186. Jahrgang Gietzmer Anzeiger Ist Italien verhaMunssberett? London, 11.Januar. (DNB. Funkspruch.) Die „Times" meldet aus Genf, man rechne dort anscheinend damit, daß bald neue Friedensbemühungen im italienisch-abessinischen Streitfall unternommen würden. Es fehle nicht an Zeichen, daß der Umfang und die mangelnde Volkstümlichkeit des abessinischen Feldzuges einen Eindruck auf die Leiter der italienischen Politik zu machen beginne. Das Fehlen militärischer Fortschritte habe zu der Ueberzeugung geführt, daß der Krieg entweder bald beendet oder auf unbegrenzte Zeit fortgesetzt werden müsse. Italien lasse offensichtlich erkennen, daß es nicht unversöhn- l i ch und durchaus bereit sei, auf einer Grundlage, die Italiens berechtigte Interessen sichern würde, zu verhandeln. Endgültige Pläne seien noch nicht vorhanden, aber die Bedingungen seien gegenwärtig . naturgemäß sehr hoch geschraubt. In Genf glaube man nicht, daß nach dem Zusammenbruch der letzten Bemühungen irgend ein neuer Versuch von Großbritannien erwartet werden könne. Man erwarte auch nicht, daß die britische Abordnung bei der Auferlegung weiterer Sühnemaßnahmen die Führung ergreifen werde, obwohl es sie voraussichtlich unterstützen werde, wenn sie oorgebracht würden. Man halte es daher für sicher, daß Italien einen Vorschlag von Frankreich, ob er unmittelbar oder durch den Völkerbund gemacht werde, sehr sorgfältig prüfen würde. Wenn nicht von Paris, dann werde der Anstoß möglicherweise von einer Gruppe kleinerer Mächte kommen. Augenblicklich sei Italien allerdings noch geneigt, dem Völkerbund seine Bedingungen zu diktieren, von denen eine dahin gehe, daß die Bezeichnung Italien als Angreifer st aat zurückgezogen werden müsse. Dieser Vorschlag finde keine Gegenliebe. den allernächsten Tagen eine japanische Gesandtschaft in AddisAbeba errichtet werde. Am 21. Dezember habe sich in Marseille ein bis dahin bei der Pariser japanischen Botschaft tätiger Diplomat nach Abessinien eingeschifft, der solange die japanischen Interessen vertreten werde, bis der von Tokio beorderte Gesandte dort eintreffen werde. Diese Interessen seien jedoch ausschließlich wirtschaftlicher Art. Es sei sehr schwer, die weitere Entwicklung der Lage in Abessinien vorauszusehen. Nach dem Urteil von unparteiischen militärischen Sachverständigen erscheine es aber unwahrscheinlich, daß die Italiener vom militärischen Standpunkt aus ihr Ziel erreichen können. Marschall Badoglio habe in Rom 20 0000Mann angefordert, aber man habe ihm nur 80000 geschickt, die zum Teil in Eritrea, zum Teil in Jtalienisch-Somaliland an Land gehen würden. Der beabsichtigte Generalangriff der italienischen Truppen auf beiden Fronten scheine unter diesen Umständen recht zweifelhaft zu werden. Paris, 11. Jan. (DNB.) „Paris Soir" er- i klärt, in einer Unterredung des Ministerpräsiden- ' ten Laval mit dem französischen Botschafter in Rom, Chambrun, seien die Bedingungen geprüft worden, unter denen die Aussprache in Genf eröffnet würde. Nach dem Mißerfolg des Laval-Hoare-Planes könne weder von französischer noch englischer Seite ein neuer Vermittlungsvorschlag in dem italienisch-abessinischen Streit erwartet werden, sondern ein solcher sei jetzt einzig Sache des Völkerbundes. Auch dem Pariser Reuter-Korrespondenten ist von zuständiger Seite mitgeteilt worden, daß zur Zeit weder von England noch von Frankreich ein neuer Plan ins Auge gefaßt werde. Natürlich werde eine enge diplomatische Fühlung aufrechterhalten, aber es lägen keine Nachrichten von irgendwelchen neuen Verhandlungen vor. Die ganze Angelegenheit werde im „Kühlraum" gelassen, bis der Völkerbundsrat zusammentrete. „Oeuvre" berichtet, in Kreisen der verschiedenen europäischen Großmächte sei man sich heute aber über die Folgen klar, die ein zu großer Erfolg der schwarzen Rasse über Italien nach sich ziehen könne. Man befürchtet, daß ein solcher Erfolg nicht ohne Auswirkungen auf s europäische Gleichgewicht bleiben würde und vor allem die Ruhe der Kolonial st aalen stören könnte. Die letzten Nachrichten über die innere und äußere Lage Italiens seien aber ziemlich beunruhigend. Man habe deshalb in Erwägung gezogen, im Rahmen des Völkerbundes, und zwar auf Antrag Italiens, einen neutralenUntersuchungs- a u s s ch u ß zu bilden, der in Abessinien d i e Kriegsmethoden prüfen und gleichzeitig die Möglichkeit einer friedlichen Beilegung des Streitfalles prüfen soll. Zu gleicher Zeil sollen in Genf auf Veranlassung einer kleinen Macht, wahrscheinlich Belgiens. Anregungen unterbreitet werden, die auf eine soziale und wirtschaftliche Neuordnung in Abessi- nien hinzielen. Der auswärtige Ausschuß der bel- gischen Kammer habe sich eingehend mit dieser Frage beschäftigt. Man werde anscheinend versuchen. den Negus dazu zu bringen, von sich aus die Hilfe des Völkerbundes anzurufen, der dann die von dem neutralen llnter- fuchungsKusfchuß vorgesehene Neuregelung zu verwirklichen versuchen werde, und zwar wahrscheinlich auf die weise, dahEnglandundFrankreich eine Art Mandat über Abessinien erhalten werden. Erst dann werde man daran gehen, auch Italien langsam vorzuschieben, um zu dreien den Neuaufbau durchzuführen, für den London und Paris die finanziellen Millel zur Verfügung stellen würden. Oeuvre macht darauf aufmerksam, daß schon in Neue Friedensvermitttung im Abefsinienkonfliki? Auf belgische Initiative hin sott der Völkerbund die Möglichkeit eines französisch-britischen Mandats über Abessinien mit späterer Einschaltung Italiens prüfen. Asmara, 11. Jan. (Funkbericht des Kriegsberichterstatters des DNB.) Nachdem die militärischen Vorgänge an der Nordfront und Somali- ront wochenlang nur aus den amtlichen in Rom veröffentlichten Heeresberichten zu entnehmen waren, scheinen die Nachrichten jetzt wieder reichlicher zu fließen. Am Freitag wird aus Asmara gemeldet, daß f ü d w e st l i ch v o n M a k a l l e und im Hochland von Tembien sich eine lebhafte Gefechtstätigkeit neben reger Flie- qertätigkeit entwickelt. Danach wird also an der Nordfront das militärische Vorgehen im größeren Stile fortgesetzt. Am Zusammenfluß des Jabat und Gehwa, 20 Kilometer südwestlich von Makalle, wurden Donnerstag marschierende abessinische Abteilungen von starken mit Artillerie versehenen italienischen Kräften angegriffen und nach Westen ab gedrängt, wo sie von anderen italienischen Truppen gefaßt und in die Flucht geschlagen wurden. Hierbei erlitten sie zahlreiche'Verluste. Auf italienischer Seite wurden ein Unteroffizier und zwei Askaris getötet, einige Offiziere verwundet. In der Nacht zum Freitag versuchte eine abessinische Abteilung, sich den italienischen Linien zu nähern, wurde aber zurückgetrieben. Im Tembien kam es zu zahlreichen Vorpostenge- fechten, die zu beweisen scheinen, daß die abessinischen Truppen, die teilweise weit nördlich oorgedrungen waren, in letzter Zeit nach Süden zurückgedrängt wurden. Dafür würde auch die Tatsache sprechen, daß kürzlich, wie der italienische Heeresbericht meldete, Kämpfe im Tsellemti-Gebiet, südlich vom Takazze, stattgefunden haben. Die italienischen Truppen sind in letzter Zeit wesentlich verstärkt worden. finischen Vormarsches nun auch unter den unterworfenen Stämmen im italienischen Etappengebiet wieder zu regen beginnt und kleine abessinische Stoßtrupps, vom Wetter und den Geländeverhältnissen begünstigt, die italienischen Nachschubstraßen heftig beunruhigen. Die italienischen Bombenabwürfe auf die Truppensammelstellen hinter der abessinischen Front haben wohl, da sie auch Einrichtungen des Roten Kreuzes in MitlTidenschaft gezogen haben, im Ganzen gesehen mehr politisches Porzellan zerschlagen als militärischen Schaden angerichtet. Es scheint doch in diesem stark zerklüfteten, ganz unübersichtlichen Gelände, wo Städte in europäischem Sinn kaum vorhanden sind und kleinere Siedlungen infolge ihrer leichten Bauweise nur einen sehr geringen materiellen Wert darstellen, den italienischen Bombengeschwadern überhaupt an lohnenden Zielen zu fehlen, um so mehr als auch die Abessinier mit dem sicheren Einfühlungsvermögen des Naturvolkes schnell gelernt haben, den Fliegerangriffen auszuweichen. Wenn es sich bestätigen sollte, daß im Süden der General Graziani die Provinz Ogaden aeräumt hat. um nun von Dolo her aus der Dreiländerecke (Jtal.-Somali — Brit.-Kenia — Abessinien) seine Truppen zum Vormarsch in nordwestlicher Richtung anzusetzen, so würde das den Verzicht auf den Overationsplan bedeuten, der ursprünglich dem italienischen Feldzug zugrunde lag and der versuchen wollte, durch einen Vormarsch von Ogaden aus auf Harrar und nach Ueberschreiten der Bahnlinie Diibuti—Addis Abeba durch Vereinigung mit der Nordarmee den "breiten Korridor zwischen Somali und Eritrea tatsächlich in Besitz zu nehmen, den ja Italien als wesentlichstes Mittel zur Durchsetzung seiner Pläne in Abessinien für sich beansprucht. Soweit also die undurchsichtige Lage eine Feststellung gestattet, haben sich die Aussichten der Italiener auf dem ostafrikanischen Kriegsschauplatz in den letzten Wochen an keiner Stelle günsti- aer gestaltet. W"nn auch von vornherein Schwankungen und Rückschläge bei einem so gearteten Unternehmen in Rechnung gestellt werden mußten, so ist immerhin zu bedenken, daß die günstigste Zeit für schnelle und durchschlagende Erfolge vorbei sein dürfte, nachdem die Frübiahrsregen bereits eingesetzt haben und die Abessinier, wie man auch in Rom zuaeben muß. in ihrer Ausrüstung mit modernen Waffen große Fortschritte gemacht und gelernt haben, unter Ausnutzung des schwierigen Geländes der italienischen Taktik mit starkem Anpassungsvermögen zu begegnen. So hat sich die militärische Lage Italiens keineswegs verbessert, wenn in wenigen Tagen der Sanktionsausschuß des Völkerbundes in Genf Zusammentritt, um vermutlich über die Der- büngung der Oelausfuhrsperre als nächste Sühnemaßnahme gegen das zum „Angreifer" erklärte Italien zu beschließen. „Vermutlich" muß man sagen, denn die Aeußerungen der französischen und britischen Presse lassen es äußerst fraglich erscheinen, daß Laval ober Eden in Genf den Vorschlag machen werden, nun als wirksamstes Sanktionsmittel die Oelsperre gegen Italien zu verhängen. Man scheint es Sowjetrußland, der Kleinen Entente oder einer der kleineren Mächte überlassen wesen ist. Diese Fälle sind aber gewiß äußerst selten. Meinen stärksten Glauben habe ich an den saarländischen Arbeiter. Er war einer unglaublichen politischen Kanonade seiner Gegner ausgesetzt. Trotz allem hielt er Stand, ohne Geld und ohne die Bildung höherer Schulen. Er hatte den gesunden I n st i n k t, und wo der Instinkt gesund ist, da läßt sich die gerechte und gesunde Sache immer gewinnen. Ueber die Ziele auf kulturellem Gebiet teilte der Gauleiter mit, daß in Saarbrücken ein neues Theater und ein Großsender gebaut werden würden „Zunächst soll damit die Gewähr geschaffen werden, daß wir gewissen fremden Einflüssen wirksam entgegentreten können, und dann wollen wir aber auch mit diesen Mitteln d i e Brücke der Verständigung und des Verständnisses schlagen." Zum Schluß äußerte sich Bürckel über die kirchliche Entwicklung. Er führte aus: „Eine sog. Kirch e n f r a g e gibt es bei uns im Saarland nicht. Die kirchenpolitische Entwicklung steht im Zeichen der absoluten Ruhe. Wenn es auch noch den einen oder anderen gibt, der den Herrgott gegen einen irdischen Richter reklamiert, so überlassen wir das getrost der vernünftigen Erwägung des gläubigen Volkes. Wer früher für die Heimkehr der Saar gebetet hat, der kann jetzt nicht gegen Deutschland beten. Und im übrigen kann hier jeder, wie überall im Reich, nach seiner Fa?on selig werden." Das Saarland rüstet zur AbsiimmunMeier. Saarbrücken, 10. Jan. (DNB.) Im ganzen Saarland in Stadt und Land wird fieberhaft an den Vorbereitungen für die würdige Ausgestaltung der großen Abstimmungsfeier gearbeitet. In Erinnerung an die großen Tage des Vorjahres ist jeder bemüht, zu seinem Teil dazu beizutragen, daß Demonstraüvn oder mehr? Die Berichte vom ostafrikanischen Kriegsschauplatz lauten seit einiger Zeit außerordentlich widersprechend. Während die Abessinier fast täglich Erfolge an der Nordfront melden und auch schon die Räumung der Provinz Ogaden im Süden durch die Italiener verkünden, beschränkt sich der italienische Heeresbericht darauf, die Siegesmeldungen der Abessinier zu dementieren und im übrigen lakonisch festzustellen, daß sich nichts Bemerkenswertes ereignet habe. Da die Italiener sonst nicht gerade schüchtern waren, ihre militärischen Erfolge gebührend herauszustreichen, mag aus der Wortkargheit ihrer letzten Heeresberichte zumindest die Folgerung gerechtfertigt sein, daß für die italienischen Waffen in Abessinien nicht alles zum Besten steht. Darauf läßt auch der Versuch der italienischen Presse schließen, die Heimat stimmungsmäßig auf wachsende Schwierigkeiten und Rückschläge vorzubereiten, die ein Kolonialkrieg von diesen Ausmaßen seiner ganzen Natur nach nun einmal mit sich bringe, sobald die Operationen von ihrer Ausgangsstellung über eine gewisse Strecke entfernten und den Ausbau und die Sicherung einer ausgedehnten Etappe notwendig machten. Zudem scheint der ungewöhnlich frühe Beginn der sogenannten „kleinen" Regenzeit, die normalerweise erst für den März zu erwarten war, den Italienern einen Strich durch die Rechnung gemacht zu haben. Bei dem fast völligen Fehlen objektiver Berichte neutraler Beobachter — was davon zu uns gelangt, ist von den Italienern gründlich zensiert oder von den Engländern in ihrem Sinne zurechtfrisiert worden und meist mehrere Wochen alt — ist es fast unmöglich, sich ein auch nur annähernd wahrheitsgetreues Bild der tatsächlichen Lage auf dem Kriegsschauplatz zu machen. Man ist auf Kombinationen militärischer Sachverständiger angewiesen, die auf Grund von Zusammenstellungen der sich widersprechenden Heeresberichte nur eine sehr vage Wahrscheinlichkeitsrechnung aufmachen können. Immerhin scheint bei vorsichtiger Beurteilung soviel festzustehen, daß die Italiener ihre im Herbstfeldzug gewonnenen Stellungen in Nordabesfinien bestenfalls und nur 1 unter größten Anstrengungen zu halten vermögen, ja chre Stellung bei Makalle ist anscheinend bss- : trächtlich gefährdet. Wenn es sich bestätigen sollte, ' daß die Abessinier die große Karawanenstraße besetzen konnten, die von Abbi Addi nach Norden führt, so könnte die Lücke, die zwischen den um Makalle in schweren Abwehrkämpfen liegenden italienischen Truppen und der am Takkaze-Fluß operierenden Armeeabteilung klafft, der italienischen Heeresleitung gefährlich werden, zumal es sich angesichts des abes- die Festtage einen erhebenden Verlauf nehmen. In Saarbrücken ist auf dem Rathausplatz, der am Sonntag in Platz der Deutschen Front umgetauft werden wird, bereits eine große Tribüne aufgebaut worden, um möglichst viele Volksgenossen an dem Erlebnis des großen Vorbeimarsches vor Reichsminister Dr. Frick teilnehmen zu lassen. Während in den großen Orten außerhalb Saarbrückens und dem Kreis Saarbrücken-Land die Hauptfeiern am Sonntag abgehalten werden, wird die größte Erinnerungsfeier am Montag in Saarbrücken stattfinden. Die Betriebe und Geschäfte schließen am Montag so rechtzeitig, daß allen Volksgenossen die Teilnahme an den großen Erinnerungsmarsch möglich ist. Von Samstag ab wird das ganze Saarland wieder im festlichen Flaggenschmuck stehen. Die geplanten Feiern. Saarbrücken, 9. Jan. (DNB.) Für die Feiern am Jahrestage der Saarabstimmung ist u. a. folgende Festfolge vorgesehen: Sonntag, den 12. 3anuar: 12—13 Uhr: Standkonzert; 15 Uhr: In sämtlichen Kreisorten Antreten aller Gliederungen zur Erinnerungsfeier; 18 Uhr: in Saarbrücken Weihe- stunde auf dem Rathausplatz, wobei dieser durch Kreisleiter Duerrfeld in „Platz der Deutschen Front" umbenannt wird; 20 Uhr: „Nix wie hemm". Bunter Abend des Reichssenders Saarbrücken im Saale der Wartburg. Montag, den 13. 3anuar: 12—13 Uhr: Glockenläuten sämtlicher Kirchen des Saarlandes; 15 Uhr: Vorbeimarsch am „Platz der Deutschen Front" vor Reichsminister Dr. Frick; 18 Uhr: Reichssendung, Kundgebung in der Wartburg, Festspiel, Ansprachen des Gauleiters Bürckel und des Reichsministers Dr. Frick. Anschließend Enthüllung einer Gedenk- tafel am Hause der Wartburg durch Reichsminister !Dr. Frick. Auch die Italiener weiten jetzt zunehmende GesechtsMgkeit an der Aordftont. Vorstoßende abessinische Truppen sotten nach Süden zurückgedrängi worden sein. Das nationalsozialistische Aufbauwerk an der Saar. Eine Llnterredung mit Gauleiter Bürckel. Berlin, 11. Jan. (DNB.) Der „Völkische Beobachter" veröffentlicht eine Unterredung mit Gauleiter Bürckel. Der Gauleiter erklärte u. a.: Der binnendeutsche Markt hat sich im Laufe des vergangenen Jahres als aufnahme- bereit erwiesen. Unsere Erwartung, daß man im Reiche der besonderen Lage Verständnis ent- aegenbringen werde, ist nicht enttäuscht worden. Wir hoffen, der noch bestehenden Schwierigkeiten durch weitgehende Jndustrieumstellung Herr zu werden. Die Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen, mit denen wir bereits begonnen haben, und jene großen Projekte, die schon in ihren Einzelheiten geplant sind, wie z. B. die S a a r r e g u l i e r u n g, größere Straßenbautew und Häuserreparaturen, erscheinen mir in der Hauptsache als Zwi - schenmaßnahmen, die uns die notwendige Zeit geben, normale wirtschaftliche Verhältnisse und damit Arbeit für jeden Volksgenossen zu schaffen. Auf die Frage nach der Entwicklung der nationalsozialistischen Bewegung im Saarland erwiderte Gauleiter Bürckel u. a.: Es bleibt uns als Aufgabe die restlose seelische Eingliederung aller Volksgenossen an der Saar — eine große erzieherische Aufgabe. Die Saarländer sind, das haben sie ihrem Volk und aller Welt bewiesen, deutsch bis ins Mark. Diesem Deutschtum muß man nur die nötige Definition geben. Wir sagen: I e - der Deutsche ist Nationalsozialist. Dem Saarländer aber muß man nun in einem Anschauungsunterricht zeigen, daß jeder National- so'zialist ein Deutscher ist. Die NSDAP, wird prozentual im Saarland am stärksten im ganzen Reiche sein. Alle Mitglieder der Deutschen Front erheben Anspruch darauf, würdig zu sein, in die NSDAP, ausgenommen zu werden. Die Deutsche Front zählt mehr als 9 0 v, H. aller Wahlberechtigten. Es wird mir nie in den Sinn kommen, auch nur einen einzigen dieser braven Männer abzulehnen, sofern sich nicht in einzelnen Fällen Herausstellen sollte, daß die Zugehörigkeit zur Deutschen Front nur Fassade ge- Ur. 9 Grftes Blatt 186. Jahrgang Samstag,lUanuat M6 Erscheint täglich, außer Annahme von Anzeigen Sonntags und Feiertags für die Mittagsnummer Beilagen: Die IllustrMte / A Jk ▲ kA ▲ A A A AA AA A ▲. Ä A ▲ AA bis 8'/,Uhr des Vormittags s™ nuwla&T SroS Mit 4 Beilagen RM.1.95 Wfc DM B BT B Wk R B B B B HM B B B anzeigen von 70 mm Breite sssser: S IV IIVI IV v WIIIVVw WWM« Mn1 -inzelnm^Numm-rn ermäßigte Grundpreise: infolge höherer Gewalt - < Stellen-, Vereins-, gemein-- -ZZL General-Anzeiger snr tvberhessen voftscheckkonto- . behördliche Anzeigen 6Rpf. zrannurt am Main" 11688 Druck und Verlag: vrühl'sche UnioerfitSts-vuch- und Steindruckerei «.Lange in Siehrn. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulftrahe 1 Mengenabschlüsse Staffel 8 I < V ' '' v1, 'V'? WAW W < Oie Neujahrsempfänge beim Führer und Reichskanzler Der Empfang des Diplomatischen Korps Alsdann folgte der feierliche Neujahrsempfang der beim Deutschen Reich beglaubigten auslän - dischenDiplomaten. Den fremden Missionschefs erwies die Ehrenkompanie militärische Ehrenbezeugungen durch Präsentieren, wobei die Spielleute und die Musik beim Eintreffen des Nuntius und der Botschafter den Präsentiermarsch spielten. Der Staatsakt fand in dem großen Saal des „Hauses des Reichspräsidenten" in der gleichen Form statt, wie er bereits zur Zeit des verewigten Reichspräsidenten alljährlich am Neujahrstage zu geschehen pflegte. Der Führer und Reichskanzler, in dessen Begleitung sich der Neichsminister des Auswärtigen, Freiherr v. Neurath, die Staatsekretäre Dr. Meißner, von Bülow und Dr. Lammers, der Chef des Protokolls, Gesandter o o n Bülow - Schwante, die Referenten der Präsidialkanzlei, Ministerialdirigent Dr. Doehle und Ministerialrat Kiewitz, sowie der Adjutant der Wehrmacht beim Führer, Oberstleunant und Abteilungschef im Generalstab des Heeres Hoß - doch und der persönliche Adjutant des Führers, SA.-Obergruppenführer Brückner, befanden, beraten um 12 Uhr den Großen Saal, in dem die Diplomaten bereits Aufstellung genommen hatten. Der Doyen des Diplomatischen Korps, ber Apostolische Nuntius Monsignore Cesare Or- enigo, Erzbischof von Ptolemais, richtete an den Führer eine französische Ansprache, deren Ueber- etzung wie folgt lautet: "Herr Deutscher Reichskanzler! Der Beginn des neuen Jahres vereint, wie immer, die Missionschefs der zahlreichen Staaten, die mit Ihrer mächtigen Kation diplomatische Beziehungen unterhalten, um bie Person Eurer Exzellenz. Ich habe in meiner Eigenschaft als Doyen des Diplomatischen Korps die Ehre, als Dolmetsch aller meiner Kollegen das Wort 3u ergreifen, um Eurer Exzellenz in unserem eige- UnferJBito zeigt den Führer während des Diplomatenempfangs bei der Rede des Doyens des Diplo- matildjen Korps, des Apostolischen Nuntius Monsignore Orsenigo. (Presse-Illustration Hoffmann-M.) nen Namen und im Namen der hier vertretenen Souveräne und Staatschefs diebestenWünsche für das neue Jahr auszusprechen. Unser erster Wunsch gilt Ihnen, Herr Reichskanzler: Möge dieses Jahr reich an Glück für die Person Eurer Exzellenz sein. Den gleichen Wunsch hegen wir für alle die, die bei der schweren täglichen Arbeitslast Ihre eifrigsten Mitarbeiter sind. Sodann richten sich unsere Gedanken und unsere Wünsche auf Ihr ganzes Volk, angefangen mit der stets so fleißigen und gastfreien Bevölkerung dieser Hauptstadt, und darüber hinaus auf alle Sohne Deutschlands. Die besten dieser Wünsche gelten vor allen den Söhnen der Arbeit, mögen sie sich in den Fabriken Ihrer Industriestädte muhen oder im Schweiße ihres Angesichts das Ackerland bestellen. In dieser ernsten Stunde des internationalen Lebens, die sicherlich in der Geschichte der Völker denkwürdig bleiben wird, liegt uns auch daran, den Wunsch auszusprechen, daß das neue Jahr uns bald das so sehnlich erwartete große Geschenk bringen möge: den Frieden und d i e Ruhe der Welt! Herr Reichskanzler! Das sind unsere aufrichtigen Wünsche für das neue Jahr! In der Hoffnung, daß sie mit Gottes Hilfe eine glückliche Erfüllung finden werden, bringen wir sie Eurer Exzellenz mit der Bitte dar, sie wohlwollend aufzunehmen." Der Führer und Reichskanzler antwortete darauf wie folgt: Herr Nuntius! Für die Glückwünsche, die Sie im Namen des Diplomatischen Korps und zugleich im Namen der hier vertretenen Staatsoberhäupter mir, meinen Mitarbeitern und dem ganzen deutschen Volke zum neuen Jahr dargebracht haben, spreche ich Eurer Exzellenz meinen besten Dank aus. Ich danke insbesondere für die warmen Worte, die Sie für die Berufsstände der arbeitenden Bevölkerung Deutsch- 9 Uhr vormittags: Strömender Regen! In der Wilhelmstraße finden sich, mit Regenschirmen und Klappstühlen bewaffnet, die ersten S ch a u l u st i - gen ein, die zwischen dem „Hause des Reichs- Präsidenten" und der alten Reichskanzlei, auf der öie Standarte des Führers und Reichskanzlers weht, t)in= und herpendeln. Schutzpolizeibeamte ziehen auf der gegenüberliegenden Seite den Bürgersteig ent- lang doppelte Taue. Dann kündet Marschmusik das Nahen der Ehrenkompanie, die, von den Linden kommend, in die Wilhelmstraße einbiegt. Hauptmann von der Lancken mit der 2. Kompanie des Wachregiments, Mecklenburger, Pommern und Schleswig-Holsteiner. Um 10.30 Uhr zieht der Doppelposten am Eingang zum Hause des Reichspräsidenten auf. Die Standarte des Führers und Reichskanzlers geht am Flaggenmast doch. Kurz nach 10.30 Uhr erschallen Kommandos. Die Ehrenkompanie nimmt Aufstellung. Der Mu- ükzug spielt den Präsentiermarsch, während der Wagen mit dem Führer im Vorgarten ein- fährt. Stürmische Heilrufe grüßen von der Straße herein, als der Führer das Haus betritt. Obwohl es nach wie vor in Strömen gießt, räumen die Schaulustigen nicht ihre Plätze. Als die Vertreter der Wehrmacht nach dem Empfang beim Führer im Portal des Hauses erscheinen, bringt ihnen die harrende Menge lebhafte Kundgebungen dar. Kaum haben die „Halloren" das Palais verlassen, da beginnt schon die Anfahrt d e r Diplomaten. Als einen der ersten bemerkt man den Apostolischen Nuntius. Die Ehrenkompanie ist wiederum im Vorgarten angetreten und grüßt mit präsentiertem Gewehr die Botschafter, während die Musik den Präsentiermarsch spielt. Der Wrer begrüßt die Ehrenkompanie Während im Empfangssaal das Diplomatische Korps mit dem Führer Glückwünsche wechselte, nahm der Andrang der Schaulustigen in der Wilhelmstraße geradezu bedrohliche Formen an. Kopf an Kopf stand die harrende Menschenmenge. Die Fenster, Balkons und selbst die Dächer der gegenüberliegenden Häuser waren dicht besetzt. Alsbald nach der Abfahrt des Diplomatischen Korps erschien der Führer auf dem Balkon des Hauses des Reichspräsidenten, um die stürmischen Huldigungen der Tausende von Zuschauer in der Wilhelmstraße entgegenzunehmen. Anschließend begab sich der Füh- rer zur Reichskanzlei. Dorthin war inzwischen d i e Ehrenkompanie unter Führung chres Kompaniechefs, Hauptmann von der Lancken, ju wollen, in dieser Frage die Initiative zu ergreifen. wobei es noch durchaus nicht sicher ist, ob nicht Franzosen und Engländer wenigstens hinter den Kulissen alle Hebel in Bewegung setzen werden, um einen ihnen im Herzensgründe unangenehmen Beschluß zu hintertreiben, den sie zwar mit Rücksicht auf die Sanktionsbegeisterung ihrer innerpolitischen Opposition sowohl in Frankreich wie in England in aller Öffentlichkeit gut heißen müßten. Ob allerdings die kleineren Mächte, die im Völkerbund ja nicht ausschließlich ein bequemes Instrument miperialistischer Politik sehen, sich au ein solches Spiel einlassen werden, muß dahingestellt bleiben. Schweden, durch den italienischen Bombenangriff auf sein Lazarett in Dolo äußerst gereist und mit ihm die drei anderen skandinavischen Staaten, werden wohl sich einer weiteren Vertagung des Beschlusses über die Oelsperre widersetzen. Aber von anderer Seite sind inzwischen Fäden gesponnen, um Italien vor einer Verschärfung der Sanktionen zu bewahren. König Leopold von Belgien hat eine durch einen Autounfall im Sommer notwendig gewordene Konsultation eines Londoner Chirurgen zu einer Fühlungnahme mit Baldwin benutzt, zu der ihn wohl die Sorge um die Zukunft des ihm verschwägerten italienischen Königshauses bei einem Fehlschlagen des abessinischen Unternehmens bewogen haben mag. Er hat offenbar erfahren, daß England nach dem Scheitern des Pariser Friedensplanes vorerst nicht geneigt ist, von sich aus irgendwelche neue Vermittlungsaktion einzuleiten und in Genf den Dingen ihren Lauf lassen möchte, ohne allerdings wohl selber diesmal dort auf Verschärfung der Sanktionen gegen Italien drängen zu wollen. Auch der Vatikan, dessen Finanzlage von den Sanktionen in Mitleidenschaft gezogen wird, scheint seine Fühler nach verschiedenen Richtungen ausgestreckt zu haben. Einmal nach Paris, wo Laval, der immer auf gute Beziehungen zum Heiligen Stuhl Wert gelegt hat, ihm erklärt haben dürfte, daß für eine neue Vermittlung die Zeit noch nicht reif fei, 3um andern nach Prag, wo Benefch, der neue Präsident der tschechoslowakischen Republik, die langjährigen Reibereien mit dem Vatikan beendet hat und vielleicht zu einer leichten Dämpfung seiner an sich sehr sanktionsfreudigen Politik in Genf bewogen werden konnte. Auch die für kommende Woche geplante Reise des österreichischen Bundeskanzlers Schuschnigg nach Prag steht im Zusammenhang mit dem Abessinienkonflikt und der . Sanktonsfrage. Die klerikale österreichische Regierung, die sich einst aus Angst vor der national- . sozialistischen Bewegung im eigenen Lande den < Italienern an den Hals geworfen hatte, spürt an- , scheinend neuerdings Beklemmungen angesichts der ■ wachsenden Schwierigkeiten, vor die seine Afrika- i Politik den italienischen Bundesgenossen stellt. In j Wien sieht man sich daher nach anderen Freunden , um, die ebenfalls ein Interesse haben könnten, das , volksfremde Regime in Oesterreich zu stützen, um s die beiden deutschen Länder nicht zueinander kom- , men zu lassen. Frankreich und die Kleine Entente t lands gefunden haben. Sie werden überall einen • lebhaften Widerhall finden. • Mit Befriedigung können wir feststellen, daß das • ?■ 1935 unserem Volke wichtige Fort- schrit te gebracht hat. Es ist uns gelungen, eine weitere gewaltige Anzahl arbeitsloser Volksgenossen neuer Tätigkeit zuzuführen und dadurch immer größeren Kreisen arbeitswilliger Kameraden ' die Möglichkeit einer besseren Ernährung, Wohnung und Familienfürsorge zu verschaffen. Die deutsche Wirtschaft hat sich im abgelaufenen Zahre weiter gefestigt. Das verständliche Verlangen unseres Volkes, die Früchte feiner Ar- beit — ebenso wie die anderen Völker auch — nach außen gegen die Wechselfälle einer politisch bewegten Zeit z u sichern, ist im vergangenen Jahre endlich Wirk- Ii d) f e i t geworden. So blicken wir mit Dank gegen ote Vorsehung, die unsere Arbeit gesegnet hat, auf bas Jahr 1935 zurück und treten mit dem festen Willen, das begonnene Werk erfolgreich sortzu- setzen, in das neue Jahr ein. (Erfüllt von der Sehnsucht, mit den anderen Volkern der Erde in Frieden zu leben und mit ihnen auf allen Gebieten des Lebens in gegenseitigemVerständniszufammen- du arbeiten zum Wohle und zum Fortschritt Der Menschheit, wünscht das deutsche Volk aufrichtig, das gleiche Streben nach vertrauensvoller Mitarbeit und gegenseitiger Rücksichtnahme auch bet allen anderen Völkern zu sehen. Ich und Die Reichsreglerung sowie das gesamte deutsche Volk vereinigen sich daher mit Ihnen, Herr Nuntius, in der Hoffnung, daß das neue Jahr die sehnlich erwartete Entspannung und Beruhigung unter den Völkern und einen wirklichen Frieden bringen möge. In dieser Hoffnung spreche ich Ahnen, Herr Nuntius, und Ihnen allen, meine Herren, zugleich für Ihre Staatsoberhäupter, Regierungen und Völker in meinem und des deutschen Volkes Namen d i e herzlichsten Neujahrswünsche aus. Nach diesen Ansprachen begrüßte der Führer und Reichskanzler und nach ihm der Reichsminister des Auswärtigen die im Halbkreis ihrer Rangfolge nach stehenden Botschafter, Gesandten und ' Geschäftsträger einzeln und nahm deren persönliche Glückwünsche entgegen, woran sich kurze Unterhaltungen knüpften. Lebhafte Anteilnahme der Vevölkernng. scheinend auch das Zweideutige und Sinnwidrige einer solchen Politik und beeilt sich daher, zu versichern, daß diese Erörterungen über gegenseitigen Beistand sich ausschließlich auf den Fall eines Konflikts mit Italien bei Erfüllung der Verpflichtungen aus dem Artikel 16-dts Völkerbundsstatuts bezögen. In Paris aber scheint diese Einschränkung keineswegs so selbstverständlich verstanden zu werden. Hier möchte man allzu gern durch die Hintertür des zur Erörterung stehenden besonderen Falls allgemein gültige Sonderabmachungen mit England einschmuggeln, die man früher ohne den Druck eines drohenden Konflikts mit Italien niemals erreicht hatte und für die auch der Locarno- Vertrag keinerlei Raum bietet. Der Locarnovertrag ist ja nicht zu dem Zweck geschloffen worden, einem Dertragsteil besondere Sicherungen zu gewähren, sondern er will diese Sicherheit gleichmäßig für alle Partner gestalten. Jede Sonderabmachung hinter dem Rücken des einen Partners ist geeignet, Mißtrauen zu wecken und damit das ganze Vertragsgebäude zu erschüttern. Deutschland muß von seinen Vertragspartnern die gleiche Loyalität verlangen, die es selber vom ersten Tage der jetzigen Krise an sich hat angelegen sein lassen. Nur dann kann die Gefahr wachsender Spannungen vermieden und der Konflikt im eng umgrenzten Rahmen gehalten werden, wie es alle wahren Friedensfreunde dringend wünschen müßten. Maßnahmen im östlichen Mittelmeer eine Flottenpolitik abrunden, die sich auf alle Eventualitäten einrichtet. Bei den Besprechungen der Militärsachverstän- digen Frankreichs und Englands ist auch ein gegenseitiger Beistand der beiden Mächte mit den beiderseitigen Land- und ßuftftreitfräften erörtert worden. Dabei ist einmal die Frage der Wiederbesetzung der französisch-italienischen Alpen- grenze aufgeworfen worden, die Frankreich nach den römischen Abmachungen vom 7. Februar 1935 von Truppen entblößt hatte, nun aber bei Verschärfung der Sanktionen gegen Italien für gefährdet hält Es will sie also wieder verstärken durch Truppen, die es von der Ostgrenze abzieht, und als Ersatz hat es anscheinend von England Zusicherungen verlangt, daß dieses mit eigenen Truppen den Schutz eines Teils der französischen Grenze gegen Deutschland übernehme. Es sind das Gedankengänge, die feit Versailles immer wieder in den Köpfen französischer Generalstäbler gespukt und bei ihren englischen Kameraden häufig genug auf mehr Gegenliebe gestoßen haben, als es der britischen Politik dienlich war. Seit dem Locarno- Vertrag, der die deutsch-französische Grenze unter die Garantie Englands und Italiens gestellt hat, sollte für irgendwelche einseitigen Abmachungen zwischen einer der Garantiemächte und einer den Schutz der Garantie genießenden Macht kein Raum mehr fein. In England empfindet man an-1 Berlin, 10. Jan. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler tjatte mit Rücksicht auf die Feiertagsruhe des Weihnachts- und des Neujahrsfestes angeordnet, daß d i e traditionellen Neujahrsglückwunschempfänge nicht mehr am 1. Januar selbst, sondern künftig e r ft einige Tage später ftattfinben sollen. In diesem Jahr ist der 10. Januar dafür bestimmt worden. Die Glückwünsche der Wehmacht Demgemäß empfing der Führer und Reichskanzler am Freitag im „Haus des Reichspräsidenten" m der hergebrachten Weife zunächst d i e Vertreterder Wehrmacht zur Entgegennahme der Neujahrsglückwünsche des Heeres, der Kriegsmarine und der Luftwaffe. Hierzu waren erschienen: der Reichskriegsminister und Oberbefehlshaber der Wehrmacht, Generaloberst v. Blomberg, der Oberbefehlshaber des Heeres, General der Artillerie Freiherr v. Fritsch, der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, Admiral Dr. h. c. Raeder, der Oberbefehlshaber der Luftwaffe, General der Flieger Goring. Nachdem der Reichskriegsminister in kurzer Ansprache Dem Führer die Wünsche der Wehrmacht übermittelt hatte, tauschte der Führer mit jedem der erschienenen Oberbefehlshaber Neujahrsglückwünsche aus. Im Ehrenhof waren an Stelle der früheren Ehrenwache in Zugstärke — in diesem Jahr nach Wiederherstellung der Wehrhoheit des Reiches zum ersten Mal eine Ehrenkompanie des Heeres mit Musik aufgezogen. Sie erwies Ehrenbezeugungen durch Präsentieren vor dem Oberbefehlshaber der Wehrmacht und vor den Oberbefehlshabern der Wehrmachtteile bei ihrer An- und Abfahrt. Die Glückwünsche der Partei wurden dem Führer bereits bei früherer Gelegenheit durch den Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, überbracht. Der Aeujahrsgruß der Halloren. Um 11.10 Uhr empfing der Führer den Staatskommissar von Berlin, Dr. Lippert, der ihm im Namen der Reichshauptstadt den Neujahrsgruß entbot. Anschließend überbrachte eine Abordnung der „Salzwi r^e rbrüderschaft in Thale 3 u Hall e", der sogenannten Halloren, dem Reichsoberhaupt nach altem Brauch Salz, Schlackwurst und ein Glückwunschgedicht, den sogenannten Neujahrs-Carmen. Der Führer dankte den in ihrer Tracht erschienenen Halloren mit freundlichen Worten und sprach ihnen zugleich für ihre Brüderschaft feine besten Wünsche für das neue Jahr aus. Nach dem Empfang beim Führer begaben sich die Halloren zu Reichsminister Dr. Goebbels, um auch ihm in althergebrachter Form die Glückwünsche zum neuen Jahre auszusprechen. sind für eine solche Politik natürlich die gegebenen Partner, und daher bricht Herr Schuschnigg, blind für die selbstverständlichen Gebote völkischen Bewußtseins, zunächst nach Prag auf, um nur ja jeder Annäherung an Deutschland aus dem Wege gehen zu können. Die auf eine erneute Vertagung der Oelsperre vorbereitenden Berichte der Presse in Paris und London stehen einigermaßen in Widerspruch zu den Handlungen der beiden Regierungen. Im Dezember haben in Paris eingehende Besprechungen der Militär- und Marinesachoerständigen Frankreichs und Englands stattgefunden, die ein Zusammenarbeiten der bewaffneten Macht beider Länder für den Fall festlegen sollten, daß Italien durch eine Verschärfung der Völkerbundssanktionen gereizt, eine der Sanktionsmächte angreifen sollte, um die Blockade zu durchbrechen. Die Besprechungen der Sachverständigen sind kaum beendet und der Tag des Zusammentritts des Genfer Sanktionsausschusses, dem es obliegt, die Verhängung der Oelsperre über Italien zu beschließen, rückt bedrohlich näher, als die britische Admiralität eine Umgruppierung der „Grand tleet“ anordnet, Die trotz aller plausiblen Begrünbungen mit Dem noch ausstehenden Weihnachtsurlaub und Den um Diese Zeit stets üblichen Flottenmanövern Doch als beträchtliche Verstärkung Der britischen Seemacht um Gibraltar angesehen werben muß. Zwar werben der Schlachtkreuzer „Hood", der mit seinen 46 000 Tonnen das größte Kriegsschiff der Welt ist, das Linienschiff „Ramillies" und die ganz modernen Kreuzer „Orion" und „Neptune" aus Gibraltar zurückgezogen, aber diese scheinbare Schwächung der Mittelmeerflotte wird reichlich wettgemacht durch den Befehl, daß die beiden 40 000-Tonnen-Schlachtschiffe „Nelson" und „Rodney", der Flugzeugträger „Fu- rious" (26000 Tonnen), der Kreuzer „Cairo" und eine Zerstörerflottille, also ein beträchtlicher Teil des Heimatgeschwaders, zu Hebungen in See gehen sollen, die sie in die Gewässer um Gibraltar fuhren werden. Gleichzeitig läuft das zweite französi - f ch e Geschwader, das in Brest stationiert ist, ebenfalls zu Uebungen aus, die es während der kritischen Tage in Genf vor Casablanca an der nordwestmarokkanischen Küste in nächster Nähe von Gibraltar sehen werden, während für das erste französische Geschwader, dessen Heimathafen Toulon ist, für Den 20. Januar Uebungen in der Nähe von Korsika angesetzt worden sind. Es fällt angesichts dieser überraschend ineinandergreifenden und sich ergänzenden Flottenbewegungen Englands und Frankreichs schwer, nicht an die Absicht einer sehr nachdrücklichen D e m o n st r a - tion zu glauben, so sehr auch in Paris und London jeder politische Zweck dieser Flottenbewegung bestritten wird und man sogar leugnet, daß diese Demonstration auf die gemeinsamen Besprechungen der Marinesachverständigen zurückgehe. Soviel könnte allerdings an den Darlegungen der Presse, die sich bemüht, den auf der Hand liegenden Widerspruch zu erklären, richtig sein, daß man die Verhängung der Oelsperre gerne vermeiden mochte aus vielerlei Gründen, worunter die Haltung Amerikas, Der Zweifel an Dem schnellen Erfolg her Sperre' nachDem Italien sich vermutlich für lange Zeit mit Del eingedeckt haben dürfte, und die Angst vor Zwischenfällen bei italienischen Gegenmaßnahmen die wichtigsten sein dürften. Vielleicht hofft man durch die Flottendemonstration auf der einen Seite Die Sanktionsfreunde im eigenen Lande und in Genf beruhigen zu können, um vor erneutem Drängen nach der Oelsperre sicher zu sein, und auf der andern Seite Italien so weit einzuschüchtern, daß es auch im Hinblick auf die nicht gerade rosige Lage auf dem abessinischen Kriegsschauplatz einen etwa neu präsentierten Friedensplan ernsthafter er- wägt als seinerzeit den Pariser. Dor allem aber will man wohl die Italiener vor „Dummheiten" warnen, etwa durch einen Vorstoß aus Libyen nach Aegypten oder vom Dodekanes aus nach Palästina die Lage unheilbar zu komplizieren. England hat übrigens auch im östlichen Mi11elmeer derartigen Husarenstreichen vorge- baut. Man spricht davon, daß es König Georg II. von Griechenland zu seiner Wiedereinsetzung, wie einst seinem Großvater die Jonischen Inseln, nun die Insel Cypern als Morgenaabe mitgeben werde, an der es in den fünfzig Jahren feiner Herrschaft nie viel Freude erlebt hat, da die überwiegend griechische Bevölkerung der Insel nach Befreiung von Den Türken Die englische Besitznahme als bittere Enttäuschung empfunDen hatte unb stets Die Vereinigung mit GriechenlanD angestrebt ljat. Aber als Gegenleistung soll EnglanD bereits erreicht haben, Daß GriechenlanD Der britischen Flotte Die im SüDen Der Insel Kreta gelegene Suda- Bucht, Die im Weltkrieg Den Deutschen U-Booten als Unterschlupf geDient hat, als Stützpunkt einräumt, womit EnglanD dem italienischen DoDekanes gegenüber eine starke Stellung beziehen könnte. Aber auch auf Kephalonia, einer Der Jonischen Inseln, soll EnglanD sich einen Flottenstützpunkt ausbeDungen haben, von Dem aus eine britische Flotte Den süDitalienischen Kriegshafen Tarent gegebenenfalls in Schach halten konnte. Weiter wollen Gerüchte auch noch von Abmachungen mit Süb- flawien über Die Benutzung Des Hafens von Kotor (Cattaro) an Der Dalmatinischen Küste wissen, von Dem aus Die Ueberfahrt von Bari unD BrinDisi nach Albanien gestört werben könnte. So würben biefe ■it IM ! -M / M / ■•; /*;■ GK M ^^NAW WWW WWWM^WWW M' W AM E >■ W^zG' s- •’■ ■ ■■ X >'*$$£ <■ ■W * . er Führer und chsminister des Rangfolge nach ind Gefchä'ls- fönliche Glück- Interhaltungen Kommandeurs des Wachregiments, Oberstleutnants Freiherr von und zu Gilsa, die Front der Ehrenkompanie ab. Hieran schloß sich ein Vorbeimarsch der Ehrenkompanie vor ihrem Obersten Befehlshaber, dem Führer und Reichskanzler Adolf Hitler abgerückt und hatte in der Wilhelmftraße gegenüber der Reichskanzlei Aufstellung genommen. Trotz des regnerischen Wetters hatte sich auch hier eine große Menge eingefunden, die den Führer wieder mit herzlichen Kundgebungen begrüßte. Der Führer schritt in Begleitung des Kommandanten von Berlin, Generalleutnant Schaumburg, und des Grenze für notwendig. Bis zur ausreichenden Verstärkung der ägyptischen Armee werde ein en y- lisch-agyptlsches Militärbündnis für den Schutz Aegyptens wünschenswert sein. Zum erstenmal zog eine Ehrenkompanie des Heeres mit Musik zum Neujahrsempfang auf, deren Front der Führer in Begleitung des Reichskriegsministers abschritt. — (Scherl?Bilderdienst-M.) Nationalsozialistische Marktordnung Wichtige Besprechungen zur Sicherung der Marktordnung in Hessen-Nassau. Diplomat'^ ° «op an an- * Die ^"Äaegen' wir ,r[(f)ien TtiS Ss b r inM legen! In der nfchirmen und vchaulusti« > des Reichs« inzlei, auf der skanzlers weht, mte ziehen auf ürgerfteig ent« larfchnmfik das n den Linden nbiegt. Haupt« T 2. Kompanie Pommern und zieht der Dopes Reichspra!" s Führers i Flaggenmast , Kommanoos. ng. Set Nu' während her Jorgarten ein« n der Straße etritt. ten M «• empfangf>e® deinen, W* SiuiWW jjafais oirial* ber DiP*0; erft m°" dm ■ntompan« 1 unb , toabren® »1£ NSG. Am gestrigen Freitag hatten sich die Vertreter der Regierung in Wiesbaden, der Hessi- fischen Landesregierung und der V e r - waltungsbehörden im Hause der Landesbauernschaft versammelt, um mit dem Landes- bauernführer und den Leitern der zuständigen Abteilungen die Durchführung der Marktordnung zu besprechen. Landesbauernführer Dr Wagner sprach über die Aufgaben des Reichsnährstandes und über die Anerkennung, die seiner Arbeit heute zuteil wird. Wenn die Erzeugungsschlacht des deutschen Bauerntums die notwendige Steigerung der Erträge zum Ziel habe, so stelle andererseits die Marktordnung das sichere Mittel dar, eine für die Gesamtheit nützliche nationalsozialistische Wirtschaftsführung und W a r e n l e n k u n g zu erreichen. Um die Zusammenarbeit zwischen Behörde und Reichsnährstand bei Durchführung und Ueberwachung der Marktordnung möglichst erfolgreich zu gestalten, habe er die Behördenvertreter zu dieser Besprechung gebeten. Die Marktordnung habe sich erst in der jüngsten Zeit wieder bewährt und stelle die einzige Möglichkeit dar, f e st e Preise zu halten und so der Allgemeinheit zu dienen. Landesabteilungsleiter Moses gab eine Darstellung der früheren und heutigen Wirtschaftsauffassung und betonte dabei, daß im nationalsozialistischen Staat wieder eine vernünftige Haushaltspolitik herrscht, die die Ausgaben nach den Einnahmen richtet. Wie das Reichsnährstandsgesetz stelle auch die Marktordnung einen großen Rahmen dar, innerhalb dessen nach der jeweiligen Loge die notwendigen Maßnahmen durchqeführt werden können. Abteilungsleiter Aüessor Manke sprach über die verwaltungstechnischen Fragen, die sich aus der gemeinsamen Beteiligung an der Marktordnung und deren Ueberwachung ergeben und stellte dabei eine Sammelveröffentlichung der wichtigsten Anordnungen in baldige Aussicht. Die Aussprache bewies das rege Interesse der Behördenvertreter; durch Meinungs- und Erfahrungsaustausch konnte erfreuliche Klarheit geschaffen werden, es wurde unter Zustimmung aller Anwesenden der Wunsch ausgesprochen, daß diese Besprechungen bei gegebener Zeit wiederholt werden. Am Nachmittag fand eine Zusammenkunft mit den Kreisdirektoren der hessischen Kreise statt. Oie weibliche soziale Betriebsart»«»!. Berlin, 10. Jan. (DNB.) Zwischen der Reichs- wirtfchaftskammer, der Reichsgruppe Industrie und dem Frauenamt der DAF. ist ein Abkommen über die weibliche soziale Betriebsarbeit getroffen worden. Danach wird das Frauenamt der DAF. in Zukunft die berufliche Dorschulung der in die betriebliche Sozialarbeit eintretenden Frau überwachen und die ständige politische Ausrichtung und Schulung für besondere Aufgaben übernehmen. Während die Wahl der einzu st eilen den Sozialarbeiterin dem Betriebsführer vorbehalten bleibt, der auch ihre Besoldung vornimmt, soll das zuständige Gau-Frauen- amt geeignete Vorschläge für die Einstellung machen. Da es unbedingt notwendig erscheint, daß die Sozialarbeiterin genaue Kenntnis von dem Betrieb und den einzelnen Arbeitsvorgängen erhält, ist vorgesehen, daß sie zu Beginn ihrer Tätigkeit die praktische Arbeit im Betrieb selb st ausübt, also nicht in Krankenstuben, Kantinen usw., sondern am Arbeitsplatz eingesetzt wird. Der stärkere Einsatz der Sozialarbeiterin soll dem Betriebsführer wie dem Dertrauensrat eine arbeits- und sozialpädagogisch geschulte Frau zur Seite stellen, die für das Wohl der Gefolgschaft sorgt und vor allem eine enge Bindung zwischen der arbeitenden Frau und dem Betrieb herbeiführt Wöchentlich werden 12 Flugzeuge gebaut. London, 11. Ian. (DNB. Funkspruch.) Wie „Daily Telegraph" meldet, ist eine erneute große Beschleunigung der englischen Luftrüstung vorgesehen. Die englische Luftflotte werde In Zukunft durchschnittlich um ein Geschwader (12Flugzeuge) in der Woche vermehrt werden. Seit der Ankündigung des zweijährigen Aufrüstungsprogramms im vergangenen Wai feien die englischen Lnftstreitkräfte bereits um 285 Arontflugzeuge verstärkt worden. Gegenwärtig umfaßt die Luftflotte 1300 Maschinen. Line große Anzahl neuer Flugzeuge sei außerdem sofort lieferbereit. Ferner würden mehrere völlig neue Kriegs- Flugzeugtypen hergestellt, deren Wert und Leistung alle Erwartungen übertroffen hätten. Auch in der personalausbildung seien große Fortschritte gemacht worden. Fünf neue Kampffliegerschulen seien bereits in Betrieb und von den 13 vorgesehenen neuen Sport- ftiegerschuten für die Anfangsausbildung von Militärfliegern feien neun eröffnet worden Die berühmte Avro Flugzeugfabrik in Manchester, die zur Zeit Tag und Nacht arbeite, werde ihren Betrieb demnächst vergrößern. 3n den letzten Monaten feien schon Hunderte von neuen Arbeitern eingestellt worden. Die Sicherung Aegyptens. Die britischen Verhandlungen in Kairo. London, 10. Jan. (DNB.) lieber die 23er« Handlungen des britischen Oberkommissars in Kairo mit den Führern der ägyptischen Parteien berichtet Reuter: Der Oberkommissar bestätigte, daß England aufrichtig gewillt sei, den Vertrag von 1930 zu unterzeichnen. Der Entwurf von 1930 sah lediglich für die Suezkanal-Zone eine britische Besatzung von 8000 Mann vor. Man frage, ob diese 8000 Mann im Falle eines plötzlichen Angriffes g e • nügen würden, um zusammen mit der ägyptischen Armee die westliche Grenze zu verteidigen. Die Beförderung britischer Truppen von der Kanalzone nach dem Westen würde zu viel Zeit in Anspruch nehmen. Solange Aegypten keine eigenen Luftstreitkräfte besitze, halte England eine britische Luftstreitkraft zur Verteidigung der westlichen Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel 2). 21. XII. 35: 11300. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Berline Empfang zu Ehren der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft. Aus Anlaß des 25jährigen Bestehens der Kai- fer-Wilhelm-Gefellfchaft zur Förde- rung der Wiffenfchaften, der die Reichshauptstadt feil zehn Jahren als förderndes Mitglied angehört, fand im Berliner Rathaus ein Abend- empfana durch Staatskommissar Dr. Lippert statt. Neben dem Präsidenten Geheimrat Planck, und dem Vizepräsidenten Dr. Krupp von Bohlen und Halbach sah man Reichsminister Graf Schwerin von Krosigk sowie viele weitere namhafte Vertreter des Staates, der Wehrmacht, der Partei, der Wissenschaft und der Industrie. Notmaßnahmen in Äenezueto Caracas, 10. Jan. (DNB.) Amtlich wird bekannt gegeben, daß sich die Regierung infolge der kommunistischen Agitation und des hierdurch gestörten Friedens zu Notmaßnahmen gezwungen gesehen habe. Die Ordnung sei mit Beschleunigung wieder hergestellt worden. Staatspräsident Lopez Contreras werde sein großes Verwaltungsprogramm durchführen, das besonders den Schutz des Arbeiters und die Sicherheit der Arbeit, ferner eine aktive Förderung des Kapitalumlaufs, einen Umbau unangemessener Steuern nzler üb»w °i»m ’t^Hba, Fort. “”,s gelungen tsl* ä! “Suftntn vechandliche !> ee feiner Ar. Er auch _ echfelfälle >t jy Üblich Wirk, m Dank gegen W H auf ,a dem festen gleich fortzu. den anderen feben und Lebens in lufammen- im Fortschritt Volk austich- ensooller Mit- me auch bei < ehen. Ich und ' !°mte deutsche -n, Herr Run- Fahr die sehn- id Aeruhj. ■ "en wirklichen ffnung spreche allen, meine Häupter, Re- ' nb bes beut« Hsten Reu- ) » WS. " mi H her nll‘ En», «Xfc s 'her q0 "ie- rocarn^no- SS "S "Sieben S iMen A ? und riebens?rQlten nstounbe und eine Anzahl von Verbesserungen in der öffentlichen Verwaltung vorsehe. Das Verwaltungs- Programm werde gleichzeitig für b i e Ausländer Garantien bieten, die dem traditionellen Geist der venezolanischen Gesetze entsprechen. Das Volk billige die von der Regierung ergriffenen Maßnahmen. Der Gesandte von Venezuela erklärt dem DNB.: der Herd der Unruhen liege hauptsächlich in Caracas und Maracaibo. Die Unruhen seren nicht gegen die jetzige Regierung gerichtet sonndern vielmehr gegen Kräfte der früheren Regierung. Unmittelbar nachdem die Streikbewegung eingesetzt habe, habe die Regierung eingegriffen. Die Regierung besitze das völlige Vertrauen der Mehrheit des Volkes Die Knie derHlottenkonferenz. Die japanische Flottenabordnung hott neue Anweisungen ein Tokio, 11. Jan. (DNB. Funkspr.) Die japanische Flottenabordnung in London hat angefragt, ob die Abordnung die Konferenz verlassen soll, falls am Montag der japanische Vorschlag a b - gelehnt wird, oder ob ein japanischer Beobachter den weiteren Verhandlungen über die Vorschläge Englands und Frankreichs beiwohnen soll. Es verlautet, daß man der Abordnung die Anweisung übermitteln wird, am Montag nochmals den japanischen Vorschlag zu begründen und bei einer Ablehnung die Beendigung der Fünf-Mächte-Tagung zu beantragen. Gegen die Belassung eines Beobachters in der Konferenz werde kein Einwand erhoben. Für den Fall eines Austritts aus der Flottenkonferenz bereitet die japanische Regierung eine große Erklärung vor Beschleunigte Lufirüstung in England. ist nicht nur gut, weil sie eine neue Zigarette ist, JUWEL wird stets gut bleiben, weil für sr allzeit nur hochwertige, echt macedonische um türkische Tabake harmonisch abgestimmt zu Verarbeitung kommen. 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Der Gang der Verhandlungen ergab dann weiter, daß die Morganbank die Versenkung des englischen Dampfers „A r a b i c" am 19. August 1915 durch U-Boote als propagandistischen Hintergrund für die Auflegung einer weiteren ungedeckten englischen Anleihe in den Vereinigten Staaten ausnutzte. Bei der Versenkung des Dampfers kamen damals zwei amerikanische Bürger ums Leben. Eine Woche nach der Versenkung der „Arabic" und zwei Wochen nach dem Aufgeben der Stützungsaktion des englischen Pfundes durch die Morganbank hob Wilson entgegen dem Widerstand des Außenministers Bryan das Anleiheverbot an Kriegführende auf. Ausschußmitglieder bejchuldigten Morgan & Co., daß sie einen Druck auf die amerikanischen Kriegslieferanten ausgeübt habe, um sie zu bewegen, Anteilscheine der ersten großen alliierten Kriegsanleihe von 1915 über 500 Millionen Dollar zu kaufen. Morgan wies diese Beschuldigungen in großer Erregung zurück. Das Ausschußmitglied Clerk unterbreitete e i n Kabeltelegramm, das Morgan & Co. am 30. September 1915 nach Genehmigung der Anleihe durch die amerikanische Regierung an das Londoner Morgan-Haus geschickt hatte. In diesem heißt es, daß gegen die Anleihe von deutschen Kreisen, namentlich in Chikago, starker Widerstand bestehe. Viele große Fabrikanten in Amerika, mit denen Morgan & Co. nicht in unmittelbare Verbindung getreten sei, hätten aber von britischen Munitions- Herstellern große Bestellungen. Die größten briti- sehen Auftraggeber müßten veranlaßt werden, den amerikanischen Fabrikanten zu kabeln, daß der Erfolg der Anleihe wesentlich für den amerikanischen Handel sei und daß die Fabrikanten sich sofort mit Morgan & Co. in Verbindung setzen sollten. Die Verhandlung ergab die bemerkenswerte Tatsache, daß die große Alliierten - Kriegsanleihe dem Morgan - Syndikat einen Gewinn von 9,550 Millionen Dollar einbrachte. weil Sie plötzlich abgespannt und müde wurden, dann hilft als anerkanntes Kräftigungsmittel Doppelherz. Bei Schlaflosigkeit,Nervenschwäche,Mcttigkeit _ Ä Erschöpftsein und son- stigenSchwächezustän- VwV den als Kräftigungsmittel unentbehrlich. • Flaschen zu 1,95 RM, 3,70 RM und 4,65 RM, Doppelherz-Dragees 1,50 RM. Zu haben in nachstehenden Drogerien: C. Seibel, Frankfurter Str., 0. WlnterhoH, Kreuzplatz 9/10. Grünberg: Karl Schott u. sämtl. Filialen. Laubach: Solms-Lau- bacher Drogerie Karl Klein. 146v Möbelfabrik una Einrichtungshaus GEBR. TREFZGER Frankfurt a. M. 182D Große FriedbergerStr. 33 Frischen rheinisch. Spinat Feldsalat, Rosenkohl und alle and. Gemüsearten liefert zum äußersten Tagespreis E. Schreiber, Bonn, Römerstr. 88 Telefon 3294. 155d | Vermietungen | 6-Zin-WobL mit 2 Entresol- zimmern, Badezimmer u. 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Eine Flut giftigster und sich in Haß und Gemeinheit unter höchstem Schuß überschlagender Zeitungen: Wäre ihre Zahl maßgebend für das Abstimmungsergebnis gewesen — Deutschland hätte keine 25 v. H. bekommen. Parolen vom materialistischen „Halte fest was du hast!" bis zum Spruch „Für Christus gegen Hitler!" Keine, die nicht bezahlt und bestochen gewesen wäre — mit verantwortungslos verwendeten Geldern des französischen Volkes. Kommunistenblätter, die mit der katholischen Kirche zu trinken versprachen, während man am gleichen Tage in Moskau den Papst über einen 50=kw= Lützellinden, 10. Jan. Gestern Abend fand im Rathaussaale eine Versammlung von Bauern und Landwirten statt. Im Rahmen der Erzeugungsschlacht sprach Fräulein Paulus von der Bäuerlichen Werkschule in Wetzlar über „Schweinehaltung, insbesondere Fragen der Ferkelaufzucht, Haltung und Fütterung." Die Rednerin gab, gestützt auf eigne praktische Erfahrung, den Zuhörern manche nützliche Anregung, um auch auf dem Gebiete der Fleischoersorgung die Unabhängigkeit vom Auslande zu erreichen. Der Vortrag wurde durch Lichtbilder ergänzt. <> Dornholzhausen, 10. Jan. Der G e - sangverein „Liederkranz 1929" hielt in der Wirtschaft Schieferstein seine diesjährige Iah- reshauptversammlung ab. Nach Begrüßungsworten des Vereinsvorsitzenden A. Althen erstattete der Kassenführer Gustav Richter den Kassenbericht. Der seitherige Vorsitzende Anton Althen wurde einstimmig wiedergewählt. Der Verein, der vor einigen Jahren fast am Boden lag, hat in der letzten Zeit seine Mitgliederzahl! nahezu verdoppeln können. Seinen Aufstieg hat der Verein in erster Linie der rührigen Tätigkeit seines neuen Dirigenten D e rn aus Großen-Linden zu verdanken. I Niederkleen, 10. Jan. Auf dem hiesigen Standesamt wurden im Kalenderjahr 1935 23 (30) Geburten, 11 (12) Eheschließungen und 21 (10) Sterbefälle beurkundet. Die in Klammern gesetzten Zahlen stellen die Beurkundungen des Kalenderjahres 1934 dar. — Die durch die Kriegsbeschädigten vorgenommene Sammlung für das Winterhilfswerk ergab in unserer Gemeinde den Betrag von 39,25 Mark. Genaispräsident Dr. Wilhelm Keller 85 Jahre alt LPD. D a r m st a d t, 10. Jan. Der im Ruhestand lebende Senatspräsident Geheimrat Dr. Wilhelm Keller wird heute 85 Jahre alt. Dr. Keller war über 50 Jahre im hessischen Justizdienst tätig, daneben längere Zeit Mitglied des Verwaltungs-. aerichtshofes, der Staatsprüfungskommission und langjähriger Vorsitzender der Reichsdisziplinar- fammer. Er leitete zehn Jahre die von ihm mitbegründete „Hessische Rechtsprechung" und war mehrere Jahre Vorsitzender des Hessischen Richtervereins. Im Jahre 1907 hat die juristische Fakultät in Gießen ihm den Ehrendoktor verliehen. Der Oberlandesgerichtspräsident hat dem um die Justiz verdienten Richter zu seinem 85. Geburtstag die herzlichsten Glückwünsche übermittelt. Wetterbericht des Reichswetterdienskes. Ausgabeort Jranffurt. Der Einfluß des in das Nordseegebiet vorgestoße» nen Sturmwirbels auf die Witterung Deutschlands erreichte am Freitag seinen Höhepunkt. Die Zufuhr feucht-subtropischer Luftmassen ließ die Temperaturen in den Niederungen bis zu plus 15 Grad Celsius anfteigen und begünstigte vielerort das Auftreten von Gewittern, die Niederschlagstätigkeit nahm gleichzeitig erheblichen Umfang an. Von der Rückseite des Wirbels stoßen über England kältere polarmaritime Luftmassen vor, die das über Südwesteuropa schon zur Entwicklung gekommene Hochdruckgebiet, besonders nach Norden hin, an Ausdehnung gewinnen lassen. Demgemäß kann bei uns mit fortschreitender Beruhigung und Besserung, aber auch mit Abkühlung gerechnet werden. Aussichten für Sonntag: Fortschreitende Besserung und nur noch vereinzelt auftretende Niederschlagsschauer, merkliche Abkühlung, abfl-auende zunächst westliche und nordöstliche Winde. Aussichten für Montag: Zunächst noch Ueberroiegen des Hochdruck-Einflusses, vor allem nachts weitere Abkühlung. Biblische Vorträge • beginnend Sonntag, den 12. Januar, 15 und 20.15 Uhr, bis Mittwoch, den 15. Januar, täglich 10,15 u. 20.30 Uhr. Redner : Missionsinsvektor Veiel, Pfarrer Lohmann u.TiakonissenhausvaterGußke. Eintritt frei! Jedermann ist herzlich eingeladen. Evang. Stadimisfion oi4i Löberstraße 14. Obsrhess. Geschichtsverein Donnerstag, den 6. Januar, 20k Uhr Aula des Gymnasiums Priv -Doz. Dr. H. Richter Leder der Ausgrabungen auf der Glauburg: Die Glauburg Gäste willkommen 200 D TANZUNTERRICHT Am Montag, dem 3. Februar 1936, abends 8% Uhr, beginnt ein neuer TANZKURSUS Melisations-Vorträge von Bruder Blnm ans MöllMen am 14. u. 15. d. M., abends 8 Uhr, in der Kirche zu Großen-Buseck, vom 17.bis 2O.d.M., abends8Uhr, in der Kirche zu Wieseck, am 16. d. M., abends 8 Uhr, im Johannessaal in Gießen. 0175 Tanzunterrichi Am Dienstag, 14.Januar, abends 8 Uhr., beginnt ein neuer Tanzkursus Anmeldungen u.Auskunft • erbeten. Einzelstunden zu jeder Tageszeit. , 261 Tanzschule Bäulke Wolfstraße 31 Telephon 3835 Für Zentralheizungsanlagen APPEL & CO. Gießen 6891 d RHEINGOLD Heute 194d polizeiliche Verlängerung Thüringer Hof am Biebertalbahnhof Gefl. Anmeldungen werden entgegengenommen TANZSCHULE WILL 210d Leiter: Paul Will, Löberstraße 12 Samstag, den 11. Januar und Sonntag, 12. JanuarleeD karnevalistischer Abend Ernst Schiesser Else Schiesser, geb. Rmn Vermahlte Trier Gießen 11.3dnudr 1936 171 D Erste Versammlung der Kreisgruppe Gießen derWirtschaftsgruppelkinzelhandel am Montag, dem 13. Januar 1936,20.30 Uhr im Saal des „Hotel Hindenburg", Gießen,Seltersweg 68. Tagesordnung: l.Der Einzelhandel im nationalsozialistischen Staat. (Köhler, Leiter der Bezirksgruppe Hessen.) 2. Organisation und aktuelle Fragen des Einzelhandels, insbesondere Textil- und Fachsragen. b ürnni machst noch vor allem Fronffurt lorgestoße- entfernte Die Zufuhr Tempera- j Grad Geb t das Auf- lagslätigkeit in. Von der land kältere über Süd- mene hoch- , an Aus» nn bei uns Besserung, den. rtschreitende elende Nie» abslauende n J’^figen ■lQf)r 1935 en und 21 ^nrern qe, n des Kg, ' .Knegsbe- I für b q 5 Gemeinde ff dbfM 2H9.P Ruhestand '• Wilhelm Dr. Keller ienst tätig, rwaltungs-. 'iston und dißiplinar- > ihm mit- und war en Richter- he Fakultät r verliehen, m um die Geburtstag „. ,ird it-L ^eUS 1ÄSS lflafra;. ,TäNz! jer«! *»D „schift '■»“ Ta8e d,e iS Ge. trfLVni- p> ?letbe. qe7le,lteL Sy u unter, Q U i „ ^Lerkel, "ung, d^ Qvd) Quf 7^nqjg! *Q9 wurde Är?e< 'M"”. ? ben ilnton *■ ser S ?°d-" ,e9 hat der Jfeit seines )en Zu oer. ttr.9 Drittes Blatt<5it|jtnet Anzeiger (Eemral-Aiizetg« für stündlich ihre Handtasche öffnen, in allen Winkeln = nach dem Portemonnaie suchen, aus diesem nach = langem Hin und Her einen Zehner herausholen, ! vielleicht aber auch großes Geld zum Wechseln i geben, und dadurch natürlich ungemein „fördernd" - auf den Verkehr einwirken. Man fragt in aller Be- - scheidenheit: Muß das so fein? Ob Gießen wohl t auch nach dieser Richtung wenigstens einigermaßen es dabei zu vulkanischen Entladungen. Schon im ( 30jährigen Kriege klagte ein Regierungsbeamter ; über diesen Freiheitstrieb, der ihm natürlich als « Unbotmäßigkeit und Ungehorsam erschien, über , diese „Haupt- und Erbschwachheit" der Leute zu . Langsdorf. Dieser trotzige bäuerliche Freiheitsdrang kannte wirklich den Mannesstolz vor Fürstenthronen — er war durch brutale Dragonaden nicht unter- zukriegen, er war durch Bande und Gefängnis nicht zu brechen. Er bewährte sich in der jahrelangen Haft manches Mannes und teilte sich auch den Frauen dieses Dorfes mit. Auf ein so geartetes Bauerntum stieß in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts der von so gänzlich andersartigen Voraussetzungen herkommende Geist der französischen Revolution. Wohl wurde er in Langsdorf freudig begrüßt, weil er die Lockerung und Beseitigung der Reste feudaler Fesseln brachte; aber im Grunde war der Langsdorfer Freiheitsstolz nichts anderes als der urtümliche Freiheitsdrang des germanischen Menschen. Innerste Verwandtschaft mit westeuropäisch - demokratischem Denken besaß er nicht. Hier liegt die eine Wurzel für die Gestalt unseres „Lugge", seinen unbändigen Freiheitstrieb, der in die spanischen Stiefel von Parteiprogramm und Parteidisziplin sich nicht einschnüren ließ. Dicht daneben liegt eine zweite: ©eine starke Bodenständigkeit. Seit fast 400 Jahren siedelt die Sippe Köhler in unserem Dorfe. Der erste urkundlich nachweisbare Namensträger hieß genau wie der Lugge: Philipp Köhler, genannt der Schmied Don diesem um 1550 geborenen Ahnherrn stammen alle Träger dieses Namens m Langsdorf ab — viele Hunderte. Es entstand aus dem einen Mann eine Sippe von bäuerlicher Urkraft. Zu gewissen Zeiten überschwemmten sie geradezu das Dorf. In manchen Perioden stellte die Gesamtfamilie die führenden Persönlichkeiten auf allen G. Christian D e i ch e r t, der Altvater der hessischen Bienenzucht und ihr erster Vorkämpfer, begraben. Aus Anlaß des 50. Todestages fanden sich gestern mittag verschiedene Bienenzüchter unserer engeren Heimat am Grabe ein, um dem Manne eine Ehrung zu bereiten, der der Bienenzucht in unserer hessischen Heimat Wegbereiter war und den Gedanken der Bienenzucht zielbewußt förderte. In dankbarer Würdigung feiner Verdienste legte des- zu Großen-Buseck liegt der am 10. Januar 1886 verstorbene Pfarrer halb der Vorsitzende des Bienenzuchtvereins Gießern Herr B o d e n b e n d e r, im Namen aller hes- hing die Bienenzucht genommen at unb ® si'ch-n 3mter einen prächtigen Kranz nieder und deutung man ihr Heu ° b-'M'btt EnMotzten chaup 2000. . < r Die tapferen Frontkämpfer da draußen stehen unentwegt auf ihrem Posten. Durchhalten können sie nur dann, wenn die heimatliche Christenheit helfend hinter ihnen steht mit ihrem Gebet und ihrem Opfer. Zu beiden mahnt uns ganz besonders der diesjährige Missionssonntag. Laßt uns nicht müde werden! Denn die Mission ist Gottes Sache! Im Geiste des Verewigten brachte Professor 1 Werner ein dreifaches Sieg-Heil auf Führer und 1 Vaterland aus. Nach einem Trauermarsch von Beethoven dankte der jetzige Besitzer des Lugge-Hoses, Wilhelm Köhler, allen, die diese Ehrung seines Vaters zustandegebracht hatten, und übernahm die Tafel in den Schütz der Gesamtfamilie. Nach dem Lied vom Guten Kameraden sprach Wilhelm Fenchel ein Schlußwort, worauf die Feier mit dem ersten Vers der beiden Nationalhymnen ihren Abschluß fand. Danach begab sich ein großer Zug zum Grabe Köhlers, in dem er unter einem wuchtigen Münzen- berger Findling ruht. Hier legte einer seiner alten Freunde, Friedrich Gommersheim, der sich in der Kampfzeit der 90er Jahre den Dorfnamen des „Böckel-Schusters" verdiente, einen Kranz nieder mit dem Gelöbnis unverbrüchlicher Treue zu den Gedanken und dem Lebenswerke Philipp Köhlers. Anschließend an diese Kranzniederlegung lud die Witwe Köhlers, Dorothea geb. Bommersheim, die alten Freunde ihres Gatten zu einem gemütlichen Kaffeestündchen in ihr Haus. Hier sah man alle die ergrauten Männer, die vor einem Menschenalter in den Herzen der hessischen Bauern das Dritte Reich der Deutschen vorbereiteten. Manch gutes, kerndeutsches Wort wurde noch gesprochen, besonders ist zu erwähnen eine von feinem Humor gewürzte Tischrede Professor Werners, in der er die anwesenden alten Freunde ehrte. Treffliche Worte fand auch der Ortsgruppenleiter der NSDAP., Pg. K i r ch h ö f e r - Hungen, der die Verbundenheit der jungen Generation mit den alten Böckelianern im deutschen Denken beifällig zum Ausdruck brachte. Der Köhler-Gedenktag für unser Dorf ist vorbei. Aber nun ist dafür gesorgt, daß die Erinnerung an : den genialen Bauernführer unter uns nie verblassen wird, dessen Lebenswerk unter dem letzten Wort stand, das er an seinem Todestage niederschrieb: i „Ich habe doch gesiegt!" Aus der Provinzialhauptstadt. Inseln und Spalier. Jetzt wird's Ernst. Gießen wird Großstadt. Was unserer früherer verstorbener Stadttheater-Direktor Steingoetter in seiner Fastnachts-Revue Ende Februar' 1927 vorausjchauend noch nicht gesehen hatte, wird von der Polizei jetzt ins Werk gesetzt. Am Selterstor nimmt der Weg zur Großstadt Gießen seinen Anfang. Dort wird eine Verkehrsregelung mit modernen technischen Hilfsmitteln geschaffen, die sich sehen lassen kann . Die Gießener werhen nun gehen, d. h. richtig gehen lernen. Was viele Jahre lang vorbeigelang, diesmal hofft man's endlich zu erreichen. Dem Kreuz- unö Querlaufen, dem kunterbunten Durcheinanderfahren soll der Garaus gemacht werden. Zeit dazu ist's wahrhaftig. Die Polizei unternimmt ein verdienstliches Werk, dem man nur den besten Erfolg wünschen kann. Hoffentlich sind die Männlein und Weiblein, insbesondere die in jungen Jahren, denen der Himmel noch voller Geigen hängt, der gleichen Meinung. v . Zwei Verkehrsinseln inmitten des Fahrdamms und Spaliere am Rand der Bürgersteige sollen den Passanten und dem Verkehrs-Schupo am Selterstor bei dem Erneuerungswerk „Stecken und Stab" sein. Wir wissen nicht, ob für den Gießener Verkehrs- Schupo auch so große und weithin leuchtende weiße Handschuhe und ein weißer Tschako wie bei seinen Kollegen in der Großstadt vorgesehen sind. Aber wenn er dieses moderne Rüstzeug auch nicht hat, so wird hoffentlich doch alles gut gehen. Die Hauptsache ist, daß alle Beteiligten — und wer von uns in Gießen wäre das nicht? — guten Willens sind und die nötige Aufmerksamkeit an den Tag legen. Denn mit dem Jn-den-Tag-Hineinlaufen und -Hineinfahren, wie bisher, wird nun am Selterstor Schluß gemacht. Bald wird der Zeitpunkt da fein, wo man verkünden kann: Jetzt herrscht Ordnung im Betrieb! Hoffentlich werden davon auch die Stehkonvente der unermüdlichen Neuigkeiten-Erzähler und von Karl Balth. Kling (Langsdorf) ausgeführten Gedenktafel, die folgende Inschrift trägt: Philipp Kohler-Lugge dem deutsch - völkischen Streiter für freies deutsches Bauerntum Mitglied des Reichstags und Landtags geb. 6.8.1859, geft. 10.1.1911. Gewidmet von feinen Mitkämpfern 10.1.1936. Landesmiffionsfest am 12 Januar Von Dekan Mdmann, Schotten Gebieten. . Der Zweig, dem Philipp Kohler entsproß, siedelt seit langen Geschlechtern in einem Seiten- gäßchen, von dem ein Durchlaß durch die alte Dorp befeftigung, den Haingraben, führte, eine Lucke, eine Luke. Darum nannte man diese Familie, die in dieser „Lucke" wohnte, im Dorfnamen „Luckes . Philipp Kähler liebte die oberdeutsche Schreibweise und schrieb „Lugge". Davon führte er den Dorfnamen. Von Mutterseite her entstammte Köhler der Sippe Hofmann, die ebenfalls seit 400 Jahren hier ansässig ist. Oft genug hat dieses Geschlecht mit den Köhlern um die Führung im Dorfe gestritten Der Hofmanns-Zweig, dem Köhlers Mutter entstammte, die Hoheits - Schultheißen - Sippe, war ein Geschlecht von Herrenmenschen, auf freiem Erbe gewohnt zu befehlen. Es ist zu vermuten, daß Köhler von dieser Seite neben dem hünenhaften Wuchs das kühne, rücksichtslose. Draufgängertum erbte, das freilich in erster Linie rücksichtslos gegen sich selbst war, wie das ja der Lugge in feiner Hingabe an das „ deutsche Bauerntum bewiesen hat. , Die völkischen Gedanken endlich, die den eigentlichen Ideengehalt Köhlers ausmachten, lagen ebenfalls in Langsdorf sozusagen in der Lust. Antisemitische Gedanken erlebte er in frühester Kindheit Denn da war das Dorf noch voll von den aufwühlenden Erlebnissen, die die 48er Revolution ihm gebracht hatte. Sie sind bekannt unter dem Namen des „Langsdorfer Judenkrawalls der einen revolutionären Ausbruch des Freiheitsdranges und völkischer Gesinnung bedeutet. Hier kann nicht näher auf diese Begebenheiten eingegangen werden, als zum Verständnis der überragenden Gestalt Kohlers nötig ist. „ „ - Für sein Dorf war der Mann fast zu groß. Dem kühnen Fluge seiner Gedanken vermochten die Kleinbauern 'nicht Gefolgschaft zu leisten, zumal im engen Raum des kleinen Dorfes naturgemäß Die Großstadt wird? — Aber dieser Gegenwarts-Kummer soll unsere Freude über den „frischen Wind aus Kanada" in der Gießener Verkehrsregelung nicht trüben. Jetzt wollen wir alle aelehriae Schüler und eifrige Helfer der Polizei bei ihrer Modernisierung des Verkehrs sein. Die Aufgabe wird hoffentlich bald ihre Erfüllung gefunden haben. Dann — vielleicht auch schon etwas früher — wird wohl auch im Publikums-Verkehr der Straßenbahn die Morgenröte einer neuen Zeit heraufsteigen. E. B. Dornoiizen. Tageskalender für Samstag. NSG. „Kraft durch Freude": ab 15.30 Uhr auf dem Unioersitätsfportplatz Am Kugelberg allgemeine Körperschule und Waldlauf. — NSLB., Kreis Gießen: 15.30 Uhr Zusammenkunft der Bezirks- und Schulgruppenobleute in der Goetheschule in Gießen. — Stadttheater: 20 bis 22.15 Uhr: Gastspiel von Henny Porten in „Maria Garland". — Gloria- Palast, Seltersweg: „Verlieb dich nicht am Boden- fee!"; auf der Bühne Antonio Bazzanella. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die selige Exzel« lenz." — Deutsche Stenographenschaft: 20.30 Uhr in der „Stadt Lich" Jahreshauptversammlung. — Reichstreubund, Ortsgruppe Gießen: 20.15 Uhr I Kameradschaftsabend im „Aquarium". — Krieger- Gott will, datz allen Menschen geholfen ' werde und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. 1. Timotheus 2, V. 4. Die nachweihnachtlichenTage, im kirchlichenSprach- gebraud) Epiphanienzeit genannt, rufen mit eindringlicher Stimme die Christenheit hinein in jene große Verantwortung, in jene heilige Pflicht und gewaltige Aufgabe, welche der Herr der Kirche selbst mit aller Klarheit und Deutlichkeit gezeigt hat: Gehet hin in alle Welt und prediget das Evange- iium aller Kreatur!" Das Reichsgotteswerk der Mission ist das Jnnewerden dieser Pflicht und die Erfüllung dieser Aufgabe. Freilich, es gab eine Zeit in welcher die Mission, welche den nichtchnst- liche'n Völkern das in Jesus Christus erschienene Heil der Welt bringen will, als eine unbedeutende Winkelsache angesehen, ja sogar bekämpft und für völlig unnötig angesehen wurde. Fehlurteile über tue Mission und erschreckende Unkenntnis über ihre Bedeutung, ihr Wesen, ihr Ziel und ihre Arbeit sind auch heute noch genug verbreitet Gerade deshalb aber ist es ernstlich geboten den Ruf des Landesmissionsfestes zu hären und durch ihn sich erinnern xu lallen, daß es der klare und eindeutige Wille Gottes ist, allen Menschen, d. h. allen Volkern der Welt zu Helsen durch die Verkündigung des Evangeliums, und sie zu leiten m die Erkenntnis der ewigen Wahrheit: „Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch ln Ewigkeit. Die Mission hat es nicht notwendig, ihre Berechtigung unter Beweis w stellen; denn sie tragt ihren Auftrag zur Sendung ihrer Boten in sich selbst und ist nichts anderes als freudiger und verantwortungsbewußter Gehorsam gegenüber der göttlichen Weisung,, die da lautet „Gott will es!" Und weiter darf nicht vergessen werden, daß sie ein Lebensprmz,p der Kirche und der Christenheit hiaes Christentum vorhanden ist, ist als ganz na- tiLiche Auswirkung der Trieb ^r Mftfton^ erkennbar, und aus ihm herauswachserch das Gebe .Herr sende dein Licht und deine Wahrheit! und der Opfergeift- Die Liebe Christi dringet UNS also! Für alle diese grundsätzlichen Erwägungen und Er- Udernisse muß noch weit größeres Verständnis aufbrechen damit ein heiliger Wille wach werde und das unausweichliche Muß erkannt werde: „Das dalherren trat die stolze Gestalt des Bauernführers. Es war ein großer Tag für unser Dorf, randvoll großer und stolzer Erinnerungen. Die alten deutsch- völkischen Vorkämpfer aus nah und fern waren erschienen, dazu eine große Menge Volks, das vor dem Köhler-Haufe sich sammelte. Der Sohn Philipp Köhlers, zur Zeit Erbhofbauer im Lugqe-Hof, eröffnete die Feier auf dem Flügel mit Philipp Köhlers, zur Zeit Erbh Lugge-Hof, eröffnete die Feier auf dem einer Suite von Grieg. Zuerst sprach Wilhelm Die Vorkämpfer der völkischen Bewegung in Hessen vor dem Hause ihres vor 25 Jahren verstorbenen bem idyllisch am Freundes Philipp Köhler. Am Gebälk des schönen $ang gelegenen Friedhof Fachwerkhauses die Erinnerungstafel. - " (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.) Das Winterhilfswerk dankt? Die Gauführung des Winterhilfswerkes teilt mit: An der groß angelegten Weihnachtspaketaktion im Gau Hessen-Nassau haben sich alle Kreise der Bevölkerung in weihnachtlicher Volksverbundenheit und hervorragendem Opfersinn beteiligt. Unter den Weihnachtsspendern verdienen einige Gruppen ganz besonders hervorgehoben zu werden: Die Schneiderinnen haben über ihre Innungen Frauen- und Kinderkleider und Mäntel in solch liebevoller Ausführung zur Verfügung gestellt, daß die Pakete in vielen Familien unendliche Freude ausgelöst haben. Aehnlich haben sich die Schuhhändler durch besonderen Opfersinn ausgezeichnet. Sie haben durch ihre Fachgruppe über 2000 Paar Schuhe für bedürftige Volksgenossen als Weihnachtsgeschenk gestiftet. Wer Gelegenheit hatte, diese Schuhpakete zu sehen, wird bestäigen, daß hier nach dem Grundsatz gehandelt wurde: Für den bedürftigen Bruder mei- Das Arbeitsbuch. Antragspflichtig ist der Arbeiter oder Angestellte. NSG. Die Einführung des Arbeitsbuches für die Arbeiter und Angestellten der durch die erste Bekanntmachung des Präsidenten der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung vom 18. Mai 1935 aufgerufenen Betriebsgruppen ist nahezu abgeschlossen. Damit rückt der Zeitpunkt heran, von dem ab nach § 2 des Gesetzes über die Einführung eines Arbeitsbuches vom 26. Februar 1935 Arbeiter und Angestellte ohne Arbeitsbuch nicht mehr beschäftigt werden dürfen. Es ist damit zu rechnen, daß der Reichsarbeitsminister diesen Zeitpunkt alsbald festsetzen wird. Da das Gesetz die Beschäftigung ohne Arbeitsbuch unter Strafe stellt, — Zuwiderhandelnde können mit Geldstrafe bis zu 150 RM. oder mit Haft bestraft werden — empfiehlt es sich, das Arbeitsbuch, soweit es noch nicht geschehen ist, unverzüglich zu beschaffen. Zuständig für die Ausfertigung sind die Arbeitsämter, die das Arbeitsbuch aber nur nes Volkes ist zu Weihnachten das Beste gerade gut genug. Auch die Herrenschneider unseres Gaues standen in keiner Weise zurück. Sie ließen, zur großen Freude der Beschenkten, über ihre Organisation einen großen Posten von Herrenhosen zur Verteilung gelangen. Üeber 10 000 Pakete für Neugeborene und Kleinkinder wurden im Gaugebiet von den BDM.-Mädels in ihren Heimabenden zusammengestellt. Die Art der Geschenke, die mit rührender Liebe getroffene Zusammenstellung und Verpackung legten Zeugnis ab für die Begeisterungsfähigkeit und Gebefreudigkeit unserer BDM.-Mädels. Können unsere Jungmädels auch keine Reichtümer verschenken, so geben sie doch etwas, was mehr wert ist als Gold und Silber, nämlich kindliche Liebe, die sie, dem Ruf des Führers folgend, auf die Volksgemeinschaft übertragen. auf Antrag ausstellen. Antragspflichtig ist der Arbeiter oder Angestellte. Allerdings kann das Arbeitsamt den Unternehmer (Betriebsführer, Haushaltungsvorstand) verpflichten, die Antragsvordrucke an seine Gefolgschaftsmitglieder auszugeben, ihre Ausfüllung zu überwachen und die Anträge gesammelt an das Arbeitsamt zurückzugeben. Wo das Arbeitsamt von dieser Vorschrift keinen Gebrauch macht, muß der Arbeiter oder Angestellte alle mit der Antragsstellung verbundenen Förmlichkeiten selbst erledigen. Falls er zu dem vom Reichsarbeitsminister festzusetzenden Zeitpunkt kein Arbeitsbuch besitzt, darf er nicht weiter beschäftigt bzw. wenn er arbeitslos ist, nicht eingestellt werden. Die B e t r i e b s g r u p p e n , für die das Arbeitsbuch jeweils ausgestellt wird, geben die Arbeitsämter in den Zeitungen bekannt. Bis dahin kann die Einreichung von Anträgen unterbleiben. kameradschaft 1874 Gießen: 20 Uhr Stiftungsfest im Cafö Leib. — Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brandplatz: 11 bis 18 Uhr Ausstellung des Künstlerbundes „Isar". — lageskalender für Sonntag. Stadttheater: 15 bis 18 Uhr „Der kleine Muck"; 19 bis 21.30 Uhr „Die Tanzgräfin". — Gloria- Palast, Seltersweg: „Verlieb dich nicht am Bodensee"; auf der Bühne Antonio Bazzanella. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die selige Exzellenz". — Gießener Konzertverein: 17 Uhr in der Universi- tätsaula 4. Konzert. — Obst- und Gartenbauverein Gießen: 15.15 Uhr im Hotel Hopfeld Vortrag von Gartenbaudirektor Lange. — Heimatvereinigung Staufenberg: 16 Uhr Winteroeranstaltung. — Evangelische Stadtmission: 15 und 20.15 Uhr biblische Vorträge. — Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brandplatz: 11 bis 18 Uhr Ausstellung des Künstlerbundes „Isar". Stadttheater Gießen. Heute Abend einmaliges Gastspiel von Henny Porten in „Maria Garland", Schauspiel in drei Akten von Zdenko von Kraft. Neben ihr erste Berliner Gäste. Dauer von 20 bis 22.15 Uhr. Außer Abonnement. Kleine Preise. Der Theater-Spielplan vom 12. bis 19. Januar. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Am Sonntag von 15 bis 18 Uhr kommt wegen der starken Nachfrage noch einmal das Märchen „Der kleine Muck" von W. Burggraf zur Aufführung. Spielleitung: Karl V o l ck. Die Vorstellung ist außer Abonnement. Kleine Preise. — Von 19 bis 21,30 Uhr, außer Abonnement, die Tanz- und Schlageroperette „Die Tanzgräfin" von R. Stoltz. Am Dirigentenpult: Ernst Bräuer. Die Spielleitung liegt in den Händen von Paul W r e d e. Tänze: Thery Schultheis. Liffy C si i l l a vom Operettentheater Stuttgart singt als Gast die Titelpartie. — Dienstag, 14. Januar, geht von 20 bis 22,30 Uhr das Gesellschaftsstück „Eine Frau ohne Bedeutung", Schauspiel von Oskar Wilde — in der Neubearbeitung von Karls Lerbs — in Szene. Die Spielleitung liegt in den Händen des Intendanten. Die Vorstellung gilt zugleich als 14. Vorstellung im Dienstag-Abonnement. — Mittwoch, 15. Januar, von 19.30 bis 22.30 Uhr Verdis Meisteroper „Maskenball". Musikalische Leitung: Paul Walter. Spielleitung: Der Intendant. Die Vorstellung gilt zugleich als 14. Vorstellung im Mittwoch- Abonnement. — Freitag, 17. Januar, zum ersten Mal in der neuen Einstudierung und Ausstattung „Die Fledermaus", Operette von Johann Strauß. Am Dirigentenpult: Kapellmeister Walter. Spielleitung: Paul Wrede. Tänze: Thery Schultheis. Dauer von 20 bis 23 Uhr. Die Vorstellung gilt zugleich als 14. Vorstellung im Freitags-Abonnement. — Samstag, 18. Januar, von 20 bis 22.30 Uhr, als Vorstellung der NS.-Kulturgemeinde Ring Deutsche Bühne „Der Stern von Sevilla" von Lope de Vega. Aus dem Spanischen übersetzt und frei bearbeitet von Hans Schlegel. Die Spielleitung liegt in den Händen des Intendanten. Freier Kartenverkauf an der Abendkasse. — Sonntag, 19. Januar, die Operette „Die Fledermaus" von Johann Strauß. Musikalische Leitung: Ernst Bräuer. Spielleitung: P. Wrede. Tänze: Thery Schultheis. Dauer von 19 bis 22 Uhr. Die Vorstellung ist außer Abonnement. Oberhessischer Geschichtsverein. Der Verein veranstaltet am kommenden Donnerstag, 16. Januar, in der Aula des Gymnasiums einen Vortragsabend. Dr. H. Richter, der Leiter der Ausgrabungsarbeiten auf der Glauburg, wird über die Ergebnisse seiner Arbeit sprechen, die im ganzen Hessenlande und darüber hinaus bei allen Freunden der heimischen Vorgeschichte das größte Interesse geweckt haben. Auf die heutige Anzeige sei hingewiesen. Gedenkfeier der Saarabstimmung. Die Ortsgruppe Meßen des Bundes der Saarvereine veranstaltet am kommenden Montagabend im Cafe Ebel, um 20.30 Uhr beginnend, eine Jahresgedenkfeier der Saarabstimmung. Biblische Vorträge. Die Evangelische Stadtmission kündigt in unserem heutigen Anzeigenteil biblische Vorträge für die Zeit vom morgigen Sonntag bis zum kommenden Mittwoch an. Bei freiem Eintritt ist jedermann eingeladen. (Siehe heutige Anzeige). Aufbauarbeit in der Stadt Gießen. Der Leiter unserer Stadt, Oberbürgermeister Ritter, wird am kommenden Freitag, 17.Januar, 20.30 Uhr, im Caf6 Leib vor den Angehörigen der Stürme des SA. - Sturmbanns 11 / R 116 einen etwa einstündigen Vortrag über das Thema: „Aufbauarbeit in der Stadt Gießen" halten. Der Besuch dieses Vortrages ist für die Angehörigen der SA.-Referve Dienst. Während des Vortrages sind Wirtschaftsbetrieb und Rauchen verboten. Laudschastsbuud Volkstum und Heimat. Orksring Gießen. Morgen, Sonntag, 12. Januar, 10 Uhr pünktlich, Führung durch die Veterinärkliniken und - i n ft i t u t e. Treffpunkt: Ecke Frankfurter Straße- Am Steg. Gäste willkommen! Deutsche Arbeitsfront. Die Sprechstunden der Deutschen Arbeitsfront Gießen-Nord finden ab Montag, 13.1., nicht wie seither Montags und Freitags von 19 bis 21 Uhr, sondern Montags und Freitags von 20 bis 21 Uhr statt. Sportamt „Kraft durch Freude". Heule folgender Kursus: Allgemeine Körperschule und Waldlauf (für Frauen und Männer). Von 15:30 bis 17 Uhr, Universitätssportplatz am Kugelberg. * Für folgende, in der nächsten Woche beginnende Kurse können noch Anmeldungen auf der Geschäftsstelle, Schanzenstraße 18, abgegeben werden. Reiten: Montags von 21 bis 22 Uhr; Donnerstags von 21 bis 22 Uhr; Freitags von 20 bis 21 Uhr, Reitschule Schömbs. Kosten für DAF.-Mit- glieber 6 Mark (6 Stunden); für Nichtmitglieder 9 Mark (6 Stunden). Hallentennis. Nach Verabredung Samstag nachmittag und Sonntag vormittag. Kosten pro Stunde 1 Mark (einfchl. Balljungengebühr, Bälle und Schläger). Ski-Trocken. Freitags von 21 bis 22 Uhr, Reitfckule Schömbs. Kosten 2,40 Mark (4 Stunden), einschl. Benutzung der Skier und Stöcke. Einzelhändler, Achtung! Von der Kreisgruppe Gießen der Wirtschaftsgruppe Einzelhandel wird uns geschrieben: Am Montag, 13. Januar, 20.30 Uhr, findet im Hotel Hindenburg, Gießen, die erste Versammlung der Wirtschaftsgruppe Einzelhandel, Bezirksgruppe Hessen, Kreisgruppe Gießen, statt. Diese Versammlung wird für jeden Einzelhändler von besonderer Bedeutung sein, da u. a. der Leiter der Bezirksgruppe Hessen und deren Geschäftsführer anwesend jini) und grundlegende Ausführungen über den Einzelhandel im nationalsozialistischen Staat, den augenblicklichen Stand des Aufbaues usw. machen werden. Auf die Anzeige im heutigen Anzeigenteil sei besonders hingewiesen. Jnventurverkauf vom 27. Januar bis 8. Februar Fwd. Wie die Wirtschaftsgruppe Einzelhandel mitteilt, findet der diesjährige Jnventurverkauf vom 27. Januar bis 8. Februar im ganzen Reichsgebiet statt. Er trägt zum letztenmal den Namen „Jnventurverkauf", denn nach der Anordnung des Reichswirtschaftsministers erhält er vom nächsten Jahre ab die Bezeichnung „Winterschlußverkauf", im Gegensatz zu „Sommerschlußverkauf" Ende Juli. Die am Jnventurverkauf beteiligten Warengruppen umfassen im wesentlichen Textilien, Bekleidungsgegenstände und Schuhwaren, Glas, Porzellan und Steingut und einzelne Lederwaren. Im übrigen gelten auch für diese Warengruppen gewisse Beschränkungen entsprechend den Anordnungen des Reichswirtschaftsministers. Beschäftigung von nicht zugelaffenen Werbefachleuten ist untersagt. Fwd. Nach der Regelung der 15. Bekanntmachung müssen grundsätzlich alle Werbefachleute, das sind Personen, die in nicht nur geringfügigem Umfange w Nach jeder Hausarbeit S Creme 30 ptg. werbeberatend und werbegestaltend tätig sind, Mitglieder der Reichsfachschaft deutscher Werbefachleute fein, soweit sie nicht auf Grund des § 4 der ersten Durchführungsverordnung zum Reichskulturkammer- gefetz kammerpflichtig find. Ein Werbefachmann, der der Reichsfachschaft oder der Neichskulturkammer nicht angehört, darf also seinen Beruf nicht ausüben, falls er nicht ausnahmsweise eine Genehmigung des Werberates besitzt. Diese Vorschriften ver- pflicyten nicht nur die Werbefachleute, sondern auch diejenigen Personen, die Werbefachleute beschäftigen. Der Werberat verlangt von einem zuverlässigen Werbungtreibenden oder Werber, daß er sich keines Werbefachmannes bedient, der verbotswidrig feine Tätigkeit ausübt. Wer Personen beschäftigt, die als Werbefachleute nicht Mitglieder der Reichsfachschaft sind, oder entgegen den Vorschriften des Reichskulturkammergesetzes der zuständigen Kammer nicht angehören, muß gewärtig sein, daß der Werberat ihm wegen Unzuverlässigkeit die Genehmigung zur Wirtschaftswerbung entzieht. Karnevals-Streiche des Wettermachers In der Werkstatt des Wettermachers ist mar offensichtlich ganz aus dem Konzept geraten. Anstat Schnee und Eis, wie es sich für den Januar nach alter Tradition gehört, hat man uns bisher ausgesprochenes Aprilwetter geschickt. Sturm und Regen, aber auch ein ganz unglaublicher Temperaturanstieg bis zu 18 Grad Wärme waren gestern die äußeren Kennzeichen dieser total verkehrten Arbeit des Wettermachers. Und um das Durcheinander noch mehr zu steigern, erlebten wir gestern, am 10. Januar, gegen 17 Uhr ein richtiggehendes Gewitter mit Blitz, Donner und starkem Regenguß. Das" Unwetter kam sehr rasch heraufgezogen, wütete nur kurze Zeit und machte sich dann ebenso schnell wieder davon. Es hatte jedoch im Lause des Abends und der Nacht, sogar bis heute in die frühen Morgenstunden noch allerlei Nachfolger kn Gestalt von kräftigen Regenschauern, die wiederum an den April erinnerten. Daß unsere Wasserläufe bei diesen starken Niederschlägen außerordentlich reichlich gefüllt sind, versteht sich von selbst. Die Lahn ist teilweise über die Ufer getreten und wälzt ihre schmutzig-braunen Fluten rasch zu Tal. Die Wieseck füllt ihr Bett innerhalb der Stadt vollständig. Heute vormittag hat das Wetter wieder ein anderes Gesicht erhalten, denn vom blauen und nur leicht bewölkten Himmel lacht gegen 9 Uhr die Sonne freundlich hernieder. Es ist schon so: Aprilwetter im Januar, hoffentlich aber nicht das übliche Januarwetter dann im April! Oer Betriebsappell settt sich durch. 3m Gau Hessen-Nassau in 350 Betrieben ständig Vetriebsappelle. Einen großen Erfolg hat die Aktion für die Abhaltung von Betriebsappellen im Gau Hessen- Nassau erzielt. In rund 350 Betrieben aller Art werden, an sich ständig wiederholenden festgesetzten Terminen (täglich, wöchentlich oder monatlich) Betriebsappelle abgehalten. Vorbildlich haben vor allen Dingen die Reichsbetriebsgemeinschaften „Eisen und Metall", sowie „Stein und Erdö" gearbeitet. Einige Zeitungen des Gaues bringen von Zeit zu Zeit Material für die weltanschauliche Ausrichtung von Betriebsappellen. Vor allem ist besonders die Tatsache zu werten, daß Betriebsappelle überhaupt nur möglich sein konnten, weil ihr von den Gegnern des Nationalsozialismus bestrittener Wert sich in eindeutiger Weise durchgesetzt hat und damit den übelwollenden Kritikern Unrecht gibt. Die Zuschüsse für „Kraft durch Freude" sind steuerfrei Seitdem die „Kraft-durch-Freude"-Veranstaltun- gen an Zahl so außerordentlich zugenommen haben, und seitdem die Betriebsführer in steigendem Maße dazu übergeganaen sind, ihren Gefolgschaftsmitgliedern Zuschüsse zu Reisen und ähnlichen Veranstaltungen zu geben, sind vielfach Zweifel über die steuerliche Behandlung derartiger Zuschüsse aufgetaucht. Das Sozialamt der Deutschen Arbeitsfront hatte vor einiger Zeit beim Reichsminister der Finanzen Anträge eingebracht, die der Reichsfinanzminister noch im Dezember 1935 in einem Erlaß berücksichtigt hat. Das Sozialamt der Deutschen Arbeitsfront weist nochmals auf diesen Erlaß hin, nach dem Sachleistungen der Unternehmer an ihre Ge- Nicht müde werden, Annelies! Roman von Bernhard Lonzer. Urheberrechtsschutz: Aufwärts-Verlag, Berlin. 31. Fortsetzung. Nachdruckoerboten! Annelies sah mit dunklen Blicken über den Wagen hin. „Laß nur. Er ist ja von dir." Ihr Ton griff ihm ans Herz. „Er ist ja von dir ... !" als ob damit alles gesagt wäre. Als ob darin alles enthalten wäre, was ein Menschenherz sich wünschen kann! Es wallte schwer in Günter auf. Er trat zu Annelies heran, nahm ihren Kopf sacht in die Hände und hob ihr Gesicht zu sich auf. Ein Zittern durchrann sie, eine grenzenlose und doch unsagbar beglückende Schwäche überkam sie auf einmal. Günter beugte sich stumm zu ihr herab. Ganz leise und fast scheu küßte er sie auf die Stirn. Sie spürte feine Lippen kaum. Wie in einer Wolke schwebend kam sie sich vor. Dann brauste es mit einem Male schmerzhaft in ihr auf. Wie ganz anders hatte Günter sie früher geküßt! Eine ganze Welt war inzwischen in Trümmer gegangen, oder sie war doch nahe daran, zu Zerbrechen. Und man ertrug das alles nicht mehr! Das zermürbende Warten, das tägliche Zusehenmüssen, die unausgesetzte grauenhafte Spannung und Ungewißheit. Nein, man ertrug es nicht mehr! Ein schweres, stockendes Schluchzen wollte mit unwiderstehlicher Gewalt aus ihr hervorbrechen. Ihr war, als müßte ein einziger, endloser Schrei von ihren Lippen aufzucken, ein Schrei, der alles mit fortriß, die Welt, die Sterne und das eigene grenzenlose Weh. Aber sie bezwang sich mit fast übermenschlicher Anstrengung. Kein Laut kam über ihre Lippen. Mit ganz unnatürlicher Ruhe machte sie sich frei. „Onkel Korbinian wird warten ..." Sie wußte nicht, wie tonlos das klang. Sie wußte nicht einmal, ob sie das hatte jagen wollen. Günter umfaßte ihr Gesicht mit einem stummen Blick. Wie fremd sie in diesem Augenblick war! Wie fremd sie in diesen Wochen und Monaten geworden war! Er hatte zum ersten Male die Empfindung, daß sie ihm entglitt. Immer hatte er bisher noch gefühlt, daß sie da war, für ihn da war — trotz allem. Wie hatte sie doch damals gesagt, als man sich gefunden hatte? „Was auch kommen möge — mein Herz wird immer um dich und bei dir sein!" Ja, ihr Herz war immer um ihn und bei ihm gewesen, bis in diese schweren Tage hinein, trotz dieser schweren Tage. Sie war ihm immer gewissermaßen eine Zuflucht gewesen, wenn — das andere ihn bedrängt und verwirrt hatte. Und nun — nun war sie daran, ihm zu entgleiten ... Er durfte sich nicht darüber beklagen. Aber es erschien ihm unfaßbar. Eine grenzenlose Oede und Leere war in ihm. Mia — wie ein funkelnder Bogen spannte sich dieser Name plötzlich vor ihm aus. Aber es war merkwürdig — diese schmerzhaft empfundene unendliche Leere vermochte er nicht auszufüllen. Günter war es einen Moment, als ob um ihn her alles schwankte. Was blieb denn da noch übrig? Nichts — ein jämmerliches, trostloses Nichts! Aber vielleicht war diese Vorstellung übertrieben; vielleicht ... Da trat Korbinian Sartorius in die Garage. Günter riß sich zusammen; stumm trat er zur Seite. Wenige Augenblicke später glitt der Wagen davon. Annelies schien sich wiedergefunden zu haben. In der Tat gab ihr Onkel Korbinians Gegenwart einen Halt, an den sie sich im ersten Augenblick förmlich angeklammert hatte. Sein Dazwischentreten war wie eine Erlösung gewesen. In gewisser Hinsicht war das ein schlechtes Zeichen, es bewies, daß man sich nicht mehr in der Gewalt hatte. Annelies hatte das dumpfe Gefühl, daß es so nicht mehr lange weitergehen konnte, daß in gar nicht ferner Zeit etwas eintreten mußte, was diesem unerträglichen Zustand ein Ende machte, so oder so. Und doch durfte man nidjf daran denken, man mußte alles daransetzen, daß man die Nerven behielt. Nur nicht schwach werden! Nur nicht müde werden! Nein, Onkel Korbinian, ich will nicht müde werden!, dachte sie, während sie den Wagen langsam durch das Gewühl der Straßen lenkte. Es war wie ein Versprechen, das sie verpflichtete, es zu halten. War es schon soweit, daß man sich an eine solche stillschweigende Verpflichtung klammern mußte, um nicht schwach und müde zu werden? Sie hatte jetzt keine Zeit mehr, sich ihren Gedanken hinzugeben, und das war gut. Der Verkehr in den Straßen nahm ihre Aufmerksamkeit voll in Anspruch, und sie fühlte, daß sie langsam wieder Herr über sich wurde. Als sie eine der Hauptstraßen kreuzen wollte, kam im gleichen Moment ein hellgrauer Wagen von rechts heran. Sie mußte halten, da der andere Wagen das Vorfahrtrecht hatte. Er schien Annelies bekannt. Es war nu ein Augenblick, da war er schon vorüber, aber Annelies hatte die beiden Insassen erkannt: Mia Rechberg und Schulenburg. Ein nie gekanntes Gefühl quoll in ihr auf. Es sah dem Gefühl des Haffes gegen diese Frau nicht unähnlich. Sie schämte sich dieser Empfindung, aber sie konnte sie nicht abschütteln. Es war ihr nichts Neues, daß Mia den an sich nicht sehr unsympathischen Schulenburg an sich fettete, und sie wußte auch, warum das geschah. Aber war es nicht erbärmlich von der Frau, einen gegen den anderen auszuspielen? Nein! Man konnte dies Gefühl nicht von sich ab- schütteln, auch wenn man es wirklich Haß nennen mußte. War man denn nicht auch ein Mensch wie die anderen? Mußte man denn immer nur auf sich herumtreten lassen? Mit Seku.idenschnelle ging ihr das alles durch den Kopf. Korbinian Sartorius faß schweigend neben ihr. Ob er wohl auch ... ? Ob er es wohl auch gesehen hat?, dachte sie. Er hatte es gesehen. Ob Annelies die beiden erkannt hat?, dachte er. Im gleichen Augenblick sahen sie sich an und wußten Bescheid Da ging es auch schon weiter. Wenig später waren sie am Ziel. Korbinian Sartorius stieg aus. „Also, wann habe ich wieder anzutreten, gnädiger Herr?" lächelte Annelies, mit dem etwas gewaltsamen Versuch, zu scherzen. „Ich halte mich nicht lange auf. Sagen wir — in einer halben Stunde. Sonst gondelst du mir schließlich durch die halbe Welt herum!" „Abgemacht! Ich werde natürlich pünktlich sein, damit der Herr zur Zeit ins Bett kommt!" Sie gab Gas, der Wagen schoß durch die stille Straße davon, der Stadtgrenze zu. Korbinian Sartorius sah ihm nach, bis der Abend ihn seinen Blicken entrückte. Die letzten Häuser der Stadt lagen hinter Annelies. Schnurgerade legten die Lichter des Wagens ihr breites Band über die glatte Chaussee. Annelies fuhr mit erhöhter Geschwindigkeit, aber doch vorsichtig. Immer wieder kam ihr ein Wagen entgegen, oder es war ein Pferdegespann zu überholen. Man hatte also aufzupassen, und das war gut so. Es war herrlich, einmal an nichts anderes denken zu müssen, die freie Luft um sich her zu spüren wie etwas nie Gekanntes und, selber frei von allem, was einen bedrückte und einengte, die köstliche Weite des Abends in sich hineinzutrinken. Sie rechnete. Bis zum zweiten Dorf fuhr man bei diesem Tempo von hier aus etwa zehn Minuten, eine Viertelstunde brauchte man zurück bis zur Wohnung von Onkel Korbinians Bekannten, also würde man gerade zur verabredeten Zeit zurück sein. Je länger und weiter sie fuhr, desto freier fühlte sie sich. Der dumpfe Druck wich. Es lag wohl zum guten Teil daran, daß man hier wie auf verantwortlichem Posten das Steuer in der Hand hielt. Das gab einem selber Ruhe und Sicherheit. Wenn man doch auch das Steuer des Lebens immer in der Hand halten könnte! Wenn man nur nicht immer zu untätigem Zusehen und Abwarten verurteilt wäre! Da war sie also richtig wieder bei dem alten Gedanken angefommen! Sie schalt sich selber. Fort damit! Man mußte die Minuten auskvsten! Zur angegebenen Zeit hielt sie wieder vor dem Hause. Sie gab das Hubensignal. Korbinian Sartorius schien bereits gewartet zu haben, denn fast unmittelbar darauf trat er aus dem Hause. Es war ihm eine richtige Erleichterung gewesen, als er das Signal gehört hatte. Er war doch einigermaßen in Sorge gewesen und hatte gar keinen richtigen Genuß an der Betrachtung der Altertümer und an der Unterhaltung gehabt. Das Mädel befand sich heute durchaus nicht in der Verfassung, ohne Gefahr mutterseelenallein da draußen in der Dunkelheit herumzufahren. Na, es war ja Gott sei Dank gut .gegangen. (Fortsetzung folgt!) SJL-'Spoit Launsbach (Seitz, Heuchelheim); linqshausen Handball im Kreis VIII ckahn-DM Grünbergs Zweite spielt zu Hause gegen Daubrin- Fußball der heimischen Mannschaften Ein Trainingsabend bei ireichssportlehrer Waitzer. In der Turnhalle der VfB.-Reichsbahn herrschte am Donnerstagabend em reger Betrieb. Die Mitglieder der Gießener Leichtathletik-Trainingsgemein- chast, eine Anzahl Uebungsleiter, die Vertreter der siesigen Garnison, des Arbeitsdienstes und der SA., owie eine Reihe führender Persönlichkeiten des Gießener Sportlebens hatten sich dort eingefunden, um an dem Waitzer-Trainingsabend teilzunehmen, bzw. ihn mitzuerleben. Eröffnet wurde der Abend durch eine kurze Ansprache des Kreisfachamtsleiters G. Richtberg, der nach Worten der Begrüßung auf die Bedeutung der Veranstaltung angesichts des nun Allgemeingut gewordenen Reichsbundgedankens und im Hinblick auf die hohe Aufgabe der Leichtathleten bei den bevorstehenden XI. Olympischen Die an drittletzter Stelle stehenden Dillenburger werden in Niedergirmes auf einen Gegner stoßen der um sein Verbleiben in der Klasse kämpft. Aus Grund dieser Tatsache ist ein harter Kampf um dre Amtsgericht Gießen. Ein junger Mann wurde wegen Uebertretung der Reichsstraßenoerkehrsordnung durch Strafbefehl mit einer Geldstrafe belegt. Da der Angeklagte in der gestrigen Hauptverhandlung nicht erschien, wurde sein Einspruch kostenpflichtig verworfen. Das Fridericus-Abzeichen brachte über 140 000 Mark in unserem Gau. LPD. Frankfurt a. M., 10. Ian. Die am 5. Januar durchgeführte Straßensammlung mit dem Fridericus - Abzeichen erbrachte im Gau Hessen-Nassau eine Summe von 140 875 Mk. Gleichzeitig wird jetzt auch das Ergebnis der Reichs g e ld sammlun g für das abgelaufene Vierteljahr bekannt. Es beträgt in unserem Gau 75 770 Mark. ** Goldene Hochzeit. Am morgigen Sonntag, 12. Januar, können der Stellwerksmeister a. D. Angelin Keller und Frau das Fest der goldenen Hochzeit feiern. Das Jubelpaar ist seit 1904 treuer Leser des Gießener Anzeigers. *♦ Die Beiträge f ü r Viehbesitzer und Viehhändler nach den Bestimmungen des Reichsoiehseuchen-Gesetzes betrifft eine Bekanntmachung der Bürgermeisterei Gießen in unserem heutigen Anzeigenteil, auf die wir besonders Hinweisen. Lollar II — Krofdorf (Pieh, Londorf); Heuchelheim II — Rodheim II (Knapp, Werdorf); Geilshausen — Treis (Kreiling, Gießen); Grünberg II — Daubringen (Beck, Flensungen); Staufenberg — Rüddingshausen (Bender, Fellingshausen), Wetzlar III — Spfr. Wetzlar II (Dörr, Werdorf); Naunheim II — Waldgirmes (Marscheck, Wetzlar). Die Turner aus Rodheim treten in Großen- Buseck an. Der Gang dürfte ihnen sehr schwer werden, denn auf eignem Platz ist Großen-Buseck kaum zu schlagen. Man rechnet mit einem sicheren Siege der Platzherren. Steinbach wird in Großen- Linden beweisen müssen, baß die Spielstärke der Mannschaft nicht nachgelassen hat. Die zweite Mannschaft der Steinberger Teutonen reist nach Lich zur Reserve. Die Spielstärke der Platzmannschaft ist der der Gäste keineswegs gleichwertig, ein hoher Sieg Steinbergs steht zu erwarten. Fellingshausen empfängt Launsbach, sollte aber den Vorspielsieg nicht wiederholen können. Wenig Aussicht auf Spielgewinn hat Rodheims Zweite gegen die gleiche von Heuchelheim. Treis fährt nach Geilshausen und muß sich auf dem Platz erst finden, dann sollte es zu einem knappen Siege reichen. Nach einem weiteren Lied der Choralvereiniaung dankte Pfarrer Becker dem Redner für seine interessanten Ausführungen und betonte, daß Kirche und Volk sowie Glaube und Volkstum bei unseren Brüdern im Auslande viel tiefer verwirklicht würden, als bei uns. Wo echtes Christentum sei, sei auch wirkliches Deutschtum. Er wies dann noch kurz auf die Aufgaben des Gustav-Adolf-Dereins hin, dabei erwähnend, daß die Not draußen großer geworden und daher weitgehende Hilfe notwendig sei. Mit einem weiteren Lied der Gemeinde und dem Segen schloß die Veranstaltung. Gießener Dochenmarktpreise. * Gießen, 11. Jan. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,55 Mk., Landbutter 1,42, Markenbutter 1,60 Mk., Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, inländische ungezeichnete 10 bis 11, Wirsing, das Pfund 10 bis 15, Weißkraut 10, Rotkraut 15 bis 16 Gelbe Rüben 9 bis 12, Rote Rüben 10, Spinat 15 bis 20, Unterkohlrabi 7 bis 8, Grünkohl 12 bis 15, Rosenkohl 25 bis 35, Feldsalat 80 bis 90, Zwiebeln 10 bis 15, Meerrettich 30 bis 65, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Aepfel 10 bis 30, Birnen 25, Nüsse 40 bis 50, junge Hähne 90 Pf. bis 1,10 Mk., Suppenhühner 80 bis 90 Pf., Gänse 90 Pf. bis 1 Mk., Enten 90 Pf. bis 1,10 Mk., Tauben, das Stück 50 bis 60 Pf., Blumenkohl 30 bis 50, Endivien 5 bis 25, Lauch 5 bis 12, Rettich 5 bis 15, Sellerie 5 bis 40 Pf., Kartoffeln, der Zentner 3,30 bis 3,50 Mk. Die heimische Staffel der Bezirksklasse hat wieder „Zuwachs" bekommen. Es handelt sich dabei um die Mannschaft des TV. Hachenburg, der weit ab vom Schuß im hohen Westerwald ein einsames Dasein fristet. Denn weit und breit ist keine Mannschaft, die an seine Spielstärke heranreicht. Schon um deswillen ist es begrüßenswert, daß der Mannschaft durch das Einreihen in die Runde Gelegenheit gegeben wird, weiterzuspielen und sich vor allem auch zu verbessern. Für die heimischen Mannschaften bedeutet Hachenburg aber ein Gegner, gegen den gewonnen sein will. Das Spiel Tuspo. Marburg — Tv. Wetzlar wird eine einseitige Sache sein. Denn wir glauben kaum, daß die Gäste den Platzbesitzern eine Gewinnchance lassen werden. Ihre Spielstärke sollte vielmehr ausreichen, um einen hohen Sieg sicherzustellen. Anders sollte es dagegen in Münchholzhausen bei dem Treffen TV. Münchholzhaufen — Mtv. Gießen werden. Hier stoßen zwei Gegner auseinander, die sich ziemlich gleichwertig sind und die sich einen spannenden Kampf liefern werden. Wer die meisten Aussichten haben wird, hängt von der Tagesform ab. Wir möchten annehmen, daß vielleicht auch die Platzoerhältnisse etwas mitsprechen und daß es vielleicht zu einem knappen Sieg von Münchholzhausen kommen wird. Tv Hachenburg — VfB.-R. Gießen: Man weih nicht, was die Gießener zur Zeit m bezug auf Spielstärke auf die Beine bringen. Fest steht, wenn Gießen mit einer schwachen Vertretung zur Stelle ist, daß der Sieg und die Punkte in Hachenburg bleiben. 1. Preisklasse. Hier ist nur ein Spiel vorgesehen, und zwar treffen in Dorlar To. Dorlar und Tv. Holzheim aufeinander. Holzheim ist drauf und dran zur Spitzengruppe aufzuschießen und wird deshalb auch das morgige Spiel ernst nehmen müssen. Dem Pa- ment, Heilmann. Die Mitwirkung von Schmitt im Tor ist nicht etwa darauf zurückzuführen, daß Fischer für die vorsonntägliche Niederlage verantwortlich gemacht werden würde und deshalb keine Berücksichtigung mehr finden soll, nein, Schmitt, der nunmehr sein Studium mit Erfolg abgeschlossen hat, verläßt in aller Kürze Gießen und da soll ihm die Möglichkeit geboten werden, sich von den Gießener Sportinteressenten zu verabschieden. Hoffen wir, daß sein Abschied ein eindrucksvoller wird, denn Schmitt war einer von den Spielern, der sich bei Ausübung seines Sportes immer von der besten Seite zeigte. Die Leitung des Spieles liegt in Händen von Friedrich (Friedberg). VfB.-Reichsbahn Gießen. Die Liga und die 2. Mannschaft sind spielfrei. Die 3. Mannschaft empfängt auf eigenem Platze die 1. Mannschaft des VfR. Lich. Das Vorspiel haben die Gießener verloren. Sie haben daher in diesem Spiel die Aufgabe, diese Niederlage wettzumachen. Da sie durch Neueinstellung von Spielern an Spielstärke gewonnen haben, liegt ein Sieg im Bereiche der Möglichkeit. Jugendsuhball. Die 1. Jugend fährt mit Ersatz nach Lollar. Man wird erwarten müssen, ob die hierdurch notwendig gewordene Umgruppierung der Mannschaft sich bewährt. Der Ausgang ist daher offen. Auf eigenem Platze kann die 2. Jugend die 1. von Krofdorf, wenn sie dieses Spiel von vornherein so ernst auffassen, wie es ist, gewinnen. Die 3. Jugend hat in Alten-Buseck keine Aussichten auf Spielgewinn; sie sollte sogar eindeutig geschlagen werden. Fußball der Kreisklaffen. Großen-Buseck — Rodheim (Böcher, Gießen); Leihgestern — Lollar (Kaletsch, Wetzlar); Bissenberg II — Steindorf (Schäfer, Ulm); Burgsolms — Leun (Keller, Naunheim); Oberbiel — Albshau- sen (Drescher, Wetzlar); Spfr. Wetzlar — Stockhauen (Deis, Nauborn); Hermannstein — Ehringshausen (Grote, Mainzlar); Holzhausen — Aßlar (Wolf, Allendorf); Großen-Linden — Steinbach (Koob, Garbenheim); DsB.-R. III — Lich (Luh, Allendorf); Lich II — Steinberg II (Decker, Garbenteich); Tv. 1846 — Alten-Buseck (Weil, Vetzberg); Fel- Der Schaufensterwettbewerb junger Kaufleute vom 9. bis 16. Februar. wer kann und soll sich am Schaufensterwettbewerb beteiligen? Der Schaufensterwettbewerb ist eine Teilaufgabe der Wettkampfgruppe Handel im 3. Reichsberufswettkampf der deutschen Jugend. Die bei der Bewertung des Schaufensters erreichten Punktzahlen werden bei der Gesamtbewertung zum Reichsberufswettkampf angerechnet. In der Wettkampfgruppe Handel w.erden folgende Berufssparten erfaßt: Kaufmannsaehilfen aus dem Handel, Gebrauchs- Anwärter, Buchhändler, Verkäuferinnen, Blumenbinderinnen und Jungdrogisten. Alle in diesen Be- Gefolgschaft verwalteten Kasse gewährt werden, sind sie steuerfrei. Evangelisch-deutsches Gingen auf dem Balkan. lieber dieses Thema sprach am gestrigen Freitagabend Pfarrer May- Cilli (Südslawien) bei einem Vortragsabend des Gustav-Adolf-Frauenvereins in der Stadtkirche. Eingeleitet wurde die Veranstaltung durch Gemeindegesang, dem ein wirkungsvoll zu Gehör gebrachter Musikoortrag, ausgeführt von Mitgliedern des Schättler-Quartetts, folgte. Nach einem Lied der Choralvereinigung (Leitung Organist Simon) und kurzer Begrüßung durch Pfarrer Becker sprach Pfarrer May- Cilli. Er schilderte zunächst, wie seinerzeit viele deutsche Brüder infolge des Menschenüberschusses besonders aus Süddeutschland in das von den Türken verlassene Gebiet auswanderten, wo sie viele Jahre unendlichen Leids durchzukämpfen hatten. In fremdem Klima, fern der Heimat, feien viele dieser Auswanderer gestorben, und erst nach der dritten Generation seien die Verhältnisse besser geworden. In ihrem schweren Kamps ums Dasein hätten diese deutschen Brüder ihre alte Heimat und auch ihre Kirche nicht vergessen. Ihr unerschütterlicher Glaube an Gott habe ihr deutsches Denken und Fühlen vertieft. Es fei bemerkenswert, daß gerade in den Gegenden, in denen vorwiegend evangelische Volksgenossen anzutreffen seien, das Deutschtum sich am besten erhalten habe. Man habe dort mit allen erdenklichen Mitteln auf die Erhaltung der deutschen Schulen hingewirkt und auch verlangt, daß Gottes Wort in der deutschen Sprache verkündet wurde. Es sei schwer, dort deutsche Sprache und evangelischen Glauben zu erhalten, besonders wenn äußere Not eintrete. Durch wirtschaftliche Schwierigkeiten und ausgedehnte Arbeitslosigkeit müßten unsere deutschen Brüder in Südslawien oft große Entbehrungen erleiden. Sie seien aber ihrer Kirche gegenüber äußerst opferbereit. Viele unserer deutschen Brüder lebten heute, angelockt durch die Aussicht aus Arbeit, in den Hauptstädten, besonders Belgrad und Umgebung, in größtem Elend. Sie wohnten teilweise so zerstreut, daß es äußerst schwer sei, ihnen Hilfe zu bringen. Es sei kein Wunder, wenn diese Menschen ihr Deutschtum und auch ihren evangelischen Glauben verlieren würden. Man habe sich früher zu wenig um unsere deutschen Brüder im Ausland gekümmert, die früheren deutschen Staatsmänner hätten sich ihrer nicht angenommen. Der Redner schilderte bann die Tätigkeit des Gustav-Adolf-Dereins im Ausland und betonte, wie dankbar im Ausland bei unseren dortigen Brüdern all das ausgenommen würde, was im Inland für sie geschieht. Solch helfende Bruderhand sei dem Ausländsdeutschen viel wert und helfe ihm über manches Schwere hinweg. Punkte zu erwarten. 1900 Gießen sollte trotz der Niederlage in Wetzlar auf eigenem Gelände siegen können, da die Mannschaft erfahrungsgemäß in Gießen gute Leistungen zeigt. Spielvereinigung 1900 Gießen. Naunheim (Liga) in Gießen. Die Spielvereinigung 1900 empfängt am Sonntag den Tuspo. Naunheim zum fälligen Rückspiel. Für beide Mannschaften hängt von dem Ausgang dieses Spieles vieles ab, denn Naunheim wird bestrebt sein, den derzeitigen zweiten Tabellenplatz mit Erfolg zu verteidigen und die Blauweißen werden zu beweisen versuchen, daß der Ausgang des Spieles in Wetzlar mit dem sonstigen Leistungsvermögen nichts zu tun hat. Das Vorspiel in Naunheim endete bekanntlich überraschenderweise 2:2. Ueberraschend insofern, als 1900 damals aezwungen war, mehrfachen Ersatz einzustellen uno es bisher nicht möglich war, in Naunheim zu einem Erfolg zu kommen. Umgekehrt konnten die Gäste in Gießen ebenfalls noch zu keinem Gewinn kommen, und ob dies nun folgschaftsmitalieder für Veranstaltungen der Deut- scheu Arbeitsfront, insbesondere der NSG. „Kraft durch Freude" (Eintrittskarten, Ausgabe von Spellen und Getränken) steuerfrei sind. Dagegen sind Barleistungen, die zu diesem Zweck gegeben werden, nach wie vor steuerpflichtig. Die Zuschüsse zu den „Kraft-durch-Freude"-Reisen sind steuerfrei, wenn sie 0,30 RM. in der Woche, oder bei Zahlung einer Summe von 16 RM. im Kalenderjahr nicht übersteigen. Die Zuschüsse sind in unbeschränkter Höhe steuerfrei, wenn der Unternehmer einem Vertreter der Gefolgschaft eine Pauschalsumme zur selbständigen Verfügung übergibt und dieser nach seinem pflichtmäßigen Ermessen den Gefolgschaftsmitgliedern Urlaubszuschüsse zuweist. In diesem Zusammenhang muß noch darauf hingewiesen werden, daß Unterstützungen der Gefolgschaftsmitglieder in besonderen Notfällen grundsätzlich lohnsteuerpflichtig sind. Soweit sie aber aus einer besonderen, von einem Vertrauensmann der teilnehmer in seiner eigenen Firma dekorieren kann. Es ist die Aufgabe gestellt, in der Schausensterge- staltung mit einer guten Werbeidee bei möglichst geringem Kostenaufwand und sauberer technischer Ausführung eine erfolgreiche Werbewirkung zu erzielen. Die Schaufensterdekoration muß in Idee und Ausführung durch die Wettbewerber vollkommen selbständig erfolgen. Mit fremder Hilfe hergerichtete Schaufenster werden von der Bewertung ausgeschlossen. Jeder Teilnehmer dekoriert sein Schaufenster nach den besonderen Erfordernissen seines Geschäftszweiges. Die Teilnehmer werden in Leistungsklassen eingeteilt. Wie werden die Weltbewerbsfensler gekennzeichnet? Jedes im Wettbewerb stehende Schaufenster wird mit einem von der Wettkampfleitung gelieferten Schild gekennzeichnet, das in sauberer Schrift Leistungsklasse und Name des Schaufenstergestalters ausweisen muß. Außerdem wird ein 2 Meter langer Plakatstreifen geliefert, der quer über die Schaufensterscheibe anzubringen ist. Wann und wo wird die Meldung zum Schaufensterwettbewerb entgegengenommen? Die Anmeldung zum Schaufensterwettbewerb hat bis zum 15. Januar 1936 aus der vorgeschriebenen Meldekarte zu geschehen. Ausgabe der Meldekarten und Entgegennahme der Anmeldungen bei der Wettkampfleitung des Schaufensterwettbewerbes: Deutsche Arbeitsfront, Gießen, Schanzen st raße 18, Zimmer 7, 2. Stock. Schiedsrichter -Kameradschaft Gießen. Am heutigen Samstagabend findet die Dallver- [nmmluna der Schiedsrichter-Kameradschaft statt. Dstie Versammlung wird sich durch die Uebernahm- der Iungschiedsrichter zu einem besonders seierlichen Ereianis gestalten. Die Schiedsrichter-Anwärter, die ^s zu diesem Zeitpunkt eine Ausbildungszeit hinter sich haben werden an diesem Abend nach bestandener ickrittlicher und mündlicher Prüfung als Schiedsrichter übernommen und verpflichtet Der Kreis- llhrer ch e n k e 1 wird aus Anlaß dieses Ereignisses über die °°n den Jungschiedsrichtern übernommenen Pflichten und Ausgaben sprechen. Die Bezirksklasie am Gonniaa. Frohnhausen — Vissenberg. Sinn — Wetzlar. Niedergirmes — Dillenburg. 1900 Gießen — Naunheim. Di- Frohnhäuser werden den Biss-nberg-rn diesen Kamp, bestimmt nicht leicht machem Man ist sogar geneigt, in diesem Spiele dem Pl°tz°-r-,n ein Un- entschieden zuzutrauen. Sollte Wetzlar in Sinn siegen, so haben sie eine schwere Hürde genommen und werden dann be- stimmt bei der Meisterschaft mitreden. Spielen hinwies. Reichssportlehrer W a i tz e r begann seine Ausführungen, indem er eine intensive Winterarbeit als notwendige Voraussetzung f.ür ein erfolgreiches Bestehen in der Wettkampfsaison bezeichnete. Neben allgemeiner Kräftigung hätten Spezialübungen für die einzelnen Disziplinen zur Durchführung zu gemein,cyasl, nreisiporrwan 0 aj rn 1 u i, kommen. Der Reichssportlehrer demonstrierte als-seinem „Sieg-Heil!" auf den Führer beschlossen. neg. Das Spiel Staufenberg gegen Rüddingshausen ist als offen zu bezeichnen, da der kleine Platz den Gästen, die spielerisch stärker sind, schwer zu schufen machen wird. Fußballabteilung des Tv. Kinzenbach. Für kommenden Sonntag empfängt die Jugend- mannschaft die 2. Jugendelf des Spv. 20 Heuchelheim zum fälligen Derbandsfpiel. Das Vorspiel in Heuchelheim wurde seinerzeit recht überzeugend von den Einheimischen gewonnen. Ob der Sieg diesmal auch so hoch ausfällt, hängt ganz von der Form ab, in der sich die Mannschaft zeigt. Auf alle Fälle wird ich der Gast nicht ohne Kampf schlagen lassen. Mit tinem, wenn auch knappen Sieg, der Einheimi- chen ist zu rechnen. Fußball im Turnverein Großen-Linden Großen-Linden I — FSV. Steinbach I. Am Sonntag gastiert Steinbachs erste Elf in Großen-Linden zum Pflichtspiel. Für die Platzbesitzer gilt es, für die im Vorspiel unverdient erlittene ll:4-Niederlage Revanche zu nehmen. Die Platzelf wurde auf einigen Posten geändert, und man hofft, daß es in dieser Besetzung zu einem Sieg reichen müßte. Vorher stehen sich die beiden Jugendmannschaften ebenfalls im Pflichtspiel gegenüber. Da der Gro- ßen-Lindener Jugend noch ein Punkt zur Gruppenmeisterschaft fehlt, werden sie sich am Sonntag besonders anstrengen. Zugend-pflichlspiele des Sonntags. Lollar — VfB.-R. I (Körber, Alten-Buseck); Leihgestern — Watzenborn-Steinberg (Scharf, Wetzlar); Heuchelheim I — 1900 I (Bernhardt, Wieseck); Daubringen — Garbenteich (Bender, Treis); Wieseck gegen Großen-Buseck (Gerhardt, Steinbach); Alten- Buseck — VfB.-R. III (Will, Wißmar); Launsbach gegen Fellingshausen fällt aus; Rodheim — Wißmar (Schmidt, Krofdorf); Kinzenbach — Heuchelheim II (Lotz, Launsbach); Klein-Linden — Lich (Einhäuser, Gießen); Großen-Linden — Steinbach (Henkelmann, Allendorf); VfB.-R. II — Krofdorf (Wlodarek Gießen); Londorf — Nieder-Ohmen (Müller, Rüddingshausen). Jugendsuhball. Die erste Jugend tritt zum fälligen Pflichtspiel in Heuchelheim an. Wenn die Blauweißen Dieselbe Form aufweisen wie in den vergangenen Spielen, so kann man mit einem Siege rechnen. Zum ersten Male tritt die neuaufgestellte zweite Jugend auf den Plan. Sie hat sich gleich eine schwierige Aufgabe gestellt. Der Gegner ist die Jugend von Butz- bach. Die Mannschaft wird um eine Niederlage kaum herumkommen. Bei der Schulermannschaft sind die Schüler von Wetzlar zu Gast. Auf die kleinen 1900er setzt man große Hoffnungen. Man rechnet mit zwei schönen Spielen. gerade am Sonntag der Fall sein wird, dürste wohl nicht als ganz wahrscheinlich angenommen werden, denn in der Zwischenzeit haben sich die Verhältnisse etwas zugunsten der Blauweißen gebessert. Durch den Zugang von Clement ist das Stürmerspiel rei» er geworden und da am Sonntag die beiden anderen „Neuen" K l e i n b e l l (früher Mainz-Kastel) und Doebler (früher 06/07 Bielefeld) mit von der Partie sind, treten die Platzbesitzer erstmals in der schon lange vorgesehenen Aufstellung an, die wie folgt lautet: Schmitt; feiler, Lippert; Mank, Kleinbell, Schäfer; Doebler, Wilhelmi, Schmelz, Cle- rufssparten in der Berufsausbildung stehenden Jugendlichen vom 15. Lebensjahr an können und sollen sich am Schaufensterwettbewerb beteiligen. Die Altersbegrenzung liegt beim Schaufensterwettbewerb bei 23 Jahren. Unabhängig vom Lehrverhältnis ist die Altersbegrenzung auf 21 Jahre festgesetzt. Da für jeden Ort Höchstteilnehmerzahlen festgelegt sind, findet unter Umständen eine Auslese der Anmeldungen statt, die durch die örtliche Wettkampfleitung erfolgt. Wie wird der Schaufensterwettbewerb durchgeführt? Die Einzelhandelsgeschäfte von Gießen stellen der Wettbewerbsleitung Schaufenster zur Verfügung. Jeder Wettbewerbsteilnehmer dekoriert ein Fenster, das ihm von der Wettkampfleitung zuge- wiesen wird. Selbstverständlich wird weitestgehend Rücksicht darauf genommen, daß der Wettbewerbs- dann den Schreitgang, den er zur Erzielung eines rationellen Laufstils und auch als Vorbereitung für andere leichtathletische Hebungen für äußerst wichtig hält. Waitzer regt$ auch zur Erziehung zur Startdisziplin bereits in der Halle an. Nach etwas Allgemein - Gymnastik unter Leitung von Willy Schmidt ließ Herr Waitzer einige anregende Spiele mit Medizinbällen und Sandsäcken durchführen. Letzteres Gerät empfahl er eindringlich zur Stärkung der Bein- und Rückenmuskulatur. Neben der Erzielung von Ausdauer (Beinanreißen an der Sprossenwand, Durchführung von Waldläufen usw.) stellte der Vortragende noch die Förderung der Beweglichkeit des einzelnen (schnelles Reagieren) heraus. Im Zusammenhang damit brachte er unter Verwendung von Sprungseilen einige schöne Uebun- gen zur Steigerung der Sprungkraft, die meist sehr vernachlässigt werde. Zuletzt wies Herr Waitzer noch darauf hin, daß alle mit Fleiß und Ausdauer der Winterarbeit obliegen möchten, sich aber dabei stets bewußt fein sollten, daß dies ohne Verkrampfung, eben spielend, vor sich gehen müsse. Der in allen Teilen angeregt verlaufene Abend wurde von dem technischen Leiter der Gießener Trainingsgemeinschaft, Kreisfportwart W. Schmidt, mit pier nach bestehen Befürchtungen um den Sieg nicht, ttotzdem soll davor gewarnt werden, daß das Spiel zu leicht genommen wird. 2. Preisklasse. Die meisten Staffeln haben alle Spiele hinter sich und nur noch vereinzelt werden rückständige Treffen ausgetragen. So spielen Spvgg. 1900 G i e- ßen 2. — To. ©rüningen und Tv. Romrod — Tv. Homberg. Die Begegnung in Gießen wird bestimmend für die zukünftige Gestaltung der Tabelle in der Staffel 2 sein. Denn wenn 1900 gewinnt, hält ©rüningen allein nicht mehr die Spitze. Gewinnen die Gäste allerdings, bann ist ihnen die Staffelmeisterschaft nicht mehr zu nehmen. Es ist mit einem ausgeglichenen Kampf zu rechnen, in dem beide Mannschaften gleich große Chancen haben. Jugend. Tv. Langgöns — Lich: Hier wird ein Spiel wiederholt. Heber den Ausgang werden Zweifel nicht bestehen. Lich sollte das Ergebnis des ersten Zusammentreffens nicht wiederholen können. Es wird vielmehr einen hohen Sieg der Platzmannschaft geben. Freundschaftsspiele. Mit dem Nachlassen der Derbandsspiele beginnen bereits wieder die Freundschaftstreffen. So spielen in Hörnsheim Tv. Hörnsheim — To. Gam - bad) und in Garbenheim Tv. Garbenheim — Tv. Wißmar. Hörnsheim sollte, ttotzdem die Leistungen nicht mehr so hoch stehen, hier ziemlich sicher gewinnen, denn die Gäste haben in diesem. Jahre in der Runde keine große Rolle spielen können. Garbenheim wird mit Wißmar ebenso fertig werden, wie im Vorspiel. Man wird deshalb nicht fehlgehen, wenn man einen hohen Sieg der Platzbesitzer voraussagt. Oberhessen. Nrandunglück in Lollar. * Lollar. 10. Januar. Heute früh gegen 4.30 Uhr brach im Wohnhaus des hiesigen Müllers Frey im Dachstuhl Feuer aus. Der Brand entstand unmittelbar neben der Räucherkammer, aus der offensichtlich am Abend vorher beim Oeffnen der Tür unbemerkt einige Funken in das neben der Räucherkammer liegende Sägemehl gefallen waren, die dort Nahrung gefunden hatten und sich im Laufe der Nachtstunden zu einem zunächst geringfügigen, dann aber größeren, offenen Brand entwickelten. Obwohl die Feuerwehr rasch zur Stelle war und mit allem Eifer am Löschen der Flammen arbeitete, konnte sie nicht verhüten, daß der Dachstuhl dem entfesselten Element zum Opfer fiel, ferner eine Decke einstürzte und auch noch einiger weiterer Schaden in dem Hause entstand. Zwei Johlen bringen einen Personenzug zum Halten. 2PD Friedberg, 10. Ian. Der Personenzug Friedberg — Nidda hatte auf der Strecke zwischen Gettenau und Reichelsheim einen „Zwischenfall", der in seiner Komik an die Kinderzeit der deutschen Eisenbahn erinnert. Gerade als der Zug durch die Wiesen des Horlofftales fuhr, kamen zwei scheu gewordene Fohlen angesprungen und liefen 'ausgerechnet zwischen den Bahngleisen dahin. Immer langsames wurde ihr Trab und immer dichter kam der Zug auf. Das beunruhigte die Tiere keineswegs, im Gegenteil, sie blieben stehen und schauten interessiert nach dem schwarzen Ungetüm. Dem Zugführer blieb nichts anderes übrig, als den Zug zum Halten zu bringen und die beiden Fohlen zu verscheuchen. Das Verkehrshindernis rief bei den Reisenden große Belustigung hervor. Landkreis Gießen. § Alten-Buseck, 10. Ian. Die am Sonntag von den Kriegsopfern durchgeführte Sammlung für das WHW. ergab in der Ortsgruppe Alten-Buseck 57 08 Mark Davon entfielen auf Alten-Buseck 29,95, auf Rödgen 20,38 und auf Trohe 6,75 Mark. J) Garbenteich, 10. Ian. Am vergangenen Mittwoch erzählte Fräulein Steiner, die achtzehn Jahre als selbständige Missionarin in Indien weilte, in der Frauenhilfe Garbe n t e i ch über einige Erlebnisse, in Indien. Sie erzählte vor allem, wie für eine europäische Hausfrau sich das Leben in Küche und Haus in Indien gestaltet. In anschaulicher, humorvoller Art wußte die Rednerin die Frauen zu fesseln. )—( Garbenteich, 10. Ian. Nach den Kirchenbüchern wurden in der Kirchengemeinde Garbenteich im Jahre 1935 getauft 15 Kinder, konfirmiert 24 Kinder. Es fanden nur vier Trauungen statt, eine auffallend niedere Zahl. Beerdigt wurden 5 Personen. Die Gottesdienste waren besucht von 6480 Männern, 7047 Frauen, 2487 Kindern, das ist ein durchschnittlicher Besuch von 216,16 Erwachsenen jeden Sonntag. Zum Abendmahl gingen 1306 Gemeindeglieder, und zwar 654 Männer und 652 Frauen. Besonders dankbar wurde es wieder empfunden, daß die beiden Gesangvereine an den Feiertagsgottesdiensten in der Kirche sangen. ]) ©rüningen, 10. Jan. Die am Samstag und Sonntag für das WHW. von den Kriegsopfern durchgeführte Sammlung hatte ein gutes Ergebnis. Sämtliche Abzeichen wurden verkauft; ein Betrag von 58,80 Mark konnte an die Kreisleitung der WHW. abgeführt werden. Der Betrag verteilte sich auf die einzelnen Zellen wie folgt: ©rüningen 14 Mark, Dorf-Gill 24,40 Mark, Eberstadt 20,40 Mark * Ettingshausen, 10. Januar. Die Sammlung der Kriegsopfer für das WHW. am vorigen Sonntag erbrachte in unserer Ortsgruppe den Betrag von 79,25 Mark. Rundiunkproaramm Sonntag, 12. Januar. 6.00 Uhr: Hafenkonzert. 8.05: Gymnastik. 8.45: Orgel-Choräle. 9.00: Evangelische Morgenfeier. 10.00: Bekenntnis der Tat. 10.30: Chorgesang. 11.15: Südwestdeutsche Erzähler stellen sich vor: Eduard Lachmann liest eine Kurzgeschichte. 10.30: Kantate von Johann Sebastian Bach. 12.00: Ausschnitte aus dem Konzert des IX. Armeekorps zu Gunsten des WHW. 13.00: Von Berlin: Musik am Mittag. 14.00: Kinderfunk. 14.45: Ist er helle — dieser Junggeselle? Eine Szene, die alle angeht. 15.00: Deutsche Scholle. 16.00: „Nette Sachen aus Köln". 18.00: HJ-Funk: Wo Deutschland ruft, geht unser Weg. Eine Hörfolge. 18.30: Kleines Unterhaltungskonzert der Kapelle Franz Hauck. 18.50: Sportbericht. 19.00: Melodie und Rhythmus. Die Kapelle Robert Gaden und Wilfried Krüger spielen. 20.00: „Der Bajazzo", Drama in zwei Akten. 21.30: Max von Pauer spielt. 22.00: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk, Schnee- und Sportbericht. 22.25: Sportspipegel des Sonntags. 22.45: Unterhaltungs- und Tanzmusik. Es spielt das Münchner Tanzfunkorchester. 24.00 bis 2.00: Nachtmusik. Montag, 13. Januar: 6 Uhr: Choral, Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.15: Gymnastik. 10.15 Schulfunk. „Die erste Reise in die Welt". Was eine kleine Kiste erlebte. 10.45: Hausfrau hör zu? 11.30: Bauernfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: Schloßkonzert. 13: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. 13.15: Schloßkonzert. 14: Nachrichten 14.10: Allerlei zwischen Zwei und Drei. 15: Wirtschaftsbencht. Fahren Sie zur Leipziger Messe? 15.15: Kinderfunk. 15.45: Konzert. 16.30: Selbst ist der Mann! Wie wir unsere Obergauschule einrichten. BDM Kurhessen und Hessen-Nassau erzählen. 17: Konzert. 17.30: Richte dein Werkzeug! Hörspiel zum 3. Reichsberufswettkampf der Hitler- Jugend. 18: „Fröhlicher Alltag". Ein buntes Vesperkonzert. 19.45: Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: Der Schicksalstag der deutschen Saar, 13. Januar 1935. Ein Hörbild der Saarkampfzentrale. 22: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. 22.30: Musik zur „Guten Nacht". 24 bis 2: Nachtkonzert. Kirchliche Jlacbriditen. Evangelische Gemeinden. Sonntag, 12. Januar. 1. nach Epiphanias. L a n d e s - M1 s s i o n s f e st. Gießen. Sladlkirche. 9.30 Uhr: Pfr. Becker; 11: Kinderkirche für die Markusgemeinde, Pfr. Becker; 17: Studienrat Reinhardt. — Johanneskirche. 9.30: Pfr. Ausfeld; 11: Kinderkirche für die Johannes- gemeinde, Pfr. Ausfeld; 17: Pfarraffiftent Zfchau; 20: Bibelbesprechung im Johannessaal, Pfr. Ausfeld. — Kapelle des Allen Friedhofs. 9.30: Pfr. Anthes; 10.45: Kinderkirche für die Luthergemeinde, Pfarraffiftent Weber. — pefrusfapeUe. 9.30: Pfr. Trapp. 10.45: Kinderkirche für die Petrus- gemeinde, Pfr. Trapp. — Wieseck. 9.45: Haupt- gottesöienft, Kollekte für die Heidenmission; 11: Kinderkirche; 15: Bibelstunde. — Alten-Buseck. 10: Gottesdienst, Kollekte. — Trohe. 13: Gottesdienst, Kollekte. — Großen-Buseck. 10.30: Gottesdienst, Kollekte für die Heidenmission. — Oppenrod. 9: Gottesdienst, Kollekte für die Heiden-Mission. — Albach. 12.30: Gottesdienst, Kollekte für die Heidenmission. — Steinbach. 10: Gottesdienst, Kollekte für die Heidenmission. — Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienst, Kollekte für die Mission; 11: Kindergottesdienst, l.Abtlg. — Kirchberg. 10: Gottesdienst, Kollekte für die Mission. — Mainzlar. 13.30: Gottesdienst. Kollekte für die Mission. — Klein-Linden. 13.30: Gottesdienst; 14.30: Kindergottesdienst. — Watzenborn-Steinberg. 10.30: Kindergottesdienst; 13: Hauptgottesdienst. — Lich. 10: Stiftsdechant Kahn, Kollekte; 12.45: Kindergottesdienst; 14: Stiftspfarrer Naumann, Kollekte. — Rieder-Bessingen. 10: Stiftspfarrer Naumann. — Langsdorf. 10: Kindergottesdienst; 11: Hauptgottesdienst, Kollekte für die Heidenmission. — Bettenhausen. 13.30: Hauptgottesdienst, Kollekte für die Heiden-Mission. — Münzenberg. 11: Gottesdienst, Kollekte für die Mission. — Trais-Münzenberg. 13.30: Gottesdienst, Kollekte für die Mission. — Hungen. 10: Gottesdienst; 11: Kindergottesdienst. — Wirberg. 10: Gottesdienst, Kollekte. — Beltershain. 12.30: Got- tesdienst, Kollekte. — Harbach. 14.15: Gottesdienst, Kollekte. — Annerod. 13: Gottesdienst. — Rödgen. 10: Gottesdienst. — Garbenteich. 13: Gottesdienst. — Haufen. 10: Gottesdienst. — Treis a. d. Lda. 10: Hauptgottesdienst; Kollekte für die Heidenmission; 13: Missionsstunde. Evangelische Stadtmifsion (Löberstraße 14). Sonntag, den 12. Januar. 8.30 Uhr: Morgenandacht; 13.30: Sonntagsschule; 15 und 20.15: Vortrag: Missionsinspektor Veiel u. a. Christliche Gemeinde Gießen (Zu den Mühlen 2). Sonntag, den 12. Januar. 10 Uhr: Erbauungsstunde; 20.30: Evangelisation. Gemeinschaft innerhalb der Kirche (Landeskirchliche Gemeinschaft), Gutenbergstraße 9. Sonntag, den 12. Januar. 20.30 Uhr: Evangelisation. Montag, 13. Januar. Gießen. Luthergemeinde (Saal am llniversitäts- sportplah. Am Kugelberg 80). 20.15 Uhr: Bibelstunde; Pfarraffiftent Weckerling. Lollar. 20 30 Uhr: Bibelst'" de. Reuapostolische Gemeinden, händelstraße 1 — Ederstraße 13. Sonntag, den 12. Januar. 9.30 Uhr: Gottesdienst; 16: Gottesdienst. Katholische Gemeinden. Samstag, den 11. Januar. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, 12. Januar. 1. Sonntag nach Epiphanie. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Jungfrauen und Hausangestellten; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 16.30: Jungfrauen-Kongregation; 17.30: Andacht. — Grünberg. 9.45: Hochamt mit Predigt. — Hungen. 9.30: Hochamt mit Predigt und Christenlehre. — Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt; 20: Christenlehre und Andacht. — Lollar. 9.30: Messe mit Predigt. — Ridda. 8.15: Hochamt mit Predigt. Montag, den 13. Januar. Laubach. 7.30 Uhr: Messe. Vessentlicher Sonnkagsdlenst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringenden Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Telefon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamt: Für Schließfachabholer 1 bis 13 Uhr^ Sanitätskolonne: Telefon 2500. Aerzte : Dr. Schäffer, Dr. Wolf. Zahnarzt: Jäger. Apotheke: Engel-Apotheke. 228 V der Vorstand. 0167 Sonnen- AnnMUr abzugeb. Bestell erb. wir v.Postk. DampMgewerklollar B.NuhnÄ.G.,Lollar. Statt besonderer Anzeige. Unseren lieben, lebensfrohen Sohn, Bruder und Neffen Die Beisetzung findet in Altenstadt in der Stille statt — Von Beileidsbesuchen bitten wir abzusehen. Für die Hinterbliebenen: Rechtsanwalt und Notar Karl Holzapfel und Frau Mimi, geb. Kulimann. Sieben, Ortenberg, Altenstadt, den 10. Januar 1936. Bekanntmachung. Betr.: Die Ausführung des Reichsviehseuchengesetzes; hier: die Ausschläge der Beiträge auf Viehbesitzer und Viehhändler. Die in Gemäßheit des Reichsviehseuchengesetzes aufgestellte Liste der beitragspflichtigen Pferde- und Rindviehbesitzer der Stadt Gießen und der Gemarkung Schiffenberg liegt während einer Woche, vom Tage der Veröffentlichung dieser Bekanntmachung an gerechnet, aus dem Stadthaus, Bergstraße 20, Zimmer 1 (Vermessungs- und Grundstücksamt) zur Einsicht der Beteiligten offen. 167C Einwendungen gegen die Einträge können nur mabrenö dieser Offenlegungsfrist und nur von den beteiligten Viehbesitzern vorgebracht werden. Gießen, den 6. Januar 1936. Bürgermeisterei Gießen. Ritter, Oberbürgermeister. Nach Gottes unerforschlichem Ratschluß verschied am 9. Januar 1936 mein lieber unvergeßlicher Mann, unser treusorgender Vater, Sohn, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Herr Otto Röhmig im Alter von 56 Jahren. Dr. Wilhelm Holzapfel Zahnarzt in Gießen hat ein unerbittliches Geschick heute von uns genommen. Es trauern um ihn, den im Alter von 29 Jahren Entschlafenen, alle, die ihm mit dem Herzen nahe standen. Holzversteigerung der Fürstlichen Oberförsterei Hohensolms. Achtung! Gute Forst wellen! Donnerstag, 16. Januar, werden in der Windel- ÄDerJlCnl9C^-: ™ SWW* Buche 45; Knüppel: Buche 120, Eiche 30; Reisholz (Wellen) Bucke L ^00^folgens R^hh^lz: Lmmholz Su^e (4.) 1 fm, Ätefer (2b) 1 fm, Wagnerholz und Deichseln: Eiche 1 fm; Derbstangen. Fichte 50 Stück, Bohnenstangen 250 Stück. 1 TO3UfQr?TCnfEunft: 9 Uhr Waldeingang oberhalb Weipoltshausen; 11 Uhr: am Pslanzgarten. Die guten Forstwellen kommen zuerst. 134D Groß’scher M&nnerchor Gießen Wirerfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsere Mitglieder von dem Ableben unseres Ehrenmitgliedes u. Sangesbruder Otto Röhmig in Kenntnis zu setzen. Die Beerdigung findet Dienstag, den 14. Januar, nachmittags 14Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Um rege Beteiligung bittet Aus- m Mentore MkeuzüM liefert billigst Schreinerei A. Müller, Alt.-Buseck.i7oD IlüdjlflffC von 3 big 20 v. S. erhalten Sie bet wlederholten Aufnahmen einer Ameise Nachruf. Nach langem schweren Leiden entschlief unser lieber Alterskollege Karl Euler Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Altersvereinigung 1878-1928 Der Vorstand. __ __________183 D In tiefer Trauer: Hedwig Röhmig Wwe. und Kinder. Gießen, Berlin, Hamburg, Darmstadt, Sprendlingen (Rheinh.), Wetzlar, den 10. Januar 1936. Beerdigung am Dienstag, dem 14. Januar, nachmittags 2 Uhr auf dem Neuen Friedhof—Von Beileidsbesuchen bitten wir abzusehen. ------- --------------------0139 Bekanntmachung. Die Lieferung von Kunstbordsteinen und Betonplatten soll öffentlich vergeben werden. 199D Angebotsvordrucke sind beim Städtischen Hoch- und Tiefbauamt, Asterweg Nr. 9, zu haben. Oeffnungstermin daselbst am Dienstag, dem 21. Januar 1936 vormittags 10 Uhr. Gießen, den 11. Januar 1936. Städtisches Hoch- und Tiefbauamt: G r a v e r t. Ge^innauszug 4. Klasse 46. Preußisch-Süddeutsche (272. Preuß.) Klasien-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Auf jede gezogene Rümmer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 2. Ziehungstag 9. Januar 1936 3n der heutigen Vormittagsziehung über 300 M. gezog. wurden Gewinne Brenn- nndAuMolzverffeiaerung :. gezogen im Gemeindewald Langsdorf 86532 86725 87610 92936 107584 109852 3n der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 300 M. gezogen Bürgermeisterei Langsdorf: Kneipp. Oie ersten Holzversteigerungen in der Fürstlichen Oberförsterei L i ch. Rlontag, 20. Januar, werden im Konzebühl, Grau- 91598 95476 97264 98931 101889 104082 Die Ziehung der 5. Klaffe der 46. Preußisch- Zusammenkunft 9.30 im Konzebühl (Straße Lich— riiitz' ms Tannen- «8050 MniiM-MsleiMW AllWWtz Mittwoch, den 15. d. M., vor- zu Bodenrod nachfolgende Mengen und 13 Hardenberg zum Verkauf: Holzversteigerung Mercedes Brennholz: 202 D franzVogUCo., Londorf, den 8. Januar 1936. hessisches Forstamt Rabenau. 124336 155603 164333 196683 219275 240802 279743 291167 329639 389784 119751 165302 188023 206807 240466 265144 296956 360410 376964 109759 149626 163492 195503 215512 236302 274578 290780 311216 384853 116702 138480 177748 198560 233930 258038 282999 356166 370301 391405 116943 160313 179136 204521 238983 259079 296211 359740 371804 398745 140960 162145 175108 207346 225181 270654 288606 300110 357662 137197 158094 169769 199997 224582 260099 284644 298599 347056 127862 169165 195062 226432 251557 269410 325689 362177 382757 130396 170691 198518 226957 251761 272090 336861 365263 383945 110621 130706 176500 128553 232247 255631 277161 351032 368235 387818 127774 156751 164794 197777 220646 258259 281516 295225 337117 390826 108404 144082 162906 192237 210501 227850 271447 289512 302037 334804 42726 127297 262966 136825 159218 29097 139082 288866 . 850 Stück .1600 Stück .2000 Stück 58 Gewinne zu 500 M. 3686 15742 35816 42073 51632 59473 72144 73674 102279 102950 119284 120345 127603 131462 140697 140847 141074 149714 207919 214199 221444 222922 222935 230214 269379 275029 300968 306325 369297 180 Gewinne zu 400 M. 1328 2766 5681 6581 7540 8628 9081 10081 14027 15541 18124 22787 23207 28498 31442 32814 36010 36871 38771 41005 47383 54629 56981 57610 59219 62355 64161 Gießen Seltersweg44 ,H).A ..309 Nm. ..141 Nm. .. 40 Nm. 5490 Stck. Trockenes fürs« geschnittenes Buchenscheit... Buchenknüppel Reiser, 1. Klasse Vuchcnwellen.. 2 Gewinne zu 10000 M. 165857 4 Gewinne zu 3000 M. 36690 223975 4 Gewinne zu 2000 M. 47667 377975 20 Gewinne zu 1000 M. 85352 118499 127110 203954 211191 285447 337696 342170 360681 363048 14 Gewinne zu 800 M. 22375 40007 58657 84709 116966 171340 369368 48 Gewinne zu 500 M. 5694 8508 20093 20841 24942 36510 37614 39733 44499 49047 55814 59436 97033 120510 148783 205108 256255 305682 305919 337293 338134 352872 355921 372522 178 Gewinne zu 400 M. 3463 3972 5500 6178 6212 8342 14282 16246 17194 17970 18791 36168 41913 51174 58282 58315 63728 64920 67109 78376 81978 83733 85298 86522 86918 1. Klasse . 2. Klasse . 3. Klasse . Süddeutschen (272. Preußischen) Klassen-Lotterie findet vom 8. Februar bis 13. Marz 1936 statt. v*/? vvii 1 Ve «Ute« UVV* mittags 10 Uhr anfangend, kommen im Saale der Gastwirtschaft Jack Gießen), 12.00 Graudornbrücke, 2.30 Dippelöcher. (Schnittholz kommt im Konzebühl 11.00). Gute Abfuhrlage. Günstige Zahlungsbedingungen. Langsdorf, den 9. Januar 1936. dorn und Herrenhöhler (Dippelöcher) versteigert rm Scheitholz. Buche 153, Eiche 10, Nadel 3 Knüppel: Buche 123, Eiche 85, Hartlaub 13, Nadel 3 2 Gewinne zu 100000 M. 328894 2 Gewinne zu 50000 M. ~ 2 Gewinne zu 3000 M. 10 Gewinne zu 2000 M. 367557 358099 6 Gewinne zu 1000 M. _____ ______ ______ 20 Gewinne zu 800 M. 30262 30670 133247 193529 202139 262327 269383 305259 315345 351251 Das mit 00 geschlagene Holz wird nicht versteigert. Nähere Auskunft erteilt Herr Förster Kornmann, Londorf. Brennholz: Scheiter rm: Buche 105,6; Hainbuche 15; Eiche 14 Kiefer 50 und Fichte 50. Auskunft über Lage und Qualität des Holzes erteilt der Reviersöre ster Müller, Weiperfelden, der das betr.Ho.z aus Verlangen vorzeigt. Cleeberg, 10. Januar 1936. Stockholz: Buche 32, Eiche 4; knüppelreiser: Eiche 8; Dellen Reisholz: Buche 2900, Eiche 1100, Hartlaub Mk. 186.- schonf.montl.M.8.30 Fichtenstangen aus den Distrikten 1 und 2a, 3 und 4 Fuchskopf und 12 Der Bürgermeister: Klingelhöfer. Weitere Versteigerungen: 27. 1. Schwarzwald- Höhler; 28.1. Fuchsstrauch. Veröffentlichung in den Samstags zuvor erscheinenden Zeitungen. Donnerstag, den 16. Januar 1936, vormittags 10 Uhr, in der Gastwirtschaft Louis Lich in Londorf. Aus den Forstorten Sicklergeheg 6, 7 und 9, Dietze- hohl 18 und Rinnwege 21 werden versteigert: Scheiter rm: Buche 400, Eiche 24; knüppel rm: Buche 300, Eiche 26, Fichte 7; Reisig rm: Buche 450, Eiche 17; Stöcke rm: Buche 70, Eiche 10. 164D In den Forstorten Stockweiher, Seekopf, Alter Heegwald, Brennesselberg und Kohlbusch werden nach vorheriger Zusammenkunft am Waldeingang Heuweg am Mittwoch, dem 15. Januar 1936, vormittags 9% Uhr, versteigert: 174D 700 (z. T. Forstwellen); fm Schnittholz: Buche (4. und 5.) 15, Eiche (4.) 3; Stammholz Esche 1., 2. und Stg. 3%, Eiche (Wagnerholz und Deichseln) 2, rm Gartenpfosten Eiche 10 (= 100 Stück), Nutzkn. Esche 0,4. 201D Knüppel rm: Buche 20; Hainbuche 6; Eiche 26; Kiefer 64; Lärche 5 und Fichte 122. Knüppelreisig rm: Eiche 2; Kiefer 13 und Fichte 33. Dienstag, 21. Januar, werden im Langeberg versteigert: rm Scheitholz: Buche 12, Nadel 11; knüp- Wissenschaftl. Werke Sondergebiet der ßrühl’schen Druckerei Reisig 2. Klasse rm: Eiche 160; Kiefer 160. Reisig 3. Klasse rm: Buche 50. Stocke rm: Kiefer 50. liefert Sägewerk Weller.Leihgestern pel: Buche 30, Eiche 15, sonst. Laubholz 20, Nadel 8; Wellen Reisholz: Buche 800, Eiche (Forst) 800, Linde 150, außerdem 6 Eiche Deichseln, 250 Bohnenstangen (gespitzt) und einige Gartenpfosten. Zusammenkunft 10.00: Straße Nieder-Bessingen— Langsdorf. ------- Ruhholz. Stammholz: Esche 1. Kl. 1,67 fm, 2. Kl. 1,28 fm. Derbstangen: Esche 1. Kl. 2 St.; Hainbuche 1. Kl. 1 St.; Fichte l.Kl. 15 St., 2. Kl. 22 St., 3. Kl. 103 St., 4 Kl. 267 St., 5. Kl. 183 St., 6. Kl. 188 St.; Lärche 1. Kl. 9 St., 2. Kl. 6 St. Ruhfcheiker: Eiche (2,20 m lang) 5 rm; Lärche (2,20 m lang) 3 rm. Ruhknüppel i Weibe- und Vaumpfahle): Eiche (2,20 m lang), 32 rm. Ruhreifig (Schichkhaufen): Fichte 100 rm. Nr. 9 vierter Blatt Samstag, y. Zanuar 1936 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Theaterais Schein undWirktichkeit wird mit Hilfe langer Lineale umrissen. Viele bunte Farbtöpfe stehen herum; allerlei buntes Jnventarium bildet den Rahmen in diesem großen Malersaal. Im Kellergeschoß ist außerdem eine große Schreiner- WW Hinter den Kulissen des Gießener Stadttheaters Die Bühne wird für die Aufführung hergerichtet. — (Aufnahmen [8]: Neuner, Gießener Anzeiger.) Die Theaterbesucher unserer Stadt und des Lan- des unserer engeren Heimat kennen das Gießener Theater nur aus der Perspektive des Zuschauer- raumes. Für die meisten unserer Volksgenossen wird diese Perspektive auch wohl die einzig mögliche bleiben müssen, denn der Raum hinter den Kulissen kann nicht Tummelplatz des Wissensdranges für jedermann fein. So bleibt denn also für die Theaterbesucher nur die Welt des vollendeten Scheins, wie sie sich von der Bühne her darstellt, wie sie Illusionen vermittelt, wie sie durch den Dichter und den Darsteller Spannungen schafft, auslöst und auflöst, den Zuschauer aus der Wirklichkeit seines Alltags reißt, ihn für Stunden fesselt und dann wieder in die Wirklichkeit zurückgleiten läßt. So oft aber auch das Theater blutvolles Leben gibt, so oft wird man sich auch darüber klar sein, daß bei aller Wirklichkeitsnahe das Theater Schein bleibt. Es klänge aber paradox, wenn man nicht als selbstverständlich wüßte, daß sich diese Welt des Scheins im Theater auf klaren Wirklichkeiten aufbaut, aus einer Fülle des greifbar Materiellen, geschaffen wird aus einer Unsumme von Arbeit und Wille, aus Begeisterung und Idealismus, aus Intuitionen und jener Hingabe, aus der allein Ueberzeugungskraft und Lebensnähe erwachsen kann Wer einmal Gelegenheit hat, die gedachte und tatsächliche Linie zwischen Zuschauerraum und Sühnenraum zu überschreiten, steht urplötzlich inmitten dieser Wirklichkeit, ja, er wird förmlich von ihr überfallen und lernt Theater kennen als eine Impression der Arbeit urib des Fleißes, die ein ebenso starkes Erlebnis bedeuten kann, als jenes, das von Bühne zu Zuschauerraum vermittelt wird. Ja, hier wächst das Erlebnis aus der Wirklichkeit. Der Eindrücke, die hinter den Kulissen auf den Unbefangenen warten, sind Legion. Schon der Bühnenraum — hintergründig, tief und breit — ist ein eigenes Kapitel. Links und rechts ragen die Beleuchtungstürme auf, in deren einem auf unglaublich kleinem Raum ein komplizierter Mechanismus Werkstatt untergebracht, in der mehrere gelernte Schreiner vollauf zu tun haben. Ferner findet man überall im weitläufigen Haus Handwerker, die von der Pike auf ihr Fach verstehen müssen. Es fällt nicht schwer, sich auszudenken, welch hohe Anforderungen an die Schneiderei unseres Gießener Theaters gestellt werden. Da gibt es Kostüme aller Völker anzufertigen, Phantafiekostüme, Stilkostüme, Trachten, auch die Kovfbedeckungen und vieles andere mehr. Und überall müssen sorgfältiges Studium der charakteristischen Merkmale und ein großes handwerkliches Können vorausgesetzt werden. Immer wieder muß Neues angefertigt werden, obwohl im Kleiderfundus bereits Taufende von Kleidungsstücken aufbewahrt sind, auf die selbstverständlich immer wieder zurückgegriffen wird. Der Theaterfriseur muß mit vielen Perücken bereit, mit einer unendlichen Fülle der Haartrachten vertraut fein, immer wieder gilt es auch neue Perücken anzufertigen und anzupafsen. Vor jeder Generalprobe, wie auch vor jeder Aufführung herrscht in seinem Kabinett Hochbetrieb, denn der Friseur hat nicht nur Perücken anzufertigen, er hat sie den Schauspielern auch aufzufetzen, und zwar so kunstgerecht, daß der Zuschauer möglichst über» Haupt nicht merkt, daß die Darsteller Perücken tragen. Was hier für den Friseur gilt, trifft auch für die Theaterfriseufe zu, die mit den verschiedenen oft sehr kunstvollen Damenfrifuren nicht weniger Arbeit hat. Intendant, Schauspielerinnen und Schauspieler, Dramaturg und Regisseur, Bühnenbildner und Be- leuchter, Gewandmeisterin und Theaterfriseur stehen immer wieder einmal im Lichte der Öffentlichkeit, stehen mit ihrer Arbeit immer sichtbar vor dem Publikum, von ihnen wird oft gesprochen, sie stehen auch immer als Repräsentanten des Theaters vor uns — wie wenig wird aber von jenen Helfern auf der Bühne gesprochen, die den Aufbau der Kulissen vorzunehmen haben, die bei mancher Aus- In der Damengarderobe vor dem Auftritt. sührung oft mehrmals auf- und abbauen müssen, in fliegender Hast, und dock — alles muß im Lichte der Scheinwerfer bestehen können. Von den Bühnenarbeitern wird vor allem Schnelligkeit und handwerkliche Geschicklichkeit verlangt, sie müssen manche Anordnung des Bühnenbildners ober des Inspizienten nach einer Handbewegung verstehen und in die Tat Umsetzern An Urnen liegt es zum ausgestrahlt wird! Wenn die Kulissen, das prunkvolle ober schlichte Zimmer, bas ganze Haus ober ber Häuser mehrere, ober gar eine ganze Lanbschaft, auf ber Bühne stehen, orbentlich zusammengefüat ober aber ganze Wohnungen, Säle, Treppenhäuser, Balkone, Freitreppen, Tempel aufgerichtet sind, bann nimmt ber Zuschauer all biefe Dinge nur allzu oft als Selbst- verstänblichkeit hin. Welche Unsumme ber Arbeit ging aber auch hier voraus! So manche Dekoration muß erst im Mobell geschaffen werben, unb zwar maßstäblich genau, so daß es ohne weiteres in bie notwendige Größe übertragen werden kann. Sorgfältig müssen die Ausmaße der Dekorationen mit der menschlichen Körpergröße in das richtige Verhältnis gebracht werden Häufig genug müssen Aufbauten sehr stabil fein und viele Darsteller selbst in heftiger Bewegung sicher zu tragen vermögen. Hier muß verantwortungsbewußt hieb- unb stichfeste konstruktive Arbeit geleistet werben — selbstverstänblich bei aller Sparsamkeit. So hat auch ber Bühnenbilbner keinen leichten Posten. Oben im großen Malersaal über der Bühne erhalten bie Kulissen ihre Farbe unb bie bekorativen Formen. Vieles muß schmissig aus freier Hanb gezeichnet unb gemalt werben, manches untergebracht ist, von dem aus alles Licht auf ber Bühne unb im Zuschauerraum beherrscht werden kann. Der Beleuchter kann auf dieser Schaltwarte mit Strömen gerichteten oder diffusen Lichts, mit blendend weißen, mit roten, blauen, gelben, grünen usw. Strahlen spielen, wie um einen Vergleich zu gebrauchen, ein Klaviervirtuose auf seinen Tasten. Wie wichtig das Licht über dem Schauplatz ber Dinge auf ber Bühne ist, geht schon baraus hervor, baß eine Fülle ber äußerlichen Stimmungen allein nur burch bas farbige, burch bas gebämpfte ober das strahlenbe Licht geschaffen werben kann. Sonnen- unb Monblicht, Kerzenschimmer ober vage auf» gehelltes Dunkel muß er gleich überzeugenb zu schaffen wissen. Wie oft auch muß er mit Lichtkegeln raschen Bewegungen folgen Keine leichte Arbeit! Dazu bie Hitze, bie unbarmherzig von ben Lampen Der Bühnenbildner unseres Theaters vor einem Modell. — An der Schaltwarte in einem der Beleuchtungstürme. Im Perückenkabinett des Th eaterfrifeurs. — Aus Wolken von Seide und Tüll werden wunderbare Kostüme. Die Gewandmeisterin an einem ungarischen Kostüm. Teil mit, daß die Pausen nicht zu lang geraten. Was bas zum Beispiel bei ber Aufführung eines Shakespeareschen Stückes mit häufigem Szenenwechsel bebeutet, ist leicht zu erraten. Zweifellos ftnb bie technischen Einrichtungen unseres Gießener Stabttheaters burchaus zweckmäßig. Bei der Arbeit im Malersaal. Zweifellos sind viele geschulte Kräfte am Werk, viele, ja, fast alle sind „vom Bau", aber ein leichtes Arbeiten gibt es beim Stabttheater nicht. Theater in kleineren Stäbten haben es überhaupt nicht leicht, benn sie können nicht ein einziges, vielleicht befon» bers faffenfüllenbes Stück 50 ober 100 Mal aufführen, wie bas in ber Reichshauptstabt ober in anberen Großstäbten geschehen kann. So sieht sich bie Intenbanz unseres Theaters vor ber Notwenbig- keit, immer roieber neue Aufführungen herauszubringen unb bie Ausstattung bafür zu schaffen. Die Darsteller haben sich immer roieber in neue Rollen hineinzufinben unb in vielen Proben wirb vorbereitet, was bie Zuschauer angenehm unterhalten soll. In ben Generalproben bringt bie Arbeit auf ihren Höhepunkt unb wenn ber Regisseur an feinem Pult im Zufchauerraum sitzt, bann muß alles was an Aeußerem zur Aufführung gehört, soweit enb- gültig fertig fein, baß es eigentlich nur noch weniger Korrekturen bebarf. Wenn man, geführt von fachkunbiger Hand, durch das Haus wandert, so sieht und findet man vieles, was Interesse erwecken muß. An der Innenseite der Bühnenwand sind auf kleinen Räumen viele Schein- roerfer angebracht, für die Feuerwehrleute sind unter ben Beleuchtungstürmen Kabinen geschaffen, in benen Sanb, Wasser unb Minimax für alle Fälle bereitgehalten finb, im tiefen Bühnenraum stehen immer roieber Kulissen bereit, hinter ber Bühne be» finbet sich eine Requisitenkammer, in ber ungefähr alles — vom Blumenstrauß bis zum Likörglas — vorzufinben ist, was man sich an kleinen Äusstat- tungsgerätfchaften nur benken kann, lieber bie Bühne führen mehrere Gänge unb Brücken und im Schnürboden hängt eine Fülle von Vorhängen unb Dekorationsteilen, die in ihrer ganzen Länge hochgezogen werden können. Es ist fast ein phantastischer Anblick zu nennen, aus großer Höhe, vom Schnürboden und von der höchsten Brücke unter dem Dache aus, zwischen den dunklen Schluchten der Vorhänge hinunterzublicken auf bie von weichem Licht übergossene Bühne, auf ber sich festlich gefleibete Menschen bewegen sprechen, tanzen, fingen, gleichwohl hier oben kaum etwas zu hören ist, ba bie weichen Stoffe allen Schall fangen. In einer umfangreichen Arbeit wächst Aufführung um Aufführung heran Mit einer verhältnismäßig geringen Anzahl von Arbeitskräften muß alles bestritten werben, wenn bas Theater nicht zu einem untragbaren Zuschußbetrieb werben soll. Bei aller Intensität ber Arbeit, bei aller Sparsamkeit. bie geforbert wird, muß die künstlerische Leistung gewahrt bleiben, mit ber ja jebes Theater steht unb fällt. Wieviel mehr hätten angesichts alles besten bie Volksgenossen in Stabt unb Lanb Anlaß, bankbar zu sein bafür, baß in ber aufopfernben Arbeit bes Gießener Theaters Stunben ber Erhebung geschaffen werden, um bie unsere Stabt von vielen anberen gleichgroßen unb größeren Stäbten mit Recht ve» neibet wirb. Dieser Dankbarkeit burch guten Besuch bes Theaters Ausbruck zu geben, ist bie einzige Möglichkeit unb zugleich bie Pflicht ber Volksgenof- fen,'allen benen, bie im Theater wirken, bie Arbeit zu erleichtern und zu verschönen« gab finanztechnische Anweisungen, Bevorzugung des bargeldlosen $erfi denen er die izapparate und 550 Verfügung gestellt Wirtschaft Krankmri o. j)i Berlin Sronffurt a. M. Berlin Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 21L fürs 9.L 101. 113,25 89 । 90,65 116,75 I Accumulatoren-Faibrik Conti-Gummi....... 14 Ilse Bergbau Genüsse Klöcknerwerke ....... Mannesmann-Röhren 148,4 216 111,75 115,25 114 100,4 97 103 109,9 99,9 97,5 96,25 36,75 136 128 114,5 125 131 127 122,25 166 124 36,65 136,25 113,75 128,25 114,75 125 131 127,25 122,4 166 124 37,5 136,5 115 129,25 114,75 126 130,13 128,75 125,5 168 124 96,5 109 109,5 85,5 155,5 126 83,4 80,13 124,5 214 107,25 76,5 18,25 122 118,75 181 90,75 120,5 128 147,9 109,5 115,5 112,9 101,5 52,75 105 118 80,5 121,9 91,75 143,5 77 28 290 175 163,75 26,4 198 148,25 111,5 117 114 95,75 109 109,5 86,5 153 126,5 83,75 79,75 53,13 104,25 118 81 92,25 143,5 27,75 290 163,5 26,75 88,75 198 101,5 52,25 102,5 116,9 79,5 120,65 90,65 141,5 75,9 27 288,5 173,5 161 25,9 198 124 211.5 105,5 37,5 136,5 113,9 129 115 126,5 128,5 125,25 168 124 behandelte dann „Die genossenschaftliche Werbung" in ihrer Anwendung für das Waren- und Kreditgeschäft, sowie für alle Arten genossenschaftlicher Betätigung. Er zeigte besonders die volkswirtschaftliche Bedeutung der guten Ergebnisse im Kleinsparge schäft und mit den Schulsparkassen im Verbandsgebiet. Die in Ober- Hessen vorbildliche genossenschaftliche Disziplin müsse dazu fuhren, daß der Bauer seine Geschäfte nur noch bei seiner örtlichen Genossenschaft tätige. Derselbe Redner sprach dann noch über: Frankfurt a. M., 10. Jan. Die Börse brachte allgemein eine weitere Befestigung, auch war eine leichte Geschäftsbelebung festzustellen, wenngleich das absolute Ausmaß der Umsätze noch klein war. Neben einigen Industrie-Abschlüssen (Metallgesell- schaft) regte die lebhafte Zeichnung auf die Reichsbahn-Schätze etwas an. Die Erhöhung der Arbeitslosenziffern trat heute in den Hintergrund. Am Aktienmarkt ergaben sich durchschnittliche Erhöhungen von 0,50 bis 1 v. H. Es fanden wieder einige Sonderbewegungen statt, die zumeist mit Abschlußhoffnungen zu erklären sind. So stiegen AG. für Verkehrswesen auf 93 bis 94 (92,25), Muag auf 75 bis 75,50 (74). Außerdem waren am Elektromarkt Schuckert stärker erhöht mit 123,50 bis 124 (122,25). Sonst lagen noch überdurchschnittlich fester Reichsbank mit 181 (179,75), Deutsche Linoleum mit 144,25 (141,25), Mansfelder Bergbau mit 125,25 (124). Chemische Werte lagen ziemlich still und zunächst kaum behauptet, Scheideanstalt 211 (211,75), JG.-Farben 147,25 (147,50), später 147,75. Schiffahrtsaktien zogen bis 0,25 v. H. an, ferner lagen die meisten Montanaktien bei lebhafteren Umsätzen 0,25 bis 0,50 v. H. fester. Metallgesellschaft blieben mit dem Abschluß von 5 (im Dorf. 4) v. H. Dividende nahezu unberührt mit 113,75 (113,40). Sonst eröffneten noch u. a. Daimler mit 90,50 (9075), Eßlingen Maschinen mit 78,50 (79), Lokal & Kraft mit 119,50 (120) und Conti' Gummi mit unverändert 161. Nach den ersten Notierungen ergaben sich auf den meisten Gebieten des Aktienmarktes leichte Erhöhungen. r,.-per deutsche Renten markt lag im ganzen still und unverändert. Höher gesucht waren Zins- vergutungsscheine mit 92,40 (92,30), Kommunal- Umschuldung blieben zu 87,70, späte Schuldbuchforderungen zu 96,65 behauptet. Altbesitz bröckelten etwas ab auf 110,13 (110,25). Zertifizierte Dollar- Bonds zogen etwa 0,25 bis 0,50 v. H. an. Am Auslandrentenmarkt traten Mexikaner erneut hervor, 5proz. äußere Gold 14,13 bis 14,40 (13,90), 4pro3. Gold 8,30 (8), 5proz. innere Silber unv. 5,75. gungsanlagen standen 600 000 Bauern zur Verfügung, die 4,5 Millionen Zentner Saatgetreide reinigten. Es konnten 12 000 Beizapparate und 550 Kartoffel-Dampfkolonnen zur Verfügung gestellt werden. Durch Um- und Neubau von zahlreichen Molkereien mit den modernsten Maschinen konnte der Milcherfassung ein schlagkräftiges Instrument dienstbar gemacht werden. landwirtschaftlichen Genossenschaften in der E rz e u g u n g s sch l a ch t." Die Einspannung der Genossenschaften in die Erzeugungs- jchlacht habe sich als sehr wirksam gezeigt. 1934/35 konnten die Genossenschaften 50 v. H. des gesamten deutschen Getreides erfassen und in Umlauf bringen. In der Beschaffung guten Saatgutes standen die Genossenschaften an erster Stelle. 5500 Saatreini- 4% Lesterretchische Goldrente.... 4,20% Oesterreichische Silberrente 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 WiX dcrgl. von 1913.......... 6% obgesl. Gvldmexikaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anlethe Serie I.................... 101,4 97 97 108,25 31,65 1,35 9,45 9,4 9,55 Mansfelder Bergbau .. Kokswerke ........... Rheinische Braunkohlen Rheinstahl........... Vereinigte Stahlwerke. Otavi Minen ........ Kaliwerke Aschersleben. Kaliwerke Westeregeln. Kaliwerke Salzdetfurth 3m Reichsberufswelkkampf zeigt das Land- möbel, daß es den Ruf der Zeit versteht. Die Jugend bekennt sich heute zu dem Prinzip der Leistung. Die Landmädel hallen mil den Kameradinnen der Stadt Schritt. Der Reichsberufswettkampf stellt keine Forderungen, denen ihr nicht gewachsen seid. 3hr habt Aufgaben zu erfüllen, die ihr täglich verrichtet! Darum, Kameradinnen, meldet euch noch heute bei eurem Ortsbauern- fü hrer an. Am 15. Januar ist der letzte Rleldetag. Amerikanische Noten Belgische Noten.................. Dänische Noten Englische Noten Französische Noten Holländische Noten Italienische Noten Norwegische Noten Deutsch Oesterreich, ä 100 Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten Schweizer Noten Spanische Noten Ungarische Noten Rhein-Mainische Börse. Rlittagsbörse fest. Buderus . Deutsche Erdöl ......*****''* * Harpener.................' 0 Hoejch Eisen—Köln-Neuessen .. a Ilse Bergbau .............. 6 6 8 o Schulilngsiaglmg der landwirtschaftlichen Genossenschaften 79,5 90,75 141,25 27 288,5 161 26 I 88,5 I 198 Bevorzugung des bargeldlosen Verkehrs voranstellte und auf die Beachtung der Devisenvorschriften aufmerksam machte. Nach einer Mittagspause setzte der Leiter der Rechtsberatungsstelle Dr. Hamm die Schulung mit dem Vortrag über: „Neuerliche Ermittelungs - und Strafverfahren bei den ländlichen Genossenschaf- t e n" fort. Diesen instruktiven Erläuterungen ließ Oberprüfer Fendt gleiche Ausführungen folgen über: „Die Einwirkung der neuen Gesetzgebung auf die genossenschaftliche A r b e it", unter Berücksichtigung des Reichsnährstand-, des Reichs-Erbhof-, ferner der genossenschaftlichen Gesetzgebung und des Reichskreditgesetzes. Kreishauptabteilungsleiter III Warner richtete als Vertreter der Landesbauernschaft einen Appell an die Führer der örtlichen Genossenschaften, in Zusammenarbeit mit den Ortsbauernführern aufklärend und tätig mitzuwirken und damit die zweite Erzeugungsschlacht erfolgreich zu gestalten. Direktor Eidmann von der Genossenschafts-Zentralkasse behandelte in seinem Vortrag „Das genossenschaftliche Geldgeschäft". Dabei stellte er die Forderung auf, daß die örtlichen Genossenschaften durch vorsichtige Geschäftsgebarung das mühsam wiedererworbene Vertrauen bewahren und festigen und 95,25 I 108,5 ' 109 84,75 ! 154 । 126 81,65 ! 78,9 > Frankfurter Eiermarkt. Frankfurt a. M., 10. Ian. Das Angebot an Frischeiern blieb noch schwach, es dürfte aber bei Anhalten der zur Zeit milden Witterung, die auf die Legetatlgkeit der Hühner von Einfluß ist, eine weitere Zunahme erfahren. Von ausländischen Eiern kamen kleine Mengen Holländer und Belgier herein Bei unveränderten Preisen war das Geschäft sehr lebhaft. Es notierten in Pfennig pro Stück frei Frankfurt a. M. (Großhandelsoerkaufspreise an den Kleinhandel): deutsche und ausländische Handels- klasseneier: S 12% bis 12%, A 11% bis 11%, ß 10% bis 11, C 9% bis 10, D 9% bis 9%. Frankfurter Vuttermarkt. Frankfurt a. M., 10. Ian. Die Butteranliefe- rungen hielten sich auf der gleichen Höhe wie in der Vorwoche, auch stand wieder etwas holländische Butter zum Verkauf. Bei guter Nachfrage blieben die Preise unverändert. Es notierten in Reichsmark pro 50 kg frei Frankfurt a. M. (Großhandelsverkaufspreise an den Kleinhandel): deutsche Markenbutter 145 bis 148, feine deutsche Molkereibutter 143 bis 145, deutsche Molkereibutter 142, Landbutter 125 holländische Butter 145 bis 148. O, 74,75 .. 0 17,65 .. 5 — • 5 119,5 7-/2! - ergaben sich nochmals Kurserhöhungen von 0,50 bis 1 v. H. Stärker befestigt waren Reichsbank mit 183 nach 181, Scheideanstalt mit 216 nach 211, Bembera mit 103,75 (102,25) und Rhein. Braunkohlen mit 213 (211,50). Lebhaft blieben besonders Montanaktien, ferner Gesfürel, Schuckert, RWE. und JG.- Farben. AG. für Verkehr lagen ruhiger, jedoch noch höher mit 94,75 nach 94. Am Rentenmarkt ermäßigten sich Altbesitz auf 110 nach 110,13, sonst blieben die Kurse zum Anfang unverändert. Höher gesucht waren Wiederausbauzuschläge mit 68 (67,50). Goldpfandbriefe lagen unverändert, Liquidationspfandbriefe und Stadtanleihen uneinheitlich. Von letzteren notierten fooTO- Heidelberg 90 (89,50), 4,5proz. Hanau 89 (88,75), dagegen 7proz. Frankfurt 91,75 (92,13), 6proz. Frankfurt 91,50 (91,75). Mexikaner lagen im Verlaufe ruhig und nicht ganz behauptet F-st notierten noch Anatolier mit 39,65 (39,25). 3m Freiverkehr erhöhten sich Adlerwerke Kleyer bei lebhafterem Geschäft von 98 auf 100,50 auf Gerüchte über Wiedereinführung zur amtlichen Notiz. Fest waren Wayß & Freytag mit 88 (86). Am ^agesgeldmarkt verblieb bei 2 (2,25) v H noch Ueberstand. Abendbörse fest. Die Abendbörse war bei verhältnismäßig lebhaf- en Umsätzen weiter fest, gegen Schluß der Börse schrumpfte das Geschäft ein, da die Kulisse etwas Zuruckhaltung zeigte. Im Vergleich zu den Berliner Schlußnotierungen ergaben sich meist weitere Erhöhungen von 0,25—0,50 v.H., so für Montanwerte, Daimler Motoren, AG. für Verkehrswesen JVLo Zellstoffaktien. IG. Farben blieben zu 148,40 (148,25) voll behauptet. Elektrowerte lagen allge- mem etwas ruhiger. Am Rentenmarkt hielten sich AUbesitz auf Basis des Berliner Schlusses von 109,90 Zinsvergütungsscheine etwa 92,40, Kom- munal-Umschuldung etwa 87,70. Von fremden Werten verzeichneten Ungarn etwas größeres Geschäft, insbesondere 4proz. Goldrente mit 9,55—9,60 (9,45). Mexikaner blieben gut behauptet. Am Kassamarkt lagen Großbankaktien z. T. noch fester, so Commerzbank mit 86 (85,50) und DD.-Bank mit 85,50 (85), ferner Frankfurter Hyp.-Bank 95 (94,50), wahrend Dresdner Bank mit 86 unverändert notierten. Ludwigshafener Walzmühle kamen nach die örtlichen Genossenschaften zum Sammelbecken der örtlich anfallenden Gelder zu machen. D^ese Zusammenfassung sei besonders notwendig hinsichtlich der schnellen Auszahlung der Milchgelder. Abteilungsleiter Eimmermacher । Grttzner....................qi Mainkraftwerke Höchst a.M.''' 4 1 Süddeutscher Zucker ........ io| 94,25 I 108,13 109,25 ! 84,25 I 154 125,75 81,75 78,25 ; A.E.G................. c Bekula..............*‘"*."10 Elektr. Lteferungsgesellschaft5 Licht und Kraft ........... gy Felten & Guilleaume 4 «^^I^'^bktr.Unternehmung. 6 Rheinische Elektrizität ...... « Rhein. Wests. Elektr 6 Schuckert & So............ 4 Siemens L Halske ***** 7 LahmeyerLCo..........’*" 7 Als vierter der in Oberhessen vom Verband landwirtschaftlicher Genossenschas- t e n Rhein-Main-Neckar veranstalteten eintägigen Schulungskurse für Vorstands- und Auf- slchtsratsmitglieder fand am Freitag im Cafä Leib zu Gießen der Kursus für den Bezirk Gießen statt. Die genossenschaftliche Arbeit und der Genossen- schaftsgeiit des Bezirkes Gießen, der mit rund 200 Genossenschaften an der Spitze des Verbandes steht, wurden lobend heroorgehoben. BerbandsgefchäfisführerOr.Hillemann schloß in feine Begrüßungsansprache Dr. Pfaff vom Landwirtschaftlichen Institut der Universität ein, der mit den Studenten erschienen war. Den Zweck dieses Schulungskurses kennzeichnete er als eine Besprechung der ehrenamtlich tätigen Führer der örtlichen Genossenschaften mit den Vertretern der Verbandsorgane. Das Ziel soll sein, in rein genossenschaftlicher Blickrichtung die örtlichen Führer ijiit den Erfordernissen für die heutige Genossenschaftsarbeit in den Grundzügen vertraut zu machen. Schulungsarbeit wurde notwendig durch die großen Zielsetzungen der neuen Zeit, die neue Vorschriften im Gefolge hat und dem einzelnen Genossenschaftler größere Pflichten auferlegt. In diese Gedankengänge führte der erste, von Verbandsgeschäftsführer Dr. H i l l e m a n n gehaltene Vortrag über: „Grundlagen und Bedeutung des landwirtschaftlichen Genossenschaftswesens" ein. Die eingehenden Darlegungen über den Wert der Genossenschaften für den Bauernstand und das Volk unterstrich der Vortragende durch einige Zahlenangaben. Von 50 000 Genossenschaften dienen rund 40 000 der 1 Ferner waren Rumänen und Ungarn etwas fester. , Auch in der zweiten Börsenstunde blieb die Hal- ,Z) tel tung am Aktienmarkt fest und überwiegend börse längerer Unterbrechung mit 120 (1 K. 144 im Nov.) zur Notiz. U. a. notierten: Altbesitz 109,90, 6proz. IG. Farben-Bonds 123,65, 6proz. Krupp 104,50, 4proz. Schutzgebietsanleihe v. 1909 10,95, 4,5proz. Ungarn o. 1914 9,40, 4proz. Goldrente 9,55—9,60, 4proz. Kronen-Rente 0,80, 4,5proz. Goldrumänen 9,15, 4proz. Rumänen 5,27Vr, 4proz. Schweiz. Bundes- bahn 188, 5proz. innere Mexikaner 5,90, 5proz. äußere Gold 14, Adca 68,50, Commerzbank 86, DD.- Bank 85,50, Dresdner Bank 86, Franks. Hyp.-Bank 95, Reichsbank 183, Harpener 109,50, Klöckner 83,75, Mannesmann 79,75, Mansfeld 124,50, Hoesch 86,50, Rhein. Braunkohlen 214, Rheinstahl 107,25, Laurahütte 21,75, Stahlverein 76,50, Aku 53,13, Bekula 136,50, Bast Nürnberg 197,50, Bemberg 104,25, MAN 95,50, IG. Chemie volle 168, Conti Gummi 163,50, Daimler 92,25, Scheideanstalt 216, Deutsche Linoleum 143,50, Licht & Kraft 129, IG. Farben Scblußk. Mittag- böese 10.1. 124,75 116,75 213,5 107,5 76,25 18,25 122 119,25 181,5 Landwirtschaft. Deutschland ist dadurch mit seiner genossenschaftlich am stärksten durchorganisierten Landwirtschaft allen anderen Staaten voraus. Im Frankfurter Bezirk waren 1934 rund 1200 Genossenschaften mit insgesamt 123 000 Mitgliedern und rund 1 Milliarde Mark Umsatz tätig. Davon hatten 500 reine Waren-Genossenschaften mit rund 50 000 Einzelmitgliedern einen Warenumsatz von rund 24 Millionen Mark. Viehverwertungsgenossenschaften waren 44 vorhanden mit 6,5 Millionen Mark Umsatz. Die 800 Milch- und Molkereiabsatzgenossen- schaften mit rund 55 000 Mitgliedern erfaßten 1934 rund 354 Millionen Liter Milch. In der Zwischenzeit sind sie bedeutend ausgebaut worden. Namentlich O b e r h e s s e n umfaßt ein fast lückenloses Netz. In eingehender Weise schilderte der Vortragende dann die Entwicklung des Genossenschaftswesens. Der vornehmste Wesenszug der Genossenschaft ist immer ihre ausgesprochene Personengemeinschaft, als welche sie sich in allen Stürmen der Zeit bewährt hat. Kreisstellenleiier, Oberprüfer Hartmann-Gießen, sprach dann über „Die Pflichten von Vorstand und Aufsichtsmitgliedern" in Auslegung der gesetzlichen Bestimmungen. Dabei hob er hervor, daß im Kreise Gießen in letz- ter Zeit 57 neue Milchabsatzgenossenschaften gegründet werden konnten. In klaren Ausführungen urnriß er die Pflichten und Aufgaben des Vorstandes, der die Geschäfte zu führen, und des Auftichts- rates, der diese zu überwachen hat. Beide haben die Sorgfalt eines ordentlichen Geschäftsmannes anzuwenden. Darüber hinaus ist die Zusammenarbeit mit dem Ortsbauernführer und der Partei selbstverständliche Voraussetzung: denn dann erst wird die Parole „Gemeinnutz geht vor Eigennutz" auch in die Tat umgesetzt werden. Oberprüfer Fendi behandelte das technische Aufgabengebiet der „Buch- führungs- und Ä i l a n z i e r u n g s f r a g e". An Hand von zahlreichen Beispielen führte er in das ABC der durch Gesetz verlangten Buchführung ein und gab praktische Winke für manche Frage. Insbesondere ermahnte er zur Innehaltung Der für die Inventaraufnahme, Bilanzaufstellung und die Ausfüllung statistischer Fragebogen gestellten Fristen. DerbandögeschästsführerOr.Hillemann 148,40, Gesfürel 126,50, Goldschmidt 111,75, Holz, mann 90,75, Ludwigshafener Walzmühle 120, Maikraft 88,75, Muag 76,65, Metallgesellschaft 114, Moenus 81, RWE. 128,50, Schriftg. Stempel 60, Schuckert 125,25, Siemens 168, Westdeutsche Kaufhof 27,75, Zellstoff Aschaffenburg 81, Zellstoff Waldhof E 118, Südd. Zucker 198, Reichsbahn-Vorzugsaktien 121,13, AG. für Verkehrswesen 94,65 bis 94,25, Hapag 15. Frankfurter Obst- und Gemüfemackt. Frankfurt a. M., 10. Jan. In allen Ge. m ü f e arten blieb das Angebot gut. Geschäft nicht voll zufriedenstellend. Preise für Feldsalat und Rosenkohl fallend, im übrigen unverändert. Von aus!. Gemüsen gab Blumenkohl im Preise nach. 11. a. notierten: Blumenkohl, Steige 12 und 18 Stück, 4,50 bis 5,00 ital., Eskarol, Steige 16, 18, 24 Stück, 4,50 ital., Feldsalat groß 25 bis 30, klein (Mistbeet) 50 bis 70, Karotten 4 bis 5, frische Bdl. 5 bis 8, Kohlraben 2% bis 5, Kopfsalat Steige 24 Stück 6,50 bis 7,50 span., Meerrettich 35 bis 45, Rosenkohl 18 bis 22, Rote Rüben 3% bis 5, Rotkraut 7 bis 10, Sellerie je nach Größe 5 bis 30, Spmat 6 bis 10, Tomaten, Steige 20 Pfd. 6,00 bis 6,75 Canar., Weißkraut 3% bis 6, Wirsing 4% bis 7, Zwiebeln 9 bis 11. Obst- und Südfrüchte: Angebot von int. Aepfeln gut, von Birnen schwach. Geschäft leicht gebessert. Preise für mittlere Aepfel unv., für bessere Sorten höher, la Auslesen notieren teilweise merklich über Notiz. Apfelsinen und Mandarinen gutes Angebot. U. a. notierten: Aepfel I 25 bis 30, II 18 bis 20, Goldparmänen 22 bis 30, Renetten 22 bis 25, Schafsnase 16 bis 18, Amerik. Aepfel rot 40 Pfd- 16,00 bis 18,00, do. gelb 22,00 Apfelsinen blond 15 bis 18, kernlos 22 bis 28 span., Paterno blond 19 bis 20 ital., Birnen 20 bis 28, Kochbirnen 15 bis 18, Feigen 25 Pfd. 11,00, Haselnüsse 25 bis 28 ital., Mandarinen 18 bis 25 ital., Walnüsse 45 franz., Zitronen 300 bis 360 Stück 6,50 bis 8,00. DerLeiterderGetreideabteilungpfeifer machte anschließend noch auf die Schweinemastverträge aufmerksam. Mit den dem Bauern zur Verfügung gestellten 14 Zentner Futterroggen müsse noch ein zweites Schwein gemästet werden. Die Lage auf dem Getreidemarkt habe durch die Marktregelung wertvolle Anregung bekommen. Die Ernte sei sehr gut ausgefallen. Nur an Futtergerste und Futterhaser sei noch Bedarf vorhanden. Auch in Oberhessen Dürfe der Anbau von Gerste und Hafer nicht vernachlässigt werden. Unbedingt notwendig sei es auch, daß der Bauer seinen Ortsbauernführer bei den Erhebungen durch genaue und schnelle Angaben unterstütze. Abschließend stellte der Redner fest, daß der B e z i r k H e s s e n in der Lieferung gewaltige Erfolge gemacht und seine Erfassung des Getreides sich außergewöhnlich gesteigert habe. Mit dem Hinweis auf weitere Kurse in Frankfurt und dem Sieg-Heil auf den Führer, in das die Versammlung dreimal einstimmte, schloß der Schulungskurs. Schlußkurs 9.1. Philipp Holzmann 4| 88,75 I Zementwerk Heidelberg 7 120 i Cementwerk Karlstadt es 128 i Schlußkurs 9.1 . 124 116 212,25 105,5 74,65 17,65 118,75 Schluß?. Abend- börse 10 1. Oatum 4% besgt. Serie ll ............. 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4'/2%Rumän.vereinh.Nentev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente .. 2Y*% Anatolier ........... Schluß!. Abend- börse 10.1. Direktor Strasburger behandelte in seinem Vortrag über: „D a s genossenschaftliche Warengeschäft" die Frage der Futtermittelversorgung. Als wichtigste Ausgabe hob er Die Umstellung Des Betriebes auf wirt- schnftseigene Futtermittel hervor. In Den letzten vier ?ochen sei eine Besserung in Der Versorgung mit Kraftfuttermitteln eingetreten. Insgesamt kommen 150 000 Tonnen Schwerkraftfutter zur Verteilung, von Denen 100 000 Zentner auf Den VerbanDsbezirk entfallen. Da Die hierfür gebrauchten Gelber 1 Million Mark betragen, ftünDen Die Futtermittel in erfter Linie Den Genossenschaften zur Verfügung. Infolge Der bevorstehenDen Frühjahrsversorgung fei Die finanzielle Beanspruchung Der Kasse sehr groß, so Daß auf prompte Regulierung gesehen roerDen müsse. 3 ®. Farben-Jndustrie ?l 147,5 | g^ibeanftalt............... 91 211,75 I Goldschmidt 5 109,25 ' Rütgerswerle « 115'75 Metallgesellschaft 4, 113,4 | Datum ...... 5 ....... 6 12 ....... 4 tamburg-Amerika-Paket 0 amburg-Südam. Dampfschiff. O Norddeutscher Lloyd .........o SM.®, für Verkehrswesen Akt. ' o Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz- und Privat-Bank ... o Deutsche Bank und Disconto. Gesellschaft.......... 0 Dresdner Bank /”** 0 Reichsbank ...............**j2 Schlußkurs 9.1 Datum 6% Deutsche Relchsanleihe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 6/2% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auslos.-Rechten ............. W/o Deutsche Reichspostschatzan Weisungen von 1934, I....... 6% ehem.8% Hess. Volksstaat 1929 (rückzahlb. 102%)............ *Vi% ehem.8% Hessische Landes- banl Darmstadt Gold R. 12.... W/o ehem. 4tz% Hess. Landes- Hypothekenbank DarmstadtLiqui »¥2% ehem. 8% Darmst. Komm. Landcsb.Goldschuldverschr. R.6 Oberhessen Provinz-Anleihe mil Auslos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten *¥2% ehem.8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 6^2% ehem. 4*4% Franks. Hyp.. Bank-Liqu.-Pfandbriese....... 6Vz% ehem. 4%% Rheinische Hyp.-Bank-Ligu.-Goldpse 4 */•% ehem. 8% Pr. Landespfandbriefanstalt, Pfandbriefe R. 19 4^2% ehem. 7% Pr. Landespfand- briesanst., Gold Komm. 061.VI Steuergutsch.Berrechnungsk. 34-38 Schultheis Patzenhoser 4, — Aku (Allgemeine Kunstseide) ..0 51,9 Bamberg................... 6; 102,25 Zellstoff Waldhof ............ 5 Zellstoff Aschaffenburg 0 Dessauer Gas ............... 7 Daimler Motoren 0 Deutsche Linoleum 8 Orenstein & Koppel O Westdeutsche Kaufhof 0 Chade.................... 7»/,> Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Dahinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höh- der zuletz, belchlofjenen Dividende an. - R-ichsbankdiskon, 4 o. fr, Lombardzin-fuk 5 v. fr Frankfurt a.M. Berlin Schlußkurs Schlußk. Abendbörse Schlußkurs Schlußl. Mittagbörse 9.1. 10-1. 9.1. 10.1 9,5 9,25 — _ 5,75 6,4 6,13 6,5 9,25 9,15 9,1 9,15 5,13 5,275 5,1 5,35 39,25 39,65 39,3 39,75 15 15 15,5 15,4 — — 26,75 17 17,25 17,25 17,25 92,25 94,25 92,4 94'13 115 114,75 114,5 115,5 84,13 86 84,13 85,25 83,5 85,5 83,5 85 84 86 84 85,5 179,75 183 179,75 182,75 9. Januar 10.Januar Amtliche Geld Notierung Brief Amtliche Geld Notierung I Sriel Buenos Atre. 0,668 0,672 0,668 0,672 Brüssel..... 41.86 41,94 41,86 41,94 Rio de Jan. . 0,138 0,140 0,138 0,140 Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 54,77 54,87 54,77 54,87 Danzig..... 46,80 46,90 46,80 46,90 London ..... 12,265 12,295 12,265 12,295 Heljingfors.. Paris ...... 5,40 5,41 5,40 5,41 16,40 16,44 16,405 16,445 Holland ... 168,73 169,07 168,68 169J12 Italien..... 19,98 20,02 19,98 20.02 Japan ...... 0,717 0,719 0,717 0,719 Jugoslawien 5,654 5,666 5,654 5,666 Oslo..... _• 61,59 61,71 61,59 61,71 Wien...... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon ... 11,125 11,145 11,125 11,145 Stockholm... 63,24 63,36 63,24 63 ’ 36 Schweiz .... 80,84 81,00 80,82 80,98 Spanien.... 33,99 34,05 33,99 34,05 Prag....... Budapest ... 10,28 10,30 10,29 10,31 Reuyork ... 2,486 2 2,490 Zanknoten. 2,484 2,488 100,4 97 103,13 100,4 97 103,13 100,5 97 103 110,25 109,9 110,25 99,9 99,9 100 97,5 97,75 97,5 96,4 96,4 96,25 101 100,75 — 93 93,25 — — 118,75 119,5 113 113,5 113,13 96,5 96,5 — 101,13 101,4 — 101,5 101,4 101,4 97 97 97 97 97 97 108,2 108,2 108,2 30,25 30,5 30 1,35 1,4 1,3 9,3 9,6 9,35 9,15 9,5 9,15 9,15 9,4 9,35 13,9 14 13,3 9,5 9,25 — Wl'lu 1 örn 2,436 2}456 41,72 41,88 54,56 54,78 12,23 12,27 16,355 16,415 168,26 168.94 — —— 61,43 61,67 — — — — 63,07 63,33 80,64 80,96 33,63 33,77 Lunge deutsche Nation. Zehn Preisträger unserer Preisaufgabe „(Lhristkindleins Weihnachts-Post" erzählen ihre Geschichten. Es lebe der Wintersport! Der Winter ist 'ne schöne Zeit, der Schnee, der liegt aus weit und breit, ?ir «2.^en laufen Schlittschuh dann, we Mädchen gehen auf die S ch ^i t t e n bahn, ole Großen wollen auch zu Haus nicht bleiben, j}£ tun den echten S k i spart treiben. Wer da zu Haus bleibt, der ist dumm, der ist ein richtig' Unikum! ■^UL y*}lrer Schlittenbahn in der Hintergass' macht Schlittenfahren großen Spaß. Schones Eis ist auf der Haselratt, wo man im Herbste schon gewässert hat, mit Schlittschuh geht's da lustig zu, die Zeit vergeht da wie im Nu. Aus einmal tut's zu Nacht schon läuten, wrr müssen heim, aus ist die Freude. Im Wiesgarten und Hellerrain, da ist Skiläufen furchtbar fein, da ist das Gelände furchtbar steil, man schießt da hinaus grab wie ein Pfeil. Aufpassen heißt's da, daß man hin nicht fliegt und Knochen und Ski nicht bricht. Doch besser, wer sich's leisten kann, in'n Vogelsberg fäyrt mit der Bahn. Sprungschanzen hat man da gemacht, dort Ski zu laufen ist 'ne Pracht. O Glück, daß Schlittschuh, Schlitten und Ski sind erfunden, sonst gäb' es im Winter manch langweilige Stunden. Und nun zum Schlüsse das letzte Wort: „Es lebe dreimal der Wintersport!" Otto Haas, Steinbach bei Gießen. Von Teddybär, Hampelmann und puppe. Als dieses Jahr Knecht Ruprecht an Weihnachten wieder zu uns Kindern kommen wollte, wollte er nicht zu Fuß, auch nicht mit seinem Segelschiff nach Deutschland kommen. Er hatte es ja sehr weit. Don Sibirien bis zu uns zu laufen, das ging doch nicht. Da dachte er an fein Flugzeug. Dieses Jahr wollte er nun nach Deutschland fliegen. Er packte alle Geschenke in Säcke und verstaute sie in seinem Flugzeug. Ganz besonders an die armen Kinder hatte Knecht Ruprecht gedacht. An das Hanneschen, Ph-ilippchen und Lieschen. Ihnen wollte er eine besondere Freude bereiten. Den Hampelmann, den Teddybär und die Puppe hatte er außerordentlich fein gemacht. Als er in seinem Flugzeug fuhr, wollte er noch einmal nachsehen, ob er alle Geschenke hatte. Er öffnete den Sack, wo der Hampelmann, der Teddybär und die Puppe oben lagen. Als Knecht Ruprecht recht tief in dem Sack herumwühlte, ließen sich die drei Geschenke für die armen Kinder fallen. Der Teddybär, der den Plan geschmiedet hatte, fiel zuerst herunter. Ihm folgten der Hampelmann und die Puppe. Sie waren nun von dem gestrengen Knecht Ruprecht fort. Es fror sie sehr. Aber lieber einmal frieren, als von dem gestrengen Knecht Ruprecht geschimpft zu werden, sagte der Hampelmann. Indessen war Knecht Ruprecht außer sich vor Zorn. „Wart, du unartiger Teddybär, du hast doch den Plan gemacht. Dir soll es einmal schlecht ergehen", rief der Weihnachtsmann. Die drei Ausreißer landeten glücklich auf der Erde. Der Teddybär fiel in den Garten des Hanneschen; der Hampelmann langte vor der Türe des Philippchen an; und die Puppe fiel auf die Fensterbank des Lieschen, O, wie fror es die drei; denn es lag dicker Schnee. Die Puppe hatte sich schon halb erfroren, als sie das Lieschen fand. Es war überglücklich, setzte die liebe Puppe an den Ofen und wärmte sie. Schlechter erging es dem Hampelmann. Ein Hund aus der Nachbarschaft des Philippchen spielte mit ihm. Halb zerzaust fand ihn das Philippchen. Es nahm ihn mit in die Stube und war doch froh, daß es einen Hampelmann hatte. Dem Teddybär ging es doch am allerschlechtesten. Er saß die ganze Nacht in dem Garten. 0, was fror es ihn. Er wäre doch am allerliebsten bei dem gestrengen Knecht Ruprecht geblieben. Als das Hanneschen am anderen Morgen für die liebe Mutter Tannengrün holte, fand es beh halb verfrorenen Tebbybär. Voller Freude über diesen Fund kehrte es zur Mutter zurück und setzte ihn bei den Ofen. Aber niemals wieder haben SpiWnäuzchen. Eine Geschichte von Teddybär, Puppe und Puppenwagen. „Christel", rief die Mutter, „komm und steige für mich die Leiter zum Boden hinauf, denn mir wird so leicht schwindlig. Ich möchte nämlich die Kiste haben, in der die alten Spielsachen aufbewahrt werden." Eilfertig sprang Christel herbei, stieg gewandt die Leiter hinauf und rückte die Kiste an die Bodenlucke. Die Mutter kam ihr halbwegs entgegen, und mit vereinten Kräften schafften sie das kleine Ungetüm herab. Christel schnaufte vor Anstrengung und wischte sich den Staub von den Händen. Die Mutter stäubte noch vorsorglich den Deckel ab, und das Kind sagte mit vor Erwartung glänzenden Augen: „Mutter, darf ich aufmachen?" Lächelnd nickte diese ein Ja, und schon beugte sich Christels Blondkopf über die Kiste, während ihre Finger eifrig den Deckel lösten. Ein schwacher Duft von alten Dingen stieg aus der geöffneten Truhe auf. Knieend preßte das Kind sein Näschen tief in die einst o vertrauten Sachen. „Steh' auf", sagte die Mutter, „und laß mich einmal hinein schauen! Na, da werde ich tüchtig entrümpeln müssen", meinte sie und zog einige Spielsachen, die vom häufigen Gebrauch allerdings sehr unansehnlich geworden waren, heraus und warf sie in einen berettstehen- den Korb, um sie später zu verbrennen. Währenddessen wühlte Christel voll stiller Freude m der Truhe Mit spitzen Fingern zerrte sie bald ein Püppchen bald ein Röckchen ans Tageslicht. Plötzlich ein Heller Jubelruf - und patter Teddybär kam zum Vorschein Spltzschnauzchen mem gutes altes Spitzschnäuzchen!", rief sie strahlend und hielt der erstaunt dreinschauenden Mutter einen altersgrauen Teddybär entgegen. „Den wollen wir doch nicht aufheben?' meinte die Mutter mit einem verächtlichen Blick auf das zerzauste Dmg. Aber Christel streichelte behutsam und zärtlich des Teddybärchens struppiges Fell. „Mutter, weißt du die Drei an Ausre-ißen gedacht, wenn es ihnen auch noch so schlecht ging. Wilhelm Ranft, Beuern (Kr. Gießen). Halte Wort! Es hatte die ganze Nacht geschneit, und als die Kinder morgens durchs Fenster schauten, war die Freude groß, denn nun konnte endlich der neue Schlitten eingeweiht werden. Die kleine Ilse bat ihre Mutter so lange, bis diese erlaubte, daß sie mit dem größeren Bruder mittags auf die Schlittenbahn durste. Fritz, so hieß der Bruder, sollte schön auf das Schwesterchen achtgeben und vor dem Dunkelwerden mit ihm nach Hause kommen. Er versprach alles, und froh machten sie sich auf den Weg. Als sie einige Male die Rodelbahn herunter- gesahren waren, kam Fritzens Freund vorbei mit seinen Schlittschuhen. Er wollte auf die Eisbahn und überredete Fritz, doch mitzugehen. Dieser vergaß sein Versprechen und sagte zu seinem Schwesterchen: „Fahre nur ein wenig allein, ich komme schon rechtzeitig wieder und hole dich ab." Als es dämmerte und die anderen Kinder heim- gingen, stand die kleine Ilse da und wartete auf Fritz, der sie beim Vergnügen des Schlittschuhlaufens vergessen hatte. Endlich kam er. Es war schon ganz dunkel, und Ilse fror sehr. Ihre Füßchen waren ihr so kalt, daß sie nahe am Weinen war. Als sie nach Hause kamen, war die Mutter sehr böse auf Fritz, sie hatte sich schon geängstigt, weil die Kinder so lange ausblieben. Am anderen Tag wurde die kleine Ilse sehr krank, deshalb bekam Fritz zu seinem Geburtstage seine heißgewünschten Skier nicht, denn er hatte ja nicht Wort gehalten. Hildegard Ranft, Gießen. Das Ergebnis und die Preisträger. In den ersten Tagen des neuen Jahres findet der Rätselonkel auf seinem Schreibtisch immer eine ganz besonders nette und unterhaltsame Arbeit vor: er hat alle Einsendungen durchzusehen, die auf seine Weihnachts-Preisaufgabe eingegangen sind. Er hat nachzuprüfen, ob alles richtig geraten wurde, er muß all die schönen Geschichten lesen, er beguckt sich die ausgemalten Bilder und freut sich schon während dieser Arbeit darauf, die Preise verteilen zu dürfen. Auch diesmal gab es für den Rätselonkel wieder viel zu tun. Aber es war schon immer so: je mehr er zu tun bekam, desto mehr Spaß machte ihm die Arbeit. Auch diesmal kamen wieder eine Menge dicker Briefe. Viele seiner Nichten und Neffen haben sich große Mühe gegeben, und der Rätselonkel hat allen Anlaß, sie darum zu loben. Ganz besonders war er darüber erfreut, daß fast alle Einsender richtig geraten hatten. Dem Rätselonkel ging auch wieder das Herz auf über all die schönen Geschichten, die er zu lesen bekam. Mancher Junge und manches Mädchen hatten teils Erlebtes, teils phantasievoll Erfundenes fein säuberlich ausgeschrieben, so daß es sicher für viele Zeitungsleser ein Vergnügen fein wird, die Geschichten gedruckt zu sehen. Auch manches schöne Gedicht war wieder dabei, so daß es dem Rätsel- onkel reichlich schwer fiel, allen gerecht zu werden. Besonders freute er sich außerdem über jene, die sich die große Arbeit machten und das ganze Blatt mit bunten Farben, ja sogar mit Gold und Silber ausmalten. Weil so viele richtige und hübsch ausgeschmückte Lösungen eingingen, hat sich der Rätfelonkel dazu entschlossen, noch einige Preise über die ursprünglich vorgesehene Anzahl hinaus anzukaufen, so daß wieder eine ganze Reihe von Neffen und Nichten bedacht werden konnte. Hoffentlich machen allen den kleinen und größeren Empfängern ihre Preise ebensoviel Freude, wie sie dem Rätfelonkel durch die hübschen Lösungen zuteil wurde ... die Preisträger: 1. Hildegard Ranft, Gießen, Am Wingert 2: „St. Franziskus" (Farbenholzschnitt von Klip- ftein). 2. Erwin Henrich, Gießen, Mittelweg 14: „Matrosen, Soldaten, Kameraden" (Bildbuch). 3. Inge Wagner, Langd bei Hungen: Blumenstück von Margret Kranz (Bild). 4. Christi und Mutgard Flörke, Gießen, Karl- Vogt-Strahe 9: Radierung von Klipstein (Landschaft). 5. Helga Allmendinger, Grünberg, Bahnhofstraße 26: Radierung von Klipstein. 6. Ernst-Otto Hörr, Glauberg (Kreis Büdingen): Ernst Übet: „Mein Fliegerleben". 7. Heinz Häuser, Gießen, Liebigstraße 15: Meisterbuch deutscher Götter- und Heldensagen. 8. Wilhelm Ranft, Beuern, Adolf-Hitler-Straße Nr. 13: „Heroische Jugend". 9. Ilse W a r l i ch , Gießen, Wilhelmstraße 62: Bild H. E. Kleine: Pudel. 10. Otto Haas, Steinbach, Hindenburgstraße 58: Gogol: „Taras Bulba". Trostpreise: 1. Rudolf Schäfer, Wieseck, Philosophenstraße Nr. 4: „Soldaten! Soldaten!". 2. Erika Bouchholtz, Gießen, Gnauthstraße 9: „Deutsches Mädel auf Fahrt um die Wett". 3. Hans B u ch a ck e r, Atzbach (Kreis Wetzlar), Kreisstraße 64b: „Hinter den sieben Bergen". 4. Dorle Obermeyer, Lauterbach, Zent 8: „Die Geschichte vom Korn". 5. Otto Horn, Rödgen, Rosenstraße 5: Konrad Kupfer: „Drei Jungen als Entdecker". 6. Hella Beyer, Gießen, Schottstraße 13: Kalender „Dienst am Deutschtum". 7. Karlheinz Schubecker, Krofdorf, Gießener Straße 314: Gerstäcker: „Im Jnselmeer". 8. Günther und Margot Stallmann, Allen- dorf (Lda.): Kalender „Volkstum und Heimat". 9. Wolfram Jrmfried Häuser, Gießen, Hensel- straße 4: „Wie lerne ich zeichnen " 10. Otto Linden st ruth, Allertshausen, Kirchstraße 32: „Der goldene Fisch" von Pastenaci. 11. Erich Sommer, Rodheim (Bieber), Burgstraße 20: Dingelreiter: „Wann kommen die Deutschen endlich wieder?" 12. Annemarie Schmidt, Gießen, Am Riegelpfad Nr. 72: „Bimbo", ein neues Kartenspiel. 13. Gertrud Velten, Lang-Göns, Mohrgasse 5: „Alle Jahre wieder". 14. Albert Fay, Grüningen, Adolf-Hitler-Straße Nr. 60: E. Eimer: „Hermanns Wille und Weg". 15. Marianne Heß, Gießen, Senckenbergstraße 13: „Hunde- und Katzenkalender". 16. Willi Link, Wißmar, Bahnhofstraße 149: „Steig ein, mein Kind, wir reisen durch das Jahr!". 17. Liselotte Rödiger, Garbenteich, Watzenbor- ner Straße 2: Otto Boris: „Addi". 18. Erich Dolkrnann, Heuchelheim, Brauhausstraße 23: O. Fuchs: „Wir Flieger". 19. Ernst-Karl Römer, Wieseck, Philosophenstraße Nr. 3: Eleonore von Heeringen: „Alle Neun". 20. Mariechen Schäfer, Hausen, Steinbacher Straße 2: „Deutscher Kalender". 21. Martha Lotz, Garbenteich, Grüninger Straße Nr. 3: „Fang den Hut", ein Spiel. 22. Hans berget, Gießen, Am Riegelpfad 70: Schoen: „Auf Vorposten für Deutschland". 23. Eriedrich-Otto Gravelius, Gießen, Moltke- straße 28: „Blodigs Alpenkalender". 24. Heinz Bernhardt, Steinbach, Ernst-Ludwig- Straße 9: Mügge: „Die freien Bauern". 25. Gertrud Bausch, Langsdorf, Schwanengasse Nr. 2: „Sechs Spiele auf einmal". * Die Buben und Mädels aus der Stadt können ihre Gewinne bei der Schristleitung des Gießener Anzeigers, Gießen, Schulstraße 7, 1. Stock, abholen, und zwar am kommenden Montag, dem 13. Januar, und am Dienstag, dem 14. Januar, jeweils in der Zeit von 16 bis 18 Uhr (4 bis 6 Uhr nachmittags). Die Abholzeit muß eingehalten werden. Die Preisträger von den Landorten erhalten ihre Preise in den nächsten Tagen zugeschickt. denn auch noch, wie ich ihn früher nannte? Als ich noch so ganz klein war? Bitznäuzi!" „Nun hör mir aber auf", sagte die Mutter, „es fehlt ihm ja sogar ein Auge, und er ist wirklich nicht mehr schön!" Ach ja, das Auge — dies Auge war der Zerstörungslust ihres kleinen Bruders einst zum Opfer gefallen. Wie hatte Christel das andere verteidigt! Und noch heute erinnert sie sich genau, welchen Kummer sie damals hatte. Immer neue Erinnerungen, die mit dem Teddybären verknüpft sind, werden in ihr wach. So der.Geburtstag, an dem sie ihren ersten Puppenwagen bekam. Onkel Ferdinand brachte ihn damals aus Friedberg mit, und es ist ihr, als sei es erst gestern, daß sie beide am Boden knieten und ihn zusammen auspackten. Höchstes Entzücken löste die rotseidene Steppdecke aus, und darunter durfte natürlich niemand anders schlafen als Spitzschnäuzchen; mit seinem weißen Fellchen und den schwarzen Aeuglein sah er wirklich vornehm darin aus. „Mutter", fragte sie leise, „ist eigentlich noch mein alter Puppenwagen da?" „Gewiß", antwortete die Mutter, „du kannst ihn auch gleich einmal herunterholen, daß wir den ebenfalls nachsehen". Rasch erkletterte Christel nochmals die Leiter und brachte das alte Fahrzeug herbei. Sofort machte sie sich darüber her und räumte ihn aus. „Sieh an, da ist ja auch noch meine Puppe Erika. Sie lag am Weihnachtsfest, das auf jenen Geburtstag folgte, festlich geschmückt in dem schönen Wagen. Ich gönnte ihr aber den Wagen nicht, zog sie heraus und legte dafür meine geliebte Spitzschnäuzi hinein. Erika mußte sich fortan mit einem Platz auf der Matte vor dem Wagen begnügen. Sie war meine erste Gliederpuppe und ein Geschenk des Großvaters, das gut gehalten werden sollte. Daher mußte sie immer vor den jüngeren Geschwistern bewacht werden, und das war keine Kleinigkeit für mich. Denn meine jüngere Schwester beneidete mich sehr um Erika und nahm jede Gelegenheit wahr, heimlich mit ihr zu spielen, Schließlich ertappte ich sie dabei und versuchte, tue Puppe ihren Händchen zu entreißen. Sie hielt aber das eine Bein fest. Ich gab ihr dafür eins auf die Finger, wofür sie mich in den Arm biß. „Kannst du dich noch an das Geschrei, das wir beide an- stimmten erinnern?" „Kann sein," sagte die Mutter, „ich habe manchen Streit zwischen euch schlichten müssen." Christel hob die Puppe hoch: „Guck, ihr Beinchen schlappert immer noch." Danach bettete sie das Püppchen wieder sorglich in den Wagen. Verstohlen aber legte sie den alten Teddybär daneben und sagte mit schelmischem Lächeln: „Der kommt nicht mehr in die Rumpelkiste." Christel und Mutgard Flörke, Gießen. Schneestöckchens Erlebnis. Unser kleines Schneeflöckchen wollte auch gern mit seinen vielen Schwestern auf die Erde reifen, aber die Muter wollte es noch nicht lassen, denn es war ihr Lieblingskind. Erst nach langem Bitten gab die Mutter nach und ließ es mit. Freudig machte es sich für die große Reise fertig. Es zog fein bestes weißes Kleidchen an, und stand als erstes an der Tür. Endlich kamen auch die andern. Eilig flogen sie alle davon. Unser Schneeflöckchen wollte sich erst die Erde betrachten, denn die Geschwister hatten so viel Schönes von der Erde erzählt. Es flog bis auf einen Tannenbaum. Dann ruhte es sich erst etwas aus, denn es war das Reisen noch nicht gewöhnt. Da sah es von weitem ein helles Licht schimmern. Nun wurde es neugierig, was das sein könnte. Als es sich etwas ausgeruht hatte, flog es nach dem Licht. Es war ein Haus. Aus einem Fenster kam heller Schein, heller als die Sonne. Erstaunt stellte es sich auf das Fensterbrett und schaute in die Stube. Da sah es einen grünen Baum, wie der, auf dem es sich vorher ausgeruht hatte. Auf den Aesten standen viele Lichter. Auch sonst noch viele bunte Sachen hingen an dem Baum. Darunter lag ein schönes Märchenbuch, ein Farbkasten und eine große Puppe mit langen Haaren und Schlaf- Die Weihnachtsbescherung. Nachmittag. Mutter und Lotte putzten hinter geschlossenem Riegel den Christbaum. Fritz, der kleine Bengel, steht vor dem Schlüsselloch und schnuppert, was zu sehen ist. Geschenke werden auf den Tisch gelegt. Inzwischen ist der Zeiger auf 7 Uhr gerückt. Das Essen wird aufgetischt. Während dem Essen sagt Fritz: „Mutti, sag mal, was mir das Christkind bringt." „Na, das wirst duch noch sehen, du Neugier", sagt Mutter zu ihm. Alles ist still. Vater geht inzwischen ins Wohnzimmer. Fritz spitzt die Ohren. Da, da tlingelt’s. Fritz ist zuerst im Zimmer. Er stürzt sich zum Gabentisch. Mutter tut ihn weg. Nun singt Fritz einige Lieder. Als erstes Lied bringt er „Ihr Kinderlein kommet" und dann die anderen Lieder. Sein Blick ist fortwährend auf den Gabentisch gerichtet. Nun gehen die Eltern und ihre zwei Kinder an den Tisch. Die schöne Soldatenuniform, Trommel und Trompete und die Eisenbahn. Lächelnd geht Fritz zu Vater und sagt: „Vater, wem sind denn diese Sachen und die schöne Uniform?" „Gewiß Dir", sagt Vater und klopft ihm die Schulter. Die Uniform wird gleich mal angezogen. „Papa, wie angegossen sitzt sie mir und nun — spiele ich mit der Eisenbahn." Die anderen bekommen ihre Geschenke. Der Zeiger ist auf 11 Uhr gerückt. Fritz ist eilig und öiftelt noch ein Gedicht von Christkinds Gabentisch. Er hat's geschaffen. Er geht zu ihren Eltern und bringt bas auf die Lippen. * Lieb Christkind, du hast es gut gemacht, hast alles recht schön ausgedacht, hinter dem verschlossenen Riegel, beleuchtet von dem Himmelsspiegel, hast du die Uniform geschnitten bei den Engelein inmitten, alles hast du recht bedacht, Christkind, hast es gut gemacht. Lieb Christkind, du hast es gut gemacht, hast alles recht schön ausgedacht, hast Apfel, Nuß und Mandelkern und große Plätzchen in Form vom Stern in deinen großen Ofen bereitet, zur Erde von Engelein begleitet. Alles hast du recht bedacht, Christkind, hast es gut gemacht. Erwin Henrich, Gießen. Der Spielzeugball. Im Hause war alles ruhig. Da erwachte Karle- mann von einem Geräusch, das sich anhörte, als ob Frieda, das Dienstmädchen, schlechte Launen hätte und beim Staubwischen die ganzen Spielsachen durcheinander werfe. Er griff nach dem Lichtschalter an seinem Bette und knipste das Licht an, schlüpfte in seine Schühchen und ging an die Tür des Kinderzimmers. Er öffnete sie behutsam; aber was für einen Schreck bekam er, als er durch den Spalt sah. Er rieb sich die Augen, damit er besser sehen konnte. Der Teddibär saß auf dem Fensterbrett, blies auf der Trompete oder trommelte auf der neuen Trommel, während ein Schild über ihm hing: „Heute großer Spielzeugball". Der Hampelmann hatte die Puppe umfaßt und tanzte mit ihr einen Walzer. Das schöne Auto fuhr hin' und her und brachte immer neue Gäste. Die Eisenbahn fuhr auf dem Tische herum, hielt an, Soldaten fliegen aus und beteiligten sich auch an dem Balle. Es war von allen Spielsachen nichts da, was sich nicht an dem Balle beteiligt hätte. Alles fuhr, sprang und sang durcheinander, es war ein großer Lärm. Auf einmal kam die Taschenuhr mitten auf den Tisch gewackelt und zeigte auf ihre Stirn: „Ich glaube, es wird Zeit", schnarrte sie, „nach 5 Minuten ist alles zu Ende". Sie drehte sich um, in der Absicht, ihren alten Platz wieder einzunehmen, denn bald mußte sie ja die erste Nachmitternachtsstunde und damit das Ende des Spielzeugballes anzeigen. Aber, o wehe! Sie stieß aus Versehen an ein paar Gläser, die hinter ihr standen. Die fielen mit Geklirr um. Es war stockdunkel. Karlemann wollte Licht machen und suchte den Schalter an der Tür. Er fand ihn auch gleich, rieb sich die Augen und sah sich verwundert um... Das war ja gar nicht das Spielaugen. Eben ging die Tur auf, und ein kleines, blondes Mädchen sprang jubelnd herein. Da wollte das Schneeflöckchen besser sehen. Es drückte sich fest an die Scheiben. Da spürte es, wie es warm wurde. Rasch wollte es zurückgehen, aber es war schon zu spät. Als ein Tropfen lief es die Fenster- scheibe hinab. Inge Wagner, Langd bet Hungen. Soldateuspiel. Gerne spiele ich mit meinen Freunden Soldaten! Beim Jungvolk bekommen wir ja schon den richtigen Schliff. Das genügt uns aber noch nicht. Oft ziehen wir darum hinaus und machen ein Geländespiel. Mit festem Schritt und Tritt marschieren wir durch die Straßen. Voran schreitet der Trommler. Zackig schlägt er auf seiner Trom - m e I die Wirbel! Dann wieder fingen wir frische Jungvoltlieder. Draußen verteilen wir uns. Die einen besetzen den Berg, die andern müssen sich hinaufschleichen, ohne bemerkt zu werden. Das ist nicht leicht. Es heißt mächtig aufpassen. Wir müssen alles sehen, dürfen aber selber nicht gesehen werden; grabe wie bei den großen Soldaten. Manchmal dauert es stundenlang, bis der Gipfel des Berges erreicht ist, manchmal klappt es gar nicht. Mancher wird abgeschossen. Aber wir lassen den Mut nicht sinken. Immer wieder üben wir das schöne Spiel. Wenn unsere vorgesehene Zeit herum ist, dann bläst der Trompeter in seine Trompete, und alle sammeln sich auf dem Berg. Hier erzählt uns ja der mächtige Ringwall, jeder Stein und jedes freigelegte Haus, wie unsere Vorfahren schon vor vielen Jahrtausenden ihre Heimat gegen die anstürmenden Feinde verteidigt haben. Und wir wollen auch wieder so tüchtige Soldaten werden wie sie. Ja, schön ist das Soldatenspiel. Ernst Otto Hörr, Glauberg (Kr. Büdingen.) Zimmer, bne. war |o sein Schlafzimmer, und er saß in seinem Bett. Und das Wasserglas, das er morgens zum Zähneputzen benutzte, und das immer aus seinem Nachttisch stand, lag zerbrochen auf dem Boden. Am nächsten Morgen konnte es Karlemann Dar nicht erwarten, in das Spielzimmer zu kommen. Sollte er dann das alles nur geträumt haben? Aber da lag die Uhr wie immer. Äa stand Schwester Annelies Puppenwagen mit der Puppe darin an ihrem gewohnten Platz. Nichts erinnerte mehr an die fröhlichen Stunden der Nacht. Nur das große Schaukelpferd scheint ihm listig und verstohlen zuzunicken: „Wir beide wissen Bescheid, aber nichts weitersagen". Karlemann blieb auch verschwiegen, auch seinem Schwesterlein erzählte er nichts von seinem nächtlichen Erlebnis, er wußte, das war nur für ihn bestimmt gewesen. Und doch sah Karlemann die Spielsachen jetzt mit ganz anderen Augen an und ging behutsamer mit ihnen um. Heinz Häuser, Gießen. Streit zwischen Auto, Zeppelin und Segelflugzeug. Am Weihnschtsbaume hingen ein Zeppelin und ein Segelflugzeug, darunter stand ein Auto. Ein kleines Mädchen nahm das Auto in die Hand und wollte mit ihm spielen, die beiden anderen sah es ängstlich an. „Gräßlich, so in der Luft herumzufliegen, man kann ja runterfallen!" dachte es. „Hahaha, da hört ihr's", rief das Auto schadenfroh. Es hatte die Gedanken des kleinen Mädchens gehört, denn Spielsachen haben feinere Ohren als Menschenkinder. „Du bist doch bloß neidisch auf unser Fliegen, du kleine Mißgestalt, und das Mädchen ist ein Angsthase", zischte das Segelflugzeug. „Ja, du hast recht", meinte der Zeppelin, „ach, wenn ich daran denke, daß ich fliegen kann, wird es mir ganz feierlich zu Mute." „Pah, du dickes Blechungetüm, du kannst doch gegen mich nichts sagen. Die Menschen, die mächtigsten Geschöpfe auf der Erde, sind meine Freunde, mich lieben sie, ich werde immer mehr verbessert, ich ..." „Nun ist's aber genug, du hältst dich für einen Menschenfreund? Du? Man hört doch täglich davon, daß welche von deiner Sippe Menschen überfahren und morden und sich gegenseitig kaputtfahren!" „Und dann macht ihr eine Luft mit euren Motoren, mich wunderts, daß ihr überhaupt noch benutzt werdet. Wir beide, das Segelflugzeug und ich, sehen auch viel schöner aus, beinahe wie Silber!" „Ach, ihr grauen Unholde, die schönste Gestalt habe ich doch, seht doch meine glänzende Haut an, die großen Augen und die wunderbaren Polster in mir, und überhaupt ist alles blitzend an mir und..." „Ruhe, Herrschaften, ereifert euch nicht, der Beste bin doch ich, der Zeppelin, ich fasse die meisten Menschen, ich fahre fogar über das Meer und habe schöne Räume in mir, ich habe viele Motoren." „Halt!" rief das Auto da, „du, Zeppelin, wir sind ja verwandt, hast du das denn ganz vergessen? Ich habe doch auch einen Motor, da dürfen wir uns doch nicht zanken!" „Na, so weit ist das mit der Verwandtschaft doch nicht, aber ich sehe es ein." Da rief das Segelflugzeug empört dazwischen: „Da seid ihr aber auf dem Holzwege, und du, Zeppelin, vergißt du denn ganz, daß wir durch das Fliegen hoch über diesem Erdenwurm stehen?" „Du mit deinem Gummischnurmotor hast gar nicht mitzureden!" rief das Auto. Plötzlich kam ein Junge ins Zimmer, löste das Flugzeug vom Baum und ließ es durch das Zimmer fliegen. „Solche Unverschämtheit, solcher Grünschnabel wird mir vorgezogen", keifte das Auto hinterher, dann wurde es von dem Mädchen gepackt und aufgezogen. „Endlich wird mir die Achtung erwiesen, die mir gebührt!" rief es noch befriedigt, ehe es losraffelte. „Und ich bin trotzdem der Beste, ich schmücke den Christbaum", brummte der Zeppelin beleidigt und zog sich würdevoll in die Zweige zurück. Ilse W a r l i ch , Gießen. Inges Traum. „Uh", gähnte Fips, der eine S k i und puffte dabei feinen Gefährten Faps in die Seite. Diefer blinzelte verschlafen zu ihm herüber und murmelte: „Sieh nur, was für schlechtes Wetter draußen. Immer noch kein Schnee, es ist doch zum verrückt werden." „Doch, ich sehe kleine, weiße Flöckchen, sagt Fips, sie werden immer größer." „Hurra", brüllt Faps, „es schneit." Ihre Freude über den Schnee ist so groß, daß sie sich anfassen und ganz toll in der Bodenkammer herumtanzen. Da wird mit einem Ruck die Bodenkammertür geöffnet, und die P u p p e Irma tritt ein. Fips und Faps aber halten erschrocken im Tanzen inne und trippeln auf ihren Platz zurück. Irma reißt die Augen auf, wie sie diesen Spuk sieht und spricht: „Nanu, daß ihr auch tanzen und laufen könnt, hätte ich nicht gedacht." Schweigend nimmt sie ihre Bretter auf den Rücken und geht die Treppe hinunter. Vor der Haustüre angekommen, schnallt sie flink ihre Lieblinge an und saust den Berg hinunter. „Paß acht, ich falle", ruft Fips ihr zu. Doch sie versteht die Skisprache nicht. Emen Schrei — und sie liegt im Schnee, zappelt mit den Beinen. „Doch was ist", knirscht Irma zwischen den Zähnen. Faps hat sich von ihrem Fuße losgemacht und liegt zu ihrem Schrecken in dem nicht zugefrorenen Bach. „Faps, du böser Schlingel", ruft Irma wütend, „jetzt kann ich nicht mehr fahren, ich habe mich doch so darauf gefreut." Daheim angenommen, schmeißt die Böse Fips und Faps in die Ecke, nimmt den Schlitten zur Hand und geht rodeln. Fips und Faps aber heulen jeder zahl- reiche Harztränen. Doch Schlitten fährt Jrmchen auch nicht lange, es beginnt sie zu langweilen. Sie rennt heim, nimmt kein deutscher Jungarbeiter, keine deutsche Jungarbeiterin fehlt beim Reichsberufswettkampf vom 2. bis 15. Februar. Anmeldungen werden noch bis 15. Januar bei den kreis- und Ortswattungen der DAF. entgegengenommen. 3n größeren Betrieben kann die Anmeldung bei dem Betriebsjugendwalter bzw. dem Vertrauensmädel erfolgen. ihre Skier zur Hand und läuft zum Bahnhof. Sie holt sich eine Fahrkarte und begibt sich dann auf den Bahnsteig. „Uh, wie ich mich fürchte", ruft Faps, wie er den heranbrausenden Zug sieht. Er hat nicht achtgegeben, gleitet von Irmas Arm herunter und fällt unter den fortfahrenden Zug. „Mein Ski", schreit Irma entsetzt. Jetzt kann ich nicht mitfahren und muß daheim bleiben." In diesem Augenblick erwacht Inge und ist froh, daß es nur ein Traum war. Helga Allmendinger, Grünberg. aus ✓ z «n* MÄNTEL das bestimmt Ihr Interesse verdient, meine Damen I Sehen Sie hier, wie niedrig meine Preise sind, und kommen Sie dann zu mir, um zu prüfen, wie herrliche Mäntel mit wundervollem fen können. Ihre Flotte Sportmäntel trag fähigen Stoffen ganz auf Steppfutter 26.-. 22. , 19.7o. 15.- Elegante Wintermäntel in modelliger Ausführ, aus best. reinw. Qualität. 52.-, 45 39.50 Frauen-Mäntel aus Marengo u. BouclG in vorzüglichen Passform. 39.50. 34.-. 29.75. 25.- g^BLNowACK I GIESSEN SELTERSWEG 8) Zufriedenheit ist mir sicher I Wintermäntel mit Pelzbesätzen jugendliche Formen 39.75, 36.-, 28. . 22.- Vornehme Wintermäntel beste Konfektion m.aus- ges. schön. 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