Nr. 34 Erster Blatt 186. Jahrgang Montag, 10. Zebruar 1936 Erscheint täglich, nutzer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr.. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewatt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Zrantfurt am Main 11686 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Untverfitats-Vuch- und Zteindruckerei R. Lange in Gietzen. Zchristlettung und Geschäftsstelle: schulftrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8*/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höh« für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von 70 mm Breite 50Rpf.,Plahvorschrift nach vorh.Dereinbg.25°/a mehr. Lrmätzigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Das zweite Kriegsjahr. Don unserem römischen E.-Korrespondenten. Rom, im Februar. Unmittelbar nach den politischen Vorbereitungen, die der Sicherung der diplomatischen Etappe dienen sollten und mit dem italienisch- französischen Januar-Abkommen scheinbar einen vollen Erfolg erzielten, begann der militärische Aufmarsch in Ostafrika: im Februar vorigen Jahres. Damit gehört das erste Kriegsjahr der Geschichte an. Es trägt durchaus modernen Charakter, es verzeichnet weder Ultimatum, noch Kriegserklärung, es sieht genau so aus wie das erste Jahr des japanischen Vormarsches in China. Auf die militärische Etikette wird so wenig gegeben wie auf den Knigge der Genfer Gesellschaft; wenn Japan in China nur „Ordnung schafft", so bringt Italien nach Abessinien die Zivilisation, baut Brücken und Straßen, erschließt Quellen und Handelsmärkte. Die Randpromnzen des Negus unterwerfen sich freiwillig wie Manschukuo und Jehol. Nur wo den wohlmeinenden Siegern Widerstand geleistet wird, rasen die Bombenflieger und rattern die Maschinengewehre. Ein Unterschied aber ist nicht zu verkennen und schürt begreiflicherweise die Erbitterung in Italien: Der Völkerbund behandelt beide „Angreifer" durchaus verschieden, obwohl es sich hier wie dort um ordentliche Mitglieder der eigenartigen Vereinigung handelt. Damit kommt eine Unbekannte in die Gleichung, und es wird fraglich, ob auch das zweite Kriegsjahr so verlaufen werde wie jenes im Fernen Osten. Schon militärisch ergibt sich heute ein Bild, das wesentlich von den prophetischen Schilderungen vieler Politiker und Strategen abweicht. Vor einem Jahre um diese Zeit galt „die Festung Abessinien uneinnehmbar", man sprach von tier afrikanischen Schweiz, von himmelhohen, weg- und steglosen Gebirgen, in denen der italienische Vorrttarscy rettungslos steckenbleiben müsse. Jetzt, nach dem Durchbruch Grazianis, entdeckt man auf einmal die „S e e n - l i n i e", die sich über Abai-, Schala- und Suaisee bis nach Addis Abeba hinzieht und General Gra- ziani erlauben dürfte, von Negelli aus, dem vorgeschobensten Posten, der bereits auf halbem Wege liege, bis zur feindlichen Hauptstadt vorzustoßen. Ebenso gilt das Abschneiden der einzigen Bahnlinie nicht mehr für unmöglich, ja, es heißt, daß mit der Einnahme von Harrar der ganze Feldzug praktisch entschieden wäre. Auch Wassermangel und Regenzeit bedrohten — wie im vorigen Jahre — das italienische Heer bis zur Aussichtslosigkeit. Jetzt erfahren wir auf einmal, daß Badoglio der trockenen, wie der nassen Teufel Herr zu werden vermag. Wasser berge der Boden zum Erstaunen der Abessinier selber im Ueberfluß und gegen den feindlichen „General Regenzeit" biete Mussolini ein neues Heer von Arbeitern auf, fünfzigtausend Mann. Damit sei der Beweis erbracht, daß erstens während des Sommers kein Skilift an b in den Operationen eintreten werde, und zweitens, daß der Duce mit einem zweiten Winterfeldzug rechne. Nebenbei ergäbe sich daraus drittens, daß der Krieg mit oder ohne Oel- sperre weitergehen wird, ohne oder gegen den Völkerbund. Wie denkt man nun wirklich in Rom? Was erwartet man sich vom zweiten Kriegsjahr? Wie beurteilt man die Entwicklung der Dinge? Dazu darf festgestellt werden, daß niemand, auch der Duce nicht, jene Gleichung lösen zu wollen sich erkühnt, eben wegen der Unbekannten. Niemand will ein Prophet, „nicht einmal der Sohn eines Propheten sein". Im fernen Osten ist das anders, Japan weiß genau, wie weit es gehen kann: nämlich so weit es will. Ueber Italien aber liegt der Schatten des gefährlicheren Sanktionskrieges. Wer vermöchte zu sagen, nur zu ahnen, wie weit England einzugreisen entschlossen ist? Welch ein Rattenkönig von internationalen Verwicklungen ist denkbar! Alle Möglichkeiten stehen offen. Erwägt man aber auch nur die naheliegenden, so ergibt sich eine Reihe von Lösungsaussichten: 1. Es ist möglich, um nicht zu sagen wahrscheinlich, daß es noch vor dem Beginn der Regenzeit, das heißt also bis zum April, zu entscheidenden militärischen Erfolgen auf dem Schlachtfeld kommt, die den Hauptplan des Negus, den Krieg hinzuhalten, bis die Regenzeit einen Waffenstillstand herbeiführt, vereiteln würden. In diesem Falle müßte der Kaiser unmittelbar mit dem Sieger verhandeln, statt auf dem Umweg über Genf. 2. Der Plan des Feindes gelingt. Dann bleibt nichts anderes übrig, als den Feldzug so zu führen wie im ersten Kriegsjahr Das heißt, der Vormarsch erfolgt im gleichen Rhythmus, rote die Arbeiterarmee bie Straßen vortreibt und der Nachschub gesichert werden kann. Keinesfalls wird das Heer in die Falle gehen, sich einem Moskau aussetzen und im Sumps ersticken. Das zu verhüten, erging eben der Befehl des Duce: Arbeiter an die Front! (Von den angeblichen Meutereien der Frontarbeiter hat mir keiner der zurückgekehrten Khakikrieger etwas zu erzählen gewußt; wohl aber erfährt man auf Schritt und Tritt, daß diese wackeren Arbeiter ihr ganzes erspartes Geld in die Heimat schicken, wie man es von den italienischen Auswandeern gewohnt ist.) 3. Unter allen Umständen kommt es wahrend der Regenzeit zu einer Verlangsamung der militärischen Handlung und diese halbe Pause kann nicht besser als durch Friedensv erhandl u n- gen mit den Protektoren Abessiniens ausgenutzt werden Italien ist dazu bereit, sofern die Verhandlungen auf der Grundloge seiner Mindestforderungen einsetzen. Die Friedensbedingungen des Negus, Frankreichs Pakt mit Moskau. Gcharfe Kritik gegen -en Einfluß -es Bolschewismus auf -ie innere Politik Frankreichs. Paris, 10. Febr. (DNB. Funkspr.) Aus Anlaß der bevorstehenden Kammerberatung über die Ratifizierung des französisch-sowjetrussischen Paktes versucht das Sowjetrußland freundliche „O e u o r e", um der Gegenpropaganda der Rechten den Wind aus den Segeln zu nehmen, nachzuweisen, daß Sorojetrußland gar nicht um eine Anleihe in Frankreich nachgesucht habe. Wohl ober hätten private französische Firmen einen Kredit von 800 Millionen Franken vorgeschlagen, um den Geschäftsverkehr zwischen beiden Ländern zu beheben. Dieser Kredit sollte aber nur unter dem Vorbehalt einer Regierungsgarantte gegeben werden. Bis zur Stunde sei die Regierungsbürgschast noch nicht erteilt worden. Der Jnnenpolitiker des „Echo de Paris" erklärt, nicht, weil Rußland kommunistisch sei, seien er und seine Freunde heute gegen bas Bündnis mit Sowjetrußland, sondern weil es die Absicht hege, sein inneres Regime in Frankreich einzuführen, und weil es unmittelbaren Einfluß auf das politische Leben Frankreichs nehmen wolle. So hätten Litwinow und Potemkin in Frankreich die Volksfront gegründet. Da man nicht gleichzeitig gegen die Kommunisten, die ein wesentlicher Bestandteil der Volksfront seien, kämpfen und sich für die Freundschaft mit Stalin erklären könnte, müsse der Kampf gegen den sowjetistischen Einfluß geführt werden. „Le Jour", der gegen Sowjetrußland zu Felde zieht, weil es seine Vorkriegsschulden nicht bezahle, erklärt, niemals habe Sowjetrußland behauptet, daß es nicht zahlen könne. Es wolle eben nicht zahlen, dabei habe Stalin stolz erklärt, Sowjetrußland sei das reichste Land der Welt. Das Blatt beschwert sich bitter darüber, daß die Sowjetrussen ihre Zersetzungsarbeit in Frankreich und in Algier auch nach dem zwischen Paris und Moskau erzielten Einverständnis fortgesetzt hätten. Die Meutereien in Brest und Toulon hätten gezeigt, wie ungeniert die sowjetrussischen Agenten auf französischem Boden arbeiteten und wie sie, mit den notwendigen Geldmitteln ausgerüstet, genau ausgearbeitete Pläne f ü r den Bürgerkrieg lieferten, in dessen Taktik Moskau eine besondere Erfahrung habe. Auf einer Versammlung der Nationalen Frontkämpfervereinigung (UNC) sprach Auch der Vorsitzende dieses Verbandes, Jean G o y, sehr ablehnend über den französisch-russischen Pakt. Dieser Pakt wäre annehmbar, wenn er einen Teil von einer Gesamtheit von Verträgen darstellte, die mit allen interessierten Mächten abgeschlossen seien. Es sei aber ein schwerer Fehler, aus ihm einen allein st ehenden Pakt machen zu wollen. Die Kreise, die die Gefahren des in diesem Pakt enthaltenen automatischen B e i- st a n d e s erkannt hätten, mehrten sich immer mehr, es könne auch nicht geleugnet werden, daß der Pakt eine deutsch-französische Entspannung unmöglich mache. Immer wieder Kollektivismus London, 10. Febr. (DNB. Funkspr.) „Daily Telegraph" meint, die Pariser Besprechungen hätten zur Erhöhung der Sicherheit in Mitteleuropa beigetragen. Eine Vertiefung der Wirtschaftsbeziehungen zwischen den Donauländern stelle eine wesentliche Voraussetzung zur Förderung der freundschaftlichen Verständigung in Mitteleuropa dar. Vor allem Oesterreich, dessen Unabhängigkeit ein Angelpunkt der europäischen Politik sei, müsse eine wirtschaftliche Lebensgrundlage gegeben werden. Der Verzicht Wiens auf feine Revi- sionsansprüche und die Zurückstellung des Gedankens an eine Restauration der Habsburger werde dieses Ziel erleichtern. Nachdem das Blatt feftgefteltt hat, daß es vorläufig noch verfrüht fei, von der Möglichkeit eines politischen Donauabkommens zu sprechen, holt es das reichlich abgegriffene Argument der deutschen Wiederaufrüstung hervor, um die auf einen Zusammenschluß der Donaustaaten ab- zielenden Bestrebungen zu begründen. Man könne von einer Einkreisung Deutschlands sprechen, wenn es sich um Maßnahmen zur Erhöhung der kollektiven Sicherheit der sich beunruhigt fühlenden kleineren Nationen handelt. Diese Feststellungen dienen dem „Daily Telegraph" als Ausgangspunkt für die nicht mehr neue Aufforderung an Deutschland, sich dem kollektiven Sicherheitssystem in Europa a n - zuschließen, und durch eine solche Kundgebung seiner friedlichen Absichten die Besorgnisse seiner Nachbarn zu zerstreuen. Dies könne der Wiederaufrüstung Einhalt gebieten und auch die deutschen Befürchtungen über' den französisch-sowjetrussischen Beistandspakt zerstreuen. Das Blatt übersieht auch hier wieder geflissentlich, daß es gerade Deutschland war, von dem bisher von der Abrüstungskonferenz angefangen die einzigen wirklichen positiven Beiträge zu einer auf Gerechtigkeit ruhenden Befriedung ausgegangen sind. Tuchatschewfki nimmt mit dem französischen Geueraistab Fühlung. Paris, 10. Febr. (DNB. Funkspr.) Der sowjetrussische Marschall T u ch a t s ch e w s k i, der am Sonntag aus England in Paris eingetroffen ist, erklärte Pressevertretern, er werde wahrscheinlich zwei, höchstens vier Tage in Paris bleiben. Der „Nero Pork Herold" bemerkt in seiner Pariser Ausgabe, daß Tuchatschewski in Poris Besprechungen mit Mitgliedern des französischen Genera l st a b e s und mit Luftfahrttechnikern haben werde. Nene Umbildung des KabinettsBal-win? Wechsel im Marineministerium. — Soll ein Wehrministerium geschaffen werden, um das Abrüstungsprogramm durchzuführen? London, 10. Febr. (DNB. Funkspruch.) „Mor- ning Post" meldet, eine zweite Umbildung des Kabinetts Baldwin, die bereits kurz vor den Neuwahlen in Aussicht gestellt worden war, werde voraussichtlich Anfang März durchgeführt werden. Der Hauptgrund für die Umbildung sei die Notwendigkeit, den englischen Ma- rineminifter Lord Monsell zu versetzen. Lord Monsell habe wiederholt seine Absichten mitgeteilt, nur bis zum Abschluß der Flottenkonferenz im Amt bleiben zu wollen. Da man glaube, daß die Flottenkonferenz ihre Arbeiten bis Ende Februar abschließen könne, sei es wahrscheinlich, daß bereits der Nachfolger Lord Monsells die im März fälligen Haushaltsvoranschläge der Flotte im Unterhaus vorlegen werde. Das Blatt erinnerte daran, daß Winston Churchill und der Haupteinpeitscher der ^Regierung, Margesson, seinerzeit als Nachfolger Lord Monsells genannt worden seien. Ein neuer Anwärter sei auch der ehemalige Außenminister Sir Samuel Hoare. Man glaube, daß Baldwin sobald wie möglich Sir Samuel Hoare wieder eine führende Stellung im Kabinett verschaffen werde. Unwarscheinlich sei es aber, daß Hoare für den neu zu schaffenden Posten eines Wehr- ministers ausersehen sei, dem die Durchführung des englischen Aufrüstungspro- orammes übertragen würde. Vielmehr sei das Kabinett zu dem Schluß gekommen, daß der Vorschlag, ein Wehrministerium zu bilden, dem die drei Ministerien für Krieg, Flotte und Luft untergeordnet würden, undurchführbar sei. Gleichzeitig mit Lord Monsell werde Baldwin möglicherweise auch den bisherigen Luftminister Lord Swinton ersetzen wollen, der sich ebenso wie Monsell nicht mehr an den letzten Unterhauswahlen beteiligt hatte, und ins Oberhaus berufen worden war. Angesichts des großen Umfanges des englischen Aufrüstungsprogrammes werde jedem Personalwechsel unter den militärischen Ministerien allergrößte Bedeutung beigemessen. Man nehme an, daß es auch zu einem Wechsel in anderen M i- n i ft e r i e n kommen würde. Wachsende Spannung in Ostasien. Ein Vertrauter Stalins im Fernen Osten. Moskau, 9. Febr. (DNB.) Nach Meldungen aus Chabarowsk, ist der Verkehrskommissar und besondere Vertraute Stalins Kaganowitsch überraschend im Fernen Osten eingetroffen und hat dort Beratungen sowohl mit den Parteivertretern als auch mit dem politischen und militärischen Ober kommando der fernöstlichen Armee aogehalten. Ueberall soll das Dreigestirn Stalin—Woroschiloff— Kaganowitsch sehr gefeiert worden fein. Die Werktätigen des Fernen Ostens wollten mit Unerschütterlichkeit und Festigkeit ihre Heimat verteidigen. Kaganowitsch besuchte auch Wladiwostok. Die Charbiner Samstagpresse berichtet über militärische Vorbereitungen Sowjetrußlands in Sibirien, wo angeblich die Eisenbahnen unter militärische Kontrolle gestellt und der Abtransport aller nicht der Kommunistischen Partei angehörenden Bahnangestellten nach dem europäischen Rußland anbefohlen wurde. Außerdem sei die Errichtung eines Hauptquartiers in Tschita eingeleitet worden. Japanische Truppen an der Grenze der Aeußeren Mongolei? Moskau, 8. Febr. (DNB.) In Moskauer Blättern werden Berichte aus Ulan B a t o r, der Hauptstadt der unter Sowjetherrschaft stehenden Aeußeren Mongolei, veröffentlicht, wonach es an der mongolisch-mandschurischen Grenze zu einem neuen Zwischenfall gekommen sei. Danach konnte auf dem am 19. Dezember von den Japanern besetzten und bisher nicht geräumten mongolischen Grenzpunkt Bolun Dersu eine neue Bewegung japanischer Truppen beobachtet werden. In einiger Entfernung von diesem Punkt seien sowohl Kraftwagen wie Reiterabteilungen feftgefteUt worden. Auch aus anderen Meldungen geht hervor, daß die Japaner reguläre Truppen nach der mongolischen Grenze in Marsch gesetzt haben. die auf eine vorhergie Räumung der eroberten Gebiete hinauslaufen, sind natürlich indiskutabel. 4. Der afrikanische Feldzug erfährt eine Verschärfung und Erweiterung durch das Anziehen der Sanktionsschraube, vor ollem durch die Oel- sperre. Sie wäre an sich nicht etwa gleichbedeutend mit der Einstellung der Feindseligkeiten, denn auf ein Jahr hinaus ist Italien mit Benzin genügend versehen. Aber der Kolonialkrieg würde damit ein europäisches Gesicht bekommen, sich in die Länge ziehen. 5. Alle Berechnungen von Freund und Feind, von England und Genf, werden durch den plötzlichen Zerfall des obesfinischen Kaiserreiches über den Haufen geworfen. Ein solcher Zusammenbruch scheint durchaus möglich, wenn man an die traurige Verfassung der Soldaten des Ras Desto denkt, an die überall auflodernden Aufstände im Rücken der abessinischen Heerhaufen, an die Unordnung in der Etappe, die Lebensmittelknappheit, kurz, an den Mangel an Organisation beim Gegner, dem die Italiener nicht nur weit überlegene Waffen, sondern auch ein mustergültiges Verpflegungswesen entgegenstellen können. Die 6. Möglichkeit, eine italienische Niederlage, nach römischer Auffassung lediglich ein Auslandsgespinst, wird gar nicht erörtert. Kommt es zum abessinischen Zusammenbruch vor der Entscheidung der Waffen, so ist zwar der Feldzug zu Ende, aber es beginnt mit der Frage, ob England ein italienisches Abessinien zulassen werde, das größere Ringen. Europa tritt auf den Plan, das Kolonialproblem muß angepackt werden. So ober jo — wir gehen jedenfalls bewegten Zeiten entgegen. Los von Frankreich. DerKarnPf derFlamengegen das französischbelgische Militärabkommen. Brüssel, 8. Febr. (DNB.) Der flämische Frontkämpfer verband nimmt in seinem Derbandsorgan gegen die Erklärungen der wallonischen Minister' De veze und Bovesse über die Tragweite des französisch-belgischen Militärabkommens Stellung. Unter der Losung „W e g v o n Frankreich" wird in dem Artikel betont, daß die Erklärungen der wallonischen Minister, wonach das Abkommen nicht durch den Locarnovertrag gedeckt sei, und daß sich an der ursprünglichen Belastung des Abkommens nichts geändert habe, im Widerspruch stünde mit den Erklärungen, die von flämischen M i n i ft e r n abgegeben worden seien, um das flämische Volk zu beschwichtigen. Durch bie Erklärungen ber beiben wallonischen Minister sei erneut beseitigt worben, daß die Einseitigkeit des Militärabkommens nicht aufgehoben worden sei und daß es eine Gefahr für den Frieden bedeute. Weiter sei dadurch erwiesen worden, baß die vom Kriegsminister Deveze vorgeschlagenen Militärlasten wegen des französisch-belgischen Militärabkommens gefordert würden. In der Erklärung heißt es, daß 80 v. H. der flämischen Bevölkerung sich gegen die Erhöhung der Militärlasten auflehnten und die Kündigung des Abkvm- mens verlangten. Weiter wird zur Teilnahme an dem großen Aufmarsch des Frontkä m p - fer verbandes aufgeforbert, ber am 22. März in Brüssel gleichfalls unter bem Losungswort „Los von Frankreich", ftattfinben wirb. Der Oberbürgermeister von Brüssel hat bem flämischen Frontkämpferverbanb mitgeteilt, baß ber Aufmarsch von ber Stabtverwaltung zugelassen worben sei. Es wirb angenommen, baß 60000 bis 80 000 Flamen ohne Unterschieb ber politischen Richtung an biesem Aufmarsch teilnehmen werben. Der Zug wirb jich durch bie Hauptstraßen Brüssels bewegen. Auf bem Großen Markt vor bem historischen Rathaus wirb ber Führer bes Frontkämpferverbanbes eine Proklamation verlesen, in ber bie Künbigung bes belgisch-französischen Mili- tärabkommens vom Jahre 1920 unb bie Einhaltung einer ftriften Neutralitätspoli- t i k Belgiens geforbert werben wirb Der Generalstreik ist roieber in ganz Syrien aufgeflackert. -Die von ber eingeborenen Bevölkerung boykottierte französische Straßenbahn unb bi« Elektrizitätsgesellschaft in Damaskus mußten ihre Betriebe einstellen. Die syrische Universität unb bie Hochschulen in Damaskus ftnb geschlossen worben. Nie ersten deutschen Siege bei den olympischen Winterspielen. Goldene Medaillen für Christel Cranz und Franz pfnür im Gkiwettbewerb. Gin Wintertag in Glanz und Sonne. Schon am frühen Morgen des Samstag hat der Zustrom der Schaulustigen sich zum G u d i b e r g in Bewegung gesetzt, wo die Frauen ihren Torlauf abzuwickeln haben. Deutschland und Norwegen stehen im schärfsten Endkampf um die erste Goldmedaille, die gelegent- lich der IV. Olympischen Winterspiele zu vergeben ist. Die Voraussetzungen sind denkbar günstige. 10 bis 12 Grad Kälte herrschen am Vormittag, der Schnee knirscht und kracht unter den Füßen, lieber dem Werdenfelser Land liegt gleißender Sonnenschein; aus allen Gesichtern liegt eitel Freude und Zufriedenheit. Was kann man sich für diese Olympia-Tage auch mehr wünschen? Ideales Winter w e t t e r, reibungslose Organisation und prächtige Kämpfe der besten Wintersportler aller Nationen; das ist ein Zusammenklang so selten harmonischer Art, daß die Stimmung von Aktiven und Schlachtenbummlern — von den Verantwortlichen ganz zu schweigen — einfach nicht anders sein kann als ganz ausgezeichnet. Die Torlaufstrecke am Gudiberg liegt im Schatten. Das ist gut so; man hat ja bei Der Auswahl der Skistrecken auf diesen Umstand weitgchendst Rücksicht genommen. So hält sich der Schnee, mag rings im Land die Sonne auch den Schnee bearbeiten. Alle Teilnehmer treffen so annähernd gleiche Voraussetzungen auf der Strecke an, soweit das überhaupt zu ermöglichen ist. Gegen das „Glattbügeln" des Hanges durch die ersten Läuferinnen kann ja keine noch so gute Organisation etwas ausrichten. Schon um 9 Uhr muß am Gudiberg gesperrt werden. Männer der Bergwacht, des Arbeitsdienstes, Militär und Mitglieder der einheimischen Skiklubs werden zum Sperren und für den Kontrolldienst eingesetzt. Flotte Marschmusik sorgt bei den Tausenden, die längs der Strecke versammelt sind, für Stimmung und Unterhaltung. Schönste Fest- stimmung herrscht überall. Rings um den großen Platz wehen die Wimpel der Nationen der Winter- fportwelt. Die ersten deutschen Siege. Ein ununterbrochener Strom von Menschen war schon in der Frühe zur Kampfstätte gezogen, auf der 37 Teilnehmerinnen aus 13 Nationen um den höchsten olympischen Preis stritten. Die deutsche Studentenweltmeisterin Christel Cranz fuhr bei beiden Abfahrten in wundervollem Stil die besten Zeiten heraus. In der ersten Abfahrt brauchte sie 72, in der zweiten nur 70,1 Sekunden und holte unter dem begeisterten Jubel der Zuschauer, unter denen sich auch der Stellvertreter des Führers Rudolf Heß und der Reichskriegsminister Generaloberst von Blomberg befanden, den ersten olympischen Sieg für Deutschland heraus. Die e r ft e Goldene Medaille, die bei den Olympischen Winterspielen 1936 in Garmisch-Partenkirchen zu vergeben war, ist damit an Deutschland gefallen. Die 21jährige Schwarzwälderin Christel Cranz hatte am ersten Tag des Wettbewerbs Pech gehabt; eine andere hätte vielleicht die Waffen gestreckt oder die Nerven verloren. Christel Cranz hat aber die Zähne fest aufeinandergebissen. Sie hat ihre letzte Energie hervorgeholt und diesen zähen Siegeswillen mit ihrem meisterhaften Können gepaart. Als der Lautsprecher den rasch errechneten Sieg der deutschen Studentenweltmeisterin verkündete, die nun auch Olympia-Siegerin geworden ist, wurde sie von ihrer Mutter und ihrem Bruder umarmt. Sofort stürzten die Berichterstatter, Photographen und Tonfilmoperateure auf die glückstrahlende Siegerin, die auch im Rundfunk in ihrer bescheidenen und natürlichen Art ihrer Freude über den Erfolg Ausdruck gab. Der Jubel der deutschen Sportgemeinde, der in den Mittagsstunden in allen Gaststätten vernehmlich war, steigerte sich noch, als das amtliche Ergebnis auch die Plazierung der übrigen bekanntgab, und man erfuhr, daß Käte Grasegger die Silberne olympische Medaille heimgetragen hatte. Da an fünfter Stelle Frau Pfeifer- Lantschner, an sechster Lisa Resch eingekommen waren, sind unter den ersten sechs dieses Wettbewerbes allein vier Deutsche, gewiß ein bemerkenswerter Erfolg. Deutschlands zweite „Goldene" Franz Pfnürs Sieg im Herren-Torlauf. Am Sonntag rollte Sonderzug auf Sonde rzug in die Bahnhofshalle ein, jeder von ihnen vollgepfropft mit Olympiagästen. Allein von München aus wurden bis 9 Uhr vormittags 20 Züge mit über 18 000 Fahrgästen nach Garmisch abgefertigt. Endlos ist die Reihe der großen Reiseomnibusse und der Privatkraftwagen, die Nummernschilder aus allen Gegenden trugen. Aber nirgends führte dank der hervorragenden Organisation der riesige Verkehr zu nennenswerten Stauungen. Wer zum ersten Male nach Garmisch gekommen war, erhielt sofort durch Lautsprecher alle erforderlichen Auskünfte. Wenn er trotzdem den Anschluß verpaßte, so konnte das nur daran liegen, daß er sich an der weißen Pracht nicht satt sehen konnte. Zehntausende zogen schon in den frühen Morgenstunden zu Fuß, auf Skiern ober, wenn sie Glück hatten, auch mit dem Schlitten nach dem Gudiberg, wo die Entscheidung im Jjer« ren-Torlauf fiel, die für Deutschland den zweiten großen Erfolg brachte. Wiederum holten wir uns, diesmal durch Franz Pfnür, die Goldene, durch Guzzi Lantfchner die Silberne olympische Medaille; wiederum befanden sich unter den erften sechs nach den erften Berechnungen vier Deutsche, da Rudi Cranz, der Bruder der Olympiasiegerin Chnstl Cranz den sechsten und Roman Wörndle den fünften Platz belegten. Nach dem Bekanntwerden dieser Ergebnisse stieg die Feststimmung ins Ungemessene. In den Lokalen saßen die Leute buchstäblich aufeinander. Aber auch die größte Enge wurde mit 5)umor und vielem Witz ertragen. Das prächtige Winterwetter hielt auch am Sonntagnachmittag an. Die Temperatur, die mittags etwa 0 Grad betrug, sank in den Abendstunden auf 7 Grad. Trotz einer Sonnenscheindauer von acht Stunden hatte die Schneedecke nicht im geringsten gelitten, und der olympische Wetterdienst meldet auch für die nächsten Tage den Fortbestand der überaus günstigen Witterungsverhältnisse. Im E i s st a d i o n begannen am Nachmittag vor 6000 Zuschauern die Pflichtläufe des Eiskun st laufens der Mä n n e r, an denen 25 Bewerber aus 15 Nationen, darunter die beiden Deutschen Ernst Baier und Günther L o - r e n z, teilnahmen. Ergebnisse dieses Wettbewerbes find erst nach der Entscheidung im Kürlauf zu erwarten. Weltmeister Karl Schäfer (Oesterreich) lag nach den ersten vier Uebungen an der Spitze, mit geringem Abstand folgte ihm eine ziemlich gleichwertige Gruppe, unter der sich auch Ernst Baier befand. Das Scho in England. London, 10. Febr. (DNB. Funkspr.) Die englische Presse berichtet mit immer größerer Begeisterung und Wärme über den Verlauf der Winterolympiade in Garmisch-Partenkirchen. Der glänzenden Organisation der Spiele wurde in einem aus Garmisch-Partenkirchen übertragenen Rundfunkbericht besondere Anerkennung gezollt. Dank der großartigen deutschen Organisation, so sagte der englische Rundfunksprecher, hätten sich die Winterspiele zu einem Erfolg und zu einem Vergnügen für jeden Beteiligten gestaltet. Die „Times" schreibt in ihrem heutigen Bericht, daß die Winterspiele einen olympischen Wetterrekord aufzuweisen hätten, wenn der gegenwärtige Sonnenschein, die klare Atmosphäre und die idealen Schneeverhältnisse fortdauerten. Die deutschen Erfolge in der Kombination für Männer und in der für Frauen werden heute von allen Blättern hervorgehoben. „Deutscher Triumph" lauten die Ueberschriften der meisten Blätter. Oes Führers Glückwünsche. München, 8. Febr. (DNB.) Der Führer hat an die Siegerin in der Kombination (Abfahrts- und Torlauf) Fräulein Christel Cranz, die die erste Goldene Medaille der IV. Olympischen Winterspiele für Deutschland errang, folgendes Telegramm gesandt: „Nehmen Sie zu Ihrem wunderbaren Siege meine allerherzlich st en Glückwünsche entgegen. Adolf Hitle r." Der Führer sandte auch an den Olympia-Sieger in der alpinen Kombination des Skilaufs (Abfahrt und Slalom) für Männer, Franz Pfnür aus Schellenberg, der für Deutschland die zweite Goldene Medaille erringen konnte, folgendes Telegramm: „Franz Pfnür, Garmisch-Partenkirchen. Zu LPD. Frankfurt a. M., 9. Febr. In Frankfurt a. M. fand die diesjährige große Arbeitstagung der NS. - Gemeinschaft „Kraft durch Freude" statt. Die Organisation hat die Ausgabe, den Feierabend des schaffenden Menschen zu gestalten und dafür zu sorgen, daß das Volk stark und widerstandsfähig wird, damit es feine politischen und wirtschaftlichen Ziele innerhalb der Völkergemeinschaft verwirklichen kann. „Die Zielsetzung ist so hoch", führte Landesobmann Willi Becker in einer längeren Ansprache aus, ,Haß nur d i e Besten unter uns in der Lage sind, auf die Dauer ihre Pflichten zu erfüllen. Nur durch das Zusammenwirken aller Energien, konzentriert auf ein Ziel, ist es möglich, die unerhörten Leistungen, die heute bereits das ganze Volk umspannen,' zu vollbringen. Allein im vergangenen Monat hatte die Organisation 307 059 Personen in 483 Veranstaltungen zusammengerufen. In volkstümlichen Veranstaltungen, wie Volksspielabende, Heimatabende, Dorfgemeinschafts- und Volkskunstabende, wurden 96 000 Besucher erfaßt. Das Wertvolle an diesen Veranstaltungen ist, daß sie in kleinen und kleinsten Landorten durchgeführt werden. In 21 geschlossenen Theateraufführungen brachte der Kreis Mainz 25 200 Volksgenossen ins Theater. Hierbei wurden auch „Rienzi" und die „Meistersinger" vor ausverkauftem Hause aufgeführt. Die Werkkunst-Ausstellungen erfreuen sich heute bereits eines derart großen Zuspruchs, daß sie in den nächsten Monaten in allen Werken Hessen-Nassaus aufgebaut werden. Euer Streben als Amtswalter muß sein, daß ihr euer schönes, aber außerordentlich schweres Aufgabengebiet in allen Einzelheiten vollkommen beherrscht. Wir find Kämpfer des Lichts und das Volk muß erkennen, daß es sich zur Sonne erheben muß. Wir find Kämpfer, weil wir in der Welt Neues gestalten müssen mit und für Adolf Hitler." Gauwart von Rekowski wandte sich gegen Tendenzen klassenkämpferischer Elemente, die in „KdF." nur eine Kulturorganisation zweiter Klaffe sehen wollen, oder diese als eine Fortführung gewerkschaftlicher Institutionen für minderbemittelte und arme Leute ansprechen. „KdF." arbeitet f ü r das gesamte schaffende Volk, das in der DAF. zusammengeschlossen oder dieser korporativ beigetreten ist. Hierzu sind alle Arbeiter der Faust und der Stirn zu rechnen. Es ist hierbei gleichgültig, ob sie Unternehmer oder Gefolgschaftsleute find, ob sie einer Kammer, dem ReichsJhrem heutigen wunderbaren Siege sendet Ihnen herzlich st e Glückwünsche A d o l f H i t l e r." Siegerehrung im Olympia-Sternflug. Der Aeroklub von Deutschland hatte alle Teilnehmer am Olympia-Sternflug zur feierlichen Siegerehrung geladen. Der Präsident des Aeroklubs von Deutschland, v. Gronau, richtete herzliche Begrüßungsworte an die Ehrengäste und nahm bann in launigen Worten d i e Ehrung der Sternflugsleger vor. Die ersten wurden Hauptmann Seidemann (Berlin) und Luftsport - Landesgruppe 1 Königsberg (mit drei Flugzeugen). Der Präsident des Organisationskomitees, Ritter von Halt, bedauerte, daß die Sternflieger ihren Plan, zur Eröffnungsfeier der Winterspiele im Gemeinschastsflug nach Garmisch-Partenkirchen zu kommen, wegen der schlechten Wetterlage nicht in die Tat umsetzen konnten. Der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees. Graf Baillet-Latour, gab dem Wunsche Ausdruck, daß auch unter den Fliegern derselbe olympische Sportgeist herrschen möge, wie er heute die übrige Sportwelt beseele. ♦ Ausführlicher Bericht Im Sportteil des heutigen Blattes. nährftand ober dem Juristenbund angehören. Der Gauwart schloß mit ben Worten: „Man hat versucht, unsere Organisation mit einer Riesenwalze zu vergleichen, bie alles kulturelle Leben nieber» drückt. Das Gegenteil ist der Fall. Wir sind ein Frühlingssturm, der alles, was morsch, schwach und faul ist, in die Winde zerstreut, um den jungen Kräften, die aus dem Volke kommen, den Weg zu bahnen." Am zweiten Tage teilte der Gauwart von Rekowski mit, daß im vergangenen Jahr ein buchmäßiger Umsatz von 27 Millionen Mark allein im Gau Hessen-Nassau erzielt worden ist. Gauinspektor David Müller umriß das Arbeitsgebiet des Amts „Schönheit der Arbeit" und die Zielsetzung der nächsten Monate. Welchen praktischen Wert der neugeschaffene Begriff der Verschönerung des Arbeitsplatzes heute bereits besitzt, zeigt die große Aktion, die augenblicklich in den fchwerindustriellen Betrieben durchgeführt wird.Die weltanschauliche Linie muß gewahrt bleiben und die natürlichen Belange der Betriebs- Gemeinschaft, also der Betriebsführer und der Gefolgschaft, berücksichtigt werden. Dann kam „Reisen, Wandern, Urlaub" zu Wort. „Kraft durch Freude" besitzt heute eine ganze Anzahl geschulter Wanderwarte, die dem Wandern das natur- und bodengebundene Gepräge verleihen. Obwohl das Wandern mit „KdF." einen ungeahnten Aufschwung genommen hat, denn Tausende gemeinsame Wanderfahrten finden statt, ist es zu bedauern, daß die Arbeitskameraden von dieser aufmunternden Einrichtung immer noch zu wenig Gebrauch machen Die Abteilung „Schulung und Volksbildung" hat der Schulung eine neue Bedeutung gegeben. Die Lehrmittel sind junge Menschen, die fingen, tanzen ober vortragen wollen. Die Schule ist irgendein Saal, und die Schüler sind das ganze Dorf. Vor wenigen Monaten gab es noch wenige dieser Veranstaltungen, heute gehen sie in die Hunderte. Auf der gleichen Basis bewegen sich die Grundgedanken des Sportamts. Auf dem Gebiete der Programmgestaltung, das die bunte Skala der bargebotenen Kunst vom heiteren Abenb bis zur großen Oper burchläuft, muß bie Initiative täglich neu eingesetzt werben. Jebem soll biefes Amt unsere beutschen Kulturgüter in biefer ober jener Form vermitteln. Dann sprachen noch Gauobmann Krause vom Arbeitsbank, Generalintenbant Meißner und Gaupropaganbaleiter Müller-Schelb über die grunblegenben Probleme ber NSG. „K. b. F." OieFeieraben-gestaltungderGchaffen-en Landesobmann Becker auf der K d.I -(Sautagung. Uraufführung in Frankfurt. Wilhelm Müller-Scheld: „Schach den Cäsaren". Wilhelm Müller-Schelb ist einer aus jener Generation, beren Wesen sich in ben Schützengräben bes Weltkriegs formte. Auch fein Leben in ber Nachkriegszeit würbe bestimmt burch bie Blickrichtung, bie jenen jungen Menschen burch bas Kriegserlebnis vermittelt worben war: alle seine Stubien waren im Grunbe nur Wege zur politischen Voll- enbung, bie gipfelte in ben Prinzipien ber nationalsozialistischen Bewegung, bem Bekenntnis zur Führerpersönlichkeit. Diese politischen Willensmo- mente fanben bei Müller-Schelb auch ihren Nieber- schlag in oerschiebenen bramatischen Versuchen: es entstaub schon früh bas Revolutionsbrama „Die Empörung bes Johannes", ferner „Haus Eltzin Flammen , „Ein Prinz von Europa", „Anna Maria", „Gewitter im Sumpf" unb „Ein Deutscher namens Stein". Seit 1933 wirkt Müller- Schelb als Leiter ber Lanbesstelle für Volksaufklärung unb Propaganda in Frankfurt, ist Präsi- bialmitglieb ber Reichstheaterkammer unb Senats- mitglieb ber Reichskulturkammer. * Im Frankfurter Schauspielhaus kam bas schon 1925 entftanbene Drama „Schach ben Cäsaren" („Ein Deutscher namens Stein") zur Uraufführung. Im Mittelpunkt bes Werkes steht nicht mehr ber Ruf nach bem Führer, fonbern in konkreter Form wirb bie Frage nach dem Wie, dem Wesen der Führernatur gestellt. Die Geschichte gibt den dramatischen Hintergrund dafür ab: Europas historische Situation nach bem Frieben von Tilsit 1807. Auf bem Kongreß von Erfurt schien burch bie Hulbigung Alexanbers von Rußlanb an Napoleon unb bie Bereitwilligkeit ber beutschen Bunbesfürsten bas Schicksal Europas in bie Hanb bes Korsen gelegt. Friebrich Wilhelms III. Minister Freiherr vom Stein würbe entlassen, ber Königsberger „Tugenbbunb" unb mit ihm ber „gewisse Stein" (le nomm6 Stein) von Napoleon in Ächt erklärt. Stein geht nach Rußlanb unb wirb bort als ber Berater bes Zaren ber größte Gegenspieler Napoleons. Für Müller-Schelb wirb er schließlich ber eigentliche Retter Europas von bem „korsischen Cäsaren". Aber nicht ber Stratege Stein ist ber wirkliche Gegner Napoleons, sonbern ber Nationalist Stein läßt Napoleon in bem „Sturm, Schnee unb Eis Rußlanbs unb bem Feuer Moskaus" umkommen. Steins letztes Wort in bem Drama ist: Ich habe ein Vaterlanb!" Die Frage nach bem Wesen bes politischen Führers ist bie Kernfrage bes Dramas. Es gibt ein natürliches Gesetz bes Führertums. Das „Gesetz" Napoleons war geboren aus ber unnatürlichen Jbee bes grenzenlosen Welteroberertums, währenb ber Grunbfaktor bes Steinschen „Gesetzes" bie in ber Natur verankerte, ursprüngliche Idee bes Da- terlanbes war. Nur bem Vaterland gegenüber gibt es eine Pflicht, nicht aber ber Eroberungssucht gegenüber. Napoleon erscheint so als ber Hysteriker, sich an einer Aufgabe berauschens bie bem Weltgesetz wiberspricht, unb an ber er zugrunbe gehen muß. Auch in ber Methobik bes bramatischen Aufbaus bei Müller-Schelb kommt biese Beweisführung zum Ausbruck. Der eigentliche bramatische Höhepunkt bes Werkes ist nicht bie Tat an sich, sonbern ber höchstgesteigerte Kampf um bie Überzeugung. Weber Alexanber noch Stein treten in bem Drama Napoleon gegenüber, sonbern Steins realistische Dialektik allein bringt es fertig, mit Hilfe bes zwar schwachen, aber nicht wertlosen Zaren, bie ursprüngliche Werte bes Nationalgefühls, ben Glauben an bas anfangs von ihm selbst verachtete Volk roieber zu wecken: bie eigentlichen geschichtlichen Gegensätze bleiben im Hintergrunb, unb bie Jbeen kämpfen miteinanber. Stein ist als ber Diener ber richtigen Idee ein Held. * In ber Aufführung unter ber Regie bes Frankfurter ©eneralintenbanten Hans Meißner wurde diese dramatische Möglichkeit dadurch noch erhöht, daß in knapper Bildfolge immer wieder die Gegensätze der Ideen, wie sie sich in den beiden Menschen Stein und Napoleon verkörpern, heroorgehoben wurden. In der klaren Charakterisierung der We- sensgegensätze der beiden Gegenspieler entwickelte sich die Spannung des Dramas. Es wurden zwei grundverschiedene Individualitäten Umrissen und in ihrer Wesensgesetzlichkeit gegeneinander ausgespielt. Robert Taube als Freiherr vom Stein gestaltete die verinnerlichte Willensstärke unb ben Glauben an bas Recht seiner Senbung. Ohne viele Mittel, allein burch bie Hervorkehrung ber Uebergeugung, bewältigte er seine Rolle. Der Napoleon von Hans Jungbauer war realistisch unb ganz im Sinne des Dramas ausgespielt. Hermann Schambergs Alexanber atmete bie Weichheit unb Unentschlossen- beit bes unglücklichen Monarchen. — Eine von Bruno Hartl zusammengestellte Musik oerbanb bie einzelnen Silber, bie Lubwig Sievert gut aus» gestattet hatte. Nach ber Aufführung, ber u. a. als Vertreter bes Reichsministers Dr. G o e b b e l s ber Geschäftsführer ber Reichskulturkammer Hans Hinkel, Vertreter ber Partei, ber Wehrmacht unb bes öffentlichen Lebens beiwohnten, würben bie Mitwirkenben unb ber Dichter herzlich gefeiert. k. h. Tanzmeister in der Tierwelt. Nicht nur im Märchen, in bem bie Tiere auch mit Menschenstimmen sprechen können, führen sie zuweilen zum Beschluß einen Tanz auf, auch in ber Wirklichkeit kann man tanzenbe Tiere beobachten. Die Tanzlust ist manchen Tieren angeboren unb sie bringen es im Tanz oft zu richtiger Meisterschaft. So schildert z. B. Charles B e n ö i r e in seinen „Lebensbildern nordamerikanischer Vögel" den Tanz der spitzschwänzigen Präriehühner, die sich in Gruppen auf einem Hügel oder auf einer Bodenerhebung versammeln, deren Boden durch jahrelanges Trampeln ganz festgestampft erscheint. „Eine Weile verharren sie ganz ruhig: dann senkt plötzlich einer der Hähne den Kopf, bringt seine Flügel in eine fast wagerechte, seinen Schwanz in eine senkrechte Stellung bläst seine Luftsäcke auf, sträubt die Federn und rennt sodann über den Boden dahin, mit ganz kurzen Schritten, aber so energisch im Stampfen, daß es klingt wie Paukenschläge; zugleich stößt er eine Art von gurgelndem Krähen aus, bas seinen Luftsäcken zu entstammen scheint, unb schüttelt feinen Schwanz mit einem lauten, schnarrenben Geräusch. Kaum hat er begonnen, so fallen bie anbern Hühner ein, stampfen, trommeln, scharren, krähen unb tanzen mit voller Wut; lauter unb lauter wirb ber Spektakel, toller unb toller ber Tanz, bis sie schließlich alle wie verrückt burcheinanberschwirren unb in größter Aufregung übereinanber hinweghüpfen." Ein anberer tanzender Vogel ist der Ppecaha, der am La Plata vorkommt. „Eine Anzahl dieser Vögel", berichtet W. H. Hudson, „hatten ihren Versammlungsplatz auf einem Stück flachen, glatten Landes, das von einem dichten Rohrdickicht umhegt war. Zuerst stteß ein einzelner Vogel aus bem Röhricht einen lauten Rus aus, den er dreimal wiederholte; dies war der Einladungsruf, der von anderen Vögeln rings umher beantwortet wurde, in dem sie zugleich rasch der gewohnten Stätte zustrebten. In wenigen Augenblicken waren zehn bis zwanzig Stück von ihnen versammelt, und nun begann ein ganz schreckliches Lärmkonzert. Die Schreie, die sie ausstoßen, haben eine gewisse Ähnlichkeit mit der menschlichen Stimme, wenn man sich diese Zum höchsten Ausdruck des Schreckens, der Wut, der Verzweiflung gesteigert denkt. Einem langen durchdringenden Schrei von erstaunlicher Kraft unb Heftigkeit folgt ein viel leiserer Ton, was so klingt, als habe der Vogel in dem ersten Ton seine Kraft erschöpft. Dieser Doppelruf wird mehrmals wiederholt; ihm folgen andere Töne, bie in ihrem An- unb Abschwellen an halberstickte Schmerzenslaute, an ein Klagen aus tiefster Not erinnern. Währenb bes Schreiens schießen bie Vögel auf bem Boden hin unb her, als wären sie wahnsinnig geworben, mit ausgebreiteten, zitternben Flügeln, ben langen Schnabel weit geöffnet unb senkrecht gen Himmel gerichtet." Andere Tänzer aus der Vogelwelt sind die Kraniche. So lesen wir im Brehm über den grauen Kranich: „Dieser Vogel ergötzt sich auch, wenn ihn die Laune anwandelt, durch lustige Sprünge, übermütige Gebärden, sonderbare Stellungen, Verbeugungen, Breiten der Flügel und förmliches Tanzen ober breht sich fliegenb in prachtvollem Reigen längere Zeit über eine Stelle. Wie im Uebermut nimmt er Steinchen unb Holzstücke von ber Erde auf, schleudert sie in die Luft, sucht sie wieder aufzufangen, bückt sich rasch nacheinander, lüftet die Flügel, springt, rennt eilig hin und her, drückt durch die verschiedensten Gebärden eine unendliche Freude des Wesens aus: aber er bleibt immer anmutig und schön." Tanzartige Bewegungen führt auch der Pfauen- kranich bei jeder Erregung aus: „Der Tänzer springt in bie Höhe, nicht selten meterhoch, breitet die Flügel ein wenig und setzt die Füße tanzend nieder, nicht immer beide gleichzeitig, sondern zuweilen einen um den anderen/ Professor Bastian Schmid berichtet von den Tänzen der Kronenkraniche, die er mehrfach beobachtet hat und die zu dem Eindruckvollsten gehören, was er gesehen hat. Die Kronenkraniche sind Wesen von mimosenhafter Reizempfänglichkeit. „Man weiß nicht, was mehr zu bewundern ist, die feine Abgestimmtheit der Farben ober bie selbstverstänbliche Eleganz ber entsprechenben Tanzbewegung. Jedenfalls macht ber Tanz, auf menschliche Verhältnisse übertragen, ben Eindruck einer mimosenhaften Empfindung für bie gegenseitig beabsichtigten Ausdrucksformen, wobei in ber Mannigfaltigkeit eine erstaunliche Karre- sponbenH liegt. Bei uns Menschen würde man unter solchen Umständen von einer Intuition bes Künstlers zu sprechen geneigt fein." Wilhelm Gustloffs letzte Fahrt in die Heimat. Die Trauerfeier in Davos. — Fahrt über die Grenze. „Pax Britannica “ Von E Bätsch, Konteradmiral a D. Schluß. Die normalen Frontstärken der Landflugzeuge Italiens und Englands verhielten sich kürzlich noch wie etwa 3,5:1. Dieser bedeutenden italienischen Ueberlegenheit steht aber eine nicht weniger nennenswerte Ueberlegenheit Englands tn Bordflugzeugen gegenüber, die natürlich in erster Linie auf das italienisch-englische Flottenoerhältnis von 1,75:5 zurückzuführen ist. Ganz allgemein gesprochen ist aber Italien im Kriegsfälle durch ein Operieren von der inneren Linie aus entschieden im Vorteil. Alle Kriegsmaßnahmen fetzt es von heimatlicher Basis aus an. Die Haupthäfen Italiens und feine sonstigen Stützpunkte im Dodekanes und an afrikanischer Küste sind zu Neuausrüstungen und zu Reparaturen jeder Art schnell und sicher zu erreichen. Dagegen kämpft England sozusagen von weit vorgeschobenen, teils nur behelfsmäßig eingerichteten Posten aus. Ihm stehen nur wenige erstklassige Ausrüstungs- und Reparaturhäfen zur Verfügung, zumal auch mit Malta in dieser Beziehung kaum noch zu rechnen ist. Ob aber Maltas Luftempfindlichkeit so weit geht, daß diese Insel in künftigen Kriegen mehr oder weniger nutzlos sein wird, bleibt immerhin noch eine offene Frage. Eine starke Seite der Insel wird heute ihr felsiger Charakter, der der Herstellung sicherer Bombenunterstände, auch für U-Boote, förderlich ist. Aeußerem Vernehmen nach sollen deratige Sprengungen dort jetzt im Gange sei. Aber auch der italienische Einschlag der Inselbeoölkerung kann der Ausnutzung der Luftwaffe Italiens gewisse Grenzen ziehen. So kann denn der Hafen La Valetta auf Malta auch trotz seiner gefährdeten Lage für englische U-Bootsoperationen ein brauchbarer Stützpunkt noch bleiben. Sicherlich werden alle nicht-italienischen Häfen des Mittelmeeres England jederzeit offen stehen, als Stützpunkt aber mit Ausnahme Toulons nur behelfsmäßigen Charakter tragen. An Seestreitkräften hat Italien folgende Schiffe 3ur Verfügung: In heimischen Gewässern einschließlich Lydien 2 Schlachtschiffe, davon 1 veraltet, 1 Flugzeugmutterschiff, das nur 20 Flugzeuge an Bord nehmen kann, 7 schwere Kreuzer von 6000 bis 7000 Tonnen, 9 leichte Kreuzer von 5000 Tonnen, sodann noch 76 große und kleinere Torpedoboote und 3 U-Bootflottillen mit zusammen 56 Booten. Ferner befinden sich im Aegäischen Meere (in den Dodekanes-Gewässern) 11 Torpedoboote und 10 U-Boote, und schließlich im Roten Meere noch 3 leichte Kreuzer von je ca. 3000 Tonnen, 5 Torpedoboote und 6 U-Boote. Im ganzen verfügt es über eine Kriegsschifftonnage von ca. 320 000 Tonnen, wozu noch zu bemerken ist, daß ca. 30 bis 40 Prozent der genannten Torpedo- und U-Boote veraltetes Material darstellen, deren Fahrbereitschaft und Verwendungsmöglichkeit wohl unter Durchschnitt liegen dürste. Außer den 20 genannten Flugzeugen auf dem einzigen Flugzeugmutterschiff befinden sich noch weitere 53 Flugzeuge an Bord der anderen Kriegsschiffe, also eine Seeluftwaffe, die, wie schon bemerkt, einen nennenswerten Kriegswert trotz bester Güte im einzelnen nicht besitzt. Auf der englischen Seite sieht die Kräfteverteilung wie folgt aus: Im westlichen Mittelmeer, einschließlich Gibraltar und Malta, verfügt England über 3 Schlachtschiffe von 31000 bis 42 000 Tonnen, 3 schwere Kreuzer von je 10 000 Tonnen, 5 leichte Kreuzer von je 7000 Tonnen, 25 große und kleinere Zerstörer der 1., 2. und 6. Flottille und über 10 U-Boote der 1., 2. und 3. Flottille. Im ganzen verfügt es in diesen Gewässern über eine Kriegsschiffstonnage von 203 000 Tonnen. Im östlichen Mittelmeer inkl. Suez und Akaba (im nördlichen Roten Meer) verfügt England zur Zeit über 5 Schlachtschiffe zu je 25 000 Tonnen, 2 Flugzeugträger von je 22 000 Tonnen mit je 54 Flugzeugen, 5 schwere Kreuzer von je 10 000 Tom nen, 6 leichte Kreuzer von je 5- bis 7000 Tonnen, 29 Zerstörer und 3 U-Boote, im ganzen also über 290 000 Tonnen Kriegsschiffstonnage. Dazu treten im südlichen Roten Meer noch 1 schwerer Kreuzer von 10 000 Tonnen, 9 Zerstörer und 5 U-Boote. Insgesamt verfügt England zur Zeit im ganzen Mittelmeer und Roten Meer über eine Kriegsschiffstonnage von 530 500 Tonnen, also über fast das Doppelte der entsprechenden italienischen Streitkräfte. — Außer 22 auf Schlachtschiffen und Kreuzern eingesetzten Flugzeugen verfügt England im Mittelmeer, an Land bis zum Irak und Sudan über mindestens 600 Flugzeuge aller notwendigen Typen. An Landtruppen sind im gleichen Bereiche etwa 20 000 weiße und ebensoviel eingeborene Mann zu nennen. Irn Kriegsfall wird England, wie schon oben bemerkt, ähnlich wie im Weltkriege, unbekümmert darum, ob sein Verhalten durch geltendes Völkerrecht gedeckt ist oder nicht, gegen Italien die Fernblockade verhängen. Wie einst solche zur Durchführung kommen wird, läßt sich unschwer aus der eben gegebenen Verteilung der englischen Streitkräfte ersehen. Das Schwergewicht liegt dabei im östlichen Mittelmeer, wo die Häfen Alexandria, Suez, Port Said und das wegen der Ölversorgung wichtige, das zweite Malta genannte H a i f a die Hauptstühpunkte der englischen Blockadestreitkräfte sein werden. Hier trennt sie eine Entfernung von etwa 800 Seemeilen (= etwa 1500 Kilometer) von den nächsten italienischen Häfen, eine Entfernung, über welche hinweg sich erfolgreiche Luftangriffe heute nicht ansetzen lassen. Dagegen bilden die Flugzeugstützpunkte Seros im Dodekanes und Tobruk an der Ostgrenze Lybiens eine gefährliche Drohung, gegen die die ägyptischen Luftstreit- kräfte Englands mit energischen Vorstößen stets au der Hut sein müssen. Das stärkste Glied in dieser Kette erwürgender Fernblockade bildet aber eine totale über teilweise Sperrung d e s Suezkanals. Irgendwelche Rechtsmittel stehen England dazu nicht zur Verfügung, denn schon Artikel I des heute noch zu Recht bestehenden Kanalvertrages schließt feine Einbeziehung in eine Blockade aus. Daß sich aber das von Rechtswegen souveräne Aegypten den Weisungen eines für den Bestand seines Weltreiches kämpfenden Englands wird fügen müssen, braucht wohl kaum noch besonders vermerkt zu werden. Im Konfliktsfalle wird also England das Recht freier Benutzung des Suezkanals grundsätzlich nicht antasten, voraussichtlich wird es aber vor den beiden Kanalmündungen Kreuzerkrieg nach der Prisenordnung führen, also feindliche Handelsschiffe festhalten und jegliche für den Feind bestimmte Konterbande au anderen Handelsschiffen beschlagnahmen. Ob es seitens Italiens zu einem uneingeschränkten U - Boots-Krieg, wie im Weltmeer seitens Deutschlands kommen wird, bleibt abzuwarten. Jedenfalls hätte es, rein völkerrechtlich betrachtet, freie Hand dazu, während sich England durch Ratifizierung des Teils IV der Londoner Seeabrustungsver- träge des Jahres 1930 rein rechtlich dieser Moglich- Davos, 8. Febr. (DNB.) Die Feierlichkeiten ür den ermordeten Landesgruppenleiter Gust - I o f f begannen am Samstag mit der Kranzniederlegung am Sarge in der Kirche der Evangelischen Gemeinde. Der Sarg mit den Symbolen der Partei ist neben der Kanzel aufgebahrt. Die Wände sind bedeckt von der Unzahl von Kränen, die von den Schweizer Standorten der NSDAP., den deutschen Vereinen und vielen anderen deutschen Organisationen gesandt worden ind. Hinter dem Sarg hebt sich ein Kruzifix heraus und rechts und links stehen in feierlicher Haltung die Ehrenwache und die Fahnenabordnungen der Parteiorganisation. Für die Trauerfeier am Samstagabend hatten alle Gliederungen der Partei im Reiche Vertreter entsandt, die vom Leiter der Auslandsorganisation der NSDAP. Gauleiter Bohle geführt wurden. An der Feier nahmen weiter teil der deutsche Gesandte in der Schweiz Freiherr von Weizsäcker, die meisten deutschen Konsuln, Vertreter der deutschen Vereinigungen in der Schweiz und die Spitzen der schweizerischen Ortsbehörden. Pfarrer Dr. Jacob- Davos prach, nachdem die Trauermusik von Händel verklungen war, über das Wort: Sei getreu bis in den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben. Wie der Ritter auf dem Dürerschen Bild „Ritter, Tod und Teufel" hat der Ermordete eine heilige Entschlossenheit in der Verfolgung eines ernen Zieles gezeigt, ohne auf die Widerstände zu achten, die durch die Gestalten des Todes und Teufels von Dürer symbolisiert worden sind. Gustloff hat mit den Dämonen dieser Welt gerungen. Sein Sterben war ein Opfer, „willig dargebracht für Deutschlands Größe und Ehre". Der Dank seiner Volksgenossen wird ihm eine bessere Krone flechten, als sie ihm das Leben geben konnte und seine Treue als leuchtendes Vorbild betrachten. Der Leiter der Auslandsorganisalion der NSDAP. Gauleiter Bohle spricht im Auftrage des Führers und feines Stellvertreters das Mitgefühl an dem Verlust aus, der d i e ganze Nation betroffen hat. Der Gauleiter gedenkt des schweren Kampfes, den der Tote führen mußte und betont die besondere Genugtuung darüber, daß im vergangenen Jahre die Korrektheit seines Wirkens auch von amtlicher schweizerischer Seite anerkannt werden mußte. Der Redner schloß, zum Sarg hingewendet: „Ich danke keit begeben hat. Doch wird es sich jederzeit auf den Standpunkt der Wiederveryeltung stellen können. Dieser Abriegelung des Mittelmeers im Osten wird dann eine gleiche Maßnahme im Westen bei Gibraltar entsprechen. Diese Straße läßt sich ja nach den Erfahrungen des Weltkrieges leicht in ähnlicher Weife sperren, wie seiner Zeit die Meerenge von Dover—Calais, wobei die Erklärung eines Sperrgebietes mit Durchfahrtslücke in Frage käme. So wäre Italien von jeder Zufuhr über See abgeschnitten, während es England noch in der Hand hat, sich nicht nur die französischen Häfen, sondern manchen anderen erreichbaren Platz des Mittelmeeres seinen Zwecken nutzbar zu machen. Seine gewöhnlich das Mittelmeer passierende Handelsschiffahrt wird es vermutlich um Afrika herum leiten, was auch durch die gute Ausrüstung der englischen Häfen an der Goldküste erleichtert würde. Die Versorgung seiner Streitkräfte im östlichen Mittelmeer mit Lebensrnitteln und Feuerungsmaterial, soweit das nicht in Haifa möglich, wird England unschwer nach Ausschaltung der italienischen Streitkräfte im Roten Meer von hier aus in die Wege leiten können. Schwieriger wird für England die Frage der Reparatur durch feindliche Waffenwirkung havarierter Seestreitkräfte. Brauchbare und benutzbare Docks und Werften liegen nur im westlichen Mittelmeer, in Toulon und Gibraltar, Plätze, die etwa 1800 Seemeilen von Alexandrien entfernt sind; die nächsten östlichen Dockgeleaen- heiten für England befinden sich erst in Bombay, Kolombo, Kalkutta und Singapore. Schwerer havarierte englische Schiffe können daher leicht für Monate ausfallen und für diese Zeit nur durch weitere Schwächung atlantischer oder pazifischer Flottenstationen ersetzt werden. Ein Umstand, dem die englische Seekriegführung Rechnung tragen muß. Gegenüber den beiden weit zurückgezogenen englischen Hauptstellungen in Gibraltar und Aegypten sind die italienischen Erfolgsaussichten natürlich stark gemindert, noch stärker, als es schon an und für sich durch das Kräfteverhältnis bedingt ist. Auch von Gewinnung einer gewissen Vorherrschaft in der Luft kann trotz zahlenmäßiger italienischer Ueberlegenheit und aller noch so guten Ausbildung im einzelnen infolge ungenügender Reichweite der Maschinen nicht gut die Rede fein. Andererseits kann Italien im Minenkrieg Vorteile erringen, wenn es die geringen Wassertiefen im östlichen Mittelmeer auszunutzen versteht. Diese so skizzierte englische Fernblockade wird natürlich eine Verbindung Italiens mit der unter seinem Einfluß stehenden afrikanischen Mittelmeerküste und ihrem Hinterlande wesentlich nicht stören können. Daher liegt die Frage nahe, ob sich Italien nicht auf diesem Wege gegen die würgende Faust englischer Seemacht zur Wehr setzen kann. Sicherlich kann es italienischer opferwilliger Zähigkeit gelingen, seinem Hauptgegner ernste Schwierigkeiten in Aegypten zu bereiten, auch könnt? es unter Umständen durchaus im Bereich der Möglichkeit wohl liegen, ganz Nordafrika gegen seine französischen und englischen Kolonisatoren rebellisch zu machen — eins wird aber Italien auch auf diesem Wege nicht gelingen nämlich die lebenswichtig bleibende Oeffnung des Mittelmeers im Osten und Westen. Zu der Frage, wie sich zu diesem Konflikt Spanien, Frankreich, Griechenland und die Türkei bei freiwilliger oder erzwungener Englandfreundlichkeit zu stellen gedenken, sei nur gesagt, daß es diesen Ländern vor allem daran liegen wird, ihren lebenswichtigen Seeverkehr im Gange zu halten. Die Küstenschutzmaßnahmen werden überall dazu der Verstärkung bedürfen. Daß sich Frankreich jeden italienischen Uebergriffes zur See und in der Luft erwehren könnte, unterliegt wohl keinem Zweifel, zumal Italien die ihm zugestandene Flottenparität mit Frankreich noch nicht erreicht hat. Es bliebe nun noch die Frage, ob die englische Kriegführung nicht bedenkliche Störung aus den Ländern des mittleren Ostens Arabiens heraus erfahren könnte. Es läßt sich nicht leugnen, daß hier eine wachsende englandfeindliche Strömung vorhanden ist, die be« dir für dein Wirken und verspreche dir, daß die Arbeit der Auslandsorganisation in aller Ewigkeit im Geiste deines Werkes und deines Wollens Ehre machen wird. Du bleibst bei uns und marschierst in unseren Reihen mit. Parteigenossen der Landesgruppe Schweiz, ich bringe euren Landesgruppenleiter jetzt heim. Sein Geist wird aber, das weiß ich, unter euch bleiben und euch Mahnung und Ansporn sein, jederzeit so für Führer und Volk zu wirken wie er es tat. Heil dem Führer, Heil der Bewegung!" Zum Schluß spricht der stellvertretende Landesgruppenleiter der Schweiz der NSDAP. Pg. Jansen-Adler Worte des Gedenkens im Namen der Landesgruppe. Die Feier klingt aus in dem Liede vom guten Kameraden. 3n der Frühe des Sonntags wurde der Sarg mit der Leiche Gustloffs unter Trauergeläut von der Kapelle der Kurgemeinde zum Bahnhof Davos-Platz übergeführt. Vor dem braunen Eichensarge, der auf einem Schlitten austzebahrt und mit der Hakenkreuzfahne bedeckt ist, wird der große Kranz des Führers getragen. Vorangetragen werden ferner die umhüllten Fahnen sowie Mütze, Ehrendolch und Armbinde des Toten. An der Spitze des Trauergefolges schreiten barhaupt der Leiter der Auslandsorganisation der NSDAP., Gauleiter Bohle, der deutsche Gesandte in der Schweiz, Freiherr von Weizsäcker, und der Vertreter des Propagandaministeriums. Um 10.25 Uhr seht sich der Sonderzug in Bewegung, in dem auch die Angehörigen des Toten mitfahren und den viele Parteigenossen aus Davos bis Landquart begleiten. Die Schneeberge, über denen die Morgensonne langsam hervorkommt, senden dem Toten die letzten Grüße. In Davos-Dorf, wo sich das deutsche Krieger-Kurhaus befindet, und an vielen anderen Orten grüßen die an der Bahnlinie postierten Deutschen ihren Landesgruppenleiter zum letzten Male. In Davos-Wolfgang bilden die Kranken und das Personal der Deutschen Heilstätte Spalier. In Landquart wird der Sarg in den Sonderzug der Deutschen Reichsbahn überführt. Die Parteigenossen aus Davos bleiben hier in der Mehrzahl zurück, während der Zug nach Zürich weiterfährt. sonders in kritischen Zeiten aufmerksamer Beobachtung bedarf. So kann über den Ausgang eines sich auf England und Italien beschränkenden Kriegsganges nach diesen Darlegungen kaum ein Zweifel bestehen. Doch unübersehbar bleiben die Folgen einer leicht möglichen Ausdehnung des Brandes. Dann könnten Kräfte zur Wirkung gelangen, die für die heutige, die ganze Welt zerfetzende Wirrnis schon lange Schrittmacher waren. Dessen müssen sich vor allem Europa und die im Mittelmeer führenden Mächte, am Brennpunkt der Geschehnisse und am Tisch der Verhandlung bewußt bleiben, damit im Interesse aller ein Ausweg aus dem bereits drohend gewordenen Konflikt noch zu finden ist. Nur bann kann aus einer „Pax Britannica“ ein Frieden entstehen, der endlich ein gesundes Neben- und Miteinander der Völker zu sichern versteht. Errichtung neuer Munitionsfabriken in England. London, 10. Febr. (DNB. Funkspruch.) Wie „Daily Herald" meldet, wird eine große Zahl neuer Munitionsfabriken in England eingerichtet, um den dringenden Regierungsaufträgen nachkommen zu können, die von den bereits bis zur Grenze ihrer Leistungsfähigkeit arbeitenden Munitionsgroßfirmen nicht mehr bewältigt werden können. Die neuen Fabriken fallen in der Hauptsache Granaten Herstellen. Besonders werden Firmen herangezogen, die im Besitze von Stahlgießereien sind. In der Ortschaft Laiston in Suffolk ist eine seit vier Jahren stillgelegte Fabrik wieder eröffnet worden, um einen großen Regierungsauftrag auf Granaten durchzuführen. Zu diesem Zweck werden 10 0 0 Arbeiter aus winde stens ein Jahr neu e i n g e st e l l t. Japan fordert Neuverteilung der Rohstoffe. Tokio, 10. Febr. (DNB. Funkspr.) Der Sprecher des Auswärtigen Amtes betonte in einer Erklärung, daß der Weltfrieden solange gefährdet sei, als das Grundproblem der Völkerverständigung. die Neuaufteilung der R o h st o f f e, nicht gelöst fei. Alle vom Völkerbund ausgehenden Bemühungen, den Frieden zu festigen, seien wegen der Nichtbeachtung der Rohstofffrage zum Scheitern verurteilt. Japan unterscheide drei Arten von Völkern: rohstoffreiche Völker, ferner solche Völker, die zwar rohstoffreich aber unfähig zur Ausbeutung dieser Schätze seien und schließlich Völker, die arm an Rohstoffen wohl aber fähig zu ihrer Ausbeutung seien. Japan unterstütze daher im Interesse der Sicherung des Friedens und der Verständigung der Völker, alle Anregungen zu einer Neuverteilung der Rohstoffgebiete. Dor einem Wechsel im japanischen Außenministerium? Tokio, 10. Febr. (DNB. Funkspr.) Die japanische Presse beschäftigt sich mit der Möglichkeit von Veränderungen irn Kabinett nach den bevorstehenden Wahlen und beutet Rücktrittsabsichten b e s Außenministers Hirota an. Hirota befinbe sich nun seit vier Jahren im Amt unb habe seine Aufgabe, eine Verständigung mit allen Völkern vorzubereiten, erfüllt. Sein Nachfolger werde voraussichtlich der bisherige japanische Botschafter in London Matsudara sein, dessen Rückkehr nach England hinausgeschoben werde. Matsubara sei besonders geeignet, die für notwendig erkannte Verständigung mit England zu fördern, dessen Verhandlungen mit Moskau in Japan beunruhigt hätten. 3m Deutschen Reich. Die erste der deutschen Städte, in der dem Toten die letzte Ehre erwiesen wird, ist B i e t i n g e n. Langsam fährt der Zug an dem Spalier der SA., HI.,' der Zollbeamten und der Gendarmerie vorbei, die den Karabiner präfentiert, während der Musikzug das Lied vom guten Kameraden spielt. So gelangt der Zug nach Singen. Hier erwartet der Reich st atthalter in Baden Robert Wagner und als Vertreter der badischen Regierung Kultusminister Dr. Wacker den Zug. Der Bahnhof und die Stadt sind mit Fahnen reich geschmückt; auf dem Bahnsteig lodern von schwarzen Pylonen Flammen, die Glocken der Stadt läuten. Eine Abordnung des 14. Infanterie-Regiments, die Politischen Leiter sowie Parteigliederungen, Arbeitsdienst, Luftschutz, Polizei-, Eisenbahn- und Zollbeamte, ferner Vertreter der Behörden sind zum Empfang angetreten. Kommandorufe erschallen. Trommelwirbel dröhnen dumpf, als der Zug einfährt. Der alemannische Dichter Hermann Bürte spricht sein Gedicht „Totenprobe". Reichsstatthalter Wagner schildert den Schmerz, den das deutsche Volk an der Bahre dieses Treuesten der Treuen empfindet, der durch feigen Mord von uns gehen mußte und gelobte, daß der Geist Gustloffs für alle Zeiten unter uns leben würde. Der Reichsstatthalter legte unter Trommelwirbel einen Kranz am Sarge nieder, ebenso Kultusminister Dr. Wacker für die badische Regierung und Oberst Clößner für das 14. Infanterie-Regiment. Weilersahtt nach Stuttgart. Der Sonberzug mit ber Leiche Wilhelm Gustloffs verließ Montag um 8 Uhr unter ben Klängen bes Präsentiermarsches unb ben Ehrenbezeugungen ber Verbänbe Singen zur W e i t e r f a h r t nach Stuttgart. Bis in bie späten Avenbstunben hinein, war am Sonntag bie Menge unaufhörlich zum Bcchnhos-gepilgert, um bem Toten ihren letzten Gruß zu erweisen. Dor ber Abfahrt bes Zuges begaben sich Reichs st atthalterRobertWag- n e r mit bem Trauergefolge, bem auch 50 politische Leiter ber ßanbesgruppe Schweiz der NSDAP, angehören, zum Bahnhof, wo Abteilungen ber Harteiorganisationen mit Fahnen unb ein Trupp Polizei angetreten waren. Gauleiter Bohle bestieg mit ber Witwe Gustloffs ben Zug, ber bann um 8 Uhr nach Stuttgart abfuhr. Neichsausschuß zum Schutze des deutschen Blutes. Berlin, 8. Febr. (DNB.) Durch Verordnung des Reichs- und preußischen Ministers des Innern hat der Reichsausschuß für Ehegenehmigungen beim Reichsministerium des Innern den Namen „Reichsausschuß zum Schutze des deutschen Blutes" erhalten. Diesem Reichsausschuß sind alle Anträge von staatsangehörigen jüdischen Mischlingen mit zwei volljüdischen Großeltern auf Genehmigung der Eheschließung mit Staatsangehörigen deutschen ober artverwanbten Blutes ober mit staatsangehörigen jübischen Mischlingen, bie nur einen volljübischen Großelternteil haben, vorzulegen. Die Anträge sind schriftlich.^^ ber für ben Wohnsitz ober gewöhnlichen Aufenthalt bes Antragstellers zu- ftänbigen höheren Verwaltungsbehörbe zu stellen. Dem Reichsausschuß zum Schutze bes beutfchen Blutes gehören als orbentliche Mitglieber an: Staatssekretär Dr. Stuckart, SA.-Sanitätsgruppenführer Dr. B r a u n e ck , Leiter bes Ge- funbheitsamtes Bremen Ministerialbirektor Dr. Gütt, Reichsärzteführer Dr. Wagner, ber Leiter bes Rassepolitischen Amtes Dr. med. Groß, Ministerialbirektor Dr Pohl, Ministerialbirektor Volkmar. Die ftelloertretenben Mitglieber bes Reichsausschusses sinb: Bürgermeister Schiffer (Lauenburg), Oberstaatsanwalt Schliz, Oberregierungsrat Dr. L i n b e n , Reichsamtsleiter Dr. med. Blome, Abteilungsleiter im Stabsamt bes Reichsbauernführers Dr. Bruno Kurt Schulz, Regierungsrat Paul Müller, Ministerialrat Dr. B r a n b i s. &ärfeW Qualität rchten! 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Februar. nachmittags 3 Uhr, auf dem Neuen Friedhof. spült Wäsche weiß und klar/ IfgST Andere Sorten billigst Fischhaus Cuxhaven Ff[ll Marktstraße 23, Telefon 2417 Im Mordprozeß Seefeld wurde am 17. Verhandlungstage die Ermordung des vierjährigen Arthur Dill und des sechs Jahre alten Edgar D i t t r i ch genannt „Eipel" aus Neuruppin aufgerollt. Die Kinder hatten am 16. Oktober 1934 die elterliche Wohnung verlassen, um auf der Straße zu spielen. Später sah ein Zeuge die beiden Kinder im Schloßgarten beim Spiel. Von da an fehlten weitere Anhaltspunkte für den Verbleib der Jungen. Nur zwei Frauen, die im Walde Holz gesammelt hatten und sich auf dem Rückweg nach Neuruppin befanden, hörten plötzlich den Schrei eines Kindes aus dem Walde. Als sie aufmerksam horchten, vernahmen sie klägliche Rufe: „Mutti, Mutti!" Dann blieb alles still, und die Frauen setzten ihren Weg fort. Auf die Vermißt-Meldung der Eltern wurde am nächsten Tage eine große Suchaktion durchgeführt, die auch bald zum Erfolg führte. Am 17. Oktober wurden beide Knaben, eng umschlungen, in der typischen Schlafstellung in einer dichten Kiefernschonung aufgefunden. Aeußere Gewalteinwir- kung oder ein Sittlichkeitsverbrechen konnten nicht festgestellt werden. Es wurde damals Pilzvergiftung angenommen. Nach dem Ermittlungsergebnis steht es einwandfrei fest, daß der Angeklagte am 16. Oktober in Neuruppin einen Knaben angesprochen hat und in die gleiche Gegend zu locken versuchte, in der am nächsten Tage die toten Kinder gefunden wurden. Als erster Zeuge wurde der Amtsarzt aus Neuruppin vernommen, der die Leichen obduziert hatte. Mit gespannter Aufmerksamkeit hörte der Angeklagte diesen Bericht mit an. Darauf wurde die Mutter des kleinen Arthur Dill als Zeugin aufgerufen. Sie kann nur sagen, daß der Junge, der ein gesundes Kind gewesen sei, mittags spielen gegangen ist und seitdem verschwunden war. Oberstaatsanwalt: „Ich habe den Angeklagten während der Vernehmung der Mutter eines der toten Kinder, dessen Ermordung ihm zur Last gelegt wird, beobachtet und keinerleiGemütsbewe- ^<1 5ER10D1 UM »IN IKUMMUk '— _ n,——- Die „TASS" meldet aus Prag, daß em tlchecho- slowakisches Bankenkonsortorium mit der sowjetrussischen Handelsvertretung ein Abkommen abgeschlossen habe, das eine Erweiterung des tschechoslowakischen Kredites an Sowjetrußland um 25 Millionen Tschechenkronen vorsieht. Die Rädelsführer des militärischen Putschversuches in P a r a g u a y , der Oberst Franco und der Major Jrala, sind aus Paraguay verbannt worden. Sie haben sich nach Argentinien begeben. Der Königsmord-prozeß in Aix. Paris, 8. Febr. (DNB.) Im Königsmordprozeß in Aix handelt es sich jetzt darum, festzustellen, o 5 die drei Angeklagten Pospischil, Kralj und Raijtsch an der Verschwörung, die den Mord an König Alexander zum Ziele hatte, t e i l - genommen haben. Die nächste Frage ist, ob sie, wenn der Mordanschlag in Marseille mißglückt wäre, bereitgewesen wären, ihn an einem anderen Platz zu wiederholen. Der Medizinprofessor, der den König Alexander wenige Minuten nach dem Anschlag untersucht hat, sagt, daß jede der Verwundungen bestimmt t ö d l i ch gewesen sei. Ein anderer Arzt, der den verwundeten General Georges untersucht hat, berichtet, daß das Leben des Generals wahrscheinlich durch den Stern des serbischen Karageorgewitsch- Ordens gerettet worden sei. Der Stern habe eine an sich tödliche Kugel abgeschwächt. Die beiden Revolver des Mörders werden vorgelegt. Es wird festgestellt, daß sie zu den vollkommensten Waffen gehören, die es gibt. Sie stammen jedoch nicht aus einer französischen Fabrik. Sie wurden auch nicht in Frankreich gekauft. Es'ist die gleiche Waffenart, die am 6. Oktober in einem der Gepäckausgabe eines Pariser Bahnhofs aufgegebenen Koffer gefunden wurden. Durch welchen Zufall die Verhaftung des Angeklagten Kralj gelungen ift, zeigte die Aussage des Kommissars Oudot. Diesem war in Melun der Angeklagte dadurch ausgefallen, daß er in einem Casehaus für eine geringe Zeche ein Trinkgeld von 2,50 Franken gab. Die Neuruppiner MrdWe im Seeseld-Prozeß Elterliche Warnungen retten ein Kind. Zwangsversteigerung. Dienstag, 11. Februar, ab vorrn. 10 Uhr sollen lmVeriteigerungs- lokal, Neuenweg 28, oezw. an Ort und Stelle (Bekanntgabe in ob. Lokal) zwangsweise gegen Barzahlung versteigert werden: Haus-, Laden- und Büromöbelaller Art, Anzugstoffe, 1 Schneidernäh- maschine, 1 Wanduhr, 1 Fenster- Umrahmung, 4 Ofen, 4 Herde, sechs Schreibmaschinen, 1 Registrierkasse, 1 Ölgemälde, 1 Vulkanisieranlage, 1 Bohnermasch., 1 Motor, 1 Radw, 2 Klaviere, 2 Teppiche, 130 Paar Handschuhe,! Spiegel u.l Violine. Bestimmt: ca. 200 bis 300 Paar Damensvangensch.,( braun, schwarz und verschiedene andere Farben), Sandaletten, Filz- und Ledervan- toffel, mehrere Flurgarderoben, 4 Büsten u. 1 Trockenapp. rn. Motor. Scharmaon KSSS Statt Karten Am 6. Februar verschied sanft unsere liebe Mutter, Großmutter und Schwiegermutter Louise Gutermuth, geb. Rössner Die Hinterbliebenen: Jula König, geb Gutermuth Milli Lindenstruth, geb. Gutermuth Marie Gutermuth Wilhelm Gutermuth und Frau Tilli, geb. Hogrebe Regierungsrat Hans Fr. Gutermuth und Frau Lotti, geb. Iben Ida Gutermuth Studienrat Gustav König und 9 Enkelkinder. Grohen-Linden bei Giefien, Darmstadt (Bruststr 49), Frankfurt a. M.- Höchst (Loreleystrahe 3), den 10. Februar 1936. Die Einäscherung hat auf Wunsch der Verstorbenen in aller Stille stattgefunden Von Kranzspenden und Beileidsbesuchen bitten wii abzusehen __________________________869 V Das Winterhilfswerk kaust 9,5 Millionen Pfund Fischfilet. Das WHW. des deutschen Volkes 1935/36 hat bisher 9,5 Millionen Pfund Fischfilet von den Seefischmärkten Wesermünde, Cuxhaven und Altona gegen Barzahlung bezogen. Hiervon entfallen auf Wesermünde 5 Millionen Pfund Fischfilet. Durch die Versorgung der Bedürftigen mit Seefischen unterstützt das WHW. des deutschen Volkes die Hochseefischerei, die in den letzten Jahren vor der Machtübernahme schwer daniederlag. g u n g bei ihm feststellen können. Ich muß auf die maßlose Gefühlsroheit dieses Angeklagten Hinweisen, der sich durch nichts erschüttern läßt. Der Angeklagte erklärt dazu in seiner üblichen stumpfsinnigen und verstockten Art, daß „feine Person auch für diese Taten nicht in Frage käme". Als der Angeklagte dem kleinen Jungen gegen- übergestellt wird, den er am 16. Oktober angesprochen hat, erklärt er plötzlich: „Ia, es stimmt, ich habe mit dem Jungen gesproch en." In der Voruntersuchung hatte Seefeld zunächst erklärt, daß er am 16. Oktober überhaupt nicht in Neuruppin gewesen fei, dann räumte er schließlich doch diese Möglichkeit ein, als ihm schlüssige Beweise vorgelegt wurden. Vorsitzender: „Was wollten Sie denn überhaupt in Neuruppin? Wollten Sie sich einen Jungen suchen?" Angeklagter: „Nein, das kommt nicht in Frage. Ich gehe überallhin, wohin, das ift mir gleich. Ach arbeite rund herum, wo es ist. Ich gehe manchmal zwei- bis dreimal durch denselben Ort. Vorsitzender: „Ja, um Jungen für Ihre Schmutze- reien zu finden!" Bei der weiteren Befragung des kleinen Jungen ergibt sich wiederum, wie notwendig und wichtig es ist, wenn Eltern und Lehrer Kinder davor warnen, mit Fremden mitzu- g e h e n. Der kleine Zeuge gibt an, daß ihm plötzlich diese Warnungen eingefallen seien und er deshalb den Angeklagten nicht weiter begleitet hätte. Ein weiterer Zeuge erkennt Seefeld mit voller Bestimmtheit als den Mann wieder, den er am Mordtage mit zwei kleinen Kindern gesehen hat. Auf alle Vorhaltungen hinsichtlich feiner vielen Widerspräche weicht Seefeld aus und macht seine bekannten Ausflüchte, in denen häufig seine ständige Redensart wiederkehrt: „Meine Person kommt nicht in Frage!" Am Montag wird die Verhandlung fortgesetzt. Teile v. auseinandergenommenen 4/16 Opel sowie ein gut erhaltener 06M 2-Sitzßr-Cabriolei- Robert Brückel, Lang-Göns. ^Ves8ekieöenk8^ nw.Wmei Seltersweg,fließ. Wasser u. Heiz., v. sofort zu verm. Sn erfrageni.der eschäftsst. des Gieß. Anzeigers. Ehrlich., braves 'Mädel kattn bei ält. Dame freie Schlafstelle erhalt. 3u erfr.: KaiseralleelKU | Mietgesuche"] Akademiker sucht zu sofort möbl.Zimmer evt. mit Pension Nähe Hitlerwall. Schr. Angeb. mit gen.Preisanaabe u.0609a.d.G.A. [Stellenangebote] Bäckergeselle zur Aushilfe für einige Wochen sofort gesucht. Karl Haas Bleichstraße 21. Gesundes, ehrl. Mädchen bis 18 Jahre alt, zu leichter Hausarbeit und Kinde gesucht. Schrift!. Bewerbung.unt. 0611 and. G.A. Halbtags- madchen nicht unter 16J., gesucht. O6io Fran Müller Schillerstraße 24 Geschäftsdnjcksachen Rechnungen Briefblatter Briefumschläge Postkarten Geschäfts karten bei Brühl, Schulstr. 7 den. Seine Reisen ins Ausland hatten ihn besonders nach Deutschland geführt. Zwei feiner Werke tragen den Titel „Ludwig II. von Bayern" und „Bismarck und Frankreich". Bainville, ein überzeugter Royalist, war Mitarbeiter mehrerer Zeitungen, in erftet Linie politischer Mitarbeiter der „Action Francaise" sowie der „Liberte", des „Ex- celsior" und des „Petit Parifien". Gegen einen Aufschub der Hinrichtung Hauptmanns. Gouverneur Hoffman erklärte, daß feine Anordnung, den Fall Lindbergh von neuem zu untersuchen, den Zeitpunkt der Hinrichtung Hauptmanns nicht beeinflussen solle. Hauptmann solle keinen neuen Strafaufschub erhalten. Er, Hoffman, werde die Polizei von New Jersey beauftragen, auch nach der voraussichtlichen Hinrichtung Hauptmanns, die Suche nach Mittätern fortzusetzen. Falls keine neue Wendung im Falle Hauptmann eintreten sollte, wird Hauptmanns Hinrichtung nunmehr zwischen dem 16. März und 11. April erfolgen. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. lieber Skandinavien und das Baltikum hinweg zu uns vorftoßende Meeresluft gab im Verlauf des Sonntags Anlaß zu Bewölkung und leichten Schneefällen. Auf gleichem Wege rasch nachfolgende arktische Kaltluft ließ jedoch die Temperaturen wieder rasch abfinken, wobei die Abkühlung durch Ausstrahlung über der verbreitet liegenden Schneedecke noch begünstigt wurde. In Deutschland konnten am Montag früh allgemein Fröste von mehr als —5 Grad Celsius, teilweise sogar von mehr als —10 Grad Celsius, beobachtet werden. Die kalte Witterung bleibt vorerst erhalten, auch wird es vorübergehend wieder zu etwas ausgedehnteren Schneefällen kommen. Aussichten für Dienstag: Zunächst meist heiter und sehr kalt, dann wieder Bewölkungszunahme und später auch Schneefälle, lebhafte nördliche Winde. Aussichten für Mittwoch: Heiter bis wolkig, nur vereinzelte Schneefälle, Fortdauer der Fröste. Lufttemperaturen am 9. Februar: mittags: 3,6 Grad Celsius, abends —0,3 Grad; am 10. Februar: morgens —6,1 Grad. Maximum 3,6 Grad, Minimum heute nacht —6,8 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 9. Februar: abends 0,1 Grad: am 10. Februar: morgens 0 Grad. — Sonnenscheindauer 6,2 Stunden. — Niederschläge 0,5 mm. Schneehöhe 1 cm. winlersport-Wetternachrichten. Rhön. Wasserkuppe, bewölkt, —13 Grad, 8 cm Gesamtschneehöhe, 2 cm Neuschnee, verweht, Ski und Rodel mäßig. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. 1.36: 11000. Druck und Verlag: Brühl'fche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ift Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Nur für Dienstag Kabeljau kopflos, 2-5pfünd., Pfd. 28-z Filet vom Seelachs Dienstag DilligeSeefHclie Kabeljau o. K. u 28 <5 Filet..............tb 35 Grüne Heringe.....3 tt> 50 Alle übrigen Sorten empfiehlt tätlich frisch zu billig. Preisen A. Koch Nachfolger, yy/ V *v __ bS® A® Bürobedarfshaus Franz Vogt & Co Gießen • Seltersweg 44 Ruf: 2464 Mänsbnrg 15 Viktoria-Drogeri« Dießen 790d Harktatraße 5. Witwer (Arbeiter) mit 2 erwachsen.Kind, 49Jabre alt, sucht Frau o.Fräulein im Alter von 40 bis 45 Jahren kennen zu lernen zwecks bald. Heirat. Emsigem. Zuschr. m. Lichtbild erbeten unt. 0607 an d. Gieß. Anzeiger. Leinene Tischzeuge im Reichsberufswettkampf Handgewebe die auf Webrahmen hergestellt wurden Nr. 34 Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)Montag, lQ.Zebruar M6 „Lhristl's" großer Erfolg. Goldene und silberne Medalille für Deutschland. Oer Torlauf der Krauen. Am Samstagvormittag war nach dem Torlauf der Frauen die erste Goldmedaille zu vergeben. Was niemand mehr zu hoffen gewagt hatte, erfüllte sich: Christl Cranz- Freiburg war im Torlauf die Christ! Cranz. — (Scherl-Archiv-M.) weitaus Schnellste und überflügelte die Abfahrtssiegerin Schou-Nielsen in der Kombinations-Wertung deutlich. Die erste Goldmedaille der IV. Olympischen Winterspiele gehörte damit Deutschland! Auf den zweiten Platz in der Kombination schob sich Käte Grasegger- Deutschland vor, so daß wir auch die Silberne Medaille des Frauenwettbewerbs gewannen! Christ! Cranz groß in Fahrt! Die Strecke war 500 Meter lang und wies einen Höhenunterschied von 200 Meter auf. 25 Tore waren dabei zu durchfahren. Ein Kanonenschuß gab das Zeichen zum Start. 34 Läuferinnen aus 13 Nationen stellten sich zum Kampf. Laila Schou Nielsen stürzte zweimal, und ihre Zeit war mit 80.1 Sek. nicht sonderlich gut. Auch Lisa Resch- Deutschland kam zweimal zu Fall. Eine Glanzleistung bot Käte Grasegger. Sie kam mit 76 Sek. in sehr guter Zeit durchs Ziel. Auch die Schweizerin Erna S t e u r i bewies meisterhaftes Können. Vorsichtig durchfuhr sie alle Tore; ihre Zeit wurde mit 77,2 Sek. angegeben. Hadi Pfeiffer- Deutschland brauchte 80,8 Sek. Dann kam Christl Cranz. Ruhig und sicher ging sie über die Strecke. In herrlicher Fahrt holte sie die beste Zeit des ersten Durchganges mit 72 Sek. heraus. Der zweite Durchgang. Die Eröffnung machte wieder Laila Schou- Nielsen, die bedeutend schneller als vorher war und in ruhiger, wundervoller Fahrt in 77,3 Sek. den Kurs bewältigte. Wie schon im ersten Durchgang hatte Lisa Resch auch diesmal Pech. Sie stürzte, kam aber immerhin noch in 82,9 Sek. ins Ziel. Wundervoll fuhr dann Käte Grasegger. Sie war mit 77,4 nur unwesentlich langsamer als die norwegische Abfahrtssiegerin. Die Schweizerin Erna S t e u r i kam in verhaltener Fahrt in 81,2 über die Strecke. Sehr gut war Hadi Pfeiffer mit 78,8 Sek. Wiederum war alles gespannt auf Christl Cranz. Ruhig und geduckt ging sie in die Schräge hinein. Zn prächtiger Fahrt ging sie durch die Tore, und auf der Schlußfahrt erreichte sie ein unheimliches Tempo. Unter großem Jubel ging sie durchs Ziel. Die Begeisterung verstärkte sich noch, als der Lautsprecher ihre Zeit mit 70,1 Sek. verkündete. Es hatte gelangt: Christl Cranz hat für Deutschland die erste Goldmedaille geholt. Käte Grasegger hatte Deutschland die Silber- Medaille für die Kombination gesichert. Ein wahrhaft großartiger Erfolg der deutschen Skiläuferinnen! Franz psnür schert die zweite Goldmedaille. Oer Torlauf der Männer. Am Gudiberg hatten sich Tausende von Zuschauern eingefunden. Sonderzüge brachten immer neue Massen heran; alle mit einem Ziel: das Skistadion. Hier waren lange vor der festgesetzten Startzeit rund 60 000 Menschen versammelt, die mit Hochspannung den Kanonenschuß erwarteten, der den zweiten Teil des Alpinen Wettbewerbs der Männer ankündigen sollte. Der Männer-Slalom wurde zum größten Teil auf der gleichen Strecke durchgeführt, wie am Vortage der der Frauen. Nur begannen die Männer weiter oben, so daß ihr Kurs 600 Meter lang war und rund 300 Meter Höhenunterschied aufwies. Insgesamt 32 raffiniert placierte Tore sorgten dafür, daß ein ausgesucht knifflicher Sla- l o m zustandegekommen war, der von den Bewerbern ein Höchstmaß von Wendigkeit und Standfestigkeit verlangte. Wie schwer der Kurs war, beweist die Tatsache, daß von 57 angetretenen Bewerbern überhaupt nur vier, und zwar die Deutschen Franz P f n ü r und Gustav L a n t s ch n e r, ferner der Italiener Giacinto S e r t o r e l l i und der Ungar S z a l a y, sturzfrei durchkamen. Schier unbeschreiblich war die Erregung der Massen beim Start zum ersten Durchgang des Slalomlaufes. Zunächst machte die erste Siegerin der IV. Olympischen Winterspiele, die Deutsche Christel Cranz, einen Ehrenlauf. Endlich ist es so weit. Der kleine norwegische Springerkönig Birger Ruud steht startfertig und schon saust er davon. Sehr schnell ist seine Fahrt. Herrlich windet er sich durch die Tore, aber zum Schluß kündet der aufstäubende Schnee zweimal seinen Sturz an, so daß er mit 85,9 Sek. langsamer als erwartet ist. Und dann kommt Franz Pfnür, der Deutsche Meister! Der Bayer trägt alle Hoffnungen. Wie schon Christl Cranz bei den Frauen, so muß Franz Pfnür den Punktvorsprung des im Abfahrtslauf siegreich gewesenen Norwegers Ruud aufholen, wenn er seinem Gegner den Olympischen Sieg streitig machen will. In' meisterhaft beherrschter Fahrt zieht Pfnür los. Sicher schwingend und stemmend mit glänzender Skisührung geht er um und durch die Tore, sucht er die kürzesten Wege und saust in 72,1 Sek. durch das Ziel. Der Jubel nach Verkündung der Zeit durch die Lautsprecher will kein Ende nehmen. Der Sieg des Deutschen in der Gesamtwertung ist nahe gerückt. Und tatsächlich gelingt es keinem der übrigen Bewerber, in einem der beiden Gänge diese fabelhafte Zeit zu erreichen. Selbst Pfnür kann im zweiten Durchgang seine Zeit nicht mehr unterbieten. Aber er bleibt mit 74,5 Sek. auch diesmal der Beste. Die zweite Goldmedaille der IV. Olympischen Winterspiele war für Deutschland gewonnen! Aber der deutsche Triumph wird noch größer. Gustav L a n t s ch n e r, der „Guzzi", wie ihn feine Freunde nennen, erringt d i e Silbermedaille! Sowohl im ersten als auch im zweiten Durchgang kommt Lantschner sturzfrei in 76,9 bzw. 75,6 Sek. über den Kurs Emile A l l a i s, der ausgezeichnete französische Läufer, sichert seinem Land die Bronze-Medaille. Birger Ruud, der Olympiasieger von Los Angeles im Spezialspringen, setzt wie Allais im zweiten Durchgang alles auf eine Karte. Nur noch 35 Läufer starten — den Ausschreibungen entsprechend — ein zweites Mal, es find die Besten. Birger Ruud beginnt wieder den Reigen, kommt fabelhaft schnell durch die Tore und erzielt mit 77,1 eine ausgezeichnete Zeit. Aber das langt nicht mehr: die Medaillen gehen an Deutschland und Frankreich. Nach Ruud, Pfür und Lantschner sowie dem Franzosen Emile Allais startet der Norweger Alf Konningen. Zweimal muß er zu Boden. Unter größter Anteilnahme seiner engeren Landsleute stiebt der in Garmisch-Partenkirchen beheimatete Roman W ö r n d l e davon. Er hat jedoch zu viel Tempo und kann einen Sturz nicht vermeiden. Seine Zeit ist mit 82,9 Sek. aber immer noch besser als die des nachfolgenden Norwegers Per Fof- fum. In waghalsiger Fahrt geht danach der erst Franz Pfnür (Bildtelegramm/Scherl — 2JL) 18jährige Rudi Cranz davon. Kurz vor dem Labyrinth muß der Bruder unserer Olympiasiegerin zu Boden. Er macht den Zeitverlust auf dem letzten Teil der Strecke nahezu wieder wett und kommt in 80,9 Sek. durchs Ziel. Sturzfrei meistert dann der Italiener S e r t o r e ll i in 79,3 Sek. die Strecke. Sehr gut laufen auch der Amerikaner Durrance mit 80,4, der Italiener Guarnieri mit 82,5, der Franzose Maurice L a f f o r g u e mit 86,6, der Engländer Peter Lunn mit 86,3, der Amerikaner George Page mit 85,7 Sek. u. a. m. Nur noch 35 Bewerber bestreiten dann den zweiten Durchgang, und zwar die besten des ersten Laufes. Nur einige Bewerber können die im ersten Durchgang erzielten Zeiten verbessern. In der Erkenntnis, daß die Strecke überaus schwer zu befahren ist, wurde jetzt größter Wert auf Sicherheit gelegt. Wieder startet Birger Ruud als Erster, nach ihm Pfnür, Lantschner und Allais. Prachtvoll fährt Roman W ö r n d l e , der nach feinem Mißgeschick im ersten Lauf diesmal nach einem nur leichten Sttirz in 79,8 Sekunden die Strecke bewältigt. Rudi Cranz zeigt sich dann von seiner besten Seite. Mit 74,6 Sekunden ist er nur um eine Zehntel Sekunde langsamer als Franz Pfnür und damit der Zweitschnellste des zweiten Durchganges. Don den übrigen Bewerbern kommt kaum einer mehr sturzfrei über die Strecke. Also: Zwei Goldmedaillen — zwei Silbermedaillen! Die ersten Entscheidungen in den Olympischen Ski- Wettbewerben bewiesen eine unvergleichliche lieber- legenheit der Deutschen — bei den Männern und Frauen — in der Alpinen Kombination Abfahrt— Torlauf. Brachte der Samstag durch das Schwarzwaldmädel Christl Cranz eine Goldmedaille und durch die Bayerin Käthe Grasegger eine silberne, so wiederholte sich erfreulicherweise dieser Erfolg am Sonntag bei den Männern. Franz Pfnür und Gustav L a n t s cd n e r erkämpften für Deutschland die gleichen Trophäen, die wertvollsten, die es für ein Land und seine Vertreter gibt. Konzentrieren wir jetzt unsere Hoffnungen und unsere guten Wünsche auf die übrigen deutschen Kämpfer und Kämpferinnen, die in Garmisch-Partenkirchen mit den Besten der Welt zu streiten haben. Die Einleitung ist mehr als großartig geglückt. Wir vertrauen auf eine gute Fortsetzung. Schwierigste Teilstrecke des Mahrlslauses. Diese Aufnahme wurde während des Abfahrtslaufs der Männer in Garmisch-Partenkirchen gemacht, sie gibt einen Ueberblick über den letzten Teil der Strecke mit dem Ziel, an dem die Läufer erwartet wurden. — (Presse-Bild-Zentrale-M.) f * I ... ?:v': Eishockey-Kämpfe in den Vorrunden entschieden. Deutschland führt in der Gruppe B. Mit dem Kampf Italien — Schweiz am Sonntagabend im Olympia-Eisstadion zu Garmisch-Partenkirchen wurden die Vorrunden-Gruppenspiele des Eishockey-Turniers abgeschlossen. Vier Tage wurde mit dem größten Einsatz um den Eintritt in die Zwischenrunde gekämpft und dabei gab es Spiele von unerhörter Spannung und Dramatik. Auch Ueberraschungen blieben nicht aus, und wenn wir hier nur auf das Ergebnis des Treffens Italien — USA., das die Amerikaner als haushohe Favoriten mit 1:2 an die Italiener verloren, Hinweisen, so dürfte das vollkommen genügen. Als Gruppen-Sieger gingen hervor: Kanada in der Gruppe A. Deutschland in der Gruppe 6, die Tschechoslowakei in der Gruppe C und England in der Gruppe D. Diese vier Länder bilden zusammen mit den jeweiligen Gruppen- zweiten (Oesterreich, USA., Ungarn und Schweden) die Teilnehmer an der Zwischenrunde, die in zwei Abteilungen ausgespielt wird. Besonders erfreulich ist natürlich, daß sich die deutsche Mannschaft in der schwersten Gruppe den ersten Platz erkämpft hat. Unsere Mannschaft kann getrosten Mutes die Spiele der Zwischenrunde aufnehmen, sie wird uns auch hier nicht enttäuschen. Die Spiele in den vier Gruppen brachten folgende Ergebnisse: Gruppe A: Kanada — Polen 8:1 (5:0, 2:1, 1:0); Kanada — Lettland 11:0 (2:0, 3:0, 6:0); Oesterreich — Polen 2:1 (0:0, 0:0, 2:1); Polen — Lettland 9:2 (1:0, 4:0, 4:2); Kanada — Oesterreich 5:2 (4:0, 1:2, 0:0); Oesterreich — Lettland 7:1 (4:0, 0:0, 3:1). Gruvpe B: USA. — Deutschland 1:0 (1:0, 0:0, 0:0); USA. — Schweiz 3:0 (0:0, 3:0, 0:0); Deutschland — Italien 3:0 (1:0, 1:0, 1:0); Italien — USA. nach Verlängerung 2:1 (0:0, 0:0, 1:1) (0:0, 1:0); Deutschland — Schweiz 2:0 (0:0, 1:0, 1:0); Schweiz — Italien 1:0 (0:0, 1:0, 0:0). Gruppe C: Ungarn — Belgien 11:2 (1:1, 2:0, 8:1); Tschechoslowakei — Belgien 5:0 (0:0, 4:0, 1:0); Ungarn — Frankreich 3:0 (0:0, 1:0, 2:0); Tschechoslowakei — Ungarn 3:0 (1:0, 1:0, 1:0); Frankreich — Belgien nach Verlängerung 4:2 (0:1, 1:0, 0:0), (0:0, 3:1); Tschechoslowakei — Frankreich 2:0 (0:0, 1:0, 1:0). Gruppe D: Schweden — Japan 2:0 (1:0, 0:0, 1:0), England — Schweden 1:0 (1:0, 0:0, 0:0); England — Japan 3:0 (2:0, 0:0, 1:0). Oie Kämpfe des Samstags Lettland — Polen 2:9 (0:1, 0:4 2:4). Im Eisstadion traten um 9 Uhr vormittags die Eishockey-Mannschaften von Lettland und Polen zu ihrem Vorrundenspiel an. Trotz der „Konkurrenz" (England — Japan auf dem Rießer See und Frauentorlauf am Gudiberg) war der Besuch recht gut. Das Eis war ausgezeichnet. Durch den Frost hatte es Natureis gegeben, jo daß die Maschinen feiern konnten. Die siegreichen Polen lieferten eines ihrer besten Spiele. Die gesamte Mannschaft zeigte eine gute Zusammenarbeit. Ein besonderes Lob verdiente sich der Mittelstürmer Kowalski. Bei den Letten arbeiteten der Tormann und die Verteidiger sehr aufopfernd, ohne aber den schnellen polnischen Angriff halten zu können. Kanada — Oesterreich 5:2. Im Eisstadion folgte als zweites Spiel der Eis» Hockeykampf Kanada — Oesterreich. Die Kanadier kamen zwar zu einem verdienten und klaren Erfolg, mußten aber schwer um ihren Sieg kämpfen. Wäre nicht schon im ersten Drittel die Entscheidung gefallen (4:0), dann hätte es vielleicht auch eine Ueberraschung geben können, wie aus dem Ergebnis der zwei letzten Drittel (1:2, 0:0) deutlich hervorgeht. England — Japan 3:0. Dann trafen auf dem Rießer See die Eishockey- Mannschaften von England und Japan zusammen. Das Treffen fand vor nur wenigen Zuschauern statt, da sich das Hauptinteresse auf den in der Nähe sich abwickelnden Slalom der Frauen richtete. Die Vertreter Nippons zeigten wiederum ein verbessertes Können. Mit großer Unbekümmertheit lieferten sie dem Gegner einen flotten und schönen Kampf, den sie im ersten Drittel zum Teil völlig offen halten konnten. Die Briten wirkten in diesem Spiel sehr schwerfällig und haben es in erster Linie ihrer körperlichen Ueberlegenheit zu verdanken, daß sie so klar gewannen. Oie Begegnungen des Sonntags. Tschechoslowakei — Frankreich 2:0. In der Gruppe C des Eishockey-Olympia-Tur- niers, für die die Mannschaften der Tschechoslowakei, von Ungarn, Frankreich und Belgien eingeteilt waren, hat sich erwartungsgemäß die Tschechoslowakei den Gruppensieg errungen. Die Tschechen schlugen im ersten Spiel des Sonntags die Fran- zosen mit 2:0 (0:0, 1:0, 1:0) und setzten sich damit ungeschlagen mit einem Torverhältnis von 10:0 an die Spitze der Gruppen-Tabelle. Oesterreich — Lettland 7:1. Zum Spiel Oesterreich — Lettland hatte sich eine verhältnismäßig große Zuschauerzahl eingefunden, dre einen sicheren 7:1 (4:0, 0:0, 3:1)-Sieg der Oesterreicher zu sehen bekam. Das Spiel war im ersten Drittel etwas matt, da die Oesterreicher zu sehr überlegen waren und sich überhaupt nicht an- strengen mußten, um zu vier Toren zu kommen. Die Letten ersetzten ihr mangelndes Können zwar wieder durch einen Rieseneifer, der jedoch die seh- lende Qualität des Kampfes nicht ausgleichen konnte. Schweiz schlägt Italien mit 1:0. Der letzte Kampf der Gruppe B zwischen der Schweiz und Italien hatte noch einmal 5000 Zuschauer ins Eisstadion gelockt. Sie bekamen einen flotten Kampf zu sehen, den die Schweizer verdient mit 1:0 (0:0, 1:0, 0:0) für sich entscheiden konnten. Damit stehen also in Deutschland und USA. die Teilnehmer an der Zwischenrunde aus der Gruppe B endgültig fest. Italien hält trotz der Niederlage den dritten Platz vor der Schweiz, die das schlechtere Torverhältnis aufzuweisen hat. Sensation! Italien schlägt USA.! Am Samstagnachmittag war bei den IV. Olympischen Winterspielen in Garmisch-Partenkirchen die erst« große Sensation fällig. Im Kunsteisstadion llr.3 1. 2. einer 3 die lieb' r nahm bald einen iunb eil ! 2000 I Lage »um wie t hen. ibtm Krc Ifemt lic »ernte mi 3n bei Uie von Dil koste W« Met !Mg gei zwi- über Deutschlands Bob-Mannschasten. Der Führer der deutschen Schlittensportler gab 30. Minute kamen sie auch durch Heilmann und Wilhelmi zu zwei Toren. Als sie jedoch auf zehn Mann angewiesen waren, blieben ihre Unternehmungen nur noch Stückwerk. Auch in der zweiten Halbzeit kamen sie zu keiner geschlossenen Leistung mehr, denn die Dillenburger kämpften wie die Ver- großen Aufschwung. 1702 erschien in Nürnberg ein Buch mit der vielversprechenden Ueberschrift: „Der militärischen Bestimmungen. Bei der pflichtgemäßen Aushebung: Bevorzugte Einstellung als Reiter oder Fahrer. Mitbringen von Pferden ist erwünscht aber nicht erforder- zweifelten, und als sie durch ihren Halblinken bei Ecke auf 2:1 verkürzten, versuchten sie mit ungestümen Angriffen zum Ausgleich zu kommen. Doch finden sich die Verse: „Auch unser edles Sauerkraut, Wir sollen's nicht vergessen; Ein Deutscher hat's zuerst gebaut, Drum ist's ein deutsches Essen. Wenn solch ein Fleischchen, weiß und mild, Im Kraute liegt, das ist ein Bild Wie Venus in den Rosen." i durch bi !daß nui Ilverb-q, SentlM, einen Sieg zu erkämpfen. Die gesamte Mannschaft verdient für ihr aufopferndes Spiel ein Gesamtlob. VfV.-R. 2. Schüler — Klein-Linden 1. Schüler 3:0. Die Klein-Lindener enttäuschten in diesem Spiel gewaltig. Auf Grund der von ihnen seither erzielten Resultate hatte man nicht erwartet, daß sie sich so leicht und eindeutig schlagen ließen. Achtung Sungreifer! Für den Bereich des Wehrmeldeamtes Büdingen finden am 16. Februar (Sonntag) folgende Prüfungen zur Erlangung d e s Reitscheines durch den Beauftragten des Reichsinspekteurs für Reit- und Fahrausbildung statt: in Gedern um 9 Uhr auf dem Reitplatz Gedern; in Schotten um 11 Uhr auf dem Reitplatz Schotten; in Nidda um 13 Uhr auf dem Reitplatz Nidda; in Reichelsheim um 15 Uhr auf dem Reitplatz Reichelsheim; in Griedel bei Butzbach um 17 Uhr auf dem Bei ggastfreik Wh es mltere 2 Wil n Wieder Herzen, 3n bh paare, b. wju ein Hen Ja Reitplatz Griedel. Die Prüfung kann jeder junge Mann ableaen, der zu den Jahrgängen 1911 bis 1918 gehört. Wer den Reitfchein besitzt, hat folgende Vorteile: Bei freiwilligem Eintritt in das Reichsheer: Einstellung in den selbstgewählten Truppenteil im Rahmen der allgemeinen gesetzlichen und Zum Eishockey-Großkampf der Gruppe B schen Deutschland und der Schweiz hatten sich 8000 Zuschauer eingefunden. Stimmung beherrschte die Menge, Schlachtrufe wurden geübt. Für Deutschland stand viel auf dem Spiel. War es doch das letzte Gruppenspiel und eine Niederlage gleichbedeutend mit dem Ausscheiden aus dem weiteren Wettbewerb. Die deutsche Mannschaft erfüllte die in sie gesetzten Hoffnungen restlos. Das Spiel wurde von den Unseren nach erbittertem Kampfe mit 2:0 (0:0, 1:0, 1:0) gewonnen. Damit ist die deutsche Mannschaft Sieger der Gruppe B gewor- Vom „Ruhm -er deutschen Hausfrau Zur Kulturgeschichte des Kochbuches und der Küche. lich. Es wird kurz verlangt: 1. Das Vorhandensein eines losgelassenen, geschmeidigen mit den Bewegungen des Pferdes mitgehenden und gestreckten Sitzes, 2. Kenntnis der Kreuzleine 22, 3. Handgriffe bei Wendungen und Paraden, 4. Verkehrsregeln, 5. Verpaffen landesüblicher Kummt- und Sielengeschirre, 6. Putz und Wartung des Pferdes, 7. Fütterungslehre (Tagesrationen, Tränkezeiten), 8. Sattelung und Zäumung, 9. Einrichtung behelfsmäßiger Stallungen in der Örtsunterkunft, 10. Pferdeschonung und Pferdepflege auf dem Marsch. Der Beauftragte des Reichsinspekteurs für Reit- und Fahrausbildung: Wehner, Standartenführer. Zusammensetzung der deutschen Olympia-Mannschaften für die Bob-Wettbewerbe bekannt. Wegen $iefe R* der ungenügenden Trainingsmöglichkeiten war es leider nicht möglich, vorher Ausscheidungsrennen abzuwickeln, so daß die Zusammensetzung der Bob- Besatzungen nach den Ergebnissen des Vorjahres Dorgenommen werden mußte. Folgende Fahrer werden unsere Farben in den Olympischen Bob- Wettbewerben vertreten: Zweier-Bob. Bob „Deutschland I": Hans Kilian, Hermann von Valta. — Bob „Deutschland II": Fritz ©rau, Albert Brehme. Vierer-Bob. Bob „Deutschland I": Hans Kilian, Hermann von Valta, Fritz Schwarz, Sebastian Huber. — Bob „Deutschland II": Walter Trott, Rudolf Werlich, Wolfgang Kummer, Fritz Donhof. Das Organisationskomitee hat der Bob-Oberleitung für die Durchführung der olympischen Bobrennen unbeschränkte Vollmachten erteilt. Daraufhin hat die Oberleitung die Austragung der Rennen wie folgt beschlossen: Dienstag, 11. Februar: Viererbobrennen 1. und 2. Lauf. Mittwoch, 12. Februar: Viererbobrennen 3. und 4. Lauf. Donnerstag, 13. Februar: Ruhetag. Freitag, 14. Februar: Zweierbobrennen 1. und 2. Lauf. nur verschiedene Ecken waren die Ausbeute. Die Blauweißen sind gestern den Beweis ihrer aufsteigenden Form schuldig geblieben. Besonders der Sturm ließ manchen Wunsch offen. Die Dillenburger ließ die drohende Abstieggefahr zu einer großen Energieleistung aufschwingen. Schiedsrichter R ü f p e l e r (Gleiberg) war aufmerksam und sicher, nur die Vorteilregel beichtete er nicht genügend. 1900 II — Heuchelheim I 3:4. Gemeßen an den Torchancen hätten die Blauweißen einen eindeutigen Erfolg erringen können, aber die Stürmer Überboten sich geradezu im Dor- beischießen. Anders die Heuchelheimer. Von den wenigen Gelegenheiten nutzten sie die meisten prompt aus und sicherten sich damit den Sieg. 1900 III — Grohen-Linden I 3:2. Anfangs sah es nicht nach einem Siege der Junioren aus, denn als bei Beginn nur acht Mann da waren, drückten die Gäste ziemlich stark. Erst als sie vollzählig waren, glichen sie die Ueberlegenheit aus und kamen gegen Schluß zum Siegestreffer. VfB. Reichsbahn Jugend. VfV.-R. l.Jgd. — Dillenburg 1. 3gb. 4:3 (3:2). Ein Spiel zweier gleichwertiger Mannschaften, in dem die VfBer den glücklichen Sieger stellten. Auch die Leistungen konnten befriedigen. VfV.-R. 2.3gb. — Lich 1.3gb. 1:1 (0:0). Trotzdem die Gäste nur mit 8 Mann erschienen waren, konnten sie ein verdientes Unentschieden gegenüber den Gießenern erzwingen. VfV.-R. 3. 3gb. — Allen-Vuseck 1. Jgd. 2:0 (1:0). Ueberraschenderweise gelang es den Platzbesitzern, t^ten u "" $«ar Ä' iSn J>tls ** 8Ub erFuin E» ;enS, 6 aiy tobend feen’44 ' SS in Bel Meßen), heim, in in Alsft Das Lc naßie Flachs a toeilen d «erBe Der ü den lei len Nation gierung seren g6 blieb e- halten, ; dieBer l ftofjbas auch de fördern, wendigk faum e> sehen- Die M kräftig i nien. De ist beinü besbauei Dorf di' Flochsan gen. Und biet der! desMl des Iah bereits si insbefoni heimische Mit de Flächsern der & cheffen-Nc erliche nassen $Plain»' tragt. Di überhaupt — auch schon bei der heiligen Hildegard — Kochkunst und Körperpflege zu allen Zeiten bei den Frauen gut vertrauen haben. Die gastronomische Literatur i aus dem Parnasso ehemals entlauffenen vortrefflichen Köchin, Gemerck-Zettel, zwey tausenderley sowohl gemeine als reine Speisen." 1712 hatte dieses Werk für Leckermäuler bereits die dritte Auflage erlebt. Besonders der süddeutsche und österreichische Speisezettel, der von der gewiß nicht schlechten Klosterküche starke Anregungen erfuhr, wies eine erstaunliche Reichhaltigkeit auf. In einem Kochbuch des Jahres 1752 werden die altbeliebten Krapfen in nicht weniger als dreizehnerlei Gestalt vorgeführt. Die Landschaften wetteiferten untereinander mit ihren Tafelgenüffen, von denen sich bald einige den Ruf der Spezialitäten weit über die Grenzen eroberten. Solche Sonderaerichte haben erfahrungsgemäß eine zähe Lebenskraft und gereichen noch heute jedem Speisezettel zur Ehre. Es gehört gewiß zu den schönsten Reisen, einen Spaziergang auf der Landschafts-Speisekarte kreuz und quer durch Deutschland zu machen. Wir befinden uns dabei in guter Gesellschaft, denn selbst die Dichter entlockten ihrer Leier zur Lobpreisung solcher Tafelfreuden die echtesten Klänge. In Ludwig U h 1 a n b s „Metzelsuppen» standen sich vor über 6000 Zuschauern die Eis- Hockey-Mannschaften von Italien und USA. gegenüber. Den Italienern gelang es dabei, die favorisierten amerikanischen Spieler nach einem aufregenden Kampf in der zweiten Verlängerung knapp mit 2:1 (0:0, 0:0, 1:1, 1. Verlängerung 0:0, 2. Verlängerung 1:0) zu schlagen und damit einen Sieg zu erringen, auf den wohl selbst ihre Landsleute nicht zu hoffen gewagt hatten. Tschechoslowakei — Ungarn 3:0. Das Treffen nahm bereits im ersten Drittel einen außerordentlich temperamentvollen Verlauf. Bereits in der zweiten Minute gelang es dem Tschechen Kucera, der einen Nachschuß verwandelte, das Führungstor zu erzielen. Im zweiten Drittel wurde das Tempo des Spieles von beiden Mannschaften erheblich gesteigert. Die Tschechen erwiesen sich als die glücklichere Mannschaft. Auch das Schlußdrittel brachte nur ein Tor und zwar wieder für die Tschechen. Der Kampf wurde von beiden Seiten ziemlich hart durchgeführt. In den letzten Minuten artete der Kampf aus. Frankreich — Belgien 4:2. In keinem der bisherigen Eishockeyspiele wurde so schwer um die beiden Punkte gekämpft wie in diesem. Beide Mannschaften gaben ihr Letztes her, um zum Siege zu kommen. Erst nach breimaliger Verlängerung kam Frankreich zum enbgültigen Erfolg unb siegte mit 4:2 (1:0, 0:1, 0:0, 0:0, 1:1, 2:0). Deutschland-Schweiz 2:0. Die kräftigen Speisen ber beutschen Gaue hat man mit Recht als „Volkslieb ber Küche" bezeichnet. Schon Lichtenberg hat barauf hingewiesen, wie sehr bie Volksseele mit ber Leibkost verwachsen ist, unb es ist wohl fein Zufall, baß bie Völker ihre Spaßmacher gern mit bem Namen ihres jeweiligen Lieblingsgerichtes benennen. So hat ber Deutsche ben Hanswurst, ber Franzose ben Jean Potage, ber Englänber ben Jack Pubbing, der Holländer den Pickelhärinq, der Italiener ben Signor Maccaroni unb ber Russe ben Kapustnik. Solche Streifzüge burch bie Lanbschaftsküche finb voller Reize. „... Ob man in einer ,Pufferstube' im Zentrum ber Reichshauptstadt bem genius loci hulbigt, ob im Münchener Hofdräuhaus bei Maßkrug unb Rabi, ober einem gar nach langem Fußmarsch ber würzige Duft des Bauernschmarrens auf einer Hochalm einlabenb in bie Nase steigt: immer wird sich bem mit wachen Sinnen Einkehrenden gerade in ber Schollengebunbenheit solcher Gerichte beutsche Gemütsart, beutsche Seele offenbaren." Samstag, 15. Februar: Zweierbobrennen 3. unb 4. Lauf. Der Beginn ber Bobrennen ist an allen vier Tagen auf 8 Uhr morgens festgesetzt worben. Training der Zweierbobs. Nachdem zunächst noch zwei der Viererbobs ohne Zeiten über die Bahn gegangen waren, wurde am Sonntagnachmittag das offizielle Training ber Zweierbobs durchgeführt. Am schnellsten war ber Schlitten bes Amerikaners Colgate, ber als Letzter fahrenb bie Bahn in 1:25,62 Min. durch- rafte unb bannt bem Bahnrekord bes Schweizers Capabrutt (1:25,20 Min.) bebenklich nahe kam. Deutschland II unb Schweiz II fahren Vestzeil. Auf ber Olympia-Bobbahn fanb am Samstag bei glänzenben Bahnverhältnissen bas erfte Training für Dierer-Bobs statt. Es würben sehr gute Zeiten erzielt. So erreichten Bob „Deutschlanb II" mit Trott unb „Schweiz II" mit Musy bie beste Zeit mit je 1:26,20 Min. Der von De Zana gesteuerte Bob „Italien II" benötigte 1:26,33 Min. Die Zeiten aller übrigen Maschinen lagen durchweg bei 1:30 Minuten. Es gab nur einen einzigen Sturz, von der Bob „Rumänien" betroffen wurde. Dabei wurde ein Mann leicht verletzt. Eisschiehen auf dem Riester See. Zum wahren Volksfest gestaltete sich die als Vorführung in bas olympische Programm aufgenonv Mit Recht heißt es in einem über ganz Schwaben verbreiteten Kochbuch: „Gut kochen ist ber Ruhm der deutschen Hausfrau. Aber gut kochen erlernt man nicht durch das bloße oberflächliche Hinein- fchauen in Kochbücher, es besteht nicht in dem bloßen Zusammenmengen von Stoffen nach Anleitung; gut kochen erfordert vor allen Dingen Nachdenken, Pünktlichkeit und Geschicklichkeit in ben oerschiebenen dazugehörigen Manipulationen. Denken ist also auch hier bas große Wort und sollte als Wahlspruch über jeden Küchentisch geschrieben werben." So nimmt es nicht wunder, daß die Kochkunst auf eine ehrwürdige Geschichte zurückblicken kann, in der sorgsam Erfahrung auf Erfahrung gesammelt worden ist unb in ber manche Persönlichkeit eine Rolle spielt, bie sich auch burch große Leistungen außerhalb ber Küche einen berühmten Namen gemacht hat. Schon bie heilige Hilbegarb von Bingen hat, wie Julia Virginia ßaengsborff in ihrem Beitrag zu bem von Ernst Marquarbt zusammengestellten unb im Societäts-Verlag Frankfurt a. M. erschienen Buch „Deutsche Heimatküche" ausführt, in ihrer „Physika" eine Reihe von klugen Nahrungslehren erteilt, aus denen wir erfahren, wie die Feldfrüchte unb Nutzpflanzen verwertet werben müssen, um bem Menschen eine „fröhliche unb zuträgliche Speise" zu werben. Ebenfalls zwischen Klostermauern finb um bie Mitte bes vierzehnten Jahrhunderts zwei Kochbücher geschrieben worben, bas eine in Würzburg, bas anbere in Tegernsee. Eines ber reizvollsten Rezeptbücher aber ist zweifellos in ber Sammlung von Kochanweisungen überliefert worben, bie Philippine Welser, bie Augsburger Patriziertochter unb Gemahlin Erzherzog Ferdinands, eigenhändig ausgezeichnet hat. In der Herstellung von „hafteten", „öortten" unb Backwerk muß sie eine wahre Meisterin gewesen sein, unb es ist verständ- lich, bah ber Kurfürst von Sachsen einen seiner Köche nach Schloß Ambras schickte, wo Philippine mit viel Umsicht unb Geschick über Kücke unb Keller herrschte, um bort einige „süße" Geyeimnisse ab-- zugucken. Die Junckfraw Maria Stenglerin, eine Zeitgenossin unb ßanbsmännin der Welsertochter, hat in ihrem verlockenden Kochbuch außerdem noch manches Schönheitsmittel verraten, wie sich Eierknappheit durch Vergrößerung des Arbeitseinkommens. Arn Eiermarkt herrscht eine gewisse Verknappung; man wäre aber im Irrtum, wenn man annehmen wollte, biefer geringfügige Mangel fei eine Folge bes verringerten Angebotes. Nach ben Berechnungen bes Instituts für Konjunkturforschung war vielmehr in ben letzten Monaten bie verfügbare Eiermenge etwas größer als im Vorjahre. Der Bedarf muß also gewachsen fein. Die Verstärkung der Nachfrage mag zum Teil mit der vorübergehenden knappen Versorgung der Fett- und Schweinefleischmärkte Zusammenhängen, sie ist aber in der Hauptsache eine Folge der Vergrößerung desArbeitsein- kommens. Die Erhöhung des Einkommens, wie sie für Millionen unserer Volksgenossen durch bie (Bingliebe- rung in ben Arbeitsprozeß erreicht wurde, verursachte — wie kürzlich bei ber Butter — nun bie Erhöhung bes Eierverbrauchs. Nach früheren Feststellungen war in Arbeiterhaushaltungen eine Einkommenssteigerung um 10 v. H. mit einer Zunahme des Eieroerbrauches von 11 v. H. verbunden, während bei ben Angestellten unb Beamten bie Steigerung nur 7 o. H. bzw. 5 v. H. betrug. Aus diesem Vergleich geht hervor, baß sich die Nachfrage nach Eiern in den letzten Jahren ganz erheblick gesteigert haben muß. Für bie Zukunft läßt sich Daraus bie Lehre ziehen, baß ber Bauer seine zlnftregungen oerboppeln muß, um mit ber wachsenden Nachfrage burch eine Vergrößerung ber inländischen Erzeugung Schritt zu halten. fielen un M, in ‘•eranb, Men ba peele w 35 gro wcht nu verloren JP.re Kl, Me jei kenn, Staffelführer Nagel (M. 147) bei ber Winterprüfungsfahrt siegreich. Zu biefer Fahrt hatte bie Kraftfahrinspektion West eine Mannschaft gestellt, an ber u. a. ber Führer ber Motorftanbarte 147 Staffelführer Nagel und Beifahrer Scharführer D a u ft e r mit Wanderer Kübelsitz-Wagen teilnahmen. Die Drei-Tage-Fahrt begann bekanntlich in Bad Harzburg unb hatte als Ziel Titisee. Nach anfänglich gutem Start hatte die Mannschaft des NSKK. zweimal Zeitausfall, so mußte sie infolge Kühlerrohrbruch unb Defekt ber Benzinzufuhr an einem anberen Wagen einige Stunden an Zeit einbüßen. Aber trotzdem gelang es ben Fahrern, bie Gesamtstrecke von über 1400 Kilometer, bie z. Teil über stark vereiste unb schneebedeckte Straßen führte, in einer noch verhältnismäßig guten Zeit zu bewältigen, so baß bas Ziel ohne Strafpunkt erreicht würbe. Knapp an ber silbernen Plakette vorbei wurde ber Mannschaft der eiserne Ehrenschild zuteil. 1SO0-Kurhessen Kassel 10:12 (3:8). Die Handball-Gauliga-Elf weilte am Sonntag in Kassel und hatte im fälligen Verbandsspiel gegen bie Kurhessen anzutreten, ßeiber mußte sie mit Ersatz für Göing, Knop unb Steines kämpfen. Das Halb- xeitergebnis lautete 3:8 für Kassel, ba sich bie Mannschaft burch bie Umstellungen nicht rasch genug gefunden hatte. Zum Schluß mußte sich die Elf der Spielvereinigung knapp mit 10:12 Toren geschlagen bekennen. Wir berichten noch darüber. VfB. Kurhessen Marburg — Tuspo. Bettenhausen 8:£> (5:2); Tv. Kirchbauna — Tv. 61 Esch- roege 7:5 (4:4); Kurhessen Kassel — ©p. 23g. Gießen 1900 12:10 (8:3); Spielverein Kassel — CT. Kassel 2:5 (0:4). Handball im Kreis VIII. Mtv. Gießen — Tv. Münchholzhausen 9:4 (5:1); Tuspo. Marburg — Tv. Lützellinden 13:6; Tv. Niedergirmes — Tv. Dorlar 10:7 (6:1). Freundschaftsspiele: Tv. Hörnsheim — Tv. Dutenhofen 8:6 (5:2); Tv. ßang-Göns Jugend — Tv. Gambach Jugend 11:6 (7:3); Tv. Garbenheim — SA. Hilfswerklager 7:7 (3:5); Spv. 05 Wetzlar — Tv. Wetzlar Jugend 8:5 (4:2). Mlv. I — Tv. Münchholzhausen I 9:4 (5:1). Mit einem schönen 9:4-Siege konnte die erste Mannschaft des Männerturnvereins am vergangenen Sonntag ihr fälliges Berbandsspiel gegen bie gleiche des Turnvereins Münchholzhausen beenden. Münchholzhausen stellte eine gute, schnelle unb äußerst eifrige Elf ins Felb. Die Männerturner fan- ben sich ausgezeichnet zusammen, besonbers zeigte sich ber Sturm schußfreudiger als gewöhnlich. In ber ersten Halbzeit waren bie Gießener jeder- zeit überlegen unb erzielten durch eine Anzahl schön vorgetragener Angriffe in fast regelmäßigen Abständen fünf gültige Tore. Ein ausgesprochenes Schußpech ber Gießener Elf verhinberte einen noch höheren Halbzeitftanb. Nach Wechsel wurde die Münchholzhäuser Mannschaft etwas durchschlags- träftiger unb konnte burch drei weitere Treffer das Resultat etwas verbessern. Den Männerturnern, bie zeitweise nur mit 4 Stürmern angriffen, gelangen noch 4 Tore. Gut geleistete Arbeit bes Torwartes mit seinen beiden Verteidigern, schnell vorgetragene Angriffe der ßäuferreihe schufen, vereint mit dem systemvollen Spiel und sicheren Schuß des Sturmes den Männerturnern die beiden wertvollen Punkte. Mlv. Jugend — Tv. Münchholzhaufen Jugend 3:5 (3:3). Vor dem Spiel der ersten Mannschaft standen sich beide obengenannte Jugendmannschaften im Freundschaftsspiel gegenüber, bas von ben Münchholzhäusern verdient gewonnen würbe. Spielvereimgrrng 4900 Gießen. 1900 — Dillenburg 2:1 (2:0). Der Sieg ber Blauweißen ist ziemlich karg ausgefallen unb babei fing es so vielversprechend an. Als Heilmann in ber 5. Minute ben Führungstreffer erzielte, fchien alles auf einen klaren Sieg ber Platzbesitzer hinzubeuten. Doch Dillenburg stemmte sich ben Angriffen ber Blauweißen mit Macht entgegen unb bas war es, was bie Gastgeber mehr unb mehr auseinanberfallen ließ. Wohl sah man einzelne gute Ansätze zur Kombination, aber in Tornähe verzettelte man sich zu sehr. Hinzu kam, baß 1900 ben größten Teil bes Kampfes mit nur zehn Mann durchführen mußte, denn Mank wurde gleich zu Beginn verletzt. Vorübergehend schied er aus und als er kurz vor Halbzeit im Nahkampf abermals verletzt wurde, sah man ihn nicht wieder. Auch ßippert, ber noch an einer alten Verletzung laborierte, lief humpelnb im gelbe herum. Der Spielverlauf war nicht allzu ereignisreich. Das Strohfeuer der Blauweißen war bald erloschen und in vielem Kleinkrieg mühte man sich ab, ben Ball vor bas Tor bes Gegners zu schaffen. Solange 1900 elf Mann im Felde hatte, hatten die Aktionen noch Hand und Fuß unb in ber 5. unb mene Durchführung ber internationalen Wettkämpfe ber Eisschützen. Die Mannschaften ber drei Länder traten in Heimattracht an, ein überaus buntes Bild, bas noch verstärkt würbe, als bie Bewohner bes Werdendester Lanbes sehr zahlreich in ihren schmucken Kostümen sich 3u ihnen gesellten, so baß auf bem Rießer See im Glanze einer milben Wintersonne sich ein farbenfrohes Leben unb Treiben abspielte. Getreu ber alten Ueberlieferung hielt ber Präsibent bes Organisationskomitees Dr. Ritter von Halt eine 2ln{prad)e, unb mit einem vielstimmigen Freudenruf würben bie Wettkämpfe für eröffnet erklärt. Im internationalen Eisschießen, an bem Deutschlanb, Oesterreich unb bie Tschechoslowakei beteiligt waren, kamen unsere stammes- verwandten Brüber burch Georg Ebenhauser, ber ben Eisstock 154,60 Meter weit schleuderte, zu einem glänzenden Sieg. Eiskunstläufen der Männer. Pflichtübungen I Teil. Das Pflichtlaufen der Männer nahm ä? Sonntagnachmittag im Kunfteisftadion zu Garmisch-Par- tenkirchen seinen Anfang. Vor 6000 Zuschauern wurden bis zum Abend insgesamt vier Figuren erledigt. Von 37 gemeldeten Bewerbern flehten sich am Sonntag nur 25 zum Wettbewerb. Weltmeister Karl Schäfer (Oesterreich) steht erwartungsgemäß mit einem knappen Vorsprung an ber Spitze. den. Die beiden Mannschaften begannen den großen Kampf in folgender Besetzung: Schweiz: Künz- 1er; Schmidt, Hug; Toriani, H. Cattini, F. Cat- tini; H. Keßler, Heller, K. Keßler. Deutschland: Egginger; Jänecke, Bethmann-Hollweg; Kogel, R. Ball, Schenk; Dr. Strobl, Schibukat, Wiedemann. Das Spiel begann mit einem Durchbruch von Kögel, der jedoch an der Deckung ab prallte, Ständig wechselten die Situationen, es wurde mit ungeheurer Erbitterung gekämpft. Unermüdlich griffen die schnelleren Deutschen an. Kurz vor Drittelschluß wehrte Egginger in prächtiger Weise einen gefährlichen Schuß ab. Das zweite Drittel eröffnete die deutsche Mannschaft mit einem schnell oorgetragenen Angriff. Aber auch die Schweizer griffen scharf an. Vor dem deutschen Tor gab es wiederholt gefährliche Augenblicke. Ein neuer Angriff ber Deutschen, Rubi Ball kam burch unb gegen seinen Schrägschuß war Künzler machtlos. Folgende Schweizer Gegenangriffe scheiterten. Zu Beginn bes letzten Drittels mußte Egginger sofort einen Scharfschuß von F. Cattini abwehren. Ein Weitschuß von Schibukat würbe abgefangen. Jänecke unternahm bann einen feiner stets gefährlichen Durchbrüche. Kurz vor bem Schweizer Tor schlug er plötzlich einen überraschenben Haken, schoß ebenso unerwartet unb Künzler mußte den zweiten deutschen Treffer passieren lassen. Deutschland hatte das Spiel gewonnen, bie Menge raste vor Begeisterung. Das Spiel sah zwei gleichwertige Mannschaften am Werk. Es mürbe mit unerhörtem Eifer gekämpft, flüssige Kombinationen konnten sich aber wegen ber betonstarken Störungsarbeit auf beiden Seiten kaum entwickeln. In der deutschen Mannschaft füllte jeder seinen Posten nach besten Kräften aus. Die Schlußiabellen der Vorrunde. Gruppe A. Spiele Gew. Verl. Tore Pkte. 1. Kanada 3 3 0 24: 3 6:0 2. Oesterreich 3 2 1 11: 7 4:2 3. Polen 3 12 11:12 2:4 4. Lettland 3 0 3 3:27 0:6 Gruppe B. Spiele Gew. Verl. Tore Pkte. 1. Deutschland 3 2 1 5:1 4:2 2. USA. 3 2 1 5:2 4:2 3. Italien 3 1 2 2:5 2:4 4. Schweiz 3 1 2 1:5 2:4 Gruppe C. Spiele Gew. Verl. Tore Pkte. 1. Tschechoslowakei 3 3 0 10: 0 6:0 2. Ungarn 3 2 1 14: 5 2:4 3. Frankreich 3 1 2 4: 7 2:4 4. Belgien 3 0 3 4:20 0:6 Gruppe D. Spiele Gew. Verl. Tore Pkte 1. England 2 2 0 4:0 4:0 2. Schweden 2 1 1 2:1 2:2 3. Japan 2 0 2 0:5 0:4 Hr.34 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesfen) Montag, lü. Zebruar 1936 einer Voraussetzung der Wissenschaft von der Seele berichtet Ludwig Klages an Hand konkreter Beispiele von Ausdruckswissenschaft. Der Münchener Arzt Dr. G. R. Heyer gibt in seinem Aufsatz „Leben und Erkennen" eine Ergänzung zum Aufsatz Seiferts. Der Reichsleiter der deutschen Psychotherapeuten M. Heinrich Göring befaßt sich mit dem Tema „Individuum und Gemeinschaft im Reiche der Psychologie" in Form einer Umschau über diese Frage im Bereich der medizinischen Psychologie. Die „Wehrpsychologie", die von der Psychotechnik her sich zur praktischen Charakterologie durchrang, kommt durch Ludwig Zeise zu Wort. Auch die „Parapsychologie ist durch Gerda Walther (München) vertreten, die mit Zurückhaltung auf Gegenstand, Schwierigkeiten. Erklärungsversuche und weltanschauliche Folgerungen eingeht. Der reiche Inhalt des Heftes wird durch eine Erzählung von Alfons o. Czibulka und eine größere Bücherschau abgerundet. — Ueber das Thema „Wettbewerb unter Künstlern" schreibt Georg Hoeltje im Februar-Heft der „K u n st k a m m e r", der illustrierten Monatsschrift der Reichskammer der bildenden Künste. (Propyläen-Verlag, Berlin.) Hoeltje gibt hier eine interessante Gegenüberstellung früherer und neuer Wettbewerbe unter Künstlern und verlangt eine scharfe Trennung zwischen Wettbewerben künstlerischer Art und den auf anderen Gebieten liegenden Ausschreibungen. Das Heit bringt auch einen Bericht über einen Wettbewerb, den Goethe anno 1799 ausschrieb Außerdem viele andere Beiträge und über 40 Bilder. frochfrfmlnorihrirftfen Der seit 1928 entrichtete Ordinarius für romanische Philologie an der Universität Frankfurt, Professor Dr. Matthias Friedwagner, wurde 75 Jahre alt. Friedwagner stammt aus Oberösterreich, habilitierte sich 1899 in Wien, wurde ein Jahr später Ordinarius in Czernowitz, ging 1011 nach Frankfurt, wo er 1914 Ordinarius für romanische Philologie an der neuqegründeten Universität wurde. Der Gelehrte hat zahlreiche Arbeiten zur alt- und neufranzösischen, zur spanischen und rumänischen Literatur- und Sprachgeschichte veröffentlicht. Der Lehrstuhl für alte Geschichte an der Universität Heidelberg ist dem Professor Dr. Fritz Schachermeyr an der Universität Jena zum 1. April 1936 angeboten worden. Zu ordentlichen Professoren wurden ernannt die Extraordinarien Dr. Hermann Walter (Chirurgie) an der Universität M ü n st e r und Dr. Otto O e st e r- h e l t (Vermessungskunde) an der Technischen Hochschule Dresden. Gedenket der hungernden Vögel jedoch, der bei der Entriffelung in Kästen unter die Maschinen fällt, wird in einer weiteren Maschine von den Hülsen gereinigt und dann in das Hauptlager zu Friedberg gebracht, dort saatfertig hergerichtet und hierauf den Bauern, die Flachs anbauen wollen, zugeleitet. Bei der Entriffelung der in Bellersheim aufgelieferten Flachsmenge konnten 36 Personen, zum großen Teil Frauen und Mädchen, vorübergehend beschäftigt werden. Diese Arbeit ist nun bald abgeschlossen. Unsere Bilder zeigen Ausschnitte aus dem Flachsverarbeitungsbetrieb Bellersheim, der eingespannt ist in das Aufbauwerk des Führers und in die Erzeugungsschlacht.' Arbeit am Flachs. Die Flachsentsamungsanlage in Bellersheim. I» f v 3' • D j. I I Oben: An der Riffelmaschine. — Unten: Der Samen wird verladen. wird. Der geriffelte Flachs wird dann gebündelt und wieder auf Lager gebracht, bis zu dem Zeitpunkt, da die weitere Verarbeitung vor sich gehen kann. Diese weitere Behandlung geschieht aber nicht in Bellersheim. Die notwendigen Einrichtungen werden durch die Bäuerliche Hauptgenossenschaft noch im Laufe dieses Jahres geschaffen. Der Samen flachs aus Oberhessen, aus dem Taunus bzw. aus Zeilen des Hessen - Nassauischen Landes. Im L a - fle r Bellersheim waren die Vorräte in zwei behänden, einem kleinen und einem größeren, un- tkrgebracht. Leider fiel das kleine Lagerhaus dieser Zage (wir berichteten darüber) einer Brandstiftung inm Opfer. Der große Lagerbestand konnte durch ie tatkräftige Arbeit der Feuerwehr gerettet wer- bin. Aus Bellersheim und Umgebung kamen die vorhandenen Flachsmengen mit dem Fuhrwerk oder bim Kraftwagen zur Anlieferung. Von weiter ent- fkrnt liegenden Anbaustellen gelangte die Flachs- emte mit der Eisenbahn nach Bellersheim. In den Derarbeitungsräumen in Bellersheim, de von Heinrich K a p e l l e r - Bellersheim zum teil kostenlos, zum Teil für einen denkbar geringe, Mietpreis in gemeinnütziger Weise zur Verfü- aitng gestellt wurden, erfolgte nur die Entrisse lung , die E n t s a m u n g , die sich sehr rasch uib einfach vollzieht. Mit der Entriffelung der 2* 00 Zentner Flachs, die dem Lager Bellersheim ^geliefert wurden, ist man seit etwa 14 Tagen blschäftigt. An fünf Maschinen, in denen je ein M ffelwalzensatz von mehreren Walzen eingebaut wird der Flachs behandelt. Der Flachs wird b.rd) die schräggestellten Walzen so hindurchgeführt, b:i3 nur die trockenen Samenkapseln aufgebrochen w>rb»H, der Stengel aber, der die wertvolle Faser äithält, weder gebrochen, noch irgendwie beschädigt Der Flachsanbau ist in den letzten Jahrzehnten sehr vernachlässigt worden. Aber wie aus so vielen Gebieten durch die Nationalsozialistische Regierung Wandel zum Besseren geschaffen wurde, so blieb es ihr auch Vorbehalten, im Bemühen um die Verbreiterung der Roh- 'toffbasis in Deutschland Inuch den Flachsanbau zu fördern. Ueber diese Notwendigkeit braucht wohl naum ein Zweifel zu Herr- 'chen. Die Arbeit wurde tatkräftig in Angriff genommen. Der Reichsnährstand Ilft bemüht, über die Lan- ? esbauernschaften in jedes Dorf die Anregung zum Flachsanbau hineinzutra- :en. Und willig steht auch : ier der Bauer im Dienste !esDaterlandes!DieErnte tes Jahres 1935 wurde ! ereits systematisch erfaßt, isbesondere in unserem heimischen Gebiet. Mit der Erfassung der Flachsernte wurde von ter Landesbauernschaft essen-Nassau die Bäu- iiliche Hauptge- ! o ssenschaftRhein- Hain-Neckar beauf- tagt. Die Hauptgenossen. Haft unterhält gegenwär- tg Teillager in hinein ihemaligenFabrikgeväude i- Bellersheim (Kr. (• ießen), ferner in Stock- trim, in Lauterbach und k Alsfeld. Das Lager Bellersheim 1: faßte große Mengen Aus der Provinzialhauptstadt. Frauen, Fasching und Kleiderschrank. O ja, wir haben alle Lust, das Alltagskleid einmal abzustreifen und uns eine Hülle überzuziehen, die gar nichts mit unserem gewöhnlichen Leben zu tun hat, sondern uns in einen anderen Menschen verwandelt. Und wer weiß, vielleicht ist dieser andere Mensch unser eigentliches Ich, zumindest aber das Wunschbild, das sich unsere Tagträume von uns elbst geschaffen haben. Sehr oft ist dieses Wunschbild gar nicht einmal besonders prächtig und königlich — so wie Kinder sich in die Gestalten ihrer Märchen hineindenken —, sondern eher schlicht, stili- iert, wenn auch originell und reizvoll. Für solche Wünsche findet sich allemal ein Kostüm, wir brauchen nur unseren Kleiderschrank auszuräumen und seinen Inhalt vor uns auszubreiten. Da haben wir ein kleingeblümtes Stilkleidchen, das wir im Sommer gern getragen haben. Besitzt es noch keine duftigen Rüschen oder Volants, dann nähen wir ihm welche auf, ein paarmal um die bauschige Weite des Rockes herum, um die Aermel- chen und um den Ausschnitt, den wir ruhig noch etwas vertiefen dürfen. Dafür legen wir ein flatterndes Bändchen oder eine Blumenkette um den Hals, frisieren uns auf der Höhe des Scheitels einen kleinen Knoten und lassen die Löckchen über beide Ohren baumeln und stellen nun die reizendste Biedermeierdame dar, die sich denken läßt. Dieses Kostüm läßt sich mit einem Kranz im Haar und gepuderten Locken auch zur Schäferin abwandeln. Mittelalterliche Zeiten steigen schon von selbst auf, wenn wir unser diesjähriges Abendkleid ansehen, und leicht läßt sich diese Linie noch stärker herausarbeiten. Ein Spitzentuch, ein Häubchen, eine entsprechende Frisur können unerwartete Illusionen hervorzaubern, nur suche man bei solchen Kostümen die Schwere und Fülle der Stoffe zu mildern, denn das Faschingstreiben verlangt volle Bewegungsfreiheit und leichte Glieder. In vielen Fällen genügen schon stilvolle Andeutungen. Ein einfaches schwarzes Seidenkleid, das oft schon Jahre hindurch getragen worden ist, läßt sich fast zu allem gebrauchen: wir trennen den modischen, vornehmen Kragenputz ab und binden uns eine große Krause aus weißem gerafftem Tüll um den Hals und kleinere Krausen um die Handgelenke. Schon ist das Gewand abenteuerlich und lustig verwandelt. Oder wir streuen bunte Flitter über die glatte Seide und ziehen lange geputzte Handschuhe dazu an. Oder . Das tarierte Sportröckchen wird gekürzt und ergibt zusammen mit einer langärmeligen Polobluse ein Schottenkleid, das durch die reizende Schottenmütze ergänzt wird. Ein glattes, helles Tuch,' in klassisch-strenge Falten gelegt und mit Spangen über der Schulter gehalten, mit Goldgürtel, Bändersandalen und kleinen gedrehten Löckchen als Zutaten — schon ist die Griechin fertig, zu der man aber auch eine schöne Gestalt mitbringen muß. Aber was wollen wir uns noch mehr den Kopf zerbrechen. Spürt doch jede von uns ein Fünkchen Phantasie in sich, ist uns doch Geschmack und die Liebe zu schönen, bunten Stoffen angeboren, und wenn ein Kostümfest lockt, das nett zu werden verspricht, dann wird Prinz Karneval nicht lange auf uns zu warten haben. Bornoiizen. Tageskalender für Montag. NSG. „Kraft durch Freude": 21 bis 22 Uhr Rei- ten, Reitschule Schömbs. — Stadttheater (Ring Deutsche Bübne): 20 bis 22.45 Uhr „Die Tanz- gräfin". — Gloria-Palast, Selterswea: „Eva" — Lichtspielhaus. Bahnhofstraße: „Der Mann mit der Pranke" — Oberhessischer Kunstverein (Turmbaus am Brandplatz): 16 bis 17 Uhr Ausstellung von Gemälden von Josef Steib-Berlin. Stadttheater Gießen. Heute, von 20 bis 22.45 Uhr, als Vorstellung der NS.-Kulturgemeinde Ring „Deutsche Bühne" die Tanz- und Schlageroperette „Die T a n z g r ä f i n" von R. Stolz. Musikalische Leitung: Ernst Bräuer; Spielleitung: Paul W r e b e ; Tänze: Thery Schultheis. Freier Kartenverkauf zu Tagespreisen an ber Abenbkasse. Amt für Volkswohlfahrt, Gießen-Nord. Bett.: Pfundsammlung. Mittwoch, 12. Februar, wirb bie Pfunbsammlung für den Monat Februar im Bereiche der Ortsgruppe von den NSV.-Blockwaltern und -Helfern durchgeführt. Die Hausfrauen werden gebeten, die Spenden bereitzuhalten und den Inhalt der Päckchen auf der Umhüllung kenntlich zu machen. Tkeichsbetriebsappell „Schönheit der Arbeit" verlegt. NSG. Der am 18. Februar angesetzte Reicbs- betriebsappell „Schönheit der Arbeit" der Reichsbetriebsgemeinschaft „Eisen und Metall" ist auf einen spateren Termin verschoben worden. Dieser Appell hat hinsichtlich seines Zweckes dis restlose Zustimmung des Reichsleiters der DAF. gefunden. Schwierigkeiten entstanden lediglich in Bezug auf den Termin, da die Vorbereitungen zur Vertrauensratswahl im vollsten Gange sind und im Rahmen dieser Arbeit Gemeinschaftsempfänge notwendig werden. Aus diesem Grunde wird im Einverständnis mit dem Reichsbetriebsgemeinschaftsleiter Pg. Jäzosch dieser Reichsbetriebsappell „Schönheit der Arbeit" auf einen späteren Termin verlegt. Oie Preisaufgaben der Universität Gießen für das Jahr 1936/37. Von der Pressestelle der Universität Gießen wird uns mitgeteilt: Für das Jahr 1936/37 werden folgende Preisaufgaben gestellt: Von der Theologischen Fakultät: Für den akademischen Preis: Arm und reich im Alten Testament, eine soziologische und theologische Untersuchung. Von der Juristischen Fakultät: Die Stellung des Rechtsanwalts in der Rechtspflege. Von der Medizinischen Fakultät: Die Diphtherie in Gießen seit 1925. Von der Veterinärmedizinischen Fakultät: An Hand des Schrifttums und auf Grund eigener Untersuchungen ist zu prüfen, in welchem Maße der Fettgehalt der Milch durch Erkrankungen ber Kühe beeinflußt wirb. Von der Philosophischen Fakultät: 1. Aus dem Gebiet der Kunstgeschichte: Auftraggeber und Künstler in der Kunst der Deutschen Renaissance. 2. Aus dem Gebiet der mittelalterlichen Geschichte: Gliederung und Verteilung des ländlichen Grundbesitzes in Hessen bis zum Aufkommen der territorialen Gewalten. 3. Aus dem Gebiet der Botanik: Neue Beiträge zur physikalischen Physiologie der vegetabilischen Protoplasten. 4. Aus dem Gebiet der Zoologie: Bau, Entwicklung und Farbenentstehung bei den Schillerzellen der Tintenschnecken. 5. Aus dem Gebiet der Geographie: Morphoge- netische Untersuchungen des Gebietes zwischen Lahn, Sieg und Dill. Wer sich um einen Preis bewirbt, muß mindestens in einem der beiden auf die Stellung der Auf- — Zeugnis für die Wandlung in der Psycho- volle Schnauzer, und es war ihnen, als grüßten sie in diesem Trünke ihren General inbrünstiger als sie es jemals mit vollen Weinpokalen getan hatten. — Ja. diese Geschichte wollte ich nur erzählen, sie ist doch wohl ein schöner Beweis dafür, wie man ein Menschenherz vor dem Spott der Welt bewahren kann." Als die Gastgeberin geendet hatte, erhob sich der Herr, der vorhin Martha so absichtlich wehe getan hatte, verbeugte sich und ging. Er ward in dieser Runde nicht mehr gesehen. — Von uns forschte keiner nach den Gründen, die das junge Mädchen veranlaßt hatten, eine Unwahrheit zu sagen. niemandem von uns eingefallen, Martha — selbst wenn wir sie auf einer Lüge ertappt hätten! — in derart brutaler Weise bloßzustellen, viel zu sehr glaubten wir an sie. Sie mochte ihre Gründe haben, hätten wir gedacht. Einen Schurken nämlich kann, nein muß man entlarven, also ihm seine Maske herabreißen: einen guten Menschen, selbst wenn er irren sollte, bloßzustellen, ist keine gottesgefällige Tat. Es legte sich darum, als diese Rede verklungen war, sehr kühl auf unser Herz, Martha allerdings lächelte nur und war im Begriffe, wortlos aufzu- stehen, als die Gastgeberin leise die Hand erhob und wie von ungefähr sagte: „Warten Sie doch noch einen Augenblick, meine Liebe! Ich hatte schon vorhin vor, Ihnen eine kleine Anekdote zu erzählen, die mir dieser Tage wieder — nachdem ich sie fast vergessen hatte — in den Sinn kam Sie handelt von dem Reitergeneral Sepdlitz und sie lehrt uns, wie ein großer Geist es fertig bringt, die drohende Bloßstellung eines wahrhaft Unschuldigen abzubiegen. Seydlitz nämlich hatte einen jungen, aus dem Mannschaftsstande hervorgegangenen Offiziersanwärter bei dem erneuten Beweise einer großen logie ist das neue Heft der Süddeutschen Monatshefte (München): „Moderne Seelenkunde". Friedrich Seifert gibt mit seinem Aufsatz über „Das Bild des Menschen in der Psychologie von gestern und heute" eine Einführung in Lage und Stand der Seelenkunde und verfolgt die Wurzeln dieser Lage bis in Renaissance und Reformation. Carl Gustav Jung, der bekannte Schweizer Psychiater, legt die auf rein seelischer Ebene gewonnenen Grundsätze feiner „Psychologischen Typologie" dar, die von aufschlußreichen Erörterungen über die Geschichte der Typologie eingeleitet werden. „Aus der Wissenschaft vom Ausdruck" als teiffcbrtfteii — In der Februarfolge beginnen Wester- m a n n 5 Monatshefte mit der Veröffentlichung des Romans von Hermann Eris Busse „Der Tauträger". Auch in diesem Werk zeigt sich Busse als der große Künstler in der Darstellung des deutschen Menschen und der deutschen Heimat. Besondere Beachtung wird auch der Aufsatz von C. I. Luther fin- j den, in dem er die Aussichten der an den Olympischen Winterspielen in Garmisch-Partenkirchen teilnehmenden Nationen untersucht. Mehrfarbige Wiedergaben nach Oelbildern von Fritz Ahlers ergänzen den Text. In dem Aufsatz „Werktägige Hände malen" erzählt Armin Schönberg von einer Gruppe Werktätiger, die sich in Dresden zusammengefunden hat, um unter ber Leitung eines bekannten Malers nach der Berufsarbeit schöpferisch tätig zu sein. Mehrere farbige Bilder zeigen, wie der Maurer, der Schlosser oder Buchhalter seine Umwelt sieht und wie sein Wesen in den Bildern zum Ausdruck kommt. Von den unterhaltenden Beiträgen seien noch erwähnt förmlich die Glossen und Witze durch die Luft fliegen, als alle wie gebannt das Wort, den Witz, die Zote von der Spitze der Zunge wieder zurückholten: als sei nichts geschehen nämlich hotte der General, der wußte, wie man ein edles Herz vor dem Spott und der Verachtung selbst guter Kameraden bewahrt, nun seinerseits die Handschale erhoben, und ehe noch der Leutnant sich anschickte, die seine abzusetzen, hatte der gütige Haudegen die seine bis auf den Grund geleert? Von so viel herrlicher Kameradschaft und edelstem Feingefühl bis in die Tiefe ihrer allezeit begeisterungsfähigen Seelen gerührt, hoben nun die Offiziere Mann für Mann die Schale Lum Mund, unter junge Flaumbärte und wallende 3m Laufe des Gespräches an jenem Abend, von ich berichte, kam man nun auf em Konzert zu reden, das tags zuvor in der Stadt abgehalten ncrben war Man rebete babei vornehmlich über N-zarts schöne Es-dur=6onate, bereu Abagio ja tni: zu bem Schönsten gehört, was beutscher Geist zu ersinnen vermochte. Es würben ein paar zHforbe angeschlagen, unb jene ältere Dame, eben die Gastost erin, wenbete sich nun an Martha unb meinte, hfe auch sie wohl recht glücklich gewesen sei, m die em schönen Konzert roieber Mozart gehört zu had-en. „Sie freuten sich ja so lange auf biefen Abmd", schloß sie. Die Angeredete antwortete: „O, e; war herrlich! Ich werde noch lange daran Den- ter!!" — An dieser Stelle warf der vorhin ge- »anmte Herr, allen vernehmlich und sehr scharf, ein. „ß ar um lügen Sie denn?! Ich ^abe Sie doch c’f ern abend mit Herrn M. im Caf6 gesehen, td'r war es nur Ihr Geist?" 2>iefe hämische Frage, hinter ber offensichtlich wollig" chnitt" Unfällen' SS*‘&raa E?nwärneliim'5Jiünb,'unter junge giaumbärk und wallende Gute Belehrung. (Sine Geschichte von Hans $ranfe, Heilbronn Bei einer Abendgesellschaft, Die sich in einem geftfreien Hause der Stadt versammelt hatte, ge- (dai) es, daß ich Zeuge wurde, wie eine feinsinnige äl: ere Dame, deren Umgang vor allem von Mengen mit tiefer Empfindungsleidenschaft immer totöer gesucht wurde, einem kalten ichsüchtigen Hirzen eine Lehre erteilte. In dieser Gesellschaft befanden sich einige Ehe- peare, die alle gut untereinander bekannt waren, ioju ein junges Mädchen und ein Mann in mittleren Jahren, dessen Klugheit, aber auch dessen pedantische Geistigkeit in allen Dingen uns bekannt, rillen unangenehm war. Aber selbst die Kürze der Zeit, in der sich dieser Mensch in unserer Runde be and, hätte ihn lehren sollen, daß Martha — ebm das junge Mädchen — eine reine und edle Siele war. Nicht nur ihr freies und schönes Gesicht, los großflächig in allen Teilen harmonisch war, niyt nur ihre warmen Augen, in denen die Tiefe lerloren sich spiegelte: vor allem ihr offenes Wesen, ihie Klugheit, Ungezwungenheit und Sicherheit Härte jedem Forschenden sagen müssen, daß hier kein Falsch sich hinter einer meisterhaft getragenen M,ske verbarg. Es war allen bekannt, daß Martha in herzlicher Zuneigung einem jungen, der Musik erc ebenen Lehrer verbunden war, und wir alle freuten uns auf den Tag, da aus diesen Menschen ein Paar werden würde. Tapferkeit und Kenntnisse zum Leutnant befördert, und die Rund? des Offizierskorps saß gerade bei diesem Liebesmahle. Man hatte tüchtig potuliert, der junge Leutnant hatte als Geehrter den Platz an der Stirn der Tafel inne, neben ihm saß der General. Als nun der letzte Gang vorüber war. brachten die Diener die Handschalen herbei, in die man wie Sie wissen, ein roenia die Finger taucht um sich mit bem Hinwerfen ber Mnnbtücher zu erheben. Unser junger, zu so hohen Ehren aePommr. - Ass ie Schulen dsamm- Ergebni- mertDolli t- und erbrach m Werte ceFrei- - Leitunz bad) Dl Zum 2u- g ab. Du rbanbstage n 11- und er Kennt- igen, mü illen W über feä- i ©erlaub ,teph" chschule der Feucn Der edü mtnis B ichs-Feuen bei de' Posaunt Unter M $ war« rinnet1 ihres nur n® i®. r . w* um Sorge. den nwestndl' -ie ßefj Jjerr e-; erwit>trT" beim $ W" I* sttt iu btNt ' Das Ä )e, das l sprach 'edrülkeF des w nber, 'önnen' J >ren ® ° »d lange chor, der geschlossen der Freiwilligen Feuerwehr Rechnungen waren durch die Kassenprüfer für rich- L • . i : „s. X; IJlnrlnmnifiinn hiirrh ti n hufituhn« ■ VY> -t,____ ____s, . l:_____£ zt- . HailptvelsMMlungdesKavaUene-VeremsGießen er Wirtschaft ver- Um 813 149 kosteten: Rinder: Ochsen 36 bis 43 Mark, Bullen 42 bis 43, Kühe 24 bis 43, Färsen (Kalbinnen) 40 bis 43, Kälber 38 bis 68, Hümmel 47 bis 50, Schweine 50 bis 57 Mark. — Marktverlauf: Rinder lebhaft, Kälber und Härnrnel mittelmäßig, Schweine wurden Zugeteilt. d. S). Bor- Stz Jahre Zuchthaus für einen Mansardeneinbrecher. LPD. Mainz, 9. Febr. Die Große Strafkum- mer verurteilte nach zweitägiger Verhandlung den 34 Jahre alten Heinrich Hagemann aus Dortmund wegen 17 schwerer und zwei einfacher Diebstähle im Rückfalle, gewerbsmäßiger Hehlerei und Urkundenfälschung zu 5V? Jahren Zuchthaus und 5 Jahren Ehrverlust. Hagemann, ein Hochstapler großen Formats, machte Trier, Köln, Düsseldorf, Dortmund, Bonn, Koblenz, Wiesbaden und Mainz unsicher. Er brach meist in Mansarden ein und stahl hier, was ihm des Mitnehmens wert schien. 38,40 (38,13). Tagesgeld sehr leicht mit 2,25 (2,50) v. H. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 10. Febr. (Vorbericht.) zeichnete auch zum Wochenschluß einige Kaufaufträge aus dem Publikum und hatte eine weiter feste Tendenz, das Geschäft bewegte sich aber in ziemlich engen Grenzen. Am Aktienmarkt erfuhren die Kurse durchschnittliche Erhöhungen von 0,25 bis 0,50 v. H. Etwas mehr Interesse zeigte sich für Bergwerkswerte. Verein. Stahlwerke 81,50 bis 81,65 (81,13), Rheinstahl 112 (111), Mannesmann 83,90 (83,65), Hoesch 88,75 (88,50), Harpener 114 (113,50), Ilse Genuß 128 (127,75), Klöckner unv. 85,40. Chemische Werte wurden vernachlässigt und waren kaum verändert, IG. Farben 151,50 (151,50), Goldschmidt 112,75 (112,50), lebhafter aber Deutsche Erdöl mit 109,50 bi- 110 (109). Von Elektroaktien setzten Felten und Gesfürel je 0,25, RWE. 0,40, Schuckert 0,75 v. H. höher ein, Bekula gaben 0,50 v. H. nach, Siemens blieben mit 174,40 behauptet. Für Zellstoffwerte erhielt sich weiter etwas Nachfrage, das Geschäft war aber klein. Waldhof 122,25 bis 122,50 (122), Aschaffenburger 88,50 (88). Sonst kamen zunächst noch zur Notiz: AG. für Verkehrswesen 107 (106,50), Daimler Motoren 105,25 (105), Holzmann unv. 96, Conti Gummi 167,25 (167,50), Rheinmetall unv. 127,50. Am Rentenmarkt war die Haltung bei kleinen Umsätzen freundlich. Altbesitzanleihe HO (HO), Kommunal-Umschuldung 87,10 (87,10), Zinsoergütungsscheine 93,20 Geld (93,20), späte Reichsschuld- V Watzenborn-Steinberg, 10. Februar. Am gestrigen Sonntagnachmittag geriet der Autoschlosser Otto Sommer von hier mit seinem M o - torrad an der Bahnüberführung auf der Landstraße Reiskirchen—Gießen gegen einen Laternenpfahl am Bahnübergang. Dabei stürzte er und trug einen Schlüsselbeinbruch davon. Die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in Gießen brachte den Verletzten nach der Chirurgischen Klinik. Pflichten zum Ehrenmitglied, eine Ehrung, die allseitig begrüßt wurde. Einer stattlichen Anzahl von Kameraden wurde das neue Abzeichen des Waffenringes für 25jährige Zugehörigkeit zum Verein überreicht, darunter dem Standartenträger Heinrich Bachmann, der etwa 17 Jahre die Standarte trägt. Weiterhin erhielten das Ehrenzeichen: I. Battenfeld, Karl Bauer, Wilh. Becker I., Hch. B ö n f e l, Ludwig Christ.A. Denning- hoff, K. Denhardt, W. Dippel, W. Döll, I. George, Ludwig Gerlach, F. Groß, Hch. He brich, Joh. Honig, Hans Keitzer, Herm. Kreie, W. Kutschrad, W. Kümmel, W. Maisch, W. Mank, W. Mühl, Fr. Müller (Frankfurt), Adolf Noll, Karl Noll, Karl Parr, Hch. Prenser, H. Preiß, W. Reitz, A. Rück, Gg. Schäfer, O. Schmidt, K. Schomber, Gg. Sommer, Karl Sommer, Karl Stock, A. Schneider, Gg. W a l tz- schm i d t, Konr. Weiß, I. Weitzel, Karl Werner, Hch. Winn und Wlodarek. Auf die Vertrauensfrage wurde dem Vereinsführer Ernst Hartmann für die selbstlose und gewissenhafte Führung des Vereins, um dessen Wohler- aehen er sich stets eifrig bemühte und dessen Ansehen er zu wahren und zu mehren verstanden hat, einstimmig das volle Vertrauen der Versammlung ausgesprochen. In seinem Schlußwort dankte Vereinsführer Hartmann für diesen starken Vertrauensbeweis und sprach die Erwartung aus, daß forscher Reitergeist auch weiterhin die Kameraden erfüllen möge, damit die Aufgaben getan werden können, die den heutigen Soldatenkameradschaften gestellt sind. Er betonte die enge Verbundenheit mit den aktiven Kameraden des Reiterzuges 13. Komp, und brachte erneut das Gelöbnis der Treue zu Führer und Volk zum Ausdruck, in das die Versammelten freudig einstimmten. Gemeinsam mit den inzwischen erschienenen Angehörigen der Kameraden wurden dann beim Gesänge alter Soldatenlieder und flottem Tanz noch schöne und gemütliche Stunden in kameradschaftlicher Verbundenheit verlebt. beitreten wird, bereicherte die Versammlung durch seine mukalischen Darbietungen. Die Versammlung wurde in üblicher Weise geschlossen. — Bei der jüngsten Holzversteigerung im Gemeindewald wurden folgende Preise erzielt: Buchenscheiter 18 bis 20 Mark, Buchenknüppel 14 bis 15 Mark, Buchenstöcke 7 bis 8 Mark, Eichenscheiter 10 bis 12 Mark, Eichenknüppel 8 bis 10 Mark, Eichenstöcke 4 bis 5 Mark je 2 Raummeter, Buchenreisig 6 bis 3 Mark, Eichenreisig 3 Mark je 5 Raummeter. I Großen-Linden, 9. Febr. Die hiesige Vieh- und Pferdeversicherung hielt im Gasthaus „Zum Ritter" unter Leitung des Altbürgermeisters Lang ihre Generalversammlung ab. ul ad) dem Geschäftsbericht waren die gezahlten Entschädigungen normal. Der Rechner H o ß b a ch trug i bie Rechnung der P f e r d e v e r s i ch e r u n g vor llnd zeigte einen einwandfreien Stand. Dem Rechner wurde hierauf Entlastung erteilt. Der Rechner Velten von der V i e h v e r s i ch e r u n g trug ebenfalls die Einnahmen und Ausgaben vor. Die die erneut im Hinblick auf das letzte Ereignis als wertvolle Sozialeinrichtung hingewiesen wurde. An Veranstaltungen in diesem Jahre ist ein Familienausflug (Edertalsperre, Waldeck, Kassel) anfangs Mai und eine Herrenpartie zu Kamerad Hartmann-Hohensolms geplant. Vereinsführer Hartmann sprach dem Gesamtvorstand und allen Mithelfern Dank und Anerkennung für die geleistetete Arbeit aus und stellte die Einigkeit und Geschlossenheit zwischen Führung und Verein als vorbildlich dar. Der Geist der Disziplin im Verein offenbart sich in erster Linie in der restlosen Beittagsentrichtung, die mustergültig ist. Hierauf ernannte der Dereinsführer das ehemalige Vorstandsmitglied Georg Schäfer in Anbetracht seiner selbstlosen und pflichtbewußten Arbeit für den Verein und in Würdigung seiner außerordentlichen Verdienste mit allen Rechten und * Reichsbahnschätze 1936 mündet- s i ch e r. In einer Verordnung vom 31. Januar 1936 über die Anlegung von Mündelgeld hat der Reichsminister der Justiz bestimmt: Die auf den Inhaber lautenden, mit 4,5 v. H. verzinslichen Schatzanwei- sungen der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft vom Jahre 1936, Reihe I, im Betrage von 500 Mill. RM., genehmigt durch ministerielle Urkunde vom 20. Dezember 1935, sind zur Anleggung von Mündelgeld geeignet. * D i e Neuzulassungen von Kraftfahrzeugen im Januar. Im Januar ließ, wie es im Hinblick auf die bevorstehende Eröffnung der Automobilausstellung zu erwarten war, das Zulassungsgeschäft merklich nach, lediglich bei den Kraftradzulassungen ergab sich wieder ein Ansteigen. Die Gesamtzahl der Neuzulassungen von Kraftfahrzeugen lag mit 20 507 um 17 v. H. unter buchforderungen 96,75 (96,75), dagegen Reichsbahn- Vorzugsaktien 122,65 (122,90). Im Verlaufe war die Haltung weiter fest, in Spe- aialroerten vermochte sich das Geschäft etwas zu beleben. Höher waren vor allem Vereinigte Stahlwerke mit 82,13 nach 81,65, auch die übrigen Montanwerte zogen noch etwas an. Deutsche Erdöl stiegen auf 110,25 nach HO, Schuckert auf 133 nach 132^25, ferner kamen Licht & Kraft mit 134,25 (133), Westdeutsche Kaufhof mit 32 (31,25) und Reichsbank mit 187,25 (186,25) zur Notiz. Im übrigen ergaben sich gegen gestern meist Besserungen bis 0,50 v. H. Niedriger lagen Scheideanstalt mit 211 (212). JG.-Far- ben unterlagen einigen Schwankungen mit 151,65 bis 151,50 nach 151,50. Am Kassamarkt waren Zellstoff Memel höher gesucht, auch für Großbankaktien schien weitere Nachfrage zu bestehen. Renten lagen auch später still und unverändert. Goldpfandbriefe, Kommunal-Obligationen u. Staatsanleihen zeigten gestrige Kurse, während Liquidationspfandbriefe zumeist 0,13 v. H. nachließen. Stadtanleihen nahezu unverändert, nur Frankfurter je 0,25 o. H. leichter mit 91,75 bzw. 91,40. Don fremden Werten 4proz. Goldmexikaner 8,20 (8), Anatolier! 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: Rinder (143 Ochsen, 77 Bullen, 444 Kühe, Färsen), 466 Kälber, 49 Schafe, 2955 Schweine. Es Von forschem Reitergeist gettagen hielt am gestrigen Sonntagnachmittag im Hotel Hindenburg der Kavallerie-Verein Gießen feine gut besuchte Jah- 7eshauptoersammlung ab. Der Vereinsführer Ernst Hartmann entbot den Kameraden vom Reiterzug (13. Komp.) und ben Mitgliedern herzlichen Willkommensgruß. In -einem Rückblick würdigte er insbesondere die machtpolitische Errungenschaft des letzten Jahres, >ie Wiederaufrichtung der freien deutschen Wehrmacht, die auch bei den alten Kavalleristen große Zreude auslöste, und wies auf die Kameradschaft pes Vereins mit dem Reiterzug der 13. Komp, des tig befunden; den Rechnern wurde hierauf Entlastung erteilt. Im weiteren Verlauf wurden nod) verschiedene Anträge erledigt. Beide Versicherungen stehen finanziell sehr gut. Es wurde im letzten Jahre bei der Viehoersicherung nur von einem Vierteljahr die übliche Prämie erhoben. — Bei der Holz- Versteigerung am Freitag wurden ansehnliche Preise erzielt. Für einen Kiefernstamm wurden 200 Mark geboten. Käufer ist Glasermeister Marx aus Gießen. ■mürbe. Der 1. Schriftführer Karl Denhardt erstattete Jen Jahresbericht, der eine gedrängte Uebersicht iber die Arbeit und Ereignisse im Verein bot. Bemerkenswert ist daraus die Tatsache, daß der Berlin etwa 130 Kavalleristen aus Gießen und den Ort- chasten der weiteren Umgebung umfaßt. Im letzten jähre verlor die Kameradschaft ihre Mitglieder Gg. > A a u l i - Leihgestern und Wilh. K ö s i n g e r, Ba- enhausen, denen das übliche Ehrengeleit gestellt ourbe. An einer Reihe größerer Veranstaltungen iiatten bie Kameraben teilgenommen, u. a. an dem voldatentag in Gießen, und dem Dragonertag in Darmstadt, sowie an zahlreichen Begebenheiten, bei lenen sie das kameradschaftliche Verhältnis zu den irberen Solbatenvereinen zum Ausbruck bringen bnnten. In einmütiger Geschlossenheit haben 23er» Ausführung unb Kameraden unermüdlich an ihren Aufgaben zum Wohle der Allgemeinheit unb zur Förderung reiterlichen Geistes gearbeitet. Von bem Vorsitzenben bes Waffenringes ber putschen Kavallerie, Schröder-Bochum, ber chrenmitglieb bes Vereins ist, war ein Begrüßungsschreiben eingegangen. Der Verein ehern. Hanen in Krefelb hat für den August d. I. eine (inlabung zur Teilnahme an dem Westdeutschen Vertreter» und Verbandstag gesandt. Der Vereinsführer gab einen Bericht über den Koldatentag des letzten Jahres, der sehr erfolgreich erlaufen war, so daß er in diesem Jahre wiederholt werden soll. Weiter wies der Vorsitzende auf he Einladung zur Besichtigung des Scharfschießens 6>r Artillerie hin. Die Kriegsgräberfürsorge wird k diesem Jahre einen besonderen Sammeltag durchfahren; auch die alten Kavalleristen werden dabei vithelfen unb weisen schon heute auf die Ehrenflicht jedes Deutschen zum Opfer einer Spende für e Gräber in Feindesland hin. An dem im März «ttsindenden Artilleristentag in Gießen werden d) in kameradschaftlicher Weise auch die Kavalle- r|ften beteiligen. Für den verhinderten Kassenwart Rohrbach cib der stellvertretende Vereinsführer Rühl den taffenberid)t, der geordnete Verhältnisse und einen t achtlichen Sparbetrag aufwies. Die finanzielle läge des Vereins gestattete u. a. die Bewilligung enes Betrages für die Teilnahme zahlreicher Ka- r-eraben an bem Kavalleristentag in Darmftabt. lern Kassenwart würbe einstimmige Entlastung er- tiilt unb bem Gesamtvorstanb Dank unb Aner- kInnung ausgesprochen. Im weiteren Verlaufe ber Versammlung würbe auch das Verhältnis des Vereins zum neuen Sol- 1 butenbunt) geklärt und erneut darauf hingewiesen, daß der Verein, wie auch der Waffenring der deut- |c»en Kavallerie, bestehen bleiben. Die Regelung in dien Einzelheiten wird später erfolgen Jedenfalls Hut der Führer des Wasfenringes, General Frei- i|j;:rr v. Matter, sowohl das Bestehen des Verleihs, wie auch das der Gießener Arbeitsgemein- jdnaft der Soldatenvereine begrüßt und deren Be- tctigung als vorbildlich bezeichnet. Aus gleichem Grunde bleibt auch bie Sterbefürsorge bestehen, auf bem Vormonatsergebnis, jeboch noch um 38 über ber Vergleichszahl für ben Januar des jahres. Nhein-Mainische Börse. Freundlich. Frankfurt a, M., 8. Febr. Die Börse Infanterie-Regiments 36 hin. Sodann gedachte )es auf tragische Weise verschiedenen Kameraden Loen, dessen Andenken in üblicher Weise geehrt Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Aus aller Wett. Ehrung einer hundertjährigen. Der Führer und Reichskanzler hat der Frau Wilhelmine Haucke in Polenzig aus Anlaß ber Vollendung ihres 10 0. Lebensjahres ein persönliches Glückwunschschreiben und eine Ehrengabe zugehen lassen. Zwei weitere Todesopfer des Branbungtücfs in Amsterdam. Zu dem gemeldeten schweren Brandunglück in der Amsterdamer Altstadt wird ergänzend mitgeteilt, daß die Feuerwehr noch zwei gänzlich verkohlte Leichen, darunter die eines siebenjährigen Kindes, im Gebälk des Bodengeschosses geborgen hat. Die Zahl der Todesopfer erhöht sich dadurch auf acht. Der Zustand der vier Schwerverletzten ist besorgniserregend. Bei dem abgebrannten Gebäude handelt es sich um ein Haus, das jahrhunderte alt war und in keiner Weise den Vorschriften zur Brandsicherung entsprach. Das Feuer ist dadurch entstanden, baß ein Pettoleumofen umstürzte unb bas Zimmer in Branb steckte. Der Umfang des Unglücks ist nur dadurch zu erklären, daß der Brand zu später Nachstunde ausbrach und die Bewohner des Hauses in tiefem Schlaf lagen. Außerdem waren die Brandausgänge im Bodengeschoß derart mit Gerümpel verstellt, daß sie nicht benutzt werden konnten. Verheerendes Grohfeuer in der Londoner Filmstadt Etstree. In der Londoner Filmstadt Elstree brach nächtlicherweile ein Feuer aus, das großen Schaden anrichtete. Es gelang zwar, des Brandes innerhalb einiger Stunden Herr zu werden. Trotzdem ist ein Schaden von rund 10 Millionen Mark entstanden. Personen sind nicht zu Schaden gekommen. Bei einer Filmgesellschaft wurden alle drei Filmbühnen sowie 40 Ankleideräume und 24 Geschäftsräume vollständig zerstört. British International Pictures Haden ebenfalls drei Filmbühnen, ferner 36 Ankleideräume samt Inhalt sowie die Aufnahme-Abteilung eingebüßt. Die Aufnahmen mehrerer Großfilme müssen zeitweilig unterbrochen werden. Etwa 1000 Angestellte, Schauspieler und Techniker sind vorübergehend arbeitslos. In ben Ateliers der britischen Dominions Film-Corporation ist bie gesamte Tonsilmanlage zerstört worden. Auch die gesamte Garderobe und bie Kulissen würben ein Raub der Flammen. Schweres Verkehrsunglück in Braunschweig. Ein Nahgüterzug fuhr auf dem unbeschrankten Ueberweg Hamburger Straße in Braunschweig auf einen Lastwagen. Dabei wurden fünf Personen getötet und 13 verletzt. Von den Verletzten schweben vier in Lebensgefahr. Nach amtlichen Feststellungen muß ber bei bem Unglück getötete Fahrer bas vom Lokomotivführer ordnungsgemäß bebiente Pfeifsignal unb Läutewerk ber Lokomotive überhört haben. Auf bem Wagen befanben sich 23 Bauarbeiter, bie von ihrer Arbeitsstätte an ber Reichsautobahn nach Braunschweig zurückbeforbert werben sollten. Der braunschweigische Ministerpräfibent Klagges, ber sofort zur Unglücksstelle eilte, hat ben Hinterbliebenen ber Toten sowie ben Verletzten zur ßinberung ber ersten Not einen Betrag von 2000 Mark zur Verfügung gestellt. Beim Schlittschuhlaufen ertrunken. Beim Schlittschuhlaufen auf einem Tümpel in Leherheibe bei Wesermünbe ertranken ber 13- jährige Schüler Walter Elsen unb ber 11jährige Schüler Freb Korten. Die Knaben stießen beim Laufen zusammen unb stürzten. Die Erschütterung genügte jeboch, um bie bünne Eisbecke zu zerbrechen. Die Knaben konnten keinen Halt finben und ertranken. Verheerender Brand in einer ägyptischen Ortschaft. Bei einem Großfeuer in ber ägyptischen Ortschaft Batra (Provinz Garbieh) kamen zehn Personen ums Leben, währenb 20 schwer verletzt würben. Das Feuer hat beinahe bie ganze Ortschaft vernichtet. Hunderte von Menschen wurden obdachlos. Schweres Erdbeben in VNttelchina. Drei schwere kurz aufeinander folgende Erbst o ß e , beren Ausläufer sich über bie ganze Provinz Kansu erstreckten, richteten in ber Hauptstabt ber Provinz Lantschu großen Sachschaden an. Zahlreiche Häuser wurden in Trümmer gelegt. Der Einwohner der Stadt, die gerade das Laternenfest feierten, bemächtigte sich eine furchtbare Panik. Meldungen über Verluste an Menschenleben liegen bisher nicht vor. Ein Helfershelfer Heinrich Eduard Jakobs verurteilt. Als Erster aus ber Banbe ber internationalen Wertpapierbiebe in Wien, ber auch ber jübifche Schriftsteller Heinrich Ebuarb Jakob angehört, ftanb ber Jube Muray Norman Kohl, richtig Jacobson aus Kanok in Galizien, zuftänbig nach Neuyork, vor ben Wiener Geschworenen. Er wurde zu drei Jahren schweren Kerkers verurteilt. Die hinter ben Papieren $ramiun a. Dl. Beran Schluß» furt Schluß). Abend» börse Schluß» lurs Gchlußl. Dlifiag- börsc Dalum 7 2. 8.2. 7.2- 8.2. F, Deutsche Reichsanleihe v. 1927 t°> Deutsche Reichen!, von 1934 % Doung-Anleihe von 1930 .. Dwtfdje Anl..Ablös.-Schuld mir 0uslos.»Nechten ............. !*■% Deutsche Reichspoftschatz an Weisungen von 1934, I....... 6®. ehem.8% Hess. Bolksftaat 1929 -ückzahlb. 102%)............ *K% ehern. 8% Hessische Landes- •ant Darmstadt Gold R. 12.... 1V. % ehem. 4K% Hess. LandeS- svypothekrnbank DarmstadtLiaui ehem. 8% Darmst. Komm »andcSb.Goldschuldverschr. R.6 0!-2rhessen Provinz-Anleihe mit luslos.-Rechten ............. D'-itsche Komm. Sammelabl. An -ihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten