helfen plakiische bei mir uhne ir^eg26 He n bleiben» 'oße Ansagen unb n ls g rg -Svkg 30 au« !l tfeffer) )6 tporen reit «drillt DDÜ M13 nß^ 186. Jahrgang Gietzener Anzeiger Itr. 289 Erstes Blatt M. Jahrgang Donnerstag, 10. Dezember <956 ssfftÄ /bbt* * 11 HMtAAl* : monaU-Bejugsprtts: M WWW! M Z WA Ä Jr H M ■ V H M W W B I7RI W ÄJr H für Anzeigen oon 22 mm UHi 4 Setlagen «TL 1.95 MM- MW Wt ISS B B Br B Z H B B Br B B B HF B Ereile 7 Np,., für lejt- Ohne 3Uu[triert< . 1.80 Wf M MS W KW fl B HM H JL JH B B UM B M B «k M anzeigen non 78 mm Breite Zustellgebühr . . -.25 M ■ W W W M, JgL ffl & Fl W » W W 50Rp!,Platzv°rfchr>ft nach Auch bei Nichlerfcheinen H B ■ 'S' ▼ 'i * * * * * * * * * * *V W SB W' M V V oarh Derembg.2S",. mehr. ^.gÄrer^S KF V V «™äfi,gte öllig auf jebe mittelbare ober unmittelbare Handlung zu verzichten, bie Oer Mörder Gustloffs vor den Richtern Beginn des Mordprozesses David Frankfurter in Chur. Die bewußten Morbpläne Frankfurters gehen nach der Anklage aus einer schriftlichen Festlegung hervor, die Frankfurter auf dem Kartonstück einer Zigarettenschachtel am Tage vor der Tat niedergeschrieben hat. Nach der Tat habe ihm der Mut für den Selbstmord gefehlt. Die Gerechtigkeit der zu erwartenden Sühne habe er ohne weiteres empfunden und anerkannt. Abschließend befaßt sich die Anklageschrift mit der Persönlichkeit Wilhelm Gustloffs, des Opfers des Mordanschlages. In den Ausführuizgen heißt es, daß bisher noch nie der Beweis für Handlungen Gustloffs erbracht worden fei, die die Sicherheit des Landes gefährdet oder sonstwie mit den schweizerischen Gesetzen in Widerspruch gestanden hätten. Nach den Akten wird von Gustloff gesagt, daß es sich um eine idealistisch veranlagte Persönlicbkeit handele, die bestrebt sei, die Schweizer Gesetze zu respektieren und sich den Weisungen der zuständigen Behörden zu unterziehen. Die Anklage schließt mit der Feststellung des psychiatrischen Gutachters, wonach irgendwelche An- Haltspunkte für das Bestehen einer geistigen Er- krankung Frankfurters im Sinne einer Geisteskrankheit oder Psychose nicht gegeben sind. Der Täter Frankfurter sei kein geisteskranker Mensch, und seine Tat könne nicht mit krankhaften Zeichen der Psyche, die eine Verantwortungslosigkeit des Täters bedinge, in Zusammenhang gebracht werden. Der SimsMlrag. Am Schluß ber Anklagerede kommt ber Ankläger mm Strafantrag, nach dem Daoib Frankfurter bes Mordes, begangen an Wilhelm Gustloff, schuldig zu erklären fei. Er fei dafür mit 18 Iahren Zuchthaus unter Verlust ber bürgerlichen Ehrenrechte unb lebenslanger Lanbesverwei- fung zu bestrafen, ferner grunbfätzlich verpflichtet, ben durch ben begangenen Morb entstandenen Schaden zu ersehen. Die Waffe fei zu beschlagnahmen. Frankfurter habe sämtliche Untersuchungs-, Gerichts- und Strafvollzugskosten zu tragen. Die Vernehmung des Mörders. Nach den Ausführungen des Anklägers Dr. Brügaer schreitet der Präsident zur Vernehmung des Angeklagten. Die Vernehmung verlauft ganz undramatisch. Der Vorsitzende läßt sich Fragen aus dem Akteninhalt bestätigen, die Frankfurter meist mit einem kurzen „Ja" oder einsilbigen Sätzen gibt. Frankfurter erklärt, daß er während seiner Studienzeit in Leipzig und auch in Frankfurt keiner politischen Organisation, sondern nur einem jüdischen Verein mit religiösen Bestrebungen angehört habe. Präsident: Sind Sie in Leipzig oder Frankfurt durch die antisemitische Bewegung belästigt worden? Angeklagter: In Leipzig nickt, aber in Frankfurt. Vorsitzender: Sie haben auf wiederholte Fragen erklärt, weder Sie noch ihre Verwandten seien in Deutschland belästigt worden. Angeklagter: Nicht belästigt, aber bedroht. Die Frage des Präsidenten, ob der Angeklagte sich mit Politik befaßt 'habe, verneint dieser: von Zeitungen habe er hauptsächlich den Berner „Bund", Baseler und Züricher Zeitungen gelesen. Der Vorsitzende hält dem Angeklagten dann vor, daß er m e i st bis Mittags im Bett gelegen habe, nicht in die Kollegs gegangen, viele Kinos und Cafäs besucht und 30 bis 40 Zigaretten täglich geraucht habe, was der Angeklagte zuqeben muß. Er muß auch bestätigen, daß ihm seine Wirtin Vorhaltungen darüber gemacht habe, daß er das Geld seines Vaters so nutzlos vergeude. Auf weiteren Vorhalt, daß er in Bern Umgang mit wenig gut beleumdeten Leuten gehabt habe, erklärt Frank-- furter, daß er von den ihm vorgehaltenen Namen nie etwas gehört habe. Der Angeklagte hat behauptet, in Deutschland habe er kein Examen abgelegt, weil er eine Animosität befürchtete, aber auch in Bern habe er keinerlei Examen hinter sich , gebracht. Auf die Frage nach den Gründen hierfür . erklärte Frankfurter: Ich habe nicht die seelische j Konzentration gehabt. - Vorsitzender: Sie hatten es Ihrer Familie aber versprochen und Sie haben ihr auch geschrieben, daß Sie Examen abgelegt hätten. Angeklagter: Ich dachte mich so weit zusammen- nehmen zu können, meine Fehler zu verbessern und dann ... Vositzender: Aber Sie haben doch kein Examen gemacht. Ihre Familie hätte Ihnen doch gewiß weitergeholfen. Angeklagter (verlegen): Ja, das hätte sie, daran habe "ich gar nie gezweifelt. Vorsitzender: „Dann war Ihre Lage fa gar nickt so verzweifelt, daß Sie verzweifelte Entschlüsse hätten fassen müssen." Der Angeklaate schwankt auf diesen Vorhalt verlegen und sichtlich peinlich berührt. — Auf die Frage des Vorsitzenden nach den wttklichen Grün« Im Arbeitszimmer, in das er von Frau Gustloff geführt worden sei, habe er den Revolver, den er in der rechten Manteltasche trug, entwert. Als Gustloff in das Zimmer trat, habe er, Frankfurter, x; p Waffe a u f ihn gerichtet und abgedrückt, die aber zunächst versagte. Gustloff habe ein verständnisloses Gesicht gemacht und sei auf ihn zugekommen. Er, Frankfurter, sei rechts um den Tisch herumgegangen und habe dann drei oder vier Schüsse abgegeben. Gustloff sei ohne em Wort oder einen Schrei zusammengesunken Die Anklage befaßte sich dann mit...der Person des Angeklagten, er entstamme einer indischen Familie die ursprünglich in Deutschland lebte, spater aber nach Wien, Bosnien und Kroatten übersiedelte. Frankfurter habe sich als Zwan^igiahnger in Leipzig entgegen dem-Willen seiner Eltern dem medizinischen Studium zugewandt 1931siedelte er nach Frankfurt über und fiel hier im Herbst 1932 in der Prüfung durch. Er sollte bie Prüfung im Chur, 9. Dez. (DNB.) Vor bem höchsten Strafgericht bes Kanton Graubünden begann heute um 10 Uhr unter ungeheuerem Andrang der Prozetz icaen den in Jugoslawien geborenen Juden D a - lid Frankfurter, der am 4. Februar d. I. in Davos den Landesgruppenleiter Schwerz ber WDAP., Wilhelm Gustloff. heimtückisch er- iiorbete. Dor bem Staatsgebäude haben sich eine Stunde ivr Beginn ber Verhandlung die ersten Neugierigen üngefunden. Stadtpolizei hält die Zugänge frei, -ie Kontrollen sind sehr scharf unb es ist unmog- lch ohne Einlaßkarte in das Gebäude zu gelangen, die Tribünen sind stark besetzt. Kurz vor 10 Uhr tritt ber beutsche Geschäftsträger in Bern, F r e t - lerr v. Bibra, ein. Dann erscheint ber Amts- Kläger ®r. Brügger, der zur Linken der An- lggebank seinen Platz hat. Neben ihm sitzen auf der Inken Seite die Prozeßvertreter der als Privat- fiägerin zugelassenen Frau Gustloff. Punkt 10 Uhr erscheint d a s G e r ich t, an der Spitze der greise Kanton-Gerichtsprastdent Dr. Ru- lolf Anton'Oanjont aus Chur. Nach tprien cr- sheint der 71jährige V - r t - l d , g ° r des Angeklag- L;iM wenigen Minuten bringen zwei Beamte der h-mtonspolizei d - n Ang - k 1 agt - n der em n trauen Anzug trägt. Er wirst einen scheuen Bück in den Saal und nimmt auf der Anklagebank Platz, rranksurter ist mittelgroß, macht -'nen etwas auf- Ddunsenen Eindruck, sein Gesicht ist blaß, die Augen lotumrandert. Wahrend der Erofsnung undi de Lerlesung der Anklage sitzt er mit herabhangenden Mundwinkeln auf der Bank, steht zu Boden, mu- fiert das Gericht und bie Tribüne. Die Anklage. Nach ber Verlesung bes Gerichtsbeschlusses gibt r-r Präsident bem Ankläger Ar. Friedrich Brügger aus Chur bas Wort zur Anklage Nach !-r Schilderung bes Tatbestandes befaßt sich die An kiage zunächst mit ben näheren Tatumstanden, aus Jenen hervorgeht, baß Frankfurter am A 4 Februar an ber Wohnung Gustloffs gelautet ha mb von Frau Gustloff in bas Arbeitszimmer ge -hrt wurde, da Wilhelm Gustloff tm Flur em Te- pbongespräch führte. Nach g. vrächs begab er sich in das Arbeitszimmer. Emen Wer kommen die Freiwilligen für die rote Armee in Spanien? Botschafter von Ribbentrop vor dem Nichteinmischungsausschuß Hier traf er Angehörige fast aller Natio. n e n, bie meist keine Ahnung davon hattetI nahm Sim 15 Reich 14 Totl Lin veke! dessen fragen, wer noch länger bestreiten wolle, daß nicht aber Sie ge- ver- p 6* Moskau das angezündete Streichholz an den spanischen Feuerschwamm gehalten habe. 3 unter auch die Ankunft ausländischer Freiwilliger in Spanien. Es sei gewißlich nicht Italiens Fehler, wenn einigen Vertretern diese Frage erst heute ernst und wichtig zu sein scheine. Es sei notwendig, daß der ganze Tatbestand heute klargestellt werde, damit keine Zweifel oder Mißverständnisse auf. kämen. Leuten über seine Gedanken und Pläne zu sprechen. Der Präsident weist auf die auffällige Erscheinung hin, daß, nachdem fünf Wochen die Korrespondenz zwischen Frankfurter und seiner Familie unterbrochen war, gerade um die Tatzeit herum diese in verstärktem Umfange durch Briefe, Ferngespräche und Telegramme eingesetzt habe. Der Angeklagte erklärt das mit der Sorge seiner Familienangehörigen um seine Gesundheit und betont mit Nachdruck, daß seine Familie nichts von seinen Plänen gewußt habe. Es wird dann die Frage der Mittel erörtert, die sich Frankfurter für die Reise nach Davos verschafft hat, und zwar hat er 30 Franken von einem jüdischen Verwandten in Bern namens Bruck und 10 Franken von einem jugoslawischen Studienkameraden erhalten. werden könnten, daß von einer Ernährungsnotlage nicht mehr gesprochen zu werden braucht. Ich habe diese Betrachtung selbstverständlich nicht angestellt, um irgendwelche kriegerischen Reoanche-- ideen daraus zu folgern, wie überharrpt meint ganze Arbeit dem Ziel dient, die europäischen Verhältnisse durch verständige Friedensmaßnahmen 311 bereinigen. Wenn der Daily Telegraph z. B. die Bevölkerungsdichte von Polen, wie er es kürzliih tat, mit 82,7 Einwohner auf den Quadratkilometer als hilfsbedürftig anerkennt — was muß er dann gegenüber der Bevölkerungsdichte Deutschlands von 140 Einwohnern auf den Quadratkilometer an Hilfe für Deutschland in Aussicht nehmen? Der deutsche Außenhandel sieht sich durch die Maßnahme der übrigen Regierungen außerstande, seine Waren in beliebigem Umfange im Auslande abzusetzen. Es wird immer so sein, daß der Außenhandel eines Landes nicht nur von den eigenen Fähigkeiten, sondern auch von dem Willen der aufneh-- menden Märkte abhängig ist. Dor dem Weltkriege hatte Deutschland für die Zukunft seine Nahrungsmittel- und Rohstoffbelieferung durch den Erwerb seiner afrikanischen und ozeanischen Kolonien oor- gesorgt, eines Gebietes fünfmal so groß wie das Deutsche Reich mit nur rund 13 Millionen Einwohnern. Würden Deutschland seine Kolonien heute nicht noch vorenthalten, so würde es mit deutscher Arbeit und mit Einsatz von Kapital und Kredit in: deutscher Währung die Entwicklung der kolonialen Rohstofferzeugunq mit größtem Nachdruck in die Hand nehmen und unendlich viel mehr Nahrungsmittel und Rohstoffe schaffen als dies heute unter der Mandatsherrschaft der Fall ist. Die Eduard-Riippell-Medaiile für Professor Klute-Gießen. Nach der mit großem Beifall aufgenommenen: Rede Dr. Schachts fand die Festsitzung ihren Abschluß mit der Verleihung der Eduard- Rüp pell-Medaille an drei der bekanntesten: Afrikaforscher, und zwar an Professor Dr. Erich- Obst (Hannover), Professor Dr. Fritz Jaeger, geboren zu Offenbach a. M., jetzt in Basel, und» Professor D r. Klute (Gießen). erinnern. Vorsitzender: „Sie haben zugegeben, daß mit der Mordabsicht nach Davos fahren sind. Wollten Sie die Tat sofort üben?" Oie Besetzung Abessiniens. Rom, 9. Dez. (DNB.) Die planmäßige Inbesitznahme von Abessinien durch die italienischen Kolonnen macht sowohl im Westen als auch im Osten des Landes gute Fortschritte. Nach den neuesten Meldungen aus Addis Abeba ist jetzt das Gouvernement H a r r a r mit dem schwer zugänglichen Cercer-Gebirge bis in die letzten Bergtäler unterworfen. Bei der hier durchgeführten Polizeiaktton wurden in den letzten zwei Monaten insgesamt 26 000 Gewehre, 26 schwere und 86 leichte Maschinengewehre an die italienischen Truppen abgeliefert. Frankfurt a. M., 9. Dez. (LPD.) Die Festsitzung des Vereins für Geographie und Statistik in der Aula der Universität eröffnete Oberbürgermeister Staatsrat Dr. Krebs mit Worten des Dankes für die fruchtbringende Arbeit in den vergangenen hundert Jahren zum Nutzen der Wissenschaft und der Menschheit. Frankfurt sei stolz darauf, daß sich schon vor hundert Jahren Männer in seinen Mauern befunden hätten, die idealen Zielen nachstrebten und die durch gegenseitige Anregungen den Blick in die weite Welt lenkten. Der Rektor der Johann-Wolfgang-Goethe-Univer- sität, Prof. Dr. P l a tz h 0 f f, hob die engen Beziehungen hervor, die zwischen der Universität und dem Verein für Geographie und Statistik bestehen. Prof. Dr. W. B e h r m a n n , der Vorsitzende des jubilierenden Vereins, dankte allen Gästen und erteilte dann dem Festredner das Wort. Der mit der Führung der Geschäfte des Reichswirtschaftsministeriums beauftragte Reichsbankpräsidenl Dr. Schacht führte u. a. aus: Wir sind ein Land, das auf zu geringem Raum eine z u große Bevölkerung hat. Als ich einmal kürzlich mit einem ausländischen Diplomaten über diese Tatsache sprach, gab dieser Menschenfreund mir den Rat, dann möchte doch das deutsche Volk seine Geburten verringern. Diese Auffassung, der wir ja auch sonst in angelsächsischen Kreisen begegnen, widerspricht den primitivsten Grundsätzen der göttlichen Weltordnung, und es müßte, wenn wir nicht an sich schon manches gewohnt wären, überraschen, solche Auffassungen gerade aus einem Lande entspringen zu sehen, welches sonst den religiösen Gedanken einen weiten Platz einräumt und für seine eigene Bevölkerung vielleicht die größten Raum- und Lebensmöglichkeiten besitzt. Ich halte die willkürliche Beschränkung der Bevölkerungszunahme solange für ein Verbrechen gegen Gott und Natur, als die Erde insgesamt Möglichkeiten der Ernährung für die bar auf wohnenden Menschen bietet. Der Friede in Europa und damit wohl auch der übrigen Welt hängt davon ab, ob die dicht gedrängten Massen Zentraleuropas eine Lebensmöglichkeit für sich bekommen oder nicht. Durch den Krieg hat Deutschland 10 v. H. seiner Bevölkerung aber 13 v. H. seiner Fläche verloren. Es sind in erster Linie landwirtschaftliche Ueberschußaebiete, die Deutschland hat abtreten müssen. Wenn das Deutsche Reich in feinen Dorkriegsgrenzen noch bestände, wäre eine Mehrerzeugung an Getreide und Kartoffeln möglich, die auch die Futtermittelnot beseitigen würde.' Beseitigung der Futtermittelnot aber besagt, daß auch Eier und Fett in einem solchem Mehrertrag erzeugt Vorsitzender: „Sie sind alle die Tage in Davos geblieben. Zu welchem Zweck?" Angeklagter: „Ich versuchte immer wieder, mich von meinen Gedanken abzubringen." Vorsitzender: „Es ist ausfällig, daß Gustloff bis zum 3. Februar von Davos abwesend war. Am 3. ist er zurückgekehrt, und am 4. geschah die Tat. Haben Sie telephonische Rückfrage bei Gustloff gehalten?" Angeklagter: „Nein." Frankfurter erklärt bann, daß er in Davos Sportveranstaltungen und Kinos besucht, zur Schatzalp gefahren und die jüdische Heilstätte „Etania"'besucht habe. Daß er der Verwalterin der Heilstätte gesagt hat, er wolle sich im Frühjahr als Assistent melden, tut er bei der Vernehmung als Konver- sation ab. — Am Donnerstag wird die Vernehmung des Angeklagten fortgesetzt. Auf den Vorhalt des Vorsitzende, daß er am Abend vor der Reise nach der Aussage seiner Zimmervermieterin in lustiger Stimmung heimgekommen sei, kann sich der Angeklagte daran *'' Die Frage der finanziellen Unter- slühung z. B. ist meiner Auffassung nach ebenso reif zur Behandlung und Regelung wie die Frage des Zustroms von Freiwilligen. Zum Kriegsführen braucht man in erster Linie Geld. Wenn man in Sowjelruhland Lohnabzüge zur Unterstützung Spaniens durchführt und wenn ausgedehnte öffentliche Sammlungen und ähnliche Aktionen dort unternommen werden, so ist das meiner Meinung nach eine ebenso wichtige Form der Einmischung wie die Stellung von Waffen und Menschen., Falls man der Freiwilligen-Frage die Priorität zuerkennt, so hege ich die Befürchtung, daß einige Regierungen lange Zeit mit der stillschweigenden Billigung dieses Komitees eine der wirksamsten Formen der Einmischung fortsetzen werden. Aus diesen Gründen mochte ich betonen, daß nicht wieder halbe Arbeit getan werden darf, indem man nur die Freiwilligen-Frage behandelt, während die übrigen Fragen wieder auf die lange Bank geschoben werden. Anschließend gab der Sowjetvertreter eine überaus langatmige Erklärung ab, in der er die Frage der Freiwilligen, der Geldsammlungen,' der Pressepropaganda als sehr umfassende und „delikate" Probleme hinstellte, zumal der Ausschuß ja nicht einmal in der Lage gewesen sei, irgend etwas gegen die ungesetzliche Waffenausfuhr nach Spanien zu unternehmen. Wenn die Sowjetregierung dennoch den Vorschlag annehme, die Vollmachten des Ausschusses auf die mittelbare Einmischung auszudehnen, weil die Errichtung einer Kontrolle über bie Waffen- und Munitionseinfuhr endlich auf eine feste Grundlage gestellt worden fei. Nachdem der Sowjetvertreter, wie nicht anders zu erwarten, völlig unbewiesene Beschuldigungen gegen Deutschland, Italien und Portugal vorgebracht' hatte, bestritt er das Vorhandensein sowjetrussischen Militärs in Spanien. Der französische Vertreter erklärte, seine Regierung habe die Präfekten ersucht, dafür zu sorgen, daß auf französischem Boden eine Organisierung von Mitkämpfern für Spanien oder eine gruppenweise Entsendung von Freiwilligen nach Spanien unterbleibe. Indessen solle der Abreise unbewaffneter Reisender nach Spanien kein Hindernis in den Weg gelegt werden. Um diese verwaltungsmäßigen Maßnahmen zu unterbauen, sei die französische Regierung bereit, einen besonderen Devisenzwang für französische Staatsangehörige zu verhängen. Der italienische Vertreter wies darauf hin, daß Italien, Deutschland und Portugal schon im August die Frage der mittelbaren Einmischung aufgeworfen hätten und daß die italienische Regierung bereits in den allerersten Sitzungen des Ausschusses Maßnahmen angeregt habe, die ein Ein- ftrömen ausländischer Freiwilliger und politischer Agitatoren, sowie von Geldsammlungen und Materialien in Spanien verhinderten. Der italienische Vertreter betonte erneut, daß nicht nur seine Regierung, sondern auch die Regierungen Deutschlands und Portugals von Anfang an den Wunsch gehabt hätten, in den Rahmen des Nichteinmischungsabkommens alle nur denkbaren Fälle einer mittelbaren Einmischung einzubeziehen, dar- Angeklagter: „Der Gedanke kam mir, bann obti bachte ich, daß es Sabbat ist, und habe den Plan wieder fallen gelassen." zweifelt als sie erfuhren, wohin sie in Wirklichkeit gehen sollten. Da sie aber meist der französischen Sprache nicht mächtig und zudem alle gänzlich mittellos waren, ließen sie sich schweren Herzens nach Spanien abschieben. Moskaus Intrige. Beginn der Genfer Ratstagung. London, 10. Dez. (DNB. Funkspruch.) Zu der heute in Genf beginnenden außerordentlichen Ratstagung, die auf Grund der „Beschwerde" der Bolschewisten in Spanien einberufen worden ist, schreibt die konservative „Morning Post" unter der Überschrift „Moskaus jüngste Intrige", es fei nicht schwierig, Moskaus störende Hand unter diesem Antrag an den Völkerbund zu sehen. Wenn der Nichteinmischungspakt von allen Mitgliedern ehrlich eingehalten worden wäre, Halls kein Grund für diesen Appell bestanden. Aber es seien gerade die Herren in Moskau selbst, die Freunde der Antragsteller, die bie- Hauptverantwortung für'öen Zusammenbruch des Paktes trügen. Die „Morning Post" erinnert an den 7. Oktober, an dem bie Sowjetregierung plötzlich erklärt habe, daß sie sich nicht länger an das Abkommen gebunden fühle,|; falls nicht andere Länder ihre Unterstützung für die National-Regierung einstellten. Ohne auch nur die Prüfung dieser Beschuldigung abzuwarten, habe Volk ohne Raum. Reichsbankpräsident Schacht spricht auf der Festsitzung des Frankfurter Vereins für Geographie und Statistik. Das Treiben der roten Werber. Amsterdam, 9. Dez. (DNB.) „Telegraaf" ver- O i :W- 0 f Aet.we ‘jjanhnQ L unb 31 2 einer 1 ?°n einem bie Mn üU5 “’J lulle 7 « el 7-b„ch [lü S h Heb, "nld)W Sfa|ei sich in einem Büro für Emigranten aus Deutschland zu melden. Von hier wurde er zum Büro der französischen sozialistischen Jugend geschickt unb bann zum „Comite de Defensa del Pueblo Espanol“, des y? die Sowjetregierung von jener Zeit an die Bolsche- ' en* roiften mit ganzen Schiffsladungen von ' wetöam Kriegsmaterial beliefert. Als beleidigte 1 Wien nach Unschuld seien die Schützlinge Moskaus jetzt nach I bejanben jid Genf gegangen, man müsse sich angesichts alles leeren fyro -er hatte » Vierzehn' komme. Unter b I djer Wall anderen fi kiewardeß 5, kurz b rallte, a chwere als aiemlid ftivedische he Erfind Eieren b »Zu dem ||w Maschin lltoels sehr l'gRiite, nat 1 Ipte die IM brenn l’ii Dächer °ui das chnden (f in rasten treib zu s; 7 Jamme zu daraus Landes zu $un London, 10. Dez. (DNB. Funkspruch.) Der internationale Nichteinmischungsausschuß nahm die Vorschläge des Unterausschusses in der Frage der mittelbaren E i n m i s ch u n g 'M ,5 mit 6* ! U"b ST( der ftW* --S kommen. Unter den drei Heberlebenden soll sich ein 2)eut= Jdjer Walter Schubert (?) befinden. Die beiden orderen sind der Funker van Semmel und die Lkewardeß Bougertrnan. Den dreien gelang tr, kurz bevor die Maschine auf dem Boden auf- rallte, abzuspringen. Alle drei haben aber t) were Verletzungen erlitten. Es gilt auch us ziemlich sicher, daß sich unter den Toten der awedische Admiral Lind mann und der spani- i,e Erfinder des Windmühlenflugzeuges de la ! i e r d a befinden. Zu dem Unglück wird ergänzend mitgeteilt, daß iie Maschine bereits beim Start infolge des dichten Nobels sehr wenig Sicht hatte. Kaum eine halbe Minute, nachdem sie sich in die Luft erhoben hatte, sürzte die Maschine, ein amerikanischer Douglas- Egp, brennend zur Erde. Nachdem das Flugzeug bie Dächer mehrerer Häuser gestreift hatte, fiel es cif das Dach eines am Rande des Flughafens sichenden Gebäudes. Feuerwehr und Krankenwa- gm rasten sofort zur Unglücksstelle, doch war es b: reite zu spät, ein Ausbrennen der Maschine, aus -bir Flammen von 10 bis 15 Meter Höhe heraus- (djoffen, zu verhindern. Die Wehr konnte sich nur njd) darauf beschränken, ein Umsichgreifen des Lrandes zu verhindern. Furchtbares Einflurzunglück in Portugal. Von einem schweren Unglück wurde am Dienstagabend die portugiesische Stadt Porto de Ako; be- 1 lt»ffen. Aus Anlaß einer katholischen Jugendkund- gibung hatten sich etwa 500 Personen im ersten Stockwerk eines erst vor kurzem fertiggestellten f öchulgebäudes versammelt. Im Verlauf der Feier- i Iknde brach plötzlich der Boden durch und die An- ! äsenden stürzten in bie Tiefe. Der Hm- k lmg der Katastrophe war furchtbar. Vis Mttwoch- trih konnten 49 Tote geborgen und identifiziert l ieben. Heber 200 Versammlungsteilnehmer wur- in schwer verletztem Zustand in die | Krankenhäuser der Umgebung eingeliefert. Der por- agung. pruch.) 3u bs ‘ßerorbentlifc, r Ollsen wori:- N" unk Intrige", es i? enbe jjari bunb zu 1 allen Mitz> 3en wäre, inben. Aber in Mos!: ' iteller, bie den Ausl-, Die „Moe- an bem h * be, baß sie W lebunben füjlt, - lechützunq fiir j Dbne auch nur Jugend bessek kannte: denn ich habe in der Hitlerjugend niemals einen Gottlosen geduldet. Wer auf die HJ.-Fahne schwört, band sich damit nicht nur an diese Fahne, sondern zugleich auch an eine höhere Macht. Und schon lange not dem 1. Dezember mußte die Jugend, die in unsers Gemeinschaft eintrat, ihr Gelöbnis der Treue miß dem Zusatz bekräftigen: „So wahr mir Gott helfe. Ich überlasse es den Kirchen, die Jugend im Sinns ihrer Konfessionen religiös zu erziehen, und werds ihnen in diese Erziehung niemals hineinreden. Nach» dem durch das Gesetz vom 1. Dezember der Streit zwischen der Hitlerjugend und den konfessionelleiH Jugendverbänden beendet ist, ist es für mich eins selbstverständliche Konsequenz, wenn ich anordne, daß im Rahmen der nun entstehenden großen Reichsorganisation alle Führer und Führerinnen sich jeglicher Aeußerungen im Sinne der vergangenen Auseinandersetzungen zu enthalten und dafür zu sorgen haben, daß der sonntägliche Gottesdienst und auch sonstige von der Konfession vorgeschriebene rein religiöse Veranstaltungen nicht durch den Dienst in der Hitlerjugend beeinträchtigt werden. . lin, 9. Dez. (DNB.) Am Mittwochabend ' wrach der Jugendführer des Deutschen Reiches i Jöalbur von Schirach über alle Sender zur । deutschen Elternschaft. Am Schluß seiner Rede gab : öer Reichsjugendführer bekannt, daß er auf Grund des Gesetzes über die Hitler-Jugend vom 1. Dezem- : ber 1936 mit Genehmigung des Führers und Reichskanzlers den Reichssportführer v. Tscham- mer und Osten zu seinem Beauftragten fürdie Leibeserziehung der gesamten deutschen Jugend berufen habe. Die geeinte Kraft der deutschen Turn- und Sportbewegung wird zum Wohle der gesamten Jugend der Nation eingesetzt. Baldur von Schirach brachte in seiner Ansprache an die Elternschaft eingangs zum Ausdruck, daß die Jugendbewegung Adolf Hitlers, die gewaltige weltanschauliche Erziehungsgemeinschaft der HI. gemeinsam von Eltern und Jugend erbaut worden ist und brachte der deutschen Elternschaft den Dank der deutschen Jugend dar, daß sie über alle Schwierigkeiten der Aufbauzeit hinweg dieser Jugend die Treue gehalten habe. Er führte dann u. a. aus: Das gewaltige Blutopfer, das die Hitler-Jugend im Kampf um das Reich Adolf Hitlers mit 21 ihrer Kameraden schweigend auf dem Altar der deutschen Ehre dargebracht hat, ist ein Heiligtum der deutschen Nation. Immer sind es zwei Namen gewesen, die jeder von diesen feige ermordeten Jungen in seiner Sterbestunde aus zitternden Lippen hervorgestoßen hat, zwei Namen, die den Inhalt ihres ganzen jugendlichen Daseins, ihres Kämpfens und Lebens umschlossen: die Mutter und ber Führer. Diese beiden, uns Deutschen so heiligen Begriffe, waren die letzten Gedanken der Kameraden, die unter der Führung von Herbert Norkus in der -unsterblichen Gefolgschaft der Hitler- Jugend vereinigt sind. kein anderes Gesetz hak für die Führerauswahl der Hitlerjugend Gültigkeit, als allein das der Leistung, des selbstlosen Einsatzes und des aufrechten Charakters. Wer von frühester Jugend an in diesem Deutschland Adolf Hitlers seine Pflicht erfüllt, tüchtig, treu und tapfer ist, braucht um seine Zukunft keine Sorge zu haben. Die Hitlerjugend ist eine einzige große Familie, und es kann für den einen nicht so viel Unglück geben, das nicht die Kraft der Millionen anderen Kameraden dieses Unglück überwinden könnte. Es ist nicht mehr die Jugend, die keine Autorität und Ehrfurcht kannte, der nichts mehr heilig war, nicht mehr die Jugend, die keinen anderen Gott kannte, als sich selbst und ihren eigenen schrankenlosen Genuß. Der Führer hat uns nicht nur ein neues Deutschland geschenkt, er hat uns auch in ihm ein neues Volk und eine neue Jugend beschert. Er ist das große Ideal, zu dem sich alle bekennen. Mir ist durch die vorn Führer und Reichskanzler erteilte Weisung und durch die Erhebung meiner Reichsdienststelle zu einer ober ft en Reichsbehörde ein Auftrag erteilt worden, wie ihn gleich verpflichtend niemand vor mir erhalten hat. Im nb Graudenz in Zusammenhang gebracht enen wegen „Nichteinhaltung der Vorschriften über :ie Ne'Mufnahmcn von Schülern" die Oeffent- .jchk^its rechte entzogen worden sind. Nach -en Behauptungen der polnischen Presse seien ähn- che Verstöße auch in den deutschen Privatschulen in Ostoberschlesien zu verzeichnen. Gleichzeitig tün= Figen die polnischen Blätter Untersuchungen ■egen deutsche Schulen in Ostoberschlesien für die allernächste Zeit an. iSom 15. Dezember bis 15. Lanuar Versammlungsruhe. Berlin, 9. Dez. (DNB.) Der Reichspropa- «andaleiter der NSDAP., Reichsminister Dr. Iioebbels, gibt bekannt: Mit Rücksicht auf die Weihnachtszeit ordne ich ermit eine allgemeine Versammlungsruhe für die eit vom 15. Dezember 1936 bis 15. Januar 1937 tn. Diese Ruhepause betrifft' alle öffentli- c e n Versammlungen und Kundgebungen. Nicht eingeschlossen sind die Weihnachtsfeiern L‘t NSDAP., ihrer Gliederungen und angeschlos- jmen Verbände sowie die Filmvorführungen der Ümtsleitung Film der Reichspropagandaleitung. (Gez.) Dr. Goebbels, Reichspropagandaleiter der NSDAP. Außerdem hatte er die Frau in eine Sterbekasse aufnehmen lassen. Das Urteil gegen den jüdischen Volksverderber Segall. Der Prozeß gegen den jüdischen Arzt Dr. Segall, der in der burgenländischen Ortschaft Draß- markt eine regelrechte Abtreibungsklinik errichtet hatte, ging jetzt in Wien zu Ende. Der jüdische Volksschädling wurde zu vier Jahren schweren Kerkers und Landesverweisung verurteilt. Im Laufe des Prozesses waren haarsträubende Dinge zutagegekommen. Es stellte sich u. a. heraus, daß die Verbrechen des Dr. Segall einen derartigen Umfang angenommen hatten, daß in mehreren Bezirken des Burgenlandes ein starker Geburtenrückgang zu beobachten war. Das Benehmen des Angeklagten war ein Kapitel für sich. Er beschimpfte Richter und Staatsanwalt, verhöhnte die Religion und die arische Rasse. Das Treiben des Juden, der übrigens auch zahlreiche Frauen mißbraucht hat, war nicht zuletzt durch die unbegreifliche Passivität des Bürgermeisters möglich, der, wie der Vorsitzende des Gerichtes feststellte, von diesen Vorgängen in seiner Gemeinde angeblich nichts wußte- Ein jüdischer Wüstling vor Gericht. Vor der Großen Strafkammer beim Landgericht Würzburg begann der Prozeß gegen den 1892 in Würzburg geborenen Juden Leopold Isaak Ober8 mai) er, der in 36 Fällen, davon 27 fortgesetzt, wegen widernatürlicher Unzucht angeklagt ist. Dem Angeklagten steht ein Offizialverteidiger zur Seite, da die Wahlverteidiger die Verteidigung niedergelegt haben. Der Angeklagte war Weinhändler und Weinreisender mit Wohnsitz und Geschäftsniederlassung in Würzburg. Er gab im Verhör seine Taten grundsätzlich zu, suchte sie aber möglichst zu beschönigen und machte erbliche Belastung geltend, wobei er möglichst seine Partner und Opfer zu belasten suchte. Der bisherige Prozeßverlauf ergab das Bild eines abgefeimten und skrupellosen jüdischen Sittenverderbers. Drei Jahre Zuchthaus für einen jüdischen Rasseschänder. Das Landgericht München I verurteilte in einem besonders schweren Fall von R a s s e s ch ä nd u n g den 28 Jahre alten Juden Kurt Oswald Deiner aus München zu 3 Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust. Er hatte sich in Tanzdielen an arische Mädchen herangemacht, sie unter Alkohol gesetzt, um ihre Widerstandskraft zu lähmen, und dann versucht, mit ihnen in intime Beziehungen zu treten. — In einem anderen Fall wurde der 36jährige Jude Egon Lorch aus Darmstadt, der ein Verhältnis mit einer deutschen Tänzerin auch nach dem Blutschutzgesetz fortsetzte, zu 7 Monaten Gefängnis verurteilt. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Deutschland steht unter dem Einfluß des kräftigen osteuropäischen Hochdruckgebietes, das mit östlichen Winden winterliches und vorwiegend trockenes Wetter bedingt. Infolge der Ausbildung einer ausgedehnten Hochnebeldecke kann aber in den Niederungen nur vereinzelt mit Aufheiterung gerechnet werden. Dementsprechend halten sich die Temperaturen in ziemlich gleichmäßiger Höhe in Gefrierpunktnähe. Aussichten für Freitag: In den Niederungen vielfach Nebel oder Hochnebel, sonst wolkig bis heiter und im wesentlichen trocken, bei östlichen Winden Temperaturen wenig geändert, nachts Frost. Wintersport-Wetterbericht. Taunus, Großer Feldberg: Nebel, — 6 Grad, 20 cm Gesamtschneehöhe, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut. Rhön, Wasserkuppe: Nebel, —5 Grad, 20 cm Gesamtschneehöhe, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. XI. 36: 11 000. Druck und Verlag: Brühl'sche Hniversitäts- Buch- unb Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. lumarten'M 6in vekehrsflugzeug der holländischen Luftlinie, n bie | ks den englischen Flughafen Lroydon in Richtung ", Amsterdam verlassen hatte, stürzte wenige~Zlli- > nuten nach dem Abflug b r l.......21.. T I at: Hitzung. Das Flugzeug stürzte auf das Dach eines un moUe,Satz lisren Hauses und setzte dieses in Brand. Vor- olz an den sps- ^.r h^te es noch zwei andere Häuser beschädigt. _______ Ilerzehn Passagiere sind in den Flammen u tn g e - Lollar, 10. Dezember 1936. 7889V 7878 D Trainings-Anzüge 3.30 3.70 3.90 RM.4.80. Ganzleinenband Apparate 1.10 Nur beste Qualitätsware folgendes: 7890D i < ZUM BACKEN Inletts für kleine Kissen 7883 A C. Röhr & Co Betr.: Die 500 g 500 g 500 g 500 g 6EBÄCK UND SCHOKOLADE -vS(' 125 g 125 g 125 g g g g g g g 2 Tafeln ä 100 g Jetzt schon Hafer-Mastgänse bestellen! 7874 A 2145/48. 7893 A Weizen-Auszug-Mehl 2v2-kg-11fi i-kg- ÄÄ Type 405 .................... Beutel LIU Btl.ateT Weizen-Auszug-Mehl 2/2kg 4 Qfi ikgJO Type 405 mit 10°/0 Ausl.-Weizen Beutel L£U Btl.T'U unserem Willi, wenn er sich sein Segelflugzeug selbst bauen kann. Schon immer war es ja sein Wunsch, einen schönen Modellbaukasten zu besitzen. Nun hat er ihn. Ja, wenn man mal so beim Häuser vorbeigeht, dann kommt man erst auf die Idee, richtig zu schenken. Und gerade in Bastel- und Modellbaukästen, da sollte man sich einmal seine Auswahl ansehen. 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Dezember 1936, vorm.. 9% Uhr, auf dem Äahnhofsplatz: Gammeln mit Fahnen und Marsch mit Militärmusik durch die Sahnhofstraße und Neustadt, anschließend vorm. 10% Uhr, auf dem Oswaldsgarten: Generalappell mit Vorbeimarsch vor dem Landesführer Generalleutnant a.O. Fett. Frankfurt am Main, (Kriegsbeschädigte, Altveteranen usw., die nicht marschfähig sind, nehmen ............500 g l.- ..... 500-g-Würfel 42 .........3 Pakete 10 .Beutel ä 10 Stück 25 Rollen ä 100 Stück 25 Ski- und Schlafanzug- Fianeiie der 79 Kameradschaften mit 4525 Mitglieder des Kreises Gießen mit der Einführung des neuen Kreisführers Oberveterinärrat Dr. Monnard durch den Landesführer Generalleutnant a. O. Fett, die Ehrung der am Bundeswettschießen 1936 erfolgreich teilgenommenen 26 Kameradschaften und der 137 siegreichen Schützen. Nach dem Derbandstag übernimmt die KriegerkameradschastlS74 Gießen den gemütlichen Teil,hierbei Eintopfgericht. Die Kameradschastsführer haben an Kameradschastsfüyrer Stroh, Gießen, Kaiserallee 63, bis zum 12.12.1936 früh zu melden, wieviel Mitglieder am Emtopfeffen im Cafe Leib teilnehmen - Anzug für die ganze Deranüaltung: Kyffhäuseranzug oder dunkler Anzug, Kyffyäusermühe, Hakenkreuz, und Kyffhäuser-Armbinde und schwarze Krawatte mit Kyffhäusernadel,- große Ordensschnalle und Ehrenzeichen anlegen. Oer Kreisführer.- Or. Monnard. Bescheidenes ehrliches junges MMen ob. unabh. Frau in Haushalt für früh bis nachm. sofort gesucht. 05655 Diezstr. 4 p. ............... 500 g 38 500 g 64, 50, 40, 24 ist ein Geschenk für lange Zeit. Gute Qualität und preiswert bei J. B. Häuser Gießen 7626 a am Oswaldsgarten Fernruf Nr. 2145/46 mit Reisverschluß Stück mit „ , , , o Reisverschluß und bunt. Strickrand Stück FMI.UIM Gießen, Frankfurter Straße 17 7886 A tibnadjts- f lieber auf ElEETROLfl Anita ist ein holdes Kind Und hatte zwei Verehrer: Der eine leicht als wie der Wind, Der andere etwas schwerer. 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Es ist nur zu wünschen, daß die Käufer frühzeitig an die Weihnachtsbesorgungen denken; denn bei dem zu erwartenden großen Umsatz kann in den letzten Tagen vor dem Fest die Auswahl nur noch sehr gering sein. Kleine volitifche Nachrichten. Schuhe Pelze Herrenhüte Gardinen di- der Einzelhandel für da- W-chnacht-j-st zu treffen hat, wollen immer besonders sorgfältig überlegt sein. Denn einer- s-lts wird IN den letzten Monaten des Jahres bei vermiedenen Branchen bis zur Hälfte des ^r?3umfflÖcs über den ßa= deutlich gereicht, anderseits aber bleibt das Lager das bis zum Fest nicht abgesetzt werden kann, dann unter Umstanden monatelang liegen oder wird sogar unverkäuflich. 1 Wechnachtsumsätze werden in diesem Jahre zweifellos hoher liegen als im Vorjahr. Das bestätigen auch schon die Umsätze der letzten Wochen, die bereits erheblich angezogen haben. Wie einschneidend aber das Weihnachtsgeschäft auf das gesamte Jahresgeschäft sein kann, das zeigt uns der «Pielwaren-Einzelhandel, der im Dezember allein fast 50 v. H. seines gesamten Jahresgeschasts abzusetzen pflegt. Die einzelnen Zweige des T e x t i l h a n d e l s sind sehr unterschiedlich am Weihnachtsgeschäft be- telllgt, überall aber sind die letzten beiden Monate des Jahres von großer Bedeutung. Die Konfektion setzt, wie eingehende Erhebungen ergeben haben, im November und Dezember zusammen knapp 20 v. H. des gesamten Jahresgeschästs um, die Wäschegeschäfte verkaufen in den letzten beiden Monaten im Jahr 25 v. H. ihres Gesamtumsatzes. Dabei läßt sich beobachten, daß — sowohl bei Konfektion wie bei Wäsche — die Herrenartikel ein besseres Weihnachtsgeschäft haben als die Damenartikel. Sehr bedeutend ist der Absatz von Taschentüchern zu Weihnachten. Die beiden letzten Monate bringen allein 36 v. H. des Jahresumschlags. Teppiche Beleuchtungsgegenstände 10,5 Glas und Porzellan 8,5 Und endlich wird zum Fest auch einmal gern gut und reichlich gegessen. Wie der Weinabsatz, so steigt auch der Umsatz von Lebensmitteln, von Tee und Kaffee, überhaupt von allem, was dem Magen zuträglich scheint. Erwähnt sei nur noch, daß die Apotheken im Dezember stille Zeit haben. Dafür ist bei chnen aber der Januarabsatz größer als der der letzten Monate im Jahr; vielleicht, um die Schäden der vielen Festtage wieder zu heilen. Weihnachksumsah in Lebensmitteln usw. (in v. H. des Jahresumschlags): Deihnachtsumfah an Gebrauchsgükern (in v. H. des Jahresabsatzes): November Aber auch andere Zweige des Ladengeschäfts sehen im Weihnachtsabsatz die überragende „Saison". So verkaufen die Kürschner im November und Dezember 42 v. H. ihres gesamten Jahresumsatzes. Die K o n f i t u r e n g e s ch ä f t e , die zu jedem der drei großen Feste eine Sonderkonjunktur haben, verkaufen immerhin zu Weihnachten ein Drittel des ganzen .Jahresabsatzes. Deihnachtsumfah in den ausgesprochenen Geschenkartikelzweigen (in v. H. des Jahresabsatzes): November Dezembe r Zus. Spielwaren 17,5 47,0 64,5 Parfümerien 8,0 19,5 27,5 Bi'.outeriewaren 9,0 21,5 30,5 Galanteriewaren 12,0 18,0 30,0 Konfitüren 9,0 24,0 33,0 Wein 8,5 22,5 31,0 Auch der Umsatz der Weinhandlungen ist gegen Ende des Jahres am bedeutendsten. Das dürfte allerdings den doppelten Grund haben, daß neben dem Weihnachts^eft auch noch die Silvesterfeiern — gleichsam noch in letzter Minute — ein erfreuliches Verkaufsgeschäft ermöglichen. Deihnachtsumfah in Textilien und Bekleidung (in v. 5). des Jahresabsatzes): N November Dezember Zus. Damenkonfektion 8,0 8,5 16,5 Herrenkonfektion 9,0 10,0 19,0 Damenwäsche 7,5 14,0 21,5 Herrenwäsche 8,0 20,0 28,0 Strümpfe 8,0 14,0 22,0 Trikotagen, Wollwaren 12,5 20,5 33,0 Taschentücher 8,5 28,0 36,5 Sogar Hausrat wird zum Weihnachtsfest tn weit höherem Ausmaß vom Publikum gekauft als sonst im Jahre. Vor allem werden wohl diejenigen Waren als Geschenke bevorzugt, die unter gewöhnlichen Umständen dem Käufer zu teuer sind. Aber zu Weihnachten macht er eine Freude damit. Das sieht man z. B. an dem lebhaften Teppichabsatz tm Dezember. ________ Der ungarische Innenminister Nikolaus von Co z mar traf, einer Einladung des Reichsinnenministers Dr. Frick folgend, mit feiner Gemahlin zu einem mehrtägigen Besuch in Berlin ein. Zur Begrüßung waren auf dem Bahnhof u. a. anwesend Reichinnenminister Dr. Frick mit seiner Gattin, Staatssekretär P f u n d t n e r, Polizeipräsident Graf Helldorf, ferner der ungarische Gesandte S z t o j a y. Zu Ehren des Gastes war eine Ehrenkompanie der Leibstandarte Adolf Hitlers aufmarschiert. * Der Reichs- und preußische Minister für die kirchlichen Angelegenheiten, Hanns K e r r l, empfing den Reo. Dr. Macdonald, Sekretär des Ausschusses der englischen Kirche für auswärtige kirchliche Angelegenheiten, zu einer in freundschaftlichem Geiste verlaufenen und das gegenseitige Verständnis der Völker fördernden Unterredung. * In Königsberg fand die Beisetzung des Führers des Arbeitsgaues Ostpreußen im Reichsarbeitsdienst, des Generalarbeitsführers Albert Krause, statt. An der Trauerfeier nahmen u. a. teil Reichsarbeitsführer Generalmajor Hier!, Gauleiter und Oberpräsident Koch und der Kommandierende General und Befehlshaber im Wehrkreis I, General der Artillerie d. Brauchitfch, sowie zahlreiche Führer des Reichsarbeitsdienstes, der SA., SS. und des NSKK. Reichsarbeitsführer Hier! widmete dem Verstorbenen die letzten Abschiedsworte. Ihre Königliche und Kaiserliche Majestät die K ö - nigin von Italien weilt mit ihrer Tochter, der Gräfin C a l v i, seit einigen Tagen zu einem privaten Besuch in Kassel, um ihre an den Folgen einer Grippe erkrankte Tochter, die Prinzessin Mafalda von Hessen, zu pflegen. * DieKöniginWilhelmina sowie Prinzessin Juliane und ihr Verlobter Prinz Bernhard zur Lippe-Biesterfeld nahmen an einem Empfang teil, den der deutsche Gesandte und Gräfin Zech- Burkersroda zu Ehren des prinzlichen Paares in den Räumen des Gesandtschaftsgebäudes gaben. Die Wmcketmcmmeier der ttmversiiät. Das Archäologische Institut der Universität veranstaltete in Verbindung mit der Philosophischen Fakultät, I. Abteilung, wie alljährlich, im Großen Hörsaal eine Winckelmannfeier. Der Dekan, Professor Dr. Glöckner, dankte zu Beginn für zahlreiches Erscheinen und stellte zwei neue Dozenten der Fakultät als die Redner des Abends vor: Dr. W. Rehm als Vertreter der deutschen Literaturgeschichte. und Dr. W. Zschitzschmann als den neuen Vertreter des archäologischen Faches. Dr. Rehm sprach zu Beginn über Winckelmann; er erinnerte an Goethes Ankunft in Rom vor 150 Jahren imd schilderte, wie dieser damals Winckelmann recht eigentlich kennengelernt habe. Winckelmann hat uns, ss führte der Vortragende aus, erst die Augen geöffnet für die antike Welt; er begann die Dmqe sinnlich-plastisch zu schauen. Die Begegnung mit dem Apollon von Belvedere wurde ihm zum erschütternden Erlebnis, er hat mit erzieherischer Absicht griechische Art und Kunst zur deutschen tn Beziehung gesetzt. Darum feiern wir heute fein lebendiges Vermächtnis in dankbarer Verehrung. Dr. Zschltzschmann hielt den Hauptvortrag (mit Lichtbildern) über Apollon. Es ist kein Zufall, so führte er u. a. aus, wenn wir heute, des Gründers unserer Wissenschaft gedenkend, uns um Apollon versammeln, denn Apollon hat wie ein anderer Gott im Zentrum des Griechentums gestanden und ist auch einmal ein deutsches Schicksal 9et”e^* (Hölderlin: „mich hat Apollon geschlagen .. .). Der Vortragende verfolgte an Hand einer Lichtbilder. Reihe die merkwürdigen und auffallenden Wand- hingen, die das Apollon-Bild m der griechischen Kunst durchgemacht hat. Die attische Anmut de schönsn nackten Jünglings wie sie etwa der sog Tiber-Apoll aufweist, steht nicht im Em klang mit den älteren Vasenbildern, mit dem bärtigen Alten, den die Jnselgriechen gebildet haben. Dre Ana oglen und Ursachen dieses Gestaltwandels wurden un ersucht und erläutert; die Zeitbestimmung 'st mäst unwesentlich, da sie innere Beziehungen zur poh- tischen Gesamtgeschichte herstellt; es ergibt stch- daß sich etwa um das Jahr 540/530 nicht nur ein ®i b= wandel, sondern zugleich em Glaubenswandel[ tn Griechenland vollzogen hat, das beleuchten auch Zusammenhänge mit der Gebärdensprache, mit Tracht, mit der Tragödie. Am mener Begriff v der Jugend,«cmch eine neue Vorstellung vom Heros, vom homerischen Helden, taucht auf. Die Entwicklung zeichnet sich deutlich in der apollinischen Monumentalplastik ab, welche die dionysische Keramik ablöst. Die Wandlung und augenfällige Verjüngung des Apollonbildes wurde aus der Bedrängung und Bedrohung des Griechentums in jener Zeit erklärt. Das Bild des Apollon, der kein griechischer, sondern ein vorgriechischer Gott war, hat sich erst spät und aus innerer Notwendigkeit zu der stillen und gleichsam mühelosen Schönheit entwickelt, wie sie uns aus den zu Beginn gezeigten Plastiken anspricht. — „Eine Schaukel oder einen Radiergummi." Von Gertrud von Boeck. Wenn Kinder zu Weihnachten Rodelanzüge, feste Stiefel und dergleichen Dinge bekommen, so füllt das in angenehmer Weise den Gabentisch, und außerdem hätte man diese Sachen sowieso kaufen müssen. Sie liegen aber jenseits des kindlichen Wunschbereiches (das kommt erst später!). Hingegen erfreut sich jegliches Sportgerät, ob Roller, Fußball, Schlittschuhe oder erste Skier großer Beliebtheit. Trotzdem bleiben die Spielsachen — vor allem für das Kleinkind — die Hauptsache. Kinder verstehen nichts von Qualität und sehen deshalb mehr auf die Menge. Sie erzählen nicht: „Ich habe einen echten sibirischen Fuchs bekommen", sondern berichten: „Das Christkind brachte mir elf Sachen: einen Musikkreisel, eine Zählmaschine, zwei Handschuhe —" usw. Die Begriffe teuer, billig, preiswert — existieren nicht für sie. Wie wäre es sonst möglich, daß die kleine Lotte ans Christkind schreibt: „Ditte bring mir eine neue Schaukel oder einen Radiergummi". Kinder haben meist eine reichere Phantasie als Erwachsene und sind von Tatendrang erfüllt. Die Freude des Kindes am Spiel ist die Freude des schaffenden Menschen. Sie bevorzugen Dinge, mit denen sich etwas anfangen läßt: Bau-Modellier- kä ten, Bast- und Flechtarbeiten sind ihr ganzes Entzücken. (Man kann all dies für unendlich wenig Geld haben!) Brigitte beklagte sich voriges Jahr bei mir, sie hätte vom Christkind nur „lauter fertiges Sach" gekriegt, womit sie nichts anfangen konnte. Viele Kinder legen großen Wert darauf, daß ihnen ein Spielzeug allein gehört. Ptts große ShrisiM Meirich Grabbe - tragisch und satirisch. Das Berliner Staatstheater-Iubiläum. »Don Inan und Faust" und „Scherz, Satire, Ironie ..." Berlin, im Dezember. Am 5. Dezember waren, worüber bereits berichtet wurde, hundertfünfzig Jahre vergangen, seitdem auf Befehl Friedrich Wilhelms II. das damalige Französische Komödienhaus auf dem Berliner Gendarmenmarkt als Königliches Nationaltheater eröffnet wurde. Die Gebäude, die auf dieser Stelle standen, haben gewechselt: nach dem Komödientheater erbaute Langhans den „Koffer", wie die Berliner das Theater nannten, jetzt steht das klassisch-schöne Haus Schinkels da. Aber die Tradition hat immer an dem Gendarmenmarkt gehaftet, das Dortige Theater ist immer das staatliche Theater geblieben. Daß das heute Staatliche Schauspielhaus den stolzen und verpflichtenden Namen eines Nationaltheaters beanspruchen darf, erwies sein Intendant Gustaf Gründgens wieder am Abend des 5. Dezember, zu dem Ministerpräsident Generaloberst Göring erwählte Gäste in sein Haus ge- Schutz vor Ansteckung durch 7795 V laden hatte. Der Abend war in zweifacher Hinsicht der Vergangenheit gewidmet. Erinnert die von oem Dramaturgen Dr. Eckart von N a s o und von August D ö r s ch e l zusammengestellte Festschrift des Staatlichen Schauspielhauses an die denkwürdige Geschichte des Theaters, so erweckte Christian Dietrich Grabbes „Don Juan und Faust" das Andenken an den vor hundert Jahren verstorbenen genialischen Dichter. Zwei Gestalten begegnen sich in seiner dramatischen Dichtung: Don Juan, der Sinnenmensch, der fein Ziel sucht und nur tut, was ihm gefällt, und Faust, der himmelstürmende Gottsucher, der Forscher und Denker. Faust verschreibt sich, wie in der Sage, dem Teufel, der in der Gestalt Luzifers, des gefallenen Engels, erscheint und ihm alle seine Machtt leiht. Er verlockt den Weltfernen zur Liebe. Faust begehrt — hier spielen Elemente der spanischen Don-Juan-Sage in die deutsche — Donna Anna, die Tochter des Gouverneurs. Ihr stellt auch Don Juan nach; auf ihrem Hochzeitsfest tötet er den Bräutigam im Zweikampf, um die Geliebte zu entführen. Doch Faust, vom Teufel unterstützt, trägt ie auf sein Zauberschloß, das sich auf den Gleichem des Montblanc erhebt. Donna Anna ergibt ich ihm nicht, unbedacht läßt Faust seine Magie pielen, und das Mädchen sinkt tot zur Erde. Auch Luzifer kann sie nicht mehr erwecken, gegen den Tod ist auch der Teufel machtlos. Don Juan wird mit seinem Diener Leporello durch einen Zaubersturm auf den Friedhof verschlagen, auf dem sich das steinerne Reiterbild des Gouverneurs erhebt, der von ihm getötet wurde. Das Ende ist aus Mozarts Oper bekannt. Der steinerne Reiter kommt zu Don Juans Gastmahl, der Druck seiner Marmorhand wirkt tödlich, Don Juan und Faust verfallen dem Teufel. Der Palast Don Juans geht in Flammen auf, Leporello kommt in dem Brande um: der kupplerische Diener, der Gottsucher Faust und der sinnenfreudige Don finden das gleiche Ende. Am Schluß triumphieren Teufel, Tod und Zerstörung. Unter Jürgen Fehlings Leitung rollt die Dichtung ab als Gleichnis, als Sage, als Legende. Der Bühnenbildner Rochus Gliese läßt Tiefe und Weite des ungeheueren Bühnenraums arbeiten und mitfpielen, dessen Hintergrund immer im Dunkel bleibt, die Handlung vollzieht sich in einem symbolischen Raum. Aus dieser Schwärze erheben sich die matt beleuchteten Andeutungen der Szenerie. Der Festsaal des Gouverneurs wird nur durch die Galerie angedeutet, auf der die Musiker spielen, und um so unheimlicher wirkt der Reigen der Hoch- zeitsgäste, ein wirklicher Totentanz. Zwei Reihen weißer Lehnstühle bezeichnen den Palast Don Juans, der Garten Donna Annas besteht nur aus einer Reihe sich perspektivisch verjüngender Stämme mit mächtigen Baumkronen: ein Meisterstück theatralischer Bildkunst. Vor dem nächtigen Bühnenraum entfaltet sich um so herrlicher das Spiel der Lichter und Farben; Gestalten tauchen aus der Tiefe und verschwinden, die wunderbar eingerichtete Bühne des Staatstheaters läßt alle ihre Wunder spielen — Grabbe konnte seine Auferstehung nicht würdiger begehen als in diesem Hause. Gustaf Gründgens spielt den Don Juan mit seiner hinreißenden Elastizität, Klöpfer den Faust, schwer und grüblerisch. Käthe Dorsch findet als Anna zarte und rührende Töne, der Leporello Aribert Wäschers setzt in die gleichnishaft Handlung die irdische Nützlichkeitsmoral. — Die Zuschauer, zunächst betroffen von der stürmischen Gewalt der Dichtung und non der Großartigkeit solcher Bühnenkunst, bereiten den Darstellern und dem Intendanten große Huldigungen. Auch das Staatstheater konnte feine Feier nicht würdiger begehen. Wer kennt heute noch Grombes bittere Komödie „Scher z, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung", die das Deutsche Theater in der gleichen Woche herausbrachte? Auch dort erscheint der Teufel, aber als komische Figur, die sich von dem versoffenen Schulmeister mit Casanovas Erinnerungen in einen Käfig locken läßt, bis er durch die Vermittlung seiner Großmutter wieder in die Hölle gelassen wird. Auch sonst geschehen seltsame Dinge: der Schulmeister stellt den Dorftrottel als werdendes Genie vor; der Dichter Rattengift, der nicht dichten kann, schreibt ein Sonett über den Einfall, daß ihm nichts einfällt; der Freiherr von Mordax schlägt dreizehn Schneidergesellen tot — was auf der Bühne bei Musikbegleitung geschieht — und am Ende erscheint, romantische Selbstironie, Grabbe selbst auf der Bühne und es heißt von ihm: „Er schimpft auf alle Schriftsteller und taugt selber nichts." Warum das alles? Grabbe schreibt eine verbitterte Satire auf die geistigen Zustände der zwanziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts, gegen die Naturlehre, die Zeitungen, die Rezensenten, den gesamten Literaturbetrieb seiner Zeit. Der Schauspieler Paul Verhoeven setzt das Spiel scheinbar primitiv, in Wahrheit sehr raffiniert und einfallsreich in Szene: Verwandlungen bei offener Szene, an denen auch die Dekorationen und Bühnenarbeiten mitwirken; viele originelle Einfälle. Starker Beifall, dcE Grabbe galt, aber auch den Darstellern, dem Teufel Otto 'W e r n i ck e s, dem Schulmeister Bruno Hübners, dem Dichter Wilfried Seyferths. Gerhard Bohlmann. Brüder haben eine Eisenbahn. Sie ist wunderbar — leider —, denn sie lassen den kleinen Pit aus diesem Grunde nicht ran. Nun bekommt er vom Christkind eine Prioateisenbahn. Sie kostet nur ganz wenig, aber da sie ihm gehört, findet er sie weitaus schöner. Bald verschwindet er mit der Lokomotive im Kinderzimmer, um mit viel Mühe und einem Schraubenzieher dahinter zu kommen, wie sie „innen" aussieht. Und als er sie in ihre Urbestandteile zerlegt hat, ist er stolz wie ein Gott am ersten Schöpfungstag und sehr glücklich. Und ist das nicht die Hauptsache? Da fällt mir Helga ein: sie bekam vom Christkind viele, schöne Dinge. „Helga", frag ich sie, „was ist dir das Liebste von allem?" „Die Abziehbilder!" kommt prompt die Antwort. Also Eltern und Onkels hatten viel Geld ausgegeben, und die Köchin Anna schoß mit Abziehbildern für 30 Pfennig den Vogel ab. Ich erinnere mich auch eines Weihnachtsfeiertages. Wir Kinder waren bei Bekannten eingeladen und fanden in einer Rumpelkammer einen alten Plüfchlöwen. Unsere Gastgeber waren froh, das verstaubte Stück los zu fein, und zu unserer großen Freude dursten wir ihn mit nach Hause nehmen. Wir tauften ihn Abaminzo, liebten ihn heiß und ließen ihn nachts zwischen unseren Kinderbetten Wache halten. Er hatte kleine Näder an seinen Füßen, und zog man auf seinem Rücken reitend an einer Schnur, brüllte er wie eine Kuh, das war schön und schaurig zugleich. Bald war er die Attraktion unseres Jndianerlagers. Nur die Eltern wollten es nicht fasftp, daß das mottenzerfressene Tier unsere schönsten Spielsachen in den Schatten stellte. Leider lassen sich kindliche Wünsche nicht immer erfüllen. Mein kleiner Freund Sven wollte voriges Jahr von mir „— ’ne Stange mit ’nem Haken dran!" — Nähere Erklärungen konnte er nicht ab= geben. Bitte, kaufen Sie mal eine Stange mit einem Haken dran! Ich zerbrach mir den Kopf — es half nichts, zuletzt ging ich und kaufte Pfeil und Bogen. Kinder aber kennen keinen konventionellen Lügen: Weihnachten kam, Sven'bedankte sich, Pfeil und Bogen seien sehr schön, „aber" — zögernd kam es heraus — „du wolltest mir doch eigentlich ’ne Stange mit ’nem Haken dran —". Da hatte ich's. Eines Tages, als ich ihn spät abends nach Hause brachte, stieß er ein Freudengebrüll aus. Vor einem Schaufenster war ein Mann damit beschäftigt, die Rolläden herunterzuziehen. Er hatte zu diesem Zweck ’ne Stange mit ’nem Haken dran! Wenigstens war mir das Rätsel gelöst. Das „Blaue Band" bei den Vögeln. Gegen den durchsichtig blauen oder wolkenbe- d-eckten Septemberhimmel zeichneten sich oft Schwärme der Zugvogel ab, bald in scheinbar regelloser Wolke, bald in schon geordneter Flua- staffel. Viele Tausende von Kilometer legen diese Tiere in jedem Herbst und Frühjahr zurück. Wie lange sind sie unterwegs auf diesen gewaltigen Flügen? Welches ist ihre Durchschnittsgeschwindigkeit? Und welche Arten sind die schnellsten unter ihnen? Der Vogelflug läßt sich nicht mit der Stoppuhr messen, nur schätzungsweise können die Gelehrten von den Vogelwarten und andere Ornithologen, die ihr Leben dem Studium des Vogellebens gewidmet haben, die Geschwindigkeiten beurteilen. Schon aus dem Körperbau und aus dem Schnitt der Flügel läßt sich erkennen, ob ein Vogel zu den wirklich schnellen Arten gehört. Die breiten, keilförmigen Schwingen der Schwalben und ihr im Verhältnis dazu kleiner, schmaler, spitz zulaufender Körper verrät die Kraft zu ungeheurer Geschwindigkeit. Tatsächlich gelten die Schwalben auch mit als die schnellsten Vögel, unter ihnen besonders die sibirische und die Alpenschwalbe. Ihre Durchschnittsgeschwindigkeit wird von dem englischen Ornithologen Allan Bell auf etwa 160 Kilometer in der Stunde, von manchen Vogelkennern aber noch weit höher geschätzt. Man hat beobachtet, daß diese Vögel Flugzeuge, die mit 100 bis 120 Kilometer in der Stunde fuhren, mühelos umkreisten. Dennoch vermögen die Falken die Schwalbe zu jagen und tun es oft zwischen Ernst und Spiel. Nicht umsonst war der Falke der mittelalterliche Jagdoogel, der alle anderen Segler der Lüfte über„flügeln" konnte. Sowohl der kleinere Baumfalke als auch der Wanderfalke ober der weiße Gierfalke der Arktis erreichen wahrscheinlich Geschwindigkeiten bis zu 240 Kilometer in der Stunde. Auch Brachvögel, Regenpfeifer und T a u b e n, die es bis zu 120 Kilometer in der Stunde bringen, gehören mit zu den schnellsten Vögeln. Unter den ersten Anwärtern auf das „Blaue Band" bei den Vögeln befinden sich aber seltsamerweise auch Enten. Ihre eher plumpen, stumpfen Körper stoßen sich unter dem Antrieb von einem halben Dutzend Flügelschlägen in der Sekunde mit erstaunlicher Geschwindigkeit durch die Luft. Die Trauerente erreicht gewiß auch ihre 150 Kilometer, und die Krickente, die kleinste und schnellste, wird sogar auf 200 Kilometer in der Stunde geschätzt. — SJl.-^pont Vie deutschen Gkimeifterschafien 1937 in Altenburg. Die Nationalen Meisterschaften des Reichsfachamtes Skilauf werden in den Tagen vom 8. bis 14. Februar durchgeführt. Altenburg ist der Ort der Ausscheidungskämpfe. Die Meisterschaften beginnen am 8. Februar mit der Streckenerklärung und dem Aufruf für den 50-Kilometer-Dauerlauf, der Hann am kommenden Morgen um 8 Uhr gestartet wird. Der Freitag bringt den Start zum 18-Kilometer-Langlauf (Spezial- und Kombina- tionslauf). Am Samstagoormittag um 9 Uhr werden die Teilnehmer zum 4 mal 10 Kilometer Staffellauf auf die Strecke geschickt, während der Abend der Begrüßung und einem kameradschaftlichen Beisammensein der Teilnehmer an den Meisterschaften gewidmet ist. Am Sonntag, dem 14. Februar, wird um 11.30 Uhr der Sprunglauf für die Kombination und anschließend der Spezial-Sprunglauf auf der Sachsenschanze gestartet. Nachmittags werden die Sieger der einzelnen Wettbewerbe am Skiläufer-Denkmal in Altenburg geehrt. Als Deutscher Meister 1936 in der Kombination und im Lang- und Sprunglauf hat Willy Bogner von der Münchener Ski-Bereinigung den Titel zu verteidigen. Titelhalter für die Deutsche Staffelmeisterschaft ist der Bezirk 4 Oberbayern im Gau XVI. Der Sieger im zusammengesetzten Lauf (Lang- und Sprunglauf) erhält den Titel Meister von Deutschland und als Preis den Goldenen Ski. Der Sieger im 50-Kilometer-Dauerlauf 1937 wird als Deutscher Skimeister im Ski-Dauerlauf 1937 Titelträger und bekommt als Preis eine goldene Skinade'l. Die siegreiche Mannschaft im 4 mal 10- Kilometer-Staffel'lauf wird „Staffelmeister von Deutschland 1937" und gewinnt für dieses Jahr, den Wandelpokal des Führers und Reichkanzlers Adolf Hitler. Der Pokal muß zweimal hintereinander oder dreimal in beliebiger Reihenfolge gewonnen werden, um in den endgültigen Besitz des Gewinners zu gelangen. Jeder Läufer der Sieger-Mannschaft erhält das Ehrenzeichen für die Staffelmeisterschaft. Fußball der Bezirksklaffe, Gruppe Gießen—Dill. Termine für die Rückspiele: 27. Dezember: Sinn — 1900; VfB. — Dillen- bürg; Lollar — Wetzlar; Frohnhausen — Bissenberg; Naunheim — Burg. 3. Januar 1937: 1900 — Lollar; Wetzlar gegen Sinn; Dillenburg — Naunheim; Burg — Frohnhausen; Bissenberg — VfB. 10. Januar: Bissenberg — Sinn; Dillenburg gegen Lollar; Burg — VfB.; 1900 — Frohnhausen; Naunheim — Wetzlar. 17. Januar: VfB. — Lollar; Dillenburg — Bissenberg; Burg — 1900; Sinn — Frohnhausen. 24. Januar: Lollar — Naunheim; Wetzlar gegen VfB.; Burg — Sinn; Frohnhausen — Dillenburg; 1900 — Bissenberg. 31. Januar: Bissenberg — Naunheim; VfB. gegen 1900; Dillenburg — Wetzlar; Sinn — Lollar. 7. Februar: Lollar — Burg; Bissenberg — Wetzlar; Frohnhausen — VfB.; Naunheim — Sinn; 1900 — Dillenburg. 14. Februar: Sinn — Dillenburg; Wetzlar gegen 1900; Burg — Bissenberg; Naunheim — VfB. 21. Februar: Lollar — Frohnhausen; VfB. ge- gegen Bissenberg; Wetzlar — Burg. 28. Februar: 1900 — Naunheim; Burg — Dillenburg; Bissenberg — Lollar; Sinn — VfB.; Frohnhausen — Wetzlar. 6. März: Naunheim — Frohnhausen. Auch die Tschechoslowakei bei der Weltmeisterschaft. Nach Norwegen hat nun auch die Tschechoslowakei die Teilnahme an der Fußball-Weltmeisterschaft 1938 beschlossen. Aus der Hauptversammlung des tschechoslowakischen Verbandes wurde der gesamte Vorstand mit Professor Pelikan an der Spitze für eine dreijährige Dauer wiedergewählt. Die Dielarbeit im Deutschen Reichsbund für Leibesübungen. Zur Tagung der Oietwarte des Kreises 8 in Heuchelheim. Der Deutsche Reichsbund für Leibesübungen ist nicht eine Zusammenfassung von Verbänden, die dieses oder jenes Gebiet der Leibesübungen pflegen, sondern er ist eine Erziehungsgemeinschaft, die ihre gesamte Arbeit auf Volk und Staat auszurichtcn hat. Es liegt im Wesentlichen des Nationalsozialismus begründet, daß kein deutsches Lebensgebiet außerhalb der Bindung zu den Gesamtfragen des Volkes stehen darf. Damit ist den Leibesübungen ein neuer Sinn gegeben. Sie haben dem Staate zu dienen und mitzuhelfen bei der Erziehung des einheitlichen nationalsozialistischen Bolkskörpers, den Geist zu schaffen, der dem Staat und Volk Dauer und Zukunft gibt. SL l'nd die Leibesübungen wieder das geworden, was *$r. L. Jahn, der Begründer der deutschen Leibesübungen, ihnen zum Ziel setzte, eine politische Einrichtung mit einem hohen völkischen Ziel. „Anerziehung zum Volkstum", nannte er sein Turnen. Diese Aufgabe hat der Reichsbund für Leibesübungen'als Erziehungsgemeinschaft: wehrhafte und völkisch gesinnte Menschen heranzubilden. In der Erfüllung dieser Aufgabe werden die Worte des Führers zur Tat. „Die körperliche Ertüchtigung ist im völkischen Staat nicht eine Sache des einzelnen, auch nicht eine Angelegenheit, die in erster Linie die Allgemeinheit interessiert, sondern eine Forderung der Selbsterhaltung des durch den Staat vertretenen und geschützten Volkstums." Zu der körperlichen Ausbildung kommt die weltanschauliche und volkspolitische Erziehung. Sie obliegt dem Dietwesen. Der Reichsdietwart ist der Beauftragte des Reichsschulungsleiters der NSDAP, für die weltanschauliche Schulung im Reichsbund für Leibesübungen. Ihm unterstehen die Gau-, Bezirks-, Kreisdietwarte in den entsprechenden Gebieten und die Vereinsdietwarte in den Vereinen. So vielgestaltig wie das deutsche Leben und das deutsche Volkstum sind, so vielfältig sind die Fragen, die an den Dietwart herantreten. Um die Vereinsdietwarte mit diesen Fragen und ihren Aufgaben vertraut zu machen, hat der Kreisdiet- wart des Kreises 8, Dr. Römer (Großen-Linden), die Dietwarte des Kreises Gießen zu einer Arbeitstagung für Sonntag, 13. Dezember, nach Heuchelheim einberufen. Der Vormittag dient der weltanschaulichen Schulung. Der Kreisschulungsleiter der NSDAP., Pg. Michel, wird die Grundfragen des Nationalsozialismus behandeln, anschließend spricht der Mitarbeiter des Rassenpolitischen Amtes, Med.-Rat Dr. Zinßer, über „Rasse und Leibesübungen." Fragen der praktischen Dietarbeit in den Vereinen füllen die übrige Zeit der Tagung aus. HandballMdenspiele des deutschen Jungvolks. -13. Dezember: Erster Spielsonntag. — NSG. Die Pimpfe waren schon immer begeisterte Handballer und, wo es nur irgend ging, ergriffen sie die Gelegenheit zu einem ordentlichen Spiel, auch wenn nicht jedesmal 11 gegen 11 standen, Hauptsache, der Ball war da; zwei Tore hat man schnell errichtet und dann ginge los: 1:0, 1:1, 2:1, aus! Und dabei blieb es. Auf die Dauer war das langweilig. Der Gegner fehlte. Wie gerne hätte man fein Können einmal mit dem benachbarten Fähnlein gemessen, seine Leistungen erprobt, gesteigert. Hätte gesiegt! Aber so--? Nun ist der Wunsch Wirklichkeit geworden. Das Handballspiel im Deutschen Jungvolk des Gebietes UZungbannmeister sind zu ermitteln. Hessen-Nassau ist zum Wettkampf erhoben worden. Im Einvernehmen mit den zuständigen Stellen des RsL. hat der Gebietsjungvolkführer zur Förderung des Sportes und um den Wettkampfgedanken stärker herauszustellen, die Handballrundenspiele eingeführt. Und unbeschreiblich ist die Freude in den Reihen der Pimpfe. Die Mannschaften. Um die einwandfreie Durchführung von vornherein sicherzustellen, hat der Gebietsjungvolk-Sportreferent einen genauen Spielplan mit ausführlichen Durchführungsbestimmungen herausgegeben. Danach werden 'ans veni forfffeit Snv Berken Jahrgang innerhalb jedes Jungzuges (das find die 12- und 13jährigen) die besten Handballer und zwar durch Spiele der Jungenschaften untereinander ermittelt Sie bilden die Jungzugmannschaft, die jederzeit durch bessere Spieler ergänzt werden kann. Die Spiele. Die Jungzug-Handballmannschaften eines Fähnleins (etwa 6 bis 8) werden dann zu Spiel- gruppen unter einem verantwortlichen Spielgruppenführer zusammengestellt, der die Spiele festsetzt und den Einsatz der Schiedsrichter, die Bereitstellung der Sportplätze und Bälle bestimmt. Aus den an jedem 2. und 4. Sonntag zum Austrag kommenden Spielen schält sich im Rundensystem der Spielgruppensieger heraus. Jede Mannschaft spielt gegen jede. Auf dem großen Jungbannspiel, das gleichzeitig den Auftakt für die Sommersportarbeit bildet, wird dann der Jung- bannmeister ermittelt. Spiel als Menst. Die Handballrunden-Spiele bewegen sich im Rah- men der Winterarbeit und gelten als Dienst. Sie wickeln sich in unbedingter Disziplin und Kamerad- schäft ab, und ihr Verlauf ist durch genaue Regeln eindeutig festgelegt. Der 13. Dezember ist der erste Spielsonntag. Da treffen zum ersten Mal die Mann- schäften auf einander und messen ihre Leistungen. Die nächsten Spiele steigen dann am 20. Dezem- ber, am 10. und 24. Januar, am 14. und 28. Februar und am 14. und 28. März. Mit diesem Tag sind dann die Rundenwettkämpfe innerhalb der Spielgruppe erledigt, und der Jungbannmeister kann ermittelt werden. So wird das Handballspiel — systematisch in die Sportarbeit eingebaut — gleichfalls Ausdruck der Kraft und Leistung, der Willensstärke und des Ein- satzes der Pimpfe bis zum letzten fein. Wirtschaft. Fwd. Börsenruhe am 24. Dezem der. Am Donnerstag, 24. Dez., bleiben die Börsenräume in Berlin für jeden Verkehr geschlossen. Eine Lieferung findet an diesem Tage nicht statt. — Es ist anzunehmen, daß für die Börse in Frankfurt a. M. die gleiche Regelung getroffen wird. LPD. Darlehensvergebung durch die DBS. für 9 9 Eigenheime. In ihrer Dezember-Ausschüttung hat die Bausparkasse Deutsche Bau- und Siedlungsgemeinschaft (DBS.) Darmstadt wieder 1007 000 Mark zur Erstellung oder Entschuldung von 99 neuen Eigenheimen vergeben. Die Gesamtsumme zur Arbeitsbeschaffung und Baumarktbelebung in Form von Baudarlehen steigt damit auf über 73 Millionen Mark, womit über 6500 Eigenheime erbaut oder entschuldet werden konnten. Nhein-Mainische Börse. Still und wenig verändert. Frankfurt a. M., 9. Dez. Wieder lag die Börse auf allen Märkten sehr still. Die Vorbereitungen zum Jahresultimo lassen keine Unternehmungslust aufkommen. Während die Kundschaft der Börse web. terhin fernbleibt, schreitet der Handel zu weiteren kleinen Abgaben, so daß die Kurse überwiegend langsam abbröckelten. Von wenigen Ausnahmen abgesehen hielten sich die Abweichungen am Aktienmarkt bei 0,25 bis 0,50 v. H. Montanaktien eröffneten vorwiegend knapp behauptet, etwas freundlicher Klöckner mit 123,50 (123). Von chemischen Papieren setzten JG.- Farben 0,25 d. Sy, Scheideanstalt 0,50 v. H. höher, Deutsche Erdöl 0,65 v. H schwächer ein. Am Elektromarkt gaben Licht und Kraft 1,50 v. H., Siemens 1,25 v. H. und Schuckert 0,50 v. H. nach, RWE. blieben behauptet. Motorenwerte lagen schwächer, besonders BMW. mit 136,50 (138,50), Daimler 117,90 (118). Zellstoffpapiere lagen uneinheitlich, Aschaffenburger 138 (139), Feldmühle Papier 137,13 (138,75), dagegen Waldhof 160 (159). Von Einzelwerten eröffneten Reichsbank, Jul. Berger, Westdeutsche Kaufhof bis 0,25 v. H. niedriger, Deutscher Eisenhandel 0,75 v.H. höher. Holzmann,' Deutsche Linoleum, Bemberg und Rheinmetall-Borsig lagen unverändert. Im Verlaufe ergaben sich am Aktienmarkt bei kleinen Umsätzen leichte Befestigungen. Besonders Montanwerte wurden gefragt und zogen 0,50 bis 0,75 v. H. an, Verein. Stahl gewannen 1 v. H. auf 120,50. JG.-Farben erhöhten sich auf 167 nach 166,75. Auch auf einigen anderen Gebieten traten hier und da kleine Erhöhungen ein. Zement Heidelberg 164 (166). Der variable Rentenmarkt blieb ruhig und unverändert. Auch Kassarenten lagen still und wiesen kaum Abweichungen auf. Pfandbriefe lagen durchweg behauptet, ebenso Stadtanleihen, von letzteren Wiesbaden 93 (92,75). Auslandsrenten tendierten uneinheitlich. Abendbörse still. Das Abendbörfengeschäft war wieder nur sehr klein, und auch die Kursveränderungen betrugen nach beiden Seiten nur Bruchteile eines Prozentes. Gegen den Berliner Schluß lagen Montanwerte nur knapp gehalten, Harpener lagen 1,25 v. H. schwächer mit 147,25, Verein. Stahl bröckelten auf 120,40 (120,75) ab. JG.-Farben und andere chemische Werte lagen unverändert. Etwas höher notierten Conti Gummi mit 160,75 (160). Der Rentenmarkt lag ebenfalls sehr ruhig und brachte keine Abweichungen. Von Auslandwerten blieben Schan- tung mit 145 unverändert, 5proz. Rumänen lagen mit 6,20 (6) etwas hoher. U. a. notierten: 1951er Verein. Stahl 94,50, 6proz. JG.-Farben 134,65, 5proz. Rumänen E 6,20, Adca 87,13, Commerzbank 107,75, Pfälz. Hyp. Bank 87,50, Buderus 120, Harpener 147,25, Mannesmann 116,13, Rheinstahl 148,25, Verein. Stahl 120,40, AEG. 38, Bemberg 105, Conti Gummi 160,75, Deutsche Erdöl 139, Scheideanstalt 261,50, Deutsche Linoleum 160,25, JG.-Farben 166,75, Ges- fürel 142, Goldschmidt 125, Junghans 112,25, Muag 132, Metallgesellschaft 150, Möenus 94, Schuckert 157,50, Westdeutsche Kaufhof 59,25, AG. für Verkehr 121, Schantung 145. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 9. Dez. Das Geschäft blieb allgemein klein. Das Weizenangebot hat noch keine wesentliche Zunahme erfahren, während Roggen ausreichend zu haben ist. Mangels entsprechenden Angebots ist das Braugerstengeschäft ruhig, auch Hafer, Futter- und Jndustriegersten haben aus dem gleichen Grund kaum Umsätze. Am Mehlmarkt blieben feinste Weizenmehle gefragt. Für Futtermittel ist die Lage unverändert. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilo) in RM.: Weizen W 13 211, W 16 214, W 19 218, W 20 220; Roggen R 12 174, R 15 177, R 18 181, R 19 183, Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste, Braugerste, Futterhafer nicht notiert. Weizenmehl, Type 790, W 13 28,20, W 16 28,30, W 19 28,30, W 20 28,65; Roggenmehl, Type 997, R 12 22,45, R 15 22,80, R 18 23,30, R 19 23,50 plus 0,50 RM. Frachtausgleich. Weizenfuttermehl 13,60; Weizenkleie W 13 10,75, W 16 10,90, W 19 11,10, W 20 11,20; Roggenkleie R 12 9,95, R 15 10,15, R 18 10,40, R 19 10.50, Mühlenfestpreise ab Müh- lenstation. Sojaschrot, Palmkuchen, Erdnußkuchen nicht notiert. Treber 16,75; Trockenschnitzel, Heu (lose), Heu (drahtgepreßt), Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreßt oder gebündelt, nicht notiert. Tendenz ruhig. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 10. Dez. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 98 Rinder (1 Ochsen, 12 Bullen, 72 Kühe, 13 Färsen), 620 Kälber, 235 Schafe, 1002 Schweine. Es kosteten: Bullen 39 bis 43 Mark, Kühe 20 bis 43, Färsen (Kalbinnen) 40 bis 44, Kälber 25 bis 65, Lämmer und Hümmel 34 bis 45, Schafe 20 bis 38, Schweine 51 bis 57 Mark. — Marktverkauf: Rinder und Schweine wurden zugeteilt, Kälber, Hümmel und Schafe mittelmäßig. Schweinemarkt in Nidda. [Q Nidda, 9. Dez. Der heutige Schweine- markt war mit 457 Ferkeln und Einlegschweinen beschickt. Es kosteten bis zu 6 Wochen alte Ferkel 11 bis 15 Mark, 6 bis 8 Wochen alte Tiere 15 bis 20 Mark, 8 bis 12 Wochen alte 20 bis 30 Mark, Einlegschweine 35 bis 40 Mark pro Stück. Das Geschäft verlief sehr flott. Der Markt wurde saft vollständig geräumt. Rundfunkprogramm. Donnerstag, 10. Dezember: 12 Uhr: Mittagskonzert. 13. Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk, Wetterbericht. 13.15: Mit- tagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Ein bißchen Singsang — ein bißchen Klingklang. 15: Volk und Wirtschaft. Rheinhafen Frankfurt a. M. 15.15: Kinderfunk. 16: 1. Kleines Konzert. 2. Eine Tanzkarte vom 10. Dezember 1900. 17.30: Ratgeber für den Weihnachtsbüchertisch. 17.45: Das Buch mit der Silbernen Olympia-Medaille: „Um den Gipfel der Welt". Ein Tatsachenroman von Wilhelm Ehmer. 18: Nachmittagskonzert. 19: Wellen-Brettl. 19.40: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: Orchesterkonzert. Deutsche Singspiel- Ouvertüren. 20.40: „Die Pflicht". Hörspiel nach der gleichnamigen Novelle von Wilhelm von Scholz. 21.40: Orchesterkonzert. 22: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. Nachrichten der DAF. 22.30: Tanzmusik. 24 bis 2: Nachtkonzert. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v.H., Lombardzinsfuß 5 v.H. Sranfturt a. Ul. Berlin Schluß- kurs Schlußk. Abend- börse Schlußkurs Schlußk. Mittag- börse Datum 8.12. 9.12. 8.12. 9.12. 6% Deutsche Rerchsanleihe v. 1927 101,2 101,2 101,2 101,2 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 98 98 98,1 98 6’/i% Boung-Anleihe von 1930 .. 102,25 102,13 102 101,9 Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auslos.-Rechten ............ 116,13 116,4 116,25 116,8 4¥i% Deutsche Reichspostschatz an Weisungen von 1934, I....... 99,75 100 den Stadt ganz einsam und verlassen fühlen, dann sollten Sie zum Tröster Schaumwein greifen. (Er ist unfehlbar!) SCHAUMWEIN Für die 5. Sondervorstellung im Stadttheater am kommenden 12. Dezember, die mit Erfolg aufgeführte Märchenoper „Hänsel und Gretel", sind Karten zu 0,80 und 1,— RM. noch auf der Kreisdienststelle „Kraft durch Freude", Schanzenstraße 18, zu haben. Nach Mitteilung der Intendanz wird bestimmt die Oper „Hänsel und Gretel" gespielt. Der Eintopfsonntag. NSG. Der Glaube an das ewige Deutschland hat die Einrichtung des Eintopfsonntags werden lassen als ein ständiges Mahn- und Merkmal der erwachten deutschen Nation. Durch schwere und schwerste Opfer aller Art ist das Dritte Reich geworden. Opfer werden von ber Gegenwart und Zukunft verlangt werben, bamit bas Erworbene zum bauernden Besitz werbe. Treue unb Dankbarkeit lassen biefe Opferbereitschaft natürlich und selbstverstänblich erscheinen. Der Eintopfsonntag macht bie Probe aufs Exempel. Wer die Verantwortung, die feder Deutsche hat, tragen will, beweist dies am Eintopfsonntag! Wenn nach dem Willen des Führers das deutsche Volk eine einzige große Familie ist, bann wird am Fest- unb Ehrentag der Nation jeder gern in treuer Verbundenheit denen geben, bie noch Hilfe bebürfen. Der fommenbe Eintopfsonntag hat seine befon- bere Bebeutung. Er steht im Zeichen des Lichtkreises über verschneitem Tannenbaum. Weihnachten ist das deutsche Fest schlechthin, ist das Fest der Freude und des Gebens. Wahre Freude wird der Pflichtbewußte aber nur dann empfinden, wenn er andere beglücken darf. Die Freude der Nation wird nur bann vollkommen fein, wenn jeber, ber sich zur deutschen Volksfamilie rechnet unb durch die Gesinnung zu ihr gehört, die Feier unb bas Glück ber Stunde verspürt. Jedem soll der Glanz des Weihnachtsbaumes in ein zufriedenes Herz scheinen. Dieser Wunsch, den gegenseitiges Verstehen und Mitfühlen werden läßt, öffnet bie Herzen aller berjenigen, bie in ber Lage finb, anberen eine Weih- nachtsfreude zu bereiten. Der Eintopfsonntag wird der Prüfstein sein, ob jeder, ber den Ehrennamen „Deutscher" trägt, den Sinn des großen Geschehens, das sich täglich unseren Augen bietet, verstanden hat. Der Eintopfsonntag verpflichtet zur Tat! Günstige Heimkehrmöglichkeit vom Weihnachtseinkauf in Gießen. Abendsonderzüge von Gießen durch das Lumdalal. Vorn Bahnhof Gießen wird uns mitgeteilt: Anläßlich ber Einkaufssonntage verkehrt am 13. unb 20. Dezember ein Verwaltungs-Son- berzug mit 2. unb 3.Klasse von Gießen über Lollar—Lonborf nach Grünberg in nach- stehenbem Plane: Gießen ab 18.45 Uhr, Lollar an 18.53, ab 18.55, 2)aubringen an 19.00, ab 19.01, Mainzlar an 19.03, ab 19.04, Treis an 19.10, ab 19.11, Allenborf an 19.15, ab 19.16, Lonborf an 19.23, ab 19.25, Kesselbach an 19.28, ab 19.29, Obenhaufen an 19.32, Die deutsche Rrbeitofront n.$.=Gemeinfchaft „Kraft durch kreude Wege im Nebel. Vornan von Käthe Mehner. (Copyright by Aufwärts-Verlag, Berlin SW 68.) 29 Fortsetzung. (Nachbruck verboten.) XVI. Am Portal bes Geologischen Instituts wurde scharf unb burchbringenb bie Glocke gezogen. Zwei Beamte standen davor, die dem Portier stumm die Marken unter ihrem Rockaufschlag zeigten. Erschrocken wies der Portier sie nach oben. Auch Dr. Lohmann, der Assistent, schrak unwillkürlich zusammen, als bie beiben fremden Herren nach kurzem Klopfen das Büro betraten. Ueber- raschung unb Schrecken aber malten sich in feinem Blick, als sie sich zu erkennen gegeben hatten. Sofort brachte er ben seltsamen Vorfall mit seinem Chef sein verstörtes Wesen unb ben eigentümlichen Herzanfall, mit bem Erscheinen der Kriminalbeamten in Zusammenhang. „Es ist doch nichts mit Herrn Doktor geschehen? fragte er aus diesem Gedanken heraus. , Erwarten Sie benn, baß etwas geschehen könnte? stellte ber eine ber beiden Herren der sich als Kriminalkommissar Wagner vorges ellt hatte, die Gegenfrage, den Assistenten scharf ansehenb. Dr. Lohmann überlegte einen Augenblick lang. Er war unsicher geworben, ob er die Szene des vorgestrigen Abenbs verschweigen sollte oder nicht. „Ich würde Ihnen vielleicht einiges von Wichtigkeit sagen können", begann er endlich, ben Kommissar offen anblickend, „nur J4^tß l£$' Rammelt gegenüber baburch vielleicht unzuver a sig zu erscheinen Nur wenn ich sicher wäre ihm elbst baburch bienlich zu sein, wurde ich mich verpflichtet ^^^»06 uns etwas anderes übrig bleibt, als Sie zu befragen!" erwiderte bet wiffar ernst, „Dr, Rammelt ist feit Astern >m Magdalenenhafpital und wird die nächste Woche vielleicht fchon nicht mehr überleben! Seine Worte machten sichtlichen Eindruck auf den Assistenten. Erschütterung malte sich auf feinem Gesicht. „Ja, um Gottes willen, was ist benn mit ihm passiert?" Flüchtig sah der Kommissar zu seinem Gehilfen herüber, ber ben Blick zurückgab. Nein, bieser Mann hier wußte ganz bestimmt nichts von bem Vorfall am Hafen! Man hat Dr. Rammelt schwerverletzt am Hafen gefunben", erklärte er bann. „Aber würben Sie jetzt bitte die Güte haben, uns mitzuteilen, was Sie vorhin selbst als von Wichtigkeit bezeichneten?!" Dr. Lohmann hatte sich noch kaum von ber furchtbaren Nachricht erholt, aber er ahnte jetzt, baß man vielleicht nicht nur einen Unfall, sondern vielleicht noch ganz anbere Dinge im Bereich ber Möglichkeit vermutete, baß also jetzt gerabe von seinen Aussagen alles abhinge! So sammelte er sich unb gab einen stockenben, aber in allen Einzelheiten klaren Bericht von ben Ereignissen bes vorgestrigen Abenbs, bem der Kommissar unb sein junger Assistent, ber bas Protokoll aufnahm, aufmerksam zuhörten. „Ist es Ihnen benn nicht sonberbar erschienen , warf der Kommissar ein, als Lohmann eine Pause machte, „ist es Ihnen benn gar nicht sonberbar erschienen, baß Dr. Rammelt gestern gar nicht im Institut war?" v „Doch, gewiß, Herr Kommissar! Aber gerade, weil er am Tage vorher einen so hinfälligen Einbruch machte, kam meinem Gehilfen sowohl wie mir ber Gebaute, Herr Dr. Rammelt sei wirklich krank geworben!" _, , Und haben Sie irgendwelche Schritte getan, sich davon zu überzeugen, ob er krank war oder nicht?" „Auch das, Herr Kommissar, haben wir getan! Nicht weniger als dreimal habe ich in Herrn Dr. Rammelts Privatwohnung angerufen! Aber es meldete sich niemals jemand! Der Stille im Apparat nach schien die Leitung zu versagen! So haben wir schließlich unsere Bemühungen aufgegeben und gehofft, daß die Sache sich heute schon aufklaren werde!" , , „Können Sie mir sagen, wann Sie das erstemal in Dr. Rammelts Wohnung angerufen haben?' „Ungefähr um elf Uhr morgens , Herr Kom- mi^o so um elf Uhr morgens war also der Apparat schon nicht mehr in Ordnung", Murmelte der Kriminalkommissar; fuhr bann laut fort, indem er sich Dr. Lohmann wieder zuwandte: „Ihre Erklärungen waren in ber Tat sehr interessant unb von großer Wichtigkeit, Herr Doktor! Nun noch eins, Sie erwähnten boch auch, baß Dr. Rammelt Sie sehr verstört gebeten habe, seine Braut, Fräulein Heller, anzurufen. Könnte ba nicht ein Grunb für bas eigentümliche Verhalten Rammelts liegen?" Lohmann nickte: „Jawohl, zuerst erschien auch uns diese Tatsache eine Erklärung für seine sichtbare Verstörtheit zu sein, meinem Gehilfen und mir. Aber nachher mußten wir uns doch überlegen, baß er ja tatsächlich zuerst sehr erregt nach Fräulein Wilnoff und dann erst nach seiner Braut verlangt hat! Dadurch muß man ja eigentlich auf den Gedanken kommen, daß auch bas Fräulein Willnoff mit der Sache zu tun hätte!" „Wer ist denn dieses Fräulein Willnoff?" „Fräulein Willnoff ist bie Tochter bes Justizrats Willnoff, besfelben, ber in bem großen Prozeß ber Vereinigten Zuckerwerke gegen bie Brand AG. bie Verteibigung ber Gebrüber Branb übernommen hat!" „Ach, bas ist ja sehr interessant!" Der Kommissar hatte fast Mühe, einen lauten Ausbruck bes Erstaunens zu unterbrücken. „Können Sie mir sonst nichts Näheres über biefe Dame sagen, Herr Doktor?" „Leider nein, hier gewesen ist Fräulein Willnoff noch niemals. Ich habe Herrn Dr. Rammelt nur einmal sagen hören, daß Fräulein Willnoff mit feiner Braut befreundet sei." „Schabe! Aber wie stand es nun eigentlich mit dem Gutachten, das Dr. Rammelt Ihren Angaben nach für diesen Prozeß zu machen hatte? Doch im Auftrage ber Zuckerfabriken, nicht wahr?" „Ja, im Auftrag bes Präsibenten von den Ver- eiigten Zuckerwerken, Herrn Kommerzienrat Weismüller. Herr Dr. Rammelt hatte es gerade in diesen Tagen fertiggestellt. Er erwähnte allerdings, daß er es doch noch einmal überarbeiten müsse! „Haben Sie das Gutachten hier?" „Nein, das Gutachten selbst nicht, Dr. Rammelt hatte es mit nach Hause genommen. Wohl aber liegt ein Entwurf hier bei den Akten." „Könnte ich diesen Entwurf einmal einsehen? „Selbstverständlich, Herr Kommissar!" Schnell hatte der Assistent das Gesuchte gefunden, reichte dem Kommissar dann einige Aktenbogen, bie bieser befriebigt ansah. „Sehr gut! Ausgezeichnet sogar! Ich barf das ja wohl mitnehmen?! Ich bin Ihnen wirklich zu Dank über Ihre Mitteilungen verpflichtet! Aber nun will ich Sie auch nicht länger aufhalten, Herr Doktor! Dies wäre wohl alles, was ich zu fragen gehabt hätte. Halt, nein, an Ihren Gehilfen hätte ich doch gern noch einige Fragen gerichtet. Ist er anwesend?" „Jawohl, Herr Kommissar!" Bereitwillig ging Lohmann zur Nebentür, öffnete sie, rief den Gehilfen herein. „Der Herr Kommissar hat nur einige Fragen an Sie zu richten", sagte Lohmann ermutigend, ber bas schüchterne Wesen seines Gehilfen kannte. „Also, Herr Müller, es hanbelt sich um Herrn Dr. Rammelt. Das Nähere wird Ihnen Herr Dr. Lohmann schon erklären." „Ja, aber was ist denn mit dem Herrn Doktor ..." Der Gehilfe fragte es mit vor Schreck zitternder Stimme. „Wie gesagt, Herr Müller, bas Nähere erfahret Sie später burch Herrn Dr. Lohmann. Jetzt sagen Sie mir bitte einmal, um welche Zeit Ihrer Meinung nach Herr Dr. Rammelt vorgestern abenb bas Institut betreten hat?" Einen Augenblick lang besann sich der Gehilfe, stammelte bann: „Es kann um halb sechs gewesen sein, aber auch eine Viertelstunbe später, Herr Kommissar! Ganz genau weiß ich es nicht!" „Und Herr Dr. Lohmann und Sie haben dann das Institut verlassen unb Herrn Dr. Rammelt allein hier zurückgelassen?" „Jawohl, Herr Kommissar!" „Uebrigens, noch eine Frage an Sie, Herr Doktor Lohmann. Hat Dr. Rammelt im Laufe bes vorgestrigen Tages irgenbeinen Besuch empfangen?" „Nein, Herr Kommissar! Niemand hat das Institut ausgesucht, auch nicht, während wir ba waren, unb Dr. Rammelt kam ja erst spät." (Fortsetzung folgt!) ab 19.33, Geilshausen an 19.36, ab 19.37, Lumda an 19.42, ab 19.43, Beltershain an 19.45, ab 19.46, Grünberg an 19.51. Gchung des Kreisausfckuffes Oießen. Der Kreisausschutz, unter dem Vorsitz von Oberregierungsrat Dr. S ch ö n b a l s , beschäftigte sich am heutigen Donnerstagoc^ littag mit dem Einspruch des Karl Philipp Schäfer aus Wieseck gegen einen Entscheid des Kreisamtes Gießen vom 12. 11. 1936 wegen Entzug des Führerscheins. Schäfer wird zum Vorwurf gemacht, ungeeignet zum Führen eines Kraftwagens zu sein, weil er drei Derkehrsunfälle hervorgerufen hat. Zum letzten Male wurde er wegen eines Verkehrsunfalles am 26.6.1936 rechtskräftig verurteilt, nachdem er vor knapp einem Jahre schon einmal, gleichfalls unter Einwirkung geistiger Getränke, gegen einen Baum gefahren war. Schäfer bestritt, ein leichtsinniger Fahrer zu sein. Oberregierungsrat Dr. S ch ö n h a l s , wie der Vertreter des Kreisamtes, Referendar Michel, wiesen erneut darauf hin, daß Menschenleben viel zu wertvoll seien, als daß sie ungeeigneten und unzuverlässigen Kraftfahrern überantwortet werden könnten. Der Kreisausschuß wies nach kurzer Beratung den Einspruch kostenpflichtig zurück. Gauarbeiistagung der NGKOV. NSG. Das Gauamt für Kriegsopfer hatte die Kreisamtsleiter des Kriegsopferamtes und die Kameradschaftsführer der Nationalsozialistischen Kriegs- opserversorgung zu einer Gautagung am 5. und 6. Dezember nach Frankfurt einberufen. Die Tagungsteilnehmer vereinigten sich in der Bockenheimer Turnhalle zu einem Kameradscha^ts- abend, an welchem als Gäste Vertreter der Wehrmacht, der Derforgungs- und Fürsorgebehörden, so wie anderer Behördenstellen teilnahmen. Gauamtsleiter Ziegler begrüßte die Erschienenen und brachte die Verbundenheit der kriegsbeschädigten Frontsoldaten mit der Wehrmacht und der zum Ä beitsbereich zählenden Behörden zum Ausdruck. Im Volksbildungsheim eröffnete Bezirksobmann Pg. Baß, Mainz die Gauarbeitstagung, zu welcher als Vertreter der Reichsdienststelle der NSKOV. der Propagandaleiter Pg. Meckel, Berlin, erschienen war. Gauamtsleiter Ziegler sprach zunächst über die Neuorganisation der NSKOV., des der NSDAP, angeschlossenen Verbandes deutscher Frontsoldaten und Kriegsopfer. Weitere Referate wurden über die Fachgebiete Versorgung und Fürsorge sowie Arbeitsbeschaffung gehalten. Pg. Meckel überbrachte die Grüße des Reichskriegsopferführers und sprach dann über Pronaaanda und über die auch die Amtswalter der NSKOV. bewegenden Tagesfragen. Dabei wurde auf den restlosen Einsatz der in dem Frontsoldatenoerband der Partei zusammengeschlossenen Kriegsopfer bei der Durchführung des Dier-Jahresplanes hinqewie- fen. Außerdem werden die Kriegsopfer am 6. und 7. Februar 1937 bei der Reichsstraßensammlung für das WHW. wie im letzten Jahr geschlossen antreten. In seinem Schlußwort gab Gauamtsleiter Ziegler die Richtlinien für die Winterarbeit. Einstellung von Freiwilligen in die Lustwaffe im Herbst 1937. DNB. Das Reichsluftfahrtministerium gibt bekannt: 1. Angenommen werden noch Freiwillige für die Herb'teinstellung 1937. Diese sollen sich sobald als möglich bei den Truppenteilen der Luftwaffe (Fliegertruppe, Flakartillerie, Luftnachrichtentruppe, Regiment General Göring) melden. Meldeschluß für Freiwilligenannahme ist der 15. Januar 1937. 2. Bevorzugt eingestellt werden: a) Mitglieder des Deutschen Luftsportoerbandes, soweit sie 1. dessen Stürmen einschl. Segelfliegerstürmen angehören, 2. an Lehrgängen bei den Uebungsstellen teilge- nommen haben, 3. den Lustiporteinheiten der HI. angehören; b) Inhaber von Flugzeugführerscheinen, c) Inhaber von Ausweisen über fliegerische Betätigung, d) Personal der Luftverkehrsgesellschaften, e) Personal der Luftfahrtindustrie, f) Angehörige der HI., SA., SS., des NDKK. 3. Das „Merkblatt für den Eintritt als Freiwilliger in die Luftwaffe" wird an die Bewerber auf Verlangen abgegeben von den Wehrbezirkskommandos, Wehrmeldeämtern und von allen Truppenteilen der Luftwaffe. Kreisverband des Deutschen Beichskneaerbundes (Kyffhäusrrbund). Am kommenden Sonntag findet in Gießen der Kreisverbandstag des Kreisverbands Gießen des Deutschen Reichskriegerbundes (Kyffhäuserbund). statt. Vormittags sammeln sich die Vereine mit ihren Fahnen auf dem Bahnhofsplatz und marschieren von dort mit Militärmusik in die Stadt ein. Um 10.15 Uhr findet auf Oswaldsgarten Generalappell mit Vorbeimarsch vor dem Landesführer Generalleutnant a. D. Fett statt. Um 11 Uhr beginnt im Saale des Cafe Leib der Kreisoerbandstag. Dabei wird der neue Kreisführer Oberveterinär- rat Dr. M o n n a r d durch den Landesführer Generalleutnant a. D. Fett in sein Amt eingeführt, ferner erfolgt die Ehrung der siegreichen Schützen vom Bundeswettschießen 1936. Nach dem Verbandstag wird gemeinsam beim gemütlichen kameradschaftlichen Beisammensein das Eintopfgericht gegessen. Die Mitglieder des Kreisoerbands Gießen seien auf die heutige Anzeige besonders hingewiesen. Fünfziger 1887/1937. 3n unserem heutigen Anzeigenteil werden die Alterskameraden des Jahrganges 1887 zu einer Versammlung am morgigen Freitagabend eingeladen, in der die Gründung einer Fünfziger-Vereinigung 1887/1937 erfolgen soll. Es ist in Gießen eine schöne Tradition geworden, daß alljährlich die jeweiligen Fünfziger sich zu einer kameradschaftlichen Vereinigung zusammenschließen, in der es keinerlei Trennung durch Stände oder Berufe gibt, sondern in der alle Mitglieder eben nur Kameraden sind. Dieser Tradition wollen auch die Männer des Jahrgangs 1887 folgen, und sie erwarten daher den Besuch aller Alterskameraden in dieser Versammlung. Näheres in der heutigen Anzeige. Jetzt schon an den künftigen Beruf denken! EPNH. In diesen Tagen wird in den nassau-hessischen Schulen die Berufsberatung durchgeführt. Wer Ostern mit der Schule fertig wird, sollte deshalb mit der Frage der Berufswahl nicht bis $um letzten Augenblick warten, sondern sich mägUchlt bald entscheiden. Die Berufsberatungsstellen bei Die allgemeine Wertzuwachssteuer in Gießen. tagen, der Grund, weshalb die Stadt Gießen, allerdings lck be- nach Jahren, dem Beispiel der anderen hessi- Bisher wurde diese Steuer in Gießen als sogen. Jnflationswertzuwachssteuer erhoben. Dana, tragen. Sein Erlös beträgt mithin Der Wertzuwachs beträgt Steuer abzusetzen waren. Es kann danach leicht errechnet werden, bis zu welchem Jahre der Ertrag dieser Steuer auf ein Nichts zurückgegangen und damit ein immer empfindlicherer Ausfall für den Stadtsäckel entstanden wäre. Das war wohl auch 28 800 RM. 28 800 RM. 21 600 „ 30 000 RM. 1 200 „ zusammen 21 600 RM. als Erwerbsvreis. Das Anwesen wird am 1. Dezember 1996 zu 30 000 RM. verkauft. Der Verkäufer soll die Hälfte der mit 8 v. H. anzusetzenden Vertaaas- kosten (hier 8 o. H. von 30 000 RM.: 2 - 1200 RM.) und Recht einen gewissen Anteil des beim Verkauf eines derart wertgesteigerten Grundstückes entstehenden Gewinnes für die Allgemeinheit beanspruchen können, zu deren Lasten ja die Aufwendungen gemacht sind. schen Städte folgend, sich zur Einführung der allgemeinen Wertzuwachssteuer entschlossen hat. 8 v. H. des Erwerbspreises, dis Aufwendungen für Neu- und Umbauten, sowie für sonstige Verbesserungen, auch land- und forstwirtschaftlicher Art, ferner der Wert eigener Arbeit, soweit dadurch eine onst notwendige fremde Arbeitskraft ersetzt wird, weiterhin Beiträge usw. für Straßenbauten, Kanalisierung usw. Steuerpflichtig ist der Veräußerer des Grundstückes, im Falle seiner Zahlungsunfähigkeit der Erwerber jedooch nur bis zu einem Betrage von 10 v. H. des Veräußerungspreises, es sei denn, daß er die ganze Steuer durch Vereinbarung übernommen hatte. Befreit von der Steuerpflicht sind das Reich, das Land sowie die Gemeinden, in denen das Grundstück liegt. Die Steuerordnung siebt weitere Befreiungsmöglichkeiten vor. so u. a. für Kriegsbeschädigte und Kriegerhinterbliebene, ferner für bebaut weiterzuveräußernde Grundstücke, für die Errichtung von Neubauten aus dem Erlös verkaufter Grundstücke und schließlich aus Billigkeitsgründen in besonders gelagerten Fällen. Hier einige Beispiele für die Berechnung der Wertzuwachssteuer: 1. Ein Hau--anwefen wird am 1. Juli 1916 zum Preise von 20 000 RM. aekauft. Hierzu treten 8 v. H. des Kaufpreises als Kosten, die dem Erwerbspreis zuzuschlagen sind. Ergibt 20 000 RM. + 8 d. S). von 20 000 RM. 1 600 „ schränkte sich der Kreis der Steuerpflichtigen auf solche Grundstücksoerkäuser, die diese Grundstücke in der Inflationszeit, d. h. in der Zeit vom 1. Januar ' 1919 bis 31. Dezember 1924 erworben hatten. Mit der am 12. September 1936 (Dgl. Gießener Anz. I Nr. 214 vom 12. Sept.) veröffentlichten Satzung über die Erhebung einer allgemeinen Wertzuwachssteuer in Gießen ist die bis'dahin in Gültigkeit ge-' wesene Jnslationswertzuwachssteuer außer Kraft getreten. Während bei dieser letzteren Steuer der Erwerb in die Zeit von 1919 bis 1924 fallen mußte, tritt für die allgemeine Wertzuwachssteuer die Steuerpflicht dann ein, wenn der Veräußerer eines Grundstücks das Eigentum an diesem nach dem 31. Dezember 1913 erworben hat. Die Satzung bestimmt, was alles als Eigentums- Übertragung im Sinne der Steuerpflicht gilt, wodurch die Steuerpflicht begründet wird und was unter den Begriff des Veräußerungsgeschäfts fällt. Als steuerfreie Rechtsgeschäfte bezeichnet die Satzung u. a. den Erwerb von Todeswegen, den Erwerb von den Eltern. Großeltern, entfernteren Verwandten usw., die Veräußerung zum Zwecke der Schaffung von Siedlungen oder Kleinwohnungen für । Minderbemittelte, zur Schaffung oder Erweiterung von öffentlichen Anlagen. Straßen, Plätzen urm. Als steuerpflichtiger Wertzuwachs gilt der Unterschied zwischen dem Erwerbsvreis und dem Veräußerungspreis. Soweit der Erwerbspreis nicht in wertbeständiger Mark berechnet ist, wird er auf Grund der Tabelle zum Aufwertungsgesetz nach seinem Goldmarkwerte berechnet. Dabei gilt als Wert im Sinne der Stauerordnuug der „gemeine Wert", wie er nach den Bestimmungen der Reichs- abaabenordnung ermittelt wird. Während von dem Erwerbspreis der Wert der übernommenen Lasten, sowie zum Grundstück gehörige Maschinen usw. ab gesetzt wird, sind jenem hinzuzureckmen u. a. als Erwerbskosten von 7200 RM. auf 4900 RM. Der Besitz hat zwanzig Jahre gedauert, wofür der Mindestsatz von 10 v. H. als Steuer in Ansatz zu bringen ist. Im vorliegenden Falle = 420 RM. ... | 2. Im Jahre 1928 erwirbt jemand einen Acker Dem Veräußerunaspreis sind binzuzureckmen u. a. zum Preise von 4200 RM An Erwerbskosten wurden Entsckädiaungen für eine Wertminderung des aufgewendet bzw. es dürfen hier dem Erwerbsvreis Grundstückes, sowie ein nach der Stauerordnung zu zugeschtagen werden 8 v. H von 4200 = 336 RM., berechnender Zuwachssteuerbetrag, falls der Erwer-mithin Erwerbspreis 4 536 RM. In d^^ Zwischenzeit der des Grundstückes diese Stauer übernommen hat. wird der Acker eingezäunt und zu einem Pftanzgarten Abzusetzen sind die nachweislich von dem bisherigen umgestaltet, Kosten = 300 RM. Diese sind dem Er- Eigentümer aufgewendeten Kosten der Veräuße- werbspreis zuzuschtagen. mithin Gesamterwerbspreis runa. = 4836 RM. Im Jahre 1936 wird der Garten als Während bei der Jnflationswertzuwachssteuer die Baugelände zu einem Preis von 6500 RM. verkauft. Höhe der Steuer sich nach der eingetretenen Wert- Die Kostm hat der Verkäufer zu tragen - 8 v. H. fteigerung richtete und 10 v. H. des Wertzuwachses von 6500 RM. = 520 RM. Mithin Neräußerunas- bei einer Steigerung bis zu 20 v. H. des Erwerbs- vreis 6500 RM. — 520 RM. = 5 980 RM. Es 'ist Preises und weiter gestaffelt bis 30 v. H. des Wert- somit ein Wertzuwachs erzielt worden in Höhe von zuwachses bei einer Wertsteigerung von über 200 1144 RM. Da die B"sitzdauer acht Jahre beträgt, v. H. betrug, berechnet sich die Steuer nach der beläuft sich nach der Steuertabelle die zu zahtande allgemeinen Wertzuwachssteuerordnung nach Wert-uw^ch-steuer auf 12 v. H. von 1144 RM. der Eigentumsdauer. Sie beläuft sich bei einer sol- j = 137 RM. 7 200 RM. Durch in der Zwischenzeit vorgenommene bauliche Umänderungen sind nachweislich 3000 RM. aufae- wendet worden. Diese mindern den Wertzuwachs Es dürfte wohl in weiten Kreisen der Bevölke-1 chen bis zu sechs Monaten auf 50 v. H. des Wert- rung verstanden werden, daß die Erhebung einer Zuwachses, von mehr als sechs Monaten bis zu einem Wertzuwachssteuer ihre Berechtigung hat. Diese, Jahr auf 40 v. H. des Wertzuwachses. Bei längerer Steuer bezweckt, den unverdienten Vermögenszu- > Eigentumsdauer vermindert sich der Steuersatz für wachs, das heißt, den ohne Zutun seines Eigen-1 jedes angefangene weitere Jahr der Besitzzeit um tümers erzielten Mehrwert eines Grundstückes, mit 11 v. H.; er beträgt aber mindestens 10 v. H. einer Abgabe zugunsten der öffentlichen Hand zu I Bei der Jnflationswertzuwachssteuer ermäßigte _____ »gäbe zugunsten der öffentlichen Hand gu I \ , v „ belegen. Wenn z. B. durch den Bau einer Eisen- sich die Steuer für jedes vollendete Jahr des für die bahn- oder Straßenbahnlinie oder gar Straße in Berechnung maßgebenden Zeitraumes um 5 v. H. einem bisher für den Verkehr nicht erschlossenen ihres Betrags, so daß also für im Jahr 1920 er» Gebiet eine Steigerung auf oft das Mehrfache des worbene Grundstücke bei einer Veräußerung im früheren Wertes eintritt, dann wird man mit Fug ! Jahr 1936 schon 15 X 5 - 75 v. H. der berechneten den Arbeitsämtern sind gern bereit, Auskünfte und Beratungen zu erteilen. Wer in eine Lehre gehen will, muß ebenfalls die erforderlichen Vorbereitungen treffen. Eine Anzahl Stellen wird bereits zum 1. Januar besetzt werden können, da dann zahlreiche Jungen und Mädchen, die bisher im Landjahr waren, nach Hause zurückkehren und nun an die eigentliche Berufsarbeit Herangehen wollen. Glücklicherweise ist es heute nicht mehr so schwierig, geeignete Arbeit und einen befriedigenden Beruf zu finden. Auf manchen Gebieten herrscht schon ein ausgesprochener Mangel an Arbeitskräften. Darauf werden sich die Jungen und Mädchen, die ein Unterkommen suchen, einstellen, ebenso ihre Eltern und die Berufsberater. Wir wiederholen noch einmal: Nicht bis zum letzten Augenblick warten, wenn es sich um die wichtige Entscheidung der Berufswahl handelt, sondern möglichst bald das Erforderliche veranlassen! — Schulunqsarbeit für das Gärtnergewerbe. Für die dem Reichsnährstand angeschlossenen Gärtner wurde am gestrigen Mittwochabend im „Burghof" die Schulungsarbeit für die Betriebs- gefolgfchaftsmitglieder durch einen grundlegenden weltanschaulichen Vortraa eröffnet. Im Auftrage der Kreisbauernschn" ^^"rhessen-West begrüßte Kreis-Gefolgschaftsw -er (Friedberg) die zahlreich erschienen sführer und Gefolgschaftsmitglieder. Der Sachbearbeta rtnergefolgschaften bei der Landesbauernscha . , mann (Frankfurt am Main), führte seine Zuhörer in die grundsätzlichen weltanschaulichen Fragen ein. Insbesondere sprach er zu ihnen über die neue deutsche Sozialordnung, die den Gedanken der Betriebsgemeinschaft habe und den Betrieb als Ganzheit ansehe. Da diese Betriebsgemeinschaft eine kleine Volksgemeinschaft in sich darstelle, beseitige sie auch die Begriffe von Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Durch das Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit gibt es nur noch Betriebsführer und Gefolgschaft, und beide haben im Kleinen die Volksgemeinschaft zu verwirklichen. Wie das am besten zu geschehen habe, das kennzeichnete der Vortragende nach den Worten des Führers: „Ehret die Arbeit und achtet den Arbeiter!" Damit führte der Vortragende feine Zuhörer in die Begriffe der Ethik der Arbeit ein, die jeden einzelnen vepflichtet, fein Bestes herzugeben in seinem Beruf an feinem Platz zum Wohle der Nation und der Volksgemeinschaft. Er führte den Aufruf des Führers zur Aufbauarbeit an und zeigte, wie wir erst am Anfang eines großen Arbeitsplanes für unser Volk stehen und zeigte die Verpflichtung des einzelnen auf. Zuchtviehversteigerung in Gießen. An dem gestrigen kalten Dezembertag erwiesen sich überzeugend die Vorteile der neu erbauten großen Versteigerungshalle Rhein-Main am Güter- bahnhof, ohne deren Vorhandensein der Verlauf der Versteigerung stark beeinträchtigt gewesen wäre. Zum ersten Male war bereits am Vortag der Auftrieb vorgenommen und die Sonderkörung durchgeführt worden, mit der die Einteilung in Wertklassen vor sich ging. Durch diese Vorsorge konnte die Zuchtviehversteigerung der Gruppe Fleckvieh des Landesverbandes der Rinderzüchter in Hessen-Nassau und des Landesverbandes der Schweinezüchter pünktlich beginnen. Aus dem Vogelsberg und den angrenzenden Zuchtgebieten bis aus dem Taunus waren Interessenten und Käufer erschienen. Zur Versteigerung kamen 59 ausgesuchte Bullen des Hessischen Fleckviehs aus Oberhessen, durchweg formenschöne, wüchsige und gängige Vatertiere, die guten Abgang fanden. Von den 59 vorgeführten Tieren wurden 49 verkauft, die einen guten Durchschnittspreis von rund 830 Mark erbrachten. Der Gesamtumsatz betrug rund 41 000 Mark. Die Preise bewegten sich in der Svanne von 550 bis 1530 M?., wobei die guten Mittelpreise von 650 bis 950 Mk. überwogen. Den Spitzenpreis von 1530 Mk. erzielte der Züchter Heinrich Scholl (Arnshain) für ein 14monatiges Tier, das die Gemeinde Ruppertenrod erstand. Für die aufgetriebenen weiblichen Tieren wurden keine Angebote abgegeben. Zur Eberoersteigerung waren etwa 19 Dater- tiere des Deutschen Edelschweines und etwa 37 des Veredelten Landschweines aufgetrieben, die überwiegend aus der bekannten Lang-Gönser Zucht stammten. Das Angebot für die Eber war nur befriedigend, so daß von der ersten Rasse nur 15 und von der zweiten nur 25 Tiere abgesetzt werden konnten. Die Preise waren zufriedenstellend und betrugen beim Deutschen Edelschwein rund 165 Mark, beim Veredelten Landschwein rund 170 Mark pro Stück. Beim Deutschen Edelschwein bewegten sich die Mittelpreise durchweg um 200 Mark, beim Veredelten Landschwein kamen sie nur knapp über das Mindestgebot von 150 Mark hinaus. Den Spitzenvreis beim Deutschen Edelschwein erzielte der Züchter Karl Luh (Lang-Göns) für ein acht Monate altes Tier mit 290 Mark, den die Gemeinde Gettenau bezahlte; beim Veredelten Landschwein erbrachte ein sechs Monate alter Eber des Lehr- und Versuchsgutes Selgenhof den Spitzenpreis von 280 Mark, für den die Gemeinde Obbornhofen das Tier erstand. Zuchtverwalter Büxler erledigte sich wieder in umsichtiger und verständnisvoller Weise des schweren Amtes eines Auktionators, als der er sich bei den Züchtern und Käufern des gleichen Ansehens erfreut. Obwohl sich die Versteigerung über etwa vier Stunden ausdehnte, war der Besuch dank der geschützten Diehversteigerungshalle noch am Schluß sehr zahlreich. Eine Prämiierung fand nicht statt. GemeinveavenS des Evangelischen Bundes. Der Evangelische Bund hatte am gestrigen Mittwochabend feine Mitglieder und Freunde zu einem Gemeindeabend in die Stadtkirche eingeladen. Nach einem Orgelspiel und einem Chorgesang begrüßte Pfarrer Trapp die Besucher und besonders den Redner des Abends. Pfarrer Heinemann sprach dann zu dem Thema „50 Jahre Evangelischer Bund". Er versuchte in große Zügen einen Ueberblick über diese Zeit und e'inen Ausschnitt aus der Arbeit des Bundes zu geben. Der Kampf des Evangelischen Bundes habe sich nicht allein gegen den römischen Katholizismus gerichtet, sondern ungeheuer groß seien die aufbauenden Leistungen des Bundes gewesen. Drei Aufgaben hätte sich der Bund geftetlt: den Kam^f 1 gegen Nom, den Kampf gegen den Unglauben upd den Kampf gegen Zwietracht und Unfrieden in den eigenen evangelischen Reihen. Die Haltung des Evangelischen Bundes sei aus dem Evangelium geboren und dürfe nicht Zusehen, daß die lutherische ' Gewissensfreiheit niedergerungen werde. Schon die Schlichtheit des evangelischen Gottesdienstes sei ein Zeichen dafür, daß die evangelische Kirche niemals eine Kirche der Macht werden könne. Sie sei nur eine gläubige Gemeinde der Jünger Jesu Christi. Der Kampf gegen Rom wende sich nicht gegen echte katholische Frömmigkeit, sondern gegen die politische Vormachtstellung der römischen Kirche. Die 1 Leitung der römischen Kirche habe sich in Deutschland von römischen Gesichtspunkten aus leiten lassen. Wie stark die Macht Roms in Deutschland geworden sei, das habe man an der Arbeit des früheren Zentrums und in den Zeiten der Rheinland- befetzung gemerkt. Es müsse ferner gegen die römische Geschichtsschreiberei bitter gekämpft werden, denn diese versuche, die Geschichte der Reformation umzukehren. Auch in der Jetztzeit müsse man ein wachsames Auge auf diese Dinge haben. In der Zeit der Gründung des Bundes habe der Materialismus die höchste Blüte gezeigt, und eine Diesseitshaltung der Menschen habe immer mehr Platz gewonnen. Heute wende sich der Kampf gegen alle Ungeister, wie Freidenker und Deutschgläubige. Im Laufe der Jahrzehnte habe es große Versuchungen für den Evangelischen Bund gegeben, daß er in die Politik der verschiedenen evangelischen Kirchengruppen hineingezogen werde. Die Kraft des Evangeliums müsse so groß sein, sämtliche Gegensätze in Liebe zu überbrücken. Der Bund hat die Aufgabe, alle Glieder der evangelischen Kirche zusammenzuführen. Auf Grund der 50jährigen Ueberüeferung stehe der Evangelische Bund als Wächter für die evangelische Kirche, und in feiner gläubigen Haltung verkörpere er das lebendige Christentum der Tat. Pfarrer Trapp dankte dem Vortragenden für seine Ausführungen und gab noch einige Mitteilungen, die den Evangelischen Bund betreffen, bekannt. Nach einem Chorgesang und einem gemeinsam gelungenen Choral entließ Pfarrer Trapp mit dem Segen des Herrn die Gemeinde. Giehener Wochen Marktpreise. * Gießen, 10. Dez. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: D. f. Molkereibutter, % kg 1,57 Mk., f. Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60, Landbutter 1,42 Mk., Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Wirsing, H kg 6 bis 10, Weißkraut 5 bis 6, Rotkraut 8 bis 10, gelbe Rüben 8 bis 12, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 20 bis 25, Unterkohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 12 bis 15, Rosenkohl 20 bis 30, Feldsalat 80 Pf. bis 1 Mk., Tomaten 60 Pf., Zwiebeln 8 bis 10, Meerrettich 30 bis 70, Schwarzwurzeln 20 bis 30, Kartoffeln, % kg 4 Pf., 5 kg 40 Pf., 50 kg 3 bis 3,50 Mk., Aepfel, % kg 15 bis 20 Pf., Tafeläpfel 25 bis 30, Birnen 15 bis 20, Nüsse 45 bis 60 Pf., Hähne 1 bis 1,10 Mk., Suppenhühner 80 bis 90 Pf., Gänse 90 Pf. bis 1 Mk., Tauben, das Stück 50 Pf., Blumenkohl 50 bis 70, Endivien 5 bis 8 Pf., Lauch 5 bis 8, Rettich 5 bis 15, Sellerie 10 bis 30 Pf. * ** Die Hundesteuer. Es dürfte vielen Hundebesitzern nicht unwillkommen sein, wenn darauf aufmerksam gemacht wird, daß die im Laufe des Jahres abgeschafften Hunde bis spätestens 31. Dezember lfd. I. bei der zuständigen Bürgermeisterei abzumelden sind. Erfolgt die Abmeldung nach dem 31. Dezember, so ist die Hundesteuer auch für das neue Kalenderjahr zu entrichten. Wer am 1. Januar selbstgezüchtete junge Hunde besitzt, wird ohne Rücksicht auf deren Alter zur vollen Hundesteuer für das kommende Kalenderjahr herangezo- gen. Diejenigen Hunde, die im Laufe des Kalenderjahres ihren Besitzer wechseln, unterliegen jeweils der nochmaligen Versteuerung, da nicht der Hund als solcher, sondern der Hundebesitz versteuert wird. ** Sitzung des Provinzialausschusses. Am Montag, 14. Dezember, um 8.30 Uhr, findet im Sitzungssaal des Regierungsgebäudes zu Gießen, Landgraf-Philipp-Platz 3, eine öffentliche Sitzung des Provinzialausschuffes statt mit folgender Tagesordnung: Klage des Julius Rothschild aus Heldenbergen gegen den Bescheid des Kreisamts Friedberg vom 31. August 1936 wegen Versagung der Legitimationskarte für 1936 Kj. — Klage des Bezirksfürforgeverbandes Stadtkreis Frankfurt a. M. gegen den Bezirksfürsorgeverband des Kreises Friedberg wegen Fürsorge für Eugen Zinser aus Stuttgart. — Gesuch des Bernhard Geis aus Frankfurt a. M. um Erlaubnis zum Betrieb einer Schankwirtschaft in Büdingen im Hause Vorstadt 18, hier: Klage gegen die Entscheidung des Kreisamtes Büdingen vom 22. Oktober 1936. — Klage des Landesfürsorgeverbandes des Regierungsbezirks Kassel, vertreten durch den Oberpräsi- Siebentel Rat' füft’s Backen: Beachten Sie möglichst genau öle angegebene Backhitze unö -Zeil! Bel zu langem Backen wird bet Kuchen trocken, bei zu schnellem innen nickt gar. Offnen Sie nicht zu oft -en Herü zua> Nachsehen! Zuglust un-Er- lchüttenmg schaden. Prüfte Sie mir einem Holzstäbchen^ ob -er Kuchen gar ist. (<3e öotf beim herauszlebee nichts daran hasten bleiben.) So haben Sie -en besten Erfolg mit vr.Getter'« Backpulver „Badia"! Oberheffen Sängertag des Säagerkrrises Obm-Ln-ndatat Aus den preußischen Tiachbargebieien Am nächsten Llntopfsonntag opfern alle Deutschen, die guten Willens sind. Dein Opfer am Eintopssonntag wird anderen zu Weihnachten Freude bereiten! Da ein neuer Kreisführer noch nicht gefunden werden konnte, werden die Kreisgeschäfte bis auf weiteres durch den Kreisschriftführer Becker (Grünberg) weitergeführt. Für 1987 werden wieder zwei Kreisveranstaltungen ins Auge gefaßt. Der Gesangverein Jugendmut Geilshausen will mit dem Wertungssingen des südwestlichen Sängerkreises sein 60jähriges Bestehen feiern, und Eintracht Nieder-Ohmen mit dem nordwestlichen Teil des Kreises sein 75jähriges Bestehen. Auf einer demnächst stattfindenden Chormeistertagung sollen Einzelheiten über die nächstjährigen Wertungssingen festgelegt werden. Die Rechnungs- ablaqe 1935 ergab ein günstiges Bild. Der Kreis verfügt über Barvermögen. Die Prüfung der Kaste war schon vorher vorgenommen worden. Da sich Beanstandungen nicht ergeben haben, konnte dem Rechner Entlastung erteilt werden. Infolge vorgeschrittenen Alters und auch mit Rücksicht auf seinen Beruf hat der Kreisrechner sein Amt zur Verfügung gestellt. Kreisführer Gengnagel dankte dem Rechner für seine 16jährige treue Arbeit. Der Kassenbericht für 1936 wurde vom Rechner vorgelesen. Auch hier ergab sich ein günstiges Bild. Als Nachfolger des ausscheidenden Rechners wurde Sangesbruder Wilhelm Weber I., Kesselbach, bestimmt. Die Mitgliedskarten wurden soweit die Beiträge entrichtet waren, ausgehändigt. Provinzführer Wendler ermahnte noch einmal alle Sänger treu zur deutschen Sängersache zu stehen. Ein „Sieg-Heil!" galt dem Führer und Reichskanzler Adolf Hitler. Die Gesangvereine „Eintracht" Nieder-Gemünden und Burg-Gemünden trugen unter rühriger Leitung ihres Dirigenten Lehrer Graulich, Burg-Ge- münden durch den Vortrag verschiedener Chöre zur Verschönerung des Tages bei. «e, Nieder-Gemünden, 9. Dez. Im Saal von Wilhelm Decher fand am Sonntag der ordentliche Sängertag des Sängerkreises Ohm-Lumdatal statt. Von 35 Vereinen hatten 34 ihre Vertreter entsandt. Die Versammlung stand unter dem Zeichen, daß der beliebte Kreisführer, Sangesbruder Gengnagel (Grünberg) endgültig von jeinem Amt entbunden fein wollte. Die Kreisgeschäfte lagen nur diesem Grunde schon einige Zeit in Händen des stellvertretenden Kreisführers K. Dietrich (Lardenbach). Infolge seiner Erkrankung mußte der Kreischormeister Dönges (Merlau) die Versammlung eröffnen. Dem Tätigkeitsbericht war zu entnehmen: Infolge verschiedener Gründe haben im abgelaufenen Jahr sechs Vereine ihre Sangestätigkeit einstellen müssen, und zwar die Vereine Eintracht Altenhain, Männergesangverein Appenrod, Liederkranz Elpenrod, Liederkranz Freien- een, Eintracht Ober-Ofleiden, Eintracht Odenhausen. Neu ins Leben gerufen wurde der Verein Sängerkranz Grünberg. Auch der Gesangverein in Lumda hat seine Tätigkeit wieder ausgenommen. Als wichtigste Begebenheiten des abgelaufenen Jahres gelten die Wertungssingen in Londorf und Lauter. In Londorf beteiligten sich 15 Vereine mit 559 Sängern. In Lauter 15 Vereine mit 554 Sängern. Provinzführer Wendler nahm sodann eine Ehrung vor: Chorleiter Chr. M ö b u s von Reiskirchen erhielt die Nadel für 25jährige Chorleitertätigkeit verliehen. Gleichzeitig wurde er zum Ehrenchormeister ernannt. In herzlichen Worten dankte Provinzführer Wendler dem scheidenden Kreisführer Gengnagel (Grünberg). Als äußeres Zeichen der Dank- bankeit verlieh er ihm die Ehrennadel des Gaues. Kreisführer Gengnagel dankte und gab dem Wunsche Ausdruck, daß es ihm vergönnt sein möge, noch recht oft im Kreise der Sängerschaft zu weilen. Geburtstag. Er verlebt hier seinen Ruhestand, nachdem er der Gemeinde 48 Jahre lang als Lehrer und Erzieher mit gutem Erfolg gedient hatte. Er ist Teilnehmer des Krieaes von 1870/71, nach dessen Beendigung er zunächst zwei Jahre in Krofdorf den Lehrerberuf ausübte, bevor er sich nach Odenhausen versetzen ließ. Leider verstarb in der Woche vor dem jüngsten Totensonntag die Lebensgefährtin des Hochbetagten im Alter von 81 Jahren. Eine Woche später hätte das Ehepaar die diamantene Hochzeit feiern können. ch Dutenhofen, 8. Dez. Seit Mitte November finden in unserem Dorfe regelmäßig Schulungsabende des zivilen Luftschutzes statt. Unser Dorf ist der Luftschutzschule der Ortsgruppe Launsbach zugeteilt, die auch die Lehrkräfte stellt. Die 300 Teilnehmer find in vier Lehrgänge eingeteilt und werden jeweils an verschiedenen Abenden der Woche theoretisch und praktisch unterrichtet. Die Teilnehmer, die die Aufgabe und die Bedeutung des Luftschutzes für unser Volk voll erfaßt haben, sind mit ganzer Aufmerksamkeit bei der Sache. — Am Samstag sprach hier Pg. Kurz aus Barcelona über seine Erlebnisse in Spanien und kennzeichnete die beispiellosen Grausamkeiten der Bolschewisten. — In der Gastwirtschaft „Zum Adler" fanden In der vergangenen Woche Evangelisationsvorträge des Evangelisten Paul Schwefel aus Berlin Jtatt, die durchweg gut besucht waren. — In der Nage der Welschbäch ereignete sich ein K r a f t w a g e n» zusammenstoß, der zum Glück noch glimpflich verlief. Die Insassen der Wagen erlitten nur einige Hautabschürfungen, außerdem entstand einiger Materialschaden. > Hörnsheim, 8. Dez. Am Montag wurde im hiesigen Gemeindewald mit den Holzfäl« lungsarbeiten begonnen. Die Arbeiten stehen, wie in den vergangenen Jahren, unter der Leitung des Holzakkordanten Heinrich Volk I. gegen spröde Haut Die Krankheit macht sich namentlich unter der Jugend so stark bemerkbar, daß in der Stadtschule etwa 40 Prozent der Schüler erkrankt sind. Aus diesem Grunde hat die Schulleitung die Anstalt ab Donnerstag vorläufig für diese Woche geschlossen. Stürzendes Pferd gefährdet einen perfonenzng. Gelnhausen, 9. Dez. (LPD.) Am Hebergang der Reichsstraße Hanau—Vacha über den oberhessischen Schienenstrang Gelnhausen — Gießen, nahe der Station Lieblos, stürzte von der Bespannung eines Langholzwagens ein Pferd infolge des Glatteises und blieb unmittelbar a u f den Schienen liegen. Um dieselbe Zeit muhte der Personenzug Gießen — Gelnhausen die Stelle passieren. .Nur dadurch, daß der Fahrdienstleiter der Station Lieblos mit einem Fahrrad dem sich bereits nähernden Zuge entgegeneilte und ihn noch vor der Unfallstelle zum Halten bringen konnte, wurde ein Unglück verhütet. dankte hierauf Frl. Hechler für ihre Tätigkeit in unserem Dorfe. Dann wurde an den schön mit Tannengrün und brennenden Kerzen geschmückten Tischen Kaffee getrunken, wobei das im Kursus her- gestellte Gebäck und Kuchen gekostet wurde, das allerseits gut mundete. Zwischendurch trugen einzelne Frauen und Mädchen Gedichte teils ernsteren, teils heiteren Inhalts vor, in denen in selbst zusammengestellten Reimen Vorkommnisse des Kursus beschrieben wurden. Ein Zwiegespräch klärte über Wesen und Sinn des Reichsmütterschulungsdienstes auf. Zum Schluß wurde noch ein Märchen in Schattenbildern vorgeführt, das großen Anklang fand und viel Freude auslöste. Man möchte wünschen, daß auch die vier weiteren Kurse bald hier abgehalten werden, damit unsere Frauen Aufklärung finden können über die Wichtigkeit ihrer Berufung in der heutigen Zeit. s. Lang-Göns, 10. Dez. Am 12. Dezember vollendet unser Mitbürger Anton Schäfer, Hundstaatenstr-aße, sein 8 4. Lebensjahr. Herr Schäfer erfreut sich noch verhältnismäßig guter Gesundheit. Er ist der zweitälteste männliche Einwohner von Lang-Göns. Der älteste Einwohner ist Heinrich Kiefer, der zur Zeit im 92. Lebensjahr steht. △ Dorf-Gill, 8. Dez. Am Samstag feierte Herr Konrad M e s s e r s ch m i d t, der Senior der hiesigen Handwerker, mit seiner Ehefrau das Fest der Goldenen Hochzeit. Der Jubilar, der Leiter der landeskirchlichen Gemeinschaft in unserem Dorfe, ist von Beruf Schmiedemeister. Er erfreut sich trotz seiner 76 Lebensjahre noch der besten Gesundheit. Vom frühen Morgen bis zum späten Abend verrichtet er in seiner Werkstatt noch alle Arbeiten. Der hiesige Posaunen- und gemischte Chor ehrte das Jubelpaar durch den Vortrag von einigen Liedern. — Gestern abend fand in unserer Ge- denten zu Kassel, gegen den Bezirksfürsorgeverband des Kreises Büdingen wegen Fürsorge für Emilie Wismer aus Coppengraven. — Klage des Wilhelm Roß in Hainchen gegen den Bescheid des Kreisamts Büdingen vom 23. April 1936 wegen Versagung des Wandergewerbescheins für das Kj. 1936. Schöffengericht Gießen. Der aus der Untersuchungshaft vorgeführte 41 Jahre alte PH.N., wohnhaft in Nieder-Klein, ist bereits mehrfach, auch wiederholt einschlägig, vorbestraft. Er hatte sich diesmal wegen Betrugs im Rückfall zu verantworten. Die Anklage legte ihm zur Last, in den Jahren 1933 und 1935 in Kirtorf durch mehrere selbständige Handlungen, durch Vorspiegelung der falschen Tatsache, er sei Vertreter einer Krankenkasse für Angehörige des Bauern- und Winzerstandes, bei den von ihm besuchten Leuten einen Irrtum erregt zu haben. Der Angeklagte hat Aufnahmeanträge, Quittungen und sonstige Privaturkunden, die zum Beweise von Rechten und Rechtsverhältnissen von Erheblichkeit sind, verfälscht und fälschlich angefertigt und sich hierdurch Der- mögensvorteile verschafft. Da er geständig war, verurteilte ihn das Gericht unter Annahme mildernder Umstände und unter Anrechnung von 4V2 Monaten Untersuchungshaft zu sieben Monaten Gefängnis, sowie zur Kostentragung. Der Angeklagte hat diese Strafe sofort angenommen. Der 30 Jahre alte Angeklagte Christian Schwam, wohnhaft in Wölfersheim, seit 31. August 1936 in Untersuchungshaft, hat in der Nacht zum 30. August 1936 einen gewissen E. Pf. aus W. zu Boden geworfen, ihn seiner Barschaft beraubt und ihm auch noch eine Uhr, ein Zigarettenetui uvd zwei Flaschen Wein, die der E. Pf. bei sich führte, abgenommen. Als sich der Ueberfallene von dem Angeklagten Schwam wenigstens den Wein zurückerbat, drohte dieser, daß er ihm eine Flasche auf den Kopf schlagen werde, wenn er nicht ruhig sei. Von den geraubten Sachen gab der Angeklagte Schwam dem fieser der Heimatmuseen im Lande Hessen. LPD. Friedberg, 9. Dez. Reichsminister Rust hat Prof. Dr. Georg Blecher zum Pfleger der Heimatmuseen im Lande Hessen ernannt. Schon wieder entgleist' c5 Heuchelheim, 9. Dez. Als die Biebertalbahn nach dem Volksmund noch ein „Bieberlieschen" war, waren die Fahrten der Bahn flott und zuverlässig. Nachdem nun mit den Jahren aus dem „Bieberlieschen" eine „Bieberlies" geworden ist scheinen sich allerhand Altersbeschwerden einzustellen. Wie schon ein paarmal in letzter Zeit, so ist sie heute wieder entgleist, diesmal am Ortsausgang von Heuchelheim. Wenn bis jetzt bei den Unfällen Menschenleben glücklicherweise nicht zu Schaden gekommen sind, so ist das bei dem Zustande des Schienenmaterials nicht ausgeschlossen, so daß doch ernstlich zu prüfen ist, ob die Verkehrssicherheit der Biebertalbahn noch auf der Höhe ist. BerkeirSunfaSI bei Altenstadt. * A l t e n st a d t, 10. Dez. Auf der Landstraße Nieder-Florstadt—Alt.nstadt ereignete sich am gestrigen Mittwochnachmittag ein Verkehrsunfall dadurch, daß ein Lastzug mit einem Bauernfuhrwerk zusammen stieß. Der Lastzug kam von Friedberg und wurde von dem Chauffeur August Sulzbach gefahren. Zwischen Nieder-Florftadt und Altenstadt fuhr beim Herannähen des Lastzuges der Landwirt Heinrich Jakob Lehr von Altenstadt mit seinem mit zwei Pferden bespannten Fuhrwerk, an das er noch ein landwirtschaftliches Arbeitsgerät angehängt hatte, plötzlich links des Lastzuges auf die Landstraße, wobei der Bauernwagen von dem Lastzug erfaßt wurde. Der Wagen wurde erheblich beschädigt, die Pferde rissen sich los und gingen durch, der Landwirt Lehr wurde auf den Kotflügel des Lastzuges geworfen und in dieser gefährlichen Lage mitgeschleift, bis der Lastzug zum Stehen gebracht werden konnte und der Mann herunterstürzte. Bei dem Zusammenprall wurden Lehr und ein Pferd v e r l e tz t. Die polizeilichen Ermittlungen wurden alsbald in die Wege geleitet. Landkreis Gietzen NIVEA ECREME Kreis Wetzlar (D Krofdorf-Gleiberg, 8. Dez. Die hie- fiege Freiwillige Feuerwehr schielt zur Vervollkommnung ihrer Feuerwehrausrüstung als Stiftung einen modernen Schaumlöscher, der bei Oel- und Elektrobrändsn eingesetzt werden kann. Eine Vorführung vor zahlreichen Zuschauern, die im Löschen eines mit Benzin übergossenen und angezündeten Holzstoßes bestand, überzeugte von der Wirksamkeit des neuen Gerätes. CO Kinzenbach, 8. Dez. Die hiesige Kriegerkameradschaft veranstaltete am Sonntag im Saale der Gastwirtschaft von Peusch ein Militärkonzert der Kapelle des Jnf.-Regts. 116 Gießen unter Leitung des Musikmeisters Wohlfahrt. Der Saal war bis auf den letzten Platz besetzt, die Besucher nahmen die Darbietungen der Kapelle mit starkem Beifall auf. Kameradschaftsführer Lehrer Armb recht sprach ein kurzes Schlußwort und brachte das Sieg-Heil auf den Führer aus. — In unserem Orte wurden zwanzig Weichnachtsspendepakete, sämtlich mit Lebensmitteln ausgestattet, gesammelt, die heute vom Jungvolk nach der Sammelstätte in Dutenhofen zur'Weiterleitung befördert wurden. I O d e n h a u s e n (L a h n), 8. Dez. Am Sonntag veranstaltete der hiesige Turn - und Sportverein durch seine eigene Spielschar im Saale Koch einen Unterhaltungs- und Theaterabend. Dietmar! Lehrer Kre uter eröffnete die Veran- ftaltung. Der Dereinsoorsitzende Wilhelm K a r b e r wartete mit einigen Liedern von Hermann Löns auf. Sodann gelangten ein ernstes und ein heiteres Theaterstück zur Aufführung. Die Darbietungen wurden von den zahlreichen Besuchern mit dankbarem Beifall ausgenommen. X Odenhausen, 7. Dez. Ein Veteran der Lehrerschaft des Kreises Wetzlar, Lehrer t. R. Ludwig Müller, beging am Samstag fernen 88. OO Klein-Linden, 8. Dez. Bei der Viehzählung am 3. Dezember wurden in unterer Gemeinde folgende Bestände festgestellt: ^(17)^61^ 323 (293) Stück Rindvieh, darunter 29 Kalber im Alter bis zu drei Monaten 355 (328) Schweine, 201 (178) Ziegen, 187 Kaninchen, 3091 (2858) Huh. ner 6 Ganse und 18 Enten. Die Zahl der Bienenvölker beläuft sich auf 54 (74). Die in Klammern angegebenen Zahlen enthalten die Be- stände der Zählung vom 3 Dezember 1935. * Wieseck, 9. Dez. Am Freitag, 11. Dez„ bringt die NS. - Gemeinschaft „K r a f t durch ftreube" im Saal Braun einen lustigen Theater ab e n d. Für dieses Gastspiel wurde das Ober- banrische Bauerntheater aus Chiemsee verpflichtet Zur Aufführung gelangt die Posse „Dos sündige 8prf" Don Neal Der Eintrittspreis betragt 50 Pf. S o H a r , 10. Dez. Am heutigen Donners- HuPlönnen die Eheleute Heinrich Zuck und Frau, hi-r, Lumd"sw°b° das Fest ,hr°r ® V 6 iW n,6 V der Vi°h,° LWGMWM ” eSS ÄSÄ •»*" “» "«'■ Saale von Görnert bte 21 bj $ . t uatt Der Kochkurses der Frauenf Saal war von den Frauen sch yslAnt-feier auserste Teil des Abends zu ei - d J 2Ibocntss gestaltet worden. Nach dem G 19 -^ilte die Hebern sprach der ^rtspfarrer. Dan Xenne^merjn. Leiterin, Fraulein fiecf)Ier'. fie bie Krauen unb neu ihre Bescheinigungen, wöbe s ol^F DOn Mädchen aufforberte, boch rnogl chi ®ur9beteili= ber Reichsmütterschulun^ gungsscheine zu erwerben. Der -ou h meinbe bie erste V e r b u n k e l u n g s ü b u n g statt, nachdem die vor kurzem angesetzte Hebung aus technischen Gründen abgesetzt werden mußte. Kaum hatte der Signalist ber Feuerwehr das Zeichen zur Verdunkelung gegeben, so lag auch schon das ganze Dorf in völliger Dunkelheit. Die Block- marte überzeugten sich, ob den Anordnungen Folge geleistet tourte, indem sie von Haus zu Hous gingen. Außer einigen kleinen Mängeln konnte man mit der Durchführung der Hebung zufrieden sein. * Birklar, 10. Dez. Am kommenten Samstag, 12. Dez., kann Herr Heinrich Krausch, Hindenburgstraße wohnhaft, seinen 9 4. Geburtstag begehen. Kreis Friedberg. + Butzbach, 8. Dez. Wie alljährlich, veranstal- tete das Vereinigte Frauenwerk im Saale des Deutschen Hauses" eine Feier, zu der alle über 60 Jahre alten bedürftigen Frauen ge aden waren. Klaviervorträge, Einzel- und gemeinsame Lleter, Reigen und ein Krippenspiel wurden zur Unterhaltung geboten, während die Gäste mit Kaffee und Kuchen von den Mitgliedern der Frauenschaft gestiftet, bewirtet wurden. Zum Schluß teilte em Nico aus kleine Geschenke an die bedürftigen Volk-,- qenossinnen aus. - Aus Anlaß, des alljährlichen Opferschießens des Kyffhauserbu n d e s, Ortsgruppe Butzbach konnte zum Besten des Winterhilfswerkes der Gesamterlos zur Verfügung gestellt werden. Kreis Bübingen. ® Nidda, 8. Dez. Am vergangenen Sonntag unternahmen Mitglieder des Ijiefigen S m e i g n e r- “in "nom VHC. die letzte d.esiahnge Verems- manberung nach dem K^bwald und Bad Salzhau- Hnfnlae des günstigen Wetters bot ficy vom Nabenst in aus ein prächtiger Rundblick in ine S ' nnr eine gute Aussicht nach tem Vogelsberg. Nach einigen unterhaltsamen Stunden k^Bad LalzhÄen^rat^man^ tenTeben halbtägige 9unb sieben ganztägige Wan- oen fleven ) » $ ber Monatsver ammlung am“Montagabend hi-l"DM.-Bruder K. Bapp einen Lichtbildervortrag über „Alfred Wegeners letzte Grönlandfahrt." 34 Aahre alten Mitangeklagten Heinrich Müller OHS Wolfersheim eine Flasche Wein, sowie 1,40 Mk., bie Muller annahm. Der Angeklagte Schwam bat den Straßenraub ausgeführt, während der An- S/kragte M u l l e r auf der Landstraße Schmiere stanb. Muller hat mit Willen des Mittäters gehandelt, was insbesondere daraus hervorgeht, daß er einen Teil des entwendeten Geldes, sowie eine flasche Wein von dem Angeklagten Schwam angenommen hat. Dem 41 Jahre alten Angeklagten Reinhold Barthelmann aus Wölfersheim legte die Anklage zur Last, die beiden vorgenannten Angeklagten zu der strafbaren Handlung vorsätzlich bestimmt zu haben. Er hatte ihnen auf der Fahrt oon Wölfersheim in Richtung Oppershausen erklärt, daß der E. Pf. noch mindestens 200 Mark bei sich tjabe, was sie ihm, dem Pf., den er bald auf offener Straße abzusetzen beabsichtige, abnehmen sollten. Das Schöffengericht verurteilte den Angeklagten Schwam wegen Straßenraubs zu einem Jahr drei Monaten Gefängnis, unter Anrechnung von drei Monaten und acht Tagen Unter« fuchungshaft, den Angeklagten Müller wegen Sachhehlerei zu drei Monaten Gefängnis unter Anrechnung von zwei Monaten zehn Tagen Untersuchungshaft und legte beiden Angeklagten die Kosten des Verfahrens auf. Der wegen Beihilfe zum Straßenraub unter Anklage gestellte Reinhold Barthelmann wurde mangels Beweises frei- gesprochen. Die 57 Jahre alte I. V. in Bad-Nauheim war angeklagt, vor dem Amtsgericht Bad-Nauheim am 26. November 1934 fahrlässigerweise einen ihr auferlegten Eid (Offenbarungseid) falsch geschworen zu haben, da sie das von ihr als vollständig angegebene beschworene Vermögensverzeichnis unvollständig ausgefüllt hatte. Das Schöffengericht kam zu der Heberzeugung, daß eine höhere Strafe als ein Monat Gefängnis gegen die Angeklagte nicht ausgesprochen werden könne, und es stellte daher das Verfahren wegen Geringfügigkeit auf Grund des Amnestiegesetzes vom 23. April 1936 ein. Die Kosten fallen der Staatskasse zur Last, kreis Schollen. A Ruppertsburg, 8. Dez. Auch in unseren Wäldern tritt das Schwarzwild immer mehr auf. Dieser Tage sahen die Holzhauer im Distrikt Hirschroth ein Rudel von neun Stück, alles außerordentlich starke, gut genährte Tiere )-( Ruppertsburg, 8. Dez. Die Gaufilmstelle ließ hier den Film „F r i e f e n n o t" laufen. Trotzdem über 100 Personen unseres Dorfes Den Film im Sommer schon in Hungen gesehen, war auch diesmal wieder der geräumige Schlörbsche Saal gefüllt. Der tiefe Ernst, mit Dem die Teilnehmer der Vorführung folgten, war der beste Beweis, daß der Film seine Wirkung nicht verfehlte. — Auf Anregung unserer Ortsgruppe beabsichtigt die hiesige Gemeinde, im kommenden Frühjahr ein Schwimmbad zu erbauen, um damit einem langgehegten Wunsch und dringenden Bedürfnis entgegenzukommen. In dieser Woche weilten Vertreter des Reichsbundes für Leibesübungen hier, um die in Frage kommenden Plätze zu besichtigen. Kreis Alsfeld. ch Nieder-Ohmen,8. Dez. In der Wirtschaft Döll sprach dieser Tage Pg. Knappe von der deutschen Botschaft in Spanien über das Thema „Der Bolschewismus in Spanien." Er schilderte in vielen Einzelheiten die Vorgänge in Spanien und ließ erkennen, wie sehr das deutsche Volk Anlaß hat, dem Führer dankbar zu sein, daß er uns vor dem bolschewistischen Schrecken bewahrt hat. <£ Kirtorf, 7. Dez. Heute ereignete sick am Eingang unseres Städtchens ein Autounfall. Ein oon ter Marburger Straße kommender Personenwagen, mit einem Mann besetzt, fuhr infolge Defekts an der Vorderachse oberhalb Der Gärtnerei Strack in einen Steinhaufen. Der Fahrer unD Besitzer Des Wagens kam zum Glück ohne SchaDen davon. Das Auto wurde von der Firma Neils & Kraft in Gießen abgeschleppt. <£ Lehrba , 8. Dez. Untere Bauern und Landwirte, die sich an dem Anbau des Flachses rege beteiligten, lieferten dieser Tage etwa 9 0 Zentner Flachs nach Frankfurt a. M. ab. Besonders hat sich der Ortsbauernführer und Pächter des hiesigen Hofes Isenberg für den Flachsanbau eingesetzt; er konnte allein etwa 30 Zentner Flachs ab liefern. — Dieser Tage begann in den Freiherrlich Schenckschen Waldungen die Holz- Hauerei. Zahlreiche Volksgenossen finden dabei für eine gewisse Zeit lohnenden Verdienst. Kreis Lauterbach. LPD. Lauterbach, 8. Dez. In dem Nachbarorte Angersbach war dieser Tage einer reisenden Schaustellertruppe ein Asse ausgerückt. Als nun einige Tage später eine Bauersfrau morgens den Keller ihres Hauses betrat, sah sie sich plötzlich dem ausgerückten Assen gegenüber, Der ganz gemütlich auf Dem Sauerkrautfaß saß und mit gutem Appetit von den danebenliegenden Aepfeln aß. Dazu hatte er eine Flasche Himbeersaft ausgetrunken. Die Frau rief um Hilfe, und Daraufhin eilten einige beherzte Männer herbei, die aber von dem Affen, als sie ihn greifen rooUten, mit Aepfeln bombardiert wurden, so Daß sie sich zurückziehen und den „schußfreudigen" Der» teidiger in Ruhe lassen mußten. Erst dem herbei- geholten Besitzer des Affen gelang es, den Ausreißer dingfest zu machen. § Lauterbach, 9. Dez. Nachdem schon im Jahre 1935 Lauterbach eine st a r k e Bautätigkeit zu verzeichnen hatte, sind auch im ablaufen- den Jahre 1936 eine stattliche Anzahl neue Häuser, achtzehn an der Zahl, erstellt worden. Von den im vergangenen Jahre begonnenten Haus-Bauten wurden dreizehn fertiggestellt, so daß in diesem Jahre 31 Wohnhäuser fertig geworden sind. Außerdem wurde ein neues Postamt errichtet, das außer den Diensträumen auch zwei Wohnungen enthält. Ferner hat die Lauterbacher Volksbank ein neues Bankgebäude mit zwei Wohnungen errichtet; schließ, lich ist ein neues Lichtspielhaus erstellt worden. Im kommenden Jahre soll auch hier der Arbeiterwohn- ftättenbau im Vordergrund stehen. — Auch hier herrscht zur Zeit in vielen Familien die Grippe. HAUS DER GUTEN Gießen, den 8. Dezember 1936. i*'- 05659 In tiefer Trauer: Luise Lange, geb. Hardt Helene Lange Die Trauerfeier findet am Freitag, dem 11. Dezember, 14.15 Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofs statt - Von Beileidsbesuchen bitte Abstand nehmen. Heute abend 21.15 Uhr entschlief plötzlich und unerwartet mein innigst- geliebter Mann, mein treusorgender Vater Rudolf Lange, Eichmeister i. R. »'"" £ erlügt - ___— —— im 61. Lebensjahre. Heuchelheim, Köln, den 9. Dezember 1936. 7884 D 7885 D Die Beerdigung findet am Freitag, dem 11. Dezember, nachmittags 2 Uhr vom Sterbehause, Ludwig-Rinn-Straße 5, aus statt. In tiefer Trauer: Heinrich Schmidt VI. nebst Angehörigen Nach kurzer schwerer Krankheit wurde ganz plötzlich meine innigstge- liebteFrau.dietreusorgengeMutter meiner Kinder,unsere gute Schwester, Schwägerin und Tante Frau Anna Brückmann, geb. Seuling im Alter von 29 Jahren von uns gerissen. In tiefem Schmerz.- Josef Brückmann und Kinder Emmy Seuling Ottilie Seuling nebst allen Angehörigen Daubringen, Kiedrich im Rheingau. Oppenrod, Alten-Buseck, Gießen, den 10. Dezember 1936. Die Beerdigung findet am Freitag, dem 11. Dezember, nachmittags 2 30 Uhr statt. Heute morgen entschlief sanft nach kurzer Krankheit meine innigst- geliebte Frau, unsere treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Schwägerin und Tante Frau Kathrine Schmidt geb. Böhmer an Formen von Pyjamaflanell 80 cm br., besonders gute Qualitäten, uni und gestreift... Mtr. Damen-Pullover solide Qualität jugendlich schöne Damen-Schirm moderne Streifen und Bordüren, m. schönem Griff von Schlafdecke kariert, vorzügliche Qualität, 140/190 cm an an Paradekissen aus Linon mit Einsatz u. Spitze Damen-Spenzer in schönen Winterfarben von Waschsamt 70 cm breit, in 11 iJ großer Auswahl WA Meter Dam.-Strumpf aus feinmasch. O |1 Kunstseide, mo-X deme Farben Lis I von W Kleiderstoff ca. 70 cm br., trag- * 110 Korseletts » gute Formen, mit ,95 fäh. Qualität, mit Stichelhaarkaros 1 Rückenschnürung k und Effekten, Mtr. la Drell von M N an D.-Handschuhe » Led.-Imitation 11L Kunsts. Decken !60 oder gefüttert, in schön. Farben 1 farbig und Jl* j 130/160 cm von ( J an schwarz von W K# an Mantel-BoucIG > 150 cm breit, 1 50 Hüfthalter Seitenschluß mit ,50 schwarz, marine, fl dunkelgrün M Meter J 4 Halter, Drell u. i Brochs von 1 N an Damen-Strick170 Kunsts. 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Dezember 1936, auf der »Karlsruhe« Nikolausabend mit Tanz der KurzschnftvereinWung der Deutschen Arbeitsfront Beginn 20 Uhr 7877 D Weihnachts-Paketchen können bei Herrn Dorfeld auf der »Karlsruhe« abgegeben werden Oeffeniliche Versteigerung. Mittwoch, den 16. Dez. 1936, 20 Uhr (abends s Uhr) versteigere ich in dem Saale der Gastwirtschaft Philipp Schaum IV. zu Großen-Anden, Bahnhofstraße 9, im Auftrage des Eigentümers die nachstehend bezeichnete ßofreife der Gemarkung Großen-Linden: Grundbuch für Großen-Linden, Band XIV, Blatt 922, Flur I Nr. 937, Hofreite vorm Lindenbaum am Holzweg (Burgstraße 26) und Gradgarten 190 und 185 qm. Grundbuchsauszug und Versteigerungsbedingungen können auf meinem Geschäftszimmer eingesehen werden. Notar Schneider, Gießen, Horst-Wessel Wall 6. ~ 7864p £ Fernsprecher 2096 und 4276 7816 A Plötzlich und unerwartet verschied mein lieber Mann, unser guter Vater, Großvater, Schwiegervater, Bruder, Schwager und Onkel Friedrich Weiß im Alter von 58 Jahren In tiefer Trauer: Emma Weiß Wwe. und Kinder Garbenteich, Blankenhain (Thür.), den 10. Dezember 1936 Die Beerdigung findet Freitag, den ll.Dezemberl936, nachmittags 21/2Uhr in Garbenteich statt 05656 Meine Schaufenster Markt 16 Bahnhofstraße 47 — Hillebrandstraße 2 der Ausstellun gsraum Mäusburg 4 zeigen Ihnen willkommene Geschenke die große Freude bereiten werden. Eingehende Besichtigung dieser schönen Weihnachts - Ausstellung führt durch Vergleich von Qualität und Preis zum richtigen Einkauf und zu Ihrem Vorteil Frdr.Teipel 7857A ist ein gern gesehenes Geschenk. Preiswert bei DM J.B. Häuser Gießen 7626 a mtttJ am Oswaldsgarten Fernruf Nr. 2145/46 RHEINWEIN im Faß von 35-50 Liter v. 65 $ an. in Literflaschen 6 mehr. 7652D M. Kimmle, Nierstein a.Rh. MM« Mwgs-taeilwg am Freitag, 11. Dezember 1936, abends 8.30 Uhr, im Burghof (früher Cafe Ebel) 7879 D Das Erscheinen aller Alterskame- raden erbitten d-e Elnbefu(er Alle Garten gestalter u. Friedhofsgärtner sind zu der osesi Werbe - Versammlung des Reichsverbandes Landesgrnppe Hassen-Nassau auf Freitag, 11. Dez., 15 Uhr, im Hessischen Hof eingelad. Bezirksgruppenführer Widmaier. Echie Nevsev-BvüEen auserlesen schöneStücke sehr preiswert Aernvich Aoehftüitev Plockstrahe 3 7867 A Vermählungsanzeigen bei Brühl, Schulstr.7 QUALITÄTEN Sei Sei fix- Bohnerwachs U: Wachs beize u1/zkg[)oseRM - 75 ca. VikgDoseRM 1/tö X-47. ,