Ur. 238 Erster Blatt 186. Jahrgang Samstag, 10. Oktober 1936 Erscheint tägltd), autzei Sonntags und Feiertags Beilagen: Die illustrierte Giestener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monatr-Vezugsprets: Mil 4 'Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernfprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siehrn Postscheckkonto: Zranksurt am Main 11686 Metzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche llniverfitätsvuch- und Steindruckerei «.Lauge in Siehrn. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 1 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh. Vereinbg. 25°/„ mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheilsanzeigen 5 Rpf, Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts-u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B der Anschlag ist mißglückt. Niemand verspürte Lust, sich mit einer so äußerst fragwürdigen und offensichtlich bereits verlorenen Sache zu identifizieren. Der Generalsekretär des Völkerbundes, der Franzose A v e n o l, war nicht einmal zu bewegen, die Denkschrift des Madrider Außenministers bei den Mitgliedern des Völkerbundes zirkulieren zu lassen, und die Dölkerbundsversammlung war froh, nach Rede und Gegenrede des spanischen Marxisten und des portugiesischen Außenministers die Aussprache über diese heikle Angelegenheit abschließen zu können. Aber Moskau hat sich damit nicht zufrieden gegeben. Der britische Außenminister Eden hatte zwar zugesagt, als Vorsitzender des in London von Fall zu Fall tagenden Ausschusses der am Nichteinmischungsabkommen beteiligten Mächte die Beschwerden der Madrider Negierung dort prüfen zu lassen. Litwinow-Finkelstein aber brauchte einen Vorwand zur Fortführung der Entlastungsoffensive zugunsten der schwer bedrängten spanischen Marxisten. Er ließ also durch seinen Botschafter in London dem Nichteinmischungsausschuß eine Note überreichen, die sich alle die höchst anfechtbaren Behauptungen der Denkschrift des Kabinetts Caballero über Neutralitätsverletzungen durch Deutschland, Italien und Portugal zu eigen macht und mit der unverhüllten Drohung schließt, daß bei ungenügender Abhilfe Sowjetrußland sich nicht mehr an die übernommene Neutralitätsverpflichtung gebunden erachten werde. Die Note hat in Paris und London bei allen Unvoreingenommenen das Echo gefunden, das sie verdient. Das Spiel Moskaus ist durchschaut. Man begreift, daß Litwinow-Finkel- steins Intervention in London den Sowjetrussen die Möglichkeit öffnen soll, für die spanischen Marxisten offen Partei zu ergreifen, um vielleicht noch in letzten Stunde deren bevorstehende Niederlage zu verhindern oder wenigstens die spanischen Wirren länger hinzuziehen, wobei sich doch vielleicht die Moskau höchst willkommene Gelegenheit ergeben könnte, einen Weltbrand zu entfachen. In London scheint man doch die ungeheure Gefahr erkannt zu haben, die aus dieser ebenso gewissenlosen und hinterhältigen wie heuchlerischen Taktik Sowjetrußlands für den Weltfrieden entspringen muß. In dem Augenblick, wo Moskau durch die Zuspitzung London, 10. Okt. (DNB. Funkspruch.) Für die englische Morgenpresse ist die beinahe siebenstündige Sitzung des Nichteinmischungsausschusses das Thema des Tages. Besonders der i t a l i e n i j ch e Gegen- stoh hat tiefen Eindruck gemacht. Da die Sitzung erst um Mitternacht schloß, haben die Zeitungen noch keine Gelegenheit gehabt, von sich aus Stellung zu nehmen. Aufmachung und Ueberschris- ten lassen jedoch deutlich erkennen, daß die sowjetrussischen Argumente ihren Eindruck auf die Öffentlichkeit völlig verfehlt haben. Nach wie vor sieht die Presse in dem sowjetrussischen Vorstoß nichts anderes als ein taktisches Manöver, das nicht dazu angetan sei, die Zusammenarbeit der Völker oder gar die Arbeit des Ausschusses zu fördern. Der Bericht der „Times" hebt besonders die Bemerkung des deutschen Vertreters, Botschaftsrat Fürst Bismarck, hervor, wonach der Sowjetoorstoß als rein politischer Schachzug zu werten sei. Der „Daily Telegraph" sagt, die Sitzung habe im Zeichen energischer Pro- t e st e des italienischen und des deutschen Vertreters sowie des zeitweiligen Ausscheidens des portugiesischen Vertreters gestanden. „Morning Post" sagt, zur großen Ueberraschung aller Vertreter habe Grandi gleich zu Beginn der Sitzung die Offensive ergriffen. Die Feststellungen Gran- dis über die praktischen Hilfsmaßnahmen der Sowjets für die Madrider Regierung werden besonders hervorgehoben. Die „Daily Mail" stellt die Angriffe Grandis auf Moskau in den Vordergrund und hebt ebenfalls die Verantwortlichkeit der Sowjetunion für ihren Schritt hervor. AeuerBeWußderArbeileryattei London, 9. Okt. (DNB.) Während in London der Internationale Nichteinmischungsausschuß tagte, gab die Konferenz der Arbeiterpartei in Edinburgh eine neue Erklärung über ihre Stellungnahme zur spanischen Frage ab. Sie fordert zunächst, daß die Untersuchung der angeblichen Verletzungen des Nichteinmischungspaktes mit größter Beschleunigung vom Londoner Ausschuß durchgeführt und der Bericht veröffentlicht werden soll. Falls festgestellt werden sollte, daß das Abkommen unwirksam gewesen oder endgültig verletzt worden sei, dann sollten die britische und die französische Regierung sofort der Madrider Regierung den Kauf von Waffen ermöglichen. Die englische Labour-Bewegung werde weiterhin in enger Fühlung mit dem Internationalen Gewerkschaftskongreß und der Sozialistischen Internationale bleiben. der Lage in Spanien sich gezwungen sieht, die Maske fallen zu lassen und aus der heimlichen Unterstützung der spanischen Marxisten zu offener Parteinahme überzugehen, um zu retten, was noch zu retten ist, sucht es die Verantwortung für die Folgen dieses Schrittes durch gänzlich vage und unbewiesene Beschuldigungen auf andere Mächte abzuschieben. Es fürchtet nicht die Verwicklungen, die daraus entstehen müssen, ja es wünscht sie, weil es Unruhe braucht, um eine Verständigung unter den europäischen Nationen zu verhindern. Die Intervention Litwinow-Finkelsteins bringt die französische Regierung in eine prekäre Lage. Bisher hatte das Kabinett Blum das allzustürmische Verlangen seiner radikalen Volksfrontgenossen nach Aufgabe der Neutralität mit dem Hinweis abtun können, daß man nicht päpstlicher zu sein brauche als der Papst und solange nicht einmal Moskau offen Partei ergriffen habe, auch selber keine Veranlassung habe, seine Politik zu überprüfen. Diese Karte würde bei den französischen Kommunisten natürlich nicht mehr stechen, sobald die Sowjetunion sich auch offiziell an die Seite der spanischen Marxisten stellt. Die Kommunisten haben bereits diese neue Möglichkeit gewittert, das Volksfrontkabinett wieder einmal in die Zange zu nehmen. Die für das Wochenende von ihnen geplanten Demonstrationen in Elsaß-Lothringen sollen Blum in die Verlegenheit bringen, gegen die mit Sicherheit zu erwartenden Protestkundgebungen der Feuerkreuzler einschreiten zu müssen, wodurch der Ministerpräsident zwangsläufig immer mehr zum Gefangenen seiner kommunistischen „Bundesgenossen" wird. So erhitzt sich an der Stellungnahme zu den spanischen Wirren auch in Frankreich die innerpolitische Atmosphäre zusehends. Moskaus neuer Vorstoß und seine Folgen könnte das Schicksal der französischen Volksfront beschleunigt ms Rollen bringen. , , o;. Auch der britischen Regierung hat litt- winow-Finkelstein mit seiner Intervention eine M» sondere „Freude" gemacht. England steht im Zeichen der Parteitage. Vor den Konservativen in Margate haben Sir Samuel Hoare und Neville Chamberlain das Riesenausmaß des 21 u t tu* st ungs Programms der Regierung begründet Vertreter zuleiten, der Ausschuß entschied, daß es vor dem Eingang einer Antwort verfrüht sein würde, den Vorschlag auf Ernennung eines Untersuchungsausschusses zu erörtern. Es herrscht Ueber- einstimmung, daß es im allgemeinen Interesse zwingend sei, die eingegangenen Klagen aufs sorgfältigste zu prüfen und diese Prüfung mit der größtmöglichen Beschleunigung durchzuführen. Ferner lag dem Ausschuß der bekannte Brief des Vertreters der Sowjetunion vor. Der Vertreter Italiens protegierte scharf gegen die Methoden der Sowjetregierung und teilte dem Ausschuß mit, daß seine Regierung es ablehne, irgendeine Verantwortung für irgendwelche Ereignisse zu übernehmen, die dann entstehen könnten, wenn das Abkommen durch die einseitige Entscheidung eines der 2H i t g Heb- ff a a t e n annulliert werde, eines Staates, der allein die volle Verantwortung für die Folgen dieser Aktion zu fragen haben würde. Der deutsche Vertreter vertrat die Ansicht, daß die Mitteilung des sowjetrussischen Vertreters nicht in den Zu- Dem Ausschuß lag ferner ein vom 6. Oktober datierter Brief des Vertreters der Sowjetunion vor, der die portugiesische Regierung der Verletzung des Abkommens beschuldigt und den Vorschlag macht, daß ein Hntersuchungsaus- schußan die spanisch-portugiesische Grenze zur Prüfung der Lage entsandt werden soll. Der portugiesische Vertreter erklärte, daß er nicht imstande sei, an einer Aussprache über diese Angelegenheit ohne Anweisungen von seine r R e g i e r u n g , der er das fragliche Dokument übermittelt habe, teilzunehmen. Hierauf verließ der portugiesische Vertreter die Sitzung. Bei der Wiederaufnahme der Beratungen erklärte der Vorsitzende, er sei von dem portugiesischen Vertreter unterrichtet worden,, daß das Verlassen der Sitzung nicht als eine Absicht seiner Regierung ausgelegt werden dürfe, sich von den Arbeiten des Ausschusses zurückzuziehen. Der Vorsitzende wird die Klage sofort dem portugiesischen Der Widerhall in London. Starker Eindruck des italienischen Gegenstoßes. Erste Sitzung des Mchieinmischungsausschufses. Oie Vertreter Deutschlands, Italiens und Portugals weisen unter scharfem Protest die sowjetrussischen Anschuldigungen als völlig phantastisch und unbegründet zurück. Der Ausschuß wartet auf neue Anweisungen der Kabinette. stänbigkeitsbereich bes Ausschusses falle, ba sie sich nicht an die niebergelegten Verfahrensvorschriften hatte unb als ein rein politischer Schri11 angesehen werben müsse. Der Vertreter der Sowjetunion wies die Be- schuldigungen des italienischen Vertreters zurück und b e st a n d daraus, daß es. notwendig sei, Maßnahmen zur Einstellung der Vertragsverletzungen, die in seinem Briefe vom 7. Oktober erwähnt worden seien, zu treffen. Im Hinblick auf die Tatsache, daß dem Ausschuß bei dieser Gelegenheit keine konkreten Vorschläge Vorlagen, konnte hinsichtlich der Erklärung des Vertreters der Sowjetunion kein Schritt unternommen werden. Gewisse Vertreter deuteten jedoch an, daß sie von ihren Regierungen weitere Anweisungen zu erhalten wünschten. Die Vertreter kamen überein, ihre Regierungen zu ersuchen, dem Ausschuß zusätzliche Informa- t i o n e n hinsichtlich der Behandlung solcher für Spanien bestimmten Waffen- und Kriegsmateriallieferungen zur Verfügung zu stellen, die den Teil der Ladung eines Dampfers bildeten, der den Hafen eines Landes anlaufe, das d e v Vertrag unterzeichnet habe. Der Sitzungsbericht. London, 9. Okt. (DNB.) Der Internationale Nichteinmischungsausschuß trat am Freitag unter dem Vorsitz von Lord Plymouth im Foreign Office zusammen, um sich mit der spanischen Note und mit den sowjet- rus si s ch e n Beschuldigungen über angebliche Verletzungen des Nichteinmischungspaktes zu beschäftigen. Der sowjet- russische Geschäftsträger Kagan wohnte der Sitzung bei. Heber bie Sitzung wurde um Mitternacht eine amtliche Mitteilung veröffentlicht, in der es heißt, es habe Hebereinstimmung geherrscht, daß es im allgemeinen Interesse dringend notwendig sei, die eingegangenen Klagen sorgfältig z u prüfen und die Prüfung mit der größtmöglichen Geschwindigkeit durchzuführen. Der Ausschuß, so heißt es weiter, nahm davon Kenntnis, daß der Vorsitzende die Dokumente den Regierungen Deutschlands, Italiens und Portugals mitteilen wird mit der Bitte, schriftliche Erklärungen hierzu abzugeben, die es dem Ausschuß ermöglichen würden, die Tatsachen festzustellen. Nachdem der italienische Verlreler energisch jeden einzelnen Punkt der gegen Italien gerichteten Anschuldigungen widerlegt und zurückgewiesen hatte, erklärte er, daß alle diese Beschuldigungen ganz phantastisch seien und jeder irgendwie gearteten Begründung entbehrten. Das würbe leicht burch bie Antwort erwiesen werben, bie bie italienische Regierung in angemessener Zeit erteilen werbe. Der deutsche unb ber portugiesische Vertreter machten ähnliche Vorbehalte in bezug auf bie Stellungnahme ihrer Regierungen. Marxisten um so hemmungsloser unterstützen zu , können. Es ist aus den zahlreichen Veröffentlichun- । gen der französischen Rechtspresse wie der spanischen , Nationalregierung hinreichend bekannt, in welch ■ großzügiger Weise Kriegsmaterial aller Art, Militärinstrukteure, Flugzeugführer, politische Agenten, ■ ganz abgesehen von den umfangreichen Geldsammlungen zu Gunsten der kämpfenden „roten Brüder" aus Sowjetrußland und Frankreich den Weg über die spanische Grenze fanden und in Madrid wie Barcelona dankbar begrüßt wurden. Wenn es trotzdem den Truppen der nationalen Bewegung gelang, die roten Bollwerke in den baskischen Provinzen zu brechen und nach der Einnahme Toledos den Ring um die Hauptstadt immer enger zu schließen, so ist das gewiß nicht auf mangelnde Hüter- stützung der heimlichen Verbündeten in Pans und Moskau zurückzuführen. Man hat doch getan, was man konnte, um dem spanischen Marxismus die Niederlage zu ersparen. Aber die wilde Zügellosigkeit, die einst bewußt entfacht worden war, um sie als furchtbarste Waffe zur Vernichtung aller Gegner des marxistischen Regimes emzufetzen, hat sich längst gegen ihre Hrheber selbst gewandt und bie rote Front erschüttert. Nur die berechtigte Angst vor der Strafe für die entsetzlichen Schandtaten, die sie sich gegen die schutzlos ^rer Mordlust preis- gegebene Bevölkerung haben zuschulden kommen lassen, hält die Reste der roten Milizen zur Verteidigung der Hauptstadt und des immer mehr einem schrankenlosen Anarchismus anheimfallenden katalanischen Landes zusammen, wahrend die intellektuellen Hrheber dieser furchtbaren Greuel anscheinend schon den Rückzug vorbereiten, um Mre eigene werte Person und mit der Staatskasje auch die Mittel für die Fortsetzung ihrer Zersetzungsarbeit rechtzeitig aus der Feuerlinie in Sicherheit zu bringen. Auch diplomatisch haben weder Frankreich noch Sowjetrußland gezögert, der spanischen Volksfrontregierung, die unter Caballero ihr wayres kommunistisches Gesicht offen enthüllt hat jebe nur mögliche Hnterstützung zu gewahren. Der Qu d'Orsay hat dabei freilich etwas langsamer treten müssen, als der sowjetrussische Verbündete, denn die Rücksicht auf England sowohl wie auf die scharfe Kritik, die die zweideutige Haltung des Kabinetts Blum in weiten Kreisen des eigenen Volkes erfahren mußte, empfahl dringend, sich mcht alhvsehr dloßzustellen, fo heftig auch der radikale Flügel der Volksfront, namentlich Gewerkschaften und Kommunisten, ' s-g-n die offizielle ^^trahta spohh „ihrer" Regierung eiferte und offene für den spanischen Marxismus forderte. Es mag auch sein, daß den Herren Blum und DAbos, din hartnäckigsten Verteidigern der Neutralitätspolitik angesichts der rasend schnellen Entwicklung Volksfrontgeda^kens in Spanien zu nacktem Bol schewismus angst wurde um das des eige nen Landes, jedenfalls ließ man auch diplomat ch den Sowjets den Vortritt. Moskau hat das allerstärkste Interesse daran, daß. dre spanischen Wirren nicht durch einen klaren Sieg der nationalen Waffen beendet werden, denn was sich m Spanien abspielt, ist ja das ureigenste Werk der Komintern, die hier aus den schon oft gejchllderten Demaskierung. Als im spanischen Volke sich gegen den fortschreitenden inneren Zersetzungsprozeß die nationalen Abwehrkräfte zu regen begannen unb der wachfenbe Widerstand gegen ein Abgleiten bes Lanbes in bas bolschewistische Chaos in ber offenen Erhebung bes Militärs unb der nationalen Parteien gegen die Volksfrontregierung ihren Ausdruck fand, wurde der Begriff der „Nichteinmischung" als Problem ber internationalen Politik akut. In Mabrib erklärte man die Anhänger ber nationalen Erhebung ganz einfach für „Rebellen", denen jeher völkerrechtliche Schutz versagt werben müsse, unb in Paris unb Moskau war man sehr geneigt, nach bieser Parole der spanischen Volksfrontregierung nicht nur alle moralische Sympathie zuzuwenben, bie den gleichen weltanschaulichen Grundlagen entsprang, sondern auch ihr jede nur denkbare materielle Hnterstützung zu gewähren, um den „Aufstand gegen das verfassungsmäßige Regime" niederzuwerfen. Das französische Kabinett wurde erst nachdenklich, als aus London die ernste Warnung kam, sich an dem heißen Eisen des spanischen Bürgerkrieges nicht die Finger zu verbrennen und sich nicht Englands Freundschaft zu verscherzen, wenn infolge ber Einmischung der beiden Großmächte Sowjetrußland und Frankreich aus dem Bürgerkrieg in Spanien ein europäischer Konflikt werde. Die englische Warnung erfolgte keineswegs aus Sympathie für die spanischen Nationalisten. Der Wind wehte damals in London ganz anders und hat sich erst nach den letzten großen Erfolgen der nationalistischen Truppen gedreht. Bis dahin pflegten auch konservative Blätter wie die „Times" und der „Daily Telegraph" die Generale Franco und Cabanellas als Rebellen und Insurgenten zu bezeichnen. Nein, England wollte die Entzündung eines europäischen Konfliktes an dem spanischen Brandherd vermeiden, weil es Ruhe in Europa braucht, solange es mit feiner Aufrüstung beschäftigt ist unb an anderen Punkten des Weltreiches ernstere Sorgen hat. In Paris hat man den Wink verstanden. Das Kabinett Blum, ängstlich besorgt um die lückenlose Erhaltung des französischen Sicherheitssystems, schlug nun das bekannte Neutralitätsabkamm e n vor, dem nach Klärung wesentlicher Voraussetzungen alle in Frage kommenden Mächte beitraten, auch die Sowjetunion. Beide, Moskau sowohl wie die französische Volksfrontregierung, hofften sich nun ein hinreichendes Alibi für ihre offizielle Nichteinmischung verschafft zu haben, um hinter den Kulissen nun auf dem Hmroeg über kommunistische Partei unb Gewerkschaften bie spanischen Grünben den politisch wie wirtschaftlich gleich geeigneten Boden fand, um die bolschewistische Welt- revolution voranzutreiben. Eine Niederlage des Marxismus in Spanien wäre nicht nur der Verlust des wichtigsten unb hoffnungsvollsten Außenpostens ber kommunistischen Internationale, fonbern auch ein schwerer Schlag für bas Prestige ber kommunistischen Politik in ber ganzen Welt, bie mit ihrer Volksfronttaktik als Mittel zur Auslösung bes bolschewistischen Hmsturzes zum ersten Mal eklatant Schiffbruch erlitten hätte. Vielleicht haben heute schon bie entsetzlichen Greueltaten ber Roten im spanischen Bürgerkrieg auf viele Anhänger bes Volksfrontgedankens in anberen ßänbern ernüch- ternb gewirkt, {ebenfalls würbe eine Niederlage bes Marxismus in Spanien auch überall sonst bie Politik ber Volksfront biskrebitieren unb bie nationalen Abwehrkräfte gegen ben Kommunismus stärken. Insofern ist tatsächlich ber Bürgerkrieg in Spanien eine Probe aufs Exempel in bem großen Kampf ber Weltanschauungen, ber heute bie ganze Welt erzittern läßt. Es ist also nicht verwunderlich, baß Moskau nichts unversucht läßt und selbst vor offener Parteinahme nicht zurückfchreckt, um eine Niederlage der spanischen Marxisten zu verhindern ober wenigstens bie von ihr zu erronrtenben Folgen für bas voli- tifche Prestige des Bolschewismus rechtzeitig abzuschwächen. Deshalb hat Litwinow-Finkelstein vor der Völkerbundsversammlung in Gens erst einmal den Außenminister des Kabinetts Caballero aufmarschieren lassen, um mit Hilfe einer Denkschrift über angebliche N e u t r a l i t ä t s - Verletzungen Portugals eine allgemeine Diskussion über die Nichteinmischung und in deren Verlauf vielleicht wenigstens eine moralische Hnterstützung der spanischen Volksfrontregierung durch den Völkerbund durchzusetzen. Sollte ber zwar törichte, aber bei vielen Leuten immer noch wirkungsvolle Kampfruf: „Gegen den Faschismus" nicht ziehen, so hofften Litwinow-Finkelstein und sein spanischer Freund mit dem Hinweis auf die „verfassungsmäßige Regierung", die in Madrid sich angeblich gegen rebellierende Generale wehrt, die schreckhaften Gemüter der Völkerbundsdelegierten zu einer positiven Stellungnahme zu veranlassen. Aber und dafür das volle Verständnis ihrer Anhänger gefunden. Ader was schwerer wiegt, auch die englischen Gewerkschaften haben sich auf ihrer Tagung in Plymouth zu einer starken Aufrüstung bekannt und die L a b o u r p a r t e i, die augenblicklich in Edinburg tagt, wird sich diesem Beschluß an- chließen. Das englische Volk ist also darin einig, eine Sicherheit in der eigenen Starke zu suchen. Die Begründungen sind zwar verschieden. Während dir Konservativen die Bedürfnisse des Weltreichs in den Vordergrund rücken, legt die Arbeiteropposition die Betonung aus die Bölkerbundsverpflich- tungen Englands. Aber Wille und Ziel sind die gleichen, England so stark zu machen, daß die im Abessinienkonflikt gemachten Erfahrungen sich nicht zu wiederholen brauchen. In diese für die weitgreifenden Pläne der Regierung günstige Stimmung platzte nun die Intervention Moskaus in der'Nichteinmischungsfrage. Das britische Kabinett muß sie als erhebliche Störung empfinden, wenn sie auch freilich nicht ganz unvermittelt kommt, denn der spanische Bürgerkrieg stand natürlich auf dem Programm der Labour-Parteitagung und zudem sind auch noch zwei Abgesandte der Madrider Volksfrontregierung in Edinburg erschienen, um in beweglichen Klagen die Hilfe der englischen Genossen zu erbitten. Innerhalb der Labourpartei machen sich in der spanischen Frage die verschiedensten Strömungen deltend. Wenn auch die Parteileitung ebenso wie für ihre Ablehnung einer englischen Volksfront auch für ihre Politik der Nichteinmischung sich eine Mehrheit zu sichern wußte, so mußte sie doch nach dem Auftreten der spanischen Abgesandten dem Drängen der Radikalen nachgeben und eine Deputation nach London senden, um den Schatzkanzler Neville Chamberlain, der den Premierminister vertritt, auf Grund des dem Parteitag vorliegenden angeblich neuen Materials über Neutralitätsverletzungen „faschistischer" Mächte zu interpellieren. Es ist zwar kaum anzunehmen, daß sich an der Haltung der Arbeiterpartei etwas ändern wird, aber für das Kabinett ist dieser Zwischenfall höchst unbequem in einem Augenblick, wo es auf größte Geschlossenheit von Volk und Parlament besonderen Wert legen muß. England muß aber auch im wohlverstandenen Interesse seiner Stellung im Mittelmeer alles daran gelegen sein, daß aus der Intervention Moskaus sich keine Verwicklungen ergeben, die zu einem europäischen Konflikt führen können. Er kann nur durch nüchterne Beurteilung der politischen Realitäten vermieden werden. F. W. L. Edens pariser Besuch Gemeinsamer Wunsch nach Bewahrung der Neutralität. Paris, 9. Oft. (DNB.) Der britische Außen- mimster Eden ist am Freitag moraen von der Riviera kommend in Paris eingetroffen und hatte gleich nach seiner Ankunft eine Besprechung mitMinisterpräsidentBlum. Das Schweigen der amtlichen Kreise über die Unterrdung, wird von einigen Blättern damit erklärt, daß die Kürze der Zeit keine eingehende Prüfung der schwebenden Fragen erlaubt habe. So meint der „Petit Parisien", daß die durch die sowjetrussische Note aufgeworfene Frage nicht nach allen Seiten hätte untersucht werden können. Eine genauere Stellungnahme sei späteren Besprechungen vorbehalten worden. Selbstredend habe man auch über die Vorbereitung der Fünfer-Konferenz unter Berücksichtigung der seit Genf eingetretenen Ereignisse gesprochen. „Oeuvre" und „Echo de Paris" berichten, daß der sowjetrussische Schritt sowohl französischer- wie englischerseits bedauert worden sei. Blum, Del- dos und Eden wünschten um jeden Preis die Neutralität beizubehalten. „Le Jour" spricht von Meinungsverschiedenheiten. Eden habe seinen Gastgebern die Nichteinmischung als feststehende Regel der englischen Politik hingestellt und betont, daß einzig und allein der Londoner Ausschuß für etwaige Verstöße zuständig sei; er habe nicht verschwiegen, daß man in England den Ton der Sowjetnote und das Aufsehen erregende Verhalten Moskaus scharf verurteile. Blum sei von der Unterredung um so mehr enttäuscht gewesen, als er der Sowjetregierung wenigstens eine formale Genugtuung zu verschaffen gehofft habe, beispielsweise durch eine öffentliche Unterstützung des Antrages auf Einleitung einer Untersuchung. Eine wenn auch beschränkte Zustimmung zum sowjetrussischen Schritt hätte eine gewisse Bürgschaft für d i e französischen Kommuni st en dargestellt. Konflikt zwischen Volksfront und Kommunisten. Die Sonntagsdemonstrationen in Elsaß-Lothringen. Paris, 10. Oft. (DNB. Funkspruch.) Zwischen der Volksfront-Regierung und der kommunistischen Partei ist zum ersten Mal seit Bildung der Volksfront ein offener Konflikt ausgebrochen, nachdem die Regierung alle von den Komuniften in Elsaß-Lothringen geplanten Versammlungen bis auf 10 verboten hat. Die Präfekten der Städte, in denen Versammlungen erlaubt wurden, sind mit Anweisungen für d i e Sicherung der Ruhe und Ordnung versehen worden. Außerdem hat die Regierung größere Abteilungen Mobilegarde bereitgestellt, die nötigenfalls eingreifen werden. Die Kommunisten werfen in ihrem Parteiblatt „Humanite" der Regierung Schlappheit vor und schwören Stein und Bein, daß sie in den Grenz- landen einzig und allein die Bevölkerung von den „Wohltaten der republikanischen Freiheit" überzeugen wollten. Das Regierungsblatt „Le Popu- laire" beschwört die kommunistischen Verbündeten, doch die Haltung der Volksfront-Regierung recht zu verstehen. Die übrige Presse übt an dem Verhalten der Regierung weiterhin schärfste Krittk, weil sie nicht folgerichtig sämtliche Veranstaltungen verboten habe. Die Stimmen aus den Grenzlanden lassen auch an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig, und strafen die gewundene Erklärung des Innenministers Lützen, daß in den für die kommunistische Werbung freigegebenen Städten immerhin ein starker kommunistischer Anhang zu verzeichnen sei. Das in Metz erscheinende national-französische Blatt „M e f f i n" schreibt u. a.: Der Ekel übermannt uns. Dicht neben uns sehen wir e i n Deutschland, dessen Ordnung als Beispiel genommen zu werden verdient. Wir wollen Franzosen bleiben und in einem Frankreich leben, wie wir es erträumten, einem n a - t i o n a l e n einigen Frankreich, aber kläglich dahmveaitieren in einem umstürzlerischen, bolschewisierten Frankreich? Niemals! 1U1 eiter günstige Entwicklung des Arbeitseinsatzes. Oie Zahl der Arbeitslosen auf fast eine Million herabgedrückt. Berlin, 9. Oft. (DNB.) Nach dem Bericht der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung ist die Arbeitslosigkeit im Laufe des September in Deutschland weiter zurück- gegangen. Die Zahl der bei den Arbeitsämtern gemeldeten Arbeitslosen nahm um rund 6 3 0 0 0 a b und erreichte damit Ende des Monats f a ft d i e Millionengrenze (rund 1 035 000 Arbeitslose). Gleichzeitig konnte die Zahl der N o t - tandsorbeiter planmäßig um rund 2500 auf rund 78 600 gesenkt werden. In Anbetracht der vorgeschrittenen Jahreszeit ist diese Entwicklung besonders bemerkenswert. Sie wurde herbeigeführt einerseits durch die gleichbleibend günstige Beschäftigung in den Außenberufen, andererseits durch die noch weiter gestiegenen Einsatzmöglichkeiten in den konjunkturabhängigen Berufen. Die Abnahme der Zahl der Arbeitslosen im September 1936 verteilte sich mit rund 20 000 oder 31,7 v. H. auf die Außenberufe und mit rund 43 000 oder 68,3 v. H. auf die übrigen Berufe. In den Außenberufen trugen vor allem die Landwirtschaft durch die Kartoffelernte sowie das Baugewerbe auf Grund der weiterhin sehr lebhaften Bautätigkeit und hiermit in Zusammenhang auch die Industrie der Steine und Erden (Baustoffindustrien) dazu bei, daß die Zahl der Beschäftigten nicht nur gehalten, sondern noch vermehrt werden konnte. Unter den konjunkturabhängigen Berufen stiegen die Einsatzmöglichkeiten vor allem noch in den meisten Zweigen des Eisen- und Metallgewerbes sowie im Bekleidungsgewerbe. An der Entlastung hatten mit Ausnahme von Bayern, wo sich eine leichte Erhöhung der Arbeits« losenzahl um rund 1800 ergab, alle Landes- arbeitsamtsbezirke teil. Besonders groß war die Abnahme in Schlesien (minus rund 18 000), in Brandenburg und Rheinland (je rund 12 000) sowie in Sachsen (minus rund 94 000). Erfreuliche Rückgänge der Arbeitslosenzahlen ergaben sich vor allem auch noch in verschiedenen Großstädten, so u. a. in Hamburg (minus rund 2600) und Berlin (minus rund 5700). Bei den Unterstützungseinrichtungen nahm die Zahl der Hauptunterstützungsempfänger in der Arbeitslosenversicherung im September um rund 9000 auf rund 122 000 ab. An Hauptunterstützungsempfängern in der K r i - fenfürforge wurden Ende September rund 454 000, das find rund 33 000 weniger als Ende August, gezählt. Die Zahl der von der Reichsanstalt unterstützten Arbeitslosen betrug somit 576 000. Die Zahl der arbeitslosen anerkannten Wohlfahrtserwerbslosen verringerte sich in der gleichen Zeit um rund 17 000 auf rund 152 000. Madrid in Erwartung des naiionalistischen Angriffs. Wachsende Unruhe unter der Bevölkerung der Hauptstadt. Sevilla, 9. Oft. (DNB.) Alle Meldungen, die über Madrid einlaufen, sprechen von der zunehmenden Mut- und Ratlosigkeit der roten Anführer. Insbesondere sei man über das Fehlen ausreichender Munition für die Verteidigung der Stadt sehr niedergedrückt. Das rote Komitee habe dringend Kriegsmaterial, vor allem Artilleriemunition aus Barcelona und Valencia angefordert. Die Unzufriedenheit in der Stadt nimmt zu. Jetzt fanden sogar Protest- funbgebungen der Landarbeiter statt, die ihre seit langem fälligen Löhne zu erhalten wünschen. Die rote Regierung löste die Kundgebungen durch bewaffnete Milizstreifen auf. — Die Kenntnis über den hoffnungslosen Zustand an den roten Kampffronten und die Disziplinlosigkeit in den Reihen der roten Milizen verbreitet sich mehr und mehr. Je trostloser die Lage für die roten Horden wird, um so eifriger schlagt die rote Presse die Trommel und versucht die Massen zum Widerstand gegen die „Rebellen" aufzuputschen. In der Stadt macht sich der Wassermangel immer bemerkbarer. Die wenigen Stunden, in denen die Wasser- ration verabfolgt wird, reichen bei weitem nicht aus, um alle Wartenden abzufertigen. Stundenlang stehen die Frauen mit ihren Gefäßen. In einer Rundfunkansprache warnte der Madrider Bürgermeister vor Lebensrnittel ha m ft e r n und betonte die Schwierigkeit, die in der Versorgung mit Lebensrnitteln noch bevorstehe. Es ist jetzt kaum noch möglich, Madrid zu verlassen. Die Verfügungen, die die Ausreise gestatten, werden sehr streng eingehalten. Zehn Sondergerichte sind für die Aburteilung von „Deserteuren" eingesetzt. Der Ausbau des neuen Spaniens. Sevilla, 9. Okt. (DNB.) Maurico Karls, der geistige Führer der spanischen Nationalsyndikalisti- schen Bewegung, erklärte über die künftige Politik eines autoritär geführten Spaniens: Der neu zu formende Staat werde frei und unabhäntzig fein. Das fei nur zu erreichen durch die Beseitigung aller vom Ausland geleiteten Hetze, die insbesondere vom Marxismus, vom Anarchismus und von der Freimaurerei betrieben werde. Ferner müsse der ungesunde Kapitalismus niedergezwungen werden. Im neuen Spanien werde das Kapital als Instrument in der Hand der Regierung einer strikten Gesetzgebung unterworfen. Die Losung der Arbeiterfrage werde mit der Beteiligung des Klassenkampfes ein» geleitet. Die Arbeitslosigkeit sei für Spanien kein so schwieriges Problem wie für andere Länder, da' deren Ursache zu 90 v. H. in der Tatsache zu suchen sei, daß die feit Errichtung der Republik im Jahre 1931 von antinationalen Elementen organisierten Streikbewegungen der spanischen Wirtschaft viele Milliarden entzogen und die Arbeiterschaft um Lohngelder in gleicher Höhe beraubt hätten. Die Arbeitslosigkeit in Spanien sei künstlich hervorgerufen worden, weil es für die revolutionären Ziele Moskaus unentbehrlich gewesen sei, die Arbeitermassen dem Hunger und dem Elend zuzu- treiben, um sie revolutionsreif zu machen. Die spanischen Nationalsyndikalisten verlangten die Trennung von Kirche und Politik. Sie verstünden unter dem Dogma der katholischen Kirche keinen Anspruch auf politische Oberherrschaft. Es sei scharf zu unterscheiden zwischen kirchlichen Pflichten der Geistlichkeit und deren politischen Bestrebungen, die unter allen Umständen zu bekämpfen seien. Der Einfluß des Führers der Katho- lichen Dolksaktion, Gil Nobles, der durch feine Paktiererei mit dem Liberalismus und Marxismus Spanien in den Abgrund gestürzt habe, werde künftig beseitigt. Die Judenfrage müsse in Spanien eine besondere Behandlung erfahren, weil sie sich , hier nicht ausschließlich nach rassetheoretischen Gesichtspunkten lösen lasse. Abgesehen von der selbstverständlichen Unterbindung jeder weiteren jüdischen Einwanderung habe der Kampf gegen das Judentum in erster Linie bei dessen politischer Betätigung einzusetzen. Vor allem die Freimaurerei müsse rücksichtslos ausgerottet werden. Eine erstaunlich große Anzahl bekannter spanischer Linkspolitiker nähme in der Freimaurerei hohe Grade ein und sei jüdischer Abstammung. Jede Nation habe die Pflicht, in einem Entschei • dungskampf gegen den asiatischen Bolschewismus Stellung zu nehmen. Das nationale Spanien werde sich der Gemeinschaft der autoritär regierten Staaten einreihen. Geraubtes Gold. Wir glauben uns mit der Behauptung nicht zu täuschen, daß noch in keinem Bürgerkrieg der Goldbestand eines Landes einfach geraubt und nach dem Auslande gebracht wurde. Wir veröffentlichten schon die Meldung des „Figaro", daß bereits feit dem 28. Juli (!) die Madrider Regierung systematisch den stattlichen Gold- oorrat der Bank von Spanien nach Frankreich teils im Flugzeug, teils auf dem Seewege „verbracht" hat. Täglich werde allein auf dem Luftwege Gold in neunzehn Kisten zu 152 000 Goldpfund nach dem Pariser Flughafen von Le Bour- get gesandt. Die Seetransporte werden in der Niederlassung der Bank von Frankreich in Toulouse deponiert. Das Pariser Blatt schreibt: „Eine derartige Besitzverlegung ist ein außerordentlich schwerer Akt. Sie entblößt das Land, welches Regierungssystem dem jetzigen Zustand der Anarchie auch folgen könne, jeglicher ßebensquelle. Die Tatsache aber, daß sich ein fremdes Land (gemeint ist Frankreich!) einem anderen im Bürgerkrieg befindlichen Staate im Namen derjenigen Parteien, die sich gerade des Goldes bemächtigen können, für dessen Aufbewahrung zur Verfügung st e l l t, ist eine unzulässige Hilfe, die weder mit dem Geiste noch mit dem Buchstaben des Nichteinmischungsabkommens in Einklang steht. Die juristische Feststellung dieser groben französischen Verletzung gegen den Nichteinmischungspakt durch eine französische Zeitung ist aus begreiflichen Gründen überaus sachlich und zurückhaltend gesagt. Der ganze Tatbestand wird durch die Bemerkungen des „Figaro" bei weitem nicht erfaßt. Der französische Ministerpräsident LLon Blum hat in seiner Volksversammlungsrede vom 7. September selbst seine Zuhörer darauf aufmerksam gemacht und davor gewarnt, daß über die Anerkennung der rechtmäßigen spanischen Regierung Völker- rechtliche Zweifel bestehen können. Der „Temps" hat in jenen Tagen diesen Gedankengang wesentlich klarer dahin ausgeweitet, daß es in Spanien eine Regierung nicht gebe, die das Vertrauen des Landes aber auch nur der Cortes (Land- ftänbe) für sich in Anspruch nehmen könne — eine kritische Bemerkung, die sich sinngemäß einzig und allein gegen die Madrider Regierung richtet, denn der „Temps" bemerkt in diesem Zusammenhänge, daß das seinerzeitige Kabinett Quiroga, das sich noch auf ein Vertrauensvotum der Cortes stützen konnte, nicht mehr bestehe. Diesem Kabinett Quiroga folgte bas Kabinett Barrio und bann bas Ministerium Giral, bem jetzt bie Regierung C a - b a 11 e r o gefolgt ist. Die Scheinsitzung ber Cortes vom 1. Oktober, an ber von 470 Abgeordneten nur knappe 100 teilnahmen, kann auf Allgemeingültigkeit keinen Anspruch erheben. Von diesen Erwägungen wissen sich natürlich Stalin und Litwi- now-Finkelstein völlig frei. Stalin hat während der russischen Revolution im Jahre 1905 einen Gold- transport ber russischen Staatsbank überfallen und geraubt, Litwinow-Finkelstein hat sich damals um bie „Verscherfung" ber Beute in London und Paris bemüht. Die SPD. in Danzig. Der „Danziger Vorposten" fordert scharfe Maßnahmen. Danzig, 9. Okt. (DNB.) Im Zusammenhang mit ber Verurteilung führender Männer ber Danziger Sozialdemokratischen Partei unb ber Enthüllungen über geheime Waffenlager auf Danziger Boben forbert ber nationalsozialistische „Danziger Vorposten" bie Regierung ber Freien Stabt nachbrücklich auf, Schritte zu unternehmen, um bem Treiben biefer Staatsfeinbe ein Enbe z u setzen. Nicht nur die ihnen bewiesenen kriminellen Vergehen, so schreibt bas Blatt, rechtfertigen auch bie härtesten Maßnahmen, son- bern bie Flucht ber marxistischen Führer sage beutlich genug, baß sie ein schlechtes Gewissen hätten. Die Gesamtheit ber Danziger wünsche eine normale Entwickelung des Schicksals der Freien Stadt und baue auf auf die gesunde Kraft der NSDAP., die Ruhe und Frieden in Danzig hergestellt habe. Diese Gesamtheit der Danziger stehe einer kleinen Schar staatsfeindlicher Elemente gegenüber, die gewissenlos nur von einem Gedanken besessen sei, mit allen Mitteln Schlacht gegen Hunger und Kälte. Auch die diesjährige Winterkampagne des deutschen Volkes ist friedlicher Natur. Während in anderen Staaten die Kriegstrompete geblasen wird, während andere Völker von einer amtlich noch geförderten Angstpsychose ergriffen sind ober sich bereits in einem fortgeschrittenen Stabium der inneren Zersetzung, ber inneren Auflösung befinden, während andere Staatsmänner Klagelieder über drohende Angriffe und bie Schutzlosigkeit ihres eigenen ßanbes anstimmen, obgleich sie boch selber am meisten schulb sinb an biefen unsicheren Verhältnissen, ruft Deutschlanbs Führer seine Nation auf, s i ch selber zu helfen. Wie es im persönlichen ßeben ist, so geht es auch im Leben eines Volkes zu. Selbsthilfe macht stark, Selbsthilfe bebeutet Frieben, im Innern unb nach außen. Ist es also schon ein Gebot ber Vernunft, diese Schlacht gegen Hunger unb Kälte in ben fommenben Win- termonaten zu schlagen, so ist es noch mehr ein tiefgefühlter Auftrag unserer Herzen, den Kampf gegen die Not mit wirklicher Hingabe, mit dem Einsatz unserer letzten Mittel zu führen unb bamit bem Geist uneigennütziger Hilfsbereitschaft, bem Geist wahrer Nächstenliebe zu einem echten Triumph zu verhelfen. Wir bürfen nicht stehen bleiben bei ben imposanten Zahlen ber brei vorher- gehenben Rechenschaftsberichte bes WHW., wir bürfen uns nicht bamit beruhigen, baß burch bie Arbeitsbeschaffung die gröbste Not bereits beseitigt ist. Es handelt sich vielmehr, wie Adolf Hitler in der Deutschlandhalle ausrief, nicht allein darum, bie primitivsten Bedürfnisse unserer minderbemittelten Volksgenossen an Ernährung, Wohnung und Kleidung zu befriebigen, sonbern i n s g * i * m t unser Volk auf eine Höhere, menschenwürbige Daseinsstufe zu heben. Erst dann zieht wahre Lebensfreude auch in die Stuben unserer bedürftigsten Volksgenossen ein, wenn sie ihr Leben auch mit jenen einfachen Annehmlichkeiten verschönern können, die den Bessergestellten eine selbstverständliche Gewohnheit geworben sinb, wenn sie nicht immer nur an bas Morgen zu denken brauchen, sondern frei hinaussehen können in eine gesicherte und bessere Zukunft. Weil aber sonst auf ber ganzen Erde niemand ein Interesse daran hat, bas Los biefer Angehörigen unseres Volkes zu verbessern, barum müssen mir uns selber helfen, genau so, wie wir in ben Angelegenheit ber großen Politik und ber Wirtschaft auf uns selber, auf unsere eigene Kraft, auf unseren Willen und unsere Energie angewiesen sind. Das Winterhilfswerk steht in einer Reihe mit ber großen Rohstoffschlacht, mit bem Kampf um bie Unabhängigkeit unserer Ernährung und die Festigkeit unserer Währung. bie Staatssicherheit und die werbende innere Geschlossenheit zu behindern oder gar zu zerstören. Das dürfe eine ordnungsliebende Staatsführung s i ch nicht gefallen lassen. Der „Danziger Vorposten" erklärt, daß die in der Gerichtsverhandlung zur Sprache gekommenen Waffenfunbe nur ein kleiner Ausschnitt jener Waffen- und Sprengstoffansammlungen seien, bie vor allem im Lauf bes letzten Jahres aus dem Auslands nach Danzig hineingeschleppt worden seien, um eines Tages ein Feuer zu entzünden. Die Danziger Stellen hätten dieser Vorbereitung blutiger Auseinandersetzungen lange genug zugesehen. Auslösung aller Wehrverbände in Oesterreich. Dien. 10. Oft. (DNB. Funkspr.) Der Minister- rat. der am Freitag um 17 Uhr zusammengetreten war. um die durch die Spaltungsbewegung im heimatfchuh geschaffene Lage zu prüfen, hat am Samstag früh im Beisein des Bundespräsidenten Diklas beschlossen, alte Wehrver- bändeaufzulöfen. Damit hat d e r h e i m a t- schuh aufgehört zu bestehen. Dem Dini- sterrat tag die Forderung Starhernbergs vor, die im Dai geschaffene F r o n t m i l i z als einzigen freiwilligen Waffenträger auf ihn zu vereidigen. Nach zahlreichen dramatischen Wendungen hat die Regierung beschlossen, alle Wehr- verbände aufzulösen, nachdem die Versuche, mit Starhemberg zu einer Einigung zu gelangen, gescheitert waren. Der Dinisterrat beschloß, den Wehrverbänden für ihre opferreichen und verdienstvollen Leistungen beim Aufbau des neuen Staates den Dank der Bundesregierung auszusprechen. Er gab sogleich der Erwartung Ausdruck, daß die wehrhaften Ditglie- der der Wehrverbände ihre bewährten Kräfte in den Reihen der Front-Diliz auch weiterhin dem Vaterlande zur Verfügung stellen. P e r s o n a l v e r ä n d e r u n g e n im Kabinett wurden nicht vorgenommen. Der Unterrichtsminister Dr. Pernker, Finanzminister Dr. Dragier, der Vizekanzler Baar-Varenfets haben revoziert und wurden vom Bundespräsidenten wiederum mit ihren Aemtern betraut. Ls wird ausdrücklich festgestellt, daß sie nunmehr keinerlei Bindungen zu irgendwelchen Verbänden mehr haben. Ferner hat der Dinisterrat eine Neuformulierung des Frontmiliz - Gesetzes beschlossen. Bundeskanzler Dr. Schuschnigg hat sich im Flugzeug zu der Trauerfeier für den ungarischen Minister- Präsidenten nach Budapest begeben. Der tschechisch-polnische Konflikt. Polnische Minderheitsangehörige in Mähren verurteilt. Warschau, 10. Okt. (DNB. Funkspruch.) In Mährisch-Ostrau wurde bas Urteil in bem sog. Prozeß Bock gefällt. Der Prozeß, ber g e g e n Mitglieber ber polnischen Minber - beit aufgezogen worden war, hat in Warschau befonbere Erregung hervorgerufen, da die Anklage sich bemühte, bas polnische Konsulat in Mährisch-Ostrau unb bie polnische Regierung für bie angeblichen Sabotageakte ber Angeklagten verantwortlich zu machen. Nachbem der Staatsanwalt schließlich die Anklage wegen Staatsverrat fallen lassen mußte, lautete das Urteil gegen die Hauptangeklagten auf 10 bis 11 Monate Ge» f ä n g n i s. Die halbamtliche Agentur Iskra schreibt, der Prozeß habe diejenigen tschechischen Elemente kompromittiert, die aus ihm eht > 4LWIA 'N* Kunst und Wissenschaft Keitel. Hitler! d). Ulinlfta- rcgekden ivegung a prüfen, nbespwft* thrver- Heimat- iem Minimbergs lillj als ihn 1« scheu Üe Mehr- llche. mit ngen, ge- nere Te. Serftören. ^sführunz .Danziger sverhand' nbe nur ffen- und allem im slande worden ntzün« Korbern« ynug ju- nen ein• Jn- bie iewohn, nur an toi t)in« itre §u. niemand tngehori« 1 -Hülfen e mir in und der Kraft, 'gewiesen leihe mit mpf um und bie ,|S»* fite. * deut. ln an. wird. . u.i»r ? llee. h!|. »m “-gilt. 5la. , .'m ‘ üeoen 'bfthilse &* «ylacht ■Bin. 'in .N ‘ b'm fuhren sdereit. einem 1 slehen vorher. •' wir ndj bie S; darum, «mittel. ln9 und -tnt un. Daseins, nsfreubg ’tfs :.r «‘ Vr änben ftr Leistungen Dant der ogleich der m mitgiie- Kräfte i» lvch meiler* len. „ Sabine" tnlerrichtS' ilfin ®c renf‘l* eipiSßd--- 1t, ln6 •‘“"i 5*1" rang beJ Sandes i fflinif« Gin Friedensaufruf der deutschen Krregsdichter. Die zur Zeit in Berlin zu einem Treffen versemmelten deutschen Kriegsdichter haben folgenden Aufruf erlassen: Die in Berlin zu einem Treffen versammelten Frontkämpfer unter den deutschen Dichtern richten an die Frontkämpfer der anderen Länder ihre kameradschaftlichen Grüße. Wer den Krieg kennengelernt hat, ist ein leidenschaftlicher Kämpfer für den Frieden. Deutschlands Führer und Reichskanzler ist ein Frontsoldat. Wir rufen die Frontkämpfer der anderen Länder auf, mit uns das große Erbe Europas zu hüten, die Nationen von einer hemmungslosen inneren und äußeren bolschewistischen Vergiftung zu bewahren und somit einem wirklichen europäischen Frieden zu dienen. * Der Eh es des Wehvmachtamtes schickte den Kriegsdichtern folgendes Grußwort: Der Herr Generalfeldmarschall v. Blomberg hat es lebhaft bedauert, daß seine Abwesenheit von Berlin ihn verhindert, die Kameraden des großen Krieges persönlich zu empfangen und ihnen mündlich die Anteilnahme der Wehrmacht an ihrem Treffen auszusprechen. In seinem Auftrage begrüße ich hiermit die Teilnehmer des Kriegsdichtertreffens im Namen der Wehrmacht des neuen Reiches auf das herzlichste. Die junge Wehrmacht weiß sich mit den dichterischen Zeugen des Kriegserlebnisses eins in der Ehrfurcht vor den Leistungen und Opfern der deutschen Frontsoldaten, in deren Treue äu ihrem Vermächtnis der unzerbrechlichen Kameradschaft der Volksgemeinschaft, in der Bereitschaft, dem Führer Adolf Hitler als dem Vollstrecker dieses geschichtlichen Vermächtnisses zu dienen und zu folgen. Heil In einer Festvorstellung wurde in Berlin der Kulturfilm über das Zeitungswesen ,,D e r ö P re - 6 e l aus Papier" aufgeführt. Der Film, der nach einer Idee und unter Mitwirkung von Zeitungsmännern entstanden ist und die Auszeichnung „künstlerisch wertvoll", „kulturell wertvoll „oolksbildend" und „Lehrfilm" erhalten hat, gibt einen aufschlußreichen E i n b l i ck i n d a s W e s e n der Presse und ihre Arbeitswelse sowie ihre geistige, technische und wirtschaftliche Leistung. Es ist nichts vergessen, was irgendwie mit der Zeitung im Zusammenhang steht. r . . . Die Nachricht lauft vom Korrespondenten und den Nachrichtenbüros über den Rundfunk über Fernschreiber und Telefon in die Schnftleitung. Hier wird verarbeitet und kommentiert. Haupt- fchristleiter und Ressortschriftleiter führen den tag- lich wiederkehrenden Kampf um ihren Anteil an dies vor einigen Jahren schon einmal der Fall war, von den Tierfreunden gesammelt und durch den Tierschutzverein im Flugzeug nach Venedig gebracht. Bisher find 700 Schwalben abtransportiert worden. des Reichswetterdienstes. Ausaabeork $ranffarl Deutschland ist immer noch in einer für die Jahreszeit viel zu kalten Ostströmung, der aber mehr als seither etwas feuchtere Mittelmeerluft beigemifcht ist.! Die Neigung zu Dunst- und Nebelbildung hat daher zugenommen, auch ist es gestern wieder zu vereinzelten Niederschlägen gekommen. Eine durchgreifende Umgestaltung des bestehenden Witterungscharatters ist vorerst nicht zu erwarten. Aussichten für Sonntag: Vielfach dunstig oder neblig, sonst wolkig bis aufheiternd und nur ganz vereinzelt etwas Niederschlag, bei östlichen Temperaturen wenig geändert. Aussichten für Montag: Im wesentlichen Fortdauer des bestehenden Witterungscharakters. Lufttemperaturen am 9. Oktober: mittags 8,1 Grad Celsius, abends 3,4 Grad: am 10. Oktober: morgens 0,8 Grad. Maximum 9,3 Grad, Minimum heute nacht — 0,6 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 9. Oktober: abends 7,6 Grad , am 10. Oktober: morgens 4,3 Grad. — Sonnenfcheindauer 5,4 Stunden. neues Instrument des Kampfes gegen Polen und die polnische Minderheit machen wollte. Es sei schwer anzunehmen, daß ein solcher politischer Prozeß ohne Wissen und Zustimmung Prags aufgezogen worden fei. Der einzige Weg zur Nenoerung der Beziehungen zu Polen sei ' eine völlige Aenderung der tschechischen Poli- tik gegenüber der polnischen Minderheit und die endgültige Aufgabe der von der polnischen Oeffent- lichkeit oft scharf verurteilten Methode der Entnationalifierung und Bedrückung. der arabischen Rechte, in unversöhn- lichem Gegensatz zueinander stünden. Zwei- tens sei es der Wille der Palästina-Araber, nicht weiterhin von den arabischen Brudervölkern jenseits der Grenzen getrennt behandelt zu werden. Die I Palästina-Araber kämpften nicht gegen den Juden als Juden, aber gegen ben zionistischen Anspruch auf Palästina. Die Araber brächen den Generalstreik bedrückten Herzens aus Gehorsam gegen ihre Könige ab. Auni Bey gibt der Hoffnung Ausdruck, daß die jüdische Einwanderung schnell e i n g e ft e 111 und eine allgemeine Amnestie gewährt werde, um den bedrückten Gefühlen der Araber Erleichterung zu verschaf- fen. Die arabischen Fürsten werden einen Ausruf! an die Araber erlassen, in dem sie zur Wiederher-> stellung friedlicher Zustände auffordern. Keine Volksfront in England. Conbon, 9.Off. (DRV.) Die arbeif erpar- fetliche Konferenz in Edinburgh lehnie am Freilagvormillag einen Antrag aus Schaf, fung einer englischen Volksfront mit überwältigender Mehrheit ab. Gegen eine Volksfront wurden 1 805 000 Stimmen, dafür 435 000 Stimmen abgegeben. Die Antragsteller hat- fen ihre Entschließung hauptsächlich damit begrün- bet, baß sich ber Faschismus zusehends in Europa ausbreite und daher von allen Organisationen gemeinsam bekämpft werben müsse. Gegen ben Antrag würbe vom Vollzugsausschuß gelfenb gemacht, bah eine Zusammenarbeit mit ben Kommunisten nicht in Frage komme. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für bie Bilder: Dr. Fr. W. Lange: für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. IX. 36: 9650. Druck und Verlaa: Brühl'sche Unioersitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 1. Juni 1935 gültig. In Mährifch-Oftrau ruft ein Grenzzwischenfall starke Erregung hervor, bei dem e i n 14jähriger polnischer Schüler von einem tschechischen Grenzwächter erschossen wurde, obgleich er keineswegs etwa Schmuggelwaren bei sich hatte. Streikabbruch in Palästina. Jerusalem, 9. Okt. (DNB.) Die Araber wer- den den Generalstreik, der seil dem 20. April ohne Unterbrechung andauert, a u f g e b e n. Diese Tatsache geht aus einem Schreiben hervor, das Auni Bey Abdulhadi, Mitglied des arabischen Streikkomitees und Führer der größten arabischen Palästina-Partei, der großarabischen stnab- hängigkeitspartei, an den britischen Kommissar gesandt hat. In diesem Schreiben heißt es, man lege Wert auf einen dauerhaften Frieden. Dieser Friede habe jedoch zwei Voraussetzungen: England müsse erkennen, daß die beiden Teile der Balfour-Erklärung, das Versprechen eines jüdischen Nationalheims in Palästina und die Nichtbeeinträchtigung Auszeichnung deutscher Kuitur- und Werbefilme. Die Preisverteilung auf der Internationa- l e n Schau für wissenschaftliche und Fremdenwerbungsfilme in der Villa Olmo bei Como brachte dem deutschen Filmschaffen einen sehr bemerkenswerten Erfolg. Die Reichsbahnzentrale für den deutschen Reiseverkehr hatte durch ihre Mailänder Vertretung eine Anzahl sehr wirkungsvoller Kultur- und Werbefilme zu der interessanten Ausstellung gesandt, die ausnahmslos mit großem Beifall ausgenommen wurden. Unter den ad)t Nationen, die Die Schau beschickt hatten, konnte Deutschland von den acht für Normalfilme ausgesetzten Preisen allein vier Pokale erringen. ~ Den Pokal des Generaldirektors für Den Fremdenverkehr im Presse- und Propagandaministerium, Bonomi, für den besten Verkehrswerbefilm erhielt der Bild-Ton-Bericht der Reichsbahnzentrale für den deutfchn Reiseverkehr (RDV.) „Deutsche Nordseeküste". Der ebenfalls von der Neichs- bahnzentrale gezeigte, unter Der Aufnahmeleitung von Hans Ertl hergestellte Werbefilm für Die ,,OlympischenWinterfpiele 1 9 3 6" wurde mit dem Pokal des Verkehrswerbungsamtes der Provinz Como ausgezeichnet. Der Pokal des Präfekten der Provinz Como für den besten Kulturfilm wurde dem Tobis-Film „Die unbekannte Vogelwelt" zuerkannt. — Der von der Doerung-Filmgesellfchaft von Hans Ertl aufgenommene Film „N a n g a Parbat über die deutsche Himalaja-Expedition gewann den Pokal des Rotary-Clubs von Como. Für die besten photographischen Aufnahmen wurde der von der italienischen Generaldirektion für Den Fremden- verkehr gezeigte Film „Schnee über den Dolomiten" preisgekrönt. Als bestes wissenschaftliches Werk erhielt der italienische 8"m „2)as Leben Der SeiDenraupe" Den Pokal des Bürgermeisters von Como. „Der Spiegel aus Papier«, ein volksbildender ZeiiungefiiM. den Zeitungsspalten. Der politische Schriftleiter diktiert seinen Leitartikel direkt in Die Setzmaschine. Der Bildberichterstatter kommt mit den allerletzten Aufnahmen. Satzspiegel und Umbruch geben der Zeitungsmater ihr Gepräge. Di« Mater wird ge - gosien, und unter gewaltigem Lärm wirst die Rotationsmaschine Tausende und Abertausende von Zeitungsexemplaren in kürzester Zeit versandfertig auf den Expeditionstisch. Mit Radfahrern und Kraftwagen gehen die Zeitungen in die einzelnen Stadtteile, auf die Bahnhöfe und zum Flugplatz. Mehr als je ist heute Zeitunglesen eine Notwendigkeit für jeden Volksgenossen, und jeder Zeitungsleser wird es dankbar begrüßen,! daß ihm auf dem Wege über den Film der langgehegte Wunsch erfüllt wird, selbst zu sehen, wie seine Zeitung ent st eh t, welche Kräfte dabei am Werk sind, wie Hunderte von Händen in aufreibender Hetzarbeit Tag und Nacht am Werk sind, damit er morgens und abends die neuesten politischen Nachrichten, die wichtigsten Lokalereignisse, die amtlichen Nachrichten, die Roman-Fortsetzung, Die Sportnachrichten und alles sonstige in Ruhe lesen kann. Unter Den zahlreichen Ehrengästen, Die Der Aufführung beiwohnten, befanden sich Vertreter aller Reichsministerien, führende Persönlichkeiten der! Partei und Der Parteigliederungen, Der Reichsfilmkammer, Der ReichspropaganDaleitung Der NSDAP, Abteilung Film, des Rundfunks, des Werberats der deutschen Wirtschaft und vieler anderer Behörden und wirtschaftlicher Organisationen. In großer Zahl waren Verleger, Hauptschriftleiter und Schriftleiter der Berliner und der auswärtigen Presse anwesend. Aus aller Welt. Die Teilnehmer des Australien—England-Fluges auf einem Korallenriff gefunden. Die vier englischen Flieger, die am Dienstag von Port Darwin in Australien nach England gestartet waren und seitdem vermißt wurden, sind jetzt unter dramatischen Umständen auf einem Korallenriff in Der Timorsee ausge- f u n D e n worden. Die Flieger waren bald nach ihrem Aufstieg von Port Darwin völlig vom vorgesehenen Kurs abgekommen. Als sie feststellten, daß ihr Brennstoff zur Neige ging, gelang es ihnen, auf Dem Scott-Korallenriff zu lanDen. Sie wurDen von Eingeborenen mit einem Fischerboot gerettet unD konnten am Freitag von Dem Dampfer „Nim- roDa", Der sich auf Dem Wege nach SüDafrika be- finDet, an Bord genommen werden. Wie Die Flieger mitteilen, ist ihre Maschine, das Verkehrsflugzeug „Croydon Monofpar" unbeschädigt, kann jedoch nicht mehr geborgen werden. Iungschwalben reifen im Flugzeug nach dem Süden. Der ungewöhnliche Kälteeinbruch hat es einer Meldung aus Wien zufolge mit sich gebracht, daß die Junafchwalben der zweiten Brut ihren Flug nach Dem Süden nicht mehr antreten konnten. Die ermatteten Tiere werden, wie 11 Oktober 1936 Die Preissenkungtypen OPEL «TYP die gleiche bleibt. • nkung für tfi. ^TchSopel damit jetzt Sch den M’*le™nhe?bSä'''toI‘Wa9r5' die Anschaffung janken-. demWiUen Dieser Fortschritt ist^d^WandS( deI veI. zur Motorisierung Einsatzbereitschai an,«ortungsb=wn6t JdelMeIkennung. 0PEL6ZYL Limousine 4-türig 3300 “ --' n 'Händler nach den ebenfalls gesenKien OPEL’TYPOIXMPIA- 2350% 'MekrWeri- "Hwjede / ADAM OPEL A.G. RÜSSELSHEIM A M Kiew | ■ 7. KELKHEIMER MÖBELSCHÄU vomi8.-25.oktober 1936 IN KELKHEIM im taunus 1 bis 2 leere Wir bieten hohenVerdlenst Schöne Tüchtiger, junger 3 Zimmer 3immcr von allemsteh. ge- Mitteldeutsche Vertriebsstelle einer großen inländischen Treibstofforganisation sucht für Oberhessen, Hessen-Nassau n.Waldeek Reisevertreter sucht. 04579 6446V fachleuten zwecklos. Reims 6305 D I mit Bratofen , bitt, abzug. 104877 'Stevhauttr. 9 pJ Stadttheater gegen Gehalt, Provision u. Spesenvergütung zum baldigen Eintritt. 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Von Lorch aus führte dünn der Weg durch die „rheinische Schweiz", das an Naturschönheiten so reiche Wispertal, zu den Höhen des Taunusgebirges. In engen, oft gewundenen Vogen führt die Straße den Lauf des Flüßchens hinauf. Reichsarbeitsdienst mit blanken Spaten salutiert zu Ehren des Kerntrupps der Nationalsozialistischen Arbeiterpartei. Landjahrmädchen aus dem in der Nähe befindlichen Landjahrlager in malerischer „Kluft" weisen den Omnibussen, die kurz vor Vad-Schwalbach abbiegen müssen, den Weg. In Kemel (Untertaunuskreis) werden Pakete in jeden Wagen gereicht, die in liebevoller Aufmachung ein kleines Geschenk für jeden enthalten. An einer einsamen Waldschneise warten 40 bis 50 Ferienurlauber auf den kilometerlangen Wagenzug; in riesigen weißen Lettern haben sie ein „KdF." auf die Straßendecke gemalt. Singhofen verläßt der Autozug, und hinunter geht es die stark abfallenden Berge, die ein unbeschreiblich schönes Bild noch einmal den Augen bieten: Der Blick von oben ins idyllische Mühlbachtal mit der alten Mühle ist eins der schönsten Landschaftsbilder überhaupt. Bergnassau, inmitten fruchtbarer Felder, Wiesen und Gärten, zeigt sich von weitem schon. Die Häuser liegen unten im hellen Sonnenglanz, während oben die Burg im Dustergrau des Gemäuers schimmert. Das silbrige Band der Lahn, das alte Schloß des Reichsfreiherrn von und zum Stein, der schiefe Turm von Dausenau, ein fröhlich winkender „Kraft durch Freude"-Sonder- zug, der aus Richtung Limburg kommt, das sangesfrohe „Wirtshaus an der Lahn" enthüllen auf dem Weg nach Bad Ems dem Alten Führerkorps den ganzen Zauber unseres lieblichen Lahngebietes. „Ruhe! Badeort" steht am Eingang der Kurstadt; diesmal haben die Emser aber kein Glück damit, denn sie sind es selber, die diese Mahnung am allerwenigsten beherzigen. Ein ohrenbetäubendes Geschrei vollführen die Jungens und Mädels, als der erste Wagen in die Stadt einfährt. Von den Häusern, aus den Fenstern und Balkonen winken die Bürger dieses an landschaftlichen Reizen so gesegneten Städtchens. Beim gemeinsamen Mittagsmahl im Kursaal richtete der Kreisleiter des Kreises Unterlahn der NSDAP, einige Begrüßungsworte an die Fahrtteilnehmer. Als die Wagen dann auf der weiteren Fahrt wieder den Rhein entlang in Kaub eintrafen, hatte sich hier am Ufer eine riesige Menschenmenge eingefunen, die, besonders auf die Nachricht vom Eintreffen des Stellvertreters des Führers, schon stundenlang ausharrte. An Vord des Dampfers „Rheinland" rheinaujwärls. Das alte Führerkorps bestieg sofort nach dem Eintreffen in Kaub den Dampfer „Rheinland". Kurz vor der Abfahrt erschien der Stellvertreter des Führers an Bord, umjubelt von der rheinischen Bevölkerung und herzlich begrüßt von seinen alten Mitkämpfern. Langsam setzte sich das Schiff unter den Heilrufen der Bevölkerung in Bewegung, während vom Ufer aus Böllerschüsse das Rheintal entlang rollten. Winkend und grüßend stand das rheinische Volk am Ufer, von den Schiffen und Fischerkähnen hallten die Jubelrufe hinüber zur „Rheinland". Von der Jugendburg Stahleck herab grüßte die Jugend die alten Kämpfer. Während der Fahrt nahm der Stellvertreter des Führers Gelegenheit, die Presse zu begrüßen. Nach einem Dank des Gauleiters Sprenger an die Vertreter der Presse für ihre Arbeit stellte Reichsorganisationsleiter Dr. Ley noch einmal die Bedeutung dieser jährlichen Fahrten des Alten Führerkorps heraus. Sie sollten vor allem einen Dank an d i e alten Mitstrei- ter des Führers für ihre aufopferungsvolle Arbeit darstellen. Sie fühlten sich auch reich belohnt durch den spontanen und wirklich von Herzen kommenden Empfang der Bevölkerung. Dabei könne man feststellen, daß diese Verbundenheit vor allem bei der breiten, nicht mit allzu viel Glücksgütern gesegneten Volksmasse in besonders schöner Weise zum Ausdruck komme. Bei Dunkelheit erreichte der Dampfer Wiesbaden - Biebrich. Auf dem mehrere Kilometer langen Weg zum Kurhaus hatten über 7000 Angehörige der verschiedenen Formationen mit Fackeln Aufstellung genommen. Die Wiesbadener Bevölkerung jubelte dem Führerkorps in unbeschreiblicher Begeisterung zu. Die festlich geschmückten und beleuchteten Fenster und Balkone waren dicht besetzt. Wuchtig hob sich das Kurhaus im Licht der Scheinwerfer von seiner Umgebung ab. Vor dem Kurhaus hatten Fahnenabordnungen Aufstellung genommen. Aus Raketen in die Luft geschossene Flammenschrift hieß das Alte Führerkorps in Wiesbaden willkommen. Die Wacht am einen Sinn. Rudolf Heß an das alte Führerkorps. Zu Beginn des im Kurhaus zu Wiesbaden veranstalteten Kameradschaftsabe.lds hieß Gauleiter Sprenger gleichzeitig im Namen des Reichsorganisationsleiters Dr. Ley den Stellvertreter des Führers Reichsminister Rudolf Heß herzlich willkommen. Er gab seiner besonderen Freude darüber Ausdruck, daß der Minister die Gelegenheit wahrgenommen habe, unter seinen alten Kameraden zu weilen. Der Stellvertreter des Führers ergriff dann selber das Wort zu einer Ansprache an das Alte Führerkorps. Er führte dabei u. a. aus: Ich bin zu euch gekommen, um euch in erster Linie die Wünsche des Führers zu überbringen. Ihr wißt, wie herzlich sich der Führer mit euch eins fühlt, mit euch, seinen ältesten Kämpfern. Wenn er auch diesmal leider durch Arbeitsüberlastung verhindert ist, hierher zu kommen, so wird er b e - stimmt im nässten Jahr unter euch weilen. Ich entsVne mich der Zeit, da ich zum erstenmal mit dem Führer in die Rheinlande kam. Ich glaube, es war im Jahre 1927. Als wir damals hier waren, lag es wie ein Druck auf uns. Wir konnten uns des Daseins nicht freuen, und wenn die „Wacht am Rhein" gesungen wurde, klang das wie Hohn. Nun find wenige Jahre, gerechnet an der Geschichte, vergangen, und wir können uns auch hier am Rhein wieder freuen, freuen uns des Lebens und lachen aus vollem herzen, und können wieder st atz singen die „Wacht am Rhein", denn dieses Lied hat wieder seinen Sinn, hier an diesem Strom stehtwiederdiedeutscheWehr- m a ch t als ein stärkerer Schuh denn je, und hinter ihr steht ein Volk, einiger denn je und bereit, die Waffen zu führen, die wir schaffen, wenn es der Bolschewismus durchaus wollte. Daß dies wieder möglich ist, danken wir neben dem Führer euch alten Kämpen, denn wäret ihr nicht gewesen, hättet ihr nicht in der ■ ■R. - Der Stellvertreter des Führers in Kaub. — (Aufnahme: NSG.) schwersten Zeit unerschütterlich zum Führer gestanden, niemals hätte das Werk Adols Hitlers Wirklichkeit werden können. Das weiß das Volk. Der Jubel, der dieser Tags euch umgibt, gilt nicht einzelnen hohen Führern, sondern den Trägern des Goldenen Ehrenzeichens. Ihr seid einmalig in der Geschichte, ihr werdet in Zukunft als die Träger des Goldenen Ehrenzeichens genannt werden, Nams für Name. Im Braunen Haus in München werden Bücher einen Ehrenplatz erhalten, in denen d i e Geschichte jedes einzelnen der Alt- gar d i st e n und sein Kampf enthalten ist. Spätere Generationen werden hingehen und mit Stolz feststellen, der Großvater oder der Urahne war auch einer der Aeltesten und Treuesten des Führers. Der Stellvertreter des Führers führte weiter aus: Es soll doch einmal eine Partei des Auslandes den Versuch machen, 500 ihrer Führer durch ihr Land zu schicken (große Heiterkeit). Organisieren könnte man vielleicht, daß die Menschen Heil rufen, aber nicht organisieren kann man den Blick, den diese Menschen aus ihren Augen uns geben. Und das Schönste für uns alte Nationalsozialisten ist dabei, daß wir feststellen können, daß in den Arbeitergebieten der Jubel am größten ist. Der Arbeiter weiß wohl am besten einzuschätzen, was der Nationalsozialis nus und besonders seine alten Kämpfer geleistet haben. Er kann am besten beurteilen, wie stark der Marxismus, wie stark der Kommunismus schon im Volk Platz gegriffen hatte. Niemals mehr kann der Bolschewismus daran denken, aus Deutschland das zu machen, was er aus dem heutigen Spanien machen konnte. Aber ebenso wie es möglich ist, das Schlechte zu wecken, ebenso kann eine gute Führung die das Beste ihrem Volke gibt, das Gute in den Wenschen wecken. Und wir haben bewiesen, daß es geht. Das deutsche Volk ist heute das beste und an ständig sie der Welt! Der Bolschewismus soll sich gesagt sein lassen, daß, wenn er glaubt — da alle Hoffnung, in Deutschland von innen an die Wacht zu kommen, vergeblich ist —, nun etwa von außen das Regiment des Terrors über unsere Grenzen tragen zu können, ganz Deutschland ein einziger Alkazar wäre, der kämpfte und siegte, daß er sich täuscht, wenn er glaubt, noch einmal in Deutschland Einfluß gewinnen zu können. Wir würden siegen dank dem Füh- rer und seiner alten Kämpfer. In diesem Gedanken grüßen wir in alter treuer Verbundenheit den Führer. Adolf Hitler Sieg-Heil! Kleine volitische Jiad>nd>ten. Ministerpräsident Generaloberst Göring, der Vertreter des Führers und Reichskanzlers bei der Beisetzung des Ministerpräsidenten Gömbös, traf Freitag kurz nach 20 Uhr a u f dem Budapester Ostbahnhof ein. In seiner Begleitung befanden sich Ministerialdirigent Gritzbach, Oberst Bodenschatz und Oberstjägermeister Scherping. Zum Empfang hatten sich führende Persönlichkeiten der ungarischen Regierung eingefunden. Unmittelbar vom Ostbahnhof begab sich der Ministerpräsident in das Parlament, wo er in Begleitung des stellvertretenden Ministerpräsidenten Daranyi und des deutschen Gesandten von Mackensen am Sarge einen Eichenlaubkranz niederlegte, der die Inschrift trägt: „Dem treuen Waffengefährten in großer Zeit. Generaloberst Göring." Anläßlich der Griechenlandreife des Herrn Reichsministers für Volksaufklärung und Propaganda Dr. Goebbels hat Seine Majestät der König der Hellenen diesem das Großkreuz des Erlöserordens verliehen. * Seit einigen Tagen weilt General-Admiral Dr. ll. c. Rae der in Bad Homburg zur Kur. Während seines Aufenthaltes besichtigte der General- I Admiral auch das Homburger Schloß. Gießener Gtadttheater. Karl Millöcker: „Der Bettelstudent". Die Operettenspielzeit wurde mit dem „Bettel- student" eröffnet, den wir vor mehr als acht Jahren zuletzt hier gesehen haben. Es war damals, wie nur uns erinnern, eine schwache, szenisch und musikalisch unausgeglichene Vorstellung, und wir können mit Vergnügen seststellen, daß die gestrige Ausführung höchst vorteilhaft gegen jene abstach: es war ein beherzter, in allen Teilen gegluckter Anfang, und die immerhin nicht mehr ganz junge Operette erstand mit einer Frische, die durchaus erfreulich und stellenweise verblüffend war. Der Oberfpielleiter Herr W r e d e hat im Programmheft ein paar Bemerkungen über seine Neubearbeitung niedergelegt: er hat das Werk um es mit seinen Worten zu sagen - entrümpelt und gelüstet, er hat die Palmwedel und die Spitzendeckchen hinausgetan, . die Pluschmobel und die Samtoorhänge gründlich ^gestaubt, die Spinnweben von der polnischen Pelzverbramung heruntergeputzt und sich mit solcher Auffrischung, Belebung und Reinigung bemüht, die ursprüngliche Heiterkeit und Leichtigkeit, Humor und Tempo wieder/iuerwecken... hat auch seine Helfer im Regiestab, Bühnenbildner und Dirigenten, Ballettmeisterin und Kochümmelsterm, im gleichen Sinne angeregt und beflügelt. # 65 hat sich aelahnt; man merkte der Aufführung Dom ersten bis' zum letzten Takt an, daß mit Lust und Liebe daran gearbeitet worden ist. Das freut uns und wurde vorn gutbesetzten Hause dankbar anerkannt Das alte Abenteuer der Herren Z e l l und Ke n e e - zur Zeit, da Friedrich August der Starke König' von Polen und Kurftrst von £ Si*®1 MWrt? 7 aum w7meten Male! - auf eme wahrhaft teuflische und raffinierte Weise gerächt, und die r°l°. Ä-r en Studenten Symon RymanoMcz und Jan Janitzki non der Universität Krakau erlebten als wenn es erst neulich gewesen wäre eme feenhafte Befreiung aus den Mauern der Zitadelle. Derr Löffler ha, die fünf Bilder - besonders di- Zitadelle, die Krakauer Fruh,ahrsmef - und das Palais Nowalska - heiter und farbenfroh ganz im Sinne der Neubearbeitung, auf die Suliffc gepinselt und überdies den Zwischenaktvorhang mit einem kecken und überlebensgroßen Rokokopärchen dekoriert. Die Kostüme, entworfen von Sophie Buchner, ausgeführt von Willi E n d r i ch , fügten sich Phantasie- und sttlvoll diesem Rahmen ein. Besonders die Toiletten der gräflichen Damen und die Uniformen der Ollendorsschen Offiziere fielen durch geschmackvolle Farbenzusammenstellung angenehm auf. ♦ Der neue Kapellmeister Hans H. Hampel, der zusammen mit Herrn Wrede die Ueberarbeitung und Neuinszenierung besorgte, führte sich ebenfalls vorteilhaft ein: die Aufführung hatte auch musikalisch Schmiß und Schwung und war vom Vorspiel bis zum Finale von einer gesunden, rhythmisch belebten Musizierfreudigkeit getragen, die sich diesseits und jenseits der Rampe anregend bemerkbar machte; die unter Leitung von Kapellmeister Bräuer sehr frisch, kräftig und mit sauberem Einsatz singenden Chöre unterstrichen den Gesamteindruck. Die neue Tanzgruppe unter Führung der Ballettmeisterin Irmgard Zenner startete mit Feuereifer unmittelbar nach der Ouvertüre und trug wesentlich dazu bei, die an und für sich beschwingte, übrigens auch in jeder Hinsicht reich ausgestattete Vorstellung aufzulockern und rhythmisch zu betonen. Der neu verpflichtete erste Tenor Ernst-August Waltz konnte als Symon Rymanovicz von Anfang an richtig aus sich herausgehen und sein gepflegtes, offenbar recht umfangreiches, stellenweise leicht metallisch gefärbtes Organ schwungvoll zur Geltung bringen. Ilse Laskus als Laura präsentierte sich als eine sehr anmutige, bühnenmäßige Erscheinung, sah vorzüglich aus, Jang ihre zum Teil recht anspruchsvolle und schwierige Partie mit einem hellen, auch in der Höhe reinen Sopran ausgezeichnet und wirkte im übrigen darstellerisch erfreulich belebt. Herr Hub als Ollendorf bot ein Kabinettstück besonderer Art: er nahm sich des martialischen Obersten gesanglich und schauspielerisch mit einem Temperament und Humor an, daß es ein Vergnügen war; feine aktuellen und witzigen Zwischenakteinlagen weckten Sonderappläuse und schallende Heiterkeit. Der neue Spieltenor Paulus Kuen, den wir schon in der letzten Morgenfeier kennen lernten, konnte als Janitzki die sympathischen Eindrücke seines ersten Auftretens durchaus bestätigen; fein Liebesduett mit Lronislawa (von Frl. Fornallaä sehr hübsch gespielt und gesungen) mußte alsbald wiederholt werden. Kammersängerin Magda Strack von der Frankfurter Oper war für die plötzlich erkrankte Altistin Hildegard I a ch n o w eingesprungen und fügte sich als Gräfin Palmatica geschickt ins Ensemble, von dem wir noch Hansi Prinz als kecken Fähnrich und Herrn D o l ck in der leichtkomischen Charge des Kerkermeisters hervorheben möchten. — ♦ Vom großen Erfolg war schon die Rede. Es gab mehrere Wiederholungen und zum Schluß allerlei Blumenspenden. hth. Allotria. Von H. von Maffow. Soll man ein hübsches Fräulein, das man gern kennenlernen möchte, auf der Straße ansprechen? Nein, man soll es nicht, denn es ist ungehörig. Und in der Mehrzahl der Fälle wird sich der männliche Ungestüm dabei nur einen Korb holen, was wiederum peinlich ist. Es gibt da eine ganz bestimmte Formel, die dem Zudringlichen entgegengezischt wird, die Formel: „Mein Herr, was erlauben Sie sich ...?" Auch jene junge Dame, die da kürzlich im eiligen Hasten der Geschäftsstraße vor mir ging, drehte sich empört um, als sie zart, aber doch nachdrücklich am Aermel gezupft wurde. Auf ihren Lippen formte sich schon das empörte „Mein Herr, was erlauben Sie sich ?!, als sie in völliger Verblüffung den Mund wieder schloß. Denn statt in das unbescheidene Gesicht eines jungen Mannes blickte sie in das „schelmische" Antlitz — eines Rosses. In der Tat, wer da sagt, daß ein Roß niemals ein schelmisches Antlitz haben könne, dem streite ich das ab. Dieses Pferd, jedenfalls, hatte etwas reizend Schelmisches um die Maulwinkel. Obschon es ein gewaltiges Pferd war, eines von denen, die sich kaltblütig und Belgier nennen. Breit, wuchtig, riesenhoch und sehr gelassen hatte es vor seinem Wagen gestanden. Und da es sich langweilte, tat es etwas, was „Belgier" sonst niemals tun, es „sprach an". Auf die ihm gegebene Art. Vielleicht hatte es jüngst einen solchen Vorgang in feiner Nähe beobachtet und ihn ganz amüsant gefunden. Wie leicht verderben nicht böse Beispiele gute Sitten! Um auf das angesprvchene Fräulein zuruckzukom- men — sie war sprachlos. Zunächst. Dann verklärten sich ihre Züge zu einem Lächeln, und sie bewies nun, daß sie in bezug auf Belästigungen durch Unbekannte nicht starr auf Prinzipien ritt. Sie benahm sich nämlich in diesem Pferde-Fall sehr entgegenkommend und streichelte dem schelmischen Gaul liebevoll die Nüstern. So nett das von ihr war, sie hätte es besser unterlassen. Denn durch diesen offensichtlichen Erfolg ermutigt, beschloß der Gaul, in den betreffenden Bahnen fortzuwandeln. Und zwar nunmehr ohne Unterschied der Person und des Geschlechts. Er wollte ganz einfach gestreichelt sein. Und da an jener Stelle die Breite des Gehsteigs nur unerheblich war, brauchte das Roß nur seinen dicken Kopf nach rechts zu neigen, um eine enge Passage zwischen diesem Kopf und der Häuserwand herzustellen. Nun hatte sich jeder Fußgänger mit ihm auseinanderzusetzen. Die Charaktere schieden sich sogleich. Da waren die Tierliebenden, die Freundlichen und Humorvollen. Die streichelten und klopften, die hätschelten und murmelten nette Worte. Da waren die Groben, die ohne Verständnis für hübsche Situationen sind, die drückten rauh den Butzekopf mit den neugierigen braunen Augen zur Seite. Und dann waren da die Aengstlichen, die angesichts des Engpasses auf dem Absatz kehrtmachten und auf die andere Straßenseite hinüberwechselten. Unser Gaul aber trieb Studien. In Psychologie. Und nebenbei in den Paketen, den Handtaschen und Marktnetzen der Passanten. Er war von grenzenlosem Wissensdrang beseelt. Er verließ mit Entschlossenheit die sonst übliche Reserviertheit der Zugpferde und schäkerte heftig mit allen vorüderkom- menben Menschen. Diese Menschen aber freuten sich in der erdrückenden Mehrzahl der Fälle und gingen gern auf den ausgefallenen Spaß des Rosses ein. Nur der zweite im Gespann, der Nebengaul, der verhielt sich konsequent ablehnend. Er mißbilligte diesen Bruch pferdlicher Zurückhaltung und schielte dabei auf mich, der ich mir Eintragungen über diesen ungewöhnlichen Fall in mein Notizbuch machte. Sicher fürchtete er einen Skandal. Tinrh hrmn Pr>m s"r nächt' mit einem lakonischen „Hüh!" der Szene ein Ende ^ocbfcbufnoch richten Ernannt wurden: der ao. Professor für Strafrecöx und Strafprozeßrecht Wilhelm Claß an der uui- oerfitnt Frankfurt zum Wir^T „ ' ‘, ' die Franken, d. h. die Franzosen. Sie brauchen den Dieser Fund hat eine wenig erhebende Geschichte. Das Grab wurde schon im Jahre 1653 entdeckt, zu einer Zeit, als Tournay noch zum Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation gehörte. Ich ließ mir von dem Aufseher den Hauptkatalog der Sammlung aufschlagen und las darin, der Kirchenfürst, zu dessen Sprengel Tournay zählte, der Erz- bischof von Mainz, „einer der Pensionäre des Königs von Frankreich", habe, um sich dem König er- kenntlich zu zeigen, ihm den Schatz geschenkt. Das scheint aber erst geschehen zu fein, nachdem Tournay durch die Kriege Ludwigs an Frankreich ge- der Hand, der gefälligen und mehr noch der bom»! erstens ein Schwert: die Scheide ^uert aber bastischen Nippesware in der Denkmalsplastik, die der Beschlag aus Gold mit eingelegten ^en Al 1,7 ....... - mandinen ist gut erhalten; ebenso ist der Knauf geschmückt. Danach das Eisen einer Wurfaxt, der fränkischen „Francisca", zwei Lanzenspltzen, eine Kugel aus Bergkristall, die der König wahrscheinlich als Talisman auf der Brust trug, eine schwere goldene Mantelschließe, ein goldener Ring mit per Aufschrift „Childrici Regis“ (des Königs Childrich) und zwei merkwürdige kleine Gebilde, die man bei näherem Zusehen als kleine Bienen erkennt. Der Katalog besagt, ursprünglich, d. h- als das Grab aufgedeckt wurde, seien es viele Bienen gewesen (angeblich dreihundert), aber sie sind fast alle ver- schwunden, d. h. gestohlen, und auch der Ring fei nur ein Faksimile; das Original hätten Diebe schon vor hundert Jahren zum Einschmelzen aus dem Museum geholt! Man hat seine Gedanken vor dem Glassturz über den Funden aus dem fränkischen Königsgrab! Auch der alte Childerich ist von den bastischen Nippesware in - offensichtlich dem bürgerlichen Durchschnittsgeschmack entspricht, durch Anweisung der besten Plätze in den Straßen und Anlagen die öffentliche Anerkennung zu zollen. Wer Paris kennt, wird das auf «schritt und Tritt bestätigt finden. Um so ängstlicher und zurückhaltender ist man in der Zulassung des großen Meisterwerks, so daß man geradezu sagen kann, je später ein Denkmal, besonders in der Hauptstadt, zur Aufstellung gelangt, ein um so größeres Kunstwerk wird es sein. Bei dem „Balzac" hatte dieses abwartende Verhalten einen doppelten Grund: man fürchtete d i e ungeheure Vitalität Rodins und die nicht weniger große des gewaltigen Schriftstellers. Denn das Vitale ist in dem gelobten Lande des Klassizismus und der Akademie durchaus unbeliebt. Man mag es nicht, man fühlt sich von feiner Nähe bedrückt und bedroht, weil es sich mit den überlieferten Anschauungen der „raison" und des „mesure" nicht in Einklang bringen läßt. Alles Uebermaß, alles der geheiligten Regel Widersprechende ist dem guten Franzosen irgendwie verdächtig, ja unheimlich. Schon St. Beuoe hat ganz richtig erkannt, daß Balzac mit seiner ungehemmt strömenden Produktion und seinem Temperament, daß alle konventionellen Schranken souverän zur Seite wirft, eigentlich höchst unfranzösisch ist. Wie sollte seinen Landsleuten Rodins mächtige Statue mit dem trotzig zurückgeworfenen häßlichen Seehundskopf, in dem alle Elemente losgelaffen zu fein scheinen, jemals wirklich „gefallen"? Daß der Balzac die über ihn verhängte Quarantäne nun doch glücklich überstanden hat, ist aber doch ein erfreulicher Beweis dafür, daß auf die Dauer die Kunst über den Geschmack den Sieg davonträgt — sogar in einem Lande, das so fest an den Traditionen hängt, wie Frankreich. Randglossen zur kleinen Zeitgeschichte Von Ernst von Ihc&dfcbÜH. Die deutsche Regierung hat seit einiger Zeit durch ihr Organ, die Reichskammer der bildenden Künste, einen Angriff gegen den Reiseandenke n k i t s ch eröffnet. Alle Hersteller und Verbreiter von Reiseandenken sind von nun ab in die Reichskammer einzugliedern, der damit die Möglichkeit gegeben wird, auch auf diesem weiten Gebiete regelnd einzugreifen und dem hemmungslosen Händ- lertum, das so lange mit der Spekulation auf den schlechten Geschmack Geschäfte gemacht hat, einen wirksamen Riegel vorzuschieben. Zwar gibt es noch immer gläubige Optimisten, die da meinen, mit Verboten sei Da nichts auszurichten, diese Krankheit, die mit dem Fremdenverkehr kommt und geht und namentlich an landschaftlich schönen Punkten epidemisch aufzutreten pflegt, müsse sich selber heilen und werde es auch, wenn man nur zu dem gesunden Sinn des Volkes genügend Vertrauen habe. Die Erfahrung lehrt aber leider, daß man auf den konkreten Lohn für dieses Vertrauen meist ebenso lange warten muß wie Ibsens Nora auf das Eintreffen des „Wunders", daß im Gegenteil der Kitsch, einmal losgelaffen, lawinenartig an= schwillt und nicht umzubringen ist, es fei denn durch drakonische Nachhilfe. Ebenso sicher ist allerdings, daß Verbote allein zu keinem dauernden Erfolg führen werden und eine anhaltende und geduldige Erziehungsarbeit einsetzen muß, will man das Uebel an der Wurzel anpacken. Und gerade in dieser Beziehung ist noch ein gewaltiges Stück Arbeit zu leisten. Anders ausgedrückt: eine erfolgreiche Bekämpfung des Kitsches ist nur dann möglich, wenn er — keine Käufer mehr findet, weil die Käufer ge» fchmackooll und vernünftig genug geworden sind, ihn nicht mehr au wollen. In wie weiter Ferne dieses Ideal heute noch liegt, davon konnte man sich z. B. bei den diesjährigen Wagner-Festspielen in Bayreuth überzeugen, wo die elektrisch erleuchteten „Graskelche" und die ebenso schrecklichen „Grasglocken" nicht nur in aller Gemütsruhe feil» gehalten wurden, sondern sogar reißenden Absatz sanden. Oder man gehe einmal mit offenen Augen durch die Berliner Passage, diesen Mittelpunkt des Fremdenverkehrs in der Reichshauptstadt! Don der in süßlichen Delfarben übermalten lebensgroßen Photographie einer Haremsdame („nur für Herren!") bis herunter zur Tabakspfeife in Gestalt eines holländischen Holzschuhs ist da wirklich alles zu sehen, was eine Andenkenindustrie, die vom Kitsch lebt, weil der Kitsch noch immer am meisten „gefragt" ist, nur irgend ersinnen kann. Wer das alles einmal mit Schaudern erlebt hat, weiß auch, welche Riesenaufgabe den zuständigen amtlichen Stellen in ihrem hundertmal berechtigten Kampf gegen den seelenverderbenden Schund noch beoorsteht. Fritjof Nansen, ein Freund des Deutschtums. ZU seinem 75. Geburtstage am 10. Oktober. Es ist ein eigenartiges, an tragische Ironie grenzendes Schicksal mancher überragender Geister, daß sie sich in jungen Jahren kraft einer ungewöhnlichen Leistung eine Art Blanko-Wechsel auf einen beliebigen Grad der Berühmtheit jchaffen, wodurch sie im weiteren Verlauf ihres Lebens der vollen Würdigung ihrer Zünftigen, vielfach ganz anders gearteten Verdienste selbst im Wege stehen. So war noch nach der Schlacht bei Jena Der groß- herzoglich weimarische Staatsminister Goethe einem Napoleon schlechthin der Verfasser des damals bereits vor einem Menschenalter erschienenen „Werth er". Aehnlich bedeutet der Name Fritjof Nansen heute gar manchem lediglich die siegreiche Entscheidung um das Vordringen zum Nordpol, das er mit seiner Reise auf der „Fram" 1893 bis 1896 durchführte. Sechs Jahre, nachdem das Herz des großen Mannes aufgehört hat zu schlagen, ziemt es sich, daß wir, unbekümmert um flüchtige Tagesmeinungen, uns Rechenschaft geben von all dem, was den großen Polarforscher jenseits seiner wissenschaftlichen Verdienste mit der Menschheit im allgemeinen und mit dem Deutschtum im besonderen verbindet. lehrten von Rang, knüpften sich auch in seinem Leben schon früh die Bande mit der deutschen Wissenschaft. Den entscheidenden Eindruck dieser Art erhielt der junge norwegische Forscher anläßlich seines Aufenthaltes in der zoologischen Station Neapel, der großartigen Schöpfung des deutschen Zoologen Prof. D o h r n. Jahre später fanden Nansens meereskundliche Theorien, auf denen die praktische Ausführung feiner Fahrt mit der „Fram" beruhte, in den Kreisen der Fachgelehrten weitgehende Ablehnung; dagegen war einer der ganz wenigen Sachverständigen, die Nansen zu seinem Vorhaben ermunterten, der deutsche Geograph S u p a n. Und schließlich bedeutete es für den von der „Fram"-Expedition Zurückgekehrten eine besondere Genugtuung, wenn als einer der ersten der geniale Ferdinand von Richthofen der bewiesenen ungewöhnlichen Vereinigung von Unternehmungsgeist und wissenschaftlichem Sinn seine uneingeschränkte Anerkennung ausdrückte. Bei alledem Darf nicht unerwähnt bleiben, daß Fritjof Nansen buchstäblich im Deutschtum wurzelte: entstammt doch seine Mutter, eine geborene Freiin Wedel-Jarrelsberg, einem alten westfälischen Adelsgeschlecht. Der Völkerbund! In diesem einzigen Wort ließe sich ein gut Teil zugleich von Nansens Wesensart und von seinem Schicksal zusammenfassen. Kühner Idealismus und lebenverkürzende herbe Enttäuschungen schließen sich in seiner Persönlichkeit unentwirrbar in eins. Von schwerer Sorge erfüllt über die im Gefolge des Weltkrieges drohende Selbst- oernichtung Europas, leitete Nansen daraus die Forderung einer geschlossenen Zusammenarbeit in einem Bunde der Völker her. Selbst an dieser gläubigen Zuversicht machten ihn die mephistophelischen „Realpolitiker" der Siegermächte und ihre Praktiken nicht irre. Die angeborene Weichheit seines Gemütes ließ ihn freilich von vornherein unterliegen im Kampfe mit den stets Ja sagenden und meist Nein handelnden Genfer Politikern. Es kommt für jeden- Menschen von einiger allgemeineren Bedeutung früher oder später der Zeitpunkt, da offenbar wird, was der bleibende Ertrag seines Schaffens und Wirkens gewesen. Gemessen an der Weite und Tiefe namentlich seiner Humanitären Auswirkungen, will es scheinen, als stehe Fritjof Nansens Charakterbild bereits jetzt mit endgültiger Deutlichkeit fest. Auch das, worin er nach unserem Urteil irrte, floß bei ihm aus der unteilbaren Ganzheit einer großen, hochgestimmten Seele, der schon in der Mittagshöhe des Lebens. alles Gemeine nichts als wesenloser Schein ist. Damit aber, daß Fritjof Nansen so völlig in der I Ein Msenfluchasen in derReichshauWadl Berlin Geschichten aus aller Welt Fachgeschäft KÖRTING-RADIO regierten. Das deutsche Aachen war auch einmal bk' Hauptstadt von „Frankreich"! Wenn wir aber den Franzosen auch nicht ihre Geschichtshefte korrigieren möchten, so möchten wir doch, daß sie sich entschließen, an unfern Willen für gute Nachbarschaft, für den Frieden und baldige praktische Freundschaft zu glauben. Nur haben wir es dabei mit der psychologischen Schwierigkeit zu tun, daß es der Franzose in aller Aufrichtigkeit für selbstverständlich hält daß für andere Leute im Grunde nur das da ist, was er selbst nicht braucht. Darum ist es ihm auch so natürlich und behaglich, das „Corriger la Fortune“! Der Flughafen Berlin - Tempelhof ist infolge seiner zentralen europäischen Lage für den bedeutend erweiterten Flugverkehr zu klein geworden. Man hat deshalb ein neues Projekt zu einer Erweiterung des bisherigen Flughafens auf das 2^fache ausgearbeitet. Mit der Ausführung wurde der Erbauer des Reichsluftfahrtministeriums Prof. Dr.-Jng. S a g e b i e l beauftragt. Die auf unserem Modell aufgesteckte Ellipse kennzeichnet die Grenzen des neuen Flughafen-Geländes. Die dunklen Linien im Vordergrund geben die Lage der neuen Baulichkeiten an. Links oben die jetzigen Flughafengebäude und davor der Volkspark. — (Scherl-Bilderdienst-M.) zusammen? Es ist eine der schönsten Erfahrungen des Krieges, daß keiner für die soldatische Auffassung des Krieges und den daraus sich ergebenden Forderungen der Wirtschaft des Krieges so offen war wie der Ingenieur. Wo sich beide, Soldat und Ingenieur vereint, ungehindert auswirken konnten, wurden wirkliche Leistungen erzielt; die Wirkung blieb aus oder sie blieb zurück, wenn sich andere Kräfte ins Spiel mischten. Don keiner Seite mürben die soldatischen Forderungen mit sö reinem Erfüllungswillen aufgenommen, von keiner aber auch so nüchtern die Grenzen der Erfüllungsmöglichkeiten und die Rückwirkungen der militärischen Forderungen auf das Ganze gezeigt, wie vom Ingenieur, wenn er richtig Über dieses Ganze ins Bild gesetzt worden war. An diese Kriegserfahrung ist anzuknüpfen. Es ist dafür zu sorgen, daß die enge geistige Verbindung zwischen Soldat und Ingenieur hergestellt wird. Diese Herstellung vollzieht sich aber nicht einfach dadurch, daß der Soldat dem Ingenieur seine Forderungen stellt, sondern durch eine g e - meins ame, einheitliche Erfassung des Krieges und seiner Wirtschaft. Das ist auf mancherlei Weise denkbar. Z. B. ist es möglich, daß Soldat und Ingenieur den vielleicht schwierigsten Fall der Wirtschaft des Krieges gemeinsam schon Sportpreise aller Art geholt hat, der kürzlich am Steuer seines Kraftwagens auf einer Landstraße in der Nähe des Badeortes Old Saybrook im amerikanischen Staate Connecticut saß und durch den Anblick eines kleinen Mäuschens einen derartigen Schrecken bekam, daß um ein Haar drei Menschen dabei ihr Leben verloren hätten. Herr M., der als Rugbyspieler und Schwimmer in seiner Heimat einen geachteten Namen besitzt, fuhr in der Nähe von Old Saybrook mit zwei Freunden spazieren. In seinen Wagen hatte sich als blinder Passagier während der Nacht in der Garage ein Mäuschen geschlichen, das unter dem Lenkersitz sich zitternd verborgen hielt, aber ängstlich zum Vorschein kam, als Herr M. die Geschwindigkeit seines Wagens erhöhte und mächtig „aufdrehte". Kaum hatte er zufällig neben feinem Fuß am Gashebel das kleine Tierchen erblickt, als er heftig erschrak, die Gewalt über das Steuer verlor und mit seinem großen Tourenwaaen gegen einen Baum knallte, so daß von dem Wagen nur noch Trümmer übrigblieben. Glücklicherweise kamen aber M. und feine beiden Freunde mit dem Schrecken und nur leichten Verletzungen davon. Der unanständige Papagei. E. Bl. London. irtschast, Soldat und Ingenieur Bon Oberst d, D. Joses Koeth. schlicht betrachten: Ein in nicht unwesentlichen Beziehungen von anderen Ländern abhängiges Land wird im Kriege von seinen auswärtigen Verbindungen alsbald abgeschnitten und ist militärisch allseits bedroht. Man sehe nicht sofort die Verhältnisse des eigenen Landes auf diese Lage hin an; die da einstürmende Mannigfaltigkeit der Dinge verwirrt zu leicht.. Man läßt am besten, ohne Hinblick auf ein besonderes Land, das Problem zuerst einmal selbst reden: Die Lage hat zwei bezeichnende Merkmale: 1. völlige Abgeschlossenheit, 2. allseitige Bedrohtheit. Man kann für den Krieg nur mit der bei Ausbruch des Krieges im Lande vorhandenen (An- fangs-)Gütermenge zusätzlich dem im Verlaufe des Krieges möglichen Zuwachs im Lande rechnen. Beide sind nach Art und Menge feststellbar. Dis Bedürfnisse des kriegführenden Volkes (Heeresbe- bürfniffe jeher Art eingeschlossen) finb anbere als bie bes im Frieben lebenben. Sie finb der Schätzung und Berechnung weit eher zugänglich. Diese veränderten Bedürfnisse sind zu decken, die Güter nach wechselnden Verteilungsgrundsätzen an bie Bebarfstellen zu bringen. Weil in das Land nichts mehr hineinkommt, find die bisher von außen bezogenen Güter aus eigener Kraft zu ersetzen. Es ist also eine völlige Umstellung der Friedenswirtschaft vorzubereiten. Die so umgestellte Wirtschaft kann jedoch für den weiteren Verlauf des Krieges nicht als etwas Bleibendes angesehen werden. Denn alle „Wirtschaftsstätten" (Wald, Acker, Rohstoflager, Fabriken, Güterlager ufro.), ihre Verbindungen untereinander und zu den Bedarfsstellen sind der Gefahr der Störung, Zerstörung, des Verlustes ausgesetzt. Was hat zu geschehen, damit die Wirtschaft trotzdem i n Gang bleibt, überhaupt erhalten bleibt? Da entstehen Forderungen nach einer dem Kriege gemäßen, glücklichen Streuung her Wirtschaftsstätten über das ganze Land, der Zerlegung nach Wirtschaftszweigen und innerhalb dieser nach Erzeugungsstufen, schließlich überhaupt nach einer je nach Bedarf rasch zerlegbaren und verschiebbaren Wirtschaft. Die Wirtschaft muß wie ein gefügiges Werkzeug in der Hand des Soldaten und des Ingenieurs liches Abenteuer zu einem wirkungsvollen Bühnen- ketfch auszufchlachten — den Tip dazu wollen wir ihm wenigstens geben! Melonen statt Medaillen. E. Z. Peking. Eine eigenartige Belohnung für feine Soldaten hatte sich der chinesische General Sung-Cheh-Yuan ausgedacht. Bei einer Uebung mit anschließender Parade in Hopei hatten bie Soldaten sich beson- bers gut bewährt. Statt bie Offiziere burch Orben ober sonstige Anerkennung auszuzeichnen, schenkte her General her Truppe 200 000 Melonen. Der Klub der Brillenträger. th. Washington. Die ©rünbung des Klubs der Brillenträger erfolgte unter sehr sachlichen und wohlüberlegten Gesichtspunkten. Es kam nicht darauf an, dieser Erde eine neue gesellige Organisation zu schenken, sondern die amerikanischen Brillenträger verfolgten vor allem einen vernünftigen und wirtschaftlichen Zweck. Allein in den Vereinigten Staaten gibt es 7 bis 8 Millionen Menschen, die Augengläser irgendwelcher Art tragen. 30 000 dieser Brillenmänner sind inzwischen schon Mitglieder des Klubs geworden. Gleichzeitig ist eine Versicherung gegründet worden, die nur einen Zweck hat: Den Brillenträgern die Anschaffung neuer Gläser zu erleichtern. Das bezieht sich sowohl auf eine eventuelle Zertrümmerung der Gläser, als auch darauf, daß die Augen schlechter oder besser werden und dementsprechend andere Brillengläser notwendig sind. Versicherungen für zerbrochene Brillengläser hat übrigens zuerst eine englische optische Firma eingeführt, die auf diese Weise ihren Kunden mitteilen konnte, bei ihr taufe man die Brille gegen Bezahlung nur einmal. Nachher zahle die (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Eine sonderbare Stadt. nn. Sidney. In Australien ist vor einiger Zeit eine Stadt entdeckt worden, die weder Bürgermeister und Stadträte, Gefängnis, Arbeitslose, Armenhaus und — Golfplatz (sehr wichtig in Australien!) besitzt. Sie trägt den eigenartigen Namen Collarenebri und liegt etwa 600 Kilometer von Sidney entfernt im Nordwesten von Neu-Südwales. Sie besteht schon seit säst zwei Menschenaltern und ist auch ohne bie genannten Dinge unb ohne jebe Spur ir° genbeiner georbneten Verwaltung gewachsen unb gediehen. Besonders stolz ist biese vorgesetztenlose Bevölkerung auf ihr Krankenhaus, das mit den modernsten Röntgenvorrichtungen ausgerüstet ist, auf ihr privates Wasserwerk unb auch auf ihre eigene Elektrizität, obwohl keine Behörbe da ist, die diese Dinge kontrollieren unb beaufsichtigen würbe. Den elektrischen Kraftstrom bezieht sie beispielsweise von einem Garagenbesitzer, der sich eine eigene Kraftanlage angelegt hat unb den Strom sehr billig abgibt. „Wir fühlen uns hier alle glücklich", — so erklärte dieser Garagenbesitzer einem Vertreter der „Austral News", — auch ohne Behörden und Beamte, bie in unser Leben Hineinreben könnten. Wir stehen eben alle wie ein Mann zusammen, unb daher klappte auch alles bei uns!" Soll rrran's glauben? kt. T i e n t f i n. Ging da vor einiger Zeit der Theaterdirektor, Herr Wau in Tientsin auf der Straße spazieren, als er von einem ihm völlig unbekannten Chinesen angesprochen wurde. Und Zwar sagte dieser Chinese dem Theaterdirektor: „Würdiger Freund, ich sehe es Ihnen am Gesicht an, daß Sie Sorgen haben, große Sorgen!" — Das gab der überraschte Theaterdirektor auch ohne weiteres zu, denn welcher Theaterdirektor hat heute keine Sorgen? — Jedenfalls... der gelbe Unbekannte behauptete, diese Sorgen sofort beheben zu können, er sei nämlich in der Lage, dem Theaterdirektor die Losnummer der Staatslotterie zu nennen, die bei her nächsten Ziehung mit dem Hauptgewinn herauskommen würde! „ „Ach?" sprach darauf Herr Wau, „wirklich? Hast du so gute Beziehungen?" - „Das gerade nicht", erwiderte der „Wahrsager . ich brauche dazu lediglich ein Goldstück, um mich darauf konzentrieren unb die Nummer des Loses daraus herauslesen zu können. Haben Sie- würdiger Wau, gerade ein solches Goldstück bei sich - Herr Wau hatte so ein Goldstuck natürlich nicht bei sjcki aber er raffte eilends feinen seidenen Ischang hoch, klapperte im Laufschritt alle Söecf)Her und Wucherer ab und trieb auch tatsächlich zum Preise von 53,40 Papierdollar einen enchlschen Goldfuchs auf, den er dem Fremdling behändigte. Der nahm ihn und verschwand damit und hat sch bisher noch nicht wieder beim Theaterdlrektor bllk- ken lassen. Wir zweifeln auch daran, ob Herr Wau auf den naheliegenden Gedanken kommt, seU^ein- noch betrübter, als es sich herausstellte, daß der Papagei diese Frechheiten nicht ablegte, und als er hinterher erfuhr, daß fein Freund sie dem gelehrigen Vogel beigebracht hatte. Er machte kurzen Prozeß: Er verklagte den Freund, gab den Papagei in eine Papageien-Schule, wo ihn der Meister von dem Gebrauch der unstatthaften Worte wieder abbringen soll... und den Schaden und die Kosten, die er dadurch hat, soll nun der Freund bezahlen. Demgemäß hat das Gericht auch bereits entschieden. .Zin Lebensretter, der nicht schwimmen kann. (hk) Budapest. Ein ungarischer Kahnverleiher erhebt, offenbar auch mit Recht, Anspruch darauf, an der ganzen schönen blauen Donau den Rekord in Lebensrettungen zu halten. Es ist Janos Pecs in Baja, der soeben sein dreißigjähriges Berufs- und Gewerbsjubiläum feiern konnte und im Laufe dieser dreißig Jahre nachweislich achtzig Menschen vom Tode des Ertrinkens errettet hat. Man soll ihn demnach für einen ausgezeichneten Schwimmer mit geradezu olympionikifchen Fähigkeiten halten. Weit gefehlt: Janos Pecs kann überhaupt nicht schwimmen. Er hat zu seinen Rettungstaten, die ihm behördlich bescheinigt worden sind, stets einen seiner Kähne benutzt, in den es ihm in den meisten Fällen die Todeskandidaten hereinzuziehen gelang, ehe sie endgültig untergingen. Unter den vielen Auszeichnungen und Anerkennungen, die er für feine Lebensrettungen von verschiedensten Seiten erhalten hat, ist er am stolzesten auf eine silberne Medaille, die ihm der alte Kaiser Franz Josef persönlich überreicht hat und die er heute noch am Rocke trägt Ein wunderlicher Prozetz. Fr. Bl. Paris. Kürzlich erregte in Paris ein Prozeß großes Aufsehen, der zwar nicht sonderlich aufregend war, aber in manchen Einzelheiten an den berühmten Fall Crainguebille erinnerte, der durch Anatole France in die Weltliteratur eingegangen ist. Ein „merchant liegen. Schon aus dieser skizzenhaften, unvollkommenen Andeutung der Forderungen, die zu der bestehenden Friedenswirtschaft, zu den in dieser eingebürgerten Verfahren ufro. vielfach in Widerspruch stehen, zeigt sich bereits, welche Fülle technischer Fragen dem Ingenieur entgegentritt. Aber es reicht nicht aus, eine derartig anschmiegsame Wirtschaft der eigenen Kraft nur vorzubereiten; der Wehrwirtschaftler, der Soldat und der Ingenieur müssen diese Kriegswirtschaft im Kriegsfälle auch handhaben können. Es gibt eine Strategie und Taktik der Kriegswirtschaft, die nicht unabhängig zu begreifen ist, sondern nur im engen Zusammenhang mit der militärischen Strategie und Taktik. Wie diese so muß auch sie erlernt werden. Bei jeder größeren militärischen Uebungsreise, Planübung ist sie mit einzubeziehen. Die „Wirtschaft" des Krieges ist nichts anderes als auch eine „Kraftquelle" in der Hand der militärischen Leitung. Ihre Offiziere sind die In- genteure, aber Ingenieure, die mit Hinblick auf ihren technischen Einsatz so denken lernten, wie sie früher privat- und friedenswirtschaftlich dachten. Es ist vorauszufetzen, daß sich die beiden Wirkungskreise des Soldaten unb des Ingenieurs so schneiden werden, daß ein ganz neuer Typ schon in Friedenszeiten entsteht, zu dessen praktischer Hervorrufung auch die dauernde Befassung des Soldaten mit dem technischen Material und die des Ingenieurs mit militärischen Aufgaben beitragen wird. alten Frankennamen und erinnern sich nicht mehr daran, daß bte Franken keine Romanen waren, daß sie nichts mit lateinischer Zivilisation zu tun hatten, sondern daß sie sich als Eroberer in die Paläste der römischen Cäsaren und Senatoren setzten und sich von iyren neuen Untertanen den Tisch bereiten ließen. Wir verzichten darauf, mit den heutigen Franzosen tm Ernst über das Korrektursystem zu streiten, das sie gegenüber dem Abschnitt der Geschichte brauchen, wo Herrscher aus germanischem Blut über romanische und germanische Länder zugleich Bis zum Kriege waren die Beziehungen zwi- 1 schen Soldat und Ingenieur in der Hauptsache durch , die Konstruktions- und Herstellungstechnik von Kriegsgerät bedingt, abgesehen von den Truppenkörpern mit ausgesprochenem technischen Einschlag. Diese Beziehungen waren zum Schaden der Sache nicht bewußt 'ausgestaltet worden. Während des Krieges ergaben sich über den Rahmen der unmittelbaren Heeresbedürfnisse hinaus neue Beziehungen dadurch, daß die Kriegswirtschaft als Ganzes in maßgeblicher Weife von dem Soldaten beeinflußt wurde, und ihre Leistungen zum Teil in feiner Hand lagen. Nach den Kriegserfahrungen steht fest, daß es eine ausgesprochene Wirtschaft des Krieges gibt, die sich grundsätzlich von der Wirtschaft des Friedens unterscheidet. Da die Wirtschaft des Krieges im Frieden vorzubereiten ist, muß auch die richtige Verbindung zwischen Soldat und Ingenieur im Frieden hergestellt werden. Wie das organisatorisch zu geschehen hat, wird hier nicht berührt; nur glaube man nicht, das Entscheidende mit der Einreihung von Ingenieuren in Behörden getan zu haben. Bevor man an die organisatorische Frage geht, muß die Aufgabe, die Soldat und Ingenieur gemeinsam leisten sollen, klar begriffen fein. Wird das Wesen des Krieges und damit der Wirtschaft des Krieges, das Leistungsvermögen der Technik ganz erfaßt, dann hat die Kriegführung Wirtschaft und Technik des Landes in ihren Dienst zu stellen und von ihnen die H ö ch st a u s -- nutzung der Kraft des Landes gemäß ihrer Eigenart für den Krieg zu verlangen. Dann lautet die Aufgabe für Wehrwirtschaftler unb Ingenieur: unter scharfer Beobachtung der Ergebnisse und Bemühungen des internationalen Wettbewerbs, die bis ins Letzte durchdachte, das Letzte herausholende nationale Wirtschaft des Krieges vorzubereiten und tm Frieden die Grundsätze ihrer Führung zu erlernen. Mit solcher Wirtschaft empfängt die militärische Führung die richtige Waffe für ihr wehrwilliges Volk. Die Bezeich- hungen zwischen Soldat und Ingenieur sind also nicht einseitig aus dem Bereich der unmittelbaren Rüstungen abzuleiten, sondern von der Wirtschaft des Krieges in ihrer Ganzheit aus. Wie nun finden sich Soldat und Ingenieur zur Gemeinschaftsarbeit auf dem Boden der Wirtschaft des Krieges, in ihrer Vorbereitung und Führung, Die LEISTUNG ZU PREIS das gab es noch nicht i. R. (o. Gleicht.-R.) | Der verschluckte Pflaumenkern. (th) Newhaven. Auf nicht alltägliche Weise wurde vor kurzem eine junge Ehefrau in Glastonbury im amerikanischen Staate Connecticut vom Tode des Erstickens gerettet. Sie war mit ihrem Manne bei Bekannten zum Abendessen eingeladen und verschluckte beim Nachtisch plötzlich einen Pflaumenkern. Er blieb ihr in der Kehle stecken, sie wurde blau im Gesicht und drohte zu ersticken. Kurz entschlossen riß man die Aermste in einen vor der Tür stehenden Kraftwagen und fauste mit ihr zum nächsten Ort, wo ein Arzt wohnt. Plötzlich aber hopste das Automobil in der Dunkelheit über ein mächtiges Schlagloch auf der Straße, und bei diesem unerwarteten Sprung des Wagens verließ auch der Pflaumenkern feinen Aufenthalt in der Kehle der jungen Frau und sprang heraus. Man konnte wenden und wieder zum unterbrochenen Nachtisch zurückfahren. Die Maus verursacht einen Autounfall. (th) Neuyork. Es war tatsächlich keine Frau, sondern ein herkulisch gebauter Mann in den besten Jahren, der sich Vor einem Londoner Gericht ist jetzt ein origineller Prozeß anhängig: Ein reicher Teppichhändler hat dort seinen Freund verklagt, dem er während der Zeit des Urlaubs feinen Papagei in Pflege gegeben hatte, — denn in diesen sechs Wochen hat der Freund sich den Schabernack geleistet, dem gelehrigen Papagei allerlei Worte beizubringen, die selbst rauhbeinige Londoner Dockarbeiter zum Erröten bringen können. Nun ist das Malheur, daß dieser Teppichhändler den schönen Papagei in seiner feudalen Teppichhandlung am Piccadilly als Staats- und Prunkstück im Fenster hängen hat. Als er vom Urlaub heimkam, setzte er den geliebten Papagei auf feinen alten Platz am Fenster. Wie erschrak er aber, als die ersten Kunden kamen und I Wechselstrom RM. 208.— m. R. . Allstrom RM. 222.---m. Unverbindliche Vorführung in jedem sein Papagei, es waren gerade Damen der besten des quatre saisons“, ein Gemüsehändler, war wegen Londoner Gesellschaft, sie mit durchaus falonwidri- „tapage nocturne“, nächtlicher Ruhestörung, von gen Grüßen empfing. Der Inhaber war entsetzt, einem Polizisten angezeigt und vom Gericht zu einer die Damen ebenso, — der gute Mann wurde aber minderen Strafe verurteilt worden. Die „nächtliche ? ,, Ruhestörung" hatte darin bestanden, daß der Händler „nach Einbruch der Nacht", d. h. in diesem Falle nach 19.15 Uhr in dem bekannten Singsang der Pariser Straßenhändler seine Ware ausgerufen und ange- vriesen hatte. — Im Gegensatz zu Crainquebille war der Händler mit dem Urteil nicht einverstanden. Er legte Berufung ein, und dieser Tage mußte sich der Pariser Kassationshof mit der Sache befassen. Er stellte fest, daß sich der Händler tatsächlich der nächtlichen Ruhestörung schuldig gemacht hatte, aber nach einem Gesetz, das demnächst sein 100. Jubiläum feiern kann. Damals, vor 100 Jahren, waren die Pariser gewohnt, spätestens um 6 Uhr zu Nacht zu essen, und man konnte annehmen, daß die meisten Pariser um 7.15 Uhr bereits in den Betten lagen. Das Gesetz ist niemals geändert worden, wohl aber haben die Verhältnisse sich bedeutend geändert, und man wird damit rechnen dürfen, daß kein Pariser die Rufe eines Gemüsehändlers am frühen Abend als „tapage nocturne“ betrachten wird. — Der Händler wurde freigesprochen; er wurde nicht wie Crainquebille von der Maschine eines weltfremden Gesetzes zermalmt. Oberhessen. Landkreis Gießen. * Lollar, 10. Oft. Am morgigen Sonntag, 11. Oktober, feiert unser Mitbürger Heinrich E s p i ch in seltener körperlicher und geistiger Frische seinen 70. Geburtstag. Der Jubilar ist einer der wenigen noch lebenden Gründer des Turnvereins. Ferner gehört er über vier Jahrzehnte der hiesigen Freiwilligen Feuerwehr an und ist noch heute aktiver Sänger der Sängerverernl- gung, deren Uebungsstunden er bald 50 Jahre regelmäßig besucht. Mögen dem Jubilar, der in der Gemeinde' allgemeines Ansehen genießt, noch viele Jahre in bester Gesundheit als schöner Lebensabend beschieden sein. , , . , * Lollar. 8. Okt. Das Preisschießen der Kriegerkameradschaft Lollar findet am Sonntag, 11. Oktober, seinen Abschluß. Das Schießen beginnt um 14 Uhr. Die Verabreichung der Preise findet am Schluß des Schießens statt. wg. Großen-Buseck, 7. Okt. Die Kreis- fachgruppe Großen-Buseck der „Fachschaft für deutsche Schäferhunde" im RDH. veranstaltete am Sonntag eine Zucht- und Schutzhundprüfung. Als Richter war Polizeisekretar H. Zins er (Offenbach) erschienen. Zur Prüfung wurden sechs Zuchthunde und vier Schutzhunde vorgeführt. Es erhielten das Ausbildungskennzeichen: Zuchthund: Karin v. Riedkanal mit der Note „Vorzüglich" (Führer und Besitzer: Unteroffz. Dorr, Rödgen); Pranda v. Busecker Schloß mit der Note „Vorzüglich (Gg. Becker, Rödgen); Prando v. Busecker Schloß mit der Note „Vorzüglich" (fi. Wagner, Gr.-Buseck); Rando v. Busecker Schloß mit der Note „Sehr gut" (W. Wehrum, Gr.- Buseck); Pitzo v. Busecker Schloß mit der Note , Sehr gut" (H. Harbach, Gr.-Buseck); Resi v. Busecker Schloß mit der Note „Sehr gut" (Karl Althaus, Gr.-Buseck). Das Ausbildungskennzei- chen ,Schutzhund" erhielten: Olln v. Busecker Schloß mit der Note „Vorzüglich" (Wanderpreis) (Joh. Rahn, Trohe b. Gießen); Juno v. Busecker Schloß mit der.Note „Vorzüglich" (H. Zecher II., Gr - Buseck); Odwin v. Busecker Schloß mit der Note ,Sehr gut" ( L. Schmidt, Gr.-Buseck); Betty v. Änneliesenheim mit der Note „Gut" (Ernst M ü l - ler, Queckborn). Die Kreisfachgruppe Großen- Buseck kann stolz sein auf ihr Hundematenal. Die Leistungen waren nach Aussage des Richters über dem Durchschnitt. Nur die Hündin des Herrn Müller hatte leider keinen „guten Tag". Diese sonst so vorzüglich arbeitende Hündin versagte bei der Nasenarbeit. Am kommenden Sonntag findet in Großen-Buseck die erste Sonderschau seit sechs Jahren im Bezirk Oberhessen statt. Nach den vorliegenden Meldungen kann mit einer Teilnehmerzahl von 40 bis 50 Hunden gerechnet werden. Namhafte Persönlichkeiten, Gemeinde Großen-Buseck usw. haben Ehrenpreise zur Verfügung gestellt, u. a. der Landesbauernführer für Hessen-Nassau einen solchen für den besten Herdengebrauchshund im Schaferbesitz. Wie die Leistungsprüfung am 4. Oktober, so wird auch die Schönheitsschau am 11. Oktober für die Kreisfachgruppe Großen-Buseck mit Erfost; gekrönt sein zum Vorteil unserer deutschen Schaser- hundesache in „Form und Leistung". Kreis Schotten. □ Laubach, 9. Okt. Am Samstag feiern die Eheleute Karl Von-Eiff I. in voller geistiger und körperlicher Frische das Fest der Goldenen Hochzeit. Der Jubilar, der im Infanterie-Regiment 116 gedient hatte, ist heute noch der Tam- bsur des Laubacher Krieger- und Militär-Vereins. Gießener Wochenmarktpreife. * Gießen, 10. Okt. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: D. f. Molkereibutter, % kg 1,57 Mk., Landbutter 1,42, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Wirsing grün, kg >7 bis 8, Weißkraut 5 bis 6, Rotkraut 8 bis 10, gelbe Rüben 8 bis 12, rote Ruben 8 bis 10 Spinat 15 bis 20, Römischkohl 8, Unterkohlrabi 8'bis 10, Erbsen 20 bis 30, Rosenkohl 30, Feldsalat 80 bis 90, Tomaten 18 bis 20, Zwiebeln 7 bis 8 Meerrettich 30 bis 70, Kürbis 5 bis 6, Falläpfel 5 bis 6, Aepfel 15 bis 28, Birnen 10 bis 15, Zwetfchen 10 bis 12, junge Hähne 1.— bis 1,10, Suppenhühner 80 bis 90, Gänse 1.— bis 1.10, Tauben, das Stuck 50 bis 60, Eier, Kl. A 13, Kl. B 12, Kühlhauseier, Kl. B 11%, Nüsse, % kg 40 bis 45, Blumenkohl 10 bis 60, Salat 8 bis 10, Salatgurken 10 bis 25, Endivien 5 bis 10, Oberkohlrabi 4 bis 8, Lauch 5 bis 8, Rettich 5 bis 15, Sellerie 20 bis 30, Kartoffeln, neue, 5 kg 40 50 kg 3,30 bis 3,50 Mark, Weißkraut 3,50 bis 4.—, Rotkraut 7.— bis 8.— Wirsing, gelb 6.—, Aepfel 12.— bis 28.— Mark. Schöffengericht Gießen. Gegen den E. D. aus Freiensteinau, geb. 9. 12. 1906, war Anklage wegen fahrlässiger Tötung erhoben. Die Hauptoerhandlung mit anschließender Augenscheinnahme an der Unfallstelle fand gestern in freien ft einau statt. Der Angeklagte, der verheiratet und Vater von vier kleinen Kindern ist, war mehrere Jahre arbeitslos und suchte sich dadurch ein kleines Einkommen zu verschaffen, daß er auf einem Grundstück eines Landwirts von Freiensteinau Basaltsteine brach, diese selbst richtete und sie dann hier und da bei Gelegenheit verkaufte. Er behauptete, höchstens aus dieser Tätigkeit ein Gesamtjahreseinkommen von etwa 100 bis 120 Mark erzielt zu haben. Im Mai v. I. hatte er nun, wie auch schon früher, sich den Hilfsarbeiter Hch. Sch. aus Freiensteinau zu feiner Unterstützung herangezogen und diesen mit dem Brechen der Steine beauftragt. Sch, wurde nun am 29. Mai 1935 in dem sog. Steinbruch von herabstürzendem Geröll und Erdmassen bis in die Hüftegegend verschüttet und ist an den Folgen der erheblichen Verletzungen (Knick der Wirbelsäule) verstorben. Dem Angeklagten konnte auch In der gestrigen Hauptoerhandlung nachgewiesen werden, daß cr den Sch. weder zur Krankenkasse angemeldet hatte, noch den Unfalloerhütungsoorschriften nachgekommen ist, daß er ferner die nötige Sorgfalt, die ihm als Unternehmer zukommt, außer Acht ge assen hatte. Mit Rücksicht auf den seitherigen.emwandfreien Lebenswandel des Angeklagten, feine Unbe trastheiL, sowie seine bedrängte wirtschaftliche Lage und nicht zuletzt auch mit Rücksicht auf ein zweifellos vorliegendes Mitverschulden des getöteten oct), wurde von der Verhängung einer Freiheitsstrafe abgesehen und der Angeklagte zu einer G e l d st r a f e von 200 TOar t Hilfsweise 40 Tage Gefängnis, und zu den Kosten des Verfahrens verurteilt. Schach-Ecke Gearbeitet von K. Helling. Mattangriff. Die abgebildete Stellung entstand in einer Partie Ahues — Weißgerber im Turnier zu Bad- Nauheim. Wie kann der Weiße sehr rasch gewinnen? a b e ö e ' g b Opfer der Türme. In dem Endspiel von P. F a r a g o (Revista Romana de Sah) zieht Weiß an und soll gewinnen. Ueberraschenderweise muß der Weiße, um seinen Freibauern durchzubringen, noch zwei Türme opfern. 5 6 8 2 2 a b c b e f g h is ä m WM .. M________■___■ Lösung der Schachaufgabe „THatt nach Doppelopfer". Weih: Kcl, Dh6, Tg3, Tgl, Ld3, Sbl, Se2, Bb2, c2, e5, f4, h2 (12). Schwarz: Kg8, Dd5, Ta8, Tf7, Lc8, Le7, Sc6, Ba7, c4, d4, 15, g5, H7 (13). 1. Ld3Xc4, Dd5Xc4. 2. Tg3Xg5+, Le7Xg5. 3. Dh6Xg5+, Kg8—f8. 4. Dg5—h6+, und ob jetzt der schwarze König nach e8 ober e7 geht. Weiß kommt mit Dd6 nebst Tg8+ ober umgekehrt zu einer Mattführung. Lösung der Schachaufgabe „Versäumtes 2Haft“. Weiß: Kcl, Df6, Tdl, Thl, Sd5, Sg4, Ba2, b2, c2, e5, g2, H4 (12). Schwarz: Ke8, Da5, Ta7, Th7, Le6, Sc5, Sf8, Ba6, b4, f7, h5 (11). 1. Df6-e7+, Ta7Xe7. 2. Sd5-f6 matt. Oie Narrenkappe. Splitter und Sparren vom RedakttonStisch. Shaws Liebliugssiück. Der englische Dichter Bernard Shaw liebt es, in Ruhe zu essen, und verabscheut die Musik im Restaurant. Aus diesem Grunde zog er ein bestimmtes Restaurant in London vor, in dem es kein Orchester gab. Als er eines Tages wieder dort mit einigen Freunden einkehrte, um zu Mittag zu speisen, war er sehr unangenehm überrascht, zu hören, daß auch in diesem Lokal während seiner Abwesenheit ein Orchester aufgetaucht war und nun heitere Melodien hören ließ. Der Kapellmeister, der den berühmten Gast kannte und sich verpflichtet fühlte, ihm eine besondere Freude zu bereiten, trat an ihn heran und fragte ihn, welches Stück er für ihn mit feinem Orchester spielen solle. „Die Pause", antwortete der Dichter lächelnd. Der witzige Reger. Einer befreundeten Familie schickte der berühmte Komponist Max Reger einmal eine Photographie von sich. Der Zufall wollte es, daß sie diese Ausnahme schon besaßen, und zwar in einer sehr Hellen Kopie, während das neue Bild sehr dunkel im Ton war. Die Freunde machten sich das Vergnügen, beide Bilder nebeneinander auf einem Karton auf- ziehen zu lassen. Als man Reger diesen bei einem späteren Besuch zeigte, schrieb er darunter: Max Reger vor und nach dem Bade. Vermählungsanzeige. Der große Physiker Gustav Kirchhoff verheiratete sich im Jahre 1872 zum zweiten Male. Als der Tag der Hochzeit herangekommen war, kündigte er seinen Studenten das Ereignis am Tage vorher in der Vorlesung mit folgenden Worten an: „Meine Herren, ich bedaure, morgen nicht lesen zu können." Staufenberg, den 10. Oktober 1936. 04687 MUMIM Gastwirtschaft Nähe Gießens 4564 D DANKSAGUNG Stick- und Strickwollen, -Garne In u. -Seiden reichste Farbenauswahl Familie Jobs. Magnus Großen-Linden, den 10. Oktober 1936 Frankfurt, Gr. Eschenheimer Str.lO 04676 6461D Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres lieben Ent- schlaf enen sagen wir unseren innigsten Dank wandert sichs auf Erden-- herrlich ohne Werbe-Drucksachen bei Brühl, Schulatr. 7 -ach wie Am 9. Oktober entschlief sanft meine Hebe Gattin, unsere stets so treu besorgte Mutter, Großmutter und Schwiegermutter Gottesdienst am Sonntag, 11. Oktober wieder in der Kapelle des Alten Friedhofes mit mehreren Zimmern, großem Saal, ichön^m großen Garten, Scheune mit Stallung und Hofraum, mit fämtl. Inventar, altershalber unter günstigen Zahlungsbedingungen zu verkauf. Schriftliche Angebote unt. 6427D an den Gießener Anzeiger erbeten. Die Beerdigung findet am Montag, dem 12. Oktober, nachmittags 3 Uhr, vom Sterbehause aus statt Ächten Sie oufwden eingegossenen Namen Nebenbei, wenn Sie besonders viel Freude an Ihrem „Allesbrenner" haben wollen, heizen Sifl mit Nußkohlen oder Eiformbriketti Im Namen der trauernden Hinterbliebenent' Wilh. Heibertshausen. la ttirnin Preis 45 Pf. ver Liter offeriert Friedr.Znckerll. Gleisweiler a. d.Weinstrasie (Pfalz).l6225 V Heute abend 88/4 Uhr entschlief sanft nach langem Leiden, plötzlich und unerwartet, meine liebe gute Frau, meine treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, uns. 1b. Schwester, Schwägerin, Gote u. Tante Frau Elise Marie Gerhard geb. Gerhard im Alter von 63 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Gerhard, Schreinermeister Fam. Heinrich Dippel III., Zimmermeister Albach, den 9. Oktober 1936. Die Beerdigung findet statt am Sonntag, dem 11. Okt, nachmittags um 3.15 Uhr. die ALLESBRENNER werden laufend streng untersucht, damit sie immer den hohen Anforderungen genügen Elisabeth Heibertshausen geb. Braun Altertümer Komme Ende dieserWoche nach Gießen. Kaufe zu hohen Preisen: Antike Möbel, antike Oelbilder, antikes Porzellan, Krüge, Zayancen, Silber, Perser-Teppiche und sonstige Altertümer Schrift!. Ang. unt. Z156 (6463V) a.d.Gieß.Anz. . SCHLARAFFIA AU FLEGE- M ATRATZ E N Lindner-Lastanhänger ab Lager Frankfurt/Main lieferbar General-Vertretung für Hessen und Hessen-Nassau Fritz Keunecke, Frankf./M. Schneidhainerstraße 13, Tel. 76746 ___________________________________________ 4264V Schuheinlagen zur rechten Zeit- steigern die Leistungsfähigkeit! L.Thöt Gießen “d Friedrichstr. 7 Kassenlieferant Hartbrennholz, ä Wagen 5 Mk. 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Als n war, kündigte am Tage vorher 'Nen an: „Meine nicht lesen zu Pe. +’ Le7Xß 7 Unb °b iS 9,l»l ®«a "« ülotr. 151 Ta7, Th7, iatt. h.QD liebt es , Nt im 39 er ein be- r- m dem es es wieder dort 3U Mittag zu überrascht, u Öfrenb seiner War und nun ^meister, der verpachtet a bereiten, trat i5 Ttück er für e- "Die Pause", »eifeUo? n>d)t !'$ Urteilt1^. te der berühmte ie Photographie j sie diese Aus. wer sehr Hellen dunkel im Ion 'M Vergnügen, 'm Karton auf- iesen bei einem darunter: Max MM üeterbar ing für Nassau ankf./M. TeL76"46 5am8tag.lv. Oktober 1936 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Nr. 238 Dritter Blatt mer ;nQ(6 (Sieben, reisen: bitter, -"iikes ce», S'lb«, y Altertümer ')a.d.Giek«Anr. Zföösn und parte K“8®" iePP,che nim-Tepr en jH” -ajD Helferinnen beim Honigkochen in der Küche des Gießener WHW. — Obstspenden werden beim Gießener WHW. verarbeitet. Beim Einkochen von Gemüsespenden. — Blick in das Kleiderlager des Gießener WHW. — (Aufnahmen [4]: Pfaff, Gießen.) Nachdruck verboten! 20 Fortsetzung. folgschaft Adolf Hitlers mitbauen zu können an dem neuen und besseren deutschen Vaterland. Und so wie bisher, sott es auch beim gute Gelingen des Werkes zu einem großen Teilß erst möglich ist. Nunmehr muß, stets zum Kampfe bereit, auch im Kreis Wetterau überall in Stadt und Land einer wieder mit aller Kraft in die Front einrücken: Der helfende und spendende Volksgenosse! Auf ihn kommt es nunmehr wieder in hohem Maße an. Wir wissen aus den Erfahrungen der verflossenen Winterhilfswerke, daß unsere Volksgenossen in Stadt und Land im Kreise Wetterau allezeit tat- froh bereit waren zum Mitkämpfen in dieser vom Führer geschaffenen Front gegen Hunger und Kälte. Es ist gebührend bekannt, daß sowohl aus der Stadt, wie vom Lande in freudiger Weise alle Kräfte eingesetzt wurden, damit sich unter den Kreisen des Gaues Hessen-Nassau unser Kreis Wetterau mit seinen Leistungen nicht zu verbergen hatte. Selbst d i e Volksgenossen, die im eigenen Hause einen schweren wirtschaftlichen Daseinskampf führen, ordneten sich freudig ein in diese Front der Helfer und Mitkämpfer. Es gab keinen Stand und keinen Beruf, der bei diesem großen nationalsozialistischen Werk der tätigen Nächstenliebe beiseite geblieben wäre. Jedermann sah es als Ehrenpflicht an, nach besten Kräften alles zu tun, um einen vollen Erfolg des WHW sicherzustellen. In aller Gedächtnis ist besonders die vorbildliche Einsatz- und Tatbereitschaft, die von den Gliederungen der Partei mit allen ihren Angehörigen an den Tag gelegt wurde. Nicht minder eindrucksvoll ist die Erinnerung an die erfreuliche Tatbereitschaft, die bei dem vorjährigen Tag der nationalen Solidarität überall zu sehen war. Ein hohes Lied der wackeren und vorbildlichen Spendefreudigkeit ist auch unserem Bauernstand zu widmen. Mit den Kartoffel- und Getreidespenden, nicht minder mit den Opfern an vielerlei anderen Gaben zur Versorgung der hilfsbedürftigen Familien in der Stadt hat unser Bauernstand sich in rühmlicher Weise mit in die vorderste Front der großen Helferarmee in diesem friedlichen Kriege des Führers gegen Hunger und Kälte eingeordnet. Der Bauer will eben nicht nur Kämpfer in der Erzeugungsschlacht sein, sondern er hat auch das Verlangen, in der Reihe der Helfer seinen Platz - voll und ganz auszufüllen. $ 0 haben wir alle die bisherigen Winterhilfs- werke in Erinnerung. 5 0 offenbarte sich in Stadt und Land die vom Führer geschaffene Volksgemeinschaft aller deutschen Menschen, die es als Ehre und Freude ansehen, in der Ge- Zigaretten. Dann geht die Tür auf, und Hanna Brandes steht vor ihm. Nun erst erhebt er sich, „Das ist eine Ueberraschung, Hanna. Ich glaube, es ist in den letzten Jahren das zweite Mal, daß du zu mir in den Verlag kommst." „Ich halte es darin mit Vater, dem Besuche privater Art im Büro sehr unerwünscht sind. Aber ich mußte einmal zu dir herauf, seit einer halben Stunde versuche ich, dich telefonisch zu erreichen, aber die Leitungen sind alle besetzt gewesen. Da bin ich eben selbst gekommen und hoffe, dich nicht allzu sehr zu stören." „Gewiß nicht, Hanna. Komm, nimm Platz! Aufmerksam sieht ihr der Verleger in die Augen, er hat einen ganz besonderen Eindruck von dem Mädchen. Etwas Fahriges liegt über ihren Bewegungen, die Farbe wechselt in ihrem Gesicht. Unruhe geht von ihr aus. „Was hast du auf dem Herzen?" Aber nun, wo sie sprechen soll, kommt ihr der ganze Besuch unsinnig vor. Wäre es nicht viel besser gewesen, sich mit John darüber zu unterhalten? Warum hat sie es nicht getan, warum immer die Scheu, von der Zukunft zu reden? Nur deshalb, weil er es selber nicht tut? „Man soll nicht so viel von dem sprechen, was man fühlt — es ist besser, nur das zu sagen, was andere auflockert und sprechen läßt. Besser, die Gedanken und Wünsche anderer zu kennen, als sie die unserigen wissen zu lassen". Es ist einer von den Ausdrücken Johns, mit denen sie nicht fertig werden kann. Er weiß, daß sie ihn liebt — sie hat es ihm bewiesen. Liebt er sie? Sie hat nur noch diesen einen Wunsch, und er ist so stark, daß sie jetzt bei Paul Laverenz sitzt. „Vater ist von München zuruck, Paul, fangt sie an. „Es ist schlimmer zwischen uns als je zuvor. Er war mit Melanie Morholt ein paar Tage zusammen, Paul." Laverenz sieht vor sich hm und schweigt. Er will, daß Hanna von allein spricht, er will ihr nicht, helfen, er weiß auch noch nicht, worauf sie hinaus will. „Ich habe in den letzten Tagen so manches eingesehen, Paul — ich mochte Vaters Wünschen nicht länger im Wege stehen Er soll die Morholt heiraten. Aber ich will nicht im Hause bleiben, ich will —" Hanna Brandes stockt, verkrampft die Hände ineinander die sie still im Schoß liegen hat. Laverenz hebt den Kops . und sieht sie an. schwimmen, du kennst ja Birkenhöhe und bist immer gern dort gewesen." Paul Laverenz wird eifrig und sprich beredt von all den Dingen, die Hanna Brandes so oft Freude gemacht haben. „Dein Vater wird die Lösung nur begrüßen, ich selbst wäre glücklich darüber, Hanna —" Er kommt auf das Mädchen zu und nimmt ihre Hände. Er ist drauf und dran, ihr zu sagen, was er sich für das Ende feines Lebens wünscht. Er denkt nicht an ihre Jugend und nicht an seine grauen Schläfen, auch nicht daran, daß Hanna nein sagen könnte. Sie ist zu ihm gekommen, sie wartet vielleicht auf eine Lösung, die selbst seinen Wünschen entspricht, sie wird ja sagen, wenn er sie jetzt fragt. „Nach Birkenhöhe? Wie schön Paul. Ich war immer glücklich draußen," sagt Hanna leise, und wieder steigt eine leise Verlegenheit in ihr auf. Sie fühlt instinktiv, was in dem Mann vor sich geht und erinnert sich sehr genau der Dinge auf dem Tennisplatz und des Gespräches mit ihrem Vater. „Aber das geht nicht. Ich muß und will in der Stadt bleiben." „Das verstehe ich nicht. Du hast dir nie viel aus dem Zentrum Berlins gemacht, und kennst es hauptsächlich im Leben an der Peripherie. Arbeit, so wie du sie dir denkst, wirst du nicht finden, Verkehr hast du nie gepflegt, du bist in der Stadt sehr allein, Hanna. Wenn dein Vater heiratet, wird sich das nur noch vertiefen, und ich will dir helfen, daß du aus dieser selbstgewählten Einsamkeit herausfindest. Ich will —" „Laß, Paul, bitte. Ich bin dir so dankbar für deine Freundschaft — wirklich — aber ich muß bir nun sagen, daß sich vieles geändert hat, ich bin nicht mehr allein — ich habe einen Menschen gefunden, und um seinetwillen würde ich das sonst Unerträgliche zu ertragen wissen, am ehesten den Betrieb in der Stadt, in der er ja auch lebt Hanna ist aufgestanden. Sie ist blaß geworden. Paul Laverenz 'steht, als habe er einen Schlag bekommen. Verständnislos sieht er auf Hannas Mund, als müsse sie weitersprechen, alles zurück- nehmen und sagen, sie habe sich geirrt oder er sich verhört. Aber Hanna schweigt. (Fortsetzung folgt) Hilfswerk zu schaffen. Derart begeisterte Mitarbeit bereitet nicht nur der Kreisführung des WHW., sondern allen Mitarbeitern an dem großen nationalsozialistischen Hilfswerk Freude, denn sie erkennen daraus, wie sehr ihr Werk der Nächstenliebe freudigen Widerhall im Volke findet und wie tatfroh alles sich einreiht in die Marschkolonnen des Führers zur siegreichen Durchführung der neuen Winterhilfs- schlacht. ~ . Die Grundlage, von der aus die Gießener Kreis- führunq des WHW. ihren Feldzug gegen Hunger und Kälte in die Wege leitet, ist in sorgfältiger Weise ausgestaltet. Wir haben uns am gestrigen Freitaqnachmittag erneut davon überzeugen können daß die Kreisführung sowohl für die Kleider- ausqabe als auch für die Lebensmittel-Versorgungs der hilfsbedürftigen Volksgenossen die für die ersten Wochen erforderlichen Hilfsmittel herein)alt. Wir sahen in den Lagerräumen der kreis- sührung Kleider, Mäntel, Schuhe und andere Diese unbekannten Soldaten des WHW. liefern durch ihr Wirken wichtige Bausteine, auf denen das „Hast du das deinem Vater gesagt, Hanna?" In der Stimme des Mannes schwingt ein neuer Ton, aber Hanna hört ihn nicht heraus. Sie sitzt in innerer Not hier, sie weiß nichts von der Hoffnung, die sie mit den wenigen Worten in Paul Laverenz geweckt hat. „Nein, du solltest es ihm sagen, Paul, denn wenn ich spreche, müßte ich noch etwas hinzufügen — und das will ich nicht — noch nicht." „Dann geh doch zu Melanie Morholt, Hanna. Es spricht sich von Frau zu Frau leichter und —" „Nein! Ich kann es nicht. Laß mich jetzt nicht im Stich, Paul. Ich will — mir ein Zimmer in der Stadt nehmen oder in eine Pension gehen, ich will irgentwas arbeiten, wie andere Mädchen und Frauen auch. Ich werde —" „Das ist ja alles Unsinn, Hanna. Natürlich sollst du mit deinem Vater sprechen, vielleicht auch weggehen von daheim, aber nicht in möblierte Zimmer ober Pensionen, Hanna. Auch nicht irgenbetwas hier in ber Stadt arbeiten. Du stellst dir das übrigens leichter vor, als es ist. Heute muß man etwas können, gut können, um Anstellung zu finden. Das Leistungsprinzip entscheidet. Ich will damit nicht sagen, daß du nichts kannst, Hanna. Aber warum willst du jemandem das Brot wegnehmen, der es nicht von feinem Vater geschenkt bekommt, sondern schwer verdienen muß? Ich habe im Betrieb ein junges Ding, sie kann weniger als du, Übersetzt englische Manuskripte. Aber was bir durch Intelligenz und bessere soziale Verhältnisse leicht zugefallen ist, hat sie sich unter Opfern erarbeitet. Manches fällt ihr sogar heute noch nicht ganz leicht, was du spielend bewältigen würdest." „Und wo bleibt da die Theorie des Leistungsprinzips?", fragt Hanna schnell. „Dann könntest du ja mit mir den Versuch machen." „Ich komme mit ihrer Leistung aus. In dem Fall rückt bann in ber Hauptsache bas soziale Moment in ben Vorbergrund. Aber wir kommen vom Thema ab, Hanna. Ich mache bir einen Vorschlag. Geh nach Birkenhöhe unb bleibe bort, solange es dir gefällt. Ich bin meistens über Sonntag drau- ßen und könnte dir Stadtneuigkeiten mitbnngen. Arbeit findest du draußen in schweren Mengen, Fräulein Hedemann wäre froh über eine Hilfe im Garten oder Kleintierstall. Du kannst auch reiten, Bedarfsgegenstände zur Bekleidung von Männern, Frauen und Kindern ausgabebereit vorrätig. Was im Augenblick nicht in passender Größe vorrätig ist ober aus Spenben umgeänbert werben kann auf bie Maße, bie für ben Einzelfall ber Hilfeleistung erforberlich sinb, schafft eine Näh - ft u b e mit zahlreichen Nähmaschinen, an benen sich fleißige Frauenhände vorbildlich regen, um durch ihre Nähkunst mitzuhelfen an der Versorgung der Familien, die dringend der Hilfeleistung bedürfen. Selbst für die kleinsten Erdenbürger ist schon Vorsorge getroffen; eine Anzahl Babykörbe wird verfügbar gehalten, damit auch im Betreuungsfalle „Mutter und Kind" das Kleinkind seine Stätte hat. 3m Lebensmittellager konnten wir die Wahrnehmung machen, daß hier ebenfalls mit weitem Blick für die ersten Hilfsmaßnahmen vorgesorgt ist. In dieses Gebiet ist auch die gegenwärtig im Gange befindliche Arbeit des Honigkochens einzureihen, die zur Zeit von einer Anzahl freiwilliger Helferinnen des WHW. in der Küche des Winterhilfswerks durchgeführt wird. Dabei handelt es sich bei dem Honigkochen in Gießen nur um einen kleinen Teil der Frauenarbeit, die in gleicher Weise in allen Landorten von der N S. - F r a u e n- schaft zum Besten des WHW. gegenwärtig geleistet wird. Die Parole „Stadt und Land, Als sie in den Garten des „Fröhlichen Hecht zu- tütffommen sind bort bie Campen angebrannt, fte wer en ein helles, gelbes Licht auf bie Menschen, die inzwischen mit ihren Kühnen angekommen sind, und nergnügt fein wollen Aus bem eingebauten Saal kommt Musik, es wird auch ge ®s ein ganz anderes Bild unb gibt mit einemi beite- ren Rhythmus John Herbing die Ee Sicherheit wieder. Er reifet mit feiner sprühenden Laune auch Hanna aus ihrer Versunkenheit unb erst, als sie ben kleinen Weg zur Brücke gehen, halten sie noch einmal inne Die Musik kommt nur leife hinter ihnen her, bas Lampenlicht ist °p"i Achten Blatts werk ber Baume zugedeckt, und nur d r Mond fann sich behaupten; er scheint durch die ^lpsei, sein matter Glanz versickert an den dicken Stammen und niedrigen Sträuchern. Hanna ist wieder in ihren Traum versunken, sie spürt nur ihr schlagendes Herz und den Mann neben sich. • • • _ « „Ich hab dich lieb, Hanna — - Da gibt sie sich in tiefer Erschütterung und Glückseligkeit auf — 10. Kapitel. m—f Qnnerena ist sehr überrascht, als ihm der Anmeldezettel gebracht wird. Und dann so mitten der arbeitsreichsten Zeit des Tages. Der junge Mann von der Anmeldung macht em schuldbewußtes Gesicht. Verzeihen Sie, Herr Laverenz, aber bie Dame ließ sich nicht abroeifen,, und behauptete, bestimmt vorgelassen zu werden/ „Ist schon gut, Berger. Ich lasse bitten! Der Angestellte verschwindet, und Paul Lav^ renz ist allein. Er bleibt vor seinem Schreibtisch sitzen, schiebt die Briese zurück und greift nach den „Die ganze Nation wird wieder geschlossen zusammenstehen! Die nationalsozialistische Bewegung und Partei, sie werden voranmar- schiren! Ich erwarte von jedem Deutschen, der Anstand und Charakter hat, daß er sich dieser Kolonne anschließt!" (Der Führer in feiner Rede zur Eröffnung des WHW. 1936/37.) Der Führer h a t gerufen. Das deutsche Volk tritt zum Winterhilfswerk 1936/37 a n. In allen Städten und Dörfern formieren sich die Bataillone der Helfer und Helferinnen, um nach dem Befehl des Führers im WHW. mit vereinter Kraft einzutreten für die Volksgenossen, die auch im kommenden Winter der Hilfe der Volksgemeinschaft bedürfen. Jeder wird freudig seine Pflicht erfüllen, um dadurch dem Führer zu helfen zum Gelingen des großen Werkes, das unser Volk auch im kommenden Winter auszeichnen wird durch die Werke des Nationalsozialismus der Tat. Wie Überall im Reich, fo ist auch dasWinterst il fswer k 1936/37 der Kreisführung Wetterau in Gießen zur Tat bereit. Alles ist gerüstet, um auch im Bereiche des Kreises Wetterau alle Kräfte zur Linderung der Not einzusetzen. Wie freudig unsere Volksgenossen der Kreisführung Wetterau des WHW. ihre Mitarbeit zur Verfügung stellen, geht allein schon — als Beispiel — aus der Tatsache hervor, daß unmittelbar nach der Rede des Führers aus privater Hand der Kreisführung des WHW. spontan eine größere Anzahl Doppelzentner Weht zur Verfügung gestellt wurden, um damit eine gute Grundlage für das neue Oie WHW.-Krönt 4936/32 steht kampfbereit! Oie WHW.-Beaustragteu, ihre treuen Helfer, sowie alte Gliederungen der Partei betrachten es als ihre vornehmste Aufgabe, ihre gesamte Krast für das größte Werk des „Sozialismus der Tat" einzusehen. Hand in Hand", die bei den bisherigen vortrefflichen Leistungen des WHW. immer in bester Weise zur Geltung gekommen ist, wird auch bei dieser Arbeit unserer NS.-Frauenschaften wieder zur segenbringenden Tat. Diese praktische Arbeit, die bei einem Gang durch die Lagerräume des WHW besonders auffällt und Zeugnis dafür ablegt, wie stark und tatfroh Überall die Hilfsbereitschaft gemäß dem Befehl des Führers ist, hat aber einen Vorläufer, der weniger sichtbar ist. Es handelt sich dabei um die vielfältige und mühevolle Arbeit der organisatorischen Vorbereitung dieses großen Werkes, die nicht nur zahlreiche, in ehrenamtlicher Tätigkeit schaffende Männer und Frauen in Gießen in Anspruch nimmt, sondern in gleicher Weise von zahlreichen Amtswaltern und Helfern in den Ortsgruppen draußen auf dem Lande freudig geleistet wird. 3n der Stabt, wie auf dem Dorfe ist es dabei vielfach fo, daß die Wänner und Frauen tagsüber ihrer Berufsarbeit nachgehen und am Abend, während andere Volksgenossen sich von den Anstrengungen des Tages erholen, erneut die Arbeit aufnehmen, die diesmal dem ehrenamtlichen Helferdienst für das Winterhilfswerk gilt und oft bis weil in die Nacht hinein andauerl. MSSWeSMM Roman von Ilse Schuster. Copyright 1936 by Aufwärts-Verlag ®. m. b. $)., Berlin bw da 0k 3 Lolla Burg 1900 Die Mer der in seiner eine weitere ! felber dürften Sinnet ihren gegen sie gege ift adMutri Wt \m 1$ schon bie P ster fallen, larern die Die Bissen von den 1 aber diese- stellt, ist < Spie 5« i in M»5' t i-j, wie Dte herzlich W Generalstaat^ der durch schon dama assung ®irf Landgerichts dabei in £«■ zu den einz stelUe, den: . Dertreter oe leitere, ben Führer bet : Vilitargerichl direkter Dr. Hamm als Meisters, der Fakultät und Universität, waltschast ui neuen Bern Mit rind' gerichtsrat ' Generalstaa^ Begrüßung trning über Dec P^ell "E S- srg$ M ^/neradeo Die Bla, Ballspiel-Ct Die letzte 8 M entfäei nicht so eins, stark oerbes, Tormann B tursus angel Auswahlmar blau-weiße 1 Aussen auf ?>e Berteidio starken Einsc schnellsten Kombination ,n Tornöhe j tfÄNkl S olgende: ?euser. 2ie < tzelben m ^uksaußen e § Austret fWrein D «'M« bei! Schwung in Nnbfa 1900 1 =t' N Sie f Mches ^«ten Sie , Weit ei 8 1 r k e ? Dr. Dta Wben in 4X0dukt V0l>0 iil^Hch. | die Fr,- noch /nsui *»ser iehl L- Und Aus der Provinzialhauptstadt zu sagen hat. Die kündigt so was vorher an, worauf man sich verlassen kann! Präsidenten: Sein Geschäft sei augenblickS zu schließe«, da nach den mehrfach bekanntgegebenen Bestimmungen Läden nur von geprüften Fachleuten eröffnet oder über- nommen werden könnten. Die Nachbarn alle erinnerten sich, von Hase befragt, genau daran, diese Verordnung gelesen zu baden. Bloß Hase fiel aus allen Wolken und wußte mal wieder vo« nichts. Ad- - du schöner Feinkostladen ... Tja - hätte er Zeitung gelesen! (ffttbe mit Schrecke» dann erhielt Herr Hase einen Brief vom Polizei« WHW. 1936/37 wieder stink Manner und Frauen in Stadl und Land im Kreis Wetterau reihen sich geschlossen in die Kolonnen ein, die der Führer am Dienstagabend bei der (Eröffnung des Winterhilfswerkes 1936/37 aufgerufen yat zur nationalfozialiftifchen Tat! Kein deut- fcher Mann, keine deutsche Frau bleibt abseits stehen, sie alle fühlen sich e i n s in der großen deutschen Gemeinschaft, die nach dem Grundsatz der Frontkameradfchaft lebt und einander hilft! 3n diesem Geiste wollen wir alle an das Vinterhilfswerk 1936/37 Herangehen. Die erste Leistungsprobe haben wir am morgigen Sonntag, als dem ersten Eintopssonnta g des WHW. 1936/37, abzulegen. Auf allen Tischen Darf morgen nur der Eintops zu sehen sein, das Symbol für die sozialistische Gemeinschaft aller deutschen Menschen, der sichtbare Ausdruck dafür, daß jeder gerne bereit ist, wenigstens an einem Tage im Monat d i e Mittagsmahlzeit einzunehmen, die für Millionen von Volksgenossen alltägliche Er- schekkung aus dem Mittagstische bildet. Und dazu gehört, daß an diesem Tage von jedem ein Opfer an das WHW. geleistet wird, nicht nur eine Spende! Die Summierung aller dieser Opfer wird dem Winterhilfswerk für die ersten großen Kampf- Handlungen in der Schlacht gegen Hunger und Kälte gute Munition an die Hand geben. Darüber hinaus gilt es, bei allen Merken und Opfern für Das Dhw. alle wirtschaftliche Kraft anzuspannen, um den Ertrag der Spenden soweit wie nur irgend Anläßlich seines 80. Geburtstages am 3. Mai 1934 hatte Geheimerat Professor Dr. Behaghel die Freude, daß der Reichspräsident von Hindenburg ihm in einem Schreiben seine herzlichen Glückwünsche zum Ausdruck brachte, seine jahrzehntelange Arbeit als Germanist, Philologe und Erforscher der deutschen Geschichte und Vorgeschichte mit Anerkennung würdigte und dem verdienten Gelehrten als äußeres Zeichen dieser Anerkennung die Goethe-Medaille verlieh. Den Glückwünschen des Reichspräsidenten von Hindenburg schloß sich auch der Reichsminister des Innern Dr. Frick an. Der Reichsstatthalter in Hessen, Gauleiter Sprenger, sprach Geheimerat Behaghel in einem herzlichen Schreiben seinen Dank und seine Glückwünsche, zugleich auch im Namen der Hessischen Staatsregierung, aus. Ministerialrat Rings- hausen überbrachte im Auftrage des Reichspräsidenten und des Reichsstatthalters dem damaligen Jubilar die Glückwünsche persönlich im Rahmen einer würdigen Feierstunde, die von der Universität Geheimerat Behaghel zu Ehren im Studentenhaus veranstaltet worden war. Die Stadtverwaltung würdigte die großen Verdienste Behaghels um das geistige Leben in unserer Stadt durch die Verleihung der Ehrenplakette der Stadt Gießen. Lehrgang für Laboratoriums-Assisientinnen. teilen. * ** Reichsbahnpersonalie. Der beim Reichsbahnverkehrsamt Gießen als 1. Bürnbeamter beschäftigte Reichsbahninspektor Georg Röder, Kirchstraße 13, wohnhaft, wurde zum Reichsbahn» Oberinspektor befördert. ** Eine Fünfundsiebzigjährige. Am morgigen Sonntag, 11. Oktober, begeht Frau Minna Metzger, geb. Becker, Ludwigstraße 30 wohnhaft, in voller Frische ihren 75. Geburtstag. Die Jubilarin stammt aus einer alten Gießener Familie und nimmt noch lebhaften Anteil an den Ereignissen unserer Zeit. ** D i e Feuersirenen werden nicht am heutigen Samstag Nachmittag in Betrieb gesetzt werden, sondern erst im Laufe der nächsten Woche ertönen. Es wird also auch dann kein Anlaß zur Beunruhigung sein, wenn man die Sirenen hört. ** Betriebsausflug. Der Betriebsführer und die Gefolgschaft der Gießener Stempel- und Farbenfabrik Joseph Kreuter unternahmen bei schönem Herbstwetter eine gemeinsame „Fahrt ins Blaue". Vormittags um 9 Uhr hielt der Betriebsführer zunächst eine kurze Ansprache an die Ar- heitskameraden, in der er aus die Besonderheit des möglich noch über die Ausmaße bei den früheren Winterhilfswerken zu steigern. Jedermann erinnere sich bei seinen Leistungen für das WHW. nur daran, daß wir alle — und auch der einzelne persönlich — es als ein Glück anzusehen haben, in einem Deutschland des Friedens und der Ordnung arbeiten und leben zu können, dank dem Führer, der den Todfeind aller menschlichen Kultur niederwarf, den Bolschewismus, der jetzt in Spanien in furchtbarer Weise ein arbeitssames, tüchtiges Volk Heimsucht und zu vernichten bestrebt ist. Daß unserem deutschen Volke diese Geißel der Menschheit erspart geblieben ist, haben wir einzig und allem dem Führer und seiner Bewegung zu danken. Lin kleiner Teil des Dankes an den Führer soll abgetragen werden mit den Opfern unserer Volksgemeinschaft für den vom Führer verkündeten Kampf gegen hunger und Kälte. Da zögert gewiß niemand, jeder opfert freudig! Er dankt damit aber nicht nur dem Führer, sondern dient auch dem gesamten deutschen Volke und stütz: und stärkt die Grundlage, auf der er sein Leben aufbaut und in Ruhe und Frieden wirken kann. Eingedenk dessen gilt für jedermann in Stadt und Land auch für das WHW. 1936/37 die Parole: Keiner darf hungern und frieren! Wir alle stehen zusammen und Helsen mit vereinten Kräften als eine verschworene Gemeinschaft des deutschen Volkes unter der Führung Adolf Hitlers! vollsten Beiträge. Heber allem aber steht der unbedingt lebenDige, bedeutende Mann, der schlagfertige Redner und warmherzige Lehrer, der nie ermüdend wirkte und der auch den sprödesten Stoff lebendig und anziehend darzustellen wußte. Wie ihn alles Verknöcherte und Beschränkte abstieß, so ließ er jedem seine Freiheit. Er kam aus keiner Schule und hat keine begründet, aber gelernt haben wir alle von ihm. Seine Kunst war, durch ermutigendes Beispiel und freudiges Vorarbeiten die Hörer zum Mitgehen zu beleben. Er gab im Hörsaal, vor der Jugend, im gelehrten Kreis, wie bei jeder Feier einfach sich selbst. So wird er in unseren Herzen fortleben: als Vorbild eines bedeutenden Lehrers und fruchtbaren Forschers, eines tapferen und liebenswürdigen Mannes. Die Arbeit, die er uns anvertraut hat, wird in feinem Geist fortgeführt werden. A- G- der Fassung der Bekanntmachung vom 25. Juni 1925 (Reg.-Bl. S. 86) und des Gesetzes zur Er- Weiterung der Aufgaben des Hessischen 2"dustrie- und Handelskammertages vom 22. September 1933 (Reg.-Bl. S. 207) wird aufgehoben". Otto Behaghel f. In der Nacht zum 9. Oktober 1936 ist Otto B e - h a g h e l von uns gegangen. Auf der Rückfahrt von Meran hat in München eine Lungenentzündung binnen wenigen Tagen feinem reichgesegneten Leben ein Ziel gesetzt. Die Universität Gießen verliert m ihm einen ihrer großen Forscher und Lehrer, der zugleich einer ihrer Getreuesten war. 48 Jahre hat er ohne Unterbrechung dem Lehrkörper angehort, dreimal war er Rektor. Im Festjahr 1907, als Die Hochschule ihr 3O0jähriges Bestehen feierte, vertrat er sie in würdigster und eindrucksvoller Weise. Ihm verdanken die Gießener Hochschulgesellschaft und die Hessische Vereinigung für Volkskunde ihr Entstehen. Um das geistige Antlitz unserer Stadt, ihr Vortrags- wesen, ihre Bühne und ihr musikalisches Leben hat er sich grundlegende Verdienste erworben. Mit den Amts- und Fachgenossen trauern um ihn Stadt Deutschen Arbeitsfront hin, die in Serbinbuna mit dem Amt für Volksgesundheit die Durchführung dieses Lehrganges ermöglichte. Anschließend sprach Privatdozent Dr. Dombrowsky über die Fortschritte der Untersuchungsmethoden in der Serologie. Dieser Lehrgang wird allmonatlich während des Winterhalbjahres 1936/37 durchgeführt und soll den Teilnehmern die Möglichkeit geben, ihre Kenntnisse auf dem Gebiet der medizinischen Untersuchungs» Methoden zu erweitern und zu vertiefen. Ein guter Äorsch'aa. In der Volkshalle beginnt am heutigen Abend das Winzerfest. Näheres im vorstehenden Tageskalender. IeierlicheBegrühunghesInf.-Tigt/I^S und her lU./A.-Agi 9 am 15. Oktober in der Vergkaferne. Der Standortälteste bittet die Bevölkerung, wegen der Raumbeschränkung von einer Teilnahme als Zuschauer abzusehen. Es können nur geladene Gäste mit Ausweisen teilnehmen. Dagegen wird der Standortälteste die Vereidigung Der jungen Soldaten des Standortes, voraussichtlich Ende Oktober, so durchführen, daß die Bevölkerung in weitem Umfange teilnehmen kann. Winterhilfswerk des deutschen Volkes 1936/37. Ortsgruppenführung Gießen-Süd. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: : Heute abend findet die erste Vorstellung für den , Theaterring der NS.-Kulturgemeinde statt. Es geht die entzückende „Kattun"-Komödie „Gustav Kilian, Manufakturwaren en gros und en detail, gegr. 1821, obere Gasse Nr. 19" von Harald 23ratt, unter der Spielleitung des Intendanten, in Szene. Der herzhafte und lebhafte Beifall, den das Stück bei seinen Aufführungen in Gießen fand, zeugt davon, daß es dem Dichter Harald Kratt gelungen ist, ein Werk voll bodenständiger Urwüchsigkeit und hinreißender Lebendigkeit zu gestalten. Infolge der großen Nachfrage bittet die Theaterkasse die Gießener Theaterbesucher, die für Die Vorstellung des „Ketteiftubent" für Sonntag, Den 11. Oktober, vorbestellten Karten bis spätestens Sonntag, 12.30 Uhr, abzuholen; einmal um unnötigen AnDrang an Der Abendkasse zu vermeiDen unb auch im Interesse Der auswärtigen Kesucher Das rechtzeitige Ende der Vorstellung nicht zu gefährden, anderseits um Der Anfrage nach billigeren Plätzen noch entsprechen zu können. Am Sonntag, 11. Oktober, findet die erste Wiederholung Der ewig jungen Operette „Der Kettel« student" von Carl Millöcker statt. Paul W r e D e führt Die Spielleitung seiner szenischen und textlichen Neubearbeitung. Musikalische Leitung: Hans H. Hampel. Tänze und choreographische Leitung liegt in Den Händen der neuverpflichteten Ballett- meifterin Irmgard Zenner. Kei der ersten Aufführung der Operette am Freitag stellten sich Dem Gießener Publikum unsere neuverpflichteten Operettenkräfte sowie Der neuverpflichtete Chor unD Die Tanzgruppe vor. Anfang 19 Uhr, Ende 22 Uhr. Außer Miete. — Dienstag, 13. Oktober, Anfang 20 Uhr, Ende 23 Uhr: „Der Kettelstudent", Operette von Carl Millöcker. Spielleitung: Paul Wrede. Dienstag-Miete, 4. Vorstellung. — Mittwoch, 14. Oktober, Anfang 19.30 Uhr, Ende 22.15 Uhr: Festvorstellung in Anwesenheit des Autors. Friedrich B e t h g e liest aus seinen Werken. Anschließend „Reims", Drama von Friedrich Vethge. Spiel- ■ lei hing: Theodor Haerten. Mittwoch-Miete, 4. , Vorstellung. — Freitag, 16. Oktober, Anfang 20 • Uhr, Ende 22.30 Uhr, Erstaufführung: „Ein idealer - Gatte", Schauspiel von Oscar Wilde. Spielleitung: - Wolfgang Kühne. Freitag-Miete, 5. Vorstellung. ; heute abend Beginn des Winzerfestes. und Kürgerschaft. Aeußerlich ist das Leben dieses deutschen Gelehrten schlicht verlaufen. Am 3. Mai 1854 ist er m Karlsruhe geboren, wo sein Vater als Oberkirchen- rat wirkte. In Heidelberg führte ihn Karl K ar tsch in die germanische Philologie ein, in dem umfassenden, vorurteilsfreien Sinn, der jedes Verfahren beherrscht und mit eignem Urteil den überreichen Stoss ordnet und durchdringt. Als 29jährigen außerordentlichen Professor erreicht ihn 1883 Der erste Ruf und führt ihn für fünf glückliche Jahre nach Basel, auf alemannischen Koben, der den fränkischen Forscher mit anregender Kraft umfaßt und dem Herausgeber von Hebels Kriefen und Werken seines Dichters Land in blühendem Leben zeigt. 1888 beruft ihn die Hessische Regierung an unsere Landes-Universttat, Der er lebenslang, allen Versuchungen zum Trotz, treu geblieben ist, wie seinem Forschungsgebiet. Die deutsche Sprache ist und bleibt die Fackel, an der sich feine wissenschaftliche Kraft immer neu ent-, zündet und Die ihm Durch ein langes Gelehrtenleben voranleuchtet. Lieblingsgebiet Der eigenen Forschung aber wirD, ihm und unserer Wissenschaft zum Segen, die germanische Syntax. Den „Modi im Heliand gilt 1876 die Doktorschrift; 1897 erscheint sie erweitert zur umfassenden „Syntax Des Heliand", unserer einzigen folgerichtig aufgebauten, beschreibenden Satzlehre eines grundlegend wichtigen Sprachdenkmals. Die Habilitationsschrift von 1878 gilt der „Zeitfolge der abhängigen Rede im Deutschen"; aus ihr erwächst 1899 der „Gebrauch Der Zeitformen im konjunktivischen Nebensatz", ein über Das Deutsche weit hinausgreifenDes Kernwerk unserer Wissen- chast, das die innige Verbundenheit des Forschers mit der lebenden Sprache so deutlich zeigt, wie seine „Geschichte Der deutschen Sprache", die von 1891 bis 1928 in fünf Auflagen erschienen ist. An allen diesen Leistungen ist Vehaghels Kraft erstarkt zu seinem Meisterwerk, der „Deutschen Syntax", Die er von 1923 bis 1932 in vier starken KänDen vorgelegt hat, nach festem Plan fugenlos gezimmert, auf das feinste gegliedert, mit vollenDeter Veherrschung Des ür jeden anderen unabsehbaren Sprachstoffs — mit alledem sein Freibrief auf Unsterblichkeit. Die neben diesen Hauptwerken einhergehenden Einzelarbeiten erreichen nahezu die Zahl tausend. Genannt seien hier nur, neben der Ausgabe des Heliand und der Eneide Heinrichs von Veldeke, das lebendigste seiner Vücher, „Deutsche Sprache", seit 1886 in immer neuen Auflagen überallhin verbreitet, und das bunteste von allen, „Don deutscher Sprache" (1927), das eine vielseitige, auch lustige Sammlung von Aufsätzen und Reden abwechslungsvoll vereinigt. Mit beneidenswertem Kraftüberschuß hat es Kehaghel verstanden, neben aller amtlichen und gelehrten Tätigkeit dem Deutschen Sprachverein als warmherziger Kerater immer wieder den dornigen Weg zu ebnen. Ebenso widmete er der Deutschen Akademie seit ihrem Kestehen eine lebensvolle Tätigkeit. Der Bayerischen Akademie und der Gesellschaft der Wissenschaften in Göttingen gehörte er als Mitglied an. Das Literaturblatt für germanische und romanische Philologie, das er 1880 mit seinem Heidelberger Freund Fritz Neumann begründet hatte, durfte er durch 57 Jahrgänge leiten. Jeder der stattlichen Künde dankt seiner Mitarbeit die wert- Schule des Lebens. ; Wir erinnern uns noch gut an Den Tag, als uns die Schule ins Leben entließ. „Von allem Wisiens- qualm entladen" standen wir vor dem Tor der i Zukunft, im Ohr hatten wir noch Die Abschieds- , worte unseres Lehrers: „Glaubt ja nicht, daß ihr nun nichts mehr zu lernen braucht. Das Leben wird euch jetzt in seine Schule nehmen, ihr mutzt noch tausend Prüfungen bestehen, bis ihr das Dasein meistern könnt." Nun — allzuviel hatten wir uns damals unter diesen prophetischen Worten nicht vorstellen können. Wir dachten bestenfalls an ein paar Erfahrungen, Die jeder Mensch machen muß; im übrigen vertrauten wir auf unseren frischen Mut und unseren jugendlichen Optimismus. Kis wir dann eines Tages merkten, daß sich das Leben wirklich mit einer Schule vergleichen läßt, wenn auch Der Unterricht nicht mehr im Schulzimmer erteilt wird. Aus tausenD Quellen strömt täglich eine Fülle von Wissenschaft auf uns ein. Wir lernen aus jeder Bekanntschaft, die wir machen, unser Beruf bildet uns stetig weiter, jede neue Lage, und sei sie auch noch so einfach, sorgt dafür, daß unser Urteil schärfer und unsere Entschlußkraft gefestigter wird. Am stärksten aber hilft unsere Zeitung nut, Daß wir in Der Schule Des Lebens nicht „sitzen- bleiben". r p _ , ... Wie unentbehrlich uns Diese große Lehrmeisterin Der Lebensschule geworden ist, empfinden wir erst, wenn wir sie einmal aus unserem Dasein fortzu- Denken versuchen. In unserem Urlaub versuchen wir Das bisweilen. Um unsere Flucht aus Dem Alltag vollkommen zu machen, gehen mir wohl einmal Dem bedruckten Papier aus dem Wege. Aber dann haben wir schon nach wenigen Tagen das Gefühl, ein Wanderer ohne Kompaß zu fein, und erleichtert greifen wir im nächsten Gasthof zu irgendeinem Blatt, um uns in Den großen Strom Des Daseins roieDer einzuschalten. Nein — wir können unsere Zeitung auch für kurze Zeit nicht mehr entbehren. Die tägliche „Schulstunde", Die beginnt, wenn die Botenfrau am Türschlitz raschelt, ist ein unverrückbarer Punkt im Ablauf unseres Lebens geworden. Und je nach Lust und Laune können wir unseren Unterricht auf Die allemottvendigsten Neuigkeiten beschränken, oder zu einem Rundflug über alle Wissensgebiete des Lebens ausdehnen. Im Fluge lernen können — das ist es, was der Zeitungsleser voraus hat. Wir merken oft gar nicht, wie unser Wissen bereichert wird. Fast spielerisch führt uns etwa die Kritik über ein Theaterstück in literaturgeschichtliche Bezirke, Die für uns bisher Neuland waren. Die Besprechung eines Buches macht uns mit Geistesgütern bekannt, an denen wir bisher achtlos vorübergingen; ein Erinnerungsauf- satz für einen Dichter frischt längstvergessene Kenntnisse auf, Filmkunst und Malerei sprechen durch die Zeitung auch zu jenen, die von der Welt abgeschie- Den die persönliche Beziehung zu den Kulturgütern Des Lebens vielleicht verlieren würden. Es ist unmöglich, die Vielseittgkeit einer modernen Zeitung auch nur anzudeuten. Ob es sich um neue Heilmethoden, technische Fortschritte oder überraschende Entdeckungen handelt — immer findet Der aufmerksame Leser Den Extrakt Des pulsierenden Lebens in seiner Zeitung. Sie leitet über alle Gebiete menschlichen Schaffens in jene füllen Bezirke beschaulicher Betrachtung, zu Der eine schöne Novelle oDer ein guter Roman anregen. „Am färbigen Abglanz erst erkennen wir Das Leben" hat Goethe einmal in bezug auf Das Theater gesagt. In Der Tat war zu seiner Zeit Die Bühne Der einzige Spiegel, aus dem Die verwirrende Fülle Des Daseins in sinnvoller Klärung und Deutung blickte. Heute sind neben Die Bühne noch Film unD Ruiü)funk getreten, Die beide, soweit sie nicht der Unterhaltung Dienen, ebenfalls Lebensvorgänge Deuten. Aber keiner unserer mobemen Kulturüber- mittler kann sich an Vielseittgkeit mit Der Presse vergleichen. In ihr finDen wir alles wieder, was Das bunte Mosaik Des Lebens ausmacht: Die Geschehnisse in unserer Stadt und in her engeren Heimat, Die großen, das Deutsche Schicksal gestaltenden Kräfte und endlich Die alle Menschen berührenden Fragen Der Weltpolitik. So gesehen, ist Die Zeitung Die Lehrmeisterin, Die uns durch Die Schule Des Lebens führt, <5ie schaut mit tausend Augen und schreibt mit tausend Händen, was Dir Die Welt Der Obermeister Der Friseur-Innung Gießen, Hans Götz, übermittelt uns eine Zuschrift, Die einen guten Vorschlag zur Verwertung von Altmaterial enchält. Cr schreibt: „Jeden Tag liest man in der Zeitung, daß Abfälle gesammelt werden sollen unD nichts umkommen Darf. Ich mache jeDoch oft Die Erfahrung, Daß Diese Ermahnungen noch viel zu wenig beachtet werben. Bei Friseuren unD Drogisten z. B. wird täglich Zahnpasta unD Hautkreme gekauft, Die in Zinntuben verpackt sind. Wie leicht wäre es doch, wenn Der Käufer oder die Käuferin beim Einkauf die leere Tube mitbringen und diese in einen bereitgestellten Kasten werfen würde, von wo aus bann bas Altmaterial zur weiteren Verwertung abgeschickt werben könnte. Ich möchte behaupten, baß jetzt minbeftens 9 0 v. H. dieser Tuben ungenutzt in den Mülleimer wandern. Es wäre aber für die Altmaterialverwertung viel gewonnen, wenn in der hier angeregten Art seitens der Verbraucher gehandelt würde. Natürlich müssen auch die Geschäftsinhaber immer bestrebt sein, beim Einkauf Die Kundschaft auf^diese vaterländische Pflicht aufmerksam zu machen. Der Vorschlag des Obermeisters Götz verdient in Der Tat ernsteste Beachtung und allgemeine Durchführung. Hoffentlich kann man recht bald in den fraglichen Geschäften berarhge Einrichtungen im Dienste der Allgemeinheit feft- Am Montag, 12., Dienstag, 13. und Mittwoch, 14. Oktober findet in der Ortsgruppe Gießen-Sud durch die NS.-Frauenschaft die WHW.-Pfundsamm- lung statt. Es wird gebeten, die Lebensmittelspen- ben (Pfunbpakete) zur Abholung bereithalten zu wollen. Deutsches Srauentperf. Abt. Volkswirtschaft-Hauswirtschaft. Der Lehrgang für Einkochen für die Frauen- schaft Gießen-Mitte beginnt am Montag, 12. Oktober, 20.45 Uhr, in der Lehrküche der NSV. im Einhorn. Er umfaßt brei Abenbe: Montag, Dienstag, Mittwoch, und kostet zusammen 90 Pf. Aufhebung des Hessischen Industrie- und Handelskammertags. LPD. Der Reichsftatthalter in Hessen als Führer Der Landesregierung hat mit Zustimmung Des Reichs- unb preußischen Wirtschastsministers burch Gesetz vom 29. September 1936, das am 10. Oktober in Kraft tritt, beschlossen: „Der Artikel 40 bes Gesetzes über bie Industrie- und Handelskammern in Die Arbeitsschule der Deutschen Arbeitsfront, Gießen, eröffnete am Mittwoch einen Lehrgang für Laboratoriums-Assistentinnen im Hygienischen Dornotizen. Tageskalender für Samstag. 91(5(3. „Kraft durch Freude", 20 Uhr, Winzerfest in Der Volkshalle (Kasse 1 Stunde vor Beginn geöffnet). — Stadttheater, 20 bis 22.45 Uhr, „Gustav Kilian" (NS. Kulturgemeinde). — Gloria-Palast, Seltersweg: „Ave Maria". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Das Frauenparadies". — Reichskolonlal- bunb Deutsches Rotes Kreuz über See. 16 Uhr, Feier des 25jährigen Bestehens im Klub. — 18 Uhr, G A. Gebot spricht zur evang. Jugenb in Der Johanneskirche; 20 Uhr, Vortrag von G. A. Gebat „Christentum, für Minberwertige?" in ber Johanneskirche. Tageskalender für Sonntag. NSG. „Kraft durch Freude", 16 Uhr, Winzerfest in ber Dolkshalle (Kaffe 1 Stunbe vor Beginn geöffnet). — Stabttheater, 19 bis 22 Uhr „Der Bet- telftubent". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Ave Maria". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Das Frauenparabies". — VfB. Reichsbahn, 10 Uhr, Vereinswettkämpfe für Leichtathletik auf bem Walbsportplatz. Sladlthealer Gießen. Tages hinwies. Dann wurden in bester Stimmung die' Vostautos bestiegen. Die Fahrt führte über Marburg, wo eine Besichtigung bes Schlosses und anderer Sehenswürdigkeiten stattfand. Das gemeinsame Mittagessen wurde auf dem Frauenberg einaennmmen, fpäter folgte eine gemütliche Kaffeetafel, bei ber sich eine ausgezeichnete Stimmung entwickelte. Die Gesolgschatt hatte sich für ben musikalischen unb humoristischen Teil bes Tages sehr gut vorbereitet. Nur ungern trennte man sich von bem schönen Platze des gemüttichen Keifam- menseins, als bie Zeit zur Heimkehr angebrochen war. Die Fahrt verlief in allen Teilen zur vollen Zufriebenbeit ber Teilnehmer, unb sie kann in jeher Hinsicht als wohlgelungen bezeichnet werben. Der Ausflug mutbe unter Mithilfe von „Kraft durch Freude" Durchgeführt, Dieser Dienststelle gebührt für Den schönen Tag besonderer Dank. ♦* Falschgeld im Umlauf. Allem Anschein nach wird in Der Umgebung von Frankfurt von irgendeiner Person Falschgeld in Umlauf gebracht. So mußte Die Polizei in Bad Homburg in letzter Zeit gefälschte Zweimarkstücke unb Fünfzigpfennig- rur ^aaDraiunun^nHLeiutHncH .... stücke aus bem Verkehr Ziehen unb beschlagnahmen Universitäts-Institut. Pg. Dr. Schliemann be- Heber bie Herkunft ber Falschstucke konnte bisher grüßte bie Teilnehmer unb wies in kurzen Worten nichts ermittelt werden. Auf alle Falle wird das auf Die Bedeutung Der Berusserziehungsarbeit Der I Publikum gewarnt. antreten DfB.-R. 1. Schüler Sportfreunde Wetzlar Großen - Buseck (Kaletsch, Wetzlar). 1846 Hausen — TV Wetzlar II Lang-Göns — TV Lich Wißmar — TV Londorf, die II. Kreisklasse durch die Zurück» II. Garnitur der Spv. 1900 Gießen To. Tv. To. Tv. Zwei TV TD TD Leider ist ziehung der 1. Schüler. Nach ihren seitherigen Leistungen müßten die Gießener auch in Wetzlar zu einem Siege kommen können. DfB.-R. 2. Schüler — Wieseck 1. Schüler. Obwohl die Wiesecker Schülermannschaft zur Zeit in einer Aufwärtsentwicklung begriffen ist, dürfte doch ihr jetziges Können nicht dazu ausreichen, auf dem Waldsportplatz zu siegen. Die 3. Schüler spielen auf dem Waldsportplatz gegen die 1. Schüler von Staufenberg; der Ausgang des Spieles ist offen. Fußball der Kreisklaffen. Leihgestern — Steinberg (Gutmann, Atzbach). — Kl.-Linden — Lich (Nesseldreher, Heuchelheim). — Steinbach — Ruppertsburg (Keller, Lich). — Hungen — Garbenteich (Mohr, Gießen. — Heuchelheim — Rodheim (Volckmar, Wetzlar). — Turnv. Kameradschastsabend der Gießener Justizbehörden geliefert haben, stoßen in Garbenheim aufeinander. Das Ergebnis sollte schon jetzt ziemlich festliegen. Denn Hörnsheim ist trotz Ersatz in sehr guter Verfassung. — Wie der Lokalkampf in Holzheim enden wird, hängt von der Verfassung ab, in der sich die Grüninger befinden. Sie können, wenn sie wollen, sehr gut spielen. Alles Können aber wird bei der starken Mannschaft des Gegners nicht ausreichen, um die Oberhand zu behalten. — Herborn wird in Dorlar eine Mannschaft vorfinden, die sich so leicht nicht schlagen läßt. — Dutenhofen sollte, obwohl die Mannschaft noch nicht richtig in Form ist, Katzenfurt ziemlich sicher niederringen. II. Kreisklasse. Allettdorf (Lahn) — TV Nauborn Der Pressedezernent beim Landgericht Gießen berichtet uns: Am vergangenen Mittwoch Abend veranstalteten die Gießener Justizbehörden unter Leitung von Landgerichtspräsident T h ü r e im schlicht und wür- big ausgeschmückten Saale des Cafe Leib einen Kameradschaftsabend. Die Anregung hierzu hatte der an diesem Tage in dienstlicher Eigenschaft in Gießen anwesende Oberlandesgerichtspräsident Dr. Scriha aus Darmstadt gegeben, aus dem doppelten Wunsche heraus, einmal um seinen Berufskameraden von den Gießener Gerichtsbehörden auch persönlich und kameradschaftlich näherzutreten, und sodann auch, um mit den hiesigen Stellen der Partei, des Staates und anderer Behörden Füh - lung zu nehmen. Mit herzlichen Worten hieß Landgerichtspräsident Thüre, zugleich auch im Namen des Oberstaatsanwaltes, den Herrn Oberlandesgerichtspräsidenten in Gießen, in dem nördlichsten Teil seines Dienstbezirkes, der aber nicht minder schön und wertvoll sei, wie die übrigen Teile, willkommen. Ebenso herzlich begrüßte er den gleichfalls erschienenen Generalstaatsanwalt Dr. Eckert aus Darmstadt, der durch seine langjährige Gießener Tätigkeit, schon damals im Sinne der heutigen Rechtsauf- sassung wirkend, hier kein Unbekannter sei. Der Landgerichtspräsident begrüßte weiter, indem er dabei in launiger Weise die Beziehungen der Justiz zu den einzelnen Stellen und Behörden herausstellte, den Kreispropagandaleiter Schmelz als Vertreter des am Erscheinen verhinderten Kreisleiters, den SA.-Brigadeführer Schmidt, den Führer der 83. SS.-Standarte, Hauptsturmführer Müller, die Vertreter der Wehrmacht und der Militärgerichtsbarkeit, den Kreis- und Provinzial- , direktor Dr. Lotz, den Bürgermeister Prof. Dr. Hamm als Vertreter des beurlaubten Oberbürgermeisters, den Rektor, den Dekan der juristischen Fakultät und die weiter erschienenen Vertreter der Universität, ferner die Mitglieder der Rechtsanwaltschaft und schließlich die nahezu völlig erschienenen Berufskameraden nebst ihren Angehörigen. Mit eindrucksvollen Worten dankte Oberlandesgerichtsrat Dr. S c r i b a, zugleich im Namen des Generalstaatsanwalts, für die ihm zuteil gewordene Begrüßung und gab seiner Freude und Genugtuung über die Anwesenheit der Partei und ihrer könnte. 1. Kreisklasse: Garbenheim — Tv. Hörnsheim, Holzheim — Tv. Grüningen, Herborn — Tv. Dorlar, Dutenhofen — Tv. Katzenfurt. Rivalen, die sich schon oft harte Treffen 190Ö 3. Jugend — VfB.°R. X Jugend. 1900 1. Schüler — Leihgestern 1. Schüler. 1900 2. Schüler — Klein-Linden 1. Schüler. Der kommende Sonntag sieht alle Mannschaften, außer der 3. Schüler, wieder auf dem Plan. Man wird mit verschiedenen spannenden Spielen rechnen können. Größtes Interesse dürfte das Treffen der 1. Jugend erwecken, die den Lokalgegner auf eigenem Platz zum fälligen Verbandspiel empfängt. Die 1. Jugendmannschaften beider Vereine haben sich von jeher schöne Kämpfe geliefert, und es wird auch in diesem Spiel jede Mannschaft bemüht sein, zu gefallen Die Blauweißen sind gezwungen, in vollkommen veränderter Aufstellung anzutreten. Es bleibt abzuwarten, wie sich dies auf die Gesamtleistung der Mannschaft auswirkt. Beide Mannschaften waren bemüht, die Stürmerreihe möglichst schlagkräftig zu stellen. Es wird mit ausschlaggebend sein, welche Verteidigung den gegnerischen Angriffen am besten standhält. 1900s 2. Jugend tritt die Fahrt nach Garbenteich nicht ohne Hoffnung an. Obwohl Spieler für die 1. Jugend berücksichtigt wurden, ist die Mannschaft nicht sehr geschwächt. Allerdings ist Garbenteichs Jugend nicht leicht zu nehmen, sie hat verschiedentlich ihre Spielstärke bewiesen, binzukommt noch die Lage des Sportplatzes der Gastgeber. Die Tatsache bedeutet ein großes Plus für den Gegner, das nur durch Eifer und überlegtes Spiel ausgeglichen werden kann. Ein Freundschaftsspiel trägt die 1. Schülermann- schäft Tn Leihgestern aus. Leihgestern stellt eine kräftige Mannschaft, die die große Spielerfahrung der 1900er durch Eifer auszugleichen versuchen wird. Man sollte den Blauweißen einen Sieg zutrauen. Auch die 2. Schülermannschaft spielt auswärts, in Klein-Linden. Die Stärke der Schüler Klein- Lindens ist unbekannt, man kann also eine Voraussage nicht treffen. VfB.-Neicksbahn Gießen. Die Einteilung des Stundenplans der Uebungs- stunden im Winter 1936/37 wird im heutigen Anzeigenteil bekanntgegeben. Die Dereinsmitglieder mögen die Anzeige beachten. Die Ligamannschaft in Lollar. Die Gießener gehen am Sonntag nach Lollar einen schweren Gang. Die Lollarer Mannschaft konnte in der Bezirksklasse sich bis jetzt erfolgreich behaupten. Demgegenüber waren die Gießener bis jetzt ohne jeden Erfolg. Die moralische Auswirkung dieser Tatsache dürfte am Sonntag vielleicht die ausschlaggebende Rolle spielen. Während die Lol- um eine spielstarke Mannschaft ärmer geworden, auf deren Auftreten man allgemein gespannt war. An ihre Stelle tritt nunmehr der TV Nauborn, der allerdings ebenfalls kein Unbekannter ist. Allendorf hat im ersten Spiel keine große Leistung gezeigt. Die Mannschaft wird auch morgen wieder verlieren, wenn sie sich nicht endlich einmal aufrafft. — Hausen sollte es nicht schwer fallen, trotz Ersatz die Gäste ziemlich einwandfrei zu schlagen. Denn die Gastgeber verfügen über eine Mannschaft, die große Aussichten hat, ein Wort in der Entscheidung mitzusprechen. — Auch Langgöns ist sehr gut in Fahrt und sollte deshalb mit Lich schon fertig werden. Handball der Gp.-Dg. 1900. Die erste Mannschaft muß nach Niedergirmes zum fälligen Verbandsspiel. Da sie nicht in kompletter Aufttellung den Weg nach dort antritt, muß sie sich sehr strecken, um gut zu bestehen. Die Niedergirmeser Mannschaft ist als sehr spielstark bekannt. 1900 Jugend — Dutenhofen Jugend. Wieder einmal stehen sich die beiden Jugend ■ Mannschaften von 1900 und Dutenhofen gegenüber, diesmal in einem Verbandsspiel. Die 1900er müssen auch dieses Derbandsspiel ohne den Halblinken Goß bestreiten. Die Mannschaft Gengnagel, Hans Zimmer, Willi Koch, Franz Hasenzahl, Heinz Ortwein, Helmut Korrel, Heinz Adolf, E. Kopp, Heinz Zimmer, Kunz dürfte in der Lage sein, auch mit 10 Mann gegen die Kameraden aus Dutenhofen zu gewinnen. Das Spiel findet auf dem 1900-Platz statt. Handball im Männer-Turnverein. Die erste Mannschaft des Mtv. empfängt auf eigenem Platze den TV. Heuchelheim. Heuchelheim greift am Sonntag zum erstenmal in die Ereignisse ein, man kann sich also kein genaues Bild von der Mannschaft machen. Das eine steht jedenfalls fest, daß die Gießener ganz anders auffahren müssen, als in Marburg, sonst können sie unter Umständen am Sonntag zwei weiteren Punkten nachtrauern. Hoffentlich nimmt sich die Mannschaft die vernichtende Niederlage gegen Marburg etwas zu Herzen und handelt dementsprechend. Seipp ist immer noch verletzt, vorläufig ist an seine Verwendung nicht zu denken. Volz ist am Sonntag nicht abkömmlich, sein Fehlen bedeutet jedoch keine Schwächung der Mannschaft. Man hofft im Gießener Lager auf einen klaren Sieg. Die zwei Jugendmannschaften spielen im Verbandsspiel gegeneinander. Die erste Jugend, die augenblicklich wohl keinen Gegner ihrer Klasse zu fürchten hat, wird dieses Spiel haushoch gewinnen. Sie führt bisher in der Tabelle mit 4:0 Punkten und einem Torverhältnis von 29:11. Handball im Turnverein 1846 Gießen. Am kommenden Sonntag empfängt die Jugendhandballmannschaft des Tv. 1846 auf dem Universitätssportplatz die Jugend des Tv. Krofdorf zum.fälligen Verbandsspiel, lieber Krofdorfs Stärke ist wenig bekannt. Die 46er werden sich anstrengen müssen, um die beiden Verlustpunkte wieder gutzumachen. Oie Bezirksklaffe am Sonntag. Lollar — VfB. Reichsbahn Gießen, Burg — Alsfeld, 1900 — Sinn, Wetzlar — Naunheim, Bissenberg — Dillenburg. Die DfB.er treffen in Lollar auf einen Gegner, der in seiner augenblicklichen Form den Gießenern eine weitere Niederlage bringen kann. Die Alsfelder dürften in Burg klar unterliegen. Da die ©inner ihren Torhüter nicht zur Stelle haben, gegen sie gegen 1900 geschwächt in den Kampf. Es ist abzuwarten, wie die 1900er sich mit der wuchtigen Spielweise des Gegners abfinden. In Wetzlar ollte im Lokalkampf gegen Naunheim vielleicht chon die Vorentscheidung über den künftigen Meiler fallen. Dieses Mal ist man geneigt, den Wetzlarern die besseren Gewinnchancen einzuräumen. Die Bissenberger werden auf eigenem Platze sich von den Dillenburgern kaum schlagen lassen. Da aber dieses Spiel ebenfalls ein Lokalkampf dar- ftetlt, ist eine Überraschung nicht ausgeschlossen. Spielvereinigung 1900 Gießen. 1900 Liga — VL. Sinn. Die Blau-Weißen empfangen am Sonntag den Ballspiel-Club Sinn zum fälligen Verbandsspiel. Die letzte Begegnung konnte 1900 klar mit 5:0 für sich entscheiden. Diesmal liegen die Verhältnisse nicht so einfach, denn die Gäste haben sich inzwischen stark verbessert. Ihr bekanntester Spieler ist der Tormann B e e tz , der dem Olympia-Vorbereitungs- kursus angehörte und bei den Uebungsspielen der Auswahlmannschaften eine gute Figur abgab. Der blau-weiße Sturm muß schon mit gutplacierten Schüssen aufwarten, um zu Erfolgen zu kommen. Die Verteidigung und Läuferreihe zeichnet sich durch starken Einsatz aus, der Sturm versucht auf dem schnellsten Weg zu Toren zu kommen. Umständliche Kombination wirb vermieden, sobald die Stürmer in Tornähe sind, wirb aus allen Lagen geschossen. Die Aufttellung der Blau-Weißen für bas Spiel ist folgende: Fischer; Zeiler, Lippert; Erhard, Mank, Garth; Schellhaas, Heilmann, Jager, Schäfer Heuser. Die Aufttellung Heilmanns im Sturm soll demselben mehr Durchschlagskraft verleihen. Auf Linksaußen erscheint mit Heuser em neuer Mann. Sein Auftreten beim Jubiläumsspiel gegen den Turnverein war erfolgversprechend. Vielleicht tritt durch die beiden Veränderungen der lang ersehnte Umschwung in der Fünferreihe der Blau-Weißen etn. Jugendfußball der Spielvereinigung 1900. 1900 1. Jugend - DfB.-R. l. Wnö. 1900 2. Jugend — Garbenteich 1. Jugend. tarn Mannschaft Sonntag für Sonntag in einheitlicher Aufstellung spielt, sind die Gießener diesesmal darauf angewiesen, wesentliche Veränderungen vorzunehmen. Sie haben daher nicht nur die Aufgabe, die gefährliche Lollarer Mannschaft abzusto^>pen, sondern darüber hinaus sich selbst zu einer Einheit zusammenzufinden. Da den Gießenern die Spiel- ftärte der Lollarer Mannschaft nur allzu gut bekannt ist, wissen sie genau, wie schwer es fein wird, sich dort durchzusetzen. Da die DfB.-R. ihr Können mit dem des Gegners steigern können, so glaubt man, daß die Mannschaft, wenn sie mit dem nötigen Siegeswillen sich einsetzt, wenigstens den Umständen entsprechend abschneidet. Die DfB.-R. 2. Mannschaft hat in Lollar schon immer unglücklich gekämpft. Da sie dieses Mal fast alle ihre etatmäßigen Spieler zur Stelle hat, so könnte ihr vielleicht ein Sieg gelingen. Allerdings wird auch sie schwer kämpfen müssen. Jugendfutzball. Die 2. Jugend fährt nach Großen-Linden, um gegen die dortige 2. zu spielen Gerade die Unzulänglichkeit des Großen-Lindener Platzes hat schon manche Mannschaft vollkommen aus ihrer sonstigen Spielweise gebracht. Eine Niederlage der Gießener wäre keine Ueberraschung. Auf eigenem Gelände empfängt die 3. Jugend die gleiche des Lokalgegners. Da beide Mannschaften in letzter Zeit wiederholt die Klingen gekreuzt haben, so muß man nach der gezeigten Spielstärke den Platzbesitzern einen Sieg zutrauen. Die 4. Jugend hat in Staufenberg einen Gegner, der sie geschlagen nach Hause schicken könnte. Klassen wieder zum Teil recht interessante Begegnungen auf, so in der Bezirksklasse: Mtv. Gießen — To. Heuchelheim, Münchholzhausen — Lützellinden, Tuspo. Niedergirmes — SpV. 1900 Gießen, lieber die Verfassung, in der sich die Heuchelheimer Mannschaft befindet, liegt nichts vor. Daher kann über den Ausgang des morgigen Spiels keine bestimmte Voraussage getroffen werden, zumal sich anscheinend auch Der Mtv. noch nicht wieder gefunden hat. — In Münchholzhausen dürste es einen jcharfen Kampf geben, der ebenfalls noch nicht ent» jchieden ist. Lützellinden tritt in altbewährter Aufstellung an, während die Gastgeber ihre Mannschaft durch Neueinstellung wesentlich verstärken konnten. — Keine großen Chancen hat 1900 in Niedergirmes; denn die Einheimischen sind, zumal auf eigenem Platz, eine nicht zu unterschätzende Mannschaft, die sich bis jetzt recht ansprechend eingeführt htzt. Das Ergebnis könnte vielleicht eine wesentliche Aende- rung erfahren, wenn 1900 endlich einmal komplett Gliederungen, sowie der übrigen Ehrengäste Ausdruck. Er betonte in biesem Zusammenhang, baß er den allergrößten Wert darauf lege, mit allen Trägern des Staates, insbesondere der Bewegung, in engster Verbindung zu bleiben und zusammenzuarbeiten, und daß darüber hinaus diese Beziehungen nicht nur dienstliche, sondern auch persönliche sein sollen. Im weiteren Verlauf seiner Ausführungen beschäftigte sich der Oberlandesgerichtspräsident unter anderem auch mit den Aufgaben und der Stellung des heutigen deutschen Rechtswahrers und aller derjenigen, die berufen sind, Diener am Recht und damit an der Volksgemeinschaft zu sein. Gerade der nationalsozialistische Rechtswahrer, so stellte der Oberlandesgerichtspräsident fest, müsse besonderen Wert darauf legen, daß er mit dem Geist Adolf Hitlers erfüllt sei, mit einem Kampfgeist, einem Geist bes Glaubens. Nicht mehr dürfe er der neutrale Beamte von früher, der hoch über den Dingen und über ben Volksgenossen steht, sein, sondern er müsse ein politischer Beamter sein, der. fest verwurzelt in der nationalsozialistischen Weltanschauung, als Glied inmitten der lebendigen Gemeinschaft des deutschen Volkes steht. Mit einem Treuegelöbnis zum Führer beschloß der Oberlandesgerichtspräsident seine von den Anwesenden mit großem Beifall aufgenommene Ansprache. Der nun folgende Teil des Abends war ausgefüllt mit einer vielseitigen Vortragsfolge teils ernster, teils heiterer Art. Die aus Angehörigen der Gießener Justizbehörden zusammengestellte Hauskapelle und ein ebensolcher Männerchor, schauspielerische, musikalische und gesangliche Darbietungen, fast durchweg von Berufskameraden vorgetragen, standen künstlerisch auf beachtlicher Höhe und sanden den ungeteilten Beifall der Anwesenden. Ganz besonderer Er- währung bedarf der Vortrag eines Trios für Violine, Cello und Klavier von Beethoven, bei dem sich der Oberlandesgerichtspräsident, begleitet von zwei Frankfurter Künstlern, als Meister der Geige erwies. In kameradschaftlicher Unterhaltung und angeregtem Gedankenaustausch enteilten die Stunden nur allzu rasch, und als man sich trennte, hatte man das Bewußtfein, einen von echtester Kameradschaft getragenen, in jeder Beziehung wohlgelungenen Abend verlebt zu haben, der allen Teilnehmern noch lange in bester Erinnerung bleiben wird. Großen-Linden II — Heuchelheim II (Hillebrecht, Großen-Buseck). — Steinberg II — Leihgestern II (Eckard, Großen-Linden). — Bieber — Grüningen (Weil, Vetzberg). — Staufenberg — Treis (Hofmann, Wieseck). — Londorf — Rüddingshausen (Erb, Flensungen). — Wißmar — Wieseck (Bill, Naunheim). Das Tressen in Leihgestern werden die Teutonen aus Steinberg sicher zu ihren Gunsten entscheiden, benn die Stärke der Platzbesitzer ist zur Zeit nicht so, baß sie dem Spitzenreiter irgendwie gefährlich werden könnten. Das Spiel in Klein-Linden spricht für den Platzbesitzer, während in Steinbach die Aussichten offen sind. Ruppertsburg, das anstelle von Laubach in der hiesigen Gruppe teilnimmt, gehörte seither zur Gruppe Büdingen. Die Spiele Hungen — Garbenteich und Heuchelheim — Rodheim stehen ebenfalls im Zeichen ber Platzbesitzer. Dagegen werden die Turner gegen Großen-Buseck auf eigenem Platz alle Mühe haben, sich erfolgreich burchzusetzen. In ber zweiten Kreisklasse der Gruppen Gießen und Wetzlar stehen fast alle Begegnungen im Zeichen der Platzbesitzer. Die einzige Ausnahme wäre, daß Wieseck in Wißmar siegreich bleibt. , FETenlonia^ Watzenborn-Steinberg Am kommenden Sonntag treten wieder drei Mannschaften auf den Plan. Die erste Mannschaft muß zum fälligen Verbandsspiel nach Leihgestern. Obwohl das letzte Spiel in Leihgestern für die Teutonen mit 5:1 gewonnen wurde, darf dieses Spiel von den Teutonen nicht als Spaziergang betrachtet werden, denn Leihgestern stellt immerhin noch eine schnelle Mannschaft ms Feld, die unter keinen Umständen zu unterschätzen ist. Die zweite Mannschaft empfängt dagegen die zweite Mannschaft von Leihgestern ebenfalls zum fälligen Verbandsspiel. Hier kann bei einer guten Mannschaftsaufstellung der Teutonen ber Sieg bei den Einheimischen bleiben. Allerdings soll man die neuaufgestellte zweite Mannschaft von Leihgestern nicht unterschätzen. Die erste Jugendmannschaft spielt in Steinberg gegen die gleiche von Großen-Linden. Hier müssen sich die Einheimischen schwer dranhalten, um gegen die starken Gäste nicht zu verlieren. Fußball in Londorf. Am morgigen Sonntag wird die 1. Mannschaft bes Tv. Londorf gegen die gleiche Mannschaft des VC. Rüdbingshausen antreten. Beide Mannschaften haben sich in den letzten Jahren mit wechselndem Erfolg gegenübergeftanben. Sie werben am morgigen Sonntag in stärker Aufstellung antreten. Handball im Kreis Lahn-Dill(GauXH) Mit dem morgigen Sonntag, an dem die Handballer nach der Erntedankfestruhe ihren Spielbetrieb wieder aufnehmen, tritt erstmals auch unser heimischer Vertreter der Gauklasse, der Tv. Wetzlar, auf den Plan. Wir wissen nicht, wie seine Mannschaft steht, glauben aber kaum, daß er sich gegen die starken Mannschaften aus Kassel wird behaupten können. Daneben weist das Programm der übrigen Zuverlässige Haarpflege! 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Bekanntmachung ,18' 2-20 Turnen Alte Herrn 6417C ^feinXicfb Gießen 6408A Frankfurter Straße 52 56 - Fernruf 2847/48 Meine Aitteig en Im Gießener Anzeiger werden von Tauienden beachtet und geleien- Ludwig Walz Karola Walz, geb. Schlosser Wissenschaft!. Werke Sondergebiet der Brühl’schenDruckerei Gleßen Marburger ©fr. 100), den 10. Ott. 1936 6,23D fiimmun^sftopcllc Eigene Metzgerei - Bekannt gute Küche - Solide Preise - Hessen - Quell - Pilsner - Beste " eine Noch haftet in ------- -- -- - - .. Erlebnis von der 750-Jahrfeter, und schon steht wiederum ein bedeutendes Ereignis vor der Tur em Ereignis ureigenster Art, das alljährlich wiederkehrt und das nicht nur unsere Stadt bewegt, sondern das seine Wirkung auch auf die nähere und weitere Umgebung ausstvahlt: der Grünberger Gallusmarkt. Er kann schon auf ein sehr ehrwürdiges Alter von über 450 Jahren zurückschauen und hat sich trotz allem Wandel der Zeiten nicht nur behauptet, sondern eine hervorragende Stellung gesichert, die weit über den Rahmen der sonst üblichen Jahrmärkte hm- ausract. Geht doch die Zahl der Marktbesucher ftets in die Tausende. Beispielsweise beförderte im Dor- ahre die Reichsbahn 3692 Personen, eine sehr beachtliche Zahl, wenn man berücksichtigt, daß bei der Abwanderung des Verkehrs zum Auto wohl mindestens die gleiche Zahl Marktbesucher dieses Beförderungsmittel benutzte, ungerechnet die Zahl der aus' nächster Umgebung kommenden Fußgänger. Gallusmarkt ist das große Ereignis und Fest für Grünberg und Umgebung, das an der Wende zw^ fchen Sommer und Winter steht. So bunt wie sich der um die Stadt gelagerte Wald in seinem Herbstkleid zeigt, so bunt ist das Bild der Stadt an den Markttagen. Bunt von den Wimpeln, die sich m breiten Girlanden über die Straßen hinziehen, bunt von den Marktbesuchern aus Stadt und Land, bunt von der Zelt- und Budenstadt, die draußen vor den letzten Häusern der Stadt auf der Käswiese für die Markttage erstanden ist und deren Ausdehnung mancher „Messe" nicht nachsteht. Die ganze Stadt ist ein bewegtes, fröhliches Gewimmel; auf den Zufahrftraßen kommen von allen Seiten in un- »I । i„ von3 bis 20v.H. erhalten Sie bei wieder- NaCnl3886 holten Veröffentlichungen einer Anzeigei Weintrmker! Trotz Preisaufschlag gebe nach wie vor das Glas 35er Horrweiler Rheinwein im Ausschank zu 20 Pf. Süßer Traubenmost 25 Pfennig. Weinstube Naafs Häuschen Walltorstr. 32 l 645^] Telefon 3520 Sonntag, den 18. Oktober: 13.30 Uhr in der Turnhalle: Ziehung der Gallusmarktverlolung, Dachfeier auf dem Justplatz. greift keinen Stoff an, ist unschädlich, selbst für feinste Gewebe! 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Auf dem Juxplatz dudeln Karussells und Luftschaukeln ruhig ihre Weisen weiter, ertönen die hochtrabenden Ankündigungen und Einladungen zum Besuche der einzigartigen Sehenswürdigkeiten ununterbrochen fort, „verschenkt" der billige Jakob weiter seine Kostbarkeiten und in unaufhaltsamem Fluß wogt die Menge zwischen Markt und Stadt hin und her, in der Stadt klappen die Türen zu Laden und Gasthäusern weiter ohne viele Ruhepausen, m allen Sälen der Stadt dreht sich die Jugend im Tanze, und erst spät, sehr spät in der Nacht klingt das I Heimatabend bietunqen der Grünberger Vereine vor allem durch die Mitwirkung von Mitgliedern des Stadttheaters Gießen eine besondere Anziehungskraft ausuben wird. Dienstag abend (13. Oktober) ist auf dem Marktplatz vor dem Rathause die Eroffnmig des Gallusmarktes durch Platzmusik, Ansprache, des Bürgermeisters und Hissung der Marktfahne (blauweiß-rot). Dieser alte Brauch bedeutet, daß die Stadt drei Tage unter Marktrecht steht; u. a. besagt das, daß auf dem Markte den Anordnungen des Marktmeisters und seiner Gehilfen, der Marktwache, deren Amtswürde durch das Tragen eines langen Säbels an einem über die Schulter hängenden Ledergurt gekennzeichnet ist, Folge geleistet werden muß, ferner, daß für die Tage des Marktes die Polizeistunde aufgehoben ist. Am Mittwoch, (14. Oktober), dem Hauptmarkttag, ist Pferde-, Rmdmeh- und Schweinemarkt, daneben Krämermarkt unö Volksbelustigung, in den Gasthäusern und' M der Turnhalle Tanzmusik. Am Donnerstag (15. Oktober), als zweiten Markttag, ist Fortsetzung des Kramer, Marktes und der Volksbelustigung, außerdem ist für den Nachmittag in der Turnhalle eine Großveranstaltung von „Kraft durch Freude vorgesehen. Am Sonntag (18. Otober) ist nach der Ziehung der Gallusmarktverlosung in der Turnhalle anschließend auf dem Juxplatz der Ausklang des Marktes. Selbstverständlich wird die Stadt wahrend der Markttage, wie das schon seit etwa einem Jahrzehnt üblich ist, wiederum reichen Flaggen- und Wimpelschmuck tragen. Für das Rathaus ist von der Gallusmarktkommission eine Beleuchtungseinrichtung beschafft worden, so daß dieses Jahr zum ersten Male am Dienstag« und Mittwochabend dieses altehrwürdige Gebäude in Hellem Lichter» glanze erstrahlen wird. ___________ Markttreiben aus. Gallusmarkt tft nur einmal im Jahre; er ist ein Fest und mehr noch, eine Feier, zu der man mit Vergnügen kommt und bei der man vergnügt bleibt trotz aller Sonntag, den 11. Oktober: 11-16 Uhr: Ausstellung der Gewinne der Gallusmarktverlosung im unteren Rathaussaal. 20 Hhr: Heimatabend in der Turnhalle. 3m Mittelpunkt des Programms: »Schach dem Zaren", dramatische Szene von Wilh. Muller-Scheld, aufgeführt von Mitgliedern des Stadttheaters Gießen. Ziele zustreben. _ ,, .. . Und dieses Ziel ist der Gallusmarkt in Grünberg. Nicht der Krämermarkt allein, obwohl er die meisten durch seine Große und lustige Buntheit anlockt, auch nicht der Vieh- und Ferkelmarkt allein, obwohl er ebenfalls ein wichtiges wirtschaftliches Moment in dem großen Marktgetriebe ist. Markt hält Grünberg zwei Tage lang mit all seinen Geschäften und Gasthäusern, die ihre Auslagen für diese Tage besonders reich ausgestattet, ihre Vorräte besonders gut beschickt und ihre Türen besonders weit geöffnet haben, um die vielen Wünsche der Tausende befriedigen zu können, für die der Gallusmarkt in Grünberg nun einmal das Dienstag, den 13. Oktober: 20 Uhr auf dem Marktplatz: Eröffnung des Gallusmarktes durch Plahmusik, Ansprache des Bürgermeisters und Hissung der Marktfahne, anschließend Anfeiern des Marktes in den Lokalen der Stadt._________ m Gründen aller Erinnerung^un^rbr°ch«n.r SW W «ro^und «E näher man der Stadt kommt, um so stärker werden die Züge von Menschen und Wagen, die alle e l n e m Der neue 3To Opel-Blitz Lastwagen Launen des Wettergottes. Es ist ein eigener Zauber, der an dem Worte Gallusmarkt haftet. Daß er den geborenen Grun- berqer besonders in seinen Bann zieht, ist nicht weiter verwunderlich. Leicht zu verstehen ist daher auch bei den vielen auswärts wohnenden Grun- bergern, daß sich bei ihnen alljährlich zur Herbstzelt, ähnlich wie bei den Zugvögeln die große Reife- sehnsucht einstellt, die sie nach der alten Heimat eilen läßt, um hier das aus der Jugendzeit so wohlbekannte Fest mitfeiern zu helfen. Aber auch aus Fremde wirkt der Zauber des Gallusmarktes, denn groß, sehr groß ist die Zahl der alljährlich immer wiederkehrenden, gleichsam als Stammgaste anzusprechenden Marktbesucher. Der gute Ruf, den der Gallusmarkt weit und breit genießt, ist mit ein Verdienst der rührigen Marktkommission, die in eifriger, selbstloser Arbeit für die Ausgestaltung des Marktes tätig ist. Schon oft hat sie andere große Märkte besucht, um dort Anregungen für den Gallusmarkt zu holen. Aus dem gleichen Grunde war er aber auch schon mehrmals das Ziel von Marktkommissionen anderer oberhessischer Landstädte, z. B. Nidda, Vilbel und Ortenberq, dessen „Kalter Markt" ja der nächste größere Nachfolger unseres Gallusmarktes ist. Zum Schluß noch eine kurze Darstellung, wie Bürgermeister und Gallusmarktkommission den Verlauf des diesjährigen Gallus- Marktes festgelegt haben. Der vorausgehende Sonntag (11. Oktober) bringt als Einleitung einen I Heimatabend in der Turnhalle, der außer Dar- Sanitäre Anlagen Heizungen,Reparaturen nur bei Withoii Seltersweg63 ■ Telefon2037 W1ESECK Sonntag, den 11. Oktober: •TANZ• Es ladet ein 04612 Wilhelm Dorfeld Dienstag, den 13. Oktober 1936, findet in Gießen Rindvieh- (Ruhvieh.) Markt statt. Austriebszeit von------------- 7 30 Uhr bis 8.30 Uhr vormittags. Sämtliches Vieh Montag: i6l/?-18‘/sTurnen Schüler wird gegen Maul- und Klauenseuche schutzgelmpft — - m------- n™ Nächster Schweinemarkt: Mittwoch, den 28. Okto- Jifcssiscfier 3€of Crunberg, am Gallusmarkt Dienstag, Mittwoch und Donnerstag Achtung! Einmaliges großes Achtung! Schaukochen im neuen Dauerbrand-Küchenherd. (Heißluftherd mit Rippenheizung.) D. R. P. Um allen Hausfrauen, Ehemännern und Brautleuten Gelegenheit zu geben, diesen „Wunderherd" kennen zu lernen, veranstalten wir Montag, den 12., und Dienstag, den 13. Oktober, abends 8.15 Uhr, im „Löwen", Neuenweg, eine große Koch-, Brat- u. Backvorführung Einwecken von 60 Gläsern auf einmal. — Immer saubere Töpfe. Kein Kochdunst mehr. Tag und Nacht wohnwarme Küche.—DieserHerd arbeitet ohne Holz,Steinkohle, Strom, Gas oder flüssigen Brennstoff. Der ideale Herd für lebe Wohnung. Anschaffung infolge Zahlungserleichterung jedem ermöglicht. Ehestandsdarlehen und Bedarfsdeckungsscheine für Kinderreiche werden in Zahlung genommen. Kostproben! Eintritt frei! Kuchenverlosung! (Bitte Teelöffel mitbringen) Kommen! — Sehen! — Staunen! 04666 und Rüben, paßt auf jed. Wasch zub er. Leistung 60 *TT i'T*! Pfd.jeMinute . . Trommel verzinkt. Preis 28.85 Mk. Hersteller: Fr. C.Weiß Nacht., Inhaber Heinrich Schroer, Landmaschinen, G riinberg (Hessen) 1 Umschuldung von Aufwertnngs - Hypotheken und sonst, hochverz. Hypotheken durch unkündbare 5%ige Tilg.- Hypotheken (Bankgelder). 64o?v Agentur: Broeckelmann sen. and Grand, Kassel, Ständeplats 18. ZUM GALLUSMARKT empfehle ich: Mäntel für Herren, Damen und Kinder, billige Strickkleider, Strickwesten, Pullover, Unterzeuge, Lodenjoppen, Kleiderstoffe, Waschsamte, Hemdenstoffe, Bettzeuge, Damaste s6432V B I e y I e-Erz e u g n i s s e Rudolf Römer > Grünberg Sperrzeit der Tauben. Die Besitzer von Tauben werden aufgefordert, ihre Tauben während der Saatzeit vom 7. Oktober 1936 bis 7. November 1936 einschließlich einzuhalten, andernfalls die Taubenhalter zu gewärtigen haben, daß sie bestraft und die Tauben von dem Feldschutzpersonal abgeschossen werden. coccr Gießen, den 6. Oktober 1936. 6355L Der Oberbürgermeister. I. 23.: Dr. Ham m. DIE KNEIPP-KUB DEUTSCHE WK Mr. 258 vierter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Samstag, ly. Oktober 1936 W. W M "M I ..... Ein stattliches Wohnhaus erstand am Platz an der Curtmannsstraße. In schlichten Formen wurden Wohnhäuser im Schwarzlachgebiet gebaut. - Ecke Bismarckstraße - Nahrungsberg. Blick über die neuesten Häuser im Ostmarkenviertel an der Licher Straße. Viele freundliche Häuser bilden die neugeschaffene Fröbelsttaße. (Aufnahme [8]: Neuner, Gießener Anzeiger.) MW Die Jahnstraße mit den Häusern der Baugenossenschaft 1894, j wo der Dieser Rückschau auf das Wachsen der Stadt und die dabei erreichten Verbesserungen der Wohnkul- das aus und stätte Seltersberg und der Orthopädischen Klinik, dazu gleich noch ein ganz neues Stadtviertel an Stelle des damaligen einsamen „Siedlers in der Wüste", der dort als Bahnbrecher für die Bebauung wirkte und mit Recht als Ortsältester des neuen Stadtteils anzusehen ist. Wir erfreuen uns dort oben auch an dem stattlichen Bau des Studentenhauses und denken mit Unbehagen an die Unzulänglichkeiten seines Vorgängers am Burggraben, verhältnismäßig schnell die wachsende Stadt den Landschaftscharakter umgestaltet. Die Straßenbahn hat dort auch bereits ihre Schienen weiter nach Osten hin gestreckt, und vielleicht dauert es nur noch wenige Jahre, bis dort der Wald noch stärker als bisher der Herrschaft der Baumeister das Feld räumen muß. — Im Schwarzlachgebiet war die Entwicklung ähnlich. Auch dort wollte jahrelang kein Mensch wohnen. Die Gegend wurde von man- heute mehr denn je zuvor in das Feld hinausstrebt. Das Eichgärten-Gebiet, die Gegend am Nahrungsberg und nach dem „Nizza" zu, anschließend „Am Hegstrauch", das Gelände am Aulweg und am Wartweg, jenseits der Lahn „Sachsenhausen", insbesondere der Leimenkauterweg, ferner an der äußeren Marburger Straße, und viel- Den Aufgaben der neuen Zeit und ihren Zielen auf dem Gebiete des Wohnmesens wird durch diese Bauten unserer wachsenden Stadt Gießen in guter Weise gedient. In diesen Wohnungen finden Men- schen ihre Heimstatt, die nun sicherlich mit ihrer Wohnweije und -ihrer Geltung zufriedener fein Umfangreiche Wohnhaus-Neubauten unternahm die „Mibau" am Wartweg. straße im Eichgärtengebiet, ebenso nach dem Nizza zu, teilweise auch am Wartweg. Selbst da, wo man aus bau- und finanzwirtschaftlichen Gründen mehrere Familien unter einem Dache im Hausbau vereinigen muß, wird Wert darauf gelegt, daß die Familien die Möglichkeit haben, ihren Wohnbezirk für sich zu besitzen und dadurch gewissermaßen Eigenheim-Wohner zu werden. Und mit Genugtuung ist hervorzuheben, daß man jetzt auch bei der Wohnraumbeschaffung für minderbemittelte Volksgenossen in den Häusern am Leimenkauterweg alles vermeidet, was -geeignet wäre, diesen Wohnhausbauten den unangenehmen Charakter von „Notwohnungen" unseligen Angedenkens zu geben. In diesem Zusammenhänge sei der Hoffnung Ausdruck verliehen, daß die Stadtverwaltung bald die Möglichkeit haben möge, die vor etwa einem Jahrzehnt geschaffenen Wohnbaracken an der oberen Kaiserallee zu beseitigen, die man doch nur als Verschandelung des Straßenbildes bezeichnen muß. I tur vieler Volksgenossen wollen wir nun einen kurzen Blick auf die Gegenwart folgen lassen. Hier können wir _bie erfreuliche Feststellung leicht schon in nicht zu ferner Zeit wieder Schwarzlachgebiet sind die Stätten, von denen die Stadt sich in die Landschaft hinein reckt streckt. Erfreulicherweise wird dabei darauf gesehen, daß keine Wohnbauten errichtet werden, deren sich unsere Stadt einmal zu schämen hätte. An manchen Stellen kommt auch der Eigenheimbau stark zur Geltung, so insbesondere bei den Wohnhausbauten der Baugenossenschaft 1894 an der Jahn- aber trotz aller Hemmnisse und Raumnöte mit — gleichen Liebe und Freudigkeit für den Studiker gearbeitet wurde, wie jetzt in dem neuen und größeren Heim am Leihgesterner Weg. — Und war's nicht ebenso mit dem sog. Professoreneck? Jahrelang wollte auch dort kein Mensch bauen, bis sich schließlich eine Familie, die durch ihr ganzes Leben mit Baum und Strauch, mit Acker und Pflanze, mit Blumen und mit dem Schaffen in der Stadt und Land berühren M, = Neubauten sm Leimenkauterweg. Gießen, die wachsende Stadt. Zahlreiche neue Straßen, neue Häuser und viele schöne Wohnungen chen als „kalt" bezeichnet, anderen war sie zu weit von der Stadt abgelegen. Beides war unbegründet, nur ein falsches Vorurteil. Eines Morgens aber, vor etlichen Jahren, erschienen die Werkleute des ehrsamen Bauhandwerks in der Verlängerung des Asterwegs nach dem Rodtberg zu, mit Volldampf ging es an die Arbeit, und schon nach wenigen Monaten standen die Häuser mit zahlreichen Kleinwohnungen im Rohbau fertig da. Und dann wuchs auch an dieser Stelle die Stadt immer mehr. Heute sehen wir dort zahlreiche schmucke Häuser, die Kleinwohnungszwecken dienen und in denen sich viele Volksgenossen wohlfühlen, die vorher irgendwo in der Enge der Stadtmitte, oder in irgendeiner Mansardenwohnung allerlei Unbill einer baulich mangelhaften und räumlich sehr dürftigen Kleinwohnung hatten ertragen müssen. Die wachsende Stadt ist diesen Familien zum Wohltäter geworden. Sie hat ihnen die Möglichkeit gegeben, zu annehmbaren Preisverhältnissen eine Wohnung zu beziehen, die hygienisch einwandfrei und mit neuzeitlicher Ausstattung versehen ist, die ihren Bewohnern die elementaren Voraussetzungen einer gesunden Wohnweise in Gestalt von viel Sonne, Licht und Luft bietet, dazu in vielen Fällen noch ein Stückchen Gartenland aufweist, mit dessen Hilfe die Familie ihre Küchenwirtschaft bereichern und den Geldbeutel des Hausvaters schonen kann und die schließlich auch hinsichtlich der Ruhe den berechtigten Wünschen Erfüllung bringt. Alles Vorteile, die von den Bewohnern geschätzt werden. freien Gottesnatur eng verbunden war, ihr Haus^o-^«. lumicu u.u am Heyerweg baute. Sie blieb dort ein paar Jahre^machen, daß unsere Stadt an zahlreichen Stellen ganz allein, etwa in der Rolle eines „Waldläufers", <**“L.....** ..... *“ x CKAfS fühlte sich aber wohl dabei und erlebte dann, daß sie mit ihrem Hausbau an dieser schönen Stelle unseres Stadtgebietes bahnbrechend gewirkt hatte. Denn immer mehr fand dieses Eck Bauliebhaber, und heute ist auch dort ein neuer Stadtteil mit schönen Wohnhäusern der überzeugende Beweis dafür, wie Die Zeit, da in Gießen die Misthaufen vor den Haustüre/r lagen und die Straßen ein über- i aus holperiges Pflaster aufwiesen wie im verlassensten Winkel der Welt, liegt mehrere Jahrzehnte weit hinter uns. Vor unseren Augen haben wir auch nicht mehr das Bild, daß die Stadtgrenze identisch ist mit dem Laufe des Schorgrabens und das Gaswerk und alle weiter nach Süden und Osten gelegenen Bauten „im freien Feld" stehen. Jene Gießener Zeit lebt heute nur noch in der Erinnerung weniger alter Gießener, die uns Nachfahren mancherlei darüber berichtet haben, die in mancher Beziehung jene altväterliche Zeit gemütlicher fanden als unser Leben mit seinen vielfältigen Fortschritten in der Technik und auf dem Gebiete des Verkehrs, die aber dennoch zugeben, daß jene Gemütlichkeit und Romantik des Kleinstadtlebens der Zeit um die Jahrhundertwende in vielerlei Dingen einen Wandel zum Besseren eben nur durch die technischen und kulturellen Fortschritte erfahren hat. Es ist immer so: die wachsende Stadt zwingt die Kleinstadt-Romantik und die Enge des Gemeinschaftslebens ihrer Bewohner immer stärker in den Hintergrund und macht sich, allen konservativen Stimmungsregungen ungeachtet, den gesunden Fortschritt der öffentlichen und privaten Lebensgestal- tung zu eigen. Die wachsende Stadt marschiert nach ihrem eigenen Gesetz, das sich gestaltet nach dem Rhythmus des Lebens und der Menschen ihrer Zeit. * Dieses eigene Gesetz des Werdens und Wachsens der Stadt kommt in vielfältiger Weife zum Ausdruck. Ein kleines Beispiel: Unter den Führern unserer Straßenbahnwagen befinden sich heute noch zwei Männer, die einst auf dem Gießener Pferdeomnibus den „Hafermotor", das Pferd, lenkten. Diese beiden Veteranen unseres Gießener Verkehrswesens wissen mancherlei interessante Erlebnisse des gemütlichen Fahrens mit dem Omnibus zu berichten, sie werden aber auch den Annehmlichkeiten des neuzeitlichen Verkehrsmittels, der Straßenbahn, in vollem Maße gerecht. Und wie es mit der Entwicklung von dem Omnibus zur Straßenbahn ging, so vollzog sich auch die Wandlung vom holprigen Straßenpflaster und den Misthaufen vor der Tür zu den modern ausgebauten Straßenzügen mit Kanalisation und Sinkkästen, mit glatter Asphaltdecke auf dym Bürgersteig und der Fahrbahn, mit schön gestalteten Gartenanlagen und angenehmen Ruhebänken inmitten der Hast des flutenden Verkehrs, mit Parkplätzen für die Kraftfahrzeuge und — vielleicht als Errungenschaft in allernächster Zelt — mit Springbrunnen an verschiedenen Stellen der Stadt. Fürwahr, eine erhebliche Aenderung des Gesichts der Stadt, entstanden aus dem eigenen Gesetz ihres Wachstums, aus den Fortschritten der Technik und der Aufwärtsentwicklung aller kulturellen Einrichtungen. * Am stärksten kommt der Wandel der Zeit im Wachstum der Stadt auf dem Gebiete des Bauwesens zum Ausdruck. Noch vor IV2 Jahrzehnten konnten wir Gießener auf diesem Gebiete io etwas wie eine „gute alte Zeit" um uns herum sehen. Nur einige Beispiele: An der Stelle, an der wir heute den großen Bau des Finanzamtes und des Versorgungsamtes sehen, hatten wir vor etlichen Jahren noch die „Freude" einen freien Platz als Ablagerungsftätte für Mull und ähnliche „Schönheiten" des Lebens zu bemerken, das Finanzamt aber befand sich in den düsteren Räumen der Alten Klinik, heute Liebigbau genannt. — Auf der „Schönen Aussicht", oberhalb des Lechgesterner Weges, war alles, abgesehen von dem ummerlichen Notbehelf des damaligen Hauses der Studentenhilfe, öd und leer; heute haben wir dort die repräsentativen Bauten des Physiologischen Instituts, der Heil- ..... a*et TTliiUrv Wirtschaft zur Notiz. :.30: Mu^ik zur Kirchliche Nachrichten Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 11. Oktober den Kunstseide Aku mit 89 nach 91,25. lebhafter waren Verein. Stahl, die zwischen 116,50—117,20 mehrfach schwankten. Otavi Minen gingen von 41,75 auf 40,75 nach 41,65 anfangs zuruck. Am Kassamarkt lagen DD.-Bank 1,25 vH. Niedriger mit 103, Commerzbank etwas hoher mit 1U2 (101,50). Franks. Hyp. Bank kamen nach Geld- nach. Im Freiverkehr nannte man: Adlerwerke 102, Pokorny 114,50, Ufa 62, Wayß & Freytag 124,50, Growag 85, VDM. 141,50, Kali Winters- hall 131. Tagesgeld unv. 2,75 v. H. Abendbörfe schwankend. ^verändert, —■>------, - Variable Industrie-Obligationen gaben meist etwas Dienstag, den 13. Oktober. Treis a. d. Lda. 20 Uhr: Kirchenchor. — klein- Linden. 20: Missionsabend in der Kirche (Missionar Braun v. Rufs), Posaunenchor und Frauenchor wirken mit. Volk und Wirtschaft. 6 Stück ZU 25 Ein neuer Zigarettenpreis. 15.15: Kinderfunk. 1?.45: Nachmittagskonzert. 16.45: „Ein Buch W leben. Wahre Geschichte um „Volk ohne Raum von Hans ®rimm. 17: Hausmusik. 17.30: Großkampftag im I _ r -4 rv C\#<< 1 _ - 4 ß . 97 a1 F Im d ‘ Stadt durch umfangreiche Wohnungsbauten und in der grundlegenden ideenmäßigen Neuausrich- tuna auf dem Gebiete der Wohnungsgestaltung kommen die stark aufwärtsstrebenden geistigen und wirtschaftlichen Energien zum Ausdruck, die irn neuen Deutschland zum Segen des Volkes wirksam geworden sind. Unser Gießener Gemeinwesen leistet mit seinem Wachstum tatkräftigen Heiser- dienst an diesem Aufbauwerk, und es zieht daraus für sich immer wieder in vielfältiger Weise Vorteil, sowohl in wirtschaftlicher Hinsicht, als auch unter ideellen Gesichtspunkten, beide zusammenklingend m der Aufgabe und dem Ziel: alles für ein gesundes, starkes und glückliches deutsches Volk und em großes, mächtiges deutsches Vaterland. d. Frankfurt a. M., 9. Okt. Die Börse war am ( Aktienmarkt bei kleiner gewordenen Umsätzen ; uneinheitlich, zu den ersten Kursen aber uberw.e- - gend etwas schwächer. Dom Publikum lagen Zwar , meist kleine Kauforders vor, während die Kulisse realisierte. Die durchschnittlichen Veränderungen be- trugen etwa 0,50-1,50 v. H. Allgemein schwacher la- gen die in den letzten Tagen stark erhöhten Mon- tanpapiere. Verein. Stahl verloren 2 v. H., Har- pener, Hoesch und Rheinstahl je 1,50 v. H„ Mannesmann und Klöckner bis 0,75 v. H., auch Ota Minen schwächer mit 41,65 (42,40) Chemische Aktien gingen durchweg um 0,50—1 v. H. zuruck, Metallgesellschaft zunächst 146,50 (145), dann 145,50., Am Elektromarkt stellten sich überwiegend nock Erhobun- gen ein, Felten plus 1,75 v. H., Gesfuret plus 0,65 v.H., RWE. und Schuckert je plus 0,50 v. H., Sie- mens 201,13 (199). Maschinenaktlen lagen gut behauptet, nur Daimler Motoren 0,40 u H- leichter, ^ellstoffpapiere bröckelten 0,50 v. H., Schis fahrtswerte 0,25-0,50 v. H. und Holzmann 1 v.H. ab Don Kunstseidenwerten gingen Aku aus 91,2d (93 25) zurück. Cement Heidelberg blieben mit 156,25—156 behauptet. Später unterlagen die Kurse kleinen Schwankungen, größere Veränderungen ergaben sich vorerst nach keiner Sette. ” Am Rentenmarkt blieb die Haltung für deutsche Werte freundlich. Altbesitz noch hoher nut 118 (117,65). Späte Schuldbuchforderungen, Zinsner- gütungsscheine und Kommunal-Umschuldung lagen unverändert. 6proz. zertif. Dollar-Preußen etwas fester mit 74—74,50 (73,75). Am Auslandsrenten, markt war die Tendenz weiter schwächer, besonders für Ungarn; Goldrente 13,13 (13,50), 1914er 10,75 (11,65), 1910er 10,70 (11,75). Don Rumänien 4proz. 7,55 (7,70). Im Verlaufe blieb die Haltung am A k t l e n - markt schwankend und unsicher, zumeist ergaben sich weitere leichte Abschwächungen. Angeboten wur- katholische Gemeinden. Samstag, den 10. Oktober. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, 11. Oktober. 19. Sonntag nach Pfingsten. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe, Kommunion der Jungfrauen und Hausangestellten; 8: Kornrnu- nion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Mes e mit Pre- diat ' 16.30: Versammlung der Jungfrauen-Kon« gregation. 17.30: Christenlehre und Andacht. — Montag, Mittwoch und Freitag, 20: Rosenkranz- andacht. — Dienstag, Donnerstag und Samstag, 18: Rosenkranzandacht. — Grünberg. 9.45: Hochamt mit Predigt. — Hungen. 9.30: Hochamt mit Predigt und Christenlehre. - Lich. 7.30: Hochamt mtt Predig; 20: Christenlehre, Andacht. — Lollar. 9.30. Messe mit Predigt. — Nidda. 8.15: Hochamt mit Predigt. Montag, den 12. Oktober. Laubach. 7.30: Messe. Mittwoch, den 14. Oktober. Hungen. 6.15: Messe. Oeffenllicher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringend«, Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf teil» ^Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 ©3t ob t^po ft amt: Für Schließfachabholer 1 © aVi täts kolonne: Telefon 2500. Aerztllcher Sonntagsdienst: (Falls behandelnder Arzt nicht zu erreichen.) Arzt: Fräulein Dr. Gürtler; Dr. Ploch. Zahnarzt: Dr. Schott. Apotheke: Hirsch-Apotheke. * Autohilfe: Rufnummer 04 beim Postamt Gießen. Zunächst fein (?d)tu6fd)em für Nutzvieh im Gebiet der Landesbauernschaft Hessen-Nassau. Fwd. Nach einer Verfügung des Beauftragten des Reichsnährstandes für die deutsche Tierzucht wird das Inkrafttreten der Anordnung Nr 2 über die Einführung von Schlußscheinen für Nutzvieh (nicht Zuchtvieh) für das Gebiet der Landesbauern, fchaft Hessen-Nassau zunächst ausgesetzt. Die Anordnung tritt also nicht, wie vorgesehen, am 1 Oktober dieses Jahres, sondern erst zu einem späteren Zeitpunkt in Kraft, der rechtzeitig bekannt- gegeben wird. Weitere Preissenkung in der Automobilindustrie. Fwd Die Adam Opel AG. nimmt nunmehr nach der kürzlichen Preissenkung ihres Kleinwagens auch für ihren mittleren und für die größeren Wagen eine Preissenkung vor. Sie erfolgt m einem Um- fange von 150 bis zu 500 Mark, also von rund 5 bis zu 10 v. H. Mit dieser Preisherabsetzung gehen die Opel-Werke von der seit zwei Jahren bestehenden Uebung der Einführung von Winter- preisen ab. Die neuen Preise haben demnach nicht nur während der Wintermonate Gültigkeit, sondern stellen einen Bestandteil des Programms des Jahres 1937 dar. Die Preisermäßigung sei in der an- gewandten Produktionspolitik der Groß-Serienfabrikation weniger Typen begründet und durch sie ermöglicht worden. Möbelschau in Kelkheim. Der Werberat der Deutschen Wirtschaft hat der Möbel-Jndustrie-Gemeinde Kelkheim im Taunus die Genehmigung zur Abhaltung der 7. Kelkheimer Möbelschau in der Zeit vom 18. bis 25. Oktober erteilt. An der Mübelschau sind alle führenden Kelkheimer Betriebe beteiligt Rhein-Mainische Börse. Mttagsbörfe uneinheitlich. Der Konsum ist stetig, hat jedoch nicht^ weiter zu- genommen, da auch andere Fette, wie Schmalz und Rinderfett, abgegeben werden konnten. Außerdem verblieb es bei den bisherigen Lieferungen von Margarine. Es notierten in RM. per 50 Kilogramm frei Frankfurt a. M. (Graßhandelsoerkaufspresie an den Kleinhandel): Deutsche Markenbutter 148, Feine Deutlche Molkereibutter 145, Deutsche Molkerei- butter 140—142, Landbutter 125, Hollänb. Butter 148, Margarine A) 97, B) 86, C) 56. Deutsches Schmalz 100, Ausl. Schmalz 88. Nunvfunkprogramm. Sonntag, 11. Oktober. 6 Uhr: Hafenkonzert. 8.05: Gymnastik. 8.45: Orgelchoräle. 9: Evangelische Morgenfeier, veranstaltet von dem Amt für Kirchenmusik der Landeskirche Nassau-Hessen. 9.45: Bekenntnisse zur Zett. Georg Usadel, „Zucht und Ordnung". Grundlagen einer nationalistischen Ethik. 10: Wir gehen als Pstuger durch unsere Zeit. 10.30:' Chorgesang. 1115: Kasseler Musiktage 1936. 12: Mittagskonzert. 14: Kinderfunk. 14.45: Bunte Strecke im bunten Herbst. 15: Deutsche Scholle. 1. Von Frankfurt: Eine Ehrung alttm- gesessener Bauerngeschlechter. 2. Von Freiburg: «Nun hebt sich auch das Herbsten an". 16: Kasseler Musik- tage 1936. Historische Blasmusik. 17: Tanz der Noten- r er. » crxv.L ihr- Jnnforon Bei ziemlich lebhaften Umsätzen nahm die Abend- börse am Aktienmarkt einen vorwiegend festen Verlauf. Zwar unterlagen die Kurse mehrfachen • Schwankungen und besonders gegen Schluß des ’ Verkehrs war die Haltung recht nervös, doch stellten sich gegen die Berliner Schlußnotierungen meist • Erhöhungen von 0,50 bis 1 v. H. im Durchschnitt ■ ein. Besonders lebhaft waren Verein. Stahlwerke ■ auf den Produkttonsausweis mit 119, 119,25, 119 bis 119,25 (118,65), fest waren ferner Mannesmann mit 115,50 bis 115 (113,90) und Hoesch mit 118 bis 118,25 (117,65). Harpener erreichten mit 149 (145,50) nicht ganz den hohen Schlußkurs von 149,50. IG. Farben bei ebenfalls größeren Umsätzen 175,25, 175,50 bis 175,25 (174,75), auch Scheideanstalt 1 v.H. höher mit 274 und Metallgesellschaft plus 1,25 v.H. auf 146. Westdeutsche Kaufhof erhöhten sich auf 57,50 (57). Schwach lagen andererseits Kunstseide AKU. mit 90 bis 87 (90,75). Am Einheitsmarkt erhöhten sich D.-Banken auf je 103,50 (103), Commerzbank auf 102,25 (102). Don Jndustriewerten blieben Verein. Glanzstoff stark gefragt, man hörte einen Kurs von etwa 225 (218). DeutscheRenten lagen still und vernachlässigt, IG. Farben-Bonds 0,40 v. H. höher mit 132,90. Don Auslandsrenten fanden Ungarn Gold wieder Interesse bei 13,25, 13,30 bis 13,25 (13,30), Rumänen und Mexikaner bröckelten noch etwas ab. 4 v. H. Steg von 1883 wurden mit 23,25 (23 am 8. Oktober) wieder notiert. U a. notierten: 6 v. H. IG. Farben 132,90, Reichsbahn-VA. 125,65, 4 v. H. Ungarn Gold 13,25, 13,30 bis 13,25, 4 v. H. Kronenrente 2,25, 5 v. H. Rumänen 8,40, 4 v.H. do. ?-25, 4 v. H. Mexikaner 10,50, Commerzbank 102,25, DD.-Bank 103,50, Dresdner Bank 103,50, Buderus 118, Harpener 149 Kali Aschersleben E 132,50, Mannesmann 115,50 bis 115, Otavi Minen 41,90 bis 41,65, Hoesch 118 bis 118,25, Rheinstahl 153, Verein. Stahl 119, 119,25, 119 bis 119,25, AKU. 90 bis 87, AEG. 38 40, Deutsche Erdöl 142,50, Scheideanstalt 274, Licht & Kraft 159, IG. Farben 175,25, 175,50 bis 175,25, Gesfürel 143,75, Holzmann 131, Lindes Eis 165, Muag 119,75, Metallgesellschaft 146, Nheag E 133, RWE. E 140,50, Schuckert 160,50, Westdeutsche Kaufhof 57,50, Aschaffenb. Zellstoff 140 Waldhof E 161,75, Südd. Zucker 214, AG. für Verkehr 119, Hapag 16, Seilindustrie Wolff 89. Frankfurter Duttergroßmarkt. F r a n k f u r t a. M., 9. Okt. Die Dorratsbildung , in Butter ist sehr eingeschränkt worden, so daß der , Großhandel laufend auf Zuweisungen von der Reichsstelle angewiesen bleibt. Die Eingänge aus . Hessen und Süddeutschland haben sich auf dem bis« i herigen Stand gehalten, während aus Holland an . einzelnen Stellen die Versendung ausgeblieben ist. Donnerstag, den 15. Oktober. Gießen. Johanneskirche. 20 Uhr: Bibelstunde im Johannessaal. Neuapostolische Gemeinden (Händelstraße 1, Eder- straße 13). Sonntag, ll.Oktober. 9.30 UHr: Gottes- dienst (nur in der Händelstraße 1); ^ Gottesdienst (in beiden Kirchen). — Mittwoch, 14. Oktober. 20.30 Uhr: Gottesdienst. Daptistengeminde (Gartenstrahe 13). Sonntag, 1. Oktober. 11 Uhr: Kindergottesdienst; 20.30: Predigt. - Donnerstag, 15. Okt. 20.30 Uhr: Bibelstunde. Christliche Gemeinde Gießen (Zu den Mühlen 2). Sonntag, 11. Oktober. 9.30 Uhr: Erbauungsstunde: 20.30: Evangelisation (Pred. Caspari). —.Mittwoch, 14. Okt. 20.30 Uhr: Bibelstunde (Sold. Miss. Kaiser). Gießen. Stadtkirche. 9.30 Uhr: Pfarrer Becker, ver- ' bunden mit der feierlichen Eröffnung des Konfir- manden-Unterrichts der Markusgerneinde; 11: Pfar- 1 rer Becker, Kinderkirche für die Markusgernemde; 18: ' Pfarrer i. R. Kalbhenn, zugleich Beichte und heiliges ' Abendmahl für die Matthäus- und Markusgerneinde. — Johanneskirche. 9.30: Pfarrer Ausfeld; 11: Pfarrer Ausfeld, Kinderkirche für die Johannesgememde; 18: Pfarrassistent Zschau; 20: Bibelbesprechung im Johannessaal, Pfarrassistent Zschau. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfarrassiftent Dauth;; 11: Kinderkirche für die Lutheraemelnde, Pfarrassistent Dauth. — petruskapelle (Wetzlarer Weg 59). 9.30. Professor D. Bertram. — wieferf. 10: Pfarrer Schmidt (Laubach). Feier des 25jährigen Dienst- iubUäums der Gemeindeschwester, Kollekte. — Albach. 9.30: Beichte, anschließend Gottesdienst und Abendmahl I, Kollekte. — Steinbach. 13.30: Gottesdienst, Christenlehre. — Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienst; 11: Beginn der Herbstabendmahle (über 60jährige); 12.39: Frauenhilfe mit Sonntagskarten nach Leihgestern zur Herbsttagung des Kreisverbandes; 13: Kindergottesdienst, 1. Abteilung, 13.45: Kinder- gottesbienft, 2. Abteilung. - Daubringen. 8.30: Gottesdienst. — Kirchberg. 10: Gottesdienst; 11: heiliges Abendmahl für junge Männer und Frauen von Lollar — Lollar. 13.30: Gottesdienst. — Treis a. d. Lda. 10:' Hauptgottesdienst; 11: Katechismuslehre - Klein-Linden. 9: Gottesdienst und hl. Abendmahl für die männliche Jugend: 11: Kinderaottesdienst; 11.45: Abmarsch der Frauenhilfe nach Leihgestern, Treffpunkt am Denkmal. — Lich. 9.30: Stiftsdechant Kahn- 10.45: Gottesdienst; 14: Stlftspfarrer Nau- mann'. — Nieder-Vefsingen. 9.30: Sttftspfarrer Naumann — Langsdorf. 10: Kindergottesdienst; 11: Hauptgottesdienst. — Dettenhausen. 13.30: Haupt- , gottesbienft. - Münzenberg. U: Gottesdienst mtt Kollekte. - Trais-Münzenberg. 9: Gottesdienst, Kol- ' lekte — Hungen. 10: Gottesdienst. — Wirberg. 10: Gottesdienst. - Veitsberg. 10: Gotte^ienst, Kollekte. ' _ Atten-Duseck. 10: Gottesdienst. — Garbenteich. 10: - Gottesdienst, anschließend hl. Abendmahl. — Hausen. ' 13: Gottesdienst, anschließend hl. Abendmahl. Evangelische Stadtmission (Gemeinschaft innerhalb der Landeskirche), Löb erstraße 14. Sonntag, 11.!Okt. 8 30 Uhr: Morgenandacht, 13.30: Sonntagsschule; 16- Jungfrauenstunde; 20.15: Evangettsationsvor- trag — Mittwoch, 14. Oktober. 20.30 Uhr: Bibelstunde. — Samstag, 17. Oktober. 20.30 Uhr: Jugend- bundbibelkreis (Jünglinge). streichuiig mit S8 95,75, .."‘i. 100) °i-d-r töpfe l8: ^.-Sunt Gunst, ihr iapfer-n tzand. ' " Notiz werksgestll'nl" 18.30: Unterhaltung-mustk IS: Dao w Arn Rentenmarkt erhöhten sich Kommunal- Raritätenkabinett". Hörspiel von Gunter Eich. 19.45. Umschuldung auf 88,75 nach anfangs unv. 88,60, Sportbericht. 20: Bunt ist die Welt. Altbesitz schwankten zwischen 118—118,25. Oproz. Montag, 12. Oktober. S «Mn Gymnasttk. 79300enai)n97a55, Ungarn" Gold^schwankten zwilchen ' Dorsi" 18:^Fröhlicher Alltag IS: Volksmusik. ^3^^ÄnIe"amuf6ltlS IMS WH” neue I Pfandbriefe und Stadtanleihen lagen zumeist un- werden als in jenen Jahren, da sie sich und ihre Angehörigen in Räumen wohnen sahen, die täglich sehr viel, in zahlreichen Fällen alles das zu wünschen übrig ließen, was von der Sette der Wohnung her bas Dasein lebenswert macht und immer wieder neue Kraft für bas Schaffen bes Alltags bietet. Die soziale Frage wirb auf biefem Wege zu einem großen Teile in befriedigender und für die Volksgemeinschaft verheißungsvoller Weife gelöst. * Die wachsende Stadt ist aber auch ein erfreuliches Merkmal für den Wiederaufstieg unseres Volkes im Großen, wie ebenso im Rahmen der engeren Heimat. Denn in diesem Wachstum der "7° ^^i^ao^e'rnfu^luH:' I ;0^^tia;en"n0n Eiter' ^iemann. 21: „Wo e Heins und Stadtanl-ihen lagen zumeist UN- 12^- Schlosikomert 1315? Schloßkon- chitttle steht...“ Volkstümliche Musik, gelungen und Liquidationspfandbriese unemheitlich. Sozialdienst. ^ Scksiohk z ^„,chkonz7rt.) 15:1 gespielt. 22.30: Musik zur „Guten Nacht . dultrie-Obliaationen aaben meist etwas Z-rt. 14.ru. -mos lyr wom, i Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die chöhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Berlin Jranrfurt a. M. »erlln $ranffurt a. Dl. Lerun $rontfurt a. M. lurs turs börse fur< hir< hirö 8.10 8.10. 9-10. 118 117,65 100 100 100,2 93 lü 130,5 123 123,5 vauknoteu. 100,5 100,65 61,13 173,5 33 214,5 100,5 93,25 100,75 97,5 123 97 123 97 el 93,25 96,5 163,5 139,5 56,75 430 121 169 98,5 97 100,75 97,5 100,75 97,5 101,25 98,13 103,13 6 6 6 8 7 103 103 192,5 141,5 125 113,8 57,5 424 202 171 106,75 93,9 95,5 162,4 137,9 115,25 121,75 41,76 54,30 12,17 11,57 131,79 62,71 57,17 25,95 41,92 54,52 12,21 11,61 132,31 61,37 118 142,5 149,5 117,65 106,25 90,75 93,25 161,75 139,5 115 120 167,5 87,9 57,13 427 201,75 171,5 62,97 57,39 26/05 95 109,8 38,25 162 131 158,5 139,13 144,25 132,25 139,65 160,5 201 150,5 O 8 O O 9 12 11 89 56,75 432 200 174 Scylu^k. Dlittag« btfrfe Schlußes 16 40,25 16,25 118,9 124,75 102 98,75 97 98,75 97 100,65 97,5 95 109,8 Rheinische Elektrizität Rhein. Wests. Elektr. Zchuckert &do...... Siemens & Halske... üahmeyer LEo..... 95. 109,75 87 96 161,75 140 95 109,75 3,5 13,5 11,75 11,25 15,25 3,2 13,25 10,5 11,25 14,65 8,4 12,25 7,3 41 Daimler Motoren .... Deutsche Linoleum ... Orenstetn L Koppel .. Westdeutsche Kaufhof. Ehade.......... . Accu mul atoren-Fabru ' Conti-Mummi....... 120,5 168,5 36 3,2 13,3 10,25 11,25 14,7 Echlußt. Mittag- hörte 38 | 3,4 13,5 I 10,65 11,75 15,21 ............................O 8 Elektr. LteserungSgesellschast... 6 Licht und Kraft .............7 gelten & Guilleaume 4 Gesellsch.s.Elektr.Unternehmung. 6 illmentannche Roten.............. Belgische Noten Dänische Noten Englische Noten .... ffranzöstsche Noten ...... Holländische Noten Italienische Noten Norwegische Noten •••••• • • Deutsch Oesterreich, * 1OO Schilling Rumänische Noten.............. Schwedische Noten .......... Schweizer Noten Spanische Noten................. Ungarische Note» 4% Oesterreichtsche Goldrente... 4,20% Oesterreichtsche Stlberrente 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Siaarsrente v. 1910 4%% desgl. von 1913......... 6% abgeft. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe 6etit 1 Kurszettel der Berliner und Zrankfurier Börse. v - - - * Retchsbankdiskont 4 v.H., Lornbarbzinsfuß 5 v.H. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. Hamburg-Amerika-Paket O Hamburg-Südam. Dampfschiff. O Norddeutscher Lloyd .........0 ■21.®. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz» und Privat-Bank ... 4 Deutsche Bank und Dtsconto- Gesellschaft................ 4 Dresdner Bank Reichsbank Phlltpp Holz mann .... Zementwerk Heidelberg Eementwerk Karlstadt.. 8-10. 101,4 98,4 103,4 8 10 101,4 98,13 103,25 117,75 Schultheis Vatzenhoser ....... 4 Aku (Wgemeine Kunstseide) .. O Bemberg...................£ Zellstoff Waldhof 6 Zellstoff Aschaffenburg O Dessauer Gas ....... börse 910- 101,4 98 103,5 117,9 börse 9 10 Buderil- < Deutsche ErdA < Harvener................. 214 Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. 3 Ilse Bergbau 6 Ilse Bergbau Genüsse 6 Klöcknerwerke 8 ManueLmarm-Rühren •••••••• 8 Dalum 4% vesgl. Sene H ............ 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4N°/oRumän.vereinh.Rentev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente . 2*4% Anawlier............. IH 21 2141 Mi 1321 131 I 132,4 156 156 1 - 156,5 1 156,5 1 —I Schlußt. IRiftag« börle 9.10- Datum 6% Deutsche Reichsanlethe v. 1921 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 514% Doung.Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl^Ablös.» Schuld mti Auslos.-Rechten ............ 1 4Vi% Deutsche Reichspostschahau Weisungen von 1934, I 4*4% ehem. 8% Hessischer Soto staat 1929 (rückzahlb. 102%) ... 4%% ehem. 8% Hessische Landes bank Dchmstadt Gold R. 12... 514% ehem. 414% Hess. Landes Hypothekenbank DarmstadtLiqu. 4%% ehem. 8% Darmst. Komm Landesb.Goldschuidverichr. R.6 vberhessen Provinz-Anleihe mb Ausios.-Rechten ..........-- Deutsche Komm. Sammelabl. An leihe Serie 1 mü Ausios.-Rechten 414% ehem.8% Franks. Hyp.-Bant Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 5)4% ehem. 4%% Franks. Hyp. Bank-Ltqu^Pfandbriefe...... 5*4% ehem. 4-4% Rheinische Hyp..Bank-Ltgu.-Goldpse. ... 414% ehem. 8% Pr. Landespfand. briefanstcht, Pfandbriefe R 19 414% ehem. 7% Pr. Landespfand briesanft., Gold Komm. Lbl.20 Steuergutich.Berrechnungsk. 34-38 Grttzner...........•••*••••• 32,75 Mainkraftwerke Höchst N.M.... 4 97 Süddeutscher Zucker 1O| 210,76 I 8 .Oktober 9 .Oktober Ärmliche Notierung Amtliche Notierung Geld 3rlef Geld 2)rle» jueno» Air- Brüssel .... Rio de Jan. Sosta..... Kopenhagen Danzig .... London.... 0,691 41,90 0,145 3,047 54,33 47,04 12,165 0,695 41,98 0,147 3,053 54,43 47,14 12,195 0,692 41,92 0,145 3,047 54,46 47,04 12,195 0,696 42,00 0,147 3,053 54,56 47,14 12,225 Hellings orS. Holland ... sichten .... 3ayan ..... .lugollawten C8U)..... : 5,37 11,62 132,65 13,09 0,711 5,654 61,14 5,38 11,64 132,95 13,11 0,713 5,666 61,26 5,38 11,62 132,17 13,09 0,712 5,654 61,29 5,39 11,64 132,43 13,11 0,714 5,666 61,41 Wien...... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon ... 11,06 11,08 11,08 62,88 11,10 Stockholm.. 62,72 62,84 63,00 Schweiz ... Spanten... 57,25 57,37 57,32 57,44 26,97 27,03 26,97 27,03 Prag...... — — Budapest .. Reuyork .. 2,489 2,493 2,489 2,493 Datum 8.10. 9 10- 8.10 9.10- ManSfelver Bergbau .. .... ey, .......6 159,75 159,75 159,75 138,25 161 138 Rheinische Braunkohlen .....12 ....... 4 232 152,75 230 153 231 152,5 230,5 153 Bereinigte Stahlwerke. .....8% .......0 118,65 42,4 119,25 41,65 118,9 42,65 118,65 41,65 9f(rflpr6Ipf)Ptl. ....... 5 132 132,5 132,25 132,5 AAUtMdrfA ffUsGorortpfn ........ 5 132,5 128 132,75 131,75 Kaliwerke Salzdetfurth ..... IV. 184 183 184 183 I. G. Fchben-Jndustrie Scheideanstalt........ .......7 174,5 175,25 174,5 174,75 .......9 .......6 274 118 274 117,75 117 117,5 .......6 138 137,5 138 138,5 144,75 145 146 8,8 8,4 8,9 13 12,75 13 7,7 7,25 7,5 — 41,9 42,25 | 16,13 16 16,25 — •— 39,5 16,5 16,25 16,25 119,5 119 119 123,25 124,25 124 101,5 102,25 101 104,25 103,5 104 104,5 103,5 104,25 192,5 192,25 193,75 38,25 38,4 38,4 162,5 161,5 162,75 132,25 131 131,5 160 159 161,5 138 139,25 138,75 144,5 143,75 145 132,5 133 133 140,5 140,5 140,75 160 160,5 160,5 199 | 201,13 202,5 151,75 I 150 151,5 118,5 I 118 118 143 142,5 142,65 147 149 147 118 118,25 118 —— 181 142,5 142 142,75 125,25 ■*- 125,25 114,5 115 114,65 Nerlln.g.Oktober Geld Ärles Kür -en Büchertisch. Die Mutter Friedrichs des Großen steht, von Bedeutung ist. —e. Charakterbild dieser Frauen zu entwerfen, das der, bis zur letzten Seite. Wahrheit nahekommen mag, soweit Akten, Briese,! Känguruhs, Kopra und Korallen Die Vliese der Fürstin Marie RadziwE nicht leicht, aber darum lohnt es auch, mit ihm zu reisen. Bei Port Darwin, dem Hasen des australischen Nordterritoriums, betritt er den jüngst entdeck- ten, kleinsten aber auch menschenleersten Kontinent. Als Cowboy auf einer der großen Viehstationen des Nordens lernt er die Probleme Australiens in der Praxis kennen. Die Urbevölkerung, auf der Kulturstufe der Steinzeit stehen geblieben, anscheinend kaum entwicklungsfähig ist vom weißen Mann in Steppe und Busch zurückgedrängt, wo ihre Reste, dem Untergang verfallen, kümmerlich ihr Leben fristen. Aber der weiße Mann hat den Riesenraum des Kontinents nicht auszufüllen vermocht. Auf einer Fläche von der ungefähren Größe der Vereinigten Staaten mit ihren 120 Millionen siedeln kaum sieben Millionen, von denen fast die Hälfte sich in den fünf Großstädten an der Küste zusammengedrängt. Die weiten Steppen des Innern gehören den Riesenherden der Rinder und Schafe, die von den wenigen weißen Leitern der Viehstationen mit Hilfe von — Fürstin Marie Radziwill: Briefe vom deutschen Kaiserhof 18 8 9 —1915. Mit 31 Bildern. Preis in Leinen geb. 8,00 Mark. Verlag Ullstein, Berlin. — (280) — Die Fürstin Marie Radziwill ist Französin, eine geborene Castellane, durch ihre Großmutter, die Herzogin von Dino und Sagan, verwandt mit Talleyrand, dem wandlungsfähigen Außenminister des ersten Napoleon, und der Herzogin Dorothea von Kurland, der Freundin Jean Pauls. Sie macht diesem Erbe alle Ehre: eine gescheite, hochgebildete Frau, die aber bei allem Interesse für die Politik in weiser Selbstbeherrschung darauf verzichtet, selber eine politische Rolle zu spielen, sondern sich bewußt mit kluger Beobachtung begnügt. Als Gattin des Fürsten Anton Radziwill kommt sie 1857 nach Berlin. Die Radziwills, polnisch-litauischer Uradel, mit dem preußischen Königshaus mehrfach versippt, gehören seit länger als einem Jahrhundert am Berliner Hof zum intimsten Kreise der Majestäten. Fürst Anton ist ein Jugendfreund des Alten Kaisers, seine junge Frau wird bald die Vertraute des Königin Augusta, daraus erklärt sich ihre Einstellung zu Bismarck, den sie bewundern muß, aber nicht lieben kann. Als gebürtige Französin, die zwar eine gute Deutsche geworden ist, mit starkem nationalen Gefühl der Zugehörigkeit zu ihrer Wahlheimat und dem preußischen Herrscherhaus, hat sie bei Wilhelm II. von vornherein einen Stein im Brett, denn der junge Kaiser ist emsig bemüht, durch Verbindungen mit der französischen Aristokratie und versönliche Liebenswürdigkeit bei allen sich bietenden Gelegenheiten den Groll des französischen Volkes über die Niederlage von 1870/71 zu beschwichtigen, eine Politik, die ja auch Bismarck, wenn auch ohne dauerhafte Erfolge, versucht hatte. Der große Charme des jungen Kaisers bezaubert auch die Fürstin Radziwill, aber sie hat einen zu scharfen Blick und ist ein zu aufrichtiger Charakter, um nicht bald die wachsende innere Unsicherheit des Monarchen zu bemerken, der die Hohlheit und Unaufrichtigkeit so vieler Leute seiner engsten Umgebung nicht durchschaut und den unheilvollen Zickzackkurs der Außenpolitik Holsteins und Bülows durch impulsive Aeußerungen noch verstärkt. So sieht die Fürstin schon um die Jahrhundertwende mit erschütternder Deutlichkeit di« wachsende Isolierung des — A. E. Johann: ... , . und Korallen, Abenteuer und Erlebnisse in Australien und der Südsee. Mit vielen Bildern und Karten. Preis in Leinen geb. 6,— RM. Verlag Ullstein, Berlin. — (262) — Als erste Frucht der Aus- beute von einem Bummel durch die halbe Welt hat A. E. Johann seine Erlebnisse in Australien und der Südsee niedergeschrieben. Johann hat seine eigene Art, sich Länder und Völker anzusehen. Er meidet die breiten, viel begangenen Reisewege der Globetrotter, die nichts auslassen, was man gesehen haben muß, aber stets an der Oberfläche haften bleiben Er zieht vielmehr seinen eigenen Pfad, ihn drängt nichts, er hat immer Zeit, zu verweilen, wo er glaubt, daß er einen interessanten Blick tun könnte in die Seele des Landes. Er macht es sich — E. 11. Nozer: Außenpolitik. Geographische und weltanschauliche Zusammenhänge. Gerhard Stalling-Derlag, Oldenburg i. O. Kart. 4,—, in Ganzl. 4,80 RM. — (267) — Für viele ist die Außenpolitik noch immer eine Art Geheimwissenschaft. Zwar hat der Führer in den letzten Jahren durch Wort und Tat dem Volk wieder den Blick geöffnet für die großen Zusammenhänge der internationalen Politik, trotzem ist es Tatsache, daß im Gegensatz zur Geisteshaltung der westlichen Länder das politische Denken des Durchschnittsdeutschen in hohem Grad festländisch, ja kleinräumig geblieben ist — ein Mangel, den nur eine intensive Aufklä- rungs- und Schulungsarbeit beheben kann. Der Verfasser des vorliegenden Buches hat seine Erfahrungen als Schulungsreferent in einer Kampfgliederung der nationalsozialistischen Bewegung gewonnen, und man kann sagen, daß die schriftliche Zusammenfassung und Verwertung dieses Erfahrungsschatzes schlechthin vorbildlich gelungen ist. Sie ist frisch, lebendig, bringt in gedrängter Kürze doch alles Wesentliche, ohne in den Ton eines Nachschlagewerkes zu verfallen. Auf nur 35 Seiten werden die Grundlagen der Außenpolitik, ihre natürlichen Bedingtheiten und weltanschaulichen Triebfedern, aufgezeigt und an Fällen der Geschichte erläutert. Den bei weitem aber größten Raum nehmen die Beispiele ein, die Sowjetrußlond, England, Frankreich, Italien, USA., Japan und schließlich Deutschland als Träger weltpolitischen Handelns bieten. Die Handhaben des Verständnisses, etwa für die Dölkerbundsliebe der Engländer oder die Deutschenfurcht der Franzosen, sind ausgezeichnet. Sie bergen nebenbei auch für den, der sich viel mit Außenpolitik beschäftigt, noch manche Ueberraschung. Manches Vorurteil, manche falsche Meinung über die Beweggründe der auswärtigen Politik wird hier berichtigt, und wir lesen dieses Lehrbuch der Außenpolitik um so lieber, als es ein Unterhaltungsbuch ist. Ev. — Graf Weftarp: Konservative Politik im letzten Jahrzehnt des Kaiserreichs. Band II. Von 1914 bis 1918. Deutsche Verlagsgesellschaft m. b. H., Berlin SW 11. Preis 12 Mark. — (243) — Es ist einigermaßen mühsam, sich überhaupt erst in die politische Atmosphäre dieses Reiches zurückzuversetzen, doppelt mühsam für den Frontsoldaten, der von den politischen Kämpfen der Heimat doch nur ein allgemeines, in den Einzelheiten verschwommenes Bild erhalten hat, und für den heutigen Leser aus der allem Parlamentarischen so ganz fernen Gegenwart heraus. Und doch muß gesagt werden, daß sich bei dem Buch des Grafen Westarp die Mühe lohnt, weil hier ein Mann zur Feder gegriffen hat, dem es vor seinem Gewissen bitterer Ernst ist mit der Verantwortung für das furchtbare Geschehen dieser Jahre, der zu stolz und aufrichttg, zu vornehm im besten Sinne ist, um auch nur etwas zu beschönigen, was ihm und ferner Partei als Schuld ausgelegt werden konnte. Ohne weiche Klagen und Selbstvorwürfe bekennt er sich zu Irrtümern und Fehlentschlüssen, wo sich solche in seiner zurückgewandten Betrachtung ergeben haben, aber in der großen Linie steht er noch J)«ute zu der politischen Grundauffassung, die die Konservativen über die Aufgabe von Regierung und Volk im Weltkrieg immer und unbeirrt vertreten haben. Sie mußte sie sehr bald in Widerspruch bringen mit der Politik des ersten Kriegskanzlers Bethmann- Hollweg, der es weder gelang, im Innern einen «inziaen starken Valkswillen zu schaffen und suc die Kriegführung einzusetzen, nach nach außen ine gänzliche Isolierung Deutschlands zu D^mbern. Sa schnell es sich herausstellte, daß der Rercds- kanzler nicht die starke Persönlich °,t war die d e Führung sch in der Hand befiel , so sehr mußte eine Debatte über Krieg-Ziele, U-Boote, Emsatz der Flotte u. o., die ohne starke und Mb-wußte Lenkung von oben blieb, ja dort nur beit, Zerfahrenheit, persönliche Empftndichkeit spürte, die innere Geschlossenheit des Volkes^schwa chen. Geradezu tödlich mußte es aber auf den Si 'Q* willen der inneren Front wirken, als nun lang umstrittene innerpolittsche Probleme wie daspreußi $e Wahlrecht, die Polenpolitik, Vereinsgesetz und schließlich das parlamentarische Regiment in bi« öffc^tliche Debatte gezogen und zu Handelsobjekten zw^en Regierung und Reichstagsmehrheit wurden Auch hier verhinderte Schwache und ^schluß- lasigkeit der politischen Führung des Reiches eine ganze Tat, die das Volk mit m die volle Verantwortung hätte hineinstellen aussen, ohne die Len kung aus der Hand zu geben. Sta starker Hand die notwendigen Reformen zu dekretieren, ließ die Regierung sich nach zermürbenden Debatten unzulängliche und halbe Zugeständnisse anden demokratischen Zeitgeist abrmgen, die psychologisch ohne Wert blieben, weil jede von ihnen in ben Augen der öffentlichen Meinung eine Niederlage der politischen Führung des Reichs bedeutete Es ist der tief erschütternde Eindruck dieses Buches, dessen Lektüre durch die peinlich sorgfalttge Zu- fammentragung aller dokumentarisch festgehaltenen Einzelheiten nicht ganz leicht ist, daß das Versagen des politischen Systems in der Hand unzulänglicher Männer es verhindert hat, durch eine starte, un- — Fritz Reck-Malleczewen: Sophie Dorothee, Mutter Friedrichs des Gro- ß e n. Mit 16 Abbildungen. Breis kart. 4,50 RM., Schützen-Verlag Berlin. — (257.) — Das inter- ehante, wenn auch in Stil und Auffassung oft recht eigenwillige Buch gilt mehr der Ahnensorschuna als dem historischen Portrait. Das Stuartblut wird durch die Reihe der weiblichen Ahnen des großen Preußenkönigs verfolgt, um dieses rätselvollen Mannes Menschentum zu deuten. Ein „Buch der Mütter" nennt es der Verfasser und er holt weit aus bis zu jener Ahnfrau Maria Stuart, die in der allertiefsten Erniedrigung noch Königin blieb, aber neben einer unerhörten Lebenskraft schon alle Anlagen zeigte, die mit ihren Nachkommen als das dämonische Element in die hausbackenen deutschen Fürstengeschlechter einbrechen. In der weiblichen Ahnenreihe des großen Königs finden wir jo in vielen Farben schillernde Frauen, wie Elisabeth, die Gattin des unglücklichen Winterkönigs, und deren kluge Tochter Soplie, die noch die Geburt des Siegers von Leuthen erleben soll, weiter die Französin Eleonore d'Olbreux, Frau Herzogs Georg Wilhelm von Braunschweig-Celle, und die geheimnisumwitterte Staatsgefangene von Ahlden, die ältere Sophie Dorothee, Gattin des ersten englischen Königs aus dem Hause Hannover, die ihre Liebe zu dem Grafen Königsmarck mit dreißigjähriger Haft büßen muß. Der Verfasser hat versucht, auf Grund sehr eingehender Archivstudien ein aber die gelbe Welt, vor allem der Japaner, der für seinen gewaltigen Bevölkerungsüberschuß nur hier im warmen Süden den seiner Rasse gemäßen Siedlungsraum findet. Johanns Reise geht weiter über das glückliche Neuseeland in die entromantisierte Südsee, wo heute überall Chinesen und Japaner schon Fuß gefaßt haben, nach Hawai, dem seltsamen Mischkessel aller Rassen mitten im Pazifik, heute Vorposten Amerikas gegen die japanische Großmacht. Das Lebensschicksal von ein paar Menschen, wie sie nur diesem Weltenbummler begegnen konnten, erhellt die ganze Problematik dieses Meeres künftiger großer Entscheidungen besser, als weitschweifige politische Auseinandersetzungen es je zu tun vermöchten. Der Verlag kündigt drei weitere Bücher des Verfassers über seine Erlebnisse in Nordamerika, Ostasien und Jnsulinde an. Wir freuen uns dessen, denn mit Johanns Augen die Welt sehen zu lernen ist ein Gewinn. —e ten erteilt dieses durch Sichtung eines kaum mehr zu bewältigenden Stoffes, durch klare Gliederung und Darstellung aufschlußreiche, das Wesentliche zusammenfassende Werk Auskunft Zugleich gibt es als zeitgeschichtliches Quellenbuch wichtige Urkunden, Verträge, polittsche Reden, grundlegende Gesetze, Erlasse, Verlautbarurigen maßgebender Männer im Wortlaut ober Auszug wieder. Anmerkungen heben das neueste Schrifttum hervor und erleichtern eine Vertiefung in einzelne Sachgebilde. abhängige Staatsführung mit rücksichtsloser Energie dem Volke den Siegeswillen zu erhalten, der Novemberzusammenbruch und Versailler Diktat allein hätte verhindern können. —e. — Egelhaafs HI st arisch-politische Jahres Übersicht für 1935. Von Otto Lier- manh. — Carl Krabbe Verlag Erich Gußmann in Stuttgart. Geheftet: RM. 12.—, gebunden RM. 14. — (242.) — lieber die zwischenstaatlichen Beziehungen, die deutsche Innenpolitik, die politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse der ausländischen Staa- Reiches in einer Welt, die sich mehr und mehr zum Vernichtungskampf gegen Deutschland zusammenschließt. Die Fürstin Radziwill hat ihre politischen Beobachtungen in einem umfangreichen Briefwechsel mit dem italienischen General Robilant niedergelegt, mit dem sie seit dessen Berliner Aufenthalt als Militärattache enge Freundschaft verband. Die Briefe sind ein Jahrzehnt nach ihrem Tode in vier Bänden veröffentlicht. Aus ihnen hat Paul W i e g l e r, bekannt als Biograph des Alten Kaisers, die ihm besonders charakteristisch dünkenden ausgewählt und übersetzt. Er hat auch mit guter Kenntnis der kleinsten Einzelheiten den verbindenden Text geschrieben, so daß man ein sehr geschlossenes Bild erhält. Es ist mancher Hofklatsch über Kabalen und Intrigen unterlaufen. Die allzu nahe Sicht macht den Blick der Fürstin oft überscharf und die von ihr gezeichneten Konturen gelegentlich erbarmungslos deutlich. Die von Wiegler getroffene Auswahl hat dies eher noch gefördert, wie ja schon seine Kaiserbiographie dazu neigte, zur Erhellung der Atmosphäre das Anekdotische ungebührlich breit herauszustellen. Aber die persönlichen Eindrücke der Fürstin und ihre Beobachtung des großen politischen Geschehens geben des Interessanten und Bemerkenswerten genug. Die Sorge um die russischen Besitzungen der Radziwills haben die Fürstin auch an den Zarenhof geführt. In Frankreich unterhält sie, wenigstens noch in den ersten Jahrzehnten, Beziehungen zur Aristokratie, persönliche Freund- schäft verbindet sie mit General Gallifet, dem Kriegsminister, der den Dreyfusskcmdal liquidiert, sie ist aber auch vorurteilsfrei genug, auch mit den Ministern der Dritten Republik, wie dem Historiker Hanotaux Beziehungen zu pflegen. Edu- arb VII. lernt die Fürstin in Berlin kennen, auch am Kopenhagener Hof wird sie eingeführt, die Diplomaten aller Welt verkehren in ihrem Palais am Pariser Platz, so nimmt sie an allen politischen Vorgängen regsten Anteil, behält indessen Abstand genug, den Ueberblick über die Zusammenhänge zu behalten. Der Niederschlag in ihren Briefen gibt, im Großen gesehen, sicher ein zutreffendes Bild von der politischen und gesellschaftlichen Atmosphäre am Hofe Wilhelms II. Eine Reihe interessanter und nicht allgemein bekannter Bilder sind eine gern hingenommene Ergänzung des Bucheq. «-e» poum unv (vejlyllyte. — Joies Pilsudski: Erinnerungen und Dokumente, Band IV, Reden und Armeebefehle. Essener Derlagsanstalt in Essen. Preis geb. 8,50 «M.. — (270) — Die von dem Marschall persönlich autorisierte deutsche Gesamtausgabe findet mit diesem Band ihren Abschluß. Der erste Abschnitt enthält eine Reihe von Tagesbefehlen aus dem Weltkrieg, die die innige Verbundenheit von Feldherr und Truppe, ja die polittsche Kampfgemeinschaft der polnischen Brigade am schlagendsten deutlich werden läßt. Der Marschall und seine Soldaten, das ist wie eine große Familie, die Freud und Leid teilt. Aus der Zeit des polnisch-russischen Krieges sind besonders bemerkenswert die Ansprache in Wilna und der Aufruf an die Ukrainer, weil sie in zwei wesentlichen Punkten polnischer Außenpolitik die Grundauffassungen des Marschalls wiedergeben. Von den späteren Armeebefehlen sei als besonders interessant der zum 100. Todestage Napoleons erwähnt. Nach 1923 rücken die Probleme des inneren Aufbaues des jungen polnischen Staates in den Vordergrund. Pilsudskis Kampf gegen den Mißbrauch des parlamentarischen Systems sah seinen Höhepunkt im Staatsstreich vom Mai 1926. Seine Vorbereitung hat vielfachen rednerischen Niederschlag gefunden. Und auch nachher steht die Reform der Staatsverfassung im Mittelpunkt der öffentlichen Verlautbarungen des Marschalls. Sie sind gleichsam das politische Testament des Staatsgründers, das auch für uns Deutsche kennenzulernen nicht nur um der Persönlichkeit willen, die dahinter Deutsche Erzähler. — Edgar Maaß: Verdun. Roman. 295 Seiten. Brosch. 3,80 RM., Ganzleinen 5,— RM. Propyläen-Verlag, Berlin, 1936. — (263) — Wieder ein Kriegsbuch, ein Buch von Verdun — zwanzig Jahre nachher. Aber die ungeheuere Geschichte dieses Krieges ist von der Generation, die chn miterlebte, wohl noch lange nicht zu Ende geschrieben, und „das größte Erlebnis braucht die längste Zeit, in uns auszureifen". Es spricht für den Verfasser und für sein Buch, daß er erst jetzt in Wort und Gestalt zu formen unternimmt, was vor zwei Jahrzehnten furchtbare, persönlich miterlebte und erlittene Gegenwart und Wirklichkeit war. Die sechs Buchstaben des Namens Verdun bezeichnen das furcytbarste Schlachtfeld, den tödlichen Brennpunkt in jenen vier langen Jahren; ja in ihnen ist für uns Deutsche, die dort die Blüte der Nation zum Opfer brachten, ein ähnliches Symbpl für den Krieg überhaupt beschlossen wie in dem flandrischen Namen von Langemarck. Dieses Buch von Maaß ist der schlichte Bericht eines, der dabei war: wie es wirklich gewesen ist; aber indem er die Geschichte einer kleinen Gruppe von Männern der MG.-Kompanie des mecklenburgischen R.-J.-R. 90 vor Verdun erzählt, findet er zugleich den tiefen Sinn jener Wirklichkeit: er umschreibt sich mit den Worten Hingabe, Kameradschaft und Opfer; das sind keine leeren Worte und blasse Begriffe, sondern gelebtes, erfülltes, in der edelsten Weise vollendetes Leben. So entstand ein Buch der Erinnerung und des Dankes, ein Ehrenmal der Gefallenen, in Ehrfurcht und unverlierbarer Verbundenheit errichtet von einem überlebenden Kameraden. Er spricht nach zwanzig Jahren noch die gleiche Sprache wie damals bei Fleury, bei Douaumonf und auf Höhe 304; er beschwört die Gestalten und Gesichter seiner Kameraden und die höllische Kraterlandschaft des Schlachtfeldes; noch einmal erlebt er, und wir mit ihm, die übermenschlichen Erschütterungen von Vormarsch, Angriff und Abwehr, von Tod und Vernichtung, jenes stummen Opferganges der abertausend unbe- Tagebücher, Memoiren psychologische Deutung erlauben. Die zweite Hälfte des Buches handelt dann von der Frau, die dem Ganzen ihren Namen gegeben hat, die jüngere Sophie Dorothee, die ihren Vetter Friedrich Wilhelm I. von Preußen heiratet, Stuartblut von beiden Seiten fließt hier zusammen in d-ieser Ehe so verschieden gearteter Menschenkinder, die nun ein Leben voll stürmischer Konflikte nebeneinander führen sollen. Erst als Königin-Mutter soll Sophie Dorothee in Monbijou Erfüllung ihres Sehnens finden, die Ehe bleibt Martyrium. Den Hof Friedrich Wilhelms schildert der Verfasser sehr kraß als Schauplatz übelster Jntriguen, den König selbst als einen armen, von seinen Dämonen des Mißtrauens und der Eifersucht gehetzten, gewalttätigen Mann, den beide Hofparteien für ihre Ziele einzuspannen ober zu hintergehen trachten. Des Königs einziger Vertrauter, Leopold von Anhalt- Dessau, kommt schlecht weg. Don den großen staatsmännischen Leistungen Friedrich Wilhelms erfährt man nicht allzu viel. Alles wird zugespitzt auf die Abwehr des „Westlertums", das der König in den englischen Heiratsprojekten Sophie Dorothees als Gefahr für die preußische Staatsidee sah. Wir lassen es dahingestellt sein, wie weit diese Auffassung des Verfassers zutrifft. Der Versuch psychologischer Deutung mag hier und da zu Einseitigkeiten und Gewaltsamkeiten verführt haben, im Ganzen ist das lebendig, oft allerdings auch gewagt und überschwenglich des „Westlertüms", das der König in den : Känguruhs, Kopra! eingeborenen Hirten mittels kunstvoll organisierter rk—i----- nr-fAt-m.. ' Wasserversorgung mühsam durch die lange Dürrezeit gebracht werden. Sie sind der Reichtum Australiens, des Hauptwolleproduzenten und Fleischlieferanten für das Britische Weltreich. Aber die große Politik wird dank der schon skizzierten Bevölkerungs- Verlagerung in den großen Städten gemacht. Hier hat sich eine Industrie entwickelt, deren Arbeiterschaft, um den hohen Lebensstandard zu erhalten, weder Einwanderung noch Einfuhr von Industrie- Produkten zuläßt. Der weltwirtschaftliche Kreislauf ist auch hier willkürlich unterbrochen, denn die Industrieländer, die ihre Erzeugnisse in Australien nicht los werden können, sperren sich natürlich gegen die Aufnahme der australischen Agrarprodukte. Vor den Toren dieses menschenleeren Kontinents steht kannten deutschen Soldaten. Man spürt, wenn man dieses Buch liest, wie notwendig es war, wie es einmal geschrieben werden mußte nach zwanzig Jahren; denn das Leben geht weiter und rückt unheimlich schnell von jener Wirklichkeit vor zwanzig Jahren fort. Die Lebenden und Ueberlebenden pflegen auch schnell zu vergessen, und schon wächst die Generation derer heran, die damals erst Kinder waren, oder noch nicht einmal auf der Welt. Aber die Gefallenen haben ein unverbrüchliches Anrecht darauf, nicht vergessen zu werden, und die Nation hat die ewige Verpflichtung, ihrer in Stolz und Trauer zu gedenken. Ein Buch wie dieses ist sehr dazu angetan, solche Verpflichtung immer aufs neue in unsere Herzen zu senken. hth. — Ernst Wiechert: Wälder und Menschen. Eine Jugend. 250 Seiten. 5,50 Mark. Verlag Albert Langen/Georg Müller, München 1936. — (291) — Als Wiechert vor längerer Zeit bei uns in Gießen zu Gast war, las er nicht nur aus seinen Erzählungen, sondern berichtete auch von Eindrücken und Erlebnissen, Gestalten und Begegnungen aus seiner ostpreußischen Kindheit; was damals gleichsam improvisatorisch aus dem Gedächtnis vor den Hörern ausgebreitet wurde, findet sich hier nun gesammelt und gehörig geordnet als ein stattliches Buch, ein Stück Selbstbiographie, eine Geschichte der Jugend — bis an die Schwelle, wo das „wirkliche Leben" beginnt. Manche werden vielleicht überrascht sein, einen solchen Rückblick auf Herkunft, kindliche Umwelt und menschliche Anfänge als das Werk eines Mannes zu finden, der das halbe Jahrhundert seines Daseins noch nicht völlig erreicht hat; meist wird dergleichen eigentlich später geschrieben. Wir können uns auch vorstellen, daß man bei der aufmerksamen Lektüre dieses Buches hier und da in Zweifel geraten mag, wie weit es Wiechert gelungen sei, sich mit feiner Darstellung aus dem notwendigerweise privatesten Umkreise von Erlebnis und Erinnerung zur Allgemeingülttgkeit menschlicher Entwicklung zu erheben. Dieses Problem wird freilich bei jedem derartigen Versuch auftauchen; und zweifellos wird es nicht nur für die sehr zahlreichen Freunde von Wiecherts Büchern von Interesse sein, einiges über ihn selbst von ihm selbst zu erfahren; vor allem aber erscheint es aufschlußreich und nicht ohne Bedeutung, die persönlichen Quellen einmal zu erschließen oder doch andeutend sichtbar zu machen, aus denen das spätere Werk erwuchs mit den Gestalten der Magd und der Majorin, des namenlosen „Jedermann", des „Todeskandidaten" und mancher andern noch. Mit verständnisvoller Liebe und auch mit dem leisen, manchmal ein wenig ironischen Humor, den man in fast allen seinen Büchern findet, erzählt Wiechert von den Menschen und Mächten seiner Kindheit und Jugend, von Ursprung und Lebensraum, von den großen, tiefen Wäldern der ostpreußischen Heimat, von Eltern und Geschwistern, von den ersten Spielen und den ersten Jagdgängen und von der ersten Liebe natürlich. Auch von der für den Försterssohn aus Kleinort völlig neuen „großen" Welt der Stadt, von Schule und Schulgefährten und der ersten Begegnung mit der Kunst ... dies alles erzählt mit der ruhigen, besinnlichen Klarheit, die Wiecherts Büchern eigen ist. Und ein zarter, wehmütiger Glanz der Frühe, des unwiederbringlichen Paradieses der Kindheit liegt über allen Gestalten und Begebenheiten dieses Erinnerungsbuches. hth. — Die Totenleuchter. Und andere jenfeitige Geschichten. Mit Beiträgen von Eufemia Adlersfelo« Ballefttem, Wolfram Brockmeier, Margarethe Bruch, Lisbet Dill, Liane von Gentzkow, Dorothee Goede- ler, Hertha Heine-Arendt, Marie Schempp und Hans Philipp Weitz. 158 Seiten. B. Behn Verlag, Friedrich Feddersen, Berlin und Leipzig. — (298.) — Die in diesem Bande vereinigten Erzählungen der verschiedensten Autoren erhalten ihre Beziehung zueinander weder durch Geschlecht noch (Beneration der Verfasser, auch nicht durch irgendein Programm oder eine Tendenz, sondern lediglich durch den Themenkreis, der allen gemeinsam ist: der Einbruch einer jenseitigen, überwirklichen Welt in die wirkliche und gegenwärtige bot der Phantasie den weitesten Spielraum, war in manchen Fällen, wo es sich um wahre Begebenheiten handelte, auch ge- । wissermahen beglaubigt. So wird man in dem Bande eine spannende und zum Nack^enken an- . regende Lektüre finden, für manchen Leser mag das Buch auch als bloße Stoffsammlung nicht un- intereffant sein. Wenig glücklich scheint uns dis unverhältnismäßige Verteilung der Beiträge; wah» , rend eine Verfasserin 15 verschiedene Arbetten bet- । steuern durfte, sind alle andern nur mit je einer Erzählung vertreten: ein kaum gerechtferttates Mitz- Verhältnis, das sich ohne Schwiengketten hatte ver- meiden lallen: das Buch würde dabei nur gewonnen haben. Erweitert-Verbessert MO und dadurch Fahrschule W. Müller StraßeNr.31 Wir beraten Sie gerne! Zur 641oD 6419 A IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII1IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII1II1IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIHIII (Ein tonendes Vogelbestimmungsbuch! 6462A Ida Stammler, Gesanglehrerin Dop p e I h errffra. und Schall' 04618 Nähmaschine 115 Hugo Bermühler Verlag • Berlin-Lichterfelde iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii rreßget Rekrut Kommen Sie unverbindlich zu uns u. überzeugen Sie sich von der gediegenen Auswahl u. Preiswürdigkeit. 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