18b. Jahrgang Metzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhesfen Hr. 288 Erster Blatt ;8b. Jahrgang Mittwoch, 9. Dezember 1956 aaMetm "glich autzer MMWM ä Ä Annahme von Anzeigen ÄcT ÄK ßhL * M A A| ▲ AA A A| KXS Heimat im Bild Die Scholl- B M B ™ Im WV ■ B HT Grundpretje für I mm höhe Monatr-Vezugsprets: H W M» H ■ T ESL^ fi B B fl V H ■ B B B Ä Jr HÄM ÄV ■ für Anzeigen oon 22 mm Mit 4 Beilagen RM.1.95 MW WW Br HW Br B B llr B / B BB B B B Br B Breite 7 Rpf.. für Text- Ohne Illustrierte . 1.80 M M Bk W M ML W H VK H A EB H H W tt B B Bk B anzeigen von 70 mm Brette Zustellgebühr.. -.25 BEL > «L BLz H B Bz W «l^Wk, W BL % wW 50 Rpf.,Platzvorschrift nach Auch bei Nichterscheinen ■ B B B H vorh Derembg.25°/^ mehr. Kr ff MZM General-Anzeiger für Oberhesfen MW poftfcheckkonlo: behördliche Anzeigen 6Rpf. gronffurt am Main 11686 Druck und Verlag: vrühl'sche UniversttatsVuch- und Steindruckerei 8. Lange in Stehen. Zchnstlettung und Geschäftsstelle: zchulftrahe 7 Mengenabschlüsse Staffel 8 Das Bodenproblem in Spanien. Don dem Z.d.J^.-Sonderberichierstaiier. Sevilla, Anfang Dezember. In der nationalen Produktionsstatistik Spaniens spielt dielandwirtschastlicheErzeugung die weitaus größte Rolle. Das zeigt sich schon in der Zahl der Beschäftigten, von denen allein in der Landwirtschaft 56 v. H. tätig sind, während auf Industrie, Handel und Transportgewerbe zusammen nur 20 v. H. entfallen. Besonders stark dominiert die landwirtschaftliche Erzeugung Spaniens in der A u s- f u h r. Rach der Statistik von 1928 — im wesentlichen hat sich seitdem nichts verändert — betrug die landwirtschaftliche Ausfuhr (in Prozenten der Gesamtausfuhr) 71,6 v. H., wobei Nahrungsmittel und Getränke, Holz und pflanzlich^ Erzeugnisse sowie Tiere und tierische Erzeugnisse berücksichtigt wurden. Die Hauptausfuhraebiete für die Landwirtschaft sind in Spanien die Küstengegenden am Mittelmeer im Osten des Landes und die Südprovinzen in Andalusien um Sevilla und Cadiz. Trotz der überragenden Rolle, die die landwirtschaftliche Erzeugung für Spanien spielt, kann aber der Lebensmittelbedarf des Landes bis heute noch nicht aus eigener Scholle gedeckt werden: Jährlich müssen Hunderte von Millionen Peseten bei einer landwirtschaftlichen Ausfuhr von 1,2 Milliarden Peseten aufgewandt werden, um eine zusätzliche Lebensmitteleinfuhr zu bezahlen. Und andererseits sind die agrarischen Ausfuhrgebiete Spaniens trotz ihrer günstigen Klima- und Bodenverhältnisse, trotz ihrer günstigen Exportlage nicht reich geworden, sondern es sind G e - biete mit großer Armut, ja mit viel Elend. Das gilt ganz besonders von Andalusien. Die Ursache für diesen auf den ersten Blick erstaunlichen Widersinn liegt ganz ohne Zweifel in der agrarischen Struktur. Sehen wir doch schon in dem zahlenmäßigen Verhältnis der selbständig und der unselbständig Erwerbstätigen in der spanischen Landwirtschaft, daß oon den in der Landwirtschaft Beschäftigten allein 70 v. H. als landwirtschaftliche Lohnarbeiter beschäftigt sind. In einigen Provinzen, so gerade auch innerhalb Andalusiens, ist dieser Prozentsatz noch ungünstiger, denn nicht weniger als 46 v. H. des Bodens sind dort im Besitze oon Großland- wirten, deren Betriebe mehr als 250 Hektar umfassen, meist jedoch noch erheblich größer sind. Nur 22,5 v. H. werden oon Bauern bewirtschaftet, deren Betriebe unter der 10-Hektar-Grenze liegen. Die Mehrzahl der landwirtschaftlich Tätigen ind also Tagelöhner, die mit sehr niedrigen Lohnätzen arbeiten und meistens auch sehr dürftig, ja ür unsere Begriffe oft unglaublich primitiv untergebracht sind. Diese Masse der besitzlosen Landarbeiter hat begreiflicherweise kein sonderliches Eigeninteresse an einer Steigerung der Erzeugung, die nur den wenigen reichen Großgrundbesitzern zugute käme. r, „ Die republikanischen Parteien der spanischen Republik haben in der Zeit ihrer Herrschaft auch m Andalusien versucht, an das Agrarproblem heranzugehen, aber wie in jedem parlamentarischen Staatswesen ist es bei Rahmen-. und Ermächtigungsgesetzen geblieben; nicht eine wesentliche Reform ist zur Durchführung gekommen. Die zunehmende Radikalisierung der spanischen Republik und endlich die unverhüllte Herrschaft des Marxismus haben gerade in Andalusien statt der so dringend notwendigen sozialen Reformen nur Desorganisation und Zerstörung gebracht. Statt den Weg einer organischen Lösung über die Bauernsiedlung einzuschlagen — es gibt Beweise genug, daß sich auch der Südspanier, wenn man ihm Selbständigkeit und Verantwortung läßt, zur intensiven Kleinlandwirtschaft eignet, wurde alles beim alten gelassen und höchstens an den Symptomen herumgedoktert. Es wurden so z. B. die Löhne erhöht und die Arbeitsstunden schematisch und nicht einmal im Sinne der Arbeiterschaft fest- aesetzt Diese Politik steigerte sich unter der eigentlichen Marxistenherrschaft nach berühmten Muster bis zu der offenen Aufhetzung der Stande gegeneinander Die Landarbeiter wurden ausgewiegelt, immer phantastischere Löhne (gemessen an der Rentabilität der Betriebe) ZU fordern, und die Forderungen auf Verkürzung der Arbeitzeit nahmen im Laufe der Zeit auch solche Ausmaße an, daß selbst die Fordernden nicht mehr an ihre Durchführbarkeit glauben konnten. Den Grundbesitzern wurde gleichzeitig aufgegeben auf ihren Gütern Arbeitslose zu hohen Lohnsätzen zu beschäftigen, ohne daß darauf Rücksicht genommen wurde wieviel Arbeiter der Betrieb überhaupt beschäftigen konnte. Es sind Fälle vorgekommen wo auf den Gütern in dieser Zeit dreimal soviel Arbeiter beschäftigt werden mußten, als für die Bewältigung der Arbeiten im Höchstfälle nötig waren. Das war besonders in der Provinz Sevilla eine Ka astrophe, da hier im letzten Winter durch Hochwasser ohnehin schon große Schäden für die Landwirtschaft entstanden waren. . , . In Estremadura, in Kastilien und auch m Andalusien, hat der Marxismus, unfähig, eme neue Struktur organisch zu entwickeln, die großen Güter stellenweise planlos unter der Bevolk- rung und all dem hergelaufenen Volk, das ftd) b reichern wollte, aufgeteilt. Die Folge war in fast 100 v. H. der Fälle, daß die Parzellen viel zu klein waren — so klein, daß sich l?re fähigkeit schon nach ganz kurzer Zeit erw . sonders kraß trat das in Erscheinung in den - biete« der extensiv bewirtschafteten großen Qüter, die im Sommer und Herbst völlig ver Frontkameradschafi sichert -en Frieden. Der Reichskriegsopferführer beim Empfangsabend des Außenpolitischen Amts der RGOAp. Berlin, 8.Dez. (DNB.) Das Außenpolitische Amt der NSDAP, veranstaltete im Terrassensaal des Hotels Adlon einen Empfang für die auswärtige Diplomatie und Presse. Im Mittelpunkt des Abends stand ein Vortrag des Reichskriegsopferführers Oberlindober über das Thema „Der Frontsoldat und der Frieden". Wieder hatte eine stattliche Schar von Gästen der Einladung Folge geleistet. Man sah unter den Vertretern der auswärtigen Diplomatie den türkischen Botschafter Exzellenz Hamdi Arpag, die Gesandten oon Bolivien, Columbien, Estland, Griechenland, Oesterreich, Rumänien und Ungarn, sowie Vertreter fast aller übrigen in Berlin akkreditierten Vertretungen, den Vorsitzenden des Verbandes der ausländischen Presse in Berlin, P. Lochner, und den stellvertretenden Vorsitzenden des Verbandes ausländischer Pressevertreter von Kügelgen. Von deutscher Seite nahmen zahlreiche führende Persönlichkeiten aus Partei und Staat an dem Empfangsabend teil. Der Chef des Außenpolitischen Amtes der NSDAP., Reichsleiter Alfred Rosenberg, begrüßte die Gäste. Er betonte, daß es gerade heute angesichts der allgemeinen Nervosität, die sich allenthalben in der Welt bemerkbar mache, und im Hinblick auf die drohende Gefahr der Ausbreitung des Bolschewismus angebracht fei, der Stimme des Frontsoldaten Gehör zu verschaffen. Reichskriegsopferführer Oberlindober ging von dem Gedanken aus, daß sich in den Kämpfern des Weltkrieges bereits in den Schützengräben die Ueberzeugung bildete, daß der Einfluß der Frontgeneration sich in einem kommenden Frieden auf alle Entscheidungen im Leben des Volkes auswirken müsse. Neben der Achtung vor dem Gegner, die der deutsche Frontsoldat als bestes Fundament für den wahren Frieden erkannt habe, sei in ihm der Glaube verwurzelt gewesen, daß die Erziehung der Besten der Nation zur Kameradschaft im Kriege zwangsläufig auch zur Erziehung aller Schichten unseres Volkes zu gegenseitiger Kameradschaft in den Jahren des Friedens führen mußte. „Schon in den Stunden des Krieges haben wir", so fuhr Reichskriegsopferführer Oberlindober fort, „im inneren Frieden einer Nation d i e beste Gewähr für den äußeren Frieden erkannt. Das Schicksal hat nicht gewollt, daß diese Erkenntnisse deutscher Frontsoldaten sofort nach Beendigung des Krieges sich zu fruchtbarer Tätigkeit entfalten konnten. Es schien dem Frontsoldaten unfaßlich, daß Verträge unterschrieben werden konnten, die seinem Volk die Ehre nahmen, und die, weil sie unerfüllbar waren, zu neuen Konflikten mit den früheren Gegnern zu führen drohten. Wenn eine gütige Vorsehung den Weiterbestand der deutschen Nation gewollt und bestimmt hat, dann mußte zwangsläufig aus diesen Kreisen deutscher Frontsoldaten und der ihnen innerlich verwandten deutschen Jugend die Wiedergeburt der deutschen Nation kommen. Es war das Schicksal der Nation, daß der Frontsoldat Adolf Hitler in diesem Ringen um die innere Sammlung der deutschen Seele Prediger und Künder war. Und es ist eben bedingt aus der moralischen Kraft des soldatischen Einsatzes und des soldatischen Opfers, daß der Frontsoldat Adolf Hitler heute Führer und Kanzler der deutschen Nation ist. Wir verstehen als Frontsoldaten nichts oder nur wenig von der hohen Kunst der großen Politik, wie sie von den Diplomaten der Welt geleitet wird. Wir wollen uns auch durchaus nicht anmaßen, ihnen in ihre Arbeit hineinzupfuschen, wir aber wissen, daß die Frontsoldaten aller Länder und mit ihnen alle schaffenden Menschen ihrer Völker es als die Höch sie Aufgabe der Diplomatie sehen, der steppen, so daß nur eine Weidewirtschaft möglich ist und auch die aus begreiflichen Gründen nur in einem auch räumlich stark extensiven Maße. Solange in diesen Gebieten eine k ü n st l i ch e B e - Wässerung oder eine natürliche Klimaänderung durch Wiederaufforstung nicht möglich ist, muß die untere Grenze für die Betriebsgrößen recht hoch liegen. Das ist nicht schwer einzusehen, aber eine soziale und wirtschaftliche Gesundung der spanischen Landwirtschaft war und ist ja nicht das Ziel der marxistischen Führer in Spanien. So kam es wie es zwangsläufig ja kommen mußte und wie es wohl auch im Sinne der Drahtzieher lag. Die mit eigenem Land beglückten Landarbeiter, die sehr bald merkten, wie man sie getäuscht hatte, ließen „ihr" Land im S t i ch , mit dem sie nichts anzufangen wußten. Sie strömten in die Städte und vermehrten dort das Proletariat, und die großen Güter Eftremaduras und Andalusiens, die zwar extensiv und nicht immer gut, aber doch schließlich bewirtschaftet worden waren, blieben nun völlig unausgenutzt und brach liegen. Das also war erreicht worden, und so sah die marxistische Agrarreform aus! Der nationalen Regierung in Spanien steht nun aber, wenn es ihr gelingen sollte die volle Macht zu erringen, ein gutes Stuck Arbeit bevor: Denn einmal heißt es, die zerstörten Gebiete wieder aufzubauen den vernichteten Viehbestand zu erneuern, die Gebäude usw. wiederherzurichten, und zum noch an den Folgen des letzten Krieges schwer leidenden Welt den äußeren Frieden zu erhalten und ihn auszubauen zur gegenseitigen Achtung und zum gegenseitigen Vertrauen der Völker untereinander. Im Reich Adolf Hitlers haben wir Deutsche heute unser Volk zu jener Kameradschaft geeint, von der wir als Schützengrabensoldaten einst geträumt haben. Wir haben den Frieden gefunden zwischen Arbett- aeber und Arbeitnehmer, wir haben Frieden gefunden zwischen Stadt und Land, wir haben den Frieden gefunden zwischen den Trägern höchster Bildung und jenen, die nach den Kulturgütern einst gehungert haben und ihrer heule teilhaftig sind. Wir haben diesen Frieden gefunden, weil wir unserem Volk als Nationalsozialisten die Erkenntnis vermittelt haben, daß jeder Deutsche mit dem Schicksal der gesamten Nation unlösbar verbunden ist. Und wir haben in dieser großen Kameradschaft der deutschen Menschen eine unendliche Fülle von neuen Aufgaben entdeckt, deren Lösung die Kräfte der gesamten Nation noch auf viele Jahre und Jahrzehnte in Anspruch nehmen wird. Als anständige deutsche Soldaten wünschen wir, daß alle unsere Nachbarn und jene Nationen, die gegen uns im Weltkriege gefochten haben, die gleiche innere Kameradschaft in ihren Völkern gewinnen und damit vielleicht einen erheblich schwerwiegenderen Beitrag zum allgemeinen Frieden finden, als ihn jemals juristische Formulierungen finden können. Aber wir achten das Streben anderer Nationen, ihre inneren Angelegenheiten nach eigenen Entschlüssen zu ordnen. Allerdings sehen wir dabei voraus, daß man uns Deutschen überläßt, unseren inneren Aufbau nach den Grundsätzen zu vollziehen, die wir für das deutsche Volk als richtig erkannt haben. Bei allen meinen bisherigen Besuchen in der Heimat der Kameraden, die im Kriege unsere Gegner waren, konnte ich feststellen, daß ihre Völker die gemeinsame Zusammenarbeit ebenso wünschen wie das deutsch e V o l k. Und ich bin der Ueberzeugung, daß dieser Wunsch stärker ist als die Sehnsucht gewisser Hetzer, die europäische Welt erneut in schwerste kriegerische Verwicklungen zu stürzen. Wir wissen als deutsche Frontsoldaten aber auch, daß die beste und dauerhafteste Verständigung und Zusammenarbeit nur möglich ist unter st a r k e n ihres eigenen Wertes s i ch bewußten Völkern. Eines Tages wird es auch gelingen, in der Erkenntnis der Notwendigkeft freundschaft- licher Beziehungen den an Rohstoffen armen Ländern den Weg zu den Rohstoffen der Welt zu eröffnen. Dann werden aus den Banden persönlichen Vertrauens Bande wirtschaftlichen Zusammenwirkens entstehen. Europa wird dann, wie ich schon einmal sagte, wohl zu klein sein für einen neuen Krieg, aber groß genug für das friedliche Zusammenwirken großer und anständiger Na- tionen." Der Reichskriegsopferführer schloß feine Ausführungen mit dem Satze: „Der Soldat sieht, ganz gleichgültig, welchem Volke er angehört, seine heiligste Aufgabe darin, den Frieden zu schützen und zu erhalten!" Auslese und Leistungsprinzip in der HI. Die Ausführungen des Reichsjugendführers von S ch i r a ch vor der Presse über die Grundsätze der neuen Jugendführung auf Grund der gesetzlichen Verstaatlichung der Hitlerjugend drücken den tiefen Ernst und das starke Verantwortungsbewußtsein aus, mit dem die Reichsjugendführung an die so ungemein wichtige, ja schlechterdings entscheidende Aufgabe der Heranbildung und Schulung des Führe r k o r p s der HI. herangegangen ist. Es ist dabei nicht der schlechteste Grundsatz, wenn Baldur von Schirach es offen als seinen persönlichen Ehrgeiz ausspricht, die riesige Aufgabe der Betreuung, Organisierung und Führun g der gesamten deutschen Jugend mit der kleinsten Neichsbehörde, zahlenmäßig gesprochen, durchzuführen. Daraus spricht nicht nur der Wille zur zeitgemäßen Sparsamkeit in den Dingen der Verwaltung und des Büroapparates; daraus spricht vor allem auch die Entschlossenheit, mit dieser kleinsten Reichsbehörde und ihren Mitgliedern ein solches Maß an praktischer, produktiver Arbeit ;u leisten, daß jeder Beteiligte ein sehr reichliches Arbeitspensum und einen nicht geringen Teil an Verantwortung für das schöne Werk mit zu tragen hat. Das Wesentlichste aber an den Ausführungen Schirachs scheint uns die Tatsache zu sein, daß die beiden Grundsätze der Führerauslese und der ß e i ft u n g für das Führerkorps der HI. derart stark unterstrichen werden, daß man ohne jede Uebertrei'bung sagen kann: Wer nach den neuen Ausbildungsprinzipien für die HI.-Führer so lange und so scharf unter die Lupe genommen wird, der ist „siebenfach gesiebt", der muß nach menschlichem Ermessen auch in der praktischen Führung sich bewähren. Man braucht nur einmal, ohne die übrigen Zweige der langjährigen Schulung zu berücksichtigen, die Momente zusammenzustellen, die der Reichsjugendführer jetzt in Berlin aufgezählt hat: ständige periodenweise Betrauung der Mitglieder dieser Iugend-Reichsbehörde mit praktischen Führungsaufgaben, was etwa dem sehr wohl bedachten militärischen Grundsatz der gelegentlichen Betrauung junger Generalstabsoffiziere mit einem Frontkommando entspricht; ferner der Durchgang des gesamten Führerkorps durch ein modernes Zehnkampfprogramm, und zwar mit jährlicher Wiederholung, so daß also die Entstehung von Büro- und Schreibtischhockern unter allen Umständen vermieden wird; der halbjährliche Auslandsdienst mit der ungemein wichtigen, ja unerläßlichen Weitung des Blicks für den jungen Menschen; und wenn er das alles, einschließlich Arbeits- und Militärdienst hinter sich hat, wird der Bannführer- Anwärter nochmals auf Herz und Nieren geprüft, um erst nach Bestehen dieser letzten Prüfung seine Eignung und Befähigung endgültig bescheinigt zu erhalten. Uns will scheinen, daß solche Grundsätze nur auf dem Boden einer Weltanschauung und einer Staatsauffassung entstehen können, denen die Gesetze der unbedingten persönlichen Verantwortung und des persönlichen Einsatzwillens zugrundeliegen. Und darum können die deutschen Eltern mit um so größerem Vertrauen ihre Kinder einer solchen Leitung anoertrauen, deren führende Persönlichkeit sich selbst als Treuhänder der Eltern bezeichnet. Die herzlichen, warmen Worte, mit denen Baldur von Schirach am Schluß seiner Berliner Ausführungen feststellte, daß die deutschen Eltern ihm ja seine bisherige Arbeit ermöglicht haben und daß er sich auch für die Zukunft ihrer tätigen Mitarbeit versichern muß, werden zweifellos der HI. auch weiterhin eine so starke Unterstützung des Zustroms der Jugendlichen aus dem Elternhaus sichern, wie er schon während des ganzen Jahres der Hitlerjugend zu verzeichnen war. Der Reichsjugendführer dürfte die erfreulichen Feststellungen, die er auf dem letzten Nürnberger Parteikongreß über diesen Zustrom machte, im kommenden Jahr noch weit überbieten können. anderen erwächst ihr die schwere Ausgabe, auf weite Sicht zu planen und durch Wiederaufforstung und künstliche Bewässerungsanlagen die Voraussetzungen für eine Hebung des Wohlstandes der Bevölkerung und damit auch für die Bildung eines gefunben' Bauerntums zu schaffen. Englands Elendsaebiete. Die Arbeiterpartei fordert ein wirksames Gesetz. London, 9. Dez. (DNB.) Am Dienstag behandelte das Unterhaus die Verlängerung des Gesetzes vom Jahre 1934 über d i e Elendsgebiete, das Umsiedlungen und besondere Hilis- maßnahmen für diese Gebiete vorsieht. Die Opposition ist der Ansicht, daß dieses Gesetz gänzlich unzureichend ist. Die Regierung erkennt seine Unzulänglichkeit zwar an, hält es aber doch nicht für ganz so wertlos wie die Opposition. Der Abgeordnete B a 11 e y von der Labour-Party wandte sich gegen eine Verlängerung der Dauer des Gesetzes, um so die Regierung zu zwingen, e i n neues Gesetz über die Elendsgebiete einzubringen. Dieses von der Regierung selbst als Experiment bezeichnete Gesetz habe nur Erwartungen geweckt, die nicht erfüllt wurden. Den Elendsgebieten ginge es keineswegs besser als früher. Die Arbeitslosigkeit müsse in einem Ministerium zusammenfassend behandelt werden, damit dieses Problem gründlich angepackt werden könne.' Demgegenüber behauptete Arbeitsminister Brown, auf Grund des Gesetzes könne sehr viel mehr getan werden, als man gemeinhin annehme. Es sei auf das tiefste zu bedauern, daß diese Frage noch immer existiere, obwohl der allgemeine Wohlstand wieder zunehme und Tausende von Menschen wieder Arbeit bekämen. Die Zahl der versicherten beschäftigten Personen habe in den letzten vier Jahren um zwei Millionen zugenommen. Allerdings gebe es noch immer Gemeinden, in denen von der Wiederbelebung der Industrie verhältnismäßig wenig zu spüren sei. In den fraglichen Gebieten sei eine Erhöhung der Beschäftigungsziffern von IV2 v. H. bis zu 2OV2 0. H. festzustellen. Es gebe jedoch kein Allheilmittel, das man überall anwenden könne, da jedes Gebiet feine besonderen industriellen, sozialen und geographischen Eigenarten habe. Die Regierung stehe niemandem in dem Wunsche nach, auch in diese Gebiete Wohlstand zu bringen. Sie habe aus den Arbeiten des Kommissars für die Elendsgebiete außerordentlich viel gelernt, zum mindesten das eine, daß die ganze Frage schnell g e l ö st werden müsse. Unter keinen Umständen würde die Regierung davor zurückschrecken, auch ungewöhnliche Maßnahmen zu ergreifen. Sie müsse sich aber zuvor davon überzeugt haben, daß solche Maßnahmen auch wirksam sein würden. Die Elendsgebiete würden bei der Errichtung neuer Fabriken in Verfolg des Rüstungsprogramms bevorzugt berück ficht werden. Mskau verdreifacht die rote Luftflotte. Das Stammheer wird auf drei Millionen Mann gebracht. London, 8. Dez. (DJIB.) Am letzten Tage des 8. Sowjetkongresses gab Stalin Einzelheiten des sowjetrussischen Aufrüstungsprogramms bekannt. Der Gesamtplan gliedert sich in fünf Hauptabschnitte: 1. eine 2 0 0 0 Meilen lange Festungs- l i n i e an der West- und Ostgrenze Sowjetruß- tands, als Gegenstück der französischen Maginot- Linie, im Westen gegen Deutschland und im Osten gegen Japan. 2. Innerhalb von zwei Jahren soll ein Stammheer in Stärke von 3 Millionen Mann errichtet werden, was eine Verdoppelung der derzeitigen Stärke der Roten Armee bedeutet. 3. Im gleichen Zeitraum sollen die sowjetrussischen Luftstreitkräfte verdreifacht werden. Ls ist die Ausbildung von 50 000 Flugzeugführern innerhalb eines Jahres vorgesehen. 4. Ein neues Volkskommissariat für Kriegsindustrie unter der persönlichen Kontrolle von Kriegsminister Woroschilow. 5. Die der Kriegserzeugung dienenden Industrieanlagen sollen aus Gegenden, die feindlichen Luftangriffen beson- ders ausgesetzt sind, nach dem Inneren des Landes verlegt werden. Mit der Inangriffnahme der neuen fowjetrusfifchen Vefestigungslinie witd bereits innerhalb der nächsten 14 Tage begonnen werden. Allein an der fowjetrusfifchen weslgrenze sollen 3000 Arbeiter eingesetzt werden, sobald mit der Durchführung der eigentlichen Befestigungspläne begonnen wird. Hollands Rüstungspläne. A m st e r d a m , 8. Dez. (DRV.) In einer Denkschrift an die Zweite Kammer teilt der holländische Ministerpräsident Colijn, der gleichzeitig das Derteidigungsministerium innehat, mit, daß die Dauer der ersten militärischen Hebung der bei der Marine eingetretenen Dienstpflichtigen verringert wird. Ferner soll die Zahl der Hebungen aller Militärdienstpflichtigen erhöht werden. Auch die Zahl der Einberufenen soll wesentlich erhöht und die militärische Hebungszeit aller unberittenen Waffen erheblich verlängert werden. Der Flottenplan von 1930 soll unverändert durchgeführt werden. Die Zahl der MariNe-Wasserflugzenge bleibt auf 60 Erkundungsflugzeuge beschränkt, wozu noch 39 Land-Bombenflugzeuge kommen. Weiter wird gesagt, daß eine Verstärkung der in Niederländisch-Jndien stationierten Flotteneinheiten notwendig sei. Die Seeverteidigung des Mutterlandes müsse sich im wesentlichen auf Absperrung der holländischen Buchten durch Minen und kleinere Wachtfahrzeuge beschränken. Eine Regelung sei in Vorbereitung, um im Falle der Mobilisierung alle Zivilflieger zu erfassen, was eine wesentliche Vergrößerung der Zahl der Militär-Reserveflieger mit sich bringen werde. Die auf verschiedenen Inseln Rieder- ländisch-Jndiens angelegten Militär flughäfen seien auch für die Zivilluftfahrt von großem Nutzen. Beilegung desZw-schenfallsinTsingtau P e i p i n g , 8. Dez. (DNB.) Zwischen dem Bürgermeister von Tsingtau und dem japanischen Generalkonsul soll es zu einer Verständigung gekommen sein. Daraufhin wurde ein Teil des Lantz u n g s k o r p s a m D i e n s t a g w i e d e r eingeschifft, der Rest soll am Mittwoch abtransportiert werden. Die chinesischen Behörden übernehmen die Garantie für die Sicherheit des japanischen Eigentums. Der Tsingtauer Bürgermeister Und der japanische Generalkonsul werden sich gemeinsam für die Wi e d e r h e r st e l l u n g des Friedens zwischen den japanischen Arbeitgebern und den chinesischen Arbeitnehmern einsetzen. Totenfeier fürOrtSgruppenleiterZansen in Davos. Davos, 8. Dez. (DNB.) In Davos fand die Beisetzung des vor einigen Tagen verstorbenen Ortsgruppenleiters Davos der Auslandorganisation der NSDAP., Franz Jansen, statt. Kränze und Grüße, Abordnungen des Deutschtums aus allen Teilen der Schweiz entboten dem Toten die letzte Ehre. Die Leitung der Auslandsorganisation, die AO. der DAF. und zahlreiche Gruppen der NSDAP, in der Schweiz, die Gesandtschaft und der deutsche Geschäftsträger ließen Kränze am Sarge niederlegen. Pfarrer Weber feierte in seiner Gedenkrede den rechtschaffenen Menschen und erinnerte an seinen zähen Kampf mit der Krankheit, die ihn zwei Jahrzehnte lang umklammert hielt. Ein „Dennoch!" habe über seinem Leben gestanden, das ein Leben voller Liebe und Güte war. Durch seine Betätigung für die nationalsozialistische Bewegung habe sein Leben einen unauslöschlichen Inhalt erfahren. Amtsleiter Dr. K o d e r I e sprach der Witwe und den drei Kindern das innigste Mitgefühl Gauleiter Bohles aus. Generalkonsul Voigt und der stellvertretende Ortsgruppenleiter B ö h m e r feierten den Toten als Kameraden seiner deutschen Brüder und Schwestern. Jüdische Emigrantin in Kopenhagen verurteilt. Nachdem die dänischen Schwurgerichte in den letzten Jahren bei Anklagen wegen Schwangerschaftsunterbrechungen häufig auf Freispruch erkannten, fiel in einem derartigen Prozeß dem das ganze Land besonderes Interesse entgegengebracht hatte, ein Urteil auf „Schuldig". Angeklagt waren eine deutsche Emigrantin, die jüdische Aerztin Frau Käthe Reinhardt aus Berlin, ferner drei Kopenhagener Aerzte, darunter der aus einem ähnlichen Prozeß schon bekannte kommunistische „Sozialreformer" L e i n b a ch und endlich eine Krankenschwester, Frau Klara Perlmutter. Es lag ein Geständnis der Hauptangeklagten Reinhardt vor, in etwa 650 Fällen Schwangerschaftsunterbrechungen an Patientinnen vorgenommen zu haben, die ihr von den dänischen Aerz- ten zugeführt wurden. Sie hat aus den Operationen im Laufe von etwa zehn Monaten eine Einnahme von ungefähr 35 000 Kronen gehabt. Das Gericht erkannte gegen Frau Reinhardt wegen Abtreibung auf acht Monate Gefängnis, auf drei Monate Gefängnis gegen L e i n b a ch, sechs Monate Gefängnis gegen Budde-Lund, 40 Tage Schlachtschiff „Gneisenau" vom Stapel gelaufen. öer Führer wohnt dem Taufakt in Kiel bei. Kiel, 8. Dez. (DNB.) Dienstagmittag 11.45 Hhr lief in Kiel in Gegenwart des Führers das 26 000-Tonnen- Schlachtschiff „E", das von der Gattin des in der Schlacht bei den Falkland- Inseln gefallenen Kommandanten des Kreuzers Gneisenau auf den Namen „Gneisenau" getauft wurde, glücklich vom Stapel. Der Führer traf um 11 Hhr auf dem Kieler Hauptbahnhof zur Teilnahme an der Feier ein. In seiner Begleitung befanden sich u. a. sein Stellvertreter, Reichsminister Rudolf Heß, Botschafter von P a - pen, Stabschef Lutze, Reichsleiter Rosenberg, Reichspressechef der NSDAP. Dr. Dietrich, Staatssekretär General der Flieger Milch, Gauleiter Wagner-München. Der Führer schritt die Front der Ehrenkompanie der 1. Marine-Artillerie- Abteilung ab und begab sich dann mit seiner Begleitung an Bord der Stationsjacht „Nixe", die unter 21 Schuß Salut der im Hafen liegenden Kriegsschiffe die Standarte des Führers fetzte. Langsam glitt das schmucke Schiff an den nut freudig erregten Volksgenossen dichtbesetzten Schiffen vorüber zum Heck des noch auf der Helling liegenden Schlachtschiffes. Beim Anlegen der „Nixe" begrüßt der Führer den Flottenchef Admiral F o e r st e r, den Festungskommandanten von Kiel, Kapitän zur See N e w i s, und das Familienoberhaupt der Familie Gneisenau. Unter Marschklängen schreitet der Führer die Front der unter präsentiertem Gewehr stehenden Wehrmachtsabordnungen ab. Sein Gruß gilt dann der Ehrenkompanie vor der festlich geschmückten Taufkanzel, von der die alte und die neue Reichskriegsflagge herabwehen. Bevor der Führer mit feiner Begleitung die Taufkanzel betritt, begrüßt er noch sehr herzlich die U e b e r l e b e n d e n des Kreuzergeschwaders aus dem Weltkrieg und die Opfer der Arbeit der Deutschen Werke. Dann beginnt der Oberbefehlshaber des Heeres Generaloberst Freiherr von Fritsch die Taufrede: Der Oberbefehlshaber des Heeres hält die Tausrede. „Begeistere du das menschliche Geschlecht, für seine Pflicht zuerst, dann für das Recht!" Das sind die Worte, die ein Großer unseres Volkes einst einer Zeit zugerufen hat, die in Gefahr stand, diese grundlegende und immer gültige Mahnung zu vergessen. Er selb st hat sie gelebt. Wir wissen kaum, wo er geboren ist; man hat ihn gefunden auf dem Kriegsmarsch. Er hat keine Heimat gehabt, dis der Dienst ihm Heimat wurde. Der verschlug ihn über das Meer. Als er zurückfand, öffnete ihm der große König den Weg in seine Armee. Aber erst mit fast 50 Jahren traf ihn der Ruf der Schicksals: In jenen Tagen nach Jena und A u e r ft ä b t, da so viele versagten, lief wie ein heller Sonnenstrahl die Kunde von Mund zu Mund, daß eine kleine Festung an der Ostseeküste, kaum dem Namen nach bekannt, dem allgemeinen Schrek- ken nicht erlegen sei, sondern siegreich ihre Pflicht getan habe. Ein mutiger Kommandant hatte die Herzen von Besatzung und Einwohner emporgerissen und zu jener gemeinsamen Hingabe entflammt, die überall auf dieser Welt die großen Dinge zeugt. In den schweren Monaten des Jahres 1807 fand jener Held den Weg in fein eigentliches Element: den Krieg. Eine lange Reihe von Schlachten, die sich von der Katzbach über Leipzig bis vor die Tore von Paris hinzogen, bezeichnete seine ruhmvolle Bahn, bis ihm acht Jahre nach Kolderg bei Belle Alliance das Höchste gelingt, das, wonach jedes heiße Soldatenherz sich sehnt: Den entscheidenden Stoß zu führen, der nicht nur die Schlacht, sondern den Krieg mit vollem Siege krönt. Du aber, stolzes Schiff, wenn du jetzt deinen Weg in die weite See antrittst, fei eingedenk derer, die unter dem großen Namen, den du auch führen sollst, im Weltkriege in treuer Pflichterfüllung fern von der Heimat in Sieg und Untergang bei C o - ronel und vor den Falklandsinseln ihr Leben gaben. Sei eingedenk aber auch des Heldenmutes derer, die diese ruhmreichen Tage überlebten und heute hier als Gäste der Kriegsmarine oder daheim diese Feierstunde miterleben. Erinnere dich stets der Millionen Deutscher, die deine Fahrt mit heißem Herzen begleiten, und vergiß nicht die Kon- strukteure und Arbeiter, die dich als scharfe Waffe schufen und heute voll Stolz und Vertrauen auf das vollbrachte Werk blicken. Als ein großes Vermächtnis hängen die Namen „Graf Spee" und „Scharnhorst" an stählernen Schiffsleibern, in goldenen Lettern leuchten sie von den Stirnen entschlossener Männer der neuen deutschen Flotte Adolf Hitlers, in die auch du bald als Weg- und Kampfgefährte eintreten wirst. Sei treu! Künde d i e Macht und das Ansehen des Dritten Reiches an fernen Küsten. Bereite dich in sorgfältiger Friedensarbeit vor auf den Tag des Schicksals — den wir nicht ersehnen, der uns aber bereitfinden soll — den Tag, da der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht dich ruft, auf daß du tust wie der Held, der im Geiste deines Kommandanten und deiner Besatzung fort« leben soll. Der Erste im Angriff, der Letzte, der von der Verfolgung abläßt. Sei tapfer, treu und glücklich — und ehre damit den großen Soldaten, den Generalfeldmarschan NeitHardt von Gneisenau, dessen Namen du tragen wirst. Ich taufe dich „Gneisenau". Unb nun nimmt die Witwe des vor 22 Jahren an der Seeschlacht bei den Falklandinseln gefallenen Kommandanten der alten „Gneisenau", Frau M a e r f e r , den Taufakt mit den Worten „Auf Befehl des Führers taufe ich Dich auf den Namen Gneisenau!" vor. Krachend zerbirst die Flasche deutschen Schaumweines am Bug des Schlachtschiffes. Pfiffe schrillen; dann geht ein leises Zittern durch den Leib des Riesen, der sich langsam unter den Klänge des Deutschland-Liedes und des Horst- Wesiel-Liedes in Bewegung setzt und weit drüben im Hafenbecken von den Schleppern in Empfang genommen wird. Der Jubel über den Stapellauf mischt sich mit der Freude über die Gegenwart des Führers, der nun an der anderen Seite der leeren Helling entlang die Front der Gliederungen der Partei und der Verbände abschreitet, Als der Führer sich zur Stationsjacht „Nixe" zurückbegibt, wird ihm eine besondere Heberraschung zuteil. Auf der Brücke sind die Ueberlebenben des in der Lübecker Bucht gesunkenen Unterfeebootes U 18 an- getreten. Als Adolf Hitler die Männer begrüßt, überreicht einer der Geretteten dem Führer das Führerbild des U 18, das er aus dem finkenden U-Boot gerettet hat. In ruhiger Fahrt gleitet die „Nixe" durch den Kieler Hafen. Als der Führer die „Nixe" verläßt, steigen wieder laute Heilrufe auf. Unter den Klängen der Musik schreitet Adolf Hitler auf dem flaggengeschmückten Bahnhofsvorplatz die Ehrenkompanie ab. — Auf der „Nixe" geht die Führerstandarte nieder, von fern dröhnen die Salutsalven über das Wasser. Gefängnis gegen Philipfon, 60 Tage Gefängnis für die Perlmu11e r. Dieser Prozeß wirft ein bezeichnendes Licht auf die schmutzigen jüdisch-marxistischen Praktiken, die unter dem Deckmantel von Idealismus und Humanität die heiligsten Güter des Volkes schänden und mißbrauchen. Dieser Prozeß war auch geeignet, der dänischen Öffentlichkeit über die Tätigkeit der jüdischen Emigration die Augen zu öffnen. Wie die Geständnisse der Angeklagten ergaben, wurden die verbotenen Eingriffe teilweise unter Außerachtlassung der primitivsten sanitären Grundregeln in aller Eile auf dem Küchentisch vorgenommen. Widerlichster jüdischer Geschäftsgeist offenbarte sich in der Art, wie die Angeklagten ihre Opfer aus» beuteten. Für den Eingriff wurden meist 200 bis 250 Kronen und mehr verlangt. Wenn das Geld nicht gleich bei der Hand war, wurden Schuldscheine erpreßt, die man dann später rücksichtslos eintrieb. Es paßt in das Bild, das der Prozeß entrollte, wenn ein Angeklagter sich mit dem Hinweis entschuldigen zu können glaubte, er habe seinen Anteil am „Honorar" hauptsächlich zur Unterstützung jüdischer Emigranten benutzt. Die Energiewirtschaft. Richtlinien Dr. Schachts. Berlin, 8. Dez. (DNB.) Auf der Arbeitstagung der Wirtschaftsgruppe Elektrizitätsversorgung und des Reichsoerbandes der Elektrizitätsversorgung sprach Reichswirtschaftsminister Dr. Schacht über Tagesfragen der Energiewirtschaft. Der Reichswirtschaftsminister wies auf die Fortschritte hin, welche die Verbundwirtschaft bereits 5m ersten Jahr der Handhabung des Energiewirtschaftsgesetzes gemacht hat, und betonte, daß nunmehr auch die Städte, die kleineren und mittleren Werke und d i e Gemeinden in die Verbundwirtschaft eingereiht würden. Dr. Schacht wandte sich gegen jene Energiepolitiker, die unter dem Deckmantel der Volkswirtschaft und der wehrwirtschaftlichen Belange ihre eigenmächtigen Pläne als das Heil der Energiewirtschaft hinstellen. Er betonte demgegenüber die enge Zusammenarbeit zwischen dem Reichswirtschaftsministerium und den Wehrwirtschaftsstellen. Er stellte grundsätzlich fest, daß Mammutkraft- werke nicht mehr gebaut würden, daß aber umgekehrt auch der Bau unzweckmäßiger kleiner Anlagen zu unterbleiben habe und stattdessen ein Anschluß an die bestehende Versorgung zu nehmen fei. Eigenanlagen hätten nur dort Anspruch auf Bestand, wo sie billiger arbeiten könnten als das Energieversorgungsunternehmen, oder wo wehrwirtschaftliche Gründe es erforderten. In der T a r i f p o l i t i k erkannte Dr. Schacht die Bemühungen der Werke an, aus der Absatzsteigerung der letzten vier Jahre die preispolitischen Konsequenzen zu ziehen. Er wies auf den wertvollen Beitrag hin, den die Elektrizitätsversorgung durch Bereitstellung großer Energiemengen zu kleinen Preisen im Interesse der Wiedererringung der Rohstoff- und Wehrfreiheit bereits geleistet hat. Dr. Schacht betonte, daß aus Gründen der gemeindlichen Finanzzuschläge die Kleinabnehmerpreise noch nicht den Stand erreicht hätten, auf den sie aus wirtschaftlichen Gründen heruntergehen könnten. Der Reichswirtschaftsminister wandte sich gegen die Bestrebungen, aus vorhandenen Dersorgunas« gebieten die Verbrauchsschwerpunkte herauszulösen und geißelte die Methode derjenigen Energiewirtschaftler, die sich aus der Erzeugung an Ort unb Stelle des Verbrauchs eine Ersparnis von einem Zehntel Pfennig errechnen und deshalb den Strom- bezug aus dem öffentlichen Netz verweigern. Dr. Schacht wies auf die große nationalwirtschaftliche Bedeutung eines Ausgleichs der Strompreise zwischen Stadt und Land hin und forderte nicht zuletzt aus Gründen der Wehr- haftmachung eine ungestörte Fortentwicklung der öffentlichen Energieversorgung. Dr. Schacht wiederholte seine Zusage, wonach den Gemeinden die Sondererträge, Die sie bis damals aus der Energiewirtschaft bezogen haben, nach Möglichkeit e r - halten bleiben sollen, bis sich andere, wirtschaftlich zweckmäßigere Aufbringungsmöglichkeiten ergeben. Wasserversorgung int Kreis Offenbach. NSG. Der Gauleiter und Reichsstatthalter besichtigte am Dienstag die in der Durchführung begriffenen Arbeiten i m Kreis Offenbach, die der restlosen Wasserversorgung dieses Gebietes gelten. 19 Gemeinden mit einer Einwohnerzahl von rund 42 000 Menschen verlangten dringend eine ordentliche Wasserversorgung. Der ganze Ostteil des Kreises Offenbach war auf Brunnen und andere Notbehelfe angewiesen. Dabei löste das vorhandene Wasser gesundheitspolizeilich sehr oft große Bedenken aus. Auch bei Feuersbrünsten waren 19 Gemeinden wehrlos den Elementen pretsgegeben. Unter der besonderen Betreuung des Gauleiters und Reichsstatthalters begann ein Werk, das insgesamt 75 000 Tagewerke mit einem Kostenaufwand von etwa 3,5 Millionen Mark umfaßt, von den inzwischen rund 40 000 Tagewerke abgeleistet sind. Mit der Beendigung dieses Werkes sind im Lande Hessen über 90 v. H. der Gesamtbevölkerung mit Wasserleitung versorgt. Der Gauleiter und Reichsstatthalter konnte sich am Dienstag von dem Fortgang der Arbeiten unterrichten, aus denen besonders die im Bau befindlichen Wassertürme in Jügesheim, Seligen st adt und Groß-Steinheim emporragen. An Stelle unförmiger und häßlicher Beton- oder Steinklötze, die die Gegend verschandeln und das Auge beleidigen, streben Türme zum Himmel, die nach ^>er Vollendung in ihrer ganzen architektonischen Schönheit das Landschaftsbild ergänzen. Im Kreisamt Offenbach richtete der Gauleiter eine kurze Ansprache an die Bürgermeister des Kreises, währenddem er auf der Kreisleitung zu den dort angetretenen Amtsleitern und Mitarbeitern sprach. Gefahr im Verzüge. Oer Kardinalprimas von polen fordert Sammlung der Abwehrkräste gegen den Weltbolschewismus. B u d a p e st, 8. Dez. (DNB.) In einer Unter« rebuna mit dem Warschauer Vertreter des „Pester Lloyb" wies der Kardinalerzbifchof von Polen, H l o n d , nachdrücklich auf die Bedrohung Europas durch den Bolschewismus hin und auf die Notwendigkeit eines Zusammenschlusses aller europäischen Staaten zur Abwehr dieser Weltgefahr. Kardinalerzbischof Hlond erklärte u. a.: „Die letzte und entscheidende Ursache der heutigen Unruhen in Europa liegt in dem Willen der Kommunistischen Internationale, ihre umstürzlerischen Bestrebungen auf dem Wege über einen neuen Weltkrieg zu verwirklichen. Alle diejenigen, die nicht an das Heil durch die Sowjets glauben, müssen sich jetzt mit gesammelten Kräften gegen diese G e« fahr zur Wehr setzen. Der Kardinalerzbischof betonte sodann die internationale Bedeutung des Ausgleichs zwischen Deutschland und Polen, der die Möglichkeit eines auf gegenseitiger Achtung beruhenden gutnachbarlichen Nebeneinanderlebens der beiden Völker geschaffen habe. Im Gegensatz dazu sei das zwischen Polen und S o w j e t r u ß l a n d abgeschlossene Abkommen nichts als ein Stück Papier, weil die Dritte Internationale den Frieden nicht anerkennt, den das Moskauer Außenministerium nur nach außen hin einhält. Polen ist heute, so erklärte Kardinal Hlond, von heimlichen Feinden überflutet, die gegen den Staat und für die bolschewistische Revolution arbeiten. Diese Brandstifter werden von der Kommunistischen Internationale entsandt, bezahlt und beschützt. Polen will heute keinen Krieg mit Sowjetrußland führen, aber es befindet sich i n ft ä n b i g e r Alarmbereitschaft. „Heute ist Gefahr im Verzüge. Eine furchtbare Katastrophe wird unweigerlich hereinbrechen, wenn nicht bie Branbherbe rechtzeitig g e ■ lÖscht werben, bie von ben unerbittlichsten Fein» ben bes Friedens, der Ordnung und der christlichen Weltanschauung immer wieder aufs neue entfacht werden." Die Schweiz wehrt sich gegen den Kommunismus. Das neue Staatsschutzgeseh verbietet den roten Selbstschutz und droht Auflösung der Kommunistischen Partei an. Basel, 8. Dez. (DNB.) Der schweizerische Bundesrat hat der am Montag zusammengetretenen Bundesversammlung den Entwurf eines neuen Staatsschutzgesetzes zugestellt. Es soll in Form eines dringlichen Bundesbeschlus« s e s sofort in Kraft gesetzt werden, unb bis zum 31. Dezember 1941 laufen. Es unterliegt damit nicht, wie bie beiben Orbnungsgefetze von 1922 unb 1933 ber Volksabstimmung und kann nicht, wie diese beiden von Regierung unb Parlament seinerzeit angenommenen Gesetze vom Volk verworfen werden. Die Botschaft verhehlt nicht, daß sie sich in erster Linie gegen bie unter auslänbischem Einfluß stehenden kommunistischen Umtriebe richtet. Der Bundesrat überschätzte die Gefahr, bie ber Sicherheit bes Lanbes durch die Kommunistische Partei und die kommunistischen Nebenorganisationen, die Internationale Rote Hilfe, Rote Gewerkschaftsinternationale, Revolutionäre Gewerkschaftsopposition, Internationale Arbeiter- Hilfe, Proletarische Freidenker, Freunde der Sowjetunion usw. drohe, in keiner Meise. Die heutige Zuspitzung ber internationalen Lage und di« auf ben 7. Weltkongreß ber kommunistischen Internationale in Moskau von Juli unb August 1935 zu- rüchuführenbe Verstärkung ber fommu- nistiscyen Propaganba unb Agitation erforderten nun aber schärfere staatliche Gegenmaßnahmen. Die kommunistische Gefahr, fährt ber Bunbesrat fort, droht von außen. Sie besteht darin, baß bie kommunistische Partei ber Schweiz eine Sektion ber Kommunistischen Internationale ist, bie ihrerseits aber von einer Großmacht unterstützt wirb. Die Kommunistische Partei der Schweiz als Sektion der Kommunistischen Internationale ist verpflichtet, alle Beschlüsse der Moskauer Zentralstellen burchzuführen. Trotz gegenteiliger Behauptungen ber Kommunistischen Internationale erstrebt sie in Wirklichkeit bie Errichtungeiner marxistischen Diktatur. Die Bunbesanwaltsckaft mußte sich mit kommunistischen wirtschaftlichen litt- ternehmungen wie ber Firma „Jmprimob" in Basel befassen, die mit dem Agenten ber Kommunistischen Internationale Eberlein in Geschäftsverbm- bung stand unb anbere verbächtige Auslänber ins sen-Nafsau-Süd ist, gehört seit der nationalen Erhebung dem Kölner Gemeinderat an. Aus aller Welt Prof. Dr. Jaeger (Basel) und Prof. Dr. Obst (Hannover) über die Eiszeit sprachen. Grafen von vier bis sechs Monaten und der gewerbsmäßiger Hehler in Betracht kommende t m und Maibach hingerichtet, der vom Schw Frankfurt a. M. wegen Mordes zum als 43= Groß- und Kleinvieh, übersteigt 5^ 000. Adana gehört zu den blühendsten türkischen Städten in einer besonders fruchtbaren Gegend des Mittelmeeres. Der Ellernmörder Blaibach hingerichkel. Frankfurt a. M, (LPD.) Die Justizpressestelle teilt mit: Am Mittwoch, 9. Dezember, wurde in dem Strafgefängnis Frankfurt a. M. - Preungesheim der am 19. Februar 1916 geborene Erich Das Ende einer Einbrecherbande Zuchthausstrafen für 273 Einbrüche. Die heutige Justiz kennt keine „Verbrecherehre''. Hat Amerika wieder Hoffnung? Von Dr. Friedrich Sohn. Bei den Niagarafällen verlassen wir die Bereinigten Staaten, um einige Zeit auf kanadischem Boden au weilen. Wir wollen sehen, ob sich in dem britischen Dominium wesentliche Unterschiede gegenüber den benachbarten Gebieten der Union feststellen lassen und besonders auch, wie es in der Landwirtschaft aussieht. Dabei sind wir uns darüber klar, daß die vier- bis fünfhundert Kilometer, die wir auf kanadischem Boden zurücklegen, nur einen winzigen Ausschnitt dieses Landes zeigen. Kanada ist, geographisch gesehen, eines der eigenartigsten Länder der Welt. Es erstreckt sich vom Atlantischen bis zum Pazifischen Ozean in einer Breite, die fünfmal der Strecke Königsberg—Aachen entspricht, und stößt nach Norden Tausende von Kilometer in unbewohnte und zum großen Teil auch unbewohnbare Land- scbaften vor. Das Leben der elf Millionen Men- scyen, die heute Kanada bewohnen, spielt sich auf einem im Vergleich zum Gesamtraum kleinen Gebiet ab, wenn auch diese „kleine" Fläche das Deutsche Reich um ein Vielfaches übertrifft. Der besiedelte Teil Kanadas lehnt sich wie ein schmales Band an die Grenze der Vereinigten Staaten an, die vom Westrand der großen Seen bis zum Pazifik wie ein Linealstrich den Kontinent durchschneidet. Es ist klar, daß auf einer Strecke von Tausenden von Kilometer durch einen ganzen Kontinent verschiedene Klimazonen, verschiedene Bodenarten und andersartige Verkehrs- und Absatzbedingungen anzutreffen sind. Der schmale besiedelte Streifen, der sich je nach den Klima- und Bodenverhältnissen mehr oder weniger weit nach Norden vorschiebt, wird außerdem an zwei Stellen noch ziemlich jäh unterbrochen, im Westen durch das in nord-südlicher Richtung verlaufende Felsengebirge und in der Mitte des Kontinents von einer rund eintausend Kilometer breiten Waldzone, die nahezu unbewohnt ist und für die Landwirtschaft kaum in Frage kommt. Kanada besteht also aus mehreren, räumlich scharf von einander abgegrenzten Wirtschaftsgebieten. Zu diesen geographischen Unterschieden gesellen sich noch andere Besonderheiten. Der östliche Teil Kanadas — insbesondere die Provinz Quebec — ist in der Hauptsache von Franzosen bewohnt, die zu den ältesten Amerikanern gehören und sich im Gegensatz zu ihren Stammesvettern in Frankreich stark vermehren. Die sich nach Westen anschließenden Provinzen haben britischen Charakter, wenn sich hier auch zahlreiche Siedlungen oller möglichen Nationalitäten befinden, die noch nicht ihre alte Sprache, ihre Sitten und Gewohnheiten abgelegt haben, Der Osten Kanadas einschließlich der Provinz Ontario, der unser Besuch gilt, ist in der Hauptsache auf Viehwirtschaft und Futterbau eingestellt. Das Brotgetreide spielt nur eine untergeordnete Rolle. Im Vergleich zu den westkanadischen Prärieprovinzen, die den Ruhm Kanadas in der Weltweizenerzeugung begründen, besteht ein gewaltiger Unterschied. Ostkanada hat im allgemeinen — wenn man von den Obst- und Gemüsefarmen absieht — gemischtwirtschaftliche Betriebsformen, in denen die Tierhaltung eine große Rolle spielt. Getreidefabriken wie im Westen gibt es hier nicht. Im übrigen wird das Land mehr und mehr nach der industriellen Seite hin erschlossen. Die billigen Der- kehrsmöglichkeiten in west-östlicher Richtung durch die Seen und den St.-Lorenz-Strom, der Wasserreichtum mit seinen unerschöpflichen Möglichkeiten zur Erzeugung von Elektrizität und die im Ueber- fluß vorhandenen Rohstoffe begünstigen eine solche Entwicklung. Unsere Fahrt durch Ontario läßt uns manche Unterschiede gegenüber den Vereinigten Staaten entdecken. Die Gegensätze, die das Leben in USA. beherrschen, treten hier weniger stark hervor. Wenn auch der Einfluß der Vereinigten Staaten unverkennbar ist, so macht doch dieser Teil Kanadas einen einheitlicheren und geschlosseneren Eindruck. Schon in der Zusammensetzung der Bevölkerung findet man nicht die gleichen Unterschiede wie in USA. Die Neger, die seit dem Krieg auch in den nördlichen Vereinigten Staaten in jedem kleinen Nest Fuß gefaßt haben, fehlen hier fast aanz. Das Entscheidende aber scheint zu sein, daß Die Blicke in dieser Provinz nach England gerichtet sind. Die ausgewiesen. Diese Handlungen werden auch verfolgt, wenn sie im Auslande begangen werden und sich gegen die Schweiz richten. Ausländische Kom- bujJß,n„ sich nicht ohne Bewilligung der zuständigen Behörden in der Schweiz aufhalten. Neuer Oberbürgermeister von Köln. Berlin, 8. Dez. (DNB.) Der Oberbürgermeister der Hansestadt Köln, Dr. R i e s e n , hat im Rahmen des Dierjahresplanes einen Sonderauftrag in Berlin übernommen. Um sich hierfür frei zu machen, hat er um Enthebung von seinen Amtsgeschäften als Oberbürgermeister gebeten. Der Reichs- und preußische Minister des Innern hat diesem Anträge stattgegeben und auf Vorschlag des Gauleiters in Köln als Beauftragten der NSDAP, den Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Köln, Dr. Karl Georg Schmidt zum Oberbürgermeister der Hansestadt Köln berufen. Dr Schmidt besuchte das Gymnasium in Hanau, studierte Wirtschafts- und Sozialwissenschasten an der Universität Frankfurt am Main. Noch einer praktischen Tätigkeit sowohl als Arbeiter wie auch als kaufmännischer Angestellter bei der IG.-Farbenindustrie in Bitterfeld Am Steuer vom Tod ereilt. An einer Straßenkreuzung in Hersfeld geriet ein Kraftwagen von der Straße ab, durchfuhr eine Gartenhecke und kam auf dem Boden des tieferliegenden Gartens zum Stehen. Die Straßenpassanten vermuteten einen Unfall und benachrichtigten die Polizei. Die Ermittlungen ergaben aber, daß am Steuer des Autos ein Toter saß. Ein Arzt stellte fest, daß der aus Leipzig stammende Autofahrer einem Herzschlag erlegen ist. Tausende von Token bei der Ueberschwemmungs- katastrophe auf der Insel Luzon. Offiziere berichten aus dem Ueberschwemmungs- gebiet im Norden der Insel Luzon (Philippinen), daß der Cagayan-Fluß Tausende von Toten ins Meer getragen habe. Es werde daher niemals möglich jein, den ganzen Umfang der furchtbaren Katastrophe festzustellen. Durch die Wassermassen wurden Hunderte von Quadratmeilen wertvollster Tabak- und Reispflanzungen vernichtet. Man befürchtet den Ausbruch von Ruhr- und Cholera-Epidemien im Unglücksgebiet. Verheerende Ueberfchwemmung in der Türkei fordert zahlreiche Opfer. Der Wasserspiegel des Flusses Seihung, der vor einigen Tagen im türkischen Bezirk Adana über die ujer getreten war, ist wieder im Fallen begriffen. Der durch die Ueberfchwemmung angerichtete Schaden kann noch nicht abgeschätzt werden. Die Zahl der eingestürzten Häuser erreichte 1200. Ungefähr 4000 Obdachlose haben in Moscheen, Karawansereien und in den größeren Gebäuden der Umgebung des Ueberschwemmungsgebietes Quartier gefunden. Der Rote Halbmond sandte der vom Unglück betroffenen Bevölkerung schleunige Hilfe. Auch die Regierung ergriff alle Maßnahmen, um die Obdachlosen zu betreuen. Eine Abteilung Pioniertruppen ist im Überschwemmungsgebiet emge- troffen, um die Bevölkerung in ihrem Kampf gegen die Fluten zu unterstützen. Die große Brücke über den Tschakhit wurde roeggenffen. Die Zahl der Toten deren Persönlichkeit festgestellt werden konnte, beträgt 150. Die Zahl der Verwundeten die in Lazaretten untergebracht sind, belauft sich auf 200. Die Zahl der ertrunkenen Haustiere, Zug sah, gab er Vollgas, aber der Lastwagen wurde noch erfaßt und gegen Telegraphenstangen geschleudert und von der Lokomotive 243 Meter weit mit- geschleist; dann stürzte er, völlig zertrümmert, in den Graben. Der Lenker des Lastkraftwagens und sein Beifahrer, der gerade geschlafen hatte und jäh geweckt wurde, kamen merkwürdigerweise ohne Verletzungen davon. — Jetzt hatte sich der Lenker des Lastwagens vor dem Kasseler Schöffengericht zu verantworten. Der Angeklagte erklärte, er habe die Blinkzeichen nicht gesehen. Wegen fahrlässiger Transportgefährdung in Tateinheit mit fahrlässiger Beschädigung von Telegraphenanlagen und wegen Uebertretung der Reichsstraßenverkehrsordnung erkannte das Gericht an Stelle einer Gefängnisstrafe von zwei Monaten auf 300 Mark Geldstrafe. Aus Anlaß der Hundertjahrfeier des Vereins wurde dem derzeitigen Vorsitzenden Profffor Dr. Behrmann von der Senckenbergifchen Natur- forschenden Gesellschaft die Eiserne Ehrenmünze verliehen. Die Auszeichnung gilt „dem verdienten Forscher deutschen Bodens in der Heimat und in Uebersee und unermüdlichen Vorkämpfer des Kolonialgedankens". Wetterbericht des Rrichswekterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Trotz des hohen Luftdrucks über Mitteleuropa konnte eine Teildruckstörung, die über Frankreich südwärts zog, vorübergehend in West- und Süddeutschland leichte Unbeständigkeit bringen. In der Auffüllung dieser Weststörung wird in der nächsten Zeit der Einfluß des von Osteuropa hereinreichenden Hochdruckgebietes voraussichtlich wieder stärker zur Geltung kommen. Die Neigung zu Nebel und Hochnebel bleibt im Bereiche der kalten Mischlust für die Niederungen vorerst erhalten. Aussichten für Donnerstag: In den Niederungen vielfach Nebel oder Hochnebel, sonst wolkig bis heiter und im allgemeinen trocken, Temperaturen um Null, schwache veränderliche Winde. Aussichten für Freitag: In den Niederungen vielfach Nebel, sonst aufgeheitert, Temperaturen wenig geändert. Lufttemperaturen am 8. Dezember: mittags 1,7 Grad Celsius, am 8. Dezember: abends —1,7 Grad, am 9. Dezember morgens —1,9 Grad; Maximum + 1,7 Grad, Minimum heute nacht —4,1 Grad. —• Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe am 8. Dezember: abends 0,5 Grad, am 9. Dezember: morgens 0,4 Grad; Sonnenscheindauer 5,6 Stunden. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. XI. 36: 11 000. Druck und Verlag: Brühl'fche Universitäts- Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., fämllich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pst mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Maßstäbe, mit denen man mißt, und an denen man das eigene Leben ausrichtet, lehnen sich stärker als jenseits der Seen an britische Vorbilder an. Man jindet im allgemeinen eine größere Ordnung und Gepflegtheit als in USA. Das Schönheitsgefühl, besonders die Vorliebe für Blumen, ist größer. Mit der Sonntagsruhe nimmt man es sehr genau, die Kinos und Theater bleiben an den Feiertagen ge- jchlosfen. Erst nach Mitternacht darf mit der Dor- jtellung begonnen- werden. In der Stadt, in der wir den Sonntagabend verbringen, entwickelt sich gegen Mitternacht ein lebhafter Verkehr. Man sieht unzählige Autos in den Straßen herumstehen, deren Insassen sehnsüchtig das Ende des Sonntags erwarten. Dor den Kinos wird um 12 Uhr nachts regelrecht Schlange gestanden. Aehnlich wie im Staate Neuyork fördert auch in Kanada der Besuch einer landwirtschaftlichen Hochschule unser Verständnis für die Agrarfragen. Der Präsident der Hochschule, der übrigens früher einmal stellvertretender Landwirtschaftsminister in USA. war, wird uns als der Typus eines echten „Gentleman" so leicht nicht aus dem Gedächtnis entschwinden Bei der Besichtigung der Zuchttiere, die uns hier vorgeführt werden, fällt auf, wie stark der Zusammenhang mit dem Mutterland gerade auf tierzüchterischem Gebiet ist. Man führt wertvolle Zuchttiere aus England und Schottland ein, um die Nachkommenschaft durch Versteigerungen, die in jedem Herbst von der Hochschule veranstaltet werden, über die Provinz zu verteilen. In den letzten Jvhrzehnten sind durch die Versteigerungen der Hochschule nicht weniger als 30 000 Zuchttiere in die Provinz gegangen. Die Entwicklung der Tierzucht wird also von hier aus entscheidend beeinflußt. Interessant ist auch unsere Entdeckung, das man sich ganz zielbewußt auf die Bedürfnisse des englischen Marktes einstellt. Kanada hat durch die Ottawa-Verträge bevorzugte Einfuhrmöglichkeiten nach Großbritannien erhalten, die sich für die tierische Erzeugung Ostkanadas günstig auswirken. Ein zollfreies Einfuhrkontingent von 780 Millionen Pfund Speck und Schinken konnte bisher nur zu zwei Dritteln ausgenutzt werden. Man bemüht sich, die Schweineerzeugung zu steigern, dabei aber die besonderen Bedürfnisse des englischen Marktes zu berücksichtigen. An diesem Beispiel wird uns klar, was die seit der Ottawa-Konferenz betriebene Großraumpolitik des britischen Imperiums für die Dominien bedeutet. In ihrer Gastfreundschaft stehen die Kanadier den Pankees nicht nach. Als wir in Guelph mit dem Präsidenten, den Professoren und den Studenten der landwirtschaftlichen Hochschule im großen Speisesaal gemeinsam Abendbrot aßen und anschließend eine lebhafte Aussprache führten, da fühlte wohl jeder, wie sehr die Gastfreundschaft — so zwanglos und doch so formvollendet, wie sehr sie sich hier bot — Menschen verschiedener Sprachen und Lebensgewohnheiten in kürzester Frist zueinander führt. Auch im Hotel zu Hamilton hatten wir ein nettes Erlebnis. Der Koch, der mit den Besatzungs- trupven im Rheinland gewesen war, hatte unter Aufbietung aller feiner deutschen Kenntnisse besonders für uns eine deutsche Speisekarte entworfen, die gedruckt worden war. Die „Deutsche Landwirt Schaftliche Agegesellschaft", wie er uns titulierte, erhielt neben vielen anderen Genüssen zum „Abendessen" „Gebrathene Hühner Mit Meisfritter Und Schpak" ferner „Apfelkuchen Und Kasse" und „Kirchen Tarte". Wir waren über diese Ueberrafchung nicht wenig erfreut und schüttelten unserem Koch, dessen Gesicht vor Freude strahlte, in aller Herzlichkeit die Hände. Wir machten hier eine Erfahrung, die man in Amerika immer wieder machen kann, daß die Angehörigen der ehemaligen Besatzungstruppen mit großer Liebe an Deutschland hängen und nicht toifjen, was sie vor Freude tun sollen, wenn sie jemnd aus Deutschland und besonders aus dem Rheinlnd treffen. Auch diese Beaegnung war ein Beweis dafür, wie sich aus dem Kennenlernen der nationalen Eigenarten und Eigentümlichkeiten Verständnis und Verstehen entwickeln kann. jährige Johann Frick zu zweieinhalb Jahren Zuchthaus, fünf Jahren Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaufsicht verurteilt. Die Untersuchungshaft wurde den Angeklagten angerechnet. Die meisten Einbrüche, so wurde in der Urteilsbegründung ausgeführt, habe Kothenfchulte begangen, teilweise in Gemeinschaft mit Pätzold und Keil. Letzterer stand vielfach Schmiere und schaffte das Diebesgut vom Tatort fort. Nach dem Verhandlungsergebnis sind die Angeklagten nicht die einzigen Beteiligten gewesen; es scheint so, daß eine Bande die Diebesgelegenheiten ausbaldowerte, daß eine Bande die Taten verübte und daß eine dritte Bande die Sachen an den Mann brachte. Der Angeklagte Pätzold erwies sich als ein verstockter Verbrecher, der seine Aussagen mit Ueber- legung machte. Kothenfchulte stand schon einmal unter polizeilicher Kontrolle und verstand es herauszukommen. Er hat die Diebstähle nicht nur aus Not begangen, sondern weil er arbeitsscheu war. Er ging mit System vor und besaß, wie die übrigen Mittäter, einen eingewurzelten Hang zum Verbrechen. In zwei Fällen ist er auch gewalttätig geworden und verletzte einen Mann erheblich. Keil hat eine Erfindung gemacht, um Sicherheitsschlösser aufzubrechen. Als er Mitglied der Bande wurde, wurden die Einbrüche lohnender, denn man konnte nun alle Schlösser öffnen. erinnert sie an die Genossen- ^aftsbrucferei Basel, die u. a. die Zeitschrift „Korn- munlstlsche Internationale", „Die Rundschau" und anderes Propagandamaterial herausgibt. In Zunehmenden Maße seien Agenten der Kommunisti- schen Internationale in der Schweiz tätig gewesen bestritten werden, daß durch die Machenschaften einer unter internationaler L-ituna tetienben und m allen Einzelheiten wohlorgamsier- ien und mit allen Mitteln der Illegalität arbeiten- Öen Umsturzparte, die verfassungsmäßige Ordnung und insbesondere die Staatseinrichtungen gefährdet werden. Die Gefahr kann sich bei einer Steigerung her nationalen Spannungen oder b» emer Verlegung des westeuropäischen Zentrums der mternahonalen kommunistischen Tätigkeit nach der Schweiz noch verschärfen " 0 Son einem absoluten Verbot her Kommunistischen Partei will der Bundesrat einstweilen noch absehen. Um Gewaltstreichen und Angriffen vorzubeugen, sind |og. Selbstschutz, und Angriffsver- bande, sowie dasTragenvonPartei- unisormen verbaten. In einer besonderen Bestimmung behalt sich der Bundesrat vor, bei drin- gender Gefahr für tote innere oder äußere Sicherheit der Eidgenossenschaft 1. hie Kommunistische Partei, ihre Nebenorgani- fahonen oder Unternehmungen, die anarchistischen sowie die gegen den schweizerischen Staat gerichteten Vereinigungen a u f z u I ö s e n , ihre Vermögen einzuziehen und ihre Presseorgane zu verbieten. 2 Schweizer Bürgern, die sich im Interesse einer dieser vorgenannten Bewegungen ins Ausland begeben wollen, die Ausreise zu verbieten. Kommunistische Umtriebe gegen den Staat, die gesellschaftliche Ordnung und gegen den religiösen Frieden werden mit Gefängnis bestraft. Ausländer werden nach Verbüßung der Gefängnisstrafe war er 1928 Direktionssekretär bei einer Finanzierungsgesellschaft in Frankfurt a. M. 1925 hat er dem Nationalsozialistischen Studentenbund an der Universität Frankfurt a. M. angehört, der von dem jetzigen Gauleiter Staatsrat Simon-Koblenz geführt wurde. In der Parteiarbeit betätigte er sich als Leiter der Rechtsberatungsstelle der NSDAP, in Frankfurt a. M. und als Parteiredner. Dr. Schmidt, der Träger des goldenen Ehrenzeichens der NSDAP, und des Ehrenzeichens des Gaues Hes- LPD. Frankfurt a. M., 8. Dez. Die Verhandlung gegen die Einbrecherbande Kothenfchulte wurde am Dienstag zu Ende geführt. Unter Ausschluß der Öffentlichkeit wurde dem Mitbeschuldigten Keil Gelegenheit gegeben, feine Kunstfertigkeit im Offnen komplizierter Sicherheitsschlösser zu beweisen. Es. war verblüffend, was der Angeklagte auf diesem Gebiet leistete. Der Staatsanwalt beantragte gegen Kothen- schulte und Pätzold je zwölf, gegen Keil zehn Jahre Zuchthaus und die üblichen Nebenstrafen sowie Bestrafung der übrigen Angeklagten. In feinen Ausführungen betonte der Vertreter der Anklage, daß mit 273 Einbrüchen die Angeklagten in den letzten zehn Jahren die Höchstzahl erreicht hätten. Der von ihnen angerichtete Schaden belaufe sich auf rund 30 000 Mark. Milderungsgründe kämen für die Angeklagten, die sich weigerten, ihre Hehler und Auftraggeber zu nennen, nicht in Betracht. Die heutige Justiz denke nicht daran, so etwas wie einen Begriff „Verbrecherehre" anzuerkennen. Das Schöffengericht verurteilte den 28jährigen Richard Kothenfchulte zu zwölf Jahren Zuchthaus, den 35jährigen Otto Pätzold zu elf Jahren Zuchthaus, den 53jährigen Max Keil zu zehn Jahren Zuchthaus. Gegen alle drei Angeklagten wurde außerdem auf je zehn Jahre Ehrverlust, Zulässigkeit von Polizeiaufsicht und Sicherungsverwahrung erkannt. Äon den übrigen Angeklagten wurden drei zu GefängnisTHutfer und Tochter als Volksverräter. Wegen Verbrechens gegen das Dolksverratsgfetz wurde die Witwe Anna S t a ch o w s k i aus Hildesheim vom Sondergericht Hannover zu anderthalb Jahren Zuchthaus, 5000 RM. Geldstrafe und drei Jahren Ehrverlust verurteilt. Ihre 23jährige Tochter Frieda Vockrodt erhielt wegen Devisenvergehens sieben Monate Gefängnis und 1000 RM. Geldstrafe. Die Mutter hat mit Wissen ihrer Tochter 23 000 Schweizer Franken in einem Kleiderschrank jahrelang versteckt gehalten. Als sie nach Abwertung der Schweizer Währung 20 000 Franken bei einer Bank einwechseln wollte, wurde sie und ihre Tochter festgenommen. In ihrer Wohnung fand man noch 3000 Franken. Die bei der Festnahme beschlagnahmten 23 000 Franken wurden eingezogen. Die Zahl der deutschen Rundfunkteilnehmer. Am 1. Dezember 1936 betrug die Gesamtzahl d e r Rundfunkteilnehmer im Deutschen Reich 7 937 907 gegenüber 7 757 265 am 1. November. Im Laufe des Monats November ist mithin eine Zunahme von 180 642 Teilnehmern (2,33 v. H.) eingetreten. Unter der Gesamtzahl am 1. Dezember befanden sich 550185 gebührenfreie Anlagen. Blasmusik für die Luftwaffe. Das Reichsluftfahrtministerium hat im Zuge feiner Bestrebungen, die Blasmusik, die im heutigen Musikleben einen breiten Raum einnimmt, zu fordern einigen jüngeren anerkannten Komponisten Aufträge zur Schaffung von Original-Blas- musikwerken für d i e Luftwaffe erteilt. Line Sonderpostkarte zum Tag der Briefmarke. Die F£d£ration Internationale de Philatelie, der außer Sowjetrußland die großen Verbände der Briefmarkensammler in ganz Europa angehoren, hat auf den deutschen Antrag hm beschlossen, zu Ehren des Begründers des Weltpostvereins des deutschen Generalpostmeisters von Stephan, den für alle Länder gemeinsamen „Tag der Briefmarke" am Sonntag nach dessen Geburtstag am 7. Januar jährlich m allen Landern zu begehen. Zu diesem Tage ist soebenl eine Son derpo st karte mit eingedruckter 3-Pfenrng- Marie erschienen, die die beiden Erdhalften zeigt, verbunden durch einen Brief. Die Karte liegt bisher vor mit einer Inschrift in deuft^r Sprache und in französischer Sprache. Die Karte erscheint m beschränkter Auflage. Ihr Vertrieb ist den Vereinen des Reichsbundes der Philatelisten im D^relnsring der NS.-G „Kraft durch Freude und der Fachgruppe Briefmarken in der Wirtschaftsgruppe Ei zelhandel übertragen worden. Lastwagen vom Zuge milgeschleift Fahrlässige Transportgefährdung. Am 5. Oktober fuhr ein Lastkraftwagen mit etwa 50 Kilometer G-fchwindigkeit beim Bahnhof Nie derkaufungen über den schrankenlosen ®Ie suber- gang, als ein Guterzug nahte Alei der Len!er des Kraftwagens den nur noch zehn Meter en f wegen Totschlag zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt worden ist. Maibach hatte in der Nacht zum 1. Juli 1936 in Bad Homburg v. d. H. seinen Stiefvater, den Milchhändler Josef M a i b a ch, der ihn am Tage zuvor wegen Unterschlagungen zur Rede gestellt hatte, und anschließend feine Mutter, als sie sich ihm entgegenstellte, durch mehrere Axthiebe getötet. Kunst und Wissenschaft. Hermann kiehne f. Hermann Kiehne, Schriftsteller und Herausgeber der „Deutschen Lieder", ist im 82. Lebensjahr in Gießen verschieden. Der treu bewährte Idealist und immer gläubige Patriot hat stets deutsches Wesen und deutsche Art in Gedichten und Liedern besungen. Sein Gedichtband „Wandern und Weilen" ist ein bleibendes Vermächtnis an Gegenwart und Zukunft. Nebenher hat er „Harzer Novellen" und verschiedene Einakter geschrieben. Sein Leben und Schaffen war ganz den Musen verschrieben. In seinen „Deutschen Liedern", einer lyrischen Zeitschrift, die er durch den Wandel der Zeiten 52 Jahre lang herausgab, ließ er viele Dichter zu Wort kommen, die nun um einen vortrefflichen Berater und wahrhaft edlen Menschen trauern. C. A. Wenzel. 100 Jahre Verein für Geographie und Statistik in Frankfurt. Der Verein für Geographie und Sta- tistik zu Fruankfurt begeht in diesen Tagen sein 100jähriges Bestehen. Besonders groß war neben der Forschungsarbeit auch die literarische Betätigung des Vereins, der zahlreiche Bücher feiner Mitglieder herausbrachte und eine Unzahl von Karten lieferte. In der Universität wurde eine Ausstellung zusammengestellt, die einen Ueberblick über alles gibt, was der Verein geleistet hat. Anschließend fand eine wissenschaftliche Tagung statt, auf der u. a. Geheimrat Prof. Dr. Albrecht P e n ck (Berlin), Geheimrat Prof. Dr. v. D r y g a l s k i (München), Pfarrer i. R. Georg Ohly Heuchelheim, den 8. Dezember 1936. Hamburg, Rendsburg, Gießen (Hitlerwall 12), den 8. Dezember 1936. Am 7. Dezember ist mein treuer Mitarbeiter 7845 d Statt Karten. Gießen, den 9. Dezember 1936. Joh. Balth. Noll, Zigarrenfabriken. Herr Prof. Dr. Fritz Loos 2820 D Hauptmann der Res. a. D. Nachruf! Friedberg (Hessen), 8 Dezember 1936. Die Einäscherung hat auf Wunsch des Entschlafenen in aller Stille stattgefunden. Von Beileidsbesuchen bittet man abzusehen. 7844 D Gießen, den 9. Dezember 1936 7819 D In tiefem Schmerz für die Hinterbliebenen: Tübingen, Gießen, den 9. Dezember 1936. Die Beerdigung fand in der Stille statt 7856 D Wieseck, den 9. Dezember 1936. (Stellenangebote 2 90, 2 40,1.95 4.25, 3.75,3.25 2.90, 2 40,2 25 4.25, 3.75,3.25 4.75, 4 25,3.75 9 75, 7.90,5.90 7851 A 7852 A ist am 8. Dezember im Alter von 88 Jahren sanft entschlafen. Prof. Dr. W. Engelhardt und Kinder. In tiefem Schmerz für die trauernd Hinterbliebenen: Kath. Rinn, geb Hofmann, und Kinder. Damen-Hemd, Wolle, gewebt... Damen-Hemd, gewebt, gemustert Damen-Schlüpfer, Wolle gewebt........... Damen-Schlüpfer, gern, gewebt............ Damen-Hemdhosen, gern, gewebt............ Damen-Röcke Wolle, feine Farben..... Familie Daniel Kimmel Familie Ludwig Möhl Familie Karl Schäfer Familie Karl Weller Herr Prokurist Georg Friedrich Rinn nach kurzer, schwerer Krankheit gestorben. Der Dahingeschiedene war über 25 Jahre in meiner Firma tätig und hat mir in seiner Eigenschaft als Kassierer sehr wertvolle und vorzügliche Dienste geleistet. — Ich beklage das allzufiühe Hinscheiden dieses vortrefflichen Mannes und werde sein Andenken stets in Ehren halten. Sonntag, den 13. Dez., 12 — 18 Uhr geöffnet 7818 A Die Beerdigung findet Donnerstag, den 10. Dez., nachm. 3 Uhr. vom Sterbehause Gießener Straße 148 aus statt. 7855 D Vermietungen] ö-g-ZlllMl- Mung m. Zentralheiz., zu verm. f627RD Archit. Nicolaus And.Fohannes- kirche 5 Uf CDQC DRUCKSACHEN W uKOE Brühl. Gießen In schönst. Lage Gietzens 6-3immer- WlerreMl!. in bestem Hause, mit herrl. Wintergarten, Bad, Warmwasserversorgung,Etagen- heizg.,v.l.April zu verm. Schr. Ansr. unt. 05638 an d. Gietz. Anz. Die Hausfadke als Festgesdienk! Das wird eine Freude geben, wenn „ER“ sie auf seinem Gabentisch findet! Wir bringen eine schöne Auswahl in modernen Mustern. Die Geio'gschaft der Firma Joh. Balth. Noll Zigarrenfabriken gekocht, hinibee h°t. 3t Vti|e $ »arme virdn Pulver ^ile t bcholol M 300 ter i Teeli front Mm Mi ins j ausgt leicht Zucke M Blech Am 6. Dezember verschied mein lieber Mann, unser guter Vater, Bruder, Schwiegervater und Großvater der Oberstudienrat i. R. Die Beerdigung findet statt am Freitag, dem 11. Dezember, nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof. und 2 darun auf bi ßig h. Tönui Ein gerne Honigs müsset Entrve Honig schwer, unb b( ganzen toenbu lange halte, wollte Pfeffer Jät Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Hilda Loos, geb. Mogk. Unser lieber Arbeitskamerad Prokurist Georg Friedrich Rinn ist am 7. Dezember nach einer schweren Operation von uns geschieden. Der Verstorbene war uns allen durch seine eiserne Pflichterfüllung und sein bescheidenes Wesen stets das Vorbild eines treuen Mitarbeiters von lauterem Charakter, dem wir auch über das Grab hinaus ein ehrendes Andenken bewahren werden. 3e iinei- bet - nod)1 Ivohl rinflc M" pßt Unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater und Urgroßvater Herr Philipp Kimmel I. Werkmeister i. R. s *nnt( chen ei' mal1 nicht All bern W dos । Oew chen wer roschv den n Zllfar ist at Stoff« für d Schoci Karre kleine welche Kinde inehrr ouslöf einen sonst nehm- Bestir gönne Male Restwerte schlag Knebk plötzli ermöi kleine Wi die ik Spiel unter beitei geder tisch sind, niorr die i Heim feitei berge der Hand monc W N für fiel zu Hiesiges industrielles Unternehm, sucht für seine Abt. Einkauf und Versand je einen iünskaukm. Mttarbetter Verfett in Stenogravbie u. Maschinenschreiben. Ausführliche schriftliche Bewerbungen m.Zeuy- nisabschriften u. Lebenslauf toroie Angaben über Gebaltsaniprüche und frühesten Eintrittstermin erbeten unt. 7858D a.d. Gietz. Anz. Am 6. Dezember entschlief sanft im Herrn meine innigstgeliebte Frau, die treue Mutter meiner Kinder Frau Emma Engelhardt geb. Arnold. Die Beerdigung findet am Donnerstag, dem 10. Dezember, nachmittags 2 Uhr, vom Trauerhause Brauhausstraße 56 aus statt. 7842 d Wählen Sie einen schönen Morgenrock als besonders aparte Weihnachtsüberraschung! Wir zeigen Ihnen viel Schönes, wenn Sie uns besuchen. Große Auswahl-Niedrige Preise Gießen — Kreuzplatz 15 taiittatil 3—4teitig, nicht mehr als 70 cm Tiefe, zu kaufen gesucht. 05636 Mäusburg 17 (Laden). Spezialhaus Frdr.Teipel 16 Markt 16 jlKa&sstoM Gießen — Kreuzplatz 15 Haupt-Agentur bedeutender Vers.-Ges. für Gießen und Umgebung ab 1.1.1937 zu besetzen. Monatl. Verdienst ca. Mk. 1OO.-. 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Dezember <936 Mr helfen demWeihnachtsmann Dom gebastelten (Spielzeug. weiß nur zu gut, daß ihre Klemen unersättlich sind im Wünschen von allen möglichen Spielsachen. Besonders in der Adventszeit werden Üftutter m Vertretung des unerreichbaren Weihnachtsmannes so viele Wünsche anvertraut, daß sich wohl manche von ihnen fragt, wie sie bei den ae- nngen geldlichen Mitteln nur etwas von dem bescheren kann, was die Kinder alles erhoffen. Da e r ,,G5 o^ig fein und selbst einiges Spielzeug Herstellen. Das kostet nur ein wenig Zeit und manchmal auch etwas Geduld, aber die Geldtasche braucht nicht angerührt zu werden! Allerlei Reste, die sonst in den Papierkorb wandern würden alte Rollen, Schächtelchen, Bindfaden, Pappen, Knöpfe, Flicken, ein wenig Klebzeug — das ungefähr sind die Dinge, aus denen in den Abendstunden, wenn die Kinder schon in ihren Bett- chen liegen und von Tannenduft und Kerzenschimmer träumen, viele kleine Geschenke und Ueber- raschungen entstehen sollen. Bunte Pappstücke werden nach einem selbst entworfenen Muster zu einem Zusammensetzspiel zugeschnitten. Ein Hampelmann ist aus Pappe und Bindfaden leicht anzufertigen. Stoffüberzogene Schachteln und Umschlagdeckel sind für die etwas Größeren gedacht. Aus Garnrollen, Schächtelchen und dünnem Draht entstehen kleine Karren, aus ein paar Stoffresten der dazugehörige kleine Fahrgast. Puppen und Puppenkleider — welche Mutter denkt da nicht sofort an ihre eigene Kinderzeit, wo jedes neue Puppenkind und jede Vermehrung seiner Ausstattung allergrößte Freude auslöste. Wer sehr geschickt ist, näht vielleicht sogar einen Hund, z. B. einen Pudel, an dem sich die sonst unverwendbaren Pelzbesatzreste so schön ausnehmen, als ob die Pelzstücke nie einer anderen Bestimmung gedient hätten. Wer erst einmal begonnen hat mit dem Basteln, der wird mit einem Male merken, wie viel sich das so oft unbenutzte Rest- und Abfallmaterial noch nutzbringend verwerten läßt: das Seidenpapier aus dem Briefumschlag, der Klebestreifen an den Briefmarken, der Knebel vom letzten Einkaufspaket — alles erhält plötzlich eine neue Bedeutung, einen Sinn, denn es ermöglicht ja noch die Anfertigung von vielerlei kleinem Spielzeug! Wir wollen natürlich nicht diejenigen vergeßen, die ihren Lebensunterhalt mit der Herstellung von Spielwaren verdienen, und wer es nur irgend kann, unterstütze diese Menschen durch den Kauf chrer Arbeiten, Aber wir wollen auch all der Familien gedenken, wo viele Kinder auf einen reichen Gabentisch hoffen und doch die Eltern nicht in der Lage sind, Geld für andere Dinge als für Nahrung und warme Kleidung auszugeben Habt ihr selbst nicht die Freizeit, für ärmere und kinderreiche Familien kleine Geschenke anzufertigen, so gebt die Kleinigkeiten, die noch verarbeitet werden können, an Kindergärten und an Jugendgruppen und Bastelkreise der NS.-Frauenschaft: Hier sind viele fleißige Hände damit beschäftigt, dem Weihnachtsmann mancherlei Arbeit und Sorge abzunehmen. Die Freude im eigenen Heim und die Glückseligkeit der sonst noch beschenkten Kinder wird reicher Lohn sein für mancherlei Mühen des Aufhebens und für die liebevolle Verarbeitung von unscheinbaren Resten zu allerlei buntem Spielzeug. I. L. Süßes und Salziges. Don Frida Aisch, Äad-Nauheim. Mürbe Plätzchen: 2 ganze Eier schlage mit 300 Gramm Zucker schaumig. Gib 300 Gramm Butter dazu, eine kleine Tasse sauere Milch und einen Teelöffel Backpulver. Würze mit Vanille oder Zitronenschale und knete in alles so viel gesiebtes Weizenmehl hinein als der Teig faßt. Er muß fest, aber geschmeidig sein. Dann legen wir ihn eine Weile ins Kühle vors Fenster. Auf fünf Millimeter dick ausgerollt, stechen wir beliebige Formen aus, die leicht mit Eiweiß oder Milch bestrichen, mit feinem Zucker bestreut, lichtgelb gebacken werden. Makrönchen: Zuerst belegen wir ein kleines Blech mit Oblaten. 3 große Eiweiß schlagen wir zu steifem Schnee, geben 250 Gramm feinen Zucker und 250 Gramm geriebene Mandeln oder Haselnüsse darunter, setzen kleine Häufchen mit dem Teelöffel auf die Oblaten und backen sie sofort langsam in mäßig heißem Ofen. Wenn sie oben eine zart gelbliche Tönung bekommen, sind sie gut. Etwas Honigkuchen möchten wir doch auch gerne backen. Da aber in diesem Jahr die imkerlichen Honigtöpfe recht klein geraten sind — leider! — so müssen wir uns ein bißchen nach der Decke strecken. Entweder wir backen diesmal Kuchen, die wenig Honig enthalten oder wir müssen in den großen schweren Honigkuchen nur die Hälfte Honig nehmen, und das fehlende mit Kunsthonig oder Syrup ergänzen. Einen guten Ausweg fand ich in der Verwendung eines Kessels Johannisbeergelee, der zu lange gekocht hatte, dadurch seine Steife verloren hatte, und ganz nach Syrup schmeckte. Auf Brot wollte ihn keiner essen, aber die damit gebackenen Pfefferkuchen schmeckten prachtvoll. Vaters Lieblinge. 250 Gramm Honig, zwei Eßlöffel Zucker, werden mit % Liter Wasser aufgekocht Dann kommen vier Eßlöffel Johannisbeer-, Himbeer- oder Quittengelee dazu, was man gerade hat. In 500 Gramm gesiebtes Mehl gibt man einen Teelöffel Zimt, einen halben Teelöffel Nelken, eine Prise Salz, mischt gut und gießt den gekochten, noch warmen aber nicht heißen Honig darüber Alles wird gut zusammengearbeitet, zwei Teelöffel Backpulver und eine Prise Hirschhornsalz darauf gesiebt. Noch einmal gut durchwirken und den Teig in zwei Teile teilen. m , In die eine Hälfte gibt man 50 Gramm geriebene Schokolade, eine Handvoll Korinthen, eine Handvoll geriebene Nüsse, einen Eßlöffel gutes geschmackloses Oel und zwei Päckchen Vanillezucker. Alles muß nach etwa zehn Minuten kneten em gebunbe, ner, nicht zu fester Teig sein, der nicht mehr kleben darf. Merkt man beim Kneten, daß er zu fest wird, geben wir eine Kleinigkeit Zuckerwasser dazu wird er zu lose, noch etwas Mehl. Davon formt man eine Rolle, 40 bis 50 Millimeter dick schneidet zehn Millimeter breite Scheibchen ab und backt sie bei mäßiger Hitze auf eingefettetem Blech etvxi zehn Minuten. Wer sehr üppig ist, kann auf ledesPlätzchen eine halbe Mandel ober eme Haselnuß drucken unb sie, noch warm, mit Zuckerguß bestreichen. Aus dem Reiche der Krau. In b-ie andere Hälfte Teig kommt eine Handvoll fern gewürfeltes Zitronat, ebenso Orangeat, eine ?5 r Iein, geschnittene, aufgeweichte Pomeranzen- schale, noch ein Teelöffel Zimt, eine Prise Ingwer, em Tramm Kardamom, 50 Gramm grob geschnittene Mandeln und eine Prise Hirschhornsalz. Ist alles gut verknetet, muß der Teig fest, glatt, glänzend sein und sich auf 10 Millimeter Dicke aus- ro°fen lassen. Er macht jetzt den Eindruck von Leder. Wir stechen Figuren aus oder schneiden sie mit dem Messer, verzieren sie mit Mandeln, Stück- chen Zitronat und Korinthen und backen sie bei mäßiger Hitze goldbraun, ©ie müssen kalt auf kaltem Blech in den warmen Ofen kommen, damit sie gut Form halten. Man tut gut, eine Probe zu backen. Salz- oder Kümmel st angen. In 250 Gramm Mehl mischt man einen Teelöffel Backpulver und siebt es durch. Darüber gibt man 2 gestrichene Eß öffel Fett, 1 Eigelb, 2 Eßlöffel Milch, 1 Prise Salz und 1 Eßlöffel Kümmel, knetet alles ordentlich zusammen und rollt kleine Stangen davon. < Diese bäckt man auf einem gut mit Pflanzenfett | bestrichenen Blech hellgelb. Unterdessen hat man das Eiweiß mit einem kleinen Teelöffel Wasser tüchtig geklopft und bepinselt die aus dem Ofen kommenden noch warmen Stengelchen rasch damit, bestreut sie mit einem Hauch Salz und trocknet sie im Ofen nach. Käseplätzchen. Kalt oder warm zu Tee, Brühe und Wein. Ein weicher, würziger Camembertkäse — jeder anbeÄ würzige weiche Käse, der gut „durch" ist, tut's auch — etwa für 25 Pfennig, 50 Gramm Butter, 1 Eßlöffel geriebener deutscher Hartkäse (Rest), 1 Ei, 1 Prise weißer Pfeffer, 1 Prise Salz werden schnell auf einem Brett zusammengewirkt und gut durchgearbeitet. Die Butter muß fest und kalt sein. Dann gibt man soviel gesiebtes Mehl dazu, daß der Teig fest wird, aber geschmeidig bleibt. Er wird eine Stunde kaltgestellt, dann 10 Millimeter dick ausgerollt, in 10 Millimeter breite Streifen geschnitten ober zu runden Plätzchen ausgestochen und bei mäßiger Hitze goldbraun gebacken. Sie lassen sich auch, erkaltet, am andern Tag im Ofen wieder aufbacken. as sollen wir tragen? PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS it i t FÜR DEN WEIHNACHTSTISCH- K - MEN WASCHE UND EIN HAUSMANTEL Wäsche und ein Hausmantel sind auf dem Weihnachtstisch der Hausfrau sicher hochwillkommen. Wir zeigen heute ein Nachthemd (ganz links) aus mattgrüner Waschseide, dessen Kranen, Aermel und unterer Saum mit kleinen R ü - schen aus Valenciennespitze verziert sind. Der kurze Raglanärmel ist unten eingelesen unb wirb unter ben Rüschen in einem schmalen Bünb- chen zusammengehalten. Das eingearbeitete West - chen wirb mit kleinen Perlmutterknöpfchen geschlossen, als Gürtel bient ein mittelbreiter Schrägstreifen aus ber gleichen Waschseibe. Der Schlafanzug (Mitte) ist aus hellblauer Waschseibe, seine Paspeloerzierung an Kragen, Taschen unb sämtlichen Säumen ist aus bunkeldlauer Waschseibe. Der weite, unten in ein schmales Bünbchen gefaßte Aermel ist bem Blusenteil angeschnitten. Aus weinroter, glänzenber Kunst- selbe ist ber praktische Hausmantel in schlichter, glockiger Form. Seine burchgehenbe Wattierung wirb burch Stepperei in Karomuster gehalten. H. Weihnachisvorberettungen. Kindergeheininisse im Advent. Um wirklich ein frohes unb schönes Weihnachtsfest feiern zu können, sollte bie Mutter barauf achten, baß alle Beteiligten, Erwachsene wie Kinber, frühzeitig genug mit ihren Weihnachtsoorde- reitungen beginnen, bamit am Fest bie kleinen unb großen Gaben fertig finb unb nicht Verstimmung bei Gebern unb Beschenkten aufkommt, weil bie Hanbarbeit ober bie Bastelarbeit unoollftänbig geblieben ist. Gerabe bei Kinbern, bie oft nicht bie Ausbauer unb Gebulb haben, lange an einer Sache sitzen zu bleiben, muß bie Mutter bafür sorgen, baß nicht erst in ben letzten acht Tagen vor bem Fest mit ber Herstellung von Weihnachtsgaben begonnen wirb. Sie muh u. U. auch jenen Ueber- eifer etwas bämpfen, ber sich zu viel und womöglich zu schwierige Dinge vornimmt, die dann nicht ausgeführt werben können. Die größeren Kinder bringen von der Schule her schon gewisse Handfertigkeiten für allerlei Säge-, Kleb- und Webarbeiten mit. Sie haben auch meist einen eigenen Geschmack in ber Wahl unb bei ber Ausführung ihrer Weihnachtsgaben. Nach Möglichkeit soll man ihnen barin auch freie Hanb lassen. Nur beistehen mit gutem Rat unb leise unb unmerk- lich lenken, wenn sie gar zu verwegene ober unpraktische Jbeen in bie £at umsetzen wollen. Man mache es ben Kinbern nicht zu leicht mit bem Schenken, indem man ihnen einfach die fertigen Zutaten ober Materialien kauft, fonbern leite sie an Vorhanbenes auszuwerten. Es gibt wohl in jedem Haushalt zerrissene Seidenstrümpfe, die, zu seinen Streifen geschnitten und verstrickt sehr hübsche und angenehm zu benutzende Topf- und Spüllappen ergeben, statt daß teure Wolle gekauft wird. Aus schadhaft gewordenen Frottierhandtüchern lassen sich sehr brauchbare Waschtischgarnituren zur Schonung der Marmorplatte herstellen. Mit einem bunten Zackenrändchen umhäkelt, sehen sie sehr nett aus. Schachteln ober Pappstücke zum Bekleben finben sich wohl auch, unb aus biesen Materialien lassen sich eine ganze Anzahl von Geschenken Herstellen: Behälter für Knöpfe, Schlüsselschilber, Notizzettelbehälter, Wäscheplatten, bie man mit vor- hanbenen {eibenen ober batistenen Stoffresten bezieht. Buchhüllen, Papierserviettenbehälter, Lesezeichen, einfache Schreibmappen mit buntem Papierüberzug finb ben Beschenkten meist willkommen unb stellen an bie Geschicklichkeit keine zu großen Anforberungen. Man gewöhne bie kinblichen Geber auch baran, sich in bie Wünsche unb Bebürfnisse ber zu Beschen- fenben einzufühlen, benen ihre Gabe ja Freude machen soll unb nicht ihnen selbst — ein Fehler, von bem auch bie Erwachsenen nicht immer frei finb. Immer aber lasse bie Mutter bem Kinbe soweit als möglich Freiheit unb lenke nur unmerklich, denn es ist ja sein Stolz, sich etwas ausgedacht, selbst Form und Farbe gewählt zu haben. Sie achte auch etwas darauf, daß sauber und ordentlich gearbeitet unb nicht geschlubert wirb: ach, bas sieht man ja nicht. Lieber eine einfache, sorgfältig gebastelte Gabe, als eine schwierig anzufertigenbe, bie flüchtig unb ungenau irgenbwie zusammen- gehubelt würbe. In ber weihnachtlichen Bastelstube ist gute Gelegenheit, große unb kleine Schwächen der Kinder zu beobachten und ihnen erzieherisch zu begegnen. paketchen packen... Don Brigitte Lühr. Ist es denn wirklich wahr, daß man die Tage bis Weihnachten schon an den Ringern abzählen kann? Aber es muß schon so sein, der Kalender ist uner- bittlich, das Jahr neigt sich seinem Ende zu: es weihnachtet! Wie aus dem Kästchen eines Zauberers ist plötzlich das Weihnachtseinwickelpapier entsprungen, die bunten Teller, bie kleinen beschneiten Tannen- Ameige, bas Golb- unb Silberbanb. Ja, nun kommt Die Zeit ber vielen Paketchen! Die schönste Arbeit für bie Frau! Pakete packen hat immer etwas Poetisches an sich unb ganz hesonbers um die Weihnachtszeit. Aber Liebe gehört dazu, Liebe ist viel wichtiger als ein großer Geldbeutel. Eine kleine Gabe in buntes Weihnachtspapier gehüllt, ein Tan- nenzweiglein daran gebunden, ein paar Streifen blitzendes Lametta — und schon ist die Weihnachtsstimmung da, und der Empfänger freut sich viel mehr als über eine kostbare Gabe in grauem Packpapier. Die kleinen Ueberraschungen, das sind die Lichtpunkte in ber Vorweihnachtszeit. Da werben auch bie Erwachsenen wieber zu Kinbern. Man braucht nicht nur am 6. Dezember Nikolaus zu spielen, man kann sich jeben Tag eine kleine Freube ausbenken. Im Schuh versteckt, unter ber Serviette, morgens früh auf der Bettdecke, überall sind die kleinen Paketchen willkommen. Dabei sind es gar keine kostspieligen Geschenke — manchmal haben die kleinen Päckchen gar nichts gekostet! Da hat die älteste Tochter der Mutter vielleicht heimlich die Strümpfe gestopft und das ausgebesserte Paar fein säuberlich in buntes Papier gepackt, da bekommt Vater Rasierklingen, die er immer wieder zu besorgen vergaß, da hat Mutter vom Weihnachtsgebäck eine Kostprobe! Ach, es gibt tausend Dinge, die fleißige Hände liebevoll verpacken können. Auf den Postämtern werden frühzeitig die Weihnachtspakete aufgeliefert für bie Sieben, bie bas Weihnachtsfest nicht bei uns baheim feiern können. Diese Pakete müssen mit besonberer Liebe und Sorgfalt gepackt werden Da tut es das bunte Papier nicht allein, und die Tannenzweige würden kahl und vertrocknet ankommen, wenn man sie nicht richtig präparierte. Ja, die Postbeamten vom Paketpostamt, diese „Weihnachtsengel in Uniform", bitten immer wieder, die Pakete sachgemäß zu verpacken. Gutes Packpapier unb haltbarer Binbfaben. Paketchen packen — bie schönste Arbeit für Frauenhänbe. Viel, viel Liebe hüllt man in bas bunte Weihnachtspapier ein, benn wir alle wissen ja: bie Freude, bie wir geben, kehrt ins eigene Herz zurück! Löcher in der Wäsche. Auch hier: Kamps dem Verderb! „O weh, in bem neuen Hanbtuch ist ein Loch! Wie konnte benn bas passieren?" Bekümmert sieht bie Hausfrau auf ihre Wäscheschätze. Ja, wie konnte bas passieren?! Da gibt es wohl viele Gründe. Vor allen Dingen ist es wichtig, einmal festzustellen, ob auch in ber Wäsche die Stücke richtig behandelt worden sind, denn auch am Wäscheschrank der Hausfrau sollte ein Schild mahnen: Kampf dem Verderb! 5 Milliarden Mark sind im Wäscheschrank der deutschen Hausfrau investiert, ein ungeheures Vermögen! Und dieses Vermögen muß nach Möglichkeit geschützt werden. „Vor der Wäsche war von dem Loch im Handtuch noch gar nichts zu sehen, ich habe die Handtücher ganz genau durchgesehen!" Ja, das Loch war gewiß schon vor der Wäsche im Tuch, aber es war so fein, daß man es nicht entdeckt hat. Dran schuld war das Rasiermesser, das der Mann am Handtuch abgetrocknet hat. Und wenn er sich auch noch so sehr in Acht nimmt: die feinen Webfäden werden zerschnitten, nach der Wäsche zeigt sich dann ein Loch. Es ist also Pflicht der Hausfrau, daß sie dem Mann zum Abttocknen der Rasierklingen Fließpapier ober einen alten Lappen zur Verfügung stellt. Ein böser Feinb der Wäsche ist der Rost. Mit» gewaschene Metallknöpfe, ein vergessener Schlüssel in ber Schürzentasche, Sicherheitsnadeln usw. sind die Urheber zu ben häßlichen braunen Flecken, bie fast nie zu entfernen finb. Nach ein- ober mehr- maligem Waschen fällt ber Rostfleck aus bem Stoff heraus unb läßt ein ausgefasertes Lock zurück! Hartes Wasser unb kalkhaltige Seifen sind oft der Grund, daß die Wäsche ruiniert wird. Kalk, Gips und Magnesiumsalze, die sich niederschlagen, zerreiben das feine Gewebe und machen die Wäschestücke „mürbe", wenn bann noch künstliche Bleichmittel hinzukommen wie Chlor unb Wasserstoff, bann hat sich bie Wäsche bald in Wohlgefallen aufgelöst, unb kostbares Volksoermögen ist vergeudet worden. Deshalb muß die Wäsche immer im ent- härteten Wasser gewaschen werden, empfindliche Stücke spült man noch mit Essig nach wie z. B. Wolle und Seide, denn der Essig löst die Kalkbildung auf. Vor allen Dingen sind Säuren tückische Zerstörer der Wäsche. Die Hausfrau hat z. B. einen Obstfleck mit Zitrone herausgemacht, sie vergißt aber, nun die Zitronensäure selbst ebenfalls auszuspülen. Die Säure zerfrißt den Faden, die Wäsche wird brüchig und mürbe. Schlimmer sieht es mit Kleesalz oder auch Wasserstoffsuperoxyd aus. Bei letzterem fallen kreisrunde Stückchen aus dem Stoff, wenn man Wasserstoffsuperoxyd nicht sorgfältig aus dem Stoff entfernt. Hat man z. B. mit Salz- oder Schwefelsäure einen Fleck auf ein Wäschestück c?- macht, so muß man sofort durch Alkalien dir Schärfe der Säuren aufheben, man betupft den Fleck also mit Salmiakgeist oder einer Sodalösung und spült dann sorgfältig nach. In den Waschanstalten hat man vielfach schon ein Verfahren in Gebrauch, das feststellen soll, was die Ursachen der Löcher in ber Wäsche sind. Die Wäschestücke kommen unter bie „Höhensonne", b. h.. sie werben mit einer Quarzlampe durchleuchtet. An der Art der Strahlung kann man dann feststellen, ob das Wäschestück mit Chlor behandelt wurde. 5 Milliarden Mark an Volksoermögen sollen geschützt werden. Es ist eine Ehrenpflicht der Hausfrau, dafür zu sorgen, daß bie Wäsche richtig behanbelt wird — abgesehen davon, daß es auch ihrem Geldbeutel viel besser bekommt, wenn sie sorgfältig mit ihren Sachen umgeht. LoreThograi S.Ji.-fpOTt die Wirtschaft Der Reichssvorisiihrer spricht zur Hitlerjugend der Haus- Die tionen Der Au, einer Führertagung des Gebietes Mütelelbe der Hitler-Jugend sprach am Montag in Magdeburg der Reichssportführer von Tschammer und Osten. Er nahm zu den Fragen Stellung, die sich aus dem Gesetz über die Staatsjugend für die Pflege der Leibesübungen ergeben. Der Reichssportführer schilderte, daß er zunächst die erste Aufgabe lösen mußte, die chm der Führer übertrug: die Organisation der Olympischen Spiele. Jetzt, nach Beendigung der Spiele, gilt es, an die zweite heranzugehen, an die Aufsicht über die Lei- besüdungen in Deutschland. Vieles an Ueberburo- kratisierung, Partikularismus, sogar an persönlichen Interessen mußte weggeräumt werden — unb wurde weggeräumt, um einer ganz einfachen Organisation Platz zu machen. Diese Aufgabe wird nicht im Büro erledigt, sondern auf den Sportplätzen der deutschen Jugend. Leibesübungen sind eine Erziehungsform, die der nationalsozialistische Staat und die Bewegung neu zu organisieren haben, nicht nach einem alten Schema vergilbter Akten, sondern nach einem neuen Erlebnis, das die Zeit der Revolution und der Entwicklung des Staates geschaffen hat. Mühevoll war der Weg, den der Reichsbund für Leibesübungen Schritt für Schritt ging. „Als Nationalsozialist und im Auftrage des Führers", sagte der Reichssportführer, „habe ich die Forderung aufgestellt, daß die Partei darüber zu wachen hat, daß dem Reichsbund die Stellung verschafft wird, die er braucht." lieber allen Ausführungen stand der Gedanke, daß die beiden Stellen, die für die Leibesübungen der Jugend verantwortlich sind, zusammenzuarbeiten haben. Aus diesem Gedanken heraus entstand der Erlaß des Gesetzes als erster Schritt zur positiven Ausrichtung. Aus diesem Gedanken heraus ist auch der Schritt zu erklären, dessen amtliche gesetzmäßige Verkündung unmittelbar bevorsteht, daß die gesamten Plätze des Reichsbundes der Turn-, Sport - und Schwimmverbände der deutschen Staatsjugend zur Verfügung stehen müssen. Das bringt für den Reichsbund die Aufgabe mit sich, für die finanzielle Gesunderhaltung und Bessergestaltung der Vereine Sorge zu tragen. Ausdrücklich betonte der Reichssportführer, daß er für alle da sei, die den Gedanken der Leibesübungen fördern wollen. Der Gedanke der Gemeinschaft wird sich nicht mehr hinwegtun lassen. Das Gesetz hat ein ganzes Kabinett angenommen, und der Führer hat seinen Namen daruntergesetzt. Zum Schluß seiner richtunggebenden Rede zeigte der Reichssportführer noch einmal die Entwicklung des ihm anvertrauten Betätigungsfeldes auf, die Ausrichtung der Olympischen Spiele, die Heran- holung des ganzen Volkes und die Eingliederung und der Sieger dieses Spieles im Endspiel um Kreismeisterschaft ebenfalls auf Marburg. Handball im ÄsB.-li. Gießen. der Formationen der NSDAP, in die große Kulturarbeit der Leibesübungen des deutschen Volkes. Durch das Gesetz sind der Staatsjugend neue Auf- gaben gestellt. Ernst klang die Bitte des Reichssportführers, alle die, die jetzt aus den Turn- und Sportvereinen zur HI. kämen, nicht etwa als Leute zweiter Klaffe anzusehen. Wir können keine Differenzierung vertragen. Heute gibt es nur eine Einheit: Das Deutschland Adolf Hitlers! Dieses Deutschland hat eine Staatsjugend, wie sie kein anderer Staat der Welt zustande gebracht hat. Diese Staatsjugend hat nun die Aufgaben zu erfüllen, die für die Entwicklung des jungen Menschen zur Wehrfähigkeit, zur Wehrkraft bis zum Eintritt in die Organisation der Partei, bis zum Eintritt in das Heer gegeben sind. Mit tiefem Ernst hörten die jungen Führer die eindringlichen Worte aus dem berufenen Munde des Re'ichssportführers, der ihnen die Schwere der Verantwortung, die ihnen übertragen wurde, vor Augen führte. Ihr stürmischer Beifall bewies dem Reichssportführer, daß die Jugend ihn versteht und daß sie gewillt ist, Hand in Hand mit ihm das fruchtbare Feld der für das ganze Volk so wichtigen Leibesübungen zu betreuen und zu pflegen. Schau- und Werbeturnen des Tv. Lich. Am Samstagabend bot sich in der hiesigen Turnhalle den zahlreich anwesenden Freunden und Anhängern der edlen Turnsache ein Bild reichen turnerischen Schaffens, lieber 100 Turner und Turnerinnen, Jugendturner und -turnerinnen des Turnvereins 1860 Lich waren zu einem Schau- und Werbeturnen angetreten, um einmal in aller Öffentlichkeit Zeugnis von der stillen Erziehungsarbeit, die im Laufe der letzten Jahre im hiesigen Turnverein geleistet rourt)e, abzulegen. Zu Beginn der Veranstaltung erläuterte der Vereinsführer Karl Volz Sinn und Zweck derselben und betonte hierbei, daß keine Gipfelleistungen, sondern Durchschnittsleistungen gezeigt werden würden, die jeder an Körper und Geist gesunde deutsche Volksgenosse und Volksgenossin nach einiger Uebung auszuführen in der Lage sei und durch die Körper und Geist gesund und spannkräftig erhalten werden könnten. Den praktischen Teil eröffneten die Schülerinnen mit der Vorführung von verschiedenen Volkstänzen und die Schüler mit einer lustigen Körperschule und Tummelübungen. Hieran schlossen sich Keulen- und Freiübungen der Turnerinnen, die mit größter Exaktheit vorgeführt wurden. Nach Vorführungen der das nichts anderes als eine Mietsteigerung. Eine Erhöhung der Miete über die gesetzliche Miete hinaus ist aber nur bei Vorliegen ganz besonderer Umstände, wie Steigerung des Wertes der vermieteten Räume und dergleichen, gerechtfertigt und statthaft. Hausfrau. Ihre Stütze ist an den Vertrag gebunden. Vorübergehende Krankheit der Arbeitgeberin ist kein Grund zur vorzeitigen Kündigung. Wenn Ihre Stütze die Arbeitsstelle vor dem in dem Vertrag vereinbarten Termin verläßt, können Sie von ihr Ersatz des Ihnen hierdurch entstehenlagen ruhig. Freiverkehr war ohne Geschäft. Abendbörfe ruhig. nüsse 22 bis 35 ital., 40 bis 46 Sorrento, 42 rumän., 28 bis 35 bulgarische. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit Schriftleitung.) k. O. 1. Das Anwachsen der auf einem , grundstück ruhenden Hypothekenlast ist für sich allein kein Grund zur Erhöhung der Miete. 2. Wenn Sie Wassergeld und Gebühren für Müllabfuhr in Zukunft zu der Mete, in der diese Posten bisher schon enthalten waren, hinzuschlagen wollen, so bedeutet II 12 bis 16, Pastoren 10 bis 20, Bananen 12*/-- kg°Kiste netto 5,50 bis 6,00 Kam., 5,00 bis 5,50 Westind., Kranzfeigen, 25 kg, 10,50 bis 12,00, Haselnüsse 35 bis 40 ital., Trauben 65 bis 80 holl., Wal- bis 48 Rhein-Mainifiche Börse. Rlittagsbörfe weiter sehr still und abbröckelnd. F r a n k f u r t a. M., 8. Dez. Die Börse lag weiter sehr still. Der große Zeichnungserfolg auf die Reichsanleihe gab jedoch etwas Rückhalte, er konnte sich aber kursmäßig nicht auswirken. Das Publikum war kaum mit Aufträgen am Markt, so daß auch die Zurückhaltung der berufsmäßigen Börsenkreise fortbestand. Am Aktienmarkt war die Kursbildung nicht ganz einheitlich, überwiegend ergaben sich aber auf kleines Angebot leichte Abschwächungen. Von chemischen Papieren ließen JG.-Farben, Scheideanstalt und Th. Goldschmidt je 1, Deutsche Erdöl 0,50 v. H. nach, Metallgesellschast lagen 0,75 v. H. fester. Montanaktien bröckelten vorwiegend 0,50 bis 1 v. H. ab, Verein. Stahl unter Schwankungen mit 120,13 bis 119,50 bis 120 (120,25) behauptet; stärker ermäßigt waren Rhein. Braunkohlen mit 217,65 (221). Elektrizitätswerte gaben meist 0,25 bis 0,50 v. H., Siemens 1,25 v. H. nach, Bekula blieben voll behauptet. Von Maschinenaktien gingen Muag auf 132 (133,50), Moe- nus auf 93,25 (94) zurück, Daimler lagen mit 119,50 unverändert. Bon Einzelwerten verloren Bemberg 2, AG. für Verkehr 1, Deutsche Linoleum, Feldmühle Papier und Reichsbank bis 0,50 v. H. Auch Schiffahrtsaktien ließen 0,13 bis 0,25 v. H. nach. Etwas höher notierten Zellstoff Aschaffenburg mit 140 (139,13), Westdeutsch Kaufhof mit 60,50 (60,40). Am Rentenmarkt war das Geschäft ebenfalls klein. Altbesitz 116,40 (116,50), Kommunal-, Umschuldung etwa 89,55 bis 89,65, etwas fester Zinsvergütungsfcheine mit 94,05 (93,95). Zertifiz. Dollar-Bonds lagen um Bruchteile vom Hundert höher. In der zweiten Börsenstunde dauerte die Zurückhaltung und Geschäftsstille am Aktienmarkt fort. Größere Kursveränderungen ergaben sich nicht, meist bröckelten einige Montanwerte, ferner Westdeutsche Kaufhof und Metallgesellschaft leicht ab. Klöckner auf 123 nach 124,25 gedrückt. Auch an den Rentenmärkten blieb es sehr ruhig und Veränderungen traten nicht ein. Kassarenten lagen gleichfalls still. Goldpfandbriefe, Kom- munal-Obligationen, Stadtanleihen und die meisten Liquidationspfandbriefe waren unverändert. Pfälz. Liquidation 100,90 (101,13), 4,5proz. Heidelberg Stadt 91,75 (91,50). Von Provinzanleihen Oberhessen 130,75 (130,50). Die Young-Anleihe bröckelte auf 102,25 (102,50) ab. Jndustrie-Obliga- Versammlung drei Sportklubs Oaubringen. Der Sportklub Daubringen hielt am Sonntag eine Versammlung ab. Vereinsführer Hofmann eröffnete den Abend. Zunächst beschäftigte man üch mit der Veranstaltung des Winterfestes, das am zweiten Weihnachtsfeiertag abgehalten werden soll. Ferner wurde das Weihnachtspaket zusammengestellt, das nach dem Wunschzettel eines Volksgenos- sen aus dem Kreis Bensheim zusammengestellt worden war. Verschiedene Sportler meldeten sich außerdem und legten noch einige Geschenke bei. Sodann ließ Vereinsführer Hofmann sämtliche Spieler des Vereins antreten und überreichte jedem als Weihnachtsgeschenk ein Paar Sportstrümpfe. Sämtliche Spieler des Vereins tragen nunmehr völlig einheitliche Kleidung. Im weiteren Verlauf wurde die Sportplatzfrage erörtert und im Zusammenhang damit auch ein Schreiben an die Gemeinde gerichtet. VfB.b-R. Gießen — Tuspo Butzbach 6:7. Am Sonntag weilte die erste Handballmannschast des VfB.-R. in Butzbach, um dort gegen die Hand- ballelf des Turn- und Sportvereins ein Spiel auszutragen, das sie knapp verloren. Die Grünweißen traten mit folgender Mannschaft an: Hoer; Heuck, Loos; Wode, Rubin, Klenk; Möbius, Bandholz, Reese, Wüstenberg, Wampers. Bei der Gießener Mannschaft war der Verteidiger Loos sehr gut, der neue Mittelläufer Rubin fügte sich sehr gut ein, Bandholz und Möbius gefielen ausgezeichnet. Bei Butzbach waren der Jnnensturm, der linke Läufer und der linke Verteidiger die besten Spieler. Aus dem Spielverlauf ist zu berichten: Der Mittelstürmer des Gastgebers war bald nach Beginn nach Steiloorlage feines Rechtsaußen mit unhaltbarem Wurf für seinen Verein in Führung gegangen. Möbius glich aber bald aus. Bandholz holte dann für die Gäste die Führung. Aber dann warf wieder der Halbrechte der Butzbacher den Ausgleich. Nach je einem Tor des Gießener Rechtsaußen und des Halbrechten, nach einem Gegentor des Gastgebers, war Pause. Nach Wiederanstoß erzielte der gefährliche Mittelstürmer der Butzbacher gleich wieder den Ausgleich. Nach den zwei Strafstoßtoren gingen die Butzbacher dann deutlich in Führung. Eine schöne Kombination der Gießener wurde zwar mit einem Tor beschlossen, aber die Gastgeber stellten sofort die alte Differenz wieder her. Bandholz erzielte zwar noch ein Tor für Gießen, der Ausgleich gelang aber nicht mehr. Für den ausgeglichenen Schiedsrichter sprang ein Mann des Platzvereins ein. digt. Ferner berichtete Kamerad Rinn anschaulich über einen persönlichen Besuch bei dem Olympia- sieger Konrad Frey in Kreuznach. Sodann sprach der Turner Fritz Sack über seine Eindrücke von den Olympischen Spielen. Fesselnd schilderte er das Leben in Berlin zur Zeit der Spiele, die glanzende Organisation, das mächtige Reichssportfeld, die Spannung bei den Wettkämpfen und die Anteil, nähme der Besucher. Auch seine Ausführungen anden großen Anklang. Oberturnwart F. Volk- mann und Volksturnwart W. Rinn legten bann Rechenschaft ab über die geleistete Arbeit und ga- ben die Sieger bekannt. In seinen Leistungen schneidet auch diesmal der Turnverein gut ab. Auch das vergangene Jahr war wieder reich an Siegen. 59,65) zurück, auch IG. Farben und Verein. Stahl sowie Rheinstahl bröckelten um je 0,50 v. H. auf 166,50 bzw. 119,50 und 148 ab. Etwas fester lagen Zement Heidelberg mit 166 (165), auch sonst ergaben sich verschiedentlich mäßige Erhöhungen von 0,25 bis 0,50 v. H. Von Auslandswerten bröckelten Otavi Minen auf 21 (21,10) ab. Der Rentenmarkt lag ruhig und behauptet. Frankfurter Obst- und Gemüsemarkt. Frankfurt a. M., 8. Dez. Arn Gemüse- markt blieben die Zufuhren aller Kohlarten, sowie von Karotten und den sonstigen Gemüse- und Salatarten völlig ausreichend. Bei im allgemeinen unveränderten Preisen war das Geschäft etroas lebhafter. U. a. notierten: Blumenkohl Steige 18 St. 4,50 bis 5,50, Eskarol 3 bis 15, Feldsalat groß 35 bis 45, do. klein 50 bis 60, Gelberüben 3 bis 4, Kartoffeln (gelbe) 50 kg 3,00 dis 3,15, Oberkohlrabi 3 bis 6, Unterkohlrabi 3 bis 4, Kopfsalat (unter Glas) 4 bis 10, Meerrettich 30 bis 40, Rosenkohl 14 bis 18, Roterüben 3 bis 6, Sellerie, je nach Gr., 8 bis 30, Spinat 12 bis 18, Schwarzwurzel 16 bis 25, Tomaten 40 bis 60, Weißkraut 2 bis 3, Wirsing 3 bis 5, Winterkohl 8 bis 10, Zwiebeln 5V2 bis 6. Obst- und Sudfrüchte: Aepfelangebot gut, von Birnen mengen- und gütemäßig nachlassend. Nachfrage bei festen Preisen rege. Apfelsinen und Zitronen nur geringes Angebot, von Nüssen gut. U. a. notierten: Aepfel I 30 bis 35, II 20 bis 28, Golliparmänen I 32 bis 35, Renetten 24 bis 32, Anhalter 22 bis 28, Schafsnase 16 bis 22, Birnen I 24 bis 30, II 16 bis 20, Mollebusch I 18 bis 20, Tischtennisabteilung, die über ein reifes Können verfugt, wurden vom Vereinsführer der von unbekannter Seite für diese Abteilung gestiftete Wanderpreis dem diesjährigen Dereinsmeister, stuck, ckent. Karl Insel, und verschiedene Diplome an weitere Sieger überreicht. Die Geräteübungen, die von guter Schulung zeugten, waren dem Sinn der Veranstaltung entsprechend, einfach gehalten, um künftigen Mitgliedern keine allzuschwere Kost vorzusetzen. Besonderen Anklang fanden das gemeinschaftliche Barrenturnen der Turner und Turnerinnen und die Freiübungen und Volkstänze der Turnerinnen. Nach verschiedenen Vorführungen der Schuler, Schülerinnen und Jugendturner fand die wohl- gelungene Veranstaltung mit einem schönen Volks- Mitgliederversammlung des Turnvereins Heuchelheim. Der Turnverein Heuchelheim hielt dieser Tage in einer Mitgliederversammlung seine diesjährige Siegerehrung. Der Vereinsführer O. Rinn betonte eingangs, daß sich in diesem Jahr die entscheidende Zusammenfassung aller sportlich oder turnerisch tätigen Vereinigungen im RLB. vollzogen hat. Davon sei auch unser Verein betroffen. Ueber allem stehe das große Ganze, dem die em- zelnen Zellen zu dienen haben. Unter anderem seien auch die Schülergruppen aus der Betreuung des Vereins in die Führung der HI. übergegangen, und er habe in der letzten Turnstunde die Kinder aufgefordert, auch im neuen Rahmen eifrig zu turnen. Dietmar! A. Rinn sprach über die nach den Olympischen Spielen vorgenommene Jahnstat- tenweihe in Freiburg a. d. Unstrut und las die Weiherede des Reichssportführers vor, die Jahns Verdienste in der Schau des Dritten Reiches wär- Iußball der Gauliga Hessen. Im Gau Hessen sind der Spielverein Kassel und der 1. FC. Hanau 93 die ausgesprochenen Favoriten. Am Sonntag greift von den führenden Mannschaften nur FC. Hanau 93 in die Ereignisse ein, der somit Gelegenheit hat, bis auf einen Punkt zu seinem Rivalen aufzulausen. Bei der überaus schwachen Form von Borussia Fulda müßte sich der Meister jedenfalls glatt behaupten. Kurhessen Marburg wird schon mit einer guten Leistung aufwarten müssen, um gegen Kewa Wachenbuchen erfolgreich abzuschneiden. Auch Niederzwehren wird kaum die Möglichkeit haben, feinen wenig beneidenswerten Platz im Kampf gegen VfB.-Friedberg zu verbessern. Mit dem zweiten Dezember-Sonntag wird hier die erste Serie abgeschlossen. Um die Hochschul- Fußball- und Handball-Meisterschasten. In weiteren Kämpfen um die Deutsche Hochschulmeisterschaft im Fußball siegten die Hochschule für Lehrerbildung Weilburg über Universität Frankfurt mit 3:1 und die Hochschule für Lehrerbildung Darmstadt über die Technische Hochschule Darmstadt 8:1. In der Vorschlußrunde, die bis zum 20. Dezember ausgetragen sein muß, treffen sich die • Hochschulen für Lehrerbildung Weilburg und Darmstadt in Frankfurt. Der Sieger bestreitet das Endspiel um die Kreismeisterschaft gegen die Universität Marburg. Im Handball gewann Universität Frankfurt 11:6 über die Hochschule für Lehrerbildung Weilburg. Hier haben in der Vorrunde noch die Hochschule für Lehrerbildung Darmstadt und die Technische Hochschule Darmstadt zu spielen. Der Sieger trifft in der Vorschlußrunde im Darmstädter Hochschulstadion auf Universität Frankfurt ___Abendbörse hatte nur geringes Geschäft, da infolge der Zurückhaltung der Kundschaft auch der Handel jeden Unternehmungsgeist vermissen ließ. Die Kursveränderungen hielten sich nach beiden Seiten in engen Grenzen. Westdeutsche Kaufhof . _ waren leicht angeboten und gingen auf 59 (Berlin 'den Schadens verlangen. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v.H., Frantiun u. M. I Berlin Frankfurt a.M. Berlin Frankfurt a. M. 33crlln Schluß- kurS Schluß!. Abend» börse Schluß» furd Schluß!. Mittag» börse Schlußkurs Schluß!. Abend» börse Schlußkurs Schluß!. Millag- börte Schlußkurs Schluß!. Abendbörse Gchluß» kurs Schluß!. Mittag- börse 'Dalum 7-12. 8-12 712- 8.12 Datum 7.12- 8.12- 7.12. 8.12. Datum 7-12 8.12- 7-12. 8.12. 6% Deutsche vieichsanleihe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 5l/2% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auslos.-Rechten ............ 4¥t°/o Deutiche Reichspossschatzan Messungen von 1934, l ...... 4*/i% ehem. 8% Hessischer BolkS- staat 1929 trückzahlb. 102%) ... * ¥i% ehem.8% Hessische Landes baut Darmstadt Gold R. 12... 5Vi% ehern. sy,% Hess. Landes Hypothekenbank DarmstadtLiau. * y.% ehem. 8% Darmst. Komm LanveSb.Goldichuldverschr R.6 Oberhessen Provinz-Anleihe mt> AuSloi.-Rechten ............ Deutsche Komm. Sammelabl. An leihe Serie 1 mit AuSIos.-Rechten * y2% ehem.8% Franks. Hyp.-Ban! Goldpse. 15 unkündbar bU 1935 5y,% ehem. 4/i% Franks. Hyp. Bank-Liqu.-Psandbriese...... sy2% ehern. 4’/,% Rheinische Hyp.-Bank-Ltgu.-Goldpse. ... < y,% ehem. 8% Pr. Landespfand- vriesanstalt, Pfandbriefe 9t 19 *y2% ehem. 7% Pr. Landespfand vriefanst., Gold Komm. Lbl. 20 Steuergutich.Verrechnungsk. 34-38 4% Oesterreichtsche Goldrente... 4,20% Oesterreichtsche Silberrentr 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4y2% desgl. von 1913.......... 5% obgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie 1................. 101,2 98,13 102,5 116,5 99,75 98,75 97 100,5 93 97,25 100,5 100,5 97,5 95 109,8 22 7,13 101,2 98 102,25 116,13 99,75 98,75 97 100,5 93 130,75 97.25 100,5 100,65 97,5 95 109,8 22 1,75 7,13 101,2 98,1 102 116,4 99,9 122,5 97,25 100,75 97,5 95 22 1,95 7,13 6 6,5 8,75 101,2 98,1 102 116,25 100 98,75 97,25 100,75 97,5 95 109,9 21 1,9 7,3 6 6,25 8,75 4% vesgi. (Serie n ............ 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4y2%Rumän.vereinh.Nentev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente . 2y4% Anatolier............. Hamburg-Amerika-Paket .....0 Hamdurg-Südam. Dampfschiff. 0 Norddeutscher Lloyd .........0 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz, und Privat-Bank ... 4 Deussche Bank und Disconto» Gesellschaft................ 4 Dresdner Bank.............. 4 Reichsbank ................ 1. A.E.G...................... 0 Bekula..................... 8 Elektr. Lieferungsgesellschaft... 6 Licht und Kraft ............. 7 Felten & Guilleaume......... 4 Gesellsch.s.Elektr.Unternehmung. 6 Rheinische Elektrizität ........ 6 Rhein. Wests. Elektr.......... 6 Schlickert L Co......... 6 SiemensL Halske....... 8 Lahmeyer L Co.............. ? Deutsche Erdöl .............. 4 Haroener................. sy2 Hoesch Eisen—Köln-Reuesseu .. 8 Ilse Bergbau ...............6 31le Bergbau Genüsse........6 Klöcknerwerke ............... 8 Mannesmann-Röhren........ 8 5,45 27,25 14,25 14,25 122 108,25 108,5 105 186,75 173 134 155,5 137 143 130,5 138,75 158,25 195 120,25 140,5 149,5 116,5 144,5 123,25 117,13 9,9 5,3 27,5 14 14,13 121 108 108 104,5 186,5 172,9 133,75 148,25 136,5 142 138,4 158 193,75 119 139,5 149 116 144,5 123 116 6,45 9,7 5,35 27,25 14 38 14,25 121,5 123,5 108,25 108,5 105 186 173,4 134 155,5 136,5 143,25 130,75 138,75 158,5 195,75 135,75 120,25 140,25 149,5 116,13 190 144,5 123,75 117 6,45 9,75 5,3 27,5 14 38,25 14,4 120,75 123,5 108 108 104,5 186,5 173,4 133,25 148 136,9 142,13 138 158,25 194,25 119,25 139,5 149,5 116 189 144,13 122,9 116,13 Manssetder Bergbau....... sy, Kokswerke.................. 6 Rheinische Braunkohlen .....12 Rheinstahl.................. 4 Vereinigte Stahlwerke......Sy* Otavi Minen ...............0 Kaliwerke Aschersleben........6 Kaliwerke Westeregeln........5 Kaliwerke Salzdetfurth.....7% I. G. Farben-Jndustrie.......7 Scheideanstalt...............9 Goldschmidt ....... 5 Rütgerswerke ............... 6 Metallgesellschaft.............b Philipp Holzmann...........4 Zementwerk Heidelberg ......7 Cemenlwerk Karlstadt.........6 Schultheis Patzenhofer .......4 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg...................6 Zellstoff Waldhof ............6 Zellstoff Aschaffenburg .......0 Dessauer Gas ...............7 Daimler Motoren............0 Deutsche Linoleum........... 8 Orenstein & Koppel ..........0 Westdeutsche Kaufhof.........0 Chade......................9 Accumularoren-Fabrtk....... 12 Conti-Gummi.............. 11 Gritzner................... 0 Mainkraftwerke Höchst 4 Süddeutscher Zucker ........10 221 149 120,25 22,2 132 132,5 185 167,75 262,5 126,5 138 151,5 132,5 ’ü 108,5 159 139,13 119,5 161 60,4 235 162,75 35 95 203 217,65 148 119,5 21 133 132 185 166,5 261 124,75 138 151,5 132 166 106 159 139 118 160,5 59 234 LI 61,5 34,75 95 204,5 151,75 138 220 149,5 120,25 22,4 133 131,75 186 168 126,5 138 151 132,65 99 108 159 139,65 109,25 119,25 161 89 60,4 235,5 196,25 162,5 34^9 151 137,25 218 148,5 120 21,25 133 132,25 185 167 125 137,13 152,5 132 99 107 159,5 138,75 109,4 119 160,25 89 59,65 234 161 34,5 204,5 Lombardzinsfuß 5 v. H. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a.M. Banknoten. 7.Dezember 8 .Dezember Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Brief Geld Briet Buenos ittite 0,716 0,720 0,718 0,722 Brüssel .... 42,09 42,17 42,09 42,17 Rio de Jan. 0,148 0,150 0,149 0,151 Sofia..... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen 54,37 54,47 54,48 54,58 Danzig.... 47,04 47,14 47,04 47,14 London.... 12,175 12,205 12,20 12,23 HelitngforS.. Varis ..... 5,375 5,385 5,385 5,395 11,585 11,605 11,605 11,625 Holland ... 135,19 135,47 135,36 135,64 Italien.... 13,09 13,11 13,09 13,11 Japan ...... 0,707 0,709 0,709 0,711 Jugoslawien 5,654 5,666 5,654 5,666 Oslo..... : 61,20 61,32 61,32 61,44 Wien...... 48,95 11,06 49,05 11,08 48,95 49,05 11,10 Lissabon.... 11,08 Stockholm... 62,78 62,90 62,90 63,02 Schweiz .... 57,13 57,25 57,17 57,29 Spanien... 20,98 21,02 20,98 21,02 Prag....... 8,761 8,779 8,761 8,779 Budapest .. — Reu York ... 2,488 2,492 2,488 2,492 Berlin,8-Dezember TO Brief Amerikanische Roten.............. 2,45 2,47 Belgische Roten.................. 41,96 42,12 Dänische Roten ................. 54,32 54,54 Englische Roten ................. 12,175 12,215 Französische Roten............... 11,555 11,595 Holländische Roten............... 135,03 135,57 Italienische Roten................ —- —- Norwegische Noten .............. 61,16 61,40 Deutsch Oesterreich, i 100 Schilling —— —* Rumänische Noten............... —- — Schwedische Noten............... 62,73 62,99 Schweizer Noten................. 57,02 57,24 Spanische Noten................. — — Ungarische Noten ................ — — Die öcutfdic Rrbcitefront ' '■? n.5.=Gemeinf(haft „firaft öurdi frcuöc lt der bot gut, hlassend. en und 'en gut. bis 28, bis 32, irnen l bis 20, i Wir- Ä6 5,50 ), f)dieb ll., Wol> L bis 48 ti häuslich allein knn Sie r in Zu- Her schon bedeutet ng. Tine Iliete hin- Wanderer der oer- rügt und EL müse. ten, solle- und meinen dqs leb. 18 St. groß 35 l bis 4, tohlrabi t (unter usenkohl ach Tr., l 16 bis 3, Wir- «In 5Vi Stahl h. auf 'lagen nst er- en von öckelten nmarkt ündigung. > dem in t, können entstehen« nntQQ lQnji 'n lich 5 Qm 11 soll, aenge. Mos, l wor, außer, odann ^dez Weih. Etliche 9 ein, 'de die ^8 da. chtet. ®btr Dotierung 2nt- 42,17 0,151 3,053 54,58 47,U 12-2 5,395 11,625 135,« 13,11 0,711 ,666 61,U 49,05 11,10 63, 57,j 21F. 8,779 2,492 nr. 288 Drittes Blatt Mittwoch, Y.DezembeNYZb Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Spielzeugsammlung der Ängmädel im VM dern Flaschen zu RM. 2.95, 1.75 und 0.95. 7005V ehrten Alte deutsche Wachskunst. Ein sollen neben der Gebietsführerschule, neben der Wochenendschulung des Gebietes und auch neben der Unterbannschulung und dem Stammtag besonders die Bann - und Jungba^nnführerschulen dienen. Das Gebiet Hessen-Nassau hat trotz der bestehenden Schwierigkeiten in der Gebäudefrage bereits deren 12 erstellt, während fünf weitere im nächsten Monat ihrer Bestimmung übergeben werden können. In 8tägigen Lehrgängen wird in ihnen die Unterführerschaft der HI. und im steten Wechsel die des Jungvolks geschult und ausgebildet und für den Führerdienst vorbereitet. Die Person des Schulleiters — es ist meistens ein HI.- oder Jungvolkführer mit praktischen Erfahrungen, der die Reichsführerschule, zumindest aber die Gebietsführerschule mit Erfolg besucht hat — und seine Hilfskräfte geben die Gewähr dafür, daß die Schulungsarbeit am jungen Führernachwuchs die für die Einheiten notwenigen Kräfte ausbildet. sandfertig! „Was bei uns täglich an Weihnachtskerzen hm- ausgeht? Ach, so 40 Zentner — IOOOOO Stück — in der Hochsaison." Der Meister, der um die Jahrhundertwende täglich das Fünf- und Sechsfache fabriziert hat, findet die Zahl nicht erschütternd. Wie sehr er und mit ihm seine Gießerinnen mit der Arbeit verwachsen sind, zeigt sich, als aus ihrem Munde auf den Gruß zum Abschied die Antwort kommt: „Fröhliche Weihnachten!" Dabei ist es noch reichlich Zeit bis dahin. — Aber wenn man taolich mit Weihnachtskerzen umgeht... mit Spielsachen sein. Da liegt noch immer in der hintersten Schrankecke schön verpackt die Eisenbahn, mit der der Fritz früher gespielt hat, der jetzt vielleicht schon im Arbeitsdienst ist, oder da steht noch der Baukasten, da hängt im Netz der große Ball, die Puppen, für die die Grete einmal eifrig genäht hat, sitzen traurig in der Ecke, weil sich niemand mehr um sie kümmert; wieviel Freude könnten sie noch machen! Wieder werden alle Mütter, alle Hausfrauen, alle die frühere Deutsche Angestelltenschaft als auch für die früheren Verbände. Nach diesem Termin wird die Annahme von Unterlagen zur Umschreibung ohne schriftliches Gesuch verweigert. Abl. Reisen, Wandern, Urlaub. Urlaubsfahrt 1/37 Oberbayern vom 25. Dez. 1936 bis 3. Januar 1937. Diese Urlaubsfahrt ist wegen Ueberfüllung bereits gesperrt. Alle hier vorliegenden Anmeldungen müssen bis spätestens 10. d. M. bezahlt werden. Die Fahrtunterlagen können von den Teilnehmern nach dem 15. Dezember auf der Kreisdienststelle, Schanzenstraße, abgeholt werden. Auf Grund der überaus großen Anzahl Anmeldungen, die sich für die erste Fährt ergeben hat, legen wir eine weitere Fährt über Weihnachten ein. Die Fährt wird mit Omnibussen durchgeführt, und zwar nach dem Badischen Schwarzwald Grippe, Erkältung verschwinden durch Klosterfrau-Melissengeist meist rasch, wenn man gleich die ersten Snmvtome,wieFrösteln,Husten, Kopfschmerzen, energisch bekämpft. Vor dem Schlafengehen rühre man je einen Eßlöffel Zucker und Klosterfrau-Melissengeist in einer Taffe gut um, gieße kochendes Wasser hinzu und trinke möglichst heiß zwei dieser Portionen (Kinder entsprechend weniger). Am anderen Morgen fühlt man sich in der Regel besser. Grippe und Erkältung gehen meist rasch zurück. Zur Nachkur nehme man noch einige Tage die halbe Menge. Verlangen Sie Klosterfrau- Melissengeist bei Ihrem Apotheker oder Drogisten in der blauen Packung mit den drei Nonnen. Sladttheater Gießen. Heute abend geht die Komödie „Jngeborg" von Curt Goetz in Szene. Die Spielleitung führt Wolfgang Kühne. Anfang 19.30 Uhr, Ende 21.30 Uhr. Die Vorstellung findet als 12. Vorstellung der Müt- woch-Miete statt. Vortrag ip der Universität. In unserem heutigen Anzeigenteil laden Rektor, Dozenten- und Studentenschaft der Universität alle Volksgenossen auf kommenden Freitagabend in die Neue Aula zu einem Vortrag über den „Politischen Katholizismus" ein. (Siehe Anzeige.) Die Bann- und Iungbannfiihrerschulen des Gebietes Hessen-Nassau. werden. Bei einem Gang durch die Räume der Fabrik interessieren neben der Ausfertistungsweise besonders die alten Holzmodel. Sie smd durchweg aus besonders geeignetem Birnbaumholz geschnitzt. Hier offenbart sich uraltes Kunsthandwerk in bodenechtem Sinn des Wortes. Die Modelschnitzer waren ein traditionsbewußter Schlag. Sie hatten — wie ein besonders guter Kenner der Wachskunst, Dr. E. Zeh, einmal schrieb — ihre Muster im Kopf, wie man ein altes vertrauliches Volkslied im Kopf hat. Sie hielten sich an die feststehenden Grundformen und änderten nur das Beiwerk der Ornamentik. Durch die Art des Materials, das zum Ausgießen in die Model kommt, waren und sind den Schnitzern gewisse Beschränkungen auferlegt. Das ergibt sich aus einer Besichtigung der Werkstätten. Jeder Besucher bleibt wohl vor den Männern stehen, die das in Kübeln zurechtgewärmte, flüssige und gefärbte Wachs in die Gußöffnungen der Model einlaufen lassen und die Form später nach dem Erkalten herausnehmen. " Man führt uns in die Kerzenabteilung. „Bei uns im Betrieb ist schon im September Weihnachten", sagt der Betriebsleiter. „Und wenn die anderen Menschen gerade beginnen, in Christfeststimmung zu kommen, dann ist bei uns längst alles vorbei. Natürlich nur hier in der Fabrik." Er nimmt aus einem riesigen Stapel ein paar dicke farbige Lichter heraus. In wenigen Augenblicken muß die Packerin nach ihnen greifen, sie mit unnachahmlicher Geschwindigkeit nochmals auf die kleinsten Fehler prüfen und dann in den Karton wandern lassen. 1200 Kästchen packt sie täglich von den „süddeutschen" Kerzen, immer 12 Stück in der Packung. Süddeutsche Kerzen? Ja, die verschiedenen deutschen Gegenden unterscheiden sich nach Art der Kerzen, die an ihren Weihnachtsbäumen brennen. NSG. Die Führerschulung ist der Kern der Arbeit der Hitler-Jugend und zugleich die erste Voraussetzung für jeden Erfolg. Mit Recht fordert darum ihr gewaltiger Erziehungsplan, der sich nicht begnügt mit rein weltanschaulicher Schulung, körperlicher Ertüchtigung und mit dem Dienst auf Fahrt und im Lager, sondern der bei der Heranbildung junger Aktivisten Charakterbildung und Manneszucht, sozialistische Haltung und persönlichen Mut besonders betont, eine wohlvorbereitete s y st e- matische Schulung und Ausbildung eines verantwortungsbewußten und verantwortungsfreudigen Führerkorps. Gerade der unmittelbar in der Mannschaft stehende Führer bedarf eines außergewöhnlichen Rüstzeugs, um, gleich wo er steht, Vorbild und in der Lage zu sein, seiner jungen Mannschaft nationalsozialistischen Geist und nationalsozialistische Haltung zu vermitteln. Dieser wichtigen Aufgabe „3m Zeichen des Vierjahresplanes." In Gemeinschaft mit der Deutschen Arbeitsfront veranstaltet der NSBDT./RTA. am kommenden Freitag im Haus der Deutschen Arbeitsfront einen Vortragsabend mit dem Thema „Die deutsche Treibstoffwirtschaft im Rahmen des Vierjahresplanes." Auf die heutige Anzeige sei besonders hingewiesen. NSDAP., Ortsgruppe Gießen-Ost. SA., SS. und NSKK.-Männer, die im Bereich der Ortsgruppe Ost wohnen, werden aufgefordert, die Beiträge zur Hilfskasse für das erste Vierteljahr 1937 Mittwoch, 9., und Donnerstag, 10. Dezember, jeweils zwischen 20 und 22 Uhr, im Saale der Wirtschaft „Germania", Kaiserallee 141, zu bezahlen. Deutsche Arbeitsfront. Verwaltungsstelle 19, Gießen. Wir machen 'msere Mitglieder nochmals darauf aufmerksam, daß der 15. Dezember der letzte Termin ist zum Einreichen von Mitgliedsunterlagen zur Umschreibung. Dieser Termin gilt sowohl für Besuch in einer süddeutschen Wachswaren- sabrik, deren Gründung schon in das Jähr 1592 fällt und die zu einem der ersten Betriebe dieser Art aufgewachsen ist, wird in Reclams Universum geschildert. Die Wachskunst, von der einige schöne Beispiele gezeigt werden, hat sich in alter Form und Blüte bewahrt, und es ist erfreulich, daß diese Wachsfiguren neuerdings wieder den Weg in die Wohnungen finden und beginnen, „modern" zu NSG. Vor den hellerleuchteten Schaufenstern der Spielwarengeschäfte drängt sich das kleine Volk zusammen, da gibt es Eisenbahnen, Teddybären, Holztiere, alles, was sich ein Kind wünscht zum Weih- nachtsfest. Immer wieder müssen die Väter und Mütter, die Tanten und Onkels geduldig stehen bleiben, bis der Bub und das Mädel alles gesehen haben. Ob wohl der große Ball unter dem Weihnachtsbaum liegen wird oder die Puppe oder die Holzeisenbahn? Ob am Weihnachtsabend sich jedes Kind über irgendein Spielzeug freuen wird? Haben vor wenigen Wochen die Jungmädel im BDM. des Obergaues Hessen-Nassau schon eifrig Kinderwäsche und Kinderkleidung gesammelt, damit kein Kind mehr.frieren muß, wenn es draußen kalt ist, so ziehen sie in dieser Vorweihnachtszeit wieder von Haus zu Haus und sammeln Spielzeug für ihre kleinen Kameraden und Kameradinnen, die daheim keins unter den Weihnachtsbaum aelegt bekommen, weil der Vater das Geld fürs Leben braucht. Der Erfolg der Kinderwäschesammlung hat gezeigt, wieviel noch vergraben lag in Truhen und Schränken, das der Bub und das Mädel schon lange nicht mehr brauchten, und genau so wird es geworden, einen wichtigen Kriegsrat abzuhalten, neue Pläne mußten ausgearbeitet, Meldungen entgegengenommen, Befehle ausgegeben werden, kurz, der Tag und die folgende Nacht gingen hin, ohne daß eine Pause einzuschieben war, in der man ihm Gefangene vorführen konnte. Erst am folgenden Morgen befahl er, ihm gegenüberzustellen, was man inzwischen ,eingesammelt' habe. Ah! erinnerte er sich wieder, als man ihm den neutralen Bürger aus dem Stall brachte. Nun, sagte er zu ihm, antwortet mir; und daß Ihrs wißt: seid Ihr wider mich, ist Euer Leben vorbei — denn (spöttisch): fanatisch und ehrempfindlich wie Ihr seid, nähmt Ihr das Leben aus meiner Hand doch sicherlich nicht an — seid Ihr für mich, dürft Ihr laufen. Also? . Ich--Der neutrale Bürger verstummte. Sem Gesicht war kantig und grau geworden, seine Augen sahen dunkel flackernd auf den General; er stand straff steif, beinahe etwas hintenübergeneigt, und das nahm sich jetzt aus, als stäken da zwei Figuren ineinander, die nicht zusammen paßten, oder als seien Bäuchlein und Anzug ihm nur aufgehangt und gehörten ihm gar nicht. Der General räusperte sich ungeduldig. Dazu bewegte er sich, als wolle er sich abkehren. Ich bin für die Gegenpartei, sagte da der Gefangene schnell und fest. Wie in einem Ruck des Schrecks erstarrte her General. Die Umstehenden nahmen unwillkürlich eine etwas sorgfältigere Haltung an. Ihr habt Euer Urteil gesprochen, sagte der General dann. , . , Der Gefangene antwortete nicht mehr. Der General sah seine Offiziere an, er sah ferne einfachen Soldaten an. Und er sah seinen Gefangenen an, den er fragte: Wollt Ihr mit mir kämpfen? Die Bekanntgabe einer gewonnenen Schlacht hätte keinen größeren Freudentumult auslösen können als den, der jetzt losbrach. Hoch! schrieen die Soldaten, ohne die Antwort abzuwarten, sie gleichsam als schon gegeben betrachtend weil ja vor solch einem Manne nur eine möglich war, immer wieder hoch, hoch der General! Auch dem Kerl blieb natürlich nicht verborgen, was für eine Gestalt sich mit dieser knappenFrage enthüllt hat; nur, was den Soldaten ,lediglich Bestätigung einer längst in ihnen vorhandenen Gewißheit bedeutete, bemächtigte sich ferner wie eine Offenbarung, und diesem Ansturm - was war nicht feit gestern alles über i^n getommen! - konnte er nicht mehr mit guter Haltung überstehen Statt beberrscht-jubelnd danke gehorsamst, fawohl, Herr General, zu erwidern, stürzte er aufschluchzend 3Ugrmmeunrie''ein tapferer Soldat Bis zum Sturm auf die Hauptstadt hat er, obwohl er im Hinterland verwendet werden sollte, auf seinen persönlich. Wunsch hin an der Front mitgefochten. In diesem Angriff erhielt er einen Schuß durch den rechten Arm. Als er wieder geheilt war, hatte der General Z. inzwischen den Feldzug für die innere Freiheit seines Landes siegreich beendet, und der Genesene muhte nun daran denken, sich in Frieden dieses ver- Mannes würdig zu erweisen versuchen. (5elt)b er g gebiet). Die Fahrt geht am 26. Dezember morgens in Frankfurt ab und endigt am 1. Januar 1937 in Frankfurt. Der Teilnehmerprels beträgt 33.— Mark. Anmeldungen können um- ge^enb auf der Kreisdienststelle, KdF., abgegeben werden. , Weiter ist eine Urlaubsfahrt vom 13. bis 20. Februar nach Larner Winkel (Bayr. Ostmark) eingeschoben worden. Der Preis dieser zusätzlich verbilligten Fahrt beträgt einschl. Unterfunft und Verpflegung 22.— Mark. Gleichzeitig ist dieser Urlaubsfahrt eine Ferienwanderung angeschlossen, ebenso ein Stilehrgang. Baldur von Schirach spricht heute abend über alle deutschen Sender. Der Reichsjugendführer Baldur v. Schirach wird am heutigen Mittwoch um 20.15 Uhr über alle deutschen Sender sprechen. Er wird dabei auch der Elternschaft Aufklärungen über das neue Gesetz über die Hitler-Jugend geben. Die Eltern seien angesichts der großen Bedeutung dieser Rede auf die Übertragung besonders hingewiesen. Niederschlagung von Eintragungsgebühren bei Grundbuchumschreibungen. Reichsjustizminister Dr. Gürtner hat durch eine Verordnung vom 24. November 1936 die Niederschlagung von Eintragungsgebühren bei Grundbuchumschreibungen geregelt. Demnach sind die Grund- duchämter zunächst bis zum 31. März 1938 ermächtigt, bei Umschreibung eines Grundbuchblattes (§§ 23, 28, 67, Ads. 2 der Grundbuchverfügung), oder bei der Neufassung eines Teils eines Grundbuchblattes (§§ 33, 67, Abs. 2 der Grundbuchoerfügung) die Hälfte der Eintragungsgebühren für solche auf Antrag vorzunehmenden Eintragungen niederzu- schlagen, die zur Berichtigung, Vereinfachung oder Klarstellung des Grundbuchs angezeigt sind, sofern der Eintragungsantrag vom Grundbuchamt nicht erzwungen werden kann. Höchstpreise für Wild und Wildgeflügel. Die Flerfchverknappung der letzten Monate ist nicht ohne Einfluß auf die Preisgestaltung bei Wild und Wildgeflügel geblieben und hat erhebliche Preissteigerungen zur Folge gehabt. In Erkennung der Tatsache, daß Wild und Wildgeflügel in den Zeiten einer Flerschverknappuna nicht nur von der wohlhabenden Bevölkerung, sondern auch in weitem Umfange von der minderbemittelten Bevölkerung gekauft wird, hat der Reichskommissar für die Preisbildung in einer Verordnung Höchstpreise für den Verkauf von Wild und Wildgeflügel durch den Jäger, Aufkäufer oder Großhändler festgesetzt und die Preise auf den Preisstand vom 5. November 1935 zurückgeführt. Nach dieser Verordnung sind die obersten Landesbehörden (in Preußen die Oberpräsidenten) ermächtigt, Kleinverkaufshöchstpreise für Wild und Wildgeflügel festzusetzen. Nach einer an diese Stellen ergangenen Anweisung sollen die Preise für das Ragout von Rot-, Damwild und Reh sowie des Ludwig Linkmann an die Berliner Volksbühne verpflichtet. Ludwig Linkmann, der erste Charakterkomiker des Hessischen Landestheaters Darmstadt, wurde, wie das Dramaturgische Büro des Gießener Stadttheaters mitteilt, von Generalintendant Eugen Klöpfer von der Spielzeit 1938 ab auf zwei Jahre andieVolksbühneBerlin verpflichtet. Mit dieser Verpflichtung Linkmanns geht abermals ein Schauspieler, der sich am Gießener Stadttheater die Sporen verdient hat, nach Berlin. Ludwig Linkmann, ein geborener Gießener, begann seine Bühnenlaufbahn am hiesigen Stadttheater noch unter der Direktion von Hofrat Steingoetter. Intendant Dr. Rolf Prasch erkannte die große künstlerische Begabung des jungen Menschen und ließ ihm jede Förderung angedeihen. Dann führte Linkmanns Weg nach Gera. Don dort holte ihn Dr. Prasch an das Hessische Landestheater Darmstadt. In Darmstadt wuchs Linkmann mehr und mehr in seinen Aufgabenkreis und wußte sich mit eisernem Fleiß zu den führenden Darstellern des Darmstädter Ensembles emporzuarbeiten. In den Sommer-Spielzeiten der letzten Jahre wirkte Link- mann regelmäßig bei den Marburger und Heidelberger Festspielen mit und hatte im „Götz von 23er- lichingen" und in der „Komödie der Irrungen" große Erfolge zu verzeichnen. Für die Spielzeit 1937/38 bleibt Linkmann noch im Verband des Hessischen Landestheaters; vom Herbst 1938 an geht er an die Volksbühne Berlin. Väter, alle großen Brüder und Schwestern, aber auch alle Buden und Mädel aufgerufen, einmal gründlich nachzuschauen, was an Spielzeug noch vorhanden ist, damit sich am Weihnachtsabend jedes Kind in unserem Gau freuen kann. Auch die Kleinen selbst sollen sich einmal von einem Spielzeug trennen, um es herzugeben für einen Kameraden, dessen Eltern noch nicht das Glück haben, ihren Kin- selbst eine Weihnachtsfreude zu machen. Geschichte aus dem MgerMege. von Willi Steinhorn Trotz der unerwartet großen Ausmaße, die der letzte Bürgerkrieg in dem Lande N. angenommen hatte, erhielt der General Z. seinen anfangs aus- qcqebenen Befehl aufrecht, daß man alle in feiner näheren Umgebung gemachten Gefangenen soweit sie abqeurteiit werden mußten, ihm persönlich vorzuführen habe. Dieses starre Beharren verstand man in den kritischen Wochen nicht ganz, mißbilligte es auch wohl, aber man gehorchte selbstredend. Nachher zeigte sich dann, daß man gut getan hatte, ihm blindlings zu folgen: ein nicht unerheblicher Teil seiner Beliebtheit und des Vertrauens, das man ihm schließlich allenthalben entgegenbrachte rührte gerade daher, daß er in jedem Augenblick das Be- mufcS'in gewahrt hätte, nicht Todfeinde, sondern Brüder vor sich zu haben. Nur mit einer Klasse von Landsleuten machte er meist kurzen Prozeß. Aber auch von diesen konnte jeder seine Haut heil erhalten, sofern etwas m ihm steckte, das Achtung abnötigte. Da brachten seine Soldaten eines Tages einen schon leicht angegrauten Kerl angeschleppt, der, man wußte nicht, ob aus Furcht oder Gegenwehr, unaufhörlich strampelte. Steh still! rief der General. Der Kerl beachtete die Mahnung nicht. Das schien den Soldaten Anlaß genug, nun endlich handgreiflich werden zu dürfen. Jedoch winkte der General ab. Er trat zwei Schritte auf den Strampler zu. Mann! sagte er. Auf dieses Wort hm beruhigte sich der Kerl tm Nu Man konnte jetzt deutlicher sehen, daß er ziemlich gu?e, wenn auch den Umständen nach schon etwas ramponierte Kleidung trug und daß ,em Hosengurt ein Bäuchlein einfaumte. SBas hat er verbrochen? fragte der General Er" ist ein Zivilist! riesen die Soldaten einst,m- mia und wie aus der Pistole geschossen' denn ste Lnnte?L besondere Auge i?res obersten Bor- gesetzten für diese Gattung non Gegangenen. 8 Sonst noch etwas? fragte der General. Der G°n-7°-f°fden Zivilisten auffordernd an,. Ich bügeln neutraler Bürger! fugte bet getränt — und dazu mit vielleicht ganz leisem Trotz in der 6sT@enera( fedenfalls stockte erst eine Sekunde n?cht^^icb"8aebe ^Euch"^in?^Stunde^Bedenkzeit,'^n be^VüÄgen könnt was Ihr seid; alsdann! Die Soldaten führten den neutralen Burger a und sperrten ihn in einen nahegelegenen Stall. Das war um Mittag. Inzwischen war es für den General höchste Zeit BOM.-, ZM.-llntergau 116. Velr.: Spielzeugsammlung. Die Spielzeugsammlung der Jungmädel ist wegen der Grippe-Epidemie vom 5. Dezember auf den 112. Dezember verlegt worden. Aus der Provinzialhauptstadt. Festliche Straßen. . Das >st das Eigenartige in diesen D-zemb-rtagen: I- .-n-hr die Dunkelheit ihr Recht behauptet und bis auf wenige Stunden des Tages Stadt und Land begattet um Jo größer ist unser Verlangen nach Licht und strahlender Helligkeit. Nichts gibt es, was das menschliche Gemüt auf die Dauer so bedrückt wie der Dämon der Nacht, und es ist deshalb kein Wunder, wenn di- Jugend der germanifchen Wal- der um die Zeit der Wintersonnenwende ihre Feuer- rader von den Bergen rollen ließ. Symbole des Lichtes waren auch lange Zeit später der Ideengehalt der christlichen Weihnachtsbotschaft, zu dem sich in deutschen Landen der helle Glanz des Lichterbaumes gesellte. Licht ist eine Lebensnotwendigkeit für uns alle, und deshalb übt es feine faszinierende Wirkung aus, wenn in diesen Tagen vor dem Weihnachtsfest die Geschäftsstraßen der Stadt in ein Meer von Licht getaucht scheinen. Es ist eine Sinfonie des Lichtes, so berückend, daß sich niemand diesem Eindruck entziehen kann. Vom glänzenden Weiß über leuchtendes Gelb bis hin zum glühenden Rot und Grün sind alle Farben vertreten, die die Skala kennt, und die den abendlichen Straßen ein märchenhaftes Aussehen verleihen. Sv wandern wir durch die festlichen Straßen unserer Stadt, die Abend für Abend ihre strahlende Pracht entfalten. Es ist schön, im Strom der Passanten unterzutauchen und mit ihm gemächlich an den Schaufenstern vorbeizugleiten, die sich an Schönheit ihrer Auslagen, an den Sehenswürdigkeiten ihrer Dekorationen zu überbieten scheinen. Auch dann ist dieser Bummel ein Vergnügen, wenn man sich nicht mit Kaufabsichten trägt. Aber wer trägt sich kurz vor dem schönsten Fest,' das wir kennen, nicht mit solchen Absichten? Freude soll ja das Fest bereiten, und welche Freude könnte schöner sein als die, seinen Nächsten mit einem Geschenk, und sei es auch noch so klein, zu überraschen? Zu keiner Zeit des ganzen Jahres sind die Ge- schästsstraßen so sehr das Ziel aller Bevölkerungsschichten in der Stadt und in der näheren und weiteren Umgebung wie gerade jetzt. Die Festlichkeit ihrer Lichter und die Eigenart ihrer Schaudarbietungen wecken Jene freudige Stimmung in uns, die ein Zeichen dieser vorweihnachtlichen Tage ist. H. W. Sch. Vornotizen. Tageskalender für Mittwoch. NS.-Lehrerbund, Kreis Gießen: 15.30 Uhr Kreisversammlung, Vortrag von Prof. Pfähler im großen Hörsaal der Universität über „Vererbung und Erziehung". — Stadttheater: 19.30 bis 21.30 Uhr „Jngeborg". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Die un-erhörte Frau". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Onkel Bräsig". — Konzertgemeinschaft deutscher blinder Künstler: 20 Uhr Blinden-Konzert. in der Neuen Aula. — Evangelischer Bund: 20.15 Uhr Gemeindeabend in der Stadtkirche; Pfarrer Heinemann spricht über „50 Jahre Evangelischer Bund". — Weihnachtsausstellung der oberhessischen Künstler: ab 17 Uhr im Turmhaus am Brand. icn Berlin zum Beispiel bevorzugt große, dicke Lichte, von denen 12 Stück auf 500 Gramm gehen, während in Bayern, Württemberg, Baden 15 oder 12 Kerzen genommen werden, die aber nur halb so groß sind und zusammen nicht mehr als 250 Gramm wiegen. Die Packerin erzählt, daß sie Jahr für Jahr mehr weiße Kerzen zu verpacken hat; die bunten, die in Amerika eine so große Rolle spielen, haben in Deutschland erheblich viel weniger Liebhaber gesunden. Während sie spricht, wandern unter ihren geschickten Griffen immer je 50 Kartons in eine große, nach frischem Holz duftende Kiste: ver- Hasenpfeffers besonders niedrig angesetzt werden. Uebertretungen der Preisbestimmung sind mit Gefängnis und Geldstrafe, an deren Stelle in leichteren Fällen die Ordnungsstrafe treten kann, be- droht. Zur Durchführung und Ueberwachung der nun- mehr festgesetzten Preise für Wild und Wildgeflügel hat der Reichskommissar für die Preisbildung gleichzeitig eine Verordnung über die P r e i s a u s- geichnungspflicht im Kleinhandel für Wild und Wildgeflügel erlajfen. Die Preisauszeichnungsbestimmungen dieser Verordnung sind auch auf das Geflügel ausgedehnt worden, da sich bei der Preisauszeichnung von Geflügel in letzter Zeit erhebliche Mißstände herausgestellt haben. Wichtig für alle Schaffenden! DRV. Immer wieder taucht das Gerücht auf, daß die Sozialversicherten künftig nur noch Einheitsrenten und diese nur noch beim Nachweis der Bedürftigkeit erhalten sollen. Wie wir von zuständiger Stelle erfahren, sind diese Gerüchte völlig unbegründet. Für die Renten aus der Sozialversicherung ist und bleibt maßgebend das von der Regie- Am 13. Dezember ist wiederum Lintopfsonntag! Daß Weihnachten für dich und die Deinen ein Fest der Freude ist, verdankst du der Tat des Führers! Sei dankbar durch dein Opfer am nächsten Lintopfsonntag! rung Adolf Hitlers im Jahre 1933 geschaffene Versicherungsrecht. Hiernach haben die Versicherten, ihre Witwen und Waisen einen vor den Dersiche- rungsgerichten verfolgbaren Rechtsanspruch auf die Rente, der unabhängig davon ist, ob der Berechtigte bedürftig ist, oder nicht. Die Höhe der Rente bestimmt sich nach der Zahl und Höhe der Beiträge. Will also ein Versicherter für sich und seine Hinterbliebenen recht hohe Renten erreichen, so tut er gut, freiwillig höhere Beiträge zu entrichten, als seinem Verdienst entspricht. Für die Zwecke der freiwilligen Höheroersicherung stehen noch jenseits der Pflichtklassen besondere Beitragsklassen zur Verfügung, die sich bei der Rentenberechnung, namentlich in der Angestelltenversicherung, günstig auswirken. Unternehmer, die über ihre gesetzliche Pflicht hinaus noch freiwillig etwas Zusätzliches für die Altersversorgung chrer Gefolgschaftsmitglieder tun wollen, können die Höherversicherung dadurch fördern, daß sie die entstehenden Mehraufwendungen ganz oder teilweise übernehmen. Vorsicht bei der Annahme beschädigter Neichsbonknoten. In letzter Zeit werden erneut Noten in den Verkehr gebracht, die in betrügerischer Absicht aus Teilen echter Reichsbanknoten über 20 RM. der Ausgabe vom 22. Januar 1929 zusammengesetzt sind. Diese Noten sind daran zu erkennen, daß die einzelnen Teile durch Klebstreifen verbunden sind und zum Teil verschiedene Nummern aufweisen. Es wird deshalb vor der Annahme zerschnittener und wieder zusammengeklebter Noten gewarnt, da tets die Möglichkeit besteht, daß es sich um Fäl- chungen handelt und der Empfänger Gefahr läuft, ie bei der Reichsbank nicht umgetauscht zu erhalten. Wenn sich die Zahlung mit derartigen Noten unte< verdächtigen Umständen vollzieht, ist die Kriminalpolizei zu benachrichtigen. Allgemein empfiehlt es sich, zusammengeklebte Noten nicht anzunehmen, sondern die Inhaber an die Reichsbank zu verweisen. Sos Weihnachtspaket. Wie alljährlich, hat die Deutsche Reichspost wieder in weitestem Umfange Vorsorge für die rechtzeitige Ankunft der Weihnachtspakete getroffen. Auf der Bahn und auf den Straßen sind außergewöhnliche Postoerbindungen eingerichtet und die Zustellwagen, ebenso die Annahme-, Verlade- und Zustellkräfte überall vermehrt worden. Die Absender von Paketen sollten bei aller Vorfreude aber auch daran denken, daß plötzliche Schneefälle, Eis usw. den Der- kehr stark behindern können und daß gerade vor dem Fest leicht Verspätungen und Anschlußoerfehlungen eintreten. Darum also: Weihnachtsgaben nicht er st in allerletzter Stunde bei der Po st einliefern! Während des Weihnachtsverkehrs nehmen die Postanstalten nach Kolonialbeutscher Abend. Die Ortsgruppen Gießen des Reichskolonialbundes und des Sparerbundes veranstalteten gemeinsam im „Burahof" einen kolonialdeutschen Abend, zu dem der Ortsgruppen- sührer Schneider willkommen hieß. Sein besonderer Gruß galt dem Kreisverbandsführer des Reichskolonialbundes, Universitäts-Prof. Dr. Hummel, der über die Neugestaltung der kolonialen Verbände sprach und deren Untergliederungen in Gaue und Kreise. Durch die in Oberhessen sehr rege Arbeit für den kolonialen Gedanken sind bereits Grundlagen geschaffen worden. Ganz besonders anerkennend sprach sich der Kreisoerbandsführer über die vorbildliche Zusammenarbeit in Gießen und in dem jetzt von ihm geführten Kreise Wetterau aus. Auf dem Wege zum gemeinsamen Ziel der Durchdringung des ganzen Volkes mit dem kolonialen Gedanken wertete er insbesondere die Arbeit des bisherigen Kolonialbundes in Gießen, dessen Führer Schneider er mit der Führung der neuen Ortsgruppe des Reichskolonialbundes betraute. Zum Schluß wies Prof. Hummel auf die großen Aufgaben hin, die dem neuen Reichsbund erwachsen sind. SparerbunLsmitglied und Kolonialfreund Missionar Walther sprach hierauf über das Thema „Meine Erlebnisse in Kamerun vor Kriegsausbruch". Don seiner Abfahrt mit dem Dampfer aus beginnend schilderte er sehr eindrucksvoll seine Reise. An Hand von Bildern schilderte der Redner die Schönheiten und die Fruchtbarkeit jener deutschen Kolonie. Auf die vielseitigen Aufgaben des Missionars als Lehrer und Menschenfreund eingehend, ließ der Redner die Vielseitigkeit dieser von den Deutschen geleisteten Arbeit erkennen, von der er viele erfreuliche Erlebnisse zu berichten wußte. Seine Ausführungen ließen die eigenartigen Sitten und Gebräuche der Neger verständlich werden und zeigten auch die landschaftliche Schönheit und vor allem die Fruchtbarkeit Kameruns, das dem Dater- lande Baumwolle, Zitronen, Gummi, Ananas, Kaffee und viele andere Rohprodukte und Früchte, vor allem auch Oel lieferte. In seinem Schlußworte wiederholte der Redner die Forderung nach der Rückgabe deutscher Kolonien, die deutsche Männer und Frauen in mühsamer Arbeit erschlossen hatten. Ortsgruppenführer Schneider dankte dem Missionar für die ausgezeichneten Ausführungen, und Kolonialfreund Stephan unterstrich an einem persönlichen Erlebnis in den Kolonien die segensreiche Arbeit der deutschen Missionare. Der Ortsgruppenführer des Sparerbundes, Lorenz, verwies auf die gemeinsamen Bestrebungen der beiden Bünde, die sich auf der Forderung nach Recht und Freiheit für oas Vaterland gründeten. Nach der Neugründuna des Reichskolonialbundes habe die korporative Mitgliedschaft des Sparerbundes zum Kolonialbund aufhören müssen, aber den Mitgliedern des Sparerbundes ist es unbenommen, sich nun als Einzelmitglieder dem neuen Reichskolonialbund anzuschließen. Bei den Darbietungen der Musikabteilung des Kolonialbundes verweilten die Erschienenen noch einige Zeit in angeregter Unterhaltung. Möglichkeit auch außerhalb der Schalterstunden Päckereien ohne besondere Eivlieferungsgebühr an und vermehren, wo es nötig ist, die Paketannahmeschalter. Wenn die Sendungen unversehrt und rechtzeitig in die Hände des Empfängers gelangen sollen, bann ist es unbedingt nötig, sie gut zu verpacken und fest zu verschnüren. Dabei soll man für kleinere Päckchen, die zusammen mit den Paketsendungen befördert werden, nicht schwache Pappschachteln verwenden, die leicht eingedrückt werden. Die Aufschrift muß haltbar angebracht werden, die Anschrift des Empfängers vollständig und deutlich fein; auch die Angabe des Absenders darf auf keiner Sendung fehlen. Obenauf in jede Sen- duna lege man ein Doppel der Aufschrift, damit die Sendung auch dann ihr Ziel erreicht, wenn einmal die äußere Anschrift verlorengehen sollte. Generalversammlung des OOAL. Giehen. Der Deutsche Automobilclub (DDAE.), Ortsgruppe Gießen, vereinigte gestern abend seine Mitglieder zur Generalversammlung im Hotel Schütz. Der Leiter der Ortsgruppe, Dr. Kreger, erstattete zunächst den Jahresbericht und schickte seinen Ausführungen über die Tätigkeit der Ortsgruppe zunächst eine Darstellung der Gesamtlage des DDAE. voraus. Er wies besonders darauf hin, daß der Gesamt-DDAC. erfreulicherweise im vergangenen Jahre erheblich an Mitgliedern, gewonnen habe. Durch die neue Sachlage, die sich ergab, nachdem die Durchführung großer autorennsportlicher Veranstaltungen in Zukunft nicht mehr durch den DDAE. veranlaßt wird, wird sich der Verband in Zukunft mehr der Touristik zuwenden. Zu diesem Zweck wurde z. B. bereits in unserem Gau ein kraftfahrtouristischer Heimatwettbewerb unter dem Titel „Durch den Kurgarten Europas" ausgeschrieben. Für diesen Wettbewerb wurden 108 Stempelstellen in unserem Heimatgebiet geschaffen. Diese Stempelstellen sollen nach Möglichkeit im Laufe eines Jahres besucht werden. Für diejenigen Kameraden, die die meisten dieser Stempelstellen anfahren, sind wertvolle Preise ausgesetzt. Der Wettbewerb erscheint geeignet, den Kraftfahrer in ein enges und herzliches Verhältnis zur Heimat zu bringen. In feinen weiteren Ausführungen wies Dr. Kreger darauf hin, daß es den Ortsgruppen unbenommen sei, auch in Zukunft und intern sportliche Veranstaltungen durchzuführen. Das wird auch im kommenden Jahre für die Ortsgruppe Gießen wieder der Fall sein, und zwar soll eine Ballon- verfolgungsfahrt und eine Wochenendfahrt in d i e Pfalz stattfinden. Im Laufe des nächsten Jahres ist ferner vorgesehen, eine Fahrt mit Richtern und Staatsanwälten durch die Stadt und ihrer Außenbezirke zu unternehmen, um damit den Vertretern der Justiz eine Möglichkeit zu geben, Verkehrssünder zu beobachten. In seinen weiteren Mitteilungen gab Dr. Kreger davon Kenntnis, daß sich der Mitaliederstapd der Ortsgruppe von 186 auf 215 erhöht habe. In der Werbung neuer Mitglieder steht damit die Ortsgruppe Gießen des DDAE. im Gau Hessen an dritter Stelle. Für die kraftfahr-rechtliche Beratung seiner Mitglieder hat die Ortsgruppe Rechtsanwalt Dr. Wämser zum Syndikus verpflichtet. Zum Schluß seines Jahresberichtes teilte der Borsitzende mit, daß anfangs des nächsten Jahres eine große Faschingsoeranstattung des DDAE. stattfinden solle. Nachdem der Kassenbericht erstattet war, hielt Rechtsanwalt Dr. Wämser ein aufschlußreiches Referat über das Thema „Die Rechtsprechung bei Gefälligkeitsfahrten." * ** Der Iustizdienst am 2. Januar 19 3 7. Der Reichsminister der Justiz hat unter Bezugnahme auf einen Beschluß des Reichskabinetts angeordnet, daß der Dienst der Justizbehörden am 2. Januar 1937 als Sonntagsdienst geregelt wird. ** Personalveränderungen im Ober- landesgerichtsbezirk Darmstadt. Im Bezirk des Oberlandesgerichts Darmstadt-Hessen wurden mit Wirkung vom 1. Januar 1937 ab ernannt: Amts- und Landrichter Dr. Wolfgang P r e i s e r (Frankfurt a. M.) zum Landgerichtsrat beim Landgericht Mainz; Amts- und Landrichter Karl Bornemann (Frankfurt a. M.) »um Landgerichtsrat beim Landgericht Darmstadt; Gerichtsassessor Dr. Walter Möller (Gießen) zum Landgerichtsrat beim Landgericht Mainz; Gerichtsassessor Dr. Oskar Rede! (Darmstadt) zum Landgerichtsrat beim Landgericht Darmstadt; Gerichtsassessor Adolf Rechel (Darmstadt) zum Landgerichtsrat beim Landgericht Mainz; Gerichtsassessor Dr. Hans I ü n g st (Gießen) zum Amtsgerichtsrat beim Amtsgericht Bensheim; Gerichtsassessor Lutz Bechtold (Gießen) zum Amtsgerichtsrat beim Amtsgericht Mainz; Gerichtsassessor Ernst Doll (Alzey) zum Amtsgerichtsrat beim Amtsgericht Offenbach; Gerichtsassessor Hans Schlottermann (Offenbach) zum Amtsgerichtsrat beim Amtsgericht Offenbach und Gerichtsassessor Walter Scheu (Darmstadt) zum Amtsgerichtsrat beim Amtsgericht Offenbach. ** Ernennung. Ernannt wurde unter ^Berufung in das Beamtenverhältnis und dem Vorbehalt des jederzeitigen Widerrufs der Verwaltungsanwärter Emil Lenz in Gießen zum 23er- waltunqspraktikanten im hessischen Landesdienst. ** Ein Fünfundsiebzigjähriger. Am heutigen Mittwoch kann der Gasarbeiter i. R. Friedrich Schäfer, Wetzsteingasse 32 wohnhaft, seinen 75. Geburtstag begehen ** Preisgekrönte Kanarienzüchter. Bei der am 7. Dezember im Kanarienzucht- und Dogelschutzverein durchgeführten Prämiierung dec diesjährigen Nachzucht durch den Preisrichter K. Becker, Gießen, placierte sich wieder der Stamm des Züchters Heinr. Schmidt (Gießen) mit 303 Punkten an erster Stelle; er erhielt den Ehrenpreis der Vereinigung Deutscher Kanarienzüchter; an zweiter Stelle stand P. D i tz e l mit 297 Punkten; an 3. und 4. Stelle wieder Hch. Schmidt mit 297 bzw. 288 Punkten; an 5. Stelle P. Ditzel mit 282 Punkten; an 6. Stelle Th. Judt mit 264 Punkten; an 7. Stelle Aug. Hatz mit 258 P. und an 8. Stelle derselbe Züchter mit 162 Punkten. ♦* Autozusammenstoß. Am gestrigen Dienstagmittag ereignete sich an der Kreuzung Gar- tenstraße-Ludwigstraße ein Zusammenstoß zweier Personenautos. Dabei stürzte ein Auto um, während das andere gegen das nahegelegene Wohnhaus fuhr. Beide Kraftwagen wurden beschädigt, dagegen kamen die Insassen bis auf einen Mann, der geringfügige Hautabschürfungen erlitt, unversehrt davon. — Ein weiterer Autozusammenstoß ereignete sich am gestrigen Dienstag gegen 18 Uhr an der Ecke Wilhelmstraße/Ludwigstraße. Dort waren ebenfalls zwei Personenwagen zusammengerannt, von denen einer umstürzte, während das andere daneben stehenblieb. Auch in diesem Falle wurden beide Wagen beschädigt, während die Insassen unversehrt blieben. Große Strafkammer Gießen. In der gestrigen Sitzung der Großen Strafkammer wurde zunächst in nichtöffentlicher Sitzung gegen den 65jährigen P. W. von Gießen verhandelt, dem Vornahme unzüchtiger Handlungen an Kindern unter 14 Jahren zur Last gelegt wurde. W. wurde unter Zubilligung mildernder Umstände zu fünf Monaten Gefängnis, unter Anrechnung von 5 Wochen Untersuchungshaft, oerurteilt. Sodann wurden zwei Berufungsverhandlungen durchgeführt Der 45jährige Karl Wick aus Köppern hatte sich am 25. April d. I. in Rodheim v. d. H. gegenüber Politischen Leitern dieses Ortes abfällig geäußert. Er war dafür vom Schöffengericht Gießen zu einer Gefängnisstrafe von 3 Monaten verurteilt worden. Mit der eingelegten Berufung wollte er eine Ermäßigung der Strafe erreichen. Die Strafkammer kam jedoch mit Rücksicht auf die Vorstrafen des Angeklagten, sowie mit Rücksicht darauf, daß in der erstinstanzlichen Hauptverhandlung zwei Zeugen infolge Beeinflussung durch den An- een fast einen Meineid geleistet hätten, zu der , , daß die vom Schöffengericht ausgesprochene Freiheitsstrafe durchaus angemessen sei, und es verwarf daher die Berufung des Angeklagten. Der 53jährige H. K. aus Gießen war am 4. November vom Schöffengericht Gießen wegen Urkundenfälschung zu einer Gefängnis st rafe von 1 Monat verurteilt worden. Ihm war zur Last gelegt, in einem Lehrvertrag, den er mit dem gesetzlichen Vertreter eines bei ihm in der Lehre befindlichen Jungen abgeschlossen hatte, nach Unterzeichnung des Vertrages einseitig eine Abänderung Dorgenommen und von dem Vertrag in einem Rechtsstreit Gebrauch gemacht zu haben. Der Angeklagte, der die Slbänberung an sich zugab, behauptete jedoch, er habe sich zur Abänderung berechtigt gehalten, da der Lehrvertrag insoweit mit den tatsächlichen Abmachungen nicht Übereinstimme. Diese Einwendung konnte dem Angeklagten nicht widerlegt werden Das Gericht kam daher, unter Aushebung des erstinstanzlichen Urteils, zu einem Freispruch und zur Belastung der Staatskasse mit den Kosten des Verfahrens. Amtsgericht Gießen Vor den Schranken des Amtsgerichts standen wieder drei Bettler. Zwei wurden zur höchstzuläfsi- gen Haft strafte von j^ sechs Wochen verurteilt, außerdem wurde gegen beide gewerbsmäßige Bettler die Unterbringung in ein Arbeitshaus angeordnet. Der dritte Bettler kam diesmal mit einer Haftstrafe von vier Wochen davon, lieber kurz ober lang wirb er sich auf bie Unterbringung im Arbeitshaus gefaßt machen müßen, wenn er sich nicht enblich besinnt urtb einsieht, baß er auf dem eingeschlagenen Wege nicht weiter kommt. Ein Lollarer Einwohner fuhr am 14. Juli mit feinem Personenkraftwagen mit Anhänger von der Gute Möbel bei Koos :____Giessen Schulstn6 Wege im Nebel. Boman von Käthe Meiner. (Copyright by Aufwärts-Verlag, Berlin SW 68.) 28 Fortjetzung. (Nachdruck verboten.) Es war inzwischen dämmrig geworden. Die alte Dame hatte ihren Platz am Tisch verlassen und saß jetzt in einem der Korbsessel, die in dem blumengeschmückten Erker aufgestellt waren, und von dem aus man einen Blick in den weitläufigen Garten hatte. „Nie, nie hätte es dahin kommen dürfen!" sagte sie laut vor sich hin. „Ich, gerade ich hätte es verhindern müssen! Und doch--konnte ich es verhindern? Stand nicht alles auf dem Spiel? Alles?" Wie im Traum schloß die alle Frau die Augen. Damals... Ein Krankenzimmer. Auf weißem Laaer eine bleiche, abgezehrte Gestalt. Bernard Heller, ihr geliebter Bruder, dessen Züge vom Tobe schon gezeichnet waren. Stöhnend warf er sich in ben Kissen hin und her. In qualvoller Angst kamen ihm bie Worte über bie Lippen: „Amalie, Schwester! So hilf mir boch! Gib mir einen anberen Rat, wenn bu kannst! Willst bu denn, baß bas Kinb in Armut lebt, in bitterster Armut? Janna, meine verwöhnte kleine Janna! Willst bu, baß bas Grunbstück, bas Haus, das noch die Großeltern erbaut haben, daß euch all das verlorengeht, daß die herrlichen Bilder, die unersetzlichen Andenken unter den Hammer kommen? Daß der gute alte Name in den Staub gezogen wird? „Und das Glück deines Kindes, Bernard? Ist bas nicht mehr wert als aller Besitz?" „Niemanb kann glücklich fein, ber in Armut und Einsamkeit lebt, Amalie! Und Janna wirb auch mit Rammelt glücklich werben! Ralf Rammett liebt boch Janna! — Liebt sie leidenschaftlich! Und er ist mein Freund und will so viel für mich tun! Ich kann und will mein Wort an ihn nicht zurücknehmen!" „Aber Janna liebt chn doch nicht, Bernard! Aller Reichtum kann ihr nicht Liebe und Glück ersetzen!" „So wird sie ihn lieben lernen! So wie sie Gerhard Brand geliebt hat, wird sie doch keinen Mann mehr lieben können!" „Und trotzdem. Bernhard ..." Da hatte sich Bernard Heller in unsäglicher Qual in seinem Bett aufgerichtet. „Und wenn du es denn nicht einsiehst, Amalie, so muß ich dir bie Wahrheit sagen, bie mich zwingt, so zu hanbeln! Ich habe nicht nur alles verloren, was ich hatte ich habe auch Schulden, Amalie, große Schulden — — an andere — — an dich und auch an Rammelt selbst--. Ich habe spekuliert, verspekuliert--Wenn Ralf nicht einspringt --soll mein Name auch noch im Tobe geschändet fein? ... Ach Amalie, — — verzeiht mir, könnt ihr mir verzeihen?" Draußen war es gänzlich dunkel geworben. Immer noch starrte Amalie von Bergmann burchs Fenster, als konnte sie bie Gestalt ihres toten Brubers noch einmal vor sich sehen. Was zwischen Janna unb ihrem Vater besprochen war, wußte sie kaum. Janna hatte chr nur mit leiser Stimme am Tage nach ber Beeidigung erklärt, baß sie entschlossen sei. Rammelt zu heiraten. Dann hatte Rammelt bas Haus, wie er sagte, für sich unb Janna, von ben Gläubigern zurückgekauft, hatte bie übrigen Schulbsummen bezahlt, hatte sie unb Janna zu nie aufhebbarem Dank verpflichtet. Unb fast zwei Jahre waren nun barüber vergangen, zwei lange Jahre fast, in benen sich Janna meisterhaft beherrscht, sich ehrlich bemüht hatte, mit ihrem Verlobten auszukommen, ihm Vertrauen entgegenbringen zu lernen. Unb nun war es scheinbar auch mit ihrer Kraft zu Enbe! Unb sie selber, Amalie von Bergmann, war ihr in ihrem schweren Kampf eine schlechte Beraterin gewesen, hatte sie burch ihr verschlossenes, melancholisches Wesen zurückgestoßen, anstatt ihr zu helfen, sie sich aussprechen zu lassen! War es ein Wunber, wenn Janna sich auch ihrerseits zurückzog, das alte Vertrauen zu ihr nicht mehr aufbrachte? „Aber bas soll nun anbers werben!" sagte bie alte Dame vor sich hin, währenb sie sich langsam erhob unb sich im Dunkeln zum Lichtschalter tastete. Dann klingelte sie bem Mäbchen. „Geben Sie mir bitte mein Schreibzeug, Minna! Unb warten Ste bann einen Augenblick!" Schnell brachte bas Märchen ifr das Verlangte. Dann setzte sich Frau von Bergmann zum Schreiben nieber unb gab bann ben Brief bem Mäbchen zur sofortigen Besorgung mit. Als Gerharb Branb bie breiten Stufen zur Bergmannschen Villa emporftieg, fanb er zu seiner Verwunberung bie Haustür unverschlossen, unb ba auf sein Klingeln niemand zu hören schien, trat er nach kurzem Zögern ein. Ein eigentümliches Gefühl beschlich ihn, als er sich ins Innere des Hauses begab. Sinnend blieb er ehren Augenblick stehen. Nichts schien sich verändert zu haben, seit er bas letztemal in biefen Räumen geweilt,-- vor nun mehr als zwei Jahren!--Mit Janna! ---Wie glücklich waren sie bamals gewesen! „Was wünschen Sie, bitte?" Fast erschrocken fuhr Gerharb aus feinem Sinnen empor. Auf bem Treppenabsatz ftanb Frau von Bergmann. „Verzeihen Sie, gnäbige Frau! Ich fanb bas Haus unverschlossen, unb ba niemanb auf mein Klingeln öffnete ..." „Ach so, ja, bas Mäbchen ist im Augenblick nicht ba. Wollen Sie sich bann bitte heraufbemühen!" „Unb was wünschen Sie also, unb mit wem habe ich bas Vergnügen?" Mit einer leichten Hanbbewegung bot Amalie von Bergmann ihrem Gast ihr gegenüber Platz an. „Verehrte gnäbige Fxau--zuerst möchte ich --" begann Gerharb zögernb, „bitte erschrecken Sie nicht---" „Um Gottes willen!" fiel bie alte Dame ein, „es ist boch nicht etwa mit Janna etwas passiert?" Frau von Bergmann war bleich geworben, unb Gerhard bereute es jetzt fast, sich nicht angemelbet zu haben. „Nein, nein!" versicherte er schnell, „wirklich, es nt nichts mit Janna geschehen!" „Aber Sie scheinen doch Janna zu kennen, so sagen Sie mir boch, wer Sie sind!" Fast ungeduldig sah bie alte Dame ihn an. „Ich bin Gerharb Branb .. .1" „Gerharb Branb!!?" 3n tiefstem Erstaunen rief Amalie von Bergmann es aus. Blickte ben großen blonben, sympathisch aussehenben Menschen, ber ihr gegenübersaß, bann ernst unb burdjbringenb an. „Gerharb Branb? Der Verlobte meiner Nichte? Der seit zwei Jahren als vermißt galt? Ich bitte Sie, sprechen Sie boch!" „Ja, ber bin ich, Frau von Bergmann! Sannas Verlobter! Nur wie burch ein Wunber bin ich gerettet worben, nach unsäglichen Mühen roieber in ber Heimat gelandet,---mir mein Glück zu holen--" „Und um zu finden, daß ein anderer es sich bereits geholt hat", erwiderte Amalie von Bergmann leise. „Aber haben Sie denn Janna schon gesehen? Weiß sie--?" Gerhard nitfte. „Sa, Frau von Bergmann! Sanna weiß alles! Ich habe sie in Oberhof wiedergesehen---" Dann erzählte er, verhehlte nichts, die Freude der wenigen Tage, die Angst Sannas, ihren Bericht von dem Gegenübertreten mit ihrem Verlobten, ber offenbar jebe Aussprache mit ihr habe verhindern wollen. Sn tiefer Erregung hörte Amalie von Bergmann Gerhard Brands Erzählung zu Reichte ihm bann ergriffen bie Hanb, sagte ihm immer roieber, wie sehr, wie unenblich sie sich freue, ben besten Freund ihrer Sanna kennenzulernen, wie sehr sie ihm dankbar sei für sein Vertrauen!" „Natürlicher wäre es freilich gewesen, wenn Janna mir selber von alledem berichtet, es mir an- vertraut hätte!" fügte sie traurig hinzu. „Aber ich kann es wohl verstehen .. Ich selber bin ja schuld daran, habe sie durch mein wortkarges Wesen zurückgestoßen! Ader sagen Sie mir nun, was soll geschehen? Wie können roir Janna helfen? Freiwillig wirb Ralf Rammelt Sanna niemals auf» geben, bazu kenne ich ihn zu gut Zwingen aber, --nach allebem was er für uns getan hat, nach aliebem, was wir ihm schulden? Unmöglich!" „Um Ihnen auf Shre Frage antworten zu können, müßte ich vor allem ein klares Bild über bie Verhältnisse haben, bie zu ber bebrängten Notlage Ihres Herrn Brubers und zu der Verlobung Sannas mit Rammett geführt haben! Ich bin nicht ohne Vermögen. Vielleicht würde sich Herr Dr. Rammelt bereitfinden, die ursprünglich von Sjmen geschuldeten Gelder von mir zurückzunehmen! Wen« Sie mit also vertrauen wollen---" Amalie von Bergmann nickte dankbar: „Ganz gewiß vertraue ich Ihnen, Herr Brand! Wer anders hätte ein Recht darauf, alles zu er* fahren als Sie?!" (Fortsetzung folgt) . 7869 D gerne an einige JOCHHEIM [t? Ich bitte mit! Jamr ■ bin ich fit* n wieder w ein Glück zu t es sich ft* n Bergmann hon gesehen? N sts standen jöchstzuläsii. o ch e n oer> qemerbsmä« Arbeitshaus Diesmal mit hen baoöit ; die Unter- hen müßen, nnsieht, daß nicht weiter 4. Juli mit ger oon der K s? Sitn. .*291 ' ">ht i*2t< Ä 0 zweier »äh, ^h-ch-u- 'pflegen «°*s- " davon W sich b,er Cä, . «Malls °J denen , daneben den beide unversehrt sehen, ^trafkani. 1 vitzuna Erhandelt, Indern wurde ZU fünf )nung von nndlungen 1 hatte sich gegenüber geäußert, n zu einer en Derur» u.ng wollte -lchen. Die *f die Dor» cksicht dar» irhanblung h den Anten, zu der gesprochene i. und es tagten. am 4. No» gen Urtun» ase von r zur Last iit dem ge» ' Lchre be» rnch Unter» Ibänbemng in einem . Der Ln- ZUgab, be» mg bered,» t mit ben mtftimme. |ten nicht «er, unter einem Ltaatstasse ixib ii»1 *6ie S«ck chren Derich Verlobten, dek e oerhinder" Bergmann te W wieder, ®' r.S •YÄ Ä> •”£6 aber, te gtenJ Ä1 ch t>'N jr. h ^ghnt« 1 D,°nW )mKuf 9355 WM- o W.MW abzugeb. Bestell, erb. roii n. 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