Montag, IN. August 1956 186. Jahrgang JMsroichilse für Madrid sollen. .. Wie im Rundfunksender von Sevilla weiter mit= geteilt wurde, haben am Sonntagvormittag zwei Regimenter der Fremdenlegion aus Algeciras im Guarradama-Gebirge Stellungen bezogen. Das Mi- E Die der Regierung nahestehenden Blätter stellen fest daß sich der Einfluß der Militärgruppe nur noch auf die Provinz Cordoba erstrecke. Zwei Dörfer im Minengebiet Pennaroya sollen in der jSanD der Regierung sein, da die Minenarbeiter es den Rationalisten durch den Generalstreik, von dem sogar die Hausangestellten erfaßt worden fern sollen, unmöglich gemacht habe, die Macht m die Hand zu bekommen. Die Lage der Nationalisten m Granada gestalte sich immer verzweifelter. Die Garnison setze sich aus 1000 Hecresangehongen und 500 Faschisten zusammen, die ständig den Anfeindungen der Einwohner ausgesetzt sein sollen. 2lnu= die Be^ den ersten Abschnitt eines großen antifaschistischen Feldzuges auf spanischem Boden auszutragen. seine Minister völlige und loyale Neutralität be- wahren könnten, die allein wert hätte. Die kommunistische „Humanste" sei über den Gedanken empört, daß man der „republikanischen" spanischen Regierung die Ausfuhr, deren sie bedürfe, vorenthalten könnte; das sei ein unglaublicher Bruch des internationalen Rechts. Die Angelegenheit, so fahrt „Echo de Paris" fort, sei für die kommunistische Partei sehr wichtig. Moskaus Spiel in Spanien sei sehr groß. Wenn die Marxisten siegten, werde sich ein Sowjetregime aus einer der Nationen aufrichten, die das Mitte l m e e r beherrschen, und zwar in unmittelbarer Nachbarschaft eines Garanten A f r-i k a s. Der Bolschewismus werde sich, wie in Asien, mit dem Nationalismus der Eingeborenen verbinden. — Ein marxistischer Sieg in Spanien würde eine neue Auflage der Weltrevolution bedeuten. Niemals vielleicht 'seit dem Marsch auf Warschau hätte Sowjet- rußland einen so entscheidenden Augenblick durchlebt. Man könne sich daher leicht vorstellen, daß die kommunistische Partei, die nur ein Instrument in der Hand Stalins sei, es nicht leicht hinnehmen würde, daß eine Regierung, die von ihr lebe, dem spanischen Drama gegenüber pas si o bleibe. Die meisten der Minister und vielleicht Leon Blum selbst sähen klar die tödliche Gefahr, der Frankreich sich aussetze, wenn es eine aktive Haltung im spanischen Bürgerkrieg em» nähme. Auf der anderen Seite aber standen sie publikaner unter dem Druck derjenigen, die davon träumten, 1 hatten. Warenspekulanten in Gowjetrußland. Moskau, 8. Aug. (DNB.) Die empfindliche Knappheit an vielen Lebensmitteln und den meisten Jndustriewaren des Massenbedarfs hat in der ganzen Sowjetunion zu einer wilden Spekulation mit den sogenannten „Defizitwaren" geführt. (Spekuliert wird fast mit sämtlichen Waren. In einer Unterredung zählt der Präsident des Moskauer Gerichtshofes z. B. als „Objekte der Spekulation" auf: Galanteriewaren, Trikotagen, Zwirne, Geschirr, Schuhwaren, Manufakturwaren und Lebensmittel. Die „Spekulation" besteht in allen Fällen im raschen Aufkäufen der Waren und in ihrem Verkauf auf den Märkten zu höheren Preisen. Die Spekulanten seien meist trefflich organisiert und hätten eine zweckentsprechende „Arbeitsteilung : Die einen hielten sich ständig in den Läden auf, um die Waren sofort aufzukaufen, die anderen sorgten für den Transport auf die Märkte und in die Provinz, während die dritten den Verkauf betrieben. Um sich der Spekulation zu erwehren, greifen die amtlichen Stellen zu drakonischen Strafen In Moskau wurden 208 Personen verhaftet, und davon 11 zu je 5 Jahren und 21 zu 3 Jahren Zwangs- arbeit verurteilt. In Leningrad erhielten fünf Per- sonen je 5 Jahre, eine Person 10 Jahre Gefängnis. In Kiew wurden 23 mit 3 bis 5 Jahren Verschickung und Zwangsarbeit verurteilt. Die Nationalisten melden neue marxistische Geueltaten Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8l/,W)r des Vormittags Grundpreise für \ mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von 70 mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.250/a mehr. Ermäßigte Grundpreise: Gesechl im Hasen von Malaga Grenzsperre zwischen Gibraltar und Spanien. Moskaus Hilfsaktion für die fpanischen Kommunisten Edelsteinverkauf zur Finanzierung eines Freiwilligen-Korps für den fpanischen Bürgerkrieg. Paris, 10. Aug. (DNB. Funkspruch.) General Oueipo de Llano hat am Sonntagabend rm Rundfunk-Sender von Sevilla verschiedene von Madrid verbreitete Meldungen dementiert. So hat er die Behauptung für u n z u t r e f f e n d erklärt, daß Cadiz Cordoba, Sevilla und andere Städte unmittelbar vor dem Fall stehen. Weiter brandmarkte der General eine Anzahl marxistisch er Greuel- taten. In Konstantina, so führte er aus, das am Sonntag wieder von der Militärgruppe besetzt worden sei, haben die Roten, bevor sie die Stadt aufgaben, 250 Personen tn die Schächte g e w or f e n und dann Dynamit- Patronen zur Explosion gebracht. In Lora del Rio, das am Samstag eingenommen worden fei, feien 187 Menschen getötet worden. 40 weitere hätten gerade erschossen werden sollen, als die Stadt von den nationalistischen Truppen besetzt wurde. In Badajoz seien 195 Personen niedergemacht worden. Auch in Malaga seien Massenerschießungen erfolgt. Der General erklärte weiter, es sei ein Beweis für die unsichere Lage in Madrid, daß sich gegenwärtig 7 Minister und der Vorsitzende der Kammer in Valencia befänden, wo sie wahrscheinlich den Augenblick ihrer Einschiffung abwarteten. Dort soll ein Kriegsschiff für den Notfall der Regierung zur Verfügung stehen. Die Stimmung unter den Marxisten, die an der Front kämpfen, lasse von Tag zu Tag nach. Zu dieser Veränderung im Lager der Roten habe das Verhalten der Führer sehr viel beigetragen, die sich fast nie an der Front sehen ließen und von denen das Gerücht gehe, daß sie für sich große Geldsummen im Ausland sichergestellt hätten, die zum größten Teil aus den 1 Goldbeständen der Bank von Spanien stammen Oie Erschießungen in Barcelona. Rom, 8. Aug. (DNB.) Der Ordensgeneral der Kamillianer P. R u b i n i, der als päpstlicher Visitator bei Beginn des spanischen Bürgerkrieges m Barcelona weilte und nur durch das ^ttmstige Eingreifen des dortigen italienischen Generalkonsuls dem Tode entging, ist auf der Reise nach aefährlichsten Be- ungen s u r u e n Frie " nach sich Ziehen würde, allen interessierten Machten den Text eines Abkommens unterbreitet, welches genau Regeln bestimmt, um die gemeinsamen Verpsina) hingen wirksam zu gestalten. Die Antwortennd fast einstimmig günstig ausgefallen - 2" ^edess, hat die französische Regierung besä) 11f r Ausfuhr nach Spanien a u s z u 18 Regier^ rechnet damit, daß ihre H^^m- lichst ifalD den Abschluß eines endgültigen AbkE mens erleichtern müsse, das sie im 2 internationalen Friedens* vorgeschlagen h Erscheint tL glich, außer Sonntags und Feiertag» Beilagen: Die Illustrierte Gießener Famllienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monatr-vezug5preir: Mtt 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr.. . -25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschluffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach- richten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Krankfurt am Blain llb86 Daris, 8. Aug. (DNB.) Heber den französischen Ministerrat am Samstag wurde folgende anstliche Verlautbarung ausgegeben: Außenminister D elfe o s berichtet über die Ereignisse in Spanien Geleitet von dem Bestreben, internattonale Verwicklungen zu verhüten, hat die französische Regierung, obwohl es sich um eine gesetzmäßige Regierung einer befreundeten Nation handelt, am 25. Juli beschlossen, daß keine Ausfuhr von Kriegsmaterial nach Spanien erlaubt werden soll mit Ausnahme der etwaigen Möglichkeit daß die Privatindustrie nichtbewaffnete Flugzeuge liefern könnte. ° Am 1. August hat Die Regierung, als sie über gewisse ausländische Lieferungen an die Aufständischen in Kenntnis gesetzt worden ist, an die, am um mittelbarsten interessierten Lander den .dringlichen Aufruf gerichtet, sich zu einer gerne infamen Regelung der Nichteinmischung m bie spanischen Angelegenheiten bereit zu stnDen. Gleich, xeitia hat die Regelung aber die Ents ch l u tz - I r e? h e i I Frankreichs bis zur Verwirklichung des von ihr vorgeschlagenen Abkommens Dorbetal. kn. Am 5. und 6. August hak dann die französische Regierung, als sie die Ueberzeugung gewann Daß ein Wettbewerb der Nationen bei der Unterstü.'ung teils der spanischen Republik, kds der Aufständischen d i e Drohungen für Den Französischer Generalstabsbesuch in Warschau. Warschau, 9. Aug. (DNB.) Die Warschauer Blätter melden, daß der französische General Game l i n «in Begleitung einiger Stabsoffiziere am 12. August zu einem offiziellen Besuch in der pol- nischen Hauptstadt eintreffen werde. Die Dauer des Aufenthaltes in Polen sei auf fünf Tage bemessen, so daß General Gamelin an den Feierlichkeiten an- läßlich des polnischen Sieges über die Rote Armee im Jahre 1920 teilnehmen könne. Das Programm sehe die Besichtigung Der Flieger- und Reiter-Regi- meuter, sowie der wichtigsten militärischen Emrich- jungen vor. Den letzten Tag seines Aufenthaltes bringe General Gamelin in Krakau zu, wo er am Grabe des Marschalls Pilfudfki einen Kranz nieder- legen werde. x „Kurier Poranny" widmet Dem Besuch des G^ nerals Gamelin einen Leitartikel, m welchem Die Paris, 9. Aug. (DNB.) Auf der Winterradrennbahn in Paris fand eine Spanienkundgebung der Volksfront statt. Redner Der Internationalen Roten Hilfe, Der radikalsozialistifchen Parteinchtung Pelleton, her Gewerkschaften unD Der Kommunisten setzten sich für eine wirksame Unterstützung De.r MaDriDer Regierung ein, währenD ein Sozialist unD ein Vertreter Der Liga für Menschenrechte Die beDingte Neutralität verteidigten. Die Besucher brachen am Schluß in Den Ruf aus: „Flugzeuge nach Spanien! Waffen nach Spanien!" Ein Ausschuß Der französischen Volksfrontbewegung teilt mit, Daß am ©onntagoormittag zwei Lastkraftwagen mit sieben Tonnen Lebensrnitteln, konDensierte Milch, Zucker, Mehl, Fl-eifch, Konserven unD Kaffee, von Paris aus nach «Spanien abrollen werben. Die Genossenschaften Der StäDte, Durch Die Die beiDen Lastkraftwagen kommen, roerhen aufgeforDert unterwegs wettere Lastkraftwagen Dieser Spitzen- folonne anzufügen. Die kommunistische „Huma- nite" verzeichnet mit Stolz, daß die Arbeiter der i Motorenfabrik Gnome et Rhone 25 500 Franken für den Ankauf eines für die „heldenhaften Re- ■ -..ta;*—bestimmten Flugzeuges gesammelt Was die Kommunisten in Griechenland planten. A t h e n , 8. Aug. (DNB.) Die Polizei oeröffent- licht einen Bericht über die kommunistischen Plane, Die durch Die rechtzeitigen Maßnahmen Der Regie- rung scheiterten. Danach war von kommunistischer Seite am 5. August mit Tagesanbruch eine Riesen- funhgebung in her Stahionstraße geplant. Gegen hie eingreifenhe Polizei sollte mit Gewalt vorgegangen roerhen, ebenso gegen solche Betriebe, in Denen trotz Des Aufrufs Des Generalstreiks roeitergearfeeüet roerDen sollte, insbesondre LaDengeschäfte. Gegen Mittag war geplant, heftige Auftritte im Büro des MinisterpräsiDenten zu inszenieren. In Den Mim- terien sollten Die Fensterscheiben eingeroorfen roerDen. BesonDere Stoßtrupps hatten Auftrag, alle Fahrzeuge, Die noch verkehren sollten, anzuhalten. Der Arbeitersekretär Varuxis erklärte, daß man auch vor einem bewaffneten Kampf mit dem Ziel des Sturzes der Regierung nicht zurück- schrecken dürfe. Die Arbeiterklasse müsse mit d e r Waffe in der Hand gegen die vorgehen, die sich ihrem Willen widersetzten. Der kommunistische Abg. Theos forderte dazu auf, Die Kriminalbeamten und die Streikbrecher auf der Stelle zu l y n ck e n. „Der Zweck unserer Demonstration ist kein friedlicher. Wenn wir die verantwortlichen Mitglieder der Regierung erwischen, so werden wir sie a n öie Laterne hängen und, falls die Laternen nicht ausreichen sollten, an die Telegraphenstangen." London, 10.Aug. (DNB.-Funkspruch.) Der in Gibraltar eingetroffene britische Zerstörer „Blanch e" berichtet, daß die im Hasen von Malaga vor Anker liegenden Kriegsschiffe Der spanischen Linksregierung von Slugaeugen Der Militärgruppe mit Bomben beiegt worden feiern Die Kriegsschiffe, unter denen sich auch das Schlachftchift „Jaimes L" befindet das vor zwei Tagen Algeciras beschoß, erwiderten das Feuer, dach wurden van keiner Seite Treffer ^elt. Die Truppenverschiffungen van Ma- r 0 kk ° nach dem fpamW« ^land wurden allem Anschein nach in der Nacht zum «onntag s orige ! e si t Die Küstenstädte Tarife, Algeciras San Rogue und La Linea waren in tiefes Dunkel^gehüllt, offenbar in der Absicht, eine ungestörte Lan Dung vornehmen zu können. Sir Percioal Philipps, Der SonDerberichterstatter Des „Daily Telegraph", meldet daß Die G-enz zwischen Gibraltar und Spanien von dem Befehlshaber her Militargruppe gesperrt worden sei, weil der Verdacht bestehe daß m Gibraltar tätige Kommunisten ihren Gesinnungs- hindert werden, daß Die Schisse Der MaDriDer Regierung Brennstoff übernehmen. General Oueipo he Llano hat angeorhnet, Daß Die Tochter Des marxistischen Kriegsministers unD Die Tochter Des früheren Gouverneurs von CaDiz, Die sich m Haft befinDen, sofort freizulassen sinh. Die Nationalisten seien keine Bestien unD würben sich nicht an um schulhigen Frauen rächen. Schließlich gab er noch bekannt, Daß ihm von privater Seite über eine Million Peseten zum Ankauf von Flugzeugmaterial zur Verfügung gestellt roorhen sei. Berichte aus Mdrid. Mahrih, 9. Aug. (DNB.) In der Nacht zum Samstag fand eine große Verdunkelungsubung m Madrid' statt. Jeglicher Verkehr war m der Zeit zwischen 2 und 3 Uhr eingestellt. Sämtliche Privat- wohnungen, öffentlichen Gebäude, Straßen und Plätze, waren verdunkelt. Die Regierung erteilte über den Rundfunk den Einwohnern Anweisungen, im Falle eines Alarmes die oberen Stockwerke zu verlassen. Die Untergrundbahnen verkehrten bis 3 Uhr morgens. Die verdunkelten Eingänge wurden die ganze Nacht über offengelassen, damit die Bevölkerung auf den Bahnhöfen Zuflucht nehmen Das „Echo d- Paris" schreibt, in Regierungskreisen mache man kein 6 h t ' daß Frankreich-Neutralität nur - sei und dasi es sich seine § ° n d u>n g .f ei. fjeit wiedernehmen wurde, wenn derer Staat Den «urinX senden Franco Flugzeuge und Kriegsm würde. Das stehe nun gerade m D Verlautbarung nicht Drin! Im J? Kabinetts Den Die raDikalsozialistischen Mmi ter Des Äabinetts, Die sich energisch für die Neu ral tat ^gesetzt hat LuS-nz" Wid» Ugegensttzen kbnn. noch, um auszusteigen? Der Druck der Kommunisten. Daris 10. Aug. (DNB. Funkspruch.) Das „Echo de Paris" bezweifelt, daß Leon Blum und Paris, 10. Aug. (DNB. Funkspruch.) Um den Kommunismus in Spanien zu unterstützen, hat, wie der Malin" berichtet, Die Moskauer Regierung beschlossen, eine größere Menge von Edelsteinen zu verkaufen. Dieser Verkauf soll m aller Eile von einem französischen Juwelier Durchgeführt roerDen. Die sowfet- russischen Handelsvertretungen in London, Brüssel und Paris hätten den Auftrag erhalten, von den eingehenden Zahlungen insgesamt 300 Millionen Francs dem Komintern-Büro in Paris zur Verfügung zu stellen. Außerdem sollten % des Erlöses aus den Platinverkäufen für den gleichen Zweck Verwendung finden. Etwa vierzig Millionen Francs seien sofort durch die Staatsbank überwiesen worden, damit kein Zeitverlust eintrete. Um die eigentliche Bestimmung dieser Summe zu verschleiern, — nämlich Die Unterstützung Der spanischen Kommunisten für die Bildung einer Sowjetregierung in Spanien — hätten hie Moskauer Leiter diese ersten Millionen unmittelbar an Azana geleitet. Nach einem vorherigen Abkommen sollten diese Gelder jedoch an die Finanzkommission der k o m m u n i st i s ch e n spanischen Partei weiter geleitet werden. Diese Kommission würde das Geld für die Ausrüstung und für die Bedürfnisse des gegenwärtig in Bildung befindlichen internationalen F r e i w i l 1 i g e n k o r p s verwenden. w Das Pariser Komintern-Buro soll am 5. August getagt haben, um aeroiffe Einzelheiten feines Eingreifens in die spanischen Ereignisse fest- zulegen. Es habe beschlossen, fünf B e auf - fragte an die französisch - fpamfche Grenze zu entsenden, die etwaige Schwierigkeiten bei Dem G r e n z ü b e r g a n ß Der roten Freiwilligen regeln sollen. Die kommunistischen Zellen in Der Seemannsgewerkschaft hätten Den Auftrag erhalten, unter ihren Anhängern schnell Mannschaften für Die spanische Kriegsmarine zusammenzustellen, Da Die e sehr knapp an Schiffsbesatzungen sei. Für diese Aufgabe allein seien Drei Millionen Franks zur "Verfügung gestellt worden. Frankreichs „bedingte" Neutralität Rom in Florenz eingetroffen. Nach einem Bericht Der Tribuna" über seine Erlebnisse in Den furchtbaren Schreckenstagen in Barcelona hat Pater Rubini allein in einer Nacht über400 ß eich e n ausgefegnet, unter Denen sich Die Leichname von mehr als 300 Priestern befanDen. Sieg derAationalisken in Aragon. Paris, 10. Aug. (DNB. Funkspruch.) Wie aus Dem Hauptquartier Des Generals Mola in Burgos gemelDet wird, haben Die Truppen Der Nationalisten unD Deren Freiwilligen-Formationen vor Sara- gofsa einen entscheiDenDen Sieg über eine Der von Barcelona fommenDen marxistischen Kolonnen errungen. Die roten Milizen hatten versucht, Den Hügel San Julia zu nehmen, wurDen aber zurückgeschlagen. Die Verluste Der roten Katalanen betrugen 100 Tote unh 300 V^etzte. Außerdem haben sie 500 Gefangene, 5 Geschütze, 2U Maschinengewehre und 50 Lastkraftwagen verloren. Die roten Streitkräfte haben sich in aller Eile zu- rückziehen müssen. Sie wurden durch Flugzeuge unter st ützt, die, wie in Burgos erklärt wird, nicht zu dem üblichen Material der fatala- nischen Armee gehört hätten. General Oueipo de Llano gab im Rundfunk bekannt, daß die Truppen der Militärerhebung in H u e s c a hie Marxisten vernichtend geschlagen haben. Die Militärgruppe habe über 1000 Gefangene gemacht. -- Stellen-, Vereins-, gemein- General-Anzeiger für Oberhesfen v ” ■ behördliche Anzeigen 6Rps. Drufi und Verlag: vrühi'sche Uuiverfiläts-Vuch- und Stemöniderei R. Lange in Siehen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulftrahe 1 M-ng-nabfchiusi-Staff-m P°tt°«iff^ in "r Len«: b!? mmaNfchc Verfasiung der Militargruppe immer VON Gibraltar beschossen werden. Dadurch soll ver-1 mehr sinke. genossen in Malaga Nachrichten über roegungen her Truppen hes Generals Franco zu- kommen ließen. Die National.stett glaubten Beweise hafür zu haben, haß hiese Spionagef von in Gibraltar ein- unh ausgehenhen Agenten betrieben roerhe, die mit Den Kriegsschiffen Der Madrider Linksregierung einen regelrechten Sign«ldien t unterhielten. Die Grenzsperre hat in Gibraltar Verstimmung hervorgerufen, well em großer Teil der in den Marinewerkstatten beschäftigten Arbeiterschaft in der spanischen Stadt La Linea ansässig ist Allein 600 Arbeiter der Werft von Gibraltar leben in dieser Stadt. Nur Ausländer, die von der spanischen Seite nach Gibraltar wollen, dürfen Die Grenze passieren. lir. 185 (Erftes Blatt______ Gießener Anzeiger Abschluß der Leichtachleük auf den Olympischen Spielen. Beginn her Schwimm - Wettkämpfe. — Japaner siegt im Marathonlauf. — Pech unserer 4X^00-Meter-Krauenstaffel. - Goldene Medaille im Segeln für Deutschland. durch einen 3:1-Erfolg über Ungarn Punktgleichheit mit den Indern. Im Handball-Turnier wurde die Vorrunde beendet. Deutschland und Oesterreich stehen als Gruppensieger fest, und mit ihnen ziehen Ungarn und die Schweiz in die Endrunde. Deutschland gewann ganz überlegen mit 29:1 (17:0) gegen USA., und Oesterreich schlug die Schweizer ebenfalls recht eindrucksvoll mit 14:3 (8:2). Das Polo-Turnier wurde mit dem Kampf um den dritten Platz zwischen Mexiko und Ungarn (16:2 für Mexiko) abgeschlossen. Olympiasieger ist Argentinien vor England und Mexiko. Die zweite Goldmedaille im Radfahren gewannen Jhbe-Lorenz im 2-km-Tandemfahren, wo sie in beiden Endläufen klar über die Holländer Leene-Ooms siegreich blieben. Dritter wurde Frankreich vor Italien. Im l-l ihm.Rede u Antwort, und im Nu entwickelt sich eme lustige Unterhaltung, bei der Mich der Engländer n^ch allen möglichen und unmöglichen Dingen ragt W»e lange man wohl brauche, um sich diese Au s 9 anzusehen, was wohl besonders mtercfian , wo man besonders gut Mittag essen konnte we ches Theater heute abend ein lustiges Stuck fpiek usw. usw. Gott fei Dank kann ich, wenn auch etwas langsam und holprig, so ^mlich f Fragen meines freundlichen Gegenübers R Antwort ft-hen. Und als sich „mein Engländer hoch befriedigt und mit herzlich-" ®or^nleS k-s von mir verabschieden will, da kann ch nun doch nicht verkneifen >hn Z" tt-g-". gewußt hatte, daß ich die englrfd?«i ®ptW be herrsche. Etwas erstaunt bin ich nun aber doch über die Antworte „Alle Berliner sprechen englisch, Jcb muhte henlidi machen über diese wirklich nun Ur hohe Lung die dieser Engländer über uns hat. * Cs ist manchmal wirklich lustigI welchen Vorstellungen unsere ?"^nWen »c|u, -her nach Berlin kommen. In ,edem La^- -pl"- allem in der Reichshauptstadt aufgefallen ^sei Alle erzählten übereinstimmend, daß s I ) . . . mgen Tagen einen lebendigen E ndruck von dem Geist des neuen Deutschland Die folgende Geschichte habe ich nicht selbst erlebt, aber sie ist mir von einem guten Freund erzählt worden. Er fuhr mit dem V-Zug von Köln nach Berlin. Der Zug fuhr vormittags ab, mein Freund ging in den Speisewagen und kam zufällig an einen Tisch zu sitzen, an dem zwei Griechen aßen. Als diese von dem Ober nach ihren München gefragt wurden, sagten sie nur ein Mort: „Milch!" Drei Stunden später kam ich, so erzählte mir mein Bekannter weiter, wieder in den Speisewagen, kurz darauf erscheinen ebenfalls die beiden Griechen und verlangten wieder Milch. Uno kurz bevor der Zug in Berlin einlief, tauchten sie nochmals auf und verlangten zum drittenmal Milch. Ein Herr fprach die beiden höflich auf französisch an, daß diese wohl etwas beherrschten, und sie erklärten, daß sie nur ein einziges deutsches Wort wissen: „Milch!" Inzwischen lief der Zug m Berlin ein. Es war zu spät, um etwas Richtiges zum Essen zu bestellen. * Wissen Sie, was eine Olympia-Sonderfahrt ist? Vermutlich nicht. Ich hatte bis gestern auch keine Ahnung davon. In Berlin, DoraUemin der Innenstadt, sind alle paar hundert Meter und zum Teil in noch kürzeren Abstanden, Laut- sprech er ausgestellt, die stets °°n Neugierigen umlagert sind, welche voller Spannung dem Fort- aana der Kämpfe lauschen. Fahre ich da dreier £””'r "" ÄÄÄSÄSfcJ etwas verdutztes Gesicht macht, wird ihm fügender Bescheid zuteil: ,Zch will mir de» 10000 -Meter-Lauf anhören, was sich ,ia vom sichren den Autobus aus prächsig ’’or?n.l“6L^nf"J roir wir an einem Lautsprecher vorüber ■ ftnb, fMmr schon beim nächstens- Fürwahr, em praktisches Es gibt Dinge, bie für uns eine Selbstverständlichkeit darstellen, die aber den Ausländern ein Buch mit sieben Siegeln sind und dementsprechend auffallen. In einer belebten Straße der Innenstadt spielte sich in diesen Tagen ein köstliches Erlebnis ab, an dem die Vorübergehenden ihre Helle Freude hatten. Zwei Engländer — diese Natton geht offenbar mii ganz besonders aufmerksamen Augen durch Berlin — stehen vor einem großen Fleischerladen. Eine Wurstsorte scheint ihr besonderes Interesse zu finden. Kurz entschlossen betreten sie den Laden und kommen nach ein paar Minuten mit einer wohl zw e i Meter langen Kette Wiener Würstchen heraus, die jenseits des Kanals gänzlich unbekannt sind. Der eine zieht einen Photoapparat heraus, der andere legt sich diese Wurstkette um die Schultern und läßt sich von seinem Landsmann photographieren. Daß dieses gewiß nicht alltägliche Geschehen sofort einen großen Auflauf zur Folge hatte, bei dem der typische Berliner Mutterwitz Triumphe feierte, wird jeder begreifen. Wir zweifeln nicht daran, daß dieses Bild überall sehr bestaunt werden wird. konnte aber bann das Tempo nicht mehr mithalten. Er wurde aber immerhin noch guter Fünfter vor den beiden Amerikanern Peter Fick und Lmdgreen. Aus den Zwischenläufen zum 10 0- Meter- Kraul der Frauen qualifizierte sich G i s e l a Arendt hinter der Holländerin Mastenbroek im ersten Lauf für die Entscheidung. Mastenbroek schwamm Äe 100 Meter in 1:06,4 Min., „Gisela" war mit 1:07,2 Min. um nicht ganz eine Sekunde langsamer. Neben Mastenbroek und Arendt stehen nach Katherine Rawls-U5A., T.ni-Wagner-Holland, Jeanette Campbell-Argentinien, Willie den Ouden- Holland und McKean in der Entscheidung. Der zweite Zwischenlauf wurde von Jeanette Campbell in 1-06 6 Min. gewonnen. Die Entscheidung im 200-Meter-Brustschwimmen der Frauen dürfte sich zum Duell zwischen der Japanerin Mae- bata die ihren Zwischenlauf in 3:02,1 Mm. gewann, und der Deutschen Martha Genenger, die im zweiten Lauf 3 02,8 Min. siegreich geblieben war, gestalten. Jnae Sörensen-Dänemark, Hanni Hölzner-Deutsch- land Jenny Kastein-Holland, I. Waalberg-Holland und'Doris StoresEngland find die weiteren Teil- nehmerinnLN am Enolauf. Im Wasserball-Turnier feierte Deutschland einen sicheren 6:1 - (4:0-) Sieg u b e r d i e Tschechoslowakei. Die übrigen sieben Wettspiele des Sonntags brachten folgende Ergebnisse: Ungarn - Malta 12:0, USA. — Uruguay 2:1, Die Deutschen auf dem Zahnärztekongreh in Wien. Zum Internationalen Zahnärzte-Kongreß in Wien sind unter Führung des Reichszahnärztesuh- rers Dr. Stuck zahlreiche deutsche Wissenschaftler in Wien eingetroffen. Die Eröffnungssitzung des Kongresses nahm in Anwesenheit von etwa 1200 Delegierten aller Nationen einen glänzenden Verlauf. In den Sitzungen der einzelnen Sektionen wurden auf allen Gebieten der modernen Zahnheilkunde Vorträge und Demonstrationen gehalten, an denen sich auf deutscher Seite Professor Axhausen- Berlin, Professor Elbrecht-Marburg, Professor Euler- Breslau, Professor Falk-München, Dr. Fehr-Berlm, Dr. Gerlach-Leipzig, Dr. Hauptmeyer-Essen, Pro- sessor Korkhaus-Bonn, Professor Rebel-Gottmgen, Dr. Reichenbach-Leipzig, Dr. Schrickel-Berlm, Professor Wannenmacher-Berlin, Dr. Weski-Berlm beteiligten. Der Reichszahnärzteführer, Dr. Stuck, schlug in der Sitzung der Sektion für Studienreform vor, die beiden großen internationalen Vereinigungen der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde zu einer einzigen weltumspannenden Organisation zu verschmelzen. Die Anregung wurde mit großem Beifall ausgenommen und beschlossen, die Vorarbeiten in Angriff zu nehmen. „Die Rose der Rose" läuten ge Schriftzügen: „Der Kaktus dem K. merkte der Verkäufer diese sonderbare Widmung erst dann, als der Besucher den Laden verlassen hatte. Hoffen wir, daß der Empfängerin dieses eigenartige Zeichen der Verehrung nicht in die berühmte falsche Kehle gekommen ist! und zugleich billiges Verfahren, um beim olympischen Wettstreit stets auf dem Laufenden zu bleiben. Sicherlich hat mancher Ausländer nicht im ersten Augenblick gewußt, was er mit dem frischen Jungen oder Mädel anfangen soll, die da plötzlich an ihn herantraten und ihn in der ihm fremden deutschen Sprache um etwas baten. Jetzt jedoch wird es wohl nur noch wenige Ausländer geben, die nicht wissen, was es mit dieser Bitte auf sich hat: ein Autogramm. Es ist ein fröhlicher und luftiger Wettstreit, der unter der Berliner Jugend ausgetragen wird, und auch unsere ausländischen Gäste nehmen diese kleine Belästigung durchaus von der heiteren Seite. Und besonders groß ist die Freude dann, wenn unsere Jugend einen Ausländer „erwischt", der einer Olympia-Mannschaft am gehört und dessen Name vielleicht schon als Sieger in der Zeitung gestanden hat oder stehen wird. Daß solche Autogramme sich besonderer Beliebtheit erfreuen und ganz hoch im Kurs stehen, ist selbstverständlich. Berolmus. Ausländische Gäste imNeichs- erziehungsministerium. Italienischer kreuzerbefuch in kiel. Der italienische Kreuzer „Gorizia" traf im Kieler Hafen ein und machte an einer Tonne in Hohe des Olympiaheimes fest. Um ihn herum liegen das Linienschiff „Schleswig-Holstein", das Flotten- laggschiff „Graf Spee", der Aviso „Grille", das polnische Segelschulschiff „Dar Pomorza" und der britische Kreuzer „Neptune". In den nächsten Tagen werden noch zwei Segelschulschiffe erwartet. Bei Einlaufen feuerte der italienische Kreuzer 21 Schuh Landesgruß, die von der Salutbatterie Friedrichs- ort erwidert wurde. Der Salut für den Kommandierenden Admiral der Ostsee wurde vom Panzer- schiff „Graf Spee", dem deutschen Flottenflaggschiff, erwidert. Ein dritter Salut galt dem deutschen Flottenchef. Die erste Olympia-Brieflaube in Italien eingetroffen. Die erste der Brieftauben, die am Eröffnungstage der Olympischen Spiele von Berlin aus ihren Weg nach Italien genommen hatten, ist am Samstag, 8. August, abends in Parma bei ihrem Besitzer eingetroffen. Die Taube hatte außer den gewöhn- liehen Gummiringen an ihren Füßen einen Metall- ftrei en mit den Worten: „Olympia Tauber Hager, Spandau, Rochstraße" befestigt. Die Entfernung, die die Taube zurückgelegt hat, beträgt in der Luft- linie 1200 Kilometer. Rekordbesuch auf der Deutschlandausstellung. Der zu den olympischen Veranstaltungen zum Wochenende nach Berlin kommende Fremden st rom brachte auch der großen Deutschlandausstellung am Kaiserdamm einen Rekordbesuch. Am Samstag passierten fast 6 0 000 die Tore, und am Sonntag wurde erstmals die Zahl von 100 000 B e su ch er n an einemlage überschritten. Damit hat die Aus- stellung fast eine dreiviertel Million Besucher. Frontkämpferkreuze für Frauen. Frau Voß, die Gatttn eines Arztes in Berlin- Steglitz erhielt vom Führer und Reichskanzler d a s Ehrenkreuz fürFrontkämpfer verliehen. Damit wurde ihre Tättgkeil als Operationsschwe- ster im Ersatzlazarett der 4. Armee in Hand- zaeme bei Ypern gewürdigt. — Der Oberin der westfälischen Landesfrauenklinik in Bochum, Rudloff, die als Rote-Kreuz-Schwester wah- renb des Krieges im Feldlazarett 213 in Nazareth als Operationsschwester tätig war, wurde das „Ehrenkreuz für Frontkämpfer" verliehen. Oberin Rudloff ist bereits Inhaberin des Eisernen Halbmondes, der türkischen Jftthar-Medaille und der Rote-Kreuz-Medaillen. Sechs Personen bei einem Autounglück in Frankreich verbrannt. Ein schweres Autobusunglück, bei dem 15 Per- i fönen schwer verletzt wurden und, wie man he- sürchtet, sechs Fahrgäste verbrannt sind, ereignete sich Im Basketball-Turnier traf Deutschland am Sonntag auf Italien und verlor mit 16:58 (11:38). In der Deutschlandhalle fielen am Sonntag auch sämtliche Entscheidungen im griechisch-römischen Ringen. (Ausführlicher Bericht siehe im Sportteil.) Was ist denn hier los? Neugierig treten einige Vorübergehende näher, um den Grund des Auflaufs festzustellen. Derkehrsunfall? Nein! Da steht ein Herr, dem man auf tausend Schritt den Ausländer ansieht, hat einen S t a b t p la n entfaltet und bemüht sich, den Umstehenden klar zu machen, wohin er sich begeben will. Ein Kauderwelsch von Sprachfetzen, em Gemisch von Englisch. Frnnzosifch und Berliner Dialekt, eme wahrhoste Fundgrube für den Sprachwissenschaftler, bringt an das Ohr des Zuhörers. ..Wat denn wat denn, der cherr kommt doch viel besser mit dem Zweier- Autobus zum Wittenbergplatz, als, n>enn er mit der Ubahn sahren sollte!" Zerkmrscht gibOer an. bere zu, datz er an diese IN der Tat bessere Verbindung nicht gedacht habe. Aber damit noch nicht genug! Einer der hilfsbereiten nimmt den Ausländer am Arm, beide lächeln sich freundlich un und begeben sich zur nächsten Autobus-Halte! eUe. Und als der Zweier kommt, da rüst der Berliner dem Schassner zu: „Der Herr ist Ausländer und mochte zum Wittenbergplatz. bitte sagen Sie ihm doch genau Bescheid!" „Wird gemocht! "widert der Schassner. und wieder einmal hat em Auslan- ber Gelegenheit gehabt, die Zuvorkommenheit des Berliners persönlich kennenzulernen. erhalten hätten, dessen Bevölkerung in den letzten Jahren einen unverkennbaren Wandel durchgemacht habe. Aber zum Schluß wurden immer zwei Dinge vorgebracht, die mir ein ungläubiges Lächeln entlockten und die ich nicht für bare Münze genommen hätte, wenn sie nicht von Engländern ausgesprochen worden wären, die bestimmt einander nicht kannten. „Zwei Dinae sind es, die uns — so wurde mir gesagt — auffallen: Daß die Deutschen in den Lokalen sowenig Sauerkraut essen und daß nicht jeder Deutsche einen — Dackel hat!" Sie lachen gewiß ebertfo wie ich, aber ich bin dieser merkwürdigen und gewiß nicht uninteressanten Ansicht nachgegangen und habe dabei in der Tat festgestellt, daß in dem Durchschmtts- engländer die Meinung verbreitet ist, daß die Deutschen ungeheure Porttonen Sauerkraut essen und daß jeder einen Dackel, diesen typisch deutschen Hund, besitzt. Vielleicht wird angesichts der Tatsache, daß Tausende von Engländern bei der Olympiade weilen, diese etwas merkwürdige Ansicht über uns einer Aenderung unterzogen. Tausende von Berliner Familien haben in diesen Tagen Gelegenheit gehabt, festzustellen, datz ihre Gäste und vor allem auch die Ausländer, liebenswürdige Leute sind, die sich bemühen, ihren Gastgebern durch kleine Aufmerksamkeiten den Dank für die gastfreundliche Aufnahme abzustatten. Kam da ein Ausländer in einen Blumenladen und entschloß sich nach langem Suchen, für feine Gastgeberin, eine würdige ältere Dame, einen prächtigen großen Kaktus zu kaufen, ein wahres Musterexemplar seiner Gattung. Er bat den Verkäufer, diesen Kaktus sofort zuzustellen, nahm eine Visitenkarte und schrieb — er hatte wohl einmal etwas von ,Die Rose der Rose" läuten gehört, mit steilen Berliner Brief. Vierzehn Tage und zum Teil schon länger weilen Hunderttausende von Fremden in der Reichshauptstadt, um an dem friedlichen Wettkampf der 50 Nationen auf dem weiten Gelände des Reichssportfelder teilzunehmen. Schon längst sind die Ausländer eine vertraute Erscheinung im Straßenbild geworden; man merkt ihnen an, wie wohl sie sich in dieser Viermillionenstadt fühlen, über die sie vorher oft nicht gerade das Beste gehört hatten. Heitere und lustige Geschehnisse wickeln sich am Rande der großen Ereignisse auf dem Reichssportfeld ab, Geschehnisse, die deshalb so herzliche Ausnahme finden, weil ihnen nichts Gekünsteltes zugrunde liegt, weil sie eben aus der Situation heraus verstanden fein wollen. Steht da vor einer Fernsprechzelle in der Innenstadt, gerade zur Hauptverkehrszeit, eine Kette von fünf, sechs Menschen, die alle darauf warten, daß eine Dame, die ein Gespräch nach dem andern für endlich den Apparat frei gibt. Sprachfetzen bringen aus der Zelle, die Drauhenstehen- den merken, daß es eine Ausländerin ist, und fassen sich in Geduld. Endlich geht die Ture auf, und die Dame, eine Engländerin — nebenbei gesagt: sie war wirklich hübsch — entschuldigt sich mit einem liebenswürdigen Lächeln vor den Wartenden: „Ich wußte nur, daß ich bei einem Herrn Bruno Schmidt wohne, meinen Quartierjettel habe ich verlegt, und nun ersah ich aus dem Telephonbuch zu meinem Schrecken, daß es 2 6 Bruno Schmidt gibt. Und es waren — Pech muß man haben — über 15 Gespräche notwendig, bis ich den richtigen fand!" Da kann man doch wirklich nicht böse sein, und ein verzeihendes und freundliches Lächeln malte sich auf den Gesichtern der Wartenden. Einer, von Neugierde getrieben, prüfte die Angaben ob dieser 26 Bruno Schmidt nach, und stehe da: es war keiner mehr und keiner weniger. Frankreich — Japan 8:0, Oesterreich —- Schweiz 9:0, Belgien — Holland 1:1, England — Jugoslawien 4:3, Schweden — Island 11:0. Im Hockey-Turnier wurden im Hockey- Stadion auf dem Reichssportfeld von 20 000 Zuschauern zwei Spiele der Gruppe C ausgetragen. Holland schlug dabei Frankreich sicher mit 3:1 und wurde damit Sieger seiner Gruppe. Die Schweiz errang einen etwas überraschenden 2:1- Sieg über Belgien, dem man nach dem guten Abschneiden gegen Holland und Frankreich entschieden mehr zugetraut hätte. Holland trifft nun am Mittwoch in der Zwischenrunde auf Deutschland. Deutschlands 13. Goldmedaille gab es im Segeln, wo Bischoff in der Startboot-Klasse mit seiner „Wannsee^ am Sonntag einen neuen Sieg errang und dadurch für die übrigen Konkur- '.. der Punktwertung uneinholbar wurde. Auch in'den übrigen Segel-Klassen liegt Deutschland recht gut, so daß man ruhig noch mit der einen oder anderen Medaille rechnen kann. Iuem v----/--------- gestattete Bücher mit Abbildungen der alten Hellenen. Er hielt dabei eine Ansprache, am Sonntagnachmittaa in der Nähe von Nar- banne (Südfrankreich). — Der Autobus, der etwa 20 Ausflügler von einem Strandbad in die Stadt befördern sollte, stürzte wenige Kilometer vor Nar- bonne eine drei Meter hohe Böschung hinab, überschlug sich und fing Feuer. Herbeieilende Passanten retteten 15 Fahrgäste aus den Flammen, die das Fahrgestell vollkommen eingehüllt hatten. Man befürchtet, daß sechs Personen, die non dem umschlagenden Wagen begraben wurden, in den Flammen umgekommen sind. Zigeuner-Oberhäupkling Rosenberg im Hamburger Gängevierkel verhaftet. Der Kriminalpolizei ist es gelungen, den aus dem Zigeunerkrieg Korpatsch-Rosenberg bekannten ausländischen Zigeunerhäuptling Rojenberg im Hamburger Gängeviertel festzunehmen. Rosenberg, der bei einem kurzen Besuch bei seiner Mutter in deren Wohnung verhaftet wurde, wird in Sachen Korpatsch wegen Erpressung, die unter Anwendung rohester Gewalt an deutschen Zigeunern begangen wurde, von der Kriminalpolizei Frankfurt a. M. gesucht. Britisches Verkehrsflugzeug abgestürzk. Am Montagfrüh stürzte kurz nach dem Start im Flughafen Croydon bei Wellington ein Verkehrsflugzeug der Imperial Airways aus geringer Höhe in den Garten eines Hauses ab, und geriet sofort in Brand. Bevor Hilfe zur Stelle war, ging die Maschine vollkommen in den Flammen auf, so daß feine Versuche mehr unternommen werden konnten, die vier Insassen zu retten. Durch die Explosion des Tanks wurden noch zwei angrenzende Häuser in Brand gesetzt. — Die Maschine hatte u. a. Fracht für Paris an Bord. FurchtbareFolgenderRekordhiheinLlGA. Oie Sünden des Raubbaus an Boden und Wald rächen sich. Von unserem B.-Berichterstatter. Neuyork, Anfang August. (Durch Zeppelinpost.) In jedem beginnt man in Amerika von Anfang Juni an mit sehr gemischten Gefühlen auf die Hitzewelle zu warten, die sich dann auch spätestens Anfang Juli einstellt. Gewiß, auch in Deutschland kennen wir heiße Tage; aber hier in den Vereinigten Staaten weist der Sommer durchweg derartig mörderische Temperaturen auf, daß man sich drüben wirklich keine Vorstellung davon machen kann. Es hat schon seine Gründe, daß man sich in den Büros der Großstädte im Juli und August während der Arbeit der Jacketts, und wenn es ganz schlimm wird auch noch der Krawatten entledigt, daß die Menschen, wenn sie nicht an die See hinaussahren können, vielfach in den Parks und auf den Dächern schlafen, und daß diejenigen, für die das Schicksal weniger gut gesorgt hat, sich abends einfach vor den Türen ihrer elenden Häuser ein Quartier zurechtmachen, um dort in den Nachtstunden darauf zu warten, daß der Wettergott in einem Anfall von guter Laune vielleicht eine leichte Brise durch die überheißen Gassen zu senden sich herabläßt. Das Entsetzliche bei der amerikanischen Hitze ist, daß sie in den Großstädten des Ostens feucht ist und oaß die Temperaturen auch des Nachts kaum sinken. Die Zimmer der Wohnungen aber find niedrig und klein; die Gesundheitsämter, die in den Vereinigten Staaten auf vielen Gebieten die schwersten Unterlassungssünden begehen, haben sich hier niemals darum gekümmert, ob die einer Person zur Verfügung stehende Luft im Schlafzimmer wirklich ausreichend ist. In den Farmerstaaten wiederum sind infolge des Raubbaus des vergangenen Jahrhunderts in weiten Gebieten die Wälder so gut wie verschwunden; ja es gibt hier Staaten von der Größe Preußens, in denen sogar einzeln stehende Bäume zu den Seltenheiten gehören. Wir denken dabei nicht etwa an Gebiete wie Arizona oder Nevada, die von jeher wasserarm waren, sondern gerade an diejenigen Staaten, die früher zu den fruchtbarsten Gebieten der Welt gehörten. Wenn in den Steinbaukästen Neuyork oder Chikago die Temperatur auf hundert Grad Fahrenheit im Schatten (47 Grad Celsius) hochgeht, oder wenn sie im Mittelwesten 12 0 Grad erreicht, ist das für hiesige Verhältnisse durchaus nichts besonderes. Es handelt sich dabei um Amerikas übliche Hitzewellen. In diesem Jahre aber wurde den Vereinigten Staaten ein Sommer beschert, wie sie ihn s e i t 65 Jahren nicht mehr erlebt haben. In den Großstädten fallen die Menschen wie die Fliegen um, und viele amerikanische Betriebe, denen man sonst wirklich nichts nachsagen kann, daß sie besondere Rücksichten auf ihre Angestellten nehmen, haben tagelang einfach zu- gemacht, weil die Menschen völlig arbeitsunfähig sind. Aber derartiges bedeutet noch keine nationale Katastrophe. Sie ist darin zu suchen, daß Amerika in diesem Jahre mit der größten Mißernte seiner Geschichte zu rechnen hat. Auch sie könnte an sich noch von einem reichen Lande, wie es Amerika ist, überwunden werden, wenn nicht die Erosion sich von Jahr zu Jahr in immer entsetzlicherer Weise auswirken würde. Seit 1930 hat sie der Bevölkerung der Vereinigten Staaten wiederholt Stoff zu ernstestem Nachdenken geliefert. Infolge der bisher von keinem Regen unterbrochenen Rekordhitze in diesem Jahr aber ist sie zum schwersten Problem der Vereinigten Staaten schlechthin geworden. In der Zeit der Landerschließung, also etwa bis zum Jayre 1900, hoben die Amerikaner einen- Raubbau an ihrem Boden betrieben, von dem gerade wir Deutschen uns nur schwer eine Vorstellung machen können. Wenn die Farmer ihre Sieder, die unzureichend gedüngt und behandelt wurden, da sie sich mit ihrem Boden nicht verbunden fühlten, abgewirtschaftet hatten, zogen sie nach Westen weiter, um dort den gleichen Raubbau zu treiben. Auch nach 1900 dachten hier die meisten Farmer nicht daran, ihre Sieder liebevoll zu pflegen, wie es drüben die europäischen Bauern tun. Jetzt machen sich die Folgen in der allerfurchtbarsten Weise bemerkbar. In jedem Sommer werden weitere Erdschichten f o r t g e w e h t, die einstmals fruchtbar waren. Gebiete, auf denen noch vor kurzem Korn und Feldfrüchte gezogen werden konnten, sehen jetzt, wie die Zeitungen durch unzählige Bilder belegen, wie die Wüste Sahara aus. Da sich das Vieh dort nicht mehr ernähren kann, muß es fortgetrieben ober abgeschlachtet werden. Die Halme, soweit man sie überhaupt noch erblidt, sind so ausgedörrt, daß sie selbst den Heuschredenschwär- men keine Nahrung mehr geben. Häufig genug sind auch die letzten Erdschichten von einst fruchtbaren Siedern verschwunden, so daß die Erdrinde freigelegt ist, die tausendfache Sprünge aufweist. Die Farmer stehen daher vielfach vor dem nadten Nichts; sie müßten verhungern, wenn ihnen nicht von der Regierung geholfen würde. Ihre Zahl geht in die Millionen und aber Millionen; die Sieder, die die Erosion teilweise oder völlig vernichtet hat, entsprechen in ihrer Gesamtheit nicht etwa der Größe eines kleinen Landes, sondern der Deutschlands, Polens, Skandinaviens, Frankreichs, Italiens und Spaniens zusammengenommen. Mit der ihm eigenen Tatkraft hat Präsident Roosevelt als erster amerikanischer Staatsmann sich der Bekämpfung der Erosion zugewandt. Nachdem in der Vergangenheit die Hälfte der amerikanischen Waldbestände einfach abgeholzt war, ohne daß man daran gedacht hätte, Baumschulen zu errichten oder sonst einen Ausgleich für diesen Raubbau zu schaffen, ist der Präsident daran gegangen, jetzt Aufforstungen in großem Maße vornehmen zu lassen und zwar, wie auch von ihm selbst wiederholt ausgesprochen wurde, nach deutschem M u st e r. Ungeheure Bewässerungsprojekte werden in die Wirklichkeit umgesetzt; die Farmer, die in den früheren Jahren ihr völlig wertlos gewordenes Land einfach verlassen hatten, um mit ihren Familien als Arbeitslose von einem Staat in den anderen zu wandern, werden jetzt von eigens dafür geschaffenen Washingtoner Regierungsstellen in Kolonnen zusammengestellt, damit sie gegen einen niedrigen Wochenlohn die Projekte der Regierung zur Rettung des noch verbliebenen amerikanischen Aderlandes durchführen. Von den Dakotas hinunter bis an die Grenze von Mexiko soll ein Baum st reifen gepflanzt werden, der in den Regenzeiten das Wasser aufsaugen soll, um es hinterher an den Boden abzugeben. Aber ob das verlorene Land jemals wieder zurüdgewonnen werden kann, bleibt eine Frage, die von Fachleuten vielfach bezweifelt wird. Rundfunkprogramm Dienstag, 11. August. 6 Uhr: Olympische Fanfaren. Musik in der Frühe. Dazwischen 6.30 bis 6.45: Früh-Gymnastik (21. Glucker) und 7 bis 7.15: Nachrichten des Drahtlosen Dienstes. 7.50: 11. Tag der XI. Olympischen Spiele. Programmdurchsage. 8: Bunte Unterhaltung. 9: Unterhaltungskonzert. Dazwischen: Schwimmen. 4W-Meter-Freistil-Zwischenläufe. 100-Meter- Rüden-Frauen-Dorläufe. Wasserballspiele, Fechten: Degen-Einzel-Vorentscheidung. Rudern: Dorläufe. 12 bis 13.45: Musik am Mittag. Dazwischen: Olympische Siegertafel 1896 bis 1936. 13.45: Neueste Nachrichten. 14: Bunte Musik. Dazwischen: Rudern: Vorläufe. Schwimmen: Vorführung im Kunstspringen durch die drei Sieger. 4X200-Meter- Staffel-Endlauf. 200-Meter-Bruststil-Frauen-End- lauf. Wasserballspiele. Fechten: Degen-Einzel-Entscheidung. Boxen: Ausscheidungskämpfe. Fußballspiel. Hodey-Ausscheidungsspiele. 18: Blasmusik. Dazwischen: Hörberichte. 19: Olympia-Echo: 11. Tag. 20: Kurznachrichten des Drahtlosen Dienstes. 20.10: Unterhaltungsmusik. Dazwischen: Hörberichte. Boxen — 2. Serie. 22: Wetter- und Tagesnachrichten. 22.15: Olympia-Echo. 22.45: Unterhalttmgs- und Tanzmusik. 1 bis 2: Konzert nach Mitternacht. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Ein mit feinem Kern über dem Festland liegendes Hochdrudgebiet bringt jetzt über ganz Mitteleuropa wärmeres Sommerwetter. Da die starke Erwärmung des Festlandes aber bereits über Frankreich zu kleinen Störungen geführt hat, wird das Wetter schnell gewittrig werden. Aussichten fürDienstag: Heiter bis wolkig, schwül mit Bildung gewittriger Störungen, südliche Winde. Aussichten für Mittwoche Meist aufge- heitertes und warmschwüles Wetter mit gewittrigen Störungen. Lufttemperaturen am 9. August: mittags 23,7 Grad Celsius, abends 16 Grad; am 10. August: morgens 13,4 Grad. Maximum 24,6 Grad, Minimum heute nacht 11,2 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 9. August: abends 23,4 Grad; am 10. August: morgens 17,2 Grad. — Sonnenfcheindauer 6,6 Stunden. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: i. 23. Dr. Fr. W. Lange; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Bed. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: i. V. Hans Thein. 2).21. VII.36: 9350. Drud und Verlag: Brühllfche Universitäts- Buch- und (Steinbruderei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit ber Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis 10 Pf. unb Samstags 15 Pf., mit ber Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vorn 1. Juni 1935 gültig. In der Frühe des Sonntags ist unser lieber Vater Universitäts-Professor i. R. Dr. Walter König nach kurzem Leiden im 77. Lebensjahr verschieden Gießen (Hofmannstraße 11), am 9. August 1936 4985 D Gießen, Hagen. Alzey, Fehlheim, den 10. August 1936. Es wird gebeten, von Beileidsbesuchen Abstand zu nehmen. Frau Frieda Uhr, geb. Welter im Alter von 45 Jahren In tiefer Trauer: Gießen (Ludwigsplatz 9), den 10. August 1936 03624 Zahnarzt Dr. Konter 4979D Die Beerdigung findet Dienstag, den 11. August nachmittags 3 Uhr statt. 4978 D 4974 D Nach seinem Willen wird die Trauerfeier in der Stille stattfinden. Auch von Blumenspenden und Beileidsbesuchen bitten wir abzusehen Hildegard Fritsch, geb. König Hans Jürgen König, Hamburg Pfarrer Eduard Fritsch, Kassel Otto Uhi und Günther nebst allen Geschwistern, Verwandten und Bekannten Heute wieder Sprechstunde Die Trauerfeier findet am Dienstag, dem 11. August, nachmittags 3 Uhr auf dem Neuen Friedhof statt Das Seelenamt findet am Mittwoch, dem 12. August 1936, um 7 Uhr, in der hiesigen Pfarrkirche, die Beerdigung am gleichen Tage, nachmittags 2 Uhr, vom Portal des Neuen Friedhofes zu Gießen aus statt. Wfltöea- MNW 33lmm.u.8fl(De SU vermiet. 03S-7 Seltersweg 22. Todesanzeige Samstagmittag verschied nach kurzem schweren Leiden meine inniggeliebte gute Frau, unserem Güntherlein eine treusorgende Tante iiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiimiiiiiiimii Nachlässe von 3 bis 20 v. H. erhalten Sie bei wiederholten Veröffentlichungen einer Anzeige i nilllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll Praxis bis 30 August geschlossen Dentist Schetter Großer Steinweg 21 Todes-Anzeige. Samstag abend wurde mein treusorgender guter Gatte, unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder und Onkel Herr Heinrich Selbst Rentner Dr. Menz Liebigstrahe 48 Wiederbeginn der Sprechstunde Dienstag, den 11. August Vermietungen | In mein. Hause, Johannesstr.15, freie Lage an Grünfläche u. in Verkehrsnähe, ist Der 2. SM seit 18 Jahren in gleicher Hand, 6 Zimmer, Bad, Balkon, 2 Kammern, 2 Keller und sonstig. Zubehör, z. 1.10. evtl, früher zu vermieten. Gleichzeitig sind alsbald Bfirorflame pari., zu Derrn. (1 Zimmer und 2 Zrmmer, je m. sl. 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D. hatten, mit ihm gemeinsam zu arbeiten und ihm dabei näherzutreten. Das Andenken an diesen von glühender Vater» landsliebe und von selbstloser Dienstbereitschaft für sein Volk beseelten Mann und verdienstvollen Gelehrten wird in Gießen und weit darüber hinaus allezeit in Ehren fortleben. Am gestrigen Sonntag ist bereits mit den Vorarbeiten für den Reichsparteitag 1936 begonnen worden. Früh um 7.30 Uhr traten die Marschteilnehmer der Standarte 116 zu einer Besichtigung durch den Brigadeführer Schmidt, Bad-Nau- Heim, auf dem Trieb an. Anschließend fanden noch Marschübungen in 12er Reihen unter Mitwirkung des Spielmanns- und Musikzuges statt, damit auch die diesjährigen Marschteilnehmer in bezug auf Marschdifziplin und Richtung bei dem Vorbeimarsch aus. Durch sein liebenswürdiges und allezeit gegenüber jedermann gefälliges Wesen, wie auch durch seine edlen Charaktereigenschaften und feine vorbildliche selbstlose Arbeit im Dienste der Volksgemeinschaft erwarb sich der Heimgegangene hohe Wertschätzung in weiten Kreisen der Bevölkerung, zugleich auch Äornotizen. Tageskalender für Montag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Ein seltsamer (Baft". Geheimrat Professor Nr. König f. In der Nacht zum Sonntag ist der Geheime Hofrat Professor Dr. Walter König, der langjährige Ordinarius für experimentelle Physik und Direktor des Physikalischen Instituts der Universität Gießen, in der hiesigen Chirurgischen Klinik, wo er Heilung von einem inneren Leiden suchte, nach kurzem Krankenlager im 77. Lebensjahre verstorben. Geheimrat Professor Dr. König war am 20. November 1859 in Berlin geboren: er entstammte einer alten Berliner Kaufmannssamilie. Nach dem Besuch des Werderschen Gymnasiums zu Berlin, wo er Ostern 1878 das Abitur bestand, studierte er in Tübingen und in Berlin. Er war ein Schüler des bekannten Physikers von Helmholtz, promovierte im Sommer 1882 und arbeitete dann bei Helmholtz. Von Ostern 1883 bis Ostern 1887 war er als Assistent bei dem Experimentalphysiker Professor Quincke in Heidelberg tätig. Anschließend war er bis zum Herbst 1892 als Assistent bei Professor Wiedemann am Physikalischen Institut m Leipzig, wo er sich im Sommer 1887 habilitierte und im Sommer 1891 außerordentlicher Professor wurde. Von Oktober 1892 bis Ostern 1900 wirkte er als Dozent des Physikalischen Vereins in Frankfurt am Main. Dann ging er als außerordentlicher Professor an die Universität Greifswald, wo er am 1. Juli 1901 zum ordentlichen Professor ernannt wurde. Am 1. April 1905 übernahm er als Hiller-Zugend Sann 116. An alle Formationen und Vereine des Kreises Gietzen. Die Vannführung des Vannes 116 bittet Der Festausschuß für die Weihe des Reichsehrenmals der ehem. Deutschen Feldartillerie, Köln, Fettenhennen 19 (Kölner Derkehrsverein). Führer der Formationen und Vereine Z 0. A ug uft nach Möglichkeit um Dienstfrei- Der Waffenring der ehem. Deutschen Feldartillerie weiht am 29. und 30. August das Reichsehrenmal für seine mehr als 150 000 gefallenen Helden des Weltkrieges in der altehrwürdigen Hansestadt Köln. Jeder alte Feldartill'erist muß an diesem Ehrentag seiner Waffe mit seinen Kameraden vor den Augen der höchsten Vorgesetzten seiner Waffe, General der Artillerie von G a l l w i tz und Generalleutnant Freiherr von Walter, fowie des Oberbefehlshabers des Heeres, Generaloberst Freiherr von Fritsch, vor dem Reichsehrenmal erscheinen, das von dem Ruhm seiner toten Käme- rat)en und seiner eigenen Treue kündet allen denen, die mit uns sind, allen denen, die nach uns kommen. Und ihr Hinterbliebenen unserer Besten, Väter und Mütter, Frauen und Kinder, Brüder und Schwestern, auch ihr gehört in unsere Mitte. Miterleben sollt ihr, wie die lebenden Kameraden ihren toten Kameraden ihre unauslöschliche Treue bekunden. Schreibt alle an uns, wir werden für euch in derselben Treue sorgen, die jedes alten Frontsoldaten heiligste Pflicht war und ewig sein wird. Versicherung 6.— Mark, Kinder unter 10 Jahren halber Fahrpreis, also einschließlich Mittagessen 3.50 Mark. Mitfahrende, die am gemeinsamen Essen nicht teilnehmen wollen, zahlen 5,— bzw. Kinder 2,50 Mark. Meldung und Anzahlung bis Dienstag, 11. August, nachmittags 6 Uhr auf der Geschäftsstelle Gießen, Bahnhofstraße 38. Mitglieder, Freunde und Gönner unserer Orga- nisatton sind zur Teilnahme an dieser Fahrt herz- Futtermittel verarbeitet werden können. Außerdem lassen sich Essigsäure, Harze und Gerbstoffe, die bisher in der Hauptsache aus dem Auslande eingeführt wurden, gewinnen. Damit sind aber die technischen Wunder des Waldes noch keineswegs erschöpft. Holz kann in Meilern oder fabrikmäßigen großen Retorten verkohlt und dabei eine Unmenge chemisch wichtiger Rohstoffe gewonnen werden, wie Azeton, Holzgeist, Methylalkohol, Formaldehyd, Holzteer usw. Außer- dem liefert der Wald noch viele andere Rohstoffe. Das Harz wird dem lebenden Baum obgezapft. Gerbstoffe werden der Rinde von Eiche, Fichte und Weide oder dem Holz von Eiche und Edelkastanie entnommen. Polsterwolle wird aus Kiefernnadeln, Badezusätze aus den Knospen der Fichtennadeln hergestellt. Wertvolle Rohstoffe liefern die Tiere des Waldes, wie Wildleder, Felle und Pelze, Hafenhaare für die Filzherstellung, Rehhaare, Dachshaare, Schmuckfedern und vieles andere. Die Köchin und Hausfrau verdankt dem Walde schmackhaftes Wildbret in reicher Abwechslung, Pilze als köstliche Zutat für die Tafel, Beeren in Fülle, Nüsse, Tee und Gewürzkräuter. Der Mensch findet im Walde auch vieles für seine Apotheke, denn zahllose Arzneimittel sind aus Blättern, Bluten, Rinden, Pilzen des Waldes entnommen. Zerstörte Kunstschätze in Barcelona. Der amerikanische Professor Walter Cook, Direktor der Künste an der Universität Neuyork, befand sich in der Zeit der Kämpfe zugleich mit zwei anderen amerikanischen Professoren in Barcelona und macht jetzt Mitteilungen über die unersetzlichen Verluste, die die Kunstschätze in Katalonien in diesen Tagen erlitten haben. Mit Ausnahme der Kathedrale und des Klosters von Pedralbes ist alles zerstört worden. Die Kirche der heiligen Anna mit dem schönen Kreuzaang und dem Grabe von Miguel Bohera ist verbrannt worden. Die Altardecken des 15. Jahrhunderts, die von De rme j o, dem berühmtesten gottschen Maler Spaniens, bemalt waren, sind verschwunden. Santa Maria del Mar, das reinste Denkmal gotischer Kunst in Katalonien, ist ausgeraubt und vom Feuer zerstört. Don der Kirche San Pedro de Las Puellos stehen nur noch die Mauern. Fast vollständig zerstört sind auch die Merceda, die Santa Madrona, die Kirche del Carmen, das Kloster Los Escolapios, die Kirche des heiligen Augusttn, Las Carmelitas und das Kloster der Kirche von Blasco de Carray. Der erzbischöfliche Palast ist aus geplündert, und sein ganzes Mobiliar ist verbrannt. Die Ortsgruppe führt am 23. August einen Ausflug an den Rhein durch. Die Fahrt geht mit Sonderzug gegen 8 Uhr vormittags ab Gießen und endet am gleichen Tage abends gegen 10 Uhr in Gießen. Als vorläufige Endftatton gilt Nieder- l a h n st e i n , von hier aus etwa 3V2 Stunden Dampferfahrt mit Befichtiauna schöner landschaftlicher Punkte, sodann in Koblenz gemeinsames Mittagessen. Besichttgung und Führung in Koblenz, Ehrenbreitstein ufw. durch Kameraden der Ortsgruppe Koblenz. Preis einschließlich Mtttagessen, Besichttgung und Nachfolger von Professor Drude das Ordinariat für Experimentalphysik und zugleich die Stelle des Direktors des Physikalischen Instituts in Gießen. Im Iubiläumsjahr 1907 war er Dekan der Philosophi- schen Fakultät, vom 1. Oktober 1911 bis 30. September 1912 stand er als Rektor an der Spitze der Universität Gießen. Am 25. November 1916 wurde er zum Geh. Hofrat ernannt. Am 1. April 1930 trat er in den wohlverdienten Ruhestand. Die wissenschaftliche Arbeit des nunmehr verstorbenen Gelehrten behandelte meist Probleme der Hydrodynamik und der Optik, hier vornehmlich Fragen der künstlichen Doppelbrechung. Lange Jahre war er Herausgeber der Beiblätter der „Annalen der Physik". Weiter gab er eine Neubearbeitung von Drudes Physik des Aethers heraus und widmete feine Kraft besonders der Herausgabe des Lehrbuches der Experimentalphysik von Lom- mel, das er von der 10. bis zur 30. Auflage bearbeitete. Durch glänzende Versuche wußte er die Fortschritte seiner wissenschaftlichen Erkenntnisse entsprechend seiner besonderen experimentellen Begabung seinen Hörern zu verdeutlichen. Diele spätere Lehrer an den höheren Schulen Hessens und weit darüber hinaus und auch Männer, die im akademischen Unterricht und in physikalisch-technischen Berufen neue Generationen heranbilden, waren seine Schüler. Neben seinem fruchtbaren und unermüdlichen Mrken als Forscher und Hochschullehrer widmete Geheimrat König in nie erlahmender, immer von tatfrohem Eifer erfüllter Arbeit feine Kräfte den Fragen der Luftfahrt, der er in unserer engeren Heimat ein hervorragender Förderer wurde. Den von ihm gegründeten Gießener Verein für Luftfahrt leitete er viele Jahre lang als Vorsitzender, das Wirken dieses Vereins beeinflußte er in entscheidender und tiefgreifender Weise zum großen Vorteil der Luftfahrt. In dankbarer Würdigung seiner großen Verdienste auf diesem Gebiete wurde er im Jahre 1932, als er mit Rücksicht auf fein hohes Alter von der Leitung des Vereins zuruck- trat, zum Ehrenvorsitzenden des Vereins für Luftfahrt in Gießen ernannt; ihm zu Ehren tauften die Gießener Segelflieger im Jahre 1933 auch ein Segelflugzeug auf den Namen „Geheimrat König". Weiter war der Entschlafene lange Jahre Vorsitzender des Gießener Lesehalle-Vereins und zweiter Vorsitzender des Gleiberg-Vereins. Die Oberhessische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde und der Physikalische Verein zu Frankfurt a. M. zeichneten ihn durch die Ernennung zum Ehrenmitglied Das technische Wunder des Waldes. Xson Ewantus Masur. Jeder Mensch, der im Walde wandert, im Walde arbeitet, von den Erzeugnissen des Waldes lebt, ist von seinen Schönheiten, von den Geheimnissen und Wundern im Walde gefangen genommen. Schon der Kampf ums Dasein, der Kreislauf des Lebens, die unabdingbaren Gemeinschaften der Pflanzen unter sich, der in ihnen lebenden Infekten, -ßogel und Säugetiere, die erb- und rasfemäßigen Bedingtheiten bei den Waldbäumen und allem Getter, die Möglichkeiten und Voraussetzungen für eine natürliche Verjüngung, für eine Bewirtschaftung des Waldes find so interessant, so wichtig, daß sich um ihretwillen gelehrte Köpfe und klardenkende Praktiker mit hUen zu dem Walde gehörenden Fragen beschäfttgt haben. Wunderbar ist die Erkenntnis, daß das Volk, dem Voraussicht und weise Beschränkung der Vorfahren den Wald erhalten haben, zu den begütertsten aller Völker m materieller und ideeller Hinsicht gehört. Wie arm Md die Völker, wie die südeuropäifchen, die Raubbau und Unvernunft um das schönste Volksgut gebracht haben; ihr Klima ist in ungünstigster Weise durch das Fehlen des Waldes beeinflußt. Deutschland gehört zu den Landern, die einen ausreichend großen Waldbesitz noch heute ^r eigen nennen. In Deutschland wird gerate durch Die Einsicht der nationalsozialistischen Führung, dieser Wald für ewige Zeiten erhalten bleiben. Nur wenige Menschen machen sich davon em Blw, wie starken Einfluß der Wald und seine ^3^9= nisse auf das Leben und den Haushalt jebes ein- zftnen, selbst des ärmsten Volksgenossen, ausubtt Schon unseren Vorfahren, wie aJJen nordifchen Völkern, war und ist ter Wald Leb e n s- grundlage. Er lieferte ihnen den Dau- und Werkstoff für ihre Wohnungen, Waffen und Wagen schützte sie gegen Feinde und gegen die Kalte des Winters. Im Walde konnten sie lagen, den kräftigen Boden beackern und ihr Vieh im Walde aus die Weide treiben. Besonders den Germanen war der Wald so heilig, daß sie in ihm ihren Gottesdienst abhielten, unter dem Schatten feiner Baume auf dem Thing Recht sprachen und Zweikampfe ausfochten. Wald und Holz sind K en n z eich e n D er nordischen Kultur. Holz ist auch un ganzen Mittelalter der herrschende Werkstoff geblieben. Selbst als die Bedeutung des Eisens in den Vorder- gnmb trat, blieb das Holz unentbehrlich, da mit der in dem altbekannten Meileroerfahren gewonnenen Holzkohle die Erz« verhüttet wurden. Erst tm Aus der Provinzialhauptstadt. Segen der Erde. Das Wunder der Fruchtbarkeit ist über die Erde gekommen. Der Sommer hat seine Gaben bereit und verwandelt die Landschaft vor den Toren der Stadt in ein Paradies. Er geht über die stillen Pfade an Denen sich seitswärts die Aehren m Demut neigen, und fein Atem streift warm und voll die prangenden Felder, deren üppiges Grün von Wachstum und Reife kündet. Schwer wölbt sich der Leib der Mutter Erde und es ist, als verströme sie ihren Reichtum, um ihn immer mietet aufs neue 3U gewinnen. Die (Barben stehen aufgerichtet, sie sehen ernst und feierlich aus und wirken goldene Farbtöne in das bunte Landschaftsbild. Es ist em Anblick, der die Seele ergreift und Gefühle der Dankbarkeit wachwerden läßt. „Unser täglich Brot gib uns heute!" Wo die Garben stehen, schenkt uns die Erde das Brot, dessen wir alle bedürfen, und mit Sank und mit Ehrfurcht sollten wir es entgegennehmen, auf dem Lande und in der Stadt. In den Heckenbüschen am Wege reifen die Beeren die Haselnutz formt sich am Strauch, und überall ' wo im 'Frühling zarter Blütenschnee prangte, hat die Wärme des Sommers herrliche, lebendige Kräfte entflammt. Es ist ein wachsender Segen ringsherum, Der in Den hohen Bäumen am Straßenrand wohnt, Der Das duftende Gras zum zweiten Schnitt gedeihen läßt und der den Aepfeln und Birnen jene Köstlichkeit verheißt, die sie in wenigen Wochen erreichen werden. Weit dehnen sich die Kartoffelfelder. Sie bergen die Frucht, derer wir am meisten bedürfen nach dem Korn, das uns den täglichen Laib Brot beschert. Kartoffelfelder sind wie grüne (Bärten der Hoffnung, die Den ganzen Sommer hindurch ihre fröhliche Farbe gleich einer Fahne wehen lassen. Auch in ihnen wirken die segenspendenden Kräfte der Erde wie ein fortwährendes geheimes Feuer, das von guten Geistern still und behende geschürt wird. _ Wohin das Auge schaut m diesen Sommer- tagen, sieht es stolzes, reifendes Werden. Die Fluren tragen ihr bestes Kleid, der Wald reckt sich dicht und verheißungsvoll, und auf allen Wegen liegt schwerer, herber Duft. Der Segen der Erde ist dabei, feinen reichen Tisch zu decken, den der Sommer mit köstlichen Früchten beschickt. Sch. 18. Jahrhundert wurde die sogenannte Steinkohle den Menschen dienstbar aemacht. Ader auch sie ist nichts anderes als „Holz versunkener Wälder aus früheren Jahrtausenden. Seitdem ungewohnte Möglichkeiten für vielerlei neuartige Bau- und Werkstoffe entstanden, wurde das Holz und seine große Bedeutung vergessen. Erst in den letzten Jahrzehnten erkannten auch die Chemiker und Techniker die Unentbehrlichkeit und Vielseitigkeit des Rohstoffes Holz. Bei eingehender Beschäftigung stellte es sich nämlich heraus, daß das Holz, das Haupterzeugnis des Waldes, für fünf große Gebiete der Wirtschaft Verwendung findet oder finden kann. Zunächst besteht die Möglichkeit, Holz als B a u - und Werkstoff zu benutzen wie in alten Zeiten, aber unter Berücksichtigung der Erfahrungen und Fortschritte, Die im Maschinenzeitalter gewonnen wurden. Seine leichte Bearbeitbarkeit, seine hohe Federkraft und das günftige Verhältnis zwischen Festigkeit und Gewicht machen das Holz für den Techniker und Bauingenieur so unentbehrlich, Daß Dieser organisch gewachsene Rohstoff zu den technischen Wundern gehört. Man kann große Brücken, weitgespannte, freitragende Hallen, bis hundert Meter hohe Funktürme aus Holz errichten und macht es gegen die Angriffe von Pilzen und Insekten, Nässe, Feuer und chemischen Einflüssen durch geeignete Behandlung und mannigfache Schutz- oerfahren so widerstandsfähig, daß seine Lebensdauer vervielfacht wird. Eine andere Möglichkeit, Holz, und zwar geringwertiges Brennholz, zu verwenden, besteht auf dem Gebiet der Z e 11 - und Faserftoffherftellun 3 Ä^tungsdruck- papier und hochwertige Papiere, Natronzellulose, Viskose und Nitrierstoffe, Kunstseide und Stapelfaser, ja sogar gewisse Grobfasern — alles das laß sich aus heimischem Holz Herstellen Als Brennstof für Oefen und Herde ist das Holz neu entdeckt worden, die Holzbrandöfen haben einen Wirkungs- grab von 80 bis 90 v. H. und eine Brenndauer bis zu 24 Stunden. Auch m Der Kraftwirtschaft hat das Holz als heimischer Treibstoff wertvollste Verwendung gefunden, fei es Durch Umformung in einem sogenannten Generator als Gas zum unmittelbaren Antrieb von Motoren sei es als Spiritus, um in einer Beimischung bis zu 25 v. H. zum Benzin dieses Treibmittel zu oer- bessern. Ganz besondere Bedeutung wird das Holz in Zukunft als Nähr- und Futterston gewinnen. Schon jetzt werden m mehreren großen Fabriken Holzzucker und ^°lzzuckerwurze gewonnen, die je nach Den Bedürfnissen Der Wirtschaft auf Futterzucker, Spiritus oder auf eiweißhaltige Was alles gestohlen wird. „10 Pfund Belohnung demjenigen, der zur Aufklärung eines Diebstahls wichtige Aufschlüsse geben kann, der von einigen Leuten ausgeführt wurde, die alle Steine eines aus Granit erbauten Hauses mit zwei Giebeln stahlen, das sich im besten Zustand befand und direkt an der Station Grenwille der Bahn nach Corbiöre stand." Diese auch stilistisch bemerkenswerte Anzeige erschien in einer Zeitung einer englischen Kanalinsel. Sie beweist wieder einmal, daß es Menschen gibt, die einfach alles stehlen. Em ähnlicher Fall wird aus Philadelphia mitgeteilt. In der Frühe eines Sommermorgens erschien eine Anzahl Männer, wie Arbeiter gekleidet, in einem großen Lastauto vor „Kelseys Türkischer Bade-Anstalt" in der Walmut-Straße und machten sich in aller Ruhe daran, die hübschen Bronze-Gitter und Verzierungen abzunehmen. Dann luden sie. auf und fuhren mit ihrer Beute vor den Augen von Dutzenden von Zuschauern, unter denen auch Polizisten waren, gänzlich unangefochten davon; alle dachten natürlich, daß diese Arbeitsleute im Auftrag handelten. Während städtische Arbeiter eines der Spring- brunnenbassins auf dem Platz der Republik in Paris reinigten, fuhren zwei Männer mit einem kleinen Lastwagen vor, forderten die Arbeiter auf, mit anzufassen, da der große Bronze-Delphin, das Mittelstück des Springbrunnens, dringend einer Reparatur bedürfe. Vier Männer schafften es gerade, das schwere Stück auf den Wagen zu laden. Man sah den Delphin niemals wieder. Vier Chinesen wurden in Schanghai verurteilt, weil sie eine ganze Brücke gestohlen hatten. Sie hatten sie einfach abgebrochen und das Material verkauft. In mehreren europäischen Staaten werden jetzt mit Vorliebe Flugzeuge gestohlen. Die Geheimpolizei dieser Staaten bemüht sich vorläufig vergeblich, Spuren dieser verwegenen Verbrecherbande aufzujinden. Noch einige weniger schwere, aber sehr merkwürdige Diebstähle seien in diesem Zusammenhang erwähnt. Als ein einträgliches Gewerbe erschien einem Mann der Diebstahl von Vögeln und Käsigen. Er kam gerade an einem Polizisten vorbei, als ein unter seiner Weste verborgener Kanarienvogel zu rollen begann. „Nur ein bißchen Magenknurren", erklärte er dem argwöhnischen Gesetzes- Hüter, der sich aber mit dieser Erklärung nicht zu- frieden gab. Bei der Durchsuchung wurden sechs gestohlene Vögel in Papiertüten gesunden. Franzo- sische Diebe stahlen aus der Rue St. Marc in Pa- ris 406000 künstliche Zähne. ^Jk Nationalsozialistische Kriegsopfer Ortsgruppe Gießen Kriegsopfer-Fahrt an den Nhein. Anmerkung der Schriftleitung: Der Artillerieoer- ein Gießen hat es übernommen, für die alten Artilleristen aus Der Provinz Oberheffen und den benachbarten preußischen Kreisen im Umkreis von 100 Kilometer um Gießen die gemeinsame Amt für Lolkswohlfahrt. Ortsgruppe Giehen-Nord. Lebensmittel-Opferring. Arn Montag, 10., bis Mittwoch, 12. d. M., wird die Pfundsammlung durchgeführt. Die Mitglieder werden gebeten, die Pfundpäckchen bereitzuhalten und die Mitgliedskarten zur Eintragung vorzulegen. Die Päckchen sind inhaltlich durch eine klare Aufschrift kenntlich zu machen. Ehrenvolle Einladung für Wilh. Will. Das Ehrenmitglied der Deutschen Turnerschaft, der Ehrenoberturnwart im Gau Hessen, Wilhelm Will in Gießen, hat eine ehrenvolle Einladung erhalten. Der Reichssportführer und Führer der Deutschen Turnerschaft von Tschammer und Osten hat dem verdienten hessischen Turnerführer eine Einladung zur Weihe Der Friedrich- Ludwig-Jahn-Stätte (18. und 19. August) in Freyburg an der Unstrut zugesandt, der Herr Will gerne Folge leisten wird. Diese Einladung bedeutet für den hochbetagten Freund und Dor- tämpfer der edlen Turnsache eine Ehrung und An- erkennung seiner jahrzehntenlangen Arbeit im Dienste Der Deutschen Turnerschaft. An die ehemaligen Artilleristen. Weihe des Reichsehrenmals der Gefallenen der ehm. deutschen Feldartillerie. viele aufrichtige Freunde unter seinen Schülern | vor dem Führer genau so gut abschneiden, wie und im Kreise derjenigen Männer, die den Vorzug Kameraden der Vorjahre. heil. An diesem Tage findet in Gießen das Bann- und Iungbannsportfest, verbunden mit Bannaufmarfd) und Feierstunde, statt, zu dem die Bannführung 116 alle Volksgenossen herzlich einladt. Einsatz der SA. bei der Einbringung der Ernte! UeberaC hat der anhaltende Regen die Aehren der Körnerfrucht auf die Erde gedrückt und dadurch dem Bauern das Schneiden der Frucht überaus erschwert. Auf den Aeckern steht die Frucht, teils schon auf Haufen gesetzt, und wartet der Einbringung in die Scheunen. Jetzt, nachdem sich die Wetterlage endlich gebessert hat, gibt es nicht genug Hände um die Fruchternte so rasch wie möglich einzubringen. , Die gesamte SA. der Brigade 147, auch die Reservestürme, hat bereits am vergangenen Sonntag in ihrer bewährten Einsatzbereitschaft Den Bauern bei Der Ernte fleißig arbeiten!) zur Seite geftanDen, und sie wird dies auch solange tun, bis die ganze Ernte 1936 sicher in die Scheunen eingebracht ist. Durch diesen raschen, tatkräftigen und felbstlosen Einsatz liefert die SA. wieder einmal den Beweis ihrer EinsatzbereitschGft in jeder Stunde und Gefahrlage. Vorbereitungen zum Reichsparteitag 1936. Fahrt in einem Sonderzug von (Biegen nach Köln am 29. August in die Wege zu leiten. Für Die Teilnehmer an diesem Sonterzug wird von Der Reichsbahn eine sehr erhebliche Fahrpreisverbilligung, voraussichtlich etwa 50 bis 60 Prozent, für die Hin- und Rückfahrt gewährt werden, eine Fahrpreisverbilligung soll den auswärtigen Sonderzugteilnehmern auch für die An- und Abfahrten nach Gießen mit fahrplanmäßigen Zügen zukommen. Wahrscheinlich wird sich der Fahrpreis für die Fahrt von Gießen nach Köln und zurück auf 5 bis 6 Mark belaufen. Anmeldungen zu dem Sonderzug sind bis zum 15. August an Den vom |uj Artillerieverein Gießen beauftragten Kameraden ihre I W. Stephan, Gießen, Bahnhofstraße 24, Tele- I phon 3729, zu richten. *♦ Polizeipersonalien. Ernannt wurden unter Berufung in das Beamtenverhältnis die Hauptwachtmeister der Schutzpolizei auf Probe Friedrich Bernhardt und Hermann Wilhelm Rink in Gießen, Jakob Edling und Otto Friedrich M e t s ch in Darmstadt, Theodor Christian Gutmann und Gustav Seitz in Mainz, Georg Alois Clauß und Georg Holzapfel in Offenbach a. M. zu Hauptwachtmeistern der Schutzpolizei im hessischen Landesdienst. ** Straßensperre. Wegen Ausführung von Brückenbauarbeiten ist die Landstraße Gießen— Daubringen—Allendorf—Londorf, zwischen Dau- bringen und Mainzlar vom 10. August ab für jeglichen Verkehr gesperrt. Umleitung erfolgt über Staufenberg. ** Lehrgänge in Kurzschrift und M a - schinenschreiben kündigt die Arbeitsfrontschule der Deutschen Arbeitsfront in unserem heutigen Anzeigenteil an. Interessenten seien auf die Anzeige besonders hingewiesen. ** Die Anmeldung zur Gesellenprüfung im Kraftfahrzeughandwerk betrifft eine Anzeige in unserem heutigen Blatte, auf die besonders hingewiesen sei. ** Selbstmord durch Erhängen. Der in die Unterschlagungen beim Stadtbauamt verwickelte K. Z. von hier hat in der Nacht zum Sonntag im Untersuchungsgefängnis feinem Leben durch Erhängen ein Ende gemacht. ** E i n schwerer Verkehrsunfall ereignete sich am Samstagmittag nach 12 Uhr in der Liebigstraße. Dort wurde der 69 Jahre alte Oberreallehrer i. R. Karl Kunkel, Liebigstraße 84 wohnhaft, beim Ueberschreiten des Fahrdammes von einem hiesigen Lastauto erfaßt und so unglücklich überfahren, daß der Tod des bedauernswerten Mannes infolge schwerer Kopfverletzungen auf der Stelle eintrat. Die polizeiliche Untersuchung über die Schuldfrage wurde sofort in die Wege geleitet. ** Kleine Unfälle. In der Licher Straße wurde ein junger Mann von einem ausschlagenden Pferd so unglücklich getroffen, daß er einen Armbruch erlitt. Ein 7 Jahre alter Schüler aus der Dammstraße trug bei einem unglücklichen Sturz ebenfalls einen Armbruch davon. Beide mußten die Hilfe der Chirurgischen Klinik in Anspruch nehmen. Oberheffen. Landkreis Gießen. * Lollar, 10. Aug. Hier stürzte der 22 Jahre alte Dachdecker Johann Muth aus Roth (Kreis Marburg) bei der Dachdeckerarbeit jo unglücklich ab, daß er mit schweren inneren Verletzungen nach Gießen in die Klinik eingeliefert werden mußte. = .= Garbenteich, 9. Aug. Unser Mitbürger Johannes Hinterländer konnte heute seinen 7 0. Geburtstag feiern. Bis zur Aufhebung der hiesigen Untererheberstelle im vorigen Jahre versah er fast 33 Jahre lang das Amt eines Untererhebers. Bereits gelegentlich seiner 25jährigen Amtstätigkeit wurde ihm von seiner vorgesetzten Dienststelle für die stets mustergültige Führung der Geschäfte Dank und Anerkennung ausgesprochen. Als Mitglied des Gemeinderats und des Ortsgerichts war er ebenfalls jahrelang tätig. Die Gesangsabteilung der hiesigen Frauenhilfe ehrte ihn als langjähriges Mitglied der Kirchenvertretung und jetzigen Kirchenoorstandsmitglied heute Abend durch ein Ständchen und Überreichung eines prächtigen Blumenkorbs. * Beltershain, 8. Aug. Der 77 Jahre alte Landwirt Johann Schmidt von hier stürzte so unglücklich, daß er einen Bruch des rechten Oberschenkels davontrug und der Klinik in Gießen zugeführt werden mußte. Kreis Friedberg. Lpd. Friedberg, 8. Aug. Ein Hilfsmon - t e u r des Ueberlandwerks geriet in Dorheim an das Ortsleitungsnetz und wurde durch den Starkstrom auf der Stelle getötet. Der Verunglückte, der 23 Jahre alt war, hinterläßt Frau und Kind. Die Reichsautobahn-Arbeiten im kreise Alsfeld. Lpd. Alsfeld, 9. Aug. Die Arbeiten an der Reichsautobahnlin i e durch den Kreis Alsfeld, die in der Nähe von Alsfeld vor einigen Wochen mit etwa 150 Mann begonnen wurden, sind jetzt rüstig im Gange und werden in der nächsten Zeit eine weitere bedeutende Ausdehnung erfahren. Die gesamte Baustrecke, die von der Bauabteilung Alsfeld der Reichsautobcchn im Kreise Alsfeld zu bearbeiten ist, hat eine Länge von etwa 36 Kilometer. In dem ersten Bauabschnitt in der Nähe von Alsfeld ist der Abhub des Rasens und des Mutterbodens für die Streckenführung bereits fast völlig beendet. Seit etwa einer Woche sind auch die Erdarbeiten selbst in der Nähe von Alsfeld im Gange. Gegenwärtig wird ein sehr umjangreicher Materialpark herantransportiert, der für die räumliche Ausdehnung der Erarbeiten, für die Brücken- und Wasier- durcklaßbauten, sowie für die mehrfachen Geländeeinschnitte erforderlich ist. Es wird damit gerechnet, daß diese ansehnliche Ausdehnung des Arbeitsprogramms in der Gegend von Alsfeld bis zum Herbst die Beschäftigung von etwa 700 Arbeitern ermöglichen wird und daß die Zahl der Arbeiter je nach dem For-rsch^iten des Bauprogramms für den gesamten, 36 Kilometer langen Bauabschnitt bis zum Sommer des nächsten Jahres auf 1500 Mann steigen dürfte. Auf der Baustrecke im Kreise Alsfeld, die zu einem großen.Teil durch hügeliges Gelände führt, sind an zahlreichen Stellen hohe Dammauf- jchüttungen von teilweise 6 bis 9 Meter Höhe notwendig. Ferner müssen Wege und Straßen st recken zum Teil verlegt werden. Außerdem macht sich die Herstellung von Wasser- durchlässen in verschiedenen Meterbreiten, z. B. für die Schwalm und die Eifa, erforderlich. Von den Brückenbauten wird der Bau einer achtzig Meter langen und zwölf Meter breiten Brücke für die Autobahn über die Straße nach Altenburg bei Alsfeld besonders interessant sein; diese Brücke, die auch die Bahnlinien Alsfeld—Fulda und Alsfeld— Hersfeld überqueren wird, soll im Gegensatz zu den bisherigen Beton- und Eisenbetonbauten einen Ueberbau aus Stahl erhalten. Auch die Reichsstraße Alsfeld—Romrod soll die Autobahn auf einer stählernen Brücke überqueren. Neben diesen beiden größeren Brückenbauten ist der Bau einer Anzahl kleinerer Brücken vorgesehen. Bei all diesen Arbeiten handelt es sich um die Bauarbeiten des ersten Bauabschnitts in der Nähe von Alsfeld, während die Arbeiten an dem weiteren Streckenabschnitt im Kreise Alsfeld aus der Gegend von Alsfeld bis zur Grenze des Kreises Gießen bei Lumda, wo der Baubereich der Bauabteilung Butzbach der Reichsautobahn beginnt, bis jetzt noch nicht in Angriff genommen wurden. Siebenköpfige Einbrecher- und Hehlerbande festgenommen. LPD. Frankfurt, 8. Aug. Während der letzten Wochen wurden im Frankfurter Stadtzentrum und auch in mehreren Außenbezirken fast in jeder Nacht große Geschäftseinbrüche ausgeführt und bedeutende Sachwerte gestohlen. Die Feststellungen der Kriminalpolizei an den einzelnen Tatorten ließen mit Bestimmtheit darauf schließen, daß für alle Fälle die gleichen Personen als Täter in Frage kommen mußten. Mit Brecheisen und anderen Einb'?uchswerkzeugen hatten die Täter Türfüllungen und andere Sicherungen gesprengt und waren in die Geschäftsräume eingedrungen, in denen sie Lebensmittel, Stoffe, Trikotagen, Schmucksachen usw. erbeuteten. Als Haupt der nunmehr fe st genommenen Einbrecherbande sind zwei Ausländer, nämlich der 38jährige Santi B e r n a d i n i und der 36jährige Marcel Belle, anzusprechen. Bei ihrer Vernehmung machten sie keinerlei Angaben, doch hat die Kriminalpolizei beide für eine Reihe von Einbrüchen als Täter überführt. In Geimeinschaft mit den beiden Ausländern sind drei weitere Einbrecher verhaftet worden, und zwar der 36jährige Johann Har- tusch, der 25jährige Heinrich Schmidt und ein gewisser Gustav S ch u n k. Bei Hartusch hatten die beiden Ausländer Unterschlupf gefunden. Schunk konnte zunächst flüchten, ist aber inzwischen ebenfalls festgenommen worden. In den Wohnungen der festgenommenen Einbrecher ist eine Menge Diebesgut beschlagnahmt worden. Ein großer Teil der gestohlenen Sachen war bereits im Besitz des 30jährigen Karl Palmer übergegangen. Auch in der Wohnung des Palmer wurden aus den Einbrüchen stammende Sachen in großem Umfange beschlagnahmt. Als siebenten im Bunde hat die Kriminalpolizei den 39jährigen Otto Thurau festgenommen, in dessen Wohnung Schunk ein Versteck gefunden hatte. Auch in seiner Wonung wurden große Mengen gestohlener Sachen sicher- gestellt. Raubmord in Darmstadt. Lpd. D a r m st a d t, 8. Aug. In den späten Abendstunden des 7. August wurde der 50jährige Schuhmacher Philipp Arnold aus Darmstadt auf dem Baugelände des Rosenhöh- und Seiters- weges ermordet aufgefunden. Die Leiche wies zahlreiche Stich - und Hiebwunden auf. Es wurden eine Geldbörse mit Inhalt und einige Schlüssel geraubt. Nach den bisherigen Ermittlungen hatte Arnold am Donnerstag gegen 21 Uhr seine Wohnung verlassen, um reparierte Schuhe bei seiner Kundschaft abzuliefern. Er wurde dann noch einmal zwischen 22 und 22.30 Uhr in der Erbacher Straße in unmittelbarer Nähe der Meierei Vierling gesehen. Von dem Mörder fehlt bisher noch jede Spur. Bau eines Gemeinschastshauses der NSDAP. LPD. Rüsselsheim, 9. Aug. Aus dem Bir- kenhain an der Königstädter Straße soll nach Plänen des Architekten Dr. Gehbauer (Groß- Gerau) ein Gemeinschaftshaus der NSDAP, errichtet werden, das wohl das erste dieser Art im Gaugebiet sein dürfte. Der Bau, der allen Gliederungen der Partei geeignete Arbeitsräume bringen soll, und dem für die NSV. und die Deutsche Arbeitsfront später ein Erweiterungsbau angeschlossen werden wird, soll bis zum Herbst im Rohbau fertiggestellt sein und seine Weihe im Frühjahr 1937 oder zur 500-Jahrfeier der Stadt Rüsselsheim erfahren. Kreisleiter S t a w i n o g a nahm jetzt den ersten Spatenstich zu dem Bau vor. Kreis Marburg. Lpd. Marburg, 8. Aug. In dem Kreisort Nie der klein stürzte der 44 Jahre alte Land- wirt Konrad H e ck in seiner Scheune aus einer Höhe von sieben Meter ab. Er erlitt dabei so schwere Hchädelverletzungen, daß er kurz nach feiner Einlieferung in die Marburger Klinik verstarb. — In Ern st hausen kam das Pferd eines Landwirts an einer Baustelle mit der Starkstromleitung in Berührung. Das Tier war sofort t o t. Wirtschaft. Preisbezeichnungsverordnung für Hühnereier. Fwd. Der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft hat im R'eichsgesetzblatt vom 7. Aug. eine Verordnung zur Ergänzung der Verordnung über Preisschilder und Preisverzeichnisse erlassen. Danach ist unter die in § 1 de.r Verordnung über Preisschilder und Preisverzeichnisse vom 8. Jan. 1932 aufgeführten Waren aufzunehmen: „Hühnereier". Die Preisbezeichnung hat für je ein Stück zu erfolgen. Werden Hühnereier verschiedener Güteoder Gewichtsgruppen geführt, so ist der Preis für jede der geführten Güte- und Gewichtsgruppen gesondert anzugeben. Die Bestimmungen der Eierverordnung vom 17. März 1932 in der Fassung des Gesetzes zur Aenderung der Eierverordnung vom 17. Mai 1933 und der Verordnung über Aenderung der Eierverordnung vom 8. Juni 1935 über die Pflicht zur Kennzeichnung nach Güte- und Gewichtsgruppen bleiben unberührt. Die Verordnung über Ordnungsstrafen bei Zuwiderhandlungen gegen Preisschilderverordnungen und Preisfestsetzungen vom 8. Jan. 1935 findet Anwendung. Die Verordnung tritt zehn Tage nach ihrer Verkündung in Kraft. Wieder eine Wein-Rekordernte in Aussicht? LPD. Die beiden letzten Jahre haben Wein- Rekordernten gebracht, wie sie unsere Winzer schon lange nicht mehr erlebten. Vor dem Kriege war der Durchschnitts-Ernteertrag in Wein etwa 2,5 Millionen Hektoliter. Die beiden letzten Jahre erbrachten Ernteerträge von 4,2 und 5 Millionen Hektoliter. Daß der Absatz solcher Mengen nicht leicht ist, kann sich jeder denken. Um die Spitzenweine braucht man keine Sorge zu haben; sie können immer, wenn auch nur langsam und in kleinen Gebinden, untergebracht werden. Die größten Schwierigkeiten bereitet stets der Absatz der leichten Tischweine und der Konsumweine, da sie den größten Prozentsatz der Ernte ausmachen. Wenn nicht alles trügt, wird auch das Jahr 1936 mengenmäßig wieder eine Rekordernte in Wein bringen. Der viele Regen hat erfreulicherweise größeren Schaden nicht angerichtet. Auch die bei Regenwetter so sehr gefürchtete Peronospora ist nur vereinzelt in unferm Gau aufgetreten. Allerdings haben die Winzer vielfach bis zu siebenmal gespritzt. Das Gesamternteergebnis kann durch die Peronospora heute nicht mehr ausschlaggebend beeinflußt werden. Was die Frage der Qualität des diesjährigen Weines anbelangt, so wird nach Ansicht der Fachleute der Wein nicht schlecht. Hält in der nächsten Zeit das warme und sonnige Wetter an, dann wird der Wein ausgezeichnet werden. Wir werden dann eine Qualität erhalten, wie wir sie überhaupt noch nicht gehabt haben. Die Trauben haben reichlich Feuchtigkeit gehabt und können jetzt bis zur Vollreife ohne Regen sein. Was sie brauchen, ist nur noch Sonne. Rbein-Mainische Börse. Unsicher. Frankfurt a. M., 8. Aug. Die Börse brachte zum Wochenschluß am Aktienmarkt zunächst weitere Erholungen, nachdem bereits an der gestrigen Abendbörse die Abwärtsbewegung zum Stillstand gekommen war. Da vom Publikum kein Angebot vorlag, sah sich die Kulisse zu Deckungen veranlaßt. Nach den ersten Kursen wurde die Haltung aber erneut unsicher, da überraschend neues Angebot herauskam, so daß ein Teil der anfänglichen Erholungen wieder verloren ging. Neue Momente hierfür lagen nicht vor. Im ganzen bewegte sich das Geschäft in engen Grenzen. Am Montanmarkt setzten Harpener 2,50, Klöckner 1,50, Hoesch, Verein. Stahlwerke, Buderus und Mannesmann bis 1 o. H. höher ein. Gut erholt waren außerdem Rütgers» werke mit 132,25 (128,50), Deusche Erdöl mit 128 (124,50), auch JG.-Farben eröffneten 0,50 v. H. freundlicher. Von Elektroaktien gewannen Geffürel 1,50, Siemens 0,50, RWE. 0,40 und AEG. 0,13 vom Hundert. Ferner kamen Muag 2,25, AG. für Verkehrswesen und Holzmann je 2 v. H. und Westdeutsche Kaufhof 1,65 v. H. höher zur Notiz. Von Zellstoffaktien lagen Waldhof 1 v. H. höher, Aschaffenburger unv. 120. Etwas niedriger lagen noch Gebr. Junghans mit 101,40 (102,50) und Deutsch-Atlanten-Telegraf mit 120,50 (124,75), sowie Moenus Maschinen mit 96,25 (96,50). Scheideanstalt, die in den letzten Tagen stärker gestiegen waren, erschienen zunächst mit „Minus-Zeichen", Der Rentenmarkt lag ruhig. Altbesitz 112,50, zertif. Dollar-Bonds ebenfalls unverändert, 6proz. Preußen und Spargiro je 68,40. Im Verlaufe erfuhr das Geschäft keine nennenswerte Belebung. Die Haltung blieb am Aktienmarkt unsicher, doch konnten sich die nach den ersten Kursen eingetretenen leichten Rückgänge wieder ausgleichen, so daß gegenüber gestern abend Erholungen überwogen. Scheideanstalt kamen schließlich mit 275 (281) zur Notiz. Von anderen, erst später notierten Werten verloren Jul. Berger 3, Bemberg 1,50, Rheinmetall-Borsig 1,40 v. H., dagegen lagen Daimler 2, Deutsche Linoleum 4 und Schuckert 1,25 v. H. höher. Licht und Kraft ermäßigten sich auf 152 (154), lagen aber etwas über dem schwachen Berliner Kurs von gestern. Am Kassamarkt kamen Gebr. Adt mit 47 (50) zur Notiz. An den Rentenmärkten ergaben sich kaum Veränderungen. Kommunal-Umschuldung waren mit 88,05 leicht über Berliner Parität gefragt. Am Pfandbriefmarkt ergaben sich nur bet einigen Liquidationswerten leichte Abweichungen. Stadtanleihen notierten zumeist gut behauptet, etwas höher Hanauer mit 92,50 (92,25). Von fremden Werten gingen 4proz. Goldmexikaner auf 10.20 (10,50), Anatolier I und II auf 45 (45,25) zurück. Restquoten blieben bei kleinen Umsätzen gut behauptet. Im Freiverkehr nannte man u. a. Ufa- Aktien 66 (67), Wayß & Freytag 121,50 (122), Kali Wintershall 124 (125). Tagesgeld unv. 2,50 v. H. Frankfurter Schlachtvlehmarkt Frankfurt a. M., 10. Aug. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 259 Rinder (33 Ochsen, 52 Bullen, 134 Kühe, 40 Färsen), 346 Kälber, 43 Schafe, 1750 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 36 bis 45 Mark, Bullen 39 bis 43, Kühe 25 bis 43, Färsen (Kalbinnen) 40 bis 44, Kälber 55 bis 85, Hämmel 47 bis 50, Schweine 51 bis 57 Mark. Marktverkauf: Rinder und Schweine zugeteilt, Kälber, Hämmel und Schafe flott. Die Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 673: Bekanntmachung KP 176 der Üeberwachungsstelle für unedle Metalle, betr. Kurspreise. — 674: Verwendung des Schweizer Wappens im Geschäftsverkehr. — 675: Adolf-Hitler- Spende der deutschen Wirtschaft. Vertrieb des Kalenders „Deutsches Wandern 1937". Genehmigte Werbungen anläßlich der XI. Olympischen Spiele Sprechstunden der Redaktion. 11-30 bis 1230 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samstagnach- mittag geschlossen. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v.H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt a. Ul. .Berlin Schlußkurs Schlußk. Abendbörse Schlußkurs Schlußk. Mittag- börse Datnm 7.8. 8.8. 78 8-8. 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 101,4 101,4 101,4 101,4 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 97,7 97,7 97,7 97,7 6%% Doung-Anleihe von 1930 .. 102 102 102 102 Deutsche Ant.-Ablos.-Schuld mti Auslos.-Rechten ............ 112,5 112,5 112,5 112,5 4/t% Deutsche Reichspostschatzan Weisungen von 1934, 1....... 100,35 100,35 100,4 100,4 *Vi% ehern. 8% Hessischer BolkS- staat 1929 lrückzahib. 102%) ... 98,75 98,75 98,75 4/i% ehern. 8% Hessische Landes Boni Darmstadt Gold 81.12... 97 97 b/i% ehem. 4^,% Hess. Landes Hypothekenbank DarmstadtLiqu. 100,9 100,9 — _ 4%% ehem. 8% Darmst. Komm Landesb.Goldschuldverschr. 9t 6 93,75 93,75 Oberhessen Provinz-Anleihe mti Auslos.-Rechten ............ 124 124 _ Deutsche Komm. Sammelabl. An leihe Serie 1 mit AuSlos.-Rechten 119,75 120 120,25 120,1 4%% ehem.8% Franks. Hyp.-Banl Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 97 97 6/i% ehem. 41/2% Franks. Hyp. Banl-Liqu.-Pfandbriefe....... 101,25 101,05 _ b/,% ehem. 4-/,% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpfe. ... 101,4 101,4 101,5 101,5 4%% ehem. 8% Pr. Landespfandbriefanstalt, Pfandbriefe 8t 19 97,5 97,5 97,5 97,5 4Vi% ehem. 7% Pr. Landespfand briefanst., Gold Komm. Obl. 20 95 95 95,25 95 Steuergutsch.Verrechnungsk. 34-38 109,6 109,6 109,6 109,6 4% Oesterreichtsche Goldrente... 4,20% Oesterreichtsche Stlberrente _ 29,9 29,9 2,7 2,65 2,65 2,55 4% Ungarische Goldrente....... 9 9 9 9 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4V1<'O desgl. von 1913.......... 8,7 —— 8,75 8,55 8,65 8,75 8,65 8,55 6% obgest. Goldmexikaner von 99 14,4 14,4 14,25 14,4 4% Türkische Bagdadbahn-Anlethe Serie 1..................... —1 —• Frankfurt a.M. Berlin Schlußkurs Schlußk. Abend, börse Schluß, kurs Schlußk. mittag, börse Datum 7.8. 8-8. 7.8. 8.8. 4% desgl. Sene n ........... _ _ _ _ 5% Rumän. vereint). Rente v. 1903 6,6 6,6 _ _ 4^%Rumän.vereinh.Rentev.l913 10,2 10,15 10,13 10 4% Rumänische vercinh. Rente 5,65 5,65 5,65 5,65 2%% Anatolier............ 45,25 45 45,13 45,25 Hamburg-Amertka-Paket ..... 0 15,4 15,25 15,5 15,5 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 —— 43,25 45 Norddeutscher Lloyd ......... 0 15,65 15,25 15,5 15,4 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 115,75 116,5 115,75 117,5 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 126 —— 125,75 124,5 Commerz- und Prival-Bank ... 4 100,5 100,5 101,25 100,5 Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................ 4 102,5 102.5 104 102,5 Dresdner Bank.............. 4 103 103 104 103 Reichsbank ................ lr 195 195 193,5 194,25 A.E.G...................... O 38 38,25 37,9 38,4 Bekula..................... 8 154,5 154 154,75 154,65 Elektr. Lieferungsgesellschaft... 6 129,5 127,25 125,5 127,5 Licht und Kraft ............. 7 154 152 151,5 151,5 Felten & Guilleaume......... 4 133,75 134 133,5 134,25 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung 6 137 138,5 137,5 139,75 Rheinische Elektrizität ........ 6 131 — 131 129 Rhein. Wests. Elektr.......... 6 130 130.4 129 130,5 Schuckert LCo............... 6 157,5 158,75 158 159 Siemens & Halske ........... 8 199 199,5 199.5 200 Lahmeyer LCo.............. 7 140 140 141,25 112,25 112,75 112,25 113 Deutsche Erdöl .............. 4 124,5 127,5 124 126,5 Harpener................. 2/i 127,5 130 127,25 129 Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. 3 109,5 110,5 109 110,75 Ilse Bergbau ............... 6 — — 163,5 165,5 Ilse Bergbau Genüsse........ 6 134,5 134 134 135 Klöcknerwerke ............... 8 112,5 114 111,25 113,5 Mannesmann-Röhre» 1 108 109 106,75 109,13 Frankfurt a. M. Berlin Schlußkurs Schlußk. Abend- börse Schlußkurs Schlußk. Mittag, börse Saturn 7.8. 8.8. 7.8. 8.8. Mansselder Bergbau....... 6N 150 — 149,75 149 Kokswerke................ .. 6 —— — 132,5 132,25 Rheinische Braunkohlen .... . 12 — 221 225 221 Rhctnstahl ................ .. 4 145,25 145,75 144,5 145,5 Bereinigte Stahlwerke...... a/i 108 109 107,5 109 Otavi Minen ............. .. 0 32,25 32,25 31,13 32,65 Kaliwerke Aschersleben...... .. 6 125,5 —— 125,65 Kaliwerke Westeregeln...... .. d 123 121,5 123,5 121,75 Kaliwerke Salzdetfurth..... 1/1 — — 176,25 175,5 I. G. Farben-Jndustrie..... .. 7 165,25 165,75 165 165,5 Schetdeanstalt............. .. 9 281 275 — Goldschmidt .............. .. d 116 115,65 115,5 128,5 116 Rütgerswerke ............. .. 6 128,5 132,25 131,5 Metallgelellschast........... .. 5 135,75 135 136,25 135 Philipp Holzmann......... 4 125,5 128 125 127 Zementwerk Heidelberg .... .. 7 147 147 - Cementwerk Karlstadt....... .. 6 154 154 - Schultheis Patzenhofer ..... .. 4 _ — 106 108 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. O 58,9 59,65 59,25 59,65 Bemberg................. .. 6 85,5 84 84.25 84,13 Zellstoff Waldhof .......... .. 6 147,75 148,75 148,5 149,75 Zellstoff Aschaffenburg ..... .. 0 120 119,5 120,5 118,5 Dessauer Gas ............. .. 7 —— — 111 112 Daimler Motoren.......... .. O 124 126,5 124 127 Deutsche Linoleum......... .. 8 164,75 168,5 165,5 169 Orenstetn & Koppel ........ .. 0 — —— 84 85,5 Westdeutsche Kaufhof....... .. 0 52 54 52 53,75 Chade.................... .. 8 394 378 390 376 Accumulatoren-Fabrü...... . 12 — — 212 211,75 Conti-Gummi............. . 11 182,75 181,5 182 183 Grttzner.................... 01 35,25 I 34,5 1 35 Matnkraftwerke Höchst 4 gfi 951 — Süddeutscher Zuck« —— 10j 21»I 2tö 34,5 «8 Banknoten. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt v ■ W ■ V .. - V %• H W D. x-m W D Ä inne Ein Bild aus tik der Gegner, -alten die Japaner noch nicht die Erfahrung in solchen Kämpfen, daß sie ihrem großen Mann zwei Läufer mit auf die 5000 Meter lange Reise gegeben haben, damit sie in diesem Kampf die Rolle spielten, die von zwei Finnen so großartig und so kameradschaftlich gespielt wurde? Warten wir ab, wie es in Tokio werden wird. Son hatte jetzt mit 70 Meter die Führung vor Harper, aber nur noch 40 Sekunden tag der Fii"" Muinonen mit Tamila zurück. Tarkiainen war an dem Südafrikaner Coleman nicht vorbeigekommen. Im Aufrücken war jetzt auch der zweite Japaner Nan, der sich bereits vor Gibson und den Schweden Palms sowie Enochsson oorgearbeitet hatte. Goldmedaille für Deutschland beim Segeln. Dr. Vischoff nicht mehr einzuholen. Bei den Seglern ist am Sonntag schon die erste Entscheidung gefallen. Deutschland errang in der Starboot-Klasse durch das Boot „Wannsee" (Steuermann: Dr. Bischofs-Berlin) eine Führung von 86 Punkten gegen Schweden mit 55 Punkten. Das deutsche Boot ist auch dann nicht mehr zu holen, wenn Schweden die letzte Wettfahrt gewinnen und Deutschland nicht einen einzigen Punkt mehr gutmachen sollte. Damit hat Dr. Bi- Goldmedaille für Norwegen im Kleinkaliberschießen. Die erste Goldmedaille errang Norwegen am Samstag im Kleinkaliberschießen. Willy Rogeberg, der am Mittag die unübertroffene 300= Treffer-Serie schoß, wurde im weiteren Verlauf des Wettbewerbes nicht mehr erreicht. Hinter ihm placierte sich Dr. B e r e n z e n y (Ungarn) und Wladyslaw K a r a s (Polen) mit je 296 Ringen an zweiter bzw. dritter Stelle. Die deutschen Vertreter konnten sich nicht durchsetzen; Erich H o t o f f und Johann Schulz erzielten je 292 Ringe. Polo. Bronzene Medaille für Mexiko. Im Kampf um den dritten und vierten Platz des Olympischen Poloturniers, dem letzten, aber schönsten Spiel des ganzen Turniers, konnte Mexiko die ungarische Mannschaft mit 16:2 besiegen und damit die Bronzene Medaille erringen. Unser Bild von der Wendemarke des Marathonlaufes zeigt vorn den Japaner Kitei Son, den Sieaer dieses größten Kampfes der XI. Olympischen Spiele, vor dem Engländer Ernest H a r p e r, der hinter ihm als Zweiter durchs Ziel ging. — (Scherl-Bilderdienst-M.) In der Entscheidung des 100-m-Kraul-Schwimmens der Männer gab es eine Überraschung. Der Ungar Ferenc Csik schlug die japanischen Favoriten sicher und erkämpfte für Ungarn die Goldene Medaille. — (Schirner-M.) Eine Woche Großkampf. Don unserem Dr. G. Ei.Sonderberichterstatter Berlin, 9. August 1936. Haben Sie schon einmal etwas von Wettkarnpf- ersahrung gehört oder von großer Rennroutine? Es ist beispielsweise nicht so, daß der unbedingt hefte Läufer in einem Rennen Erster werden muß, weil er in der körperlichen Form der Sicherste ist. Es ist schon ein ganz Teil „Köppchen, Köppchen" bet jedem sportlichen Kampf und wer hier richtig denkt und feinen Lauf entsprechend einteilt, der wird auch Erfolg haben. Denken wir doch an den 800-Meter- Lauf, der für einen Läufer so tragisch ausging, daß man fast meinen könnte vor Wut. Dieser Bedauernswerte war Herr Lanci aus Italien, ein famoser Bursche, der sich im 800-Meter- Endlauf allerhand oorgenommen hatte und der sich von der Uebermacht der schwarzen Amerikaner nicht aus der Luhe bringen lassen wollte. Um den Läufern die ganze Sache zu erleichtern, verlegte das Kampfgericht den Start um 40 Meter in die Gerade hinein. Auf diese Weise führte der Weg wenigstens erst 40 Meter geradeaus und dann erst ging es in die weite Kurve. Beim alten Start hätten die Läufer gleich in die Kurve laufen müssen und da entstehen mitunter unliebsame Drängeleien und die wollte man eben vermeiden. Selbstverständlich liegt das Ziel nun auch dort, wo in diesem Falle der neue Start war — denn bei 800 Meter sind im Stadion genau zwei Runden zu taufen — also mitten in der Zielgeraden. Selbstverständlich hatte man den Läufern diese Veränderung mitgeteilt und ihnen genaue Anweisungen gegeben. Das Rennen wurde gestartet und es gab den mörderischen Kamvf, den der schwarze Woodruff gewann. Aus dem Mittelfelde stürzte kurz vor dem Einbiegen in die Zielgerade der kleine Italiener vor. Er spurtet, daß alle anderen stehen zu bleiben schienen, aber die beiden Ersten erreicht er nicht mehr. Hinter dem Ziel steht der Italiener noch ziemlich frisch und ziemlich fassungslos da. Er hatte vergessen, daß das Ziel verlegt worden war. Er hatte zwar den Spurt des Negers in der Kurve gesehen, hatte sich aber richtig gesagt, daß er dieses Tempo keine 120 Meter durchhalten würde. Es waren aber nur 80 Meter und deshalb hat Lanci verloren. Schade. Dramatisch verlief auch der 5000-Meter-Lauf. Drei Finnen ziehen leichten federnden Schrittes ihre zwölf Runden um die Stadionbahn, und em kleiner Japaner versucht es, den Kampf mit diesen Finnen aufzunehmen. Mal führt Höckert-Finnland das Feld an, mal geht Salminen vor und dann wieder lies der dritte Finne an der Spitze. Der Japaner wird regelrecht zermürbt von dieser zielbewußten Taktik der Finnen. Finnland kannte den gefährlichsten Mann aus Japan, und sie liefen deshalb so, daß der kleine Mann aus Nippon auf die Dauer kaputtgehen muß. Sie schaffen es mit dieser Taktik, die drei Finnen gewinnen wie sie wollen, uno oer tapfere Japaner ist geschlagen. Niedergeschlagen und traurig geht der Japaner Murakoso über denPtatz, still kniet er sekundenlang nieder und betet. Er yai ehrlich gekämpft, und er unterlag der famosen Tar- Amsterdam) wurde. Eine der größten Ueberraschungen der vergangenen Woche brachte fraglos der Berliner Gerhard S t ö ck , der zum Speerwerfen gegen Finnlands Uebermacht antrat, über sich selbst in diesem Kampf hinauswuchs und gewann. Das Stadion war ein wahrer Hexenkessel, so tobte alles vor Begeisterung und unter den Hunderttausend standen auch 36 Quartaner, die Schüler des Lehrers Stöck, die nun einen Tag frei bekommen haben, weil es ihnen der Direktor versprach. Uebrigens ist die Sache noch nicht ganz geklärt. Der gute Schuldirektor hat nämlich den freien Tag schon für die Silberne Medaille versprochen, und Stack hat die Goldene Medaille bekommen. Die Quarta rechnet nun damit, daß sie nun zwei Tage frei bekommt. Vielleicht ist der Direktor ein humaner Mann. Stöck freut sich natürlich unbändig. Es soll Leute gegeben haben, die ihn fragten, ob er die Sprechchöre gehört hat, die angestimmt wurden, als Ministerpräsident Göring die Ehrenloge betrat. Der Kampf stand nämlich bis dahin nicht sehr gut und muntere Sprecher schrien zum Ergötzen aller Zuschauer — auch zur Freude des Ministerpräsidenten — laut und deutlich: „Jetzt muß es doch« besser gehen, weil wir unseren Hermann sehen. Und dann ging es wirklich besser! Marathonlauf - ein Kamps der Heroen Japans arofcer Triumph. Es ist leider so oft bas Geschick vieler Sportsmänner, daß sie stets im Schatten der Besseren kämpfen und vor allen Dingen schon vor dem Kampf wissen, daß sie nach menschlichem Ermessen nicht gewinnen können. Da ist der Deutsche Borch- meyer, der als einziger deutscher Sprinter im 100- Meter-Endlauf stand und wußte, daß er zwar um sein Leben laufen würde, daß aber die Negerstuben- ten Owens unb Metcalfe bestimmt schneller sind. Die Deutschen haben ben ritterlichen Kampf ihres Landsmannes bewundert unb sie haben ihm ehrlich Beifall gezollt. Welch große Leistung bes Deutschen überhaupt! Alle Läufer dieses Enblaufes sind 21 oder 22 Jahre alt, vielleicht ist Osendarp sogar schon 25, aber Borchmeyer ist sage und schreibe 32 Jahre alt, unb in diesem Alter, als „Herr in besten Jahren", gehört er noch zur Elite der Sprinter ber Welt. Alle Achtung!! Dabei denkt Borchmeyer gar nicht daran, feine sportliche Laufbahn zu beschließen. Er fühlt sich stark genug, jetzt auf 400 Meter zu trainieren. Diel- leicht hat er das gleiche Glück wie der deutsche Rekordmann über die 400-Meter-Strecke, Jochen Büchner (Magdeburg), der auch als Sprinter seine Laufbahn begonnen hat, und ber dann bester deutscher 400-Meter-Läufer unb Olympiakämpfer (1928 Mad) dem Verlassen des Stadions diktierte Zabala mit seinen kurzen, aber schnellen Schritten das Tempo. Die ersten 10 Kilometer legte der Argentinier in der sehr guten Zeit von 32:30 zurück. An zweiter Stelle folgte fein Landsmann Dias mit V2 Minute Rückstand. Fast im gleichen Abstand folgte der Indianer „Tarzan" Brown, dahinter liefen der Engländer Harper und ber Japaner Son. Bei 15 Kilometer tag Zabala mit 49:45 mit meh- Der Start zum Olympischen Marathonlauf. $ Unser Bilb vom Start zum Marathonlauf zeigt bas Feld im Olympia-Stabion. Vorn fuhrt der Sieger von 1932, der Argentinier Zabala, der jedoch auf der Strecke einen Zusammenbruch erlitt, dicht hinter ihm (Nr. 265) der Engländer Ernest Harper, der diesen gigantischen Kampf als Zweiter beendete. ’ (Scherl-Bilderdienst-M.) reren hundert Meter Vorsprung vor Dias und den gemeinsam auf dem dritten Platz folgenden Engländer Harpener und dem Japaner Son an der Spitze. Wenige Veränderungen gab es auf ben folgenden Kilometern. Hier lag der Japaner Son nach dem 20. Kilometer hinter Zabala zuweilen nur um 1 Minute zurück. Am Wendepunkt führte Zabala. Beim Wendepunkt, nach 21 Kilometer, war ber Stand des Rennens folgender: Zabala 1:11:29 vor Son und Harpers 1:12:49, Dias, Enochson, Coleman, Gibson, Brown, Palms und Oliva. Dieser Vorsprung Zabalas schrumpfte dann plötzlich zusammen. Schon auf den nächsten Kilometern verlor er 32 Sekunden gegen feinen mit schnellen Drippelschritten dahineilenden japanischen Verfolger Son. Fünf Meter hinter Nippons Vertreter lag Harper. Aus dem Hintergrund waren die hellblauen Trikots der Finnen dich geschloffen aufgetaucht. Zusammen tagen Muinonen, Tamila und Tarkiainen vor dem Schweden Palms. Nach dem Verlassen der Avus, als auf dem Rückwege erneut die schweren Steigungen längs der Havel zu nehmen waren, ließ Zabala erschöpft nach. Zermürbt durch fein scharfes An- fangsfempo mußte er nicht nur den Japaner Son, sondern auch den Engländer Harper oorbeilaffen und hatte beim 31. Kilometer 2:17 Minuten gegen den Japaner verloren. Der Engländer tag 50 Meter hinter dem Sohn Asiens, lieber 100 Meter vor Zabala folgten dann die drei Finnen. Nach weiteren drei Kilometer war Zabala ganz aus der Spitzengruppe verschwunden. Son (Japan) in Front. bem Schwimmstadion-ährend des Starts aum erften SJorfauf über 200 m Brust der grauen. - (Scherl-Bllderdienst-M.) Nach 35 Kilometer stand der Sieg des Japaners fest. Fanfaren kündeten fein Nahen im Olympischen Stadion an. Erwartungsvolle Rufe wurden laut. Voller Spannung wartete die Menge auf das Ein- rreffen des Koreaners. Sein Vorsprung wurde von Kilometer zu Kilometer größer. Eine Minute führte er beim 37. Kilometer vor Harper und seinem mächtig nach vorn gekommenen Landsmann Nan, den Finnen Tamila und Muinonen. Dann kam er unter brausendem Beifall, leicht federnd laufend, in das Stadion. Noch ein kräftiger Spurt über die letzten JOO Meter und dann fällt der kleine Japaner ins Gras. Barfuß läuft er Sekunden später völlig frisch, als wäre der gewaltige Lauf ein Spaziergang für ihn gewesen. Beträchtlich ist der Abstand des Zweiten, des Engländers Harper, dem dichtauf der zweite Japaner Nan als Dritter folgt. Als Vierter kommt der Finne Tamila fast eine Minute vor Muinonen. Drei Minuten verstreichen dann, bis der Südafrikaner Coleman einläuft. 150 Meter zurück folgt dann Robertson (Großbritannien), dann der Südafrikaner G i b s o n, gefolgt vom Finnen Tarkiainen und dem Griechen Kyriakides. Fast alle Läufer sind sehr frisch. Kitei Son siegte in der neuen olympischen Rekordzeit von 2:29:19,2. Auch Harper mit 2:31:23,2 und Nan mit 2:31:42 blieben noch unter der Siegerzeit von Zabala in Los Angeles. Zabala erlitt beim 28. Kilometer einen Schwächeanfall und stürzte. Er erhob sich zwar ohne fremde Hilfe und lief noch vier Kilometer weiter, gab dann aber auf. Die Siegerehrung. Ergreifend war die Siegerehrung der Marathonläufer als letzte des Tages für die Japaner Son, Nan und den Engländer Harper. Wie ein Sehnsuchtsklang aus der fernen Heimat klingt die schwermütige japanische Hymne durch den andachtssttllen Raum. Erdrückt von der eindringlichen Wucht der feierlichen Zeremonie fließen Tränen aus den Augen der mit demütig gesenkten Häuptern auf dem Ehrenpodest stehenden kleinen Koreaner. Braesecke bester Deutscher. Den deutschen Marathonläufern war es nicht vergönnt, in der schweren Prüfung gute Plätze zu erringen. Der beste Deutsche war Eduard Braesecke, der als 29. einlief und 2:59:33,4 Stunden benötigte. Paul de Bruyn und Franz Barsicke gaben auf. Deutsche Erfolge in den Kanu-Kurzstrelkenrennen. Goldmedaillen für Oesterreich. Der Kajak-Einer (1000 Meter) war ein großartiger Zweikampf zwischen dem Oesterreicher Hradetzky und Cämmerer (Deutschland), in den lediglich Kraaier (Holland) auf den ersten 300 Meter eingreifen konnte. 200 Meter vor dem Ziel setzte Hradetzky zu einem kraftvollen Endspurt ein, der ihn IV2 Längen vor den Deutschen brachte. Mit diesem Abstand ging der Oesterreicher durch das Ziel und holte die zweite Goldmedaille. Kajak-Zweier. Die dritte Goldmedaille holten sich die Oesterreicher Kainz-Dörfner vor Schweden und Deutschland (Filter - Bondroit) im Kajak-Zweier. Aus Grund eines Einspruches des Streckenschiedsrichters wurde Schweden wegen Behinderung von Deutschland ausgeschlossen. Deutschland erhielt somit die Silberne Medaille, Holland die Bronzene Auszeichnung. Kanadier-Sieg im Einer-Kanadier. Im Rennen der Einer-Kanadier setzte sich der kanadische Fahrer A m 0 y t an die Spitze des Feldes, hart bedrängt von Karlik (Tschechoslowakei) und dem Deutschen Koschik an dritter Stelle. Mit IV2 Bootslängen errang Am 0 yt (Kanada) den Sieg und damit die Goldmedaille vor dem Tschechen, während Koschik (Deutschland) noch die Bronzene Medaille rettete. Tschechischer Sieg im Zweier-Kanadier. Im Rennen der Kanadier-Zweier bewiesen die Tschechen erneut ihre Ueberlegenheit in dieser Bootsklasse. Im Endspurt zogen die Tschechen Sy- rovatka - Brzck in großartigem Stil davon und gingen mit vier Bootslängen als Sieger durchs Ziel. Der österreichischen Mannschaft gelang es im Endspurt, Kanada auf den dritten Platz zu verweisen. Die Deutschen Wedemann-Sack wurden nur Vierte. Langstreckenrennen der Kanufahrer: Der Münchener Ernst Krebs (rechts) gewann die Goldmedaille im Einer-Kajak, während im Zweier-Kajak Landen-Weoers (links) den Sieg gewinnen konnten. — (Scherl-Bilderdienst-M.) GlennMmslüSAl-VestekLeichtachletderWelt Oie Entscheidung im Zehnkampf.—Huber-Oeutschland Vierter. Wieder gab es am Samstag prachtvolle Kämpfe und bemerkenswert gute Leistungen. Wieder auch, klappte die Abwicklung durch das prachtvoll eingespielte Kampfgericht ausgezeichnet. 110 - Meter - Hürdenlauf. Wie gut die Leistungen der besten Zehnkämpfer der Welt sind, bewies gleich der sechste Wettbewerb, das 110-Meter-Hürdenlaufen, bei dem nicht weniger als fünf Teilnehmer unter 16 Sekunden liefen. Einer, und zwar der Amerikaner Glenn Morris, lief sogar 14,9 Sekunden! Er schob sich damit klar vor seinen bisher in Front gelegenen Landsmann Clark. Unser Altmeister Huber lief 15,8 Sekunden. Diese famose Zeit trug ihm den sechsten Platz ein. Bonnet lief 16,2 Sek., eine ebenfalls eine ganz ausgezeichnete Zeit. Das Diskuswerfen. Auch beim siebenten Wettbewerb, dem Diskuswerfen, erreichte der amerikanische Weltrekordmann G. Morris die beste Leistung mit 43,02 Meter. Damit ist er von sieben Wettbewerben nicht weniger als fünfmal Bester geworden. Ueber 40 Meter kam noch der famose Schweizer Guhl mit 40,97 Meter, acht Mann warfen weiter als 39 Meter, darunter sechs aus der Spitzengruppe der Gesamtwertung. Der Stabhochsprung. Jrn Stabhochsprung gab es ausgezeichnete Leistungen. Mit einer Sprunghöhe von je 3,90 Meter erzielten der Finne Reinikka und der Ungar Bacfalmasi das beste Ergebnis. Der deutsche Altmeister Huber schaffte sich mit einem 3,80-Meter- Sprung auf den siebenten Platz der Gesamtwertung vor. Ueber 3,70 Meter kamen der Bulgare Doit- scheff, der Pole Plawczyk, der Norweger Natvig, der Ungar Csanyi, der Schweizer Daelenbach, der Schwede Bexell und der Amerikaner Clark. Als Folge der unerhörten Anstrengungen sind weitere Teilnehmer ausgeschieden. Speerwerfen. Schon nach der vorletzten Uebung, dem Speerwerfen, war es klar, daß der Olympische Rekord des Amerikaners James Bausch, der auf 7398 Punkte stand, fallen mußte. Der USA.-Meister Glenn Morris hatte bereits nach neun Uebungen 7305 Punkte. Durch den Wurf von 56,5 Meter war Huber an die sechste Stelle gekommen und Bonnet hatte mit einem 58,5-Meter-Wurf sogar vom neunten auf den siebten Platz aufgeholt. Vor den Deutschen lagen allerdings immer noch Brasser- Holland und Guhl-Schweiz. 1500-2Hefer-Cauf. — Letzter Kampf. Den 1500-Meter-Lauf bestritten die 17 braven Kämpfer, die bis zuletzt durchgehalten batten, in drei Gruppen. Den ersten Laus gewann der Finne Reinikka mit 50 Meter Vorsprung in 4:32,2 Min., der besten Zeit des Wettbewerbs überhaupt. Wenzel-Chile war im zweiten Lauf in 4:34,6 Min. der schnellste Mann. Bonnet lag hier lange an zweiter Stelle. Mit großer Spannung sah man dem letzten Lauf entgegen. Glenn E. Morris, der Belgier Boulanger und der Deutsche Huber lieferten sich einen prachtvollen Kampf. Etwa 150 Meter vor dem Ziel zog Morris zu einem unwiderstehlichen Spurt an und lief in 4:33 Min. vor dem Belgier und dem mit wunderbarer Energie kämpfenden Deutschen durchs Ziel. Das unmöglich Scheinende war dadurch Tatsache geworden: Morris hatte seinen erst bei den amerikanischen Meisterschaften aufgestellten Weltrekord übertroffen und zugleich den Olympischen Rekord beträchtlich geschlagen. Auch die Silber- und die Bronze-Medaille fielen durch Clark und P a r - k e r an USA. Aber hinter die drei Amerikaner hatte sich als Vierter der Deutsche Erwin Huber geschoben. Zwar reichte es für ihn nicht mehr zu einer Auszeichnung, aber er erwies sich in dem schwersten aller Kämpfe als der beste Europäer. Ehrenwert ist auch der. achte Platz von Helmut Bonnet, der mit 6939 seine Meisterschafts-Leistung deutlich übertraf. Das.Endergebnis. 1. und Olympiasieger: Morris-USA. 7900 Punkte (Weltrekord); 2. Clark-USA. 7601 P.; 3. Parker- USA. 7275 P.; 4. Huber- Deutschland 7087 P.; 5. Brasser-Holland 7046 P.; 6. Guhl-Schweiz 7033 P.; 7. Bexel-Schweden 7024 P.; 8. Bonnet-Deutschland 6939 P. Hochsprung der Frauen. Ungarischer Sieg. „Bronzene" für Deutschland. Zum Hochsprung der Frauen traten 18 Bewerberinnen auf der Anlage vor dem Marathontor an. Das Feld lichtete sich erst nach einer Höhe von 1,50 Meter. Als die Latte auf 1,55 Meter gelegt wurde, waren es immer noch 13 Springerinnen, darunter üie beiden Deutschen Elfriede K a u n und Dora Ratjen. Ratjen übersprang noch 1,58 Meter und hatte damit schon den vierten Platz sicher. Die Engländerin Odam, die Ungarin Csak und Elfriede Kaun kamen noch über 1,60 Meter. Die Engländerin schaffte es sofort beim ersten Versuch, die Ungarin beim zweiten und die Deutsche beim dritten Versuch. Als die Latte auf 1,62 Meter gelegt wurde, gelang es keiner, die respektable Hohe zu überspringen. Im S t i ch k a m p f setzte sich dann Jbolye Csak über 1,62 Meter hinweg und erkämpfte damit für Ungarn die Goldmedaille. Im Ringen um den zweiten'Platz war die Engländerin Odam die Glücklichere, die 1,60 Meter bewältigte und unsere Elfriede Kaun, die diese Höhe nicht wieder erreichte, auf den dritten Platz verwies. In der Besetzung (von links) Emmy Albus, Käthe Krauß, Marie Dollinger und Ilse Dörffeldt stellte unsere Mädelstaffel mit 46,4 Sekunden im Vorlauf einen neuen Weltrekord auf. Im Endlauf hatten sie großes Pech. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Spannende Staffelkämpse. Deutsche Mädel laufen Weltrekord. 4x^00-Meter-Lauf der Frauen. Die beiden Vorläufe der Frauen über 4X100 Meter waren zugleich die Vorentscheidung, denn die je drei besten Mannschaften kamen i/i den Endlauf. Den ersten Lauf brachten die Amerikanerinnen (mit Helen Stephens am Schluß) vor Kanada, Holland und Oesterreich an sich. Im zweiten Rennen steht Aenny Albus aus der Innenbahn. Sie verliert zwar gegen die ausgezeichnete englische Meisterin Hiscock einen Meter, aber Käthe Krauß geht in wundervoller Fahrt nicht nur an England, sondern auch an Italien und Finnland vorbei und Marie Dollinger bringt nach famosem Lauf in der Kurve das Holz mit großem Vorsprung in die Zielgerade. In der neuen Weltrekordzeit von 46,4 Sekunden gewinnen unsere Mädel den zweiten Vorlauf vor Großbritannien und Italien. Finnland scheidet aus. Pech im Endlauf. Unsere 4 X 100 - Meter - Männerstaffel hatte mit ihrem dritten Platz viel Glück, dafür hatten dann in der zweiten Entscheidung des Nachmittags die deutschen Mädels grausames Pech. In der 4X100-Meter-Staffel ging uns eine sichere Medaille verloren, wahrscheinlich sogar die Goldene. Und das kam so: Am Start saßen von innen nach außen: Hiscock (England), Bongiovanni (Italien), Bland (USA.), Albus (Deutschland), Brookshaw (Kanada) und Brakeeter (Holland). Nach dem endgültigen Schuß geht Emmy Albus mächtig los. Sie holt bereits zwei Meter gegen die Amerikanerin heraus. Nach glänzendem Wechsel mit Käthe Krauß geht die deutsche Meisterin wie schon am Vortage mit langen Schritten vor Holland und Kanada an die Spitze. Marie Dollinger läuft in der Kurve iras Rennen ihres Lebens. Fünf, sechs, sieben Meter liegt die Deutsche vor USA., das kann für Ilse Doerffeldt auch gegen die überragende Helen Stephens reichen. Da, im entscheidenden Augenblick des Wechsels, verfehlt Ilse Doerffeldt den Stab. Das Holz fällt zu Boden. Verzweifelt faßt sich die Berlinerin mit den Händen an den Kopf und verzweifelt stoppt sie ihren Lauf ab. Inzwischen ist Helen Stephens mit ihren unglaublich langen Sätzen in 46,9 Sekunden durchs Ziel von Englang und Kanada gelaufen. 4><400-Meter-Staffel der Männer. USA. läuft Weltrekord. Hell leuchten in dem Jnnenraum die roten Trainingsanzüge der vier kanadischen Läufer. Die erste Entscheidung von den drei Staffelwettbewerben, 4X100-Meter der Männer, steht bevor. Das amerikanische Quartett, in blauen Anzügen, legt geschlossen einen kleinen 50-Meter-Spurt hin. Die Bahnen sind verteilt, und während das Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lied für die deutschen Sieger im Zweier-Kajak gespielt und gesungen wird, stehen die ersten Läufer, Lavenas für Argentinien, Leichum für Deutschland, Boersma für Holland, Owens für USA., Mariani für Italien und Richardson für Kanada auf der Bahn. Der Kampfverlauf ist sehr einfach. Bereits Owens überholt den Italiener und den Kanadier, die nicht sehr schnell aber sicher wechselnden Amerikaner erleiden keinen Bodenverlust. Metcalfe holt schon einen Vorsprung heraus, den Draper in der Kurve vergrößert und der von Wykoff auf etwa 15 Meter vor dem Italiener ausgedehnt wird. Die Italiener find ein großes Rennen gelaufen, vor allem war ihr eleganter Wechsel vorbildlich. Leichum hatte zwar den vor.ihm liegenden Holländer erreicht, aber der mäßige Wechsel mit Borchmeyer ließ wieder die orangefarbige Hose vor. Borchmeyer macht sich an die Verfolgung, kann auch van Beveren überlaufen und auch Gillmeister hält sich gegen Berger im letzten Bogen ausgezeichnet. Als jedoch beim letzten Wechsel Osendarp ins Rennen geht, muß Hornberger trotz aller Tapferkeit sich im Ziel um Brust- breite geschlagen bekennen. Aber das Glück ist diesmal bei uns, denn Osendarp hatte beim letzten Wechsel den Stab verloren und dadurch mußte Holland disqualifiziert werden. Deutschland hatte durch das Mißgeschick seines Gegners noch die Brozemedaille hinter den Italiener, die ihren zweiten Platz stets sicher hatten, gewonnen. Als die Weltrekordzeit der amerikanischen Mannschaft mit 39,8 Sekunden verkündet wird, bricht ein Beifallssturm los. 4x400-Meter-Gtaffel der Männer. Deutscher Erfolg itn Vorlauf. Mit einer der Höhepunkte des vorletzten Leichtathletik-Kampftages im Olympia-Stadion waren die drei Vorläufe für die 4X400-Meter-Staffel. Jedes Rennen brachte die Zuschauer in sich immer mehr steigernde Begeisterung. Im er st en Vorlauf war mit dem Start von USA. der Sieger gegeben. Ungarn und Polen lieferten sich ein erbittertes Rennen, in dem Japan nicht mehr mitkam. Ungarns Schlußmann spielte erst im Endspurt feine Kraft-Reserven aus. Er sicherte damit seiner Staffel die Teilnahmeberechtigung für den Endlauf. Im zweiten Lauf lagen nur drei Mannschaften am Start: England, Schweden, Frankreich. Die Engländer hatte immer die Spitze und hielten sie ohne Mühe. Den Kampf lieferten sich Schweden und Frankreich. Der schwedische Klasseläufer von Wachen- feldt entschied das Rennen klar für feine Staffel. Im dritten Vorlauf waren alle Mannschaften am Start. Hamann läuft die ersten 300 Meter kraftvoll, läßt aber zum Schluß nach, und Kanadas Ahornblatt wechselt zuerst. V. Stülpnagel läßt sich in einen Kampf mit dem kanadischen Edwards ein und verpufft seine Krakt. Aber ein glänzender Spurt von Voigt läßt alle Befürchtungen verstummen. Dicht hinter dem schnellen Fritz (Kanada) liegt der Deutsche, und Harbig als Schlußmann heftet sich an die Fersen von Loaring. Der Kanadier verhält stark, und zusammen gehen Loaring und Harbig durchs Ziel. Deutschland wird als Sieger in 3:15 Minuten verkündet, Kanada hat die gleiche Zeit. Italien liegt abgeschlagen auf dem dritten Platz vor Südafrika und den Tschechen. Der Entscheidungskampf. Dritter Platz für Deutschland. Zu einem wundervollen Kampf wurde die dritte Entscheidung des Schlußtages der Leichtathletik, dis 4-mal-400-Meter-Staffel. England errang einen prächtigen Sieg vor Amerika, Deutschland und Kanada. Schweden ging mit Strömberg, Deutschland mit Haman, Ungarn mit Ribyeni, USA. mit Eagle, Kanada mit Fitch und England mit Wolff an den Start. Haman lief ein ausgezeichnetes Rennen und wechselt hinter dem Kanadier einen Augenblick vor dem Amerikaner an zweiter Stelle. Von Stülpnagel muß aber die drei Angelsachsen ziehen lassen. Edwards wechselt mit einem Meter Vorsprung vor England und USA. Dann folgt Voiat, der in einem wundervollen Lauf Deutschland an die dritte Stelle bringt. Zunächst kämpft er den Kanadier Simon nieder und verkürzt den Abstand zwischen O'Brien (USA.) und Browns (England) auf nur wenige Meter. Harbig geht hinter Roberts (England) und Fitch (USA.) mit Vorsprung auf die Reise. Wäh- Amerikas siegreiche 4x-100-m-Gtaffel Die vier schnellsten Säuer der Welt: Owens, Metcalfe, Draper und Wykoff, die in der 4-mal- 100 - Meter - Staffel eine weitere Goldmedaille für die Vereinigten Staaten erkämpften. (Scherl Bilderdienst - M.) - * < Wi» ' M- • X *■. . " .* * i Stadion.) Schwimmen. Nachdruck verboten! 10. Fortsetzung. 7 Uhr: Turnen, Kür der Männer. (Dietrich- Eckart-Bühne.) 15 Uhr: Turnen der drei besten Nationen. (Dietrich-Eckart-Bühne.) 15 Uhr: Boxen, Ausscheidungskämpfe und 2. Runde. (Deutschlandhalle.) 9 Uhr: Rudern, Dorläufe. (Grünau.) 10.30 Uhr: Segeln. (Kieler Förde.) die Siegerehrung für die beiden Ersten, I s o 5) o H o und Tuominen . und den Dritten, den Deutschen Alfred D o m p e r t, statt. Die Zuschauermassen danken dem Stuttgarter immer wieder für seinen prachtvollen Einsatz und den schönen, bestimmt nicht erwarteten Erfolg. Italien Olympiasieger im Oegen- Mannschastsfechten. Deutschland auf dem 4. Platz. 15 Uhr: Wasserball, Zwischengruppenspiele: Vorführung: Drei Sieger im Kunstspringen; 4-rncrl- 200-Meter-Staffel, Endlauf und 200-Meter-Brust, Endlauf. (Schwimm-Stadion.) 16.30 Uhr: Hocke y-Turnier, Trostrunde, (Hockey- Stadion.) 15 Uhr: Fechten, Degen-Einzelkämpse, Endrunde. (Tennis-Stadion.) 16 Uhr: Basketball, 3. Runde. (Tennis- Stadion.) Basketfpiel! Dieses'Bild zeigt eine Szene aus dem Kampf der Polen gegen die Italiener. — (Scherl-M.) einer Staub- und Dampfhölle von 30 Grad Hitze. In kurzer Zeit war er pechschwarz am ganzen Leibe. Der Schweiß zog graue, dickflüssige Rinnsale, Kohlenstaub deckte sie wieder zu. Durham sah die Feuer nach. Er sagte nichts. John Schnakenbeck stand mit der Eisenstange in der Hand. Er hatte die Kiefer aufeinandergepreßt, seine Augen waren blutunterlaufen, das Weiße war rot. Durham sah ihm ins Gesicht. Er war wohl Menschenkenner. „Gut", sagte er anerkennend. Dann verschwand er wieder. Langsam besann sich John Schnakenbeck und griff wieder zu. Die Eisenstange war am Ende rotglühend. Der Griff in seiner Hand wurde plötzlich so heiß, daß die Haut daran kleben blieb. Er kühlte die Stelle mit einem nassen Lappen. Aber die Haut war weg. Durham sah den Vorgang an. Er rückte eine Büchse Fett heraus. „Richt Wasser", verwies er, „Wasser zieht Blasen." Er schien doch ganz menschlich. In Wirklichkeit war es aber nur, daß er sich seine Arbeitskräfte zu ertzal- ten wünschte. Er hatte nur eine einzige Ablösung zur Verfügung. Vier Leute bei den Feuerlöchern, das war wahrhaftig wenig. Er mußte jeden einzelnen bei guter Gesundheit und Kraft erhalten. So war auch der Auftrag des Kapitäns. „Leute kosten Geld, Durham", hatte Mr. Pranke ge agt. „Ich zahle lieber Ihnen ein bißchen zu, wenn Sie mit den vier Kerlen ausreichen. Wenigstens bis Edinburgh. Da werden wir weiter sehen." Durham reichte also aus. Er griff sogar selber mit zu, das mußte wahr bleiben. Leider gab es aber doch etwas, worüber die vier Leute im Heizraum zu klagen hatten, wenn sie von Durham sprachen. Er trank mehr als ihm zuträglich war, und wenn der Alkohol ihn gepackt hatte, bekam er eine Art Größenwahn. Dann kommandierte und schrie er sinn- und meist zwecklos in der Dampfhölle herum. John Schnakenbeck verlor am zweiten Tag die Geduld und die Nerven. Sein Gehirn war leer- gebrannt von diesen glühenden Ofenlöchern; sein Blut kochte. Er sah den schreiend befehlenden Durham dicht vor sich auftauchen. Durham torkelte, er war schwer betrunken. John Schnakenbeck nahm eine Eisenstange. Sein Gesicht war verzerrt. „Durham!" schrie er, „es fällt jetzt gleich eine Schürstange vom Kessel herunter. Sie fällt Ihnen auf den Kopf, Schwimm-Olympia der Rekorde Großkämpfe im Schwimm-Stadion. Unbekannte Fracht Roman von Zrani ß.Sraun. Die deutsche Vertreterin Trude Wollschläger, die im 4. Vorlauf im 200-m-Brustschwimmen gestartet war, setzte sich als Vorlaufsiegerin durch. Grau in Grau war der Himmel mit tief hängenden Wolkenbänken, als am Samstagmorgen punkt 9 Uhr die olympischen Schwimmwettbewerbe mit dem ersten Vorlauf zum 100-Meter-Freistil- schwimmen begannen. Nach einem starken Gewitterregen waren beim Start des ersten Dorlaufs etwa 10 000 Menschen auf den steil ansteigenden Rängen des herrlichen Schwimmstadions. Das rund 50 Mann starke Feld zum 100-Meter- Kraulschwimmen war in sieben Vorläufe aufgeteilt. Die zwei Ersten eines jeden Dorlaufes und die beiden schnellsten Dritten des Gesamtfeldes qualifizierten sich für die Zwischenläufe. Duell Arai — Fischer im 4. Vorlauf. Japans tüchtiger Nachwuchsmann Arai, der im Training verschiedentlich unter 57 Sekunden geschwommen hatte, traf im 4. Dorlauf auf den Europa-Rekordmann und deutschen Meister Hel- muth-Fischer. Nach glänzendem Start lag Fischer bei 50Meter kaum sichtbar vor dem jungen Japaner. Fischer schwamm flüssig und in einem für das Auge schönen Stil. Arai spurtete dann, doch hielt Fi- scher mit und bis 80 Meter gab es einen begei- fternben Kopf-an-Kopf-Kampf, bis schließlich Arai vorgehen und in 57,5 mit Handschlag vor Fischer (57,9) und dem jungen Ungarn Gros (1:01,3) siegreich blieb. Für die Zwischenläufe qualifiziert. Für die beiden Zwischenläufe, die am Nachmittag ausgetragen wurden, qualifizierten sich: Arai, Ta- guchi und Dusa (Japan), Fick, Highland und Lin- degreen (USA.) Fischer und Heibel (Deutschland), Esik und Dr. Abay-Nemes (Ungarn), Christensen (Dänemark), Wilfan (Jugoslawien), French- Williams (Großbritannien), Adjaluddin (Philippinen) und die beiden schnellsten Dritten Kendall (Australien) und Hietanen (Finnland). Fischer im Lndlauf. Pausenlos folgt im Schwimm-Stadion ein Rennen dem anderen. Kaum waren die fünf Vorläufe zum 100-Meter-Kraul-Schwimmen der Frauen be- rend vorn der Engländer den Kampf gegen USA. ganz überraschend für den Union Jack entscheidet, entspinnt sich zwischen Deutschland und Kanada ein erbittertes Ringen um die Bronzene Medaille. Der Kanadier Loaring macht sich an die Verfolgung des Deutschen. Eingangs der Zielkurve ist ine rote Hose an den Dresdner herangekommen, aber der deutsche Meister kann auf der kurzen Strecke sich behaupten. Er läßt den Kanadier nicht narbe, und geht mit einem halben Meter Vorsprung durch das nahe wieder um 50 Meter zuruckoersegteZie England entriß den Amerikanern den schon sicher scheinenden Siea in der Zeit von 3:09, die nur a/io Sekunden bin?er dem bestehenden Weltrekord zuruckbleibt. Die Amerikaner brauchten 3:11, die Deutschen 3:11,8. Erster deutscher Erfolgüber3000Meter Dompert erringt eine bronzene Medaille. Qu einem herrlichen deutschen Erfolg wurde die Entscheidung im 3000-Meter-Hindernislauf. Der Deutsche Alfred Dompert (Stuttgart) wurde Dritter hinter den Finnen Iso Hollo und Tuominen, obwohl des finnischen Siegers Zeit von 9:03,8 Min. einen unwahrscheinlich guten olympischen Rekord bedeutet. Dompert ist damit der erste deutsche Lauser der sich bei einem olympischen Langstrecken- Lauf unter den Medaillen-Gewinnem zu planeren vermochte. . ,, Zwölf Läufer stehen am Start des schweren Z 0 04) -Meter-Hindernislaufes. Dompert hat sich bald aus dem Hinterfeld an die fünfte Stelle gelegt, Jfo Hollo führt unentwegt vor Matt- lainen, hinter den beiden Finnen gibt es erbitterte Positionskämpfe. Vier Runden vor Schluß schiebt sich Dompert auf den dritten Platz vor den Amerikaner Manning und den Letten Wihtels. Zweiem- halbe Runden vor Schluß drehen die führenden Finnen stärker auf. Mit prachtvollem Kampfgeist zieht der Stuttgarter noch einmal an. Er muß zwar den dritten Finnen, Tuominen, vorbeilassen, doch er lüß sich nicht abschütteln. In der letzten Runde geht Iso Hollo davon und wiederholt in glänzender Zeit von 9:03,8 Min. feinen Olympia-Sieg von Los Angeles. Dompert kämpft mit letzter Kraft. Er setzt verbissen den beiden Finnen nach, Meter um Meter arbeitet er sich heran und 120 Meter vor dem Ziel hat er unter dem tosenden Jubel der begeistert mitgehenden Zuschauer Matilainen erreicht. Der Finne kann unseren Mann nicht halten, er fällt zurück. Dafür hält aber Tuominen stand. Bruch an Brust kämpfen Tuominen und Dompert in abwechselnder Führung die Zielgerade herunter, knapp mit guter Brustbreite ist im Ziel der Finne vor dem Deutschen. , t Gleich im Anschluß an den harten Kamps findet Auf einer Pritsche an der Wand, unter dem einzigen geöffneten Bullauge, lag ein Mann in blauem verschmierten Arbeitsanzug. Er sah die beiden herunterkommen, aber er stand nicht auf. Er drehte nur den Kopf ein wenig. „Seid ihr die neuen Hilfs- Heizer?" fragte er. . „ John Schnakenbeck antwortete: „Ja, die sind wir. „Das ist gut. Ich bin Durham, der Oberheizer und Maschinist, das ist auf diesem Schiff so. Dies hier ist also mein Revier, ihr versteht! Er entschloß sich, nun doch aufzustehen. Er sah die beiden forschend an. „Deutscher, nicht wahr? Nun gut, kräftige Leute seid ihr ja, das ist wichtig. Es ist hier nämlich kein Trimmer an Bord. Ihr müßt die Koylen selber trimmen und heranschaffen. Klar?" „Klar, Mr. Durham." „Laß bas „Mister" weg, Mann," Er reckte sich und gähnte. „Zieht euch, aus. Es kann jeden Augenblick losgehen." Rudolf Terbrügge stand in Schweiß buchstäblich gebadet. Der Befehl tarn wie eine Erlösung Er warf Jacke und Hemd ab. Mit nacktem Oberkörper begann er sich um die Kohlen zu kümmern, «le la- gen aufgestapelt rückwärts in einem Bersch g. das w°?, wie er bald sah, nur der kleine Vorrat, Ein dunkler Gang und dahinter eine Art Keller waren bis obenhin mit Kohlenbrocken gestillt, d getrimmt und herangeschafft werden mußte . Ein paar Klingelzeichen ertönten. Durham wurde richtig lebendig, er wuchs zu ferner ansehnlichen Größe auf. Mit Kraft warf er eine JHrt Sebel herum und drehte an der Maschine. Gin ^enbe- täubenber Lärm fetzte ein. Es i$icn' mit 4:2 (reguläre Spielzeit 2:2, Halbzeit 0:2) fertig wurde. Die Paarungen der Vorschlußrunden-Spiele, die am Montag und Dienstag im Olympia-Stadion ausgetragen werden^ lauten: Montag: Norwegen — Italien; Dienstag: Polen — Peru. Olympische Medaillen. Nationen Gold Silber Bronze Griechenland Aegypten Argentinien Australien Belgien China Dänemark Estland Finnland Frankreich............... Großbritannien Holland Indien Island Italien Japan Kanada Lettland Mexiko Neuseeland Norwegen Oesterreich Philippinen Polen .......... Rumänien Schweden Schweiz Süd-Afrika Tschechoslowakei Türkei ....... Ungarn ...... Uruguay Vereinigte Staaten Deutschland 1 2 2 6 3 2 1 5 2 1 1 1 1 4 6 1 2 1 6 15 18 1 1 1 6 3 4 3 7 2 2 5 3 4 1 3 1 13 20 2 2 1 1 2 4 4 2 5 4 6 5 1 1 3 1 4 7 1 1 1 4 19 In die Aufstellung sind die Erfolge bei den Kunstwettbewerben einbegriffen. Ferner ist die Goldene Medaille, die im Segeln für Dr. Bischoff sicher ist, ebenfalls einbezogen. Nie Nsutsehe LwbettSfvorrt Älvbettsschule Lehrgänge in Kurzschrift- und Maschinenschreiben Diener, strarre 18, Zimmer Rr. 5, Fernruf 3225. 4972 d Miele einen 4S8v0 GLORinl Jdeal PALAST Giessen Ich suche sofort geg. Barzahlung Der neue geräuschgedämpfte Staubsauger Vornehm! Geschmackvoll! PersönlichI Diese wesentlichen Eigenschaften der guten Familien - Drucksache bietet Ihnen in zahlreichen neuzeitlichen Ausführungsarten und Papieren zu mäßigen Preisen BrUhl’sche Druckerei. Schulstr. 7. Ruf 2251 | Kaufgesuche | Gut erhaltenes Herren- Fahrrad zu kauf, gesucht. Schr. Ang. unt. 03621 a.d.G.A. Personenkraftwagen Adler-Favorit oder 8/38 PS= Mercedeswagen bevorzugt. Kraftfahrzeug- Reparaturwerkstatt . Gießen Anlweg 18 Telephon Nr. 2230 beginnen am Dienstag, dem 18* August 1936, in der „Oeffenflichen Handelslehranstali", Gießen, Liebigstraße Fordern Sie sofort den genauen Arbeitsplan an. - Auskunft und Anmeldung: Abteilung für Äerufserziehung u. 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Täglich 4,6 und 8.30 Uhr für Anmeldung zur Gesellenprüfung für das Kraftfahrzeug-Handwerk der Provinz Oberhessen bei der Geschäftsstelle Gießen, Hitlerwall 7 4984 D bis zum 15. August 1936 Das klassische Fachbuch für Pilzfreunde und -kenner in neuem Oewande und zu stark ermäßigtem Preise Prof. Dr.W. Migula Die eßbaren und giftigen Pilze Bestimmungsbuch der wichtigsten Pilzarten zum Gebrauch für jedermann.- Mit 80 farbigen Pilzbildern in natürlicher Größe.- Der Verfasser, jedem Pflanzen-und Pilzfreund als der bedeutende Fachgelehrte bekannt, beschreibt in leichtverständlicher Weise mehr als 200 verschiedene Pilzarten .Durch den jeder größeren und wichtigen Familie beigefügten Bestimmungsschlüssel und die sorgfältige Ausstattung mit naturgetreuen Abbildungen in Originalgröße bittet das Werk nicht nur jedem Pilzfreund, sondern auch dem Wissenschaftler vom Fach ein unentbehrliches Handbuch der Pilzkunde. Neuer Preis in schöner Ganzleinenausstattung RM. 12,— Zu beziehen durch jede Buchhandlung Hugo Bermühler Verlag, Berlin-Lichterfelde Gewinnauszug 5. Klasse 47. Preußisch-Süddeutsche (273. Preuß.) Klaffen-Lotterie Ohne Gewähr_________________Nachdruck verboten Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden ______________Abteilungen I und II 1. Ziehungstag 8. August 1936 8n der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 150 RM gezogen 123133 148387 161861 173653 184456 191343 201875 212952 228753 238310 242753 252980 261922 271178 289931 301300 318542 332028 355342 365864 120723 142429 152990 171936 180594 189057 196421 210758 221030 235121 240360 252252 259365 267786 283161 294284 307791 329606 343332 360504 377065 390218 121316 147103 158271 172093 183676 190861 197831 212824 226003 236730 241751 262535 259580 267975 285874 298314 316094 331369 349723 365244 380848 391328 125696 148451 162196 174323 184758 192427 203262 216032 231539 239418 247836 266963 263024 273987 291366 301943 319415 332609 353087 366116 385797 391689 141070 151175 167220 178493 187642 195408 209686 220668 233450 240228 250340 259078 266079 276398 294200 306853 325469 334992 359703 376424 100467 179774 244958 290952 381711 117856 133168 151146 163114 175779 185058 194049 205790 218585 232725 239891 250321 257044 265468 274661 291995 302193 324569 333225 357154 376040 387580 393047 74 »etohme |u 500 sm. 2522 5436 15204 21105 30101 f"""" ----------- ----- ----- ----- 69983 71979 73580 77410 82397 92923 105143 120394 122473 143521 174030 194587 200296 214117 217598 229586 247253 255731 267881 259939 274739 317797 318898 324446 351893 363567 385908 „386 Gewinn« zu 300 DM. 1108 2103 2422 3510 7309 9793 11015 12640 14786 14814 16681 15736 16040 16999 18558 19513 20631 26855 27693 32482 34056 38037 44418 44705 47019 48664 49432 50677 52310 53996 58597 60162 60429 60971 63094 63235 64092 66838 71223 72416 73193 74378 77252 78404 80131 81669 81981 82139 88196 88440 91 770 91973 93688 98374 99721 112658 116693 117151 ------ 118607 ------ ------ ------ ------ 2 Gewinn« |U 20000 DM. 209021 2 Gewinne zu 5000 AM. 202632 »o„B81?erotnne 8U 3000 a9ZL 2451 17221 37584 döoo4o 2000 DM. 129532 154537 168193 168429 181281 254443 259133 273240 342016 bO Sewinne zu 1000 RM. 2878 5031 22674 40871 92199 121600 131277 140215 142282 144919 154157 157725 169791 200185 216981 350520 3254403 255884 281267 311189 333322 | Einspaltige ~| Kleinanzeigen werden zum ermäßigten Grundpreis von 5 Pf. für die Millimeterzelle veröffentlicht! 3n der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 RM gezogen 8 Gewinne zu 10000 RM 84854 115061 175385 241912 6 Gewinne zu 5000 RM 62948 66797 92837 16 Gewinne zu 3000 RM 127413 206013 210307 249356 250300 319739 359464 382647 18 Gewinne zu 2000 RM 19449 29743 49422 84658 97067 104137 218818 238893 269838 40 Gewinne zu 1000 RM 8765 38382 40124 47366 57712 62053 63394 85748 94902 121418 140089 249182 288992 308029 309782 326130 328344 343389 363914 396211 98 Gewinne zu 500 RM 7051 16819 23226 24911 35485 35935 37240 63037 66178 79395 82389 95739 122865 127147 127848 137775 144136 153612 157082 163024 165194 166608 168774 183733 188009 191428 192508 201169 203037 209636 213748 217505 218013 231548 233948 244915 255730 279858 280391 283073 288001 306259 325206 336244 348401 358416 363277 376673 379102 2865 3657 4215 24926 41121 49201 78567 92392 109960 122878 137848 150346 157990 166849 175819 184282 206682 223964 234049 245954 262467 280848 285998 294565 321891 334649 348162 356932 372173 389375 35164 42561 59192 79882 102872 115329 129664 146480 155751 161562 171342 180854 189518 213156 230745 238296 252141 275066 283254 287924 303153 330727 341191 352195 367766 378415 399004 38342 44158 62099 84455 5690 19448 39587 45582 74228 87657 102033 111429 127711 141486 152588 160722 170853 178778 185153 208428 229419 237444 251755 270884 281735 286747 300055 326184 340761 348263 366091 376678 397115 25232 42435 50144 79216 35304 43758 61228 81179 94031 111408 123020 140819 151369 169839 170445 178602 184586 207765 226122 236341 248021 367866 281553 286660 299118 323936 335501 348187 362480 374122 395633 103735 118965 132919 147855 155824 163623 172214 181501 200437 216576 230799 239572 252424 276352 283983 289668 306326 333375 347606 353474 368758 383719 399646 356 Gewinne zu 300 NM 6764 8299 10815 11094 14733 15353 17073 22948 40451 47198 77042 88825 106497 121116 133116 150246 156957 164564 173662 184095 202229 221387 233588 243482 257850 278998 284362 292570 313351 334333 347977 355648 371253 387554 Im Gewinnrade verblieben: 4 Gewinne zu le 1000000, 2 zu je 300000, 2 zu je 100000, 2 zu je 75000, 4 zu je 50000, 8 zu je 30000, 14 zu je 20000, 92 zu je 10000, 192 zu je 6000, 376 zu je 8000, 964 zu je 2000, 2910 zu je 1000, 4828 zu te 600, 19258 zu je 300 RM.