Nr. 60 Erstes Blatt M. Jahrgang Mittwoch, Marz 1936 _ __ _ ä Annahme von Anzeigen Erscheint täglich, autz« Ä W für die Mittagsnummer Sonntags und Feiertags A ▲ a. A A A bis 8^/,Uhr des Vormittags ssäsk miAHAHAH llHAAtAAr MW- QMvnvIlvl TlllwlUvl ZUW Auch bei Nichterscheinen ■ ■ *V Ms»- Ermäßigte Grundpreise: von einzelnen Nummern IV^ Stellen' Vereins- gemein- ZGL General-Anzeiger für Oberhessen ZWZ richtens Anzeiger Siehe« w behördliche Anzeigen6Rpf. jtaitifurtammdn 11688 vruck unbVerlag: Srühl'sche UniverfitStrvnch- und Steindruckerei «.Lange in Gießen.Schristlettung und SeschäslLftelle: Schulftrahe 7 M-ng°n-b,chlüff° Staffel 8 Das deutsche Volk wird am 2S.März seine Pflicht tun Ileichspropagandaminifler Nr. Goebbels eröffnet mit einer großen Rede in der Berliner Neutschlandhatte den Wahlkampf für Frieden und Freiheit. Berlin, 10. März. (DNB.) Mit einem machtvollen Auftakt eröffnete Reichspropagandaleiter Reichsminister Dr. Goebbels am Dienstagabend dendritten Wahlkampfseit der Machtergreifung mit einer mehrstündigen Rede im größten Hallenbau Europas, der Deutschlandhalle. Der Riesenbau schien schon eine Stunde vor Beginn bis unter das Dach besetzt. Aber immer noch strömten neue Massen hinzu und fanden Unterschlupf. Um den Rang zogen sich Sprechbänder, die verkündeten, daß die Garnisonen Deutschlands Garnisonen des Friedens sind, daß Deutschlands Dank für die durch den Führer geschenkte Freiheit das „Ja" für den Führer und die Ehre des deutschen Mannes „Treue dem Führer" ist. Den Angehörigen der gefallenen Freiheitskämpfer der Bewegung und der Gauschule des Arbeitsdienstes waren die ersten Sitzreihen im Saal Vorbehalten. Auf dem Podium hatten die Formationsführer der Gliederungen der Bewegung und die Vertreter der Wehrmacht Platz genommen. Besonders großes Interesse zeigte die ausländische Presse; vornehmlich Frankreich, England und Amerika waren stark vertreten. Punkt 20 Uhr betrat, von tosenden Heil!-Rufen empfangen, der Berliner Gauleiter Dr. Goebbels, begleitet u. a. vom Korpsführer Hühnlein, den Saal. Dr. Goebbels hob in feiner groß angelegten Rede einleitend hervor, daß die großen Erfolge des dreijährigen nationalsozialistischen Aufbaues nur errungen werden konnten, weil Deutschland den Parlamentarismus westlicher Prägung abgeschafft hat. Es unterliege keinem Zweifel, so rief Dr. Goebbels unter lebhaftester Zustimmung aus, daß sich die sog. westlichen Demokratien in bezug auf Volksverbundenheit an der Regierungsform in Deutschland ein Beispiel nehmen könnten. „Es gibt heute in Europa keine Regierung" — erneute stürmische Beifallskund- gelungen unterstrichen diese Feststellung —, „die so volksverbunden wäre wie die unsere! In keinem anderen Lande dürfte die Regierung das Volk so oft auffordern, an die Wahlurne zu treten." Wenn der Führer nun das deutsche Volk erneut zu einer Wahl aufrufe, so tue er es in der lieber- zeugung, daß er ein wahrhaft gutes G e - wissen vor seinem Volk haben kann. Und wenn die Emigranten in anderen Ländern immer noch den Eindruck zu erwecken suchen, als sei das nationalsozialistische Regime nicht im Lande verwurzelt, so werden wir ihnen erneut beweisen, daß das Gegenteil der Fall ist. „Wir werden ihnen zeigen, daß die eine Partei, die wir heute statt der Dutzende vergangener Parteien besitzen, um so enger und v er an t w o r tun g s - voller mit dem Volk verbünd en ist. Denn jenen Parteien weint das deutsche Volk keine Trane nach. Ls ist ja trotzdem an der Gestaltung seines Schicksals aufs engste beteiligt, indem es eine starke Führung mit der Gestaltung dieses Schicksals beauftragt, die Mut und Vertrauen genug besitzt, dem Volk immer wieder Gelegenheit zur Abgabe eines Urteils zu geben. 3m übrigen kommen wir ja nicht nur in Mahlzeiten zum Volk. Ununterbrochen haben wir in diesen drei Jahren mitten im Volk gestanden, haben auch unpopuläre Entschlüsse als notwendig klarzumachen versucht, haben Rechenschaft abgelegt und auf den Ernst der Lage hingewiesen. So manches Opfer konnten wir fordern in dem Bewußtsein, die notwendige Gefolgschaft zu finden. So kann es nicht ausbleiben, daß tatsächlich der Dille des Volkes in der Führung feinen plastischen Ausdruck findet. Wie sah es vor der Machtübernahme in Deutschland aus? Dr. Goebbels zeigte bann in eindrucksvollen, mit beweiskräftigen Zahlen belegten Worten, wie der Führer im Januar 1933 Deutschland vor fand und wie sich diese Lage bis heute grundlegend geändert und g e b e s s e rck. hat. Wie grundlegend sie sich gebessert habe, könne man daraus ersehen, daß das deutsche Volk heute kaum noch wisse, wie Deutschland einmal ausgesehen habe. Als der Führer an die Macht gerufen wurde, stand das Reich im wahrsten Sinne des Wortes vor dem Ruin. Wir hatten sieben Millionen gezahlte Arbeitslose. Handel und Wandel waren bis auf ein Minimum zusammengeschrumpft. Die fürchterlichsten sozialen Notstände herrschten in den breiten Massen, und die Regierung stand dem tatenlos und energielos gegenüber. Die Finanzen befanden sich in einem d e r * 3 w eifelten Zustand. Ein drittel des Bauerntums stand vor der w i r t :\ ch a f t - lichen Katastrophe. Der ganze deutsche Land- und Grundbesitz ging in die Hände des internationalen, wurzellosen Leihkapitals über. Die I u - gend der Nation stand verzweifelt v o r d e n A r - beitslofenämtern und war eine billige Beute des Verbrechens und des internationalen Kommunismus. Unsere deutsche Kultur, Presse, Film, Theater wurden fast ausschließlich von internationalen Juden repräsentiert. Die Regierungen machten überhaupt keine Pläne mehr, weil sie wußten, daß die Pläne doch nicht durchge- ü h r t werden konnten. Die Parteien sahen nicht auf das große Ganze, andern lebten von der Not des Landes. Der i n - ternationale Bolschewismus schnellte bis auf 200 Reichstagsmandate hinauf, so daß sich am Ende die große politische Auseinandersetzung in Deutschland nur noch zwischen Nationalsozialismus und Bolschewismus abspielte. Das Reich selbst stand vordem innerpolitischen Verfall. Das Ausland baute seine Pläne auf die innerpolitische Schwäche des Reiches auf. Wir faßen im Völkerbund nur geduldet. Jedes Diktat mußte angenommen werden. Wenn eine Regierung nur den geringsten Widerstand wagte, fielen ihr Länder ober Parteien in ben Rücken. Die Grenzen selbst waren nach allen Richtungen hin offen. Wir hatten nur eine Armee von 100 000 Mann. Das Reich war wehrlos, unb es würbe bamit auch ehrlos. Er- Diefem Bilb bes völligen inner- unb außenpolitischen Verfalls, wie es ber Führer am 30. Januar 1933 in Deutschland) vorfanb, stellte Dr. Goebbels nun in einem einbrucksvollen und durch umfang- reeiches Zahlenmaterial belegten Vergleich die Leistungen des Nationalsozialismus gegenüber. „Wir haben uns nicht mit der Arbeitslosenzahl von sieben Millionen abgefunden", so rief er aus, „sondern haben sie durch großzügige Aufbau- projekte bezwungen. Aus sieben Millionen Arbeitslosen im Jahre 1932 wurden zweieinhalb Millionen zu Beginn des Jahres 1936! Die Steigerung der Umsätze im Handwerk von 10,9 Milliarden Mark im Jahre 1932 auf 14,5 Milliarden Mark im Jahre 1935 ist ein Beweis dafür, daß die neu in den Arbeitsprozeß eingeschalteten Volksgenossen ihre Lebenshaltung verbessern konnten. Die industrielle Erzeugung ist von 34,8 Milliarden im Jahre 1932 auf 58,5 Milliarden im Jahre 1935 gestiegen. Von Reichsbahn und Binnenwirtschaft wurden 1932 täglich 1,07 Millionen Tonnen befördert und 1935 1,48 Millionen Tonnen. Aus der Erhöhungder Spareinlagen in den deutschen Sparkassen von 9,9 Milliarden Mark Ende 1932 auf 13,4 Milliarden Mark Ende 1935 geht hervor, daß die weniger bemittelten Volksschichten d i e Hauptnutznießer dieser Steigerung der Umsätze sind. Denn die Erhöhung der Spareinlagen ist das Ergebnis eines zielbewußten, alle Stände und Berufe umfassenden nationalen Aufbauprogramms, das aber keineswegs auf Kosten der allgemeinen Wohlfahrt ging. So stellte ber fünfte Bericht ber 19. Tagung ber Internationalen Arbeitskonferenz 1935 über ben bezahlten Urlaub fest, daß von den rund 19 Millionen Arbeitern in Europa, die Anspruch auf bezahlten Urlaub Heben diesen materiellen Erfolgen aber stehen ebenso große ideelle Erfolge. Millionen Menschen glaubten früher, daß die 2k- . bett nur ein Fluch und eine Schande sei. wir aber haben der Arbeit ihre Ehre wieder zurückgegeben und unter der Parole „Ehret den Arbeiter und achtet die Arbeit!“ die deutsche Arbeiterschaft am 1. Mai 1933 zum ersten Mal zu einem großen, alle umfassenden nationalen Arbeiterfeiertag aufgerufen. Arbeiter und Unternehmer marschieren jetzt wieder Hand in Hand! Die deutsche Automobilindustrie liefert ein plastisches Beispiel dafür, wie wir die Produktion wieder angekurbelt haben. 1932 wurden 104 600 Kraftfahrzeuge in Deutschland hergestellt. 1935 dagegen 353 000. 1932 waren 33 000 Arbeiter in ber Automobilinbustrie beschäftigt, 1935 über 100 000. Der Gesamtumsatz der deutschen Automobilindustrie stieg von 295 000 000 RM. im Jahre 1932 auf rund 1,150 Milliarden RM. 1935. lieber 250 000 arbeitslose Volksgenossen wurden seit Anfang 1933 in der Autoindustrie und deren Lieferindustrien neu eingestellt. Wir mußten natürlich zur Ankurbelung der Wirtschaft mehr R o h - stoffe einführen und damit mit den Devisen haushalten. Da kam es vor, daß einmal 14 Tage lang Butter oder Eier knapp wurden. Wir lind knapp an Devisen, das geben wir zu, aber" — und lauter Beifall unterstrich diese Worte — „wir sind bis jetzt noch ausgekommen. Im Jahre 1932 haben wir für viereinhalb Milliarden drückende Reparationslasten lagen auf der Nation. Sie wurden dadurch bezahlt, daß wir Kredite in anderen Ländern aufnahmen. Man täuschte für kurze Zeit ein Leben in Schönheit und Würde vor, und als die geborgten Gelder verbraucht waren, kam der graue Aschermittwoch der Erkenntnis." „Wir haben", so erklärte Dr. Goebbels unter starkem Beifall, „gegen diese Zustände vier- zehnIahrelanggekämpft. wir waren deshalb Freiwild der öffentlichen Meinung in Deutschland. Jede nationale Regung wurde rücksichlslos niedergeknüppelt. Selbst eine Stellungnahme gegen den Versailler Vertrag wurde von den Gerichten des Rovemberdeutschlands als hoch- und Landesverrat gebrandmarkt. (Pfuü-Rufe.) Mit Ingrimm haben damals alle nationalen Deutschen diesen Weg des Verfalls verfolgt, wir haben in breiter Front den Angriff vorgetragen und sind nicht müde geworden, das Volk aufzurufen. Rach einem 14jährigen Kampf gelang es uns, d i e Macht an uns zu reißen. haben, rund 12 Millionen auf Deutschland entfallen. In der Steigerung des Volkseinkommens von 45 Milliarden im Jahre 1932 auf 56 Milliarden im Jahre 1935 sind die Lohnsummen enthalten die jene fünf Millionen Volksgenossen bekommen, die wir in unserem Generalaufbauplan wieder in die Fabriken unb Werkstätten geführt haben. Sie find wieder' arbeitende Glieder unserer Volksgemeinschaft geworden, und brauchen sich in unserem Staat nicht verlassen zu fühlen. (Starker Beifall.) Ein weiterer Beweis dafür, wie die nationalsozialistische Führung es verstanden hat, nur solche Projekte zu entwerfen, die wirklich von Erfolg begleitet sind, ist der Rückgang der Geschäftszusammenbrüche von 70000 in den Jahren 1930 bis 1932 auf 23 000 in der gleich langen Zeit von 1933 bis 1935.“ Unter stärkstem Beifall der Zuhörer gab Dr. Goebbels sodann die Zahlen über das gewaltige Werk der Reichsautobahnen bekannt: 119 Kilometer Reichsautobahnstrecke wurden bereits fertiggestellt. 1841 Kilometer sind zur Zeit im Bau. 3460 Kilometer sind bereits für den Bau freigegeben, und weitere 1580 Kilometer sind vorbereitet. Das sind insgesamt 7000 Kilometer neu errichtete modernste und in der ganzen Welt in dieser Schönheit und Breite nicht vorhandene Autostraßen. Allein durch den Bau dieser Autostraßen haben im Jahre 1934 85 000 und 1935 bereits 120 000 erwerbslose Volksgenossen Arbeit gefunden. In verwandten Industrien wurden außerdem zusätzlich 130 000 Arbeiter beschäftigt, so daß insgesamt eine Viertelmillion Arbeiter durch den Bau der Reichsautobahnen wieder Arbeit und Brot gefunden haben. Nahrungsmittel eingeführt, im Jahre 1935 brauchten wir dafür nur noch 0,9 Milliarden auszugeben. Wir haben für die ersparten Devisen solche Dinge eingeführt, die der Arbeitsbeschaffung zugute kommen. wie gesicheri sich heule unser Volk fühlt, das ergibt sich am besten aus unserer Bevölkerungsbewegung. Die Zahl der Eheschließungen betrug im Jahre 1932 510 000, im Jahre 1935 ist sie auf 650 000 gestiegen. Die Zahl der lebendgeborenen Kinder ist von 975 000 im Jahre 1932 auf 1 265 000 im Jahre 1935 gestiegen. (Diese Mitteilung nimmt die Versammlung mit besonders starkem Beifall entgegen.) Don den vielen Kindern, die mehr geboren worden sind, kann man mit gutem Recht sagen: Das sind die Kinder des nationalsozialistischen Deutschlands. Wo ber einzelne nicht in der Lage ist, des Hun- gers und der Kälte Herr zu werden, da setzt das von uns geschaffene große Werk der Winterhilfe ein. Allein die Kartoffeln, die durch die Winterhilfe den bedürftigen Volksgenossen geliefert worden sind, würden einen Eisenbahnzug füllen, der von Berlin bis Addis Abeba reicht. Eine ähnlich gigantische Zahl ergibt sich auch für die Kohlenlieferungen. Darüber hinaus haben wir den werktätigen Volksgenossen auch etwas für die Seele gegeben durch die Organisation raftburch Freud e". Diese Organisation verfügt über sechs Urlauber- chifse mit 80 000 Bruttoregistertonnen, die im Jahre 1935 107 Hochseefahrten mit 150 000 Passagieren durchgeführt haben. Zwei Schiffsneubauten von je 25 000 Bruttoregistertonnen sind im Bau. An den Landurlaubsreisen haben 1934 zwei Millionen, 1935 drei Millionen Arbeiter teilgenommen. Für den ©Beurlaub im großen Stil ist mit dem Bau des Seebades an der Ostsee mit 7,5 Kilometer Strand, 1400 Morgen Wald und Wiesen und 20 000 Betten begonnen worden. (Lebhafter Beifall bezeugt den Dank der Massen für diese gewaltigen ozialen Maßnahmen.) In vier bis fünf Jahren werden die meisten deutschen Arbeiter ihren Urlaub im bayerischen Hochgebirge, an der See oder auf Schiffen in fernen Ländern verbringen können. Das ist die Verwirklichung des marxistischen Versprechens, daß die Arbeiter einmal auf eigenen Schiffen die Wellen des Weltmeeres durchkreuzen wer- den. Die anderen haben es versprochen und wir haben es gehalten.“ (Jubelnde Zustimmung.) produttive Außenpolitik. Die Voraussetzungen für eine europäische Neuordnung geschaffen. Dr. Goebbels zeigte bann die Ergebnisse der nationalsozialistischen Regierung auf dem Gebiete der Außenpolitik: „Im Januar 1933 war Deutschland ein Spielball in den Händen der Welt- möchte. Es blieb nichts anderes übrig, als Öen Völkerbund, der uns die Gleichberechtigung versagte, zu verlassen. Der Führer, der diesen schweren Entschluß erst faßte, als es keine andere Möglichkeit mehr gab, Deutschlands Ehre und Gleichberechtigung zu erkämpfen, erhielt dafür das Jawort des ganzen deutschen Volkes. Dan wurde die deutsche Wehrmacht wieder aufgebaut, da die anderen Mächte das Abrüstungsversprechen nicht eingehalten hatten. Wenn wir jetzt die Remilitarisierung des Rhelnlandes durchgeführt haben, so soll das keine Drohung gegen Frankreich sein. Wir wollen nicht die Brücken zu Frankreich abbrechen, im Gegenteil, wir wünschten, daß dies der er sie Schritt zu einer wirklichen Reuordnung in Europa sein möge, um mit den anderen großen Mächten in Europa z u einem langjährigen Vertrag, zum Frieden und zur Wohlfahrt der Völker zu gelangen. Man kann sehr wohl Verträge mit Deutschland abschliehen. Wie wir unsere Verträge halten, kann man an dem deutsch-polnischen Abkommen sehen. Diesen Vertrag halten wir, weil er der Vernunft entspricht. Deutschland hat jetzt wieder wie jeder andere Staat das Recht, für die Sicherheit seiner Grenzen selbst zu sorgen, und auch die Möglichkeit, seine Grenzen zu beschützen. Was wir im Jahre 1933 vom Völkerbund forderten, was der Völkerbund uns nicht gab und weshalb wir den Völkerbund verließen, das ist nun Wirklichkeit geworden. Deutschland ist wieder souveräner Herr seines ganzen Territoriums und besitzt die volle militärische Gleichberechtigung. Damit ist uns die M ö g- keit zur Rückkehr in den Völkerbund wieder gegeben. Gleichberechtigung die Grundlage eines ivahrenVölkersriedens Der Führer hat eine ganze Reihe von konstruktiven Friedensvorschlägen gemacht. Er hat Frankreich und Belgien für 25 Jahre einen Nichtangriffspakt angeboten. Er hat den Westmächten einen Luftpakt angeboten. Er hat sich bereit erklärt, mit allen Randstaaten einschließlich Litauens einen Nichtangriffspakt abzuschließen. Er hat sich ferner bereit erklärt, auf der Grundlage der Gegenseitigkeit im selben Umfange wie Frankreich eine entmilitarisierte Zone zu schaffen. Es muß endlich einmal eine dauerhafte Friedensgrundlage geschaffen werden. Wir wollen jetzt einen Vertrag ad- schließen, den man halten kann, und das ist nur möglich, wenn er die Gleichberechtigung jedes Vertragspartners zur Grundlage hat? Dazu soll sich nup am 29. März das beut- scheVolkbekennen. (Durch stürmischen Beifall geben die Massen ihrem Bekenntnis schon hier überzeugenden Ausdruck.) Ihr, meine Parteigenossen, habt dem Führer immer zur Seite gestanden. Ihr habt ihm immer gezeigt, daß ihr bei ihm sieht, mit ihm fühlt und mit ihm denkt. Die well muh einsehen, daß es keine andere Lösung der großen internationalen Probleme gibt als die, d i e der Führer aufgezeigt hat. Wenn Deutschlands Führer als erster die Realitäten sieht, wie sie sind, und die Wahrheit sagt, auch wenn sie unbequem ist, dann muh die well auf ihn hören. Lr tut damit nichts anderes, als was er schon immer in Deutschland getan hat, und sein Bemühen um den Frieden in der Welt wird einmal ebenso von Erfolg gekrönt werden, wie es in Deutschland von Erfolg gekrönt war. Drei Jahre hat der Führer gearbeitet als verantwortlicher Leiter der Politik unseres nationalsozialistischen Staates. Er hat in diesen drei Jahren nur die Sorge um sein Volk gekannt, er hat Tag unb Nacht geschafft unb keine Verantwortung ge- Was hat der Mrer in drei Ähren ans Deutschland gemacht? Arbeiter unb Unternehmer marschieren im neuen Reich Hand in Hand. scheut, hat auf sein Privatleben verzichtet und sein einziges Glück in der Sorge für sein Volk gesehen. Der Himmel hat seine Llrbeit und seine Verantwortungsfreude mit Erfolgen in überreichem Maße belohnt. Auf diesen Erfolgen nun soll unser Volk ein neues nationales Leben aufbauen. Darum wird sich auch niemand weigern, dem Führer bei seinem großen Werk zu helfen und ihm von ganzem Herzen begeistert sein „3 a" zu geben. Deshalb glaube ich, daß wir alle mit gutem Mut und festem Vertrauen diesem Tage entgegenschauen können. Ich möchte in dieser Stunde, da wir einen kurzen aber harten und arbeitsreichen Wahlkampf eröffnen, Ihnen allen und den Hunderttausenden und Millionen, die über die Aetherwellen hinweg mit uns im Geiste verbunden sind, zurufen: Erhebe dich, du deutsches Volk, und tue deine Pflicht! Keiner wird fehlen wollen, wenn es um Leben und Zukunft des deutschen Volles geht! Dem Minister antwortete ein unbeschreiblicher Sturm der Zustimmung, der erst verebbte, als Dr. Goebbels die Deutschlandhalle verließ, um noch im Sportpalast das Wort zu nehmen. Wer ist am 29. März wahlberechtigt? Berlin, 11. März. (DNB. Funkspruch.) Nach dem Gesetz über das Reichstagswahlrecht vom 7. März 1936 sind zum Reichstag wahlbe- rechtigt, sämtliche deutschen Staats- angehörigen, deutschen oder artverwandten Blutes, die bis zum Wahltage das 2 0. Lebensjahr vollendet haben, sofern sie nicht nach den allgemeinen Bestimmungen (Entmündigung oder Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte) vom Wahlrecht ausgeschlossen sind, oder sofern nicht ihr Wahlrecht ruht. Nicht wahlberechtigt sind also Juden, d. h. solche Männer und Frauen, die von mindestens drei der Rasse nach volljüdischen Großelternteile abstammen. Ferner sind nicht wahlberechtigt, die von zwei volljüdischen Großeltern abstammenden jüdischen Mischlinge (Männer und Frauen), die am 30. September 1935 der jüdischen Religionsgemeinschaft angehört haben oder nach dem 30. September 1935 in sie ausgenommen sind oder die am 30. September 1935 mit einem Juden verheiratet waren oder sich nach dem 30. September 1935 mit einem Juden verheiratet haben. Juden, sowie diejenigen jüdischen Mischlinge, auf die die vorgenannten Voraussetzungen zutreffen, haben sonach der Wahlurne fernzubleiben, auch dann, wenn sie versehentlich m die Wahllisten eingetragen sind. Geben sie dennoch eine Stimme ab, so machen sie sich nach § 2 des Gesetzes über das Reichstagswahlrecht strafbar. Die Bestimmungen über den Kreis der Wahlberechtigten sind im übrigen gegenüber dem früheren Zustand in keiner Weise geändert. Das Wahlrecht der Soldaten ruht wie bisher. Auch am Wahlverfahren hat sich nichts geändert. Wahlfreiheit und Wahlgeheimnis bleiben unberührt. Gewisse Erleichterungen für die technische Wahlvorbereitung im Hinblick auf den nahen Wahltermin haben lediglich die Verkürzung der Fristen für die Einreichung der Wahlvorschläge, die Vereinfachung der durch die Wahlbewerber beizubrinaenden Bescheinigungen und die Verteilung der Sitze auf die Bewerber in den Wahlvorschlägen zum Gegenstand. Auf Grund des Reichsaesetzes vom 7. März 1936 sind auch Wahlberechtigte wählbar, die noch nicht ein Jahr die Reichsangehörigkeit besitzen. Wie bisher sind Ausländsdeutsche, die sich am Wahltage in Deutschland aufhalten, wahlberechtigt. Auch die Bestimmungen über Wahlen auf hoher See und über die Stimmabgabe auf Bahnhöfen gelten für die bevorstehende Wahl. Or. Ley bei den Arbeitern der Schichauwerst. Königsberg, 10. März. (DNB.) Nachdem Reichsorganisationsleiter Dr. Ley in Königsberg die Ausmusterung der ost preußischen Führeranwärter vorgenommen hatte, stattete er den Arbeitern auf dem Gelände der Schichauwerft in Königsberg einen Besuch ab. Er aing zu den Arbeitsplätzen, durch die Werkhallen, stieg auf die Docks und suchte über Leitern und Gerüsten die Werkmänner auf, die auf den Hellingen schafften. Mit jedem Mann sprach Dr. Ley ein freundliches Wort, jeden Lehrling holte er sich heran. Nach dem Rundgang sprach Dr. Ley in einer großen Maschinenhalle zu den Arbeitern. Er erklärte ihnen, daß er nichts bringen könne, als was der Führer schon gebracht habe, nämlich Brot und Arbeit. Wer sieben Millionen Arbeitslose in Arbeit setzen wolle, könne keine Lohnerhöhungen bringen. Aber in den Betrieben sei es besser geworden. Der deutsche Arbeiter habe auch früher nicht um Lohnpfennige gekämpft. Das hätten ihm nur Juden und deren Trabanten eingeredet. Auch damals habe der Arbeiter um seinen Stolz und um seine Anerkennung gerungen. Diese habe er heute gefunden. Äie französische Regierungserklärung vor dem Parlament. Paris, 10. März. (DNB.) Ministerpräsident Sarraut verlas am Dienstagnachmittag in der Kammer eine Erklärung der Regierung, die im Senat, von Außenminister Flandin, verlesen wurde. Die Erklärung befaßte sich zunächst mit dem Versuch eines Nachweises, daß der Russenpakt mit dem Rheinpakt vereinbar sei, begnügte sich aber mit den alten, von deutscher Seite zu wiederholten Malen widerlegten Argumenten. Selbstverständlich fehlt in der Regierungserklärung auch nicht die — praktisch bekanntlich nie in Wirksamkeit getretene — angebliche Reoisionsmög- l i ch k e i t unhaltbar gewordener Verträge. Jeder Vorschlag, der eine bessere Lagerung der politischen und wirtschaftlichen Beziehungen der Völker untereinander betreffe, könne „unbestreitbarer Weise im Rahmen des Völkerbundes entgegengenommen" werden, wo er erörtert und frei geregelt werden müsse, entsprechend den Gesetzen einer Gemeinschaft, die unter ihren Mitgliedern „nur die Mißbräuche der Gewalt und des Krieges ausschließe". Dann folgt eine Darstellung des französischen „Bestrebens zur Aufrechterhaltung und zur Organisierung guter Beziehungen zu Deutschland". Dem französischen Bestreben wird nun das deutsche Verhalten gegenüberzustellen versucht. Das Reich habe einseitig (!!) die Bestimmungen des Versailler Vertrages, die die Rüstungen begrenzen, gekündigt. Der Dölkerbundsrat habe jede einseitige Verleugnung eines Vertrages DerifrteUt. Spontan hätten in Stresa Großbritannien und Italien Wert darauf gelegt, den Locarno-Vertrag aufs neue zu bestätigen. Es wird auch noch einmal auf das Londoner Programm vom 3. Februar 1935 Bezug genommen. Aber darauf fei durch die „Verleugnung" eines Vertrages geantwortet worden, der oft als die durch freie Verhandlungen zugestandene Grundlage der französisch-deutschen Beziehungen bezeichnet worden sei. „Es wurde uns durch die plötzliche und rohe Wiederbesetzung der entmilitarisierten Zone geantwortet, während Reichskanzler Hitler in seiner Rede vom 21. Mai, also nach der Unterzeichnung des französisch-sowjetrussischen Abkommens, erklärt hatte, daß die Reichsregierung in der Achtung dieser entmilitarisierten Zone einen Beitrag zur Entspannung Europas erblickte." (Der Hinweis auf die damals vom Führer betonte Notwendigkeit der Gegenseitigkeit in der Achtung von Verträgen fehlt!) Frankreich berufe sich nicht auf verletztes Selbstgefühl oder auf verlorene Bürgschaften seiner eigenen Sicherheit, es werfe vielmehr die Frage des tatsächlichen Wertes der Verträge, der allgemeinen Garantie des Völkerbundspaktes für dessen Mitglieder, der Treue der Völkerbundsmitglieder gegenüber ihren Verpflichtungen auf. Wenn zur Zerstörung der Verträge der Wille desjenigen genügen würde, der sich für den Stärksten halte, dann müsse man entschlossen zu Militärbündnissen zurückkehren, zu übersteigerten Rüstungen und, „wie wir anerkennen müssen", zum Kriege, der von dem Stärksten oder von den Stärksten ausgelöst würde in dem Augenblick, der ihm als am geeignetsten erscheine. „Wenn gewisse Leute sich damit zufrieden geben, mögen sie es klar heraussagen, und wir werden daraus unsere zweckmäßigen Schlußfolgerungen ziehen. Wir hingegen stellen unsere gesamten materiellen und moralischen Kräfte zur Verfügung des Völkerbundes, um dieses für die europäische Zivilisation nicht wieder gutzumachende Unglück zu vermeiden, allerdings unter der einzigen Bedingung, daß wir in diesem Kampf für den Frieden von denjenigen begleitet werden, die sich formell durch den Rheinlandpakt verpflichtete haben und in der festen Hoffnung, daß alle Unterzeichner des Völkerbundspaktes, gemäß ihren Mitteln und in lieber» einftimmung mit ihren Verpflichtungen an unserer Seite für ein Ideal kämpfen, mit dem sie sich solidarisch erklärt haben." Und nun kommt, weil Reichskanzler Hitler zum französischen Volk „über den Kopf seiner Regierung hinweg" gesprochen habe, eine Anrufung des deutschen Volkes. Es wird im Namen seiner Kultur und der Tugenden seiner Rasse gebeten, über diese „neuen Verantwortlichkeiten nach- aubenfen". „Wir erklären", heißt es, „dem deutschen Volke feierlich, daß wir niemals weder seine Freiheit noch seine Ehre beeinträchtigen wollen und daß wir sie niemals be- einträchtjgen werden. Auch haben wir niemals daran gedacht und wollen niemals daran denken, daß es in einer ungünstigeren Weise a l s die anderen Völker behandelt werden könnte. Wir sind mit der deutschen Regierung darin einig, zu erklären, daß das französische Volk keinen Vorteil aus dem Elend des deutschen Volk es ziehen kann. Wir nehmen ganz den Vorschlag an, in der Suche nach Mitteln zusammenzuarbeiten, um die Existenz der 66 Millionen Einwohner auf einem armen Boden zu sichern, wie Reichskanzler Hitler es gesagt hat." Auf diese Beteuerungen folgten aber folgende Fragen, aus denen in erschütternder Deutlichkeit das N i ch t v e r st e h e n der deutschen Beweggründe und Empfindungen, aber auch das Uebersehenwol- len der deutschen Argumente spricht: „Wir fragen das deutsche Volk, inwieweit die Wiederbesetzung der entmilitarisierten Rheinlandzone zur Lösung dieser Probleme beitragen könnte. Wir fragen das deutsche Volk, wie das Vertrauen, das die Grundlage jeder Zusammenarbeit ist, in wünschenswerter Weise aufrechterhalten oder gar entwickelt werden kann, wenn es zugelassen wird, daß nicht nur ein feierlicher Vertrag wie der von Locarno durch den alleinigen Willen eines der vertragschließenden Teile gekündigt werden kann, sondern daß, ohne ein neues Abkommen abzuwarten, militärische Handlungen begangen werden, die man sich gerade formell verpflichtet hatte (?!), zu vermeiden. Würde das deutsche Volk zu der französischen Regierung Vertrauen haben, um über neue Verträge zu verhandeln und sie zu unterzeichnen, wenn die französische Regierung gerade erst selbst die alten Verträge zerreißt? Die französische Regierung weist die Verhandlungen, die den künftigen Frieden festigen und die deutsch-ftanzösischen Beziehungen im Rahmen einer ruhigen und friedlichen Entwicklung Europas bessern können, nicht zurück. Aber Frankreich kann nicht unter der Herrschaft der Gewalt und der Veuleugnung der Verpflichtungen verhandeln. Es ist entschlossen, im Rahmen des Völkerbundes alle seine Kräfte mit denjenigen der anderen Mitgliedsstaaten zu verbinden, um auf einen Anschlag (!) auf das internationale Vertrauen, auf die Glaubwürdigkeit der Verträge, auf die kollektive Sicherheit und auf die Organisierung des Friedens (!) zu antworten. Die französische Regierung ist weiter bereit, mit Deutschland z u verhandeln, wenn erst einmal d i e Achtung des internationale^ Gesetzes aufs neue gesichert sein wird. Sie will ihren Glauben zu dem wirklichen Wert der internationalen Verpflichtungen des Locarno-Vertrages wie der Völkerbundssatzungen bewahren. Sie wird um die Verteidigung der neuen Ordnung in den internationalen Beziehungen ringen, die die kollektive Organisation der Sicherheit und des Friedens im Rahmen des Völkerbundes mit sich gebracht hat." Oie Aussprache der Locarnomächte und die Sitzung des Völkerbundsrais nach London verlegt. Paris, 10. März. (DNB.) lieber die erste Besprechung der Locarno-Mächte wurde eine amtliche Verlautbarung ausgegeben, in der es heißt: Im französischen Außenministerium sind folgende Vertreter der Locarno-Mächte zusammengekommen: der englische Staatssekretär für auswärtige Angelegenheiten, Eden, Lord Halifax, der englische Botschafter Sir George Clerk, der belgische Mi- nifte/präfibefct van Zeeland, der belgische Botschafter de Kerchove, der italienische Botschafter C e rr ut ti, der französische Außenminister F l a n- d i n und der französische Staatsminister Paul- B o n c o u r. Außenminister Flandin hat daraus hir?gewiesen, daß die Konferenz einen Austausch der Nachrichten zum Ziele habe und die Lage feststellen solle, daß aber keine Entschlie - bu-ng vorgeschlagen noch irgendeine Entscheidung getroffen werde, bevor der Völker- bunbsrat zusammengetreten sei. Nachdem auf diese Weise das Verfahren festgelegt worden war, haben die einzelnen Vertreter ihre Auffassungen auseinandergesetzt. Aus Grund gemeinsamer Verständigung ist, wie eine weitere amtliche Verlautbarung besagt, beschlossen worden, die Besprechungen am nächsten Donnerstag in London fortzusehen. Die englische Regierung hat ferner den Vorsitzenden des Völkerbundsrates aufgefordert, die nächste Sitzung des Völks r b n n d s r a t e s ebenfalls in London stattfinden zu lassen. Sie wird voraussichtlich am nächsten Samstag im Anschluß an die Locarno-Besprechungen stattfinden. Der Drelzehneransschnh ist vertagt worden bis nach Abschluß der Londoner Beratungen und wird wahrscheinlich erst in der nächsten Woche einberufen werden. Die Verlegung der Konferenz der Locarnomächte nach London ist darauf zurückzuführen, daß die beiden englischen Vertreter auf Grund der Pariser Besprechungen nach London z u - rück.zu kehren wünschten. Dies hat es unmöglich gemacht, die vorgesehenen Besprechungen in Genf abzuhalten. Baldwin hat die Vertreter der Locarnomächte nach London eingeladen. Während der Unterhaus-Aussprache am Dienstagabend fanden bereits Besprechungen zwischen Baldwin, Chamberlain und anderen Ministern statt, die bis tief in die Nacht hinein andauerten. Es verlautet, daß die Zusammenkunft der Locarno- Mächte in London am Donnerstag um 16 Uhr im Foreign Office eröffnet werden wird. Dazu würden Flandin, van Zeeland und Grandi als Hauptabgeordnete ihrer Länder erscheinen. Paul-Boncour werde nach seiner Verteidigungsrede für die Unterzeichnung des Sowjetpaktes im französischen Senat ebenfalls nach London fliegen. Eden und Halifax würden Mittwochmorgen wieder in London eintreffen. Baldwin habe mit dem Oberkommissar für Australien, Bruce, dem gegenwärtigen Präsidenten des Völkerbund s r a t e s, eine Aussprache gehabt, worauf hin Bruce zugestimmt habe, die Tagung nach London einzuberufen. Die Nachricht, daß die weiteren Besprechungen in London stattfinden sollen, ist in London sehr begrüßt worden. Wan betrachtet dies als ein klares Zeichen dafür, daß die britische Regierung entschlossen ist, die Führung zu übernehmen, um aus einer schwierigen Lage einen Ausweg zu finden. Die „Time s" erklärt, ohne Zweifel werde aus der Verlegung der Ratsversammlung nach London der Schluß gezogen, daß es sich in dem einen oder anderen Abschnitt der Verhandlungen als wünschenswert erweisen werde, eine klareAussprache mit einem Vertreter Deutschlands zu haben, und daß es für diesen leichter sein werde, die Auffassung seines Landes in Conti o n darzulegen, als an einer Ratsversammlung in Genf teilzunehmen. Die Wichtigkeit der Rolle, die notwendigerweise Großbritannien in der Aussprache zufalle, mache es außerdem wünschenswert, daß der britische TNini- sterpräsident in der Lage ist, sofort für die Beratung zur Verfügung zu stehen. ♦ Wie aus parlamentarischen Kreisen verlautet, bleibt auf die Nachricht hin, daß die Zusammenkunft der Locarnomächte in London stattfinden solle, die öffentliche Meinung auch weiterhin ruhig. Man hat in London das Gefühl, daß die Kühle, die man in der englischen öffentlichen Meinung feststellen könnte, dazu beitragen werde, der Schwierigkeiten bei den kommenden Verhandlungen Herr zu werden. Es wird ferner darauf hingewiesen, daß die Verbindung zwischen London und Berlin, falls sich die Notwendigkeit für einen Gedankenaustausch ergeben sollte, viel einfacher sei, als die Verbindung zwischen Genf und Berlin. Entheiligte Vertrage. Die Beratungen der Locarno-Mächte, die nun begonnen haben, können im höchsten Maße nützlich für die Zukunft Europas werden, wenn die teilnehmenden Staatsmänner einmal davon absehen würden, ihre Augen immer auf den eng umgrenzten Bezirk ihrer eigenen Vorurteile zu richten und statt dessen die Notwendigkeit zu erkennen, die sich aus der Gesamtlage unseres Erdteils ergeben. Es ist bezeichnend, daß es der größere Abstand des englischen Jnselreiches vom Kontinent den britischen Politikern erlaubt hat, eine weit großzügere Auffassung des Locarnoproblems zu bekunden, als es in Paris der Fall war. Dem „Unannehmbar" und der Weigerung der französischen Regierung, die Vorschläge des Führers überhaupt einer Prüfung zu unterziehen, stellte Eden die Bereitschaft der britischen Regierung gegenüber, die deutschen Pläne, „mit klarer Einsicht und objektiv zu prüfen". Und die französische Behauptung, die Wiederbesetzung der Rheinlandzone bedeute einen Angriff auf die französische und bei- gische Grenze, beantwortete der englische Außenminister mit der Feststellung, daß nach seiner Ansicht die deutsche Aktion eine Drohung mit Feindseligkeiten nicht in sich schließe. Wir haben von Großbritannien eine andere Haltung auch gar nicht erwartet und freuen uns, daß wir uns in dieser Hinsicht über die Vernunft und Nüchternheit der englischen Politik nicht getäuscht haben. Leider läßt dies Gefühl der Befriedigung auf unserer Seite keine Verallgemeinerung zu. Es muß bedauert werden, daß Eden sich in seiner Unter» Hausrede den völlig einseitigen unb unhaltbaren Standpunkt der Franzosen zu eigen gemacht hat, wonach der deutsche Schritt als die einseitige Aufkündigung eines frei verhandelten und frei unterzeichneten Vertrages zu betrachten fei. Der britische Außenminister leitete aus dieser seiner Meinung die Befürchtung ab, daß die Besetzung der entmilitarisierten Zone dem Grundsatz von der Heiligkeit der Verträge einen schweren Schlag versetzt und somit auch das Vertrauen in jede künftige Verpflichtung erschüttert habe. Wo aber blieb, so fragen wir, diese Heiligkeit, als die Franzosen wider jedes Recht in das Ruhrgebiet einbrachen, als sie durch das Bündnis mit dem Bolschewismus den Geist und Buchstaben des Rheinpaktes verletzten? Kein Engländer kann bestreiten, daß die Verträge immer nur dann heilig gesprochen wurden, wenn sie die Unterlegenen des Weltkrieges auf eine zweitklassige internationale Stellung festlegen sollten, daß sie aber niemals als verletzt galten, wenn sie durch die Machtpolitik der Siegerstaaten ihres ursprünglichen Sinnes enttleidet wurden. So hat auch nicht Deutschland den Locarnovertrag gekündigt, sondern dieser Pakt hatte praktisch bereits aufgehört zu existieren in dem Augenblick, als Frankreich sein gegen Deutschland gerichtetes Bündnis mit Sowjetrußland abschloß und sich bereiterklärte, alle sich daraus ergebenden Konsequenzen auf sich zu nehmen. Nicht Berlin, sondern Paris hat diesem frei verhandelten und frei unterzeichneten Friedenspakt den Todesstoß versetzt. Daß Deutschland aus diesem fait accompli die seinem Sicherheitsbedürfnis entsprechenden Folgerungen zog, war nur eine Selbstverständlichkeit. Man hat offenbar auch in englischen Regierungskreisen verstanden, daß Deutschland sich unmöglich mit dem Zustand abfinden konnte, in dem sich die Beziehungen zwischen den Locarnomächten befanden, nachdem Frankreich sich durch die Bestimmungen des Sowjetpaktes zum selbständigen, frei entscheidenden Richter über das Eintreten oder Nichteintreten der Locarnoverpflichtungen aufgeworfen ♦ hatte. Der englische Außenminister hat diesen deutschen Einwand mit dem Hinweis zu begegnen versucht, dem Reiche hätte als letzter Weg das Schiedsverfahren zur Verfügung gestanden. Aber Herr Eden hat vergessen, daß dieser Weg schon deshalb für uns nicht mehr gangbar war, weil auch Frankreich es vorher verschmäht hatte, rechtzeitig die Vereinbarkeit seines Sowjetpaktes mit den Locarnoverpflichtungen durch ein internationales Schiedsgericht prüfen zu lassen. Wenn daher die vier ehemaligen Locarno-Staaten bei ihren gegenwärtigen Verhandlungen vermeiden wollen, daß sich ihre Politik in einer ausweglosen Sackgasse verrennt, so wird es nötig sein, die hier angestellten Ueberlegungen zu berücksichtigen. Sollte man in Genf jedoch auf dem Standpunkt beharren, daß die Schuldfrage gegen Deutschland entschieden werden müsse, dann läßt sich kaum erkennen, in welcher Weise eine Neugestaltung der europäischen Friedensorganisation in Angriff genommen werden konnte. Das Unterhaus billigt die britische Aufrüstung. BertrauensvotumfürdasKabinettBaldwin London, 10. März. (DNB.) Im Unterhaus wurde die Wehraussprache fortgesetzt. Der arbeiter- parteiliche Abgeordnete Greenwood verlangte eine unverzügliche Aussprache aller Staaten der Welt über d i e Vorschläge des Führers. Innenminister Simon verteidigte die Pläne der Regierung. Der Konservative Winston Churchill malte in schwärzesten Farben die mangelnde Rüstungsbereitschaft Englands aus. Schatzkanzler Neville Chamberlain erklärte, daß die Lage sich durch die Ereignisse der letzten Tage nicht gebessert habe. Das kollektive Sicherheitssystem habe noch nicht den Punkt erreicht, daß man die nationale Sicherheit nicht mehr zu erwägen brauche. Solange das kollektive Sicherheitssystem sich in seinem gegenwärtigen unvollständigen Zustand befinde, müsse England für seine nationalen Reichsbedürfnisse Sorge tragen. Der Abänderungsantrag der Arbeiterpartei zum Weißbuch wurde hierauf mit 378 gegen 175 Stimmen abgelehnt und hierauf der D e r • trauensantrag für d i e Regierung mit 371 gegen 153 Stimmen angenommen. Eine Anzahl der Liberalen hat aegen d i e Regierung gestimmt, darunter Lloyd George. Weitere Liberale enthielten sich der Stimme, weil keine Zusicherung gegeben worden sei, daß die Verwirklichung der kollektiven Sicherheit beabsichtigt sei. Die liberale Opposition sei jedoch stark beeindruckt von dem Ernst der Lage und werde deshalb der Regierung volle Unterstützung für eine Politik geben, wie sie Eden im Unterhaus dargestellt habe. Jeder Vorschlag werde ohne Vorureil in Erwägung gezogen, der dazu dienen solle, die Verteidigung Englands zu stärken. Admiral Beatty gestorben. London, 11. März. (DNB. Funkspruch.) Admiral Lord Beatty ist kurz nach Mitternacht in seinem Hause in London gestorben. Er war seit mehreren Wochen krank. Beatty wurde 1871 als Sohn eines englischen Kapitäns geboren. Er trat dreizehnjährig in die Marine ein und nahm als Leutnant zur See an der englischen Expedition nach Aegypten teil. Der Ausbruch der chinesischen Wirren von 1900 sah Beatty als Kapitänleutnant in Ostasien. Als er an der Spitze einer Kompanie der Landungstruppe des Admirals Seymour auf eine Boxerbatterie stieß, stürzte er sich in kurzem Entschluß auf die chinesischen Geschütze und nahm sie weg, wofür er außer der Reihe zum Kapitän befördert wurde. 1911 wurde er Unterstaatssekretär im Marineministerium unter Winston Churchill. Im Frühjahr 1914 übernahm er ein Geschwader bet* Großen Flotte, das Ende Mai Kiel besuchte. Nach Ausbruch des Krieges machte er aml 27. August 1914 einen Vorstoß in die Deutsche Bucht. Die deutschen Vorpostenstreitkräfte gingetf Meine politische Nachrichten. Das Reichsministerium des Innern in Berlin hat mitgeteilt, daß die Arbeitskameraden, die die „Kraft durch Freude "-Reise nach Madeira vom 15. bis 30. März mitmachen, in diesen Tagen schon ihre Stimmscheine ausgeh ändigt bekommen können. Jeder Madeirafahrer wendet sich an das für ihn zuständige Wählamt und nimmt dabei als Ausweis seine Schiffskarte mit. Sollten irgendwo Schwierigkeiten auftreten, so wende man sich an den nächsten DAF- Walter oder KdF.-Wart. * Reichsluftfahrtminister General Göring besichtigte die Anlagen und Einrichtungen der Junker s w e r k e in Dessau. Gelegentlich des Mittagessens im Kreise der Belegschaft der Junkers- werke in der Kantine sprach der Reichsluftfahrt- Minister den Arbeitern und Angestellten seinen Dank für die bisherigen Leistungen aus und forderte sie auf, im alten Geist weiter für Führer, Volk und Vaterland zu schaffen. Die Ansprache fand bei den Werkangehörigen begeisterten Widerhall. Zum 80. Geburtstage des Generals der Jnfan- terie a. D. Freiherrn von Soden sandte der Führer und Reichskanzler dem General ein herzlich gehaltenes Schreiben, in dem die großen Verdienste des Heerführers um die deutsche Wehrmacht in Krieg und Frieden in Dankbarkeit gewürdigt werden. Weitere Glückwunschschreiben gingen u. a. von Generaloberst von Blomberg, Reichsaußenminister Freiherrn von Neurath und von General der Artillerie Freiherrn von Fritsch ein. Der Ober- bürgermeister von Stuttgart ließ den Platz bei der Rotebühl-Kaserne Freiherr-von-Soden-Platz benennen. * Im Reichsgesetzblatz vom 11. März wird eine Verordnung des Führers und Reichskanzlers über die Gestaltung des Hoheitszeichens des Reiches veröffentlicht. Das Hoheitszeichen des Reiches zeigt das Hakenkreuz, von einem Eichenkranz umgeben, auf dem Eichenkranz einen Adler mit geöffneten Flügeln. Der Kopf des Adlers ist nach rechts gewendet. Aus aller Welt. Verurteilung eines jugendlichen Elternmörders. Das Große 3ugenbgerid)t in Lyck (Ostpr.) verurteilte den 15jährigen Heinz Rode aus Rostken, der am 30. November 1935 feine Eltern in bestialischer Weise getötet hatte, wegen Mordes in einem Falle und wegen Totschlags in einem zweiten Falle zu einer Gesamtstrafe von zehn Jahren Gefängnis. Gleichzeitig wurde die Fürsorgeerziehung angeordnet. Der jugendliche Angeklagte legte ein volles Geständnis ab. Um Unannehmlichkeiten aus dem Wege zu gehen, die die Entdeckung einer Veruntreuung von 30 bis 40 RM. mit sich bringen mußte, faßte er den Plan zur Ermordung seines Vaters, des Gen» därmeriehauptwachtmeisters Rode aus Rostken. Kaltblütig schlachtete der Sohn, das einzige Kind seiner Eltern, mit einem Seitengewehr zuerst den Vater und darauf die vom Tatort fliehende Mutter hin. Bei der Strafzumessung waren dem Gericht durch das Jugendgerichtsgesetz insofern Schranken auferlegt, als gegen jugendliche Verbrecher auch bei Mord auf eine höhere Strafe als zehn Jahre Gefängnis nicht erkannt werden kann. Explosion in einer Tankstelle. In einer Tankstelle in Wiesbaden erfolgte eine Explosion. Durch den Druck wurden die Fenster und die Tür auf die Straße geschleudert. Die Kleider des Tankwärters und feines Gehilfen standen sofort in Flammen, wurden aber von einem zufällig vorübergehenden Polizeibeamten und Nachbarn erstickt. Trotzdem hatten beide schon schwere Brandwunden im Gesicht und an Annen und Beinen erlitten. Mordprozeh Heidrich in Würzburg. Vor dem Schwurgericht in Würzburg findet setzt eine schwere Bluttat ihre Sühne, die im Herbst v. I. beträchtliches Aufsehen erregte. Damals war der 74 Jahre alte Gärtner Otto Müller in seiner Wohnung tot aufgefunden worden. Die näheren Umstände ließen auf ein Verbrechen schließen. Die Ermittlungen führten zur Festnahme des 29 Jahrs alten, vorbestraften Robert Heidrich. Heidrich hatte von Müller wiederholt Geld bekommen, das er stets in luftiger Gesellschaft verjubelte. Heidrich Zerstörungs- General- n i ch t furt a. Auftakt zum Wahlkampf im Gau Seffen-Aassau Oer Gauleiter spricht auf der Frankfurter Führertagung. Zweck eine einberufen die Bereit- fallen, wobei die gesamte Inneneinrichtung, einschließlich der Druckmaschinen, der Zerstörungswut des Pöbels zum Opfer fiel. Der Generalstreik ist von den marxistischen Arbeiterverbänden als Antwort auf die Verhängung des Kriegszustandes verlängert worden. Die Madrider Regierung unterdrückt durch die Pressezensur sämtliche Nachrichten, die über Unruhen und kommunistische Sabotageakte aus der Provinz gemeldet werden. als Mitglied des Dölkerbundsrates Oder schlägt er vor, daß zu diesem internationale Konferenz wird? Ich glaube, daß der Abschluß der von der deutschen Regierung vorgeschlagenen Richtangriffs- pakte am zweckmäßigsten von den betref- fendenRegierungendirekt vorgenommen wird. D. h. also, im Falle der Pakte zur Sicherung der Grenzen zwischen Deutschland einerseits und Frankreich und Belgien und unter Umständen Holland andererseits von den zuständigen Regierungen und den zur Unterzeichnung einer Garantie eingeladenen Mächte, England und Italien. Es wäre vielleicht gut, wenn die Länder, die durch diese Pakte gesichert werden, zunächst einmal mit ihren zukünftigen Garanten in Fühlung treten würden. Die Nichtangriffspakte mit den übrigen Staaten würden ähnlich wie einst zwischen Polen und Deutschland verhandelt werden, d. h. immer von Regierung zu Regierung. 3m übrigen würde sich Deutschland sicherlich nur freuen, wenn z. B. eine andere Macht — sagen wir England — als unparteiischer Makler praktische Vorschläge zur Lösung dieser Fragen machen würde. Frage: Wird der Führer der Welt sagen, warum er diesen speziellen Weg wählte, um seinen Zweck zu erreichen? Wenn er e r ft seine Vorschläge gemacht und als die von Deutschland geforderte Gegenlei - st u n g die Remilitarisierung des Rheinlandes verlangt hätte, würde die Welt mit Begeisterung zu- gestimmt haben. Besteht ein besonderes Motiv für die Schnelligkeit der Aktionen des Führers? Antwort: Ich habe mich schon in meiner Rede vor dem deutschen Reichstag darüber eingehend geäußert. Ich möchte daher nur ganz kurz die Be- merkung behandeln, daß die von mir gemachten Vorschläge begeistert begrüßt worden wären, wenn ich sie nicht mit der Remilitarisierung der entmiü- rückzubringen, so daß die Vorschläge, die er gemacht hat, von dem Völkerbund behandelt werden können und Deutschland dabei seinen vollen Platz einnimmt? Antwort: Ich habe für Deutschland Willigkeit erklärt, sofort in den Völkerbund einzutreten unter der Erwartung, daß im Laufe einer vernünftigen Zeit die Frage einer kolonialen Gleichberechtigung und die der Trennung des Völkerbundes von dem sog. Friedensvertrag geklärt wird. Der Führer erläutert seine Friedensvorschläge Unterredung mit einem englischen Journalisten. München, 11. März. (DNB. Funkspruch.) Der Führer und Reichskanzler hat dem befanden englischen Journalisten Ward P r i c e eine Unterredung gewährt, in deren Verlaus er eine Reihe von Fragen, die sich auf die historische Reichstagsrede vom 7. März beziehen, beantwortete. 1. Frage: Schließt das Angebot des Führers zu einem Nichtangriffspakt an alle Nachbarstaaten von Deutschland auch Oesterreich ein? Wird die Tschechoslowakei als Staat an Deutschlands Ostgrenze gerechnet? Antwort: Ich habe meinen Antrag auf Abschluß von Nichtangriffspakten im Westen und Osten Deutschlands allgemein aufgestellt, d. h. ohne j e d e A u s - nähme. Dies gilt demnach sowohl für die Tschechoslowakei als auch für Oe ft er- reich. 2. Frage: Ist der Führer bereit, Deutschland unmittelbar in den Völkerbund zu- reich solche Militärbündnisse abschließt, dann nicht ein so volkreiches und wirtschaftlich wichtiges Grenzgebiet des Deutschen Reiches wehr- und schutzlos gelassen werden kann. Dies ist die primitivste Reaktion auf ein solches Vorgehen. 3m übrigen glaube ich, daß vielleicht auch in England nicht jedermann wissen wird, daß die bisherige sogen, „entmilitarisierte" Zone ungefähr genau so viele Menschen besitzt, als die Einwohnerzahlen z. V. des tschechoslowakischen Staates oder 3ugoslawien ausmachen. Dieses Gebiet erhält nunmehr seine Friedensgarnisonen, genau wie auch das gesamte übrige Reich, nicht mehr und nicht weniger. Von Anhäufungen einer Streitmacht für offensive Zwecke kann schon deshalb nicht geredet werden, weil Deutschland 1. Von Frankreich nichts mehrzu fordern hat und nichts fordern will; 2. ja, selbst den Adscbluß von Nichtangriffspakten vorgeschlagen hat mit dem Wunsche einer Garantieunterzeichnung durch England und Italien und weil dann 3. eine solche Anhäufung auch rein militärisch gesehen nicht nur unnötig, sondern auch unvernünftig wäre! F r a n k f u r t a. M., 10. März. (NSG.) In Anwesenheit des Gauleiters trat der Gau Hessen-Nassau heute nachmittag um 16 Uhr mit der angekündigten Führertagung im Hippodrom zu Frankfurt am Main in den Wahlkampf ein. Der stellver- tretende Gauleiter, Staatsrat Reiner, eröffnete die Tagung, die zu einer Kundgebung wurde und hieß die politischen Leiter, die Führer und Führerinnen der Gliederungen der NSDAP, und des Arbeitsdienstes willkommen. Sodann wurde dem Gaupropagandaleiter Müller-Scheld das Wort erteilt, der die Richtlinien für die kommende Wahlen ausgab, die der Welt die unzerreißbare Geschlossenheit ganz Deutschlands vor Augen führen wird. Heute mehr denn je soll der Führer wissen, daß sein Volk bedingungslos zu ihm steht. Dann ergriff der Gauleiter kurz das Wort, um an den Anfang seiner Ausführungen das Bekenntnis zu stellen, daß wir als Deutsche auf der Welt sein wollen, um dem Frieden zu dienen. „Laßt uns also alle beweisen, daß wir täglich als Nationalsozialisten zu handeln geson- Jm übrigen soll es ja die Aufgabe der Zukunft sein, dafür zu sorgen, daß sich die beiden Länder gegenseitig nicht mehr bedroht fühlen. Wenn Herr Sarraut erklärt, nicht zusehen zu können, daß die Festung Straßburg durch deutsche Geschütze bedroht wird, dann sollte man e r ft recht verstehen, daß aber auch Deutschland ' ' gern seine offenen Städte Frank- ,_____M., Freiburg, Karlsruhe usw. von den Kanonen der französischen Festungen bedroht sehen will. Dieser Bedrohung wäre am ehesten vorzubeugen, wenn die Frage einer demilitarisierten Zone von beiden Seiten gleichmäßig gelost würde. zum Gegenstoß vor, aber die deutsche Aufklärungsgruppe, die Schiffe „Mainz", „Köln" und „Ariadne" verlor. In der Seeschlacht vor dem Skagerrak standen sich zunächst die deutschen Kreuzer unter Vizeadmiral Hipper und die Streitkräfte Beattys gegenüber. Beatty wurde bald danach Befehlshaber der Großen Flotte und 1919 Oberbefehlshaber der gesamten 'englischen Flotte, an deren Spitze er als Erster Seelord bis Ende Juli 1927 blieb. 1919 war er bereits zum Discount Borodale of Wexford, und später zum Earl of the North Sea and of Brooksby erhoben. Bei feinem Abschied aus dem Dienst wurde er Mitglied des Geheimen Staatsrats. Im Juli 1930 besuchte Beatty auf einer englischen Motorjacht den Kieler Hafen als Gast der deutschen Marine. Kommunistenterror in Granada. Generalstreik und Kriegszustand. Madrid, 11. März (DNB.) Die spanische Regierung hat wegen schwerer politischer Ausschreitungen in Granada über die Provinz Granada den Kriegszustand verhängt. Den ganzen Tag über fanden Schießereien zwischen politischen Gea- nern statt, wobei 32 Personen verletzt worden sind. Kommunistische Gruppen durchzogen brandschatzend die Straßen. Ein Theater, mehrere Parteibüros, Kaffeehäuser, deren Wirte als rechtsstehend bekannt waren, eine Apotheke und eine Schokoladenfabrik wurden vollständig z e r« ft ort und in Brand geftedt. Der kommunistische Pöbel schleppte ferner aus zahlreichen Wohnungen rechtsstehender Personen die Möbel aus die Straße und zündete sie an. Die katholische Zeitung „I d e a l", ein Schwesterblatt der Madrider „El Debate", wurde ebenfalls über» nen sind, dann marschiert Deutschland vorwärts, aufwärts und in feine Ewigkeit hinein, und die andern werden uns einst folgen." General Dollmann beim Gauleiter. (NSG.) Frankfurt am Main, 10. März. Der KornrnandierendeGeneraldes IX. Armeekorps, General Dollmann, stattete mit feinen Begleitern Generalleutnant Lüdtke und Oberst Gallenkamp am heutigen Vormittag dem Gauleiter Sprenger einen Besuch im Adolf-Hitler- Haus zu Frankfurt a. M. ab. General Dollmann gab feiner Freude darüber Ausdruck, daß nun endlich Der Tag gekommen fei, an dem auch die bisher entmilitarisierte Zone wieder mit deutschen Truppen belegt ist. Der Gauleiter versicherte dem General namens der gesamten Bevölkerung, daß alle Beziehungen zur Wehrmacht von demselben Geist getragen werden, den die Bevölkerung beim Einzug der von ihr so heiß ersehnten Truppen gezeigt hat. Nun erst fühlt das Volk den wahren Frieden, da es in Sicherheit feiner Arbeit nachgehen kann. Der Reichsminister der Luftfahrt weist darauf hin, daß der Nachwuchs an D er f e b r s <= flugzeugführern nur aus den Rechen der Flugzeugführer genommen werde, die t n D e r Luftwaffe gedient haben. Besondere private Verkehrsfliegerschulen beständen daher nicht. Auch seien Bewerbungen an die bisherige Deutsche Verkehrsfliegerschule G. m. b. H. zwecklos. Bewerbern, die sich zum Flugzeugführer ausbilden lassen wollten und die die entsprechende Eignung Nachweisen könnten, we.che anheimgestellt, sich bei den zuständigen örtlichen Wehrbezirkskommandos zum freiwilligen Dienst in Der Luftwaffe zu melden. Güdflawien nach dem Attentat auf Gtojadinowitsch. Außenminister Freiherr von Neurath hat dem jugoslawischen Ministerpräsidenten S t o j a d i n o - witsch aus Anlaß des glücklichen Verlaufs des Attentats in der Skuptschina die Glückwünsche der deutschen Regierung ausgesprochen. Schüsse in dem jugoslawischen Parlament sind keine Seltenheit, aber noch immer wurde mit solchen ae» waltsamen Methoden des innenpolitischen Kampfes das Gegenteil dessen erreicht, was die Attentäter beabsichttgten. So ist es auch in diesem Falle gewesen. Im Handumdrehen hat Stojadinowitsch, der sich um die Einigung des jugoslawischen Staates bereits große Verdienste erwarb, eine neue Regierung auf die Beine gestellt, die noch wesentlich stärker erscheint als das vorher von ihm geführte Kabinett. Nicht nur wurde ihre parlamentarische Basis durch die Hereinnahme neuer Minister verbreitert, sondern es wurde auch die Möglichkeit von Unstimmigkeiten innerhalb der Regierung dadurch vermindert, daß der Posten des Kriegsministeriums mit einem Manne besetzt wurde, der fachlich hervorragend geeignet ist, aber einen politischen Ehrgeiz nicht besitzt. Denn im Gegensatz zu seinem Vorgänger General Zivkowitsch hat sich der Generalstabschef und jetzige Kriegsminister Mariisch stets bemüht, feine unabhängige Stellung gegenüber den inneren Problemen des Landes und des Parteienkampfes insbesondere zu wahren. Die Schwierigkeiten, mit denen jede Belgrader Regierung zu kämpfen haben wird, liegen darin begründet, daß der jugoslawische Staat aus drei verschiedenen Völkerschaften, den Serben, Slowenen und Kroaten besteht, deren jede den ausschlaggebenden Einfluß auf die Regierungsfiih- rung ausüben möchte. Den Weg zur einheitlichen Nation zu finden, ist besonders schwer geworden, seitdem der starken Hand des in Marseille ermordeten Königs Alexander die Zügel entglitten. Diele Staatsmänner haben seit jenem unglückseligen Tag mit den verschiedensten Mitteln versucht, die Versöhnung des jugoslawischen Volkes zustande zu bringen. Die gegenwärtige Regierung Stojadinowitsch hatte bei diesen Bemuhun- gen unzweifelhaft den größten Erfolg. Sie hat auch Die außenpolitische Stellung Jugoslawiens in beträchtlichem Maße stärken und feftigen können. So darf auch das Revolverattentat gegen den Ministerpräsidenten nicht als der spontane Ausdruck allgemeiner Unzufriedenheit, sondern vielmehr als ein Zeichen der ohnmächtigen Wut jener Kreise gewertet werden, deren eigennützige Polittk immer mehr an Bedeutung verliert. AlleWarschauer Hochschulengeschloffen. W a r s ch a u, 11. März. (DNB. Funkspruch.) In Warschau sind infolge stürmischer Kundgebungen der Studenten und Hochschüler gegen b i e Höhe der Universitätsgebühren alle Hochschulen mit Ausnahme der Akademie der Künste und der Volkshochschule geschlossen worden. Die Technische Hochschule ist durch rund 3500 Studenten besetzt, die sich weigern, die Gebäude zu verla sen. Die Polizei hat den Fußgängerverkehr in den Straßen um die Technische Hochschule völlig gesperrt, um die Versorgung der Studenten mit Lebensrnitteln zu verhindern. In Einzelfallen gelingt es dennoch, aus Droschken und Straßenbahnen Lebensmittel auf das Gelände der Technischen Hochschule zu werfen. Am Dienstagnachmittag warfen zwei Flugzeuge des Warschauer Aeroklubs die von Studenten geflogen wurdem Sa ck e mit Lebensrnitteln über der Technischen Hochschule ab. Straßenkundgebungen anderer Studenten, die einen Marsch zum Kultusministerium versuchten, wurden von der Polizei verhindert. 3. Frage: Es ist wahrscheinlich, daß keine franzo- ische Regierung, selbst wenn sie es mottte, noch vor jen im April stattfindenden französischen W a h l e n auf eine Erörterung ihrer Vorschläge eingehen kann. Ist Deutschland bereit, bis zu diesem Zeitpunkt sein Angebot aufrechtzuerhalten? Wird Deutschland inzwischen nichts weiter unternehmen, was die augenblickliche Lage erneut ändern würde? Antwort: Von der deutschen Regierung aus wird an der bestehenden Situation nichts mehr g e - ändert. Wir haben die Souveränität des Reiches wieder aufgerichtet und ein uraltes Reichsgebiet in den Schuh der ganzen Ration genommen. Wir haben daher von uns aus auch keine Veranlassung, irgendwelche Termine zu stellen. Rur eines möchte ich hier aussprechen: Daß sich die deutsche Regierung, wenn auch diese Vorschläge, so wie so viele frühere, wieder der einfachen 3gnorierung oder Ablehnung verfallen sollten, Europa mit weiteren Anträgen nicht mehr wird aufdrängen können. 4. Frage: Wird der Führer, nachdem er das Prinzip von Deutschlands völliger Souveränität für ein ganzes Gebiet hergestellt hat, die Zahl der deutschen Truppen im Rheinland aus freiem Willen auf eine Streitmacht begrenzen, die offensichtlich für eine offensive H and - lun g gegen Fr a n kr e ich un zur e i ch end ist? Antwort: Die sogen, „entmilitarisierte Zone wurde besetzt, nicht weil hie Absicht eine offensive Handlung gegen Frankreich vorzunehmen, besteht, sondern weil die Aufrechterhaltung eines so ungeheuren Opfers einer Nation nur denkbar ist und verantwortet werden kann, wenn es auf Seiten des Vertragspartners auf ein entsprechendes, sachliches und politisches Verständnis und damit auf eine angemessene Würdigung stoßt. Nicht Deutschland hat Verträge gebrochen! Aber seit der Annahme des Waffenstillstandes auf der Grundlage der 14 Punkte Wilsons hat sich m Europa folgende Gepflogenheit eingebürgert: Wenn ein Sieger und Besiegter miteinander einen Vertrag schließen, ist der Besiegte verpflichtet, ihn zu halten, wahrend der Sieger sich seine Haltung nach eigenem Ermessen einrichten und auslegen kann. Sie werden nicht bestreiten, daß die 14 Punkte Wilsons und seine drei Ergänzungen ernst nicht gehalten worden waren, Sie werden auch weiter nicht bestreiten, daß d l e V e r p s l i ch - tuns zu allgemeiner Abrüstung von Öen Siegern ebenfalls nichtgehalt en wurde. Auch der Locarnopakt hat nicht nur die buchstabenmäßige, sondern eine politisch-sinngemäße Bestimmung. Hätte die am 2. Mai 1935 unterzeichnete französisch-sowjetrussische Abmachung bet der Abfassung des Locarnopaktes schändest a n den, wäre selbstverständlich der Rheinpakt nie unterzeichnet worden. Es geht aber nicht, ; einem Pakt nachträglich ei n e anoere : Auslegung oder gar einen anderen Inhalt zu • geben. In diesem vorliegenden Fall hat man sich • aber nicht nur vom Sinn, sondern sogar vom ■ Buchstaben öes Locarnopaktes ent- I f e r n f. Der Abschluß des französisch - fowjelrussifchen > Militärbündnisses schasst für Deutschland eine Lage, die es zwingt, auch seinerseits be- \ stimmte Konsequenzen zu ziehen, und nur d i e habe ich gezogen. Denn der Sinn der Konsequenz ist, daß, wenn schon Frcmk- tarifierten Zone verbunden haben würde. Dies ist möglich. Leider aber nicht entscheidend. Denn ich habe z. B. einen Vorschlag von 300 000 Mann gebracht. Ich glaube, es war dies damals ein sehr vernünftiger Vorschlag. Er war ganz konkret und hätte sicher im Sinne einer Entspannung in Europa wirken können. Er wurde auch ohne Zweifel von sehr vielen Menschen gutgeheißen. Ja, selbst die englische und die italienische Regierung hatten ihn sich zu eigen gemacht. Allein er erfuhr trotzdem eine Ablehnung. Wollte ich also damals die deutsche Rüstungsgleichberechtigung — deren moralisches Recht wohl niemals bestritten werden konnte — tatsächlich Herstellen, und damit endlich eine brennenoe Frage Europas beseitigen, so mußte ich wohl oder übel auf eigene Verantwortung handeln. And dieses Mal wäre es nicht anders gekommen. Hätte ich diese Vorschläge erst der Welt unterbreitet, verbunden mit der Forderung einer endlichen Ausübung aller Souveränitätsrechte in der entmilitarisierten Zone, so würden sie vielleicht die verständnisvolle Zustimmung der Welt erhalten haben, allein ich glaube nach meinen Erfahrungen nicht mehr, daß wir jemals an den Verhand- lungslifch gekommen wären. Es ist aber nicht möglich, daß ein Vertragspartner gegen den Sinn und Buchstaben eines Vertrages handelt, ohne daß auch der zweite dann seine Bindungen löst. And dies habe ich getan! Jrn übrigen, wenn jemals ein britischer ober französischer Staatsmann das Unglück gehabt haben würde oder jemals haben sollte, ihr Volk in einem ähnlich tragischen Zustand zu finden, wie ich mein eigenes, dann würden sie, dessen bin ich überzeugt, unter gleichen Voraussetzungen genau f o gehandelt haben ober in ber Zukunft Han- deln. Das Urteil ber Gegenwart läßt freilich einer geschichtlichen Tat selten volle Gerechtigkeit zuteil werben. Das Urteil ber Nachwelt aber wirb mir einmal nicht bestreiten, baß es anftänbiger unb auch richtiger war, eine unmöglich geworbene Spannung zu beseitigen, um bann enblich einer vernünftigen, von allen ersehnten Entwicklung bie Tore zu öffnen, als aus irgenbwelchen Rücksichten entgegen bem eigenen Gewissen unb ber eigenen Vernunft einen nun einmal untragbar geworbenen Zustanb zu versuchen weiter aufrechtzuerhatten. Ich glaube, baß, wenn bie Vorschläge ber beutschen Reichsregierung akzep- tiert werben, nachträglich einmal festgestellt werben wirb, baß bamit Europa unb bem Frieben ein großer Dienst erwiesen würbe. Weitere Hilfe für das WHW. gab in der Verhandlung die Tat zu, bestritt aber vorsätzlich gehandelt zu haben. Die gerichtlichen Gutachten bestätigten, daß der Urgroßvater, Großvater und der Vater Heidrichs Psychopathen gewesen seien; es handele sich bei Heidrich um einen asozialen und haltlosen Charakter, doch sei er für die Tat voll verantwortlich. Das Ende des Mörders Alberding. Der 42 Jahre alte Heinrich A l b e r d i n g aus Fulda, der, wie seinerzeit berichtet, am 9. November 1935 vom Schwurgericht Rudolstadt wegen Mordes und versuchten Versicherungsbetrugs zum Tode verurteilt wurde, hat S e l b st m o r d verübt. Man fand ihn in seiner Zelle im Landgerichtsgefängnis Rudolstadt erhängt auf. Der Mörder hatte gegen das Todesurteil Revision beantragt, die jedoch vom Reichsgericht in Leipzig als unbegründet verworfen wurde. Das damit rechtskräftig gewordene Todesurteil sollte in Kürze vollstreckt werden. Alberding hatte im Januar 1928 in der Nähe von Saalfeld einen unbekannten Mann ermordet, um feinen eigenen Tod vorzutäuschen und so auf dem Wege über seine Familie in den Besitz hoher Versicherungssummen zu gelangen. Die Persönlichkeit des Toten konnte nicht ermittelt werden; nur der Moder hatte Auskunft geben können. Jetzt hat er fein Geheimnis mit ins Grab genommen. Zweimal zum Tode verurleill. Das Schwurgericht Verden verurteilte den Angeklagten Suentke Nerjes, der am 21. Juni 1923 in der Gegend von Beverstedt den Oberland- jäqer Sietas und den Polizeioberwachtmeister Dietrich erschossen hat, zweimal zum Tode und zur Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit. Der Staatsanwalt hatte gleichfalls biß Todesstrafe beantragt. Kunst und Wissenschaft. Dr. Goebbels an Karl Dräger. Reichsminister Dr. Goebbels hat dem Dichter Karl B r ö g e r in Nürnberg zum 5 0. Geburts- t a g folgendes Glückwunschtelegramm gesandt: „Dem Dichter, der das unvergängliche Wort vom ärmsten Sohn schrieb, der in der Stunde der Gefahr auch Deutschlands getreuester war, spreche ich zum fünfzigsten Geburtstag meine herzlichsten Glückwünsche aus." 80 Jahre verein deutscher Ingenieure. Die 74. Hauptversammlung des Vereins deutscher Ingenieure, die Feier seines 80jährigen Bestehens, findet vom 26. bis 29. Mai 1936 in Darmstadt in Verbindung mit der Hundertjahrfeier der Darmstädter Technischen Hochschule statt. Die dem Verein deutscher Ingenieure angeschlossenen Vereinigungen führen ihre diesjährigen Hauptversammlungen in Verbindung mit den Veranstaltungen des Vereins deutscher Ingenieure in Darmstadt, der Deutsche Kälteverein in Karlsruhe durch. Im Anschluß an die geschäftliche Hauptversammlung des VDJ. wird eine Feierstunde dem 100jährigen Bestehen der Technischen Hochschule Darmstadt und der 80-Jahrfeier des Vereins deutscher Ingenieure gewidmet sein. Gesamtsumme der bisher eingegangenen Spenden 61 254,23 Mark. Weitere Spenden gingen ein am 29. Februar: Dr. E. Vogt Wwe., Gießen, 5 Mark. 3. März: Pros. Dr. Börstel, Gießen, 5 Mark; KdF.-Veranstaltung (Sammlung DAF.) 118,77 Mk. 4. März: Sanitätsverein 25 Mark; Dr. Hahn, Hungen, 5; Ludw. Schunk 25; Frau Luise Reu- ning 10 Mark. 5. März: Eugen Dürr, Gießen, 40 Mark. 7. März: Freiherr v. Lemmers 11 Mark. Unbekannt 40 Mark. Prof. Dr. Messer 20 Mark^ 9. März: Grube vereinigter Wilhelm 6 Mark; Dr. Pauli 200 Mark. Lohnspenden von Arbeitnehmern: 29. Februar: Gg. PH. Gail, Gießen, 21,95 Mark; Arbeitsamt Gießen 22,95; Lupusheilstätte Gießen 17,87; Allg. Ortskrankenkasse 33,35; Albin Klein, Gießen, 13,40; Landkrankenkasse Gießen 8,50; Beamte Kreisamt Gießen 29,52 Mark. 3. März: Karl Freytag, Gießen, 33,09 Mark; Poppe & Co. 99,40; Bäuerliche Hauptgenossenschaft 5,40; Biebertalbahn 8,40; W. u. G. Schu- chard 18,80; Genossenschaft für Häute und Fettver- Fwd. Der soeben erschienene Geschäftsbericht des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, der gleichzeitig die Wirtschaftsgruppe Sparkassen in der Reichsgruppe Banken bildet, hebt an Ereignissen von grundsätzlicher bankpolitischer Bedeutung u. a. die weitere Vereinfachung und stärkere Konzentration des Sparwesens zugunsten der seit altersher bewährten Sparinstitute hervor, wie sie in den Gesetzen über die Liquidation der Zwecksparunternehmungen und des Spargeschäfts der Verbrauchergenossenschaften, sowie der Reform des Werksparwesens zum Ausdruck kommt. Der Einlagenzuwachs Hai bei den öffentlichen Sparkassen im Jahre 1935 die Ergebnisse der beiden Vorjahre übertroffen. Im Sparverkehr beläuft sich der Einzahlungsüberschuß 1935 auf 515 Millionen Reichsmark, gegenüber 251 Mill. RM. im Vorjahre. Hierzu kommen Zinsgutschriften in Höhe von rund 400 Mill. RM. Gutschriften von Härtemitteln aus der Aufwertung mit 51 Mill. RM. und 24 Mill. RM. sonstige Umbuchungen, so daß die Gesamtzunahme der Spareinlagen 1935 = 990 Mill. RM. betrug. Mit 13 670 Millionen RM. wurde ein neuer Höchststand der Spareinlagen seit dem Jahre 1924 erreicht. Bei den Depositen-, Giro- und Kontokorrenteinlagen betrug die Zunahme 278 Millionen Mark, gegen 150 Millionen Mark im Vorjahre. Damit haben die kurzfristigen Einlagen Ende des Jahres wertung 5,97; Genossenschaft für Häute und Fettverwertung 13,75; Bezirkssparkasse Gießen 96,65; Karzentra 35,02; Brühl'sche Universitatsdruckerel 92,40; Reisende Jürgens van den Bergh 8,60 Mk. 4. März: Oberhoff u. Sohn 6,13 Mk.; Kaufhaus Kerber 35,95; Dornberger, Gießen, 9,70; Franz Bette 14,50; Harries u. Co. 5,89; Will u. Co. 7,10. 5. März: Landes-Heil- und Pflegeanstalt 119,95 Mark; Rinn & Cloos, Heuchelheim, 50,30; Zigarettenfrischdienst 21,65; Stadtkasse Gießen 567,06; Adolf Geisse 14,80; Stempel Kreuter 24,22; Rmn & Cloos 62,30; Gail'sche Tonwerke 46,90 Mark. 6. März: Jhring Melchior, Lich, 44,75 Mark; Buderus Lollar 63,95; Jürgens van den Bergh 9.35; Verbrauchergenossenschaft 45,73; Wilhelm Röhrig 9,51; Tribus u. Sundheim 14,13 Mark. 7. März: Schunk & Ebe 155,30 Mark; Eierteig- waren 21,05; Münchow'sche Druckerei 18,87; Singer Nähmaschinen 6,04 Mark. 9. März: Theodor Köhler 8,52 Mark; Finanzamt Gießen 43,12; Bänninger 273,49; DAF. Gießen 30,10; Verwaltung Vet. - Kliniken 66,10; Gebr. Berms, Klein-Linden, 16,81; P. I. Möbs 47,72 Mk. Gesamtsumme: 64 191,01 Mark. annähernd die 2-Milliarden-Grenze erreicht. Die Gesamteinlagen bei den Spar- und Girokassen, sowie Kommunalbanken sind demnach um insgesamt 1,27 Milliarden gestiegen; bereits im Mai 1935 wurde bei den Gesamteinlagen die 15-Milliarden- Grenze überschritten. Dem Gebiet des Kleinsparwesens haben die Sparkassen auch im Jahre 1935 ihre besondere Aufmerksamkeit zugewendet. So hat das 1934 ein- geführte Reisesparen durch die NS.-Gemein- schaft „Kraft durch Freude" eine befriedigende Entwicklung aufzuweisen. Neu eingeführt wurde der Arbeitsdanksparverkehr, ebenso eine Olympia-Sparkarte. Im Kreditgeschäft haben es sich die Sparkassen — neben der Mitwirkung bei der Konsolidierung auf dem Gebiete der öffentlichen Finanzen auch im Berichtsjahr besonders angelegen sein lassen, ihr lang- und kurzfristiges Mittel st andskreditge- schäft nach Kräften zu pflegen. Der hypothekensiand erhöhte sich bis Ende Oktober um 132 Millionen Mark auf 6,5 Milliarden Mark. Der kurzfristige Mittelstands- kredit der Sparkassen weist eine erfreuliche Stabilität in seinem Gesamtumfang auf; die Zahl der gewährten Kredite (1,192 Millionen Mark Ende Oktober 1935, gegen 1,173 i. V.) ist fortgesetzt gestiegen, während der Durch- schnittsbetrag des Einzelkredites (1497 gegen ErsleulicheSpaMen-En1wiMngimWre1935 Oer Geschäftsbericht des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes für 1935. 1555 Mark) — entsprechend seinem Charakter als Mittetstandskredit — noch gesunken ist. Der Wertpapierbestand der Sparkassen hat 1935 eine beträchtliche Erhöhung erfahren. Der Spargiroverkehr hat sich in 1935 günstig weiterentwickelt. Die Anzahl der Ueberweisungen stieg um 12 o.H. auf 112 Millionen Stuck, der Gesamtbetrag um 10 v. H. auf 51,3 Milliarden. Der Ertragslage der Sparkassen sind in dem Be- richt eingehende Ausführungen gewidmet Die Zins, spanne ist hiernach von Mitte 1933 bis Ende 1935 um etwa 0,28 v. H. gesunken. Die Girozentralen sind nach wie vor in stärkstem Umfange die Verwalter der liquiden Mittel der Sparkassen geblieben. Auch die Geschäftsentwicklung der öffentlichen Bausparkassen läßt eine ständige Aufwärtsbewegung erkennen. Der Dertragssummen- bestand betrug Ende 1935 390 Millionen Mark bei etwa 76 000 Bausparverträgen; bis Ende 1935 konnten bereits ungefähr 21 000 Verträge mit einer Dertragssumme von 128 Millionen Mark zugeteilt werden. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Im Bereiche subtropischer Warmluft stiegen gestern die Temperaturen besonders in Süd- und Westdeutschland bis zu fast 20 Grad Celsius an. In den nördlicheren Teilen des Reiches strömt dagegen kältere Luft ein, die dort Anlaß zu unfreundlichem Wetter mit Niederschlägen, vereinzelt sogar Schnee gibt. Auch für unseren Bezirk muß jetzt mit dem Aufkommen unbeständigeren Wetters gerechnet werden. Aussichten für Donnerstag: lieber« gang zu unbeständigerem und kühlerem Wetter mit Neigung zu Niederschlägen, in der Richtung veränderliche Winde. Aussichten für Freitag: Voraussichtlich unbeständiges und kühles Wetter mit vereinzelten Niederschlägen. Lufttemperaturen am 10. März: mittags 14,5 Grad Celsius, abends 5,3 Grad; am 11. März: morgens 1 Grad. Maximum 15,2 Grad, Minimum heute nacht — 0,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 10. März: abends 3,7 Grad; am 11. März: mor-, gens 3,6 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 5,8 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Deck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. ♦ D.A. U. 36: 10 556. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch-und Steindruckerei R. Lange,K.-G., sämtlich in Gießen. 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Weilir Heute: isnD Hauptversammloof 20.30 Uhr „Hessischer Hof". 3n der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 2 Gewinne za 5000 M. 43824 4 Gewinne zu 3000 M. 49319 338277 12 Gewinne zu 2000 M. 132575 204723 243637 343696 387694 391768 56 Gewinne zu 1000 M. 13240 20049 31437 614371 70804 109550 110061 122784 127471 159224, 190962 193367 247982 250171 254233 266300 280545 286358 294420 303731 305852 313924 316111 339580 348673 353667 386749 394960 82 Gewinn« zu 500 M. 6339 22829 29866 30634 33941 44441 45626 84863 85024 87623 107972 122769 129100 141184 147212 174284 182467 210703 215600 216263 226919 254931 273835 279348 281386 285526 290228 296008 297215 308007 333605 355112 363250 365352 367624 367755 368490 379041 379784 394635 396572 308 Gewinne zu 300 M. 2970 6108 9246 11372 21734 22983 23757 25943 26659 29010 31491 32741 33619 34569 36061 35916 36657 38932 47596 62039 56713 62234 64220 65036 68492 69291 70185 83940 86143 87200 88152 90227. 97236 99337 99645 102228 102906 104416 104612 104811 108364 108832 109610 111261 114692 116975 117420 118109 121736 122835 122911' 122936 133488 133699 136776 142584 146618 146414 147899 149045 153252 153269 163975 156028 166579 161139 162130 163182 163386 166304 170765 171419 178374 178473 178499 179925 181828 183080 187104 190350 195021 196293 201126 203306 210147 210158 211306 213604 213704 214106 215118 217829 219067 229788 232922 234696 235901 236681 237884 239448 242582 246676 254084 254416 261249 262466 262508 264686 269284 269943 271089 272041 272281 273415 274Q16 276647 277307 278920 280812 284058 291633 293367 297327 297968 298969 302438 308520 308691 313073 320619 331884 335308 337936 339064 340495 342802 361632 363357 354826 367944 359810 369979 365656 372233 381090 384447 386730 386296 388654 393066 394099 398637 398999 399372 Im Gewinnrade verblieben: 2 Gewinne zu je 1000000, 4 zu je 20000, 10 zu je 10000, 12 z« je 5000, 34 zu je 3000, 62 zu je 2000, 176 zu je 1000, 288 gu jt 500, 1248 zu je 300 Mk. Mittwoch, n.maryl956 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Nr. 60 Zweites Blatt Aus der Wett des Ulms. dieWelt" wurden den Volksgenossen nahegebracht — aber gleichzeitig damit lernte der Kinobesucher. und der Volksgenosse auf dem flaches Lande den Kulturfilm und Filmkultur. Nationalsozialistische Aufbauarbeit. NSG. Sie Bedeutung des künstlerischen und kulturellen Filmschaffens ist dank der Initiative verdeutschen Staatssührung in den letzten Jahren immer augenfälliger geworden. Der Entwicklung sind keinerlei Schranken gesetzt, wenn sie sich nur in jenen Bahnen bewegt die der Geisteshaltung des deutschen Menschen Rechnung tragen. Nicht umsonst ist der Begriff der ,F i l m k u l t u r" geprägt worden als der Ausdruck der innerlichen Sauberkeit und der künstlerischen Qualität eines jeden Filmwerkes, das als Kulturgut gewertet werden will. Das Filmwesen in seiner Struktur ist durch die Eingliederung in die Reichskulturkammer selbst zum Teil der deutschen Kultur geworden und hat Aufgaben erhalten, die im Sinne des allgemeinen Kulturaufbaues'im Innern und des Kulturaustausches mit anderen Nationen liegen. Einen nicht unbedeutenden Anteil an dem Filmschaffen als feftumrissene kulturpolitische Gestaltungsform besitzt der Kulturfilm, der in den Jahren vor der Machtergreifung stets das Schmerzenskind im Filmwesen war, weil sein ureigenster Zweck immer wieder verkannt wurde. Als Lückenbüßer, der nur wegen der von ihm erwarteten Steuerminderung im Beiprogramm der Lichtspieltheater eingesetzt wurde, mußte er ein dürftiges Dasein fristen. Er wurde als notwendiges liebel gewertet und dementsprechend behandelt. Hieran hatte nicht zuletzt der Theaterbesitzer schuld, der zwar den Kulturfilm innerhalb des Programms zeigte, im übrigen aber wenig dazu beitrug, ihm die Bedeutung zu verschaffen, die er in einem Kulturstaat wie Deutschland tung herbeigeführt werden. Wieder war es die Filmorganisation der Partei, die guten Kulturfilmen den Weg bahnte und sich selbst für eine möglichst weitgehende Verbreitung dieser Filme einsetzte. Aus kulturellem Willen geborene Filme wie „Hände am Wer V, „D a s Grabmal des unbekannten Soldaten" und „W a s i st Wert des Kulturfilms erkennen. Die Industrie stellte sich mit Schöpfungen ähnlicher Art an die Seite, und so konnte die Höherentwicklung des Niveaus erreicht werden. Die geringe Wertung mußte der Anerkennung weichen, und schon heute glaubt sich hier und dort Kulturfilme im Beiprogramm austauchen, die kalt lassen, so ist dock gut die Hälfte aller jetzt geschaffenen Filme dieser Gattung ansprechend, und man spürt den Willen, den kulturellen Charakter in jeder Einstellung bemerkbar wer- den zu lassen. Selbst Filme, die im eigentlichsten Sinne der Werbung zu dienen haben, wie z. B. „Metall des Himmels" und verschiedene Städtefilme, zeugen von der kulturell bedingten Schöpfung gewissenhafter Gestalter. Schon in der Kampfzeit nahm sich die Parteifilmorganisation des wertvollen Kulturfilms an. Besonders aber in den Jahren des nationalsozialistischen Aufbaues konnte durch die Förderung der zuständigen Stellen eine stetig wachsende Entwicklung dieser Filmgat- Enthüllte Ulmgeheimnisse Eine Llfa-Lehrschau in Neubabelsberg. Wenn technische Erfindungen nach der ersten Kindheits- und Prüfungszeit ihren Platz unter den mannigfachen Erscheinungen menschlicher Lebensformen endgültig sich erobert haben, beginnen sie im Bewußtsein des Volkes immer greifbarere Gestalt zu gewinnen, und die Schuljugend pflegt sich fachmännischer und leidenschaftlicher darüber zu unterhalten als über französische Vokabeln. Wie ein Super-Sechskreiser aufgebaut ist, warum diese oder jene Radioröhre weicher klingt als eine andere und welcher Unterschied zwischen einem dynamischen Lautsprecher und einem Freischwinger ist, das weiß heute jeder Tertianer, und wenn zur Zeit des Schulschlusses Irgendwo ein herrlich leuchtender Mercedes-Benz vorübersaust, so gibt es die klügsten Sachverständigenurteile, die man sich denken kann. Es ist selbstverständlich, daß der romantische Zauber, der von der bewegten Leinwand ausgeht, nicht weniger Phantasie und Wissensdurst bei jung und alt entfesselt. Die Geheimnisse derTon- k a m e r a begegnen heute, da der Film, mit großen, entscheidenden Kulturaufgaben betraut, in eine Front gerückt ist mit Bühne, Presse und Rundfunk, bei Künstlern, Technikern und Laien gleich brennender Anteilnahme. Die Atmosphäre des Ateliers mit seiner liebevoll und sorgsam aufgebauten Welt des schönen Scheins, der eine seltsam packende, künstlerisch gesteigerte Wiederholung der Wirklichkeit bedeutet, die Arbeit des Schauspielers im grellen Licht der Jupiterlampen, die schwere Aufgabe des Spielleiters, der Herz und Hirn des jeweils entstehenden Werkes ist, die unbegrenzte Beweglichkeit der Kamera, der interessante Werdegang des photographierten Tons von der akustischen Schwingung zur elektrischen und zur Lichtwelle und wieder zurück, das Problem der Synchronisierung von Ton und Bild, dessen endgültige Lösung den Tonfilm, der schon in der Kindheit des Films Wunschtraum der Menschen war, überhaupt erst Wirklichkeit werden ließ — das und vieles andere sind Dinge, für die der fachmännisch Interessierte wie das Publikum, das im Lichtspieltheater die Schönheit des fertigen Werkes genießt, in höchstem Maße empfänglich sind. Diesem ewig menschlichen Triebe zum Wissen, zum Schauen, zur Erkenntnis ungekannter Zusammenhänge kommt ein wichtiges und dankenswertes Unternehmen der Ufa entgegen, das in diesen Tagen fertiggestellt und der Öffentlichkeit übergeben wurde: die Ufa-Lehrschau, draußen auf dem Ateliergelände in Neubabelsberg bei Berlin. Es ist gewiß bei dem Versuch, zum ersten Male in der an Rückschlägen und steilen Aufstiegen reichen Geschichte des Films eine derartige Ausstellung zusammenzufügen, noch nicht alles restlos geglückt, Erfahrungen müssen erst gesammelt werden, um diese oder jene Abteilung anders, für die Allgemeinheit fesselnder zu gestalten ober um den Anschauungsunterricht hier und da noch zu er« der Kinobesucher um ein Erlebnis betrogen, wenn er die Vorführung eines Kulturfilms versäumt. Neben der Pflege des wertvollen Beiprogrammfilms bedarf es aber auch des Einsatzes für den abendfüllenden Kulturfilm. In Matinäes, Nachtvorstellungen und vor allem Jugendvorstellungen wird dieses Filmgenre gezeigt, und wieder sind es die Gaufilmstellen der Partei, die durch Vorführungen von Kultur- und staatspolitischen Filmen in der Stadt und auf dem flachen Lande, dem wertvollen Film den ihm gebührenden Platz gesichert haben. So muß der Kulturfilm als edelster Ausdruck der Filmkultur weiterhin zur vollen Entfaltung geführt werden. verdient hätte. Auch der Verleiher ist nicht von der Schuld freizufprechen, sich um die Höherentwicklung des Niveaus dieser Filmart zu wenig gekümmert zu haben. Für ihn kam es darauf an, einen billigen Beiprogrammfilm zu haben, und es war ihm gleichgültig, ob dieser Film wirklich kulturell, belehrend und aufklärend war, wenn er nur die Länge besaß, die die Steuerermäßigung garantierte. So kam es, daß der Inhalt der Kulturfilme sich häufig nur aus aneinandergereihten, postkartenähnlichen Filmaufnahmen oder aus billigen Aufnahmen aus dem Tierleben zusammensetzte. Man suchte eine Entschuldigung in dem Argument, es gäbe zu wenig gute Kulturfilme, tat aber nichts, zu einer Aufwärtsbewegung dieser so wichtigen Filmgattuna beizutragen. Die geringe Meinung, die der Kinobesucher vom Kulturfilm besaß, und die sich häufig in den Worten: „Es läuft ja zunächst der Kulturfilm, da brauchen wir uns nicht zu beeilen!" ausdrückte, war zumindest zu verstehen. Es gab jedoch auch damals schon Kulturfilmhersteller und Künstler, die sich für die q u a l i t a t i v e Entwicklung einsetzten und Filme schufen, deren künstlerischer und kultureller Wert über jeden Zweifel erhaben waren. Im allgemeinen war die Bezeichnung „Kulturfilm" nicht berechtigt, denn viele jener Filme, die diese Art verkörpern sollten, enthielten alles andere, nur keine Kultur! Das ist grundlegend anders geworden. Wenn auch hier und dort Kulturfilme im Beiprogramm auf- ...... ich gut die Hälfte efer Gattung anweitern. Wesentlich aber bleibt der große Gedanke, der der Veranstaltung zugrunde liegt: den Filmschaffenden und dem filmbegeisterten deutschen Volke eine Gesamtschau aus dem Zauberreiche Film zu schenken, Kenntnisse zu vermitteln, Anregungen zu fördern und reifen zu lassen und so dem Ganzen zu dienen. Die Gliederung in drei Abteilungen, die die film- künstlerische Arbeit, den technischen Gesamtapparat, die wirtschaftlichen Grundlagen und Belange des Films umspannen, erleichtert die Uebersicht und läßt das Bemühen erkennen, in der Tat kein Einzelgebiet unberührt zu lassen. Der künstlerische Aufbau der Räume, die Tafeln, Modelle, Tonfilmapparaturen, all das ermöglicht einen klaren Einblick in die Entstehung des F i l m w e r k e s vom Manuskript bis zum vorfüh - rungsbereiten Film st reifen, in die Arbeit des Filmdichters, des Spielleiters, der Darsteller, des Kameramannes, des Architekten, des Komponisten, des Tonmeisters und all der andern Beteiligten, deren jeder seine besondere Verantwortung in seinem Wirkensbereich trägt, und in die mannigfachen Verflechtungen der internationalen Filmwirtschaft, in die Fragen des Verleihs, der devisenwirtschaftlich bedeutsamen Lizenzen, des Theaterbetriebes und dergleichen mehr. Der Weg, der hier beschritten wurde, führt nicht nur zu einer allgemein begrüßten und seit langem bereits schmerzlich vermißten Aufklärung weiter Kreise über alle Provinzen des gewaltigen Kultur- reiches Film, sondern vor allem — und hierin gipfelt jede Forderung, die wir an eine derart umfassende Schau stellen können — zu einer wichtigen Kenntnis der Bedeutung des deutschen Films in der Gesamtproduktion der Welt. Umfassen doch die ausfuhrfähigen deutschen Filme ungefähr 15 v. H. der auf den Weltmarkt gelangenden Erzeugnisse. Die~ Liebe zur Welt des Films kann durch solchen lebendigen Anschauungsunterricht nur noch fester gegründet und vertieft werden. Wir haben unsere feststehenden alljährlichen Ausstellungen: die Grüne Woche, die Autoausstellung, die Funkausstellung und viele andere. Sie bringen der Bevölkerung Berlins ober anderer Ausstellungsstädte und den Gästen des In- und Auslandes wichtige Bezirke unseres Lebens und unserer Arbeit nahe, erfüllen uns mit Stolz und Freude und mit neuem Schaffenswillen. Wäre es nicht an der Zeit, das große Kulturinstrument „Film", eine der gewaltigsten geistigen Waffen und einen bedeutsamen Wirtschaftsbezirk des neuen Deutschlands, in diese ständig wiederkehrenden Ausstellungen einzureihen, als Spiegel dessen, was erreicht wurde und Wegweiser zu weiteren Zielen? Darum: beschreiten wir den Weg von Neu- babelsberg zum Kaiserdamm. Er ist nicht allzuweit. Max Ingolf. Aus denMdheitstagen desFilms Jubiläumsausstellung in London Dieser Tage hat im Londoner Polytechnikum eine Filmvorführung stattgefunden, die im wesentlichen eine Wiederholung jenes bedeutsamen Ereignisses war, das vor genau vierzig Johren am gleichen Orte die Entwicklung des Lichtspielwesens entscheidend mitbegründete. Am 20. Febr. 1896 führte der Franzose Öouis ßumiere, einer der Pioniere des Films, englischen Sachverständigen sein für damalige Verhältnisse aufsehenerregendes Programm einer Reihe von „l ebenden Bildern" vor, und jetzt wohnte der greife Erfinder als Ehrengast der Veranstaltung bei, mit der die alten Eindrücke und Erinnerungen noch einmal heraufbeschworen worden sind. Es war auch der gleiche Projektionsapparat, mit dem die Filme vorgeführt wurden. Lumiöres Repertoire bestand, als er die Londoner zum ersten Male mit feiner Neuerung bekannt machte, aus insgesamt 24 Filmen, von denen die Hälfte, nachdem sie schon in ^ranE« reich an einigen Orten gelaufen war, den Engländer! gezeigt wurde. Jeder Film hatte nun eine Länge von ungefähr zwölf Meter und lief in einer Zeit von einer halben Minute ab. Die Vorführung des Programms wurde jetzt im Polytechnikum dadurch künstlich etwas verlängert, daß jeder Film durch einen Sprecher mit einigen Sätzen eingeleitet und erklärt wurde, und dennoch dauerte die ganze Vorstellung kaum eine halbe Stunde. Darunter befanden sich Stücke mit den Titeln „Unter dem H u t", in dem sich M. T r e w e y, ein Mitarbeiter ßumieres, in feinen darstellerischen Künsten zeigte, „Rettungsboot beim Verlassen des Hafen s", Pick - n i ck", in dem ßouis ßumieres Bruder Auguste mit Frau und Kind zu sehen war, „Kavallerie- a n g r i f f", sowie „Ankunft eines Zuges auf einer ßanbftation", der besonders Aufsehen erregt haben soll, und noch manche andere. In der Aufzählung darf der Film „Ausfahrt derFeuerwehr vonSouthWark" nicht vergessen werden, der vielleicht das erste Beispiel eines aktuellen Films ist. Trewey hatte damals auch versucht, von einer feierlichen Veranstaltung des ßord-Mayors von ßondon einen Film zu drehen, aber der berüchtigte Nebel der englischen Hauptstadt machte ihm einen Strich durch die Rechnung, und auf der ßeinwand waren schließlich nur einige Helme und Degen zu sehen. Aber was schadete das? Der Streifen gab immerhin noch einen prächtigen Film unter dem Titel „ßondon im Nebel" her. Die Veranstaltungen im Polytechnikum 1896 verliefen jedoch ziemlich sang- und klanglos. Keine Vertreter des öffentlichen ßebens waren anwesend, und außerhalb des Kreises von Sachverständigen hörte man kaum ein Wort über die Vorführung. In der Presse erschienen nur einige belanglose Zeilen, die von den Nachrichten über die viel wichtiger erscheinenden Fußballereignisse vollkommen erdrückt wurden. Ei« Ulm, der fünf Tage lang läuff. Im nächsten Monat wird in der amerikanischen Bundeshauptstadt Washington die Jahresversammlung des „Bundes zur Erhaltung des amerikanischen Wildnislebens" tagen. Der Bund hat sich vor allem die Eichaltung der Naturschönheiten im früher „wilden" Westen der Staaten zur Aufgabe gestellt. Bei dieser Zusammenkunft wird ein Film öorgeführt werden, der fünf Tage, und zwar täglich zwölf Stunden lang laufen und damit den längsten Filmstreifen darstellen wird, den die Welt gesehen hat. Der Film zeigt in buntem Wechsel alle ßebensformen der Wildnis, von der Flora über das gesamte Tierreich bis zum ßeben des Menschen, der der Wildnis fein tägliches Brot abtrotzt. Z. Der Schauspieler Friedrich Kayßler. XSon Or. Johannes Günther. Friedrich Kayßler nimmt im Film eine ganz besondere Stellung ein. Denn er kommt nicht vom Film her. Er kommt von der Bühne der Poesie her, von der Bühne der Geklärtheit und des ße= bensernftes. Und jemand, der den hastigen, lauten Betrieb des Films, den Geschäftsbetrieb der Filmerei bis zum Ueberdruß erfahren hat, der dürfte sagen: Friedrich Kayßler hat mit dem Film nichts zu tun. Selbstverständlich schied sich Kayßler auch stets von allem Flimmerbetrieb im üblen Sinne. Für das Künstlerische des Films aber hat Kayßler ein nniges Verständnis und eine rege Anteilnahme, die ihm schnell die Brücke schlägt von seinem Theater zum Film. Im Jahre 1929 nahm Kayßler in die dritte Folge seiner „Schauspieler-Notizen" Besinnung „zur Mystik des Films" auf. Erstens sah er den tiefen Wert des Films darin, daß der vom lauten und grellen Alltag überreizte Mensch märchenhaft, traumhaft zur Stille kommen kann durch das lautlose, unmerkliche, überwirkliche Dahinziehen der Filmbilder. Und zweitens darin, daß die Darstellung der filmischen Photographie Zartheiten des bewegten menschlichen Antlitzes offenbaren kann, die von der Bühne herab, überschminkt, entfernt, verkleinert, ungünstig beleuchtet, nicht zur Wirkung kommen können. Die erste der beiden Wertungen bezieht sich natürlich nur auf den stummen Film. Kayßler bedauert es auch zunächst, daß der Tonfilm aufkam. „Die Möglichkeiten des stummen Films find ja noch gar nicht alle ausgenützt, noch gar nicht ausgeschöpft", sagte er damals zürnend und traurig zu mir. Die Entwicklung hat ihm nicht unrecht gegeben. Schon heute, nach erst so wenigen Jahren, kommt man darauf, daß gesprochene Worte mit ihrer ganzen Jnhgltsbreite in keinem gerechten Verhältnis stehen zu dem sonstigen Tausenderlei, zu der eiligen Folge, in der ja die Geschehnisse uberrotrb lich gekürzt oder schmal gemacht sind. Man geht dazu über, nur Notwendigkeiten sagen zu lassen, alles andere aber (wie es ja auch dem ßeben entspricht) schweigend, höchstens mit Ausnützung der Geräusche, zu gestalten. Diese Entwicklung muß zu Friedrich Kayßlers Kargheit und Strenge passen. Den alten Bauern, in dem Film „Das Mädchen vom Moorho f", der kaum zu einem Wort zu bewegen war, mußte Kayßler ja noch fast als Karikatur spielen, aber doch stand man ganz unter dem Eindruck seiner kindlich-liebenswürdigen Würde. Aber aus einer ähnlichen Vergangenheit des nordischen Menschentums werden, auch gerade im Tonfilm, noch tiefe Wirkungen Kayßlers aufsteigen. Die zweite der beiden Wert-Möglichkeiten im Film, die Darstellung des tiefen ßebens auf einem Gesicht, ist ja noch gewachsen mit dem Uebergehen des Stummfilmes in den Tonfilm und mit der Entwicklung der Filmgestaltung in den letzten Jahren. Und Kayßler selbst vertritt praktisch seinen Grundsatz. „Die Seele ist es, die da spielt!", war und ist seiner Darstellung Kern und Stern; und dieses ßeitroort bewahrheitet sich heute im Film. Der Film lehrt uns in Gesichtern studieren! Kayßlers hartgesetzte, männlichrauhe Stimme die sich aber doch zu lyrischen Feinheiten aufschwm- gen kann, ist im Film sehr verwendungsreich. Und immer roieber wird Kayßler in den Film hineingezogen werden und mit entscheidenden Rollen betraut werden, weil er — rein persönliche Hoheit die menschliche Unerbittlichkeit, die männliche Güte und Aufrichtigkeit vertreten kann. Wir denken, dankbar und noch in der Erinnerung ergriffen, an die hohen soldatischen Persönlichkeiten, die er dargestellt hat, (etwa den General im „Höheren Beseh l"), und, jüngst, an seinen Gemeindevorsteher und Prädikanten im Film „Friesennot" und an den Richter in „M arzurk a". Dsr,,S1erbendeSchwan"imAlm Nach Aufnahmen der Tänzerin Pawlowa. Ein ungewöhnlicher Film ist kürzlich in ßondon vor einem kleinen Kreis von Zuschauern zum ersten Mal über die ßeinwand gegangen: der Tanz der Pawlowa als „S terbenber Schwa n". Die Herstellung biejes Filmes ist bas Ergebnis einer jahrelangen Sammeltätigkeit aller Aufnahmen ber verstorbenen russischen Tänzerin, ba biefes Tanzspiel, bas wie kein anberes ihren Namen unb ihre Kunst berühmt gemacht hat, niemals als Ganzes gefilmt worben ist. Man wußte nur, baß einige ihrer Freunbe mit eigener Kamerab Aufnahmen von ber Künstlerin währenb bes Tanzes gemacht hatten, unb biefe galt es nun ausfinbig zu machen unb so zusammenzuschneiden, baß sich schließlich eine. Gesamtdarstellung der Tanzvorführungen daraus ergab. Edward Nakhimoff hatte sich diese schwierige Aufgabe gestellt, die von ihm nach dem Bericht der Augenzeugen jener denkwürdigen ersten Aufführung restlos gelöst worden ist. Wenn die Suche nach den Aufnahmen, die über die ganze Welt verstreut waren, schon große Schwierigkeiten bot, so war es noch mühevoller, die notwendige Vollständigkeit zu erzielen und Filmstreifen von allen Phasen des Tanzes zu finden. Ein großer Teil der zusammengetragenen Bruchstücke war über zwanzig Jahre alt, und es schien zunächst zweifelhaft, ob sich diese wertvollen Streifen mit den übrigen gen Stücken vereinen ließen. Man wollte nicht ein Fragment bes Tanzes, fonbern eine Gesamtbarstellung, unb man wollte lieber auf bie Durchführung bes Planes verzichten als ben Zuschauern einen nur mangelhaften Einbruck von ber Tanzkunst ber Pawlowa zu vermitteln. Eine weitere Schwierigkeit bestaub in ber Zusammenstellung ber Einzelstreifen im Hinblick auf bie richtige Folge ber Tanzbewegungen. Hier haben verschiebene Tänzer unb Tänzerinnen, bie einst mit ber Pawlowa zusammengearbeitet haben, wertvolle Dienste geleistet. Ein englischer Tanzpartner ber Pawlowa, ber mit ihr viele ihrer Tanzstücke einstubiert unb auf ihren Reifen mit ihr getanzt hat, Audrey H i t ch e n s , würbe zu Rate gezogen, unb er übernahm es auch, bie einleitenben Worte zu biesem Versuch einer Verlebenbigung bes berühmtesten Tanzspieles ber Pawlowa zu sprechen. Der Film enthält auch eine kurze Szene, in ber bie Pawlowa sich mit ben Mitspielern unterhält. Diesem Toniilmstreifen kommt ein befonberer Wert zu, weil durch ihn auch bie Stimme ber Tänzerin ber Nachwelt bewahrt würbe. Den wertvoll- ften Beitrag zu biesem ungewöhnlichen Film lieferten inbes bie amerikanischen Filmschauspieler Douglas Fairbanks unb Mary Pickforb, bei benen bie Tänzerin im Jahre 1928 zu Besuch weilte. Den Filmkünstlern gelang es, bie Pawlowa mit einer kleinen Heimkamera in vielen Phasen ihres Tanzes aufzunehmen, unb biefe Filmstreifen finb so vorzüglich gebreht, baß man banach auch Zeitlupenaufnahmen anfertigen konnte. Nun erst zeigte sich bie unvergleichliche Kunst ber Pawlowa unb bie Schönheit unb Anmut ihrer Tanzbewegungen. Die Zuschauer, bie ber Uraufführung bes Films beiwohnen bürsten, versicherten, baß biefe Bilbstreifen zu ben schönsten Szenen gehörten, bie jemals auf bie ßeinroanb gebannt worben finb. Der Sammler ber Filmstreifen aber hatte bei feinem Unternehmen auch noch einen weiteren Erfolg. Neben einer Gesamtaufnahme bes „Sterben» ben Schwans" besitzt er vollständige Filmstreifen von anderen Tanzszenen der Künstlerin wie der „N acht", des „Fliegenden Drachen s", des „Don Q u i ch o t e", der „Aufforderung zum Tanz" und einer Reihe anderer Schöpfungen, mit denen die Pawlowa einst auf ihren Triumphfahrten von Kontinent zu Kontinent die Zuschauer begeisterte. Man hat dem Film übrigens den Namen „Der un st erbliche Schwan" gegeben, um so zum Ausdruck zu bringen, daß diese berühmteste Tanzschöpfung der Pawlowa der Nachwelt erhalten geblieben ist. fb. Auslandserfolge deutscher Ulme. Es gibt kaum eine volkstümlichere Art, bie Kultur unb bas Volkstum bes eigenen ßanbes bem Auslanb beutlich zu machen als ben neuzeitlichen Film. Der Forberung des Reichsministers Dr. Goebbels entsprechens baß der deutsche Film unverkennbar deutsches Wesen wiederspiegeln müsse, ist die deutsche Filmwelt daran gegangen. Filme zu schaffen, in denen das deutsche Volkstum zum Besucher spricht. Wenn auch noch vielerlei Anstrengungen für künstlerische Höchstleistung notwendig find von feiten des Manuskriptschreibers, Bildherstellers und Darstellers, so zeigt sich doch erfreulicherweise die starke Rückwirkung nationalsozialistischer Gedankengänge auf das gesamte Filmschaffen. Bebeutsam ist nun, daß über Deutschlands Grenzen hinaus dieser nationale und volkstumgebundene Film besonderen Anklang findet. Ein bekannter englischer Filmkritiker stellte jüngst die Forderung auf, der englische Film müsse in besserer Art englisch und national fein; er weist dabei auf das nationalsozialistische Deutschland hin, das in letzter Zeit viele Beispiele volkstumgebundenen Filmschaffens geliefert habe. Auch die ßänber wie Holland, Ungarn, Schweben unb Japan zeigen Vorliebe für neuere deutsche Filme. In USA. steht unter den ausländischen Filmen im Jahre 1935 Deutschland an e r ft e r Stelle. Von 225 aus bem Ausland eingeführten Filmen entfallen 66 auf Deutschland, 43 auf England, 24 auf Frankreich, 18 auf Rußland, 11 auf Ungarn, 10 auf Spanien, 5 auf Italien und 4 auf Mexiko. Es zeigt sich, daß einsichtige Kreise des Auslandes das richtige Gefühl haben, aus einem fremden Film das Wesen und den Charakter des Ursprungslandes zu erkennen und daß somit auch der Film — wie der Sport — seine Weltbedeutung als Mittel der friedlichen Verständigung der Völker untereinander erfüllen kann. DiedeMenkreuzer„Lmden"und„Mrnberg" 1911 vor ponape. Eine Episode aus der deutschen Kolonialgeschichte. Als vor nunmehr 25 Jahren die Landungsabteilungen der vor der Insel Ponape versammelten deutschen Kriegsschiffe zu einer militärischen Trauerfeier antraten, um ihre im Kampf gegen die aufständischen Eingeborenen gefallenen Kameraden au bestatten, war eine Episode unserer jungen Kolonialgeschichte zu Ende, die unsere fern der großen Schiffahrtsstraße gelegenen Besitzungen der Karolineninseln plötzlich in den Mittelpunkt des Interesses gerückt hatten. Auf Ponape, einer der 1899 aus spanischem Besitz an Deutschland übergegangenen Inseln waren die Leute des I o k o i - Stammes schon lange als aufsässig bekannt und schon 1908 mußte der Kreuzer Jaguar" vor der Insel erscheinen, um die deutsche Flagge zu zeigen und die Eingeborenen zu beruhigen. Als 1910 der kaiserliche Bezirksamtmann von Ponape, Regierungsrat Boeder, auf der Ponape vorgelagerten kleinen Insel Dschokadsch durch die Eingeborenen Wege anlegen ließ, kam es am 18. Oktober 1910 zu Unruhen. Boeder, der auf eine langjährige Tätigkeit in den Kolonien zurückblickte und große Erfahrung im Umgang mit Eingeborenen hatte, ließ sich ohne besonderen Schutz nach dem Eiland Dschokadsch übersetzen, um die Aufsässigen zu beruhigen. Ehe es aber zu Verhandlungen kam, wurde Boeder, der ihn begleitende Sekretär Bauckmann, der Büroassistent Hollborn, der Wegebauaufseher Häfner, sowie fünf Mann der Bootsbesatzung von den Rebellen erschossen oder mit dem Buschmesser niedergemacht. Da der zu den Ost-Karolinen zählenden Insel Ponape jeder telegraphische Anschluß an die etwa 2300 Kilometer entfernten Kabelstation auf der Insel Pap (West- Karolinen) fehlte, konnte man erst am 26. November durch den fahrplanmäßigen Postdampfer mit der Außenwelt in Verbindung treten und das kaiserliche Gouvernement in Rabaul benachrichtigen, von wo aus die Nachricht von dem Aufstand am 26. Dezember in Berlin eintraf. In der Zwischenzeit war es dem Regierungsarat Dr. Girsch, einem guten Kenner der Eingeborenen und von diesen hoch geschätzt, auf Ponape gelungen, mit Hilfe der wenigen eingeborenen Polizeisoldaten und unterstützt von den treugebliebenen Stämmen, die Insel zu halten. Das Gouvernement sandte sofort die verfügbare eingeborene Polizeimannschaft nach Ponape und benachrichtigte den Kreuzer „Cormoran", der in den australischen Gewässern war, und das Vermessungsschiff „P l a - n e t" in Neu-Guinea. Beide Schiffe trafen Mitte Dezember vor Ponape ein. Damit war die größte Gefahr beseitigt. Als dazu noch am 10. Januar vom ostasiatischen Kreuzergeschwader die beiden Kreuzer „Nürnberg" von Hongkong und „E m - d e n" von Tsingtau — beide fanden bekanntlich im Weltkrieg nach äußerst erfolgreichem Kreuzerkrieg ein ruhmvolles Ende, „Nürnberg" sank mit wehender Flagge in der Seeschlacht bei den Falklandsinseln am 8. Dezember 1914, und die „Emden" wurde nach hartem Kampf mit dem Kreuzer „Sidney" am 9. November 1914 bei den Kokosinseln brennend auf den Strand gesetzt — eintrafen, konnte man zum planmäßigen Angriff übergehn. Die Aufständischen hatten auf der Insel Dschokadsch ein etwa 300 Meter hohes Felsplateau zu einer starken Verteidigungsstellung ausgebaut. Sie waren im Besitz von z. T. ganz modernen Feuerwaffen mit reichlich Munition und hatten — was besonders ins Gewicht fiel — vom Wegbau her eine Kiste Dynamit in Händen. Bis zum Eintreffen der „Emden" und der „Nürnberg" hatte man der Lage entsprechend von einem Angriff abgesehen, zumal die Gefahr bestand, daß der geringste Mißerfolg die noch treugebliebenen Eingeborenen schwankend machen könnte. Als dienstältester Offizier übernahm der Kommandant der „Emden" Fregattenkapitän V o l l e r t h u n den Oberbefehl über die vereinigten Stteitkräste und ordnete zunächst eine Absperrung der kleinen Insel Dschokadsch von der Hauptinsel an. Nach genauer Erkundung des Geländes wurde die Ausgangsstellung für den Sturm festgelegt und für den Angriff das Landungskorps der „Nürnberg" bestimmt, das durch 100 eingeborene Polizeisoldaten verstärkt wurde. Die Führung hatte Fregattenkapitän T a e g e r t. Am 13. Januar um 7.45 Uhr wurde die feindliche Stellung von den Kreuzern unter Feuer genommen, das um 9 Uhr eingestellt wurde. Um 10 llhr begann dann der Vormarsch. Da sich die Angriffskolonne einen Weg durch den dichten unübersichtlichen tropischen Busch bahnen mußte, kam sie erst gegen 4 Uhr nachmittags am Fuß der feindlichen Stellung an. Die Spitze bekam gegen 4.30 Uhr Feuer. Das Gewehrfeuer, durch das gleich zu Beginn des Gefechtes Leutnant z. S. von Prittwitz und Gaffron schwer verwundet wurde, war von Steinlawinen begleitet, die der in ausgezeichneter Deckung liegende Feind niedergehen ließ. Nachdem ein Maschinengewehr in Stellung gebracht war, und der rechte Flügel sich soweit vorgeschoben hatte, daß die eindliche Stellung flankiert wurde, brach die ganze Linie unter Hurra in die feindliche Stellung em, die der Feind unter Hinterlassung einiger Toten luchtartig räumte. Bei Sonnenuntergang wehte die deutsche Kriegsflagge vom höchsten Gipfel des Berges und zeigte den Schiffen, daß der Angriff geglückt war. Am nächsten Tag wurde die Insel abgestreift und Gefangene gemacht. Zwar war unter den Toten der Bruder des Anführers der Aufständigen, Jomatau, und unter den Gefangenen entdeckte man einen der Mörder des Bezirksamtmannes Boeder; den übrigen Mördern, vor allem Jamotau selbst, war es aber gelungen, zu entkommen. Sie hatten die Hauptinsel erreicht und hatten sich im Westen derselben in dem Hauptsitz des Jokoi-Stammes Tomara festgesetzt. Gegen diesen Platz richteten sich die weiteren Operationen. Am 19. Januar wurden zwei Kolonnen gegen Tomara angesetzt, aber infolge des unwegsamen Geländes trafen sie nicht rechtzeitig ein, so daß es Jomatau und seinen Leuten wiederum gelang, sich der Umklammerung zu entziehen. Immerhin wurden bis zum 24. Januar weitere 110 Gefangene eingebracht, von denen verschiedene an der Bluttat des 18. Oktober beteiligt waren. Aber die Haupträdelsführer des Aufruhrs hatte man immer noch nicht. Schon machte man sich auf einen langwierigen Kleinkrieg gefaßt, als die Nachricht einlief, die Rebellen hätten sich auf dem Berg Nan- hop im Innern der Insel festgesetzt und bauten die aus spanischer Zeit noch vorhandenen Befestigungen in fieberhafter Eile aus. Sofort erging der Befehl, diese Stellung einzuschließen und anzugreifen, obwohl die Truppen durch die bisherigen Unternehmungen stark mitgenommen waren. Das Landungskorps der „Emden" mit 60 Polizeisoldaten rouroe zum Frontalangriff bestimmt, die Abteilungen der „Nürnberg" und des „Cormoran" mit 85 Polizeisoldaten hatten den Auftrag, den Gegner zu umgehen, so daß er beim Angriff der „Emders- Mannschaft dieser Abteilung in die Arme laufen mußte. Zuerst stieß die „Nürnberg" und „Cormo- ran"-Mannschaft unter Korvettenkapitän Siemens mit dem Feind zusammen, wobei Leutnant z. S. Erhard vom „Cormoran" durch Kopfschuß fiel. Erhard hatte feine in Sidney lebenden Eltern feit 15 Jahren nicht mehr gesehen und hoffte durch das Kommando auf den in den australischen Gewässern stationierten „Cormoran" ein Wiedersehen zu ermöglichen. Ehe es dazu kam, starb er den Tod fürs Vaterland. Die Abteilung Siemens blieb auftragsgemäß in Deckung, bis die „Emden"-Abteilung unter Fregattenkapitän Taegert nach achtstündigem äußerst beschwerlichem Marsch etwa um 4.30 Uhr am Fuß des Nankioberges angekommen war. Diese ging nach kurzer Rast zum Angriff über, und kurz nach fünf Uhr wurde die Stellung gestürmt, wobei der Obermatrose K e i d e l von der „Emden" ebenfalls durch Kopfschuß fiel. Auch diesmal gelang es einem Teil der Aufrührer auf Wegen, die kaum gangbar über den steilen Gipfel führten, zu entkommen. Auf der von zwei Landungsabteilungen besetzten Insel Dschokadsch, in deren Busch sich immer noch Rebellen verborgen hielten, war es wieder zu Zusammenstößen gekommen, bei denen am 24. Januar der Obersignalgast Günther von der „Emden" schwer verwundet wurde und nach drei Tagen starb. Auf der Hauptinsel hatte man sich auf Grund der bisherigen Erfahrungen entschlossen, die ganze Insel durch die Landungsabteilungen systematisch absuchen zu lassen. Diese Taktik hatte den Erfolg, daß sich bis Mitte Februar immer mehr Aufständische ergaben, bis schließlich der Hauptanstifter Jomatau selbst mit fünf Rädelsführern am 13. Fehruar sich stellte. Am 22. Februar konnten die militärischen Operationen als abgeschlossen betrautet werden, und der Nachfolger des ermordeten Regierungsrats Boeder, Bezirksamtmann Dr. K e r ft i n g, übernahm die Gewalt und das Kommando über die eingeborene Polizeitruppe. An Verlusten waren zu verzeichnen: 3 Angehörige der „Emden"-Besatzung und einer der „Cvrmoran"- Besatzung sowie zwei eingeborene Polizeisoldaten waren gefallen, 5 Angehörige der „Emden", einer von der „Nürnberg", ein Weißer der Polizeitruppe (Polizeimeister) sowie 9 eingeborene Polizeisoldaten waren verwundet. Am 23. Februar verurteilte ein ordentliches Gericht 15 an dem Mord vom 18. Oktober beteiligte Rebellen, die alle durchaus geständig waren. zum Tode. Diese wurden am nächsten Tage von einem Kommando der Polizeitruppe erschossen, wobei sie ein hohes Maß von Todesverachtung zeigten. Die übrigen wurden zu Deportation und Zwangsarbeit verurteilt, und die Angehörigen des Jokoi-Stammes nach der Insel Pap verbannt. Am 27. Februar fand eine militärische Trauerfeier der vereinigten Landungsabteilungen statt, bei der unter großer Beteiligung der Weißen und Eingeborenen der Insel den Gefallenen militärische Ehren erwiesen wurden. Am selben Tag verließ der Kreuzer „Cormoran" Ponape. Ihm folgte am 28. Februar die „Nürnberg" und am 1. März die ,(£mben* mtf den Verwundeten an Bord und mtt Kurs n-ch Tsingtau, der „Planet" sowie das Transportschiff „Titania" mit den übrigen 93er- urteilten und nach der Insel Yap Verbannten, zu- sammen 426 Menschen. Wohl hat das gigantische Geschehen des Welt- krieges die Erinnerung an diese Ereignisse verblassen lassen. Indes haben die Männer, die Damals auf fernem Auslandsposten als deutsche Soldaten kämpften und starben, verdient, daß wir ihrer Taten gedenken. , , Dr. Wilhelm Rehmann. Wirtschaft. Verlegung der Frankfurter Frühjahrsmesse. Neuer Termin: 29. bis 31. INärz. Aus Anlaß der Besetzung der Friedensquartiere und der Reichstagswahl findet eine Reihe nicht aufschiebbarer Massenappelle der NSDAP, im Gau Hessen-Nassau statt, für die das Messegelände in Frankfurt dringend benötigt wird. Daher ist eine Verlegung der Frankfurter Frühjahrsmesse auf die Tage vom 29. bis 31. März notwendig geworden. In der Durchführung der Messe mit ihren Abteilungen Möbel, Haus- und Küchengeräte, Spielwaren und Galanteriewaren wird sich nichts ändern. * * Der Eisen steinbergbau an Lahn, Dill und in Oberhessen im Februar. Förderung und Absatz sind im Februar (25 Arbeitstage) gegen Januar (26 Arbeitstage) mit 79 440 Tonnen bzw. 80 852 To. gegen 81589 To. bzw. 89 753 To. im Januar zurückgegangen. Arbeitstäglich ist die Förderung um ein geringes gestiegen, der Absatz aber auch arbeitstäglich um rund 200 Tonnen zurückgegangen. Der Absatz überstieg die Förderung noch um 1400 Tonnen. Zur Zeit befinden sich 44 Gruben in Betrieb, davon 31 in Förderung, gegen 29 bzw. 26 im Aüfang des vergangenen Jahres. An Bohrungen wurden geleistet im Januar 800 Meter und im Februar 700 Meter. Rhein-Mainische Börse. Etwas erholt. Frankfurt a. M., 10. März. Aus kleine Rückkäufe und Deckungen erfuhr die heuttge Mittagsbörse nach den gestrigen Abschwächungen eine leichte Erholung. Das Geschäft war klein, da eine nennenswerte Publikationsbeteiligung fehlte und auch die Kulisse im Hinblick auf die weitere außenpolitische Entwicklung Zurückhaltung übte. Die Erklärungen Edens im Unterhaus zum deutschen Memorandum trugen zu der freundlicheren Auffassung nicht unwesentlich bei. Nach den ersten Notierungen griff aber eine eher wieder leichtere Stimmung Platz, so daß die ersten Kurse am Aktienmarkt nicht immer ganz behauptet blieben. Stärkere Erholungen zeigten AEG. mit 34,65 bis 34,40 (33,25), Metallgesellschaft mit 113 (110,75), Daimler mit 96,25 (94,50) und AG. für Verkehrswesen mit 105 (103,75). Montan- werte setzten überwiegend 0,25 bis 0,50 v. H. fester ein, nur Rheinstahl gaben noch 0,50 v. H. nach. IG. Farben bei kleinem Geschäft 150,75 (150,50). Elektroaktien lagen meist gut behauptet, Schuckert 0,40 v. H., Siemens 0,75 v. H. höher. Maschinen- und Motorenwerte sowie Metallaktien notierten meist 0,25 bis 0)50 v. H. freundlicher, Junghans noch 0,25 v. H. leichter. Schiffahrtsaktien eröffneten bis 0,40 v. H. erholt, ferner gewannen AKU. 0,50 v. H., Ce- ment Heidelberg 0,75 v. H. Zellstoff Aschaffenburg, Süddeutsche Zucker und Westdeutsche Kaufhof bröckelten noch je 0,25 v. H. ab, Reichsbank mit 185 unverändert. Am Rentenmarkt blieben die Kurse gut behauptet, das Geschäft war sehr klein. Altbesitz 110,40 (110,25), Kommunal-Umschuldung 87,10, Zinsvergütungsscheine 93,30, späte Reichsschuldbuchforderungen 97, späte Wiederaufbauzuschläge 69,25, 6 v. H. Preußen 60,75. Don fremden Werten bröckelten Ungarn leicht ab; 4 v. H. Gold 8,35 (8,40), 1910er Ungarn 8,25 (8,45). Im Verlaufe bewegte sich das Geschäft am Aktienmarkt in engen Grenzen und auch kurs- mäßig traten keine Veränderungen von Belang ein. Etwas niedriger lagen AKU. mit 48 und 48,50, Deutsche Erdöl mit 108,50 nach 108,75, Hapag mit 15,50 nach 15,65, Rheinstahl mit 111 nach 111,50, Verein. Stahlwerke mit 81 nach 81,40. Später zeigte sich auf dieser Basis eher wieder Kaufinteresse. Deutsche Linoleum zunächst 157,50 (158,50), dann 158,50. Klöcknerwerke 83,25 (82,25), Licht & Kraft 134 (132,50), Scheideanstalt 211 (210,25), dagegen Deutsch-Atlanten-Telegraf n. P. 108,90 (112). Renten blieben sehr ruhig. Goldpfandbriefe und Kommunal-Obligattonen notierten unverändert. Stadtanleihen und Liquidationspfandbriefe lagen uneinheitlich, 4,5 v. H. Heidelberg 90,50 (90), 4,5 v. H. Mainz von 1926 92,65 (92,75); Pfalz. Hyp. Liquid. 101,65 (101,25), Meininger Hyp. Li- quid. 101,65 (101,50). Fremde Werte lagen ruhig. Im Freiverkehr gaben Wayß & Freytag auf 91,50 (92,50), Ufa auf 53 (53,50) nach. — Tagesgeld unverändert 2,75 v. H. Abendbörfe freundlich. Bei kleinem Geschäft hatte die Abendbörse eine freundliche Grundstimmung, kursmäßig traten allerdings kaum Veränderungen ein. Etwas lebhafteres Geschäft hatten AEG. mit 35,50 (35), Verein. Stahlwerke mit 81,75 (81,25) auch JG.-Farben mit 150,65 bis 150,75 (150,65) fanden Beachtung. Von Bankaktien notierten Commerzbank mit 92,50 und Frankfurter Hypotheken-Bank mit 96 je 0,25 v. H. höher. Renten lagen ruhig und unverändert. Schweizer Bundesbahn-Obligationen lagen fest, 4prozentige 185 (183,50), 3,5prozentige 174 (171,50). U. a. notierten: Altbesitz 110,40, 6proz. JG.-Far» ben-Bonds 126,75, 4proz. Ungarn Gold 8,40, 4proz. Rumänen 5,20, 4proz. SBB. 185, 3,5proz. SBB. 174, Adca 71,50, Commerzbank 92,52, DD- Bank 92,50, Dresdner Bank 92,25, Fvankf. Hyp. Bank 96, Meininger Hyp. Bank 95, Buderus 95,25, Harpener 113,75, Mannesmann 81,50, Hoesch 87,25, Rheinstahl 111,50, Stahlverein 81,75, Aku 48,25, AEG. 35,50, Bekula 140,25, MAN. 100,50, Conti Gummi 176, Daimler 96,25, Deutsche Erdöl 108,50, Scheideanstalt 211, Deutsche Linoleum 159, Licht & Kraft 133,75, IG. - Farben 150,65 bis 150,75, Gesfürel 125,75, Goldschmidt 103,25, Holzmann 93,75, Junghans 83,50, Ludwigshafener Walzmühle 144, Muag 80,75, Metallgesellschaft 112,75, Schuckert 131, Westdeutsche Kaufhof 30,13, Südd. Zucker 198, Reichsbahn-VA. 123,13, AG. für Verkehr 105,50, Hapag 15,50. Frankfurter Obst- und Gemüsemackt. Frankfurt a. M., 10. März. Arn Gemüsemarkt blieb bas Angebot mengenmäßig noch gut, Kohlgemüse allerdings knapper, während es güte- mäßig nachlassend ist. Geschäft im ganzen gut. Preise für Rotkraut, Weißkraut und Wirsing hoher, sonst unverändert. Das ausländische Angebot von Blumenkohl, Eskarol und Kopfsalat bleibt gut, bei ziemlich lebhaftem Geschäft gaben Blumenkohl und Kopfsalat im Preise etwas nach. U. a. notierten: Blumenkohl, Steige 15 bis 18 Stück, 3.80 bis 4,50 ital., Eskarol, Steige 18 bis 32 Stück, 2,50 bis 3,25 ital., gr. Feldsalat 25 bis 30, klein 40 bis 50, Karotten 4 bis 6, Kopfsalat, Steige 24 Stück, 4,50 bis 5, span., deutscher Kopfsalat (Treibhaus) Stück 30 bis 35, Schlüpfer (Treibhaus) 60 bis 80, Lattich (Treibhaus) 45 bis 50, Rosenkohl 22 bis 25, Rotkraut 10 bis 14, 13 bis 14 holl., Sellerie je nach Größe 10 bis 28, Spinat 8 bis 12. Schwarzwurzel 14 bis 22, Tomaten, Steige etwa 20 Pfund, 5 00 bis 5,50 kanar., Weißkraut 8 bis 10, Wirsing 13 bis 15, Winterkohl 10 bis 12, Zwiebeln 9% bis 10, 10% bis 11 holl. Am Ob st markt weiterhin gutes deutsches Aepfelangebot. Bei unveränderten Preisen Geschäft im allgemeinen zufriedenstellend. Span. Apfelsinen reichlich angeboten, Geschäft gut, Preise fest. U. a. notierten: Äepfel I 28 bis 35, II 20 bis 26, III 16 bis 20, Boskop 30 bis 35, Schafsnase 16 bis 20, amerikanische Aepfel, Kiste etwa 40 Pfund, rote 15,00 bis 17,00, Apfelsinen blond 13 bis 18 span., Blut 13 bis 20 span., 19 bis 21 ital., Jaffa-Apfelsinen, Kiste 100 bis 150 Stück, 19,00, Bananen, Kiste 25 Pfund, 5,50 bis 6,00 Kamerun, 6,00 bis 6,50 Bros., Smyrna-Feigen 50 Pfund 8,50, Zitronen, 300 bis 360 Stück, 6,00 bis 7,00. RtrtMtrfw Jlocbrirbfen. Evangelische Gemeinden. Mittwoch, den 11. März. Gießen. Skadttirche. 20 Uhr: 3. Passionsandacht; Propst Knodt. Donnerstag, den 12. März. Gießen. Kapelle des Alien Friedhofs. 20.15 Uhrl Passionsandacht; Pfarrassistent Weckerling. Freitag, den 13. März. Gießen. Pelruskapelle, Wetzlarer Weg. 20 Uhn Passionsandacht; Pfr. Trapp. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 21L Frankmn a. Dl. 3erhn Schluß- kurs Schlußk. Abend» börsc Schluß, kurs Schlußk. Dliliaq- dörse 'Datum 9 3. 10-3- 9 3. 10.3. 6% Deutsche Reichs anleihe v. 1927 100,5 100,25 100,5 1 100,5 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 97,3 97,3 97,3 97,3 by»% Doung-Anleihe von 1930 .. 102,75 102,9 102,9 102,9 Deutsche Anl.-Ablös.»Schuld mtt AuSlos.-Rechten ............. 110,25 110,4 110,5 110,4 4l/i% Deutsche ReichSpostschatzan- Weisungen von 1934, I....... 6% efjem.8% Hess. BolkSstaat 1929 — 100,1 100,13 (rückzahlb. 102%)............ 98,25 98,25 98 4J4% ehem. 8% Hessische Landes' banl Darmstadt Gold 3L 12.... 96,4 96,4 — 96,4 6y2% ehe in. 4y,% Hess. Landes- Hypothekenbank DarmstadtLiaui 100,9 100,9 _ _ 4H% ehem. 8% Darmst. Komm. Landcsb.Goldschuldverschr. R.6 92,25 92,25 Oberhessen Provinz-Anleihe mtt Auslos.-Rechten ............. — _ _ Deutsche Komm. Sammelabl. An- leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten — 114,65 114,65 114,65 4Yi% ehem.8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 96,5 96,5 _ _ 5H% ehem. 4Y2% Franks. Hyp.- Bauk»Ligu.»Pfandbriese....... 101,4 101,3 _ _ W/o ehem. 'M, Der Kommandierende General schreitet die Front der Frankfurter Truppen ab. (DNB.-Heimatbilderdienst. — Aufnahme: Schmidter.) heule folgender Kursus: Allgem. Körperschule, Frauen und Männer: Von 20.30 bis 21.45 Uhr, Lyzeum, Dammstraße 26. * Schachkurse! Es beginnen demnächst Schachkurse für Anfänger und Fortgeschrittene. Interessenten melden sich auf der Geschäftsstelle, Schanzenstraße 18. Schachturnier in Frankfurt a. M. Die NS.-G. „Kraft durch Freude" veranstaltet von Karfreitag bis Ostermontag in Verbindung mit dem Großdeutschen Schachbund ein Schachturnier im Palmengarten. Jeder Volksgenosse kann daran teilnehmen und sich selbst in eine der nachfolgenden Klassen einteilen: 1. Anfänger, 2. Fortgeschrittene, 3. Gute Spieler, 4. Starke Spieler. Anmeldungen an die Geschäftsstelle. Reichslustschuhbund. Bezirksgruppe Oberhessen in Gießen. Morgen, Donnerstag, 12. März, 20.15 Uhr, im großen Hörsaal der Universität Lichtbilder-Vortrag des Gruppenleiters im Präsidium des Reichsluftschutzbundes LS.-Gruppenführer Peres über „Technische Schutzmöglichkeiten gegen die Wirkung von Luftangriffen". TragischeIolgen einer durchzechtenRacht Der Polizeibericht der Kriminalpolizeistelle Gießen teilt mit: Am 8. März kam ein Einwohner aus Lang-Göns gegen 4.30 Uhr in eine dortige Wirtschaft, nachdem er die Nacht durch in einer anderen Wirtschaft gehörig gezecht und eine Auseinandersetzung gehabt hatte. Anscheinend infolge des genossenen Alkohols und einer gewissen Gereiztheit, aus der vorerwähnten Auseinandersetzung herrührend, suchte der Mann auch hier Händel mit den Gästen, was eine erneute Auseinandersetzung zur Folge hatte. Hierbei erhielt er einen Stoß, fiel zu Boden und wurde bewußtlos. Er wurde darauf zu einem Arzt verbracht, der Alkoholvergiftung feststellte und die Verbringung des Mannes in seine Wohnung und später die Ueberführung in ein Gießener Krankenhaus veranlaßte. Dort ist der Mann, ohne das Bewußtsein wieder erlangt zu haben, am 9. März verstorben. Die polizeilichen Ermittlungen, ob ein Verschulden eines Dritten vorliegt, sind im Gange. HauSbesitzer-Berbandstag verlegt. Der Verband der Haus- und Grundbesitzervereine d 's Rhein-Main-Gebietes hatte für den 28. März zu seiner diesjährigen ordentlichen Verbandstagung nach Mainz eingeladen. Infolge der Reichstagswahl am 29. März wurde der Verbandstag auf den 4. April verlegt. Die Tagesordnung für den 4. April bleibt die gleiche. * ** Straßensperre. Wegen Vornahme von Kanalbauarbeiten wird der Alte Rödger Weg zwischen Kaiserallee und „Liebigshöhe" von Mittwoch, 11. März, ab auf die Dauer von vier Wochen für den gesamten Fahrzeugverkehr polizeilich gesperrt. Die aufgestellten Sperr- und Umleitungsschilder sind zu beachten. ** D i e Vergebung von Fuhren für die Zeit vom 1. April 1936 bis 31. März 1937 betrifft eine Bekanntmachung des Städtischen Hoch- und Tiefbauamts in unserem heutigen Anzeigenteil. Interessenten seien besonders darauf aufmerksam gemacht. ** Frühlingsboten in der Luft. Am Montagnachmittag beobachtete ein Leser unseres Blattes einen Zug Schneegänse oder Kraniche, die in der bekannten Keilform über dem Lahnteil zwischen Gießen und Heuchelheim in nördlicher Richtung zogen. ** Famllienabend der Lukasge - m e i n d e. Wer den Beruf eines Eisenbahnbeamten nur flüchtig kennt, der meint, daß der Mann, der im Verkehrswesen arbeitet, nur mit dem Zusammsn- stellen von Zügen, Tarifen, Frachtbriefen und Fahrkarten zu tun habe. In Wahrheit kommt der Eisenbahnbeamte mit Menschen aus allen Ständen m Berührung und hat hierbei reichlich Gelegenheit, Erfahrungen zu sammeln Das bewies Reichsbahnamtmann i. R. Dörr in einem Vortrag, den er am Sonntagabend bei einem Familienabend der Lukasgemeinde über feine „Erlebnisse im Eisenbahndienst" hielt. Der Vortragende stand länger als 50 Jahre im Eisenbahndienst, war auf 17 Stationen tätig, vorzugsweise in Hessen, aber auch in den Provinzen Sachsen und Westfalen. Die Zuhörer erfuhren von schlichten Menschen, die noch nicht viel gereist waren und an dem Fahrkartenschalter Bier und Zigarren verlangten, von lustigen Vorfällen, die sich unter den Beamten abspielten, von unerwünschten Besuchern der Wartesäle. Der Vortragende wußte auch davon zu berichten, wie sehr die Eisenbahnbeamten während des Krieges auf dem Posten sein mußten und welchen Gefahren sie in der Novemberreoolte des Jahres 1918 ausgesetzt waren. Kirchenvorsteher Juwelier Noll hatte den Familienabend mit Worten der Begrüßung eingeleitet. Fräulein Elli Kümmel und Fräulein Bertha Möller trugen auf dem Klavier vierhändig Werke von Beethoven und Adolf Jensen vor. ** Verkehrsunfall. Am gestrigen Dienstag gegen 17 Uhr ereignete sich auf der Landstraße Gießen—Wieseck, kurz vor dem Ortseingang von Wieseck, ein schwerer Verkehrsunfall. Dort wollte ein Gießener Autofahrer mit seinem Kraftwagen einen in gleicher Richtung fahrenden Radfahrer namens Adolf Becker aus Wieseck überholen. Im gleichen Augenblick wollte der Radler nach links in einen Feldweg einbiegen. Dabei kam es zum Zusammenstoß. Becker stürzte auf den Kühler des Kraftwagen und dann zu Boden. Dabei erlitt der bedauernswerte Mann so schwere Kopfverletzungen, vermutlich auch einen Schädelbruch, daß er besinnungslos liegen blieb. Er wurde nach der Chirurgischen Klinik gebracht, wo er heute morgen wieder bei Bewußtsein ist. Ac I e 5 Papiergeld i ft noch gültig? In letzter Zeit ist mehrfach beobachtet wor- den, daß nicht nur im Publikum, sondern auch an den Kassenschaltern mancher Behörden Unklarheit darüber herrscht, welche Reichsbanknoten und Ren- tenbankscheme zur Zeit noch gültig und welche bereits aufgerufen und wertlos sind. Es seien daher nachstehend die gültigen Reichsbanknoten und Rentenbankscheme aufgeführt: 1. Reichsbanknoten: zu 1000 Mark, ausgegeben am 11.10.1924: zu 100 Mark, ausgegeben am 11.10.1924; zu 50 Mark, ausgegeben am 11.10.1924 (1. Ausgabe); zu 50 Mark, ausgegeben am 30.3.1933 (2. Ausgabe); zu 20 Mark, ausgegeben am 22.1.1922 (2. Ausgabe). 2. Rentenbankscheine zu 1000 Rentenmark, ausgegeben am 1.11.1923; zu 500 Rentenmark, ausgegeben am 1.11.1923; zu 100 Rentenmark, ausgegeben am 1.11.1923; zu 50 Rentenmark (zweite Ausgabe), ausgegeben am 20.3.1925; zu 50 Rentenmark (3. Ausgabe), ausgegeben am 6.7.1934; zu 10 Rentenmark (2. Ausgabe), ausgegeben am 3.7.1925; zu 5 Rentenmark (2. Ausgabe), ausgegeben am 2.1.1926. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) Gärtner. Für die Ausübung der von Ihnen beabsichtigten kleinen Nebenarbeiten benötigen Sie keinen Gewerbeschein. Sie können diese Arbeiten ohne die Besorgnis, gegen eine gesetzliche Bestimmung zu verstoßen, neben Ihrer Beschäftigung in der Fabrik vornehmen. LPD. Frankfurt a. M., 10. März Die neue Garnisonstadt Frankfurt erlebte heute nach dem Einzug der Garnison das erste militärische Schauspiel. Mit klingendem Spiel zogen die Artillerieabteilungen, von der rasch zusammenströmenden Bevölkerung freudig begrüßt, nach der Gutleutkaserne, um auf dem Kasernenhof zu einer Besichtigung durch den Kommandierenden General des IX. Armeekorps, Generalleutnant Dollmann- Kassel, Aufftellung zu nehmen. Zu Äer Besichtigung hatten sich zahlreiche Ehrengäste, u. a. Gauleiter Sprenger, Regierungspräsident Zschintzsch - Wiesbaden und Oberbürgermeister Staatsrat Dr. Krebs, eingefunden. Um 12 Uhr traf der Kommandierende General ein. Nachdem er die Ehrengäste begrüßt hatte, schritt er unter den Klängen des Präsentiermarsches die Front der im offenen Rechteck angetretenen Truppenteile ab und richtete dann eine'kurze Ansprache an die Soldaten. Der Kommandierende General wies zunächst auf die jubelnde Aufnahme hin, die die Truppen in der bisherigen entmilitarisierten Zone gefunden haben und dankte dann der Frankfurter Stadtverwaltung, sowie der ganzen Bevölkerung dafür, daß sie gewetteifert hätten, ihren Soldaten eine freundliche Aufnahme zu bereiten. Nachdem der Kommandierende General noch den Dank des Oberbefehlshabers des Heeres, Generals der Artillerie Freiherr von Fritsch, für die präzise Durchführung der Truppenverlegungen übermittelt hatte, sagte er u. a.: Ich erwarte von Ihnen, den Soldaten der Wehrmacht, daß Sie sich bewußt sind, als Repräsentanten der Wehrmacht in einem Gebiet aufzutreten, das vielleicht vergessen hat, was der deutsche Soldat ist, daß Sie sein und bleiben müssen ein Muster an Disziplin, Haltung, an Kameradschaft und Verbundenheit mit dem Volke. Mit einem Sieg-Heil auf den Obersten Befehlshaber der Wehrmacht Adolf Hitler schloß der Kommandierende General seine Ansprache. Dann erklangen das Deuschlandlied und das Horst-Wessel-Lied und die Truppenteile rückten wieder in ihre Unterkünfte ab. Der Kommandierende General traf kurz nach 14 Uhr in Mainz zur Besichtigung von Truppenabteilungen des Standorts Mainz ein. Die Besichtigung fand in Anwesenheit einer großen Anzahl von Ehrengästen im Hofe der G. F. Z.-Kaserne statt. Man bemerkte u. a. den Kreisleiter Oberbürgermeister Dr. Barth, den SA.-Brigadeführer Schönbern, Provinzialdirektor Dr. Wehner usw. Nachdem der Kommandierende General die Front der im Viereck aufgestellten Truppenteile abgeschritten hatte, hielt er eine Ansprache, die sich in'ben gleichen Gedankengängen bewegte wie die vorher in Frankfurt gehaltene. Dem militärischen Akt wohnte ein großer Teil der Mainzer Bevölkerung bei. Oppenheimer Wein für die Mainzer Soldaten. Lpd. Oppenheim, 10. März. Um ihrer Freude über den Wiedereinzug deutscher Truppen in ihre Friedensgarnisonen am Rhein Ausdruck zu geben, haben die Oppenheimer Weingutsbesitzer eine Weinspende von 5 0 0 Flaschen für die Mainzer Truppen aufgebracht. In einem festlich geschmückten Wagen wurde die Spende Dienstag vormittag nach Mainz gebracht. Bürgermeister Dr. Scheller übergab dort im Namen der Stadt Oppenheim dem Kommandeur den Wein als Zeichen der tiefen Verbundenheit zwischen den Mainzer Soldaten und der alten deutschen Rhein- stadt Oppenheim. Das akustische Wunder Deutschlands. Die Hersfelder Stistsruine soll wieder neu zur Geltung kommen. Lpd. Bad Hersfeld steht im Festjahr seines 1200jährigen Bestehens. Dies ist der rechte Zeitpunkt, ein Wunder wieder neu zur Geltung zu bringen. Diewun- dervolleS t i f t s r u i n e, neben den Domen in Mainz, Trier und Speyer die größte unter den früh- romanischen Kirchenbauten im Deutschen Reich, ist durch das akustische Wunder, das geheimnisvoll in ihren kahlen Mauern wohnt, schon im vorigen Jahrhundert zu einer Art kulturellen Mittelpunkts geworden. In den 80er und den 90er Jahren fanden hier all- jährlichKonzerteder größten deutschen Orchester statt. Hier hat Strauß dirigiert und nach ihm viele andere bekannte deutsche Orchesterleiter. Das Hersfelder Kloster ist die Urstätte des berühmten Wildenbruchschen „Hexenlieds", das in der Vertonung von Schillings in der Stiftsruine alljährlich zur Aufführung gelangt. Nach 1895 ist aus unbekannten Gründen die Stiftsruine als Festraum für Konzerte in Vergessenheit geraten, und erst seit einigen Jahren erobert sie sich ihre alte Bedeutung wieder. Außer den Veranstaltungen der 1200-Jahrfeier dürfte besonders ein Projekt von weittragender Bedeutung fein: Die Berliner Friedrich-Wilhelm-Uni- oerfität unterhält unter dem Lektor Prof. Dr. Ley- Hausen einen etwa 80 Personen starken Sprechchor, der bereits in Athen vor der Akropolis, in Norwegen, Schweden, Polen usw. erfolgreich gastiert Spannring.) hat. Augenblicklich schweben Verhandlungen mit dem Ziel, den Sprechchor mit einem Dutzend hervorragender deutscher Schauspieler alle Jahre für eine Woche nach Hersfeld zu verpflichten, um in der Stiftsruine große deutsche Werke aufzuführen. Nach Ansicht des Chorleiters ist die Ruine der für seine Ziele einzig geeignete Raum. Vorgesehen sind: „Zehn Passionen aus dem Faust" und ähnliches. Unter den vorgesehenen Schauspielern sind Namen wie Schönhals, Friedr. Kayßler u. a. Die Aufführungen werden in diesem Jahr voraussichtlich anfangs August stattfinden. Während dieser Zeit soll das Austausch-Studententum in Hersfeld in einem Ferienlager untergebracht werden. Die Hersfelder Stiftsruine. (DNB.-Bilderdienst. Aufnahme: Overhessen. Bürgermeistertagung in Schotten. * Schotten, 10. März. Jrn hiesigen Rathaussaal fand heute unter Leitung von Regierungsrat Schwan eine amtliche Bürgermeisterversammlung statt. Zu Beginn der Tagung wies Regierungsrat Schwan auf die große Tat des Führers hin, die uns die volle Freiheit für unser Volk wiedergegeben habe. Ein Vertreter des Reichsoerbandes der Krankenkassen hielt dann einen Vortrag über den Aufbau unserer Sozialversicherung, Kranken-, Unfall-, Invalidenversicherung. Besonders behandelte er die neuen Abänderungsgesetze, die Gemeinschaftsaufgaben der Kassen, die Mitwirkung der Landesver- sicherungsanstalt, Versicherung der PZohlfahrtsemp- fanger und Erwerbslosen. Eine Reihe von Fragen aus der Versammlung wurde an Hand praktischer Beispiele besprochen. Mehrere amtliche Bekanntmachungen und Verfügungen über Notstandsarbeiten, Bausparverträge usw. wurden bekanntgegeben. Kreisleiter K r o m m behandelte sodann Fragen aus dem gemeindlichen Leden. Eine Kommission (Politische Leiter, Bürgermeister, Bauernführer) soll die regelrechten Eingänge der Steuerrückstände überwachen. Der Standesbeamte soll dafür sorgen, daß der Eheschluß in schöner, weihevoller Weise vollzogen wird und nicht in einer nüchternen, bürokratischen Art. Ferner wurden Anweisungen für die Durchführung der Reichstagswahl am 29. März gegeben. Mit begeistert aufgenommenem Sieg-Heil auf den Führer schloß Regierungsrat Schwan die Tagung. Lehrertagung in Großen-Buseck. wg. Großen-Buseck, 10. März. Der Bezirks - Lehrerverein Großen-Buseck veranstaltete in der neuen Schule in Anwesenheit des Kreisschulrats N e b e I i n g eine Tagung. Nach vorausgegangenem Frühsport und der Morgenfeier der hiesigen Volksschule zeigte Rektor Jude r t h a l in einer Lehrprobe, wie sich Zahlen aus dem dörflichen Raum im Unterricht auswerten lassen. Anschließend fand die Hans-Schemm-Gedächt- nisfßier statt, an der Lehrer und Schüler teilnahmen. Anschließend hielt Lehrer O r t w e i n einen Vortrag über das Thema „Das Gesicht unseres Dorfes". Nach gemeinsamem Mittagessen sprach Lehrer O st e r h e l d über das Thema „Die Schule und die Erzeugungsschlacht". Lehrer Jung gab geschichtliche Erinnerungen aus dem Busecker Tal. In einer gemeinsamen Tagung von Lehrern, Schulvorstand, Gemeindemitgliedern und Vertretern der Jugendorganisationen sprach Kreisschulrat N e b e l i n g (Gießen) über die gemeinsamen Erziehungsaufgaben unserer Jugend in Elternhaus, Schule und Jugendorganisation. Die Volksschule Großen-Buseck hielt abends im Saalbau von Heinrich Brück einen Elternabend ab. Mit dem Liede der Jugend „Schön bist du, mein Vaterland" und mit einer kurzen Ansprache von Rektor I n d e r t h a l wurde der Abend eingeleitet. Der Schulleiter gab seiner Freude über den starken Besuch der Veranstaltung Ausdruck. Kreisschulrat N e b e 1 i n g sprach über Zwecke und Ziele des Abends und gedachte dabei besonders des großen Erziehers unserer Jugend Hans S ch e m m. In bunter Reihenfolge brachten die Schüler Lieder, Sprechchöre und Gedichte zum Vortrag. Freiübungen der Knaben und rhythmische Spiele der Mädchen der ersten Schulklasse wechselten miteinander ab. Ein gemeinsames Lied beschloß den unterhallenden Teil des Abends. Im weiteren Verlaufe der Veranstaltung sprach auch hier Kreisschulrat N e b e l i n g über die Erziehungsaufgaben in Elternhaus, Schule und Jugendorganisation. Mit dem Gedenken an den Führer, mit dem Deutschland- und dem Horst-Wessel-Lied fand die Veranstaltung ihren Abschluß. Landkreis Gießen. * Wieseck, 11. März. Unser Mitbürger Joh. Deibel VIII., Faselwärter i. R., begeht am morgigen Donnerstag, 12. März, in seltener geistiger und körperlicher Frische seinen 81. Geburtstag. < Saubringen, 10. März. Der Obst - und Gartenbauverein hielt in der Wirtschaft „Zum blauen Hecht" unter Leitung des stellvertretenden Vorsitzenden W. Braun III. seine Generalversammlung ab. Zunächst wurde des verstorbenen Vereinsführers in ehrender Weise gedacht. Hierauf wurde der Jahresbericht erstattet. Die Rechnungsablage zeigte einen günstigen Stand. Zum Vereinsführer wurde Karl Grölz III., zu seinem Stellvertreter W. K. W a 11 e r ernannt, die übrigen Vorstandsmitglieder blieben im Amt. Am Schlüsse der Versammlung wurden noch einige kleinere Vereinsangelegenheiten erledigt. <5 Mainzlar, 10. März. Nachdem kürzlich der hiesige Metzgermeister Hch. Zecher einen Fischteich angelegt hatte, ist nunmehr von dem Schuhmachermeister Ludwig H o r m a n n von hier in einem feuchten Wiesengrund in der Nähe von Staufenberg ebenfalls ein kleiner Fischteich geschaffen worden. Der G e m e i n d e t e i ch an der Lol- larer Straße wurde an den hiesigen Lehrer Nikolai zur Fischzucht verpachtet. Staufenberg, 10. März. Seit November vorigen Jahres bis Ende Februar waren im hiesigen Gemeindewald acht Arbeitslose mit dem Reinigen und Aufforsten der Windbruch- st e l l e beschäftigt. Anschließend wurde die zweite Notstandsarbeit in Angriff genommen. Der sog. Weidhofsweg, Verbindungsweg zwischen Staufenberg und der Hachborner Straße, wird zur Zeit fertig ausgebaut und mit Schotter überdeckt. Bei dieser Arbeit werden wieder sechs Arbeiter beschäftigt. Mauermeister Heinrich Zecher VIII. von hier führt die Arbeit aus. * Rödgen, 11. März. Zur Entwässerung der Fluren 1 bis 3 unserer Gemarkung ist die Bildung einer öffentlichen Wasser-Genossen- schäft genehmigt worden. Tagfahrt wird am Samstag, 14. März, vormittags 8.30 Uhr im alten Schulsaal stattfinden. Dazu ist die Generalversammlung der Genossenschaftsmitglieder einberufen. wg. Großen-Buseck, 10. Mgrz. Der Landwirt Wilhelm H e n ß wollte bei Arbeiten an der Dickwurzmühle mit einem Holzstöße! die Dickwurz zu der Messerwelle bringen. Dabei rutschte er aus und fiel mit der flachen Hand auf die Mesjerwelle. Der bedauernswerte Mann erlitt so erhebliche Verletzungen an der linken Hand, daß er sich sofort nach der Chirurgischen Klinik in Gie- ßen begeben mußte. Reiskirchen, 11. März. Am Freitag fand m unserem Dorfe ein Hof- und Stallrund- gang durch die Ortsbauernschaft statt. Hierzu hatte sich Landwirtschaftsstudienrat Dr. Lutz von Gießen emgefunben. An Hand von Beispielen wies er die zahlreich erschienenen Bauern auf die Bedeutung 9Jl.-$pOTt Nachdruck verboten! 9. Fortsetzung. schützt als bei Erhard von Hagen. Ihre Liebe zu Erhard war für sie ja mit so viel Angst und Unruhe verknüpft, daß sie nicht recht zum Frieden kam. Und so war es, als ob ihr etwas genommen war durch Heßlings rätselhafte Abreise. Sie fragte die Tante deshalb. Die aber schnitt ihr jede Erörterung darüber brüsk ab. Merkwürdig, wie unfreundlich die Tante plötzlich von Heßling sprach, beinah feindselig! Warum, begriff Mariella nicht Hatte doch Tante Annina Heßling in den letzten Monaten sichtlich bevorzugt. Aber sie kam nicht mehr dazu, lange darüber nachzudenken. Die Sorgen um Erhard nahmen ganz Besitz von ihr. So erschrak sie beinah, als die Tante ihr eines Tages beim Frühstück sagte: . „Du wirst nun bald mündig, Mariella. Das ist ein bedeutungsvoller Tag im Leben eines jeden Menschen. Und so soll dein einundzwanzigster Geburtstag richtig gefeiert werden." Mariella lächelte bitter. Dieser Ausspruch war wieder einmal recht Tante Annina. Nicht um ihr selbst eine Geburtstagfreude zu machen, dachte die Tante an eine festliche Feier. Sie dachte nur an das, was ihrem Ansehen nützen wurde. Wie wenig war ihr doch nach Feiern zumute. Aber als sie schüchtern zu widersprechen wagte, erklärte Annina zornig: , r .., . , „Es ist mein Wunsch, und du hast dich danach zu richten. Es ist wirklich schrecklich mit dir- Em anderes Mädchen würde dankbar sein, daß man sich mit ihrem Geburtstag soviel Umstände macht. Aber du sitzt wieder da, als hätte man dir wunder was Schlimmes angetan." ~ „ „Ich bin dir ja sehr dankbar, Tante Annina , brachte Mariella mit erstickter Stimme heraus. „Nun, dann beweise es dadurch, daß du mich bei den Vorbereitungen recht unterstützt. Ich habe bereits eine Liste der Einzuladenden aufgestellt. Annina legte einen Zettel vor Mariella hin. „Also mit Erlaucht Wiesenstein sind wir dreiundvierzig Personen, rechnete Annina. Und in einem Anfall von Großmut fügte sie hinzu: „Hast du in deinem Freundeskreis irgend jemanden, den du noch dazu bitten möchtest? Uns fehlt noch eine Tischdame für den jungen Kammacher." Mariellas Züge belebten sich. Für einen Augenblick hatte sie ihre traurige Lage vergessen. LeuchOie Tippgräfin. Roman von Klothilde v (Stegmann Urheberrechtsschutz: Auswärts-Verlag, Berlin, SW 68. Rüddingshausen. Spo. Schweinsberg I — FC. Rüddingshausen I 5:2 (2:0). Rüddingshausens I. Mannschaft trat am Sonn- tag gegen den Meister der I Kreisklasse, vom Bezirk Marburg, den Spv. Schweinsberg in Schweinsberg an. Beide Mannschaften lieferten ich einen schnellen spannenden Kampf, den Schweinsberg verdient mit 5:2 gewann. Schweinsberg ging bald nach Beginn durch einen unhaltbaren Schuß in Führung. Ein Lattenschuß verhinderte den Ausgleich. Bis zur Pause gelang Schweinsberg der 2. Treffer. Nach dem Wechsel war das Spiel vollkommen offen. Rüddingshausen verkürzte auf 2:1. Ein weiterer Lattenschuß verhinderte den Ausgleich. Dann erhöhte Schweinsberg in kurzer Zeit auf 5:1. Kurz vor Schluß gelang Rüddingshausen der 2. Treffer. Die Jugend verlor gegen die körperlich stärkere Schweinsberger Jugend unverdient hoch mit 3:0 Toren. Fußball im Turnverein Großen-Linden Zum fälligen Aufstiegspiel weilte Großen-Lindens Jugend in Rodheim. Die Jugend von Großen-Linden gewann mit 1:3 Toren. Der Schiedsrichter befriedigte wenig. Anschließend lieferten sich die zweiten Mannschaf- ten beider Vereine ein schönes und spannendes Spiel, das unter der umsichtigen Leitung des Torhüters der ersten Elf von Rodheim mit einem klaren Sieg (0:4) für die Gäste endete. Die 2. Jugend trat auf eigenem Platze der 1. Jugend von Allendorf mit nur 10 Spielern gegenüber und unterlag mit 2:4 Toren. HandballimKreisLahn-Oill(GauXU) Bezirksklasse. Das einzige Spiel der heimischen Staffel in der Bezirksklasse nahm den erwarteten Ausgang. Heuchelheim gelang es auf eigenem Platz, feinen Gegner aus Roth knapp 5:4 (3:2) aber vollkommen verdient niederzuringen. Der Sieg wiegt um so schwerer, als die Spielstärke der Gäste als gut angesprochen werden kann. Darüber hinaus hatte Heuchelheim zahlreichen Ersatz in seinen Reihen, der sich sehr gut in die Mannschaft einfügte und der an dem Erfolg vollen Anteil hat. Leider kommt die gute Form der Platzbesitzer etwas reichlich spät. Freundschaftsspiele. Eine ganze Reihe von Spielen mußte durch das Ausbleiben der Soldaten abgesagt werden. Immerhin stand noch ein sehr interessantes Programm auf dem Spielplan. To. Krofdorf — Tv. Dorlar 10:12 (3:5): Die Krofdorfer, die lange Zeit ausgesetzt hatten, traten erstmalig wieder an. Ihrer Mannschaft fehlt es zwar noch an Uebung, sie hat aber gezeigt, daß man noch mit ihr rechnen muß. Denn gegen die eingespielte Elf von Dorlar ein so ehrenvolles Ergebnis herauszuholen, will schon etwas heißen. Tv. Groß-Rechtenbach — Tv. Dutenhofen 4:4 (2:1): Eine sehr gute Partie lieferte Dutenhofen in Groß-Rechtenbach. Die Spielstärke der Platzbesitzer ist als eine der Spitzenmann- schäften der 1. Kreisklasse bekannt. Um so überraschender kommt das gute Abschneiden der Gäste. Annina erhielt. Annina warf Mariella vor, daß sie ihr neben den hohen Pensionskosten auch noch die Ausgaben für das Hospital aufgebürdet und wieder einmal vergessen hatte, aus wessen Tasche das alles ginge. Mariella war ganz gebrochen. Wenn sie auch von Tante Annina nicht allzu viel Liebe gewöhnt war — ein gütiges Wort, einen kleinen Ausdruck der Freude, daß sie dem Tode entronnen war, hatte sie doch erwartet. Lore Ankermann hatte da- bei sehr gut gesehen, daß der Brief aus der Hei- mat Mariella unsagbar weh tat. Behutsam hatte sie die Freundin nach dem Grunde ihres Kummers gefragt. „Lies selbst", hatte Mariella bitter gesagt. Lore las. Ein nachdenklicher Ausdruck erschien auf ihrem zarten Gesicht. „Das begreife ich nicht, Mariella", erklärte sie. „Noch heute bei Tisch hat unsere liebe Pensionsmutter, Frau Aeschi, uns gesagt, daß deine Krankheit glücklicherweise deiner Tante keinen Pfennig koste. Wir Pensionärinnen seien alle gegen Unfall und dergleichen versichert, und die ,Sueoia' zahle einfach alles für dich." „Vielleicht wußte Tante das nicht?" sagte Mariella mit etwas hoffnungsvoller Stimme. „Doch! Das ist es ja gerade", bemerkte Lore empört. „Frau Aefchi hat ihr das in dem gleichen Schreiben mitgeteilt, das ihr deine Ueberführung in das Hospital meldete. Aber weißt du was, Mariella, gräm dich nicht weiter über die dumme Lieblosigkeit deiner Tante", tröstete die gutherzige Lore, die, ähnlich wie ihre Freundin, als elternlose Waise bei ihrem Großvater aufwuchs. Mit dem Unterschied freilich, daß der Oberforstrat Ankermann seine schöne, kleine Enkelin vergötterte. „Wenn ich erst meine Hühnerfarm auf der Geyer- bürg habe", fuhr Lore fort, „so mußt du zu uns kommen und mir helfen, Mariella. Ich kann ohne dich einfach nicht existieren, und du sollst mal sehen, wie glücklich wir miteinander leben werden. Auch für dich wird es gut fein. Denn dann ist deine Tante dich los. Du bist selbständig, verdienst di» deinen Lebensunterhalt und bleibst so lange bei uns, bis der schrecklich reiche Mann kommt, der sich bestimmt in dich verliebt und dann heiratet!" (Fortsetzung folgt!) + Grünberg, 10. März. Dieser Tage hielt der hiesige Männerchor im Hotel „Zum Hirsch" seine Hauptversammlung ab. Nach dem Gesang des Sängerspruches „Deutsch das Lied, deutsch der Wein, deutsch das Herz am freien Rhein" eröffnete der Vereinsführer, Uhrmachermeister Rich.Jöckel, die Versammlung und wies beim Gruß an den Führer auf dessen Tat vom 7. März hin. Die Ehrung des im vergangenen Jahre verstorbenen Ehrenvorsitzenden Georg Möller wurde in der üblichen Weise vorgenommen. Nach dem Jahresbericht zählt der Verein (gegr. 1834) zur Zeit 53 aktive Sänger, 14 Ehrenmitglieder und 70 passive Mitglieder. Der Verein wirkte bei vielen öffentlichen Veranstaltungen im Laufe des Jahres mit, außerdem nahm er am Wertungssingen des Ohm-Lumda-Kreises in Lehnheim teil. Das alljährlich übliche Konzert in der Turnhalle brachte diesmal als Neuerung ein offenes Singen. Der Besuch der Singstunden war durchschnittlich gut. Bei 46 abgehaltenen Singstunden zeigten Heinrich Werner II. und Hermann Gerhardt die volle Zahl, 45 Singstunden besuchten: Wilhelm Lehmann, Georg Schombert, Karl Frank, Rud. F u l d a t, Emil F u l d a t und Aug. Becker, 44 Stunden: Rud. Trinkaus, 43 Stunden: Rich. Jöckel, Karl Brune und Walter Repp. Für 30jährige aktive Sangestätigkeit erhielten folgende Mitglieder Diplome: Heinrich Werner II., Wilhelm Lehmann und Karl R e e h. Als Prefsewart wurde Aug. Becker bestimmt. Das Singen bei der Trauung eines Mitgliedes soll künftig nur noch erfolgen, wenn eine Mitgliedschaft von mindestens einem Jahre vorliegt. Der Kassenabschluß ergab einen kleinen Ueberschuß. Es folgte noch eine rege Aussprache über das Aufgabengebiet der Männerchöre in der heutigen Zeit. Chorleiter Fritz Leib (Gießen) und seine Musikschüler Walter Gerhardt verschönten den Abend durch musikalische Darbietungen. Mit dem Gesang des Sängerspruches „Einig im Lied, treu im Gemüt" wurde die Versammlung geschlossen. 00 Klein-Linden, 10. März. Am Sams- fnnnbenb hielt der G e i l ü g e l z u ch t v e r e, n Klein-Linden im Caf6 Lutz eine gut besuchte Mitgliederversammlung ab. Bei der am kommenden klärt sich aus der Tatsache, daß die Schweinezucht in Lang-Göns schon seit Jahren auf beachtlicher Höhe steht und in Fachkreisen bekannt ist. Lich, 9. März. Nach einer Mitteiluna der Provinzialdirektion Oberhessen soll noch im Laufe dieses Monats mit den Vorarbeiten zur Herstellung einer Topekadecke in der Hungener Straße in Lich begonnen werden. Die Provinzialdirektion weist alle Anlieger der Hungener Straße vom Bahnübergang bis zum Pfarrwiesenweg, die in absehbarer Zeit Hausanschlüsse an das Wasserleitungs- oder an das Kanalisationsnetz der Stadt Lich Herstellen oder abändern lassen wollen, darauf hin, daß diese Arbeiten vor Beginn der Straßenbauarbeiten vorgenommen werden müssen. Die Anträge zur Herstellung der Anschlüsse bzw. der Aenderungen sind deshalb sofort an die Bürgermeisterei zu stellen. Später gestellten Anträgen wird die Genehmigung von der Provinzialdirektion versagt werden. 5 Lich, 10. März. Die letzte Eintopf- s a m m l u n g des Winterhalbjahres 1935/36 ergab in unserer Stadt das stattliche Ergebnis von 281,45 Mark gegenüber dem Ergebnis der letzten Eintopfsammlung im Vorjahr von 261,65 Mark. — Als einer der ersten Frühlingsboten traf gestern nachmittag Freund Adebar von feiner Süd- reise in unserer Stadt wieder ein und nahm wieder von seinem alten Stammsitz auf der Marienstifts- kirche Besitz. — Die Doppel kurve Braugas s e - U n t e r st a d t, in der sich in den letzten Monaten zahlreiche Verkehrsunfälle ereigneten, wird zur Zeit durch Einlegung einer die Straße teilenden, nach beiden Richtungen weisenden Lime (weiße Kopssteine) gekennzeichnet. Große Girafkammer Gießen. Wegen versuchten Verbrechens im Sinne des § 176, Abs. 3 RStGB. wurde der A. B. aus Effolderbach zu fünf Monaten Gefängnis verurteilt. _, Gegen die Anna Dietrich aus Schwalheim wurde die Sicherungsverwahrung ausgesprochen. Die Angeklagte, bei der es sich um eine geistig anormale Person handelt, war als landwirtschaftliche Arbeiterin tätig. Im Laufe des Vorjahres zündete sie in drei Fällen, und zwar in Schwalheim, sowie im Odenwald Scheunen an, die vollkommen niederbrannten. Als Motiv der Tat gab sie verwirrte Erklärungen ab. Da die Gefahr besteht, daß die Angeklagte ihr asoziales Treiben fortsetzt, mußte die Sicherungsverwahrung ausgesprochen werden. Schulungskursus der Fußbatt-Zungführer in Gießen. Am morgigen Donnerstag, 12. März, beginnt :n Gießen ein Fußball-Jungführerkursus, dessen Leitung in den Händen des Bundessportlehrers ßeinb erger, der aus feiner früheren Tätigkeit in Gießen kein Unbekannter mehr ist, liegt. Aus insgesamt 75 Vereinen des Sportkreises Gießen sind die Jungführer zusammengerufen. Der Arbeitsplan beschränkt sich nicht darauf, nur technische Fragen des Fußballs den Jungführern nahe zu bringen, sondern will darüber hinaus auch die Jungführer soweit bringen, daß sie geeignet sind, das ihnen an- vertraute Amt eines Jungführers innerhalb der Vereine in gedachtem Sinne auszufüllen. Es ist klar, daß bei der Fülle der dem Kursus gestellten Aufgaben die intensive Mitarbeit eines jeden Jungführers Voraussetzung für das Gelingen des Kursus ist. Für diese Anstrengung haben die Jungführer auf der anderen Seite die Genugtuung, alles Wissenswerte vom Fußball in seinem Aufbau gelernt zu haben. Der Kursus selbst wird durch den Kreis-Fachamtsleiter Huao Henkel-Gießen eröffnet. Im Rahmen des Kursus wird der Gruppenleiter Michel- Gießen einen Vortrag über das Thema „Quer durch die Fußballregeln" halten. Gerade durch diesen Vortrag soll den Jungführern ermöglicht werden, innerhalb der Vereine für das Schiedsrichterwesen zu werben und aufklärend zu wirken. Man hofft, daß auf diese Weise, in den Vereinen die Stellung des Schiedsrichters, die leider nur allzu oft verkannt wird, die richtige Würdigung erfährt. . Als Abschluß des Kursus ist für Samstag, den Hangern geboten. Die Ligareserve von VfB.-R. Gießen wartete mit schönen technischen Leistungen auf und konnte Mitte der ersten Halbzeit durch ein Kabinettstückchen des Halblinken in Führung gehen. Die Platzmannschaft ging nun stärker zum Angriff über, konnte aber bis zur Pause den längst ver- dienten Ausgleich nicht erzielen. Kurz nach Wiederbeginn wurde das Spiel durch eine Schweigeminute anläßlich des Heldengedenk- tages unterbrochen. Eine Umstellung der Klein- Lindener (Verstärkung der Läuferreihe) wirkte sich ehr vorteilhaft aus. Der Sturm wurde mit schönen Vorlagen bedacht, die dann auch zum Erfolg führ- ten. Im Anschluß an eine schöne engmaschige Kombination des Jnnensturmes schoß der Mittelstürmer zum Ausgleichstreffer ein. Kaum eine Minute später konnte Balser im Gießener Tor einen flachen Schuß gerade noch abwehren. Immer wieder mußte Balser, der einen guten Tag hatte, die schwierigsten Situationen klären. Doch dann muß er sich geschlagen bekennen. Bei der Abwehr eines aus näch- ter Nähe getretenen Balles fiel ihm das Leder aus der Hand, der nachsetzende Halblinke drückte zum Siegestor ein. Bis zum Schluß drängte Klein- Linden, ohne aber das Resultat erhöhen zu können. Die Jugendspiele gegen 1900 Gießen kamen leider nicht zum Austrag. Und nun saßen am Abend die drei Bundesgenossen auf der steinernen Terrasse, die sich weit in den riesenhaften Park des Palazzo hineinzog. Feuriger italienischer Wein leuchtete in den weißen Kristallpokalen, in denen sich das Licht der Windlampe spiegelte. Der Herzog hob fein Glas: „Auf unsere Reise, auf unseren Erfolg und darauf, daß wir Giovanni finden!" „Wenn er wirklich noch lebt", warf Pepito ein. „Mein Gefühl sagt mir, daß es so ist", meinte der Herzog. Und mir die Hoffnung, die ich im Herzen trage, dachte Heßling bei sich. Noch einmal hob der Herzog sein Glas: „Auf deine Rettung, Freund Giovanni — auf das Glück deiner kleinen Mariella!" „Amen!" schloß Walter Heßling leise. Drei Gläser klangen rein zusammen. 9. Kapitel. O selig, o selig, ein Kind noch zu sein! Mariella war sehr betrübt, als sie von Doktor Heßlings rätselhafter Abreise hörte. Don allen Menschen, die ins Haus ihrer Tante kamen, war er ihr der sympathischste. Er hatte eine so gütige, ritterliche Art, mit ihr umzugehen. Sie hatte sich in seiner Nähe immer so selig geborgen gesuhlt. Ab und zu war es ihr gewesen, als ob seine ernfien Blicke noch von mehr sprachen als von freundschaftlicher Fürsorge. Als ob seine guten Augen mit einem Ausdruck der Frage und der Bitte auf ihr ruhten. Und vielleicht — wäre Erhard von Hagen nicht gekommen, so hätte sie darüber nachgedacht, was hinter Doktor Heßlings Wesen stände. Aber die fanatische Liebe zu Hagen hatte sie gefühllos für alles andere gemacht, was vielleicht ihr Herz berühren konnte. Doch dieses Gefühl der Geborgenheit in Heßlings Nähe war geblieben. Ja, sie fühlte sich eigentümlicherweise bei ihm mehr be14. März auf dem Waldsportplatze des VsB- Reichsbahn ein Fußballspiel der 22 besten Jugendlichen vorgesehen. Dieses Spiel soll den Beweis über die geleistete Arbeit darstellen. Die Jungführer werden während der Dauer des Kursus in der Jugendherberge an der Hardt untergebracht. Wenn die Zeitspanne auch kurz ist, so dürfte doch gerade durck die gemeinschaftliche Unterbringung auch der Gedanke der Gemeinschaft und Freundschaft eine starke Förderung erfahren. Die praktische Arbeit untabie Vorträge finden auf dem Waldsportplatz statt, der durch die Schönheit seiner Lage ein ideales Uebungsgelande abgibt. , Ergebnisse der Bezirksklasse am Sonntag. Sportverein 05 Wetzlar — Frohnhausen 3:0. Naunheim — Sinn 4:2. Die Wetzlarer befanden sich in guter Verfassung und konnten bis zur Halbzeit einen 3:0-Sieg herausholen, in der zweiten Halbzeit konnten sie aber trotz starker Ueberlegenheit die oft sehr zahlreich verteidigenden Frohnhäuser nicht mehr schlagen. Die Naunheimer ließen sich auch von Sinn, obwohl für sie nichts auf dem Spiele stand, nicht schlagen. Die Form der Naunheimer berechtigt zu der Hoffnung, daß sie auch in den Aufstiegspielen unfern Kreis würdig vertreten. Spielabteilung 5fo.l889 Klein-Linden. Klein-Linden I — VfB.-R. Liga-Res. 2:1 (0:1). Ein schönes bis zum Schluß spannendes Spiel wurde in Klein-Linden den zahlreichen Sportan- tenden Bildern gleich stiegen die sonnigen Jahre vor ihr auf, die sie im Kreise ihrer jungen Altersgenossinnen m dem Luzerner Erziehungsinstitut zugebracht hatte. Sie sah sich neben der weizenblonden, blauäugigen Lore Ankermann durch den Park tollen, der sich bis an das grüne Ufer des Vierwaldstätter Sees erstreckte. Das Töchterpensionat, mit dem poetischen Namen „Maidlis Glück" besaß einen eigenen Badestrand, und die zwanzig Pensionärinnen kannten kein größeres Glück, als nach ben Schulstunden sich im Sommer den erquickenden Fluten des blauschimmernden Sees anzuvertrauen. Wie ein köstlicher, schimmernder Edelstein lag das Wasser da, umrahmt von den schneeigen Berg- ne|en, die um diese Jahreszeit nur selten ihre ehrwürdigen Häupter mit einer Nebelkappe verhüllen. Wie oft hatten Lore und Mariella andachtsvoll an ben Ufern des Dierwaldtstätter Sees gestanden, wenn Alpenglühen die Gipfel in feuriger Lohe auffunkeln ließ, und sie hatten sich, nach Art junger Mädchen, ewige Freundschaft gelobt. Sie hatten dort einmal ihre „Blutsschwestern- schaft" sogar nach romantischer Art bekräftigt. Mit Loras winzigem Taschenmesserchen brachten sie sich beide einen Schnitt am Unterarm bei und tranken dann den Blutstropfen aus der Wunde. Damit war ihre „Blutsfreundschaft" besiegelt. Für Mariella hatte ihr heroisches Tun sogar noch sehr unange* nehme Folgen gehabt: Sie zog sich eine bösartige Infektion zu, Wundfieber trat ein, unb um em Haar wäre ihr rechter Arm ihrer kinblichen Spielerei zum Opfer gefallen. Sie mußte ins Krankenhaus, und zwei Tage lang fürchteten die Aerzte sogar für ihr Leben. Mariella ahnte nicht, wie fieberhaft Annina von Gellern damals auf Nachricht von Mariella gewartet hatte. Im geheimen hatte Annina gehofft, daß Mariella nicht wieder genesen würde und sie selbst so ohne Schwierigkeiten in den ungeschmälerten Besitz der Erziehungsgelder gelangen würde. Als Mariella dann wieder selbst schreiben konnte und der Genesung entgegenging, war Annina geradezu enttäuscht. Es war ein böses, von Vorwürfen strotzendes Schreiben, bas bie kaum genesene Mariella von > Lang-Göns, 9. März. Mit bem beginnenden Frühjahr setzt auch hier die Arbeit der Kartoffelzüchter ein. Zur Zeit werden die Saatkartoffeln — 06 gibt in der hiesigen Gemeinde rund 25 anerkannte Saatbaustellen — verlesen, was teils mit der Hand, teils mit einer Sortiermaschine geschieht. Die kleinen und die ganz großen Knollen sind als Saatgut ungeeignet unb werben zurückgelegt. Da die Saatkartoffeln von Lang-Göns einen guten Namen haben, finb auch die Bestellungen so zahlreich eingegangen, baß wieder nahem alles verkauft ist. In der Hauptsache werden hier die bekannten Sorten „Industrie", „Erdgold", „Edeltraut" usw. aber auch verschiedene Sorten von Frühkartoffeln gezüchtet. Soeben wird mit dem Versand der bestellten Saatkartoffeln begonnen. 8 Lang-Göns, 9. März. Bei der S t r a ß e n- sammlung am 1. März, die für das WHW. von Mitgliedern der Deutschen Arbeitsfront durchgefuhrt wurde, kam hier ein Geldbetrag von über 141 RM. zusammen. — Die Schweinezwischenzäh- lung vom 3. März ergab hier im ganzen 1319 Tiere (1. Dez. 1935: 1433). Zuchteber 38, Zuchtsauen 145, Ferkel und jüngere Tiere 890, ältere Schweine 246. Die große Zahl von Zuchttieren erber Viehzucht, bie Behanblung bes Viehes unb die Jnstanbhaltung ber Ställe unb Dungstätten hin. Ferner sprach er über bie Vorzüge ber Rassevieh- Haltung. — Am Montagabend hielt bie hiesige Verbrauchergenossenschaft bei starker Beteiligung im Saale „Zum Hirsch" ihre biesjährige Generalversammlung ab. Herr Stork vom Vertrauensrat der Verbrauchergenossenschaft gab einen Ueberblick über die Arbeiten in den jetzigen Ver- brauchergenossenschaften unb forberte bie Mitglieder auf, weiterhin bie Treue zu halten. Mit einem gemeinschaftlichen kleinen Imbiß würbe ber erste Teil des Abends beschlossen. Im,zweiten Teil hielten Verlosung, Musikvorträge, Gedichtvorträge usw. die Genossenschaftsfreunde noch lange beisammen. * Göbelnrod, 10. März. An Stelle des verstorbenen ersten Beigeordneten unserer Gemeinde Hermann Velten II. wurde der seitherige zweite Beigeordnete Wilhelm Bötz berufen. Der Bauer Wilhelm Becker wurde zum zweiten Beigeordneten ernannt. v 4- Grünberg, 9. Marz. Am Samstagabend hielt der hiesige Ob st - unb G a r t e n b a u v e r - ein im Gasthaus „Hessischer Hof" seine Hauptversammlung ab. Der Vorsitzende, Berufsschullehrer ©engnagel, erstattete ben Jahresbericht. Dabei wies er auf den durchgeführten Wettbewerb im Fenster- und Balkonblumenschmuck hin, ebenso erwähnte er die Obstbaumbespritzung mit Karboli- neum durch Vereinsbaumwart Fuchs (Göbelnrod) und gab der Hoffnung Ausdruck, daß bie Baum- pstege unb die Schädlingsbekämpfung bald auch hier allgemein zur Durchführung kommen. Von der für vorigen Herbst geplanten Blumenausstellung mußte man aus verschiedenen Gründen Abstand nehmen, sie soll aber dieses Jahr in Verbindung mit einer Obstausstellung ftattfinben. Die von dem Rechner, Rentier Schweißguth, vorgetragene Rechnung ergab einen kleinen Ueberschuß. Hieraus hielt der Leiter ber hiesigen bäuerlichen Werkschule, Dr. D i e n st, einen Vortrag „Der Kalk im Garten". Die interessanten unb in anschaulicher Weise vorgetragenen Ausführungen bes Redners, die burch paffende Lichtbilber unterstützt würben, fan- ben allgemeinen Beifall. Ebenso ungeteilte Aufmerksamkeit fanb der vom Vorsitzenden gezeigte Schmalfilm „Die Keimung ber Erbse". Weiterhin wurden in regem Meinungsaustausch noch manche Fragen über bie Düngung ber Gärten behandelt. Die Versammlung war gut besucht, besonders waren auch viele Frauen anwesend. Sonntag in Gießen ftattfinbenben Kreisversammlung der Geflügelzüchter wird der Verein den Antrag stellen, die für den kommenden Winter geplante Kreisausstellung nach Klein-Linden zu legen. Ferner befaßte man sich mit ber Beschaffung ber A. R.-Ringe, ohne die Ausstellungstiere nicht mehr zur Schau zugelassen werden. An bem Photowettbewerb der Reichsfachgruppe Ausstellungsgeflügelzüchter wollen sich einige Mitglieder beteiligen. Eingehend wurde über bie vom Reichsoerband geplante Futterversorgung gesprochen. Die Mitglieder nahmen das Anerbieten an unb bestellten bie genehmigten Futtermittel. Der Antrag eines Vorstandsmitgliedes, unter den Mitgliedern des hiesigen Vereins eine Eiersammlung zugunsten bedürftiger hiesiger Volksgenossen vorzunehmen unb biese Eier der Ortsgruppenleitung der NSV. zur Verteilung zu übermitteln, fand die Zustimmung sämtlicher anwesenden Mitglieder. Mitglied Wilhelm S ch l o s- s e r erklärte sich bereit, diese Sammlung am kommenden Freitag vorzunehmen. Y Watzenborn-Steinberg, 9. März. Im verflossenen Jahre erstanden in unserer Gemeinde außer verschiedenen An- und Umbauten sechs neue Wohnhäuser. In diesem Jahre liegt erfreulicherweise bereits bie Meldung von fünf Wohnhaus-Neubauten vor. Mit ben Vorarbeiten zum Bau von zwei Schulfälen und des damit verbundenen Turnraumes wurde bereits begonnen. Zwar lagen sie bei Halbzeit noch knapp im Rückstand, kamen dann aber mächtig auf und konnten schließlich ein vollkommen verdientes Unentschieden herausholen. Nach dieser Leistung ging Dutenhofen mit den besten Aussichten in die kommenden Aufstiegspiele. Tv. Groß-Rechtenbach Jgd. — To. D u» tenhofen Jgd. 3:4 (1:2). Viel knapper als man erwartet hatte, konnte Dutenhofen gewinnen, ein Beweis dafür, daß Groß-Rechtenbach zur Zeit über eine sehr spielstarke Mannschaft verfügt. Tv. Nauborn — SpV. 05 Wetzlar 5:8: Nauborn konnte das Spiel nicht gewinnen, weil es einmal zwei seiner besten Spieler nicht freibekam und weil zum anderen die Gäste mit einer Mannschaftsleistung aufwarteten, die überraschend kam. To. Hochelheim Jgd. — Tv. Gambach Jgd. 7:5 (3:4): Hochelheim hat ein sehr schönes Spiel gezeigt und seinen körperlich weitaus stärkeren Gegner sicher niedergerungen. Handball der Sp.-Dg. 1900. 1900 Jugend — Tv. Lich Jugend 14:4. Zum Freundschaftsspiel empfing am Sonntag die Jugendmannschaft der Spieloereinigung 1900 die gleiche Elf des Turnvereins Lich. Das Treffen stand schon bald im Zeichen der Blauweißen, deren Sturm geschickt operierte und dies auch am Wurfkreis zahlenmäßig zum Ausdruck bringen konnte. In regelmäßigen Abständen wurden bis Halbzeit neun Tore erzielt, an denen der gut aufgelegte Rechtsaußen den größten Anteil hatte. Nach dem Wechsel konnten die 1900er die Torziffer noch erhöhen. Dann kamen die Gäste zu den längst verdienten Gegentreffern. Beim Schlußpfiff trennte man sich mit dem Ergebnis von 14:4 Toren. Zachamt Turnen: Arbeitsplan 1936. Tagung des Gauführerringes in Gießen. Der Gauführerring des Gaufachamts Turnen tagte Samstag und Sonntag in Gießen, um den Arbeitsplan für das Jahr 1936 zu beraten und in den wesentlichsten Zügen festzulegen. Die Sitzung, die in ihrem ganzen Verlauf im Banne der großen Rede des Führers stand — man hörte am Samstagabend die Übertragung gemeinsam —, wurde vom stellvertretenden Gaufachamtsleiter Hermann Schäfer (Kassel) umsichtig geleitet. Der Arbeitsplan der Turner. Von jeher hat reges Leben bei den Turnern geherrscht, nie haben sich die Vereine darüber zu be- klaaen gehabt, daß sie zu wenig Aufgaben hätten. Selbst wenn man jetzt die von den Turnern betriebenen Sportarten, soweit sie anderen Fachämtern unterstellt sind, in Abzug bringt und nur noch Geräteturnen und Sommerspiele in Betracht zieht, sieht der Arbeitsplan, aufgestellt und beaufsichtigt vom Fachamt 1 Turnen, recht reichhaltig aus. Erheblich tragen dazu die mit so großem Erfolg eingesührten Rundenkämpfe im Geräteturnen bei. Der Jahresplan hat seinen Höhepunkt in den turnerischen Wettkämpfen und Vorführungen bei den Olympischen Spielen in Berlin. Sie finden vom 10. bis 12. August in der Dietrich-Eckart-Freilicht- bühne (bzw. die Vorführung des deutschen Turnens am 9. August im Olympia-Stadion) statt. Absichtlich ist der Termin der diesjährigen Meisterschaften im Geräteturnen gegenüber dem sonstigen Brauch hinausgeschoben worden (7. Januar 1937). Den Höhepunkt für die Sommerspiele des Reichsfachamtes Turnen bilden die Meisterschaften, die am 5. und 6. September in Schweinfurt ausgetragen werden. In den Arbeitsplan des Reichssachamtes fügen sich die Veranstaltungen der Gaue ein. Veranstaltungen im Gau Hessen. 26. April: Endkampf für die Kreisriegen im Geräteturnen. (Die Zwischenkämpfe müssen am 19. April beendet sein.) 24. Mai: Lehrgang im Volksturnen in Marburg. 28. Juni: Werbespieltag in den Sommerspielen. 12. Juli: Rhönturnfest auf der Wafserkuppe. 26. Juli: Gaumeifterschaften in den Sommerfpielen. 6. September: Hoherodskopfbergfest (gau- offen). 13. September: Wilhelmshöher Bergfest (gauoffen). 13 und 20. September: Vereinsmannschaftskämpfe im Volksturnen (20-Punkte-Wertung). 26. und 27. September: Lehrgang für das Männer-, Frauen- und Jugendturnen in Kassel. 24. und 25. Oktober: Schulung der Gaubestenriege. Im November: Kunstturnkampf Westfalen — Hessen und weitere Lehrgänge. 3n den Kreisen. Dazu kommen die Veranstaltungen der Kreise. Für die K r e i s t u r n f e st e liegen bereits folgende Termine fest: 4./5. Juli: Kreis 7 (Lahn-Ohm) in Biedenkopf; Kreis 8 (Lahn-Dill) in Wiefeck; Kreis 9 (Lahn-Westerwald) in Hachenburg; Kreis 11 (Wetterau-Vogelsberg in Laubach; 13./14. Juli Kreis 1 in Kaffel-Kirchditmold. In der Besprechung wurde immer wieder betont, daß die gesamte fachamtliche Tätigkeit des Fachamtes Turnen auf breitester volkstümlicher Grundlage durchzuführen fei. Für die Gestaltung der Bergfeste konnten nach dieser Richtung wertvolle Anregungen gegeben werden. Die Spiele sollen, wie Gaufachamtsspielwart Denn-Kassel ausführte, bei den Bergfesten sowohl als auch bei den Kreisturnfesten noch stärker in Erscheinung treten; auch die Frauen sollen fid> wieder mehr an den Turnspielen beteiligen. Seitens der Frauenführerin wurde eine stärkere Pflege der Geselligkeit angeregt. Besprochen wurde weiter die zukünftige Gestaltung der Turnpresse, ferner ein Antrag des Gaufachamtes Fußball auf kleine Aenderungen in der Kreiseinteilung. In der Leitung des Gaufachamtes wird es einige Veränderungen geben. Die neue Zusammensetzung des Führerrings des Gaufachamtes wird bekanntgegeben, sobald die Bestätigung von Berlin vorliegt. Stellvertretender Gaufachamtsleiter Schäfer hatte zu Beginn der Sonntagsarbeit die Grüße des am Erscheinen verhinderten Gaufachamtsleiters B r u n ft überbracht und anschließend der deutschen Helden gedacht. Er schloß die Tagung mit dem Treuebekenntnis zum Führer und dem Gelöbnis, wie bisher in der Deutschen Turnerschaft, so von nun an im DRL. in Liebe, Treue und Hingabe Volk und Vaterland zu dienen. Die Eröffnung der Gießener Mschuhbchn. Als man anfangs Dezember die Rollfchuhbahn mit einer kleinen' Feier und einem Schaulaufen auswärtiger Sportkameraden eröffnen wollte, regnete es, und in den folgenden Wochen war bis heute das Wetter nie viel besser, so daß erst jetzt daran gedacht werden kann, die Uebungsftunben zu beginnen. Eine besondere Einweihung wird damit verlegt auf den Tag der Südweftdeutschen Kunstlauf- und Rollhockey-Meisterschaften. Die Benutzung der Rollschuhbahn ist allerdings zu allen Jahreszeiten daran gebunden, daß der Betonboden völlig trocken ist, d. h. also, daß der jeweilige letzte Regen abgetrocknet fein muß. Hierfür find aber günstige Vorbedingungen erst mit Einsetzen der warmen Jahreszeit vorhanden. Man wird daher auch in den folgenden Wochen noch damit rechnen müssen, daß Uebungsstunden wegen des Wetters ausfallen. Trotzdem aber liegt im Hinblick auf die Gauveranstaltung, an der auch die Gießener Vereinskameraden teilnehmen wollen, die Dringlichkeit vor, schon jetzt die Bahn der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen. Der Eisverein sieht sich aber auch aus dem Grunde, daß der vergangene Winter nur wenige Eislauftage brachte, verpflichtet, feinen Mitgliedern und der Gießener Bevölkerung möglichst bald einen vollwertigen Ersatz durch das Rollschuhlaufen zu geben. Daß es ein nahezu gleichwertiger Sport- zweig ist, muß jeder zugeben, der einmal ein Kunstlaufen auf Rollschuhen'gesehen hat. Es gibt kaum eine Eislauffigur, die man nicht auch auf dem Rollschuh erlernen könnte. Voraussetzung ist allerdings auch hier, daß man einen sportgerechten Rollschuh besitzt, der vor allem die für das Figuren- laufen nötigen Gummipuffer hat. Es ergeht daher auch nochmals an dieser Stelle an alle, die beabsichtigen, sich dem Rollschuhsport zu widmen, die Mahnung, sich mit einem Fachmann bei Anschaffungen in Verbindung zu fetzen. Zugelassen sind auf der Rollschuhbahn alle Rollenarten außer der Stahlrolle, weil letztere zu Stürzen auf dem glatten Beton führt und andererseits die Bahn zu sehr beschädigt. Die erfahreneren Läufer und Sportwarte des Vereins werden an allen Abenden aus dem Gebiet des Kunstlaufs, wie auch dem Anfänger, gerne Unterricht erteilen, fo daß die ersten Schwierigkeiten rasch überwunden werden können. DeutschlandsÄkichsmannschast spieli in Budapest. Der Fußball-Länderkampf zwischen Deutschland und Ungarn, der am kommenden Sonntag in der ungarischen Hauptstadt Budapest ausgetragen wird, wird die letzte offizielle Länderbegegnung fein, die die deutsche Reichsmannschaft vor Beginn des Olympischen Turniers zu bestehen hat. Der Kampf bildet nicht nur den Abschluß einer an Erfolgen reichen Länderkampf-Serie, sondern zugleich auch das Ende des ersten Teiles der Olympia- Vorbereitungen des Deutschen Fußball-Bundes. Der zweite Teil der Vorbereitungen wird durch ein Spezialtraining der Olympia-Anwärter ausgefüllt fein, und hierzu kommt eine bedeutende englische Berufsspieler-Mannschaft nach Deutschland, die als Trainingspartner an verschiedenen Orten Spiele gegen Mannschaften austrägt, in denen der größte Teil der Olympia-Anwärter zum Zuge kommt. Oie beiden Ländermannschasten. Deutschland: Sonnrein (Hanau 93); Münzenberg (Alemannia Aachen), Muntert (1. FC. Nürnberg); Janes (Fortuna Düsseldorf), Sold (FV. Saarbrücken), K i tz i n g e r (Schweinfurt 05); Elbern (Bonn-Beuel), Gellesch (Schalke 04), Lenz (Bor. Dortmund), S z e p a n , Urban (Schalke 04). Ungarn: Szabo (Hungaria); Vage (Bocs- kai), Biro (Hungaria); Sebes, Turai, T)u* das (alle Hungaria); Cfeh II, Kardos (beite Hungaria), Dr. Sarosi, Toldi (beide Ferenc- varos), T i t k o s (Hungaria). Es ist kein Grund vorhanden, der deutschen Mannschaft etwa nicht zu vertrauen. Gewiß —- Ungarn ist augenblicklich wieder unter die stärksten Fußball-Nationen Europas zu rechnen, doch wird es in der deutschen Elf einen Gegner vorfinden, der nur sehr schwer zu schlagen ist. Es wird dem ungarischen Sturm bestimmt nicht leicht fallen, an Munzenberg und Muntert vorbeizukommen. Viel wird für die deutsche Auswahl davon abhängen, wie der Sturm einschlägt. Alle fünf Leute find große Einzelkönner, und da drei Schalkestürmer vertreten find, wird auch für das nötige Verständnis gesorgt sein. In der ungarischen Mannschaft besticht odr allen Dingen die Zusammensetzung des Sturmes und der Läuferreihe. Gerade die Tatsache, daß die gesamte Hungaria-Läuferreihe in die Elf genommen wurde, wird sich auf das Spiel und den inneren Zusammenhang der Mannschaft günstig auswirken. Der Sturm hat in Dr. Sarosi, dem Mittelstürmer, und den beiden Flügelstürmern Cseh II und Titkos seine besten Leute. Die Hintermannschaft ist bewährt. GLORIn Heinrich Pih I. und Frau Steinbach, den 10. März 1936 01131 Eisenbahner-Heimstaflen-Verein 1525 D Umladung 1369 A in diesem Frühjahr? Hauptr.: 1529 A gegen Barzahlung: 1628D 1519 A CARLNOWACK Um bessere Ernten zu erzielen GIESSEN SELTERSWEG 81 Ein nelies O Fahnad y 1664 A, JNHABER: CARL HEINZ SCH LUTER zum erstenmal im w. Privat-Handelsschule Gießen, Goethestr.32 ist eine sorgfältige Bewirtschaftung und Pflege, sowie zweckentsprechende Düngung am Platze. - Darüber hinaus muß das Saatgut von allerbester Beschaffenheit sein. 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Es handelt sich um: zirka 1850 cbm Erdbewegung, 4500 cbm Gestück, 7200 qm Vorprofilierungsarbeiten, 300 m Sickerschlitze, 500 qm Abfahrten, eine Brückenverbreiterung, 1600 m beiderseitige Flankenerhöhung, 1600 m Grabenausräumung, Lieferung von zirka 80 cbm asphaltiertem Splitt usw. Angebotsvordrucke sind ab 12. TNärz 1936 auf unserem Amte erhältlich, woselbst auch die Zeichnungen und Bedingungen offenliegen und einzufehen sind. 1518D Die Angebote find verschlossen mit der Aufschrift: „Angebot über die Regulierung und den üuroen- ausbau zwischen Steinbach und Lich" bis zum 19. März 1936, vormittags 11 Uhr, auf unserem Amt in Gießen, Hitlerwall 37 I, portofrei einzureichen. Die Deffmmg der Angebote erfolgt in Gegenwart der etwa erschienenen Bewerber. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Gießen, den 10. März 1936. Provinzial-Tiefbauamt. Bekanntmachung. Auf Grund der Vorschriften der Reichsverdingungsordnung sollen die Fuhrleistungen und Fahren der Leichenwagen für die Zeit vom 1.4.1936 bis 31.3.1937 in sieben Losen vergeben werden. Die Angebote sind bis zum Eräffnungstermin am Donnerstag, dem 19. INärz, vormittags 10 Uhr, bei uns abzugeben. 1527D Gießen, den 10. März 1936. Städtisches Hoch- und Tiefbauamt. G r a v e r t. Zweijährige Handelsklasse für Schulentlassene m. 8 jähr. Schulbildung. Ziel i Mittlere Reife (früher Einjähr. - Exam. genannt). Für Mädchen auch Kochen und Nähen. S^ulgeld RM 17.— , keine Nebengebühren. Ein u. halbjährige Handelsfachklasse Schulgeld RM 19.-, keine Nebengebühren. Abendkurse für Berufstätige i. Maschinenschreiben, Stenographie und allen Handels- Fächern. Anmeldungen für das neue Schuljahr und Auskünfte in Gießenjederzeit im Schulgebäude Goethestraße 32. Aadel-Vremcholz (Anfenerholz) gibt laufend ab nssD Dampfsagewerk Abendstern Ludwig Kröck Telephon 3580 Bohner ClDh-Hannonihas C.F. 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