Dienstag, 10. März 1030 180. Jahrgang 59 Erstes Blatt s der P: » , w a h- diese Tatsache reicht doch wohl nicht aus, um Deutschland d $ la a in Zukunft übernommen werden wird. In diesem Hause oder in diesem Lande kann niemand sein, der einen solchen Schritt verzeihen oder entschuldigen möchte. Er versetzt dem Grundsatz von der Heiligkeit der Verträge, der dem ganzen Gefüge der internationalen Beziehungen zugrundeliegt, gerüttelt, würde einem solchen Beginnen wohl doch verständnislos gegenüberstehen und sich sein eigenes Urteil über Schuld und Recht zu bilden wissen. Man sollte sich endlich in Frankreich zu einer fruchtbareren Problem st ellung durchringen. Mit Protesten und „Verurteilungen ist, das müßte man allmählich begriffen haben, der deutsche Wiederaufstieg nicht aufzuhalten. Es ist Appell derAeichskulturkammer Der für Sonntag, den 15. TNärz, im Schumann - Theater in Frankfurt a. 21L angekündigte Appell muß wegen Wahlvorbereitungen vorerst a u s f a l l e n. Ein neuer Termin wird zur gegebenen Zeit bekanntgegeben werden. V 1 tXd ß - Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8"/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von 70 mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh. Vereinbg. 25°/n mehr. Ermahigie Grundpreise: Das Haus wird die Erklärung des Außenministers Eden mit gemischten Gefühlen gehört haben. Der Friede in Europa kann nicht von Dauer sein, wenn nicht der jahrhundertealte Argwohn zwischen Frankreich und Deutschland weicht. 7Nit diesem Argwohn, dem französischen Wunsch nach Sicherheit und dem deutschen Wunsch nach Gleichberechtigung sind unsere schönsten Hoffnungen immer wieder zu- nichte gemacht worden, manchmal durch die Franzosen, die unserer Ansicht nach eine Gelegenheit verpaßt haben, ein Angebot anzunehmen (Beifall), und andererseits durch Deutschland, das etwas tat, was zum Bruch eines Vertrages geführt hat, und was uns wieder erschüttert hat. Aber ich glaube nicht, daß es seine Absicht war, die Empfindlichkeit der Franzosen zu verletzen. Für uns siehl es in diesem Augenblick nach all diesen Jahren des Krieges so aus, als ob diese allen üblen Einflüsse sich wieder durchsetzten. Es mag heute weniger Hoffnung vorhanden sein als seit langem, daß man diese beiden Länder wieder zusammenbringe. Wir haben keinen heißeren Wunsch, als Frankreich und Deutschland in Freundschaft mit uns zusammenzubringen. Es kann keinen dauernden Frieden geben, solange die gegenwärtigen Verhältnisse fortdauern. Die einzige Hoffnung liegt in der Herstellung jener dreifachen Freundschaft. Bis dieser Tag anbricht, wird es in Europa Schwierigkeiten, Krisen und Panik geben. 3n dieser Zeit, einen schweren Schlag. Ich bin dankbar sagen zu können, daß kein Grund für die Annahme besteht, daß die gegenwärtige deutsche Aktion eine Drohung mit Feindseligkeiten in sich schließt. Die deutsche Regierung spricht in ihrem Memorandum von ihrem unabänderlichen Verlangen nach einer Befriedung Europas und drückt ihre Bereitwilligkeit aus, einen Richtangriffspakt mit Frankreich und Belgien abzuschliehen. Aber es darf über unsere Lage als Unterzeichner des Locarno-Dertrages kein Mißverständnis geben, und daher hält es die britische Regierung für notwendig, | zu erklären, daß während der Zeit, die für die Erwägung der neuen Lage notwendig sein wird, j e - der tatsächliche Angriff auf Frankreich oder Belgien eine Verletzung des Artikels 2 von Locarno darftellen würde. Die britische Regierung würde sich ungeachtet der deutschen Aufkündigung des Vertrages gebunden fühlen, gemäß den Vorkehrungen des Vertrags dem angegrif- fenen Lande zu Hilfe zu eilen. Eine der hauplgrundlagen des Friedens in Westeuropa ist beseitigt worden, und wenn dort aber für den Frieden der Welt ein Unterschied, ob die Wiederherstellung der Deutschland zukom- denden Position sich gegen W i d e r st a n d und Unvernunft vollzieht oder von der Welt als europäische Notwendigkeit erkannt und gefördert wird. Eine Nation, die unfriedliche Absichten gegen die Staatengemeinschaft hegt, wird sich nicht zu so großzügigen Friedensangeboten verstehen, wie Deutschland sie jetzt wieder der Welt unterbreitet hat. Die von Frankreich inspirierte Pakt- und Dertragspolitik hat Europa in einen Zustand nervöser Unrast und unheimlicher Spannung hineingetrieben, weil sie von unehrlichen Voraussetzungen ausging und ein Produkt des schlechten Gewissens und egoistischer Machtpolitik war. Deutschland — dies muß immer wieder festgestellt werden — hat darauf nicht mit der gleichen Negativität geantwortet. Es hat vielmehr in ernster Stunde den Staatsmännern in Erinnerung gerufen, daß d i e wahre Sicherheit aller nur dann gewährleistet ist, wenn sie auf der Basis gleicher Rechte und gleicher Achtung in einer Atmosphäre d e s Vertrauens angestrebt wird. Die deutschen Vorschläge sind von Bedrohung anderer Staaten weit entfernt. Sie ersticken nicht die natürliche Friedwilligkeit der Völker, sondern geben ihr im Gegenteil den Raum zur befreienden Wirksamkeit. Deutschland präsentiert sich der Welt nicht als Gefahrenherd, sondern als Keimzelle eines wahren Friedens. Es war die große Lüge dieser Nachkriegszeit, daß sie den Frieden nicht als noch zu lösende Aufgabe, sondern als schon gegebene Tatsache hinstellen wollte. Den Irrwahn, daß der Frieden scheidender Bestandteil des Locarno-Vertrages nämlich die Unparteilichkeit und Unbefangenheit der Garanten, vollends illusorisch, Locarno in die Niederungen der gegen Deutschland gerichteten französischen Bündnispolitik gezogen worden. Deutschland war damit vor die Notwendigkeit gestellt, dieser Sachlage auch seinerseits Rechnung zu tragen. Wenn die französische Preße setzt daraus einen „B r u ch" des Locarno-Vertrages konstruieren möchte, so ist das nicht nur eine groteske Verkennung *m Ursache und Wirkung, !°noern auch im höchsten Grade bedauerlich. Die Tatsache,daß Deutschland auf eine Politik des schlechten Willens ... — ----|on= 3 = 1 ci?5 !?»- 3 9 L-vZ iil E ! QO* ! 3.0 der Frieden gesichert werden soll, ist es eine vielfältige Pflicht, ihn aufzn- b a u e n. In diesem Geiste müssen wir an die Vorschläge des deutschen Kanzlers Herangehen. Die britische Regierung wird sie objektiv prüfen mit dem Ziel, festzustellen, bis zu welchem Grade sie ein Wittel darftellen, mit dessen Hilfe die erschütterte Struktur des Friedens gestärkt werden kann. Bei dem gegenwärtigen ernsten Zustand der internationalen Angelegenheiten ist die britische Regierung der Ansicht, daß keine Gelegenheit ungenutzt bleiben darf, die irgendeine Hoffnung bietet. Bei den Besorgnis erregenden Zuständen der gegenwärtigen Zeit fühle ich mich berechtigt, alle Weinungsschichten des Unterhauses um ihre Unterstützung bei der Durchführung der jetzt vor uns stehenden Aufgabe zu bitten." Premierminister Valdwin beantragte sodann, das Unterhaus möge die Vorschläge der Regierung billigen, die in dem W eiß - buch über d i e Verteidigung enthalten seien. Die enttäuschenden Ergebnisse jedes Ver- von den Regierungsbänken mit langanhaltendem Beifall begrüßt wurde, erklärte: Während seiner Amtszeit habe er es als feine Hauptpflicht betrachtet, die Meinungsverschiedenheiten zwischen Deutschland, Frankreich und England zu beseitigen. Er habe sein Aeußerstes getan, um einen Luft- pakt zwischen diesen Ländern zustandezudringen und sei hierbei gescheitert. Er wolle die Schuld hier- 2 ** = 0 eS» 5» -r ■ n 6 5 5

= v FJ ,3s ?s2. : = 5 Der Führer der Oppositionsliberalen Sinclair gab feiner Freude darüber Ausdruck, daß die Regierung entschlossen sei, Hitlers Vorschlag zu prüfen. England müsse für die Wiederherstellung des internationalen Handels und zur Abschaffung der Beschwerden anderer mindestens ebenso große Opfer bringen, wie es jetzt für Verteidigungszwecke oer- lange. Oer frühere Außenminister Sir Samuel Hoare, Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzei. gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Druck und Verlag: VrShl'fche Universitäts-Such- und Steindruckerei «.Lange in Stehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Lchulstratze 7 M-ng-nabMusi°St°ff-i8 3 ° 3.® 3 M? s s.'S'c r c _ = •® ® ■ Cf i o p:d ” S-9 s -L- " p’ = 5 ? < ': a * 5 -3 mit x n l «ä « ft ® Er-0"? " * ' 0 2 ! Europas Lhance. i Cdens Erklärung zum deutschen Memorandum. ('chicksalstage für Europa! Wird die Welt, »erben jg Vorschläge des Führers müffen geprüft werden. - Keine Gelegenheit darf ungenützt ®tun“rd)feü bleiben, die eine Hoffnung bietet, den Frieden zu starken. i fiel m Augenblick geht es um mehr als um tat» • ifd” Kniffe und Winkelzüge der Berufsdiplomatte. I isge^t um die Entscheidung über letzte elementare London, 9. März. (DNB.) Im Unterhaus gab )ai>insfragen des europäischen Kontinents — d i e Außenminister Eden eine Darstellung des deut- Zlikunft Europas steht zur Debatte. schen Memorandums vom 7. März und führte dann I^lß die westliche Diplomatie in einer von ihr u Q aus: Beim Empfang dieser Mitteilung sagte üttiLlfbeschworenen kritischen Situation diese Chance ich dem deutschen Botschafter, ich bedauerte aufs > erSelbstbesinnung, die Möglichkeit der Wahl zwi- tiefste die Mitteilung über die Aktion, die die chc, Bewährung und neuem, dann wohl enbgül-1 deutsche Regierung hinsichtlich ber entmilitarisierten igin Absturz überhaupt noch erhalten hat, — bas Zone unternommen habe. Er, ber Botschafter, jt >05 Verbienst Aböls Hitlers. Er hat sich bamit werbe es. zu roürbigen wissen, baß bies ber ein- ls ein Staatsmann von wahrhaft europäischem fertigen Aufkünbigung eines frei verhanbelten unb Voniat erwiesen. Die ßegenben, bie Unverstanb, frei unterzeichneten Vertrages gleichkomme. (Bei- Zeitemlichkeit und böser Wille über Geist und fall.) Die Ansicht der deutschen Regierung über die jießetzung ber beutschen Politik verbreitet haben, Wirkung bes französisch-sowjetrussischen Paktes auf in! wie ein böser Spuk verflogen, lieber alle den Locarno-Vertrag werbe nicht von ben anberen 08r beutungen und Anzweiflungen erhaben stellt Unterzeichnermächten des Vertrages geteilt, unb ich die Friedwilligkeit der deutschen wenn die deutsche Regierung trotzdem ihre eigenen Kritik, gerade bei der Verwirklichung der Schlußfolgerungen aufrecht erhalte, dann stehe )Dl«n Souveränität, als eine unantastbare Reali-1 Deutschland als letzter Weg das Schiedsverfahren iit bar, und die Geschichte wird es dereinst zu zur Verfügung. Ich muß befürchten, daß die Wir- ottoigen wissen, daß gerade das in Versailles ent-1 fung der einseitigen Aufkündigung dieses Vertrages !8d:ete, von Unverstand und Böswilligkeit verfolgte auf die Regierung und die britische öffentliche Mei- Dt tschland sich nicht in Haßinstinkte verstrickt, nung unvermeidlich beklagenswert sein müsse, on ern bie moralischen unb geistigen Antriebe zur Eben fuhr fort: Die französische unb bie belgische leterroinbung bes europäischen Nachkriegsschicksals Regierung haben mit vollem Wissen unb mit (rin» •rbicfelt hat. verstänbnis ber britischen Regierung gebeten, baß Mrd man diese Antriebe zum Segen der frieden- der Völkerbundsrat sobald wie möglich zur Wtenben Völker zu nutzen wissen? Die Derant- Beratung der Lage einberufen werden möge. Na- ootiung, die bie Westmächte in diesen Tagen zu türlich wird vor dieser Zusammenkunft keine Ent- Ira: en haben, wiegt schwer. Ihre Staatsmänner scheidung herbeigeführt werden; aber es wird ein taten Entscheidungen zu treffen, deren Größe und Gedankenaustausch zwischen den Vertretern Senichtigkeit in Deutschland gewiß nicht verkannt der vier Locarno-Mächte ohne Deutschland aufge- veDen. Einen Grund zur Klage haben sie des- nommen werden. Die britische Regierung wird durch lüb, nach allen Versäumnissen und Fehlhandlungen den Lordsiegelbewahrer Lord Halifax und mich >er Vergangenheit, freilich nicht. Sie sollten eher! selbst vertreten sein. Wir wollen uns nicht darüber ittr Schicksal danken, das ihnen noch einmal täuschen, daß bie einseitige Aufkünbigung freiwillig iii Möglichkeit einerbefreiend en Tat eingegangener Verpflichtungen und ein gleichzeitiges Hinten hat. Vorgehen Deutschlands, als ob biese Verpflichtungen ISgre Maßstäbe aus einer Zeit nehmend, in der I nicht vorhanden feien, bie internationale Lage er» irn. re Zerrissenheit und äußere Machtlosigkeit und! schweren. Das Aufgeben des Locarno-Vertrages 8n:red)tung das geistig-politische Profil Deutsch- und die Besetzung der entmilitarisierten Zone haben M s bestimmten, hat man draußen in ber Welt gründlich das Vertrauen in jede Verpflichtung er= )en Zielsetzungen der deutschen Politik vielfach nicht | schlittert, bie von ber beutschen Regierung, vielleicht zei cht werben können. Soweit bie Welt ge- ~ r’ K " “ *Ä bd' nt war an bie Vorstellungen aus ber Zeit bes t[oi gegen Deutschlanb gerichteten „Sicherheitsvor- ihungen" heraus, weil er auch Deutsch- hit) s Recht auf Sicherheit anerkannte! festlegte. Der vielberufene Geist von Locarno Imnte in nichts anderem bestehen als in bem DTen, diesem feierlich proklamierten deutschen Wsanfprud) loyal Rechnung zu tragen. An bie= 1-r Willen, ber zugleich bas gute Europaertum TonEreichs hätte erweisen können, hat man es ii Maris fehlen lassen. Es ist zeitgeschichtlich inter- l in. me von eine, 3Ver^Qnb a kein-, 2U üerteibiflen ’ M bedauerlich 5^ungen be ken D-chaMun iiepublique' 1 n S- Minister- rB‘". 8-0-1 rpstlchtuiM in ampfer Sarranl rfe"’ j!“6 ’M Vw Regierung erneinenbi sie aus der Er Hervorzugehei misch) versprich gen der Unter ÖQ5 Abspringei en Frankreich 5 Wen, das werde. Fn Er ! sranzöfische Ne Worte genai e. — Der regit ist der Aufsas gen, die der eng vor dem Unter- rine endgül- ng Edens bei du ,en ziehen könne len könne, sei b« ieser (Ertlärungei Presse gegen- ne wesentlies eßen lasse ab ilien. Es nützt! klagen. Frankreict lein, um eine un i. sich gegen dar ankreichs, oa,* sch-deut/chen Mel ■ fei es ein teuf1 i, -aß jebesmal Grenze hinaus- mehr gt\un - > yteW wordc» diesmal trotz dn glich sei, die Ao Abschuß zu bn» > eine Ausspra-!" beiden TroßN-» Staaten zukonr^ ieliS ansms. ”"rhrni-m^ »•* fbau^" ((6. V »i e» len Knippen $ SSÄ-Ü* AK- qkm ren 23er- ring. Gez.: Sprenger. 10 166 821 965 685 174 605 1 808 078 1 Oll 416 51263 29 500 2 586 14 507 7 521 610 Preußen Bayern Württemberg Baden Hessen Oldenburg 27,7 15,3 6,9 81,8 78,3 9,9 folgenden Der Reichsminister des Innern hat zum Reichs- w ah Heiter den Präsidenten des Statistischen Reichsamtes Ministerialdirektor Dr. R e i ch a r d t und zu seinem Stellvertteter das Mitglied des Stattstischen Reichsamtes Oberregierungsrat Dr. Steen-Meyer ernannt. Für den Fall der Behinderung des Reichswahlleiters und seines Stellvertreters ist der Direktor im Stattstischen Reichsamt Dr. Leisse mit der Wahrnehmung der Geschäfte beauftragt. Die Geschäftsräume des Reichswahlleiters befinden sich in Berlin NO 43, Reue König-Straße 27 bis 37; Fernruf E2 Kupfergraben 0557; Telegrammadresse: Reichswahlletter Berlin NO 43. Gauführertagunq in Frankfurt. Am Dienstag, dem 10. März, findet um 16 Uhr im Hippodrom zu Frankfurt a. 2U. eine Führer- lagung des Gaues Hessen-Nassau statt. An dieser Tagung haben leilzunehmen: die Gauamtsletter, die Kreisleiter mit Kreisamtsleitern. Ortsgruppenletter, Ztühpunktleiter, die Führer der Gliederungen bis zum Sturmführer, die Führer der Hitler-Jugend bis zum Gefolgschaftsführer, die Führer des Arbeitsdienstes bis zum Unterfeld- meister, die Gauredner, die Kreisredner, der Gau- fasien: Belgien Luxemburg Elsaß-Lothringen Ein Drittel der Fläche der französischen Departements Ardennes, Meuse, Meurthe und Mosel, Bosges Arrondissement Belfort Die Bestimmungen über den Kreis der Wahlberechtigten sind im übrigen gegenüber dem früheren Zustand in keiner Weise geändert. Wahlberechtigt sind wie früher alle deutschen Männer und Frauen, die am Wahltage das 20. Lebensjahr vollendet haben, soweit sie nicht vom Wahlrecht wegen Entmündigung ober wegen Verlustes der bürgerlichen Ehrenrechte ausgeschlossen sind. Das Wahlrecht der Soldaten ruht wie bisher. Auch am Wahlverfahren hat sich nichts geändert. Wahlfreiheit und Wahl- g e h e i m n i s bleiben unberührt. Gewisse Erleichterungen für die technische Wahlvorbereitung, die im Hinblick auf den nahen Wahltermin auf Grund gesetzlicher Ermächtigung vom Reichsminister des Inneren zugelassen wurden, haben lediglich die Verkürzung der Frist en für die Ein - reichung der Wahlvorschläge, die Vereinfachung der durch die Wahlbewerber beizubringenden Bescheinigungen und die Verteilung der Sitze auf die Bewerber in den Wahlvorschlägen zum Gegenstand. Auf Grund des Reichsgesetzes vom 7. März 1936 sind auch Wahlberechtigte wahlbar, die noch nicht ein Jahr die Reichsangehörigkeit besitzen. Wie bisher sind Auslanddeutsche, die sich am Wahltage in Deutschland aufhalten, wahlberechtigt. Auch die Bestimmungen über Wahlen auf hoher See und über die Stimmabgabe auf Bahnhöfen gelten für die bevorstehende Wahl. 54 724 qkm Wollte man die Entmilitarisierung auf französisches Gebiet beschränken, dann würden von ihr etwa die Departements Ardennes, Meuse, Meurthe und Mosel, Vosges, Haute-Saone, Doubs, Aisne, das Arrondissement Belfort und Elsaß-Lothringen mit insgesamt 55 371 Quadratkilometer betroffen. Vor allem aber wirkte die Entmilitarisierung des deutschen Rheingebiets deshalb so ungewöhnlich scharf, weil dieses Gebiet nicht weniger als 14 1 7 7 868 Einwohner, das heißt 23,3 v. H. oder beinahe ein Viertel der gesamten Bevölkerung des Deutschen Reiches umfaßt. Der Anteil der einzelnen deutschen Länder an diesen 14 Millionen stellte sich folgendermaßen dar: v.H. der Gesamtbevölkerung Beseitigtes Unrecht. Oie Bedeutung des ehemals entmilitarisierten Gebiets im Gesamtrahmen. Köln, 9. März. (DRB.) In Vertretung des erkrankten Bischofs von Aachen brachte Weihbischof Dr. Straeter einem Vertreter des „Westdeutschen Beobachters" seine und des Bischofs Genugtuung über die volle Wiederherstellung der Souveränität des Reiches im Rheinland zum Ausdruck. Die gesamte rheinische Bevölkerung sehe in den deutschen Soldaten Garanten des Friedens. „Unsere Bevölkerung ist friedlich gesinnt. Sie hat den einen Wunsch, im Sinne echt deutscher und echt christlicher Kultur ihren Arbeiten in der Landwirtschaft, im Handel und in der Industrie nachzugehen. Sie wünscht im Einklang mit dem Führer, daß der Friede im Innern sich immer mehr befestige und auch nach Außen Friede sei. In diesem Wunsche weiß ich mich einig auch mit denen, die jenseits des Rheines wohnen." Dr. Ludwig Bebastian, Bischof von Speyer, erklärte dem Sonderberichterstatter der Reichspressestelle: Wenn der allgütige Gott den neuen langersehnten Lenz in unseren sonnigen Gau einziehen läßt, werden neue Freuden und Hoffnungen in allen Herzen erweckt. Unter den Strahlen einer lachenden Lenzsonne marschiert heute unsere Wehrmacht wieder in die früheren Garnisonstädte ein, herzlich begrüßt von der gesamten Bevölkerung, die sich die Erinnerung an die fried- und freudvolle Verbundenheit mit ihren Truppenteilen vergangener Jahre wohl bewahrt hat. Wenn es dem gütigen Gott gefallen hat, zu den Freuden und Hoffnungen des heurigen Frühlings auch das Glück und die Ehre der Wiederwehrhaftmachung unserer Heimat uns zu schenken, so soll uns das in der frohen Zuversicht bestärken, daß der Einzug unserer wackeren Wehrmacht unserem Grenzland wieder zum Rutz und zum Segen werde. Arbeitsdienst der Abiturientinnen. Berlin, 9.März. (DRB.) Abiturientinnen, die studieren wollen, sind verpflichtet, vor Beginn des Studiums am studentischen Arbeitsdienst teilzunehmen. Er b e g i n n t a m 1. April dieses Jahres und dauert 26 Wochen. Für Arbeitsdienstuntaugliche wird ein Sonderdienst bei der RSD. durchgeführt. Die Abiturientinnen erhalten von den Dertrauensstudenttnnen bei den Was das bedeutete, kann man an , gleichszahlen ermessen: Das entmilttarisierte türkische Gebiet in Thrazien kann schätzungsweise allerhöchstens 200 000 Einwohner oder 2 v. H. der Gesamibeoölkerunq, das bulgarische und griechische entmilitarisierte Gebiet zusammen vielleicht 300 000 oder rund 4 v.H. der Gesamtbevölkerung zahlen. Die angenommene Entmilitarisierung von Belgien, Luxemburg, Eliaß- Lothringen, Arrondissement Belfort und einem Drittel der' Departements Ardennes, Meuse, Meurthe und Mosel, Vosges würde, obwohl sie das sehr dicht bewohnte Belgien einschließt, nur eine Bevölkerung von rund 12 Millionen treffen. Beschränkte man die Entmilitarisierung westlich der deutschen Westgrenze auf das oben genannte französische Gebiet von 55 371 Quadratkilometer, so käme nur eine Bevölkerung von rund fünf Millionen in Frage. Diese großen Unterschiede rührten daher, daß das entmilitarisierte deutsche Gebiet L a n dschaf - ten von größter Siedlungsdichte umschloß, so das Ruhrgebiet, das mit 1500 Einwohnern auf einem Quadratkilometer zu den Stätten dichtester Siedlung überhaupt gehört. Am schlagendsten dürfte die Bedeutung des entmilitarisierten deutschen Gebietes aus einem Vergleich der in ihm liegenden Ortschaften von über 20000 Einwohnern mit den Ortschaften gleicher Größenordnung in ganz Frankreich erhellen. Ein solcher Versuch zeigte, daß im entmilitarisierten deutschen Gebiet 77 /Ortschaften von über 20000 Einwohnern lagen, während ganz Frankreich an derartigen Ortschaften 84, also nur sieben mehr, zahlt. Die 77 Groß- und Mittelstädte im deutschen entmilitarisierten Gebiet zählten zusam- men 6 577 886 Einwohner, die 83 Groß- und Mittelstädte von ganz Frankreich ohne Paris 6 743 479 Einwohner, also nur 165 593 mehr. Welche Rolle dem entmilitarisierten Gebiet irfi Deutschen Reich zukam, geht daraus hervor, daß von den 243 deutschen Ortschaften mit mehr als 20 000 Einwohnern nicht weniger als 77 oder 31 o. H. im entmilitarisierten Gebiet lagen, und daß im Jahre 1920 allein der Anteil des Ruhr-, des alt- Berlin, 9. März. (DRB.) Das im Berliner Stadtbezirk Kreuzberg gelegene Kriegsblinden- heim hat seine feierliche Taufe auf den Namen des Führers erhalten. Reichskriegsopfer, führer Oberlindober hielt die Taufrede. Der Führer der deutschen Kriegsblinden, Dr. Plein, versicherte den Führer der Treue der Kriegsblinden und sprach davon, daß es gut gewesen sei, daß Adolf Hitler, der als Gaserblindeter ihr Schicksal g e t e i 11 hatte, in Deutschlands schwerster Zett aufrief zum Glauben und zur Kraft. Die Kriegsblinden dankten der gütigen Vorsehung, die Adolf Hitler das Augenlicht wiedergab, so daß er den Kampf um Deutschland aufnehmen konnte, um ihn siegreich zu Ende zu führen. An der schlichten Feier nahmen Führer der englischen, der italienischen und der polnischen Kriegs- blindenorganisation, sowie ein Kriegs- blinder Danzigs teil. Sir Jan Fraser (Lon- bon) gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Zeit gekommen fei, da Deutschland und England vereint zusammenstehen im Ringen um die Aufrechterhaltung des Friedens und die Wohlfahrt der Welt. Staatssekretär Romano sprach die Erwartung aus, daß recht bald deutsche Kriegsblinde seinem Lande einen Gegenbesuch abstatteten. Der polnische Kriegsblindenführer, Major Wagner, versicherte die deutschen Kriegsblinden des heißen Bemühens ihrer Kameraden in Polen, auch ihrerseits Sorge zu tragen für die Vertiefung der freundnachbarlichen Beziehungen und für den Frieden der Welt. Schriften des Beichsausschuffes für Volksaufklärungsdienst. Von den Heften der Schriftenreihe des Reichsausschusses für Volksgesundheit s d i e n st sind bereits unzählige Tausende im Inland und Ausland abgesetzt worden. Die Schriftenreihe hat jetzt durch folgende Hefte eine wert- volle Ergänzung erfahren: Heft 13: „Blut und Boden, ein Grundgedanke des Nationalsozialismus" von Reichsbauernführer R. Walther DarrS. Heft 14: „Die Aufgabe der Zeitung in der deutschen Bevölkern n g s p o l i t i k", Ansprache des Herrn Reichs- und Preußischen Ministers des Innern Dr. Wilhelm Frick bei der Eröffnung des 7. zeitungsfachlichen Fortbildungskurfus im Institut für Zeitungswis- senschasten an der Universität Berlin am 24. No- oember 1935. Heft 16 (Doppelheft): „Das Reichsbürgergesetz vom 15. September 1935 und das Gesetz zum Schutze des deut- schen Blutes und der deutschen Ehre' : vom 15. September 1935 mit Ausführungsverord- i nungen vom 14. November und 21. November 1935. i Heft 20: „K a m p f g e g en die Fußfchwächen man erkennt dach an, daß der vollkommen unmöalid)- Versailler Vertrag, aus dem die Rheinlandklausel lediglich in den Rh-inpakt übernommen wurde, nun en bl t ©geworben sei und daß man nun zum zlufb au eines neuen Friedenswerkes schreiten könne. Wer darf wählen? Berlin, 9. März. (DNB.) Nach dem Gesetz über das Reichstagswahlrecht vorn 7. Marz 19u6 sind zum Reichstag w a h l b e r e ch11gt sämtliche deutschen Staatsangehörigen deutschen oder artverwandten Blutes, die dis um Wahltage das 20. Lebensjahr vollendet haben, sofern sie mcht nicht den allgemeinen Bestimmungen (Entmündigung oder Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte) vom Wahlrecht ausgeschlossen sind ober sofern nicht ihr Wahlrecht ruht. _ Nicht wahlberechtigt sind also Juden, d h solche Männer und Frauen, die von mindestens drei der Rasse nach volljüdischen Großelterntellen abstammen. Ferner sind nicht wahlberechtigt die von zwei volljüdischen Großeltern indischen Mischlinge (Männer und Frauen), die am 30. September 1935 der jüdischen Religionsgemeinschaft angehört haben ober nach bem 30. September 1935 m sie ausgenommen sind, oder die am 30. September 1935 mit einem Juden verheiratet waren, oder sich nach dem 30. September 1935 mit einem Juden verheiratet haben. Juden, sowie diejenigen jüdischen Mischlinge, auf die die vorgenannten Voraussetzungen zutreften, haben sonach der Wahlurne f e r n 3 u b I e i b e n , auch bann, wenn sie versehen11 ich in die Wahllisten eingetragen sind. Geben sie bennoch eine Stimme ab, so machen sie sich nach § 2 bes Gesetzes über bas Reichstagswahlrecht strafbar. besetzten Gebietes am deutschen Binnenschiffahrtsverkehr 69,3 v. H. betrug. Dieses Unrecht ist nun beseitigt worden. Deutschlands Wehrboheit besteht uneingeschränkt nun auch im deutschen Rheinland. Das ist aber keine Friedensbedrohung, sondern eine Friedenstat, denn nur aus der Gleichberechtigung kann der Friede wachsen. Auch Frankfurts Fliegergarnison eingetroffen. LPD. Frankfurt a. M., 9. März. Nachdem am Sonntag in den frühen Morgenstunden die Artillerie unter dem Jubel der Bevölkerung ihren Einzug gehalten hatte, erwarteten die Frankfurter noch Abteilungen der Luftwaffe. Da das Wetter sich nicht aufgeklärt hatte und zudem noch ein feiner Sprühregen niederging, rechnete keiner damit, daß die Flieger heute den Flug nach Frankfurt durchführen würden. Auf dem Frankfurter Flugplatz hatten sich daher nur wenige Volkgenossen eingefunden, als dennoch zwischen 9 und 10 Uhr die Maschinen über dem Flugplatz eintrafen und in ihrer neuen Garnisonstadt landeten. Der Oberbürgermeister Dr. Krebs begrüßte den Kommandeur der Staffeln und sprach den Wunsch aus, daß zwischen der Fliegertruppe und der Frankfurter Bevölkerung stets ein gutes kameradschaftliches Verhältnis bestehen möge. Die Flieger bezogen ihre Quartiere. DieEvangelischeKirche grüßt denFührer B e r l i n , 9. März. (DNB.) Der Vorsitzende des Reichskirchenausschusses Generalsuperintendant D. Zöllner hat am Sonntag an den Führer und Reichskanzler folgendes Telegramm gesandt: „lief ergriffen von dem Ernst der Stunde und von der festen Entschlossenheit des aus seiner Verantwortung vor Gott handelnden Führers steht die Deutsche Evangelische Kirche freudig bis zum letzten Einsatz für des deutschen Volkes Ehre und Leben bereit." Oie Bischöfe von Aachen und Speyer zum 7. März. Landesstellen des Deutschen Frauenarbeitsdienftes die Aufforderung, sich zum Arbeits- bzw. Sonderdienst zu melden. Abschlußprüfung der Reichsgeldverwalterschule der 63. NSG. Am Samstag endete auf der ersten Reichs- geldverwalterschule der HI. in Niedernhau Jen (Taunus) wieder ein Geldverwalterlehrgang. Die Prüfung wurde von dem Reichskassenverwalter und Reichsrevisor der HI. Berger oorgenommen. Außerdem waren u. a. anwesend Gelnetsfuhrer Potthoff und Gauschatzmeister Eck (Hessen- Nassau). Die Arbeit des Geldverwalters muß die unerschütterlichen Grundlagen der Organisation sichern und dem politischen Führer die Durchführung seiner Pläne ermöglichen. In Erkenntnis dieser wichtigen Aufgaben hat die HI. die Reichs- geldoerwalterschulen gegründet. Die Notwendigkeit dieser Schulen zeigt schon die Tatsache, daß ine HI. mehr als 42 000 Geldverwalter und Geldverwalterinnen hat, durch deren Hand Millionenbetrage gehen. Das Ergebnis des Lehrganges zeigt aber auch, daß das Geldwesen der HI. auch der schärfsten Prüfung standhält. Der NS.-Deutsche Frontkämpferbund (Stahlhelm) liquidiert. Berlin, 9. März. (DNB.) Der Bundesligui» dator des aufgelösten NS.-Deutschen Frontkämpfer- bundes (Stahlhelm), Bankdirektor Gruß, gibt bekannt: Die auf Grund der Anweisung des Fuh- rers und Reichskanzlers vom 7. November 1935 durchzuführende Abwicklung der 20 Landesverbände des Bundes und ihrer weit über 6000 Dienststellen ist befehlsgemäß am 29. Februar 18 Uhr beendet worden; die Abwicklungsstellen und Büros sind von diesem Tage ab geschlossen. Ein Kriegsblindenheim auf den Namen ! des Führers getaust. Das entmilitarisierte deutsche Gebiet umfaßte nicht weniger als 27 252,76 Quadratkilometer auf dem linken Rheinufer und 28 260,02 Quadratkilometer auf dem rechten Rheinufer, zusammen 55 512,78 Quadratkilometer. Das sind annähernd 12 v. H. der Gesamtflächedes Deutschen Reiches. Allein der rechtsrheinische Teil des entmilitarisierten Gebietes war mit 28 260,02 Quadratkilometer nur wenig kleiner als Belgien mit 29500 Quadratkilometer. Und das ganze entmilitarisierte Gebiet mit 55512,78 Quadratkilometer war erheblich größer als Holland mit 34190 und die Schweiz mit 41300 Quadratkilometer. Wollte man westlich der deutschen Westgrenze ein gleichgroßes Gebiet wie auf deutschem Boden entmilitarisieren, so würde es folgende Gebiete um- jeder Dachpappe Karbolineum Happel&Co. Kl. Mühlgasse 4 u. 6 Ruf 3925 n7e9e(eier > SÄ fcs!?! Soroi Östlich, und W durch natürl man von mm unb & " n d-r 6« pen und z n?er einlad pmen, wen ^Kriege? Stet ajS k? stelle, 'ebensivü Ar aber lxj?^ geuiej ‘en. 9iru öe i° töü ^eaeb;" “ NH (fi ' fcoll >^"bah Ni jn ^eDj i Hit 7N "5 «i IPll't Ä im Namen der Hinterbliebenen: Sophie Kühn, geb. Hettler Inge und Gisela Kühn Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Lina Runzheimer Wwe., geb. Wilhelm Marie Wilhelm. Die Trauerfeier findet Mittwoch, den 11. März, nachmittags 4 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Beerdigung: Mittwoch, 11. März, nachm. 37-Uhr, auf dem Neuen Friedhof zu Gießen, v on Beileidsbesuchen bitten wir höflichst Abstand zu nehmen 1499 D Die Trauerfeier findet Mittwoch, den 11. März, nachmittags 4 Uhr auf dem Neuen Friedhof statt im nahezu vollendeten 65. Lebensjahre heim. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Konrad Walter. Lokführer i. R. Statt besonderer Anzeige. Nach kurzer schwerer Krankheit entschlief mein herzensguter, braver Sohn, mein guter Vetter Herr Walter Runzheimer, Gastwirt im 29. Lebensjahr. Unser langjähriges Mitglied Herr W. Runzheimer Gastwirt ist am 9. März gestorben. Seine Treue soll uns Vorbild sein, ehrendes Angedenken unsere Verpflichtung. Spiel-Vereinigung 1900 Gießen. Statt besonderer Anzeige Mein lieber Mann, unser treusorgender Vater, unser lieber Schwager und Onkel Dr. Oskar Kühn, Zahnarzt ist gestern abend nach langer Krankheit sanft entschlafen Am 9. März, nachmittags 4% Uhr, ging nach langem, mit großer Geduld ertragenem Leiden, im festen Glauben an ihren Erlöser Jesus Christus, meine liebe herzensgute Frau, Schwester, Schwägerin und Tante Luise Walter Nr. 59 Zweiter Blatt Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheben) Dienstag, l0.März(9Zb Abessiniens Todeskamps. Don unserem römischen E.-Korrespondenten. Rom, Anfang März. „Das kriegerische Aethiopien in Agonie" — so überschreibt eine römische Zeitung ihren Leitartikel und auch in der übrigen Welt wird es nur wenige Zuschauer geben, die noch an eine für den Negus günstige Wendung in diesem Drama glauben. Ein Schicksalsdrama, eine jener unerbittlichen Tragödien, deren Ausgang schon vorher bestimmt scheint. Allerdings in diesem Falle nicht durch ein blindwütendes Verhängnis oder einen großen Zufall, sondern durch eine recht primitive Logik: die Macht des Stärkeren. Sieht man nicht schon die Oper, Typ A i d a, im Anzug? Da ist der königliche Nebenbuhler des Löwen von Juda, der plötzlich im Gefängnis stirbt, da steht die „schwarze Pompadour" gegen die Kaiserin und — geht gleichfalls ins Reich der Schatten ein, man munkelt von Gift, und mittlerweile verbluten draußen die Scharen der tapferen Krieger. Sklaven, weiße Abenteurer, koptische Priester — ein bunter, stimmkräftiger Chor. Oder man zieht ein modernes Schauspiel auf, mit mächtigen Oelmagnaten im Hintergrund der aktuellen Genfer Drehbühne, Botschafter kommen und gehen, Flugzeuge dröhnen und der weiße Mann kämpft, unverständlich für den schwarzen Erdteil, auf dem — Parkett, kaum daß einmal von ferne Schlachtenlärm vernehmbar wird. Denn die Mächtigen dieser Erde stellen die Probleme anders, als es ein braver Theaterhandwerker machen würde. ... Noch sprechen zwar die Kanonen in Abessinien, aber schon beschäftigt das geographische und geopolitische Schicksal des Landes die europäischen Kabinette mehr als das Los des Kaisers. D i e modernen Waffen haben den Sieg davongetragen über ein mutiges, freiheitsliebendes, aber rückständiges Volk, und Italien ist nicht gewillt, durch die Feder zu verlieren, was das Schwert erobert hat. Diesmal wird es sich nicht so schlapp an den grünen Tisch setzen, wie damals in Versailles. Ein 'Mussolini hält das Steuer in der Hand und je mehr man die Ansprüche, die er kraft seines militärischen Sieges erheben wird, zu beschneiden versucht, um so kritischer müßte die Lage in Europa werden. Es sieht jetzt so aus, als ob nicht der Kriegsanfang, sondern der Kriegsausgang die Dinge auf die Spitze treiben wolle. Schon sagen die Franzosen, das was England dem Duce n ich t verzeihen könne, sei der Erfolg; vielleicht, daß sie dabei etwas elegisch an Faschoda denken. Es ist aber nicht ausgeschlossen, daß der Völkerbund unter dem Druck Großbritanniens doch noch einen letzten Versuch zur Rettung der Unabhängigkeit Abessiniens machen werde. Würde er damit noch rechtzeitig kommen? Kann der Zusammenbruch des schwarzen Kaiserreiches verhütet werden? Von Rom aus gehen — und man ist hier über die militärische Lage gewiß nicht schlecht unterrichtet — liegt die verneinende Antwort nahe. Ras Desta, Ras Mulughieta, die Kasa und Sejum und Jmru, wo und wie immer sie sich zum Kampfe stellten, zerschmettert, die Führer selbst geflohen, die „elenden Ueberreste" ihrer Armeen in alle Winde zerstreut, von himmelverdunkelnden Flugzeugschwärmen unerbittlich zu Tode gejagt. Und überall steht das Volk auf, verflucht die Herren von gestern, knallt tri» Flüchtlinge ab und bringt ihre Waffen als Trophäen dem Sieger entgegen. Es ist hie Zivilisation selbst, die überlegene Kultur, sagen die Römer mit Stolz, die kraftvoll vorwärts- schreitet. Immer dieser cäsarische Unterton, das faschistische Leitmotiv kontrapunktistisch gebunden an die große Ueberlieferung. Es war wohlberechnet, daß am vierzigjährigen Gedenktag der nun gutgemachten Niederlage von Adua der Platz vor dem neuen Kapitol, die Piazza Venezia nicht wie üblich von huldigendem Volk wimmelte, sondern vollgestopft war von Soldaten in kriegsmäßiger Ausrüstung... War das nicht die lebendige Verkörperung jener Minerva oder Pallas Athena, die man schon vierhundert Jahre vor Adua auf dem Kapitol ausgrub und durch Hinzufügen der Waffenattribute zur Roma triumphans machte? So stand sie, viel zu klein für den michelangelesken Platz — Michelangelo selber dachte sich hier eine kolossale Zeus- statue — und schier beziehungslos auf dem Hügel, der nach Mussolini der heiligste sei nach Golgatha, stand ohne Bedeutung vor kopfschüttelnden Fremden, die landauf, landab nichts als ohnmächtige Kleinstaaterei sahen, Italien nur als geographischen Begriff werteten. Nun aber dröhnten die Glocken gemeinsam mit den donnernden Propellern und Mussolini brauchte wahrlich keine Worte zu machen, denn es sprachen die Taten. Wer diesen Siegestag vom 1. März in Rom miterlebte, der versteht die Haltung Italiens, der glaubt nicht an den Tintenkrieg und schwächliche Kompromisse. Die eisernen Würfel sind gefallen. Rom wird den Frieden auf dem Schlachtfeld diktieren. Wo sind nun die Propheten, die noch vor wenigen Monaten Abessinien als uneinnehmbar schilderten? Es hat sich gezeigt, daß jeder Widerstand mangelhaft bewaffneter Heereshaufen gegen die neuzeitliche Feuerwalze ein Unding ist, daß auch epischer Heldenmut todbereiter Männer vor den übermächtigen Bombengeschwadern zu einer recht nüchternen und ernsten Frage wird: Ist er bei einem solchen Mißverhältnis überhaupt berechtigt? Der Sieger selbst billigt den Abessiniern Heroismus zu, aber — angewandt, am falschen Ort. NSG. Der Arbeitsdienst ist eine Gemeinschaft der Wirklichkeit, deren Glieder sich finden in lat und Leistung, in einer Gemeinschaft, deren eiserne Bindung nicht berechnender Verstand, sondern unerschütterlicher Glaube ist: der Glaube an die hohe Sendung des Führers, an die Kräfte, die aus der Tiefe des Volkes bringen und an die Kraftströme aus Blut und Boden, die uns formen und gestalten. Der Mittelpunkt des Gemeinschaftslebens der jungen Arbeitsmänner ist die Arbeit geworden, der sie ihren ureigenen Sinn wiedergeben wollen, die sie der Gemeinschaft, dem Volk zu opfern willens sind. Gemeinschaftsgefühl und Arbeit sind die Kräfte, die das Leben dieser Jugend gestalten, die ihrem Willen zum Leben eine neue Richtung geben und sie in ihrem ganzen Sein bestimmen. Dienst und Freizeit stehen unter diesem alles bestimmenden Gesetz. Erfüllt vom Geiste dieser Wesenselemente verspürt der junge Mensch, der sich in starkem Selbstbewußtsein und frohem Stolz „Arbeitsmann" nennt, Tag für Tag und Stunde um Stunde das stärkende Erlebnis der selbstlosen Arbeit für die Gemeinschaft des Volkes und die festigende Bindung feiner Lagergemeinschaft. Idee und Wirklichkeit der Lebensführung klingen im Erlebnis des Arbeitsdienstes ineinander und wirken deshalb stetig stärkend und fördernd auf den einzelnen. So stark und eigengesetzlich ist die wirkende und bildende Macht des selbsterzieherischen Lebens im Arbeitsdienst, daß sie auch in der schöpferischen Kraft der jungeü Arbeitsmänner zur sichtbaren Offenbarung drängt. Wir wissen, echte und wahre Kulturgestaltung ist Ausdruck innerer Haltung. Im Gemeinschaftsbewußtsein, in der Arbeit am Boden, in der Heimat, im Volk und in seiner bewußten Deutschheit wurzelt die innere Haltung des Arbeitsmannes und sein Wille zu neuer ßebensgeftaltung. Soldatische Lebensform und bäuerlich-erdverbundene Lebenshaltung gestalten das Leben des Ar- Was wird nun der Negus tun? Man erzählt, er fei kampfmüde, geheimnisvolle Geschichten laufen um. Bald soll er die Absicht haben, in ein Kloster zu gehen, bald die Koffer packen für die Flucht nach England, das Flugzeug stehe schon bereit. Die wenigsten Afrikakenner in Italien glauben noch daran, er werde den Tod in der Schlacht suchen. Letzter Ausweg: die Intervention Englands. Noch vor weinigen Wochen hieß es, Italien trage sich mit dem Gedanken an eine „Verzweiflungsaktion", jetzt hat es den Anschein, als ob nur noch eine Verzweiflungsaktion des Völkerbunds die verlorene Partie des Negus retten könne. Könnte sie es wirklich? Das würde doch nichts anderes als ein Nachgeben Mussolinis bedeuten. Der hat den Duce in diesen harten und hart machenden Tagen des Sanktionskrieges nicht gesehen, der eine solche Rechnung ausmacht. Und nüchtern betrachtet, war es bisher ein etwas komischer Wettlauf zwischen dem afrikanischen Krieg und dem Dölkerbundskrieg, wobei der Genfer immer zu spät kam. Wäre es die geheime Absicht Genfs gewesen, Mussolini stets den nötigen Vorsprung zu lassen, und das schon von Anfang an, also vom französisch-italienischen Januar-Abkommen ab, man hätte es nicht besser bewerkstelligen können. Wie trefflich konnte Rom das diplomatische Gerede bis zum Ende der Regenzeit benützen, wie gelegen kamen ihm seither die endlosen Erörterungen über die Oelsperre! Abessinien hat sich inzwischen verblutet. Und es wäre gefährlich, den italienischen Waffen jetzt noch, wo es zu spät ist, in den Arm zu fallen. beitsdienstes, und deshalb ist es keine Zufälligkeit, wenn hier die gleichen Gesänge erklingen wie im Kampf für deutsches Land und deutsches Volk in der Not der Schützengräben. Hier wie da herrschen die gleichen Kräfte: Kampf, Heimaterde, Liebe und Sehnsucht zur Heimat. Deshalb ist es auch nicht zufällig, wenn Wort und Weife des in seiner rhythmischen Wucht der Melodie und in seinen Worten so bodenverbundenen Bauernliedes in den Reihen des Arbeitsdienstes gefunden werden: „Wir find die Männer vom Bauernstand Wir halten zur Heimat, zur Erde!" ... Bäuerliches Sichbefcheiden, soldatische Lebensform und das neuerwacheride Gefühl stolzbewußten Ar- beitertums zwingen der Haus - und Wohnkultur des Arbeitsmannes den besonderen Stempel auf. Aus innerem Drang heraus lehnt der Arbeitsdienst und feine Männer das kalte steinerne, unpersönlich-fachliche Haus, die Kaserne, ab; man will keinen nüchternen Zweckbau, sondern ein H e i m. Alles Wesensfremde wird instinktiv abgelehnt; verachtet wird das Seichte, Sentimentale, das Kitschige und das Farblose. Die stark ausgeprägte neue Lebenshaltung verlangt neue Formen in Ausstattung und Schmuck. Auffällig ist schon für jeden Beschauer das starke Vorherrschen des Spruchbandes im Schmuck. Der Spruch dient nicht der Verschönerung; den Männerbund der arbeitenden Jugend bindet die Idee und der Wille zur Verwirklichung, und diesem Ziel dient der Wandschmuck. Aehnliches gilt von dem Bild schmuck in den Wohnräumen der Arbeitsdienstabteilungen. Für den Arbeitsmann gibt es keine Trennung zwischen Dienst und Ruhe, dazu ist die gemeinsame Aufgabe und das sich daraus ergebende Gemeinschaftsgefühl, dazu ist das Erleben der Natur und das bewußt gewordene Erlebnis der Seelenwerte schaffenden Arbeit zu groß. Natur und Arbeit ragen in den Lebensraum hinein, wirken auch in der Ruhe nach und geben Anlaß zu neuer Formung und Gestaltung. Nur so läßt es sich erklären und berechtigt begründen, daß die Arbeitsmänner in ihren Räumen nicht von irgendwelchen Künstlern und Kunsthandwerkern geschaffene Schmuck- und Ausftattungsgegenstände anbringen wollen, sondern fei btt das Erleben der Arbeit und das Wirken der Natur nachgestalten und in diesen Bildern dann wieder auf sich selbst und die Gemeinschaft wirken lassen. Künstlerisch Vollendetes wird nie ober nur selten geschaffen werden können, weil diese Dinge in der Neuheit ihrer Empfindung, in der zwangsläufigen Wahl neuer Mittel und der Stärke des Erlebnisgehaltes eine Eigengesetzlichkeit beanspruchen und beanspruchen können. Hier spielt sich etwas Aehnliches ab wie bei der Entwicklung der bäuerlichen Holzschnitzkunst oder des landschaftlich-stammesdedingten Trachtenwesens oder der bäuerlichen Hausratkultur. Die Zeit der winterlichen Arbeitsruhe und die der Dämmerung, die Zeit zwischen hell und dunkel sind Offenbarungsstunden bäuerlicher Gestalterkraft. In diesen Frei- und Ruhestunden entstand im Nachempfinden und Nachgestalten die bäuerliche Wohnkultur und Holzschnitzkunst; nicht Könner und Künstler waren es, sondern gesund, natürlich und ursprünglich empfindende Menschen, die durch Hebung unö Fleiß gesteigerte Handfertigkeit und durch Anerkennung und Lob der gleichempfindenden bäuerlichen Familien- und Dorfgemeinschaft erst die Möglichkeit des Formens und Schaffens gewannen. Deswegen fehlt bei dieser bäuerlichen Kultur auch künstlerische Manier und handwerkliche Spitzfindigkeit, ihre Stärke liegt eben schlechthin in der Urwüchsigkeit. Wir glauben, daß so oder ähnlich auch der Weg der „A r b e i t s d i e n st k u l t u r" in eigenen Formen sein wird, weil hier wie da die gleichen Bedingungen, ähnliches Erleben und ähnliche Gestaltungselemente wirken — Erde, Natur, Mensch, Arbeit! Und die Wirklichkeit zeigt uns, daß gerade in den in der einsamsten Natur liegenden Lagern des Arbeitsdienstes am stärksten der Wille zu eigenem Formen offenbar wird und hier am ehesten stark ausgeprägte eigene Schöpfungen entstehen. Dienst und Freizeit stehen im Leben des Ar- beisbienftes in einem starken, sinnbezogenen Zusammenhang, auch der F e i e r a b e n b ist in die Erziehungsaufgaben bes Arbeitsbienstes mit einbezogen. Der Feierabend soll das im Dienst und bei der Arbeit Erlebte bewußt werden lassen, soll in Spiel und Lied den entspannenden Ausgleich bilden und darüber hinaus in Arbeitsgemeinschaften Rüstzeug für die Erfüllung solcher staatspolitischen Aufgaben und Pflichten geben, die dem Arbeitsmann im Gemeinschaftsleben des Lagers zu Bewußtsein gebracht wird. Hier berühren und ergänzen sich Feierabendgestaltung und staatspolitischer Unterricht im Arbeitsdienst. Letzterem fällt die Aufgabe zu, bas Erlebnis der Gemeinschaft und der Arbeit bewußt zu machen und auf ihre großen Zusammenhänge und Beziehungen zu Volk und Staat hinzuweisen. Diese Ergänzung von staatspolitischem Unterricht und Feierabendgestaltung wird besonders augenfällig, wo ihre sichtbaren Ergebnisse vor der Oeffentlichkeit ausgebreitet sind: in Fest und Feier. Der staatspolitische Unterricht vermittelt das Wissen um Sinn und Bedeutung der großen Gedenk- und Jahrestage des Volkes, die Feierabendgestaltung läßt das Wesen dieser Tage erlebnismäßig vertiefen und gestalten. Das ist das Geheimnis, das bei den Feiern des Arbeitsdienstes bei festlichen Anlässen den tiefen Eindruck vermittelt, das ist es, was bei dem großen Spiel von „Deutscher Not und Wende" am Tage der Verkündung des Wehrgesetzes am Volkstrauertag die Hörer zu wortloser Ergriffenheit mitriß, das ist es, was einen ausländischen Teilnehmer die Morgenfeier des Arbeitsdienstes auf dem letzten Parteitag als „Gottesdeinst der Arbeit" erleben ließ. Wir wissen, daß Kultur und Wille zu neuer Kul- turgeftaltung sich nicht befehlen lassen, wir glauben Reichsarbeitsdienst und Kulturgestaltung. Eigenschöpferische Kräfte neuer Gemeinschaft. Abessinische Mahlzeiten. von unserem v. B.-Miiarbeiier. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Dschibuti, im Februar 1936. Ein Koranspruch sagt: Behandle den Fremdling gastlich, und sei er auch ein Ungläubiger. Reist man durch das Morgenland, so findet man die echte, natürliche Gastfreundschaft dort am ehesten, wo man von den großen Häfen, den O-Zug-Statio- nen und Luxushotels am weitesten entfernt ist. Die fremde Tünche verdirbt so leicht den guten Kern der Seele der Eingeborenen. In den Wüstenzelten und Berghütten wird man den Wanderer immer einlaben, am bescheidensten Mahle teilzunehmen, wenigstens der Form halber. Während des Krieges, der vor zehn Jahren um die Herrschaft über die Heiliben Stätten in Arabien entbrannt war, besuchte uh einen jemenitischen Offizier im Schützengraben vor den Mauern der belagerten Stadt Dschidda. Er wollte selbst an dieser gefährdeten Stelle einen Festhammel schlachten und wählte in liebenswürdigem llebereifer die Worte: „Kommt Ihr aber in meine Heimat, in die Berge des südlichen, glücklichen Arabiens, dann schlachte ich Euch, so Allah will, meinen eigenen Sohn!" Gut gemeint wie solche Worte, aber nicht ebenso leicht genießbar ist oft, was einem aus einheimischen Küchentöpfen da angeboten wird, und ablehnen hieße vielleicht, den Gastgeber schwer kränken. Also würgt man anfangs mutig die verlorenen Spiegeleier, die ein Beduinenscheich aus der Brühe von duftendem, warmen Hammelfett fischt, hinunter. Aus nie gewaschenen Gläsern, deren Jnnen- und Außenseiten eine Sammlung von Fingerabdrücken bewahren, schlürft man über den Daumen hinweg ein trübes, laues Wasser. Ist die europäische Bazillenfurcht aber noch stärker als der orientalische Fatalismus, dann beschränkt man sich auf Gier, Melonen, Bananen und sonstige Schalenfruchte, auf deren Inhalt die Umgebung beim besten Willen nicht hat abfärben können. In Abessinien hat sich der Brauch erhalten daß Beamte, Soldaten und auch Fremde, die abseits der Eisenbahn durchs Land reisen, von der Regie- rung mit einer Anweisung versehen werden, auf daß die Bevölkerung sie unterwegs mit Nahrung und Wohnung versorge. Heute sind wohl alle Europäer mit guten Konservenvorräten ausgerüstet, wenn sie nicht ihren eigenen Koch mitnehmem Aber wenigstens aus Neugierde probiert man doch gern einmal von der Kost der andern. Da die meisten abessinischen Volksstämme wandernde Hirten sind, spielt die Milch eine Hauptrolle im täglichen Speisezettel. Sie wird wegen Mangels an Flaschen in selbstverfertigte lederne Beutel nach Art der Wasser-1 schläuche gefüllt. Man läßt es sich auch gefallen, | daß die Beutel vorher über dem Qualm eines Hüttenfeuers gründlich geräuchert wurden, das gibt der Milch einen herbwürzigen Beigeschmack, doch fördert es unseren Appetit weniger, wenn der Trank durch eine Beimischung des landesüblichen Haarwassers haltbar gegen die Hitze gemacht wird. Denn diese Flüssigkeit ist das, was die Haustiere nicht mehr nötig hatten. Die Butter weicht gleichfalls von unseren Vorstellungen ab. Sie stammt von Zeburindern, Büffeln, Kamelen, Ziegen^der Schafen und macht oft in ledernen Behältern wochenlange Karawanenreisen durch, ehe sie die danach begierigen Kunden erreicht. In der dauernden Glut der Niederungen, also in den Somali- und Dankaligebieten, befindet sie sich immer nur in öligem Zustand. Nur teilweise wird sie verzehrt, die meiste Butter hingegen dient als Salbmittel. Schon die neugeborenen Kinder werden einmal zur Gewöhnung in dieser Butter gebadet. Die Somalifrauen schütten das wertvolle Fett in ihre Kraushaare und reiben sich dann den ganzen Körper damit ein, vermutlich zum Schutz gegen klein- Insekten oder gegen die Sonnenstrahlen. Die paar Lappen, die die Bekleidung darstellen, pflegen auch butterdurchtränkt zu fein. Bei durchschnittlich 40 Grad im Schatten strömt so eine bronzefarbene Venus dann weithin einen Geruch aus, daß ein Fremder das Weite sucht. Butterreste helfen somit die Tugend zu schützen. Abessinien ist wirklich ein Land, in dem Milch, Butter und Honig „fließt". Auch der Honig ist ein wahres Volksnahrungsmittel, Bienenstöcke finden sich in den Dörfern und wild vorkommend in den Wäldern. Es heißt, daß die Eingeborenen von dem Honigkuckuck zu den in Baumstämmen versteckten Waben hingelockt werden. Schon Reifende früherer Zeit und Brehm, der jahrelang die Tierwelt im Sudan und Abessinien erforschte, wissen zu erzählen, daß Abessinier wie auch Negerstämme und Hottentotten in Südwest sich durch die aufgeregten Schreie des Vogels zu den Stellen leiten lassen, wo es Honig gäbe, und daß der Honigkuckuck dann wie ein Jagdfalke seinen Beuteanteil abkriege. Erlebt haben wohl wenige solche Aufspürung. Läßt man den Honig mit Wasser und den Blättern des Geschostrauches gären, so entsteht ein dem alten germanischen Met ähnliches Getränk, Tetsch genannt, Freudenquell der abessinischen Zecher, wichtigster Stoff für kleine und große Feste. Ein Trinkhorn voll Tetsch ist der Willkommenstrunk für geehrte Gäste. Er mundet auch den Fremden gewöhnlich gut. Wer für noch schärfere Tropfen ist, kann einen aus Tetsch destillierten Schnaps, Ar- raki, genießen. Für die Amharen des Hochlandes, die koptische Christen sind, gilt ja nicht das Trinkverbot des Propheten Mohammed. So sind denn in Addis Abeba und anderwärts massenhaft luftige Tetschkneipen entstanden, meist einfache Hütten mit einem Dach aus Zweigen oder Wellblech. Ihr Aushängeschild ist ein mehr oder weniger weißer Lappen mit dem Zeichen des Roten Kreuzes. Das bedeutet hier farbige Damenbedienung. Bei besonderen Anlässen dehnt sich der Umtrunk zur beliebten „Phantasie" aus, wenn Jäger einen Löwen oder Elefanten erlegt haben, wenn eine Razzia unternommen werden soll oder geglückt ist, wenn gehochzeitet oder der Teufel ausgetrieben wird. Dann dröhnen oft drei Tage und Nächte hindurch die Trommeln, krachen Schüsse in die Luft — was nun verboten ist —, bringt Gekreisch in die Nachbarschaft. Die Frauen schrillen ihr „i-lilii-liliih!", die Männer tanzen im Kreise mit erhobenen Waffen und zischen aufgeregt „sch-sch" und „ßuß-ßuß", Sänger verkünden Heldenlieder zur Laute. Und zwischendurch rinnt der süße, berauschende Tetsch durch die Kehlen. Will der Gastgeber es billiger darstellen, so begnügt man sich mit einem Bier aus gebrannter Gerste, Talla. Im Tieflande liefern die Dum-Palmen einen Saft, der in Krügen gärt und schäumt und Männer und Weiber in wilde Ekstase versetzt. Afrikanische Orgien ... Im Alltagsleben ist der Abessinier ein mäßiger Vegetarier. Auf Kriegszügen kommt er mit einer Handvoll gerösteter Erbsen am Tage aus. Aus Durra, Mais oder Korn, das bei der primitiven Feldbestellung nur dürftige Erträge brinat, backen die Frauen ober Sklavinen bünne, weiche, runbe Brotflaben, bie wie graue, ausgewalzte Eierkuchen aussehen. Sie heißen „indschera" unb werben im georbneten Haushalt in Körben aus buntem Strohgeflecht ober in ben Schilben aufbewahrt, bie sonst zur Rüstung bes Hauherrn gehören. Für bie Kinber bedeutet ein Stück Zucker den höchsten Genuß. An der Bahn und in der Haupt- stabt laufen sie hinter bem Fremben her unb rufen: „Geta, abate Bukkar!", Herr, gebt Zucker! Schokolabe jedoch nrirb mißtrauisch betrachtet unb verschmäht. „Wat be Bur nich kennt, bat frät hei nid)", gilt wohl überall. Uns geht es roieberum so bei ben abessinischen Fleischgerichten. Großes Ereignis: wenn ein Rind geschlachtet wirb, gibt es ein Schauspiel eines Stierkampfes. Ein Mann zerrt es an einem Strick, ber um bie Hörner gelegt ist, ber Gehilfe bremst mit einem anberen Strick ums Hinterbein, sobald der Stier den Vordermann angreifen will; das Publikum brüllt Befchörunqs- formeln, um bas Tier, bas stürzt, roieber auf die Beine zu bringen: „Menelik imut!" Die Geister bes alten Negus sollen helfen. Die Schlachtung geschieht streng rituell. Kaum ist bas Fell abgezogen, da stürzen sich schon bie Gäste heran unb säbeln sich mit ihren eigenen zweischneidigen Sichelmessern einen Happen aus bem ganz blutfrischen Tierkörper heraus. Es wirb auf ber Stelle schmatzend verschlungen, soviel es gibt. Aber bazu gehört bie richtige Pfeffersoße, wie in Ungarn ber Paprika. Die roten Psefferschoten ober Serben werden zerstoßen unb zu einer scharfen Tunke, Wott benannt, verrührt, bie bem ungewohnten Gaumen zu brennen scheint wie manche inbischen Gerichte, schärfer als hochprozentiger Rachenputzer. Unsere milben Speisen blinken bie Abessinier fabe, unser zubereitetes Fleisch wie eine Mahlzeit für — Hyänen! Doch haben wir bafür auch nicht mit ben Würmern zu tun, die vom rohen Fleischgenuß nachbleiben. Allmonatlich machen bie besser lebenben Abessinier bei ihrem Mebizinmann eine Pferdekur durch mit einem Tränklein aus ben Blüten bes Kussobaumes. Schafe unb Ziegen werben unter weniger feierlichen Formen verspeist. Aus Hühnern verstehen sie sogar eine Art Wiener Backhänbl zu bereiten. Streng verboten ist aber auch bei ben Christen bas Schweinefleisch, ber Hase, Krebse unb Schildkröten! Ich erinnere mich, mit welchem Entsetzen ein abessinischer Würbenträger einmal nachträglich erfuhr, baß er in Europa ahnungslos von einer Schild- krötensuppe gegessen hatte. Niemals auch bürste ein Abessinier irgenbein Fleisch anrühren, bas nicht jemanb von seiner Religion geschlachtet hätte. Im Zweifel hungert er lieber. Am liebsten nimmt er alle Nahrung heimlich zu sich, benn eine abergläubische Vorstellung läßt ihn fürchten, baß feinbliche Menschen mit bem bösen Blick ihm ben Bissen vergiften konnten. Darum spannt man um hohe Personen einen Vorhang, ber noch sicherer schützt als Amulette. Bei Reisen in mittelasiatischen, mobammebanischen Gegenben würbe mein Platz in Wirtshäusern auch öfters mit Tüchern verhängt, bamit ich nicht mit ben wahren Bekennern bes Islams in einem Raume säße. Den Abessiniern gilt es aber auch als Ruhm, möglichst zahlreiche Gäste zu bewirten. Oft wirb in mehreren Schichten hintereinanber gegessen, und in die übriggebliebenen Reste teilt sich die Schar der herumstehenden Sklaven und Kinder. Von meinem ersten echt abessinischen Festmahl, bei der mir ber gütige Gastgeber sorgsam gewickelte Brotlappen mit gepfeffertem Gulasch in den Mund steckte, erholte ich mich erst nach fünf Tagen. Wer aber fünf Jahre in abessinischer Umgebung verbringt, beruhigte man mich, braucht rohes Fleisck), Serben und Tetsch wie die liebe Sonne zum vollkommenen Lebensgenuß. aber auch, daß unser eine große Aufgabe harrt, wenn die starken kulturgestaltenden Kräfte in der Gemeinschaft des Arbeitsdienstes sich nicht in seichten Formspielereien vergeuden sollen, wenn etwas Neues entstehen soll, das der wahre Ausdruck unseres inneren Seins ist. Itundfunkprogramm. Mittwoch, 11. März. 6 Uhr: Choral, Morgenspruch. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 10.15: Schulfunk. 11: Hausfrau, hör zu! 11.45: Soüalbienst. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten. Anschließend: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Allerlei von zwei bis drei. 15: Wirtschaftsbericht. 15.15: Hans Ludwig Linkenbach, ein rheinischer Dichter. Zu seinem 60. Geburtstag (11. März). 15.30: Bücherfunk. 15.50: „Ein Fabrikarbeiter studiert", von Herbert Fiebrandt. 16: Klaviermusik. 16.30: „Mein Freund Joke." Erlebt und erzählt von Edzarb H. Schaper. 16.45: Unterhaltungsmusik. 17.30: Die Dorfgemeinschaft. Funkbogen aus dem ländlichen Leben. 18: Sinnendes, klingendes Frankfurt! 19.45: Erzeugungsschlacht. 20: Nachrichten. 20.15: Stunde der jungen Nation: „Die Insel der Ordnung". 20.45: „Singsang, Klingklang, trallalla", Teilübertragung aus dem Bunten Abend mit der NS.-Gemeinschaft ,Lrast durch Freude". 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.30: Das Wirtshaus im Spessart. Raunen und Rauschen im Bergwald. 23: Nachtmusik und Tanz. 24 bis 2: Nachtkonzert. Donnerstag, 12. März. 6 Uhr: Choral, Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 10.15: Schulfunk: Dolksliedsingen. 11: Gaunachrichten. 11.30: Bauernfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten. Anschließend: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Allerlei von zwei bis drei. 15: Wirtschastsbericht: Fabrik-Neubauten verboten? 15.15: Kinderfunk. 16: Unterhaltungskonzert. 17: Lieder mit Klavierbegleitung. 17.30: „Ist mir mein Leben geträumet?" Wilhelm Busch schreibt Briefe. Eine Textfolge, zusammengestellt von Hans Balzer. 18: Konzert. 19.45: Der Tagesspiegel des Reichsfenders Frankfurt. 20: Nachrichten. 20.10: Mozartzyklus (18). „Figaros Hochzeit", komische Oper in vier Aufzügen. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. Wirtschaft. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilo) in RM.: Weizen W 13 211, W 16 214, W 19 218, W 20 220; Roggen R 12 174, R 15 177, R 18 181, R 19 183. Futtergerste und Hafer nicht notiert. Weizenmehl W 13 28,35. W 16 28,60, W 19 28,60, W 20 28,95; Roggenmehl R 12 22,45, R 15 22,80, R 18 23,30, R 19 23,50, plus 0,50 RM. Frachtausgleich. Weizennachmehl 16,75 bis 17, Weizenfuttermehl 13 bis 13,25. Weizenkleie W 13 10,65, W 16 10,80, W 19 11,00, W 20 11,10; Roggenkleie R 12 9,95, R 15 10,15, R 18 10,40, R 19 10,50, Mühlenfestpreise ab Mühlenstation. Sojaschrot mit Monopolzuschlag 16,20, Palmkuchen m. M. 16,80, Erdnußkuchen m. M. 18,30. Treber 18,50 bis 18,75, Trockenschnitzel 9,16, Großhandelspreise ab Fabrikstation. Heu 7,75, Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreßt, 3,50 bis 3,70, dasselbe, gebündelt, 3,20 bis 3,50. Kartoffeln: Industrie, hiesiger Gegend, 3,40, gelb fleischige, hiesiger Gegend, 3,30, weiß-, rot- und blauschalige, hiesiger Gegend, 3,05 RM. per 50 Kilo bei Waggonbezug. Frankfurter Zchlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 9. März. Auftrieb: Rinder 389 (gegen 722 am letzten Montagsmarkt), darunter 64 Ochsen, 29 Bullen, 258 Kühe, 38 Färsen. Zum Schlachthof direkt: 2 Bullen, 1 Kuh, 1 Färse. Kälber 491 (469), Schafe 39 (155), Schweine 3219 (3420). Notiert wurden 1 Zentner Lebendgewicht in Mark.: Ochsen a) 43 bis 45, (am 2. März 42 bis 45), b) 41 (37 bis 41), c) — (34 bis 36), d) — (29). Bullen a) 43 (40 bis 43), b) — (35 bis 39), c) 34 (34), d) — (27). Kühe a) 39 bis 42 (39 bis 42), b) 34 bis 38 (34 bis 38), c) 28 bis 33 (28 bis 33), d) 25 (20 bis 25). Färsen a) 42 bis 44 (41 bis 44, b) 40 (36 bis 30), c) 35 (33 bis 35), d) — (—). Kälber andere a) 69 bis 72 (66 bis 70), b) 64 bis 68 (59 bis 65), c) 52 bis 63 (51 bis 58), d) 40 bis 51 (40 bis 50). Lämmer und Hämmel b2) 46 bis 49 (48 bis 49). Schweine al) 57 (57), a2) 57 (57), bl) 56 (56), b2) 55 (55), c) 53 (53), d) 51 (51), e) 51 (51). Sauen gl) 57 (57), g2) 52 bis 57 (57). Marktoerlauf: Rinder wurden zugeteilt. Kälber, Hämmel und Schafe lebhaft, ausverkauft. Schweine wurden zugeteilt. ... Großhandelspreise für Fleisch und für Fettwaren. Beschickung: 631 Viertel Rindfleisch, 469 halbe Schweine, 81 ganze Kälber, 60 ganze Hämmel. Notiert wurden pro 50 kg in TH.: Ochsenfleisch (Höchstpreise) a) 80 (am 5. März —), b) 69 (75 bis 77), c) 61 (72 bis 75). Bullenfleisch (Höchstpreise) a) 76 (—) b 69 (75 bis 77), c) 58 (—). Kuhfleisch (Höchstpreise) a) 75 (—), b) 65 (68 bis 74), c) 54 (58 bis 68). Färsenfleisch (Höchstpreise) a) 80 (—), b) 69 (75 bis 77), c) 61 (72 bis 75). Kalbfleisch a) 78 bis 80 (—), b) 70 bis 78 (74 bis 70). Hammelfleisch b) 90 bis 95 (90 bis 95). Schweinefleisch b) höchster Preis 74. Fettwaren. Roher Speck unter 7 Zentimeter höchster Preis 80, Flomen höchster Preis 80. Marktverlauf lebhaft. Großvermehrung von Eüßlupinen-Saatgut. Fwd. Um die Eiweißfutter-Erzeugung aus eigener Scholle möglichst schnell zu verstärken, ist es erforderlich, das vorhandene Süßlupinen-Saatgut in diesem Jahre so gut wie ausschließlich dem Dermeh- rungsanbau zuzuführen. Auf Anordnung des Reichsund Preußischen Ministers für Ernährung und Landwirtschaft und des Reichsbauernführers stellt deshalb die Saatguterzeugungs-G. m. b. H. das erforderliche Saatgut zu besonders günstigen Bedingungen zur Verfügung. Der Vermehrer erhält das Elitesaatgut zum Preise von 18 RM. je Zentner, das von ihm abgelieferte Hochzuchtsaatgut wird ihm zum Preise von 25 RM. vergütet. Die Bezahlung des Elitesaatgutes kann gestundet werden bis zur Ernte. Landwirte und Bauern, die gewillt sind, diese Aktion zu unterstützen, und die über geeignete natürliche und wirtschaftliche Verhältnisse verfügen, wenden sich sofort wegen des Vermehrunas- und Vertragsabschlusses an die bäuerlichen Werkschulen oder an die Saatguterzeugungs - G. m. b. H., Berlin W 55, Lützowstraße 109/110, Haus der Pflanzenzucht. Mein-Mainische Börse. Mitlagsbörse: Aktien schwach. Frankfurt a. M., 9. März. Die Börfe lag am Aktienmarkt recht schwach. Die Kulisse schritt in teilweise größerem Umfange zu Glattstellungen, denen keine Aufnahme gegenüberstand, während von der Privatkundschaft Zurückhaltung geübt wurde. Man wartet allgemein die weitere politische Entwicklung ab. Die durchschnittlichen Einbußen lagen bei 1,50 bis 2 v. H. Insbesondere am Montanmarkt bestand Druck, Vereinigte Stahlwerke 81,40 bis 81 (83,40), Rheinstahl 112,90 (114,75), Mannesmann 81,25 bis 80,75 (83,50), Hoesch 87 (89), Klöckner 82,25 (84), Harpener mit 113,25 (113,50) und Buderus mit 94,50 (95) blieben verhältnismäßig gut gehalten. Am Chemiemarkt gingen IG. Farben auf 151,25 (152,75), Scheideanstalt auf 211 (212,50), Goldschmidt auf 103,75 (105) und Metallaesellschaft auf etwa 110,75 (115,13) zurück. Don (rlektroaktien verloren AEG. 1 v. H., Gesfürel 1,50, Siemens 1, Lahmeyer 2 v. H. und Schuckert mit 131 bis 130,25 (132,50) 2,25 v. H. Bekula blieben mit 140,25 unverändert. Ziemlich schwach lagen Conti Gummi mit 179,50 (183), Daimler Motoren mit 95,25 (98), Bank für Brauindustrie mit 117,75 (120,50) und AG. für Verkehr mit etwa 103,75 (107). Außerdem büßten Muag 2 v. H., Deutsche Linoleum 1,75 v. H., AKU. und Nordd. Lloyd je 1 v. H. und Westdeutsche Kaufhof 1,75 v. H. ein. Hanfwerke Füssen und Zement Heidelberg lagen behauptet. Am Rentenmarkt bewegte sich das Geschäft in engen Grenzen, die Haltung war für die variablen Papiere ebenfalls etwas schwächer. Altbesitz 110,50 (110,70), Kommunal - Umschuldung 8740 (87,25), Zinsvergütungsscheine 93,30 (93,40), späte Schuldbuchforderungen 97 (97,13) und 6 v. H. zertifizierte Dollar - Preußen etwa 61 bis 61,50 (61,75). Im Verlaufe schrumpfte das an und für sich sehr kleine Geschäft noch mehr zusammen und die Kurse am Aktienmarkt bröckelten noch weiter um etwa 0,25 bis 0,50 v. H. ab, da weiterhin kleines Angebot herauskam. Besonders in den Werten, in denen die Kulisse in der letzten Zeit Positionen hielt. Auch die erst später notierten Papiere erfuhren Abschwächungen von 1 bis 2 v. H., darüber hinaus gingen Chade A bis C auf 301,50 (306) zurück. Am Kassamarkt Mainzer Aktien-Brauerei gesucht. Am Rentenmarkt lagen einige Obligationen der Vereinigten Stahlwerke 0,50 bis 0,75 v. H. schwächer, sonst wiesen die variablen Papiere kaum Veränderungen zum Anfang auf. Goldpfandbriefe, Stadtanleihen und Kommunal-Obliaationen blieben bei kleinen Umsätzen unverändert, dagegen bestand in Liquidationspfandbriefen Angebot, das die Kurse zumeist um 0,13 bis 0,25 v. H. drückte. Am Auslandsrentenmarkt herrschte Geschäftsstille, etwas niedriger lagen Mexikaner und Anntolier. Im Freiverkehr nannte man u. a. Adlerwerke 98 (99), Ufa 53,50 (54), Wayß & Freytaa 92,50 (93). Tagesgeld weiter ermäßigt auf 2,75 (3) v. H. Abendbörfe unerholl. An der Abendbörse lag noch einiges Angebot vor, so daß die Aktienkurse zumeist weiter etwas nachgaben. Infolge der Zurückhaltung zeigte sich nur geringe Aufnahmeneigung, später wurde die Haltung jedoch widerstandsfähiger und auf der ermäßigten Basis lag einige Nachfrage, was aber kursmäßig nicht zum Ausdruck kam. Nur Verein. Stahlwerke mit 80,25 bis 80,50 (80,40) notierten etwas freundlicher, während sonst im Vergleich zum Berliner Schluß nochmalige Rückgänge von etwa 0,50 bis 1 v. H. eintraten. Von Großbankaktien gingen DD-Bank auf 92 (92,50) zurück. Der Rentenmarkt lag still, Altbesitz noch abbröckelnd auf 110,25 (110,50), dagegen 6proz. Verein. Stahlwerke 103 (102,50). Im freien Verkehr Kommunal-Um- schuldung 87,10, späte Schuldbuchforderungen 97. Fremde Werte lagen ruhig. U. a. notierten: Altbesitz 110,25, 6proz. Verein. Stahlwerke 103, 6proz. IG.-Farben-Bonds 126,50, 4proz. Rumänen 5,20, Commerzbank 92,50, DD- Bank 92, Deutsche Ueberseebank 82,50, Dresdner Bank 92,25, Buderus 94,50, Harpener 113, Ilse Genuß 125,50, Klöckner 82,25, Mannesmann 80,25, Hoesch 86,50, Rheinstahl 112, Verein. Stahlwerke 80,25, bis 80,50, AKU. 48, AEG. 33,25, Bekula 140, Bemberg 91,50, MAN. 101, Conti Gummi 179, Daimler E 94,50, Deutscher Eisenhandel 115,50, Deutsche Erdöl 108, Scheideanstalt 210,25, Deutsche Linoleum 158,50, Licht und Kraft 132,50, Elektr. Lieferungen 118,50, IG.-Farben 150,50, Feinmech. Ietter 82, Gesfürel 125, Goldschmidt 103, Holzmann E 93,25, Muag 80,40, Metallgesellschaft E 110,75, Moenus 82, Schuckert 130,75, Gebr. Stollwerk 93,50, Aschaffenburger Zellstoff 82, Zellstoff Waldhof 118, Südd Zucker E 198, Reichsbahn-VA. 123,13, Hapag 15,25. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 9. März. Weizen ist weiter ausreichend erhältlich. In Mannheim ist das norddeutsche Angebot so reichlich, daß Absatzmöglichkeiten für März und April kaum noch bestehen. Dagegen ist das Roggenangebot weiterhin knapp. Nur die an den Wasserstraßen gelegenen Mühlen können sich versorgen, während die Landmühlen selbst aus entfernter gelegenen Gebieten Schwierigkeiten haben, sich nur einigermaßen zu versorgen. Für Starkenburg und Rheinhessen haben sich indes die Frachtzuschüsse der Hauptvereinigung günstig ausgewirkt. Auch die übrigen Dersorgungsschwierigkeiten dürften demnächst durch Zuweisungen der RfG. behoben werden. Futtergerste wird nicht angeboten; Hafer ist immer noch sehr knapp, doch sind Zuweisungen der RfG. zur Verfügung gestellt worden, die jetzt verteilt werden, womit sich die bedürflichen Fuhr- halter versorgen können. Aus den preußischen Nachbargebieten. Kirchmeister Leib-Krofdorf 70 Lahre alt. (D Krofdorf, 9. März. Landwirt und Kirchmeister Karl Leib konnte dieser Tage in großer geistiger und körperlicher Frische seinen 70. G e - b u r t s t a g feiern. Von Jugend auf harte Arbeit gewöhnt, ist er auch heute noch, an der Seite seiner gleichalterigen Gattin, vom frühen Morgen bis zum späten Abend in seinem landwirtschaftlichen Betrieb tätig. Im Weltkrieg fielen seine beiden ältesten Söhne für die Freiheit und Ehre des Vaterlandes. Der einzige verbliebene Sohn hat mit ihm am selben Tage seinen Geburtstag. Seit langen Jahren führt der Jubilar das Amt des Kirch- meisters, das ihm in den verschiedenen Pfarrvakanzen, besonders in der letzten, sehr viel Arbeit, besonders durch die arischen Nachweise aus den Kirchenbüchern, brachte, die er aber stets in musterhafter Weise bewältigte. — In diesem Zusammenhänge dürfte allgemein interessieren, daß der sehr häufig in Krofdorf-Gleiberg vorkommende Name Leib daselbst schon in der Reformationszeit einheimisch war, und daß ein Ahne dieser Familie, nämlich Henrich Leib, damals auch das Amt eines K i r ch m e iKkch- qrhidofrha auch das Amt eines Kirchmeisters oder — wie es dazumal hieß — eines Kirchbaumeisters bekleidete. Henrich Leib dürfte unter den engsten Mitarbeitern am Reformationswerk in Krofdorf-Gleiberg neben Marx Lefch von Mühlheim und Magnus H o l tz a p f e I von Vetzberg zu suchen sein. Er legte im Verein mit einem Bernhard M ü n n i ch am 13. Januar 1548 zu Gleiberg im Beisein von Magnus Holtzapfel und dem Superintendenten und Reformator unserer Heimat Kaspar Gold wurm die Baurechnungen von 1540 bis 1548. Die Baurechnungen von 1544 bis 1547, die sehr sorgfältig geschrieben sind, liegen heute noch vor und gewähren einen Einblick in Einnahmen und Ausgaben des damaligen Kirchenetats. Das Haus des heutigen Kirchmeisters Leib gehört zu den ältesten Häusern in Krofdorf. Wahrscheinlich ist es als herrschaftliches Haus schon vor Beginn der Reformation errichtet worden, lieber dem Balken der noch zweiteiligen Haustür steht folgende Inschrift: „Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser, so schreit meine Seele, Gott, zu dir". Die daneben befindliche Jahreszahl 1696 deckt sich mit einer solchen auf einem Ziegel des Daches, was die Annahme rechtfertigt, daß in jenem Jahre im Rühmen einer Bauerneuerung das Strohdach durch ein Ziegeldach ersetzt wurde. Möge das 400 Jahre nachweisbare Heimat- und schollengebundene Geschlecht der Leibs weiterhin blühen und gedeihen! 23 Schafe vom Zuge zermalmt. LPD. Limburg, 9 März. Ein auswärtiger Schäfer, der mit seiner 600 Tiere starken Herde im benachbarten Eschhofen einen Bahnübergang überqueren wollte, konnte seine Herde beim Heran- nahen eines Zuges nicht mehr schnell genug über die Gleise bringen. Diejenigen Schafe, die sich beim Vorbeifahren des Zuges gerade auf den Gleisen befanden, wurden zerstückelt und eine Anzahl Tiere verletzt, so daß sie geschlachtet werden mußten. Insgesamt hat der Schäfer einen Verlust von 2 3 Scha - f e n zu verzeichnen. Kreis Dehlar. (D Krofdorf, 10. März. Die Milchabsatz - genossenschaft Krofdorf-Gleiberg hielt in der Gastwirtschaft Moos ihre ordentliche Generalversammlung ab. In der kurzen Zeit ihres Bestehens hat sich die Genossenschaft von 40 Mitgliedern der Gründungsversammlung auf heute 99 erhöht. Folgende Zahlen geben einen Einblick in den mittlerweile angenommenen Umfang des Geschäftsbetriebes: Der Sammelstelle wunden von den Genossen 291 850 Liter Frischmilch zugeführt, wovon 214 394 Liter an die Molkerei und 77 456 Liter im Ort selbst an Verbraucher abgesetzt wurden. Das entspricht einem Geldwert von 47 069,09 Mark. Die von der Molkerei zurückgelieferte Menye Magermilch betrug 125 055 Liter. Der Milchpreis ist nach dem Fettgehalt der Milch gestaffelt; es beträgt der niedrigste Satz bei 2,9 v. H. Fettgehalt 12,8 Pfennig, der höchste bei 4,5 v. H. Fettgehalt 16 Pfennig. Insgesamt wurden an Milchgeld 42 857,82 Mark aus gezahlt. Es ergab sich ein Reingewinn von 245,89 Mark, der dem Vorschlag des Vorstandes entsprechend dem Reservefonds gutgeschrieben wurde. Zwecks weiterer Verbesserung des Betriebes wurde die Anlage einer Tiefkühlstation beschlossen. Oie Beteiligung am Gau -Wettkampf. NSG. Die Gauwettkampfleitungen für den 3. Reichsberufswettkampf haben nunmehr sämtliche Jungen und Mädchen, die auf Grund ihrer guten Leistungen im Vorkampfe zu den Gauausscheidungswettkämpfen berufen werden können, ermittelt. Sie verteilen sich auf die einzelnen Berufsgruppen wie folgt: männlich weiblich Nahrung und Genuß 35 18 Textil 6 2 Bekleidung 12 26 Bau 27 — Holz 21 2 Eisen und Metall 116 4 Chemie 8 10 Druck 16 2 Papier 1 Verkehr und öffentliche Betriebe 14 Bergbau 6 Freie Berufe 4 Nährstand 45 Leder 24 2 6 45 10 Stein und Erde 8 2 Handel 57 34 Friseure 7 4 Hausgehilfinnen — 25 Gesundheit 4 2 Fachschulstudentinnen — 27 Hochschulstudentinnen — 34 Sämtliche Teilnehmer und Teilnehmerinnen treffen am 13. März unter Führung der Kreisjugendwalter der DAF. in Frankfurt a. M. ein und marschieren ins Haus der Jugend, wo sie untergebracht werden. Da auch die Fachschul- und Hochschulstudentinnen, die am Reichsleistungskampf der Studentenschaft teilgenommen haben, an den hauswirtschaftlichen, weltanschaulichen und sportlichen Leistungsprüfungen sich beteiligen, ist die Gesamtzahl aller Teil- nehmer am Gauwettkampf auf 666 gestiegen. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Zifferü geben die Höhe der zuletzt befchlosienen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Franimri a. DL Benin Frankfurt a.M. Serlin Frankfurt a. M. | Serltn Schluß« kUtö Schluß!. Abend« börfe Schluß« lurd Schluß!, mittag» dürfe Schluß- kurS Schlußl. Abend« bürsc Schluß- kurS Schluß!. Mittag« börfe Schluß- kurS Gchlußk. Abend- börfe Schlußkurs Schlußk. Mttiaq- börfe ■lamm 7 3. 93- 7 3. 9-3 «Datum 73. 9-3- 7.3. 9 3 Datum 7.3. 93- 73. 93- 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 100,5 100,5 100,5 100,5 <% desgi. Serie II ............ 9,13 — _ — ManSfelder Bergbau....... .. 6 132 — 132 132 4% Deutsche ReichSanl. von 1934 97,2 97,3 97,2 97,3 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 6,2 6,2 6,3 6,15 Kokswerke ................ .. 6 — — 119 117,9 b^i%Doung-Anleihe von 1930 .. 102,75 102,75 102,9 4^°/i>Rumän.vereinh.Rentev.ldlS 9,2 9 9,2 9,13 Rheinische Braunkohlen .... . 12 —1 — 220 215,5 Deutsche Anl.-Mlös.-Schuld mit 4% Rumänische vercinh. Rente .. 5,3 5,2 5,25 5,2 Rheinstabl ................ .. 4 114,75 112 113,65 112,75 Auolos.-Rechten ............ 110,7 110,25 110,65 110,5 L^% Anatolier ............. 37,5 37 37,75 36,75 Bereinigte Stahlwerke...... .. 0 83,4 80,5 83 80,4 4*/t% Deutsche ReichSpostschatzan Ltavt Minen ............. .. 0 18,5 17,5 18,25 17,13 Weisungen von 1934, I....... 100,2 100,3 _ Hamburg-Amerika-Paket .....0 Kaliwerke Aschersleben...... .. 5 — — 124 121 6% ehem.8% Hess. Bolksstaat 1929 16,25 15,25 16,13 15,5 Kaliwerke Westeregeln...... Kaliwerke Salzdetfurth..... .. 6 *— 120 121,5 119 (rüchahlb. 102%)............ 98,25 98,25 Hamburg-Südam. Dampfschiff . 0 Norddeutscher Lloyd .........0 A G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 25,5 17,75 25,5 — - 180 4H% ebem. 8% Hessische Landes- 18 16,75 17 banl Darmstadt Gold R. 12.... 96,4 96,4 96,4 _ 107 103,75 106 103 g. G. Färben-Industrie..... 152,75 150,5 151,9 6yz% ehern. 4y,% Hess. Landes. Berliner HandelSgefeilschaft ... 8 117 116,5 117 117 .. ? 150,9 Hypothekenbank DarmstadiLioui 4%% ehem. 8% Darmst. Komm. 101 100,9 Commerz, und Privat-Bank... 0 Deutsche Bank und Disconto« 93 92,5 93 92,5 .. 9 212,5 105 210,25 103 Goldschmidt .............. .. 6 104 103 LandeSb.Goldschuldverschr. R.6 Oberhessen Provinz-Anleihe mil Auslos.-Rechten ............. 92,25 92,25 Gesellschaft................0 Dresdner Bank..............0 Retchsbank ................ 12 93,25 92,75 186,5 92 93,25 92,75 186,5 92,5 92,5 184,5 Rütgerswerke ............. .. 6 120,5 120,5 120,75 115,5 119,65 110,75 92,25 185 Metällgesellschaft........... 110,75 Deutsche Komm. Eammelabl. Anleihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 4%% ehem.8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 6J4% ehem. 4fc% Franks. Hyp. Bank-Ligu.-Psandbriese....... 114,65 .. 4 96,25 131,5 93,25 96,25 93,65 — —• 114,65 A.E.G............. 0 33,25 140 118,5 35,4 33,5 140,25 118,25 Zementwerk Heidelberg .... Cementwerk Karlstadt....... 130,75 96,5 96,5 Bekula.................... jo 140,25 120 .. 6 130 130 Elektr. Lieferungsgesellschaft... 5 Licht und Kraft ........... ey, Felten & Guilleaume......... 4 Gesellsch.f.EIektr.Unternehmung. 6 Rheinische Elektrizität ........ 6 Rhein. Wests. Elektr..........e Schuckert L Co............... 4 120 134,75 112,65 127 128,25 132,25 Schultheis Patzenhofer ..... Bku (Allgemeine Kunstseide) Bemberg................. Zellstoff Waldhof .......... Zellstoff Aschaffenburg ..... 98,5 50,5 92,75 119,75 83,75 127 97,5 161,13 98,25 48 91 118,75 125,5 94,5 159 101,7 101,4 97 101,4 101,4 97 135 113 127,5 125,5 127,75 132,5 132,5 110,5 125 125 127,25 130,75 133,25 110,25 125,5 125,5 127 131,13 6yz% ehem. 4yz% Rheinische Hyp.-Bank-Ltqu.-Goldpsc..... ehem. 8% Pr.Landespfaud- briesanstalt, Pfandbriefe R. 19 4H% ehem. 7% Pr. Landespfand. 97 101,75 97 .. 4 .. 0 .. 6 .. 5 .. 0 50,25 93,25 120 48 91,5 118 82 briesanst., Gold Komm. Cbl.VI Steuergutsch.Berrechnungok. 34-38 97 109 97 109,1 97 109 97 109,1 Siemens L Halske............ 7 Lahmeyer L Co..............7 168,75 127,5 166,75 125 169 127 167 125,25 Daimler Motoren.......... Deutsche Linoleum......... .. 0 .. 8 98 160,75 94 158,5 Orenstein & Koppel ........ .. 0 — — 76,75 75 4% Oesterreichische Goldrente... 4,20% Oesterreichische Siiberrente — —— — — Buderus ................... 95 110 94,5 108 96 109,75 95,25 108 Westdeutsche Kaufhof....... Chade.................... .. 0 31 30 31 30 1,2 1,2 1,2 1,2 Deutsche Erdöl ............... Tk 306 300,5 307 300,5 8,7 8,4 8,65 8,4 8,3 Harpener................... 113,5 89 113 86,5 113,65 88,75 113,25 86,9 Accumulaloren-Fabrik...... . U «— 174 - - 174 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 8,6 8,45 8,4 Hoesch Eisen—Löln-Neuessen .. Lonti-Gummi............. .. 8 183 179 182,5 179 4*4% desgl. von 1913.......... 8,6 8,5 8,4 8,4 13,1 Ilse Bergbau ............... 1 — 156 127,5 156 126,25 6% abgest" Goldmexikaner von 99 13,75 13,4 13,7 Ue Bergbau Genüsse........ 128 125,5 Grttzner................. .. 0 I 28,4 । 28,13 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe 9,25 Klöcknerwerke ............... Mannesmann-Röhren........ 84 82,25 84,5 82,5 Mainkraftwerke Höchst a.M. Süddeutscher Zucker ....... .. 4 89,25 89,4 Serie 1.................... — — I —' 83,5 80,25 82,5 81 . 10 198 198 I 198 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. 7 Mär, 9 März Amtliche Jiotierung Amtliche Notierung Geld Brief Geld 1 Brief Buenos Aire 0,678 0,682 0,678 0,682 Brüssel .... 41,93 42,01 41,95 42,03 Mo de Jan. 0,141 0,143 0,143 0,145 Sosta ...... 3,047 3,053 3,017 3,053 Kopenhagen 54,77 54,87 54,81 54,91 Danzig ... 46,80 46,90 46,80 46,90 London ..... 12,265 12,295 12,275 12,305 HelsingsorS 5,40 5,41 5,41 5,42 Paris .... 16,37 16,41 16,37 16,41 Holland .. 168,86 169,20 168,83 169,17 Italien ... 19,76 19,80 19,76 19,80 Japan.... 0,714 0,716 0,715 0,717 Jugostawien 5,654 5,666 5,654 5,666 Oslo..... 61,64 61,76 61,68 61,80 Wien..... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon.. 11,13 11,15 11,13 11,15 Stockholm. 63,24 63,36 63,28 63,40 Schweiz .. 81,06 81,22 80,99 81,15 Spanten.. 33,97 34,03 33,97 34,03 Prag..... 10,265 10,285 10,265 10,285 Budapest . —— — — — Reu York .. 2,459 2,463 2,470 2,474 Banknoten. Üerlin,9.März Geld Girier Amerikanische Roten.............. 2,422 2,442 41,78 41,94 Dänische Roten ................. 54,55 54,77 Englische Roten ................. 12,24 12,28 Französische Roten............... 16,32 16,38 Holländische Roten............... 168,41 169,09 Italienische Roten................ — — Norwegische Noten .............. 61,47 61,71 Deutsch Oesterreich, i 100 Schilling —— Rumänische Noten............... •— — Schwedische Noten............... 63,06 63,32 Schweizer Noten................. 80,81 81,13 Spanische Noten................. 33*03 33,77 Ungarische Noten................ Kr.59 Dritter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Dienstag, lü.März (936 Haydn »>- Schöpfung Das volkstümlichste Oratorium 1497D Donnerstag, 19.März, in der Stadtkirche Aus der Provinzialhaupistadi „Petz" oder „Bätz" genannt, wird, glaubte man den Namen Batzen hiervon herleiten zu sollen. Die ersten „Kreuzer" sind zweifellos in Tirol geprägt worden, denn „Meraner" oder „Etschkreuzer" sind die frühesten, die erwähnt werden. Sie tragen das bischöfliche Brixener'Wappen, ein Kreuz, haben also ihren Namen gleichfalls vom Gepräge. Sie fanden namentlich im Süden ausgedehnte Verbreitung. Den „Jrofchen" kennt der Berliner noch heute (und Oesterreich rechnet heute amtlich damit, allerdings hat der neue Groschen anderen Wert). Zuerst ließ Wenzel von Böhmen gegen Ende des 13. Jahrhunderts „Grossi" prägen, ihm folgten die Markgrafen von Meißen mit ihren „Groschen", die sich rasch über ganz Norddeutschland verbreiteten. Nichts mit dem Groschen zu tun haben die oldenburgischen und bremischen „©roten", womit ursprünglich eine große Münze bezeichnet wurde, im Gegensatz zu einer kleinen. Die Bremer „©roten" waren, nebenbei gesagt, so ziemlich das schmutzigste und abgegriffenste Blechgeld, das es je in Deutschland gab. „Da hast du 'n Taler, geh auf den Markt, kauf' dir 'n Kühchen und 'n Kälbchen und ’n Wulle- Wullegänschen", sagt die Mutter auch heute noch zu ihrem Kleinen und mahnt den Heranwachsenden: „Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wert", obwohl es letztere Münze schon lange nicht mehr gibt. Wie die englische „Guinee" ihren Namen hat von dem Gold aus Guinea, aus dem sie gemünzt ist, so hat der Taler seinen Namen nach dem Orte Joachimstal in Böhmen erhalten. Aus dem Joachimstaler Bergwerk nämlich, das dem Grafen Schlick gehörte, stammte das Silber, aus dem die ersten Taler geprägt wurden, die an Wert den Gold- gülden gleich standen. Es sollte eigentlich heißen „Joachimstaler Gulden". Daraus wurde „Joachimstaler" oder „Schlickentaler", dann blieben noch „Joachim" und „Schlick" fort, und es hieß einfach „Taler, Taler, du mußt wandern". Und so wanderte er bis nach Amerika, denn auch der Dollar, der allmächtige Herrscher der Jnflations- zugelassen. Die Volkswirtschaftlerin und Sozialpolitikerin erfüllt ihren Beruf erst dann ganz, wenn sie ihn vom Blickpunkt der Frau aus erfaßt. Die Erfüllung unseres volklichen Lebens mit sozialem Geist ist eine besondere Frauenaufgabe, zu deren Lösung das Frauensludium führen soll. Daß das ganz weile Gebiet der sozialen Arbeit Frauensache ist, wurde von jeher anerkannt. Die hierzu erforderlichen Kenntnisse können bei den Absolventinnen der Dreijährigen Frauenschute ohne weiteres vorausgesetzt werden. Die Dreijährige Frauenschule will aber nicht die rein zweckgebundene Berufsvorbereitung. Sie will vielmehr den ganzen Menschen weiblicher Prägung erfassen und die Persönlichkeit formen. Sie ist allgemeinbildende Schule im wahrsten und schönsten Sinne der Frauenbildung. Alle Berechtigungen sind eigentlich nur eine staatliche Anerkennung des tiefen 'Bildungswertes dieser zukunftsreichen weiblichen Schulart. Oberstudiendirektor S ch e l h o r n betonte zum Schluß seiner beifällig aufgenommenen Ausführungen, daß die Anmeldungen in diesem Jahre eine vielversprechende Entwicklung unserer hiesigen Frauenschule andeuten. Ziele der Mdchenbildung im Drillen Reich Vortrag am Elternabend des Lyzeums und der Krauenschule Gießen. nens und praktischen Handelns eingestellt. Es gibt keinen rein theoretischen Unterricht. Alles dient der vertieften, durchdachten, praktischen Arbeit. Die Lust und Fähigkeit zum Dienen wird geübt in den Stunden Kochen, Haushaltführung, Nähen, bei der Arbeit im Kindergarten sowie in kinderreichen Familien. Das künstlerische Gefühl wird entwickelt. Englisch ist die einzige Fremdsprache, die gelehrt wird. Der Gesunderhaltung wird selbstverständlich alle Aufmerksamkeit gewidmet. Es ist klar, daß die jungen Mädchen, die nach bestandenem Abschlußexamen die Schule verlassen, besonders geeignet sind, in echten Frauenberufen zu wirken. Das Frauen-Abitur berechtigt zu einer großen Reihe erzieherischer Berufe. Die Hochschule für Lehrerbildung steht den Abiturientinnen offen. Das Abgangszeugnis der Frauenfchule berechtigt ferner zum Eintritt in die Lehrerinnenausbildung. Auch die Ausbildungsstätten der Gewerbelehrerinnen erkennen den Wert der Erziehung in der Frauenschule an. Das Frauenabitur führt auch zum künstlerischen Lehramt, denn die Pflege und Hut deutschen Kulturgutes ist ein Aufgabe der denkenden, fraulich durchgebildeten Frau. Die Absolventinnen der Frauenschule sind gleichberechtigt mit allen anderen Studenten zum vollen Studium der Staatswissenschaften und zur Vorbereitung als Diplomhandelslehrer auf den Handelshochschulen Wir brauchen gerade in den sog. „weiblichen" Berufen Führerinnen, die gründlich, wiffens- mähig unantastbar vorgebildel find. Und auch die Hausfrau und Mutter, die keinen außerhäuslichen, bezahlten Beruf ergreift, die aber ihre Tätigkeit von weiteren Gesichtspunkten anpacken will, die ihre Tatkraft über die Familie hinaus für die Gemeinschaft des Volkes nutzbar machen möchte, hat eine vertiefte, ganz durchdachte und zielsichere Vorbeitung für ihre Aufgaben nötig. Aus diesen Gedanken ist die Drei, ährlge Frauenschule entstanden. Sie soll künftig der vorherrschende Typ der weiblichen höheren Schule sein. Nur die geringe Zahl der rein intellektuell begabten Mädchen, die sich für das wissenschaftliche Universitätsstudium vorbereiten, soll, wie bisher, das wissenschaftliche Abitur ablegen. Der Lehrplan der dreijährigen Frauenschule ist ganz auf die Entwicklung der Frauenkräfte des Die- Zu unseren Bildern: Obenstehend: Aus der Ausstellung der Frauenschule anläßlich des Elternabends imCafeLeib. Es gab viele schöne Handarbeiten zu bewundern. Die Schülerinnen bewiesen ihre Fähigkeiten auch in der Anfertigung von Kleidern und Mänteln. Rechts: Ausschnitt aus der Ausstellung des Frö- belseminars. Kräftigesun- verwüstliches Spielzeug aus Holz wurde von den Schülerinnen geschaffen. Einfache aber originelle Formen zeichnen das Spielzeug aus. Darunter: Arbeiten aus Papier und Pappe. (Aufnahmen s3j: Neuner, Gießener Anzeiger.) Das liebe Geld. lieber ein halbes Jahrhundert sind sie nunmehr alt, die Mark und der Pfennig, fast vergessen sind ihre Vorgänger, der Taler, Gulden, Groschen, Kreuzer, ebenso wie die noch älteren Batzen, Heller usw. Wir sprechen wohl noch davon, daß wir etwas „bei Heller und Pfennig" bezahlt haben, geben uns aber über die Herkunft des Hellers keine Rechenschaft. Die richtige Schreibweise wäre eigentlich „Häller", denn er war die Münze der alten schwäbischen Reichsstadt Hall und hat von ihr seinen Namen. „Ein Heller und ein Batzen War'n all zwei beide mein", sagt das alte Lied, und der Süddeutsche kennt noch die Redensart: „Er ist keinen Batzen wert!". Dieser „Batzen" wurde zuerst geprägt 1495 in Salzburg und leitet seinen Namen her aus dem frühneuhochdeutschen Batzen, d. i. Klumpen, dickes Stück, denn es handelt sich um Dickpfennige, im Gegensatz zu den Blechstücken, den Brakteaten. Da die seit 1497 geprägten Berner Münzen den Bären zeigten, das Wappentier des Kantons Bern, der bekanntlich auch Bei dem Elternabend des Lyzeums und der Frauenschule in unserer Stadt (wir berichteten gestern bereits darüber) hiel tder Leiter der Anstalt Oberstudiendirektor Schelhorn einen Vortrag, in dem er anschaulich die Ziele der Mädchenbildung im Dritten Reich umriß. Seinen Ausführungen sei folgendes entnommen. Das Jahr 1936 ist insofern für die Geschichte unserer Anstalt von Bedeutung, als gerade vor 10 Jahren die 1. Klasse der Studienanstalt auf das damalige Lyzeum aufgesetzt wurde und in diesem Jahre die letzte Klasse der ehemaligen Studienan- stalt ihre Reifeprüfung ablegte. Von den 12 Oberprimanern bestanden alle, 4 konnten von der mündlichen Prüfung befreit werden. 1934 faßte die Stadt Gießen den Beschluß, die Studienanstalt abzubauen. Grund war die Auffassung, daß die lernwissenschaftliche Ausbildung, wie sie die Studienanstalt vermittelte, nicht den Anschauungen entspreche, die wir heute im Dritten Reich für die Mädchenbildung haben. Diese Ansicht war richtig. Das Reichsunterrichtsministerium fiept in diesem Jahre eine Reform der Mädchenbildung für das ganze Reich vor. Die große Anzahl der weiblichen Bildungsanstalten wird verschwinden. An ihre Stelle treten nur zwei Schultypen, die auf der Basis des Lyzeums aufgebaut werden. Der eine Typ ist die wissenschaftliche Studienanstalt, deren Zahl sehr beschränkt werden wird. Sie dient der Ausbildung des akademischen Nachwuchses in den Frauenberufen. Der zweite Typ ist die ein- bis dreijährige Frauenschule. Die dreijährige Frauenfchule stellt einen ganz neuen Typ der Mädchenbildung in den Vordergrund. Das Ziel dieser Schulart ist nach dem Wortlaut des ministeriellen Erlasses: durch stete wechselseitiae Durchdringung von Dienst und Einsicht die Mädchen in ihrer Gesamthaltung, ihrem Wissen und' Können zu erziehen, daß sie befähigt werden, das Lebensschicksal ihres Volkes sinnvoll handelnd mit5 zugestalten und auf den Schaffensgebieten der deutschen Hausfrau und Mutter vorbildlich zu wirken. Man will also einen ganz bewußt auf die Eigenart der Frau zugeschnittenen Bildungsweg schaffen. Die dreijährige Frauenschule entfernt sich damit weit von der bisher herrschenden „humanistischen" oder „rein wissenschaftlichen" Bildung. In der Praxis der täglichen Schularbeit zeigt sich aber, daß die einseitige, rein wissenschaftliche Befähigung nur bei einer Minderheit von Frauen vorhanden ist, daß die meisten jungen Mädchen auf Gestalten und Meistern dringender Lebensaufgaben eingestellt sind. Aller Impuls aber zum Helfen und Dienen -wurde auf den bisherigen wissenschaftlichen Schulen nicht entwickelt, sondern unterdrückt. Außerdem brachten diese alten Schulen falsche Berufswünsche mit sich. Wer das Abitur hatte, glaubte auch studieren zu müssen, ob nun die Begabung dafür vorhanden war oder nicht. Fehlleistungen waren Die Folge. Ausfälliger wurden die Fehler des Wissenschaftlichen Abiturs bei denjenigen Mädchen, Die trotz des Abiturs einen praktischen Beruf ergriffen, zur Fürsorge oder zur Erziehung drängten unb nun sehen mußten, daß ihnen viele praktische Kenntnisse fehlten. Als Gegenwirkung gegen den überspitzten wissenschaftlichen Bildungsgedanken kam der Ruf: „Mädchen brauchen kein Abitur! Für Mädchen genügt die -mittlere Reife!". Aber das bedeutet auch kerne wirkliche Lösung der Frage. Zweifellos ist eine höhere Frauenbildung nötig, wenn höhere Frauenleistungen erzielt werden sollen._______ L-K KleineSollandreise - etwas anrüchig. Von Georg Häring. Am Rand eines Slotes — das sind die Wasser- yräben, die in Holland meist die Zäune ersetzen, unb bie oft erstaunlich breit unb voll klaren, bunk- len Wassers finb — hauen wir uns hin, schnallen Die Affen von ben Räbern unb gehen in bas nahe Haus. Was wir wollen, kommt bie Frage, natürlich auf hollänbifch. Wir radebrechen: „Wasser, um kochen zu können". Ein Zeichen mit der Pfeife: „In de Slot." Schön, gemacht. Auf einmal kommt die Tochter des Hauses, jung, schön, sehr blond, in den unfehlbaren Holzschuhen. Sie bringt einen Topf, stellt ihn hin und sagt deutsch: „Heißer Water." Prima, heißer Water. Nehmen wir genau so gern wie heißes Wasser. Rin mit den Suppenwürfeln, ein paar Kartoffeln dazu, etwas Butter (Oh. mir verstehen zu leben!), die Spiritusflamme darunter, und bald brodelt es nach Herzensluft. Der Vater klappert heran. Qualmt und pafft und sieht zu, wie die Flamme ein paar dünne Grashalme erfaßt. Fragt dann nach woher und wohin. Die Mutter läßt sich auch blicken. Stellt sich neben iihn. Eine kleine, hagere Frau. An ihren Rock klammert sich voller Fürcht ein kleines Mädchen. Sie versteht noch weniger als er, was wir sagen. Ahnt nur aus den Namen Rotterdam, den Haag, die sie versteht, daß wir eine Reise machen, um ihr Land unb seine Stäbte uns anzusehen. Unb bann gehen wir mit ins Haus. Blankgescheuerte Klinker ber Fußboben, blitzenb die Töpfe in ber Küche, bie scheinbar das Bereich der Tochter ist. Turmhoch die Betten. Polstermobel mit geschwungenen Beinen in der „guten Stube". Auch eine Bilderecke, die — das glaube ich fast — Bestandteil aller „guten Stuben" der Welt ist. Bilder von weißbärtigen Opas, jungen Mädchen in schmucker Tracht samt Bräutigam und ein obligatorisches: Die Windmühle (blau) auf blühender Heide (violett) mit himmlischem Hintergrund (rosa Lis tiefrot). Zuletzt die Käse„fabrik". Ein kleiner Raum, ein paar Milchkannen stehen herum, ein großes, flaches Becken voll mit Milch rrümmt den meisten Platz weg. An der Decke ein Schwungrad, verbunden' mit einem großen Faß, angetrieben durch ein Göpelwerk im Kuhstall, das । schon uralt ist und von den Vorfahren selbst gebaut wurde. Der Alte, Rutgers ist sein Name, ist darauf ebenso stolz wie seine Frau auf den ererbten Schrank voll bester weißer Wäsche und seine Tochter auf ihre blitzbanke Küche. Dann erzählt er breit und behaglich, feine Frau unterstützt ihn dabei durch Kopfnicken, während die große und die kleine Tochter auf dem Faß sitzen und uns immerzu ansehen, von der Käfebereitung. Viel verstanden wir ja nicht davon, aber durch Fragen, durch das Zusammenschmeißen deutscher, englischer und holländischer Brocken, nach dem Rezept „Man nehme und rühre kräftig", bekamen wir das doch ziemlich heraus. Die Milch muß längere Zeit kühl, aber ber Luft ausgefetzt, stehen, Daburch fetzt allmählich schon eine Trennung ein, bas Fett brängt nach oben, bas Wasser bleibt unten. Dann kommt bie Geschichte in eine Art Butterfaß. Es soll aber keine Butter geschlagen werden, man prügelt das Wasser aus der Milch heraus, der schöne, weiße Quark wird ausgeschöpft, und in der Molke haben die Schweine längst ein leckeres Getränk erkannt. In Tüchern preßt man den Quark aus und würzt ihn mit Salz, Kümmel unb Pfeffer, je nach Geschmack. Ist bas geschehen, kommt bie Masse in ben Tüchern in niedere, runbe Formen vom Umfang bes Rabes an einem Fcchrrab, bleibt so in Salzwasser liegen, bis bie Hausfrau nach einiger Zeit ben Käse auspacken unb auf einem Gerüst gut burchtrocknen lassen kann. Unb dann ist aus der Milch ein mattgelber Käse geworden, der wunderbar zart ist, der berühmte „Holländer". Unsere Frau Rutgers hatte ein besonderes Rezept von ihrer Mutter, die es wieder von ihrer Mutter gehabt hatte usw. Die Kostprobe fiel jedenfalls vorzüglich aus. Eine Schnitte Roggenbrot — es ist ganz weich, fast wie Weißbrot — Butter darauf, eine Schicht Käse — recht dick — und noch eine Weißbrotschnitte als Abschluß obendrauf. Ist es einem dann gelungen, den Brot- und Käseturm anzubeißen, ohne die Maulsperre zu bekommen, spürt der Gaumen nur Wohlgeschmack Aah ...! Wir kauften den Leuten für wenige Dubeltjes einen halben Käse ab und kamen dabei so gut weg, daß der Transport erhebliche Schwierigkeiten bereitete. Verabschiedeten uns bann, höflich banfenb (von ber großen Tochter sogar zweimal), unb fuhren weiter gen Rotterbam. Wochen später tarnen wir nach Alkmaar, bem Käseumschlagsplatz ober richtiger der Käsebörse des kleinen Königsreiches. Und dort merkten wir erst, in welch großen Mengen der Käse in Fabriken unb in den Haushalten hergestellt wird. Auf bahrenähnlichen Unterlagen sind die roten Kugeln der Goudakäse und unsere Radkäse aufgestapelt. Menschen gehen in den Reihen auf und ab, feilschen und kaufen. Und die Stadt riecht nach Käse. Ein Zeichen aber, wie althergebracht die häusliche Käsebereitung in Holland ist, gibt der Volkswitz: Die verliebten Bräute versalzen nicht etwa das Mittagessen — wie in Deutschland von ihnen boshafterweise gesagt wird — nein, st? tun gemahlenen Kaffee statt Pfeffer, Mottenpulver statt Salz und Tee statt Kümmel in den Käse für die Hochzeitsgäste. Behauptet der Volksmund! Ist er nicht etwas zu boshaft? „Familie Schimek/' Man muß sich wundern, daß der alte und populäre Schwank erst jetzt den Weg ins Tonfilm-Atelier gefunden hat. Dr. Max W a l l n e r und Rttn- hold Meißner schrieben des Drehbuch, das die ursprüngliche Fassung nur nach in Umriffen erkennen, aber die Paraderolle des Ludwig Schigl im wesentlichen unangetastet läßt. Die Theaterwirkung der im Wirbel ihrer Situationen bestürzenden Vormundschastsasfäre steht unb fällt auch im Tonfilm mit biefer Rolle, bie eigentlich immer schon ben Rahmen bes Schwank-Klischees zu sprengen brohte, weil sie im innersten Kern boch alltäglich-menschliche Züge aufweist: jetzt spielt sie ber aus vielen Filmen bekannte Wiener Komiker Hans Moser, unb er kniet sich, wie manche vor ihm, richtig hinein. Er gibt einen Schlemihl sonber- gleichen, einen Pechvogel, bem alles baneben geht, einen Krakehler van aufgeregtem Temperament, bem im Affekt einfach bie Luft wegbleibt, einen Querulanten mit unglücklicher Liebe zu behörblichen Angelegenheiten; im ©runbe seines Herzens ist er dabei ein guter und gutmütiger Kerl. Das Ganze ist eine erheiternde Begegnung selbst dann noch, wenn man bei dem unbeschreiblichen Genussel, bas Mosers fatale Spezialität ist, nur etwa brei Viertel von bem versteht, was er von sich gibt. Unb bas ist nicht wenig. Unter E. W. Emos treffsicherer Spielführung betätigen sich u. a. ferner Kate Haack, Dbemar, Grete Weiser unb W i n- terstein. Probuktion: Synbikat. — Der Film läuft im Gloria-Palast. Zuvor sieht man einen Kulturfilm „Kairo unb ber Nil"; eine interessante Serie alter Filmberichte aus ber Vorkriegs-, Kriegs- unb Inflationszeit; bazu bie neue Fox-Wochenschau mit bem Schlußbericht von ber Winter-Olympiabe. — r — „Gustav Kilian ' von Harald Bratt. Als sechste Uraufführung ber Spielzeit brachte bas Bremer Schauspielhaus ein neues Bühnenwerk von Haralb Bratt heraus: „Gustav Kilian, Manufakturen en gros unb en detail, gegrünbet 1821", bas mehrfach erworben worben ist. Der Dichter bes „Herrschers" unb bes Dramas „Die Insel" erweist sich auch in seinem neuen fünfaktigen Schauspiel als Psychologe, ber bas Publikum bis zum Schluß zu fesseln weiß. Die Hanblung, in ber bie Anschauungen von zwei Generationen aufein- anbertreffen unb so einen ernsten Konflikt schaffen, ist mit so gesunbem Humor, mit so vielen komischen Situationen geloben, baß bas volle Haus mitgerissen würbe unb bei sehr freunblichem Beifall nach ben einzelnen Akten bas Stück begeistert aufnahm. Bratt führt uns in eine kleine mittelbeutsche Stabt, in das Haus des Kaufmanns Kilian, dessen Firma — aufgebaut auf den Grundsätzen der Gewissenhaftigkeit und unbedingten Ehrlichkeit — seit über zehn Jahren besteht. Seine Söhne sind in Amerika „etwas geworden". Aber ihr spekulativer Geschäftsgeist mit der Devise: „Je mehr Absatz, um so höhere Preise" scheitert an der „altmodischen Ehrlichkeit" ihres Vaters. Die Welt des soliden deutschen Kaufmannes erweist sich stärker als die Millionengeschäfte eines modernen, nicht bodenständigen Spekulantentums. Sie gewinnt die Menschett, während das „moderne Geschäftsprinzip" das menschliche Glück zu zerstören drohte. — Zu dem Erfolg trug die hervorragende Aufführung unter der Spielleitung von Bruno H a r p r e ch t bei. Zeitschristen. — Das März-Heft der „K u n st k a m m e r", der Monatszeitschrift der Reichskammer der bildenden Künste (Propyläen-Verlag, Berlin), bringt zwei grundsätzliche Beiträge über den „Weg zum Bilde" und die „Ehrfurcht vor dem Kunstwerk". E. Borchardt veröffentlicht eine Erzählung: „Der Morgen", die der Todesstunde Philipp Otto Runges geweiht ist; dazu viele Bilder des Künstlers. Professor Kurt Wehlte erläutert Untersuchungen mit Röntgenstrahlen an Bildern, wodurch sich interessante Einblicke in die Malweise gewinnen ließen. Weitere Beiträge berichten über Bildwirkerei unb Golbschrniebekunst. Eine kleine Anleitung, wie Verkaufsstätten ein geschmackvoller Rahmen gegeben werben kann, vermittelt ein mit vielen Bildbeispie» len versehener Artikel „Der schöne Laben" von Friebrich Pütz. Das schöne Heft enthält fast 40 Silber, Handels- und Gewerbebank Gießen Kriegerkameradschast 1874 Gießen tung ab. die in das Vaterland des 23er1 werden. ftrafee: „Eine Heute von .Die Insel". Nacht an der Donau". Stadttheater Gießen. 20—22.30 Uhr das Gesellschaftsstück Kasse, statt. Wer an diesen beiden Abenden nicht bezahlt, wird bei der Hilfskasse in München abgemeldet und hat sich die Folgen selbst zuzuschreiben. Gestern abend l verein in der Stadtkirche Unserem gestrigen Bericht über die Helben-Ge- benffeier der Markusgemeinde in der Stadtkirche ist berichtigend nachzutragen, daß als Organist Herr Simon (nicht Herr Nebeling) mitwirkte. Vorträge im Gießener Gartenbauverein. Am Sonntag veranstaltete der Gartenbauverein Gießen im Saale von Faulstich einen Vortrags» Nachmittag, zu dem nicht nur die Vereinsmitglieder, sondern auch zahlreiche weitere Gartenfreunde ein- geladen waren. Der Versammlung wohnte auch der Führer des Kreis-Obst- und Gartenbauvereins, Bauer Ferdinand Bopp (Bellersheim) bei. Gartenbauinspektor D e r m e r (Frankfurt) sprach über das Thema „Frühjahrsarbeiten im Gemüfe- und Blumengarten". Er gab zunächst einen Ueber- blick über organisatorische Neuordnungen im Gar- tenbauoereinswesen und schilderte sodann in großen Zügen die hohen Aufgaben, die jeder Gartenbauer bei der Nutzung des ihm anvertrauten Bodens im Hinblick auf das Interesse der Volksgesamtheit zu 4 Aufzügen von Albert Lortzing. Anfang 19 Uhr. 18. März: „Der zerbrochene Krug", Lustspiel in 1 Akt von H. v. Kleist, und „Lapp im Schnakenloch", ein Spiel im Sommer von Eduard Reina- cher. Anfang 19.30 Uhr. 20. März: „Der zerbrochene Krug", Lustspiel in 1 Akt von H. v. Kleist, und „Lapp im Schnakenloch", ein Spiel im Sommer von Eduard Reina- eher. Anfang 20 Uhr. 24. März: „Der zerbrochene Krug", Lustspiel in 1 Akt von H. v. Kleist, und „Lapp im Schnakenloch", ein Spiel im Sommer von Eduard Reina- cher. Anfang 20 Uhr. 28. März: „Der zerbrochene Krug", Lustspiel in 1 Akt von H. v. Kleist, und „Lapp im Schnakenloch", ein Spiel im Sommer von Eduard Reina- cher. Anfang 20 Uhr. 1. April: „Die Insel", Schauspiel in 3 Akten von Harald Bratt Anfang 19.30 Uhr. Sportamt »Kraft durch Freude''. heule folgende Kurse: Fröhliche Gymnastik und Spiele, Frauen. Don 20.30 bis 21.45 Uhr, Lyzeum, Dammstraße 26. Die Dcuifthe Arbeitsfront n.9.=6enicinf(haft „Kraftdurch Freude" _ , . Schauspiel von Harald Bratt. Die Spielleitung liegt in den Händen von Anton Neuhaus. 21. Vorstellung im Dienstag-Abon- Wessel-Liedes gesungen. Nunmehr erteilte der 1. Kameradschaftsführer dem Schriftführer das Wort zur Erstattung des Jahresberichts, aus dem eine rege Vereinstätigkeit zu entnehmen war. Hiervon sei u. a. kurz bemerkt die Teilnahme der Kameradschaft am Heldenge- denktag im März, am Reichskriegertag in Kassel im Juli und bei dem Einzug der I. Abteilung Ar- tillerie-Regiment Nr. 9 in Gießen im November. Kamerad Hugo Hartmann verlas sodann den Kassenbericht, der mit einem Ueberschuß von rund 21 Mark abschloß. Für Beerdigungskosten wurden 666 Mark, für Unterstützungen an Kameraden 190 Mark verausgabt. Die Kameraden ©lebe und Honig hatten die Jahresabrechnung geprüft und alles in bester Ordnung oorgefunden, worauf der 1. Kameradschaftsführer dem Rechner, den Kassenprüfern und dem Schriftführer den Dank der Kameradschaft aussprach. Der Voranschlag für 1936, der in Einnahme und Ausgabe mit 2950 Mark abschließt, wurde genehmigt. Ehrung von Kameraden: Es erhielten die Ehrennadel des Kyffhäuferbundes für 40jährige ununterbrochene Mitgliedschaft Kamerad Karl Weller, für 25jährige die Kameraden Konrad Bender, Waldemar De nn in ghoff, Johannes Koh- kicher Rückstellungen auf 29 518,90 RM. und gestattet die Erhöhung der Dividende von 4 auf 5 o. H. Die Verwaltung glaubt diese Erhöhung um so mehr verantworten zu können, als auch die Rücklagen angemessen erhöht wurden und nennenswerte Risiken in den Außenständen nicht zu erblicken sind. Die gesetzliche Reserve wurde auf 180 000 RM. gebracht, 2941,80 RM. wurden auf neue Rechnung vorgetragen. Das neue Geschäftsjahr hat sich gut angelassen, die ersten Monate des Jahres 1936* weisen wiederum eine Umsatzsteigerung auf. Bei den Ersatzwahlen zum Aufsichtsrat wurden die turnusmäßig ausscheidenden Mitglieder Wilhelm Loeb er, Hartmann Loth, Georg Schilling und Heinrich Schmelz wiedergewählt. Zum Schluß hielt Direktor Mattern einen Vortrag über das Thema „Drei Jahre wirtschaft- licher Wiederaufbau". Er wies an Hand von Zahlenmaterial nach, in welchem Umfang die Verringerung der Arbeitslosigkeit, die Erhöhung der Güter- erzeugung, die Steigerung des Arbeitseinkommens und damit auch die Steuereinnahmen des Reiches zur Gesundung und zur Befruchtung der Wirtschaft beigetragen haben. Auch für die Banken bedeutete der allgemeine wirtschaftliche Wiederaufstieg einen Ausweg aus den schweren Sorgen der Vergangenheit. Die Mittel für das vom Staat organisierte und finanzierte Arbeitsbeschaffungsprogramm mußten zwar zunächst im Wege einer Kreditausweitung beschafft werden, sie flössen aber auf diesem Weg der Wirtschaft wieder zu und führten zu neuer Kapitnlbildung, die sich in einer Einlagensteigerung bei den Geldinstituten und damit auch einer Belebung ihres Geschäftes äußerte. Besonders segensreich für die Wirtschaft wirkt sich die Wiederherstellung der deutschen Wehrhoheit aus, die nicht nur der Arbeitsbeschaffung zugute kommt, sondern auch erst der Wirtschaft die Grundlage für ein gedeihliches Arbeiten gibt. Denn ein nach außen starker Staat kann auf die Dauer seine Wirtschaft besser fördern und lenken, als ein schwacher Staat. Die Entwicklung der deutschen Ausfuhr ist trotz des kleinen Aktivüberschusses noch immer unbefriedigend. Der Redner führte die verschiedenen Gründe an, betonte aber, daß trotz aller Hindernisse und Be- schränkungen die Wirtschaft alles daransetzen müsse, auf dem Gebiet des Exports Höchstleistungen zu erzielen. Er schloß mit dem Wort Dr. Schachts, daß Deutschland und damit auch seine Wirtschaft mit dem Gelingen der Politik Adolf Hitlers steht und fällt. hielt der Gustav-Adolf-Frauen- ldtkirche eine Vortragsoeranstal- ~ rfechters der evangelischen Sache im Dreißigjährigen Krieg, in das Land des Königs Gustav Adolf führte. Pfarrer Becker eröffnete den Abend mit herzlichen Worten der Begrüßung. Gemeinsam wurde dann ein Die Führerschaft hatte — wie man uns berichtet — für den 7. März die Jahreshauptversammlung in das Dereinslokal Caf6 Ebel einberufen. Der Einladung waren sehr viele Kameraden gefolgt, so daß der große Saal dicht besetzt war. Der 1. Kameradschaftsführer Tr ü mp er t eröffnete die Hauptversammlung mit einer Ansprache, in der er an den geschichtlichen Tag erinnerte, an welchem die Schranken der entmilitarisierten Zone am Rhein gefallen sind, betonte dabei, daß vor und besonders nach 1918 die Kriegerkameradschaften die nationalen Belange forderten und daß wir Krieger das Gelöbnis ablegen, daß wir alle gemeinsam in unwandelbarer Treue zu unterem Führer stehen, dem wir die geschichtliche Wende verdanken. Hierauf wurde ein dreifaches Sieg- Heil auf den Führer ausgebracht und stehend je der erste Vers des Deutschlandliedes und des Horst- Schwimmen. Don 20 bis 21 Uhr, Frauett und Männer, Volksbad; von 21 bis 22 Uhr, nur für Frauen, Dolksbad. . Reiten. Von 21 bis 22 Uhr, Umversitats-Reit. inftitut, Brandplatz . Schachkurse und Schachturnier. Anmeldungen für die Schachkurse und für das vom Karfreitag bis Ostermontag in Frankfurt stattfindende Schachturnier des NSG. „Kraft durch Freude werden auf der Geschäftsstelle, Schanzenstraße 18, angenommen. NSKK.-Appell fällt aus! NSG. Der auf den 16. März festgesetzte Appell des NSKK.-Standortes Frankfurt a. M., sowie der Standorte der Umgebung, zu dem der Korpsfuhrer Hühnlein fein Erscheinen zugesagt hatte, fällt tm Hinblick auf die Reichstagswahloorbereitungen aus und wird zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt. Der genaue Termin mitt) noch bekanntgegeben. Auto-Unfälle im Kreise Gießen. Am gestrigen Montag kurz nach 12 Uhr ereignete sich auf der Landstraße Gießen—Marburg in der Nähe des Lollarer Kopfes ein schwerer Verkehrsunfall. Dort streiften sich beim Begegnen Zwei Personenkraftwagen, deren einer aus der Richtung Marburg kam, während der andere von Gießen her in Richtung Marburg fuhr. Dabei geriet der von Marburg kommende Kraftwagen aus ferner Fahrbahn und stieß in voller Fahrt gegen einen Baum. Der Insasse des Wagens wurde schwer verletzt, seine mitfahrende Tochter erlitt gleichfalls Verletzungen. Beide mußten der Chirurgischen Klinik in Gießen zugeführt werden. Das Auto wurde stark beschädigt. Der andere Kraftwagen wurde weniger beschädigt, seine Insassen kamen zum Glück unverletzt davon. Gestern gegen 17.30 Uhr ereignete sich auf der Landstraße Inheiden — Utphe, dicht am Ortsaus- gang von Inheiden, ebenfalls ein Autounglück. Dort kam ein Auto aus Lich auf der nassen Straße ins Schleudern und rannte gegen einen Baum. Bei dem heftigen Anprall wurde ein mitfahrendes älteres Ehepaar aus Lich erheblich verletzt und der Wagen stark beschädigt. Aerzte-Tagung in Bad-Nauheim. Vom 19. bis 21. März findet im Kerckhoff-Jnsti- tut in Bad-Nauheim eine Gemeinschaftstagung der Deutschen Gesellschaft für Kreislaufforschung und des Aerztlichen Ausschusses der Deutschen Gesellschaft für Arbeitsschutz statt. Das Thema der Tagung lautet: „Die Kreislaufkrankheiten in ihrer sozialen und arbeitshygienischen Bedeutung". Der Präsident' des Reichsgesundheitsamtes, Professor Dr. Reiter, wird die Tagung eröffnen. Schwedische Reise. Vortrag im Guslav-Adolf-Frauenveretn. Deutschland den kürzeren gezogen und wies darauf hin, daß unser Führer in seinem Buche „Mein Kampf" schreibt: „Mögen Jahrtausende vergehen, so wird man nie von Heldentum reden können, ohne des deutschen Heeres im Weltkriege zu gedenken." Die Zuhörer spendeten dankbar reichen Beifall. Anschließend wurde die neue Kyffhäuserfahne mit dem Hakenkreuz geweiht und ein dreifaches Hurra auf den Kyffhäuserbund ausgebracht. Sodann teilte der 2. Kameradschaftsführer mit, daß leider Kamerad Trümpert fein Amt als 1. Kameradfckaftsführer niederlegen wolle, und er bedauerte diesen Entschluß sehr. Da keine Aussicht bestand, daß Kamerad Trümpert sein Amt weiter behalten wird, wurde Kamerad Rektor Stroh als 1. Kameradschaftsführer vorgeschlagen. Rektor Stroh ist im Kriegervereinswesen kein Neuling, er gehört seit über 30 Jahren Krieger- vereinen an und hat früher den KUegerverein in Butzbach geführt. Kamerad Wagner verstand es, in ehrenden Worten die Verdienste des Kameraden Trümpert um unsere Kameradschaft, der im Kriea und Frieden seine Schuldigkeit für das Vaterland getan habe, zu würdigen; deshalb hätten Führerschaft und Beirat einstimmig beschlossen, ihm die höchstmögliche Ehrung zuteil werden zu lassen, vorläufig wurde ihm als äußeres Zeichen der Dankbarkeit und Wertschätzung ein Andenken überreicht. Danach sprach Kamerad Trümpert in bewegten Worten an den Kameraden Wagner seinen Dank für die Führerschaft und Kameradschaft aus. Kamerad Trümpert wird auch weiterhin Mitglied des Beirats bleiben. Der Abend fand feinen Abschluß mit einem kameradschaftlichen gemütlichen Teil. Sonderzug nach Köln am Sonntag, 19. April. Die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" fährt am Sonntag, 19. April, einen Sonderzug nach Köln, der Domstadt am Rhein. Der Fahrpreis beträgt 3,90 Mark, mit Mittagessen 4,80 Mark. Anmeldeschluß: 4. April. Jeder Volksgenosse, der an dieser Fahrt teilnehmen will, muß das Anmeldeformular in dem Monatsprogramm ausfüllen und mit dem Betraa feinem zuständigen „KdF."-Wart, ober auf der Kreisbienststelle, Schanzenstraße 18, abgeben. Theatervorstellungen. Zu nachstehenben Vorstellungen erhalten DAF.- Mitglieber lt. Preisstaffelung ermäßigten Eintritt: 11. März: „Hilde und 4 PS", Lustspiel in 3 Akten von Kurt Sellnick. Anfang 19.30 Uhr. 15. März: „Undine", romantische Zauberoper in ler, Franz Kramer, Rudolf Leisler, Wilhelm Rau, Georg Saum und Heinrich Stumpf. Sodann hielt Kamerad Rektor Stroh einen Vortrag über „Tragik deutschen Heldentums", und zwar aus der Zeit Hermanns des Cheruskers bis zur Gegenwart. Er verstand es, der Versammlung einen Einblick in die deutsche Geschichte zu geben, erinnerte daran, daß bei der Verteilung der Welt sammenhängt. Ganz der Vergessenheit anheimgefallen ist der „Stiefelknecht", so genannt nach der Form der Namenschiffre, die Friedrich der Große darauf prägen liefe, und ebenso erging es dem „Schinderling , den zuerst Kaiser Friedrich im Jahre 1475 schlagen liefe, und den dann später die Herzöge von Landshut prägten, und die schlechten „Ephraimiten", die nach ihrem Urheber hießen, dem Münzpächter Friedrichs des Großen, dem Veite! Heine Ephraim. Sie alle sind den Orkus hinab, unsere Herrscher sind die Mark (Verzeihung, die Reichsmark!) und der Pfennig, dessen Herkunft sich nicht mit Sicherheit bestimmen läßt, dessen Dame aber vielleicht in Verbinoung zu bringen ist mit „Pfanne". (Nach der Pfännchenform der Brakteaten.) Aber, möge er stammen, woher er wolle, der biedere Pfennig, laßt uns ihn ehren, auf daß wir des Talers wert E. B. Vornotizen. Tageskalender für Dienstag. NSG. „Kraft durch Freude": 20.30 bis 21.45 Uhr fröhliche Gymnastik (nur für Frauen) im Lyzeum; 20 bis 21 Uhr und 21 bis 22 Uhr (nur für Frauen) Schwimmen im Volksbad; 21 bis 22 Uhr Reiten, Reitschule Schombs. — Stadttheater: 20 bis 22.30 Uhr „Die Insel". — Glorio-Palast, Seltersweg: „Familie Schimek". — Lichtspielhaus, Bahnhof- Lied gesungen. Hierauf sprach Fräulein Th. Baur über ihre Eindrücke von einer Reife durch Schweden, schickte aber zunächst zur Vertiefung des Verständnisses von Land und Leuten geschichtliche Erläuterungen voraus. Sie sprach von dem Schwedenkönig Gustav Wasa, der fein Land von den Dänen befreite, schilderte das Wirken Gustav Adolfs und seine Bedeutung für fein Volk, führte im Geiste auch an die Stätten, die mit der schwedischen Geschichte eng verbunden sind. Die Vortragende schilderte bann bie Schweben als ein im Glauben an Jesus Christus unerschütterliches Volk, bem ber Schutz unb bie Pflege ber Religion bas erste Gesetz würben. Auch hier horte man von ber geschichtlichen Entwicklung von Gustav Adolf bis zu Erzbischof Soderdloem. Weiter berichtete sie von den schonen alten Schlossern, den Seen (Mälarsee unb Siljan-See), bem herrlichen Land Marne, feinen Bewohnern, ben schonen Trachten unb vielem anberen mehr. Sie sprach von Stockholm unb von Mora, ber geschichtlichen Stätte, bie an Gustav Wasa erinnert. Man lernte die Häuslichkeit der Schweben kennen, ihre kultivierten Bauten aus Holz unb ihre Kirchen. Schließlich führte bie Rebnerin ihre Zuhörer im Geiste über bie Polargrenze hinweg zu ben Lappen, bie in unwirtlichem Lanbe, in aller Befcheibenheit ber Lebenshaltung, aber in unerschütterlichem Glauben an Jesus Christus ihre Tage leben. An Hand vieler charakteristischer Einzelschilberungen lernte man auch bieses Volk kennen. Zahlreiche, zum Teil bunte Lichtbiiber, ließen anschaulich bie Schönheiten Schwebens bewußt werben unb charakteristische Merkmale ber Kultur bes norbischen Menschen erkennen. Eine kurze Schlußansprache von Pfarrer Becker, ber bie Arbeit bes Gustav-Abolf-Dereins umriß unb zur Unterstützung biefer Arbeit aufforberte, unb zwei Verse eines gemeinsam gesungenen geistlichen Liebes beschlossen ben Abenb. Das Institut hielt am gestrigen Montagabenb unter Leitung seines Aufsichtsratsoorsihenben, Amtsgerichtsrat Gros, seine 77. ordentliche Generalversammlung ab. Der Vorsitzende stellte einleite iw fest, daß die politische Lage bes Jahres 1935 durch drei wichtige Ereignisse gekennzeichnet sei: die Saarabstimmung, bie Wiebergewinnung ber Wehrfrei- heit unb das Arbeitsbienstpflichtgesetz. Nach kurzen Betrachtungen über die allgemeine wirtschaftliche Lage, in Denen der Vorsitzende bie Feststellung machen konnte, daß auch das vergangene Jahr eine weitere Gesunbung der deutschen Wirtschaft gebracht habe, erstattete Direktor Arnold den- Geschäftsbericht für das Jahr 1935. Er wies zunächst darauf hin, daß das Geschäft eine weitere erfreuliche Belebung erfahren hat. Der Gesamtumsatz auf beiden Seiten des Hauptbuchs ist von 89 190 787,12 Mark in 1934 auf 105 939 042,70 Mark, also um etwa 20 v. H. gestiegen. Die Bilanzsumme stieg von 3 002 056,94 Mark auf 3 085151,96 Mark. Die fremden Gelder betrugen 2 242 739,22 Mark gegen 2103 069,87 Mark im Vorjahr. Im Kreditgeschäft hat die Bank alle sowohl aus dem Rückfluß älterer Kredite zur Verfügung stehenden Beträge, als auch die aus neuen Einzahlungen zu- geflossenen Mittel ihren Mitgliedern wieder zuge- führt. Die Bank hat bei den Zwischenfinanzierung öffentlicher Aufträge sehr erheblich mitgewirkt. Verteilung unb Sicherung ber Kredite erfolgten, wie auch in dem zur Kenntnis gebrachten Revisionsbericht des Verbandes betont wurde, nach gesunden genossenschaftlichen Grundsätzen. Die Kontokorrentausleihungen betrugen 1993172,62 RM. Im Wechseldiskontgeschäft wurden 6684 Mechel im Gesamtbetrag von 2 312 504,97 RM. angekauft. An sonstigen Bilanzziffern weist der Abschluß per 31. Dezember 1935 aus: Kasse, Reichsbank und Postscheck 98 076,31 RM., Wechsel 533 827,31 RM., eigene Effekten 78101,70, Guthaben bei Banken 107 269,76 RM., Beteiligungen 15 000 RM., Anlage- vermögen 306 500 RM., Betriebseinrichtung 8000 RM., Geschäftsanteilguthaben 478131,39 RM. Avale 340 317,93 RM., Giroverbindlichkeiten 61260,28 RM. Die Liquidität war günstig. Die Summe der lässigen Mittel belief sich einschließlich Wechsel und lombardfähiger Wertpapiere auf 732 479,34 RM. Die täglichen Verbindlichkeiten sind also durch die gesamten liquiden Mittel mit 90 v. H. gedeckt, die gesamten Verbindlichkeiten mt 30,5 v. H. Der Mitgliederbestand betrug 1109 mit 1274 Anteilen. Der Reingewinn beziffert sich nach Vornähme ersorder- zett, hat mittelbar seinen Namen aus dem kleinen erzgebirgifchen Städtchen bezogen. „Gulden" und „Dukaten' blicken auf einen ähnlichen Werdegang zurück: Als Florenz im Jahre 1252 Goldmünzen prägen liefe, schmückte es sie mit seinem Wappen, ben brei Lilien, unb nannte sie „Giliat", Lilien- münzen. Die Fremben aber nannten sie „Florinen , Blumenmünzen (vom lateinischen flos, pl. flores). Anbere italienische Stäbte und Fürsten schlugen Münzen mit ber Umschrift: Sit tibi, Christe, datus Quem tu ipse regis ducatus. (Dir, Christus, sei bies Herzogtum [ducatusl geweiht, bas bu selbst regierst.) Nach biefer Umschrift nannte man die Golbstücke „Dukaten". Infolge des lebhaften Handels, den Italien damals trieb, wurden die Münzen in anderen Ländern bekannt, auch Ungarn, Böhmen und Lübeck prägten sie und nannten sie, da sie aus Gold waren, „Gulden"; in Frankreich aber hießen sie „Florins“. Aus bem Gold» gülden wurde bann allgemach ein silberner. Zunächst prägte man im 15. und 16. Jahrhundert in Deutschland Gulden von geringerem Gehalt, denen dann bald gleichwertige Münzen aus reinem Silber zur Seite gestellt wurden. Man unterschied jetzt Gold- und Silbergulden. t „ Häufig fuhren wir eine andere langst verschollene Münze im Munde, das „Scherflein" der Witwe. Es hat feinen Namen vom „Scherf", einer kleinen Münze, bie ihren Ursprung in bem lateinischen „Scripulus“ ober „Scrupulus“ hat, bem „Skrupel , ursprünglich auch einer kleinen Münze. Im Kinberreim hat sich ber „Dreier ober .^Dreiling" erhalten, ben schon Fischart unb Hans Sachs erwähnen, unb ber später in Hessen ein Vierhellerstück war, währenb in Württemberg brei Dreier einen Schilling ausmachten. Das heutige „berappen" erinnert uns an ben alten Schweizer „Rappen", wenn er auch tatsächlich nichts damit zu tun hat, eine Silbermünze, die in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts erstmals erwähnt wird. Seit 1403 bildete der „Rappen" die Münzeinheit des sogenannten „Rappenmünzbundes', der aus den Städten Basel, Freiburg i. B., Kalmar usw. bestand. Im Sprachschatz erhalten sich auch der „Deut , sagen wir doch: „Das ist keinen Deut wert". Zuerst erwähnt wird diese kleinste Münze, deren Namen aus dem niederländischen „buit" stammt, im Jahre 1716. Sie galt brei Fünftel preußische Pfennige ober ein Achtel Stüber. Der „Stüber' selbst galt ehebem am Nieberrhein ein Sechzigstel Taler. Die Bezeichnung würbe aus bem nieberlänbischen „stuyoer" abgeleitet, bas wohl mit bem Mittelniederdeutschen „stuf", das ist stumpf, abgehackt zu- nement. Gießener Konzertverein. Man schreibt uns: Das diesjährige Chorkonzert des Gießener Konzertoereins findet am 19. März in ber Stabtkirche statt. Zur Aufführung gelangt Joseph Haydns „Die Schöpfung". Als Solisten wurden namhafte Kräfte gewonnen, unter denen Fräulein Ria G i n ft e r deshalb besondere Erwäh- nung verdient, da sie dem Gießener Konzertpublikum von früheren Veranstaltungen her noch in bester Erinnerung sein wird. (Siehe heutige Anzeige.) NSDAP. Ortsgruppe (Sießen-Nord. Abteilung hitfskasse. Am Donnerstag, 12. März, und Freitag, 13. März, in ber Zeit von 20.15 bis 22 Uhr, zahlen alle Angehörigen ber SA., Marine-SA., Motor-SA., NSKK., Reiter-SA. usw., bie nicht Pg. finb unb im Bereiche ber Ortsgruppe Gießen-Norb wohnen, ben Hilfskassenbeitrag für bas 2. Vierteljahr 1936. Die Kassenftunben finben bei Gastwirt Noh!, Eber st raße (nicht Berufsschule) statt. Wer an biesen beiben Adenben nicht bezahlt, wirb bei ber Hilfskasse in München abgemelbet. Jeber hat sich bie babei entstehenben Folgen selbst zuzuschreiben. Aus parieiamilicheuBekannimachungen Die Ortsgruppe Gießen-Norb hält am morgiaen Mittwoch, 20.15 Uhr, im Caf6 Leib einen Appell ber Parteigenossen ab, zu bem bie Mit- alieber ber Gliederungen und ber angeschlossenen Verdänbe eingelaben sinb. In ber Ortsgruppe Gießen - 0 st finbet bie Einziehung ber Hilfskassenbeiträge von ben Angehörigen ber SA., SS., NSKK., Reiter-SA. und Marine-SA., bie im Bereich ber Ortsgruppe wohnen und nicht Parteigenossen sind, am Mittwoch, 11. März, und am Montag, 16. März, in ber Orts- gruppen-Geschäftsstelle, Kaiserallee 141, Abteilung MAGGFWÜRZE MAGGIS Würze und achten Sie genau darauf, daß Ihr Fläschchen aus der großen MAGGI-Originalflasche gefüllt wird. In dieser darf nach dem-Gesetz nichts anderes feilgehalten werden als wMAGGT M nicht eine allgemeine Bezeichnung för Suppenwürze, sondern die gesetzlich mehrfach geschützte Fabrikmarke für alle MAGGI-Produkte. — Achten Sie auch auf die typische Form der Flasche und auf die gelb-roten Etiketten. erfüllen hat. Dabei betonte er die Wichtigkeit der fachmännischen Beratung des Kleingärtners durch die berufenen, fachlich durchgebildeten Männer des Berufsgartenbaues und den Wert eines guten Zusammenarbeitens für beide Teile. Sodann sprach er über die jetzt fälligen Bodenbearbeitunaen, die Frage der verschiedenen Düngemittel und ihrer Anwendung, den Wechselbau im Garten, die Sortenwahl und deren zweckmäßige Beschränkung im Gemüsebau und in der Blumenzucht, ferner die Blumenpflege im Garten, in den Wohnhäusern und in den Straßen. Als nächster Redner hielt der Vereinsführer und Leiter der Hessischen Hauptstelle für Pflanzenschutz in Gießen Dr. Tempel einen aufschlußreichen Lichtbilder-Vortrag über das Thema „Warum Pflichtspritzungen 'im Gießener Obstbau?" Der Vortragende wies auf die Dringlichkeit und Lebensnotwendigkeit der richtigen Schädlingsbekämpfung im Obstbau, wie auch auf ihre volkswirtschaftliche Bedeutung hin. Er forderte in überzeugender Weise zur Schädlingsbekämpfung durch gemeinsames Vorgehen bei den Spritzungen auf, wobei er an ein- drusvollen Beispielen zeigte, welch großer Schaden durch die Schädlinge im Obst- und Feldfrüchtebau verursacht werden. Insbesondere machte er auf die Notwendigkeit der Bekämpfung der Schädlinge aufmerksam, die in unserer engeren Heimat verbreitet sind. Dabei hob er u. a. hervor, daß in Gießen die Zwangsbespritzung der Obstbäume zur wirksamen Bekämpfung des Apfelblattsaugers angeordnet ist. Er machte weiterhin mit den Voraussetzungen und den zweckmäßigen Maßnahmen bei der Winterbehandlung, der Frühjahrsbehandlung und der Sommerbehandlung der Bäume im Rahmen der Schädlingsbekämpfung aufmerksam und betonte eindringlich die Verpflichtung jedes einzelnen Gartenbauers, zu jeder Zeit sowohl im eigenen Interesse, wie auch zum Nutzen der Gesamtheit alle Aufmerksamkeit und Kraft auf den Kampf gegen die Schädlinge zu richten. Um den Gartenbauern dabei mit gutem Rat an die Hand zu gehen, will die Hauptstelle für Pflanzenschutz in Gießen allwöchentlich eine Sprechstunde abhalten, deren Benutzung für jedermann kostenfrei ist. Am Schlüsse seines Vortrages sprach der Redner noch über die große Gefahr des Kartoffelkäfers und über die Wichtigkeit des Kampfes gegen diesen Schädling. (Biebener Dochenmarktpreife. * Giehen, 10. März. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,55 Mk., Landbutter 1,42, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mk., Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse S 11, Klasse A 10^, Klasse B 10, Klasse C 9V», Kl. D 9, ungezeichnete 8, Enteneier 9, Wirsing, das Pfund (gelb) 12 bis 15, (grün) 20 bis 25, Weißkraut 8 bis 15, Rotkraut 15 bis 18, Gelbe Rüben 10 bis 15, Rote Rüben 10, Spinat 18 bis 20, Unterkohlrabi 8, Grünkohl 15 bis 20, Rosenkohl 25 bis 40, Feldsalat 70 Pf. bis 1 Mk., Tomaten 35 bis 40 Pf., Zwiebeln 10 bis 18, Meerrettich 30 bis 70, Schwarzwurzeln 25 bis 40, Kartoffeln 4 bis 4%, 10 Pfund 43 Pf., der Zentner 3,50 bis 3,70 Mk., Aepfel das Pfund 18 bis 35. Pf., Blumenkohl, das Stück 25 bis 50, Salat 25 bis 30, Endivien 10 bis 25, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 20, Sellerie 10 bis 50, Radieschen, das Bündel 15 Pf. ♦ ** Vom amtlichen Veterinärdienst. Wie das Kreisamt Gießen bekanntgibt, sind die Dienstgeschäfte des Kreisveterinäramtes Gießen einschließlich der Amtsveterinärarztstelle Gießen für die Dauer der Erkrankung des Oberveterinärrats Dr. Monnard in Gießen mit sofortiger Wirkung dem Veterinärrat Dr. Fuchs in Grünberg übertragen worben. Zu dessen Unterstützung wurde der Assistenzarzt Dr. Beyer vom Veterinäruntersuchungsamt Gießen bestimmt. ♦ * Silberne Hochzeit. Die Eheleute Emil Marquardt und Frau Johanna, geb. Werner, Bahnhofstraße 27, können am morgigen Mittwoch, 11. März, das Fest der silbernen Hochzeit feiern. ♦ * Straßensperre. Wegen Brücken-Urnbau- arbeiten wird die Landstraße Steinbach — Albach vorn 16. bis einschließlich 21. März für jeglichen Verkehr gesperrt. Die Umleitung erfolgt über Stein- doch und Albach. * * Den Wiedereinbau der Gartenwassermesser betrifft eine Bekanntmachung der Direktion der städtischen Betriebe in unserem heutigen Anzeigenteil. Interessenten seien besonders darauf hingewiesen. ________ Oberheffen Lynker mit einem Liederabend an fein letz- 3. Sep- Landkreis Gießen. ist die ausgiebig und zahnpflegend, nachhaltig erfrischend m gemeinsam veranstalteten die Oeffentlichkeit. Nach einem Stoppelacker gespielt werden — ein Spiel für unsere Landvereine ist. Um dem Faustball weitere Verbreitung zu verschaffen, werden unsere Lehrgänge durchgeführt und eine gründliche Ausbildung der Schiedsrichter vorgenommen. Die Turnerinnen hofft man, ebenso wie die Jugend, dadurch leichter zu erfassen, daß durch Erniedrigen der Leinenhöhe von 2 Meter auf 1,80 Meter und Verkleinern des Feldes auch ihnen die Handhabung des Leinenspiels ermöglicht wird. Erstmalig wird am 2 8. Juni ein Werbetag für bie Sommerspiele ftattfinben, um ber Allgemeinheit zu zeigen, baß gerabe bas Faustballspiel von allen Volksgenossen gleich welchen Alters unb ob Mann ober Frau mit gleicher Freube betrieben werden kann. Der Jugendliche und Erwachsene in der Vollkraft der Jahre wird es zu dem fein durchdachten Kampfspiel ausbauen, wie man es in Gießen von den 1846ern h,er kennt, die Frauen und die Männer im vorgerückten Alter werden mit gleichem Eifer, aber mit einer ihren körperlichen Fähigkeiten angepaßten geringeren Spielschärfe, ein vollwertiges Wettspiel besitzen. Die Kreisspiele in den Klassen, die weiter zum Gau aufrücken, finden im Juni und Juli statt, um recht- Gondergerichi in Gießen. Der Johannes Beyer aus Friedberg wurde zu fünf Monaten Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte hatte im November vorigen Jahres den Führer beleidigt; auch erschien er bei der polizeilichen Vernehmung mit dem Parteiabzeichen, ohne dazu berechtigt zu sein. Strafmindernd kam die Invalidität des Angeklagten in Betracht. Wegen Beleidigung des heutigen Staates wurde der Rudolf Wendler aus Obbornhofen zu fünf Monaten Gefängnis verurteilt, unter Anrechnung von 15 Wochen Untersuchungshaft. Eingangsmarsch und kurzen Begrüßungsworten von Sangesbruder Freudenberger, der im Namen der Veranstalter den Zweck des Abends erläuterte, leitete ein gemeinsamer Chor der beiden Vereine zu den folgenden Darbietungen über. Das außerordentlich reichhaltige Programm brachte dann neben flotten Musikstücken der Kapelle Männerchöre (beide Vereine), Frauen- und gemischte Chöre mit und ohne Orchesterbegleitung (Turn- und Gesangverein). Im Namen der Bewegung dankte Ortsaruppenleiter P e t r a s ch den Vereinen und der Kapelle Lynker, welche sich alle drei in vorbildlicher Weise sofort für die gute Sache zur Verfügung gestellt hatten. Mit dem Treuegelöbnis zum Führer und dem Deutschland- und dem Horst- Wessel-Lied schloß die Veranstaltung, der man in Anbetracht des gemeinnützigen Zweckes einen besseren Besuch gewünscht hätte. + Grünberg, 9. März. Am Sonntag wurde in den hiesigen Apollo-Lichtspielen der Film des Kysshäuserbundes „Im gleichen Schritt und Tritt" gezeigt. Hierzu waren die Mitglieder der Kriegervereine Grünberg, Lauter, Queckbvrn, Weickartshain, Stockhausen, Lehnheim, Stangenrod, Atzenhain, Beltershain, Reinharbshain, Göbelnrod und Saasen erschienen, zum Teil hatten sich auch ihre Angehörigen eingefunden. Mit Rücksicht auf die große Besucherzahl — annähernd 600 Personen — muhten zwei Vorführungen ftattfinben. Der Bezirksführer des Kyffhäuferbundes, Lehrer Roth, leitete die Veranstaltung mit einer Ansprache ein, die Musik stellte ein Teil der Kapelle des Motorsturmes 14/M 147 (Kapelle Horst). H Steinbach, 9. März. Der Evangelische Frauenchor Steinbach hielt im Anschluß an seine Uebungsftunbe seine Hauptversammlung ab. Frau Eleonore Haas erstattete den Jahresbericht. Frl. Stabe! berichtete über den Kassenstand, der ergab, daß die Finanzen des Chores in guter Ordnung sind. Nachdem der Vorsitzende. Pfarrer D ö l l, ber Schriftführerin unb ber Rechnerin für ihre Tätigkeit gebankt hatte, berichtete die 2. Vorsitzende, Frau Helene Keßler, über den Besuch der Uebungsstunden und bie Mitglieberbewegung. Die Zahl der aktiven und passiven Mitglieder ist nach Ab- unb Zugang dieselbe geblieben wie im Vor- üor einem Jahre ist von Wohlfahrtsunterstützungs- empfängern an dieser Straße bereits gearbeitet worden, die Arbeit mußte dann aber eingestellt werden, da unsere Gemeinde zum Glück keine Wohlfahrtserwerbslose mehr hat. Die jetzigen Arbeiten werden von einem Unternehmer in Alten-Buseck ausgeführt. Die Steine sind bereits angefahren, so daß mit der Arbeit in den nächsten Tagen begonnen werden kann. — Am Samstag hielt die Hitlerjugend Trohe in Gemeinschaft mit der Hitlerjugend Rödgen im Saalbau Wagner einen Elternabend ab, der zahlreich besucht war. Eine Kapelle von Großen-Buseck und ein schönes Theaterstück füllten den wohlgelungenen Abend bestens aus. Blockwart Lehrer Paul von Trohe hielt eine Ansprache. In üblicher Weise nahm die Feier ihr Ende. * Lollar, 9. März. Zugunsten des Winter- h i l f s w e r k s traten am Samstag die Sänger» Vereinigung (Chorleiter Meyer), der Turn- und Gesangverein (Chorleiter Eberle) unb bie Kapelle I Trohe, 9. März. Gegenwärtig Straße von Trohe nach Alten-Buseck für den Verkehr gesperrt. Die Straße ist burch den starken Kraftwagenverkehr so stark beschäbigt worben, daß sie nunmehr einer gründlichen Neu - h errichtung unb anschließenber Walzung unterzogen werben muß. Ferner wirb bie durch die Feldbereinigung in unserer Gemarkung neu geschaffene Straße in gerader Richtung mit der Alten-Busecker Straße hergerichtet. Etwa Tagung der Spielwarte des Fachamtes Turnen. Zum ersten Male seit ber Durchführung ber fachamtlichen Glieberung im Reichsbunb kamen am Sonntag bie Kreisspielwarte des Gaues Hessen unter der Leitung von Fachamtsspielwart Damm (Kassel) zusammen. Dem Fachamt Turnen ist bekanntlich die Betreuung der Sommerspiele übertragen worden, wobei als solche Schlagball, Faustball, Schleuder-, Trommelball u. Ringtennis gelten. Da die Tagungsteilnehmer zuvor alle Krrisspielwarte in der Deutschen Turnerschaft waren und sich in dieser Eigenschaft schon mit den Sommerspielen besaßt hatten, so war von Anbeginn eine einheitliche Linie für die Zusammenarbeit vorhanden. Im Verlaufe der Tagung wurde man sich darüber klar, daß nun nicht alle oben aufgeführten Spiele im Hesfengau gefördert werden können, sondern der Gedanke der Reichsfachamtsleitung ist der, daß jeweils den landschaftlich bevorzugten Spielen eine erhöhte Arbeitstätigkeit gewidmet werden soll. So entschied man sich, all eKraft für Faustball einzusetzen, da diese Spielart schon seit Jahren das Sommerspiel darstellt. Schlagball steht leider auf der Aussterbeliste und wird nur noch von einigen Mannschaften des Nordbezirks gepflegt. Es soll diesen wohl noch Gelegenheit für Wettspiel und zur Teilnahme an den Meisterschaften gegeben werden, im übrigen wird aber keine Werbung mehr unternommen werden. Dagegen werben einige Kreise verbuchen, dem Schleuderball Eingang in die Vereine zu verschaffen, da er wert ist, in die Reihe der großen Kampfspiele aufgenommen zu werden, und insbesondere wegen der geringen Anforderungen an die Güte des Spielplatzes — es kann auf jedem | Helden-Gedenkfeiern in Stadt und Land unserer Heimat. Der vergangene Sonntag stand überall in Stabt unb Land unserer Heimat ganz im Zeichen des Heldengedenktages, der dadurch seine besondere Bedeutung erhielt, daß am Tage zuvor durch den Führer Adolf Hitler die deutsche Wehrfreiheit vollständig wieder hergestellt wurde. Die Feiern zum Heldengedenktag wurden getragen von der gesamten Volksgemeinschaft. Niemand schloß sich aus. lieber» all in den Städten und auf den Dörfern war die Teilnahme an den Feiern überaus stark. Die Gottesdienste waren der Erinnerung ber gefallenen Helben gewidmet. Anschließend begab man sich bann, zum Teil in geschlossenen Zügen, zu ben Ehrenmalen, um auch dort derer zu gedenken, die ihr Leben für das Vaterland gaben. Neben den Gliederungen der Partei nahmen die Vereine der Orte teil, Musikzüge der Feuerwehren, Posaunenchöre, die Chöre ber Gesangvereine stellten sich in ben Dienst ber edlen Sache und trugen durch ernste Musik zur Vertiefung und Verschönerung der Feiern bei. Die Hitler-Jugend gab in Sprechchören ihrer Verehrung der Helden des Weltkrieges Ausdruck. Die Kriegeroereine nahmen allen Anteil. Die Sprecher der Partei würdigten das große Opfer der für das Vaterland Gefallenen. Die Kameradschaftsführer der Kriegervereine widmeten den toten Kameraden ehrende Worte. Zahlreiche Kranzniederlegungen der Organisationen der Partei und der Kriegervereine, der Gesangvereine, der Feuerwehren, der Sportvereine und vieler Volksgenossen letzten davon Zeugnis ab, daß die Toten des Weltkrieges unvergessen sind. Aus zahlreichen Städten unb Dörfern unserer Heimat liegen uns Berichte über die Feiern vor. Leider ist es aus räumlichen und technischen Gründen nicht mötzlich, sie zu veröffentlichen. Wir müssen uns darauf beschränken, festzustellen, daß der Tag überall einen Verlauf nahm, der in allen Teilen dem heroischen Opfer unserer zwei Millionen Toten würdig war. Nach mehr als 20 Jahren als gefallen ermittelt. fahre. Der Vorsitzende bat zum Schluffe noch besonders um treuen und fleißigen Besuch der Uebungsstunden, um dem Dirigenten, Musikmeister a. D. A. Schleuse, bie Aufgabe nicht unnötig zu erschweren, auch im Blicke auf ben, wie alljährlich, mit ber Evangelischen Frauenhilfe Steinbach zusammen am 18. b. M. geplanten Familienabenb. * Hausen, 9. März. Am Samstag hielt bie Freiwillige Feuerwehr ihre Jahreshauptversammlung ab. Zunächst erstattete ber erste Branb- meister Stumps ben Jahresbericht, in bem von einem befriebigenoen Ausstieg der Wehr berichtet werden konnte. Der Rechner Kam. Münch brachte anschließend den Kassenbericht zur Kenntnis, der mit einem auten Ergebnis abschloß. Sodann wurde über bas Landes-Feuerwehrtreffen und über die Tagung der Kreisfeuerwehren berichtet. Anschließend ermahnte ber Branbmeister bie Kameraben, stets eifrig an ber Tätigkeit ber Feuerwehr teilzunehmen. Bürgermeister Göbel gab seiner Freube über bie gute Entwicklung ber Feuerwehr Ausbruck unb betonte, baß bie Gemeinbe bei ber Beschaffung von Feuerwehrgeräten tatkräftig mithelfen werbe. Mit dreimaligem Siegheil auf den Führer wurde die Versammlung geschlossen. Kreis Bübingen. Hl Nidda, 9. März. Am Samstagvormittag lief hier in der Adolf-Hitler-Straße der 8 Jahre alte Ernst Weber auf dem Heimweg aus der Schule hinter einem Handwagen her und wollte beim Herannahmen eines Autos noch schnell über die Fahrbahn laufen. Dabei rannte der bedauernswerte Junge in den Krafwagen hinein, wurde Boden geworfen und erlitt einen Schädelbruch und einen Bruch des rechten Armes. Aerztliche Hilfe war schnell zur Stelle. Trotz der schweren Verletzungen soll Lebensgefahr für das Kind nicht bestehen. D Leihgestern (Kreis Gießen), 9. März. Der feit 15. September 1914 von der Front als vermißt gemeldete Landwehrmann Ludwig M ü 1 - l e r von hier ist jetzt bei Ausgrabungen in Frankreich ermittelt worden. Das Zentral-Nachweisamt in Berlin hat feiner hier wohnenden Frau die Auffindung ihres gefallenen Mannes mitgeteilt, wobei sich ergeben hat, daß die auf der Erkennungsmarke verzeichneten Personalien des Gefallenen auf ben Vermißten zutreffen. Der Gefallene hatte tes Lebenszeichen in einem Briefe vom tember 1914 nach Haufe übermittelt. Die Tippgräfin. Roman von Klothilde v Stegmann Urheberrechtsschutz: Aufwärts-Verlag, Berlin, SW 68. 8. Fortsetzung. Nachbruck verboten! „Die Agraffe ist, wie Tante immer betont, von unschätzbarem Wert, weil jebe dieser Perlen an einer bestimmten Stelle ein winziges, grünlich schimmerndes Kreuz aufweist, von dem noch kein Fachmann herausbekommen konnte, wie es entstand. In meiner italienischen Heimat würden diese Kreuzlein bestimmt als bas Wunder eines Heiligen gelten, und vielleicht sind sie es auch." Sie sagte es ehrfürchtig. Aber als Erhard sich leise räusperte, schrak sie auf. Sie hatte schon manchmal von dem tiefen Glauben, der in ihr von Kindheit an lebte, gesprochen. Aber sie fühlte, sie stieß bei Erhard mit ihrem Kinderglauben auf eine leise, hohnvolle Überlegenheit. Tatsächlich war er mit seinen Gedanken bei ganz anderen Dingen. Unvermittelt sagte er: „Kommt für unsere Pläne also nicht in Frage! Schade!" „Was willst du damit sagen, Liebster? „Kind, ob du nun das Halsband der Kassette allein entnimmst ober gleichzeitig noch ein anberes Stück — bas ist boch wohl dasselbe?" Entsetzt fuhr Mariella auf. Fassungslos sah sie den Mann an: „Erhard, wie kannst du so etwas auch nur aussprechen? Ich nehme doch schon eine schwere Schuld auf mich, wenn ich die Tat begehe. Und Gott allein weiß, ob er sie mir einmal verzeihen wird. Ader vielleicht vergibt er mir. Denn ich tue es ja nicht aus Selbstsucht, sondern nur, um dich, Liebster, von bem Untergang zu retten. Aber keinen Pfennig mehr als unbebingt nötig barf ich nehmen. Den Preis für bie Kette kenne ich deswegen so genau, weil ich mit Tante Annina einmal bei ihrem Juwelier war. Im Scherz bot er ihr damals für die Geronimokette fünftausend Mark an." Erhard unterdrückte mühsam ein heftiges Wort. Es gab also noch etwas in Mariella, was feinen hemmungslosen Wünschen Widerstand leistete. Törin, die sie war! Da hatte sie ein Millionenvermögen so nahe und begnügte sich mit einer armseligen Kette. Ader er durste sie nicht scheu machen. So sagte er denn ruhig: „Unter welchem Vorwande willst du dem Juwelier überhaupt den Schmuck anbieten, Liebling?" „Das weiß ich noch nicht, Erhard. Und ich hoffe, da wirst du mir raten können." „Aber bedenke, selbst wenn wir das Geld dafür anstandslos erhalten, damit sind erst die Verpflichtungen gegenüber meinem Hauptgläubiger, Kammacher, gedeckt. Niemand weiter kann befriedigt werden. Es bleibt uns kein Pfennig für den Aufbau unseres Lebens." „Die anderen müssen warten, bis wir uns eine Zukunft durch unserer Hände Arbeit aufgebaut haben werden, Erhard. Ich habe da auch schon einen kleinen Ausweg." „Und der wäre?" „Besinnst du dich, daß ich dir einmal von einer meiner Pensionsfreundinnen, Lore Ankermann, erzählte?" „Was soll ich jetzt mir ber, Mariella?" Unge- bulbig unb herrisch klang es. Eingeschüchtert sprach sie weiter: „Du besinnst bich vielleicht doch nicht, Erhard. Lore Ankermann war doch jene Freundin, die ich vor Jahren aus dem Vierwaldstätter See zog, als sie beim Schwimmen zu ertrinken drohte. Seitbem ist sie mir mit rührenber Dankbarkeit zugetan. Lore Ankermann hat vor einiger Zeit von ihrem Großvater bie Geyerburg, bie in Sachsen liegt, geerbt. Die uralte Ruine ist ganz im Stil ihrer Zeit roieber aufgebaut worden. Lore hat dort eine Hühnerfarm, einen umfangreichen Betrieb, eingerichtet. Sie weiß, wie wenig glücklich ich mich bei Tante Annina fühle, und wie ich mich danach sehne, dir unb mir eine Existenz zu schaffen. Weißt bu, was Lore mir nun kürzlich angeboten hat?" „Nun?" „Ihre Partnerin zu werben!" Erhard lachte ironisch auf: „Unb was soll ich babei? Etwa Hahn im Korb sein?" Mariellas Gesicht würbe noch angstvoller. Wie konnte Erhard jetzt scherzen?! „Aber Erhard, es ist im Augenblick der einzige Weg, den ich sehe. Sieh mal, da Lore auch Pensionäre aufzunehmen beabsichtigt, dachte ich zunächst für dich an einen Repräsentationsposten, den du neben deiner Schriftstellerei doch famos ausfüllen könntest. Liebster. Dann wäre da noch die Buchführung ..." „... Und das Herausgeben des Geflügelfutters und das Nachzählen der Eier — nicht wahr? Ich könnte ja auch die Küken spazierenführen ..." Wieder lachte er ironisch auf. „Mariella, ich sehe es mehr unb mehr ein: Ich bin ein Hemmschuh für bich! Ich bin ber Hemmschuh für bich auf bem Wege zu einem glücklichen Leben. Wenn ich bich wahrhaft liebe, muß ich bich von mir befreien." „Nein!" Mariella, in ihrer Angst, schrie es beinah heraus. Ein paar Gäste am Nebentisch sahen neugierig zu ihr herüber. Erharb legte roarnenb bie Hanb auf bie Lippen. Da fand das Mädchen zur Wirklichkeit zurück. Wie benommen vom Willen des Mannes und dem einzigen Gedanken, Erhard zu retten, sprach sie weiter: „Ich will nie wieder von der Geyerburg sprechen, Erhard. Du hast recht, das Halsband der Geronimo soll deine Bürgschaft decken. Die große Brillantbrosche Tante Anninas aber, deren Erbin ich ja doch bin, wird dir die Ueberfahrt nach Amerika ermöglichen. Und wenn du dann etwas Rechtes erreicht und deine Schulden bezahlt hast, läßt du mich nachkommen — nicht wahr? Versprichst du mir das. Liebster?" „Ich verspreche es dir", sagte er. Mit innigem Dank ergriff er ihre kalte Hand: „Und nun, Kind, wann wirst du es tun?" Die kleine Principessa schloß wie in Angst die Augen: „Wie lange brauchst bu Zeit, um bie Imitation des Geronimo-Halsbandes Herstellen zu lassen?" flüsterte sie fast unhörbar. „Eine Woche. Hast bu dir übrigens schon überlegt, Mariella, was bu sagen wirst, wenn ber Diebstahl vorher entbeckt werben wirb?" Sie schüttelte mübe den Kopf: „Also hör mir gut zu! Wenn ich dich richtig verstanden habe, willst bu in ber Nacht nach deinem einundzwanzigsten Geburtstag deinen Plan aus- führen?" Wie merkwürdig er das Wort „deinen" doch betonte! Mariella nickte. „Ausgezeichnet! Du wirst bann also Alles Weitere drang wie ein Traumgespräch an Mariellas Ohr.-- Zur gleichen Zeit saßen im Palazzo des Herzogs Enrico drei Männer zusammen und berieten über bie Expedition nach Afrika. Zu dem Herzog und Heßling hatte sich ein Freund des Herzogs, ein hervorragender Ingenieur, gefeilt. Pepito Arlefi kannte Mariellas Vater, den Prinzen Bonatzlia, gut. Er hatte mit ihm zusammen studiert und hatte auch jene Expedition unternommen, bei ber Bonaglia verschwunden war. Er hatte den Freund nicht vergessen und war überglücklich, jetzt nochmals nach ihm forschen zu können. Zwischen ihm und Heßling entstand sehr schnell ein fester Freundschaftsbund, der sich nicht mehr lösen sollte. * In den nächsten Wochen erlebte Rom viele Sensationen. Goldener Sonnenschein lag wie ein glitzerndes Geschmeide über ber Landschaft, als auf dem Flugplatz vor Rom die ersten Versuche für die Afrika-Expedition unternommen wurden. Ein neuartiges Flugzeug, die „Stella Maris", erprobte seine Schwingen und war bald wie ein glänzender Vogel in die blaue Frühlingsluft hineingestoßen. Aber hoch über ihm schwebte ein Luftschiff, das trotz seiner Zierlichkeit wie ein Riesenwalfisch neben einem kleinen Vogel wirkte. Dieses Luftschiff hatte der Herzog im Beisein vieler Freunde und der Journalisten der größten italienischen Zeitungen auf den Namen „Speranza", „Hoffnung", getauft. Mit diesen Flugzeugen, deren Einrichtung sorglich geheimgehalten wurde, sollte die Forschung im Innern Afrikas vor sich gehen. Die Mannschaft war besonders ausgesucht. Einige Deutsche waren darunter, und auf dem Meere ankerte die kleine Motorjucht „Mariella". Diese Motorjacht sollte Heßling, den Herzog und Pepito Arlesi mitsamt ihren Helfern durch die Meere dem fernen Afrika entgegenbringen. Flugzeug unb Luftschiff probten gesondert. Alle Probeflüge waren glänzend gelungen. (Fortsetzung folgt!) zeitig die Besten für die in Bad Hersfeld am 26. Juli steigenden Gaumeisterschaften namhaft zu machen. Da das Regelwerk sich nicht geändert hat, konnte man sich auf die Besprechung einiger für die Schiedsrichter besonders wichtiger Streitfälle beschränken. Dagegen mußte die Spielordnung des Fachamtes, die mit Ordnungen der anderen Fachämter auf eine einheitliche Linie gebracht worden ist, eingehend erörtert werden. Es wurde allgemein begrüßt, daß die gesamte Verwaltung so einfach, wie nur irgend möglich, gestaltet wird und hierdurch auch eine geringere geldliche Belastung der Vereine eintritt. Den Rahmen der Tagung bildeten Ansprachen des stellvertretenden Gaufachamtsleiters Schäfer (Kassel), der dem historischen Geschehen des Tages und der Dankbarkeit alle Deutschen gegenüber unserem Führer für diese Tat freudigen Ausdruck gab, andererseits aber auch darauf hinwies, daß dies immer wieder jeglichen verpflichte, alles einzusetzen, um die Ziele des Fühers, in diese Gemeinschaft, insbesondere auf dem Gebiete der Leibesübungen, verwirklichen zu helfen. Hoher Vogelsberg in Schnee und Sonnenglanz. Noch einmal auf Skiern. Auf dem Marsch von Breungeshain zum Hoherodskopf. (Aufnahme: Karl Althaus, Gießen.) Alle mitteldeutschen Skiwettkämpfe mußten in diesem Winter ausfallen. Es gab ja fast keinen Schnee. In letzter Minute aber schien sich der Wetter, gott noch einmal besonnen zu haben. Januar und Februar vergingen 0roar, und die Skier derjenigen, die nicht gerade in Garmisch-Partenkirchen dabei sein konnten, blieben in den Ecken stehen — jetzt aber, im März, fiel doch auch in unserem Hohen Vogelsberg noch einmal Schnee und alle jene, die in der Winterluft die Abwechselung aus der täglichen Arbeit suchen, griffen zu den geliebten Brettern. Der Skiklub Gießen konnte so an den vergangenen beidenMärz- sonntag'en seine Autobusfahrten nach dem Hohe- rodskopf noch einmal auf» bet. In Breungeshain wurden die Autos verlassen. Dann ging es mit geschulterten Brettern zum Hohe- rodskops hinauf. Nebel und Regen blieben längst unter den Skiläufern in den Tälern, lieber den Hängen war strahlender Sonnenschein. Bald langte man oben an den Klubhäusern an. Nach kurzer Frühstückspause wurden dann die Skier angeschnallt. Unter der Leitung der geprüften Skilehrer, die immer oben zu finden sind, wenn die Schneeverhältnisse das Skilaufen auch nur einigermaßen gestatten, wurden Skikurse durchgeführt, die immer zahlreiche Lerneifrige finden. Ändere wieder unternahmen die wunderschöne Fahrt hinüber nach Hochwaldhausen oder zur Herchenhamer Höhe, während wieder andere die „Rennwiese" bügelten. Die Sonne schien am vergangenen Sonntag wunderbar warm und die meisten der Sportlerinnen und Sportler drängten sich nicht zum Mittagessen in die Gaststube, des Klubhauses, sondern nahmen das schmackhafte Eintopfessen der Mutter Bender vor der Hütte ein. Daß die Sonne auch in unseren „Alpen" eine gute Wirkung hat, konnte man daran sehen, daß viele derer, die am vergangenen Sonntag auf dem Hoherodskopf weilten, mit einer schönen natürlichen Bräune der Haut zurückkehrten. Ungern schied man von den Höhen unseres Vogelsberges, zudem man ja weiß, daß die weiße Winterherrlichkeit, die an sich in diesem Jahre spärlich genug ausfiel, nicht mehr von langer Dauer sein kann. Mit reichem Gewinn an Freude und Kraft, neu erfüllt von den Schönheiten unserer heimischen Berge kehrten die Gießener Skiläufer zurück und lachend begegneten sie den fragenden Blicken all derer, die nicht glauben wollten, daß es noch irgendwo Schnee gibt. Jahresversammlung des Mtv. Gießen. Der Männer-Turnverein Gießen hielt am Samstag in feinem Vereinslokal eine ordentliche Mitgliederversammlung ab. Vereinsführer Karl Mül - l e r konnte in feine Begrüßung besonders die altbekannten Turner Jockel (Braunfels) und T h ö t (Bad-Nauheim) einfchließen und hob in feinem nehmen. Die Beteiligung war sehr stark. Zwar mancher Vorübergehende, der die Skiläufer mit geschulterten Brettern dem Ludwigs- platz zustreben sah, lächelte ungläubig, mußte sich aber wohl sagen, daß es die Skiläufer ja wissen müssen, ob es Zweck hat, die Skier aufzuhucken. Tatsache ist ja auch, daß es in den Höhen des Vogelsberges meist etwas anders aussieht, wenn in den tiefer liegenden Gebieten unserer Heimat Schnee und Regen trifte Landschaft schaffen. Die Fahrt im Autobus zum Hoherodskopf war wieder luftig wie je. Gemeinsam gesungene Lieder ließen die Fahrtzeit rasch vergehen. Die Klänge der Ziehharmonika trugen ein Uebriges zur Unterhaltung Jahresbericht hervor, daß der Mitgliederbestand mit dem Kem der alten Turnerfamilien dem Verein die Treue hielt und den Marsch in den neuen Reichsbund für Leibesübungen freudig mitmachte. Ueber die üblichen Veranstaltungen weit hinaus ragten durch feine zukunftsträchtige Eigenart das 1. Gaufest des RfL. und durch ihre geschichtliche- Bedeutung die 50-Jahr-Feier des Vereins; aufschlußreiche Darlegungen über die Aufgaben und die Zusammenarbeit mit der Ortsgruppe des RfL. eröffneten einen Ausblick in das neue Vereinsjahr. Mit einem Bekenntnis zu den Verpflichtungen, die der Heldengedenktag von uns fordert, und einem begeisterten „Gut Heil!" auf Führer und Volk schloß der Vereinsführer feine eingehende Umschau. Oberturnwart Ludwig F o n t i u s dankte seinem Vorgänger Karl H u ß k e für die guten Grundlagen, die er bei Uebernahme der turnerischen Leitung in allen Abteilungen vorgefunden habe und verbreitete sich in förderlichen Ausführungen über die Zusammenarbeit mit den entsprechenden Organisationen der Bewegung und die fachliche Betreuung der einzelnen Abteilungen, deren Jahresberichte er einzeln zur Kenntnis brachte; wenn auch selbstverständliche Mitarbeit am politischen Aufbau die älteren Jahrgänge immer wieder zu neuer Verteilung ihrer Zeit und Kräfte verpflichtet, so halten sich doch die Spielmannschaften erfreulicherweise auch zu ihren Uebungs- und Kampfplätzen, starke und übungsfreudige Abteilungen der Schüler und Schülerinnen erhellen die Nachwuchsfrage, und die Dietardeit führt an die weltanschaulichen Grundfragen heran. Inzwischen war, von der Versammlung herzlich begrüßt, Kreisführer Daupert (Wieseck) erschienen mit dem Kreiskassenwart Peter Ritsert (Gießen). Kassenwart Georg Dreher erläuterte die abgeschlossene Rechnung und den neuen Voranschlag, stellte dankbar fest, daß bei allen notwendigen Anforderungen doch überall, besonders auch von der Jugend, mit Sparsamkeit gewirtschaftet wird, durfte aus dem Munde des Kreisführers Daupert hören, daß der Männer-Turnverein auch feine übergeordneten Verpflichtungen pünktlich erfüllt, während die Kassenprüfer einwandfreie Führung der Rechnung bestätigen. Vereinsführer Karl Müller hatte jeden Bericht zur Aussprache gestellt, dankte abschließend allen seinen Mitarbeitern für den opferfreudigen Einsatz eines jeden an seinem Platze und erhielt auf Antrag aus der Mitte der Versammlung heraus Gesamtentlastung für die Jahresberichte und die Rechnung Anschließend würdigte Kreisführer D a u p er t m volksverbundener Ansprache die jüngste historische Tat des Führers und überreichte dann mit anerkennenden Worten für jeden einzelnen den Ehrenbrief des Gaues XII Hessen der Deutschen Turnerschaft an die Turner Karl Müller, Adalbert B i n d e w a l d , Willi Georg, Konrad Steinhäuser, Ferdinand Bach, Engelbert B ü r ck , Fritz Wenzel und Georg Dreher. Karl Müller dankte insgesamt für die Ehrungen und gelobte weitere treue Mitarbeit, Adalbert Bindewald, der kürzlich feinen 70. Geburtstag feierte, erzählte mit bewegten Worten als Mitgründer aus der langen Vereinsarbeit. In üblicher Weife wurde der erhebende und arbeitsreiche Abend vom Vereinsführer geschloffen. , ZC.Teutonia" Watzenborn-Steinberg II. Mannschaft gegen I. Mannschaft Steinbach 6:0 (2:0). Am Sonntag fiel das Spiel der I. Mannschaft aus. Die II. Mannschaft stand der I. Mannschaft vom Spv. Steinbach im fälligen Verbandsrückspiel gegenüber. Das Vorspiel in Steinbach endete 3:1 für Steinbach und diesmal revanchierten sich die Platzbesitzer mit einem hohen Sieg über die Gäste. Das Spiel selbst war durch die schlechten Platz- verhältnisse etwas gehemmt. Schon von Anfang an waren die Teutonen überlegen und belagerten manchmal das Gästetor so stark, so daß die Steinbacher mit Glück eine höhere Niederlage vermieden haben. In regelmäßigen Abständen schoß jeder Stürmer der Teutonen ein Tor, Schmitt sogar zwei. Der neue Torwart der II. Mannschaft der Teutonen bewährte sich. Die Mannschaft spielte wie folgt: Haas (früher VfB.-R. Liga); Schmandt, Buß Gg.; Schmandt, Burger, Häuser; Schäfer R.; Burk, Brückel, Schmitt, Schneider. Die Schülermannschaft spielte gegen die körperlich stärkeren Schüler von 1900 Gießen. Die Gießener blieben mit 0:2 verdiente Sieger. Es konnte höher ausgehen. Der GerÄe-MnnschMamps in Sinn. Das Bild geigt die Mannschaften der Turnvereine von Sinn, Gießen 18 4 6, Wieseck und Großen-Lrnden. Den Sieger des Wettkampfes stellten die Turner von Sinn (X). — Ueber den Kampf berichteten wir bereits. — (Aufnahme: W. Bauer, Sinn.) Bekanntmachung Gartenbesitzer und Pächter, welche im kommenden - wie unschön - werden schnell Sommer das Wiedereinsetzen des Garten-Wafser- unserer Kasse, Gartenstraße 3, melden. Gießen, den 5. März 1936. Direktion der Städtischen Betriebe Gießen. Suche für englischen StoMen Gewinnauszug | Vermietungen"! Ohne Gewähr Nachdruck verboten Schöne 2-Zimm.-Wohnung 26. Ziehungstag 9. Marz 1936 3n der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 15051) a.d.G.A. ! Mietgesuche | [süitongebote| 14 Gewinne »u 2ÖOO M. 16643 286889 302849 307554 381996 3 ».-Wohn 671 16115 20457 26336 68 Gewinne zu 1000 M. 27780 42502 45406 75790 79753 82767 89511 Verkäufe ""] WWN « 25 PS 13351 16078 20209 39382 384 Gewinne zu 3ÖÖ M. 7165 9053 10642 18819 2 wMck leHö® Gebraucht, loms 97484 98313 99003 Kinderwagen f. 15 Mk.zu verk. FriedenSstr. 9. | Kaufgesuch7"| MM 394306 und zum Bauen 92153 206165 298537 368786 1999 2217 5511 19231 20564 24572 137078 251951 331415 383398 198226 270895 362478 90561 138920 180339 235735 285871 335060 363787 111188 143557 182497 239106 286654 335287 366811 125399 247221 330793 381288 121437 148637 189903 239320 297444 339284 369716 133179 158786 195974 260738 309816 354709 i 35607 i 42241 I 63295 I 89309 101819 117299 234947 330480 370316 128403 152993 193364 240284 307982 353552 373037 60233 36732 50254 98111 29970 37894 56769 73625 31833 39269 61878 80723 192448 264470 333673 395319 5746 : 24853 35818 42990 64562 92263 104991 115782 130841 142588 157669 172873 176722 185884 198706 209269 228338 243810 257800 275094 284212 290019 306267 311129 318272 331825 352935 367339 372875 388267 392526 26704 37574 45489 l 69454 93067 1 105913 120576 133097 144354 158824 173509 178053 186027 200286 210031 231811 246101 259035 277027 284388 292002 306964 311261 322607 334269 356154 367713 384306 389127 106820 126667 133964 147333 162911 174282 178244 187755 200515 217669 232503 249830 260288 278536 287000 293234 307958 315076 323678 342194 361644 369514 384578 389399 31497 38722 59637 79644 112489 130560 137936 150823 166854 176497 181279 193417 207915 225070 241310 253230 273152 283773 289821 299993 310501 317897 330528 345378 366426 372254 388224 392282 81362 135915 172800 201122 269921 310629 359738 27402 37676 50715 71772 97456 110471 129554 134103 150024 166311 175650 180398 191310 203337 224363 236690 251326 268876 281886 289087 298319 309448 317532 329914 345107 363754 370797 388111 391946 108596 128154 134064 148919 164855 174850 179611 188553 203087 223774 236479 250709 263132 281238 287164 294568 308641 315841 329538 344566 361857 370419 386047 391804 143716 263941 2lüd)ldjJC von Zvis 20 v. s. erhalten Sie bet wtederholien Auf« nahmen einer Anzeige evtl, mit Bad z. 1. wütest ens 15. 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