Nr. 8b Erstes Blatt 18b. Jahrgang Samstag, N. April 1936 Erschein, täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer (Bemalt Hernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Giehen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfitätsvuch- und Steinörucferei R. Lange in Gießen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Millagsnummer bis8^/,Uhr des Vormitlags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rps., für Textanzeigen von 70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Vereinbg.25°/„ mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzei- gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Osterglocken läuten über Deutschland. Ofler-Spaziergang. Befreit vom Eise sind Strom und Bäche... was nicht nur für die österliche Natur in unseren Breitengraden zutrifft, sondern auch politisch und sozial für das deutsche Reich. Wenn es auch einmal für Europa der Fall sein wird, sowie für alle Gefahrenherde politischer und sozialer Art, so wird das gewiß ein Segen sein für die Menschheit. Das deutsche Volk hat in dieser verheißungsvollen österlichen Zeit den Weg zur Höhe hinauf beschritten, um in der Ahnung, daß es Schicksal und Bestimmung ist, auf das, was es nach schweren Kämpfen und Niederlagen, nach Irrungen und Wirrungen erreicht hat, als das Ziel zu erkennen: d i e Nation. Wenn das deutsche Volk um diesen Wiederaufstieg beneidet wird, wenn dieser Neid sich äußert in kleinlichen und gehässigen Anwürfen, so kann und darf uns das nicht anfechten, fo kann und darf uns nichts daran hindern, den Weg bis zum Ziel weiterzugehen. Was feit drei Jahren mit uns und um uns geschehen ist, das ist so groß und gewaltig, daß die Menschen wohl ein Recht haben, von einem deutschen Wunder nicht nur zu reden, sondern fest davon überzeugt zu sein, daß sich ein solches Wunder begeben und vollzogen hat. Als das deutsche Volk sich vor drei Jahren auf den Weg machte, als es dem Führer und Reichskanzler folgte, der sich bei dieser Aufgabe auf nichts anderes stützen konnte als auf feine innere Berufung, da hat das deutsche Volk zunächst auch nur glauben und vertrauen können. Nach drei Jahren sehen und erleben wir heute, daß der Glaube gerechtfertigt war, daß das Vertrauen sich bewährt hat, denn der innere Aufbau der deutschen Nation hat sich mit einer fo unwiderstehlichen, aber auch mit einer so überlegenen Kraft vollzogen, daß wir alle wissen, daß dieser innere Aufbau, daß die Schöpfung der deutschen Nation für uns das Schicksal ist, das uns allein weiter zur Höhe geleiten kann. In dieser österlichen Zeit können wir noch einmal die Ereignisse der drei Jahre an uns vorübergehen lassen, um nun auch richtig zu verstehen, wie bedeutsam und unausweichlich es war, daß, um die Nation zu schaffen, zerbrochen und vernichtet werden mußte, was dieser Schöpfung entgegenstand. Ob das, was zerschlagen wurde, uns nahestand oder nicht, das kümmert uns heute nicht mehr, denn wir wissen, daß es ohne die Zertrümmerung der parlamentarischen Demokratie, ohne die Ausräumung aller Ueberbleibsel der Kleinstaaterei und Viel- staaterei keine Möglichkeit gegeben hätte, eine nach innen und außen starke Nation aufzubauen. All die Eisrinden mußten gesprengt werden, die sich wie Panzer fest und geschlossen um unser geistiges und seelisches Fühlen und Denken gelegt hatten. Denn wer eine Nation bauen und aufrichten will, kann dies nicht nur im politischen Bereich, er muß das auch mit geistigen und seelischen Kräften untermauern. Was dieser Werdegang zur Nation, was diese Schöpfung heute schon für uns ausmacht, das haben wir sehr eindrucksvoll in diesen Tagen erlebt, als der deutsche Friedensplan veröffentlicht wurde, veröffentlicht zu dem Zweck, auch die Völker um uns vorn Eise und von den Fesseln der Versailler Politik zu befreien. Es liegt fast wie ein Anerkenntnis darin, daß die öffentliche Meinung in allen Ländern den deutschen Friedensplan als eine Grundlage auffaßt, ohne die es eine neue Ordnung und Befriedung Europas nicht geben kann und wird. Ein Volk, das es fertiggebracht hat, sich von den Wirrungen und Irrungen politischer Parteien zu befreien, ein Volk, das soziale Klassengegensätze überwunden hat, das für den Aufbau einer Volksgemeinschaft, in der sich jeder auf alle und alle auf jeden verlassen kann, neue Formen gesucht und gefunden hat, ein Volk von dieser einziggearteten Größe der Leistung, trägt in sich auch die' Bestimmung, den Völkern das zu geben, wonach sie im Unterbewußtsein mit leidenschaftlicher Kraft verlangen: den Frieden in Ehren. Ostern, das ist für das deutsche Volk bis in die Frühzeit seiner geistigen Geschichte hmem immer ein Fest gewesen, das mit Werden und Auf- erstehung verbunden war und ist. Wir wissen aus dieser geistigen Geschichte, daß wir mehr als einmal auf dem Wege gewesen sind, eine Nation zu werden, daß wir aber mehr als einmal diesen Werdegang selbst zerstört haben. Wir sind heute das große Volk, das die Nation verhältnismäßig spät, aber nicht zu spät gefunden hat, zimial in diesem Spät auch ein Schicksal und eine 53or= sehung enthalten sind, über die wir uns heute noch keine Rechenschaft oblegen können. Nach einem politischen Winter von 17 Jahren, der nicht die kleinste Pflanze der Hoffnung m Eu- ropa keimen ließ, bezeichnen die großen Ereigni.se dieses Frühjahrs den Anbruch einer neuen Zeit, die „W andlung in Europa", wie man es tn England genannt hat. Der Umschwung selbst ist noch nicht da; nichts wäre falscher als sich selbst Ltwas vorzumachen. Aber auch der österliche Frühling in der Natur ist ja regelmäßig noch begleitet non kalten Tagen und Rückfällen in winterliches Gebaren mit Hagelschauern und Nachtfrösten, und die politische Entwicklung wird so wenig eine Stute überspringen wie die Jahreszeit in der Entwicklung tn der Natur. Eine 17jähriae planmäßige Erziehung zum Haß, zur Feindschaft, zur grundsätzlichen Rechtsverweigerung, zur maßlosen Ueberheblichkeit kann sich nicht von heute auf morgen ms Gegenteil wandeln. Es braucht eine Übergangszeit. Diese Uebergangszeit aber ist vorbereitet und eingeleitet worden durch die unbeirrbare Friedensarbeit Deutschlands unter seinem Führer Adolf Hitler. Niemand sonst hat so viele und so handgreifliche Beiträge für die Befriedung Europas geliefert. Gewiß, Ostern ist noch nicht der Frühling selbst, sondern nur fein Anfang. Aber gerade auf den Anfang kommt es bei allem Tun an, er muß überhaupt erst einmal gemacht werden. Darin ist Deutschland allen anderen mit beschämendem Beispiel vorangegangen. Deutschland hat den Einbruch in eine erstarrte Welt bloßer politischer Formeln des Unfriedens erzwungen. Wir können aufatmen. Es wird noch manchen Sturm und manche Abkühlung geben, das ist noch in jedem Frühjahr so gewesen. Aber die 17 Jahre lange winterliche Hoffnungslosigkeit ist von uns genommen. Man sieht endlich, daß die Vernunft ganz allmählich sich gegen den sterilen Starrsinn durchzufetzen beginnt. Das ist wie die frohe österliche Botschaft von der Auferstehung. Laßt uns diese Auferstehung aus der dumpfen Gruft feiern, in die uns die Verblendung der „Sieger" zwang und aus der uns nun Adolf Hitler befreite! Und laßt uns froh seinen unerschütterlichen Glauben an unser Deutschland mit ihm teilen und ihn und diesen Glauben für die kommenden Dinge stärken. M V M L. M i MM MM Z MH '■MV' & M (Aufnahme: E. Hase, Frankfurt a. M.) „Dom Eise befreit ..." Die erste Ahnung unü die erste Lust, den ewigen, im „Faust" verklärten Osterspaziergang der Deutschen noch einmal zu wandeln und nachzuempfinden, überkommt uns schon ein paar Wochen vor dem Fest. Eben hat es noch in dichten Flocken geschneit, und wie lange ist das her — war es nicht vorgestern erst? —, daß die dünne, gläsern spiegelnde Haut über einer Lache am Wege klingend unter unseren Fußen splitterte ... am frühen Morgen, auf dem Gang ins Geschäft. Aber am Mittag, wenn wir heimgehen, schwimmen eilige, kleine Lämmerwolken im blassen Blau des Himmels, und am Abend weht ein milder, südlicher Wind um unser Haus. Ein zarter, silberner Sichelmond steht überm First, wenn wir schlafen gehen, und wenn wir uns zuvor noch einmal übers Kinderbett beugen, sehen mir mit Staunen und Rührung, daß unser Kleinstes, rotbäckig und hingegeben schlafend, zwar sein rechtes Däumchen wie jeden Abend in den Mund geschoben hat, um tröstlich daran zu saugen .... mit dem linken Fäustchen aber hält es em elend zerzaustes, vom Zahn der Zeit und von den Wintersturmen des Kinderzimmers benagtes Häschen eng und innig an sich gepreßt. Dieses Häschen — mir kennen es wieder — ist noch „vom letzten Mal', vom vorigen Jahr. Es mar lange verschmunden und vergessen: es hat Haare gelassen, man kann es nicht leugnen, und auch sein eines Ohr ist leider ab: wer weiß, wo das blieb. Aber selbst ohne dieses fehlende Hasenohr wissen wir nun, nachdenklich unser Bett besteigend, Bescheid ... Und siehe, am andern Morgen entdecken wir, daß es über Nacht geregnet hat, em wenig nur, aber es war genug, die ganze Welt österlich zu verwandeln: über den kahlen Bäumen liegt ein Hauch von lichtem Grün, von Silber und hellem Grau, und auf dem Heimweg am Mittag weht uns aus den Gärten auf einmal ein süß-herber Hauch von Veilchen und frisch gebrochener, duftender Erde an. Da müssen wir ja einen Augenblick stehenbleiben und mit unserer Nase und unferm Gemüt diesen Hauch in uns aufnehmen ... so recht mit Lust und Bewußtsein, denn es ist jedes Jahr aufs neue schön und beglückend, den jungen Frühling zu spüren. Zwar ist es noch ungewiß in diesen Tagen, ob „der alte Winter in seiner Schwäche" sich wirklich ein für allemal in rauhe Berge zurückgezogen hat. Und wenn wir auch inzwischen ein paar Tage ober Wochen weiter sind, schon im April, so ist es freilich nicht sicher, ob er uns nicht noch am Gründonnerstag vielleicht mit „ohnmächtigen Schauern körnigen Eises" heimsuchen wird. Es wäre ein Schmerz, wenn diese Heimsuchung unser neues Frühlingshütchen träfe; es wird doch nicht ... In den Gärten blühen mittlerweile die Magnolien, die Mandel- und Pfirsichbäumchen, neben den Veilchen stehen Krokus und Himmelsschlüssel in gelben Büscheln, die Kastanien sogar haben schon dicke, klebrig glänzende Knospen und die ersten zartgrünen Spitzchen angesetzt ... Unser Kleinstes aber und auch die Größeren zählen uns an rosigen Fingern vor, wie oft sie noch einschlafen und wieder aufwachen müssen, bis ihr ganzer Garten voll bunter Ostereier liegt. Und ein neues Häschen ist hoffentlich auch habet hth. Neues Leben. „Und wieder läuten die Wunderglocken Und locken die Sehnsucht in Traum und Licht; Umflattert von blonden, goldschimmernden Locken Lächelt uns freundlich Lenzprinzleins Gesicht: Ihr Klingen hallt durch die Weltenweiten: Ich trockne die Träne im Kummerblick, Ich bringe ja Freude und Seligkeiten, Ich wecke die Märchen vom Glück ... vom Glück .. Wie ein Märchen ist es wieder über uns gekommen, das Wunder der lenzenden Natur und des neu erwachten Lebens. Wie ein Märchen vom Glück, wie wir es so schön nur im Traume kennen. So ist es uns in den vergangenen Jahren wohl manchmal ergangen. Aber jetzt wissen wir, es ist nicht bloß ein schöner Sehnsuchtstraum, es ist Leben, wirkliches Leben. Der Klang vom Leben ist in uns wieder fo stark und echt geworden, der Klang vom Leben, das den Tod soll zwingen, daß wir ihn bis in den tiefsten Herzschlag spüren, wenn die Osterglocken ' über die Lande läuten, neuen Lebens frohe Künder. Wo wäre ein Haus und eine Hütte, wo ihr lebensfroher Schall nicht hindränge, wo wäre ein Herz, noch fo granweröüftert von winterlicher Sorge und Not, aus dessen verborgenster Kammer nicht von neuem heimliches Hoffen und sehnliches Wünschen sich hervorwagte, wenn die Osterglocken über die Berge und Täler sich schwingen! Dann spürt es neue Kräfte sich regen, wundervolle, schaffende, heilende, helfende. Und wenn bas Menschenherz tausend Tore hat, wie jene alte, sagenhafte Stadt Theben, durch die die Freude einziehen kann, dann hat auch das deutsche Herz wieder alle feine Tore geöffnet, um neue Lebensfreude einziehen zu lassen. Die Tore des Lebens stehen uns wieder offen, wir haben uns den verdienten Platz an der Sonne wieder erkämpft in Ehrhaftigkeit und Wehrhaftigkeit, wir haben des Grabes Riegel gesprengt und den schweren Stein, der davor lag, fortgewälzt. Und nun stehen wir wieder im Hellen Osterlicht neuen Lebens. Und alle Glocken der Ostern läuten uns. So feiern wir diesmal die „Auferstehung des Herrn", denn wir sind selbst auferstanden Wir wollen es nicht vergessen, daß wir solch neues Leben immer nur aus feinem Leben erhalten und nehmen können, das uns nun die Fülle schenkt und ewige Keimkraft in unser Schaffen legt. Erst fo feiern wir recht das Fest neuen Lebens und fühlen in ahnendem Erschauern in Urtiefen unserer Seele eine ungeahnte, neue Kraftmöglichkeit erwachen, die nach Entfaltung drängt, wie das Samenkorn in der Erde. So ist in unfern Herzen ein neues, schöpferisches Leben erwacht, das sich nicht mehr halten läßt in dunkler, dumpfer Enge, das zum Lichte strebt und zu höchster Lebensentfaltung. Ein neues Leben, das wie der Frühlingssturm über die Erde geht. Das ist unser innerster Osterjubel, wenn uns diesmal die Osterglocken läuten. Und dies Klingen wollen wir tief in die Seele hinein und mit uns nehmen als den festen Grundton in des Tages Mühe und auf der Freude Sonnenhöhe, in manche schweren, kommenden Tage, wenn Haß und Neid uns wieder umdrängen und die Widersacher aufstehn, und in die Tage, da Gottes Sonne und Friede uns freundlich lacken. Wenn ein jeder von uns sich das so vornimmt und getreu durchhält, dann wird auch niemand mehr unser Ostern schmälern oder gar nehmen können. „Dann wird ja deiner Glocken Singen Nimmermehr verklingen, Und auch durch dich wird auf der deutschen Erden Noch Ostern werden ..." Es war der fromme Philosoph Gottlieb Fichte, der in schwerer Zeit unser Volk tröstete mit der Verheißung: „Endlich einmal muß doch durchbrechen das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit ..." Nun, wir wissen und erleben es, daß es im Drechbrechen ist. Es liegt nur an uns. dem neuen Reich des Lebens überall zum Durchbruch zu verhelfen. Vor allem auch in uns selbst, in unserm eigenen Leben. Auch da müssen die Osterglocken neuen Lebens die alten Glocken der Selbstsucht, der Vereinzelung und Unbrüderlichkeit endlich und endgültig übertönen und ein neues Leben einläuten für jeden von uns. Drum, Osterglocken, läutet über d i e deutschen Lande, wie ihr so oft geläutet habt, aber diesmal wirklich zu einem neuen, sieghaften Leben und Auferstehn! Weckt die letzten Schläfer und Träumer auf aus ihrem Winterschlaf, daß auch sie ans Osterlicht neuen Lebens kommen. „Wacht auf, die ihr im Winterschlummer Noch müb* und bang und zagend lagt, Wacht auf aus Nacht und schwerem Kummer: Die heil'ge Osterfrühe tagt. Empor, ihr Brüder und ihr Schwestern, Aus Haus und Hütte fern und nah, Hinweg das sorgendunkle Gestern, Der heil'ge Ost er tag ist da!" Deutsche Auferstehung. Nichts läßt sich besser gegenüberstellen, als der Friedensplau der deutschen Reichs- regierung, der mutig in die Zukunft sieht, der dem politischen Neuaufbau Europas dienen will, mit den Denkschriften, die nach rückwärts gewandt von der französischen Regierung in Genf überreicht worden sind. Die Natur hat ihr festliches Gewand angelegt, um so auch auf die Stimmung der Völker einzuwirken, um sie empfänglich zu machen für die großzügige Aufbauarbeit, zu der sich Deutschland bereit- erklärt hat. Die Völker, die guten Willens sind, wissen, daß für das neue Deutschland die Auferstehung nicht nur eine festliche Überschrift, sondern eine vollendete Tatsache ist, die zu schaffen, Arbeit und nochmals harte Arbeit bedeutet. Diese Auferstehung Deutschlands hat keinem anderen Volke Europas irgendein Leid zugefügt, hat sich gegen kein anderes Volk Europas gerichtet, auch dann nicht, wenn diese Auferstehung zwangsläufig auch die Sicherung und Verteidigung des neuen Deutschland vorzusehen verpflichtet war. Nach dem Versailler Gewaltfrieden, der für Europa eine Neuordnung bringen sollte, aber nicht gebracht hat, nach diesem Gewaltfrieden hat es eigentlich immer Krieg gegeben, wenn nicht in Europa, dann in einem anderen Erdteil. Deutschlands Auferstehung ist ein Werk des Friedens, aus einer Gesinnung und einem Gefühl geboren, die einen Frieden in Ehren für sich und alle anderen Völker, die guten Willens sind, zu sichern und zu gewährleisten suchen. Das neue Deutschland hat sich nicht um den Zank und Streit da draußen bekümmert, es hat sich nicht an Straf- maßnahmen des Genfer Völkerbundes beteiligt, aber es hat für die Verkehrsentwicklung in Europa durch den Bau der wundervollen Reichskraftoerkehrsstra- ßen großzügige und großgeartete Vorarbeit geleistet. Das neue Deutschland hat nicht geschnüffelt, um herauszubekommen, was in den Rüstungsbetrieben Englands und Frankreichs geschieht, wie es auch nicht geschnüffelt und gerüffelt hat, um jeden Schritt und jede Handlung irgendeiner anderen Regierung als der heimlichen Aufrüstung dienend zu bezeichnen. Das neue Deutschland hat dafür offen und ehrlich Maßnahmen für die Arbeitsbeschaffung eingeleitet und durchgeführt, denn das neue Deutschland fand bei der Machtergreifung sieben Millionen Krisenopfer vor, die nicht nur das System, sondern auch die Ruchlosigkeit und Niederträchtigkeit der Versailler Politik erzwungen und hinterlassen hatte. Das neue Deutschland war gewillt, seine gesamten finanziellen Mittel aus Steuern, Abgaben und Zöllen in den friedlichen Wiederaufbau der deutschen Wirtschaft einzusetzen. Es war gewillt, aus jede Aufrüstung zu verzachten, es war bereit, den letzten Soldaten und das letzte Maschinengewehr abzurüsten. Das neue Deutschland hat mehr als einmol offen und ehrlich nach der Ausräumung der Saarfrage Frankreich die Hand zur Verständigung geboten, um vom an- Deren Ufer die Antwort zu erhalten, die Europa, die die Geschichte seitdem als den Beistandsvertrag zwischen Moskau und Paris kennt. Das neue Deutschland, das wieder groß werden will, groß, schön und stark, ohne andere Völker und Länder zu verletzen, ohne den Ehrgeiz und der Macht, den anderen Völkern und Regierungen in den Weg zu treten, dies neue Deutschland hat für sich Sicherheit nur deshalb gefordert, um seinen Wiederaufbruch, um seine Wiederauferstehung in Ruhe und Ordnung durchzuführen. Das neue Deutschland ist ruhig und zuversichtlich geblieben, stets bereit, sich zu verständigen, wenn es auf dem anderen Ufer Ereignisse und Reden gab, die die offene Hand Deutschlands zurückwiesen. Wir denken nicht an die Sonntagsreden P o i n c a r € s , die schon seit Jahren zurückliegen, wir denken vielmehr an die Politik und an die Reden des französischen Außenministers B a r t h o u, die, wenn sie ein deutscher Staatsmann geleistet und gehalten hätte, in Paris und in Genf, tn Prag und in Bukarest alles ins Schäumen gebracht hätten. Was hat denn das neue Deutschland seit der berüchtigten Pariser Note vom 16. April 1934 anders getan, als friedlich und friedfertig für den innerwirtschaftlichen Aufbau sowie für den inneren sozialen Ausgleich zu arbeiten. Diese friedliche Arbeit hat Früchte getragen, denn es ist so, daß der Wiederaufstieg Deutschlands auf so fester und gesicherter Grundlage vor sich gegangen ist, daß es keinen Einsturz und keinen Niederbruch geben kann und wird. Das neue Deutschland wird den Weg des Friedens und der Arbeit inEhren weitergehen, wird an seinem Wiederaufstieg arbeiten, wird sich unablässig mühen, alle deutsche Volksgenossen nicht nur in den Wirtschaftsprozeß wieder einzureihen, sondern auch eine dauernde Heimstätte für sich und die kommenden Geschlechter zu schaffen. Darum ist auch im neuen Deutschland heute di§ Dfterfreube, die Freude an der Wiederauferstehung so echt und stark, daß sie auch nicht durch die häßlichen Schatten beeinflußt werden kann, die von Genf her das Fest der Auferstehung zu verdunkeln suchen. Die Feiertage mögen einmal die friedliche Arbeit unterbrechen, denn es ist gut für das deutsche Volk, daß es in festlicher Stimmung einmal stehen bleiben kann, um vorwärts zu sehen, aber auch um zurückzuschauen nach dem, was glücklich hinter uns liegt. Ueberall im ganzen Reiche Feiert man nun Osterzeit. In Berlin tut man das gleiche Mit besondrer Fröhlichkeit. Alldieweil der Osterhase, Immer treu und unentwegt, Mit dem Spürsinn seiner Nase Uns ein Osterei gelegt, Das mit größtem Wohlbehagen Wir uns zu Gemüts zieh'n. Dieses heißt, um's kurz zu sagen: „Autobahn Berlin — Stettin"! Davon will ich nun berichten, Denn es hat die Autobahn Zwischen Seen, Kiefern, Fichten Ganz Berlin es angetan. Mitten auf dem oerkehrsumtosten Alexanderplatz in Berlin steht feit wenigen Tagen ein riesengroßes Schild, das das Entzücken und den Gesprächsstoff der Reichshauptstadt bildet. Drei Worte enthält dieses Schild nur, aber die haben es in sich: „Reichsautobahn Berlin — Stetti n". Der pfeilförmige Zuschnitt des Schildes zeigt an, in welcher Richtung man fahren muß, um über die Greifswalder Straße und den Ortsteil Weihensee die Landstraße nach der Hussitenstadt Bernau zu erreichen, die in den „Berliner Ring" der Reichsautobahn einmündet. Wahrlich! Es konnte keine größere Dfterfreube für Berlin geben, als die Eröffnung der 45 Kilometer langen Teilstrecke dieser Autobahn, die bis zu dem historischen Städtchen Joachimsthal führt, das zwischen verträumten märkischen Seen, dem Werbellinsee und dem Grimmnitzsee, gelegen ist. Zehntausende von Kraftwagen und Krafträdern aller Art sind seit dem Eröffnungstage des 4. April bereits über diese Märchenbahn dahingerollt. Zum Osterfeste aber werden es noch viel, viel mehr werden. Denn an diesem Osterfeste werden weder der Grünewald, noch die Müggelberge, noch der Tegeler Forst, noch Havel, noch Spree, noch sonst einer der vielen hundert Ausflugsplätze rund um Berlin die Berliner Osterfpazlergänger anlocken können. Alles wird zur Reichsautobahn wallfahrten, und sei es mit dem Kinderroller! Zwar für dieses „unmotorisierte" Verkehrsmittel ist die Autobahn nicht freigegeben, auch nicht für Pferdefuhrwerk und Fahrräder; aber längs der Vor uns ist der Weg, der uns den Frieden in Arbeit und Ehre sichert, ein Weg, auf dem es gewiß noch Hindernisse gibt, aber Hindernisse, die wir mit der starken Kraft des Willens zur Seite räumen werden. Wenn die Völker Europas mit uns gehen wollen, so wird es wirklich ein neues Europa geben, in dem alle Völker gleichberechtigt sind, in dem es kein Volk wagen darf, unter Schaumschlägerei für sich eine Vorherrschaft heraus- zuholen. Das neue Deutschland hat das Haus, in dem das deutsche Volk wohnt, rein und sauber gemacht, so daß es ein Frevel ist, vom deutschen Volke zu verlangen, auf diese Reinhaltung und Sauberkeit zu verzichten. Nicht verstaubte und veraltete Verträge, die aus dem bösen Geist des Unfriedens, des Haffes und der Furcht geboren waren und find, können die Sicherheit der Völker gewährleisten, sondern nur ein neuer Geist der Versöhnung und Verständigung, ein Geist, der nicht Vorrechte für sich will, sondern ein Geist, der daran denkt und danach handelt, daß gerade in Europa noch viel soziale Not und viel soziales Elend auszuräumen und zu lindern ist. Für diese Auferstehung und diese Neugliederung Europas will sich das neue Deutschland mit aller Kraft des Hirns und des Herzens einsetzen. 45 Kilometer Reichsautobahn wird sich Berlin aufpflanzen, um zu sehen, wie andere, die mindestens „ihre 100 bis 110 drauf" haben, in den Ostersonntag ober Ostermontag hineinflitzen. Der Berliner ist nicht neidisch. Hat er heute noch kein Auto, so hat er's morgen. Der Führer wird ihm schon zur rechten Zeit den Volkswagen bescheren, und die Autobahnen laufen nicht weg; sie sind für Jahrhunderte, für Jahrtausende gebaut. Um so weniger wird sich der Berliner mit seinem Sachurteil zurückhalten! Denn das ist Ehrensache: hat man selbst feine „Kaffeemühle", so hat man doch genügend „Pferdekraftverstand", um sogar den mit allen neuesten Errungenschaften ausgeftetteten Rennwagen kritisch mustern und begutachten zu können. Berlin wird allen kleinen und großen „Hans Stucks" auf die Finger und den Gashebel sehen. Die Freude an der neuen Reichsautobahn ist um so größer, als wir Berliner bisher die Reichsautobahnen nur vom Hörensagen kannten. Nichts ist ärgerlicher für den Berliner, als nicht mit = reden zu können! Doch nun hat Berlin „seine" Reichsautobahn und nichts fehlt mehr am Oster- alück des Jahres 1936. Mag fein, daß andere Reichsautobahnen später berühmter werden, weil sie an stolzen Strömen, Burgen und Schneegipfeln vorüberführen: die stille Poesie der Autobahn Berlin—Joachimsthal werden sie nicht kennen: Mär - kische Heide! Märkischer Sand! In ihnen ruhen die Wurzeln der Kraft des Reiches, denn hier schlug das Herz Preußens zuerst. Fassungslos — in des Wortes wahrer Bedeutung! — standen die Ortschaften an der Autobahn am Tage ihrer Eröffnung dem ungewohnten Riefenverkehr gegenüber. Zuletzt gab es keine Kaffeebohne, keinen Kuchenkrümel mehr, weil die Berliner alles, aber auch alles, verzehrt und heruntergeschluckt hatten. Zum Osterfest aber wird man gerüstet sein! Dann wird sich ein Treiben, ein Drangen, ein Lachen, ein Jubeln auf und an der Reichsautobahn erheben, das seinesgleichen nicht hat. Denn auch die BVG. (die Berliner Verkehrs- gesellschaft) und die Reichsbahn werden ihre letzten Kraftwagen einsetzen, um alle osterbeglückten Berliner hinauf zu schaffen auf die neueste Straße Adolf Hitlers. Und dann werden die goetheschen Worte des Osterspaziergangs, die uralten Worte des Doktor Faust abermals (in kleiner Abänderung) wach werden: Ich höre schon Berlins Getümmel, Hier ist des Volkes wahrer Himmel. Zufrieden jauchzet groß und Hem: Hier bin ich Mensch, hier darf ich's fein! Berlins Osterspaziergang wird Berlin entvölkern. Es wird leer werden in Berlin. Wer kennt die Berliner Innenstadt, wenn sie abends ober feiertags leer ist? Nur wenige kennen sie. Hätte ich nicht einen neugewonnenen Freund, der — seit- am genug! mitten in Berlin C, in einer der gro- hen Geschäftsstraßen hinter dem Berliner Schloß seine Wohnung aufgeschlagen hat, so wurde auch ich dieses leere, romantische Berlin nicht kennen. Ja! Romantisches Berlin! Es war ein Ostersamstagabend, als ich vor zwei Jahren zu ihm eingeladen wurde, um eine Schüssel bunter Eier verzehren zu helfen. Der Autobus trug mich über die Linden bis zur Schloß- drücke hin. Dort stieg ich aus. Der Autobus rollte fauchend weiter, bog um die Ecke und verschwand. Ich aber stand mutterseelenallein auf weiter Flur. Die Häuser, die Läden, die Kontore, die Büro- räume ringsum ruhten erschöpft von dem vorangegangenen Ostergeschäftstrubel aus. Durch eine alte, ehrwürdige, schmiedeeiserne Gittertür wurde ich ins Haus gelassen, lieber eine knarrende Treppe ging's bis in den vierten Stock. Aber hier dann der Ausblick! lieber Giebel und Türme, Erker und Kuppeln, die der Mond verzaubert und versilbert hatte, schweifte das Auge über Berlin, das nun in ruhigen, stillen Pulsschlägen atmete. Die Gedanken wandern zurück zu E. T. A. Hoffmann, jenem Romantiker Berlins, der in Berlin noch träumen konnte. Noch träumen konnte? Man kann heute noch in Berlin träumen! Man muß nur das stille Berlin in stillen Stunden aufsuchen. Dann spürt man: unter dem rastlosen Treiben, Jagen, Eilen, Dahinstürzen, unter dem wirren Durcheinander, unter diesem (Betriebe von Geschäft, Beruf, Arbeit und Vergnügen schlägt heute noch ein Herz. „Warum wohnen Sie hier?" fragte ich meinen Gastgeber. „Ja — sehen Sie! Ich bin doch bei der Reichsbank, und muß für sie viel nach auswärts verreisen. Da hab ich's so bequemer, denn zum Fernbahnhof Alexanderplatz sind nur wenige Schritte!" Ein gar seltsamer Fall! Ein Berliner wohnt ein paar Schritte vom „Hauptbahnhof" entfernt. „Und", fährt mein Freund fort, indem er das Fenster noch weiter öffnet, „wohne ich hier nicht entzückend?" Statt aller Antwort lasse ich die tiefe Abendstille des Berliner „Zentrums" auf mich wirken. Der Mond steht noch immer wie eine Silberscheibe am Himmel. Eine Fledermaus erhebt sich flatternd aus dem Gemäuer des Dachfirstes und geht auf Jagd. Ostervorabend in Berlin C ... Hannes Deyben. 50 Jahre deutsche Seegeltung. Vizeadmiral a. D. Staatsrat Adolf v o nTrotha kann am 16 April auf 50 Jahre der Arbeit für deutsche Seegeltung zurückblicken. Er trat am 16. April 1886 in die beutfdje Marine ein und hat seitdem ununterbrochen — ein halbes Jahrhundert — für die deutsche Seegeltung gewirkt: zunächst auf Auslandskommandos, im China- Feldzug und beim Boxer-Aufstand. 1901 wurde er in den Stab des damaligen Admirals von T i r • pitz, des deutschen „Flottenbaumeisters" und späteren Großadmirals, berufen. An der Vervollkommnung der Marine in Personal und Material hat er erfolgreich mitgewirkt. Im Weltkrieg hat Trotha sich als entschiedener Gegner einer zögernden Politik des Flotteneinsatzes bewiesen. Als Stabschef Scheers war er an der Seeschlacht vor dem Skagerrak führend beteiligt. Nach dem Kriege schuf er als Chef der Admiralität den Kern der heutigen deutschen Wehrmacht zur See. 1933 wurde er von Ministerpräsident Goring in den Preußischen Staatsrat berufen. Er dient heute als Leiter des Reichsbundes Deutscher Seegeltung und als Ehrenführer der Marine-HI. der ihm vom Führer übertragenen Aufgabe: die Bedeutung der Seegeltung im deutschen Volke zu verankern. Berlins Osterei—die Keichsantobahn. Brief aus der Neichshauptstadt. Oer Ostermorgen. Ein Altarbild von Wilhelm «Scharrelmann. Als die Sonne aufging und Maria heraustrat aus ihrer Kammer, fand sie die anderen Frauen nicht, denn sie waren schon hinausgegangen zum Grabe, Magdalena und Maria, des Jakobus Mutter, und Salome, daß sie den Leichnam Jesu salbten, wie sie verabredet hatten, und blickte in die Gaste zwischen die Mauern der Häuser und sah den Himmel in heiliger Stille über den Dächern, licht und klar, und die Erde in einem Schein, als wären die Dinge aus Nacht und Trauer emporgehoben zu der reinen Hohe des Lichts und gesegnet und erquickt wie noch n i e nach einer Nacht. Und Maria steht von der Klarheit des Morgens umflossen, als wäre sie noch bekleidet mit dem Glanz des Traums, der um sie mar in der Nacht, und es ist ein Friede in ihr wie in den Tagen ihrer Kindheit, und sie wundert sich fast, daß sie geweint hat. Da kommt Salome, atemlos von schnellem Laufe, und spricht: Der Stein ist vom Grabe, und der Leichnam des Herrn nimmer darin! Und nun erschrickt sie doch, wie eine Traumwandelnde erschrickt, so man sie anruft, und fühlt eine Schwäche über sie kommen und muß sich setzen, denn die Knie versagen ihr. Salome aber eilt tiefer ins Haus, die Jünger zu rufen, und läuft die Treppe hinauf und klagt von neuem durch die Stille des Hauses: Der Herr ist nimmer in feinem Grabe! Dann kommt auch des Jakobus Mutter, und Maria hört sie sprechen, wie Salome sprach. Die aber findet nur Petrus und Johannes — und Maria sieht beide vorübergehen und hort wie aus weiter Ferne die Worte Der beiden Frauen: Bleibe du hier, Maria. Wir aber wollen wieder hinausgehen, daß wir den Jüngern suchen helfen. Dann ist sie wieder allein, und das Herz klopft ihr von einer Freude, die unaussprechlich ist, und findet keine Worte; vermag auch nicht, sich zu erheben und sitzt da wie eine Entrückte, und eine Empfindung ist in ihr, als gehe ein Brausen durch die Halle des Hauses, da sie sitzt, wie damals, als der Engel von ihr schied ... Danach kommen Petrus und Johannes wieder heim vom Grabe und sehen Maria noch an demselben Ort, versunken in sich, wie sie vorhin gesessen, und gehen in Scheu vorüber und mögen ihr nicht sagen, daß auch sie das Grab leer gefunden haben, denn sie meinen, daß es sie betrüben müsse, und gehen in die Kammer, die Markus ihnen gegeben, und sinken nieder und klagen: Wer hat nun dieses Neue über uns gebracht? Denn die Priester werden kommen und sagen, wir hätten seinen Leichnam weggenommen! und hören im selben Augenblick einen Ruf und ein Jauchzen in der Halle de§ Hauses und erkennen die Stimme der Magdalena: Er ist auferstanden! und stehen, als hätte der Blitz sie getroffen, und hören abermals dasselbe Wort: Er ist wahrhaftig auferstanden und mir erschienen. Glaube, Maria, er lebt! Da stürzen sie hinaus in die Halle und sehen Magdalena liegen im Schoße der Maria und hören ie schluchzen vor Freude, und immer wieder das eine Wort: Er lebt! Er lebt! und sehen die Hand der Maria auf dem Scheitel der Magdalena, wie man einem Kinde die Hand aufs Haupt legt, daß es ruhiger werde in übergroßem Glück. Und nun treten auch Salome und des Jakobus Mutter herein und wissen nicht, was der Magdalena ge- chehen ist, und sind außer sich wie sie und stammeln: Wir haben ein Gesicht der Engel gesehen, die sagen, er ist auferftanben! Und die Jünger sind wie Taumelnde, und die Worte der Frauen wie Schläge eines Hammers an der Wand ihrer Herzen. Und lauschen wieder den Worten der Frauen, und hören auch Magdalena wieder ruhiger erzählen, und erbeben unter dem Worte: Rühre mich nicht an! und stehen wieder und staunen ... und sind wie Kinder ... und ein Jubel bricht in ihnen auf — und können doch noch nicht stehen in dem, was sie vernommen haben und in dem neuen Lichte dieser Stunde, als glitte jeder Gedanke in ihnen aus, wenn sie nur einen Schritt Damit wagen, und fallen wieder in Zweifel und jubeln doch im nächsten Augenblick wieder mit den Frauen, — und denken plötzlich des Wortes, das er zu ihnen sprach: Des Menschen Sohn wird überantwortet werden und am dritten Tage wieder auf erstehen von den Toten! Und es durchschauerte sie. Osterspaziergang des jungen Schiller. Von Walter von Molo Jauchzend klangen aus den sonnigen Gnadentälern die Osterglocken zur Hochebene empor; auf der grünen Bergeshöhe fang leise und freudig der Wind. Die Weiler rauchten bläuliche Fähnlein. Wie sauberes, spiegelblankes Kinderspielzeug schimmerten und glitzerten in der Sonne die kleinen Dörfer und Märkte. Mitten durch das fruchtbare Grün lief der silberne Neckar und empfing mit funkelndem Blitzen den Wärmeregen des segnenden Gestirns. Der Wein stand hügelab, hügelauf in duftender Blüte, lieber der neugeborenen Frühlingsherrlichkeit hing blau der ewige Himmel und predigte Glück und Freude. Frohes Wandern war's mit erhobenen Herzen. Die Mutter erzählte ihren Kindern, im Schreiten, mit beweglichem Ton: ,„.. und die zweie, so nach Emmaus wandelten. waren schwach und weibischen Herzens, sie glaubten nicht, daß der Herr erstanden sei. Der Dritte aber, der sich unterwegs zu ihnen gesellt, war männlicher und klüger als sie und legte ihnen alle Schriften aus, Die von Jesum gesagt waren ..." „Mutter", sprach Phinele, bei großen Augen, „es sicht wie bei uns: hat net unser Fritz auch g'rad vorhin uns zweien erklärt, wie die Geschichte der Griechenländer beschaffen fei?" Starren, himmelzugewandten Blickes schritt Frau Schiller; sie fand im Blau des Firmamentes die Augen ihres Sohnes wieder, der tief versonnen und entrückt durchs wehende Berggras stelzte und bebend den Klang der Osterglocken in sich empfing. .. und er sagte zu ihnen", erzählte die Mutter gläubig, „Mußte nicht Christus solches leiden, um zu seiner Herrlichkeit einzugehen? Und da sie nahe zum Flecken Emmaus kamen, sprachen sie: Bleib bei uns, denn es will Abend werden und der Tag hat sich geneiget. Und er blieb bei ihnen." Frau Dorothea nahm ihre Kinder an den Händen. „Und als er mit ihnen zu Tisch saß, nahm er Das Brot, Dankte, brach's und gab’s ihnen. Da erkannten sie ihn ..." „Mutter!" schrie Fritz Schiller auf unb fiel ihr um Den Hals. „Ach sag'? Ich weiß ja: er war unser Herr? Gelt? Herr Jesus Christus? Gelt, er war's?" Seine Blicke flehten die bejahende Antwort herbei. Mit nassen Augen nickte ihm die Mutter zu; sie umschlang die mageren, sehnenden Leiber ihrer Kinder. ,,Ja", sagte sie, „es war unser Herr, Herr Jesus Christus, Der unerkannt unter Den Menschen wanDelt!" Die Menschensehnsucht unD Ehrfurcht zwang Die Drei auf Die Kniee. Sie knieten; in Der Mitte Die Mutter. Sie beteten aus tiffter Seele: „Vater unser, Vater unser, der Du bist im Himmel .. " Im Tale sangen geruhsam Die Osterglocken; der Neckar fuhr mit großer Gelassenheit seinen glitzernden Bogen weiter durchs grünende Land. „Mutter", sagte Fritz Schiller im bangenden Schluchzen, das ihn ganz erfüllte, „ich werd' den Menschen predigen damit sie froh werden! Mutter — o Mutter, ich muß so was werden; ich will oben stehen und sie leiten! Meinst', Mutter, daß ich so was werden kann? O, sag' bitte sag'!" Das Phinele zupfte Frau Dorothea am farbigen Ueberrourf.. „Der Fritz, Mutterle, hat schon ein lateinisches Versle g'macht; Mutterle, wunderschön, aber ich versteh's net." „In ein paar Jahren, Fritz," sprach die Mutter mild und streichelte ihres Fritz erschauernden Scheitel, „reicht du mir als Priester Den Leib Des Herrn und sättigst meinen Hunger aufs Seelenheil. Und wenn ich zu sterben komm', segnest du in Liebe und mit geweihter Hand mein Grab." „Mutter!" schrie Fritz Schiller entsetzt auf, er starrte sie an. Er sah die Menschensterblichkeit an seinem Liebsten aufgezeiqt, Das störte Die helle Aussicht. Er wehrte sich: „Mutter!! Was redest' Da?" „Die Welt, Fritzle, dreht sich um Tod und Liebe, bas eine helfet zum anderen; dem großen Schicksal muß sich alles fügen." „Gehet's net anders?" „Nein, mein Fritz." Englische Osterscherze. Wie bei uns gibt es auch im englischen Volk verschiedene Osterbräuche, die sich aus sehr alter Zeit zum Teil bis auf den heutigen Tag erhalten haben. Sie sind oft sehr fröhlicher Natur, und Küsse spielen Dabei eine große Rolle. „Am Ostermontag", so erzählt eine alte Chronik aus Dem Jahre 1290, „Drangen sieben Hofdamen in König Eduards I. Schlafzimmer unb stießen unb rollten ihn so lange hin und her, bis er glücklich war, vierzehn Pfund für seine Freiheit zu bezahlen." Dieses Eindringen in die Schlafzimmer unb bas Erwachen bes Schläfers erinnert an ben bei uns jetzt noch üblichen Brauch bes „Schmackostems", das Schlagen mit Osterruten in der Frühe bes Ostermontags. In Englanb ist von ber eben erwähnten Sitte jetzt nur bas „Heben" ober „Schwenken" übrig geblieben: ein Hin- unb Herschwingen bes Opfers an Hänben unb Füßen, bis ber also Be- hanbelte bereit ist, eine „Steuer" zu zahlen. Eine burchaus englische Osterspezialität aber finb bie bei ber Frauenwelt halb Beliebten, halb gefürchteten „Tutti-Männer". Diese meist jungen Leute eines Dorfes oerabreben sich untereinanber unb bringen, große Blumensträuße in ben Hänben, merfroürbig verkleibet, in bie umüegenben Häuser. Dort haben sie bas Recht, jebe Frau, bie ihnen begegnet, zu küssen, was unter viel Gekreisch unb Gelächter vor sich geht. Auch in England spielt der Hase zu Ostern in manchen Gegenden eine Rolle, wenn auch nicht eierlegender Weise. Gelang es früher einem jungen Mann am Ostermontag in aller Frühe einen Hasen zu „greifen", so durfte er ihn dem Pfarrer bringen, der für diese Gabe folgendes zu spenden verpflichtet war: einen Kalbskopf, hundert Eier und einen Heller. In Leicester gingen Oberbürgermeister unb Ratsherren in Amtstracht am Ostermontag auf Hasenjagb. Da aber um biefe Zeit bie jagbbaren Tiere rar finb, mußte in vielen Fällen unter dem Jubel des Volkes eine Katze herhalten. Ein anderer volkstümlicher Brauch in England ist das Entfernen von Eigentum, das bann roieber eingelöst werben kann. In Filey werben Hüte, in einer anberen Stabt Schuhe beschlagnahmt unb ben Eigentümer nur gegen ein Lösegelb herausgegeben. Die so gemachte Einnahme wirb nachher zu einem gemeinsamen „Tansy-Kuchen"-Fest oerroenbet. Kulturfender und Kulturempsänger. Von Or Heinz potthoff Was ist im Rundfunk wichtiger, der Sender oder der Empfänger? — Die Frage scheint müßig zu fein, denn eins ist so unentbehrlich wie das andere. Ohne einen guten Sender mit guter Sendung sind alle Empfänger, auch die vorzüglichsten, völlig zwecklos. Aber auch die besten Sender wären zwecklos, wenn ihre Sendungen nicht von Empfängern aufgenommen würden. Empfänger und Sender bedingen sich gegenseitig. Aber nicht immer im gleichen Maße und im gleichen Verhältnis. Deswegen hat die Frage nach dem Vorrang des einen vor dem anderen einen Sinn, wenn man sie „geschichtlich" stellt, d. h. wenn man fragt, ob zu einem bestimmten Zeitpunkt, ob gerade heute die Verbesserung und Vermehrung der Sender das wichtigste sei oder die Vermehrung und Verbesserung der Empfänger. Das erste ist zweifellos der Rundfunk- sender^ Niemand wird auf den Gedanken kommen, Empfänger zu bauen, solange nicht Sender bestehen. Wenn aber der erste Schritt gelungen und der Sender vorhanden ist, dann hängt sein Erfolg, sein Wirken, sein Wert und Zweck völlig von der Menge und Güte der E m p f ä n g e r ab, die den Menschen erst die Leistung des Senders vermitteln. Es tritt also einmal der Zeitpunkt ein, in dem die Verbesserung und Vermehrung der Empfänger weit wichtiger ist als die der Sender. Ein solcher Zeitpunkt ist heute. Die Sendetechnik hat eine Vollendung erreicht, die zwar immer noch der Hebung fähig ist, aber diese nicht so dringend macht wie die volle Ausnutzung dessen, was die Sender schon leisten können. Wir können in Deutschland Vorgänge der ganzen Erde mit erleben. Sendungen aus Amerika und Asien können von den deutschen Sendern übernommen und allen deutschen Hörern gut übermittelt werden. Wir können mit Richtstrahlern unsere Sendungen über die ganze Erde verbreiten. Welche menschliche, kulturelle Wirkung der Rundfunk hat, das hängt (abgesehen vom Inhalt der Sendungen) davon ab, wieviele gute Empfangsgeräte vorhanden sind. Deswegen ist heute der Empfänger dasjenige, auf dessen Förderung es ankommt. Und der wichtigste Fortschritt im Funkwesen war die Schaffung des Volksempfängers. Denn die heutige Lage ist die, daß der Aether voll ist von elektrischen Wellen, die Wort und Ton, Vortrag, Gesang und Musik bedeuten, wenn und soweit Ohren da sind, sie zu hören. Die Hauptsache ist nicht, die Zahl der Wellen zu vermehren, sondern die Zahl der Ohren, das heißt der Funkempfänger. Denn erst dadurch, daß sie gehört werden, erhalten die Wellen einen „menschlichen" Wert. Diese Erkenntnis hat ganz allgemeine Bedeutung. Die ganze Welt ist nur soweit vorhanden, als sie von uns wahr genommen werden kann. „Die Welt ist meine Vorstellung", sagt Schopenhauer mit Recht. Nur was wir mit unseren Sinnen wahrnehmen, ist für uns vorhanden. Ohne menschliche Augen und Ohren wäre die Welt dunkel und stumm. Der Rundfunk lehrt uns, wievieles noch in der Welt ist, was wir nicht wahrnehmen. Solange wir es nicht wahrnehmen können, ist es für uns nicht vorhanden und wertlos. Das gilt auch von der menschlichen Kultur. Auch sie hat ihre zwei Seiten wie der Rundfunk, hat ihre Sender und Empfänger. In jeder Kulturgeschichte und Philosophie ist bisher viel zu wenig beachtet, daß auch in der Schaffung und Verbreitung von Kultur ^e Sendung allein gar nichts bedeutet, wertlos, sinnlos ist, sondern daß e r ft der Empfang durch kulturbedürftige und kultur- fähige Menschen ihr den Sinn, den Wert gibt. Natürlich kann Kultur nur fein, wenn sie zunächst geschaffen wird. Aber sie würde nicht geschaffen werden, wenn nicht mindestens die Kultur- schuffer selbst auch Kulturempfänger wären. Und sie würde einen sozialen Wert nicht erringen können, wenn nicht auch andere Volksgenossen sie empfangen und genießen könnten. In der Kultur wechseln, wie im Rundfunkwesen, die Zeiten und ihre Bedürfnisse. Wie dort, so leben wir auch hier in einer Zeit, in der d i e Entwicklung des Empfanges das allerwichtigste ist. Denn es ist eine solche Fülle von wundervollsten Kulturgütern in Dichtung, Musik, bildender Kunst, Religion, Wissenschaft usw. vorhanden, daß ungezählte Millionen von Menschen sich daran innerlich bereichern können. Die technische Möglichkeit dazu ist vorhanden. 2JHt Schrift und Bild, mit Buch und Zeitung, mit Konzert, Theater, Kino und Vortrag, mit dem Funkhören und demnächst dem Fernsehen können wir die Schöpfungen aller Länder und Zeiten vor die Augen und Ohren aller deutschen Volksgenossen bringen, und zwar in einer Art der Wiedergabe, die einen vollen Genuß des Kulturgutes ermöglicht. Aus dieser technischen Möglichkeit erwächst die Aufgabe der Massenkultur als die besondere Kulturaufgabe unserer Zeit. Natürlich will und soll unsere Zeit auch Kulturgüter neu yervorbringen; denn jede Zeit hat sich selbst und der Nachwelt etwas besonderes zu sagen und hat eine besondere Form des Ausdruckes für das, was die Menschheit von Ewigkeit bewegt. Aber dieses „Fortschreiten" der Kultur wird an Bedeutung weit überwogen durch die Verbreitung und Vertiefung der Kulturwirkung, die wir durch die Massenwirkung alles Kulturellen erzielen. Das ist ja das Wesen wahrer Kultur, daß sie nicht vergänglich ist. Die Schönheit griechischer Tempel und Bildsäulen, die Erhabenheit der Werke Michelangelos oder der gotischen Dome kann Menschen von heute entzücken und beglücken. Aus uralter Weisheit nordischer und indischer Völker schöpfen wir heute noch wichtigste Erkenntnis. Die „Klassiker" deutscher Kultur, Goethe und Schiller, Mozart und Beethoven, Kant und alle die vielen anderen sind uns heute lebendig; sie haben heute vielleicht eine noch größere Bedeutung als je. Sie bedeuten heute zehnmal mehr als zu ihren Lebzeiten, denn der Kreis derer, die sich an ihrer Kunst und Weisheit erfreuen und bereichern, ist jetzt hundertfach größer als vor einem Jahrhundert. Zulange hat man den Kulturstand eines Volkes gemessen an den Spitzenleistungen der Großen oder an den Bedürfnissen einer dünnen Oberschicht von „Bildung und Besitz". In einem Volksstaat muß diese „exklusive" Auffassung überwunden werden. Uns mutz „deutsche Kultur^ ein sozialer Begriff sein, nämlich der Kulturzustand der achtzig Millionen Menschen, die deutsch reden, denken und fühlen. Den kulturellen Zustand dieser Millionen zu heben, ist die große Aufgabe unserer Zeit. Das aber ist eine Aufgabe, die der Schaffung des Volksempfängers im Rundfunk entspricht, eine Hebung des „Verbrauches", des Empfanges von Kultureindrücken. Kein neues Buch ober Bild oder sonstiges Kulturerzeugnis kann sich an sozialer Bedeutung mit den Bestrebungen zur Verbreitung von Kultur messen, wie sie z. B. die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" betreibt. Kultursendungen sind genug und über genug im „Aether" der Menschheit. Das wichtigste ist, den Kulturempfang nach Menge und Güte zu steigern. Männer hinter den Kulissen. Hunderttausende im Dienste des Eisenbahnverkehrs. Von Or. Wolfgang Mejer. Wer in einem Schnellzug durch die deutschen Lande fährt, etwa im Speisewagen behaglich feinen Kaffee trinkend, in der Gewißheit, zur bestimmten Stunde an einem bestimmten Ort anzukommen, der wird kaum aus den Gedanken kommen, wieviel Vorarbeit „hinter den Kulissen" notwendig ist, um sicher, schnell und bequem seinem Reiseziele entgegenfahren zu können. Blitzsauber sind die Abteile, wenn der Zug zur Abfahrt bereit im Bahnhof steht. Vor wenigen Stunden erst sind seine Wagen verstaubt und verregnet, mit wenig schönen Spuren von Tabakasche, Papier, Speiseresten hier angekommen. Sobald ein Zug am Endbahnhof von den Reisenden verlassen ist, werden die Wagen auf Abstellgeleise gezogen, „W agenreiniger" fegen die Abteile mit unglaublicher Schnelligkeit, spritzen sie mit starkem Wasserdruck ab und reinigen die Polster mit Staubsaugern. Alles wird geputzt, geölt. Das Aeußere des Wagens säubern die „W a g e n w ä s ch e r" mit Spritzbürsten. Dazu müssen die Fenster geputzt, die Beleuchtung vorgerichtet, Wasser und Handtücher ergänzt werden. Jede Hausfrau wird ermessen, welche Riesenarbeit in ein paar Stunden, oft nachts, an einem einzigen Zuge erledigt werden muß! Dann kommt das Zusammenstellen des Zuges nach genauem „Z u g b i l d u n g s p l a n". Jeder Lauf eines Wagens wird ständig überwacht und geleitet. Das Rangieren ist darum eine der wichtigsten und verantwortungsvollsten Tätigkeiten im Eisenbahndienst, ganz besonders im Güterverkehr, da hier die „Fahrgäste" nicht, wie die lebenden Reisenden, umsteigen können. Die „Rangierer" müssen erst einmal die Kupplungen der Wagen lösen, bevor sie neu zusammengestellt werden können. Auf großen Rangierbahnhöfen tun dies besondere Kräfte. Güterwagen werden meist von einem „Ablaufberg" aus verteilt. „Hemmschuhleger" eilen herbei und bringen die heranrollenden Wagen an der gewünschten Stelle zum Stehen. Neuerdings erleichtert ihnen auf einigen Bahnhöfen die „Gleis- brems e", eine deutsche Erfindung, die Arbeit. Die Ausführung des Rangierdienstes liegt in der Hand der Rangiermeister und Rangierführer, von denen etwa 14000 im Dienst der Deutschen Reichsbahn stehen. Rangiermeister, Weichenwärter und Hemmschuhleger erfahren vom „Rangierzettel- schreibe r", der rasch nach den Bekleb^etteln der Güterwagen Listen anlegt, die Nummern Der Gleise, auf denen die einzelnen Wagen zu neuen Zügen zusammengestellt werden. Bei den Personenwagen ist das Rangieren meist etwas einfacher, weil die „Stammwagen" eines Zuges immer beisammen bleiben. Lokomotiven sind hochentwickelte und stark beanspruchte Maschinen, die ebenso gepflegt sein wollen wie etwa em Kraftwagen oder ein edles Rassepferd. Hat die Lokomotive einen Zug gebracht, so fährt sie zum Schuppen und wird für die nächste Fahrt mit Kohle und Wasser versorgt. Die „F e u e r m ä n - n e r" entschlacken und reinigen sie innerlich. Lokführer und Heizer untersuchen die einzelnen Organe des Stahltiers, ob sie etwa während der Fahrt Schaden erlitten haben. Dann erst beginnt ihre Ruhepause. Wenn ein paar Stunden später d i e neue Schicht des Maschinenpersonals antritt, haben die Feuermänner bereits ein neues Feuer unter dem Kessel angelegt. Auf dem meterlangen Rost ein ganx gleichmäßiges Feuer zu entfachen, ist eine Kunst für sich. Maschinenführer und Heizer überwachen das „D a m p f m a ck> e n", prüfen alle Teile der Maschine nochmals gründlich, putzen Beschläge und Griffe, schmieren da und dort. Wenn das alles erledigt, wenn die Männer vom Schuppen noch geölt haben, dampft die Lokomotive in den Bahnhof. Jetzt erst beginnt der Teil des Dienstes von Lokführer und Heizer, von dem die Mehrzahl der Reifenden eine gewisse, meist aber auch wohl eine viel zu geringe Vorstellung hat. Mit gespannter Aufmerksamkeit heftet der Führer den Blick auf Signale und Strecke. Er trägt d i e Verantwortung für Hunderte v o n M e n s ch e n l e b e n ! Der Heizer muß indessen immer wieder an dem Glut- rachen der Feuerkiste schaffen. Mehr als zwanzig Zentner Kohle frißt eine neuzeitliche Schnellzugmaschine in der Stunde. Der Heizer wacht darüber, daß der Kessel stets den nötigen Dampf gibt und unterstützt den Lokführer in Der Beobachtung von Strecke und Signalen. Bei jedem Halt wird das Triebwerk der Maschine geprüft. Rund 60 000 Lokomotivführer und Heizer beschäftigt die Reichsbahn, und neben ihnen arbeiten noch fast 18 000 Betriebsarbeiter und Handwerker im Loko- motivdienst. Nicht minder verantwortungsvoll ist die Tätigkeit der Männer, die den Zügen ihren Weg bahnen. Oben im B e f e h l s st e l l w e r k, der Kommandobrücke des Eisenbahnverkehrs, lenkt der Fahrdienstleiter nach Fahrplan und Fahrordnung den Lauf der Züge. Kein Zug darf ohne seine Erlaubnis in den Bahnhof einfahren, kein Signal ohne feine Genehmigung auf Fahrt gestellt werden. Die Weichenwärter in den Stellwerken bedienen die Hebel und stellen damit Weichen und Signale fo, daß kein Zug den anderen gefährden kann und jeder feinen richtigen Weg durch das Gleisdickicht findet. Stört einmal eine Verspätung den richtigen Gang, so muß der Fahrdienstleiter blitzschnell einen Ausweg finden. Etwa 39 000 Männer sind Tag und Nacht an den fast 300 000 Hebeln und Kurbeln der Reichsbahnstellwerke auf dem Posten. Die Sicherheit von vielen tausend Leben und ungeheueren Sachwerten, die Pünktlichkeit des ganzen Bahnbetriebes liegt ständig in ihrer Hand. Von dem schnell vorüberbrausenden Zug aus gesehen macht das Leben des Bahnwärters einen fast romantischen. Eindruck: oft weit entfernt von Stadt und Dorf hat er feinen Posten, ist mit dem Heimatboden verbunden. Blühende Blumen und Bäume schmücken das Bahnwärterhaus, ein wohl- gepflegtes Gärtchen spendet reichen Früchtesegen, der Lärm der großen Welt bringt nicht in seinen Frieden. Hinter diesem Idyll am Bahndamm verbirgt sich aber strenge, selbstlose Pflichterfüllung im Dien st e der Verkehrssicherheit. Bahnübergänge, Strecke und Signale sind zu überwachen, Schranken zu schließen und zu öffnen, Fernsprecher zu bedienen. Mehr als 30000 Bahnwärter, Schrankenposten und Streckenläufer versehen diese Arbeiten bei der Reichsbahn. Wenn die deutschen Eisenbahnen den höchsten heute erzielbaren Grad von Sicherheit erreicht haben, so ist das mit diesen Männern zu danken, die bei Tag und Nacht, bei Wind und Wetter, oft in völliger Einsamkeit über die Strecken wachen. Der Oberbau der Strecke wird ständig auf feine Beschaffenheit und Lage geprüft. Rund 100 000 Mann des gesamten Personals der Reichsbahn find allein für diese Bahnunterhaltung tätig. In der Mehrzahl sind es Bahnunterhaltungsarbeiter, die in Rotten zusammengefaßt werden. Der Takt ihrer „Stopfhacken" ist jedem Reisenden vertraut. Auch die Fahrzeuge wollen unterhalten sein. An 70 000 Handwerker, Schmiede, Schlosser, Dreher, Anstreicher, Tischler, Polsterer und andere Handwerker fehen in den Werkstätten der Reichsbahn jede Lokomotive, jeden Wagen in vorgeschriebenen Zeit- abftänben gründlich nach und bessern alle Schäden aus. Für die Aufrechterhaltung der Ruhe, Sicherheit und Ordnung im Bahngebiet sorgt der etwa 2000 Mann starke „Streifdien st" der Reichsbahn, dem auch etwa 700 Dien st Hunde zugehören. Zusammen mit den rund 100 Beamten des „F a h n - bungsbienfte s", benen bie Bekämpfung von Diebstahl, Unterschlagung unb Fälschung obliegt, unb bem ungefähr 200 Mann starken örtlichen Wächter- bienft bilben bie „Streifer" ben ftänbigen Sicher- heitsbienst ber Reichsbahn. Der Streifbienstbeamte ist auch bem Reisenben behilflich, erteilt Auskünfte unb übernimmt Sanitätsbienst. Er steht gleichsam in ber Mitte zwischen ben Eisenbahnern, bie „hinter ben Kulissen" für bie Fahrgäste im roüenben Zuge wirken unb ben anberen, bie unmittelbar mit bem Reisenben zu tun haben, bie gewissermaßen auf ber Bühne bes Bahnbetriebes hanbeln, wie Fahrkartenverkäufer, Gepäckträger, Beamte ber Gepäckannahme unb ber Bahnsteigsperre, ber Aufsichtsbeamte mit ber roten Mütze unb enblich bas Zugbegleitpersonal. Auch ihres Pflichtenkreises Umfang ist ben meisten Reisenben kaum bekannt; aber wir wissen, baß sie alle unermüblich schaffen im Dienst am Fahrgast ebenso wie bie Männer hinter ben Kulissen bes Eisenbahnverkehrs. Meine politische Nachrichten. Der Reichskriegsminister unb Oberbefehlshaber ber Wehrmacht, Generaloberst von Blomberg, hat General ßubenborff folgenbes Telegramm gesandt: „Ew. Exzellenz übermittele ich zum Geburtstag meine aufrichtigen Glückwünsche. Mit mir gedenkt die deutsche Wehrmacht am heutigen Tage in Treue und Dankbarkeit bes vorbildlichen ©olbaten und des großen Feldherrn im Weltkriege." ♦ Reichsminister Dr. Frank hat beim Verlassen Italiens an ben italienischen Regierungschef ein Telegramm gerichtet, in bem er Mussolini für bie herzliche Ausnahme, bie er unb seine Mitarbeiter währenb ihres Aufenthaltes in Italien erfahren haben, feinen tiefsten Dank aus» spricht. * Das belgische Parlament hat feine vierjährige ßegislaturperiobe abgeschlossen. Der Innenminister kündigte an, daß bie Neuwahlen zur Kammer am 24. Mai unb bie Provinzialwahlen am 7. Juni ftattfinben werben. In ber Schlußsitzung stimmte ber Senat ber Regierungspolitik nahezu einstimmig zu unb nahm eine Entschließung zur außenpolitischen Lage an, in ber bem Ministerpräsidenten unb bem Außenminister erneut bas Vertrauen ausgesprochen wirb, namentlich im Hinblick auf bie Fortsetzung ber Londoner Verhanb» lungen. Der litauische Staatspräsibent hat ben im Mernel- lanbprozeß im März vergangenen Jahres zu 6 Jahren Zuchthaus verurteilten Kriegsinvaliben Artur Hoyer, brei Wolbernaras-Anhänger, ben Oberst ber Flieger Naratas, der beim letzten Putsch zu langjähriger Zuchthausstrafe verurteilt war, sechs Kommunisten und fünf andere Staatsgefangene begnadigt. Hoyer, der im Rollstuhl vor Gericht erschienen war, hatte in der Hast infolge feiner Verletzung besonders schwer zu leiden gehabt. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für bie Silber: Dr. Friebrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für ben übrigen Teil: Ernst Vlumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwort- lief) für ben Inhalt ber Anzeigen: Theobor Kümmel. D. A. III. 36: 10 270. Druck unb Verlag: Brühl'schs Universitäts-Buch-unb Steinbruckerei R.Lange,K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit ber Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. unb Samstags 15 Pf., mit ber Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. 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April 1936. Die Anmeldung der in die Berufsschule neu eintretenden Schüler und Schülerinnen hat an diesem Tage, vormittags 9 Uhr, zu erfolgen, und zwar: a) für die Gewerbliche Berufsschule und die Mädchenberufsschule in dem Schulhaus in der Kirchstraße; . b) für die Kaufmännische Berufsschule im Liebig- bau (Alte Klinik) in der Liebigstraße. Berufsfchulpflichtig werden mit Beginn des neuen Schuljahres alle Schüler und Schülerinnen, die an Ostern 1936 aus der Volksschule entlassen werden sowie diejenigen, die aus höheren Schulen nach achtjährigem und mehr als achtjährigem Schulbesuch, aber vor vollendetem 10. Schuljahr ausgetreten find. Für Schulpflichtige, die in ein Lehrverhältnis treten, besteht die Schulpflicht unabhängig davon, ob sie zunächst eine Probedienstzeit durchlaufen ober nicht. Im übrigen beginnt der Unterricht für diejenigen Berufsschüler, die nicht in die Berufsschule neu eintreten, erst am Donnerstag, dem 16. April 1936. Gießen, den 19. März 1936. _________Stadtschulamt. I. V.: N e b e l i n g._________ Bekanntmachung. Betr.: Den Besuch der Berufsschule zu Gießen durch auswärtige Schüler. Es besteht Veranlassung darauf hinzuweisen, daß alle in Gießen beschäftigten Berussschulpflichtigen, einerlei ob sie aus benachbarten hessischen ober preußischen Orten kommen, die Berufsschule zu Gießen zu besuchen haben. (Art. 17 Abs. III des Volksschulgesetzes.) 1912D Die Arbeitgeber werden gemäß Artikel 24 und 25 des Volksschulgesetzes aufgefordert, die in Frage kommenden Schüler (innen) zum Besuche der Berufs chule Gießen anzuhalten. Arbeitgeber, die dieser Auf orderung nicht nachkommen, unterliegen der Be- ftra ung gemäß Artikel 25 Abs. III des Volksschul- gesetzes. Gießen, den 19. März 1936. _________Stadtschulamt. I. V.: N e b e l i n g._________ Bekanntmachung. Die Aufnahme der Schulanfänger in die Volksschule findet statt am Donnerstag, dem 16. April 1936, und zwar 1913D um 10 Uhr für die Goethefchule, Horst-Wessel-Wall, Schillerfchule, Schillerstraße, Alte pestalozzifchule, Werner- wall, um 11 Uhr für die Reue pesialozzifchule, In den Eichgärten. Gießen, den 20. März 1936. Stadtschulamt. I. Du N e da l in,g. 5-Zinim.-Wohiiung möglichst mit Äad, per sosor gesucht. Schriftliche Angebote unter 01616 an den Gieß. Anz. mit Gartenanteil (rußige Lage) an soliden Dauermieter ab 1. Mai zu vermiet. Näh. Klein-Liuden Wetzlarer Str. 20 Z-0.4M.MHNg m.Bad,Zentralheizung.,Loggia, (Friedrichstr.) zu verm.Schr.Ang. u.01609a.d.G.A. Kleine IM* mit Heizung, für 15. April oder 1. Mai zu verm. Schr. Ang. unt. 2314Da.d.G.A. 4-M.VM. (Neubau), Etag.- Heiz., Bad, groß, sonnig.Balkon, i. schönster Lage Gießens, beziehbar «;ml.Juli,zu verm. Zu erfrag. i. Gieß.Anz. 01333 Schöne, geräum. 4-Zimm.-wobnun Bad,Mansarden» zimmer, 2 Keller, Etagenheizung, zum 1. Mar oder später zu verm. Wartweg 54.°^ Behm Krofd. Str. 28. 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Die Bemühungen Deutschlands, mit Frankreich zu einem den Frieden Europas sichernden Einvernehmen zu gelangen, haben in den geistigen Kreisen beider Länder zu der Fragestellung geführt, ob d e r verstärkte Austausch kultureller Güter mit dazu beitragen könnte, die beiden Völker auch politisch einander näherzubringen. Man hat früher gesagt, es gebe kein Land, in dem mit mehr Aufmerksamkeit die Entwicklung des Geistes- lebens anderer Völker verfolgt werde als Deutsch- land. Diese Feststellung trifft nur auf einige ge- schichtliche Zeitabschnitte zu; im allgemeinen hat auch das deutsche Volk immer nur das fremdländische Kulturgut ausgenommen, das es verarbeiten konnte, und dos in seinem Wesen aufging. Daraus formte es sich das Bild der anderen, ohne danach zu fragen, ob Sie anderen mit diesem Bild einverstanden, und ob die wesentlichen Merkmale und Farben der anderen Dolkskultur darin enthalten waren. Es käme schließlich auch einer Selbstentäußerung gleich, wollte man von einem Volke mehr verlangen. In der Aufnahme und Verarbeitung der Kulturwerte eines anderen Volkes gibt es eine Grenze, und weil diese Grenze meistens nicht beachtet wird, ist man enttäuscht, erfahren zu müssen, wie wenig die Kulturarbeit zwischen zwei Völkern, die seit Iahrhun- derten in engem aeistigen Verkehr standen, wie das deutsche und das französische, die politische Entfremdung beeinflußt. In der falschen Einschätzung der Kultur liegt die Gefahr verborgen, die Macht politischer Ideen zu unterschätzen, die so stark fern kann, daß sie den geistigen Verkehr zwischen zwei Völkern unterbindet, in der Meinung, er könnte zur Schwächung des eignen Selbstbewußt-' seins führen. Politik und Kultur sind Pole im Völ- kerleben; die Verbindung zwischen ihnen ist nicht zu jeder Zeit gleich gut, und die Ausstrahlungen ihrer Kraftfelder schwanken in ihrem Stärkeverhaltnis zueinander. In der fast $ur Formel erstarrten Auf- fassung, daß im 17. und 18. Jahrhundert das Vor- bild der höfischen Kultur Frankreichs Nachahmung in der absolutistischen Politik im deutschen Raum gefunden hat, steckt, was die äußere Form anbetrifft, sicher ein wahrer Kern. Ebenso hat die Französische Revolution von 1789 auf die politische Haltung des deutschen Bürgertums unverkennbare Wirkungen ausgeübt. Seit Jahrhunderten hat die Nachbarschaft der beiden Völker unter dem Zeichen des Wettstreits gestanden, in dessen Mittelpunkt das griechische oder römische Ideal stand, und es läßt sich nicht be- zweifeln, daß dieses besondere Verhältnis, das die Deutschen zu keinem anderen Volke besitzen, in der politischen Geschichte nicht nur eine Parallele, sondern auch seine Ursache findet. Das unstreitig glänzende Vorbild hat einst verhindert, daß ein deutsches Nationalideal sich an der eigenen mythologischen oder erforschten Vorgeschichte bildete. An Versuchen dazu hat es zu keiner Zeit gefehlt, aber sie mußten scheitern, weil die Verbindung zur Antike durch Frankreichs Beispiel lebendiger war. Erst das beginnende 19. Jahrhundert sah das deutsche Geistesleben in Opposition zum französischen Anspruch, Erbe des Imperium Romanum zu sein, aber mit der Hinwendung zur griechischen Antike, zur Klein- staaterei Hellas, richtete sich noch einmal ein ideologisches Hindernis gegen die Idee und die Politik der Reichseinigung auf. Die Kulturkraft des deutschen Volkes hat nicht die äußeren Wirkungen auf andere Völker erzielen können, wie die des französischen Volkes, das als geschlossene Nation soviel älter und darum auch sicherer und politisch selbstbewußter seiner Forderung nach Anerkennung seiner kulturellen Aeuherungen als Ideen der Menschheit vertreten konnte als die Deutschen. Niemals erhob sich ein Sturm gegen die „civilisation“ wie gegen den Ausspruch „Am deutschen Wesen soll die Welt genesen", denn über die „civilisation“ gab es, ohne daß jemals eine Begriffsbestimmung versucht worden wäre, keinen Streit, im Gegensatz zum „deutschen Wesen", das — als Einheit begriffen — heute noch um Anerkennung Neue Filme zu Ostern. Gloria-Palast: „Um das Menschenrecht". Hans Z ö b e r l e i n hat mit diesem Film aus der Freikorpszeit innerlich folgerichtig den Anschluß an sein weit verbreitetes Kriegsbuch „Der Glaube an Deutschland" und an den von ihm geschaffenen Film „Stoßtrupp 1917" hergestellt, der vor längerer Zeit bei uns in Gießen gezeigt wurde. Auch dieser neue Fllm ist ganz und gar seine eigenste Schöpfung: er schrieb Manuskript und Drehbuch, hatte Regie und Gesamtleitung. Hier wird das Bild einer Zeit beschworen, die noch gar nicht sehr weit hinter uns liegt, und welche die meisten von uns als traurige Gegenwart auf das bitterste miterlebt haben. Die Handlung beginnt mit Kriegsende und mit dem Rückmarsch der deutschen Truppen aus Feindesland in bte Heimat. Aus der endlosen, feldgrauen Kolonne heben sich nach und nach die Gestalten von ein paar bayerischen Frontsoldaten heraus, die heil durchgekommen sind und nun daheim daran gehen, jeder auf seine Weise und in seinem Kreise, ihr altes Leben weiterzuführen oder ein neues Leben aufzubauen. Aber daheim geraten sie in den Hexenkessel einer von Tag zu Tag heilloser aus den Fugen gehenden Zeit. Es beginnen die Monate und Jahre, die wir alle mit Grauen durcherlebt haben. Sie finden sich alle, wie sie von der Front kommen, daheim nicht mehr zurecht. In Deutschland herrscht Hunger und Arbeitslosigkeit, Verzweiflung und Aufruhr. Parteien und Gruppen bilden sich, das Leben drängt sich auf Straßen und Plätzen und in Versammlungslokalen zusammen. Die Revolution greift wie ein fressendes Feuer um sich, die bolschewistische Propaganda zieht mit roten Fahnen durch die Stadt und treibt verhetzte und verbitterte Arbeiter unter ihrer internationalen Parole in einen Bürgerkrieg der Verzweiflung. Die alten Frontsoldaten, anfangs tatenlos und unentschlossen zwischen den Fronten stehend, werden zur Entscheidung gezwungen, und in den schnell gebildeten Freikorps finden sich die zusammen, die in den aktivistischen Verbänden einen Weg ins Freie, zu einer neuen Ordnung und Weltanschauung suchen. Nun stehen sich die beiden Fronten, rot und weiß, in erbitterten Kämpfen auf freiem Felde, in Straßen und Häuserblocks auf Tod und Leben gegenüber. Hier gewinnt der Film eine unheimliche und erschütternde Eindringlichkeit; noch einmal tut sich in diesen «aüstisch nngen muß. Nicht die größere Leistung gab der französischen Kultur ihr Uebergewicht, nicht zuletzt in Deutschland, sondern ihre größere E i n h e i t, die auch im politischen Bereich sich fortpflanzte und noch immer eine für deutsche Begriffe unverständliche Anziehungskraft auf andere Völker ausübt. In der Architektur, bildenden Kunst und Literatur besitzt Frankreich eine Tradition, die trotz aller Prophezeiungen vom Niedergang und Ermüdung immer wieder neue Formen entwickelte und eine parallele Entwicklung mit der Geschichte und Politik nahm. Das Selbstbewußtsein der französischen Kultur wäre nicht so fest gegründet, wenn sich die Franzosen nicht durch Temperament und Zähigkeit über alle äußeren Niederlagen und inneren Krisen hinweg die nationale Einheit ihres Landes bewahrt hätten. In dieser nationalen und kulturellen Einheit, die sich im tiefsten Grunde gegenseitig bedingen, lag die große Wirkungskraft der französischen Kultur auf das deutsche Volk und viele andere Völker. Die Ausstrahlungen der Gegensätze im deutschen Geistesleben, die besonders in der Philosophie und in der Musik klar hervortreten, haben merkwürdigerweise starken Einfluß.auf die französische Kultur ausgeübt. Vor allem waren es H e g e l s ch e Gedanken, die den um die Mitte des vorigen Jahrhunderts in Frankreich neu begonnenen Sozial- und Geisteswissenschaften die methodische Grundlage gaben. Weit fruchtbarer als im eigenen Lande, das sie aus der unbefriedigenden politischen Außenwelt einer sinnlos zerstückelten Nation reifen ließ, ist sie in Frankreich, und von dort aus auch im geistigen Leben anderer Völker, zur Basis wissenschaftlichen Denkens gemacht worden. In ihrer unanschaulichen, die Wirklichkeit nur in Gedanken erfassenden Methode, die darum eine um so schärfere Begriffsbildung ermöglicht, spielt sie n o ch h e u t e in der französischen Politik eine große Rolle und weist der wissenschaftlichen Erfassung der europäischen Wirklichkeit die Richtung. Auch die deutsche Musik hat, schon auf dem Rückgang seit Beethoven begriffen, noch einmal in Richard Wagner eine absonderliche Größe erreicht, die — hart umstritten — siegreich in die französischen Konzertsäle einbrach, aber das Geistesleben unseres großen westlichen Nachbarlandes nicht in dem Umfange aufwühlte wie die deutsche Philosophie. Zwischen der Kultur zweier Völker und ihrer Politik besteht ein bestimmtes Verhältnis, das starken Veränderungen unterworfen ist. Seit dem Machtantritt des Nationalsozialismus hat der kulturelle Austausch zweifellos nachgelassen. Diese Erscheinung läßt sich weder mit der Absicht deutscher Behörden noch mit Devisenschwierigkeiten erklären. Die Schaffung einer Nation vollzieht sich im Innern unter einer geistigen Spannung, die sicherlich die Fähigkeit eines Volkes schwächt, fremdes Kulturgut aufzunehmen und zu verarbeiten. Die Selbstbefin- n u n g nimmt alle Kräfte in Anspruch und schwächt das ewige Verlangen des deutschen Geistes, Fremdes aufzunehmen und zu seinem Eigenen zu machen. Dieser Zustand wird oft im Auslande als rätselhaft und beunruhigend bezeichnet. Vielleicht ist er natürlicher, als ihn manche auch in Deutschland selbst beurteilen, die immer noch bezweifeln, daß das deutsche Geistesleben zu einer Einheit sich verschmelzen läßt. Darüber entscheiden Charakter und Wille des deutschen Volkes. Wenn wir aber selbst nicht mehr die alten Maßstäbe an fremdes Kulturgut anlegen können, dann müssen wir es über uns ergehen lassen, daß auch die anderen nicht immer imstande sind, innerhalb kurzer Zeit unsere neue gei- jtige Entwicklung zu verstehen. Die Nest-Locarnomächie beschließen Fortsetzung der Verhandlungen. England sott erneut mit der deutschen Negierung Fühlung nehmen, um einige punkte des deutschen Friedensplans zu klären. Genf. 11. April. (DJtB.) Hebet die Besprechungen der Locarno-lNächle wurde am Freitagabend nach 23 Uhr folgende gemeinsame Verlautbarung ausgegeben: „Die Vertreter Belgiens, Frankreichs, Englands und Italiens find am 10. April 1936 in Genf zu einem Meinungsaustausch zusammengetreten. Sie «ahmen Kenntnis von der Absicht, die die deutsche Regierung in Punkt 3, 4, 5, 6 und 7 ihres Memorandums vom 31. März 1936 zum Ausdruck gebracht hat. Sie stellten fest, daß die deutsche Regierung zur Wiederherstellung des für die Verhandlungen über neue Verträge unerläßlichen Vertrauens keinen Beitrag geliefert hat, der sofortige allgemeine Verhandlungen und die Anwendung von Artikel 7 der sogenannten Londoner Vorschläge vom 19. März ermöglicht hätte. Sie sind jedoch der Auffassung, daß es erwünscht ist, alle Schlichtungs- gelegenheiten völlig auszuschöpfen; zu diesem Zweck ist die Aufklärung einer Anzahl von Punkten des deutschen Memorandums in erster Linie notwendig, insbesondere derjenigen, die im französischen Memorandum erwähnt sind. Die Vertreter Englands werden zu diesem Zweck mit der deutschen Regierung in Fühlung treten, Insbesondere werden sie sich erkundigen, welche Bedeutung die deutsche Regierung den von ihr vorgeschlagenen zweiseitigen Verträgen gibt und wie diese Verträge sich im Rahmen der kollektiven Sicherheit oder des gegenseitigen Beistandes, wie er in der völkerbundssahung vorgesehen ist, eln- fügen würden. Die Vertreter Frankreichs machten alle Vorbehalte für den Fall des Eintritts irgendwelcher materiellen Veränderungen in der Lage der Rhe^lnzone während der in Frage stehenden Erörterungen. Für den Fall irgendwelcher derartiger Veränderungen beschlossen die Vertreter der vier Regierungen, sich sofort zu versammeln. Sie nahmen Kenntnis von der Tat- ' suche, daß die Fühlungnahme zwischen den Generalstäben, wie sie im Abschnitt 3 der Londoner Vorschläge vorgesehen ist, a m 15. April beginnen soll. Sie beschlossen, dem Völkerbund den französischen Friedensplan für eine eingehende Prüfung v o r z u l e g e n. Die Zustimmung der deutschen Regierung soll eingeholt werden für eine gleiche Vorlegung des deutschen Memorandums an den Völkerbundsrat, vorbehaltlich der Bemerkungen in Absatz 3 oben. Sie werden auf jeden Fall wieder in Genf während der nächsten Tagung des Völkerbunds- rates zufammentrelen. Der Vertreter I l a l i e n s hat feine Stellungnahme namens seiner Regierung Vorbehalten." Eine Anfrage Italiens. Wird seine Mitarbeit an einem neuen Locarno gewünscht? Genf, 11. April. (DNB.) Der italienische Vertreter hat bei Beginn der Locarno-Besprechungen London, 11. April. (DNB. Funkspruch.) Die Ergebnisse der Genfer Besprechungen werden in der gesamten englischen Presse in großer Ausmachung und ohne Ausnahme mit Befriedigung verzeichnet. Besonders gilt dies für das Ergebnis der Besprechungen der vier Locarnomächte, bei denen allgemein hervorgehoben wird, daß es Englands Vertretern gelun- sen sei, ein weiteres Aussöhnungsverfahren durchzusetzen, im Gegensatz zu anders gearteten französischen Vorschlägen. Allgemein begrüßt wird ferner, daß die Verhandlungen voraussichtlich er st Mitte Mai wieder ausgenommen werden sollen. Der „Daily Telegraph" schreibt, das englische Argument, wonach eine Prüfung der deutschen Vorschläge das Ergebnis haben könnte, daß Frankreich Garantien für ein sicheres Europa ebenso am Karfreitag im Auftrage seiner Regierung folgende Erklärung abgegeben: „Als Unterzeichner des Locarno- Paktes und in feiner Eigenschaft a l s Garant hat sich Italien in langen Jahren stets zu seiner Unterschrift bekannt. Nachdem eine Krise in der Rheinlandfrage eingetreten war, hat Italien an den Konferenzen in Paris und London teilgenom- men, wobei es die Zurückhaltung bewahrt hat, die ihm durch die besonderen Bedingungen, in denen es sich augenblicklich befindet, auferlegt wird. Italien sieht sich nun gezwungen, darauf hinzuweisen, daß bei allen kürzlich ergangenen offiziellen Verlautbarungen der britischen Regierung Italien offensichtlich ignoriert worden ist. Meine Regierung hat mich daher beauftragt, an jede der hier vertretenen Mächte die Frage zu richten, ob die Anwesenheit Italiens er- wünscht erscheint und ob seine Mitarbeit an dem Werk des europäischen Wiederaufbaues auf b.e r Grunblage eines neuen Locarno erwünscht ist. Sollte dies nicht d e r F a l l fein, so hat Italien keinerlei Grund, irgendwelche Gefahren und Verantwortlichkeiten zu übernehmen, und es müßte sich vorbehalten, sein weiteres Verhalten entsprechend einzurichten." wie im Westen auchimOstenund S ü d o st e n erhalten könne, setzte sich durch. Frankreich habe erklärt, wenn Großbritannien weitere Sank- tionen gegen Italien verlange, müsse es auch bereit sein, Sanktionen mit der gleichen Schärfe gegen Deutschland anzuwenden. Hierbei werde Frankreich von einer Reihe von kleineren Staaten unterstützt. Auf dieses Argument habe Großbritannien geantwortet, daß die Versöhnungsversuche mit Deutschland noch nicht f e h l g e s ch l a g e n seien. Die Auffassung Englands habe sich in diesem Meinungsaustausch in fast allen Punkten durchgesetzt. Die britische Regierung habe durch ihre Zu- ffimmung zu den Generalftabsbesprechungen Belgien und Frankreich Zusicherungen gegeben, daß jede von England eingegangene Verpflich- Befriedigung in England. gesehenen und erfaßten Bildern bas ganze Chaos einer entfesselten Zeit auf. In ben Szenen der Barrikadenkämpfe mit Sturm, Flucht und Verfolgung, in den Bildern von Plünderung, Aufruhr, Bruderkampf und Geiselmord ist noch einmal alles Grauen und Elend einer kurzen Räteherrschaft in Deutschland heraufbeschworen. Aus den blutigen Unruhen und Wirren dieser Zeit findet der Frontsoldat und Freikorpskämpfer, der im Mittelpunkt der Handlung steht, den Weg zu sich selbst, zu neuer Zukunft und neuem Glauben an Deutschland, und in der Ueberwindung der volks- und landfremden Internationale den Weg auch zum neuen, wahren Sozialismus und zu einer Volksgemeinschaft, wie sie in unseren Tagen unter starker und klarer Staatsführung Wirklichkeit geworden ist. In der ungeschminkten Erlebnisnähe und Realität dieser Bilder, die nur von Zeit zu Zeit von der visionären Erscheinung des namenlosen Frontsoldaten Überblendet werden, liegt die große Eindringlichkeit und die nachschwingende Wirkung dieses von Hans Zöber lein gestalteten Films. Der Eindruck wird durch die Darstellung noch unterstrichen. Aus der großen und manchmal fast verwirrenden Figurenfülle heben sich einige scharf und konturenreich umrissene Gestalten heraus; Hans Schlenck, Frontsoldat, Arbeitsloser, Student, Freikorpskämpfer und Wegbereiter einer neuen deutschen Zukunft; Kurt Holm, Ludwig Schmid-W ild y (sehr gut als der alte Kraft), Werner Scharf (Anführer der Roten), Trude H a e f e l i n und Lydia Alexandra. — (Arya-Film G. m. b. H.) Lichtspielhaus: „August der Starke". Der Film „August der Starke", der vor einiger Zeit in Dresden seine Uraufführung erlebte, ist ein Werk deutsch - polnischer Gemeinschaftsarbeit. Der Untertitel „Der galante König" bezeichnet zwar im Ganzen recht treffend Blickpunkt und Auffassung der Hersteller; Dr. Johannes E ck a r d t und Dr. Carl H a e n s e l haben das Drehbuch geschrieben. Aber es ist zuzugeben, daß man sich doch nicht ausschließlich auf ein billiges Photographiealbum aus dem galanten Sachsen beschränkt, sondern sich bemüht hat, die jedenfalls imposante Erscheinung des Königs im größeren Zusammenhang europäischer Geschichte um 1700 zu sehen und darzustellen. Immerhin überwiegt der Eindruck einer anekdotisch und impressionistisch behandelten Szenenfolge, wozu die Erscheinung Augusts des Starken vielfältige und dankbare Gelegenheiten bot: er erscheint als rStnstcher JmpexatoL, tis ettt anderer Äsgsftüs Dach. eines,Schuppens gelangte er auf die Mauer: Schon besser, aber ziemlich weit von der Straßenmitte. Nein, Hans war durchaus nicht zufrieden. Ein Baum stand gerade vor ihm: Wenn man da drüben fäfee auf einem Ast — ganz nahe über den vorbeifahrenden Autos! Hans schätzte: Ganzes Ende bis an den nächsten Zweig. Dick ist der auch nicht. Wenn man vorbeispringt oder er kracht ab — ? Dankeschön! Ach, ist gleich. Unb wenn ich hundertmal vorbeispring' — ich komm' rüber! Hans sprang, erwischte mit einer Hand den Ast, schwang einen Augenblick frei in der Luft, hoch über den Köpfen der Leute. — „Leichtsinn, sowas!" meinte eine Dame. Doch sie wurde überstimmt. „Fixer Bengel!", brummte ein alter Arbeiter. „Sind doch schließlich Jungs!" Die Dame schwieg. — Inzwischen hatte sich Hans ganz auf den Ast heraufgezogen, kletterte weiter, bis er einen Aussichtsplatz hatte nach feinem Geschmack Durch die Straßen ging es wie eine Welle: Der Führer! Der Führer! Unb Hänbe und Herzen flogen ihm entgegen, wie es immer ist, wo er auch fährt. Er stand aufrecht in seinem Wagen und sein Gesicht war ernst. Hans sah, wie die Autokolonne näher und näher kam, doch er rührte sich nicht auf seinem hohen Sitz, starrte nur unablässig in das Gesicht dieses Mannes, der eine solche Gewalt hat über das deutsche Volk. Wohl fünf Meter war der schwarze Mercedes noch vom Baum entfernt--? Da hob der Führer den Kopf und sah ihn — Hans — gerade an, sekundenlang. Der Ernst wich aus seinem Gesicht, er lachte, lachte zu Hans herauf. — ^ans war es, als habe es Stunden gewährt, dies Ansehen. Als die vielen Menschen schon wegströmten, saß er immer noch da und sah vor sich bet Führers Gesicht. Cla us Dorp ex. Die Trommel klingt. Die Trommel klingt und singt mit uns bas immer gleiche Lied. Das Lied, dem keiner mehr von uns zu keiner Zeit entflieht. Der harte Takt der Trommel schlägt mahnend in den Sang, bezwingt den feigen Zweifel, der schon in manchen drang. Die Trommel klingt und singt mit uns das immer gleiche Lied. Das Lied, dem keiner mehr von uns zu keiner Zeit entflieht, das vor der Feldherrnhalle fein Salvenschuß gedämpft, das alle jene hörten, die todbereit gekämpft. Die Trommel klingt und singt mit uns das immer gleiche Lied. Das Lied, dem keiner mehr von uns zu keiner Zeit entflieht. Es ist das Lied, das mahnend den Takt zum Marsch uns schlägt, das unsres Führers Worte in alle Ohren trägt. Gerhard Dabei. Jungvolk im Lager. Schon im Winter, auf den Heimabenden und Führerbesprechungen werden die Pläne für künftige Lager geschmiedet. Mit Beginn des Frühlings nehmen diese Pläne dann festere Formen an und die kleinsten Einzelheiten werden genau festgelegt; jedes Lager muß in technischer Hinsicht wie auch in der Auswahl der Lagerteilnehmer gut durchdacht und vorbereitet sein, wenn es nicht ein Jndianerlager mit Wildwestromantik werden soll, sondern als Prüfstein unb zur Festigung der Kameradschaft der Jungen dienen soll. Noch umfassender und verantwortungsvoller als die Vorbereitung einer Fahrt ist für den Führer die Lagervorbereitung. Kostenanschläge müssen gemacht werden, um die Aufbringung der nötigen Gelder sicherzustellen, und etwaige Bedenken der Eltern sind zu zerstreuen. Dann geht es zuerst auf der Karte, dann auf Fahrt an die Lagerplatzsuche; da ist zu prüfen, ob der Platz überhaupt benutzt werden darf, und nötigenfalls ist eine Lagergenehmigung einzuholen, die jedoch meist ohne große Schwierigkeiten erteilt wird. Die zuständigen Behörden sind jetzt darin äußerst entgegenkommend, während man früher meist erst nach langem Hin- und Herverhandeln mit der Genehmigung dann von einem Landjäger gewissermaßen einen Quadratmeter für den Zeltbau zugewiesen bekam. — Natürlich sind auch heute noch, um das „wilde Zelten" zu verhindern, Zeltscheine erforderlich, die jedoch der HI. das Zelten in Staatsforsten unentgeltlich gestatten. Um alle Gesundheitsschädigungen der Jungen auszuschließen, prüft der Jungvolkarzt den Platz des geplanten Lagers vorher auf feinen hygienisch-einwandfreien Zustand, d. h. ob der Boden trocken ist, bas Lager vor feuchtem Westwind geschützt liegt und ob bas Trinkwasser genießbar ist. Der Lagerleiter stellt außerdem fest, ob alle für ein, Lagerleben erforderlichen Umstände gegeben sind, ob Trink- und Waschwasser sowie Brennholz zum Abkochen und für das Lagerfeuer zur Genüge vorhanden sind und ob hinreichend Freigelände für Spiele und Leibesübungen zur Verfügung steht. Bei größeren Lagern, zu denen nicht alle Lebensrnittel von Hause mitgebracht werden können, muß der Lagerplatz wegen der Nahrungsmittelzufuhr in der Nähe eines Ortes liegen, mit dessen Kaufleuten wegen der Lebensmittelbeschaffung unb, da diese in großen Mengen bezogen werden, auch wegen ermäßigter Preise verhandelt wird. Weiter muß aus der nächsten Ortschaft Heu oder Stroh als Unterlage für das Zelt herangeschafft werden können. Neben die Lagervorbereitung durch den Führer tritt die Vorbereitungsarbeit durch den einzelnen Jungen: Zeltbahnen, Zelt- und Lagergeräte müssen in Ordnung sein, damit nicht erst bei der Ankunft am Lagerplatz bü> Flickerei und Bastelei losgeht. Dazu muß jeder Junge für genügende und zweckmäßige Kleidung sorgen, einen Teil der Lebensrnittel mitbringen und an all dis vielen im Lager unentbehrlichen Dinge denken Beim Lageraufbau ist als zweckmäßig zu beachten, die Zelte kreisförmig um einen Platz, der für den Fahnenmast und das Lagerfeuer bestimmt ist, anzuordnen, so daß bas gesamte Lager von einer Stelle aus übersehen werden kann. Die Feuerstellen zum Abkochen sind, um Rauchbelästigung und Brandgefahr zu vermeiden, abseits vom ' Lager, möglichst in der Nähe der Trinkwasserstelle, zu errichten. Sie müssen nach polizeilicher Vorschrift von einem Graben umgeben sein und mindestens 30 Meter vom Walde entfernt liegen. Zu einem ordnungsmäßig geführten Lager gehören weiter die vielen Kenntnisse, die erst in langer Praxis erworben werden können, wie der Bau der verschiedenen Zelttypen, die Kochstellen, und Feuerungsarten, dazu alle möglichen Kniffe und Handfertigkeiten zur Herstellung der Dinge, die im Lager ebensowenig wie im „gütbürgerlichen Haushalt" entbehrlich sind: Schuhabstreifer, Fußmatten, Kochlöffel, Quirle, Tellerständer, Leuchter usw., alles Gegenstände die sich mit Hilfe des Fahrtenmessers aus Holz, Bindfaden und dem Blech alter Konservenbüchsen Herstellen lassen Zum Aufgabenbereich des Lagerleiters gehört vor allem die Aufstellung eines Lagerplanes, der den täglichen Dienst genau regelt: der Führer vom Dienst, der für die Ordnung im Lager verantwortlich ist, die Wachen, die'Zeltältesten, der Küchenleiter usw. sind zu bestellen. So unentbehrlich aber alle diese praktischen Dinge auch sind, die das Lagerleben angenehm gestalten helfen, und so viel Freude sie dem einzelnen auch machen, so wenig sind sie doch, wie das Lager überhaupt, Selbstzweck. Seinen wahren Sinn wird es erst erfüllen, wenn es die Jungen in fester Kameradschaft zusammenschmiedet und sie unter der schwarzen Laaerfahne mit der Siegrune zu dem Gemeinschafts. Erlebnis führt, das auch die Kraft unteres volk- lichen Lebens überhaupt darstellt. H. Sch. Achtung! Ettern und Erzieher herhören! Nachdruck verboten! 35 Fortsetzung. da. um Gloria-Palast, Selterswe> recht" — ■ der Starke". alast, Seltersweg: „Um das Menschen- Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „August Oie Tippgräfin. Vornan von Klothilde v. Stegmann. Urheberrechtsschutz: Aufwärts-Derlag, Berlin, SW 68. ~ Seife 15u.25Pfg Gesunde Haut der provlnzialhauptstadt Ostern. n Propst Knodt, Gießen Ach, wie unsagbar schwer war alles zu tragen, wenn man so mutterseelenallein auf der Welt stand, wie sie selbst! „Nummer 138 möchte sofort zu der Frau Direktor kommen! Ich soll Sie gleich mitbringen/ Die Sekretärin der Gefängnisleiterin sollte — ohne weitere Aufsicht — eine Gefangene durch das Gebäude transportieren? Wahrhaftig, ein seltener Fall! ri Klopfenden Herzens trat Mariella vor bte strenge, aber gütige Frau, die auf ihrem schweren Posten niemals die Menschlichkeit außer acht ließ. Mit freundlichem Lächeln sah ihr die Vorgesetzte entgegen und ging auf Mariella zu. „Sie sind frei, Prinzessin, und ich freue mich die erste zu sein, die Sie beglückwünschen darf , sagte sie warm. „Ihr mutiges Eintreten für Nummer 15 hat Ihnen die Freiheit gebracht. Ich gratuliere Ihnen herzlich, Prinzessin! Nun fängt das neue Leben an. Wenn Sie fe meiner Hilfe dabei bedürfen — ich werde immer für Sie da sein." Mariella beugte sich tief über die gütige Hand und zog sie an ihre Lippen. Da umfaßte die altere Frau sie liebevoll und sagte: „Nun Kops hoch, Kind! Wir kennen die Menschen besser, als Sie denken. Und von Ihnen weiß ich, daß Sie im tiefsten Grunde nicht so schuldig sind, wie das Gesetz annehmen mußte. Nun kommen Sie einmal mit. Da drin ist eine lieber» raschung für Sie." Lächelnd öffnete sie die Tür zum Nebenzimmer. Das erste, was Mariella sah und hörte, war ein gewaltiger Schäferhund, der sie in seiner Freude umzuwerfen drohte und bellte, daß das Haus dröhnte. Dann erst — nach der stürmischen Begrüßung durch Jago — fiel ihr Lore um den Hals und herzte und küßte die Freundin, als wollte sie sie nie wieder loslassen. „Rasch umgezogen!" kommandierte sie, um ihrer Rührung Herr zu werden. „Und dann los! Halt! Ehe ich es vergesse!" rief sie lachend, und übergab Mariella einen großen Karton. „Der Inhalt dieser Kiste wird übergestreift! Rechts um kehrt! Marsch! — In einer halben Stunde bist du wieder hier unten!" Ganz so rasch ging es nun doch nicht. Denn Nummer hundertachtunddreihig hatte noch um die Erlaubnis gebeten, sich von einigen ihrer Mitgefangenen verabschieden zu dürfen, darunter auch von Hilde Zischke. Die hielt sie am längsten zurück. „Willst du mir denn auch jetzt beim Abschied nicht sagen, wie du heißt?" schluchzte sie. „Aber wahrscheinlich bist du 'ne ganz Feine, die sich hinterher schämt, einer Person, wie mir, das Leben gerettet zu Hafen, und die froh ist, wenn sie mit einer, die im Gefängnis gesessen hat, nichts mehr zu tun haben braucht!" „Du törichtes Ding!" Mariella mußte lachen. „Habe ich nicht ebenso gesessen wie du? Also ich bin Mariella di Bonaglia, und du erreichst mich immer durch meinen Verteidiger, Doktor Hart... „Allmächtiger Gott! Die italienische Prinzessin! — Dann fließt also jetzt fürstliches Blut in meinen Adern! O Gott!" Hilde Zischke war ganz fassungslos. „Also bist du die zweite Blutsschwester, die ick besitze, Hilde!" erwiderte Mariella ernst. „Und ich möchte gern mit dir in Verbindung bleiben, wenn du wieder frei bist. Wir sind alle nur Menschen vor Gott. So ist es sehr töricht von dir, Unterschiede zu machen. Ich werde mich immer freuen, non dir zu hören, Hilde. Soll ich einmal deine Mutter aufiuchen und deinetwegen mit ihr sprechen?" „Ach, wenn du das tun wolltest, Mariella!" sagte Hilde Zischke gerührt. Und als Mariella sich endlich von ihr verabschiedet hatte, dachte sie bei sich: sie ist wirklich gut wie ein Engel! „Was möchtest du jetzt beginnen, Liebes?" fragte Lore, als Mariella umgekleidet neben ihr im Auto saß und das große rote Haus der Trauer nunmehr hinter ihnen verschwunden war. Lore musterte die Freundin verstohlen. Wie un- endlich zart und durchgeistigt Mariella aussah! Aber dadurch vielleicht noch viel schöner. Das helle, lindenfarbene Seidenkleidchen mit dem kleinen Fichu aus Spitzen, den halben Aermeln, paßte so gut zu ihrer hauchzarten Erscheinung. Unter dem kleinen Seidenkäppchen quoll das tiefichwarze Haar in weichen Wellen hervor. Die sandfarbenen Schuhe mit den schwarzen Absätzen paßten genau zu der Tasche und den lichten Strümpfen. „Gott sei Dank, daß du wieder aus der schauderhaften Tracht heraus bist!" sagte Lore und streichelte die Freundin. Mariella sah an sich herab, als ob sie sich selbst nicht mehr kannte. Wie lange war es her, daß sie dies Kleid nicht getragen hatte? Zum letzten Male, als sie mit Erhard im Tiergarten spazierengegangen mar (Fortsetzung folgt!) Laute Rufe, wie sie in den stillen Gängen des Gefängnisses, die ständig unter Bewachung der Aufseherinnen standen, durchaus ungewohnt waren, ließen sie auffahren. Ihre Zelle, die nicht mehr unter Verschluß stand, wurde aufgerissen, und ihre Nachbarin rief herein: . „Hast du schon gehört, Nummer 15 hat sich beim Fensterputzen die Pulsadern aufgeschnitten!' Nummer 15? Das war doch die Hilde, bte e^t vor zwei Stunden die Erzählung aus Doktor Heßlings Büro zum besten gegeben hatte! Während der Arbeit in der Gemeinschaftszelle war die Rede davon gewesen, daß sie später 3um Fensterputzen ab kommandiert worden war. Und nun sollte sie sich dabei so schwer verletzt haben? Wie war denn das nur möglich gewesen? Eine Glocke rief die Gefangenen zum „Kaffee* fassen". Mit ihren Bechern stellten sie sich vor den Türen ihrer Zellen auf, während Kalfaktorinnen, begleitet von Den Aufsicht führenden Wachtmeisterinnen, aus großen Blechgefäßen die dünne, milchige Flüssigkeit mit Schöpfkellen in die Becher füllten. Eine der Wachtmeisterinnen sagte dabei zu Mariellas Nachbarin: „Schrecklich, die arme Nummer 15! Nur eine Blutübertragung kann sie retten, aber die Aerztin hat noch niemanden dazu gefunden!" Mariella gehörte zu den Gefangenen, die sich auf dem Gang, an dem ihre Zelle lag, frei bewegen durften. Kaum hatte sie den Becher mit Kaffee auf dem kleinen Tisch, der ihr gehörte, abgesetzt, lief sie auf die Oberwachtmeisterin zu, die in dieser Etage für Ordnung sorgte, und bat, sie sofort der Direktorin vorzuführen. Die Wachtmeisterin schüttelte den Kopf, als sie hörte, warum Nummer 138 die Direktorin zu sprechen wünschte. Dieses dünne, abgemagerte Ge- schöpfchen mit den tiefen, leidvollen Augen und dem wehen Zug um den Mund wollte sich Blut abzapfen lassen? Das war ja der reine Selbstt mord, was die junge Person da vorhatte. Doch nach kurzer Untersuchung stellte die Aerztin fest, Stabsarzt der Reserve befördert worden war, als Chefarzt des Reservelazaretts I in Gießen vom August 1914 bis März 1919 tätig. Am 1. Avril 1933 trat er auf fein Nachsuchen als außerordentlicher Professor unserer Universität in den Ruhestand. Im Rahmen seiner akademischen Lehrtätigkeit erwarb sich Professor Dr. Walther besondere Verdienste durch seine segensreiche Wirksamkeit als Hebammenlehrer an der Hebammen-Lehr- anftalt, die nach seinem Uebertritt in den Ruhestand nach Mainz verlegt wurde. Neben der prak- ttschen Ausbildung der Hebammen war der Jubilar auf diesem Fachgebiete auch noch durch seinen „Leitfaden zur Pflege der Wöchnerinnen und Neugeborenen" erfolgreich für eine gute Hebammenausbildung tätig: dieser Leitfaden erschien auch in russischer, bulgarischer und japanischer lieber» setzung. In gleicher Weise segensreick für das allgemeine Wohl wurde fein Leitfaden der praktischen Geburtshilfe. Daneben entfaltete er eine umfangreiche schriftstellerische Tätigkeit durch seine Aufsätze in den verschiedensten Fachzeitschriften. In Anerkennung seiner Verdienste um die Ausbildung der Hebammen in Hessen wurde ihm bereits im Jahre 1912 der Titel „Medizinalrat" verliehen. Ferner wurde er 1933 zum Ehrenmitglied der „Vereinigung zur Förderung des Hebamm-nwesens" ernannt. Der hessische Hebammenverein ehrte ihn im Oktober 1934 gelegentlich einer Versammlung in Gießen durch die Ernennung zum Ehrenvorsitzenden des Vereins. Seine Mußestunden widmete der Jubilar in besonderem Maße der edlen Musik. Durch seine hervorragende Mitwirkung bei künstlerisch hochstehenden musikalischen Veranstaltungen hat er sich auch als Musiker einen Namen gemacht. Er spielt ausgezeichnet Violine und Bratsche im Orchester und namentlich Kammermusik, ferner ist er ein sehr guter Kenner der Quartettliteratur der Klassik und der Moderne. Für die Werke Brahms' und insbesondere Max Regers hat er sich mit besonderer Wärme eingesetzt und ihnen weitreichende Geltung auch im Musikleben unserer Stadt verschafft. Mit Mar Reger verbanden den Jubilar und seine Familie enge freundschaftliche Beziehungen. Dem Viola- Spieler Walther hat Max Reger neben dem bekannten Klavier-Quartett in a-moll op. 133 eine daß im ganzen Frauengefängnis die kleine Prm- cipessa die einzig geeignete Blutspenderin sei. Sie gehörte der gleichen Blutgruppe an wie die Verunglückte, und eine andere kam für die Irans- ufion nicht in Frage. „Nehmen Sie mich doch, bitte, bitte! flehte Mariella die Aerztin an. „Dann habe ich wenigstens das Gefühl, einmal im Leben zu etwas nützlich zu fein!" Da sie immer weiter auf ihrer Bitte beharrte, sich für Hilde Zischke opfern zu wollen, und größte Eile geboten war, zögerte man nicht lange. Die Vorbereitungen wurden sofort getroffen. Und bald lagen Mariella und die Verunglückte, die fast am Verbluten war, auf dem Operationstisch nebeneinander. * Als Mariella drei Tage später nach ihrer Entlassung aus dem Gefängnislazarett wieder ihre Zelle betrat, leuchtete von dem Tisch an der Wand ein Strauß Stiefmütterchen zu ihr herüber. Die bescheidenen Gartenblümchen kamen von ihren Lei- densgenossinnen, denen gestattet worden war, durch eine Wachtmeisterin die Blüten kaufen zu lassen. Für den Rest ihrer Gefangenschaft hatte die Aerztin beantragt, die überzarte kleine Principessa von jeder Arbeit zu dispensieren, damit sie sich gründlich erholen könnte. Doch damit kam sie bei Mariella an die ver- kehrte Adresse. Arbeiten wollte und mußte sie. Aus ihrer Pensionszeit entsann sie sich noch mit Freuden der Monate, in denen sie kochen gelernt hatte. So meldete sie sich zum Küchendienst. Dabei verging die Zeit, und man brauchte nicht nachzudenken: man konnte vergessen, wie ungerecht und grausam das Leben war. Aber auf die Dauer durste sie nicht vergessen. Das Leben außerhalb der Gefängnismauern würde für sie wieder beginnen. Dann durfte es für sie nur eine Aufgabe geben, sich ihr Dasein neu aufzubauen. Zunächst mußte sie sich dabei freilich noch von Renate Trotha und Lore unterstützen lassen. Aber sie wollte alles daransetzen, nicht nur Annina, sondern auch dem Juwelier Gerbweiser den Schaden zu vergüten, den sie ihnen zugefügt hatte. Das war freilich ein großes Beginnen. Denn es waren etwa dreißigtausend Mark — genug, um sie ihr ganzes weiteres Leben nur an dieser einen Ausgabe arbeiten zu lassen. Ob sie es überhaupt > je schaffte, diese große Summe hereinzubringen? , Leben mußte sie doch schließlich auch. alle Möglichkeiten auszuschöpfen, damit diese Jugend so gesuiw, so aufrecht und eyrliebend, so wahrhaft, so wehrhaft, so tapfer und so mutig werde, daß sie wirklich die Zukunft garantieren kann. Wenn manche Eltern in den vergangenen Jahren noch mit gewissen Bedenken der Jugendorganisation gegenüberstanden, so war dies hier und da wohl einmal nicht unberechtigt. Heute aber müssen wir erkennen, daß der gute Wille, der Fleiß, Zucht und Disziplin Mängel und Fehler beseitigt haben, daß die Führerauslese und die Führerschulung recht beachtliche Erfolge gehabt haben, und daß heute schon die Forderung berechtigt ist, endlich einmal überängstliche Bedenken beiseite zu stellen, Vertrauen zu fassen und zu tun, was die Pflicht gebietet. ,, . . .. Diese Pflicht aber, die nicht befohlen wird, die aber jedem vom Nationalsozialismus erfaßten Deutschen wie ein kategorischer Imperativ ins Gewissen geschrieben ist, heißt: IHein Junge, mein Mädchen gehör! in die Jugendorganisation, die voll Stolz des Führers Namen tragt. Bis zum 20. April 1936 sollen alle, die jetzt die Grundschule verlassen haben, in die Hitler-Jugend eingegliedert sein. Wenn alle Eltern, Lehrer und Erzieher fleißig bei der Werbung mithelfen, dann wird am 20. April die Reichsleitung der HI. dem Führer als schönstes Geburtstagsgeschenk melden können: Ein frischlebendiger Jahrgang deutscher Jungens und Mädels sind in die Gefolgschaft des Füh- rers eingetreten, um sich schulen, lehren und erziehen zu lassen, um einst, erfüllt von heißer Liebe zu Volk und Vaterland, voll Mut und Kraft Träger der deutschen Zukunft zu werden. Nebeling, Schulrat. Bratschensuite op. 131 gewidmet. Für sein tatstohes Eintreten für Regers Schaffen wurde der Jubilar zum Mitglied des engeren Ausschusses der Max- Reger-Gesellschast ernannt. Damit erfolgte auch diS Ehrung Walthers für sein hervorragendes musikalisches Wirken überhaupt. Als langjähriges Vorstandsmitglied des Gießener Konzertvereins und des Akademischen Gesangvereins hat er sich auch um das Schaffen dieser Vereine, wie um den hohen Stand des Gießener Musiklebens überhaupt Mei- bende Verdienste erworben. . Als Hochschullehrer, Arzt, warmherziger Freund und Förderer der Musik, wie auch als allezeit hil s- bereiter, liebenswürdiger und charaktervoller Mensch kann sich Prof. Walther der besten Wertschätzung weitester Volkskreise erfreuen. Sein bisheriger Lebensweg war erfüllt von guten Werken für die Allgemeinheit und vorbildlichem Dienst zum Wohle der Volksgemeinschaft. Möge dem 3ubi= lar ein weiteres segensreiches Wirken und etn schöner Lebensabend beschieden sein. Äornotizen. Tageskalender für Samstag. Tageskalender für Ostersonntag. Stadttheater Gießen: 19—22 Uhr: „Tiefland". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Um das Menschenrecht". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „August der Starke". Tageskalender für Ostermontag. Stadttheater Gießen: 15—17.30 Uhr „Krach im Hinterhaus". — 19 bis 22 Uhr: „Die blaue Mazur". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Der Favorit Der Kaiserin". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die unmögliche Frau". — Gießener Radfahr-Ver- ein v. 1885 e. V., 15 Uhr auf dem Waldsportplatz: Bahn-Radrennen. Der Spielplan des Gießener Stadttheaters vom 12. bis 19. April. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Ostersonntag, 12. April, von 19 bis 22 Uhr zum ersten Male „Tiefland", Oper von Eugen d'Albert. Musikalische Leitung: Paul Walter: Spielleitung: Paul Wrede. Die Vorstellung ist außer Abonne- ment. — Ostermontag, 13. April, von 15 bis 17.30 Uhr als Vorstellung der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude": „Krach im Hinterhaus". Lustspiel von M. Böttcher. Spielleitung: Heinrich Hub. Freier Kartenverkauf. Don 19 bis 22 Uhr zum letzten Mal „Die blaue Mazur" Operette von Fr. Lehär. Musikalische Leitung: Ernst Bräuer. Spielleitung: Paul Wrede. Tänze: Thery Schultheis. Die Vorstellung ist außer Abonnement. —Osterdiens- tag, 14. April, von 20 bis 23 Uhr als 26. Vorstellung im Dienstag-Abonnement „Tiefland", Oper von Eugen d'Albert. Musikalische Leitung: Paul Walter. Spielleitung: Paul Wrede. — Mittwoch, 15. April, von 19.30 bis 22.15 Uhr „Der tolle Christian", ein Drama aus dem Dreißigiahn- qen Krieg von Th. Hnerten. Spielleitung: Der Intendant. 26. Vorstellung im Mittwoch-Abonnement. — Freitag, 17. April, von 20 bis 22.30 Uhr zum ersten Mal „Towarisch", Komödie von Jacques Deval; bearbeitet von Curt Goetz. Spielleitung: Wolfgang Kühne. 26. Vorstellung im Freitag-Abonnement. — Samstag, 18. April, von 20 bis 23 Uhr „Undine". Romantische Zauberoper von Lortzing. Musikalische Leitung: Paul Walter. Spielleitung: Paul Wrede. Vorstellung der NS.- Kulturgemeinschaft Deutsche Bühne. Freier Kartenverkauf zu Tagespreisen an der Abendkasse. — Sonntag, 19. April, von 11.30 bis 12.30 Uhr: 4. Morgenfeier. Alte Musik. Von 19 bis 22 Uhr zum letzten Mal „Undine", romanttfche Zauberoper von Lortzing. Musikalische Leitung: Paul Walter. Spielleitung: Paul Wrede. Die Vorstellung ist außer Abonnement. Autounfall im Gießener Gtadtwald. Am gestrigen Karfreitag ereignete sich auf der Landstraße Reiskirchen—Gießen in der Nähe der Straßeneinmündung von Annerod her ein Auto- Unfall, der zum Glück noch verhältnismäßig glimpflich verlief. An dieser abschüssigen Stelle der Land- im „Faust" in unvergänglicher heimatlicher Schönheit gedichtet ist: den Osterspaziergang — und dieser Osterspaziergang wird mit dem, was drum- und dranhängt, für viele Volksgenossen den Hauptinhalt von Ostern bilden. — Wir Deutschen sind ein merkwürdiges Volk! Dies alles, das unfern Sinnen, unfern vielgehetzten und gequälten Sinnen ach so wohltut, dies alles bahnt zwar Ostern an und rahmt es ein — aber dies alles ist noch nicht Ostern! Wir aber nehmen den Rahmen für das Bild und begnügen uns mit dem Vorspiel zum Gesamtwert. Wir Deutschen haben die Osterbotschaft des christlichen Glaubens so tief verstanden und ausgenommen, wie kaum ein anderes Volk. Ein Bild, wie das des auferstandenen Heilandes von Meister Matthias Grünewalds Jsen- heimer Altar bezeugt das. Dieses Volk kann sich nicht zufriedengeben mit einem Ostern, bei dem das Neuerwachen des natürlichen Lebens in Blut und Boden Selbstzweck wird und seinen tiefen Gleich- nischarakter verliert. Denn dies alles hat keinen Sinn ohne die Deutung, die es aus dem Öfter» eoangelium erhält. Darum fei nicht die Losung: Osterlust oder Osterbotschaft! sondern: Osterlust, weil Osterbotschaft! Es war nicht Goethes Lebenssumme: „Die Botschaft hör ich wohl, allem mtr fehlt der Glaube", sondern es war sein Ausgangspunkt, und immer reiner lernte er die Botschaft der Osterglocken hören und immer tiefer wuchs fein Die Heimat liegt im Glanz der Ostersonne Tausende wandern in diesen Tagen hinaus, Auge und Herz zu weiden an den inbrünstig grünenden Wiesen im Grund, an den gelben Sträuchern und den rosa Pfirsichblüten, an den schönen weichen Linien des Hangelsteins und des Lollarer Kopfs, an den malerischen Burgkronen des Gleibergs und Schiffenbergs und am geheimnisvollen geisterhaften Rücken des Dünsbergs. Sie alle werden wieder neu und von neuem in Leben umsetzen, was In einmütiger Geschlossenheit hat sich am 29. März 1936 das deutsche Volk zu seinem Führer bekannt. Der Wille des Führers und das Wollen des Volkes haben sich zufammengefunden und sind nun untrennbar miteinander verbunden. Damit ist Deutschland die starke und feste Grundlage gegeben, auf der unser Führer seine heroische Staatsführung aufbauen kann. In Deutschlands E'nheit sind die Kräfte gegeben, die es braucht, feine Ehre und seine Gleichberechtigung nich nur für die Gegenwart wiederherzustellen, sondern auch, um sie auf immer bis in die ferne Zukunft erfolgreich zu behaupten. Es genügt nun aber nicht, die wahrhaft historische Größe des Augenblicks zu erkennen und in Ehrfurcht und Bewunderung bei ihm zu verweilen, sondern diese Größe und Erhabenheit unserer Zeit verpflichtet uns, bereits heute für die Sicherung der Zukunft zu sorgen. Diese Sorge kann und muh wohl wirtschaftliche Dinge umfassen, sie kann ver- kehrstechnische Maßnahmen einschließen, darf wehrpolitische Bedingungen nicht vernachlässigen, aber bei allem Wichtigen und Notwendigen darf nie die Sorge um die Träger der Zukunft unseres Volkes zu kurz kommen. Diese Sorge aber ailt der deutschen Jugend, die mit Stolz von sich sagt: Wir sind die Garanten der Zukunft! Diese Garanten der Zukunft sind gemeint, wenn jetzt die Jugendorganisationen des Führers wieder zum Eintritt ins Jungvolk und zu den Jungmädels werben. Neben das Elternhaus und die Schule hat der Wille des Führers diese Organisation gestellt, daß sie helfe, die Erziehungsarbeit von Vater und Mutter und der Schule zu ergänzen und zu vervollständigen. Nicht ersetzen oder verdrängen soll sie diese Arbeit, nicht gegen, nein, mit ihr soll sie wirken und schaffen, um ihrer eignen Zeugnisse Christus als ihren Herrn annahmen. Christus, der unter uns begraben scheint, muß wieder so überwältigend aufbrechen, wie am Dftermorgen. Wie das geschehen wird, das ist uns verborgen. Wir können es auch so wenig herbeiführen, wie den Frühling. Aber wir müssen darauf warten. Einem auf Befreiung wartenden Volke kam die ^Befreiung. In einer auf den lebendigen Christus wartenden Christenheit wird Christus auferstehen. Medizinalrat Professor Dr. Walther TO Jahre alt. Am morgigen Sonntag, 12. April, kann der in Gießen und weit darüber hinaus bekannte Frauenarzt und frühere außerordentliche Professor für Gynäkologie und Geburtshilfe an der Universität Gießen Dr. Heinrich Walther in ausgezeichneter Frische und Schaffenskraft feinen 70. Geburtstag begehen. Professor Dr. Walther stammt aus Groß- Gerau, wo er am 12. April 1866 als Sohn des Distriktseinnehmers Rendant Peter Walther geboren wurde. Im Anschluß an den Besuch des Gymnasiums zu Gießen studierte er an der Gießener Universität von 1885 bis 1890 Medizin und war hieraus nach seinen Examinas und der Doktorpromotion 1892 unter Geheimrat Professor Dr. Löh- lein Assistent in der Universitätsstauenklinik. Im Jahre 1893 unternahm er zu seiner weiteren gyna- kologischen Ausbildung wissenschaftliche Reisen, die ihn nach Jena, Halle, Berlin, München und Wien führten. 1893/94 wirkte er in Darmstadt als Frauenarzt, wo er auch als einjährig-freiwilliger Arzt im Leib-Dragoner-Rgt. Nr. 24 feiner Militärpflicht genügte. Im Oktober 1894 habilitierte er sich in Gie- ßen für Geburtshilfe und Gynäkologie, zugleich übernahm er die Tätigkeit als Hebammen-Lehrer an der Hebammen-Lehranstalt in der Universitätsfrauenklinik zu Gießen. Im Jahre 1899 erfolgte eine Ernennung zum außerplanmäßigen Professor der Universität, ab 1900 wirkte er als etatmäßiger außerordentlicher Professor seines Fachgebietes und zugleich weiterhin als Hebammenlehrer an der Heb- ammen-Lehranstalt, sowie als Mitglied der ärztlichen Prüfungskommission. Während des Krieges war er, nachdem er schon im Jahre 1905 zum Glaube. Was ist die Botschaft? Gott hat Jesus Christus von den Toten auferweckt! So lautet sie und nicht anders. Es mag sein, daß wir sie o nicht aufneh- men können, und es mag erst recht ein, daß mtr sie fo nicht aufnehmen wollen, daß ich alles in uns Dagegen sträubt, — aber so lautet sie! In ihrer ganzen unglaublichen Steilheit steht sie da, unglaublich, wie ein weißer Alpengipfel plötzlich fern und schreckhaft dasteht über dem Gezwerg der Dorberge. S t e i ft unglaublich, diese Botschaft. Sie ist es nur dann nicht, wenn wir sie abschwächen, wenn wir das Ereignis „Christus auferweckt von den Toten" uns irgendwie menschlich verständlich, glaubhaft, schmackhaft machen. Wer das tut, der versündigt sich. Er beraubt Ostern seines welterschütternden Inhaltes. Denn an Ostern wird sichtbar, was ja der Sinn auch von Weihnachten, von Pfingsten, der ganzen christlichen Offenbarung ist: daß der ferne Gott sich tunbgibt und zu uns kommt auf einem uns Menschen ganz unfaßbaren, uns ganz unzugänglichen Wege! Der gekreuzigte Gottessohn, an dem der Tod selber zu Schanden wird: das wirft alles über den Haufen, was des Menschen Hirn erdenken, des Menschen Seele fassen, des Menschen Wille bewältigen kann. Das aber erträgt der moderne Mensck nicht. Der moderne Mensch muß alles erkennen, alles erfassen, alles gestalten können, was es gibt. Es darf im Himmel und auf Erden kein Gebiet fein, das er wenn nicht heute meistert, so doch morgen ober übermorgen meistern wird. Da ist für den Gott, per Wunder tut, kein Raum mehr. In Wirklichkeit aber ist es fo, daß bei dem lebendigen Gott, der Wunder tut, kein Raum mehr ist für den hochmütigen Men- schen! Er lernt die Grenze alles Menschenwestns er- kennen, er lernt glauben — ober er Zerbricht! Es scheint, wir finb roieber auf bem Weg zum Glauben! Zwar, bas wissen wir noch nicht roieber, was Christusglaube ist, machen uns vielmehr em eignes unb barum falsches Zerrbilb davon. Aber wir fangen roieber an, bas Glauben überhaupt zu lernen. Wir begreifen allmählich roieber, daß der Mensch nicht vom Brot allein lebt, sondern von dem Wort aus Gottes Mund. Darum hat Gott unferm Volk auch ein Wiedererwachen geschenkt. Nun müssen wir doch wieder zu einem wirklichen Christusglauben zurückfinden, mit derselben Leiden- schäft, mit der unsere heidnischen Vorfahren laut st raße wollte der mit einem Kraftwagen aus der Richtung Reiskirchen kommende Steuersekretär Kaiser aus Alsfeld einen etwa 30 Meter vor ihm fahrenden, von Annerod her kommenden Motorradfahrer überholen. Als der Autofahrer den Motorradler gerade überholt hatte, verlor er die Herrschaft über das Auto, fuhr in den Straßengraben und überschlug sich dort mit dem Kraftwagen. Der Autolenker Kaiser kam zum Glück mit einigen Schnittwunden an der linken Hand, feine Frau mit leichteren Brustquetschungen und Prellungen und ein mitfahrendes Kind unverletzt davon. Den Verletzten wurde in der Chirurgischen Klinik ärztliche Hilfe zuteil, worauf sie nach Alsfeld zurückkehren konnten. Deutsche Arbeitsfront. Die Arbeitsschule der DAF., die Ausbildungsstätte aller schaffenden Menschen, eröffnet am 15., 16. und 17. April in der Oeffentlichen Handelslehranstalt, Liebigstraße, folgende Lehrgänge: Deutsche Kurzschrift und Maschinenschreiben. Montag und Donnerstag: Deutsche Kurzschrift für Anfänger: 19.30 bis 20.15 Uhr und 20.15 bis 21 Uhr. Deutsche Kurzschrift — Redeschrift —, Anfänger: 21 bis 21.45 Uhr. Deutsche Kurzschrift — Schnellschreiben —, Hebungen 80 bis 120 Silben: 20.15 bis 21 Uhr. Maschinenschreiben für Anfänger: 19.30 bis 20.15 Uhr und 20.15 bis 21 Uhr. Dienstag und Freitag: Deutsche Kurzschrift für Fortgeschrittene: 19.30 bis 20.15 Uhr und 20.15 bis 21 Uhr. Deutsche Kurzschrift — Redeschrift —, Praktiker: 21 bis 21.45 Uhr. Deutsche Kurzschrift — Schnellschreiben —, Uebun- gen 120 Silben aufwärts: 19.30 bis 21 Uhr. Mittwoch: Maschinenschreiben — Fortbildung: 19.30 bis 21 Uhr. Maschinenschreiben — Praktiker: 21 bis 22.30 Uhr. Anmeldungen und Auskunft: Die Deutsche Arbeitsfront, Abteilung für Arbeitsführung und Berufserziehung, Kreiswaltung Gießen, Schanzen- straße 18, Zimmer 5 L Die öeiitftfic Arbeitsfront r M h.9.=Gemeinfdraft „firaft öunh frcuöc" Betr.: Osterwanderung. An unserer Wanderung am Ostermontag können sich noch 5 Personen beteiligen. Die Teilnahmemeldung hat zu erfolgen an Kreiswanderwart Pg. Richter, Gießen, Feuerbachstraße 10, da die Kreisdienststelle geschlossen ist. Die Abfahrt ab Bahnhof Gießen erfolgt um 6.50 Uhr nach Katzenfurt auf Sonntagskarte (1,50 Mark), Rucksackverpflegung. Deutsche Lägerschast. Iagdgau Oberhessen. Der Herr Reichsjägermeister hat unter R 1240 vom 26. März 1936 eine Verordnung betr. Wildstandsstatistik erlassen, die in den amtlichen Verkündigungsblättern zur unmittelbaren Kenntnis aller Jagdausübungsberechtigten gebracht wurde. Die Jägerschaft des Gaues wird noch einmal ausdrücklich darauf hingewiesen, daß die Meldung auf dem der betr. Jagdzeitung beigedruckten Formblatt bis zum 29. April 1936 an den zuständigen Kreisjägermeister erstattet fein muß. Dabei wird darauf aufmerksam gemacht, daß diese Meldung die Einrichtung eines neuen Ab- chußplanes nicht ersetzt. Es find vielmehr die an- geordneten Wildzählungen am 15. April abzu- chliehen und die Ergebnisse auf dem vorgeschriebenen Formular für Abschußpläne in dreifacher Ausfertigung bis zum 20. April an den zuständigen Hegeringleiter einzureichen. Der Gaujägermeister. Rundfunkkonzert des städtischen Orchesters. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Am Dienstag, 14. April, von 16.15 bis 17.30 Uhr veranstaltet das Städtische Orchester ein Unterhaltungskonzert unter Leitung von Kapellmeister Paul Walter, das von dem Reichssender Frankfurt Übertragen wird. Das Programm sieht folgende Musikstücke vor: 1. Ouvertüre zu „Preciosa" von C. M. von Weber: 2. Konzertino für Klarinette von C. M. von Weber: 3. Slawischer Tanz Nr. 1 und Slawischer Tanz Nr. 6 von Dvorak; 4. Ungarische Rhapsodie Nr. 1 von Liszt; 5. Ouvertüre zu „Der QpLrnball" von Heuberger. Aquarellen-Wal- zer von Jos. Strauß; 7. Czardas aus „Ritter Pas- man" von Strauß; 8. Seid umschlungen Millionen Walzer von I. Strauß; 9. Potpourri aus „Der Bettelstudent" von Millöcker. 75 Lahre in der Kurzschrift voran. fteue Lehrgänge für Kurzschrift und Maschinenschreiben. Von der Ortsgruppe Gießen der Deutschen Stenografenschaft wird uns geschrieben: Wie auf allen Gebieten, so hat auch in der stenografischen Bewegung das Dritte Reich ungeahnte Kräfte ausgelöst. Ueberall herrscht ein stürmisches Vorwärtsdrängen, ein Tempo, das früher undenkbar war. Mit 155 000 Mitgliedern wurde die Deutsche Stenografenschaft gegründet. Am Deutschen Stenografentag in Frankfurt a. M. zählte sie 188 000 strebsame Stenografen und Maschinenschreiber in ihren Reihen, zur Einweihung des Hauses der Deutschen Kurzschrift zu Pfingsten 1936 in Bayreuth wird die Viertelmillion erreicht sein. Dieser Aufstieg ist um so gewaltiger, als die Mitgliedschaft auf vollkommener Freiwilligkeit beruht. Das Geheimnis des Erfolges ist die Kleinarbeit in den Ortsgruppen. Aus heißer Liebe zur Sache und opferwilliger Einsatzbereitschaft wird Tag für Tag und Abend für Abend an den großen Aufgaben der Deutschen Stenografenschaft gearbeitet. Das Geheimnis des Erfolges ist mit in erster Linie der Unterricht, der auf Grund einer fast hundertjährigen Tradition nach allen Richtungen vollständig ausgebaut ist. Die Deutsche Stenografenschaft hat in der Zeit vom 1. Juli 1934 bis 31. Dezember 1935 in 24 105 Lehrgängen 550 945 Volksgenossen in Kurzschrift und Maschinenschreiben unterrichtet. Die Ortsgruppe Gießen der Deutschen Stenografenschaft steht mit ihren Leistungen mit an der Spitze des Gaugebietes Hessen. Sie kann stolz darauf fein, 75 Jahre an den großen Aufgaben der Deutschen Stenografenschaft mitgearbeitet zu haben. Kirchliche Nachrichten der Kinder; 15: Dank- Taufgelübde und Weihe Lollar. 8.45: Messe mit und Schulentlassungsfeier andacht. Erneuerung der an die Gottesmutter. — Predigt. — Nidda. 8.15: Hochamt mit Predigt. Dienstag, den 14. April. Llch. 7.30 Uhr: Dankamt der Erstkommuntkanten. Dauer-Kleingartenkolonien Oer neue Kündigungsschutz für Kleingärten. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; 8: Kommu- nion; 9: Hochamt; 11: Messe; 14.30: Andacht mit Segen. — Echzell. 11: Hochamt mit Predigt. — Grünberg. 9.45: Hochamt mit Predigt. Erstkommunionfeier der Kinder. — " Trapp. — wieseck. 9.30: Gottesdienst; Pfarrassistent Zschau (Gießen); Kollekte; 10.45: Kinderkirche. — Alten-Buseck. 10: Gottesdienst. — Grohen-Buseck. 10.30: Gottesdienst; Kirchenchor; Kollekte. — Oppenrod. 8.30: Gottesdienst: Kollekte. — Steinbach. 9 30* Gottesdienst. — Albach. 10.30: Konfirmationsgottes- dienst mit Abendmahl; Kollekte. — Rödgen. 10: (Bot- tesdienst; Kollekte. — Annerod. 13: Gottesdienst- Kollekte. — Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienst; 13: Abcschutzen-Gottesdienst. — Kirchberg. 10: Gottes- dienst; 13: Schulanfänger-Gottesdienst. — Kleinoden. 9: Gottesdienst; 10.15: Kindergottesdienst; 13: Schulanfängerandacht. — Treis (Lda.). 10: Haupt- gottesdienst; Kollekte; 13.30: Schulanfängerandacht.— wu^enborn-Steinberg. 9: Konfirmation; Beichte und hl. Abendmahl. — Garbenteich. 13: Gottesdienst. — Haufen. 10: Gottesdienst. — Lich. 9.30: Stifts- dechant Kahn; Chorschule; Kollekte. — Hieber-Bef- fingen 9.30: Stiftspfarrer Naumann; Kollekte. — Langsdorf. 11: Hauptgottesdienft; Kollekte. — Bettenhausen. 13.30: Hauptgottesdienst; Kollekte. — Münzenberg. 10.30: Konfirmation mit Feier des hl. Abendmahls; Kollekte für das Krüppelheim Nieder- Ramftadt; nachmittags in allen Konfirmanden- bäufern kurze Feier. — Trais-Münzenberg. 8.15: Beichte für die Konfirmandeneltern; 8.30: Konfirma- tion mit Feier des hl. Abendmahls; Kollekte für das Krüppelheim Nieder-Ramstadt; nachmittags in allen Konfirmandenhäusern kurze Feier. — Hungen. 10: Gottesdienst. — Beitsberg. 10: Konfirmation und Feier des hl. Abendmahls; Kollekte. Dienstag, den 14. April. Wieseck. 14.30 Uhr: Ofterfeier der Kinderkirche (bei gutem Wetter im Walde). Mittwoch, den 15. April. Reuapostolische Gemeinde, handelsirahe 1, Eder- slrahe 13. 1. Dfterfeiertag, 12. April, 9.30 Uhr: Got- tesdienst; 16: Gottesdienst. Mittwoch, den 15. April, 20.30 Uhr: Gottesdienst. Evangelische Stadtmifsion, Löberstraße 14. 1. Oster- feiertag, 12. April, 8.30 Uhr: Morgenandacht; 10: Sonntagsschule; 15.30: Soldatenstunde; 20.15: Evan- gelisationsvortrag. Ostermontag, 13. April, 20.15: Evangelisationsvortrog. katholische Gemeinden. Sonntag, den 12. April. Ostersonntag. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe, Kommunion der Jungfrauen und Hausangestellten: 8: Kommu- nion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Pre- digt; 14.30: Feierliche Vesper; 16.30 und 19: Beichte. — Grünberg. 9.45: Hochamt mit Predigt. — Hungen. 8: Festamt mit Festpredigt. — Laubach. 10: Messe, Festamt, Festpredigt; 14: Vesper, dann Beichte. — Llch. 7: Kommunionausteilung; 10: Festamt mit Festpredigt; 14: Vesper, dann Beichte. — Ridda. 8.15: Hochamt mit Predigt. — Schotten. 10.30: Hoch- amt mit Predigt. Montag, den 13. April. Ostermontag. daß man nicht bestimmt vorschreiben könne, wann ein wichtiger Grund vorliege und wann nicht, da dies meist nur örtlich entschieden werden könne. Em wichtiger Kündigungsgrund ist aber in der Regel nicht anzuerkennen, wenn das Kleingartengelände nach einem auf Grund reichs- oder landesrechtlicher Vorschriften aufgefteüten Wirtschaftsplan, Flächenaufteilungsplan, oder einem sonst auf gesetzlicher Grundlage, oder mit Anerkennung der höheren Verwaltungsbehörde ausgestellten Plan als Gelände vorgesehen ist, das nicht für die Bebauung bestimmt ist, ferner wenn Kleingartengelände in öffentliche Freiflächen, Sportplätze und dergleichen umgewandelt werden soll. In allen Fällen, in denen ein wichtiger Grund für die Kündigung von Kleingartenland zugestanden werden soll, ist dafür zu sorgen, daß geeignetes Ersatzland zu Dauer- nutzunö beschafft wird. Die Anerkennung des wichtigen Grundes kann davon abhängig gemacht werden, daß der Grundeigentümer an anderer Stelle Ersatzland beschafft, soweit ihm dies nach Lage der Dinge zugemutet werden kann. An öffentlich-rechtliche Körperschaften soll die Freigabe von Klein- gartenland nur unter dieser Voraussetzung möglich sein. am heutigen Samstag in geistiger und körperlicher Frische das Fest der Goldenen Hochzeit feiern. Bis zum Herbst vorigen Jahres konnte der 77jährige Jubilar noch fein Geschäft versehen, dann wurde er durch einen Unfall zur Aufgabe der Berufsarbeit gezwungen Dem deutschen Männergesang dient Herr Reitz als eifriges Mitglied des Gesangvereins „Heiterkeit" seit etwa 60 Jahren. ** 25 Jahre Firma Franz Vogt & C o. Am heutigen Samstag kann die Firma Franz Vogt & Co. (Bürobedarf) in Gießen auf ihr 25jähriges Bestehen zurückblicken. Das Unternehmen wurde am 11. April 1911 in das Handelsregister eingetragen. Aus kleinen Anfängen heraus entwickelte sich die Firma in gedeihlicher Weife und vergrößerte ihren Kundenkreis ständig. Im Jahre 1926 wurde das Ladengeschäft im Seltersweg eröffnet. Heute gehören 25 Mitarbeiter zur Gefolgschaft her Firma, die sich auch im Kreise der Geschäftswelt von Gießen und darüber hinaus großen Ansehens erfreut. ** Unentgeltlich R a t und Auskunft. Vom Wohlfahrtsamt der Stadt Gießen wird uns geschrieben: Personen, die an Geistes- und Gemüts- Störungen leiden, sowie deren Angehörige können unentgeltlich Rat und Auskunft in allen mit der Erkrankung zusammenhängenden Fragen in der für den Kreis Gießen eingerichteten Fürsorgesprechstunde erhalten. Insbesondere werden auch Auskünfte über Vererbung, Sterilisation, Eheeignung, Versorgung, Unterbringung in Anstalten oder Familienpflege und Arbeitsvermittlung erteilt. Die Sprechstunde wird jeden Dienstag und Freitag von 15 bis 17 Uhr in der Landes-Heil- und Pflegeanstalt, Gießen, abgehalten. w* D i e Vorschriften über d i e Grund- stücksentwässerung werden in einer Bekanntmachung der Bürgermeisterei in unserem heutigen Anzeigenteil in Erinnerung gebracht. Auf die Bekanntmachung fei besonders hingewiesen. ** Sonntags-Rückfahrkarten zum 1. Mai gelten vier Tage. Der 1. Mai, der Nationale Feiertag des Deutschen Volkes, fällt in diesem Jahre auf einen Freitag. Die Deutsche Reichsbahn hat daher die Geltungsdauer der Sonn- tagsrürffahrfarten, die bekanntlich zum 1. Mai wie zu allen Feiertagen ausgegeben werden, auch auf den zwischen dem Feiertag und dem Sonntag lie- genden Werktag ausgedehnt. Die Karten gelten also zur Hinfahrt vom Donnerstag, 30. April, 12 Uhr, bis Sonntag, 3. Mai, zur Rückfahrt vom Donnerstag, 30 April, 12 Uhr, bis Montag, 4. Mai, 12 Uhr (spätester Antritt der Rückfahrt). ** Unfall bei der Arbeit. Der 44jabrige Arbeiter Adolf bergens aus Hartenrod (Kreis Biedenkopf), der auf einer hiesigen Baustelle be- fchäftigt ist, erlitt eine schwere Gesichtsverletzunq, dzw. einen Nasenbeinbruch, und mußte durch die Gießener Sanitätskolonne vom Deutschen Roten Kreuz in die Klinik gebracht werden. der Reichsbahn lebhaft ein. Nicht nur die Fernstrecken waren nahezu bis auf den letzten Platz besetzt, auch im Nah- und Ausflugsverkehr gab es viel zu tun. Natürlich war auch die Menge der Spaziergänger zum Wald und nach den verschie- denen Ausflugsgaststätten in der näheren Umgebung sehr groß. * * Arbeitsjubiläum. Der Hallenarbeiter bei der städtischen Straßenbahn Friedrich Appel, Gnauthstraße 20, kann am heutigen Samstag auf eine 25jährige Tätigkeit im Dienste des Städtischen Elektrizitätswerkes zurückblicken. Direktor Lotz hielt am Donnerstag bei einer kleinen Feier zu Ehren des Jubilars eine kurze Ansprache, in der er die treuen Dienste des Jubilars hervorhob. Oberbürgermeister Ritter übersandte eine Glückwunschtelegramm. Von selten seiner Arbeitskameraden wurde dem Jubilar ein Geschenk überreicht. * * Ein Fünfundsiebzigjähriger. Am zweiten Dfterfeiertag kann Herr Karl Hart- mann, Sonnenstraße 5, in großer geistiger und körperlicher Frische seinen 75. Geburtstag feiern. Der Jubilar ist ein langjähriger treuer Leser des Gießener Anzeigers. * * Goldene Hochzeit. Die Eheleute Schreinermeister Christian Reitz, Asterweg 59, können Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, gute Kurzschriftler und Maschinenschreiber heranzubilden, um der Wirtschaft, der Verwaltung, den Behörden usw. tüchtige Kräfte zur Verfügung zu stellen. In dem ersten Vierteljahr 1936 haben rund 350 Teilnehmer ständig geübt, um ihre Leistungen dauernd zu steigern. Im zweiten Vierteljahr soll sich die Teil- nehmerzahl verdoppeln, damit am 4. und 5. Juli 1936 anläßlich des Gautages in Gießen die Ortsgruppe überraschende Erfolge erzielen kann. Allen Volksgenossen, die sich die Kurzschrift zur Erlernung und dauernden Uebung und das Maschinenschreiben zunutze machen wollen, bietet sich gleich nach Ostern eine günstige Gelegenheit bei der Ortsgruppe Gießen der Deutschen Stenografenschaft. Am 15. April beginnt in der Alten Pestalozzi- schule, Wernerwall 18, ein Anfängerlehrgang zur Erlernung der Deutschen Kurzschrift nach der neuen Schriftform vom 30. Januar 1936. Acht weitere Fortbildungs-, Redeschrift- und Diktatkurfe beginnen am gleichen Abend. Am 17. April beginnen neue Kurse im Maschinenschreiben in der OHL. = Oeffentlichen Handels-Lehranstalt, Liebigstraße 16 (ßiebigbau), für Anfänger, Fortgeschrittene und Praktiker. Man beachte die heutige Anzeige. Deutsche LebensrettungS - Gesellschaft, Bezirk Oberheffen. Von der Leitung des Bezirks Oberheffen der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft wird uns geschrieben: Die Lehrscheinurkunde mit goldener Nadel wurde vom Bezirk Oberhessen der DLRG. dem Studienassessor Dr. Küthe, Assistent am Institut für Leibesübungen, überreicht. Die Prüfung zum Lehrschein setzte den Erwerb des Grund- und ßeiftungs- scheines voraus. Für die Besitzer des Ehrenzeichens für Rettungstaten geben wir einen Erlaß des Innenministers bekannt: „Auf Grund des § 10 Absatz 2 der Verordnung zur Ausführung des Gesetzes über Titel, Orden und Ehrenzeichen vom 14. November 1935 genehmige ich, daß die bis zum Inkrafttreten dieser Verordnung von der Deutschen ßebens-Rettungs- Gesellschaft e. V. an ßebensretter verliehenen Ehrenzeichen aus Silber getragen werden dürfen. Ich bitte die Beliehenen davon in Kenntnis zu setzen und zu veranlassen, daß sie sich durch ordnungsmäßig ausgestelltes Besitzzeugnis über die Berechtigung zum Tragen der Auszeichnung auszuweisen vermögen. Der Reichs- und Preußische Minister des Innern. JA.: gez. Scholz." Wir machen die beliehenen Personen auf vorstehenden Erlaß aufmerksam. Die Anträge auf Ausstellung des Ausweises sind direkt von dem Ve- liehenen an die Geschäftsstelle der Gesellschaft, Berlin W 57, Bülowstraße 18, unter Beifügung des ßichtbildes in Paßform und unter Angabe des Tages der Verleihung (siehe Besitzurkunde), sowie der jetzigen Anschrift einzusenden. (Siebener Wochen Marktpreise. * Gießen, 11. April. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,55 Mk., ßanöbutter 1,42, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mk., Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche Klasse S 11, Klasse A 10^, Klasse B 10, Klasse C 9%, Klasse D 9, ungezeichnete 8, Enteneier 9 bis 11, Wirsing, das Pfund 20 bis 25, Weißkraut 15, Rotkraut 18 bis 20, Gelbe Rüben 10 bis 12, Rote Rüben 10 bis 12, Spinat 10 bis 15, Unter» kohlräbi 8, Grünkohl 15, Feldsalat 80 Pf. bis 1 Mk., Tomaten 45 bis 50, Zwiebeln 12 bis 14, Meerrettich 35 bis 70, Schwarzwurzeln 20 bis 35, Rhabarber 25, Kartoffeln 5, 10 Pfund 45 Pf., der Zentner 3,70 bis 3,90 Mk., Aepfel, das Pfund 20 bis 50 Pf., Zwetschenhonig 40 bis 45, junge Hähne 90 Pf. bis 1 Mk., Suppenhühner 85 bis 90 Pf., Tauben, das Stück 50 bis 60, Blumenkohl 35 bis 70, Salat 20 bis 25, Salatgurken 80, ßauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 20, Sellerie 10 bis 40, Radieschen, das Bund 15 Pf. * * * Die Dien ft stunden des Kreisamtes Gießen. Für die Zeit vom 1. April bis 30. September find die Dienststunden des Kreisamtes wie folgt festgesetzt: Für die Wochentage von Montag bis Freitag von 7.30 bis 13 Uhr und von 15 bis 18 Uhr; Samstags von 7.30 bis 13 Uhr. Bei dieser Gelegenheit wird wiederholt darauf hingewiesen, daß die Amtstage nur Dienstags und Freitags, von 8 bis 12 Uhr, jeder Woche find und nur an diesen Vormittagen die Dienstzimmer des Kressamts für das Publikum offen stehen. Personen, die außerhalb der Amtstage vorsprechen, können, sofern es sich nicht um Fälle allerdringendster Art handelt, auf Abfertigung nicht rechnen. * * Sonniger Karfreitag. Wenn Ostern hält, was der Karfreitag versprach, dann können ' wir mit dem Wetter zufrieden sein. Fast den gan- . zen Tag schien gestern die Sonne, und sie machte auch recht schön warm, besonders in der Mittags- ' $eit und in den frühen Nachmittagsftunden. Schon । in den Morgenstunden fetzte der Osteroerkehr bei ■ LPD. Ein Runderlaß des Reichsarbeitsministers beschäftigt sich mit dem Kündigungsschutz für Kleingärten. Nach Ansicht der Reichs- regierung ist das Kleingartenwesen neben der Kleinsiedlung das wichtigste Mittel, um der drohenden Verstädterung des deutschen Volkes entgegenzuwirken. Deshalb soll das Kleingartenwesen nachhaltig gefördert und ausgeweitet werden. Die vorhandenen Anlagen will man schützen, soweit das vertret- bar ist. „Wird eine Kleingartenkolonie zerstört", so heißt es in dem Erlaß, „so bedeutet dies nicht nur die Vernichtung von Werten, die von den Kleingärtnern mit zähem Fleiß, sorgsamer Pflege und erheblichen Opfern geschaffen sind, sondern vor allem auch — und dies ist das Entscheidende — die Zerstörung der seelischen Verbindung mit dem Boden, welche die Familien in ihren Gärten gefunden haben. Die vorhandenen Kleingärten sollen deshalb, wenn es irgend geht, erhalten werden. Kleingartenanlagen als Dauergärten sollen so eingerichtet werden, daß auch die andere Bevölkerung sich in ihnen erholen kann. Klein garten land kann künftig nur gekündigt werden, wenn ein wichtiger Grund zur Kündigung v o r I i e g t. Der Reichsarbeitsminister erklärt dann, Evangelische Gemeinden. 1. Dfterfeiertag, den 12. April. Gießen. Stadtkirche. 9.30 Uhr: Pfr. Becker; 11: Kinderkirche für die Markusgemeinde; Pfr. Becker; 18: Propst Knodt; im Anschluß Beichte für die Konfirmanden der Matthäusgemeinde und deren Angehörige. — Fohanneskirche. 9.30: Pfr. Ausfeld; 11: Kinderkirche für die Johannesgemeinde; Pfr. Ausfeld; 18: Pfarrassistent Zschau. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfr. Anthes; 10.45: Kinderkirche für die ßuthergemeinde; Pfr. Anthes; 16: Beichte für die Konfirmanden der ßuthergemeinde (2. Abteilung) und deren Angehörigen. — Petrus- kapelle (Wetzlarer Weg 59). 9.30: Pfr. Trapp; 10.45: Kinderkirche für die Petrusgemeinde; Pfr. Trapp; 18: Pfarrassistent Feix. — Wieseck. 9.30: Hauptgottesdienst; Kollekte. — Alten-Buseck. 10: Gottesdienst; Kollekte; 13: Gottesdienst. — Großen-Buseck. 10.45: Gottesdienst; Kollekte für Jugendarbeit; Mitwirkung des Gesangvereins Heiterkeit-Sängerkranz; 11.45: Beichte und hl. Abendmahl. — Oppenrod. 8.30: Gottesdienst; Kollekte; Kirchenchor. — Steinbach. 10: Gottesdienst; Kollekte. — Albach. 12.30: Gottesdienst; anschließend Beichte. — Rödgen. 9: Gottesdienst; hl. Abendmahl für Verheiratete; Kollekte. — Annerod. 13: Gottesdienst; Kollekte. — Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienst unter Mitwirkung des Kirchenchors: Kollekte; 11: Beichte und hl. Abendmahl für die 50- bis 60jährigen; 13: Kindergottesdienft (2. Abteilung). — Kirchberg. 10: Gottesdienst; Kollekte; 11: hl. Abendmahl für Staufenberg und ßollar; 13.30: Gottesdienst; Kollekte. — Mainzlar. 13.30: Gottesdienst; Kollekte; 14.30: hl. Abendmahl der alten Gemeindeglieder.— Treis (Lda.). 9.30: Beichte; 10: Hauptgottesdienst: hl. Abendmahl; Kollekte; Kirchenchor; 13.30: Predigtgottesdienst. — Klein-Linden. 10: Gottesdienst; Kollekte; Posaunenchor; 13.30: Gottesdienst. — Watzenborn-Steinberg. 13.30: Gottesdienst. — Garbenteich. 10: Gottesdienst: Mitwirkung des Gesangvereins Viktoria. — hausen. 12.30: Gottesdienst unter Mitwirkung des Frauenchors. — Lich. 6: Dftermette; Stiftspfarrer Naumann; Frauenchor; Kollekte; 9.30: Stiftsdechant Kahn; Chorschule; Kirchenchor; Kollekte; 14: Stiftspfarrer Naumann; Kollekte. — Rieder-Bessingen. 9.30: Stiftspfarrer Naumann; Kollekte. — Langsdorf. 11: Festgottesdienft; Kirchenchor; Kollekte: 13.30: Kindergottesdienft. — Bettenhausen. 9: Festgottesdienst: Äbendmahlsfeier für die jüngeren Gemeindeglieder: Kollekte. — Münzenberg. 10.30: Gottesdienst mit Tedeum und anschließendem hl. Abendmahl für die Mittleren: Kollekte für das Jugendwerk der Bekennenden Kirche; 20: Gottesdienst mit Kollekte. — Trais-Münzenberg. 8.30: Gottesdienst; Beichte und hl. Abendmahl für die Aelteren; Kollekte für das Jugendwerk der Bekennenden Kirche. — Hungen. 10: Gottesdienst; 20: Gottesdienst. — Beitsberg. 9: Gottesdienst; Kollekte. — Wirberg. 10.30: Gottesdienst; Kollekte. — Beltershain. 12.30: Gottesdienst; Kollekte. — Harbach. 14.15: Gottesdienst; Kollekte. Baptistengemeinde, Gartenstrahe 13. Sonntag, den 12. April. 11 Uhr: Kindergottesdienst; 20.30: Predigt. — Donnerstag, 16. April. 20.30: Bibelstunde. 2. Dfterfeiertag, den 13. April. Gießen. Stadtkirche. 9.30 Uhr: Propst Knodt; Konfirmation der Kinder der Matthäusgemeinde; Feier des hl. Abendmahls; 18: Pfr. Becker. — Jofjannes- kirche. 9.30: Pfr. Bechtolsheimer; 11: Kinderkirche für die ßufasgemelnbe; Pfr. Bechtolsheimer; 14: Pfr. Bechtolsheimer; Vorstellung und Prüfung der Konfirmanden der ßufasgemeinbe; 18: Pfr. Ausfeld. — Kapelle des Allen Friedhofs. 9.30: Pfr. Anthes; Konfirmation der Kinder der ßuthergemeinde (2. Abteilung); Feier des hl. Abendmahls. — petruskapelle (Wetzlarer Weg 59). 9.30: Pfr. Hungen. 8: Hochamt mit Predigt. — Laubach. 10: Hochamt mit Predigt. — l-ich. 9.30: Hochamt mit Predigt. Erstkommunion Be' Sodbrennen^ Magenbeschwerden^ti Bullrich-Tabletten TOPfcj. Keller. 883 D Wilhelm Büchsenschütz am Karfreitagmorgen plötzlich u. unerwartet im 67.Lebensjahr von uns zu nehmen. Lieh, Vehra, Gieshügel, Trautzschen, den 10. April 1936. 2310 A Die Beerdigung findet Ostermontag, um 15 Uhr statt. 2359 D Aus einem arbeitsreichen Leben verschied plötzlich und unerwartet Herr Oberverwalter Wilhelm Büchsenschütz Lieh, den 10. April 1936. 2360 D 1430 D 3 Kurse Gießen, Steinstraße 45, den 11. April 1936 237) D Die Feuerbestattung findet Dienstag, 14. April, nachmittags 2 Uhr statt 2361 D 20 21 21'<>.2215 Heuchelheim, den 10. April 1936. 1369 A 2356 D Statt Karten! Danksagung. Für die in so reichem Maße unserm unvergeßlichen und lieben Willi Franz Ein tönendes Vogelbestimmungsbuch! 01679 2317 A ♦ Photo-Kino Kreuzplatz 9 Gießen, den 11. April 1936. und Schall- 2339 D Hugo Bermühler Verlag • Berlin-Lichterfelds O.H. Uühnerauqen. Hornhauty beseitigt sicher .1. Wellhöf er, Telephon 2313, Mark. Str. 24 Am Gründonnerstag verschied plötzlich nach schwerem, mit Geduld getragenem Leiden mein lieber Mann, unser Vater Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unseren lieben, guten Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel to bringt er diesmal? Ein mit groben Fachkenntnissen versehener, pflichttreuer Beamter, der als guter Deutscher im Leben seinen Posten stets voll und ganz aus- gefüllt hat, ist aus unserer Mitte geschieden. Wir werden ihm über das Grab hinaus immer ein ehrendes Andenken bewahren Verreist bis Ende April 25 Jafire (Dienst am im (Büro Die Beerdigung findet Montag, den 2. Feiertag, nachmittags 2 Uhr. vom Trauerhause Gießener Straße 19 aus statt verkäuflich, RM. 19.-. Herr Friedrich Kohlweyer Strafanstalts-Oberwachtmeister i. R. Standard - Motorräder! Vertretung: W. BALSER Reparatur-Werkstatt: Dammstraße 8 Günstige Zahlungsbedingungen, bis 15 Monate Ziel. Die neuesten Modelle stets am Lager. Besichtigung ohne Kaufzwang. ohne störende Nebengeräusche klar wiedergegeben. 3. einem praktischen Schutzkasten (40X26 cm), in dem Textbuch platten sicher vor Beschädigung aufbewahrt werden können. Preise und Bezugsbedingungen: Das Werk ist nur geschlossen Schallplatten werden einzeln nicht abgegeben. Preis der Werkes: Verlangen Sie kostenlos unser ausführliches Werbeblatt. 3u beziehen durch jede Buchhandlung! In tiefer Trauer.- Katharine Steinmüller, geb. 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Ir. 86 vierter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)Samstag, ll.April (636 Heimat im Krühlingskleid. Idyll am Goldfischteich. Dis kleinen Kinder kommen an die Frühlingsluft. Der Frühling naht mit Brausen. Er rüstet sich zur Tat. Und unter Sturm und Sausen Keimt still die grüne Saat. Erwach, erwach, du Menschenkind, Daß dich der Lenz nicht schlafend find'. Karl Klingemann, 11862. Mit Brausen ist auch diesmal der Frühling zu uns gekommen. Wenn wir uns nur des Wetters vom vorigen Samstag erinnern, so finden wir diese Behauptung schon bestätigt. Kalter Regen, heftiger, böiger Wind und jagende Wolken brachten uns das. was man im Vogelsberg „Wufterwetter" nennt und womit man eine Witterung meint, bei der es am besten in der Stube am warmen Ofen auszuhalten ist. Aber mit jenem Brausen war buchstäblich über Nacht der Frühling gekommen. Nun ging von ihm seit vorigen Sonntagvormittag zu unser aller Freude das strahlende Leuchten der Frühlingssonne aus; die Wiesen und Felder erglänzten im Schmucke frischen Grüns, und der dunkle Wald im Hintergründe schloß wird es in Busch und Baum, in Garten, Feld und Wald immer lebendiger. Das Vogelkonzert erhält neue gefiederte Mitwirkende, die mit ihrem Gesang zugleich ihren Dank an uns Menschen dafür abstatten wollen, daß wir uns während der Winterszeit um ihren Nahrungsbedarf gekümmert haben. Der Landmann zieht dann früh hinaus auf seinen Acker und auf seine Wiesen, der Gärtner werkelt mit seinem Spaten oder mit der Harke im Garten. Hinter dem Pflug des Landmannes wippen die Vöglein einher, um in der frischgebrochenen Erde nach Nahrung zu suchen und damit dem Menschen bei der Bekämpfung der Schädlinge in Feld und Garten Hilfsdienste zu leisten. Das gleiche trauliche Bild voll Harmonie und gegenseitiger Liebe kann man oft in den Gärten sehen, wo die kleinen gefiederten Bewohner der Bäume mitunter dicht vor dem blanken Spaten auf dem frischgegrabenen Erdreich Posten bezogen haben, um hier den gleichen „Polizeidienst in der Natur" wie dort hinter dem Pfluge zu erfüllen. Und auch der Hausfrau und der Wäscherin Gesicht ist noch einmal so froh gestimmt, wenn sie als Abschluß ihres „Waschfestes" bei strahlender Sonne die Wäschestücke an die Leine hängen können und ein warmer Früh- lingswind das Trockengeschäft rasch vollzieht. Seinen Höhepunkt erreicht ein solcher licht- und sonnenerfüllter Frühlingstag aber erst in den Nach- mittagsstunden. Während das Alltagswerk des Schaffens eifrig im Gange ist, benutzen unsere Alten, unsere jungen Mütter mit ihren Kleinen, die Großmütter mit ihren Enkelchen und vor allem die „auf eigenen Füßen" stehenden Buben und Mädels diese Stunden, um sich in den Anlagen und auf Kleine Floßschisfer auf dem Eichgärtenteich. siiS Auf der Bleiche. Wind und Sonne trocknen rasch. den Spielplätzen neue Kraft zu holen und dem jungen Körper weitere Entwicklungsmöglichkeiten zu erschließen. Wie wird da auf den Spielplätzen „gearbeitet", getollt, ge- hüpft, und gesprungen! Die kleinen Mädels erfreuen sich und die Zuschauer durch das fröhliche Spiel des Ringelreigens, des Springens und des Tanzes; die Buben bauen mit dem Sand des Spielplatzes ihre Burgen, die kleinen Mädels benutzen den gleichen Sand zum Kuchen backen. Andere üben auf der Anlagenbank frühzeitig ihre hausmütterlichen Talente mit kleinen Handarbeiten unter gleichzeitiger Betreuung der Babys in ihrem Kinderwagen. Die junge Mutter widmet sich der gleichen Aufgabe mit aller Liebe und Gründlichkeit; die Großmutter sieht bei der Beaufsichtigung ihrer kleinen Enkelkinder auf dem Spielplatz vielleicht noch einmal ein längst vergangenes Stück des eigenen Lebens vor ihrem geistigen Auge erstehen, während der Großvater seiner Lebensgefährtin bei ihrer Fürsorge für das junge Volk vielfach mit Eifer assistiert. Und die kleine Gesellschaft bekundet dann oft mit einer Hand voll selbstgepflückter Anemonen oder anderer Frühlingsblumen ihren Dank an den Opa und die Oma, oder sie sitzt in ruhiger Gelassenheit, wie die Alten, auf der Anlagenbank und läßt sich geruhsam von der Sonne bescheinen. An einer anderen Stelle können kecke- Buben es sich nicht verkneifen, auf dem Eich- gärtenteich mit einem Floß eine kleine Spazierfahrt zu machen, um hier einmal hinauszustoßen „in die weite See". Spaziergänger schreiten indes zwischen den frischgrünen Beeten dahin, an den leuchtenden Zweigen der Frühlingsblüten vorbei, voll Freude an dem herrlichen Erwachen der Natur, an dem großen Werk des allmächtigen Schöpfers. Und wenn der Alltag mit feiner Arbeit und Mühe beendet ist, sind unsere schönen Anlagen im Frühlingsschmuck die Stätte, an der auch die schaffenden Menschen auf einem abendlichen Spaziergang Erholung und neue Kraft gewinnen können. Ein solcher Abend in den Anlagen, vor allem aber ein Sonntag im Walde, in der herrlichen freien Natur, ein Gang mit offenen Augen und Herzen durch den großen Garten des ewigen Schöpfers, wird allen den Frühling immer wieder als neues Lebenswunder offenbaren. So wollen mir uns des Frühlings freuen, ihn von Herzen begrüßen und ihn in vollen Zügen nützen und genießen als ein großes Gottesgeschenk, dessen wir uns gerade an dem Auferstehungsfeste Ostern mit herzlicher Dankbarkeit an den gütigen Gott erfreuen wollen. Dazu bieten uns die beiden Dfterfeiertage in reichem Maße Gelegenheit Wenn es auch vielleicht am frühen Morgen noch etwas frisch auf dem Osterspaziergang fein mag, so soll uns doch das kühle Lüftchen nicht abhalten von dem Gang ins Freie. Je höher die Sonne steigt, um so angenehmer wird die Temperatur. Wie die Erfahrung vom gestrigen Karfreitag lehrt, hat man schon in den Vormittagsstunden und erst recht von der Mittagszeit ab das richtige Wander« wetter, das den Genuß der Natur in Feld und Wald zu einer besonderen Freude werden läßt. Wenn wir auf. den einsamen Schneisen des Waldes wandern, durch die Feldfluren mit ihrer jungen grünen Saat schreiten und unser Auge sich an den ersten Blüten der Frühkirschenbäume erfreuen kann, so ist das ein Feiertagsgenuß, wie ihn sich der Stadtmensch nicht schöner denken kann. Darum laßt uns mit frohem Blick und rüstigen Schrittes hinausziehen in die herrliche Gottesnatur, damit wir dort neue Kraft gewinnen für unser Wirken im Alltag, aber auch den Volksgenossen auf dem Lande menschlich näherkommen, die in enger Verbundenheit mit der heimatlichen Scholle ihrem Tagewerk nachgehen und das Brot des deutschen Volkes aus der heimatlichen Scholle schaffen. Ix, 3/ i < 'W- ■>.>- "-./x . , M'" U Frühlingsarbeit — Umgraben unter Büschen in städtischen Anlagen das schöne Panorama mit erfreulichem Blick für das Auge ab. Seitdem haben wir nun den Frühling im Land. Er hat allerdings noch einige Schattenseiten an sich. Zwar lacht die Sonne seit Tagen freundlich von dem wolkenlosen blauen Himmel, aber die Tätigkeit unseres Kohlenfressers im Zimmers, des Ofens, möchten wir doch noch nicht entbehren. Mindestens in den Abendstunden ist er uqs noch ein trauter Gesell, der zu unserem Wohlbehagen beiträgt. Aber diese „Kinderkrankheit" des Frühlings soll uns die Freude an seiner Wiederkehr nicht trüben. Lange haben wir auf diesen zarten Knaben des Jahres gewartet. Wenn wir uns auch nicht über ein allzu strenges Regiment des Winters beklagen können, so wurde doch in unser aller Herzen die Sehnsucht wach nach der Zeit, in der Licht und Sonne, frisches Grün und junger Blütenschmuck uns den Weg aufwärts weisen zu neuem Werden, zu frohem Lebensgenuß in Feld und Wald. Wie haben besonders unsere alten Leute und unsere Kinder im Laufe der Winterwochen auf das Frühjahr gewartet! Wer alte Leute in seinem Hause um sich hat, weiß, wie sehr sie sich nach dieser schönen Jahreszeit sehnen, wie freudig ihre Augen leuchten, wenn die ersten Knospen des neuen Werdens an den sonst noch winterlich aussehenden Büschen und Bäumen sichtbar werden, mit welcher Dankbarkeit sie die zunehmende Herrschaft des Lichts und der Sonne empfinden. Und was von unseren alten Männern und Frauen gilt, trifft in gleicher Weise auf unsere Kleinen zu. Sie haben sich zwar, soweit sie schon schulpflichtig sind, im allgemeinen wenig um die Unbilden des Winterwetters gekümmert; bei Schnee und Eis tollten sie in Schneeballschlachten oder auf der Eisbahn im Freien herum; ein kräftiger Sturmwind mit ge- leaentlichem Regenüberfall machte ihnen auch weiter keine Kümmernisse; trotz rauher Winde und ober Straßen fühlten sich ein rechter Bub und ein forsches Mädel auch in der Winterszeit im Freien in ihrem Element. Und dennoch freuen auch sie sich des Frühlings, denn er brinat die Erfüllung ihres Sehnens nach Wochen und Monaten, in denen sie sich in Licht und Sonne, in köstlicher Luft und im leichten Gewand tummeln können. — Wie schön beginnt ein solcher Frühlingstag. Bereits am Morgen gegen 5 Uhr, noch im grauen Dämmerlicht des jungen Tages, beginnen die Vögel in den Gärten und Anlagen mit ihrem herrlichen Konzert. Das ist eine lustige Unterhaltung von Baum zu Baum, ein Rufen und Locken, ein Jubilieren und Fröhlichsein, an dem der Frühaufsteher die erste Freude des jungen Tages genießt. Und wenn bann gegen 6 Uhr bie Sonn mit ihrem Feuerball emporfteigt und Stabt und Dorf und Landjchajt mit ihres goMssü Ltrshisn vbjstfüM Blütenzauber in den Anlagen. (Aufn. [9J: Neuner, Gießener Anzeiger.) Dis LllMÄ MlßM W tMödez Ms LsMM--- - f■ - ■ . ■ * WK-MWMW Der Ringelreihen, das kindlichste Spiel. WM?; ■■ einen der Obecheffen April. Am vorigen den die ABC-Schützen vorgestellt. In diesem Jahre und 7 Knaben zur Schule. * Alten-Buseck, 10. scheinlichsten Torgelegenheit. Letztes Spiel der BezirksNaffe um den Vereinspokal. Sv. 20 Lollar — Sv. 05 Wetzlar. Unglückliche Nordheffen-Aiederlage. Pommern gewinnt den Fuhball-Gaukampf in Stettin 4:3. SJ.Jpori Osterfußball der heimischen Rannschasten Festtage im Zeichen der FreundschastS- und Sesellschastsspiele. Spielvereinigung 1926 Leihgestern. Spvg. Leihgestern — SV. Bad-Rauheim. Am 1. Feiertag empfängt die Spvgg. Leihgestern die verstärkte Reserve des Gauligisten SV. Bad- Nauheim zum Gesellschaftsspiel. Die Nauheimer, die in Leihgestern nicht unbekannt sind, werden auf einen Gegner stoßen, der in letzter Zeit wieder eine sehr kampf- und schlagkräftige Mannschaft zu- sammengestellt hat. Die Spvgg. wird zu diesem schweren Spiel die beste Besetzung aufbieten, die in Reitz; Funk, Laux II; Dutenhöser, Brunotte, Textor; Laur I, Arnold II, Väth, Sauber, Seel tatsächlich außerordentlich stark erscheint. Man hofft ein ehrenvolles Abschneiden der Blauweißen. Leihgestern Jugend — Germania Warburg Jugend. Vor diesem Spiel treffen sich die Jugendmannschaften von Germania Marburg und Lechgestern. Sonntag wurden in unserer Kirche 10 Knaben und 6 Mädchen konfirmiert. — Dieser Tage wur- dem Kreisschularzt kommen 9 Mädchen Fußball im Turnverein Großen-Linden Großen-Linden I — Tv. 1846 Gießen I. Am ersten Feiertag weilt die 1. Mannschaft von 1846 Gießen in Großen-Linden zu Gast. Die Platz- besitzet werden gegen die sympathische Turnermannschaft einen schweren Stand haben. Die beiden Ju- gendmannschasten sind in Klein-Linden zu Gast. Am 2. Feiertag hat sich die 1. Jugend einen starken Gegner verpflichtet. Gegen „Germania" Marburg, eine der stärksten Jugendmannschaften von Marburg, wird die einheimische Jugend einen schweren Stand haben. FV. ^Teutonia" Laubach. Teutonia Laubach — FSD. Frankfurt a.w. Am 1. Osterfeiertag tritt der hiesige Fußball- Verein „Teutonia" nach mehrwöchentlicher Unterbrechung wieder einmal in Aktion. Zum Gesellschaftsspiel ist die erste Elf der Sportabteilung der FSD. Frankfurt a. M. verpflichtet worden. Die Veranstaltung wird sicher zu einem schönen sportlichen Ereignis werden, zumal der Gästemannschaft auf Grund ihrer früheren, hier ausgetragenen Spiele ein guter Ruf vorausgeht. HandballimKreisLahn-Oitt(GauXU) Beuern I — Hausen I 6:12. Die hänfener Mannschaft spielte von Anfang an ausgezeichnet zusammen. Besonders im Sturm klappte es sehr gut. Die Hintermannschaft zeigte sich ebenfalls in bester Form. Der hohe 6:12°Sieg der Gäste stand nie in Frage. Vor dem Spiel der ersten Mannschaften standen sich die Jugendlichen beider Vereine gegenüber. Auch hier siegten die hausener. Das Ergebnis lautete 2:4 für die Gäste. Heinrich Preiß-Gießen nach Hannover berufen. Olympia-Vorberettungen der Radfahrer. Durch die Svortabteilung des DRV. wurde Heinrich P r e i ß zum Olympia-Ausscheidungsrennen, das am morgigen Sonntag in Hannover im Rahmen des „Großen Straßenpreises von Hannover" stattfindet, einberufen. Man darf gespannt sein, wie sich Heinrich P r e i ß bei seinem ersten Start gegen die Vesten des DRV. durchsetzen wird. Durch die Abberufung nach Hannover wird es ihm allerdings nun leider nicht möglich sein, am zweiten Feiertag bei den hiesigen Bahnrennen auf dem Waldsportplatz teilzunehmen. Dienstag fand hier die Verpflichtung der Block» warte und Luftschutzhauswarte der Gemeindegruppe Alten-Buseck statt. Die politische Gemeinde war durch den 1. Beigeordneten Fink vertreten. Der Ortsgruppenführer'Dr. Haas sprach einleitend über Sinn und Aufgaben des Reichsluftschutzbundes, behandelte kurz den Aufbau des gesamten Luftschutzes und ging dann auf die Aufgaben des zivilen Luftschutzes ein. Auch für das Land ist die Ausbildung in Luftschutzfragen notwendig, denn kein Ort des Deutschen Reiches ist ungefährdet. Ausbildung in Brandschutz und „erster hilse^ ist vordringlich. Dr. Haas machte dann die Blockwarte und Luftschutzhauswarte mit ihren Aufgaben und Pflichten bekannt und nahm die Verpflichtung der Selbstschutzkräfte vor. Die Blockwarte sollen nun innerhalb ihres Blockes weiter für den Luftschutzgedanken werben und die wenigen noch nicht im ReichsluftschutzbuiÄ» organisierten Volksgenossen für diesen gewinnen. wg. Großen-Buseck, 10. April, heute nachmittag wurde der weit über die Grenzen seiner engeren Heimat hinaus bekpnnte Arzt Dr. med. Walther Adler unter großer Anteilnahme der hiesigen Bevölkerung zu Grabe getragen. Der Heimgegangene verstarb nach langem schweren Leiden am Mittwoch in der Medizinischen Klinik zu Gießen. Er war am 24. November 1877 zu Nieder- Wambach, Kreis Neuwied, als Sohn eines Pfarrers geboren. Seine Jugendjahre verlebte er in Grebenau und Langsdorf. Nach dem Besuch der Gymnasien zu Büdingen und Laubach studierte er an der Universität zu Gießen Medizin. Dor dem Kriege übte er seinen Beruf in Bieber im Spessart, in Usingen und in Nieder-Florstadt aus. Nach Kriegsausbruch tat er als Kriegs-Assistenzarzt dem Vaterland gegenüber seine Pflicht. Nachdem er dann noch im Jahre 1917 in einem Lazarett in Gießen tätig war, eröffnete er seine hiesige Praxis. Der Heimgegangene konnte sich während dieser Jahre, seines menschenfreundlichen Wesens, als auch seiner beruflichen Tüchtigkeit wegen, allgemeine Achtung und Beliebtheit erwerben. Der Verstorbene besaß außer seiner hervorragenden Fachkenntnissen die Fähigkeit, zu seinen Patienten in ein persönliches Vertrauensverhältnis zu treten und ihnen in mancherlei Schwierigkeiten ein wohlmeinender und gern gehörter Berater zu sein. Sein frühes hinscheiden wird hier und in den Nachbarorten tief bedauert. <5 Lollar, 10. April. Die Straße Lollar — Kirchberg, die auf einer kurzen Strecke verhältnismäßig zahlreiche Kurven aufweist, erfährt gegenwärtig eine begrüßenswerte Aenderung. Durch hinausschieben der Fahrbahn um einige Meter wird die Unübersichtlichkeit der Straße kurz vor Kirchberg bedeutend verringert. Leider müssen ! dabei an der einen Straßenseite die Bäume ent- ihr eurem eignen Werte." Lebhafter Beifall folgte den Ausführungen. Ein freudig aufgenommenes Sieg-Heil auf den Führer beendete den offiziellen Teil. Man blieb dann bei schönem Bandonionkonzert und Liedervorträgen noch einige Zeit kameradschaftlich beisammen. Landkreis Gießen X Wieseck, 11. April. Der frühere langjährig^ Kirchendiener und Glöckner unserer Gemeinde Heinrich Rau V. kann am ersten Ostertag seinen 8 3. Geburtstag begehen. Geistig rege und körperlich gesund, nur gebückt von der Fülle der Jahre, betätigt sich der hochbetagte noch gern auch auf dem Friedhof, seitdem sein Sohn zum Friedhofswärter bestellt worden ist. * Rödgen, 11. April. Der hiesige 24jährige Arbeiter Wilhelm Schmidt erlitten auf einer Baustelle einen schweren Unfall. Er stieß mit dem Kopf so heftig gegen eine Betonmischmaschine, daß er mit einer Gehirnerschütterung und Hautabschürfungen bewußtlos in die Klinik nach Gießen gebracht werden mußte. + Annerod, 10. April. Am vergangenen Die Fußball-Auswahlmannschaften der Gaue Pommern und Nordhessen lieferten sich am Kar- ein Stettin vor 4000 Zuichauern dschaftskampf. Das Spiel endete mit einer überraschenden Niederlage der technisch besseren und weitaus schnelleren Nordhessen. Die Pommern verdanken ihren 4:3-(3:l-)Erfolg in erster Linie dem Ausnutzen jeder, auch der geringsten und unwahr- Auch hier wird es einen heißen Kampf um den Sieg geben. Nach langer Zett steht die Jugendelf der Spieloereinigung wieder einmal komplett. Am 2. Feiertag ist die 1. Elf spielfrei. Dafür hat aber die Jugend wieder einen namhaften Gegner. Der Tuspo. 86/09 Kassel wird mit seiner ^-Jugend in Leihgestern eine Gastvorstellung geben und icherlich nicht enttäuschen. Auch in diesem Spiel treten die Einheimischen mit stärkster Besetzung an und man hofft auf ein ehrenvolles Abschneiden des Nachwuchses. Spielabteilung $0.1889 Klein-Linden 1. Feiertag: Klein-Linden 1. Mannschaft — Wetzlar-Niedergirmes Liga; Klein-Linden 1. Jugend — Großen-Linden 1. Jugend; Klein-Linden 2. Jugend — Großen-Linden 2. Jugend. Für den 1. Feiertag hat sich die 1. Mannschaft von Klein-Linden viel vorgenommen, denn Niedergirmes unterlag immer nur knapp seinen Bezirksklassengegnern. Um ehrenvoll zu bestehen, muß sich zumindestens der Sturm der Gastgeber eines ideenreicheren Spieles befleißigen wie seither. Der Ausgang der beiden Jugendspiele ist offen. 2. Feiertag: Klein-Linden 1. Mannschaft — Hermannstein 1. Mannschaft; Klein-Linden 1. Jugend — Hermannstein 1. Jugend; Klein-Linden 2. Jugend — Allendors 1. Jugend; Klein-Linden 1. Schüler — Allendors 1. Schuler. Am 2. Feiertag stellen sich die 1. Elf und die 1. Jugend von hermannstein in Klein-Linden vor. Die Gäste, die zur ersten Kreisklasse gehören, sind hier noch unbekannt. Die beiden Jugendmannschaf- ten und die 1. Schüler sollten als Sieger den Platz verlassen. ♦ Vom letzten Sonntag ist noch nachzutragen, daß die 1. Mannschaft in Gießen auf dem Universitäts- Sportplatz die erste Mannschaft vom Turnverein 1846 sicher mit 5:2 schlagen konnte. Fußballabteilung des Turnvereins Alten-Buseck. Arn zweiten Osterfeiertag ernpängt die 1. Elf von Alten-Buseck die gleiche Mannschaft von Kickers 1910 Frankfurt a. M. Die Einheimischen werden bei diesem Kampfe allerdings um eine Niederlage nicht herumkommen. Man hofft auf einen fairen Kampf. Da die Gastgeber mit viel Ersatz antreten müssen, ist es notwendig, daß sie sich doppelt an- strengen. Schon immer war die Jugendabteilung der Spielvereinigung 1900 bemüht, namhafte Gegner zu ver- pflichten, um den Mannschaften und auch den ein- zelnen Spielern Gelegenheit zu geben, das Maß ihres Könnens mit dem des Gegners zu vergleichen. Es sei nur erinnert an die Spiele der ersten Jugend in den letzten Jahren gegen die Spielvereinigung Fürth (1:3), gegen den 1. FC. Nürnberg (3:2), Hanau 93, Mainz 05, Eintracht Frankfurt, Fußball- sportverein Frankfurt usw., bei denen die Blauweißen achtbare Erfolge erzielen konnten. Die 1. Jugend wird sich (am 1. Feiertag) sehr an- strengen müssen, um gegen de» starken Gegtter ein der Gauligamannschaften. VfB.-Reichsbahn Gießen. Frankfurt-Griesheim 02 auf dem Waldsportplah. Für den 1. Feiertag haben sich die Gießener eine ausgezeichnete süddeutsche Mannschaft verpflichtet. Die Gäste spielen in der Bezirksklasse Frankfurt und konnten den zweiten Tabellenplatz hinter Reichsbahn Rot-Weih Frankfurt erringen. Die Gäste sollten technisch einen schönen Fußball und auch im Sturme ein sehr produktives Spiel zeigen. Sie haben nach Gießen ihre stärkste Aufstellung angekündigt. Die Aufstellung lautet: Krieger; Raab, Lieb; Bittermann, Stuckardt, Tewes; Kern, Böttner, Debus, heil, Schütze. Die überragendsten Leute dieser Mannschaft sind das Derteidigerpaar, der linke Läufer und der Halbrechte, die auch schon wiederholt in der Frankfurter Stadtmannschaft mit Erfolg gespielt haben. Diesem Gegner gegenüber sollten die Gießener nichts zu bestellen Haden. Aber da gerade sie schon Öfter bewiesen haben, daß ihre Spielstärke mit dem Können des Gegners wächst, so dürsten sie in der Lage sein, wenigstens ein ansprechendes Spiel zu zeigen. Da Szponick nicht zur Verfügung steht, mußte die Mannschaft erneut umgestellt werden. Die Gießener stellen: Balser; Leucheuser I, Leutheuser II; Hauptfeld, Knaus, Fenster; Anthes, L. Schmidt, Wlodareck, Heß, Lehrmund. VfB.-R. II — Jlauborn I. Vor dem Ligakampf spielt die Zweite gegen einen Vertreter der 1. Kreisklasse Wetzlar. Die Gäste sind noch wenig innerhalb unserer Gruppe bei Gesellschaftsspielen in Erscheinung getreten. Die zweite Mannschaft muß mit Ersatz antreten. Der Spiel- ausgang ist nicht vorauszusagen. Jugendfußball. Die 1. Jugend spielt in Lauterbach. Die Gießener Jugend hat in diesem Jahre ihre Osterreise in die Gruppe Alsfeld gelegt. Die Lauterbacher gelten als eine spielstarke Mannschaft, die aber an das Können der Gießener nicht heranreichen sollte. Man erwartet daher in diesem Spiel die Gießener in Front. Die 2. Jugend fährt am 1. Feiertag nach Geilshausen. Da der Gastgeber mit seiner neu aufbestellten Jugend das erste Spiel bestreitet, so müßten die Gießener auf Grund der größeren Erfahr- rung dieses Spiel für sich entscheiden. Die 1. Jugend wird dann am 2. Feiertag in Alsfeld spielen. Die DfBer haben dabei einen Gegner, der ihnen in keiner Weise nachstehen sollte. Die Alsfelder sicherten sich im vergangenen Jahre die Kreisrneisterfchaft und stehen auch in diesem Jahre in ihrer Klasse ungeschlagen an der Spitze. Man hofft, daß die Gießener als Meister der hiesigen Klasse ihren Bezirk gut vertreten. Die 2. Jugend spielt in Sich. In diesem Spiel sollten die Grünweißen um eine Niederlage nicht herumkommen, da der Gastgeber körperlich weit überlegen ist. Die 1. Schülerelf spielt auf eigenem Platze gegen die gleiche der Sportfreunde Wetzlar. Die Wetzlarer stellen eine starke Schülermannschast. Der Ausgang des Kampfes ist nicht vorherzusagen. Spielvereinigung 1900 Gießen. Lollar II — 1900 h. hier handelt es sich um das ausgefallene Meisterschaftsspiel Lollar I — 1900 II, das in Anbetracht dessen, daß Lollar I am 2. Ostertag das Pokalendspiel des Bezirkes gegen SpV. Wetzlar bestreitet, von der II. von Lollar übernommen wurde. Lollar A. h. — 1900 2L h. Nach langer Pause treten die Alten Herren erstmals wieder auf den Plan. Da in den Reihen der Blau-Weißen vielleicht die besseren Einzelkräfte vorhanden sein werden, sollte auch mit einem Sieg gerechnet werden können. Londorf I — 1900 komb. Am 2. Feiertag fährt eine kombinierte Mannschaft nach Londorf. Die Mannschaft des Turnvereins gehört der 2. Kreisklaffe an. Die Kombination der Blau-Weißen wird vor nicht allzu schweren Aufgaben stehen. Das Programm der Lugend. Tufpo. kastel 1. Jugend — 1900 1. Jugend. Hanau 93 1. Schüler — 1900 1. Schüler. Hanau 93 2. Schüler — 1900 2. Schüler. achtbares Ergebnis herauszuholen. Recht wechselvolle Resultate wurden in letzter Zeit erzielt und nur wenn jeder einzelne Spieler sich voll einsetzt, wird es der Mannschaft vergönnt sein, befriedigend abzuschneiden. Der Gegner Tuspo stellt eine Mannschaft ins Feld, die einen Sieg der Blauweißen fraglich erscheinen läßt. Besonders aufmerksam darf man dem Spiel der 1. Schülermannschaft entgegensehen. Die Hanauer stellen eine Mannschaft, die durch die starke Besetzung in ihrer Gruppe (Frankfurt, Offenbach usw.) Spielerfahrung besitzt und die kleinen 1900er zur Hergabe ihres ganzen Könnens zwingen wird. Aber die Einheimischen haben im letzten Halbjahr auch unter Beweis gestellt, daß sie fpielen können. In dieser Zeit wurde nur ein Spiel verloren, drei endeten unentschieden und alle anderen Spiele wurden gewonnen. Das was die Gäste vorn Main an spielerischem Können voraushaben, wird die Mannschaft durch Eifer auszugleichen versuchen. Ebenfalls gegen Hanau spielt die 2. Schülerelf. hier werden die Kräfte gleich verteilt sein. Die Jungens der zweiten Schüler stehen ihren Kameraden von der Ersten in nichts nach. Alle bisher überhaupt ausgetragenen Spiele wurden gewonnen, nur eines endete unentschieden. So werden auch am kommenden 1. Feiertag die Kleinen mit Siegeseifer dem Gegner gegenübertreten. Am zweiten Feiertag ist die erste Jugend in Braunfels, um der dortigen Jugend gegenüberzutreten. Die Mannschaft darf das Spiel nicht leicht nehmen, wenn sie siegen will. Auch die 2. Jugend tritt an diesem Tage auf den Plan und zwar weilt sie in Londorf, um die Kräfte mit der dortigen 1. Jugend zu messen. Obwohl die Blauweißen in verstärkter Aufstellung antreten werden, ist ein Sieg sehr fraglich. Ein Unentschieden ober eine knappe Niederlage wäre immerhin noch ein schöner Erfolg. Sportverein 1920 Lollar. Lollar 1. — Spielvereinigung 1900 Gießen 1. 3:3. Am gestrigen Karfreitag standen sich in Lollar die ersten Mannschaften von Lollar und 1900 Gießen gegenüber. Das Spiel endete unentschieden mit 3:3 Toren. Die Gäste gingen bereits nach wenigen Minuten in Führung. In der Folge gingen die Platzbesitzer sehr aus sich heraus, wurden überlegen und erzielten auch bald den Ausgleich. Die Gastgeber erzielten dann ihrerseits das Führungstor und erhöhten den Vorsprung sogar auf 3:1. Bis Halbzeit gelang dann keiner Partei mehr ein weiterer Treffer. Nach der Pause ließen die Lol- larer, genau wie beim letzten Spiel, stark nach. 1900s Elf erkannte die Schwäche und zog nun mächtig los. Bald war auf 3:2 verkürzt. Aber trotzdem rechnete man mit dem knappen Sieg der Gastgeber; denn erst kurz vor Schluß gelang den Gästen der Ausgleich. Schiedsrichter Kreiling war um gerechte Leitung bemüht. Die Mittelläufer der beiden Mannschaften waren die besten Spieler auf dem Platz. AV. 1920 Lollar — SV. 05 Wehlar Liga. Am zweiten Feiertag bestreiten Lollar und Wetzlar das Pokalendfpiel der Gruppe Gießen-Wetzlar- Dill. Lollar wird ganz anders auf der Scheibe sein müssen wie in den beiden letzten Spielen, wenn etwas erreicht werden soll. Man wird nicht fehlgehen, wenn man den Wetzlarern einen knappen Sieg zutraut. Am 1. Feiertag empfängt die Reserve die gleiche von 1900. Sogar muß einige Spieler ersetzen. Sogar die alten Herren sind nicht müßig. Auch sie durften in einem ritterlichen Kampf gegen die Alten Herren von 1900 in Ehren bestehen. Die Jugend spielt an einem der beiden Feiertage gegen 1900s Jugend — und wird wohl kaum um eine Niederlage herumkommen. , FETeutonia- Watzenbom-Sieinberg 1. Feiertag: 1. Mannschaft gegen 1. Mannschaft Sangendiebach; 2. Mannschaft Hungen gegen 2. Mannschaft Watzenborn-Steinberg; 1. Schüler gegen 1. Schüler Bad-Nauheim. 2. Feiertag: 1. Mannschaft gegen 1. Mannschaft Buchenau. Für die Osterfeiertage haben sich die Teutonen zwei Bezirksklassenmannschaften zu Gesellschaftsspielen verpflichtet. Beide Vereine nehmen in ihrer Verbandsspieltabelle einen beachtenswerten Platz ein und es ist cn beiden Feiertagen mit spannenden Kämpfen zu rechnen. Die Mannschaft der Teutonen steht wieder komplett bis auf den verletzten Schäfer. Die 2. Mannschaft trägt ein Gesellschaftsspiel in Hungen aus und sollte auch gegen eine komplette 2. Mannschaft in Hungen Sieger werden, wenn sie mit der Mannschaft, mit der sie die 1. Mannschaft von Klein-Sinden auf eigenem Platze mit 2:0 schlug, hinfährt. Die Schülermannschaft hat sich einen schweren Gegner, nämlich die gleichen von Bad-Nauheim zu einem Gesellschaftsspiel verpflichtet. Sportverein 1920 Heuchelheim. Der Sportverein unternimmt am ersten Feiertag eine Fahrt nach Oder-Schmitten bei Nidda. Es spielen dort die erste Elf und die erste Jugendelf. Eine Vorhersage ist nicht möglich, da die Spielstärke von Ober-Schmitten zu wenig bekannt ist. Am Ostermontag hat die erste Mannschaft von Heuchelheim Ruela-Sangendiebach bei Hanau zu Gast. Ruela-Sangendiebach, ein spielstarker Vertreter der Bezirksliga, konnte sich bei den letzten Derbandsspielen in der Spitzengruppe halten und wird in Heuchelheim ein flottes Spiel zeigen. Die anderen Mannschaften sind spielfrei. Der Führer ehrt einen Arbeitsjubilar. SPD. Nidda, 9. April. Der beim Amtsgericht Nidda tätige Justizsekretär Heinrich Harth kann in diesen Tagen auf eine 43jäh - rige Dienstzeit zurückblicken. Aus diesem Anlaß erhielt er vom Führer und Reichskanzler ein Glückwünschschreiben, in dem er dem Jubilar für seine dem Staat geleisteten treuen Dienste Dank sagt. Selbstmord oder Unglücksfall? SPD. Bad-Nauheim, 10. April. Donners- tag morgen bemerkte der Schrankenwärter am Dorheimer Bahnübergang auf der Strecke Friedberg—Bad-Nauheim, wie ein ungefähr 60 Jahre alter Mann zwischen den Eisenbahn- gleisen ging. Die lauten Warnungsrufe des Wärters beachtete er nicht. Im selben Augenblick brauste auch schon der fahrplanmäßige Personenzug Friedberg—Bad-Nauheim heran und erfaßte )en Mann, der von der Sokomotive bis zum Bad- Nauheimer Bahnhof mitgeschleift wurde, hier konnte man nur noch den Tod feftfteüen. Nach Sage der Dinge schließt man auf einen Freitod. Die Person des Unglücklichen konnte noch nicht festgestellt werden, da keinerlei Papiere bei ihm gefunden wurden. HatSherreusitzuug in Lauterbach. ß. Sauterbach, 8. April. Unter dem Vorsitz des Bürgermeisters Thiele fand gestern eine Sitzunb der Ratsherren statt. Zunächst wurde, einem Vorschläge des Bürgermeisters entsprechend, einer Nachtragssatzung über die_ Aufnahme eines Darlehens von 100 000 Mark für das Rechnungsjahr 1935 zugestimmt. Sodann wurde der Ankauf von Gelände am Rudloserweg zum Preise von 10 Pfg. pro Quadratmeter aus dem Besitz von Heinrich Kalbfleisch gutgeheißen, da man dieses Gelände im Hinblick auf die Feldbereinigung und wegen feiner günstigen Sage für die Stadt zweckmäßig verwenden kann. Wetter wurden u. a. von 15 Gesuchen um Freistellen in der Realschule 8 als volle, 3 als halbe Freistellen anerkannt, die übrigen Gesuche dagegen abgelehnt. Mit einer Regelung über strittiges Gelände bei der Jungviehweide, bei dem es sich um 42 Morgen Sand handelt, die zwischen dem Bürgermeister und der Riedeselschen Verwaltung getroffen wurde, erklärten sich die Ratsherren grundsätzlich einverstanden. Am Schlüsse der Sitzung sprach der Bürgermeister noch über die Einführung der Bürgesteuer, wobei er eine sozialere Staffelung für die unteren Einkommensstufen als notwendig bezeichnete. Ein entsprechender Antrag soll von der Stadt dem Deutschen Gemeindetag vorgelegt werden. Im Verlaufe der Sitzung wurde außer den hier verzeichneten Hauptpunkten noch eine Reihe kleinerer Angelegenheiten erledigt. Das Schulungslager der DAF. in Schotten. w. Schotten, 9.April. Das Schulungslager der DAF., das in der hortmannschen Fabrik eingerichtet ist, wird durch die rührige Tätigkeit des Sagerführers und Schulungsleiters Re- gierungs-Asseffor Denker immer besser ausgebaut. Nunmehr ist auch ein großer Der sammln n g s s a a l, in dem etwa 300 Personen Platz finden, binnen kürzester Frist hergestellt worden. Gestern abend fand die Einweihung des Saales statt. Eine sehr große Zahl geladener Gäste, darunter vom Reichsschulungsamt Pg. Klaus, Berlin, Gauschulungsleiter Demmer, Frankfurt, Kreisleiter K r o m m, Schotten, Kreisleiter Görner, Büdingen, die Kreiswalter der DAF. der Kreise Alsfeld, Sauterbach, Büdingen, Schotten und viele Kursusteilnehmer, die die Schule der DAF. hier schon besucht hatten, waren zugegen. Pg. D e n z e r gab einen kurzen Ueberblick über die Entstehung und den Ausbau des Schulungslagers. Echte Kameradschaft im nationalsozialistischen Geist werde hier gepflegt. Pg. Klaus, Berlin, hielt dann eine Ansprache über die Wichtigkeit der Erziehung und Heranbildung einer Persönlichkeit. An das Wort Friedrichs des Großen knüpfte er an: „Alles dankt Die Sollarer haben als einzige Mannschaft Kreisklasse sich erfolgreich auch in der Bezirksklasse bei den Vereinspokal-Wettspielen durchgesetzt. In desem Spiele haben sie den Vorteil des eigenen Platzes und das heimische Publikum dürfte für sie einen großen Rückhalt bilden. Zweifellos sollten die Wetzlarer über größere Spielerfahrung verfügen, so daß der Ausgang des Spieles als vollkommen offen bezeichnet werden muß. Der Sieger aus diesem Spiele spielt am 19. April in der hauptrunde fernt werden, so daß die schöne Allee eine Lücke erhält. t Treis a. d. L D a„ 10. April. Zum B ü r - aermeister unserer Gemeinde wurde der seitherige langjährige Beigeordnete Wilh. Becker V. ernannt und gestern nachmittag in feierlicher Ge- meinderatssitzung durch Oberregierungsrat Dr. Schönhals (Gießen) in sein Amt eingeführt. — Die Eiersammlung für das Winter- b Hf-« werf ergab hier 528 Stück, die Haus- sammlung für „Mutter und Kind" 70 Mark. — Die im Winter unter dem hiesigen RinDvieh herrschende Krankheit, die als Scheidenkatarrh festgestellt worden war, ist seit Wochen vollkommen erloschen. * Kesselbach, 11. April. Am zweiten Öfter» feiertag kann Herr Heinrich Schnell im Kreise von 5 Kindern, 9 Enkeln und einem Urenkel seinen 7 5. Geburtstag begehen. Der hochbetagte Mann ist seit 45 Jahren treuer Leser und Austräger des Gießener Anzeigers. * Weitershain, 10. April. Hier wurde auf Anregung des Stützpunktleiters den Konfirmanden und Konfirmandinnen bei ihrer Schulentlassung ein Gedenkblatt mit dem Bild des Führers und einem passenden Mahnspruch als Konfirmationsgabe überreicht. OO Klein-Linden, 10. April. In der Wirtschaft ,Lur Burg" fand die Jahreshauptversammlung der Spar- und Darlehnskasse e. G. b.H. statt. Nach Eröffnung der Versammlung durch den Vorsitzenden des Auffichtsrats, Bürgermeister Fischer, wurden die im verflossenen Jahre verstorbenen Mitglieder in üblicher Weise geehrt. Kassenrechner Theo Leib erstattete an- schließend Bericht über die Jahresrechnung und die Bilanz, die von einer stetigen Aufwärtsentwicklung der Kasse Zeugnis ablegten. Den Jahresbericht über das verflossene Geschäftsjahr gab Direktor Wilhelm F e y. Der Umsatz stieg gegenüber dem Jahre 1934 um 170 000 Mark. Trotz der im letzten Jahre in unserem Dorfe stark einsetzenden Bautätigkeit Zeigten die Spareinlagen eine stärkere Zunahme als im Jahre vorher. Allein die Einlagen der Schul- sparkaffe haben sich in 1935 gegenüber 1934 verdoppelt. Auch der Verkehr in laufender Rechnung hat eine außerordentlich günstige Entwicklung aufzuweisen. Der mit 1680,57 Mark abschließende Reingewinn wurde je zur Hälfte dem Reservefonds und der Betriebsrücklage gutgeschrieben. Wie in den rüheren Jahren, so wurden auch diesmal wieder egenbringende öffentliche Einrichtungen mit Spenden bedacht, so das Winterhilfswerk, die Volks- bibliothek und die Kleinkinderschulstation, Rach Bekanntgabe des Revisionsberichtes und Feststellung einer einwandfreien Geschäfts- und Kassenführung durch den Aufsichtsratsvorfitzenden wurde den verantwortlichen Stellen Entlastung erteilt. Die satzungsgemäß ausfcheidenden Auffichtsratsmitglie- der Bürgermeister Fischer und Eisenbahnsekretär Karl Klein wurden einstimmig wiedergewählt. Für das ausscheidende Vorstandsmitglied Philipp Klein wurde Heinrich B echthold in den Vorstand berufen. Rach einem Schlußwort des Orts- aruppenleiters der NSDAP, fand die Versammlung mit dem Gelöbnis der Treue zu Volk und Führer chren Abschluß. ch Lich, 10. April. Die kleine Brücke über die Wetter am Ende des Schloßgartens wurde fertiggestellt und für den Verkehr freigegeben. Die nach dem Kriege errichtete Holzbrücke an derselben Stelle, die auch dem Fuhrwerksverkehr diente, war vor einigen Jahren zusammengestürzt. Die jetzige Brücke ist aus Eisenbeton erbaut und dient nur noch dem Personenverkehr. ch Lauter, 10. April. Das schöne Frühlings- wetter der letzten Tage brachte auch auf unseren Kirschenbergen die ersten aufspringenden Blüten der Kirschbäume. Noch einige Tage Sonnenschein und wieder hüllt ein wundervoller Blütenschleier in seiner weißen Pracht die Kirschberge ein. Ein Spaziergang für naturbegeisterte Menschen durch diese Blütenpracht ist lohnend. Auch die anderen Obstbäume haben schon starken Knospenansatz. 00 Obbornhofen, 10. April. Nachdem auf Anordnung der Ortspolizeibehörde im Herbst vori- aen Jahres alle Obstbäume mit Klebgürteln versehen wurden, hat in diesem Frühjahr die vlan» mäßige Schädlingsbekämpfung durch Vornahme der Bespritzung mit Obstbaumkarboli- neum eingesetzt. Der neugegründete O b st - und ©artenbauöerein hat die Spritzmaßnahmen organisiert und überwacht. Da die Gemeindeverwaltung und der Bezirksobstbau- verband einen beträchtlichen Zuschuß leisteten, konnte eine Karrenspritze mit Zubehör angeschafft werden. Im ganzen wurde ein gutes Drittel des gemeindlichen Baumbestandes, rund 2300 Bäume, behandelt und dafür 800 Kilogramm Karbolineum verbraucht. Ein Teil der Arbeiten wurde im Fron, d. h. unentgeltlich, von hiesigen Baumbesitzern ausgeführt, wodurch eine wesentliche Verbilligung der Bekämpfungsmaßnahmen erzielt wurde. Erst in letzter Zeit, als die Feldarbeiten dringend wurden, mußten bezcchlte Arbeitskräfte eingestellt werden. Neben dem Vorsitzenden des Obstbauvereins, Heinrich Block, haben sich noch Baumwart Willi I a- kob und Feldschütz Ferdinand Kammer besondere Verdienste um die Durchführung der Winterspritzung erworben. Auch die noch fälligen Nachblüten- uno Sommerspritzungen werden zur gegebenen Zeit vorgenommen werden. Die Spritzmittel werden durch den Kreis-Obst- und Gartenbauverein geliefert. Kreis Alsfeld. > Nieder-Ohmen, 10. April. Die Eier- fammlung, die durch den BDM. für die NSV. hier vorgenommen wurde, ergab den stattlichen Ertrag von 792 Stück. Der Verkauf der Schmetterlingsabzeichen erbrachte den Betrag von 43,20 Mark. Die Sammlung „M utter und Kind" hatte mit 50,40 Mark auch einen schönen Erfolg. <^Groß°Felda, 8. April. Die Reichsgeldsammlung für das Hilfswerk „Mutter und K i n d , die am vorigen Sonntag von den Männern der Freiwilligen Feuerwehr durchgeführt wurde, erbrachte im Ortsgruppenbereich den Be- traa von 52,08 Mark. Bei dem Verkauf der Schmetterlings-Abzeichen, die vollkommen abgesetzt wurden, gingen 60 Mark ein. Preußen. Eine verhängnisvolle Fahrt. ** Hochelheim (Kreis Wetzlar), 11. April. In der vergangenen Nacht ereignete sich ein folgenschwerer Autounfall. Junge Leute aus unserer Gemeinde waren gestern abend mit einem Lieferauto zu einer Fahrt aufgebrochen. Während dieser Fahrt beugte sich der etwa 18jährige Käsereigehilfe Albert Schaum anscheinend aus dem Wagen, stieß da- bei mit dem Kopf gegen einen Baum und erlitt einen schweren Sckädelbruch. Der junge Mann wurde sofort in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht, wo er jedoch bald nach seiner Einlieferung v e r st a r b. Die Untersuchung über den Vorfall ist noch nicht abgeschlossen. Kreis Wetzlar. * Wißmar, 11. April. Unser hiesiges Spritzenhaus, das für die vielen Feuerlöschgeräte zu klein geworden ist (Geräte mußten bereits anderweitig untergebracht werden) wird nun endgültig eine Aenderung erfahren. Da eine Erweiterung des eigenen Spritzenhauses wegen Platzmangels nicht möglich ist soll nunmehr nach einem Beschluß des Gemeinderats im Garten des Gemeindeförsters ein neues Spritzenhaus erbaut werden. Für den Neubau gibt die Nassauische Brandversicherungskammer einen Zuschuß von 600 Mark. Da es der im vergangenen Jahre ins Leben gerufenen Kleinkinderschule an einem geeigneten Aufenthaltsraume fehlte, soll in Verbindung mit dem Spritzenhaus auch ein zweckentsprechender Saal für die Kleinkinderschule geschaffen werden. * Gleiberg, 11. April. Die 65jährige Frau Margarete Leib kam gestern von einer Leiter, die zum Heuboden führt, zu Fall und erlitt bei dem Sturz einen komplzierten Ellenböge n b r u ch. Die bedauernswerte Frau mußte in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden. Wirtschaft. Rhein-Mainifcher Getreidemarkt. In Frankfurt ist das Weizen- Angebot infolge der Frühjahrsbestellunasarbeiten nicht dringend und sindet glatt Absatz. Im Gegensatz hierzu ist in Mannheim das Angebot von nord- und mitteldeutschem Weizen sehr reichlich, so daß es nur z. T. ab- gesetzt werden kann. In Roggen ist die Versorgungslage für die Landmühlen nach wie vor schwierig, während die am Wasser gelegenen Mühlen sich aus dem norddeutschen Angebot versorgen können, doch muß die erhöhte Handelsspanne bewilligt werden. Die Provinzmühlen sind auf die Zuteilungen der RfG. und auf Frachtzuschüsse angewiesen, um ihre Tätigkeit in dem bisherigen Umfange fortführen zu können. Brau - und Jndustriegerste bleibt ohne Geschäft, Futtergerste wird fast nicht angeboten. Aucb in Hafer sind die Lieferungen immer noch auf kleine Mengen beschränkt, so daß die Nachfrage nicht voll befriedigt werden kann, wenn auch die Vervraucherschaft sich notgedrungen auf Ersatzfuttermittel eingestellt hat. Zuteilungen der RfG. wären sehr erwünscht. Die Futtermittel- Versorgung mit eigenen Vorräten ist ausreichend. Von Handelsfuttermitteln wurden Oelkuchen zugeteilt; die sechste Zuteilung befindet sich zur Zeit in Vorbereitung. In Kleie hat sich die Versorgungslage gebessert, nachdem die Apnlzuteilungen heraus- gekommen sind. Jedoch besteht immer noch lebhafter Bedarf. Weizenbollmehl wird nicht mehr so dringend angeboten, Nachmehle haben schleppenden Absatz. Trocken- und Steffenschnitzel sind ungenügend angeboten. Biertreter und Malzkeime werden für Die kleine Nachfrage ausreichend zum Verkauf gestellt, die Preise haben sich noch etwas ermäßigt. Fleifch- unb Fischmehle bleiben gesucht. Kartoffelflocken sind genügend vorhanden uno werden xu gleichbleibenden Preisen abgesetzt. In Heu und Stroh kamen trotz weiter rückläufiger Preise keine größeren Umsätze zustande. Der Weizen- und Roggen- mehl absatz reicht zur Bedarfsdeckung aus, um so mehr, als auch von norddeutschen Roggenmühlen ausreichende Lieferungen erfolgen. ♦ *Auffanggefellschaft für das deutsche Ph önix-Lebensversicherungsgeschäft. Wie der Fwd. erfährt, wird hinsichtlich des deutschen Lebensversicherungsbestandes des Wiener Phönix- Konzerns eine Lebensversicherungsgesellschaft mit einem Aktienkapital von 3 Millionen RM. gegründet, welcher der Bestand übertragen werden soll. Die Gründung erfolgt unter Führung der Münchener Rückversicherungsgesellschaft und unter maßgebender Beteiligung namhafter deutscher Lebensversicherungsunternehmen. Rhein-Mainifche Börse. Iest. Frankfurt a. M., 9. April. Die letzte Börse vor den Feiertagen zeigte erfahrungsgemäß nur wenig Geschäft, da die Unternehmungslust klein war. Indes war die Tendenz am Aktienmarkt weiter fest, wobei einige Spezialbewegungen anregten. Kundschaftsaufträge lagen nur in kleinem Umfange und meist nur am Kassamarkt vor. Im Großverkehr war die Kursentwicklung etwas uneinheitlich und vielfach von Zufallsaufttägen bestimmt So stiegen beispielsweise Ilse Bergbau Stamm bei nur kleiner Nachfrage auf 170,75 nach einem letzten Kurs vor wenigen Tagen von 163,50. Sehr fest lagen außerdem Deutscher Eisenhandel, wobei mit einer Dividendenerhöhung auf 6 (i. V. 4) o. H. gerechnet wird; außerdem dürfte den Aktionären in Verfolg einer zu erwartenden Kapitalerhöhung von 3 auf 12 Millionen Mark ein Bezugsrecht von 3:1 eingeräumt werden; der Kurs stieg auf 124 (119,75). Fest waren außerdem Contt Gummi mit 179,50 (184,75), die von ihrem heutigen Dividendenabgang von netto 7,20 v. H. wieder 2 v. H. aufholten. Lebhaftere Umsätze hatten Autowerte, besonders Auto-Union im Freiverkehr mit 106,25 bis 106,50 (105), Daimler 104,25 (103,50), während Adlerwerke Kleyer mit 101,50 bis 102 ruhia und unverändert lagen. Montanwerte lagen ebenso wie Elekttoaktten sehr still bei Abweichungen von 0,25 bis 0,50 v.H. nach beiden Seiten. Weiter fest jedoch Siemens mit 187,40 (186,50). IG. Farben waren leicht angeboten und gingen auf 165,13 (165,75), zeitweise auf 164,75 zurück. Als fester zu erwähnen sind noch Aschaffenburger Zellstoff mit 92,50 (91,50), Reichsbank mit 183,50 (183,75) und Metallgesellschaft mit 118,25 (117,75), sowie AKU. mit 51,25 (50,75). Auf den übrigen Marktgebieten wichen die Kurse nur unwesentlich ab, es dürften jedoch leichte Erhöhungen überwogen haben. Der weitere Verlauf brachte bei sehr kleinen Umsätzen an den Aktienmärkten nur Veränderungen um Bruchteile eines Prozentes nach beiden Seiten. Montan- und Elektroaktien blieben unregelmäßig, höher lagen Klöckner mit 89,75 (88,50). Far- ben-Jndustrie schwankten zwischen 165,25—165,50. Etwas niedriger lagen Muag mit 89 nach 89,65. Autowerte lagen später sehr still, jedoch behauptet. BMW. weiter fest mit 130 (129). Der Schluß der Börse war wieder ausgesprochen fett, bei teilweise lebhaften Umsätzen ergaben sich Erhöhungen bis 1 v. H. Von unnotierten Werten erhöhten sich Kali Wintershall auf 114—116 (113,50) und Wayß & Freytag auf 102,50 (101,50). Am Kassamarkt war die Haltung überwiegend fester, schwächer waren nach einmonatiger Notizunterbrechung Voltohm mit 88 (94). Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 9. April. Auftrieb: Rinder 44 (gegen 19 am letzten Donnerstagsmarkt), daran- ter 1 Ochse, 6 Bullen, 24 Kühe, 13 Färsen. Kälber 889 (857), Schafe 31 (151), Schweine 719 (505). No- tiert wurden pro 50 Kilo Lebendgewicht in RM.: Kälber andere a) 73 bis 75 (am 2. April 71 bis 74), b) 66 bis 72 (63 bis 70), c) 58 bis 65 (53 bis 62), d) 45 bis 57 (40 bis 52). Stimmer und Htimmel b2) 48 bis 50 (45 bis 48), c) 46 bis 47 (—). Schafe nicht notiert. Schweine al) 57 (57), a2) 57 (57), bl) 56 (56), b2) 55 (55), c) 53 (53), d) 51 (51). Marktverlauf: Kälber rege, ausverkauft. Htimmel und Schafe mittelmäßig, ausverkauft. Schweine wurden zugeteilt. Nächster Viehmarkt: Dienstag, 14. April Arankfurter Eier- und Vuttermarkt. Frankfurt a. M., 9. April. Den Erwartungen entsprechend haben die Eier-Zufuhren in der Oster» wache stärker zugenommen. Der Verbrauch zeigte im Hinblick auf Das Osterfest aroße Nachfrage, Die nicht restlos befriedigt werden konnte, da Dem hisst» aen Markt Die zusätzlichen Auslandseier fehlten; es lagen nur sehr geringe Mengen Dänen und Belgier vor. Die Preise blieoen unverändert. Es notierten in Pfennig pro Stück frei Frankfurt a. M. (Groß» handelsverkaufspreise an den Kleinhandel): Deutsche Markeneier S 9V« bis 10, A 83/< bis 9V-, B 8V< bis 9, C 78A bis 8V-, D 7V< bis 8. Das Angebot an Butter blieb ausreichend. Der erhöhte Bedarf zu den Feiertagen konnte gedeckt werden. Die Bestände wurden bei lebhaftem Geschäft und unveränderten Preisen ausverkauft. Es notierten in Mark per 50 Kilogramm frei Frankfurt a. M. (Großhandelsverkaufspreise an den Kleinhandel): Deutsche Markenbutter 145 bis 148, feine deutsche Molkereibutter 143 bis 145, deutsche Molkereibutter 142, Landbutter 125, holländische Butter 145 bis 148. Schweinemarkt in Vnhbach. * Butzbach, 9. April. Auf dem heutigen Schweinemarkt waren 413 Ferkel aufgetrieben. Es kosteten 6 bis 8 Wochen alte Tiere 22 bis 26 Mark, ältere Ferkel bis zu 30 Mark. Bei flottem Handel wurde ausverkauft. Itundfunkprogramm. Sonntag, 12. April. 6 Uhr: Hafenkonzert. 8.05: Fröhliches Ostern! 8.45: Orgelchoräle. 9: Katholische Morgenfeier. Aus der Jesuitenkirche in Koblenz. 9.45: Bekenntnisse zur Zeit. „3m Herzschlag der Dinge". 10: Hammer und Pflug. 10.30: Chorgesang. 11.15: Dichter im Dritten Reich. 11.30: „Die Sonne tönt nach aller Weise." Eine österliche Funkfolge. 12: Musik am Mittag. 14: Kinderfunk. „Das Osterei". Ein lustiges Kasperlspiel von A. Frey. 14.45: Das Volk erzählt. 15: Deutsche Scholle. 16: Nette Sachen aus Köln. 18: HJ.-Funk. 18.30: Heitere Osterszenen. 19: „Osterspaziergang". Eine feiertägliche Funkfolge aus deutscher Art und Kunst. 19.45: Sportbericht. 20: „Oberon". Musik von Carl Maria von Weber. Montag, 13. April. 6 Uhr: Hafenkonzert. 8.25: „Bauer, hör zu!" 8.45: Choralblasen. 9: Evangelische Morgenfeier. 9.30: „Franz Liszt als Orgelvirtuose". 10: „Lob Der ErDe". 10.30: Chorgesang. 11: Aus Der Welt der Oper. 11.30: Fröhliche Weisen. 13: Kleines Kapitel der Zeit. 13.15: Musik am Mittag. 13.50: „Zehn Minuten Erzeugungsschlacht". 14: Kinderstunde. 14.45: „Aus Laden und Werkstatt" 15: „Musik am Hofe Friedrichs des Großen". 15.30: Ritter vom hohen „C". 1v: „Wie es Euch gefällt!" Ein buntes Konzert. 18: „Die Königin der Instrumente". Geigenspiel auf Schallplatten. 19:„Melodie und Rhythmus". 19.40: Sportbericht. 20: „Spielhölle Der Fröhlichkeit". Ein buntes Funkfest. 22: Nachrichten. Dienstag, 14. April. 6 Uhr: Choral — Morgenspruch. — Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In Der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 9.30: OberbaDische Volksmusik. 10.45: Nur Freiburg: Nachrichten. 11.30: Bauern- funk. 11.45: SozialDienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten; anschließenD Nachrichten aus Dem SenDebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.10: Nach Tisch gönnt euch ein wenig Rast, SeiD bei Frau Musica zu Gast! 15: Wirtschaftsbericht: Was ist RaumorDnung? Die Aufgaben einer neuen ReichsbehörDe. 15.15: Das Deutsche LieD. 16: Wer kennt Die Meister Deutscher Erztihlkunst? Ein literarisches Preisrätsel. 16.15: Unterhaltungskonzert. 18: Musik am Feierabend. 19: „Der MorD am Kohlmarkt." Eine mysteriöse Kriminalgeschichte von LuDwig Metzger und Thomas Wehr. 19.45: Der Zeitfunk bringt Den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. Oeffentfielet Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringenden Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Telefon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamt: Für Schließfachabholer f bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. 1. Osterfeierlag. Aerzte: Frl. Dr. Gürtler und Dr. Neumann« Spengel. Zahnarzt: Dr. Jäger. Apotheke: Hirsch-Apotheke. 2. Osterfeierlag. Aerzte: Dr. Malech und Dr. Schäffer. Zahnarzt: Dr. Metz. Apotheke: Engel-Apotheke. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben Die Höhe Der zuletzt beichlossenen DiviDenDe an. — RetchsbankDtskont 4 o. H„ LombarDzinsfuß 5 v. H. Jranftun a. M. Berlin Schlußkurs Schlußk. Abmdbörse Schlußkurs Schlußk. Mittag- börse Datum 8-4- 9.4- 8.4. 9.4. 6% Deutsche Reichsanlethe v. 1927 100,6 100,6 100,65 100,65 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 97,3 97,25 97,3 97,3 6V2% Doung-Anleihe von 1930 .. —- 102,9 102,9 Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auslos.-Rechten ............. 111,65 112 111,65 112 4'/,^Deutsche ReichSpostschatzan- Weisungen von 1934, 1....... 100,05 100,1 100,3 100,4 6% etiem.8% Hess. Bolksstaat 1929 lrückzahlb. 102%)............ 98,5 98,25 98,25 4K% ehern. 8% Hessische Landes* bank Darmstadt Gold R. 12.... 96,5 96,5 — 96,5 6%% ehem. 4N%Hess. Landes- Hypothekenbank DarmstadtLiaui 101 101,2 — — 414% ehem. 8% Darmst. Komm. Landesb.Goldschuldverschr. R.6 92,5 92,5 — Oberhessen Provtnz-Anleihe mit Auslos.-Rechten ............. 120 120 - _ Deutsche Komm. Sammelabl. Aw leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 114,2 114,2 114,4 114,4 4H% ehem.8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 96,5 96,5 — 6H% ehem. 4%% Franks. Hyp.- Bank-Ltgu.-Pfandbrtefe....... 6%% ehem. iy2% Rheinische Hyp.-Bank-Ltqu.-Goldpfe..... 101,5 101,65 101,65 101,65 454% ehem. 8% Pr. Landespfandbriefanstalt, Pfandbriefe R- 19 97 97 97 97 414% ehem. 7% Pr. Landespfand- briefanst., Gold Komm. Obl.Vl 97 97 97 97 kteuergutsch.Verrechnungsk. 34-88 108,85 108,85 108,9 108,9 4% Oesterretchtfche Goldrente.... _ _ 27,75 28,5 4,20% Oesterreichtsche Silberrente 1,35 1,35 1,3 1,3 4% Ungarische Goldrente....... 8,3 8,25 8,4 8,3 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 8,15 8,25 8,2 *Vi% deögl. von 1913.......... 8,4 8,4 8,2 —- 6% abgest. Goldmexikaner von 99 13,5 13,5 13,5 13,5 4% Türkische Bagdabbahn-Anleihe '».‘5 q.s Frankfurt o.M. Berlin Gchluß- kurs Schluß«. Abend- börsc Schluß- kurs Schlußk. Mittag- börse Datum 8-4- 9.4- 8.4. 94. 4% veSgt. Serie 11 ........... 9 9 — — 6% Rumän. veretnh. Rente v. 1903 6,8 6,9 6,95 —— 4^4%RumSn.vereinh.Rentev.lS13 9,1 9,2 9,1 9,6 4% Rumänische veretnh. Rente e . 5,5 5,55 5,55 5,55 2)4% Anatolier........... 38,5 — 38,13 38,5 Hamburg-Amertka-Paker ..... 0 15 15 15,25 15,4 Hamburg-Südam. Dampfschiff . 0 — — 26,5 25,75 Norddeutscher Lloyd ......... 0 16,4 16,75 16,5 17 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 112 113 111,75 113,4 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 112 112,5 112,5 112,5 Commerz, und Privat-Bank ... Deutsche Bank und Dtsconto- 0 91,5 91,75 91,25 91,75 Gesellschaft................ 0 92 92,25 92 92,25 Dresdner Bank.............. 0 92,25 93 92,25 93 Retchsbank ................ 12 182,75 183,75 183 184,25 A.E.G......................v Bekula.................... 10 Elektr. Lieferungsgesellschaft... 5 Licht und Kraft ........... 6% Felten & Guilleaume......... 4 Gelellsch.s.Elektr.Unternehmung. S Rheinische Elektrizität ........ 6 Rhein. Wests. Elektr..........6 Schlickert L So...............4 Siemens L Halske........... 7 LahmeyerSLo..............7 Buderus ............. 4 Deutsche Erdvl ..............4 Harvener...................0 Hoesch Eisen—KSIn-Neuessen .. 8 Ilse Bergbau ...............6 Ilse Bergbau Genüsse........6 Klöcknerwerke...............8 ManneSmann-R ........0 35,75 35,9 35,65 36,13 144,5 144,5 144,5 144,75 129,25 129,5 128,5 129 142,25 142,5 142,25 142,5 122,5 122,5 122 122,75 135 135 135 135,25 137 — 136 135,5 129,75 129,5 129 129,5 140 139,5 i39,9 139,75 186,5 187,4 186 186,25 134,13 134 134 134,5 100,5 101 100,25 100,5 118,75 119 118,75 119,5 124,25 124 124,5 124,25 95 94,75 94,25 94,9 — 170,75 166 170 133 133 132,75 133,75 88,5 89,75 89 90 88,4 88,75 88,25 89,9 Frankfurt a. M. Berlin Schlußkurs Schlußk. Abend- börse Gchluß- kurs Schlußk. Mittag, börse Datum 8.4. 9-4. 84. 9 4- ManSfelder Bergbau .. .......S 139 — 139,25 139,75 Kokswerke ........... ....... ( —— 128,5 128,5 Rheinische Braunkohlen .....12 228,25 228,75 228,5 229 Rhetnstahl ........... .......4 121,25 121,75 121,4 122 Bereinigte Stahlwerke. .......0 85,25 85,5 85,25 85,5 Otavi Minen ........ .......0 19 19,4 19,25 19,65 Kaliwerke Aschersleben. .......5 1 130 133,5 130 130,5 Kaliwerke Westeregeln. ......5 128,5 129,5 129 131 Kaliwerke Salzdetfurth ..... 7% 186 187 187 187 I. G. Farben-Inbustrte..... Scheldeanstalt............. Goldschmidt .............. Rütgerswerke ............. Metallgesellschaft..:........ .. 7 165,75 .. 9' 229 .. 6 110,5 .. 6, 126,25 165,75 229,5 111 126,75 118,25 165,4 110,75 126,25 117,75 165,9 111,5 127,4 118,5 .. 4 117,75 Philipp Holzmann......... .. 4 111,25 111,5 111 112,25 Zementwerk Heidelberg .... .. 7 137,75 138 - Cemeniwerk Karlstadt....... .. 6 129,5 130 - Schultheis Patzenhoser ..... .. 4 — — 101,5 102,25 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 50,75 51,25 50,75 51,5 Bemberg................. .. 6 79,65 81 78,9 83 Zellstoff Waldhof .......... .. 5 131 130,75 130,75 130,25 Zellstoff Aschaffenburg ..... .. 0 91,5 92 91,5 92,13 Dessauer Gas ............ .. 7 —— —— 131,9 132,9 Daimler Motoren.......... .. 0 103,5 104,25 103,25 104,5 Deutsche Linoleum......... .. 8 170 170 170 169,5 Orenstetn & Koppel ........ .. 0 — 81,25 81 Westdeutsche Kaufhof....... .. 0 36,5 36,5 36,5 37 Chade.................... 71/. —— 339 335,5 342 Accumulatoren-Fabrst...... 18 185 185 185,5 185,75 Eonti-Gummt............. .. 8 184,75 179,5 185,5 180,25 Grlhner....................o| 32,25 1 31,9 I 32 Mainkraftwerke Höchst a.M.... 4 92 - - Süddeutscher Jucker...... 101 200 I 198 I 199 32 200 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. BL 8.April 9-April Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld »rief Geld 1 »rief Buenos Atre. 0,683 0,687 0,683 0,687 Brüssel..... 42,07 42,15 42,06 42,14 Rio t>e Ian. 0,139 0,141 0,139 0,141 Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 Kopenhagen. 54,86 54,96 54,84 54,94 Danzig..... 46,80 46,90 46,80 46,90 London ..... 12,285 12,315 12,28 12,31 Helltngfor».. 5,42 5,43 5,415 5,425 Parts ...... 16,385 16,425 16,38 16,42 Holland .... 168,90 169,24 168,83 169,17 Italien..... 19,68 19,72 19,68 19,72 Japan ..... 0,716 0,718 0,716 0,718 Jugoslawien 5,654 5,666 5,654 5,666 Oslo..... : 61,74 61,86 61,71 61,83 Wien....... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon... 11,15 11,17 11,14 11,16 Stockholm... 63,33 63,45 63,30 63,42 Schweiz ... 80,92 81,08 80,94 81,10 Spanien... 33,97 34,03 33,95 34,01 Prag...... 10,275 10,295 10,27 10,29 Budapest .. — Neu York ... 2,484 2,488 2,485 2,489 Banknoten. Berlin,9-April Geld Brie> Amerikanische Roten.............. 2,437 2,457 Belgische Noten.................. 41,92 42,08 Dänische Noten ................. 54,58 54,80 Englische Noten ................. 12,245 12,285 16,33 16 39 Holländische Noten............... 168,42 169,10 Italienische Noten................ —— Norwegische Noten .............. 61,50 61,74 Deutsch Oesterreich, 4 1OO Schilling Rumänische Noten............... —• — Schwedische Noten............... 63,08 63,34 Schweizer Noten................. 80,76 81,08 Spanische Noten................. Ungarische Noten................ 33,61 33,75 Stoffe für Frühjahr und Sommer! die für unsere große Leistungsfähigkeit sprechen: HIER einige Angebote Wasdisioffet Mantel? und Kostümstoffe* Mantel- u. Kostümstoff, 145 cm br. flotte Chevronmuster in verschied. Farbstellungen p. m p. m Engi. gern. Mantel- u. Kostümstoffe, 145 cm br., p. m sehr schöne Färbst, auch f. 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Ist die Stickstafsdüngung bisher aersSumt oder odsichtttch noch zurückgestellt worden, oder sind die Saaten durch Auswinterung oder Schädlingsbefall geschwächt, dann verhilft zu einem geschlossenen pflanzenbestand noch in letzter Stunde eine Kopfdüngung mit ■ Kalksalpeter ■ Natronsalpeter Kalksalpeter und Natronsalpeter wirken besonders schnell und sicher, schonen den kalkgehalt des Bodens: sie werden staubfrei in körniger form bzw.ln Kristall- form geliefert, bleiben daher an trockenen Pflanzen nicht haften. Kalksalpeter und Natronsalpeter sind also zur Kopfdüngung besonders geeignet. Sie sind lederzeitprompt Ileserbarl 2343 V Mündlich können «SieeStiurwenigeo sagen, schriftlich mehreren, durch eine Kleinanzeige sagen Sie es allen Wissenschafti. Werke Sondergebiet der Brühl'schenDruckerei weiß und farbig am Lager Gießen Filze. in allen Stärken 2346A Paul r tai—w Läufer Höhere Privaisthale GieBen Wern er wall 15 Oberrealschul-Lehrplan, realgymnasiale u. gymnasiale Kurse. 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