186. Jahrgang Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Nr.lSr Erstes Blatt W. Jahrgang Mittwoch, 10. Juni 1956 Sonntags* unb * JJtiertogs jflFf * WT • Annahme van »nzetgn. |Ä: SÄ MUAUAH AI 444aIaA4I föÄÄ Heimat im Bild - Die Scholle ■ mW 9 a wk Bl y IW M ■ Jw ■■ ■■ y AW V A !■ J W 9^ Grundpreise mm höhe Monatr-Vezugrpreir: W ■ W ■ WJF BA Bz | ■ WZ ■ W WWW WWW lz W für Anzeigen von 22 mm Mit 4 Beilagen RM.1.95 Wk W W W Wf W W Br W Z WWW W^ WWW Wt W Breite 7 Rpf., für Text- Ohne Illustrierte 1.80 9F W W ^B W W W >^B W W W W W anzeigen von 70 mm Breite Zustellgebühr.. „ W W W^ ^^*9 M BM W> 50Rpf.,Platzvorschrift nach Auch bei Nichterscheinen 9 W ■ ^F ^F ■ ^F W ^F ^F^W ^F vorh.Dereinbg.25°/„ mehr. XÄÄ KT ■ V -rmähig.- Erunbpr.i,.- MM General-Anzeiger für Oberhessen SrantfMtt am Main 11686 Druck und Verlag: vrühl'sche UnioerstlStrvuch- und Steindruckerei «.Lange in Siehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulftrahe 7 M^ng-nabschlL^s'taMS Schmuggel als Waffe der Politik. Von unserem H. Tr.-Korrespondenten. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Hsingking, Ende Mai 1936 . Der britische Geschäftsträger in Tokio hat im japanischen Auswärtigen Amt vorgesprochen, um im Namen seiner Regierung die Aufmerksamkeit der zuständigen japanischen Stellen auf die unhaltbaren Zustande an d e r mandschurisch-chinesischen Grenze und in den sechs nordchinesischen Häfen zu lenken, wo nach englischer Auffassung unter japanischer Leitung ein Schmuggel organisiert sei, der nicht nur die chinesischen Staatsfinanzen, sondern darüber hinaus lebenswichtige englische Interessen auf das stärkste in Mitleidenschaft zöge. Die zuständigen Japanischen Stellen haben selbstverständlich den englischen Protest mit „lieber» raschung und Erstaunen" zur Kenntnis genommen und An sehr deutlicher Form gegen diese „unverständlichen Verdächtigungen" Verwahrung eingelegt, obwohl sich mittlerweile auch Amerika dem englischen Protestschritt angeschlossen hat. Behauptung steht also gegen Behauptung, so daß dem Chronisten nichts weiter übrigbleibt, als sine ira et studio d i e tatsächliche „Lage" zu untersuchen, um das auch für den deutschen Fernosthandel so außerordentlich wichtige Problem dem Verständnis des Laien näherzubringen. Zunächst ein paar Zahlen: In den letzten fünfzehn Monaten sind nach Angaben der zuständigen chinesischen Zollbehörden, in denen Engländer und Amerikaner als „Berater" oder „Kontrolleure" tätig sind, nach Nordchina Waren im Gesamtwerte von 300 Millionen Pen oder mehr als 200 Millionen Mark eingeschmuggelt worden. Infolgedessen sind allein in den letzten drei Monaten die nordchinesischen Zolleinnahmen von 38 auf 25 Millionen Pen zurückgegangen, was einem Gesamtausfall in den letzten fünfzehn Monaten von 65 Millionen Pen — rund 35 Millionen Mark — entsprechen würde. Mit den Einnahmen aus seinen Zöllen bezahlt China aber in erster Linie die Zinsen seiner Auslandanleihen, und da der Riesenschmuggel in Nordchina ein ebensolches Riesenloch in den Schuldentilgungsfonds gerissen hat, braucht man sich nicht zu wundern, wenn d i e Hauptgläubiger Chinas — England und Amerika — nervös zu werden beginnen. Also haben sie nach „Schuldigen" gesucht und diesen Schuldigen in Person des Japaners gefunden, der angeblich den Schmuggel als politische Waffe benutzt, um nicht nur Nordchina, sondern darüber hinaus die Hintermänner Chinas, in erster Linie England und Amerika bzw. den Europa- Handel schlechthin zu treffen. Wie steht es damit im einzelnen? Tatsache ist, daß der Schmuggel japanischer Waren nach Nordchina ein unvorstellbar großes Ausmaß angenommen hat, und um die Methoden zu verstehen, muß man kurz die derzeitige politische Lage beleuchten. Japans Versuch, die sogenannten „fünf nördlichen chinesischen Provinze n", die an die Mandschurei angrenzen, „autonom" zu erklären, ist gescheitert. Es konnte lediglich in einigen „Kreisen" eine kleine „Autonomie-Bewegung" starten, an deren Spitze ein gewisser Pin - Pu - Ken steht, der heute nichts weiter als ein japanischer Agent ist. Das kleine Gebiet dieses „Autonomen Separatisten" grenzt nun unmittelbar an die Mandschurei, so daß also Zollschranken hier nur auf d e m Papier stehen. Infolgedessen werden die billigen japanischen Waren — nach japanischer Auffassung „durchaus legal" — in dieses „autonome Gebiet", dessen „Herrscher" die herzlichsten Beziehungen zur Mandschurei unterhält, eingeführt, und zwar im wesentlichen zollfrei. Nun hat aber die chinesische Zentralregierung diesen „Separatisten" nicht anerkannt und betrachtet dessen Gebiet noch immer als einen Teil des unteilbaren Chinas. Infolgedessen sind von Nanking auch irgendwelche „Grenzen" nicht anerkannt worden, so daß also die japanischen Waren nun ungehindert aus dem Pin-Pu-Ken-Gebiet nach Nordchina hineinströmen. Und zwar ebenfalls zollfrei. Das gleiche wiederholt sich in Den sechs nordchinesischen Häfen, in denen die Japaner de fakto die Herren und die Chinesen viel zu schwach sind, um irgend etwas gegen die Schmuggler unternehmen zu können. Begünstigt wird dieser Schmuggel — der fo offen betrieben wird, daß man ihn schon nicht mehr „Schmuggel nennen kann — allerdings durch die s e h r h o h e n chinesischen Zollsätze: bie ^n^sche Bevölkerung ist nun einmal verarmt und d.e billigen japanischen Waren finden reißend Absatz so daß die europäische Konkurrenz immer mehr in den Hintergrund g drängt wird. Ein kleines Beispiel aus dem Alltagsleben: Eine deutsche, patentierte Kaffeekanne wird in Tsingtau im Kleinhandel für 12 Yen, die gleiche — wahrscheinlich kopierte — Kanne im japanischen Mandschurei-Freihafen Darren für 3 Pen angeboten. Aehnlich .st es mit allen anderen Bedarfsartikeln. Kein Wunder, wenn unter diesen Umstanden dre fe «„Ä.y." besonderen^ Wert darauf zu legen. Denn es war von jeher chinesische Taktik - ähnlich der Taktik des Sultan Abdul-Hamid am goldenen Horn die Großmächte gegeneinander auszuspielen, um s Wachsende Spannung zwischen Kanton und der chinesischen Zentralregierung Mobilmachung in zwei südchinesischen Provinzen. und bevölkerungspolitischen Zuständen bald mit dieser, bald mit jener Maßnahme der Nankingregierung unzufrieden find. So ist auch das Vorgehen der Kantoner Generale zu erklären, die mit der Mobilmachung von 500 000 Mann Militär recht handgreiflich ihre Forderungen an die Adresse Nankings demonstrieren. Diese Forderung heißt: Krieg gegen Japan, um die chinesischen Nordprov.n- zen zurückzuerobern. Der alte Gegensatz zwischen Nanking und Kanton ist damit erneut aufgebrochen. Die Anlässe, die zu dieser Zuspitzung führten, sind für den europäischen Beobachter einstweilen undurchsichtig. Immerhin ist die Sperre des Landurlaubs für die britischen und amerikanischen Kriegsschiffsbesatzungen in den südchinesischen Gewässern ein ernstes Zeichen der gespannten Lage. Auch die britischen Garnisontruppen in Hongkong sollen in Alarmbereitschaft stehen, um notfalls sofort bei den erwarteten Unruhen in Schanghai eingreifen zu können. Vielleicht gibt die Tatsache, oaß Kanton sich auf die englische Kolonie Hongkong stützen kann und deshalb vor dem japanischen Gegner wenigstens auf der Seeseite geschützt ist, die mögliche Richtung des bevorstehenden Konfliktes an. Jedenfalls bleibt das innerchinesische Zerwürfnis zwischen Kanton und Nanking eine dauernde Krisenursache, an der sich die weltpolitischen Reibereien der großen Rivalen am Pazifik immer wieder entzünden. Es wird der ganzen Staatskunst des Marschalls Tschiangkaischek bedürfen, um diesen Krebsschaden am Körper Chinas zu beseitigen und damit den fremden Mächten jeden Vorwand zu Interventionen zu nehmen. Die Tragik der jungen chinesischen Republik liegt gerade darin, daß die nationale Erneuerungsbewegung, die 1926 von Kanton ihren Ausgang nahm und sich schließlich unter Führung Tschiangkaischeks eine straffe Volksregierung in Nanking schuf, heute gezwungen ist, ihre kantonesische Herkunft zu verleugnen und um der chinesischen Gesamtinteressen willen jene elastische Friedenspolitik gegenüber Japan und Sowjetrußland zu treiben, die den südchinesischen Machthabern mit der englischen Rückendeckung so sehr mißfällt. Verfehlte Ausgleichszölle in USA. Das amerikanische Schatzamt hat die Erhebung von sogenannten Ausgleichszöllen für deutsche Einfuhrwaren wie chirurgische Instrumente, Kameras, Tischporzellan, baumwollene und kunstseidene Erzeugnisse usw. verfügt und zwar mit der merkwürdigen Begründung, daß für die Ausfuhr dieser Waren die deutsche Regierung Prämien bezahle. Das ist vollständig abwegig, denn schon im Stadium der Vorverhandlungen, im Monat März, hat die deutsche Regierung die Vereinigten Staaten darauf aufmerksam gemacht, daß sie keinerlei Vergütung für die Ausfuhr nach den USA. zahle. Diese Begründung ist also unverständlich. Die Amerikaner berufen sich auf das Zolltarifgesetz, und zwar auf § 303. Dieses Zolltarifgesetz Amerikas entstand in den Jahren 1921/22. Damals galt der Dollar als Fe ft Währung. Wir haben die Ausfuhrpreise in jenen Jahren auf Goldbasis kalkuliert und sind dabei geblieben, aber gerade um die amerikanische Ausfuhr zu heben, ist der Dollar abgewertet worden. Mit anderen Worten: Nicht wir, sondern die Vereinigten Staaten trafen eine Maßnahme, die auf Dumping hinauslief. Gerade durch diese Währungsmanipulation der Amerikaner wurde doch in Wirklichkeit eine Preisunterbietung großen Stils erzielt. Wenn die Amerikaner über Dumping schreien, dann sollten sie doch zunächst einmal vor ihrer eigenen Tür kehren, denn wir haben keinerlei Dumping-Maßnahmen getroffen. Im übrigen schlägt diese Maßnahme der Vereinigten Staaten gerade den eigenen Handel. Denn die Amerikaner hatten seit Jahren im Handelsverkehr mit Deutschland einen großen Ausfuhrüberschuß. Im Jahre 1935 schloß die Handelsbilanz mit einem Saldo von 71,2 Millionen Mark zugunsten der USA. ab, das erste Vierteljahr 1936 brachte wieder ein Plus für die Amerikaner in Höhe von 17,1 Millionen Mark und nach der amerikanischen Statistik ist für April 1936 eine Mehrausfuhr der Amerikaner in Höhe von 2,1 Millionen Dollar nach Deutschland erzielt worden. Wir sind also ein besserer Kunde Amerikas als die Amerikaner, trotz der Devisenschwierigkeiten und trotz des harten Zwanges, Einfuhrwaren nur mit deutscher Ausfuhr bezahlen zu tonnen. Die Maß- nähme des amerikanischen Schatzamtes trifft also gerade die Handelsbeziehungen der Amerikaner mit uns und zudem ist es doch bei der Einführung der sogenannten Ausgleichszölle sehr fraglich, ob wir fernerhin bie Zinsen für d i e Dawes - und Pounganleihe entrichten können. Ueberdies hat sich gerade der Handel mit den USA. in den letzten Jahren günstig gestaltet, die Amerikaner haben drei Jahre lang keine Einwendungen gegen das Skrips- und Bondsverfahren erhoben, und an und für sich würde der deutsch-amerikanische Handel sich weiter günstig entwickeln, wenn nicht jetzt plötzlich diese Störung durch die Verfügung des amerikanischen Schatzamtes erfolgt wäre. Rein wirtschaftliche oder handelstechnische Gründe kommen für dieses Vorgehen nicht in Frage. Dabei haben die Amerikaner selbst ein dringendes Interesse daran, ihre Ausfuhr nach Deutschland zu heben. Deutschland ist nicht nur bis zum Jahre 1913 der beste Kunde für amerikanische Rohstoffe gewesen, sondern hat auch in der Nachkriegszeit jährlich gewaltige Summen dafür an die Amerikaner entrichtet, ohne daß die Amerikaner dafür in gleichem Maße deutsche Jndustriewaren aufnahmen. Schanghai, 9. Juni. (Ostasiendiensi des DRV.) In den sübchinesischen Küstenprovinzen Kwangtung unb K w a n g s i ist bie allgemeine Mobilmachung aller Land-, See- unb Luftstreitkräfte befohlen worben. Die bisherigen Truppenstärken von 150 000 bzw. 100 000 sollen auf insgesamt 500 000 gebracht werben. Amtlich wirb der L i n f a l l von vier Divisionen der Kwangsi-Armee in bie nördlich von kwangsi gelegene Provinz Hunan bestätigt. Die Vorhut soll über Jungtschou bereits 155 Kilometer in die Provinz hunaneingebrungen unb bie Stabt häng- tschou schon erreicht haben. Marschall Tschiangkaischek hat zur Vermei- bung von Zusammenstößen bieZurückziehung ber Regierungstruppen aus Sübosl- Hunan befohlen, um so lange wie möglich einen Weg zu frieblicher Regelung frei zu lassen. Er hat auherbem ben Sübwestführer Tschentschitang bringenb aufgeforbert, alle militärischen Vorbereitungen sofort einzustellen. Der Präsibent bes gesetzgebenden Reichsamles Sun F o hat ebenfalls ben Sübwestführer aufgeforbert, ber beoor- ftefjenben Plenarsitzung bes über bie auswärtige Politik entscheibenben Zentratoollzugsausschusses nicht burch staatsgefährtiche Linzetaktionen vorzugreifen. * dbina hat mit einem Einheitsstaat nach europäischen Begriffen nicht die entfernteste Ähnlichkeit. Das Riesenreich der Mitte mit seinen 400 Millionen Einwohnern ist vielmehr zerspalten in verschiedene staatliche Gebilde, die von den gegensätzlichsten Einflüssen und Regierungsgewalten beherrscht werden Da ist einmal die Mandschurei, die seit der japanischen Eroberung ein selbständiges Kaiserreich geworden ist. Da sind die fünf nordchinesischen Provinzen Hopeh, Tschahar, Schantung, Schansi und Suiju, von denen die beiden ersten ganz unter japanischen Einfluß geraten sind, während die drei anderen bereits auf jede militärische und parteimäßige Verbindung mit der chinesischen Zentralgewalt verzichten mußten. Da sind die mongolischen P r o v i n,z e n , die den Befehlen der Sowjetregierung gehorchen und mit ihr durch einen Militärpakt verbunden sind. Da ist das eigentliche Rumpfchina mit der Nankinger Zentralregierung, an deren Spitze Marschall Tschiangkaischek steht, und da ist schließlich noch die Regierung von Kanton, die mit ihren Provinzen Kwantung und Kwangsi zwar formell der Oberhoheit von Nanking unterstellt ist, tatsächlich aber weitgehende autonome Freiheit genießt. Es kommt also zu den Gefahren, die China von außen her durch die Ausdehnunastendenzen fremder Staaten bedrohen, noch die innere Zerrissenheit, das Sonderleben der verschiedenen Provinzialregierungen, die je nach ihrer geographischen Lage, ihren wirtschaftlichen Interessen im Trüben fischen zu können. Nach allem, was man hört, ist der japanische Schmuggel der Nanking-Regierung nicht einmal besonders unangenehm, denn ihr bieten sich jetzt folgende „Operationsmöglichkeiten": Den Ausfall an Zöllen kann die Nanking-Regierung verschmerzen, weil diese Zolle ja doch zumeist für den 3 i n f e n b i e n ft Verwendung finden. Dieser Zinsendienst ist jetzt gefährdet und die Leidtragenden sind England und Amerika. Beide haben also auch prompt Protest in Tokio erhoben, Tokio wäscht aber seine Hände in Unschuld; das Ergebnis ist eine weitere Verschärfung des englisch-japanischen, von jeher aus Handelsfragen sich herleitenden Gegensatzes und Nanking kann dies als weitere Entlastung seines gegen Japan gerichteten Kampfes nur begrüßen Aber England und Amerika werden selbstverständlich nun auch dem Marschall Tschang- Kai-Schek nahelegen, irgend etwas zur Eindämmung des Schmuggels im Norden zu tun, eine Bitte, die der Marschall bereits durch Entsendung von drei Infanterie-Brigaden, die als Zollwächter auftreten sollen, entsprochen hat. Soll heißen: der Marschall benutzt jetzt den japanischen Schmuggel genau so geschickt für seine Zwecke wie er bisher die roten chinesischen Truppen für seine größeren politischen Ziele auszunutzen verstanden hat. Denn was will Marschall Tschang-Kai-Schek? Er will die Einigung Chinas und die Zurückdrängung des japanischen Einflusses im Norden. Zu diesem Zweck muß er unauffällig immer mehr Trupp en a u s ö e m Süden nach dem Norden verschieben, ohne daß die Japaner dies als „Bedrohung" auffassen oder erkennen. Die Kommunisten waren em solcher Vorwand: Die chinesischen Provinzialtruppen ließen sich befehlsgemäß von den Roten schlagen oder zurückdrängen oder manövrierten die Roten sogar planmäßig allgemein in Richtung Nordprovinzen ... schlugen die Japaner ob der „drohenden kommunistischen Gefahr" Lärm und drohten, den Kampf gegen diese Roten zu eröffnen, entsandte der Marschall die guten Südtruppen nach dort, vertrieb die Roten und richtete sich in dem so befreiten Gebiet häuslich ein. Auf diese Weise drang er immer mehr nach Norden vor, und je näher die Regierungstruppen kommen und je stärker Nanking seinen Einfluß im Norden geltend macht, desto „wackliger" werden jene Gouverneure, die bis vor kurzem noch bereit waren, mit den Japanern zusammenzugehen und die Autonomie der Nordprovinzen zu verwirklichen. Also ein außerordentlich geschicktes Spiel, in welchem der Marschall die Japaner mit ihren eigenen Waffen zu schlagen versucht. In der Frage der Kommunistenbekämpfung ist seine Taktik mehr als erfolgreich gewesen; immer mehr chinesische Südtruppen werden im Norden konzentriert, ohne daß die Japaner, die ja immer eine Bekämpfung der „Kommunisten" gefordert haben, etwas dagegen einwenden können — wenn Nanking jetzt gleich drei weitere Brigaden zur Bekämpfung des Schmuggels nach dem Norden dirigiert, dann bedeutet das nicht nur eine weitere Stärkung der militärischen Stellung Nankings im Norden (auf die es dem Marschall in erster Linie ankommt), sondern darüber hinaus ein Vorgehen, das den vollsten Beifall Englands, Amerikas und des gesamten „legalen Europa-Handels" finden wird. Und das bedeutet für den Marschall eine sehr erhebliche Rückstärkung und nicht gerade eine Verbesserung der japanischen Position. Vielleicht hat aus diesem Grunde das japanische Kriegsministerium — wie aus einer amtlichen Verlautbarung hervorgeht — zum gleichen Zeitpunkt eine Vermehrung der japanischen Nordchinatruppen beschlossen, die von Kennern der Verhältnisse auf 15 000 Mann geschätzt wird und die japanischerseits mit der „veränderten Lage in Nvrdchina" begründet wird, die durch einen Schmuggel geschaffen wurde, der neue Gegner in die Reihen ber anti-japanischen Front geführt hat ... Das Interesse Englands. London, 9. Juni. (DNB.) Die Lage in China wurde am Dienstag im Unterhaus zur Sprache gebracht. Der Unterstaatssekretär im Außenministerium, Lord Cranborne, gab zu, daß eine Spannung zwischen den südwestlichen Provinzen Chinas und der Zentralregierung eingetreten sei, erklärte jedoch, daß kein Anlaß zur Bestürzung vorhanden sei. lieber die Frage des Schmuggels nach Nordchina feien Besprechungen zwischen England, Japan und China geführt worden. Er sei unterrichtet, daß die japanischen Garnisonen in Nordchina zur Zeit verstärkt werden. Der Oppositionsabgevrdnete Grenfell fragte, ob die japanische Regierung eine Versicherung abgegeben fjabe, daß bie Truppenverstärkungen in Norb- china nur für bie Verteidigung der gegenwärtigen japanischen Stellungen verwendet werden. Lord Granborne erwiderte, durch das internationale Protokoll vom Jahre 1901 hätten Japan unb bie anberen Unterzeichnerstaaten bas Recht erworben, Garnisonen in Norbchina aufzustellen, unb biefes Protokoll setze bem Umfang ber Garnisonen keine Grenzen. Japan warnt. Shanghai, 9. Juni. (Dftafienbienft bes DNB.) Der japanische Generalkonsul in Kanton, Kawai, hatte eine Unterrebung mit bem Sübwestführer Tschentschitang. Er versicherte, baß bie japanische Regierung ftrengfte Neutralität ein- halten werbe unb warnte vor unüberlegten Schritten gegen Japan. Jrgenbwelche unglücklichen Zwischenfälle könnten ernste Rückwirkungen haben. In chinesischen Kreisen Hongkongs hegt man Zweifel an ber von Japan behaupteten antijapa- nifchen Stimmung in ben Sübwestprovinzen. Es wirb barauf hingewiesen, baß in ber Provinz Kwangsi noch heute zahlreiche Japaner als Berater tätig seien unb baß bort noch immer umfangreiche Warengeschäfte mit Japan burchgeführt würben. Kapstadt wird Festung. Die Regierung der Südafrikanischen Union will in Zusammenarbeit mit der Londoner Regierung Kapstadt in eine Festung erster Ordnung umwanden. Künftig soll Kapstadt größeren Flotten Unterschlupf gewähren können, es soll mit einer weitreichenden Artillerie ausgerüstet und es soll auch starke Fliegereinheiten erhallen, die sich wahrscheinlich in der Hauptsache aus Seefliegern zusammensetzen dürften. Man versteht die Absicht, Kapstadt zu befestigen und zu einem starken Flottenstützpunkt auszubauen, erst, wenn man sich die Karte der Weltmeere und der großen Schiffahrtswege zur Hand nimmt. Für England ist d e r Weg nach Ostasien von ungeheurer Bedeutung. Dieser Weg führt durch die befestigte Straße von Gibraltar an der Festung Malta, dann an dem schwer befestigten Flottenstützpunkt Alexandrien vorbei durch die von englischen Einheiten geschützte Straße von Suez bis Singapore, auf das sich im Ernstfall alle in Ostasien kämpfenden britischen Geschwader zurückzieyen können und von wo aus britische Flotten jedem Gegner den Weg nach Indien verlegen können. Diese mit befestigten Punkten förmlich gepflasterte Straße hat durch den Abessinienkonflikt wesentlich an Wert eingebüßt. Heute weiß alle Welt, daß die künstliche Wasserstraße von Suez durch einen energisch vorstoßenden und vom Glück begünstigten Geaner zerstört und damit die Verbindung England—Ostasien unterbunden werden kann. Englands Interessen verlangen aber, daß rechtzeitig derartige Möglichkeiten aus dem Wege geräumt oder um ihre Wirkung gebracht werden. Darum wird nun daran aegangen, die alte Wasser st raße um das Kap herum nach Ostasien wieder „gebrauchsfähig" zu machen, d. h. zwischen Gibraltar und Singapore soll der Stützpunkt K a p st a d t eingefügt werden, von dem aus schnellaufende Kriegsschiffe sowohl die Gewässer vor der afrikanischen Westküste wie die nach dem Pazifik und dem Indischen Ozean hin bewachen und kontrollieren können. Der Weg ist zwar weiter als der durch das Mittelmeer, aber er ist auch unter Umständen sicherer und kann vor allem nicht mit Aussicht auf Erfolg versperrt werden. Kapstadt wird also so etwas wie ein zweites Singapore, was jedoch nicht ausschließt, daß man den Suezkanal noch stärker als bisher sichert. Englands Aufgabe in Palästina. London, 10. Juni. (DRV. Funkspruch.) „Mor- ning Post" beschäftigt sich mit den Unruhen in Palästtna, die jetzt schon die Ausmaße einer regelrechten Revolte angenommen hätten. Die erste Pflicht einer Mandatsmacht sei, die Ordnung wieder herzu stellen. Solange Gesetzesverletzungen an der Tagesordnung seien, könne nicht die Rede davon sein, daß Untersuchungen über Beschwerden usw. angestellt würden. Den arabischen Führern sei angeboten worden, ihre Angelegenheit in London oorzutragen. Sie hätten sich aber geweigert, wenn nicht ihre Hauptforderungen von vornherein angenommen worden wären. Einer solchen Bedingung könne keine Regierung zusttrn- men. Auch der Vorschlag der Einsetzung einer königlichen Untersuchungskommission sei auf Widerstand gestoßen, weil die Araber eine Untersuchung nicht für notwendig hielten. Vielleicht wäre durch die Untersuchung festgestellt worden, daß die jüdische Einwanderung zu groß gewesen sei, und dadurch den Arabern Schaden entstanden wäre. Das sei aber kein Grund, die Untersuchung abzulehnen. Man könne nicht daran vorübergehen, daß sowohl für Juden wie für Araber Raum genug in Palästina sei. Es sei Aufgabe der Mandatsmacht, daß zwischen beiden Parteien das Gleichgewicht geschaffen werde. Der republikanische Parteitag in USA. Scharfe Angriffe gegen Roosevelt. El e o e l a n d , 10. Juni. (DNB. Funkspruch.) Unter großer Begeisterung der in der überfüllten Konventionshalle versammelten Delegierten des repu- plikanischen Parteitages hielt Senator Steiwer aus Oregon, der Vorsitzende des Parteitages, die Eröffnungsrede, in der er in großen Zügen das Parteiprogramm und die Strategie des Kampfes gegen Roosevelt umriß. lieber zwei Stunden lang geißelte er dann den neuen Kurs des Präsidenten Roosevelt. Die riesige von Roosevelt aufgebaute Propagandamaschine werde nicht in der Lage sein, dem Volk dauernd Sand in die Augen zu streuen. Die republikanische Partei wolle das wirtschaftliche Gleichgewicht wieder Herstellen. Die Einnahmen der Landwirtschaft mußten denen der Industrie gleichkommen. Er trat weiter für die Wiederher st ellung des freien Wettbewerbs in der Industrie ein. Der Newdeal habe zum erstenmal in der Geschichte der Vereinigten Staaten die Klassen gegeneinander gehetzt. Unter Roosevelt habe lediglich die öffentliche Schuld geblüht, sie habe sich nämlich um über 14 Milliarden Dollar vermehrt. Auf die ungeheuren Summen für Arbeitslosenunterstützung und Notstandsarbeiten hinweisend, führte Steiwer dann weiter aus, der Beamtenapparat stehe in gar keinem Verhältnis mehr zu seiner Leistung. Die Regierung sei heute der „gewissenloseste" Arbeitgeber im Lande, die Professoren und Theoretiker ersetzten die praktische Erfahrung. Die Kosten der Wiederbelebung der Wirtschaft seien unmäßig hoch, trotzdem gebe es n o ch immer 12'/r Millionen Arbeitslose. Wenn auch die Regierung behaupte, sie besteuere die Reichen, so seien es doch die Armen, die die Hauptlast durch indirekte Steuern zu tragen hätten. Die Löhne seien nur 8 Prozent höher, aber die Lebenskosten seien um 20 Prozent gestiegen. Steiwer wiederholte im übrigen oie bekannten Programmpunkte der Republikaner, die Freihaltung von fremden Verwicklungen in der Außenpolitik, gesunde Währungspolitik, einen ausgeglichenen Staatshaushalt, Zollschutz für Farmer und Industrielle und Aufhebung rpRinrofer Handelsverträge. Umbildung des italienischen Kabinetts. Gras Ciano wird Außenminister. Rom, 9. Juni. (DNB.) Die teilweise Umbildung der italienischen Regierung, von der bereits seit einigen Wochen gesprochen wurde, ist am Dienstagnachmittag durch königliche Dekrete vollzogen worden. Danach werden das Außenministerium, das Korporationsministerium und das Kolo- «ialministerium, die seit Januar 1935 neben den Wehrmachtsministerien und dem Innenministerium in Händen des italienischen Regierungschefs lagen, von Mussolini abgetreten. Der bisherige Erste Vedenken gegen die wirtschastlichen Auswirkungen des Streikergedniffes in Frankreich. Furcht vor Mehrbelastung des Staatshaushalts und allgemeine Preiserhöhung. Schwierigkeiten für die Ausfuhrindustrie. Paris, 10. Juni. (DNB. Funkspruch.) Die rückläufige Bewegung in dem Streik in Frankreich scheint sich allmählich stärker durchzusetzen. In der Nacht zum Mittwoch kam ein Abkommen zustande, durch das der Streik der Bergarbeiter in Nordfrankreich beigelegt werden konnte. Dieses Abkommen sieht eine allgemeine Lohnerhöhung von 12 v. H. vor. Arn Donnerstag soll in sämtlichen Bergwerken die Arbeit wieder ausgenommen werden. In Paris erfolgte eine Einigung im Kleinhandel und im Versicherungsgewerbe, die dem Streik in diesen Wirtschaftszweigen ein Ende fetzt. Hingegen sind in Toulouse jetzt auch die Arbeiter des Baugewerbes und verwandter Gewerbe i n d en Streik getreten. Während die der Regierung nahestehenden Blätter mit Befriedigung die bisher erreichten „Siege der Arbeiterschaft" heroorheben, heben die Blätter der Rechten mit einer gewissen Beunruhigung hervor, daß am Dienstag zum ersten Male streikende Arbeiter über d i e Boulevards gezogen seien und die Passanten mit erhobener Faust begrüßt hätten. Auch hätten in manchen Fabriken, in denen die Arbeit wieder ausgenommen werden sollte, junge Kommuni st en die Arbeiter entgegen den Abmachungen zur Fortführung des Streiks zu bewegen versucht. Tatsächlich hat die Regierung in einer Verlautbarung vor Provokateuren warnen müssen Allmählich beginnt man sich ernsthafter mil den wirtschaftlichen Auswirkungen der neuen Abkommen zu befassen. Aus der Rechten wird einmütig die Auffassung vertreten, daß eine allgemeine Preiserhöhung und Lebensverteuerung unvermeidlich sei, während die Linke sich dagegen verwahrt, daß durch unberechtigte Preissteigerungen die Arbeiter um die Früchte des Kampfes gebracht werden sollen. Die Arbeitgeber scheinen jedoch nicht gewillt zu sein, die Kosten der unmittelbaren oder mittelbaren Lohnerhöhungen selbst zu tragen. So sehen sich die Kraftfahrer, die zunächst erfreut waren, am Montag wieder Betriebsstoff zu bekommen, vor der unangenehmen Ueberraschung, daß die Preise für Benzin seit der vorigen Woche um etwa 6 bis 8 v. H. erhöht worden sind. Die Textilindustrie ist bereits mit der Forderung an den Staat herangetreten, einen Ausgleich zu erhalten, um ausfuhrfähig zu bleiben. „Soiyrnee Industrielle" schreibt: Unter Einrechnung der Verkürzung der Arbeitszeit von 48 auf 40 Stunden bei gleichem Wochenlohn und unter Berücksichtigung des bezahlten Urlaubs werde die Lohnerhöhung im Durchschnitt nicht 12 v. h. betragen, wie in den grundsätzlichen Abkommen vorgesehen sei, sondern etwa 3 5 v. h. Das Blatt halt es für unmöglich, daß die Erzeugung in ihrer Gesamtheit in der Lage sei, diese Reubelastung zu tragen. Wenn aber die Erzeugung diese Erhöhung nicht auf ihre Kunden i b w ä l z e n könnte, mühten sie die Pforten ihrer Betriebe schließen und die Arbeitslosigkeit werde zunehmen. Würden die 35 v. H. aber den Preisen zugeschlagen werden, so trügen die Verbraucher die Kosten der Operation. Wie Jouhaux in Genf selbst zugegeben habe, würden die Erzeugnisse dann immer teurer werden. Frankreich müsse daher seinen Zollschutz verstärken, was zu einer weiteren Preiserhöhung im Innern führen würde. Der einzig mögliche Ausgleich, so meint das Blatt, liege in einer Senkun gder übrigen General- unfoften, wie z. B. der Steuern und des Zinssatzes. In den Ankündigungen Leon Blums seien zweifellos Andeutungen in dieser Richtung zu finden. Es sei jedoch schwierig, daran zu glauben, da jeder Tag neue Pläne für weitere Ausgaben brächte, die den Staatshaushalt in eine Sackgasse führen müßten. Auch auf dem rechten Flügel der Volksfront, bei den Radikalsozialisten, werden Bedenken gegen die Auswirkungen laut, die die einseitige Einführung der 40-Stunden-Woche in Frankreich nach sich ziehen würde. Mit einer Offenheit, als ob ein Blatt der Opposition schriebe, erklärt die Herriot nahestehende „Ere Nouvelle": „Achtung vor der 40-Stunden-Woche". Ihre Durchführung werde für die Ausgaben der Armee eine Mehrbelastung von 8 5 0 Millionen Francs bedeuten, bei der Kriegsmarine noch mehr. 3m ganzen würde sie unter Einrechnung der sonstigen öffentlichen Betriebe, wie öffentliche Arbeiten und poslverwallung eine M e h r b e- la st u n g von 2,5 Milliarden Francs ergeben. Bei den Eisenbahnen würde die Durchführung der 40-Stundenwoche eine Personalvermehrung erfordern, deren Kosten 1,5 Milliarden jährlich betragen würden, das wären für den Anfang also schon 4 Milliarden Francs. Könne die Arbeitslosigkeit, die im übrigen der Gesamtheit nur 1 Milliarde koste durch diese Maßnahme beseitigt werden, oder werde sie nicht vielleicht sogar noch ansteigen? Die französische Ausfuhrindustrie werde nämlich durch eine Erhöhung der Gestehungspreise gegenüber ihren Wettbewerbern auf dem Welt- Markt in eine sehr ungünstige Lage geraten. Die dadurch entstehende Arbeitslosigkeit werde die Arbeitsoermehrung in anderen Industrien wieder ausgleichen. So würde also die Einführung der 40-Stundenwoche die Arbeitslosigkeit nicht beseitigen, schwer auf den öffentlichen Finanzen lasten und eine Verteuerung der Lebenshaltung herdei- führen. Welchen Gewinn aber habe d i e Arbeiterklasse davon? Die 40-Stunden- woche bedeute daher ein gefährliches Abenteuer, solange sie nicht von allen großen Erzeugerländern durchgeführt werde. Das Blatt erklärt, es sei nicht gegen den Grundsatz der 40- Stundenwoche, aber sie dürfe nur international durchgeführt werden, wenn sie nicht verheerende Wirkungen ausüben solle. Slums sozialpolitische Gesetze. Die Vorlagen in der Kammer eingebracht. Paris, 9. Juni. (DNB.) In der Kammer brachte Ministerpräsident Leon Blum nach einer kurzen Erklärung über den Verlauf der Verhandlungen zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern die angekündigten Gesetzesvorlagen ein und beantragte die Einsetzung eines besonderen Ausschusses von 33 Abgeordneten zu ihrer Prüfung. Er stellte in Aussicht, daß sich bereits am Donnerstag die Kammer mit den Gesetzen befassen werde. Die Mehrheit der Kammer beschloß, den Vorschlag des Ministerpräsidenten anzunehmen. Die Gesetzentwürfe enthalten im einzelnen folgendes: Der Entwurf über die Einführung der 40°Stunden-Woche sieht vor, daß diese Neuerung ohne Herabsetzung der Woche n l ö h n e erfolgt. Der Entwurf über den bezahlten Urlaub sieht in Industrie und Handel einen Jahresurlaub von zwölf Arbeitstagen vor, und berücksichtigt die Ausdehnung dieser Maßnahme auf die freien Berufe, auf die Haushaltsangestellten und die landwirtschaftlichen Arbeiter. Der Gesetzentwurf über den Einheitsrahmentarif legt nicht nur die beiderseitige Bindung der Parteien, sondern auch die Vermittlerrolle und die Schiedsrichterstellung der Staatsgewalt fest. Ein vierter Gesetzentwurf sieht vor, daß die ehemaligen Frontkämpfer für ihre Ruhebezüge steuerfrei sein sollen, bis die von den Frontkämpfern seit langem gewünschte Versorgungskasse eingerichtet sein wird, was noch vor Ende des Jahres geschehen soll. Der fünfte Gesetzentwurf macht für die kleinen staatlichen Gehaltsempfänger die Kürzung der Lavalschen Notverordnung rückgängig. Die Regierung erwartet von diesen ersten Maßnahmen eine Stärkung der Kaufkraft der Massen, eine Belebung der Wirtschaft und ein Ansteigen der Steuereingänge. Propagandaminister Graf Gallazzo Ciano wird Außenmini st er. Der bisherige Staatssekretär im Korporationsministerium Santini wird Korporationsmini st er und der Staatssekretär des Kolonialministeriums L e f s o n a wird zum Kolonialmini st er befördert. Der bisherige Staatssekretär im Propagandaministerium Alfieri wird Propagandamini st er. Gleichzeitig ist das Rücktrittsgesuch des bisherigen Staatssekretärs im Außenministerium Suvich vom König genehmigt worden. An seine Stelle tritt der derzeitige italienische Botschafter in Warschau, Bastianini. Mussolini hat an Suvich für seine vierjährige Mitarbeit ein Handschreiben gerichtet und ihm einen hohen Vertrauensauftrag Vorbehalten Die italienischen Sommermanöver. Rom, 8. Juni. (DNB.) Die Nachricht, daß die diesjährigen italienischen Sommermanöver „außer im Falle von höherer Gewalt" in Süditalien zwischen Neapel und Bari, stattfinden würden, wird von der italienischen Presse an hervorragender Stelle veröffentlicht. Ebenso stark beachtet wird das Dementi gegen die im Auslande umgehenden „völlig phantastischen" Nachrichten, wonach die Manöver anderwärts, etwa wieder in Südtirol, vor sich gehen sollten Das halbamtliche „Giornale d'Jtalia" schreibt, selbstverständlich hätten die normalen italienischen Sommermanöver einer italienfeindlichen Auslegung im Ausland nicht entzogen werden können. Man stehe hier wieder vor einem Vorgehen von agents provocateurs. Die großen Sommermanöver sollten auch in diesem Jahr die gleiche klare Verwirklichung strategischer und taktischer Aufgaben zeigen, die bereits die letzten italienischen Manöver ausgezeichnet hätten Von Jahr zu Jahr werde der große italienische Kriegsapparat stärker und technisch vollständiger. Das Ergebnis der vormilitärischen Ausbildung hätte dazu geführt daß das italienische Volk in seiner Wehrmacht einen der Haupt- faftoren seiner Stärke sehe. Daher komme den Ma- nöüem auch nrm ^nhr tu Jahr aröstere Bedeutung 311 Die litauischen Parlamentswahlen. Aeußerst geringe Wahlbeteiligung. Kowno, 9. Juni. (DNB.) Am Dienstag begannen in Litauen und im Memelgebiet die auf zwei Tage anberaumten Wahlen der 49 Abgeordneten für das nach lOjähriger Pause neu einberufene litauische Parlament. Unter den zur Wahl zugelassenen 144 Kandidaten befinden sich sechs Memelländer und zwei Juden: drei weitere memelländische Kandidaten sind kurz vor der Wahl von den Litauern aus der Liste gestrichen worden, einer der sechs verbliebenen Kandidaten befindet sich in Hast. Die Kandidaten sind ausschließlich von den Selbstverwaltungen ausgestellt und setzen sich zu über 90 o. H. aus Anh ä n- r ™ r Regierungspartei zusammen Die Wahlen gingen am ersten Wahltage ohne ® * ?.r Dor .sfch Nach privaten Schätzungen ist die Wahlbeteiligung zunächst ziemlich gering. 3n Kowno und in einigen anderen litauischen Generaloberst von Geeckt in London. Zur Tagung des deutsch-britisch-französischen Ausschusses des britischen Kriegsgräber-Fürsorge-Verbandes war als deutscher Vertreter Generaloberst von S e e ck t nach London gekommen. Generaloberst von S e e ck t legte als Führer der deutschen Abordnung am Ehrenmal einen Kranz nieder. — (Scherl-M.) '• O MH ■ • ... V Städten sollen durchschnittlich am ersten Wahltag nur 25 bis 30 o. H. der Wähler abgestimmt haben. Auf dem flachen Lande schätzt man die Wahlbeteiligung noch geringer ein. Im M e - m e I g e b i e t, war am ersten Wahltage eine b e - sonders starke Zurückhaltung zu verzeichnen Bis in die Nachmittagsstunden hatten einzelne Memeler Wahllokale nur eine Beteiligung von 2 bis 8 v. H. zu verzeichnen. In zahlreichen ländlichen Wahllokalen wurden nur einige wenige Stimmen abgegeben. O ympiade des Geistes. Seit der Wiedererweckung der Olympischen Spiele durch Baron Pierre de Coubertin hat das Bestreben bestanden, die Wettbewerbe nicht auf die Leibesübungen zu beschränken, sondern auf die geistigen Leistungen der Kulturvölker auszudeh- nen. Das geschieht einmal durch künstlerische Darbietungen, die mit dem Verlaus der olympischen Spiele verknüpft sind. Dazu gehört das F e st s p i e l. Dazu gehört auch die musikalische Umrahmung der Eröffnungs- und Schlutzzeremonie, bei der 300 Musiker, 1500 Sänger, gemischter Chor, 150 Fanfarenbläser mitwirken, und das olympische Konzert, auf dem unter Leitung von Generalmusikdirektor Prof. Dr. Peter Raabe die preisgekrönten Werke des olympischen Musikwettbewerbes aufgeführt werden. Eine weitere Gruppe sind jene Darbietungen, die dem Besucher einen Einblick in das geistige Leben und künstlerische Schaffen Deutschlands vermitteln sollen. Da ist das „Frankenburger Würfelspiel" des Staatspreisträgers Wolfgann Eberhardt Möller, das am 2. August auf der Dietrich. Eckart-Bühne uraufgeführt wird. Mit der Inszenierung wurde Matthias Wiemann betraut, dem beste schauspielerische Kräfte zur Verfügung stehen. Ebenfalls auf der Dietrich-Eckart-Bühne wird Händels Oratorium „Herakles" unter Leitung von Dr. Hans Niedecken-Gebhardt und mit der Musik von Prof. Fritz Stein unter Mitwirkung von mehr als 1000 Sängern, 250 Mu- fitem und hervorragenden Solisten aufgeführt. Die Museen veranstalten eine Schau „Große Deutsche in Bildnissen ihrer Zeit", die in etwa 450 Bildern eine Geschichte der deutschen Kultur darstellt. Das Kupferstichkabinett in Berlin bereitet eine Ausstel- lung vor. 2m Deutschen Museum wird anhand von veÄildlicht. Unb ÄOpIcn "ber Sp°rt der Hellenen^ Ian3feftfn?pknrb beih$ ° V bc-r£en internationalen *undfe)t|ptelen an den olympischen Wettbewerben »»■ Jeder Staat kann sich ijierbei m" br™ Solotänzern oder Tanzpaar und drei Laien-Tcmz- gruppen oder drei Theaterballettgruppen be"eiligem Die Entwicklung des Arbeitseinsatzes im Mai. „Berlin, 9.Juni. (DNB.) Wie die Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung mitgeteilt hat, hat die Zahl der Arbeitslosen im Mai um 2 7 1 5 7 3 a b a e . n o m men und betrug Ende d. M. nur nnrfi im^Oi 2In bcr Entlastung waren zahlenmäßig d.e Außenberufe mit 111232 und die übrigen mehr konjunkturabhängigen Beruf s g r u p p e n mit 160 341 beteiligt. Dabei ist ^ro(lrrdus.berüdfi^ti9en' baß in den Außenberufen, insbesondere im Baugewerbe, eine betracht- Uche Zahl von Arbeitskräften aus den konjunktur- abhängigen Berufen sowie aus dem Kreise der entlassenen Notstandsarbeiter Beschäftigung ge- runden hat. Die aber auch trotzdem immer noch sehr erhebliche Abnahme der Arbeitslosigkeit in den konjunkturabhängigen Berufsgruppen und Wirtschaftszweigen, vor allem auch in den Verbrau ch s g ü te r in d u st r i e n , läßt jedoch eindringlich auf den starken und nachhaltigen kon- ^.^turellen Auftrieb schließen, in dessen Zeichen die deutsche Wirtschaft steht. Dafür spricht auch, daß die Entlastung in den dicht besie- Selten und industriereichen Landesarbeitsamts- bezirken und in den Großstädten besonders ?ra ?)ar‘ $te Zahl der Notstandsarbeiter konnte im Mm um rund 39 000 auf 132144 vermindert werden. Der Führer empfängt eine Abordnung des Gemeindekongreffes. Berlin, 9. Juni. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler empfing im Beisein von Reichsminister Dr. Frick das Präsidium und die Delegationsführer des VI Internationalen Gemeindekongresses, sowie die Vorsitzenden und Präsidenten bes Deutschen Gemeindetages. Es nahmen u.a. teil der Präsident des Internationalen Gemeindeoerbandes Harris (Großbritannien), die Vizepräsidenten des Verbandes und die Führer der größeren ausländischen Kongreßdelegationen, unter ihnen der Direktor des Städteverbandes der Vereinigten Staaten Dr. Stutz, Oberbürgermeister Dr. Szendy (Budapest), Oberbürgermeister Dr. Sortuyn (Rotterdam), Stadtpräsident Dr. W l o d e k (Graudenz), der Vorsitzende des österreichischen Städtebundes Bürgermeister Dr. Bock (Linz) und Generalsekretär Ardy (Genua). Von deutscher Seite wohnten dem Empfang bei Staatssekretär Pfundtner u. Ministerialdirektor Dr. Duren vom Reichsministerium des Innern, Reichsleiter Oberbürgermeister F i e h - l e r (München) und Oberbürgermeister Dr. Weide m a n n (Halle) die Vorsitzenden des Deutschen Gemeindetages, sowie Dr. Jeserich und Dr. Z e i t l e r , die geschäftsführenden Präsidenten des Deutschen Gemeindetages. Präsident Harris sprach namens der ausländischen Kongreßteilnehmer dem Führer den Dank dafür aus, daß sie Gelegenheit hatten, die Arbeit der deutschen Gemeinden und insbesondere die außerordentlich anschauliche Ausstellung „Die deutsche Gemeinde" kennen zu lernen. Der Führer gab in seiner Erwiderung unter Anerkennung der Arbeit des internationalen Gemeindeverbandes der Hoffnung Ausdruck, daß die ausländischen Kongreßteilnehmer im Verlaufe des Kongresses in Berlin und München einen m ö g l i ch st tiefen Einblick in die Arbeit der deutschen Gemeinden erhalten mögen. Er richtete die Bitte an sie, diese Eindrücke und Erfahrungen in ihren Ländern weiter zu vermitteln. ♦ Der Reichs- und Preußische Mini st er des Innern hatte am Dienstagabend im Namen der Reichsregierung zu einem Empfang einge- laden. Der Weiße Saal des Berliner Schlosses und die angrenzenden Festräume gaben den feierlichen Rahmen für diesen festlichen Höhepunkt des Internationalen Gemeindekongresses. Das Havemann- Ouartett spielte das Streichquartett e-moll von Beethoven. Erna Berqer von der Staatsoper Berlin sang Arien von Händel, Mozart und Rossini. Nach dem Konzert gab Reichsminister Dr. Frick in den Festräumen des Schlosses einen Imbiß, zu dem die führenden Persönlichkeiten der ausländischen und inländischen Delegationen eingeladen waren Von der Reichsregierung nahmen außer dem Reichsminister Dr Frick die Reichsminister Graf Schwerin-Krosigk und Darrs so- wie die Staatssekretäre Pfundtner, Reinhard, Zschi n ts ch und Stuck art und der Gauleiter und Oberpräsident Schwede teil. Es waren weiter anwesend der spanische Botschafter und die Gesandten von Oesterreich und der Schweiz sowie der polnische und der lettische Geschäftsträger. Das Handwerk betreut feine Jugend. LPD. Frankfurt a. M., 9. Juni. Im Rahmen der Sondertagung der Gaujugendwal- ter und Referentinnen anläßlich des Reichshandwerkertages in Frankfurt a. M. sprach Reichshandwerksmeister Schmidt über die Auf- aaben der Jugend und gab zugleich eine Zielrichtung für den weiteren Aufbau der Jugendarbeit im Handwerk. Unklarheiten, die bisher noch draußen im Lande über die Ausmaße und die Abgrenzung der Jugendarbeit bestanden, sind nun beseitigt Reichsorganisationsleiter Dr. Ley und der Reichshandwerksmeister sind sich einig m der Ansicht daß der Betrieb eine E ' n h e i t dar- stetti und daß diese Einheit, die auch in dem Drei- klana Meister - Geselle - Lehrling zum Ausdruck k nickt gestört werden darf. Dies wird kommt, N l ch g l Ausdruck kommen, bak bie Betreuung aller handwerklichen Jugendlichen b rufl ch m wie auf sozialpolitischem Geb.et aus- ich a ft Ha n o w . Weiterentwick- Grundlage gegeben für eine gw Anfang ”Ä'S"»S jS» **<»»« ,°ch° °ng- Verbundenheit zur Jugend zum Au-. Die Giaaischefs derKlemenEniente indukarest. /.*<4 • Am sechsten Jahrestage der Thronbesteigung König Carols von Rumänien weilten die Staatschess der Kleinen Entente als Gäste in Bukarest. Unsere Ausnahme zeigt die Ehrentribüne während der Parade vor König Carol. Von links nach rechts: der tschechische Staatspräsident Dr. Bene sch, König Carol von Rumänien, Prinzregent Paul von Jugoslawien und Prinz Nikolaus von Rumänien. (Scherl-Bilderdienst-M.) Aus der Jugendzeit der ElekinziiAslehre. Zum 100. Todestage Amperes und zum 200. Geburtstage Coulombs. Von Joachim Boehmer. Wir pflegen die E le ktr i tä ts l e h r e zu den jüngsten Wissenschaften zu zählen, mit Recht, weil noch kein Jahrhundert vergangen ist, seitdem wir lernten, elektrische Erscheinungen in beabsichtigte Bahnen zu lenken und sie nach Maß und Zahl oorauszuberechnen. Damit war die technische Nutzung der Elektrizität gegeben. Aber die Kenntnis von dem Vorhandensein elektrischer Zu- tände verfolgen wir um Jahrtausende zurück. So oll schon Thales von Milet sechs Jahrhunderte vor unserer Zeitrechnung die anziehende Kraft des geriebenen Bernsteins gekannt haben, und von dem in griechischer Sprache Elektron benannten Wunderstein rührt der Name Elektrizität her. Auch in den folgenden Jahrhunderten ist die Er- orschung dieser Erscheinungen niemals zum Still- tand gekommen, ohne daß allerdings bis ins 17. Jahrhundert nennenswerte Fortschritte zu erkennen wären. Dor kurzem erinnerten wir uns des Magdeburger Bürgermeisters Otto von Guericke, dem wir die Grundlagen der Luftleere, des Vakuums, verdanken. Die Magdeburger Halbkugeln können als Keimzelle dieses Zweiges der modernen Technik bezeichnet werden. Derselbe Guericke soll auch al- erster mit Hilfe einer Maschine Elektrizität erzeugt haben. Kein Wunder, daß spätere Forscher auf einen Erkenntnissen aufbauten Bei der Untersuchung der elektrischen Wirkung erkannte man bald chemische und magnetische Er- cheinungen. Man muß sich vorstellen, daß die For- cher bei der Entdeckung einer Aehnlichkeit zwischen Magnetismus des Eisens und dem des elektrischen Stromes aufs Höchste überrascht wurden. Und als vor etwa 150 Jahren der französische Physiker Andre Marie Ampere (1775 bis 1836) nachwies, daß sich zwei stromdurchflossene Drahtschleifen zu einander verhalten wie Magnetstäbe, da war seine Behauptung zunächst wenig glaubwürdig. Durch scharfsinnige Experimente und lieber« legenheit gelang jedoch Ampere der Beweis seiner Behauptung, so daß wir ihn den Begründer der Elektrodynamik nennen dürfen. Seine Forschungen brachten die Erkenntnis, daß in dem elektrischen Strom eine geheimnisvolle, aber sehr große Kraft stecke, für deren Nutzbarmachung man nur die richtige Einrichtung zu schaffen brauche. Dieses „nur" war aber nicht so leicht zu finden, und erst im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts fand Werner Siemens den Weg zur Beherrschung elekrodynamischer Kräfte. Das schmälert indessen das Verdienst Amperes nicht was auch daraus zum Ausdruck kommt, daß das „Ampere zur internationalen Maßeinheit für die Stärke elektrischer Ströme geworden ist. Die Instrumente die diese Aufgabe zu erfüllen haben, bezeichnen wir heute noch als Ampere oder Strommesser. Zu den für die Nutzbarmachung des elektrischen Stroms grundlegenden Erkenntnissen gehört auch die in unseren Physikbüchern verzeichnete A m - peeresche Schwimmregel. Sie will eine gedankliche Hilfsbrücke bei der Ermittlung der Drehrichtung elektrischer Ströme in einem Stromkreis sein: „Denkt man sich in der Richtung eines positiven elektrischen Stromes schwimmend, mit dem Gesicht der Magnetnadel zu, so wird der Nord- vol der Magnetnadel nach links abgelenkt." So bedeutungslos uns diese Regel Vorkommen mag, sie bietet doch die Grundlage für den Bau von Elektromotoren! Ampere konnte die praktische Auswirkung seiner Erkenntnisse aus unser Jahrhundert allerdings kaum ahnen. Zur Ueberheblichkeit liegt aber darum für uns kein Grund vor. Denn auch wir wissen heute noch nicht, was eigentlich Elektrizität ist, wir kennen und beherrschen nur ihre Wirkungen. Wieviel bedeutender muß daher jede Erkenntnis sein, die Forscher in früheren Jahrhunderten fanden. Hierzu gehört vor allem die des französischen Physikers Charles Augustin Coulomb (1736 bis 1806), dessen zweihundertsten Geburtstag wir in diesen Tagen begehen. Das Coulombsche Gesetz (1785) besagt: „Die Kraft, die zwei elektrische Körper aufeinander ausüben, ist gleich dem Produkt ihrer Elektrizitätsmenge, dividiert durch das Quadrat ihrer Entfernung." Hiermit war die Einheit für eine Elektrizitätsmenge geschaffen, deren Kenntnis für jeden Physiker auch heute noch von Wichtigkeit ist. Coulomb brachte durch sein Gesetz eine Beziehung zwischen Kraft oder Gewicht zur Elektrizität in die Physik. Die elektrische Ladung eines Körpers, die wir in Coulomb ausdrücken, könnte also ebenso gut in Kilogramm geschrieben werden; denn die Anziehung oder Abstoßung zwischen zwei geladenen Körpern setzt ja die Wirkung eines Druckes oder einer saugenden Kraft voraus. Für unsere Begriffe ist das Coulombsche Gesetz nicht vollständig. Denn die Größe der Anziehung oder die Wirkung der elektrischen Ladung hängt nicht nur von der gegenseitigen Entfernung der Körper, sondern auch von dem zwischen ihnen befindlichen Jsoliermittel ab. Bei Luft ist sie am größten, sie sinkt mit der Isolierfähigkeit von Stoffen, Flüssigkeiten und Gasen. Vor hundert Jahren (1837) ergänzte der englische Physiker Faraday da^Coulombsche Gesetz in dieser Richtung. Die Lehre der Elektrizität ist also keineswegs jung. Zahlreiche Forscher aller Länder haben um sie gerungen, und wir, als Erben ihrer Erkenntnisse, dürfe für ihre Bemühungen dankbar sein druck. Es ist sein Wunsch, daß diese Fragen einen Mitarbeiterstab zu haben, der weltanschaulich, menschlich und fachlich ein erstklassiges Führerkorps darstellt und in der Lage ist, durch diese Eigenschaften alle die Fragen der Handwerksjugend, die zu bearbeiten sind, zum Wohle der Gesamtheit zu lösen. Arbeitstagung des Vuchdrucker-Handwetts. LPD. Mainz, 9. Juni. Die Arbeitstagung eröffnete Reichsinnungsmeister Edgar Forsberg- Berlin und wies darauf hin, daß die heutige Organisation des Buchdruckgewerbes kein Selbstzweck sei, sondern ein Mittel, um seine Belange möglichst gut zu vertreten. Die Berufskameraden würden mit den technischen Neuerungen auf den einzelnen Fachgebieten bekannt gemacht werden, um alle Forderungen, die vom Handwerk heute verlangt würden, erfüllen zu können. Harrer-Köln gab einen Ueberblick über die Entwicklung der Organisation im graphischen Gewerbe. Kleinert-Breslau behandelte das Ausbildungswesen im Buchdruckgewerbe. Die Lehrlinge sollten nicht nur die rationelle Arbeit erlernen, sondern in altmeisterlichen Traditionen erzogen werden. In Gesellen- und Mei- sterprüfungn müsse der Nachwuchs fachlich und weltanschaulich derart ausgesiebt werden, daß wie früher wieder eine Elite deutscher Buchdrucker her- anwachse Professor P f o st - Berlin machte Angaben über ein neues Verfahren zur Herstellung von Druckstöcken, das Vorteile handwerklicher Arbeit und photo-mechanischer Reproduktion vereinigt. Ferner sprach Diplomingenieur Fun k-Berlin über Gleichstrom-Wechselstrom im graphischen Gewerbe, lieber den Druck vom Gummiklichee, Anilin-Druckfarbe und Anilin-Druckmaschinen verbreiteten sich Hildebrand- Berlin und Dr. Hartmann- Halle. Der Leiter der Betriebsgemeinschaft Druck, Diplomingenieur Ebenböck, forderte eine gesunde Preispolitik als Grundlage einer gleichen Lohnpolitik. Von weiteren Fachvorträgen fand der des Dberinqenieurs Lüder- Erfurt über zweckmäßige Beleuchtung des Arbeitsplatzes besonderes Interesse. Der Verbindungsmann der Deutschen Arbeitsfront für die Reichsinnung Buchdruck, R a e d e r - Berlin, machte grundsätzliche Ausführungen über Arbeitsfront und Handwerk Arbeitstagung des Nahrungsmittelhandwerks. Die Fleischer, Bäcker Konditoren und Müller traten zu Arbeitstagungen zusammen Reichssachgruppenwalter Fedtke wies auf die bisher in vielen Gauen durchgeführten Betriebsbesichtigungen hin, die dazu dienen, einen Einblick zu gewinnen, inwieweit gerade hinsichtlich der sozialen Betreuung eine Leistung im nationalsozialistischen Sinne bisher zu verzeichnen ist Gerade an der Gemeinschaft innerhalb einer Betriebsgefolgschaft werde in großen Gebieten des Reichs zur vollen Zufriedenheit gearbeitet. Den Ausbau der Schulung behandelten Schulungsleiter Müller-Neuhaus und Direktor Pommrich von der Reichsfachschule der Fleischer. Eine Reichsfachschule „Holz" soll errichtet werden. Auf der Arbeitstagung der Gau-Fachgruppen- walter „Holz" setzte Reichssachgruppenwalter Grau die verschieden gelagerten Aufgaben der DAF und der Organisationen des Reichsstandes auseinander. Das Einhalten der Tarife sei eine Existenzfrage der Betriebe. Es würden in Zukunft keine Zugeständnisse an Meister gemacht werden, die die Tarife nicht einhielten. Die Schulung der Korbmacher und Stellmacher solle in besonderer Weise gefördert werden. Zum Schluß stellte Grau die baldige^ Errichtung einer Reichsfachschule „H o l z" in Aussicht. Da die kleineren Schulen meistens in keiner Weise den geforderten Ansprüchen genügten, könne nur eine einheitlich nach den Richtlinien der DAF. ausgebaute Reichsschule die Berufserziehung übernehmen. 65. Reichsinnungsverbandstag des Friieurhandwerks. Auf dem 65. Reichsinnungsverbandstag des Fri- eurhandwerks fand nach dem fachlichen Wettstreit )ie Arbeitstagung im Saal des Palmengartens tatt. Reichsinnungsmeister Benz gedachte des vor !urzem verstorbenen Erfinders der Ondulation, des ranzösischen Berufskameraden Marcel. General- ekretär Dr. B r e tz l e r überbrachte die Grüße des Reichshandwerksmeisters und erläuterte an Hand von statistischen Zahlen die katastrophale Zunahme von Friseurbetrieben in den Jahren 1926 bis 1932. Reichsfachschaftswalter Klasen wies auf die bei den Betriebsbesichtigungen festgestellten Mängel und sozialen Mißstände hin. Der Leiter des Reichsackbeirats Meißner wies darauf hin, daß das Friseurhandwerk eines der ersten Handwerke sei, dessen Prüfungsbedingungen vom Wirtschafts- Ministerium bereits genehmigt wären. Drei fachliche Beiträge mit praktischen Vorführungen von namhaften Friseuren beschlossen die Arbeitstagung. Kleine politische Nachrichten. Der Führer und Reichskanzler empfing Dienstag folgende zur Zeit in Deutschland auf Urlaub weilende deutsche Botschafter: Den Botschafter in Rom (Quirinal) v. Hassel, den Botschafter in Tokio Dr. v. D i r k s e n, den Botschafter in Nanking, Dr. Trautmann und den Botschafter in Rio de Janeiro Dr Schmidt- Elskop. Der Führer und Reichskanzler empfing den japanischen Botschafter Graf Mushakoji, der ihm den Dank Seiner Majestät des Kaisers von Japan für das kürzlich vom Führer dem japanischen Kaiserhaus gestiftete Bild des Kaisers Saga — ein Werk der japanischen Kunst des 14. Jahrhunderts — überbrachte. ♦ Der Führer und Reichskanzler empfing den ägyptischen Gesandten Dr. Nachat Pascha der den Dank des jungen Königs und der ägyptischen Regierung für die Beileidskundgebungen Deutschlands beim Ableben König Fuads von Aegypten aussprach. * Der Führer und Reichskanzler empfing den afghanischen Kriegsminister, Seine Königliche Hoheit Schah M a hm u d , der ihm in Begleitung des afghanischen Gesandten, N a w a z Khan, einen Besuch abstattete. Schah Mahmud hat sich auf seiner Europareise in Berlin einer Operation unterzogen und weilt zur Genesung und zu Studienzwecken einige Zeit in Deutschland. * Der König von England empfing die Mitglieder des deutsch-englisch-französischen Kriegsgräberausschusses. Von deutscher Seite waren u. a. General v. S e e ck t, auf französischer Seite General Guillaumat zugegen. Die Danzig-polnischen Verhandlungen zur Regelung der Fragen, die mit den Auswirkungen der polnischen Devisenbewirtschaftung auf Danzig verbunden sind, find durch Unterzeichnung eines Uebereinkommens beendet worden. » Der spanische Ministerrat hat die Bereitstellung eines außerordentlichen Kredites für die Errichtung einer spanischen Botschaft in Moskau beschlossen. Der Finanzminister erklärte, daß Spanien nach Klärung der finanziellen Frage in etwa 10 Tagen in Moskau diplomatisch vertreten sein werde. ♦ Im Schweizerischen Nationalrat wurden für die neue schweizerische Heeresvorlage 139 Stimmen abgegeben, 10 Stimmen waren dagegen, während 12 Stimmenthaltungen festgestellt wurden. 20 sozialdemokratische Parlamentarier stimmten trotz der ablehnenden Stellungnahme des Parteitages für die Verstärkung der Landesverteidigung. Der Stimmenthaltungsparole waren nur 12 Sozialdemokraten nachgekommen, während der extreme Flügel zusammen mit den beiden Kommunisten gegen die Vorlage stimmte. * Der niederländische Gesandte in Belgien, Dr. Tjarda van Starkenborgh. Stach ouwer, ist zum Generalgouverneur von Nieder- ländisch-Jndien ernannt worden. In den Jahren 1924 und 1925 war er Gesandtschaftsrat in Berlin. 1925 wurde er Kommissar der Königin in Groningen und bekleidete diesen Posten bis 1933. Aus aller Wett. Die Zahl der Rundfunkteilnehmer. Die Gesamtzahl der Rundfunkteilnehmer im Deutschen Reich betrug am 1. Juni 1936 7 517 240 gegenüber 7 599 252 am 1. Mai. Im Lause des Monats Mai ijt mithin eine Abnahme von 82 012 Teilnehmern (—1,1 v. H.) eingetreten. Unter der Gesamtzahl am 1. Juni befanden sich 568224 Teilnehmer, denen die Rundfunkgebühren erlassen sind. Starker Reuschnee im Bayerischen Wald. Der Wettersturz der letzten Tage brachte auch für die höchsten Berge des Bayerischen Waldes Schneefall, und zwar so ergiebig, daß der Arber 35 Zentimeter Neuschnee aufweist, der bis zur 1000-Meter-Grenze herabreicht. Das Weidevieh mußte aus dem Hochwald zu Tal actrieben werden, verheerendes Unwetter in einer armenischen Stadt. Die armenische Stadt Erserum wurde von wolkenbruchartigen Regenfällen, die mit Schnee und Hagel gemischt waren, heimgesucht Etwa 30 Wohnhäuser stürzten ein und wurden weg- geschwemmt. Mehrere hundert Menschen sind obdachlos geworden. Schwedisches Passagierflugzeug abgeflürzt. Das schwedische Flugzeug „Lappland" stürzte kurz nach dem Start unweit des Flughafens von Malmö ab. Von den elf Fluggästen und den vier Mann der Besatzung starb ein amerikanischer Kaufmann bei seiner Einlieferung ins Krankenhaus. Die Verletzungen der übrigen Personen scheinen glücklicherweise nicht lebensgefährlicher Art zu fein. Gute Möbel bei Koos Giessen Schulstr6 Unter den Fluggästen befanden sich weiter zwei Norweger, ein Finnländer mit seiner Gattin und einige Schweden. — Augenzeugen berichten, daß sie kurz nach dem Start bemerkten, daß alle vier Motoren des Flugzeuges aussetzten. Der Pilot ner» suchte, aus einer Wiese notzulanden, konnte die Maschine jedoch nicht mehr soweit ziehen und stürzte aus ein kleines Gebäude, dessen Dach völlig zertrümmert wurde Raubmord in Essen. In Essen wurde auf einer belebten Straße der Kassierer -ans Rieder von zwei Männern, die mit einem Motorrad von hinten an ihn heranfuhren, ü b e r f a l l e n und mit mehreren Schüssen niedergestreckt. Die Täter entrissen dem Getöteten zwei Aktentaschen, die neben einem Geldbetrag von über 3000 Mark noch Milchgutscheine und Listen der Milchversorgungsgesellschaft Essen enthielten. Darauf flüchteten sie mit ihrem Motorrad in rasender Fahrt in Richtung Essen-Süd. Für die Ermittlung der Täter haben der Regierungspräsident in Düsseldorf und die geschädigte Firma eine Belohnung von je 500 Mark ausgesetzt. Sechs Tote beim Verfassungsfest in polo. Wie erst jetzt bekannt wird, ereignete sich am vergangenen Sonntag bei dem italienischen Verfassungsfest in Pola (Istrien) ein schweres Unglück. Nach Beendigung des Truppenaufmarsches fuhr ein Artillerie-Traktor, der einem Kind, das die Straße überquerte, ausweichen wollte, Segen einen anderen Traktor. Durch den eftigen Anprall stürzte der zweite Traktor in die Menschenmenge, die am Straßenrand der Parade beiwohnte. Sechs Personen wurden getötet und zwanzig verletzt. Die Untersuchung de» Bukarester Einsturzunglückes. Zahlreiche weitere Todesopfer? Das E i n st u r z u n g l ü ck bei der Parade der Jugendoerbände in Bukarest beschäftigte bereits am Dienstag den Bukarester Gerichtshof Der Staats- anwalt hat außer dem verhafteten Leiter des Bauamtes der hauptstädtischen Verwaltung sowie des Bauunternehmers, die die eingestürzten Tribünen errichtet hatten, auch den Vizebürgermeister Vafi- l e s c u und den ersten Baumeister der -auptstadt in Haft genommen Die Angeklagten versuchten, die Schuld auf den Bürgermeister zu schieben, der ihnen angeblich eine zu kurze Frist für die Errichtung derternehmern errichtet worden waren. Die Feuerwehr Tribünen festgesetzt hatte Inzwischen brach eine konnte das Feuer sofort löschen. Es besteht die Ver- Feuersbrunst aus, die die anderen Tribünen rnutung, daß Beauftragte der schuldigen Unterneh- auf dem Paradeplatz ergriff, die von denselben Un-mer die Beweise ihrer Nachlässigkeit in Flammen Die Alvenffraße durch das Wendelffeingebirge. A I / M WK i y <>; 4- 'V4Ä v EH. I .sÄf <$.- MW Die Bauarbetten an der Alpenstraße im Wendelsteinmajsiv von Bayrischzell nach Sudelfeld schreiten rasch vorwärts, so daß mit der Fertigstellung bereits zum -erbst zu rechnen ist. Unsere Bilder veranschaulichen die Schwierigkeiten des Baues und zugleich die Schönheit der nunmehr erschlossenen Landschaft. Die Mauer (links) wird außen mit Feldsteinen versehen, um sie der Gebirgslandschaft anzupassen: die innere Seite wird mit Beton ausgegossen. Auf dem rechten Bild sieht man Arbeiter beim Bau und im -intergrund den Wendelstein. — (Presse-Bild-Zentrale-M.) aufgehen lasten wollten. Die Behörden behaupten, daß außer den den drei Toten, die in der ersten Bekanntmachung angegeben worden seien, keine neuenTodesfalle zu verzeichnen sind. Dennoch berichten die Blätter über zahlreiche Fälle von verschwundenen Personen, die sich weder unter den Verletzten noch unter den amtlich angegebenen Toten befinden Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Der vom Atlantikhoch auf das Festland sich erstreckende -ochdruck hat sich abgeschwächt. Bei nur schwacher Luftbewegung kommt es zu zeitweiliger Aufheiterung, doch führt die einsetzende Sonneneinstrahlung zu vereinzelten Schauern Bei kräftiger Wirbeltätigkeit vom Südatlantik stellt sich vorübergehend wieder eine etwas nördlichere Luftzufuhr ein, die uns nochmals etwas zunehmende Unbeständigkeit bringt, doch fetzt sich im allaemeinen eine leichte Besserung durch. Aussichten für Donnerstag: Veränderlich, Bewölkung, be» Tagestemperatur von 15 bis 20 Grad, südwestliche DZinde Aussichten für Freitag: Roch leichi unbeständiges, aber nicht unfreundliches Wetter. Lufttemperaturen am 9. Juni: mittags 16,5 Grad Celsius, abends 13,1 Grad: am 10. Juni: morgens 11,1 Grad. Maximum 16,8 Grad, Minimum heute nacht 9,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 9. Juni: abends 15,6 Grad; am 10. Juni: morgens 12,9 Grad. — Niederschläge 0.2 mm — Sonnenscheindauer 3,2 Stunden. -auptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilden Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. -ans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: -ans Beck Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D A. V. 36: 9760 Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch-und Steindruckerei R Lange. K -G^ sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf und Samstags 15 Pf^ mit der Illustrierten 5 Pf. mehr Zur Zett iff Preisliste Nr 3 vom 1 Juni 1935 gültig. Heute morgen verschied nach längerem Leiden mein lieber Gatte, unser guter Vater, Schwiegervater. Großvater. Urgroßvater, Schwager und Onkel Philipp Schmidt III. im 83. Lebensjahre Die trauernden Hinterbliebenen. l.d.N.: Katharina Schmidt Witwe, geb Schmidt Großen-Buseck. Gießen, |ena i. Th-, den 9. Juni 1936. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 11. Juni, nachm. 2 Uhr statt Oeffentliche Mahnung. Folgende Rückstände werden hiermit dis spätestens 17. d. ill. gemahnt: 3695C 4. Ziel Beitrag zur -andwerkskammer 1935 einschließlich der Nachträge, 2. Rate Bürgersteuer 1936, die infolge nachträglicher Veranlagung zu zahlenden Grund-, Sonder- und Gewerbesteuerbeträge, Kanal-, Müllabfuhr- und Straßen- reinigungsgebühren. Nach Ablauf dieser Frist erfolgt Einzug auf Kosten der Schuldner. Gießen, den 8. Juni 1936. Stadtkasse Gießen. Kücken-Hirse geschält Kücken-Backfutter Kücken-Erstlingsfutter Geflügel-Körnerfutter Konzentra-Standard empfiehlt Sanienbaus Bell. Halm Bahnhofstr Pelet 3403 Bezirks-Vertretung mit ^llietnnei । autsiTch ir EiolsWse mit GIMM । HauShalttmafsenartitei lOtort iu vergeben. Risiko ausgeschlossen. RM. 1000- erforderlich. Angebote unter K. V. 4286 Ann.- Grv Ann. 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Es roirD über Den Achseln von zwei schmalen Trägern gehalten, Die auch im Rücken abgeknöpft, nur hinten am Halse geknotet getragen werben können. Die kurze Jacke mit Den Raglanärmeln unD Den apart angeschnittenen Aufschlägen ergänzt Das KleiD fürDenHeimweg vom StranDe. Die Aufschläge sinD wie Die Träger unD Der Gürtel Des KleiDes weiß. Für jungeMäDchen ist Der StranDanzug mit Der tunifartigen Jacke aus weißem Seinen mit marineblauem unb rotem Besatz. Die wollene Hose ist ebenfalls marineblau, ber barunter getragene Babeanzug rot. H. Lebrige Brocken. Bon Irwa Aisch, Lad-Nauheim Wohin mit all den Resten? Wir denken dabei nickt an solche, von Denen einmal so schon zu lesen ftanD: „AnDerthalb PfunD Braten ", sonDern an wirkliche Reste, zu wenig zum Sattessen, nicht loh- nenD zum Aufheben, unansehnlich m ihrer jetzigen Form, Die zum Wegtun zu schaDe sinD unD auch aus Sparsamkeit orDentlich verbraucht werben müssen. Laßt sehen, was sich Damit anfangen laßt. Alle Knochen geben herrliche Suppen Ge- f l ü g e I g e r i p p e unb Knochen von Hellem Fleisch kochen wir zusammen. Das Fleisch wirb vorher abgekratzt unb fein gewiegt. Die Knochen werben m kleine Stücke gehackt unb rrnt kaltem Wasser eine Nacht eingeweicht, Damit sie gut ausziehen. Das fest- Stückchen Fleisch, ebenso wie ausgelaufener, gelierter Saft wird gespart sur ,pater Mit wenig Butter oder Rindsfett wird ein EHI°s,-l feingehackte Zwiebel und ein Löffel Weizenmehl gedunstet darauf die Knochen mit dem Wasser gegeben und mit Petersilie, Sellerie unD Salz eine Viertelstunde gekocht. Alles durchs Sieb geben, das feingemiegte Fleisch dazu. Ein Eigelb mit einem Rest Kaf ee- sahne verrühren, dazutun und mit grüner Petersilie und einem Stich frischer Butter annchtenMNuß es sehr viel Suppe werden, hilft man mit Maggi "^Knochen von dunklem Fleisch, Tauben und Wildbraten werden zerhackt. Em Stuck Butter kommt in den Kochtopf, die Knochen dazu und mit Mehl überstäubt braun gebraten. Mit Wasser auffüllen, zwei bis drei kleine Zwiebeln mit je zwei Nelken bespickt, Petersilie, Selleriescheiben, em Stückchen Lauch dazu geben, leicht holzen und tüchtig kochen. Durchs Sieb rühren, einige frische Champignons hineinschneiden. Ist die Suppe zu schwach, mit Fleischextrakt oder Magai nachhelfen. Einen Rest Reis oder eine Handvoll Fadennudeln Dann fertigmachen unD einen Stich Butter in Der Terrine zerlaufen lassen. Krebssuppe. Aus Den Scheeren Der Krebse entfernen wir Das etwa noch vorhanDene Fleisch, zerstoßen Die Schalen unD Bäuche unD setzten sie mit kalter Milch aufs Feuer. Ein bis zwei alte Milchbrötchen weichen wir Darin auf, geben Die Suppe Durch ein Sieb, tun gehackten Kerbel, einen Stich Butter unD Das Krebsfleisch Daran unD richten an. Aus gekochten Gemüserestchen, ganz gleich welcher Art, ob mit ober ohne Mehlschwitze, Nestchen Reis ober Nudeln und gekochtem Fleisch machen wir einen „Familientro ft". Die Mehlspeiseform wird ausgebuttert und mit Zwiebackmehl aus- gestreut. Da hinein geben wir häufchenweise, jede Art für sich, das Gemüse. Dazwischen einzelne frische Tomaten, die wir mit Resten von gekochtem Reis, mit Pfeffer und Petersilie gewürzt, füllen. In die Zwischenräume kommen gehackte Fleischreste. Eins oder das andere kann natürlich fortfallen. Heber alles kommt ein „Sößli": Eine gelbliche Buttermehlschwitze wird mit Milch aufgefüllt, mit ein bis zwei Eigelb abgerührt, mit Zitronensaft, weißem Pfeffer und Salz abgeschmeckt und in die Form gegossen. Die Tunke muß gut fließen, aber nicht zu dünn sein. Darüber reibt man eine Käserinde ab, legt ein paar Butterflöckchen auf und bäckt im Ofen fertig. Kalte Verwendung von Gemüse- re st e n. Wir stellen uns soviel Tellerchen hin, als Esser sind, und verteilen Darauf Das Gemüse, von jeDem etwas. Dazwischen können Heringsreste, Sar- Dellenstückchen, ©auregurfen - Scheibchen, Eierstückchen, OelsarDinen kommen. Heber alles eine Oel- tunfe: Im gut gewärmten Topf zwei Eigelb quirlen, Dazu nach unD nach ein Achtelliter Del geben, bis es steif ist. Mit Zitronensaft, Pfeffer, Salz ad- schmecken unD frische Kräuter oDer ein Nestchen Kaperntunke, auch etwas saure ©ahne dazwischen geben. Als Vorgericht ober zum Brot. Frau und Technik. LonLlse Mahl Von männlicher Seite wirb Den Frauen oft Der Vorwurf gemacht, sie seien in technischen Dingen nicht mir ungeschickt, sonDern geraDezu Dumm. Daran änDere tm allgemeinen auch Die Tatsache nichts, baß einige wenige es fertiggebracht hätten. Diplom-Ingenieur zu werben ooer allein nach Afrika zu fliegen. Es sei vielmehr charakteristisch für eine Frau, baß sie nicht nur keine Lanbkarten unb Kursbücher lesen könne, sonbern auch über bie einfachsten technischen Dinge im Alltag nicht Bescheid wisse. Man solle sie nur einmal beim Deffnen einer Straßenbahntüre, eines O-Zugfensters ober bei ber Hanbhabung ihrer elektrischen Geräte im Haushalt beobachten, und man käme aus dem Kopfschütteln nicht heraus. Nun, es gibt bestimmt genug Männer, denen man dieselben Vorwürfe machen könnte, und ganz so schlimm sieht es mit dem technischen Verständnis bei den Frauen bestimmt nicht aus. Der technischhandwerkliche Sinn ist zumeist angeboren. Er kommt bei den Frauen meist nur deshalb weniger xur Entfaltung, weil die Erziehung nichts dazu tut, sondern vielfach bewußt zur Verkümmerung dieser Anlage beiträgt. Nicht nur, daß man den Mädchen selten mit der gleichen Selbstverständlichkeit wie Den Buben Hhren ober Fahrräber zum „Zerlegen" überläßt, sonbern, wenn sich ein kleines Mädchen eine Eisenbahn ober einen Experimentierkasten wünscht, bann bekommt bas entartete Kinb mit ber größten Wahrscheinlichkeit eine Puppe ober einen Kauflaben. Das ganze hanbwerkliche Geschick wird bei Mädchen im allgemeinen nur für Hanoarbeiten nutzbar gemacht, obwohl eine etwas „männlichere" Bastelei in der Regel nichts schaden würde. Wir alle kennen konservative Hausfrauen, die fick die Errungenschaft der Technik für den Haushalt nie zunutze machen würden, unb Hausgehilfinnen, bie vor bem Staubsauger, bem Föhn, ber Waschmaschine ober bem elektrischen Bügeleisen einen Morosrespekt haben unb lieber bei ihren jahr- hunbertealten Methoben bleiben. Hier fehlt es, wie überhaupt im ganzen Kapitel „Frau unb Technik", vielfach an ber nötigen Erfahrung unb Gewöhnung, an ber Vertrautheit mit bem Gegenstand bie natürlich um so inniger wirb, je früher man bamit bekannt gemacht wird. Oft ist übrigens ber „technische UnoerftanD" ber Frauen nichts weiter als mangelnbe Kärperkraft ober eine gewisse Zimperlichkeit, bie man gerabe unterwegs immer roieber beobachten kann, wenn Frauen gut angezogen finb. Daß Frauen grundsätzlich für technische Probleme unzugänglich seien, wird nicht nur durch alle autofahrenden und fliegenden Mädchen sowie durch Hausfrauen, die ihren Staubsauger und ihren Radioapparat selbst reparieren, widerlegt, sondern auch durch die vielen Frauen, die in technischen Berufen arbeiten. Gewiß, manche Frauen halten gern am Altgewohnten fest, aber wenn die Notwendigkeit an sie herantritt, sich mit technischen Neuerungen abzufinden und ihre Handhabung zu beherrschen, dann werden sie nicht versagen. Die Frau als Sportlerin. Die Frage: Soll die Frau Sport treiben? gilt natürlich nicht den jungen Mädchen, die von früher Jugend an systematisch geturnt oder leichtathletische Hebungen getrieben haben — viele mit dem ehrgeizigen Ziel, einst Olympiakämpferinnen zu wer- den. Sie wird vielmehr den älteren berufstätigen Frauen gestellt, zu denen auch die Hausfrauen zu zählen sind. Von allen um die Volksgesundheit bemühten Persönlichkeiten — Aerzten, Fürsorgern, Sport- und Gymnastiklehrern — wird sie gerade für diese Frauenschicht unbedingt bejaht. In einem Vortrag erläuterte kürzlich der bekannte Vorkämpfer für" das Säuglingsturnen, Major a. D. Neu- mann-Neurode, die Notwendigkeit sportlicher Betätigung der berufstätigen Frau. Selbstverständlich kann es sich dabei nicht um Rekordleistungen handeln, sondern um maßvolle Ausgleichsübungen gegen die einseitige Beanspruchung — oder auch Nichtbeanspruchung — bestimmter Muskelgruppen. Bei der Auswahl der Hebungen ist Rücksicht auf die Berufsausübung zu nehmen und die Hebungen auf sie einzustellen. So werden z. B. bei Berufen, die dauerndes Stehen erfordern — Friseurinnen, Plätterinnen u. ä. — die Bein- und Fußmuskeln oft so überlastet und übermüdet, daß sich Lähmungserscheinungen einstellen. Die Durcharbeitung des ganzen Körpers bringt erst das Zellengewebe wieder in Ordnung und sorgt für eine gute Durchblutung der überanstrengten Muskulatur. Bei der Wahl einer Sportart muß auch auf die persönliche Eignung Rücksicht genommen werden, nicht jede Frau eignet sich für jeden Sport. Dor allem vermeide sie solche Hebungen, bei denen es leicht zu Zerrungen und Lockerung der Bänder kommt: auch das Alter der Ausübenden spielt bei der Wahl eine Rolle. Die reifere Frau vermeidet am besten heftige Bewegungen wie z. B. Tiefsprünge. Im allgemeinen soll sie nicht über einen Meter tief springen, auf keinen Fall aber tiefer als ihr Körper lang ist. Auch Kraftübungen sind nur mit Maß zu treiben, es ist für die Frau ihrer ganzen physischen Verfassung nach nicht gut, eisenharte und dicke Muskeln aufzuzeigen. Sehr bedeutsam ist auch der charakterliche Wert sportlicher Hebungen der berufstätigen Frau. Sie erziehen zur Selbstdisziplin und Heberwindung von Unluft und Müdigkeit. Der Neuling wird schon etwa zwei Wochen brauchen, bis er diese Empfindungen überwindet und zu der Erhöhung des Lebens- und Leistungsgefühls kommt, die eine vernünftige sportliche Betätigung mit sich bringt. Am gesündesten sind natürlich ©oortarten. die in freier Natur betrieben werden. Rudern, richtig gelernt und geübt ist, durchaus nicht nur ein Armmuskelsport, wie vielfach angenommen wird, sondern beansprucht den ganzen Körper. Daß Schwimmen eine der gesündesten Leibesübungen ist, weiß heute jedes Kind. Leichtathletische Hebungen wie Waldlauf ufw. betreibe man nur unter ständiger Aufsicht eines erfahrenen Sportlehrers, der die Herztätigkeit usw. kontrolliert. Der Sport der berufstätigen Frau soll ja keine Rekordleistungen erzielen, sondern den Körper harmonisch durchbilden, daß er bis ins Alter frisch unD leistungsfähig bleibt. S.-H. Oberheffen 9. jt.-Sport mit viel Glück erfochten wurden. Nachstehend II I I Es Die Göns oft die ä fe r L, nnahme- meindewiefen und -we, waren die kleineren 5 Vorjahre. Anschließend an die Grasversteigerung wurde die Haltung des Faselviehes an 2:3 1:1 2:1 1:1 2:0 2:3 2:1 1:5 Aussicht. * Lang-Gons, 10. Juni. Zu dem gestrigen Bericht über den tragischen Tod des jungen Karl Hofmann von hier ist berichtigend mitzuteilen, daß es sich hierbei n i ch t um einen U n g l ü ck s s a l l bandelt, sondern ein Nervenzusammenbruch als Ursache des Ablebens in Betracht kommt. * Grüningen, 9. Juni. Zum ersten Beigeordneten unserer Gemeinde wurde Wilhelm Heinrich I s h e i m ernannt. (xd Eberstadt, 9. Juni. Die von der Gemeinde als Notstandsarbeit durchgeführte C Haus sie- rung des Feldwegs an den Holzheimer Gärten geht ihrem Ende entgegen Rund 300 laufende Meter Straßenbau wurden fertiggestellt, wobei zahlreiche Arbeiter lohnende Beschäftigung fanden: u. a. wurden auch arbeitslose Volksgenossen aus Worms und Offenbach a. M. dabei beschäftigt. Den erforderlichen Sand aus der hiesigen Sandgrube von Buß fuhren die hiesigen Pferdebesitzer in vorbildlichem Gemeinschaftssinn freiwillig und kostenlos an die Baustelle — Die Lose zur Lo t t e r i e d e s R o t e n Kreuzes, die für unsere Gemeinde bestimmt waren, wurden hier vollständig abgesetzt und brachten auch drei Gewinne in unseren Ort. — Bei der jüngsten Schweinezählung wurden hier 543 Schweine festgestcllt, darunter 48 Zuchtsauen. Bei der vorjährigen Zählung waren es 505 Schweine. * Staufenberg, 10. Juni. Am 11. Juni können der Reichsbahnsekretär Philipp Pfeffer und feine Ehefrau Christine das Fest der silbernen Hochzeit feiern. *Mainzlar,9. Juni. Bei der H i t l e r - F r ei- platz-Spende wurden hier durch die NSV. für erholungsbedürftige SA -Männer vier Freiplätze geworben. Desgleichen wurden zwei Freiplätze für erholungsbedürftige Kinder gespendet. nun der frühere Polizeidiener Ludwig S ch Amtsgehilfe unserer Gemeinde, mit der 21: in Groß-Rechtenbach. beiden Jugendmannschaften des To. Langnahmen am Sonntag am Blitzturnier des fein Amt nieder^ folger ernannt. Wettkampf auszufüllen suchen. Jedoch nicht, um als Beste „gefeiert" zu werden, sondern weil sie weiß, daß unser Volk im ganzen um lo leistungsfähiger wird, je tüchtiger jedes seiner Glieder ist. Außer der körperlichen Stählung trägt der als Mittel zum Zweck dienende Sport seinen wertvollen Teil zur Charakterformung bei. Gerade weil der einzelne nicht als Sieger über die anderen strebt, wird sein durch erhöhte sportliche Anforderungen und die Ueberwindung körperlicher Hemmungen gestärkter Wille zugleich in soziale Bahnen gelenkt. Es bildet sich eine willensstarke Persönlichkeit, die die Impulse ihres Handelns aus den Lebensgesetzen einer Gemeinschaft ableitet. Zunächst ist das die Gemeinschaft der Mädel, die das gleiche Ziel verfolgen. Aber sie führt unmerklich über zur größeren Volksgemeinschaft. Der nämlich einmal gelernt hat. seine persönlichen Interessen zugunsten einer Kameradin zurückzustellen, wem es zur Selbstverständlichkeit geworden ist, der anderen bei der Erreichung des sportlichen Zieles zu helfen, dem dürfte es auch nicht mehr allzu schwerfallen, seinen eigenen Willen dem Lebenswillen seines Volkes unterzuordnen. Vergleichen wir abschließend beide Auffassungen vom Sport miteinander, so können wir feststellen: Die erste ist individualistisch und international, die zweite ihrem Wesen nach sozial und volksverbunden. Und wenn wir auf den Erfolg sehen, so erfaßt jene eine kleine Gruppe einseitiger Sportgrößen, während diese der körperlichen und charakterlichen Festigung des ganzen Volkes dient, straße 52. Motorbrigade Westmark. Koblenz, Gerichts- straße 4. Bewerbungen müssen mindestens drei Wochen vor Lehrgangsbeginn eingelaufen sein, und müssen eine Bescheinigung des Bezirkskommandos enthalten. Handball im Turnverein sana-Göns. Die erste Zugendmannschaft Turniersieger Fußball lm Tv. Altendorf stöhn). Allendorf 1. 3gd. — VfV. R. Gießen 3. 3gb. 2:0 (0:0). Das fällige Pflichtspiel beider Mannschaften litt unter dem schlechten Wetter. Besonders die Gäste fanden sich schlecht mit dem Wetter und dem Platz ab. Die Platzbesitzer bestimmten in der ersten Halbzeit das Spiel, konnten aber trotzdem zu keinerlei Erfolgen kommen. Nach der Pause hielten die Gäste das Spiel offener, ihre Durchbrüche scheiterten aber an der einheimischen Verteidigung. Die Allendörfer dagegen schossen zwei Tore und gewannen verdient Nachklänge zum Autorennen in Barcelona. Das Ende des „Großen Preises von Penya Rhin", der am Sonntag in Barcelona ausgefahren wurde (wir berichteten darüber), bedeutete für viele Motorsportfreunde eine große Ueberraschung. Nuoolari vor Caracciola? Alfa Romeo besser als Mercedes- Benz und 2luto-Union? So lauteten allenthalben die erstaunten Fragen Nun — es ist zunächst einmal die Tatsache festzustellen, daß sich der neue Alfa Romeo in Barcelona den deutschen Wagen als völlig gleichwertig erwies. Wie es aber zu dieser Gleich- Durch Scheuen seines Pferdes tödlich verunglückt. * Trohe (Kreis Gießen), 9. Juni. Heute nachmittag verunglückte der 70 Jahre alte Altbürgermeister H. Schmidt von hier durch Scheuen seines Pferdes tödlich. Der bedauernswerte Mann befand sich, auf der von dem Pferde gezogenen Heuwendemaschine sitzend, auf dem Heimwege von der Heuarbeit. Nicht weit entfernt von seinem Grundstück wurde das Pferd scheu und raste davon, so daß der alte Mann nicht mehr Zeit fand, von dem Heuwender abzuspringen. Das Tier raste seinem Stalle zu, gegen dessen Tür der Altbürgermeister so heftig geschleudert wurde, daß er schwere Kopf-, Brust- und Halsschlag- aderoerletzungen erlitt, an denen er nach kurzer Zeit infolge Verblutens verstarb. Der rasch herbeigeholte Arzt konnte leider nur noch den Tod des bedauernswerten Mannes feststellen Landkreis Gießen Lang-Göns II — Lang-Göns Münchholzhausen — Wetzlar Wetzlar — Lang-Göns I . . Mithin war die erste Jugend des Turniersieger, und Wetzlar konnte Holzhausen den 2. Platz sichern. Lang-Göns II erzielten ebenfalls Resultate. > Daubringen, 9. Juni. Durch die Werbung der NSV. wurden in unserem Dorfe e l f Frei plätze für erholungsbedürftige Kinder und fünf Fr ei Plätze für erholungsbedürftige S A. - M ä n n e r zur Verfügung gestellt. A Allendorf a. d. Lumda, 9. Juni. Bei der Z w i s ch e n z ä h lu n g der Schweine und Schafe wurden m unserer Stadt gezählt. 214 Haushaltungen mit Schweinehaltung, 3 Schafherden (Privatgesellschaften gehörend), 696 Schweine, worunter 1 Zuchteber, 22 Zuchtsauen und 29 noch nicht 8 Wochen alte Ferkel enthalten: Schafe: 140 männliche, 79 weibliche unter 1 Jahr alt, 13 Hämmel und Schafböcke und 404 Mutterschafe 1 Jahr alt und älter, zusammen 636 Stück. Die Zahl der nicht beschaupflichtigen Hausschlachtungen betrug an Schweinen: im März 23, im April 6 und im Mai 3. Kälber wurden geboren lebend in den Monaten März 12, April 12 und Mai 29, totgeboren wurden im April 2 Stück. — Die seither vorgenommene Bodenbenutzungserhebung für 19 3 6 zeigt folgendes Ergebnis: Gesamtgroße der Gemarkung: 1420,40 Hektar. Hiervon entfallen auf Gebäude- und Hofflächen 9,20 Hektar, Ackerland 509,50 Hektar, Gartenland (Haus- und Ziergärten), 4,85 Hektar, Wiesen zusammen 193,33 Hektar, Waldungen 576 Hektar, hiervon sind 575 Hektar Gemeinde- und 1 Hektar Privatwald, Oed- und Uv- land: 57,46 Hektar, worunter 36,33 Hektar nicht aufforstungsfähiges enthalten, Wegeland und Eisenbahngelände 64 Hektar, Friedhöfe 0,65 Hektar, Gewässer 5,40 Hektar. Vom Ackerland kommen auf Roggen 125,44 Hektar, Weizen 46,33 Hektar, Spelz 0,30 Hektar, Gerste 44,68 Hektar, Hafer 97,84 Hektar, Mais (Grünfutter) 0,40 Hektar, Ackerbohnen 0,07 Hektar, Hülsenfruchtgemenge und Mischfrucht 0,31 Hektar. Von den Hackfrüchten kommen auf Kartoffeln 69,12, Zuckerrüben 0,58 und Futterrüben (Dickwurz) 58,01 Hektar Die Handelsgewächse wie Raps, Rübsen, Flachs, Hanf, Hopfen und Senf beanspruchen 3,59 Hektar, die Futterpflanzen wie Rotklee, Weißklee, Schwedenklee und andere Kleearten nehmen einen Gesamtraum von 62,82 Hektar ein. * Saasen, 10. Juni. Dieser Tage ereignete fid> in unserer Gemeinde ein Vorfall, der leicht schwere Folgen nach sich ziehen konnte. Beim Anbau an einer Scheune, der bereits bis unter das Dach fertiggestellt war, stürzten plötzlich die Sei- t e n w ä n d e ein. Da sich der Vorfall am Abend ereignete, kam glücklicherweise niemand zu Schaden. ch Lauter, 9. Juni. Dieser Tage wurde hier das Heu- und Grummetgras von den Ge° hinter dem einen Ziel: Höchstleistung, Meisterschaft im sportlichen Wettkampf Hier ist der Sport zum Selbstzweck geworden, der Mensch zu seinem Diener. Ist es richtig oder gibt es noch eine andere Einstellung, die dem Leben eher gerecht wird? Im Mittelpunkt unserer nationalsozialistischen Weltanschauung steht das Volk und seine Zukunft. Diese ist aber nur dann gesichert, wenn die jeweilige Jugend kerngesund, wurzelstark ist, geistig und körperlich leistungsfähig. Und ein Weg zu diesem Ziel ist der Sport. Damit wird er aus seiner zu Anfang gekennzeichneten, beherrschenden Stellung! herausgehoben und eingegliedert in die große Ertüchtigungsarbeit eines ganzen Volkes. Er dient der harmonischen Entwicklung und darüber hinaus der Kräftigung und Gesundung unseres Volkstums. Mit dieser grundsätzlich anderen Haltung dem Sport gegenüber, änderte sich auch das rein sportliche Ziel. Richt Höchstleistung auf einem bestimmten Gebiet wird erstrebt, sondern eine organische Entfaltung aller Körperkräfte. Wir werden uns darum fud)t auf ein festgelegtes Training beschränken, sondern alle Zweige des Sportes in unsere Arbeit einbeziehen. Gewiß wird es auch bei uns Leistungswettbewerbe geben, die sich aber nie auf eine einzige Sportart beschränken und nur den einen Sinn haben: anzuregen und gleichzeitig den allmählichen Fortschritt in der Gesamtleistung erkennen zu lassen. Jede einzelne sieht ihre Lücken und wird sie bis zum nächsten Der Sport als Voikseriüchligungsarbelt 3um BDM -Eporttag in Frankfurt a. M. Tv. Groß-Rechtenbach teil. Die Spiele litten unter den schlechten Witterungs- und Platzverhältnissen. In der Jugendklasse waren die Mannschaften von Wetzlar, Münchholzhausen, Hochelheim und Lang- Göns (erste und zweite) erschienen. Die Spiele waren trotz der schlechten Platzverhältnisse sehr spannend, und es gab nur knappe Resultate, die gibt Menschen, die ihr ganzes Leben dem Sport gewidmet haben. Alles andere tritt zurück Ergebnisse: Hochelheim — Lang-Göns I Münchholzhausen — Lang-Göns Wetzlar — Hochelheim . . . Wetzlar — Lang-Göns II . . Hochelheim — Lang-Göns II Münchholzhausen — Lang-Göns Münchholzhausen — Hochelheim . . . 2:1 . . . 1:0 To. Lang-Göns sich vor Münch- Hochelheim und sehr beachtliche men versteigert. Kaufliebhaber Landwirte und Ziegenhalter. Die Preise bewegten sich in derselben Höhe wie im Oie Kurheffenfahrt der Motorgruppe Hessen verlegt. NSG. Die Motorgruppe Hessen beabsichtigte, am 28. Juni die Kurhessenfahrt als motorsportliche Veranstaltung durchzuführen. Der Termin für die Durchführung hat sich jedoch geändert, und zwar findet die Kurhessenfahrt jetzt am 9. August mit Start und Ziel in Marburg (Lahn) statt. Lehrgänge an den Motorsportschulen des AGKK NSG Die nächsten Lehrgänge auf den Motorsportschulen finden statt in der Zeit vom 20. Juli bis 22. August: vom 31. August bis 7. Oktober und vom 11. November bis 19. Dezember 1936. Die Meldung zur Teilnahme an diesen Lehrgängen erfolgt nicht, wie kürzlich durchgegeben, an die Schulen, sondern an die jeweiligen Motorbrigaden. Die Anschriften der Motorbrigaden sind: Motorbrigade Fran kfurt-Darmstadt Frankfurt a. M., Lindenstraße 7 Motorbrigade K u r h e s s e n , Kassel, Kaiser- weiß-seidene, prachtvoll gestickte Fahne, und trat in jenem Jahre dem neu gegründeten Wetterauer- Sängerbund als siebenter Verein bei. Als erstes Fest wurde im gleichen Jahre das Sängerbundesfest in Griedel besucht. Der Bund, der inzwischen sehr stark geworden war, hielt im Jahre 1869 das Buudesfest in Leihgestern ab, das — wie die Chronik berichtet — mit großem Prunk gefeiert worden ist. Auch die 75jährige Jubelfeier soll ein Fest der ganzen Gemeinde werden, wie die Feier des 50- jährigen Bestehens vom 4. bis 6. Juni 1911, die unter dem Protektorat des damaligen Provlnzial- direktors Dr. U s i n g e r stattfand und einen glänzenden Verlauf nahm. Im Jahre 1921 beschaffte der Verein eine neue Fahne, da die seitherige, die 60 Jahre dem Verein in Freud und Leid vorangeweht hatte, sehr mitgenommen und eine Wiederherstellung nicht mehr möglich war. Aus der Festfolge ist nachstehendes mitzuteilen: Am Samstag, dem 27 Juni, 21 Uhr, Totenehrung am Kriegerehrenmal, anschließend Vorfeier auf dem Festplatz. Sonntag, 28 Juni, ab 12.30 Uhr Empfang der Vereine. 13.30 Uhr Festzug durch die Ortsstraßen nach dem Festplatz, daselbst Begrüßung, Ehrung durch den Sängerkreis Gießen, Gesangsvorträge der Gastvereine, Konzert und Tanz. Montag, 29. Juni, Frühschoppenkonzert, nachmittags Umzug, Konzert, Tanz. Die 75jährige Jubelfeier dürfte weit über die Orts- arenzen hinaus Interesse und Anklang finden: 20 Vereine haben bereits ihr Erscheinen zugesagt. I Großen-Linden, 9 Juni. Der Sparund Vorschußoerein AG. stiftete der Kirche zur Anschaffung eines Lichtbildapparats 20 Mark, desgleichen Karl Kehler in Milwaukee (Nordamerika). — In den letzten Jahren war in Großen-Linden die Bautätigkeit sehr gering, dagegen haben die Maurer gegenwärtig gut zu tun; zur Zeit sind vier Neubauten und zwei Anbauten zur Vergrößerung von Wohnungen in Angriff genommen. Weitere Neubauten stehen in - Steinbach. 9 Juni. Am 31. März hatte der letzte staatliche Untereinnehmer Wilhelm N e e b gelegt Zunächst wurde kein Nach- Auf Beschwerde der Gemeinde ist stelle betraut worden. Da durch seine Beauftragung jedem Ortsbürger die Möglichkeit gegeben ist, seine Steuern und Abgaben im Dorfe zu bezahlen und nicht nach Gießen fahren zu müssen, wurde die Ernennung allgemein freudig begrüßt. -I- A l b a ch , 9. Juni. Am Samstag feierte unser Lehrer Heinrich Groh seinen 60. Geburtstag. Lehrer Groh ist im 36. Jahr in unserer Gemeinde als Lehrer tätig, an seiner ersten definitiven Schulstelle. Was das für unsere Gemeinde bedeutet, läßt sich nicht in Worte kleiden. Ebenso lange wie als Lehrer ist Herr Groh auch Organist und seit Jahren eines der tätigsten Mitglieder des Kirchenvorstandes. Zum Kameradschaftsführer der Kriegerkameradschaft Albach wurde er schon vor vielen Jahren berufen. Das Vertrauen und die Liebe unserer ganzen Gemeinde ist wohl der beste Lohn für seine treue und ersprießliche Arbeit in unserem Dorfe. <£ Leihgestern, 8 Juni. Am gestrigen Sonntag wurde im Vormittagsgottesdienst ein Mädchen, Emma Binz, im Kreise seiner Schulkameraden konfirmiert. Das Mädchen war acht Tage vor der üblichen allgemeinen Konfirmation schwer erkrankt. Die Kirche war zu diesem Tage nochmals schön geschmückt. O Leihgestern, 9. Juni. Auf Einladung des feftgebenden Vereins versammelten sich gestern Abend die Führer der hiesigen Vereine zu eingr Besprechung über den Festverlauf des 75jähri- gen Be stehens des Gesangvereins „Eintracht" vom 27. bis 29. Juni. Der Gesangverein „Eintracht" wurde am 1. Juli 1861 unter der tatkräftigen Leitung des hiesigen Lehrers (Neipel, der Dirigent und gleichzeitig 1. Vorsitzender war, gegründet. Schon im nächsten Jahre (1862) weihte der junge Verein seine Fahne, eine doppelt- Dieser Reifenwechsel nahm Caracciola den sicheren Sieg. (Scherl-Bilderdienst-M.) Wertigkeit kam, das ist eine andere Frage. Tazia Nuoolari bestritt dieses Rennen bereits zum sechsten Male, war also mit den Tücken dieser schwierigen Rundstrecke vertraut wie kein anderer Fahrer. Schon das schaffte ihm einen großen Vorteil. Dazu kam, daß Caracciola die höhere Geschwindigkeit seines Mercedes-Benz nicht voll ausnutzen konnte und vor allem auch öfter als Nuoolari Reifen wechseln mußte. Und als schließlich Italiens Meisterfahrer zwölf Runden vor Schluß alles auf eine Karte setzte und auf neuerliches Reifenwechseln und Tanken verzichtete, war die Entscheidung gefallen. Nuvolari hatte Glück — mehr Glück als im Vorjahre Manfred von Brauchitsch beim Großen Preis von Deutschland auf dem Nürburgring — mit fast restlos abgefahrenen Reifen und einer Benzin-„Reserve" von nur fünf Liter, die keine weitere Runde mehr gereicht hätten — durchfuhr er als Erster das Ziel. Mit einem Vorsprung von nur ... 1,9 Sekunden vor Rudolf Caracciola, der in den letzten Runden phantastisch fuhr und Meter um Meter aufholte. Eine Runde noch und der Ausgang hätte anders gelautet. Hat Caracciola zu spät mit dem Endspurt begonnen? Kaum — da ja Nuoolari durch seinen Wagemut und sein Glück alle „Berechnungen" über den Haufen warf. Von den Fahrern der deutschen Wagen ist noch zu berichten, daß sich der Franzose Louis Chiron körperlich nicht auf der Höhe fühlte und deshalb seinen Mercedes-Benz nicht voll ausfahren konnte. Eine sehr angenehme Ueberraschung bereitete Ernst von Delius, der sein erstes Rennen im Auto- Union-Rennwagen fuhr und mit der Gleichmäßigkeit eines Uhrwerkes feine Runden zog. Sein vierter Preis bedeutet für ihn, sein Werk und für Deutschland einen großen Erfolg. Bernd Rose- meyer war wieder von krassem Pech verfolgt. Er hatte bald nach dem Start Schwierigkeiten mit seinem Benzintank, mußte mehrmals an der Boxe halten und verlor dadurch viel Boden. Der junge Fahrer fiel sogar auf den letzten Platz hinter Villa- pabierna zurück, arbeitete sich aber dann in bestechendem Stil noch bis auf den fünften Platz vor. Diese Leistung ist um so höher einzuschätzen, als er ja im Training einen gefährlichen Unfall hatte, unter dessen Nachwirkungen er noch stand. BfD.-Aeicböbabn Gießen. Die 2. Jugend konnte gegen Großen-Linden trotz schlechtester Bodenverhältnisse einen 5:0-Sieg erringen. Die Leistungen der Mannschaft waren auch in diesem Spiele gut. Mit diesem Siege ist die Mannschaft weiterhin Anwärter auf die ©ruppenmeifter- schäft. — Die 3. Jugend wurde in Allendorf erwartungsgemäß mit 2:0 Toren geschlagen. Die 1. Schüler hatte aus der 2. Elf neun Mann als Ersatz einstellen müssen. Nur so ist die hohe Niederlage von 8:1 Toren gegen Wetzlars Schüler erklärlich. Anturnen im Turnverein Daubringen. Der Turnverein Daubringen hielt dieser Tage sein Anturnen ab. Die Schülerriege begann morgens mit den volkstümlichen Uebungen und zeigte dabei gute Leistungen. Geturnt wurde in drei Altersstufen. Anschließend fand dann bei Gastwirt Erb ein unterhaltsamer Nachmittag statt, zu dem auch der Gesangverein eingeladen war. Am Abend wurde die Preis- verteilunq an die Sieger vorgenommen Im weiteren Verlauf des Abends zeigte die Schülerriege unter der Leitung von Heinrich Michel jun. schöne Freiübungen Kurze Sportnoiizen Wanderlu st Frankfurt (Schreiber-Merschs gewann in Schwäbisch-Gmünd die Ausscheidungsspiele der Gaue Südwest, Baden, Württemberg und Bayern für die vom 19. bis 21 Juni in Bonn stattfindenden Meisterschaften im Zweier- und Sechser-Radball Schreiber Blersch und die zweite Mannschaft von Wanderlust Frankfurt werden Süddeutjchland bei den Titelkämpfen vertreten. Gporiamt „Kraft durch Freude". heule folgende Kurse: Allgemeine Körperschule, Frauen undMänner: Don 20.30 bis 21.45 Uhr, Lyzeum, Dammstraße 26. Reiten: Von 21 bis 22 Uhr, Universitäts-Reit- , inftitut, Brandplatz. Morgen folgende Kurse: - L e i ch t a t h l e t i k, F r a u e n u n d M ä n n e r: . Von 19.15 bis 20.45 Uhr, Unioersitätssportplatz am ? Kugelberg. Fröhliche Gymnastik und Spiele, - Frauen: Von 20 bis 21 Uhr, Lyzeum, Damm- straße 26; von 21 bis 22 Uhr, Lyzeum, Dammstr. 26. die seitherigen Halter zu dem seitherigen Preise auf weitere drei Jahre vergeben. * L i ch, 8. Juni. Die hiesige @ e f a n g s d e r einig u n g „Cäcili a" und der Männerge- sangverein „Heiterkeit" aus Gießen vereinigten sich hier zu einem frohgestimmten Sängertreffen. Die beiden Vereine begrüßten sich herzlich und fangen schöne Lieder. Vereinsführer Jakob U h r h a n von der „Cäcilia" grüßte die Sangesfreunde von der „Heiterkeit" und gab feiner Freude über die schöne Zusammenkunft Ausdruck. Für die „Heiterkeit" dankte deren Vereinsführer Ad. Uhr- h a n, ein Sohn der Stadt Lich und Bruder des Vereinsführers der „Cäcilia", für den herzlichen Willkommengruß. Gemeinsam fangen beide Chöre unter Stabführung von Chormeister Schüttler, dem Dirigenten der „Heiterkeit", zwei Lieder. Volksgemeinschaft in bestem Sinne wurde gepflegt, wie dies bei beiden Vereinen auch sonst üblich ist. Gegen abend wurde in den Lokalen der Stadt in bester Stimmung die Feier fortgesetzt. Leider viel zu früh mußte man voneinander scheiden mit dem Wunsch und der Hoffnung, bald wieder ein Widersehen feiern zu können. ♦ Hungen, 9. Juni. Die Schweine- und Schaf-Zwischenzählung am 4. Juni ergab für unsere Gemeinde folgenden Bestand: 525 Schweine, darunter 2 Eber und 51 Zuchtschweine, 403 Schafe in 36 Schafhaltungen. Von März bis Mai einschließlich wurden 55 Kälber geboren, in der gleichen Zeit fanden 24 Hausschlachtungen statt. Kreis Alsfeld. —Homberg, 9. Juni. Der Verschöne rungs- und Verkehrsverein beabsichtigt, die „Hange lb ur g", nachdem sie Eigentum der Stadt geworden ist, umzugestalten. Dieses Grundstück ist eine hohe Bergkuppe, von der aus man eine gute Fernsicht über das Ohmtal hat. Es soll hier ein Aussichtsturm erstehen und dessen Umgebung durch eine schöne Parkanlage geziert werden. Dadurch wird ein wichtiger Faktor zur Hebung des Fremdenverkehrs geschaffen. Wenn dann noch der angrenzende S t e i n b r u ch mit seinen herrlichen Säulen unter Naturschutz gestellt ist, dürfte durch eine Serpentine jenes idyllische Plätzchen für jedermann bequem zu erreichen sein. 6 Wochen Gefängnis für eine Milchpantscherin LPD. Darmstadt, 9. Juni. Lebensmittelfälschungen gehören zu einer der schwersten Verfehlungen gegen die Volksgemeinschaft. Vor der Kleinen Strafkammer Darmstadt hatte sich eine Frau aus Langen zu verantworten, die ihrer Milch zum Teil mehr als 50 Prozent Wasser zugesetzt hatte. Das Gericht verurteilte die Uebeltäterin zu sechs Wochen Gefängnis, da gerade durch Milchfälschungen Kranke und Kinder am meisten gefährdet werden W ät. 0lad 3m k Reiseno gierige bischer wird u tigern 1 tnino |t bekannt romitee dem 6 also zu. geschickt haltend- daß hei wegung der Sti „Wir ll Trustes holen." phon. 2 „3H- in jede. Der! Begleite teur" d der Gen „Grube, wo der rs lebh! kommt i zwischen eine oer dern wi meinsch« nowez" zuteiluni einen sa mehr d In i Mach i ruft ihn 'euch ein Hauer I Kohlens» und sii „SchleL Sapadl sie boc! wendet: örtert l Der F- betrach vom „Bervec: noch fw Gesichts Augen n einfach! seine thf herauÄ Alens tiger k seiner Ü den. und eiß macht i[ mel, b'E pagaM bezeichn gegeich nur nst war H tig unlT ©ruber* der) 3« I 4 . Aehtj heute der Etzs steht hi den ch, aeöffnH Wind< Iten bL 'ch JUH1M h5 ? denke l Wie ej|L Dor<>, Hut Vj nen v Heides kleine? Liebes yt.' SuftJ Abe? P.1*? chrez? bring.; oon?1 rtr. 152 Drittes Bfaft Mittwoch, W.Zuni 1936 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Ukrainische Reisebilder. Von unserem E.S.-Berichterstatter. II. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Moskau, Ende Mai 1936. Begegnung mit Stachanow. 9m Dorfrat von 9rmino empfängt man den Reisenden freundlich, nicht ohne eine gewisse neugierige Ehrerbietung, nachdem er sich als ausländischer Journalist ausgewiesen hat. Gewiß, man wird ihm behilflich sein, die Grube soll er besichtigen, die „kulturellen Errungenschaften" von Jr° mino sehen, mit Alexej Stachanow wird man ihn bekannt machen — vorausgesetzt, daß das Partei- komitee der Grube die Einwilligung dazu gibt. Mit dem Sekretär des Dorfrates zusammen werde ich also zum Vorsitzenden des Parteikomitees (Partkom) geschickt Dort ist der Empfang schon viel zurückhaltender. Immerhin, man hat Verständnis dafür, daß der Ausländer sich über die große „Volksbewegung", die den Namen Stachanows trägt, an der Stelle ihrer „Entstehung" unterrichten will. „Wir werden die Erlaubnis des Direktors unseres Trustes in Kadiewka (dem Rayonzentrum) einholen." Man telephoniert mit altertümlichem Telephon. „Ein ausländischer Journalist ist in Jrmino?" — „Ihr müßt ihm alles zeigen. Genossen, und ihn in jeder Weise unterstützen." Der Vorstoß ist also geglückt. Als Mentor und Begleiter für den „Ausländer" wird der „Redakteur" der Grubenzeitung „Der Stachanowmann", der Genosse W., bestimmt. In dem Zimmerchen des „Grubendirektors", des Genossen Kaganowitsch, wo der Fremde den Genossen W. erwartet, geht es lebhaft zu. Kumpels gehen aus und ein, jeder kommt mit einer Bitte oder mit einer Klage. Dazwischen klingelt immer wieder das Telephon. Der eine verlangt eine Wohnung. „Mit Frau und Kindern wohne ich noch in der ,L>bschtscheshitije' (Gemeinschaftswohnung) und bin doch auch Stacha- nowez", der andere glaubt sich bei der Arbeitszuteilung benachteiligt, der dritte führt Klage über einen schlechten Preßlufthammer, mit dem er nicht mehr arbeiten könne. In der Tür erscheint Alexej Stachanow. „Mach dich mit dem Ausländer bekannt, Aljoscha", ruft ihm der Grubenleiter zu, „er wird morgen mit euch einfahren." Zögernd reicht der „weltberühmte" Hauer dem Fremden die Hand, die schwarz von Kohlenstaub ist. Stachanow ist gerade ausgefahren und sieht noch aus wie ein Schornsteinfeger. „Schlecht wird gearbeitet auf der Strecke .Almas— Sapad', Genosse Kaganowitsch, wieder einmal haben sie dort die Normen nicht einmal geschafft", so wendet er sich gleich an den Grubenleiter und erörtert bann mit ihm allerhand technische Fragen. Der Fremde hat Zeit, sich Stachanow genauer zu betrachten. Nein, Alexej Grigorjewitsch hat nichts vom Volkshelden, vom stürmischen Schöpfer einer „Bewegung"! Er ist ein großer, überaus kräftiger, noch junger Mann. Aus dem kohlengeschwärzten Gesicht schauen ein Paar gutmütige, blaugraue Augen hervor. Sein Wesen ist rauh, primitiv. Ein einfacher Bergarbeiter, der allenfalls nur durch seine körperlichen Kräfte sich aus der großen Masse heraushebt. Alexej Grigorjewitsch ist sicherlich ein sehr tüchtiger Hauer, spricht er von der Grube und von seiner Arbeit, so kann er sogar ganz beredt werden. Bei allen übrigen Themen ist er schweigsam und einsilbig. Seine Erfolge scheinen ihn ernst gemacht zu haben, wenn er auch den ganzen Rummel, der mit seinem Namen von der Sowjetpropaganda betrieben wird, kaum begreifen wird. Er bezeichnete sich — bei anderer Gelegenheit — mir gegenüber als „Malogramotnyj", das ist einer, ber nur mit Mühe lesen oder schreiben kann. Früher war Stachanow sehr lustig, trank gelegentlich tüchtig und setzte sich sogar mitunter dem Tadel der Grubenleitung aus, ein „Progulschtschik" (Schwänzer) zu sein. Insbesondere erzählte man viel von seinem starken Hang zum schönen Geschlecht. Seit dem Sommer des vergangenen Jahres habe sich dann die Parteiorganisation der Grube, der „Par- torg" (Parteiorganisationsleiter) der Grube, Petrow, und der „Partorg" der Strecke „Nikanor Wostok", wo Stachanow arbeitete, Djukanow, seiner besonders angenommen. Inzwischen erscheint Genosse W., der dem Fremden die Sehenswürdigkeiten von Jrmino zeigen soll. Man verabschiedet sich. Stachanow zieht mit ab. „Endlich kann man sich unter öie Dusche stellen", meint er, und schüttelt dabei seine kräftigen Glieder. Wie ist es um die „radikale Verbesserung der materiellen Lage der Arbeiter" in der „Heimat der Stachanowbewegung", dem „Donbaß", von der Stalin auf dem ersten Kongreß der Stachanowez im November 1935 zu künden wußte, in Wirklichkeit bestellt? Um diese Frage zu beantworten, bin ich nach dem Donbaß gereist. Diese Frage im Sinn, gehe ich mit dem Genossen W. durch die Siedlung Jrmino. Das heißt, wir gehen nicht, wir waten. Denn bei jedem Schritt sinkt man bis über die Knöchel in den Schmutz ein. Mein Begleiter tut wohl daran, die Führung zunächst mit den Errungenschaften, die die Zukunft bringen soll, zu beginnen. „Hier wird die Straßenbahn nach Kadiewka gebaut werden" ... „Hier ist die Asphaltierung dieser und jener Straße im Plan vorgesehen" •.. „Hier werden neue mehrstöckige Gemeinschaftswohnungen gebaut werden" ... aber zunächst ist von den künftigen Herrlichkeiten noch nichts zu sehen. Wir lenken unsere Schritte weiter zum „K l u b" Der „Klub" ist die frühere Dorfkirche. Verändert wurde an ihr nicht viel. Nur Stühle sind hereingestellt und die Bemalung übertüncht worden Den Glockenturm hat man abgerissen. Hier finden Versammlungen, „künstlerische Darbietungen" usw. statt. Der kleine Raum saßt nicht mehr als 300 Menschen. Hinter dem Klub befindet sich der „K u l t u r p a r k". Offensichtlich ist es der frühere Friedhof. Der „Kulturpark" weist nicht einmal Bäume auf, dagegen vereinzelte Bänke und zeichnet sich im übrigen der Jahreszeit entsprechend durch einen besonders tiefen Morast aus. Wir kommen oobei an einer größeren Lehmhütte, die die Aufschrift „Unioermag" (Universal-Magazin) trägt. Sie stellt das einzige Kaufhaus der 6000 bis 8000 Einwohner zählenden Siedlung dar (die genaue Einwohnerzahl wußte man auch auf dem Dorfrat nicht zu nennen). Gekauft wird dort im wesentlichen: Brot, Schnaps und Papirosy (Zigaretten). Ab und zu ein Hering, den der Käufer in ein winziges Stückchen Zeitungspapier gewickelt nach Haufe' trägt. Wurstwaren sind vorhanden, sind aber sichtlich in jenem Stadium, in dem dieses edle Erzeugnis sehr empfindlich auf die Geruchsnerven zu wirken vermag Frisches Fleisch jeder Art fehlt gänzlich. Die „Konfektionsabteilung" des „Univer- mag" besteht: aus mehreren Russenhemden zu 17 Rubeln das Stück, einem halben Dutzend Unterhosen zu 6 Rubeln, 3 Kindermänteln zu 60 bis 80 Rubeln das Stück und einem roten „Damenkleid" zu 163 Rubeln. Schuhe und Strümpfe fehlen gänzlich. Außer dem Univermag entdeckte ich in Jrmino noch zwei Verkaufsstellen für Brot, Milch und Schnaps. Dies muß für mehr als 6000 Menschen reichen. Ein neuer .Univermag" ist wiederum „im Bau" Nach dem Essen besichtigen wir einzelne neuerbaute „Obschtscheshitijen" (Gemeinschaftswohnun- gen). In zweistöckigen Backsteinbäuschen sind je vier Wohnräume für je acht Menschen untergebracht. In jedem der Zimmer ist Bett an Bett gereiht, in der Mitte ist noch Platz für einen Tisch. Im ganzen Haus ist zum Beispiel kein Waschraum, nicht einmal eine Waschschüssel ober Wasserleitung zu entdecken ... Aber hier hat doch jeder sein eigenes Bett. Und „kulturvoll" wirken diese Wohnstätten allerdings im Vergleich zu den „alten Obscht- jcheshitijen". wo in einem Raum, Männlein und Weiblein und Kinder, in undefinierbarem Kunter- bunt, oft 20 bis 30 Menschen durcheinander Hausen. Auch solche Katen gibt es in Jrmino noch in Hülle und Fülle, und an anderen Orten des Donbaß noch mehr. Ich äußere noch den Wunsch, die Wohnstätten von einzelnen Arbeiterfamilien zu besichtigen. Mein Begleiter führt mich zuerst zum Hause Stachanows. Ein Zweifamilienbacksteinhäuschen jüngeren Datums, ein Schuppen, in dem die Kuh Alexej Gri- gorjewitschs untergebracht ist, zwei bis drei Ar Gartenland darum herum. Die eine Hälfte des Häuschens bewohnt Stachanow mit seiner Frau und seinem Töchterchen Klawa, die andere sein „Partorg", der schon genannte Djukanow. Frau Stachanow ist eine gesprächige, kleine Zigeunerin. Sie ist nicht wenig stolz auf die „Erfolge" ihres Mannes und schreibt sich selbst einen gebührenden Anteil daran zu. Drei Zimmerchen bewohnt die Familie, Auto und Chauffeur steht zu ihrer Verfügung, Radio und Telephon sind Selbstverständlichkeiten. So bei Stachanow. Wie steht es aber bei den „anderen"? Mein Begleiter wird von einem kleinen barfüßigen Jungen in die „Typographie" abgeru- fen. Ich soll ihn dort abholen. Während ich langsam an den Häuschen vorbeigehe, kommt ein freundlicher Kumpel auf mich zu, mit dem ich gleich ins Gespräch komme. Er hat mich schon auf dem Grubengelände gesehen, und will eine ganze Reihe von Fragen beantwortet haben ... Wie lange die Kumpels in Deutschland arbeiten, wieviel sie verdienen, ob man die Arbeitslosen bei den Kapitalisten tat- tächlich verhungern lasse usw. usw. Andrej Nikiforowitsch ist ein parteiloser Arbeiter. Wir treten in sein Haus ein. Auch ein „Zweifamilienhaus". In jeder Hälfte zwei Zimmer und eine Küche. Und jede Hälfte, wie Andrej Nikiforowitsch zu erzählen weiß, von drei Familien bewohnt. Seine Familie besteht aus Frau und vier kleinen Kindern. Alle zusammen wohnen, essen, schlafen in der Küche. Die Kinder gehen barfuß und in Lumpen. Die bleiche, abgezehrte Frau sitzt auf einem Schemel und hat den Jüngsten an der Brust. Andrejs Frau stellt ihm das „Mittagessen" hin: Suppe, in der ein paar vereinzelte Kohlblätter schwimmen, und ein riesiges Stück Brot. Mit offenen Mäulern sehen die vielk Kinder dem Vater beim Essen zu. Nach einer halben Stunde hab ich ein erschöpfendes Bild von der Lags der Familie. Andrej hat bis vor kurzem mit Frau und Kindern im „Gemeinschaftshaus" gelebt, jetzt haben sie sich beim Schwager in der Küche ein* genistet. Andrejs Verdienst beträgt monatlich 20V bis 220 Rubel, nach Abzug von obligatorischer An* leihe usw. bleiben ihm rund 180 Rubel. 40 Rubel verlangt der Schwager als Miete für die Küche. Bleiben 140 Rubel. Zwei bis drei Kilogramm Brot am Tage verbraucht die Familie mindestens, macht 90 Rubel im Monat. Mit den restlichen 50 Rubeln müssen alle Lebensrnittel außer Brot gekauft und alle Bedürfnisse der Familie außer Wohnung gedeckt werden. Die Frau Andrej sieht darauf, daß für die Kleinen wenigstens ein Liter Milch täglich gekauft wird. Das macht 30 Rubel im Monat. Es bleiben 20 Rubel. Dafür kann man in Jrmind kaufen: Zwei Kilogramm Fett oder ein Kilogramm Butter oder eine Mütze oder zwei Kinderhemdchen, wenn man die bekommt ... Stachanow ist einer, aber Andrejs gibt es Millionen und aber Millionen im Lande der „Diktatur des Proletariats". Es muß auch solche Käuze geben. Eine originelle Hosen-Sammlung hat ein Londoner Sonderling namens Fred Owlhouse im Laufe vieler Jahre zusammengebracht und will sie nun der Öffentlichkeit in einer Ausstellung zugänglich machen. Bei diesen Hosen handelt es sich, wie die Zeitschrift „Der Querschnitt" schreibt, durchweg um historische Stücke. Wenn ein berühmter Mann, ein Politiker, Gelehrter, Dichter ober Künstler starb, erschien der Sammler bei den Angehörigen des Verstorbenen und bat um eine Hose des Dahingegan- genen. Dieser Wunsch wurde ihm sehr oft erfüllt, und so erhielt er im Laufe der Zeit einen großen Bestand solcher alter Beinkleider von berühmten Toten. Jede Hose wurde mit einem Zettel versehen, der den Namen ihres früheren Besitzers trug. Dis Sammlung wurde bald so groß, daß ganze Zimmer mit großen Schränken dafür eingerichtet werden mußten. Auszeichnung Leni Riefensiahls. i I iw w<< - TU' L. - » V M : -O r * ; ■ $■ W ' >- E * A< MM ■;< 'M AW L M ' / >M Auf einem Empfangsabend in der italienischen Botschaft in Berlin erhielt Leni R i e f e n st a h l eine auf einem Marmorfuß ruhende Bronzeschale als Auszeichnung der italienischen Filmgesellschaft „Luce" für ihre Regieleistung in dem Parteitagfilm „Triumph des Willens". Von links nach rechts: Gräfin C i a n o, die Gattin des italienischen Außenministers und Tochter Mussolinis, Staatssekretär Funk, der italienische Botschafter Attolico, Leni Riefen stahl, Reichsminister Dr. Goebbels und der Präsident der Reichsfilmkammer Professor L e h n i ch. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Nordland Von Knut Hamsun Jetzt ist es grün in allen Wäldern, dachte ich heute morgen, während ich mich ankleidete. Sieh, der Schnee schmilzt in den Bergen, in allen Ställen sieht bas Vieh unruhig und will hinaus, und in den Häusern der Menschen sind die Fenster weit geöffnet. Ich knöpfe mein Hemd auf, lasse mir den Wind entgegenwehen und fühle, wie ich im Innersten besessen werde von Unbänbigfeit und Begehren; oh, es ist ein Augenblick wie vor vielen Jahren, als ich jung war und stürmischer als jetzt. Vielleicht gibt es im Osten ober Westen von hier einen Wald, denke ich, wo ein Alter es ebensogut haben kann wie ein Junger, dorthin gehe ich! Dort am Waldrand stehen Farnkraut und Eisenhut. Das Heidekraut blüht, und ich liebe seine (leinen Blumen. Dank, mein Gott, für jede Blüte des Heidekrautes, die ich gesehen habe; sie waren wie kleine Rosen auf meinem Weg, und ich meine vor Liebe zu ihnen. Irgendwo in der Nähe sind wilde Nelken, ich sehe sie nicht, aber ich nehme ihren Duft wahr. Aber nun in den Stunden der Nacht haben sich plötzlich große, weiße Blumen im Wald entfaltet, ihre Narbe steht offen, sie atmen. Und zottige Dam- merungsfalter senken sich in ihre Blätter nieder und bringen die ganze Pflanze zum Beben. 3$ gehe von der einen zur anderen Blume, sie sind De- rauscht, und ich sehe, wie sie berauscht werden. ♦ Es war voller Frühling, ich fand Waldsterne und Schafgarbe auf der Wiese, und sowohl Buchfink^ als auch Meise waren gekommen, ich kannte alle Vogel. Bisweilen nahm ich zwei Vierundzwanzigschlllmg- stücke aus der Tasche und klimperte damit, bie Em- samkeit zu unterbrechen. Es begann nicht mehr Rocht zu werden, die Sonne tauchte ihre Scheibe kaum ins Meer hinab und kam dann wieder empor, rot, erneuert, als sei sie unten gewesen und hätte getrunken. Wie merkwürdig es mir ergehen konnte in diesen Nächten; kein Mensch würde es glauben. Saß Pan in einem Baum und sah auf mich her, wie ich mich anstellte? Und war fein Bauch offen, und war er so zusammengekrochen, daß er dasaß, als tränte er aus seinem ebenen Bauch? an das tat er nur, um zu schreien und mich im Auge zu behalten, und der ganze Baum erzitterte von seinem lautlosen Gelachter, wenn er sah daß alle meine Gedanken mit mir durchgingen. Es raschelte überall im Walde, Tiere schnüffelten, Vögel riefen einander, ihre Signale erfüllten die Luft. Und es war bas Flugjahr des Maikäfers, fein Schwirren vermischte sich mit dem der Nachtschmetterlinge, es tönte wie Flüstern hin und Flüstern zurück rund umher im Walde. Wieviel war da zu hören! Und manchmal sehe ich das Gras an, und das Gras sieht vielleicht mich wieder an; was wissen wir! Ich sehe auf ein einzelnes Grasblatt, es zittert vielleicht ein wenig, und dies, scheint mir, ist etwas. Ich denke bei mir selbst: hier steht nun dieses Grasblatt und zittert! Und ist es eine Kiefer, die ich ansehe, so hat sie vielleicht einen Ast der mir auch ein wenig über sich zu denken gibt. Aber manchmal treffe ich auch Menschen auf den Bergrücken, das kommt vor. Mittags ruderte ich hinaus, ich landete auf einer kleinen Insel, einem Holm draußen vor dem Hafen. Da gab es lila Blumen mit langem Stengel, die mir bis zum Knie reichten, ich watete in sonderbaren Gewächsen, Himbeerbüschen, grobem Gras; es waren keine Tiere da, und Menschen waren wohl auch nicht dagewesen. Die See schäumte mild gegen die Insel und hüllte mich in einen Schleier von Sausen ein, weit oben bei den Eiderholmen schien und flogen alle Vögel der Küste. Aber das Meer umschloß mich nach allen Seiten wie eine Umarmung. Gesegnet sei das Leben und die Erde und der Himmel, gesegnet seien meine Feinde, ich will in dieser Stunde meinem schlimmsten Feinde gnädig sein und seinen Schuhriemen knüpfen Es war still über der Erde, nur em mildes Sausen des Windes und ab und zu ein Dogellaut. Ich lag und sah auf die Aeste, die sacht im Luftzug wehten, der kleine Wind schaffte das Seine und trüg Blütenstaub von Zweig zu Zweig und füllte jebe unschulbige Narbe, der ganze Wald stand in Verzückung. Eine grüne Raupe, ein Spanner, wandert auf ihren Enden einem Zweig entlang, wandert unaufhörlich, als könnte sie nicht verweilen. Sie sieht fast nichts, obwohl sie Augen hat, oft stellt sie sich senkrecht empor und fühlt in die Luft, um auf etwas zu treffen; sie sieht aus wie ein Stuck grüner Faden, der mit langsamen Stichen dem Ast entlang einen Saum näht. Bis zum Abend ist sie vielleicht dorthin gekommen, wohin sie soll. Immer still. Ich erhebe mich und gehe, setze mich und erhebe mich wieder. Es ist ungefähr vier Uhr; wenn es sechs Uhr wird, gehe ich heimzu und sehe, ob ich jemand treffe. Ich habe noch zwei Stunden, und ich bin schon etwas unruhig und bürste Heidekraut und Moos von meinen Kleidern. Ich kenne die Stellen, an denen ich vorbeikomme, Bäume und Steine stehen dort wie vorher in der Einsamkeit, das Laub raschelt unter meinen Füßen. Das eintönige Sausen und die bekannten Bäume und Steine sind zuviel für mich, ich werde von einer seltsamen Dankbarkeit erfüllt, alles läßt sich mit mir ein, vermischt sich mit mir, ich liebe alles. Gpiegelchen der Liebe. Von E. von Ungern-Gternberg Mit ein wenig Phantasie kann man sich in einem Antiquitätenladen in eine Märchenwelt versetzt glauben, denn jeder Gegenstand kann eine Geschichte erzählen, die mit „es war einmal" beginnt. Man sieht eine Spange, ein altertümliches Halsband, einen Ring, bann benft man vielleicht an Frauen mit gepuberten Rokokofrisuren, an Männer in Kniehosen unb Schnallenschuhen mit einer golbenen Ta- batiere in ber Hanb. Man benft an Schäferspiele, an Gemälbe von Boucher unb Gainsborough, unb wie im Traum hort man auf einem Spinett bie Melobie eines Menuetts von Mozart erklingen. Der Hänbler hatte mir einen kleinen Hanbfpiegel in bie Hanb gebrückt. „Nehmen Sie ihn", ermunterte er meine Kauflust, „er kostet nur wenig Gelb, aber er wirb bem, ber ihn besitzt. Glück bringen", fügte er lächelnb hinzu. Auf ber Rückseite |inb einige französische Worte eingeritzt, sie sind freilich stark verwischt, aber Sie werben sie entziffern unb vielleicht ein galantes Geheimnis erfahren." Ich kaufte ben kleinen Spiegel, steckte ihn behutsam, als ob ich einen Schatz erworben hätte, in bie Tasche unb eilte nach Hause, um bie Inschrift zu lesen. Es war keine leichte Arbeit. Die Buchstaben waren kunstlos mit einer Nabel in bas weiche Metall geschrieben. Staub hatte bie Fläche mit einer bunflen Schicht bebeckt, unb ich konnte anfangs keinen Sinn erfassen. Dann las ich „je vais perdre cette fois la tete sans plaisir", „ich werbe biesmal meinen Kopf ohne Vergnügen verlieren . " unb weiter: „wenn Sie ben Ihren gerettet haben, bann suchen Sie in diesem Spiegel das Gesicht Ihrer Madeleine, die kein Mann je so meinen und lächeln sah, wie sie es in ihrer Einsamkeit vor diesem Spiegel getan hat. Er wird Ihnen verraten, daß ich am Tage und in der Nacht und jetzt vor dem Tode an Sie denke, weil ich Sie liebe." Darunter stand das Datum vom 8. Thermidor. Sinnend blickte ich auf die blanke Fläche des Spiegels, und es wollte mir scheinen, daß ich dort nicht mein eigenes Gesicht sah, sondern daß mich zwei traurige Mädchenaugen anblickten, und daß der Mund mir irgend etwas Zärtliches sagen wollte. Ich sah in Gedanken, wie die Karre am 8. Thermidor über das holprige Pflaster von Paris zur Guillotine fuhr, ich horte das rohe Fluchen der Nationalgarde. Im Wagen stand mit demselben in sich gekehrten Blick Madeleine, so wie sie vor mir im Spiegel erschien. Das Schicksal hatte ihr nicht den einen Tag Aufschub gegönnt, denn schon nm 9. rollten die Kopfe von Robespierre und seinen Schergen in den blutigen Korb. Der Terror ging zu Ende. Behutsam faßte ich den Spiegel und versuchte mehr von seinen Geheimnissen zu erfahren. Unter dem Druck des Fingers öffnete sich ein kleines Geheimfach und darin lag, sorgfältig zusammengefaltet, ein mit vergilbter Tinte geschriebener Brief, mit dem Datum aus dem Jahre 1832. „Die Cholera fordert mehr Opfer", las ich, „als die Revolution. Jeder, auch dieser Chartres, ben bie Kanaille zum König gemacht hat, biefer Louis Philippe, fürchtet ben Tob. Auch ich fühle, baß ich sterben werbe. Wie so oft, fo nehme ich auch jetzt ben Spiegel in bie Hanb, ben mir vor vierzig Jahren meine kleine Mabeleine zum Abfchieb in bie Hanb brückte, als sie bie Henker zum Schaffott abführten. Ich würbe barin immer ihre Tränen, ihr Lachen unb Ihre Liebe sehen, hatte sie gesagt, und wenn ich hineinblickte, würbe ich ben Kuß spüren, ben sie für mich auf bas kalte Glas gebrückt hatte. Sie würbe auf bie Guillotine geschickt, weil sie versucht hatte, mich, ben Marquis von Rochefort, vor ben Fängen ber Mürber zu retten. Sie war bas liebenswerteste unter ben vielen Mäbchen, bie ich je gekannt habe, nicht nur, baß sie meine Jugend verschönte und durch ihre zarte Güte den Aufenthalt in der Conciergerie erträglich gestaltete, sie hat viel mehr für mich getan, sie hat mich vor dem Geiste Voltaires gerettet und hat mich wieder demütig zu meinem Heiland und Erlöser zurückgeführt. Ihr ganzes Wesen bestand aus Glauben, Lieben und Hoffen." Eine kurze Nachschrift besagte: „Sollte dieser Spiegel nach meinem Tode verloren gehen und sollte ein Fremder das Geheimfach entdecken, so bitte ich, ihn eine Messe für Madeleine und für mich Sünder lesen zu lassen. Den Spiegel aber bitte ich ins Feuer zu legen, bis er verkohlt und geschmolzen ist. Einem Fremden sagen die Tränen und das Lächeln Madeleines nichts. Sie mögen, wenn sie an ber Fläche haften geblieben finb, in ein schöneres Jenseits entschweben." Ich habe bem Wunsch bes Marquis Folge geleistet. Ich stand in der Kirche, als der Priester die Messen las. Dann ging ich nach Hause und entzündete im Kamin ein Kohlenfeuer. Das Glas und das Metall schmolzen langsam dahin, und mit ihnen entschwand die Erinnerung an eine große Liebe. Aus der provinzialhauptstadi Ein Ferienabschied. Vorbei sind die kurzen Ferientage. Es geht wieder nach Hause und an die Arbeit. Unserm blonden Jungen hat es so gut bei den Verwandten gefallen, daß er überhaupt nicht mehr mit uns will auf unsere einsamen Landsitz. Die neuen Spielkameraden, die zärtlich-besorgten Tanten und die reiche Abwechslung der verkehrsreichen Gegend haben ihn ganz in ihren Bann geschlagen. Alles Zureden ist vergebens. Er besteht hartnäckig auf seinem Entschluß. Meine Frau ist verblüfft. „So was ist ja noch nie vorgefallen. Was fällt dem Jungen bloß ein? Sie wendet noch einmal alle Ueberredungskünste an, um Werner, den in den Ferientagen ihre Geschwister mit Beschlag belegten, wieder auf ihre Seite zu bringen. Mit demselben Mißerfolg wie vorher! „Nein, ich bleibe hier, bis ihr im Sommer wiederkommt., Tante Ilse fährt Schiffchen mit mir. Onkel Hans will mich schwimmen lernen. Ich gehe jeden Tag mit Oma einkaufen (da fällt natürlich immer was ab!). Opa nimmt mich in seinem Auto mit. Zu Hause habe ich keine Spielkameraden. Da bin ich so allein. Hier ist es viel schöner." Das sind so seine Ausreden. Und dabei hat das Kerlchen noch nicht einmal unrecht. Schwager und Schwägerinnen, die hinter unserm Rücken heimlich ein Komplott geschmiedet haben, strahlen siegesbewußt und verraten ein bißchen Schadenfreude. Ich durchschaue sie und lächle ironisch. Fällt mir doch nicht ein, mich zu ärgern. Heimlich freue ich mich sogar über den Jungen, weil er so beharrlich an seinem Entschluß festyält und kein Mamakindchen mehr ist. Das lasse ich allerdings meine Frau nicht merken. — Sie wird allmählich ungeduldig. Kann man verstehen, nicht? Schließlich wendet sie sich verdrossen an mich: „Du sitzt natürlich dabei und sagst keinen Ton, und in einer Stunde geht unser Zug." Ich quittiere den kleinen Hieb mit einem leisen Lächeln. Ja, was soll ich da machen? Energisch werden? Schimpfen oder gar noch schlagen? Die herrlichen Ferientage mit einem Mißklang beenden? Unsinn! Daß es dem Jungen bei den vielen Tanten, Onkels und neuen Spielkameraden vorübergehend besser gefällt als in unserer stillen Landeinsamkeit, kann ich ihm wohl nachfühlen. Der Ferienaufenthalt war für ihn ein tiefes Erlebnis. Und dieses Erlebnis soll ich „kraft meiner väterlichen Autorität" trüben? Nein, das sehe ich nicht ein! Wenn es gar nicht anders geht, mag ihn Tante Ilse oder Oma einige Tage später bringen. Das Heimweh wird sich schon bemerkbar machen, sobald wir zwei abgereist sind. Als getreuer Ehemann will ich natürlich versuchen, unfern Stammhalter zur Mitreise zu bewegen. Ich glaube sogar, daß mir dies ohne weiteres gelingt. Meine Frau hat nämlich in ihrem Eifer etwas versäumt. Sie vergaß, ihren Liebling an seine vierbeinigen Freunde zu erinnern, die er mit heißem Herzen liebt. „Was wird Waldmann machen, wenn du nicht kommst?", sage ich ganz unverhofft zu Werner. „Tagelang wird er dich in allen Ecken, in Haus, Hof und Garten suchen. Wenn er dich nicht findet, schmeckt ihm sein Futter nicht, und er läuft mit traurigen Augen und hängendem Schwänzchen umher. Werner wird still und nachdenklich. „Wer soll denn nun dein Schäfchen auf die Weide führen? Ach, was wird es so kläglich schreien, wenn sein Spielkamerad nicht da ist. Weißt du noch, wie es neulich die Treppe heraufkam und dich abholte?" Unser Blondkopf seufzt schwer. „Wie oft wird nun dein Zwerghühnchen vor der Türe stehen und warten, bis es gestreichelt und aus der Hand gefüttert wird. Nun kann es dir nicht mehr auf die Schulter fliegen und dich im Haar zausen." Werner schluckt. Die Aeuglein werden feucht. Er rutscht unsicher auf seinem Stuhl herum. Nun fahre ich mein schwerstes und letztes Geschütz auf: „Weißt du schon, was Emmi — das ist unser Hausmädchen — heute morgen schrieb?" frage ich den kleinen Burschen. „Ei, was denn?" fragt er interessiert. ..Du rätst es nicht. Ich will dir's sagen." Voller Erwartung hängt sein Blick an meinen Lippen. Die Augen werden größer und größer. Ungeduldig fragt er mehrmals. Ich will ihn nicht länger auf die Folter spannnen. „Denk Dir, wir haben kleine Bibi (Hühnchen!) bekommen!" Da ruscht Werner schnell von seinem Stuhl herunter, läuft freudestrahlend auf mich zu und ruft jubelnd: „Wirklich? Ganz kleine Bibi, die ich in meine Händchen nehmen und streicheln kann? Ist es auch wahr?" „Natürlich", versichere ich ihm, „sie warten schon auf dich." Da kennt sein Jubel keine Grenzen. So ganz nebenbei sage ich dann nach einer kurzen Pause: „Aber du willst doch hierbleiben. Mama und ich fahren nachher weg." Davon will er nun nichts mehr wissen. Das ist aus! Erinnerungen werden lebendig. Bild reiht sich an Bild. Die alte, liebe Heimat, die durch die vielen neuen Eindrücke ins Unterbewußtsein gesunken war, taucht wieder mit ihrer unbezwinglichen Anziehungskraft auf und schlägt ihn erneut in ihren Bann. Anscheinend ist es ihm jetzt erst klar geworden, daß eine räumliche Trennung von Mama und Papa zugleich eine Trennung vom Elternhaus, den Gespielen und allen ihm lieb und teuer gewordenen Sachen bedeutet. Ilse, Trude, Inge und Hans können sich weitere Bemühungen schenken. Werner reagiert nicht mehr darauf. Ueberdies schreitet jetzt unsere verständige Omo ein und verbietet ihren enttäuschten Kindern — ich kann mich nicht enthalten, ihnen eine lange Nase zu drehen — alle weiteren Anlockungsversuche. Sie meint mit Recht: „Laßt doch jetzt endlich den Bub in Ruh. Ihr macht ihn ja ganz durcheinander." Meine Frau aber strahlt. Sie wirft mir einen innigen Blick zu. Dann hilft alles bei den letzten Vorbereitungen zur Abreise. Jeder will de>m Kleinen noch einen Liebesdienst erweisen. Süßigkeiten werden ihm zugesteckt. Hier wird noch einmal am Gewändchen gezupft, dort eine Falte glattgestrichen oder sonst etwas in Ordnung gebracht. Es freut mich ja,' daß alle den Burschen so ins Herz geschlossen haben. Aber sie machen es doch etwas zu bunt. Wenn das so weiter geht, bleibt wirklich nichts mehr von der Glasur übrig. Besonders die Tanten — es sind lauter hübsche Käfer — sind äußerst großzügig mit ihren Liebkosungen. Immer wieder wird er abgedrückt und muß eine Flut von Küssen über sich ergehen lassen. Aber alles nimmt ja einmal ein Ende. Damit tröste ich mich. Beinahe hätte ich laut gedacht: An die Radfahrer! Versöhnende Mahnung eines Krastwagenfahrers. Als langjähriger Kraftwagenfahrer richte ich aus meinen (Erfahrungen heraus ein paar Worte an die Radfahrer. Ich gehöre nicht zu den rücksichtslosen Wegebenutzern, noch teile ich die landläufige Ansicht, daß die Radfahrer an den weitaus meisten Unfällen im Verkehr Schuld tragen. Wenn man aber lieft, daß in Deutschland innerhalb einer Woche 134 Menschen im Straßenverkehr ihr Leben lassen mußten, und daß weiterhin noch 4064 Personen verletzt wurden, dann sollte man in bester Absicht seine Erfahrungen kundgeben. Es könnten unzählige Verkehrsunfälle vermieden werden, wenn alle Radfahrer ganz scharf rechts fahren würden! Ich sehe täglich in den belebtesten Straßen, daß die größte Zahl der Radfahrer diesem Vernunftgebot zuwiderhandelt. Ein Meter, selbst zwei Meter und noch mehr fahren sie von der Bordschwelle entfernt und bringen vor allem sich selbst in Gefahr. Es ist keineswegs böser Wille, sondern sträfliche Gedankenlosigkeit. Das erste Gebot muß also heißen: Scharf rechts fahren! Durch Verordnungen und Verbote ist ferner das Nebeneinanderfahren der Radfahrer untersagt. Auf einer Strecke von fünf Kilometer stellten wir dieser Tage fest, daß nicht weniger als 86mal nebeneinander fahrende Radfahrer sich selbst und andere in Gefahr brachten. Es ist doch nicht schwer, wenigstens in belebten Straßen an diese Selbsterhaltungspflicht zu denken. Das zweite Gebot müßte also heißen: Nicht nebeneinander fahren! Ferner sollten Radfahrer sich in strengster Selbsterziehung daran gewöhnen, das Zeichen zur Aende- rung der Fahrtrichtung mindestens 30 Meter vorher zu geben. Wie viele Unglücksfälle könnten allein durch diese einfache Maßnahme verhindert werden! Wir Kraftfahrer sehen nicht nur täglich, sondern stündlich unzählige Radfahrer, die im letzten Augenblick ihr Zeichen geben und oft, ohne sich durch Rückoder Seitwärtsschauen zu vergewissern, die Fahrtrichtung ändern. Wenn ich Radfahrer wäre, würde ich an belebten Straßenkreuzungen, die ohne Verkehrsregelung sind, jedesmal vor dem Linkseinbie- gen absteigen, oder zum mindestens kurz halten und mich durch Umschauen vergewissern, ob die Straße zum Ueberqueren frei ist. Jedenfalls müßte das dritte Gebot heißen: Früh genug das Zeichen geben! Ich bewundere tagtäglich die Kunst der Radfahrer, sich durch den geballten Verkehr zu schlängeln. Es gehört wahrlich viel Geschicklichkeit und auch Mut dazu, auf dem Rad durch den heutigen Straßenverkehr zu gelangen. Ich weiß auch, daß es ein wünschenswertes Ziel wäre, durch Anlage von Radfahrerwegen den Verkehr zu entlasten und die Fahrer dadurch vor allem auch selbst zu schützen. In allen Städten Deutschlands wird hier mit besten Kräften an dieser brennenden Frage gearbeitet. Aber so lange wir alle uns in die herrschenden Zustände einfinben müssen, sollten wir in täglicher Ueberlegung und Selbsterziehung handeln. Es wäre zweckdienlich, wenn die Radfahrer aus ihrer Erfahrung heraus eine Art Gegenrechnung für uns Kraftfahrer aufstellen würden. ■110 Tote, 4118 Verletzte. DNV. Der Reichsverkehrsminister teilt mit: HO Tote. 4118 Verletzte find in der vorigen Woche die Opfer des Straßenverkehrs im Deutschen Reich. Line Stadt mit hupenlärm zeigt, daß in ihr der Kraftfahrer rücksichtslos fährt und der Fußgänger sich falsch verhält! „Wenn wir nur erst im Zug säßen!" Aber ich will nicht zu guter Letzt noch Verdruß machen und schweige fein still. Werner kommt mir zu Hilfe. Er bekommt zusehends Reisefieber. Unruhig trippelt er von einem Beinchen aufs andere und fragt, unaufhörlich: „Fahren wir denn nicht bald fort?" Schließlich ist es soweit. Wir steigen in Opas Auto, das uns an den Bahnhof bringen soll. Ein letztes Händeschütteln, ein letzter Kuß. Wir fahren winkend davon und lassen unsere betrübten Lieben, die es so gut mit uns meinen, zurück. Wer weiß, wann wir uns wiedersehen? — — — Nun haben wir unseren Jungen wieder ganz für uns. Wie wird er sich freuen, wenn er erst wieder zu Hause ist und mit seinen kleinen und großen Freunden spielen kann! Die Eisenbahnfahrt wird uns nicht langweilig. Wir schwelgen in Ferienerinnerungen und freuen uns gemeinsam auf unser stilles Familienglück in ländlicher Abgeschiedenheit. Ks. Dornotizen. Tageskalender für Mittwoch. NS.-Lehrer-Bund Gießen-Land: 15.30 Uhr Versammlung im Hotel Köhler. — Gloria-Palast, Seltersweg: „Paul und Pauline". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Heilige und ihr Narr". NSDAP., Ortsgruppe Sießen-Ost. An alle SA.-. SS.-, Marine-SA. und NSKK.- Wänner in der Og. Giehen Ost. Die Beiträge zur Hilfskasse für das 3. Vierteljahr 1936 werden am Mittwoch, 10. Juni, und Donnerstag, 11. Juni, von 20 bis 22 Uhr, m der „Germania", Kaiserallee 141, erhoben. Die Mitglieder genannter Formationen, die nicht Parteigenossen sind, werden aufgefordert, ihren Beitrag zur Hilfskasse an einem der genannten Tage zu zahlen. Bei Nichtbezahlung erfolgt Abmeldung bei der Reichsleitung in München. X Die deutsche Meitölront -Gemeinschaft „Kraft durch kreude" Omnibusfahrt nach dem Nürburgring am 14. Juni. Für die Teilnehmer an dieser Fahrt geben wir nachstehend die Abfahrtszeiten bekannt: Ab Gießen (Oswaldsgarten) 3.45 Uhr, ab Heuchelheim (Biebertalbahnhof) 4.00 Uhr. Ausgabe der Fahrteilnehmerausweise Samstag von 9 bis 12 Uhr auf der Kreisdienststelle Gießen, Schanzenstraße 18. Appell der „Kraft-durch-Freude"-Belriebswarte Gießen. Wir weisen schon heute darauf hin, daß am Montag, 15. Juni, abends 6.30 Uhr im Haus der Deutschen Arbeit, Schanzenstraße 18, im großen Saal eine Besprechung der Betriebswarte „Kraft durch Freude" stattfindet. Erscheinen dringend erforderlich. Dienstjubiläum in der Veichsjustizverwattung. Glückwunsch des Führers. Der Juftizinspektor bei dem Amtsgericht Gießen Jakob Dickler blickt am 12. Juni 1936 auf eine 41jährige Dienstzeit zurück. Aus diesem Anlaß hat ihm der Führer und Reichskanzler seine besten Wünsche ausgesprochen und damit seinen Dank und seine Anerkennung für die dem Reiche geleisteten treuen Dienste verbunden. Inspektor Dickler trat im Jahre 1896 bei dem Amtsgericht Zwingenberg in den hessischen Justizdienst ein. Er gehörte sodann wechselnd verschiedenen Gerichten, insbesondere mehrere Jahre hindurch dem Amtsgericht Ortenberg und seit 1928 dem Amtsgericht Gießen an, an dem er heute die besonders wichtigen Geschäfte des Standesamts- und Ortsgerichtswesens versieht. Von August 1914 bis Dezember 1918 war er im Felde. Auch die Caritas sammelt. Wenn am 13. und 14. Juni unter den Sammlern der Verbände der freien Wohlfahrtspflege auch die Sammler der Caritas stehen, wird sich mancher wieder fragen, was das Wort „Caritas" bedeutet. Man versteht darunter einmal hilfreiche Gesinnung gegenüber so mancher Not des Nebenmenschen, wie auch den organisatorischen Zusammenschluß aller Werke der Nächstenliebe, die von den deutschen Katholiken zur Behebung von mancherlei Lebensnöten im Lause der Zeit geschaffen wurden. Der nationalsozialistische Staat hat in besonderer Würdigung des Wertes christlicher Liebestätigkeit und im Hinblick auf ihre Leistungen für das Volksganze bald nach der Machtübernahme im Jahre 1933 den Deutschen Cavitasverband als einen der vier Spitzenoerbände der deutschen freien Wohlfahrtspflege anerkannt. Ihm, der innerhalb der Arbeitsgemeinschaft der Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege feiner Eigenart gemäß an der Behebung mannigfacher Not arbeitet, hat das Reichsinnenministerium auch in diesem Jahre zwei Sammeltage, den 13. und 14. Juni, für eine Straßen- und Haussammlung eingeräumt. An diesen Tagen soll auch der Caritas ein Teil der Mittel zur Verfügung gestellt werden, die zur Erhaltung und Förderung ihrer vielfältigen Werke der Menschenliebe und zur urynittelbaren Betreuung zahlreicher hilfsbedürftiger Volksgenossen nötig sind. Keine Kinder unter 12 Zähren allein auf die Friedhöfe! Von der Bürgermeisterei Gießen wird uns mitgefeilt: In letzter Zeit mehren sich die Fälle, daß Kinder unter zwölf Jahren allein auf die Friedhöfe kommen, um dort Arbeiten oder Besorgungen an Gräbern vorzunehmen. Durch diese unbeaufsichtigten Kinder sind schon öfters Störungen verursacht worden. Laut § 41 Abs. 2 der Friedhofsordnung ist Kindern unter zwölf Jahren ohne Begleitung Erwachsener der Aufenthalt auf den Friedhöfen verboten. Unter Bezugnahme auf diese Vorschrift werden die Eltern ersucht, ihre Kinder unter zwölf Jahren ohne Begleitung Erwachsener nicht auf die Friedhöfe zu schicken. Wer führt Ofenseherarbeiten aus? Die Bezirks stelle Hessen des Töpfer- und Ofensetzer Handwerks teilt mit: Osensetz- und Reparaturarbeiten sind handwerkliche Arbeiten des Töpfer- und Ofensetzerberufs. Alle häuslichen Feuerftellen müssen den bau- und feuerpolizeilichen Vorschriften entsprechend angeschlossen fein. Wenn zur Zeit bas Schornsteinfegergewerbe die Feuerschau ausübt, so dient diese Maßnahme dem Schutz von Leben, Gesundheit und Volksoermögen, ferner zur Verhütung der fahrlässigen Brände und zur Sicherung des Luftschutzes. Alle Vorgefundenen Schäden können nicht nach eigenem Ermessen abgeändert werden, sondern es sind bestimmte Richtlinien zu beachten. Man wendet sich am besten an das heiztechnisch und praktisch ausgebildete Fachhandwerk, das mit den feuerpolizeilichen Bestimmungen und den Reichsgrundsätzen des Töpfer-, Häfner- und Ofensetzerhandwerks vertraut ist. „Kulturpolitik in den Alpen.'' Gestern abend veranstaltete das Volksbildungs- werk in der Aula des Gymnasiums einen Vortragsabend. Herr von Gallois hieß die Teilnehmer, die Vertreter von Partei und Universität herzlich willkommen. Dr. Ullrich, Dozent an der hiesigen Universität, sprach sodann über das Thema des Abends, das in knappsten Zusammenfassungen einen Ueberblick über die österreichische Geschichte gab und sie in ihren kulturgeschichtlichen Beziehungen zum gesamtdeutschen Volkstum beleuchtete. Der Vortragende führte in die früheste Zeit zurück, schilderte das Land als ein Bollwerk gegen das Vordringen der Slawen, Magyaren und der Türken, und betonte, daß Oesterreich ältester deutscher Kultur- und Kolonialboden sei. Der Redner sprach von Karl dem Großen und seinen Beziehungen zur österreichischen Geschichte, ferner von dem Dichter der Nibelungensage, der zweifellos ein Oesterreicher gewesen sei, von dem ritterlichen Minnesänger Walter von der Vogelweide, und schließlich vom Hause Habsburg, von den Herrschern, die dieses Haus hervorbrachte und der Hausmachtpolitik, die durch Jahrhunderte hindurch deutsches Schicksal maßgeblich beeinflußte. Der Vortragende führte in gleicher zusammenfassender Weise in die neuere Geschichte ein, sprach von den großartigen Erfolgen eines Prinzen Eugen gegen die Türken, und seinen großen Gedanken um die deutsche Besiedlung von Bat- schka und Banat. Er erinnerte an die Kaiserin Maria Theresia, die ihrerseits die Bemühungen um die Besiedlungen des von den Türken befreiten Landes mit deutschen Bauern erfolgreich durchführte und vielen Deutschen eine zweite, wenn auch hart um- tämpfte Heimat gab. lieber den Erzherzog Karl, der bei Aspern eine große Schlacht gegen Napoleon gewann, über Laudon und Radetzky, die großen Feldherren der österreichischen Geschichte, wurden die Zuhörer im Geiste in die Zeiten Metternichs geführt und erfuhren dann in kurzen Zügen das Wesentliche über den Begründer der Alldeutschen Bewegung und der „Los-von-Rom" - Bewegung, Georg von Schönerer. Mit der Erinnerung an den Feldherrn des Weltkriegs, Conrad von Hötzendorf und mit dem Gedenken an den Führer Adolf Hitler, der aus feiner österreichischen Heimat heraus für Deutschlands Geschick so glückhaft bedeutsam geworden ist, schloß der Vortragende. Neben der Schilderung der geschichtlichen Entwicklung Oesterreichs im politischen Sinne gab der Vortragende auch eine Ueberschau über die mannigfachen Bereicherungen, die das deutsche Volk von österreichischen Dichtern, Musikern und Malern empfangen hat. Haydn, Mozart, Beethoven, Schubert, Lanner, Strauß, Bruckner, Hugo Wolff und Josef Reiter (aus Braunau), Raimund, Nestroy, Grillparzer, Adalbert Stifter, Anzengruber, Rosegger erfuhren kurze Würdigungen. Die Maler von Moritz von Schwind bis Egger-Lienz lernte man kennen, man horte von Mendel, dem Begründer der Vererbungslehre und verschiedenen anderen hervorragenden Wissenschaftlern, die der deutschen Sache große Dienste leisteten. Zahlreiche Bilder ergänzten das gesprochene Wort. * ** Straßensperre. Wegen Vornahme von Straßenbauarbeiten wird der Hindenburg- wall zwischen Bismarckstraße und Bleichstraße für die Zeit vom 11. bis 30. Juni für den gesamten Fahrzeugverkehr polizeilich gesperrt. Die aufgestellten Sperr- und Umleitungsschilder sind zu beachten. ** Eine öffentliche Mahnung der S ta d t k a s s e wird in unserem heutigen Anzeigenteil veröffentlicht. Wer mit Handwerkskammerbeiträgen, Bürgersteuer, Grund-, Sonder- und Gewerbesteuer usw. im Verzug ist, möge diese Bekanntmachung besonders beachten. ** Ein Ruderboot gestohlen oder abgetrieben? Die Kriminalpolizeistelle Gießen teilt uns mit: In der Nacht zum 1. Juni wurde am Lahnufer in Gießen ein Ruderboot entwendet. Das Boot besteht aus einem Holzgerippe, das mit Segeltuch verkleidet ist. Es hat die Form und das Aussehen einen Faltbootes, ist aber nicht auseinandernehmbar. Die Seitenflächen sind mit grüner, das Verdeck mit beiger Lackfarbe überstrichen. Im Boot können zwei Personen Platz nehmen. Es ist aber auch nicht ausgeschlossen, daß das Boot infolge des Hochwassers abgetrieben ist. ** Ausflug des Eisenbahnervereins Gießen nach Kassel. Der Eisenbahneroerein Gießen und Umgebung unternahm am vergangenen Sonntag in Gemeinschaft mit dem Eisenbahneroerein Grünberg und Umgebung einen Ausflug nach Kassel. Nach unterhaltsam verlaufener Bahnfahrt marschierte man unter den Klängen einer Musikkapelle in Wilhelmshohe ein und besichtigte nach kurzem Imbiß in verschiedenen Lokalen die Sehenswürdigkeiten des Schlosses Wilhelmshohe, den Park, die Herkulesfigur und die Wasserkunst. Leider beeinträchtigte der einsetzende Regen den Aufenthalt im Freien. Diele Teilnehmer fanden die Möglichkeit, auch die Sehenswürdigkeiten der alten einstigen Residenzstadt und ihre schönen Grünanlagen zu besuchen. Sehr befriebigt von den Er- lebnissen des Tages kehrte man am späten Abend in die Heimat zurück. Große Strafkammer Gießen. In mehrstündiger Sitzung, die sich bis in die späten Nachmittagsstunden hinzog, verhandelte gestern das Gericht gegen den Friedrich Heinrich Wenzel aus Ober-Rosbach wegen Unter' Magung im Amt. Der Angeklagte bekleidete bis zum Jahre 1932 das Amt des Gemeinderechners. Während er in den ersten Jahren seiner Tätigkeit seinen Verpflichtungen ordnungsgemäß nachkam, wies die Kaffe, die von der Aufsichtsbehörde von 1924 bis 1932 niemals revidiert wurde, bei einer im Jahre 1932 plötzlich vorgenommenen Nachprüfung einen Fehlbetrag von rund 7000 Mark auf. Die sehr umfangreiche Beweisaufnahme ergab, daß der Angeklagte Gelder aus Holzverkäufen, Verpachtungen usw. laut Hilfstagebuch eingenommen, jedoch nicht in das allgemeine Tagebuch übertragen hatte. Infolgedessen hätten diese Beträge bei dem Kassensturz mehr vorhanden sein müssen, was aber nicht der Fall war. Die Kasse wurde von dem Angeklagten bis auf kleine Differenzen durch Falschbuchungen stimmend gemacht. In der gestrigen Hauptverhandlung wußte der Angeklagte, der von den Zeugen als solid geschildert wird', keine ausreichende Erklärung zu geben, wo die Gelder hingekommen sind. Unter Annahme mildernder Umstände beantragte der Staatsanwalt eine Gefängnisstrafe von einem Jahr zehn Monaten sowie den Erlaß eines Haftbefehls. Das Gericht erkannte auf eine Gefängnisstrafe von einem Jahr. Laubacher Ausschuß 1936. 3) ßaubad), 9. Juni. Das diesjährige Laubacher Ausschußfest begann am Sonntagnachmittag mit Volksbelustigung auf der „Helle". Trotz des schlechten Wetters, das bis zum Abend anhielt, wurde ausgiebig gefeiert. In der Nacht spielte die Kapelle vor den einzelnen Häusern die üblichen Ständchen. Nach dem Wecken am Montagmorgen sammelten sich die 13 Sektionen auf dem Marktplatz und marschierten unter Vorantritt der Kinder und Gabenträger in den Schloßhof, wo der vom Grafen gestiftete, festlich geschmückte Hammel und die Hammelsgabe der Gräfin abgeholt wurden. Der diesjährige Hauptmann Wilhelm Leid- ner I. dankte für die Stiftungen und lud die gräfliche Familie zur Teilnahme an dem Feste ein. Der Graf unterstrich in feiner Erwiderung die tiefere Bedeutung dieses Heimatfestes. Der stattliche Fest- zug bewegte sich anschließend durch die von vielen Zuschauern umsäumten Straßen der Stadt. Nack» dem Würstchen-Frühstück auf dem Festplatz begann das Schießen, an dem alle Laubacher vom 18. Lebensjahre an teilnahmen. Der beste Schütze und Gewinner des Hammels war Georg Stengel. Die Hammelsgabe (Kleid) errang Beruh. Högel. Die Preisträger des Gabenftandes waren: 1. Wil- hem Köhler: 2. Otto Dahms: 3. Heinrich Momber- ger; 4. Heinrich Pitz: 5. Georg Lamm: 6. Otto Stroh: 7. Karl Wirth: 8. Johann Friedrich Rühl; 9. Heinrich Schmidt: 10. Karl Günther; 11. Dr. Ludwig Schmitt; 12. Karl Graulich: 13. Christian Von-Eiff: 14. Friedrich Zimmer; 15. Karl Kopp; 16. Wilhelm Diehl; 17. Willy Michel: 18. Wilhelm Becker; 19. Otto Source; 20. Artur Desch; 21. Otto Högy: 22. Georg Schars: 23. Wilhelm Leidner I.; 24. Ernst Högy: 25. Heinrich Melchior; 26. Karl Poth: 27. Heinrich Kircher; 28. Wilhelm Döll. Den Schram s Puddinge munden Kranken und Gesunden! siegreichen Schützen wurden gegen Abend die Gaben in feierlichem Zuge ins Haus gebracht, während der Hammelschütze von dem Vorstand der Ausschußge- ^ellschaft und den Sektionen vor das Schloß begleitet wurde, wo ihm der Graf die Hammelmünze überreichte. Am Abend und noch während der Nacht herrschte auf der „Helle" frohes Volksfesttreiben. Der dritte Ausschußtag (Dienstag) begann mit dem alljährlich durchgeführten Ferkel- und Krämermarkt. Etwa 200 Ferkel standen zum Verkauf, die zu Durchschnittspreisen von 25 bis 35 Mark je nach Alter abgesetzt wurden. Am Nachmittag versammelten sich die Kinder vor dem Hause des Hauptmanns und zogen mit ihm, sowie dem gesamten Vorstand der Ausschußgesellschaft nach dem Festplatz, wo bei Volksbelustigung und Kinderspielen, wie Hahnenschlag, Wettlauf usw. das schöne Fest seinen Ausklang fand. Mission, sich seiner Pflicht als evangelischer Christ voll und ganz bewußt zu sein. Mit dem Lied „Ach bleib mit deiner Gnade" wurde das Fest geschlossen, das wegen des dauernden Regens nicht sehr viel auswärtige Gäste sah, aber um so mehr eine festlich gestimmte, feiernde Gemeinde, die ihr einzig schönes Gotteshaus bis auf den letzten Platz füllte. Die Kollekte betrug 80 Mark. 20: Nachrichten. 20.15: Stunde der jungen Nation: „Volk, flieg wieder!" 20.45: Unterhaltungskonzert. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.30: Nachtmusik und Tanz. 24 bis 2: Nachtmusik. Donnerstag. 11. Juni. 6 Uhr: Choral — Morgenspruch, Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Bäderkonzert. 9.30: Musik am SS.Hauptversammlung des DHL. in Schlüchtern auch von vlab oder braun — was wählen Sie? C Sf 36 Fortsetzung Nachdruck verboten! Sieht nicht ein braungebrannter Mensch viel gesünder und sportlicher aus? Also: wer sein Aussehen verbessern will, der bräunt sich mit Sonne u. Nivea! Aber stark genug einreiben! -h Treis a. d. Lumda, 9. Juni. Die Evangelisch-kirchliche Frauenhilfe zu Treis a. d. Lumda, die im November 1910 ins Leben gerufen worden war, hätte schon im vorigen Jahr ihr 25jähriges Jubiläum feiern können. Man verschob aber die Feier, um sie mit dem für dieses Jahr auf den jüngsten Sonntag anberaumten Frauentreffen der Evangelischkirchlichen Frauenhilfen des Kreises Gießen zu verbinden. Im Festgottesdienst des Vormittags gedachte der Ortspfarrer des Jubeloereins, wies auf die Aufgaben der kirchlichen Frauenhilfe hin und ermahnte zum Festhalt im Glauben, zum Wachsen in der Liebe und zur Treue in der Vereinsarbeit. Der Airchenchor verschönte die Feier durch den Vortrag von zwei Chören. In der Mittagszeit brachten zwei Extrazüge von Grünberg und Lollar her die Frauenhilfen des oberen und des unteren Lumdatals, dazu noch die von Göbelnrod, Lehnheim, Bersrod und Beuern, insgesamt über 900 Frauen, zum Frauentreffen hierher. Wegen des regnerischen Wetters konnte die Feier leider nicht auf dem hergerichteten Festplatz im Freien abgehalten, sondern mußte als Paralleloersammlung in der Kirche und in Mills Saal durchgeführt werden. In der Kirche predigte Pfarrer Schmidt (Laubach) im Anschluß an Jesaia Kap. 6 über die Sendung der evangelischen Frau. In Mills Saal, der vom Besitzer in dankenswerter Weise kostenlos zur Verfügung gestellt worden war, begrüßte nach einem von der Versammlung unter Begleitung des hiesigen Posaunenchores gesungenen Choral zunächst die Vorsitzende der Frauenhilfen des Kreises, Frau Kreuder (Gießen), die Versammelten und den Jubelverein, dem sie ein Festgedicht gewidmet! hatte, und erstattete den Jahresbericht des Kreis- gend. Direktor Röhricht schilderte im Anschluß an das Wort Matth. XX, 28 den Weg der Kirche als den Weg des Dienstes, einst von dem Herrn der Kirche klar vorgezeichnet und von Luther wieder von neuem gewiesen. Wichern mit seinem Rauhen Haus 1833 bei Hamburg, und Fliedner mit seiner Diakonissenanstalt in Kaiserswerth 1836 gegründet, sind die beiden Kraftzentralen, von. denen in den unteren Geschoß mit massiven Steinen ausgeführt, am besten vielleicht Zementtuffsteine, und erhält ein oberes Geschoß in Fachwerk aufgesetzt, so daß dahöheren Preis erzielen, die Konkurrenz würde uns nicht ins Gehege kommen —" Schlottmann sah sich beinah mitleidig an: „Und das soll ich Ihnen glauben, Fräulein Zedlitz? Wenn ein Kunsthändler Bilder wirklich für wertvoll hält, wird er sich hüten, den Käufer an jemand anders zu weisen." „Aber ich habe doch in diesem Sinne dem französischen Kunsthändler geschrieben." „Auch das ist uns bekannt, der Brief ist in unseren Händen. Aber er beweist uns nur, daß Sie es verstanden, mit Hilfe Torssons die Deoisenschiebung irgendwie zu decken." „Wenn Sie mir nicht glauben, habe ich kein Mittel, Ihnen meine Unschuld zu beweisen." In Benedikte kämpfte die Verzweiflung mit einer tiefen Empörung. Gab es das, daß ein unschuldiger Mensch verdächtigt wurde, daß man jedes seiner Worte als Lüge nahm? Was sollte sie nur tun, um diese unglückselige Geschichte, deren Hintergründe sie nicht verstand, aufzuklären? Wie jammervoll allein war sie, wie entsetzlich verlassen! Sie kämpffe mit ihren Tränen. „Nun, lassen wir zunächst einmal Ihre Sache, Fräulein Zedlitz, wenden wir uns erst mal Ihrem Vetter zu. Vielleicht ist er der Schuldige, vielleicht wollen Sie ihn schützen. Aber das wäre sehr töricht. Wir sind der ganzen Devisenschieberbande auf der Spur, es entgeht uns keiner mehr. Sie können Ihren Vetter nicht mehr retten, reiten Sie sich also nicht immer mehr hinein und Überlassen Sie ihn seinem Schicksal." „Hans-Hermann ist also wirklich beteiligt?" fragte Benedikte entsetzt. Und dann war es doch mit ihrer Fassung vorbei. Sie warf sich über den Tisch, sie schluchzte, sie wußte nicht, daß sie in ihrer Verzweiflung immerfort den einen Namen vor sich hin sagte: „Jens, Jens!" Der Kriminalkommissar horchte auf. „Wer ist denn das, Jens? Don wem sprechen Sie denn da?" Benedikte fuhr zusammen. Um Gottes willen! Brachte sie da noch jemanden in Gefahr, den ge- liebteften Menschen? — Aber ehe sie noch etwas antworten konnte, wurde plötzlich die Tür aufgerissen. „Wer ist denn das?" fragte der Kommissar fassungslos. Das braune Negergesicht Josuas erschien in der Tür, entsetzt, erschreckt, verstört. „Was wollen Sie denn hier?" fragte der Kommissar. „Wer sind Sie?" „Wegen Hans-Hermann?", fragte Benedikte mit zitternder Stimme. In den Augen des Beamten blitzte es auf: „Ah so, Ihr Vetter ist also tatsächlich mitbeteiligt bei diesem Devisenschmuggel?" Benedikte fuhr zurück. Mit irren Augen sah sie den Beamten an: „Devisenschmuggel?" Was meinte der Beamte nur? Sie machte eine hilflose Bewegung. „Ich habe keine Ahnung, Herr Kommissar." Kriminalkommissar Schlottmann sah sie streng an. „Es hat wenig Zweck, wenn Sie mir etwas vor- lügen, Fräulein Zedlitz. Sind eine Reihe Bilder Ihres verstorbenen Onkels" — er sah in seinem Notizbuch nach — „Ihres verstorbenen Onkels Hubert Zedlitz nach Paris gegangen?" „Allerdings, aber — das ist doch nicht verboten?" Schlottmann lächelte ironisch: „Allerdings nicht, Fräulein Zedlitz. Aber, was verboten ist, und weswegen ich Sie vernehmen muß: Wieso kamen in die Rahmen der Bilder und zwischen die Leinwand Devisen? Was wissen Sie mir darüber zu sagen?" Benedikte öffnete den Mund Sie wollte etwas erwidern, aber die Stimme gehorchte ihr einfach nicht. „Lassen Sie sich Zeit, Fräulein Zedlitz. Sammeln Sie Ihre Gedanken. Aber dann erzählen Sie möglichst alles. Ich rate Ihnen gut, wenn Sie Ihre Lage erleichtern wollen, können Sie es nur durch völlige Offenheit." Benedikte preßte die Finger in die Handflächen, oaß es schmerzte. Sie mußte sich zur Ruhe zwingen, sie mußte diesem ungeheuerlichen Verdacht begegnen können. Sie begriff das alles nicht, aber sie verstand, sie war in höchster Gefahr, gelang es ihr nicht, den Verdacht völlig zu entkräften. „Herr Kommissar", — ihre Stimme zitterte, gewann dann aber Festigkeit — „ich versichere Ihnen, bei allem, was mir heilig ist, ich habe nicht die geringste Ahnung von diesen Dingen gehabt. Ich übergab Herrn Kunsthändler Torsson den Verkauf der Bilder in Paris?" „Stimmt, Torsson ist uns genannt worden. Aber wieso schreiben Sie dann nach Paris, wieso veranlaßten Sie den Verkauf der Bilder und die Ausstellung dort? Wenn Sie die Sache Torsson Übergeben hatten, hatte er sich doch darum zu kümmern." „Er sagte, es wäre besser, wir würben einen Gutenberg-Ecke im Mainzer Hauplbahnhos. LPD. Mainz, 9. Juni. In der Fahrkar- ten-Verkaufshalle des Mainzer Hauptbahnhofs hat die Reichsbahndirektion eine schlichte Ausstellung einrichten lassen, die auf den Erfinder der Buchdruckerkunst hinweist. Im Mittelpunkt der kleinen Schau steht eine Reproduktion aus dem ersten Bibeldruck Gutenbergs. Es ist geplant, diese Gutenberg-Ecke durch Aufstellung einer Büste und Auslegung weiterer Drucke zu einer dauernden Einrichtung zu machen. Vater und Sohn wegen Untreue verurteilt. LPD. Mainz, 9. Juni. Wegen fortgesetzter Untreue und Unterschlagung verurteilte die Zweite Große Strafkammer den ehemaligen 56jährigen Rechner der Spar- und Darlehenskasse in Bretzenheim, Wilhelm Heinrich Weimer, zu zwei Jahren Gefängnis und 5000 Mark Geldstrafe. Sein 26jähriger Sohn, der als Angeftell- ter der Kaffe gemeinsam mit seinem Vater die gleichen Verbrechen begangen hatte und außerdem noch Urkunden fälschte, erhielt zwei Jahre einen Monat Gefängnis, sowie ebenfalls 5000 Mark Geldstrafe. Vater und Sohn haben der Kasse etwa 19 0 0 0 Mark veruntreut. wurden die auswärtigen Gäste in den Häusern unserer Bevölkerung mit Kaffee und Kuchen bewirtet. Der Posaunenchor, der die Gäste am Bahnhof mit Musik abgeholt hatte, begleitete sie wieder zu den Abendzügen. Schwester Irma, früher in der Zuflucht ____ Gießen die Leiterin, jetzt in Mainz, gab in heiteren und ernsten Erlebnissen packende Bilder aus ihrer helfenden und beratenden Tätigkeit, dabei mütterlich sorgende Worte spendend für Eltern und Ju- Dekanatsfest des Dekanats Gießen für Innere Mission in Leihgestern. Die diesjährige Hauptversammlung des V H C. fand am 6. und 7. Juni in Schlüchtern statt, verbunden mit der Feier des 25jährigen Bestehens des Zweigvereins Schlüchtern. Letztere fand am Samstagabend in der Turnhalle statt. Am Samstagnachmittag wurde die Beiratssitzung der Vertreter der Zweigvereine unter Leitung von Dr. Bruchhäuser abgehalten, um die Verhandlungsgegenstände für die Hauptversammlung oorzubereiten. In der am Sonntagvormittag stattgehabten 5 5. Hauptversammlung war die Partei durch den Ortsgruppen- und stellvertretenden Kreisleiter vertreten. Die übrigen geladenen Behörden und Stellen hatten wegen Verhinderung Grüße gesandt. Mit besonderer Freude wurde der Ehrenvorsitzende Karl Link begrüßt. Nach der Ehrung der im letzten Jahre verstorbenen Mitglieder machte der Leiter der Versammlung, Dr. Bruchhäuser, Mitteilung von dem Ergebnis der Beiratssitzung. Vorn nächsten Jahre ab wird das jährliche Hohe- rodskopfsest gemeinsam mit der Turner- schaft abgehalten werden. Eine selbständige A u t o 1 i n i e zum Hoherodskopf ist von der Post- direktion abgeschlagen worden, dagegen wird die Autolinie Ulrichstein—Schotten Stichfahrten zum Hoherodskopf ausführen. Der Bismarckturm auf dem Taufstein muß ausgebessert werden, die Kosten werden 500 Mark betragen. Der vom Der- einsführer bekanntgegebene Tätigkeitsbericht, Wegebezeichnungen, Wanderungen, Vorträge in den Zweigvereinen,- Bergwacht und Naturschutz umfassend, wurde von der Versammlung gutgeheißen. Eine Fahrpreisermäßigung bei der Bahn wurde abgeschlagen, trotzdem die Wandervereine gute Kunden der Bahn sind. Werbewart L. Dem (Offenbach) forderte zu reger Werbung auf. Er konnte den fleißigsten Werbern goldene Werbenadeln überreichen, darunter dem Vereinsführer Dr. Bruchhäuser für neun geworbene Mitglieder. Die vom Rechner Glock (Schotten) geführte Rechnung gab zu Anständen feinen Anlaß. Die in diesem Jahre erforderliche Neuwahl des Vereinsführers des Gesamt-VH C. wurde unter der Leitung des Ehrenvorsitzenden Karl Link Dorgenommen, und sie ergab die e i n ft i m m i g e Wiederwahl des seitherigen Vereinsführers Dr. Bruchhäuser, der seinerseits seine Mitarbeiter bestimmen wird. Der wichtigste Beratungsgegenstand war der geplante Erweiterungsbau auf dem Hoherodskopf. Dem zunehmenden starken Fremdenverkehr sind die beiden Klubhäuser nicht mehr gewachsen. Da die Südfront erneuert werden muß, sieht der Plan des Architekten, VHCBr. Schmidt, eine Erweiterung des Wirtschaftsraumes und Unterkellerung der alten Räume vor. Der Bau wird im * Leihgestern, 9. Juni. „Schmückt das Fest mit Maien, lasset Blumen streuen". An diese Worte mußte man am Sonntag unwillkürlich beim Eintritt in unsere Kirche denken, in der Birken und ein mit Blumengewinde herrlich geschmückter Altar jedem zeigte, daß ein besonderes Fest in unserer Gemeinde gefeiert wurde, das Dekanatsfest für Innere Mission. Der Dormittagsgottesdienst als Auftakt im Anschluß an das Evangelium des Sonntags unter dem Thema: „Letzter Befehl" führte die Gemeinde in die Welten der Aermften der Armen in der Heimat, die die Innere Mission zu betreuen hat. Im Mittelpunkt des Festgottesdienstes am Nachmittag, gehalten von dem Direktor der Inneren Mission für Nassau-Hessen, Pfarrer Röhricht- Darmstadt, stand auf Grund von Joh. XV. 16, 17 der Gedanke: Die ewige Bedeutung der Kirche und ihrer Liebesarbeit, Grund, Kraft, Aufgabe und Ziel. Umrahmt war die Feier von zwei Chören des Kirchengesangoereins unter Leitung des Oberreallehrers Blaß- Gießen und den Vorträgen des Posaunenchors Leihgestern unter feinem Dirigenten Leun In der Nachversammlung nach der Kaffeepause gab nach einem kurzen Grußwort des Ortspfarrers Bönning (Rödgen), der Vertrauensmann für Innere Mission im Dekanat Gießen, den Jahresbericht mit der erfreulichen Feststellung, daß die Gaben in den letzten Jahren gestiegen seien. Der Dekanatserziehungsverein in denselben Händen hat zwanzig Pfleglinge untergebracht und betreut sie. Großes Krauentreffen in Treis a. Lda veranschlagt. Da jetzt schon 10 500 Mark zur Verfügung stehen, von denen 3500 Mark freiwillige Spenden der Mitglieder sind, hält es Dr. Bruch- Häuser fürs beste, baldigst mit dem Bau zu beginnen, dem auch die Versammlung zustimmt. Die Stellung des V H C. zum Reichsbund für Leibesübungen erhält durch L. Dem seine Klärung, der betonte, daß, da der VHC. em Glied des R^ichsbundes für Leibesübungen ist und ebenfalls die neue Flagge des Reichsbundes für Leibesübungen zu führen hat. Mit dem Sieg-Heil auf den Führer und den Gesang der Lieder der Nation fand die Hauptversammlung ihren Abschluß. Der Schlüchterner Zweigverein hatte für die Nichtteilnehmer an der Hauptversammlung eine Autofahrt zur Steckelsburg bei Ramholz, der Burg Ulrich von Huttens, und eine Führung durch die Stadt durchgeführt. Nachmittags bewegte sich unter Vorantritt der Fahnen und Wimpel der Festzug durch die Stadt zu dem herrlich oberhalb des Bahnhofes gelegenen Acisbrunnen. 2Iber Josua schien plötzlich einen unbegreiflichen Mut zu haben. „Werden Sie mir sehr brauchen", erklärte er. „Sein ich zurückgekommen, haben ich gehört hier Unterhaltung, muß ich kommen, Herr Kommissar, Fräulein Zedlitz sein ganz unschuldig, aber etwas anderes ich sagen muß: Motorjacht von „Burg" heute nacht wieder in See. Reden die Leute von großes Geheimnis, Schmuggel oder so, ich nicht wissen genau, was. Aber ich wissen, daß damit haben zu tun, was Kommissar hier machen. Hier nix zu finden. Fräulein Zedlitz nix wissen davon, aber Leute auf „Burg" wissen davon. Ich haben erzählen unsere Schulmeister davon, er heute abend gehen horchen, ob er etwas herausbekommen, er haben wollen zu Motorjacht." Benedikte schrie auf. Sie faßte Josua bet den Schultern. "Was sagst du da? Jens? Um Gottes willen, wenn ihm etwas geschieht." „Ich haben ihm sagen, er sollen vorsichtig fein", versicherte Josua treuherzig. Der Kommissar hatte gespannt zugehört, jetzt fiel er ein: „Also der Schulmeister heißt Jens?" „Jens Petersen. Herr Kommissar. Ich bitte Sie, helfen Sie. Jetzt ist mir alles klar. Diese Leute auf der ,Burg' müssen abgefeimte Schurken sein. Sie haben Hans-Hermann irgendwie gezwungen, mit» zumachen, ich weiß nicht, wodurch. Helfen Sie, Herr Kommissar!" Sie war völlig außer sich. Der Kommissar beobachtete sie scharf. Nein, er hatte sich getäuscht, so sah kein Mensch aus, der irgendeine Schuld auf sich hatte. Diese Benedikte Zedlitz war nicht beteiligt an den Devisenschieburi- gen, sie war ein argloses Opfer geworden. Die wirklich Schuldigen saßen an ganz anderer Stelle. „Sie sprachen von einem Motorboot, das in See gehen soll? Um was für ein Motorboot handelt es sich?" Mit fliegendem Atem berichtete Benedikte. „Jede Minute ist kostbar, Herr Kommissar. Sicher sind die Verbrecher jetzt schon auf See. Und, mein Gott, wenn sie Jens etwas getan hätten!" Sie schwieg. Sie konnte diesen furchtbaren Gedanken nicht zu Ende denken. Der Kommissar überlegte schnell. „Wo ist hier das Postamt, Fräulein Zedlitz?" „Ich Ihnen zeigen werden, Herr Kommissar", erbot sich Josua schnell, „aber alles schon sein zu- gesperrt dort" Fortsetzung folgt. „Sieh doch nicht so verängstigt aus", flüsterte ^sieggy, „sollen denn die anderen merken, was los ■ jft?" Laut fuhr sie fort: „Eine herrliche Nacht, ich ffreue mich schon auf den Sonnenaufgang morgen *rüh. Kinder, habt Ihr auch ordentlich Rotwein an ®orb, daß man einen Glühwein machen kann, wenn -s kalt wird? Sie können's mir glauben, Herr Zedlitz, 23 wird früh mächtig frisch." Sie schob vertraulich ihren Arm unter den feinen und zwang ihn förmlich, die Motorjacht zu besteigen. „Diel Vergnügen", rief es aus der Menge der nmgen Burschen, und man hörte ein Geräusch wie »en ausgetauschten Küssen. Peggy wandte sich um, drohte mit dem Finger lachend zu der an dem Bootssteg wartenden Gruppe: „Kümmert euch um eure eigenen Deems", rief sie, dann verschwand sie auf der Motorjacht. Die beiden Bootsleute sprangen nach, ein kurzes Kommando hinunter zum Maschinenraum. Knatternd 'stzte sich die Jacht in Bewegung und verschwand bald c us dem Meere. Benedikte schrak auf. Die altmodische Schelle vorn kn der Gartentür hatte angeschlagen. Wer wollte fienn jetzt etwas von ihr? I Sie ging ums Haus herum. In der halben Däm» fnerung sah sie einen Herrn stehen. „Fräulein Benedikte Zedlitz?", fragte er. „Jawohl, was möchten Sie bitte?" „Wollen Sie mich bitte einlaffen." Befremdet sah Benedikte den Unbekannten an. „Darf ich fragen, was Sie hierherführt und wer Sie sind?" Da fuhr sie zurück. Der Fremde hatte die Klappe I Lines braunen Sommeranzugs zurückgeschlagen: !«ne Marke glänzte auf. „Kriminalpolizei!", sagte er gedämpft. Mst jüiernben Händen öffnete Benedikte. j” „Bitte!", sie machte die Tür zum Wohnzimmer auf. i „Kriminalkommissar Schlottmann", stellte der Be- bi*ttte sich vor. „Nehmen Sie Platz, Fräulein Zedlitz. ' habe eine Vernehmung zu machen." woöteiiüw Roman von Marlise Kölling. Urheberrechtsschutz: Verlag Oskar Meister, Werdau. Verbundes für 1935. Der Bericht konnte nicht nur auf ein Wachsen des Verbandes, sondern auch auf erfreuliche Zunahme des Besuches der Frauenhilfentreffen, deren fünf abgehalten worden waren, Hinweisen. Die Treffen fanden in Saasen, Allertshausen, Heuchelheim, Hungen und Kirchberg statt. Die Kassenverhältnisse des Kreisoerbandes halten sich mit einigen hundert Mark in gleicher Höhe in Einnahme und Ausgabe. Die Rednerin gab bekannt, daß die nächstjährige Versammlung des Lumdatales auf Einladung Der Frauenhilfe Staufenberg auf Burg Staufenberg gehalten werden soll. Nach einem Chorvortrag des Kirchenchors sprach die Schriftführerin des Landesverbandes, Frl. Wehrendorff (Alsbach), in tief religiösen, auf Worte der heiligen Schrift gegründeten Ausführungen über das für diese Versammlung gestellte Thema: „Mütter bauen Gemeinde." Sie führte in ergreifenden Worten den etwa 500 gewannt lauschenden Zuhörerinnen die Aufgaben der Mütter gegenüber ihrer Familie, Gemeinde, Kirche und Volk vor Augen und bat sie, nach Kräften mitzuhelfen, daß unserem evangelischen Volk und insonderheit der Jugend der kostbare Schatz unseres evangelischen Glaubens erhalten werde. Nach einem weiteren Vortrag des Kirchenchores und den Schlußworten des Ortspfarrers wurde die Tagung mit dem Gesang „Nun danket alle Gott" gegen 17.30 Uhr geschlossen. Wegen den Paralleloersammlungen abwechselnd zwischen Kirche und Saal mußten alle Redner zweimal sprechen, auch Kirchenchor und Posaunenchor ihre Vorträge zweimal halten. In der Kaffeepause Morgen. 10: Schulfunk. 10.30: Sendepause. 11: Nachrichten. 11.30: Bauernfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.10: Dem Opernfreund (VII). 15: Volk und Wirtschaft. Oeffentliche Aufträge. Die Vorschriften der neuen Verdingungsordnung. 15.15: Kinderfunk. 16: Unterhaltungskonzert. 17.30: Noten und Anekdoten. Ein beschwingter musikalischer Reigen. 18: Konzert. 19: Konzert. 19.45: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: Militärkonzert. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 22.30: Tanzmusik. 24—2: Nachtkonzert. JtunDfunfprogramm. Mittwoch, 10. Juni. 12 Uhr: Mittagskonzert. 13: Nachrichten. Anschließend: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Das Phänomen der Stimme (VIII). Rudolf Bockelmann. 15: Volk und Wirtschaft: Wie lieft man den Reichsbankausweis? 15.15: Südwestdeutsche Erzähler: „Der unbekannte Soldat." Von Joachim von der Goltz. 16: 1. Unterhaltungskonzert. 2. Kammermusik. 17.30: Englischer Besuch in Trier. 18: Musikalische Spezialitäten! 19.45: Erzeugungsschlacht. hundert Jahren ihres Bestehens der Kraftstrom christlicher Liebesarbeit auf dem Weg des Dienstes in Taufenden von Anstalten und Heimen Licht und Leben geschaffen hat. Aus den beiden Bäumchen, Rauhes Haus und Gartenhäuschen in Kaiserswerth, sind mächtige Bäume geworden, in deren Schatten Epileptische und Krüppel, Alte und Sieche, Verwahrloste undStrafentlasseneHilfe undErquickung fürßeib und Seele finden. Und gerade an diesen letzten Gedanken Hilfe, Aufrichtung, Rettung der Seele, liegt als ihrem höchsten und letzten Ziel die innere Notwendigkeit der Inneren Mission für alle Zeiten. Denn hier steht die Kirche unter dem höchsten Befehl ihres Herrn. Und ihm gegenüber gilt unbedingter Gehorsam. Als letzter Redner überbrachte Dekan Sattler (Wieseck) die Grüße des Dekanats, dankte der Gemeinde und all denen, die zum Gelingen des Tages beigetragen und schloß mit dem durch ein größerer Gastraum und eine größere Anwarmen Appell, am kommenden Samstag und zahl Fremdenzimmer geschaffen werden können. Die Sonntag, den beiden Sammeltagen der Inneren Kosten des Erweiterungsbaues sind auf 13 000 Mark Aus den preußischen Rachbargebieten des Wirtschaft und Salzböden. Es wurde betont, daß das Material schönsten Bullen hatte die zeigen. Mit großem Inter- Hochzeit feiern. — besichtigte dieser Tage enviehes sämtliche Zuchtbullen der Gemeinden Krofdorf, Launsbach, Odenhausen bei dieser Besichtigung durchweg gut sei. Den Gemeinde Salzböden zu „ „ esse wurde beobachtet, wie der Bullenhalter von Launsbach mit seinen Bullen ankam, die er vor einen Wagen gespannt hatte. Der Fall ist sicherlich nicht alltäglich, Bullen im Geschirr gehen zu sehen. — Der W a n d e r k l u b „Naturfreunde" hat an verschiedenen Stellen Ruhebänke aufgestellt. Leider wurden diese Bänke von Bubenhänden zum Teil schon erheblich beschädigt. Die Urn- kleidehalle des Turnvereins war ebenfalls heimgesucht worden. Hoffentlich gelingt es, die Täter bald einer gerechten Strafe entgegenzuführen. <> Hochelheim, 9. Juni. Der K r e i s v e r- band der Evangelischen Frauenhllfe hielt am Sonntag in der hiesigen Gemeinde sein Iah res fest ab. Trotz des regnerischen Wetters war das Fest außerordentlich gut besucht. 42 an- geschlossene Vereine mit über 2000 Mitgliedern, sowie zahlreiche sonstige Gäste (insgesamt etwa 3000 Teilnehmer) nahmen an dem Feste teil. Bei der Ungunst der Witterung konnte die Veranstaltung nicht im Freien stattfinden; sie wurde daher in der Kirche und in einer Sägewerkshalle, die man festlich hergerichtet hatte, abgehalten. Die Posaunenchöre von Großrechtenbach, Hochelheim und Hornsheim eröffneten das Fest mit einem Posaunen- Grundsteinlegurig zu einem neuen HI.-Heim. NSG. In der Nähe von Braunfels konnte dieser Tage in Gegenwart zahlreicher Ehrengäste der Partei, der Behörden und des öffentlichen Lebens und unter starker Teilnahme der Bevölkerung der Grundstein zu einem neuen HI- Heim gelegt werden. Im Rahmen der eindrucksvollen Feier, der auch die Obergauführerm des BDM. beiwohnte, ergriffen nach dem Dorspruch der Maurer und dem Verlesen der dem Grundstein eingefügten Urkunde Stabsleiter Oberbannführer Brandt in Vertretung des Gebietsführers, Kreis- leiter Haus, und Bannführer K r u m e i ch das Wort. Kreis wehlar. m Wißmar, 9. Juni. Dieser Tage konnte der Maurer H. Becker von hier mit seiner Ehefrau Karoline, geb. Wagner, das Fest der silbernen - ' ' Die Körkommission do. 5 bis 6. Am Obst- und Süd f rü ch t e m a r k t verblieben bei geringem Angebot in Erdbeeren und Kirschen Ueberstände. Die Preise waren rückgängig. Ausländische Aepfel, Apfelsinen, Kirschen und Aprikosen waren gering angeboten und hatten bei langsamem Geschäft kaum veränderte Preise. Es notierten- Erdbeeren la 60 dis 65, I 55 bis 60, II 45 bis 50, III 35 bis 40, do. Monats 120, Kirschen 25 bis 35, unreife Stachelbeeren 15 bis 18, Aepfel ca. 18 bis 19 kg netto 17 bis 20 Austral., do. 15 bis 18 Chile, Apfelsinen Imperial 22 bis 25 span., do. ital 26 bis 30, Aprikosen brutto 38 bis 45 ital, Bangnen Kiste 12% kg netto 8,50 bis 9 Kamerun, do. Brasil. 7 bis 7,50, do. Westind. 8% bis 9, Zitronen 360 und 300 Stück 7 bis 8. Ttindermarft in (Hießen. Auf dem gestrigen Rinder-Nutzviehmarkt in Gießen standen 533 Stück Großvieh, 154 Fresser und 145 Kälber zum Verkauf. Es kosteten: Milchkühe oder hochtragende Kühe 1. Qualität 480 bis 650 Mk., 2. Qualität 350 bis 460 Mk., 3. Qualität 200 bis 310 Mk., Rinder, bis ^jährig 120 bis 200 Mk., %= bis zweijährig 220 bis 280 Mk., tragend 290 bis 480 Mk., Kälber bis zwei Wochen 32 Mk., bis vier Wochen 52 Mk., bis sechs Wochen 72 Ml. Ausgesuchte Tiere über Notiz. Nächster Markt 23. Juni. Marktverlauf sehr schleppend. Molkereigenossenschaft Groß-Felda. Groß-Felda, 9. Juni. In Anwesenheit von Revisor Weber vom Milchversorgungsverband hielt die' hiesige Molkereigenossenschaft ihre diesjährige Generalversammlung ab. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Friedrich Wilhelm Stein- Stumpertenrod, begrüßte die 333 erschienenen Genossen. Direktor Schüßler gab den Ge- schästsbericht und die Bilanz bekannt. Bei einer Einnahme von 203 929,61 Rm. verblieb ein lieber» schuß von 5351,56 Rm. Dieser Überschuß wurde auf Vorschlag des Aufsichtsrates wie folgt verteilt: 5 Rm. Tagegelder, 5 v.H. Verzinsung der Anteile, ein einfaches Essen. Der Rest wurde dem Reservefonds überwiesen. Gegenüber dem Vorjahr konnten die Außenstände um den Betrag von 16 843,53 Rm. gesenkt werden. Im Durchschnitt wurde für den Liter Milch 13,89 Pfennig bezahlt, einschließlich der Unterstützungsbeiträge. Revisor Weber sprach seine volle Anerkennung der Leitung der hiesigen Molkerei aus und stellte seine Behauptungen durch die Anführung von Zahlen unter Beweis. Er er« aufzuweisen, geführt von einigen Spezialwerten. So gewannen Reichsbank gegenüber dem feiten Berliner Schluß 2 v. H., Siemens 0,50 v. H., Aku 1,50 v. H. Die übrigen Elektrowerte ebenfalls eine Kleinigkeit fester. Auch Montanaktien bis 0,25 v. H. fester gesucht. Im Verlaufe der Abendborse verstärkte sich die Nachfrage, Kaufhof zogen auf 49,40, Daimler auf 125,75, Südd. Zucker auf 230 (225,50) an. Auch deutsche R e nien blieben gut gehalten und gefragt. Altbesttz 113,10, Kom- munal-Umschuldung 89,65. Auslandsrenten waren vernachlässigt und nicht wesentlich verändert. Es notierten: Altbesitz 113,10, Farbenbonds 136, 4proz. Rumänen 6, 3,5proz. Schweiz. Bundesbahn 222, 5proz. Mexikaner 6,25, Reichsbank 201, Buderus 108,50, Harpener 132,25, Klöckner 109,25 bis 109,40, Mannesmann 103,50, Hoesch 114,40, Rheinstahl 136,65, Verein. Stahlwerke 98 75, Aku 56,75, AEG. 37, BMW. 144, Bekula 150,25, Man 124, Daimler 125,25-125,75, Erdöl 136,25, E-sen- handel 143, Scheideanstalt 264, Deutsche Linoleum 18, Licht & Kraft 160, IG. Farben 174,6£—174,75, Frankfurter Hof 73, Gesfürel 144 25 fiolömann 132,50, Junghans 103, Lahmeyer 146, Muag 109,50, Metallgesellschaft 142,75, Moenus 91, RWE. 139 50, Stempel 71,50, Schuckert 157,50, Siemens 201, Kaufhof 48,90-49,40, Zellstoff Aschaffenburg 109, Waldhof 146,50, füdd. Zucker 230, Reichsbahn-Vorzugsaktien 123,40, AG. für Verkehr 126, Hapag 15,25. v Ä Jrantfurter Obst, und ©emufemarn. Frankfurt a. M., 9. Juni. Das Gesamtangebot von Gemüse war sehr gut, besonders von Karotten, Kohlrabi, Kopfsalat, Rettich und Wirsing. In Salat verblieb Ueberftanb. Bei befriedigender Nachfrage erhöhten sich die Preise etwas, für Karotten, Kohlrabi, Rettich und Spargel waren sie fallend, sonst lagen sie aber kaum verändert. Für ausländische Bohnen und Kartoffeln war lebhafter Verkauf, Kartoffelpreife lagen höher. Es notierten: Blumenkohl I 40 bis 60, do. II 15 bis 35, Bohnen, Körbchen ca. 5 kg brutto 2,10 bis 2,60 ital., Erbsen 22 bis 24, Gewürzei großes Bündel 30 bis 40, Salatgurken (Treibhaus) 18 bis 30, do. Kasten 12 bis 30, Karotten 8 bis 10, gelbe Kartoffeln 4,05 bis 4,10, do. lange ital. 12 bis 14, do. runde ital. 9% bis 10%, Kopfsalat 3 bis 6, Petersilie 40 bis 45, Radies Bündel 4 bis 5, Rettich Stuck 5 bis 10, Rhabarber 4% bis 5%, Römifchkohl 5 bis 7, Spar- gel I 23 bis 50, Spinat 12 bis 15, Weißkraut früh 10 bis 12, Wirsing 6 bis 7, Zwiebeln mit Schlotten 7 bis 8, ägypt. Zwiebeln 10% bis ll3/«, ital. Die llmsatzentwicklung des Einzelhandels im April. Fwd. Das Institut für Konjunkturforschung und die Forschungsstelle für den Handel beim RKW. veröffentlichen gemeinsam einen Bericht über den Verlauf der Umsätze des Einzelhandels bis zum April dieses Jahres, dem u. a. zu entnehmen ist, daß auf Grund vorläufiger Ermittlungen der beiden Institute die Umsätze des deutschen Einzelhandels im April dieses Jahres um 9 v. H. hoher lagen, als im April 1935. Damit setzte sich der fonjunftu« rette Aufschwung des Einzelhandels seit Beginn dieses Jahres mit bemerkenswerter Beständigkeit fort. In den vier ersten Monaten von 1936 lagen seine Umsätze ziemlich gleichmäßig um durchschnittlich etwa ein Zehntel höher als in den gleichen Monaten des Vorjahres. Gegenüber dem April 1933, dem Jahre, das dem Einzelhandel am Ende der Wirtschaftskrise die niedrigsten Umsätze gebracht hatte, sind die Umsätze des April 1936 dem Werte nach um 28 v. H. gestiegen. An diesen Erhöhungen der Umsatzwerte waren in gewissem Umfang Preissteigerungen beteiligt, doch sind offenbar in allen Gruppen auch die abgesetzten Mengen gestiegen. ^bein-Mainlsche Börse. INittagsbörfe: Aktien erneut fest. Frankfurt a. M., 9. Juni. Gegenüber den ruhigen und eher schwächeren vorbörslichen Umsätzen war eingangs und im Verlaufe des amtlichen Verkehrs die Haltung am Aktienmärkte ausgesprochen fest und teilweise lebhaft. Renten lagen ruhiger und etwa behauptet, so späte Schuldbucher 98,75, Kommunal-Umschuldung 89,65. Altbesitz aber lebhafter und 0,25 v.H. höher. Reichsbahnoorzuge ebenfalls 0,25 o. H. fester. Von Auslandsrenten Serben stärker beachtet und 0,75 bis 1 v. H. erhöht, auch Mexikaner etwas gefragt. Bosnier und Ungarn ruhig und kaum verändert. Für Aktien lagen wiederum Sperrmarkkäufe teilweise unter Tausch von Renten vor, desgleichen wurden aus Jndustriekreisen weitere Käufe beobachtet, die zumeist auf die schon lange anhaltende Materialknappheit stießen und die erneute Kurssteigerung förderten. Auch der Farben-Abschluß wurde günstiger beurteilt und regte die Anlagekäufe an. Neben Farben waren als Spezialwerte Daimler Rheinstahl, Erdöl und Muag beachtet. Es eröffneten fester IG. Farben mit 173,50 bis 174,75 (174), Scheideanstalt um 2, Metallgesellschaft um 1, Erdöl um 1,25 v. H. befestigt. Versorgungswerte ebenfalls fest, Gesfürel gewannen 1,50, Lahmeyer 0,75; Siemens 1,13, ruhig AEG., Chade wieder 10 RM. niedriger. Von Montanwerten Rheinstahl um 1,25, Klöckner 0,75, Harpener 1, Verein. Stahlwerke 0,65 befestigt. Von Maschinenwerten Muag 0,75, Daimler 1, BMW. 0,50 höher, auch sonst gewannen A chaffenburger Zellstoff 1,13, Berger 0,90, Zement Heidelberg 0,75, Junghans 2,75, Eisenhandel 1,25, Hemberg 1, Aku 0,40 v.H. Von Schiffahrtswerten Hapag 0,40 v. H. niedriger, aber Nordd. Lloyd 0,13 v. H. fester. Reichsbank-Anteile um 2 v. H. auf 198 erhöht. Auf Freiverkehrswerte entsprechend der allgemeinen Bewegung fester, Wayß & Freytag 121, Adler-Kleyer 108. Der Verlauf war für Aktien etwas ruhiger, brachte aber überwiegend noch weitere Kurssteigerungen von 0,50 bis 2 v. H. Siemens erreichten die 200-Grenze (198), Schuckert gewannen nochmals ebenfalls 2 v. H., Daimler 1, Scheideanstalt 1 o. H., Adler-Kleyer weitere 2 v. H. Deutsche Renten blieben sehr gut gehalten, der Pfandbriefmarkt lag unverändert für alle Sorten. Don Auslandsrenten erhöhten sich Ungarn Gold um 0 10, 5 v. H. Gold-Mexikaner um 0,40, 4 v. H. Gold-Mexikaner um 0,50 v. H. Einheitswerte vielfach fester, besonders erhöht Dürrwerke, D. Stempel und Bad Salzschlirf. Die Börse schloß in sich sehr gut gehalten. Der Geldmarkt zeigte in Frankfurt großen Ueberftanb, der Satz blieb 2,50 v. H. — Mainzer Stadt-Anleihen von 26 lagen um 0,65 d. H. höher, Darmstädter aber 0,13 o. H. niedriger. Heidelberg behauptet unverändert. Abendborse weiter fest. Die Abendbörfe hatte eine Fortsetzung der Kurs st eigerungen am Aktienmärkte mahnte die Genossen, ihre Leistungen und AnUeft^ rungen möglichst noch zu steigern. Anschließend sprach Dr. Hartmann vom Milchprufrmg über die Leistungskontrolle, die in Kürze zur Pflicht gemacht werden soll. Er führte im einzelnen aus, wie diese Leistungskontrolle finanziert und betrieben werden fall. Anschließend fand noch ein gemütliches Beisammensein statt. Die Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 486: Bekannmachung KP 146 der Ueberwachungsftelle für unedle Metalle, betr. Kurspreise - 487: Bekanntmachung KP 147 der lieber- wachunqsstelle für unedle Metalle, betr. Kurspreise. — 488: Erleichterung des Kraftfahrzeugverkehrs mit Schweden. — 489: Neue belgische Zolltarifänderungen. — 490: Neues Auskunftsheft des Seedienftes Ostpreußen. Kunst und Wissenschaft. 400 Jahre Tübinger Stift. In diesen Tagen begeht das weit über Württem- berg hinaus als theologische und wissenschaftliche Bildungsstätte bekannte Evangelische S 11 f t z u Tübingen die Feier seines 400jährigen Bestehens. Aus diesem Anlaß fand nach einer Gefallenengedenkfeier ein Festakt statt, bei dem der Ephorus des Stifts, Professor v. Fe z er, die Be- grüßungsansprache hielt. Ministerialdirektor Me y- d i n g überbrachte die Glückwünsche des Reichsstatthalters und der württembergischen Staatsregierung und überreichte für das Stift eine Staatsfpende. Auch der württembergifche Landesbischof O. Wurm überbrachte dem Stift eine Spende. formvollendeter lateinischer Sprache erinnerte der Rektor der Universität, Professor Dr. F o ck e, an Jene großen Männer der deutschen Geistesgeschichte, wie Kepler, Schelling und viele andere, die aus dem Tuomger Stift heroorgeaangen find. Die Festrede hielt der Stiftsephorus D. F e z e r. Das Geheimnis der Lebenskraft des Tübinger Stifts fei, so bemerkte er u. a., darin begründet, daß dieses eigenwuchstge schwäbische Institut seine Leute aus dem unerschöpflichen Brunnen des Volkes hole ohne Bindung an einen besonderen Stand oder Besitz. Mit Zuversicht dürfe das Haus getrost den Blick in die Zukunft oortrag. Der Ortsgeistliche Pfarrer P a r r ey grüßte mit dem Psalmwort „Wir grüßen Euch, die ihr vom Hause des Herrn seid'. Direktor Kunze- Barmen hielt die Festpredigt. In der Nachoersammlung berichtete der Geschäftsführer Pfarrer Schmidt-Wetzlar über die Frauenhisis- arbeit im Kreise Wetzlar. Er gab einen Ueberblick über die geleistete Arbeit im verflossenen Jahre. Die Arbeit ist nicht zurückgegangen, sondern eher gewachsen. Pfarrer Becker-Gießen wandte sich in feiner Ansprache an die Mütter, die er aufforderte, ihren Kindern ein rechter Erzieher und Wegweiser zur himmlischen Heimat zu sein. Der Frauenchor von Hochelheim, sowie die vereinigten Chöre der Frauenhilfe des Kreises verschonten das Fest mit ihren Gesangvorträgen. z Groß-Rechtenbach, 9. Ium. Der Landwirt Anton Kuhl feierte am letzten Freitag feinen 90 Geburtstag. Kuhl, der sich allgemeiner Beliebtheit erfreut, ist der älteste Einwohner unserer Gemeinde, lieber zwei Jahrzehnte lang war er Presbyter der Kirchengemeinde Groß-Rechtenbach und ist als solcher stets warm für die Belange der Kirche eingetreten. Der Posaunenchor brachte dem Jubilar am Geburtstagsabend ein Ständchen. Auch sonst wurden ihm zahlreiche Glück- und Segenswünsche dargebracht. Zührerslucht eines Autofahrers. Acht Monate Gefängnis. LPD Mainz, 9. Juni. Im Oktober des vergangenen Jahres war auf der Straße zwischen Mainz — Weisenau und Laubenheim nachts em Radfahrer von einem Auto erfaßt und schwer verletzt worden. Der Autofahrer hatte den Verletzten liegen gelassen und war weiter gefahren. Es gelang jedoch, ihn zu ermitteln, da sein Wagen m gleicher Höhe wie das Fahrrad Beschädigungen aufwies. Außerdem fand man an dem Fahrrad dasselbe Schmierfett, das auch der Wagenführer verwandte. Bei dem Wagen waren die Bremsen nicht in Ordnung, und die Gänge mußten ständig mit der Hand festgehalten werden. Es war eine Unverantwortlichkeit sondergleichen, einen in diesem Zustand befindlichen Wagen überhaupt zu fahren. Das Bezirksschöffengericht verurteilte den gewissenlosen Autofahrer ' wegen fahrlässiger Körperverletzung, Uebertretung der Reichsstraßenoerkehrsordnung und Führerflucht zu einer Gefängnisstrafe von a ch t Monaten. richten. Reichstagung des Richard-wagner-Verbandes Deutscher Frauen e. V. In Stuttgart fand die Reichstagung des Ri- chard-Wagner-Verbandes Deutscher Frauen unter dem Vorsitz von Frau Hilde Krauß statt. Der Führer ehrte die Tagung durch ; ein Begrühungstelegramm. Das Haus Wahnfried war durch die älteste Tochter von Frau Winnifred Wagner vertreten. In der Hauptversammlung, me von der Vorsitzenden des Reichsverbandes Frau Margarete Lange, eröffnet wurde, begrüßte der Oberbürgermeister der Stadt Stuttgart, Dr. Stro- l i n , die zahlreich erschienenen Mitglieder. Den musikalischen Höhepunkt der Tagung bildete das Fest- , konzert, das durch eine Ansprache des Ministerprasi- benten Professor Mergenthaler emgeleitet wurde. Die künstlerischen Darbietungen wurden vom württembergischen Staatsorchester unter der Leitung von Kapellmeister Otto Winkler und vom Srng- chor des Staatstheaters bestritten. 51. Hauptversammlung der Goethe-Gesellschaft. Die G o e t h e - G e s e 11 s ch a f t trat in Weimar »u ihrer 51. Hauptversammlung zusammen. Der Präsident der Gesellschaft, Prof. Dr. Julius Petersen (Berlin) erwähnte die Umstellung der Jahrbücher auf die neue Vierteljahresschrift, die eine lebendigere Verbindung zwischen der Goetheforschung und den Gegenwartsfragen anstreben soll. Mit aller Schärfe wandte sich Petersen gegen die Verunglimpfungen über den Tod Schillers. Die Goethe-Gesellschaft stellte sich in vollem Umfange hinter Prof. Max Hecker, dessen Buch „Schillers Tod und Bestattung" einwandfrei die Unsinnig- feit solcher Behauptungen nachweise. In gleicher Weise äußerte sich Staatsrat Dr. Ziegler, der Gaukulturwart der NSDAP, für Thüringen. Prof. Hans Wahl berichtete über die Entwicklung der Weimarer Goethe-Gedenkstätten. Unter großer Spannung wurde schließlich das Ergebnis der Preisaufgabe „Goethe und der politische Gedanke" bekanntgegeben. Der Preis wurde im Vorjahre von Exzellenz Lewald, dem Präsidenten des deutschen olympischen Komitees, ausgeschrieben. 27 Arbeiten gingen ein. Sieben wurden für preiswürdig erachtet. Die Deffnung der Namensum- schläge ergab für den 1. Preis den Verfasser Dr. Mols B e ck (Charlottenburg). Der 2. Preis wurde Kirchenrat Dr. Zilcher (Prag), einem bekannten auslandsdeutschen Goethe-Forscher, zugesprochen. Sprechstunden der Redaktion. 1130 dis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samstagnoch- mittag geschlossen. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse Reichsbankdiskont 4 v.H., Lombardzinsfuß 5 v. t, 25erlin Srantfurt a. M. Berlin ‘Jrantfurt a. Hl. NL N!L dürfe >urt dürfe 8.6. 9.6 9.6. Datum 86. 8-6 9.6 8.6 9.b Datum 141,5 140,5 112,25 112,8 113,1 112,4 100,3 100,4 100,2 100,25 98,75 98,75 98,75 174,25 174,4 I. ffl. Farbcn-Jndustrte Scheideanstalt........ 97 97 97 101,5 101,25 , 93,25 93,25 123,5 131,9 I 132,75 118,5 118,5 118,9 118,4 2,490 2,486 2,490 2,486 97 97 Banknoten. 101,5 101,4 ÄeseUjch.f.Elektr.Unlernehmung. 6 101,9 102 102 101,9 97 97 97 97 94,75 94,75 Steuergutsch.Berrechnungsk. 34-38 62,33 62, I 33,65 1 32,25 1 98,75 I - 230 | 224 I 33,25 Ol 14,1 102,4 I 103,5 Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Die hinter den 101,4 98,75 102,75 101,4 98,75 102,5 123 185,5 132,5 142 150 116,5 133,25 142,75 101,25 98,75 103,25 101,25 98,75 94,75 109,4 140,75 107,5 108,5 136,25 132,25 113,4 140,25 109,4 108,5 136,75 132,75 113,13 47,13 435 192 189,5 Schluß!. Abendbörse 56,75 90,5 146,5 109 49,4 436 193 191,5 0,686 42,08 0,139 3,047 55,43 46,80 12,415 5,475 16,395 168,20 19,48 0,727 5,654 62,39 48,95 11,28 64,01 80,50 33,94 10,28 0,690 42,16 0,141 3,053 55,55 46,90 12,445 5,485 16,435 168,54 19,52 0,729 5,666 62,51 49,05 11,30 64,13 80,66 34,00 10,30 63,94 80,17 33,61 0,686 42,04 0,139 3,047 55,56 46,80 12,445 5,485 16,36 167,87 19,48 0,728 5,654 62,54 48,95 11,305 64,16 80,35 33,95 10,25 33,25 98,5 228 108,13 135,25 131 112,4 141,25 109 103,65 125,75 185 115,9 130,25 143 108 135,75 130,5 112,75 140,5 107,65 102 174 260 116 130 142,75 141,5 139,75 244,75 136,4 98,65 23 134,5 131,5 182 2,438 41,92 55,31 12,41 16,31 167,45 37,13 150 137,75 158,75 140,9 143 138 137,9 155 196,75 143,75 6% . 6 12 244,5 136,65 98,75 23 133,5 131,5 182 174,75 264 116,25 132,5 142,75 115,5 53,4 89,25 147 106,5 121,4 122,75 185,5 91,5 47,13 433 192,75 189,5 6 6 6 8 7 37 150,65 138,25 159,75 140,9 141,75 138,25 137,9 154 197,5 143,25 36,75 150,65 138,75 160,5 142 144,25 139 139 157 201,25 145 54,65 89 146,75 106,9 0 8 6 7 4 7 9 B 5 141 137,5 242,5 134,5 97,4 23 132,75 130,75 180,5 115,4 55,4 90 146,65 108,75 122 125,25 184,75 90,25 48 442 193 191,5 37 150,25 138,5 160 142 144,25 138,4 139,5 157,5 201 146 sy, . 0 ,. b ,. 6 ?y, 242 134,25 97,4 23 132,25 130,75 181 o 5 8 o 7 0 8 O O 9 12 11 Schluß« lurS Schluß!, mittag» börse Schlußkurs Schluß- kurs 64,2» 80,49 . 33,7'ki A.E.G Bekula Elettr. LieferungSgelellichast ... Licht und Kraft ............. gelten & Guilleaume Schultheis Patzenhofer Alu (Allgemeine Kunstseide) . Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. IN. Rheinische Elektrizität Rhein. Wests. Elektr. Schuckert L Co...... Siemens L Halske... Lahmeyer & Co..... Ihiltpp Holz mann .... semeniwerk Heidelberg ementwerk Karlstadt.. Goldschmidt .... Rüigerswerke ... Metallgesellschaft. 47i% ehem.8A> Franks. Hyp.-Banl Goldpfe. 15 unkündbar bis 193.' Grthner................. Mainkraftwerke Höchst a.M. Süddeutscher Zucker 3,2 9,8 9,5 9,6 14,5 3,1 9,9 9,4 9,6 94,75 109,5 I Buenos Airr Brüssel .... '»io de Jan. Sofia..... Kopenhagen Danzig.... London.... HelsingforS. Paris ..... Holland ... Italien.... Japan ..... Jugoslawien Oslo..... Wien...... Lissabon ... Stockholm.. Schweiz ... Spanien... Prag...... Budapest .. Reuyork ... 2,458 42,08 55,53 12,45 16,37 168,13 ’l | 6| 150 | 6% Deutsche Rcichsanlelhe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 by,°/o Boung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mll Auslos.»Rechten ............ <7i% Deutsche Retchspostschahan Weisungen von 1934, I 47i% ehem. 8°/i» Hessischer Bolls- staat 1929 (rückzahlb. 102%) ... 4Yi% ehem. 8% Hessische Landes bank Darmstadt Gold R. 12... 6*4% ehem. 4y,% Hess. Landes Hypothekenbank DarmstadtLiau. 47i% ehem. 8% Darmst. Komm LandeSb.Goldschuldverschr R.tz Obcrhessen Provinz-Anleihe nw Auülos.-Rechten ............ Deutsche Komm. Sammelabl. An leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten Mansseiver Bergbau .. Kokswcrke ........... Rheinische Braunkohlen Rheinstahl ........... Bereinigte Stahlwerke. Olavi Minen Kaliwerke Aschersleben. Kaliwerke Westeregeln . Kaliwerke Salzdetfurth *% Oesterreichische Goldrente... 4,2C% Oesterreichische Stlberrente 4% Üngarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 e7i% desgl. von 1913.......... 5% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türfische Bagdadbahn-Anleihe Serie I................... 0,690 42,12 0,141 3,053 55,68 46,90 12,475 5,495 16,40 168,21 19,52 0,730 5,666 62,66 49,05 11,325 i 64,28 > 80,51 , 34,01 1 10,27 Bemberg........... Zellstoff Waldhos .... Zellstoff Aschaffenburg Dessauer Gas ....... Daimler Motoren .... Deutsche Linoleum ... Orenstetn L Koppel .. Westdeutsche Kaufhof. Chade..........•••• Accumulatoren-Fabrü Conti-Gummi....... 3,1 9,65 9,4 10 9,5 9,6 14,65 Amerikanische Roten Belgische Roten.................. Dänische Roten Englische Roten Französische Roten ............ Holländische Roten Italienische Roten Norwegische Noten Deutsch Oesterreich, i 1OO Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten Schweizer Noten Spanische Noten Ungarische Noten Buderus s Deutsche Erdöl 4 Harpener 27i Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. 3 Ilse Bergbau ............... 6 Ilse Bergbau Genüsse 6 Klöcknerwerke ...............3 Mannesmann-Röhren 3 6y,% ehem. 4*4% Franks. Hyp. Bank-Liqu.-Pfandbricse...... 67i% ehem. 4y,% Rheinische Hyp.-Bank-Ltgu.-Goldpfe. ... 47i% ehem. 8% Pr. Landespfand, briesanstalt, Pfandbriefe R. 19 47i% ehem. 7% Pr. Landespfand bricfanst., Gold Komm. Obl.20 Frankfurt a.M. Berlin Schlußes Schluß!. Abend- börse Schlußkurs Schluß!, mittag» börse Dalum 8.6 9.6-, 86. 96. 4% oesgl. Sene n ............ — — — — 5% Numan, vereinh. Rente v. 1903 — 7,5 — 7,6 4yr%Rumän.vereinh.Rentev.l919 — 10,25 10,13 10,13 4% Rumänische vereinh. Rente . 6 6 6 6,1 2 y4% Anatolier............. 44,8 45,25 45 — Hambukg-Amenka-Pakel .....O 15,4 15,25 15,25 14,9 Hamburg-Südam. Dampfschiff. O Norddeutscher Lloyd .........O — — 30 30,25 16 16,13 16,25 16,13 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 126 126 125,9 126,13 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 118 — 118,5 118 Commerz« und Privai-Bank ... 4 Deutsche Bank und DiSconto- 94,4 94,75 94,4 94,4 Gejellschafl................ 4 95,25 96 95,25 95,5 Dresdner Bank..............4 96,25 96,25 96,25 96,25 Reichsbank ............. 1‘- 196 201 195,9 199 8 .Juni SFuni Amtliche Notierung Geld | Dries Amtliche Notierung Geld | Dries Berlin,9. Juni | Geld Dries