeverordnung gegen die Heimattreuen von Eupen. Brüssel, 10. Juni. (DNB.) Im Staatsanzeiger ist eine königliche Verordnung erschienen, die der Regierung die Möglichkeit gibt, M i l i t ä r r e n - tenbeziehern im Gebiet Eupen-Malmedy und St. Vith die Rente nicht zu gewähren oder sie ihnen zu entziehen, wenn sie durch Umtriebe (Agissements) „gegen ihre Pflichten als belgische Bürger verstoßen". Die Entscheidung kann nach frühestens zwei Jahren aufgehoben werden, „wenn die Haltung des Betreffenden sie nicht mehr rechtfertigt." Die Verordnung ist vom Innenminister du Bus de Warnaffe, der der Katholischen Union angehört, und dem Verteidigungsminister D e v ö z e gezeichnet. Bezeichnend für die Verordnung ist, daß sie ausdrücklich auf das Gebiet Eupen-Malmedy und St. Vith beschränkt wird. Sie trägt also ebenso wie das Ausbürgerungsgesetz Ausnahmecharakter. Die Drohungen, die sich während des Wahlkampfes die Katholische Union gegenüber den Heimattreuen erlauben durfte, sind also schon von einem Minister der Katholischen Union verwirklicht worden. Die Verordnung bietet die gewünschte Handhabe, um gegen die Rentenbezieher vorzu- gehen, die sich nicht zur politischen Gedankenwelt der Union bekennen, sondern ihrer Heimat treu bleiben wollen. Die litauischen Sejmwahlen. Kowno, 10. Juni. (DNB.) Die litauischen Sejmwahlen wurden am Mittwoch um 20 Uhr be- Es wird sodann in die Beweisaufnahme einge- treten. Der nächste Zeuge, der 28 Jahre alle Franzis- kanerbruder Raimund gibt zu, mit dem Angeklagten in verschiedenen Klöstern sich sittlich vergangen zu haben. Der Zeuge bekundet, diese Verfehlungen gebeichtet zu haben. Der Beichtvater habe aber gesagt, wenn man es nicht mehr lassen könne, wäre es keine Sünde. Der bereits zu 8 Jahren Zuchthaus verurteilte Franziskanerpater Steinhoff (Leovigill) Hut den Angeklagten bereits verführt, als dieser mit 14 Jahren als Aspirant in das Kloster eintrat. Als Broß wegen der Beziehungen Bedenken hatte, bei Pater Leovigill zu kommunizieren, habe Leovigill ihm gesagt, er werde ihm eine Hostie verabreichen, die nicht konsekriert (geweiht) sei. In seinem Plaedoyer beschäftigte sich Oberstaatsanwalt Hattingen (Bonn) mit der großen Fülle von Zuschriften, die die Staatsanwaltschaft erhalten habe, sowie mit Auslandspressestimmen. Die Öffentlichkeit sei ausgeschlossen worden, weil man eine schwere Gefährdung der Sittlichkeit zu besorgen hatte. Es werde jeder zugelassen, der ein berechtigtes Interesse nachweisen kann. Aus dem Prozeßverlauf habe man den Eindruck, daß es das Bestreben des Klosters war, Hilferufe nicht noch außen dringen zu lassen. Selbst vor Meineiden habe man nicht zurückgeschreckt, um alles zu verdecken. Pater Leovigill habe die angeklagten Ordensbrüder aufgefordert, alles abzuleugnen, auch wenn sie schwören müßten. Der Generaloberer der Franziskaner sei wegen Meineides flüchtig. Er habe in über zwölf Fällen Untersuchungen angestellt und dann unter Eid ausgesagt, er wisse von nichts. Koblenz, 10. Juni. (DNB.) Der Prozeß gegen die 276 Franziskanerbrüder nahm am Mittwoch seinen Fortgang. Der 25 Jahre alte Hans Broß (Bruder Alexander) ist angeklaat, in mindestens 16 Fällen mit Ordensbrüdern und auch einmal mit einem Kranken in den Jahren 1928 bis 1934 widernatürliche Unzucht getrieben zu haben. Der Angeklagte will zunächst ein „Opfer" des Franziskanerpaters Leovigill geworden sein. Er hat sich später in zahlreichen Fällen sittlich vergangen, und zwar in den Klöstern Waldbreitbach, Bingen, Kreuznach und Waldniel (bei M.-Gladbach). Der Angeklagte hat eine strenge Erziehung genossen. Nach seiner Schulentlassung trat er in das Kloster Waldbreitbach ein, wo er als Lehrling in der B ä ck e r ei untergebracht wurde. Als Novize kam er zum ersten Mal mit dem vor einigen Wochen verurteilten Pater Leovigill in Berührung. Broß erklärte, daß er von Leovigill verführt worden sei. Schon damals habe er sich bei dem Oberen des Klosters beschwert, der jedoch von feiner Beschwerde nichts wissen wollte und gesagt habe: „Sie brauchen sich ja nicht verführen zu lassen." Dann habe Broß seinem Vater ge- schrieben, er möge nach Waldbreitbach kommen. Der Vater kam, ließ sich von seinem Sohn endet. Nach den vorliegenden Berichten war die Wahlbeteiligung außerordentlich ungleichmäßig. Im einzelnen schwankte sie zwischen 10 u nd 7 0 v. H. Im Suwalki-Gebiet liegt die Wahlbeteiligung bei etwa 40 v. H., im Memel- gebiet durchschnittlich sogar unter 20 v. H. Als Gesamtdurchschnitt erwartet man etwa 50 v. H. Beteiligung. Die Auszählung der Stimmen durfte mehrere Tage dauern, da das litauische Wahlsystem ein sehr umständliches Auszählungsverfahren oorsieht. Das Berliner Baugrubenunglück vor Gericht. Unter Freisprechung von der Anklage eines Verbrechens gegen §174, 1 wurde der Angeklagte wegen fortgesetzter widernatürlicher Unzucht zu einer G e - fängnisstrafe von drei Jahren verurteilt. Sechs Monate der Untersuchungshaft werden in Anrechnung gebracht. In der Begründung heißt es, daß der Angeklagte, als er i n d a s K l o st e r eintrat, ein anständiger junger Mann gewesen sei, der von all den Dingen, mit denen man sich hier in dem Prozeß beschäftigte, noch nichts gewußt habe. Broß habe sich auch nach seinem Austritt aus der Franziskanerbruderschaft gut geführt, habe sich das Vertrauen seiner Vorgesetzten Ausklang des Reichshanowerkertags. Frankfurt a. M., 10. Juni. (LPD.) Der Reichshandwerkertaa 1936 hat am Mittwoch fein Ende erreicht. Die blauen Fahnen des Handwerks, die den Straßen Frankfurts ein eindrucksvolles Gepräge dttben, werden nun wieder eingerollt. Am letzten Tag waren die Gaubetriebsgemein- schaftswalter der Reichsbetriebsgemeinschaft Handwerk im „Baseler Hof" zu einer Arbeitstagung versammelt, auf der der Reichshandwerksmeister W. G. S ch m i d t die Bilanz des Reichshandwerker, tages zog und die zukünftige Arbeit der RBG. Handwerk aufzeigte. Von den einzelnen Gauen habe die Gaubetriebsgemeinschaft Sachsen im vergangenen Arbeitsjahr am besten abgeschnitten. Dem Gaubetriebsgemeinschaftsleiter der Gaubetriebsgemeinschaft Sachsen Engler werde daher in Anerkennung seiner Leistung der Ehren- ring der Stadt Frankfurt a. M. verliehen. Werde einem Gaubetriebsgemeinschaftsleiter diese Auszeichnung zweimal hintereinander verliehen, so gehe der Ring in den Besitz des Betreffenden über. Die gleiche Auszeichnung erhielt der Leiter des Organisationsbüros Müller. Der stellvertretende Reichsbetriebsgemeinschaftsleiter Walter verkündete Arbeitsmaßnahmen der nächsten Zeit. Dann sprachen Schäfer über „Arbeitsausschüsse", Arendt über „Schulungsarbeit", Bandel über „Tarifregister" und Müller über organisatorische Fragen der Reichshandwerkertage. Im Volksbildungsheim waren die Gaufachgrup- penwalter „Bekleidung" und die Gaufachschafts- walter „Schneide r" und „Friseure" zusammengetreten. Reichsfachgruppenwalter Renz sprach über die politische Ausrichtung des Handwerks. Die Referate der Reichsfachschaftswalter K l a f e n, Ost ermann und Schipping befaßten sich mit der sozialpolitischen Betreuung. Auf einer Versammlung des Reichsinnungsver- banbes des Damenschneiderhandwerks sprach der stellvertretende Generalsekretär Dr. B r e tz l e r. Die Reichsinnungsmeisterin Agnes Schulz wies auf die hohe Kultursendung des Schneiderhandwerks hin, die Kleidung fei immer ein Wertmesser des Kulturstandes eines Volkes gewesen. Der britische Generalstaatsanwalt Sir Donald Someroell hat die Frage, ob der frühere Kolonial- fninister Thomas und die anderen von dem Untersuchungsausschuß zur Untersuchung des Versicherungsskandals für schuldig befundenen Personen strafrechtlich verfolgt werden sollen, a b - schlägig beschieden. Im Unterhaus teilte Ministerpräsident Baldwin mit, daß nach dieser Erklärung der Wea für eine Unterhausaussprache für den Haushaltsskandal frei sei. Kunst und Wissenschaft. Glanzvolle Aufführung von Beethovens Neunter in Berlin. Das Beethoven-Fest im Rahmen der B e r- liner Kun st wachen erreichte seinen Höhepunkt in einer Aufführung der Neunten Symphonie durch das Philharmonische Orchester und dem Bruno Kittelschen Chor unter der Leitung von Karl Schur icht. Das Deutsche Rote Kreuz als Der- anstalter gab dem Konzert die Weihe einer Gedenk- feier, die durch eine Ansprache des Präsidenten der Reichsmusikkammer Professor Dr. Peter Raabe eingeleitet wurde. Die Reichsregierung wurde vertreten durch den Reichsinnenminister Dr. Frick. über die vorgefallenen Dinge unterrichten und sprach dann mit dem Oberen und dem Novizenmeister. Diese beiden beruhigten jedoch den Vater und stellten die Dinge als harmlos dar. Inzwischen kam Broß sichtlich immer mehr auf die schiefe Bahn und ließ sich neben Pater Leovigill auch mif verschiedenen Ordensbrüdern ein. Schließlich bekam er Ekel vor diesen Dingen und wollte das Kloster verlassen. Er wurde daraufhin nach Oberbuchenau versetzt. Auch hier wurde der Wunsch, das Kloster zu verlassen, immer stärker. Broß hat dann noch einmal seinem Vater alles geschildert. Der Vater schrieb an den Bischof von Trier. Das bischöfliche Generalvikariat antwortete, für diese Angelegenheit sei nur d i e Ordensgesellschaft selber zuständig. Der Vater möge die Sache nach Waltbreitbach oder auch nach Rom melden. Als der Vater des Broß auf mehrere Briefe keine Antwort erhielt, schrieb er an den Bischof von Trier, der Bischof möge dafür Sorge tragen, daß in den Klöstern mit eisernem Besen ausgekehrt werde. Unglayblicher- weise wurde aber nichts in dieser Sa ch e - unternommen. Broß wurde aus dem Kloster erworben. Die Strafkammer habe aber berucksich- entlassen und kam dann 1935 in den Arbeitsdienst, tigen müssen, daß er schwer gefehlt hatte. Im Prozeß um das B-d u g r u b e n u n g l u ck in der Hermann-Göring-Straße machte einer der Arbeiter, der Zeuge Franz Sobottka, interessante Bekundungen über die Erschütterungen, die durch den Straßenbahnverkehr an der Baustelle entstanden sind. Als einer der ersten, so erklärte der Zeuge, war Reichsminister Dr. Goebbels nach der Katastrophe an der Unfallstelle erschienen. Der Minister sagte zu einer Gruppe von Arbeitern bei der sich der Zeuge befand, daß er die Schwankun- s t gen der Straßenbahn an der Baustelle vom Fenster s b e (s , Ministerialrat Hanke, Standartenführer *n« wi ■■■■— 3 Tage Mittelgebirgsfahrt 1936 Nach den überragenden OPEL-Erfolgen in der Kraftfahrzeug-Winterprüfung 1936, der Ostpreußenfahrt, der Deutschen und Süddeutschen Zuverlässigkeitsfahrt ist die 3 Tage Mittelgebirgsfahrt 1936 - die schwerste Geländesportfahrt, die je stattfand - die Krönung der OPEL-Erfolge: Schild des Führers des deutschen Krafifahr- sporlsfür die OPEL-Wehrmacht-Mannschaft 2 Goldmedaillen für Einzelfahrer : Hauptmann Meffert und Karl von Guilleaume DenMannschaftspreis mif goldenem Ehren- 4 Silber-Medaillen für Einzelfahrer: u. a. schild des Führers des deutschen Kraft- Oberst Gut knecht, Bobby Kohlrausch fahrsports: für'die OPEL-Fabrikmannschafl und Kirtner-Namslau 13 Opel am Start -12 Opel am Ziel, sämtlich preisgekrönt ? Den Mannschaflspreis mit silbernem Ehren* Unverbindliche Probefahrten; Motorwagen - Verkaufsgesellschaft ÖL b. H. Frankfurter Strabe 52 - Telephon Nr. 2847 Mm in FHin-iwi um'iiK i Mach Heinrich Schmidt, Altbürgermeister Erhard Manns im Alter vön 70 Jahren. Trohe, den 11. Juni 1936. Großen-Buseck. den 10. Juni 1936 3727D D2675 ei Direll Sein Eifer und sein Arbeitswille soll uns allen ein Vorbild sein. Marktstraße 23/Telephon2417 Gießen, den 10 Juni 1936. Großen-Buseck, den 10. Juni 1936 3732 D 3730 D ] NoM | Verkäufe Gavierr Gießen, im Juni 1936. 3723 D Großen-Buseck, 10, Juni 1936. 3731 D t Werbe-Drucksachen liefert Brühl'sche Druckerei ne#vöser Art, Magendrude. Sodbrennen. Schwere Im Magen verhütet Leupin- Kauter - Mapee - Setz L25 und -J5. Drogerie WinterhoH, Kreuzplatz 10 Drogerie Bornemann, Bahnhofstr.17 Germania-Drog. C Seibel, Frkf.Str.39 Löwen-Drogerie W. Kllbinger NchL, Seltersweg 69. wisV „Diamant" lo267> 500ccm,m.eIftr, Licht und Horn, billigabzugeben. Adoli Hasselbach Rodueim a d-Bieb- WSGHHÄÜS' JJX-HAV£ 21m c eines St' in die zur non) Wr klel von der anderen zeigt fid dicker ( reichen gen! Ke gewiß : braucht ** extensiv 5tad) Ein Koblenzer Einwohner fand auf dem Bürger- 1 steig eine Damenhandtasche, begab sich unverzüglich Guter Radio-Apparat für Gleichstrom/ Marke Seibü Rohland, vrei^ wert zu verkauf. 02845 Hessemtr.L i,e vir tz Ä A K öer 3 "°"°n >um Polizeiprädlum und lieferte den Fund ab. Gleich daraus kam die Frau des Mannes und mel- bete während der Mann noch anwesend war, den Verlust ihrer Handtasche. Das Erstaunen aller Beteiligten war nicht gering, als sich herausstellte, daß es ausgerechnet der eigene Mann gewesen war, der die Handtasche gefunden hatte. Wie die Sache mit dem Finderlohn zu bereinigen war, das werden die beiden wohl zusammen ausgemacht haben. Für den Freitag I Kochfische Bratfische 3734A Fischfilets d Etwa 3800 qm dengtas la Futter zu vet> kaufen. 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Diese Gelegenheit benutzten zwei Fahrtteilnehmer, durch ein Fenster m das Schloß einzusteigen und sich durch Aufbrechen der Tur Zutritt zu dem historischen Schlafzimmer des ehemaligen Herzogs von Nassau zu verschaffen und mehrere Kunstgegenstände zu entwenden. Der Polizei gelang es bald, die beiden Elnsteigdiebe ausfindig zu machen. Der Haupttäter muß nun diesen „Besuch" im Biebricher Schloß auf Grund einer Verhandlung vor dem Wiesbadener Schöffengericht mit zwei Jahre n Z u ch t h aus buhen. Außerdem wurden ihm die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von zwei Jahren abgesprochen. Sein Begleiter bei dieser „Schloßbesichtigung kam mit einer Gefängnisstrafe von 6 Monaten davon. Schreckenstat eines irrsinnigen Senegalschühen. In Raselamn, einem kleinen Eingeborenendorf in der Nähe von Constantine (Algerien) wurde im Biwak des 15. Regiments der Senegalschützen plötzlich ein farbiger Soldat i r r s i n n i g und e r s ch 0 ß zwei europäische Unteroffiziere. Darauf jagte er sich selbst eine Kugel in den Kopf. Sechs Todesopfer eines Eisenbahnunglücks bei Neapel. Bei Neapel entgleiste aus bisher unbekannter Ursache ein Zug der Kleinbahn Neapel—Nola Rettungsmannschaften aus Neapel bargen bis jetzt sechs T 0 t e und 40 V e r l e tz t e aus den Trümmern. Der jüngste Kriegsfreiwillige. Der jüngste Kriegsfreiwillige hieß Emil Huber. Er war am 7. Oktober 1900 in Offenburg als Klempnermeisterssohn geboren und trug schon mit 13 Jahren den Soldatenrock. Als er sich beim Ersatz-Bataillon des Infanterie-Regiments 172 mel- bete, hatte er zum erstenmal lange Hosen an — aber sie waren nicht sein Eigentum, er hatte sie sich für diesen Zweck geborgt. Dem kräftig ent- wickelten Untertertianer glaubte man zunächst die 17 Lebensjahre, von denen er erzählte. Am folgen- den Tag stellte sich auch sein Bruder Ludwig 1 beim selben Bataillon mit denselben gepumpten Hauptschriftlelter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr Friedrich Wilbelm Vanae Wir Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil i.V.: H L. Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D 21. V . 36: 9 760 Drua und Verlag. Vruhl Iche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R Lange. K.-G» sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf* mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr 3 vom 1. Juni 1935 aültta- Die । stnbung bas Sd tunst. Wissen t den ton .Auch W)tm. un?« flierfair Batersj die Er m.N n-cht n °uch n war, u Atzten , Micon ebn Amten Verleihu es bie\ Nonen d . her « ®rU[ Wta tz t Im Namen der Hinterbliebenen: Karoline Schmidt, geb. Seipp. Infolge eines Unglücksfalles verschied plötzlich und unerwartet mein lieber Mann, unser guter Vater, Großvater, Urgroßvater, Schwiegervater, Schwager und Onkel NSDAP.,Hitler Jugend Die Bannführung der Hitler jugend Völzlng, Adjutant Die Beerdigung findet am Samstag, dem 13. Juni, um '1,2 Uhr vom Trauerhause aus statt. - Von Beileidsbesuchen bitten wir abzusehen Auf Wunsch des Verstorbenen fand die Einäscherung in aller Stille statt Statt jeder besonderen Anzeige Heute gegen 7,1 Uhr entschlief sanft in der Medizinischen Klinik zu Gieße» nach kurzem, schwerem Leiden unser innigstgeliebter Sohn, Bruder und Neffe In tiefer Trauer stehen die Kameraden des Unterbannes 11/116 an der Bahre des Kameraden Kameradschaftsführer Erhard Manns Seine vorbildliche Treue und Kameradschaft sei uns verpflichtend für unser ganzes Leben. NSDAP., Hitlerjugend Großen-Buseck Der Führer des Unterbannes 11/116: Dr. Wilhelm Schneider, Unterbannführer Der Bann 116 der Hitler-Jugend trauert in treuer Kameradschaft um seinen Kameraden Kameradschaftsführer Erhard Manns Führer der Kameradschaft 2/1/6/116 (Grofien-Buseck) Für die überaus vielen Beweise herzlicher Teilnahme am Hinscheiden meines lieben Mannes Johann Horst sage ich allen auf diesem Wege meinen herzlichsten Dank. Dies gilt auch besonders jenen hilfsreichen Menschen. die meinem lieben Verstorbenen den letzten Beistand geleistet haben In tiefer Trauer: Kath. Horst, geb. Graulich im Alter von 18 Jahren In tiefem Schmerz: Karl Manns, Apotheker Grete Manns, geb. Soehnge Ilse Manns Wilfried Manns Nr. 154 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Donnerstag, 11. Zum 1956 Ukrainische Misebilder. Don unserem E.S.-Äerichterstatter. IIL (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Moskau, Ende Mai 1936. Mit Stachanow in der Kohlengrube. Am andern Morgen fahre ich in Begleitung eines Steigers mit der „St a ch an o w"-S ch i ch t in die Grube ein. Wir gehen durch die Stollen zur Strecke „Nikanor-Woftok". Dort hat Stachanow seinen ersten „Rekord" aufgestellt. Wir klettern nach zwei Kilometer langem Anmarsch von der Strecke zum Stoß hoch, einer hinter dem anderen, oft auf dem Bauche kriechend. Endlich zeigt sich ein fester, ausgedehnter 1 bis 1,5 Meter dicker Flöz. Am schrägen Hang eines so fetten, reichen Flözes lassen sich freilich Wunder vollbringen! Kohle gibt es hier unten so viel, daß man gewiß nicht sparsam zu hauen, „auszukratzen" braucht. Der Fülle und dem Reichtum der Kohle entsprechend sind auch die Abbaumethoden reichlich extensiv. Meist wird ganz ohne Versatz abgebaut. Stachanow arbeitet an jenem Morgen an mehreren Abbaustellen. Als „Instruktor" für die Arbeit mit dem Preßlufthammer unterweist er auch andere. Er kennt den Flöz, weiß, wo er am verwundbarsten ist. Wenn er haut, fällt die Kohle in großen Stücken ab und rutscht vom Abbau den Stoß herunter. Hier unten ist er in seinem Element. Ich klettere in einen Abbau, wo der Hauer Schischkift arbeitet. Auch er ist „Stachanow- arbeiter". Zwanzig Meter will er heute geben. Er hat zwar nicht die Körperkräfte Stachanows, bearbeitet den Flöz aber geschickt und emsig. Zuerst lockert er' oben am Hang, dann bohren sich die scharfen Schrämzähne des Hammers von unten her in die Kohle. Auch Schischkin meistert den schweren Hammes, aber in der fünften und sechsten Stunde wird er,, doch zusehends matter. Die ununterbrochene Arbeit - mit dem Hammer (es wird in allen Gruben des Dionbas während der siebenstündigen Schicht ohn e Pause gearbeitet) erfordert eine gewaltige körperliche Anstrengung. Ihr sind auf die Dauer nur .wenige gewachsen. 23on den Parteiorganisatoren der Grube erdacht, Dorij Stachanow zum erstenmal durchgeführt, bestehen die „neuen" Arbeitsmethoden, so sehe ich jetzt an Drt und Stelle, vor allem in der vollkommenen Arbeitsteilung zwischen Hauer und Zi mmerer. Diese Arbeitsteilung ist technisch bei schftäg hängenden Flözen durchaus möglich, bei waagerechten Flözen nicht ungefährlich. Der Besucher erinnert sich an die Ruhrbergwerke. Dort mciren meist drei Mann auf dem Abbau im Ge- dinwe, die zu einem von Fall zu Fall festgesetzten Akkordsatz arbeiteten, und sich selbst die Arbeit so einteil'ten, wie es am zweckmäßigsten war. Natürlich lLste man einander am Preßlufthammer ab. WennX hier dagegen nun ein durchschnittlicher, geübter jpauer, wie Schischkin, 20 bis 30 Meter Kohle mit d/rn Preßlufthammer abhauen kann — dank der /dealen Qualität des Flözes im „Nikanor- Wos/ok" —, so müssen natürlich eine ganze Reihe von/ Zimmerern hinter ihnen her sein. Denn die Vezkzimmerung läßt sich schon nicht so beschleunigen, wi^tz dies mit der Hauerarbeit geschehen kann. Ai ußerdem arbeiten die kräftigsten Hauer, die 6 Ms 7 Stunden ohne Ermüdung den Preßlufthammer Whren können, nicht an einem Abbau, sondern cjn 4 bis 5. Die Zahl der aktiven Hauer hat sich aLuf den Gruben auch dementsprechend vermindert, jfcie Zahl der Verzimmerer dagegen bedeutend erhöht. Natürlich ergibt sich durch die Arbeitsteilung ein Mehr für die Gesamtförderung, das sich aber zur Steigerung der Einzelleistungen der Hauer höchstens wie 1:3 oder 1:4 verhält. Sechs bis sieben Stunden täglich ohne Pause den schweren Preßlufthammer zu führen, ist eine gewaltige Anforderung an die menschliche Muskelkraft. Kein westeuropäischer „Kapitalist" würde es wagen, von seinen Arbeitern dies zu verlangen. Der Sowjetstaat braucht derlei Bedenken nicht zu haben, denn die Arbeitskräfte, die ihm zur Verfügung stehen, sind billiger und... anspruchsloser als in irgendeinem anderen, von der weißen Rasse bewohnten Land der Erde. Der materielle Anreiz zur Mehrarbeit, „lieber- füllung der Normen" genannt, ist raffiniert aus- gebaut. Für jede Tonne Kohle über die „Norm" hinaus erhält der Hauer einen steigenden Lohnsatz („Progressiwka"). Gelingt es ihm zum Beispiel, statt 8 Tonnen (Norm) 24 Tonnen zu hauen, so erhält er: für die ersten 8 Tonnen 8 Rubel, für die zweiten 8 Tonnen 12 Rubel, für die dritten 8 Tonnen 16 Rubel, insgesamt also 36 Rubel. Aehnlich ist die „Progressiwka" für die Verzimmerer abgestuft. Norm ist im allgemeinen 0,8 Meter Länge der Verzimmerung in einer Schicht. Außerdem wurde in den Kohlengruben noch ein fein ausgeklügeltes System von Prämien eingeführt (seit März d. I.). Kumpels, die im Laufe von zwei Monaten ihre Norm verdoppelt haben, erhalten den Titel „M e i st e r der Kohle" (bzw. „Meister des Preßlufthammers") mit einer Prämie von 150 Rubel im Monat. Wer die Norm im Laufe von zwei Monaten dreifach übererfüllt hat, wird „Meister der Kohle 1. Klasse" und erhält 250 Rubel Prämie im Monat. Titel und Prämien verlieren die „Meister" wieder, wenn nach zwei Arbeitsmonaten ihre Leistung gesunken ist. Wir gehen jetzt durch die Stollen zurück zur Ausfahrt. Aber bevor man sich nach der Ausfahrt unter die Dusche stellen kann, muß der „Narjad", die jeweils bei Schichtwechsel stattfindende Versammlung der Belegschaft absolviert werden. Hier sollte ich ein Beispiel der „psychologischen Beeinflussung" der Arbeiter miterleben. Der Raum im Grubengebäude ist mit roten Spruchbändern behangen, die zur Erfüllung und Uebererfüllung der Normen auffordern, die „Saboteure" bedrohen, die Planziffern anzeigen. Dazwischen die üblichen großen, bunten Bilder von Stachanow, Stalin, Ord- shonikidse usw. Eine Musikkapelle marschiert auf, spielt einen Tusch für die Arbeiter, die sich besonders ausgezeichnet haben, und macht Katzenmusik für andere, die während der abgelaufenen Schicht schlecht gearbeitet haben. Dazwischen werden noch auf „Proguljschtschiki" (Schwänzer), Faulenzer, Trunkenbolde usw. Spottverschen zum besten gegeben. Mit Reden treten auf: der Grubendirektor Kaganowitsch, der Vorsitzende des (aewerkschast- lichen) Schachtkomitees und der Leiter des (bolschewistischen) Parteikomitees. Es ist heute der erste Tag der „Stachanowdekade". Deshalb gelten die Reden insbesondere der „Planerfüllung". Die erste Schicht hat statt 780 Waggons nur 670 gegeben, deshalb soll jetzt die zweite Schicht in „sozialistischen Wettbewerb" mit der ersten treten. Es wird erwähnt, daß der Transportarbeiter Pantschenko auf der Strecke „Almas Sapad" „sabotiert" habe. Er ist in angetrunkenem Zustand in. der Grube erschienen, hat die Kohle nicht rechtzeitig verladen und dadurch die Luftzuleitung gestört. Schweigen. Keine Pfui-Rufe. Er wird verwarnt. Am Abend desselben Tages erfahre ich, daß Pantschenko bereits ins GPU.-Gefängnis nach Kadiewka eingeliefert ist. Man ist als Fremder immer wieder einigermaßen erstaunt, wie verhältnismäßig zufrieden mit ihrem Schicksal diese freundlichen, einfachen Menschen sind. Würde man etwa deutschen Arbeitern zumuten, sieben Stunden lang ununterbrochen mit dem Preßlufthammer zu arbeiten, in einer kaum zwei Meter hohen Erdhütte zu wohnen und dabei so viel zu verdienen, daß es — bei der überwiegenden Mehrheit — „gerade zum Brot reicht" — es gäbe bestimmt eine Revolution. Der Russe empfindet anders. Er hat nicht den kritischen Geist des westeuropäischen Industriearbeiters — und er hat in den letzten acht Jahren eine solche Schule des Elends und der Entbehrung durchgemacht, daß er jeder Regierung, die ihm g e - nügend Brot verschafft, zunächst einmal nur herzlich dankbar dafür ist. Fast die Hälfte der Arbeiterschaft des Donbas sind bäuerliche Elemente, die erst in den letzten Jahrzehnten vom Lande zugewandert sind. Aus den Gesichtern spricht noch die unendliche Geduld und Leidensfähigkeit des „Muschik". Sie wissen, daß es ihren Brüoern und Verwandten draußen in den Kolchosen noch viel, viel schlechter geht, und empfinden ihre, vom Standpunkt des Westeuropäers immer noch elende Lage als gewaltigen Fortschritt gegenüber dem Leben auf dem Lande. Ganz heimlich regt sich in vielen noch die Hoffnung auf eine Rückkehr früherer Zustände. „Brot gibt es jetzt wieder", so sagt mir ein bärtiger Kumpel mit schlauen Bauernaugen, „und verdienen kann man auch mehr, wenn man sich gehörig anstrengt. Jetzt fehlt nur noch, daß die Sowjetmacht die ,Kollek- tierung' („Kollektivazia" — er meinte d i e b ä u e r- lichen Kollektivwirtschaften) abschafft, dann werden alle wieder besser leben." Es sind Menschen einer anderen Welt, die hier schwarz von Kohlenstaub und müde von der schweren Arbeit die „Politpjatminutka" über sich ergehen lassen. Kindliche, freundliche, naive Menschen, ohne viel eigene Initiative, dem Propaganda- und Parteiapparat ohne jede Möglichkeit der Kritik, geschweige denn der Opposition ausgesetzt. Und der Parteiapparat arbeitet geschickt, er begleitet den Arbeitsmann auf Schritt und Tritt. Jede Strecke der Grube hat ihren „Parteiorganisator", der für die „Planerfüllung" ebenso verantwortlich ist wie für die Stimmung. Wird in sogenannten „Sabotagefällen" durchgegriffen, so verhält sich die überwiegende Mehrzahl der Arbeiter durchaus apathisch. Ihre Geduld, auch gegenüber allem Antreibertum der „Stachanowbewegung", scheint unerschöpflich, trotz vereinzelter Auflehnung, die sich schon in Prügeleien oder gelegentlichen Attentaten gegen die bevorzugten „Stachanowzy" geäußert hat. Heute könnte man „große" und „kleine Stacha- nowleute" unterscheiden. Der „großen" zählt man in der ganzen Sowjetunion wenige Hundert. Sie sind die „Rekordleute", die mit allen Mitteln von Partei und Betriebsleitung verhätschelt werden, so sehr, daß sie selbst darüber klagen, nicht mehr zur Arbeit zu kommen, denen Prämien und Privilegien in den Schoß fallen. Die „kleinen" kämpfen einstweilen noch, indem sie ihre „Normen" erhöhen oder verdoppeln, um eine Wurst oder einen halben Liter... Mit der „Stachanowbewegung" hat die Sowjetregierung, so viel läßt sich heute schon übersehen, ein gutes Geschäft gemacht. Sie brauchte mehr Kohle, Naphtha, Maschinen usw. usw. und erhielt mehr. Sie braucht, damit die Industrie rentabler wird, „billigere Produkte" und bezahlt weniger. Denn die „Normen" sind erhöht, die Löhne aber keineswegs im Verhältnis zu den Normen gestiegen. Die Rationalisierung hat in der bisher überaus extensiven sowjetrussischen Wirtschaft ihren Einzug gehalten. Gewiß, die Löhne sind im Vergleich zur Vor-Stachanow-Zeit nicht gefallen. Aber den „Mehrwert", um ein marxistisches Schlagwort zu gebrauchen, steckt sich trotzdem der Staat in die Tasche, genau so wie das kapitalistische Untier im Marxschen „Kapital". Dies ist die eine Seite der Stachanowdeinagogie. Daneben verfolgt der unermüdliche Propagandaapparat aber auch noch andere Ziele. Man hat der großen Masse lange genug von künftigem Wohlstand vorgeschwärmt, in den Hungerjahren drohte der Glaube daran zu versiegen. Heute will man diesen Massen bereits — wenn auch ganz, ganz vereinzelte — Beispiele von Wohlstand, in Gestalt der „großen" Stachanowleute vor Augen führen. Denn nur diese bevorzugten Exproletarier heben sich ihrem Lebens- und Einkommensniveau nach wesentlich von den Massen ab. Sie sind, wie gesagt, in verschwindender Minderheit. Außerdem finden sich natürlicherweise tagtäglich genügend Leute, die auch mit Anspannung aller Kräfte die erhöhten Normen übertreffen, um die Wurst oder die Butter aufs Brot zu verdienen. So ist die Regie mit geschickter Hand ani Werk, um das verheißene goldene Zeitalter des Kommunismus, wenn auch nur für wenige Hundert von vielen Millionen, in die Gegenwart hineinzuzaubern und der Maffe den bei einem weißen Volk bisher nie dagewesenen Tiefstand ihrer Lebenshaltung zu verschleiern. Hochwasser in -er bayerischen Ostmark. Die ununterbrochenen Regenfälle haben die Cha m und den Regen anschwellen lassen, so daß di« Flüsse ihre Ufer weithin überschwemmten und die meisten Verkehrswege gesperrt werden mußten. — (Scherl-Bilderdienst-M.) N ■1 i W M , '%•//* r ■'• ?.• -z'ZW. /: K? '9- W.X •?> v/’ ■ ■ ,,V-;; I Oie Buchdruckerkunst, eine deutsche Erfindung. Von Or. A. kuppel, Direktor des Gutenberg-Museums in Mainz. Vom 13. bis 24. Juni finden in Mainz als Vorfeier zur Erfindung der Buchdruckerkunst vor rund 500 Jahren große Gutenberg-Festlichkeiten statt. Die gewaltigste und folgenschwerste deutsche Erfindung des ausgehenden Mittelalters war nicht das Schießpulver, sondern die Buchdruckerkunst. Ihr ist der Fortschritt zu danken, daß das Wissen einzelner Allgemeingut aller Menschen werden konnte. Auch die Buchdruckerkunst ist die Erfindung eines Deutschen, eines Sohnes der Stadt Mainz am Rhein. Johann Gutenberg, dem diese Erfindung gelang, entstammte der alten deutschen Patrizierfamilie der Gensfleisch in Mainz. Von seiner Vaterstadt aus hat sein Werk den Siegeszug über die Erde angetreten. Daß der Erfinder der Druckkunst ein Deutscher, nicht nur nach Geburt und Abstammung, sondern auch nach seiner Gesinnung und seinem Herzen war, zeigt er in der würdigen Schlußschrift feines letzten großen Druckes, des 1460 erschienenen Ca- tholicons. Hier spricht er mit sichtbarem Stolz von der ehrwürdigen Stadt Mainz, zugehörig der berühmten deutschen Nation, die Gottes Güte durch Verleihung eines so hohen Gnadengeschenkes (wie es die Buchdruckerkunst darstellt) den übrigen Nationen der Erde vorgezogen habe. In den ersten hundert Jahren nach der Geburt der Druckerkunst hat die Welt dem Mainzer Johann Gutenberg die Erfinderehre dankbar zugesprochen und dabei immer wieder betont, daß diese wirkungsweite Kunst den erfindungsreichen Deutschen verdankt wird. , Die Zeugen für die Erfinderschaft Gutenbergs treten schon zu seinen Lebzeiten ""d in den ersten Jahrzehnten nach seinem Tode auf: König Karl VII. von Frankreich schickte bereits im ^ahre 1458 einen geschickten Stempelschneider nach Deutschland, um Erkundigungen über die Erfindung der ch- druckerkunst durch Gutenberg, der damals noch lebte, einzuziehen. Auch der Pariser Theologe Guillaume Fiche t schreibt am 1 Januar bis vier Jahre nach dem Tode Gutenbergs an seinen Schüler Pros. Robert ® a g u i n m Basel Laß der Wissenschaft -ine große Leuchte durch d e neuen Bllcherhersteller aufgegangen fei. die. w,e einst das trojanische Pferd, nun Deutschland über alle Welt ausgegossen habe. Denn in Deutschland habe ein gewisser Johannes mit dem Beinamen Gutenberg zuerst von allen Menschen die Druckkunst erdacht, durch die nicht mit dem Rohre, wie bei den alten, und nicht mit der Feder, wie bei uns, sondern durch metallene Buchstaben Bücher hergestellt werden und zwar rasch, gefällig und schön. Auch der genannte Caguin, an den Fichet schrieb, äußerte sich 1492, es sei eine deutsche Erfindung, daß man nun überall um wenig Geld, ohne das Schreibrohr verfertigte Bücher kaufen könne; auch das Feuergewehr habe Deutschland erfunden, wie es auch in" sonstigen Dingen die übrige Welt überträfe. Und an anderer Stelle bezeichnet derselbe Basler Gelehrte französischen Blutes die Druckkunst als das Abbild der Kunst und des Geistes des glücklichen Deutschlands. Aber auch die deutschen Humanisten können sich nicht genug tun, die Druckkunst als eine deutsche Erfindung zu preisen. Werner von Themar verfaßte am 29. November 1494 ein Lobgedicht auf Johann Gutenberg und die Erfindung der Druck- kunst und sagt darin: „Reich durch die Fülle der Bücher Denkt deiner vollEhrfurcht schon Deutschland, Welches glückselig gemacht Deiner Erfindung Gewicht Neidisch erbettelte einst Diese Kunst von den Unfern Italien, Nimmermehr schämt es sich jetzt, Ewig dir dankbar zu fein." Sein Schüler, der Heidelberger Theologe Johannes H e r b ft aus Lauterburg, schreibt im gleichen 30f)re' „Sieht er der Druckkunst Erzeugnisse. Glückliches Deutschland, so hebet, Ruhmvoller Gänsfleisch, dein Werk Jeglichem Deutschen die Brust." Conrad C eit es, der im Jahre 1492 bei seiner Antrittsvorlesung in Ingolstadt darüber unglücklich war, daß die Deutschen von den Italienern Barbaren gescholten wurden, konnte späterhin frohlockend ausrufen: „Die Erfindung der Druckkunst durch einen Mainzer Bürger hat dem deutschen Volk soviel Ruhm gebracht, daß die Italiener endlich die Deutschen nicht mehr wegen ihrer dummen Trägheit verspotten können, da sie jetzt einsehen, daß deutsche Kunst den römischen Wissenschaften ein Wirkungsfeld auf Jahrhunderte hinaus verschafft hat." Ein anderer Humanist, Peter Günther, der um 1500 in Oppenheim wirkte, verfaßte eine „Apologie zum Lobe der Deutschen, der Erfinder der Druckkunst." Darin sagt er, daß sich in Gutenberg der schöpferische Geist Germaniens offenbare und daß die Erfindung der Druckkunst den Höhepunkt der Kulturentwicklung Deutschland darstelle. Sebastian Brant, der Dichter des „Narrenschiffes", schrieb 1498 ein lateinisches Gedicht „Von der Vorzüglichkeit der jüngst von Deutschen erfundenen Druckkunst", das er an den Basler Drucker Johann Bergmann von Olpe richtete und das Konrad P e u t i n g e r 1506 als Stütze für feinen Beweis, daß die Druckkunst deutschen Ursprungs sei, wiederholte. Darin stehen auch die beiden Verse, die in leichter Abänderung das von dem Dänen Thorwaldsen geschaffene Mainzer Gutenberg-Denkmal schmücken und die in deutscher Uebersetzung etwa lauten: „Was den Gelehrten von Hellas Und römischer Technik verborgen. Diese Erfindung von jetzt Stammt aus germanischem Geist." Wir können den Stolz verstehen, mit dem der Drucker Ulrich Zell um die gleiche Zeit dem Kölner Chronisten von 1499 erzählte: „Diese hochwürdige Kunst wurde erfunden zuallererst in Deutschland zu Mainz am Rhein; und das ist für die deutsche Nation eine große Ehre, daß sie so sinnreiche Menschen hat, die eine solche Erfindung zustande bringen konnten." Wie kläglich erscheinen gegenüber diesen wuchtigen Zeugnissen aus der Frühdruckzeit die Versuche, die die Ehre der Erfindung Gutenberg nehmen und sie anderen zuteilen wollen, zumal diese Ansprüche erst erhoben wurden, als die Erfindung der Druckkunst bereits ihren hundertsten Geburtstag gefeiert hatte. Wir könnten noch eine ganze Anzahl von Aeuße- rungen berühmter Persönlichkeiten aus der Frühdruckzeit anführen, um zu beweisen, daß die Druckkunst eine deutsche Erfindung ist und auch zu allen Zeiten als eine Großtat deutschen Geistes gepriesen wurde. Aber welche Beweise und Lobsprüche für die Deutschheit der Druckkunst wir auch immer versuchen mögen, wir werden doch nie die begeisterten Worte erreichen, die jene Träger großer Namen in den ersten Jahrzehnten nach" dem Tode Gutenbergs gefunden haben. Wir wollen daher zum Schluß nur noch auf drei Tatsachen Hinweisen, die erhärten, was wir aus dem Munde anderer anführten: Das älteste Druckwerk, das mit beweglichen, gegossenen Einzelbuchstaben hergestellt wurde, das im Mainzer Gutenberg-Museum verwahrte „Fragment vom Weltgericht", ist ein Auszug aus einem Sybillenbuch, das in deutscher Sprache abgefaßt war. Gutenberg hat also einen ersten Druck in der Sprache seines Vaterlandes hergestellt. Die Schriftzeichen, die Gutenberg in allen seinen Drucken, und nach ihm alle Erstdrucker zunächst, gebrauchten, gehören der deutschen Schriftgattung an. Wenn man seine gotischen Buchstaben auch noch nicht als Fraktur im eigentlichen Sinne bezeichnen kann — denn die Fraktur entstand erst ein halbes Jahrhundert nach dem Tode des Erfinders — so bestehen doch darüber keine Zweifel, daß die Druckbuchstaben Gutenbergs deutsch sind und als Vorfahren der Fraktur betrachtet werden müssen. Die Pioniere der Druckkunst, die die deutsche Erfindung in die Welt hinaustrugen und außerordentlich dazu halfen, dem deutschen Namen Ehre und Achtung zu verschaffen, waren Söhne deutscher Erde. Wohin auch immer wir im Ausland schauen, überall treffen wir als Erstdrucker in fremden Städten auf Träger deutscher Namen. Wenn das deutsche Volk dem Kulturgut anderer Völker seine Tore nicht verschloß, um auch das Gut der Fremden zu verarbeiten, so hat es durch die uneigennützige und neidlose Hingabe der Buch- druckerkunst an die anderen Völker alle Dankesschuld reichlich abgetragen. Und was hat darüber hinaus das deutsche Volk den anderen gegeben! Von allen deutschen Saaten in fremder Erde aber ist keine einzige so glänzend aufgegangen, keine hat überall so unendlich reiche Früchte getragen wie die Buchdruckerkunst. Wenn im Jahr 1940 — also in vier Jahren — die ganze Kulturwelt die 500-Jahrfeier der Druckkunst begeht, muß auch jedes deutsche Herz höher schlagen, weil es einer aus unserem Volke war, der diese Großtat vollbrachte. In biefem Stolz wiederholen wir, was die Frau Gottscheds, eine Dichterin ihrer Zeit, in einer Ode zur 300- Jahrfeier der Druckkunst im Jahre 1740 fang: „Edle Kunst, die Deutschlands Ruhm Durch die ganze Welt getragen; Denn der Erde Völker sagen: Sie ist Deutschlands Eigentum." 6od)fd)ulnad)rid>ten Der Führer und Reichskanzler hat Professor Dr. med. et phil. Hans Lipps zum ordentlichen Professor für Philosophie und zum Direktor des philosophischen Seminars an der Universität Frankfurt ernannt. Der Augenarzt Dr. med. Heinrich Göring tn Wiesbaden ist zum Honorarprofessor an der Universität Frankfurt ernannt worden. nttelmäßig: Schwein« Iskammer Gießen Wirtschaft ld -n» . ist ! > Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a.2TL 9.Juni 10.Juni 11 132,25 36,9 ■Öcriin,1Q.3uni 108,5 I 136,75 132,75 111,25 109 103,65 107,9 102,25 108,4 135,5 132,25 138 156,5 198,5 144,5 108,5 136,25 132,25 113,4 140,25 109,4 103,5 15,25 16,13 126 94,75 96 96,25 201 | 36,75 150 138,13 158,75 142 142,5 141,5 138 156,5 198,75 143,75 14,9 30,25 16,13 126,13 118 94,4 95,5 96,25 199 56,75 90,5 146,5 109 125,75 185 49,4 436 193 191,5 174,75 264 116,25 132,5 142,75 172,75 263 115,75 133 141,75 56,75 90,75 147,5 109 123 184,5 47,75 450 194 33,25 98,75 228 174,25 116,5 133,25 142,75 172,9 115,75 132 140,75 64,07 80,21 33,57 64,33 80,53 33,71 108 134 131,75 111,25 140,5 107,5 101,65 14,65 30 16,75 124,75 119 94,75 96 96,25 200 114 56,65 90,25 144 108,5 121 124 184 87 48 452 194,5 33,5 226,5 37 150,25 138,5 160 142 144,25 138,4 139,5 157,5 201 146 92678 Mr. orn, ben. jach lieb- 1 So werden zumal die Lehrgang! höherer Art von Wirtschaftspraktikern geleitet, me;( der Hörerkreis dazu zwingt, die Brauchbarkeit von Theorien immer wieder am lebendigen Werk und an gegebenen Größen und Verhältnissen zu beweisen. Darum wird ein Stoff auch nicht oorgetragen, sondern erarbeitet. In den Arbeitsgemeinschaften der Reiferen ist dabei dem eigenen Vortrag der Teilnehmer ein breiter Raum gewährt. Lehrerbesprechungen und Arbeitsgemeinschaften der Lehrer dienen der immer wieder neuen Durcharbeitung der Lehrpläne, dem Austausch von Unterrichtserfahrungen und der Herstellung der besten Methode. Die Arbeitsschule steht erst am Anfang des oor- gezeichneten Weges. Aber ein nationalsozialistischer Gedanke soll in ihr Wirklichkeit werden: Aus der stärkeren und verantwortungsbewußteren Bindung an den Beruf soll in jedem schaffenden Volksgenossen das Streben nach der besten beruflichen Leistung im Dien st e des Volkes wach- gerufen und wachgehalten werden. 56 Schafe, 1559 Schweine. ■< bis 78 Mark, Hämmel 45 < Schweine 51 bis 57 Mark. - 139 | 157 201.25 145 I Todessturz aus dem Fenster. LPD. M-a i n z, 10. Juni. Am Dienstagabend stürzte ein Kind in der Boppstraße in Mainz vom Zweiten Stock aufs Pflaster des Bürger- steiges. Das Kind erlitt einen doppelten Schä- ^lbruch, dem es in den späten Nachtstunden im Krankenhaus erlag. 15 16,75 125 94,5 95,5 96,25 199 142 | 141,25 144,25 ' 142,75 139 I 140,5 's kosteten: Kälber 43 is 48, Schafe 40 und Marktverlauf: Kälber tiueno» Ulue Brüssel .... Rio de Jan. Sofia..... Kopenhagen Danzig .... London.... Helsingfor». Paris ..... Holland ... .Italien Japan Jugoslawien Oslo..... : Wien...... Lissabon... Stockholm... Schweiz ... Spanien... Prag....... Budapest .. Reuyork ... der Arbeitsschule der Deutschen Arbeitsfront in Frankfurt a. M. hat die Eigenart dieser Berufser- zichung bereits ihren Ausdruck gefunden. Planmäßig werden die aufnahmesuchenden Arbeitskame- schleppend, Hämmel, Schafe wurden zugeteilt. Die Industrie- und Hani om, eibt* -rei^ ‘aut. r.3» im J5 tüet* 1*3737® 45L ngen ließen Nundfunkprogramm. Freilag, 12. Juni. Ameritanstche ’Jioien.............. Belgische Noten............... Dänlsci)e Noten Englische Noten Französische Noten Holländische Noten Italienische Noten Norwegische Noten Deutsch Oesterreich, 8 100 Schilling Rumänische Noten Schwedische Noten Schweizer Noten................. Spanische Noten Ungarische Noten 36,75 I .... 150,65 150,75 138,75 | 137,5 160,5 ! 158,5 113,13 . 111,25 — 170,5 141,25 I 140,5 I« % Wberred 137 Me&i I f «2°nn n A.E.G a Vekula o Elektr. LieferungSgeseÜs'chcift''' g Licht und Kraft ............. 7 Felten & Guilleaume ‘ 4 ®efeUfrf).f.(jieitt.uniernelimuna. 6 Rheinische Elektrizität ........ r Rhein. Wests. Elektr 6 Schuckert LEo............ 6 Siemen« L Halske 8 Lahmeyer L Eo .....7 Mein-Mainische Börse rNitlagsbörse weitere Nachfrage. Frankfurt a. M., 10. Juni. Die Publikumsnachfrage hielt in unverändertem Tempo an. Es bleiben dieselben Gründe, die eine Anregung für Anlagekäufe geben, die Ertragssteigerung der Wirtschaft, ersichtlich aus den Gesellschafts-Abschlüssen, der Arbeitslage von Ende Mai oder auch der Steigerung der Einzelhandelsumsätze. Der Materialmangel durch Zurückhaltung der Verkäufer förderte wiederum die Kurssteigerung. Erst im Verlaufe der Börse wurden tue Umsätze etwas ruhiger und die Kurse etwas leichter. Beachtet waren vor allem Qualitätspapiere auf allen Märkten. Von Montanen sprangen Rheinbraun um ca. 7,50 0. H. Harpener um 1,75, Verein. Stahlwerke 0,65, Laura- hütte 0,90, Mannesmann 1,75 v. H. Die Farben- Aktie zunächst 175 (174,75), dann 174,40, Erdöl gewannen 1,40 v. H., Rütgerswerke 1,50 v. H. Am Elektromarkt zogen Versorgungswerte erneut bis 0,50 an, nur Lahmeyer 1,50 v. H. schwächer, Siemens weiterhin um 2, Rhein.-Elektro-Stamm um 4 0. H. fester. Kunstseide freundlicher, so Bemberg um 1,25 v. H„ Aku 0,75 v. H. fester, Motoren- und Maschinenwerte erhöht und zwar Muag und Moe- nus je 1, Daimler 0,50, daneben Eisenhandel um 1,40 v. H. Junghans verloren gegenüber dem gestrigen Höchstkurse 2,50 v. H. Papier- und Zellstoffwerte um 0,50 bis 1,40 v. H. fester. Von Verkehrswerten Allgemeine Lokal & Kraft um 2,50 v. H., Rordd. Lloyd um 0,90 höher. Auch Bauwerte fester. Im einzelnen zogen an: Conti Gummi um 2,75, Reichsbank 1, Kaufhof zunächst 0,25, später insgesamt 0,65 v. H. schwächer. Renten lagen ruhiger und zumeist mindestens gut gehalten. So Schuldbücher 98,13, Zinsvergütung 92,65, Umschuldung 89,65, Altbesitz-Anleihe erneut etwa 0,25 0. H. erhöht. Von Auslandrenten Serben noch eine Kleinigkeit fester. Im Verlauf blieben die Umsätze ruhiger, nach vorübergehender Kursermäßigung der führenden Werte trat wieder eher etwas Nachfrage auf ermäßigter Grundlage ein. Von Montanwerten stellten sich Vereinigte Stahlwerke gegen anfangs 0,65, Mannesmann 1 v. H. niedriger, IG.-Farben verloren etwa 1 0. H., Metallgesellschaft 1 v. H., Lahmeyer aber 0,75 v. H. fester. Aku um 0,50, Kaufhof um nochmals 0,25 v. H. schwächer, Südd. Zucker um 4 v. H. niedriger. Renten kaum verändert, gesucht waren späte Wiederaufbau-Zuschläge mit 70,25. Auch am Pfandbriefmarkt überwog die Nachfrage. Frankfurter Liquidation um 0,15 v. H. fester. Don Stadtanleihen NSG. Wie bei jedem Versuch einer Bewertung, könnte man die Bedeutung der Arbeitsschule der Deutschen Arbeitsfront zunächst an lhren Leistungen messen. 5000 Besucher bei 150 Lehrgängen im abgelaufenen Winterhalbjahr sind gewiß beachtliche Zahlen. Aber sie sind noch kein Gradmesser für den inneren Wert einer Einrichtung, die ihre Daseinsberechtigung nur von der Idee her ableiten kann. Mainzer 0,50 v. H. schwächer. Von Auslandrenten waren Serben und Ungarn, desgleichen die kleinen Werte eher schwächer. Am Kassamarkt wurde die Taxe für Dürrwerke erneut um 5 v. H. auf 50 erhöht. Stempel zogen wiederum 1,50, Faber und t Schleicher 2 v. H. an. Tagesgeld zwar etwas mehr ■ gesucht, aber weiterhin flüssig bei wieder 2,50 0. H. Abendbörse knapp gehalten. An der Abendbörse lag eher etwas Angebot vor, : das auf Grund der ermäßigten Schluhkurfe her- ' auskam, das aber glatt Aufnahme fand. Die Haltung war uneinheitlich, teils bröckelten die Kurse noch eine Kleinigkeit ab. IG. Farben zunächst 173 (173), dann 172,50, Deutsche Erdöl 0,75 0. H. schwächer, Zement Heidelberg 0,50 v. H., Aku 0,25 ü. H. niedriger. Gut gehalten waren Rheinstahl, Verein. Stahlwerke zunächst 96,75 (97,40), dann wieder 97. Der Rentenmarkt lag sehr ruhig, Altbesitz um 0,13 auf 113,40 abgeschwächt. Auch Auslandsrenten ohne Umsatz. Der Verlauf der Abendbörse war nicht erholt, Angebot blieb bestehen, ohne daß es aber noch zu besonderen Abschwächungen führte. Daimler wurden mit 123,50, also 1 v. H. niedriger, Kaufhof mit 47,75 (48), Mannesmann mit 101,65 (102), Aschaffenburger Zellstoff mit 109,13 (109,50) festgesetzt. Eine Kleinigkeit freundlicher waren Hapag und Zement Heidelberg. Renten blieben ohne Veränderung. Am Kassamarkt konnten Bronze Schlenck 1,50 v. H. gewinnen, von Großbankattien Commerzbank 0,25 0. H., DD.-Bank 0,50 0. H. schwächer. Es notierten: Altbesitz 113,40, Farbenbonds 135,40, 4 0. H. Ungarn Goldrente 9,75, 4 v. H. Rumänen E 5,92V2, Adca 78, Commerzbank 94,50, DD.-Bank 95,50, Dresdner Bank 96,25, Harpener 131,75, Mannesmann 101,75 bis 101,65, Hoefch 111,25, Rheinstahl 133, Verein. Stahlwerke 9,75 bis 9,90 bis 9,75, Aku 56,75, Bekula 150, Gement Heidelberg 142 bis 142,50, Daimler 123, Deutscher Eisen- handel 142,50, Deutsche Erdöl 134,50 bis 134, Scheideanstalt 263, Deutsche Linoleum 184,50, El. Licht & Kraft 158,75, Gebr. Fahr 126, IG. Farben 173 bis 172,75, Gessürel 142,50, Goldschmidt 115,75, Holzmann 132,25, Junghans 99,75, Muag 108,65, RWE. 138, D. Stempel 73, Schuckert 156,50, Siemens 198,75, Weftd. Kaufhof 47,75, Zellstoff Aschaffenburg 109, Südd. Zucker 228, Deut che Reichs- bahn-DA. 123,40. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 10. Juni. Die Umsätze am Getreidegroßmarkt setzten sich aus kleinen einzelnen Partien zusammen. Die Nachfrage bleibt ruhig. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm in Mark): Weizen W 13 217, W 16 220, W 19 224, W 20 226, Roggen R 12 180, R 15 183, R 18 187, R 19 189 Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete; Futtergerste und Hafer gestrichen; Weizenmehl W 13 28,65, W16 28,90, W 19 28,90, W 20 29,25; Roggenmehl R12 22,45, R 15 22,80, R 18 23,30, R 19 23,50 und 0,50 Mark Fracht-Ausgleich; Weizenfuttermehl W 13 13,15, W16 13,30, W 19 13,50, W 20 13,60; Weizenkleie W13 10,65, W 16 10,80, W 19 11,00, W20 11W Noggenkleie R 12 9,95, R 15 10,15, R 18 10,40, R19 10-50 Muhlenfestpreis ab Mühlenstation; Sojaschrot m. M. 16,20, Palmkuchen m. M. 16,30, Erdnußkuchen 17,85 ab südd. Fabrikstation; Treber getrocknet 15,75 bis 16; Trockenschnitzel 9,52 ab südd Fabrikstation: Heu 6,00 bis 6,25; Weizen- und Roggenstroh drahtgepreßt 3,00, gebündelt 2,80. Frankfurter Schlachtviehmarkt. a- M.' 11. Juni. (Vorbericht.) Um ' 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 23 i Rmder (1 Bulle, 20 Kühe, 3 Färsen), 878 Kälber Die Arbeitsschule der Deutschen Arbeitsfront Ein nationalsozialistischer Gedanke und seine Gestattung. Hamburg-Amertka-Paket 0 Hamburg-Südam. Dampfschiff . 0 Norddeutscher Lloyd .........0 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Eoin merz, und Prlvat-Bank ... 4 Deutsche Bank und TiSconto- Gesellschaft................ 4 Dresdner Bank Reichsbank ............." z ; Ä^gebl. «fe: «ÄS' w !ceheienetJ Der ges bleiben, ® Truppet taill 0 n nach 12 £ Zuw . ren Fra" , eingefund her K r e ' gberburgei des Stank älteste nah fahrt des - Badenwell tnu|U do! war dort außerdem surter Sti wigstraße, Kaserne 0 ber- Fahri» Soldaten e reitet, bei u.. a. in zal sichtbar tun Aus dem taillon mit pon dem ( hjr Partei, offiziell beg ber Front Truppe mit tig erwider taillon (ein' Wunsche, d leben und1 Wünsche g Kenntnis: Verhältnis terung d> wünschte t (gute Kam taten der Weiter bri gung zum in Gießen Soldaten । unermübli um babui militärisch Bataillon lose Ersü leit auch des Date der Sol Dienste Treue g ortälteste die Vermittlung des für den Beruf grundlegenden Wissens und Könnens beschränken, während die Arbeitsschule den von ihr erfaßten Menschen mit reiferer beruflicher Erfahrung das gesamte R ü ft zeug auch zur reifen beruflichen Leistung vermittelt. Mit der Zielsetzung „Befähigung zur beruflichen Höchstleistung und Auslese der Vesten für die Führung von Arbeit und Wirtschaft" ist die Ablehnung einer Auffassung gegeben, die der Arbeitsschule nur eine „zusätzliche" Berufsschulung Zubilligen will, sie als Anhängsel irgendwelcher Einrichtungen haben möchte, die die berufliche Schulung in erster Linie noch für sich beanspruchen. Arbeitsschule bedeutet Eigen st ändigkeit auf dem Ackerboden beruflicher Erziehung und Durchdringung, erwachsend aus dem Unterschied des Reifegrades der untersckiedlicken Altersgruppen, die Berufsschule und Arbeitsschule erfassen. Dieser Unterschied erfordert naturgemäß für beide Schularten den eigenen Lehrstoff und die eigene Darbietungsart. Die Berufsschule soll den jungen Menschen, der sein Berufsfeld ja erst „abtasten" muß, erst einmal zur Sammlung bringen, ihn nicht durch eine Unmenge sachlichen Einzelwissens von vornherein ablenken. Man kann erst an den Aufbau denken, wenn das Fundament gelegt ist. In der Berufsschule kann das Fundament, auf dem weitergebaut werden soll, kaum breit genug gelegt werden, weil es erst die Voraussetzungen für die eigene Weiterbildung, die selbständige produktive Arbeitsleistung des einzelnen schasst, die das Entscheidende bleibt. Diese eigene „Erarbeitung" ist normalerweise einem Lebensalter vorbehalten, dem der Beruf erst zum Erlebnis wird, das zum Gestalten drängt. Wenn in Wirklichkeit die Eigenform beider Schularten, der Berufsschule und der Arbeitsschule, noch keineswegs klar in Erscheinung tritt und auch aus den Lehrplänen noch schlecht ersichtlich ist, so liegt das an den Fehlern der Vergangenheit, die nicht von heute auf morgen ausgemerzt fein können. Wesentlich ist, daß das Ziel erkannt und der beiderseitigen Arbeit die Richtung gezeigt wird. Die Abteilung für Arbeitsführung und Berufserziehung in der DAF. geht an den Aufbau der Arbeitsschule nicht aus irgend welchen Herrschergelüsten heran, sondern getrieben vom Gedanken des Dien st es am deutschen Arbeiter. Eine neue Kraft ist in ihr zum Vorstoß gebracht worden. Die Zusührungskanäle dieser Kraft liegen bei den Reichsbetriebsgemein- fchaften, die ihrerseits aus der sich unaufhalt- sam erneuernden Quelle des Betriebslebens schöpfen und aus der Verbundenheit mit den Menschen der Arbeit und mit der betrieblichen Organisation zu Garanten fürdenAufbauder Arbeitsschule nach den Erfordernissen nativ- nalsozialistischer Wirtschaftsgestal- t u n g werden. Teuere Forellen. (Sine der letzten Ozean-Ueberquerungen des Zep- Pelm-Luftschiffes > „Hindenburg" 'machte auch der Amerikaner Paul M a ck - H a l l e aus Worcester, Massachusetts, mit. Er flog von Lakuhurst nach Frankfurt und mit dem nächsten Flug gleich darauf wieder zurück, nur um — wie er nach der Rückkehr lächelnd den Reportern erklärte — „mal einen Tag m der Nähe Frankfurts zu angeln". Auf die Zrage, ob sich denn, die doppelte Üeberquerung des Atlantischen Ozeans für die eintägige Angelexpedi- tion gelohnt habe, meinte er: „Gewiß! Ich habe z w 0 l f f a b e l h a f t e Forellen gefangen." der Flugpreis 2000 Mark beträgt, kommen auf jeöes Stück der Jagdbeute rund 167 Mark. Ob je ein kostbareres Forellengericht verzehrt wurde? gibt Auskunft: 491: Richtliizm Griechenlands für Staatsaufträge und Ausfüllung öffentlicher Ar» beiten. — 492: Einzahlungskisie für Postanweisun» gen nach dem Ausland, -j 493: Vereinbarung von Meistbegünstigung und Kontingenten mit Brasilien. — 494: Neuauflage den,,Versand- und Zollvorschriften im Verkehr mit beb Ausland." — 495: Durchführungsbestimmungen & dem Warenaustauschabkommen mit der Mandchurei. — 496: Er- holung des Sumatra-TabakmEes durch Restrik- tionsmaßnahmen seit 1932. — 497: Zur (Sumatra- tabafoerfteigerung am 12. Juni 1936. Als Stätte der beruflichen Ertüchtigung nimmt die Arbeitsschule ein Teilgebiet der BerÜberziehung für sich in Anspruch. Die Berufserziehung interessiert den nationalsozialistischen Staat in ihrer Totalität, weil ihr in der Formung des deutschen Arbeitsmenschen eine für das Volksganze lebenswichtige Aufgabe gefetzt ist. Programmatisch ist die Forderung nach einer einheitlichen Ausrichtung der Berufserziehung bereits gelöst. Durch die Verordnung des Führers vom Oktober 1934 ist der Deutschen Arbeitsfront die Erziehung aller Werktätigen verantwortlich übertragen. Praktisch harrt zwar das Programm noch feiner letzten Erfüllung, indem sich neben den Berufenen nach wie vor Unberufene der Berufserziehung bemächtigen. Aber in unaufhaltsamer Entwicklung vollzieht sich auch hier eine Bereinigung. Schon heute wird deutlich, daß ein starker berufserzieherischer Einfluß von der Arbeitsschule der DAF. ausgeht. Berufsschule und Arbeitsschule der DAF. haben gemeinsam, daß sie die praktische Lehre, die grundlegende betriebliche Ausrichtung auf den Berus, weder ersetzen wollen, noch können. Ohne betrieblich gebunden und begrenzt zu fein, müssen beide bei der beruflichen Weiterbildung von der Wirklichkeit des Betriebes ausgehen, darüber hinaus aber an einer breiteren und tieferen Berufsgrund- lage mauern. Die Berufsschule muß sich, in Anpassung an das jugendliche Alter ihrer Schüler, auf die Vermittlung des für den Beruf grundlegenden Wissens und Könnens beschränken, während die (sv ip 2,438 41,92 55,42 12,43 16,31 167,44 62,45 raben den für sie in Frage kommenden Lehrgängen zugeteilt. Berufsfremde, aus den die Schule besten- falls nur Stümper machen könnte, sind ausgeschlossen. Das vorausgesetzte fachliche Können ist gegebenenfalls durch eine Vorprüfung nachzuweisen. Die „Berufslenkung" wird unterstützt durch Planmäßigkeit im Aufbau der Lehrgänge. Jedes Stoffgebiet ist stufenweise aufgegliedert unter Wahrung aller Zusammenhänge. Maßgebend für die Gestaltung der Arbeitspläne sind Gründlichkeit und die Erfordernisse des praktischen Arbeitslebens. Nirgends aber tritt die Eigenart der Schule deutlicher hervor, als in der Zusammensetzung des Lehrkörpers und in der Unterrichtungsmethode. Der „Nur - Theoretiker" könnte sich als Lehrer ebensowenig halten wie der, der nur eine kurze betriebliche Praxis mitbringt. Amtliche Geld 0,688 42,04 0,139 3,047 55,67 46,80 12,465 5,499 16,36 167,86 19,48 0,729 5,654 62,67 48,95 11,33 64,29 80,39 33,91 10,255 2,486 Tagung des Deutschen Schuhgroßhandels in Weimar. FWD. Weimar, 10. Juni. In Weimar trat die Fachgruppe Schuhwaren der Wirtschaftsgruppe Groh-, Ein- und Ausfuhrhandel zum ersten Male nach der Neuordnung des gewerblichen Organisationswesens zu einer Reichstagung zusammen. Der Leiter der Fachgruppe Paul Schröter- Berlin, stellte als wichtigste Aufgabe der Organisation die Marktordnung hin, während die eigentliche Marktregelung weiterhin durch den Verein deutscher Schuhwarengroßhändler ausgeübt werden soll. In eingehender Aussprache wurden sodann die wichtigsten Tagesfragen der Schuhwirtschast erörtert. Dabei wurde insbesondere festgestellt, daß der Großhandel die Einführung von Einheitspreisliften der Schuhindustrie für eine unerläßliche Voraussetzung für die Gesundung des Marktes hält. Der Großhandel müsse dabei aber so gestellt werden, daß er feine Leistungsfähigkeit gegenüber dem Einzelhandel behält. 1q '-Nme A Ko p| £'e hm,; 2-enstfah ff nicht ?ües tun, sollte 1 fluM re, IL 6e»en S feg M ra h stc Dar Ne h 4 2,458 42,08 55,64 12,47 16,37 168,12 62,71 Schultheis Patzenhofer 4 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg............ ß Zellstoff Waldhof . ' 6 Zellstoff Aschaffenburg .......0 Dessauer Gas .............. 7 Daimler Motoren 0 Deutsche Linoleum » Orenstein S Koppel 0 Westdeutsche Kaufhof ' 0 Chade...................... ö ölccumulatoren-Fabrtkir Conti-Gummi y 6 Uhr: Du trift die Ruh von Schubert. — Morgenspruch. — Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Musik am Morgen. 10: Schulfunk. 11: Hausfrau hör zu. 11.30: Bauernfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: Leicht beschwingte Mittagsmusik. 13: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk, Wetterbericht. 13.15: Leicht beschwingte Mittagsmusik. 14: Nachrichten. 14.10: Operette und Tanz. 15: Volk und Wirtschaft. Künstliche Kälte — wie wird sie gemacht? 15.15: Aufbau und Verkehr. 16: Betriebskonzert. 17.30 Johann Gutenberg, der Erfinder der Buchdruckerkunst. Von Dr. A. Ruppel, Direktor des Stadtgeschichtlichen Museums, Mainz. (Anläßlich der Gutenberg-Festwoche in Mainz.) 17.45: Das aktuelle Buch. „Hitler kämpft um den Frieden Europas." yßon Reichssendeleiter Eugen Hadamovsky. 18:/ Musik am Feierabend. 19: „Liebe vor Gericht". (Ein heiteres Spiel. 19.45: Der Zeitfunk bringt den Lagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: Konzert der Restchsfachschaft Komponisten. 22: Nachrichten, auch aus hem Sendebezirk. 22.20: Sportschau der Woche mit 'irainings» bericht vom Eifelrennen. 22.45: Unterhaltungskonzert. 24 bis 2 Uhr: Nachtmusik. * Samstag, 13. Juni. n 6 Uhr: Choral, Morgenfpruch. Gymnaftii^. 6.30: Fröhlich klingt's zur Morgenstunde. In der .Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Aus' zum Staatsjugendtag. 10: Schulfunk. Kampf um >5 den Grenzwall. Hörfolge aus der Geschichte des „Li«mes Romanus" von Fritz Maingast. 11: Hausfrau, hör zu! 11.30: Nur Frankfurt: Gaunachrichten. 11 45: Sozialdienst. 12: Buntes Wochenende. 13: Nyach- richten. Anschließend: Nachrichten aus dem Senpode- bezirk. 13.15: Buntes Wochenende. 14: Nachrichten. 14.10: Bitte recht freundlich! Leicht bekömmlicher musikalischer Nachtisch. 15.15: Volk und Wirtscha Ät. Allerlei Neuigkeiten. 15.30: HJ.-Funk. 16: 2h »s dem Palmengarten Frankfurt a. M.: Volkssend. Ur 1936. Mitwirkende: Volksgenossen aus Stadt ur U>d Land. 18: Militärkonzert. 19.30: Zeitfunk: 1. Mikr.M^ phon unterwegs. 2. Wochenschau. 19.55: Ruf d Mr Jugend. 20: Nachrichten. 20.10: Aus Bad-Rauhe- Im: „Junikäfer". Ein bunter Abend mit der NS .-Ge- meinschaft „Kraft durch Freude" aus dem Kur Haus in Bad-Nauheim. 22: Nachrichten. 22.15: Naci ßrich- ten aus dem Sendebezirk. 22.20: Stegreiferzä hlung des Zeitfunks. 22.30: Der elsässische Garten. . Eine bunte Folge alt-elsässischer Musik anläßlich. der Jahrestagung des Frankfurter Elsaß-Lothrim, gen- Instituts. 23: Von Leipzig: ... und morgen , I i? Sonntag! 24 bis 2: Auf, tanzt in den (Sonni fcag hinein! * ■ Gritzner Ol cr r Höchst a.M...' J gg'75 Süddeutscher Zucker ........ 10] 230 I Buderus Deutsche Erdöl ......******'* 4 Harpener.................2V, Voesch Elfen—Köln-Neuess'en .. 3 Ilse Bergbau 6 Ilse Bergbau Genüsse g Klöcknerwerke ............... 3 Mannesmann-Röhren 3 132,25 1 132,75 | 142,5 — 1501 -I Philipp Holz mann 41 139 5 1 Zementwerk Heidelberg 7I 149 Cementwerk Karlstadt......... g| 150 | Datum •JJian«|elder Bergbau 6^, Kokswerke .................. 6 Rheinische Braunkohlen 12 Rheinstahl .................. 4 Bereinigte Stahlwerke ay. Ltavi Minen ............... Kaliwerke Aschersleben " 0 Kaliwerke Westeregeln........5 Kaliwerke Salzdetfurth 7 I Farben-Jndustrie 7 ScheidcanstaU............... Goldschmidt 5 Rütgerswerke 6 Metallgeiellschaft............. 5 115,4 | 55,4 90 146,65 ' 108,75 j 122 125,25 184,75 90,25 48 442 193 191,5 । 33,25 | Kurszettel -er Berliner un- Frankfurter Börse. Dahinter den Pap^n angeführten Ziffern geben die Höhe der znietzt befch,offenen Dimdende an. - Reichsbankdiskant 4 Lombardzinsfuß 5 o. S). Notierung Brie 42,12 0,141 3,053 55,79 46,90 12,495 5,511 16,40 168,20 19,52 0,731 5,666 62,79 49,05 11,35 64,41 80,55 33,97 10,275 I 2,490 Frank,utt a. M. Berlin Schluß- kurü Schluß! Abendbörse Schluß- kurö Schluß!. Mittag- börse ‘.Oalnm 9-6 10.6 9.6 | 10 6 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 101,25 101,4 101,4 101,4 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 98,75 98,75 98,75 98,75 Doung-Anleihe von 1930 . 103 102,5 102,65 Deutsche Anl.-Ablvs.-Schuld mit Auölos.-Rechten ............ 4 ¥t% Deutsche Reichöpostschatzan 113,1 113,4 112,8 113,4 ivei,ungen von 1934, 1. ... *¥i7o ehe in. 8% Hessischer Volks 100,2 100,2 100,4 100,25 final 1929 trückzahlb. 102%) ... ehem.8°/«. Hessische Landes baut Darmstadt Gold R. 12. 98,75 98,75 98,75 98,75 97 97 97 6'/z% ehem. 4^,% Hess. Landes Hispolhckenbank DarmstadtLigu. *¥i% ehem. 8% Darmst. Komm 101,5 101,25 — — LandeSb.GoldschuIdverlclir. R.6 93,25 93,25 Oberhessen Provinz-Anlelhe niii AuSlos.-Rechlen ............ Deutsche Komm. Cammelabl. An — 123,5 — — leihe Serke 1 mit Auslos.-Rechten 118,5 118,65 118,9 119,2 4 '/2°o ehem.8% Franks. Hyp.^Aan! Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 97 97 6¥2% ehem. 4’/j% Franks. Hyp. Bank-Ligu.-Pfandbrlese...... 6¥t% ehem. 4/,% Rheinische Hyp.-Bank.Ltqu..Goldpfe. .. 101,5 101,7 — — 102 101,9 102 102 4%% ehem. 8% Pr. Landespfand briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 97 97 97 97 4 ¥2% ehem. 7% Pr.Lanoeüpfanb bricsanst., Gold Komm. 01.20 Steucrgutfch.BerrechnungSk. 3-1-3H 94,75 94,75 109,4 94,75 109,4 94,75 109,4 4% Oesterreichische Goldrente... _ 31,5 4,20% Oesterreichische Sllberrente _ 2,9 3,2 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staaisrente v. 1910 10 9,5 9,75 9,3 9,8 9,5 9,75 9,3 9,5 14,3 4l2% desgl. von 1913.......... 6% abgest. Goldmexikaner von 99 9,6 14,65 9,4 14,5 9,6 14,5 4% Türkische Bagdadbahn-Aulethe Serie 1................... — — - — Franksurt a.M. Herlin Schluß, kurs Schluß!. Abend- börse Schluß, lurd Schluß!. Mittag- bürte Datum 9.6 10.6- 9-6. 10-6- 4% ocsgl. Lene n ............ 5% Numan, vereinh. Rente v. 1903 4/,%Ruman.vereinh.Rcntev.l913 4% Rumänische vercinh. Rente . 2¥*% Anatolier............. 7,5 10,25 6 45,25 7,5 9,13 5,925 45 7,6 10,13 6,1 7,5 10,13 6 44,65 Fran.hurt a. M. Berlin Schluß, kurü Schluß!. Abend- börse Schluß. lurS Schluß!. Mittaa- börse 9-6- 10-6. 9.6. 10.6 141,5 142,5 141,5 140,75 — — 139,75 138 244,5 252,5 244,75 247,25 136,65 133 136,4 133,25 98,75 96,75 98,65 97,25 23 23 23 22,75 133,5 135,25 134,5 135,5 131,5 — 131,5 131 182 — 182 184,25 Ärmliche Notierung cseio Ärief 0,686 0,690 42,04 42,12 0,139 0,141 3,047 3,053 55,56 55,68 46,80 46,90 12,445 12,475 5,485 5,495 16,36 16,40 167,87 168,21 19,48 19,52 0,728 0,720 5,654 5,666 62,54 62,66 48,95 49,05 11,305 11,325 64,16 64,28 80,35 80,51 33,95 34,01 10,25 10,27 2,486 ,490 Banknoten. Nr. 13 5 Dritter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Donnerstag, 11. Zuni 1956 Sowaten-Einzug in Gießen Ereignisses, der Frank- Kraftfahrer und Panzerfahrzeuge Wichtige Verhaltungsmaßregeln auf der Straße. deshalb Signal rechtzeitig, nicht erst kurz hinter in Kurven überholen, auch wenn sie sind. Die Panzer fahren Kurven nicht sondern in Form eines Vierecks. An Fahrzeug geben. Gleiskettenfahrzeuge schwenken bei Wendun- hinten nach der entgegengesetzten Seite aus. auch beim Rechtsheranfahren wird das aus- den Wendpunkten wird jedesmal die Fahrbahn durch das Ausschwenken plötzlich verringert. Die Panzer können Linkskurven nicht hart an der rechten Straßenseite durchfahren. Deshalb Begegnung und Ueberholung besonders in Linkskurven vermeiden. 7. Geschlossene Kolonnen nicht durchbrechen, nicht zwischen Panzer fahren. dem 4. gen Also fahren. 6. Richt übersichtlich im Bogen, schwenkende Heck des Panzers die ursprünglich zur Verfügung gestandene Durchfahrtsbreite zunächst vermindern. Daher beim Ueberholen oder Begegnen nur vorbeifahren, wenn zwischen Fahrzeug und Panzer mindestens ein Meter Zwischenraum bleibt. 5. Bei Ueberholung und Begegnung langsam Ausdruck. Er wies die Soldaten u. a. darauf hin, daß sich die Bevölkerung der schönen Garnisonstadt Gießen schon immer aufs engste mit ihren Soldaten verbunden gefühlt habe, und daß sie auch jetzt sicherlich alles tun werde, um dem Bataillon die Garnrsonstadt Gießen angenehm zu machen. Er wünschte ebenfalls, daß die Angehörigen des Bataillons sich in Gießen immer wohlfühlen möchten. Der Vertreter des dienstlich auswärts weilenden Oberbürgermeisters übermittelte dem Bataillon den herzlichen Willkommensgruß der Garnisonstadt Gießen, den die Soldaten ja bereits bei ihrem Einzug durch die riesige Menschenmenge und durch zahlreiche Blumenspenden eindrucksvoll hätten feststellen können. Er versicherte den Offizieren, Unteroffizieren und Mannschaften des Bataillons, daß die Stadtverwaltung immer bestrebt sein werde, von sich aus ein gutes und herzliches Verhältnis zu dem Bataillon herzustellen und die Stadt Gießen der Truppe zu einer Heimat im besten Sinne des Wortes zu machen. Damit war die schlichte Empfangsfeier beendet. Der Standortälteste verließ hierauf unter militärischer Ehrenbezeugung in Begleitung seiner Gäste den Kasernenhof. Vermerkt sei noch, daß die Polizei in sorgsamster Weise die Absperrung vornahm, dabei aber allenthalben so entgegenkommend verfuhr, daß die schaulustige Bevölkerung überall voll und ganz auf ihre Rechnung kam Häufig sind sich Kraftfahrer darüber im Unklaren, wie sie sich beim Zusammentreffen mit Panzerwagen auf der Straße zu verhalten haben. Um Schwierigkeiten und Unfälle zu vermeiden, wird auf folgende Punkte hingewiesen und um deren Beachtung im eigenen Interesse gebeten: 1. Panzerwagen befahren normalerweise die Mitte der Fahrbahn. Vorübergehend die rechte Seite befahrende Fahrzeuge werden alsbald wieder der Straßenmitte zustreben. Es kann nicht damit gerechnet werden, daß rechtsfahrende Panzer ohne zwingende Gründe längere Zeit rechts bleiben. 2. Der Panzerfahrer kann infolge des eigenen Fahrgeräusches fremde Signale nur schwer aufnehmen. Signalgeben zur Bekanntgabe der Ueber- holungsabsicht genügt deshalb nicht. Die Verbindung mit anderen Verkehrsteilnehmern nimmt bei Straßenfahrt der im Turm stehende Panzerschütze auf. Er verständigt den Fahrer und gibt das Ueber- holungszeichen (vorwärts winken mit dem linken Arm). Erst dann hat der Ueberholende die Gewähr, daß Fahrer und Fahrzeug auf die Ueberholung vorbereitet sind. 3. Die Verständigung des Fahrers benötigt Zeit; nommenen dreimaligen Sieg-Heil-Ruf auf den Führer und Obersten Befehlshaber der Wehrmacht Adolf Hitler zum Ausdruck. Anschließend wurden die ersten Verse des Deutschland- und des Horst- Wessel-Liedes gesungen. Der K r e i s l e i t e r als Vertreter der nationalsozialistischen Bewegung gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß er im Namen der Partei die Truppe in ihrer Garnison Gießen begrüßen könne. Er hob hervor, daß nach dem Willen des Führers die Wehrmacht und die nationalsozialistische Bewegung die beiden tragenden Säulen sind, auf denen der Staat ruht, die Wehrmacht als der Waffenträger der Nation, die Bewegung als Ausdruck des politischen Willens der deutschen Nation. Wenn die Aufgabe dieser beiden Säulen äußerlich scheinbar voneinander verschieden sei, so hätten sie doch beide zusammen nur eine einzige Bestimmung und Lebensaufgabe: in Treue zum Führer sich' ganz dem Dienst des Volkes zu weihen. Er begrüße die Soldaten im Namen der Partei und der ganzen Gießener Bevölkerung, die sich über die Truppe von Herzen freue, mit dem Wunsche, daß sich die Angehörigen des Bataillons in Gießen wohlfühlen möchten. Der Kreisdirektor als Vertreter des Staates, der Provinz Oberhessen und des Kreises Gießen brachte deren herzlichen Willkommensgruß zum Der gestrige Mittwoch wird in der Geschichte der Stadt Gießen als ein Tag der Freude vermerkt bleiben, denn er brachte uns den Einzug eines Truppenteils. Es handelt sich um em M G. - B a - taillon (mot), das am gestrigen Mittag kurz nach 12 Uhr seinen Einzug hielt. Zum Empfang der Truppe hatte sich in der oberen Frankfurter Straße der S t a n d o r t ä l t e st e eingefunden, ferner waren dort der K r e i s l e i t e r, der K r e i s d i r e k t o r und der Stellvertreter des Oberbürgermeisters, außerdem eine Anzahl Offiziere des Standorts Gießen erschienen. Der Standortälteste nahm in der Frankfurter Straße die Vorbeifahrt des Bataillons ab, die unter den Klängen des Badenweiler Marsches, gespielt von der Bataillonsmusik, vor sich ging. Eine große Menschenmenge war dort Zeuge des denkwürdigen Ereignisses, außerdem waren die Einzugstraßen von der Frankfurter Straße her über die Wilhelmstraße, Lud- wlgstraße, Kaiserallee, Licher Straße zur Neuen Kaserne von riesigen Menschenmengen beiderseits der Fahrdämme besetzt. Allenthalben wurde den Soldaten ein außerordentlich herzlicher Empfang bereitet, bei dem die Freude über ihre Ankunft sich u.. a. in zahlreichen Blumengrüßen an die Soldaten sichtbar kundtat. Auf dem Hofe der Neuen Kaserne nahm das Bataillon mit seinen Fahrzeugen Aufstellung, um hier von dem Standortältesten, sowie den Vertretern der Partei, des Staates und der Stadt Gießen offiziell begrüßt zu werden. Nach dem Abschrecken der Front begrüßte der S t a n d o r t ä l t e st e die Truppe mit weithin schallendem Heil-Ruf, der kräftig erwidert wurde. Sodann entbot er dem Bataillon seinen herzlichen Willkommensgruß mit dem Wunsche, daß sich die Soldaten in Gießen rasch einleben und stets wohlfühlen möchten. Zwei besondere Wünsche gab er der Truppe außerdem noch zur Kenntnis: erstens möchte sie bald ein recht gutes Verhältnis zu der sehr militärfreundlichen Bevöl- keruna der Stadt Gießen herstellen, zweitens wünschte er, daß die Angehörigen des Bataillons gute Kameradschaft halten möchten mit den Soldaten der anderen Waffengattungen in Gießen. Weiter brachte der Standortälteste' seine Ueberzeu- gung zum Ausdruck, daß die Truppe mit Freude in Gießen Garnison bezogen habe, er brachte den Soldaten aber auch zur Kenntnis, daß er von ihnen unermüdlichen Eifer bei der Ausbildung erwarte, um dadurch auf den denkbar höchsten Stand der militärischen Schlagfertigkeit zu kommen, damit das Bataillon zu jeder Zeit imstande ist, durch restlose Erfüllung der soldatischen Pflicht und Schuldigkeit auch den höchsten Anforderungen im Dienste Des Vaterlandes gerecht zu werden. Das Gelöbnis Der Soldaten zu strengster Pflichterfüllung im Dienste des Vaterlandes und zu unwandelbarer Treue gegenüber dem Führer brachte der Stand- »rtältest'e mit dem von der Truppe freudig aufge- Der Standortälteste nimmt den Vorbeimarsch ab. (Aufnahmen [2]: Photo-Pfaff, Gießen.) Der Standortälteste während seiner Ansprache vor den angekommenen Truppen im Kasernenhof. Aus der Provinzialhauptstadt. Frauen und Schlagermelodien. Eine Frau mag sich ihr Haar färben und sich auf neu Herrichten lassen, wie der Fachausdruck lautet; aber das Lied ihres Herzens, das sie singt und summt, wenn niemand zuhört, ist auch das Lied, das ihre erste Jugend überstrahlte und vergoldete. Das ist das Lied, das ihr mondbeschienene, silberumflossene Nächte, einen Tanz, einen Kuß, eine Hoffnung, ein Versprechen, ein liebes und mehr noch ein wehes Erinnern zurückruft. Das Lied ist ihr genau datierter Altersnachweis. „Regentropfen" und „Das gibts nur einmal" sind das Zeugnis einer durchaus vorhandenen Jugend, wenn auch der letztere Schlager schon seit zwei Jahren vergessen ist. Was aber sind zwei Jahre für einen Schlager und für das Leben einer Frau! Die Schlager werden ja nur geschrieben, um verkauft zu werden. Nur selten hat der Hersteller den Ehrgeiz, daß sein kleines Werk die Saison überleben soll. Das ist bei der Massenherstellung guter Schlager ja auch kaum möglich. Immerhin ist anzunehmen, daß die Sängerin der „Regentropfen" in einem Alter steht, das zwischen 18 und 22 Jahren liegt. Etwas verdächtiger ist es, wenn ein Mädchen mit verträumtem Augenaufschlag und dem bekannten Erinnern im Blick das Lied singt: „Ja, der Sonnenschein, der Sonnenschein hcck's fein". Der Jüngling stürzt zum Schlagerlexikon und stellt fest, daß dieses Lied, in dem der Sonnenschein ganz allein ungestört ins Zimmer vom Mägdelein gucken darf — er selber also demnach nicht —, im Jahre 1924 in die damals völlig verrückte Welt geschickt wurde. Wenn die Maid im Geburtsjahr des Schlagers also erst 18 Jahre alt war — Jünglinge nehmen in solchen Fällen immer das beste an —, so hat er dennoch ein Bäckerdutzend an Jährchen zuzulegem Eine ganz einfache Rechnung. Bitter und bedenklich aber ist es, wenn die Maid ihm die durchaus verständliche Aufforderung erck- gegenschmettert: „Lieb mich und die Welt ist mein!" Hier muß er die Verkehrsampel seiner Gefühle zum mindesten auf Achtung stellen und darf auf keinen Fall ohne weiteres mit Grün in das Land der Liebe rasen. Denn dieser Schlager erblickte im Jahre 1902 das Licht der Welt! Selbst wenn er annimmt, daß die Holde als Wundersäugling in der Windelhose das Lied schon lernte und, statt zu krähen, immer vor sich hinquäkte: „Ich wandle wie im Traum einher, dem Paradiese streb ich zu" — selbst dann ist es ratsam, sich auf dem Meldeamt nach ihrem Geburtstag zu erkundigen. Denn nicht jede Maid hat den Bekennermut unserer Adele Sandrock, die zweifellos, wenn sie gut gelaunt ist, den Schlager vom Prinzen Eugen, dem edlen Ritter, summt. Puck. Dornotizen. Tageskalender für Donnerstag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Hinter den Kulissen". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Maskerade". — Neue Pestalozzischule: 15 bis 17 Uhr Modellbauausstellung. Oie Beurlaubung von Wehrpflichtigen für die Landwirtschaft. Das Oberkommando des Heeres gibt bekannt: Vielfach werden von Wehrpflichtigen, die ihre aktive Dienstpflicht erfüllen oder von deren Angehörigen an die Dienststellen Anträge auf längere Beurlaubung zur Aufrechterhaltung des Betriebes oder der Landwirtschaft gestellt. Solchen Anträgen kann im allgemeinen nicht stattgegeben werden, da die an und für sich kurze Ausbildungszeit zum Erreichen des Ausbildungs- vieles bei längerer Beurlaubung nicht mehr ausreicht. Ausnahmsweise darf bei Vorliegen besonderer Gründe Urlaub erteilt werden, wenn 1. ein tatsächlich besonderer Notstand festgestellt 3« meines toiisw Roman von Marlise Kötting. Llrheberrechtsschutz: Verlag Oskar Meister, Werdau. 37. Fortsetzung Nachdruck verboten! „Dann wird man eben wieder aufsperren", ent- Ichied Kommissar Schlottmann. „Passen Sie auf, Fräulein Zedlitz, ich werde alles versuchen, um dieser , s.acht nachzukommen. Ich werde von Stralsund aus ! (in Wasserflugzeug beordern. Es kann hier auf dem ' 2odden landen und mich mitnehmen." „Nehmen Sie mich auch mit", flehte Benedikte. Der Kommissar schüttelte den Kopf: „Wo denken Cie hin, Fräulein Zedlitz? Gänzlich unmöglich. Eine L»ienstfahrt und eine Privatperson mit dabei, das ;eht nicht. Aber ich verspreche Ihnen, wir werden clles tun, um Herrn Petersen, falls er in Gefahr s in sollte, zu retten und die ganze Geschichte restlos oufzuklären. Seien Sie jetzt nur ruhig, die Dinge sind meistens । nur halb so schlimm, wie man sie im ersten Schrecken L fsht. Jedenfalls möchte ich Ihnen das eine sagen: ISRir scheint, man hat Ihnen Unrecht getan, ich flEaube, daß Sie nicht beteiligt sind. Auf jeden Fall Müssen Sie sich zur Verfügung der Polizei halten. L-itte bleiben Sie in Ihrem Hause. Sie bekommen 'ft? roch weitere Nachricht." jii/ Er ging rasch zur Tür hinaus, von Josua gefolgt. ‘,clb benedikte stand einen Augenblick mit gesenktem jacb ! opf da. Dann riß sie ihren Oelmantel vom Haken Wt lmd rannte hinaus. — Nie .J Mit abqeblendeten Lichtern und klein gestelltem f I ^otor fuhr die Motorjacht „Glückauf" durch das rtti ^eer- ’Z Hans-Hermann wechselte sich mit dem einen A, Maschinisten am Steuerruder ab. Er hatte vor sich v iie Karte und hielt scharf Kurs auf die dänische " nsel Moen. Er fühlte das Steuerrad tn seiner < §>and, es war gut, etwas zu tun zu haben, gezwun- , P Zu ein, an nichts anderes zu denken, als an 6 °°r.S°Ichri-ben°n Weg. Wenn die Gedanken erst -blchwei en konnten, dann brachten sie nur trostlose k- erzwei lung. _ In welches Netz war er geraten — Wie wett war es mit ihm gekommen!--. Nie v'urde er sich Don dieser Verbrecherbande wieder i9e< freien können! Ach was, besser nicht zu denken. t5 blieb doch bino w-h' **-•**• Zwei Stunden war man schon gefahren. Da kam Steffens die Treppe herunter. „Passen Sie auf, Zedlitz", sagte er. „Jetzt beginnt Ihre eigentliche Aufgabe. Pierre, der andere Maschinist, übernimmt jetzt die Steuerung. Gehen Sie in die Kammer hinter dem Achterdeck. Dort finden Sie einen leichten Oelanzug. Ziehen Sie den an und kommen Sie an Deck. Wenn ich Ihnen ein Zeichen gebe, springen Sie ab und schwimmen auf ein Segelboot zu, das ein paar Meter von uns entfernt vorbeikommen wird. Man wird Ihnen eine Leine zuwerfen, und Sie an Bord des Bootes ziehen. Dort geben Sie diesen wasserdichten Beutel ab", er zeigte Hans-Hermann einen kleinen Beutel, in Oelzeug eingenäht, „darauf kommen Sie wieder zu uns zurück, verstanden?" Hans-Hermann nickte. „Also, gehen Sie, ziehen Sie sich um. Ich warte am Achterdeck auf Sie. Hier kommt auch Pierre. Also, Pierre, du übernimmst jetzt das Ruder/' Hans-Hermanns Hände waren wie tot, als er sie jetzt vom Steuerrad sinken und Pierre an seiner Stelle die Steuerung übernehmen ließ. Mit schleppenden Schritten ging er aus dem Maschinenraum, immer von Steffens gefolgt, der ihn nicht aus den Augen ließ. Man schien ihm immer noch nicht zu trauen. Man schien immer noch zu fürchten, daß er ausbrechen würde. Aber wie konnte hier ein Mensch ausbrechen? Ebensogut konnte er sich gleich aushängen. „Lassen Sie sich ruhig Zeit", sagte Steffens, „wir sind erst in zwanzig Minuten an der verabredeten Stelle" 19. Hans-Hermann öffnete die kleine Gangtür, die zu der Kleiderkammer am Achterdeck führte. Steffens ging, eine Zigarette rauchend, auf und ab. Plötzlich blieb er stehen, lauschte. War das nicht ein Schrei gewesen? Da hatte doch jemand hinter der Tür gerufen oder geschrien? War Zedlitz etwas zugestoßen? Mit zwei Schritten war er an der Tür, riß sie auf — da fuhr er zurück. Er sah Hans-Hermann kreidebleich an der Wand der kleinen Kammer lehnen. Vor ihm stand ein Mensch und redete mit aufgeregten Worten auf ihn ein. In Steffens' Augen stieg Wut und Angst auf. Das war doch der deutsche Schulmeister! Jens Petersen hatte in seiner Erregung das lautlose Oeffnen der Tür nicht gehört. Aber er sah an Tür starrten, irgend etwas war in Unordnung. Er wandte sich blitzschnell um und sah Steffens Gesicht. Im Augenblick hatte sich dieser in der Gewalt. „Oh, Herr Petersen", sagte er sehr liebenswürdig, „welch unerwartetes Vergnügen, Sie hier zu sehen. Wie sind Sie denn an Bord gekommen? Aber wenn Sie uns doch nur gesagt hätten, daß Sie unsere kleine Mondscheinfahrt mitmachen wollten! Es wäre uns ein Vergnügen gewesen, Sie mitzunehmen." Mit geballten Fäusten trat Jens Petersen zu Steffens hin: „Machen Sie keine Phrasen, Mann! Glauben Sie, ich weiß nicht, was hier gespielt wird? Man hat schon lange im Dorf davon gesprochen, daß bei Ihnen auf der „Burg" nicht alles mit rechten Dingen zugeht, und da wollte ich mich einmal davon Überzeugen." In Steffens' Augen blitzte es auf, aber schon wieder machte er ein harmloses Gesicht: „Aber ich bitte Sie, Herr Petersen, seit wann hört ein vernünftiger Mensch auf Dorfklatsch? Die guten Dörfler können es nicht begreifen, wenn wir in der Nacht herausfahren. Sie begreifen es ja ebensowenig, daß die Fremden Vergnügen am Baden finden. Haben Sie schon mal einen Eingeborenen freiwillig ins Wasser gehen sehen? Also! Alles Geschwätz, Herr Petersen, alles Geschwätz. Nicht wahr, lieber Zedlitz?" Hans-Hermann würgte ein „3a" heraus. Steffens sah ihn an: „Sie sind etwas erschreckt, lieber Zedlitz? Kann ich mir denken. Auf einen blinden Passagier hier in der Kleiderkammer waren Sie wohl nicht vorbereitet. Nehmen Sie zur Beruhigung Ihrer Nerven eine Zigarette. Aber erst Sie, Herr Petersen, Sie sind ja ein geschätzter und lieber Gast." „Danke", kam es von Jens Petersen zurück, „ich will keine Zigarette. Und nun hören Sie auf mit dem Geschwätz. Wenn Sie nicht augenblicklich Kurs auf Oevenshöe nehmen und an Land gehen, werde ich morgen in Stralsund der Polizei Mitteilung machen." „Aber Sie irren sich, Sie irren sich vollkommen", sagte Steffens wie in ehrlichem Bedauern. „Ich versichere Ihnen, daß Sie sich täuschen. Bitte nehmen Sie doch eine Zigarette," er holte aus seiner Tasche eine viereckige, eigenartig geformte Zigarettendose, hielt sie Jens Petersen dicht vor das Gesicht. „Aber ich will doch nicht", wollte der gerade sagen, da drückte Steffens auf einen Knopf der TW* — fr- sp-mp «uif eir aiixfüfar»4 irgend etwas Betäubendes, Beizendes sprang ihm in einem dünnen Strahl entgegen, er gurgelte, er wollte sich auf Steffens stürzen — aber die Sinne vergingen ihm. Kreideweiß lehnte Hans-Hermann an der Wand. Jetzt wandte sich Steffens zu ihm: „Abgekartete Geschichte, was?" Hans-Hermann schüttelte den Kopf. „Sie können mir viel erzählen. Jedenfalls werden wir auf der Hut fein!" Er pfiff. Schritte polterten die Treppe herunter. Der eine Bootsmann erschien. Fassungslos starrte er auf den ohnmächtig am Boden Liegenden und dann auf Hans-Hermann. „Donnerwetter, was ist hier passiert? Verrat?" „Zum Glück noch verhütet, Kamerad", sagte Stef- fens. „Aber den guten Zedlitz hier wollen wir uns doch lieber sichern, los, binde ihn!" Trotz feiner verzweifelten Gegenwehr wurde Hans-Hermann von Steffens und Dem Bootsmann überwältigt. Mit einem starken Strick wurden ihm Füße und Hände gefesselt. „So, nun bleibst du hier, bis es Zeit ist zum Absprung. Wenn du erst einmal im Wasser liegst, wird dir der Verrat wohl vergehen. Du wirst den Auftrag ausführen, sonst — das schwöre ich dir — kommst du nicht lebend wieder an Bord zurück. Und den da", Steffens wies auf den ohnmächtigen Jens Petersen, „nehmen wir mit, du weißt schon Bescheid, Kamerad!" Mühsam schleiften sie den Körper des Bewußtlosen die Treppe empor. In dumpfer Verzweiflung blieb Hans-Hermann zurück. Er hörte, wie dis Tür abgeschlossen wurde. Nun war er allein. Er hörte Sprechen, Geräusch von Schritten, vor oem Bullauge der Kammer schäumte das dunkle Meer auf und ab. Ein Flugzeug brauste durch die Nacht — es nahm Kurs von der Küste nach der Insel Oevenshöe. Es flog mit Rückenwind, und so ging es kaum eine Viertelstunde nach dem Aufstieg schon auf dem monderhellten Wasser des Boddens nieder. Kommissar Schlottmann ruderte, von Josua begleitet, bereits auf einem Fischerkahn auf dem Bodden. Eine riesige Fackel loderte am Heck des Bootes als Zeichen für den Piloten. Als der riesenhafte Flugvogel aufrauschend nieberqlitt brachte er den Kahn mit starken Stößen in feine Nähe. „Hallo, Brander", rief er hinüber, „hier Schlott» ’aaAXX»'" Fortsetzung folgt. Kaiserallee 141, erhoben. der es 10 stammen scheinen. Generalversammlung der Spar- und Oariehensfasie Groh-Kichen. Die Mitglieder genannter Formationen, die nicht Parteigenossen sind, werden aufgefordert, ihren Beitrag zur Hilfskasse an einem der genannten Bescheinigungen erhielten: Richtigschreiben. seines. — 8 0 Silben: Wilh. Enz, Frida Jung, Ria Schmidt, Irmgard Jäger, Aug. Velten, Erich Jung, Hedwig Kindt. — 60 Silben: Therese Frank, Horst Buschmann, Willi Enkirch, Liesel Gro- her, Fritz Rinn, Hilde Pfaff. versammelten sich m der Turnhalle die Mitglieder der Spar- und Darlehnskasse eGmbH. Groß-Eichen zu ihrer Jahreshauptversammlung. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats Karl Schmidt eröffnete die Versammlung. Der Direktor der Kasse, Bauer Ernst Lang erstattete den Geschäftsbericht für das Jahr 1935. Dem Bericht war zu entnehmen, daß der Gesamtumsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr 295 021,93 Mark betrug. Ganz besonders sind die Spareinlagen gestiegen, und zwar von 50365 Mark auf 70 794,68 Mark. Erstmalig erscheint im Ge- ner, -—---- . - x , Jakob Vogt, Hildegard ßcfd), des Führers, des Gau- und Kreisleiters bekannt. Anschließend gab der Ortspressewart M a y k ä m - per einen längeren Bericht über die Genossen» schaftstagung in Mainz, wobei er kurz den Besuch der Reichsnährstandsausstellung streifte. Im zweiten Teile des Abends sprach der Ortsgruppenleiter über wichtige interne und organisatorische Fragen. Er schloß die Mitgliederversammlung mit einem Treuegelöbnis zum Führer. ist Immer hilfsbereit. tNanch alte $rgu hat er schon über die Straße geführt. $üc andere ist er hinüber gesprungen, um daa Gewünschte zu besorgen. Am liebsten holt erOr. Oetker» Erzeugnisse) denn öle kennt er am „Hellen 8opf", und er wdfij öaß sie gut find, flchtvng- ausfchaelöevl preisaufgabet Nationallieder. NSLB., Fachschaft Höhere Schule. Deutfchkundllche Fachschaft. von Hermann Stehr. IiGOAP, Ortsgruppe Gießen-Ost. An alle SA-, Marine-SA und JlSfift.- Männer in der Og. Gießen-Vst. Redeschrift. Hervorragend: Walter Hällmayer, Erich Runzheimer. — Sehr gut: Meta Amend. — Gut: Franz Trauth, Hilde Eisenacher, Wilma Lei- pold, Else Kampf. Oer Verkauf von Hackfleisch während der Sommermonate. Von der P ° l i z e i d l r ° k t ion Gießen wird Großkundgebung der AS.-Frauenschast in der Volkshalle Gießen am Sonntag, dem 14.ZUM, Beginn 45 hr Tage zu zahlen. Bei Nichtbezahlung erfolgt Abmeldung bet Reichsleitung in München. Erfolgreiche Kurzschriftler der Deutschen Arbeitsfront. tun laao an i iicip — ä,.. Besitze eines strenge Bestrafung zur oolge- Brandschaden ist Landschaden. Achtung! Hahrraddiebe! Lpd. Erfahrungsgemäß häufen sich in den Sommermonaten wieder die Fahrraddiebstähle. Ein großer Teil dieser Diebstähle, besonders auf dem Lande, wird von Landstreichern verübt und ist mit auf das Schuldkonto der Fahrradbesitzer zu setzen, die ihre Räder oft in sehr nachlässiger Weise unbeaufsichtigt | vor Gasthöfen oder bei Feldarbeiten in der Nähe der Wege stehen lassen. Die Diebe setzen die so erlangten Räder entweder sofort oder nach kurzem Gebrauch ihrerseits bei Privatpersonen — mit Vorliebe auf dem Lande — zu einem geringen Preis ab, um danach sofort wieder andere Räder zu stehlen. Kein Radfahrer lasse daher sein Rad leichtfertig ohne Aufsicht stehen, sondern schließe es an. Fahrradsicherungen sind zu einem geringen Preis in allen einschlägigen Geschäften zu haben. Insbesondere notiere jeder Radbesitzer Fabrikmarke, Nummer und sonstige Kennzeichen seines Rades, damit er im Falle eines Verlustes zum Zwecke der Ermittlungen genaue Angaben machen kann. Alle Volksgenossen werden dringend gewarnt, von unbekannten Personen oder unter irgendwie verdächtigen Umständen gebrauchte Fahrräder zu kau- > fen. Werden solche Fahrräder als Diebesgut erkannt, rung des Allgemeinen Frauenvereins, der Frauenverein vom Roten Kreuz für Deutsche Uebersee und die Sanitätskolonne in einem Aufruf an die Bevölkerung auf den Sammeltag aufmerkfam und bitten um Unterstützung der Allgemeinheit für weitere Arbeit im Dienst am Volk. Auf die Anzeige sei besonders hingewiesen. Oberhessen. Dreister Einbruch in Klein-Linden. schäftsbericht die neu errichtete Schulsparkasse, und zwar mit 120,35 Mark. Im Warenverkehr betrug der Umsatz 17 650,95 Mark, gegenüber dem Vorjahre 2807,94 Mark mehr. Auch mengenmäßig trat eine Erhöhung des Verbrauchs von Düngemitteln, Futtermitteln und Saatgut auf, und zwar wurden 822 Äentner mehr umgefetzt als im Vorjahre. Die gesamt bezogene Menge in diesen Artikeln bezifferte sich auf 3455 Zentner. Diese Zahlen beweisen, daß die Kasse im Rahmen der Erzeugungsschlacht ihre Aufgabe erfüllt. Sodann wurde durch den Rechner Gustav Rahn die Jahresbilanz verlesen und erläutert. Diese schließt in Aktiva mit 113,708,38 Mark und in Passiva mit 112 593,58 Mark ab. Als Reingewinn verbleibt ein Betrag von 1114,80 Mark (im Vorjahre 830,56 Mark), der vorschlagsmäßig verteilt wurde. Auf Vorschlag des Versammlungsleiters wurden der Vorstand und Aufsichtsrat für die einwandfreie Geschäftsführung entlastet. Der Vorsitzende verlas im weiteren 23er» lauf hör Versammlung den Bericht des Revisions- ^Nach'ß 5 der Polizeiverordnung über den B»fchr mit Fleisch und allen ubrtgen non Tiere 6 ft Istelk^>ch'°vzustelle°m°ZuLhand'lungen haben CYX . fL___C. und dies Such von der Orts- und KreispoNzei- 2. wahrend^der^i?rlaubszeit bei der Truppe kdne besonders wichtigen Ausbildungsvorhaben durch- geführt werden. Keine Beschäftigung ohne Arbeitsbuch. Sonntagsrückfahrkarten aus besonderem Anlaß. Dom Bahnhof Gießen werden Sonntaasrückfahr- farten ausgegeben: Zum Lamboyw a l d f e ft i n Hanau voch 12. bis 14. Ium 1936. Die Karten gelten zur Hinfahrt vom 13. Ium 0 Uhr bis 14. Juni und zur Rückfahrt vom 13. Ium 12 Uhr bis 15. Juni 12 Uhr (spätester Antritt der Rückfahrt). Zur Wiedersehensfeier ehern. Fuß' artillerie-Regimenter7 und 9 in Köln am 13. und 14. Juni 1936. Die Karten gelten zur Hinfahrt vom 13. Juni 12 Uhr bis 14. Ium und zur Rückfahrt vom 13. Juni 12 Uhr bis 16. Ium 12 Uhr (spätester Antritt der Rückfahrt). Zur Rückfahrt vom 15. Juni nach 12 Uhr gelten die Karten nur, wenn sie durch das Fuhartillerie-Regiment 9 oder 7 abgestempelt sind. Ls spricht: Gaupropagandaleiter Müller-Scheid Gaufrauenschastsleiterm Westernacher wir machen nochmals alle Volksgenossen aus Sieben und Umgebung aus diese gebung bestimm! zu einem Erlebnis gestatten. von allen parleigenosten, Mitgliedern der Gliederungen und polnischen Leitern erwarten wir, daß sie zahlreich an dieser Kundgebung leüneymen. Die Fahnen der Gi-Hener Ortsgruppen sind mit je zwei Iahnenbegleitern um 14.50 Uhr vor der Volkshalle angetreten. Eintritt 0,20 UM. Vorverkauf täglich von 10 bis 12 und °°»"bsl7 Uhr in der Kreisgeschästsstelle der NS.-Irauenfchafk im Hause des Lase hetller. Kreisleitung Wetterau der 7!EOAP. so verfallen sie ohne Entschädigung der Beschlagnahme. Außerdem hat der Besitzer solcher Räder ein Strafverfahren wegen Hehlerei zu gewärtigen. Personen, die des Fahrraddiebstahls oder des Handels mit unrechtmäßig erworbenen gebrauchten Fahrrädern verdächtig sind — auffallend niedriger Preis. Aenderungen der Nummer, Marken uim. — 1 übergebe man dem nächsten Polizeibeamten. * Klein-Linden, 11. Juni. Die Gießener Kriminalpolizei wurde gestern gegen Abend nach hier gerufen, wo am Nachmittag im Hause eines Landwirts in der Wetzlarer Straße ein Ein - bruchsdiebstahl verübt worden war. Der Dieb hatte Hof und Haus mit einem Schlüssel aufgeschlossen und war in die Wohnung eingedrun- gen. Er fand auch den Kassenschlüssel und entwendete aus einer Kasse einen größeren Geldbetrag. Ferner nahm er noch Wasche und Kleidungsstücke mit. Die Hofreite verließ er durch den Nachbarhof. Kurze Zeit später weilte schon die Kriminalpolizei am Tatort und nahm die Untersuchungen auf. Der Dieb, ein etwa 3 0 - jähriger Wanderbursche von der Landstraße, hatte noch bei einem Wirt, dem er infolge seines scheuen Wesens verdächtig vorkam, ein Glas Bier getrunken und sich dann in der Richtung nach Dutenhofen entfernt. In sehr kurzer Zeit gelang es der Polizei, den Dieb zu stellen, und zwar gerade, als er in einem Personenzug in der Richtung Wetzlar davonfahren wollte. Er wurde sofort verhaftet und dem Gefängnis zuyeführt. Die gestohlenen Gegenstände wurden sämtlich noch vorgefunden-, ferner noch eine Anzahl weiterer Gegenstände, die ebenfalls aus Einbrüchen zu + Aus dem nördlichen Kreise Gießen, 10. Juni. Nachdem die reichlichen Niederschläge der letzten Tage den ausgetrockneten Boden gründlich durchfeuchtet haben, ist man jetzt eifrig dabei, die Dickwurzpflanzen zu setzen. Erstmals hat sich gezeigt, wie leicht das eiweißreiche „Lands- berger Gemenge" sich in die Fruchtfolge einordnen ließ. Bereits hat es als Grün- oder Dörrfutter das Feld geräumt und schon werden Runkelrüben als Zweitfrucht nachgepflanzt. Auch die Raps- und Rübsenäcker können wieder ausgestellt werden. Meistens werden sie mit Erbsen-Wickenfutter besät. Der Bauersmann hat jetzt mit der Pflege der Hackfrüchte viel Arbeit. Mit den gut aufgelaufenen Rüben ist auch das Unkraut reichlich gewachsen. Neben Disteln treten Winden und Schießmelden sehr stark auf. Recht schön steht die Sommerfrucht. Auch in den Gärten stehen die Kulturen gut, soweit die Spätfröste nicht an Gurken, Tomaten und Boh- Die Arbeitsschule der Deutschen Arbeitsfront, die Ausbildungsstätte aller Schaffenden, führte ein Leistungsschreiben in deutscher Kurzschrift durch. Trotz der anstrengenden Arbeit im Geschäft hatten es die jungen Arbeitskameraden nicht gescheut, sich noch am Abend zum friedlichen Wettstreit einzu finden, um wieder einmal das Gelernte unter Beweis zu stellen, wieder einmal die eigene Leistungsfähigkeit zu kontrollieren. Das Leistungszeugnis der DAF. ist ein Garant wirklichen Könnens, da es nur für einwandfreie, fehlerlose Arbeiten ausgestellt wird. Das bei diesem Wettschreiben erstmalig durchgeführte Richtigschreiben hatte ebenfalls besten Erfolg. Das Lcistungszeugnis erhielten: Schnellschreiben. w$y Großen-Buseck, 11.Juni. Heute wird für Kinder unserer Gemeinde ein Kindergarten eröffnet. Damit geht ein lang gehegter Wunsch zahlreicher Eltern in Erfüllung. Trager ist die S^V. ^uaelaffen sind Kinder von zweiundeinhalv Jayden ab bis zu solchen des ersten und Zweiten Schul- jahres, die hier nach Schulschluß unter Aufsicht auch ihre Schulaufgaben erledigen können. Unter- gebracht wird der Kindergarten in einem Teil des Anwesens des Gasthauses „Zum kühlen Grund . Von hier aus können die Kinder in wenigen Minuten herrlichen Laub- und Nadelwald erreichen. Bis jetzt liegen 76 Anmeldungen vor, so daß neben der Kindergärtnerin Fräulein Liselotte Simon aus Wiesbaden noch eine Helferin eingestellt werden mußte. Die Kinder werden von 8 bis 12 und 14 bis 18 Uhr betreut. . * Beuern, 10. Juni. Der 78 Jahre alte hiestgä Schreiner August Stein glitt auf feinem Hofe aus, erlitt einen Armbruch und mußte in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden. Queckborn, 10. Juni. Am Sonntag machte der Radfahrerverein eine Omnibus» fahrt an den Rhein. Die Fahrt führte über Gießen durch das Lahntal über Limburg nach Koblenz, wo dem Ehrenbreitstein ein Besuch ab» gestattet wurde. Dann ging es den Rhein entlang ms nach Rüdesheim, wo das Niederwalddenkmal be- sichtigt wurde. Die Rückfahrt führte über Wiesbaden, Frankfurt und nach einer kurzen Raft in Butzbach kam man gegen 24 Uhr hier wieder an. f Hungen, 10. Juni. Die R e i ch s a r b e i t s - dlenst ab teilung 2/225, „Otto Bocke!" Nidda, veranstaltete im Saale des „Darmstadter Hof einen K a m e r a d f ch a f t s a b e nd. Oberfeldmeister Wettläufer sprach m einem Lichtbildervortrag über die Skagerrakschlacht. Der Redner als Teilnehmer an dieser großen Seeschlacht (auf der „Lützow"! gab ein klares Bild von jenem gtgan» tischen Kampf. In abwechslungsreicher Folge erfreuten dann die Männer des Spatens mit mufifa« lifchen und gesanglichen Darbietungen. k Hungen, 10. Juni. Ein Autounfall, der schwere Folgen haben konnte, ereignete sich heute nachmittag auf der Provinzialstraße von hier nach Inheiden an der Gemarkungsgrenze. Ein Personenauto, dessen Lenker aus Offenbach stammt, wollte einen Lastkraftwagen mit Anhänger überholen, wo- bei sein Wagen von dem schleudernden Anhänger erfaßt wurde. Hierdurch verlor der Fahrer des Personenkraftwagens die Gewalt über sein Fahrzeug und fuhr in den an der Straße gelegenen Schlammteich der Mannesmann-Röhrenwerke. Zum Glück hemmte ein starker Apfelbaum sowie die Einfriedigung des Schlammteichs die Fahrt, so daß der Wagen zum Stehen gebracht werden konnte, bevor er die tiefere Stelle des Teiches erreichte. Er wurde von anderen Kraftwagen herausgezogen. Der Wa- genlenker, ebenso ein mit ihm fahrendes Kind kamen mit kleinen Gesichtsverletzungen und dem Schrecken davon. Der Fahrer des Lastkraftwagens hat an- cheinend den Unfall gar nicht wahrgenommen. oer6ani>e5 ffi«; tti ta Sorftanbe5S:9(5rnf? Lang Öen Mitglieder Des 'DDm Auffichtsrat Hem - ®eor9 Z ^^obann Eimer wurden einstimmig ^rebs U^d Vnn stellte das Mit- Den Antrag zur inneren «usfle. jheö ./TurnhaUe ebenso rote andere Vereine, ettl- Spende non 600 Mark zu gewähren. Die Mil. r h*? orfnnnten den Zweck der guten Sache an unbestimmten bem Anträge zu. Versammlungsleiter K Schmidt fchloß bie Hauptversammlung trat einem kreifachm Sieg.Heil auf Führer und Lat-rland. Einweihung des Vilbeler Schwimmbades. LVD Bad Vilbel, 10. Juni. Die Arbeiten am neuen Silbeler Schwimmbab gehen ihrer Vollendung entgegen. In verhältnismäßig kurzer Zett wurde di- ausgedehnte Anlage fertiggestellt, so bah bie ClN weihung bereits am 2 1. I u n i stattflnden wirb. Für biesen Tag ist gleichzeitig ein Wasser» s p o r t f e st mit großem Programm vorgesehen. Landkreis Gietzen. Nach einer soeben erlassenen Verordnung d-s Neichäarbeitsministers burfen .senden B triebsgruppen Arbeiter unb Angestellte, für -ne ein Arbeitsbuch feftzuftellen ist, vorn nur beschäftigt werden, wenn sie im ■- , v ordnungsmäßig ausgestellten Arbeitsbuches fin . 1. Landwirtschaft, Gärtnerei, Tierzucht, Forstwirt- schäft, Fischerei, „ , .., _ 2. Bergbau, Salinenwesen, Torfgraberei, 3. Textilindustrie, 5:^”ihn&nnteÄf®pietaareninbuftrie, Nächste Sitzung am Freitag, 12. Juni, um 16 Uhr, pünktlich in der Oberrealschule. Vortrag: lieber Heimatkunstdichtung mit besonderer Berücksichtigung und geistiger Frische ihren - , Anzeigers. '-»..V.MWNÄü WS: der charitatioen Verbände statt. Auch oas v i Verkehrsschrift. Hervorragend: Käthe Prürner, Willi Arnold. — Sehr gut: Walter Hällmayer, Erich Runzheimer, Therese Frank, Marie Pfaff, W. Enkirch, Meta Amend, Otto Tor- ■ Otto Weigel, Georg Heilmann, Hedwig Kindt, 'jufob Vogt, Hildegard Losch, Wilma Leipold, Hilde Eisenacher, Else Kampf, Fritz Rinn, Otto Hofmann, Wild Beyer, Irma. Jäger, Ria Schmidt, Anneliese Lotz —Gut: M. Kühn, Erika Müller, Lisel. Muller, Horst Buschmann. Liesel Größer, Hans Hovmel, Gertrud Pauli, Hedwig Hofmann, Lieselotte Nivo- laus, I. Walther, Friedrich Pohl, Elfriede Weiß, Emmi Größer, Elisabeth Straube, K. Weitzel. # Groß-Eichen, 11. Juni. Am Sonntag der Turnhalle die Mitglieder hnskasse eGmbH. Groß-Eichen 140 Silben: Walter Hällmayer, MetaAmend, Anni Bolz, Else Kampf, Willi Arnold, Otto Weigel. — 120 Silben: Käthe Prürner. — 100 Silben: K. Weitzel, E. Straube, Anneliese Lotz, Hans 0 Silben: Wilh. Enz, Frida Jung, nen Schäden angerichtet haben. Kreis Friedberg. = Butzbach, 10. Juni. Im Saale des „Deut- chen Hauses" hielt die Ortsgruppe der Partei ihre Monatsversammlung ab, die auch aus den Reihen der Gliederungen gut besucht war. Nach dem gemeinsamen Liede „Volk ans Gewehr" eröffnete der Ortsgruppenleiter Dr. Mörschel den Abend und gab die wichtigsten Der- ügungen und Verordnungen des Stellvertreters Brand «aoen iji - ■ • ... wieder du?ch bie Deutschen Land-, wenn es g 11 . —-........ läHsÄ*~sästf i LL«-«.,.,....,-. L-SVÄZ 9. Wttenwelen zu schützen. Leiber gchen noch immer 10. häusliche Dienste. . .rrh ^ablreicke deutsche Zeitungen die Mel- Wer entgegen den gesetzlichen Vorschriften einen 9 $ ^Bränden, bei denen ost Existenzen Arbeiter oder Angestellten beschäftig °^r ^mWionenroerte vernichtet werden, häufig tom- Arbeiter und Angestellten beschäftigen laßt, macht urrt Menschenleben zu Schaden, sich strafbar. (v,n Beispiel für viele: Kürzlich brach in einem Arbeiistagung des TiSLB, Bez. Sießen-Land. mar' und a2d) eme M°-°rfpritze zur Bekämpfung Am gestrigen Mittwoch hielt ber Jä ^amU 8® de- tzo'fe- em Raub! männervereim verein Giehen-Land eine sehr aut besuchte » Versammlung im Hotel Kohler ab. Nach e^nem einleitenden, gemeinsamen Liede begrüßte der Obman des Bezirkes, Rektor Siegfried ((Broten öm I den) die Mitglieder und gab svdann nähere Ein zelheiten über die Land s ch ulheime der Volksschulen bekannt. Rektor Siegfried ist für diese Frage zum Kreisreferenten bestimmt morden Er betonte die aroße Ausgabe, >e . unsere Schule in der heutigen Zeit habe und wie hier ein Aufent halt in einer Jugendherberge nuthelfen könne bei der Erziehung zur Kameradschaft und Volksgemein- schäft. Anschließend berichtete Lehrer G and.end berger (Holzheim) über die Erfahrungen die er kürzlich bei einem Landschulheimaufenthalt sammelte. Er war eine Woche mit seinen Schulern m Zwingenberg a. d. B. Im Verlaus seiner Ausfuh- fungen konnte er nur Erfreuliches Mitteilen Rektor Siegfried unterstrich noch einmal die Ausführungen und gab der Hoffnung Ausdruck, daß nn nächsten Jahre alle Schulen des Kreises ein Landheim aufsuchen. — Lehrer Arnold (Großen-Linden) refe-1 vierte sodann über den Dolksbund für Das Deutschtum im Auslande und warb Mit- glieder. Mehr als die Hälfte der Mitglieder des Bezirks sind bereits beigetreten. — Den Hauptteil der Tagung nahm eine große ft a • 11 ft i f dh e Erfassung aller Mitglieder, ihrer Aemter und ihrer Arbeit in Anspruch. Nach drei- stündiger Arbeit konnte der Vorsitzende die Tagung chließen. Die nächste Versammlung wird den Ton- film (27. Juni) behandeln. Den Schluß bildete em Sieg-Heil auf den Führer und das Absingen der (Rieften« wochenmarklpreste. ‘ «Gießer? 11. Juni. Auf dem h-utig°nW°ch°n- martt kosteten: imolteretbiiner, / k? ■ Mark, Landbutter 1,42 Markenbutter 155 b^l,d Matte 20 bis 25 Psi, Kaje, o 10 bis 12, Eier, deutsche, Klasse 811, Wirst g, s Weißkraut 15, ^lbe Ruben bis 12, Spinat, kg 10 bis 20, Rmmschroy^ Bohnen, grün 45, Spargel 2 bjs 60# 35, Mi chgemuse 10 bis 1Z, xom offe(n alte, Zwiebeln!! bi- 15. Rhabarber 10 K-rtoff- » kg./5 L'15'biiM Pf Ae°ps°l°3° bi- 7O Kirfch-n neue, % kg 15 dis 4u ^rhheeren 50 bis 60, 40 bi- 50, Stachelbeeren 2S Erdbeeren g „ovauvwuw.. ----------- Blumenkohl, das Stuck 30 bis 16, Brandschaden ist Landfchaden!" Dieser Rus hallt Salatgurken 25 bis 4ll Ob°rk ^ v Bündel MÄ Wn Lande, wenn es g-ll S°ller.°^l°^ 3°. R°wch.^b^o der Flammen. Das Vieh konnte zum $}r0&en Teil gerettet werden, allerdings kamen drei Schweine in den Flammen um. Wie so häufig, griff das Feuer, .lach den Berichten, so schnell um sich, daß der Bauer M. fast gar nichts retten konnte Em Raub der Flammen wurde auch bares Geld m Höhe von mehreren hundert Mark. Diese stammten aus einem einige Zeit zuvor L^atigten Verkauf eines Mastschweines und eines Wurfes Ferkel. Belief sich der Feuerschaden schon auf über 15 000 Mark, so ist der Verlust dieses baren Geldes auch , recht betrüblich. Es ist ja aber auch em Leichtsinn Die Beiträge zur Hilfskasse für das 3. Vierteljahr gewesen, das Geld zu Hause aufzubewahren. Hatte 1936 werden am Mittwoch. 10. Juni, und Donnerstag, er e5 zur Sparkasfe gebracht, dann wäre es rügt 11. Juni, von 20 bis 22 Uhr, m der „Germania', ein Raub der Flammen geworden, und er yaue ä-h.-.h«, 1 At nach dem schweren Unglück, das ihn jetzt betroffen hat, wenigstens etwas Geld, das ihn über die bittere Not hinweghelfen könnte. Vielleicht bient dieser traurige Vorfall zur Lehre. Ironlsoldaten-undKriegsopferehrentagamRhem NSG. Mainz, 10. Juni. Nachdem sich am letzten Sonntag in Hersfeld die Frontsoldaten und Kriegsopfer der NSKOV. zu einem größeren Treffen zusammengefunden hatten, werden am Sonntag, 14. Juni, 40 000 Frontsoldaten und Kriegsopfer nach Mainz an den Rhein eilen, um dort ihren Ehrentag zu erleben. Ehemalige Dragoner aus Darmstadt, Dragoner aus Mainz, Füsiliere aus Wiesbaden, Musketiere vom Westerwald, aus Rheinhessen und O b e r h e s- s e n, Kriegsteilnehmer und Frontsoldaten aus der Kurpfalz und dem Saargebiet wollen dort, an dem Lebensstrom des deutschen Volkes die Worte ihres Reichskriegsopferführers hören, und wollen bekennen, daß alte Soldatenkameradschaft und Front- und Schützengrabengeist nicht vergessen sind, sondern daß mit dem Fühlen und Denken des Führers Adolf Hitler bis zum letzten Musketier des großen Krieges wieder neue Wurzeln soldatischer Zusammengehörigkeit geschlagen worden sind. Aber nicht nur die ehemaligen Soldaten des großen Krieges eilen zu dem großen Treffen, sondern auch Tausende von Witwen und Kriegereltern fühlen sich durch ihr Opfer hinaezogen zu den Kameraden, bei denen einst ihr Liebstes gestanden hat So liegt in dem großen Treffen am Rhein ein innerer Kern, der mehr ist, als alle Aeußerlichkeiten erkennen lassen. Aus der Fülle der Veranstaltungen treten b-son. ders hervor: S a m s t a g , 13. Juni, 17 Uhr: Einweihung ^uru^rsDnltän^pfer^ebIunfl am Fort Stahlberg durch den Rerchskriegsopferführer. 18 Uhr: Appell der Ortsgruppenobmäner der NSKOV. aus dem Bezirk Mainz 20 Uhr: Kameradschaftlicher Abend im Volkspark. Militärkonzert 14. Juni, 6 Uhr: Wecken. 6.32 bis -Uhr: Eintreffen der 30 Sonderzüge mit 30 000 Teilnehmern. Marsch nach dem Volks- park. 9 Uhr: Gefallenenehrung auf dem Ehren- friedhof m Mainz. 10.55 Uhr: Der Reichskriegs- opferfuhrer trifft ein und spricht zu den Frontsol- daten und Kriegsopfern im Volkspark. Anschließend Aufstellung zum Vorbeimarsch. OieFahrt der oberhessischen Teilnehmer Die NS. ° Kriegsopferversorgung, Ortsgruppe Gießen, teilt mit: Transporkzug TXt. 15. Abfahrt von Gießen am 14. Juni 6.30 Uhr; Rück- fahrt von Mainz (Hauptbahnhof) 17.30 Uhr; An- kunft in Gießen am 14. Juni 20.06 Uhr. Mit die- sem Zuge fahren die Teilnehmer der Zelle Süd und Oer Stützpunkte Alten-Buseck, Heuchelheim, Klein-Linden, Wieseck. Es st eigen zu die Kameraden in: Großen-Linden um 6.41, Lang- Göns 6.50, ferner in Butzbach 7.03, Ostheim bei Butzbach 7.08, Bad-Nauheim 7.19, Friedberg 7.33, Groß-Karben 7.48, Dortelweil 7.53 usw. Kleidung: Dienstanzug, blauer Anzug (soweit vorhanden), sonst dunkler Anzug, blaue NSKOV.- Mütze mit Abzeichen und Hakenkreuzbinde. Die Obmänner der einzelnen Ortsgruppen und Stützpunkte haben sofort einen Transportbegleiter mir namhaft zu machen, der zur Unterstützung des Transportführers zur Verfügung steht, der Dafür zu sorgen hat, daß der Transport seiner Teilnehmer reibungslos vor sich geht. Die Teilnehmer, die von Gießen abfahren, haben sich um 6 Uhr vor dem Bahnhofsgebäude einzufinden, sämtliche Transportbegleiter oder Ortsgruppen- bzw. Stützpunktobmänner melden mir schriftlich die genaue Stärke, getrennt nach männlich, weiblich und Kinder. Die Anzahl der Schwerkriegsbeschädigten ist mir sofort zu melden. Standquartiere in Mainz sind: „Braunes Haus" Mainz, Kaifer-Friedrich-Straße 7, „Zum Erbprinz", Kaiser-Friedrich-Straße, „Zum Kaisertor", Rhein- allee 2. Sammelplatz für die Abfahrt in Mainz: Vor dem Braunen Haus, Schloßplatz. Antreten 16.30 Uhr. Weitere Anweisungen erfolgen in Mainz. Georg Mohaupt, Gießen, Schottstraße 5, Transportsührer des Zuges Nr. 15. Transportzug TU. 16. Abfahrt von Gießen am 14. Juni, 7.43 Uhr; Rückfahrt von Mainz am 14. Juni, 19 Uhr; An- kunft in Gießen 21.15 Uhr. Mit diesem Zug fahren die Teilnehmer der Zellen Gießen-Mitte, -Nord und -Ost, ferner von den Stützpunkten Annerod, Großen-Buseck, Hausen, Lollar, Mainzlar, Rödgen, Watzenborn-Steinberg, Lich, Hungen und Krofdorf. Ein späteres Zu- st eigen ist nicht möglich, weil der Zug von Gießen big Frankfurt durchfährt. Die Teilnehmer haben sich um 7.15 Uhr vor dem Bahnhofsgebäude zu sammeln. Standquartier in Mainz: „Zum Birnbaum", Birnbaumgasse. Sammelplatz für die Abfahrt in Mainz: Am Standquartier am Brandplatz. Antreten 18 Uhr. Im übrigen gilt das gleiche wie für den Transportzug Nr. 15. Hermann Volz, Klein-Linden, Frankfurter Str. 19, Transportführer des Zuges Nr. 16. S.ji.-fpott „FC.Teutonia"Watzenborn-Steinberg Leihgestern I — Wahenborn-Sleinberg I 1:5 (1:3). Während die unteren Mannschaften der Teutonen durch die schlechte Wetterlage die Spiele ausfallen ließen, begab sich die erste Mannschaft im strömenden Regen nach Leihgestern, um dort ihr fälliges Gesellschaftsrückspiel auszutragen. Sie trat an mit: Happel; Burger, Jung; Burger, Schmandt, Schäfer; Haas, Fett, Brückel, Lang, Haas. Das Spiel wurde von Seiten der Leigesterner mit 10 Mann begonnen und stand nach Eintritt des letzten Spielers schon 1:0 für die Teutonen. In der Folge wurde der Halblinke O. Haas (eine wertvolle Stütze des Sturmes) verletzt und erschien nur noch als Statist. Bis zur Halbzeit wurden noch zwei der sicheren Torgelegenheiten verwandelt. Das Ehrentor für Leihgestern schoß der Verteidiger Burger von Watzenborn-Steinberg. Die Teutonen gaben auch nach der Pause den Ton an, Fett auf halblinks konnte durch die schlechten Platzverhältnisse seine Bombenschüsse nicht anbringen, denn vor beiden Toren war der Boden völlig aufgeweicht. Bis zum Schluß konnte Fett noch zwei weitere Tore erzielen und so das Resultat auf 1:5 stellen. Hervorzuheben war der Geist der Hintermannschaft von Leihgestern, die auch viel mithalf, daß das Resultat nicht höher wurde. Schiedsrichter Grote leitete korrekt. Aus dem Reich der Schwimmer. Olympia-Kernmannschaft probk in Hannover. Die deutsche Olympia-Kernmannschaft im Schwimmen und Springen unterzieht sich am 21. Juni im Rahmen des Wasserball-Länderkampfes Deutschland—Holland in Hannover einer offiziellen Prüfung. Der Sportwart des Fachamtes Schwimmen hat für diese Kämpfe die folgenden Schwimmer und Springer ausersehen: Schwimmer: Jabusch, H. Schwartz, Fischer, von Eckenbrecher, Plath, Heimlich, Gaucke, Heibel, Nüske, Freese, Arendt, Balke, Sietas, P. Schwarz, Heina, Ohligschläger, Hans Schwarz, Schlauch, Gerstenberg. Schwimmerinnen: Arendt, Halbsguth, Schmitz, Lohmar, Pollack, Groth, Hölzner, Genen- ger, Wollschläger, Engelmann, Rupke, Stelle, Helling. Springer: Esser, Stork, Marauhn, Weiß, Zeigler, Viebahn, Grote, Greusing, Haster, Kitzig, Hoff, Lorenz, Zander. Springerinnen: Jensch, Daumerlang, Köhler, Heinze, Kapp, Singel, Bartsch, Ehscheid. Zwei neue Rekorde anerkannt. Das Fachamt Schwimmen hat die folgenden Rekorde anerkannt: 10 0 Meter Kraul in 56,8 Sekunden von Helmuth Fischer-Bremischer SV. (aufgestellt am 26. April in Berlin) und 3 mal 10 0 Meter Lagen (Frauen) in 4:11 von Nixe Charlottenburg (erzielt am 13. Mai in Berlin). Süddeutsche Schwimmer in Marseille erfolgreich. Die süddeutsche Wasserball-Auswahl ging am Dienstag auf französischem Boden — in Marseille — an den Start; im Gegensatz zu ihrem Gastspiel in Mailand hatten die Süddeutschen diesmal mehr Glück; obwohl sich in der französischen Mannschaft des Rose SC. so bekannte Leute wie Navarre und Cavalero befanden, gewannen die „Auslandsreisenden" mit Ausnahme der 100 Meter Kraul sämtliche Schwimmwettbewerbe. Auch im Waster- ballwettkampf triumphierten sie über den Rose SC. klar mit 8:3. Zweimal Freese in neuer Rekordzeit. Ein Beweis für den leistungsmäßigen Anstieg auch unserer Langstreckenschwimmer sind zweifellos die beiden neuen Rekorde, die der Bremer Freese (Bremischer SD.) im Rahmen der in den letzten Tagev !n Berlin durchgeführten Olympia-Prü- fungsschwimmen aufstellte. Im Kampf gegen Arendt (Poseidon Berlin) und Przywara (Hindenburg) wendete er innerhalb der 1500 Meter bei 1000 Meter in der neuen Rekordzeit von 13:27.3 Minuten, und als er das Ziel erreicht hatte, stand mit 20:29 eine weitere deutsche Bestleistung fest. Die beiden allen Rekorde hielt der gleiche Schwimmer mit 13:38,8 bzw. 20:39. Da die Prüfung unter amtlicher Kontrolle auf einer 50- Meter-Bahn stattfand, dürfte der Anerkennung nichts im Wege stehen. Das Geiie-an-Geite-Tan-em I WZ Etwas ganz Neues wurde auf einer Tagung der englischen Radfahrer in London gezeigt, nämlich ein Seite-an-Seite-Tandem. Der Herr und die Dame sitzen nebeneinander auf dem besonders konstruierten Fahrrad. (Deutsche-Presse-Photo-Zentrale-M.) Traimngsbegmn auf dem Nürburgring Von den rund 200 Fahrern, die am kommenden Sonntag das Eifelrennen auf dem Nürburg-Ring bestreiten, ist bereits ein großer Teil an Ort und Stelle eingetroffen. Neben verschiedenen Motorradfahrern sah man am Mittwoch auch den Schweizer Kautz mit seinem Maserati und Kohlrausch mit seinem MG. im Training. Von der Mercedes- Rennmannschaft befindet sich Manfred von Brau- chitsch schon seit Samstag in Adenau, die übrigen Mercedes-Fahrer Chiron, Caracciola, Faaioli und Lang sind im Laufe des Mittwoch eingetroffen. Das erste offizielle Training beginnt für alle Klassen — Motorräder, Sportwagen, Rennwagen — am heutigen Donnerstag und endet am Samstag. Mercedes-Benz ließ den Ring bereits am Mittwochnachmittag für zwei Stunden sperren. Man- freb von Brauchitsch und Hermann Lang drehten einige Runden, und die dabei erzielten Zeiten ließen erkennen, daß die Nordschleife Des Ringes durch die verschiedenen Verbesserungen und Ausbauten, die an ihr vorgenommen wurden, tatsächlich „schneller" geworden ist. Von Brauchitsch kam schon bei der Startrunde unter elf Minuten und später bei einer weiteren Runde sogar auf 10,33 Minuten. Das Stundenmittel betrug bei dieser Runde rd. 130 km/st. Als Brauchitsch dann seine Reifen wechselte und | noch schneller über den Ring sagte, hatte er großes Glück. In voller Fahrt sprang ihm hinter dem „Schwedenkreuz" ein Vorderrad weg, das in hohem Bogen ins Feld flog und später 200 Meter von der Unfallstelle entfernt wiedergefunden wurde. Brauchitsch aber brachte seinen Wagen auf drei Rädern nach 150 Meter glatt zum Stehen, ohne den geringsten Schaden zu nehmen. Hermann Lang fuhr ebenfalls sehr schnelle Runden. Deutsche KunstflugmeisterschastlS36. Die Luftsport-Landesgruppe 14 München führt bekanntlich in diesem Jahre auf dem Flughafen München-Oberwiesenfeld am 11. und 12. Juli die deutsche Kunstflugmeisterschaft durch. Am ersten Tage gelangen die Pflichtübungen zum Austrag, während der Schlußtag dem selbstverfaßten Kürprogramm überlassen bleibt. Dem Sieger dieses Wettbewerbs fällt ein Ehrenpreis des Reichsluftsportführers zu; außerdem stehen Geldpreise im Gesamtwerte von 6000 Mark zur Verfügung. Kurze Gportnoiizen. Kilian-Vopel beteiligten sich am Dienstagabend an Radrennen in Kopenhagen, blieben jedoch erfolglos. Im Kampf um das Championat der deutschen Rennreiter führen augenblicklich M. Schmidt bei den Flachrenn-Jockeys, W. Wolff bei den Hindernisreitern und Lt. W. Hasse bei den Amateurreitern. Die Auslosung für den Davispokalkampf zwischen Deutschland und Irland, der am Freitag auf den Berliner Rotweiß-Plätzen feinen Anfang nimmt, ergab folgenden Sp^lplan: Freitag: von Gramm — Rogers, Heinrich Henkel — McVeagh; Samstag: Doppel Cramm-Henkel — Roggers- McDeagh, Sonntag: Henkel — Rogers, Cramm — McVeagh. Gportamt „Kraft durch Freude". heute folgende Kurse: Leichtathletik, Frauen undMänner- Von 17.15 bis 20.30 Uhr Universitätsfportplatz am Kugelberg. Fröhliche Gymnastik und Spiele, Frauen: Von 20 bis 21 Uhr, Lyzeum, Damm» straße 26. Von 21 bis 22 Uhr, Lyzeum, Damm* straße 26. Reiten: Don 21 bis 22 Uhr, Universitäts-Reitinstitut, Brandplatz. 10 Zahre FL. 1926 Großen-Buseck. Am vergangenen Sonntag begina der FC. 1926 Großen-Buseck sein lOjähriges Stiftungsfest. Trotz des schlechten Wetters nahm die Bevölkerung einen lebhaften Anteil. Vorbereitung und Organisation waren sehr gut getroffen und so konnte es nicht ausbleiben, daß das abwechslungsreiche und gut zusammengestellte Programm jedem Teilnehmer ein paar unterhaltsame Stunden bereitete, die gleichzeitig von guter Kameradschaft zeugten. Am Samstagabend bereits fand ein Fackelzug statt, dem sich unterwegs im Orte die einzelnen Vereine anschlossen. Im Vereinslokal versammelte man sich zu einem Festabend, der durch Musik- und Gesangsoorträge der hiesigen Kapelle bzw. der beiden Gesangvereine verschönt wurde. Nach der Begrüßung durch den Vereinsführer gab der Ehrenvorsitzende Ludwig Brück einen kurzen Ueberblick über die Vereinsgeschichte. Er erwähnte insbesondere, daß in Großen-Buseck bereits kurz nach dem Kriege der Sportgedanke aufkam, da man durch das Diktat von Versailles des besten Mittels zur Erziehung der deutschen Jugend, nämlich der Wehrpflicht, beraubt war. Aeltere Frontkämpfer und kaum aus der Schule entlassene Jungen gründeten am 9. Juni 1926, nachdem sie vorher bereits sportlich tätig waren, den FC., der sich dem damaligen Westdeutschen Spielverband anschloß. Neben der Pflege der Kameradschaft war das Hauptziel des Vereins die körperliche Ertüchtigung der Jugend. Der Verein erkämpfte sich den Aufstieg in hie I. Kreisklasse, vorübergehend auch in die II. Bezirksklasse. Doch dann kam auch eine Zeit, in der der Verein schwer zu kämpfen hatte durch die Gründung einer Freien Turnerschaft. Viele Mitglieder gingen damals verloren, aber trotzdem wurde entschlossen für die Sache des deutschen Sportes weitergekämpft, denn der Stamm war gesund. Durch die Machtübernahme des Nationalsozialismus und die Auflösung der Freien Turnerschaft war dann auch diese Aufopferung der Mitglieder nicht umsonst gewesen. Heute kann der Verein, dessen erste Mannschaft in den letzten Jahren stets in der Spitzengruppe der 1. Kreisttasse zu finden war und dessen Jugend ebenfalls zu den besten Mannschaften zählt, auf feine ßeiftunaen stolz sein. Am Sonntagmorgen erfolgte ourcy den Spielmannszug der HI. der Weckruf. Gegen 9.30 Uhr trafen die Gäste aus Sinn, deren Jugend und 1. Mannschaft zu einem Werbefpiel verpflichtet worden waren, ein. Noch am Vormittag standen sich die Jugendmannschaften beider Vereine gegenüber. Das Spiel zeigte recht ansprechende Leistungen. Die Gäste blieben mit 4:3 glücklicher Sieger. Bei Halbzeit lagen sie bereits mit 3:1 in Führung, doch arbeiteten die Einheimischen nach der Pause — obwohl der Tormann verletzt ausgeschieden war — prächtig zusammen und konnten den Gleichstand erzielen. Kurz vor Schluß waren aber die Gäste noch einmal erfolgreich. Der Nachmittaa braute das Spiel FL. Grohen-Vuseck I — VSL. Sinn Liga. Trotz des strömenden Regens hatten sich unentwegte Zuschauer eingefunden, die ein schönes und spannendes Spiel zu sehen bekamen. Die einheimische Mannschaft arbeitete von Beginn an tadellos zusammen und schuf heikle Situationen vor dem Tor der Gäste, die jedoch von der ausgezeichneten Hintermannschaft, aus der der Torhüter besonders her- oorragte, restlos geklärt wurden. Großen-Buseck verschaffte sich eine kleine Feldüberlegenheit, die jedoch — auch ein zugesprochener Elfmeter — zu Erfolgen nicht verwertet werden konnte. Dann zeigte auch Sinn sich von der besten Seite und wurde wiederholt gefährlich. Die Gäste gingen denn auch bald mit 1:0 in Führung. Bis zur Halbzeit erzielten sie durch gute Zusammenarbeit noch ein weiteres Tor. Nach der Pause waren die Gäste meistens etwas schneller am Ball, doch auch die Einheimischen kämpften unverdrossen um eine Verbesserung des Resultates. Sinn war es Vorbehalten, durch einen Prachtschuß des ersten Läufers mit 3:0 in Führung zu gehen, ehe Großen-Buseck einen 3:1-Stand erzielte. Jrn Anschluß an eine schön hereingegebene Ecke konnten die Gäste zum vierten- mal erfolgreich fein, während die Einheimischen durch den auf Linksaußen vorgegangenen Mittelläufer das Schlußresultat auf 4:2 stellten. Die Gäste hatten damit in einem prächtigen Spiele, dem es nie an Spannung mangelte, einen verdienten Sieg erkämpft. Weihe der Vereinsfahne. Der im Anschluß an das Spiel vorgesehene Festzug mußte wegen des anhaltenden Regens a u s f a H e n. Mit Musik, unter Teilnahme der aktiven Spieler wurde die Vereinsfahne in bas Vereinslokal gebracht, wo sie ihre Weihe durch den erschienenen Kreisführer des Reichsbundes für Leibesübungen, Herrn D r. Schäfer (Gießen), erhielt. Nach der Begrüßungsansprache des Vereinsführers Wilhelm Schwalb und dem Lied des Gesangvereins „Germania" („Deutschlands heilger Name") trug zunächst Frl. Anna Harbach einen Vorspruch zur Fahnenweihe vor. Alsdann ergriff der Kreisführer des Reichsbundes für Leibesübungen, Herr Dr. Schäfer, das Wort. Er überbrachte die Glückwünsche des RfL. und der ihm angeschloffenen Vereine. Sein Dank galt dann all denen, die sich für die Sache des deutschen Sportes in uneigennütziger Weise einsetzten und appellierte an alle, sich auch weiterhin für die Verbreitung des deutschen Sportes, der nunmehr unter der einheitlichen Führung des RfL. stehe, einzusetzen, denn der Sport soll ja nicht Selbstzweck einzelner Gruppen sein, sondern in das gesamte Volk hineingetragen werden. Das Ziel des RfL. fei, ein starkes Geschlecht in Deutschland heranzubilden, das sich der ihm gestellten Aufgaben stets gewachsen zeige. Wenn der Verein nunmehr für die Zukunft eine Fahne vorweg tragen lasse, so sei das ein Symbol, das die Mitglieder stets an ihre hohe Verpflichtung gegenüber dem deutschen Sport ermahnen solle, getreu dem Wablspruch: „Vorwärts immer, rückwärts nimmer". Mit diesen Worten übergab Herr Dr. Schäfer die Fahne dem Verein. Das Horst-Wessel-Lied und das Deutschlandlied beschlossen die eindrucksvolle Feier. Die Turnerinnen des Turnvereins zeigten bann noch zwei schöne Reigen und auch ber Gesangverein „Heiterkeit-Sängerkranz" brafyte noch ein Lieb zu Gehör. Im gemütlichen Beifammenfein verlebten sämtliche Teilnehmer noch einige frohe Stunden ber Kamerabschaft, benen auch bie Gäste aus Sinn bis zu vorgerückter Stunbe beiwohnten. Aus den preußischen Nachhargebieten. Oeutsch-englischeS Frontkämpfertreffen in Limbura a. d. £ Der Gau Südwestbeutschland ber ReichsVereinigung ehemaliger Kriegsgefangener rüstet zum Gautag 1936 in Limburg, der eine besondere Bedeutung dadurch erhält, daß die Bundesleitung mit ihm ein deutsch-britisches Frontkämpfertreffen verbindet. Dabei werden unsere ehemaligen Schützengrabengegner auch Gelegenheit haben, festzustellen, daß der deutsche Frontsoldat nickts heißer ersehnt, als den Frieden und daß er entschlossen ist für ihn einzutreten, wenn er auf Freiheit und Gerechtigkeit aufgebaut ist. Jeder Kriegsgefangene erlebte besonders eindringlich den Wert der Kameradschaft. Sie wollen sich auch heute bereit halten für den Dienst am Aufbau unseres Vaterlandes. Die Gautage der Reichsver- einigung ehemaliger Kriegsgefangener sollen Zeugnis ablegen von dem Grad innerer Festigung, von dem Stand der Arbeit. Und sie sollen auch Antrieb geben zu weiterer restloser Arbeit und Hingabe für bas Vaterland. Der Gautag 1936 des Gaues Süd- westdeutschland der REK. wird ein nachhaltiges Erlebnis werden. Ueber250 Diamantsteine unterschlaaen LPD. Hanau, 10. Juni. Der seit längerer Zeit in einer Hanauer Diamantschleiferei tätige 26jährige Ph. K. hatte es verstanden, nach und nach über 250 Diamant ft eine, die er zu bearbeiten hatte, zu unterschlagen und sie zum Teil an den ebenfalls in einer Diamantschleiferei tätigen 55jährigen H. zu verkaufen. Das Schöffengericht Hanau verurteilte den Diamantendieb wegen fortgesetzter Unterschlagung in Tateinheit mit Untreue zu acht Monaten Gefängnis und 100 Mark Geldstrafe, seinen Komplicen wegen Hehlerei ebenfalls zu acht Monaten Gefängnis. Verlegung der „Deutschen photographischen Ausstellung". Lpd. Frankfurt a. M., 10. Juni. Nach eingehenden Verhandlungen mit dem Reichsinnungs- verband des Photographenhandwerks und sonstigen in Frage kommenden führenden Stellen ist man da- hm übereingekommen, die ursprünglich für das Jahr 1936 vorgesehene „Deutsche Photographische Aus- stellung" in Frankfurt a. M. auf das Jahr 1937 zu verlegen. Kreis Wetzlar + Dutenhofen, 10. Juni. Am Sonntag feierte der hiesige K r i e g e r o e r e i n in der Gast- wirtschaft „Zum Adler" fein 60jähriges Bestehen. Das Jubiläum wurde in engerem Rahmen began- gen. Am Nachmittag marschierten die Kameraden von der Bismarckslinde unter Marschmusik der Kapelle Damme nach dem Gefallenen-Denkmal, um dort einen Kranz niederzulegen. An dieser Feier am Ehrenmal beteiligten sich auch die Formationen der Bewegung und der Gesangverein. Trotz des strömenden Regens hatten sich viele Volksgenossen eingefunden. Nach einem Liede des Gesangvereins gedachte der Kameradschaftsführer Weber der Ge- fallenen in ehrenden Worten. Mit dem Liede „Ich hat einen Kameraden" und bei gesenkten Fahnen fand bie Feier ihren Abschluß. Sodann fand die Feier im Festlokal statt, bei ber in einer längeren Ansprache bie Geschichte bes Kriegervereins bärge« stellt würbe. Die Kameraden Schmidt und Weber wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt. Bel Musik und unterhaltsamen Vorträgen verbrachte man einige kameradschaftliche Stunden. Buntes Allerlei. Was man aus Liebe tut. Immer wieder wird von erstaunlichen Taten und kühnen Abenteuern berichtet, die Männer zu Ehren ihrer Liebsten unternehmen, wie es die Ritter des Mittelalters taten. So fand sich vor Jahren in Brüssel ein Mann namens Carlier, dessen Heldenmut von seiner Braut angezweifelt wurde. Daraufhin erklärte er, daß er in einem Löwenkäfig seine Zeitung lesen und eine Zigarette rauchen würde, und er tat, was er versprochen hatte; er setzte sich fünf Minuten lang mitten zwischen die Tiere und las seine Zeitung, Zigaretten rauchend, so ruhig, wie wenn er zu Hause säße. Ein reicher junger Pariser namens Chataignon wurde vor einigen Jahren von der Dame seines Herzens wegen seiner Trägheit und Verweichlichung beschimpft. Ohne ein Wort zu sprechen, verschwand er und wanderte um die ganze Welt, nur von feiner Geige begleitet. Nach zwei Jahren kehrte er wieder, nachdem er über 50 000 Kilometer zurückgelegt hatte, und brachte 25 000 Franken mit, die er sich durch sein Geigenspiel verdient hatte. In London entdeckte man vor einiger Zeit in einem Barbierladen den Sohn eines alten Adelsaefchlechtes, der dort vergnügt die Gesichter der Kunden abschabte. Es war der Erbe des Marquese di Castro, eines reichen Neapeler Edelmannes, der seine Titel und Schätze um einer hübschen Schneiderin willen verlassen hatte. Er war mit ihr nach London gekommen, hatte sie dort geheiratet und erzählte auf Befragen: „Als wir kein Geld mehr hatten, da setzte sich meine Frau an die Nähmaschine, und ich suchte mir Arbeit, die ich in einem Friseurgeschäft fand. Wir sind ganz glücklich in unserem einzigen Zimmer, das wir bewohnen und beneiden niemanden." Eine moderne Liebesprobe, die an Schillers schöne Geschichte vom Handschuh erinnert, auch in dem Ausgang, den sie ganz augenscheinlich nahm, hat Miß Elsie Ekengren, eine junge Amerikanerin unternommen. Sie hatte die Ueberfahrt über den Ozean an Bord des „Rochambeau" gemacht und erzählte unter unschuldigem Lächeln, wie sie beinahe die Ursache des Todes eines jungen Mannes geworden wäre. Es war während der Ueberfahrt eines Tages kurz nach dem Diner. Der junge Morton Hoyp und sie selbst gingen auf dem Deck spazieren. Der Jüna- ling erklärte seiner Gefährtin ohne Umschweife seine Liebe. Sie dachte einen Augenblick nach und erklärte dem jungen Manne, daß sie ihm glauben wollte, wenn er sofort über Bord springen würde. Wie jener Ritter, der furchtlos in den Löwenkäfig hinabstieg, zögerte er nicht einen Augenblick, sondern stürzte sich kopfüber in das Meer, und sie tat, was man in solchen Fällen zu tun hat, sie schrie um Hilfe. Sofort stoppte die Maschine, ein Rettungsboot wurde ausgesetzt, und es gelang auch, den jungen Mann aus dem Wasser zu ziehen und wieder an Bord zu bringen. Er war vollkommen erschöpft und sah gar nicht stolz auf seine Heldentat aus. Er gab auch keinerlei Erklärung ab. Man hat daraus und aus der Tatsache, daß Miß Ekengren nichts von ihrer glücklichen Verlobung zu berichten wußte geschloßen, daß er wie Schmers Ritter den Dank der Dame nicht begehrte. Wie im Film. Es gibt auch heute noch Romantik. Das beweist die Geschichte von der Heirat zwischen dem Millionär William E. Leeds und der armen Sekretärin Miß Olive Hamilton, die jetzt aus Neuyork gekabelt wird. In einer Radiobotschaft von seiner Jacht „Moana" kündigte Leeds, der früher mit der Prinzessin Lenia von Rußland verheiratet war, seine Verlobung mit Miß Hamilton der ganzen Welt an. Die junge Dame gehört zu den sieben Gästen, die jetzt an Bord seiner Jacht sind, und die Fahrt geht nach Kingston auf Jamaika, wo die Hochzeit stattfinden soll. Leeds hatte im Juli 1930 Miß Hamilton auf romantische Weise kennengelernt. Das junge Mädchen, das in einem Hotel als Sekretärin angestellt war, vergnügte sich in einem Ruderboot auf der See, als dieses plötzlich kenterte und sie hilflos den Wellen preisgegeben schien. In diesem Augenblick fuhr aber Leeds Jacht vorbei, und der Besitzer sprang, ohne sich einen Augenblick zu besinnen, in seiner Kleidung über Bord, und es gelang ihm, das Mädchen zu retten. Augenscheinlich fand er schon damals großes Gefallen an Miß Hamilton, denn er machte am selben Nachmittag eine Blitzfahrt mit ihr in einem Motorboot. In demselben Jahr wurde seine Ehe mit der russischen Prinzessin, die er im Oktober 1921 geheiratet hatte — wenn die Daten richtig sind, muß er es als 17jähriger getan haben, denn er soll heute 32 Jahre alt sein! — geschieden. Warum der reiche Erbe erst heute zu der neuen Eheschließung gelangt, wird nicht gemeldet. In der Rettung junger Damen scheint er aber ein besonderes Geschick zu haben; denn im Jahre 1928 rettete er in einem aufregenden Abenteuer die Tänzerin Miß Adele Astaire aus einem Feuer, das in ihrem Motorrennboot ausgebrochen war. Damals führte seine Heldentat aber nicht zu demselben Ergebnis, die Gerettete ist heute die Gattin des Lords Charles Cavendish. Die Kantinenfrau von 1870. Als Anerkennung ihrer Dienste als Kantinenfrau, die in die Zeit des französisch-deutschen Krieges 1870 zurückreichen, wurde die jetzt hundertjährige Mme. G o u c l a in Roques an der Garonne mit der französischen Militärmedaille ausgezeichnet. Die feierliche Uebergabe fand in Toulouse statt. Es gab damals im französischen Heer noch keine von der Verwaltung eingerichteten Kantinen, sondern die Soldaten waren auf eine Anzahl freiwillig diensttuender Frauen angewiesen, die eine Kantine unterhielten und für alle ihre besonderen Bedürfnisse, Nahrung, Getränke, Wafche, sorgten. Kampf zwischen Wolf und iRennfier. Ein fesselndes Bild vom Kampf ums Dasein m nordischer Wildnis entwirft der schw°d's<^Forst meister Stig W e s s l ä n m °>n°m Austatz der Zett- schrift „Der Naturforscher (Verlag r)ugo Berrnühler, Berlin-Lichterfelde). Die Szene spielt in dem langen Winter des schwedischen Lapplandes. „Nachts hört man das Heulen der Wolfe — lang- gezogen, grausam, wie der kalte Norden selbst. Bei Morgengrauen beginnt die Jagd. Da Kurzen sie heran, in Rudeln von 5 bis 12 Stuck - blutrote Mäuler, eine zottelige hellgraue aKaffe, mit h n- genden Zungen... Es gilt den Renntieren. Und diese wissen: Es geht um das Leben! Hoch hinauf und steil hinab geht die rasende Jagd. Breitbeinig, mit zurückgeworfenem Kopf und seitwärts heraushängenden Zungen, jagen sie bis zum letzten Atem- zug dahin, gehetzt von dem m Rucken an* türmenden Tod! - Da bemächtigt sich der vorderste Wolf des Schlußtieres. Die andern rasen achtlos weiter. Töten wollen sie, nur den Mord begehren sie. Die Mordlust verdrängt sogar die Freßgier... Schon schnappen einige Wölfe nach den Hinterläufen der Flüchtigen. Andere verbeißen sich m die Schenkel. In heftigen, unregelmäßigen Fluchten und Sprüngen stürzen die Rennttere weiter, den Wolf mitschleifend, hin- und herschleudernd. Der aber läßt nicht locker. Die angefallenen Tiere fühlen das Schwinden der Kräfte. Halbkreise schlagend, versuchen sie mit Geweih und Vorderbeinen den Gegner abzuschütteln. Da läßt dieser plötzlich los. Der entscheidende Augenblick ist da. Äug' in Auge stehen sich Jäger und Gejagter gegenüber... maschinengleich arbeiten die Flanken des Renntieres. Es hat sich auf die Hinterbeine gestellt. Mit den Vorderläufen versucht es den Feind abzuschlagen ... die gewaltigen Schläge prasseln aber rechts und links an dem beweglichen Ziel vorbei... da, ein Sprung an die Kehle... und das aufs äußerste erschöpfte Tier ist unter dem scharfen Biß des Wolfes auf der Stelle erstickt. Die Strecke gleicht einem Schlachtfeld. Die Sieger stillen den Hunger nur an den fettesten Tieren der Strecke und wählen nur einige bevorzugte Körperteile, vor allem oberhalb des Schwanzes, also lediglich die leckersten Fleischstücke. Die Eingeweide rühren sie nicht an .. Pinguin-Eier als Leckerbissen. Auf den Speisekarten von mehr als 100 Gaststätten im Londoner Westend tauchte ein ungewohntes Gericht auf: Pinguin-Eier. Eine Sendung von 5000 Pinguin-Eiern war kürzlich in London angekommen. Sie stammte von den Inseln um Südafrika, und die Importeure teilten mit, daß sie eine so starke Nachfrage voraussehen, daß sie sie nur erst sparsam verteilten. Vor vier Jahren kam die letzte derartige Schiffsladung in England an, denn seit 1932 war der Export seitens der südafrikanischen Behörde verboten worden. Dort sind sie eine ganz volkstümliche Delikateste. Sie sind etwa sechsmal größer aktz durchschnittliche Hühnereier und wegen des besau- ders hohen Prozentsatzes an Phosphor, den sie enthalten, ein wirksames Nährmittel. Entgegen der allgemeinen Annahme sind die Pinguin-Eier nicht etwa fischig oder streng im Geschmack; auch lassen sie sich in' den verschiedenartigsten Gerichten verwenden. Allerdings benötigen sie eine unbequem lange Kochzeit: 20 bis 25 Minuten! In den Restaurants kosten Pinguineier 60 Pfennig bis eine Mark. Ende nächsten Monats soll eine neue Schiffsladung in London eintrefjen. Oer Fallschirm-Sessel. „Der Flugzeugpassagier schwebte anmutig in seinem Armstuhl zur Erde hinab, während tief unter ihm das Flugzeug in tausend Stücke zerschellte ..." Dieses schöne Zukunftsbild beschwört ein früheres Mitglied des englischen Unterhauses, F. Daran, herauf, indem er es, wie eine Londoner Zeitschrift berichtet, den leitenden Stellen im Luftfahrt-Ministerium nahelegt, seine Erfindung überall einzufuhren. Im Augenblick allerdings kann man sich noch nicht recht dazu entschließen. Wie leicht könnten da nervöse Gemüter beim geringsten Schwanken der Maschine gleich mit ihrem Fallschirm ins Blaue springen und noch dazu in der Eile vergessen, den Entfaltungsring zu ziehen! Die Erfindung ist an jedem Sitz hinten zu befestigen und wird in einer zylindrischen Röhre versteckt, um den Passagier durch seine Anwesenheit nicht unnötig aufzuregen. Unter jedem Sitz ist eine Falltür, für gewöhnlich mit einer Art Rolljalousie verschlossen, aber im Notfall innerhalb einer Sekunde vom Pilotensitz aus zu öffnen, damit der Passagier dann samt seinem Stuhl, in dem er gerade seine Zeitung liest, aus den Wolken zur Erde falle, von dem sich entfaltenden Fallschirm treulich behütet. Natürlich kann in höchster Lebensgefahr der Pilot auch alle Passagiere mit einem Schlage gleichzeitig entlassen; es können bei den großen Transportflugzeugen bis zu vierzig Leute auf einmal fo zur Erde schaukeln. Welch ein Anblick! Unerwünschte Ähnlichkeit. Der berühmte englische Maler Joshua Reynolds hatte sich einst die Freiheit genommen, die Leerheit und Dummheit in dem Gesicht eines Mannes zu mildern, den er zu malen hatte, und das Gemälde fand durchaus keinen Beifall. Der Künstler sagte dann: „Ich habe einen Schein von Ausdruck in das Gesicht des Menschen gelegt, und nun erkennen ihn selbst seine Freunde nicht." Ein anderes Mal hatte er ein Porträt zu getreu gemalt und man drohte, es ihm zurückzugeben. Da schrieb der Meister ein artiges Briefchen, in dem er sagte, wenige Pinselstriche würden hinreichen, um aus dem Porträt einen Affen zu machen, und da er gerade den Auftrag habe, für jemanden einen Affen zu malen, so frage er hiermit höflich, ob man ihm das Bild zurückschicken wolle oder nicht. Das wirkte. Das Gemälde wurde bezahlt, aber verbrannt. iGLORifl i PQLQST____Giessen y Ab heute Donnerstag Lawrence Tibbett der berühmte Bariton und Star der Metropolitan-Oper in New-York in dem neuen Fox-Film in deutscher Sprache Hinter den Kulissen- Beiprogramm Wochenschau Lichtspielhaus Gießen Ab heute Donnerstag Neuauflührung Ein Großfilm Willy Forst’s Metropolitan Ein Film voll Spannung, Intrige u. Heiterkeit—u. über allem die herrliche Stimme Tibhetts, die jeder gehört haben sollte und die niemand vergessen wird. Maskerade lieh Anspruchsvollen. 3?mA mit der großen Besetzung Paula Wessely Adolf Wohlbrück Olga Tchechowa, Hans Moser, Walter Janßen Ein Film für die künstlerisch und inhalt- Vermietungen 23immer (vart.) mit fev. Eina., kl. Vorpl., Keller, auch als Küche u. Schlafz. geeign.,a. ruhige Mieter abzugeb. 7-Iimmer- Wohnung mit oder ohne 2-D!ädch.»Zimm. Bad, Balkon, m. Heizung,z.lHuli zu vermiet, oaeeo PianohausFörster Bahnhofstr. 71. 1WI.MM zu verm. 02671 Biomarckstr.141 3-Z.-Wnung in ruhiger Lage, 9iälic3tnbtmitte m Badperl.Juli zu vermieten. Sehr Angeb.mit. 02679 an d.G.A. 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Deutsches Rotes Kreuz Iw Motin der seine Lehre in Bank- oder Industrie-Betrieb mit Erfolg ab-- geschlossen hat, von angesehenem, größerem Unternehmen in Gießen gesucht.Gewandtheit inMaschinen- schrift erforderlich.Bewerbung mit Angaben über seitherige Tätigkeit, Alter, früheste Eintrittszeit und Gehaltswünsche unter 3738D an den Gießener Anzeiger erbeten._____ Von kausrn.Unternehmen inWetz- l ar wird zum sofortigenEintritt ein jiiDßßrer kam Angestellter gesucht. Derselbe muß im Versandwesen, sowie mit buchhalterischen Arbeiten vertraut sein und gut stenographieren und maschinen- idn-eiben können. Bewerbungen mit Zeugnisabschriften, Lebens- muf unb GehaltSansprüche unter 37291) a. d.Gieß.Anzeiger erbeten. evt.mifBad zum l.Oktobervonjg. Ehepaar gesucht. Schriftliche Angebote m.Preisangabe an Post- schlietzf. 127 - 02602 Schone S-ZimiB.-Wnyng von ruhiger Familie (2 Pers.) gesucht. Schriftl. Angeb. u. 02674 an d. Gieß. An;. 2-o(L4-Z.-IMing. zum 1. Juli ges. Schr. 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