Nr. 35 Erstes Blatt 186. Zahrgang Dienstag, 11. Zebruar 1936 Erscheint täglich, auher Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblatter Heimat im Bild ■ Die Scholle Monatr-Vezugrpreir: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illusttierte , 1.80 Zustellgebühr.. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten. Anzeiger Stehen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11688 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Universitüts-Vuch- und Steindruckerei R.Lange in Gießen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulftrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 81 /«Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70mm Breite 50 Rpf.,Platzoorschrift nach oorh.Vereinbg.25°/» mehr. Ermähigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzei. gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Festlicher Olympiaempfang in München. Als Gäste der Heichsregierung im Deutschen Museum. „Entente cordiale“ Lon Or. Hans von Malottki. Als letzter in der Reihe der südosteuropäischen Staatsmänner hat der tschechoslowakische Ministerpräsident Hvdza in Paris vorgesprochen, und am Quai d'Orsay ist es nach der beispiellosen Betriebsamkeit der vergangenen Woche wieder ruhiger geworden. Für die Welt aber, nicht zuletzt für uns, ist ein ganzes Bündel von Fragen aufgeworfen worden, wobei es wenig zur Sache tut, daß die Pariser Gespräche bisher mit konkreten Ergebnissen nicht gerade gesegnet gewesen sind. Sie waren nach Lage der Dinge schwerlich sofort zu erwarten, und es wäre deshalb auch falsch, von einem glatten Fehlschlag zu sprechen. Das diplomatische Stelldichein in Paris war nur erst der Anfang einer neuen Bemühung, die europäische Politik in ganz bestimmte Bahnen zu lenken. Nicht das Maß ihrer äußerlich sichtbaren Ergebnisse und Vereinbarungen also entscheidet in diesem Augenblick über ihre Bedeutung und Tragweite, sondern die Energie, die diese neue Anstrengung trägt und vorwärts treibt. Es erweist sich immer deutlicher, daß diese Energie sehr beträchtlich ist, denn sie wird immerhin gespeist aus einer sehr entschiedenen französisch- englischen Kooperation. Als Gleichklang der Interessen in einer bestimmten Situation ist diese enge Solidarität der beiden Westmächte sicherlich zeitbedingt. Was für Paris die endliche Erfüllung eines langgehegten Traumes fein mag, der Inbegriff dessen, wonach alle französischen Nach- friegsfabinette ebenso zäh wie vergeblich strebten, das stellt sich für die englische Politik in anderem Lichte dar. Sie wird sich" im gegebenen Augenblick von dem Partner jenseits des Kanals wieder lösen, weil sie im Grunde doch andere Interessen hat als Paris. Sie wird freilich bemüht fein, die auf die Dauer doch nicht zu entbehrende Urteils- und Handlungsfreiheit um einen Preis zurückzukaufen, der dann von anderer Seite bestritten werden muß. Und es ändert sich auch nichts an der Tatsache, daß Europa vorerst dem vollen Gewicht der französischenglischen Koalition ausgesetzt wird. Daß dies nicht ohne Folgen abgehen wird, die nicht segensreich sein können, ist ebenfalls gewiß. Herr F l a n d i n wärmt sich inzwischen in der Sonne des Ruhmes, den Faden nach London wieder gesponnen zu haben. Lavals Außenpolitik sinkt, je langer er aus dem Amt geschieden ist, desto mehr im Kurse. Es ist freilich viel innerpolitische Stimmungs- und Wahlmache dabei, und die Lesart von der angeblichen Schwenkung der französischen Politik ist mit großer Borsicht aufzunehmen. Se>t Versailles bewegt sich die Außenpolitik aller französischen Kabinette in dem Kreis, der durch die Friedensdiktate fest Umrissen ist. Wie der wirkliche Ausgleich mit Deutschland darin keinen Platz hat, so gibt es auch nur Gewichtsverlagerungen innerhalb dieses Kreises, aber feine schöpferische Idee, die diese Welt der Diktate sprengen und den Weg zu ehrlicher Zusammenarbeit freimachen könnte. Das Ziel, die Hegemonie auf dem europäischen Festland, bleibt unverrückt; es wandeln sich nur die Methoden. Laval wollte diesem Ziel dienen, indem er auf dem Pariser Friedensplan d i e Front von Stresa wieder zu errichten gedachte, und es ist interessant, daß das Sprachrohr des Quai d'Orsay, der Pariser „Temps", noch bei Beginn der Pariser Gespräche die gleiche Parole ausgab. ZweiTage später freilich hieß es schon etwas anders. Nicht mehr Stresa, „das wiederherzustellen sehr schwierig sein würde", sondern der englisch- französische Akkord vom 3. Februar 1935 figurierte als Leitmotiv. Hier war die Hand F l an - d i n s zu spüren. „Allen Enttäuschungen gegenüber", so ließ sich nun der „Temps" vernehmen, ist die französisch-englische Vereinbarung bestehen geblieben, und sie ermöglicht heute einen großen Fortschritt, um so mehr, als England sich voll und ganz zum Prinzip der kollektiven Sicherheit bekennt, mit allen Verpflichtungen, die sich daraus ergeben. Diese Tatsachen hat neue Möglichkeiten für eine wahrhafte Organisation des Friedens geschaffen." Wird die Idee von Stresa zurückgestellt, um den englisch-französischen Akkord vom 3. Febr. zu retten? Soll mit dem Aufwind der englischen Völkerbundsbegeisterung die französische Europapolitik neu gefestigt und gestärkt werden? Wieder einmal scheinen sich unter der schützenden Hülle der Kollektivität verschiedene Interessen zu finden und ineinander zu verschlingen. Das Ruhebedürfnis der englischen Politik ist bekannt. Ihr Wunsch, der Sorgen und Befürchtungen gegenüber dem europäischen Festland enthoben zu sein, hat in dem Maße zugenommen, wie die fernöstlichen Spannungen. Je angespannter der Blick nach Tokio wird, desto stärker wird die Tendenz, ein beruhigtes Europa zu sehen. England weiß auch, daß es heute politisch und militärisch keine Insel mehr darstellt, daß die Möglichkeit der splendid Isolation gegenüber der europäischen Unrast nicht mehr gegeben ist. Daher die aktive Anteilnahme am europäischen Schicksal. Aber diese Einschaltung in den europäischen Kreis geht auf seltsame Art vor sich. Sie widerspricht der englischen Tradition, der Politik des Ausgleichs und des Gleichgewichts, und es hat heute fast den Anschein, als falle das ganze Gewicht englischer Macht und englischen Einflusses bedenkenlos in die Waagschale der französischen status-quo-Politik. Die Frage erhebt sich, warum das geschieht. Aus lieber« Zeugung? Das hieße, all die Erkenntnisse verleugnen, denen englische Staatsmänner in der letzten Zeit mehr und mehr Raum geben mußten. Ein Baldwin, ein Hoare, selbst ein Eden, — alle haben sie das Problem so gestellt, daß die Wunden aus München, 11. Februar. (DNB.) Inmitten der Olympischen Winterspiele aab am Montagabend d i e Reichsregierung zusammen mit der bayrischen Landesregierung einen großen Empfang, um den weiten Kreis derer, die in Vorbereitung, Organisation und Ausführung den olympischen Gedanken verkörpern, mit den führenden Repräsentanten des Reiches und Landes sowie der Bewegung zu einer festlichen Gemeinde zu vereinen. Das Deut« ch e Museum und sein Kongreßsaal war Stätte des Olympia-Empfangs. Don der Höhe des Saalbaues flatterten zwischen Bannern des Reiches zwei olympische Fahnen. Der Portalaufbau trug auf dunkelrotem Tuch die olympischen Ringe. Im Treppenaufgang zum Kongreßsaal bot sich das erste packende Bild: Die Rückwand, mit mattbraunem Tuch verhüllt, trug in der Mitte einen wunderbaren mächtigen Gobelin mit mystischer Darstellung. Vor ihm erhob sich zwischen Lorbeer dieBüstedesFüh- rers. Zu beiden Seiten des Aufganges brachte ein Spalier Münchener Herolde den Gästen den Willkomm. Im Festsaal selbst leuchtete von der Bühnenwand ein riesiges Hoheitszeichen auf dunkelbraunem Tuch. Auf der Galerie gaben vor den in regelmäßigen Abständen wiederkehrenden Ringen die Banner des gastgebenden Reiches und die olympische Fahne sowie anschließend die Flaggen aller Nationen, die ihre Meister zu den Spielen geschickt haben, dem Raum die beherrschende Note. Die hohen Lüster tauchten zusammen mit den unzähligen flackernden Kerzen auf den Tischen den Saal in ein weihevolles Licht. Den erlesenen Tafelschmuck bildeten Kerzenhalter und Vasen in Nymphenburger Porzellan mit farbenfrohen Blumen, verbunden durch eine festliche Kette von Silbergirlanden. Die Gaffe. So war die Stätte, in der sich nach dem begrü- ienben Empfang in den Wandelhallen nun als chönster Glanz das Leben selbst entfalten konnte: Die große Gemeinschaft der Tausend, die als- Gäste des Reiches im Gesellschaftskleid, in den Uniformen ausländischer Offiziere und der Wehrmacht und der Bewegung sich hier versammelten. Unter den ausländischen G ä st e n sah man den Erbprinzen und die Erbprinzessin Gustaf Adolf von Schweden, den türkischen und den italienischen Botschafter mit Frau, die Gesandten Oesterreichs, Lettlands, Ungarns, den japanischen Geschäftsträger und Frau, den italienischen Unterstaatssekretär Ricci, den ehemaligen britischen Luftfahrtminister Marques Londonderry und Gattin, zahlreiche Militärattaches und das Münchener Konsularkorps. An der Spitze der Mitglieder des Internationalen Olympischen Komitees war Graf de Baillet- Latour erschienen, auch das Deutsche Olympische Komitee war mit seinem Präsidenten Staatssekretär a. D. Lewald zahlreich der Einladung gefolgt, desgleichen waren das Organisationskomitee der IV. Olympischen Winterspiele mit feinem Präsidenten Dr. Ritter von Halt und verschiedene Mitglieder ausländischer Olympiakomitees zugegen. Mit Reichsminister Dr. Goebbels, dem bayerischen Reichsstatthalter General Ritter von Epp und dem Ministerpräsidenten Siebert waren von den Mitgliedern der Reichsregierung u. a. erschienen die Reichsmini st er Freiherr von Neurath, von Blomberg, Dr. Frick, Graf von Schwerin-Krosigk, Seldte, Darre und Frank, ferner Botschafter von Ribbentrop, zahlreiche Staatssekretäre, Reichs- fpvrtführer von Tschammer und Osten, Generalinspektor Dr. Todt, den Generalleutnant der Landespolizei 2) alue ge, den Kommandieder Zeit ber Diktate geheilt, die Spannungen gemildert, nicht aber stur und starr die Macht- und Besitzanlage von 1919 gegen alle Vernunft und Erfahrung verteidigt werden müsse. Der Frieden, die Sicherheit — das galt als Aufgabe, nicht als schon vorhandene Tatsache, und es wirkte ermutigend, daß man Lösungen in eine Richtung aufzeigte, die fortführten aus dem unheilvollen Versailler Kreis. Und jetzt ist England, das all diesen Einsichten abschwört, das sich geradezu zur Idee des Genfer Protokolls bekennt, das so tut, als ob alles Heil aus der Abschreckung eines etwaigen Angreifers erwachse. Wir können noch nicht glauben, daß dieser Rückfall, der selbst der französischen Politik zunächst den Atem verschlug, ehe sie sich an die Ausnutzung dieses Göttergeschenks machte, —- wir können noch nicht glauben, daß die Urteilsbildung der englischen Politik so tief gesunken sein soll. Es scheint eher so zu sein, daß man in London andere, überkontinentale Sorgen verspürt, daß Weltreichsinteressen alle Aufmerksamkeit beanspruchen und daß man mit dem Mittel der französischen Sicherheitspolitik der europäischen Fragen so lange auf Eis legen will, bis die Zeit der Bereinigung und Klärung „gekommen" ist. Das Verhängnis ist, daß die Kvllektivitätspolitik die Vermischung und Verbindung so verschiedener Zielrichtungen, wie sie die englische und die französische Europapvlitik enthalten, gestattet und erleichtert. Das ganze erscheint dann nach außen als eine einheitliche „Friedenspolitik", wobei jeder der beiden Partner von anderen Wertungen renben General im Wehrkreis VII Generalleutnant von Reichenau, die Reichsleiter Amann, Bouhler, Buch, Dr. Dietrich, Fiehler, Grimm, Dr. Ley, Rosenberg, von Schirach und Schwarz, der Stabschef der SA. Lutze, der Reichsführer-SS. Aeichsniinister Dr. Goebbels begrüßte mit einer kurzen, alsbald ins Französische und Englische übersetzten Ansprache die Gäste und führte u. a. aus: Es ist mir ein besonderes Bedürfnis, Ihnen allen, die Sie aus fast allen Ländern der Welt und aus fast allen Weltteilen gekommen sind, ein herzliches Willkommen entgegen« zurufen, nicht nur im Namen des Führers und der deutschen Regierung, sondern ich darf wohl ohne Uebertreibung sagen, im Namen des ganzen deutschen Volkes. Das deutsche Volk begrüßte es aus tiefstem Herzen, daß soviele angesehene Männer und Frauen des Auslandes in diesen Tagen bei Gelegenheit der Olympischen Winterspiele bei uns zu Gaste sind. Zwar tragen die Olympischen Spiele ihrem Geiste und ihrem Sinn nach keinen politischen Charakter. Aber dieses Zusammensein von Männern und Frauen aus allen Ländern der Erde trägt eine politische Note in einem höheren Sinne, und zwar insofern, als hier die Gelegenheit gegeben ist, über politische Unterschiede und Differenzen hinweg sich von Mensch zu Mensch und damit von Volk zu Volk kennenzulernen. Denn das ist der vielleicht wichtigste Grund all* der schweren Sorgen und Krisen, die die Der Präsident des Internat onalen Olympischen Komitees Graf Baillet-Latour führte in seiner Erwiderung auf die Worte des Reichspropagandaministers u. a. aus: Das Deutsche Reich hat mit seiner Unterstützung der Olympischen Spiele bewiesen, daß der Sport nicht nur als körperliche Ertüchtigung empfunden wird, sondern daß er das Ideal der besten Schule verkörpert, die zur Verständigung aller Länder beiträgt und damit zugleich dem eigenen Volke dient. Durch die Zusammenarbeit des Internationalen Olympischen Komitees mit der Reichsregierung ist es gelungen, eine allseits bewunderte und anerkannte Organisation der IV. Olympischen Winterspiele auf die Beine zu stellen. Alle diejenigen, die an diesen Spielen teilnehmen, werden in ihre Heimat zurückkehren und verkünden, in welch ausgezeichnetem Geist die Wettkämpfe hier durchgeführt worden sind und wie das sportliche Deutschland die olympische Idee verwirklicht hat. Indem er dem Reichsminister Dr. Goebbels den Dank seiner Kollegen aussprach, erhob Gras Baillet-Latour sein Glas auf das Wohl aller derer, die an der Vorbereitung und Durchführung der und Vorstellungen ausgeht und jeder im Stillen hofft, die Dinge schließlich doch in seinem Sinne einmal meistern zu können. Aber schon stellen sich für die Anderen die Folgen ein. Mehr und mehr ist die englische Politik gezwungen, die europäischen Fragen in der französischen Perspektive zu sehen. Das zeigt sich vor allem in der Art, wie das neue englische Rüstungsprogramm begründet und gerechtfertigt werden soll, zeigt sich schließlich in der Bereitwilligkeit Londons, den Sanktionsartikel des Völkerbundes zur Achse der europäischen Politik zu machen. Alles Geist vom französischen Geist. Wie will man die Kräfte wieder bändigen, die man jetzt wuchern läßt? Obendrein verwickelt man sich in groteske Widerspräche. Man redet der „Erweiterung" des Artikels 16 das Wort in einem Augenblick, wo man gegenüber Italien seine weniger starre Anwendung als einen Akt weiser Mäßigung preist. An sich wäre es gewiß mit dem Genfer Gesetz zu vereinbaren, wenn zunächst mit weniger gefährlichen Maßnahmen gegen den Paktbrecher vorgegangen wird. Aber gerade dieses Genfer Gesetz verlangt das militärische Vorgehen als Ultima ratio des Sanktionsverfahrens. Die Erklärung, daß man es unter keinen Umständen dahin kommen lassen werde, mußte dem Sanktionsfeldzug dagegen schon von vornherein jede ernsthafte Wirkung nehmen. Zur Groteske aber wird das alles, wenn man nun noch vorher in Rom anfragen läßt, ob Italien zwar nicht eine Oelsperre — davon ist kaum die Rede —, sondern etwa auch eine „Oelkontingentie- rung" auf den Friedensoerbrauch als feindliche Himmler, der Korpsführer des NSKK. Hühnlein, Reichsstatthalter und Gauleiter Sprenger. Auch aus dem Kunstleben und der Wirtschaft nahmen zahlreiche Persönlichkeiten an dem festlichen Abend teil. Wett belasten, daß die Völker sich zu wenig kennen, und daß sie deshalb, weil sie sich zu wenig kennen, sich gegenseitig nicht das 2Naß von Achtung entgegenbringen. das im Sinne einer Wohlfahrt der ganzen Erde und eines Friedens, der für alle Völker einmal kommen muß, gelegen ist. Möge nicht nur aus den Olympischen Spielen in sportlicher Hinsicht eine internationale Verständigung angebahnt werden, sondern möge auch aus diesem Zusammensein und aus diesem Sichkennen- lernen sovieler angesehener Menschen der ganzen Erde jenes Verständnis erwachsen, das notwendig ist, um einen dauerhaften Frieden und einer echten Wohlfahrt aller Völker der Erde Bahn zu brechen. In diesem Sinne, Eure Exzellenzen, meine Damen und Herren, bitte ich Sie, mit mir das Glas zu erheben: Auf einen dauerhaften Frie- n in der WlednudflhWohteiraumlhweniatxrdgoed den in der Welt und die Wohlfahrt der Völker! Die Worte des Reichsminifters wurden von der festlichen Versammlung mit stürmischem Händeklatschen ausgenommen. IV. Olympischen Winterspiele mitgearbeitet haben, mit dem Ruf: „A u f Wiedersehen in Ber» l i n!" Der Ruf des Redners, dessen Worte anschließend ins Deutsche und Englische übertragen wurden, fand lebhaften Widerhall. Die großen Eindrücke dieses Abends ließen spontan Thomas F e a r n l e y- Oslo (Norwegen) das Wort ergreifen. Die olympischen Spiele hätten einen günstigen Verlauf genommen. Dieser Abend verbürge, daß auch die Schlußzeremonie in dem gleichen würdigen Rahmen gehalten fein »würden. Sie würden sich freuen, wenn die ganze Welt an dem olympischen Geschehen in Garmisch-Partenkirchen Anteil nehmen würde. Den Reigen der Kunst eröffnete unter Staatska- pellmeister Tuteins Leitung das Orchester des Staatstheaters München mit dem Huldigungsmarsch von Grieg. Dann erfreuten Kammersänger Rudolf Bockelmann von der Staatsoper Berlin und Kammersänger Julius P a tz a k von der Münchener Staatsoper durch Gesangsvorträge. Der zweite Teil des Abends brachte Vorführungen des Staatstheater-Balletts und von Solotängerinnen des Deutschen Opernhauses Berlin. Den Abschluß bildete der Phantasietanz „Olympische Ringe", der die Symbolik dieser denkwürdigen Tage noch einmal zu veredelter und beschwingt hinreißender Geltung brachte. Haltung ansehen würde. Im Endeffekt läuft darauf hinaus, daß Italien sich Sanktionen gefallen läßt, solange sie unwirksam sind und daß der von England geführte Völkerbund bereit ist, sich diese Beschränkung auferlegen zu lassen. Die Erklärung aber gibt der Herrn Eden sehr nahestehende diplomatische Korrespondent des „Daily Telegraph": „Man denke in London an die Möglichkeit, daß Italien unter dem Druck einer .afrikanischen Pleite* zu einer Verständigung mit Deutschland kommen könnte". Don hier fällt einiges Licht auf die noch sehr undurchsichtige italienische Position in dem englisch-französischen Spiel. Es fällt aber auch Licht in die Rolle, die uns im Rahmen der neuen Pariser und Londoner „Friedenspolitik" zugedacht ist. Weil die natürliche Entwicklung fortschreitet, muß eine Politik, die sich ihr immer noch widersetzen will, zwangsläufig immer aktivistischer und in der Wirkung aggressiv werden. England muß heute enorme Rüstungslasten in Kauf nehmen, nicht weil Deutschland den Frieden bedroht, sondern weil immer mehr Kraft und Gewalt erforderlich sind, um sich der gesunden Entwicklung des Völkerlebens ent- gegenzustemmen. Im Unterhaus stellte La ns» irury die geschichtliche Frage: „Wenn die Regierung in der Lage gewesen ist, die Sanktionen zu organisieren, würde es bann nicht viel leichter sein, den menschlicheren Vorschlag anzuwenden, d i e Reichtümer der Welt zu teilen, um Blutvergießen zu verhindern?" Der Regierungsoertreter war anderer Meinung ... Der Olympiagedanke Wegweiser für eine Verständigung der Völker. Der Dank des Komitees für die glänzende Organisation der Winkerspiele. Der Montag in Hämisch-parlenkirchen. Der Lesterreicher Schäfer führt im Eiskunstlauf. Garmisch-Partenkirchen, 10. Februar. (DNB.) Montag hatte sich der Himmel wieder bezogen. Bei niedriger Temperatur setzte gegen Mittag ein leichtes Schneetreiben ein. Obwohl die Sonn- taasbesucher Garmisch-Partenkirchen wieder verlassen haben, zeigt die Olympiastätte den gewohnten Hochbetrieb. Das Hauptinteresse galt wieder den Skiläufern, die den 4X10-Kilo- meter-Staffellauf mit dem Ziel im Skistadion austrugen. Es kam zu einem großartigen Kampf, der erst durch den letzten Mann entschieden wurde. Zunächst führten die Norweger, im Endkampf aber konnte der finnische Schlußmann die erste Goldene Olympia-Medaille für sein Land herausholen. Deutschland belegte mit der Mannschaft Däuber, Bogner, Leupold und Zeller den sechsten Platz, da sein erster Läufer falsch gewachst hatte und so viel Zeit einbüßte, daß der Dorsprung nicht wieder wettgemacht werden konnte. Der Äeg Finnlands wurde mit großer und unparteiischer Begeisterung ausgenommen. Im übrigen beherrschen die Erfolge der Deutschen der Vortage noch ganz die Gemüter. Der Stellvertreter des Führers hatte nach dem Abschluß des gestrigen Torlaufes die deutsche Mannschaft in ihrem Quartier ausgesucht, um ihr persönlich seine Glückwünsche auszusprechen. Im K u n st e i s st a d i o n wurden Montag die Pflicht- läufe der Männer abgeschlossen, der Oesterreicher Schäfer führt. Aufdem Rießer See nahm das nicht zu den olympischen Wettbewerben gehörende Eisschießen seinen Fortgang. Weitere Einzelheiten im Sportteil. Auftakt zu den Vobrennen. Garmisch - Partenkirchen, 11. Febr. (DNB.) Der Himmel ist glasklar. Noch steht der Mond am Himmel. Die Morgensonne wirft die ersten goldenen Strahlen über die Alpenspitzen, als die er st en Spurbobs über die Bahn gehen. Die Bahn befindet sich in ganz ausgezeichneter Verfassung, herrscht doch die ganze Nacht in Garmisch-Hartenkirchen bis 15 Grad Kälte, die sich an der Bahn über dem Rießer See auf 18 Grad erhöht. Es sind 19 Mannschaften angekündigt am Start. Eben wird noch an der Bayern- kurve gearbeitet und einige organisatorische Maßnahmen werden getroffen. Die Tribünen sind schon recht gut gefüllt, im Halbrund wehen die Fahnen der Nationen und schon kommt auch der erste der drei Spurbobs wie vorgesehen über die Bahn. Zuerst fahren gemischte Mannschaften mit Deutschen, Italienern und Franzosen. Während sie glatt über die Bahn kommen, zeigt der deutsche Bob mit Wiese schon einige Unsicherheiten in der Bayernkurve und kommt zu hoch hinaus, gerät ins Schlingern und stürzt ausgangs der Bay- e r n k u r v e. Ein Mann wird leicht verletzt und muß sortgeschafft werden. Die Spurbobs hatten die Aufgabe, die Bahn einer letzten Prüfung zu unterziehen und die leicht darauf liegende Schneeschicht zu entfernen. Ernennung und Aufgaben der Betriebsjugendwalter. Der Leiter des Sozialen Amtes der Reichsjugendführung und des Jugendamtes der DAF., Ober- gebietssührer Artur Axmann, hat folgende Verfügung erlassen: In Betrieben, in denen die Notwendigkeit besteht (das sind Betriebe mit sechs oder mehr Jugendlichen), für die Jugendarbeit dem Betriebswalter einen besonderen Betrieb sjugendwalter beizugeben, ernennt diesen der Betriebswalter im Einvernehmen mit der Jugendabteilung der Kreis- waltung der DAF. Die Bestellung der Vertrauensmädel erfolgt in der gleichen Weife. Die kulturellen Aufgaben der NE>.-Gemeinschast„Krast durch Freuds. NSG. Im weiteren Verlauf der Arbeitstagungen der Amtswarte von „Kraft durch Freude" sprachen der Gauobmann des Arbeitsdankes Krause, der Generalintendant Meißner und der Gaupropagandaleiter Müller-Scheld. Auf der breiten Ebene des nationalsozialistischen Kulturbegriffes bewegten sich die Erläuterungen der Redner. Denn wenn Pg. Krause sagt: „Wir sehen unsere Kulturaufgabe an der Arbeitsstätte und an dieser Stätte verbunden mit dem ehernen Begriff „Arbeit" wollen wir die kommende Kultur gestalten, mit dem Mittel des Arbeitsdankes, der eine Traditionstruppe im besten Sinne dieses Wortes darstellt," dann bedeutet dieser Ausspruch einen Entschluß zum Neuaufbau, genau so wie Pg. Meißner verkündet: „Wenn wir das Theater wieder zu einer wahren Stätte deutscher Kultur umgestalten wollen, dann müssen wir bereit sein, um diese Werke zu ringen und unseren eigenen Egoismus zurückstellen. Jeder künstlerische Wille erfährt auf der Bühne durch die Bestätigung der Zuschauer eine gewaltige Steigerung. Wir müssen ein Band zwischen Dichter, Darsteller und Zubehör Herstellen. Wir müssen dem Arbeiter predigen, daß das Theater auch seine Sache ist, weil er seinen Platz im Ringen um die Gestaltung der deutschen Kultur einnehmen muß. Wir kämpfen alle um das deutsche Nationaltheater. „Kraft durch Freude" muß dazu kommen, sich kämpferisch für die Erneuerung des Theaters einzusetzen und weltanschaulich fest verankerte Stotztrup.ps in dieZu- schauerräume zu führen. Der Wille zum Aufbau und zur Erneuerung der Bühne muß jeden Volksgenossen beseelen, damit diese Stätte der festlichen Erhebung wird, wo er sich wieder- findet und seine seelischen Kräfte, seinen Einsatz, seine Ehre, seine Tugenden und Würde verkörpert sieht." In diesem Sinn wurde in Frankfurt ein Abschluß zwischen „Kraft durch Freude" und dem Generalintendanten getätigt, wonach dieser der Organisation 80 Vorstellungen für 100 000 Menschen zur Verfügung stellt. Deshalb waren die Worte des Gaupropagandaleiters Müller-Scheld überaus treffsicher, wenn er sagte, daß „Kraft durch Freude" kein Amüsierinstrument sei. Im Gegenteil ganz allmählich wird sich aus der Zahl der hier erfaßten Menschen die Schicht herauskristallisieren, auf der sich unser ganzes kulturelles Leben ausbreiten kann. In den nächsten Monaten werden bereits eine Anzahl von Veranstaltungen das unter Beweis stellen. „Kraft durch Freude" hat die künstlerische Ausgestaltung des Landestreffens der DAF., desSchlitzerVolksf e ft e s und des Reichshandwerkertages übernommen, und wird auch in bisher ungekannter Größe die Sonnwendfeier am Alt- Rhein und die Einweihung der Eschenburg im D i l l k r e i s organisieren. Auf dem Weltfreizeitkongreß in Hamburg wird der Gau Hessen-Nassau sehr stark bei den Darbietungen mitwirken. Der Gaupropagandaleiter schloß mit der Aufforderung: „Wir müssen eine absolute Einheit bilden und müssen, was wir auch gestalten, stets die nationalsozialistische Weltanschauung zum Ausdruck bringen. „Kraft durch Freude" ist und wird niemals ein Deranstaltungsbüro für billige Unterhaltung sein, deshalb vergessen Sie nie die Erhabenheit Ihrer Ausgaben!" Betriebsjugendwalter und Dertrauensmädel unterstehen in jeder Beziehung dem Betriebswalter und sind in ihrer Arbeit diesem verantwortlich. Die Aufgaben der Betriebsjugendwalter und der Dertrauensmädel ergeben sich im einzelnen aus den Derhältnissen des jeweiligen Betriebes. Uebereinstimmend ist folgendes anzustreben: 1. Beratung des Betriebswalters in allen Fragen der Jugend. 2. Förderung des Gedankens der Betriebsgemeinschaft. 3. Erziehung der jugendlichen Gefolgschaftsmitglieder zur freiwilligen Teilnahme an der zusätzlichen Berufsschulung (fachberufliche bzw. hauswirtschaftliche Arbeitsgemeinschaften der Jugendabteilung der DAF.) und am Reichsberufswettkampf der deutschen Jugend. Die Vertrauensratswahlen. Kundgebung der DAF. im Sportpalast. Berlin, 10. Febr. (DNB.) Als Auftakt zu den Vertrauensratswahlen fand im Sportpalast eine große Kundgebung der DAF. statt, an der etwa 13 000 Betriebsführer, Betriebswalter und Vertrauensmänner der Berliner Betriebe teilnahmen. Hauptamtsleiter Selzner betonte, daß man den Abschnitt der Gemeinschaftsarbeit der vergangenen Jahre einer kritischen Würdigung unterziehen müsse, um so eine Ausgangsstellung zu gewinnen, auf der man weiterbauen könne. Der Betriebssührer müsse sich nicht nur die Befriedigung der Jnnenkonjunktur angelegen sein lassen, sondern es müßten auch die Exportmöglichkeiten weitgehend ausgenutzt werden, da wir nur dann der hohen sozialen Lebensbasis zustrebten, wenn wir jederzeit qualitativ hochwertige Arbeit ausführten. Bei der Machtübernahme waren 25 Milliarden Auslandsschulden vorhanden. Innerhalb von drei Jahren seien 1 2V2 Milliarden zurückgezahlt worden, das Dritte Reich habe also das Kunststück fertig gebracht, Schulden schneller zu beseitigen als andere sie machten. Betriebsführer und Gefolgschaftsmitglieder müßten im Vertrauensrat zusammen das Notwendige zur Verstärkung der Widerstandslinie tun. Derjenige, der als Vertrauensrat die Dinge nicht ernst nehme, habe keine Aussicht, im nächsten Jahr wiedergewählt zu werden. Der Dertrauens- rat sei ein riesiges Rekrutendepot, zu dem auch der Betriebsführer gehöre. Durch die Aufrichtung des sozialistischen Prinzips sei eine neue Ordnung geschaffen, im Vertrauensrat würden die Kräfte eingesetzt, die das Vertrauen des gesamten Betriebes verdienten. Es bedeute noch lange keine Feindschaft, wenn man sachlich kämpfe. Die Entwickelung des Arbeitseinsatzes im Januar 1936. Berlin, 10. Febr. (DNB.) Die winterliche rückläufige Bewegung im Arbeitseinsatz ist im Januar, wie die Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung berichtet, vor allem unter dem Einfluß dec milden Witterung, beinahe vollständig zum Still st and gekommen. Während die Zahl der Arbeitslosen im Dezember um 524 000 anstieg, hat sie im Januar 1936 nur um 12000 oder 0,5 v. H. zugenommen. Diese günstige Entwicklung bestätigt den im vorigen Bericht gegebenen Hinweis, daß das frühzeitige Frostwetter und die Arbeitspause während der Feiertage die Ursache für das unverhältnismäßig starke Ansteigen der Arbeitslosigkeit im Dezember gewesen sind. Ende Januar wurden bei den Arbeitsämtern 2 520 000 Arbeitslose, d. h. rund 4 5 3 0 0 0 w e - niger als im winterlichen Höch st punkt des Vorjahres, gezählt. Die Festigung des Arbeitseinsatzes im Januar ist haupsächlich auf die Wiederinangriffnahme von Außenarbeiten zurückzuführen. Demzufolge habe in den Saisonaußenberufen die Arbeitslosen um rund 14 000 abgenommen. In den mehr konjunkturabhängigen Berufen war noch eine Zunahme um 26 000 zu verzeichnen. Sie ist jedoch in der Hauptsache, wie im Holzgewerbe, Gast- und Schankwirtschaft, Nahrungsmittelgewerbe, sowie bei den Angestellten ebenfalls jahreszeitlich bedingt und z. T. auf die Rückkehr aus berufsfremder Außenarbeit zurückzuführen. Freiwilliger Oiensteintritt in die Kriegsmarine. Berlin, 10. Febr. (DNB.) Zu Beginn jedes Vierteljahres werden Freiwillige für 0 en Flottendienst der Kriegsmarine eingestellt. Meldung jederzeit. Dienstzeit vier bis fünf Jahre, für Unteroffiziere zwölf Jahre und mehr. Besonders günstige Aussichten bestehen für Freiwillige, die einen der folgenden Berufe drei Jahre erlernt haben: Schlosser aller Arten, Elektriker aller Arten, Feinmechaniker, Mechaniker, Schmiede, Kupfer- Ichmiede, Klempner, Installateure, Former, Must- ker aller Instrumente. Die Freiwilligen müssen deutsche Reichsange- höriqe, deutschblütig, wehrwürdig, unbescholten und unverheiratet sein. Folgende Geburtsjahrgänge kommen zur Zeit in Betracht: 1913, 1914, 1915, 1916, 1917, 1918, für die Einstellungen im Jahre 1937 auch: 1919. Die Bewerber sollen für ihr Alter gut entwickelt und müssen nach marineärztlichem Urteil tauglich sein. Angehörige des Jahrgangs 1915 und jüngere, die zum 1. Oktober 1936 und später eingestellt werden, müssen den A r b e i t s - dienst ab geleistet haben. Der Reichsarbelts- dienst stellt Marinefreiwillige, die für die Kriegsmarine angenommen sind, jährlich zum 1. April oder 1. Oktober bevorzugt ein. Das Einstellungsgesuch ist mit dem Vermerk: „Gesuch um Einstellung in den Flottendienst" an den II. Admiral der Ostsee (Einstellung) in Kiel oder an den II. Admiral der Nordsee (Einstellung) in Wilhelmshaven zu richten. Frühzeitige Meldung ist schon mit Rücksicht auf den Arbeitsdienst notwendig. Dem Einstellungsgesuch sind beizufügen: a) von Gemusterten der M u st e • rungsausweis und gegebenenfalls der E r - fatzreserve-I-Schein, von Nichtgemusterten der Freiwilligenschein, zu erbitten von der politizeilichen Meldebehörde, b) ein ausführlicher, selbstgeschriebener Lebenslauf, c) ein Briefumschlag mit Anschrift des Bewerbers und d) zwei Lichtbilder des Bewerbers. Vorstellung in Kiel ober Wilhelmshaven ohne ausdrückliche Aufforderung dazu ist nur erwünscht, wenn der Bewerber im Besitz genügender Barmittel für die Hin- und Rückreife ist. Zusammenarbeit zwischen 63. und NGOStB. im Landdienst. Nachdem im Vorjahr bereits der Land di en st der HI. in den verschiedenen Gebieten Deutschlands mit Erfolg als Hilfe für die Landwirtschaft eingesetzt werden konnte, soll in diesem Jahr der Einsatz der Jugend in verstärktem Maße ausgebaut werden. Träger dieser politischen Ausgabe sind die Hitler-Jugend und der NSD. Studentenbund. Die Vorbereitungen, die Ausrichtung, die Auswahl wird von beiden Gliederungen nach der für ihre Arbeit notwendigen Eigenart durchgeführt. Die Einheitlichkeit ist dabei durch die für beide Gliederungen bindenden Anordnungen der Bewegung gewährleistet. Für die Durchführung der Landdienst- arbeit auf dem Dorfe ist die schon getroffene Vereinbarung zwischen dem Reichsnährstand und der Hitlerjugend maßgebend. ♦ Im Landdienst werden gruppenweise Jungarbeiter und Studenten gegen Tariflohn bei der Landarbeit eingesetzt. Mit dem Frühjahr beginnt naturgemäß eine Steigerung dieses Einsatzes, zu dessen Vorbereitung in Berlin eine Besprechung sämtlicher Landdienst-Referenten der HJ.-Gebiete stattfand. Zur Aussprache standen insbesondere Fragen der Werbung und Einberufung non Jugendlichen. Darüber hinaus wurde der Einsatz des Landdienstes im einzelnen festgelegt. Auf Grund der bisherigen Erfahrungen und des vorhandenen umfangreichen Führerstammes soll nunmehr außer dem bisherigen Gruppeneinsatz auf Gutsbetrieben in diesem Jahr erstmalig der Einsatz im Dorf als sogenannter „bäuerlicher Ein- s a tz" durchgeführt werden. Auf diese Weise werden nun auch dem Bauerntum notwendige Kräfte zur Verfügung gestellt. Hannchen fällt vom Himmel. Von Erich paehmann. Hannchen war vorn Himmel gefallen, und zwar buchstäblich. Gemeinhin pflegen das Eichhörnchen nicht zu tun. Aber Onkel Max erzählt es, denn Hannchen fiel vor seine Füße. Und das kam so: Eines Morgens im Frühherbst, als er durch einen kleinen Kiefernschlag in der Nähe unseres Hauses ging, hörte er über sich in den Baumkronen ein ganz helles Geschrei. Es klang so klagend und voller Todesangst. Da sah er über sich in der Spitze einer alleinstehenden Kiefer auf einem Astende ein Eichhörnchen in verzweifelter Hast hin- und herrennen. Und weiter zurück, an der Wurzel des Astes, saß ein Marder, ganz an das Holz geduckt, und funkelte mißbilligend den Störenfried unter dem Baume an. Onkel Max wußte, daß es für ein Eichhörnchen, hinter dem der Marder ist, keine Rettung mehr gibt. Und das Eichhörnchen schien es auch zu wissen, denn es rannte, als der Verfolger sich anschickte, die Beute anzuspringen, über die Astspitze hinaus ins Leere und plumpste vor Onkel auf den Boden. Da blieb es liegen, platt auf die Erde gedrückt, und nur an dem Zittern der Schwanzspitze konnte man sehen, daß Leben in ihm war. Onkel sah, daß es noch ein ganz junges Tier war, nahm es auf und trug es nach Haufe. Hannchen, wie Onkel dieses Haarknäuel mit der braunen Schwanzstandarte und den schwarzen brennenden Auaenknöpschen nannte, wurde im Laufe der Zeit so zutraulich ihm gegenüber, daß er es frei im Zimmer herumlaufen ließ. Morgens in aller Frühe, wenn es nach angenehm durchschlafener Nacht sich von Onkels Bettdecke erhob, vollführte es eine geräuschvolle und halsbrecherische Akrobatik an den Möbeln und Geweihen des Zimmers, daß auch Onkel wohl ober übel aufstehen mußte, über die Straße hinüber in den Wald ging und mit den Taschen voller Kienäpfel zurückkehrte. Dann setzte er sich an den Frühstückstisch, entfaltete die Zeitung und tat, als wenn nichts wäre. Das ging jeden Morgen so. Und jeden Morgen begann Hannchen sich erst mit der Nase und bann mit bem ganzen Körper in seine Taschen zu versenken unb seinen Proviant an bas Tageslicht zu förbern. Dabei fehlte es auch nie an schüchtern-rauhen Liebesbezeugungen, etwa so, daß Onkel in Hannchens Schwanz kniff, und wenn es dann fauchend aus der Tasche fuhr, war er es gar nicht gewesen und las seinen Leitartikel. Hannchen rächte sich wieder dadurch, daß es plötzlich, wenn er an nichts Schlimmes dachte, mit Kopf und Krallen durch die Zeitung fuhr, wie ein dressierter Pudel im Zirkus, und ihm nach diesem Parterreakt vergnügt und selbstzufrieden anblinzelte. Oder es hockte sich mit seinem Kienapfel auf Onkels Schulter und senkte die angeknabberten Schalen zierlich in seinen Kragenausschnitt. Einmal entzweiten sie sich ernstlich, allerdings nur für einen halben Tag. Das war, als Onkel sich eine Zwiebel schälte und Hannchen eiligst herankam, um dieser interessanten Handlung beizuwohnen. Zwar stoppte es in einiger Entfernung noch rechtzeitig ab, hockte sich auf die Hinterpfoten und hängte erst mal die Nase forschend in den Wind. Aber Onkel rückte mit der Zwiebel näher und drückte aus Spaß mal ein bißchen darauf, so daß der Saft in Hannchens Nase spritzte. Eine ganze Stunde lang saß Hannchen bis über die Öhren beleidigt in einem Schmollwinkel und rieb sich die Tränen aus den Augen und spuckte Gift und Galle, wenn Onkel zu einem Versöhnungsversuch herankommen wollte. Dieser feindselige Zustand dauerte bis zum Abend, dann ging Hannchen wieder mit ihm zu Bett, ringelte sich behaglich auf der Decke zusammen und ließ sich in den Schlaf kraulen, ganz wie jeden Tag. * Leider begann Hannchens Aufenthalt in Onkels Zimmer sichtbar zu werden. Ueberall an den Möbeln und an den Bezügen der Stühle konnte man die Spuren seines Wirkens bemerken. Zu allem legte es sich noch an der Wand hinter dem Kachelofen eine Rennbahn an, auf der es in wilder Ausdauer Stunden hindurch hinauf- und hinabturnte. Da die Tapete aber nicht die gleiche Ausdauer und Festigkeit bewies wie feine Krallen, mußte Onkel eines 2xiges mit säuerlichem Gesicht die ganze Wand mit alten Kokosläusern auslegen, was dem Zimmer nicht gerade zur Zierde gereichte. Der größte Schaden fand sich aber erst später, als es März wurde und Tante, beflügelt von der warmen Lenzsonne, das Haus einer gründlichen Frühjahrsreinigung unterzog. Hannchen wurde, bevor man zu Onkels Zimmer schritt, in einem Neben- raum eingesperrt, und dann begann Tante das Bett zu verrücken, die Decken und Kissen abzuräumen und im Zimmer zu verstreuen, und schickte sich nun an, die Matratze herauszuheben. Klick! ging es da unter dem Bett. Xante hielt verwundert inne, rückte und zog dann weiter an der Matratze herum. Klick! ging es wieder. Klick ... Klicf. Xante ging, ihrer Veranlagung entsprechend, der Sache auf den Grund und fand ein großes, (auber benagtes Loch unten in der Matratze und ldarm ein Depot von Nüssen, Kienäpfeln und Xan» nenzapfen, das Hannchen sich für den Winter angelegt hatte. Nach einer langen, aber einseitigen Aussprache mußte Onkel versprechen, Hannchen wieder in Freiheit zu setzen. Am nächsten Morgen, schon in aller Frühe, brummelte er auf eine ganz ungewohnte Weise in seinem Zimmer herum. Es klang manchmal sehr rauh und unwirsch, manchmal wieder leise und ganz hinten aus der Kehle, und zwischendurch hörte man einzelne knurrig-zärtliche Worte, wie verdammtes Kroppzeug, und kleine Kröte und nie wieder Vieh im Haus. Dann stopfte er in einem plötzlichen Entschluß Hannchen in die Xasche seiner grünen Joppe und ging. So kam Hannchen nach einem Winter der Enge und Beschaulichkeit wieder in den großen, wilden Park; das letzte, was wir von ihm zu sehen bekamen, war sein Schwanz, der rückwärts aus Onkels Tasche herauswehte wie eine kleine, braune Fahne im Wind. „Ser Mann mit der Pranke." Wer etwa hinter dem etwas irreführenden Titel einen sensationellen Kriminalfilm im Stile von Wallace vermutet, wird sich enttäuscht finden. Zwar haben wir auch hier den in Spielhandlungen beliebten kriminellen Einschlag, aber das Drehbuch der Frau von Harbou arbeitet doch mit intimeren Wirkungen und minder robusten Effekten als beispielsweise „Der Greifer". Es handelt sich übrigens, aufs Ganze gesehen, mehr um eine Liebesgeschichte, und es gibt, in deren Mittelpunkt, jene oft erprobte Pointe, daß ein Mann, zwar unschuldig, jedoch unter peinlichem Verdacht und in die I Enge getrieben, seine Position mit einer knappen ' und sachlichen Auskunft retten könnte: aber er I schweigt standhaft, er verweigert die Aussage — eben um der Frau willen, die er liebt, und die | seinem Leben eine neue Wendung und einen wirk- I liehen Inhalt gegeben hat. Hier ist der Angelpunkt des Drehbuches, und es könnten nun von hier aus ! naheliegende Erwägungen darüber angestellt werden, ob das Leben wirklich in solchen Bahnen und in solchen Formen verläuft; aber bemerkenswerter als solche Erörterungen scheint uns der Umstand, daß Wegener die Hauptrolle spielt, den „Mann mit der Pranke", etwas gewalttätige Bezeichnung für einen Bankpräsidenten, der gewiß ein reicher, ein mächtiger und sehr einflußreicher Mann ist, einer, der schon durch sein Auftreten, seine Haltung, sein Gesicht und seine Stimme imponierend wirkt, sogar ein wenig unheimlich zu Anfang, und Wegener ist, wie man sich denken kann, der richtige Darsteller, um einem solchen Mann Ansehen und Nachdruck zu verleihen; aber siehe, er spielt nicht nur den mächtigen Mann der Bank, sondern auch den Liebhaber, was man bis jetzt selten oder gar nicht erlebt hat: daß er von Gefühl überfließt, wird niemand erwartet haben; er versteckt das Gefühl, er verdeckt es, man kann es nur ahnen, in ein paar winzigen, flüchtigen Augenblicken ist das zu spüren, interessant, neu und reizvoll, aber er bleibt doch auch als Liebender immer der Mann des Willens, der zähen Energie, des endlichen Erfolges — selbst wenn der Erfolg einmal nicht Geschäft heißt, sondern Glück, wie er selber es nennt. Rose Stradner gibt die Frau, um die es sich handelt, anfangs ein wenig blaß, doch blüht sie zusehends auf und wird übrigens in manchen Augenblicken Brigitte Helm recht ähnlich. Riemann entledigt sich mit Hingabe der undankbaren Aufgabe, einen unsympathischen und lächerlichen Trottel zu spielen. Im Ensemble zeichnen sich ferner unter der flüssigen Regie von Rudolf van der Noß Grete Weiser und Hilde Meißner, Steinbeck, Legal, Vespermann, Stöckel und Schrö - d e r - S ch r 0 m aus. Die Uebertragung ließ anfangs sehr zu wünschen übrig. — „Der Mann mit der Pranke" (Syndikat) läuft seit gestern im Lichtspielhaus; zuvor ein guter Segelflieger-Film und die Ufaton-Woche mit den Londoner Bei- setzungsfeierlichkeiten. —r— Zeitschriften. — „Kleine Kinder", illustrierte Monatsschrift für Kinderpflege und Erziehung. Verlag Kleine Kinder Dresden-A. 19. — Jede Mutter verfolgt mit besonderem Interesse die Entwicklung der Sprache ihres Kindes, zeigt sich doch an dieser Lebensäußerung das Wachstum des Seelenlebens besonders deutlich. Richtige Sprecherziehung entscheidet aber wesentlich, ob der Mensch in gesunde geistige Bahnen hineinwächst, ob ihm das „Wort" einmal ein üppig ins Unkraut schießender Garten oder — ein „Erlöser" sein wird. Der Aufsatz „Sprech- srühling" sollte überall gelesen werden! Das neue Heft bringt ferner eine Fülle von Anregungen in Wort und Bild, wie sie jede Mutter für den „Dienst am Kinde" gebrauchen kann, z. B. „Gymnastik mit Kleinkindern , „Wenn der Onkel Doktor kommt", „Basteln", „Fragekasten" usw. Hochsckulnachnchten. Professor Dr. von Köhler, Ordinarius für Staats- und Verwaltungsrecht an der Universität X ü b i n g e n, ift wegen Erreichung der Altersgrenze von den amtlichen Verpflichtungen entbunden worden. Das amerikanische Rüstungsprogramm. Washington, 11. Febr. (DNB. Funkspruch.) Der Haushalt des Kriegsamts für das am 1. Juli beginnende Haushatsjahr sieht rund 388 782 Mill. Dollar für militärische Zwecke und 168 360 Millionen Dollar für Flughafenverbefserungen vor. Der Haushalt sieht für das stehende Heer eine Min- deststärke von 150 Mann vor, sowie eine Erhöhung der Mannschaftsstärke der Nationalgarde auf 200 000. Das Offizierkorps soll um 5000 Mann verstärkt werden Für die Modernisierung eines Teiles der schweren Artillerie der Nationalgarde werden 888 000 Dollar und für die Verstör- tung der Befestigungen an der Pazi- fik-Küste, auf Hawai und Panama 8,5 Millionen Dollar sowie 45,540 Millionen Dollar für Anschaffung von 565 Flugzeugen gegenüber 416 im laufenden Haushaltsjahr bewilligt. Kommunistische Wühlarbeit in Chile. Die Regierung verbannt kommunistische Drahtzieher. Santiago de Chile, 11. Februar. (DNB. Funkspruch.) Der Eisenbahner st reit steht vor seinem Ende. Im Zusammenhang mit dem Streik sind viele kommuni st isch-marxi- stische Drahtzieher verhaftet worden, deren Mehrzahl deportiert wird, während andere ihrer Aburteilung durch Militärgerichte entgegensehen. Dabei konnte festgestellt werden, daß die kommunistisch-marxistische Bewegung während des Internationalen Arbeitskongresses durch angebliche „Beobachter" vorbereitet worden ist. Die Regierung erklärte der Auslandpresse u. a.: „Die Regierung hat seit einigen Monaten Kenntnis von der Tatsache, daß in Chile aus dem A u s l a n d e her mit Hilfe chilenischer Elemente kommuni ft ische Anschläge vorbereitet wurden. Der Ausbruch des Eisenbahnerftreiks am 3. Februar diente lediglich als Vorwand für den Beginn des kommunistischen Vorgehens. Der Streik verlor an Bedeutung, als die Kommunisten ihn auch auf andere Berufe erstrecken wollten. Die Re- aierung wird die Bewegung nachdrücklich bekämpfen. Viele Kommunistenführer werden nach entlegenen Plätzen verbannt werden. Die Eisenbahnen haben den regelmäßigen Dienst ausgenommen. Das kaufmännische und wirtschaftliche Leben geht seinen gewöhnlichen Gang. Die Regierung verbürgt sich für die öffentliche Ordnung." — Die Zeitungen verlangen nachdrücklich Maßnahmen gegen den Kommunismus und sehen die Ursachen des Aufstandes in der Propaganda Moskaus. Oesterreich und die Kleine Entente. Starhemberg und die Regierung rücken von Habsburg ab. London, 11. Februar. (DNB. Funkspruch.) „Daily Telegraph" veröffentlicht eine Unterredung mit Fürst Starhemberg. Die österreichische Regierung arbeite auf eine engere Zusammenarbeit zwischen den mitteleuropäischen Ländern hin. „Gegenwärtig", so erklärte Starhemberg, „sind die Staaten der kleinen Entente besorgt, daß eine W i e - derherstellung der Habsburger Monarchie zu einem Versuch führen könnte, daß alte österreichische Kaiserreich wieder aufzurichten. Das heutige Oestereich hat jedoch keine derartige Gedanken. Es ist zufrieden, innerhalb feiner bestebendenGrenzen zu bleiben." Der Vizekanzler sagte, er sei sich des südslawischen Mißtrauens gegenüber den österreichischen Bestrebungen bewußt, auch das ungarische Problem sei wegen der Grenzrevisionsbestre- bunaen schwierig. Trotzdem hoffe er, daß es möglich sein werde, zu einer besseren gegenseitigen Verständigung unter den Donauvölkern zu gelangen und dem Ideal der Vereinigten Staaten von Mitteleuropa näherzukommen. Das Pariser „Oeuvre" glaubt, daß bei dem Besuch des tschechoslowakischen Ministerpräsidenten Hodza in Paris das österreichisch-tschechoslowakische Verhältnis geprüft worden sei. Falls es möglich sein sollte, zwischen den Nachfolgestaaten der alten Habsburger Monarchie und Oesterreich Freundschaftsabkommen zu schließen, so wäre damit ein großer Schritt vorwärts getan. Hodza werde nach seiner Pariser Reise zweifellos nach Wien gehen, und der österreichische Kanzler werde nach Bukarest und Belgrad eingeladen werden. Wien habe die Versicherung abgegeben, daß eine Wiedererrichtung der Monarchie für die nächsten Jahre nicht in Frage käme. Heute Kammerdebatte überdas sranzösischeBündnis mitMoskau Paris, 11 Febr. (DNB.' Funkspruch.) Heute nachmittag beginnt die Kammeraussprache über die Ratifizierung des französisch-sowjetrussischen Paktes. Die Morgenblätter arbeiten daher noch einmal mit aller Schärfe ihren Stand für oder wider die Ratifizierung heraus. Die Befürworter des Abkommens machen sich die Sache leicht, ob es nun der Vorsitzende der Sozialistischen Partei, Leon Blum, oder ob es Wladimir d'Ormesson im „Figaro" ist. Sie erklären, daß der Pakt gegen niemanden gerichtet sei, und daß er als lieber® bleibsel des berühmten Ostpaktentwurfes allen Ländern zur Beteiligung offen stehe. Wie es in Wahrheit bestellt ist, ergibt sich aus einem Leitartikel des „Journal". In den Händen einer gemäßigten Regierung, fo schreibt das Blatt, würde der Vertrag niemanden bedrohen, oder beunruhigen. In den Händen einer Regierung der Volksfront aber, die an die Sowjets gebunden fei, würde er feine Form verändern, und sich unmittelbar gegen Deutschland richten. Es sei für Frankreich immerhin außergewöhnlich, sich nur der schönen Augen Stalins oder Litwinows wegen in einen Streitfall hineingezogen zu sehen. Seit Jahren befasse Moskau sich in einer Art mit Frankreich, die bisher kein Land in der Welt sich erlaubt habe. Moskau bereite die französischen Wahlen vor, Moskau stürze die französischen Regierungen und Moskau habeLaval davongejagt. Frankreich müßte auf der Hut fein, damit der Vertrag, der den Frieden festigen und die Wohlfahrt Frankreichs und Sowjetrußlands sichern solle, sich nicht eines Tages in eine Kriegsmaschine umwandle — Der „Ami du Peuple" warnt: Ein Verbrechen wird vorbereitet. Das französisch-sowjetrussische Bündnis bringt Frankreich keine Vorteile, keine Sicherheiten. Es liefert Frankreich der revolutionäen Propaganda aus. Das Blatt erinnert an das Schicksal Georgiens, dessen Selbständigkeit 1920 von Moskau verbürgt worden sei. Drei Monate später hatte die Rote Armee Georgien besetzt. Daraus könne man sehen, was die Sowjets mit Papierfetzen machten, die sie unterzeichneten. „Journal" hegt einige Zweifel, ob die Anwesenheit des Marschalls Tuchatschewski in Paris und die Kammeraussprache über die Ratifizierung des französisch-sowjetrussischen Paktes als ein z u- fälliges Zusammentreffen gedeutet werden könnten. Nachdem sich der Marschall bei den Kanonenfabrikanten jenseits des Kanals umgeschaut habe, sei er nun wohl nach Paris gekommen, um auch d i e französischen Rüstungswerke zu besichtigen und seine Armee auf Kosten der Lieferanten mit dem modernsten Material auszurüsten. Seinen schnellen Aufstieg habe er dem blutigen Kampf gegen Koltschak, Wrangel und Denikin zu verdanken. Der Kampf gegen Polen, in dem Tuchatschewski das Oberkommando führte, sei dagegen recht kläglich verlaufen. „Exelsior" meint, Tuchatschewski sei im Verlaufe des Montags vom Kriegsminister, vom Marineminifter und dem Luftfahrt- minifter hintereinander empfangen worden. Der „gegenseitige Beistand" im französisch-sowjetrussi- schen Abkommen vom 2. Mai 1935 setze auch die Notwendigkeit einer Untersuchung der technischen Gegebenheiten voraus, unter denen ein derartiger Beistand erfolgen könne. Aufmerksamkeit in Warschau. Warschau, 11. Febr. (DNB. Funkspr.) Der regierungsfreundliche „Expreß Poranny" schreibt, der französisch-sowjetrussische Pakt gebe in militärischer Beziehung Frankreich nichts. Auch sei völlig unbekannt, wohin er Frankreich politisch führen werde. Wer die Entwicklung der Linksfront in Frankreich und den Einfluß der Sowjets auf die innenpolitische Lage Frankreichs beobachte, könne sich fugen, was alles unter dem Deckmantel des französisch-sowjetrussischen Abkommens geschehen könne. Mit dem Abschluß des Paktes solle eine Anleihe für Sowjetrußland zum Ausbau feiner Verkehrsmittel im westlichen Grenzgebiet verbunden werden. Da Sowjetrußland keine gemeinsame Grenze mit Deutschland habe, erhebe sich die Frage, gegen wen diese Vorbereitungen an der Westgrenze der Sowjetunion gedacht seien. Polen lege dem Bündnis mit Frankreich zu großes Gewicht bei, um nicht mit größter Aufmerk« samkeit die Entwicklung der Lage infolge des franzöfisch-sowjetistischen Vertrages zu verfolgen, der für Frankreich völlig andere Folgen haben könnte, als es bei Beginn der Verhandlungen beabsichtigt gewesen sei. Der Königsmordprozeß in Aix Paris, 10. Febr. (DNB.) Im Prozeß gegen die Mörder des jugoslawischen Königs erklärte der Polizeikommissar von Melun, der Angeklagte Kralj habe ihm gestanden, daß er in Aix- en-Provence 1500 Franken erhalten habe. Der Vorsitzende stellt fest, daß man es also mit bezahl- t e n Mördern zu tun hätte. Ein Verteidiger meint, daß in diesem Falle der Preis des Blutes nicht sehr hoch gewesen wäre. Der Polizeikommissar von Ausmasse, der die beiden anderen Angeklagten verhört hatte, erklärte, Pospischil habe gestanden, daß er bereits in Jugoslawien mehrere Morde durchgeführt hätte. Er habe in Zürich von dem Kroatenführer Ante P a w e l i t f ch einen schriftlichen Befehl erhalten, den König Alexander zu töten, wenn er dazu Befehl erhalten haben würde. Er wäre auch vom Eiffelturm gesprungen, wenn man es ihm befohlen hätte. Denn die Anweisungen der Ustaschi seien unwiderruflich. Der Verteidiger stellte fest, daß die Angeklagten also nach eigenen Aussagen auf Befehl handelten. Die Frage fei daher, ob sie einen Befehl erhalten hätten, den König zu ermorden. Als der Polizeikommissar hierauf erwiderte, daß dieser Befehl ihnen erst w e - nige Stunden vor der Durchführung des Anschlages übermittelt werden sollte, stellte sich der Verteidiger auf den Rechtsstandpunkt, wonach die Mittäterschaft erst dann bewiesen sei, wenn die Angeklagten sofort bei ihrer Abreise Zweck und Ziel dieser Reise gekannt hätten. Die Angeklagten selbst behaupteten natürlich, daß dies nicht der Fall gewesen sei. Kunst und Wissenschaft. Der Rundfunk darf Schallplatten senden! Vor dem Kammergericht Berlin wurde jetzt in zweiter Instanz das erstinstanzliche Urteil des Landgerichts Berlin vollinhaltlich bestätigt, wonach der Rundfunk berechtigt ist, Mufikfchallplatten ohne Zustimmung der Schallplattenhersteller zu senden. Soweit es sich um die Kosten des Rechtsstreites handelt, hat sich das Kammergericht auf Letzte Fahrt durch Deutschland. Der Sarg Wilhelm Gustloffs wird in feine Heimat Mecklenburg übergeführt. Auf dem Stuttgarter Hauptbahnhof, der mit Fahnen und Blattpflanzen würdig geschmückt ist, haben sich mit den Ehrenformationen die führenden Männer von Partei und Staat eingefunben, an ihrer Spitze Gauleiter und Reichsstatthalter Murr, General Schwarzenecker als Vertreter des Kommandierenden Generals, Innenminister Dr. Schmid für die württembergifche Regierung, Oberbürgermeister Dr. S t r ö l i n für die Stadt Stuttgart, die Führer der SA., SS., des Arbeitsdienstes sowie die Präsidenten der Stuttgarter Reichsbehörden. Um 10.25 Uhr läuft de? Sonderzug in die Syalle. Im gleichen Augenblick erklingt leise das Lied vom guten Kameraden. Die Fahnen senken sich. Gauleiter Murr nimmt mit bewegten Worten Abschied von dem toten Parteigenossen und legt am Sarge einen prächtigen Kranz nieder. Ihm folgen zahlreiche weitere Kranzspenden. Unter den Klängen des Deutschland- und Horst-Wessel-Liedes setzte der Zug um 10.40 Uhr seine Trauerfahrt durch Deutschland fort. Bis Würzburg begleitet Gauleiter und Reichsstatthalter Murr den gefallenen Kameraden. Auch die Bevölkerung Mainfrankens gab ihrer Trauer um den ermordeten Landesleiter Guftloff erhebenden Ausdruck. In Würzburg hatten auf dem mit Lorbeer, Hakenkreuzfahnen und Flammenschalen geschmückten Bahnsteig die Abordnungen der Parteigliederungen, der Wehrmacht und der Behörden Aufstellung genommen. Als der Sonderzug einfuhr, grüßte die Menge entblößten Hauptes und in stummer Ergriffenheit den Toten mit dem deutschen Gruß. Gauleiter Dr. Hellmuth legte mit einer Ansprache an dem in Blumen- und Kranzspenden gebetteten Sarkophag einen Lorbeerkranz nieder. Langsam bewegte sich der Zug in Richtung Erfurt weiter. Wieder erhoben sich die Hände zum Gruß. Mainfranken nahm Abschied von einem nationalsozialistischen Kämpfer und einem der treuesten Söhne des Volkes. Gegen 15.45 Uhr hielt der Sonderzug in Suhl, schon auf thüringischem Gaugebiet. Unter den Klängen eines Trauermarsches verließ der Zug nach kurzem Aufenthalt den Bahnhof und traf nach einer Stunde Fahrzeit durch den in ein Schneegewand gehüllten Thüringer Wald in (Erfurt ein, wo die führenden Männer der Bewegung, ihrer Gliederungen und der Wehrmacht des Gaues Thüringen sich eingefunben hatten. In Reih unb Glied stehen mit ihren Fahnen und Feldzeichen die Ehrenabordnungen. Tannengrün schmückt die Bahnanlagen, und an hohen Feuersäulen lodern Flammen. Fackelträger reiht sich an Fackelträger. Wenige Minuten vor 17 Uhr hallen Kommandos. Trommelwirbel dröhnt dumpf. Die Weise vom guten Kameraden erklingt, und langsam fährt der Zug ein. Dann spricht Reichs- statthalter Gauleiter Sandel. Zahllose Kränze werden niedergelegt. Das Deutschlandlied und die Kampfweise Horst Wessels klingen auf, und unter den Klängen des Liedes vom guten Kameraden verließ der Zug Erfurt. Trauerbeflaggung in allen Straßen von Halle zeigt die Anteilnahme der Bevölkerung an dem Heimgang Wilhelm Gustloffs. Große Menschenmassen füllen den von schwarzen Pylonen umsäumten Bahnhofsvorplatz. Kurz vor 18 Uhr heben sich die Hände, senken sich die Fahnen: der Sonderzug rollt ein. Nur kurz waren die Worte, die Gauleiter Jordan dem toten Vorkämpfer der Bewegung nachrief. Es folgt die feierliche Kranzniederlegung. Dann verläßt der Zug unter dem Deutschlandlied die Halle. Im weiteren Verlauf gestaltet sich die Fahrt des Sonderzuges mit den sterblichen Ueberreften Wilhelm Gustloffs vielleicht noch eindrucksvoller, als sie schon von Anfang an war. An den größeren Orten der Strecke stehen nach Einbruch der Dunkelheit die Abordnungen der NS.-Gliederungen im Schein von Fackeln angetreten. Noch immer fährt der Wagen, der den Sarg von Wilhelm Guftloff birgt, mit offenen Seitenwänden, und gespenstisch leuchten das große Hakenkreuztuch unb bie bunte!» roten Kranzschleifen im Licht der Fackeln auf, wenn ihr Schein sie im Vorbeifahren berührt. Im Lichtschein ber Leunawerke bei Merseburg sieht man, baß auch bort Arbeiter mit erhobener Rechten zum Zuge grüßen. Die Ehrungen unb 23er» bunbenfyeitsfunbgebungen, die das ganze deutsche Volk dem toten ßanbesgruppenleiter entgegenbringt, sind immer wieder von neuem überwältigend. Nach einftünbiger Fahrt von Halle traf ber Sonberzug um 20 Uhr in Magbeburg ein. wo ber stellvertretenbe Gauleiter, Staatsrat Egge» fing, dem Toten die letzten Grüße des Gaues zuruft. Langsam rollt der Zug dann weiter, der Heimat des Toten zu. Die Ankunft in Schwerin. Punkt 22.40 Uhr traf der Sonderzug in Schwerin ein. Auf dem weiten Bahnhofsvorplatz waren in tiefgestaffelten Gliedern die Formationen ber Bewegung angetreten. Von einem erhöhten Aufbau sprach Reichsstatthalter Gauleiter Hilbebranbt zu ben Angehörigen unb zur Schweriner Bevölkerung. In einbringlichen Worten stellte ber Gauleiter ben Kampf bes gefallenen Helben ber Bewegung unb vor allem ber Jugenb als mahnenbes Beispiel hin. Er sprach bem Toten ben Dank seiner engeren mecklenburgischen Heimat aus, insbesondre ben Dank ber Jugenb. „Die Bewegung unb bie Jugenb", so schloß er, „werben geloben, bereit zu sein, basfelbe zu opfern, was bu, Wilhelm Gust- loff, dem Vaterlande unb bem Führer gegeben hast." Mit biefen Worten legte ber Gauleiter einen Lorbeerkranz am Sarge bes gefallenen Kämpfers nieber. Nach ben bewegten Worten bes Gauleiters erklang bas Lieb vom auten Kameraden. Darauf trugen sechs Politische Leiter ber ßanbesgruppe Schweiz ben Sarg zur ßafette. Auf Dem Wege zur Festhalle bilbeten auf beiden Seiten die nationalsozialistischen Gliederungen Spalier. Dem Musikzug folgte bie Fahnengruppe ber SA., bann bie ßeibftanbarte Abolf Hitler, die unmittelbar der ßafette voranschritt. Hinter dem Sarge folgten bie Gauleiter Hilbebranbt, Bohle unb Kube mit ben nächsten Angehörigen Gustloffs, ben Schweizer Parteigenossen sowie Vertretern ber Partei, ber Wehrmacht unb bes Staates. In ber weihevoll ausgeschmückten Festhalle wurde der Sarg auf die Freitreppe hinaufgetragen, wo er auch während der Trauerfeier a m Mittwoch stehen wird. Gauleiter Hildebrandt legte am Sarge einen Kranz nieder. Dann nahm bie Totenwache ber SA. Aufstellung. NG AG. DRESDEN MIT GROSSEN ECHTEN FOTOS: ROSSFORMAT M.u. MIT GOLD DES SEGELFLUGES« »WUNDE! H Mit Lisi XoAV- und leeren Redensarten \—tT erwirbt man sich keine Freunde. JUWEL hat soviel treue Anhänger gefunden, weil sie als hervorragend gute und bekömmliche Zigarette am besten für sich selbst spricht o einen für den Rundfunk günstigeren Standpunkt als das Landgericht gestellt. Es hat entschieden, daß die Schallp>attenhersteller 19 Zwanzigstel und der Rundfunk 1 Zwanzigstel der Kosten zu tragen haben. Das Kammergericht ist zu dieser Entscheidung aus der Erwägung heraus gekommen, daß die reinen Vortragsplatten gegenüber den früher im Rundfunk gesandten Musikschallplatten nur einen ganz geringen Hundertsatz ausmachen. Ein Denkmal für den „Lehmpastor" Felke. In Sobernheim (Nahe) hat die Bevölkerung dem bekannten Heilkundigen Pastor Felke ein Denkmal gesetzt, das feierlich eingeweiht wurde. Gleichzeitig wurden an der Gruft des „Lehmpastors" zahlreiche Kränze niedergelegt. Pastor Felke wurde am 7. Februar 1856 in Kläden bei Stendal in der Altmark geboren und widmete sich später in Berlin dem theologischen Studium. Nach seinem Examen betreute er verschiedene Pfarrämter im Industriegebiet. 1912 gab er seinen Pfarrerberuf auf, um sich ganz seinen kranken Mitmenschen zu widmen. Später siedelte er nach Sobernheim über. Sein Ruf als Heilkundiger drang bis über die Grenzen Deutschlands. 1926 starb er im Alter von 70 Jahren in Sobernheim, wo er seine letzte Ruhestätte fand. Deutsche Amazonas-Expedition. Von der Deutschen Amazonas-Expe- d i t i o n liegt jetzt nach über zwei Monaten ein kurzer Lagebericht vor. Danach sind der Expeditionsleiter, der junge Berliner Zoologe Otto Schulz-Kampfhenkel, und Gerd Kahle bis zum oberen Mittellauf des Jary notgedrungen. Sie find hier auf Indianer des Aparai-Stammes gestoßen. Das Gelände soll hier für die wissenschaftliche Arbeit besonders aussichtsreich sein. Die Expedition hat daher vorläufig Arbeitslager bezogen. Infolge der in dem Gebiet des Oberlaufes des Jary bereits niedergegangenen Regengüsse ist der Fluß angeschwollen. Es muß deshalb damit gerechnet werden, daß die Expedition während der Regenzeit in diesem Gebiet überwintert. 48. Kongreß der Deutschen Gesellschaft für innere Medizin. Der 4 8. Kongreß der Deutschen Gesellschaft für innere Medizin in Wiesbaden wird am 23. März in einer gemeinsamen Sitzung mit der Reichsarbeitsgemeinschaft für neue deutsche Heilkunde durch den Vorsitzenden Professor Dr. Schwenkenbecher - Marburg eröffnet. Die Vorträge der Eröffnungssitzung befassen sich u. a. mit der Naturheilkunde im Rahmen der Schulmedizin, der Arbeit im Rudolf-Heß-Krankenhaus, der Neuen Heilkunde, der Fortbildung des Arztes, sowie mit der Behandlung der Herzschwäche. Der zweite Tag ist der Beratung über die Staubinhalationskrankheiten der Lunge vorbehalten. Am dritten Tag bestimmt die elektro-cardiographische Diagnose' der Herzmuskelerkrankungen das Thema der Vorträge. In einer gemeinsamen Tagung mit der Deutschen Röntgen-Gesellschaft werden die entzündlichen Dickdarmerkrankungen, die Diagnose der Caverne mit besonderer Berücksichtigung der Röntgendiagnose und die Kurzwellentherapie in der inneren Medizin behandelt. ____________________ Seefeld bestreitet alle Zeugenaussagen. Oie Mordfälle Wischnewski und Tieke werden verhandelt. Im Seefeld-Prozeß tarnen jetzt z w e i M o r d f ä l l e zur Erörterung, die sich in der Nähe von Berlin ereignet haben. Zunächst werden die Zeugen in der Mordsache an dem 11jährigen Schüler Erwin Wischnewski aus Brandenburg vernommen. Wischnewski verschwand am 8. Oktober 1934. Erst am 10. November wurde seine Leiche von einem Pilzsammler in einer dichten Kiefernschonung gefunden. Die Leiche befand sich wie in den anderen Fällen in ausgesprochener Schlafstellung. Es wurde damals angenommen, daß der schwächliche Junge sich im Walde verirrt habe und erfroren sei. Der Angeklagte hat sich in der Zeit vom 5. bis 9. Oktober 1934 in der Gegend zwischen Brandenburg und Potsdam aufgehalten. Dies ergeben feine Aufzeichnungen. Die Mutter Wischnewskis kann nur aussagen, daß ihr Junge lustig und guter Dinge zum Spielen auf die Straße gelaufen sei. Er habe versprochen, mittags wieder nach Hause zu kommen. „Seitdem habe ich ihn lebend nicht wieder gesehe n." Eine für Seefeld äußerst belastende Aussage macht ein Zeuge, der am Tage des Verschwindens Wischnewskis mit dem Rade unterwegs war. Er habe in der Nähe der Schonung einen kleinen Jungen mit einem alten Mann getroffen. Er hatte den Eindruck, als feien die beiden Großvater und Enkel. Auffällig war ihm die Begegnung deshalb, weil der alte Mann den Jungen, der einen schläfrigen Eindruck machte, geradezu gewaltsam hinter sich her zog, „als wenn man ein Lamm zur Schlachtbank führt". — Seefeld muß Mantel und Hut anziehen. Sofort ruft der Zeuge: „Ja, das ist der Mann von damals. Ich lasse mich nicht davon abbringen. Ich bin meiner Sache völlig sicher und kann es beeiden." Staatsanwalt: „Ich lege dieser Aussage größte Bedeutung bei. Ich bitte die Sachverständigen, besonders auf diese Aeußerung des Zeugen zu achten, daß der Junge wie im Falle Thomas aus Wittenberge einen schläfrigen Eindruck machte. Vorsitzender: „Nun, was sagen Sie dazu Seefeld?" Angeklagter: „Ich komme nicht in Frage. Ich war ja gar nicht in Brandenburg." Vorsitzender: „Es kann aber keinem Zweifel unterliegen, daß der Zeuge Sie bestimmt wieder- erkennt." Angeklagter: „Nein, ich komme nicht in Frage." Seefeld verschanzt sich auf alle Vorbehalte wiederum hinter seinen verworrenen Redensarten. Darauf begann die Zeugenvernehmung zu der Ermordung des 7jährigen Schülers Günter Tieke aus Oranienburg. Im Mordfall Tieke wird Seefeld durch zahlreiche Zeugenaussagen besonders stark b e l a st e t. Der kleine Tieke verschwand am 2. Oktober 1934 und wurde am 29. Oktober, etwa 3,5 Kilometer von Oranienburg entfernt in einer dichten Kiefernschonung in der typischen Schlafstellung aufgefunden. Es wurde damals ebenfalls Pilzvergiftung angenommen. Bereits in der Voruntersuchung traten mehrere Zeugen auf, die den Kleinen an verschiedenen Stellen noch gesehen hatten. Fast alle haben Tieke mit einem alten Mann zusammen gesehen, mit dem er Kastanien sammelte. Sie haben Seefeld, als er ihnen im Kreise mehrerer gleichaltriger Gefangener gegenübergestellt wurde, sofort herausgefunden und ihn als den Begleiter des kleinen Günter Tieke w i e d e r erkannt. Ein Gastwirt aus Oranienburg bekundete, daß der kleine Tieke zusammen mit einem alten Mann ein oder zwei Tage vorher in seinem Lokal gewesen sei. Der Zeuge habe beobachtet, wie der Alte dem Jungen einen Groschen geschenkt und dieser sich dafür Schokolade gekauft habe. Vorsitzender: „Ist der Angeklagte der Mann, den Sie damals mit dem kleinen Günter gesehen haben?" Zeuge (mit voller Bestimmtheit): „Er ist es ohne jeden Zweife l." Angeklagter Seefeld: „Kommt gar nicht in Frage, meine Herren!" Erschütternd sind die Aussagen der g r a rn - gebeugten Eltern, welche schildern, wie sie ihr Kind zum letztenmal gesehen hatten. Der alte Zuchthäusler Seefeld hört gespannt, aber ungerührt ihre Bekundungen mit an. Mit erstickter Stimme erzählt die Mutter, daß ihre Junge am Sonntagnachmittag, zwei Tage vor seinem Verschwinden, in die Wohnung gekommen sei und zu ihr gesagt habe: „Mutti, ich spiele lieber hier, denn draußen steht ein alter Strolch, der wollte mich mitnehmen". Vorsitzender: „Rührt sich denn nichts bei Ihnen, wenn Sie die Frau in ihrem Schmerz hier sehen?" Der Angeklagte Seefeld hat aber nur seine alten Phrasen auf diesen Vorhalt und entgegnet angesichts der weinenden Mutter, die zusammengesunken vor dem Richtertisch sitzt: „Meine Person kommt nicht in Frage". Aus alter Wett. Abgefeimter Renlenschwindler unschädlich gemacht. Auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft Recklinghausen wurde in Waltrop der 43jährige Franz Seiler festgenommen und in Untersuchungshaft gebracht. Es liegt erdrückendes Beweismaterial dafür vor, daß Seiler schon seit 1914 durch Betrügereien den Staat in empfindlicher Weise geschädigt hat. Seiler war im August 1914 zum Kriegsdienst bei der Kraftfahrtruppe eingezogen worden. Bald meldete er, daß ihm die Kurbel eines Kraftfahrzeuges gegen die Brust geschlagen sei. Schließlich wurde Seiler schwer krank und verstand es, eine hohe Kriegsbeschädigtenrente zu erhalten. Er war angeblich lungenkrank, klagte über Schmerzen im Kehlkopf und war stark heiser. Vor einiger Zeit wurde nun Seiler einer Klinik in Münster zur Beobachtung seines Gesundheitszustandes überwiesen. Im Gegensatz zu dem Befund der früheren ärztlichen Untersuchungen wurden dort Tuberkelbazillen nicht gefunden. Die Aerzte der Klinik schöpften Verdacht, zumal ihnen gewisse 93er- letzungen am Kehlkopf des Seiler seltsam erschienen. In dem Taschentuch des „Schwerkriegsbeschädigten wurde eine kleine Ampulle mit Tuberkelbazillen gefunden. Die Oeffnung eines Koffers, den Seiler mit in die Klinik gebracht hatte, forderte sieben Flaschen Tuberkelbazillen, eine gewisse Säure und eine scharfe Bürste zum Vorschein, Säure und Bürste hatte Seiler dazu benutzt, um durch Bearbeitung des Kehlkopfes die Heiserkeit herbeizu- führen. Der Volksschädling hat durch seine Betrügereien den Staat um mindestens 90 000 Mark geschädigt. Weiterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeorl Frankfurt. Die Großwetterlage befindet sich in einer Umgestaltung. Durch einen kräftigen, über Skandinavien südostwärts wandernden Wirbel ist zunächst die Zufuhr arktischer Kaltluft abgeschnitten. Die Fröste dürften daher in der vergangenen Nacht mit meist mehr als —10 Grad Celsius wieder ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht haben. Vielmehr wird sich zunächst die in Begleitung des skandinavischen Wirbels bereits in Nord- und Mitteldeutschland eingedrungene Meeresluft auch bis zu uns hin durch Bewölkung und Schneefälle bemerkbar machen. Ein Ende der Frostperiode ist aber damit noch nicht zu erwarten. Aussichten für Mittwoch: Meist bewölkt und zeitweise auch Schneefälle, Abschwächung der Fröste, überwiegend westliche bis nördliche Winde. Aussichten für Donnerstag: Einzelheiten noch nicht absehbar, doch voraussichtlich noch Fortdauer der Fröste und Neigung zu Schneefällen. Lufttemperaturen am 10. Februar: mittags —2,3 Grad Celsius, abends —7,8 Grad; am 11. Februar: morgens —13 Grad. Maximum —0,3 Grad, Minimum heute nacht —13,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 10. Februar: abends —0,2 Grad; am 11. Februar: morgens —0,7 Grad Celsius. Wintersport-Nachrichten. Vogelsberg. Hoherodskopf: heiter, —15 Grad, 12 cm Gesamtschneehöhe, kein Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodel im Walde gut. Schwarzwald. Feldberg: heiter, —15 Grad, 80 cm Gesamtschneehöhe, 2 cm Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. 2). 21.1. 36: 11000. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Stein- druckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Heinrich Schmidt, Inspektor i.R. Gießen, Frankfurt am Main, den 11. Februar 1936. im Alter von 78 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen: Langsdorf (Oberh ), Betzdorf (Sieg), Wissen (Sieg), 11. Februar 1936. | Empfehlungen] 889 D 39D Vermietungen"! 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Für die uns beim Heimgange unserer lieben Entschlafenen erwiesene Teilnahme sagen wir unseren herzlichsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Frida und Emilie Habermann 16 Jahre, sucht Stelle zu Erlern. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 13. Februar, nachmittags 3 Uhr in Langsdorf statt. Dachpappe Karbolineum HappelS ßo. KI.Mühlgasse4 u.6 Ruf 3925 iRIeittttmeett Zweisitzer, gut erhalten, steuerfrei, gesucht. Preisangebote an Wenlcker, Wetzlar-Bttbllngehanien, Gasthaus Müller. 062» sdinlbell die„10 68, die gute Alexanderwerk-Relbe- u.Sdinelde- meidtine mH den drei leicht eos- wechselberen Arbelhtellen ee> Schöne 4 5-Zim.-Wolin. mit Zubehör ver 1. April zu verm. Schr.Angeb.unt. 0614 an d. G. A. Junger Itail (Drahthaar-Fox oder Langhaar- Dackel), stubenr., zu kauf, gesucht. Preisangebote O. Hornung Allendorf,Labn Bergstraße2.»86v 'SS chttlstr. 6. 0632 Alexanderwertc - Mstchinoa lind geidiaHen aut Grund 50-Jälirigw Erfahrung mit dem Ziele: Kodienarbeif leicht gemacht! 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Februar, 13.15 Uhr, verschied nach langem schweren Leiden unsere Hebe, treusorgende Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Die trauernden Hinterbliebenen: Ludwig Mandler Familie Ewald Weis Christian Mandler Die Beerdigung findet am Donnerstag, dem 13. Februar, nachmittags um 2.30 Uhr statt Frau Margarete Mandler Wwe geb. Lenz 062- Dienstag, N.ZebruaNYZH Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Nr. 35 Zweites Blatt i Reichskriegsminister Generaloberst v. Blomberg, der als Ehrengast zu den IV. Olympischen Winterspielen nach Garmisch gekommen ist, verfolgt viel« Kämpfe mit großem Interesse. Hier stärkt er sich bet einer „Gesechtspause". Neben ihm Reichssportführer von Tschammer und Osten. — (Atlantic-M.) 1. 2. 3. 4. 5. 6. 8. 9. 20.00 14.30 20.00 erringen (Scherl-Bilderdienst-M.) Der Nachwuchsmann der Finnen, I a l k a n e n, der eine meisterliche Leistung zeigte und in der 4X10- Kilometer - Staffel — in einem unerhört dramatischen Zweikamps — einen Vorsprung von etwa 15 Meter herausholte und damit seinem Lande eine Goldmedaille hals. gegeben worden. 115 Teilnehmer werden am Mittwoch in Minuten-Abständen aus die Strecke gehen, und zwar starten Spezial- und Kombinationsläu» ser in einem Laus. Die Deutschen sind bei der Auslosung nicht ganz glücklich weggekommen, denn ausgerechnet einer unserer Besten, der deutsch« Meister in der Kombination Willy Bogner, hat den undankbaren Startplatz Nr. 1 erhalten. Weit besser placiert sind die übrigen sieben deutschen Teilnehmer. Joses Gum bald folgt an 24. Stelle, Walter Motz an 45., Georg v. Kaufmann an 64., Friedel D ä u b e r - Deutschland an 82, Anton E i s g r u - b e r an 96., Friedel Wagner an 106. und Anton Zeller an 112. Stelle. Karl Schäfer in den Eiskunstlaufpflichtübungen siegreich. Am Montagvormittag wurde bei den IV. Olympischen Winterspielen in Garmisch-Partenkirchen die 4X10-km-Ski staffel entschieden. Es gab dabei den erwarteten scharfen Kampf zwischen den drei skandinavischen Ländern. Mit denkbar knappem Vorsprung behielt die Mannschaft von Finnland in 2:41:33 Std. die Oberhand vor den favorisierten Norwegern, die mit 2:41:39 Std. allerdings nur um 15 Meter geschlagen wurden. Klar zurück folgte Schweden in 2:43:03 Std. Die beste mitteleuropäische Staffel, die in 2:50:05 Std. auf dem vierten Platz einkommende Mannschaft von Italien, blieb dabei noch um mehr als sieben Minuten (!) geschlagen. Nichts beweist besser die große Ueberlegenheit der Skandinavier über die anderen Skinationen. Deutschland, das in 2:54:54 Std. nur Sechster werden konnte, hatte riesiges Pech. Auf Anraten ihres Trainers hatten die Deutschen „auf Neuschnee" gewachst, was sich als grundfalsch erwies Der erste deutsche Läufer, Friedl Däuber, verlor dadurch soviel Boden, daß er nur als Zehnter zum ersten Wechsel kommen konnte. Um 7:50 Min. lag er bereits hinter dem um diese Zeit noch führenden Norweger. Die übrigen Deutschen waren dann zwar erheblich besser, aber sie konnten auch nicht mehr als noch den sechsten Platz herausholen. Mit Nordamerika folgte die erste außereuropäische Nation erst auf dem 11. Platz. Eine Enttäuschung waren die Japaner, denen man doch wohl mehr als nur den 12. Rang zugetraut hatte. Das Wetter ist umgeschlagen. Dicke Schneewolken hängen am Montagvormittag über den Bergen des Werdenfelser Landes, als sich die Aktiven und die zahlreichen Schlachtenbummler zum Skistadion am Gudiberg begeben, wo das Ziel der 4 mal 10-Kilo- meter-Skistaffel sich befindet. Auch alle Wechsel spielen sich im Skistadion ab, so daß den Zuschauern jederzeit ein guter Ueberblick über den Stand des Rennens gegeben ist. Zudem laufen von den beiden Strecken ständige Berichte der Kontrollstellen ein; die Massen können die Kämpfe auf der Strecke richtig mitleben. Oer Verlauf des schweren Rennens. Oie Entscheidung. 3m Lndkampf siegt Finnland! Nach dem letzten Wechsel entspinnt sich ein unerhört harter Kampf zwischen dem noch knapp führenden Norweger Bjarne Jverfen und dem jungen Finnen Kalle I a l k a n e n , bei dem der Schwede Martin M a t s b o nicht mehr mitkommt. Bei Kilometer 35,3 liegt Jverfen noch knapp in Front, nur drei Sekunden trennen ihn hier noch vor dem finnischen Verfolger. Zwei Minuten später ist es dann geschehen? Jalkanen hat Jverfen erreicht und nach scharfem Widerstand auch passiert! Aber der Norweger gibt sich keineswegs etwa geschlagen. Unter dem Aufgebot letzter Kraft bleibt er seinem Gegner dicht auf den Fersen, bis ins Skistadion, wo Zehntaufende der Läufer harren, gibt es noch schwersten Kampf zwischen diesen beiden Klasfeläusern. Schwedens Hoffnung Matsbo fällt immer weiter zurück. Angesichts der Zuschauermassen im Stadion geht der Kampf zu Ende. Mit nur 15 Meter Vorsprung siegt Finnland. Der völlig erschöpfte Jverfen hat Jalkanen nicht mehr holen können. Mit riesigem Beifall bedenken die Zuschauer den jungen Finnen, der in echt olympischem Kampfgeist seine Mannschaft zum Siege geführt hat. 2:41.33 Std. ist die Zeit der siegreichen finnischen . Mannschaft Nurmela-Karppinen-Lähde- Jalkanen. Für Norwegens Läufer Hagen- Hoffsbakken-Brodahl-Jversen, die Gewinner der Silbermedaille, werden 2:41.39 Std. gestoppt, also nur sechs Sekunden weniger als für den Gewinner der Goldmedaille. Klar abgeschlagen folgt Schwedens Schlußmann Matsbo auf dem dritten Platz; 2:43.03 Std. ist die Zeit der Schweden B e r- ger-Larsson-Haeggblad -Matsbo. Die mitteleuropäischen Staffeln führt, wie schon nach dem ersten Teil der Strecke nicht mehr anders zu erwarten war, Italien an. Zwischen den Skandinaviern und ihnen aber klafft eine große Lücke; Italien brauchte 2:50:05. Die T f ch e ch o s l o w a k e i folgt mit 2:51:56 Std. auf dem fünften Platz vor Deutschland, das mit der Mannschaft Däu- ber-Bogner-Leupold-Zeller in 2:54:54 Stunden einkommt. Mit Polen, Oesterreich, Frankreich und Jugoslawien folgen aus den nächsten Plätzen europäische Staffeln. USA. ist vor Japan Elfter, dann kommen Lettland, Rumänien und Bulgarien. Die Türkei hat aufgegeben. hoffsbakken behauptet die Führung. Während noch die Läufer eines großen Teils der Nationen im Skistadion wechseln, geht auf der Strecke schon der Kampf um die Führung mit unverminderter Heftigkeit weiter. Finnland und Schweden laufen eine scharfe Verfolgungsjagd. Ihr Zweikampf bringt sie dem führenden Hoffsbakken näher und näher, aber der Norweger ist mcht zu holen. Beim Punkt 13,5 führt Hoffsbakken vor Larsson (Schweden), der hier schon den Finnen Karppinen überholt hat. Zwei Minuten zurück folgt Menardi (Italien), den ganze vier Minuten von dem Tschechen Mihalek trennen. Bei Kilometer 17,5 ist die Reihenfolge der Spitzengruppe immer noch die gleiche. Auch an den Zeitabständen hat sich nicht viel geändert. Willi Bogners großes Rennen! Deutschlands zweiter Mann, unser Meister Willi Bogner, läuft im Mittelfeld ein ganz großes Rennen. Als Zehnter gestartet, überholt der Traun- Links: Der Sieger in der Gesamtbewertung (Abfahrt und Slalom) Franz P f n ü r; r e ch t s: Gustav Lantfchner, der Zweiter wurde, nach dem Siege. In der Mitte Christ! Cranz, die Siegerin in der Gefamtbewertung des Abfahrts- und Slalomlaufs, die ebenso wie Psnür die Goldmedaille gewann, während Gustav Lantschner die silberne Medaille errang. — (Scherl-Bilderdienst-M.) bacher) 2:50:05 Stunden; Tschechoslowakei (Musil, Mihalak, Berauer, Simunek) 2:51:56 Stunden; Deutschland (Däuber, Bogner, Leupold, Zeller) 2:54:54 Stunden; 7. Polen (Gorski, Orlewicz, Karpiel, Czech) 2:58:50 Stunden; steiner einen nach dem anderen der vor ihm liegenden Läufer. Oesterreich, Jugoslawien und schließlich auch der Läufer Frankreichs müssen den Deutschen vorbeilassen. Vorn streben die Skandinavier in ungeheurem Tempo dem Skistadion zu, immer noch Norwegen vor Schweden und Finnland. In dieser Reihenfolge wechseln sie auch. Hoffsbakken hat 39:33 Minuten gebraucht, Larsson (Schweden) 39:39, Karppinen (Finnland) 39:56. Bogner kommt an siebenter Stelle ein. Oer zweite Wechsel. Leupold hott für Deutschland den 6. Platz. Auch der dritte Teil der Strecke bringt in der Spitzengruppe scharfe Kämpfe zwischen den skandinavischen Läufern. Mit mehr als einer Minute Vorsprung wird B r o d a h l von Hoffsbakken auf die Reise geschickt, ihm folgen Haeggblad (Schweden) und der Finne L ä h d e, die untereinander ein erbittertes Ringen durchführen. Lähde gewinnt dabei nach harten Anstrengungen gegen den Schweden, dem er den zweiten Platz abnehmen kann. Aber auch Brodahl verliert. Zwar kann der Norweger, der sich an der Spitze verzweifelt wehrt, die Führung behaupten, aber sein Vorsprung hat sich beim letzten Wechsel doch entscheidend verringert. Sicher behauptet Demetz den vierten Platz für Italien, obwohl Berauer (Tscheche!) ein fabelhaftes Rennen hinlegt. Für Deutschland bestreitet Herbert L e u p o l d , der Führer unserer Militär-Ski- patrouille, die dritte Strecke. Leupold holt im Verlauf des Rennens in zügiger Fahrt den vor ihm abgegangenen Polen Karpiel, obwohl dieser beim Wechsel noch 1:19 Min. Vorsprung mitbekommen hatte. Deutschland liegt beim letzten Wechsel auf dem sechsten Platz! Ungarn — England; USA — Schweden; Tschecbo» slowakei — Oesterreich; Kanada — Deutschland. Oesterreich (Rößner, Bosio, Gallwitz, Baumann) 3:02:48 Stunden. Frankreich (Gindre, Mermond, Cretin, Jacomis) 3:03:33 Stunden. Ungarn. Uhr Kanada — England. Mittwoch, 12. Februar. Uhr im Eisstadion Kanada — Ungarn; anschließend Tschechoslowakei — Schweden. Uhr Deutschland — England; anschließend USA. — Oesterreich. Donnerstag, 13. Februar. ilchc Spide Fußball der Studenten. Unioerfifät Gießen geaea Hochschule für Lehrerbildung Weilburg 1:7 (0:3). Da die Gießener mit mehreren Ersatzleuten an- traten, war es ziemlich klar, daß an einen Sieg nicht zu denken war. Trotzdem konnte die ein- heimische Mannschaft lange Zeit das Spiel offen Zwei völlig voneinander verschiedene Loipen sind für den 4-mal-10-Kilometer-Staffellauf ausgewählt worden. Während die Strecke, die von den Läufern 1 und 3 jeder Staffel zu durchlaufen ist, im Durchschnitt flach ist und nur kaum nennenswerte Anstiege und Abfahrten aufweist, hat der von den Läufern Nr. 2 und 4 zu erledigende Kurs durchaus alpinen Charakter. Starke Anstiege und lange Abfahrt stellen große Anforderungen an die Teilnehmer doch ist die Strecke im Ganzen so gehalten, daß sie jeder Läufer durchstehen kann. Der Start erfolgt übrigens nicht im Skistadion selbst, sondern etwa einen Kilometer entfernt am Kochelberg. Kurz vor 9 Uhr morgens nehmen am Startplatz die Läufer in der ausgelosten Reihenfolge Aufstellung. Sechzehn Mannschaften nehmen den schweren Kamps auf, eine Besetzung, wie sie noch bei keinem Olympischen Ski-Staffellauf dagewe en ist Auf den Kanonenschuß, das Startzeichen, fetzt sich das Rudel der 16 ersten Läufer in Richtung S k i st a d i o n in Bewegung. Schon dort, nach rund 800 Meter, hat sich eine Spitzengruppe herausgeblldet in der natürlich Norwegen, Finnland und Schweden zu finden find. Friedl. Däuber, Deutschlands erster Mann, lieat im Skistadion nach anfänglicher Führung an dritter Stelle. .. . . Schon bald nach Verlassen des Stadions ändert sich die Reihenfolge zum Nachteil der deutschen Staffel. Friedl. Däuber hat anscheinend verwachst und fällt immer mehr zurück, so verzweifelt er sich auch zur Wehr setzt. Aber besonders bei den Anstiegen laufen seine Ski nicht richtig, der Bayer ''ackert sich ab und kommt doch nicht recht vom Fleck. Bei Kilometer 2,5 führte immer noch Nur- mela-Finnland, gefolgt von Norwegen und Deutschland, Tscheche!, Italien, Schweden, Polen, Oester- Das Ergebnis: Finnland (Nurmela, Karppinen, Lähde, Jalkanen) 2:41:33 Stunden; Norwegen (Hagen, Hoffsbakken, Brodahl, Jver- sen) 2:41:39 Stunden; Schweden (Berger, Larsson, Haeggblad, Matsbo) 2:43:03 Stunden; Italien (Gerardi, Menardi, Demetz, Kase- reich, Jugoslawien folgen mit wenig Abstand in dieser Reihenfolge vor dem Rest. Um die Spitze tobt ein heftiger Kampf zwischen Finnland und Norwegen, also den ausgezeichneten Läufern Nurmela und Hagen. Später greift auch noch der Schwede Berger ein. Nach der Hälfte der Strecke, bei Kilometer 5, hat Hagen die Führung erobert. Nurmela verteidiat den zweiten Platz gegen den vorwärtsdrängenden Schweden; Däuber ist e n d - gültig zurückgefallen! Italien, Tschechoslowakei, Polen, Frankreich, Jugoslawien liegen jetzt vor Deutschlands erstem Läufer, dem Oesterreich und Japan folgen. Deutschlands Staffel hat hier einen entscheidenden Verlust erlitten, den wohl auch die übrigen drei Läufer nicht mehr nennenswert aufholen dürften. Däuber, dem sonst so zuverlässigen Staffelläufer, hat das „Wachsein" einen bösen Streich gespielt. Er wechselt schließlich doch nur als Zehnter und hat mit 49:22 Gesamtlaufzeit das Rennen für Deutschland verloren. Oer erste Wechsel. Am Gudiberg-Hana nahe dem Skistadion erscheint als Erster der Norweger Oddbjörn Hagen, der ein ganz hervorragendes Rennen hinter sich hat. Um nicht weniger als 150 Meter hat er den berühmten Finnen Nurmela geschlagen und seiner Ablösung Hoffsbakken einen wichtigen Vorsprung gesichert. Nurmela wechselt mit Karppinen, Berger berührt Larsson zum Zeichen des Wechsels. In den Abendstunden des Montags wurden im Olympischen Kunsteisstadion die Pflichtläufe der Männer abgeschlossen. Die Errechnung der Ergeb- nisse nahm eine Stunde in Anspruch, so daß erst nach 23 Uhr der Stand im Eiskunstläufen der Män- ner nach den Pflichtübungen bekannt wurden. Das Ergebnis: 1. Schäfer (Oesterreich), 250,9; 2. Wilson (Kanada), 237,9; 3. Sharp (Ena- land), 237,7; 4. Ernst Baier (Deutschland), 237,0; 5. Kaspar (Oesterreich), 234,1; 6. Nikkanen (Finnland) 228,3; 7. Pataky (Ungarn) 226,3; 8. Tertak (Ungarn), 222,7. Eisschießen auf dem Rietzer See. Um 13.30 Uhr wurde wiederum vor einer überraschend guten Zuschauerzahl das Eisschießen mit Rekordversuchen in Angriff genommen. Alle 14 Gemeldeten, darunter auch die Deutschen, waren vollzählig angetreten. Als Sieger ging der Oesterreicher Reite re r mit 15 Ringen aus dem Wettbewerb hervor, gefolgt von Brunner (Deutschland) mit 9 Ringen. Nationales M a n n sch a f t s sch i e ß e n für Männer: 1. SC. Rießer See (Bader) 334:94 Note 3,553; 2. Bad Aiblinger CSV. (Wirt) 330:110 Note 3,00. Nationales Weitschießen für Männer: 1. Hacker (Gotteszell) 95,2 Meter; 2. Koll- mansberger (Rießer See) 93,5 Meter; 3. Wirt (Bad Aibling) 90,3 Meter; 4. Karl (Gießen) 88,3 Meter. Damit sind die Eisfchießwettbewerbe beendet. Durch den Schneefall wurden die gestern erzielten Leistungen nicht mehr erreicht. Olympisches Eishockey-Turnier. Die Einteilung der ZwischenrundenGruppen. In Garmisch-Partenkirchen hat die Internationale Eishockey- Liga am Montag die Zusammenstellung der beiden Gruppen für die Zwischenrunde zum Olympischen Eishockeyturnier vorgenommen. Leider muß Deutschland nun schon in der Zwischenrunde gegen Kanada spielen; Ungarn und England sind die weiteren Gegner. Die beiden Gruppen haben folgendes Aussehen: Gruppe 1: Kanada, Deutschland, Ungarn, England. Gruppe 2: Oesterreich, USA.,Schweden,Tschechoslowakei. In den beiden Gruppen spielt wieder wie in der Vorrunde jeder gegen jeden und die beiden Ersten der zwei Gruppen kommen in die Endspiele, so daß also in der Endrunde wieder vier Mannschaften vereinigt sind. Spielplan der Zwischenrunde. Für die Zwischenrunde des olympischen Eishockeys wurde folgender Zeitplan bekanntgegeben: Dienstag, U Februar 14.30 Uhr auf dem Rießer See Oesterreich gegen Schweden. 14.30 Uhr auf dem Rießer See USA. — Tschechoslowakei. 20.00 Uhr im Eisstadion Deutschland gegen Willy Bogner muß als Erster starten. Auslosung für den Langlauf. Die Auslosung für den 18-Kilorneter-Langlauf der Olympischen Spiele ist am Montag offiziell bekannt- Schlußmann Jalkanen, Sieger für Finnland. Eine Goldmedaille für Finnland. Oie Finnen gewinnen die 4x 10 Km-Skistaffel - Deutschland auf dem 6. Platz. V M kl M gestalten, und erst nach 35 Minuten gelang es Weilburg, einen Eckball zu verwandeln. Durch zwei vermeidbare Tore (Elfmeterbälle) wurde das Halb- zeltergebnts hergestellt. Nach der Pause hatten sich die Gießener etwas vorgenommen; durch ein schönes Kopftor von Pflieger kamen sie auf 1:3 heran. Trotzdem sie weiterhin überlegen spielten, konnten die Weilburger vier weitere Tore erzielen, die der Torwart u. U. hätte halten müssen. Bei den Weilburgern überragte der Torwart und Mittelstürmer. Henkelmann als linker Läufer war der Beste der Gießener Mannschaft. Handball der Sp.-Vg. 1900. 1900 verliert in Kassel knapp mit 10:12 (3:8). Die 1. Handball-Mannschaft mußte ohne Göing, Knop und Steines nach Kassel fahren. Während die Kurhessen in der ersten Halbzeit mehr vom Spiele hatten, liefen die Blauweißen in der zweiten Halbzeit zur Hochform auf und konnten die Kurhessen in ihre Spielhälfte zurückdrängen. Die glücklichere Elf wurde Sieger. 1900 spielte in folgender Aufstellung: Enders; Cremers, Funke; Reist, Hofmann, Fock; Höing, Wlodareck, Hamann, Krüger, Schüler. Die Kasseler spielten zuerst mit dem Winde, konnten vom Anstoß aus durch ihren Rechtsaußen den ersten Erfolg erzielen und schon in der nächsten Minute durch einen Strafwurf auf 2:0 erhöhen. Durch eine schöne Kombination warf Höing, der sich in den Sturm von 1900 aut einführte, den ersten Gegentreffer. Durch falsche Deckung der Hintermannschaft kam Kurhessen durch einen Strafwurf zum dritten Tor. In der 12. Minute gab es einen 13-Meter-Ball, der das Ergebnis auf 4:1 stellte. Wenige Minuten später mußte der Torhüter, vom Rechtsaußen Thiele bezwungen, zum fünften- mal hinter sich greifen. Kurz darauf konnte Hamann durch einen Prachtwurf das Ergebnis auf 5:2 verkürzen. Die rechte Seite der Kurheffen kam noch dreimal erfolgreich zum Zug. Wlodareck konnte kurz vor dem Halbzeitpfiff das dritte Tor für 1900 erzielen. In der zweiten Halbzeit überraschte 1900 durch ein technisch sehr hochstehendes Spiel. Die ganze Mannschaft lief zur Hochform auf. Einwandfreies Deckungsspiel der Hintermannschaft ließ den Kurhessen keinen Erfolg zu. Der Sturm konnte durch gute Aufbauarbeit und Einsatzbereitschaft der einzelnen Stürmer bis auf 8:7 aufholen. Erst in der 50. Minute konnte Kurhessen durch einen Strafwurf das erste Tor nach Halbzeit werfen. Durch einen Alleingang von Krüger kamen die Blauweißen wieder auf 9:8 heran. Anschließend konnten die Kurhessen durch falsches Deckungsspiel des einen Läufers noch dreimal erfolgreich fein. Durch restlosen Einsatz der 1900er konnten noch zwei Tore erzielt werden, so daß man sich mit dem Schlußergebnis von 12:10 trennte. r IE.Teutoma" Watzenborn-Steinberg 2. Mannschaft — Klein-Linden I 4:3 (2:2). Am Sonntag weilten zwei Mannschaften aus Klein-Linden zu Gesellschaftsspielen bei den Teutonen. Die 2. Mannschaft der Einheimischen war verstärkt durch Fett in der Verteidigung, der viele Situationen klärte Schon nach einer Minute Spielzeit hieß es 1:0 für die Gäste. Beide Mannschaften spielten taktisch nicht besonders gut. Bei einer verstärkten Abwehr der Gäste kam es hintereinander zu Handelfmetern, die von Fett verwandelt wurden. Bis zur Halbzeit reichte es bei den Gästen noch zu einem 2:2. — Nach der Pause gingen die Gäste gleich aus sich heraus und kamen auch zu der verdienten Führung mit 3:2. Dieses Resultat stand lange und erst durch eine Umstellung (Fett in den Sturm) kamen die Einheimischen noch zu zwei Toren und somit zu einem Sieg, der dem spielerischen Können nach auch für die Gäste verdient gewesen wäre. 1. Jugend — Klein-Linden 1. Jugend 0:0. Vorher spielten die Iugendmannschaften beider Vereine und trennten sich mit einem Unentschieden. Das Spiel war weit schöner, als das der beiden aktiven Mannschaften. Der Torwart der Gäste bewahrte seine Mannschaft vor einer Niederlage. Kußballgesellschastsspiele auf dem Laude. Großen-Buseck I — Daubringen I 5:3. Die Daubringer 1. Fußballmannschaft trat zu einem Freundschaftsspiel in Großen-Buseck gegen die 1. Mannschaft Großen-Buseck an. Daubringen spielte mit Ersatz und mit nur zehn Mann. Außerdem mußten während des Kampfes noch zwei weitere Spieler ausscheiden. Großen-Buseck siegte mit 5:3 Toren. Großen-Linden II — Staufenberg I 3:3. Großen-Linden gab einen guten Gegner ab und konnte auch nach zehn Minuten Spielzeit in Führung gehen. Die Gäste setzten sich aber dann in Großen-Lindens Spielhälfte fest und führten bei Halbzeit 3:1. Nach der Pause spielten die Gäste weiterhin überlegen, doch konnten die Einheimischen den Ausgleich Herstellen. Ein in den letzten Minuten durch Kopfball erzieltes Tor der Gäste gab der Schiedsrichter nicht. Tagung des Kreisführerrings Lahn-Dill. Am Samstag fand hier eine Tagung des Kreisführerrings des Turnkreises Lahn-Dill statt. Nach der Begrüßung gab Kreisführer D a u p e r t einen Ueberblick über die Stellung und Arbeit der Turnerschaft im Reichsbund für Leibesübungen. Hauptgegenstand der Besprechung waren die turnerischen Veranstaltungen des Kreises in 1936. Den Auftakt bildete: Das Wintergeräteturnen soll getrennt in den Unterkreisen möglichst am gleichen Tage, dem 22. März, durchgeführt werden. Im Kreise Gießen findet das Turnen zu Heuchelheim statt, im Kreise Alsfeld zu Alsfeld, im Kreise Dillenburg zu Smn und im Kreise Wetzlar zu Wetzlar-Niedergirmes Jeder Unterkreis soll im Frühling eine Wanderung durchführen. Als geeigneter Tag wird der Himmelfahrtstag empfohlen. Unterkreis Siegen plant für diesen Tag eine Wanderfahrt zur Jahn- eiche am Dünsberg. Die Hauptveranstaltuna des Jahres, das Kreis- feft, wird von dem Kreisführerring dem Tv. Wiefeck übertragen. Das Fest soll am 4. und 5. Juli stattfinden. . Das Kreisfrauenturnen wird am 29. und am 30. August in Wetzlar-Niedergirmes abgehalten Das Dolksturnen der Kreise Dillenburg und Wetzlar soll am 6. September in Kinzenbach, das für die Kreise Alsfeld und Gießen am 23. August in Burggemünden durchgeführt werden. Als Ort für das A l t e r s t r e f f e n ist Dillenburg vorgesehen. Als Tag kommt der 27. September in Betracht. Kreisoberturnwart Schüler, Wetzlar, sprach dann über die Rundenkämpfe und teilte mit: Die Rundenkämpfe, die schon im März durchgefuhrt werden sollen, werden in diesem Jahre keine Punktspiele sein. Im Kreise Lahn-Dill sollen sich die Vereine, die nach Lage und turnerischer Befähigung zueinander passen, zu einem Wettkampf zusammentun. Es wird in drei Stufen (Stärkeklassen) geturnt. Jeder Verein hat wenigstens eine Mannschaft (beliebige Stufe) zu stellen, kann aber auch für mehrere Stufen melden. Da die Mannschaft nur aus vier Turnern zu bestehen braucht, können auch die kleinen Vereine antreten. Der Kreisturntag findet am 29. März statt. Kreisführer D a u p e r t schloß die arbeitsreiche Ta- aung mit Gruß und Heilruf auf Führer und Vaterland. Oer Lahn-Regatta-Verband bleibt bestehen. In Limburg fand eine Sitzung des Lahn-Re- gatta-Verbandes statt, auf der u. a. über die Auflösung des Verbandes beraten wurde. Da aber der Deutsche Ruderoerband eine Neuorganisation der Regatten beabsichtigt, nach der jeder Verein einem noch zu bildenden Regattaverein oder -verband angehoren muß, um bei Rennen startberechtigt zu sein, wurde von einer Auflösung des Lahn-Regatta- Verbandes vorläufig Abstand genommen. Der Lahn-Regatta-Verband wird also bis zur völligen Klärung der Sachlage durch den Deutschen Ruder- verband bestehen bleiben. In diesem Zusammenhang verdient die Tatsache Beachtung, daß die erste Mannschaft des Limburger RC. von Trainer F r e y e i s e n der Olympia- Zelle Würzburg zwecks eventueller Teilnahme an den Olympia-Rennen geprüft wurde. Die Mannschaft wird wahrscheinlich demnächst Aufnahme in die Olympia-Zelle Würzburg finden. Wirtschaft. Oie Zndustrie- rrnd Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 190: Das Programm der Leipziger Frühjahrsmesse 1936. . . 110: Einbringung von Reichsmarknoten bet der Rückkehr von Jtalienreisen verboten. 111: Bekanntmachung KP 102 der Ueberwachungs- stelle für unedle Metalle, betr. Kurspreise. ♦ * Der Eisen st einbergbau an Lahn, Dill und in Oberhessen im Januar. Förderung und Absatz stiegen auf 82 006 bzw. 89 478 Tonnen, gegen 75 667 bzw. 84 495 Tonnen im Dezember 1935. Arbeitstäglich ist die Förderung gleich geblieben. Die Belegschaft stieg um 50 Mann auf rund 3250. Die Vorräte verminderten sich weiter um rund 9000 auf 31000, gegen 53 000 Tonnen Mindestbestand im Rekordjahr 1927. ♦ AG. für Zellstoff- und Papierfabrikation, Aschaffenburg. Die AG. für Zellstoff- und Papierfabrikation, Aschaffenburg, wird ab 1. April 1936 ihre Hauptverwaltung nach Berlin verlegen. Die augenblickliche Beschäftigungslage des Ünternehmens ist recht gut. Mein-Mainische Börse. Mttagsbörse weiter befestigt. Frankfurt a. M., 10. Febr. Die Börse zeigte auch zum Wochenanfang eine weiter feste Haltung, am Aktienmarkt überwiegend nach oben gerichtete Kurse. Indes hatte das Geschäft immer noch keinen allzu großen Umfang, da die Auftragserteilung aus dem Publikum keine nennenswerte Vergrößerung erfahren hat. Auch die Eigengeschäfte der Kulisse hielten sich in bescheidenen Grenzen. Am Aktienmarkt traten zumeist Erhöhungen von durchschnittlich 0,50 bis 1 v. H. ein. Etwas lebhafter waren wieder Montanwerte. Etwas stärker als 0,50 bis 0,75 v. H. höher waren Harpener Bergbau mit 115,50 (114) und Hoefch Eisen mit 90,50 (88,75), Rheinstahl stiegen um 0,75 v. H. auf 113,25. Von Elektroaktien gewannen Felten 1,13 v. H. auf 117,40 und Siemens 1,25 v. H. auf 175,65, auch Schuckert und Licht und Kraft notierten je 0.75 v. H. fester, dagegen büßten RWE. 0,75 v. H. ein. Chade A—C 302,50 (301). Am Chemiemarkt blieben Farbenindustrie mit 151,50 unverändert, Scheideanstalt erhöhten sich auf 212,50 (211) und Deutsche Erdöl bei größeren Umsätzen auf 111,75 (110,50). Zellstoffaktien waren weiter beachtet, insbesondere Aschaffenburger mit 90 (88.50), Feldmühle notierten mit 120,75 (120,50) und Waldhof mit 123 (122 50). Von Maschinenaktien kamen Eß- linger nach Geldstreichung mit 92,75 (l. K. 90) wieder zur Notiz, Muag gewannen 0,90 v. H. auf 82,13, während Moenus 0,40 v. H. nachgaben. Fest lagen außerdem Deutscher Eisenhandel mit 118,75 (117,50). Etwas höher setzten ferner ein: Holzmann 96,75 (96), AKU. 52,75 (52,50), Kali Westeregeln mit 120,50 (119,50), anderseits verloren Südd. Zucker 1,50 v. H. auf 197, AG. für Verkehr 0,50 v. H. auf 107,25, BMW. 124,50 (125), Daimler 105,25 (105,50), Jul. Berger 124,25 (124,50) und Bemberg 93,13 (93,50). Schiffahrtswerte lagen behauptet. Am Rentenmarkt hatten deutsche Werte bei kleinen Umsätzen unveränderte Kurse. Altbesitz 110 (109,90), Kommunal-Umschuldung 87,10, Zinsoergütungsscheine 93,20, späte Schuldbuchforderungen 96,75. Von fremden Werten hatten Mexikaner feste Kurse und lebhaftes Geschäft, 5 v. H. äußere Gold 14,65 (14,13), 5 v. H. innere Silber 6 (5,75), 4,50 Jrigation 8,30 (8), während 5 v. H. Tehuantepec mit 7,35 unverändert lagen. Bei weiterhin fester ©runbftimmung blieb das Geschäft in der zweiten Börsenstunde ruhig, die Kurse waren aber allgemein gut behauptet, teilweise noch etwas fester. So u. a. Siemens mit 176,50 nach 175,65, Verein. Stahlwerke mit 82,90 nach 82,65, Holzmann mit 97 nach 96,75 und Chade A—C mit 303 nach 302,25. Von den später notierten Werten kamen Gement Heidelberg mit 125,25 bis 126,50 (124,50), Rütgerswerke mit 120,40 (119,50) und Kaufhof mit 32,75 (32) zur Notiz. Am Kaffamarkt waren Gritzner Nähmaschinen gesucht. Variable Renten biteben auch später sehr ruhig und unverändert. Goldpfandbriefe zeigten bei leichter Nachfrage die letzten Kurse, auch Liquidations- Pfandbriefe, Stadtanleihen und Kommunalobligationen wiesen kaum Veränderungen auf. Mexikanische Anleihen lagen im Verlaufe still und behauptet, 4,50 Irrigation weiter erhöht mit 8,50 nach 8,30. — Tagesgeld unv. 2,25 v. H. Abendbörfe freundlich. Bei fester Grundstimmuna hatte die Abendbörse nur sehr kleines Geschäft, da aus dem Publikum Anregungen fehlten. Viel Beachtung fand der Bericht über die Arbeitsmarktlage im Januar. Seitens der Kulisse bestand auf Basis der Mittagskurse eher etwas Kaufneigung. Soweit Kursveränderungen gegen den Berliner Schluß eintraten, betrugen fie nur Bruchteile eines Prozentes. Lebhaftere Umsätze hatten Vereinigte Stahlwerke mit 82,75 (82,50). 1 v. H. höher notierten Conti Gummi mit 168,50 (167,50). Scheideanstalt bröckelten etwas ab auf 212 (212,50). Von Großbankaktien zogen Commerzbank 0,25 v. H. an auf 92,75, während DD-Dank im gleichen Ausmaß nachlieben auf 90,75, Dresdner Bank lagen mit 91,50 unverändert. Deutsche Renten lagen ruhig und unverändert. Im freien Markt wurden Zinsvergütungsscheine mit 93,20, Kommunal-Umschuldung mit 87,10 und späte Schuldbuchforderungen mit 96,75 bewertet. Von fremden Werten fanden Mexikaner anfangs auf höhere Kurse aus Paris etwas Nachfrage, später flaute das Interesse wieder mächtig ab; per Saida erfuhren die Kurse bei geringen Umsätzen keine Aenderung. U a. notierten: Altbesitz 110, IG.-Farben-Bonds 125,65, 4proz. Rumänen 5,40, 4proz. Schweiz. Bun- desbahn 185, 5proz. innere Mexikaner 6,13, Adca 74,50, Commerzbank 92,75, DD-Bank 90,75, Dresdner Bank 91,50, Reichsbank 186,50, Harpener 115, Mannesmann 84,40, Rheinstahl 112,75, bereinigte Stahlwerke 82,75, AKU. 53,25, Bekula 139,25, Bemberg 93, JG.-Chemie Basel volle 173 25, Conti Gummi 168,50, Daimler 104,75, Deutsche Erdöl 111,75, Scheideanstalt 212, JG.-Farben 151,25, Goldschmidt 113,50, Holzmann 97,50 Junghans 90, Metallgesellschaft 117,50, Moenus Masch. E. 82,40, Schuckert 133,25, Aschaffenburger Zellstoff 90,25, Reichsbahn-VA. 122,75, AG. für Verkehr 107, Ana- tolier I und II 38,25. Frankfurter Schlachtviehmarkt Frankfurt a. M., 10. Febr. Auftrieb: Rinder 813 (gegen 780 am letzten Montagsmarkt), darunter 143 Ochsen, 77 Bullen, 444 Kühe (2 direkt), 149 Färsen. Kälber 466 (385), Schafe 49 (152), Schweine 2955 (2928). Notiert wurde pro 1 Zentner Lebendgewicht in RM.: Ochsen a) 43 (am 3. Febr. 43), b) 43 (43), c) 41 bis 43 (43), d) — (36 bis 43); Bullen a) 43 (43), b) 43 (43), c) 43 (43), d 42 (—); Kühe a) 43 (43), b) 39 bis 43 (39 bis 43), c) 32 bis 38 (32 bis 38), d) 23 bis 31 (23 bis 31); Färsen a) 43 (43), b) 43 (43), c) 40 bis 43 (43), d) — (40 bis 43). Kälber, andere a) 63 bis 68 (60 bis 66), b) 55 bis 62 (51 bis 58), c) 47 bis 54 (42 bis 50), d) 37 bis 46 (33 bis 41). Lämmer und Hämmel b2) 50 (50), c) 46 bis 49 (48 bis 49); Schafe nicht notiert. Schweine al) 57 (57), a2) 57 (57), bl) 56 (56), b2) 55 (55), c) 53 (53), d) 51 (51), e) 51 (—); Sauen gl) 57 (57), g2) — (50 bis 57). Marktverlauf: Rinder lebhaft, ausverkauft. Kälber, Hämmel und Schafe mittelmäßig, ausverkauft. Schweine wurden zugeteilt. Großhandelspreise für Fleisch und F e t t w a r e n. Beschickung: 686 Viertel Rindfleisch, 78 ganze Kälber, 40 ganze Hämmel, 9 halbe Schweine, 2 Kleinvieh. Notiert wurden pro 50 Kilo in RM.: Ochsenfleisch b) 75 bis 77, c) 72 bis 75; Bullenfleisch b) 74 bis 77; Kuhfleisch b) 68 bis 74, c) 58 bis 68; Färsenfleisch b) 75 bis 77, c) 72 bis 75. Kalbfleisch b) 74 bis 80, c) 66 bis 74. Hammelfleisch b) 90 bis 95. Schweinefleisch b) höchster Preis 74. Fettwaren Roher Speck unter 7 cm, höchster Preis 80; Flomen, höchster Preis 80. Marktverkauf: ruhig. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 10. Febr. Das Weizenange- bot genügte für die stetige Nachfrage aus dem engeren Bezirk, während der Oberrhein überreichlich aus Mitteldeutschland versorgt ist. In Roggen kann der Bedarf der Provinzmühlen nicht voll befriedigt werden, wogegen das Angebot auf dem Wasserwege umfangreich bleibt. Braugerste liegt geschäftslos, und auch in Jndustriegerste finden nur kleine Umsätze bei nachgiebigen Preisen statt. Das Hafergeschäft bleibt mangels Angebots und wegen der Andienungen für die Heeresverwaltung sehr beschränkt. Kleie und Schnitzel werden sehr gefragt, auch für Futter- und Nachmehle hat sich der Absatz gebessert. Brauereiabfälle verkehren dagegen weiterhin ruhig. Weizen- und Roggenmehl haben ruhiges Geschäft. In Rauhfutter genügen die Zufuhren, die Preise bröckelten weiter ab. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in RM.: Weizen W 13 209, W 16 212, W 19 216, W 20 218, Roggen R 12 172, R 15 175, R 18 179, R 19 181 Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste —, Braugerste 225—230, Hafer —. Weizenmehl W 13 28,25, W 16 28,50, W 19 28,50, W 20 28,85, Roggenmehl R 12 22,45, R 15 22,80, R 18 23,30, R 19 23,50 plus 0,50 RM. Fracht-Ausgleich. Weizennachmehl 16,75—17,00, Weizenfuttermehl 13,00 bis 13,25. Weizenkleie W 13 10,65, W 16 10,80, W 19 11,00, W 20 11,10, Roggenkleie R 12 9,95, R 15 10,15 R 18 10,40, R 19 10,50 Mühlenfestpreise ab Mühlenstation. Sojaschrot m. M. 16,20, Palmkuchen m. M. 16,80, Erdnußkuchen m. M. 18,30, Treber —, Trockenschnitzel 9,04 Fabrikpreis, Heu 8,00, Weizen- und Roggenstroh drahtgepreßt 3,50 bis 3,80, dto. gebündelt 3,40—3,70. Kartoffeln: Industrie hies. Gegend 3,30, gelbfleischige hies. Gegend 3,20, Weiß-, rot- und blauschalige hies. Gegend 2,90 RM. per 50 Kilogramm bei Waggonbezüg. Genossenschastsrechner verhastei. Dieburg, 10. Febr. (LPD.) Bei der Warenbezugs- und Absatzgenossenschaft Brensbach und Umgebung wurden schwere Verfehlungen feftgeftettt, die einen Fehlbetrag von 20 0 0 0 Mark erreichen sollen. Im Verlaufe der Untersuchung wurde jetzt der Rechner der Genossenschaft als schuldverdächtig verhaftet. Kurszettel her Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Fran.turi a. 2)1. Berlin Siunffurt a.M. Berlin Schluß' turS Schlußl. Abend» börs- Schluß- lure Schluß!. Mittag« borfc Schluß- kurS Schluß!. Abend« bürie Schlußkurs Schluß!. Mittag' bötte Datum 82- 10-2- 8.2- 10.2. <»atum 82. 10-2. 8.2. 10-2. 6% Deutsche Reichoanlethe v. 1927 100,5 100,75 100,5 97,4 100,5 97,4 4% oesgl. Serie It ............ 9,75 6,75 9,65 6,75 _ 4% Deutsche ReichSanl. von 1934 97,4 97,4 6% Ruman. vereint). Rente v. 1903 _ 6,6 5y2% Voung-Anleihe von 1930 .. —- —— — 4*4%Ruinän.vereinh.Rentev.l913 9,35 9,35 9,25 9,35 Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit AuSlos.-Rechten ............. 109,9 110 110 110,13 4% Rumänische verctnh. Rente . 2y4% Anatolier............ 5,3 38,4 5.4 38,25 5,4 38,5 5,45 38 4l ,°o Deutsche Neichsposlschatzan Weisungen von 1934, I....... 6% ebcm.8% Hess. BolkSNaat 1929 (rück,zahlt». 102%)............ 99,9 97,75 99,75 97,75 99,9 100,1 97,5 Hamburg-Amerika-Paket .....0 Hamburg.Südam. Dampfschiff . 0 Norddeutscher Lloyd .........0 '21.®. für Berkehrswesen Akt. .. 0 15,9 16 16 16,13 4*4% ebem.8% Hessische Landes' bani Darmstadt Gold R. 12.... 96,4 96,4 17,25 107,75 17,25 107 17,4 107,5 17,25 107 5¥i% ehem. 4 y2% Hess. Landes Hypothekenbank DarntstadlLiaui 101,05 101 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz, und Privat-Bank ... o 118 93,25 117,75 92,75 117,75 93,25 118 92,5 4V2% ehem. 8% Darmst. Komm Landcsb.Goldschuldverschr R.6 Deutsche Bank und Disconto» Gesellschast................o 91 90,75 91 91 Lberhcsjen Provinz-Anlethe mit Ausloi.-Rechten ............ Dresdner Bank..............o Reichsbank ................ 12 91,5 187,25 91,25 186,5 91,5 186,5 91,5 186,75 Deutsche Komm. Sammelabl. An leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechrcn 4 y2% ehem.8% Franks. Hyp.-Aank Goldpse. 15 untimdbar bis 1935 114,25 96,5 114,25 96,5 114,25 114,25 21.6.®......................t Bekula.................... 10 38,9 139,25 38,9 139,25 38,9 139,4 38,75 139,65 6Yi% ehem. 4V2% Franks. Hyp. Bank-Ligu.-Psandbrtese....... 6V2% ehem 4*/2% Rheinische Hyp.-Bank-Liau.-Goldpse. ... 101,25 101,13 Clcktr. Lieserungsgeselltchaft... 6 Licht und Kraft ........... ey, 115 134,25 114,5 136 114,5 134,5 114,75 136,5 101,4 101,65 101,4 101,65 Felten & Guilleaume......... 4 Gesellich.s.Elektr.Unternehmung. 6 116,25 130 117,75 130 117,4 130 117,75 129,9 4*4% ehem. 8% Pr. LandeSpsand- brtesanslalt, Psandbriese R. 19 4*4% ebcm. 7% Pr. LandeSpsand briefnnft., Gold Komm. Cbl.VI 97 | 97 97 97 Rheinische Elektrizität ........ g Rhein. Wests. Elektr..........e 127 128,5 - 127,75 127 127,75 126,25 126,9 97 97 97 97 «chuckert L Eo................ Siemens L Halske............. 133 174,4 133,25 176,5 133 174 133,25 176 Steuergutsch.Berrechnungsk. 34-38 108,6 , 108,6 108,6 I 108,6 Lahmeyer S Eo..............7 128,5 128,5 129 129,4 4% C'sterreichtsme Goldrente... — 1 — 30 I 30 Buderus ................... 4 97,65 97 07,5 97,5 4,20% Lesterrcichische Silberrente 1,25 i 1,25 1,25 | 1,25 Deutsche Erdöl .............. 4 110,5 111,75 i i 111,75 4% Ungarische Goldrente ....... —— 9 9,15 , 9,05 Harpener...................0 114 115 115 115,13 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 8,9 8,9 8,8 8,8 Hoesch Eisen—Köln-Reuessen .. 88,75 90,5 89 90 4*4% desgl. von 1913......... 8,8 8,9 8,9 ■— Ilse Bergbau ............... 160 161 161,25 162 5% abgest. Goldmsxikaner von 99 14,13 14,65 14 i 14,3 Ilse Bergbau Genüsse........ 128 127,75 127,5 128,25 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie I.................... 9,75 1 9,65 — Klöcknerworke ............... ManneSmann-Röhren........c 85,75 84,25 86,25 84,4 85,5 84,4 86 84,13 Sranffun a. M. Serlia Echluß- furd Schluß!. Abend« börse Schluß- kurS Gchlußk. Mittag« börse ‘Datum 8.2. 10-2- 8.2. 10-2. Mansfelder Bergbau....... .. 6' 126,75 129,4 127 127,5 KokSwerke ................ .. 6 — — 120 120,13 Rheinische Braunkohlen .... 12 220,25 221 220,25 221 Rheinstahl ................ .. 4 112,5 112,75 112,75 113,5 Bereinigte Stahlwerke...... .. 0 82,4 82,75 82,5 82,5 Ltavi Minen ............. .. 0 17,65 17,5 17,65 17,5 Kaliwerke Aschersleben...... .. 5 127,5 127 128 127 Kaliwerke Westeregeln...... .. 5 119,5 120,5 119,5 119 Kaliwerke Salzdetfurth..... 7y. 189 189 189 189,5 5. G. Farben-Industrie..... .. 7 151,5 151,25 151,5 151,13 Scheldeanstalt............. . 9 211 212 — — Goldschmidt .............. .. 5 112,25 113,5 113 113,5 Rütgerswerke ............. .. 6 119,5 120,4 120,25 120 Metallgeiellichast........... .. 4 117,25 117,5 116,75 117,5 Philipp Holzmann ......... .. 4 96 97,5 95,65 97,5 Zementwerk Heidelberg .... .. 7 124,5 126,5 — Zementwerk Karlstadt....... .. 6 128 128 — Schultheis Patzenhofer ..... .. 4 — — 99,4 99,13 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 52,5 53,25 52,5 52,9 Bemberg................. .. 6 93,5 93 93 92,5 Zellstoff Waldhos .......... .. 5 122,5 123 122,9 123,25 Zellstoff Aschaffenburg ..... .. 0 88,5 90,25 88,9 90,25 Dessauer Gas ............. .. 7 — —— 126,75 126,75 Daimler Motoren.......... .. 0 105,5 104,75 105,25 104,5 Deutsche Linoleum......... .. 8 146 146,65 145,5 146,25 Orenstein & Koppel ........ .. 0 —— — 79 78,5 Westdeutsche Kaufhof....... .. 0 32 32,75 32,4 32,4 Chade.................... 71/, 301 302,5 303 301 Accum ulatoren-Fabrü...... 18 — — 171,75 173,25 Lontt-Gummk............. .. 8 167,25 168,5 167,75 168,5 Gritzner.......... .. 0 30,25 I 28,5 30,25 Mainkrastwerke Höchst a.M.. .. 4 91 91 — Süddeutscher Zucker ....... 10 198,5 197 198,5 198 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 21L 8. Februar 10.Februar Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Äries Geld I »rief Buenos St re 0,680 0,684 0,680 0.684 Brüssel .... 41,81 41,89 41,81 41,89 Rio de Jan. 0,140 0,142 0,140 0,142 Sofia ..... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 54,93 55,03 54,90 55,00 Danzig----- 46,80 46,90 46,80 46,90 London ..... 12,30 12,33 12,295 12,325 HeliingsorS.. 5,413 5,425 5,415 5.425 Paris ..... 16,395 16,435 16,40 16,44 Holland ... 168,47 168,81 168,51 168.85 3tollen .... 19,80 19.84 19,76 19,80 Japan ..... 0,717 0,719 0,717 0,719 Iugmlawien 5,654 5,666 5,654 5,666 C5lo..... : 61,81 61,93 61,78 61,90 Wien...... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon... 11,16 11,18 11,155 11,175 Stockholm.. 63,42 63,54 63,39 63,51 Schweiz ... 81,10 81,26 81,09 81,25 Spanien... 33,97 34,03 33,98 34,04 Prag....... 10,28 10,30 10,28 10,30 Budapest .. — — — Neuyork ... 2,451 2,455 Banknoten 2,452 2,456 Lerltn, 10-Februar Geld 25rie< Amerikanische Noten.............. 2,404 2,424 41,68 Dänische Noten ................. 54,64 5Mr 12,26 Französische Noten............... 16,35 16,4? Holländische Noten............... 168.09 168,77 Italienische Noten................ — Norwegische Noten .............. 61,57 61,8t Deutsch Lesterreich, 1 100 Schilling — Rumänische Noten............... — — Schwedische Noten............... 63,17 63,4 Schweizer Noten................. 80,91 81,23 Spanische Noten................. 33,64 33,73 Ungarische Noten................ —8 Dienstag, Februar 1936 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) ttr.35 Drittes Blatt Aus der provinzialhaupistadt 21.45 ig Hauptversammlung Grund". Im Anschluß an icn iß« da er sich in unzähligen schweren Kämpfen und schwierigen Lagen aufs beste bewährt hatte. Nach mancherlei Abenteuern und einer gefährlichen Seereise kam Schmidel schließlich wieder in die alte Heimat zurück, wo er seine Erinnerungen aufschrieb, die ein wertvolles kulturgeschichtliches Dokument Kraft st rom hinüber in die neue Welt und vor allem auch in die La-Plata-Länder gelenkt haben und einen nicht unwesentlichen Anteil an der Entwicklung Argentiniens nahmen, haben Ulrich Schmidel und seine Verdienste nicht vergessen. „Ihm zu Ehren haben die Deutschen in Buenos Aires einen .Ulrich - Schmidel - Brunnen* errichtet. Sein Name wird in diesem großen Gedenkjahr argentinischer und damit südamerikanischer Geschichte oft genannt werden als der eines tapferen deutschen Mannes, der wie so viele seines Landes und seines Blutes hinauszog in eine fremde Welt । und in fremden Diensten Hervorragendes leistete. fängnis verurteilt. Bei seiner Einlieferung wurden Fingerabdrücke von ihm abgenommen, und es stellte sich heraus, daß diese Abdrücke mit den vor 22 Jahren bei der Leiche des ermordeten Kaufmanns gefundenen übereinstimmten. Nach langem Leugnen legte der Verhaftete auch das Geständnis ab, damals die Tat begangen zu haben. Am nächsten Donnerstag Hauptversammlung im Restaurant „Zum kühlen Grund". Im Anschluß an die geschäftlichen Angelegenheiten halt Steuerinspektor Frees einen Vortrag über Steuerreform. Näheres in der gestrigen Anzeige. Dieser Tage wurde ein anderer Kaufmann weae einer Urkundenfälschung zu sechs Monaten G, aus der Heimat zur Rückkehr veranlaßte. Man entließ den tapferen deutschen Mann nur ungern, Zisch billig auf den Tisch! ZdR. Die Öffentlichkeit erfährt soeben, daß an der deutschen Nordseeküste unerwartete Massenfänge von Küstenheringen zu verzeichnen sind. Durch die Plötzlichkeit dieser Meldung wird die Aufmerksamkeit der Verbraucherschaft auf die Unbeständigkeit gelenkt, die bei der Anlieferung von Fischen naturbedingt ist. Die Ergebnisse des Fischfanges unterliegen noch weit mehr als irgendein anderes Produktionsgebiet den Naturgesetzen. Der unermüdliche Küsten- und Hochseefischer, der Nacht für Nacht, oder Woche für Woche auf dem Meere seinem schweren Berus nachgeht, hat niemals die Gewißheit, daß seine Arbeit von Erfolg gekrönt ist. Wie oft stand er schon weit draußen in der Ost- oder Nordsee, unter Island, oder an den Lofoten wochenlang auf hoher See und wußte nicht, ob seiner Arbeit der erwartete Lohn beschieden sein werde. Und trotzdem lassen sich diese Männer von der Unbill des Wetters nicht abhalten, trotzdem fahren sie immer wieder hinaus und hoffen, daß ihnen der Segen des Meeres in reichem Maße zuteil werde. eng. Der ältere Dumas soll sich oft halbe Tage in der Küche aufgehalten haben. Nicht nur, daß er selber kochte, er erfand auch eine Reihe neuer Speisenzusammenstellungen, bei denen es recht verschwenderisch zuging. Zu einem Gericht wurden beispielsweise auf drei Löffel Mehl allein 14 Eidotter vorgeschrieben. Der Dichter Hoffmann von Fallersleben kam mehr aus Not zum Kochlöffel, denn in seinem Haushalt ging es sehr knapp zu und es war kein Geld vorhanden, um eine Hilfskraft zu entlohnen. Wenn Hoffmanns Frau viel zu tun hatte, etwa an einem Waschtag, so scheute der Dichter sich nicht/ selber an den Herd zu gehen. — Der Spargel nimmt unter den Lobpreisungen der Dich- ter verständlicherweise einen Ehrenplatz ein. Voller Begeisterung berichtete Nikolaus Lenau: „Heute bin ich wieder bei Riesbeck auf ein großes Spargelfressen geladen. Spargel wie Kirchtürme werden da gefressen; ich allein verschlang das letztemal 50 bis 60 solcher Kirchtürme und komme mir dabei vor wie eine Parodie unserer politischen prosaischen, durchaus unheiligen Zeit, die auch schon das Maul weit aufsperrt, um alles Heilige und namentlich die guten Kirchtürme wie Spargelstangen zu verschlingen". — Von Richard Wagner wird berichtet, daß er als Kind einmal seine Ausgabe von Schillers Gedichten gegen Windbeutel mit Schlagsahne eingetauscht habe. — Der österreichische Dichter Franz Grillparzer hatte während seiner zahlreichen Reisen immer Heimweh nach den gewohnten Fleischtöpfen. Seine Lieblingsgerichte waren vor allem: gutes Rindfleisch, die österreichischen Mehlspeisen und eine Schale guten Kaffees. Er wollte auf zwei Dinge nicht verzichten, soll er einmal geäußert haben: auf Ruhe und — weiches Fleisch ... Fingerabdrücke nach 22 Jahren. Im Jahre 1913 war in Portland (Oregon) ein Kaufmann ermordet und beraubt worden; die Suche nach dem Täter war damals vergeblich gewesen. Sportamt „Kraft durch Freude". heute folgende Kurse: Fröhliche Gymnastik und Spiele (nur f ü r F r a u e n). Don 20.30 bis 21.45 Uhr, Lyzeum, Dammstraße 26. Schwimmen. Frauen und Manner von 20 bis 21 Uhr Volksbad. Nur für Frauen von 21 bis 22 Uhr Volksbad. . _ .. Reiten. Von 21 bis 22 Uhr: Umversitats-Reit- institut, Brandplatz.__ Zu dem morgigen Scharfschießen unserer Gießener Artillerie bei Gleiberg, über dessen Vorbereitung wir gestern schon näher berichteten, läßt das Postamt Gießen Postautobusse vom Bahnhof bzw. Oswalds- garten in Gießen bis nach Gleiberg fahren. Die Äutobusfe fahren um 9 Uhr, 10 Uhr und 12.30 Uhr am Bahnhof bzw. Oswaldsgarten in Gießen ab. Durchgangsverkehr nach Rodheim — Bieber am 12. Zebruar gesperrt. Am 12. Februar findet von 8 bis 16 Uhr in der Gegend von Rodheim—Bieber ein Scharfschießen der 1. Abteilung Feldartillerie-Regiments Nr. 9 statt. Während dieser Zeit ist der Durchgangsverkehr nach Rodheim und Bieber verboten. Der gesamte Fahrzeugverkehr wird in der Rodheimer Straße über die Krofdorfer Straße nach Krofdorf geleitet. Den Weisungen der zur Verkehrsregelung aufgestellten Schutzpolizeibeamten ist unbedingt Folge zu leisten. Deutschlands wehrpolitische Stellung im Nahmen Europas. Gestern abend hielt in der gut besetzten Aula der Universität der Oberst im Generalstab Gallen- k a m p einen Vortrag über das Thema „Deutschlands wehrpolitische Stellung im Rahmen Europas". Der Rektor der Universität Professor Dr. Pfähler begrüßte den Vortragenden mit herzlichen Worten und gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß Oberst Gallenkampf über das interessante Thema in Gießen spreche. Hierauf folgte der Vortrag von Oberst Gallenkamp. Der Redner behandelte zunächst die geopo- litische Lage, die naturgemäß die Wehrlage Deutschlands weitgehend beeinflußt. Er ging dann auf die innere wehrpolitische Lage vor dem Kriege über und entwarf anschließend ein packendes Bild der militärischen Ohnmacht nach dem Kriege, so wie es uns noch im Jahre 1932 entgegentrat. Im zweiten Teil des Vortrags wurde die außenpolitische Wehrlage dargelegt. Die Ausführungen gipfelten in dem Nachweis, daß es der weitsichtigen Friedenspolitik des , Führers gelungen sei, nach innen gerade durch die > Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht Deutschland zu einem starken Faktor des Friedens in Mitteleuropa zu machen und durch klare politische Führung unser Vaterland wieder als die Ä; Die deutsche Arbeitsfront vWj? n»5.=Gememf(haft „Kraft durch frciiöc" NSG. „Kraft durch Freude": 20.30 bis ----- Uhr fröhliche Gymnastik (nur für Frauen) im Lyzeum; 20 bis 21 Uhr und 21 bis 22 Uhr (nur für Frauen) Schwimmen im Volksbad; 21 bis 22 Uhr Reiten, Reitschule Schömbs. — Stadttheater: 20 bis 23 Uhr „Der Kanzler von Tirol". — Glona- Palaft, Seltersweg: „Eva". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Mann mit der Pranke". — Musikwissenschaftliches Seminar der Universität: 20.15 Uhr im großen Hörsaal offener Abend mit Lieder- oorträgen. — Oberhessischer Kunstoerein (Turmhaus am Brandplatz): 16 bis 17 Uhr Ausstellung von Gemälden von Josef Stell) (Berlin). nach Rio de la Plata gefahren." Dieses Heer landete am 6. Januar 1536 an der Mündung des „Silberstromes", wo Mendoza eine Stadt bauen ließ, die allerdings, weil es dort keine Steine gab, nicht sehr wetterfest war. Doch wird dieser ersten Gründung, wie aus der Feier heroor- §eht, große Bedeutung zugelegt, und man hat das ahr 1936 zu einem großen nationalen Erinnerungsjahr bestimmt, wodurch nun auch der deutsche Anteil an jenen ersten Kämpfen, die zur Gründung von Buenos Aires führten, hervorgehoben wird. Denn nicht kampflos sollten die Auswanderer das Land gewinnen, und Ulrich Schmidel nahm an all diesen Kämpfen teil. Er und seine Landsleute wurden immer in den gefährlichsten Situationen eingesetzt, und schließlich gelang es ihnen auch, die ihnen zunächst feindlich gesinnten Indianer zu Fisch- und Fleischlieferungen zu bestimmen und damit eine drohende Hungersnot abzuwehren. 20 Jahre lang blieb Schmidel im Zug der Eroberer, bis ihn schließlich ein Brief seines Bruders Goethe am Küchenherd. Von Dichtern und ihren Magenfreuden Daß die besten Gedanken bei knurrendem Magen entstehen und daß der Höhenflug der dichterischen Phantasie einen leeren Geldbeutel voraussetzte, ist ein Märchen, und nicht einmal ein schönes. Die Geschichte hat uns gezeigt, daß bie Dichter und Denker keineswegs Kostverächter waren, sondern daß sie sehr gern ihren Anteil an den Tafelfreuden hatten, die den Menschen nur irgendwie erreichbar sind. Es ist auch nicht bezeugt, daß sich em aut gefüllter Magen zum Nachteil der Poesie ausgewirkt habe. Goethe z. B. war auch in der Kochkunst ein großer Kenner. Er ließ es sich nicht nehmen, den Küchenzettel häufig selber zu bestimmen und hat auch mehrfach zum Kochlöffel gegriffen. Noch als 80jähriger bereitete er den Studenten auf der Dornburg einen von ihm selbst erdachten und erprobten Salat eigenhändig zu. Eine Lieblingsspeise Goethes waren die Frankfurter Brenten, ein erlesenes Mandelgebäck, das er noch aus seiner Frankfurter Kinderzeit und von dem gut regierten Reich der Frau Rat her in bester Erinnerung hatte. Waren Damen bei Goethe zu Gast, so gab es immer, wie Dr. Ernst Koehler in der „Leipziger Jllustrirten" ausführt, zum Nachtisch eine süße' Mehlspeise. Eine Vorliebe hatte der Dichter für Forellen und für Gänsebraten. Der Baumeister Wolff erzählt, daß Goethe davon beträchtliche Mengen vertilgen konnte und ^ugleid) eine ganze Flasche Rotwein austrank. Das Abendbrot war in feinem Haus jedoch sehr bescheiden. Und natürlich gab es auch Tage, an denen ihm das Essen ganz gleichgültig war. Einem Schreiben an Christiane ist zu entnehmen, daß der Dichter sich fünf Tage lang nur von Zervelatwurst und Rotwein ernährt hat. Schiller hatte eine Vorliebe für Schinken und Salat. Wieland war em ausgesprochenes Leckermaul. An Kuchen und Backwerk durfte es in feinem Haus nicht fehlen, und ost soll er nachts, wenn er keinen Schlaf finden konnte, aufgeftanben sein, um sich mit Näschereien zu versorgen, bie er sich mit ins Bett nahm. Fried- rich Schlegel würbe von einem Besucher einmal in ber "Küche angetroffen. Der Dichter hatte sich eine weiße Schürze umgebunben und war am Küchentisch bamit beschäftigt, grüne Bohnen von ihren Fäden zu befreien. Auf Befragen erklärte er mit Nachbruck, baß er niemanben kenne, ber biese Arbeit zur Zufriedenheit ausführen könne, unb so müsse er sie selber erledigen. In Frankreich ist bie Verbinbung zwischen Dichtkunst unb Küchenkunst verständlicherweise besonders „Hier haben wir eine Stadt gebaut, hat geheißen : Buenos Aires, bas ist auf Deutsch „Guter Winb". So lesen wir in einem kleinen Büchlein, in bem ber deutsche Patriziersohn Ulrich S ch m i b e I aus Straubing in Bayern seine Erlebnisse, Fahrten unb Kriegszüge im heutigen Argentinien vor 400 Jahren schildert, unb bas ben Titel trägt: „Wahrhaftige Historie einer munberbaren Schiffahrt, welche Ulrich Schmibel von Straubing von 1534 bis 1554 in America ober Neuewelt bei Brasilia ober Rio be la Plata getan. Was er in biefen 19 Jahren aus- geftanben unb was für seltsame ßänber unb Leut er gesehen. Durch ermelbeten Schmibel selbst beschrieben." Die Feiern unb Festlichkeiten, bie zur Erinnerung an bie Gründung ber Stabt Buenos Aires in Argentinien vor 400 Jahren vorbereitet werben, lenken bie Aufmerksamkeit auf biefen jungen Deutschen, ber an ber Entbeckung, Eroberung unb Erschließung bes Lanbes, vor allem aber an ber Grünbung ihrer schönen Hauptstabt einen behutsamen Anteil hat. Wenn Pebro be Menboza durch Enthüllung eines Denkmals zu seinen Ehren als Stabtgrünber gefeiert wirb, so bleiben baneben bie Verbienste bes „Mitdegrünbers von Buenos Aires" unb bes „ersten Geschichtsschreibers ber „La-Plata-Länber" unvergessen. Als unter ber Regierungszeit Kaiser Karls V. in ganz Europa viel von ben großen Schätzen an Golb unb Silber, bie im fernen Sübamerika bei ben Jn- bianerftämmen vorhanben fein füllten, bie Rebe war, vernahm auch Ulrich Schmibel, wie Ernst Ger- Harb I a c o b in ber „Deutschen Arbeit" ausführt, biese Kunbe. Er, ber als Sahn eines reichen Mannes baheim ein bequemes unb behagliches Leben hätte führen können, würbe von einem mächtigen Tatendrang ergriffen. Er wollte in bie weite Welt hinausziehen unb ba draußen sein Glück versuchen. So fand er sich ein, als wieder einmal ein Zug nach dem „Silberstrom", dem La Plata, ausgerüstet wurde. Folgendermaßen beschrieb er bie Ausrüstung bes Heeres, bem er zugehörte: „Bei genannter Stabt Cabiz (Spanien) sind gewesen 14 große Schiffe, mit aller Munition und Notdurft wohl gerüstet, die haben wollen fahren nach Rio be la Plata in Indium. Auch finb allda gewesen 2500 Spanier unb 500 Hochdeutsche, Niederländer unb Sachsen unb unser aller oberster Hauptmann, welcher mit seinem Zunamen geheißen Don Pebro be Menboza. Unter diesen 14 Schiffen hat eins gehört ben Herren Sebastian Neidhardt unb Jakoben Welser zu Nürnberg, so ihren Faktor (ein Angestellter) Heinrich Palmen mit Kaufmannschaft nach Rio be la Plata geschickt. Mit benen bin ich unb anbere Hochbeutsche unb Nieberlänber, ungefähr bis in bie 80 Mann, wohlgerüstet mit Büchsen unb Gewehr Mich Schmidel und die Stadl „Guier Mnd" Zur 400-Lahrfeier von Buenos Aires. oberste Mappe zur Hand, öffnete sie unb begann. Schon nach ben ersten Worten stockte er. Die Souffleuse, welcher ber gaftierenbe Schauspieler Z. sonst alle gewünschten Spielpausen angegeben, für biese Stelle aber keinen besonberen Wunsch geäußert hatte, fürchtete ein Unheil, vielleicht berart, daß er den Text des Berichtes in jene Mappe geschrieben wähnte und ihn nun nicht vvrfand ober baß Schriftstücke vertauscht worben waren, unb währenb sich bieselbe Befürchtung auch der mitspielenben Kollegen zu bemächtigen schien, sagte sie mit großem Eifer ein unb wiederholte drei- unb viermal benselden Anschlag. _ _ Aber ber Gast bedurfte ihrer Hilfe nicht. Das gewahrten auch die mitagierenben Darsteller, benn sie hörten Töne, wie sie sie bei biesem Berichte noch nicht vernommen hatten. Eine Verwunberung, em Staunen klang in seiner Stimme, als ob er nicht begreifen könnte, warum gerabe ihn bas Schicksal dazu ausersehen hatte, diesen erschütternden Bericht abgeben zu müssen. Tief hinein in ihn selbst griff biese stumme Frage unb erreichte gleichsam ben ganzen Menschen bis auf bie Wege seiner Kinbheit. Dann, als er nach manchen Pausen bes Stockens, in benen biefer Einbruck besonders beut- lich geworden war, feine harte Pflicht erfüllt hatte, war eine ungewohnte Ergriffenheit im Zuschauerraum und durch die tiefe Ausdeutung dieser Szene wurde die ganze Aufführung in eine Dahn gelenkt, an deren Ende ein unerwartete Erfolg stand. Der Gast wurde gefeiert, aber er erzählte niemandem etwas von der seltsamen Fügung, ber er vielleicht einzig diesen großen Sieg zu verdanken hatte. Als er in der Szene, wo er den Bericht geben mußte, bie Mappe nahm unb aufschlug, war er erstaunt, bas Manuskript eines Bühnenstücks in ben Hänben zu halten unb währenb ihn von ferne her bie Frage erreichen wollte, wie es benn wohl aus bem Theaterbüro unter bie Requisiten geraten sein könnte, steigerte sich seine Verwunberung ms Maßlose: Er las seinen Namen. In kmblichen Zügen stauben ba bie Zeichen seiner Schrift unter dem Titel eines Schauspiels, das Himmel und Erde bewegen sollte. In der Gedrängtheit einer Szene, wo alles aufmerksam seiner Rede lauschte und m einem überdies durch bie Tatsache erhöhten Zu- stanbe, baß er auf Engagement gastierte, begegnete er seiner Jugenb, jener Duelle, bie ihren geheimen Pulsschlag kühn unb mächtig in ben Strom ber Welt tragen wollte. Unb während er mit der lieber» ruschung ringen mußte, in die ihn bas plötzliche i Wiedersehen mit seinem Manuskript versetzt hatte, öffnete sich bie Quelle, als ob ihr bie übermäßige i Spannung ben Ring der Erbe gesprengt hatte, unb ! brach siegend in die Welt. Dieser Segen des Meeres hatte in ber früheren liberaliftifchen Wirtschaft für ben Fischer nicht immer ben flingenben Lohn im Gefolge, ber ihm auf Grunb seiner schweren Arbeit zukam, unb für ben Verbraucher nicht ben billigen Preis, ber möglich war. Wie oft hatte ber Fischer barunter zu leiben, daß er für seine Ware, bie er auf Grunb günstiger Fangergebnisse in ben heimatlichen Hafen brachte, lächerlich niebrige Preise erzielte, weil bie Ware in riesigen Mengen auf ben Markt kam unb ber Erlös, "ber bei ben Auktionen erzielt mürbe, nicht im entferntesten bas barstellte, was mir heute unter einem gerechten Preis verstehen. Berechtigter Mißmut unb burchaus begrünbete Unzufriebenheit mären oft neben einem kärglichen Verbienft bie Folge reicher Fangergebnisse. v m Heute sorgt bie Marktorbnung bes Reichsnahr- ftanbes bafür, baß ber Fischer nicht „Angst" zu haben braucht vor großen Fangergebnissen. Die georbnete Bebarssbeckungsmirtschaft im Sinne bes Reichsnährstands sichert ihm ben gerechten Lohn für seine mühevolle unb in ihrem Erfolg nie vor- auszusehenbe schmere Arbeit. Georbnete Absatzmege ermöglichen es heute, für bie reichen Fangergebnisse, bie mir in ben letzten Tagen zu verzeichnen hatten unb bie aller Voraussicht nach auch in ben nächsten Wochen noch anhalten merbcn, bem Fischer einen ausreichenben Lohn für feine Arbeit zu gewähren unb ber Verbraucherschaft im ganzen Reich ben Fisch als gesunbes Nahrungsmittel zu ganz außerorbentlich billigen Preisen zuzuführen. In ben nächsten Wochen wirb bank biefer georb» neten Absatzverhältnisfe in allen Teilen bes Reiches ein großes Angebot von Fischen auf ben Verzehr warten unb von allen einsichtigen Hausfrauen um so lieber mehr als bisher auf ben Tisch gebracht werben, als bie Fische ebenso gut wie billig unb ebenso nahrhaft wie wohlschmeckenb finb. Der tägliche Speisezettel kann hierburch äußerst abwechslungsreich unb vielseitig gestaltet werben. Unb barstellen. ... ,.....— -----,.... . Die Deutschen, bie seit Anbeginn ber modernen was noch heute nach Jahrhunberten bem beutschen Kolonisationsgeschichte bis in bie ersten Jahrzehnte Namen zur Ehre gereicht." unseres Jahrhunberts hinein einen machtvollen | Das Wiedersehen. Von Gerhard Uhde. \ Der Schauspieler Z. hatte auf Engagement zu ( gastieren. Nach zwanzigjähriger Berufstätigkeit, s nach einer wechselvollen Laufbahn über Schmieren, i Wanbertheater unb Provinzbühnen bot sich endlich i bie Möglichkeit, an bas Theater zu kommen, bas i ihm in seiner Jugend die große Sehnsucht erweckt unb bas trotz Erfahrung unb Reife jenen ursprünglichen Glanz für ihn behalten hatte, ber ihm von ber Phantasie bes Knaben verliehen worben war. Aus biefer Bühne sollte er spielen dürfen, beren Name ihn burch manche bunfle Nacht wie ein Stern begleitet hatte, und nur noch von ihm allein würbe es abhängen, baß seinem Gastspiel ein festes Engagement folgte. Er war in einer Erregung, als ob er zum ersten Male ins Licht ber Scheinwerfer treten sollte, unb die Liebe zu seinem Berufe forderte in dieser Stunde von ihm den unerschrockenen Gang durch alle Verwirrungen eines empfindsamen Herzens, wie ihn ein zaghafter Jüngling für feine Geliebte wagen muß. Eine Flucht mannigfaltiger Empfindungen jagte wie ein sturmgepeitschtes Wolkenmeer über den Himmel feiner Kindheit, ben er ba oben wußte, rein unb klar, unb wenn ein Fetzen Blau hinburch- fchimmern bürste, leuchtete bie (Erinnerung auf. Wie war es noch? Hatte er nicht einmal gleich als großer Herrscher auf die Bühne springen wollen als ein Dichter mit einem gewaltigen Schauspiel? Ja, er hatte ben Ehrgeiz gehegt, als jüngster jemals aufqeführter Dramenschreiber Erbe unb Himmel zu bewegen unb auf manchem Bogen Papier bas Leben unb ben Sieg eines glühenben Selben bar» zuftellen versucht. Unbefangene Jugenb, bie selbst noch Schöpfer unb Geschöpf zugleich war und nichts von ben Mühen unb Beschwerlichkeiten eines zu gehenden Weges kannte. ... So betrachtete er seine Kindheit wahrend er zwischen ben Kulissen stand unb auf seinen Auftritt wartete. Da fiel sein Stichwort, unb nun trat er in das Licht ber grellen Lampen hinaus Er spielte einen Felbschreiber, bem in biesem Stucke eine gewichtige Rolle zukam. Im Verlause der Szene mußte er seinem Felbherrn einen Bericht geben, ben er protokolliert hatte. Auf bem Tische, an bem er saß, lag ein Stapel von Akten. Er hatte ihn bei der kurzen vorausgegangenen Verständigungsprobe nicht weiter beachtet, da diese Szene wegen ihrer Einfachheit mit wenigen Worten übergangen wurde. t . ... Nun war bie Reihe an ihm, das ©cfjnftfturf zu entfalten unb den Bericht vorzulesen. Er nahm bie „Das deutsche Lied im 15. unb 16. Jahrhundert." Heute abend, 11. Febr., 20.15 Uhr, findet im Großen Hörsaal der Universität ein Liederabend statt. Eintritt frei. Fahrt zur Automobil-Ausstellung in Berlin vom 22. bis 27. Februar. Bei dieser Fahrt sind noch Plätze frei. Wir bitten evtl. Anmeldungen umgehend auf der Kreisdienststelle Gießen, Schanzenstraße 18, einzureichen. Der Fahrpreis beträgt mit Verpflegung und Eintritt zur Automobilausstellung 27,50 RM. gibt Auskunft: Amt für Volkswohlfahri, Gießen-Nord. Betr.: Pfundsammlung. Mittwoch, 12. Februar, wird die Pfundsammlung für den Monat Februar im Bereiche der Ortsgruppe von den NSD.-Blockwaltern und -Helfern durch« geführt. , Die Hausfrauen werden gebeten, die Spenden bereitzuhalten und den Inhalt der Päckchen auf ber Umhüllung kenntlich zu machen. PostautoverkehrzumArtiilene Echie en bei Gleiberg. zugleich trägt derjenige, der den Fijchreichtum nutzt, bazu bei, baß burch restlose Aufnahme ber Fangergebnisse bem schwerringenden Fischer eine auskömmliche Entlohnung für feine mühevolle Arbeit gewährleistet wird. Vornotizen. Tageskalenber für Dienstag. Stabttheater Gießen. Heute von 20 bis gegen 23 Uhr das Schauspiel „Der Kanzler von Tirol" von Josef Wenter. Spielleitung: Kurt Lüpke. Die Vorstellung gilt zugleich als 18. Vorstellung im Dienstag-Abonnement. Die beiden Nationalpreisträger lesen in Gießen. Auf Einladung des Goethe-Bundes und des Kaufmännischen Vereins werden am kommenden Donnerstagabend Richard Euringer unb Eberharb Wolfgang Möller, die Träger des nationalen Buchpreises von 1934 und 1935, aus eigenen Werken lesen. Beide Dichter gelten als ausgezeichnete Mittler ihrer Werke. Es ist zu erwarten, daß unsere Bürgerschaft diesem literarischen Ereignis besondere Beachtung schenken wird. (Siehe heutige Anzeige.) Der Artillerie-Verein Gießen fordert seine Mitglieder in unserem heutigen Anzeigenteil auf, bei dem Winter-Scharfschießen der Gießener Artillerie-Abteilung am morgigen Mittwoch bei Gleiberg und am Donnerstaa beim Lol- larer Kopf zahlreich anwesend zu sein. Auf die Anzeige sei besonders hingewiesen. Hausbesitzer-Verein Gießen. AurchtbareMglükkalifdemLisebeiTrais-Horloff Drei Kinder tödlich verungückt. gleichberechtigte Nation in die Reihe der Großmächte einzugliedern. Die Versammelten dankten dem Vortragenden für seine außerordentlich fesselnden Darlegungen Mit lebhaftem Beifall. Neue Bestimmungen für den Nutzviehmarkt in Gießen. Die Polizeidirektion Gießen hat nach Anhörung des Oberbürgermeisters der Stadt Gießen und mit Genehmigung des Reichsstatthalters in Hessen — Landesregierung — einen Nachtrag über die Einrichtung und den Betrieb des Nutzviehmarktes in Gießen erlassen. Durch diesen Nachtrag wird als neuer § 4 bzw. § 4a folgendes bestimmt: Der Handel mit Vieh ist in Gießen am Markttag nur auf dem Marktplatz erlaubt. Außerhalb des Marktplatzes ist der Viehhandel am Markttag verboten. An dem Tag vor dem Markttag ist der Handel mit Vieh sowohl innerhalb als auch außerhalb des Marktplatzes verboten. Unter Handel wird jede auf Kauf, Verkauf, Tausch, Besitzübertragung oder anderweitige Festsetzung eines vereinbarten Kaufpreises gerichtete Tätigkeit verstanden. Heber jeden während des Marktes abgeschlossenen Verkauf eines Tieres, das auf dem Markt aufgestellt wird, ist von dem Verkäufer unverzüglich nach Kaufabschluß aus laufend numeriertem Block ein Schlußschein nebst zwei Durchschriften wahrheitsgemäß auszufertigen. Die Ausfertigung eines Schlußscheins hat für jedes verkaufte Tier zu erfolgen ohne Rücksicht darauf, ob der Verkäufer gleichzeitig mehrere Tiere an den gleichen Käufer verkauft hat. Außerdem ist jedes Tier beim Auftrieb mit einer Ohrmarke zu versehen. Die beiden Durchschriften des Schlußscheines hat der Verkäufer dem Käufer auszuhändigen, der beim Abtrieb vom Markt eine der beiden Durchschriften an den Kontrollbeamten am Ausgang abzugeben hat. öer veterinärärztliche Dienst im Kreise Gießen. Das Kreisamt Gießen hat nach der Versetzung des Veterinärrats Dr. Schneider von Gießen dessen Dienstbezirk bis zur Wiederbesetzung der Veterinärarztstelle Gießen wie folgt eingeteilt: 1. Zum Dienstbezirk des Kreisveterinäramts Gießen, Tel.-Nr. 3632, Oberoeterinärrat Dr. M o n • narb, Alicenstraße 18, treten folgende Gemeinden: Alten-Bufeck, Großen-Bufeck, Trohe, Röd- aen, Reiskirchen, Burkhardsfelden, Oppenrod, Albach, Steinbach, Hausen, Garbenteich mit Kreisabdeckerei, Lich, Hattenrod, Birklar, Mu- fchenheim und Hof-Güll. 2. Zum Dienstbezirk der Amtsveterinärarztstelle Grünberg, Veterinärrat Dr. Fuchs, Tel.- Nr. 42, treten folgende Gemeinden: Hungen, Inheiden, Utphe, Trais-Horloff, Steinheim, Rodheim, Rabertshausen, Langd, Villingen, Bersrod, Climbach, Allertshausen, Nonnenroth, Beuern, Langsdorf, Bettenhausen, Bellersheim und Obbornhofen. Dortrag auf das Sommersemester verschoben. Von der Pressestelle der Universität Gießen wird uns mitgeteilt: Mit Rücksicht auf die allgemeinen zur gleichen Stunde angesetzten Trauerfeiern für den ermordeten Lcmdesgruppenleiter G u st l o f f muß der Vortrag von Dr. Scheibe über die deutsche Hindu- kusch-Expedition 1935 auf das Sommersemester verschoben werden. Warum eine Sparbüchse? „Was Du tust, das tue ganz", sagt ein altes Sprichwort. Wenn man sich über eine Sache nicht ganz klar ist, beginne man nicht damit, namentlich, wenn man voraussehen muß, daß das zur Verfügung stehende Geld doch nicht reicht, sondern man zuletzt borgen muß. Besser ist es auf jeden Fall, sich die Mittel für ein Vorhaben erst einmal zusammenzusparen. Dieses Sparen — man kann es Ziel- oder Zwecksparen nennen — ist heute so leicht gemacht und kann aus den verschiedensten Gründen erfolgen. Wenn man für einen bestimmten Zweck sparen, öder sich einen Notgroschen zurücklegen will, so ist es am besten, recht frühzeitig damit anzufangen. Wer z. B. für eine Anschaffung sparen will, für eine Reise, um Üch ein Eigenheim dereinst zu kaufen, um für die Ausbildung seiner Kinder zu sorgen, oder um im Alter und bei Berufsunfähigkeit von feinen Erspar- Am gestrigen Montag gegen 14.30 Uhr ereignete sich unmittelbar bei dem Dorfe Trais-Horloff (Kreis Gießen), an der Bahnstrecke Hungen —Nidda gelegen, ein furchtbarer Unglücksfall au^dem Eise, bei dem leider drei blühende Kinder den Tod fanden. Die 15 Jahre alte Marie Finkernagel und die 10 Jahre alte Elli Klug aus Trais-Horloff hatten sich in Gemeinschaft mit einer Reihe anderer Kinder zu einem unmittelbar bei Trais-Horloff gelegenen Teiche begeben, deren dort mehrere durch Grundwasser und Regen in den Erdsenkungen der stillgelegten Grube „Friedrich" entstanden sind. Der sog. kleine Teich, den die Kinder aufgesucht hatten, ist etwa 50 Meter lang, 20 Meter breit und ungefähr 3 Meter tief; er liegt etwa 80 Meter von der Straße abseits auf dem früheren Bergwerksgelände. Die Kälte der letzten Tage hatte zu einer Eisdecke auf dem Teich geführt, die aber noch nicht so stark geworden war, daß sie das Betreten des Eises ohne Gefahr möglich gemacht hätte. Die beiden Mädchen, Marie Finkernagel und Elli Klug, betraten die Eisfläche, um zu schleifen. Kaum hatten die Kinder sich wenige Meter vom Teichrand entfernt, als die Eisdecke brach und beide in der kalten drei Meter tiefen Flut versanken. Die Gefahr sofort erkennend, in der die Mädchen schwebten, rief der acht Jahre alte Willibald K u n e r t, ebenfalls aus Trais-Horloff, den verunglückten Mädchen zu, er könne schwimmen und werde sie retten. Mit bewundernswerter Tapferkeit sprang darauf der nissen zehren zu können, der kann zu einer Sparkasse gehen und sich eine Sparbüchse geben lassen; in diese Sparbüchse tut man je nachdem, wie man es gerade erübrigen kann, natürlich möglichst regelmäßig, einen Groschen, einen Fünfziger oder auch ein Markstück hinein und geht dann, nicht zu selten, zur Sparkasse hin und läßt sich die Büchse öffnen. Ein herrliches Gefühl, wenn das viele Geld so her- ausfällt, das dann auf ein Sparkassenbuch eingezahlt werden kann. Dieses Pfennigsparen — so genannt, weil auch derjenige Volksgenosse es pflegen kann, der in bescheidenen Verhältnissen lebt — mittels der Sparbüchse, die übrigens meist unentgeltlich von den Sparkassen abgegeben wird, ist nicht nur für den Sparer, sondern auch für die Allgemeinheit wichtig. Auf diese Weise gelangen viele Hunderte, Tausende und Zehntausende in die Wirtschaft, wo sie nutzbringend für die Volksgesamtheit und zinstragend für den Sparer verwendet werden. Wer aber sein Geld zu Hause versteckt, kann es leicht durch Diebstahl oder Feuer verlieren. DHC. Gießen. Man berichtet uns: Auch die zweite planmäßige Wanderung in diesem Jahre führte die Mitglieder des Zweigoereins Gießen vom VHC. in die unmittelbare Nachbarschaft unsrer Heimatstadt. Aengst- liche Gemüter hatten schon damit gerechnet, daß das bald sprichwörtlich gewordene Regenwetter der letzten Wochen noch weiter anhalten würde. Es sollte jedoch anders kommen. Strahlende Sonne lag über den Gefilden, als sich am vergangenen Sonntag über 60 wanderfrohe VHC.er pünktlich zur festgesetzten Zeit auf der Lahnbrücke zur Teilnahme an der Wanderung einfanden. Auch die Jung-VHC.er waren vertreten. Man sah es ihrem Gesichte an, daß sie mit ganzem Herzen bei der Sache waren. Unser Weg führte zunächst die Krofdorfer Straße, dann den (Bleiberger Weg entlang, am Steinbruch vorbei zum Hardtwäldchen. Schon von weitem grüßte die Silhouette des Dreigestirns Gleiberg- Vetzberg-Dünsberg, wenn auch noch teilweise in Nebel gehüllt, herüber, ein Panorama, das nicht nur den einheimischen, sondern auch den naturliebenden, nur vorübergehend in unserer Heimat weilenden Wanderer begeistern kann. Schon konnten wir uns an den ersten Zeichen des erwachenden Frühlings »rfreuen. Wesentlich früher als sonst hatten die Kätzchen des Haselnußstrauches ihr Winterkleid gelüftet, und schüchtern, als ob sie der Sache nicht ganz trauen könnten, erhoben am sonnigen Rain Gänseblümchen ihr Haupt. Vom Hardtwäldchen gelangten wir auf sanft ansteigenden Pfaden zur Höhe des Gleiberger Weges. Ueberrafchend erblickten wir hierbei die Kuppe des Gleibergs und feines gewaltigen Bergfrieds. Frei schweifte unser Blick in die Lande, kleine Bub in die eisige Flut, um die Mädchen herauszuholen. Leider war sein edler Eifer aber nicht von dem erhofften Erfolg belohnt. Sei es, daß die beiden Mädchen in chrer Verzweiflung sich zu fest an den kleinen Retter Hämmerten, ober auch er unter der Einwirkung der eisigen Flut körperlich behindert war, kurzum alle drei Kinder versanken vor den Augen der übrigen am Teichrand stehenden entsetzten Spielgefährten im Wasser. Die Spielgefährten rannten schleunigst zum Dorfe zurück und überbrachten dort die Schreckenskunde. Sofort eilten Männer und Frauen zur Hilfeleistung herbei und begannen mit größtem Eifer ihre Suche nach den Verunglückten. Es gelang ihnen bald, die beiden Mädchen aus dem Wasser herauszuholen. Leider waren aber beide Kinder schon tot. Das Auffinden des kleinen Helden Willibald K u n e r t nahm jedoch erheblich längere Zeit in Anspruch, bis man schließlich nach etwa zwei Stunden auch ihn als Leiche ans Land bringen konnte. Die drei Kinder gehören zu Bergarbeiter-Familien, die in Werkhäusern der früheren Gewerkschaft „Friedrich" wohnen; die Väter der Kinder sind in dem Schwelkraftwerk Wölfersheim beschäfttgt. Um die beiden Mädchen und ihren wackeren kleinen Helfer, der seinen Opfermut mit dem Leben bezahlte, trauern die Eltern und eine Anzahl Geschwister in jeder Familie, darüber hinaus aber auch die gesamte Bevölkerung des Dorfes und der Umgegend, die den schwer betroffenen Familien herzliche Anteilnahme entgegenbringt. auf das Silberband der Lahn und die am Horizont erscheinenden umliegenden Bergeshöhen. Ein herrlicher Sonntagmorgen, wie er besser für einen naturverbundenen Wanderer nicht geschaffen werden konnte. Nach eineinviertelstündiger Wanderung erreichten wir die Höhe der Burg Gleiberg, wo wir bei musikalischen Darbietungen eines Wanderfreundes im historischen Saale des Burgwirtshauses Früh- llücksrast hielten. Nicht ohne dem Bergfried einen Besuch abgestattet zu haben, von dessen Plattform sich bei klarem Wetter ein umfassender Ausblick auf die Höhen des Vogelsbergs, Taunus, Westerwald und des hessischen Hinterlandes bietet, wanderten wir über Krofdorf, zur Linken die trutzige Feste des Vetzbergs, durch das liebliche Kropbachtal, am Fuße des Dünsbergs entlang nach Fellingshausen und von da, immer wieder herrliche Ausblicke genießend, nach Rodheim, wo wir wohlverdiente und gut vorbereitete Kaffeeraft halten konnten. Nach entsprechender Stärkung kam auch die Gemütlichkeit zu ihrem Recht. Bei Gesangvorträgen, guten musikalischen Vortragsstücken, wobei auch die Jugend ihr Können zeigte, und Tanz gingen die Stunden des Zusammenseins leider allzu rasch vorüber. Nach einer anspornenden Ansprache des Vereinsführers, bei der er besonders auf die Schönheiten unserer engeren Heimat hinwies und den Teilnehmern nochmals die Wanderung vor Augen führte, verließen wir die gastliche Stätte. Vollauf befriedigt durch das Erlebte und gestählt für die Arbeit des Alltags brachte uns das Dampfroß gegen 19 Uhr an den Ausgangspunkt der Wanderung zurück. Frischauf zur nächsten Wanderfahrt! Gießener Dochenmarktpreise. * Gießen, 11. Febr. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,55 Mk, Landbutter 1,42, Markenbutter 1,60 Mk., Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse A 12^, ungezeichnete 10 bis 11, Wirsing, das Pfund 10 bis 15, Weißkraut 10 bis 12, Rotkraut 15 bis 18, Gelbe Rüben 9 bis 12, Rote Rüben 10 bis 12, Spinat 15 bis 20, Unterkohlrabi 8, Grünkohl 12 bis 15, Rosenkohl 20 bis 30, Feldsalat 70 bis 90, Tomaten 45, Zwiebeln 12 bis 15, Meerrettich 30 bis 60, Kartoffeln 4 Pf., der Zentner 3,30 bis 3,50 Mk., Aepfel, das Pfund 10 bis 30 Pf., Nüsse 45, Blumenkohl, das Stück 25 bis 40, Salat 35, Endivien 10 bis 30, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 15, Sellerie 5 bis 40 Pf. * ** c®«men ® 21 Iters Bereinigung 1886/ 1 9 3 6. Zur Gründung einer Altersvereinigung der Damen des Jahrgangs 1886/1936 hatten sich etwa 20 Interessentinnen im „Württemberger Hof" versammelt. Nach kurzer Aussprache wurde die (Brün- düng der Damen-Altersvereinigung 1886/1936 beschlossen und mit ihrer Leitung Frau C. DetrSS beauftragt. Es wird erwartet, daß sich noch mehr Alterskameradinnen der Vereinigung anschließen und ihre Anmeldungen an Frau Detröe, Licher Straße 45, gelangen lassen. ** Straßensperre. Vom 12. Februar ab wird die Provinzialftraße Ober-Eschbach — Ober- Erlenbach wegen Ausführung von Straßenbau« arbeiten für jeglichen Verkehr gesperrt. Die Umleitung erfolgt über Nieder-Eschbach. Oderheffen. Zwei Neunzigjährige. * S) ar bad) (Krs. Gießen), 11. Febr. Am morgigen Mittwoch, 12. Februar, kann der Altoeteran Philipp M ö b u s, Hierselbst, in guter geistiger und körperlicher Rüstigkeit seinen 9 0. Geburts- t a g begehen. Der Jubilar verbrachte seine Militärzeit von 1868 bis 1869 beim Infanterie-Regiment 118 in Darmstadt und nahm dann an dem Feldzug 1870/71 teil. Er machte eine Anzahl Schlachten und Gefechte mit und konnte unoerwundet in die Heimat zurückkehren. Aus seiner Ehe mit Annemarie Möbus, geb. Reitz, stammen vier Töchter. Mit diesen versammeln sich um den Jubilar noch neun Enkel und zehn Urenkel. Seine Ehefrau verstarb im Jahre 1919. Der alte Mann unternimmt noch an jedem Tage feinen gewohnten Spaziergang. )—( Ruppertsburg (Kr. Schotten), 11. Febr. Am kommenden Montag, 17. Februar, vollendet die Witwe des verstorbenen Bauinspektors Heinrich Högy, Frau Elise Högy, ihr 9 0. Lebensjahr. Die Jubilarin ist geistig noch sehr rüstig und nimmt mit großem Interesse an dem gewaltigen Geschehen unserer Zeit Anteil. Turn- und Sportvereine halten Rückschau. Turnverein Grünberg. Am Samstagabend hielt der Turnverein seine Hauptversammlung im Gasthaus „Taunus" ab. Veremsführer Lehrer Wenzel gedachte mit ehrenden Worten der im vergangenen Vereinsjahre verstorbenen Mitglieder, darunter besonders des Ehren- mitplieöes und einstigen Mitgründers Heinrich Moser. Alsdann erstattete er den Jahresbericht, öer durch die Berichte der Leiter und Leiterinnen der einzelnen Abteilungen ergänzt wurde. Die Mit- gliederzahl zeigte am 1. Januar 1936 einen Stand oon 165 gegen 161 im Vorjahre. Sehr erfreulich ist der Turnbetrieb der Schülerabteilung, das gleiche gilt auch oon den Schülerinnen, lieber die turne» Ache Arbeit in den einzelnen Abteilungen gab der Bericht aufschlußreiche Zahlen. Die Teilnahme an turnerischen Veranstaltungen erbrachte 35 Siege. Die Diplome wurden den Siegern und Siegerinnen überreicht und ein dreifaches „Gut-Heil!" auf sie ausgebracht. Das Winterfest des Vereins an Weihnachten war eine wohlgelungene Veranstaltung. Drei Turngänge wurden ausaeführt, die eine gute Beteiligung aufwiesen. Der Bericht des Kassen- wartes Karl Schmidt ergab eine Einnahme von 3362,96 Mark und eine Ausgabe von 2824,10 RM., jo daß die Rechnung mit einem Ueberschuß von 538,86 RM. abschließt. Als größter Ausgabeposten sind dabei Zinsen in Höhe von 1247,69 RM. verzeichnet. Hierbei konnte der Rechner mitteilen, daß annähernd 200 RM. Zinsen von Privatgläubigern dem Verein geschenkt wurden, wofür denselben der Dank des Vereins ausgesprochen wurde. In gleicher Weise wurde auch eines Spenders gedacht, der dem Verein einen Schuldschein in Höhe oon 50 RM. überließ. Die einzelnen Berichte wurden gutgehei- ßen und dem Kassenwart Entlastung erteilt. Der Voranschlag für 1936 sieht eine feststehende Ausgabe oon 2000 RM. vor. Der Vereinsführer teilte noch mit, daß der Verein sich zur Uebernahme des im August ftattfindenden Volksturnens der Kreise Gießen-Alsfeld bereit erklärt habe. Verein für Rasenspiele Lich. Der Verein für Rasenspiele 1920 Lich hielt in seinem Dereinslokal, dem „Frankfurter Hof", unter starker Beteiligung seiner Mitglieder feine diesjährige ordentliche Hauptversammlung ab. Der 1. Vereinsführer August Merle gab einen Rückblick auf das verflossene Vereinsjahr, dem zu entnehmen war, daß der Verein wieder ein gutes Stück Pionierarbeit auf dem Gebiete des Sports geleistet habe. Rechner Fritz Hermann erstattete den Kassenbericht. Die Prüfung ergab keinerlei Be- anftanbung. Dem Rechner konnte für seine mustergültige Buchführung Dank ausgesprochen und Entlastung erteilt werden. Dem Gesamtvorstand DflsBilöötiWiioleB. Vornan von H. von Hellermann. Copyright 1936 by Aufwärts-Verlag G. m. b. H., Berlin SW 68. 18. Fortsetzung. Nachdruck verboten! 19. Kapitel. ®s war gegen Abend des nächsten Tages, als Elfriede Stalling in der Kunsthandlung erschien und um Erlaubnis bat, die um diese Stunde schon geschlossene Ausstellung einmal allein besichtigen zu dürfen, da ihr das bei dem gestrigen Andrang völ- ig unmöglich gewesen wäre und der gleiche Massenbesuch für die nächste Zeit zu erwarten fei. "Mein Mann beabsichtigt, etliches zu erwerben und überließ mir die Auswahl, da möchte ich mir gern in Ruhe alles ansehen." Die liebenswürdige Bitte der reizenden Frau, die den neuentdeckten Künstler zu (einem schönsten B'ld inspiriert hatte, konnte der Angestellte nicht abschlagen. Mit tiefer Verbeugung geleitete er sie zum Eingang. Still lagen die Säle, die gestern das Geräusch vieler Menschenstimmen erfüllt. Matte Helle fiel durch das Glasdach, auf das Regen leise trommelte, eine Helle, die etwas ungemein Geheimnis- volles und dennoch Beruhigendes hatte. Minuten- lang stand Elfriede reglos in der Mitte des ersten Raumes, ließ den Blick von einem zum anderen der köstlichen bunter Kinderbildnisse schweifen, den Geist, der in diesem Schassen waltete, mehr erfühlend als sehend erfassend. Was war es nur, was ste in seiner Nähe so tief bewegte, sie bis auf den geheimsten Grund ihres Empfindens aufwühlte? Wer war dieser Mann, der ihr doch völlig fremd war und dennoch irgendwie vertraut, der sie nur ein-, zweimal gesehen — und die Unrast ihres Herzens erkannt hatte? Langsam, zögernd nur ging sie weiter. So still, so friedlich war es hier, nichts vernahm man von dem geräuschvollen (Betrieb der ewig hastenden Alltagsgeschäftigkeit. Wie wohl das tat, einmal allein zu fein inmitten dieses wundervollen, farbenblühenden Reichtums einer reinen Kunst, die sich verschwenderisch in ihren Schöpfungen verströmte und reicher ward, je mehr sie gab ... Nun stand Elfriede Stalling an der Schwelle zum letzten Raum, der ihr Bildnis barg. Im Begriff, sie zu überschreiten, stockte ihr Fuß. Aus einem der Korbsessel, die unter der Palmengruppe im Winkel zur Ruhe einluden, hatte sich ein Herr erhoben. Dunkle Augen wiesen unwillig den Eindringling zu dieser verbotenen Stunde zurück — weiteten sich in grenzlosem Staunen, als sie ihn erkannten. Wie gebannt sahen die beiden Menschen sich an. Dann ging die Frau endlich langsam, wie von fremdem Willen getrieben, auf Drau zu. Und hatte dabei das seltsame Gefühl, daß jeder Schritt, den sie tat, etwas Unwiderrufliches fei, das sie nie wieder ungeschehen machen konnte. Groß, ernst und zwingend lag des Mannes Blick auf ihr, als wolle er fragen: Weißt du auch, was du tust? — Als sie vor ihm stand, ergriff Drau die beiden ihm gereichten Hände behutsam wie eine große Kostbarkeit. „Sie glücklicher, Sie reicher Mann!" sagte Elfriede Stalling leise. Der Schlag ihres Herzens klang in ihrer Stimme. Ein wunderbares Aufleuchten verklärte die hageren Züge, die Geist und Energie ebenso fest geformt, wie Not sie gefurcht. „Da ich Sie sehen darf, bin ich wahrlich beides." Auch in seinen Worten schwang tiefe Bewegung, die Drau jedoch bald meisterte, da sie die schöne Frau deren Hände er immer noch selbstvergessen in Öen seinen hielt, zu überfälligen drohte. Er deutete auf einen Korbsessel. „Wollen Sie mir ein paar Minuten vergönnen, oamit »ch Ihnen danken kann für die Inspiration, Die fie mir, wenn auch unbewußt, gegeben haben? g® bedurfte eines innerlichen Erlebnisses, eines Zlufroublens meines durch allerlei Nöte abgestumpften, stagnierenden Gefühls, um den Glauben an meine künstlerische Berufung wieder wachzurütteln, ’fJ?0«9 D£erIoJen hatte. Sie haben Begeisterung °Efensfreude neu in mir geweckt. Daß diese m^eU1ir9 zustande kam, daß ich meinen Weg mieber klar vor mir sehe, ist Ihr und nur Jh? "«he beieinander, so nahe, daß ihre Knie ihre Arme sich bei der leisesten Bewe- gung berührten, und sahen sich glücklich an. Eine hingebende Innigkeit lag auf dem schönen Frauen- antlitz, die Drau zu Herzen ging. Jetzt sah er, wie sie war, jetzt war die Maske geschwunden, die sie der Welt zeigte... „Wenn Sie wüßten, wie glücklich Ihre Worte mich machen, Herr Drau! Gibt es etwas Schöneres, als zu wissen, daß man einem Menschen etwas bedeutet, ihm das geben kann, wessen er bedurfte? Wie groß und herrlich ist Ihre Kunst, jedes der Bilder ist eine Köstlichkeit für sich. Das hat Herr Selldön, der schwedische Forschungsreifende, bei dem meine Schwester als Sekretärin arbeitet, sehr treffend ausgedrückt: ,So schön ist das alles, daß das Herz vor Freude fingen möchte.' Er erkannte gleich Ihren Wert, entschuldigte sich, daß er Ihren Namen noch nicht gehört habe." Wie hold sie war in ihrem Lobeseifer — Aber nun verdunkelte sich der strahlende Glanz der Augen: „Nur das Bild da, das möchte ich ungemalt wissen, trotzdem es wohl ihr Meisterwerk ist —" Sie starrte es an, eine tiefe Falte zwischen den Brauen. Der Mann hob unbewußt die Hand, als wolle er ste wegstreicheln. „Warum, Frau Stalling?" fragte er sanft. „Weil es zu viel verrät", erwiderte sie hart, ohne ihn anzublicken. „Das ist gefährlich." „Gefährlich —?" „3a. Es zeigt, was man ist, nicht, was man scheinen möchte. Und auf den Schein kommt es an im Leben, lieber Herr Drau, nicht auf die Wahrheit!" Alle Bewegung trat aus dem schönen Gesicht wie weggewischt, ein spottendes Lächeln lag um den Mund, das dem Maler wehtat. Sehr ernst sah er sie an. Und unter diesem Blick grenzenlos liebenden Verstehens senkte Elfriede Stalling die Lider, daß Drau die Tränen nicht sehe, die aufstiegen. Warum log sie diesem Mann, der es besser wußte, das vor? — In welchen Sumpf der Unsauberkeit und Gefühlsöde hatte ihr törichtes Verlangen nach „Glück" sie verlockt — Zwischen ihres Gatten meist alkoholseligen Zärtlichkeiten, die sie — sie wußte es nun, — mit anderen teilte, und Brucks sie umlauernder Gier taumelte sie dahin im tollen Wirbel ewig wechselnder und doch sich ewig gleichbleibender Vergnügen, die schon längst allen Reiz der Neuheit verloren hatten. Gab es etwas Jämmerlicheres als dieses geschäftige Leben des Scheins, dem jeder Wert und Inhalt fehlte? — Stumm beugte Drau sich vor, ergriff ihre Hand und streichelte sie zart, wie man die Hand einer Kranken streichelt, deren Leiden man gern lindern möchte, ohne es zu vermögen. „Es ist nicht leicht, sich selber treu zu bleiben", sagte er endlich gedämpft, „aber ich glaube, man leibet noch viel mehr darunter, das zu scheinen was man nicht ist!" „Das könnte meine Mutter gesagt haben." Mit zitternden Lippen lächelte die Frau und wischte, ohne sich ihrer zu schämen, die Spur ihrer Er- regung fort. "Die müssen Sie kennen lernen, Herr Drau, bei shr ist gut sein, da fühlt man sich sicher und qe- borgen. An ihrer Schwelle schweigt alles, was nicht gut und froh ist im Herzen." „36re Güte habe ich schon erfahren, erwiderte er. „Sie hat mich durch Dr. Goebel gleich einlaben Ia||en, schrieb so herzlich, aber — es war mir bisher ganz unmöglich, unter Menschen zu gehen, mochten sie es auch noch so gut mit mir meinen. Es gibt Ver3roeiflung53eifen im Leben, die man nur mit sich allein abmachen kann." „Ich weiß, ich weiß —" Nun war sie es, bis |eme Hanb ergriff. „Dr. Goebel hat ja nur angedeutet, wie es um Sie stand, als ihn der Zufall nein, ich will es Fügung nennen! — zu Ihnen führte, aber das Wenige genügte, um mich tief zu bewegen, mir nächtelang den Schlaf zu rauben." Die Liebe, Holde, Gütige--Heiß stieg es in dem Manne auf. Süßeste Gefahr barg ihre lichte, herzwärmende Nähe — — Er richtete sich auf, lehnte sich in seinen Sessel zurück, als könne er sich ihrem Einfluß so entziehen. Es würde nichts nützen, mied er sie auch fortan — konnte man dem entfliehen, was i n einem war? — Dom Eingang der Ausstellungssäle her wurden Stimmen hörbar. Elfriede und Drau erhoben sich. Gingen, ohne ein weiteres Wort zu wechseln, an den Fremden vorbei dem Ausgang zu, standen sich einen Augenblick, Hand in Hand gegenüber, bedurfte es der Worte zwischen Menschen, die fick verstanden? Sie wußten beide, daß sie sich wiedersehen wllr« den — weil sie sich Wiedersehen mußten. (Fortsetzung folgt!) as will die Fachbuchwerbung? e G. m. b. H. Lollar hielt am ge- l e Herabsetzung der Eierpreise D 8V4, gen erlegen. 13 c/u^chen 3/4-£it#ifcindtc IFleidditniUie | MAGGI5 Fleischbrüh-Würfel enthalten besten Fleischextrakt 1936 in Anord- Der mit Die und We- Ausgabe ein Barbestand von 757,23 Mark. Pfarrbesoldungsfonds balancierte sich aus 2169,45 Mark in Einnahme und Ausgabe, bürgerliche Gemeinde Langsdorf Fwd. Der Vorsitzender der Hauptvereinigung der deutschen Eierwirtschaft hat eine Anordnung Nr. 1/36 betr. Erzeugerpreise, Großhandelseinkaufspreise, sowie Verbraucherhöchstpreise für inländische Hühnereier erlassen. In ihr wird bestimmt, daß mit Wirkung vom 6. Februar 1936 für den Aufkauf von Hühnereiern beim Erzeuger durch Wiederverkäufer nachfolgende Erzeugermindest- und Höchstpreise festgesetzt werden. Für den Eierwirtschafts- verband Hessen-Nassau, Kurhessen wurde bestimmt: Mindestpreis 1,20 Mark je Kilogramm, Höchstpreis 1,25 Mark je Kilogramm. Die Preise verstehen sich ab Hof des Erzeugers. Der stückweise Ankauf ist nicht gestattet. Der festgesetzte Erzeugermindestpreis darf nicht unterschritten, der Erzeugerhöchstpreis darf nicht überschritten werden. Ausnahmen bedürfen der Genehmigung der HV. der deutschen Eierwirtschaft. Absatz II bestimmt für deutsche Handelsklasseneier folgende Großhandelseinkaufspreise, die mit Wirkung vom 10. Februar 1936 Gültigkeit haben. Die Preise dürfen weder über- noch unterschritten werden: Deutsche Handelsklasseneier: 1.0 1 (vollfrische Eier) S Sonderklasse über 65 Gramm 9/4, A Große 60 bis 65 Gramm 854, B Mittelgroße 55 bis 60 Gramm 8%, C Gewöhnliche 50 bis 55 Gramm 754, D Kleine 45 bis 50 Gramm 7K Pf. — 2. 0 2 (frische Eier) S Sonderklasse über 65 Gramm 9, A Große 60 bis 65 Gramm 854, B Mittelgroße 55 bis 60 Gramm 8, C Gewöhnliche 50 bis 55 Gramm 7%, D Kleine 45 bis 50 Gramm 7 Pf. Die Preisfestsetzung erfolgt in Reichsfennigen je Stück. Die Großhandelseinkaufspreise gelten für waggonweisen Bezug versteuert einschl. Kennzeichnung, Verpackung und Banderolierung: 1. bei Verbringung aus dem Gebiet eines Eierwirtschaftsverbandes in das Gebiet eines anderen Wirtschaftsverbandes ab Verladestation, bei Eiermengen, die im Gebiet eines Wirtschaftsverbandes verbleiben, frachtfrei Empfangsstation. Dem Käufer von Eiermengen, soweit diese 5000 Stück ie Woche überschreiten und aus dem Gebiet eines Wirtschaftsverbandes in das Gebiet eines anderen verbracht werden, erstattet die HV. der deutschen Eierwirtschaft auf seinen Antrag die Frachtkosten. Der Verkäufer hat für diese Eiermengen zur Deckung der Fracht einen von der HV. festgesetzten Frachtanteil abzuführen. Bei der Abgabe an den Verbraucher werden nachstehende Höchstpreise, die mit Wirkung vom 17. Februar 1936 Gültigkeit haben, festgesetzt: Für das Gebiet der Eierwirtschaftsverbände Hessen-Nassau, Kurhessen: Deutsche Handelsklasseneier: 1.0 1 (vollfrische Eier) S Sonderklasse über 65 Gramm 11, A Große 60—65 Gramm 10'/-, B Mittelgroße 55 bis 60 Gramm 10, C Gewöhnliche 50—55 Gramm 9'/-, D Kleine 45—50 Gramm 9. — 2. G 2 (frische Eier) S 103A, A 10V4, B 93/4, C 9'/4, D 8’/4. Wenn sich beim Kleinverkauf Bruchteile von Pfennigbeträgen ergeben, so ist die Aufrundung des gesamten Rechnungsbetrages (nicht des Preises für das einzelne Ei) auf volle Pfennigbeträge dann zulässig, wenn der überschießende Bruchteil mindestens 54 Pfennig beträgt. Für ungekennzeichnete Hühnereier, die im Inlands erzeugt sind, wird ein Verbraucherhöchstpreis von 8 Pf. je Ei, der mit Wirkung vom 17. 2. 1936 gilt, festgesetzt. Die Anordnung tritt am 6. 2. 1936 in Kraft. Gleichzeitig werden die bisherigen Anordnungen betr. Erzeugerpreise, Großhandelseinkaufshöchstpreise und Verbraucherhöchstpreise mit der Maß- gaber aufgehoben, daß die bisherigen Verbraucherpreise für inländische Hühnereier bis zum Ablauf des 16. 2. 1936 gelten. In einer Anordnung Nr. 2/36 für ausländische Hühnereier werden folgende Großhandelseinkaufspreise für ausländische Hühnereier, die mit Wirkung vom 10. 2. 1936 Gültigkeit haben, festgesetzt. Die Preise dürfen weder über- noch unterschritten werden. Auslandseier: A: Holländer, Dänen, Belgier, Schweden, Norweger, Finnen, Estländer, Iren: Größe (Gewicht) entsprechend S über 65 g 8V4; Größe (Gewicht) entsprechend A 60 bis 65 g 8V4; Größe (Gewicht) entsprechend B 55 bis 60 g 73/4; Größe (Gewicht) entsprechend C 50 bis 55 g 7'A>; Größe (Gewicht) entsprechend D 45 bis 50 g 8%. — B: Bulgaren, Ungarn, Jugoslawen, Polen, Rumänen, Argentinier, Türken, Albanier: Größe (Gewicht) entsprechend S 854; A 8; B 754; C 7; D 8%; Bulgaren Original 7)4. Die Preisfestsetzung erfolgt in Reichspfennigen je Stück. Die Großhandelseinkaufspreise gelten für waggonweisen Bezug, frachtfrei Empfangsstation, versteuert, verzollt, einschließlich Unterschiedsbetrag, Kennzeichnung und Verpackung. II. Bei der Abgabe an den Verbraucher werden für ausländische Hühnereier nachstehende Höchstpreise, die mit Wirkung vom 17. Februar 1936 Gültigkeit haben, festgesetzt: Hofstraße sofort nach Bereitstellung der erforderlichen Mittel in Angriff genommen werden. Weiter wurde bekanntgegeben, daß die vom Verkehrsverein aufgestellten Ruhebänke neuhergerichtet werden sollen und daß in Zukunft für die Namhaftmachung der Personen, die diese Bänke beschmutzen oder beschädigen, eine Belohnung ausgesetzt wird. Für den Monat Mai soll ein Photowettbewerb ausgeschrieben werden. Für den im vergangenen Jahre verstorbenen 2. Vorsitzenden wurde Hotelbesitzer Hugo Hummel ernannt. Zum Schluß der Sitzung wurde dem Wunsche Ausdruck gegeben, daß die gemeinnützige, dem Wohl aller Volksgenossen unserer Stadt gewidmete Arbeit ferner rege Unterstützung aus allen Bevölkerungskreisen unserer Stadt finden möge. 00 Langsdorf, 10. Febr. In diesen Tagen fand die Hauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr statt. Unsere vor zwei Jahren gegründete junge Wehr erfreut sich gesunden Gedeihens. Ihre Mitgliederzahl ist auf 43 gestiegen. Dadurch, daß die Gemeinde eine 24-?8-Motorspritze mit 500 Meter Schlauchleitung erwarb, konnte eine Ausbildung der Mannschaft im modernen Löschwesen erfolgen. Daher ist auch der Korpsgeist der Wehrmänner gut. Der Kommandant der Wehr, Heinrich Roth XX., gab einen kurzen Jahresbe- wendungen gemacht. Zuerst wurde vom Ma- rienstift Lich die Bau- und Unterhaltungspflicht an den Pfarrgebäuden abgelöst. Diese Pflicht übernahm das Kirchspiel, wofür das Marienstift die Pfarrhofreite und 14'/- Morgen Land übergab. Danach wurde ein neues Pfarrhaus gekauft. Das alte ging an die Gemeinde über, die es zu Kleinwohnungen einrichtete. Schon vorher war eine neue wertvolle Orgel beschafft worden. Vor einigen Jahren wurde aus freiwilligen Stiftungen der Gemeindeglieder unser Glockengeläute auf vier Stimmen ergänzt, und im letzten Jahr wurde das Innere der Kirche künstlerisch einwandfrei wiederhergestellt. Von all diesen kostspieligen Aufgaben blieben den zwei Kirchspielgemeinden Langsdorf und Bettenhausen nur noch 12 500 Mark Schulden mrück. Wenn damit alle äußeren Vorbedingungen für ein wertvolles kirchliches Leben erfüllt sind, so ist man der Gemeindeverwaltung, die vorsichtig und doch weitschauend zu wirtschaften pflegt, großen Dank schuldig. richt und sprach dann über die Aufgaben im Luftschutz. Die Rechnung wurde erstattet und dem Rechner Otto Schmidt II. Entlastung für die pünktliche Amtsführung erteilt. Die Begründung ber Freiwilligen Wehr und ihre Ausbildung im zeitgemäßen, technisch leistungsfähigen Löschwesen ist für unsere Gemeinde eine große Beruhigung. Denn da im alten Dorfteil die Gehöfte sehr eng inefft- andergeschachtelt sind, bestanden für den Ernstfall die größten Befürchtungen. Die Hauptversammlung wurde in ihrem offiziellen Teil in gewohnter nationalsozialistischer Weise geschlossen. — Der hiesige Kirchenvorstand hatte vorgestern die von Kirchenrechner Karl Pauli gestellte Rechnung für 1934 (RI.) zu begutachten. Obschon im vorigen Sommer die Kasse vor eine große, unvorhergesehene Ausgabe gestellt war, gestaltete sich der Rechnungsabschluß günstia. 3m Kirchenwnds blieb bei 6774,34 Mark Einnahme und 6020,11 Mark goslawen, Polen, Rumänen. Argentinier, Albanier: S 1054, A 954, B 9*/4, C 83/<, Bulgaren Original 9. Diese Anordnung tritt am 10. Februar Kraft. Gleichzeitig werden die bisherigen nungen, soweit sie die Großhandelseinkaufshöchstpreise und Verbraucherhöchstpreise für ausländische Hühnereier betreffen, mit der Maßaabe aufgehoben, daß die bisherigen Verbraucherhöchstpreise bis zum Ablauf des 16. Februar 1936 gelten. y Watzenborn-Steinberg, 11. Febr. Am morgigen Mittwoch begehen die Eheleute Johannes Schäfer und Frau Katharine, geb. Buß, Schlageterstraße, das Fest der Silbernen Hochzeit. } Lich, 8. Febr. Gestern abend hielt der Vorstand des Verkehrs- und Verschöne- runqsvereins Lich im Rathaus seine erste Sitzung im neuen Jahre ab. Der 1 Vereinsführer, Lehrer Hild, wies einleitend an Hand verschiedener Vorlagen und Beispiele auf die von den Nachbarstädten in verstärktem Maße durchgefuhrte Fremdenverkehrswerbung hin. Er betonte, daß die heutige Zeit einen stark erhöhten Aufwand für Werbungskosten erfordere, denn Stillstand sei Rückgang. Zur Aussprache gelangte eine große Anzahl Vorschläge, die insbesondere die Verschönerung des Stadtbildes betreffen. Als vordringlichste Arbeit wurde die Wiedereröffnung des Heimatmuseums und der Neudruck von Werbeblättern besprochen. Im Rathauseingang wird neben dem Briefmarkenautomaten in Kürze ein Postkartenautomat Aufhang finden. Bürgermeister Geil teilte mit daß die Fahrbahn in der für den Autoverkehr so gefährlichen Doppelkurve Braugasse-Unterstadt durch weiße Streifen gekennzeichnet werden soll. Ferner sollen die Arbeiten zur Ausbesserung der Bahn- A: Holländer, Dänen, Belgier, Schweden, Norweger, Finnen, Estländer, Irren: S 1014, A 10, B 954, C 9, D 854. — B: Bulgaren, Ungarn, Ju- ~ ' Türken, das Kirchspiel haben für unser kirchliches sen in den letzten elf Jahren bedeutsame Auf- ZdR. Mit besonderem Nachdruck setzt fick der Staat dafür ein, die Freude am Buch zum Allgemeingut zu machen. Im Vorjahre brachte die „Woche des deutschen Buches" erstmalig die planmäßige Zusammenfassung aller für die Pflege und Verbreitung des guten Buches in Betracht kommenden Kräfte. Als Träger der Bewegung entstand die „Reichsarbeitsgemeinschaft für Deutsche Buchwerbung". Sinn der Gründung war aber, nicht nur einmalig im Jahre in einer Woche, sondern ohne Unterbrechung für das Buch zu werben. Das soll im Herbst durch die Buchwoche und soll von jetzt an in den Monaten Februar bis April durch die Fachbuchwerbung verstärkt hervortreten. Das Fachbuch verdient es wahrlich, daß feines kulturwertes mehr als bisher gedacht wird. Bei der Vorkriegsentwicklung in Industrie, Handel und Gewerbe war das Fachbuch der auf tausend Teilgebieten dienende Helfer; beim Wiederaufbau ist es nicht weniger notwendig. Bei einer Riesenaufgabe, etwa wie der landwirtschaftlichen Erzeugungsschlacht, kann es niemals als entbehrlich beiseite geschoben werden. „Ein Volk, das ein wahres, volkstümliches Bücherwesen besitzt" — so sagt Friedrich Ludwig Jahn — „ist Herr von einem unermeßlichen Schatze." Das sonst arme deutsche Volk ist hier besonders reich. Es entschließe sich nur, die in seinem Buch- und Fachbuchwesen ruhenden Schätze zu heben! Die Fachbuchwerbung steht zeitlich in engster Verbindung mit dem Reichsberufswettkampf. Darum wird jetzt auch die Losung ausgegeben: Jeder Vetriebsführer und Handwerksmeister gebe feinem aus der Lehre scheidenden Lehrling und dem in der Ausbildung stehenden Jungarbeiter ein Fachbuch als Geschenk mit auf den weiteren Lebensweg. Die Aufforderung ergeht auch an diejenigen, die — wie die bäuerlichen Betriebsleiter mit den eigenen Kindern — einen förmlichen Lehrvertrag nicht abschließen, die aber dennoch — nicht nur im Sinne der Fachbuchwerbung — als ein wichtiger Teil des Lehrherrn anzusprechen sind. Zunächst mag die rechte Auswahl unter Fülle der Fachbücher nicht leicht erscheinen. Abgesehen davon aber, daß es bereits die Fachpresse von je als Ehrenpflicht betrachtet hat, der Herold des guten Fachbuches zu fein, fo daß schon hierdurch fast jeder in Stadt und Land hinreichend beraten ist, erscheint in allernächster Zeit, zusammengestellt von einem Unterausschuß der genannten Reichsarbeitsgemeinschaft, noch eine besondere Liste empfehlenswerter Fachbücher. Die Liste wird die Grundlage der Fachbuchwerbung sei, nur darf das Erscheinen eines Buches auf ihr vom einzelnen Verlag in feiner Eigenwerbung nicht als Wettbewerbsmaßnahme verwertet werden. Damit wird beim Fachbuch nachgeholt, was beim politischen und schöngeistigen Buch bereits unmittelbar nach der innenpolitischen Wende erreicht wurde: durch Sichtung zur Auslese des wirklich Empfehlungswerten! Die Bevorrechtung der Volksteile um „Vesih und Bildung" gehört der Vergangenheit an. Darum geht die Fachbuchwerbung quer durch das ganze Volk. Sie spricht zu allen Altersstufen, zum Bauern und Arbeiter, zu Stadt und Land. Sie will zum Besten unserer Zukunft die allgemeine Leistungssteigerung. Helfe daher jeder zu seinem Teile mit, dem großen Vorhaben den Weg zu bahnen! fingen Sonntag in der „Germania" ihre diesjährige ordentliche General-Versammlung ab, die einen außerordentlichen Besuch aufwies. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates T a u b e r t leitete die Versammlung und gedachte zunächst der im vergangenen Jahre durch Tod ausgeschiedenen drei Genossenschafter und ehrte sie in der üblichen Weise. Aus dem vom Direktor Geißler erstatteten Geschäftsbericht für das Jahr 1935, der im allgemeinen ein recht befriedigendes Bild ergab, entnehmen wir: Der Genossenschaft gehörten Ende 1935 207 Mitglieder an. Bei einer beträchtlichen Umsatzerhöhung betrug das Mehr in dem Stand der Spareinlagen einschließlich der Kündigungsund Termingelder 34 900 Mark gegenüber dem Vorjahre. Dabei hat sich die Zahl der ausgegebenen Sparbücher um 80 erhöht. Trotzdem die Kleinspareinrichtung, d. h. der Kartenverkauf in der Schule, nicht gerade als schlecht zu bezeichnen ist, wäre zu wünschen, daß gerade hierbei eine Besserung eintreten würde. Das Guthaben der Genossenschaft bei der Landesbauernkasse Frankfurt a. M. zeigte ebenso ein ansehnliches Mehr. Die Steigerung Der Aufwendungen ist nicht nennenswert. Der Gewinn im Geschäftsjahr 1935 betrug 2598,97 Mark (im Vorjahre 2384,39 Mark) und wird wie folgt verwendet: 4 0. H. Dividenden auf den eingezahlten Geschäftsanteil unter Tragung der lOproz. Kapital- ertragfteuer, eine Zuschreibung zu den Rückstellungen, ebenso eine solche zu dem Reservefonds, den Rest zur Betriebsrücklage. Daraus ist ersichtlich, daß sich die Kasse in einer steten, gesunden Entwicklung fortbewegt. Der Bericht des Aufsichtsrats, von dessen Vorsitzenden erstattet, war in allen Teilen befriedigend, so daß beiden Aemtern Entlastung erteilt werden konnte. Bei der Vorstandswahl wurde das satzungsgemäß ausscheidende Vorstandsmitglied Erich E s p i ch wiedergewählt. In den Aufsichtsrat wurde wiedergewählt Wilhelm Schwalm und für Johannes Schäfer Kaufmann Karl Gilbert. Unter Punkt „Verschiedenes" fanden einige interne Angelegenheiten ihre Erledigung. * ©taufenberg, 10. Febr. Heute vormittag kam im Stalle des Landwirts Walter Muller ein $ am m zur Welt, das einen Kopf, einen Rumpf und sieben Beine hatte. An dem 7. Bein befanden sich vier Klauen. Das Tier kam lebend zur Welt, verendete aber bald darauf. t Treis a. d. L d a., 10. Febr. Die hiesige Ortsgruppe des Evangelischen Bundes hielt gestern abend in der Kirche einen gut besuchten Vortragsabend statt. Nach den Begrüßungsworten des Ortspfarrers, der auf die in 50 Jahren bewiesene segensreiche Arbeit des Evangelischen Bundes für Volk, Staat und Kirche hinwies, sprach Pfarrer Trapp (Gießen) in eineinhalbstündigen klaren Ausführungen über die Frage: „Deutscher Glaube oder Christusglaube?" Der Redner verstand es, die hohe Bedeutung unseres christlichen Glaubens vor allen anderen sogenannten Glaubensbewegungen in überzeugender Weise vor Augen zu stellen. Q Allendorf a. d. Lda., 9. Febr. Bei der im hiesigen Stadtwalde abgehaltenen 5. H 0 lzverst e i g e r u n g bewegten sich die Preise annähernd auf der seitherigen Hohe. Es kosteten je zwei Raummeter: Buchenscheitholz 19 bis 20 RM., Eichenscheit- holz 12 bis 14, Fichtenscheitholz 6 bis 9, Buchenknüppel 12 bis 15, Eichenknüppel 9 bis 11, Kiesern- und Fichtenknüppel 6 bis 7, Buchen-Stockholz 10 bis 12, Eichen-Stockholz 6 bis 8 RM. je fünf Raummeter: Buchen-Reisholz 6 bis 10 RM., Eichen-Reis- holz 0,50 bis 2, Fichten-Reishol^ 1 bis 2 RM. Fichten-Derbstangen. pro Stück 1. Klaffe, 0,50 bis 1, 2 Kl. 0,20 bis 0,50, 3. Kl. 0,20 bis 0,40 RM. — Gestern abend veranstaltete der hiesige Kir- chengesanqverein im Saale der Gastwirtschaft Horn einen Familienabend, der in allen Teilen als wohlgelungen zu betrachten ist. Mit diesem Familienabend war gleichzeitig die Geburtstagsfeier des Chorleiters Lehrer Heil verbunden. Der Dereins- vorsitzende, Pfarrer Andres, hielt die Begrüßungsansprache, in der er auf die Bedeutung und den Wert der Kirchengefangoereine hinwies und deren Wirkungskreis in kurzen Worten umschrieb. Gleichzeitig würdigte er die Verdienste des Chorleiters Heil um den Verein und überreichte ihm als sichtbares Zeichen der Dankbarkeit und als Geburtstagsgeschenk im Auftrage des Vereins einen prachtvollen Geschenkkorb. Nach einer Anzahl vorgetragener Chöre, die alle Zeugnis von der Tüchtigkeit des Chorleiters und des Chores ablegten, trat eine Pause ein, in der sich die Teilnehmer bei Kaffee und Kuchen erfrischten. Tombola - Verlosung, Gesellschaftsspiele, sowie Gesangs- und Musikstücke, von einzelnen Teilnehmern der Gesellschaft vorgetragen, hielten die Teilnehmer dann noch mehrereStunden in vergnügter Stimmung beisammen. •y Watzenborn-Steinberg, 11. Febr. Der hiesige Autoschlosser Otto Sommer, der am Sonntag'(wir berichteten darüber) mit seinem Motorrad am Bahnübergang auf der Landstraße Reiskirchen—Gießen gegen einen Laternenpfahl fuhr, erlitt, wie sich nach der Untersuchung herausstellte^ nicht nur einen Schlüsselbeinbruch, sondern auch innere Verletzungen. Der bedauernswerte junge Mann ist gestern vormittag in der Chirurgischen Klinik zu Gießen feinen Verletzun- General-Amtswatter-Appell der DAF. Am Freitag fand im Paulinenschlößchen zu Wiesbaden ein General-Amtswalter-Appell der DAF. statt. Nach der Eröffnung durch den Kreiswalter Pg. Münch sprach der Gauobmann des Arbeitsdankes, Pg. Krause, zur Eingliederung des Arbeitsdankes in die DAF. Er erwähnte dabei, daß es heute jedem jungen Volksgenossen, der durch die Schule des Arbeitsdienstes gegangen fpi, möglich gemacht werde, sich aus eigener Kraft emporzu- fchaffen. Zu den kommenden Vertrauensratswahlen sprach der Gaubetriebsgemeinschaftswalter der RBG. „Verkehr und öffentliche Betriebe", Pg. Goebel, der auf die wichtigen Aufgaben hinwies, die dem Amtswalter heute innerhalb der DAF. und des Betriebes zufallen. Der Kameradschaftsgeist des Arbeitsdienstes soll hinein in die Arbeitsfront getragen werden, so daß diese große Gemeinschaft eine Kameradschaft aller Schaffenden sei. Der Gauwalter der DAF., Pg. Becker, sprach über den Weg, den die nationalsozialistische Weltanschauung gegangen sei, bis sie auch den Zugang zu den Herzen der deutschen Arbeiter gefunden habe. Den nordischen Menschen habe der Verfall gedroht, und einzelne große Männer haben immer und immer wieder versucht, dieses Volk vor dem Untergang zurückzureißen. Er führte den großen Engländer Houston Stewart Chamberlain an, der ein Rufer in dem Kampf um den nordischen Menschen gewesen sei. Adolf Hitler, der Führer des neuen Deutschlands, hat dieses Volk wieder geeint und will es einer neuen und besseren Zukunft zuführen. In diesem Verlauf habe er auch die Judenfrage lösen müssen, jene Frage, die sich immer wieder zwischen die Menschen gestellt habe, da der Jude Zerstörer jedes Volkstums gewesen ist. Im Anschluß daran weihte der Gauwalter mehrere DAF.-Fahnen und gab ihnen die folgenden Dichterworte mit auf den Weg: „Mutter, fei stolz, denn ich trage die Fahne. Mutter, hab mich lieb, denn ich trage die Fahne. Mutter, vergiß mich nicht, denn ich trage die Fahne." Der Kreiswalter Pg. Münch übernahm die Fahnen, die ein Symbol sein sollten, die uns voranwehen bis zum endgültigen Sieg. Um- vnb 6crtt>eiferuna^6ou der Marburger Chirurgischen Univ^rsitäisklinik. LPD. Marburg, 12. Febr. Nachdem im vergangenen Jahre der Um- und Erweiterungsbau der Universitäts-Frauenklinik und vor einigen Monaten der Ausbau des Hygienischen und Pharmakologischen Universitätsinstituts am Pilgrimstein mit einem Gesamtkostenaufwand von rund 154 Millionen Mark abgeschlossen werden konnten, wird am 1. April mit einem großen U m - und Erweiterungsbau der Chirurgischen Universitätsklinik begonnen. Aundsunkvroaramm Mittwoch, 12. Februar. 6 Uhr: Choral, Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 8.10: Gymnastik. 9.30: Musik am Morgen. 10.15: Schulfunk. 10.45: Nachrichten. 11: Hausfrau, hör zu! 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk), Schneebericht. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Musikalischer Zeitvertreib. 15: Wirtschaftsbericht. 15.15: Zwanzig „taktvolle" Finger. 15.30: Launiger Leitfaden für Sprachfreunde. 15.45: Das aktuelle Buch. 16: Violinmufik. 16.45: Freut euch des Lebens. Alte und neue Walzermelodien. 17.40: Von Garmisch-Partenkirchen: Olympia-Echo. 18: Singendes, klingendes Frankfurt! (Unser bunter Frankfurter Nachmittag.) 19.45: Erzeugungsschlacht. 20: Nach- richten. 20.15: Stunde der jungen Nation: Helden und Händler. 20.45: Bunter Abend 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 22.20: Von Garmisch- Partenkirchen: Die letzten Meldungen und Funkberichte der IV. Olympischen Winterspiele 1936 — 7. Tag. _______________________________ wurde von der Versammlung erneut das Vertrauen ausgesprochen', so daß er in derselben Besetzung wie im Vorjahre im Amt verbleibt. Aus Anlaß des 15jährigen Bestehens des Vereins hatte es sich der zweite Vereinsführer Karlheinz Kurz zur Ausgabe gemacht, eine Vereinsgefchichte zu schreiben, für die ihm in der Versammlung Anerkennung und Dank zuteil wurde. Nach Erledigung der Tagesordnung und Verlesung der genannten Vereinsgeschichte hielt der 2. Vereinsführer noch eine kurze Ansprache, die in der Aufforderung gipfelte, unserem großen Führer stets treue Gefolgschaft zu leisten. In üblicher Weise wurde die Versammlung geschlossen. Landkreis Gießen. * Heuchelheim, 10. Febr. Am gestrigen Sonntagnachmittag ereignete sich in unserem Orte an der Ecke Wetzlarer Straße und Hauptstraße ein Zusammen st oß zweierPersonenkrast- wagen. Zum Glück kamen die Insassen unverletzt davon, während die beiden Auto beschädigt wurden. Lollar, 10. Febr. Die Spar- und Dar- Aus aller Wett. Dreifacher Mörder und Brandstifter. Dor einigen Tagen brannte in Tragheim im Danziger Werder ein Haus nieder, wobei das Ehepaar R u n f ch k o w f k i und dessen kleines Kind ums Leben kamen. Es stellte sich dann heraus, daß die Familie durch Beilhiebe getötet worden war und der Mörder das Feuer angelegt hatte, um die Spuren zu verwischen. Die Kriminalpolizei hat jetzt die Tat aufgeklärt. Der 21jährige Bruder des Ermordeten, Ioh. R u n sch- ko w s k i, der unter dringendem Tatverdacht verhaftet worden war, hat unter dem Druck des vorhandenen Beweismaterials gestanden seinen Bruder sowie dessen Ehefrau und das Kind erschlagen und zur Verwischung der Spuren die Wohnung in Brand gesteckt zu haben. Als Grund für seine Tat gibt der Mörder Streitigkeiten mit seinem Bruder an Nach dem vorläufigen Geständnis will der Täter nur 15 Gulden geraubt haben. Spielendes Kind überfahren und getötet. In Corray, der Vorstadt von Zell an der Mosel, ereignete sich ein schweres Kraftwaaen- Unglück. Ein Kraftwagen aus Trier überfuhr zwei kleine Mädchen, die aus einer Seitenstraße auf den Fahrdamm liefen. Eines von ihnen erlitt so schwere Kopfverletzungen, daß es auf dem Wege zum Krankenhaus ft a r b. Das andere kam mit geringfügigen Verletzungen davon. Drei Anwesen in Flammen. Der Marktflecken Reisbach bei Dingolfing (Isar) war der Schauplatz eines großen Brandunglücks. Auf noch nicht völlig geklärte Weife ent- stand im Anwesen des Einwohners Leeb Feuer. Der Brand griff äußerst rasch um sich, da es an hölzernen Nebengebäuden reiche Nahrung fand. Bald standen drei Anwesen in Hellen Flammen. Den Bemühungen der Feuerwehr gelang es, wenigstens ein Anwesen zu retten. Zwei Anwesen und mehrere Wirtschaftsgebäude wurden zerstört. Entwichene Irrsinnige erschrecken eine Stadt. Zn Debreczin (Ungarn) sind vier gemeingefährliche Irrsinnige aus dem staatlichen Kreiskranken- haus entwichen. Große Erregung bemächtigte sich der Einwohner, als die nur mit Nachthemden bekleideten Irrsinnigen wildtobend in den Straßen der Stadt erschienen. Zwei Polizisten erlitten bei der lieber» wältigung der wütenden Irrsinnigen schwere Kratz- Führende Faschisten gehen an die Front. MM Sy*. In Neapel schifften sich soeben mit dem „Leonardo da Vinci" führende Faschisten nach dem Kriegsschauplatz in Abessinien ein. Unter ihnen befanden sich auch der Generalsekretär der Faschistischen Partei, Achille S t a r a c e , ferner der ehemalige Generalsekretär F a r i n a c c i und die Minister C i a n o und B o n o m i. — (Scherl-Bilderdienst-M.) und Bißwunden. Während die beiden Schutzleute unter Anwendung aller Gewalt einen der Kranken zu bändigen vermochten, gelang es den drei übrigen Irrsinnigen, spurlos zu verschwinden. Die Polizei hat weitgehende Nachforschungen nach dem Verbleib der Kranken unternommen. Schwerer Sturm über England. Der arktische Sturm, der in den letzten 24 Stunden über den britischen Inseln wütete, hat bisher sieben Menschenleben gefordert. An der englischen Küste erreichte der Stürm zeitweise eine Geschwindigkeit von 160 Stundenkilometer. In Weymouth wurden mehrere Dächer abgehoben. ®e« wattige Brecher zerschmetterten die Fenster der am Mereesufer liegenden Häuser. Im Aermelkanal sind viele Schiffe in Seenot geraten. Auf der Themse bei Reading ging ein Achterruderboot der Universität Reading während einer Uebungsfahrt unter. Ein Ruderer ertrank. Mann über Bord? Die „Bremen", die am Montag in Neuyork eintraf, teilte funkentelegraphisch mit, daß der 25jäh- rige amerikanische Student Adolph Cotton spurlos von Bord verschwunden fei. Cotton ging in Southampton an Bord und wird seit Donnerstag vermißt. Das Schiff fei mehrmals durchsucht Gedenket der hungernden Vögel! worden, aber ohne Erfolg. Cotton arbeitete in der archäologischen Abteilung des britischen Museums. Er hatte Verwandte in Neuyork. Nach einer Mitteilung des Kapitäns der „Bremen" ist es ausgeschlossen, daß Cotton im Sturm über Bord gespült wurde; es besteht vielmehr die Wahrscheinlichkeit, daß er Selbstmord verübt hat. Zusammenstoß mit einem Elch. Der deutsche Rennfahrer Paul von Guilleaume, der an dem bevorstehenden Autorennen in Rämen (Schweden) teilnehmen wird, hatte ein merkwürdiges Erlebnis. Als er sich auf dem Wege von Stockholm nach Rämshytta befand, sprang plötzlich ein kräftiger E l ch auf den Weg. Kaum hatte der Fahrer das Tier erblickt, da erfolgte auch schon der Zusammenstoß. Ohne einen Laut von sich zu geben, sank der Elch zusammen und blieb vor dem Wagen liegen. Es zeigte sich, daß das Tier zwei Läufe gebrochen hatte. Der Fahrer mußte von der Schußwaffe Gebrauch machen und das Tier erlegen. Der Wagen wurde infolge des Zusammenstoßes beschädigt. Die beiden Insassen des Wagens haben keinen Schaden erlitten. Starke Schneefälle in Griechenland. Auf dem Poloponnes haben starke Schnee« fälle eingesetzt. Stellenweise liegt der Schnee einen Meter hoch. In Kalentzi (Achaia) wurde ein Schäfer von Wölfen zerrisse n. Mein Ausstellungsraum Mäusburg 4 zeigt Ihnen modische Neuheiten Damen-Kragen,Tuffs, Schals, Knöpfe, Schließen ferner Strickkleider, Pullover, Wäsche Meine Schaufenster Marktplatz 16 zeigen Ihnen Erstlingswäsche, Schürzen und Kittel große Auswahl, äußerste Preise, gute Qualitäten Spezialhaus Frdr.Teipel dtil A Holzversteigerungen der Gemeinde 23 iHin gen. A. Freitag, den 14. Februar 1936, um 9.30 Uhr beginnend, aus den Distrikten Hortzberg, Borgelberg und Langenberg: 320 rm Buchenscheit 1. Kl. 30 „ Buchenknüppel 62 „ Fichtenknüppel 30 „ Buchenreiser 6 „ Buchenstöcke. Zusammenkunft am Waldeingang im Distrikt Hortzberg an der Straße Villingen—Nonnenroth. B. Dienstag, den 18. Februar 1936, um 9.30 Uhr beginnend aus den Distrikten Hinterberg und Eifen- steinstrauch: 150 rm Buchenscheit 1. Kl. 280 „ Buchenknüppel (Stammknüppel) 20 „ Eichenknüppel 15 „ Hainbuchenknüppel 15 „ Buchenreiserknüppel 380 „ Buchenreiserholz (Schichthaufen) 110 „ Buchenreiser 20 „ Buchenstöcke. We-M Gießen • Kaulm. Verein Gieb im Deutschen Volksbildungswerk Kreis Gießen Donnerstag. IB.Febr. 1936. abends 8 Uhr. Neue Aula 3. Dichter-Abend Richard Euringer Träger des Nationalen Buchpreises von 1934 Eberhard Wolfgang Möller Träger des Nationalen Buchpreises von 1935 lesen ans eigenen W'erken. Die Mitglieder des Goethe-Bandes und des Kaafm. Vereins erhalten bis zu3 Plätzen freien Eintritt gegen Rückgabe des Gutscheins Nr.4 für denGoethe-Bund (rosa Gutschein karte) u. Nr. 7 für den Kauf m. Verein (grüne Gutscheinkarte). Mitglieder der NSDAP., der NS.Franenschaft u. des Landschaltsbnndes Volkstum nnd Heimat erhalten ermäßigte Eintrittskarten zum Preise v. 75 Pf. gegen Vorzeigen des Mitgliedsausweises. Nichtmitglieder zu 1.50 bei Challier und an der Saalkasse. Studenten und Militär 40 Pf. »