Nr. 263 Erstes Matt 186. Jahrgang Montag, 9. November 1636 ErlchetM tüglich, autzei Sonntags und Feiertags Beilagen: Vie Illustriert» Gietzener Familienblatter Heimat im Bild - Die Scholl» Monatr-Vezugsprets: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr.. , -25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernspreckanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Zronlfurt am Main 11686 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen druck und Verlag: vrühl'sche UnioerfitSIrvuch- und Steinöruderei R. Lange in Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulftrahe 1 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/.UHr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rps., für Textanzeigen von 70mm Breite 50 Npf.,Platzvorschrift nach vorh.Vereinbg.25°/„ mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Belegenheitsanzeigen 5 Rpf .Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts-u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Feiertag des Sieges und der Auferstehung. Das deutsche Volk gedenkt der ersten Blutzeugen der nationalsozialistischen Bewegung. Deutschland erwache! Das Sturmlied Dietrich Eckarts, des Sehers des Dritten Reiches. Sturm, Sturm, Sturm, Sturm, Sturm, Sturmi Läuten die Glocken von Turm zu Turm, Läuten, daß Funken zu sprühen beginnen. Judas erscheint, das Reich zu gewinnen. Läuten, daß blutig die Seile sich röten, Rings lauter Brennen und Martern und Töten. Läuten Sturm, daß die Erde sich bäumt. Unter dem Donner der rettenden Rache: Wehe dem Volk, das heute noch träumt — Deutschland erwache, erwache! Sturm, Sturm, Sturm, Sturm, Sturm, Sturm! Läuten die Glocken von Turm zu Turm! Läutet die Männer, die Greise, die Buben, Läutet die Schläfer aus ihren Stuben, Läutet die Mädchen hinunter die Stiegen, Läutet die Mütter hinweg von den Wiegen! Dröhnen soll sie und gellen, die Lust, Rasen, Rasen in Donner der Rache! Läutet die Toten aus ihrer Gruft. — Deutschland erwache, erwache! Des Führers Entschluß zur Tat. Von Karl Richard Ganzer. In seinem Bündchen „9. November 1 9 23" gibt Karl Richard Ganzer, ein Historiker der jungen Generation, eine Darstellung der ersten nationalsozialistischen Erhebung, die durch Verrat vorzeitig scheiterte und im Blute der Ermordeten vor der Münchener Feldherrnhalle erstickt wurde. Wir entnehmen diesem in der »Lungen Reihe" des Albert Langen/Georg Müller Verlages in München erschienenen Büchlein den nachstehenden Auszug. Im bayerischen Generalstaatskommissariat ist ein ständiges Kommen und Gehen, Wochen hindurch. Zwar hat der Mann, der hier nach seinen eigenen Worten als „Statthalter der Monarchie" herrscht, noch keine allzu großen Taten vollbracht. Mit einer scharfen Erklärung für einen „Rechtskurs" hatte er fein Amt begonnen. Dann waren einige Verbote marxistischer Blätter erfolgt und einige Ostjuden ausgewiesen worden. Danach aber schien es, als ob sich alle vielversprochene Tatkraft in banalen Verordnungen über Bierpreise, Milch- und Butterpreise totliefe. Und dennoch sahen manche deutschen Patrioten in Kahr den „neuen Bismarck". Rur Adolf Hitler lehrte es anders: „Kahr hatte auf mich den Eindruck gemacht, daß er ein ehrenhafter Beamter sei, aber damit war es Schluß". Wer sah noch so tief? Sie kamen in Hellen Haufen, die Führer kleiner und kleinster Verbände, und stellten sich hinter Kahr. Sie kamen alle, die ausgewiesenen Nationalisten und Putschisten der rotbeherrschten Staaten, erhielten in Bayern ihren Paß, pfiffen auf das Republikschutzgesetz und verkündeten in lautem Dank den Ruhm ihres bayerischen Beschützers. Sie gaben einander die Tür in die Hand, alle die Herren, die in gewichtigen Aktentaschen Pläne trugen, wie man Deutschland retten könnte — mit Gewalt oder mit der Macht der Industrie oder mit der Macht der Landwirtschaft. Und alle, alle hörten sie in den Amtsstuben des Generalstaatskommissariats die Wahrheit, die doch schon lange durch alle Gassen Bayerns trommelte, daß man das rote Berlin ausschalten müsse von allen Zentren der Macht. Hitler hatte als erster diese Lehre gepredigt, die nunmehr so geläufig geworden war. Aber der oberste bayerische Staatsmann hatte sie ausgenommen, um f ü r s ich allein die Führung in dem Kampf gegen Berlin zu beanspruchen. m Hitler und Kahr lehrten den Kampf gegen Berlin — aber Hitler hörte hinter Kahrs Worten m Argwohn und Zorn und beklemmender Sorge noch etwas anderes raunen: daß hier das Steuer auf einen „Kampf gegen Berlin ohne leoe Einschränkung" gerichtet war: daß „der Kamps K Berlin, wie Dr. Kahr ihn fuhrt, em 23er» , n ist, außer man ist entschlossen, den Kampf von der ersten Minute an d e r n a 11 o n a l e n C r- Hebung e i n z u g l i e d e r n". Sie alle, die als gläubige Nationalisten nach München gekommen waren, weil hier die schwarzweißrote Fahne ungehindert wehte, ahnten von der separatistischen Möglichkeit, die sich da und dort hinter dem patriotischen Umtrieb verbarg, nichts. Kahr stützte sich außer auf bte ihm ergebenden nationalen Verbände auf die bayerische Reichswehr unter dem General v. Lossow und aus die bayerische Landespolizei unter dem Oberst o et fee r. Immer wieder hatten in den entscheidenden Wochen vor dem 9. November Besprechungen zwischen dieser Gruppe einerseits und dem argwöhnisch beobachtenden „Deutschen Kampfbund unter 2IDolf Hitler anderseits stattgefunden. Sie alle hatten tue Möglichkeit eines Unternehmens gegen iBerhn erörtert, und immer wieder war in den grundsätzlichen Meinungen über die Notwendigkeit einer solchen Tat volle Uebereinftimmung erzielt worden. Immer aber hatte sich auch gezeigt, daß die Ansichten über die Mittel und die eigentlichen Ziele einer solchen Tat nicht völlig gemeinsame Wege liefen. Aber die wichtigste öiefer Unterredungen, die vom 6. November, als der Konflikt zwischen Kahr und der Reichsregierung seinem Höhepunkt zueilte, berichtete der Führer im Hitler-Prozeß. „Ich habe damals folgenden Gesamteindruck erhalten: Kahr, Lossow und Seißer konnten nicht mehr zurück, sie werden sich schlagen oder kapitulieren müssen ... Lossow erklärte am 6. November: „Ich bin unter gewissen Voraussetzungen zum Staatsstreich bereit ..." Wir mußten aber der Ueberzeugung fein, daß die Herren nur auf einen A n st o ß warteten. Wir waren also überzeugt: hier wird nur gehandelt, wenn zum Wollen die Tat kommt. Wird andererseits die Sache hinausgeschoben, dann könnte die Sache zu ungünstiger Zeit abrollen, weil sich unsere Leute nicht mehr zurückhalten lassen. Dazu kam, daß Scheub- ner mir mitteilte, Lossow habe sich geäußert, wenn jetzt der Norden nicht selbst losschlägt, ist die Separation unvermeidlich ... Darum schien mir die Lage so: Wenn der Norden Anstoß gibt, ist die Sache gut. Wenn er das nicht tut, dann kommt vielleicht der Anstoß von einer anderen Seite, die die Dinge in ein anderes Wasser hineinfließen läßt. Es blieb daher nur die einzige Möglichkeit, selber den Anstoß zu geben ..." Daß ein Kampf mit dem marxistischen Berlin unvermeidlich sei, war damals die eisenharte Ueberzeugung des gesamten oppositionellen Deutschlands, ob es nun um Kahr oder um Hitler oder um norddeutsche Führer geschart war. Aber allein Adolf Hitler zog die klaren Folgerungen. Der Aufstand, den er zur Säuberung des Reichs zu unternehmen entschlossen war, mußte zugleich die drohenden Versuche niederschlagen, ein Unterneh- München, 8. Nov. (DNB.) Zum vierten Male seit dem Siege der nationalsozialistischen Bewegung ist die alte Garde des Führers in den Abendstunden des 8. November im Bürgerbräukeller zum Erinnerungstreffen versammelt. Wieder sitzen sie hier beisammen, die vor 13 Jahren wie heute noch mit ihrem Führer bereit waren, ihr Leben für die Wiedererstehung und Befreiung des Vaterlandes ein- Husetzen. Ohne Rangabzeichen, im einfachen Braunhemd der Kampfzeit treffen sie sich hier wieder, die Männer, denen man ansieht, daß sie ihr ganzes Leben lang nur Kämpfer waren, Kämpfer für Deutschland, Kämpfer für die nationalsozialistische Idee und ihren Führer. Sie sind inzwischen älter und grauer geworden, aber mit den Jahren ist auch ihre Treue und ihre Begeisterung für die Idee, die sie einst als einzige einem ganzen Volk vorantrugen, gewachsen. Zwischen dem einheitlichen braunen Bild sieht man wieder das Feldgrau von Angehörigen der Wehrmacht, das rote Band des Blutordens an ihren Uniformröcken. In dieser Stunde das sichtbare Zeichen der Zusammengehörigkeit der braunen Soldaten des Führers mit der deutschen Wehrmacht. Schon lange vor 19 Uhr ist der große Saal des Bürgerbräukellers mit feinen Galerien bis zum letzten Platz gefüllt. Musik- und Spielmannszug der Leibstandarte Adolf Hitler fpielen unter Obermusikmeister Müller-John die alten Lieder und Märsche der Bewegung. Jubel und Heilrufe klingen immer wieder auf, wenn bekannte Männer Der Bewegung den Saal betreten und bei ihren Kameraden Platz nehmen. Da sitzen die führenden Männer der Bewegung unter ihren alten Kampfgefährten vom 9. November. Man sieht Viktor Lutze, den Frankenführer Julius Streicher, Heinrich Himmler, Alfred Rosenberg, Dr Frick, General Ritter von Epp, die Reichsleiter Bouhler, Amann und Buch sowie die Reichsminister Dr. Goebbels und Dr. Frank, den Korpsführer Hühnlein, dann alte Münchener Kämpfer wie Chrifttan Weber, Fiehler, B e r ch t o l d und Maurice. In den Reihen der alten Garde sieht man auch Schwester Pia in ihrer Tracht, die einzige Frau, der der Führer den Blutorden verliehen hat. Auf der Galerie find viele Ehrenplätze den Hinterbliebenen der 16 Ermordeten des 9. November 1923 Vorbehalten. — Außer den Teilnehmern am Marsch vom 9. November 1923 find im Bürgerbräukeller versammelt die Reichs- und Gauleiter der NSDAP., die Obergruppenführer und Gruppenführer der SA., SS. und des NSKK., die Obergebietsführer und Gebietsführer der HI., die Hauptdienstleiter der Reichsleitung und die Arbeitsgauführer des Reichsarbeitsdienstes. Wenige Minuten nach 20 Uhr erklingt der Präsentiermarsch: Die alte Garde grüßt mit erhobener Rechten ihre Fahne, die Blutfahne vom 9. November, die wieder von einem der Ihren, dem Sturmbannführer Grimminger, getragen wird. Nach einigen Minuten erwartungsvoller Spannung braust ein einziger Hellruf, der fick immer wieder erneuert, in den Saal: Der Führer ist gekommen! Vor dem Eingang zum Bürgerbräukeller melden ihm sein Adjutant Obergruppenführer Brückner, als der Führer des Regiments München aus dem Jahre 1923, und Brigadeführer Berchtold, der ehemalige Führer des Stoßtrupps Hitler, die alten Kämpfer. Dann betritt der men zur Lockerung des Reichs in die Wege zu leiten. Schon in den ersten Novembertagen hatte eine Besprechung in der Wohnung von Dr. von Scheub- ner-Richter ftattgefunöen. Hierbei stellte Adolf Hitler, einer Anregung Rosenbergs folgend, zunächst in Aussicht, die Aktion gelegentlich einer Parade vor dem bayerischen Kronprinzen in der Marstall- straße vorzunehmen. Starke Polizeiaufgebote haben es aber verhindert, den Plan durchzuführen. Am 7. November ruft dann Adolf Hitler zwei seiner wichtigsten Unterführer, darunter den militärischen Leiter des Kampfbundes, Oberstleutnant Knebel, zu sich, und beschließt endgültig mit ihnen, in der bedrängten Lage den Anstoß zu d e r Lösung zu geben, die im gesamtdeutschen Interesse liegt. Knebel erklärte späjer: „Es handelt sich darum, den drei Zauderern die Tür aufzumachen. Wir wollten den drei Leuten, die am Sprungbrett standen, einen kleinen Stubbs geben, damit sie ins Wasser sprangen, das ihnen zu kalt erschien." In großen Zügen wird an diesem 7. November die Planung des Unternehmens durchgesprochen; die militärischen Vorbereitungen werden festgelegt; an die Unterführer des Kampfbundes gehen Mobilisierungsbefehle für die Verbände hinaus, ohne daß diese freilich schon wissen, wofür sie aufgeboten werden sollen. Als Zeitpunkt für das Unternehmen wird der 8. November bestimmt. Am 8. November jährt sich zum fünften Mal der Tag, an dem die Revolte der Schande über Deutschland hereinbrach: das ist ein Omen, das zur Verpflichtung werden kann. An diesem Tage müssen die Worte sich endlich zur Tat wandeln. Unerschütterlich ist Adolf Hitlers Entschluß. Führer, gefolgt von feinem Stellvertreter Rudolf Heß, von Brückner, Schaub, Graf und Berchtold den Saal. Seine alten Kampfgefährten sind auf die Stühle gesprungen und jubeln ihm minutenlang zu. Nur mühsam kann er sich feinen Weg zum Rednerpult bahnen und immer wieder muß er nach allen Seiten die Hände seiner alten Kameraden schütteln. Dann gebietet Christian Weber Ruhe. Aber erst nach Minuten verebbt die freudige Erregung, um erneut anzuschwellen, als Weber verkündet: Der Führer spricht! Der Führer spricht! Parteigenossen! Wieder treffen wir uns zur Erinnerung an unseren er st en großen Revolutionsversuch in diesem Saal, der uns heute so klein vorkommt und der damals für uns so groß war. Wieder sind wir beisammen alle die alten Gesichter von einst, um die Empfindungen auszutauschen und wachzurufen, die uns an jenem Tage bewegten, die uns auch heute noch erfüllen müssen, und die, wie ich glaube, die nationalsozialistische Bewegung immer mehr erfüllen werden. Es gibt viele Tage in der Geschichte unserer Bewegung, die es verdienen, der Erinnerung erhalten zu werden. Aber es gibt kaum einen Tag dieser Geschichte, der es mehr verdient für immer ein Feiertag der Bewegung zu fein, als dieser Novembertag von damals. Ein Tag der Trauer, aber trotzdem einst ein Tag der größten Hoffnung, heute und für alle Zukunft ein Tag der teueren Erinnerung. Daß wir Nationalsozialisten dem damaligen Staat unsere Todfeindschaft angesagt hatten, war die Ursache unserer Entstehung. Wir sind nicht eine Partei gewesen, und sind es heute nicht wie so viele andere, die vor uns entstanden sind und es ohne uns auch heute noch fein würden. Als im Jahre 1919 diese Bewegung gegründet wurde, da war sie der schärf st e P r o t e st gegen einen Zustand, den die meisten Menschen als unabänderlich hinzunehmen sich gewöhnt hatten. Einen Zustand, der selbst durch eine Revolution als Ausklang des gewaltigen Weltgeschehens entstanden war. Es war der fanatische Entschluß der jungen Partei, diesen Zu st and wieder zu beseitigen, und ein neues Deutschland aufzubauen. Das war sicherlich in den Augen vieler ein fast irrsinniger Entschluß. Es gibt keinen Zweifel, daß damals sicher nicht 51 v. H. der Wahrscheinlichkeit des Gelingens auf unserer Seite standen, sondern 99 solcher Prozente auf der Seite unserer Gegner. (Stürmische Zustimmung.) Als wir im November 1923 nun zum ersten Male handeln wollten, da hatten wir schon eine lange Geschichte von Putschvorbereitungen hinter uns. Ich kann es ganz ruhig eingestehen, daß ich von 1919 bis 1923 überhaupt an nichts anderes dachte als an einen Staatsstreich. (Tosender Beifall.) Ich war mir darüber im klaren, daß das deutsche Schicksal nur durch tatkräftige Menschen gewendet werden konnte, und ich wußte, daß wir solche Menschen nur bekommen würden, tvenn w i r selbst vorbildlich, beispielgebend voran marschierten. Es muhte ein Z ei tatter der Tat kraft und Entschlossenheit wieder kommen! Aber wie konnte man Menschen der Tat anders finden, als durch die Tat? So haben wir damals also gehandelt! Und trotzdem wir unterlegen sind, war dieser Versuch, das deutsche Schicksal zu wenden, eine unbedingte Notwendigkeit, denn man konnte nicht vier Jahre lang von Revolution sprechen, um endlich am entscheidenden Tag an der Revolution vorbeizugehen, wie es die „nationalen Verbände" taten. Durch Gewalt war das damalige Regime gekommen und durch Gewalt mußte es auch wieder beseitigt werden. Als sich die Partei stark genug glaubte, diesen Weg beschreiten zu können, da habe ich das Signal gegeben. Wir sind unterlegen. Das entscheidende aber war: Millionen von Deutschen haben damals gesehen und erkannt, daß es in Deutschland eine Bewegung gibt, die auch nicht davor zurückschreckt, unser inneres deutsches Schicksal mit Blut zu wenden! Und zweitens: diese Bewegung hatte ein neues Symbol in die Nation getragen, eine neue Fahne. So etwas setzt sich nicht mit Vereinsreden durch. Diese neue Fahne mußte ihre Weihe empfangen durch eine heroische Tat. Und damals gab es keine andere Tat als den Versuch, den Staat der Meuterer durch eine neue Meuterei zu stürzen. Sachlich sind wir dabei unterlegen. Moralisch aber haben wir damals gesiegt. Das hat sich auch sofort gezeigt. Die Partei ist nicht kleiner geworden, sondern im Gegenteil: sie ist erst nach dem 9. N o- oember 1923 unerhört gewachsen. Das deutsche Volk hat sich seitdem mit Recht zu der Bewegung bekannt, die den Mut hatte, in der kritischen Stunde zu handeln. So haben wir damals die Tat verloren, aber letzten Endes das deutsche Volk gewonnen. Die Partei, die die ersten 16 Tote verlor, hatte sich das heilige Anrecht geschaffen, dereinst die deutsche Führung zu übernehmen. Aus den damaligen Opfern ging die lange Reihe der Märtyrer hervor, aus dieser langen Reihe der Märtyrer, der Verwundeten und Verletzten, ging hervor der große fanatische Glaube an die Bewegung. Und daraus wird in der Zukunft hervorgehen ein unerhörter Opferwille für das Reich, das diese Bewegung nun geschaffen hat. Wir feiern nicht umsonst Den Tod dieser 16. Vielleicht werden manche sagen: „Ja, es sind doch i m Felde 2 Millionen gefallen. Warum machen sie gerade von diesen 16 so viel Aufhebens?" Weil die 2 Millionen fielen getreu einem Befehl, der ihnen gegeben wurde, uizd weil die 16 gefallen sind, getreu dem Befehl ihres eigenen Herzens für eine neue Idee! Diese Männer sind auch alle im Felde gewesen. Und sie waren alle, wie jeder andere, ebenso bereit gewesen, auch dort dieses letzte Opfer zu bringen. Aber der Befehl, sofort den Kampf in der Heimat wieder aufzunehmen für ein neues Reich, für ein neues Ideal, wurde ihnen weder von einem obersten Kriegsherrn noch von einem sonstigen Vorgesetzten gegeben, diesen Befehl gab ihnen nur i h r eigenes Sero i f f e n. Das hat sie zu mir geführt. Ich konnte niemanden zwingen, ich konnte keinem befehlen. Sie sind aus der Stimme ihres eigenen Herzens heraus gekommen, sie haben ihrem inneren Befehl gehorcht und dafür das schwere Opfer gebracht. Das war aber praktisch Die Geburt eines neuen Staates, eines neuen Reiches. Nach dem 9. November 1923 war es klar, daß der Staat mit Gewalt nicht mehr zu stürzen war. Man hatte es versucht, es war nicht gelungen. Jetzt konnte man der Bewegung eine neue Anweisung geben, nämlich d i e der legalen Eroberung der Macht, um so die endgültige Revolution vorzubereiten. Und das wurde auch verstanden. Darum habe ich für die Sturmabteilungen nun erst recht unzählige Tausende tapferer Männer bekommen. Sie kamen in der Ueberzeugung, daß wir auch nicht davor zurückschrecken roüroen, den Weg der Gewalt zu gehen, wenn es einen anderen Weg nicht gab. Der Verzicht auf alle Versuche, diesen Staat mit Gewalt zu stürzen, war für mich selbst Damals ein nicht leichter Entschluß. Als ich die neue Bewegung gründete, habe ich den ersten Entschluß gefaßt. Und ein ganz schwerer Entschluß war es für mich, die bayerische Regierung gefangen zu nehmen, und in Deutschland eine nationale Revolution auszurufen. Zum ersten Male mußte man entscheiden über Leben und Tod, ohne selbst einen Befehl bekommen zu haben. Und ich glaube, Das war auch gut; Denn ich habe in Den letzten 3XA Jahren sehr schwere Entschlüsse fassen müssen, in Denen manchesmal Das Schicksal Der ganzen Nation auf dem Spiele stand. Ich habe dabei leider niemals die berühmten 51 v. H. Sicherheit gehabt. Man hatte oft 95 v. Wahrscheinlichkeit des Mißlingens und nur 5 v. H. des Gelingens. Vielleicht aber hat es mir dieser 8. November 1923 erleichtert, auch später gefahrvolle Entschlüsse zu treffen. Außerdem wurde nur dieser Damalige Entschluß zu einer großen Lebr« für die Zukunft. Wir erkannten, daß es nicht genügt, den alten Staat zu stürzen, sondern daß dec neue Staat zuvor praktisch bereits auf* Ser Führer bei seiner alten Sarde. Oie historische Gedenkfeier im Münchener Bürgerbräu-Kelter. gebaut sein muh. Damals faßte ich daher, wenige Tage nach dem Zusammenbruch, sofort einen neuen Entschluß: nun in aller Ruhe die Voraussetzungen zu schaffen, die ein neuerliches Scheitern ausschliehen muhten. Sie haben später noch eine Revolution erlebt, am 9. März 1933 hier in München und Tage vorher im Reich. Aber solch ein Unterschied. Damals handelte es sich nicht mehr darum, einen Staat durch einen Gewaltakt zu stürzen, sondern der neue Staat war unterdes gebaut worden und hatte nur die letzten Reste des alten Staates in wenigen Stunden zu beseitigen. Da sind wir nicht angetreten wie 1923. Glauben Sie, wenn ich heute zurückdenke an 1923, dann wird mir nahezu Angst vor meiner Verwegenheit von damals, mit einer Handvoll Leute einen ganzen Staat stürzen zu wollen. Ich muß heute dem Schicksal nur dankbar sein, wenn es uns damals den Erfolg versagt hat. Wie hätten wir den Staat damals aufbauen wollen? Wir besaßen zu wenig Mitarbeiter. All die Menschen, die zu Tausenden heute an meiner Seite stehen, waren Unbekannte. Wir alle waren nicht genügend geschult. Ich hätte auf die bürgerliche Welt zurückgreifen müssen. Das wäre ein schlimmer Wechselbalg geworden, kein neuer Staat, sondern nur eine neue* Firmenbezeichnung. 1933 stand hinter mir die weitaus größte Organisation, die Deutschland je besaß, eine Bewegung, die sich aufbaute aus den kleinsten Zellen bis zur umfassenden Reichsorganisation. Dieser gewaltige Neuaufbau der Partei hat mit die wichtigste Voraussetzung geschaffen, um die Macht im Staute sicher zu übernehmen und zu erhalten. Und nur so war es uns möglich, daß, als wir uns zum zweitenmal an die Revolution wagten, sie endlich auch gelungen ist. Unsere gewaltige Propaganda, unsere ausgezeichnete Presse, unsere wunderbare Organisation haben es ermöglicht, die Macht zu übernehmen und zu festigen, und heute, glaube ich, wird es keinen mehr geben, der auch nur im geringsten im Zweifel darüber ist, daß die Bewegung biefe nun auch behalten wird für immer. (Tosender Beifall.) Aus dem Jahre 1923 Hut sich damit das spätere Wunder ergeben, daß wir eine Revoltuion herbeiführen tonnten, ohne auch nur im geringsten die innere Ordnung in Deutschland zu stören oder das Leben unseres Volkes in Gefahr zu bringen. Was Revolutionen können, das sehen sie in diesen Wochen und Tagen in einem anderen Lande. Ein ganzes Volk wird dort ausgewühlt, aber nicht nur geistig, sondern leider auch materiell. Städte werden zugrunde gerichtet, Landschaften verwüstet, unzählige Menschen getötet. Wenn wir uns vorstellen, wie geordnet und diszipliniert die deutsche Revolution verlaufen ist! Wir haben unseren Staat erobert, ohne daß, glaube ich, eine Fensterscheibe zugrunde ging. Das war nur möglich, durch di e gründliche Dorbereitu.ng und den Aufbau der Partei, dank der soliden Grundlage ihrer inneren Organisation nur möglich infolge der im Laufe der Jahre gewonnenen zahllosen Mitarbeiter. So konnten wir ohne jeden Gewaltakt die Gewalt in Deutschland übernehmen. Die Schöpfung des großen nationalsozialistischen Dolkcheeres. Und das größte Wunder: es ist uns vielleicht dadurch auch allein gelungen, die schwerste Klippe jeder Revolution solcher Art zu umsegeln, nämlich das Problem der Einstellung zu den bestehenden sog. „legalen Wachlinslrumen- ten“ des Staates. Es hat vielleicht früher manchen gegeben, der sich sagte: ja, wenn die Partei die Wacht im Staate erobert hat, was macht sie mit der Wehrmacht und der Polizei? Kann sie diese Institutionen überhaupt in den neuen Staat hineinbringen? Ich habe immer die Ueberzeugung gehabt, daß eine neue Revolution endgültig nur dann gelingen wird, wenn sie es fertig bringt, diese Organisationen in den neuen Staat nicht nur mit aufzunehmen, sondern auf Gedeih und Verderb mit dem neuen Staat zu verbinden. Das ist allerdings eine schwerere Arbeit, als solche Instrumente einfach zu zerstören. Es ist viel schwerer, eine Revolution durchzuführen, und diese Institutionen sogar noch gestärkt in den Dienst der neuen Idee zu stellen. Vielleicht ist dies das Werk, auf das ich persönlich am m e i st e n st o l z bin und das mir einst die Geschichte sicher am höchsten anrechnen wird, daß es mir gelang, die Armee nicht zu zertrümmern, sondern zum Kadre zu machen, für die neue deutsche Volksarmee. (Brausender Jubel.) Und darin liegt für uns alle eine tiefere innere Befriedigung: als ich das letzte Wal in diefem Saal auftrat, war ich selbst noch Soldat. Wir alle sind aus der alten Armee gekommen, wir haben alle dieses Kleid gt-^oen, und weil wir gerade an diesem grauen Kleid so sehr hingen, konnten wir auch die Revolution, die dieses Kleid besudelt hatte, niemals vergessen! Als Soldaten haben wir dann diesen Kampf begonnen, als Politiker haben wir diesen Kampf beendet! Allein das Wunderbare dieses Kampfes ist, daß wir nun d i e alte Armee dem deutschen Volke aufs neue schenken konnten. Und so wie die alte Armee einst für das alte Reich sich schießt, wird die neue Armee für das neue Reich, wenn es je die Stunde fordern sollte, kämpfen und sich schlagen. (Jubelnde Zustimmung.) Nur ein Unterschied ist vorhanden: Als die alte Armee ins Feld zog, war sie gegen alle Waffen gewaftnet, und nicht gegen d i e Propaganda Der Zersetzung. Heute trägt die Armee bei sich den Talisman der politischen Immunisierung gegen jeden Versuch, diese Armee zu zersetzen. Das wird unserem Gegner nie mehr gelingen. Diese Armee ist die nationalsozialistische Armee des neuen Reiches, und indem wir Jahr für Jahr einen Jahrgang nach dem anderen aus dem nationalsozialistischen Nachwuchs hineinschicken in diese Armee wird sie immer mehr verbunden sein mit unserem heutigen Volk und seinem Geist. Wir werden ihr immer mehr d i e Stärke unserer Weltanschauung geben. Dies ist vielleicht das allergrößte Werk, das uns nach all diesen langen Jahren gelungen ist. Ich persönlich empfinde darüber den größten Stolz. Ich glaube, daß es mir einst die Nachwelt am meisten anrechnen wird, daß ich Deutschland nicht in eine 15jährige Zeit der Wehrlosigkeit brachte, sondern daß es mir gelang, in knapp vier Jharen aus dem Hunderttausend-Mann- Heer wieder eine große deutsche national- sozialistische Volksarmee zu schaffen (stürmischer, langanhaltender Beifall), daß in dieser Armee alle diejenigen mitarbeiten und mithelfen, die vielleicht sonst unsere Feinde geworden wären. Als der Prozeß im Jahre 1924 zu Ende ging, da habe ich es damals vorhergesagt, daß eine Stunde kommen wird, da sich beide Erscheinungen vereinen werden zu einer. Die sechzehn ersten Vlntzengen ta;en das größte Opfer gebracht. D.'u schtand wir» für alte Zeiten sich dieser Männer erinnern. Und die damalige Prophezeiung ist nun eingetreten! Können wir daher nicht mit Recht jagen: die im Jahre 1923 gefallenen sind, sind nicht umsonst gefallen, ihr Opfertod hat sich gelohnt? Ich glaube, wenn sie auferstehen würden, sie würden selig sein, wenn sie sähen, was nun entstanden ist! Aus dem Deutschland der Ohnmacht und der Schwäche, der Hilflosigkeit und der Verachtung ist wieder ein kraftvoller, st arte r, selb st bewußter und in der Welt geachteter Staat geworden! heule weih die Welt, daß sie ein Volk vor sich hat, daß seine Ehre verteidigt, (stürmischer Beifall) und das sich nicht mehr wie ein Stamm von Regern behandeln läßt! Schritt für Schritt mußten wir uns in diesen vier Jahren die Achtung des Auslandes erkämpfen, ja geradezu ertrotzen. Sicher gibt es manchen Schädling, der sagt: Ja, aber wir sind heute nicht mehr so beliebt wie vor sechs oder acht Jahren. Geliebt vielleicht nicht, aber geachtet sicherlich mehr! (Langanhaltender stürmischer Beifall.) Ich habe in den langen Kampfjahren zu Ihnen, meine Parteigenossen, niemals gesagt, daß ich um die Liebe des Auslandes ringen werde. M i r genügt die Liebe des eigenen deutschen Volkes. Dorn Auslande wünsche ich mir jenen Respekt, der jedem tapferen und aufrechten Volk gezollt wird und gezollt werden muß. (Begeisterte Zustimmung.) Ich bin überzeugt, daß, wenn die damaligen Toten jetzt aufstehen könnten und das alles sähen, sie glücklich sein mürben, Denn deshalb, deshalb sind sie ja zur Partei gekommen, dieses Ziel hat ihnen vorgeschwebt. Sie wußten, daß dieses neue Deutschland einmal kommen muß, deshalb sind sie marschiert und dafür sind sie auch gefallen. Und so ist es selbstverständlich, daß wir uns dieser ersten Toten der Bewegung immer wieder erinnern. Es mag manchen geben, Der sagt: Sie machen förmliche Märtyrer aus ihnen! Ja,Daswillich. Ich will aus diesen Toten die 16 ersten Wär- tyrer der nationalsozialistischen Bewegung machen, 16 Wenschen, die gefallen sind im Glauben an etwas ganz Reues, das 10 Jahre später erst Wirklichkeit wurde. 16 Wenschen, die unter einer ganz neuen Fahne marschierten, auf die sie den Lid leisteten und ihn mit ihrem Blut besiegelten. Diese 16 haben das grüßte Opfer gebracht und verdienen es, daß wir uns ihrer immer und immer wieder erinnern. Und so will ich denn, daß für alle Zelten, über die Jahrhunderte und Jahrtausende hinweg die Rationalsozialistische Partei und damit ganz Deutschland an diesem Tage dieses Opfer immer feiern fallen (stürmischer Beifall) und daß sie sich so immer wieder dieser Wänner erinnern. Deshalb sind wir auch heute wieder zusarnrnen- gefommen, 13 Jahre nach diesem Tage. Gerade im heutige Jahre aber haben wir sehr viel Grund, die Erinnerung an die damalige Zeit wachzurufen. Denn heute kann ich Ihnen versichern: zum ersten Male feiere ich diesen Erinnerungstag ohne tiefe Sorge für unser deutsches Volk! (Langanhaltender, begeisterter Beifall.) Gewiß, die Welt brennt um uns herum, der Bolschewismus droht überall und versucht, Staat um Stint zu zerschlagen, er bemüht sich, überall einzudringen, und die Völker unsicher zu machen, in ihrem inneren Gefüge zu lähmen und zum Einsturz zu bringen. Gewiß das ist so. Allein zum erstenmal kann ich es nun offen aussprechen: er wird Deutschland nicht mehr überrennen können! 3% Jahre lang hat unsere deutsche Waffenschmiede gearbeitet, Tag und Nacht gearbeitet, um unser Volk aus dem Zustand der Wehrlosigkeit zu erlösen. Hm Deutschland herum hat sich nunmehr ein eherner Panzer gelegt, und hinter diesem Panzer steht nun das deutsche Volk friedliebend wie je zuvor, aber auch abwehrbereit wie zuvor. Ich weih, daß nun die Zeit gekommen ist, in der wir ohne diese furchtbaren Aengste in die Zukunft blicken können, nicht weil wir die Gefahren unterschätzen, sondern nur weil wir unserer Kraft wieder bewußt geworden sind. Richt weil ich etwa leichtfertig genug wäre, die Schwierigkeiten zu übersehen, sondern weil ich weiß, wie stark wir sind, um dieser Schwierigkeiten, wenn notwendig auch Herr zu werden! Deutschland ist heute wieder zu einem kraftvollen starken und mächtigen Staat geworden. Hnd so können wir denn morgen vor die Gräber unserer Kameraden von damals hintreten, mit dieser inneren Ruhe in ihrem Sinne das rechte getan zu haben. Wir können ihnen nur wirklich sagen: Ihr könnt uns nicht böse fein, wir haben das gehalten, was wir verfchrochen hatten. Dafür find wir einst ausgezogen. Dafür haben wir gekämpft, Dafür find wir angetreten, zum zweiten Male, Dafür seid Ihr gefallen. Dafür sind Euch so viele HunDerte nachgefolgt. Deutschland ist wieDer aufgerichtet, es steht heute fest unD stark, es vertritt heute wieDer fein Recht mit Dem mannhaften Mut einer tapferen und großen Nation. Sie alle, Die Sie Damals schon Den Weg zu mir gefunden hatten, Sie können das Gefühl einer tief inneren Befriedigung besitzen. Heute natürlich wenden sich viele zur Partei. Sehr viele reden heute von .Kampf". Damals war es schwerer. Um so glücklicher diejenigen, die sich sagen können: wir sind Damals schon dabei gewesen! Ich habe Ihnen so ost damals gesagt: es wird einmal die Stunde kommen, da wird es für Sie die schönste (Erinnerung sein und Damit Das höchste Glück, zu wissen unD sagen zu Dürfen: wir waren Damals Dabei, als sein roun- Derfames Leben anfing, Da haben wir uns ihm an- geschlossen. UnD als er zum ersten Male Die Fahne der Revolution erhob, sind wir schon hinter Der Fahne marschiert. Welch eine wunderbare und stolze Erinnerung für uns alle! Sie ist es auch, die uns niemals mehr verlassen wird, und niemals mehr auseinandersühren kann. Wir gehören zusammen, solange wir leben! Eine neue Generation wächst nun nach. Jugend kommt, Jahrgang um Jahrgang. Sie wird eingezogen in unser Jungvolk, in die HI., in Die Partei, in Die SA., in Die SS., in Den ArbeitsDienst, in Das Heer, Jahrgang um Jahrgang. Wir werden langsam alt, aber wir haben d i e schönste und stolzeste Erinnerung, Die es überhaupt für dieses Leben geben kann: ?ir find damals schon dabei gewesen! // ft M* Uns hat die Vorsehung auserwählt, die neue Zahne der Nation zum Siege zu führen. uns hat die Vorsehung auserwählt, in der Zeit des tiefsten Verfalls die neue Fahne der Ration zum Siege zu führen. Kann es für Wenschen etwas schöneres und stolzeres geben. Was wir sonst find, fällt demgegenüber zurück. Ich bin heute Euer Kanzler, Ihr seid meinetwegen nur ein kleiner Vlockwart oder einfacher Parteigenosse. Aber alle find wir alte Kämpfer, die Wänner, die damals, als alles zu vergehen schien, an Deutschland nicht verzweifelten, sondern die in der Zeit der größten Hoffnungslosigkeit die größte Hoffnung ihres Lebens gefunden haben. Line Hoffnung, die uns seitdem nicht mehr verließ und unser ganzes Leben erfüllt hat und heute erfüllt und für den Rest des Lebens erfüllen wird. Das ist so wunderbar, daß wir wahrhaft glücklich fein können, uns jedes Jahr wieder zu treffen. Ich sehe schon Die Zeit, in Der mir langsam weniger werden unD um uns herum Der junge Ring neuer fommenDer Generationen sich aufbauen wird. Aber Das weiß ich, daß Die JugenD, wenn Der letzte aus unseren Reihen gefallen fein wirD, unsere Fahne fest in ihren Händen halten unD sich Dann auch immer und immer wieDer Der Männer erinnern wird, Die in Der Zeit Der tiefsten (ErnieDrigung DeutschlanDs an eine strahlende Wiederauferstehung geglaubt haben. Wir wollen am heutigen Tage nur etwas besagen: Daß es nicht allen unseren Mitkämpfern vergönnt war, diese Wiederauferstehung m i 13 u erleben. Das ist ihr großes Opfer gewesen. Wir sind demgegenüber Die unendlich glücklicheren, denn in unser Leben fällt noch Deutschlands Wiederauferstehung! Wir gehen sicherlich einer schweren Zeit entgegen. Um uns sehen mir überall drohende Zeichen des Aufruhrs und der Verwüstung. Uns wird heute Dietrich Eckarts Sturmlied so recht klar. Es ist damals geschrieben worden, aber gesehen für heute und für die Zukunft. Wenn mir aber in der Zeit der größten Hoffnungslosigkeit im Innern unseres Volkes die Hoffnung auf eine Wiederauferstehung Deutschlands nicht eine Sekunde verloren batten, Dann wollen wir heute erst recht nicht Die Hoffnung verlieren auf Das siegreiche Bestehev unseres Reiches. Deulschlands stärkster Hort menschlicher Kultur. Es mag kommen, was kommen will: Deutschland wird feslslehen, es wird sich nicht beugen, es wird sich niemals mehr unterwerfen! Vielleicht kommt schneller, als wir alle denken, die Zeit, in der auch das übrige Europa in unserem Deutschland den stärksten hort einer wirklichen europäischen und damit menschlichen Kultur und Zivilisation sehen wird. Vielleicht kommt die Zeit schneller als wir denken, daß dieses übrige Europa nicht mehr mit Grollen die Aufrichtung eines nationalsozialistischen Deutschen Reiches sieht, sondern froh sein wird, daß dieser Damm gegen die bolschewistische Flut gebaut wurde. Heute, nach IVz Jahrzehnten Kampf in Deutschland, sind wohl Die meisten, ja fast alle unsere damaligen inneren Widersacher bekehrt. Wer von unseren bürgerlichen Widersachern von einst muß sich nicht, wenn er ehrlich ist, im Innern sagen: „Sie haben doch erreicht, was wir letzten Endes auf anderen Wegen ja auch ange strebt hatte n." Sie werden heute sicherlich wohl zugeben: „Es war ein Glück für Deutschland, daß Das so kam. S i e haben Das erreicht, was auch wir erreichen wollten. Vielleicht wirb es bald in Europa nicht anders fein." Man wird sagen: „Wir haben sie bekämpft, aber im Grunde haben sie doch das erreicht, was wir selbst glaubten erreichen zu können. Denn sie allein haben Europa vor dem Untergang und dem Chaos bewahrt!" Und so mancher Friedensapostel wird vielleicht noch bekennen: „D«.». Friede E' .opas wurde durch die Kraft bewahrt, die dieser nat. ualsozia- listische Staat in letzter Stunde aufgerichtet hat." Für diejenigen, die mich kennen, wird es selbstverständlich sein, daß ich, sowie IV- Jahrzehnte an Euch, so heute an die Ration die Aufforderung richte, sich in blinder Gefolgschaft hinter die Führung zu stellen. Das hat die Partei einst groß gemacht, und das wird auch Deutschland groß machen! Das hat die Partei stark gemacht, und das kann auch Deutschland nur stärken. Wenn das ganze deutsche Volk wie ein Wann zum heutigen Staat und zu seinem Regime steht, wird keine Wacht der Welt dieses Deutschland zerbrechen können! Ich habe noch keinen Widersacher gescheut und scheue auch jetzt keinen! Ich habe aber jahrelang in Deutschland vor Dem Bolschewismus gewarnt und man hat mich im Bürgertum nur verlacht. Ich schätze die Kommuni st en als das ein, was sie sind, als eine Macht, die ich im Innern überwinden konnte, weil ich unser Volk im Innern in Ordnung brachte. Ich scheue Den Kommunismus auch außer uns nicht, weil ich ihn erkenne und weil ich das deutsche Volk für alle Fälle vorbereite. Denn: sollte Der Kommunismus jemals Lust bekommen, mit uns von außen anzubinden, so wird es ihm genau so ergehen, wie es ihm im Innern Deutschlandes ergangen ist! (Langanhaltender Beifall.) Wenn jemals diese Wacht versuchen sollte, Deutschland zu überfallen, dann würde ihr genau dasselbe zustohen, was jenen Kommunisten zugestohen ist, die einst auch glaubten, uns im Innern überfallen zu können! Wir haben hier die Straße freigemacht, wir würden sie auch im anderen Falle freimachen. Das ist die selbstverständliche Heberzeugung, die wir alle besitzen. Hnd weil wir diese Heberzeugung uns aneigneten, können wir auch ruhigen Wutes unseren Weg gehen. So erinnern wir uns heute noch einmal dieses Tages, an dem wir vor 13 Jahren zum erstenmal als politischer Faktor in die Weltgeschichte eingetreten sind und wir erinnern uns dabei all der alten und treuen Kameraden, Die wir damals verloren haben! Dann erinnern wir uns aber auch unserer alten Kampfparole, unseres alten Kampfrufes, der uns seitdem nie verlassen hat und Der uns heute und in alle Zukunft begleitet: Deutschland Sieg-Heil, Sieg-Heil, Sieg-Heil! (Die alten Kämpfer erheben sich und jubeln dem Führer in minutenlangen Stürmen der Begeisterung zu.) Nächtliche Weihestunde an der Feldherrnhaste. München, 9. Nov. (DNB.) Eine halbe Stunde vor Mitternacht erfolgte durch das Siegestor der Einmarsch der Standarten zur Feld- herrnhalle. Dumpfer Trommelwirbel ertönte; Fackeln leuchteten auf. An der Spitze des Zuges marschierte der Musikzug der SS.-Standarte Deutschland, an die sich aroei Ehrenstürme der gleichen Formation anschlossen. Es folgte die vom Ratsherrn Orimminqer getragene Blut- fahne. Hunderte von Standarten der SA., der SS., des NSKK. schloffen sich an. Langsamen Schrittes zogen die politischen Soldaten Adolf Hitlers die Straße zwischen dem Siegestor und der Feldherrnhalle entlang. Von je zwei'Kampfgenossen des Jahres 1923 getragen, folgten d i e 16 r i e • figen C h r y f a n t h e m e n k r ä n z e des F ü h- r e r s für d i e Ermordeten des 9. No- d e m b e r. Je zwei Ehrenstürme der SA., des NSKK., der politischen Leiter, Des Reichsarbeits- Dienstes mit geschultertem Spaten und der SS bit- •beten Den Abschluß Des Zuges. Tiefes (schweigen liegt über Dem Odeon-Platz. 16 Pylone tragen Die Namen Der Männer, Die Dort, wo Die schwarze Ruhmesfahne sich über Die Straße spannt, vor 13 Jahren verblutet sind, und deren Blut das neue Deutschland geboren hat. Vor der Feldherrnhalle stehen Männer Der Schutzstaffel. Zu beiden Seiten des roten Teppichs, der von der Mitte Des Platzes zu Den Stufen Der Halle führt, hat sich Das Führerkorps Der Bewegung aufgestellt. Vor Den Tribünen, Die in Der Residenz- stratze errichtet find unD auf Denen neben vielen Ehrengästen auch die Hinterbliebenen der ErmorDeten Platz genommen haben, stehen Die Dlutordenstrüger, Männer im Braunhemd und im grauen Rock. Die Flammen in Den Schalen Der Pylone loDern auf. Die SA., Die auf Der 1000 Meter langen Strecke vom Siegestor bis zur Feldherrnhalle steht, entzündet ihre Fackeln. Wie durch ein lohendes Band sind Feldherrnhalle und Siegestor verbunden. Um Mitternacht erreichte Die Spitze Des Zuges Die FelDherrnhalle. Der Nibelungenmarsch ertönte. Die ©tanDarten nehmen auf Den Stufen Der Fahnentribüne zu beiDen Seiten Des Platzes Aufstellung, währenD Der Träger Der Blutfahne vor Den Stufen zur Felbherrnhalle halt macht. Die Ehrenkompanien präsentieren unter Den Klängen Des Präsentiermarsches. Die 16 Kranzträger, Träger des BlutorDens, Kameraben unb Kampfgenossen der 16 Ermorbeten, alle im Braunhemd und barhäuptig schreiten die Freitreppe hinauf und hängen die Kränze, die Der Führer Den ersten Blutopfern Der Bewegung roiDmet, an Den Pylonen auf. Die Schleifen Der Kränze tragen Den Namen Der Ermordeten und den Namen des Führers. Gemessenen Schrittes verlassen dann die Kranzträger die heilige Halle wieder. Ein Kommandoruf ertönt: Die junge Garde, Die Wache Der Hitlerjugend begibt sich zu den Pylonen. Feierlich klingen Die Drei Strophen Des Liedes vom guten Kameraden über den Platz. Wieder präsentieren Die Ehrenkompanien, recken sich Die Hände zum Gruß. Die Weihestunde ist beendet. In dröhnendem Schritt marschieren nun die Ehrenstürme und Ehrenkompanien am Mahnmal und an der Blutfahne vorbei. So wie hier die Abordnungen ausmarschierr sind, so ist in dieser Nacht die Millionenarmee Der Bewegung und ihrer Gliederungen, ist ganz Deutschland im Geiste bei Den Helden von 1923. Beförderungen in der SA, SS. und im ASM Berlin, 9. Nov. (DNB.) Der Führer sprach in feiner Eigenschaft als Oberster SA.-Führer anläßlich des 9. November 1936 folgende höhere Beförderungen in der SA. aus: Es wurden befördert: 1. SA.-Führerkorps: au Obergruppenführern: die Gruppenführer Herzog, Stabsführer der Obersten SA.-Führung, Böckenhauer, Chef des Gerichts- und Rechtsamts und Chef des Personalamts der Obersten SA.-Führung, Kasche, Führer der SA.-Grupve Niedersachsen, Schep- mann, Führer der SA.-Gruppe Sachsen, Reichs- minifter und Gauleiter R u st, Reichsminister Kerrl, Gauleiter Bürckel, Gauleiter Ter- boven; zu Gruppenführern: die Brigadeführer Generalinspektor D r. Todt, Ministerpräsident Marschler; zu Brigadeführern: die Oberführer Owe, Zapf, Ziegler; zu Oberführern: die Standartenführer Brunk, Büchner, Clausen, Esders, Freund, Haucke, Klähn, Köglmai r, Megow, Merker, Riecke, Schaudinn, Schicke, Schmidt (Walther), Seifert, Zöberlein. 2. SA.-Sanitätsführerkorps: z u Sanitäts- Oberführern: die Sanitäts-Standartenführer Dr. Sy-a h n (Ed.), Dr. Seil. 3. SA.-Berwaltungs- führerkorps: zu Verwaltungs-Oberführern: die Verwaltungs-Standartenführer P r o - chaska, Belzner, Schulze (Arthur), Maetze, Kapp. Es wurden befördert: In der SS.: zum SS. - Obergruppenführer: Hei ßmeyer, Chef des SS.-Hauptamtes und stellv. Inspekteur der Nat.-Pol. Erziehungsanstalten Preußens; Lorenz, Führer des SS.-Oberabschnittes Nordwest. Zum SS.- Gruppenführer: Moder, Führer des SS.-Abschnittes III; Graf von der Schulen bürg, Führer im Stab RFSS. Zum SS. - Briaadeführer: Weisthor, Führer im Stab RFSS.; Freyberg, Führer im SD.- Hauptamt; Frhr. von Kanne, Führer im Stab des Rasse- und Siedlungshauptamtes; Granzow, Führer im Stab des Rasse- und Siedlungshauptamtes. Zum SS. - Oberführer: Scherpin g, Oberstjägermeister, Führer beim Stab RFSS.; Tempel, zweiter Bürgermeister von München, Führer beim Stab RFSS.; Dr. Stepp, Führer im SD.-Hauptamt; Dr. B e st, Führer im SD.- Hauptamt; Leyser, stellv. Gauleiter Saarpfalz, Führer beim Stab des SS.-Oberabschnittes Süd- west. Im NSKK.: Zum Gruppenführer: der Brigadeführer Wilhelm Müller. Zum Briaadeführer: der Oberführer Hans-Helmuth K r e n z l i n. Zum Oberführer: der Adjutant des Führers, Standartenführer Fritz Wiedemann. Die Durchführung des Vierjahresplanes. Eine zweite Verordnung Görings. Berlin, 7.3lot). (DNB.) Der Beauftragte für den Vierjahresplan, Ministerpräsident Göring, veröffentlicht im Reichsgesehblatt folgende Zweite Verordnung zur Durchführung des Vierjahresplanes: Auf Grund der Verordnung des Führers und Reichskanzlers zur Durchführung des Vlerjahres- planes vom 18. Oktober 1936 (Reichsgesehblatt I, Seite 887) wird verordnet was folgt: I. Meine Anordnungen zur Durchführung des Vierjahresplanes, die zur öffentlichen Kenntnis gebracht werden müssen, werden, soweit sie nicht im Reichsgesehblatt erscheinen, im Deutschen Reichsanzeiger und preußischen Staatsanzeiger veröffentlicht. II. (1.) Wer den in solchen Anordnungen enthaltenen Geboten und Verboten zuwiderhandelt, wird mit Gefängnis und Geldstrafe, letztere in unbegrenzter Höhe, oder mit einer dieser Strafen bestraft. (2.) Paragraph 4 des Gesetzes zur Durchführung des Vierjahresplanes — Bestellung eines Reichskommissars für die Preisbildung — vom 29. Oktober 1936 (Reichsgesehblatt I, Seite 927) bleibt unberührt. III. Wegen eines Schadens, der durch eine nach Ziffer I veröffentlichte Anordnung entsteht, wird eine Entschädigung nicht gewährt. Beisetzung der deutschen Dardanellenkämpfer. Istanbul, 8. Nov. (DNB.) Auf dem Helden- friedhof des Botschaftsgartens in T h e r a p i a wurden die Gebeine der 52 deutschen Dardanellenkämpfer beigesetzt, die vorige Woche aus dem ehemaligen Kampfgebiet geholt wurden. Auf den Särgen, die von Matrosen des Kreuzers „Emde n" getragen wurden, lag die deutsche Nationalflagge. Eine Kompanie türkischer Infanterie gab das Ehrengeleit. Dem Trauerzug wurden d i e Fahnen der Istanbuler Formation der NSDAP, vorausgetragen. Im Trauergeleit sah man den deutschen Botschafter v. K e l l e r , den Kommandanten der „Emden", Kapitän z. S. Lohmann, und eine Abordnung türkischer Offiziere unter Führung des Korpsgenerals Ali Fuad, sowie Generalkonsul Dr. T o e p k e. In den Gedenkansprachen wurde der türkisch-deutschen Wafsenkamer ad schäft gedacht, besonders auch von Korpsgeneral Ali Fuad. Am Grabe von Marschall von der Goltz, das neben den Gräbern der Dardanellenkämpfer liegt, wurde von den türkischen Offizieren ein Kranz niedergelegt. Den Abschluß der Feier bildete ein Vorbeimarsch der türkischen Ehrenkompanie und der Lanüungsabtei- lung des Kreuzers „Emden" vor dem deutschen Botschafter, dem General Ali Fuad und dem Kommandanten der „Emden". Ein internationales Komitee der Frontsoldaten. Rom, 7. Nov. (DNB.) Anläßlich der durch den König von Italien, Kaiser von Aethiopien, und den Regierungschef Benito Mussolini vollzogenen Em- weihung der Casa Madre bei Mutilati in Rom hatten der Präsident der italienischen Frontkämpfer und der Präsident der italienischen Kriegsopfer die Frontsoldatenverbände aller Natio- n e n eingeladen, sie konnten die Abordnungen fol- gender vierzehn Nationen begrüßen: Deutschland, England, Frankreich, USA., Italien, Belgien, Ungarn, Oesterreich, Bulgarien, Jugoslawien, Griechenland, Tschechoslowakei, Polen, Rumänien. Auf italienische Anregung fand am 6. und 7. November eine Arbeitstagung der Abordnungen statt, die der Präsident der italienischen Kriegsopfer Delcroix mit einem Appell an den guten Willen aller Frontsoldaten, alles zu tun, einen neuen Krieg zu vermeiden, begrüßte. Die darufhin von dem Führer der deutschen Abordnung Herzog von Koburg mit eingehender Begründung vorgetragene Anregung, ein internationales Komitee der Frontsoldaten aller Nationen zu bilden, wurde mit großem Beifall ausgenommen und nach kurzer Stellungnahme der einzelnen Delegationsführer zum Beschluß erhoben. In diesem Komitee wird jede Nation gemäß dem deutschen Vorschlag je eine Stimme haben und durch ordentliche und zwei stellvertretende Mitglieder, die innerhalb von 14 Tagen namhaft zu machen sind, vertreten sein. Bei einem anschließenden Empfang der Abordnungen beim Duce hielt dieser eine Ansprache, in der er die große Bedeutung dieses Tages betonte, seiner Freude über die Einigkeit Ausdruck gab und die Bildung des internationalen Komitees der Frontsoldaten aller Nationen als Wendepunkt der N a ch k r i e g s e p o ch e bezeichnete. Zwölf Blutzeugen der nationalsozialistischen Bewegung im Gau Hessen-Aassau. RSG. Wenn am 9.' November morgens um 7 Uhr die Ehrenwachen an den Gräbern und Wordställen der gefallenen Kameraden aufziehen, die Feuer aus den Opferschalen zum Himmel lodern und all überall im weiten deutschen Vaterland in Stadt und Land das nationalsozialistische Banner des Sieges gehißt wird, dann gedenkt das deutsche Volk der Männer, die den Marsch des 9. November 1923 mit ihrem Blut geweiht haben und ohne deren Opfertod die deutsche Erhebung niemals möglich geworden wäre. 16 Tote und über 100 Verletzte forderte allein dieser Tag von der Bewegung, und dennoch bedeutete er keinen Riederbruch, sondern er gebar neuen fanatischen Kampfesmut und volle Hingabe für das vom Führer erstrebte Ziel. Allen Gewalten zum Trotz wird die Schlagkraft der verbotenen Bewegung erhöht und das Blut der 16 Münchener Kameraden schuf die Millionenbewegung, die sich Deutschland eroberte. So reihten sich dann bald auch im Gau Hesse n - R a s f a u mit dem fortschreitenden Siegeszug der Bewegung ein Vlutopfer an das andere. Zwölf deutsche Männer fielen im Kampf für den Führer und seine Idee. Immer wieder muhten die nationalsozialistischen Tageszeitungen von einem neuen Mordanschlag berichten, den Verblendete und Verführte auf die Kämpfer für ein besseres Deutschland verübten. Das nationalsozialistische Deutschland wird seinen Helden stets Dank wissen und zum äußeren Zeichen am 9. November an den Stätten ihres Sterbens verharren. Die Toten-Standarte lebt! Sie marschiert im Geist in unseren Reihen mit. Im Gau Hessen-Nassau fielen als Blutzeugen der nationalsozialistischen Idee: Wilhelm W i l h e l m i, Singhofen, am 6.3.1927 in Nastätten. Karl Ludwig, Wiesbaden, am 16.4. 1927. Heinrich K o t t m a n n, Darmstadt, am 13.5.1928 in Pfungstadt. Katharina Grünewald, Lampertheim, am 2.8. 1929 in Nürnberg. Erich I o st, Lorsch, am 5.8. 1929 in Nürnberg. Hans Hobelsberger, Biblis, am 17.11.1931 in Worms. Hans Handwerk, Frankfurt a.M.» am 5.7.1932. Heinrich Grasmeher, Steeden, am 11.7.1932. Christian Lroehmann, pfungsiadk, am 26.2.1933 in Lindenfels. Josef Bleser, Frankfurt a. M.-Höchst, am 28.2.1933. Andreas Weidt, höchst im Odenwald, am 3.3.1933. Peter Fries, Darmstadt, am 17.3.1933. Die Forschungsausgabe der deutschen Hochschulen. Rerchsminister Rust spricht auf der Jubiläumsfeier der Universität Breslau. Breslau, 7. Nov. (DNB.) In der schlesischen Friedrich-Wilhelm-Unioersität fand aus Anlaß des 125jährigen Bestehens der Universität ein Festakt statt, bei dem der Reichs- und Preußische Minister für Erziehung, Wissenschaft und Volksbildung Rust in einer Ansprache an die Dozenten und Studenten im ganzen Reich u. a. folgendes ausführte: „Die Wissenschaft", erklärte der Minister, „lebt aus ihrer Problematik, die akademische Jugend aber ist ein Glied des Volkes, sie lebt und wirkt aus dem Auftrag der geschichtlichen Stunde!" Es gereicht dem deutschen Studenten zum Ruhm, daß er, kaum heimgekehrt aus einem vierjährigen Ringen in die Hörjäle und Studierstuben, wieder zum Appell antrat, als Adolf Hitler in letzter Stunde sich dem Verfall seines Volkes entgegenstellte. H o r st Wessel bleibt das ewige Symbol des deutschen Werkstudenten, der unter Verzicht auf äußere Sicherheit und bürgerliches Fortkommen sich dem Vortrupp der jungen Bewegung einreihte. Der nationalsozialistische deutsche Student hat in den Jahren zwischen dem Zusammenbruch und dem Wiederaufbau des deutschen Volkes die Probe vor der Geschichte bestanden! Mit Entschiedenheit wandte sich Minister R u st gegen die Parolen „Zurück zur Arbeit" und „Entpolitisierung der Wissenschaft", Kampfrufe, die gleichbedeutend werden könnten mit einer Auflösung der politischen Einheit. Der Beauftragte des Führers für die Durchführung des Vierjahresplanes der deutschen Wirtschaft, Ministerpräsident G ö - ring, hat die deutsche Forschung aufgerufen zur Mitarbeit an dem Werk der wirtschaftlichen Selbstermächtigung des deutschen Volkes. „Weine deutschen Studenten", rief der Minister, ich habe Ihnen heute am Anfang eines unerhörten geschichtlichen Beginnens die Parole für die kommenden Jahre zu geben. Sie werden verstehen, wenn ich zur Eröffnung des neuen Semesters die Parole »Wissen- schaff ausgebe. (Lebhafter Beifall.) Wenn nun die Aufgabe gestellt wird, in den kommenden Jahren die Fähigkeit zu erwerben, führend in allen Berufen das vom Führer gestellte Ziel zu erreichen, dann sollen Sie, meine deutschen Studenten, nicht nur die große Tradition der deutschen Forschung fortsehen, sondern unmittelbar durch ihre wissenschaftliche Arbeit am Werk des Führers Mitarbeiten. So fordert die geschichtliche Stunde von Ihnen einen doppelten politischen Einsatz: durch die Witarbeit am Werk der Forschung sowohl wie durch die Selbstgestattung ihres studentischen Lebens dienen Sie dem Werk des Führers. Ich darf wohl aussprechen, daß ich nicht fehl gehen in der Hoffnung, in der gestrigen Veröffentlichung über die Vereinheitlichung der studenkischen Führung Ihnen einen Stein aus Ihrem Wege weggeräumt zu haben. Mit Nachdruck betonte Minister Rust, daß nicht der deutsche Student allein die deutsche Zukunft zu lösen in der Lage sein werde. Die gestellte Aufgabe löst die deutsche Hochschule in ihrer Gesamtheit: Ja ober Nein, die Frage steht jetzt vor Ihnen! Der deutsche Kaufmann hat uns jahre- i lang hereingeholt, was wir brauchten für unsere 1 Bekleidung, für unsere Webr, für unsere Ernährung. Heute wissen wir, daß viele von den Aufgaben, die der deutsche Kaufmann einst löste, jetzt der deutsche Forscher zu lösen hat. So wenig ein unpolitisches Sichergeben und Hingeben an eine isolierte wissenschaftliche Forschung der Lage gerecht wird, so wenig auf der anderen Seite auch ein nur politisches Bekennen unter Außerachtlassung unserer Lage, die uns zwingt alles aus uns herauszuholen. Diese beiden Aufgaben sind nicht zu trennen. Minister Rust schloß nach einem geschichtlichen Rückblick mit folgenden Worten: Nachdrücklich wandte sich der Minister gegen die Behauptung, der Nationalsozialismus habe die wissenschaftliche Forschung und Leistung bekämpft. Was er bekämpft Jabe, sei lediglich eine falsche Auffassung von der Wissenschaft gewesen. „Jetzt setzen wir aber an die Stelle des liberalen Wisfenschaftsbegriffes unseren Wissenschaftsbegriff. Die Wissenschaft ist kein freischwebendes, von Raum und Zeit unabhängiges Gebilde, sondern eine spezifische Leistung des völkischen Geiste s. Darum ist auch für uns der wissenschaftliche Arbeiter ein Arbeiter der Nation wie jeder andere." „Ich will an dieser Stelle warnend meine Stimme erheben vor jenem Trugschluß, daß die letzten großen Forschungsaufgaben etwa nur in der Gemeinschaft gelöst werden könnten. Die große politische Front entsteht im Lager, die große Erfindung aber, glaube ich, im einsamen Forscherraum. Aber auch in der Studierstube und im Laboratorium bleibt der Forscher ein Glied seines Volkes. Eine wahrhaft große Forschung, auch wenn sie sich in den Formen einer äußeren Isolierung des einzelnen vollzieht, lebt aus der Bindung an die Notwendigkeiten des Volkes oder sie verliert sich in Kleinigkeiten und Nebensächlichkeiten. Nur aus der Verbundenheit mit dem großen Schicksal feines Volkes kann der Forscher wahrhaft große Aufgaben erfüllen." Der Minister wandte sich in diesem Zusammenhang auch gegen die Auffassung, daß die wissenschaftliche Arbeit als besser gelten müsse, weil sie keine Handarbeit fei. Der Nationalsozialismus kenne nur einen Arbeitsbegriff. Es soll nichts von dem preisgegeben werden, wofür Horst Wessel lebte, kämpfte und starb. Was Horst Wessel tat, wird weiterhin von euch verlangt, weil es der Grund all unseres Tuns ist. „Ich habe Ihnen die alleremsiesten großen Wünsche des Führers zu dieser Stunde zu übermitteln. Wenn auch dieser 125jährige Geburtstag zahlenmäßig nicht zu einem großen Erinnern aufruft, soll er trotz- und alledem zu einer Stunde gemacht werden, von der aus wir noch einmal anlreten sollen mit neuem Glauben und neuen Entschlüssen. So wollen wir von Breslau aus in der Erinnerung dessen, was einmal hier gewesen, mH einem neuen Willen Herangehen an unsere Aufgaben. Wenn dieser Wille so groß ist wie die Aufgabe und tvenn Sie alle, die an diesen Hochschulen wirken, so groß sind, wie der Wille und die Kraft des Wanncs, der uns die Aufgaben gestellt hat, dann wird mit dem 7. Tlo- vember 1936 für die deutsche Forschung, für die deutsche Hochschule und die, die an ihr wirken, eine große Zeil beginnen." Nachdem Reichsminister Rust gesprochen hatte, überbrachte Gauleiter und Oberpräsident Staatsrat Josef Wagner die Grüße des Gaues und der Provinz Schlesien. Es folgte dann die große Reihe der Glückwunschansprachen, die von dem Kommandierenden General des VIII. Armeekorps, General der Kavallerie v. Kleist, eingeleitet wurde. Daran schloß die Bekanntgabe der Ehrenpromotionen und die Uebergabe der Urkunden durch die Dekane an die sämtlich anwesenden, von der Breslauer Universität geehrten Vorkämpfer des Deutschtums im Auslande. Der Beifall, der jedem Geehrten gespendet wurde, steigerte sich noch bei der Ehrung Konrad Henleins. Ferner wurden geehrt der Domkapitular Professor Dr. Steuer-Posen, der Kirchenfiibrer der deutschen evangelischen Kirche in Jugoslawien Bischof Dr. Popp-Agram, der Vorkämpfer für die Rechte der evangelischen Kirche in Lettland Baron Dr. Hans Rosen-Riga, der Betreuer der deutschen evangelischen Gemeinden Wolhyniens, Pfarrer K l e i n d i e n st - L u ck , die Prager Professoren Dr. Ernst Swoboda und Dr. med. Otto Großer; der Baltikumkämpfer Baron von Manteuffel-Kurland; Ritterschaftshauptmann a. D. Freiherr Eduard von Dellingshausen, zur Zeit Potsdam; der Schulreformator und Förderer des deutschen Kulturlebens in Siebenbürgen Direktor Otto 3JI e • fchendörfer-Kronftadt. General der Inf. a. D. von Strantz f. Am 6. November starb in Dessau im 83. Le- bensjahr der General der Infanterie a. D. Dr. jur. h. c. Hermann von Strantz. General von Strantz führte bei Ausbruch des Weltkrieges das V. Armeekorps (Posen) an die Westfront. Unter seinem Kommando wurde Longwy genommen. Am 15. September 1914 wurde er zum Oberbefehlshaber einer Armee ernannt, die er bis zum Schluß des Weltkrieges führte und die den Abschnitt zwischen Verdun und Metz hielt. Bereits am Kriege 1870/71 hatte Hermann von Strantz teilgenommen. Er rückte als Fähnrich des Leibgrenadierregiments ins Feld und wurde vor dem Feind zum Offizier befördert. Nach dem Friedensschluß besuchte er die Kriegsschule, wo Feldmarschall von der Goltz fein Lehrer war. 1875 wurde er Bataillonsadjutant in Landsberg a. d. W. Von dort wurde er zur Kriegsakademie kommandiert, 1883 kam er als Brigade- adjutayt nach Düsseldorf. Nach einem Kommando beim Großen Generalstab wurde er Bataillonskommandeur und später Kommandeur des 1. Garderegiments zu Fuß. 1903 wurde er Kommandeur der 25. Infanteriedivision in Darmstadt. 1911 Kommandeur des V. Armeekorps. Nach dem Weltkriege lebte General von Strantz Zunächst in Wiesbaden. Von dort wurde er durch die französische Besatzung vertrieben und siedelte nach Dessau über. Reichstagung der Reichsbetriebsgemeinschast Druck. Die Reichsbetriebsgemeinschaft Druck veranstaltet vom 27. bis 29. November in Leipzig eine Neichstagung. Den Veranstaltungen geht ein Empfangsabend im Rathaus und ein B e - triebsappell, der durch den Rundfunk übertragen wird, voraus. Auf der Reichsarbeitstagung werden am Freitagvormittag u. a. sprechen Hauptamtsleiter Klaus ©eigner, ferner der Leiter der Reichsbetriebsgemeinschaft Druck E b e n- b ö ck, der Leiter der Wirtschaftsgruppe Druck und Papierverarbeitung Dr. S e e l i g e r und die Reichs- innungsmeister für das Buchdruck- und Buchbinderhandwerk. Es schließen sich Tagungen der Fachgruppen an, am Abend finden eine Gemein- schaftsfeierstunde „Unser Glaube ist Arbeit" und ein Kameradschaftsabend statt. Am Samstagvormittag wird die Ausstellung „Schönheit der Arbeit in graphischen und papier- verarbeitenden Betrieben" eröffnet. Ferner findet der erste Berufserzieher-Kongreß des graphischen Gewerbes statt. Der Tag wird im übrigen ausgefüllt mit Sondertagungen und Besichtigungen. Abends ist eine Festaufführung des „Freischütz" vorgesehen. Der Sonntag bringt eine Kundgebung der Reichsbetriebsgemeinschaft Druck in der Messehalle, auf der Reichsorganisationsleiter Dr. Ley u. a. sprechen wird. Äm Nachmittag fällt die Entscheidung der deutschen Zeitungsfahrermeisterschaften, umrahmt durch einen Fußballkampf, ein Handballspiel und Betriebsstaffelkämpfe. Hakenkreuzwimpei inOesterreich erlaubt Berlin, 7. Nov. (DNB.) In einem Korpsbefehl weilt Korpsführer Hühnlein darauf hin, daß nach den Vereinbarungen zwischen dem Deutschen Reich und dem Bundesstaat Oesterreich, durch die die früheren R e i s e b e sch r ä n k u n g e n zwischen beiden Ländern aufgehoben und die politischen Verhältnisse geklärt wurden, s e l b st v e r - ständlich auch die Führung des Hoheitszeichens der beiden Staaten an Kraftfahrzeugen wieder gestattet ist. Mit Stolz, so erklärt der Korpsführer, werde jeder deutsche Kraftfahrer auch außerhalb der Landesgrenzen den Hakenkreuzwimpel und, wenn er dem Korps angehört, auch den NSKK.- Wimpel an feinem Kraftfahrzeug führen. Eine Richtigstellung. Berlin, 7. Nov. (DNB.) In der französischen und belgischen Presse wird die Meldung verbreitet, der belgische Rexistensübrer Degrelle sei gelegentlich einer Reise nach Berlin auch von Reichsmini st er Dr. Goebbels empfangen worden. Bei der dabei stattgefundenen Unterredung habe Reichsminister Dr. Goebbels Degrelle Ratschläge in bezug auf politische Führung, Propaganda und Taktik gegeben. Von zuständiger Stelle wird diese Meldung in aller Form und in vollem Umfange dementiert. Kleine politische Nachrichten. Im Auftrage des Führers und Reichskanzlers überreichte der Herzog von Coburg Seiner Exzellenz dem italienischen Regierungschef Mussolini das Großkreuz des Ehrenzeichens des Deutschen Roten Kreuzes. * Der amerikanische Staatssekretär Hüll ist zur panamerikanischen Konferenz nach Buenos Aires abgefahren. Die Abfahrt des Dampfers, auf dem Hüll reift, hatte sich infolge des Seemannsstreiks um zehn Stunden verzögert. ♦ Der italienische Außenminister Graf Ciano und seine Gattin sind am Sonntagabend in Wien eingetroffen. Zum Empfang hatten sich Bundeskanzler Schuschnigg, der Vizekanzler und Generalkommandant der Frontmiliz Feldmarschallleutnant H ü l g e r t h und Staatssekretär S ch m i d t eingefunden. Eine Kompanie der Frontmiliz erwies die Ehrenbezeugung. — Graf und Gräfin Ciano haben im Hotel Imperial Woh nung geno mm en.__ Rätselhafte Erkrankungen Del vielen Krankhel- ' 1 len wie Herzmuskel- und Nierenentzündungen, Gelenkrheumatismus usw., läßt sich oft schwer die Ursache feststellen. Nur durch Zufall stellt sich bann häufig heraus, daß die Zähne der eigentlich- Krankheitsherd sind. Kranke Zähne vergiften nämlich den Körper, sobald durch sie Krankheitserreger in den Blutkreislauf gelangen. Beweist dies nicht, wie gefährlich es ifo wenn man die Pflege der Zäbne vernachlässigt? Jeden Abend und Nkorgen Chlorodont — das sollte deshalb für alle, ob jung oder alt, zur Selbstverständlichkeit werben! Der Kampf um Madrid. Schwere Kämpfe in den Vorstädten. — Guardia Eivil gegen rote Anarchisten. Madrid, 9. Nov. (DNB. Funkspruch.) Aus den nicht ganz einheitlichen Meldungen über die Kämpfe in Madrid geht immerhin hervor, daß die n a - tionalistischen Trupven sämtliche Vorstädte Madrids besetzt haben und im Laufe des Sonntagnachmittags bereits in den Straßen der Stadt gekämpft wurde. Wie der Sender Sevilla Sonntag abend mitteilte, befinden sich die stärksten Kolonnen der Nationalisten nahe der Ronda de Atocha, rund drei Kilometer vom Zentrum der Stadt, der Puerto del Sol, entfernt. Seit gestern haben die Roten schon zweimal versucht durch Flankenangriff mit etwa 25Ö0 Mann den Vormarsch der Nationalisten aufzuhalten, doch beide Male ist der Versuch fehlgeschlagen. General de Llano erklärte am Sonntagabend in seinem Lagebericht, die Bevölkerung müsse G e - duld haben, denn man müsse beim Vormarsch vorsichtig vorgehen, um unliebsame Ueberraschungen zu vermeiden. Die Roten hätten sehr gut ausgebaute Verteidigungsstellunge n. Alle nationalen Kolonnen müßten gleichzeitig vorrücken, daher verlangsame sich das Tempo des Vormarsches. „M orgen oder übermor- g e n", so schloß General Queipo de Llano, „werden wir, wenn der Befehl kommt, den Vormarsch wieder aufnehmen, so wie wir es immer getan haben, auf unserem Vormarsch von Sevilla nach Madrid." Der Sender Teneriffe meldet, daß die Guardia Eivil in Madrid sich gegen d i e r o t e n Machthaber erhoben, und das Königsschloß besetzt habe. Aus Madrid selbst wird ge- meldet, daß das Fliegerbombardement der Nationalisten große Wirkung gehabt habe. Nach einer Haoas-Meldung aus dem Hauptquartier des nationalistischen Generals V a r e l a tobten am Sonntag die erbittert st en Kämpfe am Manza- narez-Fluß, wo die Milizsoldaten eine dreifach gestaffelte Schützengrabenstellung verteidigten. In den späten Abendstunden haben die Nationalisten die Toledo-Segovia- und Princesa-Brücke nehmen können, und sind damit auf das Ostufer des Flusses oorgedrungen. Die Kämpfe, die sich dabei abgespielt sind, sind außerordentlich heftig und grausam gewesen. Auf Seiten der Roten haben fanatisierte Weiber sich daran beteiligt. Schwere Unwetter über Madrid haben am Sonntag den Truppen Francos den Vormarsch besonders erschwert. General Franco ließ, nachdem seine Truppen die Brücken über den Manzanarez besetzt hatten, den Vormarsch abbrechen, damit sich die Zivilbevölkerung aus der Feuerzone in Sicherheit bringen konnte. Die rote „Regierung" nach Valencia geflohen. Paris, 8. Nov. (DNB.) Die Agentur Hcwas meldet aus Valencia, daß die dorthin geflüchtete rote „Regierung" eine Verlautbarung herausgegeben habe, in der sie die Gründe darzulegen versucht, die sie veranlaßt hätten, Madrid zu verlassen. Die „Regierung" sei nach Valencia übergesiedelt, um die Bemühungen aller zusammenzufassen, die für die Verteidigung von Madrid kämpften. (?) Aber auch internationale Erwägungen Hütten sie zu diesem Entschluß veranlaßt, denn es liege klar auf der Hand, daß der Feind versucht haben würde, die „legale Regierung" g e - fangenzunehmen (!) und so die Anerkennung der Regierung Franco zu erleichtern. Der Wechsel des Regierungssitzes bedeute auf keinen Fall einen Verzicht oder einen Rüzug, er sei im Gegenteil der Ausdruck des Wunsches zum endgültigen Sieg. Fachkräfte werden gesucht! 6in Gespräch mit dem Leiter derKeichsausgleichsstelle für Arbeitsvermittlung. Wer heute ekn Arbeitsamt betritt, dem fällt der Anschlag von Listen auf, die früher nicht zu finden waren. Was ist damit? Es sind die L i st e n der offenen (Stellen, für die im Wege des Reichsausgleichs die angeforderten Spezi alb ewer- 'b e r gesucht werden. Noch vor einem Jahre kannte man den Reichsausgleich nicht. Vor zwei Jahren hätte man über eine solche Einrichtung gelächelt. Denn wenn damals ein Unternehmer irgendeinen Facharbeiter mit Spezialkenntnissen beim Arbeitsamt anforderte, dann brauchte der Beamte der Arbeitsvermittlung nur in die übergroße Kartei der Erwerbslosen hineinzugreifen. Alle Berufe waren da vertreten, denn sie alle waren von der Arbeitslosigkeit betroffen. Heute ist das völlig anders geworden. „Sie wünschen Facharbeiter?^ heißt es jetzt bei einer Anforderung, und dann fügt der Arbeitsoermittler des Arbeitsamtes hinzu: „Ich werde sehen, was ich machen kann. Sie erhalten dann telephonisch Bescheid". Solche Auskünfte müssen heute von den Arbeitsämtern vielfach gegeben werden. Denn, wie der Präsident der Rerchsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung, Dr. S y r u p , auf der letzten Tagung der Reichsarbeitskammer ausführte, ist heute in verschiedenen Wirtschaftszweigen b e - reits ein empfindlicher Facharbeitermangel gegeben. Er aber führte dazu, daß mit Wirkung vom 1. November vorigen Jahres von der Reichsanftalt die Reichsausgleichs stelle •für Arbeitsvermittlung ins Leben gerufen wurde. Damals war sie noch ein Versuch. Heute ist sie längst zu einer unentbehrlichen Einrichtung geworden, deren Bedeutung mit jedem weiteren Sinken der Erwerbslosenziffer wächst. Was ist die Aufgabe der Reichsausgleichsstelle? Ihr Name besagt es bereits. Sie soll den Ausgleich zwischen gemeldeten offenen Stellen und Arbeitsgesuchen dann herbeiführen, wenn er örtlich und bezirklich nicht vollzogen werden kann. Schon immer haben die Arbeitsnachweise an einem Ort sich gegenseitig die offenen Stellen aufgegeben, für die sie selbst keine Bewerber hatten. Auch bezirklich wurde der Ausgleich durch die Landesarbeitsämter herbeigeführt. Er reicht aber heute nicht mehr aus. In dem Bezirk jedes Landesarbeitsamtes verbleiben meist nur mit geschulten Spezialkräften zu besetzende offene Stellen, für die innerhalb des eigenen Bereiches Bewerber nicht gefunden werden können. Sie werden dann laufend von den Landesarbeitsämtern der Reichsausgleichsftelle gemeldet. Teilweise melden die Arbeitsämter derartige offene Stellen auch direkt an die Reichsausgleichsstelle, wenn sie der Meinung sind, im Wege des bezirklichen Ausgleichs einen Bewerber der gewünschten Art doch nicht finden zu können. Wie verarbeitet die Reichsausgleichsstelle die eingehenden Meldungen? Ein Besuch bei ihrem Leiter, Regierungsrat Dr. Siemer, läßt dies deutlich werden. Die der Reichsausgleichsstelle aus allen Teilen des Reiches gemeldeten offenen Stellen und auch die gemeldeten örtlich und bezirklich nicht unterzubringenden Spezialkräfte werden täglich in Listen zusammengestellt. Vier Listen gibt es da. Eine Liste A für ß a n b = und Hauswirtschaft und gewerbliche Berufe. Eine Liste B für Angestellte. Eine Liste C mit Stellenangeboten für Angestellte aus Zeitungen und Zeitschriften und endlich eine Liste D für die Vermittlung von Angehörigen der Sonderaktion. Diese Listen werden von der Reichsausgleichsstelle täglich an 748 Aemter der Reichsanstalt, Landesarbeitsämter und Arbeitsämter, versandt. Dort gelangen sie, wie schon gesagt, zum Aushang. Selbstverständlich werden sie auch von den Arbeitsvermittlern sorgfältig bearbeitet. Um den Reichsausgleich zu fördern, sind die Arbeitsämter in der Lage, unter bestimmten Voraussetzungen Beihilfen für Umzugs- und Reisekosten zu gewähren. Im August waren es 4200 offene Stellen, für die im Wege des Reichsausgleiches Bewerber gesucht wurden. Jkn Monat zuvor 3600. Jrn September werden es wohl 5000 oder noch mehr geworden fein. Auch eine unmittelbare Arbeitsvermittlung wird von der Reichsausgleichsstelle vorgenommen, und zwar für die Frauenberufe der Volks- pflegerin, Jugendleiterin, technischen Assistentin und technischen Lehrerin. Daneben ist eine Sonderregelung für das Baugewerbe und die Metallberufe getroffen. Für das Baugewerbe wöchentlich und für die Metallberufe monatlich melden die Landesarbeitsämter den voraussichtlichen Bedarf an Arbeitskräften, um zwischen Arbeitsgesuchen und offenen Stellen in diesen Wirtschaftszweigen mit einem besonders fühlbaren Facharbeitermangel das Funktionieren des Reichsausgleiches absolut zu sichern. Noch eine letzte Frage haben wir an Regierungsrat Dr. Siemer gerichtet. „Soll", so lautete sie, „die Reichsausgleichsstelle auch einen grundsätzlichen Ausgleich in der Erwerbslosenhöhe zwischen den einzelnen Gauen herbeiführen?" Man wird gleich verstehen, was wir meinen. Am 30. Juni hatten wir zum Beispiel im Reichsdurchschnitt noch 19,9 Erwerbslose auf je 1000 Einwohner. In Ostpreußen dagegen waren es nur 1,7, jedoch^ in Sachsen 38,2 Arbeitslose auf 1000 Einwohner. Sollen nun erwerbslose Sachsen nach Ostpreußen gebracht werden, um den Ausgleich in der Arbeils- losenhöhe herbeizuführen? Dr. Siemer hat uns auf unsere Frage geantwortet, daß dies eine Aufgabe auf sehr lange Sicht sei. Noch immer hätten verpflanzte ältere Arbeiter und Angestellte bei der ersten Gelegenheit versucht, in ihre engere Heimat zurückzukehren. Deshalb müsse dieser Aus-, gleich dadurch im Laufe der Jahre herbeigefi'chrt werden, daß schon Jugendliche aus anderen Gauen eine aussichtsreiche Berufsarbeit in den Landesteilen erhalten, die eine Zuwanderung aufnehmen können. Dr. E. S. Fast 5,5 Millionen Mark erbrachte der erste Eintopfsonntag! Berlin, 7. Nov. Anläßlich des zweiten Eintopfsonntags teilt die Reichsführung des WHW. mit, daß der erste Eintopfsonntag des Winterhilfswerkes 1936/37 ein vorläufiges Ergebnis von 5 455 564,82 Reichsmark erbracht hat. Kunst und Wissenschaft. Zahlreiche Ehrungen zum 20. Geburtstage von Paul Lincke. Die Kameradschaft der deutschen Künstler und der Berufsstand der deutschen Komponisten veranstalteten in Berlin einen Festakt zu Ehren des 70jährigen Paul Lincke, auf welchem Staatssekretär Funk die Grüße und Wünsche der Reichsregierung übermittelte. Er sagte u. a., Lincke habe sich den Titel des populärsten Berliner Musikers erworben. Lincke habe seit 50 Jahren von der Liebe gesungen und heute, an seinem 70. Geburtstage, strömt ihm die Liebe aus Millionen Herzen in aufrichtiger Freundschaft und Verehrung entgegen. Möge ein gütiges Geschick unserem Meister noch lange seine Schaffenskraft erhalten. Staatssekretär Funk überreichte Lincke ein in Silber gerahmtes Bild des Führers mit einer herzlichen Widmung sowie ein Bild des Reichsministers Dr. Goebbels mit folgender Inschrift: „Herrn Paul Lincke, dem Mann, der Berlin musikalisch entdeckte und seinen Ruhm und Ruf mit unsterblichen Melodien durch die ganze Welt trug, zu seinem 70. Geburtstag in Verehrung und Dankbarkeit". Nach Staatssekretär Funk sprachen Prof. Dr. Paul Graener für die deutschen Komponisten, Guido T i e l s ch e r und Jakob T i e d t k e für die alten Freunde des Meisters und Benno von Arent für die Berliner Künstler. Nachdem Lincke seinen Dank zum Ausdruck gebracht hatte, sang Fritz Düttbern ein dem Führer gewidmetes Lied von Paul Lincke, das bei dieser festlichen Gelegenheit feine Uraufführung erlebte. Wieso „Klaffen^-lotterie? Die Preußisch-Süddeutsche Staatslotterie ist im allgemeinen unter der Bezeichnung „Klassenlottevie" bekannt. Diese Bezeichnung beruht darauf, daß jede Lotterie, die im Laufe eines halben Jahres ausgespielt wird, in fünf Ziehungsabteilungen eingeteilt ist, die von altersher als „Klaffen" bezeichnet werden. Statt „Klaffe" könnte man auch „Ziehung" sagen. Bei der Preußisch-Süddeutschen Staatslotterie gibt es vier Dorklassen und die fünfte als Hauptklafse. In den Vorklassen fteigen die Gewinnaussichten von Ziehung zu Ziehung, bis die einzelne Lotterie mit der Ziehung des Großen Loses in der fünften, der Hauptklafse, zweimal im Jahre ihren Höhepunkt und ihr Ende erreicht hat. Der Sinn des Spielens liegt also in der Teilnahme an dieser Hauptklasse mit ihren hohen Gewinnen und dem Großen Los. Die zeitliche Ausdehnung der Lotterie über fast ein halbes Jahr macht diese Einteilung in fünf einzelne Ziehungsabteilungen (Klaffen) notwendig. Sonst müßte der Einsatz für die hohen Gewinnsummen der Hauptklafse auf einmal aufgebracht werden. Bekanntlich fällt aber eine mehrmalige Teilzahlung jedem Volksgenossen leichter, und der größte Teil dieser Einsätze aus den Dorklassen wird für die Gewinnsummen der Hauptklasse aufgespeichert. Die Teilzahlung oon fünf Ratest (Klasseneinsätzen) erhält ein-;; 6?sonderen Anreiz dadurch, daß schon bei der ersten bis vierten Teilzahlung (Klasseneinsatz) je eine Ziehung mit nicht unbeträchtlichen Gewinnen — darunter jeweils zwei Hunderttausender — stattfindet. Sv wird dem Spieler die Möglichkeit gegeben, schon vor der Hauptklasse mit einem Fünfteleinsatz einen namhaften Gewinn zu erhalten. Die Preußisch-Süddeutsche Staatslotterie spielt in den einzelnen Vorklassen Gewinne im Betrage von 2 bis 4 Millionen Reichsmark, dagegen in der Hauptklasse über 55 Millionen Reichsmark aus. Es wäre grundverkehrt, wenn ein Spieler ein Los, das er in einer Vorklasse bezahlt hat, vor der Hauptklasse aufgeben würde, weil er vielleicht bei der ersten Ziehung den Hunderttausender nicht gewann. Denn er würde damit sein schon teilweise bezahltes Anrecht auf die Beteiligung an der Ziehung der Hauptklasse verschenken. Winkt ihm doch, wenn er seinem Lose bis zur fünften Klaffe treu bleibt, die Beteiligung an den zahlreichen Hauptgewinnen, für deren Ziehung die Ausspielung der Vorklassen nur ein Vorspiel bedeutet. Voraussetzung für einen Gewinnanspruch ist jedoch, daß bei jeder Klasse das Los rechtzeitig vor der Ziehung bezahlt ist. Die zweite Klasse der Preußisch-Süddeutschen Staatslotterie, die am 16. und 17. November 1936 stattfindet, und für die die Lose bis zum 9. November bei den staatlichen Lotterie-Einnahmen zu erneuern sind, stellt mithin die zweite Rate der großen Klassenlotterie dar, die von der Preußisch- Süddeutschen während der kommenden Monate ausgespielt wird. Aus aller Wett. Beim Spiel durch Starkstrom gelötet. Arn Kleinen Euttner See in Holstein ereignete sich ein Unglücksfall, dem der 8 Jahre alte Richard Lankau zum Opfer fiel. Mehrere Kinder vergnügten sich mit „Telephonspielen" und hatten zu diesem Zweck zwischen zwei Pfählen einen Draht gespannt. Als die Jungen den Draht anziehen woll- ten, riß er durch und schlug gegen die nahe Hochspannungsleitung. Lankau kam dadurch mit der 111 OOO-Volt-Hochspannungsleitung in Berührung und wurde sofort zu Boden geschleudert. Eine hinzueilende Frau versuchte mit einer Schürze die Flammen, die aus den Kleidern des unglücklichen Knaben schlugen, zu ersticken. Sie wurde jedoch ebenfalls zu Boden gerissen und erlitt Brandwunden. Ebenso erging es einem hinzueilenden Mann. Erst ein hinzukommender Wehrmachtsangehöriger sorgte dafür, daß niemand mehr an die Unglücksstelle heranging und daß der Strom ausgeschaltet wurde. Erst jetzt gelang es, den Knaben zu befreien. Die Brandwunden, die er erlitten hatte, waren jedoch so schwer, daß er bald darauf feinen Verletzungen erlag. Zwei Todesopfer einer Bluttat in Düsseldorf. Eine in ihren Einzelheiten und Zusammenhängen noch nicht geklärte Bluttat wurde dieser Tage in Düsseldorf entdeckt. Im Aaper-Wald in Düsseldorf fand man den Parkwächter Weber mit einer schweren Schußverletzung auf, der er bald erlag. Wenig später wurde dann der gewaltsame Tod der Schwester eines Hilfsförsters B e l z bekannt, die angeblich die Braut des Weber gewesen sein soll. Die von der Kriminalpolizei eingeleiteten Ermittlungen lassen vermuten, datz Hilfsförster Belz an dem Tode der beiden irgendwie beteiligt ist. Er wurde feftgenommen. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Der mit dem Kern über den britischen Inseln liegende Tiefdruckwirbel hat seinen Einfluß auf die Witterung Mitteleuropas noch verstärken können. Mit dem Eindringen kälterer Luftmassen, die von der Rückseite des Wirbels von Westen her nach Deutschland vorstießen, erreichten die Winde am Sonntag zeitweise, besonders mit den heftigen Regenböen, Sturmstärke 8. An der Nordseeküste herrscht noch kräftiger Sturm. Da der Wirbel seine Lage kaum verändert hat, wird die Witterung ihr sehr unruhiges und veränderliches Gepräge zunächst noch beibehalten, auch wird mit langsam fortschreitender Abkühlung zu rechnen sein. Aussichten für Dienstag: Wechselhaftes Wetter mit einzelnen meist schauerartigen Niederschlägen, bei kräftigen, zeitweise böigen westlichen Winden etwas frischer. Aussichten für Mittwoch: Bei lebhaften westlichen Winden Fortdauer der veränderlichen Witterung, fortschreitende Abkühlung. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. X. 36: 10 000. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- unb Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis NM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Für die vielen Beweise herzlichster Teilnahme beim Hinscheiden unseres lieben Entschlafenen danken wir innigst Frau Anna Dörr Wwe. Gießen, den 9. November 1936. ____________________________________7122D Heute beginnt der große Konkurs-Ausverkauf in Porzellan-, 6las- und Steingutwaren der Firma Lang & Wiederstein, Mäusburg 14 L Althoff, Konkursverwalter ________________________________________________________7125 V ZwWMWf- WM Nur die beste Drucksache neben der Zeitungsanzeige kann Ihre Werbung wirksam unterstützen. Geringwertige Drucksachen schaden mehr als sie nutzen. Deshalb sparen Sie bei Herausgabe der besten Drucksache t sie Wir beraten Sie Wir entwerfen Wir drucken gut Ist die billigste! Brühl'sche Druckerei, SchulstraBe 7, Anruf 225t Ordentliches Tagesmädcben gesucht. 05194 Seltersweg 5. Einige 7ii8v Büglerinnen and Hilfsarbeiterinnen für sofort gesucht Großwäscherei „Edelweiß“ Schützenstr. 12. Ordentliche und zuverläss. [7050D Putz- und Waschfirau für sof. gesucht. Roggenberg Hitlerwall 27 II. Jiir/TS nurvSf gibt Itenko 5 Eimer kinweichlouge von stärkster schmutzlösender Wirkung! Keine Zeugnisse in Urschrift lonbern nur Zeugnis, abschrtsten dem Be- werbungsschreiben beließen I — Lichtbilder undBewerbungsunter- lagen müssen ,ur Ber- meidung von Verlusten aus der Rückseite Ra. men und Anschrift ves Bewerbers tragen l WerMaoiei (auch ungelernte! zur Abgabe von Kostproben von Nahrungsmittel- fabrik bei hohem Verdienst gesucht. Vorzustell. am 10. Novemb. zwischen 9 u. 11 Uhr bei Burger, bafö Geißner, Plockstr. 9. 05193 Verschiedenes Bei Katarrh, Husten [7120V Asthma wirkt auch in veralteten Fällen der ausfallend schleimlösende 6emni-iristl)ma- Tee harnsäurelösend. Zu haben in allen Apothek. Vorrätig in Pelikan Aoollieke. Kleine Anzeigen richten sich an die Bevölkerung der engeren Heimat! Darum: Kleinanzeigen in die Heimatzeitung, den Gießener Anzeiger HdStenl dflP47 Katarrh? ■ > Heiserheil- ? Verschleimung? Überraschend gut wirkt M e I r o s u m mit seinen, der Natur entnomme. nen Wirkstoffen. Zur Pflege der Luftwege leistet Melrosum vorzügliche Dienste. FLASCHE 1.65, Kl. Fl. 1.- Zu haben: Löwen-Drog. W. Kl!* blnger Nach!., Seltersweg 69» Drog. O.WlnterhoH, Kreuzplatz 9/10. gg^v Montag, y. November Mb Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberheffen) Nr. 263 Zweites Blatt sich mit der Wissenschaft von den Briefmarken — | Philatelie genannt — befaßten. Deutschland weist Der letzte Brief. Von Werner Schumann. heute verläßlicher Schätzung nach 500 000 Sammler auf. Diese Zahl muß zu denken geben. Wenn man hinzufügt, daß es vor Jahren bereits in Deutschland rund »30 Firmen mit je 10 bis 60 Angestellten bei einem Eigenkapital von je mehreren hunderttausend Mark gab, und wenn man heute 5000 Angestellte in organisierten Betrieben des Markenhandels zählt, so gewinnen diese Ziffern noch mehr an Bedeutung. Man kann annehmen, daß im deutschen Markenhandel ein Kapital von rund 2 0 bis 60 Millionen Mark steckt. Die wirtschaft- war, ist ausgelöscht. Das deutsche Volk kann von uns erwarten die ehrliche und anständige Hand des Menschen, der sich in jedem Augenblick Rechenschaft darüber gibt, daß, wenn unsere Grenzen geachtet werden, zwischen uns und Deutschland aber auch jeder Schatten eines Mißverständnisses verschwindet. Für unsere wirtschaftlichen Beziehungen und für unser künftiges politisches Leben werden wir die internationale Rolle Deutschlands in Betracht ziehen. Die Normalisierung unserer Beziehungen zu Deutschland ist eine Frage erster Ordnung für unsere Politik. Der Redner wandte sich dann Italien zu und erklärte, daß das rumänische Volk dem Duce, der eine große Persönlichkeit unserer Zeit sei, besondere Achtung entgegenbringe. Wenn Mussolini kürzlich von einer Zerstückelung Ungarns gesprochen habe, so müsse er, Goga, erklären, daß die Friedensoerträge für Rumänien eine Gerechtigkeit bedeutet hätten. Italien habe diese Gerechtigkeit anerkannt, als es vor einem Jahrzehnt einen Freundschaftsvertrag mit Rumänien geschloffen und das beffarabifche Protokoll anerkannt habe. Die Haltung, die jetzt Mussolini zeige, beruhe entweder auf einer späten Erkenntnis oder aber auf einer momentanen Verstimmung, die aber in freundschaftlicher Weise innerhalb der lateinischen Völkerfamilie wieder eingerenkt werden könnte. Das papierne Kleinod Allerlei von Driefmarkensammeln. Für den nationalen Aufbruch Rumäniens Große Kundgebung der nationalchristlichen Partei gegen Bolschewismus und Judentum. Marke, ließ die Rädchen vergnügter durchs Haus surren, zaubert ein lustiges Liedchen ihr auf die Lippen, färbte ihre stubenblassen Wangen und glättete die nadelfeinen Hautrillen. Das alles sah und verfolgte man schmunzelnd im Dorf. Der Briefträger, ja, das war ein noch junger, flinker, lieber Bursche. Für jeden fand er den rechten Ton. Der nahm wie keiner sonst Anteil an den Erwartungen, Freuden und Enttäuschungen seines Bestellbezirks, der hatte eine seine Rase für Geheimnisse und ein mitfühlendes Herz für alles, was mit dem so empfindlichen menschlichen Herzen zu tun Aus aller Welt. Strafantrag im Wellerer-Prozeß. Heidelberg, 8. Rov. (DRV.) In dem Prozeß gegen den Leiter des Radiumheims Neckargemünd, Dr. med. Weiterer wurde die Beweisaufnahme abgeschlossen. Sein vierstündiges Plädoyer schloß der S t a a t s a n w a l t mit den Worten: Wenn Sie alles überblicken, so sehen Sie, daß Weiterer aus Geldgier, vermischt mit anderen Motiven, seine Patienten schamlos ausbeutete. Denken Sie aber auch an die seelischen Schädigungen, die er Patienten und deren Angehörigen zufügte. Wenn Sie sich vor Augen halten, daß der Arzt der natürliche Anwalt der Armen sein soll, so können Sie sich ein Bild von der Schwere der Verbrechen des Angeklagten machen. Es muß trotz des ihm von den Sachverständigen zugebilligten Paragraphen 51 Abs. 2 eine harte Strafe ausgesprochen werden auch schon in Interesse des deutschen Aerztestandes. Weiterer war zwar aus der „Deutschen Aerzteschaft" ausgeschlossen, doch hat er ihr Ansehen im Ausland schwer diskriminiert. Ich halte eine Gefängnis- (träfe von 3Vr Jahren wegen fortgesetzten Betrugs, zum Teil in Tateinheit mit Wucher, für angebracht. Die Untersuchungshaft darf dem Angeklagten nur zum Teil angerechnet werden, da er durch fein Leugnen die Untersuchung aufgehalten hat. Soweit er wegen Wuchers bestraft wird, muß obligatorisch auch eine Geld - und eine Ehren st rafe ausgesprochen werden. Da der Angeklagte außerdem gemeingefährlich ist, muß seine Verbringung in eine heil- und Pflegeanstalt angeordnet werden." Von einem Bullen lotgedrückt. In I d st e i n (Taunus) wurde der 36 Jahre alte landwirtschaftliche Arbeiter Willi Schmidt im Stalle des Bullenhalters Hermann Schütz von dem Bullen an die Wand gedrückt und auf der Stelle getötet. Dem bedauernswerten Mann war der Brustkorb eingedrückt. über irgend etwas ganz gegen seine Gewohnheit einmal ernsthaft und angestrengt nachdachte. Sein Herz stand im Wirbelwind nahenden Glücks. Alma genas. Sie sah nach den leidvollen Wochen verklärter, in sich gekehrter, ja lieblicher aus. In der kleinen Küche stand sie manchmal des Abends, neben der kochenden Suppe, und fühlte erregend den Druck der schweren Hand nach, die damals so zärtlich über ihr haar geglitten war. Warum kam er eigentlich nicht mehr? Er hatte sich in der letzten Woche zurückgezogen — hatte ja auch keine Briefe mehr au überbringen. Schade, dachte sie versonnen, er ist doch der Freund des Hauses. Als er aber nach abermals einer vollen Woche plötzlich wieder auftauchte und gar einen Brief in der Hand hielt, erschrak sie so tief und heftig, daß * ihr alles Blut aus dem Kopfe wich. Einer Ohnmacht nahe, nahm sie den Brief in Empfang, in zitternder Sprachlosigkeit sah sie darauf nieder, während der Beamte — aus zarter Rücksicht, wie sie sich hinterdrein erklärte — sich schnell zurückgezogen hatte. Ihre Gedanken waren in Aufruhr, ihr Gewissen beunruhigt. War alles wieder gut, hatte sie dem fernen Freund unrecht getan, wenn sie an seiner Treue zweifelte? Konnte er nicht krank gewesen sein, zerschnitten nicht Schiffsunglücke grausam unzählige Bindungen? Gab es nicht tausend Möglichkeiten, dies lange Schweigen zu erklären? Aber jäh kam Klarheit in ihren Kopf: dies ist der Abschied, eine flaue Entschuldigung sicher und feige Bitte um Verzeihen, ja, dies war der letzte Brief... In ihrer Aufregung hatte sie nicht einmal bemerkt, daß die Handschrift auf dem Umschlaa gar nicht die des Matrosen war. Staunend entdeckte sie ihren törichten Irrtum. „Was für ein närrisches Frauenzimmer bin ich doch geworden", sagte sie sich kopfschüttelnd und nun ganz ruhig, „sich von so einem kleinen, armseligen Briefchen aus dem Gleichgewicht bringen lassen!" Und sie entfaltete, nicht ohne Neugier, den großen weißen Bogen und las, immer röter im stubenblassen Gesicht werdend und endlich mit tränenfeuchten Augen, die rührend ungeschickten Worte des Briefträgers Hubert Graf nach, der sie herzlich bat, doch seine Frau zu werden... Worauf er, der sich in den nächsten Tagen begreiflicherweise nicht blicken ließ, ein Kärtchen empfing, mit dem ihn Fräulein Alma nebst Tante für den nächsten Sonntagnachmittag zu Kaffee und Kuchen luden, wofür „Hertha" ihrem Rechtsaußen zweifellos Dispens erteilen werde. Damit ja kein Mißverständnis entstehe, fügten die Damen in Postskriptum hinzu: „... um .Herthas' Sieg bei den Kämpfen um die Gaumeisterschaft nach Gebühr zu feiern...!" Jeden Morgen um neun sieht mdn das dunkle Fräulein Alma Klimsch nach dem Briefträger ausspähen. Sie öffnet das Fenster ihres Wohnstubchens zu ebener Erde, schaut nach rechts und schaut nach links, grab so, als wolle sie einmal zusehen, was es auf der Dorfstraße Neues gäbe. Plauscht wohl auch mit dem alten Kossäten Schmidt, derweil, wie jedermann nur zu wohl weih, die Gedanken in ihrem Köpfchen doch eine ganz andere Richtung nehmen. Oder sie tritt in die Tür ihres Backsteinhäuschens, das ihr von den Eltern einst überkommen, und roirft den ewig hungrigen Brieftauben eine Hand voll Krumen vor. Aber seht nur, wie sie durch die halb- geschlossenen Lider nach jener Kolonialwarenecke bei Sidows linst, wo gleich des Briefträgers gelbes Rad auftauchen wird. Denn die nicht mehr ganz junge, keineswegs uninteressante Näherin Alma, die hartnäckig der Mode trotzend zwei Kränze ihres dicken, tiefschwarzen Haares vor den Ohren tragt hat seit Jahren einen Liebsten bei der Marine Leider kann er nur einmal alljährlich auf Urlaub Jammen. Und wann die beiden wähl ans Heiraten denken können, darüber werden fo manche resignierten oder gar spöttischen Bemerkungen im Krug oder m den Gesinde- ftuben Hinterm Handrücken ausgetauscht. Viele Briese hat das Fräulein schon in den zarten Fesseln eines rosa Seidenbändchens. Ihr Gluck ift fhU wie der Dorfteich und leuchtend wie der blanke Hahn auf der Turmspitze der uralten Kapelle, wenn die Sonne darauf steht. Seit sie den Seemann auf einem Hausball des Nachbargutes kennengelernt hat, waltet in ihren Kleidern ein viel bewußterer Geschmack. Obwohl sie Näherin ist und für die Frauen und Tochter der wohlhabenden Bauern dies und das trefflich zu schneidern versteht, trug sie sich selbst immer ein wenig lässig, als habe sie im stillen beschlossen, als Jungfer durchs Leben zu gehen. Die kecken Mädchen im Dorf wurden auch nie recht warm mit ihr, schon seit der Schulzeit, aber man trug s ihr nicht nach. Die „schwarze Alma" war eben aus anderem Holze, seiner und stiller, oersonnener und dach spürbar im Innern glühend. Und hatte es dach wahrlich nicht leicht, die unmerklich Verblühend-, Bleiche, mit der Nadel in der schmalen Hand oder den Füßen auf dem Trittbrett der ratternden Nähmaschine sich ihr täglich Brot zu verdienen, Die Spuren dieser Tag- und Nachtarbeit trug l>e deutlich im hübschen Gesicht: leicht entzündete Augen und darunter leise Schattenbögen. Ein Brief aber, mit einer phantastisch bunten und Körper. Sie war nun wie eine Blume ohne Licht, wie ein Vogel ohne Wind und Himmel, wie eine Biene ohne den süßen Saft der Blütenkelche. Ihr Mädchenherz klopfte ins Leere, ihr bitter oer* zogener Mund sprach das Sinnlose an. Sie mußte sich legen, und da sie in solcher Verfassung außerstande war, auch nur das Notwendigste zum Leben zu verdienen, tarnen freundliche Nachbarn und brachten ihr Suppe, Brot, Eingemachtes und manches gute Stück aus der Räucherkammer. Denn jetzt tat Fräulein Alma plötzlich allen leid, jeder wollte ihr wohl und verwünschte den untreuen Matrosen, der vielleicht inzwischen eine temperamentvolle Kreolin gefunden hatte. Der Pfarrer sah nach der Kranken, der Küster, die Nachbarn besuchten sie, die eine Tante aus dem Nachbardorfe pflegte, es kam auch der tB riefträger hin und wieder und ermunterte sie durch manchen Spaß. „Wenn Sie erst wieder auf den Beinen sind, Fräulein Alma ..." Sie sah ihn von der dunklen, engen Bettkammer aus an, wie er, gesund und rotbäckig, groß im Türrahmen stand. Ihr wäre es lieber gewesen, wenn die Uniform nicht wieder vor ihren Augen auftauchte. Sie hatte abgeschlossen und wollte nicht mehr erinnert werden. Die Xante hatte die Wäschetruhe vor und tat so, als suchte sie etwas „Was wird -bann schon groß sein", murmelte Alma ver- brossen. „Sonne, Fräulein Alma, ein bißchen Licht! Schauen Sie nur mal in den Spiegel. Samstags hole ich Sie künftig zum Tanz ab, ja, lächeln Sie nur, und bann die Sonntagnachmittaae...! In vierzehn Tagen fangen boch die Ausscheidungskämpfe für die Gaumeisterfchaft an. Unsere ,Hertha' ist in Form, kann ich Ihnen sagen, die müssen Sie sehen. Ja, das wäre was für Sie, da kommen Sie mal auf andere Gedanken. Ich spiele jetzt Rechtsaußen, wußten Sie das eigentlich schon?" Er war mächtig in Schwung, der Briefträger Hubert Graf, und sprudelte heraus, was sein Herz bewegte. Alma mußte, wie er so unbekümmert daherplapperte, lachen, es tat ihr irgendwie wohl: „Aber woher denn, was verstehe ich schon von eurem Fußball?" „Also, Fräulein Alma, abgemacht?" „Abgemacht." Er versuchte unbeholfen mit der Rechten über ihr in der Mitte gescheiteltes haar zu streichen, aber sie wandte rasch den Kopf, ein wenig verstimmt: „Fürchten Sie sich denn vor mir?" fragte verlegen der Briefträger. „Nein, nein! Nicht hier — bitte — Sie sehen doch — die Tant,..." Froher als sonst fuhr Hubert Graf in die kleine Stadt zurück. Die ihn kannten, bemerkten, daß er Bukare st, 8. Nov. (DNB.) hier fand eine große Kundgebung der nationalchristlichen Partei statt. Der breite Boulevard Bratianu, auf dem sich der Vorbeimarsch vor den Führern vollzog, war in seiner ganzen Länge von einer riesigen Menschenmenge umsäumt, die den marschierenden Kolonnen immer wieder stürmisch zujubelte. Unübersehbar war die Zahl der Hakenkreuzfahnen, waren die disziplinierten Marschreihen, die, wie es in den zahllosen mitgeführten Schildern zum Ausdruck kam, gegen den Kommunismus, gegen die falsche Demokratie und bas zersetzende Judentum demonstrierten. Einen großen Teil der Kundgeber aus 71 Landeskreisen stellten die an der Spitze der Gruppen marschierenden Blauhemden in schwarzen Hosen mit Schulterriemen und roter Armbinde mit blauem Hakenkreuz auf Hellem Felde, die straffe und stattliche Jugendorganisation der nationalchristlichen Partei. Es marschierte der Arbeiter neben dem Kaufmann und Studenten, der Bauer neben dem Handwerker und Städter, hier zeigte sich eine große nationale Volksgemeinschaft. Der Aufmarsch dauerte genau sechs Stunden. Die Kolonnen und die Menge jubelten besonders Cuza zu, dem alten Vorkämpfer des Antisemitismus in Rumänien, der an diesem Tage seinen 80. Geburtstag feierte und mit Blumen überschüttet wurde. Auch auf Goga, den geschäftsführenden Vorsitzenden der Partei, wurden immer wieder hurrah- Rufe ausgebracht. Gegen 17 Uhr nahm der gewaltige und eindrucksvolle Vorbeimarsch des erwachenden Rumänentums sein Ende. Die Massen marschierten bei bereits einbrechender Dämmerung auf das Sportgelände Velodrom, um ihre Führer zu hören. Auf der großen Kundgebung im Velodrom sprach Goga zunächst von der Notwendigkeit einer innerpolitischen Erneuerung des Landes durch den nationalen Gedanken und wandte sich dann außenpolitischen Fragen zu. Er schilderte vor allem das Weltringen mit dem jüdischen Bolschewismus, der Bolschewismus sei noch immer die einzige Gefahr für die Menschheit. Diese große Gefahr sei vor allem Rumänien, dem Nachbarn der Sowjetunion, bekannt, lieber den Dnjester herüber ertönten keine Glocken mehr, der nationale Rumäne müsse es als seine besondere Pflicht betrachten, bei jeder Gelegenheit zu sagen, daß Rumänien niemals die Vorhut des fo w j etrusfi f ch en Heeres werden würde. Wir werden mit Sowjetrußland niemals Zusammenarbeiten und keine Pakte mit ihm schließen. Wir werden die Welt und Rumänien nicht mit Hilfe ߣon Blums gegen den Bolschewismus verteidigen können, denn von Leon Blum kann Rumänien nichts erwarten. Mit der gleichen Aufrichtigkeit müssen wir auch anerkennen, daß sich gegen die bolschewistische Krankheit ein großes Volk, nämlich das deutsche Volk erhoben hat, das unter der Führerschaft Adolf Hitlers das führende Volk in der großen Weltfront gegen den Kommunismus geworden ist. Ich habe im Sommer dieses Jahres das deutsche Volk an der Arbeit gesehen und seine Disziplin und seine ungeheuren Leislungsmög- lichkeiten kennengelernt, und ich muh sagen, daß dieses Volk im Kampf gegen den Bolschewismus unsere ganze Anerkennung und Dankbarke it verdient. Die Dankbarkeit aller, die den Bolschewismus als Wahnsinn und Unglück betrachten. (Heilrufe auf Adolf Hitler und Deutschland ertönen immer wieder.) Alles, was früher wie eine scheinbare Gegnerschaft zwischen Rumänien und Deutschland der als einer der größten Sammler galt, und den man gebeten hatte, dieser Wette standzuhalten. Die Marke, von der am meisten geredet und geschrieben wird — die blaue Mauritius von 1 8 4 7 — ist durch einen Fehler so berühmt geworden. Am linken Rande, vor der Nase der Königin Victoria, stehen die Worte POST OFFICE (Postamt), statt der rchtigen POST PAID (Porto bezahlt). Die Marken wurden damals so schnell wie möglich aus dem Verkehr gezogen; heute sind die wenigen noch vorhandenen Mauritius die teuersten Marken der Welt: das Stück kostet bis zu 80000 Mark. Briefmarkenkunde als Unterrichtsfach in den Schulen, (und sogar als Studienfach auf Hochschulen und Universitäten) gab es bisher nur vereinzelt. Zweifellos hat dieses Fach Zukunftsaussichten, denn die Jugend lernt an Hand von Markenbildern und Sammelalben schneller, eifriger und nachdrücklicher Geschichte, Erdkunde, Mathematik (Währungsverschiedenheiten!). Da die Erinnerungsund Gedächtnismarken aller Länder die Helden und großen Gestalten der Nation (Hindenburg, Goethe, Washington, Kolumbus usw.) zeigen, außerdem über Reichsgründung, Kolonien. Kriege, Abstimmungsgebiete, technische Errungenschaften usw. anschauliche Kunde geben, ist der Lehrstoff sehr groß und vielseitig. Don kulturgeschichtlichen Ereignissen, wie der ersten Eisenbahn, über Wappenkunde der Staaten bis zu den aktuellen Geschehnissen (Trauermarken, Jahrhundertfeiern) vermitteln die kleinen Markenbilder Eindrücke, wie sie der Unterricht in gleicher Weise oft kaum vermitteln kann — vom Sammeleifer und Befitzerstolz der Jugend ganz abgesehen. Der Sammler h a n u s in Prag hat feine bedeutende und grundlegende Spezialsammlung von Marken altitalienischer Staaten dem Papste vermacht. Der Papst hat ungeordnet, daß ein Teil dieser Sammlung, die alle Marken des Kirchenstaates umfaßt, Grundstock eines vatikanischen Postmuseums werden soll, an dessen Gründung und Ausbau hervorragende Persönlichkeiten in aller Welt beteiligt fein werden. Irrtümer und Fehler auf Briefmarken sind nicht selten und finden bisweilen Liebhaberpreise. So gibt es tschechoslowakische Marken, auf denen die Sonne hinter dem hradschin, also im Norden aufgeht. Bei Schweizer Marken mit dem Tell- fnaben liegt die Bogensehne unter statt auf der Armbrust. Westindische Marken zeigen Kolumbus durch ein ausziehbares Fernrohr blickend, während dieses Fernrohr erst hundert Jahre nach Kolumbus erfunden wurde. Deutsche Jnflationsmarken geben Berghäuer wieder, die linkshändig arbeiten, und Bauern, die ohne Füße pflügen. Auf französischen Marken sät La France gegen den Wind. Für Sammler nicht alltäglicher Abstempelungen gibt es noch manche Besonderheit: so wurden auf einem Prager Postamt die Sondermarken mit dem Bilde Masaryks an dessen 85. Geburtstag mit einem goldenen Stempel entwertet. Natürlich werden auch Briefmarken preisgekrönt. Eine Schönheitskonkurrenz für Postwertzeigen in Philadelphia bezeichnete im vorigen Jahre die 1« Dollar-Marke der Vereinigten Staaten, die 1898 herauskam und die Radierung von Mac Whir- ters „Prärierinder im Sturm" aufweist, als die schönste Marke der Welt. Zu den kuriosesten Marken gehören Postwertzeichen von Lettland, das 1918 nach seiner Neubildung die ersten Marken auf die Rückseite deutscher Generalstabskarten druckte und zwei Jahre darauf als Papier für weitere Marken die nicht fertiggestellten Fünf-Rubel-Scheine des Arbeiterund Soldatenrates in Riga verwendete. Briefmarken haben ihre Geschichte — und die Sammler ebenfalls. 1912 bemerkte in Philadelphia ein junger Mann in einer Altpapierhandlung einen Sack alter Briefe, die zum Einstampfen bestimmt waren. Er schnitt die Marken heraus und entdeckte erst viel später, welchen Fund er gemacht hatte: feiten ft e Marken aus Öen Jahren 1 845/4 7, die einen Wert von rund 100 0Ö0 Dollar darstellten. Und heute noch gibt es in den Bries truhen alter Familien unentdeckte Schätze von hohem Wert. G. Schake. Vor noch nicht hundert Jahren — 1840 — erschienen die ersten Briefmarken, und heute befassen sich in aller Welt mehr als sechs Millionen Menschen mit dem Sammeln dieser kleinen Papierstückchen. Schon im Jahre 1900 wurde die Zahl der Sammler auf 950 000 geschätzt, es gab 164 ordentliche Vereine, und in 19 Sprachen erschienen 149 Zeitschriften, die hatte ... „Fräulein Alma, halloooh, nun lachen Sie mal!", rief er schon von weitem und sprang behend von seiner „Karre", um ihr, der vor Freude und leiser Beschämung Errötenden, wie ein Geck mit zwei Fingern die Botschaft verschmitzt auszuhändigen. Und Alma sah darauf nieder mit unmerklich zitternden, blassen Lippen, und wenn sie dann eilends in die Stube ging und den Brief fo auf dem Tisch, brennend vor Begier nach seinem Inhalt, liegen sah, traten ihr die Tränen in die entzündeten Augen. Sie kostete die Spannung bis zum Deffnen stets genußvoll aus. Doch trieb der luftige Postbote auch zuweilen feinen Scherz mit ihr, nicht im unguten, sondern weil er es wirklich gern mochte, das verwaiste Fräulein. Dann stand er und trat wichtig von einem Bein aufs andere und kramte alle feine Postsachen von unterst zu oberst und tat wahrhaftig so als hätte er sich doch geirrt heute ... Sagt's auch keck heraus: „Wirklich schade, wieder mal nichts dabei für Sie, schönes Fräulein." „Ach, schweigen Sie doch, frecher Mensch!" „So ist's richtig, nun bin ich noch der Sündenbock. Aber daß Sie schön sind, Fräulein Alma ..." Und er sah sie spitzbübisch lächelnd an. „Nun aber kein Wort mehr, hören Sie! Sputen Sie sich lieber, junger Mann, andere warten auch auf Post." Und ihre sanften Augen blitzten. „Na, schön", sagte er folgsam und kleinlaut und langte, als sie ärgerlich wegblickte, mit kühnem Griff in die Tasche, um ein Briefchen daraus her- vorzuangeln, „sind Sie mir noch bös, Fräulein?" Da konnte denn Alma freilich nicht mehr mürrisch tun, und sie lachten sich beide. herzlich an. Im Grunde verstanden sie sich gut. Aber dann kam eine böse Zeit für das kleine Nähfräulein, eine lange, liebearme Zeit, denn der (Strom der Briefe war plötzlich versiegt, und der Zweifel fraß an ihr. Sie würden einige Monate in einem südamerikanischen Hafen bleiben, hatte er noch geschrieben. Uno schwieg. Schwieg Wochen, schrckeg lange Monate. Alma erkrankte an Seele Sammlerschalter in Neuyork in einem Jahre für 338000 Dollar Po st Wertzeichen verkauft habe, von denen die meisten Marken nicht mehr im Kurs waren. 1934 erschienen 1 7 0 0 neue Marken, davon 542 in Europa — das sind 32 neue Postwertzeichen in jeder Woche. Für eifrige Sammler und für solche, die „alles haben" müssen, eine schwere und kostspielige Ausgabe, sich sämtliche Neuheiten zu beschaffen. Nach dem Stande von Anfang 1935 gibt es insgesamt 6 3 5 2 7 verschiedene Briefmarken. Keine Sammlung weift alle Marken auf. Die größte Sammlung, die des Britischen Museums in London, umfaßt 4000 Bände, worin die meisten Marken sowohl postfrisch (ungebraucht) als auch gebraucht und mit Fehlern und Abarten vorhanden sind. Tatsächlich stellt die „Philatelie in Zahlen" ein recht romantisches Kapitel in der Weltwirtschaft dar. Allein Deutschland verbrauchte 1933/34 täglich rund 20 Millionen Po st Wertzeichen — das sind in der Sekunde nicht weniger als 250 Marken. Die Leistungen einer Briefmarken-Druck- maschine in der Reichsdruckerei in Berlin beträgt etwa 5 Millionen Marken pro Tag. Amerika verbraucht im Jahre 22 Milliarden Wertzeichen, für 2,2 Milliarden Mark. 1934 wollte der bekannte Philatelist E. I. Lee seine berühmten Sammlungen von Argentinien, die aus 73 Bänden, und von Uruguay, die aus 123 Bänden besteht, verkaufen. Er forderte 80 000 Pfund für die Uruguay-Sammlung und bot jedem Sammler eine Wette von 1000 Pfund an, daß es von keinem Lande eine Sammlung gäbe, die es an Vollständigkeit und Schönheit mit feiner Sammlung aufnähme. Diese Wette hat kein Philatelist angenommen, nicht einmal der verstorbene König von England, liche Wichtigkeit der Briefmarke jenseits der Dost ist beachtlich. Für die Staatskasse yat die Liebhaberei des Sammelns erhebliche Vorteile: Außer dem Absatz der Briefmarken als Frankierungsmittel befaßt sich die Post auch mit dem Verkauf der abgestempelten, gebrauchten Marken auf den Postanweisungsund Paketkarten-Mittelstücken, die meist hohe Frankaturwerte enthalten, die zunächst den Sammlern entzogen werden, weil jene Abschnitte den Empfängern nicht ausgehändigt werden. Diese Marken werden später durch die „postalische Derwertungsstelle für Sammelmarken" versteigert ober verkauft. (Ende 1935 wurden in Berlin von der Post 190 Gramm Markenabschnitte für 8 Mark verkauft.) Was diese „Nebeneinnahmen" einbringen, ist nicht genau bekannt. Die Postverwaltung der Vereinigten Staaten gab 1932 in einem Jahresbericht bekannt, daß der Oberheffen Wirtschaft 82,50 Werte Zeremonien." V Watzenborn-Steinberg, 9. Nov. Am Samstagabend fand hier im Saale „Zum goldenen Löwen" eine Kundgebung statt, zu der außer den Gliederungen der Partei die gesamte Einwohnerschaft eingeladen war. Ortsgruppenleiter Philipp eröffnete die Versammlung. Schulungsleiter M t • chel, Gießen, sprach über das Thema „Der Weltfeind, der.Bolschewismus". Mit großer Aufmerk- samkeit folgte die Versammlung den spannenden Ausführungen des Redners. Dann wurde die Versammlung in üblicher Weise geschlossen. ex, Eberstadt, 8. Nov. Bei der Pfund- s a m m l u n g durch den BDM. wurden hier 20 Pfund Mehl. 17 Pfund Bohnen, 12 Pfund Reis, 2 Pfund Gerste und 1 Pfund Grieß für das WHW. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstagnachwittag geschlossen. Kreis Alsfeld. 3) Alsfeld, 7. Nov. Der Voranschlag der Gewerbeschule für das R j. 1937 sieht einen Zuschuß der Stadt in Höhe von 5382 RM. vor. Die Schülerzahl für das Wintersemester 1936/37 beträgt bis jetzt 26, die sich voraussichtlich auf 30 erhöhen wird. Es wird eine Steigerung der Schu- lerzahl für notwendig erachtet, da andernfalls der Weiterbestand der Schule gefährdet erscheint. Der Voranschlag wurde von den Ratsherren in der vorgelegten Form genehmigt. gange mehr. IG. Farben 173 nach 173,75, Mans» felder 156 nach 156,75, Aschaffenburger Zellstoff 140,75 nach 141,25. Etwas höher lagen AKU. mit nen, doch ergaben sich auch keine stärkeren Rück» mehr. IG. Farben 173 nach 173,75, Mans» bis 81,75 nach 81. Die später notierten lagen meist schwächer, höher aber Rheinmetall mit 153 (152), Moenus mit 100 (99,50), Südd. Zucker mit 200,50 (200) und Braubank mit 134 (133). gesammelt. — Zur Beseitigung der starken Mäuseplage hat unsere Gemeinde eine gemein« fame Bekämpfung der Mäuse mit Giftweizen durchgeführt. — Die Genossenschafts- Dreschmaschine hat ihre Arbeit in unserem Dorfe beendet. Sie war hier rund 12 Wochen lang tätig. LJ Lich, 9. Nov. Am heutigen Montag rann Frau Witwe Katharina Schäfer ihren 8 0. G e • burtstag feiern. Frau Schäfer erfreut sich noch einer vollen geistigen und körperlichen Frische und verfolgt noch mit regem Interesse das Tagesgeschehen. ^Nieder-Bessingen, 7. Nov. Der hiesige Gemischte Chor nahm am gestrigen Freitagabend seinen Singstundenbetrieb wieder auf. Zu Beginn der Stunde widmete der Vorsitzende, -Bur« germeister Maul, in einer Ansprache dem nach Lich versetzten Chorleiter Lehrer Hinkel herzliche Worte des Dankes und der Anerkennung für ferne Tätigkeit als Jugenderzieher unserer Gemeinde und als Chorleiter des Gemischten Chors. Lehrer H i n- k e l dankte für die Ehrung und bat die Sänger, zur weiteren Pflege des deutschen Liedes ebenfo eifrig tätig zu fein wie bisher. — Hur Holzfällungim Gemeindewald wurden zwei Rotten zu je sechs Mann aufgestellt, die voraussichtlich Ende dieses Monats mit ihrer Arbeit beginnen werden. — Gegenwärtig findet in unserem Dorfe ein M e l k - k u r s u s statt, der von der Landesbauernschaft veranstaltet wurde. Die Beteiligung an dem Kursus ist recht zahlreich. ♦ Ober-Bessingen, 8. Nov. Der 33 Jahre alte Arbeiter Heinrich Keil verunglückte bei Arbeit e n am hiesigen Bahnhof. Der Verunglückte mußte mit einem Unterschenkelbruck des linken Beines nach Gießen in die Klinik gebracht werden. cZVillingen, 8. Nov. In unserer Gemarkung wurde schon seit längerer Zeit von Wildschweinen großer Schaden verursacht. Trotz eifriger Bemühungen gelang es bisher nicht, die Schwarzkittel durch die Jagdpächter zu stellen. Dieser Tage konnte man abends zwischen 21 und 22 Uhr ein großes Rudel von 25 Wildschweinen in der Nähe der Straße nach Hungen beobachten und in der Richtung nach Nonnenroth verschwinden sehen. # Hungen, 8. Nov. In geistiger und körperlicher Frische kann am 9. November unser Mitbürger Karl Knorr seinen 85. Geburtstag feiern. — Der in den Monaten September und Oktober hier stark in Erscheinung getretene Scharlach ist bisher noch nicht völlig zum Stillstand gekommen. Immer noch treten, wenn auch nur in vereinzelten Fällen, Neuerkrankungen auf. Rhein-Mainische Börse. Schwächer. Frankfurt a. M., 7. Nov. Die Börse lag bei fast völliger Geschäftsstille zum Wochenschluß schwächer. Es erfolgten kleine Abgaben des Publikums, auch die Kulisse realisierte. Die abermals schwache Haltung der Auslandswerte im Zusammenhang mit einem Rundschreiben des Zentraloerbandes für das private Bankgewerbe blieb auch für den In- landsaktienmarkt nicht ohne Einfluß. Am Aktienmarkt ließen die Kurse durchschnittlich 1 bis 1,5 v. H. nach. Montanwerte setzten überwiegend 0,5 bis 1 v. H., Hoesch 1,75 v. H. und Mansfelder 1,25 v. H. schwächer ein, Buderus und Rheinstahl blieben gut behauptet. JG.-Farben verloren 1 v. H. auf 173,75, Scheideanstalt 3 v. H. auf 271. Schwach lagen Zellstoffpapiere, Aschaffenburger 141,25 (142,50), Waldhof 162 (165,50), Feldmühle Papier 143 (144,75). Von Elektroaktien waren besonders Siemens gedrückt mit 202,75 (206,50), auch RWE. büßten 1,65 v. H. und AEG. 0,40 v. H. ein, dagegen lagen Schuckert unverändert. Motorenwerke lagen ebenfalls matt, Daimler 122,50 (125,25), BMW. 143,50 (144,75). Von (Eimelroerten tarnen Reichsbank 1,13 v. H., Westdeutsche Kaufhof 0,50 v. H., Bemberg 0,90 v. H. niedriger zur Notiz. Von Auslandsaktien ermäßigten sich Aku auf 81 (83,25), später etwas erholt auf zirka 82, Chade A—C 328,25 (362). Am Rentenmarkt bröckelten Altbesitz 0,25 v. H., Kommunal-Umschuldung 0,25 u. H. ab. Zertif. Dollar-Bonds lagen schwächer, 6 v. H. Preußen 76,25 (78). Don Auslandsrenten waren Mexikaner angeboten, da die angekündigte Bereitschaft zu Schuldenverhandlungen starker Skepsis begegnete. 5 v.H. äußere Goldmexikaner 14,13 (14,40), 4pro- zentige 10,40 (11), 5 v. H. innere Silber 6,25 (6,50). Auch Ungarn Gold weiter nachgebend auf 11,10 (11,35), Anatolier I 35 (35,80). Im Verlause unterlagen die Aktienkurse bei anhaltend kleinem Geschäft geringen Schwankun- gen, Erholungen waren jedoch kaum zu oerzeich- gelegt werden. Anlegung einer Stadtchronik: Von dem Erwerb eines solchen Werkes, das auf der Bürgermeisterversammlung in Gießen gezeigt wurde, soll im Hinblick auf die Höhe der Kosten (147 Mark) vorerst Abstand genommen werden. Neuverpachtung der Grabstücke aus der Käswiese: Wegen der geplanten Errichtung eines Arbeitsdienstlagers auf biejem Platze wurde im August den Inhabern der dortigen Grab- stucke gekündigt. Eine Entscheidung über die Errichtung des Lagers auf diesem Platze ist noch nicht erfolgt,' nach privaten Mitteilungen soll dagegen das Lager in die Nähe der oberen Ziegelhütte kommen, weil dieser Platz wegen der für Grünberg, Lehnheim und Weickartshain vorgesehenen Feldbereinigung, die bis 1940 bzw. 1941 beendet sein soll, zentral gelegen sei. Da die Sache wohl bald geklärt wird,'soll mit der Neuoerpachtung bis Januar gewartet werden. Bürgermeister Wagner bemerkt noch, daß er im Wege der Verhandlungen mit einigen Inhabern, die nicht unbedingt auf diese Grabstücke angewiesen sind, versuchen will, diese zum freiwilligen Verzicht zugunsten unbemittelter Bewerber zu veranlassen. Eine Anzahl anderer Grundstücke, deren Pachtzeit abgelaufen ist, soll demnächst öffentlich neu verpachtet werden. Mitteilung: Zu der Beratung in der vorigen Sitzung über die Neufestsetzung des Preises für sog. bereitgehaltene Reihengräber auf dem Friedhof gibt der Bürgermeister seine Entschließung bekannt: Die Gebühre wird van 300 Mark auf 250 Mark herabgesetzt. Im Einzelfalle, wobei ein Alter von 60 Jahren Voraussetzung ist, kann nach Beratung mit den Ratsherren eine Ermäßigung bis auf 100 Mark erfolgen; wobei eine Ausnahme von der Regel nur im Falle der Bedürftigkeit und Würdigkeit des zu Bestattenden geschehen soll. Wiedererrichtung des alten Markbrunnens und Erbauung eines hölzernen Aussichtsturmes auf dem Tannen köpf: Die Ratsherrn stehen diesen beiden Projekten sympathisch gegenüber und sind damit einverstanden, daß beide Pläne auf ihre Durchführbarkeit geprüft werden. U. a. wird angeregt, die Kosten für die Stadt durch freiwillige Spenden möglichst niedrig zu gestalten. Zn der Scheune tödlich abgestürzt. HI Saubringen, 9. Nov. Beim H e u h o l e n in der Scheune stürzte am gestrigen Sonntagnachmittag die 63 Jahre alte Landwirtswitwe Frau Margarete Opper so unglücklich von der Leiter ab, daß die Bedauernswerte tot am Fuße der Leiter liegen blieb. Landkreis Gießen S Alten-Buseck, 9. Nov. In der hiesigen Volksschule wurde eine Sammelstelle eingerichtet, zu der die Schulkinder alle Arten von Altmetall mitbringen. So wird schon die Jugend zu Sparsamkeit erzogen und darf schon mithelfen in dem großen „Kampf dem Verderb". ch Mainzlar, 8. Nov. Bei der hier durchgeführten Honigsammlung wurden bis jetzt über 100 Pfund Honig gesammelt und abgeliefert. -i- A l b a ch , 9. Nov. Am gestrigen Sonntag hielt der hiesige Kaninchenzuchtverein im Saale xur „Stadt Lich" eine gut beschickte Ausstellung ab. Das Tiermaterial war zum größten Teil in bester Qualität. An Preisen wurden vergeben auf: Deutsche Riesen: Karl Hermann 2. E. und 2. Preis. Groß Chinchilla: Heinrich Hahn, E., 1. und 2. Pr.; Heinrich Brück, 2. und 3. Pr. Französische Silber: K. Hermann, 3. Pr. Weiße Wiener: M. Then, 2. Pr. Rhein. Schecken: W. Stumpf, 1. und 2. Pr. Klein-Silber: W. Schäfer, 2. und 3. Pr.; H. Braun, 3. Pr.; K. Happel, E.; K. Schmidt, zwei 1. und ein 3. Pr.; W. Will, 1. Pr.; K. Koch, E., zwei 2. und ein 3. Pr. Engl. Schecken: L. Need, 2. und 3. Pr. Holländer: M. Then, 2. Pr. Hermelin: H. Koch, E., 1., 2. und 3. Pr. Zur Unterhaltung der Gäste fand ein Preisschießen statt. Sitzung der Ratsherren in Grünberg. -f- Grünberg, 6.Nov. Beiträge der Stadt Grünberg zu den Ko st en der Oberrealschule: Zur Beratung dieses Punktes waren Oberstudiendirektor Hüthwohl und Stadtrechner Geh ringer zugezogen, die eingehende Darlegungen über die finanzielle Seite der Schule gaben. Im diesjährigen Voranschlag sind für die Oberrealschule an Einnahmen 2500 Mark, an Ausgaben 28 044,64 Mark vorgesehen. Ein Abbau der drei oberen Klassen würde für die Stadt die Ausgaben um 3830 Mark verringern. Mit einer Ausnahme sind sämtliche Ratsherren der Meinung, die Anstalt in der seitherigen Form weiter bestehen zu lassen. Der Bürgermeister behält sich feine Entschließung vor, erklärt aber, daß er an emen Abbau für nächstes Jahr nicht denke, sondern zunächst für einige Jahre eine abwartende Haltung in dieser Frage einnehmen werde. Es müsse versucht werden, und diesen Standpunkt vertrat auch Oberstudiendirektor Hüthwohl, weitere Einsparungsmöglichkeiten zu finden, ähnlich wie im vorigen Jahre, als man durch Zusammenlegung einzelner Stunden in den Oberklassen eine Lehrkraft eingespart habe, was den städtischen Zuschuß um mehrere tausend Mark verminderte. Einführung einer anderen Art der Getränkesteuer: Diese Steuer wurde seither nach Pauschalsätzen erhoben und erbrachte etwa 400 bis 500 Mark im Jahr. Sie soll künftig nach dem Beispiel anderer Städte auf Grund monatlicher Steuererklärungen der Gastwirte erhoben werden. Man erwartet dadurch einen erhöhten Betrag. Die Ratsherren sind mit dieser Neuregelung einverstanden. Beitrag zum D e u t s ch tum s f o n d s des Deutschen Gemeindetages. Der seither gezahlte Jahresbeitrag von 10 Mark wird wieder bewilligt. Nachtschutz in Gründ erg: Da von den beiden Nachtwächtern der eine seit einiger Zeit auf der Bürgermeisterei beschäftigt wird, liegt der Nachtschutz in den Händen nur eines Nachtwächters. Die Ratsherren sind der Meinung, daß dies in Zukunft weiter so gehandhabt werden soll, außerdem soll dem Nachtwächter ein Wachhund beigegeben werden. M Verkehrswerbeprospekt: Auswahl der Lichtbilder und Beschaffung des Werbetertes: Bürgermeister Wagner legt eine große Zahl meist von chm selbst angefertigter Aufnahmen der schönsten Punkte der Stadt und Umgebung vor. Für einen von Dr. Vaud el dazu geschriebenen Werbetext werden 20 Mark bewilligt. Die endgültige Auswahl der Lichtbilder und des Werbetextes soll den Ratsherren nochmals vor- Oer Arbeitsdank marschierte in Mainz. Aufnahme in die Deutsche Arbeitsfront. LPD. Mainz, 8. Nov. Am Samstag und Sonntag hatten sich aus 370 Gruppen des Gaues Hessen-Nassau die ehemaligen Arbeitsdienst» möbel und Arbeitsdien st männer in Mainz zu einem Treffen eingefunden. In herzlicher Kameradschaft wurde hier die Erinnerung an gemeinsam vergangene Tage gepflegt und gleichzeitig die Uederführung des Arbeitsdank in die Deutsche Arbeitsfront feierlich vorgenommen. Am Samstagmittag schon marschierten singende Abteilungen durch die Straßen des „Goldenen Mainz. Aus Frankfurt war ein Sonderzug gekommen. Am Abend führte die ehemaligen Arbeits- bienftmänner ein Kamerabschaftsabenb zusammen. Dabei veranstalteten Möbels ber Frankfurter Arbeitsbankaruppe einen Lagerabenb, so wie er ba- mals in den Lagern abgehalten wurde. Die eigentliche Wiedersehensfeier fand am Sonn- tagoormittag in der Mainzer Stadthalle statt. Hierzu hatten sich führende Persönlichkeiten der Partei und ihrer Gliederungen, an ber Spitze Oberbürgermeister unb Kreisleiter Dr. Barth, einge° funben. Ein Dorspruch, ber von ber Pflichterfüllung im Arbeitsbienst sprach, leitete über zu den Worten bes Gauarbeitsbankwalters Krause. Er sprach über bie Ausgaben des Arbeitsbankes, ber für den Arbeitsplatz unb die Kleidung sorge, der die Kameraden unterstütze, einen Teil für die Siedlung oorbereite unb sie auch weiterhin in ihrem Leben betreuen wolle. Anschließenb übernahm der (Bau» obmann der DAF., Willi Becker, die Männer m die Deutsche Arbeitsfront. Zum Zeichen ihrer jederzeitigen Einsatzbereitschaft marschierten bie Versammelten bann burch die Straßen ber Stabt unb würben hier später aus Feldküchen gespeist. Am variablen Rentenmarkt ergaben sich keine Veränderungen, zertif. Dollar-Bonbs blieben unerholt, 6 v. H. Spargiro 75 nach 75,50 (76,75). Ungarn Gold etwas gebessert mit 11,25 nach 11,10. Gokdpsandbriefe blieben unverändert, Liquidations- Pfandbriefe waren gefragt und 0,13 bis 0,25 v. H. fester, auch einzelne Stadtanleihen etwas freundlicher. Reichsanleihen blieben unverändert, 4pro- zentige von 1934 98,40, Sprogentige von 1927 101,40. Schweiz. Bahnanleihen waren angeboten, ebenso IG. Chemie Bafel, die sämtlich mit „Minus-Zeichen" angeschrieben wurden und bis 10 v. H. verloren. Im Freiverkehr galten Adlerwerke 105, Pokorny 123,50, Wayß & Freytag 126,75, Growag 91, Frankfurter Handelsbank 31. — Tagesgelb unverändert 2,50 v. H. $cantfurter Schlachlviehmartt. Frankfurt a. M., 9. Nov. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 800 Rinder (137 Ochsen, 78 Bullen, 403 Kühe, 182 Färsen), 411 Kälber 153 Schafe, 3034 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 37 bis 45 Mark, Bullen 39 bis 43, Kühe 25 bis 43, Färsen (Kalbinnen) 38 bis 44, Kälber 40 bis 65, Lämmer und Hämmel 45 bis 50, Schweine 51 bis 57 Mark. — Marktverlauf: Rinder, Kälber und Schweine zugeteilt, Hämmel und Schafe ruhig. 5 Steinbach, 6. Nov. Nach dem Stillstand während einer Woche ist ber große Baggei von hier abgefahren — über fein Versinken im sumpfigen Wiesengrunde und die Schwierigkeiten beim Herausholen wurde im Gießener Anzeiger berichtet — und arbeitet wieder in der Nähe ber Kreisabdeckerei. Eine geschichtliche Erinnerung aus bemfelben Wiesengrunb, nur etwas oberhalb, wo bie Reichsautobahn über den früheren Steinbacher Sportplatz geht, fei angefügt. Dort waren ebenfalls sumpfige Stellen, die einem taperen General zum Verhängnis wurden. An jener Stelle lag in alter Zeit eine Sieblung: Pohlheim, o hießen bie Wiesen im Volksmund Pohlheimer Wiesen. Pohlheim gehörte zum Steinbacher Gericht, das neben Steinbach, Watzenborn, Garbenteich, Steinberg, Obersteinberg, noch einige heute nicht mehr bestehende Dörfer umfaßte. Nach der Steinbacher Chronik wurde am 21. April 1797 der General Ney, der nachmalige Fürst von Moskwa, von österreichischen Husaren in den Pohlheimer Wiesen gefangen. Das Pferd des Generals war an einer sumpfigen Stelle dortselbst steckengeblie- nen. Der Chronikschreiber beruft sich dazu auf Wagner: „Wüstungen im Großherzogtum Hessen" unb schreibt: „Einige Pappelbäume bezeichnen noch heute diese Stelle." Auf dem Hügel seitlich dieser Stelle, der jetzt abgetragen wird, weil bie Reichsautobahn durchgeht, waren im Walde noch Mauerreste zu sehen. Der General wurde gefangen nach Gröningen gebracht. „In dem Marstellerischen Hause empfing ihn der kaiserliche General freundlich mit den Worten: Kamerad, heute mir, morgen Dir! Ein Steinbacher will das gesehen und gehört haben." 1798 waren die Franzosen übrigens wieder in Steinbach und ein hier einquartierter Gor« pvral Georg Fischer von der 6. Komp. 12. Bataillons 1/2 Brigade der Armee von Mainz, gebürtig von Brumstadt im Elsaß, wurde unweit Lich in der „gebrannten Heeg" tot aufgefunden. Sein Tod wurde nicht aufgeklärt, er soll von einem Leihgesterner Fuhrmann im Streit erschlagen worden sein. „Der Tote fand auf dem Steinbacher Kirchhof fein Grab, und ein katholischer Geistlicher aus dem Kloster Arnsburg verrichtete die Leichen-- Kurszettel der Berliner und Krankst Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe ber zuletzt beschlossenen Dividende an. — irter Börse. Reichsbankbiskont 4 v.H., Jranfturt a. M. Berlin Frankfurt a.M. Berlin tfranifurt a. M. Berlin Schlußkurs Schluvl. Abend- börfe Schluß« kurs Schlußk. Mittag« börse Schluß« kurs Gchlußk. Abend- börsc Schlußkurs Schlußl. Mittag« bflrfe Schluß« kurs Schlug. Abend- böri Schlußkurs ecblupt. Mittag« bör.e Datum 6-11 - 7-11 6-11. 7.11 ■ Datum 6.11. 7.11. 6.11. 711. Oaium 6-11 - 7.11 - 6.11. 7.11. 6% Deutsche ReichSanleihe v. 1627 4% Deutsche ReichSani. von 1934 W/o Doung-Anleihe von 1930 . Deutsche Anl.-Ablo>.-Schuld mli AuSlos.-Rechten ............ Hess. Landes Hypothekenbank DarmstadtLlqu. 4'/.% ehem. 8% Darmst. Komm LandeSb.Goldschuldverfchr. R.6 Oberhessen Provinz-Anleihe mii AuSloj.-Rechten ............ 101,4 98,4 102,5 122,75 98,75 97 100,5 93 122,75 97 100,4 100,75 97,5 95 109,8 11,35 10 11,1 14,75 101,4 98,4 102,65 122,75 99,9 98,75 97 100,25 93 122,75 97 100,5 100,9 97,5 95 109,8 11,25 9,25 9,25 14,13 101,4 98,4 102,8 123 100,2 129,75 123 97 100,1 97,5 95 109,9 29,13 2,8 11,6 9,9 10 14,65 101,5 98,4 103,2 122,75 100,1 122,75 97 101 97,5 95 109,9 2,9 11,1 9,2 9,75 14 4% oeegl. Serie h ............ 5% Numan, vereinh. Rente v. 1903 4y,%Rumän.vereinh.Rentev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente . 7,2 11,1 6,5 35,8 15,5 15,4 125 109,25 109,5 107 191.65 165,25 136,75 159,75 140 145 139,65 163,5 206,5 149,65 124,75 145,25 157 123,25 150 126 118 7 10,75 6,3 35 15,75 15,4 126 109,25 109 107 190,5 165,5 136 159 139 144,75 138 163,5 I 202,75 1 149,5 I 125 144 1 121,25 147,5 125 116,5 7,3 10,9 6,6 36 15,75 15,5 125,5 125,5 109,25 109,5 107 191 165,25 135,65 159 140,25 145,5 134 139,4 163,5 206 149,5 125 144,75 157,5 121,75 204 150,5 125,5 118,25 7,05 • 10,9 6,25 34 15,75 39 15,25 126 127 109,25 109 107 190,5 165 136 157,9 138,5 143,9 138,5 162,75 203 150 124,5 143,4 156,75 120,4 202 148 125 116,5 Mansfelder Bergbau....... 6/i Kokswerke ................ 6 Rheinische Braunkohlen .....le Rheinstahl.................. 4 Vereinigte Stahlwerke......8/i Otavi Nttnen ...............0 Kaliwerke Aschersleben........ 5 Kaliwerke Westeregeln........5 Kaliwerke Salzdetfurth..... 7/s I. G. Farben-Industrie ....... ? ScheideanstaU...............9 Goldschmidt ................ 5 Rütgerswerke ............... 6 158 232 155,25 123,5 40,75 144,25 138,5 197,5 174,75 274 132 142 155,5 137 | ’ü 83,25 115 165,5 142,5 125,25 166,5 61,75 362 204 174,75 | 30,75 99,5 1 200 156 154,75 123 40,25 143,5 137,75 195 173,25 271 132,5 141,5 154,5 135 164 81,75 113,75 162 140,75 123 165,75 61,25 328,25 174 I 31 99 1 200,5 157,5 141 231,5 155,9 123,75 40,75 143,75 139 197 175,65 131,5 142,4 156,5 136 102,25 83,5 115 164 142,5 111,75 124 166,25 94 61,65 357 204,5 174,75 1 30 J) 1 198 156 139,75 231,25 154 122,5 39,25 145 137,5 195 173,13 129 141,25 153 134,5 102,4 81,9 113 162 141 111,5 122,65 165,25 92,75 61,25 330 202 174,75 1 ü 202 Hamburg-Amerika-Paket .....0 Hamburg-Südcnn. Dampfschiff. 0 Norddeutscher Lloyd .........0 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz- und PrivatBank ... 4 Deutsche Bank und Disconko- Gesellschaft................4 Dreödner Bank........ 4 Reichsbank .............. 1- ,'l.E.G...................... 0 Bekula..................... 8 Cwktr. Lieferungsgeselhchast ... 6 Uidit und Kraft ..... 7 ,reiten & Guilleaume......... 4 Gesellsch.s.Elektr.Unternehmung. 6 Rheinische Elektrizität ........ 6 Rhein. Wests. Elektt.......... 6 Schuckert L Co............... 6 Siemens S Halske............ 8 Lahmeyer & (io......... 7 Buderus ................... Metallgesellschaft.............6 Philipp Hölz mann ........... 4 Zementwerk Heidelberg ...... 1 Cementwerk Karlstadt......... 6 Schultheis Patzeuhofer ....... 4 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg................... 6 Zellstoff Waldhof ............6 Zellstoff Aschaffenburg .......0 Dessauer Gas ........ ...... 7 Daimler Motoren....... 0 Deutsche Linoleum........... 8 Lrenstein & Koppel ..........0 Westdeutsche Kaufhof.........o Deutsche Komm. Sammelabl. Aw leihe Serie 1 mit Auc-los.-Rechten 4/i% ehe in .884, Franks. Hyp.-Bant Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 6’4% ehem. 4'/r% Franks. Hyp. Bank-Liqu.-Psandbriese...... f>/,% ehem. 4/i% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpse. ... 4/i% ehem. 8% Pr. LandeSpsand- brtesanstalt, Pfandbriefe R. 19 4/i% ehem. 7% Pr. Landespfand bricsanst., Gold Komm. Obl. 20 Steuergutich.Verrecbnunask. 34-38 4% Oesterreichische Goldrente... 4,20% Oesierrcichijche Silberrente 4% Ungarische Gediente ...... 4% Ungarische Staatsrente v. 191C 4y,% desgl. von 1918......... Deutsche Erdöl .............. 4 Harveuer................. L’/r Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. 3 Ilse Bergbau ............... 6 Accumutatoren-strabrik....... 12 Contt-Gummi............ 11 Grttzn-r 0 5% abgest. Goldmerikaner von 9t 4% Türkische Bagdaobahn-Anleih« Serie l......... .......... alle Bergvau Genüsse........* Klöcknerwerke ............... k Mannesmann-Röhren........ 8 Mai'nkraftwerke Höchst a.®L... 4 Süddeutscher Zucker ........ IC Lombardzinsfuß 5 v. H. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 21L K.Novem'.er 7.November Amtliche Notierung Amtliche Notierung Selb Bridf Geld | Brie, ouenud tim 0,691 0,695 0,690 0,694 Brüssel .... 42,08 42,16 42,11 42,19 Rio de Jan. 0,144 0,146 0,144 0,146 3,053 Sofia..... 3,047 3,053 3,047 Kopenhagen 54,19 54,29 54,17 54,27 Danzig .... 47,04 47,14 47,04 47,14 London.... 12,135 12,165 12,13 12,16 Helsingfors. Paris ..... 5,36 11,505 5,37 11,525 5,365 11,54 5,365 11,56 Holland ... 133,22 133,48 133,52 133,78 Italien .... 13,09 13,11 13,09 13,11 Jaoart..... 0,709 0,711 0,708 0,710 -wgoilawten 5,654 5,666 5,654 5,666 Oslo..... : 60,98 61,10 60,96 48,95 61,08 49,05 Wien....... 48,95 11,02 49,05 Lissabon .... 11,04 11,015 11,035 Stockholm.. 62,57 62,69 57,24 62,55 62,67 Schweiz ... 57,12 57,16 57,28 Spanien... 22,23 22,27 22,23 22,27 Prag...... 8,771 8,789 8,771 8,789 Budapest .. — - Reuyork .. 2,488 2,492 2,488 1 2,492 Banknoten. Berlin,7 November «cld Brief timentanndje Roten...... ........ 2,45 2,47 Belgische Noten.......... 41,96 42,12 54,01 12,105 54,23 Englische Noten ......... 12,145 französische Noten....... ........ 11,49 11,53 Holländische Noten....... 133,18 133,72 Italienische Noten........ — — ' gkorwegische Noten ...... ...... 60,80 61,00 Deutsch Oesterreich, ä 100 Schilling — —— Rumänische Noten....... Schwedische fllntpn...... 62,38 67,01 62,64 67,23 Schweizer Noten................. Spanische Noten................. Ungarische Noten................ — Ur. 265 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Montag, 9. November 1936 in 5. Schlußsansare. Eintritt frei! Kreisleitung Wetterau der NSDAP. die Leitung der Universitäts-Kinderklinik in weise an er- darstellen. Da sind zunächst die Tuben und Flaschenkapseln und das Silberpapier, mit denen viele Waren unseres täglichen Bedarfs umhüllt sind. Man hat zu ihrer Herstellung das kostbare Zinn, Blei oder Aluminium verwandt, und es in kleinsten Teilen dem täglichen Verbrauch zugeführt. Die Wiedersammlung dieser Dinge ist nicht eine Aufgabe, die dem Altwarenhandel übertragen werden kann, denn an und für sich ist dieser damit beauftragt, die Haushaltsbestände an Altmetarial, wie Lumpen und Alteisen usw. zu sammeln; Tuben und dergleichen haben im einzelnen zu wenig Wert. Dafür springt jetzt die Hitlerjugend ein. Sie sammelt jede einzelne Flaschenkapsel und jede Konservenbüchse, sie ist in ihren einzelnen Gliederungen dazu aufgeboten, um treppauf, treppab bei den Haushaltungen nach solchen Sachen zu fragen, die man sonst, ohne nachzudenken, dem Mülleimer überantwortete. So werden durch die deutsche Jugend Millionenwerte wieder nutzbar gemacht, die sonst verdarben. Auch andere Organisationen haben sich in den Dienst der Sammlung gestellt. So haben die Postbeamten Stanniolpapier und Bleikugeln u. dgl. eifrig gesammelt und werden diese Sammlung fortsetzen, weil aus diesen nur scheinbar wertlosen Abfällen Zinn und Blei wiedergewonnen werden. Und schließlich ist ein großzügiger Kampf dem Verderb angesetzt worden, mit dem die Geschäftsgruppe Ernährung der NS.-Volkswohlfahrt betraut worden ist. Die Kuchenabfälle, die bisher verdarben, oder einfach dem Ascheneimer zugeleitet wurden, haben bekanntlich einen außerordentlich großen Wert für die Ernährung unseres Viehbestandes, vor allem der Schweine. Es sind zusätzliche Futtermittel, deren Wert in die Millionen geht. Und diese Millionen werden jetzt gewonnen. In Sammeleimern werden die Küchenabfälle gesondert von Asche und sonstigen Dingen aufbewahrt, eine zweckmäßige Organisation wird eingesetzt, um diese Abfälle weiterzuleiten. Daß damit ein Teil unserer Schweinezucht vergrößert werden kann, also die Ernährungsgrundlage unserer Nation gesichert wird, bedarf keines Beweises. Alle Kräfte der deutschen Nation werden und müssen angesetzt werden, um das Ziel der Unabhän- gigmachung unserer Ernährung und Jndustriever- sorgung vom Auslande zu erreichen. Der Oberarzt an der Universitäts-Kinderklinik Gießen, Professor Dr. Frick, hat Vertretungs- Heidelberg übernommen. (Yrx. , r Professor Dr. Auler wird im Wintersemester 1936/36 unter Beibehaltung seiner Lehrtätigkeit in Gießen die Vertretung des Lehrauftrags für Betriebswirtschaftslehre an der Universität Marburg übernehmen. Oie Ausstellung Weltfeind Nr. 1 im Gau Hessen-Nassau. MSG. Als erste im Gau Hessen-Nassau hat die Stadt D a r m st a d t die A u s st e l l u n g „W e l t - feind Nr. 1, der Bolschewismu s" in ihre Mauern ausgenommen. Seit Wochen hatte die Kreispropagandaleitung eine rege Werbung hierfür entfaltet. Unter großem Andrang der Bevölkerung eröffnete Kreisleiter Wamboldt am Samstag die Schau und führte dabei u. a. aus, daß diese Ausstellung gerade zur rechten Zeit kommt, da der Bol- chewismus sich in der Welt so nachdrücklich wieder Sturmsührer Kurt Richter. Alle Gliederungen und angeschlossenen Verbände der NSDAP. nehmen ge- Betriebe nehmen ebenfalls feil Die Betriebssichrer und Behördenvorsteher wollen veranlassen, das; die Belriebsgesotgschasten an der Gedenkfeier lellnehmen, soweit sie nicht von einer Gliederung der NSDAP, ersaht sind. Die Fahnen sind um 20.20 Uhr vor der Bolkshalle angetreten. Amt für Volkswohlfahrt. Ortsgruppe Gießen-Nord. Am Dienstag, 10., und Mittwoch, 11. November, wird im Bereich der Ortsgruppe Gießen-Nord die Pfundsammlung durchgeführt. Die Hausfrauen werden gebeten, die Pfundpackchen bereitzulegen. Hitler-Jugend Bann 116 Gießen. Vetr.: Feier des 9. November: Am heutigen Abend treten alle Gießener Gefolgschaften und Sondereinheiten um 19.50 Uhr auf dem Brandplatz an. Mäntel und Westen sind zu der Feier in der Volkshalle nicht zu tragen. Velr.: Heimabendbesuche. 10. Nov.: Holzheim, Lang-Göns. ll. Nov.: Lollar, Treis, Allendorf, Leihgestern, Klein-Linden. 12. Nov.: Großen-Linden, Hausen, Eberstadt. Von der Universität. Vornotizen. Tageskalender für TNonlag. 20.30 Uhr: Feier des 9. November in der Volks- halle. — Gloria-Palast, Seltersweg: „Regine". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Vergiß mein nicht —Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brand: 17 bis 18 Uhr Ausstellung von Oelgernälden, Aquarellen und Tempera. Ortsgruppe Gießen-Süd. Winterhilfswerk des deutschen Volkes 1936/37. Am Montag, 9., Dienstag, 10. und Mittwoch, 11. November, findet in der Ortsgruppe Gießen- Süd durch die NS.-Frauenfchaft die WHW-PsunD- fammlung statt. Es wird gebeten, die Lebensnuttel- jpenden (Pfundpakete) zur Abholung bereichalten zu wollen. 1. Weckruf zum 9. November. 2. Fahneneinmarschlied (Heute schreiten hunderttausend Fahnen). 3. Feiermusik zum 9. November von Erich Lauer. 4. Totenehrung. Vrigadesührer Schmidt. Feiermusik. Vorspiel zu Sigurd Zorsalfar. Feierlied (Fanfaren, kündet mit ehernem Ton). Ansprache. Kreisleiter Pg. Dr. Hildebrandt. (Sieg-Heil — Deutschlandlied — Horst-Wessel-Lied.) Gedenkfeier der NSDAP am 9. November in Gießen. Die Gedenkfeier findet um 20.30 Uhr in der volkshalle stakt. Feiersolge: wünscht sich nur, daß sie eines Tages hören kann: Die Frauen haben dafür gesorgt, daß nichts mehr umkommt! Kampf dem Verderb! Auf Veranlassung des Ministerpräsidenten Generaloberst Göring als Beauftragten für den Vier- jahresplan hat die Geschäftsgruppe Ernährung die NS.-Volkswohlfahrt beauftragt, die Vorarbeiten für eine großzügige Organisation zur Verwertung der Abfälle in Angriff zu nehmen. Ziel ist, die nicht ausreichende deutsche landwirtschaftliche Erzeugung zu steigern. An alle Volksgenossen und besonders an die Hausfrauen ist der Ruf „Kampf dem Verderb" ergangen. Wie Ministerpräsident Generaloberst G ö • ring in seiner großen Rede im Sportpalast gefordert hat, wird die NS.-Volkswohlfahrt eine Sammelorganisation zur planmäßigen Erfassung und Verwertung der gesamten Küchenabfälle auf die Beine stellen. Diese bis jetzt nicht verwerteten Abfälle bedeuten zusätzliche Futtermittel für die Schweinemast. Durch Errichtung von Schweinemästereien am Rande der Städte wird die NS.- Volkswohlfahrt eine nutzbringende Verwertung der Abfälle sicherstellen. Es ist beabsichtigt, in jedem Haus besondere, diesem Zweck dienende Sammeleimer aufzustellen. Für die Organisation der Abholung, des Fuhrdienstes, der Entkeimung und sachgemäßen Verarbeitung der Abfälle zu Futtermitteln, für die Anlage der Mästereien usw. liegen die Pläne bereits vor. Voraussetzung für das Gelingen dieses groß- angelegten Planes ist naturgemäß die aktive und verständnisvolle Mitarbeit der Hausfrau selbst. Sie hat jetzt die Möglichkeit, ohne eigentliche Opfer, die noch nicht ausreichende Fettversorgung von sich aus mit zu fordern uns damit gleichzeitig, gewissermaßen aus dem Nichts, neue Werte zu schaffen. * ** Die Gedenkfeier zum 9. Novernder am heutigen Montagabend in der Volkshalle ist für alle Volksgenossen bestimmt, die sämtlich von der Kreisleitung zu dieser Feierstunde eingeladen sind. Alle übrigen Veranstaltungen sollen am heutigen Abend aus. Den in Gießen arbeitenden auswärtigen Mitgliedern der Betriebsgefolgschaften wird empfohlen, an der "Gedenkfeier ihrer Ortsgruppen teil» 6. 7. 8. 9. zunehmen. , s, „ ** Die körperliche Erziehung in den Schulen während des Winters. Der Reichsftatthalter in Hessen — Landesregierung — hat den Kreisschulämtern folgendes zur Kenntnis gebracht: Bei dem starken Mangel an Turnhallen, insbesondere bei den wenig gegliederten Schulen kann eine planmäßige körperliche Erziehung wahrend des Winterhalbjahres nur dadurch gesichert werden, daß neben dem Kampfspiel auch die sogenannten winterlichen Leibesübungen herangezogen werden. Hierzu gehört vor allem der Eislaus. Wo sich dafür eine geeignete natürliche Gelegenheit oie» tet oder durch Schaffung einer Spritzeisbahn bzw. durch Ueberfchwemmung von Wiesen und dergleichen eine Uebungsgelegenheit Herstellen läßt, ersuche ich um entsprechende Maßnahmen. Für den unterrichtlichen Eislaufbetrieb gilt neben der selbstverständlichen Beachtung der notwendigen Sicherungen gegen Unfallgefahren die Forderung, daß die Ge- samtjuqend durch Schleifen, Eisspiele und derlei- , chen unter Anleitung der Lehrkräfte zur körperlichen Durcharbeitung geführt wird. ** Verkehrsunfall. Am gestrigen Sonn- tagvormittag gegen 11.15 Uhr ereignete sich an der Ecke Wernerwall/Ederstraße em Verkehrsunfall. Ein Fußgänger, der aus der Ederstraße kam unD den Wernerwall überqueren wollte, lies unvorsichtigerweise einem auf dem Wernerwall fahrenden Motorradfahrer ins Rad, wodurch der Fußgänger zu Fall kam und einige Meter weit mltge chleift wurde. Mit schweren Kopf- und Gesichtsverletzun- gen mußte der bedauernswerte Mann durch die Sanitätskolonne in die Chirurgische Klimk überführt | werden. ter sehen noch heute alle wie neu aus, schwerlich hat sie nach dem Tode der Zarin jemals irgendein Mensch angesehen. 1930 bot die Sowjetregierung die Sammlung in Zürich zum Verkauf an Hier er- wars sie H. B l a ß - L a u f e r, der mütterlicherseits von Laoaters Bruder Diethelm abstammte. So war sie seit ihrer Entstehung bis heute stets in privatem Besitz. Dor ein paar Monaten durfte H i l d e b r a n d t die wertvollen Originale, rund 1000 Stück, besichtigen. Im ersten Band stieß er unter der Rubrik „Männliches Alter" auf ein Blatt mit 6 Aquarell- Miniaturen, deren eine ihm auf den ersten Blick als ein Bildnis Goethes erschien. Sie mißt 9,7 zu 7,7 Zentimeter, ist sorgfältig, doch nicht kleinlich ausgeführt und auf einen schönen, harmonischen Farbklang gestellt: Rötlich gesunde Gesichtsfarbe, kastanienbraunes Haar, weiße Halsbinde, grüner Rock, dunkelgrauer Grund. Alles Leben strömt aus dem tief-, fast schwarzbraunen und dennoch strahlenden Auge aus. . .... Die Bilder dieses Blattes hat Lavater, wie öfter, nach dem doppelten Grundsatz des Zusammengehörigen und des Gegensätzlichen gruppiert, und das Bildnis des Genies wird umrahmt von unbedeutenden, oberflächlichen oder spießbürgerlichen Naturen, die durch Beischriften Lavaters auch als solche kennt» lich gemacht sind, wäbrend einzig unter dem durchgeistigten Bilde des Genies kein Wort steht. Diese auffallende Tatsache erklärt Hildebrandt aus der gewandelten Beziehung Goethes zu Lavater, die von schwärmerischer Freundschaft sich im Laufe der Jahre zu leidenschaftlicher Abneigung entwickelte, für Lavater, der mit ungeschwächter Treue an Dem Jugendfreund hing, ein tiefer Schmerz. Für die Frage endlich, von wessen Hand das Bildnis stammen könnte, weiß Hildebrandt keine erschöpfende Antwort, und eine solche ist wohl heute auch nicht mehr zu finden. Doch neigt er zur Ansicht, daß eher der deutsche Maler K r a u s dafür m 5rage fome als einer der Schweizer Künstler, mit denen Goethe in Berührung kam. Hochschulnachrichten Der Reichs- und Preußische Minister für Wissen» schait Erstehung und Volksbildung hat den Chek» arzt an den Städtischen Krankenanstalten Wies, baden Dr. G e r o n n e, zum Honorar-Professor an der Universität Frankfurt ernannt und ihm einen Lehrauftrag für sein Fachgebiet, die innere Medizin, erteilt. Die würdigste Gedenkfeier, von Stolz und Trauer getragen, hat Möller den Toten des Weltkrieges m jenen „Briefen der Gefallenen" geschaffen, die schlicht und ernst und männlich von den Choren der Trauernden, der Mütter, der Geängsteten, der Träger, der Sehenden und endlich der Engel umrahmt werden. Wir wünschen sehr, daß die starken Eindrücke der Aufführung bei recht vielen Hör^n durch eigene Lektüre vertieft würden. So schlechthin schöne, menschliche und erschütternde Strophen wie etwa „Der vierte Brief" verdienen, allgemeiner und geliebter Besitz der Nation zu werden Die Aufführung, deren strenge und stilisierende Form der inneren Haltung der Kantaten entsprach versammelte in Chor und Einzelstimmen das gesamte Schauspielpersonal unter der Spielführung des Intendanten Schultze-Griesheim, der persönlich, klar, verinnerlicht und gesteigert, den „Sprecher" in der zweiten Kantate verkörperte. Von den Einzelsprechern seien ferner die Herren Geiger, Schorn, Lindt, Neuhaus und G s ch m e i d l e r genannt, in den weiblichen Choren die Damen Birkmann und Stirl. Die Aufführung war von vier ernsten Gesängen Hugo Wolfs — „Weylas Gesang" und „Gebet" von Mörike; „Alles endet, was entstehet" von Michelangelo; „Grenzen der Menschheit" von Goethe — umrahmt: Wilhelm Greif (Baß) sang, von Ernst Bräuer am Flügel begleitet, diese Lieder mit beseeltem Ausdruck und einer warmen und schonen Stimme von bemerkenswert geräumigem Umfang — Die Hörerschaft dankte mit herzlichem Beifall für die nachhallenden Eindrücke der Morgenfeier. Aus der provinzialhauptstadt. Aus wenig wird viel! Allmählich ist es jedem Deutschen vertraut geworden, daß die Parole unseres Führers, in vier Jahren müsse Deutschland nach Möglichkeit von der devisenoerschlingenden Einfuhr ausländischer Rohstoffe frei fein, die eherne Pflicht mit sich bringt, jeder Verschwendung vorzubeugen und mit den vorhandenen Mengen sparsam umzugehen. Natürlich liegt in der Erfassung dieser Mengen ein Hauptzweck des Vierjahresplanes selbst, denn er ist aufgebaut auf die größte Wirtschaftlichkeit innerhalb der Nation und auch besonders auf die größte Wirtschaftlichkeit im Machtbereich der einzelnen Hausfrau, die damit geradezu zur Trägerin des Planes wird, Deutschland die Möglichkeit eines wirtschaftlichen Aufschwunges zu geben. Innerhalb der einzelnen Haushaltungen gibt es Dinge, deren Wert im einzelnen vielleicht gering ist, die aber in Millionen deutscher Haushaltungen gesammelt immerhin ein Objekt von vielen Millionen Mark Ein neues Goeihe-Bilbnis. Aus Lavaters Miniaturensammlung. Die Goetheforschung hat sich in den letzten Jahren so sehr jeder Einzelheit im Leben des Dichters bemächtigt, daß das Auftauchen eines bisher unbekannten Goethebildniffes fast um gläubiges Staunen Hervorrufen muß. Und doch ist Hans Hildebrandt eine solche Entdeckung gelungen, über die er in dem in der Dieterichschen Verlagsbuchhandlung in Leipzig erschienenen „Goethekalender auf das Jahr 1937' berichtet. Alle Goetheforscher, denen er eine Abbildung des Miniaturporträts zeigte, waren sofort überzeugt, daß es sich hier um ein Bildnis des etwa dreißigjährigen Dichters handelt. Hildebrandt erkannte es als Goetheporträt nicht nur aus der Aehnlichkeit mit anderen Bildnissen aus dem gleichen Zeckab- chnitt, von denen er vor allem die bekannte Blei- tiftzeichnung von G. M. Kraus aus dem Jahre 1777 zum Vergleich heranzieht, sondern was ihm vor allen Dingen diesen Gedanken eingab, war Die Umgebung, in der er das Bild fand, wovon er ebenfalls im Goethekalender erzählt. Das Bild stammt aus einem kleinen, bisher der Oeffentlichkeit noch nicht zugänglich gewesenen Teil der Lavaterschen Miniatursammlung. Diese Sammlung war so umfangreich, daß das vierbandige m den Jahren 1775—1778 unter dem Titel „Phy- siognomische Fragmente zur Beförderung der Men- chenkenntnis und Menschenliebe" von Lavater veröffentlichte Werk nur einen Bruchteil der Originale wiedergeben konnte. Ein kleiner Teil jedoch hatte ein eigentümliches Schicksal. Im Jahre 1782 hatte Lavater in Zurich den „Grafen und die Gräfin du Nord" kennen gelernt. Hinter diesem Namen verbarg sich das damalige Großfürsten- und spätere Zarenpaar Paul 1. und Maria Feodorowna. Mit Maria Feodorowna verband Lavater seitdem eine geistige Freundschaft, und im Jahre 1798 verkaufte er ihr jenen Teil feiner Sammlungen. Es waren Aquarelle, Zeichnungen und Stiche, inhaltlich zusammenpassend, auf lauter gleichgroße Blätter säuberlich aufgeklebt, und nach Lavaters Wunsch sollten sie als Wandschmuck dienen, einige Zimmer „wo möglich einzig diesen Kabinettsportionen gewidmet fern. Sntge- aen diesem Wunsche wurde jedoch die Sammlung am Zarenhof in sieben Prachtbänden der Bibliothek einverleibt — vielmehr in ihr eingesargt. Die Blat- Gießener Gtaditheaier. IV. Morgenveranstaltung: Kantaten von Eberhard Wolfgang Möller. Die Theaterleitung hatte für die gestrige vierte Morgenveranstaltung - wohl im Hinblick auf den 9. November, auf die Tage von Langemarck und auf den bevorstehenden Totensonntag — eine Aufführung von Kantaten des jungen Dichters Ebe^ Hard Wolfgang Möller gewählt Moller, der auch als Dramatiker und Erzähler bekannt wurde, erhielt für die in dem schmalen Bande ''Berufung der Zeit" vereinigten Kantaten und Chore Den Nationalen Buchpreis 1934/35. Aus diesem Bunde waren die drei letzten Werke, Bauernkantate „Anruf und Verkündung der Toten und „Die Briefe der Gefallenen", zur Aufführung in der Morgenfeier sinnvoll vereinigt worden. Mit gutem Grunde kann hier von einer Aufführung (nicht von Vortrag oder Vorlesung) gesprochen werden, weil diese Gedichte Möllers bewußt m den Bezirk des Theaters übergreifen, weil sie, hymnisch und chorisch erweitert, gefedert und gestei^er,in der Tat nicht nur zum stillen Lesen und ^onejen aus i°m Buche gedacht sind, font>=rn tn der neuen, lebendigen Gemeinschaftssorm unserer Z | Wiedergabe in einer stilisierten feenW"• WfP“; weise bestimmt sind dergestalt, daß jeweils Einzel- stimme und Chor einander antworten oder wie m „Anruf und Verkündung der Toten , Frager unö Sprecher einander dialogisch gegenubergestellt sind Diese neue Form lyrisch-szenischer ^Aruna hat Möller als stn echter Dichter mit sirengem Formwillen aus der Gesinnung und dem- Erlebnis» dieser Zeit sprachmächtig in visionären Vorstellungen und Bildern gestaltet" So künden mi Stimme und Gegenstimme respondierend und aufnehmend vom Sinn des deutschen Bauernlebens die Kantatenverse. „Wir sind die Bauern, welche fromm hinter dem Pfluge sind -. Zum Choral vereinigt: „Denn wir glauben an die Aecker, an das Korn und an das Brot... nur an die Hausfrauen, sondern er geht ebenso alle Gaststätten und Betriebskantinen. Auch sie füllen mit der Ausnutzung der Kohlernte die nationale Forderung des Vierjahresplanes. Ganze Berge von schönem, glattem Weißkraut und Rotkraut türmen sich jetzt auf den Märkten. Für die Hausfrau, die ihren Küchenzettel doch immer der Lage des Marktes anpaffen muß, heißt es in diesen Wochen: Wie kann ich mit allen Kräften Dafür sorgen, daß kein Verlust entsteht und daß mir doch niemand nachsagen kann: „Immer Kohl und immer Kohl — kannst du denn nicht etwas anderes kochen?" Einmal gibts Krautwickel, am Sonntag einen Eintopf aus Weißkraut. Krautsalat schmeckt auch sehr erfrischend, und manchmal eine kleine Rohkostplatte aus verschiedenen Kohlarten kann nichts schaden. Mit Fisch am Mittwoch und Freitag, mit Hammelfleisch am Sonntag, einmal mit Kumme gewürzt und einmal mit Essig und Del, wer will da noch sagen, das sei langweilig? Die Hausfrau Und schon hier klingt auch das Kriegserlebms an — „Denn der Acker ist mit Blut gedüngt und die Saat mit Knochen eingelegt...' —, das die innere Mitte dieses Buches „Berufung der Zeit bildet, um das hier alle dichterische Gestaltung kreist und sich in den beiden letzten Kantaten zu großartigen und erschütternden Bildern verdichtet und steigert. Der Eindruck Versuches wird, gerade was das Kriegserlebnis angeht, entschieden dadurch vertieft, daß dieses Erlebnis von einem jungen Menschen der späteren Generation gestaltet wird der bei Kriegsausbruch noch ein Kind war; es ist kein Zweifel, daß nur eine gültige dichterische Gestaltung hier bestehen und berufen sein konnte: etwa zur Aufrichtung so groß gesehener Bilder, wie sie der „Sprecher" im „Anruf" mit der Vision des von allen Schlachtfeldern der Welt auferstandenen Totenzuges Der Armee beschwört. bemerkbar macht. Es ist Deshalb heute Doppelt not- roenDig, Daß jeDem Einzelnen Dieses Geschehen anhand Des anschaulichen Materials Der Ausstellung eingehämmert wird. Alle Deutschen Menschen müssen Diesen Kampf auf Leben unD ToD, Den Der Bolschewismus Der ganzen Welt aufzwingt, erfassen. Die Ausstellung war währenD der beiDen Tage fast stets überfüllt. Die NS.-Kriegsopferversorgung, Das Amt für Handwerk und HanDel unD eine große Anzahl von Betrieben fanDen sich geschloffen ein. Bis zum späten Nachmittag wurden bereits 5000 Besucher gezählt. Laßt die reichliche Kohlernte nicht verderben! DNB. Die Kohlernte ist in diesem Jahr bekanntlich sehr gut ausgefallen. Der Preis ist infolgedessen niedrig. Die Hausfrauen werden nochmals darauf aufmerksam gemacht, in diesen Wochen, solange der Herbstkohl noch auf dem Markt ist, möglichst viele Kohlgerichte zu kochen, Damit Die reichen Mengen dieses gesunden Nahrungsmittels nicht verderben, sondern für die Ernährung nutzbar gemacht werden. Dieser Appell richtet sich aber nicht Iahnenausmarsch. Die Musik wird ausgesührl von dem SA.-Alusikzug 116, Leitung Vlusikzugsührer Herrmann. Die Lieder werden gesungen vom SA.-Sturm 16/21116, Leitung Unsere Universität beginnt ein neues Semester. Am vorigen Montag hat unsere alma water bdoviciana nach viermonatigen Semesterferien wieder ein neues Semester begonnen. Im Universitätsviertel herrschte bald reger Verkehr. Man sah wieder Studenten auf der Suche nach Wohnungen, andere erledigten bereits ihre Anmeldungen auf dem Sekretariat und im Studentenhaus, alles Anzeichen für den Anfang des Wintersemesters. Wie an allen deutschen Universitäten und Hochschulen, so wurde auch in Gießen am vorgestrigen Samstagvormittag das neue Seme st er offiziell mit einem Appell eröffnet, in dessen Mittelpunkt die Rede des Reichskultusministers R u st stand, die durch den Rundfunk übertragen, im Gemeinschaftsempfang gehört wurde. Die festlich geschmückte Neue Aula war bis auf den letzten Platz besetzt, als unter einem flotten Marsch eineß Spielmannszugs des Jungvolks die Fahnenabordnungen einmarschierten. Mit dem gemeinsam gesungenen Lied „Wohlauf Kameraden.. begann der Semesterantrittsappell. Der Rektor Professor Or. pfahler ergriff nun das Wort und gedachte zuerst der verstorbenen Angehörigen der Universität, zu deren Gedenken sich die Versammelten erhoben. Drei alte Senioren, bedeutende Wissenschaftler in ihrem Fachgebiet, seien verschieden. Die junge Front unserer Dozentenschaft habe sich beträchtlich vermehrt. Bei Beginn des Wintersemesters sei der zweijährige Kampf um den Bestand und die Erhaltung unserer Universität siegreich abgeschlossen. Sämtliche Lehrstühle seien nun lückenlos besetzt. Siebzehn neue Dozenten wurden hierauf vom Rektor begrüßt und vorgestellt. Mit dem Wunsche zu einer guten und schönen Arbeit wurden die neuen Kameraden willkommen geheißen. Dann dankte der Rektor allen Männern und Stellen, die den Kampf um die Erhaltung der Gießener Universität geführt haben, wobei er besonders für die verständnisvolle Unterstützung des Gauleiters und Reichsstatthalters Sprenger und der Regierung in Darmstadt seinen Dank aussprach. In Kürze wolle der Reichsstatthalter persönlich der Universität seinen Besuch abstatten und an Ort und Stelle neue Wünsche und Anliegen kennenlernen. Dann gab Prof. Pfähler noch bekannt, daß jetzt ein Reichsdozentenwerk gegründet worden sei, das sich insbesondere des jungen Dozentennachwuchses annehmen werde. Zu den Studenten und Studentinnen gewandt, begrüßte der Rektor herzlich die junge Mannschaft, die zur Universität gekommen ist. Die Zahl der Studierenden habe sich gegenüber früheren Semestern etwas verkleinert, aber bereits über 700 Studenten hätten sich schon eingeschrieben. Auch sei die Zahl der .neugekommenen ersten Semester für Gießen sehr gut. In Zukunft sei innerhalb der Studentenschaft ein Dualismus beseitigt, weil seit einigen lagen die Führung des Nationalsozialisti- scheu Deutschen Studentenbundes und der Deutschen Studentenschaft in einer Hand zusammengefaßt sei. An dieser Stelle mußte der Rektor seine Ausführungen unterbrechen, weil inzwischen die Uebertragung der Rede von Reicksminister R u st aus Breslau einsetzte. Nach dem eindeutigen und klaren Appell des Reickserziehungsministers mit der neuen Parole „W i s f e n s ch a f t", richtete Prof. Pfähler noch einige Worte an die Anwesenden. Der Kampf um die Erhaltung der kleinen Gießener Universität müsse fortgesetzt werden, damit wieder ein steter Aufstieg der Studierendenzahl in Gießen zu verzeichnen sei. Wenn die Studenten den Vorteil einer kleinen Universitätsstadt erkannt hätten, dann blieben sie gerne hier. Jeder Student müsse versuchen, für das nächste Semester einen neuen Kameraden zur Gießener Hochschule zu bringen. Aufgabe der Universität im Dritten Reich sei, Männer zu erziehen, die in der Lage sind, die vom Führer gestellten Aufgaben zum Wohle des ganzen deutschen Volkes erfüllen zu können. Die Dozenten würden chr Bestes geben, auf der anderen Seite von den Studenten ernste Arbeit fordern. Dann gab der Rektor noch bekannt, daß im kommenden Wintersemester drei Vorträge von der Universität und der Studentenschaft veranstaltet würden, die drei wichtige Themen behandeln und deren Besuch dringend empfohlen wurde. Der erste Vortrag beschäftige sich mit dem politischen Katholizismus, der zweite behandele einen Abschnitt aus dem Grenzlandkampf, der letzte Vortrag vermittele einen Einblick in das Freimaurertum. Am 9. November beteilige sich die Universität an der Gedenkfeier in der Volkshalle. Zum Gedächtnis der Helden von Langemarck werde auf Anordnung des Reichskultusministeriums eine Feier am 15. November aufgezogen. Weiter wurde bekanntgegeben, daß am 22. November im Stadttheater eine Werbeveranstaltung für die Universität und Studentenschaft stattfindet, und zwar wird Gerhart Hauptmanns „Bogen des Odysseus" in Szene gehen. Am Schlüsse der Bekanntmackungen erinnerte der Rektor an den Reichsleistungskampf der Deutschen Studentenschaft, forderte zur regen Beteiligung der Studierenden auf und gab einige neue Themen dieses Leistungskampfes bekannt. Mit dreifachem Sieg-Heil auf den Führer und mit dem Deutschland- und Horst-Wessel-Lied wurde der Semesterantrittsappell geschlossen. Nach dem Ausmarsch der Fahnen fand dann in der kleinen alten Aula die erste feierliche Immatrikulation der ersten und neu an unsere Universität gekommenen Semester statt. Kameradschastsabeu- alter Soldaten. Die Arbeitsgemeinschaft der Gießener Soldatenkameradschaften veranstaltete am Samstag im Saale des Caf6 Leib einen Kameradschafts- und Fmilienabend, der von den alten Soldaten aller Waffengattungen mit Angehörigen so stark besucht war, daß man den Saal vollbesetzt sah. Er- fteUlicherweise hatte sich mit den alten Soldaten auch ein ansehnlicher Teil Jugend eingefunden, die auch bei dieser Gelegenheit mit dem Geist und dem Wollen der alten Waffenträger der Nation bekannt- gemacht wurde. Der Leiter der Arbeitsgemeinschaft der Gießener Soldatenkameradschaften, Kamerad Müller betonte in feiner kurzen Eröffnungsansprache, daß die alten Soldaten bei einer solchen Zusammenkunft immer gerne zurückdächten an jene große Zeit, da sie an allen Fronten des Weltkrieges Schutz und Schirm der Heimat waren und in dem gemeinsamen großen Erlebnis die hohen Werte der Kameradschaft empfunden hätten. Er erinnerte aber auch an die schwere Enttäuschung der aus dem Kriege heimkehrenden Soldaten, die eine Heimat vorfanden, wie sie ihnen beim Ausmarsch nicht bekannt war, eine Heimat, in der art- und landfremde Elemente das große Wort geführt und deutsche Menschen ins Verderben gerissen hätten. Da hätten sich schon damals viele alten Soldaten in den Soldatenkameradschaftten zusammengeschlossen, um an ihrem Teile alles zu tun zur Wacherhaltung des alten Frontgeistes der Kampf- und Einsatzbereitschaft, der Kameradschaft, des bedingungslosen Bruderseins, wie man es draußen vor dem Feinde kannte. Den alten Soldaten sei denn auch der Weg der deutschen Erhebung leicht geworden. Der Redner erinnerte an den November 1923, wo zum ersten Male wieder unter Adolf Hitler alte Soldaten marschierten, die Schüsse vor der Feldherrnhalle den Weg für die deutsche Ehre und Freiheit geöffnet hätten, weil aus diesem Märtyrerblut vom November 1923 dem deutschen Volke die Kraft erstand zur Weiterarbeit am deutschen Aufbau und an der deutschen Wiedergeburt. Mit warmen Worten pries der Redner das große Fronterlebnis des Opferns und Kämpfens der deutschen Menschen für die Gesamtheit des Volkes und die starke Auswirkung dieses Frontgeistes auf den Freiheitskampf des Führers, der in diesem Geist in jahrelangem Ringen den Erfolg erftritten, aber wasts für sich gewollt habe sondern alles nur für das deutsche Volk und Vaterland. Mit freudiger Zustimmung hätten gerade die alten Soldaten den Erfolg des Führers und Frontkameraden Adolf Hitler und feiner Bewegung begrüßt, hätten sie sich seiner Führung anvertraut. Besonders erfreut seien sie über die Wiederaufrichtung der deutschen Wehrhoheit und die Wiedereinführung der allgemeinen Dienstpflicht durch den Führer, dieser besten Schule des deutschen Volkstums und der soldatischen Kameradschaft. Darum gelte auch, wenn die alten Soldaten beisammen seien, immer zuerst und freudig ihr Gruß dem Führer und Reichskanzler Adolf Hitler, zugleich mit stetem Dank für seine Arbeit zum Segen des deutschen Volkes und mit der Versicherung der unverbrüchlichen Liebe und Gefolgschafstreue der alten Soldaten. Freudig stimmte die große Gemeinschaft der alten Kameraden und ihrer Angehörigen ein in das Sieb°Heil auf den Führer. Anschließend wurden gememsam die ersten Verse der beiden Nationallieder gesungen. Vortrag von Professor Or. Krass. Im weiteren Verlaufe des Abends hielt Prof. Dr. Kraft einen Lichtbikdervortrag über das Kampfgelände von Verdun. Der Vortragende, ein Verdunkämpfer, der zweimal vor Verdun mit» gekämpft hat, berichtete über die Eindrücke von einer Besuchsfahrt, die er im vorigen Jahre von Gießen aus jenem ruhmreichen Frontabschnitt ab» stattete, und über mancherlei Erinnerungen aus seinem Fronterleben vor Verdun. Bei dem Bericht über seine Reise gab er einen anschaulichen Ueberblick über das jetzige Bild jenes Kampfgeländes, wobei er die bedeutsamsten Brennpunkte des Ringens auf beiden Maasufern in den Bereich seiner Schilderung stellte, aber auch Eindrücke von der Berührung mit der Bevölkerung in Verdun selbst und in der ländlichen Umgebung der Festung mitteilte. Er verknüpfte damit Betrachtungen über das politische Verhältnis zwischen Deutschland und Frankreich, insbesondere über die Einstellung der französischen Feuerkreuzler und anderer national- gesinnter Franzosen zum nationalsozialistischen Deutschland Adolf Hitlers. Ferner gab er allen denen, die selbst nicht vor Verdun gekämpft haben, sowie den Frauen der alten Soldaten und der Jugend eine anschauliche Vorstellung von der ungeheuren Schwere des Ringens der deutschen und der französischen Armeen, sowie von der gewaltigen Größe der Opfer, die vor Verdun auf beiden Seiten gebracht wurden. Zahlreiche Lichtbilder aus der Zeit des Krieges und aus dem vorigen Jahre begleiteten die Ausführungen des Redners, dem die Versammlung mit herzlichem Beifall dankte. Oer gesellige Teil brachte neben flotter Musik einiger Kameraden gemeinsam gesungene Soldatenlieder und frohe Unterhaltung zwischen den Kameraden der Der» I schiedenen Waffengattungen. Heimatvereinigung Schiffenberg. Am gestrigen Sonntagnachmittag veranstaltete die Heimatvereinigung „Schiffenberg" nach längerer Pause auf dem Schiffenberg wieder eine Familienzusammenkunst. Der Heimatsaal war bis auf den letzten Platz besetzt. Neben vielen Besuchern aus Gießen und der näheren Umgebung des Schiften- bergs war auch eine Abordnung des VHC. Hungen erschienen. Vereinsführer Nicolaus begrüßte die zahlreichen Besucher, insbesondere die Hungener Heimatfreunde. Er wies darauf hin, daß die beabsichtigte feierliche Uebergabe des Limesgeländes bis jetzt noch nicht habe stattfinden können, dagegen werde die geplante Hütte, die am nördlichsten Punkt des Geländes aufgestellt werden sollte, in diesem Jahr noch errichtet. Die Mittel zur Ausstellung dieser Hütte seien durch fteiwillige Spenden aufgebracht worden. Im "Mittelpunkt der Veranstaltung stand ein Vortrag von Rektor i. R. V. Müller, jetzt in Hausen. Der Redner erwähnte eingangs, daß im Grasser Wäldchen bei Hungen ein einfacher Gedenkstein stünde, auf dem die Worte eingehauen seien: „Wanderer, huldige den Manen eines Menschenfreundes." Dieser Stein, an dem viele achtlos vorübergingen, sei dem früheren hessischen Staats» minifter Karl d u Bos du Thil gewidmet, dem das Hofgut Graß vor etwa 100 Jahren gehört habe. Diesem Manne verdankten wir die wirtschaftliche Einigung Deutschlands durch die Schaffung des preußisch-hessischen Zollvereins vom 14. Februar 1828. Der Redner schilderte zunächst die wirtschaftlichen und politischen Zustände, die vom Ende des Dreißigjährigen Krieges an durch zwei Jahrhunderte in Deutschland zur Auswirkung kamen. Er zeigte, was diejenigen, welche die Einheit des Reiches erstrebten, an Widerständen überwinden mußten. Besondere Schwierigkeiten hätten sich damals auf wirtschaftlichem Gebiet gezeigt. Dies fei besonders bei dem Warenaustausch zwischen Preußen und Hessen zutage getreten. Der wirtschaftliche Zusammenschluß der einzelnen Staaten (ei durch die Voreingenommenheit gegen Preußen erschwert worden. Durch die Preußisch-Hessische^ Zollgemeinschaft sei der Weg gebahnt worden für eine wirtschaftliche Einigung innerhalb Deutschlands, die 1871 zu einer politischen Einigung geführt jabe. Das deutsche Volk, und insbesondere das hessische Volk, habe alle Ursache, das Andenken des damaligen hessischen wirtschaftlichen Führers in Ehren zu halten. Vereinssuhrer Nicolaus dankte dem Vortragenden für feine interessanten Ausführungen, mit denen er den Besuchern ein lebenswichtiges Stück Heimat vor Augen geführt habe. Im weiteren Verlaufe der Veranstaltung dankte Bürgermeister a. D. Fendt (Hungen) namens seiner VHC.-Freunde für die Einladung und das Gebotene. Er sprach den Wunsch aus, daß die Umgebung des Denkmals etwas würdiger ausgestaltet, insbesondere ein ordentlicher Weg dorthin angelegt werde. Er betonte weiter, daß die Gebirgs- und Wandervereine mit den Heimatvereinen wechselseitig verbunden seien und daß sie etwas Gemeinsames hätten: die Heimatliebe. Wo diese gepflegt werde, könne etwas für das Volksganze geleistet werden. Zum Schluß hob der Redner noch die Schönheiten des Schiffenbergs hervor, lobte die Bestrebungen der Heimatvereinigung Schiffenberg und brachte ein Heil auf unsere deutsche und insbesondere oberhes. sische Heimat aus. Die Ausführungen der Redner waren umrahmt von guten musikalischen Darbietungen. Mitglieder des Gesangvereins „Eintracht" Watzenborn-Steinberg, unter Leitung von Chormeister H a r n isch, erfreuten durch den Vortrag mehrerer Chöre, die einwandfreies Stimmenmaterial und gute Schulung verrieten. Auf allgemeinen Wunsch sang Frau Steiner (Hausen), begleitet von ihrem Gatten, das „Schiffen- berg-Lied". Im übrigen trugen gemeinsame Lieder und anderes wesentlich zur Unterhaltung bei. Nach einem kurzen Schlußwort brachte Dereins- führer Nicolaus ein dreifaches Sieg-Heil auf unseren Führer und Reichskanzler aus. Herbsttagung der Deutschen Stenographeilschast. Kreisgebiet Gießen. Die diesjährige Herbsttagung des Kreisgebietes Hessen der Deutschen Stenographenschaft fand am Samstag im Hotel Schütz zu Gießen statt. Aus dem Bericht des Kreisgebietsführers K. H. Kuhl war zu entnehmen, daß sich im abgelaufenen Jahre die Zahl der Mitglieder wieder wesentlich erhöht hat. Zu dem im Juli dieses Jahres in Gießen abgehaltenen Leistungsschreiben des Gaugebietes Hessen konnte von den acht Kreisgebieten Hessens das Kreisgebiet Gießen mit 323 Wettschreibern nicht allein die meisten Schreiber stellen, sondern es stand auch an der Spitze der Ehrenpreisträger. Da die Deutsche Stenographenschaft sich auch ganz besonders die Pflege des Maschinenschreibens zur Aufgabe gestellt hat, wird diesem in allen Ortsgruppen eine erhöhte Aufmerksamkeit gewidmet. Das ist auch dringend notwendig, gerade mit Rücksicht auf die Handelskammerprüfung. An den Industrie- und Handelskammern, bei welchen vorgesehen ist, daß allmählich eine kombinierte Prüfung abgelegt wird, d. h., daß neben der schnellschriftlichen Aufnahme eines Gesckwinddiktates und dessen Uebertragung auch ein gedruckter Text mit einer bestimmten Mindestanschlagzahl direkt in Maschinenschrift zu übertragen ist, und damit die Stenogramme selbst deutlich geschrieben und auch von anderen flott gelesen und übertragen werden können, wird eine Ansage für Verkehrsschrift in 60-Silben-Geschwindigkeit gegeben, bei der das Stenogramm auf feine Richtigkeit und Deutlichkeit geprüft wird. Außerdem muß der Prüfling auch den Nachweis der Maschinenkunde erbringen, damit er kleinere Reparaturen an der Maschine selbst beheben kann. Sobald diese neuen Prüfungsbestimmungen zur Anwendung kommen, dann sollen die Vorprüfungen, welche gegenwärtig in 120 - Silben - Geschwindigkeit abgelegt werden, fortfallen. Die nächsten Handelskammerprüsungen finden im ganzen Gaugebiet Hessen am Sonntag, Dem 15. November 1936, nach den alten Bestimmungen statt. Oie Berichte der OrtSgruppen-Vertreter bezeugen, daß in allen Ortsgruppen überaus rege gearbeitet wird, und die Zahl der Unterrichteten ganz beträchtlich geftiegen ist. Auch die Zahl der Mitglieder hat sich so gehoben, daß sogar in einzelnen Orten von der Bevölkerung 2 bis 3 v. H. Mitglieder der Deutschen Stenographenschaft siich. In Herbstein wurde ein Lehrgang in Kurzschrift von der Ortsgruppe Lauterbach eingerichtet. Ganz besonderen Wert muß auch auf den Nachwuchs an tüchtigenUnterrichtsleitern gelegt werden. Zu diesem Zwecke hat das Kreis- aebiet Gießen einen Vorbereitungslehrgang für die Ablegung der Staatlichen Stenographielehrerprü- fung, die im Januar 1937 in Darmstadt stattfindet, eingerichtet. Der Lehrgang findet unter Leitung der Herren Balken, Graf, Kirschbaum und Vetter statt. Oer Kreisobmann desMaschinenschreibens,Balken,Gießen referierte über das Maschinenschreiben. Er führte aus, daß nur das 10-Finger-Blindschreiben von der Deutschen Stenographenschaft gepflegt werde, und diese Methode die allein richtige fei. Leider verfielen immer wieder manche junge Leute, die im Blindfchreiben in einem Lehrgang angefangen hätten, sich das Zehn-Finger-Blindsthreiben anzueignen, auf den großen Fehler, tagsüber im Geschäft oder Büro mit einzelnen Fingern zu „tippen", anstatt durchzuhalten und die Zehn-Finger-Blind- schreibmethode unter allen Umständen restlos anzu- wenden. Wenn diese auch wohl erst etwas mehr Zeit zur Beherrschung erfordert, so gewährt sie aber doch später ganz gewaltige Vorzüge, die ein „Tipper" nie erreichen kann. Oer übrige Tagungsstoff. Neben der Pflege der Kurzschrift und des Maschinenschreibens wird auch in den Ortsgruppen der allgemeinen Bildung durch Vorträge und der Geselligkeit durch Veranstaltung von frohen Zusammenkünften und Ausflügen Rechnuna getragen. Ganz besonders konnte noch hervorgehoben werden, daß die Bezahlung der Beiträge von allen Ortsgruppen pünktlich erfolgt ist, so daß Mahnungen ganz unterbleiben konnten. Die Ortsgruppe Alsfeld hat die Kreisgebietstagung 1937 übernommen. Mit dieser Tagung, die voraussichtlich Ende Mai 1937 stattfindet, wird, wie alljährlich, ein großes Leiftungsfchreiben verbunden. Nach einer kurzen allgemeinen Aussprache wurde die Tagung mit einem „Sieg-Heil" auf den Führer geschlossen. Aste Krass -er Volkstumsarbeit. Aus den Aufgabengebieten -es Landfchastsbundes Volkstum und Heimat. Eine Arbeitssihung. Der Landschaftsbund Volkstum und H e i m a t hat sich die große Aufgabe gestellt, seinen Mitgliedern die Freude am Wahren, Guten und Schonen mit ins Leben zu geben, Dolkstumsarbeit zu hegen und zu pflegen und deutsck!", Brauchtum au schützen und der Zukunft zu erhalten Der Landschaftsbund will nach dem Wort unseres Führers die großen Traditionen unseres Volkes, seiner Geschichte und seiner Kultur pflegen als unversiegbare Quellen einer wirklich inneren Stärke und einer möglichen Erneuerung in trüben Zeiten. Diesem gesteckten Ziel näher zu kommen, soll auch die Arbeit im kommenden Winter ganz in den Dienst der rechten Volkstumsarbeit bestellt werden. Die Teilnehmer sollen in freiwilliger Mitarbeit eine Stärkung erleben und in der Freude Kraft gewinnen für die Erfüllung der Pflichten gegenüber Volk und Vaterland. Diesem Ziel diente die Besprechung der Fachamtsleiter, Vertrauenensleute und Mitarbeiter, die am gestrigen Abend im „Aquarium" stattfand. Ortsringleiter Dr. Michel eröffnete die gut besuchte Versammlung und sprach zunächst über die verflossene fruchtbringende Zusammenarbeit mit den angeschlossenen Verbänden, dem Gleibergverein, der Heimatoereinigung Schiffenberg, der Heimatoereinigung Staufenberg, der Odenwälder-Vereini» gung, der Vereinigung für Volkskunde, dem Vogelsberger Höhenclub, der Gesellschaft „Liebig- Museum" und dem Obst- und Gartenbauverein. Fast sämtliche der genannten Verbände hatten ihre Vertreter zu der Versammlung entsandt. Die geschäftlichen Mitteilungen erstreckten sich auf Ausfüllung der für das Jahr 1937 auszustellenden Leit- bzw. Mitgliedskarten, Erhebung der Beiträge, Mitgliederwerbung, Vertrieb der Kalender und Ummeldungen von Mitaliedem. Bei den organisatorischen Fragen behandelte Dr. Michel die sehr wichtige Frage der Zusammenarbeit mit der 316.» Kulturgemeinde und der NS.-Gemeinschaft »Kraft durch Freude". Der Vertreter des Fachamts Tierschutz im Ortsring Gießen wünschte eine stärkere Berücksichtigung der im Interesse des Vogelschutzes notwendigen Maßnahmen. Ortsringleiter Dr. Michel versprach auch weiterhin Unterstützung und gab die Zusicherung, den Tierschutzfreunden einen größeren Geldbetrag für die Anschaffung von Futtermitteln zur Fütterung der Vögel im kommenden Winter zur Verfügung zu stellen. Auch der Vertreter des Obst- und Gartenbauvereins sagte den Tierschutzfreunden seine Unterstützung zu. Die Versammlung befaßte sich sodann mit der Arbeit des Ortsringes in Den verflossenen Monaten. Dr. Michel berichtete kurz über die zahlreichen Ver- anstalttmgeu des Ortsringes, Der in der Versammlung anwesende Leiter des Sinakreises, Lehrer Siegler, bat bei dieser Aussprache um stärkste Unterstützung seiner Arbeit durch Zuführung von neuen Mitgliedern, denn sonst sei die Mitwirkung des Singkreises für den kommenden Winter lehr in Frage gestellt. Auch andere Mitarbeiter Der Volkstumsarbeit warben sehr für den Singkreis. Im Interesse der Pflege Des Volksliedes, der ja die Hauptarbeit im Sing- kreis gelte, wäre, wie einige Redner ausführten, eine stärkere Beteiligung der Jugend an Der Arbeit sehr erwünscht. Einen breiten Raum nahmen Die Besprechungen über die kommende Winterarbeit ein. Sie soll nach Den Ausführungen des Vorsitzenden Der deutschen Volkstumsarbeit und zwar Der Besprechung von Sitten unD Gebräuchen gewidmet sein. Folgende Leder Hilst dem WHW ! Opferspenden vom Lohn oder Gehalk sind an das Dinkerhilfs we rk des Deutschen Volkes, Kreisführung Wetterau in Gießen, Postscheckkonto Jlr. 23 o33, oder auf dessen Bankkonto 6100 bei der Bezirkssparkasse Gießen zu überweisen. Versammlungen finden in nächster Zeit statt: Arn 13. November wird Professor Stand fuß über Das Thema „Tierseuchen und Volksgesundheit" sprechen. Am 18. dieses Monats, am Buß- und Bettag, soll ein Besuch Der FrieDhosskapelle und des alten Friedhofs vorgenommen werden. Stadtbaurat Gravert wird die Führung übernehmen. Zum Abschluß dieses Tages wird Der Singkreis in Der Kapelle mit einigen Liedern aufwarten. Bei Der Besprechung über Diese Angelegenheit regte Professor Hepding an, einen Führer über Den alten FrieDhof ausarbeiten zu lassen. Am 24. November wirD Gewerbelehrer Dr. Winter (Heppenheim an Der Bergstraße) Das Thema „lieber Die Gestaltungskraft im Brauchtum Des Jahreslaufes" in Wort und Bild behandeln. Im Januar 1937 wird ein Volkslieder- und Gedichtabend in Mundart die Mitglieder mit ihren Familien zu froher Unterhaltung vereinen. Auch für Die späteren Monate nrirD Das Thema „Brauchtum" noch durch weitere Vorträge ergänzt merDen. Bei Den meisten Der Veranstaltungen sollen Die hiesigen Gesangvereine um ihre Mitwirkung gebeten werden. Nachdem noch Direktor Menten für den De* such des großen Oleibergfeftes im kommenden Jahr geworben hatte, schloß Ortsringleiter Dr. Michel mtt Worten des Dankes an alle Mitarbeiter und toem Gruß an den Führer die Versarnmüing» SJl.-tfport Gynng wieder deutscher Waldlaufmeister. Im Mittelpunkt des leichtathletischen Geschehens stand die 19. deutsche Waldlaufmeisterschaft, die auf einer 9,5 Kilometer langen Strecke in der Nähe von Freiburg ausgetragen wurde. Der Wittenberger Titelverteidiger Max Syring gewann auch diesmal in 32:04,5 vor dem Darmstädter F o r n o f f und Eberhardt (TV. Neustadt). Die Meisterschaftsmeisterschaft fiel erwartungsgemäß an den KTV. Wittenberg mit 17 Punkten. Mr.-G.-Hatlen-Tenniskampf gegen Belgien. Deutschland führt im Hamburger „Mr.-G.-Hallen- tennis-Kamps" gegen Belgien mit 2:1 Punkten. Am ersten Tage schlug der Berliner Deitmer den Belgier Geelhand 10:8, 6:1, 6:3 und Lacroix-Bel- gien schaffte durch seinen 6:1-, 6:2-, 2:6-, 6:3-Sieg über Dr. Dessart den Gleichstand. Die jungen deutschen Doppelspieler Beuthner/Bartkowiak bezwangen dann am Samstag Lacroix/De Borman überraschend 4:6, 7:5, 7:5, 6:1 und holten den deutschen Vorsprung heraus. Der Hallen-Tennisländerkampf endete am Sonntag mit dem 4:1-Sieg der deutschen Nachwuchsmannschaft. Den Abschluß bildete das Spiel zwischen Dr. Dessart und dem Belgier Geelhand, das von dem Deutschen 6:2, 2:6, 6:3, 3:6, 7:5 gewonnen wurde. WHW.-Opfertag des Zachamts Handball Als erste der deutschen Sportler stellten sich unsere Handballer und Hockeyspieler am 8. November in den Dienst des Winterhilfwerkes. Der „Star" des Handballprogramms war die Begegnung in Magdeburg, die die Meister der beiden letzten Jahre, Pol. SV. Magdeburg und Hindenburg Minden zusammenführte. Nach einem harten Gefecht siegten die Elbestädter mit 12:10 (7:7). Kassels Sladtelf schlägt Heer 6:5. Bevorzugte Paarungen der deutschen Handball- WHW.-Spiele waren ferner Treffen zwischen zivilen und Militär-Mannschaften. Hauptereignis des Gaues Hessen war ein solches Spiel in Kassel, wo die Kasseler Stadtelf gegen eine Militärmannschaft mit 6:5 gewann, nachdem die Soldaten bei der Pause noch 3:2 in Führung gelegen hatten. — Tuspo 86/09 Kassel, der Letzte der Gauliga, tat sich schwer, gegen Tura Kassel 14:11 zu gewinnen. Klar gewann Hessen-Preußen Kassel mit 16:1 über den Tv. Volkmarshausen, während Sport Kassel in Sondershausen 9:4 und Bettenhausen in Großenritte 8:6 siegten. Der Gau Südwest trat mit seiner Elf in Worms gegen eine Stadtmannschaft an und siegte hoch mit 11:1 (3:0). Iußball der heimischen Mnnschasten. Vorentscheidung um den „Tschammer-pokal". Die wichtigsten Ereignisse im Fußball-Programm des Sonntags waren die beiden vorentscheidenden Spiele um den „T s ch a rn rn e r - P o k a l" in Gelsenkirchen und Düsseldorf. In Gelsenkirchen hatte der deutsche Altmeister Schalke 04 sehr viel Mühe, sich des FC. Schweinfurt zu erwehren. Die süddeutschen Gäste führten nach torloser Halbzeit eine Viertelstunde vor Schluß noch 2:1, dann mußten sie den Ausgleich und schließlich drei Minuten vor Schluß den Siegtreffer der „Knappen" hinnehmen. Schalke trifft nun am 3. Januar im Endspiel auf den Sieger des am 22. November in Leipzig stattfindenden zweiten Vorschlußrundenspieles zwischen VfB. Leipzig und Wormatia Worms. Die Wormser, die vor zwei Wochen zu Hause gegen Benrath nicht gewinnen konnten und nur 3:3 spielten, warfen im Wiederholungsspiel in Düsseldorf die Nied errheiner mit 3:2 (3:2) aus dem Rennen. Fußball der Gauliga-Mannschaften. Ergebnisse im Gau Hessen. Die drei Meisterschaftsspiele, die am Sonntag im Fußballgau Hessen stattfanden, brachten im allgemeinen die erwarteten Eraebnisse. Das unbestritten größte Interesse fand die Begegnung zwischen dem Meister Hanau 93 und dem aufstrebenden Neuling Kewa Wachenbuchen. Der Neuling leistete dem Meister tapferen Widerstand und ließ nicht mehr als ein l:1-Unentschieden zu, das die Hanauer wiederum zurückgeworfen und ihre Aussichten auf neue Meisterwürden gewiß nicht gefördert hat. Bei fünf aus- getragenen Spielen hat es der Meister damit auf sechs Punkte gebracht! Ob es jetzt noch zur Meisterschaft reicht? Einen hartnäckigen Kampf lieferten sich auch Germania Fulda und der VfB. Friedberg. 1:1 (1:0) war auch hier das Endergebnis, das beiden Mannschaften weiterhin Plätze im starken Mittelfeld einräumt. Eine hohe Niederlage mußte wieder Borussia Fulda einstecken, die nur noch ein Schatten ihrer einstigen Größe ist. Der SV. Kassel bezwang diesmal die Borussen klar mit 4:0 (2:0). Aus anderen Gauen. Gau Südwest: Eintracht Frankfurt — Kickers Offenbach 3:1; SV. Wiesbaden — FSV. Frankfurt 0:0; Borussia Neunkirchen — Sportfreunde Niederrad 3:3. Gau Bayern: Bayern München — 1. FC. Nürnberg 1:7; SpDgg. Fürth — Wacker München 1:0; ASV. Nürnberg — VfB. Jngolstadt-Ring- fee 0:.0. Iuhball-Ergebniffe der Bezirksklasse. 1900 Gießen — SV. Wetzlar 1:2 (0:1). SV. Lollar — Sinn 0:0. In Lollar wollte kein Tor fallen, trotzdem auf beiden Seiten Gelegenheit genug war, Tore zu schießen. Lollar spielte geraume Zeit mit nur 10 Mann und ergänzte sich nachher durch einen Spieler der 2. Mannschaft. 4900-Wetzlar 1:2 (0:1). Der Sieg der Wetzlarer Mannschaft war nicht unverdient, aber nach dem Spielverlauf konnte der Kampf auch für 1900 entschieden werden. Beide Mannschaften zeigten ein gleichwertiges Spiel, ein Spiel ausgezeichneter Techniker, einen scharfen Kampf, der Die Zuschauer von Anfang bis zum Ende in Spannung hielt. Die Spielvereinigung 1900 bestritt den Kampf mit folgender Mannschaft: Rahn; Zeiler, Lippert; Erhard, Heilmann, Lehrmund; Müller, Schellhas, Schmelz, Garth, Heuser. Die Wetzlarer hatten für den Kampf ebenfalls ihre beste Vertretung zur Stelle. Auf beiden Seiten wurde der Kampf sehr ernst genommen. Die erste Halbzeit stand mehr oder weniger im Zeichen der Wetzlarer Elf. Allerdings kam den Gästen der heftige Wind zustatten. Den größten Teil der Halbzeit vermochten sie dadurch in die Spielhälfte der Blauweißen zu verlegen, während der Tormann der Wetzlarer lange Zeit völlig unbeschäftigt stand. Durch die gefährlichen Attacken der Gäste auf das Tor der Platzbesitzer, war die Gießener Verteidigung vor schwere Aufgaben gestellt, denen sie aber auch in großer Form gerecht wurde. Das Zerstörungsspiel Der Läuferreihe und des Schlußdreiecks war vorbildlich und nur so war es möglich, das Tor rein zu halten. Einige Durchbrüche des blauweißen Sturmes während der ersten Halbzeit wurden von der Gästeverteidigung aber auch sehr sicher gestoppt. Sehr wohl hätte das Ergebnis der Halbzeit 0:0 lauten können, wenn nicht Lehrmund ein von rechts hereingegebener Ball an die Hand gesprungen wäre. Der Schiedsrichter entschied reichlich hart einen Elfmeterball, der von den Gästen glatt und kaum haltbar in die untere linke Ecke verwandelt wurde. Die zweite Halbzeit verlief um einiges dramatischer. Nun kam der Wind den Einheimischen etwas zu Hilfe und der Kampf gestaltete sich mehr Wege im Rebel. Roman von Käthe Mehner. (Copyright by Aufwäris-Verlag, Berlin SW 68.) 3. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) „Wie kommst du denn darauf, jetzt im Herbst an die See? Dort ist doch längst die Saison vorbei! Schließlich geht es doch auf den November zu. Aber warum nicht ein Kurort im Harz? Oberhof zum Beispiel? Da könntest du wandern, und vielleicht sogar Skilaufen, wenn es kälter wird. Sanna nickte müde. Wenn sie nicht nach Hamburg fahren konnte, war es im Grunde ja gleichgültig, wohin sie fuhr. Wie hatte sie nur so töricht fein können, überhaupt daran zu denken? Sie konnte doch auch Gerhard nicht einfach so aufsuchen, sich ihm aufdrängen! Jetzt, wo sie selber gebunden war! Nein, die Hauptsache war, daß sie einmal allein war, mit sich ins Reine kam, dazu war Oberhof so gut wie jeder andere Ort! „Willst du mir nicht antworten, Janna!! Ich finde dich reichlich unaufmerksam dafür, daß ich mich hierher bemühe, etwas Richtiges für dich herauszusuchen!" „Unaufmerksam? Ich unaufmerksam!? Eine Blutwelle stieg Sanna ins Gesicht. Sn allen Nerven zitternd, wagte sie es zum ersten Male, ihrem Verlobten entgegenzutreten. „Sch unaufmerksam? Weil ich ein einziges Mal müde in deiner Gegenwart bin, mich einen einzigen Augenblick nicht ganz in der Gewalt hatte? Wie bist du denn gegen mich? Horst bu mir jemals zu, wenn ich mit meinen Angelegenheiten zu dir komme? Wenn ich dich frage, etwas von dir wissen will? Bist du jemals noch aufmerksam und rücksichtsvoll gegen mich, wie du es mir früher unzählige Male versichert, geschworen hast? „Erlaube mal!" v Ralf war aufgesprungen, schlug mit der Hand auf den Tisch, erregt, unbeherrscht. „Was fällt dir denn ein? Was" ist das für ein Ton? Sft das der Dank, daß man alles für dich tut und getan hat, für dich und deine Familie sich aus- geopfert hat?" Wie erschöpft sank Sanna zurück. Ralfs Worte hatten ihre Wirkung nicht verfehlt. Darauf freilich hatte sie nichts mehr zu sagen. Langsam, ganz langsam erhob sie sich, sagte fast tonlos „Gute Nacht". Dann hatte sie das Zimmer verlassen. Breitbeinig stand Ralf Rammelt, sah ihr nach. Begab sich dann hinüber in sein eigenes Haus. Schluchzend lag Sanna indessen auf ihrem Bett. Unaufhörlich rannen ihre Tränen. Ach, sie hielt es, sie hielt es ja nicht länger mehr aus! War es nicht immer schon so gewesen, das ganze, lange Sahr hindurch? Smmer unverhüllter hatte Ralf es ihr zu verstehen gegeben, daß der Dank für das, was er an ihrem Vater getan, sie mit unauflöslichen Ketten an ihn binden mußte. Und doch, war es nicht wahrhaft unrecht, auf erwiesene Wohltaten zu pochen? Machte er nicht gerade dadurch wieder zunichte, was er wirklich Gutes getan? Wie anders war Gerhard gewesen! Gerhard! Gerhard! Sn wildem, fassungslosem Schluchzen stieß sie den Namen des Sugenbgeüebten hervor. Wenn er hier märe, ihr mit seinem Rat zu Hilfe kommen könnte ... Sie sprang plötzlich auf, trocknete ihre Tränen, lächelte fast im Glück bes befreienben Gebankens, ber ihr gekommen war. Setzt war sie entschlossen, jetzt war Klarheit in ihr! Gleich morgen früh würbe sie ihren Entschluß ausführen. ♦ Viel zu früh war am anberen Morgen Sanna schon auf bem Postamt. Noch waren bie Schalter geschlossen. Außer ihr war keine Menschenseele zu sehen. Mit unruhigen Schritten ging Sanna in ber Halle auf unb ab. „Kaiserhof", hatte Olga gesagt! Wenn Gerharb sich bort noch aufhielt, mußte sie ihn zu biefer frühen Stunbe telephonisch erreichen können! Das Herz klopfte ihr bei bem Gebauten, wenn sie sich vorstellte, seine Stimme zu hären, vielleicht in wenigen Minuten schon mit ihm zu sprechen ... Da--enblich war es so weit, bie Schalter würben geöffnet. „Sch möchte ein Gespräch mit Hamburg, Hotel „Kaiserhof"! Leiber fehlt mir aber die Nummer des Hotelzimmers." zugunsten der Platzbesitzer. Nun war es an den Wetzlarern, zu verteidigen. Sie taten es nun mit der Geschicklichkeit wie bie Blauweißen und vermochten etwa 20 Mnuten lang jeden Erfolg zu verhindern. Unmittelbar nach dem Wechsel hatten die 1900er übrigens eine große Chance, die die Wetzlarer erst im letzten Augenblick zunichte machen konnten. Sn der Folge gab es auch einige Ecken für 1900, aber sie brachten nichts ein. Großer Jubel herrschte bei den Zuschauern, als durch Schmelz der Ausgleich fiel. Er hatte sich geschickt freigespielt und konnte aus etwa zehn Meter Entfernung völlig unbehindert einschießen. Die Enttäuschung der Wetzlarer war groß, denn sie glaubten, den Sieg bereits sicher zu haben. Als es zehn Minuten später nach einem Durchbruch der Gäste zu kritischen Situationen vor dem 1900er Tor kam, nahte für die Blauweißen das Verhängnis. Rahn, ber schon bie Situation gerettet zu haben schien, ben Ball in Hänben hatte, ließ sich ihn entgleiten unb geistesgegenwärtig brückte einer ber Gästestürmer ein. Der Ball rollte langsam in bie linke Torecke und auch Lippert, der sofort herbeisprang, kam um eine zehntel Sekunde zu spät. Die letzten zehn Minuten, die nun noch zu spielen waren, sah beide Mannschaften im ausgeglichenen Mittelfeldspiel. Der Wind hatte merklich abgeflaut. Den Blauweißen gelang kein großer Zug mehr, obwohl die Anhänger des Platzoereins die Hoffnung, daß die Mannschaft wenigstens einen Punkt retten könnte, bis zur letzten Minute nicht aufgaben. Aber den Blauweißen war das Glück nicht hold. Es blieb beim 2:1 für die Gäste. Beide Mannschaften kämpften sehr fair und vor allem nicht so hart, wie man es früher häufig beobachten konnte. Es gab gestern mehr einen Kamps der Techniker gegeneinander. In der Ballbehandlung stand keine Mannschaft der anderen nach. Die Gäste stellten eine sehr ausgeglichene Elf, in der kein schwacher Punkt festzustellen war. Auch bei den Blauweißen tat jeder seine Pflicht und einiges darüber hinaus. Als zuverlässigster Mannschaftsteil wirkte wieder die Verteidigung, während der Sturm noch immer nicht die Einheit ist, die mit Sicherheit Erfolge erzielen läßt. Die Läuferreihe half gleichermaßen gut im Aufbau wie in ber Abwehr aus. Der Schiebsrichter amtterte nach bestem Können korrekt. 30 lahre Ruderklub „Hassia" Gießen. In schlichter Form beging der Ruderklub „Hassia" Gießen am Samstag unb am Sonntag das Jubiläum des 30jährigen Bestehens. Am Samstagabend versammelten sich die Mitglieder mit ihren Angehörigen im schönen Saal des Bootshauses, um einige Stunden der Kameradschaft zu verbringen. Mitglieder der Kapelle K r e n g e l unterhielten mit ausgezeichneter Musik. Die Leitung des Abends lag in Händen des Schriftführers Ludwig Henkel, der dem Abend den schönen Verlauf sicherte. Vereinsführer S ch ü ß 1 e r begrüßte die Kameraden und Angehörigen, und gedachte dann in ehrenden Worten der im Weltkrieg gefallenen Vereinskameraden und der verstorbenen Mitglieder, zu deren Ehre sich die Teilnehmer des Festabends von den Plätzen erhoben. Vereinsführer S ch ü ß l e r gab dann einen kurzen Rückblick über die Geschichte des Vereins, erinnerte an besonders eindrucksvolle Erlebnisse, vor allem auch an die stimmungsvolle Weihnachtsfeier, bie bie Mitglieder des Vereins im Jahre 1907 abhielten und bie allen, bie schon bamals babei waren, in bester Erinnerung ist. Der Rebner gab bann noch einige Zahlen über bie Entwicklung bes Vereins zur Kenntnis, unb wies gleichzeitig auf bie Leistungen hin, bie durch den Verein im Laufe dreier Jahrzehnte gezeigt werden konnten. Mit Worten des Dankes gedachte er aller Kameraden, die dazu beitrugen, daß der Ruderklub „Hassia" heute auch ein schönes Heim sein eigen nennen kann. Im Mittelpunkt des Abends stand eine Ehrung verdienter Mitglieder, die seit 15 Jahren bem Verein angehören. Die Ehrung nahm ebenfalls der Vereinsführer vor, der die Kameraden als ein Vorbild und Beispiel für die Jugend darstellte. Er bat die Jugendlichen bes Vereins, all das hochzuhalten, was von den Aelteren geschaffen unb errungen würbe. Die Jugend solle würdig das Erbe antreten und bie jungen Ruderer sollten auch immer wieder zu ihrem Verein zurückfinden, wenn sie aus Arbeitsdienst und Wehrmacht zurückkehren. Nachdem Vereinsführer S ch ü ß l e r den treuen Kameraden im Namen des Vereins noch Worte des Dankes gewidmet hatte, überreichte er acht Kameraden die Ehrennadel des Vereins und die dazu gehörige Ehrenurkunde für 15jährige Mitgliedschaft. Ausgezeichnet wurden damit die Kameraden KarlPfaff, Bernhard Valentin, Hans E1 f e n t h a l, Ludwig Henkel, Otto Schäfer, Heinr. D e ch e r t, Willy E i f e n d a ch und Friedr. Linden st ruth. Schriftführer Henkel dankte im Namen der mit der Auszeichnung bebauten Sportkameraben und sprach von der Treue, als der vornehmsten Pflicht. Er gab für sich und feine Kameraden die Versicherung ab, daß sie auch weiterhin in Treue zum Verein stehen und Mitarbeiten werden an der Ertüchtigung der Jugend im Interesse unseres deutschen Vaterlandes. Mit einem dreifachen Sieg-Heil auf Führer und Vaterland und den schönen Rudersport beschloß Vereinsführer S ch ü ß l e r die Ehrung. Im weiteren Verlauf des Abends gab Kamerad Henn einen luftigen Mundartgedichtvortrag zum Besten, während die Kapelle mit guter Musik unterhielt. — Der Sonntag sah zahlreiche Mitglieder und Gäste im Bootshaus des Ruderklubs hassia" zu einer Familienfeier beisammen. ZahresMchau Gießener Sportvereine. Ofen putzen ^Cnaffl Jahreshauptversammlung des Gießener Aadfahrervereins 1885. Dieser Tage hielt der Gießener Radfahrer-Verein von 1885 seine Jahreshauptversammlung ab. Nach der Begrüßung der Mitglieder durch den Vereinsführer Hauck gedachte die Versammlung zunächst des Verbandsführers Kamerad Franz Eggert, der vor einigen Tagen verschieden ist. Der Vereinsführer gab sodann einen ausführlichen Bericht über die sportliche Tätigkeit des Vereins im abgelaufenen Sportjahr. Er konnte die erfreuliche Feststellung machen, daß der GRV. v. 1885 sowohl im Saal- als auch im Straßenrennsport an der Spitze des Bezirks Gießen unb des Gaues Nordhessen marschiert. Insbesondere war es der Radballsport, indem der Verein sämtliche Meistertttel des Bezirks und des Gaues erringen konnte. Im 6er Rasenradball kam die Mannschaft O. Von-Eiff, Deibel, Hauck, Stammel, Baum, W. Von-Eiff sogar bis in die Vorentscheidung um die Deutsche Meisterschaft. Im Straßenrennsport beteiligte sich der Verein mit mehreren Fahrer an verschiedenen Straßenrennen. Insbesondere war es hier der Fahrer Willy Neumann, der die Farben des Vereins in Deutfchands Gauen würdig vertreten konnte. Leider konnte in diesem Jahre nur ein Bahnrennen von dem Verein ausgerichtet werden. Das für den August vorgesehene Bahnrennen sowie der „Große Straßenpreis von Gießen" mußte wegen unvorhergesehener Umstände leider wieder abgesetzt werden. Der Wandersport wurde leider durch die Inanspruchnahme der Mitglieder durch die anderen Sportzweige etwas vernachlässigt, doch soll diesem schönen Sportzweig im kommenden Jahre wieder ein größeres Augenmerk zugedacht werden. Mit Dank an die aktiven Kameraden für ihre Erfolge, sowie an die Kameraden, die sich um die Ausgestaltung der Veranstaltungen verdient gemacht haben, schloß der Vereinsführer seinen Sporü)ericht. Nach einer kurzen Aussprache erfolgte der Bericht des Kassierers W. Müller. Die Kassenver- „Dann nehmen Sie doch ein XP-Gespräch und machen Sie es dringend!" erklärte der Beamte, „dann bekommt es der Betreffende auch gleich auf fein Zimmer! Warten werden Sie allerdings immerhin müssen. Wenn Sie bitte dort drüben Platz nehmen wollen? Ich rufe Sie dann wieder an." Warten! Das war freilich nicht sehr verlockend! Aber wenn es ihr Gerhard brachte! Und zudem, hatte sie nicht schon viel länger auf ihn gewartet, hoffnungsloser, verzweifelter? Jetzt wußte sie doch: Er war da! Sie konnte ihn erreichen, wenn wirklich im Augenblick nicht, dann doch später. Einmal würde sie ihn, müßte sie ihn doch wiedersehen! Langsam belebte sich inzwischen bie Schalterhalle. Ueberall würben bie Schiebetüren beiseitegeschoben. Menschen kamen. Frembe Menschen, bie Janna nicht kannte. Trotzbem fuhr sie immer roieber zusammen, wenn sie in einem ber Heronkommenben plötzlich ein bekanntes Gesicht zu erkennen glaubte. Es war ihr, als könne es ihr jeher von ben Augen ablesen, was sie nur zu gern im tiefsten Herzen verschließen wollte. „Hamburg! Zelle drei, bitte!" Janna schrak auf, sah sich ängstlich um. Aber niemand schien auf sie zu achten. Mit klopfendem Herzen, heißem Kopf stand sie in der Zelle. Ihre Hände zitterten, konnten den Hörer kaum halten. > ,^Hier kommt Herr Gerhard Brand! Augenblick bitte!" Er war da! Gerhard war da! Janna fühlte, wie ihr die Knie wankten vor Aufregung. Da hörte sie auch schon seine Stimme. „Hier Brand! Wer spricht, bitte?" Da war er schon selbst! Das war Gerhards Stimme! Ach, sie glaubte ihn vor sich zu sehen! Wenn sie nur sprechen könnte! Aber wie zugeschnürt war ihr die Kehle ... Zum drittenmal schon fragte die Stimme: „Wer ist denn dort? Melden Sie sich doch!" Endlich kamen ihr die Worte wieder. Stammelnd hauchte sie in den Apparat: „Ich bin's, Gerhard! Ich Janna!" Dom andern Ende der Leitung ein unterdrückter Ruf, fast ein Schrei: „Janna?! Du, Janna?! Janna Heller?!" „Ja, Gerhard, ich bin's! Erst feit gestern weiß ich, daß du lebst, zurückgekommen bist!" „Janna! Und du rufft mich an? Wie glücklich bu mich machst! Liebling! Aber sag doch, wo bist bu benn? Don wo aus sprichst du?" „Von zu Hause. Vom Postamt! Aber ich fahre noch heute nach Oberhof. Gerhard, ich möchte dich so gern noch einmal wiedersehen! Nur ein einziges Mal! Könntest du nicht nach Oberhof kommen? Ich wohne im „Thüringer Hof". Sag, wäre es möglich?" Zitternd wartete Janna auf die Antwort. Doch was war denn nur auf einmal? Warum sprach Gerhard nicht mehr? „Gerhard! Hörst du mich noch?" Kein Wort mehr von drüben! Nur das eigenartige Sausen und Summen der Fernleitung. „Hallo Fräulein!" „Der Teilnehmer hat abgehängt!" Gerhard Brand aber hatte an seinem Tisch den Kopf auf die Arme gelegt und meinte wie ein kleines Kind. Daß fein Arm versehentlich bie Gabel des Apparates herabgedrückt hatte, bemerkte er im Augenblick gar nicht. Er schreckte erst auf, als das Fernamt sich meldete: „Sind Sie fertig mit Hamburg?" „Nein!" schrie er. „Nein!" Aber das Amt war schon nicht mehr zu erreichen. Da sprang Gerhard Brand auf, lief im Schlafanzug, so wie er war, zur Tür. Drückte auf die Klingel, wußte selber fast nicht, wie oft und wie lange. Erschrocken kamen gleich zwei Hausmädchen auf einmal. „Schicken Sie mir sofort den Ober herauf! Soll den Fahrplan mitbringen, verstanden? Aber schnell!" Eifertig verschwanden die beiden, gaben bann dem Ober Bescheid. Der eilte nach oben, stand keuchend in der Tür. „Der Mittagszug nach Oberhof! Ich meine, wann fährt gegen Mittag ein Zug nach Oberhof?" „11.26 Uhr, Herr Doktor!" „Gut! Schicken Sie mir also in einer Stunde je- manben herauf, ber mein Gepäck abholt. Ich reise ab. Unb bringen Sie mir auch meine Rechnung bitte." (Fortsetzung folgt) HLffnisse des Vereins sind geordnet. Die anschließende Vorstandswahl zeitigte folgendes Ergebnis: Zum Vereinsführer wurde der seitherige Vereinsführer Hauck einstimmig wiedergewählt. Zu feinen Mitarbeitern bestimmte derselbe die Kameraden Deichert, Deibel, W. Von-Eiff« Müller und K. Keßler. Unter Verschiedenes gab Kamerad Deibel noch einen kurzen Bericht über die Sitzung des DRfL., Ortsgruppe Gießen, und setzte sich für die Teilnahme an der Filmvorführung über die Olympischen Spiele am kommenden Samstag ein. Daraufhin schloß der Vereinsführer die Versammlung in der üblichen Weise. Aus der Arbeit des Postsportvereins Gießen. Bei einem Winterfest, das im „Katholischen Der- dlnshaus" stattfand, gab der Posifport-Verein Gießen einen Rechenschaftsbericht über feine Pflege des Volkssportes. In einem Ueberblick, in dem der Vereinsführer Postamtmann Seibel eingangs die Gäste, insbesondere den Kreisleiter z. b. V. und Kreisreferenten der Alten Garde, Adam Lotz, begrüßte, erwähnte er die vielen Hemmungen, die dem Volkssport des Postsport-Dereins entgegenstehen. Daß dennoch die Arbeit vorwärts gegangen sei, das soll der Abend selbst beweisen. Neben dem Schießsport, der ursprünglich die Hauptaufgabe des Postsport-Vereins war, ist nun, nachdem er in den RfL. ausgenommen worden ist, in erster Linie die körperliche Ertüchtigung der Jugend getreten. Neben der Ausbildung der Jugend soll auch die körperliche Ertüchtigung der Frauen und Männer in weitere Kreise getragen werden. Postrat G r a e f übermittelte die Grüße und Dünsche der Reichspostdirektion Frankfurt a. M. Der Sportsachbearbeiter, Postinspektor Kemme- -er-Frankfurt a. M. dankte dem Vereinsführer Amtmann Seibel für die mühevolle Kleinarbeit tin der körperlichen Ertüchtigung der Jugend und hob die außerordentlich guten Schießleistungen der Postsportvereine hervor, an denen auch der Gießener Verein beteiligt ist. In ausführlicher Begründung stellte er die Notwendigkeit der Postsport- Vereine heraus, die in erster Linie dem bei der Reichspost beschäftigten Volksgenossen durch die körperliche Betätigung einen Ausgleich in ihrer Tätigkeit bieten sollen. Schließlich soll der Sport die Kameradschaft fördern. Von musikalischen Darbietungen umrahmt, boten bann die Kleinen und Kleinsten und die Turnerinnen Ausschnitte aus ihrer sportlichen Betätigung, t)le vielen Beifall fanden und zum Schluß durch einen Tanz der fünf Ringe die Erinnerung an die olympischen Spiele auffrischten. Im weiteren Verlauf nahm der Vereinsführer die Siegerehrung vor und zählte die sportlichen Erfolge des Vereins auf. Schließlich ehrte der Vereinsführer noch die folgenden Sieger des Abturnens 1936. Gemischter Fünfkampf. Jugend turne r, Oberstufe: 1. Willi Schreier 93J4; 2. Herrn. Baum 89 Punkte. Jugend turner, Unterstufe: 1. Walter Jung 94; 2. Ludwig Götz 81 Punkte; 3. Rud. Metzger; ’4. E. Stieler; 5. Ew. Reusch; 6. E. Schneider und Fr. Jung. Jugendturnerinnen: 1. Lisel Rohrbach 87; 2. Ottilie Reusch 68 Punkte; 3. Lisel Hill; 4. Erika Koch; 5. Margot Adam; 6. Anna Sann; 7. Gerti Binding; 8. Lina Jakob. Gemischter Vierkampf. Schüler: 1. Willi Henke 77; 2. Walter Berk 74 Punkte; 3. Werner Hofmann; 4. K. Hch. Koch; 5. K. Becker! 6. Erw. Hofmann; 7. Reinh. Balser; 8. H. W. Altmannsperger; 9. Otto Walter. Schülerinnen: 1. Ottilie Schreier und Irmgard Schwarz je 72 Punkte; 2. Margot Metzger 66 Punkte; 3. Elfriede Reusch; 4. Gisela Koch; 5. Ursula Güngerich. Sportamt „Kraft durch Sreuöe". Am heutigen Montag, 9. November, dem Gedenktag für die Gefallenen der Bewegung, fallen sämtliche Sportstunden der NS.-G. „Kraft durch Freude" aus. Oer Gießener Tanzklub „Hot-Weiß" wiederum erfolgreich. Bei dem am Samstagabend in den Stadtpark- Sälen in Kassel von dem Reichsverbanü xur Pflege des Gesellschaftstanzes (RPG.) in der Reichstheaterkammer veranstalteten Tanz - Turnier um die Meisterschaft der deutschen Großstädte war der Gießener Tanzklub „Rot-Weih" wiederum er- folareich. Bei stärkster Konkurrenz konnten in der 8-Klasse zwei Paare des Gießener Klubs Preise erringen, und zwar fiel der 1. und der 3. Preis nach Gießen. Es ist ein gutes Zeichen für den jetzigen Stand des Gießener Tanzklubs, denn in der diesjährigen Saison konnte der Klub von vier Tanzturnieren mit Preisen ausgezeichnet heimkehren. Winterfest des Radfahrervereins 4900 in Wieseck. Als Abschluß des Jahressportprogramms feierte der hiesige Radfahrer-Verein am Samstag fein Winterfest. Die Veranstaltung wies einen guten Besuch auf und brachte Ausschnitte der verschiedenen Betätigungsmöglichkeiten im Saalsport. Besonders gefielen der gemischte Jugend-Reigen und die verschiedenen Radballspiele. Viel Interesse fand auch das Freundschaftsspiel im Zweier-Radball mit der 1. Mannschaft des RV. 1885 Gießen (Deibel-Von Eiff) und der 1. von Wieseck (Schäfer-Wacker). Die 85er Gießen wurden Sieger. Vereinsführer S ch ä - f e r begrüßte die Gäste und wies in feiner Ansprache auf den im Verein in erster Linie gepflegten Saalsport in Verbindung mit der Jugendertüch- tigung hin. Aus Anlaß feiner 25jährigen Mitgliedschaft wurde Heinrich Linden st ruth zum Ehrenmitglied des Vereins ernannt, wobei Werbe- roart Fritz Kling die Verdienste dieses Sportkameraden zu würdigen wußte und ihm gleichzeitig als Anerkennung eine schöne Urkunde überreichte. Kurze Sporinottzen. Zwei neue Motorradweltrekorde erzielte der Engländer Eric Fernihough auf der Betonstraße bei Gyon mit feiner 1000-Kubikzenti- rneter-Brough Superior. Und zwar über die Meile mit fliegendem Start 263,646 Stundenkilometer, und im Beiwagen mit stehendem Start schaffte er 129,53 Stundenkilometer über den Kilometer. Einen neuen deutschen Staffelrekord stellte Hellas Magdeburg in der 3 mal 100- Meter-Lagenstaffel mit 3:31,6 Min. (bisher Magdeburg 96 mit 3:32,2) auf. Gustav Eder, unser Weltergewichtsmeister, ist im Kampf um die Weltmeisterschaft offenbar ganz ausgeschaltet. Am 27. November kämpft nämlich fein Bezwinger Jannazzo in Neuyork gegen Barney Roß um den Titel. Exz. Lewald, der Präsident des Organisa- tions-Ausschuffes für die XI. Olympischen Spiele, hielt in Buenos Aires einen Vortrag über die Berliner Spiele und fand mit feinen Ausführungen bei der großen Zuhörerschaft lebhaften Anklang. Die A u t o - U n i o n - R e n n f a h r e r, die in diesem Jahr eine unvergleichliche Erfolgserie ausgestellt haben, wurden am Samstag sowohl von der Stadt Chemnitz als auch von dem Zwickauer Werk besonders geehrt. Einen Frankfurter Rugbyfieg gab es am Sonntag in der Reichshauptstadt. Der SC. Frankfurt 1880 gab eine ausgezeichnete Vorstellung und schlug den Berliner RC. mit 14:0 (0:0). Zwei Schweizer Niederlagen gab es im Fußball-Zweifrontenkampf am Sonntag. In Zürich wurde die -V-Mannschaft von Oesterreich mit 3:1 (1:0) geschlagen und mit dem gleichen Ergebnis verlor die 6-Mannschaft in Luxemburg. In Rekordform befand sich Hanni Hölz- ner am ersten Tag des internationalen Plauener Schwimmfestes, lieber 100 Pards stellte Hanni Hölzner mit 1:14,4 Minuten einen neuen Rekord auf, der jedoch offiziell nicht geführt wird. Letzte EnlschiOungsmöglichkeil für Erbhöfe. NSG. Die 8. Durchführungsverordnung zum Schuldenregelungsgesetz gibt den Bauern die Möglichkeit, bis 31. Dezember 1936 beim zuständigen Entschuldungsamt den Antrag auf Eröffnung des Verfahrens zu stellen. Grundbedingung hierbei ist, daß die Sckulden- lage die Durchführung des Entfchuldungsverf>ahrens erforderlich macht. Antrngsberechtigt find auch die Bauern, bei denen die Eröffnung des Entschuldungsverfahrens bereits einmal abgelehnt worden ist. Wenn ein Bauer auf die Durchführung des Entschuldungsverfahrens Verzicht geleistet hat, dann kann, sofern seine Schuldenlage es erfordert, der Kreisbauernsührer einen solchen Antrag auf Eröffnung des Verfahrens stellen. Auch bei rechtskräftig abgeschlossenen Verfahren, bei denen die Zinsleistungsgrenze der tatsächlichen Zinsleistungsfähigkeit nicht entspricht, kann ein neuer Antrag gestellt werden, damit die Zinsleistungsgrenze mit der tatsächlichen Zinsleistungsfähigkeit in Ueberein- ftimmung gebracht wird. Es wird hiermit letztmals darauf hingewiesen, daß durch diese Bestimmungen geordnete wirtschaftliche Verhältnisse zur Erlangung der vollen Leistungsfähigkeit im Dienst der Erzeugungsschlacht erreicht werden sollen. Eine solche Möglichkeit besteht nach dem 1. 1. 1937 nicht mehr. Es wird deshalb von allen Bauern, die sich in einer solchen Lage befinden, erwartet, daß sie umgehend einen Antrag auf Eröffnung des Verfahrens beim zuständigen Entschuldungsamt stellen. Es wird darauf hingewiesen, daß den Ki:eisbauernführern gesetzlich das Recht eingeräumt worden ist, den gleichen Antrag zu stellen. Stellt ein Bauer keinen dahingehenden Antrag, dann wird in jedem Fall der Kreisbauernführer dazu veranlaßt fein. Diejenigen Bauern, welche versäumen, durch Stellung eines entsprechenden Antrags eine Ordnung ihrer wirtschaftlichen Verhältnisse herbeizuführen, müssen sich alle künftig entstehenden Schwierigkeiten und Folgen selbst zu- schreiben. Früher kaufen — besser kaufen! V. A. Die Zeit, in der vor Weihnachten die Geschenke gekauft werden, ist mit die schönste des ganzen Jahres. Und doch verkürzen sich die meisten diese Zeit dadurch auf ein Mindestmaß, daß sie mit dem Einkauf der Geschenke erst in den letzten Tagen vor dem Fest beginnen. Dann muß es natürlich schnell gehen, dann wird man ungeduldig, wenn man im überfüllten Geschäft warten muß und die Verkäufer keine Zeit haben, besondere Wünsche zu erfüllen, dann wird man nervös und gereizt und vergällt sich so die Vorfreude des Schenkens. Und ist dann endlich das Wichtigste, soweit es noch zu bekommen war, zusammen, bleibt bestimmt keine Zeit, sich um all die vielen kleinen Dinge zu kümmern, ohne die nun einmal ein richtiger Gabentisch zu Weihnachten nicht denkbar ist. Und warum? Weil ein Vorurteil herrscht, nach dem Weihnachtsstimmung und damit Stimmung zum Kaufen nur im überfüllten Laden zustande komme. Ein weiterer Grund, der von den Verfechtern des Einkaufs für den späten Einkauf angeführt wird, ist die wirtschaftliche Lage, die es dem Wochenlöhner vor dem letzten Lohntage und dem Angestellten vor dem letzten Gehaltstermin unmöglich mache, überhaupt etwas einzukaufen. Wäre dem so, würde es bedeuten, daß die Verbraucher in der letzten Woche vor dem Fest von der Luft leben müßten, um ihre Geschenke einkaufen zu können. Es wird dabei aber übersehen, daß z. B. ein beträchtlicher Teil der Weihnachtsgeschenke aus dem „Geheimfach" der Hausfrau — wenn ein solches vorhanden ist — bestritten wird. Hier fei ein Lob unseren fopferen Hausfrauen gesprochen, die es unerklärlicherweise immer wieder fertig bringen, auch bei knappster Wirtschaftskaffe wöchentlich einige Pfennige zurückzulegen, mit denen sie zu Weih« nachten ihren Lieben eine Freude machen können. Es bedarf also in der Hauptsache nur des Anstoßes, um die Weihnachtsftimmung und damit die Lust am Einkauf hervorzurufen. Und dieser Anstoß muß aus der Geschäftswelt kommen. Es ist Sach« des Einzelhandels und auch des Handwerks, das immer noch einen großen Teil feiner Absatzmöglichkeiten zu Weihnachten ungenutzt läßt, die Kunden rechtzeitig darauf aufmerksam zu machen, daß es nun Zeit geworden ist, die Weihnachtsbesorgungungen zu machen. Es dürfte dem Kaufmann nicht schwer fallen, der Verbraucherschaft die vielen Vorteile klar zu machen, die frühzeitiger Einkauf mit sich bringt. Ein Hinweis auf die große Auswahl und die Muße zum Aussuchen müssen dem Kunden einleuchten. Der Kaufmann kann weiter noch darauf Hinweisen, daß sich die Verkäufer im November eingehender mit den Wünschen des Kunden beschäftigen können, als drei Tage vor dem Fest. Auch auf die Möglichkeit einer Sonderbeschaffung könnte mit Erfolg hingewiesen werden. In dankenswerter Weise hat das Leipziger Messeamt auf der Herbstmesse den Gedanken des früheren Einkaufens aufgenommen und dem Einzelhandel in einer Sonderschau „Für Weihnachten werben", die im Rahmen der Reichs-Werbe-Messe durchgeführt wurde, die Wege gezeigt, auf denen sich das Weihnachtsgeschäft zum Nutzen aller Beteiligten früher in Gang bringen läßt. Also: früher kaufen — es kauft sich bestimmt viel besser! Preußen. Kreis Wetzlar. (D Krofdorf-Gleiberg, 8.Nov. Den Tag der goldenen Hochzeit konnten am Samstag Wilhelm Hillgärtner und Frau Katharine, geb. Laucht, in Gleiberg begehen. Don 6 Kindern leben noch 4, dazu 11 Enkel und 3 Urenkel. Die Ehegatten, die beide im 76. Lebensjahr stehen, erfreuen sich guter Gesundheit. Sie wohnen am Südtor unmittelbar am Schloßberg in dem schindelgetäfelten Haus, das in feiner Eigentümlichkeit die Aufmerksamkeit der Besucher auf sich lenkt. > Krofdorf-Gleiberg, 8. Nov. Wie ersprießlich sich die Einrichtung des nationalen Spartags auswirkt, zeigt sich in dem beachtlichen Erfolg, den unsere Dorfkasse, die Spar- und Vorschußkasse, an diesem Tage hatte. Von 210 Einlegern wurden etwa 11 500 RM. Spargelder eingezahlt. Das spricht nickt nur für den nach der Inflation und dann mit Anbruch des neuen Reiches wiedergewonnenen Spargeist der Bevölkerung, sondern kennzeichnet gleichzeitig das Vertrauen zu dem nun im dritten Jahre tätigen dörflichen Ein- heits-Kaffeninstitut, das bekanntlich durch Verschmelzung der beiden früher nebeneinander wirkenden Dorfkassen entstand. Auch der Kleinsparverkehr, an dem sich vorwiegend die Jugend beteiligt, brachte mit 200 RM. Einzahlungen am nationalen Spartag einen guten Erfolg. Das Sparmarkensystem, das jetzt zwei Jahre gepflegt wird, und das insonderheit Weckung und Förderung des Spürsinnes schon bei den Kindern bezwecken soll, hat sich mit einem Stand von gegenwärtig 4500 RM. Spareinlagen sehr gut bewährt. * W i ßmar, 8. Nov. Bei der Arbeit verunglückte der 43 Jahre alte Hilfsarbeiter Heinrich Jakob Nachtigall von hier. Mit einer Gehirnerschütterung und einer Brustauetschung liegt der Verunglückte in Gießen in der Klinik danieder. Die Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 920: Preise für Eisen-, Stahl- Schrott und Gußbruch. — 921: Umsatzsteuerumrech» nungsumsätze auf Reichsmark für die Umsätze im Monat Oktober 1936. — 922: Anordnung — ZV 7 — über die Spinnstoffzusammensetzung von Waren für öffentliche Stellen. — 923: Neuregelung des Verkehrs mit ausländischen Zahlungsmitteln. . Elche zwischen Meer und Memel von Martin Kakles Insgesamt 120 Seiten mit 82 hervorragenden Naturaufnahmen des Verfassers aus 66 Kunstdrucktafeln. In Leinen gebunden RM. 3,60. Bestellungen nehmen alle Buchhandlungen und der Verlag entgegen. Hugo Bermühler Verlag Berlin-Lichterfelde Vermietungen Wohnung (4 Zimmer mit Küche) im Südviertel ab 15.11. oder 1.12.36 zu vermieten. Osm Näheres bei W. Franz Buchnerstr. 2 II. IglorihI ST____Giessen : | NUR heute Montag, 4*6 und 8.30 Uhr: I Neuaufführung des Meisterwerkes I REGINE mit Luise Ullrich, Adolf Wohlbrück I Beiprogramm, Wochenschau I Lichtspielhaus 9 NUR heute Montag auf IQOOfachen Wunsch nochmals ! I Benjamino GIGLII und Magda Schneider in I Vergiß mein nicht ■ Beiprogramm, Wochenschau ■ Nur heute, 4.00, 6.00 und 8.30 Uhr. 7121 a H NanhläcCQ von3bis20V1 H>erha,tenSieb0iwieder- ndLniduuv holten Veröffentlichungen einer Anzeige! _ »Al u --: . 4. m ..... J । . -ö"» .u/tV i ’ZuA » fc 1 V ■ : ■*! «yj I £ | Tanz- Unterricht Unser diesjähriger Studenten Kursus beginnt am Mittwoch, den 11. Novemb., abends 8 Uhr EINZEL-STUNDEN jederzeit. - Anmeldungen erbeten Tanzschule Bäulke Wolfstraße 31 6955D Ruf Nr. 3835 Zwangsversteigerung Dienstag 10. Nov., nachm.2 Uhr, sollen im Persteigerungslokal, Neuenweg 28, bzw. an Ort und Stelle (Bekanntgabe ob. Lokal) zwangsw. gegen sofortige Barzahlung versteigert werden: Haus-, Laden- u. Büromobel aller Art, 4 Oefen, 4 Herde, 3 Schreibmaschinen, 2 Schaufensterausstel- lungseinricht., 1 Spiegel, 1 Trager- schnerdemaschine, 1 Blechscheere, 1 elektr.Mot.,1 Vervielfältigungsapparat, 1 Bild, 1 Schneidernäh- maschme, Anzugs-, Kleider- und Mantelstoffe. 7mD Bat er Stellv, des Gerichtsv. Scharmann Gießen, Wernerwall 33, Tel. 3108 Der beutigert Land-Auflage liegt ein Werbeblatt der Firma Fräuterhaus Jung, Gießen, Mausburg 9, bei. 6806d VornehmI Geschmackvoll! PersönlichI Diese wesentlichen Eigenschaften der guten Familien- Drucksache bietet Ihnen In zahlreichen neuzeitlichen Ausführungsarten und Papieren zu mäßigen Preisen Brühl'sche Druckerei, Schulstr. 7, Ruf 2251 In schönen Mustern haben wir Ski- und auch Schlafanzug- Flanelle C. Röhr & Co. , 7124 A Gtadttheaier-Meie. Stamm-Mele. Die Einlösung des drillen Abschnitts der Stamm- Miete für Dienstag, Mittwoch und Freitag hat an der Theaterkasse, Johannesstraße 3, zu erfolgen, und zwar: Donnerstag, den 12. November, von 10 bis 13 Uhr für die Freitag-UNster, Freitag, den 13. November, von 10 bis 13 Uhr und von 17 bis 18 Uhr für die Dienstag-Mieter, Samstag, den 14. November, von 10 bis 13 Uhr für die Mittwoch-Mieter. Nach Einzahlung auf Postscheckkonto Frankfurt am Main 37 210 Kasse des Stadttheaters Gießen erfolgt Ueberroeifung der Mietkarten. 7U7C Die zu zahlende III. 'Rate beträgt: für Dienstag für " Mittwoch: Freitag: 40 RM. 45 RM. 30 „ 30 „ 12 „ 14 „ 8 „ 10 „ 6 „ 8 „ 5 „ 5 „ vordere Seitenreihe 4 „ 4 „ Die Einlösung muß vor der 9. Metvorstelluna ev folgt fein. Gießen, den 5. November 1936. Der Oberbürgermeister: Ritter. Familienlogen mit 5 Plätzen Familienlogen mit 4 Plätzen Sperrsitz Reihe 1—7, 1. Rang Reihe 1 und 2 und Logenvorderplätze Sperrsitz Reihe 8—11, 1. Rang Reihe 3—6 und Logenrückplätze Sperrsitz Reihe 12—15,2. Rang Reihe 1 Mitte Sperrsitz Reihe 16—18,2. Rang Reihe 2 und 3 2. Rang Reihe 4 und 5 und