ltr.264 Erster Blatt 186. Jahrgang Dienstag, 10. November 1636 Erschetm »ügllch. außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monats-Vezugspretr: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr.. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: firanlfurt am Main 11686 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Universttatr-Vuch- und Steindruckerei R. Lange in Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70 mm Breite 50Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Vereinbg.25°/„ mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf, Familienanzeigen, Bäder-,Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Der Gedächtnismarsch des 9. November. München, 9. Noo. (DNB.) Vor dem zur ewigen Erinnerungsstätte des deutschen Volkes gewordenen Bürgerbräukeller sammelten sich am Vormittag die alten Kämpfer Adolf Hitlers, die schon vor 13 Jahren an seiner Seite geschritten, zu dem zur heiligen Ueberlieferung gewordenen Zug durch die Straßen des 9. November, der dem Gedenken der Blutzeugen geweiht ist. Im schlichten Braunhemd mit dem Blutorden an der Brust sind die Männe* des 9. November vor dem Bürgerbräukeller versammelt. Kurz nach 11.30 Uhr erscheint, lebhaft begrüßt, Hermann Göring. Wenige Minuten nach 12 Uhr trifft, begleitet von seinem getreuen Ulrich Graf, der Führer Adolf Hitler ein, und unmittelbar darauf, gibt Hermann Göring den Marschbefehl. Der historische Zug setzt sich in Bewegung. Wiederum schreitet ihm Julius Streicher voran. Es folgt die von Obersturmbannführer Ratsherr Grimminger getragene Blutfahne. In der Führergruppe des 9. November 1923 schreiten mit dem Führer u. a. Ulrich Graf, Hermann Göring, Himmler, Hühnlein, Dr. Weber und Frick. In der zweiten Reihe folgen Dr. Frank, Alfred Rosenberg, Amann, Buch, Fiedler, Robert Wagner und andere alte M Kämpfer des Führers. In der nächsten Reihe ficot man u. a. den Stellvertreter des Führers Ru- bnfi Heß, Hermann Esser, Bouhler, Christ: ' Weber und Maurice. Die übrigen Teil- n r des denkwürdigen Marsches vom 9. Novem- b . • 1923 schließen sich in Achterreihen an. Es fol- P<.; Ute Reichsleiter, Gauleiter und stellvertretenden 0' :! 'ter, die Obergruppenführer und Gruppen- fi-d'.'r der SA., der SS., des NSKK., die Ober- a brer und Gebietsführer der HI., die Haupt- i r und Hauptamtsleiter der Reichsleitung, i? ’’ 'tsqaufllhrer des Reichsarbeitsdienstss. !i lind feierlich lodern die Feuer von den Py- ! die die Namen der Toten der Bewegung - i Die großen dunkelroten Fahnen mit ihren nrn wallen von der Mitte der Straßen her- । r Die vieltausendköpfige Menschenmenge zu b - Seiten des Weges sieht in ehrfürchtiger Er- (; •eit den Zug. Die erschütternde Sy mph o- i d » s 9. N o v e m b e r ertönt aus den Laut- s, rn Dumpf dröhnt der Trommelwirbel und d9 Horst Wessel-Lied. Der erste Name wird verk'' '■'et, als der Führer den ersten Pylon erreicht: Es ist der Name Dietrich Eckart, des prophe- tifr-ien und seherischen Freiheitsdichters. Ein Name folgt dem anderen, jeder eine eindrucksvolle Mahnung zur Pflichterfüllung, zur Hingabe, zur Opferbereitschaft. Den Rosenheimer Berg hinab geht der Zug durch das Spalier der SA. und die Menschenmauer der vielen tausend Volksgenossen, hinab zu den Ludwig s b r ü ck e n , wo der Meißel des Künstlers für alle Zeiten die Erinnerung an den Marsch des 9. November 1923 festgehalten hat. Er bewegt sich durch die Zweibrücken - Straße über den Jsartor- Platz in das Tal. Er zieht über den Marien- platz, wo vom Rathausturm riesige Banner wehen, biegt in die Weinstraße ein, um durch die Theatiner- und Perusastraße die Residenzstraße zu erreichen. An der Feldherrnhalle. Um 12.50 Uhr schwenkt der Zug in die Residenzstraße ein. Dor den Augen der ersten liegt der Ort des Todes und der Auferstehung: Die Feldherrnhalle. Mehrere Pylonen gemahnen hier daran, daß die Reihe der Blutzeugen des Nationalsozialismus auch heute noch nicht abgeschlossen ist, daß auch das Jahr 1936 wieder neue Opfer gefordert hat: Denn zwischen den Namen Norkus und Horst Wessel leuchten von fünf Pylonen die Namen Wilhelm G u st l o f f, Bernhard Schlo- t h a n, Günther Deskowski, Ernst Ludwig und Paul Fressonke, die erst in diesem Jahre ihre Treue zu Adolf Hitler mit dem Opfer ihres Lebens bezahlten. Die klänge des Horst-Wessel-Liedes brechen ab. Der Zug ist am Mahnmal angelangt. Der Führer fleht wieder an jenem Platz, wo in dieser Stunde vor 13 Jahren 16 Nationalsozialisten für ein neues Deutschland sich geopfert haben. 16 Salutschüsse krachen zum Himmel. Nach der letzten Salve tritt der Führer aus der Reihe, geht vor zum Mahnmal und legt ernst und zutiefst ergriffen, einen riesigen Lorbeerkranz an der Stätte des Opfers nieder. Lin stummes Gedenken weiht der Führer feinen Helden und hebt den Arm zum Gruß, während die Vlutfahne sich senkt und die Weise vom guten Kameraden über den Platz klingt. Langsam schreitet der Führer wieder zur Straßenmitte zurück und jetzt geht gemessenen Schrittes Generalfeldmarschall von Blomberg, der den Zug an der Residenz Ser Apvell aus Ehernen Statuen gleich stehen Die Formationen der Bewegung auf dem Königsplatz in Erwartung des Marsches vom 9. November. An der Spitze d i e Leib standarte Adolf Hitler und die SS.- Standarte Deutschland, dahinter die Marschblöcke der SA., des NSKK., der Politischen Leiter, des Reichsarbeitsdienstes und der Hitlerjugend. Hell leuchtet die Herbstsonne über den weiten Platz und läßt die weißgrauen Quadersteine der monumentalen Bauten noch gewaltiger in ihrer Wirkung erscheinen. Nie erlöschend lohnt das Feuer aus den Opferschalen in den beiden Ehrentempeln. An den hohen, von dem siegreichen Adler gekrönten Masten vor der Ewigen Wache wehen die langen Hakenkreuzbanner auf Halbmast. Nichts stört die Andacht der Tausende, die auf den Tribünen und auf den Stufen der Staatsgalerie und der Glyptothek den Platz umsäumen. Die Klänge des Deutschlandliedes aus den Lautsprechern künden das Nahen des Zuges vom 9. November. In gleichmäßigen Takt hallt der Schritt der beiden SS.- Kompanien an der Spitze des Zuges über den weiten Platz. Dann grüßen die Tausende die Standarten und Feldzeichen der Bewegung, grüßen die Blutfahne, grüßen den Führer und seine Getreuen, die nun auf der freigehaltenen Bahn durch die Front der Formationen mitten über den Königsplatz aus die Propyläen zumarschieren. Diese Straße des Führers ist umsäumt von den Standarten, hinter denen die Formationen Front zur Mitte gemacht haben. Die Kranzträger nehmen vor den Ehrentempeln an den Plätzen Aufstellung, auf denen vor einem Jahr zur selben Stunde die Särge standen. Fanfaren künden den Beginn der Totenehrung. Der Führer ehrt die ersten Märtyrer. Die Standarten, Fahnen und Formationen nehmen zur Ewigen Wache Front. Gefolgt von der Blutfahne und seiner Marschgruppe schreitet der Führer nun von den Propyläen wieder auf der Siegesstraße des Königlichen Platzes zur Ewigen Wache. Während der Musikzug der Leibstandarte Adolf Hitler den Trauermarfch der Bewegung spielt, senken sich die Fahnen ehrfurchtsvoll vor den erwartet hat, vor das Mahnmal und legt gleichfalls einen mächtigen Lorbeerkranz als stummen Gruß an die Toten nieder. Dann hebt er den Marschallstab zum Gruß und verläßt ernst und schweigend den Platz. 3n der Straßenmitte begrüßt ihn mit einem warmen Händedruck der Führer. Dann reiht sich der Generalfeldmarschall mit dem Führer in das erste Glied des Zuges. Das Deutschlandlied schallt über die heilige Stätte und überflutet jubelnd und einem Bekenntnis gleich den Platz. Der Marsch des 9. November nimmt feinen Fortgang. Aus dem Opfergang bis zur Feldyerrn- halle wird jetzt der Marsch des Sieges und des Triumphes. Auf der Höhe der Brienner- Straße macht der Zug noch einmal kurz halt. Die Kranzträger mit den Kränzen des Führers reihen sich ein. Im gleichen Augenblick setzen sich die Standarten unter Vorantritt zweier Kompanien der Leibstandarte Adolf Hitler an die Spitze des Zuges, der jetzt zum Königlichen Platz marschiert, zur Ewigen Wache, dorthin, wo die Sarko- phaae die Asche und die Gebeine der 16 ersten Blutzeuaen der Bemeauna beroen. dem koiiMpm-,. großen Toten. Dann ruft der Sprecher der Partei, Gauleiter Adolf Wagner: „Zum Appell!" Unter feierlicher Stille ruft er die Namen der 16 ersten Märtyrer, der Helden vom 9. November 1923, auf, und bei jedem Namen antworten die Männer auf dem Königsplatz im Namen der gesamten Partei mit einem weithin schallenden „Hier!" Der Spielmannszug der Leibstandarte Adolf Hitler erweist jedem Toten durch die Vergatterung die militärische Ehrenbezeugung und die Kranzträger nehmen in den Ehrentempeln an den Sarkophagen der Aufgerufenen Aufstellung. Während nach dem Kommando: „Ewige Wache raus!" der dumpfe Trommelwirbel ertönt, legt der Führer an jedem Sarg der Ewigen Wache einen Kranz nieder. Jedem von ihnen weiht er eine stille Minute des Gedenkens und der Erinnerung, der Dankbarkeit und des Gelöbnisses. Tief ergriffen verfolgen die Taufende auf dem Platz diesen Augenblick. Nachdem der Führer die Ehrentempel verlassen hat, marschiert unter dröhnendem Trommelwirbel die Wachparade der SS.-Standarte Deutschland über den Königsplatz zur Ewigen Wache. Nach der Meldung gibt der Führer den Befehl, daß die Wache aufzieht. Unter klingendem Spiel marschiert sodann die Wachkompanie vor dem Führer vorbei. Der Sprecher der Partei verkündet den Sinn dieser Feierstunde: „Der Appell der Ewigen Wache ist beendet. Die Nationalsozialisten, die Rotmord und Reaktion am 9. November 1923 vor 13 Jahren erschossen haben, stehen im vierten Jahr des Dritten Reiches, im Jahre der Ehre 1936, wieder auf. Sie beziehen am Königlichen Platz zu München die Ewige Wache". Aus dem Munde des Sprechers erklingt das Kommando „Die Fahnen hoch!" und während der Musikzug der Leibstandarte zum Abschluß des Appells das Horst-Wessel-Lied intoniert, werden die bisher auf Halbmast gesetzten Fahnen an den Masten vor der Ewigen Wache hochgezogen. Gefolgt von seinen Getreuen verläßt der Führer ehrfurchtsvoll begrüßt von der Menge die feierliche Stätte. — Der Abend des 9. November vereinigte die gesamte Führerschaft der NSDAP., mit dem Führer an oer Spitze, auf einige Stunden im Festfaal des Alten Rathauses in München. Gedenkfeier im Hose des Generalkommandos. Wie im Vorjahr so fand auch heute um die zehnte Vormittagsstunde im Hofe des Generalkommandos des VII. Armeekorps eine Gedenkfeier für die Kameraden des Bundes „Reichskriegsflagge" Theodor Casella und Martin F a u ft statt, die zu den Opfern des 9. November gehören. Die Gedenktafeln für diese beiden Freiheitskämpfer waren mit Lorbeerbäumen, mit dem Hakenkreuzbanner und der Reichskriegsflagge geschmückt. In der Mitternacht zum 9. November war vor dem Gebäude und vor der Gedenktafel ein Ehrendoppelpoften der Wehrmacht und der SS. aufgezogen. Um 9.30 Uhr nahm eine Ehrenkompanie der Wehrmacht mit Musik und ein Ehrenzug der SS.-Standarte Deutschland Aufstellung. Zu beiden Seiten der Gedenktafeln hatten Offiziere, Beamte, Unteroffiziere und Mannschaften des Generalkommandos, ferner die Angehörigen der beiden Ermordeten und die ehemaligen Kameraden des Bundes „Reichskriegsflagge" ihre Plätze. Beim Eintreffen des Reichsführers SS. Himmler und des Kommandierenden Generals des VII. Armeekorps, General der Artillerie v. Reichenau, ferner des Korpsführer Hühnlein, präsentierte die Abteilung der Wehrmacht, und der Musikzug der SS.- Standarte Deutschland spielte den Präsentiermarsch. Nach dem Abschreiten der Front durch den Kommandierenden General und den Reichsführer SS. erklang das Lied vom guten Kameraden. Darauf gedachte Reichsführer SS. Himmler in kurzen Worten der beiden Freiheitskämpfer Er führte u. a. aus: Vor 13 Jahren standen wir mit Angehörigen der „Reichskriegsflagge" hier an diesem Gebäude und in diesem Hofe. Ihr beiden Kameraden Casella und Faust seid hier gefallen. Jedes Jahr am 9. November seit dem Neuerstehen des Deutschen Reiches versammeln sich die Vertreter der Wehrmacht und die Vertreter des Kampfbundes als Brüder in diesem Hofe, als Brüder an dieser Stelle, wo ihr gefallen seid, und gedenken eurer. Euer Blut i ft der beste Kitt geworden für alle, die an diesem neuen Deutschland Adolf Hitlers arbeiten dürfen und können. Im Zeichen der Einigkeit Deutschlands und der Bruderliebe lege ich im Namen aller früheren Kameraden, im Namen der Bewegung diesen Kranz nieder an der Stelle, an der ihr eiivft gefallen seid. General v. Reichenau sprach folgenden Weihespruch: „Dem Gedenken der tapferen Toten. Ihr Geist des Opfers für einen Glauben wird stets in diesem Hause lebendig sein." Auch der General widmete einen Kranz mit der Schleife: „Den tapferen Toten. Der Kommandierende General des VI. Armeekorps." Mit dem Deutschland- und dem Horst-Wessel-Lied fand diese schlichte, aber eindrucksvolle Ehrung ihr Ende. Ehrungen durch den Führer. M ü n ch e n, 9. Nov. (DNB.) Nach dem Abschluß der Feierstunde auf dem Königlichen Platz begab sich der Führer in den Senatorensaal des Braunen Hauses, wo er den Reichsleitern Hier! und Dr. Dietrich, dem Korpsführer Hühnlein, der Reichsfrauenführerin Scholz- Klink und dem Reichsärzteführer Dr. Wagner das Goldene Ehrenzeichen der Partei in Anerkennung ihrer Leistungen für die Bewegung persönlich überreichte. Dem krankheitshalber nicht anwesenden Reichsleiter Darre sowie dem Hauptamtsleiter H i l g e n f e l d t wurde ebenfalls das Goldene Ehrenzeichen der Partei vom Führer verliehen. den Särgen der ersten 16 Blutzeugen der Bewegung Kränze en Führer, wie er durch die breite Gaffe der Standarten zur Am Königsplatz legt der Führer an 1 w niebar Vor der Blutfahne sieht man den Führer, ... _______v _________ _ nicöar. 4Jor oer u ^Ewigen Wache" schreitet. - (Scherl-Bilderdienst-M.) Der Marsch des 9. November vom Bürgerbräukeller zur Feldherrnhalle. Voran Frankenführer Streicher, dann die Blutfahne; dahinter Adolf Hitler inmitten feiner getreuen Kämpfer. (Scherl-Bilderdienst-M.j dem |t a o 111 d) e n Arbeitsamt erfolgt ist. eine Regelung, die übrigens in einer Reihe anbe« rer Staaten bereits seit länaerer Zeit besteht Auch der Fall Schöneberg ist nach Danziger Auf« fassung 'ne rein Danziger Angelegen- beit, nachdem sich herausgestellt hat. daß es sich aus« schließlich um Danziger Staatsangehö« r > g e deutscher Nationalität handelte. Die in Warschau erscheinende Zeitung „Gazeta Hanblowa" benutzt das Ausscheiden eines Direktors der Bank von Danzig dazu, die Forderung aufzustellen, einen polnischen Direktor ein« zusetzen, da Polen an dem Aktienkapital der Bank von Danzig mit einem erheblichen Betrage beteiligt sei und die Einsetzung eines polnischen Direktors auch im Interesse der engen wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Polen und Danzig und des Vertrauens der polnischen Finanzkreise notwendig sei. hierzu wird von maßgebender Seite erklärt, daß die auf den Namen polnischer Aktionäre im Stammbuch der Bank eingetragenen Aktien nur 28 o. H. des g e s a m t e n A k ti e n « kapitals der Bank ausmachen, also nicht die Mehrheit des Aktienkapitals darstellen. Diese Beteiligung von 28 d. S). ist bei der Gründung der Bank von Danzig in dem Genfer Währungsüber« einkommen von 1923 zwischen Danzig und Polen vereinbart worden. WawmRoosevelt siegle. iion unfein. H V.-ÄenchteMattei Reuyork, November 1936. Mit rund zehn Millionen Stimmen Mehrheit fiegte Franklin D. Roosevelt am Dienstag über feinen Gegner, den Republikaner Landon. größte Sieg feit 1820 ist der Persönlichkeit des Präsidenten zuzuschreiben. Er hat seinen Gegner Landon so glatt an die Wand gedrückt, wie es in der modernen Geschichte der USA. beispiellos ist. Landon hatte nichts Mitreißendes an sich. Seine Reden waren vorher schriftlich fixiert, feine Polemik gegen Roosevelt widerspruchsvoll. Im Osten oer« fprad) er den Arbeitern Hilfe, im Westen setzte er fid) mehr für die Belange der Kapitalgewaltigen ein. Industrie und Banken, Männer wie Morgan, Rockefeller, Du Pont, de Nemours, der Automobile und chemische Industrie beherrscht, der frühere Schatzsekretär Mellon, der Herrscher über Banken unö Aluminium, und nicht zuletzt Henry Ford traten für ihn ein. Er hatte fast die gesamte Presse hinter sich und einen Wahlfonds, dessen riesenhafte Höhe noch unbekannt ist. Die Republikaner wollten das alte Wirtschaftssystem, das ihnen die Anhäufung gewaltiger Vermögen ermöglichte. Absolute Freiheit der Börse, Hochschutzzölle, unbedingte Freiheit des Kreditwesens waren ihre Programmpunkte. Aber selbst der Norden Amerikas verließ sie. Selbst die republikanischen Staaten, die den amerikanischen Bürgerkrieg gegen die demokratischen Sklavenhalter des Südens einst ausgefochten, wählten demokratisch. Einen solchen Zusammenbruch hatte die Bart nicht erwartet. Die Mn Kämpfer im Moerbrän-Mer. — MU M’ • rv. KM 'M" ■ - Denn Roosevelt hatte wahrend der Zeit |einu Präsidentschaft vielerlei Anlaß zur Kritik gegeben. Die Arbeitslosenziffer ist nur unwesentlich gesunken. Die Verwaltung und Justiz war die Beute feiner Partei nach dem Wahlsieg 1932 geworden. Verschwendung und Bürokratisierung waren die unvermeidlichen Begleiterscheinungen. Die wirtschaftliche Entwicklung war nicht in dem von Roosevelt erwarteten Maße gestiegen. Aber Roosevelt hatte d e n O p t i m i s m u s für sich und ein Programm das sich den Bedürfnissen der Massen anpaßte. Zui ersten Male hatte er wirklich etwas für das Vo getan. Er war der Abgott der Kleinen geroorh 9n ihm fanden die amerikanischen Wünsche der Gegenwart ihre Verkörperung. Wenn er proklamierte, die Wirtschaft dürfe nicht zügellos sein, der Staat und die amerikanischen Massen hätten das Recht, zum Gemeinnützen einzugreifen, dann war diese Art eben so populär wie fein Kamps gegen die Börsenjobber Hinzu kam ein Neues. Die Massen des industriellen Ostens sind nicht mehr so unentwegt Republikaner wie ihre Väter. Sie sind in Großstädten zu- sammengeballt. Sie können keine Wahlfonds sammeln. keine Zeitungen herausgeben, aber sie warteten auf die Führung. Und Roosevelt war dazü angetan. Wie einst Woodrow Wilson appellierte er an den Optimimismus. Er allein hatte ein Reformprogramm und jenen typischen Zug des amerikanischen Idealismus. Darauf warteten die Massen, deshalb wählten sie ihn. Das Geldsackideal der Republikaner wurde ebenso abgelehnt wie die alten Ladenhüter der Verfassung. Amerika will vorwärts, will etwas Neues, will Reformen. Das hatte Roosevelt klar erkannt und deshalb fielen ihm die Massen zu. Der Erdrutsch hat die Re- publikaner begraben. Alle Spekulationen auf radikalere Sero eg un gen als die Roosevelts versagten. Der Rundfunkpater Coughlin, der feinem Kandidaten Lembke Millionen von Stimmen prophezeite und Roosevelt auf das schärfste angriff, konnte nur etwas über eine halbe Million Stimmen für feinen Strohmann aufbringen. lot i st auch der Mgrxismus. Sein Präsidentschaftskandidat erhielt knapp hunderttausend Stimmen. Der Amerikaner ist nicht marxistisch, trotz der Nöte der Zeit. Und mausetot sind die Kommuni st en. 3m ganzen Lande haben sie rund fünfzigtausend Stimmen erhalten. Als Partei sind sie ausgelösckt, denn nicht einmal in Neuyork erhielten sie die für eine Partei notwendige Stimmenzahl von 30 000. Die Parlamente erhalten ein anderes Aussehen. Gleichzeitig mit dem Präsidenten wählte das Volk zum Repräsentantenhaus. Es wird eine Mehrheit der Demokraten von rund 4:1 aufweisen. 3m Senat, zu dem Teilwahlen stattfanden, ist die Mehrheit der Demokraten noch gestiegen. Bei den Gouverneurswahlen errangen ebenfalls die demokratischen Kandidaten die absolute Mehrheit. Damit werden für Roosevelts Pläne parlamentarische Reibungen verhindert oder jedenfalls auf ein Mindestmaß zurückgeführt Niemals vorher hatte im modernen Amerika ein einzelner Mann eine derartige Macht. Wie er sie nützen wird, ist nur in den Grundzügen klar. Er wird weiter versuchen, den Einfluß der Mammonisten zurückzudrängen und das soziale Rettungswerk durchzuführen, um dessentwillen er gewählt wurde. Dabei kommt es weniger auf Programmpunkte als auf die Grundtendenz an Roosevelt hat durch die Republikaner und das Oberste Bundesgericht seinen Blauen Adler, das Sinnbild einer staatlich kontrollierten Wirtschaft, seines Federschmucks beraubt gesehen. Er wird ihn in irgendeiner Form wieder lebendig machen Roosevelt war gegen die Ausschüttung oon Milliarden an die Kriegsveteranen. Seine Wähler haben ihm das nicht krumm genommen. Roosevelt ist kein festes Programm, sondern die Lust zu fortschrittlichen Experimenten. Er ist die Verkörperung aller Kräfte eines neuen Amerika Noch sind sie unausgegoren, aber sie wollen vorwärts und das Alte überwinden. Und zum ersten Male in der Geschichte der Präsi- dentenwahlen hat das Volk gezeigt, daß dieser Willen herrschend ist und die alten Götzen Verfassung und freies Spiel der Dollarmilliardäre gestürzt wurden. Vorläufig aber geht Roosevelt nach Buenos Aires zur panamerikanischen Konferenz, aus der ein amerikanischer Völker friede entstehen soll. Bis Weihnachten ist er von der Heimat abwesend. Das ganze Volk erwartet, daß er wenigstens für das amerikanische Festland den Frieden sichert, den das alte Europa nicht finden kann Becks Besuch in London London, 9. Nov. (DNB.) Der polnische Außenminister Beck hatte im Foreign Office eine Unter- redung mit Außenminister Eden. 3n Begleitung Becks befanden sich Graf Potocki und Graf Lubienski. Anschließend gab Außenminister Eden dem polnischen Gast im Carlton-Hotel ein Frühstück. König Eduard VIII. wird am Dienstag zu Ehren des Ministers im Buckingham-Palast em Essen veranstalten, zu dem auch mehrere brittsche Industrielle eingeladen worden sind. — „Gazeta P o l s f a" meloet man könne schon jetzt feststellen, daß der Meinungsaustausch über die europäische Lage eine 3m Bürgerbräukeller befand sich unter den Männern der Alten Garde als einzige Frau, der der Führer den Blutorden verlieh, Schwester Pia in ihrer Tracht. — (Presse-Bub-Zentrale-M.) Ser Führer bei der Rekrulenvereidlgung Oer SS.-VersögunMuppe. Den würdigen Ausklang der Feiern zum 9. November bildete um Mitternacht die Vereidigung der Rekruten der SS. - Derfü- gungstruppe in Anwesenheit des Führers vor der Feldherrnhalle. Der Schein von vielen hundert Fackeln und das lodernde Feuer in den Opfer« scdalen gaben der Weihestunde auf dem Odeonsplatz den stimmungsvollen Rahmen. 3n 50 Mann starken Reihen füllten die Rekruten der Leibstandarte „Adolf Hitler", der SS.,Standarte „Deutschland", der SS..-Standarte „Germania", der Fiiy- rerschulen, der Totenkopfverbände und der übrigen Einheiten der SS.-Verfügungstruppe den weiten Platz. Zu beiden Seiten waren Ehrenstürme der Leibstandarte und der Standarte „Deutschland" angetreten. Vor dem Löwen der Feldherrnhalle hatte unter der Blutfahne und den Feldzeichen „Adolf Hitler", „Deutschland" und „Germania" das gesamte hohe Führerkorps der Schutzstaffeln der NSDAP. Aufstellung genommen Mit dem Glockenschlag 23.30 Uhr verlöschte die Straßenbeleuchtung, so daß der Platz jetzt nur noch von dem flackernden Schein der Fackeln erhellt wurde Unbeweglich standen die Männer der SS. im Stahlhelm auf dem Platz. 3n der Feldherrnhalle war mit dem Stellvertreter des Führers Rudolf Heß das gesamte Führerkorps der NSDAP, versammelt. Der Kommandeur der Leib- standarte SS.-Obergruppenführer Sepp Dietrich meldete dem Reichsführer SS Himmler die zur Vereidigung angetretenen Führer und Männer oer Schutzstaffeln. Wenige Minuten später präsentierten die SS.-Formationen auf Befehl des Reichsführers und der Präsentiermarsch, gespielt vom Musikzug der Leibstandarte erklang. Vom Residenzhof her betrat der Führer, gefolgt von feiner ständigen Begleitung, den Odeonsplatz und nahm die Meldung des Reichsführers entgegen Mit einem weithin hallenden „Heil SS -Männer!" grüßte der Führer die Formationen der Schutzstaffeln, und wie aus einem Munde erklang die Antwort: „Heil mein Führer!" Der Führer und Reichsführer Himmler schlitten mm hio -^hrfon inr Fest» herrnhalle hinauf ^er Schwur der Xreu*. Auf Befehl des Reichstührers nahm dann d i e Vereidigung ihren Anfang. Die Rekruten standen entblößten Hauptes auf dem Platz Leise erklang die feierliche Weise des Niederländischen Dankgebetes „Wir treten zum Beten", und ihr mächtig brausender Schlußakkord „Herr mach uns ;rei" fiel zusammen mit dem ehernen Klana der Glocken, die die Stunde der Mitternacht verkündeten. Die Rekruten erhoben die rechte Hand tum Schwur und sprachen dem Reichsführer SS das Treugelöbnis nach- „3ch schwöre dir Adolf Hitler, als Führer und Kanzler des Deutschen Reiches, Treue und Tapferkeit. 3d) gelobe dir und den von dir bestimmten Vorgesetzten Gehorsam bis in den Tod So wahr mir Gott helfe'" Der Führer spricht. Nach der feierlichen Eidesleistung gab der Führer in einer Ansprach der Bedeutung der Stunde und des geleisteten Eides an der heiligen Stätte der Bewegung Ausdruck Als den tiefsten Sinn des Gelöbnisses, gab er den jungen SS -Mgnnern, die soeben in die schwarze Garde der Treue ausgenommen worden waren, die Worte mit auf den Weg: „Wir allein sind nichts, unser Volk ist alles. Wir sind vergänglich, aber Deutschland muß leben!" Nach dem Heilrus des Führers auf »mb sangen die SS.-Männer Das Staffel« enn alle untreu werden" als Gelöbnis, im Sinne der Worte des Führer ihre Pflicht zu tun. Der Führer schritt nun durch die Reihen der Neu- vereidigten. Er ging von Mann zu Mann und sah jedem einzelnen ins Auge. Unter den Klängen des Präsentiermarsches verließ der Führer dann die Stätte der nächtlichen Feierstunde. Die SS.-Männer formierten sich zum Marsch durch die Hauptstadt der Bewegung, der sie an der Ewigen Wache vorbei zum Königlichen Platz führte. Der Führer bei Abi Schachleiiner Rosenheim, 9. Nov. (DNB.) Am Sonntagnachmittag weilte der Führer und Reichskanzler am Krankenbett des fchwererkrankten Abtes Dr. h.c. Albanus Schachleitner Der Stellvertreter des Führers Rudolf Heß hatte den Schwerkranken bereits am vergangenen Donnerstag besucht um Telegramm des italienischen Botschafters. München, 10. Nov. (DNB. Funkfpruch.) Aus Anlaß des 8. und 9. November sandte der italienische Botschafter Attolico folgendes Telegramm an den Stellvertreter des Führers der NSDAP., Reichsminister Rudolf Heß: „An dem historischen läge, an welchem die nationalsozialistsche Partei mit ehrfurchtsvoller Treue des Opfers ihrer heldenhaften Bahnbrecher gedenkt, schließe ich mich der Huldigung und dem feierlichen Ritus an." — Der Stellvertreter des Führers dankte im Namen der NSDAP Der g November in der (Harchaupistadt NSG. Am 9. November gedachte ganz Deutfch- anb bankbar all ber vielen Helben, bie im heißen Ringen um bas Dritte Reich ihr Leben lassen mußten. So waren auch in ber Gauhauptstabt Frankfurt a. M. schon am frühen Morgen biefes Gebenktages bie Ehrenwachen an den Mord- und Grabstätten bei crmorbetc . Kameraden und am Ehrenmal des Hauptfriedhofes uuigezvgen. Schweigend und voller Andacht standen bie Ehrenwachen SA - tinb SS.-Männer, Politische Leiter unb Hitlerjungen um bie Gräber, als in Vertretung bes Gauleiters Gaupresseamtsleiter G. W. Müller mit Kreisleiter Dr. Krebs erschien, um Kränze an ben Ruhestätten ber Blutzeugen ber Bewegung nieberzulegen. Es war ein Gruß alter Kameraben, em Zeichen treuester Erinnerung unb ein Dank aller Volksgenossen unseres Gaues. SA.-Brigabeführer Dörnemann sprach an ben Gräbern von Hans Handwerk und Katharina Grünewald Worte des Gedenkens für die durch Mörderhanb gefallenen Mitkämpfer unseres Führers. Bei der kurzen Feierstunde waren auch SA.-Standartenführer Römer und Bannführer Dillemuth zugegen. Auf dem Hauptfriedhof in Frankfurt a. M.-Höchst widmete der Führer der 2. SS.-Standarte, Sturmbannführer M o r e t h dem ermordeten Kameraden 3ofef Bleser Gedenkworte Uebereinftimmung der Ziele und Methoden zwischen der polnischen und englischen Polittk in einer ganzen Reihe oon Fragen gezeigt habe. Einmüttgkeit bestehe hinsichtlich der Haltung „Block und G e g e n b l o ck" in Europa, hinsichtlich der N e u t r a I i t ä t g e g e n ü b e r b e-n i beo- logischen Gegensätzen, bie Europa zerreißen, unb hinsichtlich ber Nichteinmischung in bie inneren Angelegenheiten anberer Staaten. Danzia unö Polen Danzig, 9. Nov. (DNB.) Der biplomatische Vertreter Polens in Danzig, Minister Dr. P a p ö e, hat bem Danziger Senatsoizeprästbenten Huth eine Note Überreicht, in ber geaen bie Danziger Verorbnung über bie Zentralisierung ber Arbeitsvermittlung protestiert wirb. Minister Papse brachte ferner zum Ausbruck, baß man ben Zwischenfall in Schöneberg noch nicht als aufgeklärt ansehe. Der Danziger Stanbpunkt zu beiben Angelebenheiten ist völlig klar: Die Verorbnung über bie Arbeitsvermittlung grünbet sich auf bas unbezweifelbare Recht ber Danziger Regierung, bie Arbeitsvermittlung nach wirtschaftlichen unb sozialpolitischen Grünbenzu regeln, was in biefem Falle burch Zusammenfassung ber gesamten Arbeitsvermittlung bei Oeutschtumsprozeß in OftoberMesten. Kattoroitz, 9. Nov. (DNB.) Vor bem Bezirksgericht in Tarnoroitz beginnt am 12. November ein großer Deutschtumsprozeß. Zu oeiantworten haben sich 49 beutsche Fugenbliche. Obwohl sie Mitglieber legal bestehenber beut- scher 3ugenboereine waren, wirft ihnen bie Anklage „© e f) e i m b ü n b e I e i" oor. Sie gehörten bem „Oberschlesischen Wanberbunb", Kattowitz, bem „Tar- nowitzer Wanberbunb" unb ber Jugenbgruppe beS DDK. (Verbanb Deutscher Katholiken) in Rabzion- kau an. Die Staatsanwaltschaft erblickt bas Vergehen ber Geheimbünbelei barin, baß biefe brei 3u« genboereine untereinanber organisatorische Serbin- bungen gehabt hätten, in Gruppen ober Untergruppen aufgeteilt gewesen seien, also ©Heberungen unterhalten hätten, beren Bestehen oor ben Behor- ben geheim gehalten worden sei. Weiter wird m ber Anklage behauptet, baß auch bie Aufgaben unb Ziele ber genannten 3ugenboereine oor ben Be- börben geheim gehalten worben feien. Die „politische" Tätigkeit oer 3ugenboereine gehe u. a. schon barauf heroor, baß oele ihrer Mitglieber bei einem Ausflug an bie Lublinitzer Wälber einen Gebenk ° ft ein z u Ehren ber Gefallenen b es Weltkrieges errichtet unb geweiht hätten. Die Angeklagten erklären, daß ihre Bestrebungen n i e oor ben Behörben geheim gehalten worden feien, zumal darüber in allen öffentlichen Veranstaltungen ber 3ugenboereine, roo stets Be- hörbenvertreter zugegen waren, gesprochen worben sei. Das Deutschtum Ostoberschlesiens steht auf bem Stanbpunkt, baß sich bie angeklagten jungen Deutschen nicht schulbig gemacht haben, ba sie in legal bestehenden Vereinen ihrer beutschen Fugenbarbeit auf einheitlicher ibeeUer Grunblage nachgingen. ©er Katiowitzer Hochverratsprozeß in zweiter Instanz. Kattowitz, 9. Nov. (DNB.) Nach achttägiger Verhanblung ging bie Berufsverhanblung im Katto« witzer Hochoerratsprozeß mit ber Urteilsverkün- b u n g zu Enbe. Den Angeklagten, fast ausschließlich polnische Staatsangehörige, wurde zur Last gelegt, burch Zugehörigkeit z u einem polnischen Geheimbunb mit bem Ziele, Gebietsteile aus bem polnischen Staatsgefüge loszureißen, sich bes Hochverrats, ber Verbindung mit Personen einer fremden Macht und ber Geheimbünbelei schulbig gemacht zu haben. Obwohl bie 113 Angeklagten bamals für sich geltenb machen konnten, bem sog. Geheimbunb nur beigetreten zu sein, weil besten Grünber M a n i u r a , ber während der Untersuchungshaft Selbstmord verübte, ihnen Arbeit und damit Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Lage versprochen hatte, und weiterhin die Verhandlung ergab, daß das Belastungsmaterial zu einem wesentlichen Teil auf Spitzelarbeit beruhte, kam das Gericht seinerzeit zur Verurteilung von 99 Angeklagten. Die Berufüngsverhandlung erbrachte nichts Neues. Die Angeklagten unterstrichen immer wieder, daß sie von den politischen Zielen des Ma- niura keine Ahnung gehabt hätten. Ihnen sei es nur darum gegangen, endlich wieder Arbeit unb Brot zu erhalten. Das Gericht kam zur Verurteilung von 105 Angeklagten. Der Hauptangeklagte Zajonz erhielt 8 Fahre Gefängnis, fünf weitere wurden zu je 7 Fahren Gefängnis verurteilt. Gefängnisstrafen in Höhe von 20 Monaten bis zu 5% Jahren wurden wegen Hochoerrats gegen 94 Angeklagte verhängt. Fünf Angeklagte erhielten wegen Geheimbündelei je ein Fahr Gefängnis. Den meisten Angeklagten wurden die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 10 Fahren abgebrochen. Gegen die Bolftbewisierung Frankreichs. Die Soziale Bolkspartei Doriots fordert Verständigung mit Deutschland. Paris, 9. Nov. (DNB.) Die Soziale Volkspartei, bie von bem ehemaligen Kommunisten Doriot gegrünbet worben ist unb heute die entschlossensten Gegner Moskaus in ihren Reihen hat, ist zu ihrer Parteitagung zusammengetreten. Die Abgeorbneten schlossen jebesmal mit dem Schwur, „biefe ausländische Gefahr aus Frankreich zu verjagen" Doriot kam zu ber Feststellung, baß jebe anbere Regierung als die Volksfrontregierung bereits ein Verfahren gegen die Drahtzieher Moskaus eröffnet haben würde. Die Regierung Blum dagegen schließe beide Augen. Die Vorbereitungen der Kommunisten für ben Bürgerkrieg schienen die Regierung nicht zu beunruhigen. Ihre Unverschämtheit nehme angesichts der Unfähigkeit ber öffentlichen Gewalt immer mehr zu. Doriot erklärte, baß er bie Front ber Freiheit schaffen wolle. Er reiche allen Franzosen bie Hanb, bie bereit seien, gegen Moskau zu kämpfen. Doriot forberte bie Auflösung ber Kommunistischen Partei unb bie Nichtigkeitserklärung bes französisch-sowjetrussischen Paktes, Anerkennung ber Regierung Franco unb bie Bereinigung ber französisch-italienischen unb ber französisch-beutschen Beziehungen. Zehnmal habe ber beutsche Reichskanzler einen Aufruf an Frankreich gerichtet, aber nicht ein einziges Mal haben bie französischen Staatsmänner barauf geantwortet. Worauf wartet man eigentlich, um unmittelbare Verhanblungen mit Deutfchlanb aufzunehmen? « Die Kommunisten hatten bereits am Montagnachmittag bas Stabttheater, in bem ber ßanbespertei- tag ftattfanb, förmlich belagert. Um Zusammenstöße zu oermeiben. waren einige taufenb Mann Mobilgarbe eingesetzt worben. Trotzdem kam es zu einer schweren Schlägerei. 14 Polizisten wurden verletzt, davon einer so schwer, daß er ins Krankenhaus geschafft werben mußte. Um dos Unifnrmöerbof in England. „Morning Post" fordert Verbot der kommunistischen Partei. London, 9.Nov. (DNB.) Innenminister Sir Föhn Simon brachte im Unterhaus bie neue Gesetzesvorlage zur Sicherung ber öffentlichen Orb- nung ein, bie in erster Lesung erlebigt würbe. Die Dorlage sieht bas Verbot bes Tragens politischer Uniformen, sowie bas Verbot ber Unterhaltung von Berbänben militärischen ober ähnlichen Charakters burch Privatpersonen vor. Gleichzeitig enthält bie Vorlage neue Bestimmun- gen für bie Wahrung ber öffentlichen Drbnung bet °"£nttifen Umzügen unb Versammlungen. Der Führer ber englischen Faschisten, Mosley, Unter fr dem Lande Schleir, des ber 2 [djajt in tinb ob e i Fühlungnah verbänden, des NS.-R schäft „Kras auf gleichem len in Verb Abordnung sallenen. Da- Essen, an der teilnahm. Der Vorsitzender d oai\ DeuWc Meine Die W sters Gras deskanzler i waren vor rahmt. Grä Bundespräsi brunn mit thcater des Staatsbesuch Der \t schlag sä runb 31,: wirkliche s spielsweise besverteidi vorlagc muß zuge unmöglich vorangega gabenpoliti Ku Der 3n der 9 farb Goeri verstarb Bieberstein Seeschlacht" Südpolarexj viele deutsä stme Dram Preis erhal unb hat sp Clne Existen. Dr. Doller ijam & für dm *n Amte "««Den. 2j Alten die te üb-! 5? Augen » e, Ueberga gruQr !Qni*nen UM —JLerMlei Lgerkrieg: «ti m« 'SA li! Srrn d'e UI1$enn unfj SS* Stobt?.1* Ä* M-dlich * eine ein einziges aufMmor ist, warum l IW”' unserem stützt °»ck **■ " «i-d-r 6e? gtuD«!1 äierun«« muAch $ie" u n i tiefet wandte sich in Manchester gegen das Unifonnver- bot. Unter Anführung zahlreichen Beweismaterials verwies er darauf, daß die bestehenden Gesetze von Sozialisten und Kommuni st en immer wieder in unverschämte st er Weise gebrochen worden seien, ohne daß eiroas gegen diese Ruhestörer unternommen worden wäre. Die Regierung greife schon zu marxistischen und kommunistischen Mitteln, um den Fortschritt der Bewegung aufzuhalten, die sie am meisten fürchte. Die „M o r n i n g Po st" fordert Verbot der Kommunistischen Partei. Das Blatt erklärt: Englands öffentliche Meinung widersetze sich natürlich jedem politischen Bekenntnis, das die verfassungsmäßige Freiheit der Engländer beein- trächtigen könnte. Daher werde die Einschränkung der Bewegungsfreiheit der englischen Faschisten weitgehend begrüßt. „Aber", fragt das Blatt, „ist der Kommunismus — siehe den spanischen Bürgerkrieg — eine g e r i n g e r e G e f a h r für die verfassungsmäßige Freiheit? Und wird die Verteidigung dieser Freiheit dadurch geschwächt oder ge- stärkt, daß man dem Kommunismus die Bahn freigibt? Was sieht das Gesetz für die öffentliche Ordnung vor, um jene unterirdische Agitation zu ver- hindern, die keine Uniform trägt und daher viel schwieriger zu überwachen und zu kontrollieren ist?" Wenn unsere Minister das Land ernstlich vor Bewegungen schützen wollen, die unser altbewährtes Regierungssystem ebenso wie den Frieden der Städte bedrohen, dann müssen sie damit beginnen, sich ehrlich mit der anhaltenden und heimtückischen Einmischung einer Organisation auseinander- zusetzen wie der der Moskauer Komintern. Es ist bestimmt unerträglich, daß eine fremde und angeblich uns befreundete Macht in unserm Lande eine Agitation fördern und unterstützen darf, die nur ein einziges Ziel hat, nämlich einen U m st u r z her- aufzubeschwören. Wenn die Regierung einmal dabei ist, warum sollte sie dann nicht gleich ein Gesetz schaffen, durch das jede politische Organisation in unserem Lande, die vom Ausland unter- stützt wird, verboten wird. Kleine politische Nachrichten. Die Besprechungen des italienischen Außenministers Graf C i a n o mit dem österreichischen Bundeskanzler und dem Staatssekretär für Aeußeres waren von zahlreichen Veranstaltungen umrahmt. Gräfin Ciano besuchte die Gattin des Bundespräsidenten. Ein Festessen im Schloß Schönbrunn mit einer Galavorstellung in dem Barocktheater des Schlosses beendeten den ersten Tag des Staatsbesuches. * Unter Führung von Prof, von Arnim und dem Landesgruppenleiter der NSDAP. Frankreich, S ch l e i r, weilen einige Mitglieder des Vorstandes der Deutsch-Französischen Gesellschaft in Paris. Reichskriegsopferführer Ober- l i n d o b e r benutzte die Gelegenheit zu weiterer Fühlungnahme mit den französischen Frontkämpferverbänden. Auch Vertreter des Reichsnährstandes, des NS.-Rechtswahrerbundes, der NS.-Gemein- schaft „Kraft durch Freude" konnten sich mit den auf gleichem Gebiet arbeitenden französischen Stellen in Verbindung setzen. Am Sonntag ehrte die Abordnung das Andenken der französischen Gefallenen. Das Comite France-Allemagne gab ein Essen, an dem auch Botschafter Graf Welczeck teilnahm. Der kriegsblinde Abgeordnete Scapini, Vorsitzender des Komitees, brachte einen Trinkspruch auf Deutschland und Frankreich aus. * Der französische Haushaltsvoranschlag schließt mit einem Fehlbetrag von rund 3Vz Milliarden Franken ab. Der wirkliche Fehlbetrag ist jedoch viel höher, da beispielsweise die neuen Anforderungen für die Landesverteidigung dem Parlament in Sondervorlagen zugehen werden. Der Finanzminister muß zugeben, daß rein ziffernmäßig ein Ausgleich unmöglich ist, weil man, wie er behauptet, in den vorangegangenen Jahren eine „etwas tolle" Ausgabenpolitik getrieben habe. Kunst und Wissenschaft. Der Dramatiker Reinhard Goering f. In der Nähe von Jena ist der Dramatiker Reinhard Goering im Alter von noch nicht 50 Jahren verstorben. Goering war 1887 auf Schloß Bieberstein bei Fulda geboren. Seine Dramen „Die Seeschlacht", „Der Erste", „Scapa Flow" und „Die Südpolarexpedition des Kapitäns Scott" sind über viele deutsche Bühnen gegangen. Goering, der für seine Dramen den Schiller-Preis und den Kleist- Preis erhalten hatte, lebte zeitweise in Finnland und hat später vergeblich versucht, sich als Arzt eine Existenz zu gründen. Dr. Walter Groß erhält den Diekrich-Lckarl-Preis. Der Hamburger Senat hat den Dietrich- Eckart-Preis der Freien und Hansestadt Hamburg für das Jahr 1936 dem Leiter des Rassepolitischen Amtes der NSDAP., Dr. Walter Groß, verliehen. Die Verleihung ist damit begründet worden, daß Dr. Groß in seinen Arbeiten und Schriften die Probleme der Rassenfrage in wissenschaftlich überzeugender Weise der Volksgemeinschaft vor Augen geführt und verständlich gemacht hat. Die Uebergabe der Verleihungsurkunde wird im Februar 1937 in einem Staatsakt im Rathaus zusammen mit der Ueberreichung der Urkunde an den im Januar 1937 zu bestimmenden Preisträger des Lessing-Preises der Freien und Hansestadt Hamburg erfolgen. Baldwin spricht auf dem Lordmayor-Bankett. „Es gibt nur eine pflicht, sich zur Rettung Europas zusammenzuschließen." Lordmayor-Zug im Zeichen der Ausrüstung. London, 9. Nov. (DNB.) Der diesjährige Lordmayor-Umzug durch die Straßen der Londoner City stand ganz im Zeichen der englischen Aufrüstung und der neuen Rekrutierungspropaganda. Der Aufmarsch zeigte die Entwicklung der englischen Wehrmacht vom Jahre 1537 über die Zeit Cromwells, die napoleonischen Kriege, den Burenkrieg und den Weltkrieg bis zur Jetztzeit. Nach einer langen Folge historischer Truppen- und Marineabteilungen sah man eine Gruppe, die die in den Weltkrieg marschierenden Rekruten des Jahres 1914 zeigte, gefolgt von britischen Truppen in Frankreich und Flandern und in Gallipoli. Diese waren in ihren beschmutzten und abgerissenen Khaki-Uniformen besonders realistisch dargestellt. Hinter einer Abordnung des britischen Frontkämpferverbandes folgten zahlreiche Truppen — Marine- und Fliegerabteilungen, die den jetzigen Stand der britischen Wehrmacht zeigten. Zug um Zug marschierten die Infanterie-, Tank- und Flakformationen der Londoner Territorialregimenter ein. Schwere und leichte Tanks, vollbemannte Flakkanonen und Flakgeschütze rasselten durch die Straßen der Londoner City. Den Schluß des Umzuges bildeten die Vertreter der Londoner Gilden und Zünfte mit ihren bunten Kostümen und schließlich die von sechs Pferden gezogene Prunkkarosse des neuen Lordmayors von London, Sir George Bro ad- b r i d g e, der anschließend in den „Law Courts", den Sitz der Londoner Gerichtsbarkeit, unter großer Feierlichkeit in sein neues Amt eingeführt wurde. Das Guildhall-Bankett. Montag abend wurde in der Guildhall das Bankett des neuen Lordmayor veranstaltet, zu dem beinahe sämtliche Kabinettsmitglieder, das diplomatische Korps, die obersten englischen Richter und führende Persönlichkeiten der englischen Wehrmacht sowie der Kirche erschienen waren. Auch Botschafter von Ribbentrop befand sich unter den Gästen. Außenminister Eden brachte in überlieferter Weise die Gesundheit der ausländischen Botschafter aus, indem er ihnen für ihre Bemühungen um die Aufrechterhaltung guter Beziehungen zwischen ihren Ländern und England dankte. Er prach dann von dem Verlust, den der Tod des rüheren deutschen Botschafters von H o e s ch bereutet habe und hieß den neuen deutschen Bot- chafter von Ribbentrop unter dem herzlichen Beifall der Tischgäste in London willkommen. Von dem ebenfalls anwesenden polnischen Außenminister Beck sagte (Eben, daß er der Sache des Friedens große Dienste erwiesen habe. Baldwin ergriff darauf das Wort. Er erklärte: Die britische Regierung werde alle Versuche, die Hindernisse des internationalen Handels zu verringern, unterstützen. Baldwin sprach seine Befriedigung über das Handelsabkommen mit Italien aus, das eine schrittweise Rückkehr zu normalen Handelsbeziehungen zwischen den beiden Staaten ermöglichen werde. Er freue sich darüber, daß die Versicherung Edens, die englisch-italienischen Interessen im Mittelmeer seien nicht auseinanderlaufend, sondern sich ergänzend, in Italien gut ausgenommen worden fei. Er wolle einige Worte sagen über die Vorbereitungen für eine Konferenz zwischen den fünf Westmächten zur Aushandlung eines neuen Vertrages an Stelle des früheren Locarnovertrages. Die englische Regierung hoffe, daß dieser Pakt der erste Schritt zu einer europäischen Regelung sein werde. Zu dem polnischen Außenminister Beck gewandt, sagte Baldwin, daß Polen in der Vergangenheit mehr als irgendeine andere Nation für die Sache der nationalen Freiheit gelitten habe, das heutige Polen habe ein großes Werk der nationalen Wiederbelebung vollbracht. Unter der Führung des Marschalls Pilsudski habe es seinen Platz in der Reihe der Großmächte gewonnen. Es habe seine durch den Krieg verwüsteten wirtschaftlichen Hilfsquellen neu organisiert und entwickelt. Polen besitze ferner d i e neueste Marine im heutigen Europa, der England als eine der ältesten Flottenmächte seine Grüße entbiete. Polnische Handelsschiffe seien in allen Meeren zu finden. Das Sinnbild der Leistungen Polens im Handel fei der Bau und die Entwicklung des großen Hafens von Gdingen gewesen. Auf diesem Gebiet wie auf allen anderen rechne England mit der Entwicklung einer engeren Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern, denen beiden die Sache des Weltfriedens ernstlich am Herzen liege. Der Winisterpräfident wandte sich gegen den, wie er sich ausdrückte, „unverständlichen Wahnsinn" der A u s r ü st u n g ganz Europas, die eine Verbesserung des Lebensstandards der Völker verzögere und einen Krieg wahrscheinlich mache. Es gebe aber niemand im heutigen Europa, der nicht wisse, was ein Krieg auf die Dauer bedeute. Deshalb gebe es nur eine Pflicht für alle, nämlich f i ch z u - fammenzufchließen und Europa zu retten. Wit Recht widme England jetzt feine Aufmerksamkeit feiner eigenen Verteidigung: „Ich bin bereit, unsere ganzen Anstrengungen, unbeachtet der Kosten an Menschen und Geld, dem zu widmen, was notwendig ist. Gleichzeitig bin ich mir aber des Wahnsinns von uns allen bewußt. Ich erkläre, daß die Verteidigung unserer Ration ln der gegenwärtigen Weltlage unvermeidlich ist, und wir sind entschlossen, in dieser Hinsicht nichts unversucht zu lassen." Baldwin äußerte hierauf die Ansicht, daß zukünftige Kriege möglicherweise den Charakter von „Religionskriegen" (?) haben könnten, wie man sie im Mittelalter gekannt habe. Es gebe heute geistige Auffassungen, deren Vertreter ihre Weltanschauung „bis zum Tode erzwingen" möchten. Man sitze hier niemals zu Gericht über die Ereignisse in ausländischen Staaten, aber er sei entschlossen, daß in England keine dieser „Gewalten" jemals triumphieren solle. In England sei kein Raum für irgendeine Form einer „organisierten Weltanschauung". England glaube, ohne über irgendjemand zu Gericht zu sitzen, daß es einen Beitrag zu den heutigen Bedürfnissen der Welt zu leisten habe. Wenn dieser Beitrag verloren ginge, weil England seine Stellung in der Welt nicht aufrechterhalten könnte, dann wäre die Welt der Verlierer. Jede große Nation habe der Welt etwas zu geben. Englands Beitrag sei die „Freiheit des Geist e s" und es müsse bereit sein, im Notfall bis zum äußersten für diese Freiheit zu kämpfen. Ebenso wie in England nicht die Absicht bestehe, sich in die inneren Angelegenheiten irgendwelcher Länder einzumiscken, so dulde England auch keine Einmischung irgendeines anderen Landes in seine inneren Angelegenheiten. Die britische Regierung sei bereit und bemüht, jede Gelegenheit xu ergreifen, um das Anwachsen der Rüstungen aufzuhalten, eine Rü» stungsherabsetzung zu erzielen. Abrnachun- gen, die für den Frieden wirkten, beizutreten und von Europa die Furcht, von der es gegenwärtig beherrscht sei, zu entfernen. Bevor diese Furcht nicht beseitigt sei, sei keine Aussicht auf irgendeinen materiellen und geistigen Fortschritt der Menschheit vorhanden. Schließlich unterstrich auch der englische Kriegsminister Duff C o o p e r die Notwendigkeit der englischen Aufrüstung mit der Erklärung, ein starkes England sei die beste Friedenssicherung. Fortschreitende Entspannung zwischen England und Italien. Mussolini schlägt ein Gentleman-Agreement über das Mittelmeer vor. London, 9. Nov. (DNB.) Mussolini hat den Korrespondenten der „Daily Mail" Ward Price zu einer Unterredung empfangen. Auf die Frage, welchen praktischen Weg Mussolini für eine italienisch-englische Aussöhnung vorschlage antwortete Mussolini: „Ein Gentleman- 'Agreement, das ist mein Wunsch. Ein Nichtangriffspakt würde nur zu neuen Komplikationen führen. Ich möchte die Paktmanie, die sich jetzt austobt, nicht noch verstärken. Ich strebe eine Lösung an, die in der Form so einfach und klar wie möglich ist. Die englischen und italienischen Interessen im Mittelmeer widersprechen sich nicht, sondern ergänzen sich. Keine Nation kann sich den Luxus leisten, der anderen'in diesem Meer feindlich gegenüberzustehen. Das Abkommen ollte daher den gegenseitigen Schutz die- e r Jnteres sen fidjer ft eilen. Deshalb ollte es zweiseitig sein und sein Charakter derart, daß auch die anderen an das Mittelmeer angrenzenden Staaten wieder beruhigt werden. Eine Formel für dieses Abkommen zu finden, ist nicht schwierig. Aber die unerläßliche Voraussetzung für die Schaffung einer solchen Formel ist die neue geistige Atmosphäre, die im Entstehen ist. Diese neue Atmosphäre berechtigt zu dem Glauben, daß ein neues Blatt in der Geschichte der Beziehungen zwischen unseren beiden Völkern auf- geschlagen wird." Reuters Korrespondent in Rom erklärt, es sei eine wesentliche Entspannung zwischen England und Italien zu verzeichnen. Die Unterzeichnung des Wirtschaftsabkommens und die Zurückziehung der indischen Truppen aus Adois Abeba hätten schon zu einer Entspannung beigetragen. „M o r n i n g P o st" meint, es bestehe starke Wahrscheinlichkeit dafür, daß in Kürze ein Gentleman-Agreement abgeschlossen werde, dessen Ausgabe darin liege, das gegenseitige Mißtrauen zu beseitigen. Ein derartiges Abkommen könne in der Form eines Austausches von Briefen stattfinden, in denen die beiderseitigen Interessen im Mittelmeer gegenseitig anerkannt würden. Außerdem könnte sich jede Regierung vielleicht verpflichten, keine zweiseitigen Flottenabmachungen mit anderen Ländern zu schließen, ähnlich den Vereinbarungen, die Großbritannien während der Sanktionszeit mit Jugoslawien, Griechenland und der Türkei abgeschlossen hatte. Die „Daily Mail" erklärt, Mussolini werde gebeten werden, seine Ansichten über das neue Abkommen noch genau zu umreißen. Dem britischen Botschafter in Rom seien entsprechende Anweisungen erteilt worden. Wenn alles gut gehe, bestehe die Möglichkeit, daß Graf Ciano zu einer allgemeinen Aussprache nach London eingeladen werde. Es sei offensichtlich, daß die englische Regierung die augenblicklich günstige Lage nicht ungenutzt Dorübey gehen lassen wolle. Der Kampf um die Hauptstadt. Bombardement der von den Roten befestigten punkte innerhalb Madrids. Salamanca, 10. Nov. (DNB. Funkspruch. Von unserem Sonderberichterstatter.) Nachdem die nattonalistischen Truppen der Zivilbevölkerung von Madrid 24 Stunden Zeit gelassen hatten, um sich in die von General Franco bezeichnete Zone zu begeben, die nicht bombardiert werden soll, begann am Montag d i e Beschießung der von den Roten befestigten Punkte der Hauptstadt. Artillerie und Flieger arbeiteten mit gutem Erfolg an der Zerschlagung des Widerstandes der Roten. Die nationalistischen Truppen halten das südliche Ufer des Manzanares besetzt, einschließlich der Brückenköpfe. Das Oberkommando will den Einmarsch in das Stadtinnere erst genehmigen, wenn die Gefahr von Angriffen aus dem Hinterhalt möglichst beseitigt ist. Die Roten haben vor ihrem Rückzug aus den südlich der Hauptstadt gelegenen Stellungen alle militärisch wichtigen technischen Einrichtungen zerstört. So wurden auf den Flugplätzen Getafe und Cuatro Vientos d i e Funkstationen abmontiert und fort- geschleppt. Die Flugplätze selbst sind durch Minen verseucht, die Fluahallen wurden stark beschädigt. Man nimmt an, daß auch innerhalb von Madrid von den Roten Tretminen eingebaut worden sind. Aus diesem Grunde soll bei der Besetzung mit größter Vorsicht vorgegangen werden, um unnötige Opfer zu vermeiden. Die Kämpfe um den Park von Casa del Campo sind außerordentlich heftig gewesen. Die Roten benutzten jeden einzelnen der kräftigen alten Parkbäume als Deckung. Um jeden Baum und jeden Strauch mußte gekämpft werden, da hier keine Artillerie eingesetzt war. Die Entscheidung brachten marokkanische Truppen, die diese Art des Einzelkampfes gewohnt sind. Es gelang ihnen, eine ganze Kompanie der Roten gefangen zu nehmen. Einer nationalistischen Kavallerie-Abteilung unter dem Befehl des Obersten Mo- nafterio ist es am Montag gelungen, d i e Straße Madrid — Valencia wenige Kilometer südöstlich von Madrid abzuschneiden. Damit ist die einzige Fluchtmöglichkeit für die Roten unterbunden. Auch die Heranschaffung von Verstärkungen für die Roten aus Valencia ist damit unmöglich geworden. Sowjettussische Truppen an der katalanischen Küste. Französischer Krankenpfleger durch Rote zu Tode gemartert. Paris, 10. Nov. (DNB. Funkspruch.) „Jour" veröffentlicht Enthüllungen eines Franzosen, der an Bord des sowjetrussischen Dampfers „Z y r t a n i n" nach Barcelona gekommen mar, uni auf Seiten der Roten zu kämpfen. Nach Zusammenstößen mit der Geheimpolizei der Gewerkschaften floh er. Er berichtet nun, wie ein französischer Krankenpfleger, der lediglich bemerkt hatte, „ein verwundeter Nationalist und ein verwundeter Marxist, das sind zwei Unglückliche", von den Roten zu Tode gemartert wurde. Sie banden ihm eine Sprengpatrone um den Leib und entzündeten sie. Die Explosion schleuderte den Rumpf des Krankenpflegers vier Stockwerke hoch. Sein Becken und feine Beine blieben am Boden liegen. Der Flüchtling berichtet auch über das bei Barcelona an der Küste aufgestellte sowjetrussische Kriegsmaterial. Außerdem befinde sich dort ein sowjetrussisches Bataillon mit 41 Maschinengewehren und 10 Geschützen. Falls die ’L <1111 Hilf iiii iii iii z I«! IS! ii in ■ii. U 7 !«!■!■!■!■!■!■! VIMIWIIIWIMIIWI reieiiiiiiii ei iiiiiiiimiii ii 1 ieiaiBiiiwiiii !■!■!»■!■!■!■ reiBiBiBieiei* WZM ii. !!! iiiifirt iaiSiaiiiiiü läiaiaiiiaiai !■!!!■!■!■>■< eiiieiei' WA... jjrjiiiBiiieiiiiiiiÄiiiiieiwjeiiieiÄieiiiiiÄiiieiiieiiieiÄieie.iigii gS$ ÄieimmiiaiBwaiBiBieiweieigieieieieieieimeigieir-------------- ’ ■iaiaiBiäiiiilnaii—--------—————————— I Ml mj iiÄii ieiiieiaiaiai :::::: ;'>i"'«!">ä>>!g!äi"!g!gig!a>!aig>giBiaiBi2iBiäiä!iiigiaigiäiäiaiaiaiiiäiBif HBiBiBiaia'BiaiBiBwaiaigigigig'BiBiBigiaigiHiBiaiaiBiaiBiB'BiBiaiaiBigiBiiianimiii——>ii»i>iäiWi»MM«WmiSi'äiSiUiSiUiäiWlmäZiUiäi' iii äiigigigiaiäi* aiiir liiiÄiiiieiiiiiiiäiiiäiäiBie'iaiBiaiaiSiaiBiäiaimSieiiia/aiaie .iii jajai' iiäiaiaiäiHiiigiaiäiaiaiaiaiaiäiiiaiiiaiäiäiäiBiiiaiiiiiaiaiiir nili -‘—"-ia'-W- '»IWI-—H>--«iiii .5. ST ;■!■!■ E If weil r 'Mil / A Nationalisten einen Landungsversuch unternehmen, sei eine Abwehr lediglich durch sowjetrussische Truppen vorgesehen. Die Anarchisten hätten in zwei Monaten 2 000 Franzo s en in Barcelona an- Leworben. Mysteriöses Schiff in Esbjerg. Sowjetrussischer Munitionstransport für die spanischen Marxisten? Kopenhagen, 10. Nov. (DNB. Funkspruch.) Kopenhagener Blätter berichten über den norwegischen Dampfer „S a g a", auf der Reede von Esbjerg. Verschiedene Anzeichen deuteten jedoch darauf hin, daß er Munition aus Sowjetrußland nach Spanien bringen solle. „Na- tionaltidende" weist darauf hin, daß der Dampfer zwar offiziell mit Stückgut nach England unterwegs sein soll, da er aber die Pulverflagge führe, die auf das Vorhandensein von brennbaren Flüssigkeiten oder Sprengstoffen an Bord hindeute, könne es keine ganz gewöhnliche Stückgutladung sein. Der Kapitän habe die Hafenbehörden ersucht, nichts von dem Aufenthalt des Schiffes oder von seiner Ladung verlauten zu lassen. Ob es sich um Munition für die spanischen Kommunisten oder Dynamit für die englischen Kohlengruben handele, müsse dahingestellt bleiben. Oie spanische Botschaft in Berlin hißt die nationale flagge. Berlin, 9. Jloo. (BJIB.) Nachdem der bis- herige Vertreter der spanischen Volksfront in Vertin, Rovira, am Samstag die Botschaft fluchtartig verlassen und die Schlüssel zu dem Gebäude dem Kraftfahrer übergeben hatte, hat am Sonntag der ehemalige spanische Botschafter Agramonte y Cortijo das Botschaftsgebäude in der Großadmiral-Prinz-heinrich Strahe namens der spanischen national- regierung in Besitz genommen. Am TNonkag- mittag wurde auf dem Botschaftsgebäude in Gegenwart von etwa 150 Angehörigen der spanischen Kolonie die rot-gold-rote Flagge der spanischen Rationalregierung gehißt und die Vebernahme der Amtsgeschäfte durch Botschafter Agramonte verkündet. Ein Schwerverbrecher als „Lustizminister" Salamanca, 9. Nov. (DNB.) Wie der Sender Burgos mitteilt, wurde bei der letzten Ministerkrise in Madrid der marxistische Schwerverbrecher Juan Garcia Oliver zum „Justizminister" ernannt. Dieser Vertreter der roten „Justiz" ist ein bereits mehrfach wegen verschiedener Raubüberfälle vorbestrafter Verbrech e r. Seine letzte Straftat war ein R a u b ü b e r - fall auf einen Kraftdroschkenführer, den er mit zwei anderen Wegelagerern ausführte. Die drei Verbrecher plünderten den Fahrer vollkommen aus und ließen ihn dann gefesselt und geknebelt am Wegrand liegen. Sie fuhren darauf mit seinem Wagen fort. Das stattliche Strafregister nebst Bild dieses „Justizministers" kann man auf fast jeder spanischen Polizeidirektion im Verbrech e r a l b um finden.__ Aus aller Welt. Oeutsches Motorschiff „Isis" gesunken. Gesamte Besatzung verloren? Nach Meldungen des Dampfers „Westernland" muß mit dem Total vertust des deutschen Frachtmotorschisfes „Isis" leider gerechnet werden. Von 40 Besatzungsmitgliedern ist vorläufig erst ein Mann, der Deckjunge Fritz R o e t h k e aus Berlin, vom Dampfer „Westernland" gerettet und an Bord genommen worden. Der Schiffsjunge Fritz Roethke erzählte u. a. folgende Einzelheiten über die untergegangene „Isis": Auf der „Isis" war Lukei eingeschlagen und das Vorschiff stand bis zum Hauptdeck unter Wasser. Der Kapitän glaubte, daß sich das Schiff schwimmend halten könnte, solange Schott 2 standhielt. Gegen 20 Uhr schlug ein großer Brecher über das Schiff, der offenbar auch Schott 2 eingeschlagen hat. Daraufhin gab der Kapitän den Befehl zum Aussetzen eines Rettungsbootes. Kaum hatte sich Fritz Roethke mit einigen Kameraden in das Boot begeben, da brach wieder eine schwere Sturzsee über das Schiff und zertrümmerte das Rettungsboot. „Die Sturzsee erfaßte auch mich", so erzählte der Schiffsjunge. „Als ich mich im Wasser schwimmend wieder fand, sah ich, wie das Heck des Schiffes steil in die Höhe ging. Langsam versank der Dampfer. Etwa eine halbe Stunde hörte ich Hilferufe. Aber sie wurden immer schwächer und immer weniger. Ich sah ein kielobentreibendes Boot. Darauf schwamm ich zu und klammerte mich fest..." Der erste Eintopf im Luftschiff „Hindenburg". Zum ersten Male in der Geschichte der deutschen Luftschiffahrt standen am letzten Eintopfsonntag auch die Fahrgäste und die Besatzung des Luftschiffes „H i n d e n b u r g", das sich auf der Reise nach Rio de Janeiro vor der Küste Südamerikas befand, im Dien st e des Winterhilfswerks. Bei der Deutschen Zeppelin-Reederei in Frankfurt lief folgendes Radio-Telegramm ein: „Resultat Eintopf „Hindenburg" 350 RM. Bitte diese Summe dort beim WHW. einzuzahlen. Heil Hitler! P r u tz, Kapitän." Der Betrag von 350 RM. wurde von der Deutschen Zeppelin-Reederei Frankfurt sofort an das Winterhilfswerk überwiesen. Wieviel Rundfunkteilnehmer gibt es in Deutschland? Am 1. November 1936 betrug die Gesamtzahl der Rundfunkteilnehmer im Deutschen Reich 7 757 265 gegenüber 7 589 027 am 1. Oktober. Im Laufe des Monats Oktober ist mithin eine Zunahme von 168 238 Teilnehmern (2,22 o. H.) eingetreten. Unter der Gesamtzahl am 1. November befanden sich 548 679 gebührenfreie Anlagen. 70 Jahre Verein Deutscher Lokomotivführer. Am 12. November 1866, vor nunmehr 70 Jahren. gründeten 280 deutsche Lokomotivführer in Ludwigshafen den „Verein Deutscher Lokomotivführer". Aus dem kleinen Verein, dessen Hauptzweck damals die Unterstützung hilfs- bedürftiger Kameraden und ihrer Angehörigen war — wofür der Beitrag lange Zeit „das ganze Jahr einen halben Taler" betrug — ist heute eine große Organisation geworden, denn das Lokomo- tivpersonal der Deutschen Reichsbahn zählt rund 50 000 Köpfe. Aus Anlaß des 70jährigen Bestehens hält der Verein feine diesjährige Generalversammlung vom 11. bis 13. November in Ludwigshafen ab. Schwere Eifenbahnunfälle in Rumänien. Nachdem am Montag in der Nähe von Predeal in Rumänien ein Schnellzug mit mehreren rangierenden Lokomotiven zusammengestoßen war, ereignete sich in der Nähe von Galatz ein zweites Eisenbahnunglück. Einer der Züge, der die Teilnehmer an einer nationalchristlichen Kundgebung zurückführte, e n t g l e i st e, wobei ein „vollbesetzter Wagen über die Eisenbahnböschung stürzte. Die Zahl der Verletzten ist beträchtlich, u. a. wurden sechs Personen so schwer verletzt, daß sie kaum mit dem Leben davonkommen dürften. Furchtbares Autounglück in Oberitalien. Auf der Autostraße Mailand—Bergamo fielen sechs Personen einem schweren Kraftwagenunglück zum Opfer. Ein großer Kraftwagen fuhr mit hoher Geschwindigkeit gegen einen Kleinwagen, den er überholen wollte. Der Anprall war so stark, daß der kleine Wagen durch den Bruch eines Benzinrohres in Brand geriet. Von den Insassen des Kleinwagens hatten sechs — fünf Erwachsene und ein Kind — nicht mehr die Zeit, sich in Sicherheit zu bringen und konnten nur als vollkommen verkohlte, unkenntliche Leichen aus den Trümmern des Wagens geborgen werden. Der Führer des Wagens kam mit Verletzungen davon. Der Besitzer des anderen Wagens, der den Zusammenstoß verschuldet hatte, wurde in Haft genommen. Der Wetterer-Prozeß. LPD. Heidelberg, 9. Nov. In der Montags- Sitzung des Wetterer-Prozefses hatten die Verteidiger das Wort. Rechtsanwalt Dr. Möß- mer-München erklärte, was Weiterer getan habe, stelle objektiv zwar einen großen Verstoß gegen die Rechtsordnung dar, die Frage bleibe nur. wie weit man den Angeklagten dafür verantwortlich machen könne. Eine scharfe Grenze zwischen Psychopathie und Geisteskrankheit sei nach dem Gutachten der Sachverständigen nicht gezogen worden; es liege beim Gericht, festzustellen, ob der Angeklagte die Fähigkeit besaß, daß Unerlaubte seiner Tat einzusehen. Weiterer sei dem größten Selbstbetrug zum Opfer gefallen, den man sich vorstellen könne. Wenn Wetterer wirklich verbrecherisch veranlagt gewesen wäre, dann hätte er vorsichtiger gehandelt. Dr. Mößmer stellte den Antrag, Wetterer nach § 51 Abs. 1 freizusprechen. Wenn gegen ihn das Verbot der Berufsausübung ausgesprochen werde, dann sei seine Verbringung in die Heil- und Pflegeanstalt nicht notwendig, da er sich nur in Ausübung seines Berufs diese Dinge habe zuschulden kommen lassen. Vorsorglich stellte er den Antrag, eine Strafe auszusprechen, die durch die Untersuchungshaft verbüßt ist. Rechtsanwalt Dr. Leonhard - Heidelberg ging davon aus, daß stch Wetterer objektiv schuldig gemacht hat subsek. tio jedoch nicht. Weiterer habe ängstlich darüber gewacht, daß niemand aus seinem Kranz em Lorbeerblatt nehme. Die ihn umgebende Welt habe er sich systematisch zum Feind gemacht Plötzlich seien dann die Lobeshymnen ausgeblieben, stattdessen erfolgte Angriff auf Angriff. Wetterer habe sich als Märtyrer gefühlt. Sein persönlicher Ruf sei ihm wichtiger gewesen als Verdienst und alles andere. Es fei erschütternd, wie ein Mann seinen ehemaligen Weltruhm wieder aufzuwärmen versuchte. Zwei alte Leute einem Raubmord zum Opfer gefallen. Im Pfarrdors Füssenich im Kreise Düren wurde ein schweres Verbrechen aufgedeckt. Die 74- jährige Witwe Schmitz wurde in ihrer Wohnung ermordet aufgefunden. Die Greisin lag im Bett und war mit Stricken gefesselt und geknebelt. Der im gleichen Hause wohnende 84 Jahre alte Invalide Ferdinand Strunk ist in schwerverletztem Zustande in seinem Zimmer aufgefunden worden. Er wurde sofort dem Krankenhaus zugeführt, wo er noch ohne Besinnung liegt. Seine Verletzungen sind so schwer, daß mit seinem Ableben gerechnet werden muß. Es sind sofort eingehende polizeiliche Ermittlungen ausgenommen worden. Man vermutet, daß Raubmord vorliegt. Wetterbericht des Reichswesterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Noch immer beherrscht der heftige Tiefdruckwirbel die Witterung von ganz Europa. Doch beginnt er sich jetzt mit Kaltluft aufzufüllen und langsam ostwärts zu verlagern, so daß er mit seinem Zentrum bereits über dem Nordseegebiet zu liegen kommt. Die nachströmende Kaltluft wird sich auch bei uns durchsetzen und eine allmählich sich steigernde Abkühlung herbeiführen. Hierbei wird die wechselhafte und unbeständige Witterung eine leichte Beruhigung erfahren. Aussichten für Mittwoch: Veränderlich bewölktes Wetter mit einzelnen schauerartigen Niederschlägen, bei etwas abflauenden, aber immer noch lebhaften westlichen Winden etwas kühler. Aussichten für Donnerstag: Bei Luftzufuhr aus West noch immer veränderliches Wetter mit vereinzelten Niederschlägen, vor allem nachts kälter. Lufttemperaturen am 9. November: mittags 10,2 Grad Celsius, abends 8,2 Grad; am 10. November: morgens 7,5 Grad. Maximum 11,1 Grad, Minimum heute nacht 7,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 9. November: abends 7 Grad; .am 10. November: morgens 6,6 Grad. — Niederschläge 0,1 mm. Sonnenscheindauer 3,7 Stunden.___ Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. X. 36: 10 000. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Ps. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. II II I I ■■!■■■ IHM—l------------ 7138 A SCHADE & '• • 3% Rabatt einige Artikel! Frische Fische Deutsche Fettbückinge soo g 38 Mittwoch von der See eintreffend Kabliau ohne Kopf im ganz. Fisch 500 g 500 g DAfharcrhfiSpfcaa Q FÜLLGRABE die führende Maß-Schneiderei Plockstraße 7 A.Koch Nachfolg. j Mäusburg 15. Ruf 3612^^, Immer fesch gekleidet y Damen-Pullover r nr solide Ausführung .. U.Zü Damen-Pullover q fa der mod.Geschmack O.uU 11.90 Damen-Strickkleid aa sportl. Aust., Gr. 42 lu.UU Damen-Strickkleid ai fa hochw. Qual., Gr.42 Zt.uU G!ESSE/V*MÄUteUR GIG =?• 71 Ofi » M Katarrh Asthma Husten Damen-Weste sehr apart. 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Wir vergessen darum nicht, was hinter uns liegt, weil die Kraft, die wir brauchen, aus Gegenwart und Vergangenheit und aus dem Glauben an die Zukunft kommt. An der deutschen Straße stehen wie Kilometersteine die Erinnerungsmale. Sie tragen Daten und Namen: 9. November, 30. Januar, Langemarck. Langemarck war, militärisch gesehen, nicht eine Schlacht, sondern eine Schlachtenfolge vom 20. Oktober bis Mitte November 1914. Wenn der 10. November als Gedenktag gilt, so deshalb, weil in dem Armeebefehl der 4. Armee für den 10. November 1914 „die Wegnahme der Höhe 10 bei Vixschoote und die Erstürmung von Langemarck" als Vorbedingungen für das Gelingen des Angriffs bezeichnet wurden, und weil tags darauf der Bericht der Obersten Heeresleitung das Dorf Langemarck in die Geschichte einführte. Was das Wort „Langemarck" umschließt, ist groß und ehrfurchtgebietend. Es bedeutet mehr als den Namen eines Schlachtortes. Houthulft, Dixmuidcn. Vixschoote, Poelkappelle — an jeder Stelle der Front in Flandern ist Langemarck. In den dunklen Straßen deutscher Großstädte und in der Einsamkeit jenseits der Grenzen, wo der Krieg nach dem Kriege und der Kampf der Bewegung Opfer forderte — auch da ist Langemarck. An Sommertagen marschiert es sich leicht dahin, lagert es sich herrlich in den Zelten, in den Wäldern und am See. Die Natur lockt die Jungmann- sch^aften immer wieder ihre junge Kraft zu erproben. Bis an einem Herbsttage der Regen gegen die Scheiben schlägt. Dann rückt die junge Mannschaft zusammen. Das Wort, das auf dem Heimabend in Die Stille fällt, hat ein besonderes Gesicht. Das Ziel der Winterarbeit ist die Erziehung zum Soldaten in dem Sinne, wie es Obergebietsführer S t e l l r e ch t in seinem neuen Buch über „Die Wehrerziehung der deutschen Jugend" ausdrückt: „Der Rekrut wird nicht nur zum Soldaten, sondern ebenso sehr auch zum Deutschen erzogen. Der Staatsbürger ist nicht zuerst politischer Insasse seines Staates, sondern ebenso sehr sein berufener Verteidiger und im bürgerlichen Leben, in seiner Haltung, nicht zuerst bürgerlich, sondern zuerst Soldat." Mit ihrer Erziehungsarbeit bereitet die Hitlerjugend den Boden vor, auf dem die Wehrmacht weiterbauen kann. Der Erzieher bewegt sich nicht im luftleeren Raum, er braucht das Beispiel als Erziehungsmittel. Er sucht es in der Vergangenheit, in der reichen Geschichte unseres Volkes, und er nimmt es vor allem aus der Gegenwart. Er erläutert das Wesen deutschen Soldatentums an dem Kampf und Sieg des Führers und der Bewegung. Er nimmt Vergleiche aus dem Weltkriege, aus der Geschichte der Freikorps und der Reichswehr Er greift in die Geschichte der HI., der SA., der SS., des Arbeitsdienstes. Er führt feine Jungen heran an die Aufgabe der Bewegung, des Staates und der Wehrmacht. Er bringt sie überall da hin, wo mit Hand und Kopf für Deutschland gearbeitet wird. Der Führer als Erzieher lebt in seiner Gefolgschaft ein Kämpfer- und Soldatenleben vor, und für den Pimpf wie für den Hitlerjungen ist der Dienst im Jungvolk und in der HI. d i e Gelegenheit, sich als Soldat zu bewähren und sozialistische Gesinnung unter Beweis zu stellen. Die junge Generation braucht nicht das Kriegserlebnis. „Keinem deutschen Jungen soll und wird eine Kriegswaffe in die Hand gegeben werden", fordert Stellrecht. Die Waffenschule der Nation ist die Wehrmacht. Aber jede Generation will, sobald sie zu bewußtem Denken erwacht, Fronterlebnis, und die Front ist überall da, wo es um den Kampf für die nationalsozialistische Idee und damit für Deutschland geht. In diesem Kampf bewährt sich der Soldat und der zu soldatischem Denken erzogene Bürger, versagt der Spießer, weil er nichts mehr wagt, weil er immer nur rechnet, weil er nicht auf die Stimme seines Herzens hört. Wir müssen uns auch dann als Soldaten in dem umfassenden Sinne des Wortes zeigen, wenn wir nach dem Waffendienst als der letzten Erziehungsstufe im Beruf stehen und für eine Familie zu sorgen haben. Langemarck ist unvergänglich, weil diese flandrische Schlacht wie die Folge der Schlachten vorher und nachher, von Soldaten durchgekämpft wurde, die eine Idee, die Idee Deutschland in sich trugen. Bei oberflächlicher Betrachtung erscheint es unbegreiflich, daß die Kriegsfreiwilligen vom August 1914 innerlich so schnell den Weg aus einem für den flüchtigen Betrachter ruhig dahinfließenden und materiell viel mehr als heute gesicherten Leben in die flandrischen Gräben fanden. War es ein „Wunder"?. Es waren saubere Jungen und gute Kameraden, die mit Ersatzreseroisten und Landwehrmännern in den jungen Regimentern marschierten. Sie fanden die Welt, in die sie geboren waren, bei aller Lebensfreude gar nicht so besonders schön. In ihnen war eine Unruhe und ein Suchen nach etwas Neuem. Man stellt mit Recht fest: Die nationalsozialistische Idee hat ihren Ausgangspunkt in den Schützengräben des Weltkrieges, und der Lebensgang des Führers vom Frontsoldaten zum Von den 13 Abschnitten des Buches der Enthül- lungen befassen sich nicht weniger als 11 mit der Vorbereitung des Krieges, und das mit Recht, denn diese Vorbereitung ist das Wesentliche an dem Feldzug, das Neuartige. Sicher ist noch niemals ein Kolonialkrieg, vielleicht auch kein anderer Eroberungskrieg derart methodisch „aufgezogen" worden und auch die militärischen Geschichtsschreiber, die sich lieber nut dem Ablauf der kriegerischen Operationen befassen, müssen diesmal wohl oder übel den Arbeitern, statt den Soldaten den Vorrang lassen. Vor dem Gewehr war in Abessinien der Spaten, vor dem Maschinengewehr die Spitzhacke. Die Truppen durften immer nur soweit vorrücken, als ihnen die Arbeiter, durchweg Freiwillige, den Weg gebahnt hotten. Befehl: Binnen 10 Monaten muß d i e große La st wagen st raße Massaua — Asmara fertig sein! Der Zeitungsleser wird sich an den heillos verstopften, ungesunden, höllischheißen und wasserarmen Ausschiffungshafen Massaua erinnern. Wie wäre wohl alles gekommen, wenn die Abessinier Bomber gehabt und in dieses Ehaos hineingewettert hätten! De Bono ist nicht recht zufrieden mit dem ersten Schub weißer Arbeiter, waren doch darunter viele, die noch nie einen Spaten in der Hand gehabt hatten, zum Beispiel „12 Lehrer, 4 Apotheker, drei Rechtsanwälte, 9 Uhrmacher und verschiedene Barbiere" Figaro in Ostafrika! Auch mit dem Parteisekretär St a race gab es Reibungen, ebenso bei den oberen Kommandostellen, doch wollen wir diese Selbstverständlichkeiten übergehen, mögen sie auch in Rom noch lange einen beliebten Gesprächsstoff bilden. De Bono kann es begreiflicherweise nicht so schnell vergessen, daß Badoglio und Les so na gewissermaßen eine Jnspektions- und Kontrollreise ins Aufmarschgebiet unternahmen, dagegen erkennt er die hervorragenden Fähigkeiten G r a z i a n i s, der den Oberbefehl in Somaliland übernahm, neidlos an. Staatsoberhaupt, Führer der Partei und obersten Befehlshaber der Wehrmacht verkörpert sichtbar die Verbindung zwischen den Fronten des vierjährigen Ringens und dem nationalsozialistischen Deutschland. Darüber hinaus ist der Beweins, wie sich bereits an der Schwelle des Weltkrieges in den Köpfen der geistige Umbruch, das Umdenken vollzog, selten zu führen. Ein Zeugnis liegt in einer Zeitschrift vom Juli 1914 vor, in der ein Student seinen Kameraden den Vorschlag macht, fremde Wanderarbeiter durch eigenen Einsatz zu ersetzen. „Ich schlage Euch vor: geht in den Ferien einen Monat auf das Land zu arbeiten. Die Werte solcher Landarbeit sind groß, ein jeder kann sie sich selbst herausdenken. Wenn ihr nicht recht glauben wollt, daß es möglich ist, so kann ich eines nur sagen, daß mich schon ein hessischer Bauer in der Schwalm zur Arbeit angenommen hat." Was hier noch auf dem Untergrund der liberalen Weltanschauung sich als Keim, als unsicheres Tasten, als Wollen mehr denn als Vollbringen zeigt, ist durch den Nationalsozialismus in das Bewußtsein des Volkes und der jungen Nation gerückt worden. Was in einigen wenigen Köpfen einst als Ahnung ohne klare Vorstellung der Verwirklichung und ohne den sicheren Halt einer neuen Weltanschauung lebte, findet heute seine Erfüllung. Langemarck heißt nichts anderes als Einsatz für Deutschland. Langemarck verlangt harte Kämpfer, eiserne Soldaten. Langemarck ist das Symbol für das feste Füreinanderstehen eines Volkes. Das Gedächtnis an Langemarck wachhalten, ist darum keine Feier ohne Beziehung zur Gegenwart, sondern Kraftquell an der Straße, auf der Deutschland nach dem Willen des Führers marschiert. Bald zeichnete sich aber auch ein gewisser Gegensatz zwischen De Bono und Mussolini ab, ein Gegensatz der Temperamente. De Bono rechnete nur als Soldat, Mussolini mußte auch die politischen Schwierigkeiten ins Auge fassen. Der Feldherr wollte im Gedenken an das erste Adua sichergehen und stellte die Vorsicht vor die Tapferkeit, der Duce drängte, weil er drängen mußte. Mitte Mai schreibt er: „Es geht sogar die Rede von einem diplomatischen Schritt. Ich Hobe zu verstehen gegeben, daß wir unter keinen Umständen umkehren würden. Mit der Abordnung zweier italienischer Schiedsrichter nach Genf werden wir die nächste Völkerbundssitzung überwinden und im September doch bereit sein. Kann sein, daß wir dann aus dem Völkerbund austreten müssen. Aber gerade im Hinblick auf diese Möglichkeit darf das Oktoberdatum um keinen Preis verschoben werden, wir müssen für den Operationsbeginn zu dieser Zeit zehn vollständige Divisionen aus dem Mutterland bereitstehen haben ... Bereite dich mit Lebensrnitteln und Munition auf mindestens drei Jahre vor, auch die Durchfcchrtsschwierigkeiten im Suezkanal müssen bedacht werden. Wir müssen auf die schlimmsten und gefährlichsten Möglichkeiten gefaßt sein." De Bono tut, was in seiner Macht steht, aber Mussolini heizt ihm immer aufs neue ein. Am 13. August: „Ich bitte dich dringend, die Abreise der Divisionen ,23. März* und ,28. Oktober* um zehn Tage vorzuverlegen. Antworte mit einem einzigen Wort!" Und die Antwort kommt: „Si." — Ja. Acht Tage später eine neue Branddepesche: „Konferenz ergebnislos verlaufen, ziehe die Folgerungen aus Genf!" Und De Bono: „Ich habe nie an Konferenzen und anderes Geschwätz geglaubt." Nun wird der Depeschenwechsel dramatisch; die Regenzeit nähert sich kaum ihrem Ende, als im Hauptquartier der letzte Brief Mussolinis einläuft: „Das ist der letzte, den ich dir schreibe. Ich glaube, daß du nach dem 10. September ohne weiteres meinen Marschbefehl erwarten kannst. Du wirst um diese Zeit schon die zwei Schwarzhemdendivisionen und weitere 60 Flugzeuge haben. Für den ersten Sprung sind unsere Streitkräfte genügend. Auf der eroberten Linie baust du dich ein, um den Nachschub zu organisieren. Wenn du also nach dem 10. September ein Telegramm von mir mit den Worten .Rapport erhalten' empfängst, so gibst du in den nächsten 24 Stunden den Befehl zum Vormarsch. Antworte mit einem einfachen ,sta bene* (in Ordnung). Alles wird nach Wunsch verlaufen. Ich umarme Dich " Und während die Welt noch immer darüber redet, ob Mussolini Ernst machen werde, könne, dürfe, müsse, antwortet De Bono: Sta bene. 29. September: „Rapport erhalten. Ruhig vorwärts, gib Graziani Befehl, sich unbedingt auf die Verteidigung zu beschränken." Der greife Feldherr fragt jetzt nur noch an, ob eine Kriegserklärung erfolgen solle und wenn ja, von wem. Der Duce antwortet, er brauche sich weder um Gesandtschaften, noch um Konsulate zu bekümmern, Hauptsache: schnell und gründlich zupacken. Keine Kriegserklärung. „Ich befehle dir, den Vormarsch in den ersten Morgenstunden des 3. Oktober zu beginnen/' Die Abessinier leisteten keinen Widerstand. Die „mörderische Schlacht um Adua" ist ein Hirngespinst gewesen, auch von einem Abschlachten der Bevölkerung kann man nicht sprechen, denn den Bombardierungen fielen nach De Bono lediglich eine Frau, ein Kino und einige Stück Vieh zum Opfer. Alle befohlenen Ziele wurden rasch erreicht. Dann gab es die bekannten Stockungen, es stellte sich Benzinmangel heraus, Badoglio will die Abreise neuer Divisionen verhindern, weil die Ausschiffungsschwierigkeiten immer größer werden. Aber Mussolini will nichts davon wissen und — tat gut daran, wie De Bono eingesteht; am dankbarsten sei dafür Badoglio selber gewesen, als er das Kommando übernahm. Mussolini telegraphiert am 20. Oktober, daß es bis zu den englischen Wahlen Mitte November keine Komplikationen in Europa geben werde, folglich weitermarschieren bis Makalle! Nun aber macht der alte Haudegen sorgenvoll darauf aufmerksam, daß nur noch für zwei Monate Proviant vorhanden sei, die Grenze der unzulänglichen Hilfsmittel sei erreicht. Er stehe vor einer Aufgabe, die einen die Haare, so man sie noch habe, ergrauen lassen könne. Er werde alles tun, was menschenmöglich sei, aber vor dem 10. November könne nicht marschiert werden. Da tritt ihm in dem Duce der Marschall Vorwärts entgegen: Es muß einfach schneller gehen! Sieh zu, daß du den 5. November ansetzen kannst! De Bono will gehorchen, aber da läuft schon wieder ein neuer Befehl vom Palazzo Venezia ein: Um die politischen mit den militärischen Notwendigkeiten in Einklang zu bringen (der Duce gebraucht das Filmwort synchronisieren), befehle ich Den Vormarsch a u f Makalle für den 3. November. Es ist am 3. Oktober gut gegangen, es wird jetzt noch besser gehen. Antworte! „Am 3. November wird die Operation mit dem Ziel Makalle ausgenommen." Kaum ist die Bestätigung da, tickt schon wieder der Apparat: „Makalle diene als Stützpunkt, die andern Truppen gehen auf dem ganzen Abschnitt vor. Vorwärts!" De Bono gehorcht, marschiert u nb*f i e g t. Kaum meldet er den Erfolg, kriegt er zur Antwort Marschiere nach Amba Alad- s ch i! Noch einmal zaudert er, da findet er in Adigrat seine Abberufung vor. Schmerzlich schreibt er es in dem Buche nieder: „Der Marsch auf Makalle war mein Schwanengesang". Zahlreiche neue Oiamanlschleifere en im Hanauer Gebiet. Fwd. Hanau, 9. Nov. Nach kurzer Abschwächung ist der Beschäftigungsgrad der Hanauer Diamantschleifereien wieder als befriedigend Zu bezeichnen. In der Umgegend der Stadt Hanau, wie auch in den benachbarten hessischen Ge- meiden, sind im Verlaufe der letzten Jahre zahlreiche neue Betriebe eingerichtet worden, bereits bestehende erfuhren Erweiterungen. Neuerdings sind Betriebe in Langendiebach (Kr. Hanau) für die Diamantschleiferei erweitert worden. In der Landgemeinde Ostheim (Kreis Hanau) sind jetzt acht Diamantschleifereien vorhanden, die hauptsächlich im Laufe der letzten Jahre entstanden sind. Oie Feldherren haben das Won. von unterem römischen E.-Korrespondenten. II. Die Vorbereitung. Madrid wie es wurde. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Toledo, im November 1936. Madrid, zur Stunde noch Schauplatz anarcho- bolschewistischer Schreckensherrschaft, verdankt seine Entstehung einer königlichen Laune Philipps II. Dieser Herrscher, der in Toledo residierte, hatte eines Tages den Einfall, daß die Hauptstadt seines Reiches genau in dessen Mittelpunkt liegen müsse. Und so wurde dann die iberische Halbinsel — Portugal gehörte damals der spanischen Krone — nach allen vier Himmelsrichtungen vermessen, und genau im Mittelpunkt des Landes gründete der König 1561 die Residenz Madrid. Damals aber war Kastilien noch reich an Wäldern, die erst unter Philipps Nachfolgern schonungslos und ohne an die Zukunft zu denken abgeholzt wurden, denn das spanische Weltreich brauchte Schiffe, viele Schiffe für den Handel mit den amerikanischen Kolonien und für seine Kriege, und die spanischen Frauen waren gewohnt, ihre Mahlzeiten auf Holzkohle zuzubereiten. Aber trotz der Reizlosigkeit seiner Landschaft und obwohl weder agrarisches noch industrielles Zentrum, ist Madrid stetig gewachsen und auch heute noch ständig im Zunehmen, beim aud) l)ier, wie überall, macht sich die ansaugende Kraft der Hauptstadt bemerkbar. In den letzten Jahrzehnten des vorigen Jahrhunderts setzte der Zug in die Hauptstadt mit voller Wucht ein, eine Folge des Ausbaues der spanischen Straßen- und Eisenbahnnetze, deren natürlicher Knotenpunkt Madrid wurde. Damals sprengte Madrid seinen Rahmen, und an Stelle der engen Straßen mit den schmalen Bur- gerfteigen traten breite, meist mit Baumen bepflanzte Straßenzüge, die mit dem bombastischen Putz ihrer Banken und Geschäftshäuser chre Zeit nicht verleugnen können. * .. . . Und doch war es schön und weiträumig m diesen breiten Straßen mit den hohen Hausern und besonders schön, die Prachtstraße Madrids, d i e Caslellana, herunterzuschlendern, morgens ehe es anfängt heiß und staubig zu werden, wenn die Villen der reichen Madrilener, von denen sich hier eine an die andere reiht, oft tief versteckt m lAutti- gen Gärten, noch verschlafen daliegen und die Pförtner der vielen ausländischen Gesandtschaften, die hier ihren repräsentablen Sitz haben, die eisernen Gitter zur Einfahrt der Wagen offnen. Da wird noch geruhsam eine Hammelherde über den Fahrhamm getrieben, dem Schlachthause zu, elegante Taxis mit Stromlinienform und eingebautem Radio suchen gemächlich die Straße nach Fahrgästen ab, während die Straßenbahnen, an denen die Menschen wie Trauben hängen, die weniger Begüterten zu ihren Arbeitsstätten bringen. Zwischen 10 und 11 Uhr erscheinen dann die „amas“, d i e Kinderfrauen, wohlbeleibt, mit langen gekrausten Nöcken, steifgestärkten weißen Schürzen und reichem Silberfiligranschmuck angetan, urtb lassen ihre Schutzbefohlenen hier den Morgen verspielen. Gegen 13 Uhr endlich kommt die junge elegante Welt, um auf der Castellano ihren traditionellen Bummel zu machen, zu flirten und an den Tischen im Schatten bunter Schirme einen Aperitif zu nehmen. Vor dem Abendessen aber, so zwischen 19 und 20 Uhr — der Madrilener ißt nie vor 21 Uhr zu Abend —, nimmt man seinen Wermuth in der Innenstadt, in einer der großen oder kleinen modernen Bars in de Calle 211 calä oder der Granvia, die erst in den zwanziger Jahren unter Primo de Rivera an Stelle der früheren kleinen Gassen trat und mit ihren Hochhäusern, ihren Riesenhotels, den eleganten Kinos und luxuriösen Geschäften Madrid ein fast amerikanisches Gepräge gibt. Aber nur wenige Schritte und wir befinden uns wieder im alten Madrid, dem Herzen der Hauptstadt, auf der „Puerto del So l", auf die sich aus den acht hier mündenden belebtesten Geschäftsstraßen vom frühen Morgen bis zum späten Abend, aber ganz besonders um diese Stunde, ein geradezu unfaßbarer Strom von Menschen, Autos und Straßenbahnen ergießt, lieber dem brausenden Unterton der schwatzenden Menge erheben sich ohrenbetäubend grell die Stimmen der Zeitungsund Lotterieverkäufer, das Hupen der Autos und das Geklingel und Gequietsche der Straßenbahnen. Nach all dem Lärm ist es gut, noch einen Augenblick zur „Plaza Mayo r" zu gehen, dem schönsten Platz Madrids, rings von Arkaden umgeben, unter denen schon die Dunkelheit liegt. Hier hielt die Inquisition ihre Autodafes ab, und die grauen Häuser wissen um manche düstere Stunde. Sie blicken auch jetzt wieder auf unsägliches Leid und unvorstellbare Grausamkeiten, denn das Bild, das wir gezeichnet haben, stammt aus den letzten ruhigen Tagen der Vergangenheit. Aber Madrid hängt nicht an den Schatten der Vergangenheit, es steuert in die Zukunft einer modernen Großstadt, die es mit den anderen europäischen Hauptstädten aufnehmen kann. Die fieberhafte Bautätigkeit, die im letzten Jahrzehnt eingesetzt hat, die Wohnhäuser, die Ministerien, Untergrundbahnen und die am Nordwestrande der Stadt ein ganzes Universitätsviertel schuf, die „Ciudad universitaria**, großzügig angelegt und mit den modernsten Einrichtungen versehen, diese Bautätigkeit ist ein Beweis für den Lebenswillen dieser Stadt, der auch nicht durch eine noch so grausame und zerstörungswütige Bolschewistenyerr- schaft zu unterdrücken ist. Gewiß sind viele der neuen Bauten kurz vor der Vollendung liegen geblieben, weil ein rotes System Zeit und Geld für andere Dinge verbrauchte und schließlich zur Zerstörung alter und neuer Kulturgüter schritt. Eine starke Regierung wird hier Wandel schaffen und Madrid, das mächtig seine ihm zu eng gewordene Hülle sprengt, die Möglichkeiten einer ungehemmten Entwicklung geben. Madrid wartet auf seinen Befreier Franco. Aufschlußreiche Untersuchung von Mumien und Moorleichen. Jede Leiche eines Unbekannten, bei der der Verdacht eines gewaltsamen Todes besteht, wird von den verschiedensten Sachverständigen untersucht, besonders auch daraufhin, welche Speisen ober Arzneien oder Gifte der Verstorbene kurz vor seinem Ende zu sich genommen hat. Die hierbei üblichen Verfahren der Kriminalistik hat nun Professor Neto- litzky von der Universität Czernowitz auf mumifizierte vorgeschichtliche Leichen ausgedehnt, wobei er zuerst ägyptische Hockerleichen untersuchte, die der troßene Wüstensand durch fünf bis sechs Jahrtausende ohne künstliche Maßnahmen der Hinterbliebenen erhalten hatte. Tierische und pflanzliche Nahrungsreste waren darin so gut erhalten, daß man erkennen konnte, welche Speisen der Tote zuletzt zu sich genommen hatte. Nun hat Professor Netolitzky auch den Magen- und Darminhalt von Moorleichen aus Holland untersucht. Dabei konnte, wie die Monatsschrift „Der Naturforscher" seinem Bericht entnimmt, festgestellt werden, daß ein im Moor Verunglückter oder nach altgermanischem Recht in den Sumpf gestoßener und ertränkter Mann vor seinem Ende Brot aus grobem Gerstenmehl und außerdem Brei aus deutscher Hirse gegessen hatte. Es wird danach angeregt, daß die Moorleichen und die in Eichensärgen Bestatteten, die in deutschen Museen aufbewahrt werden, in ähnlicher Weise untersucht würden; man würde dadurch wichtige Aufschlüsse über die Ernährungsweise und die Lebensführung der Zeit erlangen, in der die Toten bestattet wurden. Der Erfinder als Märchenerzähler. Daß der Erfinder großer technischer Neuerungen vor allem ein phantasiebegabter Mensch sein muß, hat sich kaum je stärker erwiesen als bei James Watt, dem Erfinder der Dampfmaschine. Er war, so wird in „Reclams Universum" erzählt, 17 Jahre alt, als er sich bei einer Freundin seiner Mutter in Glasgow zu Besuch aufhielt. Einige Wochen später folgte ihm seine Mutter nach. Als diese aber ins Zimmer trat, wurde sie von ihrer Freundin mit den Worten empfangen: „Nehmen Sie bitte Ihren Sohn sobald als möglich wieder nach Greenok zurück. Ich kann den Zustand von Aufregungen, die durch ihn hervorgerufen werden, nicht mehr ertragen und bin von Schlaflosigkeit gepeinigt. Jeden Abend, sobald wir nach unserer Gewohnheit zur Ruhe gehen wollen, spinnt Ihr Sohn auf geschickte Weise eine Unterhaltung an, in die er stets eine kleine Erzählung einzumischen weiß. Dieser läßt er mit unerschöpflicher Erfindungsgabe weitere folgen. Meine ganze Familie lauscht diesen phantastischen Geschichten mit so größer Aufmerksamkeit, daß man das Summen einer Mücke hören könnte. So reiht sich Stunde an Stunde, bis ein großer Teil der Nacht verstrichen ist, während ich den Rest schlaflos verbringe. Nehmen Sie bitten Ihren Sohn mit nach Hause." Der fabulierende Jüngling wurde der große Techniker, von dem seine Zeitgenossen sagten, man könne bei ihm eine Erfindung bestellen, wie bei einem Schneider einen Rock. Aber während seines ganzen dampf- und eisendröhnenden, volle 83 Jahre währenden Lebens blieb er der Märchenerzähler. „Je lebendiger im reichen Familienkreis die Unterhaltung", erzählt sein Zeitgenosse Walter Scott, „je bunter und abenteuerlicher die Erzählungen waren, die er befreundeten, heimkehrenden Geschäftsreisenden, Seeleuten und Sportsmännern auftischte, in desto bessere Stimmung geriet der Greis." Der lebensfrische Erzähler war schon 82 Jahre alt, als einer der atemlos lauschenden Zuhörer schüchtern fragte: „Sollten Sie uns vielleicht jetzt eine von Ihnen erfundene Geschichte erzählt haben?'' — „Dieser Zweifel setzt mich in Erstaunen", erwiderte der Erfinder der Dampfmaschine mit mildem Lächeln, „seit zwanzig Jahren habe ich das Glück, meine Abende mit Ihnen zu verbringen. Hat man wirklich aus mir einen Nachiolaer des Philosophen Hume oder des Geschichtsschreibers Robertson machen wollen, während mein bescheidenes Streben nur dahin ging, zuweilen auf Nebenpfaden der Prinzessin Schcherazade nachzuwandeln?'^ Wirtschaft. * Merkblatt über den deutsch - türkischen Handelsverkehr. Die Deutsche Orientbank, Istanbul, Filiale der Dresdner Bank, hat ein neues Merkblatt über den deutsch-türkischen Handelsverkehr herausgegeben. Das Merkblatt gibt eine Uebersicht nach dem neuesten Stande über die Bestimmungen und Vorschriften, die im Handelsund Zahlungsverkehr mit der Türkei zu beachten find. Die Ausarbeitung ist ein wertvolles Hilfsmittel für alle am Warenverkehr mit der Türkei interessierten Kreise. Nhein-Mainische Börse. Still und schwächer. Frankfurt a. M., 9.Noo. Auch zum Wochenanfang lag die Börse auf nahezu allen Marktgebieten fast geschäftslos. Die Zurückhaltung hielt allgemein an. Obwohl das Angebot keinen besonderen Umfang hatte, erfuhren die Aktienkurse verhältnismäßig stärkere Rückgänge, da es an jeder Aufnahmeneigung fehlte. Von Montanwerten verloren Harpener 1 v. H., Hoesch 1,25 v. H., Verein. Stahl 1 v. H., Mannesmann und Marisfelder bis 0,5 v. H., nur Klöckner lagen 0,5 v. H. höher. Don chemischen Werten bröckelten JG.-Farben auf 172,50 bis 172,75 (173,25), Rütgerswerke auf 140 (141,50) ab. Am Elektromarkt gingen Siemens auf 199,75 (202,75) zurück. Schuckert gaben 1,50 v. H., Gesfürel 0,75 v. H., RWE. 0,50 v. H. nach, Felten notierten 0,50 v. H. höher und AEG. blieben behauptet. Von Zellstoffwerten lagen Waldhof 1 v. H. höher, Aschaffenburger 0,75 v. H. schwächer. Im einzelnen gingen Daimler 0,40 o. H., Muag 1,75 v. H., Westdeutsche Kaufhof 0,25 v. H. zurück, Reichsbank setzten 0,50 v. H., Aku auf festeres Amsterdam 0,75 v. H. fester ein. Zement Heidelberg und Hapag lagen behauptet. Von Auslandswerten erschienen Chade wieder mit Minus-Zeichen 315,50 (328,50), Otavi Minen gingen auf 38,75 (40,25) zurück. Nach den ersten Notierungen war die Haltung etwas freundlicher. Am Rentenmarkt waren Altbesitz 0,13 v. H. gebessert, auch Kommunal-Umschuldung konnten sich auf 90 (89,90) erholen. 6proz. Verein. Stahl blieben zu 102,75 behauptet. Zertif. Dollar-Bonds bröckelten weiter etwas ab. Von Auslandsrenten gaben Ungarn Gold auf 11 (11,25) nach. In der zweiten Börsenstunde blieb das Geschäft am Aktienmarkt zwar Zweiter gering, dir Kurse konnten sich jedoch überwiegend mäßig erholen. Etwas lebhafter waren Verein. Stahl mit 123,50 nach 122, auch IG. Farben hatten mit 173,25 nach 172,75 etwas mehr Geschäft. Sonst ergaben sich, insbesondere am Montanmarkt, Besserungen von 0,25—0,75 v. H. Aku schwankend mit 81,50 bis 82 nach 82,50. Dies päter notierten Werte lagen zumeist 1—1,50 v. H. schwächer. Am Rentenmarkt galten ^ommunal-Um- schuldung 89,75—90. Der Pfandbriefmarkt brachte bei Liquidationspfandbriefen Abweichungen von 0,13—0,25 v. H. Stadtanleihen waren fast unverändert, ebenso Staatsanleihen. Auslandsrenten waren überwiegend schwächer, Ungarn Gold 10,75 bis 10,90 nach 11, 4proz. Rumänen 6,40—.ß,20 (6,30), Anatolier II & II 33 (35). Schweiz. Bahnanleihen waren angeboten (5—7 v. H.) Im Freiverkehr nannte man Adlerwerke 104,50, Wayß & Freytag 125,50, Growag 91, Ufa 63,50. Tagesgeld unv. 2?50 v. H. Abendbörse still. An der Abendbörse herrschte fast völlige Geschäftsstille. Die Kurse konnten sich am Aktienmarkt indes gegen den Berliner Schluß überwiegend gut behaupten. Soweit Abweichungen eintraten, betrugen sie selten mehr als 0,25 bis 0,50 v. H. nach beiden Seiten. Niedriger lagen Bekula mit 165 (166,50) ferner IG. Farben mit 172,90 (173,40), Goldschmidt mit 130 (131,25). Montan- werte lagen durchweg unverändert. Von Auslandswerten schwächten sich Kunstseide AKU. auf 81,75 bis 81,25 (81,50) ab, dagegen waren Chade A—C mit 318 (317), IG. Chemie Basel leere mit 140 (Berlin 138), 4 v. H. Schweiz. Bundesbahn mit 149 (147) und Otavi Minen mit 39,50 (39,40) etwas höher gefragt. Der Rentenmarkt lag ganz besonders still. Kommunal-Umschuldung nannte man mit 89,75 bis 89,90, zertif. Preußen mit 75,75 bis 76. Don Auslandsrenten bröckelten 4 v. H. Rumänen auf 6,15 (6,30) ab, 5 v. H. äußere Mexikaner etwas höher mit 13,75 (13,60) bei sehr kleinem Umsatz. Ungarn Gold nannte man mit 11,10 (11.20). U. a. notierten: 6 v. H. IG. Farben 136,13, 1914er Ungarn 9, 4 v. H. Rumänen 6,15, 4 v. H. Schweiz. Bundesbahn 149, 5 v. H. äußere Mexikaner 13,75, Adca 89,75, Commerzbank 109,13, DD.- Bank 109,25, Dresdner Bank 107, Harpener 155, Ilse Genuß 148, Mannesmann 117,25, Rheinstahl 154,25, Verein. Stahl 123,75, Otavi Minen 39,50, AKU. 81,75 bis 81,25, AEG. 40,75, Bemberg 114, Bekula 123,75, Otavi Minen 39,50, AKU. 81,75 bis 81,25, AEG. 40,75, Bemberg 114, Bekula 165, Chade A—C 318, IG. Chemie Basel 50prozentige 140, Deutsche Erdöl 143, Scheideanstalt 271, Deutsche Linoleum 165,50, Deutscher Eisenhandel 145,50, Licht & Kraft 158, Elektr. Lieferungen 137, IG. Farben 172,90, Gesfürel 144,50, Goldschmidt 130, Holzmann 136,75, Junghans 114,50, Muag 130,25, Schuckert 162,50, Siemens E 200, Westdeutsche Kaufhof 61,65, Schöfferhof 180, Ag. für Derkchr 126. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 9. Nov. Das vereinzelt ge- stiegene Weizenangebot wird von den Mühlen bei lebhafter Nachfrage ausgenommen. Roggen steht den Landmühlen in kleinem Umfange zur Verfügung, am Wasserwege ist auch ostdeutscher Roggen angeboten. Industrie- und Futtergerste, sowie Hafer sind kaum käuflich. Weizenmehl wird lebhaft gefragt, ip Roggenmehl ist genügend Angebot am Markt. Futtermittel werden gerne gekauft, besonders Kleie, Biertreber und Oelkuchen, langsamer Kartoffelflocken,, Schnitzel und Mischfutter. Für Rauhfutter blieben die Umsätze klein. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W 13 203, W 16 206, W19 210, W 20 212, Roggen R12 166, R15 169, R18 173, R19 175 Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Braugerste 232, Weizenmehl Type 790 W13 28,10, W16 28,20, W19 28,20, W 20 28,55, Roggenmehl Type 997 R 12 22,45, R 15 22,80, R 18 23,30, R 19 23,50 plus 0,50 Mark Frachtausgleich. Weizenfuttermehl 13,60. Weizenkleie W13 10/75, W16 10,90, W19 11,10, W 20 11,20, Roggenkleie R12 9,95, R15 10,15, R18 10,40, R19 10,50 Mühlenfestpreise ab Mühlenstation. Treber 16,75, Heu 5,00 bis 5,50, Weizen- und Roggenstroh drahtgepreßt 2,60, do. geb. 2,40. Kartoffeln: gelbfleischige hiesiger Gegend 2,70, weißschalige hiesiger Gegend 2,40 Mark per 50 Kilogramm bei Waggonbezug. Tendenz ruhig. Frankfurter Schtachtvlehmarkt. Frankfurt a. M., 9. Nov. Auftrieb: Rinder 800 (gegen 1316 am letzten Montagsmarkt), darunter 137 (313) Ochsen, 78 (126) Bullen, 403 (555) Kühe, 182 (322) Färsen. Kälber 411 (405), Hammel und Schafe 153 (237), Schweine 3034 (2806). Notiert wurden pro 50 kg Lebendgewicht in Mark: Ochsen a) 43 bis 45 (am 2. November 43 bis 45), b) 39 bis 41 (39 bis 41), c) 36 (36). Bullen a) 41 bis 43 (43), b) 37 bis 39 (39), c) 34 (34). Kühe a) 43 (41 bis 43), b) 35 bis 39 (35 bis 39); c) 29 bis 33 (30 vis 33), d) 25 (25). Färsen a) 41 bis 44), b) 40 (38 bis 40), c) 35 (35). Kälber a) 65 (65), b) 50 bis 55 (55), c 40 (40), d) 40 (40). Hämmel b2) 45 bis 48 (49 bis 50), c) 41 bis 44 (46 bis 48), d) 32 bis 40 (40 bis 45). Schafe f) 27 bis 35 (—). Schweine al) 57 (57), a2) 57 (57), bl) 56 (56), b2) 55 (55), c) 53 (53), d) 51 (51). Sauen gl) 56 (56). Marktverlauf: Rinder, Kälber und Schweine wurden zugeteilt. Hämmel und Schafe ruhig, Ueberstand (13 St.). Großmarkt für Fleisch und für Fett- waren. Beschickung des Fleischgroßmarktes: 313 Viertel Rindfleisch, 83 ganze Kälber, 74 ganze Hämmel, 548 halbe Schweine, 7 Kleinvieh. Notiert wurden pro 50 kg in Mark: Ochsensleisch a) 80. Bullenfleisch a) 76. Kuhfleisch a) 77, b) 65, c) 54. Färsenfleisch a) 80. Kalbfleisch a) 107, b) 96, c) 82. Schweinefleisch b) 74 (alles Höchstpreise). Hammelfleisch b) 90 bis 100. Fettwaren nicht notiert. Regelung des Marktes für Weihnachtsbäume im Lahre 1936. DNB. Im Reichs- und Staatsanzeiger vom 9. November 1936 wird eine Verordnung zur Regelung des Marktes für Weihnachtsbäume im Jahre 1936 vom 6. November 1936 veröffentlicht. In der Verordnung wird eingangs ausgeführt, daß die Marktregelung für Weihnachtsbäume erfolgt ist, um einerseits für den deutschen Volksgenossen, insbesondere in den Großstädten und in den Industriegebieten, die Voraussetzung für die Erstehung eines Weihnachtsbaumes zu einem volkswirtschaftlich gerechtfertigten Preise zu schaffen, andererseits im Hinblick auf die deutsche Rohstoffwirtschaft den deutschen Wald vor einer Schädigung durch nicht gerechtfertigte Uebernutzungen wirtschaftlicher Zukunftsgüter zu schützen. Auf Grund der Verordnung wird das gesamte Reichsgebiet in Absatzgebiete untergeteilt, in denen ein vom Reichsforstmeister zu bestimmender Bezirksbeauftragter den Weihnachtsbaumhandel zu überwachen und die hierfür erforderlichen Anordnungen zu treffen bat. Gleichzeitig werden in der Verordnung für gesunde, nadelfeste Fichtenweih- nachtsbäuml' mittlerer Güte einheitliche Verbrauch-r- Richtpreise für das gesamte Reichsgebiet aufgestellt und für bindend erklärt. Kircbe und Schule. Das erste Krauentreffen evang.-kirchl. Krauenhilfen im nördlichen Oberheffen * Lauterbach, 8. Noo. Heute fand hier das erste aus den beiden Kreisen Alsfeld und Lauterbach gut besuchte Frauentreffen Evan- gelisch-Kirchlicher Frauenhilfen statt. Im Festgottesdienst um 15.30 Uhr predigte Oberpfarrer D o tz e r t - Lauterbach frisch und anpackend über I. Petrus, 2, V. 5—8. Frau Ohly sang mit einem für diesen Gottesdienst gebildeten Chore Lauterbacher Frauen: „Danket dem Herrn". Dem 1. Frauentreffen war nämlich eine dreitägige Bibelfreizeit vorausgegangen, die sich wachsenden Besuches erfreute, so daß am letzten Abend mehr als hundert Frauen anwesend waren. In der Kaffeepause waren die von auswärts Erschienenen die Gäste der gastfreundlichen Lau- terbracher Schwestern. Um 16 Uhr begann die N a ch v e r s a m m l u n g ebenfalls in der Kirche. Nach gemeinsamem Liede begrüßte Oberpfarrer D o tz e r t mit herzlichen Worten die zahlreich Erschienenen, insbesonders die Rednerin in der Nachoersammlung, Frau Ohly- Darmstadt, und den Vertreter des Vorstandes Evangelisch-Kirchlicher Frauenhilfen in Hessen, Dekan a. D. Gußmann, Gießen. Nachdem der letztere ein warmes Grußwort im Namen des Verbandes an die Versammlung gerichtet hatte, sprach Frau Ohly über das Thema: „Frauen bauen die Gemeinde." Der einstündige Vortrag machte auf alle Anwesenden einen tiefen Eindruck. Mit einem gutbesuchten Lichtbildervortrag: „Mit der Mutter durch den ganzen Tag", abends im Ge- meindehause, schloß die reichhaltig und harmonisch verlaufene erste Tagung der Evangelisch-Kirchlichen Frauenvereine im nördlichen Oberhessen. Kunst und Wissenschaft. Lyrikpreis der „Dame“ 1936. w Den diesjährigen Lyrikpreis der „Dame in Höhe von 1000 Mark erhielt Hedwig F o r streu k e r für ihr Gedicht „Liebende in der Landschaft". An dem Wettbewerb hatten sich rund 2000 Einsender mit ungefähr 10 000 Gedichten beteiligt. Rundfunkprogramm Mittwoch, 11. November. 6 Uhr: Choral. Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Aus dem Betrieb der Firma E. Merck, Chemische Fabrik, Darmstadt: Werkskonzert. 10: Schulfunk. 11: Hausfrau, hör zu! 11.30: Nur Frankfurt: Gau- nachrichten. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.10: Die schöne Stimme XXV. Hans Reimar. 15: Volk und Wirtschaft. Der Staat gibt Aufträge. 15.15: Was brachten die Zeitschriften des Monats Oktober? 15.25: Spannung und Entspannung im Roman. Ein Bericht über Neuerscheinungen. 15.45: Bismarck und Moltke. Eine Gegenüberstellung von General a. D. Dr. Bethcke-Gießen. 16: Lieder und Hausmusik, mit Gitarre von Anton Stingl. 16.30: Unterhaltungsmusik. 17.30: „Zu Haus und unterwegs." Zwei lustige Hörszenen. 18: Unser singendes, klingendes Frankfurt. 19.45: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.15: Stunde der jungen Nation. 20.45: „O wie liegt so meii.. /* Bekannte Klänge aus vergangener Zeit. Schach-Ecke. Gearbeitet von K. Helling. Verbundene Freibauern. Die abgebildete Stellung entstand in einer Partie Engels—Ernst. Obwohl beide Teile die gleichen Steine auf dem Brett haben, steht der Weiße mit den weit vorgerückten Mittelbauern überlegen. Wie kann Weiß sehr rasch einen Turm oder für einen Turm die Dame des Gegners gewinnen? 5 2 a b e d e f g h Figurengewinn. Die abgebildete Stellung entstand in einer Partie Desler—Post zu Kovenhagen. Schwarz kann die erreichte Angriffsstellung in Materialwerte um» wandeln. Wie kann Schwarz am Zuge eine Figur gewinnen? 8 7 6 5 4 8 2 1 8 7 6 v 4 8 2 1 a b c b e f g____h abcbefgb 111 Lösung der Schachaufgabe „Mattangriff“. Weiß: Khl, Dh5, Tal, Tg2, Ld3. 815, SH4, Ba2, b2, c3, e4, 12, g6 (13). — Schwarz: Kh8, Dd7, Ta8, Td8, Lg8, Lh6, Sb6, Sc6, Ba6, b5, d4, e5, 16, H7 (14). 1. g6—g7+. Schwarz ist verloren, denn nach LXg7 kommt Sh4—g6 matt. Nach DXg7 käme aber TXg7 mit baldigem Matt. Lösung der Schachaufgabe „Opfer der Türme*. P. F a r a g o. Weiß zieht und gewinnt. Weißt Kb6, T14, TU, Bb5, 16 (5). - Schwarz: Ka8, Ta7, Lb3, Sg5, B15, g6, g7, H3 (8). 1. TU—al, Ta7Xal. 2. T14-H4 (droht Th8 matt), Sg5—17. 3. Th4—h8+. (Ein überraschender Zug. Das naheliegende 16Xg7 würde an Sd8, Th8, Td2 scheitern.) 3. ... 817XH8. 4. 16Xg7, und Schwarz ist verloren, denn wenn der Schwarze das drohende g7XH8D dadurch vermeiden will, daß er den Springer nach 17 zieht, so verstellt dieser dem Läufer die Linie, und es folgt g7—g8D nebst matt im nächsten Zuge. Oie Narrenkappe. Splitter und Sparren vom RedaktionStisch. Fridericus, eigenhändig. Friedrich der Große hatte Schlesien erobert und nun bereiste er in seiner Kutsche das eroberte Land. Kam auch in ein Kirchdorf, dessen Pfarrer mit Kindern reich gesegnet war. Guter Laune versuchte der alte Fritz die Schlagfertigkeit des Geistlichen. „Hofft Er selig zu werden?" „Nein, Majestät,"repliziert der Pfarrherr. „? ? ?" „Es steht geschrieben, Majestät, du sollst nicht in mein Reich kommen, wenn du nicht alles bezahlt hast. Ich aber habe Schulden, und bei zwölf Kindern kann ich an ihre Bezahlung nicht denken. Folglich kann ich nicht selig werden." Knurrend fährt Friedrich ab. Am nächsten Tag bekommt der Pfarrer einen Geldbrief mit 300 Talern. Und obenauf liegt ein eigenhändiger Brief Friedrichs: „Wenn Er jetzt noch nicht selig wird, soll Ihn der Teufel holen. Friedrich R." („Jugend.") Die gemütliche Konsultation. Der berühmte Chirurg von N. wurde in München von einem bayerischen Brauereibesitzer konsultiert, der an der Gicht litt. „Na, lieber Krott", sagte N., „wo fehlt's denn." „Herr Geheimrat, in den Beinen hab ichs." „So, so, in den Beinen haben Sie's! Na schaun's, wenn Sie's oben im Knie haben, nacha is die Gicht; wenn Sie's aber unten in den Zehen haben, nacha is das Zipperle." „Herr Geheimrat, ich hab's in den Knien." „So, dann zeigen's mal her! Richtig das ist die Gicht." „Nun, was hilft denn dagegen, Herr Geheimrat?" „Ja, fchauen's, lieber Krott, da denken's jetzt mal darüber nach, und wenn Sie a richtiges Mittel wissen, nacha sagen's mir's — dann fin ma alle zwoa in einem Jahr Millionär." „Nun, und sonst?" „So trinken's halt möglichst roeni und halten's das Bein warm und gestreckt." „Danke schön, Herr Geheimrat, was bin ich schuldig?" „Das kost' nix, lieber Krott, aber das nutzt auch nix." Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe Der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v.H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Aranksurl a. Dl. Berlin Schlußkurs Schluß!. Abend- börse Schlußkurs Gchlußk. Miltag- börse Datum 7-11. 9-11 7-11- 9.11. 6% Deutsche Äetdieanletlje v. 1927 101,4 101,5 101,5 101,4 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 98,4 98,5 98,4 98,5 654% Doung-Anlelhe von 1930 .. 102,65 103 103,2 Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auslos.-Rechten ............ 122,75 118,9 122,75 118,65 Vt% ehem. 4N%Hess. Lander Hypothekenbank DarmstabtLiau. 100,25 —— _ 4%% ehem. 8% Darmst. Komm Landesb.Goldschuldversctir. R.6 93 93 —— _ Oberhessen Provinz-Anlethe mii Auülos.-Rechten ............ —— — — — Deutsche Komm. Eammelabl. An leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 122,75 122,5 122,75 122,65 4’/4% ehem.8% Franks. Hyp.-Banl Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 97 97 97 97 6%% ehem. W/o Franks. Hyp. Bank-Liqu.-Pfandbriese....... 100,5 100,4 6y,% ehem. 4/,% öthetnische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpfe. ... 100,9 101 101 101,13 4%% ehem. 8% Pr. Landespsand^ oriefanstalt, Pfandbriefe 8t 19 97,5 97,5 97,5 97,5 4%% ehem. 7% Pr. Landespfand briefanst., Gold Komm. Obl. 20 95 95 95 95 Eteuergutich.BerrechnungSk. 84-38 109,8 109,8 109,9 109,9 4% Oesterretchtsche Goldrenle... _ _ _ 27 4,20% Oesterretchische Etlberrente —— — 2,9 2,9 4% Ungarische Goldrente....... 11,25 10,9 11,1 11,2 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 9,25 8,85 9,2 8,9 4y,% deügl. von 1913.......... 9,25 10,65 9,75 9,25 13,6 5% abgest. Goldmexikaner von 99 14,13 13,75 14 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Frankfurt a.M. Lerlin Schlußkurs Schlugt. Abendbörse Schluß- kurö Schlußl. Mittag- dörfe Datum 7.11. 9.11. 7.1L 9-11. 4% occgi. Sene h ........... — — — — 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 7 —- 7,05 7 4^2%Ruman.vereinh.Rentev.i913 10,75 10,65 10,9 10,9 4% Rumänische vereinh. diente 635 6,15 33 6,25 34 6,3 33,25 Hamburg-Amerika-Paket ..... 0 15,75 15,65 15,75 15,65 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 — — 39 Norddeutscher Lloyd ......... 0 15,4 15,4 15,25 15,4 A G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 126 126 126 126 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 127 126 Commerz- und Privat-Bank ... Deutsche Bank und DiSconw- 4 109,25 109,13 109,25 109 Gesellschaft................ 4 109 109,25 109 109 Dresdner Bank.............. 4 107 107 107 107 Reichsbank ................ 12 190,5 191 190,5 190,75 A.E.G...................... 0 _ _ Bekula..................... Clektr. LieferungSgesellschaft... 8 i 65,5 165 165 166,5 6 136 137 136 137 Licht und Kraft ............. 7 159 158 157,9 157,5 Felten L Guilleaume......... 4 139 140 138,5 139,75 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 6 144.75 144,5 143,9 143,9 Rheimime Elektrizität ........ 6 —— — - Rhein. Wests. Elektr.......... 6 138 138 138,5 137,9 Lchuckert & (io............... 6 163,5 162,5 162,75 163 Liemens & Halske............ 8 202,75 200 203 200 LahmeyerLCo.............. 7 149,5 149 150 148,75 Buderus ................... 4 125 123,25 124,5 124 Deutsche Erdöl .............. 4 144 143 143,4 143 Harpener................. »y. — 155 156,75 155 Hoesm Eisen—Köln-Neuessen .. ö 121,25 121 120,4 121 Hlse Bergbau ............... 6 202 198 Zlse Bergbau Genüsse........ 6 147,5 148 148 148,5 -löcknerwerke ............... 8 125 126 125 125,75 Mannesmmm-Röhren........ 8 116,5 117,25 116,5 117,25 Frankfurt a. M. Berlin Gchluß- kurs Schluvk. Abendbörse Schluß- kurs öchlußk. Mittagbörse Datum 7.11 9.11 7.11. 9.11. Mansseiver Bergbau....... 6 yt 156 155,5 156 155 KokSwerke ................ .. 6 — — 139,75 139,25 Rheinische Braunkohlen .... 12 — t— 231,25 229 Rheinstahl ................ .. 4 154,75 154,25 154 154,5 Bereinigre Stahlwerke...... BVt 123 123,75 122,5 123,75 Olavi Minen ............. .. O 40,25 39,5 39,25 39,4 Kaliwerke Aschersleben...... .. 5 143,5 145 145 144 Kaliwerke Westeregeln...... .. 5 137,75 137,5 137,5 137,5 Kaliwerke Salzdetfurth..... 195 195 195 195 I. G. Farben-Jndustrte..... .. ? 173,25 172,9 173,13 173,4 ScbeideanstaU............. .. 9 971 Goldschmidt .............. .. 6 132,5 130 129 131,25 Rütgerswerke ............. .. 6 141,5 140,5 141.25 141,25 Metällgeiellschast........... .. 6 154,5 153 153 155 Philipp Holzmann ......... .. 4 135 136,75 134,5 136,75 Zementwerk Heidelberg .... .. 7 164 164 Lementwerk Karlstadt....... .. 6 - Schultheis Payenhofer ..... .. 4 _ _ 102,4 102 Aku iAllgemeine Kunstseide) .. O 81,75 81,25 81,9 82,5 Bemberg................. .. 6 113,75 114 113 114,25 Zellstoff Waldhof .......... .. 6 162 164 162 163,5 Zellstoff Aschaffenburg ..... .. O 140,75 140 141 141 Dessauer Gas ............. .. 7 — —— 111,5 111,75 Daimler Motoren.......... .. O 123 123 122,65 123 Deutsche Linoleum......... .. 8 165,75 165,5 165,25 165,25 Lrenstein & Koppel ........ .. O —— — 92,75 93 Westdeutsche Kaufhos....... .. O 61,25 61,65 61,25 61,9 Tbade.................... .. 9 328,25 318 330 317 Accumulatoren-Fabrik...... . 12 — 200 202 201,25 Conti-Gummi............. . 11 174 172 174,75 172 Griynec.................. .. O 31 31 75 Mainkraftwerke Höchst a.M>. .. 4 99 Hüddeutfcher Zucker ....... . 10 I 200,5 1 202 204 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. 7.Rovem er 9.November Am.liche Geld Nyileruna Brief Amtliche Notierung Geld | Brie uuenod tiin Brüssel .... too de Jan. Sofia ..... Kopenhagen Danzig.... London.... HelsingsorS. Paris ..... Holland ... Italien.... Japan ..... Jugoslawien Oslo..... - Wien...... Lissabon ... Stockholm.. Schweiz ... Spanien... Prag....... Budapest'., steuyork .. 0,690 42,11 0,144 3,047 54,17 47,04 12,13 5,355 11,54 133,52 13,09 0,708 5,654 60,96 48,95 11,015 62,55 57,16 22,23 8,771 — O 2,488 0,694 42,19 0,146 3,053 54,27 47,14 12,16 5,365 11,56 133,78 13,11 0,710 5,666 61,08 49,05 11,035 62,67 57,28 22,27 8,789 2,492 Vanknoten 0,689 42,08 0,144 3,047 54,12 47,04 12,12 5,35 11,53 133,37 13,09 0,708 5,654 60,91 48,95 11,01 62,49 57,15 21,98 J ,771 2,488 0,693 42,16 0,146 3,053 54,22 47,14 12,15 5,36 11,55 133,63 13,11 0,711) 5,666 61,03 49,05 11,03 62,61 57,27 22,02 8,789 2,492 Äerlm.st.Rovember i Gelb Brief «menlanilche Moten.............. Belgische Noten.................. Dänische Noten ................. Englische Noten ................. »französische Noten............... Holländische Noten............... Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. Deutsch Lesterreich, ä 1OO Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten............... Schweizer Noten................. Spanische Noten................. Ungarische Noten............ 2,45 41,96 53,96 12,095 11,48 ■33,03 60,75 62,33 57,00 2,47 42,12 54,18 12,135 11,52 133,57 60,99 62,57 57,22 ß»2 ie i(il r I (|* m trefflichem, <1 nuteten. Anschließei ei' Mnet die herrlich Mt" von Erich ßi tir SA.-Musikzuc -Arers Herrn Iherrmani rlc Leitung seines Litern gemeinsame bht-nliebes „heute uMrers yerru feir mit bem „We | ui Slgte der feiert Jhr&iig unter der Effi»* iss j . Zenerc SB®? tiungtM M0sM Äte die Gedenks -bU-d-«g" „L ihri es auch r, ' Kn,wngeW L-iMich Da p’w, weil ich m>d unsere Stabt In H den loten so sc Mi eweisen damit, Mjb leben, weil Im sind. In du uift. Feierstunde b M Wi »anbo: „LrM chtiil!" wurden die 'Ketten zum Grus ilHWlten erhoben 1 w »entblößten das teollen Mschni il W Lied vom gi W-2X Schmidt: Ürn 9. November E|a[]iinb Freiheit c Reger Op Vrahms i bevorstehtt öes Gießet «V gib n* s ra'tß Ää hsta 25 SS ess bi ’ Don UUs Ei' 6ou/*tb b bas F« les 5*1=« i>it h h“"* He?'ld)ei k.d-i» gS,l|mt d ft" Mw > «n i K>kK.r Sfr». i A vor nunmehr C 1 Jj ötein hier ir I e*crJin herzliche ; J ? labe die eine E I Mgrund treten, I iJ?umor; seine ur I ß? ^erzwort k, ^ein Werk! I W Ure °p. 12 Ife’ °U| die i IJW es von % H W N 64 Drittes Blatt GiehenerAnzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Dienstag, lv. November 1956 | Gießen ehrt die Toten der Bewegung. Eindrucksvolle Gedenkfeier in der Volkshalle. onstisch. ' nicfjt in > bezahlt jölf ftuv t beuten. i, soll Ihn lugend.") K mbtr, HotW "M93 42,16 0,146 3,053 54,22 47,14 12,15 5,36 11.55 133,63 13,1J hsten Tag mit 300 liger Bries obcrt und >ette Land, arrer mit aune Der» des Geist- I'8 3»: B’mijtfje Puliunt [l: ®au« ltQ9stons leöe3irt). I 14.10: > Bolk I 15.15; hDtt01 L-AOniQn. pismard General bJiaus. MO: Un. |. unter« ingenbes, st bringt Stunde weit.,.- in Mn» tzer konsul- rott", sagte at, in den nen haben im Knie iber unten rfe/ „Herr So, dann ht." >n, atf „Ja. mal dar- iel wissen, atte Zwoa < „So das Bem Geheim« rix, lieber Unsere Gießener Bevölkerung hat am gestrigen Rmtbgabenb mit einer würdigen und gerade durch ,ra Schlichtheit sehr eindrucksvollen Gedenkfeier ie Ennordeten der Bewegung geehrt. Die Volks- aDI? rar aus diesem Anlaß so stark bis zum letzten llctzetm besetzt, wie wir es bisher nur bei den lenMmlungen in der Kampfzeit mit dem Füh- e silbst als Redner gesehen haben. Man greift mrj( licht zu hoch, wenn man die Zahl der Ver- inmtmgsteilnehmer auf etwa 6000 schätzt. Mit der >actd und allen ihren Gliederungen versammelten chdglaße Massen weiterer Volksgenossen, die sich em Iuhrer und seinem Freiheitswerk zum Segen ese deutschen Volkes eng verbunden fühlen. Unter em Ehrengästen bemerkte man den Divisions- milnondeur, Generalleutnant O ß w a l d , mit ntr Anzahl Offiziere, Unteroffiziere und Mann- Horten des Standorts Gießen, weiter waren viele dreier der Behörden zugegen, geschloffen nahm ucö die Arbeitsdienstabteüung Gießen an der .'unögebung teil. Wspropagandaleiter Schmelz röqnete die Gedenkfeier mit dem Hinweis auf em Ailaß dieses großen Treffens und richtete fo- am lyruß- und Dankworte an die Vertreter der Sshrinacht und des Arbeitsdienstes in Gießen, an Ugi Tiederungen der Bewegung und an die große le:«Mmlung insgesamt. Dann sagte er weiter: iZscm es auch selbstverständlich ist, daß wir heute ie:s zusammengekommen sind, so möchte ich trotz- em cusdrücklich Dank für Ihr Erscheinen aus- ;r-:cheri, weil ich mich darüber freue, tafo unsere Stadl in so einheitlicher Geschlossen- hkil den Toten so dankt, wie sie es ihnen schuldig ist. Bit beweisen damit, daß wir wissen, daß wir nur essab leben, weil die Ermordeten für uns ge- ot:.ier sind. In diesem Bewußtsein wollen wir nfirs Feierstunde begehen. Feierlicher Beginn. Dek SA.-Musikzug 116 unter Leitung des Musik- ucfü|rcr5 Herrmann eröffnete nunmehr die fei'.rjmit dem „Weckruf zum 9. November". Hier- us'iOgte der feierliche Fahneneinmarsch, den der Rvfifyug unter der Stabführung von Musikzug- ühfer Herrmann und der Sturm 16/R116 ntur Leitung seines Sturmführers Kurt Richter lit: bim gemeinsamen Spiel bzw. Gesang des facneiiliedes „Heute schreiten hunderttausend Fähen' m trefflichem, packendem Zusammenwirken eg|eileten. Anschließend brachte der Musikzug aus- e^ichnet die herrliche „Feiermusik zum 9. No- ember" von Erich Lauer zu Gehör. Brigadeführer Schmidt »Wie nun die feierliche Totenehrung. Auf das ÜoonMndo: „Senkt die Fahnen vor der Unsterb- ichl!eil!" wurden die Fahnen und Wimpel den Er- ruwbeen zum Gruß und Dank gesenkt. Die Ver- ammlten erhoben sich von ihren Sitzen, die Män- icii eitblößten das Haupt. Dann sprach in diesem oecheiollen Abschnitt der Feier, während die Mu- ik ')ai Lied vom guten Kameraden spielte, Angabe- ühsrer Schmidt: Sim 9. November 1923 starben für Deutschlands 5htfe int) Freiheit vor der Feldherrnhalle: 1- Weiß* |a8, Ta7, h8 matt), Ltz h-vorz ist drohende n Sprin- nufer die i nächsten Reger und Haydn, Brahms und Beethoven. ginn bevorstehenden 1. Orchester-Konzert des Gießener Konzertvereins. ?I15 vor nunmehr über zwei Jahren Professor Dr. Zviitz Stein hier in Gießen dem Menschen Max R:»j e r ein herzliches Gedenken widmete, da ließ *t ‘ gerabe die eine Seite Regers besonders in den Baröergrunb treten, feinen unverwüstlichen Sinn itt Humor, feine unbesiegbare Frohnatur, immer lereit zu Scherzworten unb launigen Streichen. Ihb faum ein Werk Regers verleiht bieser Wesensart ja klaren Ausbruck wie bie „Lustspiel- )!jie rtüre op. 120". Da ist alles in feinster Pointierung auf bie heitere Sphäre abgestimmt, bat iprüht es von Witz unb Frohsinn, ba klingt es .Msidel", wie Reger selbst über eine Aufführung dichs Werkes in Bremen an seine Frau berichtet. Ufa zeigt sich ber burchsichtige, klare Orchestersill bei: Ideisterjahre; stärkster Impuls stellt bie größten dlMnischen Kontraste gegenüber; von befonberem Wz gibt sich bas graziöse Seitenthema das bie Dltoe einführt; bie leichtbewegte Klangwelt abelt er im der Durchführung mit einem meisterlichen Fu- Mv. Die Ernst von Schuch gewibmete Ouver- tiirc gelangte vor 25 Jahren im November 1911 im. Lüpziaer Gewanbhaus unter Arthur Nikisch 3Ur Uraufführung. Tic Gestalt ber Ariabne hat von jeher ben dramatisch erregbaren Musikern Scha^fensamneb gegeben; angefangen von ber „Arianna bes Clau- biüo Nonteverbi 1608, beren Lamento noch heute ftfür^e Wirkung ausübt. bis zur „Ariabne auf A-ios" von Richarb Strauß. Joseph Haydns g-ogk Sologesangsszene ber „Arianna a Naxos Ach bas Wesen bieser Gestalt stärker von ber Seile bes Dramatischen als vom rein Musikalischen W- darum gewinnt bas rezitativische Moment ne- bön bem ariosen ganz besonbere Bebeutung mit Annäherung etwa an bie Auffassungsart von Gluck. Sa gestaltet Haybn hier ein seelisches Erleben nut Kssler Ausbruckskraft. Ursprünglich war bie mu- Moiische Umkleibung bes Sologesangspartes dem Klcaisr zugebacht, aber bie orchestrale Schreib- vteiie im Klaviersatz ermöglichte die spatere getreue Uetertragung fürs Orchester. ^2aß die Konzertleitung die Anwesenheit einer AWistin ausnützt, um eines ber tiefsten mensch- Ah erfühlten Werke von Johannes Brahms zur Huisthrung zu bringen, muß besonbers anerkannt Weiikn; Die Rhapsodie (Fragment aus Goe- thes „Harzreise im Winter") für eine Altstimme, Männerchor unb Orchester (1870). Die erste Anregung zu biesem Werk mochte wohl Brahms gelegentlich seines Aufenthaltes in Bonn erhalten haben, als er bei bem Philologen Hermann Deiters ein Heft mit Liebern von Johann Friebrich Reinharbt zu Gesicht bekam, bas bie gleiche Auswahl aus bem Goethefchen Gebichte mit bem Titel „Rhapfobie" enthielt. Die Vermutung liegt nahe, baß sich Johannes Brahms in seiner unausgesprochenen Neigung zu Klara Schumanns Tochter Julie burch beren plötzliche Verlobung roieber seiner Einsamkeit bewußt geworben war, unb nun bie innerliche Nähe zu bem Schicksal bes burch bie Absonberung zum Menschenhasser unb -Verächter Geworbenen in ber Goethefchen Dichtung fanb. Dazu stimmt auch bie Eintragung im Tagebuch Clara Schumanns: „Johannes brachte mir vor einigen Tagen ein wunber- oolles Stück für Alt, Männerchor unb Orchester. Er nannte es seinen Brautgesang. Es erschütterte mich so burch ben tiefinnigen Schmerz in Wort unb Musik, wie ich mich lange nicht eines solchen Einbruckes erinnere." Im Anschluß an bie Goethesche Glieberung bes Textes teilt auch Brahms bas Ganze in brei Teile. Der erste, mehr rezitativisch gehalten, gibt bem Einsamkeitsempfinben Ausbruck, bas Orchester mit seinen schicksalsbetonten Bässen knüpft bas seelische Banb mit bem, was bie Worte bes Dichters anbeuten. Zu einer ergreifenben Schilberung menschlichen Schmerzes wirb bie zweite Strophe. Brahms läßt hier nach ber Zerknirschung bes Mittelsatzes sich bas Eingangsthema wieberholen und gewinnt so aus innerer Notwendigkeit eine Annäherung an die Form der dreiteiligen Arie. Von ganz eigenartiger Anschauungskraft ist die in weitesten Intervallen sich bewegende musikalische Einkleidung der Worte: „.. .aus der Fülle der Liebe ... 1" Um so beglückender, wie ein Licht von oben her, durch seinen erquickenden Trost ist der Schlußteil, wo sich zur Altstimme der Männerchor gesellt, und nun bas Orchester besonbers in ben Holzbläsern ver- flärenben Schein ausbreitet, ber bem Einsamen von bem „Vater ber Liebe" fünbet. Billroth, ber Freunb von Johannes Brahms, schreibt biesem nach ber Aufführung: „Ich finbe, baß Sie bie Altstimme wunbervoll zur Wirkung gebracht haben, ber Schlußsatz ist herrlich. Das Ganze ist voll Herzenswärme unb tiefer beutscher Empfinbung, weich, traurig, rührenb unb erhebenb." „Das Beste", wie Johannes Brahms an Simrock schreibt, „was er noch gebetet habe". ♦ Ist in Brahms' Rhapsobie die Natur mehr ber Untergrunb, ber uns bie Einbringlichkeit bes Schicksalerlebens noch verstärkt, so gibt Beethovens P a st o r a l e jenem unmittelbaren Gefühl Raum, bas ber Mensch bei ber Berührung mit ber Natur in sich verspürt. Das Verlangen nach Natur- verbunbenheit, bas sich zumal in ber Jetztzeit so brängenb regt, bewegte Beethoven nicht minber stark. „Wie froh bin ich, einmal in Gebüschen, Wälbern, unter Bäumen, Kräutern, Felsen wan- beln zu können! Kein Mensch kann bas Lanb so lieben wie ich; geben boch Wälber, Felben, Bäume ben Wiberhall, ben ber Mensch wünscht." (An Therese Malfatti.) „Ist es boch, als wenn jeher Baum zu mir spräche auf bem Lanbe." „O Gott, welche Herrlichkeit in solcher Walbgegenb! In ben Höhen ist Ruhe, Ruhe Ihm zu bienen." In seiner Beethoven-Schrift beleuchtet Richarb Wagner bas Innere bes Meisters. „Die äußere Welt war Beethoven ganz erloschen, nicht etwa, weil Erblinbung ihn ihres Anblickes beraubte, son- bern weil Taubheit sie enblich seinem Ohre fernhielt. Doch nun erleuchtete sich bes Musikers Auge von innen. Jetzt warf er ben Blick auf bie Erscheinung, bie, burch sein inneres Licht beschienen, in rounber- vollem Reflexe sich roieber seinem Innern mitteilte. Jetzt spricht roieberum nur bas Wesen ber Dinge zu ihm unb zeigt ihm biefe in bem ruhigen Lichte ber Schönheit. Jetzt versteht er ben Walb, ben Bach, bie Wiese, ben blauen Aether, bie heitere Menge, bas üebenbe Paar, ben Gesang ber Vögel, ben Zug ber Wolken, bas Brausen bes Sturmes, bie Wonne ber seligbewegten Ruhe. Da burch- bringt all sein Sehnen unb Gestalten biefe wunderbare Heiterkeit, bie erst burch ihn ber Musik zu eigen geworben ist. Selbst bie Klage, so innig ureigen allen Tönen, beschwichtigt sich zum Lächeln: Die Welt gewinnt ihre Kinberunschulb roteber; mit mir feib ihr heute im Parabiese. Wer hörte sich bie- ses Erlöserwort nicht zurufen, wenn er ber Pastoralsymphonie lauscht!" Ebenso sieht Hans Pfitz- n e r in ber Pastorale bie beglücfenbfte ber Beethovensymphonien. Das innere Geschehen ber Pastoralsymphonie ist burch bie Anbeutung eines zugrunbe Ijegenben Programmes, nämlich: „Erinnerung an bas Lanbleben," bestimmt. Beethoven selber bemerkte bazu auf bem Programm zur Uraufführung ber Symphonie: „Mehr Ausbruck ber Empfinbung, als Malerei." Damit weist er ber Musik ihr ureigenstes Gebiet zu, Aufschluß über unser Inneres zu geben, wie es auf bie von außen her fommenben Einbrücke reagiert. Der grunblegenbe Programmgebanke ist ihm keine Fessel für Oie Phantasie, fonbern stellt nur bie Basis bar, von ber aus sich bas geistige Erleben ber Naturerscheinung im Musikalischen ausstrahlt. Die Ueberschriften, bie Beethoven ben einzelnen Sätzen vorausschickt, sollen für ben innerlich mitgehenben Hörer Fingerzeige, Wegweiser sein, um bem Meister in seinen Empfinbungen beim Erleben der Natur folgen zu können. • Idee jedoch lebte weiter und wurde im Lause einer zehnjährigen Entwicklung zur tragenden Idee eines neuen Reiches. Die Männer, die an jenem denkwürdigen Tage im November 1923 den Marsch zur Feldherrnhalle angetreten hatten, waren ein kleines Häuflein inmitten eines Volkes, das i i ch selbst verloren hatte. Sie wurden nicht von der Begeisterung des Volkes getragen, die sie selbst oder ihre Brüder und Väter umjubelt hatte, als Deutschland im Jahre 1914 zu seinem größten Waffengang antrat. In weiten Teilen des Reiches wußte man nichts von ihnen, man kannte sie nicht und ihr Wollen. Millionen von Volksgenossen, um deren Seele sie rangen, standen ihnen mit Ablehnung, ober gar Haß gegenüber. Das Reich war im Zusammenbrechen Der Wahnsinn ber Inflation bebrohte Millionen von Volksgenossen in ihrer wirtschaftlichen Existenz, währenb anberfeits Spekulanten, Devisenschieber unb Gauner am Ausverkauf bes beutschen Volksvermögens Millionen erschacherten. Vaterland, Ehre, Freiheit waren Begriffe, bie für bie meisten in Vergessenheit geraten waren. Alles, was beutschen Menschen einst heilig gewesen war, war zusammengebrochen unb schien auf immer verloren zu sein. In roeltfrember Jbeologie suchten bie herrschenben Parteien burch Selbsterniebrigung bie Gunst bes Auslanbes zu erkaufen, unb tiefste Hoffnungslosigkeit, ober zu allem fähige Verzweiflung lasteten auf bem Volke. In dieser Zeit bes Niebergangs hatte sich eine Gemeinschaft gebilbet aus jungen Arbeitern unb Bauern, ehemaligen Offizieren unb Solbaten, Stu- benten, Angestellten unb Handwerkern, eine Gemeinschaft, Die von unbänbiger Liebe zu Deutschlanb erfüllt war unb an bie Mission ihres Führers unb feiner Bewegung für Deutschlanb glaubte. Die Männer dieser Gemeinschaft stellten ihre eigenen Sorgen hinter die Sorgen um die Ration zurück, dem Niedergang und dem verfall setzten sie ein trotziges „Dennoch" entgegen. Mochte die Umwelt sie belächeln, mochten die Gegner sie verspotten und verhöhnen oder mit haß und Terror verfolgen, sie gingen den Weg, den ihnen ihr herz und ihr Glaube an Deutsch- land vorschrieb. In diesem Glauben traten sie damals ben Marsch zur Feldherrnhalle an, der deutscher Not und Schmach ein Ende setzen sollte. Am fünften Jahrestage jener erbärmlichen Meuterei, die Deutschlands Wehrkraft zerbrochen hatte, sollte Deutschland nach ihrem Willen wieder frei werden, Deutschland wieder seine Ehre zurückerhalten. Sie, die sie selbst fast alle als Soldaten des deutschen Heeres während des großen Krieges ihre Pflicht erfüllt hatten, marschierten jetzt als freiwillige Soldaten des Führers und der nationalsozialistischen Idee, als die Reinigen, oder nicht schmirgeln Z 43 Nicht Reinigung um jeden Preis, sondern Säuberung unter Schonung des Zahnschmelzes — das • ist richtig! Der außerordentlich feine Putzkörper der Nivea-Zahnpasta reinigt gründlich und erhält den natürlichen Glanz Ihrer Zähne in seiner vollen Schönheit. Im Vergleich etwa mit der 5. Symphonie, die mit der Pastorale zusammen uraufgeführt wurde, rinden wir nicht die Straffheit des architektonischen Aufbaues mit seinen gipfelnden Höhepunkten, sondern dem Inhalt der Pastorale paßt sich auch ihr Stil an, ein weiches Fließen des Motivischen, dem Jnnerlich-Erfülltsein Raum gebend. Dem entspricht auch die Wahl der Klangmittel; erst im dritten Satze treten die Trompeten hinzu und Piccoloflöten, Posaunen und Pauken geben der Gewitterschilderung farbkräftiges Gepräge. Der Eingangssatz trägt das Motto: „Erwachen heiterer Gefühle bei der Ankunft auf dem Lande." Die Einheitlichkeit der festgelegten Stimmung wird in dem ganzen Satz gewahrt, denn alle weiterhin auftretenden thematischen Gebilde entwickeln sich aus bem Anfangsmotiv. — Das Anbante schilbert eine ..Szene am Bach"; ein Schwelgen in ben Schönheiten, bie auf ben Komponisten einströmen, ein inniges Erleben bes Jbyllifchen im Geiste ber Musik, doch nicht abmalenb, zeichnenb, sondern im Klanglichen zum Hörer sprechenb. Bevor ber Satz mit innerer Beglücktheit ausklingt, erhalten Nachtigall, Wachtel unb Kuckuck bas Wort. — In eine frohe übermütige Tanzstimmung („Lustiges Zusammensein ber ßanbleute") führt ber britte Satz ein; es ist, als machte es bem Meister besonbere Freube, bie schlenbrige Art ber Dorfmusikanten mit ihrer rhythmischen Nachlässigkeit zu karikieren. Die Oboe kommt immer um einen Taktteil zu spät zu ber eintönigen Tanzbegleitung, unb bas Fagott poltert mit ben primitiven Grundbässen bazu. Mögen im Dreivierteltakt sich bie Dorfschönen gebreht haben, im Mittelsatz stampfen bie Burschen in unverfälschter Urgewachsenheit im Zweitakt. Der Satz im Dreivierteltakt kehrt roieber, jeboch läßt eine plötzliche Generalpause ahnen, innehalten — unb wenn man sich gerabe roieber in ber schönsten Stimmung fühlt, bricht ber Satz jäh ab. Tremoli ber Bässe fünben Unheil, hastenbe Violinfiguren beuten auf bie flüchtig sich zerstreuenben Tänzer, ber Sturm bricht los, mit elementarer Gewalt erhebt sich ein Gewitter. Den Höhepunkt ber Naturerscheinung beutet ein starres Verweilen im Fortissimo bes Orchesters auf ben oerminberten Septafforb an, dazu das Heulen der Bässe. — Das Unwetter verzieht sich, und der „Hirtengefang" fändet „frohe unb öanfbare Gefühle nach dem Sturme". „Es ist em Lobgefana aller Kreatur, gewaltig auffteiaenb unb zum Schlüsse anschwellend zum allgemeinen, volltönenden, heidnischen Naturhymnus. — Er schweigt. Der Abend fenft sich nieder: Friede ber Felber---Abenbschein. Ganz von fern noch bie letzte Schalmei, — bas Hohelieb ber freunb- liehen Natur klingt aus." (Hans Pfitzner,) Dr. Hg. Aus bem Gau-Hesfen-Nasfau fielen als Gedenkrede des Kreisleilers Dr. Hildebrand! Als am 9. November 1923 bie Marschsäule ber nationalsozialistischen Bewegung an ber Felbherrn- halle in München mit Feuer' empfangen worben war, als 16 Kämpfer ber Bewegung ihr Leben ausgehaucht hatten, ba triumphierten unsere Gegner aus allen Lagern. In ihren Augen waren bie junge Bewegung und ihr Führer, die sich angemaßt hatten, Deutschland umzugestalten, für alle Zeiten erledigt. Nach ihrer Auffassung war an diesem Tage Felix Allfahrt, Theodor Bauriedl, Theodor Casella, Wilhelm Ehrlich, Martin Faust, Anton Hechenberger, Oskar Korner, Karl Kuhn, Karl Laforce, Kurt Neubauer, Klaus von Pape, Theodor von der Pfordten, Johann Rickmers, Dr. Max Erwin v. Scheubner-Richter, Lorenz Ritter v. Stransky, Wilhelm Wolf. ein unverantwortliches Abenteuer politischer Phantasten und jugendlicher Heißsporne gescheitert. Sie hatten sich geirrt! Wohl war der äußere organisatorische Rahmen der Bewegung zerschlagen, die Sturmabteilungen waren aufgelöst und verboten worden, der Führer Adolf Hitler und die meisten seiner Mitarbeiter waren in Haft genommen. Die Blutzeugen der nationalsozialistischen Idee: Wilhelm Wilhelmi, Singhofen, am 6. 3.1927 in Nastätten. Karl Ludwig, Wiesbaden, am 10.4.1927 Heinrich Kottmann, Darmstadt, am 13.5. 1928 in Pfungstadt. Katharina Grünewald, Lampertheim, am 2.8.1928 in Nürnberg. Erich Jost, Lorsch, am 5. 8.1929 in Nürnberg. Hans Hobelsberger, Biblis, am 17.11.1931 in Worms. Hans Handwerk, Frankfurt a. M., am 5. 7.1932. Heinrich Grasmeher, Steeden, am 11.7.1932 Christian Croeßrnann, Pfungstadt, am 26. 2.1933 in Lindenfels. Josef Dieser, Frankfurt a. M.-Hochst, am 28.2.1933. Andreas Weidt, Höchst im Odenwald, am 3.3.1933 Peter Fries, Darmstadt, am 17. 3.1933 in Lindenfels. Sie marschieren im Geist in unseren Reihen mit. Hebt die Fahnen! Den packenden Abschluß dieses Gedenkens bildete die schöne Wiedergabe der Feiermusik „Vorspiel zu Sigurd Jorsalfar". Der gemeinsame Vortrag des Feierliedes „Fanfaren, kündet mit ehernem Ton" durch den Musikzug unter Leitung von Musikzugführer Herrmann und durch den Sturm 16/R 116 unter Leitung von Sturmführer Kurt Richter bildete die Ueberleitung zu ber folgenben DUck auf Den Faynenaufmarscy bet Der QJeoentfeier. — (Jüufnapme: Pfaff, Gietzen.) Vorkämpfer einer wahren deutschen Revolution durch die Straßen Münchens, damit das Sterben von 2 Millionen deutscher Männer wieder einen Sinn gewinnen sollte. In diesem gläubigen Idealismus brachen ihnen die Augen, als die Kugeln der Reaktion in ihre Reihen schlugen. Denn der Zweck ihres Marsches auch nicht erreicht wurde, so haben sie dennoch mit ihrem Opfer Deutschlands Ehre und Freiheit erkauft. Aus ihren Gräbern ging ihr Glaube hinaus über Deutschland. Vor dem Volksgerichtshof wurden der Führer und feine Getreuen in den Augen des Volkes aus Angeklagten zu Anklägern. Millionen horchten auf und begannen zu ahnen, daß hier eine Bewegung im Entstehen begriffen war, die einst dazu berufen sein sollte, die Kräfte des Verrats und des Niedergangs zu vernichten, Deutschland wieder groß und frei zu machen und ihm die verlorene Ehre zurückzugewinnen. Eine Bewegung, die sich nicht in schönen Programmen erschöpfte, die die befreiende und rettende Tat nicht scheute, sondern als wirkliche Kampfgemeinschaft von ihren Anhängern das höchste forderte, dafür aber auch am ehesten berufen war, den Sieg-zu erringen. Als der Führer im Jahre 1925 aus der haft entlassen wurde und mit dem Neuaufbau der Bewegung begann, strömten nicht nur seine alten Kampfgefährten in die Reihen der Partei zurück. Vielmehr begann die Bewegung auch überall dort Fuß zu fassen, wo sie seither noch unbekannt war. War die Partei im Jahre 1923 und in den vorhergehenden Jahren hauptsächlich nur auf Bayern und Süddeutschland beschränkt, so breitete sie sich nun zusehends über ganz Deutschland aus, so daß sie bald ihre alte Stärke weit übertraf. Machtvoller und geschlossener als je, geläutert durch das Blutopfer der 16, konnte sie ihren Vormarsch fortsetzen. Je härter sie von den herrschenden Gewalten bekämpft wurde, je mehr man versuchte, sie mit Terror und Gewalt niederzuhalten, desto stärker und trotziger wurde nur der Glaube an den endgültigen Sieg. Der Opfertod der 16 Ermordeten vom 9. November 1923 war zu einem Fanal für ganz Deutschland geworden. Wenn auch im Laufe der Iahre noch Hunderte ihr Leben hingeben muhten und Tausende schwere Verwundungen, Gefängnisstrafen und schwerste wirtschaftliche Schäden zu erdulden hatten, für jeden, der aus den Reihen gerissen wurde, sprangen tausend neue Kämpfer der Bewegung in die Bresche. Wir lächeln heute, wenn wir daran denken, daß man uns einmal mit anderen Parteien verglichen hat. Die Partei war für uns nur immer Mittel zum Zweck, sie war nur das Instrument und die äußere Form, die wir uns schaffen mußten, damit wir unsere Weltanschauung Vorwärtstreiben konnten. Wir waren nur Kämpfer für eine Idee, für unsere nationalsozialistische Weltanschauung, die einzig und allein dem deutschen Volke wieder die Kraft geben konnte, den Weg nach aufwärts zu sinden. Dieser Idealismus allein befähigte die Bewegung, sich durchzusetzen^ und dies allein übte die gewaltige Anziehungskraft auf die deutschen Menschen aus, die die nationalsozialistische Bewegung während der ganzen Zeit ihres Ringens ausgeübt hat. Alle Volksgenossen, die nicht nur im wirtschaftlichen Denken oder in alten Vorstellungen wurzelten, die Aktivisten in allen Lagern ahnten, daß es etwas Gewaltiges um diese Bewegung und ihre Idee sein müsse, für die Hunderte freudig ihr Leben Hingaben und Tausende jederzeit bereit waren, das gleiche Opfer zu bringen. So wurde jeder Blutzeuge der Bewegung zum Ansporn für Tausende anderer Volksgenossen, in der Opferbereitschaft nicht zurückzustehen. Dieser gläubige Idealismus schenkte uns den Sieg, lieh die Bewegung zum einzig und allein bestimmenden politischen Faktor in Deutschland werden, das nun für alle Zeiten nationalsozialistisch sein wird. Im vorigen Jahre wurden sie zur letzten Ruhe gebettet, die 16 ersten Toten der Bewegung. An Königlichen Platz in München halten sie nun ewige Wache. Wenn sie ganz besonders geehrt wurden, wenn ihrer und all der anderen ermordeten Kämpfer der Bewegung nun alljährlich an diesem Tage besonders gedacht wird, so liegt der Sinn dieser Ehrung nicht darin, dah ihr Sterben etwa schwerer gewesen wäre, als das der zwei Millionen deutscher Männer, die im Weltkrieg ihr Leben für Deutschland Hingaben. Die Toten der Bewegung zeugen von der Wucht und Gröhe unserer Idee. Sie folgten keinem Befehl, sie wurden bei ihrem Opfergang nicht gestärkt und getragen von der Begeisterung des ganzen Volkes. Einzig und allein ihr Glaube an die Ehre und Gröhe des kommenden Reiches, an die Sendung der Bewegung für Deutschland, das sie in dem Führer verkörpert sahen, führte sie ihren Weg. Verlacht und verhöhnt wurden sie vom haß der eigenen Volksgenossen gefällt. Ihr Tod hat den Sieg der nationalsozialistischen Idee und damit Deutschlands Wiederaufstieg erkauft. Ihr Opfer soll uns ewige Mahnung und Verpflichtung sein. So wie sie uns die Treue gehalten haben, wollen wir ihnen die Treue halten. Wir wollen nicht um sie trauern, sondern am heutigen Tage bekennen, daß sie in uns und unserem Werk ewig fortleben sollen. Gleich ihnen wollen wir alle Zeit selbstlos für unsere Idee und damit für das nationalsozialistische Deutschland Adolf Hitlers kämpfen! Kreispropagandaleiler Schmelz sagte in seinem Schlußwort: Wir haben der Toten gedacht, deren Opfer in uns allen weiterlebt. Und weil dieses Opfer in uns lebt, deshalb lebtdas deutsche Volk. Run ruft uns wieder das Leben, ruft uns täglich wieder die Pflicht, immer an unser Vaterland zu denken, ruft uns täglich wieder der Führer. Deshalb wollen wir auch diese Feierstunde beschließen, indem wir den Führer grüßen, in dem wir all unser Kämpfen und Ringen und all unser Hoffen verkörpert sehen. Wir grüßen den Führer mit unserem alten Rus Sieg-Heil! Gewaltig brausten die dreimaligen Rufe des Grußes und des Gelöbnisses der Tausende durch den weiten Raum der Volkshalle. Anschließend wurden die ersten Verse der beiden Nationalhymnen gesungen. Hierauf wurden unter den Klängen des Baden- Aus der Provinzialhauptstadt heute Eine früher weit verbreitete und auch «tigfeil«1, i Ä DieZagd im November in Uhlands Volksliedern also heißt: Und Die am der Deutsches Frauenwerk, Abt. Volkswirtschaft — Hauswirtschaft, 20.15 Uhr Zusammenkunft in der Rhein gibt es unzählige; fein Todestag ist es, feit Jahrhunderten festlich begangen wurde. „Herbei, herbei zur Mertensgans, Herr Burkhart mit den Bretzeln! jubilemus! Bruder Urban mit der Flaschen! cantamus! Set. Bartel mit den Würsten! gaudeamns! Sind alles ftarfe Patronen Zur felften Mertensgans". ein anderes Martinslied lautet: „wol zu dem trüben neroen wein, den beschert got und sant Mertein, ist die ganz darzugeben, demselben ißt man uns zu er got im ewigen leben". mitgibt. Mütter, denkt daran: Am 14. November kommen die Jungmädel und bitten Euch um Kinderwäsche und Kinderkleidung. Dann müßt Ihr schon ein großes Bündel warmer Sachen bereitfiegen Huben! Brauch, da schon Fischart singt: „O Marten, Martein, der korb muß oerbrent sein, das gelt auß der täschen, den Wein in die fläschen". LPD. Die Markierungen der Wanderwege im Gebiet der Landesfremdenverkehrsverbände, die unter erheblichen Kosten der Allgemeinheit herge- stellt und unterhalten werden, werden sehr oft durch Bubenhände beschädigt, unbrauchbar gemacht ober entfernt. Kürzlich hat der Landesfremdenverkehrs- verband Rhein-Main den „Rheinhöhenweg" in einer Länge von 150 Kilometer von Wiesbaden bis Nieder- und Oberlahnstein unter Aufwendung erheblicher Geldmittel in vorbildlicher Weise Herstellen lassen. Obwohl diese Markierung erst seit dem Sommer dieses Jahres fertiggestellt ist, zeigt die di- sie Weihnachten im Kote gehn". Bornotizen. Tageskalender für Dienstag. NSV.-Küche im Einhorn (Kirchenplatz). — Stadt, theater: 20 bis 22.45 Uhr „Der Zarewitsch". Gloria-Palast, Seltersweg: „Ein Hochzeitstraum-, — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Wo die Lerche singt". — Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brand: 17 bis 18 Uhr Ausstellung von Oelgemälden, Aquarellen und Tempera. Stadttheater Gießen. Heute abend findet die erste Wiederholung von „Der Zarewitsch" Operette von Franz Lehar statt. Musikalische Leitung: Hans H. Hampel. Spiel, leitung: Paul Wrede. Anfang 20 Uhr, Ende 22.45 Uhr. Dienstag-Miete 8. Vorstellung. Wegen Terminschwierigkeiten fällt das Gastspiel des „Ballett Raimonda", am 12. November aus und wird auf einen späteren Termin verschoben. Kampf den Motten. In der Eifel rollt man ein brennendes Rad zu Tal, in Echternach ein loderndes Teerfaß, dem die Burschen mit brennenden Fackeln nacheilen. Sehr reizvoll ist ein in Heiligenstadt beheimateter Brauch: Dort wimmelt am 11. November das Wasser der NSG. Jedes Jahr im Frühjahr und Herbst räumt die Hausfrau die Sommersachen in den Schrank, schön mit Mottenpulver bestreut, oder verpackt sorgsam die warmen Wollsachen mit dem duftenden Pulver, damit sich keine Motte heranwagt und ihr Zerstörungswerk beginnt. Zu aller- unterst aber in den Schränken liegt meist Jahr für Denn der Martinstag ist auch für viele Gegenden der Tag der ersten Weinprobe. In den meisten Martinslieoern wird Sankt Martin als Spender des Weins gepriesen. Je mehr man beim Martinsschmaus trinkt, desto mehr Stärke und Schönheit trinkt man sich an. Durchaus aus der Luft gegriffen ist die immer wiederkehrende Behauptung, die Martinsgans fei ihrem Ursprung nach ein germanisches Opfertter. Keine alte Quelle bezeugt die Gans als solches. In manchen Gegenden werden statt der Gänse Schweine geschlachtet oder es wird zum mindesten sonst reichlicher und besser gegessen als gewöhnlich. Im Kreis Mayen bäckt man den „Deppekooche" (Topfkuchen), der im Volksmund „Märtesbrode" heißt. Auch anderwärts wird am Martinstag be- sonderes Backwerk hergeftellt, fo in Hindelang die „Martinsgiga" (Marttnsgeigen), lange, „kipf"artige Brote, in Martinszell die „Martinslaible", ganz kleine Semmelbrötchen, im Sudetenland „Mertas- hornla" mit Nuß- und Mohnfülle, in Leipzia „Märtenshörnchen", in Schlesien das „Mertenhorn", anderorts „Martinskrapfen" und „-wecken". Vielfach ist es üblich, das Marttnsbackwerk weihen zu lassen und davon an die Annen zu verteilen. Weg Homai |5ü*Sl)t by i H Me||un8. deutete ei ® n * d°b KS?s M;« * -Ms Geislebe von Lichtlein, die in Nußschalenschifflein dahinschwimmen. Ein lustiger Martins-brauch herrscht in den Ardennen: Dort gehen die heiratsfähigen Mädchen mit ihren Burschen zu bestimmten Quellen, in die sie wie Angelhaken gebogene Stecknadeln werfen, um einen Mann zu fischen. Sehr wichtig ist das am 11. November herrschende Wetter, denn es ist maßgebend für den ganzen Winter. Geht die Sonne klar unter, fo gibts einen harten Winter, dagegen: „Wenn um Martini Nebel sind, so wird der Winter ganz gelind", und ein ostfriesisches Sprichwort sagt: „Wenn Wenn die Buchenjugend im Scheine der Mittagssonne zu brennen scheint, wenn sich Büchsenknall und Hundegeläut mit dem Ruf des Jagdhorns zu einer der schönsten Melodien für das Waidmannsohr vereinen, bann hat das Jagdjahr feinen Höhepunkt erreicht. Dann kommt die Zeit, die der Jäger festhalten möchte und von der ein Dichter singt: „O könnt es Herbst im ganzen Jahre bleiben, bas wär es, was mein Herz begehrt!" Im Rotwildrevier rücken die Wildjagden in den Vordergrund. Neben dem Abschuß von Kahlwild gilt die Jagd dem schlecht veranlagten Hirsch. Beide Jagden sind gleich wichtig, denn Herabsetzung der Kahlwildbestände und Hebung der Güte des männlichen Wildes muß das nächste Ziel sein. Daß wir dabei auf dem richtigen Wege find und baß größte Enthaltsamkeit am raschesten zum Ziele führte, wurde den Vertretern der deutschen Jägerschaft anläßlich der Reichshubertusfeier in Braunschweig sinnfällig vor Augen geführt. Nach den Worten des Oberstjägermeisters war der Jagdgau Braunschweig hinsichtlich der Güte seines Rot- und Rehwildes der schlechteste, den die deutsche Jägerschaft übernahm. Gänzlich verfehlter Abschuß neben einer Zerstückelung des Landes in viele kleine Teile waren die Ursachen. Radikale Schonung der wenigen noch vorhandenen guten Hirsche, zusammen mit einem ausgiebigen Hegeabschuß haben dazu geführt, daß heute nach den Bestandsaufnahmen schon wieder an 350 Kronenhirsche vom Zehner bis zum Achtzehnender in oen braunsä-Meigischen Forsten ihre Fährte ziehen, während gleichzeitig durch Erhöhung der früheren Abschußzahl ber Gesamtbestanb bes Rotwilbes herabgesetzt worben ist. Dieses mit eiserner Energie burchgesührte Vorgehen sollte beispielhaft fein für alle Rotwilbreviere, in denen ähnlich ungünstige Verhältnisse vorliegen (Taunus zum Beispiel). Auch die Jagd auf bas Damwild, dessen Brunft zu Ende ging, ist nach gleichen Grundsätzen burchzuführen. Das Schwarzwilb ist feist, ba es überall reichlich Mast fand, unb steht vor ber Rauschzeit. Wir Jäger müssen uns wünschen, baß wir wieder einmal einen Winter bekommen, ber biesen Namen auch verdient. Ist er an sich schon für die Erhaltung eines gesunden Wildstandes erwünscht, weil er manches ausmerzt, was nicht lebensfähig ist, so brauchen wir Spurschnee dringend, um mit durchschlagendem Erfolg die Sauen besagen zu können. Die Zunahme des Schwarzwildes hat die Tatsache der letzten febneearmen Winter zur Ursache. Um so mehr ist es die Pflicht jedes Sägers, der Schwarzwild in seinem Revier hat, dafür zu sorgen, baß ber Schneefall regelmäßig gekreist und gejagt wirb. Zn unseren rehreichen oberhessischen Waldrevieren sprelt ber Rickenabschuß zur Zeit eine be- saubere Rolle. Nachbem sich ber Blattfall in biefem Jahre verhältnismäßig rasch vollzogen hat, ist er wesentlich erleichtert worben. Es kommt nun daraus an, daß er möglichst bald durchgeführt wird und auch hier unter Ausmerzung des Geringen und Schonung des Starken. Dabei muß ebensosehr aus jagdlichen wie aus volkswirtschaftlichen Gründen bie völlige Erfüllung des Abschußplanes erwartet werden. Im Mittelpunkt ber Jagb steht allerdings jetzt ber H a s e, besten Abschuß nun zunächst im Walde unb spater im Felde ausgenommen wirb. Zu wünschen wäre, daß bafür halb anberes, kälteres Wetter käme. Das warme, nasse Wetter beeinträchtigt die Strecke unb erschwert auch ben Hanbel. Deswegen muß von dem Jäger verlangt werden, daß er für einwandfreie Behandlung der frisch geschossenen Hasen sorgt. Es darf nicht vorkommen, daß durch Nachlässigkeit oder Unverstand Hasen „grün" zur Abgabe kommen. Was ist eine Waldstrecke ohne Fuchs? Er gibt ihr erst das richtige bunte Bild, das für die Wald- jagben kennzeichnend ist. Sein Balg ist nun gut, und fein Abschuß macht daburch befonbere Freube'. Unserem Rotfuchs wirb auf bem Rauchwerkmarkt wieber eine größere Bedeutung zukommen. Denn keineswegs ganz geschwundene Sitte ist die der „Martinsseuer", über die man sprang oder hin- durchschritt, um die man ben Reigen schlang. Im Kreis Prüm werben alle unbrauchbaren Körbe gesammelt unb verbrannt, offenbar ein sehr alter Hitler-Jugend Sann 116 Gießen. Betr. Dichterabend des Goethebundes am 25. November. Der bekannte Dichter Ebwin Erich D w i n g e r lieft am 25. November in ber Neuen Aula ber Universität aus eigenen Werken. Zu biefem SIbenb, ber für Gießen sicher ein großes Erlebnis werben wirb, stehen uns- eine beschränkte Zahl von Karten zum Preis von 20 Pf. zur Verfügung. Die Gefolgschaftsführer und Führer ber Sonbereinheiten melben bis spätestens 14. November dje Anzahl ber benötigten Karten. Vielleicht werben auch einige Jugenbgenosten ber auswärtigen Gefolgschaften von biefer Gelegenheit Gebrauch machen. Daß auch in protestantischen ßänbern ber Martinstag seine Geltung behielt, rührt daher, daß er hier auf den Ta^ Martin Luthers umgedeutet wurde. Der Martinstag gilt beim Volk als der eigentliche Wintersanfang und ist gleichzeittg der Beginn des neuen Wirtschaftsjahres. Er ist der Termin für allerlei Abgaben, der Zahltag für die Handwerker, vielfach die Zeit des Dienstbotenwechsels. Von jetzt an wirb bei Licht gearbeitet, die Rockenstuben nehmen ihren Anfang. Die Weidezeit für bas Vieh ist zu Ende. Am Martinstag fanden — und finden vielfach auch heute noch — im Rheinland, Oldenburg, Hannover, Mecklenburg und anderswo Kinderumzüge statt, bei denen die Kinder singend Aepfel, Nüsse, Zuckerwerk, Geld oder auch Materiell zum Martins- feuer erbitten. Manchmal wird eine Strohfigur als Verkörperung des Heiligen mitgeführt. Oft tragen die Kinder Laternen, während von ben Jungens häufig noch „Rummelpötte" mitgeführt roetben, womit sie einen heillosen Lärm erzeugen. Ein mächtiger Spektakel ist überhaupt bei den Mar- tinsumzügen ungemein beliebt. In Tirol wirb mit Kuhschellen unb Geißglöcklein gelärmt, im Unter- inntal toben greuliche, rußgeschwärzte Gestellten mit langen Hälsen und Hörnern, schellenbehängt, durch den Ort, jeden, dessen sie habhaft werden, mit Ruß beschmierend. Weit verbreitet ist auch bas Peitschenknallen in ber DiFrtinsnacht, z. V. im unteren Böhmer Wald, in der Steiermark usw. Ursprünglich hatte das Peitschenknallen wohl den Zweck, böse Geister zu vertreiben, ebenso wie bas Glockenläuten, bas auch heute noch in vielen Gegenden geübt wird (in Erfurt „Gansläuten" genannt). Von kirchlichen Dingen ist im allgemeinen am Martinstag nicht viel mehr zu spüren — in der Kirche von Hassel allerdings werden noch Salz, Brot und Hafer geweiht, in der Oberpfalz, in Jnnergschwend, Legenfeld und andernorts findet ein dreimaliger Umritt um bie Martinskapelle statt, worauf die Pferde vom Priester gesegnet werben — er ist ein Tag der weltlichen Festfreude geworden, fast ber Kirchweih ähnelnd — heißt er im Rheinland doch „Martinikerb" — in Hauerz findet sogar wirklich die Kirchweih an diesem Tag statt, bei ber man früher sogar den heiligen Marttn aus der Kirche ins Wirtshaus holte, damit er Teil haben könne an der Lustbarkeit, die — namentlich früher — in der Hauptsache in gewaltigem Schmausen unb Zechen bestand, sagt doch schon Fischart in seinem „Gargantua": „ba sauf unb friß, wer sich voll saufen kan, ist ein rechter märtinsman", unb Hans Sachs erzählt in feinen Fastnachtsspielen: „wir asn und drunken, fasen zamen und lobten fant werten alwegen auf Hochzeiten unb kirchtegen". Der Schriftsteller Sebasttan Frank beschreibt ben Martinstag bes 16. Jahrhunderts also: „Erstlich loben sie S. Martin mit guoten wein, gänfen, biß sie voll werden, unselig ist das Haus, das nit auf diese nacht ein ganß zu essen hat. ba zäpfen sie ihre neueroe wein an, bie sie bisher behalten haben, da gibt man zuo Würtzburg unb anderswo auf biefen Tag den armen eine guote notturft." Das beliebteste Essen am Martinstag war — und ist eben nicht selten heute noch — die Martinsgans, die schon in kölnischen Akten bes 15. Jahrhunderts häufig Erwähnung findet und noch zu Beginn des 19. Jahrhunderts, lecker mit Rosinen, Aepfeln und Kastanien gefüllt, in keinem Kölner Hause fehlen durste. Ein erstmals 1540 gedrucktes Volkslied singt: „Der beste Vogel, ben ich weiß, bas ist die fette ©ans", während es weiter Marsches die Fahnen aus der Volkshalle getragen unb verließen Kreisleiter Dr. H i l b e * 6 r a n b t, Brigabeführer Schmibt unb Generalleutnant Oßwalb als Vertreter ber Partei und ber Wehrmacht unter bem Gruß ber Tausenben gemeinsam ben Versammlungsraum. Damit hatte die Kundgebung ihren Abschluß gefunden. * Die SA. -Standarte 116 hatte im Laufe bes gestrigen Vormittags als äußeres Zeichen bes Grußes an bie Toten ber Bewegung Kränze an ben Ehrenmälern unserer Stabt nieber« gelegt, unb zwar an bem Denkmal auf dem Marktplatz durch bie Reservestanbarte 116, an dem Denkmal auf bem Landgraf-Philipp-Platz burch die aktive Standarte 116. bie Gänse um Martini auf bem Eise stehn, müssen ------ - - - E. B. er wird in besonderem Maße helfen müssen, ben Vebarf an Pelzwerk zu beeten und die Einfuhr einzuschränken. Deswegen sei auch in diesem Zusammenhang auf die Pflicht zu guter Behandlung ber Bälge hingewiefen. Es muß aber auch auf aus- reichenbe Vejagung Wert gelegt werben, um Schä- bigungen ber Geflügelzucht zu vermeiden, wenngleich die große Rolle nicht verkannt werden sollte, die der Fuchs gerade in der Mäusebekämpfung spielt. Die Jagd auf ben roten Freibeuter aber ist so interessant und vielseitig, daß jeher wahre Waidmann seine Freude daran haben müßte. Im vergangenen Sommer wurde in vielen Revieren über die Zunahme der D ä ch s e unb ihre Gefahr für bie Nieberjagd geklagt, während gleichzeitig vereinzelt Schäden im Feldbau auftraten; dies hat verschiedentlich Abschußerlaubnis in ber Schonzeit zur Folge gehabt. Um fo mehr erscheint es notwendig, daß jetzt, wenn Grimbart feist ist, mit Spaten und.Erdhund ihm mehr als seither nach- gestellt wird. Das Rebhuhn hat zwar noch Schußzeit, doch wird ber Jäger mehr auf Anlage von Fütterungen für es, als auf Jagb, jetzt bedacht fein. Anders steht es mit bem Fasan. Die Hähm haben nun alle geschilbert unb erfreuen bas Jägerauge mit ihren bunten Farben. Sie wollen wir mit Maß und Ziel besagen, ober auf die Henne ben Finger noch gerabe lassen. Der Bestand hat sich überall gehoben, neue Reviere finb besiebelt worben. Färbern wir bies gemeinsam burch vernünftige Bejagung und sachgemäße Fütterung, dann werden wir unsere ja gerade nicht sehr abwechslungsreich besetzten oberhessischen Jagden wesentlich bereichern! Schnepfe unb Sumpsfchnepfen finb auf bem Zuge nach ©üben, mafttragenbe Bäume halten bie Ringeltauben fest, Enten unb Gänse vervollständigen bas Bild der herbstlichen Jagd auf Federwild. Raubvögel der verschiedensten Art kommen uns setzt zu Gesicht, ba auch sie auf bem Zuge sind. Habicht unb Sperber als gefährlichste Feinde der Niederjagd bzw. der Singvogelwelt sind dem Jäger stets zum Abschuß freigegeben. Ebenso hat jetzt der Mäusebussard Schußzeit. Es ist nicht zu leugnen, daß seine Zahl ganz erheblich angewachsen ist. Der Jäger wird nicht verkennen, daß auch ihm, wie dem Fuchs eine erhebliche Bedeutung in ber Mäusebekämpfung zukommt, unb bes- wegen barauf Rücksicht nehmen. Andererseits ist bekannt, daß sich unter den Bussarden mitunter eine ganz gefährliche Sorte von „Spezialisten" entwickelt, bie sich für Hühnerhöfe, Fasanen- und Hühnerfütterungen, ober auch Hasen besonbcrs interessiert. An sie hat ber Gesetzgeber gebucht, als er eine Schußzeit für ben Bussarb einräumte. Alle anberen Raubvögel finb ganzjährig geschützt, ihr Abschuß wird empfindlich bestraft. Es wäre zu wünschen, baß feder Jäger einmal einen Wanderfalken ober sonst einen als Beivogel abgetragenen Raubvogel bei seiner Jagb sehen könnte. Er würde babei Einbrücke von solcher Schönheit in sich auf- nehmen, baß es ihm überhaupt schwer würbe, ben Gebauten an ben Abschuß eines solchen Ebelings ber Lüfte zu fassen. Wie im Vorjahre hat auch in diesem Jahre ber Reichsjägermeister roieber seine Jäger zum W i n« terhilfswerk aufgerufen unb in Braunschweig selbst eine große Strecke am Hubertustag über« Beben. Wir beutschen Jäger jagen z. Zt. unter einem agbrecht, um bas uns alle ausländischen Jäger, bie am Hubertustag unter uns weilten, unverhohlen beneibeten. Wir finb roieber hineingestellt worben mitten in bas Leben unseres Volkes unb mit ganz bestimmten Aufgaben betraut worben. Zeige» wir uns bafür bankbar! Wer sich hier ausföyließt, stellt sich selbst damit außerhalb ber großen Gemeinschaft, bie wir beutschen Jäger bilden wolle» Drum tue jeder seine Pflicht, daß wir genau so stolz auf das Geleistete fein können, wie im Vo^' .hre. Hubertus. Jahr fein säuberlich verwahrt noch manches Stück Wäsche unb manches Jäckchen ober Mäntelchen, B das einmal vor langen Jahren ber Bub ober bas Mäbel aetragen hat. Schön mit Mottenpulver bestreut, liegen bie Sachen bort, unb babei würden sie viel lieber mit einem Buben durch die Straßen rennen, ober ein Mäbel auf ber Schulbank ober im Kinbergarten wärmen. Ganz grünblich müssen einmal biese verborgenen und halbvergessenen Schrankschubladen nachgesehen werden, ob da nicht manches Stück liegt, das man besser ben Jung- mäbeln am 14. November für bas Winterhilfswerk ff Erhaltet die Wegmark,erungen! wDüngen, M 31 - - - ■ Snri.it unh »em Mchaus WM n Manier; Ultimi jr., Eella), Upielte Einlage tun hobusch). Ei Ke prächtigen U Harburg unter De iBBas auf ber Han Mlsiklehrer Mtsc mü sich zu W Martinstag. (Zum 11. November.) Das alte Volksfest des Marttnstags geht moa- licherweise schon auf germanische Zeiten zurück, als Herbst- unb Erntefeier, bie vielleicht zu Ehren einer bestimmten Gottheit begangen würbe. An bereu Stelle trat bann ber im Jahr 397 am 11. Novem- irfjrtt Hermann ttn Wrs „Da Mlh. Heuser M< Über 18er Husar« Warburg), 10 nnr. Mit einem Nurtsch vor unb Kurz vor Schl tzprach ein Vater Eltern bafür aus »en angenommen niel zur hausmi iibrt. lieber dieser £ den Kindern lei een Instrumenten wben können, dr Jlcmütsfräfte geför GiesMt markt kv'Mn-. D ^.MolkereiMn' ^5 bis 1,60 M latüd 4 bis 10 M kg 4,50 bis [ KO kg 3 bis 3,5 >50 kg 5,50 bis HO Pf., rote Rü 86 bis 8, Unterfi Mosenkohl 25 bi ’7 bis 8, Meerre i‘el3 30, Kürbis 40 Pf., 50 y bis 25 Pf., g kg 25 bis 35 » kg 10 bis 20 l Wer 80 bis c Uumenlolil, das ividivien 5 bis 1 - kllerie 10 bis 3( ber gestorbene heilige Martin, Bischof von Tours, ber Patron zahlreicher Länder unb Volksstämme, ihm geweihten Kirchen find Legion, besonders W bie ^5 c r&r: lös’? Jfrer De.? einer : fi.?c ® e>ge & "ichts ?«ne. ? »eiter »,,! bas u,ebet N, Qn\ld)on ei W" Sanicharmonikamusik — Hausmusik. Ein Spielabend im Laf6 Leib. Oberheffen ierungen! reibeuter oM ' Gießen, 10. Nov. Auf dem heutigen Wochen- s bedeutete eine herbe Enttäuschung für Gerden des er auch aus aus- merben, um Sch vemeiden, nenn* nnt werden M TRäufebetämpg ‘ w in nielen Hem ^^erholu» „ov u ui ? । u cm w w v . Die Rednerin wies darauf hin, daß gerade die deutsche Hausfrau be- pielte Einlage („Träume der Liebe", Gavotte, 1 Hobusch). Ein besonderes Vergnügen waren ** Arbeitsjubiläum. Am morgigen Mittwoch, 11. November, kann der Installateur Wilhelm Merz aus Lang-Göns auf eine 25jährige Tätigkeit beim städtischen Gas- und Wasserwerk zurückblicken. *♦ Straßensperrung. Wegen Ausführung Aufklärungsvortra „Kampf dem Verder „Herr Senatspräsident Weißmüller von den »Vereinigten Zuckerwerkeist wollte Herrn Doktor unbedingt sprechen. Herr Präsident hat sagen lassen, er ist im Hotel »Stadt Rorn< und will dort auf Sie warten!" „Danke, Pauline! Sonst nichts?" „Nein, sonst hat niemand nach Herrn Doktor gefragt." „»Vereinigte Zuckerwerkell Hm! Das wird interessante Arbeit geben!" murmelte Rammelt vor sich hin, während er die Fernsprechzelle verließ und sich hinunter zu seinem Wagen begab. „Nach »Stadt Rom', Dönitz! Von da aus können Sie dann nachher gleich nach Hause fahren. Ich nehme zum Rückweg ein Taxi!" * Das Blaue Zimmer in Hotel „Stadt Rom" war fast leer. An einem kleinen Tisch in der Nähe des rieft3 gen Kachelofens, der der kalten Witterung entsprechend bereits eine gemütliche Wärme verbreitete, saß Präsident Weißmüller bei einem Glase Bier. Während er gerade wieder ungeduldig auf seine Uhr geblickt hatte, betrat Rammelt das Lokal. „Gut, daß Sie doch noch gekommen sind, Herr Doktor", rief der Präsident erleichtert aus, rückte dem andern einen Stuhl hin. „Ich mußte Sie unbedingt heute noch erreichen! Es handelt sich da um etwas sehr Dringendes! Der Senat braucht ein Obergutachten in Sachen Brand A.-G. gegen „Vereinigte Zuckerwerke", oder vielmehr umgekehrt! Ich habe Ihnen vorhin die Aufforderung schon mit der Post zugeschickt. Eine schwierige Sache, kann ich Ihnen versichern!" „Und bis wann muß die Sache fertiggestellt sein, Herr Präsident?" „So schnell, wie es Ihnen nur möglich ist. Herr Doktor! Am Ende kommen sonst noch mehr Komplikationen dazu!" . „Gewiß Herr Präsident! Ich werde mein Möglichstes tun. Uebrigens kenne ich auch die Materie so einigermaßen! Es handeU sich doch da um den Einsturz des neuerbauten Kesselhauses von den „Vereinigten Zuckerwerken", nicht wahr? „Ganz recht! Und noch mehr um die drohende Einsturzgefahr auch des Schnitzelspeichers! Millio- nenobjekt, das! Die „Vereinigten Zuckerwerke können in dieser Kampagne nicht arbeiten, oder viel- erscheint es no'? irt seist ist, mt als seither nach. ••• * . - - VJ l t U t II , 1U. "VVUU. «U| UClIl l/iuuyui e unb ihre wlr(t kosteten: D. f. Molkereibutter, % kg 1,57 Mk., hrend tzleichzcki f.^olkereibutter 1,52, Landbutter 1,42, Markenbutter [traten; dies hc l|Ll- -- — -— - - — -- "" ,n der Schons tuf«" h in DV*.n. # >«i*Ä SÄ in Ausgaben ab. Es verbleibt somit ein Kassenbestand von 273,95 RM. An Pacht wurden 11 085,20 RM. an die fürstliche Rentkasse in Lich abgeführt. Der Kassenbericht wurde von den fast vollzählig erschienenen Mitgliedern gutgeheißen und dem Rechner Entlastung erteilt. Nach einigen internen Angelegenheiten schloß der Vorsitzende die Versammlung in der üblichen Weise. D L i ch, 9. Nov. Nachdem vor einiger Zeit bereits die amtliche Anerkennung der Freiwilligen Feuerwehr Lich als öffentlich-rechtliche Feuerlöschpolizei erfolgt und die Vereidigung der Mitglieder der Wehr vorgenommen worden war, fand dieser Tage im „Holländischen Hof" eine außerordentliche Hauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr statt, in der die Mitglieder der Wehr, die bei der vorigen Vereidigung nicht zugegen waren, noch vereidigt wurden. Der Feuerwehrreferent des Kreisamts Gießen, Regierungsrat Grein, behandelte in einer Ansprache die Neuregelung auf dem Gebiete des Feuerwehrwesens, wobei er insbesondere auf den öffentlich- rechtlichen Charakter der Freiwilligen Feuerwehr Lich einging, den diese durch die amtliche Anerkennung als öffentliche Feuerwehr erhalten habe, und betonte, daß die Stellung des einzelnen Feuerwehrmannes eine dementsprechende sei. Gleichzeitig gab er der Erwartung Ausdruck, daß die hiesige Wehr auch in Zukunft das alte schlagkräftige Instrument zur Feuer- und Schadenbekämpfung wie bisher bleiben und sich den Ruf, eine der besten Feuerwehren des Kreises Gießen zu sein, bewahren möge. Kreisfeuerwehrführer Bouffier richtete gleichfalls einige Worte an die Feuerwehrmänner, wobei er noch einmal auf den besonderen Stand der Feuerwehren im heutigen Reiche einging. Im Anschluß an diese Ansprache wurde die feierliche Verpflichtung der Wehrmänner vorgenommen. Die Wehr, die aus einem Normalzug und zwei Halb- zügen besteht, weist zur Zeit einen Stand von 90 Mitgliedern auf, der sich aus dem Hauptbrandmeister, dem Oberbrandmeister, 2 Brandmeistern, 10 Löschzugführern, 20 Oberfeuerwehrleuten und 56 Wehrmännern zusammensetzt. Der Führerrat setzt sich zusammen aus dem Führer der Wehr, Hauptbrandmeister Christian Zimmer, dessen Stellvertreter, Oberbrandmeister Leopold N a t h e s, dem Schriftführer Karl Müller, dem Kassenführer Karl Schmidt, und den Gerätewarten Heinrich Erb und Ludwig Winter. Nach der Verpflichtung gab Bürgermeister Geil im Verlaufe einer kurzen Aussprache noch bekannt, daß dis im Voranschlag des Haushaltsplanes der Stadt Lich bereits vorgesehene Feuer- und Luftschutzsirene in kurzer Zeit zur Aufstellung gelangen wird, ebenso die als notwendig erachteten Neuanschaffungen und Verbesserungen in der Ausrüstung der Wehr beschafft würden. § Queckborn, 9. Nov. Die Eintopf- , s ammlung in unserer Gemeinde ergab den Be- ; trag von 30,65 RM. Gestern sammelten die Ge- i meinderäte, es wird bei uns immer abgewechselt, so daß jeder Volksgenosse einmal seine Kraft für das Hilfswerk des Führers einsetzen kann. — Die Pfundsammlung ergab im letzten Vierteljahr 34 Pfund Bohnen, 46 Pfund Mehl, 11 Pfund Erbsen, 11 Pfund Reis, 2 Pfund Linsen. — Am I Großen-Linden, 9. Nov. Allenthalben hört man Klagen über den schlechten Stand des Roggens. Deshalb find die Bauern gegenwärtig beim Umsäen. Die Aussaat ist z. Zt. ziemlich spät, hoffentlich gibt es keinen allzufrühen Frost. Die Roggen-Aussaat ist zum Teil durch Schneckenfraß vernichtet, aber auch zum Teil schlecht ausgelaufen. — Die gestrige Sammlung ergab den Betrag von 205 Mark. cxd Eberstadt, 9. Nov. Hier hielt Frl. Hor- t e r von der Landwirtschaftsschule Gießen einen mit dem Thema rufen sei, die Nahrungsmitteleinfuhr aus dem Auslande einzuschränken und mitzuhelfen, die Nahrungsmittelfreiheit des beutfthen Volkes sicherzustellen. Sie betonte, es sei Pslicyt jeder Hausfrau, alle verfügbaren Lebensmittel voll auszunutzen und sie vor Schädlingen zu bewahren. Die zahlreich erschienenen Zuhörerinnen folgten den lehrreichen Ausführungen mit großem Interesse. — Am Samstag fand im Gasthaus „Zur Post" die diesjährige Generalversammlung des hiesigen P acht- ko n s o r t i u m s statt. Der Vorsitzende, Bürgermeister G ö r l a ch , eröffnete die Versammlung mit kurzen Worten. Der Rechner H. Wedemann legte dann die Bilanz vor. Die Rechnung schließt mit 11 526,46 RM. Einnahmen und 11 252,51 RM. n- lutM M °°i 9nw| n M, noch einmal! ... Smmer wieder sagte Sanna es sich vor. War binn das schon ein Unrecht? Ein Unre$tgegen Ralf, an den sie freilich gebunden war, wenn auch Hilt durch Liebe, durch Versteheni.... . , ., Zu Hause angekommen, begab sich 3cmna sogleich in ihr Zimmer, holte die Koffer heran, die bereits zurechtgestellt waren, und begann zu packen. 2115 das Mädchen nach einer Viertelstunde kam, um ihr mitzuteilen, daß Fräulein Wlllnoff tn ihrer Abwesenheit das Haus verlassen habe, um Den 1J5 bis 1,60 Mk., Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das .Gürt 4 bis 10 Pf., Wirsing */t kg 6 bis 7 Pf., 501kg 4,50 bis 5 Mk., Weißkraut, % kg 4 bis 5 Pf., 50 kg 3 bis 3,50 Mk., Rotkraut, V» kg 6 bis 7 Pf., 50 kg 5,50 bis 6 Mk., gelbe Rüben, % kg 8 bis 10Pf., rote Rüben 8 bis 10, Spinat 20, Römischkohl 6 Hs 8, Unterkohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 12 bis 15, Rißenkohl 25 bis 30, Feldsalat 80 bis 90, Zwiebeln 7 Hs 8, Meerrettich 30 bis 70, Schwarzwurzeln 25 bi; 30, Kürbis 5 bis 6, Kartoffeln, % kg 4 Pf., 5 cg 40 Pf., 50 kg 3 bis 3,50 Mk., Aepfel, % kg 15 bis 25 Pf., 50 kg 15 bis 25 Mk., Tafeläpfel, y, kg 25 bis 35 Pf., 50 kg 25 bis 35 Mk., Birnen, y kg 10 bis 20 Pf., Hähne 1 bis 1,10 Mk., Suppen- mt m Li—r. nn cne 1 STOP ** A u f welche Stelle des Briefumschlags die Freimarken? Die Freimarken dürfen sich nicht an beliebiger Stelle des Briefumschlags befinden, wie dies die Versender nach vielfachen Wahrnehmungen anzunehmen scheinen, sondern sind entsprechend der ausdrücklichen Vorschrift der Postordnung in der oberen rechten Ecke der Aufschriftseite aufzukleben. Diese Stelle ist dafür am geeignetsten. Denn auf ihr wird der Aufgabestempel abgedruckt, der gleichzeitig die Freimarken entwerten soll. Befinden sich die Marken an anderer Stelle, so sind mehrere Stempelabdrucke erforderlich; wo zur Beschleunigung des Stempel- geschäfts Maschinen laufen, müssen solche Sendungen besonders noch mit der Hand gestempelt werden. Die Post bittet daher, die Marken stets auf die vorgeschriebene Stelle des Briefumschlags — obere rechte Ecke der Aufschriftseite — zu kleben und die Gebühr aus möglichst wenig Freimarken zusammenzusetzen. Das erleichtert der Post die Mrbeit und fördert die pünktliche Absendung der Wer vorwurfsvoll die Stirne run» zelt, wenn Schaumwein angeboten wird, der ist „von gestern"! Heute ist Schaumwein das Festgetränt für Jedermann! SCHAUMWEIN mehr nur in halber Produktion, weil sie die alten Anlagen benutzen müssen!" „Ja, ich erinnere mich jetzt ganz deutlich: Der Fehler wurde nun auf den alten Tagebau der Grube „Margret" zurückgeführt, die bekanntlich als Familien-A.-G. den Gebrüdern Brand gehört." „Nun, Sie scheinen ja ganz im Bilde zu sein, Herr Doktor! die Akten habe ich Ihnen ebenfalls schon zugeschickt. Sie werden natürlich eine Besichtigung an Ort und Stelle vornehmen müssen. Und vor allem. Sie erledigen dann die Sache so schnell als möglich, damit ich in der Sache noch selbst entscheiden kann,, ehe ich wieder andere Dinge übernehme! Es gilt die Interessen der Werke! Nun, ich kann da auf Ihre Tüchtigkeit ja vertrauen!" „Selbstverständlich, Herr Präsident!" Es war schon spät, als die beiden Herren aus» einarrbergingen. Jedoch noch am gleichen Abend saß Rammelt bis tief in die Nacht hinein über den Akten und ver- tiefte sich in die ungeheure Materie, an der er wahrlich feine Tüchtigkeit erproben konnte, eine Arbeit, die ihm vielleicht sogar zu neuem Aufstieg verhelfen, ehrgeizige Pläne erfüllen konnte! Es war in der Tat erstaunlich, mit welcher Verbissenheit sich die beiden Unternehmungen in diesen Prozeß gestürzt hatten! Kein Wunder freilich auch wieder, wenn man bedachte, was für beide Parteien auf dem Spiel stand! Bei den Vereinigten Zuckerwerken handelte es sich um den Ausfall einer ganzen Kampagne, um einen Ausfall, der mit zwei Millionen angegeben war! Für die Brand A.-G. wiederum ging es um die ganze Existenz ihrer Gruben und damit der Familie ihrer Besitzer! Sinnend blickte Rammelt vor sich hin. Eigentlich seltsam, daß er gerade ein Gutachten zu machen hatte, das gegen die Familie Brand gerichtet war, gegen den Bruder jenes Gerhard Brand, mit dem Jana vor Jahren einmal verlobt gewesen war! Im übrigen freilich kannte er die Verhältnisse der Brands nur flüchtig, wußte nur, daß Die Brand A.-G. mehrere Bergwerke und ausgedehnte Schwe- lereien befaß, von denen die Grube „Margret die gewinnbringendste war. Aus offiziellen Verhandlungen, jedoch nicht persönlich, war ihm auch Walter Brand, der Generaldirektor der Brand- Werke, bekannt. (Fortsetzung folgt!) Iirckaeführte Kontrolle nunmehr, daß bereits --nae Schilder mit Steinen, Stöcken usw. bearbeitet cjroen sind. Wegmarkierunaen sind als Gesamt- t der Allgemeinheit anzusehen, und wer mut- n Ilia Wegmarkierungen beschädigt, versündigt sich (T Der Allgemeinheit. Im Interesse des Fremden- orkehrs und Der Wanderbewegung sollte jeder 2-lksgenosse, der Derartige Beschädigungen feststellt, He unter eventueller Namhaftmachuna Der Roh- tae, Die Derartige BeschäDigungen ausführen, den Bürgermeister- o-Der Verkehrsämtern melden. Um dieselbe Zeit ging Sanna Heller mtt bekum- mrtem Gesicht, zwischen Zweifeln und Gewißheit tmpfenD, nach Hause zurück. Was hatte sie nun err;id)t? Keine Verabredung, keine Zusage! Ger- hud hatte abgehängt! Warum, warum nur? Ob er sie überhaupt verstanden hatte? Vielleicht wollte er gar kein Wiedersehen mehr nut ihr? Mit ihr, die doch mit einem andern versprochen, ihm auf immer verloren war! Und sie selbst? Was für ein Recht hatte sie eigentlich, mit Gerhard noch einmal znsunmenzukommen? Was wollte sie ?on ih Ach, nichts weiter ja, als nur noch einmal ihn Wiedersehen wollte sie! Nichts weiter! Nur noch em- Morgenzug zu erreichen, nickte sie fast erleichert. Nachdenklich las sie die wenigen Zeilen, die Olga dazu geschrieben hatte, riß den Brief dann in winzige, kleine Stücke... Es war schon später Nachmittag, als Ralf Rammelt seine Braut zur Bahn brachte. Dönitz fuhr. Schweigend saßen beide nebeneinander. Nach der Auseinandersetzung vom Vorabend wollte ein Gespräch zwischen ihnen kaum noch aufkommen. Fast wie zwei fremde Menschen nahmen sie Abschied. Tief atmete Sanna auf, als der Zug sich endlich in Bewegung setzte und sie in immer schnellerer Fahrt der Stadt entführte, die ihr in den letzten Fahren immer nur Trübes und unsäglich viel Schweres gebracht hatte. Langsam beruhigten sich ihre Nerven unter der eintönigen Melodie der Räder, und traumverloren blickte sie durch die Scheiben in die dunkler und dunkler werdende Landschaft. Mit langsamen und bedächtigen Schritten verließ indessen Rammelt das Bahnhofsgebäude. Sannas seltsames Benehmen, ihr merkwürdiger Ausbruch am vergangenen Abend hatte ihn doch nachdenklich gestimmt. Hatte er sie wirklich vernachlässigt, ihr Grund zur Verstimmung gegeben?? Gewiß, es war zwischen ihnen nicht mehr so wie am Anfang ihrer Verlobungszeit. Seine eigene Leidenschaft war abgekühlt, Sannas klares, ruhiges Wesen befriedigte ihn nicht. Sie hatte kein Verständnis für feine Pläne, seinen Ehrgeiz, stachelte ihn nicht an! Und doch war der Gedanke einer Trennung unerträglich. Wie hatte er um sie gekämpft! Sollte das alles umsonst gewesen fein? Aber vielleicht lag der Grund zu Sannas Verhalten nur in einer Abgespanntheit, einem Versagen der Nerven! Ein Aufenthalt in Oberhof würde vieles überwinden. Vielleicht kam sie ganz anders wieder... Ralf Rammelts Gesicht erhellte sich unwillkürlich bei der eigenen Erklärung. Dann blieb er stehen. Der Gedanke an feine Arbeit gewann Raum in ihm. Mit beschleunigtem Schritt ging er zum Bahnhof zurück, trat in eine Telephonzelle ein und rief in feiner Wohnung an. Das Mädchen meldete sich. bereits feit der Sahrhundertwende in der linken Gebäudehälfte untergebrachte Spritzenraum mußte auf die Dauer wegen seiner Enge als unzulänglich betrachtet werden, ganz abgesehen davon, daß selbst in Kürze mit Hinblick auf den fortschreitenden Zerfall des Gesamtgebäudes ohnedies sich die Notwendigkeit Der Schaffung einer anDerroeitigen Unterkunftsmöglichkeit ergeben hätte. Durch zweckmäßiges Versetzen Des alten vom Wurmfraß erheblich zersetzten Schlauchturmes an Die Rückseite Des Gebäudes und entsprechender Erweiterung des Spritzenraumes entspricht er in seiner jetzigen Ausgestaltung allen Erfordernissen. Die rechte Gebäudehälfte, in der Die Gemeindeviehwaage eingerichtet war, soll, nachdem ein entsprechender Umbau durchgeführt wurde. Der Hitlerjugend als G e - schäftszimmer Dienen. Der Oberstock ist nach seiner Herstellung vollständig seinem ursprünglichen Zwecke zugeführt. Als Ratssaal mit abgetrenntem Geschäftszimmer für Den Bürgermeister wird er künftighin die Stätte sein, in Der über das Wohl Der Gemeinde entschieden wird. Die Außenseiten des Gebäudes, die wohl über ein Jahrhundert in ihrem konstruktiven Gefüge jeder Sicht entzogen waren, zeigen nun' nachdem man die alten zerstörten Konstruktionsteile ergänzt und spätere Zutaten entfernt hatte, einen Fachwerkbau von gediegener Schönheit. Das Holzwerk Der schweren Eichenholzbalken tiefgetönt, Die Gefache, mit einem grünen Strich eingefaßt, finD hell gehalten, die Füll- Holzer zwischen den vorstehenden Balkenköpfen der Zwischengeschoßlage und die Profilierungen, ebenfalls in verschiedenen Farben abgesetzt, geben dem Ganzen eine stimmungsvolle Wirkung. In der Erhaltung des Kulturdenkmals hat die Gemeinde Obbornhofen eine wertvolle Kulturarbeit geleistet. Landkreis Gießen. * Heuchelheim, 10. Nov. Auf dem hiesigen Bahnhof der Biebertalbahn ereignete sich ein Unfall. Die 22jährige Hausangestellte Anna Theis von Gießen wollte auf den an- fahrenden Zug aufspringen, kam aber dabei zu Fall und erlitt einen Unterschenkelbruch. Sie muhte in Die Chirurgische Klinik gebracht werden. or gemocht obe: g pielte Einlage („Träume Der Liebe", Gavotte, sstemdenverkehiA vor Hobusch). Ein besonderes Vergnügen waren nnhöhenweo" b bt prächtigen Leistungen des Bandonium-Clubs m Wiesbaden fr Mirburg unter der Leitung von Otto Waßmann. Austvenduna Ais auf Der Harmonika zu leisten ist. Das bewies icher Weise he- Misiklehrer Nurtsch selbst, Der reichen Beifall fanb rung erft feit be? sich zu Zugaben bereitfinDen mußte. Musik- ellt ist, Zeigt fr Idrer Beermann erfreute durch die Wiedergabe du Lehärs „Ballsirenen" auf dem Akkordeon. Wlh. Heuser (Marburg) wartete mit dem „Marsch dc 18er Husaren" von Müller, L. Hinnnelmann (U arburg), 10 Fahre, mit einem „Rheinländer" ar. Mit einem Gesangssolo stellte sich auch Frau elfen müssen, fr: N rtsch vor und erntete reichen Beifall, d die Einfuhr efr L Rurg ,t>or~C"* ™ in diesem ZuM< r Behandlung fri von Straßenregulierungsarbeiten wird die Landstraße Alten st a d t — Rommelhausen am Bahnübergang Altenstadt vom 16. bis 23. November für jeglichen Verkehr gesperrt. Umleitung erfolgt über Höchst a. d. Nidder. — Wegen Ausführung von Bauarbeiten wird die Reichsstraße R o m- rod — Alsfeld vom 16.November ab bis auf weiteres für jeglichen Verkehr gesperrt. Umleitung erfolgt über Liederbuch. ** Seinen Verletzungen erlegen. Der 69jährige hiesige Einwohner Karl Schöning, der am Sonntag an Der Ecke Wernerwall-Ederstraße aegen ein Motorrad geriet — wir berichteten gestern Darüber — und mit Köpft und inneren Verletzungen in die Chirurgische Klinik gebracht wer- mußte, ist am gestrigen Montag den Folgen Briefe. Unfalls erlegen. > ch Schußzeil, M läge oon Fülle t bedacht fein, [[an. Sie W rfreuen das IM )je wallen wir w- uf die Henne fr: Bestand hat !'■ , linb besiedelt M Wner 80 bis 90 Pf., Gänse 90 Pf. bis 1 Mk , durch Dernünfti? Mmenkohl, das Stück 35 bis 55 Ps 'Salat 8 bis 10, una dann werk Endivien 5 bis 10, Lauch 5 bis 8, Rettich 5 bis 15, wechslungsreich fr Sellerie 10 bis 30, Radieschen, das Bund 10 Pf. ntlid) b-mch»< l-l -------~~ M- Wege im Rebel. b'tlld)cn 3 9 Roman von Käthe Mehner. Art kommen [Copyright by Aufivärts-Verlag, Berlin SW 68.) jährlichste z Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Än^Ebenso Es bedeutete eine herbe Enttäuschung für Ger- G' 65 nlt h«d Brand, daß noch ehe er fertig gepackt hatte, ? -rdeblich anfr ein Telegrammbote ihm eine Depesche von seinem 2 verkennen, Lruder, Walter Brand, überbrachte tn dem dieser übliche Bede- feine Ankunft in Hamburg ankundigte. Aber so Vnmrnt und dl' gerne er auch dem Triebe seines Herzens gefolgt -rerfeils ” imfr ohne Zöaern zu Fauna geeilt wäre, das Zu- : n rsen iniliB janmentref ohne Zögern zu Janna geeilt wäre, das Zu- .. , juuurtentreffen mit dem Bruder, den er als ^NZigen u ° Spezialist^ m aller Stille von seiner wunderbaren Rettung ? Sjnen- UnD Rückkunft verständigt hatte, konnte er nicht M v hibuusschieben. ... , . Eber -dach »Nein danke, ich brauche den Gepäckträger Heu e Eb einräun" nicht, ich fahre erst morgen! gab er dem be- MSria aeschi^ rciis wartenden Hotelpagen seine Anweisung. traffr ffßanir* °9e ,, (Er ®ul* tonnte- w. „ -nh-itwAd S*1 Sonntag wurde die Christenlehre für 1936 beendet, die Christenlehrpflichtigen des Jahres 1934 wurden im Rohmen eines besonderen Gottesdienstes aus der Christenlehre entlassen. Es waren in Queckborn vier Jungen und zwölf Mädchen. Kreis Schotten. f. Schotten, 9. Nov. Die H e r st e l l u n g s - arbeitender Straße nach Gedern schreiten -eifrig vorwärts. Die Straße ist wesentlich erweitert, besonders auch die Brücke am Postamt. Die Bürgersteige werden seitwärts verlegt und verbessert. Die ganze Straße wird in Kleinpflaster hergestellt, so daß sie einen schönen, sauberen Eindruck bekommt. Warnung vor einem Llnterstühungsschwindler. Lpd. Frankfurt a. M., 9. Nov. Seit Ende Oktober 1936 tritt ein Betrüger in Frankfurt am Main und Umgegend auf, der in der Hauptsache bei Pfarrern, Gastwirten und anderen Personen vorspricht und kleinere Beträge erschwindelt. Er spiegelt vor, daß er bei einer Straßenbaufirma in Limburg bzw. in Diez an der Lahn beschäftigt sei und seinen Wochenlohn aus gewissen Gründen nicht erhalten habe. Da aber seine Frau plötzlich nieder- aekommen sei, müsse er unbedingt noch Limburg fahren und benötige zu diesem Zwecke das Fahrgeld. Der Täter erhielt in den meisten Fällen 4 bis 6 RM. ausgehändigt und versprach, diese Beträge in den nächsten Tagen zurückzubringen, was er jedoch in keinem Falle tat. Mit größter Wahrscheinlichkeit handelt es sich hierbei um den Friedrich Schmidt, geboren am 9. August 1906 zu Lich, der eine Anzahl gleichartiger Betrügereien bei Pfarrern in Oberhessen begangen hat. Sachdienliche Mitteilungen werden bei der Kriminalpolizei, Frankfurt o. M., Polizeipräsidium, entgegengenommen. Preußen. Kreis Wetzlar. < Kinzenbach, 10. Nov. Während der erste Eintopfsonntag den Betrag von 58,95 Mark erbrachte, hatte auch der zweite Eintopftag ein gutes Ergebnis, die Sammler, welche auch diesmal die NSD. stellte, brachten den Betrag von 56,15 Mark zusammen. Die von den Pimpfen durchgeführte Brotsammlung für das diesjährige Winterhilfswerk »hatte dank der eifrigen Sammeltätigkeit das erfreuliche Ergebnis von 84 Broten. — Die Bautätigkeit ist in unserem Ort dieses Jahr außergewöhnlich groß und wird bei günstigem Wetter auch weiter 'anhalten. Nachdem bereits vier Wohnhäuser erstellt sind, soll das fünfte in Angriff genommen werden. Außerdem wurden einige Stallneubauten und eine große Scheune mit Stallungen fertig gestellt. Da auch der Ausbau der Wasserleitung'das ganze Jahr hindurch im Gange war, und im kommenden Winter weitergeführt wird, haben alle Arbeiter und Handwerker viel zu tun. G.JL-tfvoTt w FC.Teutonia^Watzenborn-Steinberg Vahenborn-Steinberg I — Klein-Linden I 1:1 (0:1). Mit einer recht stattlichen Zahl Zuschauer kam die 1. Mannschaft von Klein-Linden am vergangenen Sonntag zum Verbandsspiel nach Watzenborn- Steinberg. Wenn man im Lager der Teutonen mit einem Sieg gerechnet hatte, so war die Täuschung groß, denn es gab nur ein Unentschieden. Das Spiel begann lebhaft und nach wenigen Minuten wehrte Happel einen schwachen Schuß leicht ab und schon drückte der Wind den Ball etwas über die Torlinie (1:0 für Klein-Linden). Dieser Vorsprung gab den Gästen Mut. Außerdem spielten die Gäste in der ersten Halbzeit mit dem Wind. Die Einheimischen hielten das Spiel aber doch offen, kamen immer wieder vor das Tor der Gäste, aber es war ihnen nicht vergönnt, den schon längst verdienten Ausgleich zu erzielen. Lang schoß an den Pfosten, dann wollte er mit dem Ball ins Tor laufen und im letzten Moment wurde er noch abgestoppt. Bei einem Zusammenstoß wurde der Linksaußen so verletzt, daß er nur noch als Statist Mitwirken konnte. Nach Seitenwechsel gab es ein anderes Bild. Die Teutonen, mit dem Wind im Rücken, stürmten nun sofort vor und nach vier Minuten stellte Karl Haas den Ausgleich her. Jetzt wurden die Einheimischen stark überlegen und die Beine im Strafraum der Gäste zahlreicher. Gegen diese Mauer kämpften nun die Sürmer der Teutonen, aber mit keinem Erfolg. Verschiedene gutgemeinte Schüsse von O. Haas strichen am Pfosten vorbei. Manchmal gab es aber auch Vorstöße von Seiten der Klein- Lindener, die gefährlich wurden. Euler konnte eine sichere Sache retten und im Anschluß daran schoß Karl Haas aus einer Entfernung von fünf Meter übers Tor. Die Chancen routben ausgearbeitet, aber nicht ausgenutzt. Mit einem Unentschieden trennten sich nun beide Mannschaften unter einem gerechten Leiter. Die Gäste hinterließen einen guten Eindruck. 1. Jugend — Leihgestern Jugend 0:2 (0:0). Die Jugendmannschaft von Leihaestern spielte gegen die gleiche von Watzenborn-Steinberg. In diesem Spiel konnten die Gäste noch kurz vor Schluß zwei Tore erzielen und so das Spiel, nach einem Halbzeitstand von 0:0, mit 2:0 für sich entscheiden. Sportverein 1921 Ettingshausen. Ellingshausen Jugend — Lollar Jugend 2:1. Am vergangenen Sonntag trafen sich in Ettingshausen obige Jugendmannschaften zum fälligen Derbandsspiel. Während Ettingshausen in kompletter Aufstellung spielte, trat Lollar nicht vollzählig an. Ettingshausen brachte mit dem 2:1-Sieg Lollar die erste Niederlage bei. Lugendspiele der Sp.-Vg. 1900. Schöne Erfolge konnten am vergangenen Sonntag alle Mannschaften für sich verbuchen. 1900 1. Jugend — Grohen-Linden 1. Jugend 3:1 (2:0). Die erste Jugendmannschaft trat in kompletter Aufstellung dem Gastgeber Großen-Linden entgegen. Es wurde mit dem nötigen Eifer gespielt. Die 1900er hatten die erste Halbzeit den starken Wind zum Bundesgenossen und wußten diesen Vorteil auszunutzen. Zwei Tore konnten in der ersten Spielhälste vorgelegt werden, während die Großen- Lindener nur Darauf bedacht waren, weitere Erfolge zu verhindern. Auch in der zweiten Halbzeit konnten die Blau-Weißen den Kampf offen gestalten. Der Gegner holte zwar bis auf ein Tor auf, jedoch gelang es kurz vor Schluß durch eine schöne Leistung des Sturmes den alten Stand wiederherzustellen. 1900 2. Jugend — Steinbad) 1. Jugend 6:2 (5:1). Auch gegen Steinbachs erste Jugend konnte sich die 2. Jugend die Punkte holen. Obwohl nur mit 10 Mann spielend, hatten die Blau-Weißen das Spiel jederzeit in der Hand. Bis zur Halbzeit konnte der Ball fünfmal in das gegnerische Tor befördert werden, und so war ein Vorsprung geschaffen, der nicht mehr aufgeholt werden konnte. Die 2. Jugend führt somit die Tabelle weiterhin an. 1900 3. Jugend — Heuchelheim 2. Jugend 11:0 (1:0). Die 3. Jugend wollte die Niederlage des vergangenen Sonntags wieder atusgleichen und schlug die 2. Jugend Heuchelheims überraschend hoch. 1900 1. Schüler — DfB.-R. 1. Schüler 4:1 (0:0). Ueberraschend hoch siegte die 1. Schülerelf gegen den Lokalgegner aus dessen Platz. Man hatte an ein ausgeglichenes Spiel gedacht und war überrascht, die kleinen 1900er so überlegen spielen zu sehen. Halbzeit stand das Spiel noch unentschieden, bann aber würbe bas Spiel immer mehr in bie Hälfte ber Grün-Weißen verlegt. Die Erfolge blieben nicht aus. 1900 2. Schüler — Wiefeck 1. Schüler 3:3 (3:1). Auch bie 2. Schülerelf machte ihre Sache gut unb holte gegen bie Wiesecker ein Unentschieden heraus, nachdem in ber Halbzeit noch mit 3:1 Toren geführt worben war. Nach ben letzten Spielen ist bie Lage ber drei Jugendmannschaften in der Tabelle klarer geworden. Die 1. Jugend steht, nachdem sie die Punkte von Leihgestern erhalten hat, an erster Stelle. Ebenso steht in ihrer Gruppe die 2. Jugend. Auch die 3. Jugend hat sich tapfer geschlagen. Trotzdem die Mannschaft allen Gegnern körperlich unterlegen ist, hält sie den zweiten Tabellenplatz ein. Die Sportplätze werden nicht mehr leerstehen! Die Auswirkung der Zusammenarbeit zwischen SJR£. und HI. Die Tagung der Abteilungsleiter für körperliche Schulung und der Lehrgang der Sportlehrer der Hitler-Jugend auf dem Reichssportfeld wurden abgeschlossen. Der Zweck der beiden Veranstaltungen ist erreicht: Einheitliche Ausrichtung der Sportlehrer der HI. und Neuausrichtung der Abteilungsleiter, besonders m bezug auf das Abkommen zwischen HI. und DRL. Der Reichssportführer erklärte, daß alle Mitglieder des Reichsbundes, die in Betracht kamen, in das Deutsche Jungvolk übergeführt worden sind, wie es der Vertrag vorsieht. Auch die nötigen Ausbilder, die das Jungvolk für die jetzt zu bildenden Sportdienstgruppen braucht, stellt der Reichsbund zur Verfügung. Das Milliardenkapital an Sachwerten, über das der DRL. in feinen Sportplätzen, Anlagen und Geräten verfügt, gibt nun die breite Basis für bie Entwicklung einer wirklich guten Sporttätigkeit des ganzen Volkes ab. Turn- unb Sportplätze werben nun nicht mehr wie Einüben tage- unb wochenlang leer stehen. Auch bie Stadtverwaltungen dürfen nicht mehr immer nach einem Schema die Plätze zur Verfügung stellen, sondern müssen alle noch vorhandenen weiteren Möglichkeiten zu nutzen trachten, denn es gibt noch genug brachliegende Plätze. So kann eines Tages auch endgültig Schluß gemacht werden mit der ErscheB nung des arbeitslosen Turnlehrers. Gibt es doch noch genug Feld, das beackert werden muß. Es ist jetzt nötig, die Durchführung des Abkommens richtig anzupacken, wozu von unserer Seite der Organisation des Reichsjugendführers jede Unterstützung gewährt roitb. Der Leiter des körperlichen Schulungsamtes der RIF., Gebietsführer Schlünder, sprach über den Vertrag und bie Ausführungsbestimmungen. Er bezeichnete es als wichtig, bie aktive Führerschaft ber HI., vor allem aber bas Deutsche Jungvolk, für biefen Plan auch innerlich zu gewinnen. Darum haben alle Gebietsführer ben Auftrag erhalten, bie Jungbannführer zusammenzurufen und sie in allen Einzelheiten bes Vertrages unb seiner Ausführungsbestimmungen zu schulen. Obergebietsführer Dr. S p e l l r e ch t hob in einer kurzen Ansprache vor ben Abteilungsleitern hervor, daß nun die Basis geschaffen sei, auf der ruhig unb sicher gearbeitet werden könne. Das Handballspiel im Dienste des MW. Die Handballer standen am Sonntag als erste der deutschen Turner unb Sportler im Dienste des WHW. Die Verbandsspiele waren abgesetzt und in zahlreichen Freundschaftsspielen brachten alle Mannschaften ohne Ausnahme ansprechenden Sport. Sie wollten möglichst viele Zuschauer auf die Plätze bringen unb hohe Einnahmen erzielen. Das ist ihnen, soweit sich bis jetzt übersehen läßt, trotz Wind und Regen sicher gelungen. Ob der eine Glück und der andere Pech hatte, ob bie eine Mannschaft gewann und die andere verlor, das spielte keine Rolle. Wesentlich ist die Tatsache allein, baß alle Spieler und Schiedsrichter zur Verfügung standen und geholfen haben, das Werk zu einem guten Ende zu führen. Deshalb gebührt ihnen schon an dieser Stelle ber Dank unb bie Anerkennung für ihre Leistungen. To. Holzheim — 2Mv. Gießen 10:6 (4:2). Die Gießener Männerturner haben es zu spüren bekommen, was es heißt, in Holzheim mit einer Kombination anzutreten. Die Platzbesitzer haben dafür keine Gegenliebe. Sie nutzen im Gegenteil diese Schwäche des Gegners aus, um ihren aus den Verbandsspielen bekannten prächtigen Torschuß immer wieder anzubringen. Trotz alledem aber ein schönes Spiel, das allgemein gefallen konnte. Tv. Hörnsheim — Tv. Hochelheim 17:2 (9:1). Wie gut Hörnsheim zur Zeit in Form ist, das beweist dieses Ergebnis. Wenn auch Hochelheim seit langer Zeit erstmalig wieder antrat und dem ausgezeichneten technischen Können der Platzbefitzer nur eine gute Portion Eifer entgegensetzen konnte, so gibt die Niederlage doch zu bedenken. Tv. Heuchelheim — Spvg. 1900 Gießen 6:7 (1:6). Die Revanche ist Heuchelheim nicht geglückt, wenn sie auch oft in der Lust lag. Daran mag in der Hauptsache der Umstand maßgebend fein, baß bie Platzbesitzer am Anfang ber zweiten Halbzeit einen Spieler durch Herausstellung verloren unb so gezwungen waren, einmal das Spiel mit zehn Mann zu Enbe zu führen und zum anderen aber den Torvorsprung der Gießener aufzuholen. Alle Anstrengungen, wenigstens das Ausgleichstor zu erzielen scheiterten an der aufmerksamen gegnerischen Verteidigung. Tv. Mendorf-Lahn — Tv. Lützellinden komb. 9:6 (4:4). Die von Lützellinden aufgestellte Kombination schlug sich recht gut, konnte das Spiel sogar bis zur Halbzeit vollkommen offen halten. Nach der Pause setzte sich die größere Spielerfahrung der Platzbesitzer durch und dank der besseren Stürmerleistungen langte es zu einem sicheren Sieg. Tv. Dutenhofen — Tv. Lützellinden 9:15 (7:4). Ein eigenartiges Ergebnis, das aber vollkommen in Ordnung geht. Dutenhofen fpielte mit dem Wind und konnte bald klar führen. Nach dem Wechsel wurde die Sache wesemlich andere. Jetzt erst lief die Kombination der Gäste in einer Weise, der die gegnerische Hintermannschaft nicht gewachsen war. Tv. Lich — Tv. hausen 5:6 (4:3). Ein unerwartetes Ergebnis, das überraschend kommt. Nicht nur, daß man Hausen mehr zugetraut hätte. Der Kampfgeist und der Elan der Licher Mannschaft, die noch am letzten Sonntag so hilflos gespielt hatte, war bewundernswert. Tv. Lang-Göns — Tv. Gröningen 3:4 (3:2). Es ist eigentlich schlecht zu verstehen, wie man ein Spiel zugunsten der Winterhilfe dazu benutzen kann, um es zu einem Lokalkamps auswachsen zu lassen. Gerade in diesen Fällen zählen nicht die Torgewinne, hier entscheidet die Moral. Tv. Beuern—Spogg. 1900 Gießen komb. 14:4 (6:2). Die Gießener fanden hier einen Gegner vor, der ihnen in jeder Beziehung^ überlegen war. Allerdings muß man auch berücksichtigen, daß Beuern auch in körperlicher Beziehung im Vorteil war. Den Gießener Jungens gebührt Dank für ihr schönes Spiel, das allgemein gefallen konnte. Tv. Ahbach — Tv. Wißmar 11:6 (4:3). Ein überaus hartes Spiel, das zudem noch unter einer ungenügenden Schirileistung stand. Wißmar hat sich gegen den weitaus stärkeren Gegner gut geschlagen. Weitere Ergebnisse: Tv. Garbenheim — Tv. Wetzlar 5:12 (4:7); Tuspo. Wetzlar-Niedergirmes komb. — Tv. Nauborn 6:10 (2:8); Tv. Dorlar — To. Münchholzhausen 8:12 (2:8); To. Herborn — Dillkreis komb. 9:1 (3:1). Jugend: Tv. Garbenteich — Tv. 1846 Gießen 5:15 (5:9); Oberkleen-Ebersgöns — Tv. Lang-Göns 5:8 (1:5); Burgsolms — Wetzlar 2:13 (1:7); Tuspo. Niedergirmes — Tv. Nauborn 10:3 (3:2); To. Garbenheim — Tv. Wetzlar 9:2 (2:1). 30 Zähre Männerturnverein Oaubringen. Der Männerturnoerein Saubringen feierte in der Gastwirtschaft Erb das Jubiläum seines 30jährigen Bestehens, mit dem gleichzeitig das Abturnen verbunden war. Der Vereinsführer wies in seiner Ansprache darauf hin, daß im vergangenen Sommer wieder recht fleißig geturnt wurde und die Turner bei den verschiedenen Veranstaltungen des Fachamtes gut abgeschnitten haben. Die turnerischen Vorführungen am Barren und am Pferd, die im Verlauf des Abends gezeigt wurden, fanden den verdienten Beifall. Nachdem der erste Turnwart die Ergebnisse des Abturnens bekanntgegeben hatte, wurden an die Turner und Turnerinnen Siegerkränze verteilt. Im weiteren Verlauf des Abends wurde der im Weltkrieg gefallenen Mitglieder des Vereins gedacht. Die neun noch lebenden Gründer des Vereins wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt. Frau Margarete Opper Witwe geb. Zecher plötzlich und unerwartet im Alter von 63 Jahren von uns zu nehmen In tiefer Trauer: Daubringen Rumpenheim a.M.,Grofien'Buseck, den 8. November 1936 Die Beerdigung findet Mittwoch, 11. 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